Reu-vrrmchrtes llgemeules rn dasWen/ditNaim/ dermUattiarchm/ Uropheken/ Mpostel/Matter der ersten Kirchen/ PWm/ Lardinälen/ Bischöffen/ Prälaten/ vornehmer Gelehrten/und anderer sonst in denen Geschichten berühmter Männern und Künstlern/ nebst denen so genannten Ketzern; wie nicht wenigst: derer? äyfer/ Königen / Wur-und Kürfien / Grafen/ grosser Herren / berühmter Krieges - Helden und Ministern; Jngleichem und Ritter-Orden/HeyDNischen Göttern/ auch allerhand wichtigen/und zu vollkommenemVer- ständnus deren vornehmsten Historien zu wissen nöthigen Antiquitäten/re.re. Und endlichen Die Beschreibung derer Käyserthümern/ Königreichen/ Fürstenthümern/ freyer Ständen/Landschafften /Jnsulm/ Städten/Schlösser/ Stifften/ Aus allen vorhin ausgegebenen und von gleichen Materien Handlenden Lexicis-auch andern bewährten Historisch - und Geographischen Schrifften zusammen gezogen/ Dißmahlen von neuem mit Fleiß ganß übersehen / von einer grossen Anzahl Fehlern/ die noch immer in denen alten Ausgaben geblieben waren / gereiniget/ Und/ sonderlich was die Schweizerische und angrantzender Orten und Ländern Sachen betrifft/ ganh umgegossen/ und um ein grosses vermehret. Mehr Bericht vytt Mem ist zu finden in der Vorrede/ von ZstsH 8, Vo6d. und I'rof. in Bast!/ alten Müntzen und übriger Antiquitäten/ angestellten ^c^emic Mit Löbk. Cvangel. Eydgnoss. Orten privilegiis. _ BASEL/ Gedruckt und verlegt bey Johann Brandmüller/1726. Iü einer von den stummen büchstaben, welcher von dem Griechischen a, dieses aber von dem Hebräischen 7 herkommen soll. Vor zeiten wurde dieser buchstabe durch ; in einen lri-n- gui gesetzte sterne vorgestellt und geschrieben, nach art der Egyptier, welche durch solch kiero- Aixpi-icum den namen Gottes verstunden, indem man dafür hält, daß sie einige erkäntniß von der heiligen Dreyeinigkeit mögen gehabt haben. Dieser buchstabe hatte bey den alten vielerlei) hedeukungen. In den zahlen galt er , wiewol das altere und erstere zeichen diese zahl anzudeuten eigentlich wäre, und nur durch der schreiberen Unachtsamkeit in ein v. zusammen geschmoltzen. Dieser duchstab wurde auch gantz allein hingesetzt, unterschiedene Wörter anzuzeigen, als z. e. vivur, Oecimus, OüvotuSjOisbus, Oiurius,vcilicLv>t,IZominus öcc. liic- rogl. I. 47 c. z. I. ;8 c. 46. vsr. leü-1.i; 0. IA. cc^mol. §e„srr», Ue ooriz Lomsn. Lc. * OAL/ein volck inScythien an derCaspischen see,so von denGne- chen^--°-,von denLateinern aber»--vi genent werden. Endlich machte man ein Nomen Lvpeilsrivum für knechte un comödianten darauß. Dabier/ sihe Daviev. Dabir/ oder Debir/ war eine stadt im gelobten land, nahe bey Hebron, so vor zeiten Ririath-Sepher/ oder die stadt der bü- cheren oder schrifflen genennet wurde, aus welchem namen schon Lyranus, ksbbi David Kimchi und andere noch ältere Jüden, geschlossen haben, die Cananiter hätten allhier allbereit zu denen ältesten zeiten eine berühmte schul,oder auch wohl ihr ^rcUlv gehabt. Es wird auch die Chaldeische Übersetzung der Heil. Schrifft hieher gezogen, welche den ort Rrriath Arte nenet, wiewol sich das wört- lein Arke auch viel änderst, als von srcl-i ven auslegen lasset. Gro- tius über Joh. i? 1; ziehet gar an, Tenophon selbst habe diesen ort OymnLiium ?vmnicum, die hohe schul der Phönicier genennet, welches, so es wahr, von keinem kleinen gewicht wäre. Allein es ist nur zu gewiß, daß Lenophon dergleichen nie nichts gedacht, und der gelehrte Grotius sich hier von dem betrieger Annio Virerbisnii, weiß nicht wie, habe betriegen lassen, welcher in dem, Venophonti fälschlich untergeschobenen buch u« Lqmvocis-diese Worte gebraucht hat. Indessen bleibt immer das wahrscheinlichste, diese stadt habe ihren namen von ituäien und büchern bekomm. Was in dem Thal- mudischcn buch Aboda Sara gemeldet wird,der nameDebir oder Dabir seye diesem ort von denen Perseren gegeben worden, das ist gantz falsch; weil dieses volck noch nicht ausser seines landes gränzen bekandt wäre,zu der zeit,da wir den namenDebir schon allbereit durch einen andern namen ausgelöschet finden. Josua rottete allhier die Enakim aus, und Caleb, als er wider die Cananiter krieg führte, versprach seine tochter Achsa demjenigen zum weide zu geben , der Dabir erobern würde, welches darauf Athniel, der söhn Kenas des Calebs jüngster bruder, gethan. io, n s- I. sn. M. 2.406. * Dabir / König von Eglon, im land der Amoriter, vereinigte sich nebst; andern Königen mit Adoni Zedeck dem Könige zu Jerusalem, die Gibeoniten zu bekriegen, weil sie mit Josua friede gemacht hatten. Allein Josua schlug sie auf befehl Gottes, und stund die sonne stille, damit sich Israel an seinen feinden rächen möchte. Die ; Könige der Amorirer entflohen, und verbargen sich in die höhle zu Makeda, davor Josua grosse steine wältzen, Und Hüter be» stellen ließ. Nachdem aber das volck, nach erhaltenem sieg, sich wieder gesamlet, ließ Josua die 8 Könige aus der höhle hervor bringen, befahl den Obersten des kriegs - volcks, daß sie ihnen mit füssen mu. ften aufdie Hälse wetten,woraufer sie tödtete,undan ? bäume hieng. LIÜS». > 7 V 2 ML/. 2 N. M. 2584. Dabei!/ eine Indianische stadt im Königreich Decatt, ander südlichen feite des meer-busens von Cambaye, welche einen trestich guten haven und eine vestung hat. Sie ligt an der gegend, da sich der fluß Halbwache ins meer ergießt, und tragt eben dreser flußdas meiste zu dem port bey. * Dachan/ ein grosser und schöner Bayerischer marck-fiecken auf einem hohen berg, ; stunden von München an der Amper gelegen, hat sein eigenes ins rent-amt München gehöriges land-gericht, wozu man viel ansehnliche örter geschlagen. Vor alters hat dieser ort seine besondere Grafen auS dem Scheyerischen geschlecht gehabt, bis er nebst der gantzen Grafschafft dieses namens vonuchtild, Con- rads Grafen von Dachau gemablin, an Otten, nachmaligen Her- -oq in Bayern aus dem Wittelsvachischen hauß verkaufft worden : bey dessen nachkommen es beständig verblieben. Im Teutschen krieg hates viel leihen, und insonderheit an-i6z; undi648sichzu beyden malen an Schweden, wiewol nach tapfferer gegenwehr, er. geben müssen. Das auf eben selbigem berg, aber noch mel hoher, gelegene Churfürst!. e-Ll-me. schloß ist wohl sehens-wurdig. Es rst stlbiges auS verasche, darein es Kayser Courad und Hertzog Heinrich XI geseget,durch HertzogWilhelm und Albert in Bayern weit herrlicher, als vorhin,doch nur nach damalhls bekandten bamkunst« reguln aufgeführet worden, und wird die gegend vor gesund gehalten, daß die ^eUici bey entstandenen seucheN/ihreFürstlicheHen- schafft nicht besser, als nufdicsem schloß verwahret zu seyn glauben. Dächhülss/ Hertzog und Marggraf in Thüringen, welcher zugleich die Sorbische Marck verwaltete. Als die Böhmen an. 84Y einen einfall in Teutschiaud vorhatten, brachte der König Ludovi- rns I eine ansehnliche krieges-macht aufdie deine, und stellte unter andern selbiger auch denHertzogDachhülffvor.DieBöhmen,welche sich dessen nicht vermuthet halten, und gleichwol bey erfolgten, cin- bruch in ihr land, sich wider einen so starckmfeind viel zu schwach sahen, schickten ösxmlrte ab, und suchten durch darstellung ihrer geissel den frieden zu erhalten; absonderlich setzten sie ihr vertrauen in den Hertzog Dächhülss, weil er der Wendischen rechten und gantzen staats kundig war. Dächhülss, welcher in diesem zug eine wunde am lincken dein bekommen, wüste wol, daß, wann er seine bles- sur den feinden mercken lassen würde, selbige nur zu neuer künheir würden angeflammet werden; setzte sich demnach bey ankunfft der Böhmischen Abgeordneten zu Pferd, und versprach ihnen, so viel immer möglich, in der fach zu thun. Er hinterbrachte auch würck- lich ihr begehren den übrigen Generals-personenzallein weil sie sein anbringen mit neidischen äugen ansahen, waren sie so wenig zu au- nehmung der geissel zu bringen, daß sie vielmehr mitgrosser Hitze auf die Böhmen los giengen,welches aber so übel abliessdaß sie mit blutigen köpffcn davon lauffen und durch stellung ihrer eigenen geissel Um freyen abzug bitten müssen. Als an. 8;8 die Sorben-Wendeir abermals rebsiiirten, ist Hertzog Dächhülss aufs neue wider sie ausgeschickt würden, da er aber vermuthlich nicht viel sonderbares aus. gekichtet.^ 2 r»Ä/nIÄ/«ie»/e-.S«§r>,L>'.sllrig. Oucsr.LiiurinZ.I.z c, z A/. Dachsburg; sihe Dagsburg. Dachstein oder Dagobertstein / lat. dsZobern tsxum, eins kleine stadt im nieder-Elsaß, in dem Bißthnm Straßburg, hatte ehemals ein vestes schloß, so imjährigen krieg zusamt dem städt- lein mehrmalen eingenommen und geplündert worden, bis es zuletzt die Frantzosen gar zerstörten. Lüsr. ^,7. Dachstuhl / ein unweit Birckenftld nahe an der Saar gelegenes vestes schloß und städtlein, nebst einer darzu gehörigen Herr- schaffr, davon ehemals eine Adeliche familie den namen geführet, darausBoemundusI,vonan.irZhbis iryyCburf.zuMer gewesen» Nach deren abgang kam dieser ort an dieHerren von Rvllinqen,vort diesen aber an. i;8y durch Heyrath an die Freyherren von Fleckenstein,welche ihn an-i644an dasErtzstifftTrier verkaufften. Dacia / ein altes Königreich, welches gegen norden an die Car- patischen gebürge, gegen süden an die Donau, und gegen Ostci^M die Teisse gräntzet, und ein stück von Ungarn jenseit der Theiß,Siebenbürgen, die Wallachey und die gantze Moldau in sich begreiffet. Die einwohner hiessen hey den Römernvscl.bey den Griechen abev 6er«, und hatten ihre besondere Könige, bis endlich an. y8 Käysev Trajanus ihren König Decebalnm, den des Domitiani trägheit gantz stoltz gemacht hakte,überwand.Nachgehends wurden die v-ct auch von Constantino N- den Gothen,Sarmaricrn,und endlich von den Hunnen unter das joch gebracht. Als die Sachsen von Carole AI. geschlagen worden,so erwählten sie lieber in Dacien zu ziehen, als unter seinem regimeNt zu leben.Wenigstistsdie gemclnstemuth- massung, daß die noch beut zu tag in Siebenbürgen die Teutsche sprnach gebrauchen, und den namen der Sachsen führen, von deö hier gemeldten coionle ihren Ursprung her haben. Die Datier waren grausacke und wilde leute; das gemeine volck unter ihnen trug nur sein blosses haar, die aber etwas vornehmer waren, trugen kappen und mützen,wie die zusamt ihrer übrigen IleiduNg und waaffeü in denen tu Rom noch aufstecht stehenden triumph-bögen Traiam, und vielen alten müntzen zu sehen. Sir wurden von dem H.Nicetä bekehret.Es soll eine coiöme von ihnen an die Norwegische see-küstS versetzt worden seyn. >- 4 c. 12. 1.7. 1. z c. s. i)ro esstk«, j. 68 60 reöiti, 8. läic. in vsc. LL2-0». Ltt. 6» ;96- snälcÄs Anti-;. in vsclZ. ürigines 6c occ35us1'rsns5>!v. geoge. nok. orb. Lnr Lc. * Däciättüs/ war Oouverneur in Spanien,unter den Römischen KaystrnDioeletiano und Marimiano, welcher die Christen zu endä des ; seculi hefftig verfolgte, und VinceMium nebst andern mehr hinrichten ließ. pcriküpU. i>) m. 4 L ; in !zn. I» var. ep. »7. 6-r. F»»«« I. z. 6isIeÄ. c. 4. sn. L. 5;8, . ^46. Lee. üc in mrr- r)s.Lc> «j.l4.^sn.Le//»l-».L-d. in »k>k>. 5-cro. in suÄ. O^eHI.HVLI, hiessen der göttinCybele priest«,, welche unten an dem beW Jda wohnten, und von den Poeten für linder der sonnen und Minervä, oder Saturni und Alciope, außgegeben wurden. Fünffunter ihnen waren männliches und ; weibliches ge- schlechts. Sie wurden deswegen vsüyii oder finget genennet, weil ihrer so viel waren, als ein mensch finger an beyden Handen hat. Man pflegte fie auch o^b-Eszu nennen. Die Namen der ; Priester waren: Hercules, Päon, Epimedes, Iasius undIdas. I. ic>. Dadis/ ein Griechischer smor, welcher von dem ackerbäii geschrieben, wie Varro und Columella im ansang ihrer wercke a- sxricuiturs bezeugen. Dadivan / ein ebenes stück landes in der Persischen Provintz Farsistan, zwischen den beyden städten Schikas und Lar» welches ohngefehr 4 oder ; Meilen im umfang hat, und eine von den angenehmsten gegenden in gantz Perfien ist. Es ist mehrentheils mit po- merantzen-citronen-und granal-äpffebbäumen bewachsen, und gibt es daselbst pomerantzen-bäume, die so dick find, daß sie kaum; mäw ner umfassen können. Der fluß, welcher diese gegend bewässert, ist mitkarpffen, hechten, bardenund krebsen überflüßig angefüllet. Die Engel-und Holländer zu Ormus pflegen öffkers den letzten theil des sommers in dieser gegend zuzubringen, da sie dann von den benachbarten BaladinS mit ihrem tantzen belustiget werden. xerü reite - belebr. 8. Dado oder Audeon/ Audoettus/ gebürtig von Sens, wofür jedoch andere Soissons setzen, war ein söhn Autarii und der H. Aige, und ein compsZnon des H. Eligii. Seine tugend brachte ihn an dem hosdes Königs Dagoberti in grosses ansehen, so daß er eine zeitlang die stelle eines lc-terenUsrü verträte, welches aint einen derer vornehmsten Secrusrlsten andeutete, und weniger nicht als die Verwahrung des Königlichen siegel- rings, und unterschrei- düng aller -a-Äen und wichtigen brieffschafften mit sich brachte. Er wählete aber nachmals den geistlichen stand, worinnm et an. «46 BischoffzuRouan wurde. An. 6zo befand er sich aufdem c»n. riiio zu Chalons und an.662 auf dem zu Clecht l- Garenne. Aimoi- nus mercket auch von ihm an, daß er sich an. 66z bey dem tod des Abts 8. Vandrilli befunden. Er schrieb das leben 8. Eligii itt ; büchern, welche er Roberto, Bischoff zu Paris, ae-ücirte, und die bey demSurio zu finden.CanisiuS hat auch einen brief 8-Desiderii, Bischoffs zu Cahors, an Dadonem, und die antwort dieses letzter» daraufdargestellt.Jn dem kloster zu 8. Gallen in der Schweitzssoll ndch eine lebens - beschreibung des H. Reinigst, welche Dado verfertiget, vorhanden seyn. Im jähr 67s that er noch im hohen alter eine reise nach Rom; soll auch noch an. 68; an beylegung der innerlichen unter denen Francken entstandenen Unruhen gearbeitet haben, aber im folgenden jähr gestorben seyn; wiewohlen einige seinen tod erst in an- 689, andere hingegen viel eher, ncmlich an. 676 oder 677 setzen. Fribegodus, ein Engelländer, hat sein leben in versen beschrieben, welches bey dem Surios-l a. 24 Lug. zu finden, I. 4 c. 41. sneiq. leck. 1°. V. Larsv. sn.e. 767. ^»»77-0/. Lom. all . üe ürsc. üct'. in Lrsl^io. üb. z. pLmbeon niyckic. p. 49, ,Ü-, rrL> Därtemarck/ lat. OLniz.jst ein Europäisch Königreich, weichet das grosse welkmeer west-wärts, die ost-see ost-und nord-wäcts, und Teutschland süd-wärks hat.Man hält es für dastand der altenkim- brier.Vor zelten waren die Dänen sehr mächtig, gestalt sie Engel- land unter sich gebracht halten, und auch öffiers in Schottland einfielen. Dieses Königreich begreifst anjetzo von süden gegen norden 8a oder 90 meilen, und von offen gegen Westen, das ist,von Coppen- Hagen aN bis an die westliche feite der llio-c-s Riepett 4t oder Meilen in sich. Vor zeitcn wurde es eingetheilet in Iütland, die in- suln und Schonen ; allein die letztere landschafft wurde an. lö6o, vermög der Coppen hagischen rrLÄzcen den schweben abgetret- ten, so, daß Dänemarck vor jetzo die halb-insul Iütland und die in- suln, welche ost-wärtä gelegen sind, in sich begreifst. Iütland,so vor zriten Ckeltoniius cimbrics genennet wurde, ist unterschieden in Nord - Und süd- Iütland, davon dieses Schleßrvig genennet wird. Die vornehmsten insuln sind Seeland, Fünen, Langeland, Laland, Mone, Falster, Bornholm, Femeren, Anhout,Lesso,Arroe,rc.Die meer-enge, welche der Gunv genennet wird, tigek zwischen der in- sul Seeland und der Provintz schonen. Ausser dieser sind noch einige andere meer-engen, als der Best, der kleine Bell rc. Coppen« hagen in Seeland ist die Haupt - stadt im Königreich Dänemarck. Die andern grösten städte sind Helsignör, Rothschild, rc. zu Coppenhagen ist nebst einer univergrät ein Ertz-Bischoff; zü Schleßwig, Arhusen, Alburg, Ripen und Wyburg sind Bischöf- st. Die Dänen sind in den eigenschafften von denen Schweden wenig unterscheiden, doch hallet man insgemein die Schweden für etwas listiger, und die Dänen für a-bLuciurter. Die Dänische spraach ist von der Schwedischen unterscheiden, wiewohlen sie beyde nach ihrem Ursprung Teutscher mund-art sind. Der Hofadel aber und die fürnehmsten bürger gebrauchen sich der Hoch-Teutschen spraach. Die Religion ist durchgehends Lutherisch, welche König Friderich I allda eingeführet hat; doch haben die Frantzi- sische fluchtlinge zu Coppenhagen eine kirche. , Unter den König von Dänemarck gehöret auch Norwegen, Grönland, die insuln Jßland, Hitland oder schelland und Ferroe, die Grafschafst Oldenburg und Delmenhorst,viel örter inPomern,Holstein,Wagrien, Stormarn und Diethmarsen. In ost-Indicn auf der küste vonCo« romandel, die vestungen Trangvebar undDansburg, neu-Däne« marck in America und einige örter aufder küste von Guineain Af« rica. Die luffl in Dänemarck ist sehr kalt, und obschon das land von der see umgeben,so ist es doch nicht morastig,sondern sehr fruchtbar, so wol an geträyd als vieh-wäyve. Es gibt auch darinnen viel wildpret und elenv-tbiere, pferde und ochsen, welche von den auß« ländern starck geknufft werden,wie man dann deren mehr als ?ooo» jährlich in Teutschland dringt. Ihre fischerey ist auch sehr gut,und sonderlich der härings-fang. Die Handlung in Dänemarck ist nicht sonderlich groß. Das meiste,was der König einzunehmen hat,kömt von den zollen,welche aufvie waaren gelegt sind,die durch denSund x-tliren, welcher» er schlüssel zur ost-see ist. Der Ursprung desÄänischenReichs wird sehr alt gemacht,indem einige vorgeben , daß bereits ovnqefehr 26-, fahr nach der sündfluth Gomer ein jodn Thogarmä,so Iaphets enckel gewesen, in diese gegend gekommen,und das land nachseinem namen Cimbria genen- net därr Net sey. Als nachgehends die etnwohncr sich vermehret, hätten sie einen richter erwehlet, welcher sie regieret, und in dieser form sey es bey 950 jähr biß aufdas jähr der weit 2910 blieben, da endlich dieses land in ein Königreich verwandelt, und dem ersten Könige Dan zu ehrenDania oder Dänemarck benennet worden; welches zu der zeit, da David König in Israel gewesen, soll geschehen seyn. Unter den erstem Königen in Dänemarck ist sonderlich Suibdagarus, König in Norwegen, berühmt, der von ä, ra. 5092 biß z 1 z2 regieret, das Königreich Dänemarck durch krieg gewonnen, und in Schweden von dem volck erwehlet worden; Frotho III < so zu Christi gehurt regieret, und Danemarck, Schweden, Norwegen, Engelland und Irrland unter seiner bothmäßigkeit. gehabt; und Gotricus, der mitCarolo »-i. hefftigs kriege geführet. Haraldus VI,hat sich an. 8-6 mit seinembrud« Erico zu Mayntz tauffen lassen, den Abt von Cvr- bey, Ansgarium, mit in Dänemarck genommen, und daselbst die Christliche religion außbreiten lassen; welche aber wieder einen stoß bekam, als Ericus das heidenthnm annahm, jedoch gierig Ansga- rius mit etlichen andern an. 8 5 2 zum andern male in Norden, und hatte hernach dasChristenthum einen beständigem Wachsthum. Zu den zeiten der nachfolgenden Könige thaten die Nordmänner unterschiedene einfalle inLeutschland undFranckreich,deßwegen derKay- scr Otto um das jähr 9;° das Marggrafthum Schleßwig anlegte, und als Haraldus VIII,die Sachsen daselbst umbrachte, thatKäy- str Otto seinen zug nach Dänemarck, diesen zugefügten fchimpffzn rächen, zwang auch Haraldum, daß er die Christliche religion annehmen muste, welche bißhero wiederum ziemlich in abnähme ge- komen war. Er hat auch um das jähr 95s vier Bißthümer in Dänemarck gestifftet, als zu Schleßwich, Riepen, Achus und Odenste; worauf sein nachfolgerSuen-Otto noch das zuRothschild an. mr angelegt. Hernach regicrteCanutus II inDänemarck,Norwegen und Engelland. Unter Suenone III aber, welcher von an, 1049 biß 1074 regieret, hörte die herrschafft der Dänen in Engelland auf; und stifftete dieser Sueno an. 1065 vier neue Bischoff- thümer, nemlich zu Lund und Dolby in Schonen, zu Wieburg aber und zuBoralau in Instand. Dessen Nachfolger haben biß aufChri- stophorum III nicht allein Dänemarck, solidem auch einige unter ihnen,Schweden und Norwegen beherrschet. Als aber selbiger an. 1448 ohne erben gestorben, vermählte sich seine wittwe Dorothea, Iobannis Marggrafen zu Brandenburg, tochter, mit Cdristiano I, Grafen vonOldenburg undDelmenhorst, welcher endlich auchIkor? wegen undSchweden varzu bekam, ingleichen von demKäyscxFrie- derico III DiethmarHn zu lehn und den Fürstlichen titul wegenHol- stein erlangte. Er stisttete den clevhanten-orden,und feine nachkommen haben bißher das KönigreichDänemarck glücklich beherrschet; Friedericus I aber durch Johann Bugenhagen an. 1527 die Lutbe- rische religion eingeführt. Vormals war Dänemarck ein wahl-Kö- Mgreich, aufdem grossen reichs-tage aber, welchen man an. 1669 unter Friederico III gehalten, wurde dem Könige die völlige t'uuv«- rsinece und demKöniglichen Hause eine erbliche succeffiyn zugestände. Röntge in Dänemarck. regiert jähr. I. N. yioDanusl ,951 Humblus 1959 Lvthcrus .97Ü Boghius 1981 Scroidus ->6i Gramus ^092 Suibdagarus lii8 Guthormus !i;2Hadmgus ! 18Ü Frotho I ,26z Haldanusl lzi9 Roe und Helgo, jener dieser aber !;82Roevo ,42 z Hottems S4Ü5 Roricus oderRodericus ,515 Vigletus Guitlachus ;?9? Vermundus ;6?üUffo ,686 Danus ll 5725 Huglethus ;-7> Frotho II ;8o^ Danus III ;874FridlevusI ;9ii Frotho III /^« 0. Interregnum 19 Hiarnus 9 Ingellus ,2 Olans I 2 Frotho V und 2 Haraldus I Haraldus II und !2 Haldanus II ^6 Unguinus ^ 5 Silvaldus I l7 Sigarus ,0 Silvaldus II ,1 Interregnum zr Haldanus III 41 8 17 5 8 ° 40 14 54 77 56 6; 54 4 1 42 5 -- 48 52 6i zo 57 52 69 5 ? 54 ; 2 12 46 2z ic> 16 5 10 25 9 22 i; n 40 2S I.O. regiert jähr. 261 Haraldus HI 66 ;27Olv oderOlausH 4 z z 1 Osmundus ic> ;4i Sivardus I 9 ;-;o Buthlus i zzi Iarmeriens 18 ;67 Broderus 2 z?» Silvaldus HI 9 z79Suio 22 401 Roderieus 10 411 Sueno I 55 467 Guitalchus 44 481 Haraldus IV 46 527 Eschyllus 16 54; Vermundus III 78 621 Osmundus II 76 696 Biorno 4 701 Balderus 6 707 Haraldus V 8 71; Gormv I 5 ° 76-; Sigcfridus 45 810 Olauslll 1 811 Hemminqus i 812 Swardus II uny RMgv 2 8i4Regnerus und 27 814 Haraldus VI 12 842 Sivardus III 5 847 Ericus I 8 855 Ericus II 8 864 Camitus I 19 874 Frotho VI 16 891 Gormoll 7 898 Haraldus VII 12 910 Gormo III 21 yz i Haraldus VIII 52 981 Sueno II Z 4 ioi<; CaMItUs II msgnm 22 ic>;6 Canuuis III 8 1045 Magnus 4 1049 Sueno III 26 107z Haraldus IX 6 loZi CanutnsIV 4 öän dag 7? ic>8SOlausIV 9 iz 4 o Waldemaxus III z6 109; EricusIII 19 i;?5 Olaus V 12 1107 Nicolaus 27 iz 87 Margaret« 25 ii;5 Ericus IV 5 1412 Ericus IX 27 ii;9 Ericus V 8 14)9 Christophorus III 19 1148 Sueno IV, Camitus V 9 1448 Christianus I 54 und Waidemarus Z 5 1481 Johannes 52 ii82Canu.tusVl 21 15l? Christiamsll oder Chri- 120 z Waidemarus II 40 stiernus 19 1242 Ericus VI 9 152z Friedericus I iq 1259 Abel ; 1544 Christianus III 25 12? z Christophorus 7 1559 Friedericus II 29 1259 Ericus VII s? 15 88 Christianus IV 69 1286 Ericus VIII zz 1648 Friedericus III 22 iziy Christophorus II .. ^ 1679 Christiavus V 29 1554/ merre^nu m wahrt 6 1699 Friedericus IV DreM«»/. Uc lüu 1)491«. 19 psniq» Usnmsrlris rigs.kreiniclre. in Iiisror. üe elironngr.van. üiü. Dsni«. Lr»«' st^origine Ognoriim- SA-vÄrxi««; cbron. vsn. Hems-krieglL leu UiUur. reg. sejotenri,. ^o»«rerum Izlsnll. libr. L//i/„i?r,/erIiiUor. Osn. regum »4- 91« lcrics. klorus Ugnicus. T't-or«,. feries OynLÜ. öe reg, Oan. LcLncüa, stlustrsr, Uelcr, Dsni«. LrZcMereer Us ÜSI9 Osni«. lhlenäox, Osn. dedelir, von O«- nemLicst, Ve/4 HEM vo^sges en korcuMl Zc OLnenlqrclc. DänemarckösGraben/ ein canal m. demamte Tyndern in Schleßwich, so die beyde harden Böcking-und Karrharde scheidet, darein von einigen nachgelegmcu seen und bächeu das wasser geleitet ist, so vermuthlich in alten kxicgs-zeiten geschehen. belehr« von ZcklezvVtcll unä Iloiltcin ?, II, c. 9. 9. in. teczr;. Dänewerck / ein wall, so zu beschntzung des Hertzogthums Schleßwich, von dem Dänischen Könige GoMch oder Gottfried zu Carolt .'a. zeiten aufgeführet,auch nach der zeit noch mehr beseitiget worden, davon noch hmt zu tage vieles vorhanden. Er hat sich von der Treen bey dem dorffHollingstede biß nahe an Schleßwich erstrecket, und in der länge ?978 ruthen, und an etlichen orthen ändert« halbe ruthen in der Höhe gehabt. //. c. 9. Dämschwohlt oder Damschwalde / ein länbgen von. dritte-halbeu weilen lang, und andcrthalbm breit, in Schleß- wich, zwischen dem Eckelnförder Wyck und den gränSen von Holstein gelegen,davon ein grosser theil dem Adel, drey dörffer demHer- tzoge von Gottorp, und das übrige dem Könige in Dänemarck gehöret. Es liegt darum die vestüng Christianprieß. vEi-vv-e"/' Schlefw. ii- c. 14. Daes von Colone, einer fladt in dem Pekoponneso, war ein Griechischer ü,uÄor, Man weiß nicht, zu welcher zeit er gelebet, und hält ihn für einen iMoncum, weil Strabo etwas, den tempel des Apol- linis CiUäibetreffend, auß ihm erzeyier. n-F---1.4. ü- Kuh 6 r«c. ?. Daltwyl/ ein dorffunweit von derEydgnoßischen stadtBaden, welches wegen der an. r; 51 zivischen dem OesterreichischenObristen von Ellerbach und denen Zürichern, alldort fürgegangenen schlacht bckant worden,worinnen dieOesterreicher den knröem gezogen und bey die 600 man aufdem platz verlotzremWorbey dieZuricher diesen list gebraucht, daß sie die erbeutete mutter-pferdt gegen die Österreichische rentherey antreiben lassen, wordurch diese in Cvnfnsion und endlich auf die flucht gebracht worden. Die Züricher haben 4-> inann verlohren. Deßwegen dann zuZürich eine jährliche öffentliche proceffion (deren auß jedem Haus eine manns-person hat heywohnm müssen) naher Einsidten auf den pfingst-montag angestellt, und gehalten worden ist, biß an. 152z da bey abgcschäMn Römjsch-Ca- tholischen gebrauchen und Ceremonien/ auch diese proceffion abgegangen, zumahlen da darbcy viel unziemlichs und uuvrdeniichs für- gegangeu. Okron. !r1sc-, p. r.L,i iz;i. belv. x. sZ4. >ib 6. ^>. 17z. b. chr. üb. 8. c. 8.* Dagestan oder Dacheftan/ eine provintz in Asien, welche 40 Teutsche melken lang ist, und das Caspische meer gegen morgen, den berg Caueasum gegen abend, die Circaßiergegen Mitternacht, und Sclrwan, eine provintz vonPersicn, gegen mittag hat. Sie wird von Tartarn bewohnet, w/lche von den PessianernLesgi, von ihnen selbst aber die Dagestan/das ist,Berg-Taxtarn ( weil sie am gebürge wohnen, ) genannt werden. Der religion nach sind sie Mahometaner. Ihre ordentliche Verrichtung bestehet darinnen, daß sie fclaven machen , zu welchem ende sie einander ihre linder stehlen; darneben plündern sie die kauffieuthe, und führen stets krieg. Sie halten etwas Vieh, welches ihr gantzer reichthum ist. Im übrigen fürchten sie sich weder vor den Persianern noch Moscowitern, weil sie ihre zuflucht auf solche gebürge nehmen können, dahin wieder ihren willen niemand gelangen kau. Sie haben unterschiedene Herren, worunter einer der vornehmste oder das Haupt ist. Im übrigen haben sie kleine städtgcn, worunter Taren die ansehnlichste ist. Sie ligt an der ste, auf einem herge zwischen scharffen felsen, woranß unterschiedliche brmmen entspringen, und bestehet, wie Oleqrius berichtet, auß 1000 häustrU. 0/e/r,'.reiiL-üclciir. Dagho / Dogden/ eine der Cron Schweben gehörige insul auf der Ost-fee, nicht weit von den Liefländifthen küsten, wird von der insul Oestl durch einen schmähten canal abgeändert. Das tbrc Daggerort ist darauf erbauet. Dagobertus I > Clotarii II undHaldetrudä seiner ersten gemahlt» söhn, König in Franckreich. Bey seines vaters lebzeiten wurde er an. 622Konigin Äustrasien, (s. Clotarius II) undjuccedierte nach des vaters tode an. 628 in den andern reichen, mit außschliessuna sei- II theil« A 2 ms 4 dag nes stieffbruders Chariberti, dem er doch endlich ein stück von Agui- tanien abtrat, aber nach dessen bald darauferfolgtem tobe wieder erbte. ( s. Charibertus) Als die Wenden an. 6; i und in Thüringen emfielen, gieng er ihnen entgegen, ward aber geschlagen, weil die Austrasier nicht recht fochten. (»Nach diesem stuhnd erSisnan- do bey, als solcher den West-Gothischen Konig in Spanien, Smn- tilam, dethronifirte. O) Als die Wenden hierauf unter ihrem Könige Samo wiederum einfielen, die Austrafier aber, weil sie ihren eigenen König begehrten, nicht zu selbe gehen wolten, ließ Dagober- tus seinen z jährigen söhn Sigcbertum zum Könige von Anstra- sien machen, und gab ihm so viel bediente zu , als zu (einem staate und zu seiner anferziehnng vonnöthen waren, woraufdie Austräger den Wenden, so lange Sigebertus lebte, tapfern widerstand thaten. (c) Ferner brachte Dagobertus die aufrührischen Britanniec uiid Gasconier zum gehorsam, und nachdem er in Franckreich wiederum fride gemacht, starb er den i9ian.an.ü;8,und ward zu§c- Denis begraben,» welche abtcy er daselbst an. 6;o gestiftet, und mit reichen einkommen versehen hatte; wobey jedoch zu tadlcn, deß er dazu vieler anderer Kirchen zierath weggenommen und angewandt. Seine erste gemahlin Gomatrudlicß er von steh scheiden, weil sie unfruchtbar war, und heyrahtete ein sehr schönes Sächsisches fraulein, Nanthild, welche er, wie etliche berichten, außeinem kloster soll genommen haben. Andere hingegen sagen, daß man das Wort monallerio vor minillci-io gelesen, weil sie eine von seinen bedienten gewestn wäre. » Jedoch ließ er sich in wenig inonateu gleichfahls von ihr scheiden, und Heyrathete an. 6zo ein ander ade- licheö Sächsisches fraulein, namens Ragnetrud, welche des Königs Sigeberti mutier worden. Weil ihm aber an. 6)4 seine gemahlm Nanthild einen söhn Clodoveum gcbohreN, so innß Ragnetrud entweder bald gestorben oder ebcnfals von ihm geschieden seyn, und er mit der vorigen gemahlin sich wiederum versöhnet haben. Dago- bertns soll auch viele concubincn, als Wolfgonde und Dortilde oder Bertilde, die alle den uamen der Königinnen geführt, ingleichen unterschiedene töchtern gehabt haben.Dem Volck solle dieser Konig gut recht gehalten hab n, und deßwegen von (ewigem sehr geliebt worden seyn. <» c. 68. (b) 7 . 7 . c. 7;. (c) 7 ^. c. 74 7 t- 76. (tz) tzcsnnis Osgobcrti. 1. col. z>8. ^^rLriricsl, 77 . p. 8)4 atz so 647. n. r. (e) r. 1. cc,'. ;o'. * Dagobertus II, der jüngere zugcnannt, Childeberti des gerechten söhn, ward an. 711 König in Franckreich. Erharre zwar den nainen, aber nicht die autoritäk und gcwait eines Königs, deren sich die so genanten tzomn? oder Hofnreistcr anmaßten. Pi- Viiius Crassus, welcher in diesenr amtc 27 (ahr Franckreich regieret hatte, starb an. 714, welchem sein enckel Thcobaldus unterdcrvor- mundschafft seiner groß-miitter Plcctrudis, und nach diesenr Rain- fried in solcher cksrge succedirtcn. (s. Plectruda. ) Dagobertus starb den 19. jan. 716. 1 4-c. 4?. ;o.T'«,«-,. spp. c. iii. 07 eL-^liistor. tzc krsncc- DEe/M. i. col.)48. Dagobertus warSigcbcrti III Königs in Australien söhn /welcher ihn z oder 4 iahr alt hinter sich ließ, unter des Hofmeisters Gri- moaldi Vormundschaft. Dieser aber schickte ihn durch Didonem, Bischof von Poitiers, in Jrrland,und setzte seinen eigenen söhn Childebertum an desselben statt aufden throri. (f. Krimoaldus )Jn seinem exiilo gerieth er in bekandtschafft mit S. Wilfrido, der ihin wieder nach Franckreich verhalff, (allwo ihn Childericus I l freundlich emvficnq, und ihin ein stück landes in dein Elsaß übergab, worzu er nachmals noch Austrasicn bekommen. Nach einer rcgie- rnng von 7 oder 8 jähren, ward er an. 6 79 von der faction des ehemaligen Grimoaldi meuchclinördcrischer rveise ermordet. Hcnschenius in der vorrede über das z te voium. der leben der Heiligen im monat mertz, schreibet dem Dagoberts; söhne und 4 töchter zu, welches aber mehrern beweiß brauchet. 1. V>r«8. <8c in vit. §. Vllbritzi 2p. )ob. ^>2bill. vol. 4. 58 . benetz. öc tzc gcüis Iraiic.koin. 1. 77 e»»-»E tzc cribur veZobcrr. bild. tze krsnre D. i.cc>I.zr6.z;;.zz9. Dagon/ war der Philister Abgott, welcher oberwärts eine menschliche gestalt hatte, unterwärts aber, von dem bauche an, ausgenommen die deine, wie ein sisth außsahe, lind schuppen hatte nebst einem langen schwantze, den er auf der erden schleppte. Das Wort bedeutet im Hebräischen so viel als einen fisch. Vermuthlich mag es eben derjenige götze gewesen (cyn, welcher von den andern Heiden Neptnnus oder Triton genennct worden, von dem es heißt: kronsbomincm pr.rU>rr, in pilccm tzcsinitMvus. «tzip. /kMpt. tom. 8.tzc tzüs Z^riz. 7 . Oannc?» Dagöberg / eine Grafschafst nebst einer kleinen stadt, und einem schlösse auf einem hohen festen , im Nicder-Elsaß im Brciß- Thal gelegen.Sie stost an die Herrschafft Ochsenstcin,a>i das Biß- thum Straßburg und die Grafschaft Lützelstein, lind ist eine der altestenGrafschafften imEliaß. Ihre ersten bcsiizer/dieGrafen gleichen namens, stamten mit denen Lothringern, Egißhcimcrn und Habspurgern vonHugone i. her,welcher aiis Hertzögl. Elsaßstcben stainme von Attico entsprossen. Ob aber die Lichtenbcrger von den Dagsbergcrn herkommen, oder diese von jenen in einem besondern äst abgegangen, lasset man dahin gestehet seyn. Einige wollen solches aus der gleichheit des nahmens und Wappens mutbmassen, indem sie die Dagsberger vom tage,die andern aber vom lichte bcncnet zu styn vorgeben. Indessen ist gewiß,daß die Dagsberger in ,ebr alten uhrkunden derUranckischenKonige vorkominenmnd (bnst anfallen alten turmeren anzutrcffcn.So war auch dcrPabst Leo ix aus dieser familie,welcher zuvor das Bißthnm Straßburg unter dein nah- mcnBrunoHcziloverwaltet.Dcrlctztescincs geschlcchts war Cuno, dessen tochter GrafFriedrich m von Leiningcn zumgcmahl gehabt, dah dar und ihrem söhn GottfriedbieGrafschafft Daqsberg verlassen, von welcher zert an fM beständig bey Leiningen verblieben. -"SÄ 7 -. I. p, 619. gtz LIf. clir, p. 1067. xrotzr. icr. p. r?r. 77 e,L°Z Ltt. ckron. l. s. x. rc>6. Dahme / oder Tham/ eine kleine stadt, nebst einem schloß und amte,zwischen der Nieder-Laußnitz uiid denrSächsis. Churkreyse ,an dem fluß Goila,z mcilen von Jütcrbock, gelegen.Sie soll von dem a- delichen geschlechte derer von der Dahme/ welches noch jctzo in der Lausnitz floriret, erbauet worden seyn,wie denschonin dem 12 seculo s brüder j Heinrich und Reinhard,den namen von und zu der Dahme geführet. Es ist eines von den sso genanten erimirten Magdeburgs fchcn ämtcrn, die von dem Ertzstifft durch den Pragcrischen frieden an. 16;; anChurfürstJoh.Gevigiumi zuSachsengekommen,der sie seinem andern sohn,HertzogAugusto, /ctzmwiürskorl zu Magdeburg, im testament nebst andern örtern mgetheilet hat.Augusti andre gemahlin, JohannaWalpurgis, hat allhier ihren wittwensitz gehabt, und ist daselbst an. 1687 gestorben.An.i7i9.resrdierteal(daAemilia Agnes, eine wittwe Hertzog Friederichs von Wcissenfelß. Dahm/ Dham(von der) ein uraltes adeliches geschlecht in derNieder-Laußnitz,welches noch heut zu tage dasclbsten in demLuck- Hauischen kreise das ritteraut Zierckhe besitzet. Sein Ursprung wird hergeleitet von denen ehemahligen Herren von und zu derDha- me/ welche das städtlein und nunmahlige amt Dham oder Dalj- me / ( so ungefehr; stund von Zierckhe liget und nun zum Fürsten- thum Qucrftmh gehöret) vormahls bewohnt haben. Von diesen Herren sind noch verschiedene brieffschastten vorhanden, unter andern: ein lehcnkrieff tzc an. i zoo darinn MarckgraffDietrich von Meissen denen von derDahme das dorffWillickbau verliehen. Heinrich und Reinhardt lebten an. M44 Wilhelm, an 1402. Auß der Sorauischen Knie, wäre Georgius indem 16seculoHauptmann. Joachim hatte an. 1; 5; folgendes Unglück,daß als er mir dem Cantz- ler Sigmund vonUnruhe auf einem gastgcbotte zuSorau wäre,und von demAmts-Schösser allda angegrissen und aufden kopffgehauen worden, er seines dieners degen ergriffen und den fchösscr damit lov gestochen, worüber seine hochschwangere stau dergestalten erschrocken, daß sie alsofort gestorben. Er mußte des entleibten hinderlaffe- ncn 4°o thalcr abtrag bezahlen,und wurde darauf an. 1 zzs. landes- Hauptmann zu Sorau undForst.HeinrichStallmcister beymFrey- Hcrrcn von Promnitz, ist an. »0 zu Zschacksdorst von denen erbitterten baurcn grausamlich ermordet worden. Lucas wäre an. 1664. Landes-Acltistcr des BrigischcnFürstenthums und Philipp Ludwig Hofmeister bey der verwitribtcn Pfaltzgräfin von Simmcrn. Siegfried zu Zierckc starke an. 16-14. als Chur-Sächsischer lands-haupc- mann und obcramts-verweser des Marggrafrbums Niedcr-Lauß- nitz, hindcrlasscndc einen (ohn Sigmund Seystied, lands-ältisten des Luckhallischen crcyses und Furstl. McrscburgischcnConsistorial- Rabr zu Lubben, dessen söhn Chur(achsischerQbrist-Leütenant, den stammen fortgcpflaNtzet hat. 7 ,r-c-u Ickteti ckron. 9.179z. 474^««, Lo- rsuiNK. cliro». 9. 40. Lc 181.* Daibertus oder Thcobcrtus / der erste von den Lateinern, welcher an. 1099 zu Jerusalem Patriarch war, nachdem Arnm- phus von bauen vertrieben worden. Als er aber mit Balduino dem Könige von Jerusalem, wegen der kirchen-rechte in einen streit gerathen,wurde er durch Arnulphi list wieder abgesetzet,kam so dan in Italien mit Boemundo,dem Printzen von Anfochten, welcher Con- stantiam, des Königs Philippi l >st Franckreich tochter, heyrathen wolle, und wurde hernach wiederum zurück» Verwaltung seines vorigen aiuts gesandt, starb aber unterweges in Sicilicn an. 1107. 7 » I. 8. 9 - n. 7 r-rxo„.an. cc 1095. 1098. 1104.6c nc,;. tzcc. Daibuth odcrDaiboth/ist ein götze bey denJaponeseru,dessen vornehinster tcmpel in der stadt Miaco zu finden. Dailloir/ ein gesthlcchtc in Franckreich , welches viel berühmte leute hervor gebracht hat.Johanntz-Daillon lebte an.1420, und hinterlicßAegidiun: tz- Daillon, Herrn von Lude -uMaine, welcher unter der regicrung Caroli vu ,n anscbcn war, und ein vatcr wurde Johannis u tz-Daillon, der ben den: Könige Lndovico x, in grossen gnaden stuhlst,ben welchem er Canmier-Herr war, und von ihm zum Cavitain der Pforte, und der ccnr tzomm-z tz'^^msr, zum Gouverneur vonAlen-zon, Pcrche nnd Dauphine wie auch der stadt Arras und der Grafschaft Artois, über dieses zum General Lieutenant der armem in Picardie. und vorher in Ronssillon gemacht wurde,«, welcher letztem landschaffterPervignan an. 14-, erobert. Er starb an. »o zuRoussNion iiiDauvbine, und hatte r stb- nc und z töchter. unter denen sonderlich Louise eine gemahlin An- drcä tz-Vivonnc,Herrn vonCbataignerane, von Aniou, :c. in den memoiren ihres cnckcls, des Herrn von Brantome > berühmt ist.Die söhne waren Jacobus welcher sueeediertc, undFran- riscustzeDaillon,Hcrr tz-la Crotte, Capitain über zo steerreuter, der sich in den schlachten bcyS.Aubin tzuCormicr,Fornoue undRa- venna signaliret, an welchem letztem orte cran. 1 c 12 geblieben; er ist gleich wie Bavard, Lkevalici szn; pcur Lc Urns reprocbe gcncn- nct worden. Jacobus tzc Daillon , Herr von Lude, re. Rath und Cammer-Herr derKönigenLudovici xu und Franeifti 1, war cli.ii vonAniou nndOouveriieur, vonFuentaravia.Er ließ seine kluq- heit und tavffcrkeit bey allen aelcgenhciten spüren, und dcfendirte an. i-!22 Fucntarabia, welches fast ein iahr lang von den Sva- nicrn belagert wurde. Desgleichen beschützte er auch das schloß zu Brescia inJtalicn.Er starb an. i-iz2. SemsohnJohannes m von Daillon, erster Graf von Lude,Baron von Jttiers, r c. wurde --- necbLi von Aniou, Rath und Cammer-Herr des Königs, Ritter des Königl. ordcns, Souverneur von Poitou, !- Rochelle, dem ländqcn Äüttls, Cenersl-7.ieucenanc von Guienne , rc. Er starb zu Bourdeaux den 21 aug. an. 1; 57.Unter seinentinvem sind zumer- cken Guido, sein Nachfolger; Renatus / BischvffvönBayenr,c:o«- mLnöour der Königlichen ordm , so an. 1601 gestorben ;Francrsi cus, Herr von Brianzon, der an. 1569 in der belagerung Pomers gebliebemGuido vonDaillon, GrasvonLude,rc.Ritter der König» lichen orden, Louvernear in Poitou , 8enccksl von Anjou, rc. legte viele proben seiner tapfserkeit ab , in Vertheidigung der stadt Metz, in der Macht bey Renti , bey eroberung Calais, Guines, Marans, Bronage, und bey belagerung Poitiörs / welches er an. i;6y von dem 22. jul. bis 7.7ber Wider dieHugenotten beschützet. Er starb zu Brian-on den n jul. an. 158;. Sein söhn Franciscus «le Daillon,Grafvon Lude, rc. s-nerbsi von Anjou, dieme den Königen Henrico iu, 1 v und Ludovico xm > wurde Hofmeister bey Gastoue von Franckreich, Hertzoge von Orlcans, und starb. an. 1619. Unter seinen söhnen und'zu mercken Caspar, Bischvff von Aldi, Lnwwgncieur der Königlichen orden, so an. 1676 gestorben; und Thimoleon von Daillon, rc. welcher, als der älteste succedi- rer, und Henricum von Daillon, Hertzog von Lude, rc. Ritter der Königlichen orden, Groß-Meister der artillerie von Franckreich, Schioß-Hauptmann von 5. Qermsin cn Usve und Versailles, hinterlassen. Er war vorher Ober-Cammer-Herr beydem Könige, welcher ihn an. 167; zum Hertzoge und ?-ir machte. Erstarb zu Paris im arsenal an. 168;. 1. s. c. ,0 ---doiib.iss«sir» i.iz. lle urd. in voce I. scccl. llo Nillor graie. I.r. c.rr. * Dam/ ( Olivier!-:) des Königs in Franckreich Ludovici XI bürbierer, war von Thielt aus Flandern gebürtig, eines bauren söhn, der nicht weit von Gent wohnte, und K inM-, Teuffer / 0- der wie andre sagen,!«kcisuvsis, der öc-je / mit dem zunamen hieß, welchen der König nachmals an. 1474 in Dain verwandelte. Er kam bey gedachtein Könige wegen seines Verstandes und simer geschicklichrert in grosse gnade , wurde zu vornehmen chargenund gouvernementen befördert, unverlangte ein groß vermögen. Müdem tode des Hertzogs von Burgund Carolr Luäsc-s, da der König die Flandrische städte an sich zu bringen suchte, ward er von demselben, weil er der spräche und des landes kundig, nach Gent geschickt, um eine parthey daselbst zu machen, und bey der Prmces- sin Maria, die die eintzige tochter und «bin Caroli war, geherure audientz zu nehmen. Er hielte zu Gent einen zimlichen prächtigen einzug, gab sich den titul eines Grafen von Mculan, well ihm der König die Capitainerie von Meulan , y meilcn von Paris ge-chen- cket. Er bekam auch öffentlich audientz bey der Prinzen in, du geheime aber wolle die bürgerschafft nicht zulafien, daher er in der öffentlichen wenig redete. Weil idnenun die meisten leute kannten , und wnsten, daß er nur ein barbier unb banren-whn geioejen, ward er von der burgerschaffc und derPrinzessin selbst nur ausgelacht: er rächte sich aber bald,indem er durch hülste einer heimlichen Verständniß Tournay dcmKönig in die Hände spielte. So langeLudovreus xi lebte, blieb er bey ihm in gnaden ; allein zu anfange der regierung Caroli vni, nachdem die Reichs-ständc zu Tours eme ver,amlung gehalten , brachte es der General-Procnrator dahin , daß dieser Hochmülhige Minister an. 1484 gar aufgehenckt wurde. liiü. Null. Xi. ^Lr 7 . I-«/. UiU. llc-, i-rvor. 60- ,/>. ies preuves 6^ otzkervLt. luv les mem. lle ?lill. unA.k.ll.x>.;7o. * Data/ ein flußinWallis, der seinen Ursprung an dem fuß des Gemmi-Bergs eine gute meil hinder Leuckh hat, unb underhald diesem flecken m den Rhvdanlaufft. * Dalanguer / ein groß gebürge in Asien, s. Caucasus» Dalberg / sitze Lammerer. Duke / (Anton von) war den 8. nov. an. 16 z 8 gebvhren. Er bezeugte von rügend auf grosse bist zu den sprachen, ward aber vott seinen eltern genöthigt, sich der Handlung zu befleifstgen, doch griff er wider zu den ttullUs, da er schon ;o jähr alt war. Er legte sich aufdie medicin, in welcher er hernach vromovirteund practicirte, alich zuletzt Hospitat-Medicus zu Hartem ward, nachdem« eine zciklang unter den Menomsten war Prediger gewesen/welche bc- dienung «jedoch selbst niederlegte ,weil er sich nichkallzuwohl dazu schickte. Neben dam laß er fleißig die Griechischen und Lateinischen antiquitäten , wie man denn in seinen Missten große belesenhcit antrifft, und merckt ,daß er sich alles wohl zu nutze machen können. Doch tadelt man daran, daß er mwröentttch und nicht gut Latein geschrieben, welches wol der art, damit er seine Kiwis zu treiben genöthigt gewesen, beyzumessen ist. Diejenigen, so ihn gesehen, loben seinen Umgang, den er nut allerhand artigen Historien und mit feiner natürlichen frenhcit, damit er von allen fachen redete, angenehm zu machen wüste, wie er fleh denn öffentlich als einen feind alles aberglaubens und heucheley aufführte, welches ihm in unterschiedenen stählen soll geschadet haben. Er starb zuHarlem an einer dlosen Mattigkeit den 28. nov. 1708. Seine Missten sind a- Ors- culls > lle !llo!olscris , lls ^kikcs, llc rmriczuis marmoridus. klikoris Usprikmorum Ulcbi. L: Llirik, Oilll Uix>sr. LimclnimLrooe, 6cc. L«'- cdor/re "U XVI!. p. kcc^c>. Dalecarlia / ist eine grosse provintz inSchwedcn,welcheNord- wegen gegcn;abend und Mitternacht,Hclsingen gegen morgen, nud Wermeland,eineGothläMM p:ovmtz,gegen mittag hat.Es ist ein sehr bergichtes land,welches nichs als kleine dörffcr in sich,aber viele cifen-gruben lind kupffer-bergwerck hat,daher auch die bergleutc in Schweden Daiekeeiü gcrienm werden. Der flusDalecarle, worvvn und gute Mdaten sind,wickelte Gustav,ein Schwedischer vom adch beffeii vater EncusWasa von Grypsholm oderLinbholm im Stockholmischen blnt-bad war enthauptet worden , wider den König in Dänemarck,Christiernum >>. aus,um die vorige freyheit wiederum zu erhalten. Nachdem sie nun die Dänen fast aus gantz Schweden vertrieben hatten, wurde gedachter Herr von den Reichs-ständen zum König erwählet, und legte den gründ zu der heutigen Schwe- disthen Monarchie. X-rLe? as tcri'^>t. 8uec. Dalechamp / (Jacobus) ein wwicu?, war ein Edelmann von Caen aus d«Normandie,und practicierte zu Lyon von a.i;;L bis i;8? oder 88 ,da erstarb. Er war in ill-ris c!e§sntt»ri!)us wohl «fahren, wie seine werck'e zur gnüge zeugen. Er sthrieb stikoire gencrille llc; plsme- in 18 HÜch«N; 6s pelle libr. lclioüs in ?sull -k.ginckT >ibr. 7. Ek gab Mich Nlliiii kikori'sm Xisrurslem mit NvteN heraus,und übersetzte i; bücher des Athenät aus dem Griechischen ins Lateinische- L: I/er-üe»' kibl. krsnc. 2,-!» c!e 8cripc. melllc. ^ Dalem/Gravendalen/ eine kleine stadt in dem Hertzogthum Limbnrg, an dem flusse Bervin, 2 meilcn von Lüttich gelegen. Sie führt den titul einer Grafschafft, und gehört den Holländern. An. 1578 und i;8; ist sie von den Spaniern, und an. 1672 von den Frantzostn erobert worden,welche letstern ihre bevestigungs-werckr lliedergerissen. Xer/c» Mopo-zispn. 6srm. inter. Daleschitz / vor zelten ein Kloster der Cistercienstr-jungfraucn inrMarggraflhmnMähren,welches derTaboriten fuhrcrProcopiuS an. 1429 verwüstet hat. Dalia/ eine Schrvedische provintz in West-Gothland zwischen der see Wen« und dem aouveroemenr Bahus. Die Haupt-stadt darinnen ist Dalebourg, die andern flecken sindHolm,Brette,Killen,rc. llclcr. Luccw. Dalläus / (Johannes) oder Daille / war zu Chatellerant den 6 jan. an. 1:94 gebvhren. Sein vater wäre uec-vs», a« c-onllsnscions zu Poictiers und wölke anfangs nicht, daß « studircn solte. Weil er aber eine sonderbare nergung darzu be- zeuatc, schickte er ihn im n jähre seines alters nach s. Mairent rnPoitou; woraufer seine Kull.s zuPoitrers,Chatellerant nndSau» mur fortsetzte, von dem letzten orte aber im oct. an. 1612 zu dem beruffen wurde. Nachdem« nun7iahr denselben vorgestanden, trat er mit ihnen an. 1619 eine reise nach Italien an, hatte aber das Unglück, daß der eine zu Mantua kranck wurde, und darauf zu Padua mit tode abgieng, wohin er ihn, weil die Protestirenden da- A; selbst 6 düll flelhst etwas mehr freyheit haben,bringen lassen» Er hatte bey dieste begebenheit wegen der Inquisition viel Verdruß z doch brachte er es endlich du:ch beystandPanliSarpie,a>l welchen ihnMornaus recom- mendiert hatte, dahin, daß die leiche nach Franckreich durffte abgeführt werden. Hieraufgieng er nebst seinem untergebenen nach der Schweitz, Tcutfchland, Niedcrland, Holl-undEngeUand,und gclan- getean. 1621 wieder inFranckreich an.An. 1621 bekam er deyMor« näo das amt eines Predigers, aber nur auf eine kurtze zeit, indem dieser noch in eben dem jähre im ybr. starb. Im folgenden jähr brach- teek dle mein iresi)esLiuPIEöÄ!l>M(ly/ emev von jÄnen qucn.clcLignesigeschriben hatte,in ordnnng,woran fman ihn an. 162 5 nachSaumur,und im folgenden jähre nachParis zumpredig-amtzu Charenton berief, da er den in solches ansehen kam, daß er aufdem letzten nLlionL>-hnoUo derResormirtcn in Franckreich, welcher an» 1659 zu Loudungehalten wurde, präsidierte. Doch wurde er in allerhand verdrnßliche strcitigkciten verwickelt, worzu die damalige coml-ovei-? der Reforinirten , 6e zr-uis uiiivertsii, mit gelegeuhm gab; den er nahm Amyraldi parthcy an, und schrieb widerSpan- hemium einen tractat, unter dem tituiwpoiogis 6cs 6'nlcn- L 6c cv-renron. Hierdurch wurde dieser streit gleictMM aufs neue entzündet, und wolle sich Dalläns damit entschuldigen, daß drescr tractat wider ftin wissen gedruckt wäre. Da aber auch Mare- sms sich in diese jacy mcngetc, bekam dcrstlbige eine gar harte antwort,welcher er mit nicht weniger hesttigkeit begegnete; doch wurde dieser streit gar bald zwischen beiden beygelegt. Er starb zu Paris den 15 apr. an.iü-o. Unter semen schrissten ist die vornehmste der tractat 6e uiu p-rrum, wider welchen einSngeUandev/^^iKa-uszcci- vencrius. Lpologismprc» Z.ccclciiL prkcikus, heraus gegeben» FtMer hat man von ihm tibros VII. 6 c p«ms L: llici-LcHonibus Innnsni;; 6 c lcriprir, Iut> Uion^kü NrcopsgikL, Lc Ignrrii Nmioclicni nomi- nivus circumtcruncur; 6 c jcjuniis pc ^us 6 , 2 Aci>ni 3 ; 6 c culm reliZivto; 6c 66ei ex kcripcuris 6cmonIir2rionLcai>r,ai^c>virios; 6 eron 6 knicrione extreme unAjone ; cje tLerLmenkLÜ jrve aunculärt ^scinvrurn con- felüonc ; cie imLZl'nilrus ; e6icnr> gebürtig aus Griechenland. Manweifinichl/wennergelebct. Er hat verschiedene wercke geschrieben, die zum öfftcrn vorn Plinio angezuhrei werben, >. 6. c. zc>. I. xs.c. ri. rr. iz- üc r/. s'o/ier- 6e Uiü. Lr«:c. I. z. p. z;o. Dallwig/ eine adeliche und freyherrliche familie in Hessen, von welcher Lhcodorieus an.izri und Rcinerusan. 1565 als Achte zu Cordey verstorben. Reinhard war zu Kayscrs vigismundi zeiren ein berühmterkricges-Hcld. In dem ;o jährigen kriege thaten sich Curt und Johann Wilhelm, als Heßischc Obrisren, hervor. An. 1S77 bekleidete !^. die stelle eines General Majors unter den Hessischen trouppen, und a. 171z wohnte ko, den friedens-tractaten zu Utrecht als Heßischer Abgesandter , bey. In der Laußnitz floriret auch ein adelich geschlecht von Dalwiy/von welchem an. 1710 Johann Siegmund ,Landcs-älkestcr in dem Gnbcnischcn kreis , und Johann Casimir Königl. Poln. und Chur-Lächsischer Cam- mer-herr gewesen. n6clst,. ?. 11. 6.8. ?. u, 9>«- icii vvc6. liricAzxcpchiciite, il. 6c rcbu; gell. kr>6. Will,. Dallwitz / (von) eines der ältesten imd ansehnlichsten adelichen Häusern in nider-Sachscn, allnw es beut zn tage die Rittcr-Güttec Brauna, Oistg, Rcschcn, Dollzig,Reichcrsdorff,Kahse,Kohle,Bandach, Klein-drcntzig, StarschcdehVettcrsfcld, und Ranbart besitzet. Es mag auß der Mittelmarck dahin gekommen seyn, Massen ein rit- tersitz Dallwitz daselbst ligct. Den ersten Ursprung aber hat es in Schlesien, von bannen es mit Gniepvß von Dallwitz in Pohlen gekommen , derselbe ward untcr-cammcrer von Cracau, und crzehlct Dualossus von ihm, daß er an. 1585. Ertz-Hertzog Wilhelm von Oesterreich, welchem der verstorbene KönigLudwig seine printzemn Hedwig ehelich versprochen hatte, nickt nur in Poblen gelockct, sondern ihn auch selbst dahin begleitet und gemeldtcrErtz-Hcrtzog durch ihn so wohl zur hcyrath als zurPollmschcn cronc zu gelangen sich getrauet, weswegen er alle seine mitgebrachten schätze und kleinodicn ihmc in Verwahrung gegeben. Als er aber sich in seiner Hoffnung betrogen gesunden,habe der vonDallwitz ihme nichts wiedergegeben, sondern alles für sich behalten und daraus ansehnliche güttcrgekauf- fet. Als auch nach der Hand gedachte Prinzessin, mit llludislao. v Jagellonc vermählet worden, habe der vonDallwitz an. i; 89 dieKö- nigin bey dem König in den verdacht gesetzct, als hätte sie vormahls mit demErtz-Hertzogen zu vertraulich umgegangen,dicKönigin aber hatte ihre Unschuld mit einem end bezeüget- daranff habe der anklä- ger, nach damahliger gewohnheit, unter die banck kriechen, der Kö- nigtn einen wiederruff thun, und als ein Hunde bellen müssen. Es ist aber dieie Pohlnischelinie abgestorben.Hentzu tage undcrbaltcn das geschlecht Johann Casimir, Königl.Pohluischcr ündChursachsischer Cammcrherr und Johann Fridrich, landes-ältcstcr im Gnbcnischen kreise und^ucNor des landsgcrichts in der Nieder-Laußnii;. e^uir. .. Dalmatien / eine vrovintz und Königreich in Europa, ist ein theil von dem alten Jllyrien, so an dem VcnctianWcn mccr-bn- sen liget, und solchen namcn von der Haupt-stadt Delminio her hat. Vor zelten war ue sehr groß, anietzo aber ist sie ziemlich in die enge gebracht. Sie hat von Macedonicn her bis an Jstria 90 teutsche mcilen, m die breite aber mir 20. Jstrim hat sie gegen abend, da! Croatien gegen Mitternacht, Albanien gegen morgen , und dexz Oolko 61 Veneris. gegen mittag. Vor alten zeiten wurde sie m zwey theile abgesondert, worvon das theil so an GriechemaM grantzctc, Dalmatien , das andere aber so an Jstriam grantzet«, Liburnia genennt worden, wormnen die Japydcs gewöhn: yas hen. Liburnia ist von den Römern noch vor dem andern Panischen Krieg erobert worden ; Dalmatien aber hat der K«Y- ser Augustus bezwungen. Denen Römern haben es die Gothm abgetrnngen/und nach deren außzughaben die Sclaven sich Mdq gefetzet,und das Sclavonische Königreich aufgerichtet, welches gedauret bis an.i^go da der leiste KömgZolomirus (der desLadiss laiSsnÄi Königs in Ungarnfthwesterzur gcmahlin gehabt)seiner gemahlin und ihrem bruder alles vermacht hat, wodurch dannDall, matten, nebst Croatien und Dclavonien mit Ungarn verknüpfet worden. Das land wird heut zu tage getheilet in drey hauptPrs« vintzen. (i)Banadego, darinnen Zara, Nona s-c. (2) Morlachia, darinnen Zeng, Clim, SaionaLc. (ss Ercegovina, darinnen Na« renLN, Spalatro, ClissaLc.Dem.König in Ungarn gehören Zeng, St» Veit, am Flaum odcvFiume,Modrus, Avendo, Ortopola, das Schloß Feiissa. Die Türcken haben innen, Arcegovina, (allwo der Bassa wohnet) Dulcigno,Scardona,öcc. Der Republic Venedig ge« hören, Zara, oder Jadcra die Hauptstadt in gantz Dalmatim, die vcsiung Clim Erebenico, Spalatro, Clissa,Catraro,Naren;a,L>cuta- ri, Nona Lc. die Republic Ragusa besitzet auch einen strich davon nebst etlichen Jnsulen. Dieflüue im lande sind, befandengrantzen Jstricns fiiessende Arsia,dieUna, die Ce!ina,die E-alona, die Na« renta, der nach Macedonicn ffiessende Drilo,derNavo,Norin, Fiu- me s-c.Das land ligt über die Massen lustig, und ist reich an körn und wein, ausgenommen was gegen Croatien ligt, das ist zimlich rauch und mager. Die schaaffe werssen in Dalmatien zweymahl im jähr. Die einwohner reden iLtlavonifch, und sind der Catholischen religion zugethan. Sie haben ein kriegerisch gemüthe, führen sich aber lächerlich bey ihren angestellten ergötzlichkeiten auf. Der Pabst Gregorms vn machte auf einem zu Salone durch zwey seiner Legaten an. 1076 gehaltenen ceonciiis diese provin.tz zu einem Königreiche , und delehnete deroselbm Hcrtzog Deme'trium mit dem schwerdte,zepter und cronc. An. 1199 wurde von Jnnocentn cc: Legaten allyicr ein Concilium gehalten, wovon 12 Capital vorhanden. Der Käystr Diocletianus - welcher die Christen so hejstig vcr- folgere, war aus dieser landschafft gebürtig, wohin er sich auch begab , nachdem er die regierung niedergeleget hatte. Desgleichen war auch Hicrouyinus allhier gebohren-Ju diesem lande lieget die Republic Ragusa. Die anvcru vornehmen städte sind Zara, der sitz des Ertz-bischoffthums von Dalmatien, Scbenico,Spalatro, Clissa, Scardone, Anlivari, Dulcigno, Lc. 1.7. l- r. c. 17. Cr'iIo,. ^ 9 /. I. 2. cp. 41. 6crcgno DLlmsc.I>^/c^or6eicr. vLlmsr. 6ec /. L. L. StLsrstzskciir. ?, i. irp. Dalmatin/(Georg) ein Lutherischer Prediger in Qber-Crain, hat die Teutsche bibcl Lutheri in die Windische oder Crainerische spräche übersetzet. Dieft Übersetzung wollen dieLandstände inCrain an. 1580 zu Laybach drucken lassen ,weil es aber der Ertz-Lcr, tzog zu Oesterreich Carolus untersagte, so schickten sie Dälmari- num nebst dem schul-Rcctor zu Laybach, Adam Boboritsch , an. 158z den zoapr. nach Wittenberg , welche sie daselbst zum druck beförderten, und damit dem. jan. an. 15 84 fertig wurden. Nach diesem berief ihn Christophorus,Freyherr von Aurjpcrg zum Pfarrer nach S. Gazian,undda ihn die Catholischen, welche ihn schimpffs-weiseJure Kobilanennetcn,vondannenvenricben, behielt er ihn in eurer gewölbten kammer unter der erde bey sich. ^ v«/o„Osin l- 6. P Z48 Ic^. Dalmatius oder besser nach denen alten müntzen Delmatius CoiistantiniM bruders sohn,würdevon disem seinem Onclehcrfür- gczogcn und einiger Massen des Reichs theilhafftig gemachct, inde- me er ihmediewürde r^obiiitlimus und Cäsar beylegte, welche das recht gäbe , ein purpur-farbes kleid mit einem von goldgestickten säum zu tragen; wie wir dann mehrere müntzen von ihme haben, darin,, er Fl.Dclmatius Nob. Schar gencnnct wird, und einen lor- becrkrantz , auch wohl ein Diadema oder weisse Königl. binde um das hauptPat. Als ein gewisser Caloccrus in der insul Cypro sich gegen Sonst. ^1. cmpörcte, ward dem Dcimatio der krieg wider rhne zu führen aufgetragen, dene er auch mit dessen underdruckung glücklich endete, und darauffdie gräntzen gegen die Gothen mit einem zimlichen kricgsvolck zu verwahren bekam, hiemit in Thracien Macedonien und Ackaia nnder seinem Onci-Const. den höchsten gemalt hatte. Allein nach dieses Sonst. Tode mochte ibme sein Vetter Constantius der andere söhn Sonst. dieses glück und rühm nicht gönnen, und vcranlasscte ums jabr C. ;:8.daß Delmatius in einer zu dem ende angestellten «uffruhr der Soldaten „ingcbracht wurde.DiestsunglücklichenPrintzen vatter hatte auch dcn namcn Delmatii mit dem zunamen Hanuibaliani getragen, a- bcr es nicht so weit gebracht, als seine 2 söhne, die er von seinen bcnden namen,den einen Delmatium, den andcrenHannibalianum nennen lassen, indeme er für seine Persohn nur Cen/or gewesen , und von seinem bruder Sonst. in einigen geschafften gebraucht worden, in ckr. 2c>ÜM, i. r. I. lo. 0,0/1. 7. c. 28. epit cliron. . Dalmatius / ein Bischofs zu Cyzico, welcher die .-.s- des Ni- canischen Concüü beschrieb, unddem Concüio zu Epbeso mit beywohnte. Es war gleichfalls ein einsicdler-namens Dalmatius', welcher innerhalb 48 iabren auch bey den allerwichtiqstcn angele- genhcilen nicht aus seiner stelle gekommen war; aber doch endlich hervor trat, um sich den Nestorianern zu widersetzen, und sich der- stlbigen Verdammung auf dem Ephesinischen Con-iiio über Me rnasten wohl gefallen lies. n. c. Dali. i dam Dalrvitz / siheDallwig. Dam / eine stadt in vor-Pommern , ligt eine meile von Stettin , und ist bereits an. 1121 ein vester und volckreicher ort geweftn. Die hertzoge in Pvrnmern , Bogislaus II, und sein svhuBarmmus I > haben sie mit den jetzigen Mauren umgeben, und der letzte hat Mehrentheils daselbst Hofgehalten.Den langen dämm zwischen dieser stadt und Stettin hat Hertzog Otto an. 1299 anlegen lassen. In dem zojährigen kriege ist die stadt gantz öde worden, s-ript. Dam / oder Damme / ist der name (i) einer wohlbevestigtcn kleinen stadt in Flandern , zwischen Sluys und Brügge, an einem canal, worein sich der fluß Lieve ergießet; (2) eines örts, welcher ehemals eine feine stadt gewesen, nachmals aber ein offener flecken worden ist,in der provintz Groningen , in dem quartier von Five- linge, ungefehr eine meile von demtffn Delfziel; (;) emer kleinen stadt, nebst einem darzu gehörigen amt, rn der neuen Marck Brandenburg, etwa ? weilen von Landsberg westwärts gelegen. Deren 2 ersteren geschihet in denen Spannisch niederländischen kriegen viele Meldung. * Daman/ Damaon / eine stadt in Andren, in demKönigrei- che Guzuratei , arn fluß Daman , nicht weit von dem Zowo von' Cambaya, allwo sie einen sehr guten Hafen Hai. Sie wird in alt und neu-Daman eingetheilet, unter welchen das letztere befestiget ist. Die Portugiesen, denen beydes gehört, haben auf der einen feite des flussesdas wr: s. Hieronymi angelegt, und halten aufdiese stadt vielmcbr als anfalle übrige imOrienffDic cin- wohner werden für die besten soldaten in Jnoicn gehalten. Es liegen 400 weisse soldaten darinnen, und darn keiner von den schwachen hinein kommen. Es wachst! da viel Pfeffer, Cardamomen, und zimmetrinden. Deüo» ,ei äc^ u-ä. * Damaris/ eine stauens person zu Athen, welche durch die predigt des Apostels Pauli bekehret worden. Einige ?rrres haben davor gehalten, siesey an s. Dionysium verheyrcckhet worden, ^0^. l/. 0/ sä VtN'lff! term. clc tscerä. Damas / ein Griechischer historieus, hat das leben Eudemi von Rhodus geschrieben, der ein discipul des Aristotelis gewesen, und welchen Äulus Gellius Menodemum nennet. Man weiß nicht, zu weicher zeit er gelebet.^/«- c.;. äe bist Lr^c. 1.p-L- -'to. Damasa / eine von den Orcadischen infuln, welche taufend schritte in die länge hält,nachherbreire aber viel enger eingeschrän- ckct ist. Von ihren ergenschafftcn ist unter den Orcadischen infuln ein mehrers zu finden. Damascenus / s. Johannes und Nicolaus Damascenus. Damascius / warvon Damafto gebürtig, lebte im 6 feculoun- ter des Kaysers Justiniani regierung, und schrieb 4 bücher von aus- serordcntlichen und erstaunens-würo-aen dingen, deren innhaltuns Photius anzeiget. Einige halten ihn für den uk>l»grpkum aus Syrien , dessen Suidas gedenckct, daß er eine philosophische Historie geschrieben,worinnen die lebens-lauffe und meynungen der k-miolo- xfforum erzehletwerden-Suidas wffl,daß er derStoischm^ete zugethan gewesen, es ist ader dieser ort desSuidä ohne zweiffel ver- stümelt, und vor gesetzt worden,weil manausdes Damascii schrifften oder vielmehr genugsam sihet, daß er einecictUcus gewesen,wiesolches e-.Olcrr äc 9>nl^ eclLLt. säLtsui. c.erweiset, wo/säe biffor.Lr.I.r,csp.ijo. ffttä. in vo« Damascus / war vorzeiten die hauvt-stadt in Syrien,gleichwie ictzo in Phönieien, inmassen sie eine von den grosten, reichsten und prächtigstenstadten in gantz Orient ist. Die Türcken nennen sie Scham, und haben einenBassa darinnen,welcher mitten in der stadt auf dem Castel wohnet. Sie warvor zeiten die neunte unter dcmPatriarchcn vonAntwchia.DerApostelPaulus ist allhier bekehret worden, und als ihn darauf die Jüden verfvlgeten, liessen ihn die jünger in einem korbe über die stadl-mauren. Sie liget gleich auf dem halben Wege zwischen Jerusalem und Antiochia, und ist fud-wärts 240 Jtal. mcilen von Aleppo entfernet. Die Morgenländer, so wohl Christen als Türckcn, halten gemeiniglich dafür,Damascushabeseinennam-nvonDimschack,oder Damaschk Eliezer, dem knechte Abrahams, bekommen, und sey von Abraham erbaiiet worden. Andere aber machen sie noch älter, und führen ihren msprungvon Demsak, einem söhne Canaans,her,der ein en- ckel des Noä von seinenl sohneCham geiveftn. Sie hat viel Veränderungen erfahren müssen, da sie bald von diescni, bald von jenem erobert, ruiniret, und wieder neu aufgebauet worden: als zuerst von den Assyriern, Babyloniern, Persern, Macedoniern, Römern , Parthern, Saracenen, Tartarn , Egyptiern,undan. 1522 von den Türcken.Osman wurde von den Ianitscharen ins gefangniß gelegct/und aufstinesveiters Mustapha besehtstranguliret,weil er diese stadt zur käyserlichenresident; machen wollen. Sieligt anf einer sehr fruchtbaren ebene unten am bergeLibanon, und wird von Hügeln nmschlossen, ivelche einem triumphbogen ähnlich sehen. Der fluß, welcher von den alten Chrysorrhoas oder Gsldstrom qenennet wird, länsst vorbey, und theilet sich in verschiedene canäle. Desgleichen nrangelt es auch daselbst nicht anbrunquellen, welche die stadt über alle mästen lustig und anmuthig machen. So thun auch die daselbst herum ligende fruchtbare und lustige selber, die mit blu- men und allerhand fruchten bedecket find, viel zu ihrer annehmlich- keit, wie sie denn deswegen ein lusthaußrmd paradiß derweit ge- nennet wird. Die vortrefflichen weine, früchte, seide, wolle,pflaumen , rosinen, wohlriechende rosen-wasser, fchwerdter, und andere fachen, die inan an diesem orte findet, machen ihn durch die gantze weit berühmt. Die Häuser sind inwendig schöner als von aussen. In dam 7 dermitten der stadt ist ein fein callell, welches von einem Florentiner soll gebcmetseyn.Die Handlung blühet daselbft;die reich stcn kauff- lente aber sind die Juden, Diemeisten steten der Mvrgenländtschen Christen haben allhier ihre freye religions-übung , wie denn auch den Jesuiten , Barfüßern und Capucinem gewisse Häuser eingeräumt worden. spoll.c I.l snt, c. 6. 5. c. ,8. Ac./UffL«- güoß. eccI.Le/s».olrserv.I. r.c. 91 iccz. bibl. orienr. 9.282,191,77;. LeL»-. ingeogr. snriij.L: sni«nicsc. gco^r, Voysse äeN 7 ««»^e/.N Aucssäcc» Damasippus / oder wie ihn andere mit seinem gantzen namen nennen, L.JunmsDamasippus von einem gemeinen Römischen geschlecht, wäre einer der hitzigsten und schlimstcn anhängern des E. Marii,und nach, dessen töd dessen sohns auch C. Marisund Carbonis. Ander währender schlacht bey Sacriportus unweit der stadt Rom,durch weiche Sulla selbigem krieg ein ende machte, faltete dieser Damasippus, damalen m^ror, und in abwesenheit deren beyden BurgermcistcrnCarbonis undMarii der höchste Magistrat, den verzweifelten entschluß, die vornemste des Raths, als die es wenigst heimlich mit Sulla und dem Adel hielten, zu ermorden, wie dann Q. Mulms Scävola damahls oberster-Pnester ( i"-X')L.Domitins,C.Carbo,mit dem znnamenArvinü,desBurgcr- merstersbruder,aber denoch der gegenparthey zugethan,?- Antisti- us und andere mehr in<:uttLk4offiü3-und wie ausValerioMaximo zu schlieffen,übcr einem opfcr ihr leben lassen müsten; Carbonis leich- nam ließ er gar an einen galaen gehefftet zur schau herum tragen. Als Sulla gleich darauf Meister in Rom ward, kostete es auch die- senDamasippum sein leben und Name die so vcrschreite proftription oder achts-erklärung des Sullä bey ihme den ansang. n-beiff Oril. c. Zl, Lff. orsr. z. iu Lsc. c. 10. I. r. c. 16. Nr/e?. 1.9 c. r. Noch eines andern Damnstppl / welcher ein sonderbarer liebhaber der alten bilvern muß gewesen seyn, und. grosse geldsummen darauf verwendet haben, gefthihet auch Meldung von Tjo^cro 8LC. I. Leim. Eben von diesem wie es scheinet, redet Lpiff. aci 1.7 ep 2l. weilen da auch von künstlichen alten bildern die rede ist. Von eben dieses oder eines andern gleichen namens gärten redet ebenfahls cff. Lp, i >-. sä cp. -9. Sc und hatte einige geoancken selbige zu kauffen. Noch eines andern Da- masippi mit dein gantzen namen L. Licinii Damaflppi wird gedacht, als eines Römischen Rathsherrn von der Pompeta- nischen parkhey, welcher der schlacht, so wider Curionem in Asrica gewonnen worden, beygewohnt, hernach aber neben dem Skiprone , des Pompeji schwaher, eben auch in A- frica bey der stadt Hippo Regius unter des Cäsaris flotte verfallen, und da ums leben kommen, da hingegen Cäsar seinen kin- dernverschonet hat.L-effi^äL Ncil^ civ. I r. inffncL: »UÄ. äc Neff.Ntr. * Damastes/von Sigeo, ein Griechischer ifffforicus, ein söhn Diorippiunddiscipuldes Hclianici,lebte inder87»ssm? v zr2« Er schrieb verschiedene tractate, als von griechischeir geschichten, eine art einer gencalogie derjenigen, so sich bey der belagerung Troja befunden,einen csr-UoZumder städte undvölckcr,der Poeten und Sophisten , w. Dw»//. i. I. Sliriq. I ,4. !. 8 c.äe llill. Lr»k. l. I. c. r. LI. 4 - c. 8- äcäe lcienr. msrli. c. 6- §. z. Damasus I.ein Spanier, sirccediertedem PabsteLiberio.an z 66 ,daimmittelstUrsicinus, ein äiacvnu;, von einer andern par- they erwehlt, und in solcher Uneinigkeit i z 7 Personen an einem tage vor der Arche umgebracht wurden. Ammianus Marceüinns meldet , daß es sich der mühe wohl verlohnet habe / darüber zu streiten, w-il des Pabstes tisch nochweit mehr koste, als eines Königes ; wanneuhero auch der c-ouverneur zu Rom, Prätextarus, diesen Damasum zuverirennnd zusagenpflegte: mache mich nur zum pabst zu Rom / so will ich alsofort ein Christ werden. Er wurde von demKavser Valentiniano bestätiget, hingegen aber sein Widerpart ausderftadtverjaget.Hieraufbczüchtigte dessenparthey Damasum eines ehebruchs. Wein er wurde von einer Versammlung von 44 Bifchoffen für unschuldig erkannt. Er berieffum das jähr z69ein Concilium wider Äuxentium von Mcyland und die A- rianer; und noch ein anders an. ??; wider Apollinarem.Zu dresem bcrieffer dieMorgeniandischenBrschöffe, und tituiirte sie söhne; allein , da sie an ihn und die andern zu Rom verlammletm Bischöffe wiederum zurück schrieben, nenneten sie ihn und sie nicht anders als brüver und collegen. Darauf schickte er Zenobium ab, um das andere allgemeine ConstaMinopvlitanische ' oncüium wieder die Aria- ner zu halten. Man sagt, daß er in der Abendländischen Arche das psalm-singett eingeführet, wie auch , daß man nicht allein am Osterfeste , sondern auch an andern festen das Halleluia singen solle. 8. Hieronymus war einer von seinen geistlichen, und bezcugetvon ihm, daß er ein gutes naturell zu verfett gehabt. Er starb an. z 84 8. äelcripr.eccl. 27- sk. sn. Zsy aä Z84. ffoFr«- ä«iiiü.I>2r i.r. c. 8.bivl. ,?ontiff Qr'Ve Nr, y.129« Damasus II. Bischofs zu Aguileja , wurde von dem Käufer Henrico III nach Rom geschickt, um daselbst dieKäyserlichen rechte zur zeit, da sich Bmedictus lX auf den Apostolischen stuhl setzte, unaekränckt zu erhalten. Er wurde rechtmäßiger weise zum Pabst erwählet , und starb 2; tage hernach, da immittelst Benedictus bey seiner anmassung der Päpstlichen wurde verharrte. Le» off-. Dambea / eine stadt lind Königreich in Abyssnnen, allwo der groffeNcgutz residieret.Sie lieget an einersee gleiches namens, und rst mit bergen umgeben. Der Nil, welcher niwt weit von dar entspringet , länsst durch diesen fte, weicher 22 Teutsche mcilen lang, und 1? breit ist. Er hat 15 in,uln , unter welchen Del die grösteist. Aufden übrigen waren vor zecken Aöster. l. 9 nff. äe kttio« Dam- 8 dam Damgarten/ ein wichtiger paß undstadtinvsr-Pommeman dem flußRecknitz und den Mecklenburgischen gräntzen, erhielt an. i2.;8das stadt-recht, und brannte 1571 völlig ab. Im;c>fahrigen und folgenden kriegen hat sie viel gelitten, und ist 1715 mit dem gantzen lande in der Nordischen Alliirten Hände gekommen. §cripc. komcrLn. Damhou-er/sJodoeus) ein berühmter Rcchts-gelehrter, war zu Brügge an. gebohren , studirte zu Lösen, hernach zu Or- leans, woselbst er Onctor wurde, und nachdem er in sein Vaterland zurück gekommen, erhielt er die vornehmsten gerichts-bedienungen. Carolus v und dessen sohnPhilippus II gebrauchten ihn in cainmer- sachen Er starb imjan. an. 1581. Unter seinen schnffmi sind xis rcrum criminsliam; präxiz rerum civillum; psrLnescs ckriliiz- na,; Ücc.6chre^bibl ckronogr. >i> e!og. Lelg.üc cletcripc. lcc. Xk-^ 7 . vic. ILtor. bibl. Damia/warc der name einer heydnischen göttin,bey denen Rö- meren, welchesonstcn gemeiniglich ko„3 rrca, auch ^-rer xiarcr L»c»rum von denGricchenCybelc rc. gcnennet ward.Das opf- fer so ihrgeleistetward, wurde genennet, und die Pric- sterindiestr göttin vamiacr-x. Das opsterhielte maninprivat-häu- fcren, und zwar zuRom in dein Hause des oberstenPriestcrs: welcher gleichwohlen selbst nicht durffce dabey seyn, auch gar keine andere Mannspersonen; sonderen nur die Römische Matronen degicngen solches , und weilen dadurch sonderlich des Volcks glück und heyl solle beförderet werden, so wäre auch der abcrglauben desto grösser, ob müstc der ganzen Stadt das gröste unglück zugezogen werden , wo sich ein man dabey einfändc,(siehe u Clodius)Dername Damia kommt wahrscheinlich vom Gricchischcnxsi^-/, Dorisch Damos, so das Volck bedeutet, eben weilen es für das Volck gehalten wurde , um selbigen; der Göttin gnnst und fegen zu erwerben; wie dann die Römere die gantze Handlung hiessen w<> Mit dergleichen feycrung brachten sie 9 tage und nächte an einem heimlichen woklverschlonencn orte (>-, op^--o ,wic die Römer redeten);», waren dabcn prächtig bekleidet , tantzten, jungen und gebrauchten sich aller freyhcit, die ihnen nur beliebte. Diese Damia soll des Faulst eheweib, und darben so keusch gewesen seyn, daß sie, ausser ihrem mann, kein ander mans-bild jemals weder gesehen noch gehört hat. äs I. 6 c 8. * Damia / s. Auresia. Damiani / ( Petrus,) ein sehr berühmter Cardinal, gebohren zu Ravenna an. 1006. Wenig tag nach seiner geburr starb stin Vater , und hinterließ sehr viel kmder, dabcn aber ein so geringes vermögen, daß dessen wittwc aus Verzweifelung beschloß, durch vcrsa- gung ihrer brüste, den tod des jungen Pctri zu befördern , welches auch geschehen wäre, wenn nicht ein fremdes weib aus mittleiden solches verhindert hätte.Sein älteste: bruder nahm ihn zwar hernach zu sich,hielt ihn aber so hart und schlecht als einen bctteljungciyfo gar, daß er ihn die fctnveinc zu hüten nöthigte. Nach verlang einiger zeit kam sein andrer bruder, namens Damianus, von welchem er sich hernach aus danckbarkcit genennet, nach Ravcnna, von einer langwierigen reise zurück, und nahm sich nicht nur seiner an, sondern ließ ihn auch anfangs in feinem Haufe,nachmals aber theils zuFacn- ra,theils zu Parma, studieren,welches mit solchem success geschahe, daß er den rühm einer sonderbaren gclehrsamkcit, auch vermittelst derselben viel discipul, eingroß vermögen, und die gnade unterschiedener Fürsten erlangte. Hierbcy fieng er gar zeitlich au, die citelkei- tcn der weit zu erkennen, und nach einer grössten Vollkommenheit zu streben; zu weichern cndecr seinen leib auf vielfältige art casteyc- te, seine zeit gröstentheils dein gebet widmete, und von seinem vermögen grosse allmosen gab, auch endlich gar mit grossem Mißvergnügen seiner angehangen, unter die Eremitenöi8.Ooce, indem Stich Eugubio gelegen, sich begab. Daselbst führte er ein dcrmasscn strenges liird frommes leben, envicß auch ssine Wissenschach durch so viele schrillten , daßderrufvonihm sichsehrwcit ausbreitete. Leo IX gab die liebe und Hochachtung, so er vor ihn hatte, durch unterschiedene an ihn geschriebene brieft zuerkennen. Stephan »SX giengnoch weiter, und nöthigte ihn an. ro.;8, die Cardinals-würde anzunehmen, erklärte ihn auch ferner zum Bischofs von Ostia, und zum Dccano des hcil.Collegii.Als die Grafen von Tustuli ihren unverwandten , Iöhanncm, unter dem namen Bencdieti x auf den päbstlichen thron erhuben, wiedcrsetzte er sich mit grossem cifer dein- stlben, und beförderte hingcgendic wähl Nieolai II. Von diestm lctz- tern ward er alsLegatnach Maylarrd geschickt, allwo er mit grosser müde und sonderbarer geschicklichkeit es dahin brachte, daß sich die clcnsey dem gehorsam des Avostolischen stnhls-unterwurff, auch so wohl der simonie, als dem bißherigen unzüchtigen leben gär,blich abzujagen sicherklärte. Bald hernach soll er dem Cardinalat,'wie auch allen andern wurden völlig rcnuncirt, und da ibm deshalbcn Nicolaus I I zur straffe auferlegt, daß er ?6>oomal den psistm mir beygefügter griffe!urrg beten so!te, solche busse innerhalb jabres frist vollendet haben. Einige läugncn sthlcchierdings, daß er die Car- dinals-und andre würden fahren lassen; andre aber meinen, daß solches zu Gregor» VII zcitcn geschehen. So viclfindet man, daß er nachdem todeNicolaillum das iahr 1069 nicht nur nachFranckreich rvegen bcruhigung des klosters von Clugnn , sondern auch nach Deutschland, um des Apostolischen stuhlsautorität wider den Kanter Henricum IV zu behaupten, alsPäbstlicherLegarvonAleran- dro II abgefertigt rvordcn; da er denn dem aufibn gesetzten vertrauen in allen beyden functionen ein völliges gasigen geleistet. Gregori- us VII schickt- ihr, noch zuletzt nach Raveima, allwo der Ertzbiswoff Wibcrtus, nebst der stadt, die kävserlichc parthie genommen hatte. Als er nun mitguter Verrichtung von bannen wieder abgerechet, siel dam er unterweges zu Faenza in eine hitzige kranckbeit, und starb daran den i z Febr. a. 1072. Sein gedächtniß wirb als eines Heiligen verehrt. Von seinen vielen schrillten ist das meiste in der dibiiom-ca zu finden; seine brieft aber nebst seinen homilien hat Constantmus Caetanus, ein Beuedictiner,;» Rom in dendruck gegeben. Etliche dinge, so man inseinen schrissten antrifft, werdenvonseinen eignen glaubens-genossen verworffen: z. e. daß die seelen in dein fegeftuer des sonntags einige erquickung,und freyheit hatten gieichfam als vv- gel aus dem höllischen pfuhl heraus zu fliegen; daß Christus bey seiner tauft das priesterthum empfangen habe; daß der Pabst Liberias ein ketzer und ausriihrer gewesen u. s.w.r.eoo/ir--»/ cMon, esiii». D «c lle 8. I^ionscvis (. Lilm, T'äw'vr». 8. XkMoär». cliron. kill. Ocrni lle tcripr. cccl. sn c. Xt. Darniatlisten/warcn gewisseKetzer im s fcculo welche von ihrem Haupt undBifchoffDamiano den namen hatten. Ihnen wird schuld gegeben,daß sie von der Heiligen Dreyeinigkeit nicht recht gelehret, und sich eingebildet, als ob Gott Natter, Sohn und H.Geist alfo eines göttlichen Wesens theilhafftig wären, daß jeder gleichsam einen absonderlichen theil davon besässe. Diese sccte entstünde auß anlaß der vielen strciti'gkeiten mit Nestorio, Eutyche, Dioseoro 6cc. so wohl als noch andere, welche von ihro nicht weit entfernt waren/ als die Scveritä, Angelitä, Coronitä Lc. Indessen, weil sie sich nicht völlig unter sich vergleichen konnten, und niemalen für einen mann stehen wollen, nennte man alle zusammen /rccpllsi« als ohne Haupt. Krce/ö. I. iS.c.^y. 4.L. ;z;. * Damianus / ein Griechischer Ki3wem2ricu5 und ?iiiiok>pllu.?, war ein söhn Hcliodori von Larissa. Er schrieb 2 bücher von der vptie. Uc tcicm. ^iswem. c. 6l. tz i. Damianus / ein Sophist von Ephesus, hat bey dem Philo- straio, nicht so wohl wegen seiner bcredsamkeil, als wegen seiner gutthatigkcit gegen nothleidende Personen ein grosses lvb.Er wendete ein grosses gcid aufreparirungdcs tempcls der Dianä zu Ephejb, streckte auch der rcpublic etwas vor, und hinterließ vielemerckmahle seiner frcygebigkeit. 1. z. u- v,r. Loximk. Damianus/ sieheö- ttoviks'ris. Damianus und Fuczatus / sollen von dem Pabste Eleutberio an. 181 zu dem Könige Lücio in Britannien aufdessen begehren gesandt worden seyn, und denselben nebst seinen Unterthanen in der Christlichen lehre unterrichtet haben, mu. rrngia r. Damianus/ ein Cavitain über einige straßen-räuber in Eviro- suchte sich durch ein kübnes unterfangen berühmt zu machen,daher» beschloß er, den Türckischen Dultan Solymann in seinen! gezelre mitten unter seiner armec, die am uftrdes Ionischen mcers cam- pirre, Hinzubringen. Zu solchem ende entdeckte er den rohen räuberischen Icutcn,so auf dem in dasiger provintz liegenden bergcChüue- ra wohnten, sein vorhaben, und beredete sie ', daß sie hiervon grossen rühm und nutzen haben würden. Allein, nachdem er von dem gcbür- gc herab gekommen, und sich auf einen bäum gemacht hatte, um darauf desto besser dcsDultans gezelt zu erforschen, wurde er durch zerbrcchung eines asts verrathen, von den Ianitscharcn gefangen genommen und auf die torlur gebracht, da er dan seine andere ca- lncradcn entdecken muste. .hierauf ließ ihn Solymann als ein wildes thier zerreißen, auch so viel andere von selbigem unbändigen volck er mir ergreifftn konte, todschlagcn. v. l. ;6. ^ Damianus lle Goes / siehe Goes / Damianus Hatardns / ein gcbohrncr Freyherr von der Lenen, war anfangs Dom-Propst zu Trier, ward aber an is-,; den z.Iul. zum Ertzbischoss zu Mayntz, und bald darauf zum Bischofs zu Worms erwchlet. Seine resident; zu Mayntz sieng er an vortreflich auszubauen, starb aber darüber 1678 in dem >4 iahre seines allers, und hinterstes den rühm eines andächtigen und friedliebenden Herrn. In den lctstcn zügen wicderhohlte er über Mahl die Worte; Oloris?s:r> 6c I illo <8c8pirikuiL3nAo. L-b-» -le- L» p. 1004 ieL«4 MoZr. cccl. /»KvrLe wem. öcc. Damins oder Damini / (Petrus) ein Italiänischer mahler , War zu Caftel Franko an» 15 sL gebohren / und ließ sich zu Paduä nieder/Woselbst, wie Mich zu Vicenzä , Cremä und andern ortest man schöne stücke von ihm siehet. Er mahlte mit grösser strtigkeitund verstand sehr wohl die Historien und Mythologie. Er starb an. iSzi an der pest, welche auch zu gleicher zeit seinen prüder GeörgiumDamr- ni, ebenfals einen mahler, mit hinraffte. Lr6Mvit.6s?-rc. Damiri / ein berühmter Arabischer Naturalist. SAn völliger lnaiiie ist : Kemaloddin, Abnlbäkai, Mocbamed, EbnMusa-Ebn Jsaae Damiri, hat ein grosses miß mehr dann 20 stribenten zusammen gebrachtes und sehr hoch geschätztes werck von der Historie der thieren geschrieben, genant cwsi-coicb»ivvLr>i; dessen sich Bochardus mit grossem nutzen, dä er 2 cx-mpi.ina davon gehabt, in seinem niero-oico bedienet. Damiri hat dis werck verfertigt an. 77z. d. i. an. Chr. izH. ist aber niemahl getruckt worden. Er starb an.«-Z. 8«8 d. i. an.Chr. 140;. in Aisror. Loeote Lpec. Damis/ ein Assyrier, lebte in dem ersten seculo. Er wärcinson- derbarer freund Apollonii Tyanäi, und schrieb ein buch von seinen xeden und Propheceyungen. Es ist mich noch ein anderer Damis dieses namens, und zwar ein Philosophus gewesen, ^-'qst^.in vir. /txoüon.l.i. Damiscus/ war von Meffena, einer stadt in Pcloponneso gebürtig , weicher im 12 jähre seines alters sich mit denjungen leuten m der stadt Eleaim wett-laussen - worinnen sie sich offtmals zu üben pflegten , exercierte, und den prciß davontrug , gleichwie er auch nachmals noch ? andere vergleichen siege so wohl in den Nemeischen als Isthmischen spielen erhielte. Die Meßineser liessen ihm zu ehren eine statue aufrichten. 1 6 Damitz / Dammtz / eine adeliche familie in Pommern, von welcher Gerhard an. 124z in den privilegiis der stadt Stetin, als zeuge, angeführet wird. Nicvlaus, (ein sohn Hermanni, so um das iahri4a°gelebet,) war Cantzlar bey Hertzog Ericoll,dessenen- ckel aber, namens Claus, Dtiffts-voigt zu Camin. Siegfried, ein urenckel des letztern, diente der Cron Schweden, als Obrister, und verlohr an. 16; 1 in der Macht bey Leimig sein leben. Paul bekleidete um das jähr 164c, die cdsrZe eines Stadthalters in Pommern, nachdem er vsrhero die stelle eines Cantzlars zu Camin und Stetin versehen. Carl Christoff wäre an. 171 LKönigl. Preüßischer Cam- merhcrr. In der ober Laußnitz befindet sich auch eine adeliche Familie vcMDamnitz/ die das ritterguth Medewitz bey Bautzen besitzet, miß welcher Ernst Ludwig an. 1716. ChursachsischerObrift- wachtmetster gewesen. LK^Lt.?owmerl, rs. o>o//ex.l.,b.z.liiU.i.uiÄt. Damitz / sie-he Dömitz. Dammartin / ein flecken in Franckreich in der isi- 6s krsnce welcher den tilul einer Graffchafft führet und mit einer kollegial-. Arche versehen ist. Dammartin/ ein bekandtes Geschlecht in Franckreich, welches von itztgemeldtem orte den namen führet. Manasse,GrafvonDam- martin, lebte ums jähr 1028 und hinterliesse Hugoneml, der unter andern kindern Hngoncm II zeugte, einen vater Alberici I, und groß- vaterAlberici II, welcher letztere an. 1200 gestorben.Diser hatte zwar unterMcdene Ander, vonwelchen aber Adelheid von Damartin endlich diese Grafschafft geerdet, und mit Johanne, Herrn von Trie, 4 Ander gezeuget, unter welchen der andere Rcnalduslvon Trie den titu! eines Grasen von Dammartin geführet. Nachgehestds ist diese ErafschM an unterschiedene familien, und endlich an. 14z 9 durch die heyrath Antomi von Chabannes,Großmeisters von Franckreich, rc. mit Margarete von Nanrevil, der eintzigen tochter und erbin Rainaldi und Mariä Fayel, Gräfin von Dammartin, an die faini- lie von Chadannes gekommen. Antonietta von Chabannes , eine cnckeiin des Großmeisters, brachte diese Grafschafft an Rainaldum von Anjvu , Herrnvon ^^iercs, ihren gcmahl, und ihre tochter Francisca wurde erstlich an Philippum von kouliümvNiiers, und zum andern an Johannen: Herrn von «amburn vermahlt. Sie rmgete mit beyden männern Ander, und die aus der ersten ehe ver- kaufften d:e Grafschafft Dammartin anAnnamvonMontmorency Connersbis von Franckreich ; die kinder aber von der andern ehe übergaben die Grafschafft an den Hertzog vonGuise, worüber zwi- schmbeyden Häusern e,n grosser streit entstund. Es wurde aber dennoch dieseGrafschasstdem Lo-ins»ws von Montmorency zugesprochen , und nachgehends nach dem tode des Marschalls von Mont- morcncy an. 16; 2 von dem Könige confisciret. L-»rE7/-.!iiü. 6s is msit äe krsncs. 6» 6roits6u Xsy. 6« UiU. 6s OtiLk. l.Lc. Damme / ein Adeliches geschlecht im Holsteinischen, so mit den Brockdorffen vermuthlich einerley Ursprungs sind,und das gut See- stedt besitzen. Ottonis von Damme söhn Wolf, Erbsaß zu Schier- nau und Seestedt, hatte verschiedene söhne, so die väterlichen guter wiederum getheilet, und besondere limen Misstet. Es geschahe zu ünfang des i? Secnli. Tilo wäre burgcrmeijtcr zu Braunschwelg, gn i z 74. allwo er nebst den übrigen 7 burgermechern in einer entstandenen empörung von dem wüthenden pöbel enthauptet worden. Dietrich wate als ein krieasheld an. 1 z 81 bekandt. Heinrich hat an. 1402 geholffen Braunschweig belagern. Detler hat an. 147°. m erstem bündtnuß Königs Christianil, mitunterschrieben. Bertram Wate geheimer Rath bey König Friedrich II. autz Dancmarck. Emico wäre Hauptmann und probst zu Plötzen, an. r z 7?. Julius übte an. i 6 »<- als Churpfältzischer Cammerjuncker. Es hat sich dreseä geschlecht auch m Schlesien ausgebreitet, wie dank an.: 664 Friedrich von Damm indeMFürstenthum Brieg Landcs-ältestee gewesen. ^-r-ss> ?.:i nvL. cw. M k. I!. k 7 o 7 /». 5 clll. ctir. /rö L/vervelä 6e iloiiät.- in 6e tcript. LlLSVir. ^>. bstcUr, ÄcUIsLVv» k, I. c. ^ 17. k. II. c. lr. Daino / des eiKffoibpLi öychsgors- tochter, wär sehr witzig , klug und getreü.Den nachdem ihr von ihrem Vater aufstinem todbeite V rs7, oixmp. 70,4. 1^» ;4»7, e. 497 alle seineschrifftek und philosophische geheimnisse anvertrauet worden, mit dem ernstlichen verbot/sie nicht kund zu machen und ariden tag zu gebest,so beobachtete sie diesen feinen befehl dermassen, daß,ungeachtet sie in die äusserste armuthqerathen,sie denoch gedachte wercke nicht heraus geben wolle - ob „e schon eine ansehnliche summa gelbes dafür härte bekom- menkonnen. DisF. I. z. 6e vik. pllii. 6e VI» kyrlisg. c. 18. riöe-rsF, 6e inulier. Uliiloö. » 4 « bibl. 6r«cL l. r- c. iz.p»;io. Damscles / war ein Höf-bedienter bey dem Tyrannen Dionrp sio dem alteren, dessen glückstligkeit er über alle Massen hoch hielt/, aber hernach feiste gedancken änderte, däer vvn demselbigen auf ern kostbares banquet eingeladen worden. Denn als man ihn allda auf ein prächtiges ruh-bette gesetzet, wurde eb gewahr, daß ein schwerdt über ihm an einem zarten faden hienge. Darauf ersuchte er alchfortven Tyrannen-daß er ihn ja wiederin seinen vorigen stand setzen mochte, um die glückstligkeit eines mittelmäßigen lebens und nicht allznhohen standes zu geniessen. c-4. qu-rU. >. x. sonsten deuten auch darauffoH i.06,, , ksr. Damocrita/ siheAlcippus. Damscritus / ein griechischer geschicht-schreiber,welcher wegen stiner schriffren berühmt ist , worinnen er die kunst armem in schlacht-ordnung zü stellen weiset, auch unter andern den Jüden schuld gtebet, daß sie einen esels-köpff anbeteten, Und alle 7 jähr einen pilgrim oder fremden opssertcn. n-F-r-rus Kitt. Qr-sc, I. Damocritus/ oder Damocrates / einkiesicus.Mattweiß nicht, zu welcher zeit evgelebet hat, sondern nur, daß er einen medi- cinischen tractat in verstn geschrieben, wie Galenus an unterschiedenen orten bezeuget. Auch noch vor diestm citierte ihne 1.1, tun. „st. in erzehlung deren- welche er bey seinem;; buch zn HÜW gezogett. Damscritus / wär v. e. ,sLj oiymp. 147,7. ^ 4792, e« 19 2 ein oder General der Äetolier-da sie nebst Antiocho einen krieg wider die Römer führten, und brachre die Äetolier darzu, daß sie sich mit dem Antiocho coniimgirten. Als der Römische Abgesandte (Uitus czuinÄiud, ein abschlifft von der resolution der Acto- lier, die sie dem Antiöcho zn gefallen gefallet, verlangte, antwortete er, daß er selbige in Italien geben wolte, wenn die Äetolier daselbst ihr lager würben aufgeschlagen haben. Er wurde aber von a. cilio LiaKrione bey Übergabe der stadtHemclea in Aetolien gefangen, und nach Röm gebracht, Um ihn daselbst im triumph aufzuführen Er suchte sich zwar durch die flucht zu retten,da man ihn aber wieder bekam, erstach er sich selbst. L-v----!, zr, zs, z/- Damodice/siehe Lritolaus. Damsn/cin Philosophus von der Pythagörischett stete, welcher a. ^I.;;84,/:.L 4°o>^ u. oizmp.9^, klebte, richtete mit seinem mit-schuler Pythia eine sonderbare vertrauliche freundschafft auf, welches vornemlich aus folgendem erhellet: Als der Tyrann Diönysius ihm hatte andeuten lassen, daß einer von ihnen sterben solle, erlaubte er Damorii, daß er zuvor nach haust geben, und seine bäußliche geschaffte noch vor seinem tode in richtigkm bringen mochte, doch mit dem bedinge, daß er unterdessen bis zu seiner wieberkunfft einen bürgen an stine statt verschaffte; hierzu erbot sich alsöfortPythias gutwillig, undunttrwarsssichdesTvrän- nen gewalt. Als nun Dämon hernach zu der bestimmten zeit wie- ycrrim zurück kam, verwunderte sich Diönysius übel ihre treue und freundschafst dermassen, bäß er dem Damoni das leben schenckte - und sie bat, ihn, als den dritten mann, Mit in ihre freundschafst auf- zunichmen. k-lukc. üc I. z 6e c>Kc, 1.4. c. 7. ex. lo. Lsc/E I.c. .8, Dämon / ein Griechischer geschicht-schreibek , gebürtig von Ey- rene , welcher eine Historie von den ?Ki!oiox>K,'° geschrieben. Es war mich ein berühmter Musicus dieses namenszu Athen- von welchem Plato reden soll, wenn er im 4 buch e seiner Republic saget, daß seine Musst nicht könte verändert werden , wofern sich nicht zugleich das regiment und aenstine westn mit änderte, nox, («- 7 -. in vi» UMlec- t. ro. vir.r 'Miste, L I4UI7.L'. iVr».!. 7. c, r. 6e Kilt. QrLS. l. p. ;;i. 5 cq. Dainophila/ ein Griechische weibes-persön aus Lesbbs, eine ehefrau des Pamphili und gute freundin der berühmten Poetin Sappho, die sich durch unterschiedene gedichte bekannt gemacht. Sielebete/i- zz?6,^ c- 608, L. v. ,40, oixinx. 4z i siehekM ÜL. in vit» SxyIIoa. Damsphilüs / ein Philosophus und Sophist, hat zu den Zeiten des Kaystrs IV>LrciS.ure>ii -Il>konin!pUiioU>ptii gelebt, UNd6-vic» poicorum ,wie auchvon andern dingen geschrieben. Jngleichenwar ein mahler und bildhauer dieses namens berühmt. 6 s Iiilt 6r.vc-1. c. 14 Damsstratus /ein bürger aus der stadt Phenea in Arcadim, wär eist vater von; söhnen, welche manchie ^o^moUrzrQL nenne- ie die wider den CAtölaum ütid seine 2 bristet strittest, runden krieg beyzulegen, welcher eine lange zeit zwischen den Tegäcrn und Phe- näern gewähret hatte. Dieses gestehst hatte fast eisten gleichest aus- .aanmwie zuRömderHöratier undCuratrer ihres.^«»7cz,. ^»11«!. II. theil. B Da- ic» dam dan Damostratus / ein Römischer Raths-herr , von dem man nichtweiß, zu welcher zeit er gelebet, sondern nur allein , daß er 20 dücher cle re x>iscsrc>riL,MgleicheM ein werck äe stlvinLtiope per Lgurm, und mitcellLne» Slt llilioriana proxilnesecellemis geschrieben» -D/r«»,,- llcklld.LMm. 1. iz.c. 21 I. c.4,9, >9- lle bik. 6r. I>; ? Z 5 ». DamoutoderDamot/eine Afticanische stadt und Königreich im obern theile von Aethiovicn,nahe beydemseeZembre, welche viel gold-bergwerckehat.Vor zeiten gehörte fle demKayser von A- byßinien , anictzo aber andern Königen. Damoxenüs / ein Commödien-schreiber von Athen, lebte zu den zeiten Ptolomäi Philadelphr 6. v» Z7v.e. 482, oiymp. 127. Athenaus hat in seinem dritten buche ungefehr 7? verse erhalten / welche Grotius in seinen cxc-rpri; oom-corum Lateinisch gemacht. Athenäus gedencket auch seiner r.n. bwi. xc- lics. öibl. Ors/c. I.c. rr §. 7,9. Dampier /(Grafvon) siehe Duval. Dampierre / an der Butonne , eine Baronie in dem lande d'Au- nis in Franckreich. «sie gehörte dem Hause von Mamgot, kam aber an das von Clermont inDauphine,und «var durch die heyrathEu- man von Clermont mit Johanna von Mamgot, Frauen von Sur- geres und Dampierre,aus welcher ehe die Herren von Surgercs und Dampierre hersiammen, welche in der Französischen Historie so berühmt sind, und deren posterität an. 160; mit Claudia Cathari- na von Clermont, Frauen von Dampierre, so erstlich an Johan- nem von Annebaut, Baron von Netz, und zum andernmal an Al- bertum von Gondy, Hertzog von Netz, und Marschall von Franckreich, vermählt geweien, ausgegangen. Dampierre / (Guido) Graf von Flandern, war der andere söhn Wilhelmi von Dampierre, und Margaretä, Gräfin von Hennegau. Als sein älterer bruder Wilhelmus ohne erben gestorben, würde er bcn leb-zeiten seiner mutter zumGrafen von Flandern bestimmt , und leistete dem Könige Ludovieo 8. den eyd. Nachgehend verband er sich mit den Engelländern, undverschiedenen andern Printzen, welche wider den König Philippum Pulchrum zu Cambray versammlet waren. Er wurde gefangengenommen, und nach Compiegne geführct, woselbst er an. im 8° jähre stines altcrs starb,als er, vermöge eines gewissen tractats, wiederum auf freyen fuß solle gestellet werden. Er hat mit seinen beyden gcmah- linncn, Mathildis erb-tochter von.Bcthune, undJsabella, Gräfin von Luxemburg, viel kindcr gezcuget, darunter zu mcrcken Rober- tus lll, genannt von Bethune, Grafvon Flandern, Wilhelmus Herr von Dmdcrmonde und Richebourg, welche das geschlccht jortgepflantzet, Johannes, Bischöffzu Metz und hernach zu Lüt- tich, Philippus, Graf von Thiele und von Lbrette, Guido, Graf von Seeland, Johannes, Grafvon Namur, Henricus, Grafvon Lvde, UNd vile töchter. an». Neig. Dampierre / (Johannes) lebte unter der regierung Francisci I. Er war von Blois gebürtig und in der lateinischen pocsie so geschickt, daß die verse, die er machte, des Catulli seinen an lieblichkeit fast gleich kamen. Er trieb auch darbey die andern wissenschafften, und vornemlich die rechtsgclchrsamkcit, so, daß er unter die vornehmsten Advoeaten des Königlichen ralhs gczahlet wurde. Allein, weil ,hm das weltliche leben nicht anstund, begab er sich in den Francis- raner-orden, und gleichwie er vorhero seine beredtsamkcit zu erhal- tung anderer leute ehre und guter angewandt, so brauchte er sie alsdann zu crrettung ihrer seelen. Er wurde endlich Dircctor eines klosters bey Orkans, woselbst er starb, nachdem er mit Germano Audcbcrto vertraute freundschafst gemacht,welcher seine Poesien herauf gegeben. 6a-»«-lx,z,,i,icIog. äc scriprscc.XVl.6cc Damvilliers oder Danvilliero/ Lat. O-,mpuiii-rium oder 0Lnvi»criu>n, eine kleine stadt im Hcrtzogthum Lurcmburg an einem morastigen orte, z frantzösische nieilcn von Lurcmburg und 4 von Verdun gelegen. Sie ist von dem Kayser Carolo V, bevesti- get, von den Frantzosen unterschiedene inal eingenommen, und denselben an. i6zy in dem Pyrenäifchen frieden überlassen worden. 6 e 5 cr. Neig. lopogr circ. Lurg. Damm/ siheDamout. Dan/ ein söhn Jacobs und der Bilha,Rahclsmagt, wara.v,. 2195,6.0.1789 gcbohren, und starb 6.1^.2415, x.o. 1551. Von ihm ist ein eigener stamm unter dem volck Israel entstanden, auß welchem sonderlich Simson entsprossen. z«. 6- ^9. ,9. >Z lcg. X VI. 2-86,259,. Dan / Danus / discs namens sind z Heidnische Könige in Dä- nemarck gewesen. Dan I , ein söhn Humbli und bruder Anguls, ist -c. vr. 2yic> zur regierung kommen , und hat 41 iabr regiert. Er wird insgemein vor den ersten König in Dänemarck gehalten, und soll disem reiche den namcn gegeben haben. Dan II , ein söhn Uf- fonis, erhielt a.vi. z 686 die regierung, und führte dieselbe z 7 jähr. Er hat den rühm seiner vorfahren durch Verschwendung und hoch- mnht sehr verdunckclt. Dan III , ein söhn Frothonis II Vegeti, regierte von 6. v-. biß 5874. Zu seiner zelt, nervlich an. ;8;? haben die Cimbri einen grossen einfall in Italien gethan, sitze oim- bri. Lr-c Osn O/EL» »an. reg. vsn. ierics Lexr/rZ. klorur s),in. Danae/ war eine tochtcr Aerisii, Königs in Argos und der Euridice. Ihr vatter, als er von dem o^cuio vernommen, daß er durch ihren söhn solle umgebracht werden, verschloß sie in einem ehernen castell, um das gcdrohcte Unglück zu verhüten. Allein, Jupiter verwandelte sich in einen güldenen regen, drang also ins castell hinein, und schwängerte sie. Wie sie nun hernach einen söhn, dan Perseum, gebühren hatte, ließ ihr vater beydes ihn und die mutter m einen kästen einschliefen , und solchen ins meer werfstn. Allem, nachdem sie an eine von den Cycladischen insuln, namens Senphe, angetriben worden, heyrahtete der Fürst desselbigen landes, Poly- dectus, die mutter, und ihr söhn Perlons, von welchem die Persianer herstammen, schlug , nach des orscuii Weissagung, seinen groß« vatter a. vi. 262-. x. o.,zi- todt. ovrA. 1.4.5-6.16. Danäus / (Lambertus) oder Daneau,war zu Orkans geboh- ren, und studirte die rechts-gelehrsamkeit unter dem berühmten An- naUu Bourg, welcher OoEiiier clercbeydem Parlamente zuParis war, und an. i;;ywegen des Calvinismi verbrannt wurde. Dem ohngeachtet trat er zu der Protestantischen religion, und begab sich an. 1560 nach Genf,aliwv er Prediger und Doctor Theologia wurde. Nachgehends kam er nach Leydenin Holland, und von dar nach Gent; Als er aber von bannen durch die einheimischen kriege an.r;8r verjagt wurde, gieng er nach Orthez in Bearn, wurde jo dann nach Castres in Languedoc an. i;94beruffen, und starb allda i;9S.Erwargelehrt, und schrieb viel wieder die Lutheraner, sonderlich Chemnitimn und Andreä. Man hat v0»ihMconimenrrric>L in VlsrchLumund VlLrcum, desgleichen in epillol. ksuli all kliilenion. 6c sci l'imorlieuin; commenc in encvicic»s communes; 6cc. / aufben thron erhoben wurde. Er war ein söhn des Beli und vater der Danaidum , und regierte 50 jähr. Ihm su^ ccdierte i^ynceuc. M cllron. bidl. I. lr. iVr». I. 7. c. ;6. commcnr. in llom. Oionys. XlexLnll. geogr. L/. F,». niyrkol. kiw.r, 63 ,- 77 . XLixmo,«, ch-c. Danby/ein altes castell in dem Hundred,oder in der Wapentake vonCkvelandstn dem nördlichen theil derEnglischen provintzPorks- hire, bey welchem sich gantz nahe ein feiner thier-gartcn, gleiches namens , befindet. Voralters gehörte esdemLordLatimer, und ward, nebst andern dieser familie gehörigen ländereyen, an Ralph Neviln, Grafen von Westmorland , verkaufst. Dieser gab esals- bald seinem söhn, dem Ritter George Nevil, welchen der König Henricus IV nicht lange hernach mitdem tituleines Lords Latimee zu dem Parlament berief.AIs unter derKönigin Elisirbeth regierung dessen männliche posterität ausgieng, und die verlassenfchafst unter seine 2 töchter getheilt ward, fiel besagtes castell, nebst denumlie- gcnden ländereyen an die töchter Mariam, welche den Ritter, Johann Danvers von Wiltshire, heyrathete. Dieser bcnder söhn, der Ritter Henricus Danvers, ward anfangs von dein Könige Jacobs I zum Lord Danvers von Dantsey, und den7fcbr. an. 162 z von dem Komge Carolo I zum Grafen von Danbv gemacht. Er starb aber an. 164z ohne leibcs-erben , und also gicngdiescr Gräfliche titul mit ihm wiederum aus. Seine schwester, Eleonora,heyrathete Thomam Walmesley von Dunckelhalgh in Lancashire, und zeugte mit ihm Annam, eine gemahlin des Baronets, Eduardi Osborne, und eine mutter des Ritters Thomä Osborne. welchen der König Carolusllan. 167z zum Baronvon Kivcton,wie auchzumvice- GrafenLatlmcr,undan. i674den27juniizum GrafenvonDan- bserklärte. Eben derselbe ward 20 jahr hemachzum Hertzogevon Lceds gemacht, unter welchem Wort von ihm und seiner familie ein mehrecs zu sehen ist.N->H»'- llelp loLnZI. killory p. ^/Mr^i.p. 92. Dancala/eine stadt und Königreich m Asrica in Nubien, erstrecket ,ich langst dem rothen meere gegen die meer-cnge von Ba- bclmandel. ^anca>cer /Liuncaiter/eine stadt in Engelland, in demHer- tzogthum Zorck gelegen. Danckelmann / (Daniel Ludolph Freyherr von) war den 8 oct. an. 1648 gebohren. Sein vater war Sylvester Danckelmann, Chur-Brandenb. und Furstl. Orangischer Rath, Land-Richter und Gograf der Grafschafft Lmgen , die mutter aber Beata von Die- rcnthal, die mit einander ;-> iahr in der ehe gelebt.Er genoß anfangs m jeines vatters Hause die privat-information und wurde an. lynchst seinem bruder Georgen aufdas niullre nach Steinfurt gesendet, woselbst er sich so hervor that, daß er an. 1664 -6 l-- ü,oncs pub>,c<-5gefnhret, und nachdem er anderthalb jähr dem llu- cka stur-x obgelegen, an. 166; von dar nach Heydelberg geschickt worden,da er dan an. 1689 den curlum stur,; absolvirte,bald daraufabev Mit dem Grafen von der Lippe-Schaumburg verschiedene Höfe in Teutschland besuchte,und durch die Schweitz in Franckreich reisete, woselbst er zieh m denEmm underlernung der sprachen perfec- ttvmrre darr e-tiomerie. Nachdem er wiederum in sein Vaterland angelanget / Wurde er von dem Churfürsten zu Brandenburg, feinem andern söhne , MarggrafLudcwigm,zn bcförderung dessen studien zugegeben, bald darauf aber zum Churfürst!. Regierungs-Rath zu Halberstadt, und nachgehendszum Cammer-gerichts-Rath zu Bcrlit! ernennet. Bey ermeldtem Marggrafen Ludcwig vertrat er die Cainmcr- Rahts stelle, und nach dessen absterben, bediente er dessen wittwe in gleicher qualität. Hierauf ernennte ihn der Churfürst, und nachmalige König Fridericus in Preussen an. 1688 zum lu-irrs n« re- qucll-s, an. 1691 zum würcklichen geheimen Estals-und Kriegs- Rath, auch General-kriegs-Cc-mmMLrM. und bey der inanguration der Friedichs-Universität zu Halle zum cumro,- derselben, vertraute ihm auch an. 1698 die ober-direction des Fürstenthums Halberstadt, und nachdem er selbiges ins ; jähr redlich versehen, rief er ihn wiederum zurücke, und ertheilte ihm dagegen das in Lein Berlinischen (^viwllono Erstarbdeni4scbr. 1709. Dandini / (Hieronymus) ein Cardinal, war zu Cesena, einer stadt in Romagna, an. 1^09 gebühren. Er studirte die rechts-gelehr- stunkeit zu Bononien , kaue darauf an den Römischen Hof , und wurde Bischoff zu Caffano, hernach aber zu Jmvla. Paulus III schickte ibnals einenNuntium nach Franckreich,wie siedcnnauch Julius III seiner bediente, der ihm an.i z; 1 zum Cardinal machte, worauf er den 4 dec. an. 1;z 9 starb, nachdenr er noch andere bcdie- NliNgeN verwaltet halte. N>N. l. «. trat. ücrL. hill. ll-s Dandim/ (Hieronymus) gebürtig von Cesena in dem kirchen- staate, war der erste aus der Societät Jesu ,der die Philosophie zu Paris lehrte. Er war aus einem vornehmen adelichcn geschlcchte , aus welchem auchGrafen dieses nainens bcrgestammet, und bediente in seiner Societät viel ansehnliche stellen; sintemal er die theolo- gie zu Padua gelehrt, und ucäwr ihres coNegii zu Ferrara, Forli, „ Bologna, Parma undÄstayland , ingleichen vülrLwrm dem gehlere Venedig, Toulouse und Guicnne, auch endlich Provmcial in Poblcu und im Maylandischcn gelvestn.Clemens Vllt schickte ihn andrc Vtaroniten aufdcn dcrg Libanon, welche reise erden 14 jul. an. m9ü antrat, und den 1 ^ aug. des folgenden lahrs wieder zu Rom ankam. Diese seme mission beschrieb er in einem tractate, welcher zu Cessna an. i6;6 unter dem titul: mUlw-ie spolloiicL si kui>iArc-L ü ^Lroniri lld monrc NibLno. gedruckt, UNdvVN dem ?. Sirnon ins Frantzösische Übersetzet worden, welche Version zu Paris an. 167; herausgekommen. Er ist zu Forli den 29. nov. an. löschn hohen alter gestorben /und hat noch andere schrifften hinterlassen , als einen comiuenczrium in Ili> rrcL clc 2NIML; crtii- Lsm täc, , lloc elk, cls virlullbus öc viciis, Ac. öc in Mb!. llu vo; sge llu monr ibiban. Dandolo / eine edle Venetianische familie, woraus viel riogl gewesen , als zu erst Henncus, von welchem hernach; ferner Johannes , der an. 1280 vogc war. Er kam den Christen im gelobten lande zu hülffe, und war der erste, welcher ducaten muntzm ließ. Er starb an. 1290. Francissus Dandolo,der wegen seiner treue, oder vielmehr wegen seiner allzugrossen ermedrigung gegen dem PabstClcm. V, deine er,nm ihne mit Venedig zu vcrsühnen,zu fügen gefallen und in dieser Postureine Zeitlang liegen geblieben, c.ine o- der der Hund zugenannt wurde, eroberte dcriRepublic viel städte. Er starb an. 1 z; 9. Andreas , welcher an. i zgr »ng- war , machte mit ElementeVI ein bündniß, und schickte eine grosse armee in Levante. Er schrieb auch eine chronick von den thaten derVene- tianer, welche von Petrarcha, Blondo , SabcUico, Leandro, Ju- stiniano, Baronio und andern mit sonderbarem rühme angeführet wird. Nicolaus , welcher an. M7° regierte, veriohr aus unacht- ssunkeit Nicosia, und wurde hernach von den Türcken umgebracht. c enec. 1.1 cllron. //lrsl. llerep. V en. wostr,^! llc Inst. l.sr. I.; c.9. * Dandolo /(Henricus) ein berühmter Venetiamscher Hertzog, welcher sich durch seine klughcit und tapfferkelt einen unsterblichen rühm erworben. Er wurde an. 119z erwehlet, nachdem er 50 jähr zuvor, da er als zuConstantmopel der Rcpublic bestes besorget, von dem Griechischen Kayssr Manuel durch ein glüendes kupffer-blqt fast gäntzlich seiner äugen war beraubet worden. Als die Fürsten vondemcreutz-zugcihre dcputirtcn au. 1201 nach Venedig schickten, verschaffte er ihnen nicht allein schiffe, um sie in «Qy- rlen oder Egypten zu bringen, sondern schlug sich auch rnit 50 wohl bewaffneten gelleren zu ihnen , um unterdessen mit den Türcken zur see zu fechten, wenn die Frantzosen mit ihnen zu lande stritten , iedoch mirderbedingung , daßstedie conqucten , welche man dasselbe jähr machen würde, mit chm gleich theilen sollen. In dem nächstfolgenden jabre stieg er in gegenwart des Rahts, der Fürsten von dem creutz-zugc und vornehmsten des volcks, in der kirchc 8. Marci auf den thron, und ersuchte, ohngeachtet seines Hohen alters und blöden gesichts, die Republik, daß sie ihm zulassen möchte, das crcutz anzunehmen, und ihre armee in person zu com- mandiren, da er mmittelst bey ssiner abwescnheit seinem söhne das Anuvcrn» anvertrauen wolle. Als man ihm solches vcrwiUigte, ließ er gleich das riner-zeichen des creutzes aufdie Hertzogliche mü- tze machen, bannt es von iederman gesehen werden möchte. Bey dem angriff der stadt Constantinopcl an. 120; führte er sich unge- mcin tapffer auf. Dann, ob er gleich fast 9 0 iahr alt war, hatte er sich dennoch gantz geharnischt, aufdas vordere theil der Admiral-galeere mit einem bloyen sshwerdte in der Hand bey der vor ihm aufgestellten 8. Marr-standarcc vostirct. So bald sie das land erblickten,befahl er,daß man ihn aus nfc: setzen solle, durch welche taps- ferkeit und kricgslist erdic gantze flotte nach sich zog,als welche eS vor datt n fchimpsiich achtere ihn zn verlassen,und stiegen also in großer eil allesamt aus. Die Frantzosen erstaunten, als sie so plötzlich die grosse 8. Marr-standarte auf einem der thürme gepflantzet sahen, rmd verdoppelten daher» ihren muht. Nachdem nun Dandolo von den 1 10 längst dcmhavcn hinaufgeführten thürmen 2; erobert,und vernommen hatte, daß der Kayscr einen ausfall aufdic Frantzosen gethan, machte er sich eilends zu ihnen hin, woraufsich der feind bald wiederum zmückezog.Nach crobcrung der stadt wurden 12 wahl-Fürsten ernennet,nemltch 6 Venetianer und 6 Frantzostn, um, nach dem getroffenen vergleiche,einen Kayser zu erwehlen. Die Venetianerwol- tcn ihren Doge darzu haben, allein hernach wurden sie, aufdesselben einrathenMit den Frantzosen einig, und erwehlten den Grafen Bal- dliinnm zum Kayser. Er starb an. iroz im 1; jähre seiner regic- rllNg. 7 rz/t,tiillor. venec. , vir« krinc. venec- bllkor. llü Oilliiäll. Dandorff/ Dondorff/ eine alte adclichc familie, so heut zu tage das Ritter-gut Rammelsreuth, 2 meilen von Bayrcuth in Francken, besitzet. An. 1 z 7° werden 2 brüder von Dandorfin Gras Hermanns vonOrlamünde lehn-briefe, denen von Heßler gegeben, als zeugen benennet. Heinrich hat an. 14°° als Hauptmann zu Gotha gelebet. An. -r-V hat dieses gcschlecht dem turnicr zu Stuttgard mit beygewohnt. Obbestigtes Ritter-gut Ramelsreuth hat zu erst Johann Lconhard Nicolaus von Dandorfbestsscn, der ein vater worden Anna Magdalcnä Francisca, Seniorissin des adelichcn Kayserlichcn weltlichen freyen Stiffts Ober-Münster zu Regcnspnrg, undJohannChrlstophs vonDandorf.L»ce/.ll°wm Danebrogs-oder Danueborgo-orden, ein Ritter-orden in Dänemarck,welcher am lageLaurenrii an.i2i9vonWaldemaroII, Könige in Dänemarck, gestifftet worden. Bartholmus vermevnt, daß sein Ursprung daher rubre: als in gedachtem jähre der König Waldemarus wider die ungläubige Lieflandcr gestritten, und es zim- ltch hart gehalten, sey eine sahne vom Himmel gefallen, in welcher ein weiffes crcutz gcwejen, woraufaisobaid den Dänen der mrllh gewachss'n, den Liefländern aber cntfallrn wäre, und hatte Waldemarus einen herrlichen sieg bcfochten. Dise sahne sey Danncbrog, d. i. der Dänen bürg lind festung genennet, und als ein heilig- thum in den schlachten vornen an der spitze getragen worden, biß der König Johannes selbige an. i;oo j,s Dithmarstn verlohrcn. Bartholmus stehet fast in den gcdancken, daß die schwerdr-träger in Liefland ihren ansang dlser stifftung zuzuschreiben hätten. Doch ist difer Danebrogische vrden ltach und nach gantz verloschen, bis der König Christianus V bey dem geburchs-ftste seines ersten Printzen Friderici IV an. 1671 denselben widerum erneuert. Dise Ritter tragen bey grossen solennitaten nebst ihrem besondern ordcns-habite eine kette, daran die vuchstaden W und C wechsslswcise an einander gchanget, deren jener drn stiffrer dm Kouig Woldemarum, und di- ssr den rcitiiur»rem. Chtistianum V anzeiget. Ausser disenbestehet ihr ordinarl ordens-zeichen in einem güldenen weiß emaillirlen creuk mit einem rothen rande, und 11 creutztveis gesetzten diamanten gc- zrerct, so die rittcr an einem breiten gewasserten weissen und mit ei. nein rothen rande eingefastcn bände über der rechten achsel nach der lincken seile zu tragen, nebst welchem sie auch einen 8 eckichten gestickten silbernen stcm aufder rechten brüst führen,worüber ein silbem creutz mit rother einfassuilg und den Worten: L. V. uLLi i i u i oic zu sehen ist. Es wird dirser ordcn auch denjenigen, so nicht von ss> hohem stände sind, wenn sie sich nur ums reich verdient gemacht, mitgetheilet. iu lliNerc. ll-orißine orMli. Oane- tzrvgici. entvvurll'llLrrltcer.orciea2)s. kLrz lV lib, 6 c. 7. h. 9 leg. Daneburg, eine festung, welche von den Dänen aufderküste von Coromand cl in Asten angelegt worden. Dane-gelt, war der name der allerersten tare, womit jemals die Britannische Unterthanen von ihren Königen belegt worden. Demi, als zu ansgange des 10 seculi der König Ethelred sich genöthigt sahe, von denen in Engelland eingefallenen Dänen mit roooo pfund einen frieden zu crkauffen, weiche summa hernach jährlich von neuen gefordert und immer gesteigert wurde, ließ gemeldeter König, und zwar, wie einige schreiben, auf Edrics, Hcrtzogs von Mercia, ansttfften, seine Unterthanen so viel, und noch mehr, zahlen , als zu dem gedachten tribut nöthig war, welches auch nachge- hcnds, da die Dänen nichts mehr zu fordern hatten, eine sehr lange zeit contmuiret, und endlich in andre auflagen, unter andern narrten , verwandelt worden. -/vw r. ^>. Danes / (Petrus) oder Danesius / war von Paris gebürtig, und studirte unter Budäo, Joh. Lascare lind anderen gelehrten leu- then. Francissus I machte ihn an. zum uroseNor der Griechi- sel>cn spräche, rmd Henricus II ernennte ihn zum mtorm-kor seines Dauphins, gab ihm auch das Bisschofftyum zu is Vaur. Man brauchte ihn in verschiedenen ambassaden, und aufdem conciij- zu Tridenk hielt er eine vortrefllche rede, welche nebst den actcn dises conciiii zu Löwen an. I ?Ü7 gedruckt worden. Als ein Jtaliäner auf. bemeldtem conciüo imf einen Frantzösischen i^oLorem, welcher die rnit den geistlichen amtern im schwänge gehende mißbränche des Römischen Hofs gestrafft, sehr loßzog, und mit einer allusion auf das wort Lsiius; welches so wohl emen Hahn als Frantzosen bedeutet, hönisch sagte: LsUus cLn»r; antwortete ihm Danes sehr empfindlich : Uriiiam ->cl csnrum rcllpilccrer l'e:rus. Er starb zn Paris au. i; 77 im 62 jähre seines alters. Ob er gleich beständig den üuciill obgelegen, hat er doch keines von seinen schrifften an den tag gegeben / wie SammarthanuS berichtet, wiewol Lamwjus ihm verschiedene wcrcke beylegt, als llollcczilicuir, m nueüs. I ullreiulu rexrorisz llciiolls i« LrlLvr«!eui Lc 1'e,tul- D » lj«nuu,; öan lianum; expIleLtionss vkkcuriorum Iocorum, gu« rsm »pull tscroz, »>!,!> rr> piokknos suttvrss rsperiunrur. Genebrardus gedencket siiner zum össtern in seiner cllronologic. Kitt. Lc IsMsr' »66it. "I . I. x. 464 L««6ettripr. tec. >6. Teiler vier 6e- komm. illutt. 6cc. Danhauer/ (Ich. Conrad) war zu Kundringen im Brißgau an. - 6° z den 24 martii gebohren / und legte den gründ seiner studrm in der schule zu Straßburg, dahin er an. 1610 geschickt wurde. Er setzte dieselbigen aufder Universität daselbst fort, und wurde an 1619 N3cc»I»ureus, aN. l62l pkiiokopki^ räüAitter, und aN. 1622 boöcs isuresmg. Hierauf wandte er sich an. 1624 zu dem ttullio rkcolo. xico. lind nachdem er unterschiedene mal disputirt, begab er sich an. 1625 nach Marpurg, und von danncn nach Altorff. Er wurde auch Hofmeister bey 4 Tricks von Regenspurg, mit welchen er an. 1627 nach Iena reisete, und daselbst Majoren^,ind Gerhardum horte. An. 1628 berieffman ihn wiedrum nach Straßburg, um allda >->- lxcÄor des prediger-coNsgu zu werden, worauf er daselbst an. 1629 krottttdr cloqucuriL, aN. l6z; ?rof. rkeoiozis-UNd c.Luonicus'rko- mam», im folgenden jähre aber ooäior wurde. Hierauf hat er noch andere ansehnliche ehren-stellen an diftm orte bekleidet, biß er endlich an. 1658 n->ttor in der obersten kirche, unies des kirchen- eonvents und Oec»nuz dos c»piru!iiKomLii> worden. Man wolle ihn zwar auch an andere örter haben, als nach Ulm, Franckfurt am Mann, Rostock und Dantzig, er blieb aber zu Straßburg. Gegen die Catholische und andere die nicht glaubcns-genossen, bezeigte er einen grossen cifer; insonderheit war er der vereinigung.dcrLutheraner mit denRcformirten sehr zuwider,ohnerachtet derChurfürst von der Pfaltz, Carolus Ludovicus, ihn zu gewinnen suchte. Wcßwegcn er auch mit Johanne Duräo, der dises unions-wcrck sehr eifrig trieb, zerfiel, und als Danhauer kurtz vor stimm ende gar hart wider Du- räum geschribcn, auch ihn beschuldigt, daß er es weder mit den Re- formirten noch mit den Lutheraner» hielte, provocirte diser zu dem Richter-stuhle Christi. Er hat auch einen streit mit 1 ) Rcinbohtcn, Superintendenten in Holstein, gehabt. Denn da diier an. 1645 seine >r>»uxursl-6ilput»uc>n llc carcckcii vereruiu hielt, und darinnen setzte, daß bloß die lloßmzr» rsreck-cic» > d. i. dieienigcn lehren, welche unmittelbarer weist in dem Worte Gottes gegründet, und zwar nach dem verstände, den die worce mit sich bringen, zu glauben nöthig wären, geschahe es, daß, da Danhauer an. 1650 sein ssg»»»- nem in croelisllcu kyprrslpitten oder ll!L>or;iiiii pro mytt-rio kyncrc- ritmi LitverNis oüxrum juniorem heraus gab,er zugleich Reinbohten des ssncreklimi beschuldigte; woraufsich Reinboht an. 1644 in einer rede von der wahren kirchen-einigkcit vertheidigte, welches dan gelegenheit gab, daß sie beyderseits in untersthiedenen styrifften bist jachen ferner berührten. Da solches fast über 12 jähr gewahrt, entstand unter ihnen eine neue streitigkeit über die frage: ob der H. Gast auch von dem Sohne ausgehe'/ denn da Reinboht behauptete, daß bist frage von fo grosser Wichtigkeit nicht wäre, und die Griechische kirche entschuldigte, gab Danhauer an. 166; ein buch wider ihn heraus, unter dem titul: ttllus vinllcx, darinnen er ihn beschuldigte , daß er den irrthum der Griechen wider aufwärmen und in Deutschland einführen wolle. Er starb endlich den 7 9ber. an. 1666. Unter stinen schrifften sind sonderlich bekannt, Kermsncurtt» . ttu >llc» Koni inccrpreris 6 c mLÜiioü csluknniaroris; > 6 es Koni llikpursroiis 6 e m.rliriott kopkittir ; -Irittoreics rcllivivus contra Oorn.xnim ^cluicam , Wider welchen er auch sonsten noch unterschiedene heraus gegeben; ferner kollokopliisckrittttn»; Kollomol i» Ipirirus ?4p»u; ko6om»riL lpirirus Lalviniani ; ckr>tt.ri;, leu kittori» eccttll»tt. z priorum pott ckritt. nsr ksculorum; collsxium llcc»logicum ; catechisNUls-Milch oder erklärungdesChristlichen catechismi, rc. undvile andere, kiogr»pk clicac mcmor. ccclck. kec. ,7. 4/s//s7«r illiZ. all Kitt. cksrk. Ovmkr. Irecrer-Kitt. k. II. l. >7.c. 6 §. 48 kbc. Daniel / der 4 unter den grossenProphcten war aus dem staute Juda. Als die stadt Jerusalem durch den König Nebucadnczar von Babel a.^i. ;;77/ > - 607. v. o. ,146, oi,mp. 41, i erobert ward, führte man ihn nebst dem Könige Jojakim lind den vornehmsten des landes gefangen nach Babel,allwo e: ncbstHanania Milael undAsaria in dcsKömgs Hof zu dienen erwehlet, und ihm der name Belzazcr gegeben wurde. Es befahl auch dcrKönig seinem obersten Kämmerer Aspenas, daß sie z iahr am Hofe erzogen und von der Königlichen tafcl gcsveistt werden sollen; allem Daniel wolle sieb mit der speist und dem tranck dises abgöttischcn Königs mehr verunreinigen, lind bath sich daher bev dem oberste» Kämmerer aus, daß sie nur zugemuse essen und wasser trincken inöchlen, woben sie aber eine viel bessere gestatt bekamen als die andern, die von des Königs sveist assen. Da nun die zeit herben kam, daß sie dem Könige dienen sotten, wurden sie vil klüger und verständiger als alle sternseher und weist im gantzcn reiche erfunden; daher er sie zu vornehmen bedienungeu beförderte. Nachgchends erklärte er a. ki. ;4°8, a.ei ^76, oiymp.-!,.!, v.o. 178. Ncbncadnczam stillen träum von dein bilde der4Monarchien der weit, und ferner den jcnigen von einem hohen bäume, daß dadurch Nebucadnczar vorgebildet würde, wie selbiger von seiner Königlichen gcwalt verflossen,und diese einem andern gegeben werden solle. Er laß auch . )428,-*.c tsü,v.0.198,Olymp 56,1 dcmKönigeBelstlzcrdieschrisst, welche eine Hand an die wand im Königlichen saalc geschribcn hatte, und die das urtheil über bist» Printz in sich hielt, wofür ihn Beliazcr mit purvur kleiden, und zu dem dritten Herrn im Königreich machen ließ., Als Darms aus Moden das reich eingenommen , setzte er darüber 120 Landvögte, und über selbige z Fürsten, darunter Daniel einer war, der alle andere Fürsten und Landvögte weit übertraf, deswegen ihn auch der König über das gantze König- dan reich zu sitzen gedachte, da denn jene nicht nachliessen, den Dame! bey dem Könige zu verklagen, und sonderlich, daß er des Königs gebott übertraten hatte, biß er zu den löwen in den graben gewors- fen wurde. Da ihn aber der Konig noch des andern tags lebendig antraff, ließ er ihn heraus ziehen und seine ankläger davor hinan werffen. Er bekam auch seine vorige gemalt, und lebte noch unter der regierung Cyri in Pcrsien. In der schafft stehet, daß erm dem dritten jähre Cores, das ist -e »4.1449 - o.noch grolle offen- bahrungen gehabt. Es sind von ihm verschiedene geflchter und weh- sagungen, so er gehabt, aufgezeichnet worden, als von den 4 Reichen der weit, von dem reiche Christi, von dem ende der weit, und von den 70 Wochen, rc. vil. vropkcr. pratt in OLniel; Ue Lc mortc iüncior Iil>. r. kttlor läcc llc kcripc. cccl. öc äe vcrbo I. i.cLp 9. comm. in Osn, Tornreür« in rmn. sn. m. Z42.6 leg. l. k. lle60Ä. rcmn. c. ieo liittoii ccitici. cin V. 17 !. l.c. c>. Daniel / wurde König in Franckreich, s. Chilpericus. II. Daniel / ein Syrischer lehrer von der stete der Jacobiten , schrieb in Arabischer spräche einen auszug der constitution der kirche der Jacobiten, weicher von ubi-Liiam« Lcliettenii übersetzt worden. csrLlog tcr,pc. Oksllisic. Daniel / (BarMariam) ein Syrischer fcribent, welcher, eine kirchenhistorie in 4romis, jngleichen eine chronick geschrieben, r- 1,7« Lcripc Lcc. Daniel / Ertz-Bisthoff und Churfürst zu Mayntz, aus dem Zl- delichen gefchlecht derer Brendelvon Homburg,gebohren an. i;rz. Er bekam gar zeitlich in der dom-kirche zu Speyer ein Canonicat und wurde bald darauf ScUM-iUcus daselbst. AIs er sich an. iz;; aufdem Reichstage zu Augspurg befand, gieng der Ertz-Bischosf zu Mayntz, Sebastian, mit tode ab, da er denn, als o-nomcu- dieses Ertzüstiffts, eiligst zurück beruffen wurde, um der wähl eines neuen Churfürsten beyzuwohnen, welche ihn wider »erhoffen selbst traff. An. in-wohnte er wiederum dem Reichs-tage zu Augspurg bey. An. 1561 legtecrden grund zu einem Jesutter-collegio in Mayntz. An. 1562 krönte er den RömischenKönig Marimilianum II in Franckfurt amMayn. An. i z 7; richtete er zu Heiligenstadt in Eichsfelbe ein Collcgmm vordie Soc.Jesuauf. Ferner löstte er einige versetzte guter ein, worunter Horberg und Wirbsen waren , bauest auch das zerstörte schloß S. Martmsburg wiederum auf. Hiernecdst brachte er die Erafschafften Rcineck und Königstcin an sich, davon icne den Grasen von Nostitz verliehen,diese aber mit dem Ertz-stifft vereiniget wurde. An. 17 7; setzte er Rudolpho l l zu Augspurg die Römische crone auf. Nachgchends hielt er sich beständig zu Aschaffcnburg auf, biß er an. 1782 an seinem gcburts-tage das zeitliche gesegnete. Bey seiner bcerdigung soll an Hellem tage ein heUgläntzcr stcrn über der dom-kirche gestanden haben. epilc. 6s rcbus iV.oß. Daniel / von Winchester, Bischoffvon diser stadt, lebte zu den zciten Bedä in Engclland, stand seiner kirche 42 iahr vor, und starb an. 746. Er hat verschiedene historische wercke gcschriben, als 6e re- bus ^cltis Lsxonum suticslium ; IiiltoriLm llus provinciT ; 6e inku!» vecMsi 6c vil» s. o-tr-sk-pilcopi, Lc. Baronius bringet auch von ihm eine epistcl an, welche er an 8. Bonifacium zum unterricht der un- gläubigeg geschrieben. öc 6s stripr, okr. 724. 6s Kitt. I-Llin. I. 2 c. 28. Daniel / (Gualthcrus) ein Cistercienscr-Münch, starb uni das jähr 1172, und verließ verschiedene schriffrcn, als 6e conceprione 8 .. Iy!sri.r;6c virAi»irsrcsjur6cw;6c vcrssniiciris;öcc äs lcripc. /Inpl rchc/-.ktt>i Oittcrc. Daniel/ (Samuel)cin Englischer ListorimsundPö-t, ist gebohren uni das jähr C. i > 62, bey Tauntön in Sommerstl-skire. Indem 19jähresiincs altcrswurde er ausgenommen in Mariä Magdalena Hall zu Orfurt, alda er sich auf allerhand studien, insonderheit auf die histori und po-tic gelegt, und noch in seiner jugend proben von dieser letstern kunst hervor gegeben. Nach z jähren verlies er die Universität, und weiß man nicht eigentlich, wohin er sich hierauf begeben, oder worinncn er für etwas zeit beschäftigt gewesen, als daß er P. Jovii buch cst i'süc-i; ins Englisch übersetzt und mit-einer schönen vorrede an. i;8z zu London heraus gegeben. Nach diesem ward er an Hof beruffen, stubud bey der Königin, deren kämmcrling er war, in grossen gunsten, und käme wegen seiner historischen wisse »seh atzt und dichtkunst in solchen rühm , daß in beiden niemand ihm gleich geachtet wurde. Die damahls berühmten mäner Camdenus, Owenus, Hoskinuö rc. pflegten vertrauliche freundschafft mit ihme. Endlich ward er des Hoflebens müde, und begab sich in die stille und ruhcstand, auf sein landgut, welches in einem dorfBekington in Sommerset-shire gelegen, und starb alda im 8ber 1619, da ihm auch cin grabmahl auf Unkosten seiner vorher qewesten lchrjüngcrin Anna Aifford, einiger rechter und erbin des Hertzogs von Aifford, hernach Gräsin von Pembrok, aufgerichtet wurde. Von ihm hat man sehr viel O^rmiiiL in Engl. sprach , als kttulopkilus : Ike compiainr vk Ivo- Hmun6. OeNa. rke 1ro^ss6ic ok kkilorss. Hymens Iriumpk : rke qucsli« ä-c.,6,a. OlsopLkcs Lc. sonderlich siin Opus ksroicum V 0 N dem streit zwischen dem hauseLancaster und Zork rc. in 8 büchern getruckt,samt übrigen voemsrwus zu London M4r° 162;. In ungebundener red hat Man von ihm die OoNetticm of rkc kitto-y ok Lnßl4„6 iu koi. von ansang bis auf Eduard IN. welche hernach von unterschiedlichen, als Gvdwin, Trüffel rc. ist cvntinuiert worden. kx Sjus tcripc. öc V^oo6 snri^. Oxon. * Danielowi; / eine Adeliche familie in Polen, zu deren stamm- vater man Graf Hunden angiebet. Derselbe zog mit einer armee König öan König Daniel»in Haltcien und Wlodomirien in Rußland zu hülste, und nahm dessen bruders tochter zur ehe, mit weicher er einen söhn zeugte, dem erwehnter König in der tauffe den namen Daniel bey- legre. Nachdem desselben söhn Danielowiz, nach Rußischem gebrauch /genennet worden/ist solcher name bey dem geschlechte verblieben, welches sich nachgehends in Pocutien, Rsth-Reußen und in Pohlen ausgebreitet. Um die mitte des löste, lebte Stanis- laus Fähnrich von Lemberg / und hatte r söhne i Y Iohannem/ Woywoden von Roth-Reußen, dessen söhn gleiches namens an. i ü Hauptmann von Corsum war; 2) Nicolaum / der zu erst Ca- stellan von Lemberg, hernach aber Cron-Groß-Schatzmeister ge- wesen.Desletzternsöhne waren i) Joh.Nieolaus/derselbe besaß viel HauptmanschafftenMd lebte noch an. 1646 alsCrsn-Groß-Schatz- meister. 2) Petrus, Cron-Vorschneider und Hauptmann von Par- kow.;) Stanislans, «Ltarost von Czerwonogrod. 4) Francistus, bekam die itztgedachte cK-rZs, nachdem jener verstorben. 5) Nico- lausll, unter-Cämmerervon cuei«. Danielowiz / eine Adeliche familie in Litthauen, welche mit der vorhergehenden in keiner verwandschafft stehet, besitzet ihre gü- ter in der Woywodschafft Minskie,!und wird derselben an. 141; in den Reichs-tags-aeten zu Hrodlo gedacht. Aus derselben stammet her Alexander Danielowiz , Fürst von Menschikoff, dessen satter ein RüßischerOber-offieier unter dem regiment von Semenovs- ki gewesen. Er selbst kamgar jung in Czaarische dienste, reisete nachgehends mit dem Czaar Peter Aleriewiz nach Teutschland, Holland und Engelland, und brachte es durch seine treue diensteso weit, daß er dessen erster Favorit,General-Feldmarsthall über alle armem, General Gouverneur über Jngermanland, Carelen und in Liefland, ObristerHoffmeifterdesCron-Printzen,Ober-PräsidentüberalleL-,i- Ritter des Polnischen weißen adlersrc. worden- Der Kay- ser Leopoldus erhub ihn in desH. R. Reichs-Grafenstand, worauf an. 1705 der Fürstliche csrE» ersolgete. 0ri> kol.'r. Dann/Tannes oder Thann / eine kleine stadt, mit einem darzu grhöciacn amt, in dem Sundgau , hart an den grantzen von dcmOber-Elsaßund von dem gebiet der Abtey Murbach/andern fluß Thür, zwischen Sennen und S.Damarin , gelegen. Jchhe dabey wäre vermalen aufemem berge ein feines schloß, Engel- burg genannt; dävon aber jetzt nichts mehr zu sehen. Bey der Vorstadt , namens Rettenbach, befindet sich der berg, Rang / worauf sehr guter wein wachst, den mandavon Rangwein nennet.Im jährigen kriege käme dieser ort mehrmalen in consideration, ist auch würcklich ein sehr wichtiger paß gegen Lothringen. * Danneberg/ ein Lüneburgisch schloß , stadt und Grafschaft an der Jetze oder Jetzcl, welche nicht weit hiervon in die Elbe fällt, der letzte GrafNicvlaus soll an. izoz oderi;i2dicselbean Hertzog Otten den strengen zu Lüneburg verkaufft haben. Nachgehends ist das schloß an andere Herren gekommen, welche sich aufdie raube- rey geleget. Hierüber'bcschwehrten sich sonderlich die städte Hamburg und Lübeck bey dem Kayfer Carolo I V, aufdessen verordnung Hertzog Albrecht zu Sachsenund Lüneburg , mgleichen Hertzog Nudölph zu Sachsen an. 1; 76 das schloß Angerissen und aufs neue unterLüneburgische Herrschafft gebracht. Damals stunden nur etliche fischer-hauser bey dem schloß. Nach der zeit aber ist der ort zu einem ziemlichen städtgen erwachsen. Von an. 1 ^ 66 bis16; 6 ist die stadt samt den dazu gehörigen amtern, und der daran gelegenen Grasschaft Luchow als ein besonder Fürstenthum von Hertzog Heinrich , dem stamm-vater des neuen Braunschweigischen Hauses,und dessen söhn IulioErnesto besessen worden. Nach jetztgedach- tenHertzogsIuliiErnesti tobe ist diesesFürstcnthum an dessen bruver HertzogMgustum, und von diesem aufHertzog Rudolph Äugustum gefallen, welcher dasselbe an. 1671 an Hertzog Georg Wilhelm zu Zelle gegen dessen vrätension an die stadt Braunschwelg und das kloster Walckenricd überlassen, daß es also zum Chur-hause Hannover gehöret. DasFürstliche schloß liegt fast mitten in der stadt, und ist mit einem hohen thurm von gebrannten steinen, und andern ge- bäuden wohl versehen. In einem alten thurm, der aufdem schloß- platz stehet, soll ehedessenderDänische König Christiernusgefangcn gesessen haben. Die stadt Danneberg ist,wie gedacht, viel junger als das schloß, und hat an. 1603 von dem feuer grossen schaden gelitten. Derort ist wegen der zur vieh-zucht acker-und Honig-bau bequemen gegcnd,und des Jetze-stroms sehr nahrhafft; insonderheit wird viel geld von der groben leinwand , Pechtling genannt, gemacht, welche häuffig nach Hamburg und von dar nach Engelland und Norwegen gebracht Wird. copogr. 9, 71 leg Dannenberg/eine alte adeliche familie in Nieder-Sachstn, welche zu Broseiitz in der Grafschafft Dannenberg im Hannoverischen 2 adeliche schlöffet hat. George war Hertzog Heinrichs zu Braunschweig Kriegs-Rath; und um das jähr 16; 7 war emer dieses geschlechts als Schwedischer Obrifter indem zojahrrgen kriege bekannt. Äoö. Dannewitz / Danwin/eine adeliche fanülie in Oesterreich, welche auch in Schlesien ansaßig gewesen , aliwv sie aber an-1661 abgestorben. Caspar von Danwitz auf Johns-unv Bischdorff, war anfangs Schlesischer Land-Rath , Uild hernach der Ertz-Her- tzogeMalthiä rind MariMiltani II von Oesterreich Rath und CaM- merer. Balthasar hat bey gedachten Ertz Hertzogen die cksrgs emes Trabanten-Hauptmanns und Mundschenckens besessen. Ioachrrtt der ältere aufKarbischau, hat bald hernach als Königlicher Land- gerichts-Beysitzer in den Fürstenthümern Oppeln und Rattoor flo- riret; dessen sohnJoachim der jüngere aufKarbischau,hat sich durch seine theologische Wussten bekant gemacht, und ist an. 1661, als der letzte feines gcjchlechts in Schlesien verstorben.^/--Lci-Iel. cuuoll dütt rz Dantes Atigheri / siehe Alighörft Dames / (Petrus Vincentius) gebürtig vonPerügiaausdeM geschlechte der Rainaldi, warm allerhand wissenschajften, besonders in der bau-kunst und mathematic / sehrerfahren. Weil er in der dicht-knnst demDantesAligheri nachahmte, es ihm auch fast gleich that, wurde ihm der name Dantes gegeben, welches feinen nachkommen fo wohl gefiel, daß sie nichtmehr den namen Rainaldi gefuhret / sondern an dessen stelle den namen Dantes angenommen. Er hat nicht allein einige sonderbare machinen erfunden, sondernauch einen comm-mLnum über die tpfls-rLm goksnms äeSL- crotzotcogeschrieben. Erstarb im hohen alter an. iziL, und hinterließ einen söhn und eine tochter, die auch beyderseits mecckwürdig sind. Der söhn, Julius Dantes,war gleichfalls in mathematischen wisscnschafften, und sonderlich in der bau-kunst wohl erfahren ,unv schrieb einen tractat a- aNuvione i'-beris ; ingleichen anmercknngen jn ornLmenr 3 2rLtiireÄurD,nnd starb an. I? 7 ?. Die tochter, Theo- doraDantes, muffe sich an. 149? aus der stadt Perugia wegen der pest auf das land begeben, dasie von ihrem vatter in mathematischen wissenschafften unterrichtet wurde, selbige auch so wöhl begriff , daß sie einige schrifften davon verfertigte. Es-»«- in ^cken. Nugullo; Dantes / (Jgnatius) Julii söhn und des erstgedachteü Petri Vincentii enckel, wurde zu Perugia gebohren, und begab sich in den ordcn der Dominicaner. Er war in der Philosophie und Geologie , sonderlich aber in der mathematic wöhl erfahren, derowegett ihnder Groß-Hertzog Cosinus I nach Florcntz bcrieff,welchem er die ipliL-rsw und die bücher Ptotemäi erklärte. Er lrhrteauch öffentlich diesewissenfchafft, und hatte anfdcr academie zu Bonottien viel -u. Uirores, da er über die geograpbie und cofmographie laß. Der rühm, welchen er durch seine wiffenschaffterlanget, veranlaßte Gregorium xlii. haß er ihn nach Rom berieft, undihmdie Verfertigung geographischer charten auftrug, welches er mit gutem vergnügen des Pabsts ausführte, und davor das Bischojfthum Alatri erhielt. Sirius v heriesihn nachgehends wider nach Rom, er starb aber, indem er sich zu diestrveränderung fertig machte, den 19 oct. M. 1586. Man hat von ihm unter andern commenr»rioLNereZoIcUeIIz pro- tpeuivL Dantisctts / (Iohanes) sonst»curü?, und mit seinem rechten namenFlachöbmder.genant, war an. 1G? BischoffzuErmeland, nachdem er vorhero Königlicher Sscrecsrius, gewesen. Er hat am ersten au. 1:12 von Dantztg aus anven König von Poblen appellirt, welches vorhero bey den städren in Preussen nicht gebräuchlich war. Er wurde in verschiedenen gcsaudtschafften gebraucht, und erlangte durch seine klughcit uno einen grossen rühm. Er starb an. 1^48. 2>e„e»«cieL9il>:. p.rA/« X«»^ecjrron. üer ÜLiir UsniLig. ?reuk. cllron. 9. 4^9. DaNtziZ/ lat. <2ecls->um und v^nrilcum j Pohlnisth Oäznzjc, ist die wichngstc stadt in dem Polnischen Preussen, und eine von Ven 4 vorncmsten hansee-städten, auch unter die besten Handelsstädte zu rechnen. Sie ist groß, feste und reich, ligt an der Weixel, welcher fluß ihr allen Polnischen Handel zuführet, ohugefchr eine Meile von der Ostsee, an einem Meerbusen- dasie einen vortreflichen Hafen, und einen sehr guten canal zu Überführung der kauffmanns- waaren hüt. Durch die stadt gehet der schiffreiche fluß Motlau, und unterscheidet sie in 2 theile, In einem theile ist eine insul, worauf die Magazinen und korn-fpeichee sind; in dem andern befinden sich 7 grosse straffen, welche creutz-weise durch dcnstlbigen theil der stadt gehen, und sich den dem fchlüssel des canals endigen. Es sind sehr prächtig und wshlgebauete kcrchcn an discm orte. , Die Anwohner sind mehrentheils Lutherisch, theils auch Refornnrt, und werden beyderseits religions - verwandte zu regiments - Personen erwählt. Die Jesuiten haben daselbst auch ein - wiewol ausserhalb der stadt gebiethe in dein fd genannten Schottland. Die merckwür- digsten dinge in der stadt sind die 8 . Marien-kirche, (worinnen ein sehr künstliches gemählde das jüngste gerichle vorü ellend zu sehen ist) das rath-hauß, das zeüg-hauß, die borst, 8 . Dominici platz und a. m. Den grösten Handel treibet sie mit getraide, welches ihr aus Pohlen aufder Weirel zugebracht wird, wom.il sie hernach viele andere Königreiche in Europa versihet, und sollen jährlich bey B r lasten, 14 dan dao dap kästen, der gemeinen rechnungnach, allhier verhandelt werden. Die Pohlen herqegen versorgen sich allhier mit tnch, seide, leder, papir, jncker, öl, specereyen, rc. und der Dominicus-marckt ist einer der ansehnlichsten messen in Europa. Von ihrer erbammg sind die scri- denten nicht einerley Meinung; am wahrscheinlichsten aber ist, daß sie von denGothen erbauetworden-Es gedencket auch schon deGuüo-, so im io seculo das leben des H. Adalbcrti bescheiden, daß gedachter Adalbertus sich aus der stadt Gcdanic weiter in Preussen begeben; wiewol zu den alten zeiten, die stadt gar schlecht mag gewesen und auch durch krieg und feuer etlichmal ruiniert worden sseyn. Daher Subislaus, Suantibori cnckel,-der Visen ort den Dänen aus den bänden riß, in so weit ein erbaner davon zu nennen ist, weil er an. ii 8-: ein schloß daselbst angeleget und die stadt besser erbauet, welche nachgehends mercklich zugenomnren. An. i2oy hat der tuch'' Handel daselbst sehr floriret, wiewol die stadt damals nur holtzern gewesen. Die teutschenOrdens-Herren bemächtigten sich an. izo; derselben, und umgaben sie an. m 42 mit mauren. An. 1454 trat sie unter dem König Castmiro III, mir vorbehält aller ihrer rechte und frcyhciten, widcrum freywillig zum Polnischen Reiche, erhielt auch von dem gedachten Könige neue stattliche pttvil-^, sonderlich die bcfrenungvou allem lribute, ingleichem die beschutzung der see, und was sonst zu Handhabung derselben rechte gehöret, samt der erlaubniß, auf allerley waaren und güttcr, nach erheischung der zeiten und fachen, hilffs-gclter anzulegen. Um deswillen widersetzten sich an. 16,7 die Dantzigcr dem zolle, welcher anfdie nach der Neustadt Uladißlavia gehende waaren von den Pohlen aufdein reichs-tage geschlagen wurde, theils weil sie ohne ihre, eigene ern- willigung durch keine rcichö - comurmioncs zu etwas können angehalten werden, theils weil solcher zoll ihren und des landes pr-vile. 8>is. ausdrücklich entgegen liess. Nachdem König Heinrich III von Franckreich den Pohlnsschen thron verlassen hatte, und hierauf nach vublicirtein mro-r^no ein theil der Republic dem Kayser Maximi- liano II, das andere aber Stephans Bathori beyfiel, erwcblte die stadt die Ocsterrcichtsche,parthcy, worüber sie von dem Könige Stephan» i» die acht erklärt, und an. m 77 belagert wurde. Allein, sie erlangte nichts desto weniger durch Vermittelung anderer Potentaten widerum ihre vorige frevheit, welche sie auch noch beständig besitzet, ob sie sich gleich auf gewisse massc unter der Könige von Pohlen schütz befindet. Die thore und walle werden durch der stadt eigene soldaten verwahret, auch in anwesenbeil des Königs, welcher ihre pnviicßi» jedesmal zu cousirmircn pflegt, ehe sie ihn huldiget. Sie verurtheilcn zum rode auch so gar Pohlnische Edelleute, ohne daß man von ihren scntcntzen appelliren.kam In civil-proces sen aber gehen die ^ppeU.>iioncrdurch die gewöhnliche instantien dcr stadt, und an keine andere Pohlnische als bloß die Königlichen ge- richle; wiewol auch unterschiedene fachen sind, in welchen es bey den abschieden der stadt bleiben muß, obne weitere bcziehung oder appellation an den Königlichen Pohluischen Hof. Sie prägen auf ihre müntzr des Königs von Pohlen bildniß ,,sind eines von den Poblnischen reichs-glidern, und werden als Stände und o„lssisiii der Proviutz Preussen mit zur Königlichen wabl gezogen, um ihre stimme darzu zu geben. Der König in Pohlen hat daselbst die helsste der pfahl-gcldcr s so von denen zur see ankommenden schiften und waaren gezahlt werden,zn gemessen. An. 1656 widersetzten sie sich den Schweden, und düben beständig bey ihrem Könige Johann Castmiro, ungeachtet ihnen die Neutralität von Schwedischer seire fleißig angetragen wurde, und kan man mit Wahrheit sagen, daß List treu und siandhasstigkeit der Dantzigcr gegen der krön Pohlen damahlen bey nahem das meiste zu erhaltung diseS königrcichs vorm gäntzlichennnderizang und zncndlichcrzeunchtung deren vonSchwc- discher teils schon darum gemachte» grosson conguctcn beygetragen habe. Von der zeit an, als der Churfürst von Sachsen Fridcricns Augustttü an. > 697 zum Könige in Pohlen erwählet worden, hat Dantzig so wohl mit Franckreich als mir Schweden, wie auch mit Moskau einige verdrüßlichkeit gehabt. Sie hat über dises ansehnliche Vorstädte, als das Schottland, den Stoltzcubcrg, ivclche beide aber nur in --cciciiLllic- von der stadt dcpcndireii, die Scbedlitz, Nengarrcn,Sandgrube,Petcrshagcn,rc. n- »«lock. Issll. t'olon. in V-inciM e>c prcuM ck-on ssc koruill »nrig. 6crn>. snrig bcl'clir. sscr ll->ssc Osnirig vrcuttz cürcm. öcc. ^ DanviUiers / sihc Damvilliers. Daoiz/ (Stephauus) ein QL„«nici,<> von Pamveloua in Na- varra, woselbst er gebohren worden , war zn ansang des 17 seculi berühmt. Man hatvoil ihm wchccm juris civiliz rli,n rcx:ü- , ii„^ni xinllll.- in 2 banden in fol. und wllicciu jurü ?onc,6c>i gleichfalls in 2 bänden. tzibl. Daphidas / ein gewisser Sovhist , welcher das OrLcuium A- polliniö zu spott fragte: ob er vfcrde zu siner reise bekomme» kv„- te k worauf ihm solches antwortete , ia, und auch einen tödtlichen fall darzu von demselbigen. Daraus reifere er zu fasse von Delphis weg, um das o-ÄLulum auszuspotten, fiel aber Attalo, dem Könige von Persicn , in die Hände , welcher ihn von einem hoben seifen , den man das vferd zu nennen pflegte, herab stürben ließ, weil er ihn in seinen schrrffren schimpflich angegriffen hatte. Vielleicht ist es ebmderienige / welcher wegen seiner poesie bekannt, und auf dem gebürge in Magnesia, Thorar genannt, umgebracht worden. Vossius gedencket seiner unter den Griechischen Poeten, l > c lo ÜX. 14. Daphne / soll, nach der Poeten gcdichtc, des flusscs Penei tochtcr gewesen, und anfibr eigen verlangen von ihrem vakter in einen lorbecrbaum vcrivandelr worden seyn, um des Apollmis liebe zu entgehen. 01^. merzm. 1.1. dap dar Daphne/desTiresiätochter , welche zuDelvhis in so herrlichen Versen weissagte, daß man vorgiebt,Hvmerus habe viel von denielbigen mit in seine wercke gebracht, b,K>. um. 1. 4. Daphne / ein lustiger ort unweitAmiochia in Syrien, am uftr des flusses Orontes. Es war vor zeiten ein dorff mit einem walde, der 10 messen im umfange hatte , welches man für eine vorstadt von Anliochia hielt, ungeachtet es 5 Meilen davon lag. Der wald bestund aus lauter cypressen und lorbeer-bäumen, welche die sva- tziergänge, gleich den fommer-länben , bedeckten, worunter nach den verschiedenen jahrs-zeitcn allerley wohlriechende dünnen wuchsen. Desgleichen war daselbst ein ziemlicher Überfluß von brunn- quellen, welche eilten see machten, so von den bäumen anmuthig ü- berschattet wurde. In diefein holtze war eine berühmte Jüden- schule, lpciu^ genannt. Die Hcyden aber hatten selbigen hayn dem Avollini gewiedmet , welcher sich, nach Ovldii ge- dichte, in vrc Daphncn verliebet; wie sie dann auch einen berühmten tempel darinnen hatten, und eine statue, so an grosse dem ossmpio gleichce; nebst noch einem andern tempel, welcher der Dianä gewiedmet war, und einem gewissen brunnen , welchen man den Daphnis-brunnen nannte. Dieser schöne und über alle Massen lustig zugerichtete ort war auch bevestigt, und hatte eine Römische legion zur besatzung^welche aber so weibisch und wollüstig wurde, daß der Kayser Severus unterschiedliche von ihren Officirern hinrichten ließ, weil sie solchem Unheil nicht vorgekommen waren. Sonstcn haben wir auch einezimlichc auzahl münzen, welche zu ehren der Römischen Kayscrn, und zwar mit lateinischer überschrifft in discr Vorstadt sind gepräget worden, und zum zeichen dessen nmncr auf dem revcrs einen lorbeerkrantz haben, um so wohl auf den namcn Davhne als auf den daherüin iigeuden lor- beer-wald zu alludircn. Die meiste omonc; von ertzcn, die Pcseenii > und andre sonst gar rare Römische müntzcn, welche in denen cabincrtendcr anliguitäccn beut zutage vorgezeiget werden, sind von disem gepzäg.Endlich wurde dise gcgend wegen der allda im schwänge gehenden nnzucht und Üppigkeit dermasscnbeschrien, daß Chry- jbstomus au einem orte spricht: es würde keine tngendhasste und züchtige vcrson derselben zu nahe kommen. Woher auch das sprich- wort kam l Oa^iiniciz moribur vivcre, das ist , liederlich leben. ?oMt>L,»5 MSZiiur ergötzte sich an derschönheit dieses orts so sehr, daß erden cinwohnern mehr land einräumte, um das dorff zu ver- grösscrn. Constaminus ül. ließ ums jähr;26 ein iust-hauß all- hicr ausbauen. Unter Constantü regicrung ließ Gallus, so an. zzi zum Kayser erwählt wurde ,deS Märtyrers und gewesenen Patri. archen zu Antiochia, Babvla, lcichnam hicher dringen, um welche - zeit, nach einiger scribenten bericht, daso^cuium apoiiiiNs aus- gehöret haben soll, antwort zu ertheilen. Desgleichen soll des A- pollinis tempel, alsdcr abtrünnige Julianus des besagten Pätri- archen reliquien von hier habe wegschaffen lassen, an. z ö2 mit blitz und donncr angezündet und zerschmettert worden ssyn. Baronius erzehlt dise hiltoric,und führet Chrnsosromnm zu derer vekräffri- gung an , zu welches zeiten von dijem herrlichen gebäudc nichts mehr als noch eine fäule übrig gewesen. Die Kayser, so nach dem Inliano regierten, bauten an diesem orte der heil. Euphemiä und dem heil. Michael zu ehren kirchcn auf. ü>n. l. s. Daphnis / ursprünglich aus Sicilicn,war ein sobn ^ercurii, und soll die Bucolische verie erfunden haben. Äc«/. 1.4. nur. c. 86 Daphnus / ein gewisser Medicus, dessen Athenäns gedencket. Er zog die nacht-rnhe dem schlaffe bey tage deswegen vor, weil der mond , und folglich alles putrefacirte , zur Verdauung im magen HÜlsse. I. 7- Dapper/ (Olvber) ein k-wssicus zn Amsterdam, welcher sich zu keiner religiou bekannte, rmd an. i6»o Mit tobe abgieng. Er bat sich durch die besthrcibung von Malabar, Coromandcl, Asrica, A- sia, Syria, Palästina, :c. bekannt geinacht, wiewol er diese län- dcr nicht selbst durchreiset, sondern das meiste aus den nisrus anderer Icutc genommen. t-toll. icirclien.unci lcü. Daps / (Emengard) der ro GroßmcisierdesIohtMNiter-ordcich zu Jerusalem, folgte 6ari>erioNeapolitanoan. 1187, und war der letzte Ordens-Mcister unter denienigen , die zu Jerusalem residier haben. Im ersten iahrcssiner regierung wnrdedie stadt denrOct. von Saladmo mir accord erobert, ivclchcr den König von Jerusalem , Guidonem Lusignan, gefangen bekam. Darausbegabcn sicü alle geistliche Ritter-orden , nemlich L- Iohannis , die Tempel- Herren,dierittcrdes hciligcngrabcs , s. Kazari und 5 . Maria von Iermalem anders wohin. Daps gierig mit seinen ordens-brüdern nach Vlargat in Pbönicien, und nach vieriahren nach Ptolemais ^ wlwo er an. 1192 starb, und Gottfried ss<- ooujo» zu stinein nach- ^ folger bekam. Iiiss. cle korll. lle 8. stcLN sse leiuiUcm. ' xiivilcß^s cie vellee. Daranianer / soll in der Türckey der name einer gewissen stete seyn / deren anliänger, nach den lehrsatzcn ibres Urhebers, Dara- ni, alle gute wercke, welche dem leibe wehe thun, zum ercmpel das fasten, die enthaltung von weibs-pcrsoncn und dergleichen, verwcrssen, hingegen allerley fleischliche Wollüste vor etwas zugk lassenes halten. Dardy / sitze Derbishire. Darey / ein Englischer Lord, der sich unter Lenrich VIII mit in die retzellionen mischte, welche in der Prvvintz Porcknntcr den, vorwand der religions-änderungcn entstanden waren, sihe Asse. Dieser Lord hatte zwar schon etinnatzl ocrgcbmig erlangt, ließ sich aber bald drauf zum anderen null Anflechten, oder gerjeth zum wenigsten '.ll^ Mil M st 'SS oar dar 15 ttigsten bey neu-entstandener Unruhe in abermaligen verdacht, und Däves / ein Phrygier, des Vulcani Priester, dessen von dem wüste sich ungeachtet aller eutschuldigunge», daß er sich aus zwang Homers gedacht wird. Er hat eine Historie von dem Trojanischen zu den rebellcn geM, und unter denselben vielmehr des Königs be- Liege geschrtben , welches werck noch zu den zeiten Aeliani Vorhanges m acht genommen, gefangen nach Londen fuhren lassen, da den gewesen, wie diser selbst berichtet. Photius gedenckt auch des- ^ ^7 lm 80 jühr Elnes alttvs vordem Toue ötv kopff abge- ^lben m sMer KiKilOtlieca. Nunmehto aber ist nur eine Lateinische schlagen Warb. «ä'^nZlet. I'.I. p. z^6. Z97. Darda/ eine festung in Sclavonien, anderthalb stunde von Esseck, gelegen. Sie bedeckt das ende der Effecker-brücke, und ist an. 1686 in Christliche Hände gerathen. x-s. x. Le--. Dardanellen / Lak. va^neU^, sind gewisse castelle oder fe- stungen am anfersten ende der meer-enge von Gallipoli zwischen dem Archipelago und dem see 6i Marmora. Bey dem eingange dieser Meerenge sind 2 castelle vor nicht allzulange: zeit gebauet,wovon eines das neue caftell vonAsien oderNatolienMid das andre das neuecastell von Europa oder Romelia genennet wird. Mahonie! IV ließ sie an. 1658 austuhren, nachdem er vermercket, daß die 2 alten castelle, so etwas weiterhin an der meer-enge liegen , nicht vermögend waren, die p-iLge des msr äi xiLrmorL zu versperren. Diese castelle liegen einander gegen über / und die meer-enge ist daselbst nicht breiter, als eine kalbe meile. Das Asiatische lieget auf einem stückgen lan- des, so spitzig zu in die see hinein gehet, und hat mauren, aufwel- chen um und um feste und starcke thürme stehen, deren etliche vier- eckicht und etliche rund sind. In denselbigen stehen stücke, welche allemahl fertig aemachet sind, auf diejenigen loßzufeuren, welche ohne erlaubniß die meer-enge paßiren wollen; jedoch sind sie so übel gepflantzet, daß , ehe man zum andern mal daraus Wessen kan, -er fcind unterdessen einen theil der mauren zu demoliren, und das castcll in grosse gefahr zu bringen vermag. Die in dieser festung befindliche Moschee ist sehr fein. Das neue casteü von Europa lieget Übersetzung vorhanden , welche dem Cornelio Nepoti zugeschriben wird. Die ist mit verschiedener gelehrter leute anmerckungett heraus gegeben, und auch ins Frantzösifche übersetzet worden. bitt. vsr. 1 .11. c. 2. XoMei'» ilisci,I. s. He^ii«it. I I. lyo. 6e irLcl. 6itciyll I. in onomsstico. ss-r- lleliill. l.gt. I. z <8c 6e Qr^cisl. 4. c i.Xrö»,. bibliotv. 6r. I. l.c. s. Darha / eine Afrikanische Provintz in Biledulgerid, nebst einer ftadt und einem flusie gleiches namens, zwischen den Königreichen Marocco, Tesset und Segelmesse. Sie wird in das eigentliche Darha, Jtata und Tafilete eingetheilet. Der König des letztem theils ist auch König von den übrigen, welche sonst öffters den Terifs von Fez und Marocco unterworffen gewesen. Die einwohner haben ihre Häuser fast alle miteinander am stufst,und pflegen daselbst dämme aufzuwerffen, damit sie sich vor dessen Überschwemmung in winters-zeit verwahren mögen, da er hingegen im fommer so wenig Wasser hat, daß sie m fusse hindurch gehen können. Am ersten April fangt er an zu wachsen, und bewässert das gantze land. Wenn er sich sehr ergießt, so folget eine reiche erndte -rauf; geschicht es aber nicht ,/o ist sie sehr geringe. Die vornehmsten eincünffte vifer Provintz rühren her von den palm-bäumen, indem derselben datteln vor- wercks-als kauff-leute,infonderheit aber viel gold-schmide sind. Matt hat auch viel indigo für die färber daselbst. Die einwohner pflegen nahe an dem so genannten Griechischen vor-gebürgeund hat eine Koste heerden von strcmssen zu halten, welche schöne federn, die irregiilare gestalt. Es sind einige Häuser darinnen für den Aga und Mwartz v weiß, imdbtßwellcn grau sind, aber kein zum essen taug- die , i->>m eine- rnnssuee. deeen mnen>ieu>>->nceUenlich imd liches fleisch haben» Die darinnen befindliche städte sind Benisarich, Kikra chLinzeda, Tmgadel, Tinzulin,,die grösste der gantzen Pro die Officirer, samt einer Moschee, deren thurmsehr ansehenlich und hoch ist ,,gleichwie auch alle dastlbst befindliche Häuser, indem sie auf die hohe des orts gebauet sind , von welchem man aufstuffen herab steigen muß, wenn man die stücke loßbrennen will, welche dein wasser gleich ligen. Etwas weiter hin an der meer-enge sind die alten Dardanellen zu sehen, welche auf eine halbe meile einan- bergegcn überligen. Das Asiatische, welches insgemeinAbydos ..... ..... genennet wird , istviereckicht, und hat 4 thürme, unterwelchen ihren namen von dem grossen fluß Darien, welcher sich in den Zoif-, derjenige, so zu nächst an berste stehet, viereckicht, die andernaber von Darien oder Uraba ergeufl, lind ist sonderlich wegen des streits rundsind. Mitten in diesem castell ist ein grosser viereckichter thurm, .. auf welchem einige seld-fchlangen gepflantzet sind. Hinter dem castell ist ein groß dorff, welches von Turcken, Juden und etlichenweni- mntz, Tameaeruk, Tabarnast ein schloß, Timezgait ein befestigter platz, und Afra ein schloß auf denLybischeN gräntzen. c---> lleicr. Xtr. I. 7. A liill. 6cs Q'Nerifs. Darien / eine landschasst in i'errs llrms, im südlichen Ämerr- ca, nicht weit von Carthagena ,,den Spaniern gehörig. Sie hak , sten bewohntwird. Dieser ort ist allein deswegen zu achten, weil er sehr vortheilhafftig liget. Die meisten von den daselbst befindlichen stücken sind ohne lavetten. Es sind derselben ohngefehr dreyßig, unter welchen die kleinsten So pfundig sind, mit welchen man aus Asien bis in Europam Wessen kan, ungeachtet die steinerne kugeln, womit man zu Wessen pflegt, überaus schwer sind. Das alte castell von Europa, welches Sestos genennet wird / liget auf einem Hügel. Es hat eine dreyeckichte form, ausgenommen der Domon, oder der höchste und festeste platz, so rund ist. Es ist mit zo sechtzig-pfündigen stücken gepflantzet, welche bis in Asien Wessen. Dise stücke sind krumm und ungleich gepflantzet, damit sie nicht etwa», wenn man sie loßbrcnnet, das castellaufder andern feite beschädigen mögen. Wettn ein kauffmanns-Wffan eines von den besagten castelle» kömmt, muß es daffelbige mit 7, c oder wenigstens ; stück-schüssen bcgrusscn s istes abcr ein kriegs-schiff, so muß es 11, y oder 7 Wisse thun, worauf mit c, z oder 1 schlisse geantwortet wird. Hieraus muß das schiff mit 7, ? öder; schüssen Lancken , und so dann mag es nach Cvnstantinopel fort segeln. Wenn sie aber davon herkommen, so müssen die kauffardey-mw bisweilen auch die kriegs-Wsse vordem Asiatischen castelle stilleliegen , sich visitiren lassen, und das durchfahr-geld erlegen. Von den Christlichen schissen dürsten nicht mehr als 5 zu gleicher zeit durch- paßiren. voysZL cic QooÜsntiiwjile. Dardania /einaltes land in ober-Mösien,welches hernach ein theil von Dacien worden. Es ist eigentlich der mittägliche theil von dem heutigen Servren, darinnen Nizza und Uschub liegen. Es ist auch eine stadt dises namens in der provintz Troade, welche Dardanus gebauet. ch-c. Dardaiius / des Jovis und der Eiectra, einer tochter des Atlantis , söhn, welcher aus Creta , oder ,,wie andere wollen, aus Italien, wegen der an seinem bruder verübten Mordthat,entflöhe, und den gründ zu der stadt und dem Königreiche Troia legte. Er bauete aufbem berge Jda die stadt Dardania, welche von Tros, einem seiner Nachfolger, Troja genennet wurde. Er regierte ungefehr ;i jahrvon ä.. L. 1^77. IN Linon. kE-e. bibliotll. 6r. 1.1. c. 4. tz. S. Dardanus oder Dornadilla / ein Schottländifcher König, welcher noch vor Christi geburt anfangs sehrloblich regierte, aber hernach dermalsten umschlug, daß ihn endlich seine underthanen ermordeten. Xm-ba». ViN> §cvlic. Äardanus / (O!sullm5 Nolltiumuz) ?r-LfeLrus niTiotH in Gallien, durch dessen anstifften der tyrann Jovüms, welcher um das jähr 4" den Kayserlichen titul angenommen, von der »manc-mit Ataulpho , dem Könige der Gothen, abgezogen, und ums leben gebracht worden. S. Augustinus und Hieronymus schrieben an ihn; desgleichen wird seiner in QvNics il ULoNoiisno gedacht. 8 i 6 o- niu- ^xoNinsris sagt , daß bey ihm alle laster zusammen gekommen wären. kl'oAei'- in ciiron. Lori xöeoitos 171. ll«ü«Lurioliibus. LÄoÄ, X- l. xrotox. bekannt, welchen die Spanier mit den Schottländem daselbst gehabt. Denn an. 1699 im aug. liessen die Schsktläuder nebst andern schantzen das kv« Andreas allhier aufwerffen, und wollen eine rechte colonie daselbst anlegen; allein die Spanier griffen an. 1700 mit 11 krieges-schiffen dieses an, Und nöthigten die Schottländer gantzlich von dar abzuziehen, welche, weil sie den Verlust diseS vortheilhafften orts sehr empfunden, den 2; may des besagten jahrs bey dem Könige in Engelland anhalten liessen, daß diser ort mit gemalt möchte eingenommen werden. Allein den 8 Nov. wurde ihnen die Königliche leivlurwn ertheilet, daß wegen gewisser Ursachen und besorgender grösserer unruhe solches nicht könte ins werck gerichtet werden. Daries / ein constii zu Marseille, welcher nebst noch einem andern,mit namen Bonifacius, im apr. an. i;8; einen aufruhritt bemeldter stadt erregte, und das castell Nostredame -x- !s «s-cic anfiel , allein nach z tagen samtseincn mitgestüen aufgehangen wurde« kill, 6c iüciir III, Darms / mit dem zunamen Medus, von dessen regierung lind Ursprung die scribenten unterschiedliche gedancken führen, soll, nach der meisten meynimg, der in den pivLn smoribus hemeldte xsboni- 6es seyn, und 17 jähr regiert haben, nemlich von X k. 198 bis 216, oder von^ ^428, a.c. ;;6, biß 1446, x.c. 5?8,daCy- rus, der Perfier, Babylon einnahm, und die Persiacksche Monarchie anfleng. Dise Meinung behaupten Berosus, Josephus Scaligex und andere mehr wider ben Torniel, Salianum, Spondanum rc« welche dafür halten, baß diser Darms des Astyagis söhn sey, welcher von müterltcher linie des Cyri veter gewesen, den sie Cvararem nennen. Darneben geben sie vor, daß er mit Cyro über die Chal- däer regiert habe; zum wenigsten erklären sie dadurch dasjenige, was Daniel von ihm meldet, daß er nemlich dem Belsazar im 62 jähre seines alters succedirt habe, welchen er auch umgebracht. Dises ist eine von den berühmten historischen streitigkeiten bey den scribenten« Pererius erzchlt in seinem commemsrio 7 unterschiedliche Meynungen , unter welchen er sich vor die letzte erkläret« Man hält ihn für denjenigen, welcher den Daniel hatlassen in die lowen-grubewerf- fen, hernach über zu hohen chren-stellen erhoben. ! i.a-W. ^06210. c ic> X in Osnie!. c 5 < 5 :9. §. 6e evmx>. eccict. Irirr-- in cticon. lLcio- c, ;4 6ci's-s'v-M 60Ä. rsnip.!. 10. c. 81 9, lo SrL-»--- X XI. Z 454 , Z472, Zs 6 Lc. Xiccrsü cvionoi rekor. c 1.1 c. 6. in csnon, ciiron. öcc. Darius /1, Hystaspis söhn, welcher General über die armer war, nahm sich mit s andern Persianischen Edelleuten vor, den verstellten Smerdin, welcher sich der kröne angemaßet hatte, von dem throne zu stürtzen. Als nun solches glücklich von statten gegangen, wurden sie eins, daß sie binnen 2 tagen an einem gewissen orte in der Vorstadt zusammen kommen wollen, da dann derjenige, dessen Pferd zu erst wiehern würde, zum Könige erwchlet werden solle. Nachdem nun Darii pferd durch list seines staümeisters Oebares solches zu erst that, wurde erKonig /r n. 2; z, omnp. 64,4.4. ic:. x. e. ;2i. und that darauf; berühmte feld-züge. Denn zum erste« nahm er Samos weg, und machte Sylosonem zumLouve--ieuida- von, von welchem er in Aegypten einige gütigkeit genossen hatte. 16 dar Zum andern belagerte er Babylon, und eroberte solchen ort , nachdem er 20 monate davor gelegen, durch Zopyri listigen anschlag ss- 244, 67,4. ^i> 4474, Drittenszog er wr- der die Scythen zu felde, so in Medeneingefallen, undgriffsslbrge mit 700000 mann und einer flotte von 600 segeln an. Desgleichen schlug er auch eine brücke über den Bosphorum, um in Europam hinüber zu paßiren; allein, biser feldzug, so n. 246 , 68, 1. 1^. Z47S, L- ?°8 geschahe, gerieth ihm nicht nach fernem Wunsch. Als er widerum zurück gieng, ließ er seinen General Me- gadyzum hinter sich mit 80000 mann, um Europam unter seinen gehorsam zubringen. Allein die Persianer wurden lmsept.^-k. 264, 72, 4. 4494, 490 bey Marathon geschlagen. Seine armee aber, welche aus mehr dann 500000 mann be- stund, wiewolen andere dise zahl über die helffte verminderen, wurde von 12000 Atheniensern, welche Miltiades commandirte, rur- niret. Als er im begriff war, die aufrührischen Aegyptier zu straffen, starker 2. ki. 4499, L. 485, oiy-np. 74, 4. v.c. 269,nachdem er 46 jähr regieret hatte. Diser Konig solle zuerst ordentliche tribut seinem volck aufgelegt und daher.zum schrmpffden zunamen erlanget haben, daß man rhne den Rramer genennet. Auf semem grabe liesse er nach Strabonis und Athenai bericht eine uberschrlffl setzen, worinn er als selbst redend, vermeldete, wie er unter anderm ein mächtiger jäger, auch grosser trincker gewesen, jedoch auch den wein wohl habe vertragen mögen. Zur nachfolge des reichs ernen- nete er seinen jüngeren söhn Terrem, als der von ihme, da er schon König wäre, qezeuget worden; anstatt der altere der von denen scri- benlenunderschiedlichArtaborZancs,Artabanus,Artaphernes,Arta- menes, rc. genenet wird,zu solcher zeit gebohren ward,da sein vater im xriv-tt stand, und noch gantz keine Hoffnung zum thron hatte. Andere wollen doch, diser streit wäre erst nach dem tobe Darii unter beiden brüdern erreget worden, und hätte deren oncic Artapherncs, als von beyden erwählter schieds-mann für den Terrem gesprochen. Gewiß ist, daß sich die streitende hierum ohneMerkest ausgeführt, und der ältere brudcr nach ergangenem urtheil dem jüngeren gany williglich gewichen. Einige halten dafür, daß diser Darms der in der Heil. schrifft gemeldete Ahasvcrus, der Esther ehegcmahl gewesen. Allein, andere halten es vor vil wahrscheinlicher, daß Ar- tarerres Mncmon derselbige geivcsen sey. 1. z leg. in ^lenexcna fl. >. i, I >. in KUItiscle. in klilrUcie. KroM l, 5. l. 17. c. 2> so/«/-/'. sncig. Ill.cz in cllron. 0-oss«« I. r. c. 8. lle 5 ex Lr^tibus. 8/>o»oi«»«i in »nnrl. lleemcnll. rsmzi. I 5. Darms II / zugcnannt Nothus oder der bastart / weil er von einer concubine des Artarcrris Longimani, gebohren Word en, hatte auch, eheerzurregicrungkame, dennamenOchigehabt. Diser succedirte seinem bruder vogdiano ^.4560, ^4, 424, oi>mp. 89,1. v. ce 440. Seine muter wirb von einigen Cosmartidene ge- heissen. Es ist aber wahrscheinlich, daß man bey den stribenten lesen müsse, sie seye aus Martidenc gebürtig gewesen, ohne daß son- stcn ihr eigentlicher name angedeutet werde. Distr gclangete.durch verstossung, oder nach anderer erzehlung, durch ertödung seines brudersLogdiani zur krön, vermählte sich mit derPanysatis,welche seine schwester vom vater her, und ein sehr grausames weibcsbild war. Er zeugte mit ihr Arsacen, welcher ihm unter dem namen Artarcrris Mnemonis folgte, und Amestrim, ehe er noch Konig war, und hernach Cyrum den jüngcrn, samt noch 14 andern söhnen. Durch seine Generale und seinen söhn Cyrum führte er einige kriege wider die Ladusicr und Griechen, auch wider die abgefallene Medcr und Egyptier, davon die ersteren nicht zum glücklichsten absteifen,(sihe Agesilaus) Meden aber, auch fast gantz Egvpten brachte er wider zum gehorsam. Er starbe durch gisst, welches ihme Bagoas sein verschnittener und vornehmster Höfling geben lassen, nachdem er 19 jähr regirthatte, 4^79, 40;, ogwp. 94, 4. v. c 449. Sulpitius Sevcrus, iLtaliger und einige andere äuL-E halten dafür, daß dises derjenige Darms gewejen, unter welchem Zorobabel den tempcl-bau zu ende gebracht hat, weiche Meinung aber nicht von allen angenommen wird. rc. M,» l. Dioss Äc«/.!, >;. §,. l.r. Nütz Uicr. 2c L»/cs. in cvron. Le- clc tcx.xiLk. D>x»rc//. 6c cmenll. rcmp. 1.6. 2cc. Darms III, vor der regierung Codomannus genannt, wird vouDiodoroSiculo,A.Gellio,und anderen als vonKönigl.stam>nen ausgegeben, da ihne andere seines vaters halb, von mittelmässigcm gcschlccht herkommen machen; der name des vaters soll Areaneö gewesen seyn. Zur muter hatte er Sisygambis, von deren noch wahrscheinlicher gesagt wird, daß sie Königl. gcblüts und von Artar. Mncmone entsprossen gewesen, wiewol A. Gellius gar will, sie wäre nach Persischer art zu hcyrathen ihres ehcmanns schwester, und also beyde von einem acblüt gewesen. Diser Darms nun dienere Ocho als ein trabant oder länffer (2tz»n6e?) Da in dem krieg wider die Ladusier einer auß disem volck jemanden der Pcrsicr zum zweykampff aiißsorderte, und nachdeme er gegen solchem aufgetret- ten, hatte er das glück ihne vor der saust zu erlegen. Nachdeme jh- nie dises unter den Pcrseren nicht wenig ansehen gemacht, auch das oouvcrnemcnr von Armenien zuwegcn gebracht hatte, geschahe es bald darauf, daß König Ochus und nach ihme erstlich feine andere söhne , und znletst auch Arscs, der ihme im reich nachgefolgt, durch die Hinterlist Bagoa hingerichtet wurden. Worauf diser dö- scwicht in Meinung seinen gemalt noch mehr zu befestigen, Darium aufdcn thron setzte. Doch gereuete es ihne, da sich diser nicht wollte schlechterdings von ihme regieren lassen,und wolle durch scinc schori mehrmahls geübte kunst auch Darmm auß dem mitte! räumen. Aber diser merckte die schelmerey, und zwange Bagoam, seinen gM-becher selbst auszutrincken, welcher ihme darin bald den langst verdienten tvd brachte. Darms trat seine regierung an cvymp. III, I. 4648, /e. 446, zurzeit, da Alexander M.nt der Welt groß wurde, wider welchen Darms 4 schlachten verlohr/ nemlich die erste bey dem fluß Grames in Mysia, woselbst die Persische armee n. 420, ossmp. 111,4, ^4650, o. 4 44gäntzd steh ruiniret wurde; die andere bey der engen s-aLg- -es gebürges Tauri n. 421, worinnen Darius seine muter, gemahlinund Ander einbüffele, sich aber doch in Persicn reürirte, um neu volck aufzubringen. Endlich bot er Merandro friede an, welcher aber nicht davon hören wolle, sondern ihn bey der stadt Arbela dcn i o ct. 4654, ->. Q. 441, Oiymp. 112, 2. V. ce. 424. II tage nach der grossen monds-sinsterniß, deren Wnius und Ptolomäus gedencken, gäntzlich über emen Haussen warss. Hierauf flöhe Darms in Meden, allwo ihn Bessus, der 6ouvs,„eur von Baetrian 2. kvi. 4654 im ä jähre seiner regierung ermordete; so, daß die Persische monarchie mrt diesem Könige untergieng, welche vor 229 oder 240 jähren war gegründet worden» D-o^ox. >. ,7 T'/k«. i. I. c. 70. c. 4. Darius / stammte von Atropalo, dem ersten Könige in Meden, her, welchem er nach vier andern, von deren namen und regierung gar nichts gedacht wird, folgte. Er regierte in Meden, als Pom- pejus mit Mithridate Eupatore, dem Könige von Ponto, krieg führte, und wurde auch von disem grossen Held überwunden, welcher ihm den verlangten friden gab. «Lein söhn Artuasdes succedir» te ihm. Uro >. 49. Darius / (Tibertus) ein poet und ritter von Cessna, in Ita« lien, schrib an. 1491 einen kurtzen auszug von den v»is slmsrcvi, welcher nachgehends heraus gekommen. Darlington / ober Derlington / eine kleine marck-stadt in der dioces des Engelländischen Bißthums Durham, zwischen Darum und Stainthorp, an dem fluß Skern, nicht weit von dessen Vereinigung mit dem fluß Tees. Von denen nahe dabey befindlichen so genannten Hellenkeffeln; sihe den articul Hellketrles. L-m- öriiLim. Leei/cxcÄ. clclic. 6c l'üngl. p. in. Darmstadt / die Haupt-stadt in der obern Grafschafft Catzen- elndogen , welche einer linie dcr Landgrafen von Hessen den Namen giebt. Die bcnennung soll sie gleichsam von Traiani-stadt haben , weil daselbst die Römer , besage unterschiedener monumcn- ten , ein casicll wider die Catten gehabt. Sie ligt in einer lustigen und fruchtbaren ebene an dem Odenwald , und ist von Landgraf Georgen I dicscrhalbcn zum Fürstlichen sitz erwehlt worden, welcher auch das altenechstder stadt bcydemthore gestandene, und von den Kayscrlichen an. 1546 mit stürm eroberte und niedergeriss stne feste schloß aus dem gründe nebst einer schönen schloß-Arche kostbar wieder erbauet.Nach diesem hatLandgrasGeorg II an. 1629 an dem schloß gegen der stadt zu ein neues gcbäude vor die ean- tzeley, cammer und das archiv aufgeführet, Ludewig IV aber auf der andern feite gegen morgen noch einen andern schönen schloß« bau nebst einem thurm und berühmten glockenspiel hinzu gethan. Um das schloß ist ein Wassergraben mit einem wall , und ausscn- wcrts über der rennbahne hat es einen neu angelegten lust-garten , neben welchem eine grosse eiche stehet, so Landgraf Georg I am 1577 als einen busch mitaus dem Walde auf dem Hute gebracht, und zum Nidenckcn der neuen geburt seines Printzen Ludwig V dahin gepflantzt. Etwas besser herunter gegen norden zu hat gemeldeter Landgraf Georgei an. 1581 eine ansehnlichemühle zu bauen angefangen, welche von einigen »mo-ii,,,? unter die wünder-geväu« de der kunst wegen gerechnet worden. Dieser vrt ist an. 1440 auf erlangte freyhcit Kayser Ludewigs vonGrasWilhelm VI zu Catzcn- elnbogen zu einer stadt gemacht, und mit zweyen mauern, thür- men und zwingern verwahret worden. In selbiger ist das gegen dem schloß übcr aufdcm marck gelegene rathhauß, und die stadt- kirche zu sehen, in welcher letztem viele kostbahre Landgräfliche , und andere bcaräbnisse seyn. Nicht ferne von der Arche hat Landgraf Ludewig V ein sehr prächtiges gebäude zu dem daselbst flori- renden g^-nn-iio erbauet, und vor dem also genannten stadt-thor hat an. 1611 der damalige Amtmann Johann Philip von Bussck das Buftckcr-Hospital gestifftet. Aufder feite gegen Franckfurth hat LangrasLudeivig V eine schöne Vorstadt von lauter steinernen und gleich gebauten Häusern angeleget, dem Ludewig der VI gefolgec, und zwischen dem schloß und der mühle eine dergleichen aufgebaute Vorstadt an die vorige anhängen, und in eine neue stadt-mauer bringen lassen. Sonst ist von dieser stadt merckwürdig, daß an. 1404 allda ein thurnier gehalten worden. An. 1546 haben die Kayserlichen unter dem Grafen von Beuren oder Bürcn vor diser stadt 2 stürme verlohren , selbige aber hernach unter währendem accordircn erstiegen , und ausgeplündert, An. 1622 wurde sie von dem Grafen von Mansfeld aiifbefchlChurfürstFriedrich des Vvon der Pfaltz eingenommen und Landgraf Ludewig der jüngere nebst seinen r Printzen gefanglich weggeführt. An. 1647 ward sie von den Fran- tzoscn eingenommen, und das schloß mnste sich aufdiscretion ergeben , welche aber gar harte gewesen. r-w'-»c7,-c/WE kesckreib. vo» ltcilen 9. ir». lo^ogr. siaE p. ro. Darmftadt / Die linie der Landgrafen von Hessen-Darmstadt stamethcrvon Georgio,zugenantder sromme/dem jüngsten söhne desLandgrasenPhrlippi, welcherden 15 dec. an. 1547 gebohren war, durch das väterliche testament die obere Grafschafft Catzenclnbogen bekam,und zuDarmstat residirte,ernahm sich dcrLulher. reliqion sshr an,und starb den 7 febr. a. 15 96, nachdem er mit seiner ersten gemahlin Magdalma , GrafBernhards von der Lippe tochter, Ludovicum V dar V.PHilippumundFriberieumgezeuget; davonFridericus dielinie der Landgrafen von Hessen-Homburg aufgerichtet, s. Homburg. Phi- lippus znButzbäch war ein gelehrter Herr,übersetzte die gantze Bibel in dieTeutsche ß>rache,und bezeugte grossen eifer vor dieAugfpurgifche ronfeßion/büffete aber durch einen brand im bade fein leben ein, und hinterließ von seinen beyden gemahltsten keine kinder. Ludovicus v, der ältere söhn, zugenäht der getreue/ ivnr den 24 sept. an. 1577 gebohren,und stifftete die Universität zuGiessen.An. 1622 überfiel ihn der Graf von Mansfeld in seiner residentz,und führte ihn gefangen weg. Im folgenden jähre erhielte er von dem Kayfer wegen der Marpurgl- sthcn lucceliein favorabel urtheil,führte bey feiner knie das recht der ersten geburt ein,und starb den 27 jul. an. 1626,nachdem er mit feister gemahlinMagdalena, Churfürst Johast Georgii zuBrandenburg tochter,verschiedene kinder gezeuget,alsGeokgium Il> Johastem und Fridericum. Ivhasteszu Breubach starb an. 1651 ohne kinder. Fri- dericus trat zu der cathol. religion, wurde an. 16 5 5 Cardinal, nachae- hends ?rc>lcÄ-r von Teutschland, Bischoffzu Breßlau, und oberster Hauptmast inSchlesiemEr starb an. 1682.Georgius II war an. 160; den 1 vmart. gebobren, verglieche sich mitHessen-Cassel wegen Mar- Purg,und gelangte den 24 sept. an. 1627 zu dessen besitz.Er nahm an. r6z 5 denPrager ftiden an,trachtete aber vergebens die «iminikr-rion zuCassel an. 16;? nachWilhelmi V tobe an sich zu bringen.Als er an. 1646 durch die Casselifche Waffen das gantze Fürstenthum Marpurg verlohren/vertrugersich an.1648 aufs neuedurch unterhandlungHer- tzogs Ernesti vonGotha mit Caffel,erhieltez viertheilvon dem obern Fürstenthum,und vor die stadtMarpurg eine sinne geldes.Erstarb a. 1661 den 11 jun.Mit seiner gemahlinSophiaEleonora,ChurfürstIo- hast Georgii I zu Sachsen tochter,zeugte er vielkinber/ darunter rhm Ludovicus VIsuccedirte,Georgius II l aberzuLauterbachinder herr- schafft Jtter an. 1676 ohnemastliche erben mit tode abgieng. Unter den töchtern ist sonderlich zu mercken Elifabetha Amaliassöan. 16; 5 gebohren,und an.16;; an Churfürst Philipp Wilhelmvon derPfaltz vermählt worden. Ludovicus VI so an. 16; 0 den 2; jan. gebohren, war ein sehr gelehrter Herr, und übersetzte unter anderm die Psalmen Davids in zierlicheteutschereime.An.1662 verfiel er mitChur-Pfaltz wegen des condominats und episcopal-rechts zu Umstattinstreitig- keit,welche aber durch Unterhandlung der benachbarten Fürsten beygelegt wurde.Er starb den 24 apr. 1678,nachdem er mit seinen beyden gemahltsten viele kinder gezeuget. Die erstere war MariaElisabctha, Hertzog Friederichs zuSchletzwich-Hollstein tochter,welche ihm den 22 jün. an.i6;8,gebohrenLudovicum VII,dcrden zo aug. an. 16 78 starb, als ersieh zu dem beylager mit Erdmuth Dorothea, Hertzogs MauritijzuSachsen-Zeitztochter,zuschickte;ferner an.i6;2Magda- lenam Sibyüä,die an. 1672 anHertzogWilhelmLudwigzu Würren- berg vermählt,durch dessen absterben, aber an. 1677 in den wittwen- stand versetzet worden, und den 8 aug. an. 1712 dieses zeitliche geseg- netMariamElisabetham an. 16 5 6,die an. 16 76 mitHcinrichen,Her- tzoge vonSachscn-Römhlld,vermählt worden,und den 16 aug. 171; gestorben; undSophiamMariäan. 1661,die an. isgiHertzogChri- stians zu Sachsen-Eisenberggemahlin wurde, und den 22AW. 1712 starb. Der andere sohnFridertcus und die tochter AugustaMagdalena sind rinverheyrathet gestorben.Nachdem diese erstere gemahlinden 17 jun. an. 1665 dieses zeitliche gesegnet,vermählte sich Landgraf Ludovicus VI den 5 dec. des folgenden jabrs mitElisabcthDorothea,Her- tzogsErnesti zuSachsen-Gotba tochter,mit welcher ergezeuaet i)Er- nestmn Ludovicum, so den 1; dec. an. i667gebohren, und seinem altern bruderLudovico Vllin der regierung gesolget,er hat sich an. 1687 den 1 dec.mitDorotheaCharlotta,MarggrafAlbrechtszuBranden- burg-Anspach tochter, so den i z nov. 170? gestorben, vermählet, und mit ihr verschiedene kinder gezeuget,darunter der älterePrintzLudovi- cus VIII den 5 apr. an. 1691 gebohren. 2) Georgium, gebohren den 2 z avr.an. i66y.Er begab sich zu derCatholischcn religion,und wurde bey demKayserGeneralFeld-Marschali-Lieutenant/UNd unter dem KönigecaralollvicL Uov vonCatalonien,6rL,iciLvonSpanien,Ritter des güldenenVliesses und Königlicher Camer-Herr. Er hat seine tapfferkeit bey den kriegen inIrrland,Niederlande,Ungarn,Piemont und Catalonien, ingleichen auch zu dienst des Königs Caroli lll in Spanien mit grossem rühm anden tag geleget,woriken er bey erobe- rung des forts Montjovi vorBarcellona durch eine musqueten-kugel den i4ftpt. an. 170; getödtet worden. ;)Philippum,welcher den 20 jul.an. 1671 gebohren. Er trat an. 169; zuBrüssel zurCatholischen religion,wurde an. 1708 Kayserlicher Feld-Marschall, und an. 1714 Stathalter imHertzogthumMantua.An. 169z vermählte er sich mit MariaErnestinaJösephina,FerdinandiFrancisciHertzogs vonHavre undCroy tochter,soan. i7i4den8may gestorben. 4)Henricum, so den 29 sept. an. 1674 gebohren. ;)Fridericum,so den 18 sept. an. 1677 gebohren. Er trat gleich seinen andern 2 brüdern zu der Cathoiifchen religion,wurdeinRom an. 1697Abt,und bekain nachgeheuds ausSi- ciilen reiche pensiones, ward auch Domherr zuBreßlau und Colln,er- wehlte aber hernach das kriegs-leben/wurdeGcneral-Feld-Marschall Licut. bey dem Czaar,und starb den 1; vct. 1708 an den bey Lissa empfangene wunde. 6)Sovhiä Ludovica, so an. 1670 gebohren,und sich an. 1688 anAlbertuErncstü,Fürsten vonOettmgcn,vermählet. 7) E- lisabethä Dorothea, soan. 1676 gebohren,und an. 1700 eine gemahlin Friderici Iacobi, Erb-Printzens von Hessen-Homburg, wurde. Baroca / eine stadt in Spanien in Aragonien,an dem flusse Ti- loca. An. 1707 eroberten sie die Frantzosen mit dem degen in der fanst/und an. 1710 gieng sie an KönigCarolum ^ über. //eL cje DaiocL; t/e ejelcr. <^e1 ä^rscon. Darpius / siheDorpius. Dars/ oder der Darf / ist eine in der ostsee gelegene, und zu der Mecklenburgischen Herrschafft Rostock gehörige Halb-insul, welche 9 biß 10 Teutsche weilen in ihrem umkreiß hat, und grostenthcils mit wäldern angefüllt, auch mit einigen seen versehen ist. An der küste davon werden im frühlinge viel Heringe gefangen» bar das 17 Dartis/(Johann) war von Cahors gebürtig, und?rokeiu>r der canonifchen rechte zu Pariß. Er hat in biser Profession viele gelehrte schrifften herausgegeben / welche an. iszüzuParißinr w- -Ms in fol. zusammen gedruckt worden. Sein tod fällt in das jähr l 6 z Livliorii. cics suceursUsUroir. lom. I. Dartmouth oder Dertmouth ist eine marckstadt nebst einem Hafen in der südlichen gegend von Äevonshire, in Engelland, und hat ihren namen von dem flusse Dart, welcher sich daselbst ins meer ergießt. Sie wird von 2 castellen beschützet. Der König Carl II be- ehrete dise stadt mit dem titul einer Baronie, in der Person Georg Legge,welcher sich davonBaron vonDartmouth schriebe.sieheLegge. Daszgpsdius / (Conradus) ?r«feNor msriieseoz zu Straßburg, woselbst er den Luci-iZ-w erkläret; und ei nige tractate von der geo- metrie, optic, astronomie, rc. geschrieben. Er starb den 26 apr. an. isoo.p'osiläeniLrliem. c. 12 § r? c.r6,H >rc.;6, in vic. Ml. DaHrpodius / ( Petrus) ein KrsrKemsricus. war aus der Schweitz gebürtig,lehrte lange zeit zu Straßburq,und starb daselbst um das jähr 15 5 9. Er hat ein gviechrsches,lateinisches und teutsches, wie auch ein teutsches und lateinisches l.exi«»n heraus gegeben. Dassel, ein altes städtgen vor dem Sollinger-walde zwischen der Weser und Leine, desgleichen der Ilme und Spöling in nieder- Sachsen, war der alten Rüge-Grafen, so davon den namen süh- ren, refidentz. Zu welcher zeit es eigentlich erbauet worden, kan man nicht gewiß sagen, doch ist dieses ausser streit, daß es schon vor den zeiten Caroli N. gestanden. Nachdem Graf Simon, der letzte dieses geschlechts, an. M29 gestorben, kam dieser ort an das Stifft Hildesbeim. Die 8. Laurentii kirche daselbst soll um dasjahr 778von; brudern, Bernhard/ JhanusundWidekind, Grafen zu Dassel, zum andenckcn derkurtz vorhero zu Paderborn empsan- genen tauffe, erbauet worden seyn. Dassel / die Grafschafft, so eine von den ältesten in Sachsen, lag zwischen derLeina und der Weser, und gräntzte gegen morgen an die alte Grafschaft und das Fürstliche Stifft'Northeim, und von bannen die Meor hinauf über das Weper-gebürge, gegen mittag an die Hardesser, gegen Abend an die Mansche marckung bis an die Wefer und das stifft Corbey, und endlich gegen Mitternacht an die herrschafft Eberstein und Homburg. Ausser dem qrösten theil des Sollinger-waldes begriff sie in sich die fchlösser Dassel, Lanen- berg, Neuenober, Levenvörde, Fürstenberg und Hundesrück, mit den städten Dassel und Einbeck, wie auch dem flecken Marckolden- dorffmit den zugehörigen dörffcrn und Höfen. Nachdem, wie oben gedacht, GrafSimvn an. M29 seine familie geendigct, kam dises land theils an das Bißthum Hildesheim, theils an die Hertzoge von Braunschweig nnd Lüneburg. Dassel/ eine Gräflickw familie, welche bey den alten Sachfen ill grossem ansehen gestanden. Zu ihrem stamm-vatcr kan kein älterer als Grafwalther angegeben werden. Diser lebte an. 700, vermählte sich mit Bendella von Ballenstädt, Grafen Ariberti tochter , und zeugtemit ihr z söhne, Bernhardum, Ihanum und Wi- dekindum. Bernhards andere gemahlin war Hasela, desberühm- ten Haupts der Sachsen, des Witekindi, tochter, die gebahr ihm Hermannum, welchem seine gemahlin, Lisavon Hohnstem, Ihanum gebohren, der aber zu Corbey ein Benediktiner-Mönch worden,und an.8z 9 gestorben.Ihanus,der andere söhn GrafWalthers, rcsidirte zu Einbeck, und ist sein äst in seinem enckel, Arnold dein krie- ger, verdorret. IVidekind aber, GrafWalthers dntter söhn, ein berühmter Held , erhielte durch seine gemahlin Mathilda von der Welpe, die ihm Bodonem gebohren, eine gesegnete posterität; den Bodo hatte von seiner gemahlin Adela von Homburg, eines an- sehenlichen Banner-Herrn tochter, 2 söhne, Lippoldum undDie- tricum. Der erstere, soan. 86c>aufdem Sollinger-walde in einer sagd von einer wilden sau zerrissen worden, starb in seinem enckel Rudolpho wiederum aus. Sein brudcr Dietericus aber pflantzete das geschlecht fort, und starb an. 884 , nachdem ihm seine'gemahlin Bertha von Catelnburg, 2 söhne, Ludovicum und Lu- dolphum , gebohren , davon der letstere ohne erben verstorben. Ludwig aber begleitete an. yzz den Kayser Henricum l in dem feldzuge wider die Ungaren ^ und erhielt wegen seiner in der Mer- seburgischen schlacht erwiesenen tapfferkeit den ritterlichen orden und namen. Hierauf wurde cr Sächsischer Statthalter und Landvogt zu Göttingen, hcsaß auch das baus War, und starb endlich an. 959 , von seiner gemahlin, Iutha von Waldeck, Adolphum hinterlassend. Adolphus, wegen der grossen lust, die er zu dem jagen hatte, der jäger bcygenannt, ist nebst seiner gemahlin Adela von Freden, sonderlich wegen seiner demuth bekannt. Von seinen z söhnen hat Witekindus II den stamm fortgeführet, welcher sich durch seine tapfferkeit den ritter-orden erworben , und an. 1029 verschieden, nachdem er mit seiner gemahlin, Sophia von Wol- denberg , Ihanum II, welcher in der jagerey seinem groß-vatev nachahmte, nnd endlich ohne leibs-erben gestorben; Annoncm, Ertz-Bifchoff zu Cölln, von dem an seinem orte,, (sihe Hanno) undDietricum II gezeuget. Diser letzstere vermahlte sich mitAna, Gräfin von Eberstein, und zeugte mit ihr 5 söhne, davon Wil- helmus das geschlecht fortgeführt. Dieser ward dem Hertzog und nachmals Kayser Lothario, wegen dessen gemahlin, so Heinrichs zu Northeim tochter war, sehr nahe verwandt, und darbey in grossem ansehen. Gedachter Hertzog Lvtharius ließihm zu ehren an. n i9 zu Göttingen , allwo er die cU-rge eines Statthalters und Landvogts bediente, auf dem Freudenberg ein turnier halten. Er hatte 6 söhne: Ihanum III , Hcrmannnm IISiffridum III, Henricum, der hinckende zugenannt, die aber sämtlich, ohne Ander gestorben; ferner Fridericum, welchen andere Philippum nenne» , so an. 1156 Ertz-Bischoff zu Cölln worden, und endlich II. theil» C Otto ?! 18 Otlonem, welcher den stamm erhielte. Dieser hatte Salomen von Plesse zur gemahlin, welche ihm 4 söhne gebahr , darunter i)Reinholdus, Ertz-Bischoffzu Coln von dem an seinem orte.2) Adolphus II, zugenannt der kühne von welchem gleich hernach, und ;) Bernhardus ll. zumercken. Dieser letztere vermahlte sich mit Anna von Homburg, GrafReinhards von Alvenslebenwrtt- we, welche ihm nebst etlichen töchtern, iv söhne gebohren, darauf er an. 1126 zu Dassel gestorben. Unter den söhnen hat Graf Ludolphus sein geschlecht fortgepflantzet. Er wohnte aufdem Hun- desrück, hatte von seiner gemahlin Lucka? söhne, darunter Bern- hardus lll undSimon zu mercken. Bernhardus III machte durch allzu grosse auflagen die stadt Einbeck aufrührisch, daß sie sich seiner botmaßigkeit entzöge, und Hertzog AlbrechtenM Braunfchwerg und Lüneburg zu ihrem Herrn annahm. Seine übrigen lande, als den Hundesruck,das stabilem Dassel,den dazu gehörenden Sollm- aer-wald und dörffer, entzog er dem Stisste Corbey, und wante es dem Hildesheimischcn, allwo sein schwager Bischofs war, zu. Darauf ist er an. izir ohne erben gestorben. Nach fernem tobe riff so gleich der Bischofs Heinrich zu Hildesheim zur k°stcchon. arwider sich aber der Abt zu Corbey aufdas äusserste setzte. Gleichwol da Graf Bernhards brnder/ Simon, welcher ausser landcs gewesen, daß niemand gcwust, ob er am leben oder todt wäre, unvermuthet darzwischen tarn, muste Bifthoff Heinrich vor dieses mahl abziehen. Doch , weil Graf L-imon mit seiner gemahlin Sophia in fruchtloser che lebte, und anno 1^9 starb , kam die gantze Grafschaft , ausser einigen orten, als dem Hause Neuenober, welches Graf Simon mit seiner zugehorung Hertzog Otten von der Leine zugewendet nachdem sie von Walchero an bis an itzt- gemeldten GrafSimvns tod bey der Dasselischen sam-.lie 629 jähr gestanden, an das Stifft Hildcshcinr. Johannes Lezncrus hat von diesem uralten Hause eine eigene chronick verfertiget, ci>r»n. Lerß. in r. z reruiu QermL». x. zoz. sackl cbron c. s z. Lrsunsckvv ck,on N. p. 4666c k, 1. liittor. inlißn. I.rc A. LttcL Lr-fen-l-Ll P, 901 le>z. Dassel, (Adolph, Graf von) zugenannt der kühne, ein bru- der Reinhold, Ertz-Bischoffs zu Cölln, war ein sehr hitziger Herr, und dem kriege sehr ergeben. Auf vieles ermähnen seiner Mutter, beschloß er, sich in den ehcstand zu begeben, nnd versprach sich demnach mit Zldclhcit von Plesse. Ehe er aber dieselbe noch abgeholt hatte, erhub sich zwischen ihm und dem Stisste Northeim wegen einer vogten grosier Widerwillen, und ob man schon zum öfftern in dergüte'vcrsuchte, beyde partheycn auszusöhnen, wolle sich doch keine dazu bequemen. Adolph griff endlich zumfaustrecht, und brannte gedachtes Stifft von gründe hinweg,darüber 15 Domherren , welche sich mit dcn vornemstcn fachen in ein gewölbe rctiri- ret, elendiglich erstickten. Mein er setzte dadurch feine Unterthanen in den äussersten ruin ; das Haus Laucnberg wurde von dein Göttingischen statthafter als ein vcrwircktes lehn weggenommen, und er selbst von dem Ertz-Bischoff zu Mayntz in den bann gethan. Endlich, nachdem er schwere bcdingungen eingegangen, daß er nemlich ein Nonncn-klostcr auf24 Personen nebn ihrem ge- sinve bauen, und mit aller nothdnrfft versorgen; die ihm versprochene gemahlin Adelheid von Pleye nicht ehelichen, sondern siezn einer Äebtißin wiedmcn; die kloster-kirche zu Nordhcim aufbauen, und mit bley decken, auch etwas von seinen gittern dahin vermachen wolle, wurde die fache in der gute beygelegt, und darüber zu Moringcn an. 11 ;c> ein vertrag aufgerichtet. Hierauf suchte er von dem Pabst die abstimmn von dem bann , und gierig, nachdem er vorbcro durch Veräußerung des Hauses und amles Fürstendcrg an GrafOttonem von Eberstein ,das benöhtigte reifc-geld zusammen gebracht, deswegen nach Rom, muste aber wegen Uneinigkeit der 2 Päbste nnverrichtctcr fache wieder fortziehen. 'Weil er nun in seinem lande nicht viel freunde hatte , begab er sich zu seinem schwa- aer, GrafAdolphen, nach Holstein, welcher darauf mir dem Kay- fer Friederich in das gelobte land zog , und Graf Adolphen seine Mutter , gemahlin und kinder anvcrtrauetc; da er sich dann auch wider Hertzog Heinrich den Löwen , welcher Holstein unter sich gebracht hatte, tapffer gehalten, und widcrdesscn armec einen grossen sieg bcfochten; woraufHolstein wider an den vorigen Herrn gekommen. in cliron. ttollLr. vLilcl. ciiron, p. 9 ley. rcr. Oan. I. 6 p. Lsxon. 1.7 c, r. Dasiow/ cinstädtlein in dein eigentlich st genannten Hertzog- thumMecklenburg, gegen den Lubemschen gräntzcn ,ohnwcitder ost-see / an einem Meerbusen, so der Dasiower sec genannt wird, hat sonst dem geschlcchte von Parckentin gehöret. L-x.ink. 2 . 02 . Datum es/ ein söhn Cammissaris der undcrdcn PcrsischcnKö- nigen Qouvcrneur von Erlitten gemessn , war aus Carlen gebürtig. Er diente zuerst unter Artaxcrris Mncmoniö gardc als ein gemeiner soldat, wurde aber hernach General von ssuncr armee, welche er mit so vortreflichcrklugheit führte, daß er vielvon des Königs feinden überwand. Sonderlich wird die geschwindigkeit gepriesen mit welcher er seine meiste thaten verrichtet, und gemeiniglich den feint» eher nndcrdruckt, alß er von ihme in der nähe vermuthet worden. Er wußte sich auch in denen stählen, welche an, wenigsten wären vorzusehen gewesen, schneller, als nie kein anderer Kriegs Oberster zu. entsshliessen.Die ursach warum er in seines Herren des Persischen Königs ungnad gefallen, und wider denselben sich auff- aelehnet, ist auß denen alten Scribenten nicht allzuklar. Doch scheinet, die hoflcuthe haben ihne auß Mißgunst verhaßt gemacht, und er habe daraufftheils auß racbgicrden, theils auch zu feiner si- chcrheit wider den Konig selbst das qewehr ergriffen. Er setzte sich «ist in Cappadocien und Paphlagvnien feste, und begehrte stonsten dak feinem König keinen weiteren schaden zuzufügen. Äser in krieg mtt der Pisidiern einem an ihne gründenden räuberischen volck gerathen , wolle sein schwäher Mithrobok'anes mit einem theil der reu- terey zum feinde fallen, welcher, wo er solche verstärckung erhallen hatte, wäre es bald um den Datamem geschehen gewesen. Dsser erführe auch die fach nicht eher, biß jener schon in vollem marsch wäre, um sich mit den Pisidieren zu vereinigen. Aber da gäbe ihme lich zu überfallen, zöge auch mit der übrigen macht so schnell hernach , daß er gleich hinder denen abtrünnigen aufder Pisidier lager stieße. Wodurch diese in argwohn gcriethen, Mithrobcrzanes habe sie betrogen, und das spiel mitDatame also angelegt, um sie unversehens übern Haussen zu werffen. Brauchten derowegen die Waffen gegen diesen sslbst und zwangen hiemit die abtrünnigen wider deren willen gegen sie zu fechten. Datames hingegen eröffnete da erst den feurigen die gantzc fach, und liesse sie auch von ihrer seichen tapfstr aufdie verrahkere zuschlagen. Aufsolche weiss wurden erstlich diese verdienter Massen m stucken gehauen; und wie man von ihnen auch an die Pisidier geriethe, mufften auch diese mit grossem verlurst das feld räumen. Als hernach der König Artarerces Datamen durch feinen feldherren Autophradatcm mit kriege angreiffcn liesse, wußte sich jener mit viel kleinerer macht dergestalten zu wehren, daß er dem feinde mehrmahlen grossen abbruch thäte, und so gar eine zimliche feld-schlacht gegen ihne gewänne: Dahero man mit ihme in verglich eintretten mußte, durch Vene er in seinen vorigen provintzen eine zeitlang ruhig verbliebe. Allein von deine an suchte man ihne durch hinderlist auy dem wege zu räumen, und als ein und der andere anschlug durch Datamis klugheit fehlgeschlagen hatte, geriethe es endlich dem Mithridati einem söhn Ariobarzanis ihne folgender Massen umzubringen. Er hatte sich mit willen des Königs gestellt, als hätte er sich auch gegen dene empöret, und an mehreren orten solchen schaden gethan, daß Datames fast nicht mehr zweifeln konnte, es wäre ihme ernst. Nachdeme trange Mithribates auf ein gespräch, um sich zu Widerreden, wie beyde den kriege gemeinsamlich am besten führen möchten. Diser hiclts selbst für nöthig: versäumte aber nicht, jenen vor der zusammenkunfft anffs genaueste durchsuchen zu lassen, ob er ja kein gewehr under den kleyderen versteckt mit sich brachte. Aber dissr hatte schon zuvor an dem ort, da man sich Anfinden svltc, mehrere dolchcn aufdem boden versteckt. Deren einen name er nach vollendetem gespräch, als Datames schon, weggegangen, heimlich zu sich ruffte darauf ssncn zurück, ob hätte er deme noch was wichtiges zu sagen und indeme er ihme anlaß gäbe nach einem gewissen orte zu schauen, erstäche er sslbtgcn unversehens, ohne daß es möglich wäre, ihme zu hulffe zu kommen. Die grosse tapfferkeit und kricgs-verständigkcit discs manns, der seines gleichen in Asien nie gehabt und sein rares schicksaal hat diss etwas lange erzehlung wol verdient. Erlebte um die ossmp, 104.v. L. ;§>2. n. K z6rr. L. ; 6 i. Lko4. Äc. litz. i;. Lo,». * OssN.ssftIDK > ein gewisser bediente amRvmischen Host,welcher ein sehr einträglich und ansehnliches amt hat. Alle präbcnden , deren einkünfftc sich nicht über 80 ducateiMstrecken, werden durch ihn vergeben, ohne erst den Pabst darum;» befragen, daß also alle candidatcn , so darnach streben, bey ihm anhalten müssen; allein die suppliqucn, worinnen man um solche anhält, die etwas mehr einbringen , müssen vor den Pabst kommen , um von ihm besiegelt zu werden, da der o-carius st dann das infolgcndein-rmmis hinzu tbun ärmm komL Lpull öcc. von welcher mtterschrittr dieses amt auch den namcn bekommen. Unter ihm sind noch viel andere SuKllLkLrii , durch deren Hände die bitt-schrifften gleichfalls gehen müssen, um allem betrüge vorzukommen. Wenn der o^i-ius cin Cardinal ist , st Wird er t-rorollLMiius geneimet. lur >cs cx^,clliric>n 8 llc cour cle kom, Dathan / ein sthn Eliab, empörte sich mitCorc und Abiram wider Mosen und Aaron, welchem sie das priesterthnm nicht allci- ne zulassen wolten. Den folgenden morgen aber, als sie mit ihrer rotte opffern wolten, that sich die erde auf, und Verfehlung sie lebendig. Desgleichen verzehrte das stucrdes Herrn die 200 mann, st das rauchwerck opfferken, ss ^.2454, itzöcc. Lriri^. sull.l. 4 c.;, A, in snnslibus, Dathenus/ (Petrus) ein mittelmäßiger Poet /welcher die Psalmen nach des Clandii Marot und TheodoriBcza vcrsen ins Holländische übersetzte , und dadurch den recompens bekam , welchen die Lftaatcn demjenigen, der am ersten damit fertig werden würde, versprochen hatten. Man gebraucht sich sciner Übersetzung noch ictzo in den vereinigten Niederlanden. Rcidanus beschuldigetihn , daß er cin unruhiger kopffgewcsen, io annat neig, Dathi/ oder Dathus/(Augustinus) von Siena, war ein Redner , ?tzUc>fc>s,i,»?,ulid insprachen wohlerfahren. Erlebte an. 1460 und wurde zu Siena, welches damals noch eine Republic war, crcrLriu;. bey welcher bcdisnung er keine grössere freude hatte, als wenn er gclegenhcit bekam, gelehrten lentcn zu dienen. Er hinterließ ol-rionc8von dem H. Bernhardino ;derH. Catharina von Siena; dem Pabste Pio II; rc. eine Historie von Siena in; büchern; eine von Pivmbino; 10 traetate unter dem titus;lle2!liwsrul!l ili--riott-. UkülL; einige bliest; rc. Dati- (Carolus) war von Florentz gebürtig, und lehrte daftlst als vrokellor die llrcrgr KumLniorcz. Er crwieß andern gelehrten, insonderheit denen , die durch Florentz reiscten, grosse Höflichkeit, wodurch er seinen rühm um ein grosses vermehrte. Er war zugleich ein mitglied der academie lleii-cruL», und führte irr verfestigen den «amen dau mmen Smarrito.Cr hat sich mit linterschredenen sthrifsten hervor gethan, als da sind allerhand Italiänische gedichte, desgleichen eine ldb-rede , die er dem Könige in Franckreich Ludovico XIV W ehren gehalten, und welche an. 1669 zu Florentz gedruckt, aber hernach ins Frantzosische übersetzt worden : Sein vornehmstes werck, daeaufer den grösten fleiß gewandt, ist: n°lis pirrurs smics, davon er an. 1667 einen versuch drucken lassen. Die gelehrten haben angemerckt, daß er unter dem namen i-msuro nm.sre heraus gegeben r terrers ä kilslrri, cjeÜL Vers lloris cicÜL cicloiäe, e ci-Ns ks- Wollsiims cspsrienss Ncll'srAsntovivo. äellsnore 81LI- tüp. 86. Wr. in ?oem. Ikslis.reßn. ^>srr. Ili ^>. ^69 legg, cle lcripr. snon. p. 149 iecz^. Datio / ein schöner, lustiger flecken, im Vettlin, in einer fruchtbaren ebne, etwann 1022 schritt von der Adda, gegen dem gebürg zu gelegen. Noch ein anderes Datio ist im untreren Veltlin in denen so genannten Tre Picvi, gegen dem Comer-see, allwo vor disem^ ein fester thurn (der ein raub-haus gewesen) gestanden, welcher von denen eydgnvssen an. i;; i. im Müsser-krieg mit stürm erobert worden. Wie auch in denen Pündtnerischen unruhen und Veltli- Ner krieg an. i;66. fiele allda ein scharmützel für, zwischen den Spanniern und Pündtneren, darinnen dise 40 von jenen niderge- macht und; o gefangen genommen. . x 96». Dau/ (Gerhardt) Ein berühmter Mahler von Leyden, der in der migniatur-arbeit starck gewesen. Er liesse sich seine gemahlten stucke bezahlen, nach der zeit und stunden, die er daran gewendet, -also daß er für jede stund ein pfund flemsch, welches ungefehr 4 fl. ausmacht, rechnete, und weilen er sehr accurat und langsam mah- Iete,so kame eines von seinen stucken, deren das gröste einer spannen lang wäre, aussöoo, gas, biß 1000. fl. n.csn. ?. ». lii,.;. p. zr«. D'Avalos/ sihe Analog. Dauben-Gee/ ist ein verwunderlicher sie, etwa« eine halbe stunde lang, aufde.m hohen berge Gemi, welcher zwischen Wallis und dem Bernerischen oberland liget. Der weg über Visen berg gehet disem jee nach. NiU. NS2 kciv. p. L. L. ftom. tll P. IZA. Daudlebski von Daudleb / eine von den ältesten adelichen familien in Böhmen, von welcher Diviß nach ansang des 16 scculi gelebet hat. Desselben enckel, Ulricus, ward ein groß-vater Geor- Si, welcher seinen stamm fortgepflantzet. n-mm. n.z Davensttt / (Wilhelm) ein berühmter Englischer poet, dessen wercke meistens in comödien bestehen. Seine Verse sind zimlich up- p.g, und eben also soll sein leben beschaffen gewesen seyn. Unter andern soll er sich in Franckreich eine heßliche kranckheit geholet, und darüber die nase verlohren haben. Thomas Hobbesius war sein absonderlicher freund. Erstarb den 7 apr.an. 1668. nuilon vkr!>c ^oecs; NvesvkrlieenAliicN ?0Ä5; ciisr. bio^r, Davenant/ (John,) der berühmte Englische Theologus ward gebohren in Watlingsrrect in Londen. Sein vater, ein reicher bür- ger in Esser, war gebürtig von Davenants-land, in Sible Heve- ningham, allwo seine vor-eltern von John Davenant einem ritter zu zeiten Henrici III biß aüfdessen zelten in allem ehrenstand florirt; Ward vrokeNor 1 keoi. Dom. Margarethä und vocLor H. Schrift in Cambridge wie auch Vorsteher der Königin c-niegu daselbst: und endlich Bischoffvon Salisbury: ein sehr gelehrter, accurater, mo- derater und scharfsinniger n-oiogus An. 1619 würd er im namen der Englischen kirchen mit anderen Engl. "rt,e»iogix auf den bckandten L^ocium zu Dortrecht abgesandt, und hatte die ehr das erste tuKtsßium unter den ausländischen ^«tcinnbu., zu geben in der 676-Mon. Obschoner starck den Remonstranten zusetzte, und ihre ciilijnÄioncs mit allem fleiß refutirte , war er doch pi-oßrsiis univer- fsü, und behauptete in der 74 Setlion mit seinem ooUcgs Sam. Ward den lehr-puncten der Remonstranten, doch nicht in gantz gleichem verstand, Christus fty für alle menschen gestorben: ohn- acacht die anderen Englischen deputirten das gcgentheil hielten. Mit seiner Moderation thäte er in dem gute dienst: kunte aber der ungestümigkeit Sibrandi Lubberti und anderen einheimischen Theologen keinen einhalt thun, ja nicht einmal vom Syno-to erlangen, das ihm erlaubt wurde, Lubberto im namen seiner colle- gen auf seine ohnverschämte reden zu antworten. Darum auch Ballcanquall ein anderer Englischer deputirter gesagt,es wurde weniger trennung und Uneinigkeit im L; n»äc> entstanden seyn, wann Lubbert und Gomar nicht wären gegenwärtig gewesen: Dise Männer wurden, einer aufden andern, zuweilen von einer msms und raserey angegriffen rc. Sonsten suchte auch.Davenant die Vereinigung der in meynungen zertheiltenChriften mit allem fleiß, wie solches still Näbnrrsrio sä commumonem incer LvsnAelicss ccclellsr 16^.0. Cantabr. getruckt, genugsam an tag legt. Er starb an. 1640. Seine schriffteN Neben eben jetz gemeldtem sind! VrL>cÄioncs ciejuäicecon- trovcriisrum, öc äs julkiris tum Nsbirusli rum sstusli. ko!. Lsnt. l6z> Lommemsrius in Lpitt. sä ColoNent. vckskminsrio quTÜioaum IkisoloZ, Z'. 9 öc 10. David / König in Israel, einer der allergrößten Fürsten in der gantzen welt, der allen andern ein sonderbares bild und erempel der lugend und Heiligkeit hinterlassen hat. Er war ein söhn Isai, der aus dem stamme Juda entsprossen, und zu Bethlehem wohnte. Seine geburtwird in K -v. 2899, a. e. 1085 gesetzet. Schon in seiner jugend war er so angenehm in den äugen Gottes, daß, als derselbe den König Saul wegen seines Ungehorsams verworfen, er an dessen stelle von dem Propheten Samuel auf göttlichen befehl zu einem König bestimmt unda, 2921, a. e. 106; gcsatbet wurde. Damals soll er 22 jähr alt gewesen seyn; und ist dabey merckwürdig, daß, ob er gleich der jüngste under den 8 söhnen Isai war, ihn dennoch dise göttliche wähl vor andern betroffen. Hierauf geschahe es nun, daß der Geist des Herrn von Saul wich, und ihn ein böser geist unruhig machte; weswegen David zu ihm gebracht wurde, vor ihm auf der harffe zu spilen, und ihn dadurch zu erquicken. Hiermit machte sich David so beliebt, daß ihn Saul zu seinem Waffenträger ernennte, und bey sich behielt; wiewol dennoch David dann und wann zu seinem vater kehrte, und die schafe hütete. Als aber der krieg mit den Philistern angieng, und Goliath den Jsraeliten Hohn sprach,wurde David von seinem vater nach dem läge: geschickt, seinen ältern brüdern speise zu bringen; bey welcher gelegenheit er den risen Goliath erblickte, denselbrgen mit einwilligung des König Sauls in dem namen des Herrn angriff, mit seiner stylender erlegte , und ihm mit dessen eigenem schwerdte den kopff abhieb. Hier« aufbehielt ihn der König bey sich, und erlaubte ihm nicht mehr nach seines Vaters Hause zu kehren, änderte aber sein gemüthe gar bald / weil man in den lob-sprüchen wegen des erhaltenen siges dem David vor Saul den vorzug gab, und disem nur.die erlegung von io->o feinden, jenem aber von 10020 beylegte. Denn dadurch wurde der König zu einer grossen eyfersucht wider den David entzündet, welche sich noch mehr vermehrte, da alle Verrichtungen, die er dem David zu dessen verderben auftrug, von ihm so abgeleget wurden, daß dessen rühm und die liebe des volcks gegen ihn nur mehr und mehr zunahm.Damit er nun sich dessen unfehlbar loß machen möchte , versprach er ihm seine andere tochter zu geben, wen er ihm vor- hero 200 Vorhäute der Philister lifern wurde, welches er wideruM zu seinem sonderbahren rühme that. Also heyrathete David Michal, die tochter Sauls, und kam durch seine klugheit und tapfere thaten von tag zu tag in grösser ansehen, so, daß auch Saul sich entschloß, ihn zu tödten, welches er aber dennoch nicht erfüllen konte; sonderlich , weil sein eigner söhn Jonathan, sich mit dem David aufs genaueste verband, und ihm die anschlüge seines Vaters kund that. Als nun David seine gefahr erkannte, ergriff er die flucht, und wurde von dem Saul von einem orte zum andern verfolget, ließ aber dennoch von seiner aufrichtigkeit und treue gegen ihm nicht ab, sogar, daß, da er 2 mahl gelegenheit hatte, ihn zu tödten, er dennoch solches nicht thun wolle. Hierdurch wurde nun zwar Saul bewogen, von den Verfolgungen nachzulassen; allein David glaubte sich dennoch nicht sicher genug zu seyn, begab sich also zu den Philistern, und verlangte von Achis dem Könige zu Gath, daß er ihm eine stadt zu seiner sicherheit einräumen möchte, welcher solches auch that, und ihm Ziklag übergab. Da nun wider ein krieg zwischen den Jfraeli- ten und den Philistern entstund, wolle David mit Visen zu selbe gehen , sie schickten ihn aber aus mißtrauen widerum zurücke, da uns derdessen die Amaleckiter die stadt Ziklag geplündert und verbrannt hatten; welchen David nachsetzte, und ihnen die beute wider abjagte. Nach dem tode Sauls 2929, c. 10-; ^ kehrte er widerum in Judäam, und wurde von dem stamme Juda zum Könige erwählet. Die übrigen stämme aber erkannten, auf anstiften des Abncrs, den Jßboset, einen söhn Sauls, vor ihren König. Doch da eben diser Abner von dem Jßboseth beleidiget wurde, trat er auf die parthey Davids, und wolle die übrigen stämme zu ihm bringen, wurde aber darüber von dem Joab gelobtet. Dists hätte zwar bey dem Israelitischen volcke einen Widerwillen verursachen können; da sie aber erfuhren, baß es wider Davids willen geschehen, und im übrigen erkannten, daß nach Abners tode Jßboset nicht vil mchr ausrichten könte, ergaben sie sich alle an David, so, daß er das völlige reich über gantz Israel erhielte, nachdem er zu Hebron über Juda 7 jähr und 6 monat regieret hatte. David aber, nachdem er diejenigen hatte zur strafe ziehen lassen,welche den Jßboseth a. 29 z s, .v c iO^8 getödtet, hielt einen allgemeinen land-tag, woselbst er nochmals von allen vor einen König erkannt und gesalbet wurde. Worauf er das schloß Sion belagerte, und den Jebüsitern wegnam, sich auch völlig dadurch der stadt Jerusalem bemeisterte, und in der- selbigen zu restdiren anfieng. Die benachbarten erfuhren auch gar bald, was nun Israel vor einen tapfern unSmächtigen König hatte. Er bezwäng die Philister, Noabittr, Syrier, und als die Ammo- niter seine gesandschafften geschändet hatten, brachte er sie gleichkals unter seinen gehorsam, und straffte sie mit grosser schärfe. Bey so glücklichem erfolg seiner regierung wolle er auch dem Herrn einen tempel bauen, und machte grosse austasten darzu; Gott aber ließ ihm durch den Propheten Nathan wissen, daß solches von ihm nicht geschehen könte, weil er in so vilen kriegen seine Hände mit blut beflecket hatte. Dise grosse glückseligkeit nun, die David in.seiner regierung hatte, wurde deünoch durch einige ubelthaten, oamrt ersich besudelte, wie auch durch innerliche unruhe zimllch unterbrochen. Denn als er ä» «o, 2945, L. 1259 den krieg mrt den AmmoNiteM führte, verfiel er in ehebruch mit der Bathseba, und ließ ihren man, Uriam den Hethiter, von Joab in dem streit vorne an stellen,, daß er muste getödtet werden. Nathan der Prophet führte dem Könige dises sein verbrechen dermaßen zu gcmuthe, day er es von hertzen de- reuete, und sich in wahrer busse vor Gott demüthigte. Das kind, so aus dem ehebruche gezeuget war, starb, und zeugte er nachgehends mit der Bathseba den Salomo, der ihm m der regierung folgte. Ab» salom aber,Davids söhn,empörte sich wider seinen vater "29^, X Q 1029, und zwang ihn, in grosser Verachtung und mit wenig leuten Jerusalem zu verlassen, denn er hakte mit grosser M die ge- müthcrdes volcks an sich gezogen. Da es aber zu einem treffen kam, erhielte Joab, der Davids armee cvmmandirte, die oberhand, und Absalom wurde umgebracht, welches dem vater sehr nahe gieng, als welcher nicht haben wolle, das man den söhn tödten solle. D a dises geschehen, und David fein reich völlig wider eingenomen hatte, empörte sich Seba, der söhn Bichri, und verursachte, das die Js- C « Wellten x 20 dav raeliten von David abfie bey ihm, und als Joab «v-v--.- - raeliten widerum zu David, aber durch den tod Seba wurde d«se «nruhe gäntzlich gestillet. Nach disem lebte Damd m emein geruhigen und vergnügten zustande, biß er sich verfuhren keß, stm volcr zu zehlen, um die macht seines reichs zu erkennen. Weü aber diese eitelkeit und hochmuht des hertzens Gott mißfiel, keß er ihm durch den Propheten Gad drey gattungen der straften vorstellen, daß er eine aaserwehlen solte, entweder 7 iahe thmrung über das land, oder daß David z monate vor seinen Widersachern fliehen loi- te, oder daß; tage solte pestilentz im lande seyn, aus welchen Damd das letztere erwählet; doch so bald er den engel sahe, derdaS volck schlug, trachtete er mit gebet und opffer den Herrn zu versöhnen. Einige zeit hernach, da David alt und schwach worden, undstch A- donia unterstand, das Königreich an sich ffehen, keß Davtd Sa- lomonem krönen, und übergab ihm das reich. Als die zell ftlnes todes heran kam, that er Salomonr von unterschiedenen dingen seinen letzten willen kund, und starb 2969, 1015 rm 7° jähre seines alters und 4° jähre seiner regierung. Im übrigen war David nicht nur ein mächtiger Konig und tapffcrer knegs-held, solidem auch ein Prophet, und hat in seinen Psalmen, so wol ein crem- pel einer lingemeinen gottesfnrcht vor äugen gelegt, As auch die herrlichsten Weissagungen von Christo und feinem reiche hmterlassen. Es wird zwar unter den gelehrten disputirt, ob alle Psalmen von David seyen, welches so wohl einige alte vater als neue scrwenten behaupten, oder aber, ob einige von andern, deren namen sie fuhren, gemacht worden, welches letztere wahrscheinlicher ist, auch aus der auffchrifft unterschiedener Psalmen klarkch erscheinet. > 16,17 hiß zu ende. 2 LlM. per incegrum. i LeF. >, 2. > r « 2 , i. hiß Nils;o- 1 .6,7. Lntig. füll Lcv. killor. David / aus der familie der küomnenoruln, war der letzte Kay- serzu Trebisonde, und sticcedirte seinem bruderJohanni. Erschloß mit UsunCassan,dcm König in Persien, eine alliantz, und vermahlte demselben seines bruders tochter. Der Turckische Kayscr Mabomet II stürme ihn von dem throne, und nachdem er ihn nach Constanti- nopel gezogen, unter der Hoffnung , ihm vor sein land ewige guter einzuräumen, ließ er ihn an. 1461 nebst seinem söhne umbringen. Andere sagen , daß Mahomet ihn nebst seinen kindern gefangen weggeführet, und des lebens beraubet. wgor. 1.9. David I, ein söhn Malcolmi III, folgte seinem brudcr Ale- randro I an. 1124 auf dem Schottländischen throne, und hielt sich eine geraume zeit mit seiner schwestcr inEngclland auf, allwo er die tochter einer nefin des Königs Wilhelmi eonqucllo-is heyrathete, und init derselbenNorthumbcrland undHuntingdonshire zumhcy- rathsgute bekam. Gleichwie er seinen vorfahren in der bereitwillig- keit, arme leute gerne zu hören, und ihnen zu helffen, gleich war; also übertrass er sie noch in der gercchtigkeit, indem er die richter zwang, den schaden, den sie durch falsche urtheile zuwege gebracht, zu ersetzen. Er reparirte die klöster, und fügte die Histhümcr Ros, Brechin/Dunkelden und Dunblain zu den 6 Bißthumern,die schon vorhin gewesen. Der vertust seiner gemahlin, welche in der blüte ihrer fahre starb, schmertzte ihn dermaßen, daß er --- jähr ein Witwer blieb. Nachdem sichStcphanus, Graf von Bolognc, der En- gelländischen kröne angcmasset hatte,ohngeachtet er nebst dem übrigen adcl der Königin Mathildis schuldiget, schickte er einige Abgesandten zu dem Könige David, und verlangte, daß er ihm wegen Cumberland, Northumberland und Huntmgthon , so er von der kröne Enqclland zu leben trug, den cyd der treue schweren solte; allein dieser ließ ihm sagen, daß er nebst ihm, krafft eines geleisteten cydcs, verbunden wäre, Mathilden, ihrer rechtmäßigen Königin , zu gehorchen; weswegen er, so lange sie lebte, keinander 0- bcr-haupt erkennen wolte. Hierauf erfolgte ein krieg, da dann die Engclländer eine wichtige Wacht verlohren, worunter nebst vielen andern adel ,der General Gloeester gefangen wurde. Die Schottländer aber wurden gleichfalls beydem flusse Tees geschla- aen.Nach einigen andern mit ungleichem ausgange gehaltenen treffen wurde endlich friede geschlossen, daß David in dem besitz von Cumberland bleiben, und Northumberland bis andenfluß Tees samt Huntingdonshire Henrico, des Königs Davids söhne, krafft mütterlicher erbschafft, ch besitzen gegeben werden solte, jedoch dergestalt,daß er dcswegcnStcphano den eyd der treue schweren muste. Bald darnach kam dieKönigin Mathildis wiederum zurück in Engelland , und sandte ihren söhn Henricum, so hernach König in Engeland wurde, zu seinem Vetter , dem Könige David, um sich daselbst in allerley kriegs-übungen unterrichten zu lassen; da hingegen sein eigener söhn, von dein er sich grosse Hoffnung gemacht, und welchen iederman bedaurte, dieses zeitliche gesegnete. Dieses ertrug er mit gedult ,uud nachdem er die vornehmsten des adels zu einer abendmahlzeit eingeladen, tröstete er dieselbigcn mit cincrsehr beweglichen und vcrnünfftigcn rede. Darauflicß er seines sohns kin- -er holen, und befahl Malcolmum , den ältesten von den dreyen, der Vorsorge des gantzen adels, insonderheit aber Makduf, dem Grafen von Fife, und ließ ihn sodann im gantzen lande herum führen, daß er von jcderman für den ungczweisselten erben des Königreichs mochte erkannt und angenommen werden. William, den andern söhn, machte er zum Grafen v»n Northumberland,und schickte ihn alsobald hin, besagte Graffchafft in besitz zu nehmen. Den dritten aber, welcher David hieß, machte er zumGrafen von Huntingdon in Engelland, und von Garioch in Schottland. Darauf bereitete er sich zu seinem tode, welchem er nahe zu seyn ver- mcynte, und starb an. 11; z, nachdem er 29 jähr, 2 monate und z tage regiert hatte. wg.Lco«. dav David II, König in Schottland, war ein söhn Roberti Bruce, der an. iz 29 starb, und wurde in selbigem jähre gekronet, ov er gleich nur acht jähr alt war, weswegen die ständeThomam Ran- dolf, Grafen von Murray, zum Regenten verordneten, welcher, nachdem er den frieden mit Engelland bestätiget, daheime friede zu machen suchte. Er erzeigte sich gegen alle morber gantz unerbittlich. Um aller rauberey und diebstähte desto nachtruglicher zu steu- ren, machte er ein gesetz,daß die bauren ihr eisern acker-gerathe und ihren pflüg alle nächte auffreyem fclde lassen, und niemand zein Haus oder stall zuschliessen solte; würde nun etwas gestohlen: so solte es der Richter in der Graffchafft oder Landvogt ersetzen; diesem solte es hernach von dem Könige wiedergegeben, dem Könige aber pon den gütern der diebe abtrag gethan werden. Die Engclländer, welche nach Roberti tode auf eine bequeme gelegenheit warteten, sich zu rächen, marschirten unter ihrem Könige Eduards an die gräntzen, worzu sie, wie Buchananus berichtet, von einem Münche angesrischet worden, welcher den König versichert, daß Randolfcm einem bestimmten tage sterben würde, weil er ihm gisst beygebracht, der ihn, seiner Hoffnung nach, gantz gewiß zur benannten zeit hinrichten solte; allein er wurde in seiner Hoffnung betrogen, so, daß Eduard, als er sahe, daß die Schottländer bereit waren ihn zu empfangen, und Randolf, ohngeachtet er durch den von dem besagten Münche ihm beygebrachten gisst schon ziemlich entkräfftet war, dieselben commanvirte, mit seiner armee wiederum zurück marschiren muste. Bald darauf starb Randolff an. i;zi, und Duncan, der Graf von Marr, kam an seine stelle. Nach Ran- dolfs tode kam Eduardus Baliolus in Schottland, und suchte seines vatters prätension. Weil ihm nun die Engelländer beystundcn, so wurde er an. i;;2 König, und David muste nach Franckreich entfliehen; doch wurde er entlich an. 1)42 wieder angenommen, als Baliolus in Engelland war; allein an. i W nahmen ihn die Elkgelländer gefangen,und hielten ihn 1 1 jähr zu Londen inverhaft, biß ihn endlich der König Eduardus III von Engelland auf ermähnen des Pabsts an. i;;4 resiituirte, worauf er 1; jähr ruhig regiert und an. 1)70 gestorben. uiu. 8co«. rciien-itLsr p.8r8 inrroll. sU kl. k. p. 929, Lerrcr-»iff?.,I.lüc.ri § 44 leq. L e.4 5 eÄ.r. n. zr David / zugenannt von Morgan, weil er aus dieser stadt in MMlland gebürtig, warschatzmeister der kirche zu Landaff. Er Web sauc,uirLres des Fürstenthums Wallis, wie auch einegeographische beschreibung hiervon. Man sagt, daß erfich bemühet habe, diejenigen orter zu sehen, davon er in stimm geographischen wercke gehandelt. ä: La/e«- Us icri^r, lle bist. David le kill. I. r c. 48. * Davidson, der Königin Elisabeth Zecretariur. Als dieselbe aus mstandiges anhalten ihrer geheimden Räthe den befehl zu Vollstreckung des wider die Schottische Königin Maciam gesprochenen Urtheils , unterzeichnet hatte, stellte sie solche oräre disem s-crer-rio zu, mit der bedeutung, daß er zwar dieselbige, wenn es die noth erfordern mochte, unter dem grossen siegel auszufertigen, alles in bereitfchafft halten, indessen aber ohne einen neuen beseht niemanden etwas davon offenbahren solte. Gleich den folgenden morgen änderte sie ihren schluß, und ließ durch einen, namens Killegrew, dem Davidson ausdrücklich verbieten,, die gedachte or^e auszufertigen. Allein es war zu spät, indem er aüdereit dieselbe aufbegehren der geheimden Räthe unter dem grossen siegel ausgelieffert, und dadurch zu schleuniger erecution der gefangenen Königin anlag ge-geben hatte. Elisabeth ließ deswegen alle Kennzeichen einer hefftigen traurigkeit, gegen diesen Lecrec-rium aber eine grosse ungnade, spüren, auch ihm, als einem, der wider ferne Pflicht und wider den willen seiner Königin gehandelt, den proceß machen. Er gab in seiner Verantwortung gnugfame proben, daß er dißfalls nicht aus arglistigkeit, sondern vielmehr aus einfalt und aus unbedachtsamkeit gesundiget. Die Richter verdammten rhn dannenhero bloß zu einer willkuhrigen gefängniß,und in eine geld-strafe von 10000 pfund sterlings. Man weiß nicht eigentlich , wie weit diese strafe vollzogen oder gemildert worden, sondern nur so viel / daß Davidson nachmals nicht wider bey Hofe erschienen, daß ihm die Konigin von zeit zu zeit etwas weniges zu seinem kümmerlichen unterhalt reichen lassen, und daß diejenige norck, die seines Unverstands gemißbraucht, sich hernach, da sie ihren endzweck erreicht, seiner nicht weiter angenommen. bist. i. 86. vir. b,U'. als bist. roiri. I l jx 448 » 4;r. Davrer / Dabier / eine adeliche familieindem Fürstenthum Anhalt, welche vorzeiten Roßlow genennet worden, wie aus einer alten donation von an. i;;6 zu ersehen, darinnen Albertus von Roßlow, genannt Davier, dem jungfer-kloster zu Zerbst jährliche tonnen herrnge zu reichen verschreibet. Es werden auch noch vorher Friedrich und Otto von Roßlow in einem vertrage von an. 1282 als zeugen angeführt. Wiicke Davierhat nebst einem von Wallwitz, bey einer verschreibung eines winspcls roggen an das jungfer-kloster zu Zerbst,an. i;45 die stelle eines zeugen vertreten. Hans Daviern findet man an. i;82in der schenckung des Fürsten Sigismundi, darinnen er der 8. Nicolai-kirche zu Zerbst das Dorf Meinstorf bergibet, als zeugen benennet. Volrad war an. ro^Kayserlicher Obrist-Wachtmeister, und hinterließ Carolum, welcher fein ae- schlecht mit ? söhnen fortgepflantzet, von denen der älteste, Sebastian Wilhelm, an. 1709 in Dänischen diensten alsCapitain gestanden Be-M. b>st. I. 6. Dautla / (Heinrico Cathermo) stammele her aus einer der vornehmsten familien des Königreichs Cypern, allwo seine vorfahren - onnccLbiez und sehr reich gewesen waren. Nachdem sich aber die Türcken an. 1; 70 und 71 dieser insul bemächtiget hatten, begab er sich nach Avila in Spanien, von welchem ort sein geschlecht, der gemeinen sage nach, seinen Ursprung und namen bekommen. So sagt man auch, daß er dluts-verwandte allda gehabt, und verhvfft habe / daß dieselben sich seiner annehmen und ihm wiederum auf- helffen würden ; allein/nachdem er sich in seiner Hoffnung betrogen sahe, gieng er in Franckrich / allwo die vornemsten bediente an Henrici lll Hofe sich seiner erbarmten, und ihm viel gutes thaten. Er hatte noch einen bruder, (welcher Ludovicus hieß , und vorhin Venetianischer Commendantin der festunaZaragewesen war) nebst 2 schweflet», welche Catharma-te Medicis in ihre dienste nahm. Allein, nachdem die Königin und der König starb, zerschlug sich auch zugleich des Davila glücke. Er blieb noch eine weile in Franckreich Unter der regierung Henrici IV, und diente ihm im kriege, sonderlich vor Honfleur in Normandie und Amiens an. 1597, allwo er verwundet wurde. Nachgchends begab er sich nach Venedig , woselbst ihn die Republic mit einer ehrlichen Pension und unterhalt versähe, binnen welcher zeit er seine Historie von C r den 22 dav bau den innerlichen Frantzösischen kriegen in büchcrn schrieb,worm- ncn alle denckwürdige begebenheiten enthalten sind , die sich von dem tobe Henriri ll an. i; ;s bis zu dem Vervinischen frieden an. r;-8 zugetragen haben. Als er zu Padua war , bekam er von der Republic eine Commission , nach Verona zu gehen; wie er nun an einen ort mit namen Villa nova kam, forderte er daselbst wagen U seiner-gmpp3ße,gleichwie die zu thun macht haben/ welche in der Republic Commission stehen. Derjenige / der ihm solche verschaffen solle , war ein Pachter eines Edelmans von Verona / welcher dazumal gleich zugegen war / und sich hefftig über des Davila diener entrüstete, sie auch mit Worten übel tractierte; und ob sie ihm gleich mit aller freündlichkcit ihre Commission vorzeigten, war doch der Edelmann so erhitzt, daß er eine Pistole nahm und damit auf den Davila schoß / welcher bald darnach an der empfangenen wunde starb. Weil er aber einen söhn bey sich hatte, der damals oynge- fähr 18 jähr alt war / so machte sich, dieser also fort über den Mörder her / und zerhied chn in kleine stücken , und eben also gieng es auch dem Pachter. Leine fchrcib-art ist sehr gut; jedoch lasset er ziemliche partheyligkeit wieder die Reformirten und für die Catha- rina vonMedices bücken. Des Davila Historie ist zu erst in Italiänischer spräche geschribcn / hernach aber von Joh. Baudoin ins Frantzösische übersetzt worden, m «m«» llllk. in j-rs-k. * Davila / siehe Avila. Davis/ (Johannes) ein Engellander/ durchreiftte an. r;8? das nördliche America / um von da einen weg nach ost-Jndien zu finden. Er hatte aber von seinen; reisen keinen andern nutzen / als daß er eine meer-enge entdeckte / weicherer seinen namen beylegte. Sie ist sehr breit / und erstrecket sich von Mitternacht gegen mittag zwischen der westlichen küste von Grönland und der inful 8. Jacob r.; inner. Davity / (Petrus) ein Edelmann aus Vivarez / von Tour- nvn gebürtig / verfertigte ein grosses wcrck / unter dem titul: die Welt / und starb zu Paris an. 16;; im 6; jähre seines altcrs. Chokier sagt zu ende seiner Historie von Dauphine / welche er zum gebrauch des Dauphins in ein compenUium verfaßt / daß zu feiner zeit keine schrifft heraus gekommen / welche diese an anmuth und Nutzbarkeit übertreffen habe. hat in der er«t«rion fein «loßiuln geschrieben. Daulia oder Daulis / eine stadt m Phoeis / nahe bey Delphos. Ptolcmäus / Ltrabo / Livius / rc. gcdencken ihrer. Nachmals hatte sie ein Bischofftum / welches unter Athen gehörte. Vvrietzo aber ist sie rninirt / und muß von einer stadt dieses namens in Äaccdo- nien unterscheiden werden. Daumius (Christian) war den 19 mart. an. 1612 zu Zwickau gcbohren / und hatte ein so fähiges Ingenium, daß er bereits in dein 8 jähre seines alters ziemlich Griechisch und Lateinisch konte. An. Iü;; zog er aufdie Universität Leipzig, und da er sich kaum ein halb jähr daselbst aufgehalten / gieng er / verpest wegen / nach Gera. Er kam zwar indem folgenden jähr wiederum zurück / allein die aufs neue angehende contagion nöthigte ihn an. 16; 5. Leipzig abermal mit dem rücken anzusehen. Von dieser zeit antrieb er seine llullis vor sich/und mformixte eines jcri, Nicolai Götzcns, kinder / biß er sich an. 1642 nach seiner gcburts-stadt wendete / da er denn so fort bey der schnle Kollegs r-nlus; und / nach Zechendorsss todc / wurde. Mit Casp.nsnKio undThoma ncmcllo lebte er sehr vertraut / und correspodirte mit den vornehmsten Gelehrten so wohl in als ausser Deutschland. In der Griechischen / Lateinischen / Hebräischen/ Arabischen/ Spanischen/ Frantzösischeii/ Jtaliäiüschen und Böhmischen spräche war er wohl geübt/ und lag über seinen büchern / deren er über roooo stück besaß / biß in die späte nacht / worüber er zuletzt fast gantz blind wurde. In der pocsic that er viel / und würde einige von den Christlichen poeten heraus gegeben haben/ weil ihm Nichtsein tod/der an. 1687 den 15 dec.crfolgtc/varan gehindert hätte. Die schrifflcn/so heraus gegeben / sind: rrsüscas -ic csu- smillsrum Imgu« l.srinL rscllcum ; märgsror rcllirulor Lr/cca: r.srin/e Imgu« rsllicum ; verrumni poerici rrcs millciiLni sä icirum illuä ilnycrstorium: llstjullicisöc pcrcsr munäus; Lsrvöcttolumel- lscum iiorjs ä:at>; täiexonyiiii Qrsci litzeNuräe Irinikscc 6c6ennsäii ?stris-cks: Lonllsnrinopollrsni o^ulcills, ircin äe dsplismo, cum nocis öcpe/rfsttone ; Lernliarcl! > Lc VS'sIconis kricsnni lsr^rs cum „oris; oorai sä korpll^rii OpkS- kisni psneg^ricum ,<üonllrnririo /cugusto contccrsrum ; nor^ sä ?su- linum tzerrocorium, cum ksuIino?crrncoric>äeviks8. sitscriiii; Osu- mii äc tt kom. Xeinelli llccrs-Lmmlics! ; es>ilkolsisä läcclcttium, UNt) andere mehr. Ausser seinen eigenen schafften / hat er nach Barthii tode dessen lolilo^uis; snimsäverliones sä LIsuä Xlsmercum ; sä 6vii. Ncironem ; 5rsrü »splnisni o^ccs cumsnimsäverllomtzurLsr- rüüöc ioäice Osumigno; ?erri hierin! coNc>c;uium mullcbrc s. porno- dolcoä.ärtcslum, gcronrics, Lo. zuM druck befördert. Nach st'iueiN tode hat man auch verschiedene schrifften / die bey nahe schon völlig verfertiget waren / angetroffen / als: g> m»sllum r.snns- nuZus: cllcnäoclli cecenLrum;ss>cüuoAcs^kism ; vsriss IcÄioues ex mulcizsu- torillus, prs/cipuc infcciori; Xvi ; virss poeksrum, msxime rcccmio- rum; jsmtzorum puroium öc snscrcomicorum librum; iuäiccmin^>c>e- kSi ^srnskisnum; iuäiccs I-scins: linzurr; inäiccs Ors/c/e liu^us-; epi- Ikols! clsrorum vicorum ; glollsi-ium in .cicuiuum; Lkc. Seilt älter Vater / Johannes Daumius / hat als 5ec-ers^iuü dem Chur-Hause Sachsen getreue dienstc geleistet/ und als er bey dem fridcns-schlusse zu Prag sich wol verdient gemacht / hat der Kayfer Leopoldus ihn samt seinen brudern und ihrer beyden nachkommen an. 16; 8 in den adelstand erhoben / und an. 166; ihren adelbrieffwider erneuert. -je-.t'c/,», m scri^riz «ne kleine, etwas befestigte stadt in der unter-Pfalk / an dem zusammcniM dcr Nahe und der Siinmer / zwischen Kibn und Montzingen gelegen. Sie ist das stamm-haus der Rhein-und Rcichs-Graftn dieses namens , welche daselbst ein feines schloß haben. Daun oder Dhaun. Das gefchlecht der Grafen und Herrn von Daun / welches sich aus dem Trierischen in die Kayserüchen erb-lande aewendet/hat zum stam-vaterRichardü vonDuna,tvelcher an. 1188 bey belehnung des schloffesStalecke zeuge gewesen. Degen mittler söhn gleiches nahmens ist an. 1247 Bischofs;» Worms ;der jüngere aber/ namens Werner, ein ahnherr der Grafen Daun von Falckensteinworde»/welche an. 1682 abgestorben sind; flehe Falckenstem. Der älteste hingegen / namens Henricus von Daun , erhielt von Walramo von Limburg / Graferl von Lützcn- bura / an. 122; das Marschall-amt discr Graffthasst, und erkannte sich die Herrschafft Dinsborn. Seine gemahlin /, Sybilla von Lincer /gebahrihmHenricum / Marschallcn von Lützenburg und Herrn in Dinsborn / Henxicum und Cunonem / welche das ge- schlechte von Daun fortgepflantzct. Cuno hatte zum söhne Wiri- chium/ Herrn von Dann in Oberstem/ dem feine gemahlin Jstn- gard einen theil von der herrschafft Falckenstem zugebracht. Henricus zeugte Richardum/ welcher in feiner rechter Anna von Dann wider cmsgestorben; ferner Henricum,Marschalln von Lützenburg, dessen söhn Wilhelmus / Herr in Daun und Zevel / ein vater Wll- helmi worden / dessen söhn und enckel mit ihm gleichen namen ge- sühret / in welchem aber die männliche linie verloschen. Henrist des stamm-vaters anderer söhn Henricus zeugte mit seiner gemar- lin Elsa von Helffenstein Richardum den altern / Herrnvon Daun,- und Richardum den jünger»; wiewol Richardus der ältere in sck- ncr enckelin Lucia, die ihres vaters bruders söhn Richardum gehcy, rathet, widerum ansgestorben. Diser letztgcdachte Richardus aber zeugte mit erst-crwchnter Lucia Dietricum, Herrn von Dann, Bruch und Clussarr, der ohne kinder gestorben; ferner Jrmgarbm, die ihrem gemahl Dieterico, Herrn m Manderscheid, das schloß Daunen zugebracht; und endlich Catharinam, mit welcher Bruch und Clussart an Johannem von Reincck gekommen. Richardus, dcr längere Herr von Dann, wurde von seiner gemahlin Caihari- na, einer tochtcr des Herren von Mari, ein vater Friderm, welcher sich an. i;2y aiifdem turnicr zu Schaffhauftn befunden, und Henricum hinterlassen, welcher Thcodoricum gezcuget. Diser wurde wegen feiner kleinen statur Duyngen zugenannt, und verhcy- rathcte sich mit Maria von Dann, einer tochter Wilhclmi, die ihni einen söhn gleiches namens mit ihrem vater gcbohren, welcher ein vater worden Ofsinä, so sich an den Herrn von Dyk vermahlet; und Petri von Dann, Obrist-Hofmeisters bey dem Churfürsten zu Trier. Dieser zeugte mit Catharina von Schasburg Wilbelmum von Daun, welcher von seiner gemahlin Anna Schenckin von Schmiedtberg ein vater verschiedener kinder worden, unter welchen Wilhelmus in seinem söhne Wilhelms Theodorico, Prodste zu Worms und s-wore des stiffks zu Mayntz, Theodoricus Nieolaus aber in seinem söhne Joachimo Theodorico ansgestorben. Ihre drüder, Christophorus von Dann, Hugo k-rior jn Lpromgicrbach, Hcrmannus, Domherr zu Worms, und Henricus, Ritter von Malta, sind unverhcyrathet verblichen. Der einige Carolus von Dann hat eine nachkommcnschaffl erhalten. Diser führte den titul eines Herrn von Lasscnheim und Hohenfelß, welcher von seiner gemahnn, Agnes von Hagen, einer schwester des Churfürsten Jo- hannis Ludovici von Trier, so an. 1547 dieses zeitliche gesegnet, verschiedene kinder erhalten. Unter solchen wurden Johannes Ja- cobus Ritter des Teutschen ordens, Cämmerer der Valley Oesterreich , und des Ertz-Lcrtzogs Lcopoldi geheimer Rath und Stallmeister ; Johannes'Einmeus, Domherr zu Worms und Speycr; Hugo Wilhelmus, Domherr zu Trier und Mayntz; und Eustachius Richardus, Ritter zu Malta; Carolus und Philippus Erncstus aber haben das gefchlecht fortgepflantzct,> wiewol dcr erstere in feinem fobne Johanne Jacobo widerum verblichen. Philippus Er« nestus wurde nebst feinem bruder Johanne Jacobo von dem Kayfer Ferdinands III in den Grafcn-stand erhoben, und zeugte mir seiner gemahlin Maria Ursula,einer tochtcr Henrici GroMlag von Ditc« bürg, Wilhelmum Johannem Antonium und Carölum Frideri- cum. Diser letztere vermählte sich erstlich mit Polirena, des Grafcn Emiconis von Leiningen-Dachsburg tochtcr, eines Grafen von Scherffenbcrg wittwe, und nach deren tode an. 1670 den n fedr. mit Maria Barbara, Scifridi Leonhardi, Barons von Brenner, tochtcr, die ihm Wcnceslaum Albertum und Francifcum Erncstum gcvohrcn. Wilhelmus Johannes Anwnius, Graf und Herr von Daun, Kayfcrlichcr geheimer Rath, General-Feld-Marfchall und Commcndant zu Präge, welcher an. 1706 verstorben, hatte glcich- fals 2 gemahlinncn, davon die erste, eine gebohrnc Frcy-frau von Regal und vcrwittwcte Gräsin von Khcvcnhüller, ohne kinder gestorben , die andere aber, Anna Magdalcna, GrafEustachii von Allhan tochtcr, hat ss—. " " rentium, Kaysi stcr,wclchcran . ^..... und davor von dem Hcrtzogc in Savoycn das Marquifat Trivoli bekam. Nachgehcnds war er Vicr-König in Neavolis, und darauf commandirendcr General-Fcldmarschall in Italien, darbn der König in Spanien, Carolus III, zum Ritter des güldenen Wicfics und o-L-icie ä' tzspsßnc ernennte, auch mit dem Fürstcntbum Tbe.r- no befchenckle/woraufcran. 171; und 171; widerum Vice-König, und zugleich. in dem gedachten Königreiche wurde, auch bist stelle biß in feinen an. 1720 erfolgten tode behielte. Er bat sich an. 1696 mit Barbara, Graf Johannis Ferdinandi von Her- bcrstem bau brrstcin tochter , vermählet, und mit derselben unterschiedliche Ander gezeuget. -) Michaelem Eustachium Laurentium, so in einem treffen in Ungarn geblieben, z) Henricum Dietericum Martinum, Kayserlichcn Genera! Major. 4) Mariam Beatricem Franciscam, welche dreyer Grasen, von Cob, Lohenstein und Stahrenberg ge- mablin worden. 5) Annam Barbaram Catharinam, welche bereits verstorben. 6) Heinricum Richardum Laurentium, der sich an 1697 mit Anna Catharina, Grafen Iohannis von Sporck, Kayserlichcn General-Feldmarschalls tochter, des Barons Wratislau Wittwe vermählet. 7) Dorotheam Constantiam, so an Hanibal Alfonsum Emanuelem, Fürsten von Portia vermahlt worden. 8) Annam Elijabetham. I'rcv. I. ,»rdo/01, ?. ivLnris tcLt. II. Daunus / ein söhn Pilumni von der Danae, war Königin A- pulien , und zeugte mit Venilia, deren schwester, Amata, an den König Latinum vermählt war, den berühmten Turnum, welchen Aeneas der kröne und des lebens beraubt. t:o v. 74- Daunus ist auch ehemals der name eines flusses in Apulien gewesen wovon die Poeten anlaß genommen, diese gantze Landschafft Daunia zu nennen. «0^,. i. z «6. Davos /Dafaas/ist eine landschafft und das vorderste Hochgericht in dein zehen-gericht-bund in dem Graubündner lande, des fest baupt-flecken S. Johann auf Davos aufhoben Alp-gebürgen jiget , darbey ein lustiger und fisch-reicher freist. An disem orte werden gewöhnlich die bunds-versammlungen des x gericht-bunds und wechsels-weise auch die gemeinen bunds-tage der gesammten Republic gehalten, auch die bunds-panner-s-cwv und freyheits- driefe des x gcricht-bunds verwahret. Es käme dieses Hochgericht, mit denen übrigen 9 gerichten , nämlich zum kloster, Castels , Schters,Sewis, Meyenfeld , Bellfort, Churwalden, S. Peter und Langenwis,an. 164;. in schwehrcn streit. Dann weilendie 9 gerichte sich von Davos in so weit gesondert, daß sie, auf einem zu Grüsch gehaltenen pundts - tag , einen neuen Landamman , Landschreiber und Landweibel erwehlet, und das bunds- siegel denen von Davos abforderen lassen, da doch so wohl dessen bewahrung, als auch die erwehlung erstgesagter landes-amteren, von ansang des bunds, dem Hochgericht Davos zuständig gewesen, hat dises nicht nur die herausgevung des land-siegels verweigert; sondern auch das recht fürgeschlagen. Darauffwurde es von denen 9 gerichten auß dem bund geschlossen. Als nun die Davosser von ihrem Vorrecht nicht weichen wollen, und die hitz sich gegeneinander mehrete , haben die lobt. orte, Zürich, Bern und Glarus, sich darzwischen geschlagen , einen veranlasset, und also durch den Starrschreiber von Zürich Johann Heinreich Maser, den streit schlichten lassen, ?. v- x-Z- uo. * Davofts / ist ein thal-gelend im oberen Veltlein an denWorm- str-gräntzen. Man gehet über Visen berg hinüber gehn Puschlaff, und durch das thal rauschet der dach Röaschga,der unterhalb Gros sottoin dieAddalaufft.6«^. 1,, pLg. 7, * Dauphin (f»rc) Ist eine frantzösische VestungauffderAfrica- N! scheu Insul Madagascaroder Laurentii gelegen. * Dauphins / eine von den grasten Provintzien in Franckreich, welche zu nechst an Italien ost-warts lieget, allwo sie durch die Al- pen-gebürge von Piemont abgesondert wird. Nordwärts gräntzet sie an einen theil von Savoyen und i-Bresse, westwärts an Lion und Vivarez oder an die Rhone, und südwärts an Provence und das Fürstenthum Orange. Sie ligt zwischen dem 4t und Men grad der Polns höhe und zwischen dem 26 und 29 ten grad wngiruäm,. Diese yrovintz hat 2 Ertz-bißthümer, Vienne und Ambrun, nebst 6 Biß- thümernsalsGrenoble, Valence, Die, Gap, § Paul, und Orange. Die hauvt-stadt ist Grenoble; die andern städtc und stecken sind Montelimar, Cr-t, Romans, 8. Marcclin, Beaumont, Serres, Nivns, Brianzon, Erilles, Barrault, i'Ecluse, diese sind befestiget. Das erdrcich und boden darinnen , ist an etlichen orten zimlich gut und fruchtbar, bringet körn, wein, otiven, hanff, gersten, Haber rc. Herfür, hat auch nütz,Vitriol, farbenkraut, so die einwohner pastel nennen, eysen, crystal, kupffer, bleyund seyden. Aber was gegen dem gebürg ligt, das ist rauch und unfruchtbar und mag also seinen einwohneren das benöthigte nicht geben, dahero sie einen guten theil im iahr, ihre Nahrung anderstwo suchen muffen. Aufdem berg Orel ist zu der Römern zeiten ein gold-bergwerck gewesen. Bey der Einsidlerey oberhalb Tain ligt eine gold-und silbcr-minne, so aber nicht gehauen wird. Auf denen bergen ll'Urbon und -l- Valau- rie unfern der stadt Die gibt es vil bären. Die fürnemsten flüsse, so das land durchstreichen, sind, die Rhone, die Durance, Drome und Isere. In der Baronie a'Aix nahe bey Die sind zwey brunn- quellen nur zwey schuhe weit von einander, deren die eme gesaltzen, die andere aber gantz ffiß ist. In dem Hertzogthum Tallard findet man auch verschiedene gesaltzene quellen und sonst hin und wieder gcsimd-brünnen, als beym berg Orel, zu Pont 6-- Baret zwischen Crest und Monte limart, zu Ariancon, zu Bordoire, zu Cremien, zu Launay, zu Navoz. Sonsten hat man im Dauphine sieben so genannte wunderwerck aezchlt, nämlich (1) einthurn ohne gisst. Dieser stuhnde zu oberst aufeinem felsen, eine stund von Grenoble, worvon nunmchro nichts als ein zerfallenes maur-stuck zu sehen ist. In demselben solle kein gifftiges thier, oder unzifcr gewesen, noch geblieben seyn. (2) der unbesteigliche berg. Dieser ligt 2 stund von Die und 6 von Grenoble und hat die form einer hohen nmge- stürtzten Pyramide. Zur zeit Königs Caroli VIII. ist auf sein befehl Antönius cis Villc Herr zu Domp Julien und Beaupr-, mit noch etlich andern,vermittelst viler steig-leitern hinauf geklettert, und haben darauf eine Herd wilde griffen,oder Gemsen auf einer 400 schritt breiten und eine viertel stund langer ebne angetroffen, sind auch 6 dau 2z tage droben geblieben und haben z kreütz allda aufgerichtet, (z) der brennende vrunnen. Von diesem hat schon 8. Augustinns m seinem buch ä- Civirsre Del, wie auch Chorier/ Boissieur und andere geschrieben. Es ist aber ein irrthum, Massen es eigentlich nichts anders ist, als ein ungefehr 8 schuhe langer und 4 schübe breiter und kahler platz erdrcich, bey dem dorff8. Bartholomy, drey stund von Grenoble gelegen, welcher von einer darunter gelegenen schwefil- minnen, immerdar halbfchuh hohe rothe und blaue flammen nebst einem schwefel-dunst von sich wirfst. Es ist aber kein wasser auf solchem platz, wohl aher nahe darbey in einer, von einem bachlein ein- gefressener tiefst befindlich. Merckwürdig ist, daß diese flammen, alles was man darein wirfst, anbrennen und verzehren, außgenom- nien das schieß-pulver wird nicht darvon entzündet. (4) Die wasi sergruben zu Sassenatte / diese sind in einer höhle befindlich und das gantze jähr durch trocken und lär, nur allein am tage der; Königen quillt das wasser Herfür, aus dessen anwachs, die landleuth, von der beschaffenheit und reichthum der künftigen erndt und des herbsts urtheilen. (;)die köstlichen steine / die im berg zu Sassenage gefunden werden. Diese sind in der grösse wie eine linse und von färb weiß, oder graulicht. Sie dienen die äugen zu säuberen, wann einem etwas darein gefallen ist; Massen man ein solch steinlein unter das augenlied thut, welches dann alles unsaubere auß dem äuge stof. set und zuletst von feststen auch herausfallet. (6) Das mann zu Brianzon. Es fallet des nachts im heißen svmmcr aufdie dlätter der fiechten-bäumen, so die einwohner Melezes nennen, nnd wird vor der sonnen aufgang abgelesen und gesamlet, maßen es von der sonnen gleich schmeltzet. (7) Die hole zu unser srauen 6e l» Balme, deren eingang klaster hoch und 60 lang ist; sie ziehet sich aber hineinwarts nach und nach in die enge und fließet ein bachlein darinnen. Die provintz Dauphine bestehet aus verschiedenen kleirzen staaten, als dasind Viennois, Valentinois, Divis, Briartzvnnois, Gapanzois, Ambrunois, rc. welche nach Untergang des Königreichs Burgund in ein curuus zusammen gebracht worden. Der erste absonderliche Herr, welcher sich allhier unter dem titul eines Grafen in die höhe gebracht, war Guido um das jähr 889, dessen Nachfolger allesamt gleichen namen führten, und sich anfangs Grasen von Aston und Grenoble, hernach von Vienne nenneten, nachdem Verlost von Zähringen fein recht auf dise stadt Guidvni VIII abgetret- ten. Diftr Guiges, Guy, oder Guido VIII lebte um das jähr 11 ;o, und war der erste, welcher den titul Dauphin annahm; und zwar, wie einige dafür halten, von einem gewissen casteste gleiches namens; oder wie andere wollen, von dem meer-schweine , so er in seinem wapen geführet, oder wie Piganiol -i- i» Force meldet, wäre es sein tauffname, Nachgehends wurde discs nicht nur der name seines geschlechts, sondern auch der provintz selbst. Ais aber von diesem ersten stamme niemand mehr übrig war als Beatrix Dauphine /eine tochter Guidonis IX und schwcster Guidonis X, der ohne kindcr starb, heyrathete sie an. 1 i84Hugonem III, Hertzog von Burgund, einen Printz von Königlichem geblüthe in Franckreich, da denn der andere söhn aus dieser ehe, Andreas, als der vornemste erbe seiner muter, den namen Guidonis XI nebst dem titul eines Dauphins annahm, und den namen und Las wapen von Burgund verließ. Sein söhn Guido XII hatte nur eine tochter Annam , welche dieses land ihrem gemahlHumbertv I, Herrn 6e ir in, ?>n, zubrachte. Ihr cnckel Guido XIII hinterließ keine Ander, daher diesem sein bruder Hnmbertus II fuccedirte. Dieser Humbert II hatte ein einiges söhnlein, und als er eines tags zu Grenoble seinen schern mit demselben hatte und es unter dem arm zum finster hinaus hielte, fiele ihme der knab zwischen den Händen durch hinunter in die Iftr und ertrancke. Dieses hertzenlcyd erleydete dem vater zugleich das land, die regiernng und endlich die welt, also daß er das land des Königs Philippi Valesti groß-fohn Carole, Hertzog in der Nvrman- die erstmahls an. 1Z4Z und hernach an. iZ4S Übergabe und abträte, gegen empfang 120000 goldgulden und unter folgendem beding, daß zu ewigen zeiten, der Königen in Franckreich älteste Printzen, den namenDalphin oderDauphin wie auch dasDauphinische wape mit dem wapen vonFranckreich kreützweis gefchrenckt führen, auch dieses land zu keinen zeiten dem Königreich einverleibt werden solle, es scyedanstaß einKönig inFranckreichKayfer wurde. Er aber gien- ge ins closter und wurde ein oarfüsser-mönch. WoraufakfobaldPhi- lippus seinen enckel Carolum, so hernach unter dem namen V König wurde, damit investirte. Von der zeit an zehlt man 22 älteste Printzen der Könige in Franckreich,welche Dauphins gewesen sind. An 1692 und 1708 thaten die Savoyischen und Kayserlichcn «stierten einen Anfall in Dauphine, und legten verschiedene örter in die afche. LkoA-f NMvir, cic la^uotnne. cic Is korce. lle cis is k-sncs l'om 4 cllap 1 Succession der Dauphins des tzn. ersten ftamms. Nuido I Äuido II Äuido III 8uido IV MdoV 8uido VI, si> an. 107; gestorben. Auido VII SuidoVIII 8uido IX hnmbertus, genannt Guido X, so an. 1167 gestorben geatrir, dessen erb-schwester , so an. 1228 gestorben. Andrer stamrn von Burgund: ndrcas , genannt Guido XI Jo- 24 bau daw dax day daz Johannes II, so an. 128- gestorben. Anna , seine schwester/ so an. 1296 gestorben. Dritter stamm der Herrn 6 - K Tour «lu Pin. Humbert I gestorben i;°9 Johannes II r;i 8 öuido XIII r;;; Humbert II 2;;; r? 4 y Carolus I r ;68 Carolus II r; 86 Carolus III r;yi Carolus IV 2 4 «> Ludovicus! 141; Johannes 1416 Carolus V »42; Lndovicns II »459 Joachimus 247° Carolüs VI 2492 Carolus Orland, printzen vom geblüthe: 2496 Carolus VII Zwey söhne des Komgs Lu- dovici XII 1517 Franciftusl i5z6Hmricus 154; Franciscusll 1601 Ludovicus III i6;8 Ludovicus IV 1661 Ludovicus V 1682 Ludovicus VI 170s Ludovicus VII Dausquejus, (Claudius) oder Dausquius, ein Osnonlc« zu Tournay, wurde zu S. Omer den e dec. an. 15 66 gebohren. Er begab sich in die socictät Jesu, verließ aber dieselbe wiederum, wiewol man nicht weiß , wenn und warum solches geschehen. So ist auch die zeit seines todes unbekant; doch ist gewiß, daß er noch an. iso-Mlebet,zu welcher zeitScriboniussein smpllirks. scrum kvnnri; heraus gegeben, darinnen er seiner, als eines damals lebenden gelehrten manns, rühmlich gedenckt; wie er dann auch in der Griechischen und Lateinischen spräche und andern theilen der gelehrsämkeit wohl geübt war. Seine schrifften sind i-urum 0. ^- ic. icurum sllvc-iu;/IßncolL Illracii ss- iyric-5 pekirione; , in welchem letztem er unter dem namcn Agricola Thracius einen Schottländer, namens Georgium Thomson, welcher an. 1606 wider Lipsium zu Londen ein buch heraus gegeben , wicderleget. Ferner bat er eine controvers mit einigen Barfüffer- Mönchen gehabt, welche behaupten wollen, daß der Apostel Paulus und Joseph bereits in mutterlcibe Heilige gewesen, weswegen er folgende tractate geschrieben : is-Ei Usuii iLnA,cu-to rrs , in loloöc iiicoclo; ir. läneki stolepki isnüiiicLricicxkrL Hierum teu dinoÄiuni gäverlus k. ^Isrclirnrii IVlinorir« exprovincisli; in»ni»s; ir. ^plylisrum kr. IVlinorum. ^vllomLro^oliiSnorum iss-uiffs; fhhatt! auch 4o homilicn NsMii xeicucieniis aus dem Griechischen ins Lateinische übersetzet , und einen grossen cnmmenkarinn, über den slli, um ikLiicum nebst andern wcrcken geschrieben. Unter allen seinen schrifften aber wird dasjenige werck , welches den titul si'chret; snci. «,ui novic,usi.skii or-Kogrzpi,>L am höchsten geschäket. Sein Vater Robertus Dausquejus, der vierte söhn Antonii Äausqueji ,büste indem Niederländischen kriege, da er dein Könige in Spanien wider den t)ur ll'^len<;on dimte, sein leben ein. biblwck. bikl. Uslß. Wellen. LclZ. §c!-,ö4»E in Lmpliirk lion. I. r c ,;.L4)-/e. Daweroff/ eine stadt in Moscau in dem Hertzogthum Rezan, 2 meilen von Varonischssonsten Veronitz,am fluß,auch Varonisch genannt , im ebenen selbe gelegen. DerEzaar Peter Akriowitz hat diesen ort erweitern und besser bevcstigen lassen, weil er zu dem schiff-bau bequemer liegt als Varonisch,und die schiffe von dar leichtlich aufden fluß Don rönnen gebracht werden. Dar / oder Acgs/Lat. ägus: . l7ivi»z Lgimrum i'Lr- bellicrrum , 1'sdcrl.r , Vibio, die Hauptstadt in Gascvgne, an dem ßusse Adour,gehört unter das Parlament zu kourllcEchat eine rcnecli-uur- odcr Gerichtbarkeit, und einBißthum, welches mtter dem Ertz-Bischoffvon Auch stehet. Sie treibet gute Handlung, ist sehr wohl angebauet, wird durch ein nach altermanicr befestigtes schloß beschützet, und ist wegen ihrer warmen badet berühmt; weswegen sie auch von den Römern ^cpi-r und die provintz selbst Aqui- tania gcncnnet wurde. Vor zelten wurde sie von Grafen und Burggrafen regieret, biß sie an. 1117 Richard ,Hertzog von Gui- enne /hernach König von Engelland, unter sich brachte, indem der letzte Vicomte Petrus wider ihn rebelliret hatte. König Carolus VII vereinbarte sie an. 1457 mit der kröne Franckreich. Dercrste Bischofs allhier soll der Märtyrer Vincentius gewesen seyn. Gra- tianus, Bischoff von hier, unterschrieb an. zos dem concillo zu Agde. Carterius befand sich bey dem ConMio zu Orkans an. 541 , und Liberius bey dem an. 549. Unter ihren Nachfolgern sind sonderlich bekannt kcrnksrll 6 u tauxucro» , Usimonä üe Se,ire 8 , LcriiLrll >L olsiAiic und Uctru 8 lle koix > Cardinal, u. a. m. Es ist ein warmes bad allhier von sied-heissem wasser, also daß man es über zehen schrit von der quellen, noch nicht erleiden mag. Es dämpfst immer wie ein wasser im kesscl. Mann kau jedoch kein ey darincn sieden und wann es kalt wird,st ist es kälter dann kein waf- stp, tVr». 1.4 c. 17 19. Ä-'/röo t. ) A 4 incLrm.öciu xsr. i., ?>ulon. leck. c. 6. HÄrE»/k^/rerin itulon. rsbul« Day/siehe Dey. Daza / ( Antonius) ein Spanier, war zu anfangdes 17 seculi ein Franciscauer-Münch, und schrieb verschiedene geistliche wercke.. kibh /cjrrL», cle tcripr I'ec. .7. bibl Daza / (Diego) ein Jesuit, war zu Colmenar, einer stadtnahe bey Toledo, gebohren, und studirtc unter dem Vasqnez, welcher stinen herrlichen verstand bewunderte. Als Diego Hurtadus lle Mcndoza als Abgesandter in Engcland gieng, begleitete er ihn bahrn, und starb daselbst den i-; oct. an. 162; im 44 jähre seines al- ters. Er hinterließ einen < rium über die epistel 8» Jacobs, welchen man nach seinem todeheraus gab. dea deb dec ^büle / in Kent, ein stück von dem haven von Sandwich ,i steine sehr ferne und grosse stadt, welche nicht weit von Dover lieget, und wegen der schiffahrt sehr berühmt ist. Dean-Lsrest/ ist einer von denvornemsten wäldern in Engeland / welcher die besten eichen zum schiff-bau hat. Er lieget rn Glo- cestershrre,aufber westlichen feite des flussesScvern zwischen demstl- brgen und dem flusse Wye,und ist nach der gemeine rechnung Englische Meilen lang,und 10 breit.Es sind darinnen zrz pfartrrchcn. Debora/ ein ehe-weib des Lapidoth, war eine Prophetin, und regierte das volck Israel n. 268z, .4. r. i;oi. Sie wohnte unter den palmen DeborazwischenRaMaund Bethelaufbemgebürge Ephraim, und die kinder Israel kamen zu ihr hrnaufvor gerächte. Sie zöge mit Barak nebst loooc, man wider Sisiera, de Feldhaupt- mann des Cananäischen Königs Jabin, und wurde Sissera geschlagen, auch in dem sthlafe von Jaei umgebracht. Worauf Debora nebst dem Barak ein dancklied gesungen, welches Jud. z aufgezeichnet ist. Also wurde Jsraeldrrrch sie aus ber Cananitrschen dienstbar- keit erlöset. Sie regierte das volck 4° jähr, und starb an. 272;, ä. e. 1261. L. 4. L. Ki. r.72^. -1. !v>. - 7ri > 2760. üe llockr. rcmx. l.9.g-iiesl cllr. L. rz. Lrccroü ckroir. res 1. l. 6. c.8. Debora /war die amme der Rebecca , und starb zu Bethel, woselbst sie unter der eiche begraben war, so daher die rlage-eiche generh- Ntt wurde. 6e». c. Zj v. 8 irr.:Z04 n 4. Debrezin / eine grosse volckreiche,aber offene stadt in Ober-Ungarn zwischen Tockay und Waradein / welche starcke Handlung treibet , 6 jahrmärckte hält, und mit einem Reformrrten versehen ist.Dort herum ligt das land derCumaner und ist eine ebene Heide von solcher grosse, daß man in i; bis iz meilen keinen berg noch wald antrifft. Es wird darinnen vieles Vieh erzogen , und von dar nach Teutschland und Italien gebracht. Nicolaus Qlahus erzeh- Ict, daß öffters ein eintzrger bürger zu Debrezin auf einmal io rarr- scnt stück ochsen zu feilem kauffe gehabt. Die eimvohner sind lauter Ungarn und der Reformirten restgion zugethan. In den vorigen zei, teil hat dieser ort öffters dem Kayser, dem Fürsten von Siebenbürgen und den Türcken zugleich tribut geben müssen; so manches ,ahr über üoooo thaler gekostet. An. i ? 64 ist er von den Siebcndurgern, und an. i?6^ von Lazaro Schwendi fast gar ausgebrannt worden, litte auch in denen nachfolgenden kriegen mehrmahlcn feurschaden. An. 1640 und 1681 aber durch feuer im rauch aufgegangen. An. 1686 hat der Kayserl. General Caraffa allhier die wincer-quartier gelder, monatlich 80 taufend gülden, eingefordert, und hat Debrezin vondiejer und auch der letzten innerlichen unruhe vieles erlitten. An. bey dem landtag-schluß zu Prcßburg ist sie mit unter die Königl. freystädte, darunter sie fchonder Kayser Lcopoldus ernennet , aufgenommen worden, doch daß zu crbauung einer Carho- lischen Pfarr-kirche, und eines Franciscancr-klosters ein ort angewiesen werden solle. misceil. vec. III p. l p. tkungrriz p. 429. §. io8.2er/«»'»- LxcckvvÜL var entsprossen Adam aufSilmcnau,der an. 1611 die stelle cinesLandhaubtinanns in dem Breßlauifchcnbekleidet, ingleichenWentzcl, der um dasiahr i6?r der Cron Polen, als Obrijter und Lommendant zu Caminieck, ge- dienet. Lctiicll cllron.ekl ticü-'Fe?^e»-tcg-liczl. llcs Ocv, gcicnl. Decan / ein Indianisches Königreich in einer inful disscit des Ganges , welches Bcngala gegen morgen , das Indianische mcer gegen abend, Bisnagar gegen mittag, und des grossen Mogols land gegen Mitternacht hat. Vor zelten war es unter einem Könige,wurde in z provintzien unterscheiden, und hatte viel reiche und grosse städte; allein nacbhero hat sich desselben zustand gantz verändert. Denn ausser der grossen stadt Goa, welche den Portugiesen gehört, hat der grosse Moaol die städte Kerbn, Chuval, Dolvatabad, rc unter seine botmäßigkeit gebracht, und die stadt Aurengabad darinnen neu aufgebauet. Der Jdalcam oder König rcsidirt in feiner Hauptstadt Decan,wannenhero er auch der König von Decan genennet wird. Vormals hatte er noch viel andere städte unter sich, als Cunan,Balagate,Candis,Hamedanage, rc. 1.1 c. ,r° ^§4» ./c 1 . 9 c. I. bctctir. ^iLlabsc unr. Ne>.2. I s. Ko?-. I.rs. S.r.z är v>r. UI. c. ,r. Liv- Oei I 17. Ors/1. r. iz. * Decemius/ (^»Znus) teutschen Ursprungs, als sein bruder Magnentius an.; ?c> zum Kayser erwählt wurde, empfienge er hingegen von ihme die wurde und macht eines Cäsaris, und wurde der provintz Gallien vorgesetzt. Es findet sich auch in dem berühmten Faschischen müntz-cabinet zu Basel, eine müntz, darinn Decentius gar Augustus oder Kayser mit dem höchsten gemalt betitulr wird: muß erst kurtz vor seinem tod gepräget seyn. Indessen wäre dieser Herr bey dem allem nicht gar glücklich. Erstlich schlüge ihne Cho- nodomarius der Allemanische König, so in Gallien eingefallen, auß dem selb. Bald hernach jagte ihn Poemenius von Trier weg, daß er sich in das innere Gallien begeben mußte. Aber da überfielen ihne erst die schlimme zcitungen, wie sein bruder in Pannomm, Italien und in Dauphin- geschlagen worden, und sich aus Verzweifelung zu Lyon den 11 aug. an.; z; entleibet hatte. Da stunde es nicht lange an, das er auf seine fachen gantz ver;weiflende,sich durch den strick das leben name am 18 aug. zu Sens an. z 5als er wenige monate über 2 jähr Cäsar, und erst in den leisten tagen Augustus gemessn, §. in cvron. §o- !. 2. c 7.I. 2. * Decianus/ (Tiberius) ein berühmter Rechts-gelehrter , war von Udino, einer stadt im Friaul, gebürtig. Er gab anfangs einen advocaten in seinem vaterlande und zu Venedrg ab, nachgehends ward er bey Bernardo Naugerio PodestZ zu Vincenza und Padua -rill-llor, hieraufward ihm die ?-okeill>, oinnnLiinm aufgetragen, und das ,-iiiessorzr bey Franeisco Venerio, nachmaligem v»8°, biß er endlich Hicron. Cognato, oder Cagnoio zu Padua in der ?rnkct. Ilons juris folgte , aüwo er auch an. i;8l im7> jähre seines alterä verstorben. Er docirte zu einer zeit mit dem Marco Mantua Bcna- vidio und Jacobs Menschis, schrieb auch 5 voium. conliMLt. und r volum. rrLÄat. criminalcs ?. I elo^. Ze c!ar. IeA. inrer^r. I. r c. 170. ^ VLLI 8 I 0 M 8 sind eine gewisse art gesetze desKaysersJustinianisso er nach dem ersten coMce,redochnoch vor Verfertigung derPandecten und inllirurionü ausgehen lassen,und in welchen er die zwrstigkeiten ,so unter den sscten der Römischen Rechts-gelehrten über einigen zweifelhafften fragen im schwänge giengen, entscheiden wollen. Sie nehmen ihren ansang von dem jähr ? ;c>, alsLampadius und Orestes zu Rom Bürgermeister gewesen, oder, nach Strauch» Meinung vielmehr von an. 529, und gehen biß aufdasjähr z; z. Sie sind allerseits in dem andern rcpetikT prs:lc6tMni§ genant, befindlich; esistaberdeydenGelehrten Nicht ausgemacht, welche eigentlich dazu zu rechnen. Alciatus und andere nehmen ihr kennzeichen von den über-und unterschrrMn her, und meinen, daßwo die überschrifft: Julians nr-r-f. oder Ioanni n-L-k. k>r«r. und die unterschrifft : ü>pc:onaiiskui.smpsö>l öc Oiellisvder pollLonlui^rum Aos ?r«torio auch küonkiturlanes, so vondm vecigonibus allerdings unterschieden, ergehen lassen /so ist das sicherste merckmahl dieses, wenn ein gesetzt die wider einander lauffenden Meinungen der alten Rechts-gelehrten erörtert. Denn wenn gleich nach diesem grundsa- tze so dann mehr, als zo gezehlet werden sollen, so ist dieses doch mit der art zu crcerpiren, deren die compUsroies des <.'ociic,s sich bedienet , indem dieser aus allerhand unter gewisse Mulm zusammen gebrachten 6-Lgliienris bestehet, und wol seyn kan, daß eine «lecitio-, zuweilen aus mehr theilen bestanden, folglich auch unter mehr als eine rubric gebracht werden müssen , leicht zu beantworten. Unter den neuern haben Linglois, Raguellus, Baro, Mcrillius, Lud- well, Strauch und Dominicus Bassus selbige zusammen zu suchen und mit anmerckungen zu erläutern sich angelegen seyn lassen. o»/r. -roöi- H.pcrerz, i. 6. c. 14. all jo llccill , r 1 cl. 1709.. p. r lü. feg. ^ Decms; oder Cajus Messms G-uintus Trajanus De- cius; war von Bubala aus nieder-Pannonien gebürtig. Er brachte sich durch den krieg in die höhe, und wurde von den rebellischen legionen, welche Marinum nach dem gewaltsamen tobe der beyden Philippen an. 249 erwehlet hatten, zum Käyssr ausgeruf- fen. Er gab grausame edicte wider die Christen heraus, wodurch die ergrimmten götzen-diener angefrischet wurden, desto mehr Chri- sten-blut zu vergießen. Diese grausame Verfolgung, welche für die siebende gerechnet wird, währte bis an. 2?7, da der Tyranne untergieng. Denn als um diese zeit die Gothen in die provintz Mösien und Thracien eingefallen waren, und alles verheerten, stürtzte sich Decius in einen morast, worinnen man seinen leichnam niemals hat wieder finden können, damit er solchergestalt seinen feinden entgehen möchte, welche seinen söhn Quintum Erennium Etrussum Messmm Decium getödtet,und seine armee geschlagen hatten. Er regierte 2 jähr,und zwar so,daß er seiner thaten halber (die bemeldte Christen-versolgung ausgenommen) billich unter die besten Kayser kan gezählet werden. z-rKor. uikor. t 6 c. jr-ZH icq. v/o/. i. 7 c. r. p. Decius Mus / ein Römischer Bürgermeister, welcher seine tapfferkeit bey unterschiedenen begebenheiten sehen ließ. Als er ä n ;ü4i, 4. e ^4;, /r. n 411 nur einsthlechter Tribunus bey der armee war, erloftte er den Bürgermeister Cornclium von seinem gefährlichen posten, und trug viel mit zu dem siege wider die Samnites bey. Nachgehends da er mit Manlio Torquato u.414, »4. ;S44, .-v. c:. Z40, zugleich Bürgermeister war, gelobte er sich aus anlaß einer Weissagung den unter-irdischen gott- heilen für sein vatterland in währender schlacht zwischen den Römern und Lateinern; da es bann geschahe, daß die Römer selbige gewonnen, und Decius Mus gelobtet wurde, wie dann die Bürgermeister schon zuvor beschlossen, daß derjenige von ihnen beyden, dessen flügel zuerst in Unordnung würde gebracht werden, für das heyl der armee sterben solle. Dieser Bürgermeister hinterließ einen söhn, der gleichfalls P. Decius Mus hieß, welcher summus Pontifex oder Hohepriester war, und ^ mal Bürgermeister wurde. In seiner ersten bürgermeistcrlichen regierung ä. v 442, L. vi.; 672, c. z 12 nahm er einige örter in Thustia ein. In der andern ^ v. 446, ZÜ76, /r zc-8 schlug er die Sammler, und nachgehends die von Apulien, unweit Benevento. Das dritte mal war er Bürgermeister r. 4-; 7, 1^1. ;68?,> c.297, und da er ir. v 4?y,.^. .^1 ;689, ir. <2 29^ wider die Gallier, Thu-- ftier und Samniter stritte, gelobte er sich gleichfalls, nach dem erempel seines vatterö, den höllischen gottheiten; welches aber dm Römern nicht den geringsten Nutzen würde geschafft haben, wo- ferne nicht Z7v;,^ ^ 279, und in einer schlacht wider Pyrrhum föchte, welcher letzte darinnenverwundet wurde und 20000 mann verlohr. Jedoch wird dieses letzteren nicht sofast in denen Röin. Historien, als von Cicerone gedacht. Dieses gcschlecht,ungeachtet es nur ein plebejanum, oder von geringer ankunfft gewesen, hat sich doch gar sonderlich berühmt gemacht. Es gcdencket auch Tacitus eines Dem, der sich dem Laefarinas, der Africam durchstreiffete, tapffer widersetzte, und getödtet wurde, indem er ihn verfolgte. Ln«, i. 7. 8, >0 tTri I. 5 c. s ex ; L 6 1. Dioä Ä,«/. I. ir, p'rKo, äe vir. iNiM,. c. i6> 27. in lutcul. ö, I. cle 6n» Uc nar 6eor. pro llomo tus. I. Lr c. r.5. l 29 c r. l. I c. 14, DrcrE I.; snn. * Decius / ein Gouverneur zu Rom unter dem Honorio an. 4°2» Symmachus schrieb an ihn viel bricfe. xrowp. coci. tlleoci. Decius / (Antonius) ein Italiänischer Poet, lebte an. ie 90 r starb aber noch gar jung. Er ist sonderlich durch ssme tragodie« bekannt, und daß er ein guter freund des Torquato Tasso gewesen. Decius/ (Philippus) ein berühmter Rechts-gelehrter, war ein natürlicher söhn Tristani s- Dcrio, welcher am Mayländi- schen Hofe in ansehen gewesen. Erwurdean.i4?4.gebobren, und zu Mayland in guten wmensshafften unterrichtet; da er aber wegen der vest diesen ort verlassen mustc , begab er sich zu seinem bruder Lancellotto, der zu Pavia die rechts - gelehrsainkeit lehrte. Er legte sich also im 17. jähre seines alters auch auf dieses lluMum» und machte wegen seiner Hurtigkeit im disputiren seinen lehrmei- stern, Jasoni Maino und Jacobs Puteo, viel zu schaffen. Jn seinem 19. iahre difputirte er pubiice mit grossem rühm, zog darauf mit seinem bruder nach Pifa, der dahin zum juris bernffen ward, und that sich allda so hervor, daß man ihm im -r. jähre seines alters die proüllivo«« intti-mioaum auftrug. Er er- II. theil. D langte 26 langte auch bald darauf die peokeklioncm cxrrzor6inLr!»m I.L. und da ihm in der orciinsriL Bartholomäus Socinus vorgezogen wurde / gab man ihm an dessen stelle die prokcll,c»icm juris c-no- "icl. solches hatte Socinus angestifftet, weil er hoffte / daß Felinus, welcher bereits mit ziemlichem daselbst das jus rznonicum docirte, des Dem rühm verdunckcln solle. Es zeigte sich aber das gegentheil, daher Felinus aus Verdruß sich von bannen weg begab/ welches verursachte/ daß Decius von den cursc»- rikus stelle bemühet / und noch dclr^n übet (Mge- lassen wurde / als er seine besoidung forderte. Weil sie nun uber- dem wegen des Verweises/ st sie seinethaiben vonLaurenlio6c vie- «Uc>- bekomme»/ übel auf ihn zu sprechen waren / so wolle er die vocsrion, die er nach Siena hatte / annehmen. Doch kam es endlich dahin, daß er blieb / nachdem man ihm einigen Vortheil versprochen, und daß er nach verfliessung zweyer ,ahre dem L-ocino solte adjunqirct werden. Da aber Socinus / der sich damals zu Siena aufhielt/ solches erfuhr / ließ er sagen: wenn dieses geschehen solte/ wolle er nicht wieder nach Pisa kommen/ dannen- bero man dem Philippo zu verstehen gab / wenn L-ocmus wieder nach Pist käme, könte er nur seinen abschied nehmen. Also begab sich Decius nach Siena, und wurde daselbst Professor erstlich Mis LLnomo - hernach aber auch jur>§ cvikr. Uni das jähr 1490 that er eil,e reise nach Rom / und wurde von Innocentio XII zum Xucillor cli NolL ernennet. Er wolle sich in den geistlichen stand begeben; weil er aber von einer concubine gczeuget, kunte er die obern or6i>»-; nicht erlangen, und ließ also diesen schluß fahren. Da er nun wieder nach Siena kam / und die andern Profcssores daselbst ihm sehr zuwider waren, gieng er von bannen nach Pisa, allwo er bald das st? canoni-um, bald das st? civile lehrte, und grosse strcitigkeiten hatte, bis er endlich an.,i?c>2 nach Padua deruffen wurde; von dannen wolle ihn der Konig in Franckreich Ludovicus XII nach Pavia haben, erhielte auch solches, ob ihn gleich die Venetianer nicht gerne wegließen. Er kam also nach Vavia an. izo; und erfüllete die Hoffnung, die man von ihm ge- schöpffet hatte. Doch verursachten ihm die strcitigkeiten, die der König in Franckreich mit dem Römischen Hofe hatte, grosse ver- drüßllchkeiten. Denn da er von dem Könige, wegen Haltung eines Oonciiii, um rath gefragt wurde, hielte er dafür, daß auch etliche wenige Cardinäle befugt wären, ein Concilium zu deruffen, und bcwieß solches in einem eigenen tractat, worauf auch das Concilium zu Pisa gehalten wurde, auf welches er sich mit den Bischöffen, welche die Frantzösische parthey hielten, begab. Dieses verdroß Iulium II dergestalt, daß er Decium in den bann that, auch wurde er aller seiner guter, bey erobcrung der stadt Pavia, beraubet, und weil er nirgends in Italien sicher genug war, begab er sich nach Franckreich, woselbst ihn der König zu einen: Rath des Parlaments zu Grenoble machte, nachdem er auf der academie zu Valence eure zeitlang die Rcchrs - gelchrsamkeit gelehret hatte. Nach dem tobe Iulii wurde er durch Lconem x. von dem bann absolviret, auch von dcmstlbigen -6 protiMioncm juriz c-nomci uach Rom deruffen, welches er aber, damit er den König in Franckreich nicht beleidigte, ausschlug. Nachdem aber Ludovicus XII gestorben, wurde er wiederum nach Pisa vociret; allein, der König Franciscus I wolle ihm solches nicht verstatten , sondern schickte ihn nach Pavia, das st- canonicum daselbst zu lehre». Da er nun in Italien kam, befand er, daß die stadt Mayland von den Kaystr- jichen völckern belagert war; dannenhero er wieder nach Pisa kehrte, und endlich zu Siena den i z oct. an. im 8i sten jahre seines alters starb. Er hat unterschiedene schafften hinterlassen, gls : v-cciurLS luper gccrcrsliL ; iicm iuoc, A, coclicem ; connliorum lib, IV; kommen: 6e rcgulir juri«, Ücc. 6e rl-r. leg. imcrp. I.r. e. ia clog. crp. 88. in kill. jur. civ. I- Z. c. Z9. in viri; ^Cr. clc llripr. llc. XVI. killoire 6c vaupliine t. 2. >.15. in viris vir. 60A, in spp. g6 kill. lik. in rkcak. p II. Decize / eine kleine stadt in Franckreich in der landschasst Ni- vernois, wo der flns, Airon in die Loire fällt, über welche letztere daselbst eine schöne brücke qebauet. Sie ist der alten Vadicußiancr ihr veccr.L, und die Römische müntzen, welche daselbst gefunden werden , erweisen, daß es eine alte städt sey. Die Hertzoge von Revers haben allster ein schönes schloß, e,«- Kill. äst Mvcrnois. Deckendorff/ eine kleine stadt in Bayern, nicht weit von der Donau, gehört in das rent-amt Straubingcn. An. 16; z und 1641 machten die Weimarischcn und Schweden althier grosse unruhe. Es wird daselbst eine Hostie mit grosser Heiligkeit verehret,in welche die Jüdcn sollen gestochen und blut daraus gcpressct haben. kopoz-. kLvsr. Ns^critck. srlss. Decker/ (Johann) ein Jesuit,gebürtig vonHaesbrouk in Flandern , begab sich zu Rom in die soeictät Jesu. Hernach studirt er zu Neapolis , und als er in die Niederlande gekommen, lehrte er lange zeit daselbst. Nachgchends, als man ihn in Stcycrmarck geschickt , wurde er Cantzlcr aufder academie zu Gratz, woselbst er den jan. an. 1609 im 69 jähre seines alters starb. Er hinterließ Meo- rcmrkL 6e anno sc morrc Nomini; 6c primario 6ivins: oc IiumgnT ckronologice vincuio in in rom. Lc, Johann Decker / der Rath in Braband gewesen , und an. l6;c> 6iller»ric>ne5 -c 6cciiioE jucir heraus gegeben, ist von obigem unterschieden. diki. kiki. Nest. VDLKss'I'JI.L8> ist ein Name,welcher den Päbstlichen briefen gegeben wird,worincn eine antwort aufcinige den Päbsten von einem Bischoffe oder geistlichen richtcr, oder auch wohl einer Privatperson vorgelegte fragen enthalten. Man hat keine ältere als von dem Pabst Siricio an, ungeachtet Jsidoruö Mcrcator, wie er sich ded dce nennet, viele ältere vorzeigen will. Der erste c-sii-llor der kum ist Dionysius Eriguus, welcher bey Siricio anfanget, uns mit Anastasio endiget. Gedachter Jsidorus gab seine coU-L-on zu ansang des 9 seculi heraus,und sänget von den ersten Pabsten/ nem- lich dem Elemente und dessen nachsolger, an. Gregorms IX ließ or- vecrersics unterschiedlicher Päbste von an. 115 0 an , da GratianuZ sein volumcn Qccrcr. unter dem trtul: concoräism 6ikcor6mrium c.ä- nonum heraus gegeben, biß i2;o colligiren. Desgleichen schob er auch noch einige andere mit eyn von einigen Päbsten und Vatern, so vor dem Gratiano gelebt. Diese oecrc^les sind in 5 buchee eingetheilet, worzu Bvnifacius VIII an. 1297 noch das sechste hinzu setzen lassen. Clemens V brachte aufs neue die llccr«- des Concil» zu Vienne, aufweichen: er an. i;n präsidiret, wie auch seine eigene briefe und conll.rur.onc; zusammen , weil er aber darüber starb, hat sein Nachfolger Johannes XXII selbige unter dem titul Cle- mentinarum an. 1; 17 heraus gegeben, ohngeachret es Clemens auf seinem tod-bette verbotlen. Zuletzt wurden unter des Pabsts Jo- hannis XXII namen exrcsvLgznces, und zu ausgang des i z seculi extravagantes communs? publickeret. kill. 6u 6roir canon. cie originc j»r. kill. jur. ecclcli Dedekennus / (Georgius) war zu Lübeck, an. 1574gebohren» und legte daselbst einen guten gründ in der gelchrsamkeit / weswegen er zieh, ohngcachtct alles einwendcns seiner muttcr, von dem studieren nicht wolle abwendig machen lassen. Er besuchte hierauf unterschiedliche Universitäten/ und wurde endlich an. 1:90, da er sich zu Franckfurl an der Oder aufhielt, nach Schonberg in dem Ratzeburgischen zu einem Prediger deruffen. Nachdem er diesem amtF jähr vorgestanden, übernahm er eben dergleichen tunAio,i zu Neustadt in dem Hollstcinischen, mit welcher er an. 1605 die stelle eines Predigers zu Hamburg, dahin man ihn wiber sein vermuthe» erfordert, verwechselte. An diesem letztem orte starb er an. :6rS, und hinterließ unter andern : trsüscuM 6e pec-Lrorum c-tulls; prLxia conllientiLrum ; c»nlill»ri 2 lium conllkoruw ÜL 6ecillonum ckctrurur» Ac. aicmoc. rkeol Dee/ lat. Deva oder Diva, ist der Name unterschiedener flüsse in Groß-Britannien. Einer entspringt in dem Fürstenthum Wales , in Merionethshire, länfft bald anfangs durch einen kleinen see, namens Lin-Tigid oder Pimble-meare, und zwahr mit einem so starckcn ström,daß dessen gewäffer mit dem sinnigen nicht vermischet wird, gehet hernach durch Deubich-Flint und Chester-shire ,und fällt bey der stadt Ehester in einen kleinen busen von dem Jrrlän« dischen meer. Es werden viel lachst darinnen gefangen. Ein andrer entspringt an den gräntzcn der Schottischen vrovintzcn Athol und Marr, wendet sich gerade ost-wärts, durchläufft einen theil der letzt- gedachtenlandsthaftnind unterscheidet sie hernach von dcrGrafschaft Mcrnis , biß er endlich, nach einem laufvon 60000 schritten , bey New-Abcrdeen sicli in das mecr ergieße:. Noch ein anderer, welcher viel lachst führt, entspringt in dem nördlichen theil der Schottlän- drschcn provini; Gallowav, aus einem see gleiches namens, läufst gerade südwärts, und fällt endlich bey Kirkoubright in das meer. 6clic. 6e Or krersgric. Dee/(John,) ein Englischer .'llstk-m-licusund seltzame Person, ist gehohren zu Londen den 1 z Jul. 1527. von Rolandö Dee einem ehrbaren und wohlhabenden burgcr,welcher diesen söhn in griechisch und lateinischer sprach wohl hat lasseninformiren, und 1542 deswegen nach Cambridg gesandt bat; Per hat er mit ungemeinem fleiß seinen lluäw obgelegen, und biß in die 18 stunden täglich dazu angewendet: weil er nun ein sonderbahre tust zu der V-rkcll bey sich verspürte, begab er sich an. 1:47 in Holland um bey Gemma Frisio, Gerhards Mercatore und andern ^»rkemsrici- sich in dieser kunsi zu perfccrionirei:: welches ihm sehr wohl gelungen. Nach seiner zuruckkunfft nach Cambridge machte er viel 1000 observatio- nen über der sternen lauss, und beobachtete nicht nur deren distantz, lauff rc. sondern auch deren inlluxus in diese untere weit, und zustand der menschen. In das von Henrico XII neu aufgerichtete Kollegium Vrinitsris dastlbsi wurde er als 5ociuz, und §ccun6snui k»coLll<>r 1-ingiiL- Q-Xc-r aufgenommen; und ließ allda die Comö- die des Aristophanis, genannt, künstlich durch machinen repr-rscnriren: welches viele der mechanischen Künsten unerfahrne für Zaubercy - Merck angesehen. Ob schon er nun in Engellanb wegen seiner grossen wissenschafft in ceomerris und übrigen mathematischen fachen in grossem ansehen wäre, nähme er sich vor, um , wie er sagte, die reine warheit und schätze der himmlischen weißheit tieffer einzusehen, Engelland zu verlassen, und zog 1548. nach Löwen / da er als ein oracuium jn allerhand verborgenen wisscnschafftcn angesehen, und auch von fürstlichen Personen besuchet wurde. Nachdem er allda zwey jähre zugebracht, und auch etwas in llu6,'c> hin? gethan, käme er nach Paris, und docirte mit ungemeinem zulauff auf eine neue art Kuci>6is Lieme»». dadurch er in die fteundschafft vieler berühmten Manneren gekommen/ und leicht eine Profeßion hätte erlangen können, wann er nicht das freye leben vorgezogen hätte. Da er wieder nach En- gclland kam, genösse er zwar ein einkommen von dem x-cror zu Upton, wurde aber sehr unter Maria wegen der Religion angefochten , auch der zauberen angeklagt: Anno 15;; wurde er der gefangenschaffc befreyet, in deren er solte ewig verbleiben, und legte sich sonderlich auf das llu6>um suriquitscum von Enqelland, da er eine grosse menge alter instrumenten und co6icunlmLnull,i. prorum zusammen brachte. Nachdem Königin Elisabeth auf de» thron kam, verfertigte er, auf rath des Grafen von Leicester, ein Sckeciam Lllroioßic-cn, darinnen er nach den reglen der/tttroioei» ins«- untersuchte, welcher tag glücklich wäre zu der Köniam :n-uxur-l>sa: dadurch er zwar in der Königin kundsame kam, adkk dee des deg aber von »erhofftem sslpenlllo nichts kriegte. Aus Verdruß quit- tirte er wieder Engelland, und kam in Holland, hierauf durch Teutschland in Hungarn und anderstwohm. An. 1564 gab er fein erstes werck heraus! ^onas KlicroihvptncL, ^ sikemmice, 8-ce, c7,ks!illice 72 neben anderen , das neue gestirn, so sich in Cassropeja sehen ließ ; darüber ihm viele gelehrte manner viel dancks wüsten, wie auch an. 1577 den damals erscheinenden Co- met. Er sammlete eine ansehnliche Bibliothec, aus mehr als 4000 <7nciiclbuz bestehend, samt vielen alten Instrumenten und manuscripten, wie auch einen grossen ä??"Lrum von mathematischen machinen und instrumenten. Über die Veränderung des Calendcrs 158; gab er seine gedancken hervor, und zeigte ein X'.crllo>ium , wie die II tage nach und nach zu eximiren waren. Unterdessen aber fuhr er immer fort, der geheimen weißheit, welches endlich der >-w-s vkuolo.kcru,,, war, nachzuforschen, und trieb solches insonderheit, nachdem um diese zeit ein gewisser Edoard Kelläus, in chymischen Operationen wohl geübt, sich zu ihm gesellet: diese strebeten nach verbottenen künsten, und vermeinten gemeinschafft mit den Englen zu haben: da giengen die sÄioE mit den geistern an, welche Dee fleißig in einem Buch, von ihm genannt das Buch der Geheimnuffen, aufgezeichnet, und nach feinem tod gefunden worden. Sie hatten einen tisch, welchen Dee Hb!c ofLuvensnc, den bundes-tisch genannt, von gewisser figur und grosse, wie es die geister befohlen, in dessen Mittel- punct seltsame cKzcEeres gezeichnet waren, von ihm GOttes siege! geheissen. Auf demselben lag eine chrystalline kugel, der schauffein genannt, darin» sich allerhand figuren und bildnüssen sehen, und stimmen hören liessen: zu diesem kam ein grosser »??->- racu!, von leinwad, leuchter, küssen rc. ohngeacht nun diese geister dem Dee nicht nur lächerliche, sondern auch gottlose sirchen befahlen , und ihn dadurch in grosses elend stürtzeten: ohngeacht sie ihn vfftmahl hcßlich betrogen, und die verheisscne schätze immer aufzogen , auch diesen gelehrten in erbärmlichem Latein, mit sehr duncklen Worten anredeten, ließ er stchs nicht anfechten, sondern vcrharrete zu glauben, es seyen diese gute enget gesandt, ihm aufsein eifriges gebär die schätze göttlicher geheimer weißheit zu offenbahren: sie trieben ihn allenthalben hin und her: bald kam er in Pohlen, wieder in Bohmen, dann nach Wien zu dem Kayser Rudolffll welcher durch ihn »erhoffte groß geld und gold zu samm- len; bald anderstwohm: da unterdessen er in grosse armuth ge- rieth, und offt nichts zu essen hatte, auch seine Bibliothec in Engelland von dem pöbel ausgeplündert, und fein !LkorA,uc>u.„ cky- nncui, mit allen instrumenten zerbrochen wurde. Einmal erschienen im crystall beyder ihre und ihrer Werber Häupter, vereiniget unter einer crone, welches Dee auslegte von geistlicher Vereinigung , die geister aber von fleischlicher Vermischung: weil nun Dee und sein weib hierüber mächtig erschrocken, und darfür hielten, es seye dieses eine offenbahre jchanöthat, Wider GOttes gesetz lauffcnd, wurden sie härtiglich hierüber von den geistern bestrafst rmd genöthiget, den befehl zu vollbringen. Endlich kam Dee anno 1589 wieder nach hauß zu Mortlake; muste aber nicht nur sehen, wie all sein hauß - Wesen zerstöhrt, sondern er auch für einen zauberer oder schwartzkünstler von sederman angesehen wurde: worüber er sich bey der Königin beklagte, und offerirte seine Unschuld vor einem rechtmäßigen gerietst zu erweisen: schrieb auch deshalben eine^poioßi- an den Ertz-bischoffvon Cantelbury, darinnen er vor GOtt bezeugt, er habe bißher durch keine andere als erlaubte, ehrbare und christliche weise, den geheimnuffen der natur nachgeforscht, verschweigt aber die actionen mit den geistern. Entweder aus erbarmnuß gegen diesem armen alten mann, oder aus anderen Ursachen, conferiret ihm hierauf die Konigin i zp; die prLkeÄur des c ollegii zu Manchester, da er 7 fahr nicht nur kommlich, sondern auch reichlich, doch nicht ohne argwohn verbotener künsten gelebet. König Jacobus aber, welcher aller solcher künsten abgesägter feind wäre, verachtete ihn, und erzeigte ihm wenig gnade: daher er 1604 Manchester quittirte, und in sein hauß nach Mortlake wieder zog. Die letzte gction hielte er 1607. da ihn Raphael tröstete, ihm auf feine vorgelegte fragen antwortete, den rkuolopkoc. die auslegung allerhand aeheimnussen, ja die gäbe wunder zu thun verhieße, und endlich frey stellte, in Teutschland oder anderstwohm zu reisen: allein der tod käme ihm zuvor, und nahm diesen unglückseligen alten in dem Listen jähr seines alters hinweg, da er eben in zurüstung zu einer langen reiß begriffen wäre. Seine theils in lateinischer, theils englischer sprach heraus gegebene schrifften sind: moxLUcumLkL nLwrL virlunbu>. klon»; viiciogl. Minsk IvIonLrckii. kreüce ro Luckll. wirk tziverk snnorsr. lle Lpkemerill. NsrLiIsLiic°e commenr. Sehr viel anders hat er geschrieben, welches aber nicht ans tage- liccht gekommen: zu sehen bey i°K.L,-iicK. m ejus v-r-; worinn fernerer bericht von ihm zu finden. * Defrerdar / siehe Testerdar. ^ Degenberg / ein schloß nebst einer Herrschafst, in unter-Bay- ern, in dem rent-amt Straubingen, gelegen. Von diesem orte hat sich ein Freyherrlich geschlecht genennt, welches schon an. 996 flo- riret, und das erb-Hvfmeistcr-amt in Bayern besessen, an. 1602 a- ber abgestorben ist» o. äs. Kln, inllZn. Mce/. k tu. deg 27 Degenfeld /eine Freyherrliche famrlie, welche ehemals in der Schweitz floriret, mit Conrado aber um das jähr 1280 sich in Schwaben niedergelassen. Einer aus diesem geschleckte hat an» 8zc> den Bsschoff zu Lausanne entleibt ; ein anderer ist in dem n stulo Bischofs zu Costnitz , Ulrich an. n^Bischoffzu Chur und Abt. zu S. Gallen, Romana aber zu anfange des 1; seculi eine Aeb- tißin im Eisaß gewesen. Obbesagter Conradus war bey Johanne dem jungem , Hertzoge in Schwaben , Vormund, und soll unweit Schwäbisch gemunde, einschloß, namens Degenseld, erbauet bar ben.Weil auch in etlichen alten chronicken einer der ertödternKaysers Albrechts von diesem hauß solle gewesen seyn, so möchte man wohl aufdiesen etwas muthmassen. Seine nachkommen sind durch das widrige gluck veranlasset worden , den Freyherrlichen titul fahren zu laßen, welchen aber Christoph Martin wiederum an sich gebracht hat, von dem ein eigner articul zu lesen. An. 1710 gieng Hannibal in dem 81 jähre seines alters zu Venedig mit tode ab. Er hatte vor langer zeit das gesicht verlohren, und wegen seiner der Re- public von dem 17 jähre an geleisteten dienste eine ansehnliche pe->» genossen. An. 1718 war Ferdinand Christoph KayserlicherO« trister. se^vv. ckr. ltiearr. aot>. ^ Degenfeld /(Christoph Martin , Freyherr von) wartn sohlt Conraos von Degenseld und Margareten von Zunhard. Er begab sich frühzeitig in den krieg, und wohnte so wohl unter dem Hertzoge von Friedland, als dem General Tylli in Ungarn, Böhmen und Teutschland verschiedenen Unternehmungen bey. Nachgehends nahm er in den Niederlanden unter dem Spanischen General Spi- nola dienste,welche er aber wiederum verließ, um bey demKönigGu- stavo Adolphs die stelle eines Obersten zupferde zu bekleiden. An, 16;; wurde er von dem Hertzoge Bernhard von Weimar, dem Hertzoge Iulio Friedrich zu Würtemberg, der Villingen belagert, zugeschicket, da er dann bey erfolgte« angriffder Kayserlichen sich vor andern hervor that; allein 2 jähr hernach warffen die Kayser« lichen sein regiment bey Revelsburg völlig überden Haussen. Hierauf führte er an. 16;ü einige Teutsche regimenter nach Franckreich , hatte aber das unglück, daß er von dem GeneralIean de Wert ü- berfallen und geschlagen wurde. Nach diesem , als erin Burgund und anderswoverschiedeneprobenvonseinertreue abgeleget, mach« te ihnderKönigLudovicus XIH zum General-Lieutenant derTeut« schen cavallerie, in welcher qualität er sich an. 16)9 in der bclage- rung Ivoy mit befand, dabey er aber mit einigen Frantzösischen Generalen zerfiel, daß er sich zu retirieren genöthiget fand. Doch befriedigte ihn derKömg wiederum,und gab ihm den titul eiuesColo- nell-Gcnerals der ausländischen völcker, welche-K'-rZe nach ihm niemand mehr bekommen. Dem ohngeachtet trat erinVenetiani- sche dienste, und ließ sich nicht nur an. 164) als General über die reuterey »vider den Pabst Urbanum VIII gebrauchen, sondern that auch den Türcken in Dalmatien und Albanien grossen abbruch , nahm Urana, Scardona und Sqlona weg, und behauptete r mal die festung Sebenico; dahero ihm die Republic bey seiner zurück- kunfft eine goldene kette samt einem gedächtniß-pfennige, mit der aufschriffi: .urLl^, überreichen ließ, Allein, als er mit dem General Leonhardo Foscolo zerfallen, verließ er auch die Venetianische dienste, und begab sich aufseine güter in Schwaben,Dürnau,Hohenebach undNeuhauß,da er auch a. 16;; den geiss aufgab. Er hatte sich an. i6;o mit Anna Maria, Wilhelm Ädel- mans von Adelmansfelden tochter ,verheyrathet, die ihm nebst Ferdinands Gustavs, Chur-Pfältzischen geheimen und kriegs- Rath , üäossku <^kr, Uakpc.ro, Dänischen General-Wachtmeister, Maximilians ,Chur-Pfältzischen geheimen Rathund vice-Dom zuNeustadt, wie auch Hartemo und Hannidale, Chur-Sachstschen Obristen , die beruß ene Mariam Loysam gebohren, von welcher der folgende artickel handelt. viE a« r;L.«beo g. Durch diese cigenschaßten erweckte sieeine große liebe gegen sich ey Carolo Ludovico, Churfürsten von Pfaltz,. c,sen gemahlrn , charlotta , eine gebohrne Landgräfiir von Hejfen-Caffel, ne als iammer-fräulein dey sich hatte. Die hefftigkeit, womit ibtgedachte ihurfürstliche gemahlin sich dem anfange dieses liebes-verstandnusi :s widersetzte, oer.aeyrte baMbige, und endlich glMgder Chur- ürst so weit'/ daßer sich gäntzlich von der Churfurstin schiede, und u anfange des apr. an. 1657, durch Hiskias EleazarHeilanden , lutherischen Prediger zu Heidelberg , sich das fraulem von Degen- eld zu Schweidnttz öffentlich an die linckc Hand trauen keß. Die lhurfürstin bezeugte ihre empfindnng hierüber auf vielfältige art, ele eines tages samt ihren; kinderen ihrem Herren zu fassen und ls die Degenfeldin durch ihre zwischenkunffl die wurcrung da- on gehindert , wolle die Churfürst« selbige mt einer vmole er- hiessen, welche ihr GrafWolfJui von Hohenloh auß der Hand ris- :. Letstlich liesse sie die gantze fache an den Kayser gelangen durch ine abgesendete klagschrifft.'Allem sie richtete nrchtö aus, und hielt ndlich vor rathsam, nach Cassel zu entweichen, von bannen sie uch bey leb-zeiten ihres gemahls niemals wieder nach Heydelberg !v Degenfeldin den titul einer Raugrafin, und lebte mit ihr m zertrennter liebe, biß sie den 18 martii an. 1677, in ihrem vier« henden kindbctte, mit tode Lbgieng ; woraufsie zu Mannheim in r eintrachts-kirche mit großer Pracht beygesetzt, auch zu ihrem ge- dei dächttüß eine sonderliche mim?;: geprägt ward. Als «der an. 1689 dreier ort von denen Franzosen rH-stökjrt worden, ward ihr grab auch m die lufft gesprengt.Siehe Aaugrafen. ^ - ^ lib. z c. l rsm. 9. tsl. r-r? Dehn/ Döhn/genannt Rothftlscr/ ein Adelich geschlcchtin Missen »nd in berLaußnitz, von welchem einer bcy Churf. Friebe- rich den, weisen die stelle eines geheimden Raths vertretem An. iöi4war Ernst Abraham, Herzogt. Sächsischer stallmcister, «nd an. 16; 9 gieng Moritz Adolph, Chur-Sächsischer General Major, mit tobe ab. An. 1714 war einer von dieser familie Cammer- Juncker bey dem Hertzoge von Braunschweig. i-roär. ^iiln. Dejanira/ Oenei, des Königs in Aetolien tochter, welche Herkules aus dem siussc Achelao erlöftke, und nachgehends heyrathete. Bey seiner zurückkunfft ersuchte erden CenkaurumNessum,sie über den fluß Evenum zu bringen, welches derselbigc auch that. Allein, da er sie mit gemalt entführen wolle, verwundete ihn Hercules mit einem vergifftetcn vfeile. Ais nun Neffus seinen tod vor äugen sahe, gab er der Dejanira sein blutiges Hemde, sie versichernde, daß, wenn Hercules dasselbe tragen würde, er niemand anders, als sie alleine,würde lieben können. Weil sie nun dieses glaubte,und wohl wüste, daß ihr mann in Iolam verliebt war, schickte sie ihm solches vergiffretes Hemde durch seinen knecht Lichas, welches ihn aber so rasend machte, daß er sich selbst ins fcuer stürme, als er opffern wolle ; worauf sich auch sein weid selbst entleibte. v'rst-s mcc-M. l. 9 Kitz, i, r.,q. Deidcrinia/ warLnwmedis, eines Königs von der insul Scy- ros, lochter, und ward von dem Achille, als derselbe in weiblicher tracht sich in dein Königlichen frauenzimmcr verborgen aufhielt, «schwängert, woraufsie Pyrrhum ausdie wellbrachrc. s.»-leg. ?, v. ,6. Dieses Pyrrhi lochter hieß gleichfalls Deidamia, und ward von den Epirotcen, durch die Hand Milonis, hingerichtet. 1.8 «. 6;,. Deinse / Lat. vc>nl-, eine kleine befestigte stadt in dem Oester- reichische» Flandern an dem wasscr Lis, z mcilen von Gentund; Niederländische weilen von Cortryck gelegen. Die von Gent haben eS etliche mal eingenommen und verbrannt. An. 1646 kamen «000 Frantzosen frühe davor, und drungcn zwar ein, weil es offen; allein die Spanier begaben sich aufdm kirchhof, und wehrten sich mit solcher tapfferkcit, daß ienc wiederum abziehen missten. An. röy; kam es durch vcrräthcrey an den König in Frankreich, welcher es aber durch den darauf erfolgten frieden wieder an Spanien abtrat. I'opoß. ci-e. 169 Deioces ein söhn Phraortis eines Mcders, welcher im privatstand gelebt , schwunge sich durch seine klugheit auf den Medischen thron, und wurde gar ein stiffter dieses rerchs, ohne dasacringstc unrecht zu verüben. Die stich verhält sich also: Als die Weder un- ter Arbaccs das Assyrische joch abgeschüttelt, waren sie der herr- schaffr so überdrüssig , daß sie kurvum iwltcn in freyheit leben. Weilen sie nun kein anderes rcgimcnt, als das königliche kannten, bildeten sie sich ein, ihre freyheit zu behaupten wüsten sie nothwendig ohnc obrigkeit seyn. Und in solchem Zustand brachten sie in die k«> jähre zu. Allein da niemand ihre entstandene streitigkeiten schlicluetcssame es bald auf das faiistrccht an,und gericthe alles in grosse Unordnung. Es lässet sich auch aus H. Schufst schliesscn, daß die von neuem sich regende macht der Assyrier ebenbcy dieser gciegenheit angefangen sie zu schrecken, und einige stücke ihres iandes ivicdcr eingenommen. In der zeit nun stundeDejoces unter den seiuigen in ansehen, als ein verständiger und reicher mann. Der sienge an sich bey ereignendem zwist unter seinen nacbvarm, für einen schicdsmann darzugeben. Und weilen er sich dabey mit gröstcr dillichkeit, leutseligkeit und nutz aiifflihrtc, auch die leute deren vorigen Unordnungen, und des daraus entstandenen allseitigen schadcns müde waren, geschahe bald von allen orten her ein grosser zulauffzu diesem mann , und wollte ein jeder in denen ihmc vorfallenden Händeln von demselben geschieden und gerichtet seyn. auch wartete er solchen geschafften eine zeitlang ab. Aber da man fast durcbgehends an ihue gcwchnct war, und nun seiner am wenigsten cmbährcn kontc, entzöge er sich der fach plötzlich, unter dem scheinbaren vorwand, wie er dadurch seine eigene Haushaltung tnrsaumen muste, und allbcrcit nicht geringen schaden am gut cm- pfangcn. Kaum hatte er aufgehöret die leute zu schlichten, als dir vorige vcrdrüßlichkcitcn aller orten von neuem ansiengen, und je mehr und mehr unerträglich wurden. Die Weder wurden also veranlasset, sonderlich dä noch die gefahr vor denen Assyriern i>n- mcr anwüchse, eine allgemeine Versammlung anzustellen, um ihren fachen mit fleiß zu berathen. Da fände man dann kein anderes mitte!, als einen sürstcn zu wehlen, dieweil einmal, wie schon gedacht,keine andere regierungs-form in Asien bekannt wäre. Als dieses geschlossen, brauchte es nicht viel bedenckens über die pcrsohn des'Königs. Deioces wäre der einige, von deine man proben der fähigkeit zu solchem grossen amt hatte. Viele waren lhme auch wegen des vorgegangenen verpflichtet, und er selbst mag wohl durch seine freunde die fach unter der Hand befördert haben. Kurtz: Er ward darzu erneuet, uü ohne einigen streit von allen erkohrcii.Ak- sobald schlüge er dem volckc vor, weil ein könig ansehen haben müsse, möchte man ihme einen pallast bauen und genügsame lcibwacht zugeben. Nachdeme er dieses erhalten, schlüge er ferner als eine zu des neuen reichs macht lind ansehen sehr dienliche fach vor, an den ort, wo der könig sollte hoffhaltcn, eine grosse manne Anwohner zu ziehen, bauete zu diesem ende oder vcrgrössertc vielmehr die ssadt Erbarmn», richtete im übrigen dir reichssachen dmchgehends dei wohl ein, spräche mit nicht minderer dillichkeit recht, doch so, daß er nicht mehr die keuche selbst vor sich liesse, sonvern u verpflichtete ihre fachen schrifftlick einzugeben, woraus er sovann den entscheid unten anhangete. Auch in allein übrigen iucyre er sich so wenig mit dem volcke gemein zumachen, atses mogam, und gebrauchte dieses stück der Asiatischen politic, um jemcn rnr- tcrthanen grosse gcdancken von sich zu geben, so wett, daß es auch nicht erlaubt wäre in seiner gegenwart zu lachen oder auszuspeyen. Das Reich selbst breitete er aus,bis an den ßuß Halys,gegen abend; tvces gantz ruhig und glücklich bis ins 4z iahr, und starb ungefehr < , 6 ;ü. Dieser bericht ist hauptsächlich aus Heroovt» genoilrrnen, mit deine, was das vornehmste betrifft, auch Dionyss Halle., und Appian. Alex. übereinstimmen, da hingegen Acuas erne gantz andere erzehlung machet von Ursprung des Medlsche» reichs, und uuserm Dejochber doch so viele krasttige zeugnu„en zur sich hat,gar keinen theil daran lässet. ^ Deiopcja war der name einer von den 14 Nymphen der gvttiss Juno, welche sie dem gvlt Aeolo zur gemahiin versprach. I 1. v. Dejotarus/ einervonden Vierftwsten in Galatia, vergrößerte seine macht dergestalt, daß er nicht allein die gerechtigketteu der übrigen Vicrfürsten fast alle an sich zog, sondern erhielt auch von dem Rathe zu Rom klein-Armenien nebst dem titul eines Königs, ja,endlich wurde er allein Vicrfürst. Er that den Römern in den Asiatischen kriegen gute dienste,und in dem innerlichen kriege hielte er es mit dem Pompeio; weil er glaubte, daß dieses die parthey der Nepublic und des Römischen volcks wäre. Nachdem aber Cäsar s. 70s, ^ svl. ;y;6, . 48 Poinpcimn überwunden, und von Cgyptcn zurückkam, den Pontischen König Pharnacemzu bekriegen, suchte sich Dejotarus bey demselben wiederum beliebt zu machen,sintemal er ihm nicht allein viel gelb gab,und den trouppcn deS Domitii Calvin, die quartiere in seinem lande verstattete, sondern auch zu dem Cäsar ohne Königlichen Habit kam, und denselben um Verzeihung bat, welche er dann nach einem harten verweiß erhielt. Woraufer seinen Königlichen Habit wieder anlegen muste, und die besiätigung des Königlichen tiluls vor sich und seinen söhn erlangte. Er begleitete Cäsarcm in dem kriege wider Pharnaccm, und muste darauf geschehen lassen, daß ihm Armenien und ein theil von Ga- laricn genommen wurde. Einige zeit hernach wurde er von seiner eigenen lochter söhn, dem Castor, zu Rom angeklagt, als wenn ee Casarem, da er bey ihm eingekehrt, aus dem wege hätte räume« wollen, zu welchen; ende auch Castor des Dcjotan m-llicum ange- srissret, ein zeugniß wider diesen letzten abzulegen. Cicero aber vertheidigte den Dciotarum, und zeigte seine Unschuld aufs deutlichste, wiewol dennoch Cäsar keinen aussvruch in dieser fache thun wolle, und ihn weder verdammte noch loß sprach. Bald darauf nemlich r 710, ;94o,k e 44 wurde Cäsar umgebracht; da denn Dejotarus dasseldige, was ihm Cäsar genommen hatte, wieder bekam , und sich in seinem hoben alter mit dem Brüt» in Asien comungirte. Im übrigen hatte er sich bisweilen gegen seine eigene familie ziemlich hart erzeiget, indem er seine lochter und schwieger-sohn vaocondarium umbringen lassen, und die festung, worinncn sie sich aufgehalten, zerstöret hat. Da dann Wahlschein, lich ist, daß Castor damals die flucht ergriffen, welcher auch > v. 714, nachdem Dejotarus und Malus gestorben, dasjenige crhal« ten, was sie in Galatien besessen. Dejotarus hatte noch einen loch» termann, nainens Brogitarum, welcher durch hülffc des Clodii die stadt Pcssinuntem nebst dem tempel der Cybeles, welcher daselbst in grossem ansehen war, an sich gezogen, und dorten unter dem vorwand, einen Priester der Cybeles abzugeben, allerhand murhwil- len verübet hat. Weil aber Dejotarus ein bcschützer dieses lempe.'S und der Priester der Cybeles war, wolle er solches'nicht leiden, sondern ergriff die waffen, und jagte den Brogitarum von bannen wieder weg. Er ist sehr alt worden, und hat doch durch fleißige Übung des leids biß nahe an sein ende noch ziemliche stärcke behalten, so daß Cicero crzchlet, wie er sich wundern müsse, daß wenn ihn ihrer viele mit mühe und noth aufs pfcrd gebracht hätten, er hernach so wohl drauf sitzen bliebe. Crassus spottete seiner, als er gegen die Parthcr zu selbe zog, daß er in seinem allcreine stadt bauete; allem er antwortete ihm, daß er auch nicht so jung sey, als sich vielleicht wohl gehöre, einen so schweren krieg vorzunehmen. Seine gemah- lin Stratonice,oder,wie sie Plutarchus anderswo nennet,Bercnice, war unfuchtbar, und sahe doch die grosse begierde, die er hatte, erden zu erlangen; da sie denn dre gesalligkeit gegen ihn bezeigte, »aß sie ihm den Vorschlag der Sara that, ek solle sich eine andere pcrstm aussuchen, sie wolle die kinder vor die ihrigen erkennen und erziehen. Deiotarus bewunderte die gutheit der fratienmnd überließ ihr die wähl der person, die denn eine von ihren Sclavirmen von son- dcrbahrer schvnhcir auslaß, selbst ausputzte, und dem gemahl zuführte , auch die mit derselben erzeugte kinder mit der gröstcn sorg. fält erzöge. I-r, c. ü/. OcsvtL- ro. ik. t-Irilipo. L: orrr. cle ksruss». reg, L^/S. * Deiphobus/ ein sohl, des Trojanischen Königs Priami, heyra- thete nach dem tobe des Paridis die Helena,,,. Allein diese Priu« rcßin hat ihn verrathen, „nd im schlafe dein Mcnclao in die Hände gebessert, damit sie wieder mit ihm in fteundschasst gerathen möchte. Worauf ihn Menclaus mit grausamen martern zum tobe gebracht. 6. v 494 tcqq ^ Deiphon/ ein söhn des Hippothoons, König von ElensiS in Attica, wurde von der Cerere dermassen geliebet, daß ihn diese qöt- tm unsterblich mache« w«lte. Drrshalben, wie man fabuliert, lle ihK der del ih» ins feuer gelegt,damit er von alle dem, was sterblich wäre,möchte gesäubert werbet;. Mein, als seine muter Meganira hierüber stieg, der von brachen gezogen wurde, und den Deivhon mitten in den flammen ließ, welche ihn augenblicklich verzehrten. Deira / oder Deirland / war vor alters der name eines ab- fönderlichen Königreichs in Engelland, und zwar nennetc man also denjenigen theil von Northumberland,welcher südwärts und disseit des flussesThineligt, da hingegen der jenseitige theil Bcrnicia hieß. Rlla oder Ella war in dem ü seculo der erste König von Deira, und regierte daselbst zo jähr. Nackgchcnds aber ist diefes reich und Ber- ;. p. Detsten pflegt man, sonderlich in Engelland diejenige zu nett- «M, welche zwar einen Gott glauben, durch dessen weise Vorsehung die welt regiert werde, und von dem die menschen auch nach ihrem tdde, nach befchaffenheit ihrer guten oder bösen wercke, entweder belohmmgen oder straffen zu gewarten haben, hingegen aber alle andre die vernunfft übersteigende glaubens-articul, als von bet Menschwerdung Christi, von der sendung des H. Geistes, von den sacramenten, und so weiter, keinesweges vor wahr halten, daß sie demnach eben so weit von den Christen, als von den atheisten, unterschieben zu seyn scheinen. In einem noch absonderlichen verstände legt maN denjenigen den namen der Misten bey, welche zwar sehr viel in der heiligen schüfst enthaltene glaubens-articul annehmen; dabey aber nur Gott den vater vor einen wahrhafftigen Gott erkennen, und der beyden andern Personen goktheit leugnen. In dieser letztem deutung findet man öfftcrS - daß Gregorius Paust, ein So- rinianischer Prediger, welcher um die mitten des 16 seculi in Polen gelebt, ein Haupt der Misten genannt wird. Siehe vauii. Dem / soll der name eines Phrygiers gewesen seyn, welcher zurrst den gebrauch des eistns erfunden, Wiewohl von andern striben- tm noch mehrere andre für die urhebere dieser erfindung ausgcgcbs werden.sihe k-H-r Ne r9 Diehaupmrsach dieses underschcids ist ohne -Weisel diese, daß die bey verschiedenen völckern den gebrauch des eystns zu erst aufgebracht, entweder von Delawar/ oder -l- ^ (Lords) in Engevand. Diejenige , so diesen ritt;! anitzo führen, sind aus dem geschlecht derer Wests. Thomas von West war an. 1)24 ein mitglied des öwterhauscs von dem Parlament. An. i jrs ward er zum Ritter gemacht, und bekam erlaubniß, auf seinem landgut zu Rughcombe m Wirtshire ein castrll zu erbaue;;. An. - z zo ward er c»u^!,-.-ur Sön dcm casteü ztt Christchlirch in Svuthamvton, und in den fol« «enden zeitcn leistete er in den Niederländischen, in den Schottlän- dischen und Fr-ntzösischen kriegen so gute dienste, daß man ihn unter den Englischen Baronen zu dem Parlament beriefst Mit Eleo- Nora, einer rechter und erbin des Ritters Johann von kantilupe, zeugte er Thomam. Dieser bekam an. M46, in der schlacht bey Crecy, mit eigner Hand den König von Franckrcich, Johannem, gefangen, und erwiest hernach bey den damaligen kriegen seine tapst ferkeit in sehr vielen degebenheitm, bis er zu ausgang des 14 seculi mit tode abgieng. Sein söhn, Thomas/ ward gleichfalls zu den Parlamenten derussen, that sich in den Waffen hervor, und starb M. 1405. Sein ältester söhn,Thomas/ nachdem er deniKönige Henrico V in den Franbösischcn kriegen gedienet, starb am 1416 ohne leibeS - erben ; daher ihm sein jüngerer bruder, Regmald/ fsccedirte. Dieser erlangte, nach dem erempel seiner vorfahren, ken rühm eines guten soidaten, und bekam das «ouvEm-m von 8. Lo in der Normandie, und einige zeit hernach die stelle eines Capitains von dem in derselben Provintz gelegenen castell -l-1- Mvthe. An. 1426, nachdem seiner mutter bruder, Thomas, Lord sc is Ware, ohne lcibes-erben qestorben, bekam er dessen erbschafst, und zugleich den titul eines Lords Delawar. Ihm folgte an. 1449 sein söhn, Richard/ welcher zu unterschiedenen Parlamenten beruften, endlich aber, wegen seines cifers vor das intereffe des Hauses Lancaster, sein Vaterland zu verlassen genöthiget ward. Nach feinem tobe, welcher an. 1476 erfolgte, succedirte ihm sein söhn Thomas. Derselbe stund in absonderlichen gnaden bey den; Könige Henrico VII. An. 1491 war er einer von den Generals, welche die in Flandern wider Franckrcich abgeschickte armee comman- dirten. Fünff jähr hernach diente er wider die rebelten aus Corn- wall. An. 1 z 1 z begleitete er Hcnricum VIII nach den Niederlanden, und das nächstfolgende jähr dessen schwester, Mariam, nach Franckrcich. An. 1 §22 war er einer von denen, welche den Kayser Carolum V von Gräveiingen bis nach Calais und Dover einholten. Er hatte 4 söhne: Thomam, Owenum, Georgium und Levn- hardum. Der älteste, Thomas/welcher Lhne erbte, unterzeichnete, nebst andern Pairs, das denckwürdige schreiben an den Gabst Elementen: VII, die ehescheidung Henriki VIII. betreffend, und bekam, bey emziehung der klöster, unterschiedene ländereyen. Weil er keine leides-erben hatte, so adoptirte er seines bruders söhn, Wilhelmum/ verklagte aber nachgehends denselben, daß er ihm mit gisst nach dem leben gestanden, welches gleichwohl nicht verhinderte/ baß nicht an. r; §4, da er starb, gedachter Wilhelmus sein erbe ward. Dieser diente, mit dem titul eines Lords Delawar, bey der belagerung von Qmntin, erhielt an. 1 eine neue o-s- rion des itztcrwehntcn tituls in seinen favsr. und starb an. izy;. Von Elisabeth, einer tochter Thomä Strange von Chesterton, hinterließ er seinen nachfvMk, Thomam- Diese? brachte es an» dek 29 , daß Man ihm den rang seiner vorfahren, zwischen dem Lord Wrlloughby von Eresby, und dem Lord Berkley, rwttuirte Von Anna, einer tochter Francisci Knolles, Ritters von dem do- ftrwande, und Königlichen Schatzmeisters, hinterließ er an. 1 So, Thomam. Dieser ward zum General-Capital n aller colonien in Virgnnen ernennet, und segelte deswegen mit z schiffen dahin, starb aber unterweges, nachdem ihm Cäcili« / eine Lochtet des Rttters, Thoma Shirley, Henricum gcbvhren. Dieser zeugte mit Jsabella, einer tochter des Ritters Thomä Edmvnds, Schatzmeisters bey dem Könige Carolo I, Carolum / weicher mit Anna, emer tochter Johann Wilds von Dorlwich , ; söhne bekam. Der älteste, Carolus, verheyrathete sich zwar zwrymal, starb aber noch vor dem vater ohne leides-erben. Der andere, Hvratius, starb zu Barbados in America. Der dritte, Johannes / ward tochter und erbin Johann Freemanns, eMesKuffm'anns vcmAn« den, sind ihm gebohren worden r) an. Johannes; s)Elisa- beth. 0/ iv-. Delbene / siehe Elbene. Delbene/ (Franciscns) ein rechts-gclehrter vün Verona, war att 149° berühmt, und lebte noch an. 1503. Er schrieb eine chronick vön den familren zu Verona, nebst verschiedenen anderen werckrn» «« IN elog, Lcivocsc. Vcrnn Lc. Delbrug / eine kleme stadt in Westphaken zwischen der Ems und Lippe, gehört unter das stM Paderborn, und führt den titul eines Fnrstmthums. Sie war sonst durch die Bructcros bewohnt, welche Germaniens, ein söhn Drusi, geschlagen. Nach diesem siege richtete Germaniens das ehren-maal wieder auf, welches Am Drui; genennct wird, und das diese völcker niedergeworfen hatten, ließ auch alle gebeine derer, so nnr dem Varv umgekomen, zusammen in ein grab sarnmlen. Der berühmteKayserliche General Graf Johann von Sporck war an diesem ort gebohren, und brachte denselben an sich. mcinum NsULrk Delebio/ist ein alter,lustiger und ansehnlicher flecken auf freyem weiten selbe, im untern Veltliu, zwischen Morbegno und dem köre c!i k^enrcs gelegen, dessen hausier dannoch nicht beysamen und arr einander, sondern zerstreuet ligcn.In dem krieg,den HertzogPhilipp Visconti zu Meyland an. 14)2 wieder die Republic Venedig geführt, da der VcnetiaMsche General Georgius Cornars, aus dem Camoniger-thal, über den berg Auriga, in das Veltliu eingefallen: ist es bey diesem Delebio, zu einer schlacht gekommen, darinnen die Maylandrschen unter anfuhrung Stephans Quadri und Niclaus Picimni die vberhand behalten und den Cornaro ftlbsicn gefangen genohmen. Es wurde hernach eine Capelt auf die wahl-statt ge» bauen. 1 rr. p Delfoder Drift/lat. oeipk,' oder Nsipllium »eine mittelmäßige und wohlgebaute stadt in Süd-Hvlland, welche von dem cünal , so daourch gehet,den namen hat , sintemahl delven in dem Holländischen fv viel heist, als graben oder em canal machen. Sie l legt an den stüssen Gaech und Schie, eine Meile vom Haag, und ist die dritte in der ordnung der 18 städte, so Depulirte in die Versammlung der General-Staaten schicken. Von ihrem bier und tuch, welches man vor diesem sehr hoch achtete, hat sie grossen reichlhum erlangt, und nochjetzo verfertigt man daselbst viel Porcellan, welches untre dem namen Delfter-gefaß weit und breit bekannt ist. Dieser ork hat schöne geväude, worunter sonderlich das rakhhauß Md die so genannte Sabourg berühmt, ingleichen 2 feine kirchen, in deren einer des Printzen Wilhelms von Nassau , der daselbst an. i;84meu- chelmörderischer weise erschossen worden, in der andern aber des Admiral Tromps begräbniß zu finden. Hertzog Gottfried von Loth- ringen /welcher Holland unter sich brachte, soll diese stadt erbaue; haben ; hierauf hat sie Albertus Bavarus erobert und geschleiffl» An. i?;übrannte sie gantz ab,und an. 1654 litte sie grossen schaden, als das pulver-und rust-magazin, weiches man namgehenvs in das freye seid aebauet, in die lufft sprang. In 4 Kusn, wird eines aufstands gedacht, welchen die weiber allhier erregt, als man erne ueue beschwerung aufdas getreyde legen wollen. Zwischen den Gomaristen und Arminiancrn ist allhier eine, Unterredung, wiewohlohne erwünschten ausgang gehalten worden. Seyt denen let- sten frantzösischen kriegen ist auhrer dasvornemste kriegs-magazin der herren'Staaten gehalten worden. Zu diesem orte gehört der flecken Delfshafen / obngefehr eine Viertel-meile von Rotcrdam gele. gen, von welchem ein grosser cana! biß nach Delft gehet. Le>Z ctisscr. UioU Delfmo/ eines von denältesten edlmgeschlechtern zu Venedig, welches mit der Gradenighischen famiiie einerley Ursprung haben, von derselbigen aber,was den namen und das wapen anlangt,durch folgende Veranlassung unterschieden worden seyn soll. Es wird nem- lich vorgegeben, daß in dem y seculo ein gewisser Gradenigo wegen seiner sonderbaren geschicklichkeit in schwimmen den beynamen Mlphin bekommen, und daß seine nachkommen nicht nur sich beständig also genennet, um von den andern linien derer Gradcnighr sich zu distingmrcn, sondern auch das ehemalige wapen, so in einer treppe bestanden, in einen silbernen delvhin in einem blauen selbe verwandelt. Gregorius Delphins,, welcher sehr mächtig und reich gewesen , hat nach einiger zeit ; güldene delphine in einem blauen selbe zu seinem geschlechts-wapen angenommen, welches auch auf solche art beybehalten worden. Im übrigen hat sich die Delfinische familie theils durch die ansehnliche guter,so sie imerzu besessen,ungeachtet sie einen nicht geringe theil davon zu geistlichen stifftungen un Dr zum zo dcl rum besten ihrer Republic angewendet, theils durch viel grosse und berühmte leute, so daraus entsprossen, eine sonderbare reputation erworben. Von einem Johanne Delfino / welcher in dem 11 seculo gelebt / wird erzehlhdaß er wegen seines erbaulichen Wandels, noch ehe er gestorben, gleichsam vor einen Heiligen paßirt, und daß zu dessen deweiß, da man an. 109z der statue des heiligen Marci einen kostbaren ring anstecken wollen , kein mensch solches bewerkstelligen können, biß endlich dieser Johannes Delfino sich genähert, da den die statue durch ein miracul alsbald den finger soll hingestreckt haben. Ein anderer Johannes Delfino ward an. i; zs nach Johann Gradenigo zum Doge erwehlt. Derselbe continuirte den unter seinem vorfahren mit dem Könige von Ungarn, Ludovico, angefangenem krieg mit ziemlichem glücke, entsetzte unter andern die belagerte stadt Trevigo , beschützte Dalmatien / und schloß endlich einen frieden. Er starb an. i;6i und hatte Laurentium Celso zum Nachfolger. In dem Jahr 12; 8 war Jacobus Delfino General-Ca- pitain. Nicht lang hernach erhielt Balduin Delfino eben diese riisrxe. und um das jähr 1)70 ward dieselbe Michaeli Delfino gegeben. Noch unterschiedene andere aus diesem geschlecht sind?ro- veäirori, Senarvresnud Nrncurs- »01 °5 von Ssn Marco gewesen, oder sonst in den vornehmsten bedie- nungcn der Republic gebraucht worden. Nicht weniger hat das Dclfinische hauß indem geistlichen stände gar viel grosse manner hervor gebracht. Petrus Delfino wohnte dem Tridentinischen -on. rb-o als Bischoffbey, und ließ eine besondere gclehrsamkeit dabey sehen. Zacharias Delfino, ein söhn Andreä, gcdohrcn den 29 may an. 1527, empfieng von dem Pabst Paulo l V das Bijchoffthum von Torcellano, auch nachgehends das von der insul Paros. Eben derselbe Pabst machte ihn zu seinem ttumio jn Deutschland, und endlich gab ihm an. iz 6; Pabst Pins IV den Cardinals-Hut. Er starb den 19 der. i; 8 z. Johannes Delfino, nachdem er von der Republic an unterschiedene gekrönte Häupter,auch zuletzt nachRom, als Ambassadvr geschickt, und dabey mit der würde eines Prokurators von Sän Marco beehrt worden, trat endlich gleichfals in den geistlichen stand, und erhielt aufdes abgedachten Zachariä resigna- tion dasBißthum von Torccüano. Nachmals schickte ihn dcrPabst- liche Hof als ttunnum „ach Teutfchland, und folgends erlangte er nicht nur das Bißlhum von Vicenza, sondern auch an. 1604 von dem Pabst Elemente VIII die Cardmals-würde. Vor seinem tobe hat er zu auszierung der 8. Marcus-kirche überaus ansehnliche ge- schencke gegeben, und viel vermachtnuffe zu solchem ende gemacht. Ein anderer Johannes Delfino, ein söhn Nicolai, nachdem er eine kurtze zeit ein Mitglied des Senats zu Venedig gewesen, erwchl- te dje geistliche ledens-art, und ward von Hicronnmo Gradenigo, Patriarchen von Aquileja, zu feinem co-ciiuwrc ernennet, dem er mich nicht lange hernach succedwte. Den 7 mart. an. 1667 machte ihn der Pabst Alexander VII, auf der Republic nom w-mon, zum Cardinal, und an. 1691, nach dem tode Alcrandri VIII, hatte er in dem concisve nicht wenig stimmen zu der Päbstlichen Hoheit zu gelangen, davon er auch in ansehung seines Verstandes und seiner rrfahrung, ingleichen wegen seiner gelchrfamkeit, würdig geschätzt ward. Er starb zu Udine an. 1699, indemjunio, undzwarim82 jähre feines aliers. Den 14 nov. des gedachten 1699 iahrs wurde Daniel Marcus Delfino, Bischofs von Brescia, und damaliger Nunciu;, m Franckreich, durch den Pabst ClementemXI in das Cardinals-c»ncgium aufgenommen. Er starb in feincrBiscböfli chen residcntz an. 1704 zu ansang des aug. in dem; 1 jähre seines alters. öc vcncr.Leoic/«?,»« in clvß.lluc. V cncc.O»«/-/-,-. ü'v/srelcclr. svcc Icz rcm^rczucs ä'^wclor clc tzioulll kccns cklluom illultr. 5.07. civg. ci'buOM. lc:c. Lk«7c»7e lle ksn. r6>,y öc 1704. Delfziel/ oderDelfzylen/ ein sehr fester ort in der Holländischen vrovintz Gröningen, in dem quartier Fivelingo/ mit einem guten Hafen an dem einfluß der Ems in die nord-see; ward in dem Spanischen Krieg von ziemlicher Wichtigkeit geachtet, und von beyden parthcyen zu mchrmahlen bclägerel und eingenommen. Siehe irrere-'«». c,>ern,M. Ue Lcll.Lclg ücc. * Delila/ciu weib am dache Soreck,wurde von dem Simson lieb ewonnen, daher» sich der Philister Fürsten zu ihr begaben, und sie aten, daß sie von dem Simsen erforschen möchte, worinncü seine grosse krafft bestünde. Als er sie nun etliche mal geteufchet, offenbarte er ihr endlich, daß seine siärckc in seinen Haarlocken bestünde; woraufDelila die Philister Fürsten nochmals zu sich ruffen ließ, davon einer ihm die 7 Haar-locken abschere. Worauf Siinson seme krafftverlohreiyund von denPhilistern gefangen worden.I«-/'r.c., 6 . Delitzsch / eine stadt nebst einem schloß und amt an dcrLubber, im Meisten, z Meilen von Leipzig, dem Hertzoge von csachsen- Merseburg gehörig. Der name Delitzsch ist Wendischen Ursprungs,und soll so viel,als heiliger gründ hcissen. Es hat der ort zu der Marck zu Landsberg gehöret, denn an. -;cr n!s Hcctzoa Ma- gnus von Braunschwcig, und sein söhn, gleiches namens,die Marck und Fürstcnthum zu Landsberg an Friederichen den strengen,Landgrafen von Tbürinqen und Marggrafcn zu Meisten, verkaufst haben , wird das hauß und stadt Delitzsch ausdrücklich in dem kauf- briefe mit gencnnet. In der thcilung zwischen Churfürst Ernsten und Hcrtzog Albrechten von Sachsen, ist es an. 148 z an den letztem gediehen, und bey dessen nachkommen geblieben, auch krafft Churfürst Joh. Georgens I tcstament an. lüzran DertzogChristian, sturen hinterlassenen; söhn, und darauf an dessen gcstiffrete Merstburgifche linie gekommen. An. 1429 ist Delitzsch von den Hußiten überfallen und ausgebrannt; ingleichen an. 1-527 durchs feuer fast gantz ruinirt worden. Lo»/ k. z k>. IZ6, IZ 7 - s-ctzk. unci Lckvvecl. llssrs.csnrl,». del Delles / siehe Acadme. Delli/ oder Delhi/ eine stadt und Königreich m Indien, im gebiethe des grossen Moguls. Die stadt liegt auf einem grossen feloe an dem stufst Gemna. Das alte Delli ist ietzo nur eine Vorstadt von einer neuen stadt, welche Chahjehan-Abad oder ^rchan Aoav, d. i. eine colonie des Chah-Jehan genennet wird, weil sie der grolle Mogol dieses namens zu ansang des 17 stculi bauen lassen, und sie zur Haupt-stadt seines reichs machen wollen. Sie ist mit maurcn von gebackenen stemm umgeben-, ausser an 'der feite des fiusses. Es ist auch daselbst eine grosse vestung, das alte Delli, und noch eme andere Vorstadt, mcmoir. üsi'Lmpire 6u ßraricl r^c>g. Dellius/ (crulnrui) ein Griechischer geschichtschreiber, wüste bey den innerlichen kriegen der Römer seine person wohl zu spielen? und hielt es anfänglich mit dem Dolabella, hernach mit Castro, ferner mit Marco Antonio, und endlich mit Augusts. Marcus An- tonius schickte ihn nach der Cleopatra, derselben die »r-lre nach Erlitten zu kommen,zu überbringen. Weil er nnn vorher sahe, daß sie das Hertz des Antonii gewinnen würde, wüste er sich bey derselben wohl zu insinuiren. Doch verlohr er hernach ihre gnade, und da er erfuhr,daß siechn wolle tödtenlassen,verließ erdie parthey Antonii, und gieng zudem Augusto kurtz vor der schlackst bey Actium über, da er denn demselben von dem zustande der feinde gute Nachricht, ertheilte. Im übrigen ist dieser,Dellius derjenige, dessen Seucm unter dem namen Deillius, dafür etliche Duillius lesen, gedencket, und haben auch die gelehrten angemercket, daß bey dem Strabone vor Adclphius? von welchem er meldet,daß erden Parthischen krieg des Antonii beschrieben, Dellius müsse gelesen werden. !ll kl. -Mrouio. D-o Le-rcc« cie Qls-N. l. l c 19. luskor. I. lle Kilt. 6r-cc. l. 1. c. IZ. Delmanz/ Dalemancia, hieß in dem 9 und 10 seculo einstrich landes in Meisten, zwischen der Saale und Elbe, gelegen, welcher sonderlich die Abtey Altenzelle, die städte Lommatzsth, Leißnig, und Gcutbensso damals eine Hauptfestung gewesen, unter sich begriffen, und eigene Fürsten gehabt hat, von denen Boleslaus an. 9;; dem kurnier zu Magdeburg beygewohnet. Von den Sorben-Wmden, so diese gegend ehemals besessen, ist sie Glomacia genennet worden. .vicUcti. Iznci-ctzr, D-rr,»«?- relcrkeb. ctir. ck-- Orerlti,. ckr. Delmenhorst/ eine GrasschaU in dem Westphälischm creyse, an der Weser, zwischen dem Sliffie Münster und Bremen, nächst der Grafschafft Oldenburg, nüt der sie fast jederzeit vereinigt gewesen,gelegen. Sie hat den namen von der stadt, und diese von der Dclinc, daran sie von Grafen Otto II zu Oldenburg an. 1247 erbauet worden. Diese stadt war ein stück von der Grafschafft Oldenburg, biß auf die an. 1;; 4 zwischen den beyden brüdern Johanne XI und Christians IV vorgenommene thcilung, darinn jenes antheil den Namen der Grafschafft Oldenburg behalten, dieses seiner aber die Grafschafft Delmenhorst acnannct worden. Unter Christiani lV nachkommen, hat Otto V der einfältige Delmcn- horst vor 6000 marck an Bremen versetzt, und endlich mit dem beding, daß fein söhn Nicolaus Ertzbifcho'ssdasclbst werden solle, erblich verschrieben. Nicolaus aber, da er Bremen wider seinen geg- ner nicht behaupten kante, stieß diesen tractat wieder um, mit vorgeben, daß er einem an. 1 züomit den Grafen zu Oldenburg errichteten vertrag, die lande ohne benderfeitigcn consens nicht zu veräußern,entgegen lauste, solchergestalt fiel Delmenhorst an den Grafen zu Oldenburg Dictcrich den glückseeligen, denen söhn Gerhards dem streibaren-der zu Bremen und Bischofs zu Münster, Henricus aus dem Hause Schwartzburg, abgenommen, und mit Münster vereinigt. Doch Gerhardt enckel Anton I erhielt von dem Cammer-gcricht ein rcaimrorium, und eroberte es an. 1547 mit gemalt; und obgleich Münster cx crpire ipo>» einen Proceß angefangen,der über hundert jähr gewähret,find die Oldenburger doch beständig biß auf des letzten Grafen Anthon Günthers an. 1667 erfolgten lod im besitz geblieben; worauf es nebst Oldenburg an Holstein und Dänemarck gefallen, nachdem an. 1670 der Proceß mit Münster zu der Holstcmcr Vortheil entschieden worden. Dänemarck hat es an. 1711 nebst Oldenburg an Chur-Braunschwcig versetzt, (reiche Oldenburg.) Delos/ oder nach der heutigen bcnennung Sdillo/ von den zusammen gezogenen Griechischen Worten , sind 2 von den Cycladischen im Archipelago, welche anicizo gantz verlassen sind, und nur den Corsaren und banditen zu ihrem auffcnthall dienen. vic sind sonderlich deswegen berühmt, weil Diana und Apollo darinnen,sollen gedohren seyn. Einige geben vor, daß sie von dem Worte offenbar/ diesen namen bekommen, weil sie nemlich die ersten insnln ,gewesen, welche nach des Ogngis si'mdfiuth, so noch vor des Noä seiner geschehen seyn soll, zum Vorschein gekommen. Allein Aristoteles jagt, daß dieser name daher rühre, weil sie einstens gar plötzlich aus der see hervorgekommen wären, da sonst zuvor in derselbrgcn gegend gar keine insuln gewesen. Von den heutigen Griechen werden genennet, worunter die insul Rhenca, heut zu tägc Fcrmene genannt, mit begriffen wird, welche von weitem mit der insul Delos vereinbaret -n seyn scheinet; daher sie dieselbige in die kleine und grössere unterscheiden. Apollo hatte hier vor zeiten einen tempel, in welchem er, nach Scrvii bericht, 6 monat lang, im sommcr seine o-acw-i ausgesprochen, im Winter aber sich nach Patara, einer stadt in Lycia, gemacht haben soll. Als die Atheuienser sich dieses orts bemächtigten, reinigten sie ihn von allen bcgräbnisscn, und brachten die, selbe in die benachbarte insul Rhencam. Mitten in der insul liegt der hohe derg Cynthus, so uichls anders, als ein marmorsteiner- mr de! ner felscn fast von Egyptischcr art ist, und davon Apolls den zuna- mcn Cynthius bekommen. Diejenigen,, welche die aiten reliquien in diesem orte untersuchet, haben viele überbleibungen einer ^Lu- eines tcmpels, des Apollinis, eines rk-«n> und vieler andern gebäude und sänken angetroffen. Ersichthsn, ein söhn Cecropis, des ersten Königs der Athenicnser, hat allhier dem Avol- lini einen tempel gebauet, so mit der zeit das prächtigste gebände der welt worden. Die Griechen haben auch die inful Delos so herrlich ausgezicret, daß ke die Veränderung des gantzen alter- thums nach sich gezogen. Die Türcken sind vorjetzo meister davon, und der Hafen daselbst heist Fourni. I. 4. c. ir. t. 10. I. z. Hs», ll'tulic. vo^sz« llu I.cvsnr. Delmsnt / siehe Delsberg. . Delphi/ war eine Griechische stadt in Phocide, unten am berge Parnasso, so wegen des Apollinis tempel, worinnen er seine vi Lcuig aussprach, berühmt ist. Diodorus Viculus berichtet, daß eine heerde ziegen dieses orscuium zu erst entdecket, als welche, so vsst sie ben dem daselbst besirrdlichen Wunde oder hole vorbey gegangen , schrecklich zu schreyen angefangen. Als nun der Hirte, Corytas, die Ursache davon gern wissen wollen, und daher beweibten ort aufs genaueste besichtiget, wäre er durch dessen aushauchende dünste sofort mit einem weissagungs-griste erfüllet worden, welches gleichfalls vielen andern, so sich nach dem hiervon erschollenem gerächte dahin gemacht, wiedersahren. Nachdem aber ihrer viele in den besagten Wund hinein gestüttzek - so / daß man sie niemals wieder finden können, so hätte man'einen sessel mit 2 süßen dahin gemacht, damit der Prophet oder die Prophetin darauf sitzen,und demnach alles weitere Unglück abgewendet werden möchte. Anfänglich wurden junge jungstauen der Diana zu ehren erwählt, ihres bruders »rscui- auszusprechrn, bis endlich Echecrates aus Thessalien eine von denselben, die sehr schön war, entführte; von welcher zeit an man keine jungfrau unter 5° jähren zu solchem amt wiedmcte. DcrDelphische tempel war durch viel geschencke sehr bereichert worden, weswegen er auch viele Plünderungen ausgestanden, sonderlich durch Pausimiam, durch die Phlegyaner, durch Pyrrhum des Achilles söhn, durch Lerxen, durch tue Phocoenser, durch die alten Gallier, und endlich durch Neronem, welcher 500 eherne statuen daraus geraubet haben soll. Dion setzt hinzu, daß er das gebiethe von Cyrrhäa, so gleichsam des Apollinis leib-gedinge war, seinen soldaten gegeben, und den Wund oder die höle, woraus die or-cui- gekommen, mit den todten eörpern derjenigen, so er deswegen mit fieiß ermorden lassen, angefüllet habe. Einige schreiben, daß nach und nache tempel an diesem orte aufgebauet worden: der erste sey gewesen von lorbcer-zweigen, welche von den benachbarten felbern dahin gebracht worden; der andere von dienen-wachs- und fiügeln; der dritte von ertz, welcher durch ein seuer oder erdbeben verstöhrt worden; der vierdte von steinen, welchen die baumeister Trophonius und Agamedes aufgeführt; den fünfften habe ras Griechische ober-gerichte, nebst der geheiligten schatz-kammer, an einem sehr engen orte, worzu man schwerlich kommen können, aufführen lassen. Von der runden forme des Delphischen dreyfüßigen stuhis rührten die so genannten oeipwc- Menllr und des luveosiiz so genannte ork« her; gedachte tische waren aus marmorstein gemacht, auf welchen man becher zu fetzen, und in selbige allerley Hefen zu gießen pflegte. Strabo, Pausanias, Diodorus, Plutarchus, Iuvenalis, Iustinus, und andere Scriben- ten mehr berichten, daß dieses orrcuium ungefehr um die zeit der gebührt Christi aufgehört. Suidas will gar, es habe dem Kayser Augusto, der selbiges in einer gewissen angelegenheit um rath fragen wollen, in; Griechischen versetz eine antwort ertheilet, deren innhalt in folgenden; Lateinischen begriffen ist, und die Ursache des stiüschweigens dieses wahrsager-geistes auf ein Hebräisches knäblein würffet: Ivte puer lllebrLus llivor I)e »5 ipte ßubernso» Lellere kelle jukcr, rrillem^ue rellire wb orcum; ^rir cr^o llckinc rscitur llÜcelliro nollris, Anton von Dalen beweiset weitläufftig, daß Apollo seine orsculs durch eine nicht allzugroffe höle ausgesprochen, über welcher die Pythonissa oder Wahrsagerin auf einein dreyfüßigen stuhle geses- stn, und die orscuis entweder in ungebundener oder gebundener rede ausgesagt habe, und zwar dergestalt, daß sie sich gestillt, als ob sie in einer göttlichen entzückung tage. Gedachter dreyfüßiger stuhl war mit lorbeer-zweigen bedeckt, welches verhinderte, daß diejenigen, so das «rscuium fragten, daffelbige nicht sehen konten; gleichwie auch noch über dieses der rauch, welcher gleichsam eine wolcke darüber formirte, die detrügereyen der Wahrsagerin noch mehr verbergen halff, welche bisweilen zum aussprcchen der vermeynten göttlichen Weissagungen ein sprach-rohr möchte gebraucht baden, wie deren der P. Kircher und ritter Morland seit kurtzem auch erfunden, um ihre stimm mehr als menschlich scheinen zu machen. Einige stehen in den gedancken, daß die Priester des tempels ihre antworten schon vorhero fertig gemacht, und daß ihre compagnons unter der erden, wie die Priester des abgotts Bei heimliche gänge gehabt, und durch angezündete gute rauchwercke aufdem boden der höle ihre vermeynte entzückung und göttlichen trieb verursacht hätten , so hernach durch ihre verstellte gebärden noch scheinlicher gemacht worden. Die scheinbarste oder stärckeste gründe, welche glauben machen, daß es mit diesem orakul ein pur lauterer betrug der Heydnischen Meisteren gewesen, und Satan sein spiel, so wie man sich gemeiniglich einbildet, nicht mit gcmachet habe, sind folgende, i. Daß dieses »rscuium gar sfft bestochen worden,und alsdann grad -ir antworten gegeben, so der besteche? verlangt, und gleichsam der dcl zi priesterin anfdie zunge gelegt; welches ja mit Der geglaubten einqei- stung dieser Pnesterinnen, vermittelst deren sie gar nichts um sich selbst wissen und lediglich von dem wahrsager-geist bemeistcrt werden sollen , auskerne weist bestehen karr. 2. Daß eine grosse amahl der kürzesten keuchen in Griechenland, ja gantze steten der Weltweisen , als die akademische und epicurische, eben zu der zeit, da dieses oracul am meisten floriert, gleichsam dem orscuio ins angcsicht, gefangner haben, das da etwas übernatürliches sürgienge. Ällrvo übermahl nicht zu begrasten, wie dieses hätte geschehen mögen, wann damalen von tag zu tag auf alle vorgelegte fragen eine sich wohl schickende und hernach durch den erfolg wahrgemachte antwort auß diesem Delphrschen dreyfuß ergangen wäre. Daß diese gar offt falsch,, sonst auch mehrentheils zweydeutig gewesen; wozu ja eben keineudernaturlicbe werßheit oder wiffenstlrafft erfordert wird. 4. Daß, nachdeme die kunst, verse zu machen under denGriechen in mehrerem oder wenigerem flor gewesen, auch das oracuium jn besseren ober schlechteren verstn, ia zuletst gar in ungebundener rede geantwortet habe. Wer wolle aber sagen, des bösen geistcs kunst und geschickirchkeit habe eben mit der wissenschafft deren Griechen, oder Delphischen priesteren zu und abgenommen rc. i. 9. ?s«- ic>. 2)ro». I. I 16. g«//:». I, 24. !. I. c. 17° in Lsmp. in üros lik. 6 Nillor- c. lS. spp ann, Ac sn» Lllr. l. 2,6» lle orsc. * 8. Delpyinus / Bischofs zu Bourdcaur. Man weiß weder seine eltern noch sein Vaterland, noch wenn er zum bischoffthumgekomen. Erwürbe an. ; 8 i aufdaä eonciimm nach Saragossa beruffen, und trug viel bey, daß man Priscillianum, Helvidium, Salvranum und Jnstantium als ketzer verdammte. Er begab sich hernach in stm bi- lehren nicht ausbre ten möchten,und als sie nach Bourdeanr kamen,zwang er sie, aus Aquitanien zu entfliehen, und sich nach Italien zu begeben. Er versammlete in seiner Bischöflichen stadt an. ern On. riUum, darinnen Priscrllicmus und Jnstantius, welche von ihren anhangern zu Brfchöffen gemacht waren, aufs neue verdammt,und aller geistlichen würden unfähig erkennet wurden. Sonderlich aber ist Delphinus berühmt, daß er den H. Paulinum getaufft, und ihm den ersten unterricht zu einem gottseligen leben gegeben. Kwrr;roi. Nom. LU ll> 24. llex. s. in cpilloNs. Delphinrrs/ (Petrus) General des Camaldnlenser-ordens, starb den i? jan. an. 152;. Man hat eine ziemliche anzahl briese von ihme, die er von an. 1462. biß 1480. geschrieben, ehe ernoch General seines ordens ward. Sie sind in fol. gedruckt, enthalten viele merkwürdige umstände, und werden heut zu tag, da sie ohne deme gar rar worden, mit grossem fieiß aufgesucht, und gar theuer bezahlet. Da man sie druckte, wurde etwas aussen gelassen, welches in dem geschriebenen exemplar stehet, nemlich, daß die cinwohner von Arezzo einen steinernen löwen, als das ? locentinische waapen und zeichen selbiger herrschasst, fo auf der hohe der grossen kirchen gestanden, in einen brunnen geworffen. Da nun die Frantzvsen diesen ort unter dem Könige Carolo VIII eroberten, zog man diesen löwen heraus, und setzte ihn mitten in eine grosse straffe: da dann alle einwohner von Arezzo, die vorbey giengen, vor diesen löwen die knie beugm, und um Verzeihung wegen ihres aussrandes bitten müssen. LkkörLo». in mukeo r. i. p. 179, * De!-Rio/ (Martin Antonius) ein söhn Antonii Del-rio, eines Spanischen Edelmanns, welcher grosse güter in ben Niederlanden hatte, und der Eleonorä Lopez von Villa nuova, war am Wngst-tage an. 1;; 1 gebohren. Von seiner tzigend an bezeugte er eine grosse neigung zu den KullUs, und nachdem /r ben gründ darzu in seinem vaterlande gelegt, kam er nach Paris, die rhetoric uud Philosophie in dem co>i-Zio von Clermont, unter Johanne Mal- donato, zu studiren. Nachgehends legte er sich zu Dovay und Lö- ven auf die Rechts - gelehrsamkeit, und wurde an. 1574 auf der Universität zu Salamanca »oüor. Nach seiner zurückkunfft in die Niederlande wurde er Rath von dem ober-gerichte in Brabant, hernach i-n-nllLnr über die armee, und muste noch andere wichtige Verrichtungen über sich nehmen; allein, als die innerlichen kriege angiengen, that er zum andernmal eine reise nach Spanien, begab sich zn Halladolid an. i;8c> in die Societät Jesu / und fieng unter den schulern von neuem an die Philosophie zu hören. Fünff oder sechs jähr hernach, als er wieder in die Niederlande zurück gekehrt, muste er, nebst den sprachen, die Philosophie und theologie lehren, welches er auch lange zeit zu Lösen, Douay, Lüttich, Mayntz, Grätz und zu Salamanca getrieben, wohin er 1504 kam. An. 1508 warb er wieder nach Löven beruffen, starb aber allda; tage nach seiner ankunfft den 29 oct. Als er an. 1; 7» zu Löven war, machte er mit Justo Lipsio gute sreundschafft, und gab auch seine notcn über den Solinum, Claudianum und Senecam rr-Zicum heraus. Seine theologischen wercke sind: eomm-m-rü über das hohe lieb Salo- monis; über die klag-lieder Jeremiä; pll-ru5s.sspj-nti.-r; gllsg-s. iis sscrs ; llc lliillciliorivus ll- urilioribus s. scripkurer locis; klorill» ^lsrisns; opus Klsrisnum, Lc. Die juristischen sind ! lle principür juris; misceUsnes scriprs sll Universum jur civile; ücc Ferner hüt man von ihm : llilguilirionum lusAi'csr. rom. III; vinllicis; sreops- xiricss; s-c. Er muß mit Johanne Del-rio von Brügge, Dechant und groß-vicsrio zu Antwerpen, welcher Lommentsrios über den ii 8 und über die 7 buß-psalmm heraus gegeben, und an. 1624 gestorben, nicht verwechselt werben. in v>rs «v>. r>ei in eivß. Lc!ß. bibl. ^elß. llc bidl. 8.1. sux (Zuclrio». ll'un provincisl 1. l p. 10; DeUsperg / Lat. o-lmonr, ist eine Bischvfllich-Baftlische statt an dem lustigsten orth des Saltzgows, bey dem zusammenfluß der Wrß und der Svrn gelegen, nebst einem schloß, das Dellsperger- chs Z2 dcl dem lhal hat seinen «amen von dieser stadt. Es haben sich vor altem edel- leuthe des namens von DeÜsperg allda aufgehalten, von denen Henrich, den kirchen-satz zu Lütolstorff, mit allen hausieren und leuchtn , dem Bisichoffzu Bafel Petro von Aßphalt an. 129; verkaufst hat. Sie führten, zwey gegeneinander gekehrte Kugel, im Wappen. BischoffBurckardt Mönch, hat die burgerschafft zu Dcllsperg an. i; 9) befreyet, aufdie arth wie die stadt Bastl wäre. Setth der re- formation, haben die Chor-herren von Munster in Grandval ihren sitz allhier genommen, und der jetzige Bischofs Johann Conrad von Rheynach hat einen neuen pallast allda auffuhren lassen. An. i; ?4, als BischoffMelchior von Liechtenfels, bey antritt seiner regiernng die underthanen im Dellsiperger-thal, mit auflegung des zehenden Pfennings und in andere Wege, wieder das alte herkommen und ihre freyheitenbesichwährct, wurden diese underthanen in denen i; mey- ereycn unwillig, kamen für rath zu Basel und begehrten rn das bur- gerrecht aufgenommen zu werden, welches ihnen dann bewilliget, und der Bischofs, durch gesandte dessen und auch der ursach dieser aufnahm in das burgerrecht berichtet ward. An. i ?;; wurde etlichen gemeinden auß dem Freyberg ein gleiches bewilliget, Lbroil «Lill. 1 . I. x. l-,. Sc I. 8. p. 6»-. I. XI,. M. t>. Delta /eine fruchtbare insul aufdem Nilo, unter Cairo in Egy- pten, welche also gencnnet wird, weil sie fast einem griechischen 5 ähnlich siehet. Herodotus gedcncket eines tcmpcis in der stadt.Bu»- ris, welcher mitten aufdicser insul gestanden, und will daraus beweisen, daß die Egypticr die ersten gewesen, welche fest-tage angestellet hätten, i.r.IVo/omL,« I l i;Li7?/i». i;c.9 Delta / (Antenor) war ein Griechischer Historicus, welcher von den Crctischen gcschichten etwas geschrieben. Weil er den rühm eines redlichen mannes und eines rechtschaffenen patrioten hatte, so bekam er den namcn Delta; indem die Crctenser was ihnen gut schien,-^-.zu neuen pflegten.-TlrEllc3nim.>.,7.c.;;.xt>o7.riA.io9. Demades / ein Athenienscr, welcher aus einem schiffer ein red- ner wurde, und durch seine beredsamkeit des Königs inMaccdonien Philippi Hochmuth, nach seinem über dieAthcnienser bey Chäronea /».N.416, Oixmp. HO, z. erhaltenen siege, frey bcstraffte. Denn als er sahe, daß derselbe, nach gehaltenem banguet/Mit kräntzen gezieret m trunckenhcit der gefangenen, die er bekommen, spottete, sagte er: er verwundere sich sehr daß derjenige, welchen daß glück zu einem Agamemno» gemacht, sich selbst in einen Thcrsiten verwandelte. Plutarchus berichtet von diesem Demade, daß er das geld lieb gehabt, und sich gerne lustig gemacht habe, auch daß Antipatersich zu rühmen psiege», welcher gestalt er 2 freunde zu Athen hätte, Photionem und Demadem; unter welchen er den ersten niemals bereden köntc, einige geschencke anzunehmen, den leisten aber niemals damit zu ersattigcn vcrmöchte.Nach- dem also Deinades sein vermögen liederlicher weise durchgebracht hatte, vergliche ihne obbesagter Antipater mit den opffcrn, von welchen nichts mehr übrig zu bleiben pflegte, als die zungc und der bauch. Einigesagen, daß ictztgedachter Antipater, vderdoch sein söhn Cassander, Demadem wegen einer verräthcrischcn corrcspon- dentz^^.4n,c>l)-wx.ll4,4. habehinrich- tcn lassen. Z-cttt.I, 17,18. in orLk. in vliocion. spopllr. bibl. coä. 92^241. * Demades / ein AtheniensischerRedncr,welcher von dem vorhergehenden adopkiret worden. bibl. /o fremde Personen, vor welche alle er die gesetzte straft bezahlte. 7-2,. c.; «jcmsxmkcemiL. Demaralus/ war Aristonis, des Königs von Sparta,söhn,aus der samilie der Proclidarum, und folgte seinem vatter in der Legierung,als der i; König. Allein, nachdem durch das Delphische orscuium, welches Clcomencs, ein König aus dem gcschlcchte der Agidarum,mitgeldebestochc»,um eine falsche antwort zu geben, die Lacedämonicr beredet worden, daß er nicht des Arisions söhn wäre, verjagten sie ihn vorn throne; worauf er sich in Asien begab, und von dem Dario ehrlich unterhalten wurde. Nichts desto weniger, als er vcrstandcn,daß Darms gesonnen, die Lacedämonicr mit krieg anzugreiffen, gab er ihnen durch eine beschriebene und hernach mit wachs überzogene höltzerne tafel hiervon Nachricht, gleich als ober seinem undanckbarcn vaterlande mehr als seinem Wohlthäter verbunden wäre. Herodotus sagt, daß er in anscbung seiner klugen rathschläge und tapffern thaten der vortrefflichste unter allen Lace- -ämonischen Fürsten gewesen. Er hat auch emsmals den preiß bey den Olympischen spielen davon getragen, indem er in dem wa- gen-rennen mit 4 Pferden gewonnen, so zuvor noch von keinem Spartanischen Könige erhört worden. «e»-->ss >. 6. ^I,». 1^«, l.z »poptirb. l-sc. Lc Ke virc. mulier. Dcmaratus/ war einer der vornehmsten von Corintho,aus dem geschlechte der Bachiadum, und lebte ä. 96, oiymp. zo,z. vi. zzrü, tr. <^. 6-; 8, verließ aber hernach wegen Cypstli tyranney selbigen ort mit seiner gantzcn samilie, und qieng zu dcn Tarqui- .nicrn in Thuscien, allwo er groß rcichthum erlangte, und das glück hatte, daß sein söhn Lucumon unter dem namen Lucius Tarquinius Priscus nachgehends zum Römischen Könige erwählt wurde. 1. z. anr.Kom.c. lc> .I.r'Vr^L 1. l e. Z4» Demeoclitus/ siehe Cleoxenes. Demev/ lat- vem-r,.An flußinden Niederlanden, welcher bey dem Tongern, in dem Lütticherlande entspringt, hernach bey oder dmch Brlftn, Hassest, Diest,?y scc. 7. euUi. n. ^xs^>«x in ej-iff spull ^wbrot. e^>. 84. /z. L. 410.41z. Demetrius I . der 28 König in Macedonien,mit dem zunamen Poliorcetes,dasist, der städte bezwinger, wardes Generals Anii- goni söhn, einsen von Alerandri M Nachfolgern. Sein leben ist vielerley zufällen untcrworffengewesen. K.k 442, n^i. 7c. vr. z672,a.c: zi2 verkohr er die erste Wacht wider Ptolomaum Lagt, nahe bey der stadt Gaza; wodurch er sich aber gar nicht schrecken ließ, sondern er verstärckte sich von neuem gegen seinen über- winder, schlug dessenLieutenantCillen, und weil ihme Ptolem. nach der vorigen Wacht alles was sich in seinem zelt gefunden, zusamt seinen leibdienern und vornehmsten freunden auch sogar das zum sold der kriegsleutcn aufbehaltene geld von freyen stücken zurückgeschicket ; so.erwidrigte nun Demetrius diese hösslichkeit gegen ihme mit fteuden, und hielte diese gelcgenheit für die beste frucht des erhaltenen siegs. Bald darauf triebe er Ptolem. selbst von belägerung der stadtHalicarnassus hinweg. Nam sich daraufnebst seinem vatter vor, die Griechische städtc, so von Cassandround Ptolem. unter« gcdruckct waren, in freyheit zusetzen, überraschte mit seiner flotte unversehens Pireäum, rastrte Munichia, jagte DcmetrmmPhale, rcum aus Athen, name auch Megara ein, und machte mit den cin- wvhncrn daselbst v. 447, offmp. 118,2. v,. ;ü77, -t. e. ;->7 einen bund, weswegen sie ihn das ist, einen heyland oder er- löscr, und den tag, da er zu ihnen kam, ---«lAgi-i', oder den tag des heyls ncnncten. Als er hernach von seinem vater wiederumzurück dcruffenworden, schlug er Ptolemäum in Cyvcrnzur see, mit Verlust dessen gantzcr scemacht; wie dann auch Ptolcmai Bruder und General Nrenelans, so den andern theil besten flotte ft'chrete, durcii diesen siege gezwungen ward, ibme alle unterhabende schiffe zusamt der stadt Salamina zu ergeben. ^ v. 449, o>> mx. 118,4. ;679, 6 belagerte er Rhodus; welches vornehmen ihm aber nicht so glücklich wie die vorigen von statten gieng; inmassen er auf die von den Rhodicrn erwiesene tapffere gcgenwchr, krafft eines gewissen gemachten accords, wiederum abzog. Er gienge darauf wieder in Griechenland, machte von neuem einige Grichifchc städte frey, nahm Corinthus und Sicyon ein, versetzte die letztere stadt an einen andern ort,und bemächtigte sich also ^ v. 4z 1 uiid 4z s, unter dem vorwande den unterdrückten zu hülffc zu kommen, eines theils von Pelovonneso. Letzlich,nachdem erzum Generalißimo der Griechen erkläret worden s befleckte er seinen vorigen rühm mit Hoffart, kircben-raub und geitz, und verlangte zu den geheimnissen der Ce- rcris, welche zu Eleusina verehrt wurde, emgcweyhet zu werden. Das iahr darauf, nachdem alle andere Generalen Alerandri N. sich wider seinen vater und ihne verbunden, muste er Griechenland verlassen. Bald käme es zu einem harten treffen bey Ipsus in Wicken , da anfangs Demetrius mit ungemeincr tapsserkeit die feindliche rcutcrey in die flucht schlüge. Aber als er deren allzuhitzig nachsetzte,schnitte ihne L-eleucus von seinem fußvolckc ab, bewegte einen theil davon, daß er ohne fchwcrdtstreich zu ihm übcrgicnge., überwände den Überrest ohne mühe,und schlüge Antigonum,der sich mit einem kleinen gefolg noch wehrete, tod: So daß Demetrius mit mühe sich nacher Ephcsum retten mustc, von 800000 mann kaum noch 5000 zu fuß und 4000 zu Pferde bey sich habende. Er wollte zwar seine Zuflucht zu den Griechen nehmen. Allein die Athmicn- ser, welche ihme zuvorsogrosse chrebewiesen, und die beständigste treue versprochen,weigerten sich um ihne einzulassen. Doch er liesse den muth nicht sincken, fiele von freyen stucken den Thracischen Chcrjonesum, der Lysimacho zustünde, an, bereicherte feine soldatcn durch beuche, und sammlete bald wieder eine ziemliche macht. Noch mehr vcrstärckete ihn die doppelte schwägerschaffc mit seinen zuvorgewestengröstcn feinden, erstlich mit Seleuco, deme ersinne tochter Stratonicem zur ehe gäbe, hernach auch mit Ptolemäo, da er dieses schwcster Ptolemäis selbst heurathete. Er zöge hierauf nochma! in Griechenland, nähme Athen durch Hunger ein, bezeigte sich doch gegen denen überwundenen viel gnädiger, als sie verdienet hatte»; schlüge hernach den Laced. König Archidamum in 2 treffen, und wäre an deme, daß er die stadt selbst eroberte, da man ihme bottschafft brachte, wie zu gleicher zeitLvflm. seine Asiatische städte angefallen, Ptolemäus aber ungeacht der neuen fchwäger- schafft die insul Cypern biß auf die stabt Salamina eingenommen hätte. Jndeme er da wehren wollte, zeigte sich gelegenheit, Mace- doniea in seinen gewalt zu bringen; allwo nach dem lode Cassander dessen dessen zwey söhne sich um das reich erzanckten,und der eine mit Namen Alexander diesen Demetrium um hülff anrußte. Dann er käme zwar mit seiner armee zu ihme, aber da gleich Mischen beyden argwohn und mißtrauen sich anzündete, und Alexander dem Demetrio zu erst mit list nachstellete, mcrckte dieser die sach / ipielte jenem daö gegentheil, und ließ ihne auf einer angestellten Mahlzeit umbringen: worauf der gröste theil deren Maccdvniern und Thessaliern, als ohne deme dem hauße Cassandri gram, und von der kriegsmacht Demetrii erschreckt ihne ohne Muh zum König annähme. Um nun einmal nach verlurst der Asiatischen Landen sein reich daherumzu befestigen und zu erweiteren / nähme De- metrius ferner die stadt Thebe durch belagerung ein. Und da ihme gleich darauf bottschafft käme, wie Lysimachus von Dromichäte wäre gefangen worden, schnappte er auch nach dem Thracischen reiche. Aber kaum hatte er den rucken gewendet, so empörete sich Thebe von neuem: dahero es auf eine abermahlige und zwar sehr schwehre belagerung ankäme, da jedoch zuletzt Demetrius, wiewol nach vielcmverlurssund empfangener wunde am halse,die stadt einnähme , und sich zu jedermans Verwunderung gegen den Thebane- ren noch sehr gnädig erwiese. Nach diesem verfiele er in kriege mit Pyrrho dem König in Epirus und den Aetolieren, da sonderlich der erste ihme, alldieweil er kranckware, viel landes abnähme. Nach erlangter gesundheit machte er zwar mit deme friede- und wollte darauf einen neuen zug in Asien vornehmen, um sein väterliches reich wieder zu erobern, aber eben dadurch gäbe er seinen fachen den grösten stoß. Dann Ptolemäus Selcueus und Lysimachus vereinigten sich deswegen wider ihne, brachten auch Pyrrhum dazu,daß er ungeacht des nenlichen Vertrags ebenfalls loßbrache. Und da wüste nun Demetrius nicht, wohin er sich wenden sollte. Als er anfänglich Lyfimacho das Haupt bieten wollte, nähme ihme Pyrrhusim rucken Berrhoa weg. Und da er auf diesen loß gienge, fiele gar der gröste theil der armee von ihme zu Pyrrho: andere meyneten noch gar ein gutes stück der treu an ihme zu beweisen, dadurch daß sie ihme von freyen stücken den verschlag thaten, er möchte sich von sechsten auf die feite machen, und dasMacedonische reich schlechterdingen aus dem sinn schlagen, weilen sie einmal müde mären, ihr leib und leben zu wagen, damit er in Pracht und Wollüsten immer fortleben könte. Erzog darauf verkleidet in der stille davon, und giengen also feine fachen fürs ;te oder 4te mal zu gründe. Jedoch das glück hübe ihne von neuem wieder in etwas auf,so ferne, daß er in Griechenland aus seinen daselbst hinterlassenen befatzunaen ein neues kriegsvolck sammlete, mit welchem er die Asiatischen städteLysimachi anfiele, Sardes einnähme,auch sonsten zimlichen fortgange hatte, biß ihne Agathoeles Lysimachi söhn in die enge triebe, auch Hunger und pestilentz einen theil seiner solda- ten aufrieben. Wie er nun sich gezwungen auf das gebiete Seleuci gegen Mieten und Syrien werffen muste, dieser aber auf einrathen Patcoclis, eines feiner geheimsten Ministern selbigen in seinen schütz aufzunehmen,und dessen trouppen quartire zu geben weigerte, müsse Demetrius gezwungener weise auch mit Seleuco von neuem kriegen. Aber noch da regte sich gleichsam sein glück von neuem,als jedermanursach hatte zu glauben, daß es nun mit ihme aus wäre. Dann er eroberte die enge und veste pässe in Syrien vor der saust, schlüge Seleucum in verschiedenen treffen, und hätte sich vielleicht seines gantzenlandes bemächtiget, wo er nicht unversehens meine schwehre kranckheit verfallen wäre, da inzwischen der beste theil seiner armee zerfiele, oder zum feind übergienge. Er thäte zwar noch mit den: Überrest einen versuch, und wagte so gar eine feld- schlacht nicht ohne Hoffnung des sicges. Aber wie sich Seleucus seinen soldaten zeigte, und sie unter vielen Verheißungen zu sich lockere, käme es endlich mit Demetrio völlig auf die neige, und fand er kein ander Mittel mehr zu entrinnen , als daß er sich Seleuco ergäbe. Indessen verliesse ihne noch hier das gluck nicht gar: Massen Seleucus ungeacht alles Widerstands der feinden und mißgünstigen des Demetrii ihne zwar nicht bey sich behielte, jedoch aber selbigen! anderwärts reichen unterhalt verschaffte, auch von dessen vorigen freunden, so viel nurwollten, in aller fteyheit bey deme leben liesse. Selbsten Demetrius erkannte diesen seinen zustand für den glückseligsten, darinn er jemahlen geschwebt. Gleichwohlen, als er sich der schwelgerey, die er zuvor allezeit gestehet, aberdurch vielfältige kriegsübungen unterbrochen hatte, nun gantzlich ergäbe, ward er allznfett und starck am leib,und beförderte sich dadurch und durch seine 6-dLucllcs den tod, im dritten jähr seiner gefan- genschafst, im 54. seines alters, und ungefehr um v 467. vi. ;Sy7. Die vielfältige glücksveränderungen dieses Herren, als deren gleichen man wenig in denen Historien antrifft, haben meines «achtens diesen obschon ziemlich langen articul wohl verdient. Er ist noch berühmt wegen dem bekannten krtegsgerathe Helepolis genannt, wovon der art. Helepolis zu sehen. Er hatte viele weiber und kebsweiber gehabt, darunter die vornehmste Phile, Ptolemais, Deidamia, Euridice rc. Ehe er im alter zu sehr am leibe zugenommen, solle er von gar schöner gestalt gewesen seyn, wie er auch nie unterlassen, sich mit mehr als königlichem kleiderpracht auszubuhen. Plutarchus hat nicht obneursach zwischen ihme und M- Antonio eine vergleichung angestellt. o<-m 0-^. s-c. i.. ieg. I. >s. Iccp llc kell 8yrizc. in Ollr. Lc * Demetrius II, der t 7 König in Macedonicn, Antigoni sohn, und des vorhergehenden Demetrii enckel,Konaras zugenannt, von seinem gebuhrts-örte in Thessalien, sueeedirte seinem vater v. 5>r. Olymp. ,Z4>ä. kn. Z74-, ä, o -4- > ohngeachtet er noch gantz jung war, brachte so dann gleich eine armeezusammen, und vertrieb damit Alerandrum, Pyrrhi söhn, aus Macedonicn, dessen er sich in seines Vaters Antigvni abwesenheit angemaßet hatte, und schlug ihn auch aus Epiro. Er unterstützest die tyrannen verschle. dener städtenstn Griechenland; hatte auch kriege wider die Aerober ; und schützte die söhne und Wittib Alexandra, des Epirotistben Königs, gegen dieselbige. Aber als er dieser letzteren tochter, und schwester Pthram, zu gleicher zeit heyrathete, konte es seine erste gemahlm, eine schwefter Antiochi, Königs in Syrien, nicht vertragen, fiohe von ihme zu ihrem bruder, und stifftete dene zum kriege wlder Demetrium an. Jedoch findm wir in denenHistorien nicht, daß es zwischen diesen zweyen zur thätlichkcit kommen. Nachdeme Demetrius io jähr regieret hatte, starb er oiymp. i;7. ,. v. o. -r. o 252, und hinterließ seinen söhn Phi- stppum, der damals noch sehr jung war, zu seinem kron-erben. 1. 26. öc r8. j. r. rn ctrron. ^ Demetrius / ein söhn Königs Philippi, und enckel Königs Demetrn II in Macedonien, wurde oiymp. 146,,. -r ;788, ä o. 196, als geissel zu den Römern geschickt, woselbst er durch semc gefchicklichkeit sich bey den vornehmsten in der stadt beliebt machte. Nachgehends, als fein vater von vielen Griechischen stadten in dem rath angeklaget war, rechtfertigte er ihn nicht so fast durch erweisimg, baß die anklage falsch, als weil er eben wegen dem allzuklaren beweist erröthete und verstummete, welche schamhafftigkcit dann mehr würckete, als die deste rede hätte thun können. Als er ü.,v. ;Sz, Olymp. 14.7. r. !U ;7^;, a o. >91- in Macedonicn zurück gekommen war, legte das volck seine liebe durch sonderbare lob-spräche an den tag, worüber sein bruder Perseus sehr eiffersüchtlg wurde, und ihn durch falsche zeugen bey dem Philipps verdächtig zu machen suchte, welcher sich auch dermaßen hierdurch einnehmen ließ, daß er den Demetrium ^ >< 574- Olymp. ,;o> a, ZÜ04, A. o. l8c>, mit gisst hinrichtete. Als er aber hernach dessen Unschuld erkannte, starb er vor betrübniß wegen dieser mord-that, und enterbte auf dem tod-bette Perseum, welcher ihn darzu verleitet hatte. 1.40.-nKLZm. I. zr. * Demetrius I, «orr« oderHeyland genannt, der 10 König in Syrien, Seleuci ntziiopL»! söhn, wurde von seinem vater den Römern zum geissel überantwortet, binnen welcher zeit, nachdem sein vater ^.v. 578, oiymp. isi, i.-r.KlMo8,/c.o- >76, mit gisst hingerichtet worden, dieses letzter» bruder, Antiochus Epiphanes, und darauf dessen söhn, Antiochus Eupator, sich der kröne anmaßten. Dieses ungluck ertrug er eine zeitlang mit gedult, bis nach dem tode seines Vetters Antiochi Epiphanis, da er 25 jähr alt war, und unter dem verwände auf die jagd zureiten, n.n 59'-, ;8rr n. ( . Ibr, Olymp. IZ4, z von Rom entflöhe, fein Königreich selbst einnahm, und Eupatorem nebst Lysia, auch 2 seiner eigenen brudern aus dem Wege räumte. Auf Älcimi einrathen, der von Eupatore das hohe priesterliche amt unter den Jüden mit einer grossen summe gelbes erkaufst hatte, schickte er Nicanorem und Bacchidem mit einer starcken armee in Judäam, welche so dann das land jämmerlich verwüsteten, und das volck schrecklich plagten; da auch, nach vielen kriegs - Handlungen, Nicanor mit; 5 tausend mann erschlagen ward, und nicht minder auf der andern feite Judas Maccabäus in einer schlackst wider Bacchidem getödtct wurde. Von denen Römern ward dieser Demetrius immer gewaltig bedrängt und gehindert, seine macht, wie er gerne gewollt, auszubreiten. Auch lag er im kriege wider Äriarathen, den König in Cappa- docien, und dessen gehulffen Attalum, den Bilhynischen König, unten.Zuletzt,ward er des kriegs überdrüßig,und ergab sich gäntzlich der Wollust. Käme aber eben dadurch bey seinem volck in die höchste Verachtung,, welches einigen den anlaß gäbe, den Alexandrum Ba- lam zum König aufzuwerfstn, welchen sie, wiewohl fälschlich, für einen söhn des Antiochi Epiphanis ausgaben. Die stadt Äntiochis rebeüirte, die Römer versprachen Alexandra hälfst, und dieser, als er mit einigem geworbenem volcke von Rom in Syrien ankäme, eroberte Ptolemais, brachte auch die Juden unter Jonathan, dem hohen Priester, auf seine feiten, ungeachtet der grossen ihnen von Demetrio geschehenen Versprechungen, als deme sie, nach so grossen empfangenen trangsalen, nun nicht mehr trauen wollten. Endlich, als Alexander noch durch die hülffs-völckere Ptolemais, Königs in Egypten, Alkali, Königs in Asien, und Ariarathis, des Cappado- cicrs, vcrstärcket worden, käme es zum Haupt-treffen, allwo zwar der lincke flügel Demetrii des fcindes rechten tapffer über den Haussen warfst , aber sein rechter flügel, auf deme er selbst stunde, ward nicht minder geschlagen; er selbst, wiewohl hertzhafst fechtend, verfiel in einen morast, wurde an seiner kröne erkannt, und mit Pfeilen erschossen, als er bis ins 12 jähr regieret hatte. v. 6oZ, Olynrp. r.H. L.ls,, r 7, 9, ,o 2 ,4,25. ßostpH. snrig. l. irr 16 I. >; c. l,r, 7,8. Lc. Nc bcllc, 5 yr. 1 . ;4 L: Zs. 16. in krsZ. I.r>v. Lp. I. ;r« Äc. in Lxc. * Demetrius II, zugenamt, der 12 König in Syrien, gelangte zum Reich ä.v. «o», oiymp. ;8?8, n. o. 146. durch hälfst Ptolemäi Philometoris, welcher, nachdem er seinen fchwieger-sohn Aleranbrum Balam vertrieben, seine tochter Cleo. palram mit Demetrio vermählte, ohngeachtet sie allbereit Aleran- dro zur ehe gegeben worden; auch waren viele von Alexandri besten leuthen, theils wegen erkannten bctrügerey, theils aus Verdruß auf dessen schändliche llebsuckes, zu Demetrio Übergängen. Aber kaum sahe sich dieser durch Alerandri tod in ruhiger besitzung des Reichs, da er schon anfienge, sich durch schlechte außuhrung bey jederman verhaßt zu machen. Des Ptolemäi soldaten, denen er doch das Reich zu vcrdancken hatte, hielte er sehr übel, die hin und wieder in befiwMg lagen, wurden von dem volcke, nicht ohne sein vorwisscn, getödtct oder ausgcjaget; seine eigene alte kriegs-lcuthc tzanckte er ab, und wollte sich dargegen mit seinen neu-geworbenen Ü. theil. E Ereten- 24 dem Crctenftrcn, und anderen aus der ferne gesammleten Trouppen behelffen. Auch wurde er durch seine grausamkeit jederman unerträglich. Diodotus Tryphon,einer des Alexandri Balä Generalen, nähme diese gelegenheit in acht, holete dieses Balä söhn, Antio- chum, aus Arabien heraus, wohin ihn sein vater gefluchtet hatte. Die Antiochener brachen zu erst loß, und als der Konig aus mißtrauen sie entwaffnen wollte, gebrauchten sie ihr gewehr gegen ihne sechsten, und umringeten dene in seinem pallast. Zu allem glucke ware kurtz zuvor Jonathan mit z-x-o Juden zu ihme geflossen,welcher, sambt der übrigen anwesenden kricgs - macht des Dcmetril, tapffere gegenwehr thäte, endlich gar die an dem pallast gelegene Häuser mit feuer ansteckte, und, als selbiges sehr um sich fräste, die Antiochener unter solcher Verwirrung auf allen feiten in die flucht schlüge, und sich auf des Königs gnade zu ergeben zwange. Diese hatten in obigen gestechten nicht viel minder als ic>o tausend mann verlohren; und doch unterliefst Demetrius nicht, noch täglich mehrere wegen selbiger empörung hinzurichten, oder ihrer gü- ter zu berauben; wodurch nur der haß gegen ihne vermehret ward. Auch wollte er die Juden drucken, und ohne anschung ihrer geleisteten diensten, oder seiner gethanen Versprechungen, die Tribut auf den höhesten fuß, als sie jcmahlen gewesen, von selbigen bezahlet wissen. Aber durch dieses machte er nur dem Tryphon, und von Tryphone aufgeworffencm Antiocho ein gutes spiel. Dann alle obgemeldte Malcontcnten schlugen sich zu ihme, umwandten sein Haupt mit dem Königlichen band, odcrllisll-mL; und als Deme- trius noch eine schlacht wagte, vcrlobr er dieselbe zusamt dem besten theil seines Reichs. Vielleicht hatte er sich noch helffen mögen, weilen einige seiner Generalen feine parthey mit grosser treue und tapfferkeit verfochten. Aber er legte sich schlechter dingen auf die Wollüste, enthielte sich mejstcntheils in den städten Seleucia und Laodicca, ohne seine armecn zu besuchen; daher er sonderlich von Jonathan und den Juden grossen schaden litte, und die an sie an- gräntzende ländcrc meistcnthcils verlohr. Jedoch vergliche er sich endlich mit diesen, nachdcme Tryphon dcn Antiochum treu-loser weise umgebracht, sich selbst an dessen statt zum König aufgcworf- ftn, und noch darzu den Jonathan, mit brechung der gegebenen treue, gelobtet hatte. Bey dieser bcwandnus hätte vielleicht Deinc- triusseine fachen wieder zurechtbringen können, wo er sich nicht von denen unter dem Parthischcn Reich stehenden Griechen und Maccdoniern, welche sich ancrbotten ihme zu ergeben, hätte bewegen lassen, mit hindausetzung des kriegs wider Tryphonem, den König Arsicem anzugrcisscn. Dem läge er zwar anfangs in einigen schlachten ob; aber plötzlich wandte sich das blak um, und wurde er von denen Parthcrn gefangen. Während seiner abwesen- hcit setzte sich sein bruder Antiochus dem Tryphon entgegen, und cmpsicnge sonderlich grossen Vorschub von Cleopatra, des Äemctrii gemahlin, welche ihme Scleueia mit aller bey sich habenden macht übergäbe, und ihne gar heyrathetc, ohngeacht Demetrius, der zugleich Antiochi brudcr ware, anuoch lebete. Demetrius hingegen fände bald gnade bey Arsacc, daß er ihn in Hyrcanicn zwar in etwas verwahren, jedoch dabey Königlich halten liesse, und mit feiner tochler Rhodogyne vcrheyrathcte; hätte auch getrachtet, ihme wieder zum Syrischen Reich zu helffen, wo er nicht gestorben wäre. Sein nachfolgcrPhrahates liesse zwar denDemctrium eben so wohl halten, als zuvor Arsaccs gethan hatte; weil er aber nicht so cisscng auch auf dessen wieder einsitzung bedacht wäre, wurde dieser übcr- drüßig, und wollte zu verschiedenen malen inSvricn entfliehen, um dasilbst sein heyl alleine zu versuchen; wurde jedoch wieder ergriffen, und in seine vorige Verwahrung gebracht. Jedoch liesse man ihn bald von freyen stucken loß, da sein bruder Antiochus Par- thicn mit krieg angriffe, in meynung, er würde eine nützliche -n. verüon anrichten, und den Antiochum von den Parthischcn Provinziell abziehen. Allein, da die Parthcr diesen knrtz darauf mitten in ihrem lande erlegten, und den grösten theil seiner armcc gefangen bekamen, hätten sie gerne den Demetrium wieder zurück gehabt, um das Syrische Reich für sich selbst einzunehmen. Ihre. nachgeschickte Reuter kamen aber zu späthe, und Demetrius gelangte ohne grosse schwärigkcit von neuem wieder zur Regierung; zeigte aber bald wieder seinen vorigen Hochmuth und grausamkeit. Daher» die Antiochener in kurtzcm rebcllirtcn, wiewohl er durch seinen unnöthigen seid- zugin Egyptcn, welches er erobern wolle, ehe er noch seine stachen in Svricn recht vcst gestehet, die meiste gc- legenhcit darzu gegeben. Ptolcmäus Physeor, deine Demetrius sein Reich nehmen wollen, leistete bald den Antiochicrn hülste, und sendete insonderheit den sogenannten AlcrandrumZcbinam, als König in Syrien, unter dem vorwand, er wäre Antiochi Epi- phanis söhn, oder wenigstens von deine an kindcö-statt angenommen worden; wie ihn dann auch die Syrer, lediglich aus haß wider Demetrius, gerne aufnahmen. Endlich käme es zur schlacht, darinn Demetrius unten lag; und als er zu seinem ersten weide Cleopatra nachcr Ptolemais flöhe, wolle sie, zusamt ihren bey sich habenden bindern, ihn nicht einlassen, aus Verbitterung, daß er zur zweyten ehe geschritten; wiewohl sie ihm in diesem stuck son- sten nicht viel vorzuwcrffcn hatte. Livius und Appianus wollen gar, sie habe ihn lassen umbringen; andere sagen, er jene, nach gcweigcrter hülste und beschützung, von den feinden ereilet und gelobtet worden. Diß geschahe im 4 jähr nach seiner wicdcrkunfft ausParthien,und im 20 jähr von der zeit an,da er für das erstemal das Reich angetrcttcn, um z8zg, I. k. 629, oiymp. 16;, 4. 1 . 0 .12;. Er hinterließ 2 söhne, Sclcucum und Antiochum, samt einer toehter, welche Phrahatcs der Parthier König gehevra- thct. l 14 Lc jo,I i; gnrig. öL 1.1 bello L-2,. Lxr.l.üo. äebello8^r. /. t5,z6,z8,Z9. äaü.in, in rllNLt. * - dem Demetrius III, Eucärus zugenannt, der aber auf seinen muntzen dre zunamen Philometor, Everqetes, und Callnncus führet, Antiochi Gryphi vierdter söhn, der 22 König in Syncn, folgte dem exempel seines bruders Philippi, welcher einen theil von Syrien eingenommen, zog, auf Ptolemäi Lathuri einrathcn, von Gnido, einer statt in Carien, aus, ohngefähr L. N. 1896, I-E. 88, bemächtigte sich der stadt Damascus, machte mit den Juden einen bund wider Alerandrum II, auch König in Syrien, seinem und seiner brüdere vornehmsten Gegner; und schlüge ihn auch in einer grossen schlacht beySicim. Aber bald käme dieser Demetrius mit seinen brudern selbst in die haare, weil ihme insonderheit Phi- lippus seine länder einnehmen wolle; er wurde auch von diesem letztem bey Bcroca in seinem lager angegriffen, und mit der armee zur Übergabe gezwungen; worauf ihn dieser gar der Parthier König Mithridati zu verwahren gäbe, bey welchem er nach kurtzem gestorben. Er hatte in Syrien etwas über 4 jähre geherrschet. gofe//,. I. I; Llic. c. 21, 22. iL !. I cle tzello g c. z. in Lul. Qr. lVrc. in cxc. V«Ies * Demetrius / Hertzog von Croatien und Dalmatien, lebte im 12 feculo. Der Pabss Gregorius VII gäbe ihm den titul eines Königs, und schickte 2 Legaten an ihn, welche ihn crönten. i'tt epilt. 4. L. 107Ü feg. Demetrius / Rußischer Printz, war der andere sohnJohan- iiis Basilowi; II- Weil man besorgte, daß er in die sstßstappen seines vatcrs treten würde, und sich insonderheit der Rußische Statthalter, Boris Gudenow, nicht viel gutes von ihm prvphczeyetc, so ließ er ihn im 9 iahre seines alters zu Ugli;, allwo er erzogen ward, ermorden. Es haben sich hernach an dessen stelle 5 falsche Dcmetrii angegeben: als erstlich Demetrius Griska Utrcpeia, von welchem hernach. Nachdem dieser hingerichtet worden, gab sich ein Poblc, namens Johannes, seiner xrokeition ein schulmei- ster, vor diesen ermordeten Demetrium aus, und bekam einen grossen anhang. Weil er nun gern wissen wolle, ob auch allen zu trauen wäre, so befahl er seinem vertrauten freunde Zaruski, daß er ein turnier mit ihm halten, und ihn vom Pferde herunter flössen solle. AIs solches geschahe, liess das volck Haussen - weise zu, und gab dem Zaruski eines mit einem knüttcl hinter die ohrcn, daß er mit ihrem neuen Großfürsten so unbedachtsam umgegangen wäre. Hieraus urthcilete Demetrius, daß es den Russen ein ernst wäre, und gestünde es, daß er sie auf solche weise hätte auf die probe setzen wollen. Darnach that er den Rußischen Edelleuten, die es mit ihrem Großfürsten Basilio Zuski hielten, einen grossen possen; denn er ließ ein -lliÄ ausstreuen, daß alle knechte zu ihm kommen, und ihm schwecren sollen, so wolle er ihnen nicht nur die land-gü- ter, sondern auch die weibcr m,d töchter ihrer bisherigen Herren, zueignen, wodurch eine grosse Verwirrung im gcuchcn lande entstund. Nach diesem belagerte Demetrius die Resiöentz Moskau, sie wurde aber von den Schweden entsetzt. Bald darauf erwählten die Russen den Pohlnischen Cron-Printzcn Uladislaum zu ihrem Czaar, worauf sich Demetrius zu den Tartarn begab. Indem er aber an. iSio mit dem Fürsten daselbst auf die jagd reiten wolle, lvard er von demselben hinterwärts vom pfcrde geschossen, und solches aus räche, weil er vor diesem etliche Tartarn hatte prügeln lassen. Jahrs darauf meldete sich der dritte falsche Demetrius an, welcher ein gemeiner schrciber gewesen war. Er suchte sich in Plcskow feste zu setzen, muste sich aber in einem tumnlt auf die flucht begeben; doch unterwegcs ward er von einem Cossacken verwundet, hierauf gefangen nach Moskau geschickt, und muste vor dem schloß-rhor als ein Hund lange zeit an einer kette liegen, biö er endlich an. 161 z aufgehangen wurde. Zur selbigen zeit warst sich der vierdtc Demetrius, ein söhn des andern falschen Demetrü, auf, welchem die stadt Coluga allbercit gehuldigct hatte; er ward aber an crnen pfähl gcsteckct. Zwantzjg jähr hernach wolle der fünfftc Demetrius, ein söhn des Grisca Utrcpeia, hervor treten, von welchem der folgende articul nachzusehen. Kwkcovv. t/c Äoco/k, ics Iiniig.ie,. rcisobcicli-. Demetrius Griska Mrepeja / ein Moscowitischcr Mönch, sonst Gregorius Strcpius genannt , welcher aus dem edlen ge- fchlechtc von Gercslau hcrstammtc , und sehr schön und verständig war. Nachdem er sein klostcr verlassen , gieng er in Lithauen / und nahm daselbst bey dem Fürsten, Adam Wisnowctsky, dünste an , welcher sich einsmals über ihn erzürnte, und ihn sehr hart tractirte. Bey dieser gelegenheit ficng Griska an zu weinen, und jagte zu seinem Herrn , daß er ihn nicht also tractiren würde, wenn er wüste, wer er wäre. Dieses erweckte gleich bey seinem Herrn eine begürdc, sich von seinem zustande und gcschlcchte unterrichten zu lassest; wo- raufder betrügerantwortete, daß er des Groß-Fürsten von Most cau , Johannis Basilowitz , rechtmäßiger söhn wäre, den Boris Gudenow für ermordet hielte; welches Unglück aber eine andere pcrson , die ihm ähnlich gewesen , betroffen hätte, die von seinen freunden, nachdem sie eine bequemere gelegenheit vor ihn zu entfliehen gefunden, an ftine stelle eingcschodcn worden. Zu gleicher zeit wiest er seinem Herrn ein güldenes mit cdelgcsteinen besetztes creutz, von welchem er sagte, daß es ihm bey seiner tauffc um den hals gehangen worden. Ferner sitzte er noch hinzu, daß, weil er sieb gestorcht , in des Boris Hände zu fallen , solches die Ursache gewesen , warum er sich bisanhero nicht zu erkennen gegeben. Nach cndigung dieser rede warst er sich vor seines Herrn füssc nieder, ersuchte ihn um schütz, und sagte ihm so viel erdichtete umstände her, daß er ihm glauben zustellte, und eine mit seinem vcrmcynten stände übereinkommende cguipz^e anschaffte. So bald das gerächte hiervon erschollen , versprach der Groß-Fürst Boris demjenigen einen grossen recvmpens, der ihm den verstellten Demetrium entweder tobt oder lebendig dem lebendig liefern würde. Weü Mn gedachter Lithauischer Fürst dafür hielte, daß er nicht sicher bey ihm wäre, schickte er ihn zu Georgio Mmzcck, dem Woywoden von Sendomir in Pohlen, welcher versprach , vermittelst einer starckenarmeeihm wiederum aufdcn thron zu helffen, und zwar mit der bedingung, baß er den Catholischen ein freyes religions-cxcrciuum in Moscau verstatten solle; welches .Demetrius nicht allein gar gern bewilligte, sondern sich auch selbst in besagter religion unterrichten ließ, und des Woywoden tochter , so bald er wiederum aufden thron erhoben seyn würde, zu heyrathen verhieß. Nachdem nun dem besagten Woywoden solche Hoffnung gemacht worden, brachte er ohnverzüglich eine armee zusammen- gieng damit in Moscau, und kündigte dem Groß-Fürsten Boris den Lrieg an, nahm in kurtzec zeit viel stadte Weg, und bekam des Boris meiste Officirer aufseme feite , welcher sich deswegen auch zu tobe grämte, und an. i6o; dieses zeitliche verließ. Hierauf erklärten die Kursen und Boiaren alsofort desselben Printzen Theodorum Boris, welcher noch sehrjung war,zu ihrem Groß-Fürsten. Allein, da sie sahen, was für emen glücklichen fortgang des Demetrii unternehmen hatte, entschlossen sie sich, ihm - als dem vermeynten rechtmäßigen erben, die kröne zu geben. Weil nun dieses dem volck gar wohl gefiel, so setzte man alsobald den jungen Groß-Fürsten nebst seiner mutter ins castell gefangen , und fertigte so dann eine gesandtschafft an Demetrium ab , um durch selbige ihm die kröne anbiethen zu lässen. Hierauf schickte dieser unverzüglich einen ckcrc. Mrium hm, und ließ den jungen Printzen nebst feiner muter stran- guliren, dabey aber vorgeben, daß man sie mit gijst vergeben hätte; welches an. iüo; am io jun. tvurcklich vollzogen wurde. Den is besagten monats langte Demetrius mit seiner armee beyder stadt Moscau an, welche sich unterweges gar sehr vermehrt hatte, daselbst wurde er mit uügcmeiner frende empfangen,und am29julii mit vielen ceremomen bekrönet. Damit man nun wegen seiner ge- öurt und herkommen keinen zweifel übrig haben möchte, ließ er die mutter des rechten Demetrii suchen , welche Boris in ein von der stadt Moscau weit entferntes kloster hatte einschliessen lassen , bezeugte ihr grossen respect, räumte ihr ein besonderes zimmer auf dem schlösse ein, und ließ sie sehr prächtig tractiren. Diese Fürstin wüste zwar wohl, daß ihr söhn Demetrius würcklich getödtet worden ; allein nichts desto weniger wüste sie es gar artig zu verbergen, weil sie sich theils vor dem üblen tractamente furchte, so ihr ohne zweifel von dem betrüget würde wiedcrfahren seyn, wenn sie die Wahrheit heraus gesagt hätte, theils auch , weil sie gar gern sahe, daß Boris für seine untreue den verdienten lohn empfangen, und ihr auch ihr gegenwärtiger zustand weit besser anstünde/als der vorige im kloster. Mitlerweile gaben dirMoscowiter aufbicscs ihres neuen Groß-Fürsten thun und lassen genaue achtung, wurden aber gewahr, daß er die Pohlen höher achtete, als die Mvseowiter, eine ausländische garde hielte, und vorhatte, sich mit der tochter des Woywoden von Sendomir , welcher der Lateinische!; kirche zugethän war, zu vermählen , welches verursachte/daß sie einen verdacht aufihn warffeck Nachdem nun einer von den vornehmsten Knesen, Basilius Zuski, sich über diesen Punct mit den andern vornehmen Herren besprochen hatte, salzten sie sich vor, den betrü- gcr aus dcmwegc zu räumen. Mein diese zusammenvcrschwerung wurde entdeckt, und Zuski zumtode verurthetlet, welcher aber mchts desto weniger pardon bekam, als er schon aufden ricyt-platz geführet war, womit der Groß-Fürst der Moscowiter gemüther zu gewinnen vcrmcynte. Hierauf blieb alles friedlich bis auf den 8 may an. 1606, an welchem tage Demetrius mit der Pohinischen Printzeßm Anna Maria Mnizeck beyiager halten wolte. Denn als selbige mit einiger grossen menge wolgerüsteter Pohlen ankam,fien- gen die Moscowiter aufs neue an die äugen aufzuthun. Darauf versammlete bemeldterZuskr viel Knesen und Bojaren,und verband sich mit dcnsclbigen, den betrüger vom throne herunter zu stürtzen. Hierzu fanden sie an dem 9 tage der Hochzeit, welches der 17 may war, eine bequeme gelcgenheit. Denn, nachdem sich um selbige zeit der Groß-Fürst mit seiner gestllschajst vollgcsoffen hatte, nnd in einem liessen schlaffe lag-machten die Moscowiter alsofort in der stadt um Mitternacht mit allen glocken lermen , ergriffen die Waffen, und räumten aufs erste die Pohlnischc garde aus dem wege. Darauf schlugen sie die thüren aus, und drungen mitgcwalt in des Groß-Fürsten gemach hinein, welcher zu einem fenster hinaus un- . ter die garde, so noch gerüstet war, springen wolte, aber zu stinem Unglück gefangen wurde. Da dieses geschehen, gieng Zuski unverzüglich zu seiner Vermeynten Mutter, und forderte von ihr, ihm vor dem crutisik eydlich auszusagen , ob er ihr rechter söhn wäre oder picht; als sie nun mit nein antwortete, nnd hingegen versicherte, baß ihr rechter solm üufdes gewesenen Groß-Fürsten Boris Gude- ttow ordre wäre gelobtet worden , schössen sie dem betrüger mit ei- nempistoll in den kopff, da er alsobald seinen geist aufgab. Darauf zog man seinen cörper gantz nackend aus, und schleppte ihn hinaus vor das schloß, Mvo er; tage lang der wüth des pöbels herhalten mnste. Ob man ihn schon nachgehends begrub, so scharrte ihn doch das gemeine volck wieder aus , und verbrannte ihn zu asche. Die Groß-Fürstin, seine Wittwe- wurde samt ihrem vater, bruder und dcm Pohlnischen Abgesandten in eingefängniß gelegt^ desgleichen wurde anch allerhand muthwillen an den dämm verübt / und bey mann in diesem tumulte hinaerichtet. Nachgehends erwehl- tendie Höscowiter den Zuski, als den Urheber dieses wercks, zum Groß-Fürsten , und krönten ihn den 1 jun. a. 1606. Des Gnska wittwe, um ein desto besser tractammt zu erhalten - bewieß, daß sie schwanger wäre, und ersönne auch ein Mittel, ihren söhn, nachdem er gebehrm worden, beym leben zu erhalten. Denn, Nachdem sie Vesa^rM mit einem gewissen Cosacken , dessen weib zu gleicher zeit mit chr nieder kommen solle, ein heimlich Verständniß gemacht, dcm z; so brachte derselbe ihr heimlich sein kind, und nahm davor ihres mit hinweg. Darauf wurde der junge Printz von erstem Errechn sehen Priester gemusst, welcher ihm mit scheide-waffer, somit fieiß zu solchem ende zugerichtet war, einige buchstabmindcr fvrm eimS creutzes aufstine schütter machte , wodurch bezeugt wurde, daß er vott Königlichem geblüt wäre. Als nun hernach Demetrius (st hieß der junge Printz) von dem gedachten Cosacken in sein land gebracht worden , erzog man ihn daselbst mir großer sorgfalt; wir dann eine grosse summe gelbes vor seine erziehung gegeben wurde, Kurtz darauf starb seine matter, als sie willens war, wiederum m Pohlen zu gehen, und zuvor einigen von ihren freunden zu wissen gethan , welcher gestalt sie ihres sohns leben errettet hätte. Allein der Cosacke starb auch, ehe er noch hätte füglich kund machen können , was mit dem jungen Printzen vorgegangen war. Jedoch ohn« gefähr begab es sich an. 16; 2, Paß der junge Demetrius sich bey SaMburg , einer kleinen stadt in schwartz-Reussen , badete , und bey dieser gelcgenheit seine aufdem rucken eingezeichnete an den tag kamen. So bald Nun der Crori-SchatzMrister , Johannes Nicolaus Dämelonski, hiervon Nachricht erhalten, ließ er ihn alsobald zu sich holen, besichtigte selbige cti-rsÄerc-, und ließ sich solche von einem Reußischen Priester , der die spräche verstund, auslegen , da dann befunden wurde, daß selbige so viel hiessen, als k Demetrius: des Czaars Demetrii söhn. Der Crdn-Schatzmeister ließ ihn alsofort als einen Printzen kleiden, berichtete es auch gleich Uladislao r v - dem Könige in Polen , welcher den Printz an seinen Hof bringen - und mit einer prächtigen versehen ließ. Dieser junge Herr war dazumal ohngefthr 26 jähr alt, und hatte ein sehr majestätisch ansehen. Eben dazumal hielt sich auch des grossen Chams in der Tartarey junger vetter , der in feine Ungnade gefallen, am Pohlnischen Hofe auf , mit welchem Demctrms vertrauliche fteundschafft machte. Als das gerächte hiervon in Moscau erschollen, schickte der Czaar Alcxius Michaclomi; einen Abgesandten in Pohlen, um dasebst Demctrium adfodern zu lassen; ivorin- nen man ihm aber nicht willfahrte. Allein nach Uladislai tobe an. 1648 veränderte sich derPohlmsche statt: denn dessen Nachfolger Johannes Casimirus war genöthiget , sich um des Czaars freund- jchafft zu bewerben; welches verursachte, daß sich Demetrius nach Reval in Liefland begeben meiste , von waUnen er nach Riga, und vondar vollends in Schweden gieng. Da er sich aber auch daselbst nicht sicher genug achtete, nahm er seine zuflucht an des Hertzogs von Hollstein Hof, aüwo er freundlich aufgenommen wurde. Allem bald daraufereügne sich ein schädlicher zufall, indem einer von desselben Abgesandten nach Moscau , namens Olto Brückmann,im namen des Hertzogs 100000, oder wie einige wollen, gar; 0000» reichsthaler von dem Groß-Fürsten in Moscau borgete. Hierauf wurde dem Hertzoge durch einen Moscowitischen Factor, so damals zu Lübeck war, angeboten , däß ihm besiegte summe gelbes gantz fvlte geschenckt seyn, wvferne er den Groß-Fürsten von Most cau den Printzen Demetrium (von welchem er vorgab, daß es nur ein betrüger wäre) zusenden würde.Dieser Handel nun wurde gleich geschlossen , und demnach der unglückselige Printz mit gemalt auf ein fchiffgebracht, welches ihn nach Moscau führte. So bald er daselbst angelanget, muffe sich eine gewisse arme stau, die man dar- zu mit gelbe bestochen, für seine Mutter ausgeben; Demetrio aber stopsste man den mund zu, daß er nicht reden konte, weswegen er sein angkstcht wegkehrte - und seine äugen gen Himmel aufhob. Hierauf wurde er noch an demselbigen tage den letzten dec. an. i6;r enthauptet, die 4 vierte! von seinem corper vor dem schlösse in der ffadt Moscau aufgesteckt, der leichnam aber aufdem platze gelassen r- und den Hundenpreiß gegeben, ote«-» kioscovV.rcile-keickr.-KK-. co/e, IeriiÄpotkeurs iitll§nes./l/»-I»e»'^keIsc. llescioPriöne taxier. 921er» ni kriueixis Vemecrii; lrsxceöiL Niodcoviucs; L-r. Demetrius/ Patriarch zu Alerandria,welcher an. i?-> Julians succedirte, und Origmem wegen seiner castration straffte, desgleichen auch die Bisthöffe im gelobten lande schalt, daß, sie ihn zum Priester ordiniret hätten. Hernach wießer aus desOrigenis bü- chern seine irrthüminehund that ihn in den bann. Er starb an.2 Lp/eL. i, - Lc kilk.öe ia ckron. L.lyo See. in «Krön. Laren, /i. c. 190 Leg. Demetrius/ ein Philosophus,vondcr stete der Cynicorum,lebte an. 4°, und war in grossem ansehen, weil er sich einer sonderbarer» frehheit in der Philosophie gebrauchte. Als der Kavstr Caligula ihn durch eine Verehrung gedachte auf seine feite zu bringen, spottete er und sagte, er hätte ihm das gantze Reich muffen anbrechen. Vespa- sianus verjagte ihn von Rom, worauf er sich lange zu CorinthuS aufhielt. Yhavorinus gedencket seiner,und Phrlostratus si>gt,daß er ein schüler des Apollonii Tyanci gewesen. Tacitus meldet von ihm, daß, als Thraftazum tobe verdammt worden, er sich mir ihm vondernaturberstete und tremmng des gerstesunterredet, in orsr, öe l. 4 tzc V«» /»polin. csp. 8 . Leneca 1 ll>. ü ör bcnellcusc, 8 Lccsp. n. in snn-I.I.iSc. Z4,zs. Demetrius Chalcondzsscks / siehe Ehaleondvlns. Demetrius Cvdonius/ von Thessalonich, war in der Griechischen spräche wohl erfahren, und widersetzte sich dem Nicolao Cadasila, stinem freunde, .welcher wider Thomam Aquino gc- lcbrieben ,dcn er so hoch hieltdaß er auch seine kummsm aus dem Lateinischen ins Griechische übersetzte. Er vertirte gleichfalls etliche briefe des H. AugustiniMd verfertigte viel andere wercke, vor- nemlich wider den Eunomium. Man jagt, daß er auf der insul Candia gestorben. Johannes Cantacuzenus, welcher sein freund war,gedencket seiner l- 4 Kick. rs. t. u 6 -/»«- ia bibUortr. ^ E A Deme^ 86 dem Demetrius/ (u-gnus) ein Griechischer scribente, der zu den zeiten Ciceronis gelebt, und einen tractat von den scridenlen und städten, so einerley namen führen, verfertigt hat. Es ist aber dieser tractat nicht mehr vorhanden. Dieses Demetrii gedencken Plutar- chus, Diogenes, Laertius, Stephanus ByMtinus, Harpocration und andere. N-Ar-r 6e Kittor. Qr--c. I. l c.rz. in 6crt. cri- tics cic tSsrpocrsriiine p 6c tcripc. !ii.r. piiilot. p. ro/> L»oüe^«i in komonymokcopis p. yoi. Demetrius Pepagomenus / Leib-Medicus bey dem Kayser Michaele Paläologo, lebte ums jähr 1261. Er schrieb auf befthl dieses Kayscrs einen tractat von bergicht, welchen Wilhclmus Mo- rellus zu Paris Griechisch und Lateinisch drucken lassen. Plmms gedencket auch eines meckci dieses namens, l- r8 c.ü. Demetrius phalereus / war ein nwiolopliu- periEricus zu Alerandri N.zeiten, Phanostratisohn / und Theophrastc schuler. Er führte 11 jähr lang zu Athen die höchste gemalt, welche chmCa»- sander, derKönigin Maccdonien, ss.N. z666,ss.L.; 18,A.(^. 4,6, oivmp, 11,,, anvertrauet halte, allwoihm auchzu ehren ;6o eherne statuen aufgerichtet wurden. Allein hierdurch lud er sich den neid vieler mächtigen leute aufdcn hals, so daß sich hernach sec- ne feinde wider ihn in eine confpiralion einließen, um ihn aus dem wege zu räumen,und seine statuen bis auf eine niederrissen. Damit er nun ihrem grimm entgehen möchte, flöhe er I.ssl, ,677, J.O. ;c>7,^. V. 447,oi-/mp. 118, 2 in Egypten, allwo ihn Ptolemaus Lagus seinerkinder halben umrath fragte: oberdieienigen, weiche er mit Eurydice gezeuget, seinem söhn Ptolcmao Philadclpho, dessen Mutter Berenicc war,vorziehen solle? worauf ihm Deme- trius rieth, daß erdie kröne jenen überlassen solle. Dieses erbitterte Philadelphum, welcher nachmals den thron destsegen, dermalsten, daß er nach seines vateks tobe Demctrium gefänglich verwahren ließ, welcher so dann ^.N. ,700, ^,.0.284,^.0. 470, o>7-z>p. 124, i von einer schlänge tödtlich gebissen wurde; wiewohl einige anderer mcnnunq sind. Im übrigen ist von ihm zu mcrcken, daß er weit mehr schrisslen beydes in gebundener und ungebundener rede verfertiget, als einer von den andern mmolopii-s zy ftiner zeit, in der Historie, politic, poesie, redckunst und andern wissenfchafften gethan, wie er denn z bücher von den Athcnicnsischen gesehen ,2 von den bürgern zu Athen, 2 von derart das volck zu regieren, und viele andere geschrieben. Josephus, der Jüdische gcfchichtfchrcidcr, berichtet aus Aristea, daß dieser Demetrius Phalereus eine unglaubliche menge bücher in Ptolcmäi Philadelphi dibliothec zusammen gebracht ; worauf gedachter Printz, um selbige vollends vollkommen -u machen, die bidel aus der Hebräischen in die Griechische spräche übersetzen lassen, welches insgemein die Übersetzung der 70 dollmct- schcr genennet wird. Nun ist nicht zu laugnen, da,, Demetrius von Ptolemäo Philadclpho,so bald derl'elbige zur kröne kam,seiner wurde entsetzet; gleichwohl meynet Voßius,däß doch gcmeldte berühmte Übersetzung derbibel noch zu der zeit gemacht seyn könne, da Pto- lemäus Philadelphus mit seinem vatcr Ptolcmäo Lago regieret hat. Und solcher gestalt berichten Clemens Alcrandrinus und Ire- näus, daß gedachtes werck unter Lagt rcgierung geschehen sey. Lk-ato l, y, I. ,4 c. 6. LroFe». in ipgu 5 virs ». y 1,12. snrig.c. r. 6e I. r ccmk-L /»pion t. z c 2s. k 7 /^. I. l ström. Oyr,//», «rk. 4. Tipr/f«». «le ponll. 6c mcnll spol. r. 18 6c 19. ^/rr/o l, , vikT Xlosts. Nist. I. / c. 16, 6c I. 8 p> ^p. «VLllg. c. i. ciiron. 6c in cpir. so. 6c bitt. öra:c. I. 1 c. ir. t/Ä»o 4 -o/ss«, 6c rrsusl^r. I.XX, inccrpr. c, 2, Lrccic/r ciiron. c. 1 I. z c. 6. /ioo)- cie vcrst I.XX. inrerpr. Xkerrrssr vidl. Lrcics. OeÜ4r. «jitlerr. c!e I.XX'. inrcrpr. Demetrius Triclinius / ein iUsrbcmLkicn5, welchen einige für den urhebcr der halten, welche man dem Empedocli versieget. Er ist von einem andern KimtzcmLric» dieses namens von Alerandrien unterschieden. Blaiicanus setzet ihn in das; seculum. ittkronol. niLrlicmsric. p.6c mLctiem. c.;; § 10. Demetrius / ist der Name vieler berühmten sEorum, deren Diogenes Laertius gedencket: i) war ein Redner zu Carthago, und alter als der Thrasymachus. 2) Ein Pcripatetischcr vvuo,o, pkus, dessen bereits gedacht, s) war von Byzanz, und auch ein ?°- riparericus. 4) mit dein zunaincn Graphicus,war ein Mahler, und sehr deutlich m seinen Vorstellungen. 5) ein discipul des Apollonii von Solos. 6 ) mit dcm zunamen Cclantianuö, schrieb 20 bücher von Asia und Europa. Dionvsius Halicarn. Stephanus und etliche andere eitiren ihn. 7) von Bvzanz,beschrieb in 1 z büchcrn, wie die Gallier- aus Europa in Asiam übergegangen, und in 8 buchern die thaten Antiochi und Ptolcmäi nebst dem gcmvernemcnc von Libyen unter ihrer rcgierung ^woraus man siehet,daß er in der 12, criymp. gelebet, 8) war ein Sophist, und wohnte zu Alerandrien, woselbst er die rhetoric lehrte, 9) genannt Irion, war ein orLm- rriLncuz.und sbll diesen zunainen bckonnncn haben, weil er die Juno einiger Massen beleidiget. io) ein berühmter 6 rLmmaricu 5 von Cyrene, zugenannt Stamnus. n)war von Scepsus, von edlem herkommen, wohl bey Mitteln und den lluäüs ergeben. 12) war ein OrLmmsricus von Erylhräa, und wurde ein bürger zu Temnos. i z)war von Bithynien, ein söhn Divhyli, welcher der Stoischen fecte zugethan,und ein discipul desPanätii vonRhodus. 14) war ein Redner. Einige von diesen haben in ungebundener rede geschrieben. Unter denjenigen aber, welche in der poesie was gethan, machte der erste comödicn, der andere war ein uoc» epicu?. welcher wider die neidischen geschrieben,davon aber nichts mehr als; verse übrig sind, soDwgcncsanführet, dcrdritte vonTarsa machte ^tyrsy Der vicrdte, ivclchcr von verdrießlichem lmmeur war, schrieb in Iambi schon versen. Der funffie war ein bildhaucr,dessen Polemon gebendem ckehund vielleicht mich Mlnim I.Z4-. 3 Meldung thut. Verletzte von Erythräa hat die Historie tractiret, und or»r,oncs gemacht. Demicianus/ (Johannes) ein Grieche aus der insul Cepha- lonia,war zu ende des 16 und ansang des 17 seculi berühmt. Als er nach Rom gekommen, that er grosse progreffen in der Griechischen spräche. Er hatte ein gutes gedächtniß, und redete mit, grosser fertigkeit^ welches ihm viel rühm zuwegen brachte, ob er gleich nicht von gründlicher gelehrsamkeit war. Er war durch gantz Eu- ropam gereiset, und die Hertzoge von Mantua gebrauchten ihn in verschiedenen angelegenhciten. Er kam auch nach Paris, woselbst er mit dem General-Advocaten Servin, und mit dem Jano Cä- cilio Frei, welcher die.philosophie docirte, gute freundschafft hielt. Einige, die ihn von allen fachen urtheilen hörten, glaubten, daß er aus der gcsellschafft der Rosenkrcutzcr wäre. Er starb zu Paris. pmLc. 1 c. 126. Demmin/ eine stadtin Vor-Pommern aufden Mecklenburgischen grantzen an der Pecne, welche hier die Tollense und Trebel zu sich nimmt. Sie ist schon bey Caroli ssst. und dessen söhne Zeiten berühmt, und nach der zeit eine der vornehmsten Wendischen städte gewesen, wie sie denn im 12 seculo Hertzog Heinrich dem Löwen und König Camito von Dänemarck viel z'u schaffen gemacht, aber auch darüber fast gantzlich verwüstet und erst 1191 wieder erbauet worden. Doch ist sie nachgehends in der Dänen Hände gerathen und bis 1226 darinnen geblieben. In diesem jähre aber tödteten und verjagten die bürger mit hülffe ihrer mchbarn, die Dänische besatzung, und nahmen darauf wie die übrigen Pommern Sächsische fitten an. In den folgenden zeiten hat die stadt die gemeinen tms des Pommcr-landes mit gehabt. An. 1407 ist sie gantz abgebrannt, an. 1627 von den Kayferlichen besetzt, an. i6;i von den Schweden und 16,7 von den Kayferlichen mir accord,an. 16;- aber von den Schweden durch list eingenommen worden. Diese letztere haben darauf den ort nach der neuen art wohl bevestiget, und 1648 das schloß und starcken thurm um mehrerer sichcrheit willen -.sprenget. An. 1659 und 1676 ward die stadt von dem Churfürsten von Brandenburg erobert, aber beydesmal nach erfolgten! frieden wieder an Schweden abgetreten, bis sie 171z auss neue in Brandenburgische Hände gekommen. Die stadt liegt im übrigen in einer wegen der gedachten flüsse sehr angenehmen ge- gend, hat guten korn-bodcn, holtz und wiesewachs; und, welches etwas besonders, so stehet allen bürgern die hohe und niedrige iagd frey, um welcher Ursache willen sich viele Cadets von Adel daselbst nieder zu lassen, und das bürgcr-rechl anzunehmen pflegen, s-r-pr. ?omer 3 n. Deinocedes/ von Crotona, der berühmteste artztzu seinerzeit, war ein söhn des Calliphontis, und bey Policrate dein Grannen zu Samos wohl gelitten. Als dieser von dem Persianer Orötcs umgebracht worden, ließ Darms den thater ss. ssl. 5464, /O L. 520, V.0.2Z4, olymp. 6z, 1 hinrichten, und wurden alle schätze Po- licratis nebst seinen gesährten, die man zu sclaven gemacht, und worunter Äemoccdes einer war, nach Svsa gebracht. Nachge- hcnds curirlc er den König, welcher sich den fuß verstaucht, als er vom pferde abgestiegen. Diese cur brachte ihn in solches ansehen, daß man ihm zu Susa ein prächtiges hauß gab, und hatte er die ehre , mit dem Dario an der tcrfel zu speisen. Es konte auch niemand etwas bey Hofe erhalten als durch ihn. Weil er aber dessenungeachtet gerne wieder zu Hause gewesen wäre, bediente er sich der gelegen- hcit, da er des Darii gcmahlin an einer bösen brüst curirte, und beredete sie, es dahin zu bringen, daß, weil derKönig Vorhabens war, wieder die Griechen krieg zu fuhren, er ihn als einen spion hinschicken möchte; welches auch geschahe. Democedcs aber entflöhe nach Crotona, woselbst er eine lochtcr des starcken und berühmten ringers Mllonis heyrathete. vsr. klick. s. 17. I. z, irs. öcc. >2. 4. Demochares / von Athen, ein Redner, war ein veter des De- moschems, oder wie Plutarchus meynet lo-tz»»- ein söhn von dessen tochtcr und von dem Laches. Diogenes Laertius nennet ihn auch einen söhn des Laches. Thimaus machte auf ihn eine ihm sehr nachthcilige schilderen, darinnen er ihn als einen liederlichen und unreinen menschen vorstellte. Allein Polybius vertheidiget ihn, und berichtet, daß die Athenienser sehr viel aufihm gehalten, und ihm grosse ehre erwiesen. Athenäus gedencket einer rede dieses De- mocharis wider Philoncm, einen freund des Aristotclis. Miamis führet ihn an, und Cicero redet von der schreib-art des Democbaris, welcher einen tractat von dem, rvas zu seiner zeit zu Alben vorgegangen , geschrieben. v-oFE, 1,46-7. l 6,L IZ. kliivr. vsr. I. z. c. 8.6c 1.8. c. 12. L 7 rce»-S in Lrucc>>6- 1.2. lle orstore. in ditzl. airicL. Demochares / von Solos, ein voet, machte eine comödie pon dem Demetrio Poliorccte, wie Plutarchus anmerckct. Vitruvius gedencket eines bildhauers Deinocharis, welcher zudem Alerandro M. gefegt, daß er aus dem berge Atbos eine n-ruc machen »polte, welche in ihrer Hand eine stadt halten solte,die geschickt wäre locmoy menschen in sich zu fassen. in v,rä ocmenü; llc pocrir 6r. Democles / ein alter Griechischer qesthicht-schrcibcr, lebte lange vor dem anfange des Peloponnesischen krieges,welcher ss. ssl. , I. V. zr;, olymp. 87.2. angieng. Es war auch ein anderer mann dieses namens, welcher sich über des tnranncn Dienn- sii grosse glückscligkeit sehr vcnvunderte; »vorauf ihn dersclbige über der tafcl an seine stelle setzte, unter ein bloß an einem faden Hängendes schwerdt, welches mit der spitze gleich auf sein baupt zielctes um dadurch anzudeuten, daß sein leben nicht sicher, und seine glückf-- ligkeit L » .kÄz >! Ä lVin ^.- Ä 'ÄÄ ;LLA L?-tz irstz r,i;, - M -s-Lü l «HO LilL rsnz .:z« ÄÄ> ic'-- Ms Nr.ji'''" Di- .,K 6>>l' k»>p klü«? dem Weit lange nicht so groß wäre / wie sich Democles einbildete. Plu- karchus gedencket in Demetrii leben eines jungen menschen dieses namens / welcher sich ins feuer gestürtzet / uin des Demetrii Polior- cetä unreiner liebe zu entgehen. Cicero nennet ihn Damocles ^ULÜ. Illr. 5. Democrates/ ein fechter von ungemeiner stärcke. Als er an seinen füssen durch kranckheit angegriffen / zu denen meisten kampf- spielen nicht mehr tüchtig war, ersänne er sich eine neueund sonderbare art / als nemlich diese. Wenn er sich auf dem platze befand / machte er einen kreis um sich herum / und bott seinen Widersachern trotz / ihn von bannen heraus zu bringen. Alle, die es mit ihm annahmen - wurden überwunden, und so erhielt er ungeacht seiner kranckheit den preis in den spielen. Kill. vsr 1,4. c. * Democritus / einer der berühmtesten i iMolapUorum unter den Heyden / war gebürtig von Abdera, e-ner stadt in Thracien / woselbst er nach dem bericht Thrasylli N.; 514 / ^. L. 47°/ V. L. 284, 017120.77, ; gebohren worden. Er wurde in seiner jugend von einigen Persischen msziü.welche her König Terres seinem vater, da er bey ihm eingekehrt, geschencket hatte, in der theologie und astrslogie unterrichtet. Hernach hörte er Leucippum, von welchem er die lehre von den »romi- L vscuo empfangen. Die grosse begierde zu den wissenschafften trieb ihn an, an weit entlegene orter zu reisen, und gelehrte leute aufzusuchen, deren unterrichtung er sich bedienen könte. Er reifere nicht allein nach Egypten, die Priester daselbst zu sprechen,sondern begab sich auch zu den Chaldäischen und Persischen rlnioloptiis, ja, er gieng nach Indien und Aerhiopien, mit den Gymnosophisten daselbst sich zu unterreden. Nach seiner wieder- kunfft wendete er sich nach Abdcra, woselbst ihn sein bruder unterhalten muste, weil er alle das seinige verreiset hatte. Weil nun zu Abdera eine straffe auf diejenigen gesetzet war, welche das ihrige durchgedruckt,nach welcher sie in ihrem väterlichen begräbniß nicht dursten begraben werden, würde ihn dieselbe auch betroffen haben, wenn er nicht eines von seinen besten schrifften der Obrigkeit vorgelesen , und sie dadurch nicht allein befriediget, sondern auch bewogen hätte, daß sie ihm zoo talent geschencket, ehren-säulen aufgerichtet, und verordnet, daß er nach seinem todc auföffentlichc Unkosten solte begraben werden. Nach Athen, wie einige melden, ist er niemals gekommen, oder wie andere behaupten, so er ja daselbst gewesen, hat er sich niemand zu erkennen gegeben. Er führte eine gantz besondere lebens-art, liebte die einsamkeit, hielte sich meistens in einem garten-hause, zum öfftern auch in den gradern auf, damit rr in seinen msai-srionibu-nicht möchte verstöret werden. Er pflegte auch ohne unterlaß über die eitelkeit und thorheit der menschen zu lacken, dahero die Abdeckten aufdie gedancken kamen, als wenn er unsinnig wäre, und den Hippocratem holen liessen, daß er ihn curi- rcn solte. Hippocrales aber befand die fache gantz anders, und vergnügte sich durch das gespräche mit Democrito'dergestalt, daß er sich nicht enthalten kunte, den Abdeckten zu sagen, daß sie sich in ihrer meynnng von demsclbigen gar sehr betrogen hätten. Es sind zwar einige, welche die brieffe, so man von dieser fache bey dem Hippo- crate findet, vor erdichtet halten; doch scheinet die fache selbst in den zeugnissen der alten gnugsam gegründet zu seyn. Jin übrigen hatte Democritus ein schönes M-mum und einen scharffen verstand, war auch in der physic, moral und mathematic sehr wohl erfahren, daß er Mich und« die gröstm kllüokopkos zu zahlen ist. Man berichtet «och von ihm viele fachen, die von andern Mich in zweifel gezogen werden: als daß er sich selbst seiner äugen beraubet habe, damit er in seinen mM^rioniM nicht möchte gehindert werden; ingleichem, daß er von der milch, welche ihm Hippocrales vorgesetzet, alsodald habe urtheilen können, daß sie von einer schwachen ziege sey, und was dergleichen schwachheiten mehr sind. Die art aber, wie erden Darium wegen des todes seiner gemahlin, die er sonderlich lieb hatte, getröstet, ist mcrckwurdig. Denn er sagte, er wolle selbige wieder von den todten aufferweckcn, wenn erihm die namen dreyer Personen, die niemals einige unglücks-fälle erfahren, verschaffen konte, daß er selbige aufihr grab schriebe. Da nun der König in seinem aantzen Königreiche dergleichen Personen vergeblich suchte, muste er dem Democrito gestehen, daß er unrecht thäte, daß er diesen trauer- fall so sehr zu hertzen nähme, da doch kein mensch könte gefunden werden, der von unglücks-fällen befreyet sey. Die vornehmsten lehr- punctc des Democriti bestunden darinnen, daß er «0122» und ein v^cuuM behauptete, und daß aus den Lrc>.inL,die nach ihrer figur und anzahl unendlich waren, alle sichtbare dinge ihren Ursprung hätten, oder aus denselbigen zusammen gesetzt wären. Ingleichem,daß nicht nur eine, sondern unendliche welten'wären, welche durch zusamen- setzung der entstunden,und aus derselben trennung wieder irntergiengenM welchem allem erEpicurum zum Nachfolger gehabt hat. Er schien auch den ?)-rri,omiizjemlich nahe zu kommen, indem er lehrte, daß die Wahrheit in der tieffe eines brunnen läge, und das nichts reales wäre ausser den und dem ss-m« > das übrige bestünde alles in einer «ffiiion. Daß er gar keinen Gott geglaubt, ist aus vielen seiner lehr-satzen abzunehmen. Die höchste gluckseligkeit des menschen aber fetzte er in einer ruhe des gcmühts. Von der zeit seines lebens melden einige, daß er i--s jähr altworden, und diesem nach wäre er sh. N. z 6 r;, g. L. z 61, V-; yi, oiymp. 104,4, gestorben, worinnen aber ihnen andere wiedersvrechen. Wie denn, wenn er gebohren, und wenn er gestorben, überhaupt ungewiß ist. Sonst hat auch Democritus sehr viel bücher verfertiget, deren titul bey dem Diogene Laertio zu finden, welcher aber zugleich angemerket, daß ihm unterschiedene angedichtet worden, worunter auch einige insonderheit diejenigen rechnen wollen, die von magischen, alchimistischen und andern verborgenen künsten handeln,davon etliche Mgebm, als wenn noch heutiges tages etwas vorhanden sey, wre- dem 37 wohl die gemeine meynung dahin gehet, daß man von den wahrhaftigen und aufrichtigen schrifften des Democriti nichts mehr habe. Lsexrr«- I. y. iiiüoi. vsr I q. c. rc>. n c 7. Orcero 6e lloibus l. 5. örtern, welche man schlechter dingen corrigirt, ohne die fehler sonst anzudeuten, einmal an demselben ein muster vorzustellen, wie so gar grobe fehler, nach aller von n-ck-, ie Licic und anderen angewandter mühe bisher noch in diesen l-exicis stecken. Alles, was hier von einem Athenienfischen mahler Demon gesagt wird, ist falsch. Keiner dieses namens hat jemahls zu Athen gemahlet. Und diese gantze so übel zusammen Hangende Historie hat schlechter dingen ihren Ursprung von einem gar falsch- und fehlbar-verstandmcm ort niinii »in. n->r, i. c io. allwo, in erzehlnng des Caracters und der kunst-stucken des mahlcrs Parrhasii, unter anderen diese Worte stehen: Mxir öc »cmon >rrli.nie,liiuiii, Lrguiriemo czuuczuL ingeriloko. Voleksr nLMlzue VL- rium, irscunNum, injuüum, inconK-ncei» : cunflem exorLkilem, c!e- meinem, milericorciem, excellum, ßlorinNim, kumilcm, kervcem, tugacemHue 6c omnis pLi-irer ollciillerc. i. in ßencke neuiro, da dann jedes kckeraum so viel thäte / als 100c, kellscrii . IN xcn. milculin». Auf welchen fuß 60 ieNerri.» , als der preiß des Cybelischen vber-Priesters, von Parrhasio geniahlt, nicht nur io-« Reichsthaler, wie man uns hier bereden will, sondern mehr als noch fo viel, nemlich 1500 vLjoiis ausmachen. * Demona ( vu 6,) ist der name des grösten von den ; cheilen der insul Sicilien, welches mitternacht-wärts liegt, und nebst vielen andern gebürgen, auch den ftuer-speyeudcn dem ^r,>z, m sich begreifft. Die grosse anzahl der darinnen befindlichen flusse macht diese Provintz sehr fruchtbar. Die darzu gehörige vornehmste städte sind: Messtna, Taormina, Catanea, Milazzo, Patti, Cifalu, Nandazzo und Rachalbuts. Siehe Sicilien. Demonax/ ein vkiiokopllus, lebte zu den zeiten Luciani, m dem ersten secnlo. Er war auf der insul Cypern, aus einem vornehmen und reichen Hause gebohren. Weil sein verstand seinen reichthum noch übertraf, verachtete er alles, um sich nur bloß auf die owwioploe zu legen, darinnen er aber von niemand sehr ästi- miret ivurde, ob er gleich mit dem Agathobulo, Demetrio Cynico, Epicteto und Timocrate von Heraclea, sehr vertraulich umgrenz. Er nahm keine eigene secte an, sondern erwählte dasjenige, was er bey jeglicher gutes fand, machte es auch nicht offenbar, welches er am meisten werth hielte; wiewohl man dennoch siehet, daß er mehr auf dem als auf den anderen MiiiwopKls gehalten, und in feiner kleidung und lebens-art hat er dem Dtogeni ziemlich nachgeahmet. Ais er sehr alt worden, sagte er zu den Migen, Ez die 38 dem die um ihn waren, sie rönten sich zurück begeben/ das schau- spiel seye aus: und starb, weil er keine speise zu sich nehmen wolle, ohne daß ihm etwas von seiner gewöhnlichen frolichkert abgangcn wäre. Lucianus hat sein leben beschrieben. Demonice / eine jüngster von Epheso, versprach dem Heerführer der Gallier, Brenn», daß sie ihm die stadt Epheius m die Hände bessern wolte, wenn er ihr die halß- und arm-bander, nebst dem andern schmuck der fraucns-personen dieser stadt, geben wolte, welches ihr Brcnnus zustünde. Als nun gedachte stadt erobert worden, befahl Brcnnus seinen soldaten, daß sie allcs, was sie von göldenem schmuck hätten, der Dcmonice in den schooß schmeissm sollen, welches auch geschahe; und weil desselben so eine grosse menge vorhanden, wurde sie darunter erdrücket. >» r-iici. aus des Clitophontis Gallischen Historien. Indessen ist hier nicht ans der acht zu lassen, wie diese geschieht der bcgcbnuß der Tarpeiä, davon die Römische Historien Meldung thun, m allen ihren theilen so gleich seye, daß man sich schwerlich enthalten kan, -u glauben, es seye die eine aus der andern entsprungen, oder erdichtet worden. * Demont / ein ort,welcher in dem Piemontcsischen Marggraff- thum Saluzzo, auf einem berge, nicht weit von dem ßuffe L-tura liegt, von welchem ietztcru auch die umliegende gegend das that Stura genennet wird. An sich selbst ist er mittelmaylg., Das schloß aber,welches an. i;88 aebauet worden,hat sonst vor ziemlich Pest paßtet. T/rc«,,. Demophile / ein zuname der Cümanischcn Sybille, siehe Sy- billä. Demophilus/ war ein Arianischer Bischoff zu Beroea,, und gab an.;57 demPabsteLiberi» das Sirmischc glaubcns-bekannt- niß über, welches jener auch soll angenommen haben, welches zwar einige Catbolischc in rwciffcl ziehen wollen; aber die bewcißrhumme und zeugnusse des altcrthums sind allzu starck. Siehe auch Lwe- rius. Nachgehendswurdccran. zzyaufdem oncU-o zuRlminr verdammet. Ungeachtet dessen aber wurde er an. 570 Brschoffzu Consiantinopel, da erden» Gregorium Nazianzcnum verfolgte. Als aber hernach an. ;8-> der Kayser Theodosius AI. von Demo- pbilo verlangte, daß er um des kirchen-fricdcns willen das Niceni- sche glaubcns-bekänntniß annehmen solte, wegerte er sich dessen, tindwurde daher» aus Constantinopcl verjagt, woraus er an. ;86 nahe bey dieser stadt seinen geist aufgab. 7/-«-,^,. ».; c. z-. 7. s. X. c. 557. ;;p. Z70, Z7», ;8z. Ne?-, ME virs §. Xrllsn. L Orcz. vtsrisns. reip. sä rcx. Xnxl. I. i c. >7- * Demosthenes / ein General der Athenienser, zur zeit des Pelo- ponncsischen kricgs, thäte erstlich seinem Vaterland grosse Dienste wider die Actolicr und Ambracioren, hatte darnach guten Fortgang in Peloponncso, und bevestigte sonderlich Pylos, welches denen' Laccd. und Argitcrn ein bcschwärlichcr dorn im fuß wäre. Sein cinfall in Boeoticn wäre nicht so glücklich, weilen er bey De- lium in einer ziemlichen schlacht aus dem seid geschlagen worden. Aber am elendesten giengc es ihme in Sicilien, allwohin er mit einer starckcn flotte und mehr als 5000 mann landvölcker dem Ni- kiä zu bülffe geschicket worden. Gleich nach seiner anknnsst grrffc er Epipolas zusammt dem dabey stehenden Syracusischcn Läger bey nacht an, um diese letztere stadt von allen feiten einzuschließen. Allein obgleich anfangs'ein theil der feinden in Unordnung gebracht ward, thaten doch die andere eine tapfferc gcgcnwchr, die Äthenien- str selbst verirrcten auch wegen der finstern nacht, und weil sie die gclegenheit dcs orts nicht kannten; so daß alles auf die flucht gc- rieth und Demosth. gegen 2500 mann mistete. Damit sanckc denen Athen, der muth vollends; schädliche seucken rissen unter der armce ein; und als sie letztlich noch eine Wacht zur see wagten, wurden sie aufs Haupt erlegt. Auch wie sie sich nach verlohrcncn schiffen landwerts gegen einigen mit ihren verbündeten Siciliani- schcn städtcn zu retiriren vergeblich gesucht, aber auch da theils grosse Niederlagen erlitten, theils sonstcn den weg versperret gefunden, müssen sie sich an ihre erbitterten feinde auf gnade und Ungnade ergeben. Worauf nach kurtzer bcrathschlaguug sowohl der «röste theil der gemeinen,als insonderheit die 2 Generalen Dcmosthe- nes und Nicias umgebracht worden. Wahr ist, daß die Atheiucn- sische armce allem ansehen nach diesen Untergang hatte vcrincyden können, wo man eben dieses Dcmosth. rath gefolgt hätte, welcher gleich nach fehl-gcschlagcncm angriff auf Epipolas, in erfchung des schlechten zustands der truppcn und macht des fcindcs nie unterlassen hatte zu rathen, daß man mit der noch in gutem stand befindlichen flotte aufs eylfertigste zurück in Griechenland schiffen sollte ,c. Der tod dieses kriegs-obcrsten fällt um ss.AI. ;;7i,ss. L. 4iz, ss. V. s4l, Olymp. 91inlgic. Droll. I. iz. i. 4, 6 L: I 4. * Demosthenes/ ein berühmterAkheniensischer Redner, welcher H.. iVI. 0 . z8i,/ä. V. Nl/Ossmp.yy, 4 drey jähr nach dem Aristotcle gebohrcn,hernach da er 7 jähr alt war, seines vaters von gleichem nämcn beraubt, und darauf von seinen Vormündern um feine mitte! gebracht, auch sehr verabsäumt wurde. Er war Jsocratis, Platonis und Jsai fchülck. AIs er 17 jähr alt war, belangte er feine Vormünder vor gcrichtc, welchen so dann zuerkannt wurde, ihmr-i-nr» z„ geben, die er ihnen aber schencktc. Er soll seine reden, wie man berichtet, vor einem grossen fvicqel haben herzusagen pflegen, um solcher gestalt seine gebärden desto besser zu regieren und einzurichten. Auch hat er eine fast unglaubliche mühe genommen,biß er seinen mund an eine rechte aussprache gewöhnet. Er widersetzte sich Philippo, dein Könige in Maccdonicn, mit allen krafften, und befand sich ss.AI. Z64Ü, zzs, ss. V. 41«/ dem den Olymp. 110,; in der schlacht bey Chersnea (darinnen er aber die flucht nahm) und unter anderem sein schlechtes cou-sge bannn zer- gcte,daß er, als sein kleid an einem dorn-busch behängen bliebe, also- bald in meynung es wäre ein nacheylender feind,mit lauter stimme um quartier ruffre. Er widerstünde nicht minder Philivpi söhn dem Alerandro M., und thäte durch seine woblredenheit das meiste dabey, daß sich gleich zu ansang dessen regierung die Thebanev und Athenienser wider ihne bereinigten. Das schlimmste in dem allem ist für Demosthenis reputation, daß er sich zu solchem beginnen von Dario mit geld bestechen lassen, welcher durch diese divers sioncn denen Macedomern zu Hausse wollte zu thun machen. Als er von Harpalo geld genommen , und deswegen seine zuvor gehabte meynung allrüschleunig geändert, so daß man die bestechung mit Händen greiften mochte,ward er um z« oder wie es andere fetzen,um 50 talent gestrafft , und sollte in ermangelung deren nach dem gr- fängnuß wandeln,welches ihne zur flucht veranlaßte. Nach Aleran- dri AI. lobe, als die Athenienser von neuem zum gewehr greiften wollten, rufften sie Demosth. vom elend zurück, und liessen ihme die straffe der zotalentcn nach. Und er seinerseits liesse sich wider An- tipatrum und Craterum tapffer gebrauchen. Aber eben dadurch befürderte er sich den gäntzlichen Untergang. Dann sobald Anti- patcrdie Griechen bey Cranon geschlagen, ünd dieVestungMuni- chia nächst bey Athen,eingenommen, verdammten die Athenienser daselbst die urhebere des krieges, und Antip. liesse dicselöige aller orten aufsuchen. Dieses verursachte, daß Demosthenes sinne Zuflucht in die insul Calauriam nahm, allwo er den gisst an sich sog- welchen er in einer scher bcn sich führte, damit er nicht seinen feinden lebendig in die Hände gerathen möchte. Also starb er A. AI. ;6ü2, A. L. ;22, A. K. 4)2, oiymp. 114, und hinterließ 67 reden. in ejus vics, Lll- X orsc. c. 7. coä. r6t- bitzl.Xrrics. bidl. Or. 1.2 c. 26. * Demosthenes / ein Iäilkoricu5 von Viihynien , schrieb ein werck von diesem lande, davon StcphanuS Bnzantinus das y, i» und 12 buch anführet. Er verfertigte auch einen tractat von deM Ursprung der städte. Man weiß nicht, zu welcher zeit er gelcbek Ein anderer dieses namens, aus Thracier», machte comm-nr,riv« über die Mallem »omc-i , über die rliengon, lllellolli , und schrieb noch einige andere fachen. lle lulloric. Lr«cir I. z. k- >^ 4 . Dempster/ (Johannes) welchen andere Tcmistor nennm, ein anverwandter des Thomä Dempsteri, war ooüor zu Paris, und keötor der Universität. Er wurde kibliorliecsriuz bey der Bibliothec zu Venedig, und starb an. 1590. Siehe die sllegrr, bey liioms Ocmpllero. Dempster/ (Thomas) ein gelehrter mann, war gebürtig auS Schottland, von bannen er sich in Franckreich begeben. Denn er hatte sich voi» der Protestierenden zu der Catholischen religion gewendet , worüber,er auch, seinem vorgeben nach, seine grosse güter eingcbusset. Er rühmte sich seines Adclichen gcfchlechts, trug aber wegen seines Zustandes kein bedenckcn, schul-bedienungcn anzunehmen , wie er denn zu Tournay, Toulouse und an andern örtern, ja endlich zu Paris in den» coN-Zio lle Bcauvais gelehret hat. Er war aber dabey dcrmasscn hitzig,daß er sich nicht allein zum Wem zanck- tc, sondern auch schlug und duellirtc, und gieng fast kein tag hin,da er nicht dergleichen Händel vorhatte. Als er zu Paris lehrte, trac- tirte er einen jungen von Adel so übel, daß dieser; von seinen anver- wandtm, so unter der Königlichen garde warm, zu sich nahm, um sich an ihm zu rächen. Als sie nun in das coiiessum einbrechen »vollen , setzte sich Dempsterus mit den feinigm dergestalt zur gcgen- »vehr, daß nicht allein ihre pfcrdte, so sie draussen gelassen, gelobtet wurden, sondern sie sich selbst gefangen geben,misten, da er sie dank auf etliche Lage in einen thurm steckte. Nachdem sie aber herausgekommen , stellten sie einen proceß wieder ihn an, dessen ausgang er nicht erwarten wolte, sondern nach Engellanö ubcrgicng, und daselbst eine pcrson hcyrathetc,d»e wegen ihrer schönheit berühmt war. Als er mit ihr wieder nach Paris kam, und sie sich mit entblößtem halse auf der gaste sehen ließ, entstund ein solcher zulauff, daß sie wurden erdrückt worden seyn, wenn sie sich nicht in das nächste Haus begeben hatten. Von Paris gicna er nach Italien, und lehrte anfänglich die liicrss NumLiiikE zu Plsa, woselbst man ibm, als er sich in dem coil-gio befand, seine frau entführte, welches cr doch nicht groß achtete. Von Pisa gierig er nach Bononicn, allwo er in die ^csllemis lleiis ttotke aufgenommen worden, und an. 162; gestorben. Er war ein mann von unaemeinem gcdächtniß und grosser arbeit, welcher unter die vortreflichstcn hätte können gezchlt werden, wenn er mehr verstand und eine bessere Icbcns-art gehabt hätte. Seine schrissten sind »orL über tioiini smiguicsceL R.0MSNSS; commen- tsrius in clLullisnuin, in Oorippum , epillola,, poemsts; sppsrskur sll billorism Scori«; msrkyroloßium 8cotis.';cLrsIoßU5 /criprorum Sco. tia:, 6cc. in pinscorll. I. in region. tuo. ll- 5 cripr. 5 ec. X VI. clrsstr. ll'lluoni leerer. Denain / eine berühmte Nonnen-Abtey in den Niederlanden zwischen Valencicnnes und Douan, so von 8. Adelberto, dem Grafen von Ostrcvan und dessen gcmahlin, des Königs Pivini nefin, gestifftct worden. Diese gaben alle ihr vermögen ihren 12 töchtern, welche die ersten Acbttßinnm und geistliche in dieser Abtey waren, und allesamt canonisirct wurden. Die erste Aeblißin war Renfroqe, welche auch Patronin worden. AIs hernach die souvcrainitat der Grafschafft von Ostrevan dem Könige von Franckreich, als Grafen von Hennegau, zugefallen, so haben die Acbtißinncn dieses StiM nur den lttul, Gräfinnen von Ostrevan, behalten. Das capitul be- stehetaus einer Aeblißin,und 18 geistlichen damen,welche von ihrem adel L ahnen müssen ausweisen können. Ihr Habit ist weiß, neb- einem den einem Überröcke von feinem meisten zeuge, und einem mit Hermelin gefutterten mantel. Die Aebtißin aber trägt einen vieifarbichten Habit. Keine von ihnen darff ein gelübde thun, sondern wenn sie heyrathen wollen, borsten sie nur dem capitul für die ihnen erzeigte ehre danckfagen. Bey diesem orte wurden die allirten unter dem Grafen von Albermarle an. 1712 den r4jul. von dem Marfchall -ls Nillars geschlagen. »emoirer äu rems. Denaistus/ (Petrus) dieser berühmte jurist wurde an. i;6o zu Straßburg gebühren, dahin seine elteren außLotthringen der re- ligion wegen gezogen sind. Er hat allda sich auf die jurisprudentz gelegt und ist hernach aufdie Universität zu Basel gegangen, allwo er den Z-x-lum 0oÄc>r»iem empfangen. Nicht lange darnach wurde er Churpfältzischer Rath und gäbe grosse proben seiner treu und ge- schicklichkeit von sich, er wäre auch gesandter an die Königin Elisabeth in Engellano und an den König in Pohlen und verrichtete seine ihme aufgetragene Commißion mit sonderbahrer klugheit und Zufriedenheit allseilhiger Höfen. An. i; y 0 wurde er Reichs-Cammer- richter zu Speyr, welchem amt er mit grossem lob und rühm vorgestanden , mästen er ein grosser jurist und ein mann von durchdringendem verstand, darbey aber sehr sanftmühtig und ein fcind alles ehrgeitzes gewesen. Die teutsche Poesie hat er sehr geliebet und eine nette reine schreib-arth gehabt, ist auch nicht wohl auf die zu sprechen gewesen, welche ihre teutsche muter-svraach mit allerhand frembden, außländischcn Worten verderbten. Der musst wäre er glcichfals ein liebhaber und ein geschwohrncr feind der Rabulisten, hingegen wäre das podagra sein freund. Auf die leiste hat er die einsamkeit geliebet, wie er dann in sei» gemach,den prophetenElias in der wüste mit den raaben mahlen lassen mit dem verse: ailoquii fttix cti coeruz tußillc profsnos. Kurtz vor seinem tode, hat er sich alle seine schafften vor sein bett bringen lassen, selbige durchsuchet, und was er vermeynt hat, das anderen zu wissen unnöthig scye hat er alles in das fcurgeworf- fen und verbrennt. Er ist an. 1610 gestorben. Die bücher, die er der gelehrten wett hinderlassen sind (1) )u; Q^mergic. (2) oc jurs (;) Ein düchlein genannt, Jesuiter Latein. (4) o,f- 5e«Ltio ftziienll- Er wölke weder sich abmahlen , noch ein Lj)icLplliuii, sstzrn lasten. v>r. pzg. r,-4. ü"-. Denbigh/ lat. Denbiß-, die vornemste stadt in Denbigshire, wird für die beste in Nord-Walles gehalten, unr liegt aufder nord- seite des kleinen ffusses Jstrad,welcher sich ohngefehr; meilen davon mit der Cluyd vermischet. Nachdem König Eduard Igantz Walles unter sich gebracht, schenckte er diesen ort, Hcnrico Lacy,dem Grafen von Lincoln, welcher ihn mit einer mauer umgab, und an der südlichen leite mit einem casrelle befestigte; allein, er ließ solches werck unvollkommen liegen, weil sein söhn in dem daselbst befindlichen brunnen ertranck. Es wurde also nicht eher die Haupt-stadt in der Grassehafft, als biß zu des Königs Henriei VIII Zeiten, da die z neuen Shires oder Grafschafften dem übrigen Walles mit beygefüget wurden, unter welchen diese auch eine war. Zuvor war es nur die Haupt-stadt in der freyherrlichcn herrschafft Denbigh, welche weit mehr Edelleute unter sich zur lehn hatte, als einige andere. An. 1564 wurde der Baron Robert Dudley, von der Königin Elisabeth zum Baron von Denbigh und Grafen von Leicester gemacht; mit dem aber dieser titul wieder ausstarb. An. 1622 ernennte Jacobus I Wilhelmum den Burggrafen Fielding zum Grafen von Denbigh, welche würde nachgchends dessen enckel geerdet hat. m LrikLiniis, krieg ward dieser ort an. 1704 von dem König Carolo III erobert, und an. 1707 von Philippo V vergebens belagert, jahrs darauf aber von demselben eingenommen. Nahe dabey ist eine kleine insui gleiches namens, so von den alten Pianasia genennet worden, Denickon/ ein Grauen-kloster Cistercienser-ordens, in der Eyd-genosslschen Landgrafschafft Thurgöw gelegen, ist an. 1257 von den Edlen von Bichelsee rc. gestifftet. Dentn / siehe Denain. Denison/ (John) ein bekandter Englischer Geistlicher, flo- rirte unter Jacobs I, zu Oxfurt m om-g «Äliioientl legte er den gründ zu seinen Nutzüs. Als er sich sonderlich aufdas ipeo- logicum beflissen, wurde er an. IÜIIL lueo! Uottu-, hierauf des Königs und Vicsr of Maria Kirchen zu Readings in Bcrkeshire, bey welchem posten er auch geblieben, und gestorben im Febr. an. 1628 zu Readings. Seiner kleinen schafften, deren einige auch in unsere spräche übersetzet sind, ist eine zimliche an- zahl, als: 1t>-bLnquct. osi cke sät okicneeliiiA in klie 2Ä of reccio ng riie Äscremcnr s rtireefulct iicivlnrion. Oc Lonfetlioinü 4 uriculLriü vsnicm-. for rlie 8ouiz f-fetii. I'lle blstzcciiiek of xcscemrlcers: rlle linnsrs LcgusimLncc. -Lo^/cr. * - Denisot/ (Nicolaus) ein Mahler und Poet, wurde zu Mans in der Haupt-stadt der provintz Maine, aus einer bekandten familie qebohren. Sein natürlicher trieb machte ihn in feinen Unternehmungen sehr glücklich. Von Franckreich gieng er m Engelland, allda z schwestern, Annam, Margaretham und ^ohannam von Seymour zu unterrichten. Seine schrifften, die er so wohl in gebundener als ungebundener rede verfertiget, als von der ersten zu- kunfft Cbristi, desgleichen »oo Lateinische aMickL der gedachten - st!,Western, gab er unter dem namen Comre tz'äitznois heraus. Michaela-Montaigne, m>Bellay, Muretus und andere gcden- cken seiner mit rühm. Girard Denisot, ein berühmter . welcher unterschiedene wercke hinterlassen, war ebenfalls aus dieser familie entsprossen. NibNock. frsocoitc «tc -LLrrns Dennemarck/ siehe Dänemarck. Dennstädt/eine Adelichc familie in Thüringen, von welcher Seyfried an. n6? dem thurnier zu Zürch beygewohnet. Dietrich diente seinem Landesherrn, Landgraf Friedrichen, als Obrister, und verlohr in der schlacht bey Eckstädt an. 1)42 sein leben. George war an. 142; Amtmann zu Wcymar. Ulrich istum das jähr 1490 Chursächs. Marschall, und George an. 1; zz Chursächf. Rath und Amtmann zu Saalfeld gewesen. Hans Christoph hat sich nach ansang des i tz seculi durch seine geistliche schrifften über die offenbah- rung Johannis bekannt gemacht- krsnc. roll-. llelst». v. il. sni>. Lax l'. 8 , >o Lc. Dennftädt / Tennstädt/ Tännstedt / eine stadt, nebst einem Chursächsisthen ober-amte, in Thüringen , an dem flusse Schambach , zwischen Langensaltze und Weißensee gelegen. ier. t. i L,>eF.icr2ti. 1'kur. x> 122. Dentatus / siehe Luriusund Siccius. Deodaws/oderDeusdedit / gebürtigaus Nieder-Teulsch- land, ein Cardinal Priester, zu welcher wurde ihn Grcgorius VII an 107; erhoben. Die parthey dieses Pabsts hat er beständig und mit arossem eiferst» wohl wider den KayserHenricum IV-als wider den aeqen-Pabst Clementem III > gehalten. Zu solchem ende hat er auch unterschiedenes geschrieben , als wider die von weltlichen verfoncn unternommene Vergebung geistlicher ämter; wider alle unrechtmäßige bescher geistlicher jachen, der fimonie zugethane und f'kifmkicicos u.s.w. Absonderlich ist von ihm,fast aufdieart,wie desOi-sriLni 6--crcrum , herausgekommen: ecc!-U»Mconim per capi» rg compcnciium. Zuletzt soll er als Päbstlicher Legat in Spanien , ungefehr an. rc»ss, gestorben seyn. 40 deo der Deo-Gratias/ Bischofszu Carthago, wurde um- jähr 452 aufbegehren des KaystrsValcntinianienvehlt.Denn nachdemdie- se stadt i z jähr ohne Bischoffgewesen , indem die Vandaler die Archen verwüstet hatten, erhielt Valentinianus bey dem Genserics, daß dieser zum Bischofseingesetzt wurde. Nach erobermig der stadt Rom durch gedachten os,aencl»n rauffte er die sclaven , welche diese barbarn gemacht hatten , und ließ sie wiederum um einen schlechten preiß loß, wozu erdie schätze der Archen anwendete. Weil er nun nicht Häuser genug hatte - wo er sie beherbergen kunte,10 gebrauchte er hierzu 2 Archen die kranckcn darein zu legen, welche er selbst flechsig besuchte. DicArianer, welchcdieses nicht leiden bunten, stellten ihm zum öfftern nach, und wollen ihn aus dem wege räumen. Er starb aber z jähr hernach, als er zum Bischofs war gemacht worden. PZS I. I kerü VsnllLl ch. 0- 452, 45 5 6c 456. Derbent/eine stadt und castcll in Georgien, so dem Könige von Bersten zugehöret, allwo die gröstc aus Bersten und den südlichen Asiatischen provintzicn nach Pkoscaulmd andere Ma- tischc und Europäische Nordlander vorbey gehet. Sie begreifst den räum zwischen dem berge Caucaso und der Casvifchcn fce in flch , und heißt Dcrbcnt/in anschung ihrer form und gestalt, die lang und enge ist. Die Türcken nennen diesen ort Demi oder Teunr-ca- pi, das ist, das eiserne thor; die Araber Bal-al-Almaty das thor o- Ler die tbore; die Lateiner aber Alerandriam Albania,ingleichen ?o^!„ LLu--iiLMl»d ik2>>c2§. Es ist ein bequemer Hafen daselbst. Sie ist der schlüssclzum Königreich Pechen, ,und ligt der länge nach von Osten in Westen gebaut. Die Chronicken des ortes wie auch die Anwohner geben vor, sie seye anfänglich vom Jßkander, das ist, Alexander dem grossen für seine alte außgcdiente Macedo- nier »erbauen und nach der Hand zu verschiedenen zeiten erweiteret worden. Sie wird in z theil unterscheiden; das oberste theil ist das schloß ausdcm bcrg »worinlicn der statthalter feinewohnuug hat , auch eine bciatzung iiget. Das mittlere theil wird vondcn Perseren bewohnt , ist hinuntcrwarts sehr verwüstet worden und zwar von ihrem eigenen König Emir Emse des Chodadendc sohn, als er sie dem Türcken Mustäpha,denl sie sich frevwillig ergeben hatte, wieder abnahm. Das untere theil gegen dersee, so 2000 schritt lang, ist gantz öde und ohne Häuser, und sind nur äcker und garten darinnen. Die stattmauren stehen beidechsits auf feist», wie dann der slrand um Derbent lauter sclftn und den schissen zum anckeren und anlanden fast unbequem ist. Oberhalb der Stadt, ist durchs gcbürg, so voll gcbüsches,eine maur von z schuh dick gesetzt gewesen, welche auf50 weilen nach dem Sontus sich erstreckt haben solle. An etlichen or- thcn siehet man annoch stuckcr darvon. An. 172z. den 2z julii; ist die Mostowitiscbc Armee so dem von Miriweis vom Persischen thron verstossenenSophi zu hüls angerucket vorDerbent angelangt, da dann um 4 uhr nachmittags der Commandant dieser statt ihrer Czarischen M. entgegengekommen , und an dem thor cinensilbern schlüsscl von der Statt, in gcgenwart ihrer i-ulln-ettc „»d gcist- lichkeit, ihre sahnen und einen palmzwcig, gleich einem schwert in der Hand führend, und einer grossen incngc volckö präscntirt und also diese statt freywillig von den Anwohnern geöffnet wurde. Bey dem einzug lösetemann; mahl die Canonen. Es wurden darinnen 2; 8 eiserne stucke, wie auch eine ansehnliche Quantität pulvcr und Munition gefunden, o/es-ir keriiiclle rcltc-delcllr. krLncotl vcr»2l. 2». ,72z. p.Ar. Derbiceo oder Derbiani / ein Persisches volck an den Scythi- schcn grünsten gegen das Caspische mecr zu, und um den bcrg Cau- ,cafiim herum , welche keine andere gotthcit hatten als die erde , welcher sie aber keine weibliche geschöpfte opffcrten. Sie pflegten die geringsten verbrechen zu straffen , und zwar dergestalt, daß sie die höcbstcnäste von dcnbäumcn herab beugetcn, 10 dann der übel- thätcr arme und beinc dran bunden, und also selbige fahren liessen, wodurch sie in stücken zerrissen wurden. Diese strafe wurde -llssllen. „ Loim, Derby / lat. lsci-vemia, die vornehmste stadt in Dcrbyshirc, so ohngcfehr 100 Englische mcilc» norb-wcstwärts von Londen entfernet ist. Sie liegt in der südlichen gcgend der Grafschafft am westlichen uftr des flüsses Derwent, allwo ein kleiner fluß hinein fället. Über dem fluß Derwent an der nord-ostlichen seile der stadt ist eine feine brücke, welche gantz von ausgehanencn steinen gcbauet ist,und eine scböne capelle hat,so nebst der brücke den »amen dl. Maria führet. Dieser ort hat nebst andern viel von den Dänen erlitten,ist aber hernach von der berühmten Ethelfled wiederum reparieret worden, so, daß sie heut zu tage eine grosse wohlbcwohnte und reiche stadt ist, welche 5 kircbspielc bat,und wenig innländischcn städten etwas nach- qicbet. Es ist allhicr ein schöner vallast, welcher im 17 fcculo auf der Grafschafft Unkosten auS gehauenen steinen ausgebauet worden, darinnen die ordentlichen land-verfammlungen und lluiioncr gehalten werden. Der titul Graf von Derby war erstlich bey dem Hause von Fcrrars, und hernach bey dem von Lancaster, da er sich mit Hcurico von Bullingbrook endigte, als dersclbige unter dem namen Hcnrici IV die kröne bekam. Allein, unter Henrici' VII regicrung wurde er wiederum von Tboma Lord Stanley und Man gebraucht, und ist bey diesem Hause biß jctzo geblieben. Derby-Sbire/ lat. Oomirsruz Ncrtziccnlls» eine Grafschafft in der provintz Mercicn, mitten in Engclland, welche Porkshire nord-wärts, Leiccster süd-wärts, Nottingham ost-wärts, Stafford und Chcshire aber west - wärts hat, und sich von norden gegen südcn in die ;8, von osten aber gegen westen auf 28 weilen erstre- der cket. Der fluß Derivent läufst von Mitternacht gegen mittag mitten hindurch, und erqeußt sich in die Trente. Die uatur tyegct ne in 2 theile, in die ost- und westliche gcgend. In dieser Grastchafft wohnten unter anderen zur zeit der Römer die Contam, zur zeit der Vspr2!-cliie war sie eine Provintz des Königreichs Mema , und itzs gehöret sie nnt unter die s-wc» von Coventn) und Lrcystelo. Die lugt ist allhicr gut und gesund, und der doden fruchtbar, sonderlich in der süd- und östlichen gegend; in der nord- und westlichen aber ist er etwas bergicht. Allein, ob er schon oben wenig träget , so ist er doch unter der erde desto reicher. Denn an statt des holtzes, welches die eisen-hämmer und bley-bergwercke gantz verwüstet haben, hat hingegen diese Grafschafft einen so grossen Überfluß an siein-kohlen, daß auch die benachbarten Grafschafften Lei- cestcr, Northampton, Rutland und Lincoln damit versehen werden. Desgleichen giebts auch alabaster, crystall, schwache und graue marmorsteine, und zwar solche, die sich sehr jchvn poliren lassen. Nicht weniger hat man auch hier gantzc bruche von muhl- und wetz-steincn. Der vornehmste Handel aber der Grafschafft bestehet in dien, welches das beste in gantz Engelland, wo nicht gar in Europa, ist. Die marckt-städie, ausser der Haupt-stadt Derby, sind: Alfreton, Ashburne, Bakewel, Bolsover, Chappcl in the Früh, Chesteeficld, Dronfield, Tideswell und Wvrksworth. üc in llescr. M2AN. UricLN. Dercvllidas / ein Oberster der Lacedämonier, zugenanuk Shyphsss, verrichtete grosse thaten in Asien. Er vereinigte sich anfangs mit dem Tijafcrne wider den Pharnabazum, weilen er diesem letzteren fcind wäre, aus ursach, daß, als er Dercyüidas, unter des Lnsirndri commando, übcr Abndum, eine der heutizseu Dardanellen, gesellet wäre, Pharnabazns, der die Persische hülffs- völcker in selbiger gegend führte, ihnc bey Lysandro angegeben, als hatte er im krieg seine fchuldigkeit versäumet; daher er auch von Lylaiidro verurtheilct worden, einige zeit stehen zu bleiben, und dcn schilb im arm zu halten, welches der gröste schmwffwar, der einem Lacedämonischen soldatcn wicderfahrcn kunte. Nachgc- hends P.ssl. 5585, ss.E. ;yy, ss.V. 555, oiymp. 95,2 vereiniste er sich mit ihm, und ließ sich angelegen seyn, den Griechischen stad- tcn, die an der Asiatischen küste lagen, die freyheit wieder zu brnr- gen. Er nähme in 8 tagen y städte hinweg, und legte allenthalben ungemeine proben seiner tapsserkcit ab. Als er P. 8..; 56 in Thra- cicn gekommen, verschloß und beschützte er den Chersoncs durch eine starckc mauer, und als er hernach in Carlen angelanget, arbeitete er an dem frieden mit den Persern, und schickte die articul nach Lacedämon, wie auch an den König Artaxcms. vllk Qi-Lc. I. z 6c 4. L,cr , lle monritzus 6c llc Iz^illitzur. in ^>2rzli mia. c. I7> ;8 öcc. I. z. lle kill. 6r. I. Z p. Derenburg / eine in dem Fürstenthum Halberstadt gelegene Hcrrschafftsso nur ein städtgen und amt gleiches namens, i dorfund 2 vorwercke in sich bcgreiffct. Vor zeiten gehörte sie halb dem kloster zu Gandersheim, halb aber dem Stiffte zu Halberstadt; allein an. 1487 hat lctztbcsagtcs Stifft die andere helffte käuflich an sich gebracht. Nachgehcnds ward sie denen von Veltheim verpfändet, welche sich noch vor dem zmährigen kriege unter den schütz deS Churfürsten zu Brandenburg begaben, daher kommt es, daß sie von vielen zu der alten Marck gerechnet wird. Endlich ist sie dem Churfürsten abgetreten worden. Derflinger/ (Georg, Freyherr von) Chur-Brandenburgischer Gencral-Feldmarschall, war von sehr geringen eitern, in dem Oesterreichischen gebiet,gcbohrcn, und nahm, da er ein wenig zu jähren gekommen, eines gemeinen soldaten dicnste an. Sein wohlverhal- tcn aber brachte zu wcge, daß er unter der «schwedischen armee allmählich höher stieg,und ungefähr an. i6z; Obrist-lieutenant zu Pferde, an. i6;8 abcrObrister Ivard. An. 1642 schickte ihn der General Torstcnsohn an den Siebcnbürgischen Fürsten Ragoczy, und als er mit demselben im namen der Königin Christina gewisse tractatcn geschlossen, stattete crvonsolchcr Verrichtung das folgende jähr in eigner pcrson zu Stockholm bericht ab. Nicht lange nach diesem erhielt er die stelle eines General-Maiors, in welcher quasi- tät er sich bey vielen gefährlichen actionen sonderlich hervor that, bis an. 1648 der Westpkälischc friede erfolgte. An. 1654 trat er gleichfalls mit dein prädicat eines General-Maiors, in des Churfürsten von Brandenburg, Friderici Wilhelms dicnste. An. 1656 gieng er init den vereinigten Schwedischen und Brandenburgischen trouppcn in Polen. An. 1657 ward er General-Lieutenant, und das folgende lahr Gencral-Feldzeugmeistcr, wie auch gcheim- der Kriegsrath. In diesem lctztgemeldeten jähre ward er, nebst andern Generals-personen, wider die Schweden in das .hcrtzogthum Holstein commandirt. An. 1670 erklärte ihn der Churfürst zu feinem General-Feldmarschall. An. 1674 schickte ihn derselbe,wegen einer proiectirken alliantz mit den Holländern, nach dem-Haag. Noch in demselben jähre wohnte er der eampagne wider die Fran- tzosen an dem Rhein bey, und um ebcn diese zeit ward er nicht mir zum stadthalter des Hertzogthums Hintcr-Pommern und des Für- stcnthums Camin, ingleichen zum Ober-Gouverneur aller vestliw gen , sondern auch von dem Kaystr, auf seines Churfürsten vor- schrifftm, der Freyhcrrlichen würde erhoben. An. 1675 zu anfange des Schwcdiichm und Brandenburgischcn kriegs überrumpelte er die stadt Ratenan, beförderte den bey Fehrbellm den 20 april be- fochtenen sieg, und contribuirte so wchl dieses «ls die fslaendc jabre sehr dck sehr vielzu den ungemeincn progreffen, welche ftin Churfürst wider die Süuveden machte. Nach dem frieden,welcher an. 1679 erfolgte/behielt er die vorangedeutete hohe chargen, und verwaltete sie mit sonderbahrem rühm biß an sein ende , doch daß er etliche jähre vor demselben einen grossen theil seiner zeit mit andachts-übungen zubrachte. Er starb den 4 febr.an. 1695, nachdem er 88 jähr und n Monate gelebt. Einer von seinen söhnen,namens Carolus,blieb an. 1686 als voicimsir vor Ofen. Er hinterließ aber einen andern , namens Fridericum, Chursürstlichen Brandenburgischen Obersten m fuß,und fttnfftöchter: 1) Beatam Louistn, so an den General- Lieutenant Curt Hildebrand von der Marwitz, 2) Louisen,so att den General-Lieutenant Joachim Balthasar von Dewitz, ;) Aemi- liam, welchem! den Obersten, Hans Otto von der Marwitz, 4) Charlottam, welche an den General Major, Johann von Ziethen, verheyrathet worden; r)Dorotheam. Lver. L LrLa- «ienb. L.rMs'v, or« tun. Derkennis/ (Jgnatius) war an.-598 zu Antwerpen geboh- ren, und begab sich an. 1614 in die societät Jesu, da er denn 2 jähr nisibstin und 10 jähr die rll-o!oßis zu Löven gelehrt. Er hat zu Jpern und Löven die stelle eines nsÄons versehen,und an dem letzt- edachten orte an. i 5 ;ü das zeitliche gesegnet. Seine schrifften lid: riiclcz rbcolozic«; ^>oLcioi,ss § 6s eucksrillia SUIN sisbl.; rrLct. c!e Oeu bibl. Z. I. Derlington/ siehe Darlington. Dern/ (Freye von) ein Adetiches geschlecht am Rheine, zu dessen stamm-vater Dietgerus angegeben wird, welcher um das jähr ;ro gelebct,und die collegiat-kirche s. Lubenrii zu Dietkirchen, nahe bey dem schlösse Dern in dem Fürstenthum Nassau gelegen, gestiftet hat. In dem iz seculo legte Petrus das kloster Gnadenthal in dem Ichingau an. Crafft, Domherr zu Cöln, ward in Westphalen erschossen, dessen brndcr Friedrich aber muste an. i z 76 seinen kovff hergeben,weil er GrafJohannein von Dich entleibet hatte. Hans Hartmann diente an. 1640 dem Kayscr als Obrist-Lieutenant,und hinterließ Johann Adolphen, welcher drey männliche erben erlebet hat. V. li. csb. rr. Dernbach/ eine alte ansehnliche Adeliche familie in Hessen, all- wo deren stamm-hauß gleiches namens gelegen. Sie theilte sich sonst in die Adeliche und Gräfliche linie, davon aber die letztere abgegangen. An. 1281 lebte Conrad, von dessen posterität folgende vor andern zu mercken. Balthasar war Abt zu Fuida, von dem ein eigner artickul. Sein bruder, namens Melchior, war Kayserlicher Rath,Fuldischer Hofmarschall und geheimer Rath, wie auch Amtmann zu Rockenstuhl. Peter Philipp, der jüngste söhn dieses letztem , erhielt an. 1672 das Bambergische und an. 167; das Würtz- burgische Bißthum,brachte auch seinem geschlecht erstlich die Freyherrliche und hernach die Reichs-Gräfliche würde an. 1681 zuwege. Seines bruders söhn, Johann Otto, war Kayserlicherwürck- licher geheimder Rath und Cammerhcrr, wie auch Erbmarschall des Hertzogthums Francken. Er nennete sich zuerst einen Grafen von Dernbach, und kauffte die in dem Franckischen crayse gelegene Herrschafft Wiesenbtheid an sich, welche der Kayser zu einer Graf- schafst erhöhete; er starb aber an. 1697 ohne erben. Die Adeliche linie wird von Hans Albrechten hergeleitet; dessen enckel Johann George zu anfange des 17 seculi gelebet, und Johannen: Henri- cum, Hesscn-Darmstädtischen Ober-Forstmeister zu Breitenbach, nachgelassen, welchersein geschlecht beständig fortgesetzet. «or. proc. imz,. I. 8tz, c. r. Nill. inlißn. o. Z87, v. k. k. 158. tzelckr. I-lcNen p. rrK». Dernbach/sBalthasar von) war aus ietztgedachter familie entsprossen, begab sich in denBenedictiner-orde'n, und wurde an. 1570 Abt zu Fulda. Pins V ertheilte ihm die con6rmsric>n,doch mit beygefügter ermahnung, die Lutheraner aus dem Stiffr zu vertreiben. Solchein nun nachzukommen, verschrieb er einige Jesuiten von Würtzburg, und gab denselbigen das lär-gestandene Franciscaner- kloster em, die dann ein gywnützum daselbst aufrichteten, und sich mit Matthia Flacio Jllyrico in öffentliche llNparLiion einließen. Weil er aber mit allzugrossem eiffer die Catholische religion einzuführen suchte, machte er sich bey seinen Ständen, die meistens Lutherisch waren, sehr verhaßt. Ja, als noch andere fachen dazu kamen,deren man ihm schuld gab,muste er entiliehen,und sich an. 15 76 seines amts begeben, wurde auch, der Päbstlichen intercesswnen ungeachtet, erst an. 1602 restituiret. Als er nun den 6 dec. seinen einzug gehalten, und von Elemente VIII selbst ein gratulations- schreiben darüber bekommen, führte er an. 160 z zu Hammelburg, und das folgende jähr in der stadt Fulda die Catholische religion wiederum ein, da bey 79 jähren die Lutherische allda fforiret hatte. Zwey jähr daraufwurde er,als er eben in der kirche war,mit einem rsctzLrro LiLcscivo befallen , daran er nach wenig stunden starb. in clirori. kulü. L-oi-i/elr« killn. Dernis/ eine stadt und vestung in Dalmatien, liegt auf einem gcbirge nahe an dem fluß Cicola. An. 1648 machte sich der Venezianische General Foscolo meister von diesem platz, welchen die Türcken nach seinem abzug wieder besetzten, aber nachgehends an. 1684 zum andernmal zu verlassen gezwungen wurden. Uctcr. ickorsL. Derpt/ Dörpt/ Dorpat/ Moscowitisch Jurigorod, lat. n-rptum, Oerbsrum, und vor alters 1'olpLium, die haüpt-stadt in dem Dörptischen ereyse in Liefland, an dem siuffe Embeck, zo Meilen von Riga gelegen. Die Moscowiter bemächtigten sich derselbi- «en an. i2zo. Darauf wurde sie von dem Großmeister des Teutschen ordens erobert, und durch den Bischofs Hermann zu Ugge- nussa, der Bisch öffliche sitz, so unter das Ertz-Bißthum Riga gehörte, hieher verlegt, welcher aber nachgehends von den Mosco- witern aufgehoben worden. Denn an. izz8 bekamen sie diese'wie» der des herum in ihre Hände, und an. i z br wurde sie, krafft des damahls aufgerichteten friedms, nebst dem übrigen Liefiand, der kronPoh- len überlassen. Doch an. r 6 r; eroberten sie die Schweden, und Gustavus Adolphus stifftete an. i6;2 eine Universität daselbst, welche aber an. 169z nach Pcrnau verlegt wurde Sie wäre sonst bevestiget, und hatte eine gute eitadelle; allein an. 1704 gieng sie an die Russen über, welche alles gäntzlich ruinirten. kwlc. teileb. rop. t.ivon. UeAeolen-ÜLl, Derrp / lat. koborecuin, Oerrs, OeriL, insgemein London- Derry genannt, eine stadt und Grafschafft in der Provintz Ulster , im Königreich Jrrland, stösset nord-wärts an das grosse Weltmeer, ost-wärts an Antrim, süd-wärts an Tyrone, west-warts an Dunghall, und wurde vor zelten Colrane genannt. Die stadt ist eine Colonie von Londen, welche man an. 1612 in dasigc gegcnd geschickt. An. 1664 wurde, der Bischöffliche sitz von Raphorc dahin versetzt. Siehe Londonderry. Dervis / sind eine gewisse art von Mahometanischen München , welche sonst auch Mevelaviren, nach ihrem stiffrer Mevelav» genennet werden. Dervischeiffet eigentlich arm, oder von der Welt abgesondert; und wird dieser name zum öfftern allerley religiösen und andächtigen leuten gegeben, jedoch ist er vornemlich den Me-. velaviten eigen. Ihr vornehmstes kloster ist ohnweit Cogni in Natolien, allwo sich 4 oder 50° dergleichen Münche aufhalten , und wenn ein allgemein capitul daselbst gehalten wird, so kommen öffters mehr als 8o°° zusammen. Ihr General hält sich in besagtem klostcr auf, und wird Hasten, oder Azen-Beba, das ist, der groste vater genennet. Der Turckische Kayser Ottomannus I un- terwarff diestm stiffter alle andere klöstcr, und respectirte diese Münche dermassen, daß er ihren General auf seinem thron sitzen ließ. Ihre deine und den unter-leib tragen sie zu allen jahrs-zeiten nackend, und fasten alle donnerstags bis zu Untergang der sonnen, ausser ihrer ordinaircn rLmerLl, oder fasten-zeit. Alle freytage und dienstage prediget ihrsuperior im kloster, und hierauf grüßen sie ihn alle mit tieff-gebücktem leibe; so dann drehen sie sich öffters herum, da immittelst einer aufder flöte spielet, und so bald derselbe aufhöret, stehen sie stille. Diese ecremonie wird mit grosser an- dacht beobachtet, um hierinnen ihrem stiffter nachzuahmen, als welcher, nachdem er sich also 14 tage lang herum gedrehet, endlich in eine entzückung gefallen, und sonderbare offenöahrungen von aufrichtung dieses ordens bekommen haben soll. Gedachte flöte soll, ihrem vorgeben nach, von Jacob und anderen schäftrn des alten Testaments geheiliget worden seyn. Sie geloben armuth, keuschheit und gehorsam. Wenn sie sich aber nicht enthalten können, mögen sie das kloster verlassen, und heyrathen. Etliche von ihnen pflegen aus der taschen zu spielen, und dem volck eine kurtz- weil zu machen, andere geben hexen-meister ab; alle mit einander aber trincken überaus gerne wein, brandt-weiN, und andere starcke geträncke, um sich dadurch lustig und frölich zu machen, welches ihrem orden erlaubet ist. Es ist auch ein dergleichen berühmles Dervis-kloster in Egypten, allwo ein gewisser von ihren heiligen , mit namen Kederle oder Chederles, verehret wird, von demselben geben sie vor, daß er ein tapffercr Ritter gewesen, der brachen und andere gifftige thicre getödtet habe, und noch itzo unsichtbar lebe, dabey auch macht und gewalt, schlangen zu beschwören, gebe, und aus der gefahr des sthiffbruchs erlösen könne. Etliche halten dafür , baß durch diesen Kederle der Ritter 8 . George angedeutet werde; allein es ist wahrscheinlicher, daß Kederle von Keder-Elias herkomme, welchen namen die Araber dem Propheten Elia gegeben. Cbeder heisset grün oder starck, wodurch angezeiget werden soll, daß er niemahls gestorben, und also allezeit starck seve, und feine kräffte behalte. Die Dervis werden, unter dem verwand, ihren glauben allenthalben zu predigen, öffters zu spionen gebraucht. Die Egyptischen Dervis halten dafür, daß ihres Kederle pferd, gleich wie auch des HErrn Christi esel, des Mahvmets cameel, und der sieben-schläffer hund,re. im Himmel seyc. LrcE xir. Ocrom. voysgc i Lc. Derrventwater / ist der name eines ziemlich grossen sees, welcher ohngefähr; viertel von einer Teutschen meile lang ist, und in der Englischen Provintz Cumberkand durch den fluß Derwent, nicht gar weit von dessen Ursprünge, fvrmiret wird. Auf demselben befinden sich ; kleine insuln, deren die eine der familie derer Ratcliffs gehöret, die andere von Teutschen berg-leuten, welche in den benachbarten kupffer-Minen arbeiten, bewohnt wird, und die dritte der einsame auffenthalt des heiligen Herberts gewesen seyn soll. An. 1688 den 7 Martii machte der König Jacobus II den Baronet Franciscum Ratcliff von Dilston zum Grafen von Derwentwater. s. Ratcliff. krirsnnis. u-» lic. 6e I'AnZler. p. 166. tielp ro LnZUsll llittory p. ryr. stehe Barreaup / Lartesius / Hsarets rc. Desto/ ein dorffimVeltlin, welches wegen des angenehmen süssen weins berühmt ist. Die wein-stöcke werden allda wunderlich gepflantzet; dann man setzet sie auf blosse festen, und bedecket die wurtzeln nur mit wenig gründ: gleichwohl wachsen sie in die ritzen und spälte der festen hinein, und tragen dannoch reiche fruchten. NtiLk. lib. X>> pLß 189 tz. Desenberg/ ein ehemahls vestes schloß bey Warburg in dem Stifft Paderborn, welches itzo als ein Bischöfflich lehn dem Herrn von Spiegel zugehört. An. '776 griffen es die Sachsen an, wurden aber von den Francken tapffer abgetrieben. Desenzano / lat. peienrmnum, eine mittelmäßige stadt in der Venetianischen landschafft Bresctano, am t-sx« 6 l Lsräs. allwo gute Handlung getrieben wird. Iltheist T Deß- 42 des Desiderat« / siehe Hermengardis. 8. Desiderius/ Ertz-Bischoff von Vienne, wäre von Antun gebürtig, und succedirte Vero, dessen er gewesen, um das jähr 594. Das ärgerliche leben der Brunechildis veranlasset ihn/ es ihr etliche mal vorzustellen, welches diese Prinzeßin so übel empfand, daß sie sich entschloß, ihn zu stürtzen. Derohalben keß sie einige Prälaten, die es mit ihr hielten, zu Chalons an der Saone an. üoz einen ssnollum halten, auf welchem Desiderius abgesetzt, und auf eine insul, welche Chorier für die insul Barbe, nahe bey Lyon, hält, ins elend geschickt wurde. Einige zeit hernach puffte ihn die Königin wieder zurück, inmcynung, ihn auf ihre fette zu bringen, allein erblick eben so beständig wle vorhtro, und verdammet mit gleicher hertzhafftigkcit die laster des Hofs. Brunechudis schickte ihn darauf wieder in sein Bischoffthum, und ließ ihn an. L12, sieben weilen über Lyon, an dem ufer des flusses Chalarone umbringen. Der Pabst Gregorius N. hat an ihn; briefe geschrieben, in deren erstern er ihn von lesung der Poeten abzuziehen suchet. I. z c. 19. 2. 7 - cfftt. 117, I. 4. -pitt. 62. I. > den gebrüdern Sammarthanis und ?. Labbe communiciret, davon es die erstern dem andern r°mo ihrer cr-ni« ckrillign»,, der andere aber seiner novL tzwiimk. m-nu- ttr r.einverleibet. Man bat auch von diesem Dcsidcrio verschiedene Episteln, Ivelche erstlich Ncnttcu; e 2nilluz c. ;. gnciq. Ic. Ltion und hernach ^2,9. »ckeru? heraus gegeben; worauf sie in der tzitziioMccs pscrum zu Cölln und Paris mit eingedruckt worden. llc icripl. eccl. it« M2rk)'r. 63 ». 8. Desiderius / Bischoff von Langres, war ein armer bauer, gebürtig von einem dorffe, nahe bey Genua, woselbst er auf dem ackcr arbeitete, als zu ende des4stculi, nachdem der Bischoff zu Langres gestorben, das volck aus dieser stadt aus sonderbarem eingeben ihn von dem pflüge wegholte und zum Bischoff machte. Dc- sidcrius erkannte hieraus den göttlichen willen, nahm diese wurde m besitz, und stund selbiger mit grossem eyfer vor, erhielt auch die märtyrer-krone unter dem Kayser Honorio, da ihn die Vandaler, welche Franckreich durchstreifften, an einem orte umbrachten, welcher noch heut zu tage 8. Disicr gcncnnct wird, und eine kleine stadt in Champagne ist. clog. risr. I.igur. Desiderius/ der letzte König derLongobarden, wurde an. 756 nach dem tobe Aistulfi, dessen Lonncrstzic er gewesen, zum Könige erwehlet. Rachis, ein Mönch, des vorhergehenden Königs bruder , war ihm zwar entgegen,allein der Pabst Stcpbanus Hl nahm sich seiner an, mit Vorbedingung, daß er dem Päpstlichen stuhle alle diejenigen örter wieder einräumen solle, wclchcdie Longobar- Lischen Printzcn demselben entzogen hatten. Desiderius versprach solches, richtete esaber nicht ins werck, sondern verjagte vielmehr die Hertzoge von Svolcto und Bcnevcnt, die sich von dem Lonao- bardischen reich getrennet,und unter den schütz dcsPabstlichciistuhls begeben hatten; machte auch mit dem Orientalischen Kayser einen bünd wider den Pabst, um den Erarchat wieder zu erobern. Pipi- nus in Franckreich aber stuhnde dem Pabst bey, und verschaffte,daß Desiderius unterschiedliche städte wieder gab. An. 768, nach dem jode des Pabsts Pauli I, erweckte er eine spaltung in der kirchc, richtete aber nicht viel damit aus. Er vermahlte auch seine tochter mit Carolo Ast. welcher aber nicht länger sein freund blieb, als biß sein bruder Carolomannus gestorben war. Denn weil er nach diesem niemand mehr furchte, verstieß er Desiderii tochter wieder, und als Desiderius Carolomanni söhnen wieder Carolum Äl. bcystunde, der Pabst Adrianus I auch die alte klage wider die Langobarden zu gleicher zeit vor Carolum Äst. brachte,grenz dieser an. 77z mit einer mächtigen armcc in Italien, drung an 2 orten durch die pässe der Alpen, und erlegte alle diejenigen, welche dicselbigcn beschützten. Er jagte auch der armee des Desiderii, welche dieser ftlbst commandierte , einen solchen schrecken ein, daß sie sich ausheramiahung des Caroli gäntzlich zerstreucte. Er belagerte hieraufPavia, und mit seinen übrigen trouppen nahm er Verona lind andere Longobar- dische städte weg. Endlich, nachdem er das ostcr-fest zu Nom gehalten , gieng er wieder zu selbe, und nahm Pavia ein, welches sich an. 774 an ihn ergab. Desiderius, seine gcmahlin und seine kinder wurden gefangen nach Franckreich qesühret, und sein söhn Adalgi- sus flüchtete nach Constantinopel. Desiderius starb kurtz hernach, als er 18 iahr regieret hatte, und hierdurch wurde das reich der Langobarden in Italien , nachdem es -oü jähr gewähret, aufgehoben. vitL^Lroii K1. ^ 211.777 bidliock. in vit. Desiderius Longobardus/ weil er aus der Lombardie gewesen , war ein o--Ltor in der Sorbonne in dem iz seculo, und einer von den grösten leuten der acadcmie, welche wieder die bettel- Mönche geschrieben, dahero ihn diese, gleichwie den Wilhelmum Mönche geschrieben, dahero ihn diese, gleichwie den Wilhelmnm sie 8. Amore und andere unter die ketzer gezchlet. -o»rrL im^uZn. reliZ. 6. !üü. univ. ^ n«r. IiLr. monsciiir L. 45' in menreIV,öcc- 1.2 Desirade / eine von den Antillischen insuln in süd-America, gehört den Frantzvsen, welche verschiedene colonien daselbst haben. Christophorus Columbus hat sie am ersten entdecket, und ihr diesen namen gegeben. Sie ist klein, aber fruchtbar, und liegt i-- oder ir meilen von Guadaloupe. Desligneris/ (Iacobus) Präsident im Parlament zu Paris, war aus einer alten Adelichen familie in Beansse entsprossen. Er studirte zu Paris, Löven und Padua, und that sich nachgehends zu Paris unter denberühmtesten advoeaten hervor. Franciscus lmach- te ihn zum l.ieurcnsnr Oener-I in der tzLiiiisge der stadt Ämiens, hernach zum Rath im Parlamente zu Paris, und endlich an. 1544 zum Präsidenten der dritten -si-mbre enguercs , in welchen Verrichtungen er sich allemal sehr wohl aufführte. Der hofvertraute ihm auch zum öfftern noch wichtigere angelegenheiten, und weil auch darinnen der König Henricus II seine geschicklichkeit erkannte, machte er ihn zum Abgesandten aufdas Tridentinische Concilium, woselbst er mit grossem muthe die freyheit der Frantzösischen kirche behauptete. Er starb 2 jähr hernach den 11 aug. an. rzz 6 . sich. cic; llc rsris. Desmond/lat. velmonisin Irrländischcr spräche V-5VV0VV0, eine Grafschafft in der Provintz Mounster in der süd-westlichen ge- gend von Jrrland, an den beyden Meerbusen Mare und Bantren, welche Kerry nord-wärts,das grosse welt-meer west-wärts, und die GrafschafftCork siid-ost-wärts hat. Die vornehmsten städte darinnen sind: Doneboi an der nördlichen, und Ardey an der Michen feite des Meerbusens Mare. Dieser name Desmond erstreckte sich ehemals in dieser gegend sehr weit, indem alles darunter gemeynet war, was von der see an bis an den fluß Shanon lieget,und Somh- Mounster gcncnnet wurde. Die Fitz-Geralds stammten her auS dem edlen und alten gcschlechtc von Kildarc, so allhier grosse guter hatten. König Ekuardus III machte Mauritium Fitz-Gerald zum Grafen von Desmond, unter welchem namen viel grosse und so wohl wegen ihrer tapfferkeit als reichthnms sehr berühmte männer gewesen sind,die in westlichem ansehen gestanden, bis endlich Gerald,der letzte Graf von Desmond, durch eine gefährliche rcbellion sich selber stürtzte, und einer so mächtigen familie muthwilligcr weise den Untergang zuzog. Jedoch sind ohngeachtel dessen die Fitz-Geralds noch immerdar in dieser Grafschafft die ansehnlichsten und mächtigsten Herren; wiewol einige unter ihnen aus gewissen Ursachen andere zunamcn angenommen, und sich Baronen, Fitz-Gibbons rc. nennen lassen. mir. ,Despauterruo/ (Johannes) von Ninove aus Flandern gebürtig,war ein grsmmLiicuz, der wegen seiner so offt aufgelegten grammatikalischen bücher berühmt ist, und an. 1^20 dieses zeitliche gesegnet hat, nachdem er zu Löwen, Hertzogcnbusch, Vinorbergen, und an andem orten gelehrt. civß miZ. Lc " Despotes/ heist eigentlichst) viel als ein Herr vom Griechischen cke-r-r-'-rn?. Im Griechischen Kayserthum bezeichnete es die würde desjenigen, der zu nächst nach dem Kayser war; weswegen dann die Fürsten oder andere Herren, wenn sie mit dem Desvote redeten, ihn /ZE-ck« a-r-, d. i. eure Majestät, und seine gcmahlin oder Königin titulirtcn; desgleichen wurde auch dieser name den söhnen, und tochter,männern des Kavsers, wie auch den Patriarchen gegeben. Es waren zwey solche Despotische Königreiche, das eine war in Peloponneso, so anietzo Morca heist, welches von des Kansers bruder, und zu ende des Griechischen Kayftr- thums unter 2 o-ipvk»§, desKaystrs brüder,gethcilct wurde. Das andere bestünde aus Aetolia, Acarnania und den benachbarten insuln. Nachgehends kam noch der dritte o-thor« darzu, nemlich der von Servien. ^c,o/>oür. llc olllc 2UI3: <7ontt2nkin. 6r»:co.dsrk. Dessau / eine stadt in dem FürstenthumAnhalt, an der Mulde, welche sich i stunde davon mit der Elbe vereiniget, 4 meilen von Wittenbcrg und 5 von Halle gelegen. Sie hat ein schloß, worauf der Fürst von Dessau reudirct, einen guten lar-fang und stattlichen thicr-garten. Indem zojährigcnkriegehat sie viel erlitten. 2 ,- 7 ,,- lopngr Lzxon. tupcr. Dessau. Die linie der Fürsten von Dessau stammet von Joachims Ernesto, Fürsten zu Anhalt, her, dessen ältester söhn, Johannes Gcorgius I. nach seines vaters tode an. 1^86 das gantze Anhaltische land bey 20 iahr aüeine regieret, hernach aber mit seinen brü- dcrn getheilet, und zu Dessau seine rcstdentz genommen. Erstach den i z may an. 1618, und hinterließ von seinen 2 gcmahlinnen viel kinder, darunter zu mcrcken Ioh. Casimirus aus der andern ehe, welcher in der Dessauischen rcgierung succediret, und Gcorgius Aribcrtus zu Worbitz und Radegast, so an. iüO6gebohrcn,undan. i6z4 dieses zeitliche 'gesegnet, nachdem er mit Johanna Elisabeth, Christophen von Großeck Fürstlichen Anhaltischen Marschalls tochter, einen söhn Christianum Aribcrtum, Herrn von Radegast, gczeugct, welcher sich lange zeit um die Fürstliche Hoheit vergeblich bemühet,und endlich unverheyrathet inKaysirlichen kriegs-diensten bey Codlentz den 14 rul. an. 1677 verstorben. Johannes Casimirus war den 7 dec. an. 1596 gebühren, begab sich im zmährigen kriege in Schwedischen schütz , und starb den 15 iept.an. 1660, nachdem er mit seiner ersten gcmahlin Agnes, Laudgrafens Mau- ritii zu Hessen-Casscl tochter, Johannen; Georgium II und Loy- samgezeuget,welche an. 1648 an Hcrtzog Christian zu Liegnitz und dct dev Brug vermählet worden- und an. i68s gestorben. Johannes Ge- drgius H war den 7 nov. an. 1627 Mohren, wurde Chur-Bran- denburgischer Feld-Marfchall und Stadthalter in der Marck, und starb den 18 aug. an. 169;. An. 1658 vermählte er sich mit Hen- rietta Cütharina von Nassau, Fürst Friedrich Heinrichs von Oralsten tochter, welche ihm gebohren 1) Leovvldum den ; jul. an. 1676, Königlich - Preußischen General-Feldmarschaü und Ritter vom schwartzen adler-orden, welcher seine tapfferkeit so wol itt Teutschland als in Italien und denen Niederlanden zurgnüge an den tag geleget. Seine gemahlin Anna Louise von Fösen aus Dessau,Mohren 1677,ist an. 1698 mitihm vermählt,und ün.i7°r in den Fürstenstand erhoben worden. Mit derselbigen hat er unterschiedliche kindergezeuget. 2) Elisabetham Albertinam, gebvh- ren an. 166;. Sie wurde an. 168a Aebtißin zu Hervorden , und nachgehends vermählte sie sich an. 1686 mit Hertzvg Henrico zu Sachsen-Barby. z) Amäliam,gebohren an. 1666,wurde an. 1684 an Hertzvg Henricum zu Nassau-Diez vermählet. 4) Mariam Eleonoräm, gebohren an. 1671, wurde an. 1687 an Georgium Radzivil, Hertzvg zu Olicka, vermählet. 5) HenriettamAgnetem, gebohren an. 1674. 6) Johannam Charlottam,gebohren an. 1682, so an. 1699 den 1? jan. an Marggraf Philipp Wilhelmen von Brandenburg vermählet worden. Dessenius/ (Bernhardus) genannt von Cronmburg/war zu Amsterdam an. 1510 gebohren, und studirte die medicin zu Bono- nien in Italien, welche er hernach zu Gröningen und Cötn lehrte, woselbst er an. i?74mit tode abgieng. Er war überaus arbeitsam, und verfertigte verschiedene schafften, als: Uc compollrione meclics- roemorum; commclirLrium Uepestc; Uekcnsionem rr>cclic>i>L veceris A rariooslis, 6cc. bibl» Neig. vit. mellic, Ar Lr»» A» cle lcript. mcU. Deti / (Johann Baptista) ein Cardinal, war gebürtig von Floren!; und ein unverwandter des Pabsts Clcmentis VIII. dessen Mutter Donna Lesa Deti Meisten. Er begab sich in das Römische Icminaiium unter die intormLkion der Jesuiten. Allein den; mark. an. 15SY, da er erst 18 jähr alt war, machte ihn der gedachte Pabst zum Cardinal, weil er demselben als ein luvjcÄum.vondemman sich grosse Hoffnung zu machen hätte, war beschrieben worden. Allein Deti, nachdem er bey so grosser jugend eine so hohe würde erlangt , setzte alsbald seine KuNi» und zugleich so wohl die tugend als den äußerlichen Wohlstand beyseit. Hingegen ergab er sich dergestalt den Wollüsten und einem unordentlichen leben, daß kein eintzigcr rechtschaffener mensch etwas auf ihme hielt, und man ihn an dem Päbstlichen hofe nur den Montino selbiger zeiten nennete,das ist ein ebenbild des ruchlosen Cardinals Jnnocentii cici Monte, welchen Julius III ehemals vor seinen nepoten angenommen hatte. Nichts destoweniger, weil er alle vor ihm promovierte Cardinäle überlebte, so gelangte er endlich zu der würde eines o-cani von dem heiligen collcgio, und zwar noch in seinem besten alter. Allein das podagra und viel andere unheilbare kranckheiten, welche er sich mit seinem wüsten leben zugezogen , hattenihnsoübel zugerichtet, daß er küumvon dem gedachten Decanat besitz nehmen kunte, und bald daraus sterben muste. A/. sveclss notes 87.H5 , n 6 . Deucalion/König in Creta, folgte seinem vatter Mmos II, und begleitete den Jasön auf dem zuae nach dem göldenen vliesse. Bey seiner zurückknnsst kündigte er Thcsco den krieg an, weil er ihm den o-rUsium nicht wieder heraus geben wolte, der sich zu ihm geflüchtet hatte. Nachdem er aber in die heyrath seiner schwester Phädrä mit dem Theses eingewilliget und fciede gemacht hatte, re- dev 4z gierte er in guter rnhe, und nach seinem tobe kam Jdomcncus sein söhn zur regierung. i. 4. i.; olll. Deucalion./warKönig in Thessalien, Prometheisohn. Es eremrgte sich zu seiner zeit eine grosse wasserfluth in Thessalien, daß die Poeten daher gelegenhett nehmen , vorzugeben, daß alle menschen darinnen umgekommen waren, und so dann Deucalion nebst seiner franPyrrha, um die weit wiederum mit volckezu besetzen, nach der gSttin Themidis rath , steine hätten hinter sich werffen muffen, welche in manner und weiber wären verwandelt worden. Weil von dieser wasserfluth eine gewisse berühmte zeit-rechnuna m derhlstorie angehet, so ist nöthig zu wissen, wann selbige geschehen. Em alter scribent, den Clemens Alerandrinus anführet, setzet sie ms z; 0 jähr vor eroberung Trvjä; welches, so es wahr, fiele diese mndfluth ins )2oo jahrdesJulianifchenperiodi I. N. 254°, rm 1; i4iahr vor Christi gcburt /im 884 jähre nach Noä, und 248 lahre nach OMZis wasserfluth, 4 iahr vordem ausgange der kindev Israel aus Egypten, im 77 jähre Mosis und 44 der regierung Ce- cropis. Salianus, Spondanus und andere setzen sie in das 2;;» jähr der weit, 15 »4 jähr vor Christi geburt, 67 Mosis, und; 4 Ce- cropis. S. Hieronymus, S. Cyrillus und S. Augustinus setzen sie in Cecropis zeit; jedoch scheinet Augustinus des Varronis mey- nung beyzufallen, welcher vorgiebt , daß sie sich unter Cranai (so Cecropis Nachfolger gewesen) regierung zugetragen habe. Geor- gius Syncellus, Cedrenus und andere können mit einander wegen dieser zeit gar nicht einig werden. Ubbo EMmiUs gibt vor, daß sie rm Z4y jähre nach eroberung der stadt Trojä und jähr vor Christi geburt geschehen sey. Des Grafen von Arundel mar- morsteine, welche Seldenus heraus gegeben, und darüber com- - mentiret hat, setzen diese epocksm noch 16 jähr weiter hinaus. ^70/- I., DioA,«- 1.4. >. 9. l. r. Lo^s» spuü küoriuis eocl. i86ngr.L7. üeciv. Oeil iZ c.lv. l cOnrrL Julian,l. i vcr. Lrce«:. psrr. rl. r c. 9 ration. temp. A in cliron. KrUü cbronvl. rekorm. k. il. z n, * Dcucius/ (Bertrand) siehe VEux. Deventer / lat. Deventria, die haüpt-stadt in der Niederländischen Provintz Ober-Yssel, welchevvr zeiten einen unter Utrecht gehörigen BischöWchen sitz hatte. Sie ist groß, schön und wohl bewohnet , hat eine starcke mauer und thürme, nebst einem liessen graben , welcher allezeit voll Wasser ist. An. 1773 eroberten sie die General-Vtaaten, und an. 1587 kam sie durch verrätherey wiederum an die Spanier, denen es aber GrafMoritz vvn Nassau , an» 1591 abermals mit gewalt wegnahm. L-iZ. L-A--- rop. Lurz. cle rebukp. ttsks. c. 4 k zg. Deverra/ ein götze, welcher von den Heydi» deswegen verehret wurde, damit ihnen vergönnet seyn möchte, ihre häusser frey auszukehren, wie dann dessen name von , ich. kehre aus, herkömmt, wieVarro und 8.Augustinus berichten. So war er mich eine von den z gottheiten, welche von den alten vor die beschützen leisteten. Diese; gottheiten waren Jntemdonus, welcher von ds§ schärffe einer att also hieß ; Pilumnus , so den namen von den stempffeln oder mörser-keilen her hatte, und Deverra, so also nach dem besen und vom auskehren benennet wurde. JntercidonuschM die aufsieht und ober-herrschaffk überdie zerhauung derdaume; und Pilumnus regierte den ste'mpfel in zerMakmung des g etreydes und Zubereitung des mehls. Der ihnen erwiesene aottesbienst geschahe solchergestalt, daß; manner in der nacht um das Haus herum gierigen , mit einer art auf die thur-schwelle hieben, hernach mit einem stempffel darauf schmissen, und letztlich, sie tnit einem besen abkehrten , damit Sylvanus also vertrieben wurde. A c,v. O«» !. 6. c. 9- Ulan' ir»»gcs cics Oicux. iz-nt. gnriq. NoM. p Iss. Devises / eine marck-stadt in Engelland,recht mitten in Wilts- hire, welche deßwegen also genennet wird,, weil sie vor zeiten zwischen dem Könige und den» Bischoffe von Salisbury getheilet war. Sie ist nebst Salisbury die groste und beste Handel-stadt in Wilts- hire, hat auch sitz lind stimme im Parlament.' Deule/ ein kleiner fluß in den Niederlanden, welcher an den gräntzen von Artois entspringt, und, nachdem er bey BeaUcamp, Haubourdin, der Abtey Loos, der stadt Rysscl, der Abtey Mars quelle, Vambrechies, und dem dorfQuesnoy vorbey gegangen, sich endlich bey Deulemont, unweit Warneton in Flandern, mit herLis vereinigt« Devon / Devsnshire / lat. comieatus v-vonlenNs, eine grosse und am meer gelegene Grafschasst in Engelland, welche nordwärts an die Jrrländische sie, südwärts an den canal, ostwärtsM Dor- set und Somersetshire, und westwärts an Cornwall stosset. Sie erstreckt sich auf 50 meilen, Und wird in 4 p bewohnte ört« eingetheilet , worunter zy marckstäbte und Zy4 kwchspiele sittv. Zur zeit der Römer wurde sie, wie Cornwall, von den oLum«,i„z bewohnet. Zur zeit der heptarchie war sie eine Provintz von dem Königs reiche der West-Sachsen; anietzo bestehet aus ihr Und Cornwall die diöces Ercester. Die luffi ist allhier sehr scharff, aber gesund. Der erdbvden ist att einigen orten, als z. e. M South-HaMs, so fruchtbar , daß er keiner kunst zu seiner Verbesserung nöthig hat; in Dart- mvre aber ist er so schlimm und unfruchtbar, daß er sich schwerlich durch einige kunst verbessern lässet. Jedoch ist der bauers-leute muhe und arbeit an keinem orte gantz vergeblich: wie sie dann keine Unkosten noch mühe spahrcn, um den boden wenigstens in einer mittelmäßigen fruchtbarkeit zu erhalten, welches sie durch die dünge-erde, kalck, leimen, meer-sand, seif-afthe und andere mitte! zuwege M bringen suchen. Es gibt auch zinn-UttV bley-gruben in dieser Graf- F schafft, 44 dev schafft, und unter des Königs Eduard» I regiemng wurde sehe viel filber aus den bergwercken hervor gebracht/ welche aber nach der zeck gantz eingegangen. Man hat auch in dem felfti» Dartmore »nagnct- steine gefunden. Ausser der Tamer , welche Devonshire von Corn- wall absondert / sind noch andere flusse in dieser gegend / als d,e Er, Taw/ Towridge und derDart, nebst ewigen andern germgern. fen sind Plimouth und Dartmouth gegen suden und Combmcrton und Jlfordcomb ander nord-stite des eanals. Was Barnstableund Bediford betrifft, so liegen diese örter etliche meilen besser Wem m der Graffchafft. Der erste ist ein bekannter Hafen an dem flusse Taw, und der andere an Towridge. Diese landschafft ist des tckuls e»ner Graffchafft in verschiedenen vornehmen Häusern gewurdrget worden , unter welchen die Rivers und Courtneyü sie lange zeck mne gehabt, gleichwie sich anjetzo dieCavendishes davon schreiben. Der erste Graf aus diesem Hause war Wilhelm Lord Cavcndlsh vottHar- wich, welcher von dem Könige Jacobs I an. i s »8 zuin Grafen von Devonshire gemacht wurde. Von seinen Nachfolgern wurde Wilhelm Cavendish, Hertzog und Graf von Devonshire, so an. 1640 qebohren, Königlicher geheimer Rath,Ritter vom Hosenband, und Ober-Hofmeister der Königin Anna. Er starb den 29 aug. 1707, Und hinterließ von Maria Butler, des Hertzogs Jacob» von Or- mond tochter, so im aug. 1710 diß zeitliche gesegnet, Wilhclmum zu seinem Nachfolger in allen seinen tituln und ehren stellen. * Deuring/ eine Freyherrliche familie, welche von Martino, der um das »ahr 158° zu Bregentz gclebet, hergeleitet wird. Dessen söhn, Gallus, bekleidete bey dem Kayser Ferdinands II die stelle eines Raths, und hinderließ folgende söhne: 1) Petrum, Kanserl»- chen, wie auch Chur-Bayrischen Rath und Cantzler zu Landshut, dessen söhn, Johannes Jgnatius, cbenfals Chur-Bayrischer Rath, Antonium Jgnatium aezeuget. 2) Nicolaum, Kayserlichen Rath und Bürgermeister zu Ravcnspurg, dessen söhn Gallus Diethelm, Kayserlicher Truchseß, Regicrungs-rath zu Jnspruck und vice-stat- haltcr dcr Graffchafft NeUenbnrg, an. i6ü4Ferd»nandum Anto- nium erzielet. z) Johannen» Georgium, Ertz-Hertzogs Ferdinand» Caroli Rath, dessen söhn AdrianuS um das jähr 1670 Kayserlicher ober-rcgierungs-Rath zu Jnspruck gewesen. An. 1704 war Adam Kayserlicher Rath. Lcmw. 6-rm. u.u Deus-Dedit / ein Römer und ein fbhn des ^ulllli-coni Stepha- ni, succediertc Bonifacio IV den 1; nov. 614 aufdem Päpstlichen stuhle. Er war ein sehr frommer, liebreicher mann, und sagt man, daß er ein aussätzig gcschwär blos dadurch, daß er stmen mund daran gehalten, gcbcilct habe. Er regierte; jähr, und starb an. 617 den 8 nov. woraufder heilige stuhl ein monat und 16 oder mehr tage lär gestanden. Es ist noch biß ictzo ein brieffvon ihn, vorhanden, den er an Gordianum, den Bischofs von Sevilien, geschrieben. in vic r^arc^rol Koni »6 ci 8 nov in 6ccr. z msrms zu Groningen und leib-mcsscus bey dein stadthal- tcr in Frießland. Er starb an. »666 und hinderließ folgende schriss- ten i cl: vsriis I)lkem3c litz. cxercirrr siisrom. colmvZiach. csrkol. Üc sllron; rnellicin» univcrf; compcnll. merspkillcL, pkylics:, erkies: See. orLrionesöc ö ipur.VL-isx Hicmechst hat er c-oricum 4 vi- ccnnL 6e messe,ns und teleeis mcöics t«I>. Osmsfecni aus der Arabischen in die Lateinische spraache übersetzet, »'n'"- llisr. viozr. >4o>l. leirckcn-unci sskulen llssr Deuteria/ ivar Thcobcrti l, des Königs von Metz gemahlin. Einige sagen, sie habe ihren ersten gcmahl verlassen, um Thcober- tunr zu bekommen, welcher, als er an. ?;in Languedoc krieg ge- fübret, sie in dem schloß zu Cabriercs oder Eherneres, nahe bey Bczicrs, gesehen, und sich in sie verliebet. Andere hingegen geben vor, sie sey eine wittwc gewesen. Allein Theodcbertus verließ sie, und heyrathete, seinem vater zu gefallen, Wisigarden; nachdem aber dcrstlbige an. 5;4 gestorben, verstieß er diese andere gemahlin wiederum, und nahm Dculeriam von neuem zu sich. Weil aber diese, wegen der unvergleichlichen schonheit ihrer tochter, die sie von ihrem ersten manne bekommen, befürchtete, daß sich Theode- lbertus in sie verlieben möchte, ließ sie dicselbige ersauffen, »reiches vcranlasscte, daß sich Theodcbertus abcrmal von ihr scheidcte, und Wisigarden wieder nähme. t.;. - rz. L: rü. I. r. rum. I lle ßell. krsiic. Deutschbrod/ Teutschbrod/ Böhm. Grolls lai-mecrlcy, eine kleine stadt in dem Czaßiaucr-krayse in Böhmen, an dem fluß Satzau, i z meilen von Prag, gelegen. An. »422 wurde sie von den Hußitcn in brand gesteckt, und alles darinnen niedergeinacht, »vorauf sie 7 jähr »rüste gelegen. An. 16S2 »vard sie durch eine feuers-brunst in die asche gelegt. kok. Deutschgesinnte genossenschafft / war eine von Philipp Zesen in de»»» l7seculo gestifftete gescllschafft von gelehrten leutcn, und zwar meistens Poeten. Sie wurde in die rosen - litten - und dev dem bex nägelein-zunffr abgetheilet, davon die erste aus 8», die Mdere aus 49, und d»e dritte aus 2; Mitgliedern bestund. Ihr absehen war eigentlich, die Teutsche Poesie und spräche zu verbessern, wiewohl sie diesen zweck nicht erlangte, indem Zesen an statt der reme- sten Teutschen Wörter frembde erdichtete, und sich einer andern orrko°rss>kie und zusammensetzung befliesse. Es kam endlich diese gesellschafft in solche Verachtung, daß man sie die deutsche genoss senschafft nennete, und endigte sich mit dem tobe des gedachten Zesen, »reicher an. »ü8rotcsso- 4 tieo. logi», »vie auch kpkoru- der Chur-Sächsischen Sripenllisren, und an. i688 t'rLpsiirus der schloß-kircheu. Er hat über die 100 mal disputirt, und gepflegt zu sagen: Er seve niemahls vergnügter und gesunder, als wann er disputirte. Auch in seinem grösten stein-schmertzen sagte er: Das disputircn »rare sein bestes 6>um »vider den stein. Er ist endlich an. 1706 gestorben, (.oncio. tunck- Dewitz / eine Adcliche familie in Pommern, welche daselbst unterschiedliche Adeliche affier-lehn leute hat, ist nicht allein in dein 1 z secrno in grossem ansehe», gewesen, sondern hat auch in dem gleich darauf folgenden den Gräflichen titul von Fürstenberg gefuhret. Denn es schenckten die beyden Fürsten zu Mecklenburg, Johann und Albrecht, ihren Hof-räthen, Ottoni und Ulrico von Dewitz, das amt Fürstenberg und Slrchlitz, brachten es auch bahn», daß der Kayser Caroius IV selbige in den Grasen-stand versetzte. Nachgehends aber, da einer aus diesem geschlcchte den Herzogen von Pommern in einem kriege wider Mecklenburg berge« standen, ist obgedachtcs amt wiederum eingezogen, und hierauf die Gräfliche würde verloschen. Eggard »rar an. 1 »20 bey Herzog Wratislao IV in Pommern Rath, dessen söhne, Ulrich undBernd, haben sich Grafen von Fürstenberg, Herren zu Wesenberg, Streh- litz und Dabcr, »vie auch Ritter des güldenen Vlicsscs, und Lan- dcs-hauptlcute geschrieben. Jost, Hauptmann zu Wolgast, brachte Herzog Philivpum in Pomincrn, als dessen vertrautester rath, dahin, daß er sich zu der Augspurgischcn »»ssliion bekannte. In dein zo jährigen krieg diente Joachim der Cron Schweden, als Obrister, und ward an. »640 auf einem schlosie, nebst seiner gantzen familie, von dem Brandenburgischen Obrister» Goldacker gefangen. Joachim Baltbasar, Chur - Brandcnburgischer Obri- stcr, hielte sich an. 1678 in Preussen »vider die Schweden wohl, und vermählte sich, als6enc-Li-kieu»ensm, an. 1690 mit Louijen, des General - Fcldmarschalls von Dörfling tochter. Frank Joachim , Königlich - Dänischer geheimer Rath und General - Leutc- naiit, hat sich in dem Nordischen krieg »vider Schweden durch seine tapfferkeit bekannt gemacht, »vie er dann an. 1715 zum Q8cc verfertiget, welches aber erst nach seinem rode ausgedruckt worden. LreMs-re- «ie Oerobr. 1714. Deza/ (oi-izcus) Ertzbischoffzu Sevilien, war ein Spanier, gebürtig von Toro in dem Königreiche Leon. Er begab sich in den Dominicaner-orden, und wurde uroteitdr rNeoioZi« zu Salaman- ca, nachgehcnds aber inkrrnisror des Infamen Johannis, der ein söhn des Königs Ferdinandi und der Jsabellä war, welche ihn zu ende des - 5 seculi zu ihrem beichtvater erwehlttn. Nach diesem erhielte er das BiscKofflhum zu Zamora,hicraufdas zu «salamanca, folgends das zu Palencia, einige zeit hernach das zu Jaen, und endlich das Ertz-Bischoffthum zu (Levillen,und als er auch das zu Toledo, als das primat von Spanien, in besitz nehmen wollte, starb er an. 152z. An. i;i2 hat er zu Sevilien einen hnogum gehalten und orciinsnones herausgegeben. Man hat auch von ihm kiono- teNsron in ^ LvsnA I-towiiiss in tot. snni tek. sc äom.clles. Docioris Q. lleteniioncs sd imziugnstionibus I 4 icol. lle l-^rs» ksuii Kurgengz , Lc Ugnli. Lsxoni», öcc. öc -«>tciior der rechts- gelehrsamkeit, nachgehends aber omc.zi zu Compostell, ^»llireur zu Valladolid, ^rciiw^conus von Calatrava, Rath der inqmLion, und endlich Präsident zu Granada, wohin ihn der König Philip- vus II um das jähr 1569 schickte, eben um die zeit, da die Mohren in diesem Königreiche revoltirten. Der Marquis 6- Mvndejar aus dem Hause von Mendoza, war daselbst «ou verneur. mit welchem sich aber Deza nicht vertragen kunte. Der König erhielt ihm an. 1578 bey Gregorio XIII den Cardinals-Hut. Zwey jähr hernach qieng er nach Rom, verlohr aber allda die Hochhaltung, welche er sich in Spanien erworben hatte, und starb daselbst den 27 aug. an. 1600 in dem 80 jähr seines alters. um. 1.48. Viktor. viril. II I. 7 8. lull. lle» Lsrclin. Dhaun/ siehe Dann. Dia / eine Göttin der alten, welche gleichsam vor die Königin und mutier der andern gottheiten gehalten wird, nemlich als wäre es die Göttin Ops oder Cybele des Saturni Gemahlin, wiewol die surore« hiervon nicht einerley Meynung sind. Es geschiehet deren dia 4^ viel Meldung in denen inscriptionen der Dorff-priester gesellschafft, so Man krsrres Urvsle» NkNNete. !-Mr., irittoire cl« DsllpUinL. ^ VIfi?,UXH oder ein altes vvlck in Gallia Celtica, welches in den landen wohnte, wo ietzo Perche ist, zwischen Beauce und >e Mans, davon die Haupt-stadt Noviodunum, oder Nogent >e Rotrou ist. Anderesagen, daß es in klein-Bretagne nahe bey der stadt Dol gewöhnet habe. Diabrownow/ siehe Gilgenburg. OliZOEL ffO. siehe VI^LOXI88L , mit diesem namen wurden in der alten kirche gewisse weibs-personen benennet, welche zu absonderlichen Verrichtungen und diensten in den Christlichen gemeinden verordnet waren,dergleichen schon zu den zeiten der Apostel scheinen gewesen zu seyn, weil der Apostel Paulus Rom. 16, , von der Phöde Meldung thut, welche am dienste der gemeine zu Kenchrea war. Es wollen auch einige, daß der Apostel von dergleichen Personen rede, wenn er i Tim. z v. 9 befiehlet, daß keine wrttwe unter so jähren, und die da eines manns weib gewesen sey, auch das zeugniß guter wercke. habe, soll erwehlet werden. Plinius gedenckt derstlbigcn, da er der Christen erwehnung thut, und nennet sie mwiMs», wie denn auch bey den alten kirchen-lehrern zum öfftern ihrer Meldung geschiehet. Worinnen aber eigentlich das amt dieser Diakonissen bestanden, ist noch nicht völlig ausgemacht. Aus dem 4 Carthaginensischen conc! !lu erhellet, daß ihre Verrichtung gewesen, die weibs-personen, welche haben sollen getaufft werden,zu unterrichten, so wohl,wie sie sich bey der tauffe verhalten, und was sie auf die vorgelegte fragen . antworten,als auch, wie sie nach der tauffe ihr leben anstellen sotten. So pflegten sie auch, wie Epiphanius bezeuget, bey der tauffe der weibs-personen aufzuwarten,und bey ihnen dasjenige zu thun, was bey denmanns-perfonen die visconi zu verrichten hatten, damit nicht die weibs-personen, so getaufft worden, in gegenwart der manns-personen sich entblößen dörfften. Über dieses, wann weibs- personen mit den Bischöffen, oder diese mit jenen etwas zu handeln hatten, geschahe solches durch diese damit aller verdacht mochte vermietten werden. Nicht weniger nahmen sie sich der gefangenen, ftemddlinge uvd krancken an, und thaten ihnen alle gebührende Handreichung. Bey der Versammlung der gläubigen selbst musten sie auf die weibs-personen acht haben, und einer jeglichen ihren ort, da sie stehen konte, anweisen, zu welchem ende ihnen auch die Verwahrung der thüren, wodurch die weibs-personen hinein giengen, anvertrauet war. Zu diesem amte nun wurden betagte weibs-personen genommen, sintemahl, wie schon gedacht, der Apostel Paulus selbst i Tim.; v. y erfordert, daß keine zu einer wittwe soll erwehlet werden, die nicht so jähr alt wäre; bey welcher ge- wohnheit man auch eine zcitlang in der kirche geblieben, biß man endlich davon abgewichen. Denn in dem concu-o c ksvecioneni! und guini lexco ward verordnet, daß eine weibs-person aufs wenigste 4° jähr alt seyn solle, wann sie dieses amt verwalten tvvlte. So wurden auch nicht allein wittwen, sondern auch an einigen örtem betagte jungstaucn darzu genommen, und musten diejenige, so sich darzu begeben, sich die gantze übrige zeit ihres lebens des ehestandes enthalten. Sie wurden auch mit gewisse» ceremonien, insonderheit aber mit auflegung der Hände in diesen stand aufgenommen, welches dennoch für keine orMnarMn gehalten wurde. Im übrigen, weil sich diese weiber wegen der ehrerbietung, so man ihnen erwieß, mit der zeit gar zu hochmüthig erwiesen, wurde hin und wieder in einigen psrr^u!sr-conc,ii,s beschlossen,dieses amt in der kirche gäntzr sich abzuschaffen; wie dann endlich, und zwar erstlich in der Occi- dentallschen kirche solches beyzeiten aufgeboret, mderOrientali- schen aber haben sie noch in dem 12 seculo einige Verrichtungen gehabt, wie Theodorus Balsamon bezeuget. 1. cp.ii. 97. in comm. ia e^>ik sll iioni. c. >6. I j. üroui. scl uxor. I. r c.7. vcxr. 7^. Lvnciliuin Lsr- rksg. I V c»n. ir. Lonttimr. npolt. I. rc. 57 L: I. 8 c. r.8. j>, nok. rriponÜ 3 --- conis zukamen. Dannenhero wurde ihnen das anit zu lehren an einigen orten gäntzlieh genommen; wieHilarius, ein oiäconus zu Rom, dessen cnmmenrsrius über die epistel an die Ephesier, unter dem »amen Ambrosii vorhandeil, bezeuget, daß solches zu seiner zeit, das ist im 4 seeulo, den oi-conir nicht erlaubet gewesen ; welches dennoch nur von einigen örtern zu verstehen, weil sonsten bekannt , daß zu derselben zeit die oi.ico„i solches verrichtet, ledoch nicht ohne beseht und vorbewust des Bifchoffs. Auch wollen einige diesen unterscheid anmerckcn, daß die Bischöffe und auf dem catheder oder der canbel gestanden, und gclchret, die o.aconi aber nur bey einem pulte auf einen; etwas erhabenen orte. Bey Stlminigrsrion des heiligen Abendmahls hatten sie zwar das amt, dasselbige auszutheilen; sie durfften aber die ssmboi-, nicht conft- criren, sondern theilten dasjenige, so von dcm Aeltcstcn oder Bischofs constcriret war, aus, und dieses zwar init der zeit aus besonderer Vergünstigung des Bifchoffs oder des Acltcstcn, oder nur m deren abwcsenheit. Jsidorus Hispalensis führet in seiner epistel an Lcudefredilm unterschiedene Verrichtungen der v,rconor>,m an, die zu derselben zeit in der kirche gewöhnlich gewesen, ncmlich, daß sie den Aeltesten oder Priestern in allem haben muffen an die Hand gehen, sonderlich bey Lllm>nick>^>on der Sacramcnte, bey dem heiligen Abendmahl den altar zu bereiten, brod und wein darauf zu rechte zu setzen, das crcutz in den proecßionen zu tragen, das neue testamcnt zü lesen und zu erklären, das gebät zu verrichten, die leute zum gebät zu erwecken und aufzumuntern, u. s. w. Aus welchem allem erhellet, daß schon damahls das amt und die Verrichtungen der »isconoium m einigen stücken von dem amte der Oi-cunoium zu den zeiten der Apostlen unterschieden gewesen; wie dann sich, nebst den übrigen geistlichen ständen, auch dieser stand dero,,co- norum mehr und mehr verändert hat. Dannenhero die o.scom. so heutiges tages die kirche hat, ihrem amte und vcrrichtung nach, von den »iLconis der ersten kirche gantz unterschieden sind, weil diese hauptsächlich mit austhcilung der allmoftn zu thun hatten, jene aber bey dem äußerlichen Gottes-dienst und den kirchcn - ccre- monien ihre Verrichtungen haben. Es ist aber auch unter den 0,2- coni- selbst ein unterscheid entstanden, sintemahl der erste und älteste in dem OoUegio der uizconorurn /k-ckiOisconus gencnnet wurde, und mit der zeit einen grossen Vorzug vor den andern oiLconis erhalten hat; wiewohl dieser vorzug nicht an asten orten gleich groß gewesen. So geschahe es auch , daß die Oizconi wiederum ihre andern Disconos oder bedienten annahmen,welche ihnen an die Hand gehen meisten, und dannenhero a-l- visconi gcnennct wurden. Daß m der ersten kirche dergleichen iui,.Oi»co„l nicht gewesen, ist ausser allem streit. Man giebt zwar vor, der Pabst Fabianus habe 7 a,b-»i2co. n-,r verordnet, und selbige den 7 beugcfugt, das leben und die thaten der Märtyrer zusammen zu tragen; allein, daß diese epistel des Fabiani von andern erdichtet sey, ist von den gelehrten längst angemerckct worden. Derowegcn vielmehr zu glauben, daß zu den zeiten, da der äußerliche pracht des kirehcn-staats, und mit demselben das ansehen und die bcqucmlichkeic der kirchcn-bcdientcn gewachsen , man auch allgemach die geistlichen ordcn vermehrt, und nebst andern die iub-o,2cono5 cingesuhrt. Von der anzahl der »>->- conorum ist dieses zu merckcn, daß, gleichwie zuerst in der Hieroso- lymitanischen kirche 7 ander zahl geordnet worden, also hat man anfangs in andern kirchcn diese zahl beybehalten, sonderlich auch zu Rom, woselbst »ran, nach den 7 Haupt-theilen der stadt 7 oi-co- norbestcllt, aus welchen die o>»coni osrainaie; entstanden sind. Nachgchends hat man sich an die zahl so genau nicht gebunden, und diesclbigcn nach beschaffenhcit der kirche, so wol als die anzahl der luk-liisconorum sehr vermehret. I.; cpill. 9. oder vielmehr in co>nmcnt. IN epill. 26 Npbeil czp 4 Lpull OrLtiLnum cznon. pcrlectisllill.ai.sckexo/ry- rle 7 vrllin. ecclel. lle inllir. clcricor. l i c, 7. lle cliv- olllc.1.2 c. 2. lle vircon. Lc visconitll c. 2 lec^. lle rep eccletl t. 2 c. 4. Lll a. L. Z4 n. 242 tcg. cllel. Lcclell» Diades / ein berühmter ^isriiemLlicii; und Ingenieur zu den zeitenAlcrandri^I. um das jähr z ;o vorChristi geburt. Er hielt sich für einen erfinder der rollenden thürme, deren man sich bey bclage- rung derstädte bediente, um den mauren nahezukommen, I> 10 . Diadochus / Vischoffvon Photicum in Illyrien, lebte um das jähr Z85 oder ;yc>, und schrieb lle pertcÄioneppir^ualistccricLcLpi- kL 100 , welche in der bibliorbeca prrrum zu finden, coll. 201. 2 ; l. lle tcripk. ecclell Diadumenus oder Diadematus / des Kayscrs Macrini söhn, führte diesen namcn deswegen , weil er mit einer kröne oder häublcin, das am Haupt fest hielte, zur Welt gebohren worden. Er wird sonderlich von seiner schönen gestalt gerühmt, die auch auf seinen müntzen zu bcmcrcken ist. Als die armee seinen vater nach dem tode Antonim Bassiani, von dem er auch den namen angenommen , an. 217 zumKayser crwchlct hatte, wurde er zum »-rc gemacht, ohngeachtet er dazumahl nur 9 iahr alt war; allein, nachdem ihre rcgierung 14 monat gewähret, wurde beydes der vat- ter und dcr sohn den 8jun. an. 218 ermordet; und zwar wäre die grösste ursach des Hasses gegen dem söhn diese, daß er sich jederzeit auch in diesen seinen junge» jähren sehr rachgierig bewiest» wieder die, so einiger emporung gegen seinem Natter beschuldiget worden, und wann der einigen gcschonct, sich darüber als über ein ihme zugefügtes unrecht zu beschwüren gepflegt hat. /»/> m Ki,- ,rino in i)>»llum. * Diago/(Franciscus) ein Dominicaner-Münch und tt-'ssorio. xrspbuz jn Aragonien, war ein Spanier , gebürüg aus dem stecke» Bibel, in dem Königreiche Valencia. Er lehrte lange zeit die theu- logie in dem convente zu Barcellona, und als er sich hernach aut ole Historie geleget, schrieb er in Spanischer spräche einehlstone seines Ordens von der Provini; Aragonien ; das leben 8. Vmcentti; ru- doviei von Granada, rc. nedst dein eatalogo der Bischaffe von Gi- ronne. Das wichtigste aber von seinen wercken ist dtt Historie der Grafen von Barcellona, davon der erste theil zu Valenza an. isi; heraus gekommen, der andere aber, welchen er gleichfalls versprochen, hater nicht vollenden können, indem er an. 161; gestorben. bibl. lllispsn. Diagoras / Atheus zugenannt, lebte ss.M. z;S8 0.4'S, V. G. ;;8, Olymp yi. Er wurde Melius genannt,von seinem vatcrlande, welches entweder die insul Melos unter den Cycladen oder die stadt Melia in Carien gewesen. Die Ursache, die ihn zudee Verleugnung Gottes gebracht,ist diese: Er war ein Poete, und hatte ein schön gedichte verfertiget, das ihm ein anderer stahl. Er belangte den diev, allein der schwuhr, edirte hernach das gesiohlne gcdich- tc, und setzte sich damit in so grosse rcputation, daß Diagoras darü» der einen solchen zorn wieder die götter fastete, die dergleichen un-- billigkcit ungestrasst liessen, daß er sie gar verleugnete. Die Athe- nienstr verfolgten ihn dermaßen, daß sie ihn nicht nur bey sich vogel- frey machten, und deme der ihne tod listerte, 1, lebendig aber, 2 Talent versprachen, sondern auch alle völcker des Pcloponnesi zu gleichem entschluß bewogen, daß also nicht unwahrscheinlich ist, er habe, wie Tatianus meldet,nicht nur die götter verleugnet, sondern auch die so heiligen geheimnisse des dienstes der Cybele zu Athen andern kund gemacht. Lein schiffbruch ist ebenfahls eine ckimerc. Die geselle der Mantincer, die ihnen der Athlete Nieödorus gegeben , und sehr vortrcflich gewesen , sind von Diagora eoncipirct worden, der sein guter freund war. Als er auf dem Eyland rN-»ce aussticg, wieß man ihm die vielen tafeln, die durch leute, so durch ein gelübde von schiffbruche befreyct worden, ex von da aufgehangen waren, und suchte ihn in ansehen seiner gottesverlcug- nuiiq auf eine» bessern weg zu bringen ; allein er antwortete: es wurdender taselnnoch viel mehr sevn/wennauchvonde» nen allen eine da hiencte/welche ihres czelübdes ohngeachtet ertruneken wärenssAls er selbst bey ungewitter aufder see fuhr, und die erschrockene schiffer sich selbst die schuld gaben, daß sie einen solchen gottcs-verächter auf das schiff genommen hatten, wieß er ihnen andre schiffe, die in gleicher gefahr waren, und fragte sie: ob auch die denDiagoras aufhätten. Cicero bringet etliche stücke bey, die von seiner gottlosigkcit zeugen können. Er war ein selavc, soll aber wegen seines herrlichen Verstandes von dem Philosoph 0 Democrito erkaufst, und mit der frcyheit von ihm beschenckt worden scyli. 1.1z c.6. Oc -70 >, I clc NLt. veor. lliltnr. I. z c. 2z. 1.6 11 s-. sllvcrll niLkbemat. ZTrttTr»--- com. Lrrecor. in llc tiill. Qr.l. 4 c. 2. ZH'/e. Diagoras / ein berühmter fechtet in der insul Rhodus, war aus einem geschlechte entsprossen, darinnen man viele ansehnliche leute ausweisen konte. Sein vater Damagetus hatte zum groß-vakr Damagetum, König von Ialisus aufdcr insul Rhodus, und zur groß-mliter eine tochter des berühinten Messcniers Aristomenes. Von väterlicher feite tonte er sein geschlechte von Tlepolemo, dem Urheber der Rbodier, ja vom Jupiter selbst herleiten. Er hat 2 mal in den Modischen, 4 mal in den Jsthmischcn, 2 mal in den Ne- meischen, inglrichen zu Athen, zu Argos, in Arcadien, in Theben/ in den Beotischen, auf der insul Egino, 6 mahl in den Pellenischen, in den Mcgarischen uiid endlich in der 79 olympiade in den olympischen spielen gesiegct. Seine öfftern siege in den Griechischen spielen , welche Pmdarus wcitläusstig crzehlet, wendeten jedermanS äugen auf ihn. Als seine söhne und cnckel die sicqcs-krone mit alles volcks glückivunsch erhielten, soll er eine solche frcude darüber empfunden baden, daß er eines gäben todcs gestorben, wiewo! dieses letztere von andern nicht unbillich in zweifcl gezogen wird. üb. 4 äc 6. öeün-i noü, /krr. I. i. c. i;. L/cexo lulc. I. in kelopilla. olle 7 olymp. Ac. Lgy/e. " i.e Diamand / eine grosse klippe nahe bey der knste von Martinique , von welchem sie durch eine mccr-cngc, so i meile breit ist, geschieden wird. Es befindet sich daselbst eine grosse menge vögel, welche sich öffters wie eine dicke wolcke aufdie schiffe niederlassen. OIäölJ 8 H 608 I 8 . eine art der feste und opfer bey den La- cedämonicrn, dabey man die vornehmen kinder mn den fnß des al- tars der Diana Ortbiä herum peitschte, und zwar in gcgenwart ihrer eitern, welche selbige anmahnten, die streiche nur dapfcr auszuhalten. Der zweck wäre, sie beyzeiten zu gewehnei,, die schmcrtzen der streichen und wunden leicht zn ertragen, um sie also zum krieg auszuhärten. Viele sielen ehe tod nieder, als sie sich über die erlcy- dcnde schmertzcn beschworen wollen, welche hernach aufnnkosten der stadt, Mit grantzen aufdem Haupt zur erde bestattet, auch wohl mit bild-saulen beehret wurden. Die am längsten aushielten, wurden komonica: gcncnnet. in vica /kpollonii. inkir. I.LÄ. llc Qvinn. sll »iLrr. in Lpiäi. S^,.'I'tieI,.4> öc sll cum Diana / war bey den Heyben die göttin der jägeren, und wurde vor des Jovis und der Latona tochter gehalten. Sie führet gemeiniglich ; nahmen, nemlich, daß sie in der Hölle Hecate, ariferden Diana, und im Himmel Lima oder Phöbe gcncnnet wird. Die gebührenden weiber verehrten sie unter dem namen Junonis Lucinä. Sie hatte viel tcmpel, unter welchen der Ephesinische der berühmteste war, und unter d,e wunherwercke der Welt -ezchlet wurde; wie denn i denn alle provintzen in klein Assen länger als 200 jähr an dessen bau sollen geholffen haben. Es waren 420 Pfeiler darinnen, die von eben so vielen Königen erbauet worden. Endlich brannte er ft.. V. 198, oiymp. ioü an eben demselbigen tage ab/da Alexanders, gebohren wurde.. Die ausleger der Poetischen fabeln deuten alles, was von dieser göttingeschrieben ist, aufden mond. 00«! m-rsm. 1.«e/r»-/. jn Rkcog. l. 7. c. z8.1. 16 c.40. Dioako?. Äc»/. l. bikl. §o/r„rtt. ^ 4 «/. < 9 eüi»^ l. 2. noct. Liric.c.6. Diana / Hertzogin von Angouleme, war eine natürliche und kgitinnrte rechter Königs Henrici II von Franckreich , welche er mit der nuiiipps ll-s »uc-, Frauen von Coni in Piemont, gezeuget. Der König Franciscus II ästimirte sie wegen ihres Verstandes gar sehr,und weil sie ein ungemein gedächtniß hatte,ließ inqn sie Italiänisch und Spanisch, wie auch ein wenig Latein lernen. Ihr vater vermählte sie an. 15?; mitHoratio Farnese, Hertzvgevvn Castro, dem jünger» söhne PetriLudovici,Hertzogs von Parma; allein dieser Printz von grosser Hoffnung,büste s monat nach seinem beyla- ger bey beschützung des schlosies zu Hesdin sein leben ein. Worauf Diana sich zum andern mal an. 1557 mit Francisco, Hertzogevon Montmorancy, Pair und Marschall von Franckreich, dein ältern söhne Annä,ooimersbe >8 von Franckreich,vermählte, mit ihm aber nur einen eintzigensohn zeugte,der bald nach der geburt starb. Sie hatte an dem ungemach, welches Franckreich bey den innerlichen kriegen ausstehen muste, einen grossen theil, und trug auch etwas darzu bey, daß der König Henricuö III mit dem Könige von Na- varra,nachgehends Henricus IV genannt, vereinigt wurde. Sie begab sich aus Paris, weil sie das vorhaben der uZue nicht billigen wollte, und starb endlich in derselben stadt den 11 jan. an. 1619 im 80 jähre ihres Äters. Kilt, LEE?-k.k>ckor. gen. eiog. lies ci-imcs öcc. Diana / oder Diana Mantuana, war von Volterra, lebte um das jähr 1566 zu Mantua, und war eine tochter Johannis Baptist« Mantuani. Sie hat sich durch ihre stücke, so sie in kupffer gestochen , einen grossen rühm zu wege gebracht. vcks lle» pic- rorr. Diana/ (Antonius) Olericuz reguisris von Palermo in Sici- lien,lebte an. 1650 unter dem Pabste Jnnocentio X- und schrieb reioiurionum inorsllun, p.irres rz.; ckirnmsn, relkluticimim. öcc. Diarbekir oderDiarbeck/ eine grosse stadtnahe bey dem flusse Tigris in Mesopotamien , ist mit einer gedoppelten mauer umgeben , unter welchen die äusserste 72 thürme hat,die den 72 jünger» Christi zu ehren sollen gebauet worden seyn. Sie ist wegen des rothen Turckischen leders berühmt, gestalt das wasser des Tigers die besondere tugend hat,daß das leder davon eine schöne rothe färbe bekommt. Es befinden sich darinnen über 20000 Christen, worin- nen das gröste theil Armenianer,die übrigen aber Nestorianer oder Jacobiten seyn. Der Bassa oder Bcglcrbeg zu Diarbekir kan über 20000 reuter ausbringen, und hat 19 Sangiacs oder geringe Qou. verneurs unter sich. reite. Diaz/ (Bartholomäus) ein Portugesischerschiff-Capitain, der von der entdeckung des o»po Kon», ssc, ein ewiges andencken hat. Siehe das Wort Johannes II König in Portugall. 6- rebus Lmsn 1.1 p. kickor. tnckc. I. i p. 22. 7 >L-ss«-in virs )o. ksnnis II p. 140 ck2 Klitoris verNsclers cie !s coucjuicks ckcis nuevs ktpsnns s sich daselbst zu unterreden, und endlich wendete er sich nach Slraßburg, etwas länger daselbst zu verbleiben. Als nun allbierMartinusBucerus seinegeschicklichkciterkannt, schluger dem Rache vor, daß sie ihm denselben aufdas coiioqumm nach Re- gcnspurg, so an. 1546 gehalten wurde, mitgeben möchten, welches auch geschahe. Daselbst suchte ihn Petrus Malvenda,ein Spanier, welchem die Päbstlichen Angelegenheiten in Teutschland anbefohlen waren,so wol durch bitten, als durch drohen, von den Protestanten wiederum abzuziehen, und als beydes nichts verfangen wolle/ schrieb er solches an des Kaysers Caroli V beichtvater, Jacobinum merceck,on des Pabstes und der Cardinäle aber wiederum loß gelassen wurden, und nach Rom zurück kehreten. Man kan hier als einen sonderbaren umstand an- mercken, daß einige Spanier noch diese that, als gar rühmlich, anziehen dörffen; wie dann oom, ägocki,, 2-rste in beschreib«»« der einnahm kerou I'om r, p. -47- zu einem namhafften beweiß gebrauchet , wie sehr den Spaniern die ehre ihrer geschlechteren pflege anzuliegen/ baß Alfonsus Dia; eine weite reise gethan semen bruder mit eigener «rösten gefahr des lcbens umzubringen (dann so redt Zarate, als ob dieser den mord mit eigener Hand gethan hätte , wiewol ohne gründ) nur damit sein geschlecht die schand nicht hätte,daß einer davon sich unter den ketzeren befände. Und schliesset der Spanier mit folgenden Worten: So viel vermag die ehre bm enerosen gemütheren, daß sie nicht nur alle blutsfreundschasst indansetzen, sondern auch darüber die eigene lebens-gefahr verachten» cie iksr. reliß. kick. eisig. 1'keo- 1c>Z- p. 71, Oocri msrkyrot Frede?, rksstr. p. 14;. V>rs ^ok. Oiscii per Ö/rr,,/ Se»a?^««r. * Dibres/ lat. oibr-e> eine Griechische stadt in Epiro , welche an. 1442 von den Türckcn eingenommen wurde. Denn nachdem die belageret einen todten Hund in die cisterne, so einig und allein in dee stadt war, geschmissen hatten, waren die cinwohner so abergläubisch, daß sie sich lieber ergeben, und ihre freyheit verlieren, als solch Wasser triNckeN WÄteN. kick. äe8cgncierk.I 2. Dibutades/ gebürtig von Sycion, war ein töpffer, und erfand am erstenzu Corinth, wie man mitkreide allerhand figuren vorstellen und erhobene arbeit machen svlte. Fü». I. z; c, 12. Dicäarchia / eine stadt,welche von den Griechen oder Tyrrhe- neren unter der regierungdes Römischen Königs n-zuim- tuperb» in derjenigen gegend soll gcbauel worden seyn, wo heutiges tages Pozzuolo bey Neapolis stehet. u, ^rc. OsLc. F/. Dicäarchus/ ein discipul des Aristotelis, war von Meßina gebürtig , und lebte V. E. 414, < »x-r-p. i i5,ff.iV. z 664, V G. ;ro. Er war ein ?ki!ock>pkus , klickoricus und-eisikemsricus, und hat in allerhand wissenschäfften schrifften verfertiget,die bey den alten sehr hoch geschähet worden. Insonderheit hat Cicero und Pomponius Ätticus selbige sehr hoch gehalten. Unter andern aber hat er zwey tractate wider die Unsterblichkeit der seelen verfertiget, ingleichem von der Spartanischen Republic und von den völckern und anriqui- täten der Griechischen städte. Die geographie war eines von seinen vornehmsten ckuckis , und ist noch heutiges tages ein geographischer tractat von ihm vorhanden, welchen Höschelius an. 1600 zu Augspurg drucken lassen. Hernach aber hat Joh. Hudson densel- bigen dem andern co>u,n,n, seiner icrip!»,,,,» gcc>grspkicoc«m > welches an. 170; zu Oxford gedruckt, mit einverleibet. Sonsten lst noch ein anderer Dicäarchus, von Sparta gebürtig, ein o-smms. ricus und discipul des Aristarchi, welcher bißweilen mit dem vorhergehenden pflegt confundiret zu werden. 1,1; cpick.zr s-i ricum, ic c^us-ck 4 uck I. > ;. in bikkorkecs. cie kick. Ocsc. 1.1 c, 9, ir. cic inskkcm.c. 4; xjc sli. ki; Dicäarchus / war Admiral aufder flotte des Königs Philippi in Macedonien, in dessen söhne Perftus dieses Reich ein ende genommen,und hatte befehl, die Cycladischen insuln wieder altes recht und billigkeit zu bekriegen. Er ließ vor seiner abreise 2 altäre aufrichten, den einen der gottseligkeit, den andern der Ungerechtigkeit,durch welche opffcr er genugsam an tag legte, choraufdieser zug abgesehen sey. Wenn wir den ?viykium gantz hatten, konten wir sagen,wie dieser zug abgelausten, nun wissen wir aber nur so viel,daß Dicäarchus sich zuletzt in eine conipirsnoa eingelassen habe,und auf der tortur gestorben sey. DicckstMo / (Johannes) ein Jesuit, Waran, r5 8 ; von Spanischen eitern zu Neapolis gebohren, und lehrte daselbst die Philosophie , die theologie aber zu Murcia und zu Toledo. Nachgehends gieng er mit einer vornehmen dame als betcht-vater nach Leutsch- land, und lebte noch an. 1650. Er schrieb iuckici- ,ure; cie ju- rsmemoö-: lle ccnlui'ir; cie iricsrnscioue, Lc. kikl. kibl. Dice/ eine göttin der alten Heyden,präsidirte den gerächten,und von ihr wurden die Richtere als ihre bedienten v-cscks- genennet. Man hält sie für eine jungfrau, weil die Richter von einer rechtschaffenen mtegritat seyn muffen,und für eine tochter des Jupiters, welcher 48 die welcher für den obersten gesetzgeber gehalten wurde. «bc>4-- §>»-» i. rz c.,6. * Dick/ (Anthonius von) ein kunstreicher und sehr berühmter mablcr von Antorff; er hat den gründ seiner wissenschafft bey Peter Paul Rubens gelegt / der ihn bey seinen kostbaren wercken trefflich wohl zu gebrauchen wüste; die natur triebe rhn surnemlich comresaits zu stellen, deren er auch eine grosse anzahl nach Trtians Manier in Holland, Italien und Engelland verfertiget, und damit ein grosses gcld gewonnen hat. Er starb an. 1641 am podagra, seines alters 42 Jahr. k. r, kw.; p-g ;o4 * Diceneus / ein Aegyptischcr ?Kiic>sc>pKu?, hatte so wohl Bostu- sca, den König der Gvthcn, als diese völckcr selbst in der welt-wess- heit unterrichtet. Er lehrte die Scythen und ihren Konig gute und höfliche sitlen, brachte es dahin, daß sie anfiengen die gcrechttg- keit zu lieben, friedlich zu leben, unddiegötterzu ehren, baucte tem- pel-uud verordnete Priester,die da opstcrtengmddic ceremoniender von ihm erfundenen religion verrichten soltcn. Damit auch seine reguln und qesetze nichtwieder vergessen würden, ließ er selbige mit grossem fleiß in ein buch zusammen schreiben. Das volck trug eine solche ehrcrbietigkcit gegen ibme, daß sie auch die wcinstocke ihm zu gefallen ausgrubennind verwüsteten, weil er ihnen hergebracht,daß her wein gelegen!,-it zu vielem unfug und nnordmmg gebe. >«- z c. rcium Viung. I. r Uec. i. Dicon / ein söhn des Callibroti, welcher von Caulon aus dem lande der Bremer in Italien war, hat sich bey den Griechischen spielen grosse» rühm erworben; denn er erhielt in den ipielen, so rn Macedonicn dem Apollini Pythio zu ehren angestellet wurden, 9 malen den preist. Er wiirde; mal in den Isthmischen, so man dem Neptun» zu ehren hielt,gekrönet, und 4 mal in Achaia aus den spielen,so man dem Herculi Nemäo zu ehren gehalten. Von dar begab er sich anfdic olympischen spiele,woselbst er; mal üderwinder wurde. Absonderlich sindetman seinennamen,als eines siegers 99,o ff. 0. z84, ff. öst. z üoo. In allen diesen Versammlungen erwiest er solche geschicklichkeit, daß ihm in derstadt Olympus so viel statuen, als er gcsieget, ausgerichtet wurden. Nachdem er den namen seines Vaterlandes, welches nicht considcrabel war, verändert, gab man ihm die qualität eines bürgers von Syracusa. l. Dictamo / eine stadt in Candien in dem gebiete von Cauäa, welche vor alters Dictamne und Dictynnc genannt wurde. Von ihr hat das berühmte kraut Dictamnus den namen, welches sonderlich zu Heilung der wunden gebraucht worden, mi- rsb ^usciilk. l. ir -k.ncici- 7ei»,i<ü.c. i Ns poenic. VIEV^VOX, war die oberste regiments-person bey den Römern , welche ausser! der ordnung von einem der Bürgermeistern bey einiger obschwcbcndcn grossen gefahr yflegte erwählet zu werden» und stunde,so lange diese niÄ-rm wabrcte, aller andern Römischen ämtcrcn gemalt still. DerBurgcrmeister 'r. Lartius Fla- vus wurde H,. X. 256, ff. Äst. ?486, ff. L. 498 um einen auffuhr zu stillen, zum ersten »iü-ror erwählet. Diese regimcnts-personen aber regierten aufs höchste nur 6 monat, auch viel kürtzer, wann sie die geschähe,wegen denen sie erwählt wurden,eher zu ende gebracht, wiewol es endlich Sylla und I. Cäsar dahin brachten, daß man sie vor OicOrores pcrpcruos erklärte. Der unterscheid zwischen dem OiLtrrorc und Bürgermeister bestund darinnen, daß die Bürgermeister nur 12,die Olet-rorcs aber 24 heile vor sich Hertragen liessen. Ferner durfftcn die Bürgermeister ohne des Raths aulorität und bcwilliqung viel dinge nicht thun; der aber war absolut, und alle andere regimcnts-personen hatten nach feiner wähl keine gemalt mehr, ausgenommen die zunffimeister des volcks, wie bius > r anmercket, welcher auch gcdencket, daß dem Q. Fabio Malimo , als man ihn zum »iN-ror erwählet, noch ein anderer beyge- fellet worden, welches zuvor noch niemals geschehen. t 242 ,. >. r- clc mLgillr. kom. c. 6. ÄH llc anr. Civ. liom. I. i. 6 ro. -le Vl-ig. Nom. * Dict vnne / eine Nymphe aus der insul Creta, welcher man die ersindung der jagd-undfischer-nctze beylegt; daher sie auch den namen bekommen, indem sie vorhcro krirom-riis gcheiffcn. Dtctys/ ein söhn des Magnes,Königs der insul Seriphos, woselbst er nebst seinem bruder, dem König Polydcctes, wohnte. Er nahm andcmuferdic Danaen und den kleinen Pcrseum zu sich, welche Acrisius am meere hingelegt hatte. Polydeetcs hcyrathcte die Danae wegen ihrer schönheit, und trug sorge wegen auferzie- hung des Pcrsei, welcher, als er zu erwachsenen jähren gekommen, viel sonderbare thaten verrichtete. Als er aber sabe, daß Polndectcs die Danae übel hielt, verwandelte er, wie man sagt, den König in einen stein, indem er ihm das Haupt der Medusä wiese, und ließ den Dictys zum König von Seriphos krönen. ^z>oSo4oE. Dictys/aus der stadt Cnosso in der insul Creta,daher er Creten- sis zuqeneunel wird. Suidas meldet,er habe cpKem-riclLz, oder von den fachen, so Homcrus in vcrscn verfasset, in ungebundener rede y bücher geschrieben, und ftv mit bey dem Trojanischen kriege in be- qleitung Jdomenej eines Königs von Creta gewesen, daher Tzetzcs berichtet, daßHomerus in stinemgedichte diestm Dictn gcfolget. Es gestehet auch Johannes Malelas, daß , was er von Troja geschrieben,er hieraus genommen. Voritzo aber ist dieses wcrck nicht mehr in Griechischer spräche vorhanden, sondern nur eineLaieini- sthe vci llmi mit einer vorhergcsetztcn epistcl k. scprunü > der sie ins Lateinische will übersetzet haben; wiewol es nur zu gewistdaß auch diese Lateinische Übersetzung bey weitem nicht aus einem so alten Griechischen original herzuleiten seye. Die beste eämon ist , welche Anna, Tanaquilli Fabrt tochter, zum gebrauch des Delphins an. did r68L coun, «n berühmter Benedictiner, der die genaue beobachtung der ordens-regul von neuem in die Höhe gebracht , war zu Manzcville nicht weit von Verdun an. i;;o von Adclichen, aber sehr armen eltern gebohren, die ihn an. 1567 nach Verdun schickten, allwo der Bischoffftin anverwandter war. Er bekam da bald tust, ein Münch zu werden, und gab sich deßwegen bey dem Benedictincr-kloster zu 8. Viton an, ward auch auf Veranlassung des Bischoffs, der zugleich Abt in dem kloster war, unter die ckor-ics aufgenommen, wiewol er sich wegen seiner Unwissenheit von den andern sehr mnste drücken lassen, biß sich endlich der über ihn erbarmte und ihn so viel Latein theils selbst lehrte, theils durch andere lehren ließ, daß er nach einigen jähren auf die Universität nachPont-aMousson ziehen,und daselbst seinem studirm abwarten tonte. Als er wieder in fein kloster kam, nahm er sich gleich vor, die verfallene zucht zu bessern, ward aber durch die klostcr-brü- der unendlich gehindert, sogar, daß sie ihne einst, um nur seiner loß zu werden, unter dem vorwand einiger nöthigen Verrichtung nach Rom sprengten, hernach aber stecken liessen. Er wäre darüber bald in den ordcn der ivummorum getretten, es starb aber gleich der alte Prior in dem kloster von 8. Viton, und aufdessen Vorschlag hatten ihn die Münche zum Nachfolger erwehlt, wiewol sie sich vifleicht mochten eingebildet haben, er würde die stelle nicht annehmen. Solches geschahe an. -596, und brachte er endlich diese lange ab- gczielte rcformation zu stände, indem er sie mit jungen München vornahm, die er selbst nach seiner Hand zog, da die alten, welche sich mchl hatten ergeben wollen, auf Päb,stieben befehl in das kloster 8. Hidulfi gehen mustcn,wiewol auch dieses bald hernach reformirt ward, da denn an. 1604 der Pabst Clemens VIII die beyden kloster in eine congrexzrion zusammen vcrknüpffte, davon der p. Didier prLies ward, und nach deren beyspiel hernach viele kloster in den Niederlanden ebcnfals reformirt wurden, welche hernach in die cong,cgLN0,>-m 8. Placrdi zusammen traten. Angleichen sind aus dieser guelle in Franckreichdie con^rc^zrio sts,Aiorisob>ervLnoT poü ClWii, und sonderlich die berühmte Bencdictiner-gesellschafft von 8. Maur entstanden. Der k>. Didier starb im nov. 162;. pöL. in gliß. tiillor. pr«iniss bibliorticcs: kcnclliÄ. Didius Ilulianus / 5slv. üeveru? dsmmoclur) Römischer Kayfer, war von seinem väterlichen großvatter her von Mayland gebürtig, ein söhn Petronn Didii Severi, und ur-enckel Salvii Iulianr, welcher zwemnal Bürgermeister, t-r-rfeAus der stadt Rom, und ein berühmter Rcchts-gcsehrter unter dem Kayser Hadrians gewesen, auch das cUiÄum pcrpccuum verfertiget. Seine Miller war Clara Aemilia, und in ansehen Domitiä Lueillä, des Kayscrs Marci Aurelii muter, bey deren er erzogen wurde, gelangte er zu unterschiedenen chrcn-stellen. Nach Pcrtinacis tode kausste er die Kayserliche wurde von den soldaten. Als er aber ihnen das versprochene qeld nicht liefern kunte, und anch dem Rath und volcke wegen anderer Ursachen verhaßt war, käme solches Septimio Severo wol zu statten, dcne die Myrische armec zu gleicher zeit zum Kayser auf- geworffen hatte. Dann als dieser sich der stadt Rom nahete, wolle sich des Juliani niemand annemmcn; daher jener alle von Julians vorgeschlagene vcrglichs-bedingnusscn verwarsse, und dannoch ohne schwcrdt-streiche zu Rom einzöge. Iulianus wurde aus befehl des Raths in seinem vallast den 29 sept. an. 19;, seines alters 60 jabr, 4 monat und 4 tage von einem gemeinen soldaten umgebracht,nachdem er nicht völlig ; monat regiert hatte.Mit seiner gemahlinMan- lia Scandilla, einer sehr heßlichen dame, hat er eine vortreflich schone tochter, Didiain Claram, gezeuget, welche er an Cornclium Repcntinum vermahlet,den er an des Sulpitiani stelle zum pr«kÄs der stadtRomgemacht.Hi«'r»<-»M.ne^o4r4»«,. O,- ch--. Dido / sonst Elissa / war des Best oder Methris oder Muthgo- nis Königs von Tyro tochter, welche um ihres bruders Pvgmalio- nis tyranney, da er ihren aemahl Sicharban oder nach anderen A- cerban, Anherban, oder Sichäum ermordet, zu entgehen, sich in Africam begab und daselbst die stadt Carthago aufbauete; wiewol andre wollen, daß jclbige lange zuvor von dem Zorus und Carche- don erbauet worden. Dieses wird vor gewiß gehalten, daß sie das schloß Byrsa 20 jähr nach ihrer ankunfft, 296 jähr nach Zerstörung der stadt Troja, und 1;; jähr vorgründungder stadt Rom, gehaltet ; wo es anders der Wahrheit gemäß ist, was Josevhus meldet, daß es i44iahr nach der ersten grundung des tempels Salomonis geschehen. Die gelehrten haben über dasjenige, was Virgilius von der,Dido erzchlet, nicht einerley gedancken: die meisten halten es für ein gedichte, wormit er nur sein werck ausschmücken, und dem hasse, welchen die Carthagmenser wider die Römer, und diese wieder jene hatten, eine färbe anstreichen wollen; welches sie daher erweisen, weil Dido im 7 jähre der rcqierung Pygmalions , 2-6 jähr nach gründung des tempels Salome- nch r-'l ->-a. dlliV '-sllss' Ä!!"> ülükM :»L/s lssdiH «rb> .1SS-- WkN jiA'ff jM98 und 886 jähr vor Christi geburt in Africam gekommen. Darauf erbauete sie Byrsa 298 fahr nach eroderüng derstadt Trom, und izg jähr vor aufang der stadt Rom. Also Und2y6 fahr zwischen dem 2802 jähre der weit, da Aeneas lebte, unb ;oy8, daDido regierte, und solcher gestalt ist Aeueä schiffahrt Nach Italien 296 jähr vor Didonis regierung zuCarthago,oder doch wenigstens 277 jähr zuvor geschehen, wenn man der Didonis an- runfft in Awreanr ins ;o79 jähr der wett setzen wil. Indessen muß man gestehen, daß Virgilius als ein Poet die crlaubnüß gehabt,Personen , jo noch langer nach einander gelebt, in eine zeit zu setzen, wann dadurch seinem gedieht einige anncmlichkeit hat können zuwege» gebracht werben, wie sichs aühicr in der that verhaltet. Da- ycr tue alt,: QrLMMLticl. welche hier und in anderen gleichen örtern den Virgmum haben tadeln wollen, mit ihrer cnric sehr schlecht ankommen. Siehe tiisrÜLi. Kitt. rcZ. t v-, rnrig. I. 8 c. -zL 1., conrrs -tp. ,8. Ls/r». c.zo. 6-ü. k«o c. -6. Lk-r- ersti. I. ; ikrurniil. c. 17. 8. Lrsro»)--». es», sä k-eronr. äe I» i> L. in ckron. Or<>/. !. 7 c. 40. §0LSM. l. 9 c. N lkq. Didymus/ zugenannt Claudius, ein vrrmmstlcus, schrieb ersten traclat von den fehler», so Tbucydides wieder die sn^iogi- der Griechischen spräche begangen; einen auszug aus dem Hera» cleon; und einige andere wercke. Didymus ^lexsnärinu-- , lebte im 4 seculo, und ungeach» tet er im ; jähre sein gesicht verrohren, so brachte er es dennoch in seiner geiehrfamkeit, beydes in göttlichen und weltlichen wissen» schafften, und weiches an einem blinden am meisten zu bewundern, besonders auch iu der mrrkcii, so hoch, daß man ihn , ür ein wunder seiner zeit hielte. Er hat viel schafften verfertiget, wovon aber we» riig mehr vorhanden sind. 8. Gregoriris war ftin schüler. Er brachte sein leben über 8; jabr, ließ sich aber in seinem hohen alter von denen jrrthümmern Ongenis einnehmen, in welche er auch Melaniam und Rufinum zöge, mit welchen hernach Hieronymus deswegen viel zu streiten gehabt hak. Seine vorhandene schrissten stndt kber cic Lpiriru 8. ; brever cjtiBclsi» enLirztionci in epittoin; c4no»>cL!; über sttverius Llsnick^os. 8. /ÄcroK),«»- cis icripr. ccc!. c. rop öcc. 5 ocr-ce; I. , c. z lbcs^src,. I. 7 c. 77, §-L0»re- N »»51 7 c.i^. Leslrc»«,. Lo^e««.kitt. eccl.öcc, Kitt. ücr.p. 14«. leg. * Didymus/ soll gleicher gestalt von Alerandria gebürtig gewesen seyn, und wurde oder der arbeitsame zugenannt, weil er überaus sie;ßig studirte, und ;;oo, oder wie Seneca ep. 88 meldet, 4000 unterschiedene rractate schrieb; weß- rvegen ihn Atbenäus nennete, anzuzeigen,daß er sei- rie bücher selbst nicht einmal alle wüste. i^acrokius 1.e-rurn. rr.. nennet ihn den gelehrtesten ZrLmmsticum. l^i»rceL I. rr. LyrÄs-, L»Ks»r. I. , c. rr. ?do/ir-< cott. 179. ckron. sn. üür. L. Lrero«/,»,«. k^oFr««. cö'-- Die/ eine stadt in Daupdine, welche ein Bißthum hat, so mit dem von Valence seit an. 127; vereinbaret ist, und unter das Ertz- Bißthum Menne gehöret. Es begreifst roo Psarreyen, und ertragt jährlich 12 ä i;ooc> pfund- Bey den alten hieß sie Dia oder ves LuAuttL auch oconrioruni, und ltget nahe an dem stusse Dro- mezwischen einigen bergen.. Vor zelten war sie das Haupt unter den ly so genannten civirrcikus Vnconciis, und wurde hernach eine Römische colonie. An.; 74. eroberten sie die Longobardcn. Her- uach wurde sie die Haupt-stadt von der kleinen landschafft Divis, und bekam den Mu! einer Grafschafft, so 1 >8y der landschafft Va- lentinois einverleibet, und an. 1404 von Ludovico von Pvitiers, Grafen von Valentinois und Divis, an den König Carolum VI verkaufft,und mit der Provintz Daupdine vereiniget wurde. Den «amen anlangend, so halten einige dcnseiden für Griechisch, wett die Sicyonier die göktin Dia angebettcn, und nach Gassendi Meinung Die und Valence erst nach der Griechen ankunffc in Franck- reich erbauet worden, auch folglich nicht so alt als Marseille ist. Die zu Die befindliche; schöne kirchen wurden in den einheimischen kriegen im 16 seculo gantz zerstöret, und das citadeli rasiret, nachdem sie die Reformirten zum andernmal eingenommen. Unter den Bischöffen ist sonderlich berühmt der erste Mattinus , hrcr- nächst 8. Nicasius der V, welcher unter allen Gallischen Praiaten ßch allein auf dem ersten conci:,» zu Nicäa befunden, u. a. m. ^o- cieseve^. c^e Die. l. 14. 6s1I. c. r. snuH. viil. vira?eiretcii. Diebes-loch/ist der name einer sehr grossen unkerirrdischen hö- ?e in der Thüringischen Grafschafft Stolberg, wonnuen sich ehemals eine geraume zeit räuber aufgehalten. Sie hat ihren eingang in dem Arnswaide, und hält einen kleinen anbruch von einem gold- bergwercke in sich. Drebitzsch / eine Adeliche famiste in Schlesien, deren guter mehrenrhe'ils in demFürstcnthum Glogau gelegen. BmMard auf Nartau ist i;oi Landes-ältister in dem besagten ^ursten- thum,und in unterschiedenen landes-csmmißionen Deputtrter gewesen. An. 1620 warHanß in dem Breßlanischen und Ricolalis um das iahr i6;o in dem Lignitzischen Furstenthum Landes-am- ster» Lckl. ckron. die 49 Dieben/ zum Fürstenstein/ eine gar alte und ansehnliche adeliche familie ui Hejsen, aus welcher Ludwig an. 147; die stadt Neuß wider Hertzog Carl ausBurgund hat beschützen helffen.Philipp hat sich in dem Schmalkaidischen krieg unter den Hessen vor Jngolstatt lapffer gehalten, so wohl als bey cschweiniurlh wider Margraf Albrecht aus Brandenvurg. An. 1; 84 Melchior,wäre Fürstl. Sächsischer Cammerjunckcr. An. i6;6 Johann Eitel wäre Kayserlicher, wie auch Hessen - Darmstättischer geheimbder, nicht liilnder der Ober-Rheinischen uninenSränden Knegs-Rath, Burggraf zu Friedberg, der Rheinischen Rittcrschafft Hauptmann, gestimmter Hosrichtcr zu Marpurg, und ober - amlmann zu Nidda. Sein söhn Georg Ludwig wäre an. -7i6 Königl.Groß- Britannischer und Chur-Brandenburgischer Rath. * Diedenhofen/ Lat. iK«oNo,iis >i>ir, Frantz. ^KlonviNe, eins stadt in dem Hertzogthum Luxemburg, ander Mosel, ; Frantzöst- sche meilen von Metz gelegen. Sie ligt voriheilhaffkig, und ist vortrefflich befestiget, daß man sie eine lange zeit für unüberwindlich gehalten. Der Hertzog von Guise eroberte sie an. i?;8; allein nachgehends wurde sie den Spaniern wieder abgetreten. Die Frantzosen wurden an. iü;y davor geschlagen; doch an. 164; machten sie sich unter dem Hertzoge von Enguien meister davon, und behielten sie hernach krafft desPyrenäischen sriedens.In dieser stadt versammlete Carolus M. gemeiniglich die Prälaten und well« lichcn ReichS-stände seiner Königreiche. Allhier wurde auch an. 8;; eine versirmmlung von Blschössen angestellet, w iche, nachdem sie ihren absehen an dem gottlosen verfahren Ebon.s, des Ertz-Bischoffs von Rhemis, und seines andangs widerLudovicum iNuM. dessen entsttzung und gefangen-nemmung durch sie vornem- lich befördert worven, an den tag «wieget, gedachten Prälaten, als den rädelsführem dieser bösen that, absetzten- Carolus c^vus, Lotharius und Ludovicus, Ludovici?«> söhne, wohnten an. 844 einer andern Versammlung allhier bey. L«. c. 4 LccÄof-F»'. circuk Lu-gunllici p« z-7, Diebs/ eine von den alten Adelichen familien zu Venedig. Sie hat unter andern 2 P«ocur3r»re5 von Sän Marco, nemlich Anlo- nium an. i4;7imd Dominicnm an. 1464 gehabt. Vincenrius Diedo war an. i;;? Patriarch zu Venedig, und an. iüo; ist einer aus diesem geschlecht als k imic-nus von Sän Marco gestorben. Von Francisco Diedo handelt der folgende amen!, Kitt. ciu bouvern. tts Ventte p. Diebs/(Franciscus) ein dSobUs von Venedig, war ein r>!u- l-wpkus und revner, auch in geist-und weltlichen rechten sehr wohl erfahren. Er schrieb ttittnrism 8.8. >ck> contcNLri«; 0,4- tivnes; epittolLS tScc. und starb an. 148; zu Verona. 7 >r/kem. cie scripr. ccclcü I. r. Kittor. Vicenc. cic iiltt. Nsr. l.;> c. z. Diegs von Jepes, einem stecken in Spanien, also genannt, wurde anfangs ein Mönch des orbenS 8. Hieronymi, hernach aber Bischofs zu Aibarazim, und starb an. i6i; im 8; jähr seines alters. Man hat von ihm in Spanischer spräche eine Historie oer Verfolgungen in Engelland; das leben 8. Theresia, und eine relalion von dem tobe Philippi II, Königs in Spanien. ^ Kitt. loten. i. r. z . LsriÄs in snnsi. kikl- Diegs/ stehe Dtdacus. Diegs Ruys / eine kleine, aber sehr fruchtbare insul im E» thiopischcn ineer, unweit Madagascar, ligt unter dem 19 grad der mittäglichen breite, und hat etwan 20 stunden im umkrerß. Sie ist an. 164; von den Porlugesen entdecket, und hernach von dem apr. 1691 bis den 20 may 169; von 8 Frantzösijchen , st» auf einem Holländischen schiffanhero gekommen, bewohnt worden, davon einer von ihnen, Francsscus, Leguat, an. 1707 eine relativ» zu Londen heraus gegeben. Ein sehr grosses stück Amher- grieß, so einer aus dieser gesellschafft einmal am ufer des meers gefunden, kan zu erkennen geben,daß man noch wohl einige» nutze» von anlegung einer kleinen Lownie aufbieser rnsul ziehen mochte, weiche im übrigen fruchtbar genug ist, eine proportionierte anzahl einwohnere mit aller nothdurfft zu versorgen. * Diehr/ siehe Dyhrr. Diemantftein / eine alte adeliche Schwäbische familie, st> heut zu tage den Gräflichen cK^rsÄer führet. Heinrich ist als Abt des klosters Neresheim an. 1446 verstorben. Ludwig lst an. mit dem HertzogeCdristoph vonWürtemberg auf dem Kayferilchen wahl'tage zu Francksurt am Mayn gewesen- Francsscus jwnrte an. is?o als Bambergischer Rath, Landrichter uno Pfleger z» Kirch. Johann Conrad war an. i6?8als Cbur-Collmscher Cam- mer-Herr, obrister Silber-Cämmerer und c-piram von der leib- garde bekannt. Adam, Graf von Diemanistem,flortrte um das ,ahr 171;, alsKayferlicher und Cbur-Pfaltzücher gehnmder Rath und Obrister Cammer-Herr« in o-rm. i->c-a Litt ckron. Diemar/ eine Adeliche familie in Thüringen, deren ordentliche stam-reihe ,n6orkL Uipiomtujc., mit Philipps an. 1474 angefangen aens,' ivclcheö an. 1 ? ;6 die länderey zu Melckers und Wasungen zu lebn erhalten, und 2 söhne nach sich gelassen: 1) Conraden zu Wa- sunaen, von dessen urenckeln Johann Adam und Ernst Harlmann ru unsern zelten geledet, und 2) Sebastian auf Wallendvrfsoer ein aroß-vater worden Caspar Christophs aufWallendorff,welcher an. f7i; als Fürstlicher Sachsen-Gothaischer Obrister und Commen- danl der stadt Gotha verstorben. Diemens/ siehe Antsn vsn Diemenlanb. ^ Dien- 50 die Dienhetm/ Dinheim/ eine Adeliche famikie am Rheine, da» von einer/ namens Petrus / um das jähr irsogelebet, welchen die Grafen von Leiningen verjaget/ und fein stamm-hauß zu Dal, heim zerstöret haben. Sein fohn,Wigand/ stund bey dem Kayfer Ludovico in grossem ansehen / und bekam das in der unter-Pfaltz gelegene schloß Schwabsberg an. i;i6 zu lehne. Wigand/Groß. Hofmeister bey Chur-Pfaltz und Vitzthum zu Mayntz / gierig an. rzrr in dem 8; jähre feines alters mit tode ab; von dessen söhnen ward Paul Wigand Kayfers Maximiliani I Rath undHofmerster, fiel aber letztens in Ungnade,und gesegnete an.-544 das zeitlrche.Er hinterließ Iohannem, Chur-Pfältzifchen Rathund Groß.Hofmei» stcr; dessen söhn/Eberhard/ward Kayserlicher Rathund Cam- mer-Richter/ wie auch Probst zu Weißenburg / endlich aber erhielt er an. idas Bißthum Speyer. Er nennte sich zuerst einen Bifchoff zu Speyer/ nachdem sich feine vorfahren von «speyer geschrieben/und starb an. lüio.Philipp Adam, Chur-Mayntzifcher Cammer-Herr, Rath und Ober-Amtmann zu Höchst, wie auch zu Hofheim, lebte noch an. 1707,und hatte; söhne, die waren 1) Slnfelm Frantz Anton, 2) Ernst Frantz Georg, ;) Ludwig Carl Fridrich.^«/»^- v. R.. »ll. ,7- > 8 ° Diepenau/ ein vestes schloß und ambt-hauß in der Grafschafft Hoya, welches ein Graf von Hoya an- iz8r wider den Biichoff Witterind von Minden gehauen hat. Allein der Bifchoff, nachdem er den Bifchoff Gerhard von Hildesheim und Graf Ottonem von Schaumburg an sich gezogen, hat das schloß nach einer 15 tägigen belägerung erobert und verbrennt. cllrvn. crc. nsbrug. con,. r. R.. ü. p.r; 7 - * Diepenbeck/ ( Abrahain von ) ein kunstreicher mahler zu An« torff, gebürtig von Hertzogenbusch. Er wäre anfänglich ein glaß- mahler, der alle andere feiner zeit überstiegen hat, hernach mahlte er mit öl-farben. Das grosse wcrck der 50 kupffcrn, so unter dem rittst des cabinets Favereau an. i6ü; zu Paris ausgegangen/ ist nach feiner Zeichnung von Cornelis Blomart und Matlham gestochen. /icLclsw. p. I.ib. z. p. zl?. * Diepholt/ oder Diefholtz/ einschloß, städtlein undGraf- schafft in Westphalen, zwischen dem Bißthum Münster und den 2 sumvfigen höltzern / der Dann und Hundsburch genannt, an ei- nem strohm, die Lohn genannt, welcher sonst die Hunte heissct, und nur von feinem ausßuß aus derDummerssee bis nach Diepholt den namen der Lohne führet. Dieses ehedem wohl gebaute und beseitigte schloß ist an. 1657 von den Schweden gantz verwüstet, an. 16z i aber wieder in etwas erbauet worden. Ohne das städliejn oder flecken Diepholt, so gleich an dem schloß gelegen, gehören noch zu dieser Grafschaffc Leuvorden oder Lewenvorde, so ehedem auch den titul einer Grafschafft geführet, Barnsdorffein städtlein am Hunte-fluß; Cornan ein dorff ohnweit Diepholt, und Burlage ein Nonnen-kloster. Eine halbe stunde von Diepholt ligt Sam- hülpe/ oder Hülfe/ ein dorff nebst einer capclle, die Carolus iVI. wegen einem an. 78; wider die Sachsen gehaltenen treffen, auf dem berge Ofmeg erbauen lassen. Die capclle und ablaß ist längst eingegangen, die messe aber geblieben, und das dorff nach Grosi sen-oder Marien Drebber gcpfarrt worden, an welchem orte kM coliegium Ononicorum, unb der Grafen von Diepholt erb- begräbniß gewesen. Unter den Grafen von Diepholt wird Wil- helmi schon an. 9z; gedacht. Gottschalck ist als Bifchoff zu Min, den H19 gestorben. Conrad ebenfals Bisthoffzu Minden starb au. ir;6. Im l4fecnlo haben die Grafen zum vfftern der stadt Bremen wider ihre Difchöffe beydestanden. Rudolphus ward an. 142; zum Bifchoff zu Utrecht erwählet, konte aber wegen Uneinigkeit nicht eher zum besitz kommen als an. 14)2, hat auch nicht ohne innerliche unruhe bis an. i4? t regieret. Iohannis, Conradi söhn, ward von an. 1424bis 14;? Bisthoffzu Osnabrück. Cvnradus,des vorgedachten Rudolphi bruders sohn, ward aleichfals a». 14?« Bifchoff zn Osnabrück. Jrmgardis III, Gräfin von Diepholt, war die 55 Aebtißin des gefürstcten Stiffts zu Essen. Graf Otto hatte um das jabr 1427 zur gcmahlin Hedwig, eine Gräfin zu Bronchorst, daher die pr^r-mio» der Grafen von Diepholt auf diese Grafschafft kam. Graf Rudolph stund gegen das ende des 15 stculi der stadt Hildesheiin wider ihre» Bifchoff bey. Fridcricus, vorgedachten Ottouls söhn, hatte anfechtung von Bifchoff Frantz zu Minden, gcbohrnen Hertzog zu Braunfchweig, welcher ihm etliche güter und zehendcn entziehen, und an sein Stifft bringen wolle. Damit er nun loß kommen möchte, übergab er seine Grafschafft dem HertzogeHeinrich zu Lüncburg zur lehen,und hat. te also ruhe. Er starb an. 1529. Graf Rudolph wolle sich der an. 155z ausgestorbencn Grafschafft Bronchorst anmaßen, weil vor- gedachte Hedwig seine großmutker war, erhielt aber nichts; doch behielt er sich stiu recht durch den titul: Edler Herr vonBronchorst, vor, welchen auch sein söhn Fridrich geführet, mit dem an. 118? den 21 sepk. dieses geschlecht ausgestorben; WoraufHertzog Wilhelm der jüngere zü Lüncburg, als lehens-Herr von der Grafschafft besitz genommen, und ist dieselbe nach der zeit beständig bey diesem Fürstlichen Hause geblieben. ropogr. kru-Nv-c. p. z/. 5«. cL urLlrcr Qr^kciNÄs! p. 914. lcg. Dieppe / eine bevestigte stadt in der Normandie, in dem lande Caur, wo der fluß Arc in das Britannische meer fällt, nebst einem guten hastn und vesten schlösse, so die stadt commandiret. In wahrenden kriegen zwischen den Engelländern und Frantzosen, wie auch in den einheimi chen ist sie öffters erobert worden. Der stuß Arc unterscheidet die stadt von der Vorstadt, allwo er einen langen jedoch engen Hafen formiret, worinnen eine grosse menge schiffe beherberget werden kan, welches den ort sehr ansehnlich, und zu einer guten Handels-stadt macht. In denen einheimischen reli« die gions-kriegen hatten sich die Reformirte davon meister gemacht» aber den ort nach der eroberung von Rouen an. »z ür wiederum verlohren. Sonderlich ist diese stadt auch wegen der treue berühmt, die sie an dem Könige in Franckreich Henrico IV erwiesen, und durch die wichtige kriegs-verrichtungen, welche sich dabey zugetragen. Dann als der comm-ncieur 6s ChLtes, der selbige bisher für die l.igu- inngehabt, solche dem König überlieffert, auch solcher durch die bürgere mit großer freude wäre empfangen worden, geschahe es bald hernach, daß Henricus von dem vuc cle Mayenne allda in die enge getrieben, und durch eine viel stärckere armee, als er selbst hatte, eingeschlossen ward. Die gefahr schiene so groß, daß der gröste theil der Königlichen Räthen den König zu bereden suchten,er möchte wenigstens seine versöhn in sicherheit setzen, und entweder in Engelland oder gen Rochelle schiffen, ehe der feind auch den ausgang zur fee versperrete. Allein der kapffere rath des klar. rie Birvn zöge Henricum von solchem Nachtheiligen vorhaben ab, und der bald darauf erfolgte angriffbey Arques, in welchem anfangs der König in gröster gefahr wäre alles zu verlieren, liesse zuletzt für denvu- «lcMayenne so übel aus,daß er nach wenig tagen die gegend verliesse, und sich mit seiner armee in die Picardie zöge. An. 1694 den 22 und 2; jun. wurde dieser ort von den Engellän- dern bombardiret. llill. 1, zz leg. reell, clss villez ele I rLnce I. 7. c-5 6ec. * Dtepurg/ Dieppurg/ eine stadt nebst einem schloß und ober« amte an dem fluß Gernsprentz, in dem Ertz-Stiffie Mayntz zwischen Offenburg und Darmstatt gelegen. Von diesem orte nennen sich 2 Adeliche familien an dem Rheine, ncmlich die Freyherren Gcoßschlage von Drepurg,und die Ulner oder Eulner vonDiepurg, D-omr-l. scc. ßcyrz. v. K. 7 ?. »b. -60, ,6r Dieppurg/ ( Ulner von ) ein alt Adelich geschlechtam Rhein, dessen stamni-vater gewesen Ulner an. 12)9. Von dessen nachkommen ist Ruprecht,als stadt-hauptmann, zu Franckfurt an.iz?» gestorben. Philipp starbe an. 159? als Chur-Mayutzischer Groß- Hofmeister. Sein urenckcl Frantz Joseph Germund, als er an. 1677 gestorben,hat 4 söhne hinterlassen,als nam!ich(i)Frantz,wel- cherimOdenwalde an. 1691 von einer Frantzösischen Parthey erschossen worden. (2) Johann Philipp, der an. 1704 als Kayferl. obrister Wachtmeister vor Verua geblieben, (z) Frantz Bleickhard, wäre Chur - Pfältzischer Cammer-Herr, Regierungs-Rath und Hofgerichts - Präsident. (4) Frantz Fridrich,Kayserlicher Hauptmann. vom kkein. r. 161. Dieppurg/ (Großschlagvon) eine nunmehro Freyherrliche familie im Rheinland, deren erster stamm-vatcr Großlo genen« net, und in das jähr 1254 gesetzet wird. Oßwald,der an. iz8v>ge- storben, hat der erste den zunamen von Dievpurg geführet. Oß- wald ist an. 1518 als Chur-Mayntzifcher Marschall und Vitzthum zu Afchaffenburg gestorben. Johann Philipp Ernst erlangte die Freyherrliche würde, und wäre an. 1710 amtmann z» Erems, heim. von- iikein. t. * Diesbach/ ist ein Bcrncrjfch dorff, kirchspicl und schön schloß, 2 stund unter Thun aufder feiten gelegen. Dieses schloß und herr- fchafst haben vor diesem nacheinander besessen die Edlen von Bechburg, die von Dlaiiwcustein und die von Küchen. Von diesen letztem hat Niclaus von Diesbach an. 1427 die halbe herrfchafft erkaufst,und den ander» halben theil haben Niclaus und Wilhelm von Diesbach a». 1469 gleichfals käuflich an sich gebracht. Hernach bat Beat Ludwig von Diesbach diese herrschaffr seiner ehefrauen Eatharinä vonBonnstettcn, mit Hohen und niederen gcrichken, wie auch die niedere Herrlichkeit zu Kiftn, mik allen gerechtigkeiten und zugehörden um zoooo st. verkaufft. Nach der Hand ist st'lche an den Obrist Albrecht von Wattenweil gekommen, der an. 1671 gestorben und allda begraben worden. Er ist der erbauer des bcutigen sehr schönen schloM. Ihn hat geerbt feines bruderssohn Niclaus, der die herrfchafft aufseine ciess-n- llenten gebracht. Au. 1468 ist die kirche zu Diesbach aus einer ü- >i»>-z» einer pfarr-kirchen gemacht worden. Es ist noch ein anders Diesbach nicht weit von dem städtlein Büren, allwo die stadt Bern den kirchen-fatz in dem an. 1665 zu Wyningm mit der stadt Solothum gemachten vertrag, an sich gebracht hat. * Diesbach/ ein uralt Adelichcs und rittermäßiges gefchlccht in denen Cantonen Bern und Freyburg. Sie waren vor altem der Grafen vonKydurg zuThun diener und feßhafft zuThun. Rudolph lebte an. 1256 zur Kit des grossen imcrrcZni. Sein söhn Peter bekam von feiner stauen recht an Riggisperg,i»id dessen söhn Rudolph setzte sich in der stadt Bern, nähme des damahligen schulthcissen von Schwartzenburq tochter zur ehe, und ward ein stamm-vater beyder aefchlechtercn dieses namens, welche bisher in beyden odgcnannten ständen gcbkühet haben, und noch blühen. Die uriach, warum von denen Personen, des ersteren Cantons alldier nichts weiter gemeldet wird, ist schon in der vorred angezeigt. Der Freyburgifche äst stammet her von Johann Rochus , Herrn zn Graiidcomt, Prengin, Grenolier und Beüerive, welcher sich in dieser stadt gesetzt, und nachkommende hinderlassen hat. Aus diesen wäre Niclaus Schultheiß daselbsten an. 1614 , welches wichtige nmtauch Frantz Augnstin von an-1698 bis 1708 vcrwaltet.Dicste zeit ist ein Herr von Diesbach Obrister in Frantzösischen dünsten, und ein anderer Kayferl. General, von deine er auch in den Grafenstand , und seither», nachdeme er sich mit einer Sicilianifchen Fürstin verehlichet, jn den Fürstlichen stand erhoben zu werden verdienet hat. Lcemmsi»!, vec. lllslv. * Dieokau/ ein altes und vornehmes Adeliches gefchlccht IN Sachsen, sonderlich im Hertzogthum Magdeburg, allwo ihe stamm-hauß gleiches namens aü der straffe zwischen Leipzig und Halle- die Hatte, eine stunde von dem lchtern orte, Wegen. Von ihrem ersten ursprmige findet man keine Nachricht, sondern nur, daß Friedrich von Dieskau an. 969 dein turnier zu Merseburg, und Wolff an. my dem turnier zu Höttingen bengewohnet, wö nur des Rir- kiers thurnier-buch allezeit zu trauen. Otto, ein krieqs-mann, lebte an. iL6z. Nach ihm war Dietrich, ferner Geißler, der an. N7i lebte, desselben söhn Rudvlph war, ein vaterDietrichs, welcher an. 1408 lebete. Sein söhn Geißler war an. i-n s Ertz-Bi- schöfflicher Maqdebnrgischer Rath und Ambts - Hauvtmann zn Iüterbock, dessen söhn Otto an. 1470 Ertz - Bischöflich - Magde- burgsscher Rath, Küchenmeister und Haüptmann zu Giebichcm stein, auch der erste Hauptmann auf der Moritzbura war. Sein fdhnHanß, starb an. 1514, und ist Ertz-Bischöflich Magdeburgisther Rath, Hofmeister, Präsident der Ertz - und Stifftcr Magdeburg und Halbcrstadt, auch Haüptmann zur Moritzbukg, Gie- dichcnsiein und Querfurth gewesen. Er hinterließ Ottoncm und Hieronymnm, welche beyderseits ihr geschlecht fortgepflantzet. Otto von Dieskau, Ritter auf Finstcrwalde, war an. 1500 ge- bohren , und wurde Kaystrs Caroli V m,d Fcrdinandi l Königs in Ungarn auch Churfürst Mauritii zu Sachsen Statthalter und Kricgs-Oberster. Er hat die ihm anvertraute Ungarische fcstung Pest wider die TürckeN tapffer beschützet, und ist deßwegen zum Ritter geschlagen worden. Paulus J'ovius und Nicolans Jsthu- snfius gedcnckcn seiner, welche ihn Ottoncm Fotistum nennen. Er zeugte Ottoncm, Chur-Sächsischm, wie auch in administra- tion bestellten cammer-und berg-Rath, auch Hauptmann zu Senfftenberg, so an. 15 97 starb, und Ottonem Hinterließ, welcher an. 1589 gebohren, dessen sohn Carolus, Fürstlich - Sächsischer Hof- Marschall zu Merseburg, starb an. 1680, und hinterließ r) Ottonem Erdmannum, Merseburaifchcn Hof-Rathund Hofmeister, L) Wcrnerum, Sächsisch - Gothaischen Cammer- jnncker,Obrist-Licutenantzu fuß, und Eomendankcn auf-er Lench- tenburg, ;)Augusmm, Sächsischen Cammerjuncker zu Saalfeld. Hieronymus von Dieskau, anfÄicskau, dessen obgedacht, ward Ertz-Bischöflich-Maqdcburgifcher Rath und Hauptmann zu Gie- bichenstein, und aufder Moritzburg, so an. 15 86 gestorben, und ; söhne hinterlassen, Hieronymnm, Carolum und Ottonem, welche allerseits ihr geschlecht fortgeführet. Hieronymus war dreyer Marggrafenund Churfürsten zu Brandenburg, als Joachimi Fri- derici, Iohannis Sigismundi und Georgii Wilhelmi, acheim- der Rath, und wegen vieler abgelegten lgestmdschafften berühmt. Sein söhn Hieronymus war Ritter des Johanniter - ordens und Somm-nllLwr zu Supplinburg, starb an. 1641, und hinterließ Hieronymnm Dietericum und Gustavüm Carotum. Carolus von Dieskau, aüfGroß-Zschocher, starb an. 1605,ftm söhn, Hieronymus Benno an. 1620, dessen söhn gleiches namens starb an. 1628, und hinterließ ebenfalls einen söhn, der diesen namen führte. Otto von Dieskau, aufKnauthayn, hatte 4 sohne, Iohan- nrm, Ottonem, Hieronymum und Carolum. Johannes war Dänischer und Cbur-Sächsischer Obrister zu fuß, starb an. 1649, und hinterließ Ottonem Fridericum. Otto war ein Vater Adolphs Derselbe starb an. 1662, und hinterließ Ottonem, Sach- sisch-Coburgischen Cammerjuncker und Hauptmann zu fuß, welcher an. 1702 verstorben, und Ottonem Adolphum nach sich gelassen. Hieronymus war ein vater Iohannis und Hrrronymi. Ca- rölus starb an. 1667, und hinterließ 1) Johannen,, Chur-Sach- stfchen Cammerjuncker und i nsseüor der land-schule zu Grimma, jö an. 1676 verschieden. 2) Ottoncm, Chur-Sächsischen Cam- merherrn und vice-ober-Hofrichter zu Leipzig, so an. 168; diß zeitliche gesegnet, ;) Henricum, der an. 1689 gestorben. 4) Caro- lnm, Preußischen gebcimden Rath, desgleichen im Hertzogthum Magdeburg Regierüngs - und Land-Rath/ auch Ober-steuer- vircüor, welcher das geschlecht fbrtgeyflantzet. ;) Geißlern, Chur- Sächsischen Arnts-Hauptmann zu Luden. Ferner sind aus diesem geschlecht bekannt: Conrad, Hauptmarm zu Giebichcnstein, an. -z"ü. Otto, Ritter, wurde an. 1Z76 von dem Ertz-Bischoff Dietrichen auf bevorstehenden seinen todes- fall zum Verweser des Ertz-Bißthums Magdeburg bey wahrender vacantz mit verordnet. Er starb an. Otto war an. 144; Ertz-BischoffFriedrichs zu MaqdeburgHof-Marschall undHaupt- mann zu Egeln. Conrad war an. 1456 Hauptmann zu Iüterbock. Dietrich war oE»--, Hjob war au. 1552 Hertzogs, hernach Churfürst Augusti, zu Sachsen Hofmeister. Hans, Kayserlicher Königlich-Ungarischer und Chur-Sächsischer Feld- undHauy- Zeugmeister, auch Oberster zu fuß; er starb an. 15 6;. Geißler, Artz - Bifchöfflich - Magdeburgischer Hof- rath, hat i° jähr nach einänder gereiset, und in währender solcher zeit auch an. 1581 das heilige grab z« Jerusalem besuchet; er starb an. 1609. Rudolph war erstlich Sächsisch-Weimarischer geheimbder und Cammer- Rath, auch ober-Cammer-Juncker, hernach Chur-Sächsischer Rath, undAmts-Hauptmann zuWcissenfels, letztlich Chnr-Printz- licher Sächsischer Rath und Hofmeister. Hans, Amts-Haupt- mann zu Giebichenstein, und hernach o-iEor der landschafft im Saal-kreyse des Hertzogthums Magdeburg, starb an. 168°. IM. >. Z9 öc 42. UM. ttung. I. ,4 L15. llill. I i;8 6^,-5^ Lnnsl. ö- kill. LclZ. all -w. 1607. rcr. Neig. I. «Zeinäuc. bell! Lelß. 1.1. kill. Lelg. 26 an. 1607. 60/4«/. pollt. Impcr. 196. 2Ä2 publ. I. Z c. 20 in äen reicbs-li2näl. 2,2.1546 bis1558 82x011, Mull-. I, r. kkc2tr. LrX. p. 98 llq. 9 465, 489.515,516. ckron. 9. 428. in äem bcrickr von ller ll2llc lvlsßcleburß bsi2g-runA. M2gllcburßilcke llsclt - cllronicU. 1 eipxlA. cllrvn. 9.118» 122,140 le^. O/t'.,/.'.' I delclireid. OreMen 9. lll ißt.; 9. tv cit. 2. voller' bcsckr. die ;r äer UM kll-ssderg p. !I 9.242. L«e2-k 2L,ä. VV-UenliStZ. sä sn. 1781. Annsles. pro^r. Dressen/ tat. »2msiis, ein ziemlich-grosser Bayerischer marck- flecken im Münchifchen pfleg-ainte Landsberg, dabey auch ein klo- ster dieses namens lieget, und zum Bißthum Augsburg geboret. Der flecken ist sonderlich wegen der guten weiffen töpffernen waa- ren, so daselbst verfertiget werden, bekannt, und halte vor diesem seine eigene Grafeir aus dem haust Andechs. Bey der letzten haupt-stifftung des klvsters wurde es mit zu den kioster-gütem'geschlagen, kam aber endlich an. m-s durch einen tausth an das hauß Bayern. Das kloster, so seinen Ursprung im 12 seculo aus der resident; der Grafen genommen, und nach ünd nach mit vielen gutem bcschenckt worden, ist Augustiner-ordens, und jctzv mit allen gemächlichkeiten aufs beste vorsthen. 9. -q A 2c. 9. IsZ. Dieffenhofen / ist eine cydgeuossische mittelmässigestadt, im Thurgöw, zwischen Stein und Schaffhanstn am Rhein gelegen- darüber eine gedeckte Brücke gehet. Sie hat den »amen von 2 Banren-Höfen, welche vormahls da gestanden sind, und noch heut zu tage der untere und obere Hof genennet werden. .Bey diesen haben sich die Häuser allgemach vermehret, also, daß sie zn einem flecken angewachsen / unter der behcrrschung der Grafen von Ky- durg, als Landgrafen im Thurgöw, bis endlich Gras Hartmann an. 1779 solchen mit maure« umbfangen, und zn einer stadt gemacht bat, wie sie dann annoch das waapen von Kyburg führet. Aus einem dicstr Höfen solle das Schloß gcbauct worden styn, darinnen der Kyburgischeu Grafen Truchsässen, zugenannt von Diessenhofen/ gewöhnet, und etwas wild - Hahnes und Herrlichkeit vor der stadt gehabt haben. Sie führten einen fchwartzen kessel im weissenfeld. An. 1415 hat gelebet Johann, zugenannt Molle/ wäre ein Diener und Rath Hertzog Friedrichs .von Oesterreich mit der lären laschen, dieser, die gnade und ärmst-gewo- genheit seines Herrn mißbrauchende, hat der stadt sthr mel verdrießlich- und feindseligkeit erwiesen. Dann nach abgang des Ky- burgischen ftammens, käme diese stadt mit der Grafschafft Kvburg und dem Thurgöw au das hauß Oesterreich, aber an. 1415 ergab'e ste sich an dcnKayser Signumd, der nähme geld, und gäbe ihro brieff und sieget, daß sie ewiglich beym Reich bleiben solle. Nach der Hand, an. 1460, im Thurgöwischen krieg, ergäbe sie sich an die eyd-genossen, mit vorbehält ihrer freyheiten. Sie schwöret dem eyd - genossrschen Land-vogt im Thurgöw alle r jähre; wicwohken die stadt Schäffhäusen auch etwas gerechtigkeit da hat. Im übrigen hat diese stadt von altem her schone freyheiten und privii-gia. auch das recht, gold und silber zu müntzen. Sie wikd regieret durch Schultheiß und Rath, deine hohe und niedere gcrichte, nicht nuk in der stadt, sondern auch ausser der ring-manrcn über die nächst- gelegenen dörffer, Basendingen, Schlat, Schlatingcn und einige Höfe zustehet. Er beziehet auch den zoll, umbgeld und abzug. Unterhalb Diessenhofen am Rhein liegt ein Fraücn-kloster, Prediger-ordens, 8. Eathrinen - Thal genannt, darinnen die eyd- gnossen, als sie an. 1460 Diessenhofen belagert, quartier gemacht haben. ÄttM/,/. I. 7 9. 7Z. < iir. Ivlicr. ? I. 26 2ll. 1178 öc k. II. 2ci 211.1415 öc ,460. I4elv. 9 Z86 * . Diest/ eine kleine stadt in Btabant, welche den titul einer Herrschasst führet, und wegen ihrer vielcrley manufactmen von wöllenen und leinen zeugen berühmt ist. Sie hat 2 -«>«-§,s> - kir- chen, und liegt am fluffe Deiner, 1 meile von Daten, und ; von Tillemont. Im 16 seculo soll dieser ort 7mal belagert lind erobert worden seyn. Es gehöret den erben des an. 1702 verstorbenen Königs Wilhelmi III in Engelland. 1090g-, liui g. Diest/ (von) eineFreyhcrrliche NiederländischeFamille, deren Stamm-Hauß das schloß und herrschasst Diest zwischen Sichen und Halm ist. Johann von Diest wäre an. i;rz Bischoff zu Utrecht. Friedrich Wilhelm, Freyherr von Hemd, Herr von Lief- finga, und Dom-Probst zu Utrecht, hat an. 1702 die Herrschaft Dorn gekaufft. Richard ist an. 1707 Königlich-Preussischer Resident zu Cölln gewesen ; wegen seines reformirten Religions- Lxer- citii ist allda ein grosser tumttlt lind weitläufftigcr Handel entstanden. cik la vioblliTL ä'Utrccllt. Uillvr. lupgi. i. " Dietenberg/ (Johann) ein Prediger-Münch, gebürtig aus dem flecken Dietenberg, nahe beyHöchst, imErtz-Bißthum Mayntz gelegen. In seiner jugend begab er sich in den Prediger - ordcn, wurde i.eÄor tllcoiog-L- in dem Prediger-kloster zu Franckfurt, und an. 1500 »oÄor rlleoiogiL zu Mayntz. Als nachgchends Lulherus die Bibel in die Teutsche sprach übersetzet hatte, nahm Dietenberg auf anderer begehren eben dergleichen Weit über sich, und verfertigte diejenige Teutsche Übersetzung der Bibel, welche von den Ca- tholischen gebraucht wird. Er schrieb auch t^num 1.1,Metrum. ingleichem u- cllvor-in, wie auch wider Lukherum von den kloster- gelübden,und starb zuMayntz an. 15 ? 4.^^ ^ ogunr i ic.,^. 9.177. Dietericus/ oder Dietherus/ Ertz-Bischoff zu Mayntz, stammte aus dem geschlechte der Grafen von Jsenburg und Bü- dinaen her, und war ein söhn Francifti und Margarethe,, Gräfin von Catzenelttbogen. An. 14; i wurde er eM»s des hohen Stissts zu Mayntz, und als att. 145 6 der Ertz - Bischoff von Trier Iambus, Freyherr von Sirck, gestorben, suchte er durch gro„cs geld dieses Ertz-Bißthnm zu erhalten; weil ihm aber solches nicht an- aiena, versuchte er es bey dem Ertz-Stiffte Mayntz, nachdem des Ertz-BischoffTheodoricus, Herr von Erpach, an. 1459 gestorben. Es war zugleich in dieser wähl Adolphus, Graf von Nassau, doch weil Dietherus eine stimm mehr hatte, erhielt er im gedachten jähre das Ertz-Bißthum. Er bekam auch endlich von dem Pabst die co»6rm2cl0!i > doch mit dem bedinge, daß er innerhalb einem jähre nach Rom kommen solle, welches er aber nicht hielt, sondern G in 52 die in allen stücken nach feinem willen lebte, und die kirche zu Mayntz in grosse schulden verwickelte. Er ficng auch gar an. 1460 mit etin phen von Nassau gehalten. Es wurde aber, nachdem einige orter belagert und eingenommen/ durch Vermittelung Wilhelms/ Landgrafen von Hesse» / friede geschlossen / und der Ertz - Bischoff bey dem Pabst übel angegeben, auch von demselben die conLrm»«c>n wiederruffen; dahero Dietherus an das zukünffrige cancwum ap- pcllirte / und verschiedene dinge wider den Pabst vorhatte / welcher ihn deshalben ab- und im ang. an. 1461 Adolphum/ Grafen von Nassau / an seine stelle cinsetzre. Dahero zwischen diesen beyden Ertz-Bischöffen lange zeit gestritten wurde, und brachte Dietherus Friedericum, beygenannt den sieghafften, Churfürsten von der Pfaltz, der sonst wider ihn war/ auf seine feite. Es geschahe auch an. 1462 bey Seckenheim zwischen beyden parthcycn eine merck- würdche schlacht. Es ist hierauf von Chur-Mayntz an. 14s; die Bergirrasse vor 100000 gülden an Chur-Pfaltz versetzt worden. Wegen dieser unruhe that der Pabst Dietherum und Fridericum in bann. Endlich wurde am 146 z durch den Päbstlichen Legaten und den Ertz - Bischoff zu Cölln friede geschlossen / Adolphs das Ertz-Bißthum überlassen / Dietherico aber einige örter zu seinem unterhalt eingeräumet; worauf Adolphus dicier kirche 1; jähre vorgestanden/ und an. 147? gestorben/ da denn Dietherus zum andcrnmal am tage Martini zum Ertz-Bischofferwählet worden. Er hat das schloß zu Mayntz / die 8. Martinsburg / von neuem ge- bauct/ welches aber an. 1481 durch das fcucr wiederum verzehret worden / worbey er bey nahe selbst um das leben gekommen wäre, er hat es aber alsobald von steinen wiederum aufführen lassen. Desgleichen hat er die Universität gesinnter, auch verschiedene versetzte städte und dörffer eingelöset, und ist an. 1482 zu Aschaffenburg gestorben. H'/'vr«- IN cnln.-ncnc in cncon. 890,lii. öc in Acllis Frici I, tdoiniris Nsl-ic. 6c in nvc sci li. l. pLesIipom. vol r cbron. gcncrLr. 49. in chron. Qermsn. l. 2,9. 7>/rr/do//2 in cliron. kcivri. coünogr. l. z cle 6 erm. §^7,/ wogunc. !. 5 p. 575. iij/c/er. cliron. Ac/i/i/rc/,> wogunr. cleviÄs. Dietericus/ (Cvnradus) chwrdc den y ian. an. i;?-: zuGe- mü»dc in Hessen gcbohren. Crem vater, Nicolaus Dietericus, war Amtmann daselbst, der aber vorher in krugs-oicnsten gestanden, und in dem Schmalkaldischen kriege bey Lüdovico, Landgrafen von Hessen, wohl gelitten gewesen. Den gründ seiner stuvien legte er theils zu baust/ theils zu Marpurg, und trat an. i;yi eine reise an, einige merckwürdigc örter in Teutschland, Ungarn und Bohmen zu besehen. Hierauf kehrte er wieder nach Marpurg, und continuirte seine llullir xwiolopwcs und n,enio§ica, nahm auch dergestalt darinnen zu, daß er an.i; 9; nacc-iaureu; und -^^s plu. low^ui-r ivurde, da er sieh dann nachgehends hauptsächlich auf das lluclium riieoloxiciim legte. An. i;99 bcrrefflhn der Graf von Svlms, Johannes Gcorgius, nach Laubach, und wurde er bey dessen söhne Philippo, wie auch bey dem Landgrafen von Hcssn, Mauritio, zum feld-Prcdigcr verordnet. In diestm amte reistte er durch Hessen, Westphalen und Geldern; allein, da besagter Graf Philipp erschossen wurde, kehrte er wiederum zu dessen vater, und erhielte, stinem verlangen nach, seine bcurlaubung. Also kam er wieder nach Marpurg, woselbst er auf befehl des Landgrafen, Ludovici des altern, zum unter-o>aco,in verordnet wurde. Endlich, als man an. iü^ die kirche zu Marpurg rcformircc, käme er nebst anderen nach Gleisen, wostlbst man eine neue Universität aufgerichtet, und ward dastlbst riicc>I»!;Ur NcoLMur. Jllchiestr lunÄion blieb er y jähr, bis ihn an. lülg die stadt Ulm zum Slipcrintendcn- tcn beriefst An diestm orte wurde durch seine sorgfalt an. iSro das gymnNiuM gestifftet, dessen oire^ur er 17 iahr mit sonderbarem rühm gewesen. Endlich starb er daselbst den rr merk an. i6;y. Unter seinen fchrissren sind sonderlich bekannt: an^i^üs logics cvLngcliorum 6oni>nicLbum 6c ^ inikicurinnes lc>- ^icL , vrLrn,i.i: 6c clicrcnica:; inlkirurones cLkccbe'icL-; predigten über das blich der weißheic, über den Prediger Salomonis, über die buß-psalinen, rc. mcmor. rti 6cc. 4 9. 4^ lec;. ic. biogr. tl/c.iir. nieinor. eccieli icc. 17 I ; p. 04; 6 cc. Dietericus/ (JohannesConradus) warzuButzbachden iy jan. an. i6ir gcbohrcn. Sein vater, Job. Dietericus, des vorge- dachtcn Conradi Dictcrici brudcr, war erstlich Pfarrer m Butz- bach, und letztlich Superintendent zu Giessen. Nachdem er in unterschiedenen schulen den gründ seiner studien gelcget, continuirte er selbige zu Marpurg, Straßburg und Jena, und zwar nach Jena kam er an. 16)4, und legte sich insonderheit auf die kwnowpkis. sprachen und antiquitätcn, verfertigte auch eine lle ulu IcKinni; lcriprorum prolönorum in il'mi Nti^^ocrL- inglcichen das Ni>ppocr4riciim zur gttüge zeugen. Unterdessen entstunden in Hessen die strcitigkeiten'zwischcn den Fürstlichen Häusern, da er zwar von seinem Herrn nach Hofe bcruffen die wurde, das arcki v m ordnung zu bringen. Allein, er ^langte csth- lieh die freyheit, sich nach Hamburg zu begeben, welches es auch an. 1647 that, um daselbst in ruhe zu leben, sind zugleich stme bibliothec zu vermehren, bis sich die troublen in Mitten. An. 16;; käme er nach Giessen, nachdem die umverglat daselbst aufgerichtet war, und sich viele andere von Marpurg dahm begeben hatten. Hiefelbst verwaltete er seine vorige ?-ot>.-UMn mit sonderbarem rühm, bis er endlich an. 1667 im >; lahre fernes al- ters starb. In was vor Hochachtung dcrsclbige so wohl bey andern, als insonderheit bey Johanne Christiano, Baron von Bomeburg, gewesen, bezeugen die episteln, welche letztgedachker Baron ainhne geschrieben, und Meclführer an. 172; an das ircht gesiellct hat, Alan hat von ihm unterschiedene styrifften, worunter sonderlich bekannt niüiic.^, die Johannes ^ustus Pistorrus nach des Dielerici tobe heraus gegeben; wcv>Lrium -uiior-cum 6c g?c>- gcL^liicun,; brevisciuM ponciticum; tzilcurlus iiilkorico-^oliricus cls pcrcAlgnrrionc gulliorum; 6r«cia cxuiLns, li lle insclicitrrL lupcrio, ris leculi - i» LrLcLrum lirreiLrum ignorAtionc ; LnciguirLkes U<>» MLNL , und andere, wsm, pllilos. clcc. 8- >c. ctisr. biogr. in tlicscr. 9. I V. Dieterlm/ (Wendelinus) wäre ein sirrtrefflicher mahler und baumeister zu Straßburg, welcher verschiedene gute .^wc-clur. Bücher in denDruck gegeben hat. ? « Dietfurt / ein feines Bäuerisches städtlein im Bißthum Aich- städt, wo der fluß Laler und die Altmul zusammen kommen, hat ein eigen Land-gericht, und ein Francrstaner kloster. An. 170; wurde der Kayserliche General Slyrum von den Bayern um tuest gcgend geschlagen. p. zrr. Dierfurtl)/ eine adelicbe familie, welche in dem stifft Ganders- hcim in dem Braunschwcigischen florirct. Deren stam-hauß Dret- surlh liegt an der Bode im Qucdlmburgischen, und gehöret zur Av- tey Quedlinburg. Heinrich von Dictfurth ist Erb-Mar>chall des stiffts Quedlinburg gewesen. Dessen söhn Hairs hat an. 1209 als Schanmburgischer Rath und Land-Drost zu Stadthagen gelcbet. ^I8i. AencLl. tsm nob. Dietherus/ siehe Dietericus. Dielhmnr / siehe Ditmar. Diethinarsen / siehe Drtmarschm. Dietickou/ ist ein dorss mit zugehöriger Vogtey, eine meist unter der stadt Zürich, aufdcr lincken stiren der Limmal gelegen, in die Grafscham Baadcn gehörig. Ware vormahls eine sonderbare Herrschafft und alte Rcichs-lchn der Grasten von Habspurg, welche selbige an. 12^9 an das kloster Weltlagen nm . rio. Dietrich III, Marggraf zu Laußnitz und Landsbcrg, war ein söhn Conradi N. Marggrafen zu Missen, und bekam in der väterlichen erbtheilung die meder-Laußnitz. Er ist an. 1177 mit dem Kayser Fridcrico I, bey dem er in grossen gnaden gestanden, zu Venedig gewesen, als ihneAlerandcr III von dem banne loßgesprochen. Die Lauterbergifche chrvnick meldet, er habe darnals, wie der Pab,c dem die ^ Kayser anfden half, treten wollen, sein schwcrdt gezogen, und jenen durch seine zornige gebcrden dergestalt erschreckt, daß derselbe den Kayser wieder aufgehoben und geküsset. Nach diesem da ihm der Hertzvg von Braunschweig, Henncus Leo, ohne eintzige Ursache ins land fiel, forderte er denselben zu einem zwey-kampffaus, wozu sich aber dieser nicht verstehen wolle. Er hat die schlösset zu Landsberg und Schilda, ingleichen das closter Dobriiug erbauet. Seine erste gemahlin war Dorbcrga oder Dobrogneva, Boleslai Hcrtzogs in Polen tochter, welche er wiederum verstieß, nachdem sie ihm Con- radum gcöohren, der unfeinem immer zu Wien geblieben. Seine andere gemahlin war Cumgunda , Graf Bernhards zu Pleissen tochter, welche ihm einen söhn gebohren, der Bischoffzu Merseburg worden und an. 11 84 gestorben. In eben diesem jähre enoigte auch Dietrich sein leben, und wurde in dem closter Lauterberg, so jetzo der Petersberg heist, begraben, cbd. xLlmwmä p.ro;. Kiwi. islici-ciirori.. lcliLupI. Dieterrch von Landsee und Berg/ eine Freyhcrrliche familie in Schwaben und in der Scbweitz,welche von Heinrich Dietrichen, der um das jahr i z yo gelebet, hergeführt wird. An. 1490 war Sebastian I. u. 0. Rath bey dem Bifchoffzu Costnitz, und hinterließ einen söhn, gleiches namens, welcher die würde eines ober- Marfchalls bey dem capitul des gedachten Stiffts bekleidete,worin- ncn ihm auch fein söhn George fuccediret. Wilhelm, ein söhn dieses letzter», erhielt die stelle eines Raths bey dem Bischoff zu Costnitz so wohl als bey dem Ertz-Hcrtzoge Leopolds von Oesterreich, und nennete sich zu erst von Landste; fein söhn Georgins , Ertzhcr- Loglicher Rath, Ceremonien-Mcister, Almofeniernnd -wc-nu-zu Costnitz, wegerte sich an. 1627 die Bischöfliche würde daselbst anzunehmen, und meng an. 16)4, als vice Probst, mit todc ab. Dieses Georg» söhn,Johann Frantz,Kayferlichcr rcgierungs-Rath zu Jn- spruck und vico QnuvcrneuVzu Costnitz , hat Johannem Josephum und Francifcum Antonium gezeuget. An. 17" war Lotharius Carl Friederich,Freyherr von Landsee,Herr zu Ternegg, Glatt und DirremetstetteN/OLnonicus z» Chlir. Dietrichstein / ein schloß im Hcrtzogthum Kärndten, liegt im obern vicrthcil ohniveit Feldkirchen auf einem hoben berge,und hat allda eine schöne ebene,auch einen grossen fifch-teich; das alte schloß aber stund auf einem spitzigen und steinigten berge. Dieses war vor zciten eine gute festung, wurde aber von Margareta, mgenarmt Maultasch, zerstöret, weil nach absterben Hertzog Heinrichs in Kärndten, ihres vaters, dieses land als ein lehn des Reichs von dem Kayser Ludovico I V dem Hertzoge Ottoni zu Oesterreich verliehen worden, dazu sie vielmehr die nächste erbin zu feyilvermehnte. Es wurde dieses schloß nachgehends wiederum erbauet, aber an. 148; von des Königs Matthiä in Ungarn Obersten Marepeter zum andern male eingenommen und wider getroffenen aecord zerstöret. Von welcher zeit an dieser ort wüste und »»erbauet geblieben. Hiervon führet die Fürstliche linic von Dietrichstein den namkn. ss'N- co^oAr3^Nis vc>« ILLl-nNcsii. Dictrichstein. Das geschlecht der Fürsten und Grafen von Dierrichstein,welche das erd-schcncken-amt imHertzogthumKärnd- tcn besitzen, führet feinen Ursprung von den Grafen von Zeltfchach her, und soll Rcimbcrtus, welcher an. 1008 gelebct, am ersten den titnl eines Herrn von Dictrichstein gcführct, sonst aber, wie Spenc- rus berichtet,in naher verwandtschafft mit den Hertzogen in Kärnd- ten gestanden, und sich des Gräflichen tituls aus sonderbarer mo- llerarion begeben haben. Seine gemahlin war 8. Hema, eine tochter des Hcrtzogs von Kärndten. Reimbertus II leistete dem.ncr- tzoge von Kärndten,Leopvldo,an. 1077 in dem Dalmatischen knege gute dienste, und fein söhn Sigismundus war bey dem Hertzoge Henrico in der grossen expeclirwn, welche er an. n 12 vorgenbin- men. Otto II, Herr von Dietrichstein, befand sich an. 1164 bey Ulrico,Hertzoge von Kärndten, indem Ungarischen kriege, von welchem die genealogie in richtiger ordmmg fortgeführet ivird. Sein söhn Otto III war ein Vater Poponis, welcher 2 söhnehatte, davon jeglicher eine linie aufgerichtet. Henrici feine ist bald wiederum verloschen; RudclinuF aber oder Rudolphus hat die feinigc fort- gepflantzt/und durchfeilte söhne, Ottonem IV und Niwlaum, neue äste aufgerichtet, davon aber des Ottonis seiner wiederum verdorret. Unter Nicolai söhnen setzte Bernhardus den stamm fort, und wurde ein vater Petri, dessen söhn Georgins Pancratium und Mauritium gezeuget, welche wieder neue linien angefangen, und zwar der letztere die linie in Radmamrsdorff/ waldmburg undBiselstätten/ ivelche in feinen enckM wiederum verloschen. Von Pancratio aber stammet die noch letzt florirende familie von Dictrichstein her ; denn seine beyden söhne Franciscus imdSigis- mundils stiffteten 2 linien, die wcipelstättische und HoUenbur- gische/ davon die erstere in den föbiien Francisci, Siegfrido und Leonhardo, sich wiederum in die Rabensteinische und Eben attische eingetheilet,und sollen von der ersten noch einige am leben seyn. Leonhardus, der stiffter der Ebenauischcn linie, zeugte unter andern Siegfridum, einen vater Georg» Albcrti und Erasmi, davorr jener Johannem Albertum hinterlassen, den in den Frantzösisthen kriegen zu ende des 17 seeuli dem Kaystr gedienet. Erafmus hat Si- aismlindum Ludoviclim gezeuget, welchen der Käyscr Fcrdinanous II nebst seinem bruder Johann Balthasar in den Grafen-stand erhoben. Sigismmidils Lubovicus vermahlte sich mit Anna Maria,Leonhardi Helfrici, Grafen zu Mcggau, tochter, welche bm ;o apr. an. 1698 im 88 jähre ihres alters gestorben, nachdem sie verschiedene Ander znr wclt gebracht, darunter zu mercken: i) Sigismundus Helfriedus, Grafvon Dictrichstein, Freyherr in Hollen- bürg, Kayserlicher wurcklicher geheimer Rath, Cämmerer, Ritter hes goldenen vlicsses, der verwittwetm Königin in Pohicn Eleonv- G; rä- 54 die rä, obrister Hofmeister, und der vsrder-Oesterreichlfchen regierunq geheimer raths-virEor, welcher den 2 avr. an. 1698 im 6; jähre seines altcrs zu Wien plötzlich gestorben. Von seiner gemahlin, Maria Jsabella / Hannibälis Fürsten zu Gonzaga tochter, und Claudii Grafen von Collalto wittwc, fo an. 1702 dieses zeitliche gesegnet, hat er hinterlassen Ankonium Francifcum, Kahferlichen Canuner-Herrn und Obersten über ein rcgimcnt dragoncr, so an. 1702 an stincrmCremona empfangenen blessur gestorben, Philip- pum t^>icgfridum und Glindaekarnm,Malteser-Ritter und Kayfer- lichen Cämincrcr. 2) Franuscus Adamus, Graf von Dictrich- siein,Freyherr in ober-Paltzgau,Kayserlichcr geheimer Ratss Cam- mercr,Erbschencke in Karndtcn, Erb-Obcrjägcrmcister in Stcyer- marck und der inner-Oesterreichistchenhof-kammer Präsident. Er starb an. 1720 jm 60 jähre seines altcrs, und hinterließ von Rosina, Georgii Christophori, Grasen zu Trautmaimsdorftochter, etliche kinder. Kcorgius Sicgfriedus, Graf von Dietrichstein, Herr in Landskron, Kayserlichcr Cammer-Herr,der inner-Oelterrcichijchen rcgierung Rath und Laiids-Hauptmann in Steyermarck, hat sich an. 1678 mit Johanna,Frcyin von Hmmann,vermahlet. Dic HoUenburczische linie stifftctc Sigismundus, ein bruder Francisci und söhn Pancratii. Er stund wegen seinerverdienste bey dem Kayser Marimilianol in grossen gnaden. Er ivarsem Rath , Skatt-balter in nicdcr-Ocsterreiey, obcr-silber-Cämmerer und Lands-Haupt-mann in steyermarck , woselbst er die rebelliichen bauren zum gehorsam brachte. Nach absterben Georgii, Scheneken von Osterwltz , des letzten seines geschlechts erhielt er an. i zog das erb-schcneken-amt In Kärndten, und2iahr daraufden titnl als Freyherr. Auf seinem bey!ager, welches er an. iziz zu Wien mit Barbara von Rothal hielte , befanden sich Uladislans,ber 5 dönig von Ungarn, Sigismundus, König von Pohlen, und LudovicuS, König von Böhmen, welche , gute einigtest zu unterhalten, den Kayser Marimilianum besticht hatten. An. 1;, 7 warb durch sein angeben der bekannte 8. Ebristophs-Orden gcstiffter, davon an zei- ncm orte nachzusehen. Als er an. 1 ez; starb, wurde er zu Neustadt zu den füssen des Kaysers Marimiliani begraben, weil der Kayser solches verordnet hatte. Er hinterließ 2 söhne, Sigismundum Georgilim ilnd Adanmin, durch welche der Hollcnburgisiche stamm sich wieder in 2 aste vertheilet. Denn der erstere hinrerließ eine zahlreiche vosteritäl, aus welcher sein söhn Bartholomaus Gnndacka- ruman. 162; gczcugcl, welcher Kayserlicherwürcklichcrgeheimer Rath und oberster Cammer-Herr, auch in denFnrsten-stand erhöhen worden. Er ist zu Augspurg au. 1690 dem; ian. nach geeudig- tcrKöniglichcrkrönuug mit tobe abgegangen , und hat von seinen beyden gemahlimicn keine eheliche kinder hinterlassen. Daher er an sohneS statt seines brudcrs Ottonis Henri« enckel, einen söhn Ot- lonis Fcrdinandi, Ferdinandum Gundaekarum, Kayserlichen Cämmerer und Rcichs-Hofrath, angenommen. Des Gundackari bruder war Cbristianuö , Graf von Dictrichstcin, welcher zu Nürnberg den zi aug. au. 1681 gestorben, und von seiner,gc- mahlin, Maria Elisabeth / Frcyin vonKbcvcnhüiler / 2 rochier hinterlassen/davon Anna Aniaiia an Marimiliannm Eras- mum / Grafen von Zinzcndorff / und Susanna Elisabeth an Fricdericum Adolvhnin von Haugwitz/ Königlieh-Pohinifchen und Chur-Sachsischen Obcr-Aiarschall / vcrheyrachct worden / die aber beyderseits bereits gestorben. Adamus/ Ligismundi anderer söhn,von dem hernach, zeugte unter andern Franeiscum und Lst- grsmlindum, von welchen dieser das geschlccht fortgepstantzet,jener aber den geistliche» stand erwchlt, und wie aus seiner gleich folgenden lebens-beschreibung zu ersehen, seines bruders söhn Manmstia- num, zmn erben seiner guter und der erlangten Fürstlichen würde eingelebt, welcher an. 1 ü; 1 von dem Käufer Ferdinands II in dieser Fürstlichen würde nicht allein vor sich, sondern auch vor seine nach- komen die confirmation erhielt, doch mit dein bedinge, daß jedesmal der älteste von denselben den Fürstcn-dic andere aber den Grafcn- stand führen folten. Dcr Kayfer Ferdiuandus III, dessen wie auch seiner gemahlin oberster Hofmeister er war, brachte es auf dem Reichs-tage zu Rcgcnspurg an. ,6,-4 endlich gar dahin, daß, ohn- gcachtet er keine immcdiate Reichs-gütcr hatte, er doch zum sitz und stimme im Fürstcn-rath, wiewol nur vor sich, nicht aber vor'seine nachkommen, zugelassen wurde. Er starb den 6 nov. an. 16;;. Mit seiner ersten gemahlin Anna Maria, Fürst Carls von Lichtenstein tochter, zeugte er i1 kinder, davon einige in ihren jungen iahren verstorben; mit feiner andern gemahlin SophiaAgnes,GrafWolf- gang von Mansfeld tochtcr^aber 2 söhne und so viel töchtcr, ncm- lich Mariam Josepham, esophtam, Franeiscum Antonium, so sich in die focietät Jesu begeben, und Philippum Sigismundum, Grafen von Dietrichstcin. Dieser, der den; inl. 171s verstorben, war Kayserlichcr Cammer-Herr Hatfchicr-Hauptmann, würckli- chcr geheimer Rath und obcrst-Stallmeister, stund bey dein Kavser Carolo VI in grossen gnaden, und zeugte mit seiner gemahlin Elisabeth», Freyin von Hoffmann, 1) Mariam Annam, an. 1681, so an. 1720 an Johanncm Wenccslaum, Grafen von Gallas, vermählt worden , und an. 1704 gestorben; 2) Sophiam, so erstlich an Franeiscum Eujebium, Grafen von Pötting, hernach an Wen- ccslaum Ferdinandum, Grafen von Lobkowitz, vermählt worden; ;) Mariam Ernestinam und 4) Enianuclein Joscphum Johanem, so den 18 mart. an. 1698 gebobren worden, und 1711 verstorben. Aus der andern ehe mit einer Gräfin von Flasching find keine kinder gefolgt. Alis der ersten ehe des Marimiliani sind zu merckcn, Anna Frcmeisca, so Graf Walters Leslc; Johanna Beatrir, so Fürst Caroli Eusebii voll Lichtenstein; Eleonora, so erstlich GrafLeonis Wilhclmi von Kaunitz, hernach Graf Friedrichs von Oppersdorf; ferner Maria Clara, welche Graf Johann Fridrichs von Traut- mannsdorf, und Maria Theresia,so Graf Carl Mains von Mans- die feld gemahlin worden; desgleichen Ferdiuandus Jofephnö, webet) er den Fürsten-stand fortgeführet, und Marimilianus, Grafvott Dietrichstein. Dieser wurde oommsnUeur in dem. Calatravijchen Ritter-orden, und nährn feinen sitz zu Jglan in Mähren. Erstarb den 4dec. an. 1692, nachdem er mit seiner gemahlin Maria Justn na, Graf Egmonds von Schwartzenbcrg tochter, gezeuget Aemi- lianum, so an. 1678 gebohren, und dem Vater in der Calatravischen eommsncis, so schon über eov zahr bey dieser familie, succediret, Julianunr, so an. 1680 gebohren; ferner Ambrosium, welches Domherr zu Olinütz worden; JnnocentiumMaltheser-Ritter und Andream Jacobuiu. Ferdinanduö Joftphuö, Fürst von Dietrich- stein zu Niclasburg, Erb-schencke in Kärndtcn, und Erb-land-Ja- ger-meister im Hcrtzogthiim Steycr, Kayserlichcr Cammer-Herr, geheimer Rath, des Kaysers Leopoldi nnd dessen gemahlin ober- Hofmeister, erlangte die in dem Ocsterreichifchm krcyse gelegene Herrfchafft Traps mit aller ober-herrkchkeit, und wurde darauf den 4 oct. an. 1686 zu Rcgcnspurg aufdem Reichs-tage in den Für- sten-rath zur ftßion und stimme eingeführet. Er starb den 24 nov. an. 1698, nachdem er mit feiner gemahlin Maria Elisabethen Fürst Johamüs Anwnii von Egacnberg tochter, 17 kinder gezeuget, davon zu erwachsenen iahren gekommen, 1) LcopvlduS Jgnatius, Furir voii Dretrichstein zu Niclasburg, joden 18 aug. an. i6ü<- gevohrclhuud an. ^708 dem; in!, als Ken-jerlichergeheimer Rath, Cammer-Herr, oberster Stallmeister,und Ritter des goldenen vlies- ses, verstorben. Er vermählte sich an. 1687 mit Maria Dorothea Cbristina Godofrcda,Caroii Theodori Ottonis,Fürsten von Salm, tochter,und zeugte mit ihr Annam Mariam Josepham Franciscam Jacobinam, die an. 1688 gebohren, an. 1697 aber wiederum verstorben , desgleichen Mariam Joscvham Fclicilatemsso den 1; sept. an. 1694 gebohren, und im mertz 1711 zu Neumarck aufdcr reise nach Aachen mit rode abgegangen. 2) Erdmuth Theresia Maria, welche Fürst Johann Adams Andreä von Lichtenstein gemahlin undden8 um. -7-2 verwnnbr worden. z)CarolusJosephus,so den 17 jui- au. i66z gebohren,und als Karsscrl'.cher Gencral-Maior tv>e auch Louvcriicu- zu Eoprainitz, ohne kinder von seiner gcmah- lin Elisabeth, Gräfin von Hcrbersteiwan. 169; gestorben. 4) Wal- thcr Lavcrius Anronius, Fürst von Dietrichsiem, ward gebobren den -8 sept. an. 1664, und folgte seinem bruder an. 1708. Mit seiner ersten gemahlin Susimna Liboria/gebohruen nnd verwittweten Freyfrau von Zastrzizcl, fo den 8 apr. an. 1691 gestorben, halte er keine kinder; von der andern aber, Carolina Marimiliana, Graf George Christophs von Prußkowa tochter, so ihm an. 169 z beygelegt worden, wurde er ein vater Maria Josephä Antoniä, den 29 jliil. an. 1694, Mariä Rofaliä Theresiä, den 29 jul. an. 169;, und auch etlicher söhne, LNNLl. u. 1.1.1. c. 5, L-r/Lr»«- gc„ie,>IoA ^>. 175 . II. Kilt.c. 21 LTrü»« gcncal Oil,rriclist. Lttcc/ün. Dietrichstcin (Adam Hcrrvon) Kaysers Maximiliani II Rath / Cämmerer / und Gesandter in Spanien / wie auch Kaysers Nudolphl ll obrister Hofmeister und geheimder Rath / war em söhn Sigisimmdl / Herrn von Dictrichstem/ und Barbara Frcyin von Rothest/aus dem schloß zu Gratz den 7vct. 1927 gebohren. an. 1 <47 kam er in die cuffcre hosstadt Kaysers Fcrdinandi I, welcher ihn an.i;48 selnemsohnMarimlllano als einen Mundschenckeii zugab / und mit tu Spanien zu dem beylager derJnfamin Maria schickte.AlsMarimiliaiius wieder ausSvanicnrclscte/saiidlcer ihnvorauzumKayserCarolo V nach Jnspruck/ und zu dem Könige Ferdinand» nach Grätz , ernennte ihn auch zu seinem Cammcr- Hcrm. Au. izze schickte >h» Marimilianus zu seriicm vater Fer- dinaildo aufdcnRcichs-tag nach Augspurg/einige irrungen zwischen vateruiid sohn beyzulegen / so er auch mit beyderseits zufrie- denhcit verrichtete. An. , sandle ihn vorgedachie Jnfanlin / damahls bereits Königin in Böhmen / nach Rom zu Pio V, und der König Marimilianus gab ihm drcycrley zu verrlchkenmlt:i)daß ivcil jich vielevon der Catholischcn rellgion begeben/nachdem die comiiimrio ti>b mr^<;uc abgestellet / der Pabsi die adsteüung wo nicht gar aufheben/ doch aus das wenigste verschieben wolle. 2>Weil die Geistlichen durch ihr leben viele leulc von der Catholischcn rellgion abschreckten/sie die crlaubniß zu hcyraihen bekommen möchten.;) WeildicMalihcjcr-Ritter die kcuschheit schweren müsten/sclbiqe aberubelhielten/ daß ste alleini«?rr,moi>iLicmschweren sollen. Ob er sich mm gleich sehr darum bemühet/hat er doch nichts anders zur antwort erhalten / als daß man es aiif künfftiqem Con- cilio m crwegling ziehen wolle. Nach seiner zurückkmfftbestellte ihn derKönigMarimilianns zu seiner gemahlin obcrstcmSkallineister / und als Kayser Ferdiuandus Ian. i ? 62 Lconharden von Harrach / wegen der Römischen Königs wähl in seines sohns Marimiliani nahmen zu den Churjlirstcn als einen Gesandten abschickte/ ordnete Marimilianus den von Dietrichstcin ausgleichet- ursachedahin ab/und weil damahls dem Könige ein Etch-Hcrtzog gebohren worden / mustc er bey ihm zu gevaliemstehen. An.' 156; machte lhn Konig Marimilianus zu seinem obersten Cämmerer mit dieser be- dingnng/daßcrmitseliien beyden ältesten söhnen/denErtzhcrtzo- gen Rudolpho nnd Erncsto / reisen / und ihm das obcr-Camme- rcr-amtvorbehalten werden solle. Einwenig vorbeyder Ertzhertzo- gen aufbruch/ ernennete ihn der Kayser zu seinem Gesandtem» den Spanischen Hof / und Marimilianus bestätigte ihn nach des Kaysers Ferdinand! absterben darzu / welche ^md-nLöe er rühmlich abgeleget. An. 1569 erhielt er von dem Könige den Ritter-orden von Calatravasamkder LomaieML .«eicLnil?, und hatte er diesezeik übergroffeimihc/dcn KayserMaximilianunddenKönig Philip- plnn/jomlt eigenhändigen schreiben wegen verstammg des freyen rcligions-excrci-,, bey dcnOesterrcichischenständen hart an einander gekomen/wieder jn gute verstanduüß zu bringen. Dergleichen ficiß -rauchte die brauchte er auch in den Niederländischen unruhen/indem der König mit scharffe wieder die Protestanten verfahren ließ/derKayser aber der meynung war/daß man mehr mit nachsehen und gelinden Mitteln ausrechten wurde. An. 1571 brachte er seinedeyde Ertzher- kogeaus Svanien wieder in Teutschland undandenKayserlichen Hof mtt solchem rühm / daß nicht allein die Kayserlichen eitern darüber eine sonderbare frcude / und die Unterthanen einen grossen lrost hatten / sondern auch Pabst Pius V ihm aus eigenem antrieb rin gratulations-schreiben deswegen zuschickte. Er war aber kaum allda angelanget/als erschon wieder als Ambaffadcur an den Spanischen Hof/ nachdem er vorher geheimer Rath worden / gehen müsse/ iedoch mit vorbehält fernes obersten Cammerer-amts beydem Kayser und der obersten Hosmeisters-steüe bey dem Ertzhertzoge Rudolpho.Noch selbiges jähr berußte ihn der Kayserwieder zu sich/ da der König Philippus ihn bestens recommendiret/und ihm eine lange instruktiv» von eigener Hand /was er dem Kayser seinetwegen vordringen solle / mit gegeben. An. 1572 hieltersich beyderUUga- rischcnkrönnngRudolphtsehrwohl/undbcwießdenStändendurch eine stattliche schriffk/ daß fie schuldig gewesen / den Ertzhertzog Rudolphum noch bey ledzciten seines vaters/ worüber es einige schwieriqketten gesetzt / als einen erben anzunehmen. An. ^75 siel die Herrschaft! Njcläsburg in Mahren (so die Herren von Lichten- ssein über roo jähr gehabt/und hernach denen von Kcretschimver- k ausser) durch absterben Christophs von Kerelschim / als letzten geschachtelt geschlcchts / dem Kayser Maxiiniliano als ein lehn heim/ womit derKayserihnbelehnte / und miteigenerhand die Verordnung that/daß die Böhmische expedition dieses lehn frey machen solle/woraufer zum Böhmischen und Mahrischen Landmann an- gcnomen wurde.Ebedicsesjahrsetzte ereine schrifft wegc der erbliche gerechtigkeit ans Königreich Böhmen auf/undstelltesiedem Könige Rudolpho zu / wohnte auch desselben Römischer crönung als sein oberster Hofmeister bey/und behielt das oberste Hofmeisteramt biß an sein ende. Als er an. i; 8« seine Unterthanen zu Niclas- burg resormiret/ gratulirtcihm der Pabst GregoriusXIII durch unterschiedliche schreiben darzu.An. 158; ward er samt semem söhne Maximiliano zum Ungarischen Landmann angenommen. An. i z88 hatte er garviel mitdererledigung Ertzhertzogs Marimiliant inPohlen zu thun/ und hielt den Spanischen hierzu deputirten cx. rrssrUin-ir Abgesandten / Hertzog von Sadioncta/ inseinem Hause Lost-frey. Endlich als er der ruhe zu Niclasburg genieffen wolle / larb er den 1 z jan. an. 1; 90/ undward zu Prag zu den füssen Kay- ersMarimilianill- glelchwieseinvatcrSlqlsinunduszuden frisch Kaysers Maximiliani I, begraben. Seine gemahlin war Margarethades von Antonii^Cardonaaus dcnHertzogenvonCardo- naentsprossen/undMaria llcNeque 5 en,GräsinvonTrlvenw tochter/ mit welcher ersichan. izzz vermahlet/undfolgende kinder gezeu- oct: i) Mariam/ welche in Spanien ans des Königs Philippi II frauenzimmergcheyralhet;ihr erster gemahl warBalrhasarcicU Cerda / Graf von Games / nach dessen absterben sie sich mit dem Marggrafen von Navarres des letzten Großmeisters des Ordens von Mondeyar/sohneverehlichet ; 2) Annam / so gleichfalls aus des Königs Philippi II frauenzimmer / mildem Grafen von Villa- nucva verheyrarhetwordm. z) Maximilianum / GrafenvonLico- va/ Kaysers Rudolphi Cammerer / Ertzhertzogs Ernestioberstcn Stallmeister/ Ertzhertzogs Alberti obersten Cammerer / Rittern von Calatrava /Commendatorn zu Canaveral/so an. 1602 gestorben / und vonseinen beydengemahlinnen Helena Cratzischen Johannis Cratzisch/des Königreichs Ungarn obersten Hofmeisters/ «intzigen tochter und erbin / wie auch von Jaguclina von Bossu aus den Niederlanden keine kmder hinterlassen. 4) Franciscum / welcherBischoffzuOlmütz/des H. Röm. Reichs Fürst und Cardinal geworden/ vondemhernach;)Siqismuildum/ Ertzhertzogs Ernesti Cämmerern und des Marggrafrhums Mähren unter- Cämmcrcrn/welcher mit jotzanns gc t- siingeschlecht forcqe- , pfiantzet. 6) Hippolitam /wclcheaus des Königs Philippillfrau- enzimmcr in Spanien vcrheyrathct worden / und -PBeatricem/ so mit ihrer mutter aus Tenkschlandnach Spanien gezogen / in das frauenzimmer Königs Philippi III gekommen und allda mit dem MarqqrasenvonMonvejarsich verchlichet/auch nachdemsiefich viel jähr zu Madrid im kloster aufgehalten/zu der Königin aus Ungarn/Jnfantinaus Spanien/ oberstenHofmeisterincrnennet worden / ^wachhcit halber aber dieses am nicht bedienen können/ sondern indemzuAlcalavonihr erbauten und fundirten klo- sser begraben worden. Lkei-e-rz-üLs- »nnsies keritinLiiö«, k. z sä »n. 1590. öcc. Dietrichstein / (Franciscus Fürst von) Cardinal und Bischofs zu Olmütz, war ein söhn Adami Freyherrn von Dietrichstein / und Margarefhä von Cardona , die ihn an. 1 e 7° zu Madrit zur weit gebracht. Nachdem er die pMotoptzie zu Prag,und die rkcoiogic ru Roin im Teutschen coll-Z-o studiret / ward er csnonicus zu Olmütz und Clementis VIII Cammerer, der ihn zu einem dolmetscher §6 brauchte, wenn er mit der Ertzhertzogin Margaretha, Königs Phi- ltppi III in Svanien braut, redete, als er selbige an. 1998 mit dem Ertzhertzoge Alberto,als des Königs Bevollmächtigten, zu Ferrara zusammen gab. Nach seiner zurückkunfst in Teutschland, ward er noch im voraedachten jähre Probst zu Leutmeritz, und kurtz darauf Bischoffzu Olmütz, wodurch erzugleich den Fürstlichen ckarsetcr, und den titul eines Grafen der Böhmischen capellen erhalten. Vorerwähnter Pabst machte ihn zum Cardinal Priester mit dem titul 8. Sylvestri in c-mpo ,vlsriio 10 er hernach mit dem von n. trsns I'vbcnm verwechselt, und der Kayser ernennte ihn zum kro- reüor seiner erb-Königreiche und länder. Die zwistigkeiten zwischen dem Kayser Rudolpho und demKönige Matthia HE er bey- die 55 legen, und überantwortete an. i 6«8 im namen des Kaysers dem Kvmge Marthiä die Ungarische crone im fteyen feide. Nachge« hends wurde er in unterschiedenen gesandschaffren gebraucht, und war z inal i-egLmx ä t-cere-, nemlich an. l öoo bey des Ertzhertzogs Ferdinandi Vermahlung, mit Maria Anna Hertzogin aus Bayern, bey des Königs Matthiä, mir der Ertz-Hertzogin Anna an. iön, und bey Komgs Ferdinandi III mit der Maria an. iLzi, welche ; hohe braut-pgare er zusammen gegeben. Er hatte auch die ehre,die Kayser Matthiam und Fcrdinandum II als Könige in Bohmen zu cronen, und so wohl den Ertz-Hertzog Ferdinanduni. an. 16zals die Ertzhertzogin Mariam Annansan. iSj4 zu taufi- ftn. Er war4 mal uircüur in Oesterreich, und begleitete die Kay- serin Maria zur Unterredung mit ihrem bruder, dem'nt 4 mo°„ Fcrdinando, nach Passau. Bey dem Kayser Rudolpho II war er DircÄor im geheimen Raths-collcgio, undbey den nachfolgenden z Kaysern würcklichergeheimer Rath; halffauch z Päbste Leonem XI. Paulum V, und Gregorium XV erwählen. An. 1620 ward er Landes-Hauptmann in Mähren, weil aber dazumahl, die Mährische unruhe angieng, so ward er von den rebelten zu Brünn gefangen gehalten,die, ob sie ihn gleich bald loß liessen,dennoch Mnc guter einzogen, und ihn seiner ämter entsetzten. An. 1602 fielen nach seines andern bruders Grafen Mariiüiliani absterben ohne linder, alle dessen Herrschaffttn aufihn,die er also vermehrte,daß er davon den Fürstlichen stand führen tonte. Er erhielt auch darauf von dein Kayser den Reichs-Fürstlichen cksr-ser mit der begnadi- gung, daß ihm frey stehen solle, einen seiner vettern bey der Fürstlichen wurde zu s-toptiren; worauf er seines ältesten bruders St- gismundi söhn Marimilianum zum erben so wohl der Fürstlichen wurde, als auch aller seiner guter und Herrschafften eingesetzt, welches an. iüzi vvndemKayser bestätiget und verordnet worden, daß allemal der älteste söhn weltlichen standes in absteigender linie den Reichs-Fürstenftand besitzen solte. Vor die Beschösse zu OK mutz hat er das von dem Könige Courado ihnen verliehene müntz-- recht vom Kayser Rudolpho II wiederum confirmirt bekommen» Als der Kayser an. i 6;6 aufdcm Reichs-tage zu Regcnspurg war, führte er unterdessen das ja ober-und nieder-Oester- reich, und da er im gedachten jähre zum Landrecht in Mähren reifere , wurde er zu Olmütz kranck, und starb zu Brunn den 19 stpt» worauf er zu Olmütz in dem Dom begraben wurde. Sein leben hat ein Jesuit George Dinginauer; jähr vor seinem rode beschrieben, so aber nicht gedruckt worden. annsi. c«/-» 4 « elog. lleroum ex Oicrriclill tsin. epilc. Vloixv» sp. Lucelüiuw. Lero/ 4 . p. ;Sz. ciuercs §. sä 6. 19 5 cpc. Dietz/eine stadt an der Löhne in der Welkerem,dem Fürsten von Nassau-Dietz gehörig. Sie hat ein gedoppeltes hohes schloß, und nicht weit davon das schloß Oranienstein, dabey ein thicr-garten und lachsfang/ingleichen ein schöner-Iust-und baum-garten ist. Es ist eine eigene Grafschafft, welche an beyden selten der Löhne lieget, und vor altcrs wegen thres reichthums die göldene Grafschafft ge- nennet worden. Sie hatte ehemals eigene Grafen, davon der letztere,namens Gerlach, ein söhn Gebhardi, an. i; 88 ohne männliche erben mit tode abgieng. Seine tochter Iuta heyrathete Aböl, phum,Grafen von Nassau,einen söhn Johannis und bruder Engel- berti, von welchem die von Oranien und Dillenburg herstammen, und brachte ihm die Grafschafft Dietz zu. Adolphus versetzte sie fernem bruder Engelberts, und als er nur eine tochter Jutam hinterließ, die an Gottfrieden von Epstein verheyrathet wurde, so entstund nach ihrem tode zwischen diesem und Engelberts ein streit, welcher an. 1440 dergestalt beygeleget wurde, daß die hclffle der Grafschafft an die von Evstein, die andere aber an die von Nassau, kommen stsste. Die von Epstein versetzten nachgehends ihr theil an die von Catzen-Ellnbogen, und als an. 1479 diese familie ausgegangen , kam Dietz nebst den andern gittern an dieLandgrafcn von Hessen, welche endlich, da der streit wegen Catzen-Ellnbogen an. ;;;7 beygeleget worden, das 4 theil von Dietz denen von Nassau LlberlHsLN. cliron. Opus tier. j. z c. rz §. 6. I§. ?. 1.1- 5 c, 6 h. z n. 2;, 24. betcllreib. blellcti. P. r c. .. Dietz. Die linie der Grafen und Fürsten von Nassilt-Dietz ist von Ernesto Casimiro, einem söhne GrasJohannis des ältern von Nassau, aus erster ehe, welcher an. i;8z gebohren, und in der väterlichen landes-kheilungdieGrafschafft Dietz und Nassau an. 1606 her kommen,aufgerichtet worden. Er wurde au. 1607 Feld-Marschall über die armee der vereinigten Niederlande,und nach seines ältesten bruders tode an. 1620 Statthalter in Wcst-Frießland, Groningen und Ommeland, endlich aber ward ervor Ruremond an. i6zr erschossen. Mit seiner gemahlin SophiaHedwig, der ältesten tvch- tcrHertzogs Henrici Iulii zu Braunschweig, hat er an. 16,1 ge- zeuget 1) Henricum Casimirum, welcher Statthalter in Frieylanö und Groningen, auch Land-Commenrhur der deutschen ordens- balley worden; er wurde aber an. 1640 aufdcm forrNassau in Flandern verwundet, davon er am 4 tage starb; 2)Wilhe!mum Fridericiim, an. i« 1Er succedirte seinem bruder m der statkhal- terschafst von Frießland, buste aber durch einen in den mund empfangenen schuß von einem unvorsichtig-angegriffenen pistoil zu Löwarden den; ock. an. 1664 sein leben ein. Seine gemahlin Al- bertina Agnes, Henrici Frideriei, Fürsten zu Oranien tochter, hat ihm an. i6;7gevohrenHenricum Casimirum, der ihm succedirte, und an. 1654 Ämaliam, Hertzog Johann Wilhelms zu Sachsen- Eysenach erste gemahlin, so an. 169; gestorben. Henncus Casimi- rus, Fürst von Nassau, rc. Erb-Statthalter in Fncßland, Groningen , Ommeland und Drenthe, auch General über die milch dieser Provintzm, starb den r; markt an- rüyo,und hinterließ von Ama- 56 die lia,Fürst Iohannis Georgii zu Anhalt-Dessau tochter, Johannem Wiihelmum Frtsvnem, Fürsten zu Nassau-Dietz und Erb-Statt- haltcm in Frießland, rc. so an. 1687 den 4 aug. gebohrcn, und 7 Printzeßinnen /Davon die letztere erst nach des vaters tode auf die Welt gekommen. Johcmncm Wilhelmum Frisonem setzte König Wilhclmus III von Engelland an. 1702 zum erben des Hauses Oralsten ein, daher er den rittst eines Printzen von Oralsten gesüh- rct. Er war Erb-Statthalter in Frießland', und General der Holländischen infantcrie / ein Herr von grosser Hoffnung / daer den 24 jul. 1711, als er aus Flandern nach Holland gehen wolle / und in dem Sas von Steven oder dem sogcnanten Bistöock, nahe bey der statt Moerdyk übersetzte / im Wasser umkommen muste. Seine ge- mahlin Mariam Loulsen / Landgrafs Caroli zu Hcssen-Cassel toch- ter, hinterstester schwanger/ welche den 1 sept. 1711 Wilhelmum Carolum Hcuricum Frisonem zur weit gebracht/vorhero aber auch schon den 1; oct. 1710 eine Printzcßin gcbohren hatte. ^ Dien / cinc Frcyherrliche familie am Rheine/ welche von Ot' tone / der schon um das jähr 610 den Frcyherrlichen littst geführt- hergeleitet wird. Sein söhn / Dicrhcr / ist ein berühmter kriegs- Held gewesen. An. 1 zoo lebte Werner / Herr zu Arbeck/ Erbmar- schast derGrafschafft Dietz / Burgnumn zu Dich/ Limburg / Cam- bcrg/ Molsben; und Montabour; dessen enckel, namens Otto/ hat um dasiahr 1409 die stelle eines Oboisten / wie auch eines Haupr- manns der nieder-Rheinisthcn Rrttcrstyafft vertreten. Dicther diente anfangs als Obriuer in Franckreich / ward aber hernach Rath bey Cbur-Trier, und starb an. im 4. An. 1704 hat sich der eintzigc übrige zweig Philipp Adam / Freyherr von Dietz / Herr zu Ardcck, und Erbmarschall der Grafschafft Dietz / mit Maria Sophia Köthin von Manschest) ehelich verbunden. v. rsb. iy4 Dietzmami / Marggraffin Mcisscn und Laußnitz, wie auch HcrrzuLandsbcrg, wär'an. 1270 gebphren. Lein Vater war Albertus bengenannt der unartige,Landgrafin Thüringen; die Mutter aber MargarethcyKavstrs Fridcrici II tochter. Er ward wegen seines unartigen vaters nebst seinem bruder Marggraf Friedrichen mit dem gebissenen backen bey Marggraf Dietrichen zu Massen erzogen. In dem kriege seines vaters mir seinem bruder/gedachtcm Friedrichen / imdikmi', schlug er an. 1291 MarggrafHanstn von Brandenburg bey Massen aus dem selbe, und erlegte bey zooo feinde. Nicht weniger hielt er sich iin kriege wider den Kanscr Adolph tapffer, dahero er vielen Nachstellungen untcrworffen war. Als er ciusmals bcv Zwickau iagte / wurde er / auf anstissten des Merseburgifthen Bischoffs / vonHeinriclicn von Harras und feinen bewaffneten überfallen, er schlug sich aber durch/' und brachte den gedachten Harras gesanglich mir nach Leipzig. An. iz °7 überfiel er den Abt zu Pegau / vcrbrandte dic stadl und plünderte die kirchc, weil derselbe mit den Kavferlichen wider ihn conspirirct. Endlich ward er noch dasselbige iahr in der Christnacht in der 8. Thomas- kirche zu Leipzig / als er feine andacht verrichtete / von einem Meuchelmörder vor dem altaretödtlich verwundet/ woran er am; tage starb / und in der Paulmer-kirche daselbst begraben wurde. Der thäte» / welcher mit qlücndcn Zangen gerissen / und endlich gerädert wurde,soll von GrafPhilippcn von Nassau,KayserlichcinGeneral, dazu erkaufst worden scvn, wie denn MarggrafFricdcrich, um den tod seines brudcrs zu rächen, in der schlacht bey Lucka im Ostcrlan- De,als er GrafPhilivvum erblickte, auf ihn lost raun,) zu feinem Adel faacnde: das ist der bösewicht/durch dessen anstissten mein bruder jämmerlich hat sterben müssen/) und ihn nach einem laugen gefechtc erlegte. Als man an. i;8c> zu Leipzig die maucr erweitert, ist Dietzmanns grab eröffnet, und darinnen seine grosse Hirnschale nebst einem langen braunen haar gefunden worden, so annoch vonder-czcll,mic daselbst, nebst andern seinen gebei- nen, verwahrlich aufbehalten wird. Im übrigen hat Marggraf Dietzmann von seiner gcmablin Jutta, Gräfin von Henncbcrg, keine kindcr hinterlassen. Rrsr-cr-t; in nrigni. lUr.. im kslmvVLltl. L7ok«ss.l. 2 c. ZZ. cliron. tlcnburg. Dieu / (Ludovicus llc) war zu Vlißingen, woselbst still Vater, Daniel 6e Die», Prediger war, den 7. apr. 1590 gebohrcn. Er studirtc unter Daniel Colonio, sonst von Ceulcn genannt, seiner mutier bruder, welcher uroLNor in dem Wallonischen coNcZl» zu Lcydcn lvar, und wurde zum Prediger nach Vlisiingcn beruffen, welches ambt er zwey jähr verwaltete. Von dannen kam er nach Leyden, woselbst er nebst seiner Mutter bruder in dem Wallonischen collcgio lehrte, und bey diesem dienste biß an sein ende verblieb. Er wurde zwar vorher an des Unccnbogardi stelle zu einem Hof-prediger nach dem Haag beruffen; er wolle aber solches, weil er noch jung war, nicht annehmen, wie er denn auch hernach die stelle eines umsellottr rii-ologia: aufder Universität zu Utrecht aus- schlug. Seine frau war eine tochter eines Rathshcrrn zu Vlißin- qen, Heinrich Begards, mit deren er 11 kindcr erzeuget. Ein söhn bar zu Leiden in der Medicin practiciret, der andere ist Prediger zu Woubruggc worden-Der i"c-llcus hat 2 söhne hinterlassen,der einte hat die professon seines vaters, Verändere hat sich aufdie ju^ ge- lcgct. Er starb an. 1S42, und hinterließ unterschiedene schrifftcn, Nemlich commenc. in IV cvLiigelm; snim-iciverfioncs in LÄL ?>po- stolorum ; /ipocal. s. sob-niii; clisrLÄcce 8)r-> L I4et>cL0, cum vcr- stonc ttatins, noris illuiirLram ; lnfiorism yzlirilii öc ketri, kcrfice sb kiicron. Xsvicr; mulkir menllis contsmin-nsni, snimsciverfionl- tzus nokLkLm ; rullimenkLÜnAuA: kcrfic«; ^rzmmLcicL ltcv/LL com- penll.; grsmmLricLm tingurrumorienrsl ; commcm. ln essli. ?suli sll Nom^n. cum tpicücgio in relic^uu; esu;ä. apolkoli 11: L csrbolicSL epillolss; commeni in V.M. g^>fiorism. riieolog. 1.uciovicl fie Oicu. in llisr. d'g Dieuchtdes/ von Megara, ein »>Kor,cus. Man weiß welch rvenn er gelebcr, sondern nur, daß er eine Historie von semem lande geschrieben, welche von den alten öMers angeführet wird. West sie verschiedener bücher davon erwehnen , so ist zu schnefsen , daß selbige ziemlich weirläuffig gewesen. e/e»r. t., öc z.Mow. D-0F. in 8o!one > e/c, ^ Die,/ (Philippus) ein Portngesischer Francistaner-Mimch, lebte an. i;8o und 90. Er war wegen seiner frömmigkett,gelehr-- samkcit und guter art zu predigen berühmt, und starb zu Lala-- niauca. Man hat von ihm 5 oder 6 voiumms seiner predigten, welche in verschiedene sprachen übersetzt worden. biki. Digby/ (Kcnelmus) ein berühmter Ritter in Engelland, war aus dem geschlechte gleiches namens, welches von Eberhard Digby zu Tilton, der unter des Königs Eduard! IV in Engelland rc- giermig gelebt, entsprossen. Nachdem er seine jugcnd auf der Universität zstOrsvrd in dem colfcsso von Gloccstcr zu erlermmg der benöthiqten wiffcnschafflen angewendet, trat er eine reist nach Franckreich, Italien und in andere ländcr an. Nach seiner zurück- kunfft wurde ihm die^n»rgc eines Admirals über eine kleine kriegs- flottc aufgetragen. Lvlchem »ach schiffte er im Oceano und dem mittelländischen meer biß in Egypten viele monar herum, föchte auch mit einigen stünden nicht unglücklich, dadurch er sich nicht wenig rühm erwarb. Der König Iacovus m Groß - Britannien schlug ihn zürn Ritter, dabev ihn derselbe, weil er keinen blossen degcn ansehen kontc, an statt des achstl-schlagcs bey nahem die äugen gestochen hätte, wenn nicht derHcrtzögvon Buckirgham das schwerst anders gelcncket hätte. Von einem Carmeliten, der aus Pcrsicn gekommen, erlernte er ein gewisses von Vitriol zugerichtetes pulver, mit dem er wunderbare euren bey den blessmcN anstellere, wie davon die Nachricht in seinem buche >uminz, von anserlestnen msniaccipris verehret, der gelehrten weit aber verschiedene schrifften mitgetheilet, unterdcnen, ausscrdcn abgedachten, cvlicxzuium^cum t'a/mmL cjUSciAm iltutkri cte relißivnis llcicctu; c> llc plsnrsrum vcgerskionc > Lcc. Er war Mls eiNtM sthk alttti Adelichcn geschlechte, und findet man/ daß sein älter-vatcr, Eve- rard Digby, mit »och 6 seiner bruder in der fläche von Besworkh vor Heinrichen den VII wider den uiurpsror Richard III gefochten hat. Sein vatcr, der ebcnfals den namen Everhard führte, kehrte sich nicht an dieses epcmpel der treue, verlohr aber darüber den kopssin der vnlver-conmi,Li>on, wider Jacob I. Allein der söhn löschte dicstn flecken bald aus, und fetzte sich bey diesem Könige in solche Hochachtung, daß er ihm seine guter wieder einrämnckc. Eben sowohl und noch besser war er bey Carl dem I gelitten, der ihn zum General-Intendanten feiner fchiffs-armeen, und zum Louvcrncuc des sce-.arstnals znrH. Drcyfaltigkeit machte. Er gab ihm erlaubmß, wider die Vcnctiancr in seinem namen rcvrel- salicn zu czcbrauchcn, da er denn sehr glücklich war, sich vieler schiffe bemestrertc, und da sie ihn ohnweit Alcranbricn mit ihrer sce- macht angriffen, schlug er sich mit seiner kleinen flotte durch, und brachte seinen raub davon. In dm sprachen und wisscnschafftcn erwarb er sich einen ungemcinen namen, und ward ein guter vkiio. topiiux. Er machte verschiedene Übersetzungen, und in den buchcm von der natur der cörper, und von der Unsterblichkeit der stelln, ließ er seinen eigenen verstand und Penetration sehen. In der ma- thematic war er sehr eifrig; aber in den geheimnissen der chvmie unvergleichlich; wodurch er viele herrliche hülffs-mittcl erfand, die er lederman gerne umsonst, sonderlich den armen mittheilte. In Montpellier hielte er eine öffentliche rede von seinem sympathetischen pulver, die er nachgehends drucken lassen. Über seinen tra- ctat von der Unsterblichkeit der seelen, der an. 1651 aus licht getreuen , hat er vielfältig mit Cartesio zu Paris im colllg-o von Boncourt confcrirt, und ob diese 2 grosse Philosophen zwar in der lehre von der natur der seelen in vielen stücken sich nicht vereinigen konten, hat doch keiner vor dem andern die einmahl gcschöpffte Hochachtung verlohrcn. Ausser diesen guten qualitäten hat man noch seine sonderbare ergebenheit gegen die Königl. familie, auch nachdem sie vom Englischen throne verflossen worden, die gcschick- lichkeit, mit der er2gesandtschafften an Pabst iniioccmium X verrichtet hat, im namen der verwittibten Königin, der gewesenen gcmahlin Konig Carl des I. deren Cantzler er war, und endlich seine standhafftigkeil zu rühmen, milderer vor den Parlamcntari- sten gestund, daß er Katholisch sey, obgleich aufsolche bekäntniß big die c<,n6icsni,n seiner guter, und bannisirung seiner Person nothwendig erfolgen muste. Er wandte sich nach Franckreich, und als Carl II wieder aufden thron kommen war, kehrte er nach Landen zurück. AIs er aber sahe, daß er sehr vom steine incommodiret wurde, bekam er einen avpetit, sich wieder nach Franckreich zu begeben. Er ließ sich auch zudem ende auf einer sänffte biß ans mcer tragen, allein es verschlimmerte sich mit ihm dermaßen, daß man ihn wieder nach Landen bringen muste, wo er den 11 mertz, als an seinem geburts-tage an. 1665 seinesalters 60 jähr verstorben, (seine gemahlin war die eintzige tochter des Ritters Eduard (Stanley, aus dem Hause der Grafen von Derbi, und einer tochter des Her- tzogs von Nortfolk, mie deren er; söhne gezeuget: allein der älteste ist, ohne erben zu lassen, bcy Brantfort in einem treffen wider die Rebellen geblieben; der jüngste ist sehr jung verstorben > der dritte hat nur r tochter hinterlassen. Uetcicnr. p'p'r/tt. ciisr. IrivAr. 3 «j LN. Itz 5 ; ^ 4 . Orgby/ (Simon) wargleichfals aus der alten und edlen fa- milie von Tilton in Leicestershire entsprossen, und föchte mit seinen 6 behertzten brüdern tapffer vor den Grafen von Richmond wider König Richardum in Bosworthficld; weswegen er hernach, da selbiger zur kröne kam, zu wichtigen und einträglichen ämtern befördert wurde, und in grossen gnaden biß an seinen tod verhar- rete, welcher im 12 jähre der regierung Henrjci VIII erfolgte. Sein söhn und erbe Reginald, hinterließ von seiner gemahlin Anna, des Ritters George Throckmorton von Coughton in War- wickshire tochter, Georgen, welcher wiederum; söhne hatte, Ro- dertum, Philipvum und Johannem. Robert vermählte sich mit Lettice, des Grafen von Kildare in Jrrland enckclin und weiblichen erbin, und zeugte mit ihr einen söhn Robertum, welcher von dem Könige Jacobs zu dem Lord Digby von Geashick in bemeldtem Königreiche gemacht wurde, welche würde dessen Nachkömmlinge besitzen. Johannes wurde im Magdalenen - coii-g», zu Oxford auferzogen , und reiste hernach in Franckreich und Italien, wodurch er sich so qualificirte, daß er von dem Lord Harringthon nach Hofe gesandt wurde, dem Könige Jaeobo von dem vorhaben der pulver-conspiranten Nachricht zu geben, welcher alsofort die bey ihm vermerckte geschicklichkeit und treue dermassen hoch schätzte, daß er ihn zu seinem geheimen Cammerjuncker, hernach zum v,cc- Cämmerling seiner Hofhaltung und zu seinem geheimen Rath er- nennete ,ihn auch endlich an. 1618 zum Baron dieses Königreichs, unter dem titui >«rci Digby von Shirburn in Dorsctshire, machte. An. 1620wurde er als Abgesandter zu dem Ertz-Hertzoge Alberto , im folgenden jähre aber zum Kayser Ferdinands j gleichwie auch zumHertzoge von Bayern, und an. 1622 als excrsor- Um-ir-kiiibLtHaeur'zum Könige in Spanien, wegen einer hcyrath zwischen Printz Carln und der Printzeßin Maria, Philippi III Königs in Spanien tochter, verschickt, und so dann noch in eben selbigem jähre zum Grafen von Bristol gemacht. Er vermahlte sich mit Beatme, des Ritters Caroli Waleot von Walcot in Shrops- hire tochter, und des Ritters Johannis Dive von Bromham in Bedforshire nachgelassener wittwe, mit welcher er 2 söhne zeugte, Georgium, welcher an. 1612 zu Madrid in Spanien geboh- ren wurde, und Johannein, welcher unverheyrathet starb; nebst s töchlcrn. Sein söhn George succedirte ihm, und vermählte sich mit Anna, Francifci des letzten Grafen von Bedford tochter, mit welcher er Johannemund Francifcum nebst 2 töchtern zeugte, siehe Lrillol. Digna/ oderDugna/ war eine behertzte Weibes-Person zu Aguileja in Italien. Als diese wegen ihrer sonderbaren schonheit ingefahr gerathen, von Attila, der Hunnen Könige, genoth- züchtiget zuwerden, ersuchte sie denselben, mit ihr auf eine Hohe gallerie zu steigen, unter dem vormande, ihm daselbst etwas wichtiges zu zeigen; allein, sobald sie hinauf gekommen, stürtzte i>e sich herab in einen ffuß, der vor dem Hause vorbey liess, und sagte zu dem Könige: folge mir nach, wenn du meiner gemessen wilst. HttUs c. 14. ?. expericncis Lrrilr j-, 86s. spull Lon- ün. liik.HunZ. 1.6. Ucc.l. ÄM- l. ,Z. Ue occill. Diane/ eine kleine aber gute stadt in Provence, in den gebür- gen an dem flusse Bleone, nebst einem Bißthum, dessen besitzer Freyherren von Lauzieres sind, und unter dem Ertz-Bischofs zu Ambrun stehen. Sie ist wegen ihrer warmen gesund-bädcr berühmt , und vorzeiten die Haupt-stadt in der Sentianer landfchafft gewesen, deren Ptolemausgedencket, undwelche von Pliniomit unter die Lbrollunrio; gercchllet ivtrd. Lateinisch wird sie oi!»L. DlANL, SinL, civirsrix »inienllum, Oioneiillum, öcc. genannt. Scaliger nennet sie Dine und andere Doney. Diese mancherley namen haben verursacht, daß ihrer viel selbige mit Die in Dau- phine verwechselt, und dafür gehalten, daßderBifchoffvonDig- ne 8-Vincentiusmit aufdemersten eoncuwzu Nicea gewesen, da er sich im Griechischen soll unterschrieben haben. Allein Gassendus und viel andere halten dafür, daß.dieser Mcasius Bischossvon Die; zu Digne hingegen 8. Domninus der erste Bi- schoffgewejen. I. ;.c 4.. I. 2. c. lc> noc. cccl. Olnicnll /e in not. sci concil. Lsdit 6»U. r. I p. 556. Ue epitc. Oienll not. exilc. lcrizic. ?on- tif. /rrel. Lo«c/,s kik. cle Urov. I.4. c. r. Digs / (Leonhard) ein Engelländischer ^i-ukemsticu;, lebte 0 N. 1550, und schrieb prognogicum genersle rcLionicun,, öcc. Dijon/ lat- Oivio, viviollunum, die hauvr-stadt des Hertzog- thums Burgund in Franckreich, an dem siuß Ouche in der dioces Lanqres gelegen. Sie hat ein schloß, weiches der Konig Ludovi- «us XI, um sich der stadt zu versichern, erbauen lassen ungleichem dil ein Parlament und ?rciiclisi, wie auch eine müntze, darinnen das geprägte geld mit dem buchstaben P bezeichnet wird. Vorzeiten hat sie absonderliche Grafen gehabt; anitzo aber führt der Bürgermeister daselbst den titul eines Burg-grafen, und hat i» Ebelmänner neben sich, welche ehemals 6c„^orcs genennet worden. Man sagt, daß der Kayser Aurelianus, nachdem er einen flecken, mit »amen Bourg vOgne, lat. nurgus vcoru,», zerstöret, aus furcht, daß die gökter dadurch beleidiget seyn möchten, einen temvel und castell an dessen statt aufgebauet habe, so Divio und nachdem Diion genennet worden. Zum wenigsten ist das gewiß, daß die Ander Hugonis Capeti ein grosses zu ihrem aufnehmen beygetragen. An 147s richtete der Konig Ludovicus XI das Parlament von Burgund auf, und Carolus sslll setzte es an. 1494 hiehcr als an einen gewissen ort. Ludovicus XII ließ den pallast dazu allhier erbauen, welchen Carolus IX an. 1^71 noch prächtiger machen ließ. Es sindr conci- i>L daselbst gehalten worden, nemlich an. 107^ wider die «simoni- ste», und an. 1199 wegen Jsemburge von Dänemarck, welche der König Philippus Augustus, von sich verflossen hatte, weswegen auf besagtem Oncwo der Cardinal Petrus von Capua, Jnnocen- tii III Legat, Philippi Hcrrschafften den gottes-dienst untersagte; dieses verbot wahrte 7 monate, woraufPhilippus seine gemahlin Jsemburge wieder zu sich nahm. Nist. cie vrLnc-. Lnciq. Uc kourß. a!« Löe/»e. rectzercv. cle- viiles I. 6. c. r Lc kill. sie KourZ. Ä». icin. Osll. ?«rLror liigoir. ciu pari. Ue kourzvAnc. öe in ^tiii. L. spull r.sbb. ron>. I bidl x>. 29;. ///1.cj, 4. IH. Z L I. 2. ep. 186. I.Z c. 69 , Dilherr / (Johann Michael) wurde zu Themar in dem Hen- nebcrgischcn den 14 oct. an. 1604 gedohren. Sein Vater, Johann Dilherr, war Sächsischer Meinungischer Rath und Advocat der Fränckischen freyen Reichs-Ritterschafft. Dieser that ihn an. lüi? in das ßvo.naUum zu Schleusingen, woselbst er sich in der Griechischen und Lateinischen spräche,auch andern studien fleißig übte. Die arinuth ermunterte auch seinen fleiß, weil sein vater von dem Bl- schvffzuWürtzburg seiner lehen-auter >var verlustig erkläret ivorden, und ihn, dannenhero wenig geld schicken konte; weswegen er für andere verfe und andere compolmvn-s verfertigte, um dadurch etwas zu seiner nothdurfft zu gewinnen. An. 162; begab er sich nach Goß« lar, und von dannen nach Leipzig, woselbst ex durch famuliren und korrigieren in der druckerey seinen unterhalt suchen muste. Von Leipz»g gieng er nach Wittenberg ,da er eine schwäre kranckheit ausstund , und darauf wieder nach Leipzig, von dannen er an. 1627 von einigen seiner anverwandten nach Nürnberg beruffen wurde, mir deren söhnen er sich «ach Altorfbcgab, und sich daselbst aufdie Q- ricntalifche sprachen und Aristotelische Philosophie legte. Er verließ aber diese Universität wiederum an. 1029, und kam mit einem seiner untergebenen nach Jena, woselbst man ihm an. i s;i die prokeckw- neni eloquemi ».auftrug, wozu er noch ferner an. I6Z4 die pros-!l,(>- Iicw IiittoriLrum öc poeleo-, und an. 1S40, nachdemtodeJvhannts Gerhardt, die protellionem^xc-sorcHnilriLrii rk-ologi», bekam. Er wurde aber an. 1 642 nach Nürnberg beruffen, und daselbst zum k>r». t-Uore MooloxiL Sc xliUoiopUiL, Wie auch vircLore des Neil-aufge- richteten und intpeLoke der biblwthec und der Liumnorua» verordnet, welche ämter er biß an. 1646 verwaltete, da er Johanni Sauberto, gewesenem Prediger in der 8. (sebalds-kirche uno K>i>- lioitie-ari» succedirte. Man verlangte ihn nachgehenbs nach Hamburg , Coppenhagen, Magdeburg und an andere örter, er aber blieb beständig zu Nürnberg, und starb daselbst an. ,669 den8 apr. AIs der Kayser Leopoldus an. 1648 die bibliothec an diesem orte besähe, wurde er von Dilherro mit zierlichen versen empfangen, und mit gelehrter Nachricht von raren büchern unterhalten, worüber derselbe ein grosses vergnügen bezeugte, welches er auch mit einem kostbaren präsente, so er ihm aus Wien überfchickte, an den tag legte. Unter seinen schrissten sind Uil^urscionum ltieologico-pUilolugicsrum romi II; IcLiuü LcsUcauLur Uslcripkus LÜguot oraeionibus «ronl Lcssemi- co neceUsriis ; Ue rlieologiL reüe sclUilccncia; cie IinzuL 8. rlicoloßir perlioicenUL; Llrium linßu» 5 ; conrernplLliones L lussiri» liominiz < 7 liriüizni; kilkvNL -rußuNsn» conttzlssonis; snnoksrianes in crniicun, csnlicoruni, <8cc. memor. Ttticol. clec ir. p. in tliestr. p. l lcLt. 7.2-nmer«, vic ?kok« l'ücol ) cnsnll Dillenburg oder Dillenberg/ eine Fürstliche Nassauilche residentz, an dem flusse Dille,welcher bey Wetzlar in die Löhne fallt. Das schloß, welches aufdem berge liegt, ist'ein groß, ansehnlich und wohl befestigtes gebäude; Die stadt liegt im thale darunter. Von hier hat die Dillenburgisthelandschafft den namen, welche ein hohes gebürge um sich,und aufder einen feite den Wester-wald,wie auch die Grafschafft Westerburg hat. Von diesem schlösse führt eine linie des Nassauischen Hauses ihren namen. Dillenburg. Das geschleckt der Grafen und Fürsten zu Nas- sau-Dillenburg, hat sich mit Ottone, Graf Heinrichs des reichen söhn, in Nassau angefangen. Gedachter Otto bekam in der an. 1255 vorgenommenen theilung mit seinem bruder Walram, die Viffeits der Löhne gelegene Graf- und Herrfchafften Dillenburg, Beilstein, Herborn und «siegen, mit ihren zugehörden, Nassau aber mit ihm gemeinfchafftlich. Im übrigen wird er wegen seines tapfferen, und doch friedfertigen gemuths, gar sehr gerühmt. Er starb an. 1292, von feiner gemahlin Agnes, gebohrncn Gräfin von Solms, Henricum l, Grafen zu Nassau-Dillenburg und Beilstein, hinterlassend. Dieser sein söhn erneuerte und vergrößerte das Dillenburgische schloß nach erlittenem brande, und gesegnete hicr- aufan. izr; dieses zeitliche, nachdem er von seiner gemahlin Adelheid, gebvhrnen Gräfin von Arnsberg, ein Vater worden Ottonis, II theil. H Grafen 58 dil Grafen zu Nassau-Dillenburg, lind Henrici II , Grafen zu Nassm- Bcilstein. Des letzteren stamm starb in dem sechsten gstede, welches Johannes III war/ wiederum aus. Otto aber, welcher an. r;6y gestorben, pffantzte das gcschlecht mit seiner gemahlin,Adelheids Gräfin von Wanden, welche ihm in dem lande zu Lutzenburg, Wanden, 8. Veit, und einen theil der Herrschaffk Grimberg zugebracht, fort; denn sie gebahr ihm Johannem, welcher an. 1400 dieses zeitliche gesegnet, von Margaretha, Graf Engclbrechts von der Marck und Eleve tochter, dadurch dem Hause Nassau eine pr-e- kcngon aufdas land von der Marck zugewachsen, so nachmals mit lgooo gold -gülden abgelöset worden, hinterlassend Adolphnm, welcher in seiner ihm von Jutta, GrafGerhards zu Dietz tochter und erbin, erzielten tochter gleiches namens, so Graf Gottfrieds zu Evstein und Königstein gemahlin worden, wiederum verloschen; und Engelbertum, welcher nach crst-gedachten seines bruders tobe, so qn. 1420 erfolget, in dessen hinterlassenen gutem succediret. Er verfiel zwar hierüber mit des Adolphe tochter - mann, welcher die Grafschaffe Dietz prätendirte, in weitläufftigkcit; allem En- gclbertus konte ausweisen, daß ihm von mchr-gcdachtem Adolphs die ermcldte Grafschafft Dietz nicht allein verpfändet, sondern auch die frevheit gegeben worden, davon seinen titul zu führen. Endlich wurde die fache an. 1440 dahin verglichen, daß sie stlbiqe zu gleichen theilen inne haben sollen, .hieraufstarbEngelbcrtus an. 1442, und hinterließ von seiner gemahlin Johanna, einer tochter des Freyherrn Philippi zu Pohlanen, Leck und Breda, welchen letztem ort sie ihm auch zugebracht, Johannem und Hcnricum, welcher aber nur eine einige tochter Ottiliam, Graf Philipps zu Catzen- elnbogcn gemahlin, gezeugct. Sein bruder Johannes aber, Graf zu Nassau - Dillenburg und Wanden, Herr zu Breda und Leck, Statthalter des Hertzogs Caroli von Burgund in Trabant, so an. 14^7 gestorben, erhielt von seiner gemahlin Maria, GrafJohan- nis zu Leon und Heinsberg tochter, eine weit gesegnetere nachkom- menschafft. Diesegebahr ihm Engelbertum, Johannem, Annam und Adrianam. Von den töchtern wurde Anna erstlich Hertzog Ottens zu Braunschweig und Lüneburg, und nach diesem Graf Philipps zu Catzenelndogcn gemahlin. Adriana wurde an Graf Philippen zu Hanau vcrniählet. Von den söhnen überkam Engcl- bertus in der thcilung mit seinem bruder die jenseit des Rheins und die in den Niederlanden gelegene lande, vertauschte abcr,die von der muttcr geerbte Herrsebafften Ganle, Bucht und Müllen an Hertzog Wilhelmen zu Jülich, gegen Dicst, Eichcm, Scclhcim, und die vicomre Antwerpen. Er Ivar auch statthalter in Brabant, und Ritter des goldenen Wiesses, starb aber an. 1504 ohne kindcr von seiner geinablin Limpurg, MarggrafCarls zu Baden tochter, zu hinterlassen. Danncnhero ibm sein bruder Johannes, der jüngere bevgcnannt, welcher in der thcilung Dillenburg und andere hoch - teutsche lande bekommen, in den Niederländischen landen an. i?c>4 gefolget. Er regierte aber die gesummte lande gar löblich, und starb an. 1; 16 den 27 nilii. Seine gemahlin war Elisabeth«, Landgraf Heinrichs zu Hessen, und Annen < letzterer Gräfin und erbin zu Catzenellnbogen tochter, welche das recht auf diese Graf- schaffl, und' einen theil der Grafschafft Dies, so von den Grafen von Epstein an die von Catzenellnbogen gekommen war, dem Hause Nassau-Dillenburg zugebracht, wiewohl darüber mit dein Landgrafen von Hessen grope strcitigkeitcn an. 1557 entstanden, welche nicht eher als an. 1^67 beygelegt worden, da das Hessische haiiß dem Nassauischcn für sein recht auf Catzenellnbogen 600000 gold- güldcn erlegte, und einen theil von der Grafschafft Dietz überließ. Seine söhne waren Hcnrieus und Wilhelmüs Henricus. Der letztere, so an. 148z den 12 jan. gebohren worden, bekam die Niederländischen Provintzcn, wurde des Kayscrs Caroli V oberster Cämmercr und Rath, wie auch Ritter des goldenen Wiesses, und starb an. i; ;8, von seiner andern gemahlin Claudia von Cballon, Johannis, Printzcn vonOranien, tochter, Philiberti sehwcstcr und erbin, Renatum hinterlassend. Dieser, welcher durch das tcsta- mcnt seines oheims Fürst zu Oranicn worden, bekleidete zu gleicher zeit die stelle eines Statthalters über Holland, Seeland, und Ritters des güldenen Wiesses, blieb aber an. 1544 in der belaacrung 8. Dcnis von einem schlisse, ohne sich verheyrathet zu haben. Ihm fuecedirre seines Vaters bruder Wilhelmns, welcher in seinen landen die Augspnrgische Confcssion eingeführet, und an. izzy verstorben. Er hatte 2 gcmahlinnen, Walburg, Graf Johannis von Egmond tochter, und Julianam, Graf Bothcns von Stoll- dcrg tochter, und Graf Philipps von Hanau-Müntzenbcrg Witwe. Die erste gemahlin gebahr ihm eine tochter, Magdal'enam, so Graf Hermannen zu Ncuenaar und Mocurs beygelegt worden; die andere aber, so 160 von ihren lindem, enckeln und nr-enckcln erlebet, und an. i?8o gestorben, gebahr ihm, nebst 6 töchtem, die allerseits ihrem stände gemäß verheyrathet worden, auch e lohne. Unter denen richteten die 2 ältesten, Wilhelmns und Johannes, besondere linien auf, jener die Oranischc, wie unter Oramcn mit mehrcrn soll gedacht werden; dieser aber die neue Dillenburgische. Von den übrigen söhnen wurden Ludovicus, der den vereinigten Niederlanden gute dienste geleistet, und Henricus in dem treffen auf der Mocker - heydc erschlagen, und Adolphus, welcher in Dänischen, Ungarischen und Sächsischen kriegen gcdicnet, muste noch vorher an. i;68 vor Heyligerlce in Fricßland, wobey fein bruder Ludovi- cas die victoric wider den «ouve-n-u, dieser Provintz, Grasen Johann von Arenbcrg, erhalten, das leben cinbussen. Johannes, der ältere bcvgenannr, welcher, wie gedacht, die neue Dillenburgische linie aufgerichtet, war an. r;;; den 22 nov. zu Dillenburg geboh- rcn, und bekam in der thcilung mit seinem bruder die hoch - teutschen lande, da er dann seine resident; zu Dillenburg genommen, zeboch auch eine zeit lang als LouvcrnZur und Statthalter in Gel- dil dern und Zütphm, theils zu Nimwegen, Zütphm und Arnheim gewohüet. Im übrigen war er sehr eifferig, in erhaitung und fort- Pflantzung der Reformirten religivn in seinen landen, und stefftete deswegen an. 1 ? 84 die hohe schule zu Herborn. Er beförderte auch die aufgerichtete Wetterauische Grafen-vereinigung, und starb an. r äos. Er hatte; gcmahlinnen: 1) Elisabetham, Landgraf Geor- gcns zu Lcuchtenbcrg tochter; 2) Cunigundam Jacobam, Churfürst Frideriri III zu Pfaltz tochter; und;) Johannettam, Graf Ludwigs zu Sain und Witgcnstein tochter. Die erste gebahr ihm, nebst; töchtern, die allerseits, ausser der einigen, Anna Sibylla, so an. r 5 76 an der pest gestorben, ihrem stände gemäß verheyrathet worden, mich 6 söhne. Der älteste Ludovicus, gebohren an. i;üc> den iz mertz, wurde onuvcrncur und General-Oberster in Frieß- land, Grönmaen und Ommelandcn, richtete zu Franecker an. 1584 eine Universität auf, und wohnte den meisten kriegs-actionen in den Niederlanden, bis zu dem an. 1609 geschlossenen stillstand, bey, worauf er an. 1620, ohne linder von seiner gemahlin Anna, Fürst Wilhelms von Oranien tochter, zu hinterlassen, verstorben. Der andere söhn, mit dem vater gleiches namens, richtete die Siegenische linie auf, gleich wie der dritte söhn Gcorgius die Dillenburgische fortgepflantzet. Der vierdte söhn Philippus, gebohren an. i;66 den I dec., wurde 6ouvcrneur über Gorckum, Worckum und Lvvcnstein, wie auch General über die Rcuterey der General- Staaten , in deren dicnsren er, als er bey Dieslacken wider die Svanier föchte, verwundet und gefangen worden, worauf er an seiner blessur an. 159; zu Rheinbergen starb. Der fimffre sohn, Ernestus Casimirus, richtete die Dietzifche linie auf, wie an seinem orte mit mehrcrm kan nachgelesen werden. Der jüngste söhn, Ludovicus Günlherus, gebohren an. 1577 den 1; febr., comman- dirte als General - Lieutenant die Reuterey in der schlackst bey Nieuport an. 1600, und starb 4jähr hernach ohnekindcr von seiner gemahlin Margaretha, gebohrncr Gräfin von Manderscheid, und verwiltwctcn Gräfin von Dann, zu Falckcnstcin, zu haben. Die andere gemahlin Johannis des ältern gebahr ihm an. i;8r eine einige tochter, Amaliam, so Graf Wilhelmen zu Solms- Greiffenstein beygelegt worden. Die dritte gemahlin aber gebahr ihm, nebst 4 töchtem, so allerseits in Gräfliche familien aehevra- lhet, Johannem Ludovicum, welcher die Hadamarische linie aufgerichtet, wie unter dem Worte Hadamar ausführlicher berichtet wird'. Gcorgius, Graf zu Nassau, Catzenellnbogen, Wanden und Dietz, Herr zu Bcilstcin, der dritte söhn Johannis des ältern, gebohren an. 1^62 den 1 sept., pflantzte, wie gedacht, die Dillenburgische linie fort. Er erkauffre das amt und stadt Dridorff, und besserte das alte schloß daselbst aus. Nach des vaters tode bekam er in der brüderlichen thcilung den Wester - Wald und die4dörffcr, ober-und nieder-Droseldorff, Lützeln und Holtzhaustn, wie auch den gründ Purbach und die Hcrsschafft Beilstein,' allwo er an.1612 seine rcsidcntz genommen. An. 1620 wurde ihm auch, bey erfolgten? absterben seines ältesten bruders Wilhelm Ludwigs, Dillen- burg zu theil. Er hatte 2 gemahlinnen, davon die letztere Amalia, gebohrne Gräfin zu Sain und Witgenstein, ibm an. 1606 Marga- retham gebohren, welche Graf Ölten von der Lippe zu Bracke beygelegt worden. Die erste gemahlin, Anna Amalia, Gras Philipps zu Nassau-Saarbrücken einige tochter, welche ibm an land und lcuten, mobilien und andern gutem, bey :00020 gülden zugebracht, machte ihn zum vater von 4 söhnen und 2 töchtem, davon Louysa, Johannes Philippus, Gcorgius und Albertus, in ihren jungen jähren verstorben, Maria Juliana GrafGeorgens zu Sain und Witgenstein gemahlin worden, und Ludovicus Henricus das geschlccht fortgepflantzet. Ludovicus Henricus, Fürssvon Nassau- Dillenburg , gebohren an. 1594 den 9 may, befand sich in der lugend bey dem Niederländischen kriege, und diente hernach unter der krön Schweden in Deutschland, da er sich dann durch crobc- rung Braunfels an. 16;; verdient gemacht. Er starb den 12 iulii an. 1662. Erchatte; gemahlinncn, Catharinam, GrafLudwigs des ältern zu Sain und Witgenstein tochter, Elisabetham, Rbem- qraf Adolvh Heinrichs m Dann tochter, und endlich Sophiam Magdalenam, Fürst Johann Ludwigs zu Nassan-Hadamar loch- ter. Die erste gebahr ihm, nebst drcven töchtem, Anna Amalia, Louysa und Magdalcna, die allerseits an Gräfliche pcrsohncn vcr- hcyrathet wurden, Gcorginm Ludovicum, von welchem hernach; Adolvhum, welcher die Olassau-Schaumburgische linie aufgerichtet,wie unter dem worrc Schaumburg mit mehrcrn kan gelesen werden; und Philippum, welcher in Pohlcn, bey conjuncB-m der Schwedisch- und Ragotzischen völcker, unter der freuden-salve, an. 1657 den Z r mertz, im 27 jähre seines alters erschossen worden. Gcorgius Ludovicus,' Fürst zu Nassau, Graf zu Catzenellnbogen, Viandcn und Dietz, gebohren an. 1618, starb an.i6?6, von seiner gemahlin Anna Augusta,HertzogHcinrichs Iulii zu Braunschwcig tochter, nebst Sophia Elconora, Charlotta und Louysa, Hcnricum hinterlassende. Dieser wurde an. 1641 den 28 arig. gebohren, und starb an. 1701 auf seinem lust-hause Ludwigsbronn, nachdem ihm seine gemahlin Dorothea Elifabetha, Hertzogs Gcorgii III zu Lignitz in Schlesien tochter, bereits an. iü'91 in die cwigkcit voran gegangen. Diese hat ihm 17 kinder gebohren, unter welchen zu er- rvachjcnen jähren gekommen, Sophia Augusta, zwevte gemahlin Fürst Wilhelms zu Anhalt-Hazgerode; Gcorgius Ludovicus, wel- chrr an. 1691 in der blüte seiner jugcnd gestorben; Albcrtina, Ca- nonissin zu Hcrvorden; Wilhclmüs, welcher dem vater succediret; Adolphus, so sich in dem Niederländischen krieg wider dic Frantzo- sen gebrauchen lassen, und an. 1690 in dem treffen bey Fleuri geblieben; Friderica Amalia, Wilhelmina Henrietta, Charlotta Amalia, Ludovicus Henricus und Christianus. Wilhclmüs, welcher, wie gedacht, dem vater succediret, wurde an. 167° den r8 aug- di! üug. gebohren , mkd vermählte sich an. I6y- Mit Dorothea Johanna/ tzertzvgs Augusti zu Holstein-Snnderburg inPlön tochter, die ihm an. 1700 den 15 nov. Hermann Augustum Wilheimmn gebohren. in Zenc2l. cvaiicum dtsüov. rie orig. Mcrcmciir. comir. disNoviror. Te/c/o»" in srboie Zeiieslog. dtsckov» unä in cier dtaE ckron, in orsr. oc vir. öc otzir, ^ok. 5 enio» ris, comir. in dtalllov. /«rk,o/ k 4 . k. I. I. ; c. 6 ÜL r2bl>. gen» souvcrLin, dim din 59 bühl der Pfaltz schon einverleibt gewesen. r'okEN.p.p.tz; cvä. ciiplom. p. 79. p. ;2z, Dimel / ein schöner und fischreicher Kuß, entspringt über dem dvrffHeringhusen, durchstreicht hernach ein gut theil des benachbarten Stints Pgderborrr, vereinigt sich bey der stadt Marburg mit der Elma, und fällt endlich nicht weit von Herstall in die Weser» 2ci/c7. V0» Lurop2. Dillingen/ stadt und schloß an der Donau nächst unter Lauin- gen gelegen / wovon die Grafschafft den namen hat. Sie ist itzo die residentz der Bischöffcvon Augspurg. An. 1549hatOtto, Truch- ftß vonWaldpurg, Bischoff zu Augspurg, allda eine hohe schule angelegt,die noch ietzo in guten» stände rst.Es ist auch allhier ein »vohl- gebaures Jesuiter->.utie 8 ium. Bischofs Henricus IV, so an. i;i? gestvrben/hat die kirche zu 8 . Ulrich an dem verschlossenen Nonnenkloster errichtet. Bischofs Henricus V der 1646 verschieden/ hat eine kirche allda erbauet. An. 1694 legte hier der Bischofs zu Augspurg in gcgenwart etlicher Fürstlicher Personen den ersten grund- stein zu einem Capuciner-Llvstcr und kirche. ls^/cz-. ae Lp,lc. ö- 2IIN. ü 2. a. c s6 p. ,8^. cliio». DiUmgen. Das ausgegangene geschlecht der Grafen von Dik- lingen, haue seinen Ursprung von dm» Kayscr Henrico I, und »vard von dem Reiche mit der würde der Schirmherren und Kasten-vögte zu Franckfurt am Mann beehret. Adeldertus war mtocm«or des Kayscrlichen Printze»» Lndovici, eines sohns Arnolphi/stund 17 jähr der Bencdictmer-Abtey zu Ellvangen vor/ nach diesem regierte er das Bißrhmn Augspurg iü jähr/ und starb an. 922. Sembruder Hugobaldus hingegen war ein berühmter krieges-Held unter dem Kahser Ottonc I, da er sich an. 955 bey Augspurg tapffer wider die Ungarn erwirkn, weswegen ihn auch letztgebachier Kavscr mit der Grafschafft Kiburg, Dilungcn und Wkttlstingen belehnet. Von seiner gcmahlin D»etbcrga / Hertzog Burckards in Schivaben und Alemannien tochter / hinterließ er 1) Ulricum/ so an. 89z gebohren worden/ und die fugend in erlernung der theologischen und andern wissenschafften zu 8. Gall zugebracht/darauf an. 922 von demKay- ser Henrico L zu dem Bißlhuin Augspurg / darinnen er die Pfarrkirche 8. Johannis und das klostcr 8. Stephans gestifftet, »vleauch die in die 180 jähr in der asche gelegene kirche 8.Afta in ein Stifft CLnonicorum re^uisrium verwandelt / befördert worden / und an. 97; gestorben, r) Eleusinam / Acbtißir» in dem von ihrem bruder gestiffteten 8. Stephans-kloster. ;)Luitgardin / eitle gemahlin des zungen Hertzog Burckards zu Schwaben. 4) Theobaldum / welcher sich gleich seinem vater in der schlacht bey Augspurg durch sei- netapfferkeit signalirt; dabey er zrvar in grosse gefahr kain/ indem er nebst dem Bischofs Starchand von Archstatt in ben Lech-strom -geworffen/über errettet »vurde. So hat er auch bereits vorhero an. 942 zu Franckfurt, und an. 948 zu Costnitz auf den turnieren seine geschicklichkeit gezeiget. Er erbauete sich an. 980 eine residentz zu Donauwerth, woselbst sein söhn Richardus oder Nichowinus / der sich an. 1042 auf dem turniere zu Halle in Sachsen Angefunden, auch mit grossen lösten die brücke zu Donauwerth über die Donau legen lasten, gleichfalls seinen hofgehalten. Dessen zwey söhne Mangoldus I und Hartmannus I haben besondere linien aufgerichtet. Der erstere, welcher die Mangoldische aufgerichtet, stiff- tete an. noo das berühmte Nonnen-kloster Benedlctiner-ordcns zum heil. creutz, worintien ihin sein söhn Mangoldus II gefolget, so, daß es unter ihm zunr erwünschten stände kam. So ließ auch dieses letztem söhn Mangoldus III nichts ermangeln, was zur aufnähme des mehrbesagten klosters gereichen konte. Mit dieses Mangold» III verblichenem söhne aber Mangold» IV wurde die völlige linie in offtgemeldtes klostcr eingesencket. Den Hartmanmschen stamm psiantzte Hartmanni I söhn Hugobaldus III fort. Dieser hinterließ Albertum , welcher sich auf verschiedenen turnieren zu Cöln am Rhein und zu Nürnberg signalirte, auch das Nonnenkloster Linzheim bey Höchstädt an der Donau stifftete. Von seinen söhnen »vurde Ulricus an.»127 Bischofs zu Costnitz,Ernestns stunde dem klostcr Neresheim als Abt vor,Hugobaldus I V aber erhielte den staunn in seinem söhne Hartmanno II, welcher an. 1121 gestorben, und zu seiner gemahlt»» Adelheid, GrafHartmanns zu Ki- burg tochter gehabt, aufderen ansinnen er das Benedictiner-kloster Neresheim gesichtet. Nach ihm folgte Hartmannus III > »velcher den turnier zu Würtzburg besuchte, aber »nit seinen, schwieger- vater Aegidio, Grafen von Kelinüntz, so zerfallen, daß er ihn durch einen bestellten schreiber tödten ließ, weswegen ihm auch der proceß gemacht worden. Die betrübte wittwe schenckte hicraufdas schloß Scflingen samt allen darzu gehörigen gütern und dörffern der nahe angelegenen Nonr»en-capell 8. Elisabeth, in »velcher sie als Aebtiss stn an. 1281 gestorben; gleichwie ihr zweyter söhn Hartmannus Bischoffzu Augspurg, allwo er sich durch erbauung vieler Hospitäler beliebt,und durch seinen tod,so an. 1286 erfolget, seinem gantzen Gräflichen Hause ein ende gemacht. Inder Grafschafft Dillingen und Witislingen setzte er sein Bißthrrm zum erben ein , Höchstädt aber ist an die Hertzoge von Bayern gekommen. mrun-cur. l. r- annsl. 1 p 26 an. 89; gs viris illulkr. orck 8 kcnecüAi I. ;p. 497. orig. manacli. k. rvs. co8wogr. monsli Qrslcn üsl p. 9z. Dilsperg / ein vestes schloß bey dem Neckar in der unter-Pfaltz vhnweit Heidelberg,und Necker-Gemind gelegen. Ehedessenhat es eigene Grafen gehabt,nach deren absterben aber ist dasselbige als ein Pfältzisch lehn zurück gefallen. Einige »vollen es vor die alte Grafschafft Stahlbuhl halten, »vieivol ohne gründ, indem Churfürst Ludwig, Graf Popen von Dilsperg an. 1262 zu seinem Burgmann zu Heidelberg angenommen, zu »velcher zeit die Grafschafft Stahl- Dimitromcius/ (Basilins) General der armer des Groß- Fürsten von Moskau. Als er einige artillerie-bedienter, übel tracii- ret hatte, entschlossen sich diese, »ich durch die flucht davon zu machen , wurden aber an denLitthauischen gräntzen aufgehalten, und vor den Groß-Fürsten geführet. Damit sie nun ihr leben erretten möchten, gaben sie vor, Basilius sey gesinnel, sich in dienste des Königs von Polen zu begeben, und habe sie dieferwegen nach Litthau- cn geschickt. Der Groß-Fürst ließ den General alsobald zu sich kommen, und befahl, daß man ihn an eine blinde stute, die an einen wa- en angespannet,binden solle,und welche man«» den fluß jagte. Als ieser unglückliche General nun an dem rande »var, sagte der Groß- Fürst »nit lauter stimme, daß, weil er vorgehabt, sich zu dein Könige von Polen zu begeben, er mit dieser zu ihm gehen sollen da er denn sein leben elendiglich endigen muste. Dina/ eine tochter Jacobs und der Lea,war ss. Ll. 2189,1.6. 1786 gebohren. Nachdem Jacob aus Mesopotamien sich in das land Canaan begeben, und zu Salem niedergelassen, gierig Dina heraus,die tochter des landes zu besehen,da Sichern, Hemorssohn, der des landes Herr war, sich in sie verliebte,und sie schwächte, hernach aber heyrathen »volle. Allein ihre drüder wollen solches nicht zugeben,es wäre denn, daß Sichern »nit den seinigen sich beschnitte. Am dritten tage aber nahinen die 2 söhne Jacobs und Levi ihre schwerdter, erwürgeten in der stadt alles, was mamilich war, nahmen ihre schwestcrDinam aus dein Hause Sichems, und giengm davon. Darauf kamen die andern söhne Jacobs, und plünderten die stadt, welches alles P.N. 2214, X. V. 1770 geschahe. Zo L Z 4 , ». 1 Liicirz. c 19 . L. n.,, z, z. ch>c. Dinamius/ besser Dyncrmius/ ein Patricius, cZvuverneur von Marseille, lebte zu ende des 6 stculi, und hatte mit Theodore, dem Bischvffe dieser stadt, einige Verdrießlichkeiten. Er schrieb das leben 8. Martii Abts bey Sisteron, und hernach Bischoffs in dieser stadt, wie einige dafür halten. Aufbegehren Orbici, Bischoffs von Riez,verfertigte er auch das leben 8. Marin», eines von seinen vorfahren. Er stifftete ein Münchs-kloster zu Marseille, und dee Pabst Gregorius ssl. schrieb zum öfftern an rhn. i. - ep. >. 6 cp. ir ücc. 6 ^ 02 . t. ü lull. c. ll. 2 c» wein 17 nov» ciiron. ».vrin, p. ll n. Iro. in 2 NN 2 I. 2 c>verl- I. ;9 c ,r. Lo/r,»r 6 r cieLpiic. Lill 2 r, 1.1 n. l. Lettck-e llickvirs cie brovence l 5 - 4 § ; 6- 4 . Drnan / (David von) wird von einigen deswegen unter die ke- tzer gezehlet, weil er behauptet, Gott sey die mmeris priwa. Er hat in dem i; seculo in Franckreich gelebt, und ist von 8. Thvma »vider» legt worden. NiN. ,5- OoWWLM l. 2. c. , ?. rerump. i>2nie3k. c, 17. ,nKr. ^>2c. k9eom.2rt. iz. vcrvvirrees Lurop2. L27/K. Dinant/ eine stadt in Franckreich in Bretagne, liegt an dem flusse Rance, 4 oder 5 weilen von 8 . Malogind »var sonst sehr wohl befestiget. Sie hat den titul einer Grafschafft,welchen die jüngsten Printzen der Hertzoge von Bretagne führeten. um. ge kictsßne. Dinarchus / ein Redner, war ein söhn des Sostrati aus Atti ca, oder wie andere wollen, von Corinthus. Er kain nach Athen zu der zeit, da Alexander Ll. in Asien gieng, nemlich L. LI. zsz», L. L. zz4, V. L. 420, oi>mp in,;, und »vurde ein zuhörer des Theo- vhrasti. Unterdessen, weil damals die stadt keine redner hatte, verdiente er sich groß geld »nit Verfertigung unterschiedener reden. Als er aber angeklaget wurde, daß er geschencke von den feinden der Re» public angenommen, und sich fürchtete, daß er möchte überführt werden,entflöhe er nach C.halcis,vvn dannen man ihn nicht eher als etwa 1 ? jähr hernach zurück bcruffte. Plukarchus sagt,daß zu sijnee zeit 64 eine Neichs-siadt in Schwa- den an der Wernitz nicht weit von Nordlingen. Dre landschafftva- herum wird der Birngrund oder auch der Fl.cchtengrund genennet. Siehal den namen von dem dinckel/ einer hulsen-frucht/ welche m Schwaben starck gebauel wird/und von den; buheln oder Hügeln/ daraufsie licgt.Jn ihrem wapcn führet sie cinevcrgüldete dmckcl-ah- re auf; hügeln/und pfleget man sie daher auchTneollin oderZeapo- lin zu schreiben. Anfänglich ist sie nur ein baurenchof gewesen^eichen der bescher denen Merk durchreisendcnWurtzburgtschenMun- chen geschencket/ die daselbst ein kloster gebauet/ welches das daselbst noch befindliche Carmeliter-kloster seyn soll/daher auch das kloster und die zu selbigem erbaute stadt unter Wurtzburg soll gestanden haben. Um das iahr Christi y-8 ist dieses o?Mum viUicum. wre es in einem alten innsiegel genennet wird / wegen der Ungarn ernsall mit einfachen mauern umgeben worden / worzu hernach an. -1-6 gedoppelte mauern / thurne und gefilterte graben gekommen/so daß der ort damals den Schwaben zu einer Vormauer gegen dir Franckcn dienen können. An. iz 51 ist die stadtvon dem Kayser den Grafen von Oettingen um 7200 pfund Heller versetzt worden/von welchen sie sich aber selbst wieder loß gekaM/ woraus zugleich er- hälet daß sie in weltlichen fachen niemals dem Dlschoffzu Wurtz- vurg muffe zugehörel haben. Als hierauf die vornehmsten derstadtdas reglmenk ein wenig zu scharff fuhren / und den gemeinen mann vonber Versammlung gar ausschließen wollen/ die stadt aber gesehen hatte / wre gutes den Augspurgern angegangen / welche kurtz zuvor an. izog ihre.Patrietos ge- nöthiget / daß sie die zünfstc mit in den Rath ziehen muffen; so beginnen die Bürger an. i;87 gleichfalls wider ihren Rath sichzuem- pörcn/und brachten es dahin/daß sie 12 pstsonen aus den s mussten in den Rath / und einen zunfflmeister zu einem Bürgermeister mit nehmenmusten / welche reqierung bis aufdiczeitcnKaysers Ca- roli V gewährt / denn derselbe ließ an. 15 5 2 das stadt-regiment aus 15 Personen reduciren/und danckte z von den Nathsherren/ 6 abervon den zünfften ab. In dcrerecutiondes Wcstphälischenfrie- densan. 1649wurden 4Bürgermeister/ 2geheime/loRathsper- soncn/und dtecantzley von 6 Personen / nemlich2Advoeatcn/i Stattschrcibcr/1 Rathschrciber / und 2 Cantzellisten beliebetund gesetzct.Über diesesbefindetsichdaselbstcin groffcrnnd äuffererralh/ wre auch ein stadl-und bauren-gerichl / welchesalles durch den exe- kutions-receßrcgulirt worden. Sonst hat es auch mit dem Marg- grasen zu Anspach einige irrunqcn gegeben/maßen derselbe den Vogelfang und federwcrck in dcrDünckclspühler marck-gräntzen/wie auch diehoheund nredrige obrigkeit/ und einigen gründ und doden prätendiret/ welches aber an. 1574 und 1603 dem Margarafen aus der cammerabgesprochen worden. Wegender religion hat es vordcmdreyßiqjährigen kriege daselbst auch unterschiedliche miß- helliqkeiten gesetzt. Derengere Rath bestund damals noch aus lauter Catholicken / und die Lutheraner wurden nur zu dem weiten Rath gelassen.Dadurch geschahe es / daß die Auqspurqische Con- feffion allhier so gleich nicht emporkommen kuntc/bis endlich der Kayser Maximilian durch Georg Ludwigen von Seinsheim / da- maligenFränckischen Crayß-obristen / es dahin verordnen ließ / daß an. 15 67 den Lutheranern die spital-kirche / die man ihnen genommen hatte / wieder eingeräumet /und dergantze streit an. 15 70 beygelegt wurde. Endlich ist durch den Wcstphälischen frieden eine qleichheit m beyden religionen / in allen und oberkeitii- chcn stellen eingeführelworden / wicwolda die Catholischeninder ausfuhrunq des executions-receffes sich etwas saumselig erweisen wollen / die Lutheraner zu den damals zu Nürnberg versammleten Deputirten ihre Zuflucht nahmen / welche die sacke an die zur fne- dens-execution depntirtc Crayß-Fürstcn verwiesen/ so / daß sie zu Rcgcnspurg von den allda gegenwärtigen Commissarien nochmals vorgenommen wurde. Sie konten es aber so weimicht bringcn/alsesdie beyden religions-verwandtcndurchemenselbst beliebigen verqlicch an. 1651 gebracht. Zu auslragc-Richtern hat die stadt ihrenstadt-Amman / den dicAuqspurgischcn coiifessions- verwandten/ krafft des reccffcs und Vergleichs zu setzen haben/welcher 4 geschworneRathssrcunde von Nordlingen / Rotenberq an der Tauber/ Halle und Donauwerth als bcysitzer zu sich riehen muß. Die Catholischen haben die Haupt-kirche zu 8. Georgeninne/ welche ein kostbahrcs und vortrefliches gebäude ist; dieProtcstan- ten aber krafft des exceutions-reeeffes die spital-kirche/ 2 Teutsche schulen/ in deren eurer krafft des verqliechs an.iü; i Lateinisch traktieret werden darff / ein geistliches besonderes co,,6llonum, und noch darzu die erlaubniß/ daß sie eine neue kirche bauen sollen / so daß sie aber die spital-kirche^u beyder religionen gemeinem spital gebrauch wieder einliefern muffen. . c.8«rÄ«-. Dindymus/ ein berg in Phrygien, von welchem die Heyd- bin Nische göttin Cybele den namen Dindymenc und Dindyme bekommen. üoE. l,t>. I . crriu. pLinli. in^cti. 9.140. Dingelfingen/ eine feine stadt in unter-Bayern »m Regen- spurger-Bißthum halb an der Jser, und halb auf einer hohe m dem rcnt-amte Landshut. Hertzog Otto IV in Bayern, der an. 125; gestorben, hat dieser stadt, so durch alter in abnehmen gerathen / in Veit letzten jähren seiner regierung wiederum aufgeholffen. Nach dem tobe Hertzogs Udilonis von Bayern, welcher in das jähr 765 gesetzet wird, sind die Bischöffe, Aebte und Landes-Herren in nie- dcr-Bayern allhier zusammen gekommen, haben ihr land-recht verbessert/ und ihrem neuen Hertzoge Tassilo vorgehalten / welches an. 772 geschehen. An. 9; 2 ist allhier unter dem Hertzoge Arnulpho eine Bischöfliche zusammenkunsst angestellet worden. Zu den zeiten des Baselischen l.o,iciu> belagerte Hertzog Heinrich von Landshut diese stadt / welche Hertzog Ludwigen von Jnaolstadt gehörte/ und eroberte sie auch. snnsl. kojor. p. 46!- leg. Loj. cie e^itc. Lickllsä. 9. 4,4. ro^>. Lsvsr. Lrte/r 827-. srlsr. Dingle / eine stadt in Jrrland in der GrafschaN Kerry in Mo- monia. Sie liegt an dem meer mit einem guten Hafen. Es hat auch hiervon der Meerbusen von Dingle den namen. Dingthuna / ein kleiner ort in der Schwedischen provintz We« stermannland / allwo der Bischoffvon Arosen / welche stadt nur eine meile davon liegt / zu wohnen pflegt. Dinheim/ siehe Dienheim. Dinocrates/ ein berühmter baumeister aus Macedonien/welcher / als er gerne mit Alerandro N. bekannt seyn wolle / sich / wie Hercules / in eine löwen-haut einkleidete / unb also vor Alerandro erschien / der ihn so dann gleich fragte: wer er wäre ? Hierauf gab er zur antwort / daß er der Baumeister Dinocrates sey, und sich deswegen zu ihm verfüget habe / damit er ihm anzeigen möchte, daß er willens wäre/ den berg Athos also zuzurichten/daß er wie ein mensch aussehe / welcher in der lincken Hand eine grosse stadt/ und in der rechten einen becher hielte / um das Wasser aller flüsse/ so aus dem berge liessen / darcin zu fassen/ und es in die sie zu giessen. Wein Alexander wolle ihm solches nicht gestatten / sondern nahm ihn ss. sil. z 65 2, L. n 2, V. L. 422 / 112 /1 mit sich in Egvv- ten/und ließ daselbst durch ihn die stadt Alexandria erbauen. Plinius meldet / daß er den tempel der Dianä zu Epheso / welcher von Hcro- strato verbrannt worden / vollends ausgebauet habe / und hernach von dem Könige Ptolemäo Philadelpho in Egypten beordert worden sey/ seiner gemablin Arsinoe zu ehren einen tempel aufzurichten/ welches aber des Königs tod verhindert habe. >. z». l. 2. in Dinias/ wäre ein alter Mahler in Griechenland/ welcher der erste gewesen / der angefangen hat/die comretair mit färben zu mahlen. LcLllein. kiÄ. ?. r. 1.1. 9.1;. Dinnerus / (Andreas) dieser fürtreflichc jurist/wnrde an. 1579 zu Würtzdurg in Francken gebohren. Sein vater hiesse Conrad/ ein sehr gelehrter mann und Bischöflicher Hos-Rath / dessen LpUlicr- zi-Lca, bekant sind. Erwachte seine rullimenr» in der schul zu Wnrtz- durg und gienge darauf nach Altorffanf die Universität/allwo er durch seinen emsigen flciß in kurtzer zeit weit gekommen und insonderheit hat er sich die Griechische spräche / nach dem excmpel seines vaters/ also bekandt gemacht, daß er selbige fertig hat reden kosten. Die raths-gclchrsamkeit aber / als sein hauplukuäium, hat er unter anführung des gelehrten Rittcrshusii angefangen. Von dar gienge er nach Jngolstadt / wosclbsten damahls Andräas Fachinäus und Huberttts Giphanius dlühetcn/ zu denen er sich gehalten hat. Von bannen wendete er sich weitcrs auf verschiedene andere teutsche Universitäten und nachdchme er in der jurisprudcny sich feste gemacht / nähme er eine reytz in Franckreich, Engclland/Italien undTculsch- land vor/ worauf er an. 160; zuTübingcn voüor worden und folglich zu Speyr beym Cammer-gerickit die vraxin erlehrnet. An. isos wurde er zu Nürnberg Stadt-8>ncar,on er sehr berühmt worden. Endlich starke er an. i6;z an derschmindsiicht. Seinehindcrlassene schrifftcnsind folgende (l) Irsetar. lle monelL murLkione guoÄll tolulioriem, (2) Oe jullo rerum prerio Oe k^onersÄid. öe Convcncionil,. obscuris. (4) ksmL -VlrorünL. (5 ) OiljiucLcionez 6c o-sriones vari«. L//////,in /tlex. VI. I. 17 . blii »nini. c. loH/ill.var. 1 . 2 . c.r. 10. c. 49. Dinostratus / lebte nach dem Pythagora / und erfunde die volurL llclumdsr-. ckron. niArk. cle rnsri,. Dinoth / (Richard) war von Coutanccs aus der Normandie < und ynt in dem LÜ seeulo 6s bcllo civili 6L>Iico li^. 6 gej'chriedm. ^ ist ein Hugenot gewesen / und hat vllleicht als ein vertriebener zu Mumvelgard gelcbet; doch ist seine Historie noch zimlich unvaßio- nirt. Dinslacken / Dinrslacken / eine stadt / nebst einem schloß und amte, rn dein Hertzogthum Eleve / zwischen Wesel und Duisburg / gelegen. Vor diesem war es eine freye Reichs-Herrschafft, gelangte aber nach dem an. 1220 erfolgten abgang der Herren dieses namens/ durch heyrath an das Haus Eleve / da es denn offters den appanagir- tcn Printzen zur residentz eingegeben worden. bcs-Kr.aes ttei. rroZrliums Lleve Dmterus/ (Emundus) war geheimer Rath bey 4 Hertzoge» in Trabant / nemlich Antonio 1 / seinen beyden söhnen Johanne IV und i dm dio und Philippo I, und endlich bey Philipps bono. Als ihn; das Hof- leben zu mißfallen anfieng, wurde er Domherr zu Lösen. Er hat eine Historie von den Hertzogen in Bradant, desgleichen eine kurtze genealogie von den Hertzogen zu Burgund und Brabant verfertiget. Er starb an. 1448 zu Brüssel, allwo er auch begraben liegt. öc so/sirtt 6c kistor l.Lk. I.Z. c.p-bib>. kelg. Dinus / gebürtig von Mugello, einem flecken in Tofcanien, war einer der berühmtesten rechts-gelehrten zu feiner zeit. Erschrieb einen commenkLnum über das 6 buch der llecrsrLiium , machte eine coiicüion der conciliorum, und gab auch noch viele andere zu der geist-und weltlichen rechts-gelehrfamkeit gehörige wercke heraus. Er war Professor zu Bononien, und sagt man, daß er an. I;o; vor Verdruß gestorben, weil er nicht Cardinal worden, wie er sich solches wegen seiner Verdienste eingebildet» 6« Lripr. ccci. Leüi. coU. 71. Lnrkrop. I. 15. sseaill. Qr»:c. I. r. c i;> /e jugsm. 6« dich c. 10. bib!. NiK. ^ 0 rzo, Lkr-rcürr» 6s Nom. rsr. icripr. , öc r. c ra. Dio Chrisostomus/ ein redner und pkiioiöpliur, war ein söhn Pasicratis aus der stadt Prusia in Bithynien, und erhielt durch seine beredsamkeit den zunamen Chrysostomi. Der Kayser Traianus hielt so viel auf ihm, daß er ihn zum offtern mit in seine sänsste sitzenließ, sich mit ihm zu unterreden. Er affectirte eine so grosse strengigkeit, daß er sich vielmals öffentlich mit einer lowen- haut bekleidet sehen ließ. Er schrieb viele u^r-one-. davon aber schon zu Photii zeiten nur noch 80 übrig gewesen, desgleichen werden ihm auch einige andere wercke zugeleget. H»e/«-inO,one.8«r- xLottA-cv6- 2^9. snikropol- 1.^ Diocles/ ein redlicher mann zu Syracusa, änderte nach dem Atheniensischen kriege, die gantze regierungs-art in der stadt Syracusa, und gab gantz neue gesetze, mit einwilligung des gantzen volckes, welche von ihm Dioclea sind genennt worden. Dieses geschahe olymp 92,1, V. L. Z4-, -st. istl. -st. L. 412. Die Syracusaner hielten so viel aufihm, daß sie ihn nach seinem tode mck einem neugebauten tempel verehrten, welchen Dionysius aber bey anlegung der neuen befestigungs-wercke niederreißen ließ. Es haben auch viele andere Sicilianische stadte seine gesetze, ihrer grossenbillichkeit wegen, freywillig angenommen. ors«ls--«- ir" >. i;.c. Z4Lc. c.ZZ- H.H.c. 5r. §- 4. c.§. >9 6c poecir Lr«r. csp. 6. bibl. -Uns», bitzl. Qr^c. pLZ- 489, 77 ». Diocletianus/ ein Römischer Kayser, warvon Dioclea aus Dalmatien gebürtig, und wurde von Annullino, einem Rathsherrn, frey gelassen. Man sagt, daß ihm, als er durch Gal- Neu gegangen, eine Wahrsagerin prophezeyet habe, basier Kayser werden wurde, wenn er ein Wildschwein umgebracht hatte. Nach dieser zeit hielt er gemeiniglich schweins-jagten; allein er verstund die prophezeyung nicht recht: denn er kam nicht eher zur Kayser- lichen kröne, als biß er Aprum, des Numeriani schwieger-vater, welcher aber,diesen seinen schwieger-sohn treuloser weise ermordet, und sich an dessen statt zum Kayser aufwerffen wolle, hingerichtet hatte, dessen namen im Lateinischen ein wild schweln heißt. Die dio 6i wahrscheinlichste meynung ist, daß er an. 284 Kayser worden- Nachgehends nahm er zu seinen collegen in der regierung an Mari- mranum, Herculium, Constantium Worum und Galerium Armentarmm, gab seine tochter diesem letztem, und Theodoram desMawmam schwieger-tochter, Chloro zur ehe. Also brachte er durch seme klugheit alle rebeüen wiederum zum gehorsam, und das reich m ruhe. Daraufgieng er in Egyvten, und ob er schon d«e regierung getheilet hatte, so ehrte ihn Doch Marimianusals leinen Herrn, die andern zwey aber als ihren Vater. Sein Hochmuth und thorhettwarsogroß, daß er als ein Gott angebellet zu werden verlangte, und seinen Unterthanen befahl, ihm die zähen seiner fnsse zu küssen. Die Christen hassete er so hefftig, daß er die al- lergreulichste Verfolgung wider sie anfieng. Allein, je mehr er sie verfolgte, je mehr vermehrten sie sich, welcher Wachsthum der Christenheit, nebst seinem alter und siechen leibe, verursachten, daß er zu Nicomedia von der Kayserlichen regierung abdanckte; Marnnianus that dergleichen zu Mayland an. ;°4. Hieraufbe. gab sich Diocletianus nach Salona in Dalmatien, allwo ihm das land-Ieben so angenehm und vergnüglich war, daß, als er von einigen ersucht wurde, die regierung wieder auf sich zu nehmen, er zur antwort gab: wolle Gott / daß ihr meinen kohl sehen möchtet,den ich zuSalona gepflantzt habe,ihr würdet mich nicht mit dergleichen antrag beunruhigen. Jedoch meiden andere scribenten/ daß er solches thun muffen, und daß er sich unter der Hand mit gan- tzer gemalt bemühet habe:/ wiederum aufden thron zu gelangen» Endlich starb er an diesem einfamenorte, und kränckte sich sonderlich über das zunemmen der kirche Christi. Übrigens ist zu merkten, daß er nach bestattigung des Kayserlichen khrons die alte lahr-rechnimg verändert, und dargegen verordnet, daß man die jähre nicht mehr nach den dürgermeistern, sondern von seiner re- gierung an rechneki solle, welches s-rs oder epnci-s oic>ci-u3as ge- genennet wird, nach welcher die Archen - scribenten durch viele iLcui» bis auf des Kaysers Justiniani regierung ihre zeit-rechnung eingerichtet haben. L«/e-.i.8. o, 7. rino, iu fzifiz, I. fetz. i, 7, p'rÄo?'. I. 11. clc liottr. temp, c» 29, )0, ; ;. 0. 284, zc>7, le>z. in tsb. ssric. p. 494. con.Lnn.in tsbul. Nu»iolpb» p, ;9 ^ 49» cis Lrs Oiocl. äe clirill. 1.1. c. 1. Oo^-««Nill. cccl^ I. Z äc 4 liik. Noin. I. 20. Drscrus/ (Raymundus) Prediger und (.'anonicus, wie matt sagt, der kirche unsrer lieben stauen zu Paris, starb an. 1084 mit dem rühme eines heiligen lebens. Man erzählet, daß als er sollte begraben werden, und indem chore dieser kirche gestanden, er den kopffaus dem sarge gehoben, und gesaget habe: juNo oe, juäicio -cculLrus fum, worauf die «mstehcndeil davon gegangen , und die seel-messe aufgehoben, des andern tages aber wiederum angefangen, dacrsich ebenfals aufgerichtet, sagende: juito ve, juo.ci» juciicsrcis ium, und am dritten tage bey eben diesen umständen habe er geruffen: juito Oc> juclicio ccm6emn»rus tuiii Dieses soll Brunoni gelegenheit gegeben haben, die weit zu verlassen, und den Carthäuser-orden zu stissten, welches aber von einigen anders erzählet , von andern gar widerleget wird. ostc, auf welche er aber nicht st fort antworten konte. Dahero der König, welcher dabey zugegen war, seiner spottete, und ihn -Kronum > das ist, einen tummen kerl nennete, oder, wie andere wollen, mit wegwerffuug der 2 ersten buchstaden seines namens, Äs-, einen esel; welches ihn so bestürtzt machte, daß, als er von dem Könige weggicng, er von deine, was man ihn gefraget, einen trattat schrieb, und hernach vor Verdruß starb. I. r. ?/-». I. 7 c. ;z. * Diodorus/ zugenannt Ncr-egeres, weil er eine beschreibung von der erde, und etliche andere tractate verfertiget. INemillocle, INeieo öc Oimonc. Diodorus von Antiochien, Priester bey dieser kirche, und hernach Bischofs zu Tarsus, der Haupt-stadt in Cilicien, lebte in dem 4 seculo, und wurde nach seinem tode angeklaget, daß er einer von den lehrmeisicrn des ketzers Nestor« gewesen. Cyrillus nennet ihn in seinen briefen an Joh. Antiochenum und Acasium Melitenum einen feind der ehre Christi; hingegen vertheidigen ihn einige von seinen discipuln, als Athanasius, Basilius und Chrysostomus. Dieses ist gewiß, daß man m seinen schafften nach seinem tode verschiedene irrthümer angemercket. Er hat aber folgende verfertiget: 2 -o Titzox Lv-LS'ias'ci; , Lve scivertus ^pollinsriÜLS ; Mrerpre- rskiones in cotum vekus tellrmcocum; 6e lllicrimine cnnremplLricioiz L sllegoriL; ckronico» in evLNZeli» 1 V, in LÄs spoiiolnruai, in exilkvlsm 8./nlisnnis; guoci unus veus gr in Irinicsre; conrr» Ivlclcliisellecirsk; «onrr» )us 6s anima tccka:; s6 Qrsrianum capica; Varia 6e 5:>il >tt, 5 . ar^umenra; contra atirunomo;, allroiogvz öc tatum. Heded-Iesil mercket an/daß auch einige von ihm inSyri scher sprach llvch VorhaildeN/ als ' über poiiticorum ; NbsrNsllruttivnis aüroio- ßoruin; aNvsslus Lunomianos ; a6verius Ooniciniollim; 1u6a.'Oi; ^lanickaM; /^pollinariuin ; cxpoUcio iu parrcm Vlarcks-i, Mco/ior. kiiw. I. 4 c. 2 Z lec>. 5ocr«ret i. 6 c. z, § 0 L 0 -»S»M! !. 8 c. 2 . L/iro», 7l. Z7o,;yr/428/4Z5> ^orr-, 16 . c. r6. bist. littsrar. p. Diodorus Siculus/ war in Sicilien zu Agyrinm, anietzo, wie Cluverius dafür halt, 8an rnipp« o.4§nonc genannt, geboh- ren. Er lebte zn Iulii Cäsaris und Augnsti zeiten ss. ssl. ;-7ü, /h. 0 . 8, V. 0 .746, oi) .np. 19;, und brachte zu Rom mit Verfertigung stiller mbiiorbcca: villonca- in 46 büchern, wovon nur noch 15 übrig sind, ;o jähr zu. Er hat sie von den ältesten zeiten angefangen, und biß auf ss. ssl. ;y24, ss. E. üo, V.O. 694, oivmp 180,1 fortgeführet. Damit er den fehlem vieler andern feribcntcn entgehen möchte, die sie offt damit begangen, daß sie viele dinge nur aufanderer glauben geschrieben, reisece er in verschiedene Europäische und Asiatische Provinzen. Plinius meldet, er sey der erste unter den Griechen gewesen, welcher sich von be- schreibung unnützer dinge enthalten. Doch ist auch nicht zu laug- ncn, daß er in denen ältesten geschichtcn dein fabclhaffren Ctesia allzu viel gefvlget. Photius lobet seinen llttum. daß er sehr dcui- lich, und recht historisch; wiewohl man schier sagen kau, daß er etwas zu niedrig und abgcschmack stye. Pogginü chorenlinus hat ihn auf beseht des Pabsts Nicolcn V ins Lateinische Übersetzer. co6. 70. 6r bitt. Orac. i. 2 c. 2, /e Or,«7 jugcm. 6sr liill. 6r«c. * Diogenes von Apollonia, war ein ?i>ii»wpku5. welcher in der 7osten Olymp. V. 0 .254, ss. ssl. ;484, ss- G- >00 lebte, und dafür hielt, daß die lufft ein clcment, daß mehr als mie weit, und das vacuum unendlich seve, daß die lufft, wenn sie dünne und dichte gemacht worden, neue weiten hervor brächte; daß nichts aus Nichts werden, und nichts in nichts verändert oder zertheilet werden tönte; daß die erde »vai - rund seve, und ihre zustmmicnhan- gung von der luve, damit sie umgeben, ihre dicke und dichttgkcit aber von der kalte habe. e>c. * Diogenes/ ein Miiioibptiu; Cymcus, welcher ss. X. )4l, vivmp. 91,4. ss. ssl. z;?!, ss- 0.4>; zu Synope gcbohren worden. Nachdem man ihn aus seinem vatcrlande vcriager, machte er die fette der c ynicorum fo berühmt, daß, ungeachtet Anristhencs, fein Ichrmcistcr, derselben stiffter war, man nichts destowcniger Diogenem für der cynicormn Haupt hielte. Er erwählte sich eine freywilligc armuth, und hielte sich in einem fasse auf. AIs Alexander ssl. zu Corintho war, wolle er ihn gerne sehen, gieng dahero zu ihln hin, und verlangte, daß er von ihm bitten möchte, was cr »nr wolle. Allein Diogenes begehrte nichts mehr von ihm, als nur, daß cr ihm aus der sonne gehen möchte, damit ihn selbige bcschci- ncn tönte; worauf Alexander sagte: daß er sich wünschte Diogenes zu seyn, wofernc cr nicht Alexander wäre. Wer von seiner Historie und klugen reden etwas ausführliches zu wissen begehret, kan Diogenem Lacrtium nachschlagen, ist-. ü Einige berichten, daß er aii der überlauffendcn galle, andere aber, daß cr an einem Hundes-bisse gestorben scye; und noch andere, daß er sich selbst, durch anhaltnng des athcms, getödtct habe. Hierinnen aber kommen sie alle übcrein, daß cr 90 jähr alt worden seve, und ss.1v. 440, Ottmp, 114, 1. ss. ssl. ;66c>, ss.L. 524 diests zeitliche verlassen habe. Er hat viele schrifftcn vcrfcrttgct, welche aber aste verlohren gegangen. Er hatte nichts mehr in seinem vermögen, als einen sack, einen stecken und höltzcrncn bechcr, welchen letztem cr als etwas übcrsiüßiges zerbrachüind wegschmisse, als er einen knabeir aus der hohlen Hand trinckcn sahe. Seine reden waren überaus nachsinnlich. Einsmals käme cr am hellen Mittage auf öffentlichen marckt, der voller lcutc war, mit einer latcrne in der Hand, und als man ihn gefragcl, was er suchte, antwortete er: einen tugcnd- haffcen menschen. Er verlachte die ßmmmacico?. welche des Ulvffis herum irren untersuchten, um ihre eigene irrthümcr aber sich nichts bekümmerten: die mowos, welche die zeit mit sitm- mung ihrer instrumentcn und nicht vielmehr darzu anwendeten, daß sie ihre assccten in eine gute Harmonie brachten; die redner aber, daß sie sich zwar der wohl-rcdcnhcit, aber nicht löblicher und tugcndhaffter thaten beflissen. Als Plato einen menschen dergestalt beschrieben, daß cr stn an,mal blpcs impiumc, brachte cr einstens einen Hahn, dem die federn ausgcrupffct, in die schule, schmiß ihn vor seinen schillern nieder, und sagte, daß dieses ein Platonischer mensch wäre. Da sich einst ein böses wcib an einem öl-bäum gehangen hatte, und cr dieses gewahr wurde, sprach er: co wäre czut/ wenn alle bäume solche fruchte trittst». Als ihm jemand vorrückte, daß cr in seiner lugend liederlich gewesen, antwortete er: das kommet daher / weil ich dastenicst war/ was du bist / du aber wirst nimmermehr dassentcst werden/ was ich bin. Als er vor einen selavcn verkaufst wurde, rieff er mit lauter stimme: wer will einen Herrn kauffen? und zu demjenigen, der ihn kauffte, sagte cr: du inust bereit seyn/ mir zu gehorchen/ gleichwie grosse Herren ihren ärtzten. in jplius vita 1 . 6 . ussttearc/i. IN , 4 Isx, VI. aeUsv. 1.4 c.; cx 19. tar. >4. /c 6e la vertu 6e; kavcnz. Diogenes / kabyllmicus zugenannt, weil er von Seleucia, ohnweil Babylon gelegen, gebürtig, war der Stoischen fectc zugethan, und ein discipul Chrysippi. Er hat verschiedene schrifflen verfertiget, als! 6c 6i>i,iai,oiic; nobiiirarc; lcgibur; Vlincrva ^ in dio welchem letzter« er natürlicher weife erkläret, was von der geburt dieser zottln vorgegeben wird. Er brachte sich durch seme gelehr- famkeit in grosses ansehen, dahero ihn die Athenienser, nebst dem si'hlckten. gelehrt er aber war/ so bescheiden war er auch da- bey, so daß er, da ihm einsmals ein frecher junglmgms angesicht ssye, nicht die geringste cmpfindung darüber verfpuhrcn ließ. Er starb in dem 88 sten jähre feines alrers. >. 6 . l. 16. 1-.'.'in Ivlactob. 6c 6>vin. t. I. 6c tenscx. c. 7. 6s na-ura 1 .1 6e vKc. I.; c. 12 6c rz. i. 4 c. > 9 ,1. >2 c. 6. 6MSSÄ 6c ita I. z c. zz. Diogenes von Cvzicus, oder Diogenianus, ein Orawmaricm. verfertigte 7 bücher von den insuln in seinem vateriande. Stcpha-- mis Bvzantinus fübret ihn zum öfftern an, und Vossius halt da- fnr^, daß er eben derjenige Diogenes oder Diogenetes gewesen, dessen Lindas gcdcnckct, welcher ein buch 6s ,nMruri5us ist die vollkommenste, fo Mcibomins heraus gegeben. ^0,. viviiorst co6.161. k- 7 -c-n 6 s cra 6 . 6 ilcipi. I. s. 6 e !>i- itor. Qr.vc. I. 2 c. 1; öcc. Diogenianus von Hcraclca, ein berühmter Oi-ammaricu; unter deissÄavscr Hadriauo, schrieb einen lractat von den Offen, feen und berge», und machte eine tabeile, welche die städie der weit in sich begricf. Hcfvchms versichert ^daß cr sehr fleißigj. und von natürlich-gutem verstände gewesen. Suidas gedencket seiner, und Andreas Scbottus hat die fprüch - Wörter dieses aEnris heraus gegeben. aclag. Drognctus / cin General der Erythräer in Ivnia, welcher den Milesiern ividcr die cinwohncr von Naros beystund, und gleich anfangs in einer strelffercv auf die inful Polncritam samt anderen wcibercn gefangen bekam, und sie hernach im lagcr vor verstatt als seine stau hielte. Aber als diese sahe, daßdic Milesier bey cineröf- fcntlichcn gasterey sich voll getrunckcn, nahm sie ein dünn stücken blcy, schrieb darauf etwas an ihre brüderc, that es fo dann in einen knchcn, und schickte denselben in die statt, mit erlaubnus des Dio- gnctl, und unterm schein den ihrigen auch etwas von der Mahlzeit mitzutheilen. Hierauf thaten die belagerten einen aussäst, und cnvürgctcn alle Milesier, bis aufdcn ciiitzigcil Diognetum, weil ex sich gegen das wcib in ihrer gefangcnfchaffc sehr freundlich erzeiget hatte. Allein,da Polycrita wieder in die statt hinein gieng,starb sir unter dem thor vor frcuden. 6 s vicruc. muücr. * Diognelus / cin Baumeister und ln§-nicus von Rhodns, leistete stincm vatcrlande grosse dienste, als selbige statt ss. ssl. ;68°, ss. L. ;o4, V. L. 450, oi> mp 119,1 von dem Dcmctrio Poljor- cetc belagert wurde. Eplmachus hatte auf befchl dieses Königs einen ungeheuren grossen thurn , den man an die mauren schieben kome,verfertiget: allein Dwgnetus crfund alsbald cin Mittel, dcn- lcnigcn platz unter Wasser zu fetzen, darüber dieser tburu paßiren solle, welcher also nicht konte gebraucht werden, wodurch dem Dcmctrio aste Hoffnung, fo er hierauf gcsetzct, zu schänden gemacht wurde, und cr daher die belagerung aufheben muste, ob er gleich vorher noch niemals vor einer statt abgezogen. Daher die eimvoh-- ncr zu Rhodns dem Diogueto grosse ehre erwiesen,und eine anschu- ljchepcniion gaben. 17,7,,^. l; Diomedes/ König von Actolicn, war cin söhn des Tvdei, weswegen cr bev den Poeten Tydides helft. Man sagt, daß cr nach Achilles und Aiar der tapfferste unter den Griechen bey der beia ze- rung Troia ss. ssl. 2790,ss. L. 1194 gewesen, woselbst er mit gutem Vortheil wider den Acneam und Hettorcmgefochten. Er nahm das vai!a6ium hinweg,und wurde hernach,wie einige fabillircn, von der Venus nebst seinen gcfährten in weisst vögcl wie schwanen verwandelt. Oi,Ä. I, ,z öc 14 cnscam. «Iicill. Ls»o». »rar. Z4- ?z,ottr^co6 186. Diomedes/König von Thracien,fütterte feine Pferde mit mcn- fchcn-flcifch. Hercules brachte ihn um, und war dieses die 9 von seinen siegreichen thaten, 1 ;. ^--,0». illyii. .9. i. 9 meram. Dion / ein Capital» von Snracufa, Hivparini söhn, besten fchwestcr den älteren Dlonysium Syracufamim geheuralhet hatte ; wie cr Dion dagegen eine deren aus dieser ehe gcbohrcncn toch- teren die Areten zum'weib «ahme. Nach dieses älteren Dionyfii tobe, gälte cr anfänglich auch sehr viel bey dessen söhn und nachfol- qer Dionysio II , wäre deine auch in der that sehr getreu, und im stand die beste dienste zu.leisten. Allein die stymcichlere des Dio- nysii, die dem Dioni mißgünstig waren, die fteyheit des Diouis in tadlung dio tadlung der fehleren desselben, und endlich die Ungleichheit ihrer beyder sitten,verursachten bald haß und feindschafft zwischen ihnen. Auch hatte Dio inder that vorgehabt, wo sich Dionysius nicht in vorlchein, worinnen lL)io den Carthagineüstren verspräche, ihnen bey Dronysio gute friedens-bedingnußen zu verschaffen. Aufdieses liesse rhne der Tyrann in Italien übersetzen, und verbotte ihme Siechen ,doch so,daß er ihme seine reichthume,auch viele seiner freun- ben nachfolgen liesse: weßwrgen Dio in diesem exMo gar ansetzn- uch lebte, und sonderlich von denen Griechischen städten Athen und Lacedemon viel ehre empfienge. Indessen wuchst die Verbitterung zwischen beyden, welche zu besänfftigen Plato sich vergeblich bemühet hatte, und gienge Dionysius so weit, daß er seiner schwester des Dlonls weib wider deren willen einen anderen rnann gäbe, mit Namen Timocratem. Dion erklärete sich darauf völlig für feind gegen Dionysium, und wäre merckwürdig, daß alle die Philosophi, so er immer um sich hatte, ihme zum kriege ricthen und hulssen, nur Mi einigen Plato ausgenommen,der wegen der vorigen freund- Mafst mit Zionysto neutral bleiben wollte. Den sammelplatz hielte Dwn in der insul Dante, von bannen er nur mit 8°c> mann in ; nicht gar grossen schiffen auf Sicilien loß gienge , die übergroße macht des Tyrannen zu stürtzen. Es waren aber diese 800 lauter tapffere versuchte lcuthe, deren jeder im fall der noth eine gute an- zahl anderer tüchtig wäre anzuführen. Und Dio hielte sich versicheret , daß wegen grossem haß wider den Tyrannen alles sich auf feine strte schlagen wurde. Zu seinem glück fände er auch bey seiner anländung denDionysium abwesend,als welcher ebe mit 8« schiffen m Italien gefahren, und der zu ihme gesandte bott verlohre durch euren stltzamen zufall seine brieffe, indeme ihine ein wolff seine reiß- tasche, darinn neben anderem ein stuck fleisch wäre, alldieweil er in einem wald schliesst,wegtrüge: dahero sich Dionysius lang nicht einbilden wollte,daß die fach so gefährlich wäre; allemer muste bald erfahren,daß fast jedcrmansich furDionem erkläret,und dieser sonderlich zu Vyracus mit alles volcks frolocken eingezogen, auch die stadt völlig für frey erkennet hatte. Dannoch warffe er sich zu erst in das schloß dafelbst, und thäte daraus einen versuch aufdie stadt, wurde aber von Dion tapffer zurückgeschlagen ; so daß er an seinen fachen verzweifelnd letztlich sich zu schiffdavon machte, seinen söhn Apol- loeratem im schloß zu Syracus hinterlassende. Aber ehe dieser feind gantz gedämpft, entstünde schon mißtrauen zwischen den Sy- racufanerenunddem Dion. Jene trugen inimcr sorge,Dio möchte den Tyrannen wegen der allzunahen Verwandtschaft nicht wollen gar zu gründ richten helfen; hiengen sich deroweaen mehr an einen gewissen Heraclidem, der ebenfalls für sich selbst einige macht wider Dionysium gesamte! hatte, aber erst nachdeme Dion alles verrichtet/angelanget wäre. Nichts desto weniger fetzten sie ihne gleich der fchissflotte vor. Und er,wiewohl er öffentlich dem Dioni respeet bewiest, sparete doch heimlich keine mühe noch list, dasvolck wider ihne zu verhetzen; Wodurch es geschahe, daß Dion sich nirgendwo mehr sicher sehend mit feinen wenigen geworbenen foldaten frey- willig davon zöge, da er das mit bewehrter Hand ihme feindseliger weise nachenlende volck aufs inständigste bäte, dem feinde aufm schloß durch diese zweyung nicht lufft zu machen, und als dieses nichts halste, sie dannoch durch die stiuige nicht wollte beschädigen lassen, als er sie durch deren blossen amnarchiercn in die flucht gc- hracht hatte. Dion ward hernach von den Leontineren gutwillig aufgenommen; die Syracufaner aber führeten darauf ihre fachen so übel, daß ihnen die feinde im schloß in kurtzem überlegen wurden, und kein Mittel mehr zu ihrer rettung übrig wäre, als den zuvor ausgestossenen Divnem eben mit seinen fremden Pelvponnenfi- schen foldaten zuruckzurnffen. Dieser vergaffe großmüthig alles empfangene unrecht,auch so gar dieboßheit deren,so am steuerrudcr fassen, ivelche ihme noch in selbigem anzug die thore zu versperren suchten. Allein ein neuer nusfall aus dem schloß, durch welchen so gar die stadt vom feind in brand gesteckt wurde,und der die Syracufaner auf allen feiten mit schrecken erfüllte, brachte endlich alle dahin, daß sie den Dion aufs flehenlichste um hulffe rufften,welcher vorher wegen der grossen Verbitterung seines gegentheils nicht getrauet hatte,der stadt zu nahen. So bald er in die stadt käme, griffe dio ^ 6z Nlg mildem volck umgienge; wovon er durch Plawnem Lyfferrg, aber vergeblich abgemahnet worden. Auch der tod des Heraclidis, den einige nicht ohne heimliches vermissen des Dionis ermordet, vermehrte das übel. Endlich wollte sich Callippns von Athen einer seiner Obristen dieser gelegenheit bedienen, ihne aus dem weg zu räumen, in Hoffnung sodann den höchsten gemalt zu Syracus zu erlangen; fienge an die Peloponnesische foldaten wider ihne zu verhetzen , und damit er desto sicherer in feinem ansthlag fortfahren mochte, beredete er den Dioncm, diese leuthe wären von feststen zur gelegenheit das feuer zu löschen, welches sonst in wenig stunden ... stadt Untergang beförderet hätte. Da erklärete sich nun alles für den Dion; die Redner,welche zuvor das volck wider ihne verhetzet hatten, zogen freywillig ins elend; HeraclideS und Theodotus ergaben sich in feinen gemalt, und baten um gnade. Er feiner seits erzeigte auch gegen allen eine sonderbare großmüthigkeit und Müdigkeit. Zwange darauf das schloß zur übergab, liesse Aristocralem )es Dionysii söhn mit accord abziehen; gelangest wiederzu seiner lchwester, weib und binderen, die so lange darinn verschlossen gewesen; verziehe auch seiner stauen der Arete^ welche sich gezwungen gi einer anderen ehe hatte verletzten lassen. Damals war fein glück n höchstem flor, und wandte in und ausser Sicilien jederman die mgen auf ihne. Aber der undanckbare Heraclides unterlicsse uchts, ihne wieder in des volcks ungunst zu bringen, streute aller- Md argwohn aus, als daß er das schloß nicht zerstöret hätte, da loch Dio solches dem volck zu verwahren übergeben; auch daß er Mthgebere von Cormthus kommen lassen, gleich als ob man das Regiment nicht besser durch bürgere bestellen könte rc. Dion hatte ruch in der that vor,die rcgierungs-art in etwas zu veränderen, und onderlich den allzugrossen gemalt des gemeinen volcks, woraus so siele Verwirrungen entstanden, einzuschräncken; erweckte sich auch ladurch vieler haß, daß er die einsamkcit gar zu sehr liebte, und webst übelgesinnten eher kennen lernest. Dio traute und trüge dem boßhafften menschen diese commißion selbst auf; wollte auch aus der ursach kein mißtrauen schöpffen, ob erfchon von allen orten her gewarnet wurde. Seine stau und schwester waren etwa» vorsichtiger , allein der verräther wüste auch diese durch greuliche eyd- schwüre einzufchläffen. Und da er sich nun genug verstärket, brache er endlich los, umstellest am hellen tag des Dionis Hausse mit bewaffneten keuchen, und schickte einige freche jünglinge von Zanle hinein, die ihne nicht ohne mühe ums leben brachten, in beystyn unterschiedlicher seiner freunden, deren sich aber keiner aus forcht für dem zusammmschwur regen dorffst. Dis geschahe um st.N.zszo, st.L. Zt4- V. L. 4°o. oivmp. iv6, Callippus genösse nicht lang der flüchten seiner trculosigkeit, und ward, nachdeme er feine fachen sehr übel geführet, und Syracusa selbst verlohren, ebenfalls von 2 feiner vermeynten freunden, und zwar, wie etliche alte berichten, mit eben dem dolchen, durch welchen Dion wäre umgebracht worden,erstochen. Die schwester und eheftau des Dionis, zusamt einem erst nach seinem tobe gebohrnen töchterlein, wurden von den undanckbaren Syracusaneren über etwas zeit auch ums leben gebracht. in vica Oiolsis M/-. in ej. v>rs, Droll. l. 16. ^ Dtone / ist der name einer Nymphen, welche des Oceane und der Thetys lochtet gewesen, oder wie andere wollen, der Ne- reidä, einer tochter des Nerei und der Doris. Die poestn sagen, daß Jupiter in die Dione verliebt gewesen, und sie zu einer mutier der Venus gemacht. k-lüor I. Dyomsia / wurde die insul Naxos in dem Aegäischen meere genennet, weil es daselbst viel und guten wein gab. Disnysia / hiessen überhaupt alle feste des Bacchi, es ward über auch sonderlich solches fest mit diesem namen belegt, das die Athcnienser im stühling seyerten. An demselben hielt man Baccho zu ehren eine grosse proceßion, darinnen die, so solcher beywohnten, theils auf eseln fassen, theils böcke zum opffer führten, theils auf wagen fuhren, und rheils verkleidet waren. Alle nahmen sich einer zu Bacchi dienst gehörigen unordemlichen und der raserey nahe kommenden bewegung des leides an, schrien und heulten oder sungen vielmehr mit solchem geschrey ihres götzen lobgesang. siehe 8 ^»- Rechst diesem trug man in dieftmümgange allerhand gerichst von speisen, und insonderheit ein gefäß mit wasscr. Unterschiedene darzu bestimtejungfern trugen die heiligen laden,darinnen nebst den erstlingen von allerhand flüchten auch die geheimnisse des Bacchi- schen götzen-dienstes, welchen die kirchen-väter offenbahrt haben» Nach diesem wurde der so genannte pn-ilus getragen, daher auch die proceßion penpKriiiL oder pU^iisgoZiL genennt ward, dem die Iriiypkrii, oder gewisse manns-personen in wcibs-kleidcrn folgten, die sich truncken stellen musten. (Zie hatten auch eine wurf-schaufel dabey zum zeichen, daß dieser götzen-dienst zur reinigung angesehen sie tcllis O-Lcorum. VI 0 l 8 l^ 8 IOk 0 ll 8 > ist der alte name vieler städst, darunter die vornehmste war Nagara oder Nyssus an dem flusse Indus, welche Bacchus, der auch Dionysius genennet wird, erbauet. Eine andere stadt dieses namens war in nieder-Möflen, welche das heutige Varng seyn soll. Ferner war auch eine stadt dieses namens in Phrygien, und eine in Africü. Dionysius / ein tyranne von Herakles, einer stadt in der pro- vintz Pontus, lebtezz4, V. L. 4-0, Olymp. 11 s, z zu den zeiten Alerandri N. und suchte sich durch, den ruin des Persischen reichs zu vergrößern; dannenhero erden glücklichen pro- greß der waffen Alerandri nicht ungern sahe. Doch bald befand er sich in solchem zustande, daß er mehr Ursache hatte, sich vor dem Alexandro zu fürchten als vor den Persern. Denn die er von Hera- clca weggejagt hatte, suchten bey Alexandro schütz, und wäre es bald dahin gekommen, daß ihn dieser hätte absetzen lass«, wenn er sich nicht zu der schwester Alcrandri, Cleopatra, gewendet, und durch deren hülste solches verhindert hätte. Derst. N.;66--, st. L. -24, V. L. 4jv, ossmp. 114,1 erfolgte tod des Königs Alerandri schien ihn zwar von aller furcht zu besteyen, allein als Pcrdiccas sich der verjagten von Heraclea gleichfals annehmen wolle, muste er abermals durch allerhand politische rancke die,es ungcwittcr von sich abzuwenden suchen. Doch auch PerLlccas starb bald darauf st.N. Z66r, st. e. zar, V. L. 4Z2, Olymp H4, ; und lebte darnach Dionysius in guter ruhe und Vergnügung, ivorzu seine hey- rath mit der Amastris, einer rochier des Oratris, eines bruders des thum bekommen. Er ergab sich hierbei) der Wollust gantz und gar, wurde auch so dicke, daß er fast nichts anders tbat als schlaffen, da man ihn dann mit langen nadeln stecken und solcher gestalt aus dem schlaffe wieder heraus bringen muste. Er starb iml 5 jähre seines altcrs, nachdem er ;o jähr regieret hatte. n-E,, w um»-. norum »erscl. davon die exccrptL bey dem l-lmrio ja bibllocliecL n. rrch zu fittden. vsr. Nist. rx. rz. Diony- 64 dio ' Dionysius I , ein tyranne von Syracusa , crnes schlechten bür- acrs, Hermocratis söhn, diente zu erst als ein wieder die Carthagincnftr, machte sich aber I. M. z 570, kl. L. 405, V. L. ? 4 Y, oi> mp y;, 4 /da er die andern Capitainc und ansehnlichste bürgere der vcrräthcrey und untreue beschuldiget, gantz absolut. Ob ihn nun wohl die Sieilianer, so seiner bald überdrußig wurden, gerne aus dem wcge geräumct halten, gicng ihnen doch ihr anschlug nicht an, sondern sie verstrickten sich nur in eine grössere sclavcrey; und Dionnsius bediente sich des gelds deren reichen,so ihmc zuwider gewesen, um sich die soldatcn mehr und mehr zu verbinden. Er litte anfangs von den Carthaginenseren eine ziemliche nicderlag bey der stadt Gela die er entsetzen wollte,und verlobre die stadt; inuste auch Eamarina verlassen, und die einwohnerc mit weibund kind naher Svraeustr führen, aus forcht für der Cartbaginenscr grausamkeit. Bald cmpörete sich auch ein theil seiner kriegü-leuthcn, sonderlich die Sieilianer,plünderten seinen pallast zu Syracusa, und mißhandelten sein weid gar übel. Aber er käme ihnen unver,mühet über den hals,und schlug die meisten tod; hatte auch das glück,mit denen Carthaginenseren,ungeacht sie ihme im seid obgelegen,einen frieden zu machemweil sie sonderlich den besten theil ihrer armer durch pcst verlobrcn hatten. Jedoch behielte dadurch Dionns.fast mehr nicht, als die stadt Svraciifa. Allein er gebrauchte der erlangten ruhe sich innerlich desto sicherer m setzen, machte viele neue vcstungs- wcrcker in der stadt, und griffe hernach die Sieilianer an, in men- minq, solche, als von der Carthaginenftr hülffe cncdlöffct, bald Unters loch zu bringen. Aber kaum wäre er zu selb gezogen, so fiele wieder der grösste theil der soldatcn von ihme ab, und nach ihnen die stadt selbsten; so daß er mit mühe ins schloß enirann, wäre auch in solche Verzweiflung gerathen, daß er schon mit seinen vertrautesten von der art des todcs,durch welche er sich umbringen sollte,anfienqe zu berathschlagen. Aber die ermahneten ihne das äusserste zu versuchen,und svrach sonderlich einer mir namcn Hcloris: die Tyrannen oder höchste gemalt wäre das schönstegrabmabl; anzudeuten, er könne nicht mit grösserer ebre sterben, als indeme er den einmal erworbenen gemalt verftchtete. Er stclletc sich also, als wolle er gutwillig das schloß verlassen, machte die Snracustmcr durch lra- ctatcn sicher, und bewegte unterdessen durch grosse Versprechungen die Camvanier, so geworbene soldatcn der Carthaginenseren waren , und Vermahlen noch iitzEicilicn stunden, daß sie ihne zu be- frcncn heimlich anruckten. Sie sielen auch unversehens in die stadt ein, erschlugen eine grosse anzahl burgcr, und drangen zu Dionvfio auf das stliloß. Dieser erhielte auch noch mehrere verstärekung von denen kriegs-leutben, so es noch mit ihmc hielten. Die Sura- cusaner wurden darauf unter sich selbst uneinig; welche gclcgeuheit Dionysius so wohl zu gebrauchen wüste,daß erssicb durch einen aussah der stadt von neuem bemächtigte. Da erzeigte er sich noch gütig gegen die überwundene,und suchte die burger auf alle weift wiederum in die stadt zu bringen; aber gar viele wollen nicht trauen. Der Tyrann gicnge unterdessen seinen weg fort, nähme Aetna ein schloß am berge dieses namens, auch Narus, Catana, ferncrs die stadr der Leontincr,hernach E»na und andere ein; zwange aller orten die beste bürgere ihre wohnungnach Syracus zu veränderen; bevcstiglc sonderlich das städtlcin Epipolasm der nähe von Snracusa,damit dicft stadt im fall eines neuen Unglücks, sonderlich,da er vorhatte mit den Carthaginenftrn zu brechen,nicht so leicht tönte belägcrct und durch linicn eingeschlossen werden. Als dieses niit ungemeiner geschwin- digkeit und grossem rühm des Dionnsii, welcher selbst Hand an das werft gelegt, und aller orten die trefflichste anstalten gemacht, vollbracht worden, und er sonsten auch eine ungemcine mängc von allerhand gattung kricgs - verrath zustimmen gebracht hatte , machte er dem andern krieg wider die Carthagincnftr einen ansang durch vreis-gcbung aller gitteren,so die zuSvracuia und in anderen siädtcn seiner herrschafft unterm schul; des friedens wohnende und bandelnde Carthaginenftr beschlossen. Er belagerte darauf die stadt Motya, die sehr vcst und mit einem guten fte-havcn versehen; litte zwar so wohl durch die tavffcre gegenwehr der burgcr, als zur fte durch die flotte des Carthagincnsischcn Generalen Himilco, zimli- chcn schaden ; bekäme scdoch zuletzt die stadt durch stürm ein, wozu ihme vorncmlich seine kricgs-machincn und thürnc halsten. Was von den bürgeren dem schwcrdt entgangen , wurde in die knecht- schafft verkauffc. Allein das folgende jähr ländete Himilco mit einer grossen flotte unversehens an, nähme Motva wieder ein, zustunt Eryr und Mcßina; schlüge des Dionysiifthiff-flottc unter Leptine, umringete Syracustizu ivasscr und land,vcnvüiletc,was er antraff, und nähme so gar die Vorstädte weg. Allein da bcgunte sein glück zu waucken; er verlobre viel lcuthe durch kranckheiten; Dionnsius dagegen bekäme hülffe aus Griechenland und Italien, gewann eine ftc-schlacht vor dem haven zu Syracusa, und als er die feinde nun durch die pcst recht gcschwächet sahe, griffe er sie zu Wasser und lande zugleich an; brachte ihre schiffe in den brand; eroberte auch die beste schwitzen um ihr lager, so daß Himilco kein ander Mittel sich zu retten wüste, als mit einem kleinen theil seiner lcuthen, sonderlich die von geburt Carthaginenftr waren, so viel nemlich 40 galcercn fassen mochte», bey nacht davon zu schleichen. Aber auch von diesen wurden einige auf der flucht zu gründ gerichtet, und die geworbene fremde soldatcn, welche Himilco in dem lager gelassen, zerstreuten sich von selbsten, und kamen meist in des Dionysii gewalt. Die Carthaginenftr verlohrenda in allem über i;o tausend mann, und, wie kein Unglück allein, so bekamen auch ihre Unterthanen und benachbarte in Africa dadurch einen muth, sich gegen sie aufzulehnen, wodurch Dionysius ie mehr und mehr lufft bekäme, seine fachen in Sieilien recht vcst zu setzen: Wie dann, als hernach die Carthagincnftr allda den krieg unter anfübrung des Magonis erneueren wollen, der Vortheil gäntzlich aufDionnsii feite wäre, dio und jene ihmc im frieden den besten theil von Sieilien preiß lassen meisten. Dieser griffe darauf den untersten theil von Italien, grad gegen Sieilien über liegend, an, schlüge der daselbst wohnenden Griechen armee in die flucht, und zwange den rest m die 100°» starck zur übergab. Er wüste auch den sieg so wohl zu gebrauchen, daß er durch aller deren freylaffung ohne löft-qcld fleh die meisten stadte derftlven gegcnd verbände, welche sich glücklich schätzten, mit ihme unter verheissung eines zimlichen tributs, und stellung vieler gayftln friede zu machen. Doch liesse es Dionysius nicht allen so gut werden , dann erstlich zerstorete er Caulonia,und Hipponium, und führctc die bürgere wider ihren willen gen Syracusa; hernach belagerte er Rhcgium, wider welche stadt er einen sonderbaren baß hcgcte, dieweil sie, als er von dar sich eine jungfer zur ehe ausbate, der mcnnung, sich alldort,wie anderer orten, durch dieses Mittel die vornehmsten zu freunden zu machen, seinen gesandten zur antwort gegeben, wie sie ihme keine andere, als des henckers tochter, aus ihrer stadt zu hcyrathcn erlauben wollten. Je weniger nun die Rbe- gincr von dem Tvrannen gnade hoffen konten, desto verzweiffel- tcrc gegenwehr thaten fle,obschon von aller anderen hülffe cnrbldyet; seine thürne, sturm-dacherc und andere rüstung verbrannten sie zu mchrmahlen, machten viele seiner Kuchen in ausfallen nieder, und er selbst empficnge einsmahls eine gefährliche wunde. Allein als sich die belägerungbiß in den eilfftcn monatvcrzogm, riebe der Hunger den grösten theil der einwohnerc» auf, die übrige müßen sich ergeben , da dann wer sich nicht nach dein willen des Tyrannen zu lösen vermochte, zum ftlaven muste verkauftet werden. Der stadt kriegs-Obristcr Phyton wurde auch zusamt seinem söhn nicht ohne schiinvf und marter getödct. So theuer käme die angebottme scharffrichters fthwagerschafft die guten Nhegincr zu stehen. Nach diesem gäbe er sich einige zeit ruhe von kriegen, nähme sich aber vor, dagegen in anderen stucken ehre einzulegen. Sonderlich wolle er ein gar guter Poet seyn, und schmirtzte ihne garfthr, wann verslän.- digePoclen ftine verft nicht rühmen wollen.Philorenum verdammte er aus der ursach in die stein-gruben, der aber sich so wenig wolle zwingen lassen, die liederliche arbeit zu rühmen, daß er des anderen tages,als ihne Dionysius, in Hoffnung eines besseren Urtheils, wieder holen lassen, und ihme andere verft vorgelesen, mit befragen, wie ihmc nun diese gefielen, ohne andere antwort sich zu den tra- baitten, welche ihne aus seinem gefänanus geholet hatten, wendete , inir denen Worten : führet mich nur wieder in die stein- gruben ; wodurch Dionysius zusamt allen anwesenden wider seinen willen zum lachen bewegt wurde, und sich schämen musie, den mann ferner zu plagen. Noch übler gcrictde es dem Tyrannen , da er etliche seiner gedichtcn in den Olympischen spielen ablesen liesse, in Hoffnung den preiß der Dicht-kunst davon zu trage». Dann wie angenehm auch der Versammlung die stim und kunst Nr leftrcn wäre, als welche Dionnsius mit fleiß ausgeleftn, so erkannte doch bald jederman, daß die verft gar schlecht, die dann tapfer verlacht und ausgcpfiffcn wurden. Auch waren seine wagen, so er cbcnfals um den preiß zu rennen nach Olympia gesendet, keines wcgü glücklicher, und mußte er noch den schimpft ausstehen, daß viel Griechen öffentlich vor dem gesamten volck behaupteten, man solle in dieses tyrannen iminen nichts zum wett-strcit gelangen lgsscn, gleich als ob die so herrlich geachtete Olympische spiele dadurch beschimpfet wurden. Den Dionysium schmertzete dieses alles so sehr, daß er fast raftnd ward; da dann sein grimm meistentheils über die unschuldigen Syracusaner ansgicnqe. Auch den guten Pla- toncm mißhandelte er gar übel, dann nachdcme er ihne durch vieles bitten und versprechen kaum zu sich gelockct; Plato aber mit Philosophischer freymutbigkcit gewisse fachen an ihmc tadelte,mußte er ohne gnade als ein leibeigener knecht verkauftet werden, davon ihne doch andere in Sieilien anwesende wclt-weift und gelehrte los- gckaufst, und wiederum in Griechenland geschiftet haben. Diony- ims ficnge letstlich einen neuen krieg wieder die Carthagincnftr an, schlüge sie bald anfangs in die flucht mit verlurst 10000 todter, darundcr auch ihr feld-herr Mago wäre, und 5000 gefangenem Aber als sic undcr dem schein der tractatcn zeit bekäme,sich wieder zu verstärftcn,gewannen sie eine noch grössere feld-schlacht gegen ihme, und zwangen ihn zum frieden, so daß er ihnen noch tausend talcnt an die kriegs-köstcn erlegen mußte. Als er hernach einen neuen krieg angefangen, in Hoffnung die Carthaginenftr von einer grausamen pcu gcschwächet, wären nun nicht mehr im stand ihmc zu wiedcr- stehcn, gewann er zwar die städlc Sclinus und Enkella, verlohrc aber den besten theil seiner flotte in dem Erycinifthcn Hafen; und starke bald hierauffnach gemachtem stillstand, I. M. ;6i6.1.6. ;68.J>. ft. z86. oi)mp 10;. eben als eine seiner tragödien zu Athen in denen Baccho zu ehren gehaltenen spielen weiß nicht wie, den preiß erhalten,und er nach empfangener bottschafft htevon aus fteu- den eine grosse Mahlzeit angestellt, und sich dabey gar zu sehr mit wein und speisen überladen hatte, feines reichs im ;8 iahr. Plntar- chus und Cornelius Nepos wollen jedoch, sein söhn hätte ihme noch den tod durch einen schlaf-trunck beförderen lassen, aus forcht er mochte sonst noch vor seinen, tode eine theilung des reichs anstellen. Solisten wird von Dionysio anqemcrckt, daß er zwcn weider auf einen tag geheyralhct, die Doris aus der stadt Loeri in Italien und Aristomacham des Dionis schwcster von Syracusa, nur um sich durch frcundschafftcn aller orten fest zu setzen. Eine seiner großen Missethaten waren seine beständige kirchen-raube; wie er dann cins- mahl unversehens biß in HeMmen schiffte, nur um den Aqylleischen tempcl zu plünderen; wie er dann da auf die tausend talente, nach unserer müntz auf die 600000 oder fünff ortlis- thaler solle geraubet haben. Er pflegte noch mit dem allem sein ge- spött zu treiben. So beraubte er des Jupiters ihres goldenen mantels, vorgebend, daß selbiger im sommer gar zu heiß, und im Winter dio Winter allzu kalt wäre, und ließ ihr dafür einen wöllenen umgeben. Zu einer andern zeit nahm er dem Aesculapio seinen goldenen hart, mit anfübrung dieser Ursache: weil dessen vater Apollo keinen hätte. Die güldene schalen, krönen und sieges - bildere, so diese götzen gemeiniglich in der Hand trugen, nähme er weg,unterdem vorwand, sie hotten sie ja sechsten dar. Beym auskragen der silbernen gewissen Götteren geheiligten tischen, auf weichen geschrieben stunde SeL, sie gehörten den gütigen Göttern zu, sprach er wohlan, so will ich mir ihre güte zu nutz machen. Im übrigen solle ihm eben seine verübte grausamkeit zu einem erstaunlichen, und für ihne recht aualhafftcn mißtrauen gegen jedermann gebracht haben. Er liesse kein schärmesser, ja auch keine fremde Hand an seinen leib kommen, und musten derolvegen seine töchtern ihme den hart mit glühenden Nußschalen besingen. Er besuchte seine weiber nie des nachts, ohne sich zuvor auf das genaueste zu versicheren, daß sie kcingewehr bey sich trugen. Auch schlieffe er nicht änderst, als an ei nein ort, der mrt grüben umringet wäre, davon er die faübrücke mit eigener Hand aufzöge, nr-ss, sie. i. -z. >4,1,. o-c. äe dtsr. Ocox. l. z, äc Hus-it. I. 2o, '-I. I. r». öc in virs Oionis >r-ss l ro. Lr-seö. in ckron.; BvN denen ÜLkr sen und Historien, welche diesir Dionysius solle hinterlassen haben, siehe öc k-rl-rrc. b>bl. 6r. * Dionysius II / der jüngere zugcnannt, war gkeichfals ein ty- ranne zu Syracus», welcher seinem vater I. K. ;86, und zrvar durch hülffe der armee, folgte, nachdem er zuvor versprochen, daß er gelinde regieren wölke. Allein, so bald er sich feste gesetzct, töd- tete er seine brüder, und brachte es endlich durch seine grausamkeit so weit,daß ihm seine Unterthanen nach 12 jähriger regicrung ff.-VI. z 627,7z.. V. L. Z97,10;, 4 vertrieben, ohne daß er zu beschutzung seines gewalts die geringste tapfferkeit hatte sehen lassen, (siehe hievon weitläussig den articul Divn) Er wäre auch in der that siinem vater sehr ungleich, liebte die faulheit, und forchte dir gefahr; wie er dann so wohl den vom vater wieder die Carthagi- ncmer noch vor dessen tod von neuem angefangnen krieg,als seine eigene Händel mit den Lucanieren zu seine schlechten Vortheil und rühm durch tractaten gcendiget; auch da sein vater gepflegt hatte zu sagen, er hinderlieste sein reich so fest, als wäre es mit demant verknüpfet, und dieser jüngere Dionysius würcklich beym angriff des Dionis 400 kriegs-schiff, 100000 mann zu fuß und 10000 zu pferd auf den deinen hatte, gicnge doch alles wegen seiner schlechten anstatt und hertzhafftigkeit auf einmal zu gründ. Er hatte sich auch durch seine trunckcnheit das gcsicht frühzeitig verderbt, daß er auch dieser ursach halben zum krieg untüchtig ward. Nachdeme ihne die Sy- raeusaner vertrieben, zöge er nach Loews in Italien, woher seine Muter Doris gebürtig wäre. Die stadt name ihne anfänglich wohl auff, aber er erzeigte ihr schlechten danck, bemächtigte sich des schlosses, übte da nicht minder gewalttharigkeiten aus, als vorher in Sicilien, und schwächte sonderlich eine grosse anzahl weiber und töchter. Er beraubte auch auf einmahl alle weiber der stadt ihres kostbarsten schmucks, als er sie under dem schein eines gelübds in dem tempel der göttin Venus versammlet hatte.Doch mußten es die Locrenser ertragen , biß Dionysius nach Dionis und Callivpi tode, auch des Hipparini und Nysäi regicrung wieder nach Syracusa zurück gienge, 10 jähr nach seinem-xiiio. und also ihre stadt von der besatzung entblössete. Dann da jagten sie den rest seiner foldaten aus, schwächeren seine ehe-frau, die zugleich seine schwester war, zusamt fernen zweyen töchteren öffentlich, tödeten sie hernach mit feinen: jüngsten söhn, und warffen ihre gebeme ins meer. Dionysius hatte sich indessen von neuein der stadt Syracusa Meister gemacht, und den Nyssium von dar verjagt; aber die vornemste bürgere hielten es mit Iceta, blos aus haß des tyrannen. Da es auch zum treffen käme, tage Icetas ob, und dränge zugleich mit Veit fluchtigen in die stadt, eroberte alles biß an die insul,worinn sich Dionysius aufhielte. Er hätte ihne auch ohne zweifel zur übergab gezwungen, wo nicht Timoleon von Corintho dazu kommen, dene feine stadt aufbitt vieler Svracusicren mit einiger kriegs-macht dahin gesendet, Syracusa, als eine pflantz-stadt von Corintho, aller ihrer tyrannen zu entledigen , und wiederum in die alte freyheit zu setzen. Dieftr klopffte dio 65 alsovald Jcetam, und Dionysius, welcher kerne andere rettung mehr sahe, wäre frohe, sich darauf in Timoleons gewalt zu übergeben, mit 2020 foldaten, so ihme noch übrig waren, und einer überschwenglichen menge waffen und kriegs-geräthe. Worauf ihne Timoleon in einem kleinen schiffmit wenig gelbes nacher Eorin- thus schickte; allwo er ein gar liederliches und verachtetes leben führete, als einer der schlechtesten des volcks: villeicht darum, daß er allem argwohn auswieche, als fastete er von neuem tyrannische Absehen, weilen solcher ihme leicht den Untergang hätte bringen mögen. Er solle auch aus armuth die kinder auf offener gaffen nach damaligem gebrauch gelehrethaben. Vonseinem tod wird nichts sonderbares gemeldet. §«c. 1,6. Q-e. ep. ksm. 1.9, 8 L i'uic. HU. z. , r. I. 6- in Oione A lürnoleonre» item in l.. äe KÄk- rul. bitt. I, s. 12. Lc6. 8. L«/. 6. 9 6. I, ri. * Dionysius / König in Portugall, folgte seinem vater Alfonso Ulan. 1279. Er ward gleich nach dem antritt der regicrung von dem Pabst in bann gethan, weil er die streitigkeiten semes vaters mit der clerisey im lande fortsetzte. Endlich aber ward aller bißhe- rige streit seiner vorfahren durch einen guten vergleich an. 1289 beygeleget. 0 ) Nach der zeit entstund ein grossersiicceffions-krieg in Castclien, bey welchem Dionysius dergestalt im trüben fischte, daß er verschiedene städte an sich brachte. (b) Hingegen hatte er zu hauß einige Verdrießlichkeiten mit seiner gemahlin Elisabeth, die dessen natürlichen Prtntzen aus eifersucht nicht leiden tonte, und den kron-Printzen aufhetzte, daß solcher unter dem verwand, als suchte man ihn von dem thron auszuschließen, wider den vater vf- ftntltch rebellirte. Es war auch mcht ehe friede ,biß der natürliche Prmtz Alfonsus Sanchez aus dem Reiche gieng. I) Sonst regierte Dionysius sein land so löblich, und mit so großem ansehen, daß man noch biß auf den heutigen tag von ihm zu sagen pflegt: Dwnynus that was er wolle. Er hat auch am allerersten unter al- lenKonigen in Portugall eine flotte auf der see gehalten, (ä) An» ^ 9 ° stiffkete er die Universität zu Lisabon, (e) und an. 1,19 den Ritter - Orden Christi, (k) Erstarb an. iz2;. (Z) und hinterließ semcn söhn Alfonsum zUM Nachfolger. (s) LLs-vi«- IN conrin„ Lsron. r.sä an. 1289. n.9 leH L^)-»4Ü»-sä ä. snnum 16. tcH. (b) Fa-, 7 , epiromc p. ilo. ^ i. 2; j, 6^ äe I. c. r. billoire äe ?orkuß. ( c ) Ü 21«. p. 178^,80. >8s. i. is c. 16x>. 6;-. sä) -l«-c >d. sä sn. ,Z4> 0. 4. (e) cnnrin Lsron. r. ,4 ^>, 4^4. (t) jurizpruä. lier. 7-. ;bz. (g) in conrin. ks- ron. c.iz. sä ä, snn 16 Dionysius/ war von geburt ein Grieche, und anfänglich ein Anachorer, nachgehends Priester der Römischen kirche; an. 259 aber oder wie andere melden, 260 wurde er zum Pabst erwählet, und verwaltete solches amt biß an. 2S9, oder wie andere wollen, an. 270. Jm jahr26i hielt er einen ffnoäam wegen des Dionysii Alexandrini, der einiger irrthümer und ketzercyen beschuldiget wurde; da denn der Pabst ihm dieses schrifftlich kund that, und ihn zugleich ermähnte, sich von den beygemesscnen irrthumern zu reinigen. Cr soll auch wider Sabellium, ingleichem wider Pau- lum Samosatenum geschrieben haben. Man hat zwar 2 episteln unter seinem namen, daß dieselbe aber ihm fälschlich beygeleget werden, ist bey den gelehrten ausgemacht. >» v,r. no. rnnsi.L^e kill. ürrer.k. i. p>7o. äe?. II p. ;i. Dionysius /ein Patriarch von Alexandrien/war an diesem oc- tevvn Heydnischen/aber ansehnlichen eltern gezeuget. Er untersuchte die mcynung der unterschiedenen ftckrn / und befand endlich die Christliche religion vor die beste/worzu er sich auch bekannte; darzn vielleicht die lehre Origenis/dessen discipul er war / etwas mag beygetragen haben. Nachdem er nun Priester zu Alcxandrien worden/ daHeraclasschonBtschoffwar / der um das jähr 2^2 diese wurde erlanget/ wurde ihm die catechismus-schuie anvertrauet. Endlich crwchlte man ihn gar zum Bischoss/ da Herarlas an. 247 gestorben war.Da nun die Verfolgung des KaysersDeciiemstmd /wurdest von den Soldaten gegriffen und nach Taposirtm/einer stadt zwischen Alexandrien undCanopum/ geführct/vielleicht/daß er daselbst in der stille solle getödtet werden.Allein es fügte sich / daß er auS ihren Händen entrann.Unrer dem Baleriano / der gleichfalls die Christen verfolgte/ wtederfuhr ihm noch etwas harkers.Denn da er ein schönes bekanntniß vor dem Kayserlichen Gouverneur Emi- ltano abgeleget/wurde er nach dem äussersten theil in tzybien/an einen ort/Cephro genant / ins elend verwiesen / und ob er gleich kranck war/wurde ihm doch kein auffschub verstattet/sondern die foldaten zwangen ihn alsobald dahin zu reisen. An diesem or.te brachte er z jähr zu. Nach deren verlauff/als dcr Kayser Gallienus den Christen wiederum etwas ruhe gönnte/ kam Dionysius aufs neue nach Alcxandrien / und hattenichtallem mit denHeyden /sondern auch mit den icii.imsllcis und ketzem viel zu schaffen. Jnsonder- heitschrieb er einen gar glimpflichen brieffan Novassanuin / und bemüh ete sich/ denselben wiederum zu rechte zu bringen. Als auch zwischen Stephans und Cypriano die frage von wicdcrrauffung der kc- tzer entstanden/ ließ ihm Dionysius sehr angelegen seyn/diesen streit beyzulegen/und führte sich als indifferent m der fache auf; wiewohl cr es dennoch mehr mit dem Cyprtano hielte. So schrieb er auch und disputierte gar scharff wieder Sabellieum / der nureine person in der Gotthcitstatuirte; doch gieng Dionysius aus gar zu grossem erster etwas zu weit / indem er nicht allein dmmitcrschcid der personen/sondrm auch des Wesens behauptcte/und eine ungleich- heil der macht und der Herrlichkeit in der heiligeirDreyfaltigkm verföchte ; daß er also von dem Dasilio unter die Vorgänger des Arii ge» zehlet wird. Er wurde auch deßwegen bey dem Pabst Dionysio ver- klagk/derdieser fache halben einen ffnoäum hielt/sclvstan ihn schrreh un ihndeshalben erinerte.Wclches auch einesolchewürckung hatte/ daß er eine apvlvgie heraus gab/darinen er sichgar wohl und rechtgläubig erklärte. Endlich hat er müden Egyptijchen Chiliasien / in» sondechritmit dem Nepvtezu thun gehabt/uno nch bemühet / ihre irrthümerzu wiederlegcn. Im übrigen als man an. 26z einen llum zu Antiochien hielt / wurde auch Dionysius dahin beruffen/ daß er mit Paulo Samosateno dtspukiren solle. Er entjchuldigtt sich aberwegm seines alters und schwachheit des leides / doch eröffnete er seinemeymmg von diesem streit schrifftlich/tmdhielt Pau- lum Samosatenum nicht einmal würdig ihn zu grussen.Ebcn in diesem jähre starb er / nachdem er sein Drschoffs-amt i7jahrver- waltet. Von seinen schrtfften deren er unkerschiedmeverferttgek/ ist fast nichtsaussereintgen t^gmcncis übrig.nill.eeci.i.6 L/. ^4,über äc llur» vion^siöc in corn äe k)-n»cii dlicLn. äecrck. ss/. iibr. äe 8pir. 8. c. 29 öc epillols sä /Imxkilock. in c-rsl, x 69 Lc» äellripr. ecci.Ä--,. 1.4 bibiinck. nc>t. sä Lukeb. L^xo».in sun. sä snnum 248, öc in inskkyr^ Uom.-iä äiem,7 äe llripr. cccl.ä« Dionysius / ein Patriarch zu Constantinopel, war aus Mo- rea gebürtig/und ein difcipul Marci, Bischoffs zu Ephefus, der sich derLateinischen kirche fo starck widersetzet hat. Bey eroberung der stadt Constantinopel an. 14z) wurde er mit gefangen, doch durch fteygebigkeit eines reichen manns wiederum erlöset, da er sich denn fo wohl verhielt, daß er erstlich Bischoss zu PhilippvvÄis l theil. ' I irr 66 dll) in Thränen, und daraufParriarch zu Constantirwpel wurde. Es erhub sich aber bald eine grosse Verfolgung wider ihn, indem er viele feinde hatte, die ihn wegen feiner gaben neideten. Liefe beschuldigten ihn, daß, da crvon den Türcken gefangen worden, er sich zu ihrer religion bekannt hätte, auch von ihnen beschnitten wäre. Dieser fache halben wurde ein ssnoM von vielen Metropoliten, Ertz-Bischöffen und Bischöffencheruffen. Da feine feinde beständig dabey blieben, daß ihn die Türcken beschnitten, sahe er sich endlich gezwungen, sich vor dem gantzen ss-Mo zu entblößen, und auf solche art das gegcntheil an den tag zu legen. Da er solches gethan, danckte er zugleich ab. Der ssnostuszwar,. da er seine Unschuld crkennetc, bat ihn inständig , die vorige würde wiederum anzunehmen, konte aber solches von ihm nicht erhalten, londccn er begab sich in ein kloster, und lebte daselbst bey allen, so sich in dem kloster befanden, in grosser ehre. Weswegen nach einiger zeit, da unterschiedene andere Patriarchen schon diese steile bekleidet hatten, er wiederum darzu erhoben wurde, welcher er 2 jähr und 6 monat vorstund. Er war auch mit unter denen, welche durch das FlorentinischeconciiiuM die Vereinigung der Griechischen kir- che mit der Lateinischen zu befördern suchten. §/>o»st«.E3ä an. ce. 1461. n. 18, 1471. n. 17. Lc. aä an.O. 1489. ki- tkor. pLrriarcb. in ckrvn. ccclck 6rLc. in not. all illuci. si. z ^ 7. Lc p. ^77. in l'urco-LrLcia. Dionysius/ Bischoffzu Corintho, lebte um das jähr 170. Er war wegen seines frommen lebens, wie auch wegen! seiner gelehr- samkeit undbercdsämkeit in grossem ansehen, und sorgte nicht allein vor seine kirche, sondern auch vor die gautze Christenheit, weswegen er hin und wieder brieffe schickte, sie in dem glauben zu unterrichten, und zu bcstättigen. Diese brieffe sind zwar heutiges tags nicht mehr vorhanden, doch sinder sich ein registcr und kurtzer iunhalt derselben bey dem Ensebio und Hicronymo. Auch ist zu mcrcken, daß Dionysius selbst sich sthon beklaget, daß die ketzer einige unter ftinen brieffe» verstümmelt. Er soll für die warheit der Christlichen religion enthauptet worden seyn, und zwar, wce man muthmasset, um das jähr 178. ML-rz-roloz. wom3n. 26 st. 8. >tpril. incbron acl 3 n, 174.^1. 4. bist. eccl. c. -r. cle stripr.cccl c. 27, in cbron. 3 clsn. 164 sä 311. >7; öc in mzrt;rol. L«-vekist. >,lr. Lcc. Dionysius, ein Bischoff zu Meyland, war zwar der rechtgläubigen lehre zugethan, begieug aber einen fehler, der ihn nach- gchcnds sehr gereuete. Denn als der Kaystr Coustans au. ;;; ein coiilNiun, zu Manland hielte, ließ er sich durch list der Ariancr dahin bringen, daß er die Verdammung des Äthanasii mit unterschrieb, vermeynend, daß solches der rccht-glaubigcn religion mcht sonderlich nachtheilig seyn würde. Nachdem er aber die jache rcifflicher überleget, bemühctc sich Eusebiuü/ Bischofs von Verteil, ihn wiederum heraus zu wickeln, und gebrauchte dabey ein kunst-stucklein, so eben nicht allzu Bischöfflich wäre. Denn als die Ariancr dem Ensebio sehr Magen, daß er die Verdammung auch unterschreiben solle, stellte sich dieser, daß er solches zwar thun wolte, er könte sich aber nicht unter den Dionysium schreiben , weil dieser jünger als er wäre. Die Ariancr, weil sie Eust- biiun gern dazu bringen wollen, löschten des Dionysii namcn aus. Allein, da solches gcstheben, siegte Eustbms, er könte die Verdammung eines unschuldigen menschen nicht unterschreiben. Dionysius wurde nachgchcnds ins elend verjagt, da er dann beständig die rechtgläubige religion biß an sein ende vertheidiget hat. c^ist. 8r- aU Vercel. »ci kobr. l. 1 c. ,0 - I. 2. c. »9. LoLonc». l. 4. c. 8. LstHstrr,,- I,». distnr. lscr. 3» Dionysius/ BischoffzuSenlis, mitdcmzunamcn !Us§mik. war beichr-vater bey dem Könige Johanne, der ihn auch zu dieser würde erhoben. Ein Poctc, der zur selbigen zeit gclcbcl, namens V-Mo oder Q<>lio tic; Vigncz, lotn ihn in seinen schrifften, daß er sehr leicht vcrse gcstl,rieben, und ein buch von der falckcn-iagb verfertiget habe. Er starb um das iahr i; 54. 6sU. c. 2. 1021. Dionvsius ssXI6lckE8, ein Abt, von gcburt ein Scythe, lcbtezuRomumdasiahr;;;. Er war klein von Person, daher er auch den zunamcn bekommen, allein groß von verstand und ge- schicklichkcit, wie er dann in allerhand wiffenschaffrcn, sonderlich in der Griechischen und Lateinischen svrache wohl versirt war; >vcs- wegencr auch die collcction, Übersetzung und correction der cano- -»»„, welcher sich die Römische kirche bediente, auf sich genommen. Über dieses verfertigte er auch einen cz-ci».,, pstcl>s>cm, oder verbesserte vielmehr den c> ci»m viKarini, darinnen er den ansang von dem iabrc Christi 5 27 nahm, und die jähre von der gebun Christi zu zeigen anficng, welches man vorhcro noch nicht gethan hatte. Also ssr diese gewoühcit nachgebcnds von den Christen angenommen worden. Wicwol die gelehrten anmerckcn, daß er aufs wenigst 2 jähr zu frühe die zeit der gcburt Christi gcsetzet habe. Er starb um das jähr Christi §40, und wird von Cassiodöro, der fein guter frcundLcwcsen, mit ungemeinen lobfprüchen erhoben. Was seine schnfften anlangt, hat man nebst dem cvcio p^dM. dessen trsAmenruii, sich bey dem Martino Scoko in stillem cbronico 38 3N. ^7 bcsindet, deßglcichen nebst der cvllcerione oder costice canonun, ecclcst^sticorun,, dcrsich in den coNk/tionibus conciüoruln und bib- liorllccL juris canonici befindet , ferner von ihm collcÄioneni clscre- torum vonristcum Nom^noruni 3 §iricio sst stnastaffum H; vit 3 M 5 , krcUoinli 3bb3ris>Lrine vcribm; Lpistolsm Enosticam 8. e.^rilli ÜL con- 3 tine ve, bin, und andere dergleichen. c«F-ostor llivin inüirurinn.c. r;.8cst« bist. eccl. I. r.c. 22. L-ie c 3 l. lLM4>. c. 4;. cic vir. ill. c. »7. Lo/. 3< an. L. dio cLt. lcrivr. eccl. 6e»cs^«rst. in Lonikscio ss. in beliccs^/. clironol. N 22 kben 2 .iee. clelcc.p-z ccclek. »6 3,1. < 7 . ,-7. n.67 icg. kM.-r,.I. S.äe äoctc. remp. c. 5. äcic^» Niccro/«-ckcnno!.rckurm.r.i.i. i.c.i7> >.8.c»i. clii-onal.c. ,6. Uskik.I.gc. !.r.c. äc >n3rNem.c.z^, ^6. Dionysius ein gelehrter mann zu Athen, der von diesem orte gebürtig war, und an demselbigen den gründ seiner studien geleget, die erzu Heliovolis in Egypten fortgesetzet, wo,elbst er die grosse sonnen-finsternis, die sich zu derzeit des leidend Christi zugetragen, soll angemerckt und gesagt haben : -uc lleus^ricur. LurcumpLrienrcäoU'r. Da er M haust kam, WMdL er in den /irenpAßum aufgenommen, dahero er den namcn/iren pr- bekommen. Da nun um das jähr Christi ;c> der Apostel Paulus nach Athen kam, und das evangelium predigte, bekehrte er sich zn dein Christlichen glauben, und, wie Dionysius von Coriu- tho, auch Suidas, Nicephorus und andere melden, wurde er zum ersten Bischoffvon Athen verordnet. Lctzlich, nachdem er ein herrlich bekanttüßdes glaubens abgeleget/ soll er die Märtyrer- krone erlanget haben. Zu welcher zeit aber solches geschehe», ob unter dem Traiano, Hadriano, vdcr Domitiano, ist unbekannt. Einige wollen vorgeben, daß dieser Dionysius -crcopLA,», nachdem Johannes aus seinem ---Mio wieder nach Ephesus gekommen, dahin gereistt st'y, von bannen er nach Rom gegangen, und von dein Pabst Elemente »lach Gallien geschickt worden, woselbst er das evangelium geprcdiget habe, und der erste Bischofs zu Paris gewesen sey. Daß aber solches ein fabel sey, haben viele gelehrte Zrantzoscn selbst erkannt und bewiesen, als welche dargethau, daß der Frantzöuschc Dionysius und erste Bischoffzu Paris Nicht allein von dem Ürc»y 3 girL unterschieden, sondern auch viel jünger sey, und aufs höchste in das dritte seculum müsse gcsetzet werden. Um das iahr ;S2 hat sich em gewisser scribcnt befunden, welcher unter dein namcn dieses Dionysii allerhand schrifften verfertiget, die zmu theil noch heutiges ragcs übrig find, und von den liebhabcrn oer MMozia.- m>ttics:schr hoch geschätzct werden. Denn daß deren auror nicht ber rechte Dionysius ,>rcop 3 g,rL> haben die meijieium- tcr dcn gelehrten behauptet, und Johannes Dalläus hat es in einem eigenen bliche aeicii^ris Dior>)-!ii erwiesen. Wiewohl nichts desto weniger biß aufdcn heutigen tag sich andere befinden, welche das gegencheil glauben, daß ncmlich die schrifflen von dein wahren Dionysio areo^agir^verfertiget worden. In solcher mcunuiig stehen nicht allein Eniauucl Schelstraten, Naraüs Alexander und andere, sondern es hat auch an. 1702 Laureutius Coz- za zu Rom vmUicias LrcopLZ.iicgz heraus gegeben, darinnen er diese mcynung eifrig vertheidiget: es ist auch in selbigem jähre zu Paris eine M-nacionlur lainc veniz l'^rcopz^irc heraus gekomineii, darinnen der »uro-eben solches thut; wie bereits vorhcro Petrus Halloirius in feiner 39010^,3, Martinas Dclrio in vinU/ciis srco- p^ricis, Petrus Lanssclms in cllssu!3rio3L »pvioZciicz, Caspar Corderius inok>lerv 3 c>oiiit>us gencr^libus in k)io»)Iium gethan baden. Diejenigen aber, so dafür halten, daß diese schrifften erst im 4 icculo verfertiget worden, haben wiederum von dem eigentlichen Luetorc dcrjeldcn nicht einerley mcynung. Die meisten halten dafür, day unter diesem »amen Apouinarius, der Bischoffzu Lao- dicca, verborgen sey. Andere wollen lieber selbige Apollinarjo dem altern, des ietztgcdachtcn Apollinarii vater, zuschreiben. Die schrifften aber,elbst, so noch heutiges tagcs vorhanden, sind diest: clc coelesti liicrLrcstiL ; llc ckivinis nominivus ; cle eccle1i3lt,c3lüü,3-- clli 3 ; cke in^Itic.i clicolvAiK; e^ilsols: zck Lsjui» ; L^istolii: Lc! k>oro- clicuni, kol^-c^^uin, Oemopiiilum, lirum, sollLN- ne,n evsnAeiistgm, Sc /cpoiic>pl>3nem. Es haben sich auch jederzeit einige gesunden, welche kcboli» und commenrarioz über den Dionysium geschrieben, wie bereits Dionysius Alerandrinus soll gethan haben, dein unter den alten Kiriumu? und ?3cK) mcrcs gesol- ger sind. Unter den vielfältigen editioncu, die man davon hat, ist jonderlich zu mcrcken, die, welche an. 1644 zu Pariß in 2 voi. i„ sol. heraus gekommen; bey welcher sich auch des Zohannis Chau- mont Uckcnlio befindet. I. I. c. 4/o- bist t. 1. c. 24 cock r. in cgi^l. . Nist. ecclck. O3II. i. 1. c. :6, rius Andreas aber sagt, daß er im 79 jähr seine .ocstMionc-. als das letzte von seinen wcrckcn, geschrieben. Unter seinen schrifften sind sonderlich r auslegungen über die bibcl; ste kcn-wcw u- ckonti L^iricu« L.; äe tustockiL cvrstu; stc ALU«iio »c« iaksrl-z; lle dio »W, t-Nss . :ssc. l. .I's IiU.c> ?> Q^'> l^!"'-' - kl! L-<- K«rü:^ ^Ü l- ^ !.!.!>':'' cc--' /^4 i^ dl-M? i»W Al.'^ ki>j-!ss sAli' ,II«!k'.' VI» purgsiivs; ,'ri,s»r,«; m. »ppar. kibl. Lsrck. H>o»^ü»«,sii. 0.149;».-7> '471. n. 14. Vo7/-r«-k. l. 7. ckr. dlLrktiuf. Loer. in keine« leben. Ä-»/cr»,. Oacc«/,,. p- 4 t. kibi. Ne>§. p. 190. aelcbess, und ein ^lellicus Antonii und der Cleopaträ gewesen, da- Dionysius / ist der name vieler gelehrten leute in der Griechi- her es fast scheinet, als wenn er, gleichwie Suidqs diesen Diosco- schcn antiguitat, davon Ioh. Meurgus ein eigen buch, Dionysius ridem mit dem Dioscoride, zugenannt Phacas, verwechselt habe. genannt, geschrieben, darinnen er von 98 Personen, die diesen Denn dieser, von dem hier geredet wird, sagt in der vorrede über die namengefuhret, handelt, und ist selbiges dem i-> vaiumim «so. bücher, so er llcmsreris msUic» geschrieben, daß er zu den zeiten novil Lmiqui»rum«rXc,rum mit einverleibet. Man findet auch Licinii Baffi gelebet, welcher wahrscheinlich derjenige ist, so am Diostoeide / oder Dioscoridu/ eine inful im rothen meer, wie Stephanus Byzantinus berichtet. Man hält sie für das heutige Zocvtora. > 6 c. >8. L^/c. Dioscorides/ (Pedacius) ein^c/- )i«,cie kill. «rLc l.r c i. öc z.ile poerjs.c. 9.P 72,7z. Dionysius / von Bvzanz. Man hält ihn vor denjenigen / der eine erd-deschreibung gemacht, weil Suidas saget, daß er von dem flusse Rhibas redete. Andere aber find nicht dieser meynung, sondern glauben, daß derjenige Dionysius, der jetztgedachtes buch 64 Bürgermeister gewesen, wiewohl es schwer ist, die rechte zeit dieses »uÄoris zu bestimmen. Derowegen auch ehemahls zwischen Pandulpho Collenutio und Leonico Thomäo ein grosser streit gewesen, ob Plinius den Dioscoridem, wie dieser letztere dafür hielt, oder Dioscorides den Minium ausgeschrieben, wie Collenutins und die heutigen -nrici wollen. Pedacius Dioscorides folgte anfangs dem kriege, hernach legte er sich auf erkantniß der kräuter, und verfertigte sein werck, m- msrsri» mellic», welches annvch in 7 büchern vorhanden ist, und hochgehalten wird. Man legt ihme auch noch andere tractate bey. pr«k. 1 6. ttmpiic. wecke. 6cl. 4 etc comp. msllic Lc. cocj. 178. in vilis msciic. r-oFl«, 6e pkilo5c II §.40. in juckc. eis i-linio. * Dioscorus I, Patriarch zu Alexandria, folgte an. 444 Cy- geschrieben, zu den zeiten Augusti gelebet, und aus der stadt Ale- rillo. Er wärmete den alten streit von dem Primat wider den Pa- randria in Sufiana gebürtig gewesen. ?/-»-> 6 er/. öckitt. «r«c. I.c. z. I. z p.etc msckem, c. 69 h. lo. Dionysius N»iicsrn»ss°ngs von seinem Vaterlande genennet, ein »UÄOI der L.ickquirLrum nc>i 7 ,.i,iL> um, lebte zu den zeiten Augusti, wie Strabo in dem 4 buch seiner g-» 8 s->piiie, und er selbst nn ersten buche berichtet. Nachdem Augustus die einheimischen kriege /s.iVI. L. 29, V. L. 72;- o>>mp. 187, 4 glücklich gcendiget hatte, kam Dionysius nach Rom, hielt sich 22 jähr allda auf, die Lateinische spräche zu erlemen, und laß inzwischen alle bücher, die seinem vorhaben, eine Historie zu schreiben, dienlich waren. Er hat 20 bücher Lntic,uik»rum knin-nai-um verfertiget, von erbauung der stadt Rom, oi>mp s, 4. L. N. ;r; i, A.L. bis auf/^. V.488, oiymp. 128, ;. ;7i8, L. 266, davon aber nicht mehr als die ersten n übrig find, welche Sigis- mundus Gelenius und Aemilius Portus ins Lateinische übersetzet, Henricus Stephanus aber, ingleichcn Fridericus Sylburgius, rrmcldter Aemilius Portus und Jsaacus Casaubonus mit anmer« ckungen erläutert haben. Es find solche Griechisch und Lateinisch nach der Übersetzung des Gelen», die aber von Sylburgio verbessert worden, gleichwie dieser auch anmcrckungen über die bücher selbst hinzu gethan, an. i;8S zu Franckfurt, und an. 1-192 mit des Porti vcnwn, dessen und Stephani wie auch Casauboni anmer- ckungen zu Leyden in toll» heraus gekommen. Photius versichert, daß er 20 bücher gelesen, und einen kurtzen begriff in e, welchen Dionysius selbst gemacht. Seine zeit-rechnung ist sehr richtig, und wird hoch gehalten. Er hat auch noch einige andere wercke verfertiget , welche mau bey Martino Hanckio in unten, angeführtem orte finden kan. b>i>I.co^. «j, 84. Oc/nci-. ilill. Or. I. r c.; p. 170. /« p-izyss juzemeilt cltt lull. «je Irripr. rcrum Uom. p. iä:, c. 8. Dionysius von Heraclea, einer stadt in Pontus, davon er auch Heracleotes genannt wird, war ein -ckiiowpku;. dcr sich unterschiedener lehrmeister bediente, und endlich zu dem Zenone, dein urheber der sroicnrum begab. Von diesem lernte er, daß die schmertzen keines Weges böse waren, und daß nichts auf der weit den namen des bösen verdiente, ausser allein dielaster; gleichwie die tugend allein gut, die übrigen dinge aber indifferent wären. Es geschahe aber, daß er in eine schmertzhaffte kranckheit fiel, und »war, wie einige melden, an den äugen,' wodurch er sich bewegen ließ, diesen lehr - satz der 5vckc«rum zu verdammen, und begab sich daraus zu der secte der < yrenckcorum, welche das höchste gut der menschen in der Wollust setzten. Er gicng gantz ungescheuetin die Huren - Häuser, und verlangte nicht einmal, daß sein unzüchtiges le. ' ' ... triarchen von Antiochia wiederum auf, und vertheidigte des Eu- tychis irrthumer, welche er auf dem an. 449 zu Epheso gehaltenen c: billigte. Als er von bannen nach Älerandria wiederum zurück gekommen war, that er Pabst Leonem in den bann. Allem tm folgenden jähre darauf wurde er von dem Constantinopolitani-. scheu onciiio abgesetzt, und an. 441 vor das Concilium zu Chal- cebon gefordert. Ob er nun wohl daselbst nicht erscheinen wolte, so wurde er doch nichts desto weniger einmüthiglich verdammet, abgesetzt, und hernach verjaget. Endlich starb er zu Gangra in Paphlagonia, an dem orte seines exiiu. Le» cp. ? s- in. « in ckron.r. concii. Lpllss toi». ; ronc ; Ooncil. ckckreUoir. sLt.!, Z e^cc. c. IV; ep. ,6 s>l klsv. Ick. 14 x. 47. s». Cllr. 4z y, 444 Äc. big cccl. I. r ckc. V. Dioscorus II, oder dcr jüngere, wurde an. 517 Patriarch zu Alexandrien, nach dem tode Iohannis Machiora, und der Eu- tychianischen ketzerey zugethan gehalten. Weil er nicht, nach der damahligen gewohnheit, von den Bischöffen in Egypten, der Elen- sey und dem volcke, erwählet worden, wolte ihn das volck anfangs nicht erkennen, welches eine aufruhr erregte, darinnen viel ihr leben einbüßten. Er besaß den Patriarchalischen stuhl bis an.; 1 Lrses/rt«« krev. c. IA L»so». an. Lllr. 917.; 19. * Dioscorus / ein gegen-Pabst, welcher an. ^zo Bonifacio II entgegen gesetzet, und von Athanarico beschützet wurde, auch gewiß eme spaltung in der kirche wurde erreget'haben, woferne er nicht bald nach ferner wähl gestorben wäre. Er wurde nach seinem tode, wegen der ihm zugeschriebenen Simonie, verdammt, allein von Agapeto, des Bonifacii Nachfolger, absvlvirer. m -rgsp so. Lks s;o. Dioscuri/ das ist: Jupiters söhne; war der name, womit Castor und Pollux von den Heyden angedeutet wurden , ungeach-. tet sie dichteten, daß ihrer beyder Mutter, Leda, nur den Poüux von dem Jupiter, hingegen den Eastor von ihrem gemahl, dem Könige Tyudaro, empfangen hatte. Siehe Castor und psllux. tsiyr 1. Loeill» jit» 6 psnrll. Dioscurias/ eine stadt in Colchis, trieb so grossen Handel, daß bey zoo nationen, davon keine der andern spräche verstund, dahin handelten. Die kauffleute von Rom hielten daselbst i zc> doll- metscher. Plinius sagt, daß sie zu seiner zeit wüste gelegen, Am- mianusMarcellinus aber, daß pe zu seinerzeit noch berühmt gewesen. Einige legen ihre erbauung dem Castor und Pollur bey, andere aber den 2 kutschern dieser beyden Helden. Arrianus, der sie selbst gesehen, bezeuget, daß sie zu seiner zeit Vebastopolis geheis- colonie der Milester 2260 itscks von Trapezünt gesehen solle verborgen seyn. Er hat einige philosophische wercke, sen, und eme ^ „. wie auch gedichte verfertiget. Sein leben brachte er auf 8-- jähr, wesen. >.». z'«». >. s c. s. 1. r» c. 8. da er desselben überdrüssig ward, und sich durch Hunger selbst tod- /->». !.» c. is. tetc. Vi-F. TisÄrr«, m virs Oiooyf tterscieot. !. 7 0 c .0. DiospoUs in Egypten, siehe Thebes. Lrceso l.; «le 6nck. L . I. r Lc. Diospolis / von einigen Lidda oder 8. George , und von an- t-lsrkemscicus die .. . , , . ... kunst werden im Vsticso zu Rom verwahrt, worunter 6 vom Ty- landro ins läteimsche übersetzet, und zugleich darüber commentiret worden. Johannes, der Patriarch von Jerusalem, vergleicht diesen Diophantum mit dem Pythagora, « vir- s. vsmss in cliron. mskii. p. ;l. Lez-s»ro-r,. pr-etl in -ilmsA. cke marti c. lo §.; p. ;7 sclll. p- 4Zr, Diophantus von Sparta hat ein werck von antiquitäten in I. r isrrsÄsc. c. ir. I., concrs ^ulisnum c.; Äc. spitt. 76. Lai-s». so» Otir. 41-. 8-oZr. ccclssi VI 08 ? 0 U 1 'L wurden vor zeiten dieEgyptischenKönige ge- nennet, welche zu Diospoli,sonst auch Thebe genannt, in der Hauptstadt ihres Reichs in ober-EgyPtm regierten. Es werden von einigen 6, von anderen 7 Dynastiä der Diospoliten gczehlet, das ist:, sie wollen^ daß, so offt dorten der sitz emes Egyptischen Kvttigreichs, 14 büchern beschrieben. Man weiß nicht, zu welcher zeit er gelebet. welches langer oder kürtzer gedaures gewesen seye. Die verzeich- Er ist von einem Pythagoreischen t-lliioioptio von Syracusa unter schieden, dessen meynung, von dem Ursprünge der well, Theodore- tus anführet, 1. 4 . 1 ck<-rspcur. Ue Kitt. «r. I. j p. Zs9. Diores / von des Priami geschlecht, wäre einer von den siegern in dem von Aenea angestellten wettlauff, und vcrlohr, nebst seinem bruder Amyco, von der Hand des Königs Turm sei» leben. -Lo. I. j V. 2K7.1.12 V. ^ NUß dieser Königen und Dynastien sind uns aus dem Manethone, Eratosthene unv anderen aufbehalten worden,von Africano Euse- bio und Synceüo. Aus denen neuen hat sonderlich die fache gelehrt untersucht Marsham m -so. -Krön. der --.Paul Pezron, und letzlich Perizonius, jener -i»ns l'»r,liq. llcs re ns re.avtis. dieser >» v»8. haben auch davon ihre besondere grdancken. * I» Dio- 68 dio dip dir dis Diotallevi/ ( Franciftus) Bisch off zu s. ^«Zeio, in dem Königreich Neapolis, lebte an. 1610. Er war von Rümm, und nachdem er zu Rom studirt hatte, machte er sich in der ptzUoio^Kis und rKeowZle geschickt. Zu den zeiten Dementis VIII disputirte er zum öfftern über die bekannte streit-frage «le auxiills gr-ici-r, und verfertigte einen tractat,die meynung derJcsuitcn zu vertheidigen, unter dem titul i opuiculum llü concurtu Oe> all alllur ützcros voiun- 1LNS crcLiL'. Nachdem er Bischoff zu 5 . ^ ngvio worden, gieng er als Nuncius in Pohlen, woselbst er 7 jähr blieb, und zweiffelt man nicht, daß ftine dienste durch einen Cardmals - Hut waren belohnt worden, wenn er nicht alsobald nach seiner zurückkunfft zu Rom gestorben, als er nur 41 jähr alt war. Er hat einen tractat u- wuns geschrieben, welcher aber nicht heraus gekomnten. «or> 1 c. 1;;. Diotrephes wolle zu den zeiten der Apostel in der gemeine Christi hoch angesehen seyn, nahm aber selbst die brüder nicht an, wehrte es auch denen, so es thun wollen, und stieß sie aus der gemeine. Daher 8. Johannes in der dritten cpistcl schreibet, daß, wenn er kommen würde, er ihn seines thuns erinnern wolle, v. 9 L 10. Diphilus/ ein verständiger Baumeister, hat von der archite- ctur geschrieben, allein seine büehcr sind nicht mehr vorhanden. Er muste lange zeit haben , seine wercke, die er angefangen , zu vollenden , welches zu dcm sprüch-wort: langsamer als Diphilus , gelegcnhcit gegeben. 1.7. Dippoldiswalde/ oder Drppolswalde/ eine kleine stadt, mit einem schloß und amt, an der Wcifferitz in Meisten, 2 meilen von Dreßdcn, und fast eben so weit von Pirna entfernet. Sie toll rhren «amen von Dippoldo, einem heiligen Ordcns-mann, bekommen haben, welcher sich in dem nächst dabei) gelegenen Walde aufgehalten , wie man denn dafclbst dessen cellc, eapclle und andere reliquicn, zum Einsiedlcrstein genannt, noch zetzo zeigen wil. An. 1568 hat Churfürst AugusiuS diesen ort von denen von Maltitz erkauffet. rkearr. Lax. prollrom. killn. »ccur. ßcvßi. w Diptycha / oder kirchm-bücher. Diefts Wort wird in den alten Griechischen liturgien gefunden, und bristet so viel als zwey an einander gefügte tafeln, gleichwie die tafeln Mosis waren. Auf der einen wurden die namen der verstorbenen, deren gedacht- uiß in der kirche fcyerlich solle begangen werden, auf der andern aber vieler lebendigen, und vornemlich der Bischöffe, welche die erste stelle auf diesen tafeln hatten, geschrieben. Der muste, krasst seines amts, diese namen unter währendem gottes- dienste herlcscn. Nachgehcnds wurde der gebrauch dicier tafeln auch in der Lateinischen kirche angenommen, ebenso, wie er in den Morgcnländischcn war. m Glossar. tzsrtzaro izo ?. Dirce / eine gcmahlin des Thcbanischen Königs Lyci, welcher sie gchcuratbet, nachdem er die Antiopc vcrstoffcn, dahcro die ktn- dcr dieser letztem, Zelus und Amphion, ihre mutier zu rächen, die Dirce hernach an einen unbändigen ochs bunden, und jämmerlich zeefchleiffen liessen. Eine andere dieses namens unterstünde sich, ibre schönheit mit der Pallas zu vergleichen, wurde aber in einen fisch verwandelt, nach andere«» in einen bruuneii. Dirich/ oder van Drrck/ ein fürtrefflicher mahler von Hartem, der im 15 ftculo vor Albrecht Dürer gelebt hat. * Dirmentingen / ein rcsidcntz-schloß der Grafen Truchses von Waldpurg in Schwaben, unweit Trauchburg, wozu dieHcrrschasst Bussen gehöret. Dirschau / eine kleine stadt in der Preussischen landschasst Pomcrellicn, etwa 2 meilen von Maricnburg, wcst-wärts gelegen. Allhier ist an. 1627 zwischen den Schweden und Pohlen, zum Nachtheil der letztem, ein treffen vorgegangen. Drs / wurde bey den alten für einen Gott des rcichthnms gehalten , und war so viel als Pluto. Cäsar saget, daß die Gallier ihren Ursprung von dem Dis oder Sainothcü herführten. Ijtz. 6 sie tzdlo Oa». lle mor. Lcrm. Discalcius / (Ottonelliis) ein berühmter Rechts - gelehrter zu Padua, lehrte bey 40 jähr die geist- und weltliche Rechts - ge- ichrsamkeit. Ec wurde von deknKayscr Nndolpho ll in wichtigen gcfchäfftcn gebraucht, und zmn Com.rcgemacht. Er starb an. 1607 in dein 71 jähre seines alters, und hinterließ verschiedene Iractate, die aber nicht heraus gekommen. Sein geschlecht ist alt, und hat berühmte lcute hervor gebracht. Es solle,« auch, wie man sagt, die klares lle Villa daraus entsprossen styl«. X/-SM6/-N. eiog. aula ^adardla. Disciplinarians / ist der namc, welchen man in Engelland bißwcilen den Puritanern beygelegt, weil sie die kirchen - disciplin auf einen bessern fuß, als die so genannte Bischöffliche, gesetzt zu haben vcrineyncn. Disciplinen - oder des meisten adlcrs orden / ist von den Lcr- tzogen in Oesterreich Misstet worden. Die Ritter, so über dem kleide einen meisten adler getragen, folgten der rcgul des heiligen Basilii, und waren schuldig, vor die religion die Waffen zu führen. Ue arll. e^u. Discopius / siehe Denedictus Discopius. Discordia / von den Griechen Eris genannt, war bey dm alten Henden eine gewisse Göttin, die sie deßwegen verehrten, damit sie für allem übel, welches sie, ihren gedancken nach, zu »er-. Ursachen pflegte, behütet werden möchten. Sie wurde gemeiniglich abgebildet/ daß ihr die haare zu berge stunden/ und wle ichkangm- kopffe aussahen, daneben hielte sie m der einen Hand eine brennen- defackel, und in der andern drey binden, worauf diese Worte geschrieben waren:' Rechts-processe/ kriege und Verwirrungen. Die Poeten dichten, daß sie Jupiter aus dein Himmel verzaget , wie auch, daß sie dadurch beleidiget worden, daß man sie nicht auch, wie alle übrigen götter und göttinnen, auf Pelei und Shells Hochzeit geladen, und hernach einen göldenen apssel unter sie geschmissen habe, woraus groß unhcil entständen. ö/7/s^rr/L hlULAH». 2QUH. U.OMLN. ^ Disentis/Desertina/istcii! berühmtes / uraltes benedickinel!- kwstcr/im grauen Bund /unterhalb Tavctsch linckerHand desvor- deren Rheins gelegen/dessen adt ein Reichsfürst ist/ und im oberm Bund /die erste stelle und stimme hat. Sem erster Ursprung wird von Siegberl/ einem Schottlander und jünger8. Columbani hw- geholet/welchcrrm ansang deZ7 seculi / nebst 8.Ggllo indieHeive- rische lande gekommen / allda den Christlichen Glauben unter denen noch mttstenthetls dem abgöttischen Heydenthum anhangenden icu- wen zu predigen und zu pflantzen. Dieser Siegbert wäre ein liebha- ber des Einsiedler-Lebens / derohalben eran. S14. sichiNUrseler- thal am Gotthardt in einer Zell aufgehalten/und weilen es ihme da nicht einsam genug schiene / begäbe er sich über den Crispalt in die Rhatischegegend / und baute sich eine Zelle an dem Ort/ da jetzt das Kloster Dlsentis stehet; Er wurde so wohl seiner lehrreichen predigten/ als auch seines frommen und strengen lcbens halber bald unter dem herum wohnenden volck bekannt / bekäme auch jünger/die in seine fußstapffen zu wetten verlangten/unter welchen sonderlich Pla« ridus/ein zu ThrnnswohnhaffkerRitterunb ober-herrdieserlands- gegnc/ware;vvn diesem nun melden dieMönchen-historienund «.egenciaPaß erausdefkhl seines landes-hcrren Graf Victors (dess senwranney und ärgerliches leben er gestrafft habe) enthauptetwor- den ftye; es habe sich aber der enthauptete cörpervon selbsten wieber anfdiefüssegemacht / das abgeschlagene hauvt aufgehebt/in cin tnch gewickelt/scyedamttforkgewanderet/havesolcheseinerihme ohngefehrbegegnendeiifrauen zugeworffen/nndseyealso ohnekopff zu seinem lehrmeister gekommen / welcher ihne mit grossem schrecken und hcrtzleyd empfangen / und bey seiner zelle begraben/eben an dem opt / da er / L-iegbert / hernach auch geruhet. Es wurde lang daraufalldorten eine kirche zu der ehre Placidi erbauet/samt einem kloster/ welches endlich durch Vergabung undbcysteurvw- möglichcr lcnthen an Reichthum / und dessen Aebte an gnschen,gewachsen und in den heutigen blühenden stand gestiegen ist; sonderlich hat dleKayftrinKunignndts / Hcnriei Ilgemahlingroffever- gabung dahln gcstifflkt. Die ersten Aebte sind in vcrgeß gekommen, biß an. 1048, von welcher zeit an folgende regiert haben. Erchenbertus starb an. 1948 Albertus-leNovezano 122; Udalricus ic>üo ,mdcr dicstm hat das kloster Adamus mo an güttcrn und vermögenge- Walthcrus ll n6o wältig zugenommen, dieser wurde hernachBisehoff Burckarbus lle Valcsia irzr zu Chiir. Walfridus llc Valcsia Hugo n 84 Conradus 1240 Waltheruslll 120z Johannes-le Maldcron 1248 under diefein hatPabsiLucius Burckardus L. Baro atz HP- III dem kloster seine freyhei- wen 12,-2 ten bestätiget Hcnricus 127z zu dieses Abts zeiten, nach der an. 1268 zu Neapolis geschehener cnthailptling Conradini des leisten Lcrtzogcn in Schwaben, haben die Graubündtner angefangen ein frey länds-regiment für sich sechsten zu führen. RudolphusllcRychenstein 129; Walthcrus IV linder diesem haben an. 1; 12 die drey Benedictiner klöster, Di- ftntis, Pfaffers und Marienberg eine enge brüdcrschafft miteinander ausgerichtet. Wilhelm llc Planetia. 1^26 Johannes Zauns dieser hat an. 1; 19 einen Hund Rüdiger i z y; mit dem land Ury gemacht. undcr dicscm ist das kloster an. Jacobus i;zo iz 88 schädlich verdrunnen. MartmnsvonSar 2)40 Conradus izp; Johannes iz;; Johannes 1401 dieser hat mit dem land Gla- dieser hat mit dem Grafen zu riis einen bund gemacht. Werdcnbcrg und Sargans ci- Thüring Freyherr von Atting- nen bnnd gemachr an. 1 zy; Hausen 1^7 der ward an. 1; 99 erneuert, er hat an. n ,'6 mit GrafJo- gleichwie auch der bund mit haun von Masox unddencn zu dem land Glarus an. 1420. Mantz einen bund gemacht. Petrus tzc Pnttanmgen 1448 linder diesem wurde der undcr dem vorigen Abt getroffene kaust, (da ncmlich das Gräfliche Wcrdenbergische Haus, dem Abt und convcnt zu Disciltis, die an sich gezogene Kast-vogte», nebst aller ac- rechtigkcit, ivclche die Grafen, bißdahin, über gcmeind und leüth zu Disentts gehabt und geübt , um 1000 gold-gulden, ver, kauffr und übergeben haben) vollzogen, wie dann solcher kauffund Verkaufs, hernach an. 1428 vom Kayfer Ruverto zn.tzcydclberg zugleich mit allen des klostcrs frcyhcitcn und acrechtigkcitcn, wie auch an. 14;; vonr Kayfer Sigmund zu Base«, bestätiget worden, .'hernach an. 1402 (wie Bucclimis, oder an. 1424 wie Gulcrus meldet) wäre dieser Abt der urheber des oberen oder Granen-Bundts, da uamlich er der Abt und sein convent mit denen übrigen gemeinden (deren 18 sind) sich auf ewig zusammen verbunden haben, mit vorbehält 69 behalt von seichen des klosters, der freyen wähl der Aebten und Verwaltung der kloster-fachen, wie auch des bundts mit denen länderen Ary, Schwytz und Uuderivatden. Nicolaus von Marmels 1456 Johannes von Ussenvort 146? dieser ivare zugleich Abt zu wäre ein dem kloster sehr nutz- Pfäffers licher Mt, auch beym Kayser Friedrich III wohl angesehen, der dem kloster alle seine alten rechte und freyheiten bestätiget hat an. 14? 9. Johannes von Schöneck 1496 dieser hat vom Kayser Friedrich III die frcyheit des müntz-Wags erhalten an. 1466 auch die schlösset und herrfchafften 8. Görg und Freyberg mit hohen und niederen gerichtcn in der gemeint» Walten- fpurg und dahin gehörigen 7 dorfschafften , Wort, Andest / Ruan, Gula, Seit, Schlang und Panix, vom GrafJodocus Nicolaus von Zollern, Herren zu Rhäzünß, an das kloster erkaüfft / an. 1472. So hat auch Pabst Alexander Vl an. 149; die kirchen 8 . Johan- nis zu Eins, die kirchen 8 . Johannis zu Marienfelden im Pregel, die kirchen 8 . Vigilii zu Davetsch / 8 . Martini zu Mcdels, 8 . Johannis zu Sonnwickh, 8 . Remigii zu Falera, nebst anderen - dem kloster einverleibt. Johannes Brügger rzio diesem hat an. i 502 Kayser Marimilianus I den blut-bann und die weltlichen rcgalien verliehen. So hat er auch den Wild-bann vor dem geeicht zu Discntis erhalten an. 1 zc>z. Andreas von Falära 1528 Christianus vonCastelberg 1584 Martinus Winckler i;; 7 " ".- Ioh. Jvdveus Kreinde von Raschem i ;;8 Leonhardus Füerer i ; 9 Paulus Nicolai 1551 Lucius Anreich 1566 dieser wurde vomKaystr Ma ximilianollaufdenan. 1582 zuAugspurg gehaltenenreichs- tag/ats einReichs-fürst beruffe Nieol-DironvonThrums 1^9; Jac.Bundi vonSmnwix 1614 Sebastian von Castelberg' Ntnxt. üb.ktliLl. 5 . öe?. psllim. ktclvek. ^1§cr. vi« Die übrigen Aebte/ weilen selbige ohngeacht aller angewan- ten mühe bißhero noch nicht zu bekommen gewesen , werden gel. Gott, biß auf jetzige zeiten in dem künftig folgenden supplement zu finden seyn. Disse/ (Walter) ein Carmeliter-Mnnch / gebürtig aus En- zclland / allwo er eine Zeitlang Päbstlichcr Legat gewesen. Bey Jo- mLancaster -----. Mn von Gaunt/Hertzoge vvn Lancaster / und bey dessen gemah- m/ Constantia/war er eine geraume zeit beichtvater.Der --»logu5 von unterschiedenenschrifften/ so er verfertigt/ist deyLrithemio zu finden. Er starb um das ende des 14 seculi. n com^escMll.ot LnZI vol. I p. Z07. Disseniuo / (Henricus) ein Carchauser-Mnnch zu Cöln / war von Osnabrück gebürtig /und starb an. 1484. Er hatsich durch seine frömmiakeit und verschiedene schrifften bekannt gemacht; wie dann Petrcjus bey 22 rractare von ihm angemercket. M,immer. Dillei - sOrden von der) soll an. 140; von Lvdovico II dem gss lake, Bockelnborg, Süderhadtstede, Nordhadtstede, Mversdorp die vornehmsten sind. Zwey drittel von dem lande ist bey nahe Geest, und kaum ein drittel Marschland,welches letztere ohne vergleichuna mehr als jenes einbringt,insgemein aber mehr zum kornbau,als zur weyde und Viehzucht gebraucht wird. Die einwohner sind ihrem Ursprung nach wahre Sachsen,darum sie auch zum unterscheid von den Friesischen Marschländern, die über der Eyder wohnen, Dit- marsthen, d.i. Deutsche Marschen/genennt worden. Sie sind insgemein lang und starck; die weiber, so etwas begütert, werden vor stoltzer, als ihre benachbarten gehalten, weil die gemeinschafft der güter unter den eheleuten bey ihnen nicht, wie in den nahgelcZc- nen landen eingeführet ist, sondern die weiber ihre guter vor ych behalten. Adeliche geschlechter oder güter gibt es heut zu tage auch nicht mehr allda, obgleich vor altcrs etliche da gewesen seyn mögen. Den grösten rühm aber haben die einwohner von ihrer streit- darkeitmnd der tapffern und langwierigen Vertheidigung ihrer ftey- heit. Vor alters machte Ditmarschen einen theil aus von der Marggrafschafft Stade, mit welcher es vereinigt geblieben bis auf Matggrasm Rudolphum II. der von ihnen an. 1144 erschlagen worden, (siehe den articul Stade / Marggrafschafft.) Stade sie! damals an die Ertz-Bischöffc zu Bremen, aber Ditmarschen ward von Friderico Barbarossa dem Grafen Adolpho III von Hollstem gegeben, und als dieser sie an Bremen veräußern wolle, hiengen sie sich an Dänemarck,von dem sie sich wieder abrissen,als König Wol- demarus II an. 122; von Grafen Henrico von Schwerin gefangen worden. Woldemarus brachte sie zwar nach einem blutigen gefecht etliche jähr hernach wieder unter sich, fie wurden ihm aber in der Wacht bey Bsrnhoven an. 1227 untreu, und halsten das meiste zu seinem Unglück. Von dieser zeit an behauptete dieses kleine ländgen . über ;°o jähr stjne freyyeit wider die Könige in Dänemarck und die Hcrtzoge von Hollftein, worzu nicht so viel die tapfferkeit der einwohner, als die llm-rion des landes das meiste beytrug. Denn man konte demselben nur auf der feite von der Geest an Hollstem beykommmMs welcher, weil sie leichtlich eingenommen wurde,die einwohner sich gemeiniglich mit allem vermögen in die Marsch hinein reürirren, und sich bey Meidorp, so damals vest war, und die Südermarsch verwahrte, versammietcn. Vor der Nordcrmarsch hatten sie die so genannte Hammen, (entweder von hemmen, aufi- hattemoder von härmn,so im a!t-Sächsischen ein gehöltze bedeutet,) welches die einige passe waren, da man durchreisten konte, die zu beyden seilen dickes gehöltze, breite und liesse, doppelte auch wol dreyfache graben hatten, und noch mit starcken wällen und grobem geschütze versehen waren. Ausser dem begaben sich sich init einigen dedingungen in den schütz der Ertz-Bischöffe zu Bremen, welche ihnen zuweilen mit knegsvolck beystunden. An. 1289 wurden sie von dem Grafen von Hollstem Gerhards II angegriffen, ein haase aber, der im angesicht der beyden partheyen vorbey lief, und ein ge- schrey verursachte, brachte die Hollsteiner in Verwirrung, die den Ditmarschen zu einem grossen sieg diente. Gerhardus N. Graf von Hollstem fübrte blutige kriege mit ihnen, und ob er gleich derselben in einer Wacht bey 1000 erlegte, büste er in einer andern Graf Gerhardus VI verlohr an. 1404 selbst, nebst doch 2000 ein. V 4 irtvjl, . mehr als zoc-EdeUeutenstn einer Wacht wider die DitmarM sein ^ . , leben. Die merckwürbigste und blutigste Wacht gieng mit König der Mttn'EmcksÄ^hren/g^Wetworden seyn. Die Rlt- Johanne von Dänemarck am:5vor / welcher deswegen anlast ter/dcren26 waren/ truaen an einer güldenen aus muten bestehen- harzn nahm, well der Kay,er sriedrichlll an. 1474 bey erhohung denke te/inwelckerdas wort 2 malelngeflochlen war/ h^ Grafschafft Hollstem zum Hertzogthum,^ Dllmarschen,zn deinen aMmes oval/daran unten eindlstel-knopffhtenqzln dermrt- Men geschlagen , und die einwohnersich weht unterwerfen wol- t ad?r stund vi ü nqftaii Maria / welchem« sonnenstrahlen nm- jen. Der König kam mll einer armee von 1°°°° mann gegen d.e- ocbm/ undm tti2 Mernen stemcn qecrönct war/auch zrnhren Me, und brung mitten im wirnec, dadie Moraste geftmrn warm, Men einen Äenmond hatte Derndrige Habit/ alsmanlch/hut tiefms land,well aber ein unvermuthctthauwettereinsiel, ward die !,!w gch?We / HMMe groffcvcm orden des ho- halbe «ruinirtt , W ^nbandes. lle Qlll L<^u, Dithyrambus/ ist ein zuname/welchen die Miethendem Bac- cho gaben. Desgleichen wurde auch ein gewisser gesang mit diesem namen benennet / welchen man dem Bacchv zu ehren sang. Poecic. 1. 1 . Ditmarschen/ eine landschafst in Hollsteinsso mit der west-seite an die nord-see flösset, gegen mittag durch die Elbe von dem lande Kedingen'und Haveln, und gegen norden durch die Eyder von den Schleßwigischen ländern Uthholm, Eyderstede, Stapelholm, auf -er ost-seite oben durch die Eyder, und wo diese abweicht, durch die Giselau,fönst auch die Landscheide genannt, sodann durch eine linie, so derHolstengraben heist, und endlich gegen strd-osten durch viele liesse gräben und die Wilstermarfth, dahin man nur durch einen einigen engen weg kommen kan, von dein eigentlich so genannten Hollstem, und ins besondere dem amte Rendsburg abgesondert wird. In der länge von der Eyder biß an die Elbe hat es 7meiien, und die breite ist von dreyen zu vier weilen. Es wird in den nördlichen und südlichen theil unterschieden, davon jener demHertzoge von Gottorp/drestr dem König in Dänemarck zustehet,die sich in die 1425 pflüge, nach denen das land angeschlagen ist, in gantz gleiche prrcez getheilt haben. Jeder theil wird wiederum in Geest und Marsch,(siehe den articul Marschlands.) und zwar der nördliche theil in die Hardtsteder Geest und Nordstrand oder Nord marsch, der südliche in die Tellmgsieder Geest und Süderstrand odcr Su- Lermarsch getheikt. Die flüsse in dem lande sind die Aw, dieThie terken,Weßlmgburen,Heide,allwo dieDitmarschm alle sonnabend ihren marckt halten, Weddingstede, Henstede, Schlrchting, Delve, Tellingstede; in demsüdertheil aber Meldorp,Windbergen,Olden- worden,Hemmingstcde,Barlt/Marne, Donne, Brunsbüttel, Edelhell noch bis an. 1559, da sie nach einem dreymal in einem tage wiederholten treffen, barmn bey4000 Ditmarschen geblieben, sich an den Hertzog Adolphen, der iedoch nebst vielen andern selbst verwundet worden, ergaben, und im freyen selde die Huldigung ablegten. Seit der zeit sind sie ruhig unter Dänemarck und Hollstem geblieben , und werden durch zwey Landvögte regieret. Isnllcsbelctir. von ScMelsvv. unU IZoill. ?. z c. l6 p- r8y ie^. to^ogr. 8sx. intcr. beictir. llestcriHS wicllcn OicmLrlcken. Ditmarus / zugenannt kicilldurzenL, weil er Bischoff zu Merseburg in Sachsen gewesen, war ein söhn Siegfrieds, Grasen von Walbke in Sachsen, wiewol er aus demuth sein Gräfliches gcschlecht verschwiegen. Er war von Person sehr klein, und am lincken backen wegen einerfistel, so er vor zeiten gehabt, und die sich hernach vfft wieder erhoben, gar ungestalt. Dazu machte ihm die nase, so ihm in der Einheit zerbrochen worden, ein lächerliches ansehen. Erstlich war er ein Münch im kloster Bergen vor Magdeburg, hernach Domherr zu §. Moritz in Magdeburg, fol- gends Probst;» Walbitz und des Kaysers Henrici II Capellan; endlich wurde er auf einrathen Daginonis, Ertz-Bischoffs zu Magdeburg an. 1012 von gemelktem Kayser zum Bischoff von Merseburg erwehlt, und durch gedachten Ertz-Bischoff eingcwey- het. EichsdorffoderEisdorss, so damals ein flecken, und Hel lingen, welches seine erb-güter waren, hat er dem Stiffte Merseburg gegeben, welches er auch sonstcn noch sehr bereichert hat. Er starbden29nvv. an.^io22im42 jähre seines alters, nachdem - büchem und Henrici II ein jähr vor feinem rooe zu i cyrewen angefangen, und wird er von Possevino als der aufrichtigste scrident gerühmet. in cliron. I» 4- öc 6. ckron. V irir. ?LX. -v<». spp»r. tscr. lle -ill, I-sr. I. r. «Ätsrm Isnä - rlrr. I Z Är.,2. 70 div diw dir diy dlu tir. rr. p. r8r. ^lsrkei». cllr. belclircil,. llor ÜLar viertel». c.9-P 8>-8L. Diu/ eine insill und stadt in Oft-Indien, im Königreiche Guzurate, welche schon seit an. den Portugiesin gehöret hat. Die insul ift klein, nicht weit vom lande entfernet iliing, weicye mir 2 graven, oic milw'e-wayer ausgesuuer, umgeben ist, und von vielen auf einen fei- gebauctcn bastenen bedecket wird. Vor diesem war die Handlung allhicr in vortrefflichem stände , allein hernach ist sie von den Holländern sehr geschwächt worden. An. i? ;8 und 46 belagerten ne die Türcken vergebens. i, 9. litz >! Ä1;. er. rcr. '/Hebens/ rcilc - bciclli'. kom. <;. bctckr. von VlLl^dar K:c DivüN/ nennet man den Rath und die versiimmlung, welche zu Coiistantknopel auf dem hierzu bestimmte» saal in dem andern Hofe des Scrrails wegen unterschiedener staats-fachen, wöchentlich 4 mal gehalten wird. Die Personen, aus welchen der Divan bestehet, sind der Groß - Bester, die 6 andere Vestere, die 2 Ca- dilesker von Romainen und stkatolien, die ;. Tcytcrdar oder General - Schatzmeister, der Nissangibachi, als Groß - Cailtzlar,und der Netaugi, der wie staats - sec-erL-iur ist, nebst einigen 'Schreibern und Notarien. Diva» hcist auch der geheime Rath oder das vornehmste (»oNcZium zu Tunis, Algier und Tripoli, darinnen der Veg präsidiret. Divan Oh) st Ost, ist der name 5 oder 6 kleiner insuln in dem Indianischen mccr, welche dem Könige von Cananor gehören. Sie liegen 2z oder ;c> weilen von der inzul Malieut gegen die Mal- divischen, haben nur 6 oder 7 weilen im umkreise, sind aber sehr gcstmd. Dive/ lat. lvlv-oder oeva. ist i)ein fluß iu Frauckreich, in der Normandic, welcher bev8. L2uveurtzcv>veindas Britannische meer »reust. 2) Einfluß in Pvitvu, welcher sich unter 8 Inst in die Thouvay, und nebst dieser bald hernach in die Loire ergießet. cielcr. llum. Orll? Dlvico/ ein GeneraldcrHelveticr, hatsichdadurch berühmt gemacht, daß er den Cassimn geschlagen, und init grosser hcfftig- keitchegen Iuliuin LL-lLrcm geredet, an welchen er von diesen vollern abgeschicket war, eine alliantz mir ihm zii schliesscn. Als nun (-5-rgcisse!u forderte, damit crsichaufdas, »vas ibin Divicosagte, verlassen konte, antivortctc dieser :daß seine nation nicht gewohnt wäre geißeln zu geben, wol aber anzunehmen, und begab sich hiemit zurücke. u- tz-Uo Divitio / (Bernhard -l°) ein Cardinal, s. Bibiekma. Dius/ ein Griechischer «iNo-icu;. Man weiß nicht, zu welcher zeit er gelebec. Er hat ein historisch werck von Phönicien geschrieben, davon Josephus ein kragmenrum anbringet, da er von Ealomon und Hiram redtt, l-' conrr- ^^ionem. Diwizagora/ siehe Iumzferberg. Dirmuyden/eine kleine stadt in demOesterreichischen Flandern/an der Jperlcr / ; messen von Nlcuport/und fast soviel von Feurnes. Sre ist verschiedene mal von den Frantzosen eingenommen worden/und sonderlich ergab sie sich an. ,69, durch ver- räthercy odcrviclinehr zaghaffligkeitdcs Gencral-MajorEllcnber- aersandtc Frantzosen / welcher auch deßwegen mttdem kvpffbüs- scll INIlste. 2er/c^r ropogr Nurx. Diyllus / voffAthen/schrieb eine kistvl ic/wclche er von pli'inde- runa der stadt Delvhis anficnq / und bis zu ende der regimmg Philivpi Macedonis sortsührtc.Er lebte nach dem tode Alerandrt / und m von einem btldyauer dieses namens/den Pausanias anftih- rct / unterschieden. >. ,s. 1. ?»oc. tie IilUor. 6r. I.bibl. äcr. Dlucrossus/(Johannes) oder lat. ringln,,5, weil dlugi bey den Polüen so viel als tongus Heist/Dom-Hei r zu Craeau und Ertz- Dlschoffzu Rcusch-Lemderg. Er war aus dem Hause Liemava/ und studierte aus dcr Academte zu bracau/war auch der erste / welcher daseldstdasccm-ubernium )unzpcrlwrumstjfflele. Er wurdein- sormator bey den linderndes Königs Casimiri Iagetlonidis /auch von demselben mverschiedenen geschafften gebraucht/ob er gleich anfangs von lhm war verfolget worden/desgleichen c-->on,cus zu Craeau/und endlich zum Ertz-bischoff zu Rcusch-Leinbcrq ernennet; er starb an. 1480 un 65 jähre sewes alters/ehe noch seine eon- secration vor sich gegangen war. Er ist sonderlich berühmt/daß er kmcchromckvon Pohlen bis auf das jähr seineslodesgeschrieben/ davonder erste c<>.nus an. 161z zu Debroinil insol. heraus gekommen/ an. 17 n aber mit den letzten 7 büchern zu Leipzig wieder aufgelegt worden. Ferner hat er die leben der Bijchöffe zu Posen geschrieben / welche Iacobus Brzczmczki / Wcyh-Blschoff von PostN / coNtillUiert / desgleichen Lpi»coporum ploceiillun, , welchemit in dcn oyeribu.« 8i!m>8i!il l.litzicn-ili zu finden. Über dieses hat man von ihm das leben 8. Stanislai/ivclchesSnrius zusammen gezogen/ undseinen vir. §L»ct. unter dem 8 may einverleibet; das leben N- zeuniguiiciiz, geoßrrpbiLiu oder ckronogi^fibism voloiNL-; ecclcÜL: Lrscovicngz ; tsmiliss, Lrma öe tclenocliL no- t.iiikg'is l'oion^lim. Er war ein manil von aufrichtigerfrömmig- keit und strengem leben / that den arnien viel gutes) war dabey von unvergleichlichem gedachtnisse und deredlsamkeil. Pinsll hat ihn sehr gerühmt / desgleichen verschiedene andereicripc»r«:-,Her- borms hat sein leben beschrieben / und solches seinensnnsiib^ vorgesetzet. „ inepiti. Lc!8b>gncum. pol. 1.^. c. 7z. Mit. pol. I. rA.ä ^«/sser» xr«5kilt.kvl. S/snffaE in snns). dM dvb ^*.^.*467 in blvA. öe in <7r2cov. ^k.pol.^s^äe lr^QLr. I.z c. 6 56z. Fr-eLerr c^arr. x». rr. Dnieper / siehe Norysthenes. Dniester/ siehe Niester. Dobbertin / ein adelich Jungfrauen - kkoster in dem Mecklenburgischen Fürstenthum Wenden, nicht weit von den 2 kleinen stadrcn Goldberg und Crackow. Dobenrck/ eine von den ältesten adelichenfamilien, indem Voigtlande und Thüringen, von welcher Ursula an. 1499 Aeb- tissrn zu Hof gewesen. Hiob, mit dem beynamen der eiserne, starb an. 152; als Bischofs von Pomesanien; woher er aber den beynamen erhalten, findet man nicht aufgezeichnet. An. 1626 lebte Christoph Heinrich zu Krndcler, und Signmnd Ludwig besaß an. 1676 Caulsdvrffin Thüringen. Li-M^-unsi. s-x. AM,z».t-rcuL ?. 460. Doblin/ oder Dobelen/ eine stadt nchst einem schloß in Se- niigallicn,; oder 6 mcilcn von Mietau, gegen westen. Dodran/ odcr Doberan/ eine kleine stadt, in der nord-westlichen gegend der Mecklenburgischen Herrschaffr Rostock, nicht weit von der oft-sie gelegen, allivo sich die begräbnisse der alten Hertzoge von Schwerin befinden, die aber mmmehro zu Schwerin zu geschehen pflegen. ES ist noch ein Lutherisches Jungfraum- kloster allhicr, i'opoz,. 8»x. >»k. Dobrelug / oder Dobrclow / stadt, amt und Lerrschasst in der Nieder-Lausitz , an den genügen des Churfürstcnthums Sachsen und des Märggrasthums Missen, an dem Doberfluß, so in die Spree fällt, gehöret dem Hertzoge von Sachsin-Mcrst- bura. Es war ehemahls ein Cisiercimsir - klostcr, welches Macg- grafDietrich von Landsbcrg, Conradi ffl. söhn, so an. 1184 gestorben , gesichtet hat. Nachmals hat es dessen bruder Dedo, und dessen söhn Conradus II, beyde Markgrafen zu Landsberg, mit mehren, einkünfften versehen; wocau, nach der Hand der Äbt dcs klosters der vornehmste Prälat des Marggrafthnms Nieder-Lausitz gelvcsin ist. Es hat aber dieses Stifft in den kriegen zwischen den Marggrafen von Meisten und Brandenburg viel erlitten, am meisten aber bey dem Hußitcn-kricge, als worinncn es an. 14z i gantz rninirct worden, worauf es sich wieder kümmerlich in vorigen stand gesitzct bat. Aber bey der religions-änderung wurde das klostcr von den München meistens verlachn, auch an. 1540 vom Kaysir Ferdinands I sicularisirt, und zu einem Königlichen Cam- mer-gnth gemacht, darauf anfänglich an Heinrichen von Gccs- dorff verpfändet, hernach von Kayser Rudvlphv II den 4 may am iüor an Heinrich Anshclm von Promnitz, Königlichen Rath und Land-voigt in dcr Nieder-Laufitz verkaufst, und unter dem tiluhci- ner freyen Herrschaffc überlassen. An. 162; erkauffte Churfürst Job. Georgius I von Sächsin, als damahliger Pfands-inhabcr der Marggrafchümer Ober- und Nieder-Lau sitz, diese Herrschaffr, und machte sie zu einem amt und cammer - guth, und als nackge- hcnds beyde Marggrafchümer an das Chur-hauß Sachsen gäntz- lich abgctretten worden, so bekam Churfürst Jvhannis Georg» I dritter söhn , Hertzog Christian, vostulirtcr ä-lminill-L-or des Stichs Mersiburg,'Dobrilug, nebst, der gantzen Nieder-Lausitz; worauf gedachter Hertzog den eingeäscherten ort und die wüste kirche erneuern, das klostcr zu einem schloß und residentz-hausi anrichten, und zugleich den ort in ein stabilem verwandeln lassen, undiüfl; bey wie denn auch gedachter Hertzog Christian a> _ der zu Mersiburg cingerisscne'n pest feine rerirLitz. z. Dobrin / (Ritter von) Dodrzm. Dobrzin / welche die alten Dobrinum, Debricinium und Dodriznüm nennen, ist eine kleine stadt und landjchasst in Pohlen, welches ; CastcUanschafften, Dobrzin, Slonska und Ripina in sich begreifft. Es ist dicsirwcgcn zum ösftern mit den Teutschen or- dens-Rittern und den Königen in Pohlen ein streit gewesen, iedoch haben es endlich die erster» den letztem überlassen müssen. Das schloß Dobrin, welches auf einem festen nahe an der Weichsel zwischen Uladislaw und Plozko lieget, haben die Ritter, so mu»-- clirini gcnennt wurden, erbauet, und sich daher nachgehends Ritter von Dobrin benennen lassen. Es ist aber deren Ursprung folgender gewesen. Als im i; siculo der Pohlnische Hertzog in Ma- snricn oder Masovien, namens Conrad, mit dm ungläubigen Preussen schiväcc kriege führte,und sahe, was die Schwerdträgcr in Liefland vor glückliche progrcssen wider ihre feinde machten, ward er aufeinrathcn des Preußischen Bischoffs schlüßig, dergleichen Ritter-orden wider seine feinde zu stifften, welches er auch bewcrck- stelligtc, und die Ritter millk« ( tz-icki nennete, die gleich den Lics- ländischen vchiverdt-brüdcrn einen wcissen Mantel mit einem rothen schwcrdt und stern trugen. Der vornehmste unter ihnen hieß Bruno, welcher nebst noch 1; andern von gedachtem Bischofs in den orden eingekleidet wurde. Als nachgehends Hertzog Conrad ihnen einen gewissen district landcs eingab, baueten sie die vorcc- wehntc fcstnnq Dobrin, und liessen sich Ritter oder brüder von Dobrin nennen. Es vergliche sich auch gedachter Hertzog dergestalt mit ihnen, daß dasscnige, was sie den heydnischen Preussen abgewinnen würden, unter ihn, und dem orden gleich gckheilet werden solle. Hierauf aber gcricthen die feinde vollends in den Harnisch, und fügten Masovien noch mehr schaden zu, als sie zuvor gethan, es kam auch endlich zwischen ihnen und den Rittern z« einem doc «nem harttli treffen , welches - tage nach einander gewährt haben soll, nr welchein die Preussen obsiegten, und die neuen brüdcr mit rhrer manuschafft völlig erlegten, worauf der orden ein ende genommen, und Hertzog Conrad gcnöthiget worden, zu den Teutschen ordetts-Rittern, deren Heiden - thaten durch gantz Europa bekannt waren, seine Zuflucht wider feine feinde zu nehmen. a1c un6 neu kreuzn, 2 270. Doc / (Johannes) lat. voc«us, war erstlich ein Benediktiner-Munch in der Abtey 8. Dionysii in Franckreich, Doüor rtz-<>, logiN und juris Ononici , dabey ein vortrefflicher Prediger. Er wurde nachgehends groß-?rlo>- zu 8. Denys, und endlich an. 1 z; 7 Brfchoff zu Laon. Er starb an. i?6o, und hinterließ -le s-rern- llni Der Aenerruione 3c remporsü nacivicLre libros L; Iiomiliss öcc. Docampo / (Florianus) oiowcus zu Zamoro in Spanien, stund bey dem Kayfer Carolo V sehr wohl, welcher ihm befahl, eine Historie vonSpanien zu schreiben,davon er die ersten z bischer, unter dem titul: los cinco jltzros pri,Neros cis !a cronicL Aeoerzi cle Lspslins, heraus gab. Er verfertigte auch andere tractate, als «bro 6e linLAes 7srmss <^c. Docampo/ (Consalvus) Ertz-Bischoff von Lima, war von Madrid gebürtig, und hielt sich lange zeit in Italien auf, woselbst chm Clemens VIII viel gnade erwiest. Nachgehends wurde er c-nonicus zu Scvilien , rercki Diaconus zu Niebla , und endlich Bischoff zu Cadir. Ehe er aber hiervon besitz nahm, erhielt er an. 162z das Ertz-Bißthum zu Lima in Peru j woselbst er an. 1626 starb. Man schreibt ihm ein buch zu,: «ci zovlcrno -lei kercs. rtzsar. eccief 1.1,n. tzlbl. Docetä/ waren gewisse ketzer in der ersten Arche, des Mar- cronls Nachfolger. Sie hattest diesen namen von dem Worte «Po---?,,, oder scheinen, weil sie dafür hielten, daß Christus nicht wahrhaftig, sondern nur scheinbarer weife gelitten habe. !. 7 kroin. j. ; luxrec. ltzb. c. ir. /e liillor. Lc. Dockum/ oder Dokkum/ lat. Dnckccrum, eine stadk in West- Frießland, z meilcn von Groningen, 4 von Franecker und 8 von Emden, nicht weit von der süder-see gelegen. Sie ist nicht sonderlich groß, aber gar fein, und hat grosse wälle mit breiten gräben, auch läufst der fluß Ea dadurch. An. i;8i oder 82 haben die Friesischen Stände diesen ort wider die Vvanier befestiget. Es ist all- hier das coiieglum der Admiralität von gantz Frießland. Der heilige Bonifacius soll an diesem orte gelehrt haben, und allda an. 7;; von den Friesen erschlagen worden seyn, da man alsdann ein kloster gebauet, aus welchem das dorff Dockum, und endlich die stadt entstanden. Lmmrrn cle Iril. ropvgr. Neig. Docreus / (Johannes) lebte an. izig, und hat sich durch ein werck, von dem leben, leiden und begräbniste 8. Dionysii bekannt gemacht. LppsrLt. 5 VOEVOss. Dieses tituls Ursprung wird im 12 seculo gesucht, da er zwar an statt des tituls k-'->Z>Ncr aufgekommen, und nebst den andern schul-z^nitzu» desBaccalaureats und derD-cenuzrur vonPe- tro Lombards, so damals einer der vornehmsten lehrer aufder Universität zu Paris war,eingeführt zu seyn geglaubet wird. Gleichwie eben dergleichen um eben diese zeit Gratiänus auf der Universität zu Bononien gethan haben soll. Allein viel gewisser ist die Meynung derjenigen, welche den Ursprung der akademischen g'^uu-n in das i z seculum setzen. Die beyden namen netter und DoÄ„r sind eine lange zeit im brauch gewesen, und hat eines fast soviel gegolten als das andere; wiewol ihrer viel dafür halten, daß der ^2- xiürorum und Ouctoruin Verrichtungen von einander stäts unterschieden gewestn , da jene nur menschliche, diese aber solche wiffen- fchafften, welche aus göttlicher offenbahrung und dem glauben fliesten,geiehret hätten. In den barbarischen i<-cu„- pflegte man dem titul voüor in dieser oder jener Person gantz sonderbare cpirtzecLmit beyzufügen, als da einer genennerwurde oEor -n-eNcus, Doktor kersptzicu«, Doktor iIiuminLkus, Doktor sutztHis, Doktor irrekr-rgÄtzNis, Lc. JnderMorgenländischen Arche wird das Wort Doktor meinem etwas andern verstände gebraucht. Die Griechen brauchen das Wort -lt-vala'LÄX-!;, so aus dem neuen testamente genommen, da es so viel helft,als ein Bischoffoder seelen-hirte, der das evangelium lehret, und ist bey ihnen so viel, als was bey uns ein leLtor tlleoiogiL heist. Es gibt deren verschiebene gattungen unter ihnen; denn da war z. e. einer in der grossen Arche zu Constanti- nopehder zur erklärung der evangelien bestellet war,und dahero ol claicalus, oder Doktor evLNAetzrorum geuennet wurde; und wiederum ein anderer,welcher 8. Pauli episteln erklären muste,und dahero DlUzscLiur epiltoisrum hieß. Ferner war auch einer, der die Psalmen zu erklären hatte,«, s. f. Gleichwie nun bey den Frantzosen Lombardus, und bey den Engelländern 8. Joh. Beverlacensis und Beda venerLvilis, also wird bey den Teutschen Johannes Vemeca, insgemein Johannes Teutonicus genannt, vor den ersten Doktor angegeben. Im übrigen ist zu mcrcken, daß die, welche den grMum ausser Teutschland angenommen, keine -mluwr-s bey der Kayserli- chen cauuner lverden können. cr>,noi. m -ppar. Itzcr. su^ein. Nrs 1>. cle Lnrlosuir. Lcsll. lle bonor. zc^Nem. öcc v0LVOXI)8 81 ) 1 . 1 ^ 11 . heissen diejenige, welchen der Kayfer selbst gleichsam mit einem Worte den Z-^ium eines Doktor,; verleihet, und darüber ein Mpwms zustellet, daran das Kayseruche sieget in einer bulle oder capsul hänget. Es sichren auch dieM na- doc dod 7L men diejenige , welche den voLor-titul von den commbus p-lsrin-z erhalten, w'.ewvl diese letzteren mit denen auf Universitäten creirtm DoÄurwus gleiche yr.viicgiL nicht gemessen» x»ocl. juk. putz!, j. q. c. 70. jurispr. putzn YOch ssiI Vss EIlsiI8IIssXsi. ist der »ame einer gewissen geistlichensocietät, welche von Cäsiwe a- Bus, so aus Proveuce gebürtig war, gestifftet worden, um das unwissende volck nach dem exempel der heiligen Apostel iin catechismo zu unterrichten. Dieser orden wurde von dem Pabste Elemente VIIIbestätiget. Paulus V gab zu, daß die demselben zugethane lehrer gelübdc thun möchten, und vereinbarte sie mit der societät der so genannten Liericorum, reguiLrium von QomasiM. Allein nachgehends wurden sie von Jnnocenlio X an. 1647 zu einer sonderlichen coiim-g^.on gemacht , und bekamen ihren eigenen und zwar einen Fransösischm General. Sie haben; Propiuyen in Franckreich,nemlich die Prv- vintz von Avignon,Paris und Toulouse; die erste hat z Häuser und 10 cviicgiz. dieandere 4 Häuser lind; coUegia. die dritte aber 4 Häuser UNd IZ collcZlL. Dode / eine gemahlin des H. Arnulphi,welcher in dem 7 stculs Bischoff zu Metz worden, woraus sie sich gleichfalls zu Trier in den geistlichen orden begeben, wie der auÄor ihrer lebens-beschreiduug berichtet. ' Dodechinus / oder Dudechrn/ ein Teutscher und Priester der Arche zu Logeustein, war in geist-und weltlichen schafften sehr wohl erfahren, und reisetc im 12 seculo unter dem Kayfer Conrado III mit nach Jerusalem. Als er wieder zurück in sei« Vaterland gekommen , hat er aufbegehren Cunonis des Adts.zu8. Dasipodii m der Uioec-s von Trier, 2 historische wercke geschrieben, davon das erstere eine Historie oder reise-beschreibung von dem heiligen lande, das andere aber eine fortseyung der chronick scon von au. r°84bis an. 1200 ist, obschonsolches nichtwshlmit dem überein kommt, was Trithemius saget, daß er an. i i4o gelebet. c. unter den neuen hat Trlglandius einen eigenen tractat hievon geschrieben. Von den antiquitaten dieser stadt kan man in I. Gronovii commcni^ou, so von ihm ubrr Stephain By- zantini geschrieben, und an. 1687 zu Leyden gedruckt worden, Nachricht finden. Dodonäus oder Dodöens / (RambertNs) wat zu Meeheln in den Niederlanden gebohrcn. Er studirte d,e Medicin zu Löven, und 72 dod und besuchte hernach die vornemsten academien in Franckreich,und Italien, da er durch den Umgang mit den gelehrtesten leuthen eine grosse wisscuschafft erlangte. Vornemlich legte er sich auferkantniß der pflantzcn, ließ aber auch die andern theile der Medicin nicht unberührt; desgleichen war er in sprachen und lireris elcZEwrwus erfahren. Als er aus Italien zurück kam,gieng er nach Teutschland, woselbst er den den Kaysern Marimiliano II und Rudolpho II leib- gicus wurde. Nachgehends begab er sich in die Niederlande, woselbst er sich zu Cölln, und hernach zu Antwerpen einige zeit aufgehalten. Endlich wurde er vrokffor zu Leiden, woselbst er die übrige zeit seines lebcns zubrachte, und an. i;8;im 68 jähre seines alters starb. Er hat viele schafften verfertiget, als da sind: witor-L tiorum «xlorLrarumczue Iierbsrum; llilloriL t'rumLnrorum. IcAuimnum, Lc. tu!t. Ntrpium; prLx«; wellicinu:; conlltiL mellicx; coimoArupllicr itu- Avße cle ssliLra; cte Lktronomis - ^cogrLptii« oriucipiis, <8:c. Kar. vir. Lerin. ,nc>t. tzibllorll. LeIg.L«/teL4»»r in vic. inect ^4» «ls»' lle tcripr. mccllc. <8,c. Dodwcll / (Heinrich) ein gelehrter Jrrlandcr, war zu Dublin an. 1641 gebohren, allwv seinvater, Wilhelm Dodwcll, in einer kriegs-bedtenung stund. Er ward von seinen eitern an. 1648 nach Aorck in Engeiland gebracht, und Wallisio untergeben, vcrsiel aber bald hernach durch seiner eitern tod in eine solche armuth, daß er seine schul-concevte auf macularur und mit kohlen schreiben muste, biß sein veter, Heinrich Dodwcll, der in Suffolckshire präbcnden hatte, seinen zustand erfuhr, ihn zu sich nahm, und selbst weiter unterrichtete, biß er an. 1656 zu Dublin ins.c»Ue co,llolLri5 «le LMM.1 n 3 n„L>irer mortLli, und andre mebrentheils zu der frage von den abgesetzten Bischöffen in Englischer spräche geschriebene tractate; die hauptsächlichsten lateinische» sind, oM'örucionc; -ll CypriLnum, sci lrcuLum, »nuttes VcUcjzni. < 2 uinrlliLnci, btscisni, Ikuc^llillei <8, Xeooptionrei, lle cvcÜ 5 Qr«corum, psrLneflz llekckiL- rnrtü Snglic^no 1 ,'fc «f Vir. Oollvvcü Döbeln / eine kleine stadt in dem Leipziger crayst in Meisscn, 7 mcrlcn von Leipzig, an der Fenbcrgischen Mulda, von welcher sie auf beyden feiten umschlossen wird. Sie ist rings um mit einer star- cken mauer umgeben, und mag vor alters vor eine gute fcstuug pas- sirt haben, wie denn noch ietzo aufdem schloß-bergc ein alter runder thuen ein Zeugniß hiervon geben kan. Das schloß aber, so aufge- dachtem berge gestanden, ist völlig verwüstet. Vormals hatte diese stadt ihre eigene Herren, welche davon den namen führten; nun- mehro aber gehört sie dem Churfürsten von Sachsen. Die gcgcnd daherum ist lustig und fruchtbar, und die cinwohncr ernehren sich meistens mit tuch-und Hut-machen, roj'ogr.^xv», ,Ni. Döbschltz/ siehe Debschitz. Doecz/ cin Edoimter, lebte /V. N. 2974. Er suchte sich bey dem Saül dadurch beliebt zu machen, daß er ihm vorbrachte, wie er hätte gesehen, daß David zu dem Priester Ahimclech nach Nobe gekommen wäre, welcher vor ihn den Herrn gefragt, und ihm speise und das schwcrdt Goliath des Philisters gcgeben. Welches Saul sehr übel aufnahm, den Ahimclech nebst ändern Priestern zu sich fordern ließ, und ihn umzubringen befahl. Weil aber seine bedienten solches nicht thun wollen, geboth er dem Doeg, daß er die pric-- ster erschlagen solte, welcher auch solches ins wcrck richtete, densel- bigcn tag 8 z Priester umbrachte, und die stadt der Priester Nobe mit der schärffe des schwcrdts schlug. > 64-» c. -2.. »?«.«. 6. c.iz. Döhn/ siehe Dehn. Dölau / eine von den ältesten und ansehnlichsten adelichcn sa- milien inMeissen, deren stamm-haus Dölen in dem amteDclitsch unweit Sckeuditz gelegen. Veronica von Dölau ist an. i zos Aeb- rißin eines klosters zu Hof in Voigtlandc gewesen, welche würde auch Margarethavon Dölau indemkloster Himmelscroncm. 1548 besessen. An. 1642 ist ein Obrister Dölau Chur-Sächsischer Cvm- mendant in Luckau in der Niedcr-Laußnitz gewesen, als solcher ort an die Schweden mit accord übergegangen. An. 1649 starb einer von Dölau im 76 jähre seines Liters, welcher 50 jähr Chur-Säch- sischcr Hof-Rath und Ober-«ste»er-Eümchmer gemessn. Dessen söhn J ohann Christian auf Lieb« und Iackta ist Chur-«sächsischer Appellations-Rath, Amts-Hauptmann zu Wiessnburg und Pllz- nitz, wie auch Ober-Steiiereiunchmer worden. An. 1654 hat einer von Dölau als Chur-Säcbsischcr Ober-Küchenmeister floriret; in welchem inhre auch Joachim Friedrich von Dölau aufZiegra und Tieftcnau als Chur-Sächsischer Artilleric-Obrist Lieutenant verstorben. Johann George auf Ruppertsgrün, ein bruder des vor- gedachten Christians, war an. 1671 Chur-Sächsischer Cannncr- Herr,Hof-und Jnstitien-Rath, nachgehends Bice-Cantzler. Adam Friedrich florirtc an. 1601 als Chur-Sachsischcr Caminer-Rath. ErnstFricdrich aufKlcin-Wolmsdorssund Puschwitznvaran. 1714 als Konigl. Polnischer und Cbur-sachsissher Camnicr-und Land- Cammer-Rath, und als Aints-Hauptmann zu Moritzburg betaut. Gottlob Christian aufRuvversgrün, ein söhn des vorerwchntcn Johann Georgcns aufCosteugrün und Lieban,ist um das jähr 171; Konigl. Pvluischer Ralb und Vice-Creyß-Hauprmann des Ertzgc- bürg-nnd NvigtläirdischeuLrevsLsOher-Crevß-Dtener-Einnchmeb und Ober-Krlcgs-Commii,arius, wie auch Domherr zu Mcrseburg geivese». ^4""pixxti. v>isn.^c«'tc,'< anii^i. x^x. Dömitz/ von einigen Dantitz/ genannt, eine kleine,aber feste und wegen des Elb-zolles sehr wichtige stadt, in dem Mecklenbur- aiichei! Furstenthum Wenden, an dem Zusammenfluß der Elde und Elbe gelegen, ist an. i z-8 von dem Churfürsten Ludwig zu Brandenburg an die Grast',, von Schwerin versetzt worden, und nach deren absterben andieHertzoge zu Mecklenburg gekommen. Indem dreissigjährigen kriege ist'cs bald von den «schweben, bald von den Kwsserlichen eingenommen worden. cllron >. 2 . p. ,;6. 'ttttt-Llr. l-uiop r. >; p. ,Z4,!78.'I'opogl' §LX. ink. p. 7S. re; Vicclclcnb g. 16 'sonyott/emechranlwe samiue m 'hohlen / Preußen rc. welche/ bey gelegmhmder kriege wider die ungläubigen/ aus Fram cken in tzicfland gekommen / allwv sie das schloß Dvnhoffam Morst nß/ davon die rull-r» noch beut zu tage zu sehen / erbauet / und da- raufvicle -cuU gewöhnet. Sielst daselbst so mächtig qewesen/daß bloß durch deren hülste und treue Liefiand zum Christenthum bekehrt / und nachgehends zu den zelten Köiirgs Sigtsmundl Augu- stlandie Cron Pohlcn gebracht worden. Otto / der umbremitte des 16 seculi gelebct / ward Neichs-Rath in Pohlen und Woy- wodevonPcrnau/ nachdem er wegen hohen asters dieknegsdiem sie nieder geleget. Sein bruderTheodorus war Woywode zu Wenden. Ernesius /Königs Sigismundi III Abgesandter anuntec- schtedeucn Höfen / und nachgehends General in dem Tnrckm-krte- ge / brachte an. 16-z den stillstand mu den Schweden wegen Lteff- iand zu wegc.Gcrhardus/ von welchem der gleich folgende arkickei handelt / brachte die Rclchs-Gräsiichc würde auf sein geMechk. Caspar / Woywodcvon Stradlcil / und der vornehmste Reichs- Nalh in Pohlen / hatte sich tu der jugend bey dem Könige Sigi-'- mimdo III. alscrdcmsctben tm kriege gedkenet/ingrosse anadeqe- sctzt/daß er bey demselben alles galt / welche gnade er auch bey des« scn söhne und Nachfolger im Reiche Uladislao IV zu erhalten ge- wust / von welchem er an. 16,7 als qroßc-Gcsandter an Kanser Fer« dinandum III wegen der Vermählung mit der KayserlichenPrm- tzcßm Cceilia Renata gesendet / und nachgehends zum Oberste» Hof-Marschall gemacht wurde. Er waretn groß-vaterThcodori / Cron-Cäminerers von Pohlen; Madlslai / Woywodens von Po- merellen / der an. ,68z die Pohlnische armee wieder die Türckcn commandirt/und daßelbige iahr in einem trejtzn bey Cracaugeblieben ; Georg« / Dischoffs zu Caminiee / und Ernesti / Woywo- dcns von Marienburg / und der Königin Hofmarschalls / der an. 1694 verstorben. Johann Casimir/Cardinal / ist an. 1697 mit tobe abgeganaen/ von welchem besonders. George Albrecht/ Bischoß zu Premlsi.nnd obrister Cautzlcrdes Reichs Pohlen/ward an. 1702 Dischoffzu Craeau. Otto Magnus / Königlicher Preußischer geheimer Rath / Gmeral-Mawr und Gouverneur zu Memel / wohnte an.17 ir alsDcvollmächtigtcr den friedens-tractaten zu Utrecht bey. Stamslaus / Litthanischer Unter-Feldherr / Cron- Schwerdträger und e anfoellersrion-.Marschall / lebte noch an. 1714. OZo/rkr Orb. vot. ?. i. 44 nrr/MreuN' ?reu1k llist. Dönhoff/(Gerhard, Graf von) Palatinus in Pomerellen, wurde an dcm Chur-Brandenbiirgischen Hofe als ein p--8°auferzo gen / und qualisiciertc sich hernach durch verschiedene reisen. An 1621 wohnte er dem Pohtnischcn Printzen Uladislao Sigismun do / und dem General Cbodkrewitz in dem kriege wider den Tür ckischen Kayser Osmann bey / und führte nebst Johann Weyhm und seinem bruder Magno Ernst die Teutschen völeker/ trieb auck die Lürcken / welche seine posten einen santzen tag stürmten / rühm dö doe bog !ich zurück. Drey jähr hernach that er mit gedachtem Printzeneinige reiten durch vber-Md nieder-Temschland /wie auch Italien/ und bahnte sich durch seine treue den weg zu seinem künfftigen stände. Als er wieder zurück kam / diente er dem Könige Sigismundv III rn den Preußischen kriegen wieder Gustavum Advlphum in Schweden/ und machte an. iSry die Schwedische belagerung vor Thorn durch seine gegenwark zu nichte. Damit man aber seine Verdienste belohnen möchte/ machte man ihn zum ärs-an» zu Koseierz/ Hauptmann in Skorsow / Lublin und Felin / Schatzmeister in Preussen / Ober-Hauptmann zu Marienburg / und endlich an. 164; zum k-sl-rmo ja Pomercllen. Er ward auch zum General- Cvmmtffario der Preußischen krieges-sacken bestellet / und als der letzte Hertzog in Pommern starb/wurden ihm die der Crou Pohlett heimgrfallene HerrschafftenDütvw und Lauenberg verliehen. Im namen des Königs Uladislai Sigismundi richtete er an. 164? in Franckmch den ehe-vergleich mit der Printzeßin Loysa Maria von Revers auf/ welche ihm das Ober-Hosmeister-amt ertheilte. Seme andere gemahlin SibyllaMargareta/Hertzogs Johann Christian zu Liegnitz und Brteg in Schlesien tochter/ wurde ihm an. lözy beygelegt / und gebühr ihm Uladislaum / Ivhannem Frredericum und Sibyllam. Kayser Frrdtnandus II erhub ihn in den Grafenstand/worauf er an. 1648 dm 1; sept. zu Marienburg mit tode abgieng. in orbe kotono. Donhoff/(Johann Casimir,Grafvon) ein Cardinal,gebohren an. iü;o. Nachdemer in den geistlichen stand getreten, kam er unter Jnnocentii XI regierung Nach Rom, und zwar in keiner andern absieht, als seine nengrerigkeit zu vergnügen. Er war aber nicht lange daselbst gewesen, so trug ihm der König von Pohlen, Johannes Sobicsky, einige angelegenheiten auf, welche er an dem Päpstlichen hofezutractiren hatte, und als Wien von den Türcken belagert ward, gab ihm der gedachte König den cUsr-Le» eines Lnvo^L bey dem oberwehuten Pabst. Dersclbige ließ sich feine person so wohl gefallen, daß er ihn nicht nur unter die Prälaten seines Hauses aufnahm, sondern auch zum comm-nUeurdes zu Rom befindlichen Hospitals zum heil. Geist machte. An. i6;6 den 2 sept. erhub er ihn zu der Cardmals-würde, womit aber der König von Pohlen, weil der von ihm nominitte Bischvff von Beauvais bey derselben prommion war Übergängen worden, nicht wohl zu frieden war« Nach diesem residirt« er ordentlich in seinem Bißlhmn Cessna m der Provintz RsNaMola/Mid starb den 20 jun. »697. Dörflinger / siehe Derssmger. Dörmg/ siehe Työring. Dörnberg/ Döringenberg / ein Freyherrliches geschlecht in Hessen, welches mit den Grasen vou Dornberg einerley Ursprung, und seinen erbsitz vor alten zeiten in der Stcyermarck gehabt haben soll. Johann oder Mhans genannt von Döringenberg, ist an. 1211 mit des Landgrafen Ludovici VI gemahlin Elisabeth, einer Königlichen Printzeßin aus Ungarn, zu erst m Hessen gekommen, und nachgehends wegen seiner treugeleisteten dienste mir Fran- ckershauftn belirhen worden. Johann Caspar, geheimer Rath und Cammer-Präfident zu Cassei, ward an. 166; indenReichs-Frey- herrnstand erhoben, und zeugte mit einer Baroneßm von Erlach, eine tochter, und einen söhn, namens Wilhelm Ludwig; dieser verband sich an. 168; mit des Grafen von Cmwwitz tochter, Hedwig Sophien, weiche ihm Jvhannem Casparum und WilhelmumLu- - dovicum gebohren, aus welchen der erste von dem Herrn Land- Grafen von Hessen-Cassel zu unterschiedlichen gesandlschafften, erstlich zu Heydelberg in der bekannten Plaltzischen kirchen-sach, und seyt deme zu Regenspurg ist gebraucht worden; hat auch bey Jhro Durch!, schon längstens Cammerjuncker-stelle bedienet. Von stiner gemahlin einer tochter Herren Baron von Heyden Preußischen Generalen hat er verschiedene Linder beyderley gefthlechts. Der andere ist auch Cammer-jmrcker bey Jhro Königl. Maj. in Pohlett. belckr. ttMn. v. N. N.x. ,Sr. » Doesburg!/ siehe Duisburg. Doge / ist der name, welcher von den Venetianern ihrem ober- haupt gegeben wird,und so viel als ein Hertzog heißen soll. Vor zeiten war dieser Doge fast gantz Luvers.»; allein heut zu tage kan er ohne des Raths bewillignng und vorwiffen gar nichts thun, und auch nicht einmal eine gantz kurtze zeit sich aus der stadt Venedig begeben, daß er also vielmehr der Republic, als die Republic ihm dienen muß. Er empfängt die und es werden auch in seinem namen die befehle und vollmachts-brieffe gestellet, jedoch nicht von ihm, sondern von des Raths LccrerLric> besiegelt. Die müntze wird zwar in seinem namen geschlagen, aber sinn vildniß nicht drauf gepraget. Doch hat er viel pn vüeZis, und nachdem er einmal erwählt worden, bleibt er in solcher würde seine gantze le- bens-zeit. Erist das Haupt in allen coiit-Ziis, und wird se-euin-mo oder Durchlauchtig tituliret. Seine kleidung betreffend, kan nichts ansehnlichers seyn, als wenn sich der Doge und die Rathsherren in ihrem staats-habitbey einer styerlichen Handlung aufführen. Sonderlich ist der Herzogliche Hut, den alten Phrygischen gleich, merckwürdig, und wird von seiner form u corn» das Horn genannt; wird auch von einigen als ein beweiß der herkunfftdesVe- nedischen landvslcks von den Trojaneren und gleichsam ein Überbleibsel von selbigem hohen alterthum angeführt. Die Republic Genua hat gleichfalls einen Doge zu ihrem ober-haupt, ohne dessen bewillignng nichts in derselben kan abgehandelt, vielweniger einige resolutwn und staats-llecr-r ohne sein wissen ausgefertiget werden. Er ist durch die stasts-gesetze verbunden, in dem residentz-hause oder so genannten valazzo zu wohnen, und wenn er sich heraus bezieht, verfällt von stunde an seine würde auf den Rath. Er giebt den doh 7; frembden Gesandten audientz, bernfft alle -oii-zi» zusammen, Und trägt darinnen vor. Er führt den titul Jhro Durchlauchtig^, wird mit einer Königlichen crone gekronet, und ihm dabey ein sccyr ter in die Hände gegeben, aus nrsach, rveii die Republic Genua Las Königreich Corsica in besitz hat. Seinen cN-rE-r behält er nur L jähr,und wenn die zeit verflossen, so wird ihmin dem residentz-haust- folgendes eompliment gemacht: Nachdem Jhro Durchlauch- tigkeit dero zeit geendigt hätten / so wurden Jhro Excel- lentz sich belieben lassen / in dero eigene Wohnung zurück zu gehen. Worauf er nach seiner erlassung die würde eines cur-uor>-> ^erxerui Überkommt, da hingegen die cempo. -LN, solches amtnur 2 lahr bekleiden. In währender seiner regie- rung kommt er ordentlich nicht weit aus Genua, jedoch hat man das exempel gehabt, daß an. 168;, nachdem der König inFranck- reich die Genueser an. 1684 durch eine scharffe bombärdirnng gezüchtigt hatte, der Doge sich in,hoher person nebst 4 Senatoren nach Paris begeben, und den König durch eine demüthige abbitte versöhnen müssen. Dannenherv auch derselbe, als man ihn zu Paris gefragt, was er daselbst am meisten bewundere ? zur antwort gegeben: das bewundere er ammeisten, daß der Doge der Republic Genua sich zu Paris befände. UiMeNui-Z rur llcutitz«n Nilw-ie t r x>. 84; leqg. Siehe Venedig. * Dohna/ war zu alten zeiten eine sehr mächtige und herrliche bürg unter der Cwn Böhmen an der Möglitz gegen Pirna unfern der Elbe gelegen; wurde aber an., 140; von Marggraf Wilhelms Coclite zu Meisten erobert und zerstöret, so daß heut zu tage nichts mehr davon übrig, als das daran gelegene städtlein dieses namens, nebst einem mittelmäßigen Hospital. Davon sollen die berühmten Burggraffen dieses namens ihren Ursprung haben. Dohna / (Burggrafen und Grafen von) führen ihr geschlecht von Aloysio Urpach her, welchen Carolus M. aus dem Delphi- nat mit nach Teulschland gebracht, und an. 8s6. den Reichs-grän- tzen ander Elbe gegen die Wenden vorgesetzet haben soll- Dieses Alvysii söhn Conrado verliehe Kayser Ludovicus zu erst den titul einesBurggrafen von Dohna, der sich auch zum Heerführer gegen die Wenden gebrauchen ließ, die stadt Brandenburg eroberte, und den frieden im Reich dadurch erwarb. Dieser Conradus soll die drucke zu Dreßden erbauet, und deßwegen seine zoll-gcrechtig- keit darüber gehabt haben, die endlich Churfürst Augustüs an sich gebracht. Nachdem nun in folgenden zeiten diese familie sich sehr vermehret , zudem auch ihr Burggräflichersitz von MarggrafWil- helmo zu Meisten zerstört worden, hat sie sich in die nahe gelegene iander retiriret, und findet man schon von an. i zoi, daß ein Burg- grafvon Dohna, von Hertzog Conrado zu Steinau und Rauben Gldgauischer lmie mit dem stadttein Köben in Schlesien ist beschen- cket worden. An. 1484 lebte Hmricns Burggraf von Dohna, Herr in Craschrn, Humern, Heminsdsrf und Petrowiz. Dieser hinterließ 2 söhne , Christvphorum und E-tanislaum , davon jener die Schlesische/ dieser aber , nachdem er nach Preussen sich gewendet, die preußische linie angefangen. Christvpborus Burg- grafvon Dohna, in Craschen, zeugte einen söhn Casparum, der wiederum verschiedene söhne hatte, unter denen Abrahamus, Va- lentinus, Henricus und Johannes zu mercken, welche alle ihr geschlecht forlgrpflantzet; doch sind sie ausser Abrahams in ihren nachkommen wiederum erloschen. Dieser Abrahamus aber zeugte Mit Mariana von Verschwitz einen söhn gleiches namens, wcl- cherKaysersRudolphi II Rath' und Landvogt in Ober-Laußnitzgvie auch an. 1600 sein abgesandter in Moscaüwar, an. 1611 Kaystrs Matthiä rinzug zu Brcßlau beywohnte, auch sein geschlecht in grosses ansehen und vermögen setzte, indem er die Herrschaft Wartenberg von den Freyherren von Malzan erkauffte. Sein söhn Carl Hmmibal , Burggrafvon Dohna, Kayftrlicher Schle- sischer Cammer-Pvasidcnt, commandiere bey gedachtem einzuge die trouppen zu roß, und ließ sich nachgehends von dem Kaystr Ferdinands II m verschiedenen stiedens - und kriegs - Handlungen rühmlich gebrauchen. Dahero auch der Kayser ihm nicht allein die Hertzogliche wurde anzunehmen erlaubet, sondern auch über dieses die beyden Hertzogthümer Oppeln und Ratibor aufgetragen baden soll; welches aber wiederum hintertrieben, und ein gewisses ftuck gelb dafür versprochen worden.^ An. isr ; gieng er in Pohlen , frische völcker anzuwerben, büffete aber im herausführen der- selbigen sein leben ein, Ottonein Abrahamum hinterlassend. Dieser machte sich in seiner jugend durch gelehrsamkeit und gute Qualitäten an dem Kayferiichcn Hofe sehr beliebt. Dannenherv ertheilte ihm der Kayser Ferdinanbus II die ober-Amts-Raths- ?»y,iv>oncUru», Johannis Herrn von Fcrafiercs tochter / verschiedene linder beyderley geschlcchts acdohren, darunter zu mcrcken Amalia Catharina/ so Hcnrici 1VK Freyherr» von Friesen / und Hcnrica Ursula/welche Fcrdi- nandr Christiani / Grafen von der "Lippe / gemahlinncn >vorden, desgleichen Johannes Fridericus/ welcher vom Groß-vatcr mütterlicher seile den tilul als -u^uis Uc Ferraficrcs bekommen; Christophorus / Königlicher Preußischer geheimer Rath und General - Major / und Alerander Graf von Dohna. Dieser wurde General - Lieurenant / Königlicher Preußischer geheimer Rath/ 6c>l,vor,/curder fcstung Pillau / und oberster Hofmeister des Cron- Printzcn daftlbst. Er vermahlte sich mit einer gebohrnen Gräfin von Dohna/ mit welcher creme tochter gezcuget, die an den Grafen Ottonem von Dönhoff an/ 1701 vermahlt worden. TL///I». i 87 llilkor. öc I. >c>!. ßclir. oi-il. e^ucitr. genc^I. N'oF/»/ i» vira NurMr. cle N>nlinr. I.»--« 8cklcß rllron p. ,6>6 lc<^. ?. 4. lsteLki'. nobll. Luro^>. nok/c. xroccr. 495 >n8ilcliogr. rcnovsrL c. r. p, 197 öc c. 7. p. 19;, c. 8. p. 4si, c. ,r. p. 1,96. Nreustcn. Dohna/ (Achatius/Burggrafzu) ein söhn Achatii des ältern/ war an. 1581 den 22 oct. gebohren. In feiner mgcnd wurde er nebst feinem bruder Christophoro auf die Universität zu Heydelberg geschickt. Nachdem er sich hier einige zeit aufgehalten/ zog er mit selbigem inJtalien / besuchte Venedig und Floren«; / gieng von dar durch die Schweiß nach Heydelberg zurück / und begab sich hierauf wiederum in Preussen/ da immittelst lein vatcr an. 1601 gestorben. Nach diesem that er mit gedachtem seinem bruder eine reife in Franckrcich / sprach dem berühmten Herrn von Pleßis Mornay zu Saumur zu/iind erhielt auch bey dem Könige Henrico IV einen zutritt. Hierauf gieng er nach Engelland übel/ und als er durch die Spanische Niederlande zu Heydelberg zum andernmal angelanget / machte ihn der Churfürst Fridericus I V zu fernes Chur-Prin- tzcn Friderici V Hofmeister,mit ihm nach Scdan zu gehen,und allda den studicn obzuliegen. Nach Friderici IV lobe bediente er unter diesem eine geheime Raths-stellc/ bckamvo» ihm dicHauptmann- schafft zu Waldjasscn in dcrObcr-Pfaltz, und verrichtete hierauf imtcrsthicdenc gcsandtschafftcn nach Wien, Engclland und Däne- marck. Als Fridericus V zum Königreich in Böhmen berußen wnrdc/gicng er mit selbigem dahinznach unglücklichem vcrlauffder fachen aber begab er sich in Preussen, da er sich von denfelbigen Landständcn an Churfürst Georgium Wilhelinum zu Brandenburg an. 1620 abschicken ließ. Wegen feiner treue / mit welcher er unverbrüchlich an dem Chur-Pfältzisthen banse hicug / rvurde er zwey mal von den Pohlcn gefangen weggeführet. Sonst war er ein Herr / der sich in der Philosophie wohl umgesehen / auch in der wohlrcdenhcit sehr erfahren war. Er starb unvcrhcyrathct in Preussen den i r sept. an. i ü47,,da cr bey nahc 66 lahr alt war. Dohna / (Dietrich Burggrafzu) ein söhn Achatii und cuckel Petri von der Preußischen lime/ wurde an. i z 80 gebohren. In seinen jungen jabrcn lag er den ßuMix zu Heydelberg ob / und machte sich die Lateinische / Frantzöstfthe, Spanische und Poblnische sprachen wohl bekannt. Daraufbegab er sich an den Anbalcifchen Hof, gieng mit dem Fürsten Bernhards in Ungarn, wohnte nach dessen rode an. 1 ;y7 der belagcrung Ofen, wie auch in den Niederlanden der von Rees bey, begleitete hierauf Printz Moritzen zu Nayau, General der vereinigten Niederlanden, in verschiedenen kriegs- zügcn über i» jähre. Nachmahls begab er sich in Chur-Brandln- burgische dünste als Cavitai», und nachdem er Jülich an. 1610 erobern heißen,meng er mit Graf Bernharden zu Sann und Witt- gcnstein, als dessen Obrister-Licutenant, in Franckreich dem Printz Condc zu hnlsse, siegele daftlbst an. 161z wider die Königlichen, nahm nach Graf Bernhardt tobe das commando über die Deutschen völcker an , und führte selbige nach geschlossenem frieden zurücke. .Woranfersich in des Churfürsten Fridcxici V zu Pfaltz und der Böhmischen Stande bestallung einließ, wurde aber in einer ac- tion bey Rackowitz «n. 1620 hm ro oct. tödtlich verwundet,davon er den folgenden tag starb. . Dohna / (Fabianus, der ältere Burggrafzu) Chur-Brgndcii- mirgsscher Ober-Burggraf des Hertzogthums Preussen, ein söhn Mm Burggrafen von Dohna und Catharinä Zemä, eines Woy- woden von Marienburg tochter, ein bruder Achatii Hauptmanns rn Tapiau, wurde an. iz zo gebohren. Als er kaum anderthalb zahr alt war,verlohr er seinen vater, und nach einiger zeit auch seine mutter; dahero er seine gute aufcrziehung den artverwandten meistens zu danckcn hatte. Als er zu Thorn einigen gründ im Chri» stenthum und sprachen geleget/beruffte ihn Albertus, der erste Her- tzog in Preussen, an seinen höfzu Königsberg, damit er nebst feinem jungen Printzen Alberto Friderico und 20 andern jungen vom adel den UuMis Megen möchte. M er sich daselbst auf eine academie zur gnuge geschickt geinacht hatte, gieng er nach Straßburg, hörte allda Conradum Dasypodinm, und den berühmten Johannem Sturmiurn. Nach 4 jähren wandte er sich nach Wittenderg, blieb aber kaum ein jähr daselbst. Hierauf gieng er zu zweyen malen in Italien,besuchte Franckreich, gieng von dar zurück in Teutfchland, und wohnte dem Reichs-lage zu Regcnfpurg bey, auf welchem Kayser Marimilianus ll gestorben, sahe auch des Kayfers Rudol- phi II krönung,und hielt sich einige zeit zu Wien auf; machte sich aber unterdessen mit den berühmtesten leuten bekannt. Durch Vermittelung Graf Ludoviei zu Wittgenstcin, undHubcrti Langneti/ begab er sich in des Pfaltzgcafen Johannis Casimiri dicnste) zog mir ihm den vereinigten Niederlanden zu hülffe, und hieraus in Engelland,da er sich denn jederzeit so rühmlich aufgeführet, daß ihn jetztgcdachtcr Pfaltzgraf Ioh. Casimirus zu feinem Rath, Hof- Marfchall und Abgeftmdten an verschiedene Höft machte. Rück- dem aberzwifthcn Pohlen und Mofcau ein krieg entstanden, hielt er es init dein König Stephans Bathori in Pohlcn, befand sich m der expewlwn bey Polocz und Pitzur, wie auch in der belagcrung von Plesiow, und verdiente bey dem Könige und andern vornehmen Personen grosses lob. Als hierauf der friede geschlossen wurde , gieng er wieder zurück in die Pfaltz, und ließ sich von feinem Principalen in angclcgcnheitcn Gebhärdi Truchses, Churfürsten in Colln,zu unterschiedenen Höfen schicken, um die sache in der gute beyzulegen. Als aber nichts verfangen wolle, trug ihm Pfaltzgraf Johann Casimir das commando überfeine dem Churfürsten Geb- hardo zu hülffe geschickte armce auf, welches er auch führte, bis wegen absterben des Churfürsten Ludwig zu Pfaltz, und von dessen bruder Johanne Cafimiro übernommener ^mmiNrsrio» ihm von diesem die völcker adzudanckeu befohlen worden. Hierauf wurde er an. 1587 denen in 28000 mann bestehenden auxiii^-roupen vorgestellet , gieng mit selbigen dem Könige Henrico von Navarra zu hulßc in Franckrcich, hatte aber das Unglück, daß er theils durch treuwsigkeic ftines dollmetschers, Michaelis Huguerii, theils durch mangcl und Uneinigkeit seiner eigenen lcute,auck weilen ihme Hcn- ricus IV wegen sonderbaren zufälligkeilcn nicht kontc entgegen ziehen, diesen zug fruchlloß thäte, und mir grossem schaden zurück mißte. Damahlen legte Heinrich ouc u- ouuc- grosse ehre ein, und ist sonderlich der schade, welchen er der armce dieses Fabiani von Dohna bey Auneau in Bemme durch einen unvcrsehcnen Überfall zugefügt, in denen Französischen geschichtet« sehr berühmt. Als Dohna bey seiner wicderkunffl in Deutschland die schuld dieses unglücklichen zugs schlechtcrdingen auf den König von Navarra schieben wolle, antwortete ihme der berühmte Bongarsius, dama- lcn dieses Fürsten Gesandter in Deutschland, in einer auch aus licht gekommenen schrifft garnachdruckiich, und nicht ohne zuruck- schicbung eines theils der schuld auf ihne den ankläger selbst. An. führte er unter dem Fürsten Christians zu Anhalt abermals hulffs-völcker dem Könige Henrico IV wider die Ligistcn in Franckrcich zu, empficngvon ihm grosse ehrcn-bezeugnnaen, und kehrte darauf wieder in die Pfaltz zurück, allwo er von Churfürst Friderico I V drcmnal als Abgesandter nach Rcgcnspurg geschickt wurde. Etliche mal blieb er als Statthalter zu Heydelberg in dessen abwcscnheil, und an. 1594 müsse er im namen seinesPrinci- palcn die lehn von dem Kayser Rudolpho II empfangen. Als er an-1604 wieder in sein Vaterland nach Preussen kehrte, wurde er von dem Churfürsten Joachim Fricdcrich zu Brandenburg anfangs zum Hauptmann von Jnsterburg, hernach zu Tapiau und endlich zum obcr-Burggrafcn des Hertzogthums Preußen bestellet. Bey dessen Nachfolgern, den Churfürsten Ioh. Sigisinundo, und Gcorgio Wilhelms, ivar er nicht weniger in grossen gnaden, und soll zu crlangung des Preußischen lchns von Pohlen sehr viel beygetragen haben. Als er wegen feiner religion angefochten wurde,gab er ein glaubcns-bckanntniß heraus,und dainit er sein übriges lcbcnin ruhe zubringen möchte, legte er das ober-Burggrafen-anit nieder, und starb an. 1622 in dem 72 jähre seines altcrs unverhcy- rathct. Erwarviclcr ausländischcnsprachcn kundig, und hatte ;4 legarioncs rühmlich verrichtet. * Dohna / (Christian Albrecht, Burggraf und Graf zu) war ein söhn Christophori, Burggrafen von Dohna, und Ursulä, einer Gräfin von Solms, welche ihn an. 1621 den iz nov. zu Cüstrin in der Ncumarck zur welt gebracht. Als er noch nicht 14 iahr alt war, mnste er unter dem Printzen von Oranien den kriegs-vcrrich- tungcn beywohnen, da er dann erstlich Cornet, hernach Rittmeister, endlich aber Obrister wurde, und diese letztere bis zu endigung des damaligen krieges verwaltete. Ausser der tapfferkcit befttz er noch andere rühmliche eigenschafften, so daß ihm nicht allein der Printz von Oranien eine gesandtfthajft nach Enaelland, sondern auch der Churfürst von Brandenburg die wichtigsten ehren-stellen anvertraute. Nach dem tode des besagten Printzen begab er sich nach Preussen, um der ruhe zu gemessen, wurde aber bald wieder nach Holland beruffcn, und mustc von dar an. iü;4 die Prinzessin von Oranien, seiner mutter schwester, nach Berlin bkglch doi do! begleiten / allwo ihn der Churfürst znm General - Lieutenant über die Infanterie bestellte. Nachgehends bekam er das Louvcrnemenc in Cüstrin, ferner die Statthalterfchafft in dem Fürstenthiim Halberstadt , und da der Churfürst mit seiner armee nach Holstein marschirte, die Statthalterschaffk über die Chur und'Marck Brandenburg. Als an. 1660 der krieg mit dem Bischofs zu Münster angieng , ernennte ihn der Churfürst zum General / und bey dem an. 1672 wider Franckreich vorgenommenen feldzuge zum General - Feldzcugmeister. Bey dem einfall der Schweden in die Marck bekäme er das stberdie militz zu Cüstrin , und an. 1677 nmste er die belagermig von Stettin mit unternehmen; doch hier überfiel ihn eine tödtliche kranckheit/ ivoran er, da er iin begriff war nach Cüstrin zu reisen, unterwegens zu Garst den 14 dec. an. 1677 starb, und in sein erb-begrädniß nach Cüstrin gebracht wurde. Seine gemahlen war Sophia Theodor«, Gräfin von Brederode, welche ihm 8 söhne und 4 töchter gebühren, davon jene meistentheils im kriege geblieben; von diesen aber Amalia an Simon Heinrich, Grafen von der Lippe Detmold, und Ludo- vica an Ludovicum, Grafen von Solms in Hohen-Solms vermählet worden. Friederich, Burggraf von Dohna, rc. rc. wäre für den Printzen von Oranien, hernach König in Engelland, Wilhelmum III, Qouverneur von Oranien, erkauffte die Herr- schafft Coppet in der Schweitz, an. 1657. Dessen söhn Alexander käme um in der schleicht bey Denain, als General in Holländischen diensten. * Dsirk / Oor.il>L!rs», OonL brllcs, vurismsjor, ein flnß in Italien, welcher an den gräntzen des Walliser landes entspringt, und sich im Montferratischen in den Po ergeust. Dorre/ »o-s rip-ris, Oui-IL mmor, ein fluß, welcher in dem berge Genevre in Dauphine entspringt, und sich ein wenig unterhalb Turin in den Po ergeust. Doi / tat. voium, eine stadt in Franckreich in ober - Bretagne, an den gräntzen der Normandre, nebst einer Citadelle, und einem Bischoffthum unter Tours gehörig. Einige hallen dafür, daß sie anfangs nur ein schlechtes schloß gewesen, welches bey einem kloster gcdauet worden, und daß ums jähr 844 das BischvA thum daselbst aufgerichtet worden; dagegen andere versichern, daß das Bischoffthum schon an. >66 fundirt, und Samson der erste Bischofs gewesen. Dem sey wie ihm wolle, so prätendieren die Bischöffe von Dol Metropolitani von Bretagne zu ftyn, woraus ein langer streit entstanden, darinnen endlich die Bischöffe von Tours d;e obcrhand behalten. Hugo und Amatus, Urbani II Legaten, hielten allhier an.1094 eine versammlung der Bischöffe. cpill. 126, 127 üc i;y. cpilt. 176.178» 7/7 in reAilt. I. k ep, >68 öc ( r cp. -x>. bik. 6c Krer. 1.1; c. 69 -ie Iiill, 6e Lrcr. re- cllcicli. 6c; vi!I. -1. 8 c. z. 6s>I. r. 2 p. ;y;. Dolabella / ist der zuname einiger berühmten Römer aus der Cornelischen familie. k. Cornelius Dolabella überwand ss. V. 471 die Tuschs, welche mit den Bojis, einem Gallischen volcke, in alliantz stunden, k. Cornelius Dolabella war Ciceronis tochtermann, sind nehme in dein einheimischen kriege Cäsaris parthcy an. Er hat verschiedenen treffen in Thessalien, Afriea und Hispcmicn beygewohnt, und in dem letztem eine wunde bekommen. Als er ffribunu; worden, richtete er grosse Zerrüttungen an, motte durchaus den mit schulden behaffteten teuren zum besten einige gesttzc geben, und so wohl sie, als sich selbst, der in grossen schulden steckte, besten theils entladen; darinnen er aber grossen widerstand gefunden. Cäsar machte ihn einige jähre nach seiner wiederkunfft aus Egypten zum Bürgermeister, ohn- geachret er weder die hierzu behörigen jähre gehabt, noch auch das amt eines zuvor gesühret. Nachdem Cäsar war entleibet worden, als Dolabella eben noch Bürgermeister wäre, (siehe den articul N. Amonius) erhielt er das crouvsrncmcnc von Svricn; weil er aber in ergreiffüng der pvUA!,»,, etwas saumselig wäre, machte sich Cassiüs Meister davon, welcher auch von dem Rath bestätiget wurde. Weil ihm nun dieses unglücklich von statten gegangen, er auch sich rncht getrauete Cassium anzugreiffen, hielte er sich zu Smyrna aus, und ließ daselbst Tre- bonium, welcher einer von den Mördern des Cäsarrs war, uud klein-Asten gouvernirte, nachdeme er sich durch list und falsche Lincs,Lrionen seiner persohn Meister gemacht, durch viele Marter umbringen. Darauf wurde er zwar/VV. 7" vor einen feiud des Römischen volcks erklärt; allein er machte sich gantz kiein- Asicn Unterthan, gieng gegen Syrien, und nöthigte in des Cassii abwesenheit alles, ausser Antiochiam, zu seinem gehorsam. Doch Cassius kam bald darauf mit wohl-versuchtem volck, und belagerte ihn in der stadt Laodicea so hart, daß er gezwungen ward, sich entweder zu todten, oder zu ergeben, worvon er das erstere erwählte; wiewohl einige sagen, daß er solches durch einen von seinen sclaven, oder kriegs-leuthen, ins werck gesetzet. Ein anderer k. Cornelius Dolabella war ein k>r»cc»>lui in Afriea, welcher mit weniger mannschafft den Tacfarinatem, so seich 7 jähren diese Provintz verheert hatte, überwunden und getödtet; weswegen er auch die triumphs - zeichen von Tiberio begehret, der ihme aber solch,e verweigert, nur dem Sejano zu gefallen, dessen Mutter bru- ver Bläsus vorher auch schon dergleichen, unter dem vorwand des überwundenen Tacsarinas, empfangen. Sonsten ist auch dieser letztere von einem andern dieses namens, welchen Wtellius Umgebracht, Unterschieden. L-ceco ?1Mip. r. I. >r. I.r. 6e bello civü. i. 4. Drcrc«; sr»i. 1.4 6c kilk.r» Vrs !. 41. in ^ncon. 6cc. * dol dem 75 OOI.ss /V)VsI- eindemHcrtzogevonSavoyen zuständiges Marggrafthmn, welches gegen morgen und gegen mittag an das gebiete der Republiguc Genua, gegen abend aber und gegen Mitternacht an die eigentlich so genannte Grafschafft Nizza gräntzet. Der vornehmste ort, gleiches namens, ist ein feines stadkgen, mit einem ziemlich vesten schlösse,an dein flusse Nervia. Die übrigen in dieser kleinen landschafft liegende geringere örter sind Abeglio, Apricale,Jsola,Rochetta und Perinaido. ?- >69. Dole/ lat. voig, eine wohlgebaute und sehr veste stadt in der klLttcvc Lomre , mit einer Universität und Parlament, an dem flusse Dour gelegen. Der Hertzog von Burgund, Philippus Bonus, ftifftete daselbst an. 1426 eine Universität, welche nachge- hcnds durch die Hertzogin Margaretha an. 1484 verbessert worden. Der König Ludovicus XI nahm an. 1476 diesen ort ein, und ließ ihn plündern. Ais der Kaystr Carolus V die Wichtigkeit desselben erkennete, ließ er um das jähr i;;o sieben bastionm dabey anlegen, worauf nachgehends zum öfflern die korrwcac,«» ver- stärckt worden. Die Franyosen belagerten ihn an. i6;ü vergeblich, brachten ihn aber dannoch an. 1668 im febr. nebst der gam tzen Grafschasst Burgund unrrr sich. Jedoch traten sie ihn in dem den 2 may gedachten jahrs zu Aachen gemachten frieden den Spaniern wiederum ab, nachdem sie die vestung und mauern niedergerissen, welche die Spanier alsdann von neuein wieder aufbauen liessen. Allein an. 1674 hat sich Franckreich wieder Meister davon gemacht, und es auch behalten. 6w,u Mculaßiccruna iiMituricmum, darinnen diese traetate enthalten; 6c hmboto Lpokolorum; lle tLcl4ii>crnis; 6c pr^ccpns 6lvini;; 6s cvniilUs evLvgclicis ; 6e cecumsiuco conci- lio. Nilioir. 6es Osrä. lcrir. 6cl!s Dolet/ (Stephanies) ein gelehrter und in llum-inorikn; wohl geübter mann, war gebürtig von Orleans, und gab zu Lyon einen Buchdrucker ab, war aber dabey ein guter Poet, Redner und <>>- cicus. Er hatte viel feinde, worunter sich insonderheit Julius Cä- stw Scaliger sehr hcssrig erzeiget, wurde auch beschuldiget, daß er seinen conimcmÄlum 6c Unzus i.-cui.» aus Caroli Stephan! Ms- Qur». und Nizolii oblLrvsrianwui gar zu nm'cklich vermehrt, und also einen gelehrten diebsrahl begangen; worüber ein ziemlicher streit entstund. Dem ungeachtet wurde er wegen seiner gelehrsam- keit von vielen, und insonderheit von Petro Castellano, der bey dem Könige Francisco I in grossen gnaden stund, sehr hoch gehalten. Dannenhcro, als er wegen der protestirenden Religion, zu welcher er sich bekannte, eingezogen wurde, brachte es Castellanus dahin, daß er wieder loß kam, und kan wohl seyn, daß er damahls versprochen,die Catholifche Religion anzunehmen. Nachdem aber solches nicht geschahe, wurde er aufs neue eingezogen, und dem peinlichen Religions-gericht überlassen, auf dessen deschl man ihn zu Paris den; aug. an. 1546 zu erst erwürgte, und hernach verbrannte. Einige, unter welchen Calvmus und Julius Cäjar Sca- ligcr sind, wollen glaubwürdig vorgeben, als wenn er wegen des sriicimii, weßhalben er auch schon das erstemal eingezogen wäre, diese straffe hätte leiden müssen. Von seinen schrifften hat man eine ziemliche anzahj, und unter denselben befindet sich ein tractak 6c rc N4vsil ; 6,sloßu; 6e imirscions <üiccron>Z,in pro i.-'NIoiio comrL krstmum ; epiüoisrum 1. r ; csrminum I- 4 ; comrncnr. lin- guL l.Ltin.1: r. r : tormulL iocmioirun, I,4Nn auf dem zu Carcassone versaininletcn Capitul zum General erwählet ward. Seiner Mutter bruder, Clemens VI, machte ihn 2 iahr hernach rum Cardinal, mit dem tirul 8. Sabinä, auch verwaltete er eine reitlang das amt eines Pabstli'chen Legaten in Franckreich. Nachdem er seinem orden und den armen viel gutes gethan, starb er zu Avignon denc? sept. an. i)4i oder iZ4l. Er Hai eoinmemML K 2 lkeo- 76 dorn tlleoloxsicz, und killt kynopkin in summam IKomz: ^gmnrns gefchkit- dkN i)!!!lclI(lUN.^-»»'viÄ. L^/rrLo iiMitt. cirll. ?rLrc- voux, die Haupt-stadt des landcs ist. Dle übrigen lind : L-^u- rcKsrll , lvlonrmcrlc , 1'oiNe>', lt.sns, LNzlamon , cllsrelsr, 8sinc Irivi-r, vi»c neuvc, Lmpericu und l.ignieu. Dieses FÜrsteNthuM war sonst ein theil von dem Fürsieiitbum Burgund / hernach aber kam es nach verschiedenen revolutionen durch kenrach an die Her- ren von ne^ujeu. Hierauf gab es an. 1400 Edüardus II Ludovico II.Herhoge von Bourbon / bey welchem Hanse es geblieben / bis aufHenrtcumvon Bourbon / Hcrtzog vonMonkpenperzwei-, eher nur eine tochter Mariam hinterließ / die an Johannen! Bap- tistam / Hertzog von Orleans/den jnngern söhn Henrici IV > ver- Mahlet wurde. Daher Anna Maria Louysa von Orleans / ttzuvc- rswe Fürstin von Dombes/ entsprossen / nach deren tode an. i6^z dieses Fmstcnthnin an LndovtcumAugnstum / Hcrtzog von Mai- ne / einen legitimierten söhn des Königs Ludoviei XI V von Madame a- Möntespan / gekommen / dessen ältester söhn davon den namen führt / welchem zu gefallen es auch zur vKr-c gemacht worden. (-«ic/-7»o»liilt. llu krells ; 4«ü-r-)-c> , 872 Domtttgo/(sr.) Eine von denen Antillischen / oder Caribi- schcn insuln m Nord America zwischen denen insnln Martinique und Guadalouve gelegen. Sie hat den namen von denen Spa- mcrn daher empfangen / weilen sie solche am tage X Dominier entdecke! habe». Die haubtstadt darinnen fuhrt gleichen namen und hat die msul 20 mcilen in ihrem umkreyß. Sie ist reich an viel) / ledcr / zuckcr / inywer und färben. Dominica /eine gcmahlin des Kaysers Valentis / brachte es dabin / daß die Gothen Constantinopclunangefochten liessen. Sie wardcr Arianischen secre zugethan / und beredete denKayscr/ die rechtgläubigen zu verfolgen. Ihr mann und söhn starben eines elenden todes / und sie wurde mit grausamen gesichlern gepla- get. ^eo,/o7. I 4 c. ir. Dominicaner/ einer der berühmtesten Münchs-orden / führet scmcn namen von seinem stiss ter Dominico / welcher unter die Heiligen gezchlet wlrd.Junocentius III hat ihn auf dem LoncNio r.Lc-r»n-:n!i an. 1218 approbieret / welches doch von etlichen in zwcissel gezogen wird / und Honvrms III bestätiget. Sie folgen hauptsächlich der rcgul 8. Augustim/ die aber durch die satzungen des Domiuici um viel lind vermehret worden. Nach derselbigen verbinden sie sich zu einer stäken armuth / und insonderheit gar nichts eigenthümliches zu besitzen. -Lie enthalten zich über dieses vom fleisch / muflen zu gewissen Zeiten stille schweigen / und fuhren sonstcn eine gar strenge lebens-art. Ihr vornehmstes werck ist dieses / daß sie sich auf das predigen legen / um dadurch sonderlich die kctzcr zu bekehren / wie Domimcns selbst gegen die Aldigenser that; dasiero auch dieser ordcu / orllour.xci>r»!oruni, oder der Prediger-orden / gcncnnet wird. In Franckreich werden sie Jakobiner gcuennet / weil ihrcrstes kloster / das sie zu Paris gehabt / in der 8. Jacods-straße gelegen. Es bat eben dieser Dominicus noch «inen besondern Ritter-orden gestifflet , darein sich diejenigen begaben / die uilt gcivaffneker Hand die Aldigenser und andere kctzcr angriffen / und sie zum gehorsam der tirche zwingen wollen ; dahero es gekommen / daß von etlichen dieser ördcn «rllo lsriätL iniiitlL- genennet worden. Es ist fast unglaublich / wie sehr sich dieser orden in kurtzcr zeit nach dessen stjff- tung ausgebreitet / und die kloster / so man in Italien / Franck- rcich / Aragvmen und an andern orten aufgerichtet / sind fast un- zchllch. So sind auch aus demsclbigen viel berühmte und ansehnliche lcuke entsprossen / und unter den alten sonderlich bekannt -. )orll^nus , iRom^üllc ^ i'iino . /eibcitur Vl , cic ?ennz- korri, und viele andere. Nicht weniger hat dieser orden dadurch ein grosses ansehen bekommen/daßgcmeiniglich das »sticmm inqunino- nis den Dominicanern anvertrauet wlrd.Auch wird der sogenannte 5^cr> pzi^lii oder Lhcoloaus des Padsts nur aus diesem orden genomcn. Sie haben lange und mit grMr hcfftiqkeit wicdcrdic unbefleckte qcburt der heiligen Jungfrau Maria gefochten / auch m dem streit Ue3ux>l>u5 m,« eine lange zeit ungemeincii eher bezeuget.Lv qibtes auch Nonnen-klöstcrdiesesordcns/ und sind ausdcn letzter,, gleichfalls unterschiedene wegen der Heiligkeit ihres Hebens berühmt / worunter sich sonderlich die dekandtc Catha- rina Seneisiisbeflndct. L«/?-//-, in ctiron. IDomin. 6/rx/ö»iM. lle virisillull. Oomin. öc vrig. pr»gr. mon.,ck. I. 6 c. 7. Sicht DoMMicUS.* Dominicio/(»ominici,5 lie) Bischvff zu Drcscia in Italien/ war vonVenedtggeburktg. Pius II. Paulus II undSsi'kus lV d 0 M brauchten ihn m verschiedenen qcschäfften.Er war anfangs Bischvff zu Dorcello/und hernach zu Drescia / woselbst er an. -478 starb. Er hat verschiedene schrissten verfertiget / welche aber nicht mehr vorhanden. ci- lcripr. LccUl. Doiniitico a- Santis / ein Venetianer, war geaen die mitte des, 7 scculi Päbstlichcr, Kayscrlicher , Pohlnischcr und Venetia- nischer Abgesandter an dein Persischen Hofe. Ehe ihm diese hohe be- dicnung aufgetragen wurde, war er von sehr geringem ansehen. Denn als ein Indianer den Christlichen glauben angenommen, und sich, um seine zu Goa angefangene Uu-n., zu vollenden, nach Rom begeben hatte, von dem Pabst aber mit der würde eines Vicarii zurück geschickt wurde, begab er sich in seyen dicnste, und befand sich in einem sehr elenden zustande. Als er nach Venedig wieder zurück gekommen war, beredete er einige privat-personen, als wenn er die Asiatische Handlung vollkommen verstünde. Allein dasjenige, was man »hm anvertrauet, verlohr er durch schiffbruch, daher er gezwungen wurde, wieder nach Goa zu gehen; da sich den einige über ihn ervarmten, und ihm bey 8oo rcichsthalcr verehrten. Doch gieng er von dar wieder weg, und begab sich nach Jspahan, allwo er sich nur dem Jesuiten Rigordi bekanntmachte. Mit diesem gieng er nach Pohle», rühmte vey dein Könige, wie genaue wiffcnschassk er von dem zustande Asiens halte, und brachte es endlich dahin, daß man ihm cummm^iics an den Persischen Hofauftrug. Der Kayscr,dte Rcpublic Venedig und der Pabst selbst gaben ihm ebener maßen den Characlcr eines ^.»w^iUcicurz. Allem er wüste diese hohe ehre io wenig zu gebrauchen, daß er vielmehr seiner Principalen reputalton durch allzu grossen geld-geitz aufs höchste verkleinerte, Dahero, als man seine übte conämn: Emova erfahren, derKö- mg in Pohlen einen andern gesandten abschickte, der solchen kitlll beyer zu unterhalten wüste. Im übrigen ist dieses merckwürdig, daß, a>s er seme crebentz-brieffe vorgewiesen, des Pabstes schreiben verächtlich wieder zurück gegeben worden,weil es auf schlecht papier geschrieben, und nur mit einer bleyerncn bulle versehen war, da die andern güldene instegel hatten, und mit allerhand güldenem iaub- wcrct auögczieret waren. Als man endlich seiner am Persischen Höft mnbe worden, bath man einen Moseowttischen ^mb-Locur ihn mitzunehmen, der ihn aber bey dem Caspychen mecre zurück gelassen , worauf er in ein Portugiesisch schiff gctrettcn , und so wieder m Enropam gekommen. rcift-beiiMrewung. Dominicus oder Dominier, (Johannes) ein Cardinal, war zu Florentz von armen, uod geringen eitern gebohren. Von seiner Mgend an'bczeugcte creme grosse bcgierde, sich in den Dominicaner-orden zu begeben, welches auch geschahe,und durch seine wissen- schayt, fromiiugkeit und gcschicklichkeit im predigen kam er dcrmas- sen empor, daß er in seinem orden die vornemsten ebren-stellen erhielte. An. i4°ä gieng er als deputirter von Florentz nach Rom,um die Cardinäle zu bereden, daß sie nach absterben Jnnacentii VII auf bcylegung des verderblichen wiMmLn- möchten bedacht seyn. Er fand aber, daß bereits Grcgorins XII erwählt war, dem er mit grossem ernst dtescrwegen zuredete, welcher es so wohl aufnahm, daß er ihm das Ertz-B>ßthum zu Ragusa gab,und ihn an. i4°8 zum Cardinal machte. Dcrohalden er auch bis an. 1415 aufsemerParthey blieb, da gedachter Pabst aufeinrathcn Kaysers Sigismundi sich entschloß, sreywiUig abzudancken, und deswegen diesen Cardinal Domimeum und Carolmn lle Malatesta aufdas concllium nach Costnitz sendete. Allhler wurde er mit grossen ehren empfangen, und der Pabst Martinus V, der an. 14-7 crwabltworden, lendete ihn als Legaten nach Polen, Ungarn und Böhmen wider die Hnßiten. Er starb aber zu Ofen den 10 jun. an. 1419 im 6 ; jähre seines altcrs. m. -.z c. 4 « ?. r. 1. r. L,x,. Uiviiorli. I. 4. tiuomini iljulkri Ooiirin, iii- lloire llc (isrllin. Dominicus / ei» Carlhauftr aus dem kloster zu Trier, hat sich durch seine gelchrsamkcil und frömmigkeit berühmt gemacht. Er verfertigte verschiedene schrissten, welche von Possevmo, Pe- trejo und Dorlando erzählet werden, welche r letztern auch berichten, daß er gisst gctrnncken, ohne daß es ihm geschadet, und daß er im 7; iahre seines altcrs, ungefehr an. 1641 gestorben. in AppLrnrn s^cr. bivi. c. srrkui. 8 ; keg. Lo,/«!- cllrvn. Larrtiuk. 1.7. c. r> 4 A in naris verrcji p. 148. Dominicus Flocus/(Andreas) c:sn°nicu8 in seinergeburts- stadt Florentz, und hernach Päbstlichcr SccrckLrius, war im i z se- culo jehr berühmt. Er war ein llikc^ui des Jmmaimcl Chrysopras, und fchrieb einen tractat llc mzgitUsrisiu! uom^nir, welchen man gemeiniglich Lucio Fcnestellä beyleget, i.r,. com. mcnc. llrbrn. in iterruriL. 4 cie xocc. cleicripr. Irrl. llc kill. I.ar. 1.1. c, 19 öc I. Z. c. 7. 8. Dominicus lle Gutzmann / der stisster des berühmten Dominicaner-ordens,war ein Spanier von geburt, und zwar aus adclichem gcschlechte. Er wurde zu Calahorra, ober nach etlicher Meinung in dem flecken Calarvcia, in der diöces von Osma, in Alt-Castilien, ums jähr 1170 gebohren. Man crzchlet, daß seiner mutter, da sie mit ihm schwanger gegangen, im träume vorgekommen , sie giengc mit einem wolf, der einen grossen brand im rächen hatte, damit die ganöe weit solte angezündet werden. Ungleichem, als das Und gemusst, hatten die gcvattcrn an dessen sti^ ne einen stern gesehen, und w. d. m. In seiner lugend legte er sich auf die llullis, lind wurde ccLnomcus lind ^rckillisconu- zu Osina; da denn der Bischvff selbigen orts Didaeus ihn mit nach Rom nahm, und Jlmocentio III rccommendirtc,als eine person, deren er sich wider die Aldigenser gebrauchen könte. Da er nun hierin- nen grossen eifer bezcngcte, und auch die wenigen aufsuchte, die etwa» ! dom etwan ihre ketzerey zu verbergen trachteten , legte er den gründ zur jnijmünos. Dannenhero man gemeiniglich diesen Dominicum für den ersten inquillrorcm halt. Aufs wenigste that er dasjenige, was einem inquillcori zukömmt , indem er die ketzcr fleißig ausforschte , und sich der weltlichen hülffe bediente / dieselbe zu bestraffen, auch die Brschöffe und Potentaten ermunterte, allen möglichen ernst gegen sie zu gebrauchen. Nachdem er nun ein ziemliches ansehen erlanget, und sich unterschiedene zu ihm begaben/ die gleichen eifer bezeügten, und durch predigen die ketzer bekehren wollen / bekam er dadurch gelegenheit, einen besondern orden zu stifften/ dessen S- mmwn er von Innocentio III / als derselbe an. 121? das conci- Ikin, r.Esneritc hielt / verlangte, und auch / wie etliche melden/ erhielt / wiewol andere vorgeben, daß ihm solches Jnnoeentius abgeschlagen. Gewiß ist es, daß Honorius III diesen orden bestätiget, welchen auch Dominicus beredete, das amt eines 8. Palatii aufzurichten, wodurch der Pabst der auslcgung der heiligen schrifft, wie auch der censirung der büchcr konte überhoben seyn, welche stelle zuerst dem Dominico anvertrauet wurde. Endlich, nachdem er die aufnähme und den Wachsthum seines vrdens nach allen krässten befördert, starb er zu Bononien den 5 arig. an. 1221, und wurde von Gregorio IX an. 12;; canonisiret. Erbat keine schafften hinterlassen; denn ob ihm gleich Possevinus, Malvenda und andere gewisse commenrsrios in LvLnveilum Xisirtia:, > wie auch über die episteln Paust, und andere -pilloia- canonic-- beylegen, so geschiehet dieses dock) ohne gründ. Sein leben hat Thcodvncus a« Äpvldia in VIII büchern beschrieben, welches sich bey dem L-urio stndet lr> virls tänöiorum llie ; außuüi. lull psrr. z cir. r; c. lr. lle viris illustr. vrci. üoinin. -te < 7 auli 8arpn liillori'am concilii U riöen. rilii, die er in dem ELlo vom auÄore bekommen, zu erst in Engelrand drucken lassen. Über diß hat er selbst auch noch andere schrifften verfertiget, UNd absonderlich in pllilc> 5 opkic,s cleraciilS v.iurS- lucir. policica itc Noccalini rom. ;; 1'bcatt. Lurop. r. r. p- 7" leg. LomrH iplc in ronflli'o reciitnz 5 ui ex ^nglia , so zu RvM an. 162; gedruckt ist; nik. eccl. p. I. r. k 7 «roL in nie- mor. eccl. lec. 17. ^>.404» 4,; L: 4-1 kcg. s;8 tcgg. airsoL/. kerxer- liilk. p. r. I. ,7. c. j. h. rä; mclanAez irome Imxersr. in Vctpat. so/e/>^««lle vi'L lua. Domitianus /war des Kayfers Vefpasiani söhn, der letzte von den 12 Ls-ü>ribu-,und soll, wie ihrer viel dafür halten, seinen bruder K; Titnm 78 d0M Tito vergeben haben , umzuderKayserlichcnkronezu gelangen, welches den iz sept. F.L.81 geschehen. Zu anfaug seiner eegicr-mg machte er gute qesetze, brachte viel angefangene gebände vollends zum stände, und richtete wiederum die m: fcuer aufgegangene bib- liotheckcn an; allein hernach wurde er so grausam und gottloß, daß er viel ansehnliche lentc hinrichtete, die andere Verfolgung wider die Christen erregte, seine eigene bluts-verwandten schändete, an der sodomiterey tust hatte, sich einen Gott und Herrscher nennen ließ, und ohne zweifle! noch viel ärgere dinge würde gethan haben,wann ernicht von Stephan», einem freygelasscnen, wäre ermordet worden. Znm krieg hat er nie nichts gelanget, und doch dvrffen über die Teutschen triumphiren, da er in der that nie mit ihnen gefochten und blos das Hertz gehabt hatte, wenige tage jenseit Rheins sich aufzuhalten. Er vergönnte auch den tapfersten Generalen die ehre etwas rühmliches wider die feinde des Reichs zu verrichten ; wie wir dessen an Julio Agricola des Cornelii Taciti schwäher ein erempel haben. Suetonius erzehiet, daß er des lagcs zuvor, ehe er umkommen, eine gewisse frucht bis aufdeu folgenden tag habe aufheben lassen, lind gesagt, wenn ich änderst noch werde vermögend seyn es zu essen; desgleichen auch, daß er unter andern: zu derneni- gcn, so um ihn gewesen, gesagt, daß der nächst-folgende tag in dem zeichen des Wassermanns blutig seyn, und an demselbigen etwas vorgehen würde, wovon man in der gantzcn weit würde zu sagen willen. Daraus schliefen die cwonoiox,, daß er noch 2 jähr eher gestorben,als Barouius haben wilhnemlich an. yö. (Mich um selbige zeit,da bemeldte Mordthat geschahe, hielt der berühmte Apollo- mus Tvanens zu Epheso zum volcke eine rede, unter welcher er unversehens 2 oder z schritte zurücke trat, mit einem fürchterlichen gestellte die erde ansähe und dabey schrie: schlagt den tyrannen, sshlagr den tyrannen! Dicsss soll, wie man erzehiet, eben um dieselbe stunde geschehen sevn, da der Kanscr gctödiet worden. Zu ansang seiner regierung hatte er die gewöhnlich an sich, daß er sich offr ganü allein in sein cabincl begab, darinnen fliegen sicng, und selbige mit einer nadel durchstäche, daher Vibins Cnspus, als er gefragt wurde, wer bey dem Kanscr wäre, sagte: nicht einmal eine fliege. Im übrigen war Domitianns seiner gestatt nach ein schöner wohl- gcdildeter mann, und hatte ein erbares gesichr, bekam aber noch in seinen gantz jungen lahren eine platte, worüber er sich sehr kränckre, so,daß er sich auch auf den Medaillen und müntzen webt also abmahlen ließ. Tlrcrr. „> annsl. blitt. üc V>r» ßut, ^izric, clü I. 7 . vic^./rpoil. I. 8. üb. i, rat. rcmp. c. ly. Liccroü cbronol. rctorm. * Doimtilla / mit vorsetznng des gcschlechts-naincus Flavia Doinitilla des Flavii Clemeutis sthwcstcr tochter, so daß diese ihre mnttcr so wohl als Flavius Clemens sclbstcn mit denr Kanscr Domitianogcscliwisrcrc rindere waren. Sie halte so wohl wü ihre Oncle Flavius Clemens d:e Christliche religion angenommen, wiewol Dio Caßins nach der gemeinen gcwohnhett der alten Hey- deu die erste Cbristeu mit denen Juden zü vermischen, sie zur Indin machen will. Wie Flavius Clemens aus der nrsach an. 96 von Do- nütiano gctödct ward, wurde sie neben mehreren anderen in die insul Pontia aufder küstc des Tnrrhenischen mecrs verwiesen. Es ist mcrckwürdig, daß dieser Wüterich und Verfolger noch vor ende des iahrs von dieser Domitillä vornehmsten! bedienten oder vermalter namens «Ltephano, der aber in seine dicnstc übergaugcn wäre , ist ermordet worden. Diese ward hernach in der verfolgung Traiani aus Pontia an. 102 nach Terracma gebracht, und nachdem sie ihre bcständigkeit im Christenthum bezeugt, daselbst in ihrer kammer nebst Euphrostzna und Theodora verbrannt, „> lSvm. LX Oione, Uitt.LccI. in »MILI. 2N. öcior. * Doinilius / die bürgerliche familie der vn»üc,ornm zu Rom, war daselbst sehr berühmt. Der Kayscr Domitianus war aus einer andern, ncinlich aus dem Hause der r -viorum Gedachte familie hatte sich in 2 linicn ausgebreitet, der <8->ivin»rnm und ^n»- bzrboruin ; welche letztere von t. Domitio entsprungen, von dem man zu lagen pflegte, daß er einen ehernen bart hatte, weil derselbe diese färbe hatte. Aus bendcn linicn sind viel groye inäuncr entsprossen, welche das bürgermeister-amt, das schatz-ainc (ccmin-Lm) gar offt, daneben auch verssbiedenetriumphe, und endlichen das svizgüicrium kquirum und höchste Priester - N'ürdc N'dcs einmal erlanget. Cn. Domitius Calvinns, war der erste,welcher mns lahr der stadt R0M422I. -VI. z6z2, F. (l. z;2 die Bürgermcistcrllche würde erhielt. Ein anderer dieses namens wurde ss. t<. 47:,A.Il. Z70!, 1 . 0 -28; Bürgermeister mit dem n. Cornclio. Dolabella, auch hernach cen,M; der dritte aber mit Valcrio Messala ss. ss. 721, ss,. iVI. Z9l 1, iV. L. ?und 1z iahr hernach nnt dein Asmio Pollione, P. F-I. z Y44, P.L. 40, V. G. 714, erlangte auch den triumph, als er Lispanicn vorstünde. Die andere linic der /rwo- barborua, stamnttc, wie gedacht, von m Donütio her, und erhielt letztlich die ehre, daß sie unter die knu^ aufgcnonunen würde. Er hinterließ einen söhn gleiches namens, der P. lv. ? 6 r, P. iVl. Z792, I. L. 192 Bürgermeister war, und c„. Do- nüliumzcugtr, der I.K. 592, A.II. Z822, P.O.162 diese würde erhielt,und ein vater (w.Domitii Aenobarbi lü-wum plcbis unirde. Er widcrsttzte sich den ME-tzcibM, war I. X. 6)2, ssl. Z862, P- 0 . iL2 Bürgermeister,überwand die Arvernos und Allobroges, an. 6z8 wäre er cenkor mit l- Cäcilio Metello Calvo, der auch nur aus einem Bürgerlichen acschlccht entsprossen wäre; und führetcn sie dieses amt nur solcher strengigkcit, daß sie aus die Z2 Raths-glic- dcrc aus den: Rath sticssen. Dieser leiste Domitius hinterließ r söhne, w Domitium, der ^»»vc-ncur j» Sicilicn und I. 1 S 660, P. iVl. Z890, cV. 6. 94 Bürgermeister ward , und « 0 Do- mitmm Aenvbarbuin t'ontiticcm Fss. I. ss. üz l, P. lVI. ;8Lr, d0M I. e. Iv;, Bürgermeister V. C. 6z8, F. -Vl. ;888, 5 "' ^ s enkorem V. Ü62, N. Z8S2, P. L. 92 mit l.. Crasso, der zich übel mit ihm vertrug und zum spott von ihm sagte: non mnum ch O3rk)L äkenea e6cc,cul OS kcrreum,ccrr ^))umbeum e6ec. Eejn sthn r-Domitius wurde v^orund F.K. 70°,lV. L.tg, Bürgernreister. Naehgehends nahn: er Pompeji parthey an, oder ware vielmehr einer der vornehmsten anstchteren dietzs bürgerlichen krieges, wie er sich dann an Cäsaris statt die provmtz Gallien von den: Rath auftragen liesse. Aber dieser liesse ihne nicht darzu gelangen, bekäme ihne vielmehr gleich im ansang des kriegs mit einer grossen anzahl soldatcn zu Corfinium gefangen , wiewohl er ihne für seine persohn bald loß liesse. Domitius aber liesse sich dadurch nicht abhalten , daß er nicht erstlich nach Marseille zöge, um die stadt wider Cäsarm: zu verhetzen, und zuletzt noch in der Pharsalischen schlackt gegen demselben föchte; aber da fände er auch feinen tode. Dann als er aus dieser niederlag gegen dem qe- bürq flöhe, ward er von den nachcylcnden umgebracht, da dann Cicero in den iMNmwcis dem K>- Antonio mit sehr bitteren Worten schuld gibt, als hatte er nnt eigener Hände dem Domitio das leben genommen. Von ihme stammle Cajus Domitius Aenobarbus, welcher angeklagt wurde, daß er auch von der conjurLnon des Caßii und Bruti gewesen, und ob er gleich daran unschuldig, comman- dirie er doch ihre flotte bis zu dem gantzlichcn Untergang seiuer parthey. Er hielte es hicraufmit dem Antonio, und endlich begab er sich zu des Augusti parthey,starb aber wenig zechhernach. P. ss. 722 A. lVi. Z9;2, P. L. Z2 verwaltete er die Bürgermcistcrliche würde,und hinterließ 2 söhne, n Domitium, der ss.. !<. 7:7 A. >1. ;9ü8 P. L. 16 Bürgermeister , und ein vater o>. Domitii, dessen Vell. Paterculus gedencket, war, und Ln, Domitium , weicher zwar nicht die ehre des lriumphs sechsten, sonderen nach der gcwohnheit selbiger zeit die zicrathcn des trrumvhs rriumpüLüa) welche nehmlich unter der freyen Rcpublic, die so wurcklich triumphieret harten, ihre übrige lebens-zcit gebrauchen borgten, durch den Teutschen krieg erlangte; allein seine lasier ver- dunckelten seinen rühm. Er war und -'-Lr»-, und heyra- thcte die ältere Anconiam,eine tochter der Octaviä und Antonii, und also die n,ecc des Käysers August:; aus welcher ehe Domitius , der vater des Kaysers Ncronis, und 2 töchtcr gezcugct worden. Dieser Domitius war gantz den lästern, und iondcruch der grausamkeit ergeben; er hcyratvcte Agrippinam, eine tochter des Germanici. Jedoch ist noch m anschung dieser letzteren Domwo- rum zu nwrcken, daß einige, selbst alte »ucko-cs dieselbe in wenigere Personen zusammen ziehen, und aus zweyen je nur einen machen. Allein die erörternng dieses Zweifels erforderte eine chronologische und critische ammi-on, welche allhicr viel zu wcitlaumg fallen würde. in k 4 cronc. 77,5Ü. I 4.4nn3>, Ltt, Domitius / ein Historicus, welchen der auLor von dem Ursprünge des Römischen volcks citirct, und von ihn: 2 kramen« von der ankunffl des Aencä in Italien anbringet. Aul. Gellius redet von einem Grammalico dieses imniens, welcher zu seiner zeit ge- Icbcr, und welcher i-u4,n,5 zugenannr worden, weil er sich in keine gcsellschastl einlassen wollen, und jederzeit verdrießlich gewesen. Er hat auch gewünschet, daß die menschen keine zungcn hatten, damit sie einander ihre lasier nicht communiciren tönten. >4. i.ö.c.7. Dommitsch oder Dummitsch / ein städtlein nahe an der Elbe , unter Torgau, und seidigem amts-bczirck, im Marqgrasihum Missen, dem Chursürjlen von Sachsen zuständig. ES ist wohl schwerlich zu erweisen, daß der name so viel als Damaseon, und von den Juden, derer viel um Wittcnbcrg, und die gegcnd gewohnt hadcn sollen, ihm gegeben sey, weil er natürlicher aus der Wendischen spräche fliehet, und darinnen so viel als zum Hause heisset. Sonstcn hat es einen allen comtur-bofdes Teutschen Herren-sr- dens, so noch im stände und in die Valley Sachsen gerechnet wird. Im drcyßigmhrigcn kriege ist es abgebrannt worden. 2^7 rop->x-. L.IX. Ü19. chL, vericür vorigem Io8>. I'curlcüeii ülcrrcn. orüen. sii-oür. üiiln. ItiSricr. 8xx. ?. I<4 D onmau / eine kleine siadt, nebst einen: schlösse, in dem Bran- denbnrgischcn Preussen, mucilen von Königsberg, gelegen. Sie ist an. 1400 erbauet,und an. 1571 durch eine fcucrsbrunst fast gänll- lich in dic asche gclegcl worden. Eine Viertelstunde von hier soll der bcrühintc Theovhrastus Paracelsus bearabcn liegen. Weilen aber dieser nickt in Preussen, sondern fern davon in der Ertzbischoflichen stadt Saltzburg vergorben, w haltet man diß billich für eine fadel. 4t» Lu- LpuU. I o )äii. UreviLr. c. 12. L-v«- 1.1. c. 10. concilü LkalcellonenU tslll i. c, 9. an. L. 440 - 449 , 451 - Domnus III/ wurde nach Ephkemio an. 546 Patriarch zu Alexanbria, befand sich aufdem general-coaciii». welches das dritte zu Constantinopel war, und starb an. 5 61, nachdem er feiner kirche 14 jähr vorgestanden, -v^ow. Lunsi. sä »n. c. 564.». 68. ;6i.». i. Domnus / coniuizris jn Sicilien unter dem Kayfer Valenti- niano dem ältern an. z 67. Libanius hat an ihn verschiedene briefe geschrieben. 6o«!o/^. prolopogr. L. lili-oa. Doms/ mit dem Zunamen Msula oderVOfcella^lat. Domo- dufcella, ein städtgen in der Mayländifchen Graffchastt Anghiera; oder im Efchen-thal, aufder rechten feiten des Tofa-siuß underhalb Ugogna mit einem schloß, welches ehemals vor sehr feste ausgegeben worden. Es ist eiu alter orth und die Haupt-stadt im Efchenthal oder Valle VOfcella, die den namen von dem darinnen stehenden stifft oder thum-kirchen empfangen. Als die Herren und Anwohner des Eschenthals und der Meyländischen thäleren jenfeit des Gotthardts, die land-leuth von Ury und ihre angehörigen imLivi- ner-thal sehr beleidigten, und mit feindlichem rauben beschädigten, ohne daß sie einige lsrist'LÄi'on gütlich erlangen kunten, (mästen dieselben Herren ihnen nur fpott-wvrr und fchimpffentbolten r sie sollen mit ihren kropff-hälsen nur hinein kommen, so wollen sie ihnen dieselben außfchneiden und ihre äcker darmit bauen rc.) sind sie da- rauffim aug. an. 1410 mit ihrem land-vaner dahin gezogen und haben Bonmatt occupirt, und als, aufihr mahnen, ihnen die übrigen Eydgnossen von Zürich, Lucern, Schweitz, Underwaldcn,Zug und Glarus aufdem fuß nachgefolget, haben ye gesambter Hand die stadt Domo belägeret, eingenommen, sich das land-volck und Anwohner dastlbsten huldigen lasten, und sind mit guten beuchen wiederum nacher Hauß gekehrt. cUrc»,. Ecr. 1,0.9. 4- Lkrou. U 48 cr. k. I. aciann. 1410. Ferners an. 1426 sind etwan 500 land-leuth von Schweitz, Ury, Underwaldcn und Zug, hinderrucks ihrer obriakeit, aufein streiss- reyß außgezogcn, über den berg Valdyß in das Eschen-thal eingefallen , und fo plötzlich für Domo gekommen, daß alle Anwohner mit grossem schrecken auß der stadt und in das lande hinein geflohen, und ihnen die stadt preiß gegeben. Als aber der lärmen und das ge- schrey int Meyländischen erschollen, haben sich eine grosse anzahl Lombarder herbey gcmachet, und diese parthey in der stadt Domo eng Angethan und belägeret. Die belägerten Schweitzer aber wehrten sich dapffer und so lang, bis daß alle hiervon berichtete Eydgnos- sische orthe, mit etlich 1000 mann, über den Gottbardt herunder chnen zuhülssgekommen, bey deren anruckung die belägerer sich auf- und darvon gemacht. Das land wurde hieraufmit raub-und brand übel mitgenommen, s««/-/. 1. s- p. 284. Gleich darauferfolgte den 12 jul. an. 1426 zu Bellentz der frieden zwischen dem Hertzogen zu Meyland Philippo und denen Eydgnvs- sen, krafft beym dem Hertzog Bellentz, Domo, Eschen-thal und Livinen verbliebe, und die Eydgnossen für ihre ansprach und kricgs- kvsten gegen die zoooo fl. empfiengen , nämlich Zürich , Schweitz , Zug und Glarus 17147 und ein halben fl. Lucern, Ury und linder- walden nid dem Wald 10001 fl. und endlich die von Underwaldcn vb dem wald 2054 fl. laut aufgenchteter friedens-instrumenter, welche in tc>i,nL zu lesen sind bey a. ?. r. sci sn. 14-6- Im 1487 jähr, als Hertzog Ludwig Sforza zu Meyland in krieg verfiele mit dem Bischofs Iost von Sillinen zu Sitten und denen land-leuthen in Wallis, zugen die Waltisser mit gantzer macht über das gcbürg, in das Eschen-thal, belägerten Domo und verwüsteten das land hefftig. Die Eschen-thaler liessen sich listiglich mit ihnen in friedens-tractaten ein, und hielten sie damit so lange auf, biß der Hertzog seine völcker versammlet hatte, der dann seine ar- mee in drey theil zertheilte, und damit denen Wallisseren aufden leib gtenge, dieselbigcn schlüge, 8°° niedermachte und die übrigen zerstreute. Gleich darauf aber erfolgte durch mc-ULcion der Eydgnossen, ein frieden in der stadt Zürich. 1. 9. x. rs 4. ü- 1. n. z-gg. 158 . An. 1515 in dem Meyländischen krieg, als die zu dienst des Kaysers Marimiliani I und des Hertzogs zu Meyland, wieder den König in Franckreich, in Meyland gezogene Eydgnossen, sich uneinig zertheilten, und wegen des ihnen nicht gehaltenen Versprechens, zurück begaben,und zu Gaiera mit denen Frantzosen einen friedenö- vcrqlich Anmengen, haben die abziehenden Berner, Solothumer und Waüisser, das schloß zu Doms besetzet, als aber, nach der dm ^9 sthlacht bey Marignano, die Frantzosen dafür gekommen, ward ihnen solches von der besatzung übergeben. Dort/ siehe Tanais. Don / ein fluß in Engelland, siehe Dun. Dona / ist An Benedictiner-kloster in der Graubündtnertscher: Graffchafft Claten, ob dem dorffPrado gelegen, welches stau Va- lentina Visconti, Hertzogs Iohannis Galeacii zu Meyland tvchter, und gcmahlin Hertzog Ludwigs von Orleans (der ein söhn wäre König Caroli V in Franckreich, und an. 1407 erschlagen worden) Misstet hat. Sie ist an. 1408 ihrem Herren in die Ewigkeit nach- gefolget. 8,u«c. 1. x. ,9,. b. Donaldson / (Walther) ein gelehrter mann von Aberdeen in Schottland gebürtig , begleitete den Bischofs zu Aberdeen, David Cuningham, und Petrum Junium, Groß-Almosenier itt Schottland, als selbige vom König Jacobs in nach Dä- nemarck und einige Teutsche Höfe geschickt wurden. Da er von bannen wieder nach Hause gekommen, reisete er nach Heydelberg, woselbst damals Dionystus Godefredus die Rechts-gelehrsamkeit lehrte. Hieselbst dictirte er einigen jungen 8mwuUz Ake crv,c-.m. welche wider sein wissen von einem seiner sulliwrum heraus gegeben , und sehr wohl aufgenommen wurde. Hiernächst wurde er protellor pkykccs UlW ecUices, wie auch t.inZUL Ü-LcL zu StdaN, und stund zugleich der schule 16 jähr als KcÄor vor, wurde auch von dar nach Chaeenton beruffen, weil man daselbst eine schult aufrichten wolte. Indem aber andere dieses zu verhindern suchten, und ein streit darüber entstund, ließ Donaldson unterdessen zu Paris an. 1620 seine «convmic»m drucken. Sonst hat er auch einige locns communes aus dem Diogene Laertto, unter dem titul: isnoplls locorum conimuniu-n, in qus tg^-!Lnci« tiuniLNL ilNLZs reprs-tentsrui',Lc. herausgegeben. LM. Donäldus I, der 27 König in Schottland, war ein tugend- haffter Herr, welcher durch seine kluge regierung im Reich friede erhielt; jedoch nichts desto weniger seine Unterthanen stets in Waffen übte. Er war der erste von den Schottländifchen Konigen, welcher die Christliche Religion annahm, die so dann ums jähe Christi 187, vermittelst seiner aulhorität, öffentlich eingeführet wurde. Mein, ob schon er und viele von seinem Adel sich darzu bekannten, so konten sie dennoch das Heydenthum nicht gäntzlich ausrotten. Zu seiner zeit kam der Kayfer Scvcrus init einer weit grösser» macht nach Britannien, um diese insul unter sich zu bringen , als jemahls einer von den Römern qethan. Hierauf retirir- ten sich die L-chottiänder und Picken in ihre vesten örter, und weil sie nicht vermögend waren, sich mit den Römern in eine schlacht einzulassen, so machten sie ihnen durch ihre streiffereym und öff- tere scharmutzel viel zu schaffen, als da sie zum erempei hier und da ihr vieh gantz allein gehen liessen, und so dann, wenn die Römer kamen, und leidiges rauben wollen, über sie herfielen; welcher gestalt sie, wie Dion berichtet, zoooo mann von ihnen nach und nach erschlugen. Allein, ob schon Severus kranck wäre, und sich diesen gantzen stld-zug über in einer sänsste tragen lassen muste, so marschirte er doch unermüdet bis an die hinterste gegcnd der insul, ließ aantze Wälder umhauen, und daraus drücken bauen, auch die moraste damit anfüllen, und zwang also die Schottländer und Picken mit gemalt, daß sie einen groOn theil von ihren, lande verlassen, und friedens-bedingungen annehmen musten. Nächst deine versperrete er sie mit einer mauer, die noch 80 Englische weilen weiter gieng, als des Adriani, zwischen den beyden Meerbusen Bodotria und Glotta, welches An so groß und vortreffliches werck war, daß Aelius Svartianus dasselbige die gröste zierrath seines Kayscrthums nennet. Man kan noch bis jetzo einige merck- maale davon sehen, gleichwie auch einige monum-nt-,, welche vor reliquien von des Termini oder von des ClaNdii Cäsaris tempel gehalten werden. Nachdem nun Donaldus durch dcmeldete tra- ctate das Reich wiederum in ruhe gesetzt, starb er im 21 jähre seiner regierung, ums jähr 216. A vem/rker IM. §cor. Donaldus II, der z 2 König in Schottland, wurde im ersten jähre feiner regierung geschlagen, und starb an den wunden, die er in der schlacht wider Donalbum, den Fürsten der Hebridifchen in- suln, empfangen, welcher ihm hernach unter dem Namen Donaldus III fuccedirte. Donaldus III, dieser führte sich sehr tyrannisch auf, und wurde im Am jähre seiner regierung von Cmthilinlho erschlügen welcher aus dem Königlichen geblute war, und jenem ums jähr 260 suecedirte. ebv. Donaldus IV, der 5; König in Schottland/ war ein frommer Fürst, welcher den wahren Gottesdienst in seinem lande beschützte, und ihn auswärts fortzupflantzen suchte. Er tractim des Ethelfridi Ander und verwandten / weiche nach Schottland geflohen, mit sonderbarer freundlichkeit, versähe sie mit trouppen und andern zu ihrer zurückkunfft gehörigen Nothwendigkeiten / gab ihnen grosse geschencke und freyheit, so, wie es die gelegenheif erforderte, zu ihm zu kommen und wiederum weg zu gehen, und schickte Prediger in Northumberland, um die Anwohner daselbst in der Christlichen religion zu unterrichten. Endlich starb er im 14 jähre feinet regierung, ums jähr 647 oder 50. um. Lcm. Donaldus V, der 70 König in Schottland, war ein wollüstiger König, welcher die öffentliche zucht Und gute sitten gäntzlich zunichte machte, den rath seiner alten Räthe verachtete, und alles nach dem eingeben derjenigen, welche ihm itt dem liederlichen leben gesellfchafft leisteten, regierte. Dieses verattlassete die Pictett, daß sie die Engeüänder ersuchten, sich zu ihnen zu schlagen, und die Schott- 80 don Schottländer mit krieg anzugreiffen, da es denn am flusse Iedd zu einer schlacht kam / darinnen aber Donaldus den sieg erhielt. Daraufgieng er den fluß Twede hinab - eroberte Berwyck wiederum , welches die Engelländer eingenommen hatten, und bemächtigte sich ihrer schiffe in dem ausflusse des besagten ftrohms. Nachdem er nun durch so glückliche Verrichtungen einen grossen muth bekommen, kehrte er wieder zu seinem wollüstigen leben. Darbey ersahen sich die Engelländer ihren Vortheil / versammleten ihre trouppeu, und fielen die Schottländer bey nacht an, da selbige trunckcn waren, und schlieffcn, gewannen eine grosse schlacht, und bekamen dcn Konig gefangen. Darauf verfolgten sie diesen sieg, theilten ihre armee m 2 theile, und nahmen den Picten die gantze südliche gegend von Sterlin, theilten die Pietischen landschafften zwischen ihnen und den Britanniern, und rotteten endlich alle übrige Pietcn vollends aus, bannt selbige nicht etwan wider sie auswärtige hülffe suchen möchten. Als nun Donaldus nach gemachtem frieden in sein Reich wiederum eingesetzet wurde, und sein voriges wüstes leben chrtsetzte, so sahe der Ade! vors beste an, damit er nicht auch den übrigen theil des Königreichs vcrliehren möchte, ihn ins gcsängniß zu werffen, worinncn er sich selbst entleibet haben soll. Wiewohl andere berichten, daß dieser Donaldus beydes, wegen seiner einheimischen und auswärtigen thaten, berühmt gewesen, und endlich zu Leone an. 858 eines natürlichen tvdes gestorben sey. will Lcor. Donaldus VI , der 74 König in Schottland, war ein friedfertige,: und doch tapffercr Hcrr, beflisse sich möglichst zu verhindern, das; seine soldaten nicht liederlich werden möchten, und kam dem Könige Aluredo wider die Dänen zu hulffe. Johann Kordon berichtet, daß er zu Formst in der nördlichen gegend von Lchott- land gestorben, als er aufdem wcge begriffen gewesen, einige zwi- stigkciten, die unter den nördlichen Grafschaffcen entstanden, beyzulegen. Boethius hingegen meldet, daß er in Northumberland gestorben, als er an. yo; aüfdie bewegung der Dänen acht gehabt, und daß sein gcdächtniß bey allen „milchen in rühm geblieben. H>c. Donaldus VII -der 8.4 Köiug in Schottland/stund den En- gclandern/daer noch Qouvcrncur in Cumberland war/treulich wieder die Dänen bey/und regierte hernach/da er zur crone gelanget / mit grosser gerechtigteit. Die ihm zustossendeerstc unruhe wurde vondcm FürstenMakdualdo verursachet/ welcher nachdem er Banchonem/cmcnDhanum von Loqhvadre/verwundet/undnoch einen andern von desKönigs bedicnten/lndem selbiger qerichte hielt/ gelödlet hatte/so dann m eine öffentliche rebellion versicl/und Mll- columbum mit des Köinqs armce schlug. Daraufwurdcn Macbeth und Danclw ihm entgegen zu gehen beordert/ welche ibn auch schlugen. Nach dlesem landeten die Dänen unter dcsKomgsvon Norwegen/ Sueuonis/ anführnug in Schottlandan / undschlu- gen dicSchotistinderbey Culrosse / welche sich nach Perrh stnchle- kcn / und von Sucnone verfolget wurden/ der aber von jenen durch eine besondere kriegcs-list gäntzlich ruinirct wurdc.Denn nachdem ihm die Schottländcr verstellter weise friedens-vorschläqc gethan / vermischten sie hernach den tranck/ welchen sie seiner armee gaben/ mit einem kraute/ das den schlaffverursachte. Darauf überfielen sie dieselbigen / da sie von dem besagten triuickecinqenommcnund gleichsam bczaubertworden/ und erlegten sie mehrcnthells. Allein kaun! war dieser sieg erhalten / so wurden sie von einer neuen Dänischen macht nndstotte allarmirei / welche m Fise landete/und dieselbe gegend plünderte. Hierauf wurde Danchoihnen entgegen geschickt/welcher sie schlug / und ihre ansnhrer im ersten qcfechle tödtetc.Nachdcm nun die Dänen so viel fruchtlose anschlage auf Schottland gemacht / so verschwuren sie es fcyerlich / daß sie nimmermehr als feinde dahin kommen wollen. Wie nun solcher gestalt wiederum fncde gemacht worden/ begab siehe / daß Macbeth durch einen träum augcrcitzct wurde/ nach der kröne zu streben/ welches er auch that/ den Kömg Donaldum hinterlistiger weise ermordete/ und sich also des throne bemächtigte. Donaldus VIII, mit dem Zunamen Banus/ der 87 König in Schottland/ des Königs Milcolumbi brudcr/ würbe vor Macbeth fluchtig / und versprach Magno dem Königem Norwegen / allciusuln/wolernc er ihm zur kronehelffcn wolle. Desgleichen hatte er auch eine iiiLcholtland iiiiler denjenigen / welche damit übel zufrieden waren / daß die Engelandischen crulan- ten/ welche mit Edgar / Edmondl söhne / und dessenschwester Margareta/ des vorigen Königs gemahlln/ in Schottlandqckom- men / daselbst guter haben sollen. Allem / da Donaldus durch solche unrechte wege die Cronc erhalten / wurde ervondcm Adel gehastet/welcher Dulcauum / Milcolumbi natürliche» söhn/der in den unter Wilhelme» Rujo geführten kriegen sich einen grossen na- Uten gemacht/ zum Könige haben wolle / und es dahin brachte/ daß Donaldus/nachdeiuer ü monate den thron besessen / die flucht nehmen müsse. Doch weil Duncam durch seine strengestch bald verkäst machte/fand Donaldus gcieqenheir / ihn durch den Grafen vonMerniL nachandcrthalbjahrcnumdrtnqen zu lasse»/und selbst wiederaufden thron zu steigen/ worauf lhü auch das volck / mer- mangelung eines bessern / eine Zeitlang duldete. Zu seiner zeit thaten so wohl die völcker aus den benachbarten insuln/als auch die Enqeländer/feindliche einfalle in Schottland/ und Magnus/der König in Norwegen / griffdie westlichen insuln an. Weil nun Do- naldusdiesensetliden keinen widerstand that/so wurden die Unterthanen aufs neue wider-ihn erbittert / und llcssendenPrtntzenEdgar/ emensohndes Kvnlgs Milcolumbi III. aus Engeland holen/ welcher vondem KönigeWilhelmo Ruf»einigekronppenzu hülffe / und in Schottland selbst gar bald einen grossen ankang de- d0N kam.Dokaldus hingegen ward von densemigenverlassen/indel: flucht eingeholet / und vor Eogarn gcführet / welcherchn m em ge» sanynrß seyen ließ / wormnen er bald hernach -gestorben/ und zwab zu ausgangs des lo seculi / nachdem er in allem etwan; -ahr regieret. O>c. Donatisten / werden gewisse ketzer oder sskllmsrici genennet, welche in der alten Archen viel unruhe verursachet. Sie führen diesen namen von einem Africaner, namens oonzm;, welcher nach dem m^orino Bischoss dieser parthey zu Carthago gewesen, und ob zwar ein anderer uooLcus gleichfals ein Afrieancc aus Nu- midien Bischoffzu Tigris der erste Urheber dieser spaltung seyn soll, so haben sie doch lieber von jenem, als welcher berühmter war, ihren »amen führen wollen. Die beschaffenheit dieser spaltung verhält sich eigentlich also : Es wurde nach Mensurii tobe, dessen »iaconu, cL-ciiiaiius von etlichen, und zwar mit ausfchlies- sung der aus Numidien darzu gehörigen Bischöffe, zum Bischöffe von Carthago erwählet. Dieser wähl widersetzten sich andere, worunter vielleicht einige seyn mochten, die selbst'gcrne Bischöffe gewesen wären, welches man dem Botro und Cclesio schuld giebt, und kam es so weit, daß dieselben an. ;ir zu Carthago einen st-w- tage nach seiner wähl, nachdem er die cunjurarion wider die Republic entdeckt, und unterdrück! hatte, welche der bekannte Alfonsus 6s !a cmera, Marquis 6e Bed- mar, angesponnen, und die der Republic bey nähernden gäntzli- chen ruin verursachet. Ludovicus, welcher an. 1482 dieses zeitliche gesegnete, war Bischoff zu Bergamo, und hat unterschiedene wercke geschrieben, als ! commcnrArioz in magiNrum ieurenkiziuu,; vtarioncs, ücc. Trithemius gedruckt feiner in cursloßv lcriproruni ccc!e5all,corum. Man sagt auch, daß Johannes Paulus Donatus, ein Carmeliter-Münch, aus dieser famüie gewesen. Er lebte an. 1569, und dedicirte dem Pabst Pio V seine wimionss conrrsNl- Äionum in 6iig,s ^riilorslis öc HioniL. dill. Ouc. Venek« öc jiill. Vsner. L«crr dibtz Lsrniel. Donato/ (Hieronymus) ein Venetianischer Edelmann, war wegen seiner verschiedenen dienste, so er dem vatcrlande gethan, ingleichem wegen seiner wissenschafft und grossen aufrichtig- keit berühmt. An. >496 commandirte er in Brescia, nachdem er schon ferne Übersetzung von dem buche Alexander Aphrodrser 6- snim» heraus gegeben. Zrvry jähr hernach commandirte er in Ferrara. An. -^2 war er Abgesandter bey Juiio II, bey welchem er die Republic Venedig wiederum aussöhnte, und starb zu Rom, nachdem die Frantzosen wiederum Italien verlassen hatten. Unter seinen schrifftcrr sind die vornehmsten seine episteln, darunter eine von dem erdbeben in Candia, welches sich zu bcrselbigen zeit zugetragen, als er darinnen commandirte; ferner eine -moioZi- vor den Primat der Römischen kirche, welche an. 152; heraus g«v geben worden. Die andern schrifften aber, weiche er wegen seiner staats-geschässte nicht hat vollenden können, haben seine kinder unterdrückt. Er war in lUccis sisgznnoriku. und sprachen wohl erfahren. sto26wl iii sIoZ. cL^>.;S. LeMön-Spill. 6 1. 6e intei. lir. Donato/ (Ludovicus) ein Cardinal, war von Venedig, und begab sich in seiner fugend in den Franciscaner-ördm, darinnen er sich dergestalt hervor that, daß er endlich um das jähr 1479 General darinnen wurde. Urbcmus VI, welcher ihn in verschiedenen angelegenheiten wohl gebrauchet, wolle ihn stäts um sich haben, gab ihm derohalben an. i;8i den Cardrnals-Hut. An. i;82 schickte er ihn mit etlichen andem Cardinälen als Legaten nach Ncapo- lis an den König Carolum III , es grenz ihnen aber ihr vorhaben nicht so von statten, wie es sich Urbanus eingebildet hatte, welcher darüber einen nngemeinen Verdruß bezeugte, und deßwegen die Cardinäle aufs härteste und schimpflichste tractirte. Ludovicus Donato wurde zu Luccria in arrest genommen, und auf die folter gespannet, welches er aber mit grosser beständigkeit aushielte, worauf man ihn nach Genua führte, und daselbst im dec. an. 1 den kopff herunter schlug. 1.1 c. ;o »nnrl. iciiiior. Donato/ (Leonhardns) Hertzog zu Venedig, wurde anfangs wegen stiner beredtsamkeit und e,u6ir>oo zu den wichtigsten Am- bassaden gebraucht. An. 1572 wurde er zu dem König in Spanien geschickt, bey demselben um fortsetzung des bündniffes mit Venedig anzuhalten, damit den Türcken, welche durch den sieg bey Lepanto gantz bestürtzt waren, noch weiter abbruch geschehen möchte. Au. i??9 würde ihm von der Republic aufgetragen, die gräntz - scheiduug mit dem Hause Oesterreich vorzunehmen. Zwey jähr darauf muste er nach Rom gehen, um daselbst bey Gregorio XIII, das wegen des Patriarchen zu Agilstem entstandene miß- Verständniß beyzulegen. Et wurde auch zu 6 verschiedenen malen nach Rom gesthickt, bey dem Pabst Sirto V, und bey seinen Nachfolgern, wegen erhebnng aufden Päbstlichen stuhl, im «amen der Republic die grLn:,s.uv,> abzulegen. Desgleichen verrichtete er verschiedene gesandtschafflen in andern angelegenheiten an die Pabste. Dem Türckischen Kayser, Mahomet lll, muste er ebenfalls bey antritt seiner regierung, und Henrico IV, Konrge in Frankreich, wegen stiner Vermählung glück wünschen, >vie auch dein letztem den verlangten Veneticmisthen Adel-stand überbringen. Mach dem tode des Hertzogs Marini Grimani wurde ihm diese wurde aufgetragen, darinnen er aber mit Paulo V, wegen gesangennehmmig einiger Geistlichen, in grosse unemigkeit gerieth, so, daß die Republic darüber in den bann fiel, daran sie sich aber rm geringsten nicht kehrte, sondern vielmehr gegen - m-mkcllL heraus gab, und andere Malten darwider machte. Endlich wurde die gantze fache verglichen, und die gefangenen Geistlichen, Samcenus und Bran- dolnius, dem Frantzösischen Gesandten, dessen?rmc,p-i durch den Cardinal Joveuse den gütlichen vergleich zuwegeLebracht hatte, «usaeliefert, worauf er an. 1612 den 9 jul. m dem 76sten jähre seines alters, mit grosser betrubniß der gantzen Republic, gestorben. ktöts 6c tcrlprs vuris conrrovekiiis imcr Vauium V Üc Vencror. I. IZ7- I. -7 s 6 liuor L. «le /« Lo«Arre tiill. 6u Zouvcrn. 6e Vsoite k. l P. zo^. fcliaubükrie c. I p. ;8r Lc. Donams / Bischoff von Carthago, und Donatus/ Bischoff zn Casis Nigris, siehe Donatisten. II theil. L Dona- 82 don Donatus/ (Aelius) einorsmmLckcus- lebte an. ;s4 zu Rom, und war einer von den lehrmeistern des heiligen Hieronymi. Er schrieb commcmLrios über den Terentiuin und Virgilium, dergleichen eine Zrammsric. Vossius sagt auch/ daß die leben Virgilir und Terentii dem Donato Lr-mmmico beygelegt worden, und glaubet, daß das erstere von Tiberio Claudia Donato, und das andere von Suetonio verfertigt worden. -»--/-->». in ciiron. s->. ol.r. Z6o. gnkropv. I. orsr. inll. I. 7 c. r. lle bild. l.2t. 1.1 c. zi öe I. z c. r. Donatus/ flehe Bassins Donatus. Donatus / ( Marcellus) Graf von Ponzane, Ritter von 8. Stephans, war von Florentz, begab sich aber an den Hof des Hertzogs von Mantua, und erlangte ansehnliche bcdienungm. Er starb zu anfang des 17 feculi, ehe noch feine tcboi,- ,n Uzrioos biiionL-icomLNL tcnptorcs völlig gedruckt worden: Sein unverwandter, Fridericus Donatus, trug forge für den übrigen druck, und an. 1604 kamen sie zu Venedig heraus. Gruterus inferirte sie an. 1607 dem 6 romo feines cllelLuri critici. Donau / lat. vLmwius, einer der gröstcn ströhme in Europa, ist bey den alten unter dem namcn Jstcr bekannt gewesen. Von scincin Ursprünge sind verschiedene meynungen. Die gemeinste ist, daß er in Schwaben in dem Schwarkwalde, in derLandgrafschafft Baar, unter dem gebiete der Grafen von Fürstenbcrg, in dem marcktfleckcn Efchingcn entspringe, welcher daher Donau-Efchin- gcn genennet wird. Der dortige brunncn ist mit einer viereckigten rnaucr cingefasset, welche im umfange 82 schuh hält. Das waster läufft nicht gar starck durch den fchloß-hof, mit einem engen und nicht in Pfützen zertheilten strohm in das feld hinaus, und nachdem es kaum eine halbe viertel-stunde geflossen, wird es durch ; andere bäche verstärkt. Indessen kan auch nicht geläugnet werden, daß, wo man nicht der gemeinen benennung, oder alten cin- gewurtzeltcn cinbildung der leuten folgen wolle, sondern auf den natürlichen Ursprung sahe, oder das von einem fernern ort, oder ab einer grössern höhe herab-rinnende wasscr für den eigentlichen Ursprung eines flusscs halten solle; oder auch, wo man achtung gibt, wann 2 oder mehr kleine wassere zusammen lausten, welches darunter feinem vorher-gehablcn lauff und runs, die zujammen- geloffcne wassere eigentlich folgen; daß auf solchen fall der eigentliche und genaue Ursprung der Donau etwas anders müsse gesetzet werben, und mit besserem recht die flüßlcin Brige und Brege für die zwcn ur-qucllen der Donau zu achten seyen: Dann die quellen wohl 6 bis 7 stunden oberhalb Doncfchingen; sind auch schon ziemlich wasser-rcich an dem ort, wo dic Doncfchinger quelle darein fället; und endlich gibts auch nicht minder der klare augcn- schcin, daß, nachdeme sich also diese; wassere vereiniget, das vereinigte wasser weit mehr den angefangenen lauff der Brige fortsetze, als den lauff des bachleins, so nur einige hundert schritt weit von Doncfchingen herkommet. Man überlässet alles eines jeden vernunfftigen und land-chartcn verständigen Icfcrs urtheil. Aus eben diesen land-charten, mit beybchalkung der oben - gesetzten gründ-rcguln, aus welchen von dem genauen und natürlichen ersten Ursprung der flüffen zu urtheilen ist, mag man auch ferner den andern streit schlichten, welches unter denen aus fernerer gegend hcrrinncndcn wasseren sich den rühm der ersten und rechten quellen dieses grossen flusses zueignen möge ; obs die Brige, oder die Bregc, oder auch der dach Kazenftein genannt, so sich mit der Brcge vereiniget, seyc l rc. Hierauf mminct die Donau ihren gang durch Schwaben, Bayern, Oesterreich, Ungarn, Lernen, Bulgarien, und ergiessec sich durch 6 canälc in das schwache ineer, nachdem sie bey üo merekwürdige flüsse in sich genommen. Die vornehmsten darunter sind dcr Inn, dieIlcr, derLech, die Ens, Moran, Waag, Dran, Sau, Theis, :c. Man saget, daß er sich mit solcher hcfftigkcit in das schwache ineer ergicsse, daß sein ivas- ser bey 20 Französische Meilen ihre süffigkeic im mccr behalte. Man rechnet über 702 mcilcn von feinem Ursprünge bis an den ort, da er ins ineer fället. Die vornehmsten örter, welche er bewässert, sind Ulm, Donauwcrth, Jngolstadt, Regenfpurg, Passau, Lintz, Wien, Preßburg, Comorren, Gran, Ofen, Belgrad, rc. T'/r«. >. 4 c. 12. cie mor. Lerm. L/tt'vcr« L-rm. snriq. prollr. Osnubic. -8/rcte»- OoriLU-llrsnll, öec. i onz Danukii primuz öc NLkumIis. * Donaustauff/ oder Thonaustauff / eine kleine stadt mit einem schloß, in Bayern an dem Donau - strohm, zwischen Re- gcnfpnrg und Straubingcn, nur 1 rncile von dem ersten ort gelegen. Donauwerth / eine stadt an der Donau, wo die Wccnitz hinein fliestet, in dem Hertzogthum Bayern, 6 weilen von Augsburg , an den Schwäbischen gräntzcn gelegen. Sie ist wohl gc- bauet, hat; Vorstädte, einen stattlichen wald und andere lustige höltzcr um sich herum. Am ende der stadt liegt das berühmte klo- ster zum heiligen Crcutz, so ums jähr noo gegisstet worden. Ferner ist allhier ein grosses Teutsches Haus; mit einer kirche, und das vortreffliche Fuggerischc pflegc-hauß. Anfangs soll sie dem Grafen von Kybnrg und Dillingen zugehöret haben , von denen sie an Schwaben und an Kayser Heinrich den VI gekommen, welcher die bürger allhier mit recht und freyheiten bcgabetzdicse aber haben ihre Häuser, das kloster und sthloß mit einer niauer umfasset, baß also dieser ort erst hernach an. 1258 zu einer rechten stadt worden. Kayser Conradus IV soll ftlbige hernach an Bayern versetzet, sein söhn Conradinus aber an. 1266 gar vcrkaufft haben. Als hierauf Churfürst Rudolph, Pfaltzgrafbey Rhein und Hcrtzog in Bauern, sich an. n°2 an dem Kayser Alberto I vergriffen, belagerte der- ftlbige folgendes jähr die stadt, riß das auf einem sehen gelegene don schloß nieder, und unterwarff sie dem Römischen Reiche, worauf sie Kayser Carolus IV dem Hause Bauern an. i;?o um üoooo gülden versetzet. Doch auf Zulassung des Kaysers Sigismundi Vegas sie sich zu den zeiten, als Hcrtzog Ludwig zu Jngolstadt mit ftlnem vetter, Hertzog Heinrich zu Landshut, krieg führte, an das Römische Reich. Ludwig der reiche, Hertzog in Bayern, eroberte ne zwar wieder an. 14^8, wurde aber durch Kayser Fridcricum I V, oder, wie es wegen der bekannten ursach von anderen gestört wrrd, III, und Marggraf Albcrtum von Brandenburg mit gemalt gezwungen, sie aufs neue dem Reiche zu unrerwerffen, bey welcher sie auch eine lange zeit verblieben. Bey fortpflantzmig der Protestirenden religion schlug sie sich zu dem Schmalkaldtsthen bunde; worüber sie von dem Kayser Carolo'V eingenommen, vermöge des Paffanischen Vertrags aber in den vorigen stand gest- tzet wurde. Weil nun die Protestanten darinnen die obcrhand hatten, wurde unter andern dem Abt zum heiligen creutze hinkerbracht, daß er hinfüro die öffentliche proccllwocs auf der stadt gründ und bodcn einstellen möchte; dahero er sich auch bewegen ließ, die sonst gewöhnlichen ceremonien zu unterlassen. Zu anfang des 17 feculi aber gieng er mit einer öffentlichen proceü.on, unter läntmig der glocken, durch die stadt über den marckt, worüber der Rath sich hefftig beschwerte und protestirte; allein der Abt brachte den 24 oct. von dem Kayserlichen hos eine cirzrion cum MLollato im- clru- NiiL, die Cathoiischcn in ihrem reiigions-cxcrcicio nicht zu turbl- ren, welcher befehl erst den 28 febr. an. 1606, zwey stunden vor einer solennen leich-bcgangniß, die der Abt zu halten willens war, dem Rath eingehändiget wurde; weicher nichts anders thun wüte, als darwider zu protestiren, und sich bey dem Kayser hierüber zu beklagen. Weil man aber solches an dein Kayserlichen Hofe nicht geachtet, machte der Abt den 2^ apr. anstellt zu einer solennen pro^ii,on. Als der Rath hiervon Nachricht bekam, ließ er ihn warnen; allein dessen ungeachtet gieng der Abt mit grossem gefolgt, unter läutung der glocken, mit gesang, brennenden lichter» und fliegenden sahnen, mitten durch die stadt. Da denn die bür- gcrschastt mit grossem ungestüm auf die Catholischcn loß siel, und selbige sehr übel, so wohl mit Worten als schlagen, tractirte. - Als dieses an dem Kayserlichen Hofe zur klage kam, gcrieth die stadt darüber in die mqmillioo. und der Hertzog Marimilianus von Bayern erhielte vollmacht, den Proceß zu untersuchen, welcher ohne diß gerne gelcgcnhcjt an die stadt gehabt hatte, weil seine vorfahren fast seit!) 200 jähren prLmi.llor, darauf gemacht. Die fache der stadt wurde dadurch verschlimmert, daß der pöbel den Bayerischen abgeschickten ^»mkii-, so den >; apr. an. 1607 ihren einzug pickten, allen spott anthat; worüber sich die klagen dergestalt häupeten, daß selbige den; aug. in die acht erklärt, und die execuuon dem gedachten Hcrtzoge von Bayern, nicht aber nach den Rcichs-vcrfassungcu dem SchwäbischmCrcisc aufgetragen wurde. Der Hcrtzog schickte den General Berneshauseu mit 12000 mann zu fuß und 720 reutcrn den 11 dcc. an. 1627 vor die stadt, welcher selbige im »amen des Kaysers aufforderte, und auch den folgenden morgen eingelassen wurde, da er dann gleich die thore besetzen, die burgerschafft entwaffnen, und die vornehmste kirche den Jesuiten einräumen ließ. Es wurde auch hierauf alles nach Bayerischen ordnungcn eingerichtet, und hörte man nichts mehr von dem Kayserlichen beseht. Dicserwegcn prorestirtcn zwar die benachbarten stände, und suchten zum öfftern vor die stadt r-K>n,rionem m im-. Zrum. welche ihnen zwar an. 1612 versprochen, aber nachgehcnds nicht gcwährrt worden, weil Bayern die aufgewandte cx-cmim»-. Unkosten sehr hoch anrechnete. Also hat sie der.Hcrtzog vonBayem innen gehabt, bis sie den 27 mertz an. 16;: von dem Könige in Schweden erobert worden, da sie sich wiederum als eine Schwä- biiche freye Reichs - stadt gehalten, und die Augspurgischc Confes- sion eingeführet, welches aber nicht lange gewahret, sintemal)! sie an. i6;4 j,n aug. von den Bayern aufs neue erobert, und nach- gehends behalten worden. An. 1724 den 2 jnl. erhielten die Kayserlichen Murten, unter dem Maragrafe» von Banden und dem Hcrtzoge von Marlborough, wider die auf dem Schellcnbcrge vortheilhafftig - vcrsthantztc Frantzoscn und Bayer» einen völligen sieg, zündeten darauf bey Donaüwerth die Vorstädte an, und besetzten die stadt. An. 1705 setzte der Kayser Josephns diese stadt. wieder in den freyen Reichs-stand, welchen sie aber durch den Baadischen frieden abermals vcrlohrcn. c>«/,, gnnu. Su--. »eck LrmLl. Uujor. yillor. I. >;8 conrin. §/r-Är»i 1.17. 7 »/or- -„rr- O> , vvic cs mir llen 2m Xz^i-rlicü-n vviclcr ll-s U. 8.. 8. llälll DonLUvvcnIi susg-gzogeo-n proc-N-,i, unci llLi^uk vorgenommenen exccurion beicliLtken te;'. zA. in ann. /.„»»-er»- Ne jnrc pulll. I. 7 c. iz. Lret--»- ebren - ssießck I. 7 c. ^crL§exr Iiill. Srlisb. 1.; c. 15. Lcr/crr ropogr. §ucvi^- lH>su dükne I. 7 c. r. mcmor. cccl. lec. ,71.1 -.4)- srlas p. 177 tcq. mcmor. lec. 17 sll zr.num i6c>t, 1607 8-1- * Doncaster oder Duncaster/ eine grosse, schöne und woblbe- wohnte stadt in der westlichen gegend von Aorekshire in Engellanv an dem flusse Done oder Dune, und an der land-strassc zwisthcn Norck und Londen. Antoninns nennet sie Danum. Sie wird von einem Bürgermeister und gewissen Raths-Herrn regieret, und treibt einen guten Handel mit allerhand manufaeturen. Jaeobus,dcr letzte Hertzog von Monmouth, und einige andere, haben den Graftn- titul davon gcführet. An. 1712 ist der Marquis von Lindscy Her- tzog von Doncaster worden. Donchery / eine kleine stadt in der landschafft Nhctelsis, ia Champagne an der Maas,nahe bey Sedan. Dondus/ (Iacvbus) ein berühmter Kiellicur ju Padua, wurde. Aggregator ziigenakmt? weil er überaus viele receptt undartzney» Mittel zujammm gesammlet hatte. Darneben war er auch ein sonderbarer KiLtvemscicM, und erfand eine neue art von einer Uhr/ welche nicht allein die stunden,sondern auch diejahriiche bewegnng det sönnen, den täglichen lauf des Monden, die tage desselbtgen, und die jährlichen fest-tage anzeigete. Diese erfindung brachte ihm einen so grossen rühm zu Wege, daß er nachgehends den zunämen ocw tt»ro!ok-ic>, vouder Uhr,-bekam, welcher noch bis jetzo voflstitter fa- milie gcführet wird - die zu Padua in grossem ansehen lebet. Des- äleichcn erfand er auch ein Mittel, aus dem waffer des brunnens Aponi saltz zü machen. Er starb an. i z44. Sein sohn Johannes Dondüs, war gleichfalls ein berühmter fkiwloxku^, i^eäicus und -eiijrUcmLricus. Er schrieb cie Loncidus califli,-Ägri ksrrvwf Acv. und starb den 2^ sspt. an. i;8o. äs elsr. ksrsv. I. 2 c. 9 ro; ich. äs chermir. DöitelMs / (Hugo) einer her berühmtesten Rechts-geWM, war zu Cdalons an der SüoneaN. iss? gcbohren. In der fugend tractirke ihn fein i'^cepior so hart, daß er einen grossen abseyen vor den UuUiiz bekam, 'und weder durch vcrfvrechkn-noch drohworte dahin tonte gebracht werden- die schule ferner zu besuchen. Als sich aber emsmals MN Vater stellte, als üb er ihn bey Mein fchweins- hirten berdingenNolte-, entschloß er sich ins küüfftige fleißiM zu studieren. Er begriff die rechtS-gelehrsamkrir zü Tbuloufe unter Johanne Corrasso Und Arnolds Ferrerw/Änd als es ihm da Nicht recht anstund/ zü Bourges beym Barone/ DnärmouNd Bälduinö. An. ! ?; l wurde er zu Bourges lioÄvr jur L, und lehrte diese wMn- schafft an demseMgendrte nebst Drareno, HottomanNo und Cu- jacio,öb er gleich bey antritt seiner prsl-lti-n Noch nicht das s^fahr seines alters zurück geleget hatte. Hierauf lehrte er zu OtieanZ, tmd wätesüst in dem-blut-bade drrHügenottm, welches an. rs-L 'm Franckreich angestellet wurde,mit Umgekommen, >venn ihn nicht einige ScucUoi- aus Teutschland/ die ihm einen Teutschen Habit anlegten / errettet hatte», dabey er doch alle seine gedrückte und angedruckte bücherim stich lassen muste.. Nach diesem hielt er sich einige zeitzüMnf auf / vvN daünen er sich nü'chHehdelberg begab , und allda Die rechte iehrete. Nach Churfürst Friderict II tode aber gien- gen ihm die Lutheraner zu leibe,Und ob ihn gleich Churfürst Ludwig als einen so rcnommUen Jurssrett gerne behalteN hätte, nahm er doch am i>8o die voc-mo» nach Leydcn an. Nachdem er sich aber daselbst in die Leicesterischc tgeelon mit eingelassen - welche die freu heil der Holländischen Repüblic unterdrücken wolte - wurde ei genöthiget, an. i; 88 Holland wieder zu verlassen. Er kehrte alsd wieder nach Teutschland - und wurde moLNbr jüris zu Altorff, woselbst er an. v; 91 sein leben beschlossen - nachdem er 40 iaht die jur- öffentlich gelehret. Er hat unterschiedene schrifften hinterlassen,als '-rommemsr. äs jur. civil. üb. rüf Lo-naiem^ äs ^rsUcripris verdiz; äs so, ^uciä inrcrLll.Hblum llns-ulrrcm; äs verborumobligwonibus. Welches ein Meisterstück ist ; äscsvu^crsäms , Lärir. tuNii. äesLtio- vibu»; cominend.Nä tirul. VitzM äereduräudik; commenkkr» »ä ti- ilil. L. äs psät» 85 rrriizaÄioiiibus- öcc. I. 88. Nsksv. in Xnns!. sloz. ä'kuom. icksr. äccl-rr.scrffc- LLküion. Ter^-srgääik. suxslog. rr. r. L^/e. . Döneschingen/ ein kleiner ort in der alten Länd^rafschafft Baar, und heutigen Schwäbischen GrafschafftFurstmberg, allwo die Fürsten voü Fürstcnbeig HeiligenberK schon seyt geraumer zeit ihre Residenz aufgeschlagen haben. Sonstenist bekannt) daß der Ursprung der'Donml eben an diesen ort, nach der gemeinen mey- nung,gesetzct wird. Mir haben aber schon in dem art. Dona« gemeldet, wie sich det wahre und natürliche öder entfernteste Ursprung der Donau noch besser anderwerts HM verlegen lasse. ^ Dongallus/ der 67 König in Schottland, regierte so strenge, daß es seine fbldaten nicht länget ausstehet» tonten, und dahero sich zu Alpino, Achaji söhne,schlugen, und ihn nöthigten, ihr General zu Werdens Allein,nachdem derselbigeeine armee zusammen gebracht, und sich steüete,a!s ob er nach ihrem willen leben wolle- verließ er sie Unversehens, und flöhe züDongallo. Dieses machte die rebellett verzagt, Uüd bewog sie, daß sie ihn bey dem Könige als den urheber ihres aufstandes anklagten; allein da der Kvnig von dem gegentheil schon zur gnüge versichert worden, ließ er sie alle gefangen nehmen, Und die radelsführcr hinrichten. Als nach diesem Dongallus die Spey paßirte,mn die Hirten nut krieg anzugreMen,ersoffer an. 88-> im sechsten jähre seiner regierung. muor. 8-or. DHngaddus / der 42 König von Schottland, kam an. 4; r zur kröne, und war ein so wohl zum frieden als kriege geschickter Fürst. Ob er schon keine geleacnheit hatte krieg zu fuhren, so ließ er doch seine soldaten unabläßig in allerley kriegs-künsten unterrichten, damit sie im fall der noth bereit und geschickt seyn mochten. Darneben bemühete er sich, die religiöN zu reformiren, und die noch übrige Pelagianische ketzerey vollends auszurotten, wider welcheder Pabst rtos>eiiitiu8x«iLcimm zu seines Vaters Eugen« zeiten in Schottland geschickt hatte. Dieser Dallädrus wär der erste, weicher in besagtem Königreiche Bischöffe verordnete, da hingegen zuvor die dasige kirche Nur von Mönchen öder von den damaligen Predigern versehen worden. Indem nun solcher gestalt die Schottlander mit re- forinirung der reliaion beschäfftiget waren,so entgiengen sie immtt- telst dem damaligen kriegs-ftuer, welches zu derselbigen zeit fast m der gantzen Welt brannte. Zu dieses Königs zeiten florirten Patrl- cills,Servamls,Ninianus und Mungo, des Palladii schuler,die allesamt wegen ihrer wissenschafften Und Heiligkeit sehr betuhmt waren, und unter der zahl der Heiligen stehen. Dongardus machte einen Hund mit den Prcten und BritannierN wider die Sachsen, und starb an. 4; 7 im; jähre seiner regierung. .. Dongetberghe/ eine Hcrrschafft in Brabant,davon Me fami- ne, die von den Hertzogen in Brabant abstammet , an. izo; den nä- men angcnomrnen. Aus selbiger sind entsprossen Jacob, Droffart von Brabant , ein vater Philipps groß-Forstmeisters von Brabant und Mayeur von Vilvorde , Frantz Königlich - Spanischer Rath von Brabant-, welcher im vorigen tecriio sich durch seine gelehrte schrifften bekannt gemacht hat. Jacob Philipp Burgerme« ster zu Brüssel. Er hat das stamm-haüß Dongelbcrghe wiederum an sich gekaufft , und ist darauf an. rüss zu einem Baron gemacht worden. Sein bruder Carl aber erhielte an. »672 den titul und würde eines Vicvllnen ypn ZjUbeck. /e- 4^ Dvitt. Das geschlechr Doni hat seinen uksptüng von Florentz, Und hat sich eine lmie davon in Provence medLrgelWn, nachdem sich Lucas Doni an. 1478 zu Avignsn wöhnhafst gemacht. Von semem nachkommen sind die Herren von Gdults , Marquis von Bauchmn entsprossen. Octavus Doni fölgete det Königrn Eatha- rina Us Mebices in Franckreich, uüd wurde in kämmer-sachen gebraucht-. «seine söhne warm Achilles, weicher als ein Ich,sie starb; Ludovrcus -, von dem hernach; und Antonius^r.iu,z U'^ r>ck,, welcher an. iü;7 m Flandern >m 2; fahre seines alters blieb, nachdem er in Italien und an andern orten gedienet hätte. ctutSLne kränsoite. DOIssl - (Lüd-vicus) Bischoss von Riez, und hernach von Autun, wär ein söhn des gedachten Oetüvn Donss -Herrn von Attichi. Er begab sich in den ordcn der Minimen,darinnen er durch seine meriren die vornehmsten stellen erhielte. Der König Ludovicus XIII gabihm an. rSaZ das Nißthum zu Riez, und an. Iv;2 erhielte er das zu Antun. Er starb ums fahr 1668, Und hlnterileß verfchtcdene wercke , als buigo!-« ös8)vijni,nss>. as 8. L. -L. LsMiast! dur > öcc. LEeL. Vikar. eccl. <ÜLÜi». Ücc. Doni / (Latmüs) ein Jtäliamscher Poet, gebürtig vsn Rom, -War ein mensch von sehr übelek leides-gestalt , und von einer unordentlichen aufsührung,dabey aber von grossem verstaNde-welchen ee in seine« schrifften, die et so wohl in Lateinischer als Jtaliänischet spräche hinterlassen-, an Den tag geleget. Von seinen Poesien ist nichts als einige zerstreuete stücke vorhanden, und durch seine saky- rifche art hat er viele verdrüßlichkeit gemacht. xins. corb. Doni- (Ant. Franciscus) war vön Flörentz gebürtig - Und eiS Mitglied der Lc-ismie her ?ereZnn,. in der er den namea Bizarrö führte. Er hat vieles geschrieben- daraus man siehet, daß ersowol in der Poesie als in pro,'» von gantz sonderbarm inoentionen gewe- im. An. i;47, da er ohNgesthr z; fahr alt gewesen - hat er sich zu Venedig niedergelassen , und ist daselbst an. sept. gestorben. . Donfon-' (Godofredus äs) dereilfste Grbß-meisterDesvtdeUs 8. Johannis von Jerusalem, dessen convent damals zu Ptolemais oder 8. i S1II äXcre war. Er wär ein Franzose, und wurde an. 1192 erwählet, regierte aber Nur 2 fahr. Mch dem tode Guivonis von Lnsiguan , Königs von Cybern, würde ee nebst den: Groß-me,ster der Tmrpel-Hertcn ernenüet,die wemgen örter, so die Christen noch von dem Königreich Jerusalem inne hätten-zu beschützen. Erstarb an. 1194. 'bo/ro blüoir. Ue i'orUre ck 8 . cic Hrut-i.-lu. ^irivilsßs Ue l'oEe. Dönketon / siehe Dünckton. Donnezün/ist eiü ländleinUeben der Krafschäsit Folr in öber- Languedve gelegen. Es wäre vor altem eine fondervahre herr- schasit, welche KöNig Peter u von Atragönicn de-n Grafen zu Foix Rayiüunbo Rogerio geKhcnckct, aber König Heinrich iv in Franckreich und Navarra der Krön einvetltibct hat. Es sind 9 ,e ist» «e /<» bioav- Lc-icr. äs I, hrsuce. Tom. 4. pag. ,iS. * Donne/ (Johü,) eiü Englischer nueoinguz unter der regierung kacodi I von Londcn gebürtig, warauftrzogeu zü Okfort in ier vina, darein er als commenüUi in dem 11 fahr seines alters ist Ufgenommen worden an. i; 84. Drey jähr hernach zog er auf die lniversität Cambridge; da er auch für etwas zeit den stimm ob- MgeN, biß er sich in Lincolns Jnn begeben, und allda dem um,» uris ^uwcipNis abgewartet, doch so daß er auch das Luckum 8» -ksoloZ.L fleißig tractirte. Als er hierauf eine reiß m die ftemde -orgenommen/und nach etwas zeit wieder zu hauß ankam,wurde et on dem Groß-cankler Egerton zu einem 8ccrs^-,o aligeNommem Weiler ein mann war von sehr lustigem Uumor und sinnreicher >y-- snnon. war er in compagnien sehr angenehm; daher er auch die omödim fleißig besuchte, viel iogeo/ois verö machte, üno dem rauenzintiner artig wüste aufzuwarten, doch alsts rtt fchranckcn er ehrbarkeir. Da aberKöttigIambus von dessenttesrchen ge- nüths-gaabeu viel gehöret, brachte er ihn dahin, da« er sich gantz- ch dem geistlichen stand widmete,dre orä.oss annahm, Königlicher Ulan, und heil. Schrifft t--üf-sso-zu Cambridge, uttd endlich v°- ^,i>- der kirchen of 8. Paul zu Sonden wurde, da er auch Nicht nur Ür einen sehr artigen uüd gelehrten mann /sondern einen der ftir- lebmstm Predigern seiner zeit gehalten wurde. Er starb den leisten Uart. an. 16; i,und ward rn ferner kirch of8. Paul begraben. Hat usaeaebeü neben allerhand predigten: nlmso , oder , daß naü die Papisten zu dem Eyd der treue- anhalten könne. Of Zelfsmürder i da er behauptet, der selbst-mord sey in gewissen faltn keine fund«. Devotion, »Lpa «merZevr occMsilrj»nätev«r!s6cI-n!R cl-ÄrsÄeritw. rskicuIusLplgramm. Istin. Ignsrius bis Conci-vcist ein Satyra Wider Lojolamunddie Jesuiten, ^uvenliis vr cercain psrLlloxcs» Problemes 6cc. ^ Donzellinus / (Hicronymus) ein gelehrter Italiänischer me. äicus von Orzi nuovi im Brescianischen gebürtig / pracncirte zu Brescia eine zeitlang, schrieb aber vor Josephum Valdagne wieder Vincentium Calzavaglia, die auch beyderseits .--cW, m Bresem waren, mit solcher hefftigkeit,, daß er und Valdagne d,e stadt rau- nien musten. Donzellinus rekirirte sich nach Venedig / und practi- cirte mit guteni fortgang, biß er endlich das lasier beleidigter göttlicher und menschlicher Majestät begieng, da das urtheil mit sich brachte / daß er solle ersänffet werden. Dieses ist an. izüo gefche- Ek Latenum cls und 8 oräciones übersetzet / auch contiii-l > und epikolas mcUicss geschrieben. Man legt ihm auch bey laier. Ooi-ceilini remelliuin terenci>rrum injuriLrum s.cle comprlcenci-i irs; allein diestr NMNet sich aufdAN titlll Vero- n-nlem, da unser Donzellinus unstreitig tzrixienll-gewesen.-6^- Dsnzi/ eine kleine stadt,am fl»sse Noaym,in der landschafft Ni- vernois. Das umliegende gebieth heist Donziois , fuhrt den.titul eines Hertzogthums, und ist dein Hause Mazarini Maneim gehörig. Dornt/ lat.orLrmium, eine kleine stadt in Franckreich in der Provintz Marche. Sie liegt an dem kleinen fluß Seve,r meilen von Belac gegen den gräntzcn von Poitou. Dorchester/ lat. Om-celtn- oderO»rnov--rlls. der vornehmste ort in Dvrsctshire, lieget auf der südlichen feite des flusses Frome, 4 meilen von berste, und muß vor diesem einengrouen umfang gehabt haben, wie aus den noch bis ietzo daselbst bcstiidllchen zeichen der alten maurcn und graben kan geschlossen ivcrdcn. Allein die Dänen haben ihn so übel zugerichtet, daß er noch nie seine vorige schönheit und reichthum wiederum hat erlangen können. Diese stadt bestehet aus drey schönen straffen,und eben so viel kirchspielcn. Das Maiden-castcl oder Jungfrauen-schloß, welches vor zcitcn der Römer sommcr-lager gewesen seyn soll,da ihre garnisoncn die grän- tzen dieses Königreichs beschützet, lieget ohngeschr z oo schritte von der stadt südwärts, begreifst über > morgen landes in sich, und ist schritte üderdcn benachbarten gründ erhoben worden. Die stadtist sonderlich wegen des Marggraftn-tituls berühmt, welchen vor diesem Lenricus Pierpoinl davon führete, als er von König Carolo I an. 164^ zum Maggrafen von Dorchester ernennet worden; desgleichen wegen des Grafen-tituls,welchen Catharina Sidlen durch den König Jaeobum 11 davon bekommen. Siehe pierpoinl. Dorchester / lat. oivi»;v»rci,>iL, Aue kleine stadt in der Englischen provintz Orfordshirc, nicht weit von der gegend, wo die r fiüsie Tame und Isis sich mit einander vereinigen. Vor alters ist es eine Kanon der Römer, gewesen, welches man aus den Römischen müutzen, so gar häupig daselbst ausgegrasten werden, bcwcistt. Nach diesem hat Birinus, weicher ein Apostel der West-Sachsen gcncnnel wird, als er den West-Sächsischen König Cmigilsum gemufft , mit desselben, und des Northumbristhcn Königs Oswalbi, erlaubniß, einen Bischöflichen sitz allhier aufgerichtet, welcher auch 460 jghr beständig daselbst gewestn, biß endlich derselbe in dem 11 seculo, unter Wilhelmi des erobcrcrs regierung, nach Lincoln verlegt worden. Von selbiger zeit an ist dieser orl gar sihr in abnehmen gekommen, und von dem ehemaligen ansehen fast nichts, als die ruinen übrig geblieben. vri»nn. p. ,64. Dordoczne / lat. vuramus, An ffuß in Franckreich, welcher in Auvcrgne entspringet, und von 2 stächen entstehet, davon der eine Dor, der andere Äogne gcnenuet wird, die sich mit einander vereinigen. Sie benetzet die grmitzcn von Limosiu, allwo sie Hacker hauds die Sernc empfangt,und besser unden die Scrre,lauffet hernach neben Sarlal vorbey (da sich lincker hands die Sev und uuder !Z. Ey- prian die Vezcre hinein scnckt) aufBergcrac, da eine brück dar,wer geht; von dar geht sie neben Castillon durch aufLibournc und nimt da die Isle zu sich, wornach sie bey Bcc VAiubez in die Garvuue fiiesset. Den m-und ablauffdcs meers gcspührt man in diesem fluß aus die 2; meilen biß gen Castillon hinauf. gctA. llum. 6^11. * Dordrecht/ oder Dortrecht/ lat. vor^cum, Ane stadt in der Provintz Holland, ist ein sehr alter ork, hat das erste vocum unter den Staaten von Holland, und lieget auf einer insul, so durch die Maaß und den so genannten BiesboS fonnirct wird, 6 meilen von Leyden und ; von Rotterdam, c^ic ist sehr wohl gc- bauct und reich, und hatte sonst gantz allcine das müntz - recht, welches pnvillgium aniclzo west-Frießland zugleich geniessct. Vor alters hatten die Grafen von Holland allhier ihre residcutz, und war allda zugleich die Niederlage aller Waaren, so aus dem lande eschafft wurden, da hingegen anietzo diese stadt nur die Niederlage er Rheinischen weine hat. Au. 1421 wurde sie durch eine wasser- fiulh von dem vestcn lande abgesondert, welche über 70 dörffcr oder schlosser, und in die 100000 menschen überichwemmete. An. -zog. belagerte der Hcrtzog von Trabant diesen ort vergebens. An. 1 z64 wurde durch Albertum von Bayern, Grafen von.Holland, allhier eine c»iicZi3>.kirche aufgerichtet. An. m-L wurdc dnselbst der berühmte »srinii-i-ivnoUus gehalten, um die streitigkeiten zwischen den Gomaristcn oder Rcmonstranten, und dcn Remon- srrantcn oder Arminiancrn, von der ewigen gnaden - wabl und göttlichen Vorsehung zu entscheiden. gollr. ncig. Lox- Nie---,-. ttaU-ng. L',7k7. ropogs. circuli lliirgunciici. Dortrcchtischer fsinodus / ist einer der berühmtesten kvno-l--. rum. welche mden neuern zeileu sind gehalten worden. Liege- legenheitdarzu war der bekannte streit/ der sich im ansang des-/ dor secuii zwischen Jacobs Arminio und Francisco Gomaro erhoben hat. ZAm haue man ohne dem zu derselben zeit lange keinen ss- nLkionstem in den vereinigten Niederlanden gehauen/ daher man um so viel eher auf dieses Mittel siel / ietzterwehme streitigkeiten zu untersuchen. Es funden sich Zwar unterschiedene schwurlgkeiken / welche diesen schluß hemmeten/ dennoch wurde endlich an. iüo6 abgeredet / daß nach 2 iahren dergleichen ss- nnclus nstivnsUs solle berussen werden. Wiewohl man dennoch zuletst wegen den eonditionen nicht einig werden konnte» dahero dieses werck wiederum in stecken gerreth. Nachdem aber die streitigkeiten sich vermehrten / und so wohl Jacobusl, König in Enaeland / als auch der Printz Mauritius auf einen ssno. Uum/als vas beste Mittel / diese streitigkeiten zu heben / hefflig drungen / ward endlich den 1 c nov. an. 16-7 in der Versammlung der General-Staaten beschlossen / daß zu Dordrecht indem nächst» folgendenjahredergleichen ssuoc!us»Lcio»2>,-solle gehalten werden. Zu diesem „unwurden nebstden einheimischen auch ausländische ineoioZi von der Reformierten religion eingeladen / wie denn aus Engeland / aus der Waltz / Hessen / Schweiß / Wetke- rau / von Genff/ Bremen und Emden unterschiedene dahin gcschi» ckct wurden. Aus Franckreich aber kam keiner von den der Reformierten lehre / weil der König Ludovieus XI 11 > den Rcmonstranten geneigt war / oder welches noch weit gläublicher/ nicht wünschte / daß seine reformierten Unterthanen mit ihren qlau- bensgeuossenaussen landes viele gemeinschafft haben sollten/und daher denen sinnigen auf diesen ssn-Mum zu ziehen nicht verstatten wolle / wiewohl dennoch nachgehends die Reformierten in Franck- reich die K-rMui.-,-- O..rNr.--cc»L,r> angenommen. Der Churfürst von Brandenburg schickte gleichfalls seine ii-comZos nicht dahin/und entschuldigte sich deswegen in einem brtcffe. An. -s-g wurde der ansang gemacht / und den nov. die erste Kiuon gehalten. Dev urL,-. ä„f diesem lv noäo war der berühmte Johannes Vogerman« nus/ P-rstor der kirchc zu Leuwarden / ein sonderbarer freund des Grasen Wilhelmi Ludovici / oouvc--ne„r- ,n Arießland/weicher den Rcmonstranten sehr feind war / und diesen Bogermanuum bey dcm PrintzenMaiiritiy so krafftig recommendicrse/ daß der- sclbc ihm zu ietztgedachter ehre verhalff. Im übrigen wurden auf diesem gehalten / woraufsich dcrsiibige dm? may an. i 6 iy gecndiget.Die vornehmsten stücke / so daraüf abgehandelt wurden/waren von einer neuen übersitzungdecbibelzvon einererbaulichenarlzu catechisiren ; vontauffung derhcyduischcn linder; von abschaffunq der mißbrauche der buchtruckerey / und dergleichen.Die Haupt-sache aber betraf die Nemonstranten/und liess es endlich da hinaus/daß die 5 artieul der Nemonstrantcu verdammet/und die cc«„ti:Uio samt dem Heideldergischeu catechisino / deren Untersuchung und besserung die Nemonstranten begehret / vorgut crkanntnnd bestätiget wurden.Jni übrigen pflegten sich die Nemonstranten über diesen sehr zu beklagen/ und gaben vor/ daß man sehr ungükig undwieder alle billigkett auf demselben wider sie verfahren. Man hatte auf dem .»> von ihrer parthey nur etliche wenige zugelassen/und nicht die geschicktesten unter ilmen/auch nicht zu ihrer vollständigen Verantwortung/ sondern nur eintzeln / und zwar als bcklagleund schon vorausvcr- dammtc Personen. Sie waren zwar auf gegebene sichcrheit nach Dordrcchtyekommen/abcr so fort wieder geschehene zusage 7 gantze monat mit hartem arrest belegt worden / daß auch nicht einmal ein bruder mit seinerschwester/oder ein vatermit seinem söhn hakte rc- deu dörffcn. Der Präsident Boqermann wäre ihr geschworner feind gewesen/und hätte asses zu ihrer unterdruckung angerichtet. Die tc-ibL-und -lÄuz-ii waren gleiches schlages/ und der Remon- strauten groste seindcgewescu.Festus Homius sey nicht aufrichtig mildes Lrelcatiiund Episeopii schrifften umgegangen.Hleichcr- weife hatte auch Damman i>> ssnoa.s vcttc»,; und.-r-m»:,»><,»,; falsche Zök.i gemacht / und so waren sie auch mit den dieses ss->o-i> umgegangeu. Dcr Secrctarius Heinsius / welcher die präfation solle aufgesetzt haben / wäre gleichfalls den Remonstranten nicht genciqtgcwcsitt.^lifondcrhcit beklagten sie stch/daß man nach dem gar hart mit ihnen verfahren/ und sie ihrerämter entfettet / wieder gegebene sichcrheit ins gcfängniß geworffen/oder des laüdes verwiesen/ia/eiutge gar an leib und leben angegriffen habe.-rk» Lllcripra vorllrsccn.i minittrvr. ; ssiiulluz llrsccnL; llillnrie cics Oorrrcckr. kvnolli; cpikolL rkeol. öc ccclcll Leinonttr. - c. >4, p. za/L tcq. //sc. kiitk. ccclcll p. -8 llunc toc. <7.in mcm. ccc!, lec. 17.1. r p. 46lÜc alitzi; ^7-ro/7in lle- Icckxcr-lliN. ?. 21,16 c. 4 §. 4 p- 4V- inllig. vit. Liinon. Lpilcop. p. 120 , ir. 14:6^4^. Doreus/(Petrus) vnLkor von Paris, ein Dominicauer- Münch, lebte in dem -6 seculo. Er war von Orlcaus gebürtig, wurde 1-rotcNor ri,eo!ogi.i: . und schrieb einige tractatc, als da sind: smi-Olvinus ; vllkurisiln->gn; tpcs tecnra, öcc. in apps- rat./^ siebte? Mb!, krsncoitc. bibl. Netz. Dorffcit / ein Bayerisches land-unb pffeg-gcricht im Bißtbum Frcyfing an der Jscr zwischen Au und Erdingen gelegen, ^„c- 8^7-7». PLA. . Dorheim/ ein wohl verwahrtes schloß ohnweit Gelnhaustu m dcrWettcrau, den Reichs-freycn von Holtzhausen zugehörig, stund,ehedcssen den Weisen von Fauerbach zu. Als aber Ebcrbard Weiß von Fauerbach, der letzte seines geschlechts au. -^-8 mit tobe abgieng, wurde es von Kayser Ferdinand» I durch urtbril den Raum von Holtzhausen zuerkannt, weil sie eine Fauerbachisihe mutler hatten. Allein da an. -üo? Jost Rau von Holtzhausen ohne Ander abgieng , gab Leopold Freyherr von Stralendorff, Reichs- dor 'ki-e-EanÄK das lehn als verledigt an, und bekam solches von dem Kayser Rudolpho llgeschmckt. Es fanden sich aber noch andere Rauen von Holtzhansen, welche des letztcrn nahe erben waren/ und dieser halben am Kayserl. Hofe wider den von Stralendorff klage führten, da denn die Burg dem Grafen Philippo von Hanau in Kc,u-Nrum gegeben wurde. Hieraufist die fache dahin verglichen worden, daß die Rauen von Holtzhansen die bürg von denen von Strablendorffals ein affter-lehen empfangen, biß endlich der von Strahlendorff solches affter-lehen besage eines voin Kayser Leopolds an. 1664 denen von Holtzhansen darüber ertheilten lehn - brieffs beym N. L. p»ri. lpcc. conr. z. skrti. 7. sbk. torrlt r. n. 67. wieder aufgegeben. keitti. von ttclleii ,6r. Doria/ siehe DOW'. Doria/ ein altes edles geschlecht zu Genua, welches heutiges iages den titul der Hertzoge von Tursis und Fürsten von Meist führet. Andreas Doria, welcher an. nsslebte, heyrathete die rochier Barrisvnis, Königs von Sardinien, den andere einen König und Richter von Arborea nennen. Hilarius vermählte sich an. i;97 mit einer tochter Immanuelis des Griechischen Kayfers. In dem 16 seeulo vermehrete Andreas Doria gar sehr den rühm seines Hauses, von welchem hernach. Philippus, oder Philipvinus schlug an. 1528 die schiffs-flotte der Spanier vor Neapolis. Jcan- netiuus wurde in seiner lügend schlecht erzogen, indem er in seinen ersten jähren seidene zeuge würcken muste, weil aber Andreas, seines vatcrs Thoma Vetter, keine linder hatte, so entschloß er sich, diesen Jeannetin, als den nächsten ««verwandten, zum erben nicht allein seiner guter, sondern auch seines grossen ansehens zu machen, gab ihm derohalben das Cvmando über 20 Galeren.Jean- nctin war so glücklich, daß er den berühmten see-räuber Twagut mit iz galeren gefangen bekam. Erwürbe aber an. 1547, als die Fieschi zu Genua ihre conjuration ausübten, umgebracht, dann als er nach entstandenem lermen in dem port sich eingebildet, es Ware bloß ein tumult und gezänck unter den boots-leuthen, und nur mit 2 bedienten, deren einer eine sacke! trüge, an das thor käme, so nach dem port gienge, wäre diese schon von denen Fieschischen besetzt, welche ihme aufvernemmung seines namens, dene er in der mevnung, es wäre die ordinärst - wacht, mit lauter stimme zu erkennen gäbe, zwarsogleicheinkleineslhüriein geöffnet/ aber als er kaum mit dem halben leib hindurch wäre, ihne mit vielen schüft sen und stichen getödtet haben. Sein söhn Johannes Andreas, wurde unter der aufsicht gedachten seines Vetters Andrea cwferzo- gen, welcher ihn zum erben einsetzte, dadurch er denn Fürstzu Melfi wurde. Er commandirtc an. i;6odie Spanische armee vor Tripoli, diente hernach bey verschiedenen begebenheiten, und unter andern an. 1 ? 64 ankder insul Corsica. An. 1; 70 commandir- te er die Spanische schiffs - armade, welche der insul Cypern zum succurs wider die Türcken geschickt wurde. Weil er aber sich mit willen lange aufgehalten, verursachte die ausbleibung dieses suc- curfts, daß diese insiil verlohrcn gicng. Das folgende iahr begieng er einen grossen fehler bey der Macht vor Lcpanto, indem er, wie er hernach vorgab, in ersehuug, daß ein theil der Türckischen ihme entgegen gesetzten schiffen zwischen ihme und dem lande vorbey streichen wollen, stnn so wohl seinem flügel, als der übrigen flotten in den rücken zu kommen, auch zurück wieche, oder sich wenigstens also umdrehete, daß er diesem feindlichen flügel immer dtespitzebo- te; Aber eben dadurch risse er sich von der übrigen Christlichen Macht-ordnung ab, machte bey vielen das ansehen, als gienge er schon aufdie flucht loß, und gäbe eben den Turcken gelegenheit, weil nun die Macht-ordnung nicht mehr recht geschlossen wäre, sie desto hefftiger anzufallen und einzudringen. Jedoch die tapfferkeit der übrigen Christlichen see-leuthen, und nicht weniger eine sogleich darauferfolgte windstille waren ursach, daß diß allcszuletzt den Turcken mehr schaden,als nutzen brachte.Er starb an. 1606 ,und hinterließ 2 söhne: 1 )Jmloccntium Dbriam, so an. 1642 als Cardinal verstorben. 2)Andceam,so dieFürstlichelinie zu Melfi fortgepflantzt. Seine Ander waren-) Fabricius Doria Hertzog zu Ävigliano , tz) Constantina, des Fürsten Joh. Andrea zu Ävella gemahlin, -) Johann Andreas, welcher init seiner gemahlin, des letztem Fürsten zu Val >ti Taro tochter, selbiges Fürstenthum gcerbet, und an. 2S44 in Sardinien verstorben, dessen enckel gleiches namens Fürst zu Melfi, hielt bey dem Spanischen successions-kriegedie Frantzö- sischeparthey, und wurde deßwegen au. 1710 zu Mavland durch ein öffentliches vor einen rebellen und Majestät-schänder erklärt, auch amr seinergüter im Meyländischen beraubet. Seine söhne sind: 2) Andreas, Marggraf zu Torriglia - gebohren an. 1674, welcher in dem Spanischen successions-kriege die parthey des Hauses Oesterreich angenommen, dahingegen sich sein Vater auf die Französische feite gewendet; b) Camillus geb. 1680. Obge- dachter Johann Andreas hinterließ Caroliim, welcher Fürst zu Avello und Hertzog zu Tursis wurde, und an. 1649 verstarb. Sein urenckel Johannes Andreas § Hertzog zu Tursis hat in dem Spanischen successions-kriege beständig die Frantzöfische parthey gehalten, weßwegen Carolus III seine güter im Neapolitanischen ünd Mayländischen eingezogen. Er commandirtc etliche Neapolitanische galeren im Mittelländischen meer, und hatte an. 1710 einen anschlaa aufdie insul Sardinien, selbige unter Philippi both- mäfsigkeit zu bringen, musten sich aber mit grossem verlurst wieder nach Genua zurückziehen. Es hat auch diß geschlecht noch viel andere grosse Generals und einige Hertzoge von Genua hervor gebracht. Anwuchs war ein berühmter General unter Carolo V> und gab an. 1; 71 eine Historieheraus, unter dein titul: comp-n- «da 6e!Ie coic lli tus mcmor>,i occorkc 2! rrionllo ncl tempa tzeü'imxersrvre Lsrio V- ^scobus» welcher an, 1270 lebte, war dor 85 einer von den 4. bürgern, welche eine Historie von der Republic Genua zuschreiben ernennet worden. Perceval und Simon lebten gleichfalls im 1; secnlv, andem Hofe Carvli I Königs von Ncapo- lis. Der erste war ein pkiiwöpkus und Provincialischer Poet; er stund sehr wohl bey der Konigin Beatrix, würd UoaML zu Zwi- gnon und Arles, und starb zu Neapolis an. 1276. vir» ^n6rcLl)oriL; üc gchiWrsm Lnnrier Lcnu. kikor. vü. provinciLl. icrikc. L KLö». genca!. rab. conAiurr clst coms Qio. kieiHiL. Doria / (Andreas) einer von den berühmtesten see-Capitamen im 16 seeulo, welcher von dem Könige in Franckreich Francisco I um das jähr 1524 zum General über die Frankösische galeeren gemacht wurde, und währender zeit bald die Pabstlichm, bald die Frantzosischcn flotten gegen den Kayser commandirtc. Allein an. izr8 setzte er von der cron Franckreich ab, weilen, als kurtz vorher stin vetter Philippmus Doria die L-panische flotte geschlagen, lind under andern vornehmen Herren den Marchesc Guasto und Oc- taviuuiColumnä gesiuigen,beyden aber versprochen hatte,sie nicht in der Frantzosen Hände zu lieferen, sondern nach empfangener gewissen rantzion loszulassen , solches Franciscus keineswegs gestatten wolle, und diese gefangene mit grosser hefftigkeit abforderte; den Printzen von Oranien aber ihme gar weggenommen und freygelaft sen, ohne daß Doria einige rantzion für Lene empfangen. Der sold für ihne und feine Galeeren wäre ihme auch seit einiger zeit schlecht bezahlet worden. Aber an; meisten schmertzte den Doria, daß ihme dieser Konig das oauvernsmem über die ftadt Genua aufzutragen, und deroselben zugleich Savona abzuwetten weigerte; wozu man doch ihme Hoffnung gemacht hatte. So bald er dann in Caroli V dienste Übergängen, ruinierte er die Frantzösische galeere vorNeapo- lis,und trüge das meiste dazu bey, daß vieso lange und für Francisei armee so schädliche belägerung dieser stadt unfruchtbar mußte aufgehoben werden. Bald hernach nähme er auch Savona weg. Und, welches ihme zu seinem allcrgrösien rühm gereichen solle, als er sich ohne sonderbare mühe, wenigst für eine zeit lang, in seinem Vaterland Svuvci-gin machen konte, brachte er selbigem im gegentheil die alte frcvheit zuwege, und richtete die regierung der Republic also ein, daß auch die Edelleute zu dem höchsten obrigkeitlichen amte gelangen kunten,wovon sie vorhcro ausgeschlossen waren-Weil er aber zugleich die gemeinen oder bürgerliche geschlechtere ziemlich niederdrückte , erneuerte dieses den haß zwischen beyden factionen, und gäbe denen, welche unruh anstissten wollen, eine erwünschte gelegenheit an die Hand. Johan Ludwig Fieschi, Graf von Laragna, wäre sehr begierig, sich deren zu bedienen, spönne die bekannte zrz- sammenschworung an, welche allem ansehen nach dem hauß Doria den undergang gebracht hätte, wo nicht er der anstiffter Mst, eben da alles am besten für ihne schiene zu gerathen, durch einen unver- sehencn zufahl ums leben kornmen wäre. (siehe den articnl Fieschi) Allein dieser tod befreyete auf einmal unseren Doria, ohne dass es ihne grosse mühe oder kämpf gekostet, von aller gefahr, und fein gemalt wurde nur noch mehr dadurch beseitiget. Sonsten liesse er noch bey vielen geleqenheitcu feine sonderbare tapfferkeit sehen; sonderlich hat er, da er Admiral der Spanischen flotte war, den Barbarossa zurück getrieben, Coron in Mvrea erobert, auch sich bey den, zug vor Gouletta, Tunis und bey andern gelegenheiten befunden. Am 1 2 aber verließ ihn das glück. Denn Dragut Rais, General der Corsaren, überrumpelte ihn zwischen den insuln Pcmza und Jschia, da er es am wenigsten gedachte, und weilen der Dragutes vitt stärcker wäre an schiffen, so zwang er den Dorias, die flucht zu nehmen , da er ihn mit seinen leichten schissen verfolgete, und ihm verschiedene schiffe wegnahm. Jedoch giebt Sigonius der fach eine solche gestalt, daß Doria so wenig in ansehung des wegcs,welchen er genommen, und der ihne gleichsam dein viel stärkeren ftinde in die Hände gclieftret, als wegen der bey aufstossung des feindes erfolgten flucht und verlurst ver am schlechtsten besegelten oder vielmehr bcru- betten galeeren einige schuld zu haben scheinet. An. i;;q, eroberte Doria Sansiotenzo in der insulCorsica, und verjagte die Frantzostm Als er nun sehr alt worden, und au krassten abgenommen, begab er sich in seinen schönen pallast, den er in einer Vorstadt zu Genua bauen lassen, und starb daselbst an. i;60 im 9z jähre seines alters ohne lcibcs-erben. Er hat das Fürstenthum Melsi im Neapolitanischen an sein Haus gebracht. Im übrigen giebt man ihm schuld, daß er wenigst gegen denen, von welchen er sich sonderbar beleydiget zu seyn achtete, sehr grausam gewesen; dessen ein muster seyn mag, daß als ihme viele jähr nach der Fieschischen zusammmschwörüng Othobon Fieschi ein druder des Giov. Luigi in die Hände gelieftrek worden, er dene ohne gnade in einen sack einnähen, und ins meer werffen lassen; welche straffe vermalen die Romer nur an vater-und muter-mörderen auszuüben pflegten. NFE--'- >-> sjus vira. 77-»-!». A--. * Doria / (Hieronymus) ein Cardinal, war von Genua. Er führte anfangs den titul eines Grasen von Crcmoliu, und leistete unter diesem namen der Republic grosse dienste, welche ihn an. an Julium II nach Rom schickte. Nachgehends hatte er noch andere wichtige bediemmgen. Man ernenncte ihn auch mit unter den zwölffen, welche die alte regiments-form bey der Republic einführen solten. Als er aber seine frau verlohren, beschloß er, sich in den geistlichen stand zu begeben, mit der Hoffnung, den Cardinais-Hut zu erhalten, weichen ihm auch Andreas Doria an. bey Elemente VII verschaffte. Dafür erwies er seine danckbarkeit in unterschiedlichen gelegenheiten, und sonderlich an. i?4f in wahrender conjur^wn der Fieschi. Er erhielt Hierauf das Bifchoffthum zu Nebbi, hernach das zu Jacca und Huefca, und endlich das Ertz- Bißthum zu Tarraeona. Er starb zu Genua im mertz an. 15 ;8. L; 86 dor in elog. ÄF0», in vit. ^Nilr. voriL. r^l>el. IkLl. llicr. Or«-/,- >"r«ö. ö» L!uc. ?ok. * Doris / eine alte landschafft in der Griechischen Provintz Achaia, so anietzo, wie einige berichten, vL> ge igv^ gencnnet wird. Vor zelten ivaren darinnen die städtc Liläa, Ervnäa, Bo- ium, Cytinum, rc. Der namc dieser landschafft wurde auch einer andern in klcin.Asien gegeben - die ein theil von Carlen war, und Haliearnassus zur Haupt - stadt hatte. Die Dorische mund - art - so einer von den 4 berühmten cü^ieLtib unter den Griechen war - wurde von den Laccdämoniern und Argivcrern, und nachgehcuds auch in Epiro, Lvdia, Licilicn, Creca und Rbodis gebraucht. Archimedes, Tbeocritns undPindarus haben darinnen geschrieben. heisset iin Griechischen so viel als eine gäbe oder ge- schemke; daher kam das sprüch-wort: vo-ic- ; bey dem Aristophane, wodurch dieielligel, verstanden wurden, welche versc um den lohn machten. 1, ,o. 1.; c. u Lc> Doris / eine meer- Nymphe, eine tochter des Oceani und der Thetis, welche, nachdem sie mit ihrem brudet Mreo verheyrathet ivorden, eine grosse menge der Nymphen, welche Nckeides genen- net werden, zur welt gebracht, Doriscuni / ein ort in Thraeien, bey deme fferres seine trouppen nach dem platz des crdrcichs, den sie einnahmen, ausrechnete, oder vielmehr recht nach dem buchstaben, Masse, weil er sie sonst wegen der grossen menge nicht zählen kunte. Der einge- schrenckte ort sollte inst 10000 mann halten, und also liesse Terrcs ,mmcr neue völeker hinein marsthircn, bis niemand mehr übrig wäre, dadurch wüste er, wie viclmal 10000 mann in stiuer ar- mee waren. ?/,». I. c n. or«l. !. z r. r. I. >8 c»- 6 . öc I. ;l c. q- ^ Dorlaudus / (Petrus) mia-- der Carrhüuscr von Zeelhem - nahe bey Diest in dem Bißthum Lüttich, ist so wohl wegen seiner lügend, als wegen seiner schrifftcn berühmt. Er verfertigte eine Chrönick von seinem ordcn, welche Petreius vermehret hat z anbey eine grosse anzahl von andern leben der heiligen und geistlichen tractaten. Er starb den 21 aug. an. 1507, ini -; 8 sten fahre seines alters. in yivliocl,. ill ücr. bitzl. ke>§!cr. in auÄario, öcc. Dormans / ein flecken in Champagne / oder nach etlicher Meinung tn der I-Ie vi-gncc an der Marne zwischen Epernay und cbLke»u ssbicr^ /davon eine berühmte familst in Franckreich den namen führet. Johanne- Dormans / nrocureu. im Parlamente zu Paris / lebte an. M47/ und hatte unter andern kindern 1) Jo- hanncm / einen Cardinal / davon hernach. 2) Wilhelmum / Cantz- lcr von Franckreich / welcherihin folgte / derselbe war anfangs ad- vocat-General lin Parlamente zu Paris / und hernach an. m/t Cantzlerin Franckreich. Er starb den 11 juliian-m?; / verschiedene kinder hinterlassend/ darunter Miles -l-Dormans/ an.iz/i dor Prasidcme in der rechen-kammer zu Paris / hierauf DischoffM Antzers/ alsdann zu Layeux und endlich zu Le^uvals gewesen. An«. 1 88 ° wurde er Cantzler in Franckreich; gab aber diese stelle in dem folgenden jähre wieder auf / und starb an. i; 87. ^ bill. cies conleil, tulloir. ciL- MLlrres Ue reeller, ücc. Dormans / (Johannes äs )Cardinal und Dischoff zu eesu- > Canyler von Franckreich /brachte sich durch feine meriten und wlffenschafften dergestalt empor / daß / daer anfangs nur Advocat rm Parlamente zu Paus war / ihn Carolus von Franckreich/ Dauphin von v-cnnois und Hertzog von Notmandie / zum Cantzler von Ntzrmandie machte / ihm auch das Bißthum von r-->u- v^is verschaffte. Nachgehends / als er unter dem namen Caroii V Kontg wurde / gab er ihm das Cantzler-amt von Franckreich / und Urbanus V machte ihn »in sept. an. 1; 68 zum Cardinal. Ewige zeit hernach gab er das Cantzler-amt auf/welches der Köniz seinem brnder Wlihelmo gab. Gregorius XI ernennte ihn zum ist- guten / an dem srrcden zwischen dem KönigeCarolo V und dc« Konrgc tn Engeland Eduards IIIzu arbeiten. Er fundierte zu Paris an. !Z7c>das coUegmni Ue OormL»;, und starb den7 nvv. am 1 in Lrcgvr. cncmoir. äc U-r^nvLis. MsLv-r LzN-, zrur^i. OLlIiz. Dormer/ (Lords) in Engelland. An. N44 ÄlasiKe der Ritter Robert Dörmcr daS gut Menge in Buckshire z welches ehcniahls zu der Abte» von Aldans gehöret. Von Johanna Newdigate hinterließ derselbe Wilhelmum, welcher bey der krv- nung der Königin Maria Ritter des Bades ward, und sich zweimal vcrheyratdete: (1) mit Maria, einer tochter des Ritters Wilhelm Sidney, die ihm nur eine tochter, Johanüam, nachmahls eine gemahlm des Dcvtzogs voü Feria in Spanicn^Zebahr j (2) mit Dorothea, einer tochter Antonii Catesby von Whision- dir ihm 4 kinder gebahr: (1) Robertum, von dem unten. (2) Cathärinam, verheyrathet an Iohannem, Lord 8 . John von Bletsho; (;) Mariam, verheyrathet an Antonillm, vice-Gkastü Montaguc; (4) Margarethain, verheyrathet an den Ritter Heinrich Consiable. Der söhn, Robert, ward den 10 jun. an.iSi szuni Baronet, und bald darauf, mir dem tituleines Lords Dormer von Menge, zum Pair von Engelland gemacht. Mit seiner gemahlm Elisabeth, einer tochter Antonii, vice. Grafen Montague, zeugst er 9 kinder, worunter sich ; söhne befanden, nemlich Wilhclmus- Antonüis tind Robertus, welche so viele absonderliche Innen ge- stisstct. Der älteste, Wilhelmus, starb noch bcv des Vaters leben, hinter; ließ aber von drr tochter des Ritters Wilhelm Molineur: (1) Elisahctham, vermählt mit Eduards, Lord Herbert von Ragland, nacbmadls Maragrafen von Worccstcr; (2) Robertum. Dieser succedirtc an. lüiü seinem groß-vater, und ward an. 1628 von Carolo 1 zum >ice Grafen Astot, wie auch zum Grafen von Caer- narvon gemacht. Bey dein innerlichen krieg hielte er getreulich des gedachten Königs partben, und blieb an. 164; m der schlecht bry New-bcrry. Seine gemahlin Annä Sophia, eine kochtet Phi- lippi, Grafen vdn Pembroke und Montgomcry, hatte ihm gcboh- rcn seinen Nachfolger Carolum. Dieser vermählte sich (i) mit Ellsadelh, einer tochter Arruri, Lords Capcl; (2) mit Maria- einer tochter Moittagues, Grasen von Lindsey. Von der letzten hinterließ er keine nachkommcnschafft, von der ersten aber nur; tochter: (1) Elisabctham, eine gemahlin Philippi, Grafen von Ckesierfield ; ( 2 ) Jsabellain, eine gemahlin des Grasen voll Montroth; (;) Annain Sophiam. Als er demnach an. 1729 nut rode abgicnä, verlosch die würde eines Grafen von Cacrnar- von. Hingegen oer titul eines Lords Dormer fiel auf die nächst- fdlgcnde Iniie seines andern bruders. Derselbe ward genannt Antonius Dormer von Grootvark ist Warwickshirc, und hinterließ von Terringham Robcrium- welchcrinii st- Evres donAssup Rolandum zeugte. Dieser letztest succcdlcte an. 1709 stincin obgedächten vetter,Carolo, Grafen von Eacrnarvonstn der würde eines Lords Dormer. Robert Dormrr, mit dem beyiiamen von Petcrlcy, der dritte söhn des ersten Lords Dormrr, Röbcrti, zeugte mit Maria Banafter 8 söhne und 6 töchter. Von den söhnen siiccedirte ihm Cärö- lus, welcher von Maria Cellicr drey söbne hinterließ l (1) Carolum , welcher mit Catharina Fetkiplace Caroluin und Iohannem, mit Elisabeth Bidolph aber 6 söhne und 4 töchter gezeugt; (r) Robertum, welcher sich mit Frattcisca, einer tochter Windsors Finch, verheyrathet; (;) Wilhelrntim. 0/ in p. 59- Dorna / (Bernhardus) ein berühmter Rcchtsgclchrter, lebte Ums iahr 1240. Er war aus Provence, studirte unter dem berühmten Azone von Bononien, und wurde für einen der gelehrtesten leute zu feiner zeit in gcist-und weltlichen rechten gehalten. Er verfertigte lintcrschicdene schrifftcn, darunter eins u- iwrom,a conceprivnitrus; die andern aber sind nicht bekannt. (le lcripr» cccl. Dornach / siehe Dorneck. Dornatilla/ der 4 König in Schottland,liebte die jagd,als ein mitte!, die gesundheit und tapffcrkeit in friedcns-zcit zu erhälten, auch Wollust und schwelgerey zu vermeiden. Seine jagd-gcfttze nehmen die alten Schotten noch in acht. Erstarb im 28 jähre seiner regierung, ohngefehr 2)2 jähr vor Christi geburt. 8 cor. 1.4. Dornavius / (Caspar) von Ziegenrück aus dem Vogtlande gebürtig, ein voA»r oiclllcin«, koiJulloc > Orscoe und Poet. Er ward bor würd erstlich unterschiedenen jungen Herren auf Universitäten als Hofmeister mitgegeben/ wobey er gclegenheit bekam zu Basel Uu- etor zu werden; hernach erhielt er an. 1603 das kreier indem xxmnaUo zu Görlii; / welches er aber nach 7 jähren wiederum aufgab , als rhm die Lcstor-stelle zu Beutben in Schlesien angetragen wurde. Doch wolle ihm auch hier das schul-leben nicht lange anstehen ; daher er sich nach Hofe wandte/ und von den Briegischen und Liegnitzischen Fürsten zum Hofrath und Leib-^-aico bestellt wurde , wobey er zugleich von den sämtlichen Schkflschen Fürsten und Standen bey den damaligen kriegs-troublen an den König und die Republic Pohlen abgesandt wurde. Er starb im jähr 16; i. Seine vornehmsten schrissten sind : LMpkirbeLtruii, lLpienci« 8ocr»cics; D. Ol-lsrr UNioriL univerislis OoriiLVÜ gnomis illuckrLtL; ^lenonius ^8"pp<>» isucorporis cum res/ub. cnin^Lrarlo; lle liicrernemis äominLruzl'urcici-OrLcio euncUri-g^cobo^uwAsrc» kr»k. l-älll. lliÄL 6orlicii,öcc. pLuüvkr. mcrctcvv. Dornberg / ein Heßifch-Darmstädtifches amr iuw in der obern Grafsthafft Catzenelnbogen, ist an. i z^von GrafEo^. harden III zu Catzenelnbogen erbauet / und mit mauren und graben wohl verwahret worden / dahero es denn einige Grafen zu ihrem hof-stt; gebraucht. Vor zeiten ist der Necker vor diesem schloß vorbey gegangen / und bey Trebur in den Rhein gelausten / gestalt man noch heutiges tages die ringe an den mauren flehet / daran die schiffe aeleget worden. Weil er aber fast alle jähr das land weit und breit überschwemmet / (daher die herum liegende gegend noch jetzo das Ried genennetwird) so haben es endlich die Grafen von Ca- tzcnelnbogen mit grossen kosten dahin gebracht / daß selbiger unter Heydelberg abgegraben / und inden strohm / welchen er nun halt/ geleitet worden, biclkis. beschreib. 106. Dornberg / ein unweit Worms gelegenes dorff/ wobey Adol- phus von Nassau von Alberto aus Oesterreich an. 12-8 in einer schlacht erleget worden. ckro». c. r?z k- Dornberg / eine Gräfliche familie/ welche ehemals in Fran- cken/ Schwaben und Bayern in grossem ansehen gewesen/ mit Wolframs aber an. i;8? verloschen ist. Ihren Ursprung wollen einige von den Grafen zu Kyburg / andere aber von den Grafen zu Abensperg herführen. Vor andern sind zu merckcn Siegfried/ welcher an. 1096 als Bischofs zu Augsburg gestorben/ und Conrad/ der an. n 60 Burggraf zu Nürnberg gewesen. a-- n,lgr. Zsn. n 7 p. Zig. Faclch. i. c.Monsll. Qerni. clir. Z48. QiLHall T'/'os/r./.' Domdiern/ oder Dombeuern/ eine stadt in Schwaben zwischen dem Bregenzer wald / und der Grafschafft Embs an der Fussach gelegen. Sie hat unterschiedliche dorffschaffien / und einen wein-und korn-reichen boden. Vor zeiten hat sie den Grafen von Embs gehört / jetzo aber haben sie nicht mehr als den blut.bann, Wildban / und andere regalien vom Reiche zu lehne. Das übrige gehöret zu der Oesterreichischen Hcrrschafft Feld-Lirch. lo^. 8ucv. in bctcbr. clcr ismiicb. unterbsib 3.1.uciL llc/A. Dornburg/ eine kleine auf einem berge gelegene Thüringische stadt und ehemalige Grafschafft mit einem schloß und darzu gehörigen amte / bey den Meißnischen gräntzen an der Saale / nur eine weile von Jena gelegen,und dem Hause Sachsen-Weymar gehörig. Vor zeiten war sie in solchem ansehen / daß der Kayser Otto I an. 965,und Otto II an. 980 daselbst refldirtcn/ wie denn auch des letztem schwester Mathildes, Aebtißin zu Quedlinburg/ in abwcsenheit ihres vetters/Ottonis III, die Thüringischen Landstände dahin zusammen bernffen / und König Henricus II an. iooz eine Reichsversammlung allda angestellet. Als die Anwohner dieses ortes von ihrem Landes-Hcrrn die freyheit bekamen, wegen der an. 145° in der Vitzthumischm unruhe an den tag gelegten treue sich eine frey- heit auszukitten / begehrten sie weiter nichts als den namen der getreuen / daher sie lange zeit die getreue Dornburger gencnnet worden. or-A. 8 xx. I. X k. rc/. 6 ,o,',scÄr bctctir. lles 3 -sI- ckroms. Dsrnhurg / ein schloß in dem Fürstenthum Anhalt, nahe bey Zerbn,welches an. 1674 a» das hauß Zerbst gefallen/nachdem Johann von Münchhausen ohne männliche erben verstorben. An. 1688 erwählte es Johann Ludwig / ein jüngerer bruder des regierenden Fürsten von Anhalt-Zerbst/zn seiner residentz. Von der ehemaligen vesten bürg dieses namens, nahe an der Elbe gelegen, sind nur noch die ruinen zusehen. ^ncli. bitt. ?. z. Dorne/ (Antonius) ein berühmter Rechts-gelehrtcr in dem 16 seculv/war aus Dauphine gebürtig, und lehrte als Königlicher pro. t-Uor bey; z jähren die rechts-gelehrsamkeit zu Valence. Ldo»«»-. Dorneck/ oder Dornach/ lat. vornLcum.ein Solothurnisches berg-schloß und dorff,eine gute halbe meile von der stadt Basel, an der rechten feiten der Birs, gegen dem dorffRheynach über gelegen. Es hat vor zeiten einen eigenen Adel des namens von Dornes gehabt, deren Wappen, zwey schwartzö aufwerts gehende/ angel-weis gekrümmte/ ruSwerts gekehrte dorne/ in sicherem schrld/gewesen.Es ware,allcm ansehen nach ein lehen von denen Grafen von Thierstein, an die es,nach abgang deren von Dorneck , zurück gefallen. Sie haben es abernach ver handwie- der von Handen gelassen, und besassen es vor dem Schwaben-krieg die iunckeren von Efringen, von welchen Johann Bernhardt, dieses schloß und hcrrschafft an.,1484 der stadt Solothurn zu kauf- fen gegeben,welche einen Landvogtdahin gesetzet, der alle 6 jähr abgewechselt Wird. U'sti,. ciiron. Läiil. l. i x. 14. üb. 17. k>. zL6. dor 87 Dieses schloß ist in der Cydgenoßischen histori berühmt, wegen dem sieg,welchen die Eydgenossen an. 1499,den 22 jul. allda, wider die Oestcrreicher erfochten haben. Dann als Kayser Marimilia- nus I mit hülff des Schwäbischen bunds und der gesellschafft von 8. Görgen schilt, die Eydgenossen bekriegte, und dieser meiste macht im Thurgöw, gegen Eostnitz zu feldelage, versammlete der Kayftrl. General GrafHeinrich von Fürstenberg, aufanstiffren Eines Edlen von Gilgenberg, heimlich in dem Elsaß und Snntgow i;oc- mann zu roß und fuß, zöge vor Basel herauf, willens den Solo- thurnern das schloß Dorneck wegzunehmen, in meynung daß die Eydgenossen da nicht wurden können zu hülsskommen, sondern im Thurgöw genug zu schaffen hätten. Weilen aber der Landvogt auf Dorneck seine Herren und Oberen, zeitlich dieses anzugs halber berichtet hatte, als mahnten sie ihr üdrigs volck auf, und lägerren sich den 21 jul. mit r?c-2 mann in und um Liechstall, und als folgenden tags,; 000 Berner und 400 Zürcher allborten zu ihnen gestossen, zogen sie gesammter Hand dem belagerten schloß zu in höchster stille, und hielten sich im gebürge hrnder dem schloß verdeckt nahe bevein- «nd<-v„. Als nun die Oesterreichischen mit aufschlagen der zelten, flechtung verhütten,kochen re. beschässtiget waren, auch die Obriste gantz forglos m den bavr,cmnk,xxcn berumgiengefl, und wohl nicht gedachten daß ein Schwätzer vor„,,nd.„ wäre, (wie dann der Graf von Furstenberg,einem zur fürsichtigkeit anmuyn-nd-n mffi- cierer, zur antwort gäbe: Ob er dann meyne, daß es Schweitzer schneye) nahmen die Eydgenossen (die von der höhe die bcschaffen- heit des lägers wohl abgesehen) die gcschwindigkeit zur tapfferkcit, drungen nach; uhrcn abends , durch stauben und stock, den Herr herunter, aufdie sorglosen feinde an,und machten alles nieder, was sie bey den stucken und zelten «Massen, also daß ein grosses gelauff und Unordnung in dem läger entstünde, und keiner recht wüste, wie er daran wäre. Als aber die Generalen und Obriste das ernstliche eindringen der unverhofften Schweitzcren ersahen, mahnten sie auch ihre Küche eyligst in das gcwehr und ordnung, welche bann sich zusammen thaten und anfiengen denen Schwereren die spitze zu biethen, mmahlen fochten die reuterey und die Burgundier so gut, daß die Eydgenossen in das holtz zurück weichen musten. Sis erhohlten sich aber gleich wieder,also daß es, auf den, feld, zwischen Arlesheimb und Dorneck, zu einem heißen gesechc gcriethe und der sieg bald aufdie einte, bald aufdie andere feiten wanckete, bis daß mitten im gefecht, die iooc>mit starckem marsch herzugecylten Lucerner und Zuger,ob Arlesheimb zum Vorschein gekommen, welche so gleich dem schlacht-feld zugeeylt und mit ihrem grimmigen angriff, den feind in schrecken, c-wtullo,'. und völlige flucht gebracht, deine sie doch wegen Müdigkeit nicht nachgcjager haben, sondern sich in des feindes lager erquicket und verzehret, was andere znge» rüstet hatten. Sie eroberten 21 stuck geschützes und die gantze da- gage der feinden blieben in die zooo aufm platz,worunter der Graf von Fürstenberg sechsten nebst vielen anderen Herren wäre. Viele der gebeinen wurden alldorten in eine aufgebaute capellen, oder beinhäußlein, zum angedeucken zusqnmcu gelegt. Die vchwertzer verlohren bey 150 mann. Li„. nm. t, 6 490. I. ir chtiearr. 8v!oll. p. 406. Dornhan/ Dornheim/ ein Würtcmbergisches städtlein ohn- weit Horb im Schwartzwalde, hat vor diesem den Hertzogen von Teck gehöret. Das benachbarte kloster Alpirspach hat auch feine gerechtsame darüber gehabt, deren es sich aufs neue von Hertzog Ludwigen von Teck an. 1271 versichern ließ,alscherstlbe den vrt mir maurenumgeden wolte, welches letztere aber erst an. 1)64 erfolgt. L,,,/ ?.; x. »74, tox>. 8uev« Domick/ siehe lOIIKssMI- Dornock oder Dorns / lat. voi-rmllum-w, eine stadt nebst einem Hafen in nord-Schottland in der Provintz Sutherland, und einem Bißthum , welches unter s. Andrews chehöret. Sie liegt an dem meer-busen, welcher daselbst Fyrth Dornock genmnct wird. Dornstetten/ ein Würtembergisches städtlein, nahe an Na- gold und Alpirspach im Schwartzwalde gelegen. Nach dem Cni- siv soll es an. 1276 an Würtemberg gekommen seyn. Allein Merlan berichtet, daßGrafBernhard von Hohenberg an. i;2i den ort an GrafEberharden von Würtemberg versetzet, 1-.98. Doro/ lat.ol>ocs, ein fluß in Jrrland, in der Provintz Lagen«, entspringet in der Grafschafft Dublin, und nachdem er einige kleine flüsse in sich genommen, ergießet er sich nahe bey dem Hafen Arckloe, in das Jrrländische mcer. Dorotheus/ soll ein Bischofs, oder nach anderer meynung ein Presbyter zu Tvrus gewesen seyn. Er lebte um das jähr z 0 und muß von 2 andern dieses namens untersthiedcn werdrn, davon der eine pre-byrer zn Antiochicn, der andere Dioeletiam Cämme- rer gewestn. Er soll unter der verfolgung des Kaysers Diocletia- ni viel erlitten haben, rmd ins cxwum geschickt worden seyn, von dar er aber, als die kirche ihre vorige ruhe erlanget, zu seiner gemeine wiederum gekehret, und biß zu den zeckendes Kaysers J„- liani gelebet, daer sich in die stadt Odysseam rettrirt, aüwo er von desJuliani bedienten ergriffen, und durch viele quaal in dein 107 jähre seines alters die martyrer-kcone erlanget. Man giebt über dieses vor, daß er verschiedene comm-ntarior eccieLMco- verfertiget, und es wird noch heut zu tage unter seinem namen: st -le vi- tL öc mnrre ^rc>x>berLrutn - Lpnitoiorum öc llilcipulorum Oomini, h^s rumgetragen. Allein Cave behauptet in seiner bickori» lirrer»«» x.zA lleg. aus Vielen umständen, daß alles, was jetzt gesagt wor- 88 bor den / ungewieß und erdichtet sey. 6c scriptor. ecdcsi L. 6c in >r>2i^r«l. 8. fun. 2P. pro 8. vkieron. Dorotheus / ein gewisser Abt aus Palästina, welcher 24 lloLtrinss vdex kcrmones geschrieben, so in der bibllatlicca pLiraiu, unter dein titnl! 6od-riniv leu lcrmoncscle vira rc6rc 6c pie insrirusn- zu finden. Hilarion von Verona, Chryjdstomus Calaver und Balthasar Corderius haben sie aus dein Griechischen ins Latein ü- bcrsetzt. Man weiß nicht, zu welcher zeit er gelobet. Einige setzen ihn zu ende des 4 seculi, andereabcrin das 6 ftculum umdas lahr 5 6--, Oudin nnd Cavc setzen ihne gar in das 7 seculum. >»r,r. 6c kcripr. ecci. k-ofiei-r». «pprr. * Dorothcus/ ein Abt, der an. 4^1 ausder4stssioii dcs Chal- cedoncnsischen Lonciin angeklagt wurde, daß er es mit dem Euty- che hielte. Er istvon dem Dorvthco unterschieden, der Oou.er- ncur in Palästina gewesen, und nach Jerusalem geschickt worden, dieunruhe bevzulegen, welche der falsche Bischofs Tbcodosius und dieEntychianischenMünche daselbst an. i;r angefangen hatten. i. r. c. ;. I. 1^. c. 9. Dorstheus von Asealon, Meine Historie von ,-v>. geschrieben, die von den alten öffters anaefnb>'^e wird. Er ist von dem Dorothea, znqenanntö^'Nnniua, einem r^keciico van Ascalon, unterschwdr", »otiryer ein 1 cxicon geschrieben, dessen Photons coci. ,;s gcdenckct, wie auch von einem Rcchts-gelchrccn, der im ^ seculogclcbet, und von Rutilio m v!tis)urccvniuUoruw> angeführet wird. cie IiiN. Or2-c. !. ;. Dorpius oderDarpius/ (Martinus) ein Holländer, war in sprachen, iicieris cl-pLmioribui und der Theologie wohl erfahren, und lehrte zu Löven, schrieb auch einige tractate, starb aber gar jung den ;i map an. i5r>, und unterbrach die hossnung, die man von ihm hatte. Erasmus war sein sonderbarer freund, wiewol Dorpius das gesvött, sozener mit vielen religions-gebräuchen seiner zeit in einigen schnitten, sonderlich in dem -ncomio mori.r, dor prvv!6eMlL6iv!nEcircs^ugusi2n. conketsi; 1?boM2S ^gulnss vekikL" rir cv2i>Mlics: confcNor; ruiiica LirriUi inconlurilis cuiri conkurLtivnc tLbulie 6e esuz 2/tcrv2tisriL 2pu6 'I'rLviros; 6 iNert 3 ciocpiUcUic 2 ci-.';, 6- perlova LKMi L 8. cceng; Imro rbeotogus 6c rtzco>oA,u ta-ro; miiccl!2i>c2 biNorico'riicologica; dilrlir nuwerscs ;t!ickeoi> itzco- kvgicaruiri 6c 3 . 8. urrius^uc rcitsmeiiki HcrLmenris cenruiis) äs prir- cipuis 6ockrinrr LvritkisriE c2pirik>us 26vcrir>8 ssu6rcoz 6c kborinigiiosz 6c L!i« X'2l2cli. 4,; prvmisii, Xiarrv. 17,20, i;> oircnti 26vcMu Lc s6- Vciiicnris vKclo; 6e jubÜLisex ALt. 9»zi; 6c lsngmric6c üiüocsra cir. eL locum^Ä. Is, 2s co,ilr2 klug. Qrocium; comnienrar. in LiHaM > pro6r<,Mll8 2nticrilcoskkiec>Iogic3!6c2iiticriils ipia conrra Lrneüum 6c Lulcbiir; trigg tpnclromos Lnricrileos clicologic« cum nor. 6c «bicrvai. 6cc. niemor. tiicsi. 6ec. 10. p, 1^46 iccj. ?rc/-cr^ ibc2lr. in ipkiur vitL prs-iniNs comincnrLrio in 4 cvLngeliNa-. * Dorseiius oder Dossenlrs, stchc Lübittv Dsrsemis. Dorsetshire/ !at. ^ "«kriLodervorcekrienÜLcomirstuz, ewe Ettgcllä'wiscr-^um mecr gelegeneGrafschafft, welche nordwärts <2vmmerset und Wiltohire, südwärts an den canal, der En- gclland von Zranckreich scheidet, ostwärts anHampshire und westwärts an Dcvonshirc flösset. In der länge erstrecket sie sich von osten biß gegen Westen anf4i, nnd in derbreite von norden gegen snden auf 2z Englische Meilen. Sie hat 248 kirchspiele und -8 marck-siädte. Zur zeir der Römer wohnten in dieser landschafft die vuroirigcs, !vovon sie auch vermnchljch den namei! DorsttShi- re bekommen haben mag. Zur zeit der hcptarchie war sie eine Pro- vintz der West -wachsen, und anjctzo machtsie mit Bristol die- aie, und übte sich darinnen so wohl durch Coii-gM, als verschiebe- ..., . . ^ ^ . tze 6ilpuk2rionc5. Von ^trasibnrg machte er sich nach Tübingen, ' tt / lat. Vott2 cme kleine aber wohl bevesligte stM ivlwdeabcr nachseiner zurückklinfft an. 1622 zu derpfarre nach En- ! ^vcstvbalen, iiegr an der Lippe , 4 oder ; meilcn von Wesel, fisheim in dem Straßdurgischen bernffen, und zu einem initglicde Üottmschm Grafschafft Reckst, ighauscn, so an des lcmilizriieccicimiiic, gemacht, weilen das dorffEusiSheim oder . ° Munster sro»et. Im ;o jährigen kriege ist sie zum öff- Ensbcim, so mit dem siädrlein Ensißhcim in ober - Elsas nicht zu cmgenonunen worden, ist. uoninuaen vrcdiaern aus diesi'm c<>u.ei»vgcat vcrmuchen ist, von jungen Predigern aus diest'm c<>n^i» pflegt v s hm i, werden. Gleichwohl ließ er sich dadurch mcht abhalten, auch aufmüversilätcn neue proben scmcr gcschlckhchtett abzu- ieacn Johann Schmidt erwählte ihn bey seiner >n.„,gur2!.g>,,>u- 121,«n -um respondenccn , und viel vornehme maimer riechen ihm eine reue nach den Sächsischen Universitäten vorzunehmen. Dic- senmach gab er znm valct den tractat 6 - .»„r.- po,,i, 6 ci.r . heraus, hielt auch eine disputation über das 6 eap. der ersten cp, stel an den Timotheum - und taindaraufden; apr. an. 1624 nach Jena alstvo er bis; aufden 7 oct. des folgenden inhrcs verblieb, 5 nd si» mit Majore, Gerhardo und Himmclio bekannt machte. Dieranfbegav er sich nach Leipzig, und brachte sich Lyseri und Hövssn ri aewoqenhcitziiwcgcn. In W'ttenberg gieng er den Eras- ,no S M d v, rroi-'k>>rc der mathematic und der Griechischen Dortigue / (Petrus) Herr von v-nimorict-s, ein Edelmann von Avt aus Provence, ein geschickter kopff, der in der --c-^cmic des Abts Alibignae vicc - Dixäor gewesen. Er hat einen Konua il! Or2nci Lcipion geschrieben , und des Herrn clc >2 eirlprenccic pl„- i-2MOi-cz contimiiret. Er hat ausser dem eine sammlung vieler reden , nnd eine andere von briesm, nebst einer anleinma zu dergleichen arbeit, cdiret. Richclet und andere der besten kemicren der Frantzösischcn Poesie nnd ungebundener rede halten gar wenig von ihmtsi * Dortinuiid / last Mm°m2. eine freue Reichs - und hansce- Adt m dein Weschhastschcn Crayft, an dem flussoEms, in der Grafschanc Marck, 6 oder 7 weilen von Münster gelegen. Es gehört cme besondere Grg^ chracheVä'n den tisch, und hörte auch Jaeobum Martini, Meisne- bÄeu Dm Ursprung soll sie rmnund Balduinum. Hiesekbsllag cremcoNe§i-,n, über diethco- dcür mMenTv^ logie, und nahm an. 1626 seinen adschcid, um sich auch in Mar- ^ f öencn hcrnach der purg Vienzeri i'nd Fcurboruii zu bedienen. Von hier kam er den . ,ss, h^stsr-rech t erchc-lct, und ivcü er die 20 mcrtz an. 1627 auf erhaltene vocation des Raths zu der theolo- ^ >eigc dieser aegend ersehen, cinwohner hch gischen profession nach Straßviirg, »achdein er vorher» dem Land- ^ h^^gehalten. Sie blieb un- qraftn Ludwig aufbefehl des Cantzlcr Wolsss eine lob - rede gebal- ^Mdachlen Kaysers^ bis auf den Karste grasen Ludwig tcn. Sofort hieir er,eine--r2t,oneni . „nd wuchr den y »ov. niit der ii-'S-c»-würde beehret. Aufden beruff, welche» ihm die Hcrtzoge von Mecklenburg zugeschickt, gieng er endlich, ohn- aeachtet er bereits viel andere ausgeschlage» hatte, an. 1G4 nach Rosiock, allwo er aber 5 iahrdaranffdicics zeitliche gesegnet. Unter s'emenschrifften sind ausser den bereits gedachten: cpigrsmma. rum centucia.' 0Ä0; vi-Mici-L L 2 nin> 2 ctvcrgonc 5 2ci cgp. I, »,Lxocist cv»cr2Ldlarii, ; k0ircl>c--us 6cvi»S; P2l!iu,n exu>2n;; pnistlst.rsm re- kiemum co„rrLmorc;2c2licm. cum nar. in Fccrul!. 6c paUin; snnpi?; klicoiogi»:/r2cl!2ri2N2-; UiiicricrMncsclc-nbiis i,, rcrra keltivus; 6c l2- cr-L icripkucL 6c ccclc!i2!2uctorik2rc;6e Occ> uno 6c rrino; 6c doch», guistus intignimr Dcuz, - 14 m. VI, 16; 6c instdlüiili verirat» 6>vi» NL regimonio 6c Lkern2 )is^!j ^cnerscionc r, 7; 6e r2pin2 ni2jciiaci8 6ivin2. L stirirkcÄionc pco ea Lc.; 6c propkcrig kicnociii, ex )u6. v. 14.1;; 6cconkcgurniik>u8 ^ugnstana- conkcistinn» iniiAnio- ritzus ; 26011x2062 mvrtiz Ctzci^i, cuni 6idcrn 6c inikninicnrir crucia- tuz M2rl)-rum ; öiNcrt. 6es2crs ccen2 conrr2 2wini;crum ; stpccimcn lcdcrc>m2»i2: puiniticiir circ2rcligu!2z8. I>,k2rci öc 8. l-Uc2:; P2r2liel2 nion2ikic2 6c 2c26ec2 ; rd2rio2nc>n. 6e corpore 8. tz^srci in ^.uch2 6ivice cum nor. 6c ntzlcrvar.; ;. 6iücrr. 6e voiunkLtc Dci, conrrz Iri- ßlsngium; tcprcnLrius 26,nirsn6ornni ^ekn Ltzritki; 6ckcdic> mnlix g- 6c> psprlis; coll-nionez 26 conciüum kr2Ncofurr. kutz Orolo XI. 6c Lirmicnlc inst Longanr. Xl. sirtzir.; 6>Ncrk. 26 Lonciüum ^rsulicanum 6c kgic2:nu>n; ju6cx inipuirgns liloßunrinorum ^ckuik2rnm in mareria «is vorij nionzgicir; 6iUirk.6e flnxul2rik>u8 6c s6liiirsn6is 6ocuincn'.ii illrnulpbum, nach welchem sie an Hcrtzog Ottoncm in Lachsen, und dessen söhn, den Kayser Hmricüm I, gekommen; ;n dessen zeit die Hmmen, oder vielmehr Hmigarn, hier herum übel gehaü- set, und da sie zum andernmal wieder gekommen, hat er sieben dieser stadt geschlagen; daher noch ein Wasser ausser der stadt, so die Hnnncn-trancke gcncnnet wird. KanserDenriens H hat a>i- bier einen grossen RcichS-tag gehalten, nnd Kavscr Fridericus I einige zeit residiret. An. 1297 ist diese stadt gantz ausgebrannt, da dann dieKaustre den bürgern zum nutzen allhier einKavscrlich bof- gerichte und lahr-messen angerichtest An. i;8i hat sie derErtz- Bischoff von Cölln, sinnt den benachbarten Bischöffen und Grafen, 22 monate, aber vergebens, belagert. Als man die belagerung aufgehoben, ist der büräer-aiifstand wider den Rath erfolget, der an. 1400 wiederum gcstillct worden. Hernach hat die stadt mit den benachbarten Grafen von der Marck und Dertzogen von Clcvt sich in ein bündnig begeben, jederzeit aber die Kavscrc vor ihre ober-Herrcn erkannt, von welchen sie stattliche priv,icgi2> nebst der zoll - freyheit, im gantzen Reiche erhalten, nnd da vorhin dieKay- sere ihre Ltattbaltcr ober Grafen in der Königlichen bürg haticil, die in ihrem »amen die stadt und das land regierten, hat endlich die stadt alles von den Grafen und ihren erben an sieb gebracht, welches Kaystr Marimilianus I bestätiget, und Kaystr Earvlus v> saun dessm Nachfolgern, die besaate Grafschafft der stadt übergeben. An-154; ist allbicr ein berühmtes Ovm».iinim angerichtet worden. An. 1 s 16 eroberten sie die Misten, nachgchends hat sie Noch mehr in dem ;ojäbrigen kriege erlitten, und an. 1679 isssie von vor dos von den Frantzosen mit stürm emgenommeii worden. Was im ÄvNHen der Koma von Preussen vor prLcenUon an diese stadt ma- ehe, ist aus einer besondern llclluLri»» zu ersehen, welche in Ltmgs gründ - feste Europäischer pvtentzien gerechlstmre ?. - ». ;4 p- 4w ieq. stehet. Daß Churfürst Friedrich Wilhelm, und dessen Nachfolger , zu einiger iLk.sfrÄion ihres im krieg gegen Frankreich gelittenen schadens, nebst Mühlhansen und Nordhausen auch dieser stadt exempuon, wiewohl Sergebens , gesucht, ist an seinem ort erinnert, 7ir«r/o-7>. ?.c. r6> Z6-ZY. it. ?. 14 c. 19. ckron. l. c. c.^,cNron. §LX. !. 16 u. 404 teg. ye rcbus- pul>I. ljznp. ?. 4 c. 7. rcr. Qerm. !. z. 2er/c^r ropogr. vc'cli- xlls!. X»r^/c/,-/cl cis civ. Lc. Dorylaus / einer von den freunden Mithridatis Evergetä, Königs in Pontus, und sonderlich in der kunst, eine armee wohl in schlacht-orvmmg zu stellen, sehr hoch geachtet. Als er, bey entste- Hung eines kriegs, zwischen zwey Cretlschen städten, Gnossus und Gortyna, sich eben in dieser insul auf hielte, liesse er sich von den ersten erbitten, daß er ihr General wurde; da er dann die Gorty- nier in kurtzer zeit überwand, und daher zu Gnossus viel ehre em- pfienge. Nach dieser victorie begab er sich nach Sinope, an den Hof seines Königs, da selbiger durch seine eigene bedienten umgebracht worden , welches ihn veranlasste, daß er wieder nach Gnossus gicng, und daselbst sein übriges leben ruhig zubrachte. Ä-'Ält'o I. ,0. * Dosa / (Georg) ein Zeckler von gebührt, ward an. 151 ; von den dauern in Ungarn zu ihrem Könige ernennet, als sie wider die Geistlichkeit und den Adel die Waffen ergriffen. Nachdem sie aber innerhalb 4 Monaten unmenschliche grausamkcit verübet, und den grösten theil von Ungarn verwüstet hatten, gieng ihnen der Woy- wode in Siebenbürgen, Johannes, an. 1514 zuleide, da er denn selbige nicht allein glücklich zerstreute, sondern auch unter andern den vermeinten König gefangen bekam, welcher nachgehcnds mit einer empfindlichen todes - straffe beleget ward: Denn nachdem man ihn auf einen glüenden eisernen thron gesetzt, und mit dergleichen krön und scepter regaliret hatte, öffnete man ihm die ädern seines leides, und gab das abgezapffte blut seinem bruder, namens Lucas, zu trincken. Hierauf wurden unterschiedliche von den gefangenen, welche man ; tage hatte hungern lassen, genöthigt, ihr unglückliches ober - Haupt wie die Hunde anzufallen, und ihm das fleisch von dem leibe herunter zu reissen. Der rest ward gevier- theiit, gekocht, und den mitschuldigen zu essen gegeben. Bey dieser entsetzlichen marler ließ er nicht die geringste wehmuth an sich spühren, ohne daß er vor seinen obgedachten bruder mtercedirte, als welchen er gleichsam bey den haaren zu seinem Unwesen gezogen hätte. Die übrigen gefangenen, derer nicht wenig waren, 7 rasten theils verhungern, theils aber wurden gespicsst oder lebendig geschunden. n.ll. ttunZ. !. 4. c-o'Z-o/. cllron. p. L-9. Dost / ( Maria Victoria Delphina ) eine tochter Grafens Alphonsi Delphini Dosi, hat wohl verdienet, in die zahl des gelehrten Frauenzimmers gesetzt zu werden. Dann nachdeme sie sich die und besonders die Elloiopiiic bekannt gemacht, Hat sie sich auf die sunspruNe,^ gelegt, und bey Herrn votor und I>rof-llöi> Vincentio Peregrino Sacco, in kurtzer zeit in solcher wissenschafft also fast zugenommen, daß sie den; jul. an. 1722, in dem 16 jähr ihres alters, zu Bononien öffentlich pro gi.wu > mit grossem rühm und geschicklichkeit, dispunrt hat. Ihre il-elLs hat sie dcr Köniain in Spanien dedicirt, in deren namcn der Cammer- Juncker, Graf Zambeccari, nebst einer überaus grossen anzahl vslckes, der vih,m«>oo beygewohnet hat. Es haben chro 5 der sürnehmsren Professoren opponiret. Daß sich solches wohl gezieme, und an einem Frauenzimmer nichts neues stye, hat vostor Carolus Antonius Macchiavellns in einer weitlaufftigen vigerrs- rion von 90 bögen erwiesen, deren titul ist: vmllL , wu rZe mullerum OoÄorscu ^oloZelics I.egslis-ijilloricL llillcrrs- rlo 6cc. * dos dou ^ 89 über sich genommen, als nur Constantinopel zu überrumpeln, und dieses war ursach , daß er das Patriarchat zu Jerusalem erhielt. Weil ihn aber sein Hochmuth trieb, das Patriarchat zu Constantinopel zu haben, wurde er von der clerisey verjagt, und verlohr so wohl dieses als jenes um das jähr 119;. rc-c-.r. w ilsLc. gcj -rn.Htir. 1189, II9Z, ücc. DosmaDelgado/ (Rodericus) war zu Badajoz m Spanien an. ic;; gebohren / und daselbst Canonicus. Er soll aus eben der familie gewesen seyn/ aus welcher Petrus Dosma war/der sich bey ecoberung Peru befunden / und daftlbst den bezoar-stetn entdecket. Er war in sprachen / und sonderlich in den Orientalischen wohl erfahren / und zeugen seine schafften von seiner gelehr- samkeit/ darunter die vornehmsten sind / so er in Lateinischer spräche über die evangelia / Psalmen / das Hohelied Salomonis/rc. geschrieben. Er starb an. 1607. mr». ttiixsn. Dosten/ eine der ältesten und ansehnlichsten adelichen familien inPomern/ allwo liemdem Sterinischm ihre guter hat. Henning von Doste/ Vice-Dominus / hat an. 1^7 zwey Vicarien zu Ca- mtn Misstet. An. 1^0 hat sich dieses geschlecht zu Petznick ansässig gemacht. Buffo/Zabel / Roloff und Claus/qebrndere/die Dosten/haben der stiffts-kirche zu St. Otten in Stelln etliche ge- rechtigkeiten im dorffc Briezig verkaufft. ^c^L-vommeri 1.6. Dosis / Ein Kunstreicher und berühmter Makler vonFcrrara/ welchen dcr Hcrtzog Alphonsus sehr lieb und wärth gehalten und lhmecme pension gegeben hat. Er mahlte mit fürtreflicher zeich- nung nnd sehr gut in r>-c,c«. In seinem hohen alter verliesse er die lunstunditsrb A.l5zo.§H»^E. ? -..i.-.prZ 88. Douay/iak.vu»cum,eine grosse und feste stadt im Wallonischen Flandern an der Scarpe / z mcilm von Cambray / ist / wie man meint / vor zeiren die Hauptstadt der La^cnrum gewesen / derenJulius Cäsar in seinen ^"nm-:.'>r->ri>s gedencket. Sie liegt an den gräntzen der beyden Grafschaffren Arwis und Hennegau/gehört seit an. 1667 der kröne Franckreich/und ist derselben an. icksz in dem Aackijchen Frieden überlassen worden. Philippus II.König in Spanien/stifftete daselbst an. 1562/oder wie andere wollen / an. iz6; eine Universität. Es sind auch Einer2 collegial-kir- chen / eine Castellaney und ein korn-magaztn. Die Frantzosen haben die jortificatiou sehr verbessert / auch daselbst schleusten angelegt / wodurch mchtallein die liesse gräben / sondern auch das platte land unter wafferkan gesetzt werden. An. 1710 den 26 jun. ergab sich diese stadt nebst dem darbey gelegenen L« nc sc-u pc.an die wieder Franckreich Mijrte / und zwar / nachdem die trcnchcen nber 6 wochm davor eröffnet gewesen.Allein an. 1712 den iz ang. wurde das schloß/und dm 9 sept. die stadt von den Frantzosen nach einer harten belagerung wiederum eingenommen.^'-- llelcr.vugc. in Lnrilz klsnllr. 6«rcc4^. cicici, Lsig, L-» ui cielic- »potiew. ^>cr llerinsn. p. 8s. topoZr. Lurßuncl. Douce oder Dulcia / eine Gräfin von Provence/wäre eine tochter Gilberti/Grafen von Provence. Sie wurde an Naimvn- dum Berengarium I > Grafen von Barcellona / vermählt / und brachte ihm um das jähr 1102 die Grafschafft Arles und viele andere örter/ so in dem westlichen theile von Provence und Langne- doc liegen / zur morgengabe mit. Sie hak mit ihm; oder 6 kinder gezeuget / als; tochter / und 2 / oder nach einigen neuern /; söhne. Doue / lat. vovs:^« oder vuLum , eine Frantzösische stadt in der Provmtz Anjou / welche zu der Römer zelten in grossem ansehe» >>>ar/ die daselbst ein smpwrli>.-Em> baueten/ oder vielmehr grvstemhcils aus einem felsen aushauetm / so eben deswegen biß heute noch gantz stehet / und darinnen gar bequemlich mehr als izooo Zuschauerplatz gehabt. Es gibt auch daselbst unter der erde viel grollen und schwivbögen / die sehr künstlich gedauet sind / nebst rinein ungemein tiesten drunnen. Nc «w. Dositheani / eine von den 4 orden von der Samaritanischen stete unter den Jüden, welche nichts ästen was leben hatte, und den sabbath so abergläubisch und genau feyertm, daß sie an einem orte und in einem zustande, worinnen sie dieser heilige tag überfiel, ohne bewegung bis aufden nächst - folgenden tag blieben. Darneben heyratheten sie nur einmal, und etliche von ihnen gar nicht. Sie sollen gelogenheit darzu gegeben haben, daß die jünger des HErrn den namen der Christen angenommen. Dositheus, ihr stiffter, schlug sich, nachdem er von den Jüden, durch Verweigerung der verlangten ehre, beleidiget worden, zu den Samaritern, welche für ketzer gehalten wurden, erfand aber eine neue stete, und, damit er derselben ein grösser ansehen machen mochte, soll er in einer hole sich zu tode gehungert haben. Man gibt ihm schllld, daß er sich für den Meßias ausgegeben, die heilige schufst verfälscht, und andere abendthenrltche bücher dafür emgeschoben, die auster- srehung geläugnet/und andere irrthümer auszubreiten gesucht habe. Der name Dositheani wurde auch einigen Nachfolgern Simonis MLAl gegeben. in pLNÄr. I. l c. IZ. pcriLrcli. I. 4 c. r 6c allb?. tiTr. kab. in 3 im. Hkst/r«- 14 ^/e-r/Ä I. r llisloA. conr. ^.riLlios. N-sseZ.» !. 4 llill. ecd. c. rr. in rriliM- rello 6c niinerv»li. O-'k,/!---lle teÄib füll. §c"/-Fe»' in elenck. criiiL- relli Zerrsrisni. Lr-^r-- in tcllolüs sll lernill. /e in not. sll VLris kacrs s>. 1099. in cxerc. l all LpsiArsr. gnti - Lsron. in scl orig. ccclell j^ar. 7. /.r-'/oo- llikgu. cllo- kogr. soliLN. Ne lurrcllLicii. Dostrheus/ zugenanntStudites, cin Münch, bemühete sich den Orientalischen Kayser, Jsaacium Angelnm, zu bereden, daß derKaystrFridcrimölaus keiner andern Ursache die creutzfahrt Dover/lat.vubciz, eine marck-und see-stadt in dem östlichen theile von Kent / in Engeland / ist einer von den so genanten cn>4UL 9 ü>l 3 oder z Engeländischen Häfen auf der feite gegen Franckreich zu / welcher gleichsam m einem gründe lieget/und mit felsen umgeben ist/ da man bey Hellem weiter leicht bis an die gegen über gelegene Frantzösische kuste/allwoCalais ostwärts liegek/se- hen kan.DiepLLge von dar bis hinüber inFranckreich ivird nur auf 7 Meilen gerechnet. Das theil der stadt/so zunechst ander see liegt/ hatte vor Zeiten einemauer/ von welcher noch bis ietzo etwas stehet. Oben auf einem hohen und rauhen stiftn ist ein vorkreflich und sehr festes casteü / welches vermuthlich noch von den Römern mag «schauet worden seyn; zum wenigsten ist dieses gewiß / daß siefich darinnen aufgehalten; von welcher zeit an dieser ort stets für einen Muffel zu Engcland passieret / und daher allezeit, mit großer sorg- falt bewahret worden. Vor zeiten war er so vermögend /daß er allein für sein theil 2i krieges-schiffe ausrüsten konte. Daherv ließ der König in Franckreich Philippus Auaustus fernem söhne Ludo- vico/welcher hiehcr wieder den König Johannem gesandt worden/durch seine Baronen sagen : daß / wann er mcht das castell von Dover eroberte / ihm seine andere conqucten wenig ober nichts nutzen wurden. Vor diesem hatte diese stadt 7 pfarr-kirchen / anietzo aber mir 2 / jedoch wird sie rn sriedens-zeiten / gleichwie allezeit aeschehen/ von sehr vielen reisenden hejncht/ weil allda der kurtzeste weg nach Franckreich ist. Henricns Lord Jcrmin wurde im ersten jähre des Königs Jacobi II zum Baron von Dover gemacht. Zuvor aber wurde Hmricus Cary / Burggrafvon Rocheford und BaronvonHunsden / Grafvon Dover tikullret/ wMe würde er an. 1627 von Kvnm Carln dem I empfangen. An. II theil. ! 7 H 9o dou 1711 starb ILcobus Duglas / Hertzog von Dover / welchen ti» rul dessen ältester söhn erbte. L «, Lri»». Douglas / siehe Duglas. . Dovt oder Dz/fi / ein fiuß in der Engelländischen provintz Walles , welcher sich in das Jrrländische meer ergeust. Doujat / (Ioannes) ein berühmter Frantzösischek Rechtsgelehrter, war von Toulouse gebürtig, und oberster nokcüorder rechten zu Paris. Er starb an. 1688 im 79 iahre seines alters» Sei- ne trefliche sthrifftett sind : ^rLNOtiones^Mis Lanculici; ttil^oriL^uriz Lsnonici^ KiotX Lcj l'tieoziiiiluiii; InNirutionLs I-,anceNvm) rum I^ivium ^ Ver6c» Veileji OLNics» bidllotN- «äeä auteut's «iroit k. Douuäus/ (Andreas) ein gelehrter 6 r«cus» hat um das jähr r 612 und hernach in Engelland florirt: war ?r<>keUor ^.UL cinAu« zu Cambridge.Er hat viel beygetragen zu der griechischen cüiionc Lcoiiünll des Chrysostomi, welcheH. Savilius mit beyhulff dieses, Bois und Hüle procurirk: dabey auch einige von demselben sich befinden. Als König Iacobus I die bibel von neuem ms Englische durch viel gelehrte männer hat übersetzen lassen, bediente man sich auch des Dounäi, so an den Apocryphischen bucheren >em arbeit mit anderen angewendet. Sonst hat er auch heraus gegeben kiLieüiulics in ktiilippicLM Ocmotkiicnis sie k^ce, konä. i62l darin ein grosse gelehrsamkeit der Griechischen sprach und Lnriquicec zu verspüren. Hat auch König Jacobnm, da er an. i6i4die unwer>i- tet zu Cambridge besucht, mit einer Griechischen anred empfangen, welche obigem beygedruckt. Lx ej. tcri^-r. ic lle kranke, in dem gebiete Hurepoir, liegt att dem flusse Orge, gegen den gräiltzen von Beauce,i; meilcn vönParis.Sie gehörte dem Könige «uZonic-peto zu eigen,und hierdurch ward sie einKoniglich som-.ne. Nackgehends wurde sie etliche mal versetzt, verkaufft, und an. 1610 von Ludovico XIII wieder eingelöst. In den innerlichen Erregen im 16 seeulo hat sie viel erlitten, da sie an. i 5sr und 1;67 von den Hugenotten erobert und fast ruiniret worden.^o^/ i-m. a- ja vlllc lle llourllaii. Dourlans oder Dourlens / lat. viirienllium. eine kleine befestigte stadt in der Picardie, nebst einer citadelle, an dem flusse An- thie, gegen den gräntzcn von Artois, 5 oder 6 meilen von Amicns gelegen. Sie gehörte sonst den Grafen von Ponthieu, allein Maria Gräfin von Ponthieu und tochter Wilhelm II, scheuchte an. 122; ihr recht auf Dourlens dem Könige Carolo VIII, und nach- gchends wurde sie vcraussert. Antonia Ue Baiencourt hatte sie zur mitgäbe, und an. 1559 ließ sich der Königliche krocursror derselben versichern, und vereinigte sie mit der kröne. Dortro/ siehe Duero. Dousa / insgemein van ll-r vo-r genannt, (Ianus) ein Holländer, war Herr von Nordwick, woselbst er an. 1745 gcbohren. Er studirte zu Lire in Braband, hernach zu Löven, und endlich zu Paris, woselbst er bey den gelehrten einen grossen rühm erhielte. Von dar gicng er wieder nach Holland, da er verschiedene bedienun- gcn bekam, und an. 1574 gab ihm der Prtntz von Oranien das gou- vcrnement der stadt Lcydcn, welche er mit grosser tapffcrkcit und klugheit beschichte, als sie die (Spanier unter dem commando des Reguesenii belagerten. Als im folgenden jähre die Universität in Leyden gestifftet wurde, ward Ianus Dousa zum ersten Cursor davon erncnncs. Er war >ehr gelehrt, und nennen ihn einige scribcn- ten den Holländischen Narronem. Er hat verschiedene wcrcke verfertiget , als poesien; annaie- von Holland; anmerckungen iwcr "> >( Sallustium, Pctronium, Plautum, Catullum,rc. Er starb an der pest den 12 oct. im 59 jähre seines alters. Mit Elisabetha van Zulen hat er 4 söhne gezeuget,welche alle wegen ihrer gelehrsamkeit berühmt sind: 1) Ianus Dousa, ein poct, iMi!c>K>pKusund mLcicu;, war der erste uidüocKccLrins zu Leyden,woselbst er au. 1597 starb, als er nur 26 jähr alt war. Er hinterließ verschiedene ?c>ems. lL, norss in CLmUum, Ilbulluio, krnpcrrinm, ssicils^lun, in kcrconH flkyricnn; LniniLrlvcclioncs inkiauci coincrclias öcc. 2)GeorgillsD0lI- sa, war in sprachen wohl erfahren, that eine reise nach Constanti- nopcl, und gab eine relation hiervon heraus, mit verschiedenen in- scriptionen, welche er zu Conftantinopel und anderstwo gefunden hatte. Er ließ noch an. 1607 den tractat Georgii Cedrcni 4c «rigi- nibus urbis ConllantinopolirsnL mit IvhaN. Meiiritt no,is drucken. ;) Franciscus Dousa war^uch nicht ungclehrt. Er gab an. 1600 die echllulLs Iulii Cäsaris escaligeri mit seinen commcn»ni§ j» ni- Uoilam aninialinin /t-illocclis und die kraßmcnra kncili, heraus, welche er mit noten erläutert hat. 4) Theodorus Donja, Herr von Berckcnstcin, hatte verschiedene bcdienungcn, und gab an. 1614 die Chronick Georgii Logothetä mit noten heraus; desgleichen an. iü;8 einen tractat, welcher den titul führet: i crkics var-s. rum linßnLrnm vLriocum>znesu drucken lassen. An 874 war das andere Concilium allhier wieder die Heyräth in verbottenen graden, und wieder diejenigen, so dir kirchen-güter angriffen, versammlet. 'kam. 8. conciliok. Bowdcü / (Georgius) Ettz - Bischoff von Armagh und Primas von Irrländ. Er bekleidete eben damahls diese würde, als unter Henrico VIII der gründ zu der religions- änderung geleget ward. Derselben widersetzte er sich nach allem vermögen, so gar, daß er auch an. 1 §49 den vlce-s.-, bey einer allgemeinen Versammlung der Geistlichkeit, deßwegen mit dem bann bedrohete, und mit seinen LukmAsucis, ohne das geringste einzuwilligen, solche Versammlung verließ. Doch dieser sein eifer wurde mit keiner genügsamen gelehrsamkeit secundirt, und der Ertz-Bischoffvon Dublin, Georgius Brown, dränge mit der religiöns - änderung dennoch durch. Ja, es kaine an. soweit, daß unter Eduards VI die würde eines Primaten von Irrland dem Ek 8 -Bischoff von Dublin gegeben, und Dowdal abgesetzet ward; worauf sich derselbe ausserhalb des Königreichs eine Zeitlang aufhielte. Allein die Königin Maria ließ ihn bald in dem anfange ihrer regicrung in seine ehemalige ehren-stellen restituiren, worinncn er auch an. izz 8 mit tode abgieng. mü. ch^nZist» com.p, ^99,451,677, 714,918. Down / eine Grasschafft in der Jrrländischen Provintz Ulster, aräntzet gegen gchrden an die Grasschafft Antrim, und den fee Neaügh, gegen ostcn an das Jrrländische meer, gegen Westen an Armagh, und gegen süden an die Grasschafft Louth, wovon sie durch den fluß giewry abgesondert wird. Sie ist allenthalben, wo kein holtz stehet, sehr fruchtbar, und hat unterschiedene schöne sce- häfen. Die Haupt - stadt darinnen heisset gleichfalls Down, lat. vunu m. liegt an dem Jrrländischen meer, auf einer halb - insul, welche von dem meer und dein scc Cone gemacht wird, und hat einen vortrefflichen Hafen, (sie hat auch sitz und stimme im Parlament von Irrland, und ein unter den Ertz-Bischoff von Armagh gehöriges Bißthum, welchem seith an. 1442 das Bißthum von Connor einverleibt gewesen. Sie ist eine von den ältesten stadtcn in Irrland, welche dadurch, daß sie des heiligen Pamtii, der heiligen Brigittä und des heiligen Columbi gebeine verwahret, noch mehr berühmt worden. Ptolemaus gedenckct ihrer unter dem namen DlMUM. Lox ,n kiwcru. ^nßl. Downham / eine marckstadt in der Grasschafft Norfolk in Engclland, am flusse Ouse, worüber daselbst eine brücke gehet. Dorius/ ein söhn Cöli oder Gellst, soll zuerst angefangen haben, Häuser von leimen aufzubauen, wozu ihm die schwalben-ne- ster anlaß gegeben. k/<». !. 7. c. ,6. Doyac / (Johannes) Qonvcrnei,^ von Auvergne, welches sein Vaterland war, wurde von dem Könige Ludovico XI scbr ge- liebct, welchem er auch gute dicnste leistete, daher er ihn, als er starb, an Carolmn VIII recommendirte. Allein er wurde gleich bey dem antritt der regicrung dieses minderjährigen Königs von den Printzcn vom gebiut, die er bey lebzcitcn Ludovici XI durch einige reden beleidigt, angeklagt, zugleich auch der ungetreuen Verwaltung der gemeinen gelder jchuldig erkannt. Derohalbcn er an. 1484 ausgepeitschet, und ihm die zunge mit einem gincndcn eisen durchstochen, auch die ohren abgeschnitten worden. Nachgchcns aber ward ihm sein ehrlicher naine wieder gegeben, 4s cNroiliijuc. Drabicius/ (Nicolaus) ein wegen seiner prophezcyung bekannter mann, wurde an. 15 87 zu Straßnitz in Mähren, woselbst ftin vater Bürgermeister war, gcbohren. An. 1616 wurde er in das prcdigdamt bcruffcn, aber an. 1628 auf des Kaysers Ferdi- nandi II bcfehl nebst andern protcstircnden Geistlichen verjagt,auch aller stincr güter beraubet,da er sich dann nach Ungarn in des Fürsten von Siebenbürgen Ragoczy gebiet wendete. Er lebte dafcbst 15 jähr iin höchsten elende, und muste aus armuth nach seiner ver- jagung anfangen einen tuch-handel zu treiben, worinncn ihm seine ftau, deren vater auch dergleichen Handel geführeszu starten kam, worüber er aber in ein freyers leben gerieth, so, daß ihm die andern exulierende Prediger auf einem Pohlnischcn ssnollo das predigen verboten, und mit dem banne gedrohet, woraufer nachgehends gantz eingezogen gelebt. An. 16; i,als er nach Mähren qercisct,um seine noch habende guter aus noth zu verknusten,und er aufder reist in stbens-gefahr gerathen, auch unverrichteter fache iu grosser be- trubniß zurücke kehren muste, soll er die erste cntzückung bekommen haben, darinnen er ein grosses Kricgcs-Hecr von Mitternacht, und noch ein viel grösseres von, morgen kommen sehen, auch eine stimme gehöret, daß Gott durch diese Heere ihre verfolget umbringen wolle. Nach der zeit ist ihm nichts dergleichen wicdcrfahren biß aufdas iaht 164z. Von welcher zeit an er unterschiedene gestch- tcr , von dem untergange des Hauses Oesterreich, besserimg der kirche /beketzruttg der Heyden und Juden, rc. soll gehabt haben. Die stadt Lednitz, darinnen er steh aufhielt, wurde unterdessen belagert , und das land des Ragoczy verwüstet. Ja, da die Kayscrli- ^ . chen diesen ort aufs neuebelagertcn, wurde er endlich erobert, wel- ^ c ches aües den OrLviciumnicht abbiclt/den Raaoezy sernerzli ver- Cbiers zwischen Ivoy und mahnen, sich dem Hause Oesterreich und dem Pabst zu widersetzen, Sedan, rn der dlvces Amrens in der Picardie. Latein,,veissi-t Allein Georg Ragoczy der altere starb an. 1647, und also konte die prophezeyurig r>rst,l«u so wenig durch ihn als durch andere, welche hernach ^ ^ / Aiiiieus in der Picardie. Lateinisch heisset er vuciscum oder vuolleciscum. Einige surores aber halten dafür, daß hernach bequem darzu zu seyn schienen, erfüllet werden; 'welches einige, die den v-sb.cium verlheydigen, so auslegen, als wann Ragoczy und andere, welche von Gott zu diesem wercke bestimmt gewesen, durch ihren ungehorsam sich dieser gnade unwürdig gemacht. Dem sey wie ihm wolle, so hatte Drabicius bereits an. 164; dem Johanni Amos Comenio von seiner offenbarung Nachricht gegeben, welcher an. 1650 nach Ungarn kam, und Drabi- cium pcrsöhnlich sahe, auchder fache sich mit anzunehmen bewogen wurde, wie er dann, nachdem er eine zeitlang im zweifel gestanden , ob er diese prophezeyung solle pudlic machen oder nicht, sich endlich entschlossen , selbige zwar drucken zu lassen, aber die -x-mpisriL zurück zu halten; bahero er ihnen auch den titul: >ux inrencbrU, gegeben. Gleichwie aber sehr ungleiche juclicis von diesen prophezeyungen gefallet worden, sonderlich, nachdem der ausgang in einem und anderm stücke mit denselbigen nicht uberein kam, auch Georgius Ragoczy der andere, welchem Drabicius so viel gutes versprochen, in der Wacht wider die Türcken an. i66o den kürtzern zog, und an einer empfangenen wunde starb; also waren insonderheit die Prediger in Ungarn deßwegen bekümmert, und besorgten, sie würden alle um des Drabicii willen leiden müssen, suchten derohalben allen verdacht von sich zu schieben, und einer unter ihnen, namens Johann Fclinus, schrieb ein buch, unter dem titul: igws krruu8 dticoi^us Orsb-cius, darinnen er alle diese vermeynte propheceyungen als läre Unbildungen und betrü-, gereyen verwarff. An. 166; ward eine versammlung zu Puchau gehalten, in welcher »r.miciu5 mit einem öffentlichen eybe, daß solches von ihm nicht erdichtet, behauptete. Unterdessen, weil er sich durch seine prophezeyungen bey dem Oesterreichischen hau je schlecht recommendirt, wurde er an. 1671 zu Preßburg in Ungarn gefangen gesetzt, und am i s.jul. daselbst aufurtheil desKay- fcrs, ihm erstlich die Hand und dann das Haupt abgeschlagen, auch darauf der cörper samt dem buche, luxinrcnsbris, unter bemgal- gen verbrannt. Uiii»r. > cvclLr. rnNc. i-lcr. c. I. I. l.c.7.4, h. ;o icgq Icsrxer Uilk. r. r. 7. z. c. »4. Drach/ siehe Trach. Drache / der umgekehrte und nicdergeworffene brache, ein gewisser Ritter-orden, welchen der Kayser Sigismundns ums jähr 1418 nach geendigtem Cosmitzer c»ncüic>m Ungarn stifftete. Diese Ritter trugen an feyertagen einen scharlachenen mantel, und darneben aus einem kurtzen mäntclchenvon grüner seyde eine doppelt goldene kette, an welcher ein umgcworffener drache mit zerbrochenen flügeln herab gehangen, so unterschiedliche färben hatte. Hierdurch soite das über Johann Hustens und Hieronymi kc-gen- 6s meynungcn ausgesprochene vcroammungs - urtheil angedeutet werden, welche Sigismundus als einen umgeworffenen brachen vorstcllete. Allein es verfiel dieser orden mit dem tobe des stiffers. Drachenburg/ Drackenburg/ Trachenburg / eine stadt an der Westr, in der Grafschaffr Hoya, eine halbe meile von Nienburg, gelegen. An. 1547 den 24ma» gieng bey diesem orte zwischen den Kayserlichen und Sächsischen völckern ein blutiges treffen vor, darinnen diese letztere unter Graf Albrecht von Maasfeld gegen Hertzog Erich von'Braunsthweig, der für Carolum V föchte, einen ziemlichen sieg erlangten, als schon der Churfürst Johann Friedrich einen gantzen nionat in des feindes Händen wäre. XlLNsf. cUron. Uilt. sckzupl. * Drachenfels/ Trachenfels/ eine Adeliche familie an dem Meine, welche an. 1209 zu Worms und an. 1; 11 zu Ravenspurg dem turnier beygewohnet. Sie hat sich auch in Meisten und Thüringen ausgebreitet. Ihr stamm - schloß Drachenfels liegt eine meile von Bonn, an den gräntzen des Hertzogthums Bergen. Pil- gerinus von Drachenfels ist der 2; Abt des an.1060 gestifteten klosters Siegcberg gewesen. Gottfried war an. i;;;Lands-Haupt- mann zu Freyberg. Rudolph, der um das jähr 1660 die stelle eines Hof-Marschalls zu Weymar verwetten, hat seinen stamm fortgepsiantzet. procU. öMUi. tclüLerr LNNLI. 8LX. Druck / oder Drake/ (Franciscus) einer dergrösten Admirale im 16 stculo, wurde bey South - Tarestoke in der Grafschafft Dcvonshire in Engclland gebohren, und in Kent auferzogen, all- wo stin vater ein Prediger war, und unter den boots-leuten von der Königlichen flotte betstunden halten muste. So bald er ein wenig erwachsen war, that er ihn zu eineinschiff-herrn, welcher mit allerhand waaren in Frankreich und Seeland handelte, um die jähre bey ihm auszustehen, und den ste-handcl zu lernen. Da nun dieser schiff- Herr starb, vermachte er sein schiff diesem seinem steif flgen und treuen dicner; Allein, weil es Drucken Nicht gefiel, nur immer aufdem dasigen engen meerc zu bleiben, so verkauffte er sein schiff, und begab sich zu dem Cavitain Hawkins / um mit ihm nach America zu schiffen. Wie er nun daselbst angelanget, nahmen jhmdie Spanier alles das stinige. Daraufwar er aüfMittel und Wege bedacht, sich zu rächen. Den ersten versuch that er alWom- brs cie vios, sv dazumahl das Americanische schütt-und korn-häuß war, dessen er bey nahe sich bemächtiget hätte, ohngeachtet seine ganizc macht nur in 2 schiffen bestund, worauf-0 männer und jungen waren. Als ernachgehens von einigen schwachen Nachricht bekommen, daß eine menge Kaufleute mit maul-'eftln, sogar schlecht bewehret, und silber und gold geladen hätten, über die berge kämen, fiel er sie alsobald an, nahm ihnen das gold, und verscharrte das silber, verbrannte daraufzu s-ma ouxc einen ziemlichen vorrath von Spanischen waaren, die auf 200000 pfmd sterlings geschätzt wurden, und kam sodann mit rühm wieder nach Hause. An. 1; 77 staelte er wiedrnm mit; schiffen und 1600 mann von Pleymonth ab, paßirte die Magelanische meer-enge mit j schiffen, nachdem er die übrigen 2 weggeschafft, weil sie ihm nutz verhinderlich schienen, und segelte sodann aufdas oder süb-meer, allwo seine schiffe durch einen grossen stürm verschlagen, und von einarder zersteuet wurden, so, daß eines davon niemals wiederum zum Vorschein gekommen, das andere aber durch diemeer - enge wieder nach Hause gieng; da immittelst Drücke nach Chily, Coquimbo, Cinnano, Palma,Lima, und also um gantz America herum segelte. Aufdieser reise nahm er viel Spanische schiffe weg, in deren einem er 400 Pfund massiv-gold, in ei« nem andern aber, c-cott^gL genannt, nebst einigen juwclen eine sehr grosse menge goldes und silbers fand, wovon er an. 1; 80 einen grossen theil mit in Engclland brachte, das übrige aber nebst 6 stücken über bord schmeißen muste- um das schiff von einem gefährlichen orte, dahin es getrieben worden, abzubringen. Gleich nach stiner ankunfft trattjrte er die Konigin zu Dartford, allwo sie ihn zum Ritter machte, und die weit in einem schiffe zum wa- pengab. An. i; 8 ; segelte er abermal von Pleymouth mit 22 kauffarthey- und kriegs- schiffen, wie auch 2z 00 soldaten und boots- leuten ab. Aufdieser fahrt eroberte und verbrannte er 8 . Jago, die Haupt-stadt m der Amerikanischen rnsul Cuba, und plünderte sodann 3 . Oominico in ttichaviv!» , von bannen seegelte er nach Carthagena, überrumpelte diesen ort unversehens, und eroberte ihn nebst einer unschätzbaren summa gelbes und 240 stücken. Auf der heimreist rasirte und verbrannte erdiesestung und stadt8. LuZu- tln,3, m werrL Soriäs. und kam an. i;86 glücklich wiederum zu Pleymouth an. An. 1; 88 wurde er von der Engel- ländischen flotte, und trüge zu zernichtigung der Spannischen st genannten unüberwindlichen LrmaäL das meiste bey. An. i;8s ward er als General - WuEusmit 11000 mann dem uwn Antonio zu hülste geschickt, welcher prätension auf die Portugiesische kröne machte. Darauf gieng er mit Johann Hawkins in A- merica. Als er aber allda stin vornehmsten zweck nicht erlangen kvnle, da er von nr-- m ».ico gerne nach Panama gesegelt wäre, allwo der Spanische schätz verwahrt wurde, plünderte er NnmKre öe vio5, und viele andere 'mäßige städte. Weil ihm nun diese reist nicht so glücklich abgelausten, wie er wohl gehoffet, und sich darzu angeschickt hatte, so wurde er vor unmuth kranck, und starb endlich an. i; 96 den 28 jan. als er nach umr» LeUo kam, zu grossem leydwesen der Königin. Er hat von dieser seiner andern reise eine relation verfertiget, a- UcNo LeiZ. «le». Lricsn. ^ Draco / ein alter Atheniensischer gesetzgeber, welcher noch vor Solonelebte,ohngefehr-r.w. i;i,oi>mp.J9,2. 62z, dessen gesttze sehr scharstundftrcnge waren , und fast alle verbrechen, sonderlich aber alle diebstähle,so kleine sie auch waren, mit dem tod strafften. Deßwegen sie Solon alle miteinander abschaffte, ausgenommen dasjenige, welches wider die Mordthaten gestellet war. Er ward zuletzt nacher Aegina, eine kleine insul und stadt unfern Athen ins elend verwiesen, und wurde allda aufoffenem rK-L- rro unter freudigem zuruffung mit zuwerffen der kleideren, wie es etwan selbiger zeit üblich, dcrgestaltcn üderhäufft, daß er darunter erstickte. Er soll auch ;ooc> verse geschrieben haben, welche gute lehren in sich hielten. Der Redner Demades sagte, des Draconis ge- sttze wären mehr mit blut als mit dinte geschrieben. in Zolon. Lunr. Acnr. I,!,. l Nrom» Dräcomtes / (Johannes) war zu Carolstadt in Francken an. 1494 gebohren,wuroe zu Erfurt 7 iij!<,Ww-,und erlernte bey Paulo Fagio die Hebräische spräche. Nachgchends legte er sich aufdie Theologie, und zwar mit solchem fottgange, daß, da er nach Wittenberg gekommen, er unter den ersten war, welche nach der «.etbrmaiioa O > Tkevioxi« wurden. Hierauf hat er zu Mar- purg viel jähre die heilige schrifft erkläret, auch den fnoiUs imo re- ligious-cvlioquüs, desgleichen an. i;zo der Übergebung der Aug- spurgisthen confeßion mit beygewohnet. Hieraus docirte er zu Rostock , von bannen er nach Neusten beruffen, und von dem Hertzoge Alberto zum Sammlänbischen Bischofs gemacht wurde. Räch vielen jähren aber kam er wiederum nach Witteüderg, um dastlbst die bibei in; sprachen heraus zu geben, worzu der Churfürst Augu- stus in Sachsen die unköstcn herschieffeu wolle. Allein er starb darüber den 18 apr.au. 1; 66 im 72 jähre seines alters / und hat nur einige ffeciminL darvon ediret; desgleichen etliche bücher des alten lestamenls übersetzet, Äusser diesen hat man von ihm commcn- tsr. in propUcras sli^uot - in pialwvs sli^uoc <8c c^piruia Qsneleos Us reßno Lkrilki - ptslterium cx Lkrso vci luin cum 5 cUoIiis tcorUrri aci- junttis; Ne oillcio prlnciyi» Lc concionato-is ; cie cllrilliznä 68 Lc gciciic. tom. l p. 280. vit. rlicolvg. in rkcgcr» Draconlius / ein Spanischer Priester und Christlicher Poete, lebte in dem ; seculo zu den zelten des Kaysers Thesdosii j,'nioris. vor welchen er eine eWe verfertigte; so daß ihne Voßius gar unrecht erst nach den zelten Caroli N. setzen will. Er schrieb ein ge- dichte, KcxLsmeron genannt, das ist, von den 6 tagewercken der schöpffung, welches Eugenius II. Bischoffvon Toledo, aufbegehren des Chindisuind, Königs der West-Gothen in Spanien, corri- qiret und vermehret hatt Sirmond hat an. 1619 seine wercke drucken lassen. Joh. Weitzius gäbe es auch imt seinen anmerckun- qen absonderlich aus; und nach ihtne ebenfalls Andreas Rivinus, sonst stehet es mit in denen alten l'-'iws curiN^nis. die Georgius Fabrieius gesammletsso wol als in LiKiioiUeca?srrum. Die schreibet darinn ist nicht gar zu rein, und die verse thönen meistentheils sehr hart» a« vir-iNustr. c. 14, 24, ksörr'c. ciom- M 2 Mim 92 dra dra rnem. inpoür. Lkrilt. ?,>r List. 6c5 cvur. Lccl.1. 4. ä- Icripr. eccl. Kc. * Drago/ siehe Drogo. Drahne/ ein schloß und Herrschasst in der Nieder-Lausig.neben den Herrschafften Sonnewalde und Dobrilug gelegen. Äemilia Agnes aus dem Renßisehen Hause, so erstlich an GrafBaltbasar Erdmann von Promnitz/ hernach an Hertzog Friedrich von c^.ach- sen-Merseburg, Königs. Pvhlniftycn und Churfnrstlich-Sachn- schen Oe„crLi-i.leurciiL»r, so an. 1715 verstorben , vermahlt gewesen/ und ihren witwen-sitz zu Dahmc hat/ besitzet sie ietzo. Ehemals aber gehörcte diese Herrschasst denen von Minckwitz / unter denen an. 1570 Caspar von Minckwintz das hauß Drädne von gründ auf neu erbauet hat. Noch an. 169.5 hat es Caspar Ehrcnreich von Minckwitz auf Lindenau in besitz gehabt; nachmals ist es durch kauff an den Grafen von Promnitz und dessen hinterlassene gemah- lin gefallen. Die Herrschasst hat schöne beyden , jagdcn und fische- reyen. c-roAr- I^auliiril. MLlclcvv. Ilv. z. belcbrcib. V.autir2. k 7 -- , . , Sonsten liegt auch noch ein adelich gut Drahne genannt >n der Promnitzischen Herrschasst voran,und gehört denen von Tschesch. I. c. f>. Dragoniera/cin schön dorffin der Graubündtnorischen Graf- fchafft Eleven / oberhalb Campedello / rechter hands der Mera gelegen. Draguicznan / lat. o-ac-nL oder vrrZulZnianmn, eine stadt in Franckreichsin Provence / in der diö'ccs von Frejuls. Sie ist die Hauptstadt einer absonderlichen Vigucrie mit einem land-gcrichle/ welches an. 15;tz von deinKömgc Francisco I aufgerichtet wor- dcn/desglcichcn ist atlhicr eine stissls-ürche.Diesc stadt liegt aii dem besten orte in Provence/ in einer sehr fruchtbaren gegend / durch die innerlichen kriege aber und andere Verwirrungen ist sie sehr herunter gekommen. A. kuioir. Uc t-rovcucc. Draczut-Rais/ war ein Capitain der barbarischen sec-räubcr, und ein grosser Cbristcn-feind,welcher an. i? zo von Andrea Doria im haven von Giralotta in Corsica sinnt 1; galercn gesangen / und in ketten und banden geschlossen wurde. Nachdem aber Barbaropa in Provence gekommen, und daselbst Jeannctino, des Doria euckel, die für den gedachten Dragut geforderte ranzion ausgezahlet hatte, wurde er wiederum loß gegeben. Diese gefangenschafft/ welche er sich für einen grossen schimpsshielt,machte ihn hernach nur dcuo grimmiger aUfdie Christen, welches er auch bey unterschiedlichen gelegcnhciten an dciitag legte, bis er endlich öey derbelagerung von Malta an. is6<; sein lcvcn einbüßte. in vi» n, kracht. Die Drahomiram aber hat, wie gesagt wird, die erde zu Prag lebendig verschlungen. ?rzgc>s. 1.lnttor. kiti. Lok. c. in ^sncal-Pkinc. 60^. 80k. I.s. Kiti. Kok. ckron. Lok. p. >04. Lokmis. ckron. L/r/ör-rr-L e^ieoms rer. Lok. l.r, 2. miscel!. 6ec. l i. leLi. l c. 1 4 resj). Lok. c. 8 Z4-6- Drances / ein vornehnier,beredter und schon betagter Minister des Königs Latini, welcher mirseinen rathschlägen allezeit dem Körnige der Nutuler, Turno, zuwider, und hingegen dem Äeneas gün- stigwar. /kn.I. ,l V. lr-, rro,;z6,;8z, 44z. Drandorff/ Tra»dorff/eine adeliche familie in Missen, welche heut zu tage in dem amte Schlichen die guter Striesa, Colo- chau, Stecha:c. besitzet. Dieterich von Drondorp wird in einem wp!»m-re > welches Wigmann, Ertz-Bifchoffzu Magdeburg, dem klostcr Nienburg in dem Anhaltischcn an. i iSr gegeben, als zeuge angeführet. Enstachius war bey dem Churfürsten zu Sachsen, August», Cammcr-juncker. Christoph vertrat an. 1642 die stelle eines Commendantcn auf der vestunq Pleissenburg zu Leipzig. August Friedrich hat in des Churfürsten zu Sachsen namcn den excciwE rccetz des Westfälischen friedcns zu Nürnberg an. lüz 2 nllterschrieben. nui. .,rc>ör. ivliw. Drangiana / eine Provintz in Persicn, welche heut zutage Si-. giiran gcncuncl wird, und am'meisten gegen ostcn liegt. Die vornehmsten städte darinnen sind Ariaspe und Praphthasie. Dransa/ ei» iluß in WaUis, welcher in dem gebürg gegen mittag , so dasLandWallisvom Augstlhal abgesondert, einen dopvcl- ten urwrunghat, deren der einte durch das Banienlhal hcrmner konum, der andere entsvringt aufm 8. Bernhardts-dcrg und beyde vereinigen sich unter 8. Brandschier miteinander, lausten alsdann zwiichen dein flecken Martinach und dem schloß hindurch in dcn Rhodan. Draschwitz / Tra schwitz / eine adeliche familie in Missen, deren stanun-bauß Drafchwitz in dem amtc Weipenfclß, 4 meilai von Leipzig, gelegen. Von Alberten, Heinrichen und Barteln, ge- brüdcren von Drasihwitz, ist ein briefvorhanden, darinnen sie dem LandgrafFricdrichen in Thüringen an. 1; 11 das lehn an etlichen cinkunssten zu Storckowsitz reif,wen, worauf derselbe erwchmes leb» dem klostcr 8. Jacobi zu Pegau schencket. Bernhard von Draschwitz würd an. 1542 Lznonicu., zu Naumburg. Joachim von Draichwitz war an. 161; Fürstl. Würtenberaischer, und Caspar an. 1627 Fürstlich - Weimarischer Hofmeister; ob aber diese beyde letztem zu der familie von Drafchwitz gehören, kan man nicht eben sagen. um. n,rt>. i. z §. .06. Draheim / eine stadt und Herrschasst,nebst einem schloß in der Neumarck, nahe an den Pohlnisch - und Pommersschen gräntzen gelegen. An. 16z? wurde sie als ein pfand-schilling von 120000 rhaicr, in den Vrombcrgischcn tractate» von Pohlcn an Cbur- Brandenburg verschrieben, daß wofernstlbige »>n,n>z innerhalb z lahrcn nicht ausgezahlet würde, der Churfürst von dieser Herrschasst yoNcillon nehmen,und selbige bis zur bczablung behalten sol- te. Wie nun in gesetzter zeit keine bczahsting erfolgte, wolle sich Brandenburg seines rechtes gebrauchen, wurde aber gehindert, bis auf den lvd des damaligen besigcrs, des Starrsten Slcvham Po- tokisso an. 1667 erfolget. Obschon damals der König von Podien selbige von neuemdemFürstenDemctrioWisniowizki schencktc; so warddoch die Sache dahin vermittelt, daß dieser zurücke trat, und der Churfürst »och -mooo thaler hcrfchoß, daß also nunmehr diese Herrschasst als ein pfand-schilling von i z zooo lhalcrn anzusehen. ge rebu5 tilg. v^illli. I. 6. §. 92. UreuLlil. Ns.is. xcc>8, »pli. ?. 11. p. y o s«,. Drahomira / eine gcmahlin Vratislai, Hcrtzogs in Böhmen, welchem sie an. 927 wegen ihrer sonderbaren sebönheit beygelegt worden. Obste gleich noch eine Hcydin war, so glaubte man doch, daß sie durch diese Vermählung gar leicht würde zum Christenthum können gebracht werden, welches sie auch anfangs vcrfvrochcn,abcr hernach'nicht gehalten. An. 908 gcbahr sic Wenccslaum, und im folgenden iahrc Bvleslaum, unter welche beyde söhne Vratislaus hernach sein land gethcilet. Als er an. 916 gestorben, wolle die mutier desselben 8. Ludoinilla, so noch den leben war, dic vormund- schafftliche rcgicrung fuhren; aber Drahomira stellte auf dem Präger schlösse eine zusammcnkunfft der Stände an,und brachte es dahin,daß, weil ihre söhne noch unmündig, sie die rcgicrung führte, da sie denn Wcnceslaum,welcher ihr, wegen seines Christenthums, nicht wohl anstünde, von sich wegschaffte, Boleslaum aber bey sich auf dem Wissehrad behielt, und hefftig wider die Christen wütete, auch zu Prag einen c^tadt-nchter, namens Palhogum, setzte, welcher die Chnsten um der geringsten Ursache willen, ausdas grausamste init dem tode straffcte. Solche tyranney währte 4 iahr lang, da die Christen die waffen darwider ergriffen,, und an. 919 wurden auf dein Präger marckte z hcfftige siharmützcl gehalten, daß das blut durch alle gaffen geflossen, in deren letztem Palhogus selbst um das leben gekommen. Hierauf ließ sie ihre sichwieger- mutter Ludomillam, welche die Christliche religion sehr verthcydig- te, im schlösse zu Tetin umbringen,und zerstörte die kirchc zu Buntz- lau, welches endlich Wenccslaus nicht länger mehr ansehen konte, und dahero an. 921, ob er gleich nur 1 z iahr alt war, nach Prag kam, die Stände zusammen beruffte, seine inutter der regierung entsetzte, und der Christlichen religion wiederum auf halff. Die nnittcr suchte ihn hierauf zwar mit gisste aus dein wege zu räumen, welches ihr aber nicht angicng. Jedoch wurde Wenccslaus von seinem bruder Boleslao, aufihr^nnstipten, an. 9z8 umge- Druokowich/ (Jobannes) von Trakostia, »-»us der Königreiche Dalmalien, Croatien und «sclavonien. Sein geschlccht, welches in Ungarn lind Croatien florirct, soll von einer andern Slavonischen tann.ie Suadich, so Gmfen zu Tirinio gewesen, und Spalatro, Clissa und andere städte besessen, seinen Ursprung haben, aus welchem schon an. 1222 bey Königs Ändreä in Ungarn regie- rnng ein Johann Draskowich berühnil gewesen. Gegenwärtiger Johannes aber war ein söhn Casvars,und Catharinä Szcchcl, und begab sich iung in den hrieg , da er unter dem Bano in Croaticn, Grafen Thomas Erdcödi bey der Niederlage des Türckischcn Bkgs zli Pofeck Scmiders sich befand und an. 1 z'92 unter diesem Grast» Sisscck entsetzen balff, auch in der bey diesem orte folgenden labrs vorgegangenen schlachc sich solcher gestalt sLnwtte , daß er zur dc- lohnung seiner tavsserkeit das zu Crisa erhielt; und nachdem er an. 1^-96 Petrinia erobern hclffen, auferwehncen Tho- mä Erdcödi rcssgumi-n vom Kayser Nudolpho II das Bannt in Dalmaticn , Croaticn und «Lclavonicn erlwigte. Er beförderte hieraufdic eroberung Clissa, so doch die Türcken bald wieder einbc- kamen, und ließ durch George Draskowich die von den Türckcn wiederum belagerte stadt.Pctrinia entsetzen,welche stadt er an. 1 z -7 re^nrc» ließ. An. i ü°o halte er vor, der belagerten vcstung Cam» scha durch einen cnlsirtz lusst zu machen, welchenort jedoch die Tüc- cken eroberte». AIs Stephan Bozschkay das regiment inSiebru» bürgen an sich zog, suchte er diesen Herrn auf seincscite zubringen, der aber mit den Croaten sich den Ungarn beyfügte, so dem Karste treu verblieben, und nach einem glücklichen treffen Sabaria, Kn- ment, Cuseg undSumegh wiedereinnahm. Nachdem an. iüvS mit den Turcken und Siebenbürgen geschlossenen friedelw->>8"st!e er sein amt eines Bani, und ward Kayserlicher Kriegs-Ratb, Ou- bc, „Lior und des Königreichs Ungarn jenseits der Donau. Ratkay in seiner Erratischen Historie legt ihm ein grosses lob bey. Er ist sonderlich ein eiferer der Catholischen religion gewesen, endlich an. 161; mit tode abgangcn, und zu Prcßburg begraben worden. in tziüo,. L-02,. Hut. liuiif;. I. zosticl an. >5SÜ öc -kr in monaicvig liungan. oraiio aa R.u. II «lc pari, ag Liücclr viökoria. 1.0in cicr Un^arik. clirano- loglc. Draskowich / (Georains) ein Cardinal,ein söhn des vorhergehenden , und ein cnckcl des Cardinals Gcorgii Martnusii. Seine ansehnliche gestalt, seine gelehrsamkeit/sein verstand und sein ercin- plarischer Wandel brachten ihn in einen solchen credil, daß er izach und nach Bischoff von Fünffkirchen, Bischoff von Raab, Cantzier von Ungarn, Ertz-Bischoffvon Colocza, und endlichan. i?8e auf des Kaysers Rudolphi II „ominarion, von Sirto V zum Cardinal gemacht ward. Zu dieser letzten erhcbung trug ein grosses bev, daß ihn jetztgcdachtcr Pabst auf dem Tridentinischen co,-c,iia hatte kennen lernen, bey dessen dritter cclctzracwn ex, asg Bischoffvon Fmiffkirchen und Kayserlicher wegen des Köniarcichs Ungarih dra dre Ungarn, erschienen war. Als er aufPäbstlicben beseht sich fertig machte , eine reise nach Rom zu thun, ward er ander rothen rubr kranck, und musre daran zu grossem leidwesen sowohl der gantzen Kayserlichenfamilie/alsauch seiner landsleute, an. i>8? indem sr jähre seines allers , sterben. Ujg. >.-6. no«. tur Iss Icrrr. 6'Ollär. r. l Lckr virs 6> 8tllo V. Draudius , (Georgins) ein söhn Petri Draudlt , welcher Pfarrer zu Davernheim in Hessen war, und mit seinen; weibern 25 kinder gezeuget hatte. Er wurde an. 157; den s jan. gebohren, und in seinem i° jähre nach Marpurg geschickt, woselbst er den ßrg. 6»w eines i annahm. An 1590 gicng er nach Francksurt am May» / und gab in der buchtruckerey Nicolai Bassei anderthalb jähr, hierauf ein halbes jähr zu Herborn , und endlich in der Feyer- abcndischcn druckcrey einen c<>i>sÄorsm ab, biß man ihn an. 1599 zum Pfarr-amte aufdas dorffGroscarben in Hessen berieff. Nachgehends wurde er Pfarrer zu Ortcnburg. Man hat von ihm b.bvo- riiccsm clstlittm, uüi llnßuli UnAulLrum ^rotsilioQum iibri recenlc.i- eu r, die an. 11 zu Francksurt heraus gekommen, aber vieler fehler beschuldiget wird. Ferner hat er auch rypoZrLpKicum ciacurlu-u experimsnisism edirt; desgleichen die cuUoquiz Zimonis^lsjoH, 6>ez c-niculries genannt , eontinuiret , seinen namen aber nicht darzu gesetzt , und weil er viel aus andern schrifften genommen, wird er von Thoinasio eines?u°i> beschuldiget. VvnDraudio ist auch noch i>». 6sn2rius Illgoricc, t>lblicu5 , aus eines unbekannten »uetorij EL. an. iüs; heraus gekommen und vermehrt worden. epilloia 6e, Ouo6s»2r. UiNoi-. kidl. piLÜxr bibliotk. vet. 6c nov. jt 4.96. 6c pisgio likc. H. 659 lco. Drarv / lak. vrsuz oder OI-2VU8, ein berühmter flnß in Teutschland und Ungarn, entspringet in den Alpen, in dem Ertz-Bißthume Sallzburg,gegen den gräntzen von Tyrol. Er gehet durch Körnchen, «Vteyermarck und Ungarn , welches er von Croatien und Sclavo- nien scheidet. Er nimmt unter Lcgrad die Muer, die Sala und verschiedene andere ffüsse in sich, und ergießet sich bey Esseck nahe bey dem städtgen Darda in die Donau, 7 >/, §Le-rz)-i,4»r mUc. curiosa 6sc. r. p. 1. Draxdorff/ eine van den ältesten adelichen familien in Meis- sen. Fabian hat an. 1514 bey belagcrung der Frießlandischen stadt Damm die schiffe aufder Ems commandiret. Veit war des Her« tzogs Georgii zu Sachsen Obrister und Abgesandter. Eustachius vertrat an. 1566 bey der gemahlin Hertzogs Wilhelmi zu Sachsen die stelle eines Hofmeisters; sein söhn, Hans Friedrich aber erhielt die ckaiß« eines Hof-Marschalls zu Altenburg. Wolf Friedrich war an. 1614 Fürstlich. Weymarischer Cammer-Raht. Nach diesem mag sich dieses geschieht auch in dem Elsaß ausgebreitet haben,wie denn Hans Christoph an. 1660 ein mitglied derElsaßischen Reichs- ritierschafftgcnennetwird. H-«»L-»ö.ä,6sitp. p. 8»!:. ^ro6r. kckitn. Ltüüs--« snnsl. 8ax. K. / 4 rckiv. ?. chcc. coiit. Drebach oder Dretbach / ein berg - flecken oder darf im ertz- gcbürgischen Creyse und des amts Wolckenftejn bezirck gelegen, gehört aber denen von Adel zu; Ehemahls sollen es die von Wiedebach gehabt haben. Sonst sind bergwercke allhier gewesen. Der ort ist deßwegen auch merckwürdig, weil er vor diesem auf die Chur-Sächsische Land-tage feine Deputiere nebst andern städten des ertz-gebürgischen creyses gefchicket, und dißfals noch an. 1601 und 1605 in den Land-tags-acten erwähnet wird. ^/Lr«r ivlsitn. derz-ciiron. 49 üc 196. Drebkow/Drewko/ auch sonst Dreyocke genannt,ein flecken in der Nieder-Lausitz, 2 meilen von Cotbus und Finsterwalde; es wird in z theile getheilt, und ist drcyerley Herren, denen von Köp- ping, Wiedebach und Köckeritz underthan. Vormals gehörte es denen von Mezrad und Salhausen, nachmals denen vonWinckwitz. Die einwohner sind meistens Wenden, daher» wird auch der ort unter die s Wendische städte ge^hlet. mecclcvv. bstcUrcik. «.äntilr. xi. 77- Drefurt / siehe Trefurt. Dregel/ ein festes schloß in Ungarn, aufeinem hohen berge, amweit Ofen gelegen. An. 1552 wurde es von den Christen belagert , und von den Türcken entsetzet; zu ausgangs des 16 seculi aber hat es der Kayserliche General' von Teuffenbach erobert- reNiv. 7 i«c^o/L. In6. cnron. Drelmcourt / (Carolus)cin Reformirter Prediger zu Paris, wurde zu Sedan an. izyz den 10 jul. von ansehnlichen eltern gebohren. Die dumLworä und theologie studierte er in seiner geburts- stadt, und die Philosophie zu Saumur, unter dem Dun- can. An. 1618 wurde er Prediger nahe bey Langres, von bannen er an. isro nach Pariß beruffen wurde. An. 162; heyrathete er eines reichen kauffmanns zu Paris einige tochtcr, mit welcher er 16 kinder zeugete: von welchen 16 bindern die ersten 7 alle knaben gewesen , die übrigen 9 aber unter einander gekommen, als noch 6 knaben und z mädaen. Der älteste davon ist Laurentius gewesen, erst Prediger zu Röchelte, und, nachdem durch ein edict geboten wurde, daß diese stadt keine andere Prediger haben solle, als ge- bohrne stadt-kinder, Prediger zu Nivrt, aüwo er an. 168--, seines alters 56 jähr, gestorben, nachdem ihm GOtt 6 monat vorher sein gesicht genommen hatte. Er ist der Hebräischen spräche hochft- kundig gewesen, und hat schöne predigten, Christliche sonnettc, und eine geschriebene schüfst hinterlassen, wie man die Frantzösische spräche von ihren niedrigen und unreinen redens - arten reinigen solle. Er hat nur töchter gelassen. Der andere söhn Henricus ist erst Lcivocsc gewesen, hat sich aber nachgehends zum Predigeramte gewandt, beme er erst zu Gien, nachgehends zu Fontaine- bleau vorgestagben. Der dritte ist der berühmte Carl, drs 9z (siehe den folgenden articul) der ebenfalls, auch nach erlangtem OoLoiLt, eine begierde in sich befunden, der ktrche als ein Prediger zu dienen. Der vierdte ist Antonius, r^eciicus zu Örbes in der Schweitz. Der sünffte ist als eiu Lrusioius ctiec>io^>.L zu Genf gestorben. Der sechste, Peter, Priester der Englischen kirche und Dechant zu Armagh, ist an. 1722 in dem 86 jähre feines alters zu London gestorben, und hat nur eine tochler mit einem grossen vermögen hinterlassen. Die übrigen sind alle in ihrer iugend gestorben , eine rochter ausgenommen, die an den Herrn Malnöe, Parlaments - Advocaten zu Paris, verheyrathet worden, aber zur zeit der Frantzösifchen Verfolgung zu der Römischen kirche getreten, und, da ihr mann sich nach Holland rctinrct, in Franckreich geblieben ist. Im übrigen machte er sich so wohl durch feine gelchrfamkeit, als durch seine gute aufjuhrung, bey jedcrman beliebt, und starb an. 1669 den z nov. Unter'feinen schrifften, so theils zur erbauung und aufmnnterung im Christenthum, theils zu Widerlegung der Catholischen gerichtet, sind sonderlich bekannt conlolscionr >LMt: co^r-e les K-L^eurs rjs morc; ferner : >e jubils; le coinbLt KoinLin ; le kitznu cics j t-luirss ; le rriompiie 6s l'Lgliss sous >L croix; Iz reponts ru?src OsuRn; Iss 6itpursz svcc llvcgue 6e8cI!Äl couckgnc t'konncui, qui ell 66 g !a ssime Vicige; !a 6ctcnle 6e tDalvin, 0u ton Lpotogi« ronrrc Is livrs 6u Or6mr! 6e Licvciicu ; lepontc Lu?rince Lrnlt ^sn6§cavs 6 e tiellsn, Lcc. in rliearro x>. 696. * Drelmcourt/ (Carolas,) ein söhn deS vorhergehenden, wurde zu Pariß den i fedr. an. 16 z; gebohren. Er legte sich auf die Medicin, und bekam an. 16; 4 zu Montpellier die Äoctor-wür- de, worauf er sowohl bey der armee, die Turenne commandier» alsauch zu Pariß gute proben in ?r»xi ablegte, und endlich nach Leyden zu einem mc6ic>n2: an. 1663 beruffen wurde. Daselbst erlangte er in der Medicin, sonderlich in der anatomie einen gar grossen rühm, war auch dabey in der Griechischen und Lateinischen spräche, ingleichem «atzen lluciü- llumanwridus wohl erfahren, und starb zu Leyden an. 1697 tzm z i may. Er hat unterschiedene schrifften hinterlassen : als 6>srnbcn 6s parcu ocUm-kri vivgci; LplUoAiLM me6ic. gua 6s^>cUirur cLlumnis, me6icos sexcsn- rir »nnis «.oms sxulslle, welche tractate nebst einigen andern zu Ley- denan. 1680 zusammen gedruckt sind. i» ^ in6«n-c> ie- noV2ia. Drente/ eines von den; theilender Niederländischen Provintz ober - Iffel, ist ein land, welches voller Morasten ist, und Cövor- den zur Hauptstadt hat. An. 1672 hatten sich die Frantzosen davon ineister gemacht, musten es aber 2 jähr hernach den Holländern wieder überlassen. Drepanius/ (Florus) ein Frantzose, rvelcher an. S90 unter der regierung Clodovei ll lebte; ivtetvohl ihne andere auch jünger machen, als ob ernemlich erst im 9 stculo gelebt. Georgins Fa- brieius getrauete sich von dessen alter noch gar nichts zu schreiben. Die schreib-art und verse sind gering. Er hat Psalmen, t>>wnor und einige andere fachen verfertiget, welchem der b>vu<>rU-xL ps. rruw zu finden, auch schonvorher von Georg Fabricio seiner colle- ction der alten Christlichen pocten einverleibet «vorden, wie eben- fals in der oll,!. ^>2rrum. ^ Drepanius/siehe Florus, zngenannt und i.rri,n,r ?2cLtuL vrepLniu?» Dreßden/ lat. vic§62.die Chur - Sächsische resident / Haupt- festung und Haupt-stadt im gantzen Chursurstmthum/ist eine der berühmtesten städte in gantz Leutschland. Sie liegt in Meiffw alt der Elbe/ da die Weifferitz hinein fallt / in einer sehr angenchinm und fruchtbaren gegend. Sie bestehet aus 2 städten/Allmnd Neu- Dreßden / welche durch die Elbe von einander geschieden/durch die grosse steinerne brücke aber wieder vereinigt sind. Von dem Ursprünge der stadt Alt-Dreßden sind unterschiedene meynungen/ die sicherste aber ist / daß/ wie Rhegino berichtet/ derKayser Carolus iVl. an. 8c>8 die bürg Dreßden an der Eibe wieder die Böhmen erbauet. Nachgehends zu den zeltender Kayser Hemmund Oktonislist sie einstecken gewesen / da eine schenck-statte und eine bevcstlgle überfahrt ander Elbe gestanden. Ais aber dieser ort von Überschwemmung des Elb-stroms zuin öfftern / und auch umdas jähr 1020 schaden gelitten / haben dessen emwohner anlaß bekoin- men / gegen über auf dem andern ufer/ welches höher gelegen / ihren ausemhalt zu suchen / zu welcher zeit man den so genannten Ta» scheuberg am ersten gebauet / biß man hernach den thannen wald / welchersich damals weit erstrecket / an dem ufer der Elbe abgchol» tzet / und die länge hinauiwarts inehrWohnungen / auch die Frau- enckirche unweit des Eldstrohms erbauet. Also ist Neu-Dreßden eine colonie von Alt-Dreßden / es ist aber dieses nachgehend, durch jmes sehr übertreffen worden / indem die residentz der Marggra» fen zu Meisten daselbst gewesen. Alt-Dreßden ist zwar auch empor gekommen / hat aber memaiszu dergleichen ssic,,6cur gelangen können. Vormals waren diese beyden städte der regierung nach von einander unterschieden / und hatte iegliche ihren besondern Rath/wüchm aber der Churfürst Mauritius/als er Alt-Drcßd«n zu fortisicieren angefangen/mit einander vereiniget. An Neu-Dreß» den hat bereits Marggras Otto der reiche einige zeit lang / icrnec Marggraf Heinrich der erleuchtete / 48 jähr nach einanderbisan seinen tod an. 1288 / hernach Marggraf Friedrich der kleine/der sich Marggrafzu Dreßden genemm / alsdann Marggraf Friedrich der strenge/MargrafWilhelm und a.m.hofgehauen>Dlc beständige residentz aberber Chur-undFürstenAlberktnischerlinte.Jst sie von der zeit an / daHertzog Albrecht zu Sachsen/ Chursmid des qütigen söhn/seinHof-lagerallhiergenommen. Dasersteschloß per alten Marggrafen zu Meijftn und Landsberg hat auf dem La M z schen. 94 dre schenberqe gestanden/und ist sehr schlecht gewesen/auch an. r^8 -u einem futter-boden undstallung angerichtet worden. Langstvvr- her überhaben die alten Marggrafen auf erne bequemere rcstdentz gedacht/und etwas höher hinaufwarts andemLaschenberge um diegegend/ wo das ietzige schloß stehet/zu bauen angcMgen; wert aber solches gleichfals gar unordentlich worden/hatHertzog Georg an. 15 ;4 ein neues schloß angelegt / und solches innerhalb; bis 4 jähren vollendet/welches von aussen her mtt vielen dcnekwurdr- gen in stein gehauenen fiqnren / schrifften und wapen gezicret ist. Das andere alte schloß aber hat an. ^-47 Churfürst Mannttus zum theil/ sonderlich abendwärts / abbrechen / und alldamit dem bau weiter nach der fcstnng hinaus rücken / auch neue gemacher nebst vielen andern zu auszterung dieser rcstdentz gehörigen gcoau- den aufführen lassen. Chnrsiirst Johann Georgei Ueß den berühmten ricsenffaal aufs neue bauen / und Churfürst rivhann George IVHat cs an vielen orten noch herrlicher ausziercn lassen. Allem an. t7oidcn-5 mertzistcin groß theil von vielem schloße md wasche gelegt worden. Die allhier befindliche und in vielen Zimmern bestehende kunsickammer ist wegen der vielen rarttaten lederman bekannt. In Nen-Drcssden an dem schlostestchet auchdas ansehnliche und weitläuffkigc stall-gebäude mit allenzugehorungen/wor- zu der Churfürst Christianus I an. 1^86 den 6 jun. den gründ ge- leget / und welches vor ein prächtiges schloß passieren kan. Nicht allein in den prächtig und kostbar abmieten stallen/find stände vor ir8 Pferde/sondern es sind auch diedarüberbefindlichen vielen gemacher mit kostbarem pferd-zcuge / allerhand art von armatur/ und was zu ritterlichen spielen und aufzngen gehöret/desgleichen mit verschiedenen historischen gemähldcn von der sncceßlon der Sachsen und dergleichen crlullet. DaS zeuqhauß/ so Churfürst Augustus an. izzy zu bauen angefangen /und an. i>sz vollendet/ wird unterdie vornehmsten in gantz Europa gezchler/wormnen ein sonderbarer grosser vorrath von allerhand qeschützund rustung vorstanden ist. So ist auch der schöne zwtngcr-garten hinter dem schlösse / und der grosses garten vor dem Mimischen thorc wohl zu festen. Desgleichen ist alisticr der fitz dcrober-qerichts-collegien der Chnr-Sachscn. Ne-i-Dresideu stat; thorc / 2 marckt-plätze / z stadt-kirchcn/; 6 gasten / welche gleich / und mit prächtigen steinernen Häusern gezicret sind. Die forlificatlon allhier ist unvergleichlich/ und die gantzefestung aus harten quader-stemen gebauct/hinter welcher noch eine Hohe und dicke stadk-maucr ist. Den ansang zur bescstlgung machte Hcrlzog George / worauf nachgehendsdie folgenden Churfürsten Maurilius / Augustus / Christianus und deren nachsolgcrunglanblich kosten angewendet/ die fortlficauon fortzuführen und zu vcrstarcken / auch selbige m einen solchen zustand gesetzt / daß sie keiner fcstung in Lcukschland wcder an stärcke noch an zicrllchkcitctwas nachgeben darst. Die brücke über dieEl- bc ist ncchst der zu Rcgcnspurq undPraqe die vornehmste in Leutfch- land/undan. myzu bauen angefangen/nachgehends aber wieder unterlassen / endlich an. 117z ist verbau von neuem fortgesetzt / und an. 122r vollendet worden. Sie hat vor diesem 24 Pfeiler gehabt/ und ist 8°c> schritte lang gewesen/,bey Churfürst Moritzens zelten aber /als man mit bevestigüng der stadt Ncu-Drcßden um ein grosses theil über das ufcr bis an die Elbe gerückct/ find 5 Pfeiler von dieser brücke verschüttet worden/daß sie also nnrnoch 6; oschritte lang ist. Alt-Dreßden gehörte ehemals dem Stifftc Meisten; Bischofs Bernhard von Camcntz, aber hat es den Nfärggrafen um ein geringes überlassen.An. 1404 stak es das stadt-rcchl bekommen. Es ist etliche malbercnnct worden / und etliche mal abgebrannt/sonderlich an. 168z biß auf 21 Häuser / hernach aber hat man es desto zierlicher wieder aufgebauet. Es ist auch befestiget/und an. 1704 eine weitläuffige fortineation darum zu führen angefangen worden. In dem ;o jährigen kriege sind beyde stadtc verschont geblieben. Lci LN. 808. Iziill-clii'on. rlieLkr. 8,ixon. urbib. copo^r. 8rx. kupcr. kciclll'. Drcsllcn. llurclll. ruiLmmcnllunkc. Drcs-cnsis / (Petrus) siehe Petrus. Dresky / ein ansehnliches adcliches gcschlccht in Schlesien, welches sich aus dem Hause Mcrtzdorf in dem Neisiisthcii Fürsten- lhum schreibet, und mit denen von Zdreschizky oder Zdieschizky / so in den Schlesischcn Urkunden öffters vorkommen , cinerlcn zu sinn scheinet. Heinrich von Dresky, ein wohlgcreißccr und gelehrter Cavallicr/ lebte an. 1620.^ Caspar von Dresky und Mcrtzdorf, aufJcmschdorf und nicder-Sappraschin, war an. 167; Würtcn- bcrg-Oelsstschcr Rath u>id Burggraf zu Oeiß. Zu ansang des 18 lccuv lebten unter andern ; brüdcr, nemlich 1) Hans George von Dresky aufUloschwitz, Fürstlicher Rath und Amts-Hauptmann der Herrschafft Mcdzwor. 2) Caspar Friedrich von Dresky und Mcrtzdorf, des Oclßnischcn Printzcn Christian Ulrichs Rath und Hofmeister, dessen söhn Eylvius Friedrich an. 1719 bey dem Hertzoge zu Oelße die stelle eines Cammcr - Jnnckers vertreten, z) Paul Wilhelm von Dresky, Fürstlicher Würtenberg-Oclßischer Rath, ober-Stallmcistcr, Forst- und Jägermeister. Caspar Adolph von Dresky und Echwirse, ein vctter der vorigen, war um eben dieselbe zeit des Oelßnischcn Fürstcnthums Land-edomm,iHr,us. Paul von Dresky und Mcrtzdorf auf obcr-Stradam und Paulwitz, war an. 1701 der freyen standcs - Herrschafft Wartenberg Hof-Gerichts->rjicssor «nd Landes - Deputirter. 8cMcll curio^. * Drcsserus / (Matthäus) wurde zu Erfurt den 24 aug. an. r?zü gebohren. Den gründ seiner studien legte er zu Eislcben, und hernach zu Wittenberg, woselbst er Luther und Melanch- thon horte. Hierauf kehrte er wieder nach Erfurt, und bediente sich in der Griechischen spräche der untcrrichtung Martini Si- dre demanni, wurde auch daselbst an. izzy r^sskl-r psillokopinK, und an. 15 60 I>5c>kcssor der Griechischen spräche. An. Iz 74 wurde er nach Jena an Justi Lipsii stelle beruffen; wiewohl einige zweif- fcln, ob Dresscrus zu Jenagewesen. Diefts ist gewiß, daß er bald nach dieser zeit LeLor der schule zu Meisten worden, und 6 jähr daselbst verblieben, bis man ihn an. i?8i nach Leipzig beruffen, die Griechische und Lateinische spräche zu lehren, und Fabricii KMoriam fortzusetzen. Als er nach Leipzig kam, war diese Universität voller unruhe, so wohl wegen der strei- tigkciten der Lutheraner und der so genannten Crypto-Calvinisten, als auch der Ministen und anti-Ministen. Nun wolle er sich zwar anfänglich in diese streitigkeiten nicht mischen, wurde aber endlich bewogen, die parthey der anti - Ramisten anzunehmen, darinnen er sich mit grossem eiffer gegen die Ministen aufführte Er starb den ? oct. an. 1607, „nd hinterließ unterschiedene fchriff- ten, als : inventioniz, llol37um öc pocmz. rum; öcc. issgozen llilloricLin per rnillensrios lknl>utsm, L: Zg sttnum urgue nonLßciirnuar primum lliprs rnills quin^cmoz gellu- ÄLM. in virir pliiloll in kliesr. inrio- tzuÄ scl L. c. ir. Dreux / lat. rnocum , eine stadt nebst einer Herrschafft in I-Ie cie i-rance - an dem kleinen siuß Blaise gelegen. Es ist eine von den allerältesten städtcn in Franckreich, und soll noch von Drio IV, einem Könige der Gallier und vornehmsten stiffter der Druiden, erbauet worden seyn. Vor zeiten war diese stadt sehr veste, anjctzo aber ist das eastell fast gäutzlich ruiniret. Sie ist vornem- lich deßwegen mcrckwürdig, weil sie vor zeiten der Druiden sitz gewesen , und bey allgemeinen Reichs-versammlungen Cbarlres'und vielen andern städten vorgehet. Rodertus, ein söhn Ludovici Crassi, hatte die Grafschant Dreur an. 11 z 7, und war der stamm- vatcr der Grafen dieses namens, daraus die liuie der Hertzoge von Bretagne entsprossen. An. 1; 76 aber wurde diese Grafschafft unter König Carole V mit der kröne vereiniget. Carolus VI gab sie dem Hause von Albert, und an. 1 zz 1 kam sie wiederum an die kröne. An. i?62 erhielten die Catholischen allhier einen sieg wider die Hugonotten, und au. 159; eroberte der König Henricus IV diesen ort, nach einer 18 tägigen bclagerung. König Ludovicus XIV hat ihn an. 1707 dem Hertzoge von Vendome gescheuckt. Iiill. l. ie^. Uilkoir. cle Is Mellon cie llrcux. L: LLs/xw. Dreur. Die familie der Grafen von Dreur entstund im i2tcn seculo, und stammte von Ludwig dem dicken, Könige m Franckreich, her, dessen fünffter söhn Robert, Graf von Dreur, Pcrche, Brenne, rc. war, welcher sich im gelobten lande so wohl als in den kriegen gegen Engelland hervor gethan, und an. i;88 in hohem alter verstorben. Unter seinen söhnen ist, neben Philippe, Bischofs zu Beauvais, von dein an seinem orte kan nachgelesen werden, Robertus ll zu mcrckcn, der an. 1218 oder 1219 verstorben, und neben Petro, der das Hertzvgthum Bretagne crhcyrathct, (siehe Petrus) Robcrtum III gezcuqet, welcher in den Englischen kriegen eine Zeitlang der Engelländcr gefangener gewesen, unter denen wider die Regentin Bianca, Ludovicc des beiligcn Mutter, zusammen vcrschwornen Grossen eine Zeitlang sich hervor gethan, sich wicht durch gcschcnckc gewinnen lassen, und an. 12;z gestorben, exin iungcrcr söhn Robert siifftcte die linie der Herren von Bru, der ältere Johannes I aber pflantzte das geswlccht von Dreux fort, welcher Robcrtum IV , dlcser aber Johannem II zeugte, dessen söhne Robert, Johann und Peter, alle drer, ohne männliche erben abgicngcn, so daß, als der letzte an. >Z4Z starb, seine crbschafft an »eine lochter Johannam fiel, die an den Vicomte von Thouars vcrhcyrathec war. Unter den Herren von Bru, deren linie von Robcrti des dritten iüngern söhn Roberto gcstisstct worden, ist sonderlich Rvbcrms III zu mcrckcn, welcher des Königs Philippi von Nalois und s'incr gemahlin obcr-Hosincister gewesen, auch von gedachtem Könige zu ausrichtung sichres tcstaincnts gesetzt worden, und an. 1 zz 1 gestorben. Es bat diese linie bis an. 1428 gedauert, da Robertos Vl ohne erben gestorben. Von die- ftn Herren von Bru, und zwar von Roberto II , sind entsprungen die Herrcnchon Beaussart, welchen titul gedachten Robcrti anderer söhn Johannes angenommen, dessen nachkommen durch 7 erzcuguugcn bis iZ4° bestanden,daNicolaus ohne kindcr abgegangen. Von den Herren von Bcaussart, und zwar von Roberto, sind zu ansgange des i z sccnli entstanden die Herren von Moraiiwille, welche linie Jacobus, gcmcldtcn Robcrti vicrdter söhn, gcstiffter. Selbige iir mit Johanne abgegangen, welcher 6ouve,»eur von Pcrche gewesen, und an. 1590 in der delagermig von Verncnil erschossen worden. Zu seiner zeit war das Hauß von Dreur so herunter gekommen, daß man sie fast nur vor Adelich hielt, und mnste er d'c wurde desselben, wegen einiger dcßhalbcn entstandenen strci- tigkeilcn, durch das Parlament bckräffligen lassen. 2^. ^ cje Dreux öec. Drerelius / (Jcremias) ein Jesuit, war von Augspurg gebürtig , und nachdem er lange zeit die KK-roric gelehrt, erwählte ihn der Churfürst von Bayern zu seinem Hof-Prediger. Er starb zu München den 19apr.au. iw 8 , im z-Mn sichre feines alias, nachdem er verschiedene geistliche schrifften verfertiget, welche in 2 romis in fol. zusammen gefastet worden, l-wi. kcrim. 8 . ). Dreyeicherwald/ Dreyeichische gebiethe / v,r,'c> nrris, IrsÄuz Triquerccranus, ein gewisser strich landes, Z weilen lang, und eben so viel breit, nahe an der Wetterau, unweit Hanau und lind Franckfuri am Mayn, gelegen. Er ist mit einem schönen Walde umgeben/ begreifst etliche flecken/ wie auch unterschiedene dorffschafflcn in sich / und gehöret theils den Grafen von Hanau, theils den Grafen von Jsenburg- theils den Landgrafen von Hes- ftn-Daemstadt. . G. DreMltrgkeit / ein Cistercienser-kloster in der Wienerischen Neustadt in Oesterreich - so um daS jähr Christi trrf- vvv den Dominicaner-orden gestifftet, nächgehends aber an. 1440 von dem Käystr Friderico III den Cistercienstrn eingeräumet worden. H. Dreyfaltictteils - Orden / 8. iriiiitsris oMu - ein geistlicher Orden/ welchen Johann von Malthä, eiNSicilianischer vom Adel- an. 1209 zu erlösung der gefangenen gestifftet- nachdem ihm- wie man sagt / ein Engel im meisten kleide , und auf der brüst ein rothes und dlaues crcutz habend/ erschienen/ welcher seine bände über 2 gefangene / deren einer ein Christ - der andere ein,Mohr gewesen/ ausgestreckt gehabt Es tragen die Ordens-brüdcr in «Spanien Nnd Franckreich ein roth und blaues creutz. äus einem Missen lc-puisi-j und werden auch irmkarit genannt; rsksl. relig. ?. I Ni 88 leg. . Bvey-ktrchen/ jö die Ärmemer EgMiasin, oder Ecs-miazin, die Türcken aber Utchclissir nennen / ist der erste merckwürdige ort, wenn man aus Persien in Armenien reifen will- liegt 2 bis ; Meilen von Erivan / und bestehet aus; nach einander gelegenen Clöstern. Das erste- welches das gröste Und schönste ist- soll vorn Niroft, dem 29 Armenischen Patriarchen/ erbauet seyn- Es resi- ditt der Groß-Patriarche voir Armenien darinnen/ dessen einkommen sich jährlich auf 5 bis 600600 thaler belauften soll; wie dann jeder Armenischer Christ deMc jährlich den währt einiger groschen zahlen Muß; Er Hat 47 Ertz-Bischöffe unter sich - und deren jeder 4 bis c w chh-Bischöffe. Das andere kloster ist der heiligen Cajane- Unö das dritte der heiligen Rufine gewidmet/ welches 2 Römische Jungfrauen gewesen / von denen man vorgiebt/ daß sie in der y Verfolgung in Armenien geflüchtet- und an eben dem orte/ wo die beyden kitchen aufgebauet/ hingerichtet worden. voysxes PLN; i libi i »8, 2y. Ltr/rr'/ir«. rom, r xaz. 224. - 22L. LÄ/'M vo)'3!-e clu i.evsnr- 's/ l 2 ;i; * Dreypleven/ oder irepicve, ist eiN ländleiN än dem untersten theil der Graffchafft Clevett rN Püttdten / auf der rechten feiten des abwärts-gehenden Comer-sees- welches den Namen hat von denen Ire picrij oder drey Kirchspielen/ Domäsio, Gravedona und Adunco- so älldorten befindlich sind.. Es reichet von den höchsten spitzen der Hochgebürgen hinunter bis gen Mussö / oder Muss/ ist schon, fruchtbar und wohl gebaNen, bringt guten wein/ frucht und obs herfür / hät auch gute wäideü. Es gehöret den Graubund- terch ssiiLc. iiv. I Z pgß. >99 b. * Dreyßig - jähriger krieg / öder Teutscher krieg / wird derjenige genennet- welcher jich mit der Böhmischen Unruhe am 1618 angefangen/ und an. 1643 durch den Wtstphälischen frieden geendiget. Die kriegenden parthcyen waren an einem theil der Kayser / nebst den meisten Römisch - Catholischeü Standen - auf Leben feite sich die Cron Spanien mit einmengte; am andern anfänglich eintzelNe Protestantische Stande - hernach aber - als der König in Schweden sich der fachen annahm / ihr gäntzes Lorpus - Wiewohl nach dem Magischen frieden einige aufdes Kaysers feite traten. Mit der Protestantischen und «schwedischen parthey aber hat es auch die Cron Franckreich gehalten / weit sie dadurch die schwächung des Hauses Oesterreichs suchte. Das beginnen der Böhmischen Stände a.b gegen dem Kayser und Konig Ferdinanden/ da sie die Kayftrlichen Ministers an. 1618 m Prag zum fettster heraus stürtzten, und Ferdinanden, der indessen Kayser worden war/ an. 1619 die kröne gar absprachen/ war der ansang zu dem unseligen kriege/ in welchen Deutschland gar bald mit verwickelt ward / weil sich der Churfürst von Pfaltz zum Könige in Böhmen wählen ließ. Denn bey dieser gelegcnheil gedachten so wohl die unirtcn Protestanten- als die Catholische dre einander schon viele jähre her / wegen des so genannten geistlichen Vorbehalts, und vieler andern religiöns-beschwerungen, die zahne gewiesen, ihren zweck zu erlangen. Am 162a gütig der erste kerm im Reiche an - da bis n-iM noch keine würckliche feindseligkeiten verübt wurden, als die Spanier unter dem General Svinola in die Pfaltz einfielen- und selbige meistentheils eroberten, ohngeach- tet die UnirteN mit einer armee im felde stunden - den fuchs aber nicht zu beißen begehrten. Als Nun vollend der Kayser den sieg bey Präg erhielt, und darauf nicht nur feine erb-lander hüt und wieder mit gemalt wieder zunr gehorsam bringen Müste - sondern auch die gegen den Churfürsten von Pfaltz crgangene acht in der Obek-Pfaltz durch Chur-Bayern - in der Ünter-Pfalß aber dürch die Spanier vollstrecken ließ, weiche letztem auch solche siadte bedrängten, die mit dem Böhmischen Wesen gar nichts ztt thun gehabt - breitete sich das kricgs-feucr itt Teutschland gewaltig aus - wie denn die Catholische Ug- immerdar in Waffen blieb, und öffentlich sagte- es sey nunmehro zeit- die geistlichen «stiffter wieder aus der Protestanten Hände zü reiffeil. Hierzu kam - daß an, 1621 der Nieder-Sächsische kreiß über der Spanier beginnen- und des Kam fers verfahren, mit deM Pfaltz-Grafen schwürig zu werden an- fieng, Hertzog Christian zuBraunschMig auch wurcklich loßschlug/ und der Graf von Münsfeld- des Pfaltz-Grafen .General- stch mit dem rest seiner völckcr aus Böhmen in die am Rhein und Mann gelegene landfchassten zog. Im aNfang gienge es dem Kayser und der etliche jähr nach Wunsch. Der Marggräf von Dnrlach' ward an. 1622 beyWimpfe geschlagen/ Mansstld und Hertzog Christian wurden genöthiget, als sie der Pfaltz-Graf auf der Oe- dkß.Zß fterreicher bereden abdanckte, den Reichs-boden zu Verlässen : der letzte ward, als er im Nieder-Sächsischen undWestphälifchen kreyfe eine neue armee aufgerichtet, an. 162; bey der fradt Loö geschlagen, gleiches Unglück hatte an. 1626 der König in Däne- marck, mit dem Heer des Nieder-Sächsischen kreyses- hetz. dem dorffe Lütter, womit dieser gantze kreyß in des Kaysers qcwalc geö riech; In summa, die Kayftrlichen thaten nur was sie wöliett- Mio liessen - durch Unterdrückung Nnd bedrängüng der Reichs- Stande- die Mit dein Böhmischen und Dänischen, kriege Nichts zü thun gehabt - sonderlich der Hertzoge von Mecklenburg mw PöM- inecn - tngletcheu init ausgebung des edicts von am 1629, darinnen den Protestirenden die wieder-einräumung der geistlichen guter auferleget ward, wohl merckeu, daß sie die OestcrreichischV Mächt lind den RömischenGöttesbienst über das gantze Reich auszubreiten gedächten - zumahl die Kayftrlichen Generale ihren lru- teN fast durchgehmds den grösten übermuth verstattetest - dawider die ordentlichen Reichs-Verfassungen nichts helffen wollen.. Über Hirsen Händeln kam an. i6zo der König voll Schweden, Gustav Adolph, in Deutschland an, um dem übel zu steüren, weil er theils das Wachsthum der Oesterreichischen Macht, die an beb ost-sch einnisten wolle, nicht gern sahe, theils auch. von den Ocsterrci- chern, sorwerlich im Pvhlnischen kriege, und bey der Lübeckischen ftiedens-handlung, mit Äänemarck vorher war beleidiget wordem Die gcleaenheit dazu machte die von best Kayftrlichen härt bedrängte stadt Stralsund, welche eben deßwegen sich in den Schwedischen schütz begeben hatte. Dämit bekam der krieg auf einmal eine gantz andere gestalt; Die Kayftrlichen wurden aus gantz Pommern und dem grösten theil von Mecklenburg vertrieben, und ob sie wohl an. 16; 1 Magdeburg zerstörten, auch unterschieden^ Stande nöthigten, dem Leipziger bunde abzusagen, ist welchem die Protestirenden einige Verfassung zu ihrem schütz gegen der Catholi- schen gewaltthätigkciten zu »lachen beschlossen hatten; so würdest thuen doch diese urtheile bald zu nichte gewacht, als sie dem Churfürsten von Sachsen, eben dieses Leipziger bundes wegen - zü der zeit auf den halß fielen, und ihn also nöthigten, mit Schweden ist ein bündniß zu treten, darüber sie in bemeldtem jähre die schleicht bey Leivzig verlohren, und durch solchen Verlust in eine reihö voit vielen unglücklichen begebenheiten verwickelt wurden: Denn die Schweden gierigen in die obern Reichs - kreyfe, denen die Ligistest Und Spanier überall weichen musten, und die Sachsttt sielen - wiewohl mit geringerer Hitze, M dieKayserlichcn erb-lande, sö ward auch der Kayser genöthiget, dein vormahls abgedancktest WallerrsteM das Generalat wieder anzubieten- weil des Lilly glück aus zu seyn schiene; Man meynte, der krieg würde auf einmal zu dampffen gewest seyn, wenn der König bald nach dem treffest selbst in die Kayftrlichen erb-länder gegangen wäre- und die quelle des krieges zügestopffr hätte. So ließ er sich belieben, bemeldter Massen an den Rhein nnd May» hinaus zu gehen, da er zwar viel glück hatte, aber doch nichts that, das zur Haupt-sache gehörte/ indem vielmehr dadurch dem Kayser, sich zü flärckest, und von dem ersten schrecken sich zu erholen,zeit gelassen ward; Daher konte der neue General WallensteM wieder eine armee zusammenbringen/ Mit der er sich dem Könige in Schweden amt 6; 2 von nettem entgegen setzte, iiber eine weile aber nach Wachsen gieng, dahin er die «Schweden Nach sich zog, die ihitt bey Lutzen eine schleicht liefferten/ in welcher sie zwar abermals obsiegten, allein hingegen ihren König verlohrcn, durch dessen tod das kriegs - Wesen wieder eine andere gestalt bekam, und auf den fuß gesetzt ward, daß es hernach noch so viele jähre währen muie, indem aller dabey eMgeflochtenert Partheyen angelegenheiten dergestalt verwirret wurden,. daß man kein ende finden kuute. Zwischen dem Churfürsten von Sachsen und den Schweden wuchst die eiffersucht und das Mißtrauen / welche schon bey des Königs leben ihren ansang genommen hatten, immer Mehr und mehr, indem der «schwedische Reichs-Cantz- ler unterschiedenes vornahm- welches der Churfürst, der ohnedem vor den Kayser noch immer viel neigttng behalten, seinem -iircüo- rio unter den Pkotestanten in Deutschland nachthMg zu seyn erachtete, daher denn die mschläge getrennt blieben, kein rechter zweck des krieges- noch art bettstlb'en zu führen- ausgemacht würd, und niemand dem Kayftrlichen Haupt - Heere Mit gesaMmier krafft auf den leib zu gehen begehrte, daher nur immer hier eine kleine armee- dort wieder eins widere dergleichen herum streiffte, beute Machte, kleine scharmützel hielt, und unhaltbare örier wegnahm / welches alles in der Haupt - fache freylich wenig beytrug, und gleichwohl durch das bündniß der obern kreyfe mit Schweden zü Heilbrunn nicht geändert wurde, Darüber verlohren tue Schweden an. iüz4 ein Haupt-treffen bey Nordlingcn, und der Churfürst von Sachsen machte äst, i6j; den Pragischen frieden - dadurch er die Schweden, nebst ihren anhängeren, zu gleichmäßigen friedens- gedancken zu nöthigen gedachte- in der that aber den Protestirenden wenig tröst schaffte, indem er nicht allein semm zweck nicht erhielt, sondern auch durch den bedungenen vierzig-zahngen besitz der streitigen Stiffter ihre gerechtigkeiteN Nicht sattsam.stelsfle- obgleich viele Reichs-Stände, wegen der Kayseklichen macht, diesen frieden annahmen. Die Schweden erhielt noch theils ihre eigene tapfferkeit,- theils die genauere Verbindung mit,den Frantzoftn,' theils die öfftere Nachlässigkeit der Kayserüchen comMandirenbest Generalen / sonderlich des Gällas / der ihnen züwerleü Wohl hark aenua m leibe gieng, abek gemeiniglich durch üble Vorsorge, seine eigene armee Mstirte, daß sie bald aufhören Miste, . an wichtige Unternehmungen zu gedencken.. Der Schwedische General Banner gewann wider die Sachsen an. r6;ö die Wacht bey Witstock, und verrückte ihnen damit den zweck, die Schweden bis an die ost- ste imd gar aüs dem MK'e zü tteiW/ tW W sich derMhserliche 96 drr Genera! Gallas die Schweden in Pommern im sacke zu haben rühmte, muste er aus mange! an Proviant an. i6;8 bis nach Böhmen zurück weiche». Der Hertzog Bernhard von Weimar brachte das Schwedische glück amRheinstrohm in selbigem lahre gewaltig empor, indem er die Kayserlichen unter dem Hertzog Savelli und Graf Götzen zwcymal nachdrücklich schlug, auch Rheinfclden und Brifach eroberte, ivoraufder Schwedisthe commandirende General Banner in Meisten gieng, und die äeaystrlichen bis in Böhmen heimsuchte, wiewohl ausser dem bis auf das iahr 1642 nichts sonderliches vorgicng, da der neue Schwedische General Torsten- sohn , welcher nach Banners tode das S>>iima,wo bekommen, die Kaiserlichen bey Leipzig aufs Haupt schlüge, und diese stadt darauf eroberte, wie denn auch die Oesterreichischen völcker in West- phalen eine ziemliche einbussc erlitten. Endlich kamen auch in diesem lahre die fricdcns - Präliminarien zu stände, an denen so viele jähre, unter vielfältigen schwierigkeitcn, welche das allcrseitige mißtrauen, und statige erwartung einiger Änderung in dein kriegs- glück, verursscher, war.gearbeitct worden, gestalt denn auch an. 164z die Gesandten, so zum friedcns-werck gehörten, sich zu Osnabrück und Munster einzustellen anfiengen, wiewohl doch hernach der würcklichc sriedens - fchluß aus eben dieser Ursache noch merck- lich verzögert wurde, daß man sthcn wolte, wieder krieg ablieffe. Indessen ruinirte Gallas an. 1644, durch seine gewöhnlichen fehler, dem Kavstr wieder eine gantze armee, die er commändirre. An. 1644 schlug Törstcnsohn die Kanserlichcn bey Aankow in Böhmen abermals empfindlich , nöthigte den Churfürsten von Sachsen einen stillstand einzugehen, dergleichen zwar auch der von Bauern thäte, als ihn die Schweden fast von land und lenke getrieben hatten, solchen aber bald wieder brach. Nach diesem ist, bis zum völligen sriedens-schluß, der im ocr. an. 1648 erfolgte, nichts weiter hauptsächliches vorgegangen, ausser daß, kurtz vor cndiguug des sriedens-wercks, der schwedische General Kviiigs- marck die kleine seite von Prag eroberte, und grosse beule machte. Nachdem also durch den Münster - und Oßnabrückifchen frieden Franckrcich lind Schweden ihrer forderungen halben vergnügt, die rechte des Kavsers und der Stande klar ausgemacht und auf einen gewissen fuß gesctzet, auch die frepheiten der unterschiedenen religions-verwandten im Reiche allenthalben versichert waren, hatten die feindstligkeiten ein ende, iedocü verzog es sich mit bezah- lung derer an die Schweden vcrwilligtcn z millwncn, wegen welcher sie an sieben Rcichs-kreisc, ncmlich an den Chnr-Rhemischcn, Ober-sächsischen, Franckischen, Schwäbischen, Ober-Rheinischen, Wcstvhaüstchen und Nieder-Sächsischen gewiesen waren, so wohl auch mit Vollziehung verschiedener den Protestanten zu gute ausgemachter Puncten, folglich mir abbanckung und aoführung der armecn noch bis an. i6zo, und muste deßwegen, -wischen dem Schwedischen Or,e-.-mtt>,nn, Pfaltzgraf Carl Gustaven, und dem Kayserlichen General Piccolomini s noch eine besondere Handlung zu Nürnberg angestellt werden, durch welche vollend alles geschlichtet wurde. c. c-6. IcliLU. kiillnc t. 1 , 2 . commcnr. rec. Zuccic. OullLv. ^llolpii. öc (llirl- lliii.v. Horns Ocrnismcns. kill. bcl- lorurn kcrllin. II öc III. Iiillorw nollri remporiz. eck-,??,8clivvc6. tzriegr-bcicbreil). ca,Ocrni^nis Illcr^ rc- IkäurLiz. Le tflill. clu .VlLiccli.il 6e Lucdri^nc. I,e ZvIllLk Lucllois 2 v»etor underHadriattoFIvrentino,ivclcher hemach unter dem »amen Ha- driani V'l Pabst wurde. Dieser, als er sahe, daß sein L.i»6i6äl sich gar zu sehr auf die menschliche wissenschafften legte, erinnerte er ihn, zwischen der haupt-wissenschafft und dcnicnigcn, die nur darzu dienlich waren, einen unterscheid zu machen. Dervhalben legte sich Driedo von dieser zeit an vorncmlich aus die ivurde fcüvr darinn aufder Universität Löven, desgleichen Pfarrer zu 8. büchcr heraus gehen,als : 6e Zr^iia ei: tztzcro srbttrio; 6c c^nviiLke rc6cnipiionc^cncris ImniLr»; 6c ützcrrLre cllrillisnL ; 6c IcrsiirisLc lloxmL-ibu« cccicllsllicis Scc. Als er sich aber in die chronologische streitiqkeilen mischen wolle,versähe er es darinnen gar sehr. Er starb zu Löven an. izzz, wiewohl andere seinen tod auf das iahr iz-z setzen, i»bt. j.,. 494. .r2-2-Lrr.Mlicn.vI^:>A.^.4Zo.^Ir- 6c wripr. Icc. ,6. iL I. ,r. prc- Driesch/ (Iacobus) ein Niederländer, 8u,,crior der Guillcrmi- tcn zu Brügge, lebte zu ende des i e stculi. Er verfertigte eine chro- nick, welche von Makro in demz buche 1-i.iuUr. angeführet wird; welcher auch die leben 8- Rainberti Bisshoffs in Bremen,und 8. Ansgari i Bischoffs in Hamburg, so von Alberto Kran- zio dem Drieschio nberschickt worden, heraus gegeben. tzwi. Lcl^. 6c lull. Nsi. I. ; c. ic> p. 647. itüß. 26 lull. Llicc. k. i c.; h-10. Driesen / eine kleine stadt und amr in der neuen Marck, wobey eine gar gute gräntz-vcstung gegen die Poblen, liegt recht in der in- fttl, ivelche die fluhe Natctz oder Nietzc und Trage bey ihrer vereini- dri drn dro gung machen, ist auf der Pohlnischen seite mit einem ziemlichen morast verwahret, und hat noch dazu einen stillestehenden Wassergraben. Vor zecken hat sie mit zu Pohlen gehöret, und eigene Grast» gehabt; doch ist sie öffters von den Marggrafcn und Churfürsten zu Brandenburg erobert worden, und endlich beständig bey der Marck geblieben: da denn Churfürst Joachim Friedrich an. iüo; den 24 may sie zu bevcsiigen angefangen. An. 16z-- haben es die Schweden durch verrätherey erobert, und bis an. iszobesessen, nach welcher zeit es verbessert, und mit einem bedeckten Wege auch andern nöthigen werckcn versehen worden, i'ccuck. ung krangs-ib. ÜLM-Acogr. Drilles/Drillä/alte völcker in Cappadocien gegen den ?°mum Luxinumzwischen Trebizonde und Colchos/wieArrianus in pcripla berichtet. Tenophon aber setzt sie zwischen Cerasus und Trebizvn- de. Sonsten haben sie den rühm,baß sie gute foldaten gewesen. L». I..; lle exjicci. Iliin. Drin/ oder Drlnowar/ lat. vttnopoik, eine stadt in Servien, auf einer kleinen insul,welche der flußDrin macht, gelegen, und den Türcken gehörig. Drin/ oder Drino/lat. vrmu8, ein ffuß in Ungarn,welche Servien und Boßnien von einander scheidet, und sich unterhalb Drino- war in die Sau ergiest. Er hat seinen Ursprung von dem berge Scardus, welchen die neuern scribemen unterschiedlich, als Scillcr. llo,Iv!Lrin»t und Olluborin nennen. Drino / lat. Orüo, jst der name zweyer flüsse in Albanien, deren Strabo, Plinius und Ptolemäus gedencken. Der erstere, so die weisse Uriiio oder Orcno bi^ncn grneunct wird, hat seinen Ursprung von dem berge Scardus, fliestet aber von einer andern seite als der fluß Drin,dessen vorher gedacht worden. Der andere, welchen man die schwache Drino oder ian>„> „cw nennet, gehet aus einem pfuhl hervor, so die alten i.vc!n,i.icm, die neuern aber auf verschiedene art zu beissen pflegen. Diese zwey flüsse vereinigen sich, und nachdem sie einige andere in sich genommen , scheiden sie sich wiederum von einander, und machen eine insul, darauf sie sich in 2 flüssen in Las Adriatische mcer ergiessen, und zwar nahe bcu Alcßio, woselbst der golfo von Drino, von den alten nnu- vr,noNu5 genannt. regno t>,U,»Jcico. Dripetina/ eine tochter Michridatis M. und derLaodke, hatte eine doppelte reihe zähne, welches die stärcke ihres leides und Verstandes soll angezeiget haben. Sie folgte ihrem vater, nachdem cr von Pomveio geschlagen worden, als sie aber in eine kranckheit gefallen,wurde ste gcnöthigcc,aiifcinem sthlossc zu bleiben,da,alssie von Vlanlio Prisco belagert wurde, sie sich, aus furcht in seine Hände zufallen , durch einen sclaven umbringen ließ, welcher sich auch selbst nach dieser that, worzu er war gezwungen worden, rödrcte. I.I c. 8- !. lö. Drivasto/ lat. wrkll»,,, oder vri- sllum, eine stadt in Albanien an dem see Scntari oder Pcnka, den Türcken zugehörig. Sie war der sitz eines Vischoffthnms,welches unter dem zu Antwari stund. Driverus / oder Triverius / (Jercnnas) proKiTtzc auf der Universität zu Löven, war von Brakcle, einem dorffe in Flandern ,giahe bey monr gebürtig. Man hat von ihm c--w. meniLrio-über den ktippoccLtcin, Qslcnum und Lcllum; llillcpcLÜo- ncm 6c Iccurülnno VIÄII ; 6>ll>urärioncm LUM wrillorele öc Lslcno 6c io>i6vr,iM p.ircium 0ß. Uolg. bibl. Ncli;. Lc. Drius/ der vicrdle König der alten Gallier, welcher, wie man saget,von Samosatte hergestammt, der für einen söhn des Javhcts gehalten wird. Einige suro>e> glauben , daß er die Druiden eingc- ll'tzt. >. r. mcinoi-, 6e Qsuic I. r c. Weilen aber dieser Bcrosns falsch, und von Annio Vltcrblo erdichtet, und Du- plcix dieses elende gedieht blindlings abgeschrieben, als ist aufbcyde wenig zu bauen, und wird wohl Drius ein lediges rLiionlr seyn. * Drnowsk« von Drnowiz / eine alte Frcyhcreliche familie in Mahren. Bedrich Drnowski von Drnowiz hat um das iahr i>oc> gelcbctumd ist ein vater gewesen Bohuslai vonDrnowski in Ralcz; dessen söhn Bernhard, Herr in Raiez und Kanniz, obrister Hof- v>ccoi-,r in Mahrcmhat Bohuslaum,ersten Freyherr» von Dnw- rvitz, hinterlassen, der seinen stamm fortgepflantzel hat. llcm- mur. p. ; s,. 407. Lz/e,',-ginicu-iLkcl 6cr pcc)licrrcn von IpcZLl. Droczhcda/ oder Droczhda / eine stadt in dcr Jrrländischm Grafschafft Loiith, am flüsse Boinc, rr meilcn nordivärts von Dublin gelegen. Sie hat einen vorrreflrchcnund überaus sichern havcn, und war zu Cambdcni zelten wohl bewohnt. Olivier Cromwcl eroberte sie an. 1649 mit stürmender Hand, machte die gantze ganst- s 0 »,s 0 ill 40000 NiaNN bestund, Nieder, liehst dein Lou verncur mrliur -cllor, und allen einwohnern, so, daß er nieder mann, weih noch kllld verschonte, damit cr allen übrigen örtcrn des landes ein schrecken eiiliagcn möchte. Dieser ort ergab sich an den König Wilhelmum III nach der bey Boinc gehaltenen schlackst innerhalb r tagen. io Ilill. sjibcrii. Drogieczm/ eine kleine stadt, mit einer darzu gehörigen Ca- stcllancn, in der Pohlnischen iandschafft Podlachicn, an dem fluß Bug, auf einem etwas erhabenen gründe gelegen. Es befindet sich ein hosgcrickstc dastlbst, worinncn die streitsachcn des Pohlnischen Adels entschieden werden. Droczo / oder Dracko / von Laon in Franckrcich, wird als ein kluger, beredter, gelehrter und frommer Prälat unter den Bme- dictincrn gerühmt. Ee brachte zuwege, daß die in seiner gcbms- stadr öw ßadt in den: kloster von 8- sc-n befindliche Nonnen, wegen ihres ärgerlichen lebens, sich hinweg begeben / und ihr convent den München seines ordens überlassen musten / wovor ihn diese an. i 127 zu ihrem ersten Abt erwählten. Jnnocentius II beehrte ihn nachge- hcnds mit dem Cardinals-purpur , und gab ihm an. 11; 4 das Biß- lhum zu Ostra. Er starb an. n;8 und hinterließ unterschiedene geistliche tractate / welche theils in der l»bi. nn. theils aber in r^8L. vorhanden sind. Lr/rco». OÄSM. k>,Lo». Drogon oder Dreux / ein söhn Pipini Magni Hcristalli und Pleetnidis, wurde um das jähr 698 Hertzog in Champagne. Er starb an. 709, und wurde in der Abtey des heil. Arnolphi von Metz begraben. Dieser Printz vermählte sich an Austrudem, eins wiltwe Bertharii / und eine tochter Waratonis , sozu verschiedenen malen Königlicher Richter war. Er zeugte mit ihr Amolphum , welchen Carolus Marteüus an. 72; in das gefängniß werffcn ließ/ alllvo er kurtz darauf gestorben / und Hugonem, welcher um eben diese zeit in verhaßt genommen wurde. Die chronick von Fonkenelles berichtet / daß er diesem kloster vorgestanden , auch Bisthoffzu Paris, Bayeur und Rouen gewesen, und den 8 aprii.au. ?zo gestorben sey. cs^. ,ol ch 107 /(nnsles iVlci. SEM«»/,. öcc. Drogsn/ ein natürlichersohn Caroli N. war Bischoffzu Metz. Er wurde des Päbstlichen stuhls dlsscits der Alpen, befand sich bey verschiedenen Lnnciiiis, und wurde in wichtigen geschafften seiner zeit gebraucht. Er starb in Burgund an. 8;z. xensal. I. 7. 04»,4 oßcilkian. I. 7 p. 7l7. t. j coucyior. L/rl- licor. /Ä 0/,e/-re r. r lcripkor. »iiknc. krsnc. öcc. Drogon / ein Niederländer, war ein Münch in dem kloster 8. Vinor, hernach Pfarrer zu Chistel, und endlich an. iozo oder an. rozü Bischofs zu Derovane. Er befand sich auf dem Lonciiio zu Rheims, welches der PabstLeo VIII an. 1649 halten ließ; verfertigte auch verschiedene geistliche schafften , als das leben 8. Go- dolena, welches 8u,ius r. 4 anbringet; das leben 8. Olvadi Königs von Northumberland; mi^cuij-8. Lev-nL , und viel andere. Er söll ums iahr 1078 gestorben seyn. !. 7 4n»4i. kiancir. cE. 1.89c. IZ. 04 ÜI 2 r. ll p- 4ZO. cic bitt. l. 4 c. 1 ,2. c. 4z. 8/«/cr«r Droisiig / ein flecken mit einem Gräflichen schlösse, und einer Herrschafft, zwischen dem Stisste Zeitz und dem amt Weissenfelß, im Thüringischen crayß gelegen, gehöret den Grafen von Hoym, und liegt unter Chur-Sächsischer Hoheit. Droitwich/ oder Durtwich/eine kleine stadt in der Englischen Grafsthafft Worcester, 6 weilen von der Hauptstadt dieses namens, an dem fluß Salwarve gelegen. «Die hat das recht, 2 Deputirte zu den Parlaments-versammlungcn abzusenden. Es befinden sich daselbst z quellen, welche von dem 2z junii diß den 2z dec. gcsaltzen, und durch einen kleinen dach, dessen waffer allezeit süsse ist, mstcr- schiedenchie übrige zeit des iahrs aber gleichfalls süsse sind. Es wirb aus denselben in den zuerst gedachten Monaten überaus viel saltz gesotten. FccMceLUelic. cie tzwnAl.p. 479. Drome/ lat. i)r,m4 oder vruwL , ein fluß inFranckreich in Dauvhiiie, welcher bey dem eingange des thals Drome entspringt, und sich drey weilen unter Valence in die Rhone ergeust.Pap.Mass sonius nennet ihn einen von den ungestümsten bächen, welche keine aewalt in seinen ufern behalten kan. In der Normandie ist ein kleiner fluß, gleichfalls Drome genannt, welcher sich zugleichmit dem fluß Aure ins meer ergeust. Usw. »um. »>». ue I) 4 ,>pßin. Dromore oder Drummore / lat. v, omsns oder vrumoria. eine stadt in Irrland , mit einem Bißthum unter Armagh gehörig. tLie liegt in der Grafschasst Down, in Ultonia an dem fluß Lagäng. geoAc. eccl. 6cc. Drontheim / lat. o/iciro»4. eine Provintz in Norwegen, welche gegen süden an Bergen, gegen norden an Warthuis, gegen westen an den Occanum Zspcenrrionrliem > und gegen osten an die Norwegische gebürge gräntzet. Sie wurde an. i6;8 im Rotschildischen frieden den Schweden überlassen, und an. 1660 im frieden zu Cop- pcnbagen den Dänen wieder gegeben. Die Haupt-stadt davon, gleichfalls Drontheim genannt, ist mit einem Hafen versehen, und wird gegen das meer von dem schloße Manckholm, auf der land- scite aber durch eine ci»UeUs beschützet. Sie hat einen Lutherischen Ertz-Bischoff, und ist ehemals die residcntz der Könige in Norwegen gewesen. Noch vor 100 jähren wäre viel rnffs von einer alten Bibliöthec zu Drontheim , darin» unter anderem auch die sonst vcrlohrene büchere T. Livii sich finden sollen; aber zuletzt ward alle diese Hoffnung zu wasser. An. 1708 ist sie fast gantz abgebrannt. DiW. Us V. wivio, ^er/c» co^>. Dan. y. 747. * Drontningholm / ist ein .Königliches lustschloß in Schweden, welches die Königin Hedwig Eieonora,des Königs Caroli Gnstavi wiltwe, auf einer insul des Meelcr-sees, unweit Stockholm, nebst einem garten,anlegen lassen. Droschke/ Troschke/ eine ansehnliche adcliche familie in Schlesien, welche zum theil den Pohlnischen beynamen Lottinsky führet. Christoph Ernst Droske, Lottinsky genannt, war an. i S22 bey Hertzog Heinrich Wcntzeln zu Mönstewerg, Oelß und Bernstadt Stallmeister. Christoph Droske, Lottinsky genannt, vertrat an. 16;7 bey der Princcßin Heinrich Wentzcls die stelle eines Hofmeisters. Conrad von Troschke war an. 16;8 drs Schwibusischen creyses in dem Glogauischen Fürstenthum Landcs-Aeltester. An. 1694 war einer dieses gesthlechts Obrist-Lieutenant in Chur- Sächsischen dienstcn; undRudolph florirtea». 17m alsKöuigl. Preußischer Cammcr-jnncker. Lci,!cs.cu,wr dkll 9^ Drosmdorff/ ein feines Oesterreichisches städtgen mit einem schloß, an dem fluß Teia, an den Mährischen gräntzen gelegen. An. 1278 bat es sich Ottocaro, Könige von Böhmen, unterworffen. Aber an. 1620 hat es der Böhmische General Hertzog Christian von Anhalt, eine zimlich langezeit vergeblich belagert. Lermsw» wulkriLc» p. Drost/ eine Adelichemnd mmmehro theils Freyherrliche familie,so von alten reiten her in Westphalen floriret, und in dem Stifft Münster das Erb-Truchseffen-amt besitzet. Johann Drost der altere hat sich des dom-capitnls zu Cöln, wider den damaligen Churfürsten Gcöhard/Truchsessenvon Waldpurg, der um das jähr 1; 8; sich zu der Lutherischen religion bekennete, treflich angenommen. Adolph Heinrich wird an. 1S20 unter die Dom-Herren zu Münster gczehlct. Placidus ist an. 1679 gefürstetcr Abt zu Fulda worden. An. 1701 waren folgende diests gesthlechts Domherren zu Münster: Heibenreich Ludewig, Baron Drost von Wischernig, Julius Gottfried Adrian, Johann Bernhard Baron Drost von Sandcn, und Mauritius Theodorus. Friedrich war an. 1716 Stiffts-c»pin-i3c>s zu Fulda, und Johann Friedrich an. 1718 Königlicher Preußischer Hof-und Cammergerichts-Rath. Zu aus- gangdcs 17 seculi hat sich diese familie auchchi der Nieder-Lauß- nitz niit Johann Eberhard Drosten, Chur-Oachsischem General- Major,ausgebreitet,welcher das Ritter-gut Zitzen/ eine metle von Luckau gelegen, durch heyrath an sich gebracht. nvr. proc. IMP. IZch.. Drot (i.c) jsi ein kleiner fluß in Guienne, so eine halbe stund unter Revle in die Garonne fällt. " Druiden/ gewisselehrer und Priester der Gallier, zu welchen sie aus Britannien gekommen, so von Ammiano Mareellino Eu- bages, und von Dwdoro Siculv 8Aro»>cie«gencnnet werden. Diese iinterrichteten das volck in ihren besondern abergläubischen gebrauchen und ccremonien, welche sie, wie einige davor hallen, vondenPhoceern, die wari'ciUeiiinrovcncsgcbauet, sollen erlernet haben. Ihr name mag von dem Griechischen Worte , oder von dem Celtischen vccu, oder dem Inländischen Draoi, herkommen , welches alles soviel heißt, als eine eiche, welcher bäum von den Druiden sehr hoch gehalten wurde, weil er miste! hervor bringt, so von ihnen mit vielen ceremonien als die schönste gäbe vor die götterzusammen gesammlet wurde. Gestalt einer von diesen Priestern mit meisten kleidern angethan, selbiges zu ansang des iahres mit einer göldenen siehet abnahm; worauf 2 junge meiste Ochsen geschlachtet, und endlich die ceremonien mit einem gross sm frcuden-mahl vollendet wurden. Die Druiden und Gallier glaubten, daß der Mistel, im trincken eingenommen, alle thiere desto fruchtbarer machte, und eine gute artzency wider allen gisft wäre.. Andere halten dafür, daß der name Druides von einem Hebräischen Worte, welches so viel als beschmier heisset, herkomme; wie ste dann auch vjoAsne8i.sc-ui,s mit den weisen männem in Chaldäa, den nbilowpws in Griechenland, den weisen Icuten in Persien, und mit den Indianischen Gymnvsophisten vergleichet. Diodorus Siculus setzet hinzu, daß sie Gottes gelehrte gewesen. Die Gallier glaubten,' daß sie um deßwillen gar gerne in dieser weit wegzuleihen pflegten, ausdaß sie in der andern dafür belohnet werden möchten. Die Druiden waren auch ^krMoßi, cz-oßr-pvi, ocomcrrL und koimci. Unter andern lehr-sähen hatten sie auch diesen, daß die stete nach dem tode in einen andern menschen führe. Diejenigen, welche allein mit betrachtmig göttlicher dinge umgiengen, wurden rutzsz^geimmet; die aber, welche der alta- re pflegen und warten musten, hiessen 8-mnuri,c>, welcher name doch in der th« gar mchtCeltisch, sondern pur Griechisch ist, und deßwegen in Gallien kaum mag gebraucht worden seyn. Ihre an- zahl war so groß, daß Stephanies von ihnen, als von einem be» sondernvolcke, redet. LLisrmercketan, daß sie ein gewiß Haupt gehabt, welchem die höchste gewalt und ober - Herrschafft über sie anvertrauet gewesen, nach dessen tode der vornehmste und geschickteste aus ihrer Versammlung zu dieser würde erhoben worden. Pom- ponius meldet, daß alle ihre gelchrsamkeit in bemühung ihres ge- dächtnisses bestünde, indem sie keine bücher gehabt, und bißwess len 20000 verse auswendig hersagen können, worinnen eine Historie von grossen und voriiehmenstulen begriffen gewesen, die sie von ihren vorfahren empfangen. Sie bedienten sich der schlangen - äugen , um dadurch bey grosse» Herren gunst zu erlangen, und in ihren geschäfften gut glück zu haben, wie Pünius berichtet. Darneben pflegten sie menschen zu opffcm, welche opffer aber, nach Suelomi zeugniß, von Augusto und Tiberiv verboten, und von Claudio gantzlich abgeschaffet worden. Sonst waren diese Druiden in gar grossem ansehen, und findet man, daß auch weibes-per- sonen sich unter ihre schülcrbegeben. Sie blieben nicht allein in Franckrcich, sondern breitetensich auch durch Teutschland/Schwaben und andere Nordische länder aus. Der Kayser Aurelianus fragte einstens eine von diesen weibes - Personen, ob seine Nachkömmlinge ihmc succediren würden? und Dioeletianus erfuhr von einem andern dergleichen weide, daß er wurde Kayser werden, wenn er ein wild schwein umgebracht hatte; wie denn auch solches würcklich geschahe, da er deni^Lk-ÄumoMor,,, mit namen Aprum, umgebracht. Man sagt, daß die stadt Dreur von ihnen den namen bekommen. l-;- oder vielmehr^»»«- dersich unterBerofi namen verstehet, und daher eben nicht viel glauben verdienet, c. 9. >. s. öc tzcUo oaiiw LO. Ä^^ol.4- LIzuil. 27rc,r. I. iZ.ÄNNip. cie ur« bibus. i. -6. c. 44-1- 24. c. II, I. c. I. ;c>. c. I. I. c. r. 1.1. in wlexsncl. in /iurel. 6c I4u. n-cc. 1 . i'ksrk. I. (Zar/, L/io^r>i». I. ,z, II theil. N e.r-I 98 dru c. ri. IM. 6 i 11 err.>Ie vec.inlllr. Lruillum. cie pliilos. Lclc. * Drumfreys/ siehe Dumfreys. Drummond / ein altes Adeliches geschlccht in Schottland/ dessen Haupt heutiges tagcs der Graf von Perth ist. Es soll dieies geschlccht von einem Ungarischen Edelmann / namens Mauritius/ herstammen / welcher nebst Eduard Atheling / als rcchtinaffigem erben, Engelland verlassen, als Wilhclmus Longuclivr solches Reich ums jähr 1066 unter seine bothmäßigkeit gebracht. Das schiff aber / worauf sich diestr Mauritius nebst dem Eduard und dessen mutter Agatha und beyden schwestern Margaretha und Cbristina befand / soll durch ungestüm an Schottland getrieben worden seyn / da dann Margaretha / die wegen ihrer Heiligkeit berühmt / auch deßhalben nach ihrem tode canonifiret worden / an Milcolumbum III. König von Schottland/ vermählet worden Dieser König Milcolumbus III hat dem Mauritio Drummond viel guter und grosse ehren - stellen gegeben / und weil er sich in Schottland vermahlet / ist sein gcfchlecht in einer ordentlichen successiv» fortgcvflantzct worden/ biß aufJacobum Drummond/ den III Grafen von Perth/ welcher an. 1684 Groß-Cantzicr von Schottland worden. Weil er aber nicht allein der Catholischen religwn eifrigst zugethan war / sondern auch die parlhey des Königs Iacobi II hielte / muste er auch Schottland bey veränderter rcgierung / nachdem er eine Zeitlang in verhafft gewesen/ verlassen/ und folgte dem Könige Iacobo erstlich nach Franckreich / hernach begab er sich nach Rom. Er hat mit; gemahlinnen unterschiedene kindcr gczeuget. Drumore/ siehe Dromore. Drusbicki / (Caspar) ein Pohlc, begab sich den 24 aug. an. 1609 im 20 jähre stines alterS in die societät Jesu. Er hat unterschiedene wichtige bcdienungcn darinnen verwaltet / sintemal er nicht allein 7 jähr nov>r,<«i,,» , sondern auch zu unterschiedenen malen neÄo>- ihres coUcgH. und 2 mal?r.,v>nci»i in Pohlcn gewesen/ wie ihn denn auch diese Provintz 2 mal nach Rom als -'rocurilc rcm geschickt , woselbst er 2 gencral-congregacionen mit beygewohnct. Er wird wegen seiner sonderbaren frömmigkeit sehr gelobet/ undstarb zu Posen den 2 apr. an. 1660. c^ein lebe» hat Paulowski beschriebe» / welches zu Crakau an. 1670 in 8 gedruckt worden. Er bat sehr viel ssbrifften verfeniget / davon aber »cir einige an das siecht gestellet sind / als : sc ^eisi Lkrilti lllli Lei; LiciculUb cxcecilior. üc conliclerrcionum ; cic prL- cipui8 vircucMu8 LllrillianL llcici z io> in vircmc lus, live )ekus ( siri- 1lu8 i,i khlcnciorc crcellenrisrum iurtum kpcÄsbilib I öec. bi- bliokv. Druseicheim/ ein kleiner ort in dem Elsas/ nahe bey dem Rhein gelegen/ undzwarindergegcnd/ wo die beyde flüsseSur und Morcr in denselben hinein fallen. Fast gegen über liegt vor, I.oui8 und StbUhofen. Die Frantzosen halten es zimlich befestigt/ sv/ daß an. 170z der Kayserliche General, Grafvon Friesen, rre». rkecn davor führen muste / und es erst 5 tage nach deren öffnung den 24 ftpt. aufdiscrction eroberte. Drusier/ Drusis oder Drusianer/ ein gewisses volck, welches sich auf und um den berg Libanon und Antilibanon herum aufhält, und vorgiebl, von den Frantzosen hcrzustammen, welche vor diesem mit Godofredo, demHertzoge von Bouillon, ins gelobte land gezogen, unter dem commando aber eines Herrn aus dem Hause Drcur sich gegen dem berg Engaddi bey Bethlehem zu rctirircn von den Saracenen gcnöthigct worden, woraus sie nach 40 jähren in den heutigen gcgendcn sich mehr und mehr ausgebreitet. Sie nennen sich Christen, ungeachtet sie keine Christliche gesetzt beobachten, und nicht getaufft sind. Den Ariden und Maho- mctanern sind sie wegen ihres Wuchers sehr gehässig, ob sie sthon selbsten für Mahomctancr gehalten werden. Der berühmteste ihrer alten Lmir> ist Fackardin, von deine sie grosse fachen rühmen, und noch die heutigen Lmir-gcbim vor, daß sie von ihmc abstamme». Es wird von ihnen erzeiget, daß sie eines weisen manncs aus Egvpten gewärtig scnn, welcher ihnen gesetzt, dergleichen sie bereits lange vorher von ihm erhalten, vorschreiben werde. So bald als ihre kinder gebohrcn sind, drücken und dehnen sie ihnen ihre kövffe aus, wcsiwcgcn man sie vor allen andern völckern im Mor- qenlande kennen kan. Sie sind sehr harter natur, und halten sich im gebürgt auf. Ihre Fürsten sind aus dein Hause Mann, welche sie nennen. Sie hatten vor diesem viele L»M8 , welche aber alle untergedruckt, und durch den Ibrahim Bassa von Said unter Amurath III an. i ^84 meist von ihren kleinen gebiethen verjaget sind, doch so, daß noch einige biß aufhellte übergeblieben. Im übrigen hat dieses volck sich vor allen andern Orientalischen völckern in derund hervor gethan. An. 1701 schickte es gewisse Devutirtcn an den König in Franckreich, und begehrte von demselbigcn die erlaubniß, das Frantzösischc Wappen über alle tho- re ihrer festungcn zu seyen , und zugleich den ordcn des H. Geistes vor ihre Fürsten mitzunehmen, wiewohl ihnen nur das erste bewilliget worden. Erst an. 1710 stunden sie eine grosse Verfolgung aus von dem Türckischcn Bassa zu Damascus, der ihren alten Lmu Abdallak durch Hinterlist in seinen gewellt brachte, und die Drusier fast gäntzlich zcrstreucte. Aber des Abdallaks ältester söhn der Emir Assen, munterte sie auf, sich wieder zu sammlen und ge- genwebr zu thun, da sie dann ihre feinde schlugen, und ihr land von neuem cinnamen. Nur der unglückliche Abdallak muste dabey ieyden, als dcr nachBassora in eine ewige gcfangcnschafft abgeführet ward, nachdemc er sich zuvor im kcrkcr zu Damascus heimlich hatte tauffen lassen. Indessen ist der Baha zu Damascus, der dru den Drusier» so aussätzig wäre, bald hernach aus andern Ursachen strangulirt worden, und die Drusier leben seither» in ziemlicher vuyö. Ack. /ö I cl'ervieux mcm. <^e Icmp. Ot' rom. orje^x. Lslr en 17^4» 1» v, Drusilla/ ^8r>pp«des ältern Königs in Judäa tochter, und des mngern schwester, war eine schöne dame, und wurde zuerst anEpiphanem, des Königs Antiochi söhn, versprochen, Weiler die Jüdische religion anzunehmen verheißen. Als er es aber nicht that, heyrathete sie Azizum, den König der Emezener. Nachge- hends verliebte sich Felir der Oouverncur jn Judäa, in sie, weswegen er Simonem, einen Juden aus der insul Cypern, so ihr freund und in der zauberey erfahren war, an sie schickte, um sie dahin zu bereden, daß sie ihren mann verlassen, und ihn heyra- then mochte. Weil sie nun gerne von ihrer schwester Berenice Verfolgungen frey seyn wolte, als welche bey ihrer beyder bruder dem jüngeren Agrippa, zwar zu ihrer schlechten ehre, alles galt, und aufdiese Drusilla, die viel schöner und jünger, eyffersichtig ward, ließ sie sich diesen vorschlug gefallen, ohngeachtct sie darüber von ihrer religion abtrotten muste. AIs der Apostel Paulus gefangen war, vertheidigte er vor diesem Felice und dessen gemahlin Dru- silley an. z z, v. c 8°8 seine Unschuld, c. 24. v. 24. I, 10. c. Li>r. * Drusilla / eine lochter Gcrmanici und der Agrippina, vermählte sich v. 786, an.; z init Lucio Cassio, wiewohl ihr Die Marcnm Aemilium Lcpidum zum gemahl beylegt. Ohngcachtet nun ihre muter wegen ihrer keuschheit vor allen Römischen damen berühmt war; so befleckte sich gleichwohl Drusilla noch in sehr jungen jähren mit ihrem bruder Caligula durch blut-schande, die sie auch die gantzc lebens-zeit trieb. Als Caligula Kayser worden, nahm er sie ihrem rechtmäßigen mann, und lebte mit ihr öffentlich als mit seiner ordentlichen gemahlin. Nach ihrem tode, sv ^-V. 79c, an. z8 erfolgte, ließ er ihr ein prächtiges leich-begängniß halten, statuen ausrichten, und sie als eine gorrbeit verehren. Ja die wciber mustcn ihre sthwurc bey dem nanien der Drusillä thun, nnd wenn dero geburts-tag einfiel, hielte man die spiele mit eben solchem pracht, als man der Cybelc erwieß. Livius Geminus, ein Römischer Rathshcrr, vermaß sich, daß er sie gen Himmel fahren, und mit den göttcrn conversircn gesehen. in c? gebohren,und von jngeud aufdcm lluci,.. rkcoic,g,c» gcwiedmet, dannenhero man ihn erstlich nach Gent schickte, die wrachcn zu begreifen, und hierauf nach Lö- vcn, die Philosophie zu studircn. Sein vatermuste wegen der Prote- stirendcn religion, zu welcher er sich bekannte, an. izü? seine guter mit dem rücken ansehen, in welchem zustande er sich nach Engeland wandte; seine mutter aber blieb beständig bey dem Catholischc» glaube», und bcmühetc sich aufs eufrigste,ihren söhn dabey zu erhallen : weswegen sie ib» nach Audenarde wieder berieff, und nach Tournay schickte. Eine kranckbeit aber, die sie überfiel, gab ihm ge- Icgcnhcir,sich in gleichem ,ahr zu seinem vatcr nachEngeland zu begeben, welcher sich angelegen seyn ließ,daß er in guten kunstcn und wis- senschaffrcn möchte umerzogen werden. Erbegab sich aufdie Universität Cambridge, und bediente sich daselbst in der Lebräischen sirachc der unterrichtung Antonii Cevallerii. An. 1970 kehrte er wiederuni nach London, und etwas zeit hernach war er willens, eine reise nach Franckreich zu thun, es schreckte ihn aber die zcitung von der Parisischen blut-hochzeit davon ab. Bald darauf wurde er nach Cambridge von Thoina Carlwright, und nach Or- ford von Laurcntio Humsredo beruften, welche letztere vocLiion er auch annahm, und chlso im22 jähre seines altcrs zum ?ro6ull>re vriLnkLlnim anfdicscr Universitätconstituirlwurde. Er lehrte allhicr 4 jähr, worauf er iviedcr nach seinem vatcrlande kehrte , und sich zu Löven aufdie rechts-gelchrsamkeit legte. Doch jähe er sich wegen der rcligions-troublen gezwungen, sich wieder nach Londen zu seinem vater zu begeben, mit welchem er aber nach dem vergliech, der an. 1976 zu Gent gemacht wurde, wiederdahm kehrte. Bald daraufwandte er sich nach Holland, und bekam an. i>77 die.stelle eines»ncnrLüum zu Leyden, von dünnen er an. 198z nach Franecker zu eben dieser r-otcsllvn be- ruffcn >vurde, tvelcher er auch rühmlich bis an seinen tvd, welcher an. 1616 erfolgte , vorgestanden. Er war wegen seiner wisscn- schafft in den orientalischen sprachen so berühmt, daß die General- Staaten ihm an, i üoo anbefohlen, eine erklärung der schwersten örter des alten tcstaments zu verfertigen; wie er denn auch über die z ersten büchcr Mvsis, über die 8 ersten capitel des 4 buchs, ferner über die schwersten örter drs z buchs, dann auch über die bü- clier Josuä, der Richter und Samuelis, dergleichen verfertiget/ aber bey seinem leben nichts davon heraus gegeben bat. Er war auch von einigen bestimmet , eine neue Übersetzung der heiligen schriffr in der Niederländischen spräche zu verfertigen, welches aber durch seine widerwärtige hintertrieben ward. Man hat von ihm ßiaM' 1 i- ! p'ü ^ sslw l!- -ltu: !u ."7 süss °!^ >«^ E r-l^ >rD^ ,L dm Zrrmmaticrm itcsiiLLm; commsmrr. all vocsz Ne'orLaz tt. °U. ; ot»,:r^.ir!on. tllcrLi. libr. ir; snioiLllveriionuni iibr. r ; miüttttiio» Läc^ium locurionum; I-LiLUela lllciL locoiuni V öc ^1.1.; Uroverbia üici^; cic knbus ieAi? ^i,cjX0!-uin Lc. Sein söhn, auch Johannes Drnsius genannt, welcher bereits in seiner jugend solche proben der gelehrsamkeit abgelegt hatte, daß man urtheilte, er würde einer der großen leute werden, starb in Engeland im 21 jähre seines alters. Er hat einen grossen brief-wechsel gehabt, wie er denn ausser den Hebräischen, Griechischen, Frantzösischen, Englischen und Niederländischen allein rzoo Lateinische brieft hinterlassen. Er war fthr sparsam, andere leute zu loben ober zu schelten, und hat deswegen von den eyferern in der religion viel ausstehen müssen, die jhn einen falschen bruder gescholten , da er doch mndeskro.ei'Uiir»- ">> willen mehr gelitten und verlassen, als die meisten unter diesen schrcyem. Sein söhn Johannes ist ein recht miracul gewesen. Im; ten jähre seines alters lernte er bcreitsLateinisch undHebraisch, im 7 ten erklärte er die Psalmen, mit Verwunderung eines Jüden, der damals inLeiden die Hebräische spräche lehrete. Im yten las er das Hebräische ohne Puncte, und konte es auch nach den grammatikalischen regeln hunctiren, welches die Rabbinen heutzn tage selbst nicht mehr können, wobey er das Latein als seine Muttersprache redete, auch sich im Englischen konnte hören lassen. Im irten schrieb er °x rempore Hebräisch in gebundener undungcbun- dencr rede. Im i7ten jähre hielt er an den König in Groß-Britan- nien eine Lateinische rede in gegenwart des gantzen Hofes, und mit dessen Verwunderung. Er war aufgeweckten geistes, von einem gründlichen urtheil, von grossem gedächtniß, und von einem unermüdetcn eifer zu den studien, sonst guten Umganges ,daß ihn jederrnan lieben mustc, und von einer sonderbaren srömmigkeit. Allein er starb in Engeland bey dem Dechant zu Cicester Wilhelm Thomas , der ihm "eine gute pension gäbe, am steine. Er hat verschiedenes angefangen zu verfertigen, allein der tod überfiel ihn zu zeitig im 2istcn jähre seines alters. Scaliger , der die ärgsten schmäh-wortc wider seinen vater ausgegossen, hat thu gelobet. m VIU INulli. in Lrn. ÄMSW ' riiii. iririizue 1. ;86l /n.. c?. ir; lndem^>l>imZtup!eb,s, ein c^oUeAZ des C. Graecht gewesen / und den namen eines beschirmers des Raths verdienet hat. Dersohnfoigteseincm vater darinnen nach/daß er sich der pLrm,orum wieder das volck annahm / wiewolaufsolcheart/daß grosse Unordnungen daraus entstunden. Er war sonst von grosser vercdtsamkeit / hohem verstand und vorkrcfiicher hertzhafftigkeit/ welcher gaben erjich dann auch besser hatte bedienen können/wo ihn nicht sein gar zu grosser chrgcitz daran vK'hindert hatte. Es waren damahls in Rom zwey k^iio'ics, des Raths und der Ritter/ und waren die letztem jenen ch. vielen stücken überlcgen/hatken auch mionderheit die geeichte an sich gebracht / so ehcmalsdem Rathe gehörten. Als nun c^pion . mit welchem Drusus simulierte/die parthey des Raths/und damit er auch bey dem volckc desto grossem anhang bekommen möchte/wolle er die gesetzt der or-cMorum vonauskheilung der sicker unter dem volcke wieder aufbringen/ und versprach den Lateinern das Römische burger-rechr. Als sich der Bürgermeister Milippus wecdersetzte/ergrisser ilm aufsreyer straffe bey derkehle / und würgete ihn/ da« ihm das blutzu der na- se und den äugen heraus sprang; wiewol einige meynen / daß er solches mchtsclbst/ sondern durch einen seinercrealuren gethan. Da auch die Lateiner hatt daraus dmngcn / daß er sein versprechen wegen des bnrger-rechtshaltcnsolre / geschahe es/daß er in einer Versammlung plötzlich darnieder fiel /als wenn er von der fallenden -euÄe einen anstoß bekäme. Ob er sich abernur so gestcllct / oder ob ihm wahrhaffiig diese kranckheitzugcstossm/wird gezweiffelt/zum wenigsten kam ihmsolches sehr wohl zu statten/weil jich die Lateiner nichtftmer mit lärm wortm wollen abspeisen lassen / er aber gleichwol nicht im stände war / ihnen sattskaction zu leisten. Ja er hatte überhaupktnNom die fachen in solchen stand gesctzt/daß cr dm 99 nicht wohl heraus kommen konte; daher man glaubet/daß er zu rechter zeit gestorben seyendem er/da er einsmals nach Hanse gicng / nnd mü einer grossen mengeleute umgeben war/ in dem vorhos seines Hauses mit einem meffer erstochen wurde. Der thsiter blieb unbekannt / dahcro einige auf die gcdancken gerathen / als wenn er sich selbst getödtet / wiewol Cicero dcnselbigen Barium nennet. Er ist von rtngezsihmtem ehrgeitz gewesen / wie er denn selbst gestanden / daß er von kindes-beinen auf davor nicht ruhen können / nnd hat er noch als ein lüngling / und in der bey den Richtern vor die angeklagten rntercedtret / und seinen zweck zuweilen erhalten. Als er sterben muste / sagte er zu den umstehenden: meine artverwandten und freunde / wenn wird das gemeine wesen einen solchen bürger wieder bekommen / als ich gewesen ? ferne mutier Cor- nelia hat diesen M mit grossem muche ertragen. Seine schwcster Livia ist des Cato von Utica mutier gewesen / und nach Caronis Vaters tode hat sie sich an Q. Servilium Cepionem verheyrarhet / und die Servlliamm.it ihmgezeugct / desBruti Mutter. Als er sich auf demu-u^oeinhauß bauen ließ / versprach ihm verdammtster/er wolle es ihm dermaßen zurichten / daß nieinaild sehen könne / was darinnen vorgienge; allein dieser antwortete: wende deinekunst vielmehr an / daß jederman sehen könne /was ich thue. r r. iz. i. z c. 18. ^rZ«^gL vir. illutki. lls nrev- vlr. c. 6. Orcc^o Us nak. cisor. c. z. Drusus / (Nero Claudius) ein bruder Tiberii / stammte sö wohl von mütterlicher als väterlicher feite von dem Appio Claudia dem blinden her. Er war einer von den grösten lenken/so iemals Rom gesehen/ und bewieß so wohl zu kricges-als frtedens-zeiken un- gemcine geschicklichkeit / dabey war er redlich / und von sehrgroffer höflichkett. In seiner jugend erlangte erdispensariondcs alters/daß er 5 jahrehcrdie ehrenstellen annehmen konte/alssoustcn in den aesetzen erlaubet war. Da er war/ wurde er nebst stimm bruder/l.v.7Z9/;969/L. c. i; abgeschickt/vteRhatirzu bezwingen / welches er auch wohl ausrichtete / und dadurch die erste probeseiner tapfferkeit ablegte. Hierauf gieng er nach Gallien / und brachte daselbst einige anfruhrische Provinken wtederzum ge- korsam. Er schlug auch die Teutschen / die sich jenseit des Rheins begeben hatten / gieng darauf über diesen siuß/ überwand die Si- cambrcr inihremetgenen lande/erhielt auch zuwaffer aufdem Emß einen sieg wieder die Bructercr / und zwang die Friesen/den Römern triout zu erlegen. Ja er war der erste unter den Römischen Generalen/der sich auf den Septenmonaiischen »c-noum wagte. Daer nun ^.v. 74;//v.^l.Z97;/^.c. I I wtcder nach Rom kam/ wurde cr-'-Lior. hielt sich aber nicht lange daselbst auf / sondern begab sich im frühjahrewieder nach Teukfchland / seine siegeweirec auszubreiten. Er überwand auch unterschiedene völcker brs an die Weser/und ließ an emtgen orten fcstungen aufbauen. Hierdurch erlangte er nun / daß ihm zu Rom die oi-»2„,cn»rr,ump!i-,j,L, wie auch die ehre der ov»non /unddie würde eines ?>oconwm zuerkannt wurde. L. v. 74; ;975/^.L. 9 ward er Bürgermeister/kehrte aber bald wieder nach Teutschlaud/und gieng bis an die Elbe/ über welchen fluß er vergeblich zu setzen trachtete; und soll ihm auch zu dlcstr zeit eine weibss-personerschiemn seyn / welche ihm nicht allein seine unersättliche begterde mehrvölcker zu bezwingen vorgeworffen/ sondern auch angezeiget/ daß das zielscmes lebens nicht weil mehr entfernet sty.Hierans gieng er wieder zurück nach dem Rhein/ wurde aber kranck / ehe er noch dtesenfluß erreichte/und starbt v. 74^ / ohngejehr nn zojahre seines alters. Einige sagen / daß er mit dem pstrde gestürtzr/ und ein beinzerbro- chen / welches sttmn tod verursachst. Vv bald seine kranckhett erschollen / kam sein bruder Lidertus zu ihm/ und traffihn in den letzten zügen an/ da er denn seinen leichnam nach Roin bringen ließ / woselbftdem gedsichtnißdes Druji allecrsinnlicheehre erzeiget wurde. Er hinterließ auch noch dieses andenckcn / daß er einen kostbaren Canal zwischen demrhei.n und derUsel verfertigen lteß/uno also den Rhein milder stevcrknüpffete/welcher o-ullan^ genenekwirv/ gleichwie auch der ort Drustnheim in dem Elsaß seinen namen von ihm bekommen / indem er daselbst eine Zeitlang sein lager gehabt. Es hinterließ dieser Drusus 2 söhne und eine kochter von seiner ge« mahltn Oetavia der jungem / eurer tochcer Marct Anwmi und der Octavia. Der eine von den söhnen war dertapffcre Germani- cus/der andere der unartige Kayser Claudius. Die tochter Livia wurde an Drusmn/ Tiberii söhn / verheyrathet/und führte sich Nicht zUM dösten allstes >.ai.t 44 S--?. m 1 °ik. >c. inLiLuS. LrwLt. 1 . ZÜc Llüri Drusus/ ein söhn Tiberii, den er mit seiner ersten gemahlin/dev Vipsania, einer tochter Agrippä,ge;«iget, war reinem varer an Unzucht , tnmckenheit, grausamkeit und andern lästern nicht ungleich, ausser daß ersieh so verstellen konte. ^.v.7^64, L. c. n wurde er , und nach dem tobe Augusti siistcktc man ihn nach Pan- nonien, die aufrührischen legionen zu beianfftigcn, welches er auch glücklich ausrichtete. Nach seiner wiederkunffr wurde er L. v. 7S8, -r. c. 15 Bürgermeister, und an. 77 -> wurde chm das commaudo über die armee in Jllyrien aufgetragen. Die,es geschahe, theils daß er die Zuneigung der soldaten erwerben , theils daß man ihn von den Wollüsten, denen er sich zu Rom gantz und gar ergab, abziehen möchte. Sonst wüste er die Uneinigkeit bey den Teutschen meisterlich zu unterhalten, und sich derselben zu seinem Vortheil zu bedienend deßwegen ihm auch die ehre der ov-nou zuerkannt wurde, -c. v. 77z, e. rc> kam er wieder nach Rom,, und im folgenden jähre war er nebst seinem vater, dein Kayser,Bürgermeister; ja,es wurde ihm endlich die uikum»», als die höchste würde beygelegt,woraus mau schliesset,baß er ohne zweiffel dem Tiberiv wur- Nr de 100 dm dry dua de gcfolget seyn,wenn nicht Sejanus, des Kaysers Tiberii Favorit/ solches verhindert hätte. Dieser strebte selbst nach der höchsten ge- walc / und hatte über dem eine grosse feindschafft gegen Drnium, weil ihnr dieser einsmals eine inaulschelle gegeben. So konte er auch ftinen cndzwcck leichte erhalten / weil er imt desDrusi gcmah- lin in genauer und unzüchtiger bekanntschafft stund. Sie beschlo,- sen alsö / ihnmit gisst aus dein wege zu räumen / welches >re auch durch einen verschnittenen,namens Luqdus/vcrrichtelen. AIso starb er /r. v. 77Ü, -s. c:. 2;,und der Kanter Tibcrins ließ bey seinem tode die gröste unempfindlichkeit verspüren. ssL-: 2n»2l. I. 1, /. Fc z. L/r-'/e. Drusus/ein söhnGermanici und der Agrippinä/war ein Printz von guter Hoffnung,und wurde,so bald es dessen alter z!llles!,auf Tiber» becomlnendation zu ansehnlichen ehren-steltcn befördert, allem hernach durch list und gransainkeit des Sejani unterdrückt. Denn dieser durebtriebene Favorite des Tiberii, der durch hinwegrau- mung des Drusi ihm den weg zur Kayscrlichen hoheisbahnen wolle , wüste diesen unglücklichen Printzen bey dem Kayser so verhaßt zumachen, das; er ihn endlich gesanglich einziehen ließ. Ob auch gleich der tod des Sejani v. 784, -r. ce.; 1 darzwitchen kam,ron- re doch Tiberius von seiner grausinnkeit gegen Drusum nicht gebracht werden,sondern es würde beschlossen, daß dersclbigc Hungers sterben soltc. Es suchte zwar dieser unglückliche Printz sein leben etwas zu fristen,indem er die tnchscheer-wolle aus den polstern verzehrte, oder vielmehr das stroh, oder den zerschnittenen röhr aus den polstere» seines betts verzehrece, wellen das bey ncico und Lu-romo stehende wort romencu,n alles bettfutter bedeutet, stroh und röhr aber eben so wohl bey den Römeren dazu sind gebraucht worden, als tiichscheer-wollen, die ja einem,der sie verschluckte, eher den tod beförderen, als das leben verlängeren mustc. Er brachte aber auch damit st'in leben nicht weiter als bis auf den y tag v. 786, L. Z). Doch war auch hierdurch das grausame gemüthe des Twem nicht gestillet, sondern er führte noch nach Drusi tode eine klage wider ihn in dem Rathe, und entdeckte zugleich,zu seinem eigenen gar schlechten rühme,die unerhörte grausamkcit,die man an dcmDri»» ausgeübet. in Db. Lniiai. I.; c. 29, ir. I. 4 c. Z9 öc 69.* Druthmar/ (Christian) zugenannt o^mmLrlcu-.ein Münch in der Abtcy Corbcy an der Somine, lebte nms jähr L4o,u»d >var aus Aguitanie», wie Sigebcrlus berichtet. Er schrieb einen cvmmcn rsr.um über Et. Matthänm, welcher so wol an. izig-zu Stras- burg als auch an. izzvzu Hagenau, und nachgehends in der bil>. lillMecs t^rruwrom. >- ausgelegt worden. Er hat auch ein epi-.OE über St. Lucam und St. Iohänncin verfertiget, cl- v-r. iNulk,. c. 7,. ä: clc Ici'. eccl. I,,N. Nr. p. Z71. Dryades / hiessen bey den Hcydcn die Nymphen oder Göttinnen der wälder und büsche, von dem Griechischen Worte welches so viel heist als ein bäum , oder insonderheit eine eiche. Drvcmdcr/ ein berühmter xiellicus und ^tkcmrricur, gebürtig von Wettern aus Hesten, erfand viel fachen in der astronomie, und machte neue uillrumvma, oder verbesserte sie zum wenigsten. Er starb den 20 sevt. an. r ;6o zu Marpurg , woselbst er lange zeit ge- lehrct halte. Man hat von ihm iiuML»,; ge bai- ricis LniiKniious; sunuii sllmnomici iiruLdurzill 3llrol3vium tori Lui'opLinlcfvicii! ; Ue ^lobn ccslelii; «lc liorvwg!»- rum wl^rium vsriL coinpolltiouc; lle pcllc libcll. 77 ,«-,». iiissor. I. rsüc UrArcr oNNirion.c. , s,. 199 lh. ctiron. »ics. MLidcm. >le7 7 , 7 ,ge c. ineNic. Dryander / (Johannes) war von Burgos in Spanien gebürtig , und hieß sonst Enzinas, woraus hernach der Griechische name Dryander gemacht worden. Johannes Diaz gab ihm die erste ,m- terrichtnng in der Protcstirendcn lehre, welches ihn veranlaßte, sich zu den Rcformirten zu begeben. Er mustc aber auf beseht seines vatcrs zu Rom bleiben, da er doch nicht unterlassen tonte, bey unterschiedenen gclcgenhcitcn seine meynungen an den tag zu legen. Als er aber im begriffe war, nach Teutsilsland zu seinem brudcr zu gehen, wurde er als ein kctzcr angeklagt, und da er seinen glauben zu erkennen gab, an. 1Z4; zu Rom verbrannt. «Lein brudcr Fran- ciscus Dryander machte eine Spanische Übersetzung von dein neuen tcstanmile, welche an. 154? zu Antwerpen gedruckt, und dem Kanter Cawlo V dcdiciret wurde. Er kam aber darauf zu Brüssel in gesangliche hasst, darinnen er 15 monat blieb, bis auf den e fcbr. an. 1Z4Z, da er herauskam, als die thürc im gefängniß offen stehen blieben. An. 1548 rccommendirte ihn Melanchthon mit grossem rühme an CraiNcrUM. i» Icon. arrs M2rc)r. f. i;,, ,;r. liickoirl, crirlg.llu iel. 7°. ^>. 4 - 4 . Duare / ist ein auf die alte art bcvestiatcr ort in Dalmaticn, auf einem berge, unweit Almissa.' Im 17 ftcnlo ist er offt baldvon den Türcken, bald von dcir Vcnetiancrn erobert ivordcn. Anitzo gehört er den letzter», NKci ipr. Duarcnus/(Franciscus) ein berühmter Rechts-gclchrter,war Mis Micu. einer stadt in Breragne, gebürtig, allivo seil! Vater, Johannes Duarenus, Richter gcwcftn, welchem amte auchFran- ciscus cmeZeitlang vorgestanden. An. i;;6 laßer zu Paris über dlePandcetcn,und hatte unter andermGuilielmi Budäi z söhne zu dlftlpum; ivie er dann mit diesem Budäo in guter freundschafft gestanden,und >o wol ni der Römischen anttquität als Griechischen spräche viel von chin gclernet hat. An. 15 z 8 wurde er nach Bour- ^ rechts-gelehrsamkeit dastlbst zu lehren, welches amt er an. 1548 verließ, und sich nach Paris begab,um sich daselbst dua dub in prLxi zu üben. Nachdem er solches in die ; jähr gethan hatte, wurde er von der Hertzoginvon Verri,Margaretha, einer schwester des Königs Henrici 11 in Franckreich, wiederum nach Bourges beruffen,wohin er sich auch an. 1551 begab,nach der Hand die würde eines Raths und Ncgueten-Meistcrs'bey gedachter Hertzogin erhielt, und daselbst beständig blieb. Er bekam aber an diesem orte erstlich mit Eguinario Barone,hernach mit Valduino, und endlich mit Cujacio viel zu streiten. Denn weil er den rühm, daß er die rechts-gelehrsamkeit aus den brunnquellen der Römischen anti- qniräten in Franckreich restituirl hätte, allein haben wolle, kviste er nicht wohl leiden, daß sich auch andere unterstunden, theil daran zu nehmen,sonderlich da Cujacius,ob er gleich noch jung war,dennoch eine grosse geschicklichkeit von sich spüren ließ, und wurden die sirei- tigkeiten mit diesem letztem zu grossen verdrüßlichketten gelegenheit gegeben haben, wenn sich nicht Cmacius von Bourges nach Va- lenee gewendet hätte. Egumarium Baroncm hat er in seiner -wo. ic>g!Z cie j>.,r,rciiÄ>one imperio hart angegriffen,ihn aber doch nach seinem tode ein kostbares ehren-mahl in der kirche 8- Hippolyti aufrichten lassen, und in seinem tcstamentbefohlen, daß man nach seinem rode ihn ebendahin zu dem Baro legen solle. Von Balduinv aber ist merckwürdig,daß, als Duarenus seine profcßion in Bourges verlassen, ynd man selbige jenem conferiret, er selbst z jähr darauf den rath gegeben, Duarenum wieder dahin zu beruffen, und ihm die ober-stelle eingeräumet; worauf sie sich zwar eine zeitlang dem äusserlichen scheine nach wohl vertragen, aber hernach in grosse feindschafft gerathen. Sonst wird von einigen angemerckei, daß er heimlich der Protcsiirmden rcligion zugethan, derselbe aber dennoch öffentlich entgegen gcwcftn, worüber er sonderlich von Bal- duino viel leiden muffen, und öffentlich ein Nieodcmit gescholten ward zu der zeit, da Baiduinus sich noch zur Rcformirten religion bekannte,welche er jedoch hernach selbst verlassen. Er war von sehr schlechten gedächtniß, daher es sich wohl ehe zugetragen, daß, wenn er in Tenlschland eine gast-ies«.,, halten wollen, und seinen zettul tcrs ohnvcrheyrathct, und hinterließ sehr viel schöne schafften, als: Loiumcocarja in vorios riruios Ni^ccki cociicis ; Niffucgc,onum Ln- niversorirrnm Iw. 2 '- l- - elo^ior. ?. r. in cenlurs susi. cclcbn 660. in cstc-ir. c. 4 7,. 8ztk. ^ Duarte pinel / (sonsten Edoard Pinel) ein Portugesischec Jud,welcher in mitten des 16 ftculi gelebt : hat mit Hieronnmo ->° Vargas das alle Testament in die Spanische sprach von Wort zu Wort übersetzet,und zu Ferrara an. izz; mit einer nm- len von Prag gelegen, sich befindet. Es ist solche mit einem schloss versehen,von dem ein untcr-irrdischcr weg,bis auf das benachbarte schloß Raben gehet, der durch viele festen gehauen ist. Ohnweit Lcr stadt sstest auf einem hohen berge ein dach) der im sommer kalt, und im Winter warm ist.-Teiler, copogr. kostew. p. >6. stKöi», milc-II. stcc. 1 I. z c. 7 h. ; 74 öc c. 8 §. 2 z>. 88. ierrcleb. L»l»n. l'- 89. Dub / 1-e k)oux, ein fluß der im bcrg Jura unweit Pontarlicr im Burgund entspringet, neben Mona vorbey durch die Gras schafft Vallangin lauuet, den Freyenberg dem Bißthum Basel gehörig, vom Trübelberg der Grasschafft Burgund zuständig , abschneidet,durch die Froburger Hcrrschafft,gegen ostcn,indie Prob- stey s. Ursitz, und alldortcn oberhalb der stadt, um einen berg herum lauffct, und solchen zu einer halb-insul inachet, alsdann sich wiederum gegen weiten wendet und nochmahlen durch die Froburger .hcrrschafft, 8. Hippolyten, und Montbcliard vorbey ins Burgund flicsscl. * Dubino/ ist ein grosses ansehnliches dorffimVelllin, ander landstraß, im flachen seid, am fluß des bergs 3 . Julian, zwischen Forzonico und Monasterio, gelegen. Es ist in der Bündtnerischen Historie deßwegen namhaffi, wellen alldain dem selb, an. i trz dee Bündtncrifthe Obriste Guler, den Kayftrl. Generalen Grafen von Arg, als er das Velllin übcrrumplen wollen, überwunden und zurück geschlagen hat. 6»/^. lcli.rc, 1.12 p. 19,. Dubitz/cine feste stadt in Croaticwan den Boßnischcn gränl-en und dein fluß Urma, gelegen. Sie ist an. 168z zwcymal von den Christen erobert, in dein Carlowitzischen frieden aber den Türcken gelassen worden. Oiw», pf. ?. -. Dublirt /lat. oubiinum. arlfirrländifth Balackigh, die hauvt- stadt des Königreichs Irrland, in der Prvvintz Lemster, >» einer Gras dub GrasschM gleiches na>neiis,am fliisse Liffy,welches der vornehniste siuß im gantzcn Königreiche ist / und allhier einen weiten und bequemen Hasen macht. Diese stabt wird von Ptolemäo Ebiana genemret. Wenn und von wem sie mag erbauet seyn/ ist ungewiß ; jedoch muß sie ohne zwciffcl sehr alt seyn / weil ihrer in sehr alten schrifftcn gedacht wird. Saxo Grammaticus berichtet/ wie viel sie von den Dänen erlitten / nachgehends war sie unter dem Könige von Engeltand / Edgar/ und unter Heraido Harfagar / dem Könige von Norwegen. An. 1151 machte sie Pabst Eugenius Hl zu einem ertz-Bischöflichensitz, de>sen Ertz-Bischoffanjetzo den titul und die M-saiLtiun eines »rimäci, hat. Nachdem Henricus II Jrrland unter sich gebracht / sthicktc er von Bristol eine colonie hiehcr / von welcher zeit an diese stadt immer mehr und mehr in aufnehmen kam / und die Haupt-stadt des Königreichs und der sitz des Vice- Königs / wie auch deS obcr-hof-gerichts und des Parlaments wurde. An. irro hat sie der BischoffHenricus Loundres an der oft- feite mit einem castclle befestiget. Nahe darbey ließ der König von Engelland, Henricus II, einen Königlichen paliast auffuhren. Es ist dafelbst ein c^uegium für studierende, und eine Universität / welche von der Königin Elisabeth an. i; y 1 gestifftct worden. Hierzu machte fchon an. 1; 20 Alexander Bicknor, der Ertz-Bischoff von Dublin / einen ansang / da er von dem Pabste eine bulle darzu aus- würckctc , und würde solches vorhaben ohne zweiffel zu völligem stände gekommen seyn / wvferne es nicht die damaligen verwirrten zeiten verhindert hatten. Bey dem mitternächtlichen thore ist eine brücke von gehauenen steinen/weiche der König Johannes erbauen lassen. Diese stadt hat eine sehr alte dom-kirche / welche 8. Pakrieio, der Jrrlandischen nation Apostel,gewidmet ist / und zu verschiedenen malen repariret worden,zu welcher ein v-- ->E, 2 ^rcllilliLc.Mi und 22 gehören. Ausser dieser giebt es noch eine andere schöne coliegiai-kirche, welchem;. 1012erbauet.worden/ nebsti; pfarr-kirchen; so / daß drese stadt nebst Londen, die gröste und beste von allen ; Königreichen Engelland / Schottland und Jrrland ist/ welche auch vortrefliche handelschafft treibet / und von dem Reichs- Abel sonderlich zur zeit der gcrichts-termine häuffig besucht wird. Vor alters wurde drese stadt von eincin p-^vottc oder Vogte regieret. Allein an. 1409 gab ihr Henricus IV die freyheit/ jährlich einen Major und 2 Ämt-leute zu erwählet! / welche von Eduards I V in Sheriffs oder Land-richter verwandelt worden. Nach dieser zeit/ und besonders um das ende des i7stculi, hat sie über alle Massen zugenommen. In währendem einheimischen kriege mit Earolo I. ergab sie der Hertzog vonOrmono / auf des Königs befehl/den Engelländern. Als er sie nun hernach wieder wegnehmen wolle/ wurde seine aemee von dem Obersten John gantzlich rmniret/ und die stadt an. 1649 entsetzet. An. 17" den 2 ,- apr. kain allhier in der schatz-kammer seuer aus / wodurch das gantze ge- bände nebst allen cic»cü,i> nrcn und briesschafften verzehret wurde. Die Grafschafft Dublin stosset ostwärts an die Irländische see/ sudivärts an die kleinen Hcrrschaffcen O Tools und O Birns/ nordwärts aber an die Grafschafft Math / unv einen kleinen siuß mit namen Nanny. Der Hoden daselbst herum ist sehr fruchtbar, und bringet alle nothdürfftige lebens-mittel hervor / ausgcnonrmen holtz / weswegen die cinwöhner stein-kvhlen und turffzur feurung gebrauchen muffen. Im übrigen ist sie wohl bewohnet / reich / und mitunterschiedlichen häven versehen. a-ici. Lr.csn. Dubravius / (Johannes) Bischoff zu Olmütz in Mähren, war von Pilsen in Böhmen gebürtig/ und sein geschlecht hatte vorher den namen Skala geführet, ehe es in den Ritter-stand erhoben worden. Er stndirle anfangs in Italien / und wurde daselbst voLi r juri°. Als er zurücke m sein Vaterland gekommen- hielte er sich bey Stanislao Thurso, Bischoff von Olmütz, auf, welcher ihn in wichtigen angelegenhciten gebrauchte, ihm auch die tronppcn, weiche er an. 1529 der von den Lürcken belagerten stadt Wien zu hülffe schickte, anvertraute. Er leistete nachgehends dem Konig Ferdinands gute dienste in dem Sächsischen kriege, mdemerdle ausruhe in Böhmen stillete, und nachdem er selbige glücklich beygelegt , vereinigte er die von seinem lande wiederum mit ihrem Könige, dafür er das Bißthum zu Olmütz bekam. Demselben stund er 10 jähr vor, und wurde in verschiedenen Ambassadcn gebraucht , darinnen er seine geschicklichkeit und klugheit zur gnuge an den tag legte. Wenn er von seinen geistlichen und staats-geschähen einige zeit übrig hatte, wendete er selbige auf iesung und Verfertigung einiger bücher, darunter sonderlich seine Historie von Böhmen berühmt ist, welche er in; z büchern abgesaget, und darunter sonderlich das letztere von der regierung Uladislai an bis auf feine zeit mit grossem ffeiß geschrieben ist. Thomas Jordanus hat anmerckungen darüber verfertigt. Ferner hat man von ihm emen vortrefflichen L »»menc^ri-,ir> über den 5 Psalm; ein buch 6s pl' kcinis . welches Hermannus Conringius wieder auflegen lassen ; UNd norss in klLrrianum elluin. Er starb hkN 6 fept. (M. M««». liiff. i. -r 6c 7-rFer sllllir. c. I P. 7Z. 6e kcripc. tcc. >6. epicomc rer. Lolicm. I. ; c. ll ;68, c. lz p- ;94- in ipcc. k^lorsv. Dubski / eine Freyherrliche samilie in Böhmen, welche vor alters aus Ungarn mag dahin gekommen seyn. George Staro Dubski ist an. i; 19, wegen seiner im kriege erwiesenen tapfferkett, von dem Könige in Böhmen zum Ritter geschlagen worden. Henricus Dubski war unter denjenigen Schieds-Richtern, welche König Ladtslaus in Böhmen, als er an. 14; 4,den ersten Reichstag zu Präge gehalten, erwählet, daß sie die streitigkeiten «m Reich sollen helffen abthun. Ferdinand Leopold, Freyherr von Strebo- mislitz, ward an. 1714 nach vielen streitigkeiten zum Groß - Prior in Böhmen von dem Pabst ernennet, und jahrs darauf vom duc dud rvL Kgyser eonsiriniret. orommio rsb. ü-mmse. Lo/.eM. zo8. Duc/ oder du Duc/ (Fronton) ein Jesuit, so unter dem namen Fronto Ducaus bekannt ist, war ein söhn eines Raths- Herrn von Bourdeaux, und begab sich daselbst an. 1577 in den Jesuiter-orden. Er war in sprachen, der tyevlogie und crrtic wohl erfahren, und starb zu Paris den 2; sept. an. 162;. Er hat die wcrcke 8-Lreßuri, l9sir>Ln^ni. 8. Lrsguku , 8.L>iiiu. 8. go. IiLlinis Lw ^soitomi > dlicepiiorl Lziüiti; die csnoncz ; bibliurliecLM pmrum ürLcorum; LN onium t-lsiiüem; 6ec. heraus gegeben. Er schrieb auch wider den Herrn Plessis Mornay. Barouius gedencket seiner mit rühm in dem 9 -omc> seiner Uiim. Casaubonus wäre, ungeacht des unterscheids der Religionen, sein guter freund, und nähme daher anlaß, sein urtheil über die dainahlen ausgegangene LvoloALm für die Jesuitische Societät, unter der form eines brieffs ihme zuzuschreiben, durch welches aber denen Herrennicht viel gedienet wäre. Es stehet selbiges mit unter denen brieffen Casauboni, und ist datirr im julio an. IÜI I. Icrij-cor. üoc. ^elu« cis lcn^cor. tcc. >7. * Duccio / ein berühmter mahler, von Sicna gebürtig, der um die mitte des 14 seculi in Italien gelebct, und sich berühmt gemacht hat, wegen ersindung der sonderbaren knust, Historien abzubilden von weiß und schwartz, durch einiegung grosser mit pech ausgefüllter steinen. ?>/->>-. ?. - i. * Ducey/ ist der name zweyer flecken in derNormandie, davon einer in dem Bißrhum AvraucheS an dem flösse Ardree, der andere in dem Bißthum Bayeux zwischen Caen und 8. Lo lieget. Duck/ (Arthur) ein Englischer I»"s e-inüiic,,». aus einer adelichen samilie in Devon gebohren, wo sein vater ei>r armen- hauß gestifftct, hat zu Oxford studiret, und allda den g -s-nn iciskMc.a, hernach an. 1612 zu-!? mriusqu-, « erlanget» War erstlich Cantzlcr der kirchen zu Bath und Wells, hernach zu Londen, und endlich ubcvsrum üi.,pi,cum. wohl beredt, und nicht mir in der Rechts - gelehrtheit, sondern auch in den Historien wohl erfahren. Starb im maj. an. 1Ü49. Seine bücher, so er in Latein heraus gegeben, sind: Vas ttenr. nickci-v /.rct>. LsnruLr. cie ulli Sc Luctotir^r^ guri> »iviiis L.UMLN. in llominiis ^>rin. cip. < Uriltisn. t^i^oo4 um. Oxon. ^ ,Duckftem/ ist der uame eines felscn in dem Braunschweig- Luneburgijchc» gebiete, gantz nahe bey KönigSlulter, wovon man ein berühmtes weiß-bier, so zu itztgebachtem Kvnigslutter gebrauet wird, Duckstem ober Duchstein zu nennen pfleget. Duderstadt/ lat. vuMrlläciium, die Haupt-stadt.im Cichs- fclde, eine meste von Helligenstadt, liegt an der Wippcr auf einem sehr lustigen und fruchtbaren boben. Sie gehört dem Churfürsten von Mayntz, und soll, nebst dem Eichsseloe, vom Hertzog Ottone von Braunschweig an. i ;66 Churfürst Gerlachen seyn verkaufst worden, nachdem sie schon zo iahr zuvor dem Ertz-Bißthimr versetzt gewesen, wiewohl das Chur - und Fürstliche hauß Braun- schwelg-Lüncburg, und noch im 17 ftcuio Ernestus Aliqustus bey antritt der regierung sich sein recht vorbehalten. Werdenhagen zehlet sie unter die hansee-stävte. An. ist sie von dem Her- tzoge Heinrichen von Braunschweig, und im ;o jährigen kriege von unterschiedenen Partheyen erobert worden. iviozunr. ae rebud^i. MLunäNiVv. cvron. /er, r»px c;.. og. Dudithius / oder Dttdttius / (Andreas) Bischoff zu Füllst- kirchen, war aus einem sehr vornehmen aoclichen geschiechte derer vonHorchowitz zu Ofen an. den ; sehr. gebohren, verlohr aber seinen vater sehr frühzeitig, und hatte seine gute aufferziehung meistenkheiis seinem nahen anverwandten Augustino von Sbar- dellat zu dancke». Denn derselbe ließ ihn erstlich in Ungarn, nachmahls , bey anhaltendem kriege, zu Breßlau in den " »aus guten gründ legen, schickte ihn darauf nach Wien, um sich allda an dem Hofe Kaysers Ferdinand« einige zeit auszuhalten. Von dar gieng er nach Italien, besuchte Patina und Venedig, und machte sich mit den berühmtesten leuten, sonderlich aber mit Paulo Manutio, bekannt. Bey diesem war er im Hause, und kam unter seiner an- führung in der wohlredenhert so weit, daß ihn jedcrman bewundern muste. Damit er sich aber auch in dem Griechischen vest setzen möchte, gieng er nach Franckreich, allwo Angelus Eaninius florirte. Darbey wolle er auch das Ebraische nicht liegen lassen, und bediente sich demnach, zu crlernung dessen, besagten Caninii und Merceri anweisung. In der wm.'-lonnie hörte er vor andern Franciscum Vicomcrcatum, und setzte dessen >n me- tcor»logicz LnllolLiis. so etwas wider die Lateinische Zierlichkeit geschrieben waren, in besser Latein. Nachdem er sich nun in sprachen und philosophischen wiffenschafften vest gesetzet hatte, kehrte er wieder in sein Vaterland. Doch weil er sich, auf zurathen der seintgen, die Rechts-gelehrsamkeit zum Haupt-zweck gesetzet hatte, aienq er zum andernmal in Italic», und kam allda in die bekandt- schafft des Cardinals Reginaidi Polt. Dieser recommendirte ihn oberwehntem Manutio, dessen gewogenheit er sich schon vorher», wie gedacht, erworben hatte, und erhielt durch denselben bey Güldene Pancirollo, welcher damahls die Rechts-gelehrsamkeit mit grossem rühm zu Padua lehrte, freyen zutritt. Als einige zeit hernach ermeldter Polus, auf beseht des Padsts, eine reise zu der Königin Maria nach Engelland antreten muste, begleitete ihn Dudithius dahin, und durchreiset« bey solcher gelcgenheit einen theil von Teutschland, wie auch die Niederländischen Provintzen, N; und io2 dud und wartete dem Kanter Carolo V zu Brüssel auf. In Engelland wohnte er der Vermählung der Königin Maria mir demKomge Philippo II in Spanien bey, und sahe das verfahren wider die Protestanten daselbst nicht ohne Mißvergnügen an. Absonderlich aber ließ er sich angelegen seyn, der vornehmsten und gelehrtesten Heute freundschafft zu erwerben. Er machte auch bey Elisabeth, so nachmahls Königin worden, seine aufwartung, und hielt gegen sie eine wohlgesetzte Lateinische rede. Nach verflicssung eines jahrs gieng er aus Engclland zurück, und wendete sich wieder in sein Vaterland , da ihm zwar verschiedene hohe bedienungen angetragen wurden, die er aber alle ausschlug, und sich vielmehr von dem Kay- ser Ferdinands die freyhcit auöbat, wieder nach Italien zu kehren, und den üu-tiir weiter obzuliegen. Als er da zum drittenmal ankam, soll er, nach Reuten bericht, das urtheil Dionysii Halicar- nassei über desimuc^aillis Kill»,12»,, wie auch seine duchcr a« »rre rkecoricL ; ferner I.onßinuin und vcmernum ; dcßglcichcn diez letzten bücher Diodori Sicnli und Appiani Ale- randri von dem kriege der Römer wider die Carthaginenser, und von den thaten des Hannidals, in die Lateinische spräche übersetzt haben. Eben dieses soll er auch mit einem Griechischen c»mme»- tsr.o über das Evangelium Matchäi, welcher ihm aus der vortrefflichen bibliothec Michaelis Sophiani communittrt worden, vorgehabt haben. Endlich hat er auch seines grossen Wohlthäters, Reginaldi Polt, leben beschrieben. Hierauf besuchte er verschiedene Fürstliche Höfe in Italien, und hielte sich absonderlich etwas bey demHcrtzoge von Floren!; auf. Von dar gieng er »ach Frankreich, wartete zu Paris der Königin Catharmä Mediceä auf, die ihn s wegen seiner zierlichen anrede, so er in Italiänischer spräche gethan, nicht wenig bewunderte. Immittelst wurde er von seinen freunden nach Hause beruften, da er dann wiederum nach Wien kam, und an. 1560 von dem Kayser Ferdinands zum geheimen Rath ernennet, und zum Bstchoff von Tina erwählet, wurde. Bald darauf »niste er im namcn des Kansers, der Bischöffe und gesammten Geistlichkeit in Ungarn, eine reise auf das c»»cii,»», zu Trident vornehmen. Ob er nun wohl des Pabsts parthcy eifrig anhieng, so schenctc er sich doch nicht, in verschiedenen Versammlungen die nusitwauchc der kirche nachdrücklich zu straffen, absonderlich suchte er, mit grosser beredrsinnkeit, die rcichung des kclchs vor die lauen zu erhalten. Als sichs aber endlich äusserte, daß ihrer viele nichts weniger als eine ,-ll»„i,.m«,i, so wohl des Haupts als dcr glicder, auf die er doch so cifrig drang, verlangten, wolle cr gar von dem c»»ciii» abschied nehmen, und dem Kayser den gan- tzen vcrlanff hinterbringen; allein, wie es die Italiänischen Bi- schüffe mcrcktcn, schickten sie einen aus ihrem Mittel ab, der bey dem Kayser ihr mce-cir- beobachten »niste. Doch dem Kayser war seine aufrlchtigkeit wohl bekannt, deßwegen belohnte cr selbigen erstlich mit dein Bißthum von Ehonad, und bald darauf mit dein von Flinffkirchen. Kapser Ferdinandus schickte ihn zu zweyen malen an den König Sigismundnm Angnstmn in Pohlen, da er mit grosser treue, was ihm anbefohlen war, verrichtete. Weßwegen ihn der Kayser Mariinilianns 1 l zum dritten mal dabin sandle, seine schwester, welche König Sigismundus Augustus dinnttiret, abzuholen. Bey welcher gelcgcnheit er sich, nach langen: überlegen, mit einer Dame, so aus der Strozzjscticn samilic cntsvrossen, und bey dem Königlichen Frauenzimmer war aufcrzogen worden, nach erhaltenem conli.-»; ihrer inutter, vermählet. Darauf beurlaubte er sich seines Bißlhums und anderer chren-stellen, entschuldigte sich auch durch cincn bricffben gedachtemMarnniliano ll, der ihn vorher» in einem schreiben deßhalben bcstrafft halte, wiewohl, wie es scheinet, nur der gcistlichkeit zu gefallen; indem cr ihn nicht nur an vornehme Fürsten reconnnendiret, sondern auch ein jährliches ian» »,m zugeeignet, und ihn bey allen vorher gehabten weltlichen bedienungen gelassen. Weßwegen sich auch Dudi- thiu^ jederzeit, das Oesterreich»:'!»' i»rc,Mc zu beobachten, höchst angelegen seyn ließ, absonderlich, da zu zwevenmalen einer aus diesen: Hanse zur Königlichen würde vorgeschlagen wurde. Inzwischen crcommunicirtc ihn der Pabst, und verfolgte ihn gewaltig , daran cr sich aber nicht kehrte, sondern zu Cracau seinen sich nahm, und sich zu der Reformieren kirche bekennte ^ wiewohl er nachgchcnds zu Socini fette übertrat, darzu die große Uneinigkeit der Reformirten nicht wenig mag bcngctragen haben. Einige wollen ihn gar,^ob schon ohne tüchtigen gründ, des Atheistin, Epi- curcismi und Sccpticismi beschuldigen. Nachdeni aber Stepha- nns Bathori auf den thron erhoben worden, begab er sich aus Pohlen hinweg zu dem Kanser Marimiliano, begleitete ihn an. 1476 auf den Reichs - tag nach Rcgenspurg, und als derselbe gestorben , behielt cr bey seinen: Nachfolger Rudolpho stine vorige ehren - stellen. Mit seiner samilic ließ cr sich in Mahren nieder, erkaufste Pascow mit den umliegenden incycr- Höfen, und bekam Privileg, welche sonstcn nur die Baronen in diesen landen zu haben pflegen. Da er nun in solcher ruhe der lluciie,, abwarten kome, berief cr von allen orten berühmte leutc zu sich. Nach 2 jähren verließ er Mähren wiederum, und begab sich nach Brcßlau, allivo er sein einsames leben und studircn rühig fortsetzte, bis nach dein todc des Königs Stcphani Bathorii, da ihn die wähl eines Königs, weil er für Oesterreich alles anwendete, in grosse unrube ge- setzet. Nachdem aber solche wiederum qcstillct, wendete er stets zu feister vorigen lebens-art, da er dann wenig zeit hernach, nemlich an. 1589 den 2z febr., gestorben. Zwei, tage vor seinen: tobe bat er einen briesan Johannen: Prätorimn, »isrkLmzc»», in Altdorff, geschrieben, in welchem cr sich den tod aus astrologischen lchr-satzcn vorher verkündiget. Er bat, ausser den oberwehn- ten, verschiedene andere schrifften hinterlassen, unter welchen die VoNiehlNMN ! commemäriolus t^c cymctLrmn NZuijicÄtione ^ dud llillertLeioneg n»vA> >Ze cometis; »rstiooes lluL in cuncilio bLt>lr.-e, zu welchen Quirinus Reuterus in seiner coilettionc vulk- kttng uoch die dritte gefügt ; »otL cluplices in Nsulli 8»cini aichurz. tionem cle ksptiimo squ«. Von seinen episteln ist sonderlich diejenige merckwürdig, welche er an Theodorum Bezam geschrieben, darinnen er die frage abgehandelt: ob der name der kirche allein der Reformirten zukomme; ferner diejenige, so er an einen PM- nischen Edelmann, Johannen: Lasizium, abgefertiget, darinnen er von der Heiligen Drey-Einigkcit handelt, und welche vonM- resio widerlegt worden, rc. >» L»»»!. Lm/ex w epiioms bikkokk. Lietke,. kill. concii. 2'/,,,«». Kill. j ^ Z2, ;6. in i^lius vi», gu« prrckxs cll lplius opcrikuz. Ler» in epillnl. »riß. iiTncs. I. 4 c. ir. rctorm. ?ol. I. z c. 9. Kikkolk. Lnricrim. 62 ^ ob lervar. t-tslend. r. z okllrv. XI p. z§6 llg. öec. Dudley/ (Johannes) Graf von Warwick, hernach Hertzog von Norlhumbcrland. AIs er in Engeltand mächtig worden wär, widersetzte er sich dem vorhaben Eduard! Seymour, Hertzogs von Sommerset, eines Vetters des Königs Eduard! VI, und nioEv,z des Königreichs, in währender Minderjährigkeit, und entschloß sich, ihn zu stürtzen. Als er ihn, mit gcnehmhaltnng des Königs, gefangen genommen, welchen cr gantz in seinen Händen hatte, ließ er ihn den 2 z jan. an. 1^2 enthaupten. Dieser glückliche fortgana gäbe ihm anlaß zu viel grösseren Unternehmungen, so, daß er an- fieng eine Kolli»» zu formiren, und dadurch die kröne seinem söhne Gifford aufzusetzen, indem er Johanna:::, eine toclster des Her- tzogs von Sussvlk, aus Königlichem Hause, an ihn verhcyrathete Wenige zeit nach dieser hcvrath, als der König Eduardns im julio an. 1;;; starb, bcmühete sich Dudley, der person der Mariä sich zu bemächtigen, welche erbin von der kröne war. Allein, diese retirirtc sich an einen sichern ort, da sie sich zur Königin in Engelland ausrüsten ließ. Unterdessen versicherten sich Dudle» und der Hertzog von suffolk des Tours zu Londen, woselbst sie ins geheim von bei: vornehmsten des Adels einen cyd nahmen, sie vor die Johanna,:: von Suffolk zu erklären; welches sie 2 tage hernach durch ein ccdcr proclamircn liessen. Zu gleicher zeit brachte llucNcv eine mächtige armee zusammen, marfchirte wider die Königin Maria, und hinterließ zu Londen den Hertzog von Suffolk, sich der statt zu versichern. Allein, in seiner abwesenheit erkennte ihn der Lord Maire und die »'»Klein, welche zurück geblieben, für einen beleidige:' der Majestät, und nahmen den Hertzog von Suffolk mit der Johanna, welche sie etliche tage vorherv zur Königin ausgeruffen, gefangen. Dudley, als er sahe, daß es ihm unmöglich wäre, sein vorhaben auszuführen, übergab sich der Obrigkeit, in Hoffnung, gnade zu erlangen; allein er wurde gefangen nach Londen gesuh- ret, und den 22 oct. an. 15;: enthauptet. Welche straffe auch kurtz darauf der Hertzog von Suffolk, und die Johanna nebst ihrem ge- mahl Gifford, leiden mußten. Killons ge ukUm. ^ngi. llc csiik. vir. iliuUs. Dudley / (Roberlus) Graf von Leiccster / war cm enckel desjenigen Dudlen / welchen Henrien- VIII gleich zu anfangseiner regierung / wegen der unter Heimes VII begangenen malversaM ncii/hattc durch des hcnckers Hand hinrichten laffen/und der funffie söhn des berühmten Iohanms Dudley / Grafen von Warwnk undHertzoqs von Norlhumbcrland/ dem die Königin Maria an. i>z z gleichfalls hatte lassen den köpf abschlagen. Dessen kiuder/ nur den genialst der berühmten Johanna Grcy ausgenommen/ verschonte diese Königin / und reküKiMiettc sie wieder das urtheil/ welches ihnen ihre würde entzogen hatte. Die Königin Ellsabtth fuhr nichrnur fort / diese familie gütig zu rrackircii/sondern sie ü- bcrschüttctc auch glcichsam diesen Rodertnminit wohlthaten/und ließ eine solche gcwogcnheit gegen ihn sehen / welche nur derjenigen etwas nachgab / die sie einem Königlichen gemahl hätte erweisen können. Nun war cr in der that ein überaus wohl gestaltet Herr/ von einem sehr artigen wesen / und in allen dingen/welchezu eo ncm galanten hofmann erfordert werden / insonderheit in dem kam tzcn / nngemeii: wohl erfahrcn.Allcin dabey ivard er geldbegimq/ arglistig / falsch / verdriesslich gegen höhere / stoltz unter seines gleichen / hochmülhig gegen geringere / undanckbar gegen seine fteim- dc/ gefährlich denjenigen / welche cr hastete/ beydes den Wollüsten und der Verschwendung / auch noch in feinem alter / im höchsten grad ergeben/ indlsscrent/was die rcljgion anlangte/und weder zu einem Feldherrn noch zu einem Staaks-Mimstcr recht geschickt. Wie ihm nun diese fehler/ so wohl als sein glück/fthrvieifeinde zugezogen/alsomachte hingegen eben dieses sem gluck / nebst der Verstellung und der schmeichele,) / die cr zu rechter zeit meisterlich anwenden kirnte / daß er viel freunde und crcamrcn bekam. Sonderlich aber verursachten seine äusserlichc quallkätcn / nebst der treue / sorgsalt und dicnstgesiisscnheit / so erblicken ließ /(wor- zu andere noch cincn gewissen übernatürlichen trieb des gcstirns/ und andre gar zauberische Mittel setzen) daß die Königin Elisabeth thu: vor allen andern wohl wolle / auch beständig also gegen ihm gesinnet blieb / wiewohl sie dennoch / wenn ihn ei,ersucht 0- der Hochmuth bißweilen verleiteten / den schuldigen refveck gegen sie hindanzusetzcn/mil grossem Nachdruck ihnzudemüthigen/nndzn semerpflichtwiederanzuweisen wüste.Durch dieseuiigcmcincmm- dc scincr Königin/gelangte er nach und nachzu derwürde eines Barons von Dcnbiqh / eines Grafen von Leircster/ eines Groß- Stallmeistcrs / eines Ritters von dem hoscnbande/eines geheimen Raths/eines Obrist-Hofmeisters / eines Canklers der Universität zu Orford / eines Groß-Forstmeisters disseit und jenseit der Trent / cinesGeneral-kieutenants dcrEnqlis chen trouppen in Flam dem / eines Gouverneurs und General-Capitains der vereinigten N,e- dud Niederlande / und eines Generals der Englischen armer wiederdie Spanier, ^a an. i;6; und 1564 ließ ihn Elisabeth sehr nachdrücklich zu einem gemahl der Schottischen Königin Mariarecommcn- dleren / welches zwarnlchtvon statten gieng / dennoch aber viel mit beytrug / daßeranfieng / sich vor würdig zu schätzen/ein gemahl ferner eigenen Konlgm zu werden. Er gab dieses auf vielfältige art gardeutlich zu erkennen / insonderheit aber durch den eifer/ womit erdesErtz-Hertzogs Caroli von Oesterreich / ingleichem desHer- tzogs Francisci von Alen^on / anwerbungcn um gedachte seine Königin / zu hintertreiben suchte / worüber er unter andern mit Mylord Rakel,s / Grafen von Susser / zerfiel. Ungeachtet der obange- fuhrten ablichten/so man seinetwegen aufdieSchottischeKönigin aehabthatte/ war er nachgehends dem Hcrtzoge von Norfolk be- hulstich/daer mit derselben sich zu vermählen suchte/halstaber zuletzt diesen Hertzog verrathen / und fiel nicht nur denjenigen bey/ welche der Königin Maria das leben absprachen / sondern gab auch den rath / daß man sie mit gisst aus demwege räumen solle. Den ersten der. i;8; kam er als General von den hülffs-trouppen seiner Konigin in den Niederlanden an. Gleichwie seine ame und seine Hofstatt fast Königlich war / also ward erauch vonden Holländern mit gantz außerordentlichen ehren-bczeugungen empfangen / und im jan. des folgenden jahres mit einer fast souveramen autvritäl / als Statthalter der vereinigten Niederlande in dem Haag installier. Die Königin Elisabeth war wegen der gemalt/ deren er üch daselbst angemaßet / weder mit ihm noch mit den General-Staaten zufrieden / ließ aber endlich das / was d ißfalls geschehen war/ sich gefallen. Doch dieser neue Gouverneur exercierte mit solchem übermulh/mit so großer Verschwendung/und mit so schlechtem gluck/die ihm verliehene rk»^e,daß diejenige/so ihm solche gegeben / gar bald deswegen eine reue ankam. Indessen da «r unter dem vorwande seiner eignen angelegenheiten wieder zurück nach Engeland gegangen war/ und indessen die Spanier Sluys belagert hatten / liessen ihn die General-Staaten (mehr um ferner Konigin / als um sein selbst willen) wieder zu sich; da er denn auch im jul. 1587 mit einem starcken succurs bey ihnen ankam. Allein nachdem er ssch vergebens bemühet hatte / Sluys zu entsetzen/und den ort Hoogstraet in Brabant den feinden abzunehmen / hingegen seine ehemalige üble --.„auire nicht nur fortsetzte / sondern auch dadurch vermehrte / daß er mit beyhülsse einiger/ die er auf seine feite gebracht / (worunter die von Utrecht die vornehmsten waren) nach einer gantz absoluten herrschafft strebte/ auch zu solchem ende der stadt Leyden sich zu bemächtigen suchte; brachten es die General-Staaten dahin / daß ihm die Königin E- lisabcth befahl / seingouvernement zu resignieren / und zurück nach Engclland zu kommen. Wiewohl sie nun seine aufführung jenseit desmccrs keinesweges billigte/so ernennte sie ihn dennoch an. i;88 zum General derjenigen armec/ welche den Spaniern/ so damals mit der sogenannten unüberwindlichen flotte ausgelauhenwaren/ wiederstehen solle. Er starb aber den 4 sept. eben desselbigen jahrs / da er sich auf dem wege nach seinem landgute / Killingworth / befand. Einige sagen / er habe sich zu tode bekümmert / weil auf ein- rathen Mylord Burlcighs und Mylord Hattons die Konigin sich gewegert / ihn zum General-Lieutenant ihrer armem in Cn« gelland und Jrrland zu machen / da sie doch vorher ihm solches schon versprochen gehabt. Andre haben vorgegeben / daß er ungefehr euren vergüteten tranck getrnncken / womit er jemand anders habe wollen heimlich hinrichten. Camdemrs sagt / ersey naturli- cherweisegestorben/und von der Königin sehrbetrauret worden. Dessenungeachtet ließ sie wegen der schulden / womit er ihrer kam- mer verhafftet war/nach seinem tobe seineverlasscnschasst mit ar- restbelegen/ solchen aber zum besten seiner andern gläubiger (deren er nicht wenig hinterließ) bald wieder aufheben. Er hatte einen söhn / namens Robertum / mit Mylord Elsinghams tvchter gezeugt / er erklärte aber denselben in seinem testament nur vor einen natürlichen söhn/und dessen Mutter vor seine ivlaicreNe / wobey es auch / (ungeachtet sie und deren freunde eine rechtmäßige ehe aus ihrergemeinschaffk mildem Grafen vonLeicestermachen wollen) gelassen ward. Indessen massetcsich der gedachte Robertus/den sein vatter mit gar ansehnlichen bedacht hatte / desnamms und des wapens von Dudlcy an / gieng in des Groß-Hertzogs von Florentzgebiete/ und nachdem ihn der Kayser inden Fursten- stand erhoben / nennete er sich einen Hertzog von Northumderland. So bald der Graf von Leicesterdcr Mutter dieses Roberti war uber- drußig worden / heyrathetcer an. iz?6 heimlich Myladi Lettice/ nachdem ervorher (wie man ihm schuld gegeben)deren ersten ge- mahl/Mylord Walker/ Grafen von Esser/ mit gisst hingerichtet. Ihr vatcr/derRitterKnolles/wustergantze jahrnichtsum diese hey- rath/und nöthigte hernach den Grafen von Leicester/daß er dieselbe mit gewöhnlichen solennitäten öffentlich wiederholen muste. Die Konigin aber/welche von dem des Hertzogs vonAn« jou diese geheime Vermählung erfahren hatte/ ließ wegen des dadurch gegebenen ärgcrnisses den Grafen von Leicester etliche tage zu Greenwich arrest halten. Er hinterließ inzwischen von dieser gemahlt» feinen erbcn/und also succedierteihmscinältererbruder/ Ambrosius Dudlet)/Grafvon^»rvvick.LEr/e-r. Lrirsnn. p. 4;o, 680 in vir. Lüe. memoirs. Lob«» cksrLÄ. c>k<)uecn. Llill in Lnnzl. Lox. lle bell. LclZic. ksronaßc. Laxxe/ llig, rom., p 68, 78 . rom. r p. 42, Zr, 9;, 99, lor, 10;, » 77 - zio, )99. 417,426.464,469.48;. Dudo / aus Neustrien, schrieb von den thaten der Normän- ncr in Gallien/ bis aufs jähr 996, wiewohl mehr auf poetische als historische art; jedoch hat Wilhelmus Gemelicensis seine ersten dud due duf dug ioz ; bücher/ b. l. oe big. l.sr. 1.1 c. 41. Dudo / ein voüor zu Paris im 12 schule, war^-llicu? des Königs 8.Ludovici, welchen er auf seiner reise nach Orient begleitete , und bey ihm war / da er in Afnca starb. Nach diesem käme er mit Philippo wieder in Franckreich. Wilhelnms llc Chartres gedcncket seiner im leben 8. Ludovici. -R L--«/«,- uz- ikoirc ris. Duell oder Zweykampffheisset, tvenn sich zwey Personen mit dem degen oder einem andern gewehr schlagen. Es war ehemals eine fast bey allen völckern / so wohl unter dem Ades als Fürsten und Königen, übliche gewohnheit/ entweder eine streitige fache auszumachen, oder seine verletzte ehre zu rächen, oder seine Unschuld an den tag zu legen. Insonderheit sind die duelle von alten zeiten her in Teutschland bekannt gewesen, und daselbst von den Sächsischen, Fränckischen und Schwäbischen Kaysern mit gewissen gesetzen umschräncket und bestätiget worden. Ja, es hatten die gedachten Kaysere gewissen Reichs - städten (darunter Hall in Schwaben eine der vornehmsten war) die freyheit gegeben, daß die von Adel ihre strcitigkeitcn durch ein dueü allda ausmachen durfften. Crusius meldet unter andern, daß, wenn der bleßirte sich seiner gegenpart ergeben, habe er kein pserd mehr besteigen, sich den hart nicht scheeren lassen, auch keine Waffen mehr tragen dürf- fen, und seye, mit einem Worte, lebens - lang vor >nk->w gehalten worden. Nachdem aber dieses duell - oder kampff - recht sehr mißbraucht ward, hat man es schon in dem 1? seculo durch un» terfchiedene Reichs-satzungen aufgehoben, a- jure Lmi^u, Duellius / siehe Duillius. Duero oder Douro / lat. vurius, ein fluß in Spanien, entspringet gegen den gräntzen von Aragonien, in dem gebürge Jdu» beda m alt-Castilien, gehet von dar durch das Königreich Leon und Portngall, da er ein wenig unter der stadt Porto, nachdem er verschiedene flüsse in sich genommen, ins meer fället. Silius Jtalicus saget, daß man unter seinem fände gold finde, 1. -- Duesme/ eine stadt in Franckreich in Burgund, liegt an der Seine, und hat von ihr das kleine ländgen Duesmois den namen, welches um den Ursprung des flusses Seine lieget. Duffus/ der 78 König in Schottland, unterdrückte die räube- rey und Plünderungen, welche die liederlichen Edelleute an den einwohnern der westlichen insuln verübten, und machte eine Verordnung , daß die Louverocurs. durch deren Nachlässigkeit dergleichen Unfug geschehen, dem volcke das ihnen genommene wieder ersetzen musten, verbannete auch ihrer viele von den thätern. Hierdurch befanden sich deroselben unverwandten sehr beleidiget, und machten daher» eine conspirsrion wider den König, als einen Verächter des Adels. Zu eben derselbigen zeit verübten einige leute zu Forresse in Murray leichtfertige dinge, indem sie, wo je diesen dingen so leicht zu glauben ist, des Königs bildniß in war allmählich verbrannten, und hierdurch dem König eine grausame quaal verursachten, daß er immerfort schwitzte, und von allen krässten kam; wider welches Unheil kein Mittel konte ersonnen werden, bis endlich die hererey entdecket, das bild zernichtet, und die hexen gestrafft wurden. In währender kranckheit des Königs plünderten die Hochländer die um sie her gelegenen gegenden, weil sie meyn- ten, es würde ihnen keine gefahr bringen. Allein, so bald der König wiederum genesen, marschirte er wider sie zu selbe, bekam den rädels-fuhrer gefangen, und ließ ihm zu Forresse seinen verdienten lohn geben. Donaldus, der Qouverneur des schlosses, worinnen der König eingekehret, hatte unterschiedliche freunde unter denjenigen , vor welche er keine gnade erhalten konte. Dieses verleitete ihn, daß er auf seines weibes einrathen, und mit derselben bey- stand, den König des nachts ermordete, seinen cörper alsofort weg- schasste, und ihn so heimlich begrub, daß man die thäter nicht erforschen konte. Damit er auch solche verübte boßheit noch desto mehr verhälen möchte, brachte er alle aufwärter und bedienten des Königlichen zimmers wegen ihrer Unachtsamkeit um. Als aber hernach Culenus von dem Ade! zum König erwählet worden, und in die nördliche gegend kam, um den Königs - mörder aufzusuchen, wachte Donaldo das gewissen auf, daß er aufdie see flöhe. Allein, nachdem er durch einen stürm zurück getrieben worden, brachte man ihn vor den König, woraufer nebst seinem weide und andern mitschuldigen die gebührende straffe empfieng. Es wurde aber Duffus um das jähr 97z ermordet, nachdem er 4 jähr und 6 monat regieret hatte. nur. scor. Duglas / ein schloß in Cluydesdale, mitten in dem südlichen theile von Schottland, welches, gleichwie auch der that, worinnen es lieget, von dem flusse Duglas den namen hat, liegt vhnge- fähr 6 Schottländische meilm west-warts vonLannck, allwo der fluß Duglas sich mit dem Cluyd vermischet, 2; weilen sud- warts vonGlasco, und;; snd-west-warts vonEdenbukg. Es ist allein wegen seiner Grafen, die vor zeiten sehr mächtig waren, berühmt. Duglas / eine vornehme und sehr alte Gräfliche familie in Schottland, aus welcher-einige Hertzoge zu Touraine in Franckreich gewesen. Sie hat das priviießmm, daß der älteste bey den Königlichen crönungen und andern solennitäten die crone zu tragen pfleget, und ist, bey allen Königlichen armeen die -v-nr ^-6- zu fuhren, berechtigt; daher auch die a°vite solches geschlechts, Z.VM-W »rrtcre, entstanden. Ihre macht war ehemals so groß, daß IO4 dug die Könige urssch hatten, sich vor ihnen zu fürchten; allein der unglückliche streit, so zwischen dem Regenten und Cantzlcr, Le- vingston und Crigtyon, unter des Königs Iacobi II regierung entstund, gerietst ihnen durch ihrer feinde list zum höchsten schade». Wie diese familie mit den Lords Percies, Grafen von Northum- derland, um den vorzug der tapfferkeit gestritten, davon ist hin und wieder in der Historie zu lesen, und in was für einem grossen ansehen die Lords Duglasses noch in Schottland bis itzo leben, ist sattsam bekannt. Jacobus Duglas, Hertzog von Dovre, hat vieles zur union Schottlands init Engelland beygetragen. Er ist an. 1711 verstorben, und hat dessen ältester söhn den Herzoglichen titul geerdet. Der Herizog von Hamilton ist gleicher gestalt von dieser familie. Der Herizog von Queensbucy führet auch diesen Zunamen; gleichwie der Graf vvn Morton, Forfar, Lord Mor- dington , ic. bitt. von Dußlss. Duglas / ( Galvin oder Gavin ) Bischofs von Dunkeld in Schottland. Er hat in Schottischer spräche unterschiedliche ge- dichte heraus gegeben, und selbige dem Könige Jacobo I V dedi- circl, auch eine Historie von seinem vatcrlandc geschrieben. Einige andere stücke, die er heraus gegeben, zeugen von seiner beredtssn- keit und gutem verstände. Pölydorus Vergilius, welcher mir ihm grosse freundschassl hielte, berichtet, daß er ums.jahr izri an der pest gestorben, i>tz. r still. ^.ng. stillo-. 8cor. Duglas / (Robert) Graf zu Sköningen, Schwedischer General - Feld- Marschall, war aus dem alten Gräflichen gcschlcchtc derer Duglas in Schottland entsprossen. Weil er aus einer abgetheilten linie war, und also nur vor einen Edelmann geachtet wurde, kam crin seiner jugend in Schweden, und ward Königs Gn- stavi Adolphi Edelknabe, dem er hernach in seinen kriegen diente, und mit ihm an. 16;o in Deutschland gicng. Er stieg von einer ckrrge zur andern, führte als Major dragoncr, nnd war unter der armcc, die der Hertzog Wilhelm zu Sachsen-Weymar in Kö- nigl. dicnstcn cvmmandirtc, Obrist-Lieutenant. Als an. i6zz nach dcnl frieden zu Präge dessen rcgiinent zu dem Schwedischen General Banner gekommen, machte ihn derselbe zum Obristcn, lind gab ihm ein regimem zu Pferde, zu welchem er mehr mann- schaffrwarb, und 6 jähr unter dieses Generals stunde. Von dem General Torstcnsohn ward er zu dem vcrgliech verordnet , wie die gefangene Kayserlichc und Schwedische Officicrer und soldatcn durch ein cartel ranzioniret und ausgewechselt werden sollen. Eben in diesem lahre an-1642 litte sein rcgiinent, bey welchem cr sich damahls nicht befand, nebst den regimentcrn des Obristen Dewitz und Börners , meinem einfall in Mähren, von den Kanfcrlichcn ziemlichen schaden. Er ward an. 164; General- Major, und that den zugin Hollssin, wider den König inDän- nemarck, ward von dem General Torstcnsohn in Jütlandcinzufal- len commandirct, undbcfand sich an. 1644 m dem lagcr benBe- renburg, wider den Kavfcrlichcn General Gallas, rückte hernach mildem General Torstensohn in Böhmen, wohnte an. 164z der schlacht bey Jancow ben, nahm das hauß Licbnitz ein, tractirte milden Kanserl. Dcputirten zu Ulrichskirchcn wegen den gefangenen, und gicng daraufmit einigen ibm untergebenen regimen- tern in Ungarn, sich mit dem Fürsten in Siebenbürgen, George Ragoczy, zu comungircn, gestalt auch solche comunction erfolgte , und von ihm Tirnau eingenommen, doch auch wieder vcrlob- rcn ward. Nachdem er an. 1646 wieder zu der armcc unter dem Feld-Marschalt Wränge! gekommen war , nahm er Bracke! ein, berenme die stadl Heilbrünn mir 6000 mann, denen die ganlze Schwedische armce folgte, mustc aber solche stadt wiederum verlassen ; wohnte den kricgs - Verrichtungen in Bauern und am Bo- densce bey, und ward zu den nculralitäts - rractatcn zwischen Schweden undBaucrn m der stadl Ulm gebraucht, die er, nebst dem Schwedischen General-Lieutenant Mortaignc, und den Frantzösifchcn Deputirten Fracy, Croussu und Ävangour, mit den Chur- Bayerischen c»M,nUHrii8 auch zmn schluf; brachte, und als Schwedischer Oouverneur her in Schwaben b> setzten örtern verordnet ward. Hieraufreisete cr selbst in Schweden, die rati- fication über solche Chur-Bayrische Neutralität und ^rmiNir.um abzuholen, und mündliche relativ» zu thun, da ihn die Königin um General -Lieutenant der cavallcric bey ihrer armcc in Teutsch- and erklärte, und nachdem cr wieder zurück gelangt, belagerte er an. 1647 das von den Kanscrlichen völekcrn eingenommene stllloß Gleichenstein aufdein Eichsfeldc, vor welchem ss einen gefährlichen schuß empficng, halssdic stadt Eger in Böhmen eimichmcn, war ben dem zug in Hessen, und an. 1648 bey dem andern einfall in die Chur-Bayrische lande, biß in solchem iahrc der friede zu Münster und Oßnabrüg geschlossen, und ihm mit einigen regimcn- tcrn, biß zu dcmschluß dcr erccutions - tractatcn zu Nürnberg,woselbst er eine zeit lang gewesen, die quartiere in dem Schwäbischen Crayst aßigniret worden. In seiner gegenwart cvacuirten auch die Kanscrlichen völcker die stadt Lindall am Bodcnstc; cr aber begab sich hernach in Schweden, da cr an 1650 der Königin crö- nung bcngcwohnet, die ihn an Hanß Wachtincistcrs statt all. 16Z2 zum Reichs-Stallmeister, und vorhero an. 1651 zum Freyherr» von Schelby, auch folgcnds zum Grafen zu Sköningen gemacht. Er führte auch den titul eines Erb - Barons von Wittinghcim, und eines Herrn zu Zcbon, Hcysittcn und Sundgarten. Mit dein Könige Carolo Gustavo that cr an. i6zz dcnzug in Pohlen, war bey der erobcrung Warschau, welche stadt er nebst dem General vvn der Linde, in seines Königs Pflicht nehmen muss, schlug liebst PfaltzgrafPhtltppen von Sullzbach einige Poblnisthe völcker zlvi- schen lhrcm lagcr und der stadsWarfthau, halff die stadt Cracau emnehmen, und eroberte das schloß Landscron. Wie er wieder zu dllg düb dem König nach Bochna gefordert ward, und ihm unterwegs etliche lausend bauren den vaß verwehren wollen, schlug er dieselben meissntheils, führte eine Zeitlang ein eignes -orpo, ward aber durch abfall der Quartianer, sich nach Warschau zurück zu ziehen, genvthiget, führte in dem glücklichen treffen bey Golup an. iü^-s wider den Pohlnischen General Czarnezky den lincken flügcl, griff die stadt Pozewiszlie an, muste aber mit Verlust von zoo mann abziehen , nnd sich zum Könige ins lagcr bey Jaroslaw begeben. An. 16z 6 suchte er Warschau und ben darin» belagerten Feld-Marschall Wirtenberg zu entsetzen, kam auch biß an das Pohlnische la- ger dafür, ward aber zu weichen genöthigct, und fiel die stadt wieder in des Königs von Pohlen gewalt, wornach er Ticoczin einnahm, welches Radziwilische schloß, als es der Mast,risse und Podlachische Adel wieder belagerte, er zu entsetzen vom Könige beseht erhielte, es auch glücklich mit vertust 2206 feindlicher völ- ckcr effectuirte, wohnte hierauf der schlacht bey Warschau ben, kam hernach mit dein Könige in Preussen, der ihn auch in dem Dantziger Werder bey seiner abreise, seine völcker zu commandi- ren hinterließ, da cr der stadt Thoren einigen Proviant und andere nothdurss zubrachte. An. 1657 ward er in Schweden gesendet, und von bar aus gieng er nach Norwegen, wider die Dälmifche völcker, nahm aufdemLlndholm2fchankcn cin, und agirte wider den Dähnischen General Jverkrabben. An. -ssssward er mit frischen völckcrn in Liefland gesendet, und ihm als Feld-Mar- schalln daselbst eine armcc, wider den Czaar und König von Pohlen anvertrauet, belagerte und eroberte die stadt Wollmar, wie auch Wenden, Rönneburg und Belmit, und auf seines Königs befehl überfiel er die stadt Mieten, den zo stvt. unvermuthct, nahm sie durch einen anschlag, den der Obriss Jacob Jrkul verrichtet, em, und den Hertzog zu Churland Iacobum mit seiner gcmahlin und kindcr» gefangen, führte sie nach Riga, von bannen er sie nach Narva icndele, und erlangte damals einen schätz über 1 Million goldes werth, bemächtigte sich auch Coldingen, Bansscke, des schlosscs Dodlchen und des gantzen Curlandes, und sslug das an. i6z9 zusammen gebrachte Curländische land-volck und die demselben assstircnde Pohlen. In solchem lasse führte er auch in Liefland den krieg wider den Pohlnischen General Komorowstv, dem cr cinst einen einfall in sein lagcr gethan, Libau und Seeport eingcnoinmen, und als der Curländische General-Lieutenant Friedrich von Bawyr den Pohlen zu hülffe gekommen, uud dcn Schwcdiichen General-Major Aderkaß gcsslagen und gefangen, litte er ei nigcn schaden, und verlohr Curland und Scmigallicn wieder, gestalt die stadl Micrau den 2z jul. durch einen ansslag ihm wieder abgenommen, Coldingen occupirer, Lidaw und Gredin aber verlassen, und das sthloßzu Mietaudcn ;c> dec. selbigen iah- res nach harter bclagcrung vom General-Major Mayer aufgegeben worden. ^ Nach feines Königs tobe, und dein zu Oliva getroffenen Pohlnischen frieden, stellte cr an. 1660 den Hertzog zu Cur- land mit sicher gemablin und kindcrn wieder auf freyen fuß, begab sich nach Schweden, und starb daselbst den 28 May an. 1662, als cr des vorigen tagcs zu Stockholm angelangt, und sich gesund m bette gelegt, plötzlich an einem ssckflussc. Von seiner gemahlm des Königlichen Schwedischen Hos- Marschalls und Gouverneurs zu Abo in Finnland, Otto Helmhard von Mörners rechter, die cr an. 1646 gcehlichct, hinterließ er einige kinder. Duglas/ (Wilhclmus ll )ein Schottländischec Edelmann, war im ansehen unter dem Könige Roberto Bruis, welcher ein gclübdc gethan hatte, nach Palästinam zu gehen, und wider die ungläubigen zu streiten, weil er aber solches nicht erfüllen konie, befahl er dem Duglas, nach seinem tobe sem Hertz dahin zu bringen- Als nun der König an. i)27starb, that dieser Duglas, in be- glcitung vieler Edelleute, eine reist nach dem heiligen lande. Einige sagen, er wäre in Spanien von dem Könige Alfonso aufgehalten worden, um wider die Saracenen zu streiten, allwoer nist feinem gefolgt das leben eingcbüsset; allein andere wollen, daß dieses auf seiner zurückkunffr von Jerusalem geschehen. Duczlao/ (Wilhclmus) einSchortländischcrGraf, Waran. i^4 gebohrcn, und kan nebst seinem nahen unverwandten, Grafen Aichidaldo zu einem muster des veränderlichen glucks dienen. Der König Jacobus VI gebrauchte ihn an. m sr die sscstigkcsten mit dein Grafen von Huntlev und dessen feinden, so des entleibten Grafen von Murray tod rächen wollen, beyzulegen, ohngcachtct er kurtz vorhero in einer conspiration wider ibn war betroffen worden. Ja noch eben dieses lass machte cr einen neuen anschlag. und gedachte durch st'lbigcndcr Catholischcn religion wieder aufzuhclf- scn. Allein, indem sie einen gesandten nach Svanien abschickten, um die darzu bcnöthigtc hülffe zu erhalten, wurde derselbe gefangen, und die gantzc »achc entdeckt, worauf der König wideribn und seinen anhang zu selbe gicng. AIs cr nun den ernst incrckle, kam cr unverseheüs zu dem Könige, that selbigem einen fußfall, und begehrte dicsache genauer untersuchen zulassen. Ob ihm nun gleich der König dieses bewilligte, so schlug es doch so unglücklich vor den Grafen aus, daß mau ibn an. 1594 in dem Parlamente überführte, seine wapen zerbrach und allc gütcrconsiseirte. Doch wurde er bey dem Könige wiederum ausgesöhnet, und ihm alle leine gütcr restituiret, worauf cr an. 1 z 9 7 in dem Reichs - Conveutt zu Edenburg die Königliche cronc vortrug, und das folgende labe dem Parlamente dawlbst beywohnte. Nichts beste weniger bezeugte cr sich aufs neue mißvergnügt, als die Grafen von Huntley und Hamilton in den Marggrafen-stand erhoben, er aber Übergängen worden. Endlich begab cr sich in Franckreich, und starb an. >6-1 in dem 5 7 jähre seines altere. Duden / Dieben/ eine stadt, schloß und amt im Maragrasi khUK ^ -V- - : c-'M Ä oc. ttvc ! IM! 1 10I4I. tnÄ- kÄ>r >Wv ^ -u--- eS :L" l>ir 2 L ^ -L"< 8 >l" 2 c1> ^ >i«^ düc dui dün thuttr Meisten und dessen Leipziger erayß, an der Milda, gegen die Chur-Sachsen, zwischen Leipzig und Wittenberg, von jeder vier lNeiieu gelegen. Es hat den namen aus dem Wendischen von dem Wort Duba, welches einen eichwald bedeutet. Phil. Melanch- tonhat es einsmahlsschertzweise TK^bas Srxonicss geheissen. Eine halbemeilevondemstädtlein gegen Wittenberg zu ist ein grosser Wald , so die Dübischc Heyde genennet wird. Bey Duden findet man auch allerhand arten von mineralischen erdsäfften , als alaun, kuvffer - waffer» schwefel, saltz re. Der ort ist auch deßwegen berühmt, weil an. >6; 1 indem sogenannten dreysig-jahrigen kriege / allhier der König von Schweden Gustavus Adolphns sich mit dan Churfürsten von Sachstn conjmlgirt/ da sie hernach auf den Kayserlichen General Lilly mit einander loß gegangen. In eben selbigem kriege nach dem Präger-frieden an. 16)7 sollen die Schwedischen den ort ausgeplündert und angesteckt haben. ropOi;r. 8äx. lup. p. 4.1. protzr. ^lldn. 160 feg. ir. g. 9z, ifzg. tiik. k. s. irr. Dückher von Haßlau / eine ansehnliche Freyherrliche familie in Bayren/ deren stamm-vatler gewesen Friedrich von Dückher zu Paisther, dessen söhn Johann undgroß-sohn Eberhard in schwedischen diensten gestanden/ und Liefiänbische weider genommen haben. Frantz Dückher / Freyherr von Haßlau / zu Urstcin und Winckhel/ Hochsürstl. Saltzburgischer Hof-und Cammcr-Rath, wie auch Pfleger zu Glanneg, hat an. 1666 eine Saltzburgiscbe Chronick herausgegeben / welches die vermeynteMährische ist. Sejn söhn Alphonsus / Erb - Bischöfflicher Saltzburgischer Cam- mer-herr / geheimder Rath / Hof - Marschali / vicc- Cammer-Prä- sident und general - steur - einnehmer ist an. 1710 gestorben / dessen einter söhn Theodatus Ertz - Bischöfflich - Saltzburgischer Cammerherc und Pfleger zu Glanneg worden. Es floriret dieses hauß auch in Westphalen und inLicfland/ wie dann Carl Gustav Dückher Schwedischer General an. 171; in Teutschland bekannt worden. Lssciü-Iexic. * Duittius (Cajus) oder Duellius / Bürgermeister zu Rom an. v.L. 49z, schlug die flotte der Carthaginenser/ und war der erste unter allen Römerm welchem ein schiffs-triumph zuerkannt wurde. Man richtete ihm eine säule aufmit einer schönen inscription/ welche eine von den säulen war, die man roarLrss nenncte/ und davon zu ende des i ü stculr ein stücke zu Rom ausgegraben worden. Er ließ einen tempel dem Janus zu ehren auf dem kraut-marckt bauen. Seinefrau wäre Bitt«/ von welcher erzehlet wird/ daß/ als ihr mann alt gewesen / und man ihm gesagt/ daß es ibm übel aus dem mund röche / er sie gefraget: warum sie ihn deßwegen nicht erinnert hätte? worauf sie zur antwort gegeben : sie habe gemeynet/ daß alle männcr also riechen, - t'/-» 1. ;4 c. r. Lnrist. c. 49. sclv. /ovinum I, 1. < 7 kce»'o lle tencÄ. c. i;. L-T/rUn epikome l. 17. tt-r/. z. c. 6. n, 4. PÄ, Ko-" clc viiis illugr. 7 -/y 7 s. Düna oder Dwina/ lat. vuins, ein fluß in Pohlen/ welchen einige vor den jenigen halte«/ der von Ptolemäo Rubo genennet wird. Er entspringet nahe bey der Wolga inMoscauMd läufst durch Lithauen und Liefland biß in die ost - see bey Riga. Dünaburg / ein befesiigtes schloß / in der Liefländischen pro- vintz Letten / bey dem fluß Düna / nicht weit von den gräntzen des Groß - Hertzogthums Litthauen- Es ist an. >577, > 6 ;; und 1710 von den Russen erobert worden. Dünamünde/eine berühmte vestung/nebst einem guten havM/ in demjenigen theil von Liefland/welcher Letten genennet wird/ wo der fluß Dnna/ 2 messen von Riga / sich in den Liefländischen Meerbusen ergiessct. König Augustus in Pohlen nennte sie Auau- stusburg/ nachdem er sie an. 1700 erobert hatte. An. 1701 ist sie wieder an die Schweden / und an. 1710 an die Russen übcrgegan- gen. Dünen / lat. üktors- Sullexi-e öc canrii, auf Niederländisch Duyns oder Duvnen/ auf Englisch DowneS / ist der name/ welchen man den see-küsten der Englischen provintz Susser und Kent giebt/ sonderlich nur Dower und Sandwich herum/eigentlich aber von Dover bis Northforeland. Diese bencnnung kommt her von den Hohen Hügeln / welche in den gedachten gegendcn zu sehen sind/ dergleichen die alten Gallier und Britten Dunum haben zu nennen pflegen ; wie denn auch die Frantzosen den namen unterschiedener örter in ihrem Königreich/ als cckiscesu-iun, vcrssun, , Dun Ic kov L:c. von dem alten Lettischen Dun , d. i. ein erhabener vrt/herleiten. Einigemeynen/ daß ssune so viel bedeute / als eine welle/und daß die Niederländer ihre sandhugel, welche den embruch des meers verhindern./ deswegen Dünen nennen; daher auch der name der stadt Dünkirchen entstanden. «rsssan. x. 91, >66, ;4y. Duino / ein ort in Jstrien/ welchen Clnverius vor der alten r>u- «inum hält / wormnen er sich aber irret; s. pucino. Er gehöret den Grafen von Thurm oderUeiiaiv-re. und hat wegen des steinigten und sclsigten Hodens wenig nahrung. <8 ssel v. lreneo cicUa Li^oce ^.44(7. Dünkirchen/siehe Dunkerken. Düren / lat. vu-» sdcr^rrcvüu-um. eine stadt im Hertzogthum Jülich an dem fiusse Roer zwischen Jülich und Nideck gelegen. Marcus Vipsanius Agrippa soll fie nebst Cöln erbauet haben / und von dem Kayser Ruverto ist sie an. >407 zu einer reichs-stadt gemacht worden / hat auch unter den Westfälischen creiß gehört/ nnnmehro aber ist sie unter dem Churfürsten von der Pfaitz / als Hertzoge von Jülich. Auf Veranlassung des Königs Pipini und dui düs düt dul LO^ dessensohns Carvli N. wurden aühier an. ?<>>/ 77; und 779 c»n. cNi, gehalten. Carolus V hat diese stadt den 24 oct. an. >54; mit stürm erobert/ geplündert und angezündet. Jndemdreyßigiähri- gen kriege hat dieser ort ebenfalls nicht wenig erlitten. t'ztc. 8etg. p. 447. roxogrsxk. 'Mekpk. Düringen/ Thüringen/ eine adeliche familie in dem Hertzogthum Bremen/ woselbst ihr stamm-haus gleiches namens in dem kirch-spiele Lockstede/an der Lune/gelegen. An. 1 144 lebte Theoöo- ricus. An. i279hat Nics)ans einen Ertz-bischofllichen brief, als zeuge unterschrieben. An. 1602 war Arp Ertz-bischöflichrr Land- Drost/ dessen sohnMelchior/ die ck-^c eines Präsidenten der Bremischen Ritterfchafft erhalten. Christoph / Schwedischer Land- Rakh/hinlerließ Arpen/Land-Rath des Hertzogthums Bremen,dieser aber Arpen den jungem Schwedischen Ovrist Wachtmeister und Erbrichrer der Burgmänner zu Horneburg.' Otto/weicher seine linie in dem Kedinger,lande fortgepflanzt / war an. 1600 Domherr zu Hamburg/> dessen söhn / namens Dietrich / Schwedischer Obrister und LommentlEzu Stade/ ist an. >668 mit tode abge- gangen/und hat 2 söhne nachgelassen. »ob. Lr-m. Dürmstein oder Dirmstein / eine kleine stadt in der Unter- Pfaltz nicht weit von Franckmthal/ ist ein BischöflischWormfisches leh»/ und kauffs-weise an die Pfaltz-graftn gekommen. ». ?. x. ü;. Duisburg/ lat.vm-Kurgum.einebevestigte stadt im Hertzogthum Eleve/ zwischen Cöln und Wesel/ in dem Roer an demflusse / vv» ze» uu iic eine rercys-itadt gewesen/ bis sie Kayser Philippus II an. 1204 an Hertzog Heinrichen von Lothringen und Brabant verpfändet / von dem sie an die Hertzoge von Jülich gekommen. Viel berühmte scribentm halten sie für die vestung DisparguM/ darinnen sich der Frantzostsche König Ciodio Comatus feste gesetzt. So vermeynen auch einige / daß sie das alte -r-urotzurgum nahe bey dem Teutschburgischcn Hayn sey/allwo Ar- minius den Quintssium Darum geschlagen. Allhier hielt man an. 927 eineanciliuw.dadieienigeN/welcheBennoni/dem Bischvffevon Metz / die äugen ausgestochen/ in bann gethan wurden. Unter dem Kayser Ottvne III ward allhier ein Reichs-tag gehalten. An. 1614 mufle dieser ort Spanische besatzung einnehmen. Die Universität daselbst hat Friedrich Wilhelm der grosse/ Churfürst zu Brandenburg/ an. 1655 gestifftet. mco,ici >. ruw. IX cvncil. snn. Liivenl. monumeor, Iötick.cvrov. 8/rZrt<»i'.Lmig. i.r c. r §. 44 teo. XVelipb. p'p'/!7a!e»L/»§. tze lebusx. tisnss k- 4 c. 1. Lo/>/>, bctzckrcilr. clci ljerxog. Cl-ve. in Lkilss. I. D-Lrre»- tt. ?. p. 17. Duisburg / ist eine alte Vicvlme in Brabant, z messen von Brüssel. Es ist auch ein städtlem dieses namens in Geldern, lat. Druloburßum, ksrr. 4 c> /. Xe/7-7/ top, Duisburg/ (Petrus r) war ein Priesterdes Teutschen Ordens in Preussen, nicht aber der Ritter inLiefland. Esist wahrscheinlich , daß er den zunamen von seinem vaterlande bekommen habe. Man findet von ihm ein buch unter dem titul: -Kroni« rer,-« ?,-u - scinL.welches nachgehends Nicolaus Jeroschinus,ein Capellan des Teutschen Ordens, in Teutsche verst übersetzet; desgleichen hat auch Wigandus a- Marpurg gethan, und es bis aufdas jähr i;p4 fortgesetzt. Das Lateinische exemplar aber hat rä. Christoph Hart- knoch an. >679 mit anmerckungen heraus gegeben. vrcL ksrr. I KM. ttirk. I. l p. Z5;- sexo/cöi». in pr/xt«. ckron. sui. 8cL,iir.ir-j in inssi« lccixtvr. kruslic. lisrrknocli «biierc. 1 6e scrixroi. kiuU. p-; 6c 6. Düsseldorf/ die Haupt-stadt des Hertzogthums Bergen, und restdentz des Churfürsten von der Pfaltz, liegt an dem einflusse der Düssel m den Rhein, zwischen Mus und Kaystrswerth. Sie ist schön, wohldevestigt und hat ein schönes schloß, ingleichem eine col- leqial-kirche-und ein prächtiges Jesuiter-coNcßium. An. 1709 hat der Churfürst diesen zur Handlung sehr bequem gelegenen ort zu vergrössern angefangen, und den anbauenden das bnrgerrecht umsonst nebstlähriger steyheit von allen anlagen versprochen, auch einen CommerciemRatb aufgerichtet, darinnen die streitigkeitm der kaufleute ohne weitere LxxcUsllvn beygelegt werden sollen. L-le» Zeogr. Düsseldorf/ (Francistus) gebürtig von LeOen in Holland, war in der theologie so wol als in den rechten wohl erfahren, und vredigte lange zeit in Holland und im Hertzogthum Eleve. Als chm aber die Protestirenden seine guter weggenommen, wurde er geno- thiqet sich Vaterland zu verlassen; worauf er sich nach Coln begab und den ;> mertz an. >6jo starb. Nach fernem tobe gab man einige seiner wercke heraus, als 2 voiu^ms Lni^iium; eincn trackat vom ebestande,und andere mehr. i-,bvor!i. ^ Düsseldorf/ (Johannes) ein Carmeliter-Munch pou Straß- burg/hat unterschiedene schrifften, und unter andern eme beschrer- düng des heiligen landes verfertiget. G^'st zu Straßburg, allwo er krioi- soll gewesen seyn, an. > 4)9 gestorben. Dütlingen/stehe Dutlingen. Dulciano oder Dolctgno. lat. Olckmum . ol«-a-um und ui^vuM.miedenTürcken gehörige stadtinDalmatienmebst emer rimdelle und guten Hafen,hart an dem meer-busen von Dnno. Sie Keine altestMderenPlinius, Ptolemäus,Livius/rc. gedencken, Ed Hatte vormals ein unter Antivary gehöriges Bißthum. Asse Türcken eroberten steint >; ftcuio. An. >696 ward diese ve- V theil. 0 stung 106 dul dmn dun stung von den Vcnetianernvergcbens belagert,und bestürmet. Die einwohnrr werden Dulcignotlcn genannt, legen sich gern aus die see-räubcrey, und sind gemeiniglich sehr schlimme und desperate kerls; machen sonderlich den Venetiancrn viel zu schaffen; wie es dann erst neulich wenig gefehlt, daß sie nach kaum geschlossenem frieden diese Republic wieder mit dem Türcken in krieg verwickelt hatten» 8 e i'cmziirc Oltom. * Dulcinrften / werden unter die ketzer des 14 seculi gezehlt, welche vorgegeben, es habe Gott der vater bis aufdie zukunfft Chris« regiert,und Christi regierung sey nicht weiter gegangen, als bis auf das jähr izoo, in welchem das Reich des heiligen Geistes anfange. Unter dem vorwande, daß ihnen zukomme, dieses letzter- wehntr Reich aufzurichten,haben sie die Pabstliche gemalt vcrworf- fen, und hingegen einen, namens Dulcinum, vor ihr oberhaupt erkennet , dem sie auch in zimllcher menge biß an die Alpe-n-geburge nachgefolgct. Es hat aber der Pabst Clemens V so gute anstalten gegen die lcutc gemacht, daß gedachter ihr anführer, nebst seinem wcibe gefangen genommen und verbrannt worden, worauf die gantze sect gar bald ausgchörct. Die Dulciniften werden sonst noch vieler andern grober fehleren und schändlicher lästern beschuldiget ; allein da dieses lediglich von ihren feinden geschiehet, und es ohne deine ein gemeines ist, alle, die sich der herrschenden parthey widersetzen, mit dergleichen aufbürdungen zu beschwüren, so wird es hier wohl erlaubt seyn, das urtheil einzustellen, Dullar/ (Johannes) von Gent, lebte ums jähr 152z, und do- cirte die Philosophie zu Paris in demc--»cgic> zu Veauvais. Er verfertigte einige philosophische wercke, welches fast lauter conmrenrL- r« über den Aristotelem waren. tzibi. Neiß. Dunibar/ siehe Dunbar. Dumblan/oder Dumblainc/lat. Oumbl-num,djc Hauptstadt in der Schotlländisthcn landschafft Menteith, an dein fluffe Taich oder Teith. Sie hat sitz und stimm im varlamensund ihr Bischoff gehöret unter den Ertz-Bischoff von Glasco. Dumsreys/ oderDunfreys/Dumfrife und Drumfreyo genannt, ist der name erstlich einer Schottländischcn vice-Graf- schant, welche die zwcv südwestliche prövintzeu, Aunandalc und Nithcsdalc, in üch begreift, zum andern der Hauptstadt von der gedachten vicc-Grasscham, welche in Nithcsdalc, gantz nahe bey dem orl, wo der sluß Nith sich in das meer crgieffct, zwischen zwey Hügeln , in einer sehr fruchtbar» und angenehmen gegcnd, gelegen ist. Über den erwchntcn fluß gehet daselbst eine schöne und breite brücke von gehauenen steinen, welche auf neun grossen schwibbögcn ruhet. Im übrigen ist die stadt wegen ihres Handels mit tuet) und stein- kohlen berühmt, und auch wegen eines alten schlosses und einer kir- che, worinncn zu anfange des 14 seculi der Schottländische König, Robcrtus Bruce, mit eigner Hand Johannen: Comines, welcher ihm die crone streitig gemacht,ermordet. - Lririmni-; Lce- ve^eü.clclic. 8c IhLcoitc s>. IÜ90,1094. Dummersec / lat. Dummem, ein see in Westphalcn, zwischen den Bißthumern Münster, Oßnadrück Minden und der Graf- schaffl Diepholt. Er ist ; vierte! meilen lang und i halbe mcile breit. ropoxr. WcUptzgl, Dumnorix / einer von den vornehmsten und uuruhigstcn Galliern zu den zciten Iulii Cäsaris, welcher das gemeine volck durch seine freygcbigkcit an sich zog. Er erwarb sich grosses gut durch die Pachtungen der Republic, welche er lährlieb für geringes gcld bekam , weil ihm niemand entgegen zu bieten sich getraue«. Damit er aber sein vorhaben,sich über «in land iou ve-.iin zu machen,und es der Römerbolmäßigkeit zu entziehen , desto besser hinaus sührcn möchte, hieng er sich an die Hclvctier, welche eben damals aufdie Romcr nicht wol zu ,prechcn waren, weil sie ihnen keinen durchzug durch ihn provintz verstatten wollen. Er aber ließ sie durch das land der Scquanicr ziehen , weswegen er ohnfehlbar von den Römern zu gebührender urafe wäre gezogen worden, wofern es nicht sein brudcr Divitiacus,dcr sehr viel bei, dun Cälarc galt,hintertrieben. Die,em ungeachtet unterließ er dennoch nicht, seinen gefaßten Vorsatz ins wcrckui setzen. Allein es wurde ihm auss neue durch die «xp-6,r,on des Cäsaris in Britannien, ben welcher alle Osticier der Gallier mit ihren unterhabenden trouvpcn erscheinen inustcn, unterbrochen. Er wolte sich zwar von dein Cäsarc auskitten, daß er zurück bleiben dürfftc, allein dieser, welcher von seinem vorhaben Nachricht hatte, erlaubte es ihm nicht. Deswegen inuste er mit seiner mannschaffl zu der armcestosscn, welche nuraufgutcn wind wartete, eingeschistt zu werden. Doch, als es an dem war, daß der aufbruchgeschehen solte,gicng er ohne wissen des Cäsaris mit seiner rcutercn, welche er durch grosseversprcchungcn darzu beredet, zurücke. Allein es wurde ihm so gleich ein grosser theil von der übrigen reutercv nachgeschickt, mic dcmbcfehle, ihn entweder lebendig öder todt zu liefern. Er wolle sich zwar wehren, und seine freyhcit mit grossem gcschrev verwenden ; allein er wurde von der grossen menge umgeben und getödlet. deii. o-ilic. 1.1. c. z, 9. >8. t-g. 1.5. r. 6, 7. Lc. Dun oder Don / heist (1) ein fluß in Engclland indcrprovintz Dorck, bey den Lateinern vs-ius genannt, von welchem der flecken Doncastcr, wo er vorbey gehet, im lateinischen den namcn v-num hat- (2) Ein flut, in Lothringen in dein Hcrtzogthum Bar. (;) Eine stadt in Franckrcich in der provintz >-< Dunaan/ ein Iüdc von gcburt, König derHomeriten, eines vvlcks nn g uctscligen Arabien, lebte zu ansang des 6 seculi. Man sagt, daß als er m einer schlackst überwunden worden, er seinen ey- dlm fer über die Christen, so in seinem lande gewöhnet, ansgelassell - indem er die stadt Nageran , welche voll Christen war, belagert, und ungläubliche grausamkeiten darinnen ausgeübet. Unterdessen zog Elesbaan, der König in Aethiovien, aufbegehren des Patriarchen zu Mxandrien wieder ihn, und ließ ihn umbringen, als er ihn gantz niedergeschlagen nach der Niederlage seiner trouppen antraf. »8 8. »4 OK. sr>. L. ;rr. Dunalma/ ist der name eines gewissen festes unter den Türcken , das auch sonst Zine oder Ezine genennet wird. Dieses fest währet 7 tage und nachte, binnen welcher zeit feuerwercke angezündet , stücken und musqueten loßgeschossen, die trommeln geschlagen, und die trompeten mit ungemeinen freudens-bezcugungen geblasen werden. Das gemeine volck ftyret dieses fest aufden straffen, welche mit tapcten und blumen gezicret sind, und macht sich mit allerley spielen lustig ; Es pfleget bey des Sultans erstcrm einjage in die stadt, oder nach einem erhaltenen sonderbahren siege, gefeuert zu werden. 8e I'empüe Orrom. Dunawetz, ein festes schloß in ober Ungarn, unweit Strato, an den Pohlmschen qräntzen, gelegen, und den Freyherren Joa- nclli zuständig. Es ist an. 1684 von den Christen mit ^ccor8 erobert worden. 8e I'cmpirc Orrom. Dunbar / lat. vumbLriim, odcrrbcczMeofbLr, eine stadt in der iLchottländischen Grafschafft Lothian, an der östlichen rüste, 20 schottländische meilen nordwärts von Berwick, und eben so weit ostwärts von Edenburg. Vor diesem war ein castell daselbst; gleichwie man noch bis itzo einen Hafen daselbst hat. «ie hat sitz und stimme im Parlament, und ist insonderheit deswegen mcrckwürdia, weil an. 1651 den 2; sept. Olivier Cromwell König Carlnden II zum ersten mal dustlbst schlug. sieheHume und Dunbritt>pn / lat. 8c,r3nno8unu.'n , callrum L-ircmum, eine stadt in der Schottländischcn Grasschafft Lennox, an einem meer- arme gleiches namens, allwv der fluß Lernn in besagten see-arm fällt, 8 meilen von Glasco nordwärts. Sie wird auch Dunbarton genennet, und hat daher den »amen, weil sie die Brilannier viel länger,als irgends eine andere stadt in Schottland wider die Piclcn und iLchollcn erhalten und bescuen haben. Sie hat das festeste castell unter allen in Schottland, als welches nicht allem durch kunst, sondern auch von natur feste ist, weil es auf einem hohen rauben und zweyspitzigen seifen liegt, zwischen welchem es nordwärts eine einige enge hat, wodurch kaum eine cintzcle Person kommen kan; westwärts liegt der fluß Lernn, und südwärts der stuf; Cluvd; ostwärts aber ist ein ticffcr morast,welcher allezeit bey ebbe und fluch mit wasscr bedecket wird. DunbrittowFrikh / oder Fyrth / ist ein grossermeer-arm in der süd-wcstlichcn gegcnd von Schottland, welcher also von dem vorgemcldcten castelle genennet wird. Er sänget bey Dunskay an, hat südwärts Galloway, Carrick, Kvle und Cunningham, und nordwärts Menteith, Lcnor, Argylc, Kilmore und Cantyr, nebst einigen kleinen fllisten, so hinein lausten. Die insnl Arran liegt darinnen , und laufen viel von den grösten Schottländischcn flüssen hinein. Gleich gegen über westwärts liegt das östliche theil von Irrland, welches überaus fruchtbar und mehrcnthcils mit Schottländern besetzt ist. Es sind viel schöne Häfen und volckrcichc städte an diesem mecr-arme, welche zur Handlung mit America sehr bequem liegen. Duncan/ der 88 König in Schottland, war Malcolmi lll natürlicher söhn, welcher von dem schottländischcn adcl aus En- gclland, wieder Donaldum VII, der sich der kröne mit gemalt an« gemästet hatte, gcholct wurde. Allein weil Duncan ein kricgs- mann war, und also sich etwas strenger aufführte, als erbaue thun sollen , machte er sich bald bey seinen Unterthanen verhaßt, welches Vortheils sich sein Widersacher Äonaldus bediente, und ihn durch Macpcndir, Grafen von Menüs, bey nächtlicher weile m Menteith umbringen ließ, nachdem er anderthalb iahr regieret hatte , worauf jener sich wiederum des throns anmaßte. iE- 8cor. Duncan / (Martinus) war zu Kempen in dem Ertz-Stifftk Cölln am 1 >05 gebohren, und nachdem er zu Löven studiert, wurde er in der theologie so geschickt, daß er einen von den eifrigsten wider- fächern der Protestirendcn abgab. Als er Pfarrer in Holland worden , brachte er sein ganges leben daselbst zu, und widersetzte sich daselbst den Wtcdcrtäuffern, muste aber von den Prolesmenden, als sie in diesen landen meister spielten, unterschiedenes erdulden. Er ist zu Amersforl an. 15 90 im 84 jähre stines alters gestorben, undhat verschiedeneschrifftcn verfertiget, als: -lc verengt -cc>cüz;8c tticrillcio milla:; 8c piarum <8c »Iipi»rum imiiZinum UiUcrcmlL K cul- ku. öcc. in v>t2 Ounc^ni. tzivl. Lslg. 8c 5 cllx', lcc. 16. Duilcan / (Markus) zugenannt Cerijantcs, s. Cerisantes. Duncanon / oder Dunctcanon, ist eine ftstung in der Jrr- ländischen Grafschafft Wcrförd, welche so nahe bey Watcrsord liegt, daß kein schiff in den haftn daftlbst einlauffen, noch aus demselben auslauffcn kan, wenn es die in Duncanon befindliche garni- son verhindern will. Ln»nn. 8clic. 8c ?- t 4 l 4 . Dunckton/ oder Donketon/ welches von einigen mit einem nichtwcitdavon gelegenen kleinenort Downkon confundirtwird, ist ein kleiner, aber sehr alter flecken in der Engelländischcn provintz Wiltshirc, an dem fluß Avon, nahe bey der stadt Salisburn, welcher defügr ist, zwey Dcputirte zu den Parlaments-versammlungm abzufertigen. krir-m. 8->ic. 8c t'Nnzh p. 87-,(^) Dundüik/ Dundslk/ lat. vimIrerZnum, eine kleine stM in dtt Inländischen vrovintz Ulster? ivelche einen Bischöflichen sitz hat, der unter das Ertz-Bißthum Armagh gehöret. Sie liegt 26 Engtische weiten vonÄnnagh, ostwärts in der Grafschafft Lonth, und 16 weilen nordwärts von Droghcda. Sie wurde an. 1641 von den Inländern unversehens erobert, aber noch in eben dcmsclbigen jähre von Hcnrico Tichbnrndurch stürm wiederum weggenommen,nachdem ihre irouppen von der bclagerung der stadt Droghcda wegge- schlagen worden, da Simon Harcourt beydes mit frischem volcke und gclde angekommen; jedoch bekamen sie diesen ort an. 1649 wieder. An. 1689 blieb der Hertzog von Schomberg allhicr mit seiner armer, vom 12 seyd bis aufden 8 nov. und obwohl König Jaco- dlis sich mit ihm gerne in eine Macht eingelassen hätte, wolle icner doch nicht, weil ihin der König an mannschasst überlegen war. 2)u>ldee / oder Dundv / lat. LlleLtum, v-i tlonum ^.üeöium, eine stadt in der nördlichen geqend von Schottland, in der Graf- sthafft Angus, aufder nord-scite des ineer-arms Tay, welche einen sehr sichern Hafen hat, der öffters besucht wird, und 10 weilen nordwärts von 8. Andrews entfernet ist. Es ist ein sehr fester ort, so, daß dersclbige an. 16? 1, da sich nach der Niederlage bey Dunbar fast gantz Schottland an Cromweln ergeben, noch immer aushielt, und widerstand that. Allein der General Monck bekam ihn endlich, nachdem er sich auf sein außfordern nicht ergeben wollen, mit stürmender Hand ein, ohngeachtet er ausser den einwohnern mit 1000 soldatcn besetzt war. So bald dieses geschehen, ließ gedachter General alles, was er darinnen in waffcn antraf, nieder machen, und nahm einen sehr grossen schätz hinweg, welcher an silber, gold und andern köstlichen mobilien sich auf eine unglaubliche summa gelbes belicff; inmassen diese stadt damals die reichste in gantz Schottland war, weil aus der gantzen nachbarschafft die besten fachen dahin, als an ernen vcrmcynten'sichern ort, waren geschafft worden. Darauf ergaben sich auch die üo schiffe, so dazumal in dein Hafen lagen, wie auch hernach die beyden städte Aberdcen und 8. Andrews, so bald sie aufgefordert worden. Ac. Dungal / ein visconus, weicher zu den zelten Caroli Äst. lebte, an welchen er einen briefvon einer sonnen-finsterniß geschrieben. Er dedlcirtc hernach dem Kayser Lothario ein wcrck von dem bilder- dienst, welches wieder Claudium von Turin geschrieben, und in der i)>K!>c-rKecL x-crum zu finden. Er hat auch einige Verse verfertiget. rle tcripr. eccl. in sz-pLrsr. Dunganon / lat. vunZ-num, eine stadt in der Irländischen Grafschafft Tyronne, ist die residentz des Grafen von Tyronne. Sie hat sitz und stiinme iin Parlamente. Dungarvan / eine befestigte stadt nebst einem castell und Hafen an der südlichen küste von Instand, in der Grafschafft Watcr- sord. Sie wurde erstlich vom Könige Heuritv IV Talbot, dein Grafen von Shrewsbury, gegeben, hernach aber krafft einer Par» laments-acte der kröne von Engelland einverleibet. Sie bar sitz und stimme im Parlamente. Dunghai / oder Doncgal / siehe Tirconnel. Äunbelden / lat. viwlccutimim und Oltrum Lrlecloniurn, eine stadt in Schottland mit einem Bißthum unter 8. Andrews gehörig. Sie liegt an dem fluß Tay in der Grafschafft Perth. Cam- dcnus hält sie für das alte Caledonia. Dunkeran / oder Donekyne/ lat- ivern», eine stadt in Irr- land in der Grafschafft Desmond, an dem mccr-buscn, welchen der fluß Maire machet. Sie ist sonst ein guter Hafen, wird aber heut zu tage wenig besuchet. Dunkerken/ lat. vunguerca, ist eine stadt in Flandern,; meisten von Grcvelingen, 6 von Calais und? von Nieuport. Sie ist ums jähr 960 von dem Grafen Balduino lll, dem jüngern, erbauet worden. Einige halten dafür, daß ihr nähme von dem Flandrischen Wort Kerk herkomme, welches so viel als eine kirche heißt, weil nemlich der kirchthurn das erste ist, welches von den see - fahrenden über den Dunen gesehen wird. Anfangs gehörte diese stadt Johanni von Avesnes Grafen von Hennegau, welcher sie Guidonl von Flandern verkauffte. Nachgehends war Robert von Flandern, ein söhn des Grafen Robertt III - genannt Herr von Dunkerken, rc. Ihm succedirte seine schwcster Jvlanta, und heyrathete Henricum IV, Grafen von Bar. Robert von Bar, Grafvon Marle, Soissons, Herr von Dunkerken, rc. hatte nur eine tochter Johannam 6- Bar, welche diese reiche erbfchafft an das hauß Lurenburg brachte, durch die heyrath mit Ludovico von Lurenburg, von Franckreich, weicher sich an. 14;; mit ihr vermahlte. Ihr söhn Petrus Lurenburg hinterließ Mariam von Lurenburg, frau von Dunkerken, rc. die sich mit Francisco von Bourbon, Grafen von Vmdome, dem vicrdten groß - vatter Königs Ludovici XIV in Franckreich, verheyrathcte. An. iz;8 wurde Dunkerken von den Frantzosen cingenomen, weil sie daraufalsaufFrancisci a- Bourbon,Grafen von Vendome,erb- schaffl, anspruch machten. An. 158z nahm sie ihnen derHertzog von Parma wieder weg. An. 1646 bekamen sie die Frantzosen abermals in ihre Hände, und die Spannier rissen sie ihnen an. i6zr wieder daraus. An. 1659 eroberte sie der Marschall von Turenne, und darauf wurde sie den Engelländern eingeräumet, von welchen sie der König von Franckreich Ludovicus XIV an. 1662 vor 900000 pfund sterling kauffte, und daselbst eine feste citadelle nebst andern festungs-wcrcken aufführen ließ. Es pflegten sonst die Frantzösischen schiffe, so den Alliirten in der nord-see öffters gross sen schaden thaten, hier ihren sammelplatz zu halten, weßwcgen die Engelländer und Holländer unterschiedliche mal mit ihren schiffen davor gelegen, und die Capers gleichsam darinnen eingc- dun 10/ sperret haben. Als die Engrlländer an. 1712 nnt Franckreich einen particnlar-frieden schloffen , wurde dreser wichtige haftn von jenen in besitz genommen, und nachgehends in dem frieden zu Utrecht versehen, daß derselbe solle ausgefüllet, und alle fortifi- catiou nieder gerissen werden, welches auch das folgende jähr geschehen. «tcicr. Lclg. ge bellc> Neig. cicc> r. I. red. rlu liege lle Dune^u» riroin c!u Dopoßs. ciicuii NurZ. I)V>-llssVOVckat. weZiollonum, eine kleine stadt in Franckreich in Berry, an dem flusse Anron, auf der feiten vonBourbo- nois, 7 oder 8 Meilen von Bourges, hat ein Königlich gerichte. Humbrrt Astier und seine bruder verkauften an. 127; die helffte von den stadtgerichten dem Könige; nachgehends wurde Dun-,«. durch den König Carolum VII an. i4ch und Ludovicum XI an. 146; mit der kröne vereiniget. Es muß diese stadt mit vun.i-- «.»> in Burgund nahe bey Beaujolois nicht verwechselt werden. Dunmow/ eine kleine und gar angenehme stadt in der Englischen Provintz Esser, an dem abhängigen theil eines Hügels, bey dein fluß Chelmer , gelegen. Lc-d-ü ueüc. -»r,- durch Louysen von Savoyen, eine mutter des Königs Franciscil und damahligen Regentin von Franckreich, vor Ludovicum Hertzog von Longueville, und seine männliche erben aufgerichtet. Dunotyr / odcr Dunotter/ ist ein festes castell an der küste der Schottländischen Provintz Mernis. Es stehet aufeinem hohen und rauhenfelsen, welcher aüfdrey feiten von dem meer umgeben wird. Diese natürliche fortificatiou ist durch sehr starcke mauren und einige thürne vermehrt worden. Jnnwendig ist eine weite cisterne; auch siehet man daselbst eine absonderlich merkwürdige Römische inscriptjon, und in der s. kirche zeigt man das begräbnis des heiligen Palladius. Seit langen zeitcn ist dieser ort die residentz der alten und ansehnlichen familic derer von Keith, welche Sherifs dieser Provintz und erb-Marschalle von Schottland sind» Lrlrsnnis, äslic. Ue 1'Lcc.iIL ^>> ,ri 8» Dtms/ (Johannes) äcotus zngenünnt, lebte zu ende des 1; und ansang des i4seculi, und war wegen seines herrlichen Verstandes und tiefsinnigen wZewi in grossem ruf, dahero er auch insgemein Lo^ivr lukciliz genannt worden. Die i'cr prorcs > so noch vor dem 16 seculo gelebet, wie auch einige von feinen eigenen coc><.,duL, die bald nach seinem tode heraus gekommen, machen ihn zu einem Engelländer, und sagen, daß er zu Dunston, einem dorffe in die Ulwcci von Emildvn gehörig, nahe bey Alnewick in Northumber- land, gebohren. Andere wollen ihn zu einem Schottländer machen, und geben vor, er sey zu Duns, einem dorffe in der Grafschaffl Mers, gebohren. Wieder andere, darunter Waddingus, suchen zu behaupten, daß seine geburts-stadt Down in Irrland sey. Dem sey nun wie ihm wolle, so wurde er von den Minori- ten von Newcastle, unter welche er sich begeben, nach Orford geschickt , allwoer, nachdem erim .oiicgio einige jähre studircl, desselben mitglicd worden. Da er dann in der weoioxi» fciiolsllicL so weit gekommen , daß er es allen, so zu seiner zeit lebten, zuvor thun konte. In den geistlichen und weltlichen rechten, deßgleichen in der logic, physic, metaphysic und mathematic war er nicht weniger geüdet. Nachdem um das jähr 1 joi sein ehemahliger lehrcr, Gmlielmus Varro, auf die Universität nach Paris beruffen worden, kam er an dessen stelle, und vertrat selbige mit solchem rühm, daß über zoooo stubenten um feinet willen nach Orford sollen gezogen seyn. Doch nach z jähren wurde ihm von seinem orden ein beruf zugeschickt, nach Paris zu gehen, da er anfangs 8->«aUureus und dann vEo- worden. Voraushat man ihm an. i ;<-? aufdem convente zu Toulouse die aufstcht über die theologische facultät anvertrauet. Zu welcher zeit er mich die lehrevon der unbefleckten empfängnis der jungfrau Maria auf die bahn gebracht, und in einer solennen disputation mit 200 argu- menten zu behaupten gesucht. Er brachte es dahin,.daß gleich darauf das fest von der unbefleckten empfängnis Maria angeordnet, und niemand zu den academischen ehren gelassen wurde, der nicht dieser meynung beypflichtete. Das folgende jähr, als er auf beseht des Generals von seinem orden Gondijalvi nach Coln gieng, wurde er daselbst mit grossem pracht empfangen. Bald darauf, nehmlich den 8 nov. i;c>8, soll ihn ein so hefftiger tzsroxVmus angegriffen haben, daß man ihn für tod gehalten, weswegen seine zu- hörer ihn auch zu grabe bringen lassen. Nachdem er aber wieder zu sich selbst gekommen, soll er sich den kopffan dem grabstein zerflossen haben, und daran im 4l, oder wie andere wollen, im;4 jähre seines alters gestorben seyn.Allein seine Nachfolger haben mit zimlichen gründen erwiesen, daß dieses eine fabel seye. In seinen schafften gehet er von dem Thoma ab, bahero in folgenden zelten zwischen den Thomistcn und Scotisten, welche von ihm den na» men führen, viel streitigkeiten entstanden. Von selbigen sind be- bekannt : 6rsmms«k» tz-rculLkivs; 4UL-lti0IIS8 in logicsm; cnni- O 2 «nenrsr. - IO8 dun menräi-. in 8 libr. pü^gc. ^.riiioccl. ; quLtk. in lil»-. cjusllern äe Lni- ML; rrLÄLt. llcrerum principio; lle primo principio; rri-Ltsr. tücorc- mai. r,z; coÜLiiones rz. ptizl^co-rkevlogic«:; coÜLliones 2Ü2: 4; cle co- ZnirioneDei; llefcn-mLliracitzus; mörcorolo^icorum üb. 4; cxpotir. in mecapliysi /Zritkocel.; concluüvnes, irem czuLldiunes nn:ra^b) s.;coin- inenksr. in I. 4. lbntenr.; rcportsrorum ?sri!!ens. I. 4.; guLlt. Z,emrr« <8c in carslu^. 5 r>r. §e«c»s bibl.ü in 29- ^,2r. -r. L. 1Z08. OsveÜAr. ivt-rg»c/r,-r. in2ppenä. 2ci big. ürrcrar. o-rve. * Dunstable / eine marck-stadt in der äussersten südlichen gegend vonBedfordshirc, nahe bey den grantzcn von Buckinghamshire, in Engclland, liegt auf einem Hügel auscincm kalckichten und dürren gründe , und wurde von Henrico I auf die stäke gebauec, allwo vor Zeiten Maginum oder Mägiavinum gestanden. Sie bestehet aus vier strasscn, deren jegliche einen teich hat, lieget an der land- strasse nach Ehester , und wird von vielen durchreisenden besticht/ wie sie denn auch zu deren bequcmüchkcir mit guten würths-hausern versehen ist. Es ist daselbst eines von den schönen und prächtigen crcutzen zu finden / welche König Eduard I zum andencken der Konigin Eleonorä aufrichten ließ an demjenigen orce, wo ihv-cörper rührte, zwischen Lincoulushire / da sie starb/ und der Westmün- ster - Abtey / allwo sie begraben wurde. ,» ör>- k2U. ÄunssasaZ / lat. Tvonium oder 8repb2no in ^nzzÜ2 trccL r. >.9.4. c 7 -r»o»rc«- clc tucccü. -Zrcüi Hpiic. Lzniusi'. ibill. 9. ücc. Dunte/(Ludvvicus) eines Raths-hcrrnsobnvon Revcl, gebühren an. 1597. Den gründ in der lateinischen sprach hat er zu Riga den Ki. Hermann Samsou gelegt, hernach aber aufdencn Universitäten zu Giessen, Skraßbiirg, Tühingcn und Jena sich darinnen sehr gestarcket und zu Wittcnberg an. 1622 den grallum roi-giNcrii angenommen. Als er hier; jähr zugebracht hatte, begäbe er sich nach Lübeck und Hamburg, und kam im herbst an. 162z zu Riga wiederum an. Von dar gicngc er durch Preussen und Pommern dun duo 'dup nach Rostock, allwo ihme die 2 jungen Willemannen anvertrauet wurden, mit welchen er in Holland, Engclland und Franckreich gereyset. An. 1627 wurde er Prediger zu Rcvel. An. 1629012- conuL zu 8. Olai ; und als man an. I6Z2 den lz Octob. diencue Universität zu Dcrpl einweyhere, muste er im namen des !^inilter,i dahingehen. An. i6z6. wurde er insx>Eordcr schule undan.isz) den 1; Decemb. legte man ihn ins grab. Er hat ans stecht gegeben (i)LLiusLniNcienc>L. (2) ?r2Xin kierLkir. (z) Kucc>,i2w üvsii- gcüi, und >^ilcc. Iviemor. Hecll. p. 478 öc I)i2r. NioZr. sci Ibz9- * Dunuo (Thaddäus) wäre ein gelehrter voLo-- mellicin- von Locarno gebürtig,von wannen er,nebst andcrn.der Religion halber vertrieben, aber zu Zurich ms burgerrecht auf-und angenommen worden. Er hat vieles geschrieben, als ?.r,kkmerjczm. UsrealcncÜL, Itüüus L k9o,»5. r-. 8k2i>csri LommenkÄrium in Lpilt, ia. Jacobi ins Teutsche übersetzt. Von dcrartzney-kunst, adcrlas sen und krauckheiten der weibern. iie8.cipi-2r,onc con-ra o^icnum. ^Nt!cü.iü2rcü,2,n. Auszug der Reformirtcn Loearneru. Er hat sonderlich wider v. Angelocratorem geschrieben und weitläussia zu erweisen gesucht, daß die kinder Israels sich 4Z-> Jahr in Egvp- ten aufgehalten haben. »ui. LircUtni^icii. LvnMr. Ü6üiicü Oelcstiecstiduck. * Dunwich/ein alter ortsso vorzeiten eine mächtige stadt war,an der küste von Suffolk. Felir aus Burgundicn, welcher die ost- Angeln in ordnung brachte,richtete an. 6zo, da sie noch wauckel- mulhig im Christlichen glauben waren, daselbst einen Bisthösstchm s«; auf,welcher so lange daurlechis Nisns, der vierdte Bischoff nach ihm,sich nach Elmham begab, und allein einen Wevh-Bischoffzu Dunwich ließ. Zu derselben zeit war dieser ort sehr volckreicb und so vcsie, daß er Robert den Grafen von Leicester, der wider seinen eigenen Fürsten eine rebellion erregte,im zäum halten konte. Unter Hcnrici l l rcgierung hatte diese stadt eine münlze. Anüzo aber ist sie ein armieliger und geringer stecken. Duodo/ eine von den ältesten und vornehmsten familicn, unter denen ^oc>,ü von Venedig. Sie hat unter andern grossen mannern folgende üi-»cur2rore5 von >211 >tLrco hervor gebracht: Christovho- rum an. i49o,Franciscum an. i587,Domiliicum, welcher an seines bruders, des vorhergehenden Franeisti stelle an. i zor erwählt worden, und Ludovicuin, welcher in währendem Candiaiiischcn kriege vor geld zu solcher würde gelanget. Aus diesem geschlccht hat auch die Nepudlic unterschiedene in ambassaden gebraucht. Zu ausgauge des 17 seculi besassen die Duodi ein grosses vermögen, bestunden aber i» gar wenig Personen. liitk. llu Aouvcrn. Ue VeililL 9 >41. Dupleix / (Scipio) war zu Condom in der Frantzöstschm Provim; Guiennc gebohren , ein sohn Guidonis Dupleix aus Lan- guedoc,wclcher,nachdem er sich;u Condom niedergelassen,unter den trouppcn des Marschalls Uc Monluc, commandirtc. Scipio wurde Rchuelen-Meister unter der Königin Margaretha, lnglcichem Königlicher siaats-und gehciiner Rath. Er schrieb als hill>>n->- x-Lpüu; die Historie von Franckreich in 6 voiummiüu!. Es sind einige anmcrckungen über seine Historie von Ludovico XIII, welche dem Marschall von Baffompiere zugeschrieben werden, vokbanden, desgleichen ein tractat wider ihn unter dem tirul: i-s iuwicr-5 ck XiLitüicuäe Ivlorßuc-ciir 82inr Oci-inLiniponi- l'üigoirescriks 92r>ton- tioir Lcipioii V-Ipicix. Es ist auch gewiß,daß dieser mann sonderlich in den alten gcschichten allzuleichtglanbig gewesen; und son- stcn theils aus Unverstand, theils aus paclhculichkcit wider die Re- fornurcen gar viel falsches cingemischct. Er hat auch memoircr Ucs o.rui^, eine Römische Historie in; grossen voüi»ümku5, l2 pr-- mic-e püitoiopüic vi-aiicoili! > und verschiedene andere kleine wercke verfertiget. Erstarb;» Condom an. 1661,nachdem cr98 jähr alt worden. " Duponr/(Franciscus) siehe Vastano. Duport / (Jacobus) ein indcr Griechischen spräche und Poesie lrestich erfahrner Engelländer: gebürtig von Cambridge, und allda 8ociur Lollcj-Ü HWÜLtis , hernach Nrot-Uo- Q-2,c2i linZUL ä: I'ücolcißi»: au. I6Z9 biß ungefehr an. 1660, endlich vccsnu.-von Petersburg,und 82cc!>2,ni« ch-ßius. e^ein Vater gleiches namens, der Griechischen und Hebräischen sprach wohlerfahren, war cu icqi, iciuju Cambridge. Seine Gricchisthe wisscnschaffi bat er genugsam an tag gelegt durch so viel schrifften, als: die Übersetzung )obi in Griechische vers, die er noch in seinen umgen jähren verfertiget: die incrapu-ziiz Qr^-c., der bücher Salomonis, wie auch die in dem alter ausgefertigte Übersetzung der Mimen in Griechische vers, darinn er sich sonderlich bestissen, mit zu hnlf- zicbung der besten (-'<>mmc,ic,iwwn, den ursprünglichen tcxk wohl zu übersetzen, und alles nach Homerischer art einzurichten: wie er dann hierin» sehr glücklich gewesen. Sonst hat er auch ausgegeben 6,iomc>tvZ,2m »0,i,cnc2M: erst nach seinem tod ist aus tag- liecht gctrctten sein Commcn^i-ius oder I.eKiooes in Lk2r2Äcre8 trücopü-sllf i z. welche bißher im verborgenen geblieben,und fälschlich Thomä Stanlcio zugeschrieben würden,bis R. Bentlcn den wahren -»„rüo-cm aus der schrifft und fach entdecket, welcher darauf von Pctro Necdham zu Cambridge mit Theovhrasto in piibücirt worden. Starb an. 1679. e/W scrHr. Lr-02/i-Lo. * Duppa/ (Brianus) zu Lcwsham in Keilt gebohren, würd Socius in dem LnücZin omniuin 2ni,ri2r. zu Orförd an. 1612. Hier- auf an. 162; voero-lliicoinK.i-, und hernach S2ccl>2n Carolil'wie auch «clis ckriüi vecsuur. Wegen seinen guten Manieren und Höflichkeit dur lichk«t wäre er jederlnan,sonderlich demKönig angenehm /welcher chil! die ftines erd-Printze» Caroli anvertraut. Als dieser hernach wied^ den Englischen thron bestiegen, machte er ihn «um Bischofs von Winchester, da er schon vorher oitrienL und 8-- tlsbunengz War. Ein mann von tremchcn gaben , sonderlich mit beweglicher wohlredenheit ausgezierct: daher auch König Carolus in seiner leisten gefängnuß in der insui Wicht em grosses vergnügen an seinen predigten gehabt. Starb zn Richeneond, nah bey Londen (allda er ein Wayftn-Hauß aufgerichtet hat) den 2z. wart. i6ür. Von ihm hak man in Englischer sprach: Ln.,n»:3oii!o^uwm. v,» srcbicpiIcp^iSporvvociU, tiiNorlLLcclet. Scoric. prsNixs. OuLtor?oe- liitenr.um und anders: dabey einige in Frantzösische und Teutsche sprachen übersetzt sind. oxo». * ^Dura / eine stadt in Cvle-Syrien, welche Antiochus König in Syrren dem Ptolomäo König m Aegyvten trachtete aus den Handen zu nehmen: weil aber die stadt sehr vest, und Nicolaus den belagerten zu hülfkam, tonte er dlßmal nichts ausrichten. t-o/r-S. /. 4 Dem ansehen nach ists eben die statt, welche Iosephus Dora, und die H. Schrifft Dor nennen, gelegen am gestad des grossen inecrs zwischen Ptolemais und Cäsarea. * Duräus/ (Johannes) war gebürtig aus Schottland, und ließ sich enfrigst angelegen seyn, die Lutheraner und Refornürten mir einander zn vereinigen. Zu welchem ende er mit Vergünstigung seiner vorgesetzten eine grosse reift antrat, auch von dem Ertz-Bifthoff zu Canlerdüry eine rccvliimenciLrion und LpprobL'.ioii seines Vorhabens erhielte; wie denn gleichfalls der Bifchoff von Timors und Joseph-Hall Bifchoff zu Epceter, ihnr darinuen behülflich waren. Er war bereits an. 1628 Prediger unter den Engelländcm zu Elbingen in Preussen, und an. 16; 1 befand er sich auf dem con- vents-tage zu Leipzig, auf welchem die Vereinigung der streitenden partheven von einigen mtt aufs tapet gebracht wurde. An. 16^4 gab er einige epistcin etlicher Reformirten ffkcoioßoru n, unter diesem titiil! IttiLoIoßoruio OLl!iL6c trium eccleii« Lpilcoporum (lc. OLvenantli, 6c ttslli) lemenri«, 6s pacis rstiniUKus incer LvLngeücos ullirpaiiciis. heraus. Nach dieftr zeit hat er unterschiedliche schrifften nebst Ioaunc Melleto, der ihn! in dieser fache sonderlich beygestandcn, pudliciresvornemlich den emrE der li-rrmowL contbltionum, wodurch er die Meynungen der streitigen vartheyen genau erkundigen wollen; ferner das propem-icum irenicu.il . worinncn er die Protestanten und sonderlich die Lutheraner ersucht, daß sie die darinnen erhaltene Puncten aufs genaueste erwegcn möchten, und andere. Er ließ es aber bey den schrifften nicht allem bewenden, sondern that auch grosse und viele reisen durch die Schweitz, Deutschland, Schweden und Dänemarck, und conftrirte mit vielen Potentaten und 'rbsoiox^ der Protestirendm Arche , doch fand er allenthalben großen Widerspruch. In Schweden schien sich die fache am besten anzulassen, sintemal Duräus selbst an einem orte rühmet, daß man seine vorschlage daselbst angenommen, ja in einem an. i6;8 im febr. zu Stockholm gehaltenen ss-nc-cw dieftibigm öffentlich apvrobiret habe. Sonderlich that derBischoffzu Stregnes, o»Ltoi Matthiä,viel bey der fache, als welchen Duraus gäntzlich gewann, so daß sich derftlbigc auch hernach an. i6;6 in einem eigenen tractat: r^mu-oiiv».- ispren. rrlonäüs genannt, selbiges friedens-werck zu befördern angelegen seyn ließ. Doch giengnachmals alles wiederum zurücke, und konte er in Schweden die fache so wenig zum stände bringen, als in Teutschland, als woselbst er sehr viel schwierigkeiten fand. Wer an. 1Ü41 zu Bremen ftine'c^wrs cic pscc retiAMlL 6c concorcÜL imcr Lvsngciicos inKiwsttciL drucken ließ, gab Hülftmannus zn Witten- berg stinen jv genannten cLivin-Imum irrecoiicüisbilem heraus, worauf zwischen beyden unterschiedliche streit-schrifften sind ge- wcchsclt worden. Bey diestm allem aber,ob gleich Duräus viel un- gcmach und Verachtung erdulden mustc,ließ er sich dennoch von seinen! vorsähe keines weges abwendig machen,dergestalt, daß er »och an. i üü i zu Amsterdam einen tractat heraus gab, unter diesem ti- tlll! sosanis in irenicorum lrsÄLtuum kroclronii.8 . in l^uc> pr,-elim!0L!-e8 comincmur rrLÄSwr 6 s I pscis ecc>eli?.liic,v remorjz e msgiotoUsnöis; II LnncorNia: svLngslicL kunllLmsriris WKicismer jr- üis; III Keconcillsrionis religiot« procucaiillLLrßumenris 6 cwc 6 >»; IV icksrkocio inveiiigLtottL ac! conrrovertiLS omnes ünc conrrs-licencli lluäio 6 c pr-ejuclicio pscitics cleciclenclLs. Lu: pr^mittunrur collecto- rum imer procelisnres cnniiliorum pscillcorum Iisrnic-niL, propeciieni Dco psrmiirenrs sNornsnUL 6 c in wcem e 6 en 6 .v. Wie er deNN sonderlich ZU derselben zeit grosse Hoffnung hatte, seinen endzweck zu erreichen ; wiewohl dennoch derausgang erwieftn, daß er sichln seiner Hoffnung betrogen. An. i66r that er enie reift von Franckfurt nach Metz, mit dem berühmten Paulo Ferrio, mit welchem er längst correspondirt hatte, sich zn unterreden, welcher Fcrrius eben dergleichen absichten, als Duräus,hatte. Endlich muste Duräus selbst feine Hoffnung verlohren geben, und sich dainit trösten, daß er eine aufrichtige inrsnrion gehabt, und zu dem wercke der Vereinigung alles beygetragen, was er thun können. Wenn er gestorben, ist ungewiß. Dieses weiß man, daß er noch an. 1674 gelobet; indem er in diesem jähre mFrantzösischer spräche einen tractat von dem wahren verstände der offenbahrung Iohannis heraus gegeben,und wurde er zu selbiger zeit in Hessen durch die freygebigkeit der Landgräfin HedwigSophiä unterhalten. Über die bereits gedachte schrifften hat er noch einige andere,so aber alle anfdas wcrck der Hereinigung zielen,heraus gegeben. Unter denjenigen aber, die wider ihn geschrieben,ist nebst Hülftmanno,Danhauerns in seinem lUvs Nstormgroium ; Hsberlcormuj in N.ffurLtione . I. i 6c6cc. * Dürandus / Bifchoff von Clcrmont in Auvergne, war der andere Abt zu Chaire Dien in cbm dieftr Provmtz, und so wohl wegen seiner gelchrsamkeit als fröinmigkeit berühmt. Ansclmus von Canterdury hat init ihm briefe gewcchftlt. Hugo von Fla- vigm sagt m seiner Chronick, daß er einige zeit vor dein c,.,ic,>io zn Clcrmont, welches wegen des zugs nach dem gelobten lande gehalten wurde, gestorben. Baldericus, Abt von Borguevilie, hat ihm einige verfertiget, welche bey dem tz» Chesne e. 4 lcripcoi. tiiN. t-rsnc. zy siydeN. 0 »>l. r, r p, Durandus / Bifchoff von Lüttich, war von armen eltern gebühren , brachte sich aber so empor, daß er erstlich des Karffers Henrici 11 Cantzler, und hernach Bifchoff zu Lüttich wurde. Albertus berichtet, daß er ein Mimch, und in geist- und weltlichen schrifsten ausbündig erfahren gewesen. Man schreibet ihm zwar insgemein die gelehrte epistel von dem sacrament des altars zu - welche wider Bercnggrium geschrieben, und in der bwü.'itzccs s-Äti'Ull, , desgleichen IN snnLUdu.- eccli-gLÜicis Nsrllnii zu finden ist. Doch sind andere, welche ftlhige mit bessern! gründe dem Daran- do, einem Münch von Fescamp, zueignen. Er starb den i ftbr. an. 102^. Qs-I. vol, r x. 1-7 6c ir8. LN.'ILI. ^ Durandus / ein Münch von Fescamp, und hernach Abt zrr Troarne oder Drovart, in der -iiwcL- von Bayeux, lebte in dem 11 ftcnlo. Wilhelmus Conquestor, König von Engelland, zählte ihn mit, unter dieienigen berühmte leute, deren rath er folgte. Man hält ihn für den suSorem des wercks vom sacrament des altars, wider Berengarium, welches andere dem Durando von Lüttich beylegen. Lucas SAcheri hat den tractat des Durandi mit den wercken Hugonis < Bischoffs von Laugres, heraus gegeben. OÄciic. !. 7, 8 6cc. L-iiNä t. z, Durandus / (Guilielmus) zugenannt Sveculator, war, wie einig«- vorgeben, von Puimaison in dem Bißthnm Riez in Provence gebürtig, und einer der vornehmsten Rechts-gelehrten seiner zeit. Durch seine Verdienste kam er zu Rom in solches ansehen, daß Martinas I V ihn zu seinem Legaten im Hertzogthum Spo? leto machte, woselbst er, wi! Simon Majolus berichtet, ein schloß nach seinem nainen soll erkauet haben. Er wurde auch vscanus der Arche zu Chartres, und endlich Bifchoff von Wende. Vor seiner wähl zum Bißthnm schrieb er ein buch, ff-cuium juri.-, genannt, welches er dem Cardinal Fieschi, so hernach unter dem namen Adriani V Pabst worden, dediciret, und daher den namen Spe- culator bekommen. Baldis, Johannes Andreas, und Majolus, haben es mit commemsrüs vermehret-, Ferner hat man von ihm rLrionsIe oiNciorum Nivinoium sN 8 HÜchevN z rcpcrrorium jm -s; commenmrios in csnone« Lcncilii I^iiAlunengz, Welches Hüter Gke- gorio X gehaltet! worden und dabey er sich selbst befunden. Er starb an. 1270 zu Nicosia n der insul Cypern, wo er als Päbstli- chcrLegat dem krieg wider die ungläubigen beywohnte. jn cjus vicL; 6c icripr. ccei, in snn, , 4 . L, ir?4 t- Ämtccccr in l>il>I. 6e vic. tk/c. Fiokoi»»»»«« Ne verb. jur. kol/ßV-r-M in spprrsr, Q»>- lis k. 2 p. 7zo. Iral. ffci , vo>. r. bitt, lle ?rc>- vence. Mi'lc/, iiig. pr«k. reg, in Icl.urli. , p. rzz, biüor, cls ?rov. r, 9 6-Äl; H. 10. cle clsr, leg. inceipi, I, z c, ii. Durandus / ( Johannes) oder Duran 6- Tsrres / ein Spanier, gebürtig wn Sevilien, machte in der geist- und weltlichen rechts-gelchrsamkeit grosse progreffen. Der Cardinal Pimente! nahm ihn mit nach Rom, woselbst er die Griechische spräche begriff, und an. eine cMrr.non 6- pnMunwv inrci- li- beror fcoclersros^ue drucken ließ. Nachmals, als er in Spanien gekommen, erlangte er eine grosse wisscnschafft in der Arabischen spräche, und übersetzte die Chronick des /ibuvLüci bc„ skLcens;, welches werck «her niemals gedruckt worden. Er starb den 12 nov. an. 1662. Durandus «c 8. porirno. gebürtig aus einem flecken dieses namens, in der llioecei vor Clermont in Auvergne, war ein Dominicaner, vEor zu Paris, und hernach naMcr 8. kstLrii. Nachgehend^ wurde er Bifchoff zu Puy Velgy, und endlich zu Meaup. Er schrieb «MmeniLnoz II, 6 Ubros lem-nnsi-um - und Ubrum cte oriZine jukliälälvlium. Er soll den I; ftpt. an. Iz! 4 ge- O ? stvrden / HO -ur stvrben stylt. Trr/Hrmitt» öc lle tcripk. eccl. ?ostei,r»»i in Lpp^rsr. 5 ,X,. 5 c». tzitzl. fzcr. 5 «M«^r,/,. 6a». Durandus lle Waldach / ein kctzcr in dem I r seculo. Man gibt vor, daß unter andern seinen irrthümcrn, welche an. m? zum Vorschein gekoimrieu, dieser mit gewesen, daß der chestand nichts anders, als eine verborgene hurcrey seye. Er wurde deßwegen mit einem aus seinem anhange gefangen genommen, und zum seuer verdammt. V. 1)urLiM VVLlclLck. in ckron. I. r 488. Durandus/ einzimmcrmann inFranckreich, welcher sich in dem 1- seculo, unter der rcgierung Philippi Augüsti, sehr bekannt gemacht. Es war zu dcrselbigen zeit wegen der kriege zwischen dem König von Aragonicn und Raimundo, Grafen von Toulouse, in den Provintzen Langucdoc und Glücnne ein so erbärmlicher zustand, daß von nichts als von faetioncn, morden und plündern gehört wurde, und fast kein mensch vor dem ander« sicher war. Hicrwider fand Durandus, welcher ein einfältiger mann zu seyn schiene, ein überaus dienliches Mittel, (nachdem man vorher viel andere vergebens versucht,) womit er zugleich vor sich ein grogcs geld erwarb. Er versicherte, daß er zu Puy in Auvergnc eine er- seheinung gehabt, worinncn ihm GOtt befohlen, den frieden zu verkündigen, auch, zum zeichen solcher seiner unmittelbaren sen- dung, ein bildnüß von der Mutter Gottes ( welches er dabey auswiest ) in seine Hände gegeben habe. Dieses sein vorgeben fand so viel glauben, daß die Prälaten, Herren und Edelleute in der gedachten stadt Puy, an dem tage der Himmelfahrt Mariä, zusammen kamen, und sich untereinander auf das Evangelium einen eod schwuren, daß sie nicht nur alles angethane unrecht vergessen, sondern auch als dunds - genossen daran seyn wollen, daß gleicher gestalt bey anderen friede und cinigkeit erhalten würde, welche »zuc sie >s y-ix cle Oieu, oder den frieden Gottes nennetcn. Dieienige, so in diesem bundc stunden, trugen auf ihrer brüst von dem obcr- webntcn Marien - bilde einen abdruek in bley, und auf ihren köpften gewisse caputzen von weisscr leinwand,/o ihnen DuranduS ver- kauffte. Diese erfindung hatte in den gemüthern der leure einen so grossen Nachdruck, daß einer, welcher die angeführte keunzcichen an sich trug, nicht nur in vollkommener sicherhcit lebte, sondern anet, mitten unter seinen tod-feinden venerirl ward. Nach einiger zeit gab die cinigkeit, so durch dieses mittet unter den bauern zuwege gebracht war, denselbigcn anlaß und muth, die Edelleute, als die urhcbere aller ihrer noth, hier und dar hauncn-wcisc anzu- grciffcn; da denn diese wiederum scharffgegen sie verfuhren, und sonderlich der Bischofs von Aurcrve deren eine grosse amahl lüden, die andern aber insgesamt aus seinem gebiete wegschaffen ließ. liilk. clü irsiicc 10m. 1 s>. >r?» Duranezo / ist i) eine stadt in sud-Amcrica, in neu-Biscaya. Sie liegt an dem flußcinesgcbürges, und hat ein Bißlhum, welches unter den Ery-Bischo» zu Merico gehöret. -) eine kleine aber gute stadt in Biscaya in Spanien. Durant / ( Samuel), ein Rcsormirter Prediger zu Charen- ton, battc viel gute qualitätcn, undwuste sonderlich wohl zu predigen. Er ist an. iürs gestorben, und das fahr darauf sind 7 seiner predigten von seinem unverwandten und erben, Friedrich Span- hcnn, zu Genfzum ernck befördert lvorden. Durante Duranti / oder Durantes Durantibuo/ Cardinal und Bischofs zu Brescia, war in dieser stadt den 5 oct. an. 1507 gebohrcn. Nachdem er leim ttuwL absolviret, gieng er nach Rom, wurde geheimer Cäinmeeer ben Paulo III, welcher »bin sehr geneigt war, und das Bißthmi zu Cassano, hernach aber an. 1544 den Cardmals-huth gab. Einige zeit hierauf schickte ihn dieser Pabst als Legaten nach Cemcrino, und endlich nach Umbricn. Nachdem er nun auch das Bißlhum m seinem vatcr- landc erhalten, starb er daselbst den - 5 may an. - 5 58. u^c/. i»i. lacc. »ist. clcs Lzrcijn. Duranti / (Johannes Stcphanus) ein fohlt eines Parlament- raths zu Toulouse, wurde an. 1568 des Königs, und endlich ober-Prästdent. Er schrieb ein voitrcfslich buch m- -mbu- -c- ricll.v, welches Sixtns V hoch hielt,Ji»d zu Rom drucken ließ. Endlich wurde er in der aufruhr des pörcls zu Toulouse, welcher, nach empfangenem bericht, von dem twedcsHcrtzogs und Cardmals von Gusse, wider den König Heiricum III die Waffen ergriffe , als er feinem aintc gemäß sich widcrsttzen wolle, erstlich ,ns Dominicaner-Clostcr, als in eine gefängnüß gemorsten, und hernach von banne» herausgerissen, und durch die Hände dieser rasenden lcuthcn jämmerlich umgebracht, im fcbr. an. 1589 im 5 5 fahr seines altcrs. in cliro». consn. in clog. Doekor. Oal. . * Duras / Durasfort / eine kleine Kadt nebst einem schlssse, in Guicnnc, an dem kleinen fluß Drot, in der provintz Agenois, mcilen von Bourdcaur gegen osten gelegn. Sie ist das stainm- anß einer berühmten fanulie, und hat an. 1668 den titul eines Hertzogthums crhwtcn, da denn selbigen die Grafschafst Rauzan so wohl, als die Baronicn Puiols und Lmdrouct einverleibet worden. Um das jähr 10Ü4 hat Mauritius, Herr von Duras, gclcbet, dessen ur-enckel, Theodorus, sich um das jähr n8i bekannt gemacht , und zu erst den »amen von Durcsfort oder Durfort angenommen. An. i>6; blieb Snmphoriaius in der von den Königlichen trouppcn belagerten stadt OrlcaiN, nachdem er sti» leben in unterschiedlichen schlachten vor seine glaubens-genosscn aufgesetzet, und hinterließ 1 söhne, Johannen, Vicomie von Duras, und Jacobum, Herrn von-Rosan, welche an. »579 mit dem vl- comrc von Turennc duellirten. Des letztem söhn, Guido Aldon- tius, Marggrafvoll Duras, Graf von Losan, Lvrgc und Mont- dur gomery, gesegnete an. 1670 das zeitliche. Seine söhne waren 1) ^acvbus Henricus, Hertzog von Duras, ältistcr Marschall von Aranckreich, Ritter der drcn Königlichen orden, Oouvcrne», Grafschaffl Burglind und der stadt Besan-M, wie auch ältistet cspi»,» derKöniglichcn leid-garde, war gebohrcn an. 1625, stach an. 1704, und ließ unterschiedliche Ander nach sich. r) Frideri» cus, Graf von Rosan. z) Guido Aldontius oder Alphonsns, ist unter dem namen Marfchall 6- Lorge bekannt ivorden. Er war Hertzog von s. Quintin, Ritter der drey ätöniglichen Orden, e». PIWIN derKöniglichcn lcib-garde, Oouverrieur von Lothringen, Marschall von Franckreich, und starb an. 1702. Sein söhn, qc- bohren an. iü8z, hat den titul eines Hertzogs von 8. Quintin oder Lorge erhallen. 4) Ludovieus, xk.irqu>z »e LlL»quctnr-, ward in Engelland Graf von Fcversham, Ritter des Hosen-bandes, ,mL erster Cammcr - Herr bey der vcrwittibten Königin Catharina, Er gieng an. 1709, in bem72sten jahr stines allerö, mit tobe ab. 77 »,an. Nlll. I. ;z A 68- ^encsl. t'LM. 6»». v. r. »b. A;. Hc». Iiill. inliA. v- 619. Dueazzo/ eine grosse bevestigte, aber wegen der ungefnnden lufft schlecht bcwohme stadt, an der küste von Albanien in Griechenland, nebst einem vortrefflichen Hafen und Ertz-Bischöfflichen siiz. Ihr alter name war Epidamnus, welchen die Römer in Dyrrachium verwandelten. Sie wurde von denen von Corfn um das jähr v. 6., zo gcbanet, und v. zi^ von einem Haussen ihrer eigenen bannisirtcn bürgeren belagert. Als nun die einwobner von den Corinthiern succurs erlangten, schlugen die von Corfu denselben zurück, und die Atbenienstr nahmen die parthey der leillern, woraus der bekannte Corinthische, und bcrnach aus diesem der Peloponncsische krieg entstund. In dem 15 seculo nahm sie der Tmckikchc Kayjer Baiazerh den Vencliancrn ab. Von dieser stadt führte Johannes, der jüngste Printz Caroli II, Königs zu Neavo- lis, aus dem Hause Amon, den Herzoglichen titul, uachdem cc sich mit einer Priiizeßiu von Achaia vermahlet hatte. Dessen ältistcr söhn Carolus >var ebenfalls Hertzog von Dnrazzo, und wurde an. M47, aus bcfehlLudwigs, Königs in Ungarn, weilen er zudem tobe dessen bruders Andrea, Königs von Neapoli, solle geholfen haben, und zwar in eben dem gemach zu Avcrsa, darinnen Andreas wäre gelobtet werden, in bcyseyn Ludovici, von einem Ungcrcr erstochen, und ihnic der hals fast gar abgehauen, hernach, eben wie vermahl Andreas, in den darunter liegenden garten gestürtzct. Worauf ihm sein brudcr Ludovicns, Grafzu Gravina, in solchem titul folgte, nndCarolumParvum, Königin Neavolis und Ungarn, hinterließ. Baudrand meldet, die Adcliche familie von Car- iowiz seve aus Königlichem Frantzösischcn gcbli'itc entsprossen, und habe den Fürstlichen titul von Durazzo geführet. 1.1 kcg. I. 5 ,/»/»,. in cllron. gco. H-Lsitz. xcngrspti. ccc!. Zcc. ^ Durazzo / (Marccllus) ein Cardinal, war aus einem ansehnlichen Adclichcn gcschlecht zu Genua an. iüz; den io sept. ae- dohrcn, und erhielt an. 1686 von Jnnoccntio IX den Cardinals« Hut. Er ist zu Carpentras und zu Rimini Bischofs, Ertz-Bischoff von Chalcedonicn, tanncic,; in Spanien, und Legal zu Bologna gewesen. Sein tod erfolgte zu Facnza im apr. an. 1710. Durbup / eine Grafschaffl, mit einer kleinen stadt gleiches namens, in dem Hertzogthum Lurembourg, an dein fluß Ourk, bey den grantzcn des stiffts Lüttich gelegen. Dürdorff/ ein städtlein und Herrschafft aufdem Wcsterwald, denen Grafen von Wied zuständig, deren die eine linie allhier ihre Resident; hat. * Dürer/ (Albrecht) ein berühmtermablcr / bildhaner/ kupffer- stecher und bamneistcr / war zu Nürnberg an. 1471 gebohrcn. Sem vatter/welcher sich aus Ungarn nach Tcuischland gewmdei/ war ein qoldschimcd/ nndhicllc ihn bis in das i s jähr seines allers zu dieser professjon an. Doch/ als er nachgeheuds mehr tust zu der mahiertunst bey ihmbefaiid/wolle er >lm anfangs deswegen nach Colmar zu Markin Schönen oder Hübschen / einem beruffmc» tünstler/ thun; allem / weil dieser imnutelst starb/begab er sich 011^1486 zu Michael Wohlgemuih / einem mahler in Nürnberg. Als er bey diesem aiisgelerncl/ gieng er in fremdc lander/um sich mehr und mehr geschickt zumachen / uud als er wieder nach Hause kam / ihm er sich durch verschiedene kunst-wercke hervor. Unter andern hat er in dem 26 jähre seines altcrs; nackendesraucn »meiner kugelnder dem kopffe in kupffer gestochen / so etliche vor die drey Graticn halten wollen / desgleichen einen wilden mann mit einem todten Haupte in den waffen.Adsonderlichverdicnen sein vortrefflicher in hol» gearbeiteter Adam und Eva/ so sich m dem kleinen Arsenal zu Venedig befinden/desgleichen seine paßwns-kuM iingememes lob. Die besten künstler in Italien machten staal davon/ wann sie fernen kupfferstichen und holtzschnttreii nahe kamen. Das leben der jungfrari Maria Hai er in 20 stücken / ein jedes von sonderbarer erfindung/ vorgestellet. Nicht weuiger lod verdienen diejenigen stücke / worinncn er die lugenden Vorgerichte/ 8. Hieronymüm / die grosse auf der welt-kugel stehende dcn heiligen Eustachium mit der ausgedruckten Melancholie/desgleichen Melanchlhonem vorgebildet. Man hat auch voiuhm em gantzes wcrck / darinnen über 400 holtz-schnitte und kupffer silM. Unterseinen gemahlden finden sich die; Weisen aus Morgenland/ em Marienbild / Adam und Eva / die creutzianng Christi/en» sehr herrlicher hlmmek/darmnen Christus amrreütz hangend/und darunter der Pabst /Kayser/Cardinalc und andere vornehme Personen gesehen werden; zuletzt hat er steh selbst hin gesetzt/eim laset/wormnen sein name verzeichnet / m der Hand haltend. Des- sleichea x SlttchMMkdernnkayserlrchm / königlichmund andern vomchr Menknnst-gemachem verschiedene seinerwercke mitgrosser sorgfalt verwahret/ und nicht ohne Verwunderung den fremden gezeeget. Unter allen seinen passions-gemählden wird das für das beste gehalten / wvrinnen die martcruug von ;oo Christen vorgestellet ist / welches in der Kayserlichen kunst-kammer zu Wien auf behalte» mrd. In der Chur-Dayerischen refidentz zu München befinden sich alle Heiligen nach deren namen mit vortreflrchen zierrathen / laubwcrcken/ grokesquen / Mit der seder und von unterschiedenen färben über die mästenvernünfftig geschraffiert und geistreich abgeschildert ; desgleichen die berühmte grosse tafel von unsrer lieben frauen Himmelfahrt mit den 12 Aposteln / welche ehedeffen zu Franckfurl in einem klvster gewesen/und demselbigen von den reisenden grosses gcld emgetragen.Ferncr eure in lebens-grös- se/wie auch die 4 Evangelisten. In Nürnberg hat er cm unvcr- gleichliches cc-ncrclÄr vvn Carola M. hinterlassen. Durch so herrliche proben seiner kunst machte er sich bey iederman / absonderlich ... wj aberbey grossen Herren / beliebt. Er wurde vornemlich von den Kaysern Maximilianv I und Carolv V, und seine kunst-stückevon Rudolpho II sehr hoch geachtet. AlS er besagtem Kayser Maximilians I aufeincrmaur etwas grosses abmffm sollen/ das hiezu erbaute gerüste aber etwas zu klein gewesen / soll dieser einem seiner cdel-knaden anbefohlen haben/ dem künstler die leim zu hatten / und als er sich dessen / als einer seinem ade! übel anständigen fache / geweigert/hat es der Kayser / wie man sagt/sehr ungnädig empfunden /und hieraufdem Alberto das wapenfür die mahler / daß sie in einem blauen felde; silberne oder meiste schilde führen sollen / gegeben. Kayser Rudolphus II hatte solche Hochachtung vor ihn/ daß er den von ihm verfertigten 8 .Bartholomäum mit grossem»»- kosten von der Teutschen kirche zu Venedig erkaufste/ und durch eigene hierzu bestellte mäner nachPrage bringen ließ.Er hat auch einige büchcr geschrieben/als.' a.» pirciuM o> rcssu ll-riniL Uu- «iLnorum cvr^iorum; i,ilticuciunsL ßeome.riLLS ; »rcikus rsllelli-uzue conltcncüs niunienllirgus ; vsrlcrLts ll^ursrum LcUcxu- ris pzrriumrc gellikus i-nzgi-ium , WteWvhl solcheNNjäNgvTeutsch Waren/und nachgehends erst ins lateinische übersetzt worden.Er starb frühzeitig den s apr. an. l^g/darzu seine unartige fraunicht wenig mag beygetragen haben. Bilibaldus Ptrckhelmerus war sein guter freund/und verfertigte ihm ein epinol. sclvllckkeimcr. i^üus vi». c euc, tom. r p-rg. z 8 z. vicc cls ^lctori. rsurlcks acsci, k. r t,zx. rr». Uelcr. dlurid. Duret / (Ludovicus) war, wie einige dafür halten, gebürtig von Bauge in Bresse, und wurde nach Paris gescheckt/ daselbst zu studiren, welches ihm so wohl von statten gieng / daß er Königlicher VrofeUor mcciicinz- wurde. Er soll den Hipyoeratem mit einer vvr- treflichen leichtigkeit erkläret / und dessen spkocckmos auswendig ge- wust haben. Er schrieb cummcmzi-K,; über die pioi>vncx Lo-car des Hippocratis - welche sein söhn, ein berühmter Advocate / nach seinem tobe heraus gegeben; iugleichem LkverlsrlL „chscnk, »oNeril libros llc morbiz inrerolzoi-c. und starb NN. lz 86 . eMg. I.z. c!c lcrijrt. mell. lull. lleLrelle. Duretail/ ist eine kleine stadt, in der Frantzösischen provintz Amou / zwischen Angers und ls klecks, an dem fluß Loir / gelegen. Durham/ lat. ('unnkL-u; vuneimsiiii;, ist eine nördliche und am meere gelegene Grafschafft von Engelland / welche auch das Brßthum von Durham genennet wird. Nordwärts wird sie durch die beyden flüsse Derwcnt und Tine von Northumberland / und südwärts durch den fluß Tees von Jorckshire abgesondert; ostwärts gräntzet sie an die Teutsche see, westwärts an Northumber- land und Westmorland/und rüyret ein clrin wenig an Cuinberland. Sie ist eine von den Grafschafften / worümen zur zeit der Römer die LriZznc« wohneten. Zur zeit der heptarchie war sie ein theil von dem Königreiche Northumberland; auitzo aber machet sie nebst einem stücke von Northumberland und Jorckshire die m«ccs von Durham. Die marck-städte ausser Durham / wovon die gantze Grafschafft ihren namen hat / sind Bernard Castle / Dariington, Hartlepool / Staindrop oder Stainthorp und Sunderland. Vor alters wurde diese Grafschafft 8 . Cuthborts erbtheil genennet von 8. Cuthbort/ so Durham erbauet hat / welches ortes Biscböfflicher sitz von Lindisfarn oder Hv!y-Is!and ander see-küftevon stlorrhunv- berland hieher versetzet worden. Diestn Heiligen hielten verschiedene Sächsische Könige so hoch , daß Kömg Alfred ihm und fernen Nachfolgern die gantze landschafft zwischen den beyden flüssen Tees und Tine gab / welche beschenckung von dessen Nachfolgern Edwards / Ethelstano und Canuto dem Dänen / nicht nur bestätiget /sondern noch darzu vermehrt wurde. Dieses Bißthum war mit privüe- ßlls und Königlichen begnadigungen so reichlich versehen / daß zur zeit der Normannischen eroberung der Bischofs ein Pfaltz-grafwar, und auf seinem siege! einen gewapnetcn Ritter führte/ welcher in der einen Hand ein blosses schwerdt und in der andern das Bischöfliche wapen hielte. Ja es wurde ihm eicht zuerkannt / daß der Bischofs alle confiscirte und heimgefallene guter innerhalb der freyheiten, gleichwie der König ausserhalb haben solte. Es hatten auch die hiesigen Bischöffe alle Fürstliche als ihre eigene hohe geeichte zu entscheidung beydes der civil-und criminal-sachcn/und die müntz- gerechtigkeit. Allein / nachgehends wurden diese freyhciten unter Henrici VIII regiemng / trafst eines gewissen gesttzes, sehr verringert / und endlich alle mit einander nebst den gutem und allen rechten krafft einer Parlaments-acte, in dem letzten jähre des Königs Eduarde VI zur kröne gezogen. L H-s-lE m knian. Durham/ lat. Ouneimum. ist eine sehr alte stadt/ und zwar der vornehmste ort in dem Bißthum gleiches namens, lieget gar lu- nr sieg an dem fllisse Weere auf einer davon gemachten halb-msul, indem er ; feiten von der stadt benetzet und 2 brücken hat, worüber man in die stadt kommen kan. Der gründ dieses vrts ist ein natürlicher Hügel, welches denn nicht weniger als besagter fluß zu denen ftstigkeit und anmuthigen läge mit beytrüget. Über dieses ist die stadt auch mit einer mauer befestiget, und hat mitten in sich ein castell. Die cathedral-oder dom-kirche, welche ein Bischöflichersitz, ist unter dem Ertz-Bißthum von Avrck, lieget gegen die mittägliche stire der stadt zu, und ist über alle müssen schön. Sie wurde von dem Ertz-Bischoff Wilhelm von Careleph zu bauen angefangen, und von dessen Nachfolger zu völligem stände gebracht. Das castell liest Wilhelm der eroberer aufführen, um die nördlichen gegmden damit im zäum zu halten, und wieder die L-chottländer zu beschützen. An. 1^46 leistete dieser ort den Engclländern grossen schütz,'als David Bruce, der König in Schottland, unterdessen da Eduard Ilk Calais belagerte, die nördlichen gegmden mit krieg angriff, aber bald darauf geschlagen und zu Nevii's croß gefangen wurde. Unter Eduards VI regierung wurde das Bißthum krafft einer parlaments-acte aufgeschoben, und den, König allein gegeben. Allein , die Kynigin Maria stieß diese Verordnung wieder um, und gab dem Bißthum alle vorige freyheit wieder. An. 164; fiel dieser ort nach der Macht bey Newbury in der Schottländer Hände, und nachdem selbige ihn das folgende jähr wieder verlassen, hielte er es allezeit mit der parthey, welche die oberhand hatte. Duris / von Samos, schrieb einen tractat von der tragödie, eine Historie von Macedonien, eine von Agathocle von Syracusa, und verschiedene andre fachen, welche von den alten öfftcrs angeführt werden. Cicero sagt, daß er sehr geschickt zu der Historie gewesen. Es war auch ein anderer dieses namens, welcher von der Mahlerey geschrieben. N-c. cle kill. Qr.rc. I. i. c. is. Duriach / ein Marggrafthmn in Schwaben, in dem nördli- legen. Es gehört einem Marggrafen von Baden, welcher davon den namen führet, und der Lutherischen religion zugethan ist. siehe Baden- Durlach / ist die Haupt-stadt der Marggraffchasst Baden-Dur« lach. Sie hat den namen von dem uralten thurne oder castell, O nächst dabey auf einem berge, der Thurnberg genannt, gelegen, als welcher ehedeffm wrr-s Ucum gmmnet worden, und bemach der stadt sechsten ffmen namen mitge: heilet hat. Im echten stculo soll sie denen Grafen von Henueherg gehöret haben, von welchen GrasBerthold ein stiffter deß nahe dabey gelegenen klostersGottscm gewesenstaut seiner allda befindlichen grabschrifft cN n.- - öl«,,, „„ rr. IOÜ2, von welchem sie nebst den, gäntzcn Creichgau an das Reich gefallen, und hernachmalen init mehr anderen stäbten, von Kayser Friverico !I MarggrafHcrinann dem I V gegen die hclffle der stadt BraunMverS und übrige seiner gemahlin zuständig gewesene erb- schafft uderlaffen worden, wie oben under dem Worte Laden zu sehen. An. - Mist Hertzog Conrad zu Schwaben, Kayser Henris ci VI bruder aufdem anzug wieder Hertzog Bcrchthold von Zärin- gm allhier verstorben l» Under Kaystr Rudolpho Habsburgieö mußte die stadt viel ausstehen, indem sie n-cht nur samt Mülbcrg, Grezingm rind andern Marggraflichcn orten vom Kayser hinweg- genommen (K) sondern auch um solche zeit vom Bischoffen zu Straßburg zerstöret und gevlündert wordem (c) Wiewolen kurtz hierauf, als der Bischofs mit seinen feindstligkeiten gegen dem Marggrafen nicht nachlassen »vollen,er endlich den kürtzcrn gezogen, und an. 1281 vom Marggrafen zum frieden genöthiget worden, (ll) An. izü; hat Marggraf Carl der II seine residem; von Pforzheim in das neue schloß, so er allhier erbauet und nach seinem namen Carlsburg genannt, verleget, von welcher zeit an die Fürstl. linie die Baden-Durlachischc, und dero Badische landes-vortion die Marggraffchasst Baden-Durlach geheissen wird, auch die refidentz biß vor wenig jähren, da sie von Jhro Durch!, dem jetztregierenden Herren Marggrafen naher Carlsruh veränderet wurde, allhier geblieben ist. Das L> mns»,vm allda ist allezeit sehr berühmt gewesen, inmassen dieses viel trefliche leute bezeugen, welche demselben vorgestanden und davon zu den vornemstenüniversiläten in Tentschiand veruffen worden sind, als die vrollllo--- Fecht, Förtsch, Hiinmel, May und andere. An. 1689 wurde diese stadt samt dem Mossevim rum besser und regulärer als zuvor zu erbauen angefangen, auch denen inwohnerenverschiedcne ertheilet (H. 3!n. ny6. sb) KvliiAzkov. LilaillLKro»» p. H8- (e) Lnnrl. Lvlmsr. Lci Lna. IL79. (H lliK. rnnxl. LolinLr. sH 21M. 1281» (e) >>> gcnei'stvopogrsxklL 3 nevia:,I.ebeii äeMsrK» graken vonLaäe», 2eilcr, Ac. ^ Durrius / (Johann Conrad) wurde zu-Nürnberg an. IÜ 2 ? gebohren, und legte daselbst, unter anfuhruug Gravii und Dilher- ri, in der gelehrsamkeit einen guten gründ. An. 164 z gieng er nach Altorf und erhielt an. 1648 die wxM--J>M'de. In eben diesem jähre, begab er sich nach Jena, und prasidirte in einer lle Lnaloßis c«rpc>i-um cvs>clli-,m L suklunsrium. HicMUfreisete er nach Hclmstädt und hielt daselbst eine Mpurskion von dem rechte der natnr init grossem rühme, so, daß ihm noch vor seiner abreist Me vocznon nach Rütteln zur prnllli,»n per log,-- urrd -p.eri>pk) llc zugeschickt wurde, welche er aber cwsschlug. Hingegen folgte er an, i 6 ->i dem beruffnach Altorff, allwo man ihin die inssE-vn über die »lumnns auftrug , die er auch über drittehalb jähr verwaltet, bis man ihm an. 1654 die protelkon der sitten-ledre, und das folgende, die Poesie anvertrauet. An. 1657 wurde er vrskeMrr rke--i„§iL u»>d stach II2 dur dus dut dlw starb an. 1667. Seine schrifftcn sind Hnopfl-pKiiokopKiL morail-; ui leÄionem ^rillocell»; cermini > llilliriAiones cllviücmes pkilolopkico-rksoloßic«; Lkrilli->ni/mi per k^porkei'es äe UogmLcL 80- «inisnorum everlio; compenöium rkcoloßi« mcirLks; dkicL pLrLlkg- msrieL; crzÄsrus rkeoloZici rrcs«) commenllLrio c!e relißionc ckr>ll>3- NLir> Ocrni3N>Lm6e6nßu>3rim in remp. kanribergenlem inrroäuÄS;^) ilrASZc in Iikros nornislcr ecclcllz: k^oriberZ. p) nbservLlioncs Lei rsx- tum äugulianL contetlioniz; proklemscuiu morslium leleÄivrumccQ- tur>2, ii,->. AN. 16Z8 wurde er I)oÄor lind an. 1682 I-rokcNor Hicologi« beym (ivmr.Mu zu Zerbst. Erstarb aber an. 1689 denüdec. Von seinen schafften sind bekannt (1) tzluclelis L.,ceckcricu«. (r) ^.nriizus ticjes -wkskino- rum. (z) LyNoße DillinÄionum HicoloßicLrum. (4) per.cvps )o- kLnnLL(5) Fürst-Christliche andachten rc. v,-l. vi-r. L-og-. sä LNN. 1689. * Durstus / der 2 König in Schottland, hatte zwar einen vortrefflichen vater an dem König Finnano, folgte aber dessen lugenden nicht nach, sondern ergab sich der völlcrey und weiber- liebe, und verstieß seine gemahlin, welche des Königs von Britannien tochtcr war. Als er aber gewahr wurde, daß der Adel eine rebcl- lion wider ihn im sinne hatte, hielte er es vor das beste mittet, solchem unhcil vorzubauen, und stellte sich deßwegen, als ob ihm dasjenige, was er gethan, leid wäre; daher er seine gemahlin wieder zu sich berief, die vornehmsten von seinen Unterthanen vor sich verfammletc, und mit einem solennen ende versprach, alles in einen bessern stand zu bringen; ließ hierauf einige bekannte übcltha- ter einziehen, und betheuerte, daß er ins küusstige nichts ohne keines Adels rath thun wvlte. Wie nun diese Versöhnung mit öffentlichen freuden - bezcugungen geschehen solle, also lud er den Adel auf ein abend - banquer zu sich; nachdem sie aber alle an einem orte beysammen waren, ließ er sie insgesamt ermorden. Dieses verbitterte die gemütber dcricnigcn, so bey dieser solennitär nicht mit zugegen waren, dcrmassen, daß sie eine grosse armer vcrsamm- leten, und ihm eine schlacht lieferten, worinnen er r-r. ;8?2 umkam. Dusiani / wurde die art gewisser geister von den Galliern ge- ncnnet, welche die Lateiner i»c»t,or oder k^un-» nennen. Augu- stinus berichtet, daß sie menschen - gestalt angenommen, und die weiber gcmißbrauchet. civk. Oc> >. c. Dusines Mustapha / sonst Mustapha Celebis genannt, ein söhn des Kaysers Baiazet I, oder, wie andere wollen, einbeiniger, welcher ums jähr 1425, unter der regierung Amurat II, diesen namen angenommen. Die Griechen hielten seine parthcv, und da er einen anhang bekommen, eroberte er nicht nur die stadt Serra, sondern brachte auch Adrianopel und gantz Romainen unter sich, wcßhalbcn Amurat ihm den Bassa Bäjazct mit einer mächtigen arinee entgegen schickte. Allein, als dieser vor Adrianopel war, schlug er sich zu dem Mustapha, welcher ihn zu seinem groß - Vezier machte, und sich auf den weg nach Bursa begab, woselbst sich Amurat aufhielt. Der Constantinopolitamsche Kavser, Johannes Paläologus, versprach seinem abgesandten grossen succurs. Allein, ein falsch gerächte brachte einen schrecken unter seine armee, und er sahe sich gar bald dergestalt verlassen, daß er nicht nn stand war, seinen feinden zu widerstehen, da er dann endlich, als er sich nach Adrianopel salvircn wolle, von dem Kay- ser Amurat unter wegs gefangen und dahin geführt wurde, all- wv er ihn über die stadt - mauer henckcn ließ. ^ Roc-/-- i» impo- itcu -5 inllg. Dutlingen oder Dutlingen / ist eine dem Hcrtzog von Wür- tcnbcrg zuständige stadt in Schwaben. Sie liegt an der Donau, zwischen Mulen und Mering, an den gräntzcn des Fürstenbcrgi- scbcn gcbicrs, und ist wegen der dabey befindlichen eisen - gruben bekannt. In dem zc> jährigen krieg wurde an. 164; die Frantzö- sischc arme?, welche kurtz vorher ihren General Gucbriant vcrloh- rcn, durch die Bäuerische, unter dem Jean de Werth, unversehens in denen hier und in der umliegenden gegcnd genommenen quartieren überfallen, und meist ruiniret. Damahlcw und zwar schon an. i6;z, nach der Nördlinger schlacht, hatte der Kayser Fcrdi- nandus II Dutlingen, samt noch andern amtcrn, Balingcn, Ro- scnftld und Ebingen, dem Graf Schlicken als eigen übergeben; wie ihmc dann auch sogleich von allen muste gehuldiget werden, er sich auch bemühete, an allen orten den Catholischen Gottesdienst einzuführen. Allein, nachdemc also der ort folgends, unter währendem kriege, seine Herren offt verändert, so ward er endlich in dem Westphälischcn frieden an Würtenbcrg wieder gegeben. Auch noch in dem letzten krieg litte diese gute stadt in denen Frantzösisch- und Bayerischen durchzügen gar viel; und hat sich auch da an. 170 z der Churfürst von Bayern für das erstemal mit der Frantzösischen armee, unter dem kla-scksl ll« vssiars, conjun- giret. * Duval / (Hermcus) Graf von Dampierre/Kayserlicher General/war aus dem Bisthum Metz an den gräntzcn von focht Ingen gebürtig. Er begab sich in des Kaysers Rudolphi Ilkrieges- dienstewiedcrdic Türcken/halft unter dem GcneralBasta dieSie- benburgischen Unruhen dergestalt dämffm / und wurde nebst Lu- dux duy dwi dya dyc dovieo Ragozzi Commendant in der festung Lippa. Als Bechle» hemGabor Siebenbürgen emzunehmensuchte/.schlug erdenselbigm an. 1604/daß er sich durch überschwimmcn über denfluß Temes kümmerlich saldieren muste. Doch als Stephanus Bokzkay die oberhand in Siebenbürgen bekam / muste er sich nebst dem Grafen Lc>ß>oiou> Muck ziehen. AIs die Türcken das folgende jähr Gran belagerten / wurde ihm / nachdem Graf Gottfried von Oettingen war getödtet worden / die Commendanten-stelle aufgetragen. Weil er abcr nicht bey Zeiten nach der besatzunq willen/sich mit dem feinde in accord einlassen wolle / band sie chin Hände und füffe / und ca» pitulierte selbst. Hierauf diente er verschiedenen Ertz-Hertzogen von Oesterreich wieder Venedig und Böhmen. Alsan.isiZdieBvh- men sich empöret / schickte ihn der Kayser Matthias als General Lieutenant wieder sie. Weil er aber mit dem Grafen Bucquoy/ derimmittelstaus den Niederlanden nach Böhmen beruffen worden/sich nicht wol vertragen konte / wurde er mit einem besonder!! corpn von 8000 mann nach Mähren geschickt /da er zwar anfangs das schloß Ioffawiz einnahm/vor Nielasburg aber mit zimlichem Verluste abgetrieben wurde. Hieraufmuste er an. 1619 zum entsatz derstadt Wien / vor welche sich dieBöhmcn gelagert hauen / eilen/ die sich aber auf erhaltene nachrichr / daß Graf Bucquvy den Mansfelderbey Nvjclitz geschlagen / und 1320 derseinigenerleget /wieder zurück gezogen. In eben diesemjahrcwurdeernebstrz andernvornehmensiersonen Ritter des vrdens ae ssma mNinz Das folgende jähr/als Bethlehem Gabor / in Ober-und Nieder-Un- gärn alles in unruhe setzte / wurde er wieder selbigen commandieret/war aber so unglücklich / daß er / als er Preßdurg unversehens überfallen wolle / und zu aufsprengung des schloß-thores daselbst seine soldaten mit dem degcn antrieb/verrathen und darüber erschossen wurde. Die Ungarn waren so erhitzt wieder ibn/ daß sie ihm den kopffadhieben/ worauf man ihn indem Barfüßer kloster in gedachtem Preßburgbegraden. vot>. ZeL«,. SLll5b. Kitt. c!>: tzsviere. 5 ctzLuc>i.ill„e sc! 1625. in m^crclr.vv. scc. >7. /-Idds»»- kvliellcr>8nci. kill. z tll. p. 48. kill. l.Lb>rinrk. p. > 68, koin. l. Dur/ eine kleine stadt, nebst einem schlöffe, in Böhmen, in dcm Leutmeritzer-creyse, an den Meißnischen gräntzcn, gelegen, und dem Grafen von Wallenstein zuständig. An. 1424 nahmen die Hußiten diesen ort durch verräthcrey eines dürgcrs ein, und verwüsteten ihn mit feucr und schwcrvt; drey jähr vorher» aber legten sie das daselbst befindliche Dominicaner-kloster in die asche. milcdl. Kok. I. 4 Ucc. 1. VanUs!. I. r c. 6. Duyveland / ist eine zu der Niederländischen provintz See- land gehörige msul, welche von der insul Schvuwcn gegen sud- ostcn durch einen blossen canal abgesondert wird. In ihrem um- krcyß hat sie ; bis 6 Teutsche messen , und hält unterschiedene dorffer, schlösset, und einkessle Häuser in sich. Die darinnen befindliche vornehmste gcgendcn sind Niewerkercke, Ouwerkcrckc, Omve- landt, Osterlandt, und dieHcrrschaffl von Bruynisse. Duz/tz/ lat. luisium, ein flecken am Rhein, der stadt Cölln gegen über, war vormahls mit besagter stadt, vermittelst einer drucke, verknüpfst, welche von Constantino AI. erbauet worden seyn soll. In dem daselbst befindlichen Benedictiner - kloster soll in dem i2 scculo eine Hostie mitten im feuer nicht verbrannt, sondern unversehrt geblieben seyn, worvon Rupertus Tuiticnsis ein eigen buch geschrieben. Dwina / ein grosser fluß in Moscau, welcher in der provintz Wologda entspringet, und erstlich gleichfalls Wologda genennct wird, hernach aber Suchana heissct, und endlich in der provintz Dwina seinen rechten namen bekommet, worauf er sich bey Archangel in 2 arme zertheilet, die insul Podesemsky formirct, und fich in den Meerbusen 8. Nicolen an dem weissen mecr ergcust. Dyana oder Diana/ (Johannes Nicolaus 6e) ein Jesuit, muste i z >ahr lang von der >nqu>lliion in Sardinien viel leiden, wegen einer predigt, die er von dem H. kucikc, gehalten HM. Allein zuletzt hatte der Lencrai-iliquillco-. Diego Arzc- Revnofo, in die fache eingesehen, absolvirte den guten casswte die aus- sprüche der Sardinischcn >ngu,m,on, straffte die . und machte den ?. Dyana, um ibn von allem verdacht zu entledigen, selbst zum <2uskticsävr des höchsten ioguilliions-gerichts. Dieses llccrck ist den 19 dcc. an. IÜ;; ausgefertiget worden. Dyck/ (Antonius van) war ein berühmter mahlcr, gebohren zu Antwerpen an. i z 98. Er lernete anfänglich unter Henrico von Baien, bis er des Rubens kunst - stücke zu sehen bekam, da er sich diesem geschickten meister gantz zu eigen ergab, welcher denn sich höchstens angelegen seyn ließ, ihn rn seiner kunst vollkommen zn machen. Er hatte ein sonderliches belieben, pELi-e zu machen, worauf er sich fast cintzig und allein legte. Wicwohlcn er im mahlen sehr geschwind war, so versäumte er doch nichts an feinen stucken, und liesse sich nach abgeschildertem gesichte die klei- dcr von jeder pcrsobn nacher Hause bringen, legte sie da einer sta- tue an, und mahlte sie also nach. In sinnen porr^lls werden insonderheit die Hände sehr geachtet. Rubens rieth ihm, eine reist in Italien zu thun, um des Titiani wcrcke zu sehen. Von dar gieng er mit dein ck-vLüe- Nani m Sicilien, weil aber die vest einfiel, zog er bald wieder zurück in die Niederlande. Drink Friedrich Heinrich von Oranicn berief ihn hierauf in Holland, sind ließ sich, nebst seiner gantzcn familie, von ihme abschildern. Bald darauf mahlte er vor dic Capuciner zu Dendermonde ein Crucifix, welches sehr bewundert wird. Von dannen gieng er in Engelland, allwo ihn der König, zum zeichen der gegen ihn tragenden gnade, M dyh dyk dy! ead zum Ritter machte, mit einer sehr schweren goldenen kette, und mit seinem porc^ic, so mit demanten reichlich besetzt war, be- sthenckte, und thut eine grosse pension zueignete. Dieses verursachte, daß er seiner arbeit sehr fleißig abwartete, und in kurtzer zeit den Königlichen pallast, und andere öffentliche örter, zu Lon- den mit sehr raren kunst - stücken auszierte. Hierdurch bekam er immer mehr reichthum, wovon er einen grossen theil in liebes- händeln und in der -lctzy-we durchbrachte; jedoch hinterließ er seinem weide, die eines Schottischen Herrn, Mylord Rutens, tochter war, noch 100000 cronen, als er an. 1640 zu Londen starb. * Dzchrenfurth / in Schlesien an der Oder, war ehemals ein dorff, prsig genannt, erhielt aber durch den Schlesischen ober- amts-Cantzlar, Georg Abraham, Freyherrn von Dyhrr, um die mitte des 17 seculi an dem Kayserlichen Hof die stadt-gerechtigkeit, nebst dem zu erst erwehnten «amen; worauf eine Jüdische duch- druckerey daselbst angeleget worden. Dyhrr / Diehr / eine Freyherrliche und Gräfliche familie in Schlesien, von welcher Johannes an. 144; dasBißthumLebus erhalten. Um eben diese zeit theilte sie sich in 4 linien, die von ihren Ritter-sitzen Gtreitelsdorf/ RöUmichen/ Hunern und TeutschkeM den beynamen angenommen. Unter des Kaysers Leopolde regicrung haben eimge die Freyherrliche würde erhalten, von denen Abraham Georg, ober,- amts - Cantzlar in Schlesien, hernach Landes-Hauptmann zü Glogau, dessen söhn aber, Melchior Sylvius, an. 170; Kayserlicher Cammer-Hrrr gewesen. Johann Georg, Freyherr von Dybrr, war an. 1719 Landes- Hauptmann zu Bernstadt. Sein brudcr hat den Grafen - stand erhalten, Lcln. cUr. Dxkgrasett / und Heemmden / nennet man in Holland diejenige, welchen die aussieht über die mit unglaublichen Unkosten aufgeführte dämme, innerhalb gewisser districte, anvertrauet ist. Dyle/ ein fluß M Brabant, welcher in der Mayerey von Ni- velle,' zwischen dem ort Nivelle und der Baronie Revez, entspringet, eine grosse ecke den namen Thy führet, seinen lauff bey Gcnap, Wavern und Florival vorbey nimmet, hernach durch die ftädte Lösen und Mecheln läufft, und eine starcke meile unterhalb dieser letztern sich mit der Neethe vereiniget, worauf er den namen Rüpel bekommet, und, nach einem fernern lauff von; meilen, in die Scheide fällt. Dyler-schantz/ oder Eideler-schantz / ist ein Fort an dem dys dzi ead eal ear nz ffuß Ems, in ost-Frießland, bey den Gröningischen und Münsterischen gräntzen, gelegen. Die General - Staaten sind Herren davon, welche» «s zwar der Bischoffvon Münster, Christoph Bernhard von Galen, abnahm, aber auch an. 1664 mit gewalt wieder abtreten muste. Dysert / oder Dysart / lat. veierwm, ist ein feiner flecken an der südlichen küste der Schottländischen provintz Fife, gantz nahe bey Kirkaldy, der stadt Edenburg fast gegenüber. Er haß das recht erlangt, Deputirte zu den Parlaments - Versammlungen abzufertigen. Die umliegende ebne wird Dyftrt-Moor genannt, und hält einen fast unerfchöpfflichcn schätz von stcin-kohlen in sich, welche des tags einen siarcken rauch, des nachts aber bißweilen flammen oder funcken von sich geben. clciic. lle krolle x. 1191. Dzialinski / eine adeliche familie in Groß - Pohlen, welche von dem geschlechte Koscielec abstammet, und von einem im Dobrinischen gelegenen schlösse Dzialin den namen hat. Zum stamm-vater wird Nicolaus, Woywode von Jnovladislau, gegen ausgang des 14 seculi gesetzet. Dessen söhn gleiches namens ist Pommerischer Woywodeund ein Vater unterschiedener söhne worden, davon einer in Preussen seinen stamm sortgepflantzet. Von dessen nachkommen war Johann an. 16; 7 Schweoischev Obrister, und Caspar starb an. 1646 als Bischofs zu Culm. Thomas hat an. 1702 als Bischofs zu Chulm gelebet. Der älteste söhn aber des vorgedachten Pommerischcn Woywoden, namens Johannes, war Woywode von Chelm, und ein vater Michaelis, unter - Cämmerers von Chelm, und Starostens zu Dobrzin» Paulus, ein bruder des erwehnten Johannes, Hauptmann und hernach Castellan zu Dobrzin, hinterließ 1) Michaelem, Castella- nen von Slonscz und e. Lcemmsr. f. 8;, 104, E. Dieser buchstabe wird bald kurtz, bald lang ausgesprochen, und vergleichet sich also zugleich mit der Griechen » und », wiewohl die älteste Griechen, gleich denen Lateinern, das L an statt des » gebrauchet, und also, nach unterscheid der wörteren, zu zeiten lang, zu zeiten kurtz gemacht haben. Die Lateiner , ehe sie die a-pkrtzongm oder doppelte voc-.ies von denen Griechen annahmen , fegten diesen buchstaben auch an statt des ^; oder vielmehr hat dieses letztere, nachdeme es in die Römische schreib-art eingeführet worden, den platz des L manchmalen eingenommen. Sonsten, wann das L in alten stein- schriffren allein stehet, bedeutet es so viel, als cMtum, crex.r, c^o, Ljus, auch wohl eöilis, nach der ältesten itzt gleich gcmcldten schreib - art. Auch haben die Römer diesen buchstab in ihren feld- marchen gebrauchet, um besondere fachen damit anzudeuten. Ls/. Lc»/. tzc csuss. I,. I.. )-/. Lc«/. iiiLus. -crill-rcU. I»- in Nlkss. Qiur. cle l.imir. LZrorum. * Eadbert/ sonst auch Egbert genannt, König von Northum- bcrland, folgte an. 7;6 seinem vetter Kelwulf, und führte 2 jähr darnach krieg mit den Picken; da ihm dann in feiner abwesenheit Etheloald, der König von Mercia, in sein land fiel, und ihne in einer schlacht überwand. An. 756 schlug er sich zu Unust, dem Könige der Picken, wider die Britannicr in Cumberland, und vertauschte endlich, nachdem er 22 jähr glücklich regieret hatte, nach art seines vorfahren, seine crone mit einem Mönchs - Habit. bin. wn^j. I. 4. * Eadburgh/ eine tochter des KönigS Offa von Mercia, und eine gemahlin Birthrics, Königs der west-Sachsen in Britannien. Sie war in allen stücken sehr lastcrhafstig, insonderheit aber sehr rachgierig wider einen jedweden, welcher sie beleidiget. Als sie nun emsmals auf einen von den Königlichen Favoriten einen hefftigen haß geworffen, und demselben auf keine andere art bey- zukommcn wüste, richtete sie an. 8or einen vcrgifftcten tranck vor ehn zu. Zu allem Unglück kam unversehens der König selbst darüber , und nahm zwar nur ein wenig davon zu sich, starb aber gleichwohl wenig tage hernach ; dahingegen der Favorit, welcher einen starcken zug gethan, alsbald seinen geist aufgeben muste. Aus beysorge, daß man nach ihres gemahls tobe ihre thaten scharf untersuchen möchte, flüchtete sie mit grossen schätzen nach Franck- reich. Man meldet, daß daselbst der Kayser Carolus Ll. ihr frey gestehet, ob sie sich ihn oder seinen söhn zum gemahl erwählen wolte, und daß, als ihre wähl auf seinen söhn gefallen, er ihr gesagt , daß sie denselben hätte haben sollen, im fall sie ihn selbst gewählt hatte, allein, weil sie es anders gemacht, so solle sie weder den einen noch den andern bekommen. Hierauf entschloß sie sich, in einem reichen klofter, welches ihr der Kayser zu solchem ende anwieß, als Aebtißin zu leben; allein, weil nicht lange hernach an den rag kam, daß sie mit einem aus ihrem gefolge ünzucht getrieben, so empfieng sie befiehl, sich aus dem Königreich hinweg zu begeben; da sie denn mit einem eintzigen bedienten eine zeit lang herum irrete, und endlich zu Paviä in dem Mayländischen ihr leben in der grösten armuth beschloß. ->/ vul. I p. Endign/ Mahomets altes weib, welches er nicht lieb haben kunte, und daher» seine» anhängeren die vielweiberey verstattete. Enldermnnn / siehe Aldermnnn. Enlred/ Abt Cistercienser-Ordens, siehe Ailzred. Enrdulf/ solte an. 790, anf befiehl des Nortbumbrischen Königs Etbelred, zu Ripun vor dem thore der Abtey hingerichtet werden. Man mevntc auch, daß die wnrcklicbe vollsiehung des Urtheils erfolget, und brachte den vor todt gehaltenen cörper mit gewöhnlichen leich-ccremonien in die kirche. Allein, um Mitternacht fand fichs, daß er noch lebte, worauf ihn Ethclred aus seinem Reich vcrbannete. An. 796, nachdem dieser König ermordet, und sein Nachfolger, Osbald, einen monat hernach wieder abgesetzt worden, riesscn ihn die Northumbrier wieder zurück, und setzten ihm zu Horck die kröne auf. An. 798 entstund, unter ansüh- rung eines, mit namen Wada, eine gefährliche empörung wider ihn, die er aber glücklich dämvffte. An. 801 führte er wider den König Kenulf von Mercia, weil er etlichen von seinen feinden bey sich auffenthalt gegeben, eine armee zu selbe; allein durch Vermittelung der benachbarten Fürsten kam es bald wieder zu einem friede. An. 806 verstieffen ihn seine Unterthanen von dem throne, welchen aber sein söhn Eandred, nachdem Asswold nur 2 jähre darzwischm regieret, wiederum bestieg, und eine lange zeit glücklich besaß. still, o, LnZi. tzooic 4. Earne/ (Lough) lat. l^cu- Lrnus, ist ein sehr grosser sie in der Inländischen provintz Ulster, und zwar in der Grafschafft Fer- managh. Eigentlich sind es zwey secn, welche durch einen ziemlich breiten canal, der 6 meilen lang ist, mit einander vereiniget werden. Der erste ist von süden gegen norden 14 meilen lang und 4 breit; der andere aber von osten gegen Westen hat 20 meilen in der länge, und halb so viel in der breite. Beyde sind mit berqen umgeben , in deren einigen eisen - bergwercke sich befinden. An den ufern siehet man fast allenthalben schone Wälder. Auf den ften selbst liegen sehr viel kleine insnln, von welchen die meisten nur zu der vieh-weide gebraucht werden, etliche aber von den grösten mit angenehmen Wohnungen, und mit einem sehr fruchtbaren boden versehen sind, allwo die einwohner mit fischen, jagen, und der gärtncrey sich vollkommen belustigen können. Lrirsnnla. Lkev-fe/t cleUc. cie blrlsorle ^>. 1480. II theil. P East- ii4 eas eat eau eay eba ebe Eass - Mead / lat. Willis ockeniLiis, eine Graffchasst in der Inländischen provintz Leinster , welche gegen westen an West- Mead , gegen norden an Cavan und Loulh, gegen süden an Kil- darc und Dublin, und gegen osten an das Jrrlandische meer gran- tzet. «sie ist sehr fruchtbar, und wird fast von lauter Engellandern bewohnet. Easton oder Eston / (Adam) war in der Grafschafft Herford von geringen eltcrn gebohren, trat in den Benedictiner-or- den / und erlangte so wohl in geistlich- als weltlichen wiffenschass- ten eine besondere erkäntniß. Richardus II, König von Engelland , verschaffte ihm das Bißthum zu Londen / und an. i M von Pabst Urbano VI zu Rom den Cardmals - Hut. Nachgehends, als er gar zu frey von desPabsts un rträglichem Hochmuth solle geredt und geschrieben haben/ sonderlich aber / weil er wegen aufgefangenen bricffen/ so er an Carolum von Durazzv/ mit welchem Urbanus in grosser fciudschafft stunde, in unbekannten Ziffern geschrieben / einer vcrrätherey verdächtig gehalten ward / wurde er nebst z seiner mit-brüder gefangen genominen / auch hart an die folter geschlagen, und wurde/ gleich denen übrigen, es mit dem kopff haben bezahlen müssen / wenn steh nicht der König in Engel- land seiner angenommen hätte. Jedoch bliebe er auch / mir aller vorbirtc des Königs / im gcfänqnuß bis zum tod Urbani / so an. i z 89 erfolgte. Da erledigte ihn alsobald dessen Nachfolger Boni- faciuö IX/ um des Königs guust dadurch zu erlangen / und sendete ihn init gar herrlichen zcugnussen in Engcstand. Allein / da hernach in diesem Reich der einheimische krieg wider Richardum erreget ward / und dieser König gar in seiner feinden Hände fiel / giengc Eston alsobald wieder nach Rom / allwo er an. i z yü oder 9 7 von allzu unmäßigem studiren soll gestorben seyn. Er hinterließ verschiedene meist theologische stlsrissten, soll neben der ikco- loßlL und lolopliis Mich die Griechische und Hebräi- fthe spräche für seine zeit ziemlich verstanden haben. ^ 6s tcüikm. !. 1 c. 4l L 57- pchcr« L: 6c lc-ipr. /Vng!. 60^1,2,,» 6s L^lli. /lnzl. still. 6» L. 4 r 6 in. Lr-icon. * Eaton / lat. ^-onl- und eine stadt in Engclland in Duckinghamshire an der Tenne / Windsor gegen über / welche durch ein vom Könige Hcnrico Vl gcstiffteles coU-Zium, worin- nen eine gute schule ist / in mfgckommcn. Eaton (Samuel) ein Englisther geistlicher von der Jndepen- dentcn parthey/cin fohnsskichardEatons,eines Predigers inCheshire, ward auferzogen in Orford, nnd gicng darauf in neu England. Bey seiner widcrkunfft richtete er ein con^s^cioi^i - kirchcn auf und predigte zu Stvckvorc. Ob er gleich ein guter tt'stsoio^us ,oll gewesen styn,hatten ihm doch seine zuhören welche steh grosse dinge mit ihrer geistlichen Weisheit einbildeten / viel zu schassen gemacht. An. 1662 wurde er durch den E»m confor,»ir^ris seines amrs verlustig/ und starb an. 1664 seines alters 68 jähre/mit Hinterlassung eines guten nahmens bey allen parthcyeu. Seine in Englischer sprach herattfigcgebencschnfftcustnd: Dasczeheinmus Gattes im fleisch wider J.Knvwles, und desselben vi,i6,ci^. o-/.,- Eaufe/lar. Llulz und rlul-bcris, eine ruinirte Frantzöstsche stadt in Armagnac / an dem flussc Gclizc / war vor zciten der Ertz- Bischößichc sitz von k 4 ovc>npop> 6 ^n! 2 . Zu ende des z seculi wurde sie von dem Könige der Gochcii Evarico geplündert/ und nachge- Hcnds von den Normännern gänzlich verwüstet. Nach der zeit wurde der gedachte Ertz-Bischöfliche sitz, und die cinkünffte von Eause nach Auch gezogen. >. 7. s. »->. L-i/-/-. !. 2. kill. kac. I. 8. c. 22. >. 17. ?/o 4 o- l. 2. still. ccclcll Kstcm. c. s. 0 >stc»«^/noiik. Vstcon. c. 4. still. 6s Lssrn. Lall. r. I. p. 9;. L/r/st. still. Her. -lguir. «i. 4- Eay/ siehe Eys. Ebal/ odcr Hebal/ war cin berg in dem lande Canacm / dem berge Garizim gegen über / jenseit des Jordans / nicht weit von Jericho / in dem stamm Ephraim gelegen. Auf Mosts ausdrücklichen bcfchl baute Iosua daselbst einen altar von ungc- haucnen steinen / und ließ darauf die worte des gesttzcs schreiben. Auch wurden aufdiescm berge die worte des in dem gesetz enthaltenen fluchs ausgesvrochcn. Er soll voller höhlen und kläffte / in- qlcichcin öffrerü crdbcben nntmvorffcn gewesen seyn. vcur. c. n, öc. 27. Ist. c. 8. Ebal hieß auch ein söhn Ebers, von den nachkommen Sems / und ein anderer/ dessen vattcrSobal, von den kindcrn Scir / war. 6 sn. c. ; 6 , v. 2;. l. ?Lr 3 >ip. 1, v. 22. Ebba/ cine AcbtisslNin dem klostcr Corligant in Schottland. Als sie vernommen / daß Stuba und Hmguar / zwey Dänische Generals / Schottland mit feur und schwcrdt verheerten / ihr klo- ster aber aufdcm wcge lag, zu welchem sie kommen wolten / vecan- lassctc sie ihre jssonncn / daß sie sich die nasen und oder - tippen abschnitten / damitsie nicht von den Dänen mochten geschändet werden. Als diese nun die Nonnen in solchem zustande antraffcn/ steckten sie das klostcr mit feuer an/ und verbrannten es samt den Nonnen. Lsz-on. Lnn /r. c. 870. Ebbeckesdorf/ siehe Ebsdorf. Ebedmelech/odcr ?lbdemclech/ ein Mohr und Cammerer an des Königs Zcdekias Hofe. Er nahm sich des Propheten Je- remiä, den der König auf antrieb seiner Fürsten und Minister, in eine schlammichte grübe wcrffcn lassen, treulich an, und brachte bey dem Zcdckia zuwege, daß er wiederum heraus gezogen ward, welches ihm auch GOtt vergälle, indem er ihn nebst dem Propheten von der Hand der Chaldäcr errettete. c. ;8, )9. - / ebe Ebeleben/ ein städtgen, nebst einem schloß und einer d«W gehörigen Herrschafft, in dem Fürstenthum Schwartzburg in Thüringen gelegen, und nach Sondershausen gehörig. An diesem orte ist eine kleine stisst - schule. Es ist das stammhauß des ehemaligen Adelichen geschlechts von Ebeleben. snv. 8xx. px. cstesrr. 8sx. Ebeleben / eine der ältest - und ansehnlichsten Adelichen fami- lien in Thüringen, deren stamhauß Ebeleben unweit Arnstadt gele- en« Von Ludolphen, Ritter, ist ein Brief 6e an. i;i8 vsr- anden, darinnen er sich verbindet, Daß er sich wider Marg- graf Friedrich von Meisten in kein bündnis einlassen wolle. Einer dieses geschlechts war des Churfürsten zu Sachsen Fride- rici Placivi Rath, und brachte es bey seinem Herrn dahin, daß der bekannte krieg mit seinem druder Hertzog Wilhelmen entstund. Christoph defendirte nebst Bastian von Wällwitz die stadt Leivzig wider Churfürsten Johann Friedrichen, und ward hernach He» tzog Moritzens zu Sachsen gcheimder Rath. Er war Unterhändler in beylegung der mißhelligkeitcn zwischen seinem Herrn und zwischen dessen schwicger-vattcr, Landgraf Philippen indessen, als bende bey Anlaß des Schmalkaldischcn Krieges mit einander zerfallen waren, wäre auch hernach Unterhändler, da der letztere sich dem Kayser ergebcn,und eine abbitte thäte, und liesse sich durch die bekannte zweydeutige erklärung der Kayscrlichen Räthen hin- ters stecht fuhren, ( siehe Philippus Landgraf in Hessen) Als deßwegen hernach der Landgraf wider sein vermuthen, und dem ih- me von Ebeleben überbrachten versprechen gefangen angehalten ward, hat dieser sich dermaßen darüber betrübet, baß er kurk daraufvor bckümmerniß gestorben. Er wird von einigen zugleich Ober - Hofrichrcr zu Leipzig, und Amts - Hauptmann zu Weis- scnfels gcncnnet. Rudolph ist ein berühmter Sächsischer Obri- stcr mn die mitte dch 16 seculi gewesen. Apcl hat zu ansang des a? seculi als Chur-Sächsischcr Rath florirel, und das stammhauß Ebeleben, wie auch Wartenbcrg besessen. Andreas Casvar war um selbige zeit Amts-Hauptmann zu Zörbig und Bitlerfeld. cH. in 8^xon. ÄeÄ/r//r >, 19. Le. cks/rsscr/r. riiczcr. 8ax. * Eben/ eine Frcyhcrrliche familie in Böhmen und Schlesien, welche aus dem Hause pisn» oder Ebenstem mTyrol entsvros- scn scrm soll; wiewohl andere berjchtcn,daß die von Ebenstem schon an. 1227 für rittermWg gehalten, die von Eben aber von Hertzog Oktone inKärndtenerst an. izoy geadelt und in Tvrol gebracht worden. Von dicstn letztem haben sich nachgehends einige in Schwaben niedergelassen, und unter andrem Brunnen bey Augsburg angekauffr, da sie denn der Kayser an. i z g; dem Adel des Schwäbischen Crayses einverleibet. Zu Kaysers Marimiliani II zciten hat sich dieses gcschlecht in Böhmen und Schlesien niedergelassen, verschiedene ansehnliche stellen im Raths-c > icxio der stadtBreßlau bekleidet, und an. 1677 die Frcyhcrrliche würde erlanget. An. 1687 war Carl Ferdinand Kayserlichcr Obrist-Wacht- mcistcr; und zu gleicher zeit brachte Georg Gottfried das schloß und die Herrschafft Kinsbcrg oder Königsberg, in dem Fürsien- thum Schweidnitz gelegen, an sich, mit welchem an. 1717 diese brLnckeabgestorben. 8ckl. ckron. ekrcnllr. p.r, zz. Tcs/o/r,-klicsnix re6iv. Duczr. 8ui6n. L)sur. Eben-Ezer/ oder Aben-Ezer / bey dem Josephs Corca qc- nannf, ist ein ort in dein gelobten lande, allwo die Philister über die Jsraclitcr gesieget, und die bundcs - lade genommen; sie wurden aber hernach an eben demselben orte wieder geschlagen und überwunden, woher der namc Aben-Ezer, das ist, Hclffcnstcm, gekommen, i- c. 4 L7. EbcnNozophin / von andern Azophi genannt, war ein Arabischer >,i.2rl>cmzricuL mr 10 oder 11 scculo, und legte sich aufdie crkänrltniß dcr fir-stcrne. m-on. noF«, 6s m-- kliem. c. ;r. H 7- Eberbach/ Ebersbach/ hcist i)eine in dem Rheingan, s weilen von Mayntz gelegene Bencdictincr-Abtcy, welche von dem Manntzischcn Ertz-BischoffAdelbcrto an. nzi gcstifftct worden; 2) cine'feinc stadt an dem Neckar, welche in das Chur-Pfaltzische amt Moßbach gehörest, und eine ineile von der stadt Moßbach entfernet ist; ;) ein amt und flecken in dem Fürstenthum Nassau, eine mcile von Dillcnburg, an denWitgenstcimschen gräntzcn gelegen. mvo^lk. Qcrm. Ertz-Bisthöffe zu Trier und Galyburg. Eberhard / Ertz - Bischoff nnd Churfürst zu Trier, war ein söhn Hezilonis, Pfältzgrafcn am Rhein, und wurde an. 1047 erwählet. An. 1049 bekam er von dein Pabst eine gewisse mutze, und dadurch die erneuerung des Tricrischen nr-mg-s durch Gallien und Germanien, daß er bey zusammenkünfften unmittelbar, in des Päbstlichen gesandten abwcscnheit, neben dem Kayser sitzen solle; worgcgen der Ertz - Bischoff zu Rhcims hcfftig protcsiirte. An. 1052 erhielt das Ertz-Stifft Trier schöne guter von dem letztem Grafen zu Arlon Walramo in dein Lnrcnburgischcn. An. 105;, unter seiner rcgicmng, ward zu Trier ein cörpcr gefunden, und, wie ihn ein gewisser Priester anrührctc, siengen feine singcr an von fett zn tricffen, worauf man glaubte, daß es der cörpcr des heiligen Apostels Mattbiä wäre. Letztens wolte er alle Juden, die sich vor Ostern nicht würden taussen lassen, aus dem lande jagen. Es machten aber dieselben fein bildniß von war, nnd steckten es an einen glüenden brar- spieß; wie nun dasselbe anficng zu fckime!- tzcn, ward der Ertz-Biscboff kranck, und wie es gantz vom spieße herunter siel, starb er gleich am sönnabcnd vor dem Ostcr - tage an. 10LÜ. Allein, cs gehöret mehr bewciß darzu, diese und an- ebe dre deßgleichen seltstnne zauber - geschichten, deren die Chronicken rmd Legenden dieser mitleren Zeiten gantz voll sind / so reicht zu glauben. ?. Lims!. i,cv. * Eberhard!, Ertz-Bischoffzu Saltzburg, war ein söhn Heinrichs, Grafen von Bwurg und Hilpvltstein, in der vber-Pfaltz. Nachdeme seine mutier Beetha lange zeit unfruchtbar gewesen, that sie der H. Jungfrau Maria ein gelübde, und gebahr hierauf ic> söhne, von weiche» Eberhard, als der älteste, zu dem geistlichen stände gcwiedmet, und nach Paris auf die hohe schule geschickt wurde. Nach seiner zurückknnfft ward er in dem kloster Biburg, weiches feme bruder gesichtet hatten, zum Abt, und an. 1147 zum Ertz-Bischoffzu Saltzburg erwählet, da er denn, in dem streit des Kaystrs Friderici I mit Alcrandro III, es beständig mit dem letzter» hielt. Als er einsmals einem aussätzigen das heilige abcnd- mah! reichte, und derselbe die gcweyhete Hostie alsobald von sich brach, hielte er die Hand unter, und verschluckte dieselbe; da er nun den Patienten wiederum besuchen wolle, und niemand an- traff, gerietst er auf die gedancken, daß ihn GOtt durch eine so wunderbare erscheinung m dem articu! von der r^.süwKsnriLrioi, habe proviren wollen. Man sagt, daß er alle nacht aufden knien gelegen und gebötet habe, und daß dahcro dieselbe gantz mit blut nnterlauffen gewesen. Er that den armen viel gutes, und starb an. 1164, worauf bey seinem grabe viel wunder geschehen seyn sollen. Unter anderen erzehlet man, daß, als ein dieb in der Domkirche zu Saltzburg einige kostbare Priester-kleider gestohlen, und unterwegs bey dem grabe dieses Ertz-Bischoffs vorbey gehen muss seu, habe ihn eine verborgene krafft an den füssen dermaffen ge- lähmet, daß er nicht von der stelle gehen können, und also über dem diebstahl ergriffen Worden. mscro^i. 8-llisb. LkeLFen llillor. LaUsd. in Oerm. 8. Eberhard II, Ertz-Bischoffzu Saltzburg, aus dem Adelichen geschlecht von Trugst», wurde an. nys Bischoffzu Briren, und au. iroo Ertz-Bischoff zu Saltzburg. An. 12 lz stifftcte er das Bißthmn Chiemste in ober- Bayern, an. 1219 das zu Seckau in ober-Stcycrmarck , und an. 1221 das zu s. Andreä oder Lavant in ober - Karndten. In dem streit des.Kaysers Friderici ll mit Gregorio IX hielte er des erster», parthey, und ward deßwegen in den bann gethan, wvrinnen er auch an. 1246 starb. merrox». L-ww. Lerm. 8. b>ll. Zslisb. pfaltzgraf bey Rhein» Eberhard / Pfaltz-Graf bey Rhein und Hertzog in Fban- ckeu, lebte zu den zelten Kaystrs Conradi I, Henrici Aucupis und Ottonts Sein groß-vaker Otto und sein vater Conrad der ältere, hatten das land Francken nur als Grafen verwaltet. Sein brnder Conrad aber folgte den fußstapffen derSchwaben undSach- sen, und warffsich nach abgang der Carolinger zu eineui Hertzog auf, von welchem das Hertzogthum nach seiner erhebung aufden Kavstrlichcn thron und noch mehr nach dessen tode, an Eberharden gediehe. Solchergestalt wurde dieser einer der mächtigsten Fürsten im Reich, sintemal er nebst Francken nicht allein ein stück von dem Königreich Australien an dem Rhein hinauf besaß, sondern auch die Grafschafften Meyenfeld im Tricrischen, Nainur im Jülichi- schen, Erpach, Sayn, Wied, Solms und Jstnburg in Francken au sich gebracht, deren heutige besitzer dahcro noch immer einige stücke von Pfaltz zu lehn tragen. Er war also der erste Pfaltzgraf, von dem man sagen kan, daß er ein gewisses land am Rhein besessen , obwohl seine Nachfolger sich erst Pfaltzgrasen bey Rhein zu schreibe» angefangen. An- 91; zerfiel er mit seinem bruder, wurde aber bald wieder ausgesöhnt, und commandiere darauf an. 916 die Kaystrliche armee wider Hertzog Heinrichen von Sachsen, welcher ihn aber bey Ehresburg aufs Haupt schlug. Dieses zu rächen gieng er mit seinem bruder aufs neue mit einer ansehnlichen kriegs- macht auf Heinrichen loß, welchen sie in Gruna einschlössen, und mit list einen frieden einzugehen bewogen- Doch hierdurch wurde der alte groll noch nicht gehoben, und weil Conrad wohl sahe, daß nach seinem tode stin bruder die Kaystrliche kröne schwerlich wider diesen mächtigen feind würde behaupten können, befahl er aufsei- nem todbette Eberharden, daß er die Reichs-kleinodien Hertzog Heinrichen, als dem mächtigsten und würdigsten Fürsten, überbringen solle, welches er auch that, und davor von ihm zeit seiner regierung viele kennzcichen einer gar besondern gnade verspürte. Dein ohngcachtct gieng es ihm sehr nahe, zumal, da nach Heinrichs tode dieses söhn Otto N zur Kayftrlichen würde gelangte, daß das Kaystrthum von dem Fränckischen und Carolingischen ge- blüte, aus welchem er entsprossen, auf die Sachsen gekommen war. Und ob er sich wohl bey des Kaystrs Ottonis cröuung einsund, und das Ertz-Truchstssen-amt versähe, so pflog er doch nach- gehends wenig srcündsthafft mit ihm, sondern hicng sich beständig an seine feinde. Dann als sich Hermanni BiliingÜ bruder Wich- mann wider den Kayser auflehnte, hielte es Eberhard mit stlbigem, sie wurden aber von dem Kayser dergestalt in die enge getrieben,daß er ihnen zu Magdeburg die damals übliche straffe einen Hund zu tragen , auferlegte, welche er doch an dem Pfaltzgrasen nicht vollziehen ließ. Nicht lange hernach zerfiel er wegen etlicher Vasallen mit des Kaystrs bruder .benrico, und nahm denselben mit hülffe des andern brnders Tancmari, der mit beyden in schlechten vernehmen stund, zu Bellick an der Nur gefangen. Ausdiestn glücklichen fortgang schlug sich Hertzog Giestlbcrt von Lothringen zu ihm, und machten sie dem Kanstr viel zu schaffen. Als es aber an. 9^9 bey Andernach zu einer schlackst kam, blieb Eberhard aufdcr wahlsiatt, und Giestlbcrt kam in dem Rhein um. Seine lande waren schon bey seinen lebzeiten nach der wider ihn ergangenen acht gelbeilet ebe n§ worden, und hatte Hermann Hertzogs ^-loipstl m-il von Bayern söhn die an dem Rhein gelegene stücke nebst der Pfaltzgräflichen wurde, und ein theil von dem Hertzogthum Francken bekommen, das übrige aber conrsllur lspiem, ein söhn Werners, so Eberhards bruder war, erhalten. Hieraus ist deutlich zu begreiffen, warum die ersten Pfaltzgrasen bey den geschieht-schreidern bald Hertzogc in Francken, bald Pfaltzgrasen in Francken genennet werben. LeFMo ciuon. I. 6. ALnesi. brsnc. verleb. Lobest I. r. killor. ?sl. c. i Lc 7- cllron. Zj-ir. all Virr. p- 941. Grafen und Hertzoge von würtemberg. X6. Der günstige lestr wolle sich hier erinnern lasten, daß auf absonderliches begehren, so im »amen des Durchlauchtigsten Hauses Würtemberg geschehen, alle Hrrtzoge dieses Hauses mit dem namen Eberhard hier sind weg gethan, und bis in den articu! würremberg verschoben worden. Wird man sich also unterdessen mit nachfolgender anweisung vergnügen. Grafen von würtemberg: Eberhard oder Eberthal I, Freyherr und Graf zu Würtemberg, Beutelsbach und Calb, Kaystrs Carole ül Groß-Hofmeister, starb an. 8n. Eberhard II, Graf zu Würtemberg und Paris, Groß-Hofmeister König Carls des einfältigen in Franckreich, starb an. Eberhard III, Graf zu Würtemberg, starb ums jähr 920. Eberhard IV, auch V, Graf zu Würtemberg, starb an. ir;8. Eberhard VI, der Durchlauchtige gefürsteterGrafzu Würtemberg, starb an. i;2?. Eberhard VII, der Greiner, gefürsteter Graf zu Würtemberg, starb an. i;9T Eberhard VIII, der Milte, und ältere Graf zu Würtemberg, starb an. 1419. Heryoge von würtemberg Eberhard I, im Bart, der altere, erster regierender Hertzog zu Würtemberg, Ritter des göldenen Vlisses, starb an. 1490. Eberhard II, zweyter regierender Hertzog zu Würtemberg, starb an. 1S4. Eberhard III, dritter regierender Hertzog zu Würtemberg, starb an. 1674. Eberhard Ludwig, zehender jetzt - regierender Hertzog zu Würtemberg, Ritter beeder Königlicher Orden, des Dänischen Elephanten, und Preussischen schwachen Adlers. Eberhard/ von Aithaen oder Lberbsräu« Arcb-ms. conus der kirche zu Regenspurg,lebte unter dem Kayser Rudolpho I zu ansang des i4secuii. Er schrieb annates der Hertzoge von Oesterreich, Bayern und Schwaben von an. 127; bis an. 140;, welche Henricus Canisius zu erst heraus gegeben. Voßius hält dafür, daß er viel aus dem Henrico Sterone genommen. Einmal ist gewiß , daß beyde Stero und dieser Eberhard, so wohl was die er- zehlung und umstände, als auch die Worte sechsten betrifft, so viel und genau mit einander übereinkommen, daß nothwendig einer von beyden den andern muß ausgeschrieben Haben. , sncig. leck. lle eccl. stibl. roW« lls bill. z,sr. 1. r c br. ^ Eberhard/ ein discipul des Bischosss zu Saltzburg 8- Herwig, so an. 1024 starb. Er lebte unter dem Kayser Conrado II, und schrieb das leben gedachten Herwici, welches Canisius heraus gegeben, t- I smig. I„ü. cc. L. 1014. lle still. 1.21. I. r c. 4 ). Eberhard/ von Bethune oder Lberstsillus Lerkunc,,^ > zuge» nannt Or,rciüL, weil er eine Griechische gismmsric. 6rs.-cilmus genannt , verfertiget: daran aber nicht viel sonderliches. Er lebte in dem 12 seculo, und schrieb auch ein werft wider die Waldenser, desgleichen einen tractat über die Worte Iohannis: m piinc-xw Verbum,Lcc. cie llript. ccc!. r. ü<» Ebernburg/ ein kleiner ort in der unter-Pfaltz, an dem Zusammenflüsse der Nahe und der Alsens, gantz nahe bey Creutznach, auf einem berge, gelegen, und mit zimlich ftarcken mauren umgeben, auch ehemals wohl bevestfgt. Zu ansang der religions-anderung hat dieses schloß dem berühmten Frantz von Sickingen gehöret, welcher verstattet, daß sich verschiedene vom Adel, so sich der Geistlichkeit widersetzten und deswegen von ihr verfolget worden, auch einige gelehrte die wegen der reformation anderstwo nicht wohl sicher waren, dahin begeben mochten, worunter vornemlich Ulrich von Hütten war, welcher von hier aus viele schafften ausgehen lassen; sodann von Geistlichen Johanms SchwebeliusMartinus Bucärus, Iohannis Oecolampadius, Caspar Aquila. Auch durch v. Luther selbst im jähr 1als er eben m der grostcn gefahr zu schweben scheinte, von diesem großmüthigen Edelmann dahin eingeladen. An. 152z als Sickingen m das bekannte unwestn mit dem Churfürsten von Trier verfiel, wurden diese gelehrte leuthe zerstreuet, und begaben sich an mehrere ort das Evangelium zu predigen. Indem oct. an. 1692 belagerten es die Heßischen troup- pen 10 bis 12 tage, musten aber, wegen annahernng des Franköst- schen succnrses, wieder abziehen. An. 1697 den 12 scpt.fieng der MarggrafLudwig von Baden an, es zu belagern, und den 27 des- P» selben - n6 ebe selben monats muste die Frankösifche garnison capitulrren. Das folgende jähr wurden, vermöge des Ryswickifchen friedens- kractats,die festungs-wercke dieses orts gäntzstch dcmolirt/nnd hrer- ,lachst ward derselbe den Freyherren von Sickingen , als ergen- Ihmns-Herrn , wiederum eingeräumt. nn». Nvsng. secte». ^.urkeraii. vikä U!r. Durren. 2^-e srr. r/. ^r/rorch„e - -7^- Ebersdorff / siehe Ehrcnfriedersdorff. Ebersbeim-Münster / lat. ignvi--nr»m, eine berühmte Beucdiclmcr-Abten und kleine stadt im Elsasn»iterhalb Schlettstadt,auf einer insul, welche der fluß Jll macht. Sie gehört mtter das Bißthum Straßburg in das amlBenfeld. Der u Ed- numdus Marceuc hat eine alle chroniek dieses clostcrs, darin» verschiedene gute fachen lind umstände enthalten, seiner LMicetioM /Uiccciuio-Iiin eingerücket. * Eberspach/ ein Würtembcrgisther flecken zwischen Göppingcn und Eßlingeu, wovon eine Frenhcrrlichc familie deu namcugcfuh- rct, davon einer Fclstcnardus an. ii8i das klostcr Adelberg gestin- Docum. rcciiv. r 100. Ebersperg / eine den, Bischoffzn Pastau gehörige kleine stadt in obcr-Oesterreich,an dein fluste Traun,gelegen. Ebersperg/tat. kb«rub--gn->-um. ein schöner Bäuerischer hof- marckl iin Bißthum Frevsingen und dem Müuchischen land- gcricht Schwaben zwischen München und Wasterburg gelegen. Hu den zciten Kayfers Arnulybi stunde der ort Sighardcn (strafen von Scnwken zu, welcher daselbst wider den einfall der Ungarn em schloß crbauete,dem die Ungarn nichts anhaben kunten. Lein söhn Rathold räumte die daselbst von ihm erbaute kirche s. Sebastian den Augustinern ein, welche durch die schcnstmigcn der nachfolgenden (strafen von Senwteu und Ebersperg, wie sie sich zu schreiben pflegten, zu einem ansehnlichen klostcr erwachsen. Besonders aber wird einer Adalbero aus diesem gcschlecht gerubmt , welcher im 11 seeulo sein gantzcs vermögen dein kloster gewidinct,und durch Vergünstigung des Kayfers an statt der Augustiner, Bcnedictiner- Münche hinein gesetzt. Diese haben dasselbige besessen, biß solches Hertzog Wilhelm V von Bayern an die in Bauern eingenommenen Leimten, mit bcwilligung Pabsts Clcmcntis VIII. verfchenck- te, welche daselbst mmmehro ein schönes LMw-gium rrbauct. o,ur- Naycrn p. Ii8. Ksmiilb. p. i;8. allwo er auch eines c^kroiiici Lbcttpcrzcniir grdcilcket. ?, , I. 14. 9 ;. Ebcrstcin / ein uraltes bcrg-schloß, ohnwcit dein Fürstlichen Wolffcnbüttelischen Hause Forst auf einem hoben berge, zwischen den beyden städtcn Bodenwerder und Holtz-Mmdcn an der Weser gelegen,von dem noch heut zu tage einige rullc,» vorhanden. Ehebesten hielten daselbst die Grafen dieses namens ihren Hof und resident;, Heute zu tage ist es unter dem »amen einer Herr- fchafft dein 'Wolsseubüttelischeu Hause zuständig. Es ist »och ein ander schloß dieses namens, welches von einer linie dieser Grasen besessen worden , und eine halbe mcile von Gersbach in Schwaben liegt. tt'opngr. Munkvv. ÜL IMiicb. z,. 82.. LttcLL-ütcli- ItrU p. 9-.z. Eberstein / die Graffchasst an der Weser, war eine von den ältesten in gantz Sachsen. Sie begriff in sich das schloß Forstcn- bcrg oder Fürstenbcrg, Ottcustein, das amt-hauß unddorffOH- sen , wie auch Arzen und Grohnde, ferner das amt-hauß Polte, und die städtc Bodenwerdcr und Hmnmeluug, nebst verschiedenen andern örtcrn. Gleichwie aber diese endlich um das iahr 1400 an die Hertzoge von Braunschwcig gekommen, also wurde die andere in Schwaben nach ausgang der Grasen, so mit denen an der Weser emerlcu Ursprung hatten, um das iahr isc-o zu dem Hertzogthum Würtemberg , der Marggraffchaffr Banden , den Grafschaffteu Wolckenstcin und Gronsfeld, wie auch dem Bißthum Sveuer geschlagen. Wiewohl schon an. 1288 MarggrafRudolphus zu Baden durch stine gcinahlin Kunigun- da, Graf Ottens zu Eberstcm tochter, das recht an diese Graf- fchafft vor stine nachkomnien erhallen , und den andern theil durch kauf au sich gebracht. dt. ?. 2er/err ßeogr. Eberstein., Das gesthlecht der Grafen von Eberstein ist eines ^von den ältesten , und ist schon vor Caroli FI. zelten in groyem flor gestanden ; wie denn einige davon in dem alten Sachftstheu Reiche Vier-Fürsten gcwestn. Doch kan man von stlblgen zcitcn au ihren nrsprung nicht uuverrückt herleiten. Das gewisseste von ihrem erste» Ursprung soll seyn, daß sie un- ebe ter die 12 Welffen oder söhne Jstnbardi und Irmentrudis gehören; wce dann Ebcrhardus, der stannn-vatcr der Grafen von Eberstein, diese beyde zu seinen elteru hatte. Dieser vermählte jich mit Hedwig, des Kayfers Henrici l tochter, und hatte seinen Hof im Hcgöw, sonderlich zu Hohcntwiel. Im namen des Kaystrs gicng er nach Rom, und wurde von dein Pabste, m welchem er am stnntage Lätare oder dem rostn - fvnntagc gekommen, mit einer rose, die der Pabst getragen , als er an dem gedachten tage der ?rocml>or> beygewohnet, beschcnckct. Als er nun bey der rückkunfft solche dem Kaystr seinem schwieger-vater gezciget, fetzte ihm dieser zum andenckcn eine rothe rose im meisten selbe ins wapen. Er hinterließ nebst einer tochter Wen- delgardis, so an Graf Ulrichen zu Buchorn verniädlec ivorden, z lohne nach sich, Philippum, Brunouem undLüdovicmn I. Der letztere davon hat sich, nach Rittcrshusii bericht, mit des Kaustrs Ottonish-I. tochter vermählet, und mit lhrdiestamm- linie an der Weser weiter fortgepflantzet. Er wohnte dem treffen unter Kaystr Heurico I mit den Ungarn an. 9z z bey Magdeburg bey , und legte vorlrefliche proben feiner tapfferkcit ab. Einige zeit hernach befand er sich mit unter den -8 Grafen, welche in dem ersten lurnier zu Magdeburg Hertzog Bcrthol- dcn in Bavcrn die Helme auftrugen. Sein fohlst Couradus l lebte zu ansang des 11 ftculi, und hinterließ nebst Wilhelms I einen söhn mit ihn, gleiches namens. Wilhclmus lieble den krieg, uud bcsiichtc an. ivgo den von Dertzog Hermcumen in Schwaben zu Augspurg angestellten rurüier', starb aber m seinen , öhncn wiederum aus. Sem brudcr Couradus II aber erhielt den stamm durch leinen söhn Berchtoldum I. Dieser erkannte von dem Rauhgrafen zu Dassel das amt Fürstenberg oder Forncuberg au sich, crbaucte das klostcr Hcrrenalb in Schwaden, und hinterließ <: söhne, Hugonem, Tbeodoricmn und AI- bertum, wie auch Couradum III und Ebcrhardum II. Die 4 eruern starben obnc leibes-erben, der letztere aber Eberhardus II zcugere Conradum IV und Henricum 1 . Couradus IV wurde Bnchoff zu Spcyer, und leistete dem Kaystr Fridenco II an. 1245 indem zuge ividcr Italien gurc dieuste, bekam auch, weil er vielfältig unter den streitenden parckcven wieder gutes vernehmen gcstifftct, den naincu eines friedenstjffters. Er schcnckte dem hoben Dom-Sliffre zu Spcyer d«zS Losheimcr stihr-und fergcu-geld, und fmrb a». 1245. Scin bruder Henriciis I halte 4, söhne Otconem I, Iohauncm , Tbeodoricum, welchen andere Coiiradmu mit bcstcrm gründ nennen wollen, und Henricum II, von denen ein jeder eine besondere nebcn-linie ausgerichtet. Der iüngste davon Hcuricus II hatte; söhne, Bcrtlwldum II, Olto- nein III uud Wilhelmum II. die aber die neue linie mit ihrem tode wiederum gccndiget. Diel'es ist merckivürdig, daß einige dafür halten , von dcm Oltone III habe die Otreu-höhle ihren mimen, von welcher gesagt wird, daß ein Graf dieses namens von Eber- stein als er mir aussah; angegriffen war, und sich deswegen in dein dorff Aroldisscn in einem besonderen Hanse aufhielte, darinnen im fommcr feine bccstunden gehalten, dieweil er ncmlich, als aussätzig, nietn in die gemeine kwch gehen dorffle. Die andere siamm-linie richtete Hcurici II brudcr Theodoricus auf, welcher das Unglück halte, daß, weil er sich wider stine» Ichcns-Hcrm, Hertzog Albrecht«:» zu Braunfchweig, mit krieg vergriffen, dieser ihn an den füsscn aufhängen und verschmachten ließ. Seine Hinterbliebenen 4 söhne flohen zu ihrer Mutter brudcr, dem Bi- jchoffe Hermann zu Camin in Pommern, welcher dein ältesten, ziemlich Ottoui 1 , die Hcrrschafft Neugarten daselbst geschenckch und, zu ausrichtung der Neugartischen linie gclegcnheit «gegeben. Er st«wb an. 1279, und hinterließ eine rochier Eunigundam, st an Marggraf Rudolvben zu Baadcn vermählet worden,und an. 1288 gestorben; desgleichen ; söhne,- davon der älteste, Otto II, die neu-aufgerichtete linie fortgepflantzet. Denn seine gemahlin, Anna Sophia von Gleichen, gebahr ihm nebst einer tocktcr r söhne, von welchen Ludovicus zu ausgang des 14 stculi gelcbet, und sich erstlich mit Euphemia, Frevin von Puthuß, und nach deren rode mit Anna Elisabeth , Gräsin von Manderschcid, trauen lassen. Aus der ersten ehe wurden ihm ; söhne gebühren, aus der andern aber eine tochter und ein söhn. Dieser war Ludovicus, po- stulirtcr Bischofs zu Camin, um das iabr 1472, resignirte aber diese würde, und hcyrathete an. 1480 die Gräsin Waldpurgin von Hohcnstcin, die ihn zum vatcr verschiedener kindcr machte. Unter diesen «st Gcorgius I zu merckcn, welcher die Hcrrschafft Mastw an sein Haus gebracht, und mir der Gräfin Walpurgis zu Schlick 2 töchter und z söhne gezeugct. Unter dicstn wurde der crsrgcbohruc, Stcphanus Henricus, «m. Rcichs-C«un- mer-Präsidcnt und Burggraf zu Alzel, und vermählte sich mit Margaret«;, einer Landgräsin in Hessen. Der andere, Wolf- gangiis, hcvmthetc Annam, Gräsin von der Lippe, sie stürben aber bendersttts ohne männliche leibes-erben zu hinterlassen. Der dritte so du war Ludovicus; dieser ward Hauvtmann zu SaM, Probst zu Camin. und starb an. i z yo, nachdem ihm seine gemab- lm, Gräsin Anna von Mansfcld, verschiedene kinder beyderley geschlcchts gcbohren. Unter diesen vermählte sich der erstgebohr- üe, Georg Caspar, au. 1; 89 mit Gräfin Kunigunda vou Schlick, und zeugte mit ihr, Annam Mariam, die an. 1614 Fridcrico , Frcybcrrn von Lamingen, und Annam Catharinam, so Gcorgio von Deiviz in Dcbick beygelegt worden; desgleichen nebst verschiedenen andern töchtern Ludovieum Christopborum , Georgi- iiiii III , Albumin und Cafparum, davon der erste, nachdem feine brüder bereits voran gestorben, an. i S6; mit tode abgegcn!- gen, und die Gräflich - Edersteinifche linie m Pommern gccn- Johannes l i ! Äz'I-si l»:L- 2>H, siH 772-- rk 72 ! 7 , 12 22:: Attai 21 ! 72 . 7 . ÄllUt SLR 0Ä SL: kiA-cr !cS >! Iüüi2' «SL :cp- SSL: iais -- :! 7 c -2 - 7 " isi ss. Lss2! !Ä !tM^' - ^ jlH -H « 1 ^ 5 ' -xM « siß > H .tn^H öa^S Vls-f ^I l-L!^ «-Ä ebe Johannes, Grafzu Eberstein, ein söhn Heim« I nnd bnider Ottonis !I - Tveodoricr und Henricill. richtete nebst seinen brü- dcru, wie bereits gedacht/ gleichfalls eine besondere linie auf. An. 1264 trat er in eine alliam; mit Hertzog Albrechten zu Braun- schiveig und andern wider Marggraf Heinrichen in Missen, wurde aber in der darauf erfolgten Wacht gefährlich verwundet. Seine gemahlin, Gräfin Elisabeth zu Bitsch, gebahr ihm Vmchardum, so an. i z 74 dem turmer zu Eßlingen beygewoh- net, desgleichen an. 1408 einem andern zu Helibrunn , und Berchtholdum IH, sonst Heinzmamr genannt, der,um das jähr 1570 gelebt, und wie einige davor hatten, die Würtcmbergische Haupt-linie aufgerichtet hüt, ob schon andere Eberhardi erstge- bohrnen söhn Philippum, so nur das iahe yzz gelobet, dafür angeben. Seine gemahlin Margarethe, eine Gräfin von Oettin- gen, gebahr ihm Wilhelmuni III. welcher ein vater Bernhardt II worden , so an. 1461 gelebct, und nebst 2 töchtern Iohannem gezengct, welcher an. 1479 gestorben, nachdem er verschiedener kinder vater worden, darunter Bernharvus III an. 14^9 geboh- ren, und an. 1526 gestorben, nachdem ihm von seiner gemahlin Cumgunda, Gräfin von Sonncnberg, iü kinder gebohren worden. Von den söhnen haben Wilhclmus IV mit Johanna, einer Gräfin von Hanau, und Johannes Jaeobus das gcschlecht fort- gepflantzt; Wilhelmus IV- so an. 1562gestorben, zeugte 4 söhne und 6 töchtcr, starb aber in seines sohns Ottonis töchtern,wiederum aus. Sein bruder, Johannes Jaeobus, hatte 2 söhne, Haubertum oder Robertum, Grafen in Eberstein und Riringen, Herrn in Fraueuberg und Wertenstem, welcher an. i;87 gestorben, und Iohannem Bernhardum; dieser hatte 2 söhne, Philippum und Iohannem Jacobum, davon der erstere an. 1609 gestorben, nachdem er von seiner gemahlin, Philipp« Barbara, einer Freyin von Fleckenstein, ein vater Johanni Philipvi worden, der an. lürr gestorben. Johannes Jaeobus aber hatte 2 gemahlin- nen, davon ibm die erstere 2 söhne gebohren, welche ausser ehe gestorben , die andere aber Margarctba , Gräfin von Solms- Lanbach, gebahr ihm nebst andern Iohannem Fridericum , welcher an. 1647 gestorben, nachdem er von seiner genrahlin Amalia, Gräfin von Cnechingen, ein vater dreyer söhne und zweyer töch- ter worden, davon die beyden ersten söhne nebst den töchtern in zarter kinbheit verstorben; der dritte söhn Castmirus, vermählte sich an. 1662 den s mau mit Eleonora Maria, Gräfin vonNasi sau-Weilburg, starb aber noch daffclbige jähr den 22 dec. und endigte seine linie. Die Hinterbliebene tochter, Albertina Sophia Esther, soan. 1661 den 20 may gebohren worden, vermählte sich an. 1679 mit HcrtzogFriedrich Aügusto von Würtenberg-Neustadt. Otto II , Gras zu Eberstein,GrafHeinrichs des ersten 4tc söhn, richtete, gleichwie seine brüder, gleichfalls eine ftamm-linie auf. Er verbesserte die Grafschafft an der Weser, und bauete das schloß Ottenstein. Seine söhne waren Fridericus I nnd Hcnricus lll. Jener lebte um das jähr i zoü, und hinterließ nur eine tochter, durch deren Vermahlung an GrafSimonem von der Lippe, zwischen den beyden Häusern die langwierige seindseligkeit aufgehoben wurde. Sein bruderHenricus III aber hatte 4 lohne und eine tochter Agnes, welche an. 1Z22 mit Hertzog Ernsten zu Einbeck und Grubcnhagen, vermählt worden, und an. iZ44 gestorben. Die söhne waren Albertus, Ludovicus, Otto III, welcher an. i; 7 t in einem treffen bey Levester, da er Hertzog Magno zu Braunschweig wider Graf Otten zu Schauönbürg beystunde, geblieben; und endlich Hermanuum I. Dieser wurde von seiner gemahlin Armengardis, Grafinvon der Lippe, ein vater Ottonis I V- so ohne erben gestorben, und Fridcrici II , welcher Hcrman- num II gezeuget, soan. 140; nebst Graf Bernharden zur Lippe und andern den Hertzog Henricum zu Braunschweig bekrieget, darüber er in den Päbstlichen und Reichs-bann kam, doch aber endlich von beyden wiederum loßgesprochen wurde. Seine tochter Elisabeth« wurde an Hertzog Otten mit dem schieben-beine zn Braunschweig vermählet, seine söhne, Henricus V und Otto V starben ohne kinder, jener an. 14; z, dieser aber mustc wegen eines an dem Grafen Henrico von Homburg in der kirche zu Amelunx- born begangenen Mordes ins elend fliehen, darinnen er auch das leben eingebüßet. De ciiron. eccl. iäsmel. gpuä Ivieiboin. t. r rer. 6crm. p. ; Ltiron. ^linä. spuä I» 4 e>l>ow. r. i p. ;6;; sääirlo- nes sä Lcksknstz. in ?ittor, illullr. vor. tcrjpk. rom. i p. r;8 ; 8sclill cllron. c. >24, 14; Ac. /.-L-rexr Osüs!. cllron. I. i p. 9 L ro.I. 7 p. 127; 0«7»r snn. 3 uev. I. 4 p. 2 c. z p. 109; Lrsunll cürun. ?. 4 ;8o> ^84. tsm. emorr. I. r ; /joAr-rr«». äe oriß. mvnrcli. t'. r<,8. Le/,«-«». 8pe;r. ctir. l. ; c. 74, 89 c^^L«ö8sx. l.i. cotmogr. I. s c. 414. in vor, scl e. r rei. Osrm. p. 794. g^,a!nA. pro Orkane IV Imoer, 6cc. §enesl. ?. 2. L/>e»err« Iiillor. inllxn. kg. N. O-stcn-IlisI p. 94z Iccp ^ Eberstein / eine Adeirche familie, welche von langen zeitcn her an den« Rhein, absonderlich aber in Hessen, in ansehen gestanden , und heut zn tage in dem Mansfeldischen, Gchofen, Leinun- gen nebst andern gutem besitzen soll. Wilhelm hat an. 12z; dein thurnier zu Würtzburg und Bernhard an. izn dem zu Ravcn- spurg bevgewohnt. Johann Albrecht Ernst war um das jähr 1646 Hcffcn-Darmstadtischer geheimder Kricgs-Rath und Gene- ral-Liciilmant, rmd hatte einen söhn gleiches namens, welcher Ober-Berg-Hauptmann bey den Grafen von Stollberg worden. An. 171? war ein Baron von Eberstein Königlicher Pohlmscher und Chur-Sächfischcr Lxcr3oräi»sir Unvo,L an dem Ehur-Pfäl- yisthcu Hofe. Um eben diese zeit bekleidete Ernst Friedrich von Eberstein bey dem Hertzoge zu Zeitz die stelle eines Hof-Justitien UNd LoiMsr-si. Raths. ebe ebi ir/ Eberswald/ siehe Ardenner-Wald. Eberswalde / siehe Neustadt. Ebertus / (Theodorus) urolessor der Hebräischen spräche zu Franckfurt an der Oder,allwo er an. iäi8und 1627 das arm eines KeÄoriz verwaltete. Er ist wegen seiner schrifften bckaniit, darunter sonderlich eio^is jorizLooNiirorum Lc pollcicorum «nrum jllu- llriuln, var zu Kitzingen in Francken den 8 nov. an. izii gebohren, und wurde an. ichr; nach Anspach in die schule geschickt. Nachdem er kaum ein jähr daselbst gewesen, ward er kranck, und als er deswegen nach Hause reisen wolle, fiel er vom pferde, welches ihn fast eine viertel meile schleppte und dergestalt beschädigte, daß er einen bnckel bekam. Hierauf gieng er an. i->2; nach Nürnberg, von bannen ihn der Rath an- mzr nach Witten- berg schickte, da er an. 19 ;6 wurde. Weil er schon schrieb, gebrauchte sich seiner Melanchthon, und setzte bald ein solches vertrauen in denselben, daß er fast nichts anfieng, wenn er es nicht vorher mit Ebero überlegt hatte, welchen man dahero im schertz repertorium tMiüppi nennte. Auf dessen veranlassen hielt er in ses- nem Hause coilcZia, bis er an. 1944 vrokeUoi- pll>>o!opi,i.-e , und an. i :;6 ?k»tcssor der Hebräischen spräche und Prediger wurde. Nicht lange hernach ward er nebst Mlanchthonc auf das coiio^mum nach Worms geschickt, und an. 1558 an Bugenhagii stelle zum obersten Prediger in Wittenberg, und an. 15 zy zum voüore Meo- iogi.-e gemacht. An. W 8 gieng er nebst Paulo Crellio nach An- spach, die streitigkeiten unter dem beyzulegen; endlich aber, als er von dem cmioqu,» zu Altenburg nach Hause kani, starb erden 10 dec. an. 1^89. Nach Melanchthonis tode war er unter dessen lehrjüngeren, und in Sachsen sogenannten e-H-pw-Calvini- sten einer der angesehensten, wurde auch daher vom gcgentheil sehr angefochten. Man hat von ihm exposirioncui evsngcüorum cio- minicsliurn; cslenä^riuni kiltoricum pnpuli suäsici L recliru Usb^- Hnico sä tticroloi> L^r/to/L «ä , Llrcii-iinä Kccxsr-liiltorie. * Ebeys / ein Egyptischer Sultan,welcher an. n z 6 seinen Herrn den Califen, der ihm die regierung dieses Königreichs anvertrauet hatte, erschlug, und dessen schätze raubte, wovon er einen theil in den pallast warst, um unterdessen, da er mit dem schwerdte in seiner Hand die flucht nahm, dem volcke etwas zu thun zu machen. So bald die Tempel-Herren von diesem morde Nachricht bekamen, setzten sie ihm alsofort auf der land-strasse gen Damasco nach,schlugen ihn todt, nahmen ihm den geraubten schätz, und verkaufstcn seinen söhn Nosccradin für 70°°° krönen den Egyptiern, welche ihn hinrichten liessen, um. äs tt-rrars äs 8 . I. I. c. Ebingen / ein stabilem und Herrschafft in Schwaben vhnweit Balingen. Vor diesem gehörte es denen von Hohenberg, von welchen es an Würtemderg/und von diesen an die Grafen von Schlick gediehen. 0.-/7. pansiip. p. 98. Ebion / wird für einen Urheber der so genannten Ebionitm/ welches ketzer im ersten seculo waren, gehalten. Es stehen zwar ihrer viel in den gedancken, daß dergleichen ketzer, die man Ebioni- ten nennet, niemals in der weit gewesen, und soll der name der Ebionitcn den Christen von den Jüden seyn beygelegt worden. Denn Ebjonim heist in der Hebräischen spräche so viel als arme, mit welchem namcn sonderlich die Jüden, die sich zum Christenthum bekehrten,beleget wurden, theils weil die meisten unter ihnen sich in zeitlicher armuth befunden, theils, weil sie den armseligen und verachteten Jesum für den Meßiam hielten- Nun ist nicht zu leugnen, daß Jrenäus und andere vor dem Epipbamo zwar der Ebivniken, nicht aber des Ebionis gedmcken, Eviphanii Zeugniß auch von vielen nicht für gültig in dieser fache erkannt wird. Gleichwol aber, weii*Jrenäus die Ebioniten zu denjenigen ketzern sitzt, welche von ihrem urheber ihren namen führen, ist daraus zu schlief sen,daß auch sie allerdings von den« Ebione ihre bcncnmmg haben. Ob auch gleich die ersten Christen schimpffs-weist, wie Origenes bezeuget, von den Jüden Ebioniten, oder armselige find genennet worden, so folgt doch daraus noch nicht, daß kein besonderer ketzer dieses namens gewesen sey. Wann aber Euscbius jagt, die Ebio- niten wären so genennet worden, weil fle recht arinsclig und geringe von Christo gelehrt hatten, zielet er zwar aufdie bedeiitting dieses namens, langnct aber dadurch keines weges, daß sie nicht von dem Ebione ihren Ursprung haben. Sonderlich scheinet nicht wenig aufdas zeügnusHieronymi zu gehen zu seyn,welcher denEbion deutlich einen Nachfolger des Corinthi nennct;anch aufden anhang an das buch Tertulliani äc r^ic-ipr. da ebenfals von Ebione als einer sonderbaren person gcredt wird. Was nun die lehren der Ebio- niten anlangt, wird ihnen beygemcsscn, daß sie die gottheit Christi in zweiffel gezogen, auch daß einige aus ihnen gar behauptet, baß Christus von Joseph nnd Maria gebohren worden; ingleichem,daß sie es in vielen stücken mit den Juden gehalten, auch deswegen die Nothwendigkeit der beschncidimg und beobachtung des gesätzes behauptet , welches alles aus diesem gründe geflossen, weil sie geglau- bet, daß Cbnstus nur um der Jüden willen in die weit gekommen. P Z Fernex n8 ebm ebn Ferner sollen sie die stadt Jerusalem angebetet,und so wohl den säb- bath mit den Jüdenmls den sonntag mit den Clwisten gcfeycrt haben. Das iooo jährige Reich haben sie gleichfalls nebst dem Ce- rintho geglaubet, und die sclmffren des Apostels Pauli und Johan- nis, wie mich die Apostel-geschichte durchaus nicht annehmen wollen. Es zweifeln aber einige, ob ihnen mit recht alle diese irrchü- mer bcygcmcsse» werden. Vielmehr wollen sie solche in unterjchie- dcnen stucken entschuldigen, und zwar aus den homilien, die dein Clementi beygelegt werden, aber von einem Ebionitcn sollen gemacht seyn , und sich in des Cocclcrii lcripiix pLrcuii. Lpollollcorura mit besinden, cssll. allNNilncielpii. I. I. c. rö. Or^e- I. 2. sllvcrk. Lelt'u.n in ll»e, ir. I- 4- p- 84V. ^ ?bl locLÜL c. i. „//». go prL-lcr. aöv. t..rreü cup. ZZ- tiLr. Z 7 - I,L-r. cüp. 8. Lc O.„,E 2?c Disi. c. r.ucit. ircm in (iomm. scl Lk. 6k. L«- l- 5 - lull. ecclcs. c. zi. 77 -co^o^c 4 . b^r. Srt>. 2. c. 1. snn. sll .1». (.kc. 74. ÄMott. I.illnic- c,i,. c. 8. cle ti^rcil rrvi sz>c>ll. 1eÄ. 1. c. 6. Ncl-icc-kill. U. l. I. 1. c. 4. h. 1:. * Ebniatiiiqm/ ist ein Zünchlsches dorffimd obcr-vogtey, so von einem jeweiligen Herren Bürgermeister der im anu der erste und älteste ist, als eme grichts-hcrrlichteit verwaltet wird, der dan tun keine straffen rcchmmg zu geben hat. bUumcKU mc-r-llw. p. 61. Ebn Lhalican/ mit seinem völligen nähme Achmed Eb» Mo- chamnied, Ebn Chalccan, Abul Abbas, Schamsoddui: ein sehr berühmter Arabischer seribent ist gcbohren cr. ». 608. d. i. /r. srii hat sich mit unterschiedlichen schnüren betäubt gemacht: nichts aber hat ihm grösseren rühm erworben, als die history der flirtreffichcn lind gelehrten leuthen, so unter der Araber regierung florirt, bestehend in z volum. der grimd-gelehrte Abt a« ^»„gueru- hatte einmal vor, dieses wcrck in Lateinischer sprach heraus zu geben und beyzufügen: ist aber bisher daran gehindert worden. Dieser suckioc starb m. 681. d. i. L-1282. über 70 jähr alt. " Ebner/ werden in den ältesten urkundeu Ebener/ Ebmcr und xbc,i-irH gcnennct. Sie sollen vor Conradi 111 zeilen , nach zcrltö- rung der stadt Nürnberg,in dem Nordgau Kayserl. richl-uuv voigl- ämtc versehen baden, nach welcher zeit sie als schöpffcn des Kansecl. land-gerichls und des Raths zu Nürnberg, und zwar in Teutschen documeutcn mit dem tckul Herr unter den vornehmsten von, Adel gefunden werden. Hermann Ebner der altere starb an. 110;.Hans war au. , >96 Thuniier-voigt zu Nürnberg. Friedrich sichtete an. 1208 em scel-haus, so noch von seinen nachkommen mn unterhalten wird. An. 1225 verfiel einer mit bey dem beylager des mugen König Heinrichs, auf dem schlösse zu Nürnberg. Um eben diese zeit lebte Bigeuot der Ritter, dessen cnckel, Conradi söhn, die von ihm ererbte Bibcrachischc lehn an. izo8 besaß. An 128° haben Frid ruh und Eberhard das 8. Clarcn-klostcr zu Nürnberg gestistlct, und den Minoriteu-orden angenommen. Conrad wird in einer schuld-vcr- fchrcibnng von dem KönigcAlbrccht au. 1 zc-5 v.c pcov.a.-s benahmt. Chrislina, Senfrieds lochtcr, war eine Nonne in dem Augustiner- kloster Engclthal, nnd ihres heiligen lcbens wegen , und innigster gemcinschafft, die sie mit Christo haben solle, in solchem ruf, daß -er Kanser Carolus I V nebst einem Bischofs,; Hertzoge» und vielen Grafen an. i;?c>zu ihr kam, und für ihr nieder kniete, um den fegen von ihr m erlangen. Es sind von ihrem lebe» 2 uralte büchcr vorbanden, in welchen viele sonderbare begcbenheitcn zu finden: in- glcichen ein von ihr verfertigtes büchlcin vouJen gnaden, so der Herr den schwestern allda soll erzeiget haben. wie starb an. izch ui dem 70 jähre ihres alters. Ihre schwesrer, Margaretba, von anderen Catharina genannt, gicng in das kloster Maria-Mcdingcn den Dcklingcn, Prediger-Ordens, und stund mit Susone nnd Dau- lcro in guter bckanntschafft. Sie starb an. 1; 5 > in dein So jähre ihres alters. Es ist ben gedachtem kloster das original ihrer lcbeus- bescbrcibung und crscheimmgcn vorbanden, so sie von an. n > 2 an selbst aufgesetzet, und daraus ?. Eustachilis Eiscnhnt einen kurtzen begriffa». - 688 in 8 drucken lassen. Friedrich war an. 1550 nebst 2 Rittern schicdsmann zwischen dem Abt zu 8. Gilgen und der Gräfin Anna von Nassau wegen einiger land-güter; dessen söhn gleiches namens wurde an. -577 in einem lehn-brieft des Bischosss zu Wnrbbnrg als Ritter erkannt. Albrecht war an. 1599 nebst Fri- dcrico, Burggrafen z» Nürnberg nnd nachiiialigem Churfürsten, dem Deutschmeister und andern von Adel schicdsmann zwischen Bisthoff Gerharden zu Würlzbnrg und denen in solchem Bißtbinn gelegenen städtcn. Sein söhn Wilhelm stund bey jclztgedachtcm Burggrafen in sonderlichen gnaden, und Anton war bey dessen sobne, Marggraf Albrechlen, um das iahr 1451 wohl gelitten. Hans, Ritter, ein söhn Malthäi und Maraarcthä Schürstabin, überbrachte an. 1520 dem Kanser Carolo V die MllzniL zu seiner crönung nach Aachen, und hielt sich an. 1552, da -Nürnberg von dem Marggrafen belagert wurde, als obrister kriegs-hauptmann, in der stadt sehr tapffcr. Er starb an. 155z und ist aller lebenden Ebner vonEsthenbach stamm-vatcr worden, cl.ro, ,no,^ck. x. 590. kcrriiclr eic clcr z-ll. gelclil. xi. 80. leben krick. !. cliurf. 2-, Lr^iRenb. IceMr-biss. ?. 4. p. clc k-turin.b. p. 88. Avn^ceun. fznat. ^>. 249. cliron. cle; precl. orclenz. cbron. I. r. * Ebner / (Hieronymns) des jclzgedachtcn Johannis bruder, wurde den 5 ja», an. > 477 gcbohre». Nachdem er zu Jngolstadt unter Sirtino Sugerio seine studicn absolvirt, und sich hierauf an des Kaysers Marimiliani Hofe eine zeitlang ausgehalten hatte,wurde er an. 1 > 12 in dem Rath zu Nürnberg ausgenommen, auch, da er nur z? iahr alt war, zum Losnnger ernennet. An. 1524 bestieg er die höchste stnsse in dem Nürnbcrgjschen Rath, und verwaltete anbey viele wichtige amter. Er wurde an. - 507 zu dem buudstag ebn nach Ulm an. 1509 und 1510 nach Bamberg, und an. 15 n mit Bilibald Pirckheimern auf eine tagsatzung wegen Jörg von Genügen plackerey, ingleichen zu beukgung der stre>.ttigkeit zwischen dem hause Brandenburg und Nürnberg zu Heildronn gebraucht. Er hat zu ausrichtn».; des Numbergischen g/n-n-Ri, und zu eiufüh- rung der Lutherischen religivn mel beygetragen, auch diescrwcacii mit Churfürst Friedrichen zu Sacbsen, Marggraf Albrechten in Preusieu, und andern Fürsten briese gewechselt. Er war ein lieb- haber der gelehrten, weßwegm ihm Lutherus schon an. 1518 diecr- klarung des 109 Psalms, durch »Lpalatmum zuschreiben ließ. 54 - 299- cyroii. I. 2 - 8 - I I09. Iiist. 2. 2U ilc, Kctdcm. big. virz ^clsockc. x. ,„Z. irol-. //eF. LicHN. Hicocr. ciusUei., epicc^iz f. 172. Ebner/(Erasntns) Hieronymi söhn / wurde zu Nürnberg an i; n den 21 der. geoohrm / und reiscte in dem > z jähre seines as. tcrs nach Wittcnderg / allwo er den studien / unter der amßchk Philipp! Melanchthonis/ oblag. Dechibe setzte ihm zu liebe die Licmcnr» auf / so hernach gedruckt worden / und nahm ihn au. 1529 und -z ;o mit auf den Reichs-tag zu Speyec uiid Auaspurg. Das folgende fahr gicng cr nach Franckmch unh Italien/tam an. 15;6 m den Rath zu Nürnberg / nnd besuchte in diesem und den folgenden jähren daS Kayftrilche Land-Gcrichk zu Onoltzbach als Urcheitsprechcr und Assessor. An. 1557 mnste er die stadt Nürnberg bey dem Conveiir zu Schnialkaldcnvertrctm/ und an. - 5; 8 die in den kiöstern zcrstreuetc büchcr zusammen suchen lasten / um eine osscntliche bidlivthec davon auszurichten. An. i;w rcistle er aus den inunh-lag nach Augspurg / an. i54c>ausden re« llgioiis-tag nach Worms / und an. 1541 nach Regcnspurgauf den Rcichs-und nach Spencr. aus den Statt-tag / an. 1542. wiederum auf den astda gehaltenen NcichS-tag / und nach Ist- Iiiigcii um der stadt Esstiiigcu wieder Wurtenbcrg / und au. 154z der stadt Schwäbischen - Hall wieder Hohcnlvhe Instand zu leisten. An. 1544 wurde er auf den ReichS-tag nach Lwencrund Worms / ingleichen zu demjenigen / so zu Nürnberg gehaben wurde/ depmiett / nachmals an. 1545 aufdenkagder CoiiseffionS-verwandien nach Fraucksurrh/ wie auch an. 1547 aus den Crayß-mg nach Aöiiibshcim / leruer zum Königin Böhme»/ und dann zum A ugspurgischen NcichS-tag geschickt. An. 1548 ciicng er ziidcr bcrarhschlagimg wegen des mrcr.mS/nach Hause/ und inachte deswegen bey den Churfürsten von der Psattz und Brandenburg scmealisivartmig. Zu ende dieses jahrs verrcisele erausdm Crayß-iag nach Wmdshcim / an. 1550 nach Angspurg auf den Rcichs-lag/mid leistete dcrstadtUlm bcnstandzferncra. 1551M»- mal nach WiiidShcim aiifCrayß-lägc/mglclchcnwcgender Mil- lciibcrgcr staffel nach S chiüsselfcld / dann aus den buiidS-tagnach Psoryheim. Da an. 1582 ein tricg tnseinem vaterlanocentstund/ hacke er m wahrender belagernng der stadt Nürnberg die ober-auf- stchr über das Proviant / nnd bey vorgenommener Unterhandlung vieles zu verrichten. Darauf begab er sich zum Kayscr / um deu von MarggrafAlbrcchtcn erzwungencnvergleich zu cmschuidigcn. Au. 155; besuchte er den von dcn vercmigren Ständen zu Num« berg anqesehlcn tag / und wurde nachgehcnds/ als derselben verordneter Kriegs-Nalh/andm Blschoss von Würtzbnrg und Dam- derg / ferner nach wachsen/ dcrvercimgtcn Stände lncercMzu dc- sördcrn / geschickt / da er dann Hertzoq Heinrichen von Braun- schweigvölliq ansdcr vereinigten Stände scitc brachte/und vieles beylrug/ daß der vergleich zwischen ihm und der stadtBrauu- schweig gestiftet wurde / von welcher zeit an er sich beständig bey dem Hertzogeausgehalten / und deiiselbendahm vermocht /daß er der ronsederiertenparthey beygclha» verblieben. Er halfauch gedachten Hertzog an. 1556 mit Hubeck / Hamburg und Lüneburg vertragen. Nachdem sich nun dieser krieg mit MarggrasAIbrcchtS tode gcendigcl / und er den vereinigten Standen und seinemvater- lande viel nutzen geschafft / nahm er auf stetiges anhaltendes von Schwcndl a. izzchbeh den Königen von Svamen und Engeland dienste an / und verharmc darinnen / da auch die Königin Maria schon gestorben war/ bis ihn endlich Hertzog IulmSzu Braun- schweig an. 1569 zu einem Hof-Rath ernennte. Woraufcruach der Hand sich die Probstcy des klosters Dorrstadt / um dem siudic- rcu besser abzuwartcu / ausbat / wtcwol er bald hernach an. 157! wiederum nach H ofkommcn muste. Er starb zu Hclmstädt an. 1577- und ward daselbst begraben. Er war ein sehr gclchrtcnmd beredter mann/ auch cm guter Poet. Don seinen LLrwinMu 5 sind gedruckt Nkzimus 12 ; epiccllinn lluorum kcLrcum Oz.olj Viäoriz öc Ulii- I.z-pi XtLßni, Ducum Üninkuicenlium, bliocum ticnrici ju». (;u> zg?ci- c>um 1;;; occuk»,c>u»r , cum cluobus cliro.iockicliis ; L^ilLpI.irL2.i>Ii V./toriz Nliill^pi öc Nicncic. p^rrl 5 Lc.miuicc.il.ulN , UNÜ folgende v. . 4 ncl,'. Omicianum. Llj ticilum Lobznum I 4 cNum, clc inomo, Ns HunNan. corllaro coquo, lle ouollsm monackoj ingleichen ein Lateinisches und Deutsches / N unlons .c ißw-ui. cl.rc>n.I.2?..ior.HcLi2rc/>ck-.cpißr^m.I.4 0 / 6 cssll.l- 4 .cp -4 se 6z. conlll. NNol^ll. r p. 567. H/k» poct.c liill. i.cm Lcrm. 6,/-,i7,/„ collcAio vczrioi.uln <8c eleg. funckrium rc»,i. 5 ?. 170 kH -Uc- jocolcriL n. 170. 49.. 665. Ebner von Esckwnbach/ (Johann Paul) Dobia nnd Ursula Grundherrin von Alteickhan sohn/war zu Nürnberg den iz im- a. >641 gebohren / und legte allda den gründ seiner studien.-hierauf gicng er nach Tübingen nnd Straßburg / an welchem letztem orte er eine allsu-mloli ac jurc I/»U,N, icncill„ti 5 <;uc 9 !-iv.lcssi-hielt/ und hernach bey Graf Gottlteben von Windischgratz/ nachmalS Reichs-Vice-Cantzlam / die stelle eines Hofmeisters bekam. M demselben / als Kayserlichen Lnvo-c. gicng er an verschiedene Pose in Italien/ und bekam gctcgenheit / bey dcrdamahligmstrm- ugkejl zwischen dem Hertzoge von Mantua und Moden« / we ebo ebr M einer lgnds-cheilung seine in der gcometric habende geschickt uch.eit zu zeigen. Bey seiner ankunffk in Nürnberg würbe er so- gleich an Chur-Sachsen verschickt / und nach seiner rückkunfstm den Rath aufgenommen / auch zu vielen wichtigen amtern gebraucht. Erstarb als ein Mitglied des innern geheimen und Appellation-Raths/obrister Vormund der witlwen und waiscn/o- brister allmos-pfleger/ curacor der Universität zu altdorff/u a.m. den. 14jul. 1691. Es lind von ihm irl ll^o tapiäsri.relus Q.iIÜL, renomchium ießionis krLNcvnjcL pclleliriz , lol l'vroliz occillenS ^ orier-8 , mmulus OncHs.- , wiewohl ohne seinen namen gedruckt zu finden/auch sehr viele schau-münyenvonihm invcntiert worden. Seine gemahlin Maria Magdalena/Johann Philipp Volt von Wendelstein auf Guttenburg uNvErlenstegen/und der Imhof tochter/hatihm ? kinder gebohren/wovon nach ansang des 18 seculiHieronymusWilhelm und Johann Carl/beydedes Raths und Bürgermeister waren/ die denvon ihremvatergesamm- letcn schätz / an alten statucn / ffgnis > m-rmorivus. gefaßen/ alten müntzen/msnutcripi!§ u. d. g. um ein merckliches vergrößert. kotier- curric I-oxr. f. iz; re moner. ver, K,om. 88. ewig vcrllummrer Apollo. 64. ?kiar. gsugr. I 4 ilp. Lc. x>. 440. 84^,4,, AcsgcMjerom. 2 f.l8. tom.; f. 27.cie ciariz di 011- derA. viks j. ?. Lbncrs. Eborach/Ebrach / ein sehr reiches kloster Wercienser-Or- dens nebst einer kleinen stadt in Francken/4 niesten von Schwein- furt in dem Sieigerwalde / an einem kleinen fluffe gleiches namens/ gelegen. Estst an. 1126 unter demKayser Lolhario von 2 brudemvonAdel/dresich von Eboraw schrieben/ mitemwilligung ihrer schwcster Berthstdis / an dem orte / da ihr stamm-hauß gestanden / erbauet worden. Nach der zeit istes durch vermachtnche und anderestiffttmacn des Kaysers Conradi II l > und seiner gemahnn Gertrudis / die nach ihrem tobe daselbst begraben worden/da sievorherobey ihrem leben sich mehrmals daselbst aufgehalten/ und kostbare meß-gcwandte sehr künstlich verfertiget; desgleichen der Grafen von Casjcl / Henneberg und Nhiencgk/wie auch der Burggrafen zu Nürnberg / Johannis und Frieverici / welcher lOtcredem Nüster ewige guter in Prugk und Schwabach geschen- ckel / zu solchemwachsthüm gediehen / daß einige fürgeben /es sey solches nur um ein einiges ey armer / als das gantze Biffhum Wurtzburg. Allhier verwahret man die hertzen der Bischoffe zu Wurtzburg /welche am einem mit4 Pferden bespannten wagen hie- her gcoracyl werden. Ausser bereits gedachten leichnammen liegen auch daselbst Hertzvq Friedrich in Schwaben / des Kaysers Con- radiIIIsöhn/ und die Kayserin Irene /desKaysersAleriivon tzvnstantmopel schwcster und Philivpi gemahlin / begraben. Die vortreffliche kirche daselbst hat an. 1200 durch sorgfalt des Abts Hermannl ihren ansang genommen. Es hat dieses kloster vielmaligen sireitwit denBischoffen zu Wurtzburg/ welchedieschntz-ge- rcchtiykeit darüber haben wollen / geführt / bis es endlich an. r;44dcr Kayser Fcrdmandus.srey gesprochen / und für ein unmittelbares Reichs-kloster erkläret. sciMi. -a 1. 4 aeiurc pubi. rNelLur. prsct. v»c, ciironoi p. 14z 1os>c>A. kr^nc, in x-17. ^4/0,. s>.i 5 ic. relliv. p. 45s. Ehrbuharis/ werden gewisse Lürckische münche gmennet/wel- cheaufemcsehr eingezogene / andächtige und strenge artleben/ und dadurch eincsvlchc rcinigung der festen zu erlangen vermeynen / daß sie deswegen nicht nöthig hätten / nach vem erempelandcrer Muscl-mäkncr nach Mccca zu wallfahrten. Ebremar / Patriarch zu Jerusalem / wurde durch den König Balduimim wieder Daibcrtum gesetzt. Allein Glbellmus / welcher von Paschaü II , diese fache zu untersuchen / nach Orient war geschickt worden/setzte ihn wiederum ab. Jedoch/weil man sahe/ daß man sich nur seiner cmsalt bedienet harte / seinem vorfahrer einen Verdruß zu machen / gab ihm der Pabst um das jähr 1107 das Dißthum zu c«lsr«4. tu eMon. I.» mn.. I.r, LQ. 0. 1 !o 7 . Ebro/ lat.idcruz, ein fluß / weicher in alt-Castiliett an den gräntzenvon Asturia/ nicht weit von dem stecken Fuentibre entspringt. Er laufst durchalt-Caststicumid einen theil von Navarra. Jnjener provtntz fliestet er von ^»-2,1626- i'Lbra , Jancugo/Lo- gronno und Caiahorra vorbey / und nimmt auf dem wege noch rinterschiedene fluffe zu sich. In Navarra gehet er vor Mtlagro vorbey / laufft so dann in Aragonien nach Saragossa zu / vermischt sich mit dem Rio Martin / den flüssen Talon / Gallega und Guadalope. Nicht wert von Catalonten fliestet der fluß Segra hinein/worauf er nach Tortosa laust / und sich endlich ms Mittelländische Meer ergeust. Vor uraltenzeitenwurde Vpanrenin das Spanien diffcit/ und das Spanien jenseit des Edro eingetheilet. Dieser fluß wgr auch diegranke/ welche bie conqueten Per Cartha- gincnser von den Römischen absonderte / und zwardiefes krasft des von iwctatio Cakulozwischen diescnbcyden völckern nach dem ersten Punischen oder Carthaginenfischen kriege aufgerichteten Vergleichs. L„4Lo Nd. z. üb.; c. zLi 4 c. 22, ciükcr. kstsslOVMDN. siehe A^verdon. Ebrsmus/ warunter dem Könige in Franckreich/Clotario III, vomus, und führte anfangs zugleich mit der Konigm Batilde über diesen König die vormundschafft. AIs aber die Ba- tildein ein kloster gieirg/ bekam er allein die gewalt in die Hände/ und als Clotarlus III ohne erben starb / wölke er dessen brnder Thcodorico zum thron verhelffen / ward aber von Chlldcrico II dem andern brnder / nebst Theodonco ms kloster gesteckt. Nach Childemi tode wurde Theodoricus an. 677 wieder aus den thron ebr ng erhoben / «O einer / mit namen Leudesius / zum r-i-iore-lomus oder Hofmeister gemacht. Allein nachdem sich Ebroinus aus dem kloster loß gemacht / ließ er Leudefium ermorden / und brachte einen verstellten Clodoveum zum Vorschein / welcher sich vor Clotarii III söhn ausgeoen muste. Wie sich nun hierauf Theodoricus genö« thtgtbemnde /lhne zum Hofmeister zu machen/so schaffte Ebroin den mischen Clodoveum / dessen er nicht mehrnöthig hatte/ anfdie feite/maßte sich der höchsten gewalt an/und dpfferw alle diejenigen/dieych ihm Niedersetzten / seiner rachgierde/und alle / welche vornehme amter bedienten / oder grosse gmer besassen / seinem geitze auf / bis er endlich selbst einmal des morgens von Herman- fredo/einem Edelmann / dem er alle seine guter genommen / an. 68; oder 688 ermordet wurde. s-: 8-^^. ,Q cNroo. I. 4 c. 44.4; ^eLer-^7 Niw. Ne krance r. i ^-249. r, ;zo ke-j. k° Ebsdorsi Ebbeckestorp/ oder Epsdorf/ ein ffeckem amt, und ehemaliges Benedittmer-nunmehro aber Adelichcs jungftau- kloster in dem Hertzogthum Lüneburg an der Schweinau, ; Meilen von Luneburg. Hier soll der Hertzog Bruno / so Braunschweig geoauet/ an. 876 im treffen wider die Normänner nebst 12 Grafen , den Bischöffen von Minden und Hildesheim / auch einem gantzen Heer / gehlieben feyn. 2»/^. geo^r. Eblwic/ ein König der Schwaben in Gallicia./ welcher an. seinem vater Miron succedirte, aber das folgende jähr gefangen und von Anduca / welcher sich des Königreichs anmaßte, in ein kloster gesperret wurde. An. 58; wiederfuhr dem Anduca von Leuvigildo, dem Könige der Gothcn, eben dergleichen tractament, wodurch das Königreich der 8uevc>rum in Spanien seine endschafst erreichte. 6^0»-. 1. / c. 4z. eine berühmte nsrlon m Laliia keines. welche sich aus Deutschland dahin gewendet. Ihre Haupt - stadt war Atuatuca oder das jetzige Tongern, und mithin ihre gegend in dem heutigen Stifft Lüttich. a- Lsli. .i„c. > ein theil der ^u!erc»rum in osillL r.u§ nenll, deren Haupt-stadt anfangs Mediolanum hieß, nachgehends aber den namen der Li-ur^vic« bekam, welches das fetzige Evreur in der Ober-Normandie ist. Ebusirs/ siehe Mca. Ebzan / oder Abesan / von Bethlehem im stamm Juda, richtete das volck Israel 7 jähr nach dem tode Jcphtä. Er hat ;a söhne und zo töchter gehabt, die sämtlich verheyrathet gewesen. 22 v. 8. 9. acin. 2z^;. EcbckMn7ßlott.z waren begangen worden, worqeqep sich Ecchellcnsis mtt unsinnigen und fast rasenden schelt-und schmahworten heraus liesse. Als er noch zu Rom nrokeifor der Orientalischen sprachen war , wurde ihm von dem Groß-Hertzoge Ferdinands II zu Florentz aufgetragen, das 6 und 7 buch der cow-oru« des Apollonii aus dem Arabischen ins Lateinische zu übersetzen, darüber der berühmte Ich. Alphons. Borelli commcnr^io-, verfertiget. Beydes ist nebst dem buche des Ir-ilimecy- -ie-M-mcis au. l6üi zu Florentzin koi. zusammen gedruckt worden. Siehe auch hievon den articul Apollonius per- aäus. Bey dem Römischen Hofe hat er sich durch dasjenige buch, m welchem er die meynung der Orientalischen kirche mit der Ca- tholischen zu vereinigen suchte, sehr beliebt gemacht. Man ha! auch vpn ihm einige nvten »her des Ebed-Jesu «rsioZuw i2o ecd ece ecf ech rum cl-Li-ZaMum , welches buch zu Rom an. 165; heraus gekommen ; desgleichen Lur^cüiulN vinciicsrum; epilkotss-lpoloßericss, n. a. m. Die cangrcAsrion 6e propLzsncis gge hat ihm nebst andern an. i6;6 aufgetragen, eine Arabische verlion zu verfertigen, und weil er aus Frankreich wieder zurück nach Rom bcruffcn wurde, hat er an. 1652 noch würcklich daran gearbeitet. An der veriion der conicorum ist ihm der inLkiiemaricuL Borelli an die Hand gegangen. In dem streit mit Flavigny hat er ihm einen druckfehler vor- geworffen und beygemcssen , der an sich selbst liederlich genug »st. Flavigny hatte wider ihn den biblischen sprach angeführet: Lj,ce primum rravcm cio oculo wo; allwo aber aus versehen und Nachlässigkeit der erste buchstabcn in dem Worte oculo ausgelassen worden. Ecchellcnsis schrieb den unflätigen und liederlichen icnUim dem Flavigny zu, der aber sich in der 14 epistcl mit vielen eyden deshalben reinigte. enercic. üibl. tiill. cririg. üc w Ü6c ecclell.L oricntLl. p. 1^9. vrixine «lc t'iwprimcric cie karis. ?. 2 c. ^ p. 1S9 N-iz. * Ecdiciuo/ ein söhn des Kaysers Avitus,nnd bruder der Papia- nillä, einer ehe-frau des t^idonii Apollinaris, war unter dem Kay- ser Änthcmio comes und Hauptinaiin über die reuterey, auch unter dem Nepos Patricius. Gedachter Lndonius Apollinaris rühmet ihn, das, er die stadt Clermont in Auvcrgne wider die West- Gothcn tapffer beschützet, und selbige an. 471 mit wenig volck geschlagen. Nachgehends als diese stadt durch einen friedens-schluß übergeben worden, begab er sich an. 474 zu den Bnrgundiern, und zuletzt nach Rom zu dem Kavser Nepos. Grcgorius Turoncnsis gedencket seiner, und rühmet seine srcygebigkcit gegen die armen in währender grossen Hungers - noth. oi-rrc-L». L ,u chron. ZÄro-r. I. r c. 14. liv. 2. cpill. 1. üb. z cpill. z öc ,6 csrmine rc>. öcc. Ecdicus / war bey den Griechen in den städten eine Obrigkeitliche person, welche für das gemeine beste sorgen und absonderlich zusehen muste, daß eine stadt an ihren einkünfften keinen schaden litte. In der kirche zu Cvnstantinopcl waren ihrer unterschiedliche. Der vornehmste darunter hieß , und muste die rechte der gcistlichkeit zu behaupten suchen. giollLc. Ecdvsta/ war ei» fest, welches die einwohiier der stadt Phä- stus aus der insul Crcta der Latonä Phytiä zu ehren fcycrten, weil sie der Galatäa tochter, welche jene ihrem mann dem Lampro, der keine tochter auferstehen wollte, für einen jüngling ausgegeben, und inner dem namcn Lcucippi aufcrzogen, endlich auf inständiges bitten der Galatää, welche wohl sahe, daß sonsten der betrug ihrem mann nicht länger konce verborgen bleiben, zu einem jüng- ling gemacht, welcher also die weibliche» klcider ausziehen mül- sen. ^tckLmorpü. 17. * Eceboliuo / ein rcdner, gebürtig von Constantinopel, pflegte sich in der Religion nach denen Kcmsercn zu bequemen; wie er dann unter Constantio der Arianischen stet zugethan gewesen, aber sieb um das iahr ;62 durch die Versprechung Inliam Apostatä einnehmen liesse, die Christliche religion zu verlassen, und nul dem Kavser die götzcn anzubeten, wiewohlcn er auch als ein Heyde sich seiner vorigen Arianischen Ncligions-gcnossen nicht ohne einigen Verdruß des Kaysers, annähme, und unter anderem deren zu Edessa fach vcrthädigte, denen IulianuS die rcichlhumc ihrer kirchen nehmen liesse. Nach dem rode Iuliani aber, als Iovianns an das reich kommen, wolte er unter die zahl der rechtgläubigen aufgenommen werden, hielt sich an die kirch-thüre an, und schrie: Tretet mich mit füssen, als ein salss das duinm worden ist. in cür. I. z c. 11. c^Nk. 4z. all Lccbol. * Ecfrid/ ein söhn und Nachfolger des Königs Oswi vonNor- thumbcrland. In währender seiner i z iährigen regicrung führte er unterschiedene kriege wider den König Wulfer von Mercia, ivel- chem er Lindsey abnahm, wie auch wider dessen bruder und Mc- «cNor. Elhelred, welcher die obcrhand über ihn behielt. Nachge- bcnds schickte er seinen General Bcrtus wider die Inländer, ungeachtet ihm dieselbe kein leid gethan, und fugte ihnen grohcn schaden zu. Allein das nächst-folgendc iahr 686 oder 687, da er in eigner person einen zug wider die Picten that, fiel er in einen Hinterhalt, und vcrlohr darinnen, mit dem grösten theil seiner armee, das leben. Er vermählte sich mit Ethildritb, einer tochter des Königs der Ost-Angeln,Annas. Allein ob gleich dieselbe bezeugte, daß sie ihn über alle manns-pcrsonen auf der weit lieble, so wolle sie dennoch, in der cinbildung eines desto heiligern lebcns, ihm kci- ncswegcs die eheliche Pflicht leisten, und war alles vergeblich, was sowohl der König, als der Ertz-Bisthoff von Jorck Wilfried, welcher sonst viel bey der Königin galt, dero sagen mochte. Nachdem sie nun 12 jähr auf solche art mit ihm gelebt, gieng sie mit seiner crlaubniß in ein kloster. Nachgehends ward sie Acbtißin zu Ely, und nach ihrem tobe canonisiret. Weil demnach Ecfrid keine lcibes-crben hinterließ, so suecedirlc ihm sein natürlicher bruder Aldfrid. Ncyx,/. ttiik. IV. icir/ro-r'- n>ü. c>I Lnßlsnll doolc 4. * Echaur / (Nertrand von) Ertz-Bischoffvon Tours. Er hatte die ehre, des Königs Hcnrici IV von Franckrcich anvcrwandtcr z» senil, und seinvatcr war der 21 oder 22 vicomcc aus diesem geschleeht in der Landschaht Bearn gewesen. An. 1799 ward er Bisehossvon Bayonnc, und an. 1611 bekam er das Ertz-Bißthum von Tours, nachdem selbiges Sebastian Galigai, ein bruder der nachmals nnglückstligcn Marschallin von Ancre, hatte rcsignircn müssen. An. 1619 ward er ein mitglied von dcmOrdcndeS heiligen Geistes. Ludovicus XIII hatte ihn zu der Cardinals-würde nominirt; iülein der Cardinal von Richelieu, welcher ihm nicht wohl wolte, verhinderte unter der Hand seine prvmrmon, und brachte zuwege, daß dieselbe auf den Ertz-Brschvff von Lion, Dionysium von Marquemont, fiel. Er starb endlich den 21 may an. 1641 indem 85 jähre seines alters. ^'o^Lveciss nor. ^.melcir <äe 1a rom. z zo8. Echecrates / von Thessalonien, entführte und schwächte eine mngfrcm, welche zu dem dienste des Apollinis in dem tempel zu Delphis gewidmet war; welches gelegenheir gab, ein gesetz zu machen , daß man hinführo zu diesem dienste keine andere frauens- person, als 50 jähr alt, nehmen solle, vro-lor. 1.16. Echemus / des Aeropi söhn, war König der Tegeaten in Ar- cadien,lind erlegte den Hyllum, Hereulis söhn, der sich des Pelo- ponnesi wieder zu bemächtigen unternahm, in einem zwey-kampffe, welcher mit dem beding wäre gehalten worden, daß, welcher von beyden unten läge, dessen theil sollte dem andern weichen. Nach seinem tod wurde ihm zu Tegea ein grabmaal nebst einer faul aufgerichtet, und in dieser sein streit wider Hyllum eingehaucn, welche noch zu Pausaniä reiten im stand gewesen. Er soll /r. 2779, c,-. 1209 gelebet haben. Ein anderer König dieses namens in Arcadien, folgte seinem bruder Polymncstor, und vereinigte sich mit dem Aristomede, und den Messeniern wider die Lacedämomer. in ^rcscUciL, öc -tcricis. * Echidna / des Phorcynis oder Phorei, und der Cetils tochter, war von oben ein schönes fraucnzimmer, von unten aber eine schreckliche schlänge. Sie hielt sich in einer höhle der erde bey Arimis auf, und zeugte mit Typhone den Orthum, Cerberum, die Hüdrain Lernäam und Chimäram, ingleichcm den Gorgonem, Draconem Hesperium, Draconem Colchicum, die Scylläm und dieSphingem. inlücog. 7- Echin oder Erizzo/ (Sebastianus) war aus einer edlen fami- lie von Venedig entsprossen. Nachdem er stine mit gutem successe getrieben, erlangte er in seiner jugcnd einige öffentliche be- dicnungen, deren er aber sich hernach einschlug, damit er sich gäntz- lich aus die itucüs legen könle. Er verfertigte einen tractal von dm müntzen der alten in Italiänischer svrach, darinnen für seine zeit schöne wisscnschaffc von der snilquirat, nur daß er in denen Griechischen müntzen offt fehl schlägt; er erklärte die moral des Ari- siotelis, übersetzte den Timäum Platonis in das Lateinische, und verfertigte auch andere wercke, als: Nci Zovcr„o civile; ic sei g>or- nrre, ü,c. Nach diesem als er 40 jähr alt war, begab er sich von neuem in dienste der Republic, welche er mit grossem fleisse verwaltete. Erstarb an. 1; 85 im;z iahrc seinesaltcrs. elc Lciciir. rom r p. 48. * Echi»a-eo/ siehe Lurzolari. Echion / war einer von denjenigen,durch deren hülste Cadmns die stadt Theben bauete, um welcher Ursache willen man dieselbe Echionias, und deren eimvohncr Echiomdas hat m nennen pflegen. o^.iviik, I.; el-ß.V. 5Z Echion, ist auch der namc, welchen die Poeten einem söhn des Mcreurii geben, der sich bey den Argonauten als einen Herold gebrauchen lassen. tÄ-cc. mg-w. 441. Ovicüus erwehrn eines berühmten läuffers, welcher gleichfalls also gchcisscn. i. 8. v. zu. Iuvenalis endlich gedencket eines berühmten eitharen-svielers dieses namens, der um die zeit dieses Poeten müstc zu Rom gelebt haben. Lsr. 6. v. 76. * Echo/ ein Nymphe,welche sich in den Narcissum verliebte, und da sie von denistlöigcn verschmähet wurde, sich für leiden in ein ge- büsche versteckte, und dergestalt vergicng, daß nichts, als die blosse stimme von ihr übrig blieb. Vorher hatte sie schon Juno mit der straffe belegt, daß sie nichts, als die letzte svldcii von den Wörtern, so sie hörte, nachsprechen tonte , weil sie die gedachte göttin mehrmalen so lange mit ihrem gcspräche aufgehalten, biß sich Jupiter, den sie unter den Nnmphen anzutreffen vermcinttsso wohl als die Nymphen, auf welche Juno ursach hatte eyfcrsüchtig zu seyn,davon gemacht hatten, .ocrLm. r.. z v. z;?. öc >c^. ü- >bi Echter von Mespelbrunn/ eine ansehnliche Adeliche familie in Franckcnwon welcher Petrus auf Rotcnfelß an. 1; ;o den Chur- Mayntz die stelle eines Raths bekleidete, und nebst seinem bruder Valentin die Freyhcrrliche würde erlangte. Jene hinterließ 2 söhne : 1) Iulinm,Bischotszu Würtzdurg. stehe Julius. 2) Dicthe- ruin, wclchcrWilivpum Chrisiophornm, Amtmann zu Rotcnfelß, nach sich gelassen. I -^nc. rccüv- /,„/,->/oe. p. I.; c. 4. Echternach/ Echter»/ Epternach/ eine kleine stadt in dem Hcrtzogthum Lnremburg, an den Trierisclien grantzcn, be» dem flusse Sour. Es bcfinder sich ein berühmtes Veliedictiner-Clofler daselbst, dessen Abt ein Stand des Wcstvhäliscdcn Crayses ist, und macht hat müntze zu schlagen. An. 1705 ist sie von den Frantzostn abgebrannt worden. Echti» oder Echbin / ein Britannier, soll nm das jabr Christi i6oiintcr Malgocuno, dem Könige der Britannier, gclcbcr, und sich durch schriffrcn hervor gethan haben, welche aber verlohren gegangen. Pitseus gcdenckt seiner. Echtius/ (Johannes) ein ivleckicus aus den Niederlanden, florirte um die mitte des 16 seculi. Er studirtc anfangs in Wit- lenberg,und hernach in Italien,woselbst er O-Eor wurde,und hierauf zu Cölln mit grossem rubm practicirtc. Er legte sich sonderlich auf die koi-mic, und als er cinsmals etwas gar zu heutiges gerochen, verletzte er dadurch das gchirn, daran er endlich sterben muste. Er hat anf'bcfchl des Raths zu Cölln nebst andern -vtccNcü das proiop.Lers^k^k-.ckc eomooiir meclic-im.rüesxr. p. ir?6. ^ EchzcU/ ech eci Echzell/ ein alter marck-flecken in derWetterau, in der so Mannten Fuldischen Marck gelegen, und zu dem Heßischen amt Bmgcnheim gehörig. Es wird deffelbigcn schon an.iz44 von dem ^cillirioiiLcore Lc! l-srnbortuir, LcliLÜ'nsdur^snsem gedacht/ Mld soll den namen von excsllere haben, weil daselbst der fruchtbarste Hoden in der gantzen Fuldischen Marck ist. »eL besckr. k--8- 184. Ecija / eine kleine, aber dabey ziemlich gute stadt in der Spanischen provintz Andalusien/ an dem flusse Senil, zwischen Cor- dova und Ossuna. Vor alters hieß sie Astigi / ingleichen Astyr oder wuzuk- 6 rm->. und hatte einen Bischoff j welcher unter dem Ertz- Bischoff von Sevilien stund. Zu der Römer zelten war an diesem orte eines von den 4 gerichten, so sie in der provintz L-rica hatten / und unter den städten dieser landschafft gab man ihr den dritten rang. Die umliegende gegend ist sehr fruchtbar, und hat absonderlich gute vieh-weide. Der einwvhner stärckeste nahrung bestehet in dem Handel mit Hanf, mit bäum - wolle und mit anderer wolle. bitt. cie Lst>. 1.4 c. 4. I. 6 c. 1;. o/r/re-r/r/' c!s- üc. clc I'Lff. 9.41;. Eck und Hungersbach/ ein Gräfliches und Freyherrliches geschlecht in dem Hertzoathum Crain, allwo es das Erb-land- Stäbel- meister- amt besitzet. Jacobus, sonsten Vitus von Eck, war an. 14;« bekannt. Sein söhn Henricus, welcher an. 1425 gebohren, und an. i zog gestorben, hinterließ von Margaretha von Hungersbach s söhne und 1 tochter. Unter den söhnen sind Geor- mus und Johannes zu mercken. Der letztere vermählte sich mit Crescentia von Siegersdorf, die ihm Magnum und Christopho- rum gebohren. Magnus pflantzte mit seiner gemahlin, Rosina Welzerin, das geschlecht fort, und wurde von ihr ein vater von 12 Andern, beyderley geschlechts. Christsphorus, der erst-gebohrne, und Ernestus, wurden beyde des Kaysers Rudolphi II Räthe, und der letztere zeugte 2 söhne, Gotthardum und Carolum, nebst einer tochter Anna Magdalena. Georgius, ein söhn Henrici, welcher an. 1509, wie bereits gedacht, gestorben, und ein bruder Johannis, führte den titul eines Freyherr» und Ritters, und vermählte sich mit Catharina von Lichtenstein, die ihn zum vater Bonaventurä, Johannis Josephi und Francisci Jofephi machte, die allerseits das geschlecht fortgepflantzet. Francifcus Josephus war an. gebohren, und zeugte mit Elisabetha von Minus verschiedene kinder. Unter diesen vermählte sich Simon mit Elisabetha von Khunring, die ihm; söhne, unter denen Marquardus Ritter des Teutschen Ordens worden,und so viel töchter gebohren. Johannes Josephus, der andere söhn Georg», ein bruder Bonaventurä und Francisci Josephi, vermählte sich mit Martha, Freyin von Madrutz, und zeugte mit ihr 2 söhne und 6 töchter. Unter den söhnen vermählte sich Adam der erst - gebohrnc, mit Anna Maria Khisl, und wurde von ihr ein vater Susannä, die Wilhelms Paradeiser beygelegt worden; desgleichen verschiedener anderer kinder, unter welchen Nicolaus nebst andern Jnno- centium gezeuget, der an. i 6;6 gestorben,- und von seiner gemahlin Anna Maria von Tattenbach Jobannem Gotthardum gezeu-' get-, welcher von seinen beyden gemahlinnen keine kinder gehabt. Sein bruder Bartholomäus hatte 2 gemahlinnen, davon die letzte, Elisabetha von Khevenhüller, 5 söhne gebohren, unter denen der erste Volcardus von Catharina von Thauhausen, ein vater Johannis Pauli, Bartholvmäi und Mariä worden. Johannes Paulus vermählte sich mit Felicitas, Freyin von Moftovin, und zeugte mit ihr Johanncm Sigismundnm, der sich Annam Ellsa- bctham, Gräfin vonHerberstein, und Georgium Volcartum, der sich eine aus der Giengerischen familie beygeleget. Bonaventura, Freyherr von Eck, war der erst-gebohrne söhn Georg» und Catha- rinä von Lichtenstein, gebohren an. i Seine gemahlin Elisabetha von Maynburg machte ihn zum vater verschiedener Ander, beyderley geschlechts, unter denen Hannibal von 2 aemahlin- nen 12 söhne und 6 töchter gehabt. Unter den söhnen haben Carolas , Georgius Sigismundus, Gottfriedus und Christianus, das geschlecht fortgeführet, wiewohl Gottfriedus in seinen bindern wiederum verloschen. Carolus, Lands-Verwalter in Kämthen, - starb an. i6;2 zu Regenspurg, und erlösche gleichfalls in seinen bindern. Der dritte bruder, Georgius Sigismundus, der an. 1702 zu Regenspurg, dahin er sich der religion wegen begeben, im 75 jähr seines alters mit tobe abgegangen, hinterließ von seiner gemahlin, Regina Catharina, Freyin von Windisch - Grätz, Georgium Sigismnndum, Johanncm Fridericum, welcher an. 1711, als Königlich - Pohlnischer und Chnr-Sächsischer Ober- Schcncke, im 56 jähr seines alters unvermählt gestorben; Friedrich Augustum, Bernhard Marimilianum, Georgium Hannibal und Septimum Christophorum; von der andern gemahlin aber, Dorothea Susanna, Freyin von Eybeswald, Paul Hannibaln, Christianum und Georgium Ehrnricum. Aus der ersten ehe vermählte sich Bernhard Maximilian, so an. 1657 gebohren worden, mit Eva Christina, Freyt» von Weitz, und zeugte mit ihrAugri- siam Dorotheam, Amaliam Reginäm, und an. 1684 Christian Sigismnndum Hannibal. Christianus, der jüngste söhn des Lannibals und bruder Caroli, Georg» Sigismundi und Gott- sridi, hatte 2 gemahlinnen, davon ihm die erste Maria, Freyin von Eck, Amaliam, die andere Beatrix, Freyin von Sera», Si- gismundum, Christianum und Reginam, die dritte aber Dvro- thea-Sidonia, Freyin von Wcltz, Mariam Jsabellam, so an Hector Maximiliannm, Grasen Geyer von Geyersperg, vermahlet worden. Vor allen ist zu mercken, Christianus, Graf von Eck und Hungersbach, Erb - Truchses in Crain und der Windischen Marck, Kaystrlicher geheimer Rath, und Gesandter in dem eck 121 meder-Sächsischen Craise, welcher an. 1645 gebohren, und an. 1706 den zo aug. gestorben. Er hat sich mit Eva Christina, Sreym von Speidlin, vermahlet, und mit ihr gezeuget Christia- num Fridericum, welcher an. 1712 als Kayserlicher General und Commendant zu Cardona gestorben, Mariam Dorotheam, Johannen; Carolum, Ottonem, Ehrnricum, Dom-Herrn zu Olmütz, Evam Elisabetham, so bald nach der tauffe gestorben, Mariam Franciscam, Theophilum, Gundackerum, Mariam Eleonoram und Leopoldum Fridericum. c^in r. z. 8^«- -rio» 808. Eckard oder Echavd I , Marggraf vonMeissen, war ein sohtt Günthers, dessen geschlecht einige aus dem Wittekindischen stamme herleiten, weiches aber noch sehr zweiffelhafftig ist. So viel ist gewiß, daß Günther in süd-Thüringen, welches einige für das so genannte Osterland halten, m grossem ansehen gewesen. Eckard wurde zu allen anständigen Übungen angehalten, und begab sich unter dem Kayser Ottone II in kriegs-dienste. Nachdem aber dieser mit tode abgegangen, stund er dessen söhne, Ottoni III, wider Henricum, Hertzog von Bayern, der sich des Reichs anmaß sen wolle, bey. Nachgehends zog er nebst andern, auf befehl der Theophaniä, die eine Mutter Ottonis III war, dem Miseconi in Pohien zu hülste, welcher mit Boleslao in Böhmen in streit gerathen war. Allein, dieser stellte sich, als wenn er sich bequemen wolle, und beredete diejenigen, so dem Miseconi zu hülffe gekommen waren, daß sie ihre völcker von sich liessen, und mit ihm zn dem Misecone mieten, wodurch sie zwar in ziemliche gcfahr, aber doch unbeschädigt zurück kamen. Hierauf schickte der Kayser Otto III Eckarden wider die Slaven, die stadt Brandenburg, die sie erobert hatten, wiederum weg zu nehmen. Gleichwie er nun bey diesem allem grosse tapffcrkeit verspühren ließ, also wurde der Kayser dadurch bewogen, ihm die Marggrafschafft Missen, nach dein tode des Marggrafen Ridagi, zu geben, und dieses söhn Carolum hindan zu setzen. Hierdurch nun bekam Eckard gelegen- heit, seine tapffcrkeit recht sehen zu lassen, und zwang Boleslaum von Böhmen, Missen zu verlassen, und ihm zu dienen, grieff die Milzener, ein Slavisches volck, mit gemalt an, und bezwäng die- selbigen, ließ sich auch in ein genaues bündniß mit Boleslao in Pohien ein. Er begleitete den Kayser Ottonem II! nach Italien, und da dieser nach seiner wiederkunfft nach Pohien gehen wolle, empsieng er ihn zu Missen sehr prächtig. Ja, er wurde so ansehnlich, daß man ihn? mit allgemeiner genehmhaltung des volcks, zu einem Hertzoge, das ist, wie es einige auslegen, zu einem Heer- fthrer in Thüringen verordnete. Hierdurch wurde er so hochmü- thig, daß er nach dem tode Ottonis I!I die Königliche würde irr Teutschland an sich zu bringen trachtete. Ob auch gleich Henricus II erwählet wurde, wolle er doch von seinem beginnen nicht ablassen , sintcmahlen er sich Königlicher ehre anmaßte, und nach Duysburg begab, sich mit dem Hertzoge von Schwaben, Hermann» , zu unterreden, und dieser fache halben zu vereinigen. Da er nach Paderbvrn kam, erfuhr er, baß diese zusammcnkunU nicht von statten gehen würde, und entschloß sich also, wiederum nach Hause zu reisen. Da er nun unterweges war, wurde er von dem Grafen Siegfried und seinen söhnen angegriffen, und, nachdem er mit seinen lenken tapffern widerstand geleistet, den 29 apr. an. 1002 getödtet, sein leichnam aber erstlich zu Jena begraben, und nachgehends nach Naumburg gebracht. Seine gemahlin war Svonäiilba, Hermanni Billingii, Hertzogs in Sachsen tvch- ter, Ditmari, Marggrafen von der Laußnitz, wittwe, mit weicherer, nebst einigen töchter», Hermannum, Eccardum II und Güntherum gezeuget hat. ckron. kl-rieb. l. § L unci berA-cllron. 8sxon. in exerc. Iilll. llc Lccsrllo I Ac. Eckard II, Marggraf vonMeissen, war ein söhn des vorgebuchten , und begab sich nach dessen tode mit seiner mutter und Krädern nach Missen. Die tucccüllin in der Marggrafschafft Missen gehörte zwar dessen ältern bruder Hermanns, allein ihres vaters bruder Guncelinus setzte sich mit gemalt in besitz, und obgleich der Hertzog von Pohien, Boleslaus, Missen einnahm, setzte er dennoch Kuncelinum wieder darüber, dieses land zn beschützen. Zwar wolle er, daß ihm dieser solches restituiren solle, weil er aber von dem Kayser Henrico II besatzung eingenommen, muste er ihm solches abschlagen. Nach einiger zeit entstund zwischen Guncelino und Hermanns ein krieg, da denn Eckard icmem bruder Hermanns beystund, und in diesem kriege seine tapffermt bewieß. Doch wurde, durch Vermittelung des Kaysers, dre fache beygelegt, und dergestalt entschieden, daß Hermannus dre Marg- qrafschafft Missen erhielt. Eckard aber verfiel hieraus bey Henrico II in Ungnade, weil er mit Boleslao, dem Hertzoge in Pohien, heimliche freundschafft hielt, auch, ohne erlaubnrß des Kaysers, zu demselben gereiftt war, und übel von diesem letztem geredet Hatte , deßwegen er aller seiner guter beraubet wurde, die er doch endlich wieder erhielte, nachdem sich der Kayser durch anderer'Merc-tl,o-, wieder versöhnen lassen. Sonst hat er auch mll dem Merseburgl- schen Bischoff, Ditmaro, viel zu schaffen gehabt, und, nebst fernem bruder Hermanns, an. i °°9 die Verlegung des Bißthums von 2eitz nach Naumburg befördert. Bald darauf starb Hermannus, da chm dann Eckard in der Marggrafschafft Massen succedirte, und mit dem Kayser Henrico III sehr gute freundschafft hielt, welcher ihn auch llgeiilliwam Lllctem genennet, daher vielleicht das svrüch - wvrt von dem getreuen Eckard entstanden. Er starb vlötzlich an. 1046, und liegt zu Naumburg begraben. Mit seiner gemahlin Uta hat er keine kinder gezeuget. w cl>r°n. II theil. Q kl«k5«d. i22 eck verleb. I. 4 L: 6. TTrk'-'rrr«« vrigig. Zzxon. l. LÄFi^^rr« in big. Lccach. II Ivlürcliion. Ivliln. öcc- Eckard / der erste Abt in dem Benedictiner- klostec 8. Lauren- , im Bißthnnr Würtzburg, war ein Teutscher, und in geistlich- und weltlichen wissenschaffrcn wohl erfahren, auch dabey geschickt, in gebundener und ungebundener rede zu schreiben. Er lebte um das iabr nzo, und schrieb eine chronick, epistcln und predigten , desgleichen einen tractat, iLterna mv»^ci«>rum genannt. »ic tcripr. cccleff in > 4 cr. Eckardtsberffe/ ein städtgen mir einem fchloßJind amt in Thüringen, 2 niesten von Naümburg, jenseit der Saale. Den namcn und Ursprung soll die stadt Marggraf Eekardcn m Thüringen und Osternland, Kaysers Heimeilt feinde, und der an. 1002 den Pölde auf dem Hartz umgebracht worden, Marggraf Günthers söhne zu daneben haben, als der solche an. yy8 erbauet. Vor diesem war allhier ein vrovincwi - oder Hof- gerietst, so aber Hertzog Albrecht von Sachsen an. 1488, nebst dem Dreßdenistchen, aufgehoben, und zusammen nach Leipzig Verleger, allwo es durch Churfürst Moritzen und Augustnm in die gestalt des jetzigen Cbur- fürstlich-Sächsistl.icn ober - Hof - gcrichts gebracht worden. An. 1150 soll es allhier eine stunde weinen geregnet, und solcher zwey fingcr dick gelegen haben, welches'einige vor einen vorbothen des sricdens hallen wollen. Au. 1681 kam ein feucr allhier aus, welches dergestalt um sich griff, das es die stadr gröstcntheils verzehrte. Das schloß hat vor diesem die Astenburg gcheiffen. Es ist kly 8»pci-inr<:n6cnr allhier. ZUKU,-. j-, 1^.^ lciz. 84 .v. /»?- P- 48- Eckelenföhrdc/ eine stadt in Schleswig, drey Meilen von Gottorp, an einem Meerbusen, das Eckelenföhrder-rfför oder Wpck genannt, an der ost-fte gelegen, und dem Hcrtzogc von Gottorp gehörig. Sie hateinen vortrefflichen Hafen, nisterschie- dcnc schöne Häuser , und ein siiffes bier, so den namcn Cacabeilc sübrec, den ilnn ein Cardinal aus seiner durchreise, wegen der pnrgircnden brasst, gegeben. Die einwvhner haben >m winrcr von den so genannten ninscheln, welche hier gefangen und weit in Teulschland verführet werden, ihre beste nahrniig. 8cbll?ivv. ?. rc.rs>- «Zr- Ecker von Räpffincz undLichtenegg/ eine alte Adeliche, riumnehro Frcybcrrlicheffanulie, in Bayern, von welcher einer, namens Ulrich, an. 14-2 aufdem thnrnicr zu Regcnsvurg erftchie- iicil. Sigismnndus lebte um das iahr >480, und war ein groß- vater Christophs zum Thurn lind Frontenhauftn, dessen cnckel Ulrich an. iüz 1 gestorben, und Johann Christoph hinterlassen hat. Dieser war der erste Freyherr von Käpffmg und Lielitenegg, und takle folgende söhne: i) Oswald Ulrichen, Hos-Marschall zu Frei,singen: 2) Johann Frantzcn, der an. 1695 die Bischöstliche würde zu Frcnsingcn erhallen'; z) Johann Christoph, Chur- Bavcrischer Obrist-Wachtmeistcr, und hernach-Ober-Stallinci- stcr zu Frcysingcn, welcher seinen stamm mit 4 söhnen fortgesetzt. ijü/ec. ?. 2. Eckerardus / Dechant in der Abtcy von 8. Gallen in der Schweitz, hat das leben n. Notkeri geschrieben, welches Camsius heraus gegeben. Vbffnis hält ihn auch vor denjenigen, welcher das von Ratperto beschriebene leben 8. Galli aus dem Teutschen ins Lateinische übersetzet. icü. r. 6. cic li>ib. h-c. I. 2, c. 57- Eckcren/ ein dorf, ungefähr eine Teutsche mcile von Ant- wervcn, nord-wärts, gelegen. Den zo ,un. an. 170z wurde in sclbigcr^gegend ein Holländisches corvo, unter dem General Op- kam, schlänge,iburg und Tilly, welches aus i z batailloncn und 26 eftadroncn bestund, durch eine mehr als 2 mal so starckeFran- tzösiscffe armer, unter dem kb^ujz cic NcNMAr, ,md dem Marschall von nnliMeiz, angegriffen; da denn der General Ovdam gleich anfangs zwar von den seiingcn abgeschnitten, sich nacber Bergen op Som relirirte, die übrige Holländische lrouppen aber, nach einem langen und blutigen gefechte, in so fern das seid und die ober- lliand behielten, daß sie sich, nachdem«: sie viel stunde vom feinde mnringet gewesen, einen weg öffneten, und ohne sonderbaren schaden gcii Lillo in ihre sichcrhcit zogen, wiewohl dennoch auch die Frafftzosen sich den sieg zueigneten, nur weil die Holländer »ach der scUon wenigst den ort der schlackn sogleich verlassen, welches aber bcn ihrer so kleinen anzahl gegen dem viel stärckercn feind, der unversehens auf sie ankommen war, sich nicht änderst hatte thun lassen. * Eckernförd / siehe Eckelenföhrdc. Eckhard / (der getreue) Von demselben wird gemeldet, daß er ein alter ansehnlicher mann sen, vor dem so genännten wütenden Heer hergehe, und dem herannahende» volcke mit einem stecken zu verstehen gebe, daß es aus dem wcge weichen möchte; inglci- chen, daß er der thür-hsicer des Venus-berges seyc, und diejeniacn, so hinein gehen wollen, davor warne. Martinns Zcilcr mcunet, der name getreue Eckhard komme von Hegrar, einem Könige in Bauern, her, welcher um die zeit des Troianischen kricgcs soll gelebetchaben: Denn weil die alte» denselben gcmahlet hätten, als fasse er vor der Hollen-thür, und lehrte die leute, wie sie sich verhalten sollen, so senc er der Trojischc Hecard, hernach Troje Hccard, und endlich der treue Eckhard gencnne't worden. Andere Hingegen melden, der getreue Eckhard senc vor mehr denn 1000 jähren ein Held von Brisach, Herr im Elsaß und Brißgan, und von dem gejchlecht der,Harlinge gewesen. Sie setzen hinzu, daß er die vornnmdschafft über die juffgen Harlingc, welche der Fränkische Held Ermensried erschlagen, gcfnhret, lind weil er den mvr- eck der gleichfalls erwürget, so Habe er den »amen getreue Eckhard erhalten, welcher nächhero dem sichrer des wütenden Heers stye beygelegt worden. (Siehe Wütendes Heer.) v.Lioctzöa. Nio. Lmn. I. ,l Eckius oder Eccius/ (Johannes) Nrvk.'5or ttzcoloZia,. M Prediger zu Jngolstadc, war in Schwaben an. 1486 gebohmr. Er war anfangs Lutheri freund, nachdem aber der Reljgwns- Ilreir «mgieng, war er einer von denen, die sich ihm am hefftiasim widersetzten. Seine erste schrifft, damit er ihn angriff, waren seine 10 genannten vkcmci, denen Lutherus Llberiicvs entgegen setzte, worauf zu bevden feiten noch unterschiedene schrifftcn solaren. Es blieb aber nicht allcinc dabey, sondern es kam auch M mündlichen Unterredung, darunter sonderlich diejenige berühmt ist, welche im mlio an. i; 19 zu Leipzig aufder Plcissenburg, meist aus amtissten Hertzvgs Gcorgii von Sachsen, gehalten wurde. Das eigentliche absehen war, daß Eccius mit Carolostadio diftu- tiren solle, weil dieserLurheri rNcic? h, einer schrifft vertheidiget, und hernach in eine öffentliche llilmirsrion, wozu ihn Eccius heraus geködert, gewiiliget hatte. Es wurde aber Lutherus, der Caroloffadium dahin begleitet hatte, in diese sache mit gestochtcu, und disvutirke init Eccio >o sage, da denn der ausgang dieser war, daß sich ledwedc parthey eines sondcrbtwen Vortheils rühmte. Er disputirte auch nachmals mit Oecolampadio zu Baden in der Schweitz, und bezeugte bey jeder gelegenheit seinen ciffer wider die Protestanten. Unter andern brachte er Leonis X bulle wider Lurherum m Teutschland, schickte selbige an den Hertzog von Sachstn Johannem, und wolle sie auch zu Leivzig und'Erffurt ausbreiten, wobey er aber in ziemliche gcsahr gerictb. Er schrieb gleichfalls an die Universität Wirrendcrg, daß sie es nicht weiter mir Lurhero halten solle, richtete aber nichts aus. Hierdurch erlangte er nun bey den Catholischen ein solches ansehen, daß sie ihn auch auf den Iseiebs-rag nach Augspurg an. izzc>schickten, woselbst er, nebst Johanne Fabro und andern, die Widerlegung der Augspurgischen Eonfesson verfertigte. An. 1Z40 hielte er zu Worms mit Mclanchkhone ein c»Uo.wium, und an. 1941 ward er nach Regciisvurg geschickt, woselbst man gleichfalls ein Reli- gions-gespräch hielte. An feiten der Protesrircnden waren daselbst Melauchthon, Buccrus und Pistorins, welche sich zwar mit Pstu- gio und Grovvcro in einem und dem andern stücke verglichen, m der haiivt - sache aber mein eins werden konrcn. Allem Eccius, der wegen Unpäßlichkeit nur dein ansang dieses -atzo-ssi hatte beywohnen können, war mit demjenigen, was seine Collcgcn gethan, gar nicht zufrieden, und protestiere öffentlich darwider, wiewohl diese vorgaben, daß er anfangs ihr verfahren aebilligcl hatte. Endlichstarb er zu Jngolstadt an. 154;. Gewiß ist, daß es diesem mann für dicsclbige zeit an wissenschafft nicht gemangelt, und die Catholische varrhey kaum einen gelehrteren Verfechter gehabt; allein, sein mund und federn waren gar zu ungebunden, soll auch den geschcnckcn und guten Mahlzeiten nicht feind gewesen ftmi; offtmahlcn, wann es an guten gründen ermangelte, innstc es die frcchhcit im reden, und das laute geschrey ersetzen. Unter seinen schrifftcn ist sonderlich berühmt sein cnctiiiiöion conrrovei-lirruw; ingleichem seine -yoiorss conri-L Lucerum; wiewohl er auch noch soffst tic iniilL, c. ccclel. ?.; y. llQ Ic; <8: yLllim. Ucr^ci-. Iiiff. I. >6 c. 3 r. ir. c. 17 §. z. bitzliortz. rom. 14 /Z:c. Ich-chret. 1,ich. I. z 9. ic^. ^ Eckius / (Lconhardns) oder von Eck, ein berühmter Rcchts- gclehrter, war aus einem edlen gcschlechtc in Bayern an. 148° gebohrcn. Nachdem er die Rechts - gclchrsamkeit in Teutsichland getrieben, begab er sich nach Italien, wurde daselbst vockor, worauf ihn der Marggraf von Ansvacb zu seinem Rath annahm, und in verschiedenen äbsendungcn gebrauchte. An. izro ernennte ihn der Hertzog von Bauern,'Wilhelmus, zu seinem Rath,,und bediente sich'seiner auf den Reichs-tagcn bey allen rathsehlagen, wie ihn denn auch andere Stände zum öfftern erwählten, in wichtigen augelcgcnheiten seine meynung zu entdecken. Bey dem ban- ren-tnmulte an. 142; leistete er treue dicnste, und 29 jähr hernach gebrauchte stell der Käufer Carolns V seiner in dem Schmalkaldi- schcn kriege, daher das sprüch-wort entstund: was Eck nicht beschlossen/ das wäre von den andern vergeblich beschlossen worden; auch dienet ihme zu nicht geringer ehre, daß nach seinem tobe in schwären und vcrworrcncn'Reichs-händeln offrnla< len die rede gefallen: Wann Eck dabei, wäre, wurde er die sache mit wenig Worten richtig machen. Endlich starb er zu Münchcii den 17 mark. an. 144°, wenig tage nach dem Hertzog, der ibn auch im leben stäts um sich haben neuste. Er hinterließ einen söhn, Oswaldum, und z töchtcr, davon die jünger» zeitig gestorben, die ältere aber erstlich an Wilhelm»»!, Freyherr» vonSchwartzcn- bcrg , und nachgchcnds an zwey Grasen von Schlick nach einander verhcurathct worden. !. z prolop. in virJcr. tiicscr. 9. 8rü. * Eckleston/ oder, wie ilm Gesnerus und Possevinus nennen, Eclefon / ein Engelländischer Franciftancr - Mönch - lebte an. 1 Z4o. Er fthrieb eine Historie seines ordens, und ein ander wcrck von der Verfolgung der Dominicaner wider die Barfüssr. in tzjtzl. llic. I1-A« tziffor. I.Ll. I. r c. »Iciin. Eckmuli/ eck ecl ecr eda :i^5 ^ :^T- 7.1 'L..' 75 )^r>> > Eckmüll/ ein Bayerischer marck-stecken und schloß in dem Bißthum Regenfpurg zwischen Abensperg undStraubingen, an dem Groß-Laber-fluß gelegen, hat ein Pfleg-gericht. ci-ur-n^c,,- ?»§- 292. Eckstorm/ (Henricus) war an. i;;? zu Elbingerode/ auf dem Hartze / von geringen eitern gebühren. Er gieng anfangs in die Walckmriediscye kloster-schule, nach 4 iahren aber kam er zu Neandro in das kloster Jlfeld, und ließ sich von ihm so wohl m Griechischer und Hebräischer spräche, als in der poesie und philo- jbphie, unterrichten. An. i; 78 gieng er mit Henrici Kiliani söhnen nach Wittenberg; weil aber dieser ort seiner gesimdheit nicht anständig war, zog er das folgende jähr nach Jena, und wurde an. I z 84 daselbst An. I z 86 reißte er nach Leipzig, muste aber gleich, weil die pest dahin kam, zurück nach haust kehren. An. i-;88 bekam er den beruff zum V-Lconst in Elrich, und da Rhodomannus zu Jena r-Dk-llor UnZuL czr«c« worden, kain er an. 1591 an dessen stelle zum ?L»orLr »ndweSorLr m dem kloster Walckenried. Doch an. 161 z danckte er von seinem «-eewrar ab, und behielt nur das da man ihn kurtz vorher zum i^or in gedachtem kloster erwählet hatte. Sonst ist er m seinem amt sehr steißig gewesen, und hat die Walckenriedische schule in grosses aufnehmen gebracht. An. 1622 gieng er mit tobe ab, und hinterließ unterschiedliche schafften von den Cometen und der bewegung der erde, wie auch ein Walckenriedifches cllronico,,. -n. tii^. v-'Llcllenrieci. §. z Lc?. r p i;o, iZi. LQGL6DIEI. waren Welt-weise, die sich an keine gewisse stete banden, sondern aus allen das beste heraus nahmen, die wider einander lauffenden meynungen concilirtcn, und viel auf mystische auslegungenhielten. BotamonvonAlerandrien brach ihnen die bahn, nach welchen Ämmonius Saccas, so der Christlichen Religion zugethan gewesen, Plotinus,Herennius, Origenes, Porphyrius, Jamblichus, Aedesius, Chryfanthius, Marimus, Syrianus, Proclus, Marinus, Hegias, Jsidorus, Damascius, Aftlepiodotus, Simplicius und andere, so insgemein klsrnnici ge- nennet werden, weil sie viel aus des Platonis Philosophie behalten , und sich dieser art zu philosophiren, welche zweiffels ohne die vernünfftigste ist, bedienet haben. Ja, es ist solche nicht nur un- solche gefallen lassen, wie man insonderheit an dem erempel des Clementis Aleranbrini und Origenis Adamantii siehet. Die gc- legenheit zu dieser stete, (wenn es anders eine stete hassen kau, wenn man zu keiner stete blindlings schwerst, sondern überall die Wahrheit suchet, wo sie nur gefunden werden kan,) hat insonderheit der Skepticismus und Epieureismus gegeben. Denn die Lceptici oder k>rrlic>nici, wie sie genennet werden, suchten aus zu« sammenhaltung der wider einander streitenden lehr - sätze einer jeden stete der Welt-weise» zu erörteren, daß es in keinem dinge eine gewißheit gebe, daher denn die LcieLiic, sich an keinen kllHoloM-ni banden, eines jeden meynungen unpartheyisch untersuchten, und, wo sie mit einander vereiniget werden tonten, vereinigten, das andere aber verwarffen. Den Erneurern zu begegnen, die alle Religion vor fabel-wcrck und aberglauben ausschryen, suchten sie die Heydnischen fabeln von den Göttern nussrischer weise zu erklären , wozu sie auch zugleich von den Christen veranlasset wurden , die ihnen die groben irrthümer und absurditäten vorwarfst», so in den schafften der Heydnischen Welt - weisen vorkommen. Von ihrer Philosophie solch es schwer fallen ein accurates ssllcmL zustimmen zu bringen, weil sie sich einer allzugrossen freyheil im philosophiren bedienen. Die Pythagoräischen und Platonischen lehr - sätze pradominiren in ihren schassten, nächst dem haben sie den Eqn'vtischen und Chaldäischen Welt - weisen, wie auch selbst der Christlichen Religion vieles abgeborget. Den Christen stunde diese art zu philosophiren um so viel eher an, weil sich keine ein- tzjge stete in allen stücken mit der Christlichen Religion compor- tirle, und sie auf stlche weise das beste aus allen nehmen konten. Es ist aber dem Christenthum hierdurch mehr schaden, als Vortheil zugewachsen, indem daher so viele ketzereyen entstanden, und die allegorischen und mystischen auslegungen der heiligen Schafft daher rühren, von welchen Origenes Adamantius ein grosser iieb- hader gewesen, welchen die andern ?»crs- zu derselben und folgender zeit öffters, zu grossem Nachtheil der Christlichen Religion, ge- folget. Man würde sich übrigens bekriegen, wenn man alles, was man bey diesen Lci-Ä>cis findet, ihnen selbst, oder andern Heydnischen Welt-weifen, zuschreiben wolte, indem es unstreitig ist , daß ste den Christen und der heiligen Schafft selbst vieles entwandt, und damit gepranget. o/---»--«- lle Mioll, ecci. -ä LlLnIiU. * Ecluse / (Carolus lle i') siehe Llusius. Ecron oder Accaron/ eine stadl im gelobten lande. Herodes banete sie wieder an, brachte neue Anwohner dahin, und nennete sieCäsarea, nach dem Kayser Augusto, dem er wohl zu flattiren wüste, um sich auf seinem thron zu bevestigen. Sie liegt drey Meilen von dem ineer, und fünffe von Jaffa, wäre auch vor zelten eine der stärckesten und vestesten städte. Heute zu tage ist sie nur ein schlechter flecken, und wächset da herum nichts, als tamarin- den und palmen. Die Accaroniten wurden vor zelten von GOtt mit heimlichen plagen gestrafft, weil sie die lade des Bundes genommen» I c. 4. öc 6. sie Ivc. lllebr. so/-7>b. I. 16. Edam/ eine nord - Holländische stadt an der süder - see, drey meilen von Amsterdam, und zwey von Horn entfernet. Sie ist die i; unter den städten, welche in der Versammlung der Staaten ebb ede 12 von Holland sitz und stimme haben, und wird wegen der guten käse, jo daselbst verfertiget oder verkaufst werden, wie auch wegen der vielen ichiffe, so man in dem allda befindlichen Hafen bauet, vor andern angemerckt. Edbald / ein Sachse und König in Kent, war Ethelberti, des ersten Christlichen Sächsischen Königs söhn. So bald fein Vater gestorben, fiel er wieder zum Heydenthum, und heyrathete des fen andere gemahiin, als feine stieff-muter. Nach diesem seinem exempel richteten sich sehr viel von dem volcke, daß sie nemlich auch wieder von der Christlichen religion abtraten- Hierauf solle der König von einem bösen geiste geplagt seyn worden, daß er darüber in eine raserey gefallen, aber doch endlich wieder zu seinen sinnen kommen, und so dann seinen blutschänderischen ehestand zertrennt, auch nebst stinem volcke die Christliche religwn wieder angenommen haben. An. 640 starb er, und hinterließ das Kömgreich seinem söhne Eucomberto, den er mit Emma, des Königs in Franckreich tochter, gezeuget hatte. llm. 1.». c. 4. ill>. llill. /wßlic. Edbert / der 12 König von Kent, succedirte Withrebo, und regierte 2; jähr, darinnen er aber nichts merckwürdigcs verrichtet» !. 4. . Edelaud / succedirte um das jähr 727 dem Westsächsischen Könige Ina, und fand anfangs grosse schwicrigkeiten darinnen, indem sein unverwandter, Oswald, mit gewalt ein besseres recht zu der krön prätendirte. Allein zuletzt behielt er die oherhand, und starb an. 741 in gutem friede, worauf ihm Cuthred, sein bluts- freund, in derregicrung nachfolgte. ofLoZisnö tzooic 4. Edelfried / ein söhn Edelrici, Königs der Nord-Angeln, er» hielt viel siege wider die Britten, wurde aber hernach durch Edui- num von dem throne gejaget, welchem sein vater selbigen genommen hatte. Er starb zu ansang des 7 stculi. >. 1. c. uk. Edelstetten/ ein weltliches Srifst vor Adlich frauenzim- mer, Mieden Ulm und Angspurg gelegen, deren Aebtißin nur allein die gclübde thun muß. Es ist an. 1126 von Gisela, einer Gräfin von Schwabeck, zu einem Benedictiner-klostcr angelegt worden. Es ist auch ein uraltes Übliches geschlecht in Schwaben dieses namens , von welchem Johann Jacob an. 1647 Obrister und Com- mendant zu Memmingen gewesen, -mnLi. 8uev. ?. r-1.9. ceü». O. 8. ?. i. 2. Ede!wi>eMm. nebst allen hohen Reichs-Gerichten daselbst zu finden. Die Archspiele sind sehr weitläuffiq, und da die Bischöfliche regierung in Schottland noch die oberhand hatte, war allhier ein Bischöflicher sitz. Es ist auch allhier ein coNsZium mcUi- corum, ingleichen eines, worinnen die rechte gelehrctwerden. Weil diese stadt anfeinem gesunden fruchtbaren böden lieget, ist sie mit allen nothwendigen lebens-mitteln zum Überfluß versehen, und ob Q » sie 124 ede edg sie wohl zur Handlung nicht sonderlich bequem lieget < so wird sie doch von dem benachbarten orte Leith , und dem arme / welcher insgemein Edinburg Firth geneunet wird, mit allerley waaren versehen, und kan dieser orr, weil er unter die stadt Edenburg gehöret, dersel- bigen an statt eines Hafens dienen. Vor nicht langer zeit ist diese stadt mit guten wasserquellen versehen worden, welche man von einigen ziemlich weit davon entfernten Hügeln dahin geleitet und also zugerichtet hat, daß sie auf den straffen der stadt aus prächtigen spring-brunnen heraus schicssen. An. 1701 litte sie durch eine feu- ers-brunst grossen schaden, dabey das srcviv der geistlichkeit, worin- nen die ssta derselben seit der religions-änderung verwahrt gewesen, mit darauf giengen. lletcr. Lriisn. rer. 8cor. i. I. /.eile Uclcr. 8cur. * Edenburg / in Ungarn, siehe Oedenburg. Eder/ ^cir-ns, /Lck-r», ein fluß, welcher in der Grafschafft Wittgenstein entspringet, bey Batkenbcrg und Franckenberg hin , durch die Herrschafft Jtter, wie auch durch die Grafschafft Walveck fliesset, und endlich anderthalb meilen über Cassel, unweit dem klo- ster Breitenau, sich in die Fulda ergieffet. Er ist reich an salnien und lachsen, führet anch gold-sand mit sich, welchen Landgraf Carl zu Hessen an. 1677 sämmlen, und ducaten daraus schlagen lassen. tzelclir. vieticn. Eder/ ein thurn, siehe Ader. Ederus/ wird für den iz Königin Schottland gehalten. Er war ein söhn Dogan oder Dothan, und regierte das Reich m guter ruhe. Als er erfahren, daß Brcdius ein Fürst von den msuln in Schottland angelandet, und das platte land ausplünderte, stellele er seine lrvttppen heimlich ins seid, und ließ die feindlichen schiffe verbrennen, alle soldaten aber, die ans land ausgestiegen waren, umbringen. L: Nut. 8cor. Ederus/ (Georgius) ein berühmter Rechts-gclehrter, gebürtig von Frcysingen, lebte umdasiahr -570 und,; 80. Er war bey den Kaysern Ferdinands I , Marinnliano II und Rudolpho II rath, UNd hinterließ NNter andern «cuiiomiL tzitztlurulii, live psrririoiium biblicsi-um tikro; V. Edessa / eine Haupt-stadt in Mesopotamien unter dem Patriarchat von Antiochien. Sie war fönst lehr berühmt und hatte undcr denen Römischen Kavfern das mmm-rccht, wie dann »och viele fchöne stucke von deren gcprag vorhanden; heuc zu tage rühret sie den namen Orsa in Diarbeck. Eusebinü halt dafür, Selencus habe sie erbauen lassen. Abgarus, welcher an Chrurum soll gc,chrieden haben, war König allhicr, oder besser zu sagen, so wäre Abgarus der namc aller Fürsten zu Edessa. Um das lahr wurde sie fast gar durch ein crdbcben rumstet; allein der Kayfer Iustmus gab grosses gcld her, sie wieder aufzubauen, und ließ sie nach seinem ua- mcn Iustinopolis nennen. Cosroes König von Pcrsien, als er gehöret , daß diese stadt noch niemals eingenommen worden, wolle sein hcyl davor versuchen, und belagerte selbige, muste aber gar bald unverrichtetcr fachen wieder davon abziehen. m cUro». I. c. 8, 26 I. r. cic belto ?crs. -VU/L«- geoj;r. crclrsi p'i,« ciclcri^r. lle ts vilic Edeus / (Johannes) eio Franciscaucr-münch. Er war ein Engelländer, und lehrte um das lahr ,406 mit gutem rühm auf der umversität zu Orford. Man leget ihm bey icLtur-m „> . in m-xillrum senrenrisruw; opuicul.» rlleoloxicL; tLl'ciculuin virrurum üe viciorum jlexicon ori^inzlium öcr. Uk^llo/^ktienL brLncilcLQ. bil>I. krsnc. /'iz/e», lle lcripr. ^ngl. Edgar / oder Egdar/ zugcnannt der friedfertige / König in Engclland, bekam nach dem rode seines vatcrs Edmondi, einen theil dieses Reichs; nach dem tode seines brudcrs Edwliu aber übernahm er an. 959 die völlige regicrung. Er überwand die Schott- lander , und sichrem vasiillcn, dem Könige von Wallis, befahl er, jährlich zoo Wölfe an statt eines triduls zu liefern, wodurch Engclland bald von diesen schädlichen tbieren gcreniigck >vnrdc. Nachdem er hierauf einen theil von Irrland erobert, und hiermit seinen landen ruhe geschafft hatte, suchte er selbige zu verbessern, und die rc- ligion mit hülffc Dunstani in guten stand zu setzen. Er starb au- 975 den 1 m>. Er hatte r gcmahllnncn Egelflidam und Eliridam. Die erste gcbahr ihm Eduardum II, weicher der heilige zugenaniit, und von seiner sticss-mulcr umgebracht worden. Die anocre hatte Edgar einen grossen des lands, mit deine sie gchcyrathet war, weggenommen,und ihne selbst umgebracht; wiewol die fach von etlichen dadurch entschuldiget wird, daß selbiger grosse mit namen Ethcl- wold ausdrücklich von dem König seye geschickt worden, um die Alfred vor ibne Edgarn zu freyen, wo er sie so schon fände, als das gemeine gerächt menge; welcher aber ohne von dem Kouig zu gc- dcncken, solche für sich zum weide begehret, und von deren valcr Horgern, Hertzog in Cornwallis erhalten hatte. wie. /WZI. i. 6. in v »2 Dunstem s^uck 8urium. -/» Nick. ^^ngiec. Lc. * Edgar/mit dem Zunamen Atheling / oder Etheling/ ein enckel desEngeländischen Königs Edmündi Ironside/ von dessen sohnEduardö. Nachdem an. io6ü erfolgten tode seines vettern/ Eduardi Consessoris/war er der nächste erbe zu der Englischen cro» ne. Allein anfangs entzog ihm dieselbe emKenttscher Graf / namens Harold/ und als y monale hernach derselbe durch Wühel- mum/Hertzog von der Normandie/ Überwunden und erschlagen ward/setzte sich dieser dagegen aus den thron/und behauptete solchen mit grossem Nachdruck. Edgar / welchen das volck dermassen liebte/daß man ihn Engellanbs liebling zu nennen psscgte/sahe sich nicht in dem stände / etwas gegen diesem überwindet' auszurichten/ und nahm sich deßhalden vor / mit seiner mutier Agatha / er- edg edi ner tochter des Kaysers Henrici III. wie auch mit seinen zwey schwestern/Margaretaund Christiana / nach Ungarnsichzureti- mren. Allein er ward durch stürm an die Schottische kusten verschlagen/allwo der König von Schottland / Malcolmus/ihn Nlcht nursehr gütig aufnahm / sondern auch eine genaue alliantz mit thmschloß/zu deren befestigung sich derselbe müder gedachten Printzeßln Margaret« vermählte. Als sich nun viel grosse aus Engeland bey thmeingesunden hatten / that ereineneinsallmEum- beriand.und in Norchumberland. Doch Wiihelmus war ihm der- massen überlegen / daß er endlich an. 107z sreywillig sich demselben unterwarff/ und eine jährliche pension von ;6; psunden / nebst andern dingen / so zu eurem standesmäßigen unterhalt erfordert werden/erhielt. Nach einiger zeü hat er einen zug in das gelobte land/und legte in dem damaligen kriege wieder die ungläubigen sonderbare ehre ein. NachdemWilhelmus an. 1087 gestorben / und dessen ältester söhn Wiihelmus II den Engelänvischen thron de- stregcn/hieltsich Edgar bey dessen mißvergnügtem bruderRoberto auf/und halff endlich zwischen ihnen beyden einen vergleich suff- ten.Alsauch an- noo Wtlhclmus II gestorben / und dessen dritter bruder/HenricusI > sich die kröne zugeeignet/hielt es Edgar nochmals mit dem odgedachten Roberto/ ward aber zugleich mit demselben in der schlachr beyLenchebray gesangen.Wiewohl ihn nun Henncusi wieder zu gnaden annahm/so verließ er doch nach einigen inhren dessen hof/und beschloß sein übriges leben/welches er sehr hoch brachte/aus den land-guiern / so man lhmemgeraumt.Es schreiben einige/daß man ihn bey Hose wegen seines allzuruhigm unv auzugutcn gcmnlhs verachtet /inglerchen/daß ersvemsalug gewesen / vor ein pscrd die oberwehme jährliche pension nachzulassen, Edgar /König in Schottland/ wardesKönigs Milcolmilll söhn. Als dem Schottländlschen Adel und volcke ihres Komgs DucanL regierung sehr mißtzel/bediente sich Donald / der StM- haltcrin den msiiln / dieses offeniltchen Mißvergnügensbecgesialk/ daßcrdcnKonlg ermorden ließ/und sich der regierung anmaßte. Nachdcni er aber die westliche insul dem Könige von Norwegen vcrrathcrlscher weise eingeräumet / verdroß dieses die Schvnlan- der so hesillg / daß sie gleich nach Engeland schickten /und Ebga- rum von dauucn holen liessen / wohin er zu seinem vetter Edgar seine zustlichl genommen hatte. Dieser machte des Donald! au- hang bald zu nichte /fegte ihn als ihr Haupt ms gesangniß / und wurde also von den Stauden einmuthtglich zum Komg erkläret. So lange er regierte/ war zwischen Vchottiand und Engeland sric- de/ lmmassener Henna des Königs in Engeland schwestcr zureye halte. Im ndrtgcn wurde er von «um snedsamm Unterthanen ge- ehrcl/vou bösen aber geiurchlel/undstarbeildltch/uachdem er 9 jähr und 9 monat regieret hatte / um das jähr roio. ac.--». 8 cor. Edge-HiU/ist ein qebürge an den grantzenvonOrfordshire und Warwlckshlre in Engeland / welches sonderlich wegen einer schlacht zu mercken ist/so an. ,642 den r; ott.zwlschenden lroup« pen des Konlgs Carolj l undder armee des Parlaments/unierdem commando des Grasen von Esser / allda vorgegangen/und zwac so / daß deyde theile sich den sieg davon zugeschrieben. cketsci^nac Urer.z,. 492.m-moirr vol. > p. 46. Edhemites/eine an Mahometanischer Münche/welche also von ihrem siisstcr Jdrahim Ebhem genenner werden/welcher von geburl ein AdyMier soll gewesen seyn/ und sem leben meist in den Moscheen mit betten und lesen zugebracht haben. Sie ernähren sich von gersten-brodl / und pflegen osst zu fasten. Ihre obern legen sich sehr aus das studieren / um sich zum prcdlgen geschlcklzuma- chen. Sie haben wollene mutzen mü ttirckischen bäiioen umgebais um den hals tragen sie ein gewisses mit roth vermengtes lemwand. Die meisten leben m den wusteneyen / wemgstens/wie sie vorgeben/ bey den töwen undwgern/ und wollen den namen haben/daß sie dieselbige zahm machen; wenige hergcgen haltensich zu Eonstanti- nopcl aus. Ihre vornehmsten klöster sind m Pcrsien in der Provintz Chorasan. llc t'L,nj,>rc Orcom. * LvieiDN . hat in der Römischen Rechts-gclehrsamkeit zwcycrlcy bcdeulungen.Untcr der freyen Repudlic waren es dieje- nlgcn gcsctze/ welche die nr^ror-s Md ciu ules jedes fahr bey dem ansauge ihrer regicrung auf öffentlichem marckt aufemerwell- sen gegipsten tascl / soauch deswegen äwum genciinclwurde/ aus- hiengcn/und m welchen sieden bürgern/in was vor fällen/und aus was vor art und weise sie ihre gerichtdarken handhaben wollen/zu vcrnchinen gaben. Hieraus entstund ciuevoppcltcart von elliÄiz, deren die eine j»-L-ion2,die andereL-cidilm gcncniiet wurden/ und war zwischen beyden dieser unterscheid / daß die über alle und jede bürgerliche fachen / die /itcyi-s cusMes aber nur über den Verkaufs der knechte/ vlehes / victualien/und was die sicher- heil der össeittlichen straffen angicng / ihre Verordnungen und recht- sprüchc ertheilten. Den war anfänglich erlaubet/ihre einmal öffentlich ausgegangene c-llcu>o§ brachte / die unnöthigenund abgeschafftkdinge wegließ/und von denseinigen hier und dar etwas hinzu setzte / welche zusatze von den alten nov->- «isuMiL genennet worden. Das ansehen dieses buchs ist so groß ge» «esen / daß nicht nur viele Römische Rechts-gelehrte darüber am merckunqen verfertiget/ sondern auch wieder diejenigen urtheil/ so aus selbigem genommen waren / keine-rppeüsrioncs angenommen wurden. Diejenigen irren / so die satzungen dieses -Müi' u-rpe- rui nach den nancica-s schlechterdings urtheilen wollen. Es sind auch davon noch viele srLgmemL vorhanden / die zuerst Eguinanus Baro/wiewolmit schlechtem success /nach ihm aber Guilielmus Ranchinus / am allerbesten aber Iaeobns Gothofredus zusammen gesucht / und in ihre wahrhaffw vrdnung gebracht haben. Unter denKaysern bedeutetes diejenige artdercoiuttrucionum/welche dieselben unker ihren nahmen aus eignem antrieb / und ohne daß sie rntwedervon den unter-obrigkeiten/ oder ernzclen Unterthanen hierum ersucht worden/ gegeben haben. Von dergleichen art gesehen findet man zwarvonden ersten Kaysern biß anfdicreiten Hadriani sehr wenig / weil Augustus aus einem besondern staats-absehen seine gesetze nach art der Römischen Obrigkeits-personen in den com dem volcke vortrug / und durch die menge der stimmen autorisieren ließ / Tiberius aber/ undseine nachfolgerentwederin Person/ oder durch die r. ^Lc. 1.1 c. 6. t r c. 24. Loc^e/k-r Ue orsrionibus ?rinc>^um. gmi- guir-kum 8eIcÄ. 1.1 c. i6, §«/ro I. regis s>. 88. * Editha/ war Edmunde/ oder/ wie die Englischen geschicht- schreiber melden, Eduardi tochter, und Adalstani fchwester, denn daß sie Adalstani bruders tochter gewesen, ist gar nicht zu erweisen. Der König in Deutschland, Henricus Auceps, verlangte sie für seinen söhn und Nachfolger im Reich Ottonem, für den er sie auch erhielt, und sie ihm an. 929 oder y;o verlegte. Ihr gemahl hat sie, als eine tugendbaffte und verständige Dame, sehr geliebet, daher sie auch vermuthlich mit lhme gecrönet worden, und an den Reichs-geschäffren, nach gewohnheit der damahligen zetten, grofl fen theil genommen. Sie starb an. 947, und liegt zu Magdeburg begraben. Ihre kinder sind Ludolphus, der Hertzog in Schwaben, und Lmtgardis, die an den Hertzog Conrad von Lothringen vermählet ward. iit>. 1 ss, 640. s^>. rtteibom. t, r. I. r r/. Edithberga/siehe Bertha. Edlebach/ ist ein altes Adeliches gcschlechtsso vor reiten zu Zug, und daselbst zu Hinderburg gewohnt hat. Nach der Hand sind sie gen Zürich gezogen und allda burger worden. An. i no haben gelebt Hug, Walther und Wernher. An. 1404 Johannes, welcher der erste Burger zu Zürich worden. Gerold ward an. 1489 des Raths und Seckelmeister. Er hat die Eydgnoßisch-Burgundisch- und Lombardische kriege, in einer feinen chronick beschrieben, welche auf der Burger-Bibliothec aufbehalten wird. Kayser Friedrich III hat ihn mit einem schönen Adelichen waapen beschencket. Friedrich hat sich an. 16 ;6 im Rapperschweiler-krieg in beschützung des closter Wurmspachs wohl und dapffer gehalten,und ist an.i6;8 Hauptmann in Venetianischen diensten, und nach seiner wieder- kunfft zu haußRaths-und Constafelhcrr ivorden, ist an. 1688 gestorben. Sein fohn gleiches namens bekleidet sn. io»6 U50US all snnum nrr, welche Seldenus zuerst mit gelehrten anmerckungen heraus gegeben ; Ue v,» 8. nnlcl- mi Nrcjüepiscopi Lsnkusricnlls libr. 2> welche sich bey den operibus Nnlclmi befinden ; Vita 8. VVlltrlciii, ArcviepiscopiLburäcülillx. welches I^obillonius tcc. NenclliÄ. III heraus gegeben,«. a.m. in sppar, Äs»»'. c. 7. --o»r5-r nor. sci marr^rol. Low. sll kn auf seinem throne sitzend durcheilt in dessen Unterleib hinein geflossenes charffes ejscn habe ermorden lassen. Mit diesem König Edmundo starb die Sächsische mouar- cbie ausmnd Canutus bekam so dann das gantze Reich in besitz,wcil Eduard und Edmund, des Königs hinterlassene söhne, beyderseits von dem sncccßions-rechte ausgeschlossen wurden, o« ti.ll. «l'/zngicceri-c; in tzist. ^ener. Edimmd/ein sohlt des Königs von Engelland,Hcnrici Illchnd Elconorä, einer tochter Raimundi, Grafen von Provence. L-cin Vater machte sich verbindlich , dcm Pabst 140000 marck zu zahlen, dagegen derselbe diesen seinen Printzen mit dem Königreich Lici- licn belehnte. Allein bey ersehenen schwierigkeiten ließ Edmund den titul eines Königs von Sicilicn fahren, und nennte sich emen Grafen von Lancaster. Nachdem sein vater an. 1272 gestorben, folgte in dcm Kömgreich sein älterer brudcr Eduardus, und er selbst starb an. 1296. Seines sohns Hcnrict söhn gleiches namens hinterließ eine tochtcr Blancam, welche sich mit Johanne von Gaunl vermählte. Dieser beyder söhn, Henricus, Hcrizog von Lancaster, gab vor, daß sein stamm-vater, Edmundus, bloß deswegen ,wc>l er einen höckerigten leib gehabt, seinem brudcr, Eduardo, hatte den scepter überlassen müsse» , ungeachtet nichtdiescr, sondern er stlbst, des Königs Hcnrici II! ältester söhn geivesen wäre. Aus diesem fundament drang Henricus,Hertzog von Lancaster, Richardum II, des letztcrivehiiten Eduardi ur-nr-cnekel, an. 1; zy von dem throne, und nach derselben zeit haben fast 100 iabr die von der Lancastri- schen und die von der so genannten Zorkischen lmic die Englische kröne mit vielem blut-vergicsscn einander streitig gemacht, n-, vo>. >. Edmund VIantagnet/ von Wyodstock, Graf von Kcnt, ein jüngerer söhn des Kömgs von Engclland, Eduardi 1 , vo» dessen andrer gciiiahlin, Margaret«,einer tochtcr des KönigS von ssranck- rcich,Philippi des kühnen. Sein ältester brudcr, der König Eduardus II. machte ihn an. 1122 zum Grafen von Kent, und an. 1^24 schickte er ihn in Franckrcich,um die Englische landschafftcn daselbst wider den König Carolum IV zu beschütze« , allwo er aber nicht gar glücklich war. An. i?2>, 1,26 und iz2? hielt er es mit derjenigen parthcn, welche obgcdachtcn seinen brudcr absttztc, und hingegen dessen söhn, Eduardum III, aufden thron erhub. Wiewohl er nun über sich nahm, in währender Minderjährigkeit dieses letzter«,»cbst 11 andern Lords die rcgicrung des Reichs zn verwalten; so sahe er doch bald, daß die Königliche muttcr, nebst ihrem galan, Roqcrio Mortimcr, ihnen weiter nichts, als den leeren titul, überliessen , und suchte demnach seinem abgesetzten brudcr wiederum zu der cronc zu vcrhelffcn. Allein die crmeldte Königin brachte es dahin, daß er deswegen an. i Z28 aufeincm zu Winchester gehaltenen Parlament zum todc verdammt ward. Diesem urtheil zu folge führte man ihn in der obcrwchnlen stadt auf ein schavot, allwo er von 1 uhr nachmittags bis um 5 uhr warten muste,che sich jemand fand, welcher ihm hätte wollen den kopff abschlagen, bis man endlich noch einen einfältigen trovfauftricb, welcher solches verrichtete. Sein ältester söhn Edmund, nachmals Grafvon Kent, erhielt m dem nächstfolgenden Parlament bey dein Könige, daß man die edm wider seinen vater gesprochene senrentz vor ungültig erklärte, indem er erivieß, daß demselben aufRogerir Mortimers, Johannis Mar- trcvers, und andrer falsche anklage und hinterlistige nachstellmiqzn viel geschehen wäre. Nach dieses Edmunds rode succedirte in der wurde eines Grafen von Kent dessen jüngerer bruder, Johannes, und als auch dieser ohne leives-erben gestorben, kam mit Johanna, ihrer beyder schwester, welche man nur das schöne fräulein von Kent zu nennen pflegte, der gedachte Gräfliche titul an deren gemäht , den Ritter Thomas Holland, nach dessen tobe sich die vsrge- meldete Johanna mit dem sogenannten schwachen Printzen Eduard»,des Königs Eduardi III cromerben, vermählte, 0/ V»I. l p. Lvl, ro 8 , roA> r.,r. LE-is» r LriiLnn. bclp rc> luliur;'. Edmund / von Langley, anfangs Graf von Cambridge, und nachmals Hertzog vonPorck,ein stam-varer der so genanten weißen rose in Engclland. Er war des Königs Eduardi III vierdter söhn von Philippa, einer tochtcr Wilhelmi III Grasen von Hennegau und Seeland. Bey seines vatcrs lebzeiten crwieß er sich mvffer gegen die Frantzoscn. Hernach, in währender regierung Richardi n, welcher seines ältesten bruders söhn war, führte er sich so vernünff- tig und vor,!chtig auf, daß ervon dem volck geliebt, und von dem besagten Könige sehr werth gehalten ward, ungeachtet damals fast kein eintziger Grosser war, welcher nicht entweder des Hofes Ungnade,oder oer gemeinen haß hätte erfahren müssen. An. 1 zy? bezeugte er zwarössentlich sein mißfallen über das unrecht, welches dem Hertzoge von Hercford und vielen andern von Richarde u wicder- fuhr. Nichtsdestoweniger machte ihn dieser, als er wider die rebellische Inländer in eigener pcrson zu selbe zog, zu seinem Statthalter in Engclland. Da nun in währender solcher zeit Henricus, Hertzog von Lancaster,seines dritten ältern bruders söhn, die Waffen ergriff , machte er alle ersinnliche einstallen wider ihn. Allein da er wahrnahm, daß fast alles demselben zufiel, und man durchgebends eine änderung in dein regiment verlangte, trat er gleichfalls auf dessen feite,uüd war beförderlich, daß Richardus t 1 abgesetzt, jener hingegen, unter dem namcn Hcnrici i v, auf den thron erhoben ward. Mit diesem letztem hielt er es nachgebends so getreulich, daß er bey ihm seinen eigenen ältesten söhn , da derselbe mit andern eine coiNpiratton vorhalte, freywillig angab. Er starb zu ausginge des iahrs >400, und hinterließ von semer^gemablin Jsabelia, einer tochtcr des Kömgs Pctri von Castilicn 2 söhne 1) Eduardum, welcher ihm , da er zuvor Graf von Rutland, und eine zeitlaua Hertzog von Albemarle gewesen war,in der würde eines Hertzogs von Porck succedirte, an. 1415 aber, in der schlacht bey Azincoürt, ohne lcwcs- erben sem leben vcrlohr; 2) Richardum, Grasen von Cambridge, welcher in eben demselben iahr 141z, wegen einer wider den König , Henricum V angesponnenen conchir-rio», zu Southamvto» enthauptet ward; nachdem er vorher mit Anna Mortimer, einer ur- enckelm Lionels, Hertzogs von Clarcncc, Richardum, Hervog von Boret, einen vater deröeydcn Könige Eduardi iv und Richardi m, gezcuget. vo>. I. kiliLU- niz. belp rc> Lnglisk lillko-)-. Edmund / Ertz-Bischoffvon Canterbucy, war in dem stecken Abendon gcbohren,' em söhn Eduardi, welcher ein Mönch in dem klostcr zu EoeSham worden. Er siudirlc zn Paris, lehrte daselbst öffentlich die mAkkem-kic und Iircrz- » aber einige zeit hernach legte er sich auf die McoioZie, und wurde voSto-. Als er wiederum nach Engclland gekommen, erklärte er die heilige scbriffl, und predigte mit grossem rühm , wanncnhcro ihm der Pabst eine ordrc zuschickte, die creutzfabrt zu predigen, welches er mit grossem cifer ins werck richtete. Ais unterdessen der Ertz-Vischöstiche sitz zu Canterburv erlediget worden, gab ihm auch Jnnocentius m den- selbigen. Weil er aber die rechte der kirchc vertheidigen, und die lebcns-art der cleriscy rcformiren wolle, verfiel er bey dem Könige Henrico in in Ungnade,und lud des Capitnls von Canterburv haß auf sich, welches ihn vcranlassetc, heimlich nach Franckrcich zu gehen,da er sich in die Abrcy Pontigny in Champagne begab, welches die zustucht der aus Engclland vertriebenen Prälaten war, und woselbst sich Tbomas von Canterburv bey 2 jähr aufgehalten. Als er wegeihgrosser sommer-hitze kranck worden, ließ er sich in das clo- ster Soisiac bringen, um daselbst frische lusst zu chöpffen, starb aber allda etliche monat hernaw den itznov. an. 1240, worauf ssn Jnnocentius iv an. 1246 canonisirrc. Man bat von ihm ciucn tnrctat unter dem titul: SpccNum occictiT, weicherm der tiiccL y-rrum zu finden. Sein leben ist von einem alten äuÄore beschrieben,welches bey bem Vinccncio LeNovscenli i. zi c. 67 ch. UÄ 8ur>o i. q. stehet. lir. ,y c. 70 . killor. Lrcliieo. Lznr-isr. apucj VVIisrronlim in /engliL d-lc-L c. 1 y. lo- a: tc--pr. ccclok. tS-rro-r. in insrr^rol. . L. 1740. n. S. bitt. TriiAl. öcc. Edmund oder Eadmundus Gryme / ein Engclländcr und hanß-genosse Thomä von Cantcrdnry, lebte an. n8c>, und schrieb dessen leben, v'o/ssn- clc vsc. I. r c.;r p. 4I„. Edoin / eine gegcnd nahe bey dem stamm Juda, würd also gc- nennet von Edom, welches der zuname war, den Elan von dem rothen linsen-gerichte, vor welches er seine crstgcbnrt an den Jacob verkauffte,bekommen. Es hieß auch dieses land Jdumäa, nud war ei» theil von Palästina, welches am meisten gegen mittag lag. (-> »«/. c. 7^. I. r anri-zulk. Hiclsic. Edon oder Aedon/ (Stcphanus) ein Engelländer, csno»zcm i-cgui->ri8 8. /zu^ullini,lebte an. i;ry in einem kloster in der provttitz Porek. Er hatte eine grosse liebe zn seinem vaterlande und zum- nein Könige Eduardo II,dessen Historie er mit grosser ausrichtuM beschnc- edo edr tzeschnsöm. äs Lcrr^t. Lngl. äc lkitior. ! .sc-. i. r c. 6;. Edones / Edom / war ehemahls eine berühmte nsricm in Thracien, nnd zwar insonderheit zur lincken stiren des Strymo- nis, oder jetzigen flussts Jstar, nahe bey dessen ausfluß. Nachge- hends wurde diese gegcnd znr sogenannten Macedonia scheel gerechnet , weil Philippus / des Alerandri N. varer, nachdcme er dieses land erobert / es von Thracien abgerissen, und alles land/ bis an den fluß Nestus, zn MNeedouien geschlagen. Sie hatten ihren namen von Edono / einern brudcr des Mygdonis / und besassen die gegend / wo jetzo Pergch Empali/ Scotussa und Philippi m Macedönren liegen. Die Uthenienser trieben sie ziemlich in die enge / allein sie setzten sich wieder in die frcyheit / welche sie auch zum theil unter den Römern behielten. Dstc/». Edred / König von Engclland / war Eduardi des ältern söhn, Etheistans brudcr / nnd Edmundi seines ncchsten vorfahren vctter / rvcichem er an. 946 folgte / weil desselben söhne noch kinder / und untüchtig zur regierung waren. Denn die erbliche und gerade iu» cet!,c>n achtete man damals so wenig / daß / wenn der nächste erbe zur regierung nicht vor tüchtig gehalten wurde - man das regiment gemeiniglich der geschicktesten Person von dem Königlichen gcblüte 'aufzutragen pflegte. Als Edred Northumberlanb unter seine »n- umschrenckte gemalt gebracht, und so dann die Schotten ihm freywillig den eyd der treue geleistet hatten / fielen nicht lange darnach die Nortbumberer von ihm wieder ab / und erwählten Ericum , einen Dänen, zu ihrem Könige - jedoch letztlich begaben sie sich wiederum unter seinen gehorsam. Einige stribemen beschreiben diesen König/als einen sehr abergläubischen Herrn - der sich von Dunstan/ dem Abte von Glassenburg, in allem habe regieren lassen. Er regierte ungefehr 9 jähr / nnd wurde nach stinem tode zu Winchester begraben. Er hinterließ 2 söhne / von welchen aber keiner in der Königlichen regierung folgte- als welche wiederum zur rechten linie kam - nemlich auf Eduinum, des Königs Edmundi ältesten söhn. aSe/rre Kitt. ci^ngl. Edric / war ein söhn und Nachfolger des Königs von Susser, Edclwalks. Seine zwey Generals - Andune und Bertune- halsten ihm eine Zeitlang das väterliche Königreich behaupten. Allein Ked- walla, König der West-Sachsen, behielt endlich die oberhand, und beraubte ihn an. 684 so wohl der kröne - als des lebens. Die cowsscst Kitt. et Liigi. v«K I. p. Edric / mit dem zunamen Streona, das ist/der Erlangen / war von geringer ankunfft - fand aber durch das grosse vermögen / so er durch seine beredsamkeit-und durch allerhand räncke sich zuwege gebracht, bey dem Engclländischen Könige Ethelred eine so sonderbare gnade, daß derselbe ihn, seine toehter Edgid zur gemahlin, auch zugleich den titul eines Hertzogs von Mema gab. Sein brudcr- Btthric / kam durch ihn glcichfals hoch empor / verursachte aber Lurch fälschliche anklagung Wulnoths - Gouverneurs von Suffex / baß derselbe von dein Könige abfiel, und ihm zur ste grossen schaden zufügte. Edric selbst hänselte noch viel schlimmer, indem er zwar das gmeralät wider die in Engelland eingefallene Dänen übernahm / wenn es aber zu einem treffen kommen solle / sich kranck stellte / und aufdieft oder auf andere art ihnen den sieg in die Hände spielte. Er war auch / zu seinem eignen Vortheil/ urhebee von der beschwerlichen stbatzung, welche die Engeüänder unter dem namen des Danegelts erlegen musten/ und endlich/nachbcmcr 2 Edelleute zu sich laden / hernach aber unter dem schein einer verratherey ermorden lassen/ fieng er an/ dein Königlichen Erb-Printzen / Edmunds Ironside/ welcher des einen von diesen Edelleuten tochter acheyrathet hatte / nach dem leben zu stellen. Ja zuletzt schlug er sich öffentlich zu den Dänen / und halffnebst ihnen das land verwüsten; dannenhero ihm von den gcsthicht-schreibctn der name des falschen oder treulosen beygelegt wird. Als ein jähr nach des Königs Ethelred absterben sein Nachfolger / der vorgcdachte Edmund Jron- side, cbenfals / und zwar sehr plötzlich, mit tode abgieng / so hielt man davor / daß cmweder Edric selbst/ oder dessen söhn / Hand an ihn gelegt. Noch in unterschiedenen andern öoßhafftigen anschlagen ließ er sich von dem Dänischen/ und nachmals auch Englischen Könige Canuto / gebrauchen, der ihn zwar anfangs über die land- schastt Mercia setzte - aber nicht lange hernach sich selbst vor ihm zu fürchten anfieng/ und ihn dannenhero an. 1017 zu Londen in seinem Mast entweder stranguliren oder enthaupten / den cörper auf das seid (oder / nach andern / in die Temse) werffen / den köpf aber auf den höchsten thuen der stadt stecken ließ. 7L- ö/ss. 0/ vol. I. LÄ/eo»'- Kitt. okssngl. kootc L«n/^c/r7 kritLnnia. »I WKI8I > ein berühmter Arabischer o-oZrMus, sonsten 8ckrrito> Lcirill genannt/ d. i. durchlauchtiger Edrisi: ins besondere hiessen die Araber allein ScKer-ttn , die,welche ihr geschlecht herführen von Mohammed / oder demselben sonst verwandt sind. Sein geschlecht war adelich / und haben seine altväter in gewissen theilen vonAftica regiret. Er lebte zu zelten Rogeri II Königs von Siechend anfdessenbefehi er seine QcogrLpKigm, genannt^o-K.roi mattace. vbicÄLkio Ziiimi curiott, ausgefertiget ; damit wolle er dem König auslegen seinen 400 rscei oder pfund wegenden / und aus purem sildcr gemachten owkum r-rrckrc-n.- daher auch sein buch etwann genannt wird kberKoßerii. Dir so genannte OeoZrspki L k^ubieiitt§, weiche von Sionita und Hesronita ins Latein übersetzt worden/ und zu Paris unter gleichem namen herauskommen / ist nur ein schlechtes Compencilum von Edrist werck / welches er laut eigenem zeugmiß absolvwt evn. ttcZ. 548!' °. .4.. c. 4 11;Dem ansehen nach ist zwar diestr Edrisi eben der / welchen l.-o c.K-ic.inu. m r^8. nennet Lttc.ssK /4Mcl.A>!i > und also beschreibet; rr sey in Massare einer stadt in Si- edu 127 cilien / auß Adelichem geschlecht gebohren; in?jsiiok>pkkL. ^aici- NL , /ettroioZ>-i , und colmogrMiL unvergleichlich geüdet gewesen, habe auch ein , mit namen stmskar Li /ckl^r, beschrieben, und sie nach den 7 ciim-r. eingerichtet; »ach vollendetem werck / als Roger rn Sicilien eingefallen / und ein stadt nach der andern eingenommen / haben die von Mazcrra ihn als gesandten / an den König geschickt / willens sich ihm zu ergeben, Äs- sariph habe ihm sein Geographisch werck prasentirt / und von demselben / welcher das werck sehr hoch geschätzt / zu bclohmmg ein gan- tzes csttrum erlanget rc. Rvgeras habe diß werck allezeit vor den Handen gehabt / nnd/da seine räth ihm Plolomäi o.- ypx diesein recommcndirt - habe er ihnen geantwortet: Ptoiomäus hat nur von einem theil der weit / Essarifaber von der gantzen weit geschrieben ; Er sey gestorben er. ».; 16. d. i. 1122 in L,v>c/ir mit hin- derlaffnng einer ansehnlichen familien. Wann diese zeit-rechnung nicht irrig / (wie bann Leo offt mit anderen Arabischen scridentcn keineswegs übcreinkomt /) so kan ohngeacht aller übrigen glcich- heiten / dieses nicht obiger Edrisi gewesen seyn; ohn zweiselhaben mehr als ein »uMo.- au vorgemeldtem Geograph, werck gearbeitet. Sonsten ist auch zu wissen / daß durch den Edris die Möchamme- deiner insgemein verstehen den Patriarch Enoch. i» pr-ef. -6 Perl. in 8pe.im. Do cl- 8cripk. iliuttr. )^8ci. * Lonige irnd printzen vo») EnMIand. Eduard / der ältere zugenannt / König von Engeüand, war Alfrede ältester jodn / und folgte seinem Vater an. yc». Seine regierung wurde bald in grosse Verwirrung gefetzct durch Ethelwalds/ eines von seinen nahen bluts-vmvandten, ehrgcttz / welcher aufdie crone gleichfals anspruch machte / sich des vornehmsten ortcs Win- burn in Dorsetshire bemächtigte / und vorgab, daß er daselbst leben oder sterben wolle. Allein da er sich von des Königs armee umringet sahe, gicng er bey nacht weg, nnd nahm seine zuflucht zu den Dänen in Northumberlanb. Drey jähr hernach gicng er zu den Ost-Angeln / erhielt von ihnen einige troupven, und marschirte mit denseibigen bis nach Crekelade in Wiitshire/ von bannen er mit grossem raube wieder zurück kam / ehe ihin der König Eduard nachsetzen kontc. Jedennoch kam es nach einiger zeit zu einem treffen, worinnen beyde partheyen viel einbüßten / gleichwol aber dem Könige durch den tod Ethelwaldc' / der diesen krieg angefangen - ein grosser Vortheil zuwuchs. Nach diesem gieng nichts sonderliches vor/ diß endlich an. 907 mit den Dänen friede geschlossen wurde. Dieser wahrete nur; jähr lang, wicwol ungewiß ist / wer ihn zu erst gebrochen habe. Dieses ist gewiß / daß an. 91° König Eduard eine ziemliche armer zusammen brachte, und sie wieder die Dänen jenseit der Humber marschiren ließ / nichts besioweniger aber denseibigen gewisse friedcns-vorschläge that / welche sie verwarffem Es war zwar beyderseits die Niederlage und ge,nachte deute groß; allein die Dänen zogen dennoch in einer schiacht bey Tetnall in Staf- fordshtre den kürtzern. Im folgenden jähre geschahe ein ander treffen bey Wodensstelb / worinnen viel tausend von den Dänen / und insonderheit auch z von ihren vornehmst«» Officirern blieben. Gleichwol lieyen sie vowihren raubereyen und Plünderungen nicht nach, als welche sie in Orford und Hartfordshirc nöch immer fortsetzten. An. 918 kam eine neue Dänische armee an / welche nach Lands-end gegen dem ausfluß der veverne zugieng / dastlbst anlandete / und die kusten von Wallis verheerte / biß sich endlich die leute aus Hereford und Glocestershire zusammen schlugen / und sie znm lande hinaus jagten. Nachgehends waren des Königs Eduardi Waffen so glücklich / daß sich die meisten Dänen an ihn ergaben - und so dann mit den Engclländern in allen gesellschafften des gemeinen Wesens vermischten. Er breitete seine macht biß an Schottland aus/ an welches Reichs grantzm er eine stadt bauett/ da der König in Schottland und dessen gäntzer Adel ihm / als ihrem Ober-Herrn / huldigten. Endlich starb er zu Faxenden an. 92z / und wurde neben feinem vater Alfred zu Winchester begraben / welchem er zwar an gelehrsamkcit nicht gleich kam / hingegen an macht / gemalt und grösste weit vorgieng. Er hatte mit seiner gemahlin viel kinder genüget / unter welchen der älteste söhn und cron-erbe Ethclwald wenig tage nach ihm starb. 8. Eduard / der jüngere / mqleichm der Heilige und der Märtyrer genannt/war Edgars söhn/welchen er mit seiner ersten gemahlin Egelfewa gezenget kakle. Er wurde von seiner stielst mutier erzogen/und von ihr bermassm hart gehalten/daß sie ihn um geringe dinge willen wir wachs-kertzen zu schlagen pflegte / welches seinem gemuthe einen solchen eindruck machte / daß man sagt / er habe hernach / als er sein männlich alter erreicht / keine wachsckcrken sehen können. Nachdem er seiner stiessmutker vor- mundschasst entwachsen/folgte er an. 97c seinem batet'Edgar in der Königlichen regierung / wicwol nicht ohne grossen wiederstand ostgedachker seiner stieffmuttcr Elfrida / welche ihrem söhn Ethelred / so dazumal nur 7 jähr alt war / auf den thron zu helffcn suchte / damit sie unter seinem namen das gantze Komgrejch regieren köme. Unter des Königs Edgar regierung war der Sachsen ehre aufden höchsten gipstet gekommen ; allein nachdem dieser König zn regieren angefangen / nahm sie allmahlrg ab. Die vornehmsten laud-plageii/diesich damals eraugncten/ waren theure zeit und hungers-noth / und die allgemeinen Zerrüttungen des Königreichs / welche von denseclilar-priestemiind monchen veranlasset wurden/ auch in vstentliche tumulte ausbrach / wre man denn / um solche rlnruhe zu stillen/einen cvnom,m zu Winchester kieke/aber gae nichts ausrichtete. Nachgehends wurde man eins / daß dieser streit zii Calne in Wiltshire vor den Edellemen und Prälaten svlte entschieden werden. Nicht lange darnach an. 978 öder 79wurde der König rn Evrft-cüstlr in Dsrseiskire aufftiner stieff-mnlrer anstiff- 128 cdu cdu ten ermordet / welchemcht ehe ruhen konte / als bis sie Am söhn nebst seinen söhnen ordre, sich vor den König und den zu Londen Ethelred aufdem thron sahe. Allen, / da ihrvieser mord stets rm versammleten Lords unbewaffnet zu stellen, und allda die gantze sinne schwebte/ und ihr gewissen quälte/ brachte sie ihre übrige le- ... .. ^ < vens-zeitin lauter traurigkeit zu / und stifftete die beyden kloster A- mesburg und Worwell/ in welchem letztem sie starb/und begraben wurde. -6 llik. 1 . r c. lr. IN Lcl llild. I. r c. cllron. Ko^e?'. Eduard/ König vonEngelland, welcher, wegen seines heiligen lebens, LonkcllLr oder der Bekenner genannt wurde, folgte Ca- nuto II an. 1042, und war des Königs Ethelredi eintziger übrig gebliebener söhn. Huntingdon berichtet, daß man ihn nach Canutt tod aus der Normandie habe holen lassen; allein, es ist wahrscheinlicher , daß er dazumal am Englischen Hofe gewesen, wie Wilhelm von Malmesbury bezeuget. Dieser berichtet, daß Eduard über Canutt tod sehr bestärkt gewesen wäre, gleich als ob sein leben in gefahr stünde, und daher seine zufluckt zu dem mächtigen Grafen Godwin genommen hätte, um dcnstlbigen zu ersuchen , daß er ihn an irgend einen ort ausserhalb des landes schaffen möchte. Allein der Graf, welcher sich dadurch gerne in die höhe bringen, und seine tochtcr zur Königin machen wolle, hatte dein Printzen zu gcmüthe geführct, daß er Ethelredi söhn und Edgards enckel, und also der nächste Cron-erbc wäre, auch bereits seine männliche zahre erreichet hätte; dcrowegcu solle er nicht an die flucht, sondern vielmehr an die regicrung gedcncken, gestalt denn er selbst, kraffl des imcrclle, so er an dem Königreich hatte, sich nach allem vermögen dahin zu bearbeiten entschlossen wäre, damit solches bewerckstelliaet würde, wofern er nur an iciner stire schwören wolle, sein beständiger freund zu bleiben, die ehre seines Hauses zu.crhalten, und seine tochtcr zu heyrathen. Dieses alles aieng der Prink willig ein. Hierauf versammleten sich die Rcichs- stände zu Gellingham, vor welchen Eduard sein recht ausführte, und auch durch Godwins grosses ansehen seinen zweck erhielt. Allein es war noch Eduard, Edmundi Ironside söhn, im leben, welcher ein näher recht zu der Crone hatte, aber damals gleich m Ungarn war. Doch dieser schadete sich durch seine lange abivc- stnhcit, welches Vortheils sich sein vetter Eduard bediente. So bald demnach derstlbigc zur Crone gelanget, waren alle Engellän- der gantz ungemein freudig, daß sie so unvermuther von der Dänischen inacht befreyet worden; wiewohl sie nicht mcynten, daß ihnen ein ander Unglück, ncmlich die Normannische erobcrung, so nahe über dem kovsse schwebcte. Dieser neue König nun wurde an. 104; am oster - feste gccrönet. <20 bald dieses geschehenbemächtigte er sich des schatzes seiner mutter Emma zu Wmchcster; desgleichen vermählte er sich »ach seinem versprechen mit Edith, des Grafen Godwins tochtcr, welche, wegen ibrcr schonheit, lügend und gelehrsamkeit, sehr berühmt war. Er schaffte die rare ab, womit das land gantzer;8iahr beschwüret worden, nachdem ihn Ethelrcd zu erst den Dänen erleget, und was davon in seiner schätz-kammcr noch übrig war, gab er denicnigen wieder, von welchen es hergekommen war. Allein seine danckbarkcit gegen die Normänner, welche ihm in seinem elende bcvgcstande», brachte den Engclländern noch ein weit grösser Unglück, als sie zuvor niemals betroffen: denn an statt, daß er dcnstlbigen aus seinen Mitteln eine wicder-vcrgeltuiig hätte thun könne», ließ er sich gefallen, sie in sein Reich zu locken, und allda zu den vornehmsten chren- stcllen zu befördern, wordurch dann die eine ,,-kioi> wider die andere aufs hcffiigstc erbittert, und also immer nach und nach der weg zur Normannischen erobcrung gebahnt wurde. Nichts desto- wcniger liessen die Engclländcr ihre alte gebräuchc fahren, und ahmten den Frantzösifchen sitten nach, gestalt denn die vornehmsten lcutc anfiengcn, ihre muttcr-svrache zu verachten, Frantzösifch zureden, undFrantzösischebüchcrzu schreiben. Allein dasienige, welches vollends die gröste Verwirrung verursachte, war ein unglücklicher zufall, welcher sich in dem vorbcmcldten iahre zu Dover zutrug: Als der Graf von Boulognc, Eustachius, ein vatcr des berühmten Godofredi, welcher Jerusalem erobert, den König Eduardum besuchet hatte, und hernach aufCantcrburv wiederum zurück gieng, um zu Dover ein schiff zu nehmen, woltc einer von seinen lcutc» mit gemalt allda in einem haust logiren, worüber sich aber der Herr desselben dcrmassen entrüstete, daß er ihn tödtctc. Hierauf kam der Graf mit seinem gantze» gcfolgc in das hauß, wo man seinen dicncr umgebracht hatte, und tödteje daselbst nicht nur dcn thätcr, sondern auch noch 18 andere per,ohne», welche steh seiner annehmen wollen. Allein die leute in der stadt erschlugen 21 persohnen von den bedienten des Grafen, die übrigen aber wurden mchrenthcils verwundet, und der Graf selbst kunte kaum noch mit einem oder zweyen davon kommen. Wie er nun hierdurch hcfftig erzürnt worden, so machte er sich eilends wiederum zu dem Konig, und bewog ihn, mit hülste einiger Normännischcn Hof-bedienten, zu einer grossen Ungnade wider die bürger zu Can- terbury. Darauf wurde alsobald der Graf Godwin beordert, die stadt anzufallen. Allein es mißfiel dem Grafen sehr, als er sahe, daß der König auffrcmbde mehr hielt, als auf seine eigene Unterthanen, und rieth ihm, daß man die jache durchs recht beylegen solle. Aber, weil dem König diese gelindigkeit nicht gefiel, und der Graf sich für stinen widerwärtigen fürchten muste, bearbeitete er sich dahin, wie er sich wider alle bcsorglichc gewaltthä- tigkeit in „cherheit stellen möchte, zu welchem ende er so wohl aus seiner eigenen, als auch aus feines sohns Grafschafften eine ziemliche armee aufdic deine brachte. Sein vorwand war, daß er mit solchen tronppen wider die Walliser gehen woltc, welche vor hätten, in Herfordöhirc einzufallen, um welche Grafschafft herum sein söhn Lwanc mit einem theil seiner armee lag. Allein, nachdem dieser sein vorwand ohne gründ befunden werde«, bekam er fache schlichten zu lassen. Sie weigerten sich aber, vor einer widrigen parthcy, ohne vorher gestellte csuiion, zu erscheinen, erklärten sich dennoch ihre foldarcn abzudancken, und in allem dem Könige zu gehorsamen, was nicht wider ihre ehre liesse, oder ihrer sicher- hrlt nachtheilig wäre. Hierauf befahl derselbe, ,es solle Godwin nebst seinen söhnen innerhalb 5 tagen das land räumen, welches sie auch thaten. Die Königin aber, ungeachtet sie unschuldig war, schaffte er in geheim, nebst einem kammer-mädgen, nach Worwell, zu ,einer schwester, die Aebtißin allda war. Nach diesem kam Wilhelm, der Hertzog von Normandie, mit einem grossen gefolqe in Engelland, und wurde von dem Könige Eduards überaus höflich tramret, auch um alle stadte und schlösser herum geführet, daß er mit grossem vergnügen wiederum nach Hause gieng. Im dessen kam Godwin, welcher sich zu Balduino, dem Grafen von Flandern, gemacht hatte- dessen tochtcr Judith an Tosti, einen von seinen söhnen, vermahlt worden, nach einiger zeit zurücke, und ließ sich auf der ste mit einer kriegs-flotte sehen, welches Konig Eduarden dermaffen erschreckte, daß er ihn nebst semen söhnen in ihre vorige chren-stellen setzte, auch die Konigin zu ihrer vorigen wurde erhob. Zu eben dcrsclbigen zeit wurden die Nor. manner, welche unter des Komas namen viel Ungerechtigkeiten ausgeübet, aus dem Reiche verbannet, da denn einige von den vornehmstem noch mit genauer noth dem grimm des pöbels entronnen. An. 1054 bekriegte der König den tyrannen von Schott land, Macbeth, unter Snvards, des Grafen von Northumber- land 6e,icr-!ac. schlug den Grannen, und setzte Malcvlmum, des Cumbrischcn Königs söhn, an seine stadt.' Mittlerweile, als König Eduard sahe, daß er keine lcibes-erben bekommen kunte, schicke er Adrcd, den Bischofs von Winchester, mit grossen ge- fchenckcn zu dem Kayscr, um denselbigen zu ersuchen, daß er seinen vetter Eduard, feines bruders Edmund Ironside noch übriaen söhn, in Engclland kommen lassen möchte, weil er daselbst nach ihm König werden solle. Allein, nachdem derselbige in Engelland angelanget, starb er, wenig tage nach seiner ankunfft, an. isz? zu Londen, und hinterließ einen söhn Edgarum Atheling, nebst r tochtern. llm diese zeit streiffte Griffin, der Fürst von Sud- wallis, nebst Algar, des Grafen Leofric söhne, sehr offr in des Königs gebiete, und verursachte viel miruhe. Darauf wurde Harold, der Graf von Kcnt, beordert, sich ihm zu widersetzen, welches er auch mit glücklichem fortgange that, daß er fein land gäntzlich verheerte, und die Walliser nöthigte, daß sie sich ihm ergaben, und versprachen, dcn Griffin nicht mehr für ihren Fürsten zu erkennen, sondern dem Könige tribut zu geben, wie sie vorhin zu thun pflegten. Dieses geschahe an. i°6z. Im folgenden iahre wurde Griffin gefangen und getödtet, und sein kopff dem Könige zugeschickt, welchem es so dann gefiel, seine 2 brüder an seine statt zu Fürsten zu machen, weswegen sie Haroldo, an statt des Königs, den eyd der treue und zinßbarkeit schwuren. Als nun der König alt worden, hielt er seinen vetter Edgard nicht vor geschickt zur regicrung, und zwar insonderheit wegen bcs Hochmuths der söhne des Grafens Godwin, als welche ihm keinen gehorsam leisten würden. Danncnhcro warffcr, wie Imgulf schreibet, der a-c- celllon halber ein äuge aufWilhelmum, Hertzog von Normandie, als einen vortrefflichen und hochverdienten Fürsten, mit dem er von mütterlicher feite befreundet war, und ließ ihm diese seine gedanckcn kund thun. So viel ist gewiß, daß der Hertzog hernach aus dicstm gründe auf die Crone mEngon gemacht' hat. Endlich starb der König an. 1066, nachdem er durch sein Hohes aller und kranckhcit sehr entkräsilet worden. Er war der erste, welcher sich das vermögen, kröpffe zu curiren, zuschrieb, mit welchem ?»- viwchc, er wegen seiner sonderbaren frömmigkeit soll seyn begäbet worden, o^einc gesetzt, die er aus dcn Mcrcianischen, West- Eächsischcn, Norlhumbrrschcn und Dänischen gesetzen zusammen gelesen, sind noch ietzo vorhanden , und werden vor gut und heilsam, als die sich auf die gerechtigkeit gründen, gehalten. Erbaue- te die Abtcy von Westmünstcr wieder auf, und begabte sie mit vortrefflichen pnv,iegi,s und einkünfften, war auch der erste, der allda begraben wurde. lMr/de/m-. 1. r c. Eduard I, long - shanks oder der lang - schencklichte zu- gcnannt, succedirte semem vater, Hcnrico III, an. 1272. Als ibm die Crone zufiel, war er mit ,einer gemablin Eleonora im gelobten lande. Nachdem er von dar zurück kam, legte er in Frankreich dem König Philippo III, wegen Guienne, die Huldigung ab. Hierauf gieng er an. 1 274 in fein Reich über, woselbst inzwischen der Ertz-Bifchoffvon Norck, nebst andern vornehmen, eincregie- rung formiret, und alle stände ihm, als dem rechten Herrn, huldigen lassen. , Er machte gleich anfangs, nachdem er sich und feine gemahlin cronen lassen, mit dem Parlament unterschiedliche heilsame gcfetzc, rcstringirte die juriräiskon der Bifchöffe, nahm allen Küstern ihre frcyhcitcn, und vertrieb die Juden aus dem gantze» Reich. Als der Printz von Wallis, Lcolinus, ihm die Huldigung verweigerte, zwang er ihn mit gemalt der Waffen darzu, bemächtigte sich auch der vornehmsten Plätze dieses laüdes, die er im frieden behielte. Weil aber Leolinus zum andernmal rcbcllirte, gieng er demselben wiederum in das land, da denn Leolmus in einer Wacht blieb, Eduard ließ ihm aber nach dem tode noch des köpf abschlagen, solchen auf den Tour stecken, und nachdem er dc,,cn bruder David auch gefangen bekommen, ließ er ihn aufhängen, und hernach vicrtheilcn; und hierauf vereinigte er endlich das gantze land Walles mit der Crone, und gab es seinem ältesten söhn Eduard, von welcher zeit «n diesen titul allezeit die AM- edu edu 129 Crvn-Printzen von Engelland geführet haben. Bald hernach einholen lasse« / ergriffen sie endlich gar die Waffen - und nachdem nahm er eine reist vor nach Guienne, und vermittelte zwischen sie Gaveston gefangen bekommen, liessen sie ihm den kopff abschia- dem Könige inAragonien und Neapolis einen frieden, trafst dessen gen. (Siehe Gaveston.) Sie zwungen zugleich den König, Carokus, Graf von Valois, aus der gefangcnschafft kam. (siehe daß er andere Puncten, die feiner Hoheit sehr nachtheilig waren, Larolus von Valois.) Als an. 1289 der letzte Konig in Schott- eingehen muste. Kaum aber war er dieses Favoriten loß, st nahm land, Alexander III, mit tode abgieng, hatte Eduard vor, seinen er zwey andere, nemlich die Spenzers, vater und söhn, an desien Priutzpn mir dessen hinterlassener Prinzeßin zu verheyrathen, als stelle an. Das Mißvergnügen des Adels, über das unerträgliche aber diese auch gleich darauf gestorben, hielt er, als ober-lchn-Herr, und hochmüthige verfahren derselben, wurde zwar eine zeüiang ein solennes gerichte, wegen der erb-folge dieses Reichs, worinn durch den Schottischen krieg aufgehalten; denn Robert Bruce, unter den 12 Prätendenten, darunter Balliolus, Bruce und Ha- der schon unter dem vorigen König sich in Schottland znm Herrn sting, die vornehmsten waren, der erste emmüthiglich den andern aufgeworffen, hatte das gantze land in seiner gemalt. Eduardus II vorgezogen, von Eduards zum König erkannt, und der lehns-eyd gstng an. i;i4 mit emer armee von 100000 mann auf ihn loß, von ihm angenommen wurde. Eduard führte sich bey allem die- «besser wurde von den Schotten, die nur ;c>yoo starck waren, sem als ein fouverainer Herr über Schottland auf, und Johannes auf das Haupt geschlagen, und zu einem stillstand gezwungen» Balliolus bereuete bald, daß er sich demselben so sehr unterworf- Die schuld dieses ungluckS wurde von dem Adel den Spencers fen. Denn als nachmahls, in einer gewissen lehns - fache, der seihst, als verrathen:, beygemesscn, und der Unwillen wider die- Graf von Fiffe, den König Balliolum bey Eduards verklagte , selbe kam so weit, daß sie den König mit gemalt der wassen zwun- sorderte dieser Balliolum vor gerichte, und als dieser nicht erschei- gen, sie ins exNium schicken. Weil aber bald hierauf ein nen wolte, käme es zum öffentlichen krieg. Zu gleicher zeit aber gewisser Commendmtt von der Stände parthey der Königin den verfiel Eduardus auch in einen krieg mit Franckreich , der jedoch eingang in seine vestung versagt, nahm Eduard gelcgcnheit, nicht nicht lange währte, und dergestalt geendiget wurde, daß Eduard allein gedachte vestung zu belagern, sondern auch einen ort nach auf die Normandie und andere Englische provintzen in Franck- dem andern den Edelleuten abzunehmen, und bernfste auch die reich verzicht that, und dagegen Guienne, unter dem rittst eines Spencers zurück. Ja, als die Stände, unter anfühnmg des Hertzogs und Pair von Franckreich, und mit dem lehens- n-xu be- Grafen von Lancaster, der ein vetter des Königs war, die wassen hielte, (siehe PIMppus IV, König in Franckreich.) In dem ergriffen, wurden sie geschlagen, der Grafvon Lancaster gefangen kriege wider Schottland aber war Eduard so glücklich, daß, nach- bekommen, enthauptet, und alle seine guter den Spencers zugeben: er das gantze Reich durch seine wassen erobert, Balliolus theilet, welches aber den haß wider sie nur verdoppelte. Doch an. 1296 ihm dasselbe durch eine solenne abdanckung übergab, würden sie nichts leicht zu befürchten gehabt haben, wenn sie mcht Die Schotten fiengcn zwar bald hernach, unter anfühnmg Wll- aufs neue bald hernach, durch ihr unverständiges verfahren, die helmi Wallys, an zn rebellire», sie wurden aber durch die schlackst Cleristy des landes, und durch einige beleidigungeu auch die Köm- bey Falkirk zum andemmai unter das loch gebracht. Mittlerweile am selbst wider sich aufgehetzet hätten. Denn diese unterhielt einhalte Eduard mit dem Pabst Bonifacis Vri i,, wegen der kirchen- heimliches liebes-versiandniß mit dem Grafen Mortimer, weiches juriswsion, in weltlichen fachen grosse streittgkeiten, widersetzte die Spencers dem Könige offenbahrtcn, der denselben hierauf ins sich aber so wohl demselben, als Elements V mit grossem eiffer. gefängnis setzte, woraus er aber nach Franckreich wieder entkam. Die Schottländer bedienten sich dieses streits auch, und erhielten Um eben diese zeit entstünde ein krieg zwischen Eduards II und von Bonifacis VIII, daß derselbe an. i;oo an Ednardmn eine Carole IV in Franckreich, weil jener, auf dieses erfordern, die bulle ergehen ließ, darinn.er ihm anbefohl, Schottland in freyheit leben wegen Guienne nicht persönlich empfangen wolte; woran zu seyen, und seine ansprnche vor ihm, als dem Lehns-Herm von eigentlich auch die Spencers schuld waren, die vor sich nicht rath« Engelland und Schottland, zu Rom auszuführen. Allein Eduar- sam hielten, daß der König sich von ihnen entfernte. Endlich erbos übergab in einem zu Lincoln gehaltenen Parlamente die gantze böte sich die Königin, so Caroli IV schwester war, zur mcMHon, fache seinen Lords und Rerchs-ständen, welche so dann die Engel- und nahm unter diesem vorwand, in der that aber um ihres Mor- ländssche Crone vor Wstspcnw m erklärten, und behaupteten, daß timers willen, der sich am Frantzdsischen Hofe aufhielt, eine reist ei!. König von Lngelland vor keinem einigen Richter - stuhl rede „ach Paris mit ihrem söhne, dem jungen Eduardo, vor. Nun und annvort zu geben gehalten wäre, zu welches priviieZ» beschu- ward zwar ein friede mit diesem beding geschlossen, daß Eduardus tzunq sie ihm ihren äussersten bcystand versprachen. Weil nun der II Guienne an gedachten seinen Prmtzen Eduardum abtreten, Pabst damals mit dem Könige Philipp» IV in Franckreich gross und dieser davor die letzen empfangen solle; aber nichts bestowe, sen streit hatte, ließ er die Schottländer stecken, und ihre fachen niger blieb die Königin, ohnerackstct der vielfältigen.zurück berus- vor sich selbst so gur ausführen, als sie kontcnl Eduardus aber funden ihres gemahls, immer in Franckreich. Endlich, da auch gieng hierauf an. i;or mit einer armes in Schottland, welches die Spencers durch ihre bestechringen es an dem Frantzöfischen inzwischen völlig rebellirt hatte, und brachte es zum drittenmal Hofe dahin gebracht, daß die Königin dastlbst keinen schütz mehr mit den wassen zum gehorsam. Er bekam auch d«P bisherige fand, reisest sie plötzlich nach den Niederlanden, vcrsammstte da- haupt der Schottländer, Wilhelmmn Wallys, durchß-^rrathcrey selbst einiges voick, und als sie damit nach Engelland kam, stiessen gefangen, und ließ ihn, znm schrecken der andern, v-ertheilen. die mißvergnügten, der abrede gemäß, zu ihr, bemächtigten sich Diesem ohngeachtet warff sich an. i ;oü Rodcrtus Bruce, dessen der stadt Löndcn, und, nachdem sie die beyde» Spencers gefan- vater, aus jLloullc wider BJlüolum, die parthey Eduardi gehalten, gen bekommen, liessen sie solche mit grosser matter umbringen, und an allem Unglück der Schotten dardurch schuld gewesen, zum Weil auch der König selbst mit seinen übrigen Favoriten entflöhen König auf, ward auch solennster gecronet, und ob gleich Eduard war, und mau ihn lange nicht ausforschen tönte, wurde der Cron- ihn aus dem selbe schlug, und in die Schottische qedürge versagte, Pttnl; Eduardus an. i;rs erst znm Reichs-Verwalter, und herkam er doch im folgenden jähre wieder hervor, schlug Eduard, »ach / da man Eduardum II gefangen bekam, und ihn zu abdan- General den Grafen von Pcmbrock, und als Eduardus selbst ihm ckung der Crone bewogen, zum König gemacht. Eduardus II entgegen gieng, starb er ohnweit Carlisie den Gulii an. i;--?. wurde inzwischen immer gefangen gehalten, und von der Königin, Er war ein kluger und tapfferer König; nur wird seine grausam- ihrem buhler dem Grafen von Mortimer, und dem Bischofs von M gegen seine feinde, wenn ihm solche in die Hände gefallen, Hereford, auf die letzte solchen grausamen Händen anvertrauet, an ihm ausgesetzt. Er bestätigte den Unterthanen die so genannte die ihn, nach vielen mattem, endlich an. 1:27, durch eine gantz NI3ZNLM cllArrsm , und oh ihn gleich der Pabst von dem eyde, wo- besondere art, umbs leben brachten, indem sie ihm, in form eines mit er solche beschworen, log sprach, wolte er doch solche nicht clystiers, ein subtiles heiffes eisen in den leib stiessen, welches ihm brechen. Er hatte 2 gemahiinnen, Estonvram, des Königs von das eingeweide verbrannte. Sonst ist noch unter Eduardi II re- Castiken, Ferdinand: sti, und Margarethen, Philippi /wUscis, gjcrung merckwürdig die Vertilgung des Tempel-Ordens, welche Königs von Franckreich, tvchter. Mit der ersten zeugte er 4 söhne aber in Engelland viel glimpflicher und gelinder zugieng , als in und y töchter, ; aber von diesen söhnen stürben in der krndheit, Franckreich. Eduardus ll hat mit gedachter seiner gemahlin, und blieb keiner mehr übrig, als Eduard sein Nachfolger. Mit der Jsnbelia Philippi ?uicl,ri, Königs in Franckreich tvchter, von andern gemahlin zeugte er 2 söhne und eine rochier, die allesamt der unter dem Wort Elisabeth ein eigener articul, gczeugct, juiig verstürben. Der älteste von diesen söhnen war Thomas von Eduardum , seinen nächsten Succ-uLrew, Johannen:, mit dein Brotherrn, von seinem geburts - orte also genannt, der zum Gra- zunamen von Etham, seiner geburts-stadt, nachmahligen Grafen fen von Norfolk und zum Grafen Marschall von Engelland ge- von Cornwall, der hernach in der blüthe seines alters gestorben; macht wurde, und von dessen tvchter, Margaretha, die familie desgleichen Johannam, welche a» DavidBruce, den Printzen von Howards herstammet. (Sehe Norfolk und Howard.) Der Schottland, und Elevnoram, welche an Reynald, Graf von andere söhn Edmund von Wvodstock wurde zum Grafen von Kent Gelderland, vermählet worden. TwgUc. 1, -s gemacht, ei» Lbe/lre Kitt. cHngler. >. ,4. Kitt. angl, 44;. Kitt. Liigiic, 1 . 1 p, ror I. 17. TLe eoW/>/. t. 1 .1 x. ,9- icgg, Kitt, Kitt. Keßler. 1 .1 y. 6-9 i-gg. tt'TwZi«. i. i p. ;üz ttgq. Eduard III > den nian insgemein von seinem geburts-orte, Eduard II, von seinem geburts - ort von Carnarvan zuge- Eduard windsor zu nennen pfleget, succedirre seinem vater nannt, war der erste Printz in Engelland, welcher bey seines va- Eduardo ll, nachdem derselbige an. i; 26 die crone übergeben, wie ters Eduardi I leb - zelten den titul Printz von Wachs bekam. Er zu ende des vorhergehenden articuls crzehlet worden. Weil er aber succedirte demselben an. 1 , kam ihm aber an klugheit zu regte- damals nur i4iahr alt war, so sühne seine mutter Isabella, und rcn nicht bey, sondern ließ sich gäntzlich von seinen Favoriten ein- ihr buhler, der Graf Mortimer, nebst noch 2 andern die vormund- nehmen, die ihm auch endlich den Untergang zuwege brachten, schafft; welche aber gleich anfangs darum schände einlegten, daß Der erste davon war Petrus Gaveston, aus Gascogne gebürtig, sie an. O 27 mit Roberto Bruce, dem König m Schottland, einen der bereits von Eduardo I aus dem Reiche war verbannet worden, frieden einmengen, krafft dessen Eduard: III schwester Johanna weil er Eduardum II in der jugend verführte. So bald aber die- des Robert! Bruce söhn David zur ehe versprochen, und aller unser König ward, beruffle er ihn wieder in das Reich, und über- spruch der crone Engelland wegen der aufSchott- häuffre ihn mit so viel ehre und reichthmn, daß alle Grossen dar- land erlassen wurde. Der GrafMortimcr ließ sich hierauf zum über mißvergnügt wurden, und nachdem Eduardus ihn etliche Grafen von Marche machen, und als der Graf von Lancaster und mal zum schein relegirt, aber allezeit wieder mit grossem pomp der von Kent bey einen: Parlament bewaffnet erschienen, dieser II Kerl. R auch IZO edu auch hernach in kaveur des alten Eduardi Il> den er noch vor lebendig hielte/ die Waffen ergriffen / ward dieser letztere / ob er gleich Eduardi II bruder war / gefangen gesetzt, und ihm der kopff abgeschlagen. Doch dieses beförderte des Mortimers fall; Denn die wittwe des Grafen von Kent klagte ihn vor dem Parlament am und weil ihm ohnedem das land gram war / indem ihm allem der mord des vorigen Königs schuld gegeben / und solches nebst der nnzuläßigen Vertraulichkeit mit der Königin dem jungen Komg vorgestellet wurde / ward er von dem Parlament zumlode verdammet, und er hieraufan galgen gehcngt, der Königin aber der Hof verboten, die sich auch von der zeit an bis auf ihren tod aufdem lande aufhielte. Der König, welcher hierauf selbst ansiena zu regieren , hatte kurtz vorher an. 1)27, da die Capctingische erste lmie »n Franckreich mit CarololV ausstarb, aufdieses Reich anspruch gemacht,weil er gedachten Caroli IV schwester söhn, und also demselben einen grad näher als Philippus VI, Caroli IV vaters bruder söhn, verwandt war. Allein das Parlament in Franckreich untersuchte die fache, und schloß Eduardum III, unterm vorwand des Saüschen gesetzes, aus; wiewohlcn Eduard nicht ohne gründ behauptete , dieses Salische gesetz gienge nur aufs>o-ll,i-guter, und xrivsr-erbschafften; auch wäre sonderlich noch nie keine Mannsperson,die ihr recht zur Krön von weibern hergehabt, von der nach- folg des Reichs aus dieser ursirch ausgeschlossen worden, wohl aber mehrere dazu gelanget, die ihr recht lediglich von weibern herzuführen hatten. Allein, wie dem allem, so sprachen die Frantzosen aus haß fremder hcrrfchafft für Philippum. Eduard selbst begue- mcle sich im ansang, nahm auch im folgenden jähr eine reise nach Franckreich vor, und legte Philippo Vl die lchens-huldigung wegen Guienne ab. Er sichte sich aber schonDamals vor, Philippum zu bekriegen; doch,weiser sahe,daß ihm Schottland hierinncn sehr verhinderlich fallen koute,brach er erstlich den an. 1)27 mit Roberto Bruce geschlossenen frieden, war auch so glücklich, daß er David Bruce eine blutige schlacht abgewann, denselben zur flucht nach Franckreich nöthigte, und Eduardum Balliolum an dessen statt zum König in Schottland machte, der ihm davor den lchens-eyd ablegte. Dis geschahe an. und gleich hieran fmachte Eduar- dus zurüstlingcn zu dem kriege wider Franckreich, worzu ihn vor- nemnch Robertus, Grafvon Aetois,dcr sich aus Franckreich mißvergnügt zu Eduards rctirirt hatte, ansrischcte. Er that zwar noch unterschiedliche friedens-vorschläge, aber ohne grossen ernst, der bey Philippo auch gering war,als der den Grafen von Artois aufs neue in die acht erklärte, und weil ihn Eduard noch immer schützte, Guvcnne consiscirtc. Nachdem nun Eduardus die Grafen von Trabant und Henncgau , deßglcichen einige Neichs-Fürstcn und den Kayser Ludovicum Bavarum auf seine feite gebracht, gieng er an. 1 zzy nach Flandern, muste aber die belagcrung Cambray aufheben ; er zog hicraufdurch den Jacob Ardcnveldt, das Haupt der rebellischen städtc in Flandern, diese Grafschaffl auch an sich, und ficnq aufcinrathen gedachten Ardenvcldt an, Philippo VI die cro- nc Franckreich streitig zu machen, nahm auch sogleich den titul und das wapen eines Königs in Franckreich amkonle aber in den ersten zahrcn nichts ausrichten, weil Philippus alle ö-ciiivc schlacht vcr- meydcte. An. N40 gewann er zwar eine wichtige sec-sck>lacht, und belagerte darauf Tournay, ließ sich aber zu einem stillstand bewegen ; wordurch Tournay befrcyct, und der sieg zur sie unnützlich gemacht wurde. Mitlcrweile hatte David Bruce nicht allem gantz Schottland wieder erobert, sondern war auch in Engcland eingedrungen ; doch als Eduard wieder aus den Niederlanden kam, jagte er ihn zurück, und zwang ihn au. iz-ci einen stillstand einzugehen. Um eben diese zeit entstund in dcmHcrtzogthum Bretagne in Franckreich wegen der ü>cccll,»n nach dem lobe des letztem Hcr- tzogs Iohanuis III, zwischen dem Grafen von Montfort und Blois ein grosser streit, und weil der letztere an dein Frantzösischen Hofe gehör fand, hielt sich der erste an Eduardum, und leistete ihm auch als ein vasall die Huldigung. Ob er nun gleich im folgenden jähre gefangen wurde, setzte doch dessen gcmahlin Johanna den krieg fort,uud bewog Eduardum, daß cran. 114; mit einer starckc» armee dahin gieng, nicht so wol der Hcrtzogin wegen, als in solcher gegend desto eher in Franckreich einzudringen. Er unternahm so gleich nach seiner ankunfft drey bclagerungeu zugleich, richtete aber mit keiner etwas aus, und als der Frantzüsischc Crou-Printz Johannes,damals Hcrtzog der Normandic, wider ihn anzog, ward er dergestalt eingeschlossen, daß er sich nicht würde haben aushelsscn können, wenn er nicht au. ig44 durch Vermittelung der Päbstlichcn Legaten einen stillstand auf z ighrc erhalten hätte. Doch auch dieser stillstand wurde nicht gehalten , sondern Eduard sicng alsobald im folgenden jähre den krieg durch siine Generals wieder m Guyennean, welche auch viel Plätze wegnahmen. Er selbst setzte sich an. n V auf eine flotte, in willens nach Guyennc zu gehen. Weil ihn aber ein stürm zurück trieb, entschloß er aufieinrathen Gottfrieds vonHarcourt, eines Normännischcn vom Adel,der aus Mißvergnügen wider Philippum zu ihm Übergängen, in der Normandic auszustcigeu. Weil nun wenig volck daselbst war, brachte er ohne grossen widerstand Caeu unter sich, und wolte hierauf Neuen belagern. Da ihn aber der König in Franckreich daran hinderte , gieng er jenseits längst an der Seine gerade nach Pariß zu, koute aber daselbst, weil Philippi armee viel stärcker war , nichts ausrichten. Er erkannte hierauf seinen fehler,daß er sich zu tief ins land gewagt, und weil er sich nicht zurück ziehen tonte, gieng er gerades wcgcs nach Flandern zu, woselbst das land es mit ihm hielte. Philippus verfolgte ihn aber, und endlich kam es bey Crcssv in der Picardie zu einer blutigen schlacht,welche Eduard gewann,obgleich die Frantzosen noch 6 mal stärcker waren, welches daher kam, weck Eduard sich wohl verschmitzt hatte, und gute ordnuug hielte, da hm- edu gegen die Frantzosen aus grosser Hitze sich nicht erst recht in srd- nung stellten, öder bis den folgenden tag warten wollen. Eduard belagerte hierauf Calais , um einen Hafen nahe bey Engelland zu haben, und als mitlerwcile.der König David m Schottland dm meister spielte, gieng Eduardi gemahltn demselben entgegen, und lieferte ihm eine schlacht,darinnen der sieg auf ihrer feite war, und dfr Komg m Schottland selbst gefangen wurde. Als Eduard endlich Calais nach einer jährigen belagerung einbekommen, ward ein stillstand zu beyden feiten bis aufdas jähr izzo geschlossen; und gebrauchte sonderlich Eduardus dabey diese staats-klugheit, daß er Calais mit lauter Engelländischen einwohneren besetzte, um sich dieser ftadl desto inehr zu versichern, und für immer einen festen fuß in Franckreich zu haben. Welches auch so gute würckung hatte, daß diese stadt hernach in die zo-> jähre bey der Englischen Krön verbliebe. In eben dem jähre starb der König in Franckreich Philippus VI, und sein söhn Johannes II folgte ihm. Der stillstand ward zwar bis 1; z 5 verlängert, aber beyderseits schlecht beobachtet, und Eduard machte mit Carolo II. Könige in Navarra, ein heimliches bündniß wider Franckreich', welches aber vor der zeit an tag kam, und verursachte, daß Carolas von den Frantzofen gefangen genommen wurde. Hierauf fiel der Englische Eron-Printz, auch Eduard genannt, an. 1 zz; in die Normandie ein, und war ss glücklich, daß er im folgenden -ahrin einer harten schlachtbcy Portiers , (davon die umstände unter Johanne II- Könige in Franckreich zu lesen) Johannem II selbst gefangen bekam, den er hierauf nach Londen schickte, woselbst der König in Schottland, David Bruce, auch noch gefangen saß. Wiewohl Eduardus diesen letztem bald hernach am 1; z 7 von freyen stücken, da ihm Balliolus vorher alles recht auf «Schottland abgetreten hatte, diese croue schenckte, und sich nur die lehens-pflicht, nebst 100000 marck stcrlmg zur ran- tzionMisbedunge. Mit Franckreich hatte zwar der Englische Cron- Printz gleich nach der schlacht bey Poltiers einen stillstand errichtet, aber die innerliche uuruhen brachten dieses Königreich in ein grosser elend, als es Eduard hätte bringen können. Inzwischen ward Johaimi II ein harter friede vorgeschrieben, und als dessen Crou-Printz Carolus nebst dem Parlament solchen nicht genehm halten wolle, gieng Eduard an. 1; zy mit einer starcken armee nach Calais, und drung von dar in Franckreich ein. Weil aber die Französin alle gclcgcnheit zum schlagen vcrmcydctcu, kume er nichts anders ausrichten,als daß er das land verhecrcte, und endlich ward er durch ein grausames donner-wetter, welches auf einen tag über 1000 menschen in seinem lager theils durch Hagel, theils durch Wasser hinriß, dergestalt erschreckt, daß er von den harten bedingun- gen des ersten friedens abließ, und den 8 May i;6o zu Breügny zwischen si'incm und dem Frantzösischen Printzcn einen frieden,den er und Johannes II hernach ratificirten, aufdiesc conditionenver- willigtc,daß Guncune,Gascogne,Poilou, und die Grafschaffl Bou- logne, nebst Calais und Guines, den Engelländcrn verbleiben, der Ko»tg Johannes vor seine rantzion z Millionen gold-lhaler bezahlen,und mgewisser zeit auf die öbcr-lehens-hcrrsihafft dieser ländcr, Eduard hiiMgen auf allen ansvruch an die cronc Franckreich schriffklichMrzjcht thun solle, fliehe mit mehrern den articul Johannc«König in Franckreich.) Es wurden aber die letztem Puncte, Mffen auswcchselung der beydseitigen rcnunciMMM nicht erfüllet, weck >cdc parthcy gern einen beständigen vorwand zum kriege auf gelegene zeit behalten wolle. Als nach derzeit einer von den gcisscln, die zur sicherhcit der crfüllung diesis friedens zu Louden blieben, entwichen, kam der König Johannes II selbst dar- vor zum audcrnmal nach Engclland, starb aber daselbst an. woraufihm sein söhn Carolas V folgte, unter dem sich das glück gäntzlich änderte. Der Englische Crou-Printz Eduard mischte sich in den krieg , welcher damals zwischen Petro Crudcli uud Hemico von Trastamara in Castilicn gcführct wurde,und stunde dem mim bey, gleichwie Franckreich dem letzten half. Es schwächte aber Eduard dardurch nicht allein seine armee, sondern verfiel auch in solche lcidcs-schivachhcit, daß er von lag zu tag schwächer ward. Der König Carolas V bediente sich dieser gelegcnhcit, und weilcr inzwischen durch seine klugheit das Reich wieder in guten stand gebracht, kündigte cr au. 1; üy den Engelländern den krieg an, und nahm ihnen gautz Poitou und Raintongc weg. Eduard schickte zwar seinen andern söhn, den Hcrtzog von Lancaster, mit einer ar- mcc nach Franckreich, weil sich aber die Frantzosin in keine schlacht einlicssen,muste cr unverrichtetcr fachen,nachdem cr in dem marsch seine völcker rumirct,wieder zurücke gehen. Endlich starb der tavf- fcre Cron-Prmk Eduard au. 1)76, und gleich ein iahr hernach der König Eduard selber,den 21 tun. im 64 jähr seines altcrs. Seine regicrung ist wegen noch unterschiedlicher andrer dinge berühmt, als wegen stifftung des ordcns vom hosen-bande, davon ein eigener articul; item , weil damals der stapel der Englischen wolle aus Flandern nach Engclland verlegt worden; ferner wegen der er- obcrung dcr insul Man aus Schottländischcn bä.nden; so dann wegen des in der kirchcn-historie so berussenen Wiclcffs, davon auch ein besonderer articul; und endlich, weil dieser König die Frantzösische spräche, so seit Wilhelm conqu.lloi-is zeitcn in geeichten eingeführt gewesen, abgeschafft. Mit seiner gemablin Wip- pa, Wtlhelmi, Grafen von Hcnnegau, tochtcr, zeugte cr 7 söhne und 5 töchler. Zwey von sinnen söhnen starben in der kindheit, ncmlich William von Harfield und William von Windsor; die andern 5 waren folgende: Eduard, der älteste und so genannte schwartze Printz, degen söhn Richard in der Königlichen regie- rung zu nächst succcdirte; Lione, Hcrtzog von Clarencc; Johannes von Gauntr, Hcrtzog von Lancaster; Edmund, Hcrtzog von Jorck; und Thomas, Hcrtzog von Glocestcr. Die löcbter warm Jsabclla, die an den Grafen von Bcdfvrd vermählet worden; Ishalv edu Ichanna, eine braut Alfonst XI, Königs von Castilien; Bianca, die in der kinbheit gestorben; Maria, eine gemahlin Johannis von Montfort, Hertzoqs von Bretagne; und Maraareka, des Grafen von Pembröck gemahlin. Es hatte auch Eduard eine concubine, Alix Pierre, von der er sich so sehr einnehmen und regieren ließ, daß das Parlament für nöthig befand, sie von ihm gar Weg zu schatten. k^r-F- 7 . -wgl. I. ly. in ckron. reg. snnüi. Inst. ^nßUc Nlü- U'^n^Ict, r. I p. /,,//. r. i ri, ie^. * Eduard I V- der erste König aus dem Haufe Zorck, welcher die Lancasiruche linie der crone beraubte. Er war Richardi des Her- tzvgs von Höret ältester söhn, von Cacilia, Rudolphi Nevils, Grafen von Westmorland, tochter, und flammte der mütterlichen linie nach her von Lionel, dem Hertzoge von Clarence, des Königs Edu- ardi III dritten söhne, und Johannis, des Hertzogs von Lancaster ältesten bruder; daß er also ein näher recht,als das Haus Lancastcr, zur crone gehabt. Nachdem sein Vater, der zu erlangung dieser crone die wagen wider den König Henricum VI ergriffen, an. 1460 in der Macht zu Wakesield das leben eingebüßt, setzte er den angefangenen krieg mit grosser standhafftigkeit fort,und ob er gleich an. 1461 zwey schlachten nacheinander, eine bey Mortimercrost bey Ludlow, die andere bey 8. Albans verlohren, nahm ihn doch die ftadt Londen auf, erklärte ihn nun König, und er ließ sich so gleich deutln». 1461 zu Westmünster cröncn. Henrici VI gemahlin, die wegen der nachlaßigkeit ihres gemahls die gantze regierung in häilden hatte, brachte zwar eine armer von 60000 mann zusammen , sie ward aber von Eduards den 29 mertz an. 1462 bey Hex- ham geschlagen,und nebst Hcncicv nach Schottland verjagt. Nachdem aber Eduardus IV an. 146; sich mit eines geringen Ritters Richard Woodwils tochter, des RitterJohann Gray wittwe, Eli- sabetda,vermahlte,und ihre arme freunde empor hub, erregte er dadurch solches Mißvergnügen unter den; Adel, daß Richard Nevil, der berühmte Graf von Warwik,so bißher seine gröste stütze gewesen, von ihm abtrat, und als an. 147° ohnweit Lines beyde par- thcyen gegeneinander stunden, er fast von allen vornehmen verlassen , und genöthigt ward , sich nach den Niederlanden zu seinem schwager, dem Hertzoge von Burgund, zu Süchten ; Henricus VI lvard yieraufvon dem Grafen von Warwick nach Londen gebracht und wieder auf den thron gefetzt. Aber Eduard kam mit 2000 mann, so ihm der Hertzog von Burgund überlassen, bald wieder an, bekam auch von seinen brüdern, den Hertzogen von Clarcnces und Gloccster,die bißher seine feinde gewesen,hülste, und griff damit an. 11471 zwischen Londen und 8. Albans den Grafen von Warwick an, ehe solche von, Henrici VI gemahlin konte vcrstärckt werden. Er war auch so glücklich, daß der Graf im treffen blieb, und Henricus VI in seine Hände fiel. Gleich darauf schlug er die Königin Margarctam bey Tewsbury , und als sie sich in ein kloster verstehet, wurde sie von bannen heraus genommen, und in den Tour gesetzt , nach einigen jähren aber von ihrem vater in Franckreich rän- tzwniret. Ihr söhn , Printz Eduard wurde auch gefangen bekommen , und vor den König gebracht, der ihn fragte, warum er die Waffen ergriffen; Als nun derselbe geantwortet < basier es zu be- freynng seines vatcrs und erhaltung seines rechtes gethan, gab ihm Ebuarv mit seinem pantzer-handschub einen backenstreich; worauf ihn Richard, der Hertzog von Glocester, nebst noch einigen andern Königlichen bedienten ermordeten. Darnach wurde gleicher gestalt auch dem Könige Henrico von eben dem jetztgedachten Hertzoge das Hertz dnrchstossen. Alle,die mit der Lancastrischen familie verwandt waren, wurden mit der grösteu scharffe verfolget, welche jedoch nicht verhinderte, daß Henricus, Hertzog von Richmond, der hernach unter dem namen Henricus VII König worden, sich nach Franckreich begeben. Nachdem nun Eduard ruhig aufdem thron faß,machte er an. 147 z mit dem Hertzoge Carvlo von Burgund ein bündniß wider Ludovicum IX- König in Franckreich; weil aber jener sich bey der bclagcrung Muß ruinirte, dieser auch eine summa gelbes an Eduard bezahlte, und seinen Dauphin an dessen Printzesi sin zu verhevrathen versprach,gieng Eduard,da er mit einer schönen armee zu Calais angelangt war, wieder »»verrichteter fachen zurück. Einige jähre hernach kam Eduards zweyter bruder Geor- gius, Hertzog von Clarence, in den verdacht, daß er nach der crone strebte, welche ihm ehemals von der gemahlin Henrici VI- Margarethe nach dem tobe Henrici VI versprochen, und von dem damaligen Parlament bestätiget worden. Allein die meiste scribenten halten diesen Prmtzen hierinnen unschuldig, und geben es vor eine des jüngern bruders Richardi, Hertzogs von Glocester,aus, der sich selbst dardurch einen weg zur crone zu bahnen gesucht, worinn es ihm hernach auch gelung. Inzwischen wurde der Hertzog von Clarence an. 1477 zum tobe verdammt, und in einem faß malvasicr erfäufft. An. 1480 fieng der König Jacobus III in Schottland, aufanstifften Ludovici XI von Franckreich, einen krieg mit Engeland an, ward aber durch Eduardi bruder, den Hertzog von Glocester, dergestalt in die enge getrieben, daß er in dem frieden an. 1482 Barwick an Engelland abtreten mnste. Endlich starb Eduard den y apr. an. 148;, und wurde in der neuen capelle zu Windsor begraben,worzu er selbst den gründ gelegt hatte. Er ließ von semer abgedachten gemahlin 2 söhne hinter sich, Eduard, seinen cron-erben, und Richard, Hertzog von Porst. Ausser diesen hatte er noch; tochter, worunter Elisabeth, als die älteste, an Hen- ricum VII. und Anna an Thoinas Howard, den stamm-vater der jetzigen Hertzoge von Norfoick, vermählet wurden. Im übrigen hatte Eduard zwar das lob, daß er sich in krieges-zeiten als ein tapfferer Held bezeiget,aber darbey auch den tadel,daß er allzugrau- sam , geldgeitzig und dabey allzuviel dem franen-voicke nachgchän- get. Man sagt,daß er;concubineuvon ; unterschiedenen gemü- edu iZr thcrn gehabt habe: denn die erste sey gewesen lustig, die andere listig , die dritte aber heilig, wie er sie zu nennen pflegte, weil sie sich nemlich gantzlich seinem bette und ihrem nM, gewidmet hatte. Es wird auch dieses von ihm als ein fehler angemerckt / daß er Henrico, dem Könige von Castilien, und Jvhanni, dem Könige von Aragvnien, eine grosse anzah! von denCoreswoid-schaftn aus Glocestcrshire an. 146z gesehenster, welches nach der zeit dem Königreiche Engelland in der Handlung sehr nachtheilig gewesen, weilen dadurch die gute art von wollen auch in Spanien fortgepflautzt worden. Obgedachte gemahlin Heinrich des VI Margaretha von Anjou/war eine hertzhaffte Dame, welche nach der Macht bey Herham sich mit ihrem gemahl nach Schottland retirirte, und darauf nach Franckreich übergieng , neue hüM-völckcr aufzntrciben; sie erhielte auch etwas, machte eine kleine armee zusammen, marschiere biß nach Durham, allwo ihr viel volck zufiel; allein sie wurde an. 146; aufs neue geschlagen, und mnste nun ihre flucht wieder nach Schottland antreten. Die Verdrießlichkeiten mit dem Grafen von Warwick kamen daher, erstlich, daß ihm der König feine kröne Milbig war,zum andern,daß er ihn gleichsam zum spotte der Welt nach Franckreich geschickt, allwo er eine Vermählung zwischen seinem Könige und der Bonn von Savoyen, der schwester der Königin von Franckreich , geschlossen hatte, und die »rill«-»-! von ihm erwartete, als er die zcitung erhielte, daß er sich mit der wittwe von Gray vermählet habe. Elisabeth Wodwil war eine tochter des Baron von Rivers und der Jaqucline von Luxemburg, die nach dem tode des.Hertzogs von Bedford den Baron geheyrathet hatte. Ihre tochter hatte ihren gemahl, den Ritter Gray, in der Macht bey 8- Alban verlohren, und auch ein theil ihrer guter durch erfolgte conflicLtioa eingebüsset. Der König jagte bey Grafton, allwo sich die k-ronciM,Meiste, und machte ihr die Visite, da denn die Madame Gray, ihre tochter, die gelegenheit in acht nahm, und die rclVcurian ihrer verlohnten guter jlch von dem Könige ausbat. Der König that ihrer bitte ein genügen, verlangte aber dagegen etwas anders, zu dem aber bey der Madame Gray nicht anders zu gelangen war, als durch eine ordentliche heyrath. Sie faqte: zur Königin halte sie sich zu schlecht,zur manE zu gut, und wolte der König feinen willen erfüllet sehen, mnste er sich ordentlich trauen lassen, welches auch,wiewohl wider dm willen seiner mutter,der Hertzogin von Porst, so geschahe. Der Graf von Warwick machte mit dem Hertzog von Clarence ein wider EduarVum, und der Hertzog heyrathete des Grafen tochter. Sie bekamen Eduardum gefangen ; allein er entwischte ihnen,schlug ihre völcker, ließ dem General den topf abfchmeiffen, und jagte die übrigen MalconteiMn nach Franckreich, allwo die Königin Margaretha mit ihnen rath hielte,und ihren Printz von Wallis mit der andern tochter des Grafen von Warwick vermählte. Ludovicus XI war mit von der Parthey , darauf setzte der Graf von Warwick mit einigen Französischen trouppen bey Darmuth an land , die Engelländer fielen ihm zu, und der Marggraf von Montaigu, aufden sich Eduard am meisten verliesse, war einer von den ersten, die Henricmn zum Könige ausruffren, und Eduard mnste sich nur entschließen, sein Reich zu verlassen , da er von einigen see-räubern biß nach Wcmar verfolget wurde. Allein das blat kehrte sich bald mnuinb Eduard stieg durch hülffe seiner brüder wieder aufden thron. Den tribnt, den Ludwig der XI an ihn i« jähr lang zu zahlen versprochen, bestund in zoooä thalern. Eduard ist im 41 stm jähre feines alters gestorben. I. »4. tust. clVVn^lcr. t. i ^>. 8/z. 0/ t. i 4,9. * Eduard V . Eduardi IV ältester söhn / succcdierte seinem vatteran. 148; /ohngeachteter damals nurMahraltwar/wel» ches dann Richards/ dem Hertzoge von Glocester/ gelegenheit gab / seine absichten nach der crone/ die er schon unter dem vorigen Kö» mgeqcnvmmen/ auszusühren. Es waren damals Metionen an dem hojc / die eine hielt es mit der vcrwittibten Kömgin und ihrem bruder / Antonio von Woodewill / Grafen von Rivers / die andere mitdemHcrtzog von Buckingham / der die schwcsterder Königin zur gemahlin hatte / von seiner mutter her aber von dem Hause Lancastcr absiammete. Der verstorbene König hatte sich zwar aus seinem todtbette bemühet / beyde parrheyen zu versöhnen / aber der Hertzog von Glocester brachte es nach dessen tobe bald dahin / daß der Hertzog von Buckingham sich mit ihm vereinigte / dem Lord Rivers die vormunvschaffk des jungen Königs / so ihm von dem verstorbenen anvertrauet worden / aus den Handen zu reisten« Und dieses dewerckstelligte er folgender »lassen. Als der Lord Rt- vcrs den jungen König unter einer starcken <->'cE von Ludlow / da er sich mit demselben aufgehalten / nach Londen bringen wolte /um ihn crönen zu lassen / beredete der Hertzog von Glocester die Konigin/daß ihm dieselbe wiederrielh / einige ek«»-, nm nach Londen zu bringen / unter dem vorwand/ daß solchenur die Hitze der faclio» neu wieder auswärmen würde. Da nun Rivers mit den: Könige in einer kleinen um-abmiete / gieng ihm der Hertzog von Glocester mit einer starcken mannschafft nebst dem von Buckingham entgegen / und nahm Rivers nebst andern seinen verwandten gefangen / setzte sie auf das schloß Pomfret in Verwahrung/und nachdem er den König nach Londen gebracht / ließ erstch von dem geheimden Rath zum prorMor des Königs lind des Relchs erklären. Er hatte auch gleich damals den König umgebracht/wenn nicht dieKönigin dessen jüngsten bruder noch bey sich gehabt.hatte. Damiter nunauch diesen erst in seine gemalt bekommen mochte/da er nebst seiner mutter sich in eine kirche rctmerek / beredete erden geheim» denRath/daß solcher entschloß / das recht des-am zu brechen; Mckkeaber doch erst in der guteden Ertz-Dischoffvon Canterbury ab/der die Königin bewog Maß sieden Printzen/wiewol mit vielen thränen/von sich gab. So bald dieses Richard erlanget/ R 2 styte j ig2 edu setzte erdensungm König nebst seinem bruder in den Tour/unke dem verwand/ daß solcher daselbst nach gewohnheit von der Königlichen würde besitz nehmen solte / schrieb auch eine Relchs-ver- sammlung aus / um den König zu cronen; mitlerweile aber ließ er unter demvorwand einer wieder ihn angestellten Verschwörung die Königin gefangen nehmen/den Lord Gastings aber / der «hm nicht/ wie Buckingham / zur crone behnlstich zu seyn Versprechenwollen / enthaupten/welches unalück auch denen zu Pomsret gefangen sitzenden verwandten der Königin begegnete. Er ließ auch.so wohl durch predigten/als anderewegedenrufausbretten/ daßscmdru- der/der verstorbene König Eduardus IV , aus unrechter ehe/von einer ehebrecherischen Mutter / (die doch eben auch seine Mutter war)gebohrcn wordcn;die Königin aber / der beyden Prmtzen / dcs iungcnKönigs Eduardi V > und seines bruders Richard« Mutter / Eduardum IV nicht rechmäßiger weise heyrarhen können / weil Eduard IV einer andern/ namens Elisabeth Lucy / die ehe versprochen gehabt. Welches letztere zwar in so weit gründ hatte / daß gedachte Elisabeth zu der zeit/ da sich Eduard mit der Elisabeth Gray vermahlte / sich darwider gesetzt / aber durch gerichtlichen ausspruch zurück stehen müssen. Da aber hieraus die Reichsstände sich versammlet/ bezeugten sie über alles.dieses verfahren grosses Mißvergnügen/ und derHertzog von Buckmgham / der sie durch eine öffentliche rede vergeblich zu bewegen gesucht / daß sie Richardum zum König erklären sotten / gab vor / daß klinge der vornehmsten Herren schon hierein gewilllget / und daß er nicht verhoffe/daß sie einen innerlichen krieg erregen wurden / weswegen ersicnochmalsermahnte/ sich zu erklären; als sie aber noch immer stille schwiegen / steng ein kleiner troiipp von Richard! freunden an. Es lebe der König Richard! zurussm/welches derHertzog von Dnckinqhamvor eine stimme desgantzeu volcks ausgab/und sogleich nebst dem und den Ralhsherren zu Londen/ dte er bestochen / hingieng / Richard» im nennen der Reichs-versamm- lung die kröne anzubiethen.Dlcscr weigerte sich mit einem sehr ernsten ob wol verstellten gesichle/ dleselbige anzunehmen / allein / da man ihm antwortete / daß / woserne er die kröne ausschluge / man einen suchen muste/der solches thun wolte/so ließ er sichs gesallen/ dtcselbc / als ihm von rechlswegen zukommend / anzunehmen / und ward hieraufgckrönet. Es funden sich zwareinige/ so dze PrintzcnEduardum V und seinen bruder aus dem Tour befreyen wollen / die fache ward aber eindeckt / und dievcrschwohrue scharff gestrafft. Endlich weil Richardus sich nicht sicher hielte/so lange die Printzcn lebten / ließ erste beyde durch einen seiner bedienten des nachts in ihrem bette ersticken. Und diß alles geschahe noch in dem iahre 148; / da Eduard V seinem vatter succedlcrte. Liehe Richard III . König von Engcland/iugleichcn Richard / ein bruder Eduardi V. >r> clcnclio -nnsl. Lciu-rci, V L «.ictiarui iV. 7/-- /--// o/. r. i 481. kill. 6'anßi. r. 1 p. z>7 tcg. Eduard VI / König in Engelland. Er war Heinrichs VIII einiger söhn von seiner dritten geiiiahlin, Johanna Seymour. Der umstand , der von einigen gemeldet wird, daß er aus mutrerleibe geschnitten werden müssen, ist nicht von ausgemachter gcwißhcit. Seine geburl geschahe den 12 oct. an. 15 «7, und ward er sechs tage darauf zum Printzcn von Wallis erklärt. An. 1547, nach seines Vaters absterben , kam er aufden thron, es waren ihm aber durch das väterliche testament biß zu seiner Mündigkeit 16 Vormünder aus den Englischen Herren zugeordnet / welche der rcgierung indessen wahrnamen / wiewol das meiste auf die gcwalt des Hertzogs von Soinmersct ankam, der des jungen Königs voller war, und es dahin brachte, daß er zum Ui-oc-Ltor des Reichs ernennet ward , in welcher würde er biß an. 1 z 5 r gestanden, da er durch verlaumdung seiner feinde mit dem beile gerichtet wurde, stehe Seymour (Eduard) von welcher zeit an biß zu des Königs tode der Hertzog von Northumbcrland aus der familie Dndlcy alles galt. Gleich »n anfange «einer regierung fand der iunge Eduard einen krieg mit den Schotten, die sich weigerten, ihm ihre junge Konigin versproche- irer Massen zur acmahlin zu geben, und gcwänn der u-^cetor das treffen bey Musselburg oder Muekelbouröngh gegen ste, darinnen die Schottische armee eine sebr harte Niederlage erlitte- Es ward aber bald daranfdicfer krieg Englischer seits «ehr «chläfrig geführt, indem der n-or-cinr mit Jrrländiscben fachen >md «'einer eigenen bc- fcstigmig genug zu thun fand, daher sich die Lchotkc», zumahl ste auch Frantzöstsche hülffe hakten, gegen die Engelländer bald wieder erholten, zum wenigsten gieng anfbcyden feiten nichts sonderliches vor, und wäre das wichtigste, daß die Schotten undcrdessen ihre junge Königin in FrancLrcich schickten, allwo ste bald hernach an Franciscum II vermählet ward. Mit Franekreich kam es auch zu einem fricdens-bruche, indem Heinrich II die Neigung gegen den jungen König nicbt trug, die ihre vater gegen einander gehabt hatten, auch wegen seines Vortheils den Schotten lufft zu machen verbunden war, und endlich die Englischen aufFrantzöstschcn Hoden sich nicht gern wolle ausbreiten lasten. Daher ob gleich diese vermöge des lctztgeschlossenen fricdens Boulogne noch etliche jähre behalten sollen, ficngen doch die Frantzosen unter dem vorwande, daß selbiger friede nicht ratificiret worden, an. 1549 an, die um Bou- logne herum angelegten Englischen schantzen wegzunehmen, und den ort selbst zu belagern, da man sich denn Englischer seits, wegen manglcnder kräffte zu erhaltung des orts, cilt«chliesscn müsse, an. 1550 durch einen vertrag denselben an Franekreich zu überlassen und davor 400000 thl. zu nehmen. In diesem frieden ward auch Schott- land mit eingeschlossen, da denn die Engelländer unterschiedene noch in ihrer gemalt befindliche Plätze räumen müssen. Sonst hat Eduard keine kriege gehabt, ausser was die innerlichen unrnhen in cinigm Provintzcn, und die noch immer anhaltende Widersetzlichkeit edu der Inländischen rebelten gewesen. Denn wiewol ihn der Kayser und Komg von Franekreich, als sie von neuem mit einander in krieg Vielen, jeglicher gern auf feiner feite gehabt hätten, begehrte er Üch doch in ehre streitigkeiten nicht zu mengen, und hätte ste lieber verglichen, wenn er nicht darüber gestorben wäre. Eben darum wolte er sich auch mit den Protestanten in Deutschland weiter nicht sss.au« emen geld-vorschuß einlassen,wiewol man auch nicht findet, ^L^^msslben etwas geworden. Die Englischen aufrührer welche sich wegen des Adels zusammen geschlagen, der dem gemeinen volcke auf allerhand weise überlästig zu werben begunte, wurden in drey monaten gedämpfft, und die Inländer wurden unter diesem regnnente auch ziemlich zu paaren getrieben, sogar, daß man auch die reformirte lehre in Inland einzuführen räum fände. Diese war auch das vornemste wercksso in Engelland unterEbuards regierung getrieben ward, inmaffen sich der , der Ertz- Blschoff Eramer, und der König selbst derselben eifrig annahmen. Man brachte also das meistens vollend zu stände, was unter dem ... ' ' ^ »schaffte unter- cte ein be- .... »u>, vv» v.a Pischöf- «en, die sich der Reformirten lehre eifrig widersetzten, wurden m den Tour gesetzt, und ihrer Bistlhümer beraubt. Unter andern löblichen Verordnungen halffauch dicscrKönig dem Englischen Handel in die höhe, indem er den fremden kauff-leutcn aus den hauste-, stadten, welche «eil ;oo jähren eine Compagnie in Engelland gehabt, und die gantze Handlung, sonderlich den verkaussder Englischen tu- che an sich gezogen halten, ihre freyheiten nahm, derer sie sich durch rmOrauch verlustig gemacht haben solten. Wie sehr er sich die sör- derung des Handels angenommen, ist auch aus folgendem zu erkennen. Es ließ nemlich der König auf angeben eines Portugiesen einstens; schiffe ausrüsten, welche durch Norden einen neuen weg nach Ost-Indien suchen sollen, die aber über Norwegen dergestalt getrennt wurden, daß das eine so bald wieder umkehrte, das andere cilisrohr, und das dritte zwar den gesuchten weg nicht, davor aber die,trage zur Moscowittschen Handlung nach Archangel entdecke. An. i;z2ward er mit pocken und mascrn befallen, davon er sich aber bald wieder erholte, und darauf eine reffe durch seine länder that. Mit dem lahre izc; fieng er an zu erkrancken, klagte eine hcff- Ngc brust-beschwerung und vcrgieng Zusehens, biß er endlich den L jul. desselben jahres zu Greenwich todes verfuhr- Man warff viel verdacht aufden Hertzog vonNorthumberland, ob «ölte ihm derselbe Mit gisste vergeben haben, und solte ihm selbiges am neuen jahrs- tage durch einen gescheneklcn blumen-strauß seyn beygebracht worden , wiewol dißfalö von seiner Nachfolgerin, der Königin Maria, kcmc Untersuchung angestellt ward. Er machte auf «einem todbelte das rcstamenl, darinnen er Jvhannam Gray, des Hertzogs von Northumberland schwiegcr-tochter, zur cron-crbin cinsemc, »nb diß zwar auf Veranlassung bcmcldten Hertzogs von Northumberland , der ihm vorstellte, daß durch seiner schwestcr Mariä cron- folgc das religions-werck umgcstossen werden würde, die Printzeßin Elisabeth aber, wenn derselben gleich mehr zu trauen wäre, dennoch jener nicht wol vorgezogen werden koncc. Es war, wie bereits oben gemeldet worden,, in «einer zarten iugcnd im wercke gewesen, ihn mit der jungen Königin in Schottland zu vermählen, und da diß durch Frantzöstsche künste war hintertrieben worden, ward ihm an. 15 zo bey den sriedeiiö-traccateii von den Frantzosen selbst ihres Königs tochkcr Elisabeth angetragen, welches aber damals kein gehör «and, weil die Protestanten in Engclland solche bevrath nicht gerne «ahm, und deswegen des Römischen Königs Ferdinandi rochier auf das rapct brachten,wiewol auch aus dieser partbie nichts warb, da hingegen an. 1^7 König Eduard auf des Hertzogs von Ror- thumberland Vorstellung, durch eine Gefandtfchasst König Heinrichen seinen Ritter-orden überbringen, und zugleich um die Prin- tzeßili Elisabeth anhalten ließ, die man ihm auch zusagte, und bereits die mitgifft und ihr witthüm ausgemacht halte, auch den schluß faßte, daß sie nach crfullung des zwölfftcn jahres nach Engclland geschickt werden «ölte, welches aber durch des Königs frühzeitigen lod wieder zurücke gieng. Er war ein Printz von ringcmcin grosser Hoffnung, guter leibes-gestalt und vortreilichen gemühts-gabcn. Unter «einen lehrmeistern war er fo fleißig gewesen/caß er 7 sprachen reden und schreiben kunte, auch von allerhand künstcn und wisscn- schafften gute rechcni'chafft zu geben fähig war. Sein verstand war schon so scharff, daß er in den wichtigsten regierungs-gcschässtcn ein richtiges einsehen hatte, dabey war sein Hertz zur gottcsfurcht mid zu lauter guten, insonderheit aber stets mehr zur gelindigkcit als zum gebrauch scharffer mittet, geneigt, «eine arbcitsamkeit aber so groß, daß er sich durchaus aller dinge selbst annehmen wolle, wie man denn noch unterschiedliche durch ihn aufgesetzte einwürffe von der religions-änderung und cinrichtung der regierung, auch eiii ta- ge-buch hat, darum er alles, was sich zeit feiner rcgierung, so wol in Engelland als in andern reichen und Hosen zugetragen, fleißig und mit besonderen urtheil aufgezeichnet. r»ru,r> -wgüc. * Eduard / von der färbe seines gcsichts insgemein der schwar- tze Printz bcygenannt, war der älteste söhn des Königs von En- gelland, Eduardi III , und Philipvä, einer tochter Wilhelm tu, Grafen von Hennega» und von Seeland. Er ward zu Woodstoct inOrfordshire an. i; zogebohren. Sein vater erklärte ihn an. Nw zum Hertzoge von Cornwall, und zwar mit aufsetzung einer Her- tzoglichen'krone, ansteckung eines rings, und Übergebung eines silbernen stads: von welcher zeit an allemal dw ältesten söhne der Könige von Engclland als Hertzoge von Cornwall gcbohren werden. Mit eben solchen ccremonien erklärte ihn Eduardus III , in dem neunten jähre seines alters, zum Prmtzen von Walles. Nachdem edu er älter worden, that er in allerley vortreflichen eigenschassten, vornemlich aber in der tapfferkeit und in der kriegskunst / sich dergestalt hervor, daß man ihn beydes in seinem vateriande und ausserhalb desselben vor unvergleichlich hielt. Kaum hatte er das is jähr zurück gelegt, so befand er sich in der blutigen schlacht, welche den 26 ang. an. 1 z 46 / bey Cressy in der Picardie, zwischen seinem vater und dem Könige von Frankreich, Philipps V I, voraieng, da er denn gantz unglaubliche dinge verrichtete, und ein grosses beytrug, daß die Engelländer, ungeachtet ihre feinde fast dreymal so starck / als sie, waren, einen vollkommenen sieg erlangten. Zu auögange des jahrs 1; 54, oder zu anfange des folgenden, schickte ihn sein Vater mit einer auserlesenen mannschafft in die Frantzösische Provlni; Guienne. Der König von Franckreich, Johannes, setzte sich ihm mit einer weit stärckern armer entgegen, und weil die Frantzoscn , hingegen die Engelländer kaum 12000 mann in allem hatten , so vermeynten jene des sieges schon dergestalt versichert zu styn, daß sie dem Printzen Eduards, welcher ihnen sehr vortheilhasstige friedens-vorschläge that, zur antwort ertheilten, er durffte keine andere bedingunqen erwarten, als daß man ihn und seine armee auf üilcrenon annähme. Indem nun die schlacht nicht zu vermelden war, erwarteten die Engelländer mit grosser standhafftigkeit ihre feinde, und unter der klugen anführung ihres Printzen schlugen ne dieselben den lysept. an. m 56 völlig aus dem felde, wobey der König Johannes und dessen jüngsterPrintz Philippus,nebst vielen andern, gefangen, 1700 vornehme, und bey 6020 gemeine gelobtet, auch ioc> sahnen oder standarten erbeutet wurden. Bald darauf giena der Printz Eduard mit feinen hohen gefangenen nach Engej- land rider, und erwarb sich durch die ehrerbietung und gutigken, so er gegen die überwundene sehen ließ, ingleichen durch die danckbare belohnung derjenigen, die sich wohl verhalten hatten, einen nicht geringern rühm, als durch den sieg selbst. An. 1 ;66 nahm der König von Castilien und Leon, Petrus Crudelis, welchen sein unach- ter bruder, Henricus, aus seinen Königreichen vertrieben, seine zustacht zu dem Printzen Eduards, welcher sich damals in Guienne befand. Dieser brachte auch eine ziemliche armee zusammen, führte dieselbe das folgende jähr in eigner person wider Henricum, und überwand ihn in einem Haupt-treffen, welches den ; apr. des gedachten jahrs in der Spanischen Provmtz Rioia, unweit Navarre- tc, geliefert ward. Der König Petrus hatte ihm vor Wesen wichtigen dienst die Provintz Biscaya versprochen; allein jener, sowohl als die einwohncr, machten hernach so viel schwierrgkeiten, daß der Printz an. i;68 gantz mißvergnügt zurück nach Guienne kam. In dieser letzterwehnten landschafft hatte er sich genöthigt gesehen, die underthanen mit unterschiedenen auflagen zu beschweren. Hierüber entstunden vielfältige klagen; der König von Franckreich aber, Carolas V, nahm dabey anlaß, wider den zu Brecigny geschlossenen frieden, den Printzen Eduard, als seinen Vasallen, vor sich zu Mieren. Dieses verursachte zwischen der Englischen und Frantzosischen »m<„> einen neuen krieg, welchen aber der Printz nicht m eigner person führen kunte, indem eine gefährliche kranckheit, welche von den meisten vor eine Wassersucht, von vielen aber als eine wurckung eines beygebrachten langsamen giffts angesehen ward, ihn nöthigte , noch in eben demselben jähr iz 68 sich nach Engelland bringen zu lassen. Wicwol er nun von derselben zeit an imer so kranck blieb, daß er mehrentheils sich in einer sänffte von einem ort zu dein andern tragen lassen muste, so kam er doch zurück in Guienne, begab sich an. M71 vor die von den Frantzoscn eroberte stadt Limoges, nahm dieselbe wieder ein, und ließ sie in die asche legen, auch über deren Anwohner, weil sie wieder ihn rebellirt hatten, sehr harte straffen ergeben. Gleich nach diesem re-scte er nebst seiner gemahlin und seinem söhn aufs neue nach Engclland; da denn die Frantzoscn seine entfernung sich sehr zu nutze zu machen wüsten. Endlich nahm seine leibes-beschwerung dermassen überhand, daß erden i2jul. an. 1 z 76, zu ungemeinen bcrrübniß seines noch lebenden vaters und aller Engelländer, mit tode abgieng. Sein eörper ward in der dom- kirche zu Canterbury begraben. Von seiner gemahlin Johanna, einer tochter Edmundi, Grafen von Kent, hinterließ er einen söhn, welcher an. 1; 77, nach absterben Eduardi III, unter dem namcn Richardi II den Englischen thron bestieg. um. ^»g>. v/i-c/ kill. /U1A>. cVer-,. ffill. Ue kisncc tom. ». L5>«- Icr lle klrncirez kk>m, >. LritLnn. Nist. cie List. l. »6,17. big. lls LretZAne. Eduard / der einzige sobn des Königs Henrici VI von Engelland,und Margarethä,einer tochter Renati von Anjou, Königs von Neapolis, gebühren den i; oct. an. 14;;. Diejenige,welche einen aus dem Hause Ivrck aufden thron zu erheben suchten, sprengten bald nach seiner geburt fälschlich aus, daß die Königin entweder diesen Printzen in ehebruch gezeugt,oder an statt des wahrhafftigen, welcher stracks gestorben wäre, ein fremdes kind Angeschoben hatte. An. 146),da sein vater von der Aorckischen parthcy gefangen worden, flöhe seine mutter mit ihm in Franckreich, an den hofihres vaters. An. 1470 vermählte er sich mit Anna,der jünger» tochter des bisherigen feindes von seinem Hause, Richardi Nevil, Grafen von Warwlck. Durch desselben beystand kam sein vater in eben demselben jähr wieder auf den thron. Allein das folgende jähr bemächtigte sich Eduardus IV von Jorck desselben aufs neue, und gewann zwey schlachten, in deren einer bey Barnct der gedachte Graf von Warwick sein leben, in der andern aber bey Tewksbury der Printz Eduard, nebst seiner mutter, Margaretha, den 4 may die freyheit verlohr. Man brachte ohne Verzug den Printzen vor Eduardum iv> gegen welchen er mit so hertzhafften Worten seines vaters recht zu der kröne behauptete, daß der überwinder ihm deswegen mit seinem blechhandschuh in das gesichte schlug, und gantz entrüstet aus dem zumner gierig. Hierauf fielen die anwesende Hertzoge von Clarence edu rzz und Glocester, der Marggraf von Dorset und der Lord Hastings über den gefangenen Printzen her, und ermordeten ihn mit ihren dolchen. Man hat angemerckt, daß von allen, welche Hand an ihn gelegt,kein eintziger eines natürlichen todes gestorben, rü- vol. 11-.4.10,44z, 451,4;;, 45z. Eduard Plantagenet/ verletzte dieses geschlechts, Graf von Warwlck. Sein vater war Georgius, Hertzog von Clarence, ein bruder der zwey Könige von Engelland, Eduardi IV und Richard! III. ferne mutter aber Jsabella, eine tochter des berühmten Grafen von Warwick,Richardi Nevil. Eduardus IV erklärte ihn an. 147s zum Grafen von Warwick. Richarbus lll, weil er ihn als einen, welcher ihm die crone hätte disputirlich machen können, ansähe, schickte ihn nach Sherif Hutton, einem angenehmen land-gut in Uorkshire, allwo er ihm nichts ermangeln ließ, woran er sich hätte vergnügen können, nur eine völlige freyheit ausgenommen. Als Henricus VII den Englischen thron bestiegen, hielt er zu seiner be- festigung auf demselben vor nöthig, diesen Grafen von Warwick noch genauer verwahren zu lassen; zu welchem ende er ihn att« 1485 durch den Ritter Robert Willpughby abholen, und auf dem Tower zu Londen in eine enge gcwahrsame bringen ließ. Das nächstfolgende jähr fand sich ein betrüger, namens Lambert Sim- nel,eines beckers söhn, welcher sich vor diesen Eduardum Plantagenet (der,nach seinem vorgeben, aus dem Tower entkommen seyn löste) mit solchem succeß ausgab, daß man ihn in Jrrland unter dem namen Eduardi VI als König proclamirte. Wiewol nun Henricus VII den wahrhafftigen Grasen von Warwick, an einem sonntage, durch die vornehmste straffen der stadt Londen, in einer solennen proceti.on, nach der Pauls-kirche führen ließ, so kostete es dennoch nicht wenig mühe, den gemeldeten betrüger und dessen an- hang zu unterdrücken. Eduard Plantagenet muste indessen, wie zuvor, in dem Tower einen engen arrest halten, und erwieß sich dabey gar >ehr gelassen,biß aufdas jähr 1499, da er durch den berühmten Perkin Warbeck , welcher sich vor des Königs Eduardi IV jüngsten Printzen, Richard, ausgegeben, und deßwegen gleichfalls m dein Tower sein gefängniß bekommen hatte, verleiten ließ, gewisse anschlüge zu machen, wie er, nebst demselben, sich in freyheit fetzen mochte. Sehr viele hielten davor, daß Henricus VII selbst unter der Hand den unschuldigen Grasten von Warwick in dieses netz gelockt, damit er eine ursach bekäme, ihn aus dem wege zu räumen , und sich dadurch auf einmal von der furcht, die er beständig seinetwegen trug, zu befreyen. Zu des Grafen grossem Unglück geschahe es, daß um eben dieftlbige zeit Ralph Wilford, eines schusters söhn von Londen, seinen namen anzunehmen und aufsolche art Anen aufstand zu erregen sich unterstund. Doch auch dieses ward von vielen vor eine von Henrico I^II mit fleiß angestellte fache angesehen. So viel ist gewiß,daß man den wahrhafftigen Grafen von Warwick vor ein jolcnnes gcricht steüete, dessen Präsident Johann -ls Vere,Grafvon Orford,war,und thue daselbst,als einen, welcher mit Perttn Warbeck einen auffand wider den König zu erregen vorgehabt, zum rode verdammte, auch würcklich den 28 nov. am 1499 auf dem Lowerhügel zu Londen enthauptete. Die männliche linie der Plantagenets , welcheseit Henrico II, das ist seit an. ii-14,den Englischen thron besessen, gieng mit diesem unglücklichen Printzen gantziich aus. Es wird angemerckt, daß der König Ja- cobus 1 beständig der meymmg gewesen,es sey derselbe unschuldiger weise, und als ein blosses staats-opsser, hingerichtet worden. Liso,- Ilf«! ok iviiig Lllvvurä V. ött-k liks »k «.INA Kiciickrö- III. /E. In vicrlicorici VII. als IiiN. uLnolsr. vol.l. Röntg von poetugall. Eduard / König von Portugallstuccedirte an. 14z; seinem vater Johanns Man erzehlet, daß ein Jüdischer artzt, nachdem derselbe sich aus dem gestirne von den begegnissen seiüer regierung erkundiget , an demselbigen morgen , da die krönung vor sich geben sollte, gerathen habe, daß man solches bis Nachmittage verschieben möchte, über welchen aberglauben man zwar gelacht, und die kr-- nung zu der zeit, wie man sich vorgesetzt, vollzogen habe; weil aber die gantze zeit der regierung die pest gewähret, hat man es hernach auf diese prophezeyung gedeutet. Es war auch dieser Herr unglücklich in seinem zug wider die Maurer in Afrika, weil sein bru- derFerdinandus darin» gefangen wurde, den die Mohren nicht anders loßlassen wollen,man gebe ihnen dan die vestimgCeuta wieder. Weil nun den Ständen die ran-ion zu wichtig scheine, wollen sie nienials darein willigen,und der arme Ferdmandus muste in seiner gefangenschafft elendiglich sterben. Eduardus starb auch noch vor- demselben an. 1418 an der pest. Übrigens war er gelehrt, und ein sonderbarer Patron der gelehrten leute, schrieb auch selbst ein buch von der regierungs-knnssgerechtigkeit und betrügerey. Auch ist zu mercken,daß er von dem Pabst die erlaubniß vor sich und seine nach, folger erhalten,sich gleich denen Königen in Engelland und Franckreich krönen zu lassen. Er hat am ersten seinem erstgebohrnen söhn den titul Printz beygelegt, da sie sonst gleich den andern Jnfanten hiessen. r. c. <>. I. ;; e. II. Acvezl. «VA. kortuA. P. IZ4 Ich- L-rn's epirom. p. z c. I, x. 2sZ Iiilloiie ?orru^^il<- p. Ly H'gg. öc p. r-8 6c tzcüo Lunr. p. ivI, 14z <üc rzc> coick. Lccueil cies rrsiccx gc?six rom. z p Züä. Aönig von Schottland. Eduard Baliol, König von Schottland. Sein Vater, Johannes, hatte nach dem tode des Schottischen Königs, Alexandra 111 , wegen der lucc-tt-on in demselben Königreiche, mit Roberto Bru- fio,welcher eben sowol, als er,aus Königlichem gcblütc entiprogen war, fast 6 jähr gestritten, endlich aber dennoch mit hülste des Königs von Engclland,Ebuardi 1 (dem er davor huldigen muste) an. iryi die oberhand behalten. Allein er war kaum 4 iahr König gewesen , so nahm ihn gedachter Eduardus 1 , weil er dasjenige, so er demselben versprochen, nicht erfüllen wollte,gelangen, imv nöthigte ihn endlich,nach gethaner verzicht aufdas Königreich Schottland, seine übrige lcbens-zcit in Franckrcich zuzubringen. Hierauf bemächtigte sich Robert Brnsins des Schottischen scepters, und als derselbe an. 1Z29 gestorben , succedirte ihm sein minderjähriger söhn, David II. Drey jähr hernach kam Ebuarv Balloi aus Franckrcich an die Schottische gräutze , und zwar mit nicht mehr als 600 mann. Allein die Eugelländcr gaben ihm noch 6000 mann sußvolck, und weil eben damals des jungen Königs, David 11 , kluger und tavfferer Vormund,Thomas Rändolph,Graf von Murray, gestorben war, so fiel es ihm desto leichter, grosse progressen zu machen. Anfangs schlug er die trouvpen, welche Alexander Seton wider ihn geführt hatte. Nachmals,da sich seine armee vermehret, erhielt er bey Perth einen wichtigen sieg wider den neuen vormund und vicc-rr.-. Duncon,Grafen von Marx, und nach erlangten vielen andern Vortheilen ließ er sichten re aug. an. nza, zu Scone als König von Schottland krönen. David 11 rctirirte sich hierauf nach Franckrcich,ließ aber Andrem», Grast» von Murray, als leinen v/ce-L.- zurück,welcher noch in demselben iahre nicht nur Perth wiederum einnahm, sondern auch den 25 dec. Eduardum Baliol völlig aus dem selbe schlug. Wiewohl nun dieser anfange des folgenden jahres den abgedachten vic.-k- in einem andern treffen bey Rorborongh gefangen bekam, auch Wilhelm Duglas, welcher sich wider ihn erkläret gehabt, au einem andern orte geschlagen ward ; so sahe er doch wohl, daß er ohne der Engelländer beystand die Schottische crone nicht bebauvten würde. Zu solchem ende machte er es, wie ehemals fein vater, und leistete dem Könige von Engelland, Eduardo lll, den eid der treue. Dieser balffihm davor mit grossem Nachdruck, und unter andcrm wurden an. >z;; den 22 ,ul. roooo Schotten bey Berwick m einer schlackst gelobtet. Das folgende iabr entstunden zu Perth unter den zu seinem beste» zurückgelassenen Engclländcrn innerliche Uneinigkeiten, welche hernach anlaß gaben, daß stine fachen ach hier und da verschlimmerten. Der König von Engelland kam ihm mit einer gute» armee zu hälfst , nahm ibn aber,weil es schien, als ob ihm nicht recht zu trauen wäre, mit sich nach London, und ließ den Grasen von Athol, David C»min,in Schottland als Baliols Statthalter zurück, doch so, daß er nicht nur in dessen, sondern auch in des Königs von EngeUanv «amen, alle Verordnungen und ausfertigen mustc. Ungeachtet dieser Statthalter sich sehr angelegen seun ließ, die widerwärtige parthey zu unterdrücken,so nahm dennoch dieselbe gar sehr wieder übcrhand, worzu Robert Stuart, Thomas Rändolph und die anreitzuiigeu des Königs von Franckrcich das meiste beytrugen. Hicraufkam der König von Engellandstn begleicung Eduard, Baliols, mit einer starcken kricgs-macht, wieder in Schottland , und demüthigte unterschiedene von den vornehmsten,so es mit David 11 hielten. Weil ihn aber der krieg, worinn er mit Franckrcich verwickelt war , zurück nach Engeliand zu geben nöthigte, so nahm er Eduardum Baliol aufs neue mit sich dahin und bestätigte den vorgebuchten Grasen von Athol in seiner stalthaltcrschasst. Doch dieser vcrlobr in einem treffen bey Kildrum sein leben, und Eduardi Baliols fachen liessen hernach wieder so schlimm , daß er selbst in Schottland sich emsmden »niste; da er denn auch vermittelst des Englischen succurscs sich ziemlich wiederum aufhalff. Allem es Hatte doch keinen rechte» bestand,und Andreas Murrao, Alexander Ramscy, Wilhelm Duglas,nebst andern Grossen, so wider ihn waren , machten ihm und den Eugelländern ungemein viel zu schaffen. Endlich kam es an. 1;;9 nach der erobcrung der stadt Perth, des schlosses Slcrlin und vieler andern örter dahin, daß er von Gallo- wav,allwo er mchrentdeils zu rcsidiren pflegte,nach Engelland entfliehen muste,worauf auch das schloß zu Edcnburg vcrlohrcn gicng, und diejenige, welche David I I anhiengeu , immer einen vertheil nach dem andern erhielten, biß zuletzt den Engelländern nichts von Schottland, als Berwick, übrig blieb. An. 1Z42, den 4 ml. kam David II selbst in Schottland zurück, und ward daselbst mit grossen srcuden allenthalben angenommen, hatte aber das Unglück, an. i Z4S von den Eugelländern in einem treffen gefangen, und nach Londcn geführt zü werden. Eduard Baliol befand sich bey dicker victorie; allein weil die Schotten gantz keine gewogenheit gegen ibn blicken liessen , und er ohnedem fast in allen stücken des Englischen Königs Eduardi II I gnade lebe» muste, so begab er sich zu Rorborough alles seines anspruchs aus das Schottische Reich, welches nachmals von dem gedachten Eduardo m so lange regieret ward,biß derselbe an. i z c? den gefangenen König David 11 re-- stituirte. Eduardus Baliol lebte nach geschehener als eineprivat-person. Das jähr seines todcs ist unbekannt. rer Lconc. t. A. Lei/. Ue reb. xcli. Lcoror, p'erx//, kill. ^» 8 >- edu 1 Eduard Brusius / Robert BrucG des Königs von Schott- land bruder, wurde wegen seiner tavsserkeit in Jrrlgnd beruffen, mn pich Königreich von dein Engclländischen joche zu befreyen. Er eroberte auch anfangs einen grossen theil davon,allein,da er von deimemgen, der ihn zu sich beruffen, verrathen worden, war er so elgcnimmg, daß er nicht so lange warten wolle, bis ihm fein bruder zu hulge käme, aus beyforge, es möchte selbiger die ehre des sieqes davon tragen, sondern lieferte den Engelländern und ihren anhängen, mit der wenigen maunfthanl/ die er hatte,eine schlackst, wurde aber darinnen gefangen, und hernach zu Dundalk an. izi? enthauptet. Eduard/ Graf von Savvyen, succedirte seinem vater Amades V an. i;2z. Fm 20 jähre seines allcrs kam er Philippo PMw zu hülste, welcher ihn au. izog. bey der berühmten schlackst Monren-Pucle zum Ritter machte. Nachgchcnds begleitete er Philipomn Valesimn iu Flandern, wohnte an. i;»8 der Wacht bey Ätont-Caste-l bey, und starb das nechstfolgende jähr zu Gcn- tllly. bist, üe 8 äv»)c I. 2. c. 2,. I. 2. ^ Edusa/ Educa oder Edulia/anch nach etlichen guten msn„> kcripren und cN'nc»>cn, Edulica / war crne Göttlii bey den .«Roden, welche uder das essen der kleine» kinder aussieht hatte, gleich wie Potina über das trmcken, und Cunina über das schlaffen. st-ctvic.u-i i. 4. c. Lo//«-«.om.!. 2 c. * Ecökttge in Engctiand. Edwin / der erste Christliche Köniq von Deira, war des Ella söhn. Weil er noch zehr jung war,als er znr crone gelangte,bediente sich Ethelsred,der König von Bernicien,dieses Vortheils,und maßte sich dw,es Königreichs an. AIs nun Edwin solcher gestalt Wer Eronc beraubet worden, fchweiffre er viel jähre verborgen in dieser' msul umher,und begab sich letztlich unter Redwald des Königs von Ost-Angeln schutz/welchcrib,stauch deyzustehcu versprach. Nichts desto weniger, da Ethelsred Edwinen abfordern ließ, fehlte es nicht viel, daß er ihm nicht gewiilfahret hätte, es ffy nun, daß er sich durch geschcucke bald hatte blenden lassen, oder daß er sich etwa für denen macht gefürchtet. Gleichwol aber, da ibm stine gcmabli» zuredete, da,; er nicht wider gegebene treue und glauben handeln mochte, beschloß er, nicht allein sein erstes vcrsvrechen zu haltcn, sondern auch lieber einen krieg von dem Ethclfrcden zu erwarten, als treufoß zu werden. Dahcro brachte er eine armee auf die deine, und überrumpelte damit den König Ethelsred, da er sich deffcn nicht vcrfahe, wodurch Edwin dasjenige, so man ihm genommen, wieder erlangte'. Nachdem ihn also Redwald wiederum in sem Königreich eingesetzt hatte, suchte er Edeldurgam, welche von andern Täte gencnnct wird,Ethelbcrts,des Königs vonKcist lvchicr, zu heyrathen. Allein Eadbald, derselben bruder, gab stine» Gesandten zur antwort: daß die Christen nicht pflegten ihre rechter Hendnischcn manncrn znr ehe zu gebcn. Hirrauf verfitzte Edwin, day rr gerne zulassen wurde, daß sie mit ihrer Hof-statt die Christliche religion ungehindert üben möchte, und versprach zugleich dieselbe anzunehmen, woferne er sie in unparthcyischer Untersuchung besser, als die,einige befinden würbe. Diese Vorschläge wurden so dann an. 628 willig angenommen, und Paulinus, der Printzeßin scel-jorger, welcher darauf von Justins zum Bischoffe gcweyhct wurde, veriaumte keine gclegcnhcit, das Evangelium in Edwins Hcrrschafft auszudreitcn, wiewol er in den« ersten jähre nicht viel sonderliches ausrichten tonte. Miller weile erweiterte Edwin sein gebiete dermassen, daß er alle seine vorfahren an macht weit üda- lrass. Denn er brachte (wie Beda berichtet) beydes die Sachsm und Bntamster unter seinen gehorsam , und breitete stine Herrsch äfft bis an die insul Man und Anglcsey aus: da dann,gleichwie vorlstn,Ethelsred,der König von Bernicien,Deira zu seinem Reiche gezogen, also hingegen Edwin Bernicien und Deira vcrcinbarle, aus welchen beyden Provintzcn hernach das Königreich Northum- berland entstünde. Alleinsein grosses aufnehmen machte ihm die andern Potentaten zu feinden,so gar, daß auch Cnichelm, einer von den West-Sächstschen Königen,einen von seinen dedicnleliMmcns Eamcrus ^ an ihn schickte, mn ihn mit einem vergifftclcn gcwchr meiichelmorderischer weist hinzurichten. Gestalt denn auch stlbi- gcr, nachdem er zum Könige in seinen pallast am flusse Dcrwcnt in Porckslnrc gelassen worden, welches an einein oster-tage war. nach »hm stach-. Allein Lilla, einer von des Königs bedienten, bot scmc» leib dem tödtlichcn stichc dar, welcher aber nichts destowenigerdcs Königs person erreichte. Hieraufumringte man den meuchelinör« der, wodurch er aber desperat wurde, und einen andern mir stimm dolche auf der stelle ermordete. Der König war dazumal noch un- bckrbrt , ohngeachtrt ihn Paulinns bey allen gelegcnheitcii z» am nchmung des Christlichen glaubcns vermahnet hatte. Endlich versprach rr, wofcrnc Christüs ihn von stiner qcfährlichcn wundc genest» lassen, und wider seine feinde, die ihn dermassen angefallen, den sieg verleihen würde, die Christliche religion würcklich anzunehmen. Inmittelst aber ließ er stine tochter Canfled in solchem glauben auferstehen, welche hernach am Pfingst-tage mit noch ir andern Personen von seinen hoflentcn gctausst wurde. Als nun hernach der König von stiner wunde gantz genesen, marfchirte er mit einer armee wider die West-Sachsen,ließ einige von den vornehmsten conspirantcn hinrichten , und kam also mit sieg nach Hause. Von der zeit an verehrte er keine göken mehr, sondern ließ sich M drm Christenthum unterrichten. Mittler weile ließ dcrPabst Bo- nifacius an ihn und seine gcmahlin weitläuffige brieft abgehe», worimicn er ihn zum Christlichen glauben anzureihen , und darinnen zu gründen suchte. Allein, indem er seine taüffe von einer M kur andern aufschob,und dieses aus einer kaltsinmgkeit herzurühren schiene, ermähnte ihn PaustnuS seines Versprechens mit solchem Nachdruck, daß er und sein Königlich hauß zu Aorck in einer von holtz eilends ausgebauten kirche, die andern Unterthanen aber meh- rentheils an flüssen getaufft wurden. Nachgehends demühete sich Edwin denChristlichen glauben weiter fort zupflantzen,und beredte Carpwalden, Redwaldis des Königs von Ost-Angeln söhn, daß er denselbigen gleichfalls annahm. Er liebte sonst die gerechtigkeit, sorgte vor dir Verbesserung feines landes, und führte emen prachlt- gen staar. Nachdem er aber 17 jähr mit grossem rühm regieret, wurde er an. 6;; von Kedwalla, dem König der Britannier, welcher mit Penda, dem König von Mercia, in stund, nebst seinem söhn Osfred, in einer schlacht getödtet, und ferne gantze ar- mee rumiret. Dieses gerielh der Norttzuinbrischen kirche und staat zum höchsten schaden, indem der Brittische König, ob er sich wol zum Christenthum bekandte, dennoch in der that viel grausamer war, als An Heyd,und ausdrücklich drohcte, die neue Christen allesamt auszurotten.Danneuhero sich nicht zu verwundern ist,baß die Britannier noch zu Bedä zeiten, der Sachsen Christenthum für nichts bessers, als ein Heydenrhum gehalten, und mit ihnen fast gar keine gemeinfchafft gepflogen- Weil man nun aus dem beweibten Ungemach sich nicht änderst als durch die flucht retten kome, so nahm Paulinus und Baffus, einer von Edwmi Hauptleuten, die Königin und ihre kinder, und entflohen znr see zu ihrem bruder Eadbalden, dem König von Kent, welcher sie willig aufnahm, und Paulinum zum Blschvff von Rochester machte. Zeir. LnZIor. I. r c. 8, 9,17, Edwm/oder Edwv/König von Engelland,war Edmundi ältester söhn. Als er nach seines Vetters Edreds lod sein reiffes alter erlanget, trat er die regierung an, und wurde zu Kingston gekronet. Seine feine gestalt brächte ihm den namen des schonen zuwege, seingemüth aber wird auf unterschiedene weise beschrieben; m- masten es Huntinzdon lobet, Malmesbury aber schilt, als welcher von ihm erzehlet, daß er Algivam, feine nahe bluts-freundm, zu »einer concubinc gebrauchet, und Dunstan, den Abt von Glaffenbury, weil er ihn deswegen gestraffet, aus dem Königreich verjaget, lein kloster geplündert, und weltliche Priester darem gesetzt habe. Hier-, über entrüstet sich bemeldter 8cnl>-nc überaus sehr, so daß es wohl möglich seyn kan , daß er in beschreibung der laster diefesHerrn etwas zu weit gegangen. Dieses ist gewiß, daß er kein freund der Mönche gewesen. Weil nun die Merrianer und Norlhumdrier sich durch die Mönche einen haß gegen ihn einpflantzen lassen, so verstießen sie ihn, und machten seinen bruder Edgarn zu ihrem Könige, zum wenigsten in so weit, Laß Edwin nichts mehr behielt, als die West -Sachsen. Dieses mochte ihn vermuthlich sehr schmcr- tzen, und seinen tod beschleunigen, denn bald darnach starb er,und wurde zu Winchester begraben. o/L-» in v»a s. OunttLm, -»ckö»--.,l. 8 c. ,4Nill. -rnZI« Edzardi/ (Was) wurde an. 1629 den rg jun. zu Hamburg gebohren, woselbst sein vater Jodocus Edzardi, welcher von seinem groß-vater müterlicher feite den zunamen Glanäus führte, Prediger war. Den gründ feiner NuMen legte er in dem Mmn-li» zu Hamburg, worauf er sich an. r 647 nach Leipzig begab, und daselbst von Hüljcmanno viel freundschafft genoß. An. 1648 reisete er nach Wittenberg, und an. 1649 nach Zwickau, allwo er sich ein halbes jähr der convcriHon des Zechendorffii und Daumii bediente. Von bannen kam er wieder nach Leipzig,machte sich beyCasparBarthio beliebt, und reisete nach Gotha, um mit Salomvne Glaßio bekandt zu werden. Hierauf verfügte er sich nach Tübingen, und wurde von Tboma Lansio wohl aufgenommen. An- i6;o kam er nach Bafel, bediente sich in Lsbbinicis und laimuiuicis der unterrich- tung Buxtorffii, und wurde aufbessert rcc<,mn-en-»Lr>on an andern orten in der Schweitz gar wohl gehalten, von bannen er an. i6;i zu Straßburg ankam, und sich daselbst über 2 jähr bey Dorfchäo aufhielt. AIS aber derselbe an. 16z; nach Rostock beruffen wurde, begab er sich nach Giessen, hielt sich 2 jähr allda auf, und bediente sich der unterrichtung Feurbornii und Haberkvrnii. Endlich muste er an.i^z aufverlangen seiner eitern nach Hause kehren, hielt sich aber nicht gar zu lang daselbst auf, sondern begab sich an. 1656 nach Rostock, um Dorfchämn zu besuchen. Zur selbigen zeit that er auch eine reift nach Grejffswald, und blieb einige zeit bey Abrahams Batto. Von bannen kam er zurück nach Rostock, unverlangte daselbst den §»5 öc klioilnisnos gehalten. Hieraus kehrte er in sein Vaterland, und fieng an, alle die sich seiner anfüh- rung bedienen wollen, in der Hebräischen und andern Orientalischen spraachen zu unterrichten, und solches zwar ohne entgelt. Gleichwie er nun hierdurch einen grossen rühm erlangte, also wurden ihm hin und wieder ansehnliche bedienungen aufgetragen,die er aber ausschlug, ja er wolle auch die protcüioncm ünZusrum Or-Ln. tslium bey dem zu Hamburg nicht annehmen, sondern rocomwLNiHrte Eberhard Anckelmann, damit er auskerne weise an seinem Vorsatz möchte gehindert werden, welcher hauptsächlich dahin gerichtet war, fremde religions-verwandte, und insonderheit Juden, auf einen andern weg zu bringen, wie dann dieser letztem eine zimliche anzahl durch ihrre soll bekehret worden seyn. In dieser arbeit fuhr er fort, bis er den 1 jan. an. 1708 starb. Er bat 8 söhne gezeuget,worunter merckwürdig i) Gcorgrus EleazarHra.-^ liiiguL L UilloriLrum ?rotsNor zu Hamburg z 2) Johannes Efras, r-skor der Lutherischen kirche zu Londen; ;) Sebastianus, loxice« ted egb iz 5 L: metLplivsicss bey dem gymnatlo zu Hamburg, mcnso kebr. 1708. Lz-ick. 84 LL. 28 Lux. wrllum in Lil>!. Las. Eedes/ (Richardus) von Londen gebürtig/ nach dem er die unteren grad der Schul durchloffen/ würd er an.-578 EMer. hernach Ho!. kLccslsur. hierauff ^nonicus, endlich vccLiius VI- 8ornicn65 und umkD.eoi. in Oxford. In seinen jungen jähren war er der Poesie / und sonderlich den Comodien ergeben; im alter aber ließ er sich allein angelegen seyn/ seinen OrUm mit heiligen llu- ci»s und leben zu zieren- Unter seinen freunden wäre lhmc niemand angenehmer/ als der n>ccsnu8 vuneimcnL, Tobias Matthäus / welchen er mit einem csrmine, Iccr koresie genannt/ beehret; sonst hatte er allerhand andere ?osE-> in Englisch und Latein verfertiget / und eine anzahl Predigten an das stecht gegeben/ verstärke zu Woreester den 29 nov. 1604. yn-e ^»„7, o-cs». * Efferdingcn / eine kleine stadt / nebst einem schlösse / ; meilen oberhalb Linz in Ober-Oesterreich / nicht weit von der Donau gelegen. Außerhalb der stadt auf einem berg stehet das schloß Schaumburg / wovon die Grafen des geschlechts Juldach den na» men gcfuhret/ welche diese stadt an. i;67 mit aller zugehör und gerechtigkeit von dem: Bischoff Albrecht zu Paffau um 4000 gülden erblich an jich gebracht haben. In der stadt-klrche daselbst/ so mit einer sehr künstlichen schlucke sezieret ist / sind so wohl ihre/ als anderer vornehmen Herren m»numem- und gradschrifftcn zu fiu, den. Nach derselben abgang ist beydes Efferdingen und Schaum- burg andre Herren von Stahrenbcrg gekommen. An. 1526 nah, mm die Ober-Enserischcn daurcn die stadt ein / musten sie aber / nachdem sie von dem Grafen von Pappenheim geschlagen worden/ wieder verlassen, wpogr. 5. Effiat/ siehe Loiffiev. . Essern / eine alte Adeliche familie am Rhein / welche zum theil rn dem mseculo die Gräfliche würde erhalten. Heinrich/ so an. 15 gebohren / warOoSorHieoiogiz- zu Tübingen. Johann befand Man. 1; 62 mit dem Hertzoge Wilhelm zu Jüstch auf dem Kaysrrlichen wahl-tage. Wilhelm starb an. iü,s als Bischoff zu Worms/ um welche zeit Ferdinand Wilhelm bey Chur-Mayntz die stelle eines geheimben Raths bekleidete. Einer dieses namenS hat sich um das»ahr -668 durch sein heraus gegebenes msnu-m bekannt gemacht; an. 1714 war ein Grafvon Essern Chur-Pfältzi- scher Skaats-^liniNer / und ein anderer General und Investor von der cLvsUerie. Msü. ckron. Effinger/ ein altes Schweitzrrischesgeschlecht/ auß welchem Ludwig an. 1444 Schultheiß zu Drugg im Ergöw war / als Thomas von Falckcnstein und Hans von Rechberg ohne vorhergegan- genefchde oder adsagung den ort nächtlicher weil überrumpelten; Wobey dann Effinger neben anderen der vomemsien bürgeren/ darunter auch sein söhn Ballhasar / gefänglich weggeführet / und eine zeit lang zu Lauffcnburg sehr hart gehalten ward / biß er sich letstltch mit einer grossen suma gclds lösen muste. Ein anderer auß diesem geschlecht/ namens Heinrich / seßhafft zu Zürich / hat an. 1466 die gerichte zu Seldenbürcn / vom Abt und Lonven- »xz xw- sters Engelberg crkaufft / aber hernach der stadt Zürich wieder ver« kaufst. Ein äst davon florim noch dißmahl in Bern/hat die Herr- schafft Wildeck im Ergöw/ so Caspar Effinger an-1484 crkaufft/ biß an. - 721 besessen / da sie durch kauff an den Stand Bern kommen. iiilk. Älelv. Er., I. 6 x>. > 8 ;. ?. li. 6 z>. 290. * Egbert / der letzte König von der Sächsischen «-pt-rclii-. und der erste Monarch von Engelland / war der 18 König dec West-Sachsen / welcher/ nachdem er auch die andern 6 Königreiche unter sich gebracht/ sie alle zu einem Reich machte. Er war Ale» mondi söhn / welcher von Jneaild / des Königs Ina bruder / hcr- flammte. Wie er nun sehr wohl erzogen wurde / also ließ er bereits in seiner zarten jugend viel an sich sehen/ woraus man »Wessen kontc/daß er ein tuaendhaffter Herr werden dürffie. Dieses sahe Birlhric/ sein vorfahr/ mit neidischen äugen an / gleichwie ec ihm auch seinen rechtmäßigen anspruch auf die crone nicht gönnte / und stellte ihm dannenbero heimlich nach dem leben. So bald Egbert dieses merckte/flöhe er zu Offa/ dem Mercianischen Könige. Weil er daselbst keine sicherheit finden konte / gieng er nach Franck- reich / so dazumal von Carolo N. regieret wurde /und brachte daselbst ; jähr im elend zu. Als nun innert dieser zeit Birchrie starb / wurde Egbert hinüber in Engelland qcholet/ und daselbst an. 8°-» zum Könige der Sachsen erwählet. Nachdem er sein Reich wohl eingerichtet/ brachte er die Britannier/ so wohl dre in Cornwall / als auch jenseit der Severne / unter feine dolhmaßigkeit. Nächst dem schlug er Bernulfum/ welcher sich des Königreichs Mercia mit gemalt angemaffet/und nöthigte ihn nach Ellandune/so an- jetzo Wilkon heißt / zu fliehen. Da aber derselbe m das land der Ost-Angeln als ein stück von seiner Herrschasst / seit dem er ohn« längst dem Könige Off« das -einige imt gemalt genommen / seine zuflucht nahm / kamen ibm die Unterthanen entgegen / und schlugen ihn. Weil sie nun wohl sahen/daß sich die Mereianer gewiß rächest wurden / ergaben sich der König und das vvlck Egberts / als ihrem obersten Haupte/ gutwillig. Ferner machte er sich das Königreich Kent unlerwürffig / wohin er/ nach dem wieder Bernulfum erhaltenen siege/ einen theil seiner armee unter seines sohnes EthclwulffS nebst Man/ dem Btschoffe von Sherburn/ und Wul« ig6 egb ege Wulferd / einem vornehmen Officicr / schickte- Diese nun schlugen alsofortden allda regierenden König Baldred/ und trieben ihn über die Tames; worauf sich nicht mir Keilt/ sondern auch die West-Sachsen / das ist/Surrey und Suffex / und letzlich auch Es- fer/ihm unlcrwarff. Nachdem er an. 8r; Withlaf/den König von Mercia / überwunden / muste sich auch dieser samt seinem König» reiche unter Egberts gehorsam ergeben. Dergleichen geschahe auch 2 jähr hernach mit Eanrcd / dem Könige von Northumbeitand/ dessen Unterthanen untereinandernneins waren/ und sich ohne wiederstand an ihn ergaben. Das nächst-folgende jähr wandle er seine waffcn gegen Nord-Walles / und brachte dasjcnigetheil />o ihm davon noch mangelte/ vollends unter sich. Hieranflebre er in guter ruhe/ seine Unterthanen aber vergaßen hierüber das kriegs- handwerck/ welches sich die Dänen wol zu nutze machten/ gestalt sie an. 8;r zu Slephey in Kenk landeten/ und nachdem sie diese vrovintz verwüstet halten /wiederum abmarschierten. Das folgen« de jähr stiegen sie zu Charmouth nicht weit von Linie in DorsctS- hire auS/ und behielten gegen die Sachsen in einer schlachk das selb. Als sie aber im dritten jähre wieder kamen/ undsichmitden ein« wohnern in Cornwall vereinigten / wurden sie in die stricht qcschla« gen. Nach diesem siege endigte Egbert sein leben imt grossem rühme / und wurde zu Winchester/ welches der Königliche sitz der West-Sachsen war/ begraben. Weil Egbert nach Untergang der hevtarchte der erste einige Monarche von Engelland war/ wurde er auch zum ersten an. 8,y zu Winchester unter dem titnl eines Königs von Engclland gekrvnct/ mit welchem namen er die südlichen Hegenden von Britannien nach seinen vorfahrcn/ben Angeln / welche ncchst den Sachsen diese insul vorzeiten erobert hatten / belegte. Im übrigen ließ er2 söhne hinter sich/ ncmlich Ethwolff und Ethelstan / und vermachte dem jüngsten zu seinem eintheile Kent / Esser und Susser. um. 1.z. r/bs,»««- 6c 6c scrip 7 . eccl. ?/-»/,/>/-«- Ler- n;7 ,8 ^un. 6c bitt. I. r c. zz. <7occr«a 6c lcripr. cccl. <ü«2rs. * Egeln/ Eglen/ eine stadt, nebst einem schloß und amt, in dem Hertzoglhnm Magdeburg, an der Bvde, gelegen- Es ist ehemals eine Grafschafft gewesen, deren besitze,' einige Grafen von Egeln / andere aber edle Herren von Hadmerslcben und Egeln «sinnen. An. i;;7 erhienen die Grasen von Barbyvon kbur- Sachsen, als welches die lchns- gercchtigkcil von derAeb- tißin zu Gernrode bekommen, die cxp-Kans auf die Grafschafft, mit dem beding, daß sie, bey ereignendem fall, denen alsdci», lebenden weiblichen erben 2000 schock Böhmischer groschen zahlen sotten. Wie nun an. ,4,7 verletzte, Conradoder Curt, mit tode abgicng, und nur eine eiiitzige tochter, Margaretdam, eine gemahlt» des Fürsten von Anhalt, Waldemari, hinterließ, die von Barby hingegen gedachte summe nicht aufbringen konlen, wurde Egeln an das Ertz-Stifft Magdeburg versetzet, und hernach an- 1420 vor 24000 gülden gar verkaufst , welches auch an. ,4,0 die lehcns- gerechtigkcit darüber von der damaligen Acbtißin zu Gernrode, als welche mit der obcrwchnten abtrettimg a» das Hans Sachsen nicht zufrieden gewesen , erlanget haben soll. Es haben aber die Chur - Fürsten zu Sächsin wider die verkauffung so wohl, als wider die angemaßte lehcns - gerechtigkcit jederzeit p-msttwet, und iim dasjabr i;;6 die Grafen von Barby aufs neue damit belehnet, welche nachqebends mit dem Dom-Capttul zu Magdeburg einen langwierigen Proceß geführet, der sich erst durch den Oßnabrückischen frieden gccndiäct, als in welchem Egeln dem Chur-Fürsten zu Brandenburg übergeben, und mit dem Hertzog- thum Magdeburg vereiniget worden. Nahe hierbcy liqt ein Ca- tholisches Noimen-kloster, Marienstuhl genannt. 4nb. liill. p. 5 p. 118. cbr. c. Z28 6c zrr. ttsatZ geogr. p. 1 f>. r6i. Egemon / ein Poet, Ware gebürtig aus demstädtleinAle- xandria, w im Trojanischen gebieth gelegen war; er beschriebe m hervtschen versenden Leüclrischen krieg, der zwischen den The- ege banern und Lacedämomern wäre geführt worden, auch ein anderes buch von Trojanischen begebenheiten, so er Osr6amcz inricuü- Vet. in kill. snimsl. I. 8 c, Ein anderer dieses namens, und ebenfalls ein Poet, trüge den Zunamen , oder Linsen , und wäre gebürtig aus der insul Thasos.. Er hat anffschnffken auf Gastereyen; so dann v-roLzz, oder verändrungen der versen, da er aus den versin alter Poeten, durch Verwechslung wenig Worten, einen andern sinn ausgebracht- eine beschreibung oes kriegs der R,esen wider die Götter; und endlich eine comosllie, unter dem titul vkiiinn«, darinnen er mit fleiß lauter schlechte Personen, und von geringem stand, einführte, verfertiget. 6 e koericL. 6s ?osk. 6r. * Eger / Böhmisch Cheb / lat. Lgrz, eine ansehnliche und wohi-oevestigle stadt an dem siuß Eger, davon sie auch den „amen führet, gegen die Fränckischen gräntzcn ausserhalb des Böhmischen Waldes, und also aufTeutlchem boden, an einem berg «e. legen. Sie hat doppelte, und an etlichen orten dreyfache mauren, weite graben, und das schloß, worauf der Königliche Burggraf wohnet, ist sonderlich wohl devestigct. Desgleichen ist sie mit unterschiedenen prächtigen Häusern, einem grossen Rath-haust, und vielen kirchen gezierct. Vor diesem wurde in der stadt Herr« sicher meth gesotten, dergleichen aber, wegen des überall vorhan« denen weins, nicht mehr geschiehet. Der Egerische cberiac aber, so von de» Nonnen daselbst gemacht wird, ist wegen seiner gute dekandt- Zu alte» zeiten gehörte die stadt den Marggrafe» von Vohdiirg, die auch für die erbauer dieser stadt angegeben werden, uud gab sie der herum gelegenen Grafschafft de», namen. Nachge- hends, als Kaysir Fridericus I Adelheid, Marggrafe,, Theobalos oder Dieboldö zu Vshburg tochter, geheyralhet, bekam er die Grafschafft zur morgen-gab, und soll auch die stadt an. ,179 zur freyen Reichs-stadt gemacht haben , woran andere aber zweiffeln wollen. Diß ist gewiß, daß Rudvlphus vvnHabspurg an. - 28; die Herrschafft Eger und Elbogen den, König in Böhmen, Wences- lao, zum heyrath-glit mit seiner tochter gegeben; wiewohl auch Goldast meinet, die stadt Eger seye davon ausgenommen gewesen , welches daher wahrscheinlich ist, weil Kaysir Ludwig IV sie an. dem König Ivhanni in Böhmen, von dem er ro, oder, wie Bruschius will, 40-200 marckstlbers empfangen, nebst ihrem gebiete zum Unterpfand gegeben , von welcher zeit an ste dein Königreich Böhmen verblieben. Im übrigen hat sie dennoch vor den andern land - ständen in Böhmen jederzeit etwas besonders gehabt. Ihr grosser Rath bestehet aus 100 Personen, darunter i y aus den alten geschlechtern der stadt, und auS diesen 4 Bürgermeister, die alle abwechseln, erwählet werden; 1; davon stich Schöpffen oder Richter, und die übrigen L8 werden die geschworne gemeinde genennet. Sie urtheilen nach ihren, alten stadl-recht, und kan von ihnen nirgend änderst, als au den König spxsiiiret werden. Der Kaysir Carolas I V ertheilte ihr die sonderbare srcnheit, daß sie durch gantz Böhmen zoll-frey seyn sötte. Absonderlich aber hat sie sich durch ihren sauer-brun- nen, welcher sich eine halbe meile davon befindet, und in viele entlegene orte wegen seiner gute verführet wird, bckandt gemacht. Was die übrige Historie dieser stadt anlanget , so ist selbige an. 1270 den ,6 may mit allen ihren freyheits« briescn verbrannt, und ob sie schon wieder erbauet worden, so muste sie doch in folgenden zeiten von den Hußiten vieles ausstehen. Darzu kam, daß, als sie an- ,02, den Chur-Smchstschcn rrouppen von dem Kapier eingeräumet wurde, selbige aber, bey entstandener strcitigkeit, die stadt nicht verlassen woltcn, die Kaysirlichen an. iü;2 zu einer kor>s,len belagern,,g schritten, und sie endlich eroberten. An. ,k;4 wurde allhier Wallenstein, welcher dem Kaysir verdächtig worden war, durch drey «schottische ollsiisrs umgebracht, als er eben die armce durch die umligeude gegend in die quartiere verlegt hatte, und mit einem grossen anschlag schwanger zu gehen schiene. Doch wurde sie nachgehends an. ,647 von dein Schwedischen Feld-Marschall, Carl Gustav Wrangcln, aufs neue ausKavftr« sicher 6cvvric„> entrissen, nachdem sie sich unter dem Commcndan- ten,Frantz Paradeisern, 28 tag rühmlich vertheidiget hatte, wiewohl sie bald darauf durch den geschlossenen Wcstphälischcn frieden ihrem rechtmäßigen Herrn wiederum zugestellet wurde. Die Herrschafft Eger wird von einigen irrig vor cinenBöhmischcn crävß ausgegeben, indem sie, dem Ursprung nach, nicht Böhmisch ist, wie dem, auch meist Teutsch darinnen geredet wird. Sie liqt zwischen Voiglland, dcr Obcr-Pfaltz, dem Elbogncr-und Pilßncc- cräyß, und ist nicht gar groß. cotmogr. vökm. ckron. p. 147. rce. Leim. I. z. in rcp, Lobe«. LrrrM. belebe. 6ss bicbcelb. p. 47. leg. v. rj. L-rtirn«! exicomc kobem. I» z c. lü P. I.; c. 8 6c in mikcsll. Labern. I. 1 c. r; x>. s; 6: 67 6c I. ; c. 4 §. 8 6cr. * Eger/ cinfluß in Teutschland, entspringet bey Leydels-einem dorff, aus einem berg, die Heyde genannt, welcher ein stuck des Fichtclberges ist, aus einem kleinen brunnen; gebet gegen aufqang der sonnen durch das Marggrästich - Bavreuthisihe nach Böbmen, fliestet gegen Elcnbogen, Satz, Laun, Budin und Leik- meritz vorbey, an welchem letzten, ort er in die Elbe fallet, nachdem er vorder unterschiedene flüsse in sich genommen. Lr«/,b« i>e- lcbreibunß 6«5 bickrelberge, p. 1; leg. Eqeri/ oder Aegri/ ist ein stecken und gemeind des Cmllon Fugs, an dem auslaüffdcr Loretzen aus dem Eacri - sie, gelegen- Er machet, nebst der stadt Zug, Baar und Mentzmgen, den Eanton Zug. L,/»/---. * Egerja/ kge egg Egeria/ eine Göttin Hey den Römern? welcher die schwan- ge° n jraucn opffrrten, eine glückliche niederkunfft von ihr zu er- b,lle„. Sie soll von dem Lateinischen worce eg-re-e, wie einige glauben, den namen bekomnien haben. Einige halten sie für die Nymphe / mit welcher Numa Pompilins geheimen mngang zu haben vorgegeben hat? welches jedoch darum nicht wohl zu glauben , weil r) kein alter scribent davon Meldung thut, und 2) gar nicht scheinet, wie die Wahrsager- und rathgcb-Nymphe des Numä mit einer Göttin, die denen gebührenden weibern hälfst leisten solte, viel gemeinschafft habe. Vielmehr ist glaublich, daß Egeria ein znname der Juno Lucinä gewesen, und eben von der würckung und hülff-leistung, die man ihr bey dein», gebührenden zuschriebe, st> cß-rengo hergeholet worden; wie dann solcher zunamen oder tituln derer Heydnischen Götteren, von ihren thaten und wür- üungen genommen, in grosser anzahl tönten angeführet werden , sonderlich aus der Römischen Antiquität. * Egerius / siehe Aruns / Demarati söhn. Egersee / ist ein kleiner bevestigter ort in der Nieder - Ungarischen Grafschafft Salawar, an dem flnß Sala, bey den gräntzen der Grafschafft Vesprin, 6 bis 7 Teutsche nieilen nord-wärts von Canischa, gelegen. Egerton / (Thomas) Lord - Cantzler von Engelland, war cntsvrosscn aus der familie der Freyherren von Malpas in Ehestster , und ein natürlicher söhn des Ritters Richard Egerton. Die Königin Elisabeth machte ihn an. 1582 zum SoMcireui-Qenc- , nachgehends zum ^toriiey-Qcncr-il. und an. i;97 zumLord- Siegel-bewahrer. Der König Jacobus I erhub ihn in dem ersten jakre seiner regicrung zum Lord - Cantzler, wie auch zum Frey- herrn von Eliesmere, und an. 1617 zum Discount von Brackley. Wegen seiner wiffenschafft und redltchkeit nennete man ihn n-m-n- lorem incorrupruin jurium cnx'HL . einen solchen beschützer von den rechten der Crone, welcher auf keine weise zu bestechen oder zu bewegen wäre. An. 1617 verließ er den Hof wegen hohen alters und Unvermögens. Der König besuchte ihn in eigner persohn, und bat ihn, daß er sein amt noch länger verwalten möchte, allein, aufsein inständiges bitten, nahm er mit thränen die stegej von ihm zurücke, und gab solche dem berühmten Francisco Baconi. Acht tage hernach, den n mart. desselben iahrs, eben da ihn der König zum Grafen von Bridgewater erklären wolle, starb er in dem 77 jähre seines alters, und ward zu Dodleston, nicht weit von Ehester, begraben. Er heyrathete 1) Elisabetham, eine rechter Thomä Ravenscroft von Bretton; 2) Elisabetham, eine rechter des Ritters Georg» Moor, und eure wittwe des Ritters Johann Wollcy; ;) Alice, eine tochter des Ritters Johann Svenccr, und eine wittwe Ferdinandi, Grafen von Derby. Mit den beyden letzten zeugte er kein kind. Von der ersten aber hatte er 2 söhne und eine tochter, namens Mariam, weicheben Ritter Franciseum Leigh heyrathete. Von seinen 2 söhnen siehe den articul Bridgewater. urn-nn. p. 78, z;o. «/e Nist. ci'Lngi. ro1n.rp.7io. 0/ p. roz. Egeflppus und Egessstratus / flehe Hegeflppus und Hegesistratus. Eggelmg / ( Johann Heinrich) ein gelehrter omcus und Lnri^nu?, wurde zu Bremen an. iü;y den I) May gebohren, und war sein vater, Heinrich Eggeling, voLor juriz, geheimbder Rath bey dem Ertz-Bischoffzu Bremen, und Cantzler des Grafen von Waldeck, wie auch des Stiffts zu Lübeck ältester Lanonicus. Ob ihm nun dieser gleich sehr zeitlich starb,so hielt ihn dennoch sein stief-vater, Göttlich von Hagen, Königlich-Dänischer geheimbder Rath, fleißig zum studiren an. Nachdem er den gründ seiner wissenschafften in dem gymnLiio zu Bremen geleget, besuchte er die Universitäten zu Helmstädt und Leipzig, that hierauf eine reist in die Schweitz, Italien, Spanien, Franckreich und Teutschland, und wurde nach seiner rückkunfft an. 1676 in das cobcgmm wwo. rum zu Bremen aufgenommen. Nicht lange hierauf wurde er, wegen einiger zwischen dem Rath und der burgerschafft entstandenen irrungen, an den Kayscrlichen hofgeschickt, und weil er an selbigem die ihm aufgetragene Verrichtungen glücklich zu ende brachte, so bekam er an. 1679 das tecrciLrisc, welches er bis an seinen den iz febr. an. 171z erfolgten tod rühmlich verwaltet. Er hatte eine grosse erfahrenheit in den Griechischen, Römischen und Teutschen Antiquitäten. Seine schrifften sind: cie numism-, tlbus guidiüitzlii veeronis cum Qsrrito I-Lcino pei- lltzgui/i. tio ; mylleris Lereris Lc Lscclii; «litcullio cslumniarum leUeriLns- ruin; Ue orbe ksZiieo ; ac milcellrneis QermLniL- ,nrigui- rruidus excrcitscioner. zn. ,71z p. 190 leg. Eggenberg / eine Reichs-Fürstlicüe familie in Tentschland, so das Deröogthilm Crumau in Böhmen, die gefürstete Grafschafft Gradiska in Crain, nebst vielen andern gütern in den Kay- strlichcn erb - landen besessen, wie auch das obriste Erb - Land- Marschall-Amt in Oesterreich, ob und unter der Ens, das obriste Eämmerer-Amt in Steyer, und das Erb - Schencken-Amt in Crain, und der Windischen Marck, gehabt, an. 1717 aber abgestorben. Diests gcschlecht ist aus Schwaben in Steyermarck gekommen , und hat diesen namen von einem schloß, unweit Grätz, angenommen. Der erste, den man bey dein Bucelino findet, ist Bartholomäus Eggenberger, dessen söhn Andreas von Ehren- hausen mit Anna Seenußin Christophorum und Ulricum erzeuget. Christopbori nachkommen sind in der mitte des 17 seculi im Freyherren- stand ausgcstorbcn, und daraus Rupertus und Wolffgang sonderlich berühmt gewesen, von welchen unten. Ulricus hinterließ Balthasarn, dessen söhn von Barbara von Pain Wolffgang, egg Mit Sybilla Panicherin Sigftidum, Freyherrn von Eggenbcrg, zeugte. Densselben gebahr feine gemahlin Benigna, Freyin von Gallenstein, nebst 2 töchtern, Johannen, Ulricum, von weichem hernach besonders. Er brachte die Reichs-Fürstliche würbe au sein hauß, und starb den >8 oek. an. 1ÜZ4. Mit seiner gemahlin Sidonia Maria, Conradi, Freyherrn von Tannhausen, lochier, zeugete er Johannem Antomum, so ihm succedirle, Mariam Sidoniam, die Julii Weickhardi, Grafen von Mörßberg, Ma- riam Franciscam, so Caroli Leonhardi, Grafen von Harrach, und Margaretham, so Michaelis Johannis, Grafen von Althan, gemahlin rvvrden. Johannes Antonius, Hertzog zu Crumau, Fürst zu Eggenbcrg, rc. war an. 16 iv gebohren, folgte seinem vater an. 16,4 in seinen gütern, und an. i6z; in der Landcs- Hauptmannschafft in Cram. Weil er keine unmittelbare güter hatte, erklärte er sich an. 16,6, daß er immittelst einen billigmassigen anschlag nach dem Röiner-zug auf sich nehmen wolle. Da denn an» 1641 Kaysers Ferdinandi III imim-monz-accr«:i erfolgte, daß man ihn i-Umnem L voium im Reichs - Fürsten - Rath kommen lassen möchte, worauf er ihm auch die Hauptmannschafst und Natum Gradifch in Crain verkaufte, und an. 1647 das prg,c!ic--ic Gefürsteter Graf von Gradifch verliehe. Er starb den 19 febr. an. 1649. Seine gemahlin war Anna Maria, Christiani, Marggrafen von Brandenburg - Bayreuth, tochter, welche ihm im oct. an. 16; 9 zu Regenspurg beygelegt ward, und den 8 may an. 1680 zu Oedenburg in Ungarn starb. Die mit ihr erzeugte kinder waren Johannes Christianus, Johannes Scyfried, Maria Elisabeth, eine gemahlin Ferdinandi Joseph,, Fürsten von Die- trichstein, so den 19 may an.i 715 zu Wien gestorben; und Maria Francisca, so den 8 apr. an. 1644 ihren geburts-tag, aber auch bald darauf ihren sterbens - tag gehabt. Johannes Christianus, Hertzog von Crumau, Fürst von Eggenbcrg, war den 7 stpt. an. 1641 gebohren, und wurde den zo jun. an. 16;; in den Reichs- Fürsten - Rath introducirt. Er wurde an. 1691 Kayserlicher geheimer Rath, und an» 1694 Ritter des göldnen Weges, verrichtete an. 170z den r2 stpt. bey der Nieder-Oesterrejchisthen Huldigung des Kaysers Josephi amt, als obrister Erb-Marschall, und starb den 1; dec. an. 1710 zn Prag. An. isss veriuahlte er sich mit Maria Emestina, einer tochter Johannis Adolphi, Fürsten von Schwartzenberg, Reichs-Hof-Raths-Präsidenten tochter, zeugte aber mit derselben keine kinder. Ihm folgte sein bruder Johann Scyfried, welcher den 12 aug. an. 1644 gebohren war, er wurde an. 167, Landes-Hauptmann und Landes-Oberster in Crain, an. 1682 Kayserlicher geheimer Rath, und an. 1697 Ritter des guldnen Westes. Endlich trat er, mit Kayserlicher einwilli- gnng, seinem söhne die Landes-Hauptmannschasst ab, und wurde geheimer Raths-vir-üor in nieder-Oesterreich zu Grätz, verrichtete das obriste Erb-Land-Marschailen-Amt von Oesterreich, bey der Huldigung des Kaysers Caroli VI, zu Wien den 8 uov. an. 1712, und starb den § oct. an. 171;. An. 1666 erwählte er Mariam Eleonoram Rosaliam, Caroli Eusebii, Fürsten von Lich- tenstein, tochter, zur gemahlin, so an. 1706 starb, nachdem er mit ihr gezeuget, nebst Leopolds Johanne, so au. 167; gebohren und verschieden, Johannen, Antonium Joftphmn, er war den 6 jan. an. 1669 gebohren, löstte seinen vater in der Landes- Hauptmannschasst in Crain ab, und wurde an. 1701 Kayser- stcher geheimer Rath. An. 1692 vermählte er sich mit Maria Charlotte Josephe,, Grafen Adolphi Vratislai von Sternberg, tochter, welche ihm gebohren 1) Mariam Armam Jostpham; 2) Mariam Theresia,,, Jostpham , so beyde iung gestorben; z) Johannen, Christianum, welcher, als der letzte seines ge- fchlechls, zu Grätz den 2? febr. an. 1717, in dem iz jähre seines alters starb, woraüfder Graf Gundackcr, Thomas von Stahren- berg, mit dem »bristen Erb-Land-Marschallen-Amt in ober- und nieder-Oesterreich belehnet worden. Qerm.miL ?.; p. -8. jus pub>. rom. 4 36 I.; c. 7 > dt. ?. i. z c. r« 8.» arctiiv. tpec. concin. II. 2 umt z forciere. 4 Lbrkcil. p. 4)9 leg. L. -/e coUeÄsne» ZcnLLl. p. 282-290^10, 1^/2,4/ör, LrLin. Eggenberg/ (Hans Ulrich) Hertzog zu Crumau, Fürst und Herr, war ein söhn Sigfridt, Herrn von Eggenberg, und Benignä von Gallenstein, gebohren «„.1568. Er war ein wvhlerfahrner sind beredter Herr, den der Kayser Ferdinandus II unveränderlich für seinen allervertrautestcn ^ttnilirum gehalten. Nachdem er von seinen KuMr und aus den Niederlanden ( da er in dem damaligen kriege Hauptmann gewesen ) an den Ertz-Hcrtzoglichen Hof nach Grätz kam, würd er Mundschencke, Cammerer, Caminer - tlsne. der Ertz-Hertzogii, Mariä Annä, Ertz-Hertzogs Ferdinand, II, ersterer gemahlin, Obrister Hofmeister, hernach geheimer Rath, und nachdem sich Balthasar, Freyherr von Schrottenbach, alters wegen von Hof begeben, Ertz- Hertzogs, hernach Kaysers Ferdinandi II Obrister Hofmeister, welcher stelle er bis an. 1624 vorgestanden, da ihm Gnndacker, Fürst von Hchtenstein, sucec- dirte. An. 160;, da er schon Obrist-Hofmessrer war, wurde er als Gesandter nach Spanien geschickt. Er wurde auch geheimer Raths -vireSor, und vollmachtigter Oukernsror der innern Oesterreichischen landen Steyer, Karndten, Crain und Görtz, und trat bereits an. 1602 die Landes-Hauptmannschasst in Crain an. An. 1622 bekam er den Ritter- orden des guldnen Westes. Der Kayser Rudolphus und Matthias schickten rhn zweymal in Spanien als Gesandten, worauf er j„ schstessnng der heyrath mit der Kayserin Eleonora,Prn>tzeßin vonMantua,wurde, und ließ sich mit ihr den 21 „ov. an» 1621 zu Mantua zusammen gehe,,. Der Kayser Ferdinandus II gäbe ihm, nach absterben Don Johanni Caroli LAustria, eines natürlichen svhns Kaysers "II theil. S Rndolphi iz8 egg egi Rudolphi II / die Herrschafft Crumau in Böhmen / welche sonst den Grafen von Rosenberg gehöret, mit dem tilul eines Hertzog- thums, nebst viel andern Hcrrfthafften. Er wurde erstlich zum Grafen/ an. i6r i zum Fürsten, und an. .1622 zum Hertzog creiret. Es ließ ihm auch der Kayfer bey des Königs Ferdinands III nnt der Königin Maria, i»f-nkin aus Spanien, beylaaer, an. i6;i, den huth wie die Gesandten auffetzen, verliehe ihm ferner an.162; das obriste Erb-Cämmercr-amt des Hertzogthums Steycr, wie auch das obriste Erb - Schencken - amt in Crayn und der Windl- schenMarck, und an. 1625 das obriste Erb-Marschallen-amt in Oesterreich unter - und ob der Ens. Er wüste feine fachen dermaßen in acht zu nehmen, daß er grossen reichthum an Herrschaff- tcn, baarem gelbe, und kleinodien zusammen brachte, stifftete auch zu Grätz ein Franciscaner-kloster, und zu Görtz ein Iesuiter - coi- l-gium.' Er starb zu Laybach in Crayn den 18 öct. an. 16^4, und wurde zu Grätz in der von ihm gestifftcten Francifcaner- kirche begraben. Von feiner sicücosicnx,st oben gedacht worden. »nn. z,. I. L. sr^«2«,ö^»si. colleÄLnes p< 282, 290, gio. Eggenberg / (Ruprecht, Freyherr von) auf Ehrnhaufen, diente an. 1584 als General der Bayerischen artillerie in der Truchfeßifchcn unruhe bey Bonn, wurde hernach durch den Kay- ser Rudolphum II an den König in Spanien recommandirel, welcher ihm an. 1986 eine jährliche pemionvon ;oc>ducaten und die Obristcn-stclle gab, da er an. 1588 mit 2500 mann unter dem Hertzoge von Parma gestanden. Nachdem er sich 17 sahr in den Niederländischen kriegen befunden, trat er in Kayferliche dienste, nahm an. 149z das ober-Commando zu Agra an, wurde Kayser- lichcr kriegs-Lr>mmilLr>us, ^^d half den 22 jun. felbigen jahrs den sieg wider den Hassan Bassa von Boßnien an dem Culpa-fluß bey Slssck befcchten, wie auch an. 1494 Pekrinia wieder einnehmen; als aber die gefahr des Türcken-kricges sich dennoch zu vcrgrösscrn schien, und man eine belagerung der stadt Wien besorgte, wurde er an. 1596 zum Obersten, und im folgenden jähre zum Obristcn- Zeugmcistcr in der stadt Wien verordnet. Er starb am 1611. ÄN. r^r/'va/o»- LriUn. I. ; c. ,6. Eqctendercz / (Wolff, Freyherr von) war ein tapfferer sol- dat, unsicher alle staffeln der kricgs-dicnstc durchgangen. Als er in dein Ungarischen kriege durch einen fchuß ei» dein verlohr, ließ er sieb ein höltzcrncs machen, da ihnc denn der Kayfer Fcrdinan- dus II, damals noch Ertz-Hertzog, zum Obristen zu Carlstadt, und General derselben Croatischen und mecr-gränken bestellte, allwo er auch fein leben beschlossen. Es hat ihn auch der Groß - Hertzog zu Floren«; zum Obristen angenommen und besoldet. Mit feiner gcmahlin Elisabeth Riugsmgnlm hat er verschiedene linder erzeuget, davon 2 zu erwachsenen jähren kommen. WolffRudolph, so in Kayfcrlichen kriegs-dicnstcn geblieben, und Elisabeth Concordia, so aus der Kaystrin Eleonöra Frauenzimmer, mit Marquardo, Grafen von Urscnbeck, vermählt worden. snnsl, i. ^2,4/0^ I. ir x>. ;6< Eggenfelden / ein guter Bayerischer marck-sieckcn und land- gerichl im Bißthum Regcnfpurg, liegt an dem wasscr Rott, zwischen Pfarrkirchen und Gänckhöffcn; stehet wegen der vich-zucht, des wieftn-wachscs und des guten getraid-bodcns, in einem feinen ansehen. p. 294. Eczica / Egeqa / oder Echipza / ein König der Golden in Spanien, welcher feine regiernng an. 688 antrat, und die Juden verfolgele, welche von dem Christlichen glauben wicdeninssabge- sallen waren, und sonst noch unruhe erregten, ihre guter confi- scirle, und sie zu sclavcn machte. Unter ihm wurden zu Toledo verschiedene Concil,- gehalten. Er hatte zum Nachfolger seinen söhn Witiza. Oo»ci/. ffo/cr. XVI c. 8- Vüsien/,, Ac- * Eczil/ Aichl/ oder Eigilc»/ wurde an. 8-8 nach Ratgario AbtzliFuldaS Er war von Adclichcn eitern in Norico, und ein unverwandter 8. Srurmlonis des ersten Abts. Er schrieb verschiedene werckc, als: viran, 8. 8c>,rmjo„is, öcc. starb an. 822 , und hinterließ zu seinem Nachfolger x-K-num xi-urum. c 7 -,»si,si«< „> vir- Tkgili. Ttriz/c/,»» mon-it. sie lüll. l.-rin. I. r c. zz. in snn-l. kulsienk. Egillus / siehe Ingelluo. Echluard/ ein Teutscher, war zu ansancz des 14 scculi ein Mönch in dem kloster 8 . Bnrchardi, Bischogs zu Wurtzburg, dessen leben er beschrieben. Es ist zweiffelbafftig, ob Egiluärd der suätoc des lebens Burchardi sty, welches Canisius in dem 420. -nriqu-rum icLtionum hat, oder dessen , so etwas weitläufftigcr von dcm Surio r. 4. den l4vct. angeführet wird, welches einige vor wahrscheinlicher halten. La,j,ian»-i. lsicr. . 401. Eginard/ oder Eginhardus/ oder Einhartus/ ein berühmter scribent im 9 seculo, verwaltete bey dem Kayfer Carolo ssl. das amt eines 8ecrcr-rü und ober-auffchcrs der gcbändc im vallast zu Aachen. Einige wollen behaupten, daß er gar des Caroli -VI. tochler Emmam gehenrathct, davon unter dem Worte Emma. Dem sey wie ihm wolle, so war er in grossem ansehe». Er verstünde die KkLrtzcm-ric, desgleichen die Griechische und Lateinische spräche. Er war erstlich Abt zu Gent und Fontenellc, hernach baucte er selbst das kloster Sccligenstadt, und ward der erste Abt darinnen. Am meisten hat er sich dadurch bekannt gemacht, daß er das leben Caroli beschrieben, und zwar mit so zierlichem latcin, daß man kaum geglanbet, daß ein fcribcnte in demselben seculo so habe schreiben können. Weßwegen Voßius auf die gedancken egi egl gerathen, daß Hermannus, ein Grafvon Nuenar, der zu erst das wem des Eginhardi heraus gegeben, den iHium darinnen verändert, und andere haben ihm gar schuld gegeben,, daß er das gantze leben Caroii M. supponirt, und Eginhardo fälschlich zugeschrieben. Allein, man hat so wohl -x cocücitzus EU-, als auch aus den Zeugnissen, die von dein Abt Lupo, von Sigeberto o-ml-iz- ccnii, Adamo Lremeng, Alberto 8r-äsn6, und andern alten, aus diesem buche allegiret worden, das qegentheil zur gnüge dar« gethan. Wiewohl nicht zu läugnen, daß zu Wien und zu Florelch einige cosiic-s zu finden, welche von den edirten in vielen stücken unterschieden sind. Er hatte sonderlich den 8ueronium wodl gelesen , und nimmet offt ziemliche stücke aus demselben, und eignet sie Carolo IVI. zu, welches seinen erzehlungen eben kein gar grosses gcwicht gibt. Wenn Eginhardus gestorben, ist ungewiß, doch wird von den meisten sein tod auf das jähr 84z oder 844 ge- setzet. Allein er hat noch an. 848 dem Looc>l>o zu Mayntz beyge- wohnet; an. 846 aber hat er nicht mehr gclebet, weil in selbigem jähre Rabanus Maurus, der ihm seine grab-schrifft gemacht, gestorben. Seine nickoris Caroli M. befindet sich bey Reubero, Frehero, ciu Chesne, rom. 11. iccipr»r„m lüg. krsnc. ist auch zum offtern allein, theils ohne, theils mit den gelehrten anmerckungm Besselii und Schminckii aufgeleget worden. Über dieses hat er geschrieben sie krLN8lätionL L: cn,rLcuIi8 88. l^arccllini öc Ij. tzror 4 ; cpigolLz 62 ; epigolLm rsi Cupucn Ldtzrrcm kcrrzricn. icm ücc. Tsie xoNLles rerum ^eltsrum ?ipini regiz, Ciroli i.usiov,ci xü von an. 74i bis an. 828 werden ihm fälschlich beygelegt, und zeugen dieses wercks älteste überschrifften, daß es von einem Bcnedictiner-Münch verfertiget worden. L«?«- cz>. 1. cjc vir. illussr. c. 16. in csr. kcripr. ecclcs. Fkü-r^ür. iccipc. eccl, scl üicin I, siunü. rnm. z. meng sisn. x>, 87?. k'oFr«- sie liili. l.sr. I. 2 c. zz. si» in appensi. coni. i len^r. liig. krgnc. liiü. eccl. c. 14 §. r? p. L16. oris. rom. 2 p, ,02. * Eginenthal / ist ein thal - gklend in Wallis, welches lincker Hand der Rhone sich eine gute Teutsche meil wegs, gegen Den, in das gebürg hinern ziehet. Die Eginen/ ein berg-wasser, so ain Grießberg entspringet, durchrauschet dieses that, und führet sein wasscr der Rhone zu, welcher davon sehr anwachset. Es gehen auch zwey passe dardurch in Italien; Der eine über den bcrg Nify gegen Ayrol ins Liviner - thal; der andere über den Grießberg ins Eschen - that gen Bonmatt. sie 12 b. * Egißheim / ein schloß und ehemalige Grafschafft im unter« Elsaß, auf welchem lange, vor den zeiten Caroli iVI., Hertzog Eberhard von Aieinannicn seinen sitz gehabt, von dem das ge- schlecht der Grafen von Egißheim abgestammet, angesehen die nachkommen Eberhards durch die gcwält Caroli Martelli, Groß-, Hofmeisters in Franckreich, von ihrem väterlichen Hertzvglhum vertrieben wurden, daß ein theil derselbe» in Schwaben, andere aber im Elsaß, im Grafen - stand verbleiben müssen, worunter, nebst den Habsburger», (deren stamm, seyt der vorgegebenen cnt- deckung des Hicronymi Vignier, von den meisten Gcnealogistcn cbcnchlls von diesemEbcrbardo hergeleitet wird,) und denenDaqs- pcrgern, auch diese Egißhcimer zu zählen sind. Gerhardus III, und dessen söhn Theodöricus, beyde Hertzoge zu Lothringen, von welchen die heutigen Hertzoge abstammen, sind aus dem Egißhci- mischen gcschlechte gewesen, ivcßwegen sie sich auch von Elsaß geschrieben haben. Über dieses haben die Eqißheimer das unlcr- Elsirß besessen, welches Kayscr Otto III dem Grafen Theodors zu erst gegeben lxrben soll. Nach dem tobe Heinrichs an. -r;8 kam dieselbe an die Oettinger, nicht so wohl, weil Heinrich keine erben gehabt, sintemal das kr^mciiruoi VrgsiiLnum ihm einen druder und pogtzumum giebt, fondern weil diese der lehcn nicht fähig geachtet wurde». , Doch hat man ihnen die Grafschafft Werde, nebst andern stücken, als 8. Prlten nnd Franckenheim, nicht nchnien mögen, wie sie denn auch den titnl der Landgrafen fortgeführet, wohin zu deuten, wenn Albertus Argentincnsts sagt, daß Johannes, der letzte seines geschlcchts, an. iz>8 diese stücke, unter dem namcn der Landgrafschafft unter,Elsaß, an den Bischoff zu Straßburg verkauffct. Daß aber dieser Johann aus des Heinrichs von Egißheim nachkommenschafft, und nicht aus dcmOek- tingischen gcschlechte gewesen, beweiset Obrecht, (siehe werbt.) Lllsii. ctiron. 2üo. LItsiit cliroo. n. c. xrosi. rcr. Ü.IÜ * Eqli/ genannt Götz/ oder Iconius/ (Raphael) ist an. i449^gebohrcn worden; sein vater Tobias wäre gebürtig von Frauenleiden , und Pfarrer erstlich zu Davos in Punkten, und hernach zu Rüßickon im Züricher gebieth , auch darneben gelehrt, und ein guter Poet. Er hat erstlsch zu Cbur, unter dem beriiinn- tcn Pontistlla, und hernach zu Cläven, unter dem Lciv. Lenkn o, studirt. Nach stines vaters tode käme er zu Zürich in das con^ ^lumnorum, allwo er seine UusilL, unter aufsieht Stuckn und Collini, glücklich fortgesetzet hat. An. i;8c> begab er sich naher Genff, und hielte alldorten unter Beza zwey Disputationen r I)c ?r«sieltin2r>onc. Er gab auch eine kcososii^m in Druck, welche Beza sehr gelobt hat. An. 1482 gienge er auf Baicl, allwo er unter Grvnäo gleichfalls disputirt hat. Er wurde daraus zum Schuldienst nach Sonders im Vcltlin beruffcn, allwo er bis an. 1486 gestanden, da er, wegen einer.von einem Mönchen erregten aufruhr, von danncn weichen müssen. Er käme also gcu Winterthur, und arbeitete dorten an cinrichtung der Schule, gab auch eine Widerlegung der unrichtigen lehre AlbericiTmiu- curiani ra. v., und Pros zu Lausanne, sie i-rasicttinsuv"-, heraus, heraus, wordurch ee grosses lob erhalten. An. i?88 wurde er coUeAÜ /clumnorum zu Zürich. AN. IZ92 Diaconus im grosten Münster, und rrokcüör er. leksm-nr. da er der erste geivesen, der die öffentlichen Distmacionen eingeführet hat. An. I?y6 wurde er ^rclli-Diaconus, und der Urheber der einsüh- rung des kirchen-gesangs. Er hat aber nach dieser zeit der thörichten Mchymey so unsinnig sich ergeben, daß er so wohl sein eigen, als auch anderer leuthen gut, in dem rauch verzehrt, und endlich an. 1601 schnlden wegen austreten müssen. Er zöge also 6 monath in grosser gemüths-anfechtung herum, suchte endlich beym Rath an, und erhielte seinen abschied nebst einer Lccom- menciarion > wormit er nacher Marpurg gekehret , allwo er von dem Landgrafen Mauritio zum vierdten riokcUoce rucoioßia: gemacht worden, und an. i6rr gestorben ist. Er hat allerhand theologische, philosophische, historische, chymische und poetische fachen heraus gegeben, Lclioia ligur. x>. 91. Turicb. Zclclilccbtb. * Eglisau / ist eine Zürichische mittelmäßige stadt, auf der rechten feiten des Rheins, samt einem schloß auf dessen lmcken feiten gelegen, welches mit einer brücke an die stadt gehenckt ist. Sie wäre vor altem denen Grafen von Lengen zuständig. Als aber an. 145 ? sie räuberey getrieben, und fürnemlich etliche angesehene bürger von Straßburg, aus dem Pfäffers - bad nacher hanß kehrende, allda angehalten, beraubet, und in das schloß gefangen gestehet, sind die Züricher ( die damals mit der stadt Straßburg verbündet waren) für Eglisau gezogen, haben schloß und stadt erobert, und die gefangenen erlöset. Hernach, in dem wirauferfolgten friedens-vertrag, ist ihnen die stadt und herrschafft Eglisau geblieben, jedoch musten sie dem Grafen Johannes, über ihren erlittenen kriegs- kosten, aniroch eine summa gelds bezahlen. Funff jähr darnach, nemlich an. 1460, kamen zwey brüdere, Bernhard und Vigilius, die Gradier, von Grätz aus Steyermarck gebürtig, Herren zu Gvgenwitz und Fanstctten, ( die Hertzog Digmund von Oesterreich aus dem land vertrieben hatte) nach Zürich, und wurden bürger daselbstcn. Diesen nun gäbe die stadt Zürich die Herrschafft Eglisau zu kauffen, mit vorbehält des wiederkäust» und des öffnungs-rechrens am schloß, und gienge ihrent- wegen der Thurgöwer-krreg init Oesterreich an. Nach ihrem tode fiel sie an Johann Gradier, welcher selbige der stadt Zürich wiederum zu kauffen gegeben an. 1496, die eine land-Vogtey daraus gemacht hat, welche alle 6 jähr besetzt wird, und an. r6-;o mit der von dem Grafen von Such um ^4000 gülden erkaufften ober- Herrlichkeit über die 4 dörffer Wyl, Rasn, Hundrwangen^und Wafferkiugen vermehrt worden ist. Es ist allhier der stadt Zürich stach - niederlag. I. 6 9. 12.9 b. ?. I !. 4 p. i8r. mcrcicvv. p. 64. * EgloMein / (Lupoldus von) siehe Babenberg. Eglon / ein König der Moabiter / welcher sich mit den hindern Amon und den Amalckitern vereinigte/das volck Israel/weil sie sich hoch versündiget hatten/schlug-und die Palmen-stadt^. dr. / w.c. 1419 einnahm/woranfesihm 18jährdrenenmuste; da endlich Gott Ehud erweckte/ welcher sie daraus erlösete/ indem er dem Eglon 8; c. 1401 geschencke überdrachk/ und dabey ihm zugleich das schwerdt in den bauch stieß. c. Egmont/ ein flecken und schloß nebst dem titul einer Graf- schafft anderthalb meile von Alcmaer in Nord-Holland gelegen. Es ist das stamm-haus der ehemals berühmten Grafen dieses namens, und halte vor zeiten eine berühmte Bcnedictiner-Abtey. Lnr'F. z>. ,;o. Egmont / eine der vornemsten familien in Holland, soll von Radbodo, einem söhn eines alten Königs der Friesen, ihren Ursprung haben. Dieses ist gewiß, daß sie seit dem 12 seculo berühmt geweftn/nnd im 1 z seculo die Hertzoge von Geldern hervor gebracht. Arnolphus von Egmont succcdirte um das jähr 142? Renaldo Hertzoge von Geldern, und zeugte Adolphnm. (siehe Adolphus Hertzog von Geldern.) Dieser zeugte mit Catharina, einer tochler Ca- roli I, Hertzogs von Bourbon, Carolum von Egmont, Hertzog in Geldern, welcher an. 1 > z 8 ohne erben von seiner gemahlm, Elisabeth von Braunschweig, mit tode abgieng; und Philippinam, die an RenatumII, Hertzog von Lothringen, verheyrathet worden. Es ist auch noch eine link in dem Hause Egmont, welche viel grosse lenk hervor gebracht. Arnoldus war Ritter des güldenen vliesses, starb den i y sehr. an. 148;, und hinterließ Johannem ui, welcher Dordrecht, Horn, rc. einnahm, der erste Grafvon Egmont und Ritter des güldnen vliesses wurde, und an. 1 z 16 starb. Sein söhn Johannes IV, Cammerherr bey dem Kayser Carolo V, gicng an. i; 28 in dem Mayländischen, woselbst er das fuß-volck commandir- te, mit tode ab, 2 söhne hinterlassend, davon der eine iung starb, der andere aber wegen seiner hertzhafftigkeit und unglücklichen zufalle desto berühmter ist. Dieser war Lamorallus, Graf von Egmont; Er wurde Oouvcrneur von Flandern und Artois, Ritter des güldenen vliesses und Cammerherr des Kaysers Carole V, welchem er, wie auch seinem söhne, Philippo 11, grosse dienste leistete. Er gewann ihm die schlackst bey 8. Quintin an. 1^ 7, und im folgenden jähre die bey Grevelingen. Wein, ob gleich die gantze well diesen Grafen sehr hoch ästimiere, so wurden doch am Spanischen Hofe seine geleistete dienste nicht geachtet; Denn weil er das harte verfahren der Spanier in den Niederlanden nicht ertragen kunte, sagte er hiervon seine meynung etwas frey an dem Hofe Philippe n und in Flandern. Hernach nahm er die parthey der consöderirten, verließ sie aber alsobald wiederum. Man legte es ihm auch als ein verbrechen aus, als die von Gent keine London haben weiten, und er ihre proreLicm bey dem Hertzoge von Alda über sich nahm, Ladenn gedachter Hertzog ihn mit dem Grafen von Horn nach Brüssel kommen , den 6 zept. an. 1567 gefangen nehmen, und am 5 jun. des folgenden jahrs enthaupten ließ. Wie sehr ihn das volck geliebet, ist daraus abzunehmen, daß viel von demselben ihre schwetß-tücher in sein blut tauchten, und selbige bey sich trugen, um ein andencken der bey sich beschlossenen räche zu haben; andere küsseten besten sarg, und liessen sich gegen seine feinde dieser drohworte öffentlich vernehmen , es solle diese that nicht angerochen bleiben. Deine gemahlm war Sabina von Bayern, mit welcher er; söhne und 11 töchtee gezeuget, welche er in grosser armuth hinterließ, dahero er selbige in einem schreiben dem Könige zugleich aufs wehemüthigste recom- menbirte. Der ältere söhn Philippus war anfangs in dem dienste der vereinigten Staaten; als er sich aber wieder ausgesöhnet, bekam er das Zouvernemsm von Artois, und den Rttter-örden von dem güldenen vließ.. Er blieb in der schlackst bey Yvry an. 159°. Lamo- rallus II ist in Fmnckreich verstorben, Carolus aber ein vater worden Ludvvici, Grafen von Egmont und Prmtzens von Gavre, der an. 1654 mit tode abgegangen, und Philippum Ludovicum, vice- K07 in Sardinien, hinterlassen, dessen söhn Philippus Maria, letzter Graf von Egmont, ist an. 1707 in Spanien ohne erben gestorben. Aus dieser familie ist auch noch berühmt Marinst!,«- nus oder Florens von Egmont / Graf von Büren / war einer von den berühmten Generalen Kayser Carls des V> den er sonderlich m den Niederlanden gegen die Frantzosm brauchte. Er comaudme die Kayserliche armce / die sich an. 1522 mit den Engelländern vereinigte/ ingieichen in den folgenden jähren/ mit und ohne die Cngcllaader. A. i z z? nahm er St. Paul mit stürmender Hand ein / verbrannte den ort und schleißte das schloß / eroberte hernach Montreml / und belagerte Tcronenne/ welchen ort er auch ohne zweiflet würde eingenommen haben/ wenn nicht währender belagerung ein stillstand wäre geschloßen worden. Weil in diesen kriegen auf den gräntzen gewaltig gesengt und gebremst wurde/ hat mau dem Grafen von Buren viel von diejen land-verderbuchen Unternehmungen deyaemessen. An. 1546 führte er dem Kayser eine starcke armee wider die Protestanten zu huste/ nahm Darmstadt ein / undnöthgtedieFranckfurtersich zu ergeben. Der Kayser schickte ihn hernach 1548 nach Engelland mit demselben Hose etwas wider Franckreich anzulegen / welches aber nicht recht angehen wolle. Bald nach seiner rückkunst von dieser reise fiel er ziiBrussel in eine tö'otliche kranckhett/uiid da ihm der berühmte Desalius die zeit / wenn er sterben würde / vorher sagte/ ließ er noch ein groß gastmahl zurichten / und alle seine fremde und anwesende Grosse einladen / zu denen er sich in seiner kostbarsten kleidn,,g setzte; Nach vollendeter mahlzeir theilte er alle seine kostbarkettcn unter sie aus / nahm von allen seinen lenkn abschied/ bedachte jeglichen von denselben / und ließ sich wieder zu bette bringen / da er denn fast in demselben augenblicke verschied. Seine einstige tochter ist mit Plinst Wilhelmen von Oranien vermahlt gewesen/ dem sie auch die Erasschaßt Büren zugebracht. Er war so wohl wegen seiner tapffcrkeit / als auch wegen seines angenehmen Umgangs / und weil er sich in allem thun überaus pvxchttg erzeigte/ in grossem ansehen. n um. «e bs.r. z. cspic. errang. r. i. ^^«rLrctironlcon OetstiiL. ös bcttoLelZ» llsrslst. 1. l. c. 21. Egnatia / eine stadt in Italien in dem Salentinischen strich landes zwijchen Bari und Brüstst,, welche sich rühmte, einen stein zu haben, so alles holtz anzündete. Dieser stein solle da zur thür- schwelle eines tempels dieser stadt gedient haben, auch der weyh- rauch denen Götteren ohne feür darauff seyn angezündet worden. Plilstus erzchkt diß, als eine wahrhaffte und gewisse fach; Aber Horatius, ocr solches berühret in beschreibung seiner reise von Rom gen Brundus, treibt damit sein gesxött, und nennet im übrigen diese stadt, villeicht wegen kommlichkeit des verses, On-man, scheinet auch im Übergang anzumercken, dieser ort habe Mangel an was str. Lrrako helstet sie Ignariam. 6. 77/K. I. r» c. io . . 8ar. 1.1. 8ar. v. 97. ^ Egnattus/ (Johannes Baptist«) hieß eigentlich Johannes ,wi, , ore- ttsni. und LrÄsssUini. Er starb den 4 iul. an. I;; z im 80 jähr seines alters. Seine schrifften sind: äe Lomams principibus ve> libl! z; snnomkiones m virss Lrcisrum, spucl Lueronium, Helium ttsnum, ^ullum LsL'itolinum, Scc. lle oriAine Turrsrumz obtengrio« S 2 ««s t. 140 cgn cgy nes in Ovilliui»; inkerpretlmencs in familiäre; cpill. Liceronis; exem- plorum libri IX , UNd andere. kill. I. >r. TÄFrer etog. cie; lav. rom. r. p. 74 öe ie^. r'o//,»-, cie Nill. f-ar. Ob>/r/>r kkeatr. 0. 1. * Eanatius / (Publius) ein rkilolopku; aus der fiele der 8 roi- corum, lebte zu den zeiten des Kaysers Neronis, und ließ sich als einen falschen zeugen wider «soranum / seinen Wohlthäter , gebrauchen. Tacitus beschreibet ihn als einen ertz-heuchler, der lemen eitz und treulosigkeit unter einer philosophischen ernsthaffttgkett ha- e vorstellen wollen, l- , 6 - c. zr. Egram/ siehe Eram. Eczres / vorzeiten ein Cistercienfir-kloster in Hungarn von der Pontlgniaccnser linie in der Chanadicnfir diöces / so an. 1200 fun- diret worden. Eguinarius Bars. siehe Bars Eguinarius. Egypten / eine der vortrefflichsten provintzcn in Africa, welche von den einwohncrn Chibili, und von den Arabern Bardamas- scr genennet wird; den namen Acgyptus aber, womit sie von den Griechen und den Europäern insgemein belegt wird, soll sie von Aegppto, einem söhn des Bcli und bruder des Danai, haben. In der heiligen schrifft Heister sie Mizraiin. Bey den alten Henbnischen scribenten / als Beroso, Teiwphonte, Hcrodoto und andern hat sie noch andere benennungen. «sie erstreckt sich von dem e>o xiruclinir biß zu dem 67 / und von dem 22 lsniucUnis bis zu dem z I. Ihre gräntzcn gegen Mitternacht sind das Mittelländische mcer, gegen morgen ein theil Arabiens und besten sce-busen, gegen mittag Nubien und Acthiopien, und gegen abend dle Barbarei) und die Libysche Wildnisse. Was ihre cinthcilung betrint, so ist die erste in Ober-Egnptcn < so miltag-wärts liegt / und Unter-Egyptcn, so längst dem Mittelländischen mcer sich erstreckt. Obcr-Egypten wird wiederum in das Libysche oder Afrikanische gegen abend, und das Asiatische oder Arabische gegen morgen unterschieden, und der berühmte fluß Nilus macht die gräntzcn dazwischen. Andre theilen sie in 4 stücke, davon Sahid Ober-Egyplcn, Bcchna, sonsten De- niesor genannt, Mittcl-Egnvlcn, ErrifNieder-Egypten, undent- lich der strich längst dem rothen mcere das übrige ausmachet, «vollsten wurde sie auch nach den verschiedenen regierungs-arten in gewisse Land-oder Reichs hauptmanuschaffcen eingetheilet, so Calllf genennet wurden, dergleichen die Türcken, welcher botmäßigkcit dieses land uulerworffcn ist, noch heute zu tage zwölffe haben, davon die hauptmannschafft Girge vor etwas mehr als roo,ahrcn ein eigenes Königreich gewesen. Die allen hatten noch andere eintbei- lüngen, und machte bey ihnen das so genannte Delta,(welches stück wegen seiner figur, so von den zweyen äussersten ärmcn des Nilflusses , deren einer der äusserste gegen Osten, der andere der äusserste gegen Westen ist, und dann von dem theil des mecrs, so an das unter Egyptcn anschlaget, formirct wird, und würcklich die figur eines a machet, diesen namen bat) sodann das östliche Egypten, Troglodyten, Theben, Cyrenaiea, sonst auch Pemapolis, die antze provintz aus. Ihre lange von dem einflusse des Nil-stroms iß zu der stadl Catabalhmum erstrecket sich auf izo, und die breite von dem ciufluß besagten stroms in das mecr biß zu der stadt Conza auf ic>c> Teutsche meilcn; wicwol andere auch hier eine andere rcchnung haben. Ohngeachtet die lusst wegen der allzugrosie» wär- nie sehr ungesund, so ist doch diese landschafft vor andern in Asrica jederzeit bewohnt gewesen, wie dann Diodorus Siculus behauptet, daß sich vormals über i8°oo städle darinnen befunden; neben dem, daß die erstaunliche wcrcke und gcbäu, die schon zu denen ältesten zeiten in Egypten auffgerichlet sind, und vieler ic>o lausend menschen Hände nothwendig erforderet haben, ein uuwidertrciblichcs bcwcißthiim geben, daß diese landschafft damahlcn eine ungläubli- chc auzahl cinwohner müsse gebabl haben; so sind auch noch heut zu tage verschiedene Plätze, welche ihre vorige macht an den tag lege» können. Hierunter'gehören Cairo oder Alcair, um deren ge- cnd herum die mit ungcmciner pracht und unsäglichen köste» er- auete Pyramiden und ob->jic,,wic nicht weniger m unterirrdischcn qewölbern, die mit den köstlichsten spccercycn balsauurle cörpcr, so Minien genennet werden, zu finden. Ferner Alerandria, auf T ür- ckisch «scanderick, davon ehcdessen nicht so gar weit der grosse thurn Pbarus gestanden, Damiate, Rosette, Suez, Azirulb und andere. Ohngeachtet nun auch viele grosse wüstcneven darinnen sind, vorncmlich in Ober-Egyvtcn, auch sonsten dieses land von allen feiten, ausser wo es an das mcer stoffct, mit lauter dürrem sand-bo- den umgeben, so wird doch das erdreich, welches nicht allzu hoch lieget, und namentlich das gantze uudcre Egypten, durch die ergics- sung des Nil-stroms so fett gemacht, daß die cinwohner an einigen orten etwas fand darauf zu schütten pflegen. Die Römer haben es schon zu ihren zeiten ihr korn-hauß genennet. So kan auch Egypten den benachbarten völckeru »n wüsten Arabien, im gelobten lande, in «Lvricn, zu Constaulinopcl, ig dem gautzcu Europa, zuckcr, schwartzcn zimmel, scnes-blättcr, unterschiedliche bartze und andere eiuländische waaren von seinem Überfluß zuschicken. 'Die schönen vich-wciden ernähren büstel, ochsen, cameelc, vferdc, escl, böekc und schafe,welche letztere sehr fett,und ihre lauge und breite schwäu- tze auf der erde nachschleppen müssen. Die ziegen, welche man häuffig um Alerandria findet, haben lange ohrcn, welche fast biß aufdic erde herunter hänge», und an den ende» 4 oder z finger breit aufwärts gekrümmet sind. In denen bergen des oberen EgYPtcns findet man auch viele wilde ziegen, welche truppeuwcise lausten, sind von der gattung, welche die alten nannten. Unter den andern thicren find der oder hunds-kovss, eine art äffen, nur weil sie mit dein kopge einem Hunde gleich kommen; ferner der Chamäleon, croeodil, das fluß»pferd und verschiedene andere ar- egy ten. Undcr denen land-thicren ist sonderlich der von den alten sogenannte Ichneumon, oder Egvptische Ratt, annoch zu mercken, welcher ungefehr die grosse einer katz hat, und mit einem rüffel ver- lehen 1 t, woinit er in der erden wühlet, und die nester der schlangen, heydechie», Chameleons, mäusen und anderer thieren, welche, w» sie sich zu sehr vermehreten, Egypten schädlich seyn tönten, ausbucht, und sie, als seine nahrung, verschlinget. Sonderlich thut vieles thier Egypten einen grossen dicnste dadurch, daß es die crocv- dlllen-eyer, wo die iimner in dem boden verscharret sind, mit größer begierde ausspühret, und dann zerbricht. Welches die allweist Göttliche Vorsehung auf eine sonderbare weise scheinet angeordnet zu haben, damit sich diese schädliche art nicht allzusehr vermehre; Massen ohne diesen Ichneumon, der Nil und alle ärme und canäle desielbcn so voller crocodilen seyn wurde, daß der wenigste theil des landsssonte bewohnt oder gebauet werden. Auß dieser ursach wäre der Ichneumon under den alten Egypteren für eines der heiligen thiere geachtet, und empficuge Göttliche ehre. Von den vögeln oes Egypten-Iands, die anderwerts nicht viel gefunden werben, ist sonderlich der Ibis anzumercken, der unsern siorcken und aranichen gleichet, zedoch noch etwas höher und stärcker, als diese i>r. Dieser suchet insonderheit die geflügelte schlangen auss, welche zu gewissen zeiten, wann der Sud-wind hefftig blaset, auß denen Libyschen und Ethyopischcn wüstcueycn in unbeschreiblicher menge gegen Egyvien angeflogen komme», und dieses sonst so herrliche und fruchtbare land unfehlbar wurden unbcwohnsam und wüste machen, wo difer vogel, der durch seinen langen starcken schnabel und Hohe fusse gegen dieses schädliche Ungeziefer absonderlich scheinet gewaffnel und ausgerüstet zu seyn, sich nicht jedesmal, da diese schlangen anzukommen pflegen, mit grossen heerbcn denen auss dem weg entgegen machte, und selbige theils noch im flug, theils, wo sie sich auß Müdigkeit auf die erde niederlassen müssen, zerrisse und auffresse. AU- wo nur zu bedaurenchaß daGvllder allweiseSchöpfer seine wunderbare Vorsehung auch durch dises thier so herrlich beweiset, die alten Egypuer, welche diese gutthat anfangs wohl erkannt, sich bald von dem schopfer gu dem geschöpft gewendet, und eben diesem vogel lpbis mit groslem eyftr die Göttliche ehre bewiesen haben. Man mercker auch noch dillich in Egyvtcn an diejenige art sperbere, welche bey denen älteste» emwohueren dieses lands wegen ihren fcharf- ftn äugen, mit welchen sie beständig in die sonne sehen, so wohl als wegen ihrem schnellen flug, ein sinn-dild dieses herrlichen gestirns, als der vornemsten gotthett der Egypteren, gewesen, und dahero m ihren alten Hicroglyphischcn figurcn so offl vorkommt. Dieser vogel hat ungefehr die grosse eines rabcn, gleichet mit dem kopffeincm geyr, und an den federen dem falcken. Gleichwie aber der Nfl sv wol dem erdrciche,als den thieren gar nützlich ist, also macht dessen trauet die weidsblldcr fruchtbar, und wegen der schleimichtcn Materie , die er mit sich führt, die cinwohner der städte, welche sich des badens noch darzu häuffig bedienen, fett. Doch verursacht er auch gar gefährliche kranckbeitcn, wenn er gar zu lange bey seiner ergief- fung auf dem lande stehen bleibet; da denn wenn, die sud-winde wehen, heßliche dämpfst: aufsteigen, welche pest und andere seuche» erregen. Das daucrn-vvlck hingegen und die Araber, welche sich von rauben aufdcm lande nähren, und das baden nicht bequem haben können, sind desto trockener. «20 wol in den städteiyals auf dem lande ist die viclweibcrcy eingeführt, und suchen sich die stauen ihren männcrn dardurch beliebt zu machen, daß sie sich vielfältig baden, mit gewissen wolriechenden salben bcstrcichenMid solcher speise gemessen, davon sie fett zu werden gcdcncken. «sonst leben diese Icutc mehrcnthcils biß 90 jähr, und wird solches der mäßigkeil im essen und trincken zugeschrieben. Heut zu tage sind sie durchgc- hends Mahomctancr, wicwol sich auch viel Iüdcn, einige Heybcn und Christen darunter befinden. Ordentlich bedient man sich der Arabischen spräche, doch gebrauchen auch die Christen bey ihrem golccsdicnste die Coptische. Vor alten zeiten, da noch die Hevdni- sche rcligion florirtc, betteten sie nicht allein verstorbene menschen, sondern auch rhwre und leblose crcaturen an, und richteten zu crsi ihren götzen-tcmpcl auf, daher man sie für erfindcr des götzen-dien- ftes halt. Sie pflegten auch den besagten götzcn, unter welchen sonderlich Isis, Osiris, Mnevis und Apis, menschen zu ovssern, doch Amasis stellte dieses grausame wcsen ab. Ihre Priester gebrauchten sich sonderlich dcr Hieroglyphischen siguren, und wüsten durch die gestalten der thiere geheime fachen vorzustellen. Sie waren auch der feldmeß-kunst und des läufst der gestirnc vor andern kundig; gleichwie deren erstere zu treiben und in einen guten stände zu dringen sie gleichsam die beschaffenheit ihres landcs nöthigte/ weilen der Nil-fluß in seinen alljährlichen Überschwemmungen die marck-steine entweder umzuwcrffen und wegzuführen, oder nnt schlämm und gründ zu bedecken pflegte; dahero eine genaue und sichere meß-kunst vomiöthcn wäre, nach adlaufftmg der wasseren die vorige feld-marchen wieder zu finden und herzustellen. Zu der sier- ncn-kunst wurden sie zwar durch die beschaffenheit ihres landes mcht so gezwungen, wie zu dem fcld-meffen, jedoch gäbe ihnen dasielbe wenigstens die beste gelegenheit dazu, weilen in Egyptcn die IM allezeit hält, und fast nie mit keinen wolckcn umzogen ist; daher es offt in vielen jähren da nicht regnet. Wegen dieser wiffcnschafft der Egypteren in dem gestirn und bequcmlichkeit den lauffdes Himmels zu beobachten, hat man, nachdem«: die Christliche rcligion eingeführt worden, welches gleich zu ansang der Apostolischen kirche geschehen , in den folgenden «t-cum bem Bischosse zu Alepaudrien die fest-rechnung aufgetragen. Die älteste Egypticr wendeten mmsil- che kosten auf die «eichen, daß sie recht einbalsamirt und prächtig beygesetzt werden möchten; erzeigten auch diese ehre nicht minder ihren geheiligten thieren als den menschen. Dieses thaten sie darum, damit die fiele, wenn sie nach ihren lehr-fatzen nach verlang 7°°° cgy ehe jähren wieder in ihre alte behausimg käme, solche rein und unverweslich antreffen möchte. Was ihre zeit-rechnung betrifft, so war der alten Egyptier jähr anfangs nur einen monat lang, hierauf erweiterten sie es biß auf;, und nach diesem auf4 monate; auf welche art es ihnen leicht zuzugeben, wenn sie dem alterthum ihrer Monarchie so eine groffe menge von jähren beylegen. Endlich nahmen sie ein jähr von 12 monalen, deren jedem sie ;o tage zuschrieben , an, und weil dieses dennoch nicht mit der sonnen lauffeimref- fen wolte, so thaten sie noch ; tage darzu, und machten endlich wegen der übrigen ; stunden und Minuten das vierdte, gleich der Ju- lianischeu rcchnung, zum schalt-jahre. Was ihre monarchie betrifft, so ist nicht zu läugnen, daß selbige eine von den ältesten, doch ist darinnen alles mit so vielen fabeln vermischt, baß sich die Wahrheit gar schwer darunter sehen lasset. Die Egyptier sagen, daß sie so gar von göttern und halb-göttern viel 1000 jähre beherrscht worden, und will eine alte chronick,so biß aufdie 107 te Wmpis» gehet, und sich 1; jähr vor dem zuge Alerandri i> 1 . endiget, deren Syncellus gedencket, behaupten, daß in verschiedenen Dynastien oder Herr- schafften, von welchen Egypten zu verschiedenen zetten gvuverniret worden, jähr verflossen. Von den Königen war Menes der erste, und beherrschte gantz Egypten; nach dessen tobe aber wurde es in 2 dynastien oder Herrschafften getheilet, davon Athotes Theben , und Tvsorthrus oder Aeseulapius Ntemphis zu residenizcn gehabt , deren nachkommen wiederum verschiedene dynastien aufgerichtet , biß sie sich endlich in 12 kleine Königreiche getheilet, welche Dsammitichus mit hülste der Carier und Jonier in der Wacht bey Memphis aufdas Haupt erlegte, und so fort gantz Egypten unter sich brachte, welches um die 28 olymp. geschehen. Auf solche art blieb das Reich bis aufdie reiten des Königs Cambysis in Persicn, weicher Pjammenitnm gefangen bekam, und Egppten unter das joch brachte. Unter den Persern blieb es biß aufdie zelten Alerau- dri N. denn ob sie schon verschiedene mal wider die Perser rebellir- ten, konten sie doch ihre freyheit nicht lange behaupten. Nach Alexanders tode kam Egypten an Ptolemäum I nsZum, dessen nachkommen gleichen nennen angenommen, gleichwie man vormals die Könige Hharaones zugenennet. Von dieser zeit an hatte es 29; jähr unter eigenen Königen gestanden; worauf es, nachdem Cleopatra sich selbst getödtet, zu einer Römischen provintz gemacht worden. Nach verfall der Römisch Occidentalischen Kaysern underwarffen sich die zu Constantinopel diese provintz; allein als diese mit ihren harten geld-erpressungen den Egyptiern gantz unerträglich fielen, ergaben sie sich freywlllig um das »ahr 704 den Arabern unter ihrem Califdem Omar. An. nü; brachte es Svrakon, des Königs von Damasco Feldherr, unter sich, worauf er sich Sultan von Egypten nennete; welche Sultanische regierung biß an. 1517 gedauert. Da der letzte Sultan Tomumbey II, ein opffcr der grau- samkeit des Groß-Sultans Selims wurde, nachdem Egypten unter den tapffernMamelucken zoo jähr seine freyheit behauptet hatte. Anitzo wird es durch einen Türkischen Bassa regieret. Or/eüns. »r«. 8-,rr/c>». O^er. sserollsrr«. D-o- so von dem Vathier übersetzt worden. csn. cbron. pc. lilit. vroiemsorum öec. OriZ. s'«,,/ Voxsgc. ^ Egyra / eine berühmte stadt in der Provintz Achaja, heißt heut zu tage L-colocastro. Ebemius/ (Christophorus) Cantzler bey dem Churfürsten von der Pfaltz / war zu Augspurg aus einer Adelichcn familte an. i^rg aebobren. Als er den gründ seines studtrens unter Sirto Berulejo gelegt / wurde er nach Antwerpen geschickt / von bannen gieng er nach Straßburg, und hierauf in Italien / da er sich nicht allein auf die rechtsgelehrsamkeit / sondern auch auf die Medicin und Philosophie legte. AIs er nach Hause gekommen / wurde er zu Tübingen an. i??2 bestellet/das zu erklären/ von hier aber durch den Churfürsten von der Pfaltz Ottonem Heu- rrcum nach Heidelberg beruffen/ die rechte daselbst zu lehren / und hernach unter seine Räthe aufgenommen. Der Churfürst Fridcri- eus III machte ihn zu seinem Cantzler/ und schickte ihn an. 1564 auf das coiwquwm nach Maulbrunn/ tngleichen an. 1566 auf den Reichs-taq nach Regenspurg. An. 1571 kam er auch mit gedachtem Churfürsten aufdas coiioWum welches mitden Wicder- täuffern zu Franckenthal angestellet war. An-1570 befand er sich auf dem letzten Reichs-tage/ welchen der Kayser Maxrmilianus II zu Regenspurg hielte. Als Fridericus III gestorben / blieb er bey Casimiro / und veranlaßte denselben / daß er an. 1978 die schule zu Neustadt stifftete. Unter dem folgenden Churfürsten Iriderico l^ war er geheimer Rath / wurde aber des Cantzler-amtsüderhoben/ und starb plötzlich zu Heydelberg den i jun. an. 1992/ als sein söhn Eberhard Hochzeit hielte. Er hinterließ a« p>mc,p,-;jurisiibros -7. Vir. Qerm. jo. cbcsccr. Von dieses anderem söhn Sigmund vvn Ehm/ Chur-Pfältzischen Stallmeister / und Ober-Amtmann auffBöckelhcim stammele herIoh Bernhard von Ehm/ der im ;c>. jährigen krieg / anfangs unter König Gustav Adolph sechsten / hernach unter Herzog Bernhard von Sachsen- Weymar/ und letstlich/ als die Weymarische armee in Frantzö- sssche dienste überträte / unter dieser Cron sehr gute und rühmliche dienste Mhan hat. Nach endtgung des jährigen kriegs begäbe er sich nach Basel in die ruhe/ und verstürbe allda im sept. 1656 im/i.jahrseinesalters/ nach demediekiuver/ welcheihme seine erste gemahlin Catharina von Görniz/ genannt Stenßin/ gebohren hatte / alle vor ihmc mit tode abgegangen waren. * Ehenheim / Ober-Ehenheim / Obcrnheim / eine kleine stadt im Nieder-Elsaß/ ; Meilen von Straßburg/ an dem fluß chi 141 Ergers gelegen/ und unter die land-Voigtey Hagenaugehörig. Sie ist ehemals eine Reichsstadt gewesen. An. 1262 wurde sie von den Straßburgern fast gantz abgebrannt/ und an. 26)2 von den Schweden erobert / hat auch sonst in den kriegen viel ausgestanden. UMer-Ehenheim / ist ein ziemlicher flecken samt einem Ade- lichen schlöffe / eine viertel weile unter Ober-Ehenheim gegen Straßburg zu gelegen / welches die von Landsperg von dem Biß- thum Straßburg zu lehn tragen. An. 1622 haben die Mansfeldi» schen allhier übel gehauset. An. 164; nahmen dieFrantzosen bey» de örter in besitz; die Kayserlichen aber eroberten sie an. 1S7; wiederum mit gccord / jedoch neusten sie selbige hernach aufs neue den Frantzosen überlassen. tterLOF LiisM rbron. 1 . z c. Io. Xer/er-ropogr. ^tssr. cie jur. c,v. k. 8l§. Ehingen/ ist eine kleinestadk in Schwaben/nicht weit von der Donau / etwa 9 stund von Ulm / an den gräntzen des Ju« stingischen und Waldpurgischen gebiets / gelegen / und den Ertz- Hertzogen von Oesterreich gehörig. Der ort ist sehr a!tund wird von vör des UtolomLi v-LcuminL gehaltenc Das einkommen der Stiffts-oder con-gjar-kirche daselbst ist der Universität zu Freydurg einverleibet worden. ^-4». Ehingen / eine Adeliche familie in Schwaben / deren stamm- schloß gleiches namens/ bey Rvtenburg an dem Neckar gelegen/ voriängst zerstöret worden. Rudolph hak an. 10^0 unterschiedliche heiligthümer von Pom mitgebracht. Wolfgang wohnte an. 116; dem thurniec zu Zürch bey. Godeboldus war an. 1229 coschmor des Abts zu Nereshcim. Durckhard/ beygmamt der lange/blieb an. i;86in der schlacht bcy Sempach. Conrad ließ sich an. 1408 auf dem thurnier zu Rvtenburg sehen. Rudolph war an. 1424 Wür- tembergischerRath.Gcvrge bekleidete an. 1480 die stelle eines Hauptmanns zu Tübingen. Rudolph trieb an. 1929 die anfrührischen bauren mit zu paaren. Johan Jacob ist um das jähr issoChur» Bäymschen Caminer-Herr und Stallmeister gewesen / und hat unterschiedliche söhne nachgelassen. Die Ehinger / k-srricii zu Ulm/ sind von diesem geschlechte zu unterscheiden. L>-,W,>«.Lucv. stemm. ?.». cvron. Ehingerus / (Elias) wurde an. 157z in einem OettiNgifchen kloster Cbrtstgarten gebohren, und legte den gründ feiner studien zu Augspurg, worauf er an. 199; nach Wittenberg gieng, und 2 fahr hernach wurde. Hierauf begab er sich an. 1597 nach Tübingen, allwo ihn Hafenreffer dem Baron David Enenckel in Nie- der-Oesterreich zum Prediger recommendirte. Nach dessen tode ward er an. 160; zu Käfermarck in Ober-Oesterreich Pfarrer, muste aber , da er kaum dieses amt angetreten, wegen der relrglon das land räumen, da ihn der Rath zu Rothenburg an der Tauber an. lüo; zum S-eLtor der schule ernennte. Nachgehends trug ihm der Rath zu Augspurg die stelle eines ^oK-iMm und o^mnaNgr-ks- auf,welche er bis an. 1629 verwaltete, nachdem er vorhero 2 voc-, tioi-es > die eine zur Superintendur Wolffstein und Sultzburg, und die andere zum rcSorar des gvmnsli, zu Ulm ausgeschlagen. Doch an. 1629 muste er abermal das elend bauen, worauf ihm das rcüo- rsc der Schul-pforte anvertrauet wurde. Zwar kam er an. i6;s wieder nach Augspurg; allein er konte wegen der krieges-nnruhen keinen beständigen sitz daselbst finden, weswegen er an. 16; 9 die vocsrioii zuM reÄorsr des gv mngln poecici zu Regenspurg annahm, und demselben bis an seinen tod,welcher an. is z; erfolgte,vorstund. Seine Lateinische schrifften sind: npoüoiorum csnoncs üc tllnÄo- rum Lonciliorum ciccrets Lr«xe Sc k.st.; cjuXlliones riico!. öe pkilok. LLlllrii Lra-ce >Sc l.sc.; loci clleol. sreop-Airicc cllssoiiri; omtioner ; lle llimulo virlumm; csrsIoZc» kitzliorticc« LuzullsnL; cic vc pollrics: L.i lltzer ti«rericiz kc lerv-ncts, lliNerrsric, e rtieoloZo- rum öc poliricorum ldripriZ concinnLtg; klletes lle 8. tciipcura conrr, Lellarminum; cie ßermsnL öc llncers z-sce vorum; lle llonore L prXmiir prokellorum in scsllsmiis Lc prsceprorum in tckolis lliller. rsrin ; orsciones mikcellsneX; lle -rrtien^o -ruZuNano cllllertLrio; lls pr«llc cgl- LLcorerorculLris - pLtmus i;, ex LugukrnL tzjtzliorllecL erllrus; -M„ kuor llominis noviltimg z lle f sluiuc» L.vsgnllro llillerrLkin ; 8. Lllry- lostoini orscin in penrccoken <8^. urrum lcriprurs sutbcnrics in btebr«is 6r«cis»Le/r«^ in tcmplo Kon. p. Z64 leg. k>eke7. rkesrr. p. i;4i- Ehrender«/ ein berühmter paß und schloß in Tyrol gegen Schwaben t», welcher an. 1546 in dem Schmalkaldischen krwge von der bunds-genossen Hauptmann Sebastian Scherte!,an. 15; 2 von dem Churfürst Moritzen zu Sachsen, und an. 170; von den Bayerischen trouppen, kürtz darauf aber von den Miirten erobert worden. Hertzog Bernhardvon Sachsen-Weimar hatte an. i6;r gleichfalls einen anschlag darauf, muste aber wegen des tapffern Widerstandes davor abziehen. Es wird dieses schloß insgemem die Ehrenburgcr-clause geuennet. ^M^o^/sccut-ce geogtL^K. «t« l'xrol. elirco-liräncriem?. r. 2er/c^. ropogr. Ehrender« / Ernderg / ein Adeliches geschlecht am Rheine, von welchem Johann,Dom-8cl>c>>2ttcr zu Sveyer,an. 115 7 die kir- che zu 8. Pctri allda gcstifftet. Sigismundi, der um das jähr 1209 gelebt, urenckel, Gerhardus, wurde an. izz? Bischoffzu Speyer. Dessen brüder haben ihr geschlecht fortgcpflantzt, von welchem her- gestammt i)Iohann, der an. i?44 als Dom-Dechant zu Manntz und Probst zu Spcner gestorben. 2) Wolf Albrecht, Marggrafli- cher Baadischer Rath und Amtmann zu Rastadt, wie auch Ober- Amtmann zu Miltendurg, der an. 1604 verstorben, und einen fohn, Ernst Dietrichen, nach steh gelassen, z) Philipp Adolph, der an. 16; 1 als Bischofs zu Würtzburg mit tode abgegangen. Rkcio. ^cikl. rsb. 104. Ehrcndreitftein / oder Hermanstein / lM. Lrentzerci 5 -xum, ein uraltes und sehr vestes schloß in dem Ertz-Stisste Trier, Cob- lentz gegen über, disscit des Rheins gelegen. Der eigentliche Ursprung ist ungewiß,doch muthmasset man, daß es von den Römern angeleget worden. Als es wegen alter etwas schaden litte, rcparirte selbiges an. nöö der Ertz-BischoffHillinus, zierte es mit einem starken thurn und schönen gebciuden,ließ auch mit grossen Unkosten eine cistcrne in den seifen hauen. An. 1481 ließ der Ertz-Bischoff Johannes II einen brunnen durch den fclstn 280 schuhe lief graben, mit welcher arbeit man über 2 jähr zugebracht hat. An. i6;2 übergab es der Ertz-Bischoff Philippus Christophorus den Fran- tzoscn, es wurde ihnen aber an. 16)7, nachdem sie grosse hungcrs- noth ausgestanden, wieder abgenommen, und dem Chur-Fürstcn von Cölln anvertrauet, daß er selbiges dem rechtmäßigen Herrn restiluiren l-lte. Folgends ist diese vestung von den Kayserlichen besetzt, an. 1650 aber dem Churfürsten wiederum eingeräumt worden. An. 1642 kam in einen tliurn, darinnen 5° ccntncr Pulver lagen, ungefehr fcucr, wodurch der obere theil des thurns in die lufft jprang,und die gebäude herum sehr beschädigt wurden. Der Churfürst Carolus Casparus - Petra hat die vestung durch sprengung der fclsen und neu-angelegten wcrcke vortrcflich verwahret. An. r688 begehrte der König in Franckrcich diese vestung mit besatzung zu belegen, und da man ihm dieses abschlug ^belagerte er Coblentz, wiewol vergeblich. Rxebkx. comnicnr. m -rul'onii ^iokcllLlii p. roü. öc snnrl. Iicv. t.r. I. 14.19,14, r;. Ehrenfelß / i) ein schloß im Ringau gegen Bingen über; 2) eine Reichs-Herrschafft in derOber-Pfaltz bey Rcgenspurg, dem Hause Pfaltz-Neuburg gehörig, welches daher diese Hcrrichaffl auf Bayerischen Crayß-und Reichs - tagen erimirct. Ebedcsscn hakte es seine eigene Dcrren, welches eine linic derer von Stauffcn war, weswegen auch die Hcrrschafft in uhrkunden gar öffrcrs Stauff- Ehrenfelß gcnennet wird. Der letzte dieses geschlechts, Bernhard,hat selbige an. izs-? an Pfaltz-Neuburgverkaufft- Man muß dasselbige nicht mit Thonau-Stauff verwechseln, welches an der Donau obnfcrn Rcgenspurg liegt, und ehedcssen vielleicht auch denen von Stauffmag gehört haben, nun aber dem Churfürsten von Bauern zusteht. Über Rcgenspurg an dem fluß Regen liegt auch ein Regenstauff, welches dem Pfaly-grafen zugestanden, ehe sie dieses Ehrenfelß gckaufft. k^-r. n-mwtz. ?. k. ;°7. kr.xrcni. ?.r, r. 69. Ehrenfried / odcr Ezo/ Psaltzgraf am Rhein, war ein söhn Pfaltzgraf Hermanni, und ein cnckcl Hcrtzogs Adolphi m-ii von Bayern. Von seinem vater erbte er die Pfaltzgräfiiche lande und würde, vertrat auch an. 98; zu Quedlinburg bey dem Kayser Ot- tone III das Ertz-Schcncken-amt. Dieser Kayser hatte ihm bey seinem absterben die Kayserliche cronc zugedacht; als aber Henri- cus II selbige davon trug, gericth er mit dicsein in einen harten streit, welcher endlich beygelegt wurde, da ihm Hcnricus die insul s. Suiberti, Kayserswcrth,Duysburg und Saatfeld in Thüringen abtrat. Seinen sitz bat er aufdcm schloß Thonaburg, jetzoThan- berg,indem Jnlichischen, worauf er gebohren worden, gehabt, und mit Mathilde,' KansersOttonislllsthwester, ; söhne gczcugcl: i) Hermann, ward Ertz-Bischoff zu Colln. 2) Otto bekam die Pfaltz. z) Ludolph, zeugte 2 söhne, Henricum und Cunonem, von welchen dieser das Hertzogthum Bayern an sich brachte ; jener aber mit einer Gmfschafft, welche Ehrenfried dcmLudolpho noch bey lcbzcitcn zugetheilet hatte, zufrieden seyn muste. 2». ö, I'cripr. Rcr. krunlv. r«- Vlcrs. 14. ?. p. »rz. 26 Virr. ^>. 94. Ehrenfricdersdorff/ oder Ebersdorff/ ein bcrg-siädtlein in dem Ertz-gcbürgischen crcyst und amte Wolckcnstein,; viertel incl- lenvon Änuaberg gelegen, und dem Churfürsten von Sachsen gehörig. Es ist um das jähr von dem Mer-bergwcrck entstanden , soll auch das älteste und nach dem Altenbergischen, das berühmteste zinn-bergwerck gehabt haben- proUr.kNln. Ehrenreuter von Hoffreir/ eine Adeiiche familie, welche sich an. 14z 2 mit Georgio aus Bayern in Oesterreich gewendet. Dessen söhn Gregorius war an. 141; Kayserlicher Hauptmann und ein varer Joachims, dessen nachkommen annoch sioriren. kr 8 L. genest. Ehrenschild/ (Conrad Bicrmann von) Herr von Teichhof, Ritter von Dannebrog, Königlicher Dänischer Gehcimder, wie auch Staats-Justitz-und Cantzley-Rath , Land-Drost der Graf- schafft Pinneberg rc. ein berühmter Vtaats-Minister in dem 17 seculo. Seine eitern waren Martinus Biermann, vakor zu Elme- dingen, nachmals aber zu Badeir-Weiler in der Marggrafschafft Baden-Dnrlach, und Barbara Stecker, aus einem guten Bürgerlichen geschlecht in Basel entsprossen; welcher statt auch sein vater gebohren »u seyn scheinet, weilen nicht nur das geschlecht der Biermannen schon vor dieser zeit zu Basel gestanden, sondern auch da- mahlen mehrere Baßlcr in dein Marggraf- Badischen Predig- dienste angenommen haben. Von diesen ward er im aug. an. isr? gebohren. Im n fahr seines alters ward er auf die schule zu Mömpelgard geschickt, allwo er nebst der Lateinischen spräche vor- nemlich die Frantzöstsche trieb. Sieben jähr hernach gieng cr auf die Universität zu Straßburg,allwo cr mit sonderbarem succeß seine NucllL; jähr fortsetzte. Von dar gedachte er nach Giessen zu gehen,als er sich aber unterweges in Franckfurt am Mayn etwas aufhielt, ließ er sich daselbst durch die Herren Heinsberg und Leiser bewegen , die stelle eines Zec-cr-ri, bey dem Baron von Avaugour anzunehmen, welcher von dem Könige in Franckrcich abgeschickt war, die strcitigkcitcil, so sich zwischen Schweden und Dohlen entsponnen hatten, beyzulegen. Mit demselben rechte er an. 16^4 in Schweden, und das folgende lahr in Pommern, endlich aber in Pohlcu, indem der gedachte Gesandte von seinem König ausdrückliche o-cl-c hatte, dem Köncg von Schweden in allen seinen exxcUi'. klonen überall nachzufolgen. Auf solche art sahe er die berühmte schlackst bey Warschau an. 1656, ingleichcn das folgende jähr die conjimction der Schwedischen trouppen mir den Sicbenbürgi- schcn, die der Fürst Ragoczy dem Könige von Schweden zu hüllst geschickt hatte, bey welcher geleg enheit er mitten durch die Tart,irische armcc, auch hin und wieder durch solche örter, die mit der pest angesteckt waren, zu reisen gehabt, und bald nacki Lublin, bald nach Dantzig dem Könige von Pohlen nachziehen müssen, als be» welchem'sich nunmehro der König von Franckrcich ausdrücklich zum Unterhändler des friedens hatte antragen lassen. An dieses leetern Hof war er an.-6;6 mit sehr wichtigen öi,x>cc!ien von dem Hmn von Avangour abgefertigt worden, hatte auch die antwort darauf aus Franckrcich nach Elbingcn glücklich zurück gebracht. Als er aber aufs neue nach Dantzig zu gehen im begriff war, fiel cr zu Marienburg in eine tödtliche kranckhcit , von welcher er sich noch nicht recht wieder erholet hatte, als er erstlich zurück nach Elbin- gen,und von dar nach Lübeck zu reisen bekam. An diesem letztem orte starb der gedachte Baron von Avaugour, der ihn jederzeit sehr wehrt gehalten halte, worauf er sich vornahm, entweder nach Franckfurt zu der bevorstehenden wähl eines Römischen Kanstrs, oder auch in sein Vaterland zurück zu geben, und daselbst die von dem Marggrafcn von Durlach öfflcrs angebotenen dieuste anzunehmen. Allein es fügte sich, daß^oos. 6- ninn, Johamiüer- Nittcr, und Königlich - Frankösischer Rath, welcher dem von Avaugour in der l-garion an den König von Schweden succcdirte, seine sonderbare Verdienste erkennte, und ihn zu seinem ucAz^»!. 8-crck2ri» inständig verlangte, es auch dahin brachte, daß er, mit bcwilligung des Königs von Franckrcich und mit einer jährlichen besoldmig von demselben, solche bedicnimg würcklich antrat. Also gieng cr mit tz- l'erio» an. 16;8 nach Covpenhagcn, ebcu zu der zeit, als zwischen den bcuden Nordischen Croncn an einem vergleich gearbeitet wurde, und noch in eben demselben labrc ward er nach Paris geschickt, das solenne friedcns-instrumcnt dem Könige von Franckrcich zu überbringen. Bey dieser gelcgcnheit ließ cr so viel verstand und geschicklichkelt sehen, daß ihn viel von den Grüften des Frantzöfischen Hofes, und der Cardinal Mazarini stlbst, hochschätzten, auch zu ciissiomren suchten, daß cr in ihres Königs dicnstcn bliebe, und in crwartung werterer befördcrunq mit dem titul eines l.-gLrion5.8-crcl2r,i an den Schwedischen Hof zurück icngc. Allein cr beschloß, an stattdcsscn sich nach Coppcnbagen zu cgcoen, theils weil er auf cinrathen des dastlbsr besmdlichc» Rcichs-Hofmcistcrs, Joachimi von Gcrsdorff, in Königliche Dänische dienstc zu treten tust hatte, theils auch, weil >wn<. gci'crioii aus Stockholm ihn inständig gebeten halte, daß cr in Covpenhagen bis auf seine selbsteigene dahmkunfft, seine angelegenheiten in acht nehmen möchte. Nichtsdestoweniger wolte er die Frantzösischcu dienstc nicht anders als mit des allerchrisilichsten Königs bewilli- qunq verlassen, und nachdem ihm ö-ic-io» derselben versichert, ward er den 1 jan. an. 1661 als Staats-Secr-r-rivs zu den ausländischen -K-ires bey dem Könige von Däncmarck, Fridcrico III, in Pflicht genommen. An. 1662 begleitete cr als Königlicher Lezscioiis-tzecrersriur den Reichs-Schatzmeister, Hannibal Sehe- sied, welcher als Gesandter seines Königs nach Fränckreicb gieng. Von demselben ward er an. 166; im merk wieder nach CopM Hagen, und von bannen im april zurück nach Paris geschickt,, von welchem letztem orte er im nächstfolgenden aug. seinem Könige das original der damals aufgerichteten tractatcn überbrachte. Hieraufward ihm die correspondentz mit den auswärtigen nebst vielen andern wichtigen geschafften, in der qualität eines Staats-2ccrc»rii > aufgetragen. In den lahren 166; und löSS W». 7 -, Z -L tzL O» Msj, KHtz Hliß W»v «M «Ä >i»Ä ich». H«Ä LiD -ta»« di»M »ich! 6«ü »xv-a ^D-tz ch«i «>W AW OW 7 «^» W WM b»» P„D «lli^ >i^ kÄ E LkZ 8 Z E -Äff Ä ehr ehu eib eie ward er zugleich Cantzeley-Rath , auch Beysitzer in dem Staats- Rath und in dem höchsten geeichte. Nachdem an. 1670 der König Fridericus III mit tode abgegangen, blieb er nicht nur unter dessen Nachfolger Christians V» in seinen vorigen ehren-stellen, sondern erhielt auch noch mehr und höhere; Denn an. 1677 ward er Staats-und Justitz-Ratd. An. 1679 adjungirle man ihn dem Grafen Antonio von Altenburg und dem Baron Jano Juel, welche als.Königliche inenipokümisrn zu völliger bevestigung des mit Schweden geschlossenen friedens nach Lunden in Schonen abgeschickt waren. An. : 68 o den 4 mertz ward er unter die würckliche geheime Räthe aufgenommen, und an. 1681 den 29 oet. erhub der König ihn lind seine nachkommen in den stand des Dänischen Reichs-Adels mit beylegung des namens von Ehrenschild. Nach- gehends ward er auch Landdrost der Grafschafft Piirneberg, und hierauf schickte ihn der König in wichtigen angelegenhetten an die Frästen des Hauses Lnnebnrg, ingieichen an den Churfürsten von Brandenburg, zu welchem letztem er zu zwey unterschiedenen malen gehen muste. An. 1684 den 5 maji empfienger nebst einigen andern auf dem schloß zu Rofenburg den Königl. Ritter-orden von Dannebrog. An. 1637 ward er aus den eongreß zu Alrena gesendet, in welcher Verrichtung er fast 2 gantze jähre in Hamburg zubrachte. Nach deren endigung, als er kaum etliche monat wieder in Cvppmyagen gewesen, -schickte ihn der König an den Hertzog von Holstein-Gottorf, um denselben zu abdanckung der fremden troupven/so er aufdie deine gebracht, zu disponrren. An. 1690 kam er zurück an den Königlichen Hof, meng aber bald daraufwieder nach Hamburg, allwo er biß an sein enoe geblieben, doch so, daß er allezeit in den angelcgenheiten feines Königs gebraucht worden, sonderlich aber zu beylegung der entstandenen streitigkeicen mit dem Hause Lünedurg wegen der neu-angelegcen vestung zu Ratzeburg, angleichen bey denen zu Pinneberg an. 1696 angefangenen neuen tractatm mit dem Hertzoge zu Hoistein-Gottorff; in welchen Verrichtungen, gleichwie auch in allen vorhergehenden - er sich nicht weniger durch seine treue und redlichkett, als durch feine sonderbare klugheit,mo-!e-Lti,>o. und unverdrossene sorgsalt,einen gros- - ftn ruhm erworben- Er starb den 24 apr. an. 1698 zu Hamburg; sein cörper aber ward nach Coppenhagen gebracht, und den 14 iul. desselben jahrs in der Peters-kirche daselbst in seinem begräbniß loicnmt« beygesetzet. Von an. 16S1 bis an. 1669 ist er vermählt gewesen mit Anna Knopfin, einer tvchter Daniel Knopfs, zuerst LLNLkLl-Oireüoris und Inst>-Äoris über die Königliche zolle in Norwegen, und nachgehends Amtmanns zu Stavanger in Norwegen. Von derselben hat er hinterlassen 1) Martinum Conradum von Ehrenschild, Herrn von Enggaard , Königl. Dänischen Lrtaats- und Justitz-Rath, auch Landbrosten von Pinneberg; 2) Elisabe- tham, eine gemahlin Thomä Balthasars von Jeffen, Herrn auf Nienhof/Clirdüll und Binnenan,Ritters von Dannebrog,wie auch Königlich. Dänischen geheimden Raths und einige jähre gewesenen! Königlich. LmbaNaaeuks bey dem Könige und der Republic Polen, wie auch bey dem Könige von Schweden. ;) Annam Ma- riam,so anJohanncmBöfeke vonForsiev-GaardKöniglich-Däni- schen Staats-Cammcr-und Commercien-Rath, wie auch Amtmann der insril Bornholm veryeyrathet worden. Le- LL«/. llc rcb. gell. L Laro!. (lull. sc s kriN. Viiv. 7 ttc»ror>. eZ'r. ' Ehrenstein / ein altes schloß, nebst einer aus 6 dörffcrn bestehenden Herrschafft in Thüringen ,,umveit Kranichfeld, gelegen. Es ist ein Kaystrlich lehn, dem Fürsten zu Rudelstadt zuständig. Graf Ludwig zu Gleichen soll es an. 1241 seiner Saracenischen gemahlin zum leibgedinge vermacht haben. o/E. ssm. r-r. inur. tom. I 9, rry. 67SF07. icrMor. Tyliüring- j,. 198, Ehresburg / siehe rLresburg. Ehrholtzbach/ em Bayerischer marckflecken iin Bißthum Re- genfpurg,und dem Pfleg-gericht Trißbach,; meilen von Landshut, zwischen Rotenburg und Dingelfingen gelegen.c^«----^^» p.294. - Ehrnau/ siehe Emau. Ehud / war einer von den Israelitischen Richtern, Gerä söhn, welcher lincks war, den König der Moabiter Eglon tödtete, als er ihm ein geschenckebrachte, und dadurch die Jsraeliten/c. 7^. r; 8 z, >7. c. 1401 wieder in die vorige freyhert setzte. Er hat 18 jähr regieret. /«-src. c. z. /ost-L. Eibanschitz/ siehe Ewantjitz. Erbenftock / eine kleine berg-stadt in dem Meißnischen ertz- gebürge, 1 meile von Schneeberg, welche-viel zinn-bergwercke und einen eigenen Bergmeister hat, sonst aber in das amt Schwartzen- bcrg gehöret. prvcir. rvl-in. ssldUM. gewisse ketzer,welche im 7 seculo entstunden,und ein Münchs-leben erwählten j jedoch in gesellschafft der frauens-perso- nenweil sie glaubten, man könte Gott ohnmöglich ohne tantzen und singen dienen, worinuen sie Most und Mirjam nachahmen wol- ten,welche dergleichen gethan,als die kinder Israel durch das rothe Meer gegangen, I. Ne b«rell Verb. Liccc. Iso. 6«o/-e>'.ckron. Sclllcul. 7. Eiche/ (Ritter-orden von der) soll an.722 von Garsia Timene, König in Navarra, vor alle Edle seines Reichs Misstet worden seyn, nachdem er kurt; vor einem glücklichen mit den Mohren gehaltenen gefechte, Las zeichen des heiligen creutzes auf einer eiche gesehen/ Der ordens-habit war weiß, das ordens-zcichett aber ein rothes creutz aufdem gipffel einer grünen eiche, wobey diese Worte stunden l käon rimcko miNi^ ms circiimN-iUtium. (sndeyen ist nicht zu läugnen, daß man von diesem allem keine gar sichere Urkunden und beweißkhume habe, daher auch viele,die von Ritter-orden geschrieben,diesen orden auslasten. * eie eid 14z Eichhsktz/ ein schloß in Schlesien,in dem Fürstettthüm Lignitz, davon ein Adelich geschlecht den namen führet. (.«cL Lclli. cNron' Etchsfeld / lat. Lickrkeiöia, ein kleines land, so zwischen Hessen, Thüringen und Braunschweig liegt, und dem Churfürsten von Mayntz gehöret. Serrarius hält dafür, daß es entweder Elchs- feldia von den alten eich-wäldern , oder Eisfeldia von der kälte genennet werde. s. Bonifacius, als er auf das Eichsfeld gekommen , soll daselbst auf dem Hohen Stuffenberge das götzen-bild Stuffa herunter geworffen, und zu oberst auf dem berge ein bät- häußlein erbauet haben, woraus solgends Carolus iVl. Line grosse ckirche zu machen befohlen. Der Ertz-Bifthbffvon Mayntz hat,wie einige wollen, dieses Eichsfeld von dem Grafen von GleichensteiN erkaufft; andere aber geben für, daß Hertzog Otto zu Braun- schweig solches an. i;6ü Churfürst Gerlachen verkauftet, darwider aber allezeit von dem Hause Braunschweig, auch noch, da im 17 seculo Ernestus Allgustus die regierung aiigetretten,vrotestiet worden. DerErtz-Bischoffzu Mayntz, Daniel Brendel, so an.i;8r gestorben, hat in diesem lande die Catholische religivn wiederum eingeführet. Es ist sonst ein fruchtbares getraide-land, und liegen darinnen diestädte Duderstadt, Heiligenstadt,Worbis, Dmgclstet, Rumspring, und die Abtey Gerade, ZvwßuiitiLcL. topogr. r/logutit. ^ Eichstadius / (Laurentius) von Stettin in Pommern,ein rcke. llitus lind I-lLkkömsricus, hat Ljibsmeriass, p-cllliim LÜkoloZicsm öcc» geschrieben. Eick/ Hubert van) ein berühmter Mahler, war zu Maftick M dem Stiffte Lüttich an. izss gebohrcn, und starb an. 1426. ) Matzken, Chur- Brandenburgischen Land-Rath, (K) Dincentinum und (c) Valen- tmum, beyde Pomyierische land-Räthe. Valentin, ein söhn Hansen des ältern, Pommerischer CaNtzler, und Hauptmann zu Wol- gast/hat res ?omerLnic-r heraus gegeben,und an. 1;?^ dem Reichstage zu Augspurg bcygewohnet. Seine beyde söhne, Johann Friedrich und Caspar,sind Land-Räthe m Pommern worden. An. 1646 war d7. mit den Pommerischen Land-ständen bey den ftiedens- tractatett zu Munster, und an. 1711 war Alexander Königlich- Preußischer Cammer-Herr. Nach ansang des 18 stculi that sich ein Königlich-Pohlnischer und Cbur-Sächsisther General-Maior von Eichstädt durch seine tavfferkeit hervor / vermählte sich mit des Commendanten der vestung Sonnenstein, Herrn von Knocken, tochter, und kaMe das Ritter-gut M-Döbern in der Lausitz an sich- Es hat sich dieses geschlecht auch in vorigen zelten in Dane- marck ausgebreitet, von welchen einer, als Dänischer geheimdek Rath, und Amtmann zu Friedrichsburg, an. 1718 Plötzlich starb. Lckrc/L/. ?omir>. ckr. Eideler-schüntze/ siehe Dyler-schantze. Eider/lat. Liae.n oder rpiäo^,ein siaß,so seit CaköliN. zelten die gräntze zwisthen Holnein und Schleßwich , oder Teutschland und Dänemarck gemachet, entspring« nahe bey Segeberg, gehet bey 544 erd eil bey RenSburg, Friedrichsstadt, allwo er die Treen einnimint, und Tömungen vorbey, und crgicffct sich ins mccr, nachdem er in Violen krummen 24 mcilen weit aelauffcn. Lc^ietvv. imcj c. ^ c. z .8z. Eiderstede / oder Evderstädt / lat. pr-scAurr LpiciorcnKs, ist emegeqend indeniHertzogthllmSchteßwich, welche bey nahe >4 Leinsche mcilen in ihrem nmkreyß hat / und südwärts durch den Eiderstrom , West und nordwärts aber durch das Teutsche meer zu einer halb - insul gemacht wird. Landwärts gräntzel sie an die Schleßwigischc ämter Husum und Schwabstädt/inglcichen an das gebiet von'Stapclholm. Sie wird in das Utholmischc, Everscho- pischc, und eigentlich so genannte Eiderstädtische gebiet cinstetheilt, und ist mchrentheils durch die in dasigcn gegendcn gewöhnliche eindcichungen, dadurch aus wasser land gemacht wird, nach und nach entstanden; wie dann noch heute zu tag immer mehr land eingedeichet wird. Der Hoden ist daselbst sehr fruchtbar, das land überaus volckreich, indem säst ein haust an dem andern stehet, daß es wie ein einiges dorff ausstehet. Doch hat es an holtz grossen Mangel, und vor Überschwemmungen des mecres grosse gemhr,deswegen kostbare dämme müssen erhalten werben. Es wird von einem Fürstlichen ivtallcr d. i. Statthalter regieret. Der vornehmste ort darinnen ist die Holstein-Gottorfische vestung Tvnningcn. Dano/i-i-exl/-ScMclr v. I-. r c. iz ^>. 147, Eiffel/ lat. Liüsiiü, ist ein strich landcs zwischen dein Tricri- sthen, Cölnischcn und Iülichischen gebiete, ivorein die Grafschaff- tcn Arcnderg, Manderschcid,Reifferscheid, Sleida und Nirncburg gesetzt zu werden pflegen. Die an dem fluß Erst gelegene stadt Münster-Eiffel hat davon ihren namcn. Elgues odcr Avaues/ lat. /el^ru; und e^srur. ein ßuß in vLuptzine, welcher in den gcbürgen dieser.Provintz gegen entspringet, bevNionslinds. Tronguct vorbey gehet, und steh auf der feite von Orange in die Rhone ergiesset. tium. OaU. < 7 /-o^rcx Kitt. c!c llgupliin. I. . Eilenbery/ Eulenbrrg / war ehemals ein vestes berg-schloß und paß, nebsseiner kleinen stadt in Mähren, nabe an den Schtefi- schcn gräntzen, z mcilen von Olmutz, gelegen. An. 164; eroberte es der General Torstcnsohn, und fand darinnen, nebst vielem Proviant und -mimuniiion, eine Million gelds. ?,»«/. Scv w. ^>. clli-o». S8z, ullß. Iiilk.749. Ellenburg/eine stadt nebst einem schloß und amt in Meiffen an der Mulda / in dem Leipziger rrcyß / dem Churfürsten von Sachsen gehörig. Wenn sie erbauet worden / tau man eigentlich nichtsagcn / doch ist sie sehr alt. Der name Ellenburg magselmn Ursprung von dein alten volek der Lmger oderFlinqer haben / womit das Sklavische oder Wendische volck der oder rum cine verwandschassi zn haben scheinet / welches auch die nahe bey Eilcnburg liegende örter Eilenfeld/Mölschlcina / Wöllcna und Hohenlelnamcht wenig bekrassiigen. Es mag aber der on erst hernach von den Teutschen zu einer bürg gemachtscyn / wie pe denn tine burg-warle allhie wieder die Wenden hallen / ohne zweiget/ weil jensclt der Mulda die Wendische haupr-iestung Griura war. einem-l'plonEKaysers Ottonis > an.yü-wltd schon Eilcn- kurgsalr einer stadt gedacht / die im gelegensen. Gleichfalls erwehrmauch Dllmar um der Kayscr . zelten ihrer/ als einer stadt / deren Gras Friedrich gchciffcn / welcher aus der Budsetzlschen familie gewesen / und diese stadi seinem Leiter GrafDietrichcnvon Wcltln vcrmachel/sichauch solche von dem Klarster Hcnnco n als ein lehn constrmicren lassen. Diesem Dict- lrico succedlertc sein söhn ErafDcdo/und erhielte über dasgecrb- teZörblgund Eilenburg/ die Marggrafschafft von Sachsen/jo vorhero einer / Hodo genannt/ gehab halle. Nach ihm bekam sein söhn Heinrich Ellenburg/iind schrieb sich Marggras zu Ellenburg/ und als sein söhn Heinrich der jüngere Marggras zu Meis- scn und Ellenburg / an. 1,27 ohne erben starb / kam nicht allein Ellenburg/sondern auch die Marggrasschaffl Meisten anscmes aroßvalters brnderssohn Coirradum / der zugleich die Marggras- schafft Osterland von dem Kayscr Lolhariv erhielte/ und an. > 14; von dem Kayscr Conrado die Provintz üöochlitz überkam. Ehe er au. 11^starb/theilte er kur» vorher» diclaiidcuntcrsciucsohne aus / so / daß der älteste Otto die Marqgrafschasst Mclst'cn z Dietrich die Marggrafschaffl Ostcrland mit Ellenburg; Dedo die Grasschassten Rochlitz und Groilsch ; Hemilch die Grafschaffl Wcltm / und Friedrich die Grafschaffl B reue bekam. Darauf wurde er selbst cmMunch aufdcm pctcrsdcrqe bey Halla/wclches klo- stcr er mit seinem altern brudcr Dedo gcsiifftct harte. Nachdem MarqgrafDictrich das schloß Landsbcrq erbauet hakte / und an. l i«4unbeerbt gestorben war / gediehe die Grafschafft Eilcnburg an sclnen altern brudcr Marggras Ölten den reichen/der sie auch ausscnie nachkommen gebracht. Doch man findet nach dem kriege/ der von den Marggrasen von Meisten Dlchmaiinuild Friedrich mit demgeblstcncii backen / wieder die Kayscr Adolphen und Al- brcchken wegen Thüringen gcfuhrct worden / daß besondere Herren über Eilcnburg gewesen / welche die stadt und das schloß von der Cron Böhmen als Neichs-affterlchn / die Hcrrschafft aber von den Marggrasen von Meisten zu lehrn erkannt haben / wiedenn m den Mp>c>m-kw»5um das jähr i;ic> eines Ottonis/der altere beygenaniir zumdasjahr i;44 auch eines Ottonis; desgleichen um das fahr izz» des Herrn Bothen von Flcnburg / und um das jähr m?« auch mies Ulrici / Grafen von Ilenburg gedacht wird.Demnach aber jvlchcs gcschlccht nul Ottvnc / Weiid bey- gcnahmcr/um das fahr > ;o/ abgestorben / ist daraufstadlund schloß wieder an Böhmen hclmgefalten / da es denn Köniss Wen- eil erur tzki/ /enärewvon Dnba/ Herrn von Dirck /semeM gewesmenh^ bedienten/hinwieder zu lehrn gereichet/der auch an. schloß Eilcnburg gekommen/aber solwes nicht lange besessen. Dem Bischof! Heinrich von Merssburg/ den er mit rauben und plündern beleidigte/und andcye>r statt er mochte gedenckmBischofs;«Werden / überfiel ihn in Eilenburg an. 1,3/, / verbrannte stadt mm schloß/und jagte den von Duba hinweg. DervonDiidaverkmiff- kc es folgeuds an. iz^o oder an. n--2 an Volckhardten / Hmn vonCvlvitz / welcher ohnedem schon grosse forderungen dämmn stehen hatte. Volckhards söhne / Wcistzel / Albrecht/Lhjemvimd Georg haben es erstlich an. ny4 wieoer-kanfltch an Wilhelmen und Baltyajarii gcbriidcr / Landgrafen in Thüringen / und Marggrasen zü Meisten/ auf 8 fahr überlassen; hernach aber ist es gänklich an Marggras Wilhelmen nebst derHerrschafft CvIdis verkauffl worden. Von welcher zeit an dieses alles bey den Mary- Wsenvon Merssen und ihren nachkommen / den Hcrtzog'mvvn wachsen / geblieben ist. Es forderte zwar an. 1^49 Ferdinandus .Vcvnrg von Bohmen Eilenburg:c. als ein durch abfctzunq Chw furstIokaun Friedrichs / heungefallenes Böhmisches lehn /auch wegen seiner aufgewandten Unkosten von Churfürst Mauritio; wurde aber durch abtrecung desHertzoglhums Sagan :c. in Schlesien zur ruhe gcsiellet. Übrigens ist die stadt auf; »teilen müder MnIdaUMfi0ste!I.S-^--»-LiI>u>k. cllm». Ucllurzo. ^rE/.'c^euilcii./ui-niirt.i;«-»^. 74 , ?ocr«-8LX0n.a.Ln.8->;. tkczrr. -LX. ?. z P.67. Xtciln. clir. p. p. zo. cliron. I. 6 öc 7. ckroo. Nomi8§crcns ?.NNL>. riitllcl. aä LN. I0Z4. Eilendurg/ vorzeiten Iwurg / oder Ilenburg/ein Frey- herrliches gescylecht in Preussen / welches seinen iiaincn von der stadt iiiidHerrichafftEllekiburg in Melsftndckominen.VviideM cigelitlichelniirspriiligefiiidetinangantz unterschiedene incyii»nc>c»/ doch ist es am wahrscheinlichsten/daß es von OttonevonRoimov/ der umdas jähr i-8ygclebet / und damalsicykgcdachtcstadkM Komg Weirtzcln in Böhmen zu lehn bckoinmen / entsprossrnse». Eshatflch dlescfamilic nachgehend? in Lachsenweitcrausgebm- let/wiedennlimdas,ahr izzi Bodo/HerrvonEilcnburg/die stadt Lldenwerde/lind ein andrer dieses namens an. 146z dieHm- schastlLoiiiicwalde in bentz gehabt. Die Hcrrschafft Eilenburg a- beriü an. iz/o an einen von Bercka aus Böhmen gelaiiget.Ä anfange des iz seculi ,hadeil sich einige in Preussen gewendel/da f>e denn bis ictzo die guter Gallingen / Tollsdorff/ Prassen/ Her- mannsdorff/ Orlowc u. a. m. besitzen. Ncmmrwzr. pwsm. Nili. i-tu vvrr. LNcntz. cwon. ?rcukk. llist Ikr^rs-xcoAi-. Eirnbeck/ oder Einbeck / die Haupt-stadt des Fl'iiffenthmiss Grlibcnhagen/2 meilcii von der stadi Gandersheim / undsMl vonNorkheim/zwischen dem hohen und dürren kaltengebürge/ die Huffc genannt / und dem strohme der Ilme gelegen. Li! soll ihren »amen von den unlelstchledenen wassern führen/so allda znfammcn m clnen bach / oder nach der Nlcdersachsstchen aiiü fprachc/bcck/ die Ilme nemllch/zilsammeii fliessen. Anfänglich iß auhlcr einstecken angelegt worden / und zwar um der vielen wall- fahrten wlllcn / so nach derCappelle dcs helltgeii bluts / die >na>i noch ictzo zeiget / geschehen. Nachdem aber die Gräfin Gcsaw» Cailcndurg an. 1094 solche zur ehre deS H. Alckandrim in ciii Sttfft zu erheben beschlossen / und deswegen allen ihren GraMs schmuck/ kleluodieii uiideme groffesummcgeldes darzu vermacht/ auch endlich der bauvon ihres sohus gemahlin/Gertruden/am 11°8 vollführet worden / gab dieses zu häufigern wallfahrtengd legciihctt; da dann der ort von tag zu tag m grössere aufnahm! kam / zumahl da die dörffer Diedepeu / Kunhauscii/ Becsen und Oldendorff in seidigen mit eingeschlossen wurden / und zu einer solchen grosse gediehen / daß man dieselbe aufdem wall zu umgehen eine stunde haben muß. Sie hat z lhor/die mit raveliiim mit- hen / und; kirchen. Die beste Nahrung war ehedcssen das gedachte Einbeckifche bicr/ welches aber nach'und nach hermitcr kommen. Die stadi Hai von uralten zelten her den Rngc-Grafcii zu Jalskl aehörct / und ist derfelben bester ort gewesen. Als aber an. ir6? Gr.af Bernhard diedurger über ihr vermögen bcschwehrlc/nttg- reu sie cincir alifriihr/und ergaben sich an Hertzog AIberknmssl. zu Braunschwcig/der damals zu Grudenhagcn war c imd M derzeit an ist die/ladt ledcrzclt niiter BraunschwciglscherHM- schafft geblieben. Lausten ist dieselbe durch verschiedene scuersbrun- stcn hart milgcnommcir worden / sonderlich aber an. i4i/>nw a„. 1540 von gründ aus verbrannt. An. iz49/da sicfich kauni ihres ichadcus erholet / wnrdcanfs neue feuer cingciegt/wclchf- iz00 Häuser verzehrte. So hac sie auch in den kriegen nichtMNig erlitten / zmnal / da stesich nebst andern Hai,sce-städten in ein biind- niß wieder die Fürsten eingelassen / dadurch sie sich der HertzG ruDraunschweighaß auf den hals geladen. Absonderlich halft! von Hertzog Wilhelm zu Braunschwelg und Lüncdurg a». >478 eine grosse Niederlage erlitten. An. »szr ist sie von dcm Gencm Pappcllheim mlt accord eingenommen / mrd 9 fahr hernach von der Kayserlichen armee / sv den Ertz-Hertzog Leopold WillM zum Haupte hatte / durch ftuer zur übergäbe gezwungen worpcn / wicwol der Bramlschwclgische Eommendant / Georg Friedrich von Gurrsch/ vor das kricgs-recht gefordert / und weileri!»'! schuloigkctt nicht gethan / enthauptet worden. An. 164z ist die Kayserliche besatzmig auf getroffenen vergleich ausgezogen /M die stadt dein Landsherrn wieder abgetreten morden. ISriHI. ckiron. I. 6 MuiUcllvv. l.Unet>. 7/s/MM-R.cgcnren- Q.il p. ZAit keq. ropoxr. Liunku. js. 77 k gna edieret worden. Erndhofen / siehe Eyndhofen. Einigkeit-orden / siehe Brüderliche liehe. Einsheim/siehe Enstsheim. Einstedlen/ lat. Lm-rus ttsivcriorum, Marien - Einsiedken, rst eine Fürstliche reiche Abtey, Benedictiner-Ordens, in dem Canton Schweitz, rechter hands des Syl - siusses, gelegen, von deren anlaß und Ursprung folgendes erzehlet wird: Es habe ncm- lich im ansang des 9 seculi gelebet Berchtolf, ein Graf im vul- gow in Schwaben, deme seine Gemahlin einen lohn gebohren, namens Meynrad; weilen sie ihn aber GOtt in geistlichem stand verlobt habe, seye er in das Closter Reicherm» gethan worden, allwo er auch den Orden angenommen. Es stunde ihm aber fein sinn und gemüth zu einem einsamer» und gantz abgesonderten leben , derohalben er sich aus dem Closter begeben, und auf dem Etzel ( so ein gegen Rappcrschwyl über gelegener berg ist ) eure Hütte gebauen, darinnen er etliche rahre gewöhnet. Endlich aber begäbe er sich in den sinsteren wald im lande Schwein, wo nun das Closter stehet; Obfchon nun dieses eine grausame witdnus Ware, so bekäme er doch von denen land-leuthen am Zürich-see offtere besuchungen, nöthige hülffe, Nahrung und beysteuer, und brachte also sein leben zu bis an. 861, da er von zweyen Mördern zu tode geschlagen worden, welche darum zu Zürich ihre verdiente straffe empfangen, des Meynrads cörper aber wurde in die Rei- chenau geführt, und allda begraben. Seine gehabte zelle im finsteren wald bliebe öde bis an. 92;, da ein Thumb- v«.inu5 des hohen stiffts Straßburg, Eberhardus genannt, aus ebenmäßiger liebe zum Einsiedel-stand, an den ort gekommen, und, mit hülffe und beysteuer der land-leuthen, nicht nur des 8. Meynrads zerfallene zelle» wiederum hergestellet, sondern auch eine Capellen darbe» gebauen. Es solle auch ein anderer Einsiedel, Benno oder Bernhard von Hoch-edlem Bnrgundischem geblüte, wie auch Gregorius, ein Königlich - Englischer Prtntz und brudcr Ediths, der Gemahlin Kaysers Otto I, zu ihme dahin gekommen seyn, daher des Closters Chronicken sie unter die ersten Aebte setzen, deren ordnung folgende ist: 1. Benno, wäre vorher ein Thum-Herr zu Straßburg, und käme mit Eberhards an diesen wilden ort, wurde aber an. 92; Bischofs zu Metz. 2. Eberhard, unter diesem wurde die Capellen an. 94; von Cvnrad, Bischofs zu Costnitz, oder, nach aussag der Einfiedler- Chronick, von unserm Heyland sechsten emgeiveyhtt, dergestaltcn, daß er allda die Messe nach aller form gelesen, und die heilige Jungfrau Maria, samt allen Aposteln unb Märtyrern, auch eine grosse anzahl Engel bey sich gehabt, welche ihme dabey gedienet. Ein gewisses buch, intitulirr: ve tecr-ci- ic-rsrorum; welches einige Bischofs Conraden von Costmö zuschreiben, der noch vor ende des 10 seculi gelebet, weiset so gar die besondere Verrichtungen , welche jeder dabey gehabt, und die orte, wo sie gestanden. Was davon zu halten, ist nicht nöthig, hier zu erörteren; gewiß ist, daß diese einweyhung, welche gemeiniglich die Enczel-rveyh genennet wird, noch heut zu tage alle jähr pfleget gefeyret zu werden ; Wer die fache etwas genauer untersuchen will, ran die hierüber, zwischen Augustino Reding, v-cLno. und hernach Abt zu Einsiedlen, und dem Zürichischen 'rk-oioZ--, Johann Heinrich Heidegger, gewechselte schrifften, die längst in offenem Druck sind, aufschlagen. z. Gregorius; Sein schwager Kayser Otto I, und seine zweyte Gemahlin Adelheid!, haben dieser Abtey den ersten ansang gegeben, und selbige mit einkünfften, leuthen und gütern, reichlich begäbet, der mevnung, daß die mit vielen söhnen beladene Fürsten , Grasten und Herren, ihre söhne darein thun, und.also stl- bige und die übrigen besser versorgen möchten. Es haben auch die Päbste den ort mit trefflichem ablaß begnadiget; wie nicht minder die beyden Hertzogen in Schwaben, Hermann und Bur- ckard, grosse steuer an das kirchewgebäu gethan, nebst noch vielen andern Herren und Fürstinnen , also, daß das Closter bald reich worden. Gregorius starb an. 99S. 4. Wirandus, Gras zu Wandelburg und Rappcrschwyl, starb an. 1026. 5. Embrieus, Freyherr von Abensperg, starb an. 1252. Unter diesem ist das Closter verbrummi. 6. Hermannus, Grafvon Winterrhur, starb an. 1065. 7. Henricus I, Graf von Stellingen, starb an. 1070. 8. Selinger, Freyherr von Wollhusen, starb an. 1094. Dieser verließ seine Ehefrau, und gienge ins Closter. Er gäbe die Abtey an. 1090 wiederum auf. 9. Rudolphus I, Graf von Rapperschwyl, starb an. noi. ro. Gero von Froburg, starb an. uLr. Dieser hat die so genannte Teuffels-Bruck über die Syl bauen lassen. 11. Werner!, GrafvonLentzburg, Karban. 1142. 12. Rudolvb II, Landgraf von Stülingen, starb an. 1171. Bey dessen wähl gäbe es grossen zwcyspalt zwischen den München, ihrem Kast-Vsgt, dem Grafen zu Rapperschwyl, und denen wald- leuthen zu Einsiedlen. iz. Werner II, Graf zuToggenburg. ein 14^ 14. Werner III. Dieser ward , dein zweyspalt im Closter zu Auren , an. 117; vvm Kayser Friedrich I gesetzet im Closter zu Seckingen. Er übergab die Abtey an. 1192. 1?. Ulricus I, ein Graf zu Rapperschwyl. Dieser hat übel hauß gehalten, darum er auch an. 1206 entsetzt worden. 16. Berchtold, Baron pon Waldsee. Unter diesem ist der langwierige Märchen - streit mit dem land Schweitz ausgemacht und beygelegt worden, an. 1217. 17. Conrad, Graf von Thun, starb an. 12)4. Unter diesem lst die Kirchen und Closter, zusamt dem Archiv, an. 1226 kläglich verbrmmen. 18. Anselmus , Baron von Schwanden, starb an. 1267. Dieser erhielte, der erste unter den Prälaten, die Jnsül vom Pahst Innocentio IV. 19. Ulrich II, Graf von Winden, starb an. 1277. Dieser ist der erste aus denen Herren Prälaten, so vom Kayser Rudolpho I mit der Hoheit und würde eines Fürstens des Heil. Röm. Reichs begnadiget worden. 20. Petrus, Baron von Schwanden, starb an. 128». Dieser ist zu Zug in einer Capellen vom donner erschlagen worden. 21. Henricus II, Baron von Guttingen, starb an. 1298. 22. Johannes, Baron von Schwanden, welcher die Abtey aufgegeben. 2;. Johannes von Hasenburg. 24. Conrad von Gößgen. 25. Henricus von Brandts, ward an. I; ;6 Bischofs zuCostnitz. 26. Marquard, Baron von Grünenberg, starb an. 1)76. Er hat Rychenburg, mit aller zugehör und Herrlichkeit, an das Closter gebracht. 27. Nicolaus von Guttenburg. 28. Petrus von Wollhusen. 29. Ludovicus von Thierstein. ;o. Hugo von Rosencck. zi. Burckard von Krenchingen. Dieser ist mit dem Canton Schwell; in streit gewesen, wegen des Closters Käst- Vogtey; Es wurde aber derselbe vom Kayser Sigmund an. 14;; zu Basel vertragen. )2. Rlldolph ä Laxime 8i>uciL, Franciscus von Hohen - Rechberg. Z4, Gerold ä Laxime 8äucis. ; 5. Conrad ab Hohen - Rechberg. Unter diesem ist an. 1509 den ; mart. in eines Priesters hauß fcuer ausgekommen, welches so schnell und starck um sich gegriffen, daß es das Closter, samt dem Münster und dem flecken, in tue aschen geleget. z s. Ludovicus Blaarer von Wartensee, starb an. 1544. Z7. Joachimus. Unter dicscmchl an. 1575 abermalen Kirchen, Closter und der flecken, bis an 2 Häuser verbrmmen. z8. Adamus. Ulricus. 40. Augustinus. 41. Augustinus Reding von Biedereck. NL. Weilen wir auch hier, wie in einem andern arlicm/vm denen folgenden Herren Prälaten bishero keine weitere Nachricht bekommen, so ersuchen wir den geneigten leser, die noch übrige umstände in dem versprochenen suxpicwem zu erwarten. Die Kast-Vogtey dieses Closters hatten anfänglich die benachbarte Grasen von Rappcrschwyl. Nach deren adgang ist sie an das hauß Habspurg gekommen, dahero die wald-leuthe zu Ein- siedle», dem Hertzogen Leopold von Oesterreich zu hülffe, an. rz 15 mit in der schlackst äm Morgarten, wider die drey länder, Ury, Schwytz und Underwalden, gestritten, nachdeme jahrs vorhero die von Schwytz das Closter überfallen, geplündert, alle gefundene brieffe und Urbarien verbrannt, auch des Abts vics- jum mit allen Lonventu-lleu gefangen hinweg geführt hatten. Hernach an. 1415, da im Costmtzer - n-cü-o Ertz-Hcrlzog Friedrich in die acht und bann fiele, und aller seiner länder beraubet worden, hat der Canton Schwytz solche Kast-Vogtey an sich gezogen, und deßwegen an. 1424 Kayserliche briefe ausgebracht, welche Lonceltton der Kayser an. 14)4 zu Basel bestätiget hat. >. 6 9. wx ich. -Mnsl. Linliccll. 4 jelv. p. 40). ^ Einsiedel / war ehedesscn ein kloster im Schönbuch einem Wald, daher es auch der blaue Münch im Schönbuch genennet wird, liegt eine kleine weile von Tübingen. He rtzog Eberhard der bartigte hat dasselbe an. 1492 Misstet, nachdem er an. 1482 in seiner deßwegen nach Rom gethanen reise von dem Pabst er- laubnuß darzu erhalten. Nachgehends haben es die Hertzoge le- cuisrillrt , und ein jagd-hanß daraus gemacht, worinnen fle eine stuterey angelegt. Im Hofe des klosters stehet ein hoher und Manns dicker dorn-strarich, oder vielmehr bäum, welchen Eberhard der bartigte auf seinem Hute mit aus dem gelobten lande gebracht» von ScNNrcnbsrA cilLlis Sun: Or,s,r<- Luev. v. Z !. 8 c. 17 öc !. 9 c. s. Einsiedel / eines der ältesten und vornehmsten Adelichen i„g-r in Müssen. Einige geben vor, daß es vor alters in der Schweitz gewöhnet, und feine güter unter der Abtey Einsiedel wabt, sich aber um das ,ahr 1281 m Meissen niedergelassen ibe - andere aber führen es mit bessern; gründe, aus Bohmen w, Massen nicht nur unterschiedene guter und schlösset, namens insiedcl daselbst zu finden, sondern auch bekannt ist, daß die von M iede! ehemals in Böhmen florwt haben. Diejes ist gewiß, iß bev den alten Böhmischen scrrbenten dieses geschlechts offtere lelduna geschiehet. Curt von Einsiedel ließ an. 1426 in der Macht bey Außig seine tapfferkeit sehen, indem er sich durch die öbmen durchschlug, und, nebst andern, auf das veste schloß Zcl reckmstein seine rctirade nah!». Er gericth aber dennoch in >r feinde Hände, nachdem die besatzung Georgio Dieckzinski, elcher tags zuvor die parthey der Taboriten heimlich ergriffen, II theil. -T die 146 ein die thore geöffnet hatte, wiewohl er bald wieder ohne rantzion auf freyen fuß gestehet wurde. Kurtz hierauf gieng er wrdcr die Türckcn in dem gelobten lande zu felde, gerieth aber gleichfalls in die gefangenschafft, und setzte sich allererst an. 14^5 durch die flucht in die frcyheit. Seme beyde söhne waren i) Friedrich / welcher 4 männliche erben gczcugct, ncmlich, Albrechmi, Georgen , Nicoln und Hansen , die vielleicht in Bohmen ihren stamm fortgesetzet haben. Einer von denselben hat vermuthlich ^obsten gezeugct, welchen der König George Podiebrad, als leinen Abgesandten, an. 1462 zu dem Kaystr Friderico V geschickt, um die zwischen ihm und seinem bruder, Ertz-Hertzog Alberten , entstandene seindseligkeiten beyzulegen. 2) Vlicol / welcher einen lohn, namens Hildebranden anfGnandstein, Chur-Sachstlche» Hof- Marschall , wie auch Land - und Kriegs-Rath, Hinterlagen, der 1461 mit tode abgegangen. Heinrich, der eintzlge söhn dieses letzter», stunde bey Churfürst Ernsten und Hcrtzvg Alvrcchten, als gcbeimbdcr Rath, in solchem ansehen, daß sie ihm nicht allein die wichtigsten gesandtschasttcn, sondern auch an. 1487 die ent- scheidung der landes - theilung eintzig anvertraueten. Er starb an. 1507, in dem 72sten jähre seines alters, und hinterließ z lohne, welche waren: i) Haubold, c4no,»cu- zu Naumdurg; 2) Abrahmn auf Scharffenstein, Chur - Lächsischer geheiinbdcr Rath; z) Heinrich Hildebrand, welcher bey ; Churfuriren uiid Hertzogen zu Sachsen die stelle eines Raths bekleidet, und Luiheri guter freund gewesen. Bey seinem au. 1557 erfolgten tode lebten von seinen y söhnen noch fünffe, unter welchen Johannes an. i-;82 ohne männliche erben verstorben, und in der Hebräischen spräche so bewandert gewesen, daß er selbige fertig reden können. Die übrigen 4 haben nachfolgende linien angeleget: I. Heinrich / war bey dem Churfürsten August» gcheimdder Ratb, Obcr-Hof-Richtcr zu Leipzig, wie auch Amts-Hauptmann zu Colditz, und ficng die Galische linie an, so von dein in dein Amte Börna gelegenen gute Salis den namen hat. Heut zu tage wird sie die Änhaltische, wie auch die Rcformirte linie gcnennel. Seine söhne waren: Georg Heinrich auf Salis, und Heinrich Hildcbrand aufLchweinsburg; Dststr hinterließ 4 söhne, von denen der vierdte, gleiches namens, Lchweinsdurg verkauffte, und Zchöpperiz erhandelte, welches ant aber sein söhn Haubold ver- alienirl, und Vattcrodc in dem Mansfeldischcn an »ch gebracht, worauf dessen nachkommen noch heut zu tage sioriren. Obge- dachtcr Georg Heinrich war anfangs Chur-Sachnschcr Ratv, wie auch Präsident der Stifftcr Zeig und Nauindurg; doch weil er sich zu der Resormirten Religion bckcnnete, und darüber in vielfältige Verdrießlichkeiten fiel, so verkannte er seine in Missen gelegene guter, und begab sich nach Nürnberg, von dar in die ober- Psaltz, (woselbst er zu einem Pfleger der Grafschaffl Chamd bestellet wurde) und endlich an. 1614 in das Fürstenthmn Anhalt, da er denn zugleich Fürstlich - geheimbder Rath und RegicrungS- Präsidcnt zu Bcrnburg worden, und an. i6;8 in dem 8z stcn jähre feines alters verschieden. Von seinen^ssohncn kaine Georg Hau- hold, Anbaltischcr Hofmeister, in der Laale um; der ältere aber, Heinrich Friedrich, Fürstlicher Rath und Hofmeister, hinterließ 2 söhne: 1) Wolff Curt, Anhaltischer gehennbder Rath und Hofmeister, starb an. 1691 ohne erben; 2) August Ludwig, geheimd- Lcr Rath und Cammcr - v-r.Lto- zu Bcrnburg, wie auch Anhal- lischer gesamter Rath, starb an. 1707. Des letztem söhne sind ->) Gustav Wilhelich Easselischcr geheimer Ratb, ivelcher an. 1714 die Freyherrliche wurde erkalten, b) Ludwig Christian, so sich in Hessische kriegs-dienste begeben, c) Victor August. II. Haubold/ Chur-SächsischerCantzlarundObcr-lnss>esit,r dcr Lonsistoricn, legte die Scharffenstemische linie an, so von dem in dem Amte Wolckenstein gelegenen schlösse Scharffenstein den namen bekommen. Er starb an. 1592, und hinterließ ; söhne: 1) Heinrich Abraham, Chur- und Fürstlich-Sächsischcr geheimer Rath, starb an. 1610 ohnvcrerbt; 2) Georg Haubolb gieng auch ohne erben ab; z) Heinrich Hildebrand, Cbur-Sächsisther Rath, Ober-Hof-Richter zu Leipzig, und Ober-Stcucr-emnehmcr, hatte 2 söhne: ^) Rudolph Haubold auf Wolckcnberg, starb an. 1654, dessen söhn Hans Haubold, Herr der Erb- und Stcm- des-.öerrschafft Scidenbcrg, aufWolckenbcrg, Ehrcnberg, Löbi- chan) Rcibersdorf und Gorsdors, war an. 169z bey der verwic- ribten Churmrstin zu wachsen Obrist-Hofmeister, und hat mit feiner gemahlm, einer von :Rmnor, 2 söhne gezeuget, Johann Georgen und Kay Rudolph Hanbolden, welche an. 171z eine reise in srembde länder gethan, und nach ihrer rückkunffi Königlich- Pohlnische und Cbur-Sächsischc Cammcr-Iunckeren worden, b) Heinrich Hildebrand auf Scharffenstein, Chur-Säctmschcr geheimbder Rath uiid ^ppcll-r>o„s - Präsident, hatte z fohne, die waren i) Lcinrich Hildebrand auf Lumpzig und Hohcnkirchen, Fürstlich-Sächsischer geheimer Rath, und Canhlar zu Altenburg, wie auch Landschaffts-vEior, nachdem er vorher Merseburgl- scher geheimer Rath und Cantzlar geivestn; 2) Curt Heinrich auf Weißbach, Dielcrsdorf, ic. Königlich - Pohlnischer und Chur- Sächsischcr geheimer Rath und Camincr, Präsident, starb an. 1712, und hinterließ einen söhn, namens Curt; ,z) Haubold Abraham, Amts-Hauptmann zu Stollbcrg und Grünhayn, der ebenfalls einen söhn gezeugct. III. Hildebrand/ Cbur-Sächsischer Land-Rath und Ober- Steuer-einnehmer, stifftete die Gnandffeinische linie, welche von dem schloß Gnandstein, in dem Amt Borne gelegen, also ge- nennet worden. Bey seinem an. 1198 erfolgten tode lebten seine drey söhne: i)Hans aufPricßnitz,weIchcrHcmrichen hinterließ; 2) Hildedrand auf Gnandstein, Chur-Sächsischer Land-Rath eis und Ober-Steuer-einnehmer, dem drey söhne, nervlich HA», brand, Heinrich und Alexander, gebohren worden; ;) Abraham, dessen Nachfolger, Curt, Fürstlich-Sächsischer Magdeburassch-x gehemrcr Rath und Hof- Marschall, Hatte einen söhn, gleiche« namens mit ihm, welcher). v.Doätor worden, die väterlichen bedrenungcn erhalten, und an. i6S8 das zeitliche gesegnet, nachdem er einen tractat ci- herausgegeben, und an seinem söhne, Heinrichen, Chur-Sächsischen ^eiUuous-Ratb, M freude erlebet hatte. ' IV. Abraham/ auf Syra und Hopsgarten, wäre ein gelehrter Herr, und stifftete die von dem in dem Amte Borne gelegenem guth Syra benennte Syrische linie. Er starb an. Von,einen ; söhnen setzte der jüngste, Hans Haubold, seine linie fort, und ward ein vaier von 9 töchtern und 11 söhnen, von de- ncn aber nur ein einiger , nemlich Jnnocentius, ihn überlebet, und an. -652, als Chiir-Sächsischer Hof - und ^i-cd-r-ons-Ratb das zeitliche gesegnet hat. Leine söyne waren i) Haubolb, der an. 1712, als Königlich - Pohlnischer und Chur - Sächsischer geheimer Rath, Ober-Ltener-v^cÄor und Crayß-Hauptmann in dem Ertzgcburge und Voigtlande, im 72stcn jähre seines alters gestorben; 2) Jnnocentius, der durch einen zufall sein gestchle verlohr; z) Conrad; 4) Heinrich; z) Christoph Jnnocentius. llilb, L y. 2 1. iäncj - clli'on. p-ollr. Xliw. ELrr Lnnsl. 3 ar. ttulkir-ll-kries ?. , x. büUt-n - lp. p 26,. rkeLkr. kr. p- 7 ^- mitcell. ir. cxir. r«xa. Lok. Lsci-ss. z>. lirrür. oobil. Eisdorf/ ein flecken und gerichts-stuhl im amte Lätzen, das zuin Stisst und Bißthum Merseburg gehöret. Eisenach/ lar. eine stadt und Fürstlich-Sächsische Refidentz in Thüringen, an der Heimchen gräntze, an dem fiuß Nessa, bey dem Thüringer walbe, soll von der H'cydnischen Göttin Isis den namen haben, welche, wie man sagt, von den alten Schwaben und Thüringern verehret worden; allein, andere ver- werffen solches, und fuhren den namen vielmehr vom eisen her, dessen vor alters hier viel geschmiedet ivvrden, wie auch noch heutiges cagcs an einigen benachbarten orten an der Ruhla geschiehet. Christian Jancker halt nicht unrecht davor, Eisenach habe seinen name» von dem fluß Nassa oder Nist, woran es liegt, und seye nur durch gewohnheit vor Nissenach, Jstnach, oder Eisenach, ausgesprochen worden. Die gegend um Eisenach ist bergicht, und sonderlich gegen mittag befindet steh der Enstlbcrg, welcher das höchste geburgc in TbüriNgcn ist. Die lustt allhier ist gesund, und der Hoden ziemlich fruchtbar, doch mehr an hovffen, als an ackcr-dau und wicst-wachs. Wer zu erst die stadt erbauet, davon ist keine Nachricht, wiewohl man sie für eine der ältesten städte in Thüringen hält, und soll sie alldercit an. 4?° eine namhafftc stadt gewesen seyn, allwo der Hunnen König Attila mit seiner armce soll still gelegen, und einen grossen land-rag ausgeschrieben, auch mit des Thüringischen Kömgs Günthers tochter, Grimmhild, deylager gehalten haben; welches aber von anderen als fadclhafft vcrworffen wird. Nach der an. 909 zwischen Bucchardo, dem letzten Hcrtzvg der Thüringer, und den Hunnen allhier gehaltene» schlackst, darinnen gedachter Hcrtzvg geblieben, ist das alte Eisenach, welches damals an dem Petcrsderge zwischen den wassern Neste und Hörst! gestanden, samt 2 kirchcn und einem kloster, nebst andern Thüringischen städtcn verwüstet worden. Hierauf hat Graf Ludwig zu Tdürmgcn und Hessen, zuaenannt der Springer/ das alle gcmäuer und die steine der zerstörten stadt über die Horstl brmgen lassen, und eine neue stadt zu bauen, auch selbige mit einer ring-maucr zu umfangen, angefangen, welches an. 107° M geschehen seyn, da denn ein jegliches borf, so unter Graf Ludwigen gehöret, ein stück an der stadt- maucr bauen müssen. An. 107; bat man die stadt Eisenach auch inwendig zu bauen angefangen , da denn die einwohner aus den benachbarten dörstern, welche in den vorhergehenden kriegen verwüstet worden, hanffig in diese neu - erbancte stadt gezogen, und daselbst dürgcr worden. An. 1259 ist von der Hertzogin Sophia von Bradant, auf cinra- then Hcrtzogs Albcrti von Bramischweig, der wider Marggraf Heinrichen zu Missen, so damals das schloß Wartburg innegehabt , krieg gcführet, ein schloß an der mitternächtige» stire der stadt erbauet worden, welches man die Rlemme gcnennet, weil man daraus die bürgcr im zäum zu halten gedachte, baß sie sich nicht an Marggraf Heinrichen von Missen ergeben sollen. An. izos würbe dieses schloß von den bürgern zu Eistnach abgebrochen. Als sie sich aber 2 jähr darauf an ihren Erb-Herrn, Land« ' gras Friedrichen, ergeben mustcn, haben sie es wieder aufbauen müssen. Das Fürstliche schloß, so vor diesem der alten Landgrafen in Thüringen zoll - Hof und amt- hauß gewesen, darinnen ne sich, wenn sie m der stadt etwas zu thun gehabt, aissgchaltcn, da nS sonst auf dem schloß Wartburg rcsibirt, ist a». 1596 und anders erbauet und erweitert worden , und hat an. i>y8 HcrW Johannes Ernestus der ältere seine.Hofhaltung von MarcksW hiehcr verleget. Als er nun an. iü;8 ohne kindcr gestorben, hak Hcrtzvg Albertus, cin söhn Hcrtzogs Johanms zu Weymar, biet seinen sitz genommen. Als aber auch dieser an. 1644 ohne erben gestorben, hat seines brudcrs Wilhelmi zu Weymar anderer soh», Adolphus Wilhclmus, stinc Rcstbcntz allhier gehabt. Als er aber an. iüS8 ohne 1 oll-rstat mit tobe abgegangen, hat sich denen bruder, Johannes Gcorgius, an. 1671 von Marcksubl lnsser begeben, von welchem die jetzige Eistnachische lmie herstamW. Es sind sonsten um Eistnach vor alters noch 4 schone schloner gewesen, als die Wartburg, die Eisenacher-burg, die Vieh-oder Frauen- Frauenburg und der Mittelstein / davon aber diez letzter» in den kriegen ums jähr 1260 zerstöret worden. Das schloß Wartburg aber ist noch geblieben, und von demjenigen berühmt , was sich mit Luthero daselbst begeben. Die stadt hat grosse Vorstädte, nebst 4thoren/ und in den vorigen zeiten sind viel Archen und klöster allhier gewesen. An. 1617 den 7 aug. sind bey zoo Häuser, und fast das dritte theil der stadt, in die asche gelegt worden. Deßglci- chen hat sie auch an. 16; 6 einen starcken brand erlitten. An. 1248 wurde Landgraf Heinrich zu Thüringen und Hessen, der wider Fridericum II zum Kayser aufgeworffen worden, allhier begraben. Um das jähr i kam allhier die Lutherische Religion empor, und, bey erfolgtcr gemeinen landes-v>6c-,rion, au. 1^29 ließ Churfürst Johannes zu Sachsen die Catholische gäntzlich abschaffen. An. i?;6 wurden viel Geistliche nach Eisenach verschrieben, sich wegen des streits v. ocorgii ^joris, von den guten wercken, zu unterreden. An. 1704 wurde die bisherige land-schule mit einem tsmmzrio kiieoiozico versehen, und an. 1707 zu einem Fürstlichen Aywastio Hluikri gemacht, äe^lsickion. klifnis:. «je urbib. Zacks ckron. j ssküriiiß. ckron. rnriq. ssiiur. I. 2 c. ; unc! !in berickr von >kan- xozr. 8ax. luyok. killor. Ilen. O/cEr g-ntLßms rer. sskur. ;6 feq. /«»cke» anmcrclc. übeissvppii kiss. von Lilenrck, öcc. Eifenach/ die linie der Hertzoge von Sachsen-Elsenach ist von dem Hertzoqe Johann Georgen/ Hertzog Wilhelms hinterlassenem dritten söhne / der an. 16^4 den 12 jul. zu Weymar zur well kam / angelegt worden. Nach des vatters tvde (bey wahrender communen landes-regicruug) bekam er zu seinen einkünstten Marcksuhla und andere zugeschlagene stücke assigniert. Nach dem tvde seines bruders Adolphi Wtlhelmi/und dessen letzlen Printzen zu Eisenach und dem Altenburgifchen anfall aber erhielt er in der an. 1672 jm monat julio gemachten Haupt-theilung des Weyma- rischen Hauses die Eisenachische landes-porrion oder Fürstenthum / wo er auch eine besondere landes-regierung anstellete / die wichtigsten angelegenheiten aber / als Reichs-Creyß-und andere zum allgemeinen inlcresse dienende suchen / blieben unter dem «KrEotto des ältesten Lommun. Er vermählte sich an. 1661 mit Johannek- len/ Graf Ernsten zu Sayn und Wittgenstein kochter/unbLand- graf Johannis zu Heffen-Draubach witkwe / dahero auch ein gut theil her Grasichafft Sayn an die Sachsen-Weymarische linie kommen. Er that an. 1677 einen zug / als Kayserlicher General- Feld-Marschall / in Elsaß/und starb an. 1686 deniyscpt.umveit dem ietzigen jagd-nud lusi-hause Wilhelmsthal an einem schlag- fiuß. Seine hinterlassene gemahlin aber folgte ihm erst an. 1701 dM28apr.zu Jena. Unter ihren Andern ist die Printzeßin Eleo- nora Ervmuth Louysa / erstlich an Marqgraf Johann Friedrich von Bradenburg-Anspach/nach dessen tvde aber an. 1692 an Churfürst Johann Georg IV von Sachsen vermählt worden/und den 9 sept. an. 1696 in Pretsch gestorben. Friederica Elisabeth» wurde an Hertzog Georgen von Sachsen-Weiffenfels den2 jan. an. 1698 verheyrakhet/nnd an.1712 zur wittwe. Printz Johann Georg II folgte dem satter in der regierung/ wolte aber seinen bruder nicht mit dazu lassen/sondern als axpalmgiert wattieren/weilderva- ter das jus primo^cniwrL eingeführet / daher nicht geringe miß- helligkeiten entstunden ;er gieng abera. 16980hm! erben ab/und hinterließ SophsamCharlottam / Hertzog Eberhards zu Wurten- berg tochkcr als wittwe / die bis a. 1717 zu Alstädt residiert/da sie gestorben; Hertzog Johann Georgs bruder/Johann Wilhelm/ suecedierte darauf in allen Sachsen-Eisenachischen landen. Er war als andrer zwillmg seines bruders Marimiliani Henna / welcher den 17 oct. 1666 gebohren / und den 22 jul. 1668 gestorben / hatte anfangs / wie gedacht / mit seinem brnder / dem vor- her-regierendenHertzoge/Johann Georgen II, einige mißhellig- keiten/weil dieser ihn / vermöge des von dem vatter angeführten juri5 , nur mit einem gewissen verordneten chpursr und sppanLßc abweisen/und nichts weiter/als das amt Alstädt einräumen wolte / womit er zwar nicht wohl vergnügt seyn tonnen / jedoch endlich / weil man gesehen / daß Hertzog Johann Georg ohne leibes-erben gewesen / mit weiterer pr.«en6on angestanden; zu dem setzte ihn die Mutter/ eine gebohrne Gräfin und erb-tochter von Sayn / zu einer ergötzltchkeit in ihren antheil der Grafschafft Sayn zum erben ein / woraus er auch eine zeitlang die residentz in gedachter Grafschafft zu Altenkirchen genommen / bald aber wiederum nach Alstädt zurück qekehret/ und allda Hof gehalten / bis er an. 1696 am 2; dcc.durch einen gewissen getroffenen vergleich das amt und stadt Jena mit aller zugehorde erhielte / allwo er sich auch an. 1697 jm mertz hingewendet / und die regierung angestellet / welche er allda so lange qeführet / bis er auf das er- folgteabsterbenseines bruders in dessen landen völlig suecedierte / da erdenn seine residentz nach Eisenach verlegetchat. So hat gedachter Hertzog auch unweit Eisenach einen schonen und grossen rhier-garten nebst einem angenehmen lust-und jagd-hause mit grossen kosten angeleget / wo sich die Hofstatt des sommers offters aufzuhalten pfleget. Jetzt regierender Hertzog besitzet an land und leu- icn folgende stücke: 1) Stadt / residentz und amt Eisenach. 2) Stadt und amt Crcutzburg / geeicht Marcksuhl und Burckersro- de. z) Amt Gerstungen und Hauß-Brcitenbach.4) Das amt Crey- cnberg oder Tiefenort. ;) Das amt Ringleben und Groß-Rude- stett/R-die Boigtey Schwansee. 6) Stadt und amt Alstädt. 7) Stadt und amt Jena / >r. amt Durqau undstadtlem Lobeda.8) Das amt und schloß Liechtenberg mit der,stadt Ostheim/und anders / so zum Fürstenthum Eisenach gehörig. 9. Das amt Kalten- Nordhetm. 10) Das forst-amt Zilldach / so beyde zum Fursten- thum Henneberg zu rechnen sind. n) Das schloß/amt und stadt Altenkirchen. 12)Dievesteund amt Freusburg.iz)Das schloß/ amkundflecken Friedewaid. 14) Das amt Dendorf zum theil/ alle 4 in der Grafschafft Sayn liegend ; oieserwegen führet auch Eisenach das besondere Sachsen-Elsenachlsche Reichs-und Creyß- voc«,m . und concurriert reff. bey den Fürstlichen Henneberg- Schleußingischen/wie auch Grass. Saynischen v-r>-. Hertzog Johann Wilhelm hatjich dreymahl vermählt. 1) An-1690 mit A- maiien/Fürst Wilhelm Fnderici zu Nassau-Dietz tochter/so an. 169; gestorben. 2) An. 1697 mit Christian«Julian« Marg- grafCaroli Gustavs von Baden-Durlachtochter / so an. 1707 im kindbetteverschieden/und ;) mit Maqdatena Sybilla/Hertzog Johann Adolphs zu Sachscn-Weificnfelb Printzeßm an. 1708. Mit der ersten hat er gezeuget 1) Wilyeimum Henricum / gebvh- ren an. 1691 den 10 nov. 2) Albertinam Johannertam / geboh» rena. 169; den 28 febr. und gestorben den i apr. an. 1700.Mit der andern 1) Joh. Anton. Julianam / gebohren an. 1698 dm ;i jan. 2) Carvl. Ehristinam / gebohren den 1; apr. an. 1699. ;) Antomum Gustavum / gebühren den ir aug. und gestorben den; oct. an. 1700.4) Charlottam Wilhelminam/gcbohrendm 27jun.an. 170;. ;) Joh. Wilh. Julianam / gebohren den 10 sept. an. 1704 und gestorben den ; sän. an. 170;. 6) Car'olum Wilhelmum/gebohren den 9 jau. und gestorben den 24 febr. an. 1706.7) Carolum Augnstum / gebohren den 10 jun. an. 1707 und gestorben den 21 febr. an. 1711. Mit der dritten H Joh. Mag- dalenam Sophiam/gebohren den 19 aug. an. 1710 und gestorben den 26febr. an. 1711.2) Christ. Wilhelminam/ gebührenden ; sept. an.1711.;) Joh. Wilhelmum/gebohren und gestorben den 28jan. an. 171;. Eifenärtz / ist ein grosser marck-ssecken in ober-Steyermarck, nicht weit von Marienzell, west-wärts gelegen. Es befindet iich daselbst ein sehr berühmtes eiftn-bergwerck, dessen vorrarh, wie einige vorgeben, zulänglich seyn soll, gantz Deutschland mit diesem metall zu versehen. Eisenberg / eine stadt und amt im Ostcrlande, zwischen Zeitz und Jena gelegen , und zum Fürstenthum Menburg gehörig. Es soll vormals eine Grafschafft gewesen, auch die stadt von Marggraf Ottone zu Meisten und Laußnitz, Heinrichs II söhn, mit einer mauer umgeben worden seyn. In hiesigem schloß hat Hertzog Christian, Ernsts des frommen von Sachsen-Gotha söhn, residirt, der aber den 28 apr. an. 1707 ohne männliche erben verstorben. Seine landes-porNo», so er am Fürstenthum Menburg gehabt, und in stadt und amt Eiscnbcrg, Stifft Laußnitz, amt und städtlein Ronnenvurg, amt und stäbtlein Camburg, amt und städtlein Roda bestanden, ist durch gewisse vertrüge an Hertzog Friedrich von Sachsen-Gotha kommen, welcher den -on - «Mel- iottdus und übrigen imcrressen-en anderweitige, sonderlich durch die Sachsen-Coburg-und RömhMschen anfalle, Uri-Lct.on geben müssen» Eisenberg/ ein schönes berg-schloß, nebst einer darzu gehörigen Herrschasst, in dem Saker-Crayse in Böhmen, eine metle von Commotau, nahe an den Meißnischen ertz-gebnrgischcn grän- tzen gelegen. An. 14;gelangete es an Euntz von Kauffungen, welcher dahero die entführte Sächsische Printzen hiehcr in Verwahrung bringen wollen. Heut zu tage gehöret es dem Hause Lobkowitz. orig. 8.ix. I. 7 x. 770. Eisenberg / siehe Cörbach. Eisenburg / Vaswar / csgruin fs,ri . eine kleine stadt , nebst einem schloß, in Nieder - Ungarn an der Raad, gelegen. Sie wurde von Maximiliano I, nach Matthiä Corvini tobe, vergebens belagert. Von ihr hat eine gantze Gejpanschafft, so zwischen dem Raber, Vespriner und Saladec nnp den Steyerischen und Oesterreichischen gräntzen lieget, den namen, tat. LomitLMs Lsüriterrisliiis. ////,««»/. rsr. Uung. !. Z. 2er/. 8unß. Eisenburg/ siehe Ruffach. Eisengrern / (Guilielmus) canonicus zu Speyer in seinem vaterlande, lebte in dem 16 seculo. Er schrieb cenrenanos iä. conrinincss «jeicriprionem rcrum mcmorabilium in cankr, I^2kkk>!rm klscium lilyi-icum; so d«NN Üvch eine ChroNick V0N Speyer, bis aufdas jähr i;;6,rc. * Eisengrern/ (Martin) von Studtgart im WürteMbergischen gebürtig, wartKenioßiLvoÄvi', und v-«0-1, eine Königliche frey- stadt in Nieder-Ungarn in dem Oedenburger-Lom-^r, an der Oesterreichischen gräntze. Sie hat den tttul einer Grafschafft gehabt, und ist nebst Forchtenstein an Oesterreich verpfändet gewesen. Als aber auf dem Oe^nburger - land - tag an. 162; die Ungarischen Stände die auslomng dieser und anderer versetzten örter verlanget, so ist sie in nachfolgenden jähren von dem Kayser Ferdinands dem Ungarischen i^igrwo. Nicolao Estcrhasi, verehret, und erblich überlassen, auch an. 1647 der Cron Ungarn, nebst allem gründ und boden, bis an die Leyta incorporixet, und an. 1648 148 eis ela jii einer Königliche« frey-stadt gemacht worden. Sie ist nicht gar groß, und nähret sich meist von wein- und acker-bau. Das schloß daselbst, welches an der stadt auf einer kleinen höhe lieget , ist von obqedachtem Nicolai Esterhasi söhne, dem an. 1714 verstorbenen Fürsten / und gleichfalls Ungarischen u-tt-nm», Paulo Esterhasi , von gründ auf sehr groß ins 4 eck erbauet , und an jeglichem eck mit einem starcken thurn / da auf leglichem etwas besonder inerck- wurdiges, versehen, und kan vor das vortreflichste gebäude in Ungarn paßiren. Es wird darinnen eine gute besatzung von dem Fürsten unterhalten. Eisernthor / lat. kcrie-, jn der land - spräche aber v.-i8iüp,i genannt, ist ein vester paß zwischen hohen gebürgen, an den Wallachischen, Ober - Ungarischen und Siebenbnrgischen grentzen. An. 1661 haben ihn die Türcken erobert. Eißfeld/oderwiees vor alters genennetworden / Essefeld/ eine kleine stadt in dem Hertzogthuin Coburg/an den Hernieder- gtschcn grentzen / drithald Meilen von Codurg gelegen. Die Werra/ welche einestnndc von hier cnlspringer / fliestet durch selbige/und theilet stein diealleund neue stadt. Von dem Ursprünge dnieeorts bat man keine gewisse Nachricht; jedoch wirb berichtet / daß anfänglich allkier 6 Hose gewesen / woraus nachgehcnds mehr angebauet worden/daraus ein flecken entstanden/ welchen Bmhoid/Graf zu Hcnneberg/mit maurcn umgeben / und darüber von dem Kaufe r Ludovico an. izrg einerhalten. Nach diesem hat Balthasar/Landgrafm Thüringen/ mit Ealharma/seinerersten gemahlm/ DurggrafIohamils zu Nürnberg rochier / (deren Mutter Elisabeth / Bertholdi / des ersten Fürsten zu Henneberg tochtcr gewesen) diese stadt samt Helddurg und Iilpershausen überkommen/welcher an. n;4 den bürgern verschiedene srcyyci- tcugegeben. An. 1420 hat Landgraf Friedrich seinemvenerWilhelms / zugenannt deni reichen / Landgrafen m Lhurmgen ruid Pfaltzgrafen zu Sachsen/Eißfeld und andere ander Francklschcir granye gelegene örter abgetreten / wodurch ste an das Haus Sachsen gekommen/ auch nachgehcnds bey der Ernefiinlschcn lmie geblieben/und in der theilung / welche Ernesius ?,u8. Hertzog zu Gotha / unter seinen Printzcn gemacht / hat Ernestus Eißseld bekommen / welcher von seiner restdcntz Hilpcrshausen deii namcn führet.Ubrigens hatdiesc stadt so wol durch fcuer als auch im;c> fahrigen kriege vieles erlitten. 7 -/-^. §^0»./,,, Eisgrube/ einedem Fürsten von Liechtenstein gehörige stadt/ nebst einemschloß und bcrichmlen lust-garien / in Mahren / an den Oesterreichlschen grentzen gelegen. Daselbst ist clncvvrtreffll- chc sinteren angeleget. Eiöleben/dlehaupt-stadt in der GrafschafftMansfeld/mit einemdarzu gehörigen amle / liegt ; starckc Meilen vonHalle in einerfruchtbarcn gehend/und hat ein schiester-bcrgwerck/welches eheiiials sehr berühmt gewesen / indem es viel silder und kupffcr gerben. Es ist auch allhier ein Gräflich Mansseldischee schloß und me Haupt-kirche zu s. 4>ici,cs.- zu sehen. An. >032 smv althicrekli- che Lculsche Fürsten zusammen gekommen/ und haben Hertzog Hcrmannum von Lothringen/ Grasen zu Saarbruck/zum Römischen Könige crwchlct / der auch allhier Hof gehalten / und von seinen feinden der Lauch-Ronig genaniil worden/weil viel tauch um diese stadt wachst; wiewvl andere sagen/ man habe ihnzu Bam- berg erwehlet/und zu Eislebensene uurielneresidentz gewesen. Das folgende fahr wurde Eislcbcn von dem Ery-Blschost zu Bremen und dciil Bischoffevon Hildeshelm / die es mii deni rechlinaßigen KanserHcnrico >v hielten/erobert/ ,ausgeplündert und verbrannt. Das schloß in der stadt aber tonten sie nicht gewinnen / sondern sie wurden von dem lctztgcdachten Könige Hermauno abgetrieben. An. 1 z6r wurde die stadt von Fnederico/ Landgrafen m Thüringen undMargqrafcn zu Meisten / belagert/ allein nachgehcnds istdieses feste ansehnliche schloß durch das fcuer runnerer worden/ daß es au. 1612 qantz darnieder gelegen. Auch sonst hat diese stadt sehrvielvom fcuer erlitten / sonderlich an. 1601 / ,61-/164;/ i6;z / über welchem letztem brande über 600 Häuser m die asche gclegtworden. Im ;o sahrigen kriege wurde sie etliche mal geplaudert. O-Marttn Luther ist an. 148; den lO lwv. allhier auf dieweil gekommen / und auch den 18 fedr. an. 1546 allda gestorben. Das Haus / darinnen er gcbohrcn worden / hak manan. i6y4zu einer schule gemacht. a- urbib.oci,ii.io/,o^.5/,- Eistmeer/ lat. msreyIaciLlc, oder maie Zcvrlttcum, wird dasjenige stück vondem mitternächtlichen oc-^no gcncnnet, welches von den küstcn von Tavpland, Moscau und der grossen Tartarcy, biß an den polum Lrcticuin. sich erstreckt, und wegen des starcken cises, womit es die meiste zeit des lahres belegt ist, mchk bat umschifft werden können, ungeachtet die Holländer etliche mal versucht haben , sich dadurch einen weg nach Ost-Indien zu eröffnen. Eitluch / eine stadt und wichtige festung am fiuß Narenta in Dalmatien, so die Türcken an. 1694 den Venetiancrn abgcnoinen. Ekelenfurd / siehe Eckelenfohrde. Ekesro / lat. rnccsium, eine kleine stadt in Schweden, in der provintz esmaland, an dem siuß Arbv gelegen. Ausser der stadt ist ei» schönes schloß mit 4 thürnc» von lauter holtz gebanct. n««- Ela / Baesa söhn, ein König von Israel, welcher .4. w. ;o;4, a. c?. y zc, seinem vatcr suecedirte, und von Suinri ermordet wurde , nachdem er - iabr regieret hatte. Er war ein gottloser und abgöttischer Fürst. 1 16. Ilt>. 7. c. L. Äonchi». 4 . 64 . ; 10; , ; I 0 Ü. ela clb Elam / ein söhn Sem, von welchem die Elamiter herßüin- men, so von den heydnischen scribenten genennct werden, und vor zeitcn dcnienigen strich des festen landes, so zwischen Per- sien und Babylon liegt, bewohnten. Einige gcschicht-schreiber kalten dafür, daß die Persianer von diesen Elamtten entsprungen, und gründen ihre meynung aufdic Worte des Propheten Daniels, wenn er spricht, daß Susa oder Nissan die Haupt-stadt von Pechen in der landschafft Elam hege. Kedvr Laomer, welcher Ssdvm plünderte, und von Abraham geschlagen wurde, war ein König der Elamiter, dessen Haupt-stadt Elymais war, allwo der berühmte tempel der Diana stund, welchen Anlivchus Epiphanes nach dem ersten buch der Maccabecr solle haben plünderen wollen , aber von den bürgeren mit vertuest weggejagt, auch bald hernach gestorben seyn; wie- wol das andere buch der Maceadeer an statt Elymais setzet Perfe- pvlis. (-'c»e/.c. >§. L/«. c. ». fcrcm. c. r;,49. c. 8. I.«.c.6L I. r, c. l,. l. I. snk. c. 7 I. II. c. IZ. L-r/r«». in Uiirleg. , sind) kleine zwischen Meleda und Ragusa gelegene üisuln, namens Ilvln llt und Lutzens. Sie gehören der repudlie Ragusa > war ein fest, welches die Anwohner der provintz Phocis der lagt-göltin Diana zu ehren scherten, weil sie bey der stadt Hyampolis einen grossen sieg wider die Thessalier be- foehten, und selbiger auch sonderlich durch die capfferkeit der Pho- censischen wcibercn solle beförderet worden seyn. Man vßcgieda der Diana eine kuchcn, die von Honig, schwer, scsam und meel gebacken war, zu opferen, welche kuche aber , welches wört sonst im Griechisellen einen Hirschen bedeutet, ist genennet worden, auch daher der »amc des fests kommen, 6e vnr. mw. I. i^. cle tctt>8 Ors-c. * Elba / stehe Elva. Elbe / lal. 4 .^, 8 , ein berühmter fluß in Teutschland, welcher in Schiesicu auf dein Riesengebürge beydem Teuftls-grunde in der Gräflichen S-chaffgotttschen Herrschafft Kyuast hart an da Böhmischen gräutze einspringt. Anfangs sind es - bäche, davon einer dir grosse Elbe, welche sich aus 6 brimiien sammlet, der andere aber die kleine Elbe, die aus ; brunneu entspringet, genennet wird. Beyde kommen dey Gendorf zusammen. Dieser stuf, durchströmet hernach Böhmen, Ober-und Nieder- Sae-sen, und fallt endlich bey Rizdüttrl, 14 weilen unter Hamburg, in die Nord-see. Drusus der druder Tiber» ist der erste Römer gewesen, der mit einer armer biß an diesen fluß dlirchgedrungcn; konnte aber vor da Teutschen starcken widerstand »ichs darüber seyen; daher nachmals die Römer, um stlbigrs zu entschuldigen, das gcschrey ausgebracht ; Es wäre ihmc ein wcib von mehr als gewöhnlicher grosse erschienen, welches ihme angedeutet, wie das geschtck der göttcrcn nicht zuliesse, daß er ein mchrcrs sehen solle; auch stunde ihme das ende seines lebcns bevor. Wcßwcgen er sich solle zurück gegen den rhein gezogen; aber nnderwcgs zu crfüUimg dieser Weissagung einen fahl mit dem pftrdl gethan hgbcn, und von dem dabey erlittenen bem-druch gestorben seyn. N.« einigen jähre» gelangete auch der druder Drusi, Tibcrius, hcWch Röm. Kanser, mit dem Römischen kricgs-heer biß an das Imcke uftr dieses flusscs; durffle sich aber auch nicht hinüber wagen; solle jedoch von einem vornemmen und an iahrcn ziemlich alten teutschen, der sich in einem schifflei» allein über den fluß gcsctzek, besucht worden seyn, miß blosser Verwunderung über de>,r» tavsserkett, und bcgicrdc ihn z» sehen. Mleiuwas weder Drusus noch Tidcrilis undersiaiiden oder verrichten mögen, das gcriethe hernach »nder Tiber» regierung been L. Domitto, als welcher ivürckuch die Römische feld-zeichen iciiseits dieses flusscs gebracht , und dabey so grosse ehre eingelegt hat, daß ihme Tibmus die ehrcn-zeichen des triumphs, »i-n-m-mir rttumpkLiiL, deswegen Mitgetheilet. tttL !. 1. Los». 14c,1. LNN^I. !. 4. I. 7. coimocr- >. i- L--,» llctc,. Lcrin. an»al. urb. 0-lilncnk. I. r. Xielt". l^nci cliio». lir. 21- ?o/i< liittoris Incenclii pLl;. 1:2. lecz. l. 1. c. ;, 4. öcc. pioci,-. ^>. 7. ie^. * Elbenau / eines von den 4 ämtcrn, so zu dein Burggrasthuin Magdeburg gehören, ist z» dem amte Gommern geschlagen. IstHMXL oder LLfKL- ist der namc einer edlen und alten familie von Florentz, welche daselbst in die; biß 400 jabr in grossem ansehen gewesen. Einige sagen, ste stamme aus Frankreich , weil die Freyherriichc hcrrscham Bene, nicht weit von korc »mLur,, darinucn lieget, und berichten darbn,, daß dieser ft- milie wapen daselbst in uiitersthiedliche maure,> bes casteUscingc- grabcn sey. Andere hingegen, unter welchen auch Hugvlinus Vcr- rinus ist, wollen haden, daß es eine Italiänische samilie fty, von Ficsolc Her-stamme. Dieses ist gewiß, daß Iacobus u-u mal, uemlich an. iz;4, ,8, 42und 60, pnnrvondersreyhcildcr Florcutinischcn republic gewesen, und ; mal, nemlichau. ;; und 60 zum Fendrich der stadt erwchlet worden. Sein sob» Franciscus ckLwene, wargleichfals an. iz?; und iZ77?tt»rdcr freyheil, und ein vatcr 1) Antonii, von welchem die Herren von Elbene zu Florentz hcrstammen, 2) Oliverii, welcher unter andern tindrrn Albertassium gczcugrt, dcr aii. 147; dcr frevpcit ge- sohn Varcholomäuö schrieb ein buch unter dem titul: <>vir^ vc-i it» moru>„. ivelches er Margarctha von Franckrrich, Hertzogiuvon Sbavoycn , dedicirtc, die viel aus ihm hielt, und seinem andern sobm Alsonso die Abley Hautccombe gab, welcher hernach Bischvss Aibi Ä e!b Alb! lvurde. Sein ältester söhn war Iulianus von Elbene, Welchen die Königin Calharma von Medices an. 15 74 nach Pohlen schickte , die zurückkunfft des Königs zu beschleunigen. Dessen söhn Perms pflantzte das geschlecht fort, und ein anderer söhn Alfonsus wurde Bischofs zu Albi. Petrus / Cammer-Herr des Königs / Oberster zu fusse, Louvcrneur vVN kicrrc ctiLrs!, llcc. hatte verschiedene kmder / darunter ihm Guido succedirte. Alfonsus wurde an. 1647 Bischofs zu Orleans, und starb ums jähr 166;. Bartholomäus, Blschoff von Agcn, der ums fahr 1661 starb , u. a. m. Guido war Lapir^n- I. ieuren^nc über die leichten Pferde / hernach Cammer-Herr bey Johanne Baptist« Gastone / Hertzoge von Orleans, und zeugte nebst 2 töchtern/Bartholomäum/ welcher unverbeyrathet gestorben. Petrus von Elbene / Herr von Monrelonti und von 8. Aiarco in Tos- canicn/ dessen obgedacht, hinterließ Albissum von Elbene und; andere söhne / welche sich nach Franckreich begaben; 2 darvon wurden x-ncr^-^bey dem Könige/ Bcrnhardus aber wurde an. 1777 Bischofs zu Lodcve und an. i?6o zu Nimes / befand sich auch aufdem Lonclijo zu Tridcnt. Aldissus kam unter der regierung Franciftt I und Henrici II / in grosses ansehen / welcher letztere ihn zum General und ober-ausfeh w derfinancien/so ausser das Mich giengen / machte. Er hatte zwar verschiedene söhne / welche aber ohne erben mit tode abgegangen. In denen einheimischen Händeln der Florentine- ren wider das Hause von Medicis geschiehet auch mehrerer Delbene Meldung / welche durchgehends sich sehr eyferig für die freyheit ihres Vaterlands erzeigt/auch wegen diser urfach nach uvergab per stadt all. 15 sehr haben ieyden müssen/und meist sindbandifierl worden. k,ll. VIo-em. ue la ci- i lur. Ä/renTkolcans iraii^vile, llcc. k^-ri'c/rr Ac llvria kior. Elbene oder Delbene/ (Alfonsus) Bischoffvon Albs war ein söhn Bartholomäi von Elbene / eines Florentmischen karr>c» und der ciemenriL kuonacorll. Er bezeugte lederzeit eine grosse begieroe zu dem geistlichen stande/und erhielt darauf die Abtey Haulecornve rn Savoyen / welche er nachinals mir Sylvestro von Saluzzo vor die zu Maizieres in Burgund vertauschte. Henricus Itt ernennece ihn an. 1588 zum Bischoffvon Alm,woraufer den 8 feor. an.l6o8 starb. Man hat von ihm r-aLkacum lle Zsurs L tamüia L-karcklonu-n 6ocki-L, l^ui Lomicos 8. .4-^ill>l Üe Ikolokarcs ciiLti iunr; lle regno kuraunlliL ttransjuran-L llc ,4.re!-,tis Iib. Z. lle origins tamili-e LiUercizn. Sein nachsolger im Bißthum war seines bruders söhn / Alfonsus Delbene / welcher an. 1671 in dem 71 fahre feines alters zu Pans starb. oaU. ckr.ll, Elbene/ (Alexander) ein söhn Albißi und derLucrctia Caval- canti/ war zu Lyon den 7 may an. 17 74 gebohren. Er diente von fugend an im kriege / und an. 177z wurde er bey der belagerung Röchelte gefährlich verwundet / nachmals folgte er dem Könige Henne» III nach Polen als Cammer-funcker/war beyden velagerungen Livron und Pousin / diente auch hernach unter dein Hertzoge von Guise / Hertzoge von Mayne und bey andern wichtigen kriegö-vege- benheiten / bis er an. 17 8y wegen seiner angelegenheiten genorhigct ward/ nach Italien zu gehen / da cr sich bemuhete / den Kvnig Heu- ricum IV mit dem Päbstlichen stuhle auszusöhnen. Der Kömg ernennte ihn hierauf an. 1596 zum Sraats-Rath / und als ssr ihm die Lbloiunon überbrachte/schenckte cr ihm den Ritter-Orden ^-Michael,versprach ihn auch, bey der ersten pramorio» zum Ritter vom heiligen Geiste zumachen. Er starb an. 16 iz/und hinterließ von Margaretha u' Elbene,Alcrandrum II- Herrn lle!a Mothe, welcher mit grossem rühme bey den armeen diente, 4 ne trancoile. Is Koljue, 56s,und hinterließ Carolum I von Lothringen, welcher von Henrico III zum Hertzoge von(Eibeuf an. i §81, desgleichen zum -'all und Grvß-Iägermeister in Frankreich gemacht wurde. Er war auch Oouverneur von Bourbonois, nachdem er sich an. ^94 mit Henrico IV wiederum ausgeföhnel hatte, welchem er gute dienste leistete, undan. 160? starb. Seine > söhne waren Carolus II, welcher ihm succedirte,und Henricus, von welchem die linie der Grafen von Harcomt herstammet. Carolus II. Hertzog von Elbeuf, l-sN von Franckreich, Ritter der Königlichen Orden , Qouverneur der Picardie , rc. starb an. 1677, und hinterließ von CatharinaHenrietta, Königs Henrici IV natürlichen tochter,; söhne,davon jeglicher eine neben-lmie aufgerichtet. 1) Carolus III, Hertzog von Elbeuf,?alr von Franckreich, 6»uvern-»r der Picardie, Artois und Hennegau, war an. 1620 gebohren, und starb den 4may an. 1692. Er hat; gemahlinnen gehabt, und mit ihnen verschiedene kinder gezeuget,darunter zu mercken H Henricus,Hertzog von Elbeufvair von Franckreich,Oouve^ie»-- der Picardie, Artois , Boulogne und General-Lieutenant der Königlichen armeen, so gebohren an. 1661. Er hat sich an. 1677 mit Anna Charlotta Ue Nvchechouart lle Mortemart, Ludovici, Hcrtzogs von Vivonne tochter, vermählet, welche ihm gebohren an. 1678 Philippum, >o aber wiederum gestorben; Armandam Charlottam, kiallsmoll-Ue von Elbeuf an. 168;, und Carolum,Printzen von Elbeufan. iü8z, welcher an. 1707 vor Chivas geblieben, b) Emanucl Maurttiuv, Printz von Lothringen, so an. 1677 gebohren, undan. 170; den elb elc 149 geistlichen stand verlassen, an. i?°6 in Kauserliche dienste getreten und,ich an. 171z mit der tochter des v»c-, cl, 5-iiL vermählet hat. c) Anna Ciffavetha,welche an. 1669 an Carolum Hcnricum, Prin- tzen von Vaudemont, vermählet worden. 2) Franciscus, Printz von Harcourt, so an. 1627 gebohren, und an. 1694 dieses zeitliche gelegner. Er hat mlt Anna u'Ornano, Henrici Francisci Alfonsi, Grafen von Monrlaur erb-tochter, gezeuget, Mfvnsum Hcnricum Carolum, Prmtzen von Harcourt und Grasen von Montlaur, rc. der sich an. 1667 mit Maria Francisca, Caroli Grafen von Bran- cas tochter,vermahlet, welche ihin ; söhne gebohren. ;) Franciscus Maria, Printz von Lislebonnc, war an. 1624 gebohren, und starb den 19 fan. an. 1694. Seine erste gemahlin war Chistina,Hcrtzogs Hanmbals von krreex tochter,welche an. i6z8gestorben; worauf er sich an. i sso mit Anna, Hcrtzogs Caroli III in Lothringen leqi- tnmrten tochter, vermählet, welche ihm gebohren Carolum / Printzen von Commercy, welcher als Kayserlicher General-Feld-Marschall m dem treffen bey Luzara den 17 aug. an. 1702 geblieben. Dages letztem bruder Paulus,so an. 1672 gebohren,büßte an.169; in der Vchlacht bey Landen als Oberster zu pferde unter Franckreich sein leben ein. ßs». osii, v»» p. Elbing/ eine Hansee-stadt,und unter den; grossen ftey-stabten rm Polnischen-Preussen, der vornehmste ort in der provintz Hockerland oder Pogefanien, an dem gleich benahmten fluß Elbing, nahe bey der ost-see und dem see Drausen, der sich aüda in das frische Haffergiesset. Sie ist groß, schön und feste, liegt auf einer fruchtbaren ebene, und soll an. 1279 erbauet worden, und durch die Handlung auf der ost-see bald in grosse aufnähme gekommen seyn. An. 1474 ergab sie sich von dem Teutschen Orden an den König in Pohlen. An. 1721 widersatzte sie sich dem Deutschmeister Alberto von Brandenburg , der das alte recht wieder hervor suchen wolle. Doch an. 172z, nach feiner erhöhung zum Hertzog von Preußen, wurde er als ihr guter freund eingclafsen, und Haifan. 1742 das gy-mmiun, daselbst stiften, welches an. 1792 aufdas neue bestätiget worden. Als an. 17 77 der König in Pohlen Slcvhanus mit den Dantzigem krieg führte, bcmühcte cr sich, den Handel selbiger stadt nach Elbmgen zu ziehe», und zwar nicht gantz vergeblich; sintemal sich die Engclländer häuffig dafelbst niederliesse». An. 1626 unterwarf sich die stadt den Schweden,die sie aber an. 1677 wieder abtraten. An. 1S74 ergab sie sich «dermal dem König in Vchwe- den Caroio Gustavs, wurde aber gleichfalls den Pohlen im Olivi- scyen frieden an. 1660 wieder überantwortet. An. 1698 wurde sie von Churfürst Friedrichen , der sie nach dem Wclauischen und Brombergifchen vertrag mit Pohlen als einen pfand-schilling anfasse,eingenommen, aber an. 1700 wieder gütlich retticujret. Gegen ausgang des 170; jahrs wuede sie von dem Könige in Schweden Caroio XII mll accord eingenommen, welchen sie an. 1710 den 8 febr. durch einen plötzlichen Überfall von den Moscowitern abgenommen worden, da sie bald darauf unter den König in Pohlen gekommen, unter welchem sie auch seithero geblieben. Übrigens ist die stadt m; theile getheilet, nemlich in die alle und neue stadt, so beyde wol gedauet und regulär lbrmGrl sind; und in die Vorstädte, wo die kaufleme ihre magazins haben. Die stadt ist meistcntheiis Lutherisch, welche freyheit sie an. 1778 und 1767 erhalten. «»-t Ucr AbiliAe». ^ Elbing / ein fluß in dem Brandenburgifchen Preussen, so aus der see Drausen entspringet. Er ist nicht gar lang, doch dabey so ttefdaß nachdem er an. 1682 gereinigt worden, die schiffe auf demselben nunmehr» gar füglich von der stadt Elbing bis ins frische Haff hinunter und wieder herauf gehen können. iksacs ALOAr. Elbingerode/ ist eine kleine stadt in dem Braunschweig-Lüne- bnrgischen Fürstcnthum Grnbcnhagen, an dem fluß Siebcr, zwischen Goslar und Duderstadt,gelegen,allwo viel eisen-stein gewonnen und geschmoltzen wird. Elbodus/ ein Britannier, war Bischoffzu Winchester in En- gelland, lebte ums jähr 610, und schrieb ein buch -ls rsrione v-lick», desgleichen eine Historie von seiner zeit. nT/e«-. L «»ßl. ^07/rrtö llc kill. I.sr. I, r c, 24. Elböuf/ siehe Elbeuf. Elcatif/ eine stadt in dem glücklichen Arabien, zwischen Iazach ndBareat. Von derselbiqen hat das meer ck Elcatif, sonst auch ollo tic L-iller^ seine benennung. Elcesai / siehe Elpai. ssssOss8ss.HL oder eic-lli, sonst auch 3->mpll- genannt, waren ewiffe ketzer iin z seculo,welche ihren Ursprung und benennung von inem,namens «"ic-ll» habender von etlichen e>x-» und genen- et wird. Sie sollen viel ungereimte dinge gelehrt haben /nenmch, aß 2 Christi wären, ein oberer »nd ein unterer, und daß der untere hristus aus der Jungfrau Maria gebohren , eine blosse creatur, nd von dem obern Christo gantz abgeschieden sey. Den H. Geist aben sie bald mit Christo confundiret,bald aber gelehrt, daß der H. Zeist die schwester Christi wäre, auch haben sie so wol Christo ls dem H. Geiste einen leib beygelegt, und so wol von der länge, 9 öc 7;. «je k-xiell c. ZL ^ 3» k. I. kill. ecci.!. 6 c. Zl. 1.7 c. 24. all snn. L. wz lr. all ann. 249.6cc, T Z Eicht/ 150 elc eld ele Elche/ von den alten,wie etliche meynen,Jllice genannt, ist eine kleine stadt in dem «spanischen Königreich Valencia,gantz nahe bey Alicante,in einer an wein, öel,datteln nnd andern fruchten überaus fruchtbaren gegcnd, gelegen. Wiewol das meer fast 2 »neuen davon entfernt ist, fo findet man doch mchrentheils nur als geialtzen Wasser daselbst. Der Kayfer Carolus V hat diesen ort mit dem titul eines Marggrafthums beehrt, und zwar in der perfon Vernarbn» 6c Cardena,Hertzogs von Maqueda. oo/mc^?-c>c>ic. clelLff.p. »48- Elchingen/ Aychlingen/ ist ein kloster in Schwaben, nicht weit von Ulin, an der Donau , über welchen fluß steh daselbst eine brücke befindet. Es ist an. 1128 von Conrado, Hertzoge zu Sachsen, und dessen gemahlin, einer Hertzogin aus Schwaben, gemistet, an. 1142 aber von Alberto, Grafen zu Runenstein, aufs neue erbauet worden, nachdem es durch eine feuers-brunst im rauch aufgegangen. Der Abt hat, als ein Stand des Teutschen Reichs, einen fitz bey Reichs-versammlungen unter den Schwäbischen Prälaten, und trifft man »eine unterschrifft in den Reichs-abschieden n n>3nrill3 3ci comnienrscium.X. V. c. 14. .ca,,!>n. 8vcv- 26 Virriac. I. 2 7. 7s ^>. ,2-74. 64 lec^. ör<- ce/r». < 3 . 8. ?. 1 seculi Rlüppel deyge- naimt- Jörge Wilhelm war an. 7 6z 9 des Teutschen ordens Coin- tur zu Ellingen, Land-Comtur in Schwaben, Kavscrlichcr Rath und Cammcr-Herr, >vie auch «Statthalter der Herrschafflcn Freu- denthal und Ellenbcrg in Schlesien. Dessen bruders söhn, Philipp Adanr, war Dom-Herr zu Würtzburg, resignirte aber an. isgz, und vermählte sich mit emer Gräfin von Hatzfeld. v. lik. Tfcicl. p. 148. Elda / eine kleine stadt in den» Svanischcn Königreiche Valencia,an einem tlcincn fluß,ü mcileu »vcstivärts von Alicante, gelegen. Sie führet den titul einer Grafschasst,und ward an. 1708 von Phi- lippo V dein Neapolitanischen Hertzoge von Atri gegeben, weil der vorige besitzet sich »or den König Carolum III erklärt hatte. clclic. clc I'Lff. p. Eldad / ist der naine eines von den 70 Acltesten des Volcks Israel, welche Moses abgesondert hatte, und welcher nebst Mcdad in dem lager weissagte. n. c. 7 v^rLiipom. 2„. 244s. Eldachscn/ eine kleine stadt, und der Haupt-ort in der alten Grafscham Hallcrmünde an dem walde Hallerbruch, gehört ietzv zu dem Fürstenthmn Calcnbcrg. Eldan / oder Heida» / Bischofs von Glocester in Engelland, lebte um das jähr 49°. Man legt ihm verschiedene schrifften ben, und unter andern eine, welche er vor die gebohrnen Britannicr >vi- dcr die «sachssn schrieb. 6- lccipr»c. ^ng>. Eide / ein mittelmäßiger fluß in dem Mecklenburgischen Für- stenthum Wenden, entspringt aus dem Plauen-ste, »ind fließt auf Lubitz, Parchim, Nicstadt, Grabow und Eldcna, bey welcher letzten» stadt er sich theilet, und in etlichen armen bey Daimtz in die Elbefällt. Eldcnau/ oderEldena/ in dem vor-Pommcrischcn district von Gützkoiv, zwischen Gryphsivaldc und Ludwigsberg, au einein kleinen arm von der ost-stc, gelegen. Ehemals war es eine Abte»; man hat aber dieselbe, nebst deren zubchörimgen, der Grvvbswal- dischcn Universität zugeschlagen. In dem Mecklenburgischen Für- stenlhmn Wende»» an der Elbe liegt ein städtlein gleiches namens, barzu ein amt gehörig. 83x. „c. p, 79. Eleazar / »var einer von Aarons söhnen,»vclcher seinem varcr x». 2492, 7». c. 1492 in der Hohcitpricstcrlichcn würde folgte, und nebst Iosua das heilige land einnehmen und austheilen halff. Er starb, nachdem er das Hohepricstcrlichc amt 12 jähre verwaltet hatte. N,T>E. 10.^7.74, 77, 9. 7,777 sn. r 8z lcgg. Eleazar / ein brudcr Simonis, mit dein zunamcn des gerechten,folgte seinem bruder in der Hohenpricsterlichcn »vürde, weil dessen söhn Omas „och gar zu jung »var, dieses amt zu bekleiden. Mau gibt vor, daß unter seiner regierung der König Ptolcmäus Philadclphus 26000 gefangene Iüden aus Egvpten zurücke geschickt, dabei» ein höfliches schreiben nebst anftbnlichen präsenten an diesen Eleazar abgeben lassen, und zugleich ersucht, ihn» das gesetzt der Iüden zu übersenden. Woraus denn auch dieser Hohepriester um das iahr der Weltz700, 7». c. 284, nebst dem gesetzt 72 Dolmetscher nach Egypten soll gefandt haben, »reiche dassclbigc, odcr ivic andere »vollen, das gantzc alte testamcut i» die Griechische spräche übersetzet. Welche Übersetzung daher der 72 Dollmetfcher gencn- net wird. Allein es haben heutiges tagcs die gelehrten noch viel dabev zu erinnern,und »vollen sich solches von dcmAristea,aufdcssen autorität fast alles ankommt, und von dein Josepho, nicht schlechterdings bereden lassen. snrig. I. ir c. 2. Z766 icgg. Eleazar/ mit dem zunamcn Auran/der zte »u»d letzte sohndcs Matbathia, lies; sieh nebst sciiicu brüdcrn angelegen semi,die Jüdische religion tapffer zu vertheidigen. Insonderheit that er sich in der «chlacht hervor, welche sein bruder Judas Maccabäus mit den, Koiiige Antiocho Eupakorc 7». xi. »820,7». <7.764,o«)mp, 144,1. v.o. 490 hielte. Denn ha er einen elcpbanten, der höher u»»d besser gerüstet »var, als die übrige»», gewahr wurde, und gedachte, daß ele der König daraußware, drang er durch die feinde, nachdem er viel auf beyden leiten getödtct hatte,und machte sich unter den elephnn- ten, den er auch erstach, doch so, daß er aufibn fiel, und er dadurch getödtet »vürde. 7 I Lc 6. I. >2. äniiTj.c.jj öc l^ Eleazar/ ein söhn Eliud; seiner wird in dem geschlecht-register des Herrn Christi gedacht, >, 15. Eleazar / ein vornehmer Schrifft-gelehrter im Jüdischen vol- cke, »var so standhafflig, daß er unter der Verfolgung Antiochi lieber die gröste marter und den tod leiden, als nur den schein haben »volle,daß er von dem väterlichen gesetze abgefallen wäre. Er hatte da- mal sein leben schon auf90 jähr gebracht, r, 6, ,8 lcq. so. 5cpl>u81.18 snriquir. c. 6 gedencket noch unterschiedener, die diesen »»amen geführet. * Electra/ eine tochter des Agamemnonis,überredete ihren brn- der Orestein, den tod ihres vaters zu rächen, welcher vor» den» Ae- gistho »var umgebracht worden, Electra / ist in den Poetischen gedichtet» der name») einer tochter des Atlantis und der Pleionc, welche Corithum, König von Italien, geheyrathet,und von demselben, oder, »vie andre schreiben, von dem Jupiter, den Dardarium gcbohren. «sie soll sich zuletzt nach Samolhracicu begeben, und daselbst geivohnt haben, allwv sie von den eiiltvohncrn Strategis und Electrione gcnennet worden. 0-777Ä. half. >. 4, V. ;i. 2) Eine tochter Oceani von der Thetis, welche nachmals den obgcmeldeten Atlanten» zmn gemäht bekommen. Electra / hieß vor alters ein fluß und eine stadt in Peloponneso, und zwar in der Lanbschasst Messenien, ungefehr izooo schritte von den gräntzen der landschastten Elis und Arendten, von Lawinen aber noch einmal so weit. hieß ehemals, derjenige, welcher über die an die kirchcn und klöster a»»gebauete Häuser, die man ninssii», ucmite, gesetzt »var, und das allmosen austheilte, auch die testaiuente crcauirte. xiLgnuz LlecmolHiorius »var an dein Hose der Fräncktschcn Könige einer von den vornehmsten Geistlichen, und gleichsam der Bisclioffben Hofe. Er theilte die gelber unter die arme» aus , und »var Ober-Aufseher über alle hojpitäler des ganzen Königreichs. LIH.LO8. oder LHLI8, ein zuname des Heydnischen gotts tzLcctzl, von dem Griechischen Wort rx--^kg! welches ein kricgs- gcsck»rcn und eine aufmuntcruirg zum streit in sich halt. Bey bege- hung des fests o-ßis.odcr der Bacchanalien bediente man sich dieses worts, ingleichen wenn man mit den feinden in einein wurckli- chcn gefechte begriffen »var. o-r,,,/. i. 4. wccamorpk. in uro- metli. pLnclieon m^itzicum ^>.50. Elenus/ (Hicronymus) ein Ncchts-gelchrtcr, gebürtig aus Brabant, legte sich anfangs zu Löveu auf die sprachen und eicg^nriores. Nmhgchends, da er zu Orleairs und zu Paris die rechts-gelehrsamkcit studirt hatte, lehrte er selbige eine zeit zu Lo- ven, woselbst er auch in dein Griechischen unterrichtet,und hernach Advocat zu Antwerpen wurde, da er an. 1576 noch gar jung smrl>. Alan hat von ihm ainr-ibsrum leu cxe^cir^rionum Lif jus civileI>8-4. snnokzkiono! sg inlkiruiionez juri; rsnonici I.3ncellori Lcc. tzib» Neig. Eleonora/vou Aragonicn,Königin von Portugasswar die andere tochter Ferdinandi IV, Königs von Aragonien, und wurdeau König Eduarduin von Portugall vermählet, welcher sie au. zur Regent»» des Reichs hinterließ. Allein die Portugiesen ernennten Petrum von Portugall, Dertzog von Coimbra, zum Regenten, darüber sich Elconora vergeblich beklagte, und nach Toledo degad, woselbst sie den zg fedr. an. 7445 plötzlich starb. «. 70 ex r>, t 7 r/co 7 rcc//o 7 V>c. Eleonora/von Castilicn,Königin von Navarragvar eine lochte r Hcnciei II, Königs von Castilicn, und vermählte sich an. N'? den 27 may mit Carvlo III, Könige von Navarra. Als sie sich aber nachmals mit ihrem gemahl venmeiniget, begab sie sich in Cast«- licn, da sie einige ausstände unter den Grossen des Reichs wider «d- rcs bruders söhn .Henne»»»» III erregte, der daber gezwungen wurde , sie auf den» schlösse Roa zu belagern, und sie endlich ihrem gemahl Carolo zuschickte; welcher sie mit sonderbarer großmüthig' kcit aufnahm, und mit ihr 8 kindcr zeugte. Sie starb zu Pampelo- ua den z urertz an. 7416. 1.10.^47-«»«. Elconora/ Königin von Engclland,war eine tochter Raum»«- di Bcreugarii V, Grafen von Provence. Sie wurde an. irzS an König Hcnricum III von Engellalid vermählt, welcher mit ihr Eduarduin I, Edmund»»»», Grafen von Lancastcr, »nid; tochter, Margarctam, Beatricci»» und Catharinam, davon die erstere an König Alerandrum III in Schottland, und die andere an Hcrtzog Johannen» von Bretagne, verhcyralhct worden, gczeugct. ssaw den» tobe ihres gemahls ließ sie sich in der Abtei» zu AmbrebunM eine Nonne einkleiden, und starb daselbst an. 129«. Sie »virdren vielen wegen ihrer klugheit und gottesfurcht gerühmt. öc 3 ?o, 7 c/,k in hilf. cje »3 ?covcnce 7/77 in hilf. Eteonora/ oder Alieliora/Königi» von Franckreich und her- »»ach von Engclland, »var eine tochter und erbin Wilhelini IX, des letzten Hertzogs von Guicnne. Sie »vurdc an. 71 »7 an Lulwvi- cum VII von Franckreich vermählet,welchem sie dadurch das Hcr- tzvgthuin Agnitanien oder Guicnne und Poitvn zubrachte,und «m in währender ehe 2 töcliter Maria»»» und Adelheiden gebahr. Nachgehends, als sie ihren gemahl in dem zuge in das heilige lano hegieltew« e!e begleitete , gieng sie etwas zu frey mit einigen ausländischen Prin- tzen, insonderheit aber mit dein Fürsten zu Antiochia, ihrem nahen verwandten, um; dahero man sie beschuldigte, als wenn sie eine verbottene liebe mit ihnen unterhielte,zumal weil sie einmal von ihrem gemahl sagte, sie hätte an ihm keinen König, sondern einen Münch. Weswegen Luddvicus, als er wieder in Franckreich kam, unter dem vorwande der gar zu nahen anverwandtschafft, sich auf der zusammenkunfft der Geistlichen zu Beaugenci an. 1152 von ihr scheiden ließ, (8) wodurch er aber seinem Reiche grossen schaden that. Denn gleich 6 wochen hernach verwählte sich Eleonora wiederum mit Henrico, Hertzoge von der Normandie - so hernach König in Engelland worden, und brachte demselben Guienne und Poitou zu, wodurch solcher den halben theil von Franckreich besessen, welches der gründ der nachmaligen kriege zwischen beyden cro- nen war. 0 ) Doch ward ihr dasjenige, wonnit sie ihren ersten gemahl beleidigt, von dicstm wieder vergolten. Denn Henricus II legte sich unterschiedliche concubinen bey,und,als Eleonora die patz they der Ander, die sich wider den Vater empöret, angenommen, ließ sie Henricus ins gefängniß legen, darinnen sie 14 oder 16 jähr geblieben , und nicht eher, als bis nach dem kode dieses Königs heraus gekommen, (a) Endlich begab sie sich in ein kloster, und starb in dem zu Fontevraud den z 1 mertz an-1204. Sie war sonst von grossem verstände, und hat an den Gabst Cölestinum III, inglcichen an Henricum Vl, RicharduM und Johannem ihre söhne, briefe geschrieben , welche davon zeugen können. Es werden auch ; briefe, die sie an den Pabst geschrieben, dem Petro Blesensi beygelegt, und befinden sich itt seinen wercken. (-) vNa uuNovici Li-m, or- 1.1; all an. 11:7 p. ;ti. t. z all ll. a. 2p. stanz I'tiill. lles kvcguss lle poitierz. (b) i.,6 c. 27. LÄÄ-v. sp.ll« LKe/ire L. 4 p. z>,i. ap. Äs r. 4 p. 44; in ckron. all an. i>;>. Lo»ri». I. Loöe/r. lle ^lomerllll.a (c) ll. I. (ll) Tick«-,/--. p. 7^4. I. ; c. 14. cliron.aci an. 117;. (e) Liar/Ä. all an. ,19z. La^o-r. in annal. t. ir all an.iiyI n.r uiguc 19. Le/» cpill:. r»6 ik. 144, 74;, 746,154. in nor. all?crr. Lies p. 7?t. Eleonora / von Oesterreich, Königs Francisci I in Franckreich andere gemahlin. Sie war Philippi I, Königs in Spanien, und Iohaunä von Castilien tochter, gebohren zu Loven den 24 nov. an. 7498. Sie hielt sich in den Niederlanden bey ihrem bruder, dem damaligen Ertz-Hertzog Carlen auf, und spunne da ein liebes-ver- ständniß mit dem Pfaltz-graf Friedrich,einem Wohlgestalten und in Ritterlichen Übungen sehr geschickten Herrn, an; allein der von Croi, welcher an diesem Hofe alles galt,dem Pfaltz-grafen nicht gut war,und vor rathsamer befand, durch Vermählung brmeldter Prin- tzeßin an den verwittibten König in Portugall, vor den jungen Grintzen den Spanischen thron von selbiger feite zu bevestigen, verrieth dasselbe König Carlen um die zeit, da derselbe an. 1517 seine erste reise Nach Spanien thun wolle, und deswegen zu Mittelburg auf guten wind wartete. Zu allem Unglück hatte der Pfaltz-graf an Eleonoren geschrieben, und ihr einige anschlüge gegeben, daß sie zurücke bleiben und ihm nach Teutschland folgen folte, welchen brief König Carl, weil er davon Nachricht erhalten, seiner schwester aus dem busen hervor zöge, dem Pfaltz-grafen den Hof verbot, und sie mit nach Spanien nahm,da denn an. i;i9 die heyrath mit dem Kön ige in Portugall vollzögen ward, dem sie einen Printz und Prmtzcßin gebohren. Nachdem sie aber an. 1421 zur wittwe worden, lebte sie in Spanien andern Kaiserlichen Hofe,da sich denn der Pfaltz-graf «dermal vergeblich um ihre liebe bewarb , indem sie theils selbst als eine gewesene Königin sich Nicht niedriger betten wolte, theils auch der Kayser mit ihr auf eine neue staats-vermah- lung bedacht war. Deswegen versprach er sie anfänglich Carlen von Bourbon, als er denselben auf seine feite zohe, hernach aber ward stein dem Madritischcn frieden an. i?26 dem König in Franckreich Fkancisco I zugesagt, wiewol die Vermählung wegen allerhand dazwischen kommenden irrungen eher nicht als nach den, Cambresischen frieden an. 7529 vollzogen ward, da sie mit den Französischen Grintzen, die als geissel in Spanien gewesen waren, nach Franckreich zog. Wiewol sie nun der König, dem sie nicht schön und anmuthig gnug war, nicht liebte, und sie also mit dieser hey rath gar mißvergnügt war, so wüste sie sich doch mit grossem verstände in ihr schicksaal zu richten, und that nach Möglichkeit alles, was sie zum wenigsten bey ihm in ansehen erhalten kuttte, gestalt sie denn Mittel fand, den Marschall von Montmorenci zu gewinnen, der dazumal alles galt, auch sich immerdar bemühte, zwischen ihrem gemahl und dem Kayser friede zu stifften,ininassen denn ihr zürn theil der zu Nizza geschlossene stillstand zugeschrieben, auch geglaubt wird, daß die nachmalige unvermuthete Unterredung beyder Monarchen zu Mgucs-mortts ihr werck gewesen, weil sie in Nizza selbst keine persönliche Unterredung zwischen ihnen zuwege bringen können. So war sie auch Um den frieden, der hernach zu Cre- spi geschlossen ward, sehr geschäfftig, allerMassen denn der Kayser ausdrücklich sagte, daß er itt ansehung ihrer dem Hertzoge von Orkans seine tochter geben wolte,und sie that, um ihn bey diesen guten edancken zu erhalten,eine prächtige reise zu ihm nach Brüssel. Da- in begab sie sich auch aus Franckreich, nachdem ihr gemahl am 7547 gestorben war,weil sie von ihm keine Ander hatte, lind endlich begab sie sich nebst ihrem bruder Kayser Carln nach Spanien, wo sie an. i;;8 zu Badajoz gestorben und begraben worden. «« Le//Ä. MomÄ, iil vira krillerici kalarini. Eleonora / Königin von Portugall, war aus dem vornehmen (schlecht derer Teile; von Meneses entsprossen, und an Johannem aurentiunr llc Acunha vermählt. Allein der König Ferdinand'us von Portugall ließ ihre sonderbare schönheit sich so weit verleiten, ele 151 daß er sie mit ihrer guten bewiüigung jetztgedachtem ihrem gemahl nahm, und vor Konigin erklärte. Die Unterthanen waren mit dieser Handlung stbr übel zu frieden j und einer von des Königs Krädern, namens Diouysius, wolle lieber das Königrcich nut dem rücken ansehen, als Eleonoren die einer Königin geziemende ehrcrbie- tung erweisen. Doch das volck,welches einen ausstand erregt, ward durch harte bestraffungen gestillet, und die Grossen bey Hose accoM- modirten sich gleiehsälls. Der erste gemahl aber begab sich in das Königreich Castilien, und trug daselbst auf seiner mütze ein paar güldne Hörner,oder,wie andere schreiben,ein paar silberne,um damit aus der ihm angethanen beschtmpffung gleichsam einen schertz zü machen. Des Königs anderer bruder, Johannes, erkennte nicht Nur Eleonoren vor Ferdinand! rechtmäßige gemahlin, sondern ließ auch durch dieselbe sich bereden, seine eigene gemahlin,welche deren leibliche schwester war, und Maria Tellez a-Meneses hieß, aus einem beygebrachten falschen argwohn hinzurichten. Die eigentliche Ursache, welche Eleonoren zu einer so unverantwortlichen that bewog, war dieses, daß sie ihrerschwestcr nicht gönncte, etwan einmal nach Ferdinand! tode durch ihren gemahl Königin zu werden, indem sie selbst Nur eine eintzige tochter, namens Beatrix, hakte, zu deren Vermählung sie Johünni Hoffnung machte,um ihn desto mehr wider die unschuldige Märiam anztiftifchen. Doch eben dadurch verschätzte derselbe seine anwartung zu der Portugiesischen crone; indem er deswegen flüchtig werben mnste, und hernach da Ferdi- Nanbus mit tobe abgieng , von dem Castilianischen Könige in gesanglicher hasst gchalleu wurde. Vor ihre übrige unverwandten sorgte Eleonora besser , als vor ihre schwester , indem sie zuwege brachte,daß ihr brnderGoncalo Teller-1- Meneses zum Grasen von Mira und Farm, der andre bruder Juan Alonst» zum Grafen von Barcelos,dessen söhn, gleiches Namens,zum Grafenvon ViaNa,und andere zu andern dignitäten erhoben wurden. Ungeachtet aller dieser absonderlichen gnade, welche ihr und ihrem gantzen haust von dem Könige widerfuhr, ward sie demselben untreu, und warss ihre liebe auf einen Cävalicr ausGallicten,, immens Johannem Ferdinandttm Andeiro, welchem siedle würde eines Grafen von Ourem nebst so vielen andern Vortheilen verschaffte, daß ein allgemeines Mißvergnügen darüber entstund. Der König warb am spätesten inne, was es mit diesem favoriten vor eine eigentliche be- schaffcnhcit hatte; da er denn seinem natürlichen bruder, Johann!, Großmeister des ordens von Avis, beseht ertheilte, ihn aus dem Wege zu räumen. Allein die Königin wüste Ferdinandum dergestalt von neuem einzunehmen, daß sie erlaubniß bekam, den Großmeister wAen einiger aufgebürdeten beschuldigungen gefangen setzen zu lassen. Sie gab auch dem Aleaide, der ihn verwahrte, heimlichen befehhihn zu ermorden, welches aber dieser nicht that, sondern vielmehr , da nnmittelst an. 1; 8; der König gestorben war, ihn wieder ^ auf freyen fuß stellete. Hierauf gieng der Großmeister gerade in den Königlichen pallast,und erstach mit seinen eigenen Händen den Grafen von Ourem, und zwar fast vor der Königin äugen. Diese, weil das volck eben so wenig mit ihr selbst , als Mit ermeldetem ihrem favoriten, zufrieden war, retirirte sich nach Alenguer. Daselbst ließ der Großmeister, welchen die Portugiesen zu ihrem ttouver- neur . und endlich gar zu ihrem Könige machten, sich ihr zü einem gemahl anbieten. Allein sie stellete ihm vielmehr nach dem leben, und begab sich nach Santaren, allwo sie den beystand des Königs von Castilien, Johannes I, erwartete, welcher auch, weil er mit ob- gedachter ihrer eintzigen tochter, Beatrix, sermählt war,sich gar bald mit einer starcken armee einsund,um seiner gemahlin recht auf die cron Portugall zu behaupten. Sie zerfiel aber in kurtzer zeit mit diesem ihrem schwicger-fohnc, jd gar, daß sie dessen Vetter Petrum anreitzte, ihn hinzurichten, und sie zu heyrathen. Da dieses der König von Castilien erfahren,schickte er sie nach Tordefillas. Wie lange sie eigentlich nach diesem gelebt, ist unbekannt. So viel aber weiß man, daß sie zu Valladoiid in dem kloster »u-llra 8<-n,„>ra u« kiercell begraben worden. Sie hatte ihrem gemahl 2 söhne, welche alsbald wieder gestorben, und die oberwähnte Beatrix gebohren. Diese letztere war eben so schön als ihre mutter, aber dabey sehr tugettdhafft. Nachdem sie an. i; 90 ihren gemahl, den Castiliäni- schen König Johannem I, verlohren, schlug sie, ungeachtet ihrer rügend , unterschiedener Printzen Vermählung aus, und pflegte dabey zu sagen, daß ehrliche weider sich nicht zweymal verheyrathen müssen» Ä 9- Lo«/« epic. lle las llill- LvttligVcL k, Z c- yj 7 o, il. lliii. lle Llpanna I. 17 r. 76 1 .18 c. 7 I- c, 19- Elephanren-orden/in Dänemarcksiss von dem Könige Canu- to VI, als er an. 7190 wider die Heyden zu felde zög, gestifftet, und von Friderico I oder Christiano I, vollends zu stände gebraßt worden, als dessen Printz Johannes an. 1448 mit des Churfürsten zu Sachsen Ernesti tochter, Christum, zU Lunden itt Schonen vermählt wurde. Das Halsband des ordens bestund vor diesem aus Wechselsweise in einander geflochtenen elephanteu und ancker-for- migen creutzön - an welchem das bitdniß der Mltter Gottes hieng, die mit sonnen-strühlen gecrönet war, und das Jesus-Kind auf den armen hielt. Heutiges tages tragen diese Ritter an statt des ehemaligen Marienbildes bey grossen solennikaten nebst ihrem besondern ordens-habit eine güldene kette, daran esn lhurn und ein ele- phant wechselsweise aneiuattder gefugt. Ausser solchen solennita- ten tragen sie an einem blauen bände von der lincken achsel gegen die rechte feite einen Missen amulirten etephantcn, so auf einem grünen rasen stehet, auf dem rucken ein silbern thümlein hat, und mit ? breiten diamanten, in form eines creutzes, versetzet ist. Über dieses haben die Ritter einen achteckigten silbern stern auf der lincken brüst, in dessen mitte ein silbern creutz im rothen selbe zu sehen. Dieser orden pflegt nur Durchläuchtigen Personen gegeben zu werden,und kau deustlben heutiges tages niemand erlangen, als der / iZ2 ele schon eine zeitlang Ritter von Danncbrog gewcstn. llillo,-. X>/r^L» ÖLnis. /cr/rsssÄ ctiron. I)sn. clioiogr. I)zn. »t/s/r-r«- clc vriH. orll. Orn. kÄi/r/r lllexrre ll'lionneur ÜL cie cticvsl. R.llter-orclen. ^>llilokos>ll. le^rLbcnll N,r tc^. Te»- Le// monskl. untere. m«nll k^ov- sn. 169! p. 92; leg. Lr>,^e^Ä» bre- V>sr. egucttre. Elephantina/ eine grosse insul, welche der Mus in Ober- Egypten macht. Die bäume sind allda staks grün, und Weinberge allezeit mit blättern bedeckt. Hier endigen die Egypter ihre schiff- fahrt anfdem Nil , und treiben mit den Aethiopern Handlung. Es ist diese insul von einer andcrn,welche Philes gcnennet wird/ unterschieden. Drcrkrt» snnsl. l/b. r c. 6- I. z c. 9. 1.17 c. ri. in pliLleg. 1.4 c. 16. Elephantis / eineGriechiftheweibs-person, welche verse gemacht. Man weiß nicht/ zu welcher zeit sie gelebt/ sondern nur/ daß sie ei» gesuchte, «<--1-°-«-,/---,^ genaunt/ verfertiget / worinnen sich eine grosse Menschheit blicken last / indem sie von allerhand arten des beyschlaffes gehandelt. Martialis erwähnt desselben. Auch findet man bey dem m-«-o von dcrselbigen Nachricht; inglcuPen ge- dencket Lueconius in dein leben des t -b-rii dieser bücher. ?//>/. I. 28 r. 7. §«eko/r v>r. I'iberü c. 4;. sciv- gcncil. sittr cis 90er. OrnciL. Elerius/ ein Engelländcr / war einBcnedictiner-Münch zu Cambridge , und lebte um das iahr süo. Er schrieb das leben §. Bcneftedi/darans der Münch Robertus,welcher es ;oa jähr hernach von neuem herausgegeben / ein grosses theil von seiner crzeh- luug genommen, llü Icri^c. /rngt. t-'oF-r/ö ciellltt. j,sr. I. 2 c.r6. Elesbaan/ ein König in Acthiopien / war em weiser,tugend- hasster Herr. Er gab an. 522 das über dre land,chasst der Homeriten dem Dunaan, einem Juden und Christen-semde / welcher zur danckbarteit die ivaffen nnder ihn ergriff/ und da er überwunden worden / seinen grimm an den Christen / so m derselben gcgend lebten / ausließ, t>nd Mit ihnen tyranniseh ningieng. Als der Kaystr Instinns von solcher grausamkcir Nachricht erhalten / sandte er Asterium / den Bischoffzu Alerandria / zu dein Elcsbaa»/ wnhlung der erde mit seinem rüssel furchen machet-dcr götiiil Ceres absonderlich geherligct war; oder auch wegen der unaeweinM fruchtbarkeit desselbigen. Hiernechst musten sie sich derfeuschhejt beflissen haben / auch sich ferner von aller fleischlichen Vermischung zu enthalten vorsetzen, so lang die --ur.snon oder einweyhung währen solle; sonst halffihnen das werck nichts. Wer sich nun also durch die minors m> !tcr>L hatte reinigen lassen / der hieß ivivttz, und durffte in dem tempel der Ceres nur in dem vorhofe stehen, nach der zeit aber kam er weiter / nemlich ;n denen grossen mchmiz, und ward da er in das innerste des tcmpels eingelassen, und also die geheimsten fachen von diesem gottesdienste zu sehen bekam ; wiewoiauch solches dicsenLpoxu. sechsten nicht von der ersten stund an / sonderen erst nach und nach vergönnet wurde; neben deine / daß immer wenigst ; jähre verlausten mußten / zwischen der einweyhung mit den kleineren und deren mit den grösseren mvllc- rii-, oder zwischen dem stände der klcktärum und der Lpogc-rum, Die -niciLlio sclbst aber geschah folgender Massen; Diejenigen, so sich heiligen lassen wollen/ giengen zu Agra des nachts in den tcm- vcl der Ceres, hatten myrtcn-krantze aufden Häuptern / und so bald sie dahin kommen waren / wuschen sie sich die Hände / hierauf liess der Hierophanta aus, daß sie sich mit heiligen hertzen und Handen bey diesem gottesdienst finden lassen sollen / und last ihnen hernach aus ihren allen Mu^-büchern, (welche sie in einem steinern gefaß genannt/ aufbehielten/) wie sie sich verhalten sollen / verschiedenes vor / welches alles sie aufschreiben musten. Hierauf wurden sie gefragt / ob sie gegessen hätten oder nicht / worauf sie antworteten : sie hatten zwar noch mchls gegessen / aber etwas von dein tranck c> ccon genannt / genossen. Solches geschahe zum andenckrn der Ceres / welche / da sie ihre tochter gesucht, gefaltet und m stuu- ca nur etwas von gedachtem tranck getruncken. Hierauf sollen ihm allerhand gesiebter und stimmen vor die äugen und ohrcn kommen seyn / wclcdcs ibnen arntt,-»^ daß sie um ihn zürn kriege wieder den Dunaan anzurcrtzen / der dann den- sclbigen in 2 schlachten rmnirce und todtere / worauf er über die Homeriten einen überaus gottseligen Fursteii/ mit namen Abraha- mi» / setzte / und seine lcvens-zeit vollends m einem kioster zubrachte. ^o/r.-r-är/. Le/txe»«-. sn. c. lcgg. l»ik. - 4 -.ck. I. r> c. 4. EleuslN / oder Eleusis / war eine kleine stadt in Attica / gegen die Megarischcn gräntze»/ an dein Smu welche Elcusin / des Mercuni und der Dairä söhn / soll erdanct haben. Sie war wegen des lempcis der Cercris berühmt / unb hatte ehemals ihre eigne Könige, mnstc aber die stadt Athen / da sie mir derselben zu des Erechtei zelten in krieg genech, für ihre gebictherin erkelllien; da hingegen ihr diese zugab / daß die iscr^ (.'--rMs niemals an einen andern ort sotten verlegt werden. Vorwtzo hcist sie Lepline, und ist ein geringer ort an dem ü<-ltU lli Lngiz, oberhalb der insul 8. Brusia in Livadia. LsH)8IXI.fi > ein fest der Athcnienser / so aber in der stadt Eleusis gefcyret wurde / war deswegen angestellet / damit die leuce den göltern geheiliget / und dadurch zu einer unbefleckten lebens-an von mgcnd auf gcwehnek würden. Diese L>cuti,»x waren zweyer- ley, inajors und minoix. Jene wurden im mvnal UoeUrumionc gehalten , und zwar zum andenckrii der Ceres / ivelche / da sie ihre von dem Pluwne geraubte tochter / Prostrplnam / niit fackeln suciice, unter andern nach Eleusis / einer unweit Athen gelegenen stadt / gekommen / daselbst ausgeruhet / und die arr das geirend zu sacn so wohl als den heimlichen Gottesdienst / oder die »>>>,-->2, dem Trip- tolcmo / Eumolpo / Diocli, Cclco mid anderen einivohneren obiger stadt gewicstn. Wiewolen Diod. iLic. >- c. ohne von der aiikuiiffc der göltin Ceres in dieser gegend / als welches cm offenbares gedieht ist / zn gedcncken/ erzehlct/ Ercchtheus hätte disen Gottesdienst angestellt , und aus Egypten mit sich in das land gebracht / als er zurzeit einer grossen dürre / und daher cnolgcem Mangel an ledeus- mittcln / früchtcn aus EgYPlcn geholt, und damit das volck von der grossen himgersnoth befreyct hatte; für welche gutthat er auch von dem Attischen volck wäre zum König angenommen worden. Die minorL geschahen zu Agra, einer kleinen stadt bey Athen, im monat Trnriicttcrio,,-, und zwar aus folgender Ursache: Als Herculi von dem C'nrystheo aufgegeben ward, den Cerberum aus der Holle z» holen / er aber nicht eher / als biß er >n,r,2mr war / hinunter gehen wolle / und gleichwol auch niemand die wissen diirnte / wenn er nicht von Athen gebürtig war / so gieng Hercules nach Eleusis / woselbst ihn Pylius zu seinem john annähme / woraufinan jhne der i»iri^>on, nickt zwar deren grosse,, / aber gleichwol der kleineren mvKci-iorum fähig achtete. Ehe sie aber jo wohl zu den kleinern als'grösseren gelangen konnten / inusten sie erst lilstrirct oder gercimgct werden, welches bey Lein fluß Ilisso geschahe / wobey erstlich dlumcn, und krantze / miß blmiien geflochten, oder genannt / gebraucht wurden / hernach der-/so die lullrLnn» oder rcinigung verrichtete, und -b--ck^oc, oder der fa- ckcltrager gcncnnct wurde, dem andern ein feit von dem opffcr / so lnan dem Jupiter gebracht hatte, und «o-/-hiesse / mirgabe. Hicrauffwurde selbiger ferner mit wasscr gcbadet/und zwar in dem fluß Jlissus / da man denc / so diese kunctton verrichtete / nenetczalich pflegte da ein opfcr geschlachtet zu werden,und zivar von einem sck>wein,oder eigentlicher z,i jagen, von einem tragenden mul- ter schwciw entweder iveil dieses tbier-mls welcbes gleichsam in auf- ^ . .- we' Utt .. m, welches ihnen grosse» schrecken verursacht, auch will m«i, ß sie das bild der Göttin mit einem gantz außerordentlichen gliws fmicklcnd gesehen babm; solle auch dabey bald finster, bald lM worden seyn. Endlich aber wieß man ihnen allerhand La- runler auch ein weibliches glied war, und ließ sie mir denen wvrnn > woraufdiese ab, und andere an deren stelle traten, mit welchen man eben dergleichen ceremonien vornahm. Die vertonen , so bey diesen letstercn ceremonien ihr amt verrichteten, waren, kicroptiLnrx, clulluclius, rex iscrorum. und Es ivurde auch ciiieMagistrats-persvhn vonObrigkcitö wegen da!» ernennet, die auf alles gute acht haben, und was da der Obrigkeit zukäme, besorgen solle, die wgrd gcnennet f-rs-^rüc oder der K- nig, ohne Zweifel, weilen sie dabey dasienige thäte, was ror-na- len, da das Attische und Eleüsinische volck noch Könige haltm, vm diesen ist verrichtet worden; wie aus einer gleichen ursach bey dem Römcren auch der littst, > cx iscrvrum, geblieben ist. Das kleid, ß> sie bey dergleichen imri^on anhatten, zogen sie nicht eher vvw labe , als bis es zerrissen war, und alsdenn constcrirten sie es cnsirc- der der Ccreri und Prostrpina, oder machten vor ihre kindcr m>i-. dcln daraus. 2>n übrigen ist auch zu incrcken, daß zwar in d« ersten zeiten nur Athemenser zu dieser einweyhung gclasic» lvockc«, weiche fast alle dnrchgehcnds dieselbe annaincn ( dayer es auchLo- crati mid Demonacc, für eine Missethat ausgedeutet ward, dMe dieselbe nicht gesucht hallen ( aber in denen folgenden zcitcn, alle Griechen, und demnach ftrncrs gar alle völckere den zugaiiz dazii erlanget haben ; niaffen dann schon von Anacharsi dem SwllM geiviß ist, daß er die wcyhimg erhalten, wie lange zeit hernach wch Römer, so vielen es nur beliebte, an diesem aberglaubm lck'flge- nommen, linder welche so gar T. Pompomus Atrieus dcr Mse fteimd des Cicervnis, und Kayscr Augustus selbst zu zehlcn siad. Die nun endlich also gcweyhct waren, stunden iir den gedanstm, sie wären vielniebr als andere leute zu ausübnng dcr lügenden geschickt, und würden auch darzu von der Ceres , als welche ihnen allezeit guten rath eingäbe, secundirct. iLie glaubten auch, sie den deswegen sowol in ihrem leben glücklich, als auch nachdem lebe in grösserm ansehen seyn, und vor den andern verstorbenen die ober-stelle beimen; hingegen wer nicht initiert war, der würde nach dem tobe stn Wamme stecken, und Nicht heraus kommen, im lebe» aber durM er in den tempel Cercris nicht komme«, wie denn der letstere Philipvus, König aus Macedomen, deswegen mit tm Athciiicnsern emcn krieg angefangen, weil sie ein paar iungc pucM von seinen Unterthanen, die sich ohne vorher die weyhung m>pM- gc» zu haben, linder dem übrigen volck in diesen tempel bcgchm, mit urtheil und recht zum lob verdammt und umgebracht ballcil- Die fremden, ingleichcn wer nickt lusi darzn hatte, der zaubcrky ergeben war, einen menschen radgeschlagen hatte, oder sonst aü lasierbassles leben führte, kunte nicht initirt werden. Man duG aber von allen, dem,was dabey vorgieng, niemand bey lcbens strasi etwas jagen, wie denn Aeschylus, als er in seinen tragddicn eiM dahin zielende Worte iaiisjcn ließ, bey nahe um seinen kopffgekrin- mcn >väre; und wer dergleichen gerne anhörte, dcr verfiel in MG strafe, zudeme so wurde auch alles durch fremde und sonst unO wohntiche namen verdeckt, wie dann die Ceres sechsten allda änderst als durffte genenirct werden. Die Cretenscr HG gegen machten daraus nichts, sondern offenbarten es allen le>M l wert sie mcyntcn, die m^sscr-L waren von ihnen her und zu andem völckern gebracht ivvrden. Dieses fest währte y gantzer tage. Lee erste hieß congxc8Lcio. an demselben gejchah die schon tt- schriebeilc iniri-iian. Der andere hieß ss E- ü«. weil sie sich aus meer verfügen und daselbst waschen muM. ele Am dritten tage opfferte man der Cereri eine barme (ist ein fisch der . bey den Latemeren unterm nabmcn "-mu bekannt , von den Griechen aber genennet wu Pe / und also in dieser sprach auf die dreyfache gestalt und eigenscha t, so man der göktiu Ceres vorzulegen pflegte, gleichsam spielete.) nebst etwas gcstossener gerste , dabey niemand von der Iunonis ihren Priestern seyn durffte. Den vierten tag setzte man einen korb mit blnmen, granat-apffeln und mohnhäuptern angefüllt auf einen wagen / weicher von ein paar ochsen gezogen ward. Hinter demselben gieng das frauenzimmer her , welches aufihren Häupten eben dergleichen körbe trug. Man, that dieses zum gedächtniß, weil die Prsferpina, als sie Pluto ge- raubet, blumen gesucht, und weil die Ceres ihre traurigkeit zu vergessen , mohn gegessen hatte. Den fünfften tag giengen die myü-e, manns-und weibs-personen mit fackeln des nachts in prcicetlion, und ein jeder befliß sich darbey eine grössere fackel zu haben als der andere. Den sechsten tag trug man den Bacchum, Jovis und Ce- reris söhn / in einer proc-llMn auß der stadt Arven von dem Cera- mics an/vurch die sogenannte heilige pforte, und über den weg der auch von dieser eeremonie die heilige straß genennet ward, biß nach Eleusis. Den siebenden tag ließ man sich aufdem kampffplatz mit ringen sehen, der überwinder bekam ein maaß gerste zur dclohnung, weil die Ceres die gerste zu Eleusis erfunden hatte. Der achte tag hieß LpwLurm, weil Aefculapius als er sich zu Athen initiiren lassen wolte, denselben tag von Epidaurus ankam. Man pufferte wieder an demselben, und wer dre >mnzi,on versäumt hatte, oder aus gewissen msachen.mcht darzu kommen können, mit dem ward sie denselben tag vorgenommen. Der letzte tag hieß , welches ein töpffern gefäß heißt / so unten einen ebenen boden hat / darauf manns stellen kan, deren nahmen sie zwey , fülleten solche mit Wasser / und setzten den einen gegen abend / den andern gegen morgen zu. Hierauf kam einer, welcher einige^mystische Worte sagtt, und die topffe mit dem wasser umstieß. So lange dieses fest währte, durffte niemand den andern in arrest nehmen lassen, oder eine sup- plic übergeben, bey welchem lelsteren fahl der schuldige gar solle das leben vcrwürckt haben; keine Weibsperson durffte nach Eleusis auf einem wagen mit zweyen pferdten bespannt, fahren, bey 6000 drachmaS strafe; und scheinet gar, daß man bey diesem Gottesdienst keine pftrdtc habe leiden wollen; Massen auch alles dazu nöthige geräthe lediglich durch esel hat müssen berbey geschlcppet werden. Villeicht hatte man die ursach davon hergenommen, daß eben Proscrpina durch den Pluto auf einem mit 2 pferdten bespannten wagen sollte entführet worden seyn; man pflegre auch eine fache desto mehr zu betheuern, bey den zu schweren. Dieses fest währte biß zu des Kayfers Valentimani zelten, weicheres abschaffen wolte, aber von vrLrexrsro, Qr.-vcuv procoinuie, verhindert ward. Endlich aber machte Theodosius 8ewor dem gantzen Unwesen ein eirde. Man hatte dergleichen fest nicht allein zu Athen, sondern auch an verschiedenen andern orten, sonderlich aber zu Lacedämon, Phlius, Celea, Parrhasus, bey den Pheneateren in Creta, und endlich auch zu Rom, allwo Kayser Claudius zuerst dieses vornem- mens gewesen, Hadrianus aber diclelbigc wüccklich und vollends eingeffihrt hat. siehe und tcU>5 OrL-corum. * Eleustus / Bischofs von Cyzicus, war das Haupt der Seini- ariancr oder Macedonianer,und befand sich mit aufdem ersten allgemeinen Constantinopolitanischen conciiio, welches an. M ge» halten wurde. Der Kayser Theodosius setzte scharffin ihn, daß er nebst Bischöffen von seiner parthey sich mit den rechtgläubigen vereinigen möchte, und stellte ihm vor, daß sie sich schon an. z68 durch ihre Deputieren an den Pabst Liberimn darzu verstanden. Allein Eleusius antwortete, daß er es lieber mit den Arianern als mit denen, die sich rechtgläubige nennten, halten wolte, und begab sich also von Constantinopel weg. Vorhero unter dem Kayser Julians ward er in ein gefängniß geworfen, weil er das heydenthum zu Cyzims auszurotten war bemühet gewesen. Der Kayser Valens besaht ihm an. ;66, daß er den Manschen glauben annehmen solle , welches Eleusius zwar anfänglich nicht thun wolte,endlich aber aus furcht sich darzu entschloß. Doch gereuete ihn solches wieder, also, daß da er wieder nach Cyzicus gekommen, er sich in der gemeine mit thränen beklaget, daß man ihn solches zu thun gezwungen ; verlangte auch, daß man einen andern an seine stelle setzen falte , welches er doch nicht erhalten kunte, weil er bey dem volcke sehr beliebt war. !. ;. c. 8. >. 7. c. 7. Luro». 2N. z8l- IN vir. yzst!. Ac. Eleusius / oder Geovgius / ein Priester, welcher unter dem Kayser Heraelio und dessen söhn Constantino in dem 7 ftcnlo lebte. Er schrieb das leben 8. Theodori seines Präceptoris, welche bey dem Surio aufden 20 april zu finden. Eleuthera / siehe ApoUonia. sssKUsslbH > waren ehemals ein theil der o-Murcorum in Gallien, weiche diesen «amen von der freyheit, die sie vor den andern ollurciL gehabt, zu rühren scheinen, um so mehr, da noch aus anderen örteren Cäfaris klarwird, daß die Griechische sprach, sonderlich bev denen mittägigen Gallieren gar nicht unbekannt gewesen ist. Für ihre Haupt-stadt wird das heutige Aldi in Languedoc angegeben. fest, welches die einwohner der stadt Plata-2-M Böotien und anfangs neben ihnen alle Griechen, nach der aMdimng Aristidis, als deren obersten Feldherren gegen die Perser dem sovi xici-.rkci» alle e jähr einmal hielten, um sich dadurch des sieges zu erinnern, welchen die Griechen über den Persischen General Mardonium bey Plataca besuchten. Sie hielten ele elf izg dabey einen wettlauffoder »Zonem Zz-irmicum bey dem altar des sto. VIS Lieucn^ii. Nachgehends feyerten dieses fest die Platäenser allein alle jähr am 16 tage des mouats ^wLeleiiunis, an welchem sie eine solenne Processen hielten. Vorher giengen die trompeter, hernach wägen mit myrten-und andern krantzen beladen, ferner ein schwartzer stier zum opffer. Hierauf folgten vornehmer leutc kinder, welche wein, milch, öl und salben, die man bey dem todtcn-vpffer gebrauchen wolte, trugen. Nach diesem kam der Archon zu Platäea, hatte ein pmpur-farbes kleid an, und ein schwerdt in der Hand, da er ausser diesem fest weder einiges eyscn anrühren, noch andere als weisst kleyder tragen durffte, und gieng also mitten durch die stadt biß zu den gräbern der in der abgedachten schlackst gebliebenen Männer. Daselbst schöpffte er wasser aus einem brunnen, wusch damit die grab-saulen ab, und fälbele sie. Es wurde darauf der ochse geschlachtet, und sowol der Jupiter als der Mercurius an- geruffcn, daß er diese braven männer zu diesem todten-mahl und opffer einladen solle, zugleich goß' er einen bechex mit wein aus, womit er ihnen gleichsam zutranck. Bey dieser solennität durffte kein knecht einige dicnste thun. Zu Samos hieß auch ein fest also, welches sie begrenzen, nachdem sie dem Cupidini einen tempel gebauet halten. Sonst war auch Eleutheria ein tag, welchen diejenigen knechte, die zu ihrer freyheit gelanget waren, vor sich begierigen. OrLcis periLrs. HrstÄM tjc icLtiL Oricc. * 8. Eleutherius/ der 15 Pabst / war ein söhn Abrindn / so Diaconus unterdem Pabst Aniceto gewesen / von Nicopolt einer stadt in Griechenland / gebürtig. So bald er auf den Apostolischen stuhl erhoben worden / schickte Lucius / der König in Britannien/zu chm/und erlangte in die zahl der Christen aufgenommen zu werden /woraufer Fugarrumunb Damrauum hinsandte/ das volck in Britannien zu muffen. Zu seiner zeit breitete sich die Christliche rcligion aus / und zwar vorncmlich zu Rom / allwo sich ihrer viel von dem Römischen Adel nebst ihren weibem und kindern muffen liefen. Er besaß den heiligen stuhl von an. 171 bis an. 18;. Einige meyneu / er sey als ein Märtyrer gestorben. l. z. c. z. L«/.I. 4. L s. icsin IN ciirnn. vikis pillik. ^ 8. Eleutherius/ ein Bischoff und Märtyrer. Man mennet/ er lcy um das jähr 70 gebühren / an. 80 zu Rom unter die Geistlichen ausgenommen / und hernach Bischoff worden / ob er aber zu Troja in Italien die Gräfliche würde besessen / ist ungewiß. Als er in dem vorhaben die Heyden zu bekehren auf der reise nach Assyrien begriffen gewesen / soll er getödtet worden seyn. Kayser Arca- dms bauele ihm zu ehren in Constantinopel eine kirche/und legte seine reliquien darein / welche aber letzo zuRietiund Lerraeina gezeigt und verehrt werden. Lpr. Eleutherius / des Kayssrs Heraclii Exarch oder Gouverneur zu Raveima / straffte anfänglich diejenigen /welche wieder den K ayier rebellierten / that aber hernach selbst dergleichen. Denn er wolte gerne König in Italien seyn/und bemuhete sich zu dem ende/den solvatcn mit grossen geichencken und verheiffungenzu schmeicheln/in Hoffnung / dadurch zu seinem zweck zu gelangen. Allein sie hatten einen abscheu an dieser verrächerey / schlugen ihm desw-gen den kopffa'o /und schickten selbigen dem Kayser Heraelio/ lM dee. an. 6l7.8ra/rzer csu. Utig ISA. iu exsrcti. Lsvsn- Elrutheropolis / eine stadt in p-li«lttn2> im stamme Juda 8 Meilen von Hebron / und 20 von Jerusalem andemwegenach Gaza aeaen abend. Hicronymns rechnet von dieser / als einer bekannten stadt / die distantz unterschiedlicher örter. Eleutherus/ein fluß in Phönicien / weicher aus dem berge Libanon entspringet / und nun Volama genennet wird. Er lauffk durch Jkuream und Galileam / und erqeust sich in die see /; weilen von Tyro und 2 mcilen von Sarepta / allwo eine grosse menge schmecken zu finden / die sehr Wohlgeschmack fleisch haben. Eleurherus / fluß in Sicilien / siehe LLjsris. Eleward oder Etelwerd / ein Engeländer / lebte unter der remermiq Wilhelm n um das jähr ioyo/und war einen- ckeldesKönjgs Ethelredi. Er wird Patritius zuaenannt/ um ihn von etlichen andern dieses namens zu unterscheiden.An Mathilden/ ftinebase / hat er viel briefe geschrieben / ingleichen eine Historie in 4 b.nchern / vom ansang der welk bis zu ende der regie- rung Edgarl / heraus gegeben. Wilhelmns -le Malmcsdury gc- dencket seiner Iliprvlcgcimeii. Iiillor. Ä-ir/cr«-. Elsied / war eine tochterAlsredi / Königsvon Engcland / und LxcbvvüiiL-, einertochterdes GrafenEthelreds aus Mercia. Sie war von einem kriegerischen gemnthe / und wolte nach ihres qe- mahls tobe sich nicht zum andcrnmal vcrheyrathcn / sondern halff ihrembrnder/ Eduards / die regicrungs-geschaffte verwalten/ befestigte unterschiedene örter/ führte in eigner Person kriegsmöl- ckerwiederdie Dänen / nnd erhielt nnterschledcnc Vortheile über sie. Sieftarb um das jähr 922 ,zn Tamworth/dcr rcsidentz-stadt vonder Provintz Mercia / worüber sie ihr vatter zur Königin gemacht halte. List. vol. > k- ;s - 60° Elfsborg/siehe Elsborg. Elfstadt/siehe Ilmstadt. Elfwald/ein söhn und nachfolgerOswnlfs/ Königs von Nor- thnmbcrMnd.An.78o / welches das andre iahr seiner regierung war/brachten zwey C-rosse seines Reichs / namens Oswald und II theil. « Echeh >54 elf clg eli Etbelheart/ eine amee wieder ihn auf die keine/ und schlugen nicht nur seinen General Bearne / sondern verbrannten auch den- sclbcnin der flucht an einem ort / namens Seletune. An.788 erregte ein anderer Grosser / Siggan genannt / eine emporung wieder ihn/ und erschlug ihn zu Scilcester / nicht weit von der Römischen mauer. Man erzehlt / daß bey seinem grabe zu Hexham an der Line unterschiedene wunder geschehen / unddaßSlggan nach 5 jahrensich selbst entleibt. E->»^ n-n. »kLngi. tzoolc 4. Elfwold oderAlfwold/ war König von Northumbcrland / nachdem er vorher Eardulphum vom thron gestoffen. Er regierte aber nur r jähr/ uud starb um das jähr 8->6. Elgin/ diehauptstadt der SchottländischcnGrafschafft Mur- ray/andcmflußLoss/nicht w«t von dessen Vereinigung mildem meer/ in einer angenehmen und fruchtbaren gcqend/ gelegen. Sie ist ziemlich groß/ aber nicht mehr von solchem ansehen/ alsjie vormals gewesen. Ehe die Schoktländcr die Protestantische religion angenommen / befand sich ein Bischofs daselbst / welcher unter dem Ertz-Dischvffvon 8. Andrews stund. Die von demgeschlccht derer Bruce/welche an. 1664 zu Grafen von i'lilesbury in Engel- land gemacht worden/schrieben sich Grafen vonElgin.Leevc^Ä ciclic. Uc/LcolNe p. kclp roLngllstz. kill. p. 199. Eli / ein Hohcrpriestcr im Israelitischen volcke/der nach.dcs Simsonscodedas volekrichtele / stammele von Ithamar/dem andern söhne Aarons her. Er fieng an das volck zu regieren um das jähr der weit-869/ c. / ein jähr vorhero/ehe Samuel gebohrcn wurde; versündigte sich aber an dem Herrn/indem er dergroffen boßheil seiner söbnc zusähe / und diesclbige nicht nachdrücklich bestraffete. Dahero Gott ihm seinen zorn ankündigcnlteß/ und unter andern strafen seine beyden söhne/Hophm und Pine- has/auf einen tag lödteke/ Eli selbst aber/ daer vernahm/daß die bundes-lade von den Philistern genommen worden / fiel zurück von dem stuhl am thore / brach den hals entzwei)/und starb ä.iv!.2888/^.e. ioy6/da cr y8 jähr all war. i§E c. r , zes- 4. Hici. i.; c. ilAlr. Eliachim/ein Hoherpricstcr der Ji'idcnV welcher für den ur- heberdcs buchs Judith gehalten wird. ae icripc. cccicu fichc Joachinodcr Jofakiitt. Elianus / oder Roinanus / (Joh. Vaptista) war zu Alcran- drien in Egyptenvon Indischen cltern gcdvhren/und führte den namcn Elsas von seinem mütterlichen groß-vater / Elia Aschena- tio.Nachdem er sich zu Jerusalem und Constaiitinopei iuder Lateinischen/Jtalicinischen / spanischen uud Lcutschcn spräche feste gesetzt halte/gieng er nach Venedig / in hosnunq/seinen brnder/ von dem Christlichen glauben / welchen er daselbst angenommen/ wiederum abzuziehen. Er gerietst aber mit Contarcno und durch denselben mit dem Jesuiten / Andrea Frusio / m bekaniilschafft/ welcher es so weil brachte/daß er au. izz i bictauffcuiiddarinncn den namcn Johannes Vaptista cmpfieng. Bald hierauf trat er in die Societät Jesu/da er denn an.izöi mit deniPäbstlichc» Nuncio nach Cairo zu dem Patriarchen der Copsttiten geschicktward. Er geneth aber in seiner gcburlsstadt in grosse lebensgcfahr / indem seine ehmaltge glaubcns-qenossen das gesetz der rürckcn an ihm vollstreckt wissen wölken / vermöge dessen derjenige / so von seiner religion zu einer andern / ausser der Mahometanischcn / übergetreten/ mitdcmfcucrsolle bestrafet wcrden.Wiecrmilidle qesahr vor äugen sahe/ so begab er sich durch stülsse dcr Cathollschcn kauf- leute / inverstelltcrtlcidung zu schiffe/batleabcrdasungluck/daß er bey den küssender insul Cnpern schiffbruch liitc/ und nur genauer noth durch schwimmen das land erreichen tonte. Nachgc- hcnds lehrte er zu Rom dicHebrälschc und Arabische spräche / und gicng daselbst an. i-:8y mit todc ab / nachdem er noch unterschiedene Million-? in die Orientalische ländcr verrichtet. Er hat das (?onc>iiuin Iricjcnrlnuni ill das Arabische / Ulld gocannn.:; des eenn- ciiü oricc,ii I aus dem Arabischen in das Lateinische übersetzt / hicrnechst einen Catechilmum in Arabischer / Hebräischer und Ma- ronitischer / wie auch cloeirinam clirikianain cum iconibus rum kcici /in Jtallänischer spräche geschrieben. 80/2-2,-/ tzitzi. 8.1. Ellas/ ein grosser Prophet, gebürtig von Tbisbe, in dem lande Gilead, lebte unter der regicrung des Königs Iosavbat, unis jähr der welt ^079, c. 90z. Er tonte die göttlostgkeit des Königs Ahab in Israel und seines wcibcs, der Iesabcl, nickt leiden , daher er sich derselben aufs hefftigste widersetzte. Im siebenden jähre der regicrung dieses Königs zeigte ihm dieser Prophet, daß eine grosse dürre und t ungcr über das land kommen würde , worauf er auf Göttlichen dcfebl hin sich an dem dach Crith, der gegen dem Jordan fleußt, verbergen müsse, allwo ihm die raben morgens und abends brod und fleisti' brachten. Nachdem aber der dach vertrocknet, gicng er aus Göttlichem befehl nach Zarvalh, welches ben Zidon lieget, und begab sich zu einer witlwe, welche nur noch etwas weniges von mehl und öl übrig hatte, so aber von GOtt so gesegnet und gcmchret wurde, daß sie sich davon ernähren kunten, bis die thcurüng und Unfruchtbarkeit aufhörte. Es geschahe auch, daß dieser wittwcn söhn kranck wurde, und starb, allein Was weckte ihn von den todten auf, und gab ihn seiner mutier wieder. Nachgchcnds muste er sich zu dem König Ahab begeben, ohngeachtet dieser Eliam allenthalben, um dcnsclbigen zu tödtcn, hatte suchen lassen. Dannenhcro des Königs Hofmeister Obadia anfänglich den Propheten beym Könige nickt melden wolle, welches er aber doch, weil es Ellas so verlangte, thun müsse. eli Als er nun bor dem König erschien, brachte er es dahin, daß gM ^srael, nebst den falschen Propheten, auf dein berge Carmej versammlet wurden, woselbst so wohl er, als die Baals-P fassen ein opffer zurichteten, und zwar mit dieser bcdingung, daß der Gvtt derjenigen für einen wahren Gott gehalten werden solle, deren opffer mit feuer vom Himmel würde verzehret werben. Die Baals- Pfaffen bcmuheten sich vergeblich, so bald aber Ellas bätteie, fiel das feuer des HErrn herab, und verzehrte das opffer. Da das geschehen, wurden die Propheten Baals gegriffen, und Ellas Mrte sie hinab an den dach Kisvn, Md schlachtete sie daselbst. «Lv bald aber Iesabel dieses erfuhr, wolle sie Eliam wiederum todten, weßwegen er sich in eine wüsten machte, da ihm von einem Engel speise gebracht wurde, durch deren krafft er 4° taqe und 40 nachte bis an den berg Horeb gieng. Hieselbst erschiene ihm dcr HErr in einem sonderbaren gesichte, und befahl ihm, nach Damascon z» kehren, und Hasael zum Könige über Syrien, hernach den Iehu zum Könige über Israel, und den Elisa zum Propheten an seine statt zu salben, welches alles von dem Ella also verrichtet wurde. Nächst diesem geschahe es, daß der Kenia Ahasia durchs gittcr in seinen saal zu Samaria fiel, und kranck wurde, auch Baal-Sebub, den Gott zu Ekron, wegen seiner ge- nesung fragen ließ, Ellas aber begegnete dem botten aus Göttlichem befehl, und ließ dem König sagen, daß er um dieser that »Villen sterben würde. Der König schickte darauf nach einander r Hauptlcute mit zo mann, die Eliam zu ihm führen sollen, es fiel aber bcydcmal feuer vom Himmel, und verzehrte diese lente. Da aber der dritte kam, und demüthigllch um sein leben bat, gieng Ellas mit zum König, und verkündigte ihm nochmahls, daß er des todes sterben würde, welches auch geschahe. Endlich wurde dieser grosse Prophet K zotz?, ä. c. 897 mit feurigen roß und wagen gen Himmel genommen. Sonst, hat ckcm noch viele erzehlungeu von ihm, die aber billich, als ungearündet, ver- worffen werden: Denn die Iüden geben vor, daß er nicht ein mensch, sondern ein Engel gewesen, der auch unter dem namcn Pmehas, der ein söhn des Hohenpriesters Eleazars genennet wird, bekannt gewesen. Andere geben vor, daß er am ende der »reit wieder kommen werde, dem Antichrist zu widerstehen. Auch »vollen einige, daß Hcnoch uud Ellas die beyden zeugen seyn werden, deren ^?oc. 11 gedacht wird. Insonderheit rühmen sich die Car- meliten , daß Ellas ihren Orden gestifftet, worinnen ihnen aber von ander», Ordcns-leuten hcffrig widersprochen wird. Wiederum sind andere, ans unrechtem verstand der Worte -Cor. ri v.n, auf die gedancken gerathen, daß Ellas einen bricf aus dem Himmel an den Ioram geschrieben , und was dergleichen dinge mehr sind. / K-x. >7,l3, >9. 2 K-F. i ä: r. 48. clc civ. Del I. ro c. 19. -//«». L«//-. Elias / Patriarch zu Antiochien, wäre von Riez aus vmv-nc- geburtig. Er folgte den Christen in dem kriege wider die Saracenen, und war der erste, der um das ,ahr 1247 unter den Fran- tzosen zu dieser würde gelangte. Die zeit, wen» er gestorbc», ist »mhekcmnt. Es.war auch noch ein anderer dieses namcus Patriarch zu Aiitiochien, ein Dominicaner-Münch, zugcnaimt Christianus. ckron. Z«//c/. tzcLpitc. 8.cg>ciii. 9.207. Ellas III, mit dein znnamen Ebn Chadit, rare/ L/n/tll!, Ortzolicus, Patriarch zu Antiochia, ein Svrer, lebte um das jähr Christi 1180, zu der zeit, da die Europäisttwi» Christen in Paläsiiua krieg führetcn. Von demselben finden stck in «um,»-» auf die fest-tage, in Arabischer spräche verfertiget: siehe Litzlioch. I-uycl. Kar. iiircr EL. )ac. Ooiii. Der 8iy>u5 davon iß hoch und sehr verblümt nach Orientalischer wohlredcnhcit eingerichtet, obschon er Golio nicht durchans rein Arabisch zu semioc- duucket. Die erste »omilicn davon, auf das fest der Wenlmachk, hat gcmcldter Gollus Arabisch uud Lateinisch in Druck ausMe- ben, und der QrammaricL Xrav. xrpcnii an. Iüz6 beygefüget. Zu ende bittet Ellas von GOtt den fegen, vermittelst dcrsmbitlc der Heiligen und Märtvrer. Es scheinet biß eben naclifolgcnber Ellas von Maru zu seyn, und habe der/witzo, vonLbca.Ju seinen titul Mar, welches in lyrischer spräche Herren bedeutet, für den namcn eines orts fälschlich genommen. Der gelehrte X. ö.c IL crole bält diesen unsern Eliam für einen Ncstoriancr, aus dem fundamcnt, weil er Christum in obangeführtcr rede zweimal nennet. /»lHjllo xa-gcko, welches so viel als ^c-c. ist der gewöhnliche titul, mit welchem die Nestoriancr dcs HEmi Christi menschliche natur ausdrucken. (Siehe dessen ttiiioll- ClirilliLiiitzne ctes Iiiäcs. * Elias / Patriarch von Babylonien, soll an. 1616 einen llum z„ Amad, einer stadt in Mesopotamien, gehalten habe», darinnen die von Paulo V dahin geschickte glaubcns-bekäimlmsse von allen dabey befindlichen Prälaten angenommen worden. Diese schickten auch die 3^3 ihres kvnocii an den gedachten Pabst, welcher hierauf die von ihnen vorgelegte zweiffcls-fragen zu beant- worteu suchte. Petrus Strozza hat die Historie dieser nebst einem tractat von dein glauben der Chaldäer, heraus gegeben. Ho»-/«»«- an. 1616 n. 8. Elias I, Patriarch zu Jerusalem, war ein Araber, lind suc- cedirtc an. 4yr dcm Salustio, allein der Kayscr Anastasius verjagte ihn an. 51z, und setzte einen andern von seinezr anhaiigcm Iohannem ein. Er begab sich unterdessen in eine wückU, woselbst er alle jähr von dem Abt Sadas besuchet wurde. Emes tages, als er auch nebst z andern Achten bey ihm gewesen, sagte der Patriarch, daß der Kayscr Anastasius gestorben seye, und daß cc ihm in iv tagen folgen wurde, welches auch an. ;i 8 geschehe». eli Das i7-.,rryro!«,Zmm ».vmsiruni gedencket seiner auf den 4 jui. 1 .1 c. ;r. !, i6 c. ; 4 > Oy-rü-r- in vic. 8.ßsÜL Lpuü ÄA«« Lcj icEm in der Hebräischen spräche, verfertigte auch zugleich unterschiedene schrifften, die er seinen zuhörern erklärte. Doch, als an. i §27 die kriegs-flamme auch diesen ort betraf, kam er um all das seinige, daß er nicht einmal ein kleid übrig behielt. Er wendete sich also wieder nach Venedig, woselbst er mit Verfertigung unterschiedener schrifften fortfuhr, bis er an. 1540 nach Teutschland beruften wurde, da er sich zu Jsna bey Paulo Fagio, der sich seiner unterrichtung und hülste, in anrichtung einer Hebräischen Buchdruckerey, bediente, eine Zeitlang aufhielte. Weil er aber daselbst die kalte lufft nicht vertragen konte, kehrte er »Nieder nach Venedig, woselbst er an. 1542 starb, da er schon über 80 jähr alt war. Einige geben vor, er habe sich zu der Christlichen Religion bekehret, allein ohne gründ. Doch ist gewiß, daß er von seinen glaubens - genossen sehr verfolget wurde, »veil er die Christen in der Hebräischen spräche informirte, und also mit ihnen grosse bekanntschafft hatte. Unter seinen schrifften, die sehr ästimiret werden, sind sonderlich bekannt: liüer elcLkus k >uvcms; darinnen eine vollkommene g-Lmm-ric enthalten; mcturgkLMLn > oder lexicon Lkslö-ttcum, 'larguinicum, A KsUbinicum ; ötrllörei lismmrlloretk. rrsckrio rraöivonis, darinnen er V0N der m-soi-s und andern kritischen dingen , die bey dem Hebräischen rett vorkommen, handelt; lenker Dsbi oder »wer Tknbiris , und andere. Ls-tt/ocArr- bibl. Lsbb. msgn. rom. l p. Zs tegcz. bidl. L-rbn. kill, cririczu. r. Elias Mizrachi / Elias ori-msiü, ein Rabbi, war an. 149a DircÄor der schule zu Constantinopel, und wird noch heutzutage von den Jüden wegen seiner gelehrsamkeit gerühmt. Man hat Von ihm pimNK s! pjrulcü i-slctii sl »irttorL, oder Anen commen- rsrium Über des Rabbi Salomo Jarchi comlnearrrium. den er über die § bücher Mosis verfertiget; ferner mciecver tiLmmUps-, oder eine rechen-kunst, davon Schreckenfusius einen auszug ans licht gestellet ; meiecüec ßvsmLttNL , oder die selb - »neß - kunst ; rurL t,L»lc2, von der sigur der erde, so gedachter Schreckenfusius mit seiner Lateinischen Übersetzung, und Sebastiani Münsteri an- merckungen, an. 1546 zu Basel heraus gehen lassen. ja xemscli llLviri. bikü 8,-üd. p. 178 ley. Elias / genannt cl- Barjols, ein Poet in dem 12 stculo, war ein Edelmann, gebürtig von Barjols in ?-ovcnce. Er schrieb ein gedichte von dein kriege der Grafen Raymundi Beringeri II und III, mit Stephans von ks»x und seinen Andern, verfertigte auch zum lob der Garcene, einer tochter Wilhelmi VI, Grafen von korc-iquiL-, welche Reinerus Claustral, Printz von ^-l-leiiie, Heyrathete, viele kleine schrifften. ge, xo-r. nrovinc. Elias / genannt von Corida, weil er von einem nahe bey Furnes in Flandern gelegenen flecken dieses namens gebürtig war. Er wurde Abt des Cistercienser-Ordens zu Dunes, und überredete den Kayser Henricum VI, den König Richardum I von Cngelland, welchen Leopoldus, Hertzog von Oesterreich, gefangen genommen, wieder auf freyen fuß zu stellen; welches auch an. 1194 geschahe. Man hat von ihm 2 homilien, die er auf den General-Capituln seines ordens gehalten, welche Carolus lle Visch an. 1649 heraus gegeben. Er starb den 16 aug. an. 120;. «-»--- eloZ. Liltercienk. bibl. Lilierc. Laü. bibl. Lelg. Eliasib/ Hoherpriestcr der Jüden, zu den zeiten Mhemiä, >4. ivk.; §29, /». c. 4 § §, Olymp. 8i, 2. V. c. 299, Ivelcher von dem König Artarerxe Longimano erlaubniß erhielt, die mauren zu Jerusalem wieder aufbauen zu helffen. Der Hohepriester bauete nebst semm brüdern, den Priestern, das »chaaf- thor. r. ; V. r. elL 155 Elichius Bassaus / ein Capuciner-Münch, führte von feiner aeburts-stadt lrüLssee, welche in Flandern an den grantzen von Artsis lieget, den zunamen, und gab an. 16z? eine lum-»,« rkirvlogise moiäli,. Nach ordnung des alphabeths, heraus, unter dem titul l klvrcs coclus tbeviogire prstt. rum ssciLmemLl. rus, morslir. Elichius / (Ludovicus Philippus) war von Uarpurg, hielte eine Oilpukarion c»L cii^boNcL. und »Volte noch ein grösser werck von dieser Materie drucken lasse»!» Allein, weil viel ungereimtes zeug darinnen war, käme die Lc-äcmi- dqrhinter, stellte inguilicroa wider ihn an, und muste er mit einem eyd angeloben, daß er diese liederliche KuNis aufgeben wolle. Den; ohngeachtet ließ er sein buch, unter dein titul r u«-äÄ-i»»nomÄ 8 >», ae ssmoms cscur^L L: r-mia-um enerxiü , zu FküNckfurt NN. 1607 drucken, und zog darinnen auf Tob. Tanvlerum, krolcNvrcm m-clicin- in Wittenberg , der -le L i,,c-nrsrione disputiret hatte, und in der vorrede auf die Universität Marpurg, tapsser loß. Als man ihn deßyalben zur rede setzen wolle, bekannte er sich zur Catholi- schen Reiiaion. An. 1Ü09 hat er Innocsarium live sie miwriL üb. f» zu Franckfurt drucken lassen. Elichmanir / (Johannes) ein Schlesier, practicirte;n Ley- den in der mecücm. und verstu»»de; 6 sprachen, absonderlich aber »var er in der Persischen unvergleichlich, von welcher er glaubte, daß sie, nebst der Teutschen, von einer stamm-wnrtzel entjprossen. Man hat von ihm eine Arabische epistel, in welcher er den nutzen dieser spräche in der m-Mcm vorstellet; eine cliSei cscion -le V c»k j'ecunäum menksm orienkaiium » darüber er aber, und zwar noch gar jung, mit grossem bedauren der gelehrten, verstorben, die von ihme, wo er länger gelebek, viel grosses erwartet hätten; nachdeme er erst das jähr vorher», nemlich an. i 6 ; 8 , mit einer persvn von gutem geschlecht, in Holland sich verheyrathet. Nach seinem tode käme die »bu!» oben, Arabisch, Griechisch und Lateinisch heraus, dabey Salmasius eine weitiäusttige vorrede gesctzet» Xo-r-F bibl. p< r.70. Ue vir« rcrmino, m pr«. tsr. tüsc. I erercir. pbiioü billor. ibsy/e. * Elico/ ein alter Gallier aus dem lande der Helvetier, käme unter der regierung Tarquinii Prisci, v. c. 140, -4. ;; 70 < nach Roin, um das schneidcr-handwerck zu erlernen, und als er wieder nach hauß reiscte, nahm er so »vohl dürre feigen und trau- den, als auch etwas vortauff von wein und öl, welcher am ge- schmack vorzutreffen pfleget, mit sich in sein vaterlande zurück, und machte dadurch seinen lands - lenken das maul dergestalten nach JtalicrNvässeren, daß dieses den ersten anlaß zum zug der Gallier in Italien gäbe, dessen sie dann gleich damalen einen grossen theil einnahmen. So wird die fache von Piinio erzehlct, der also der einige ist, welcher des Eliconis gedencket. Livius darge- gen und Plutarchus »vollen: ein gewisser Aruns, aus der stabt Clusium in Hctrurien, habe es gethan, und, um sich an dem Lu- cumo, welcher »eine, des Aruntis frau, zum ehebruch verführet, und zu Clusium »ehr mächtig war, zu rächen, denen Galliern, durch einfmmmg der Italiänischen weine, welche dazumalen in Franckreich noch wenig bekannt gewesen, einen tust gemacht, sich dieses iandes zu bemeistern. ».»c. i. L---,. 1., zz. in LLinillo. * Elicourt/ ist eine stadt und schloß in Burgund, ivelches die Schweitzer an. 1474, im BurglMdischen krieg, mit i§ 000 mann belagert, und allda die erste schlackst mit denen Burgundern gethan haben, in welcher der Burgundische General Graf von Romont - der mit ;ooo mann zum entsatz herbey geruckt wäre, mit Verlust 1800 mann aus dem feld geschlagen worden; worbey die L-chioei- tzer zwar viel verwandte, aber nur; tobte bekommen. Der ort hat sich darauf ergeben, und ist mit einer besntzung versehen morden , welche hernach starck in Burgund herum gestreiffet hat. Aber schon vorher an. 1425, als ein krieg entstünde, zwischen Johann von Challon, Printz von Oranien, und Catharina, Her- tzogin in Burgund, Ertz-Hertzogs Leopoldi »vittib, sind die Baßler der Hertzogin mit mann beygestanden, haben das schloß ur»d stadt Elicourt belagert, die stadt mit stürm erobert, und angesteckt, »vorauf sich auch das schloß mit accord ergeben. Nach der zeit hat Claudius Franciscus von Neuchateü, Herr zu Rüe, beyde stadt und schloß mit list eingenommen, weilen er einige erb - anspräche daran machte, welche fache doch vor dein Parlament zu Dol rechts - hängig wäre. Allein, Hertzog Christoph von Wur- temberg, als Vormund des iungen Hertzvgs Friedrich von Mom- pelgard, schickte den Mömpelgardischen Land-Vogt, Ärbogast von Höven, mit seinen trouppen darjur, und nähme es wieder zu seinen Handen, an. i;6i. u-M ck-on. L»ü>. 1.4 p- 24s >L 1.69.44'- L/««//'.!. 8 p. -ÜI r». öi I. rr p. 40Z. ?. r ». § 5>. -04. L-rL-. ^onrin. Lu»>n§. I. Z 4 c. 5 - * Elidurus/ zngenannt der Fromme/ wurde von den alten Britanniern auf den thron erhoben, nachdeme sie seinen bruder Archigallum herunter gestossen. Er setzte ihn aber wiederum ein, und folgte ihm io jähr hernach in der regierung, welche ihm aber zwey von seinen jüngern brüdern, Vrgenus und Peridurus, aus den Händen rissen, und ihn ins gefangmß legten. Sie besassen das Reich solcher gestalt 7 mhr, da dre Brstanmcr Elidurum wiederum aus dem gefängniß zogen, worauf er n; guter ruhe regierte, wiewohl die zeit unbekannt ist. Einige smbemen setzen ihn gar unter die fabelhafften Printzen. ^ 4 . bist. ünzl. i. 4. 4 « bist- »- r c. 14. Eliezer / ein sehr berühmter Rabbi, der bey den Jüden den zunamen führet, und wegen des buchs bekannt ist, welches von ihm üi-üe Lücrcr, oder cspirlÜL riic/e-i, genannt lvird. Er soll ein söhn Hyrcani, doch nicht aus dem stamm der ttLlm-ME». rua>, sondern aus einem andern ansehnlichen geschlecht zu U » leru- alcm 156 eli salem gewesen, und zu Cafarea an. 7; gestorben seyn. Man will, daß er ein anverwandter des Simeons, der Christum auf seinen armen gehabt , ingleichen des Gamaliels, der em lehrmerster des Apostels Pauli war, gewesen. Allein Ioh. Mormus, der m seinen cxürcikLt. eccles. über den pentsrcucllum S-msritLnuiii diejem Eliezer sehr favorisirt, hat nachgehends in seinen °xcrc>r-ri».»i,uz bikiic. beweisen wollen, daß dieses buü) des Elzezers nicht so alt seye, wie es ausgegeben wird. Er gründet sich zuforderu darauf, daß der Autor des Arabischen als eines sehr mächtigen Reichs gedencket, woraus er schliesset, daß er nicht könne vor dem 7o°ten jähr nach Christi gehurt gelebet haben, und also em bctruger sey, der sich für den alten Eliezer ausgegeben. Wilhelmus Henricus Vorstius hat nach dem Conrado Pellicano dieses buch ms Lateinische vertirt, und anmcrckungen hinzu gefüget. cxcrc. dibl. bibl. I^Lbbin. r. i z>. 186 iecj. oibl. Ksbb. 6/c. Eliezer / ein söhn Iacobi, welcher sonst genennet worden Lsf v-nstil . d.i. c--dus. lcci purus; anzudeuten, daß seine Iracl,klone; zwar wenig, aber gut und rein ; hat, nach der Jüsen zcugniß, zu den zeiten Titi Vespasiani gelebet, und sein alter sehr hoch gebracht; daher, weil er noch den Hierosolymitanifchen Tempel mit äugen gesehen, und sehr genau betrachtet, wäre er nachmals im stand, dessen gebäu und Mensuren wobl zu beschreiben; aus dessen crzehlungen ist der i^^rus laimuci., genannt >4>ct6or, versertiget worden. In ?"ic- ^v»r werden ihm nachfolgende 2 spräche zugeschrieben: wer ein gcseiz beobachtet/ bringet sich einen Ädvocatcn zuwegen: wer c»ne Missethat begehet/ erwecket sich einen anklägcr. Busse und gute wer- cke sind ein schild wider die Göttliche räche. D>c,er Nabbi muß nicht confundirt iverden mit dem Urheber eines cnmmenr. »1 Proverb. welchem er den titul gegeben u.»t"VcnLki. Diß ist der titul des buchs, jenes der titul des manns, welcher lang vor diesem auüorc des Loinmenr. gelebet. 2^2,0/. »o/. ,/r />,/? OoK. //,///>». * Eligiuo / Bischofs zu Noyon, Ware aus der landschafft Li- mosin gebürtig, und gab anfangs in der stadt Limoges einen gvld- schmicd ab, machte sich auch durch seine kunst bey dem König Dagobert» so beliebt, daß er ihn zu seinem scbatzmcister crnennelc, wobey er sich angelegen seyn ließ, die Christliche Religion zu befördern, und bauele zu dem ende unterschiedene kirchcn und klöstcr. An. 6z; schickte ihn der König nach Breragnc, mir dcmHertzog Clippiaco einen stillstand zu mächen, und än. 640 erhielte er das Bißthum zu Noyon, und hernach das zu Tournai, da er insonderheit allen -ciß anwandte, die Flandcrer, Friesen und Schwaben , zur Christlichen Religion zu bringen. Er wohnte auch an. 644 dem dritten concibv zu Chalons bey, und starb dem dec. an. 6; 9, oder, nach Sigebcrto, erst an. 666. Man hat von ihme lermoncm oder rrsÜLku; 6e rcüirullinc Lzrbolic»! convcrlbcioüiz, welcher fälschlich dem Augustino beygelegt wird, und sich in dem 9 tomo seiner opcrucn befindet; epittolLm 2ibiio:kccs p-c-uin r. I- stehen, davon aber die Gelehrten zweifeln, ob sie diesem Eligio zugehören. Sein leben hat Audocnus Dado beschrieben, ist auch von denen gcbrüdercn oe 8re.xi»rMc in ihrer vaiiis cbrilli-nL eingebracht worden. Wegen des bcruffs, den er zu erst getrieben, haben ihn die schmiede zu ihrem Patronen angenommen. big. ecclct. 8cok. sä ci. I 6-ccmbr. cie tcripr. eccl. L-ironb-i sci 2n. 66; ». 7 mLrr^rol. »nosl. Qsllo klxoclr. L3II. r. r. in not. 26 r. l ffonc. O2II, /« .innal. btLnc. r. r 2U sn. 640. cloß. «ter Lvcq. n. 77. L«2/e. * Elimand/ odcr EIinand/ von anderen auch Elimund/ nnd noch gemeiner Helinand genannt, ein Cistercienfer- Münch in der Abtey zu Frowmond, in der 6i«ccx von bczuv-i?. Er schrieb eineChronick in 48 büchcrn, vom ansang der weit, bis aufdas mhr i2,2, so aber mit vielen fabeln angefüllet. Fmier Kl^ryibnin 8. Gereonis, und dessen gcscllschafft, so beym Surio zu finden; etliche vredigten; verse vom tod, in alter Französischer spräche, die ^nr. l-oilci an. 1594 ausgegeben; und endlich, die noch bisher nur in XI8(7. sind, lle iausc vikL, ciLiitVsüs ; ciü re^Lt-iiionc Ispt, ; (wiewol diese zwey nur eine schrifft ftyn mögen;) t-ximine vtin- ciplim, S/c. Sonst Ware er anfangs bey den Höfen beliebt, welches aber zu einem unordentlichen leben anlaß gab. Er begab sich endlich in den Cistercienfer - Orden, und starb an. 122z. Sein leben hat Johannes dAssigni in Französischer spräche beschrieben p. X llcz bom. illuitr. llc Lacsux. 8oi/c/ oicmnir. cle Ncsuv^iz f>. ,97. Lcüov. in sscc. big. o g>,6üs lucr^rnm, ohngeacht seiner andern geschafften, delectirt, zeigen seine schrillten , als da sind : L»grum Ssnicatii ^nZI.; Libliolbecs, seu «iiüion». eli rlum, welches hernach von Th. Cooper mit einem MercklichA zusatz vermehret worden; vekenb bonrr. mulieram Lnzj. üor» ispiemi«, ö-c. neben etlichen Übersetzungen in das Englische , als. L^ptiLni 6e oiorcsbrLte ; pici blirang. Ls^uiz: vir^ Lbng.; ggch im mertzen an. 1546, und liegt bey Cambridge begraben. jr. Oxon. ^ Elipandus/ Ertz-Bischoffvon Toledo/war ein sonderbar freund des Felicis / Bischofs zu Urgel/ mit dem er einerley mw. nung hegte / daß nemlich Christus nach der menschlichen naturnur bbu, vclpLttis sNoprivus könte geumnetwerden/welche inevmml, von den alten so angesehen wurde/daß sie dem irrchum'dezP,. störn sehr nahe käme. Es werden zwahr dem Elwando und Nici noch andere irrthümer beyqemeffen; doch dieses war ausser Minder vornemste puncl/ worüber sie angeklagt und verdammt Milden. Den ansang darzu machte Adosinda / des Kömgs vvn Gch licien Silonis wittwe / die in einem kloster in Spanien lebte Denn da Elipandus/ wie man vorgiebr/ selbige auch auf dick meynung bringen wolle / widersetzte fie fich nicht allein / sonbem that es auch dem Bischofs von Osma Archen»/ und einem gewissen Priester/ namens Beatus/ kund. Diese nun bemuheien sich / Elipandum von diesem irrthum zu bestehen / und da selbiger seine meynung vertheidigte / schrieben sie 2 bucher wider ihn / die noch heutiges taqes in dem 2-cbi v der kirchen zu Toledo sollen gesundeil werden. Da nun nichts desto weniger sie beyderseits ihre meynung auszubreiten suchten / wurde selbige in unterschiedenen » »»m, verdammt : als erstlich auf dem lvnoöo zu Friaul an. 791 / welchen der Patriarchc von Aguileia hielte; ferner an. 7yr ausdem>> u> M zu Regenspurq/ woraus auch der PabstHadrianus I diese mes- nung verdammet?. Hiernechst wurde sie ausdem vnocli zu FranA fürt/ welchen Carvlus N. an.7S4 versammlelhatte/ verdamm; welchem der Römische lynoNus, unter Leone III, und endlich der' hooNu; zu Aachen / an. 79ysolgten. Carvlus N. selbst widerlegie diese meynnng in einer, weitlauffigen epistel / die er an die Li. schösse in Spanien schrieb, gon»-, ^r,7L//2»c?r/--i. > sN vettvi > uu- llilit» vit. Larob itf. ösxo»,,-- sU sn. 78; 791 ^ 7 --« in MLt. tiltpsn. inbill. cccl. bl. 1'. tec. 8 k. I src, z. Lo7/,/ie»7!incoibr..u Lnncil. ktgncot. Lc. Elis / eine landschafft in Pelopormcso, welche heutiges tags einen theil von Bclvcdere in Morca ausmachet, gräneet gegen mittag an Mcsscnicn, gegen morgen an Arcädien, gegen Mitternacht an Achaja, und gegen abend an das mcer. Die flüssc, so sie bewässerten, waren Alpheus, Selleis und Penens, welche jetzo Carbon, Gerons und Langon heinen. Die Haupt-stadt darinmli war Elis, oder das heutige Velvedere. oLrx Elisa/ ein Prophet, war ein söhn Saphan, von AbclMbola. Der Prophet Ellas traf ihn bey dem pflüge an, und warf cincu mantcl auf ihn, nachdem ihm GOtt befohlen h me, -bn au seiner statt zu salben. Er folgte Eliam cisscr-g nach, und nachdem dieser c. 897 lebendig in den Himmel genommen wurde, hinterließ er, ihm seinen gcist zwiefältig. Er nahm den mantcl, welcher Eliä entfallen war, und schlug damit den Jordan , daß sich das wasser zu beyden feiten theilte. Hierauf kam er nach Jericho, allda ihn die bürger baten, an statt des bösen gutes wasser zu verschaff-.., em, er ihnen auch, nachdem,ie lhm vorher» eine neue schale mit salu gereichn hatten, willfahrte. Von dar machte er sich nach Bethe!, und weil ihn kleine knaben aus dieser stadt wegen fernes ka>'V .s verlachten, fluchte er ihnen im namcn des HErrn , da dann 2 baren aus dem walte kamen, und ihrer 4r zerryien. Hieraus begab er sich zwar aufdcn bcrg Carmel, gieng aber doch wieder nach Samaria zurück, auch wurckllch wider ihn durch die wüsten Edom im anzugc waren , hatten sie dastldst nach 7 tagen grossen Mangel an wasser, welchem aber der Provhcl nicht allein abhalf, sondern auch dabey einen herrlichen sieg wider die Moabitcc versprach. Nach dieser zeit schrie ihn eine arme wittwe um hülfe an, weil der schuld - Herr ihre kindcr zu knechten machen wolle, da er ihr dann befahl, so viel gefässe, als nur zu bekommen wären, von ihrm nachvarn zu borgen, nnd das öel, welches sie noch übrig halte, in solche zu gicffcn, davon sie dann nicht allein ihre schulden bezahlen , sondern sich auch crnäbrcn kunte. Hierauf erweckte er einer reichen stau zu Sunem ihren fobn, welchen er ihr vorbero von dem HErrn erbäten batte. Zu Gilgal machte er eine tödt- liche speise mit wenig mehl wiederum gesimd, vermehrte auch wenig gersten-brod, daß sich das volck nicht allein davon sättigte, sondern auch noch übrig liesse. Inzwischen begab sichs, daß Nacman, des Königs in Syrien seid-Hauptmann, mit ausiatz gcplagct ward. Weil mm durch eine gefangene sclavin dessen stau von den wunder-wercken des Elisä berichtet wurde, reisetc Nae- man zu demselben, nnd wurde, nachdem er sich aus dessen bcfthl im Jordan siebenmal gewaschen hatte, von feinem aussah cunrt, welchen aber nachgehends des Propheten dicncr Gehasi, zu bc- straffnng seines geitzes, an sieb haben muste. Tu-wansmuste nach seinem beseht das eisen schwimmen, welches die Propheten-kin- dcr entlehnet, und ins wasser hatten fallen lassen. Weiber der Syrer anfchläge wider den König Israel entdecket, verfolgten sie ihn, und belagerten ihn zu Dothan, er schlug sie aber mit dlmd- bcit, und fübrte sie mitten in Samariam, ließ ilme» doch mn leid widerfahren, sondern vielmehr eine Mahlzeit zurichten. In folgender zelt wurde Samaria von Benhadad, dem König >n Syrmi/ Syrien, durch hunqers-noth sehr geangstiget, so, daß die Mutter ihre kinder zu essen ansiengen. Doch verhieß ihnen der Prophet , daß es in kurtzer zeit sehr wolftil werden würde, welches auch erfolgte - nachdem die Syrer, durch einen schrecken von dem HErrn , die belagerung aufhuben und entflohen. Zu gleicher zeit wurde ein Ritter, welcher des Propheten Worten nicht hatte glauben wollen, unter dem thöre zertreten. Die Sunamirin vermahnte er, wegen der folgenden theurung, sich in der Philister land zu begeben, und zu Damasco kündigte er dem Hasael schon borhero an - mit was vor grausamkeit er wider die kinder Israel künfftig verfahren würde. Endlich starb er, ; i; 4 , ^. 8 zo, im 10 jähre der regierüng des Königs Joas, nachdem er vorherö gedachtem König, gegen morgen zu Wessen, und mit einem pfeil die erde zu schlagen, befohlen hatte. Indem dieses aber so viele glückliche schlachten wider die Syrer bedeuten solle, so vielmals der König auf die erde schlagen würde, wurde der Prophet nicht wenig entrüstet, da es Joas nur dreymal that. Gleichwie er aber in seinem leben, also verrichtete er nach seinem tobe wimderwercke, indem ein todter leichnam , der in sein grab geworffen wurde, wieder lebendig ward. - 19. 2,4- 6 > 7, tz. 48» jo/epd. snri^ci. I. 8 Le 9 öcc. Elisabeth / oder Eliseba / Äarons des Hohenpriesters Weib, eine tochter Aminadab, und Nahaffons schwester. Sie gedahr ihm Nadab, Abihu, Eleasar und Jthamar. c. ü v. L. 2 ^ 4 z- Eiisabeth / die stau Zacharia, und muter Johaunis des täuffers, war aus dem geschlechte Aaronis. Ob sie gleich lange zeit unfruchtbar gewesen, so geschahe es doch, daß, als Zacharias nach gewohnheit des priesterthums in dem tempel des auttcs pflegte,ihm der engel des Herrn erschien, der ihm sagte, daß sein gebet erhört sey, und sein weib Elisabeth ihm einen söhn gebühren würbe, den er Johannes hassen solle. Von welcher zeit an Zacharias stumm wurde, biß Johannes gedohren war. Und als Elisabeth schwanger ward im s ten monden, kam die jungstau Maria, ihre baaje,zu ihr, und besuchte sie, da bey der Elisabeth das kind vor steuden im leibe hüpsste. c.!. ^.^.40)7,4Q-; I. 8. Elisabeth / Landgräfin in Thüringen, eine tochter Andrea II. Kömgs von Ungarn , und der Gertrudis, einer tochter Bertholdi, Hertzogs von Meramen, Jstrien und Voigtland, wurde an. 1207 gebohren, und an. i rri an Ludovicum, Landgrafen von Thüringen, vermählt. Sie ertrug nach dessen tobe die fthmä- hungen ihrer anverwandten mit grosser gedult, nahm den oröen 8. Francisti an, und starb den 19 nov. an. 12; 1. Gregorius IX har sie an. ia;5 den 27 map canonisiret, und da man das jähr darauf den 1 may ihre rcliqujen transftrirte, sollen sich über 2000-20 Personen und darunter auch der Kayser Fridericus II dabey befunden haben. Johannes Montanns und Theodorieus von Thüringen haben ihr leben beschrieben, davon das letztere am besten und weit- läufftigsten. Das erstere hat Camsius heraus gegeben r.am,41,2- rum Ic-cilonum, Md 8urius aci clie>n 19 klov. 8. Elisabeth / von Porkugall, eine tochter Petri III, Königs von Aragvnien, wurde an. 1281 an Dionysinm, Konrg von Por- tugall, vermählet, mit welchem sie Alphonsnm IV zeugte. Nach dem tobe ihres gemahls, begab sie sich in den Franciscaner-orben, ließ das kloster zu Coimbra bauen, und starb zu Esttcmos den 4 iul. an. i;;6 imo^ jähre ihres alters. Lrbanus VIII hat sie an. 1,-2; den 2; may eanonisiret. in ihrem Icbcn. in virs Lütabecicr. in virs LÜssksrü«. LLo-v/M in concin. Lsronii r. ,4 all an. : zzF. 8. Elisabeth / wurde an. 114° eine nonne Benedictiner-or- dens und hernach Princeßin in dem kloster Schönaug, in dem Trierischen. Sie starb an. 116; in dem z 6 jähre ihres aliers, nachdem sie ein buch von den i iooo Jungfrauen geschrieben, und diese erbärmliche Legenden zu erst hervor gebracht hat,welches ihr aber reine grosse ehre bey verständigen leuthen machen kan; ingleichen unterschiedene Marione, ein buch von cpisteln, und ein büchleiu von dem göttlichen wege, heraus gegeben. Ihr bruder Egbertus Hat ihr leben beschrieben, und Heinrich Stephanus der ältere hak ihre viticmez nebst den erscheinungen der H. Hildegard und der H. Mechtild an. iziz zu Paris heraiis gegeben. Noch eine andere ausgab der wercken dieser Elisabethä ist zu Cöllcn gedruckt an. 1628. lls tcn,>r. ecclell .8^0»/^ in biklioiü. Li ücrc. 9. 296- in Urllila vinllicaca I. z. c. rz. WoAÄ- llc bild. I.sk< c. ;oAS«^Mkibl. nouv. 9. * Aaystrimien t Elisabeth / Kaysers Alberti I von Oesterreich gemahlin, was Mainhardi, Hertzogs zu Karnthen Grafen zu Tyrol und Körtz, tochter. Sie wurde an. 1282 vermählet, stifftete unterschiedene mal friede,erfund an. izor das saltzwerck zu Gemünden in Oesterreich,und starb den 28 oct. an. 1 z 1 s nachdem sie 21 kinder zur weit gebohren. Durch diese heyrath ist Karnthen und Tyrol an das Haus Oesterreich gekommen. eürsn-HWel. annal. Lannrli. Elisabeth/Kavstrs Alberti II gemahlin,war eine tochter Kaysers Sigismundl, und wurde an. 1422 an Albertnm II, damaligen Ertz-Hertzog in Oesterreich,vermäb!t, welchcin sie die Königreiche Ungarn und Böhmen zubrachte. Sie aebahr nach ihres gemahls tode, welcher an. 1449 den 29 oct. erfolgte, au. 1440 den 2t sebr. Ladislaum, und ließ ihn in windeln zum König in Ungarn crönen- Weil aber die Ungarn hernach den Pohlnischen König Ulasdisla- rim III oder I V, wie ihn einige nennen, zu ihrem König erwählten/ bemächtigte sie sich der Ungarischen göldnen crvne mit list. Denn als die Ungarischen Magnaten selbige auf dem schloß Vicegrad in einem futteral versiegeln wollen, schob sie ein ander fultcral unter, und gicng nnt ihrem Printzen in Teutschlanö zu dem Kayser Fri- derico lll. Endlich kehrte sie wieder nach Ungarn, und starb zü Raab nicht ohne argwohn beygebrachten gifftes-an. 1442, kiirLii-i^ießcl. epik. ISA- Loli. Rönigltt voll Däncmarck tlnd Schweden r Elisabeth / von Oesterreich, die andere tochter Philipp« I, Königs von Spanien/warzu Brüssel an. l->°i gebohren. Ihr gemahl Christiernus II, König von Danemakck, Schweden Und Norwegen, war ein grausamer und lehr unordentlicher Herr, welcher endlich seine Reiche verlohr, und in gesanglicher hasst stin leben de- schlicsscn muste. Sie bediente diesen ihren gemäht ftäts mit einer tingemeinett bestandigkert, und begab sich mit ihrem söhne und s töchtem,zu ihrem bruder Carolo V. Der söhn aber stürd vor verdroß, >veil ihm seiner mutter bruder, der in andere geschäffte verwickelt war, nicht helffen wolte, lind sie gesegnete dieses zeitliche zü Gent den 19 lau. an. i;25. elo§. rlcs Usmes tllüür. Königinnen von EngeUand t Elisabeth / oder Isabella vott Ängouleme, Königin von Engelland, eine tochter Aimari I, Grafen von Ängouleme, welcher siö an HUgonem X, Grafen von Matche, verlobet. Allein der König von Engelland, Johannes 6ne - welcher zur Hochzeit eingeladen worden,verliebte sich in sie, und nahm sie ihrem bräutigam hiü- weg, nachdem er seine erste gemahlin Havoist von Glocester ver- stossen hatte. Er hcyratheke diese Elisabeth,welche schön und jung, aber dabey wollüstig und noch mehr rachgierig war. Sie zog ihrem gemahl dem Könige viel unglück über deN hals, denn der GrafHugo, welchem sie war Mggenommen worden, wat voller Verzweiflung, und unterließ nichts,damit er sich rächen kuntc. Jedoch zeugte derKönig mit ihr 2 söhne und z töchter,darunter Elisabeth eine gemahlin des Kaystrs Friderici II war. Nach dem tode des Königs an. 1214 vermählte sie sich mit dem vorgedachten Hu- gone, welchem sie war entführet worden, zeugte Mit ihm verschiedene kinder,und starb an» 124;. M sv. ^Elisabeth / oder Isabella / eine tochter des Königs Philippe I V m Franckreich, war an. 1292 gebohren, und wurde an. i z og den 2 z ,an. an Eduardunr II, Printzen von Wallis, nachmals König m EngeUand,zu Bononien vermählet. Sie war eine der schönsten Prmtzeßinnen ihrer zeit, aber ihre lugenden waten Mäßig- Denn sie unterhielt eine verbottene liebe mit dem jungen Grasen von Mortimer, den der König deswegen, wie auch anfanhetzüng seiner favoriten, der beyden Spencers,ins gcfängniß gesttzet. Als aber der,elbe hemllich nach Franckteich entwischet, gicng'sie unter dem vorwand, einen frieden zwischen ihrem gemahl und bruder Carolo I V, Konig in Franckreich, die kmtz vorder in krieg zerfallen waren, zu vermitteln, blieb aber tlachbero ohnerachtci der öffterN ziirüccberuffungen ihres gemahls noch lange daselbst, und trieb ihre Vertraulichkeit mit Mortimer öffentlich, bis endlich, da öie Spencers durch ihre bestechungcn es dabin gebracht, daß sie auch am Frantzviijchen Hose nicht mehr gerne gesehen war,sie unversehens nachher! Niederlanden gicng, und sodann mit einigem volck nach EngeUand Wffte, ihren gemahl mit hülffe einiger mißvergnügten vorn thron stieß, und endlich gar elendiglich umbrachte, (siehe Eduarduo II Komg in EngeUand.) Allein ibr eigener söhn, Eduardus III, rachete es nachgehends,indem er ihren bnhier4 ä: I.. 18. t«m. / p. Z74. O-r-r/e/Nill. llc Trance tom» 2, 9. 421 ^ rom. I p. -08 «ot. r ll,ü. ck/rvglet. rom. t P.64-Y Icqq! Elisabeth /eine gemahlin Eduardi IV, Königs in Engelland. Jhr vatcr war ein Englischer Ritter, namens Richard Wöödville, oder Widville, welchen dek K önig Henricus VI zürn Lord Rivers Machte,ihre Mütter aber Jacob!na,cme wimve Johaunis Hertzogs von BedfordMw eine tochter Petri von Lutembonrq, Grafen von L-»u>e Paul. Anfangs war sie Hof-fräulein den des gemeldeten Königs Henri« VI gemahlin Marqaretha, und Heyr-trhete nachmals, da sie nocl) sehr jung war,den Ritter Jodann Gray, welcher etliche jähre hernach, an. 14z z in des jclrtgedachten Hmrici VI bimsten, in der schlacht bey 8, Maus, stin leben verlohr. In ihren; witt- wettstanve lebte sie bey ihrer Mutter zu Grafton in Buckinghams- hire. Da nun an. 1464 derKönig Eduardus IVauf der jagd dahin kam, und sie von wegen ihrer jetzt erwehntett mutter eine gewisse gnade bey ihm auskitten muste,'würckte ihre ungemeine schön- heil und die tugend, so sie bey stinen liebes-anfallen erwieß , soviel bey ihm, daß erste den, may 0>ne cercmonicn beyrathete, auch darauf in Westmünster tol-m.»«-, krönen ließ z ungeachtet seine Mutter und die grossen des Reichs weit lieber' gesehen hätten, wenn er die Savoyische Printzeßitt Bonam, (deren schwester an den König von Franckreich, Ludovicum XI, vermählt war, und um welche er schon ordentlich, durch den berühmten Grafen von Warwick, hatte anhalten lassen),zu seiner gemahlin genommen Kälte. Eine von ihren ersten bemühungen war,ihre familik wohl zu versorgen,und der König willfahrte ihr darinnen nach ihrem eignen gefallen. Denn ihren vatcr machte er zum Grafen Rivers, zum Groß-Constablö von Engellanb und zum Lord-Schatzmeister. Ihren bruder Anto- nium erhub er zum Lord Scales, nachdem er ihm zuvor die reiche erbin dieses Hauses zur gemahlin zuwege gebracht, Ihren ältesten U s söhn 158 eli eli lohn critcr ehe , namens Thomam/ vermahlte er nntdercrbmdes Lords Bonvile und Harringlon,nnd gab ihm den titul emes Marg- grafen von Dorstt. Ihren andern söhn aus der ersten ehe, namens Richardum, machte er zum Lord Gray, und alle ihre übrige anver- wandten betauten einen so grossen vorzug vor andern, daß der Verdruß und neid, welcher über ihre crhebung entstanden war, sich dadurch um ei» grosses vermehrte. Nach Verlaufs einiger zeit kam es auf anstifftcnbes obgedachten Grafen von Warwick sv weit,daß ihr vater,nebst ihrem iüngrrn brudcr,Johanne, zu Northainpton, ohne einige gcrichkssorm, an. 1468 enthauptet wurden, ihr gcmahl an. 1470 in die Niederlande entfliehen neuste, und daß ile jelbst sich genöthigt stehe, in dem so genannten lEtuLn» zu Wcstmunsier ihre fichcrheit zu suchen, worinncn sie bald hernach, ihren ältesten Prmtz Eduard gebühr. An. 14,1 änderte sich das gluck dergestalt, daß ihr acinab! wieder zu dem ruhigen besitz der krön gelangte, worauf sie fortfuhr, in desselben gewogenheitsich fest zu setzen, hingegen aber vieler haß und Mißgunst dadurch wider sich zu erwecken, daß sie m ihrem äusserlichcn wesen allzuviel pracht, und zu bevcstlgung des glucks ihrer kinder und ungehörigen allzuviel sorgfalt blicken ließ, welches ihren feinden anlast gab, siealS hochmülhig,gcld-geitzig und grausam auszuschreyen. Insonderheit gab man ihr schuld, day sie ihren gemahl überredet,seinen bruder, Georaium, Hertzog von Cla- »e»ce,an. 1477 hinrichten zulassen. An. 148 z starb Eduardus I V. Sie harte es aber vermittelt,daß er vorher ihren bruder,Antonium, zu seines sohns und Nachfolgers Eduardi V Hofmeister, ihren ältesten söhn Tbomam,Marggrafen von Dorstt,zum Gouverneur von dem Tower, und ihre übrige freunde zu andern wichtigen bedicnun- gcn ernennet. Aller dieser Vorsorge ungeaclnet bekam ihres ge- niahls brudcr,Nichardus,Hertzog von Glocester,ihren sohn,Eduar- dum V,mit list in seine gcwals; woraufsie zwar mir ihrem andern Königlichen Printz,Richardo, Hertzoge von Porck, und mit ihren9 töchtern sich wieder in das t 4 nüusr,um zu Wesimünsrer retirirle, dennoch aber den ersten auslieffern, und geschehen lassen muste,daß so wohl derselbe, als auch der ältere Eduardus V, heimlich hingerichtet wurden; daß man ihren bruder Antonium, ihren söhn Richard , und r andere bluts-frcundc, ncmlich Richardum Hause und Tbomam Haughan, öffentlich enthauptete; daß der Urheber aller dieser thaten, der abgedachte Hertzog von Glocester, unter dem na- mcn Richardi III, den Königlichen thron bestieg; daß derselbe alles »hr vermögen einzog, ia, daß er noch zum Überfluß ihre Vermahlung mit Eduards IV (weil selbiger sschon mit des Grafen von «erchrewebury tochter, Elconora Talbot, einen rechtmäßigen chc- comract aufgerichtet haben soltc) vor ungültig erklären , und auf viel andere arten ihre ehre öffentlich schmälern ließ. Diese empfindliche belcidigunqcn verhinderten sie gleichwohl nicht, ihre 9 töchler an Richardi III Hof zu schicken,auch selbst, auf sein verlangen , ihr bisheriges -ssu-m m verlassen, nachdem er ihnen sichcrheit vor ihr leben und vor ihre frcuheit, auch einer icten von den e töch- lern, an statt eines hevraths-guls, roo marck jährlicher cinkünfftc, der multer aber 700 versprochen. Indessen arbeitete sie unter der Hand au einer Vermählung zwischen ihrer ältesten rechter Elisabeth,und Henrico,Grafen von Richmond,welcher zn der cron einen nahen ansvruch hatte, auch denselben so glücklich ausführte, daß er an. 1485 Richardum III so wohl des lcbens, als der cron,beraubte. Diese letztere bcvestigre er sich vornehmlich durch vollzichung der cbc-tractatcn mit der Printzeßin Elisabeth. Allein deren murtcr (aus bevsorge,daß sie sich allzusehr in die regicrungs-geschässlc mengen möchte, oder aus andern mißtrauischen gcdancken) schasste er bald von seinem Hofe hinweg, und nöthigte sie, nach vorhergegangener cinziehung ihres Vermögens, an. 1486 sich m em kloster zn Ber- mondstu, in der provintz Kcnt, einzuschliessen, worinnen sie mcht lange hernach vor bckümmcrniß ihr leben geendigt. Ihren cörper brachte man nach Windsor, und beerdigte denselben neben Eduardi l V cörvcr. Ausser den allbereit erwähnten 4 söhnen,so sie theils mit dem Ritter Grau,theils aber mit ihrem andern gemahl,gezeugt, sind noch ihre töchter aus der andern ehe kürtzlich zu gedeucken 1) Elisabeth vermählte sich, wie gedacht, an den König Henricum V ll; 2)Cäcilia hcurathcte Johanncm,Nistount Wclls; z) Anna ward Tbomä Howards, Hcrtzogs von Norfolk, gcmahlin; 4) Brigitta gieng in ein kloster zu Dartford; 9) Maria war a» den König von Däncmarckvcrsvrochcn, starb aber, ehe die Vermählung vollzogen werden kunte; 6 ) Catharina bekam zum gcmahl Wil- delmum Courtneu, Grafen von Devonshire. Zu Cambridge bat diese Königin Elisabeth ein aufführen und zu stände bringen lassen, welches dabcr cHic-n'z LoUcUge, oder der Königin eMIcgium, gencnnctwird. HZ-» üf-lsix IZcivvgrU IV. Lcmrne, vit Ue l.ou.sXI. cUr. l,tc ol tzct- vv^rctV siiU KicbLi-cl III. 4 /^,//-clironicics. , like ot R.I- cliLrcl Ill.^-r^c. ptcnr.VII.sie' big. roin.i. Elisabeth / Königin von Engelland, eine gemahlin Hcnrici VII. Ihr valer war Eduardus I V, König von Engelland aus dein baust Porek, und ihremutter Elisabeth, Richardi Grase» von Ri- vers toclilcr, und Johannis Gran willwe, von welcher sie an. 1466 gebohren worden. Noch als ein kind ward sie an Carolum VIII, damals Dauphin von Franckreich verlobt, und man sagt, daß ihr vater darüber sein leben eingebüßt,weil Ludovicus XI, des gedachten Dauphins vater, sein dißfalls gegebenes wort wieder zurück genommen. Ihr vcttcr,Richardus III, wolle sie nachmals heyrathen, um sich dadurch auf dem mit unrecht eingenommenen throne zu bevestlgc», und räumte zu solchem ende seine gcmablin mit gisst aus dem wcgc; allein sie hatte einen abscheu vor diesem tvrannen, welches idnc auch bewog,sie iu dem castcll zu Sherrv-hutton,in der provintz chvrck, als eine gefangene zu halten. Nachdem dieser Richardus an. 148; durch den Grafen von RichmoiH aus dem haust von Lancaster erlegt worden, und dieser darauf unter dem naiM Henrici VII aufden Englischen thron gestiegen , ließ er eine von seinen ersten Verrichtungen seyn,diese Prinlzeßin zu bcfreyen, und m ihrer Mutter nach Londen bringen zu lassen. Das folgende jähr, den 8 jan. vermählte er sich mit ihr, nachdem allgemeinen verlangen des volcks, und machte, als erbe des hausts Lancaster, welches eine rothe tose führte, durch solche Heyrath mit der erbin des Hauses Norck, welches eine weifst rose in dem wapcn hatte, dem langwierigen und blutigen streit zwischen diesen beyden Häusern , oder wie man zu reden pflegte, zwischen der weiffen und rothen rose,ein ende Ungeachtet dieses Vortheils, welchen Henricus erlanget, uilb unae' achtet der liebenswürdigen eigenschafften dieser Prinlzeßin,schien es dennoch, als ob cimge antipathie gegen ihre familie bey ihm übria geblieben, oder auch als ob er wegen der ungemcinen liebe, so das volck gegen sie bezeugte, neidisch auf sie wäre; dannenhero er ihr weder an den regierungs-geschafften den geringsten anlheil gönne- te, noch auch sonst sich recht gefällig gegen sie erwieß. Indessen führte sie sich hierbei, überaus vernünfftig und gelassen auf. Den 2z nov. an. 1488 ward sie mit grossen solennitäten gekrönt. Sie gebahr z Printzen, Arthurum an. 1486, gestorben an. 1902; Hrn- ricum, nachmals den achten dieses namens König in Engelland- und Edmunden», gebohren und gestorben an. 1498. Ferner brachte sie z Printzeßinncn aufdie welt/nemlich an. 149° Margarethain, nachmals eine gemahlin Jacobi IV Königs in Schottland; an. i497Mariam, nachmals eine gemahlt» Ludovici XII Königs m Franckreich; und an. 150z eine andere, weiche nur eine kurße zeit lebte. Lie selbst musste bey dieser letzten nicdcrkunffl ihren geist aufgeben. Sie liegt in der prächtigen cävcllc begraben, welche der König ihr gcmahl in der Westmünster-kirchc hat bauen lassen. r«»» >» vir. tienf. VII. -kc 1.6^9- siiii. ciTZn^icr. 10m. 1. Elisabeth / Königin von Engelland , war Heinrichs Fssll und Annen von Boulen tochter , gebohren den 2 sevt. an. izzz, und ward alsobald vom Könige zur Printzeßin von Wal- liv ernennet. Nach dem Unglück ihrer mutter nahm ihr der König diesen titul wieder und erklärte sie vor eine unehliche tochter, weil er auch die ehe mit ihrer mutter ungültig machte. Diß alles ward alsobald vom Parlament bestätigt und sie also damals von der erbfolge ausgeschlossen. Doch behielt er noch eine grosse zärl- lichkcit gegen die Elisabeth, und ließ sie bey sich erziehen, so ward ße auch von der neuen K önigin, Johanna Seymour, überaus wol gehalten, welches wohl vorncmlich ihre artigkeit verursachen mochte, die gar sonderbar muß gewesen seyn, wenn anders die briefe, so stc nach Burnets aussage im 4 jähre ihres altcrs soll geschrieben haben, warhafflig von ihrer Hand sind. Man mennt auch, es habe der König nach der zeit immer allmählich gesucht, sie wieder in den vorigen stand zu setzen, welches auch durch eine Parlameuts-aciea». 1544 geschahe, da ihr die Reichsfolge nach des Printzen Eduards und der Printzeßin Marien verfall wieder zuerkannt'ward: Im übrigen erzog sie dergcwcsenc capcllan ihrer mutter,Parckcr, in der Rcformirten religion, weicher sie auch nachgehends beständigbev- pfiichtetc, und der berühmte Roger Asbam unterrichtete sie inwis- stnschafflcn. Ihr brudcr, Eduard VI, liebte sie sehr und behielt sie, als er zur regierung gekommen war, den Hofe, ließ sich aber gleichwol kurtz vor seinem tobe durch den Hertzog von NorlbumberlGd bereden, sie von der cron-folgc auszuschließen und die Parlamems- acte von an. 19 zs, darinnen sie vor unehelich war erklärt worden, wieder herzustellen. AIs ihre schwester Maria den thron bestieg, und das Parlament die ehcschcidimg Heiimchs VIII von seiner ersten gcmahlin vcrnichtigtc, ward Elisabeth von der neuen Königin,die sich bis dahin nicht gehässig gegen sie erwiesen hatte,gar verächtlich angesehen, und an. 1954 um eines »»gegründeten Verdachts willen, daß sie an einer damals ausgcbrochcnen zusammen- vcrschwörung theil gehabt,in den Tour gesetzt und bald hernach gen Woodstock in Verwährung gebracht, da man sie zimlich hart midwls eine vcrson hielte, so das leben verwürckt hatte. Zu diesem verfahren soll nicht nur der haß, welchen Maria gegen Elisabeth ihre mutter und die Rcformirte religion, zu der sich die Printzeßin bc- kannte, trug, sondern auch einige enffersucht anlaß gegeben haben, indem der Graf von Devon,welchen Maria heimlich liebte,sein absehen hingegen auf diese Printzeßin gerichtet. Wicwol die Catholi- sche parlhey hart daraufdrang, daß man sie aus dem wcge ramm» möchte, kontc man doch keinen gnugsamen schein der gcrccNtigrat darzu finden,und endlich brachte Philippus der König in Svamcn. als er sich mit der Maria vermählte, der Printzeßin ihre frevdcit wieder zu wcgc. Jedoch hielt man sie stärs in genauer obsichk, im» gab ihr gewisse lciitc zu, die alles ihr thun und lassen genau beobachten müssen. Sie führte sich aber so vorsichtig auf, daß man ibr nicht den geringsten vorwurffmachen kirnte,'und zwar hac iiedie gantze zeit, ss lange Maria lebte, zu Harfields, da ihr die wobmmg angewiesen war, mit studieren zugebracht. Doch kuntt diciesbezeugen den haß der Köuiginwider uc keines wegcsdämvssewdic B vielmehr stäts vernehmen ließ, Elisabeth sey der cron-folgc mG würdig , auch den herannahung ibrcs Icbcns-cndcs wurcklich dc» willen'battc, sie zu enterben,welches aber theils der König PWH theils die Englischen Grossen durch die Vorstellung hinderten, W die Elen dock nimmermehr in dergleichen verordnung willige» würde; ia Philippus hatte ihro sonderlich aus dieser staats-"«-"«" das leben unb recht der iuccclk.on bev der Maria crdettcn, damu nicht die erb-folgc aufdic Maria von Stnart kommen mochte, die mit Franckreich in genauer verbündniß stund, und sich seinen^' k,ns aufanralhcn Lirti V (der viel von ihr hielte, und den vv» „iern von dcrtzen feind war,) jederzeit dapffer widerictzie. 4 » nun Maria an. ,998 starb, ward ue ohne Widerrede, als m nächste cvbin , zur Koni-in ausgeruffcu und den 14 i«n. ^ elr r ;?9 gekrönt. Das erste, was sie vornahm, war die Wiederherstellung der Reformirten religion, weiche unter der Maria meist war umgestoffen worden/dabey sie aber sehr behutsam gehen muste/ weil alle Bischöffe und viel grosse Herren,in etlichen provintzen auch die gemeinen dem Catholisthen gottesdienste zugethan ivaren, und sie lieh über dieses noch vor Span.cn , Frankreich und Schottland zu Huten hatte. Sie machte deßwegen zuförderst mit Franckreich und Schottland friede, so gut als es die damaligen umstände Messen. Der König in Spanien, der steh Hoffnung machte, die Königin zur gemahlin zu bekommen, ward mit guten Worten aufgehalten, und das erste Parlament unterstützte die ablichten der Königin so wohl, daß in obgemeldtem Jahr dieliturgie der Englischen kirche und dasgantze religions-wesen so, wie es zu Eduards VI zeiten eingerichtet worden, ingleichen die oberste gemalt der Königin in weltlichen und geistlichen dingen , welche zu erkennen sich jederman durch einen eyd verbinden muste, auf vesten fuß gesetzt wurde, dabey die Königin die Vorsicht brauchte, daß in dem gottesdienste viel äußerlicher vrachl und ceremonien beybehalten würden. Und wiewohl es die erhaltung der innerlichen ruhe erforderte, daß die der Catholisthen religion zugethane Prälaten musten abgesetzt werden, vermiede man doch alle andere harten Verfolgungen und arten von grausamkeit. Hiernach st setzte sie das finantz-wesen in guten stand, schaffte die Unordnungen, so durch liederliches geld eingerissen waren , auf einmal ab, bezahlte die cron-schulden von ihren cammer- gutern ohne die Unterthanen mit neuen auflagen zu beschwüren, und beförderte die Handlung und manufaeturen nach Möglichkeit, wie denn unter ihrer regierung an. iSoo der Handel nach Ost- Indien fortgesetzt und die Ost-Indische compagnie aufgerichtet, Mrginien entdeckt und sonst viel in schif-fahrtcn gethan worden. Sie setzte sich auch bey zeiten in gute kriegs-verfassung, und rüstete sonderlich eine ansehnliche flotte aus, darzu die schiffe in Engelland selbst gcbauet wurden, da man sich bishero nur mit gemietheten schiffen meistentheils beholffen h. tte, die das volck unsäglich viel kosteten. Es verliessen auf diese weise die ersten 10 jähre der regieruNg Elisabeth in ruhe. Aber an. 1569 ward auf Missten der Spanier und des Pabsrs unter einigen Catholisthen, in dem Nordischen theil von Engelland eine innerliche unruhe erregt, die auch würcklich zum kriege ausschlug, dennoch aber in selbigem jähre alsobald gedampfft wurde. Eben so gieng es an. 1 5 72 wieder, da die Spanischen und Päbstlichen anschlage wider die Königin noch in der asche unterdrückt wurden, und brauchte die Königin wider die Catholisthen, die an diesen handeln theil hatten, viel jähre nach einander allen glimpsbis sie sich endlich genöthigt sahe, mit einigen nach der schärffe zu verfahren, wiewol auch dieses nicht hindern kunte, baß sie nicht von zeit zu zeit neuen versuch sotten gethan haben, zumal die Päbste hin und wieder Englische Seminaria angelegt hatten, aus welchen viel geistliche nach Engelland geschickt wurdm. Bißhero hatte nun also die Königin noch mit keinem andern so wider ihr künffliges recht zur Englischen crone redeten, hark straffte, hat doch ihr folgendes verfahren den verdacht erweckt, daß dje bemiate freimdschäfft nicht aufrichtig gewesen; denn als Maria wegen ihrer unordentlichen ausfübrung dnrch die Schotten vom throne gestosscn war , und sich aus der gefangm- schaffr,darum man sie hielt,nach Engeliand flüchtete, allwo sie nach der Hoffnung, so ihr Elisabeth gemacht hatte, bcystand zu finden hoffte, wieß man sie nach Carlisle und ließ sie nicht nach hole kommen,unter dem vorwande,daß man zuvor wegen ihrer Unschuld versichert seyn müste, dabey sich denn die Königin Elisabeth zur rich- terin über die verbrechen aufwarff, deren Maria von den Schotten beschuldigt ward, wie denn die deputirten von allen feiten deswegen zu Porck zusammen kamen, allwo vor den Englischen die anklage der Königin und ihre Vertheidigung geschehen wüste. Nun that zwar Elisabeth damals den ausspruch,daß die beschuldigunqcn der Königin nicht sattsam beygebracht waren, redete auch den Schotten etliche mal zu, sich mit ihrer Printzeßin auf gewisse bedingungen, fo sie vorschlua, zu vergleichen, man zweiffett aber, daß ihr ernst gewesen, allermassen sie bald hernach Mariam, als das gerächte erscholl , daß sich der Herizog von Norfolck auf ihre Vermählung rechnung machte, genauer verwahren ließ. Bald hernach ward eine perrätherey eindeckt, die Maria vorgehabt anzuspinnen, und darzu die Vermählung des gedachten Hertzogs abermal der gründ war. Dieser muste darüber an. r;7»pen kopffjassen, megen - bei* i6o elr der Schottischen Königin aber war Elisabeth unschlüssig', wie sse mit derselben verfahren solle, wiewol das Parlament draufdrang, sie nach erforderung der aesetze zu bestraffcn, welches man denn als ein zeichen angibt, daß Eliiabech anfänglich nicht willens gewesen, der Mariä aus leben zu kommen , ob sie gleich aus staats-ursachen vor gut befunden, sich ihrer person beständig zu versichern. Es verzog sich also das gefängniß der Königin noch 14 iahre, und war dem äußerlichen ansehen nach zuletzt Elisabeth schon gantz willens, sie in frcyheit zu setzen, als an. 1586 ein abermaliger gefährlicher anschlag wider Engclland und der Königin leben ausbrach, den Maria mit demPabste,demKönige inSpanien und den vonGvisen angesponnen, darzu man auch unter ihren schrifften viel merckzei- chen fand. Darüber ward ihr der proceß gemacht und von denen darzu bestellten richten, der kopff abgebrochen. Ungeachtet nun das Parlament dieses urtheil bestätigte, wolle doch d,e Königin den befehl dazu lange nicht ausfertigen lassen, bis sie durch vieles bitten ihrer Minister sich endlich darzu entschloß , hernach aber den 8ccre»rium. der denselben ohne Ihre or ir,-r auf begehren der Räthe siegeln lassen und fortgeschickt, dadurch die enthaüptung der Königin beschleunigt wurde, vor gericht stellen und zur straffe ziehen ließ. Viele meymen jedoch, daß dieses alles blosse Verstellungen von ihr wären/ und glaubte solches auch der König in Schottland/ der aber doch / weil er »ach Elisabeth der nächste zur cron Engclland war/ seiner Mutter tod nicht >n,prot>irtc,so,daß Elisabeth hernach mit den Schotten immer in friedeaelebt. Noch ein dergleichen gericht mu- fte sie an. 1601 über den Grafen von Esser ergehen lasse»/ der bey ihr in sehr grossen gnaden stund , derselben aber sich so sehr mißbrauchte , daß er aus Halsstarrigkeit und Hitze offt die ehrerbietung vergaß / die er der Königin schuldig war / darüber sie sich dergestalt ereifferte/daß sic ihm im Rath einen backcnstreich gab. Sie verzieh ihm zwar damals wieder/ allein er ließ sich nachgchends so weit verführe»/ daß er ein öffentlicher aufrührer wiirde,niid deswegen enthauptet ward. (siehe Evrcur/Nobcrl Graf von Esscx) Man erzeiget dabey/ die Königin habe ein l, bes-vcrsiändniß mit diesem Grafen gehabt, und ihm einen ring mit dem verspreche» gegeben, ihm alle verbrechen,so groß sie auch seyn möchten,zu verzeihen,wenn er ihr denselben schickte < der ring aber sey von einer Dame, die ihn der Königin überreichen sollen, Hinterhalten worden; ia es habe Elisabeth nach dem tobe dieses Grafen weder essen noch trinckrn wollen, und sey vor kuminer über ihn gestorben. Die meisten aber halte» diese umstände vor mir fabel. Die letzte zeit ihres lebcns ist die Königin osst verdrießlich gewesen,und zwarwcil sie gemcrckt,daß sich ihres alters halben viele Höflinge von ihr weg und zu Iacobo von Schottland, als ihrem vermuthlichen erben, gewendet. Vor ihrem ende ist sie in eine gar liesse melaiicholcy gefallen, hat keine niecllcin genommc»,tt»d sich erst etwa» ; tage zuvor zu bette (stieget; doch hat sie Iacobum noch auf ihrem lod-bettc zum Nachfolger ernennt , und ist bald darauf den 24 marr. an. 160; gestorben. Der Ertz-Bifchoffvon Cantclberg, der Bischofs von Loiidcn und andere Geistlichen haben ihr biß an ihr ende bcygestandcn,da sie viel zeichen ihrer andacht und erkentlichkeit gegen Gott von sich blicken lassen. Sie hat sich niemals vermahlen wollen, ungeachtet ihr das Parlament osst darum angelegen wäre. Doch weiß man die eigentliche Ursache nicht, warum sie sich den vcstc» Vorsatz ledig zu bleiben genommen,ob es wegen einer gewissen leibcs-beschaffenheit, die ihr im «bestände viel gefahr hätte zuziehen können^ oder ob es darum geschehen,weil sie lieber allein,als in gcscllsckiant eines gchülffcn regieren wollen^ Indessen hat sie viel Werber gehabt, > 5 ,nassen sich der König in Schweden, Erich, der Ertz-Hcrtzog Carl von Oesterreich, König Philipp in Evanien, der Hcrizog Adolvb von Holstein , König Carl IX in Franckrcich und feine beyden brüder Heinrich und Franciscus mühe um sie gemacht, die sie aber alle mit guter art abgewiesen , obgleich zuweilen die Handlung schon zimlich weit gekommen gewesen. So haben sich auch etliche vornehme Hcrrcn in Engelland, als der Gras von Aran, der von Arondelaind sonderlich der von Lciccstcr rcchnung auf sie gemacht. Sie war eine Printzcßin, die sonderliche grosse Hochachtung von ihren Unterthanen, und von fremden Potentaten, auch so gar vielmal von ihren feinden genoß, die ihr die sonderbare klughcit zuwege» brachte, mit welcher ,ie >! rc lande regierte, und hat ohne streit ihre rcgicriing vor vielen ander» den vorzug verdient. Sie nahm sich aller fachen selbst mit grossen, evffer an,gieng allezeit aufdas,was ihr land warbasstig kuntr glücklich machen/sie war von sehr fertigen und dennoch reisten cntsclstics- sungcn, besaß eine angenehme bercdtsanikrit, hielt irdcrman wol, war keine freundn, verschwenderischer eitclkeiten, und wüste trefflich wohl hauß zu hallen, war aber auch z» rechter zeit, jedoch nicht mir ubrrmaß, frcvgcblg. Zur grausamkcit war sie nicht geneigt, und suchte, was nur möglich war, ohne todcs-straffcn beyzulegen. Sie kattc sehr wohl stndirt, und redete unterschiedene sprachen, auch darunter Griechisch und Lateinisch sehr fertig, daher sie denn den Gesandten bey audicntzcn meist selber antwort gab. Man jagt bey dem allem von ibr, daß sie es gerne gehört, wen» jemand ihre gestalt oder gescliicklichkeit im däntzcn und in der music gelobt. Die Holländer ichickten, insmals eine nmtz»„scic an sie ab, bcv der ein nniger mensch sich de'and , der zeit währender audicntz mit einem Engclländcr sich in -lacour; einließ, und behauptete, wie unrecht dieiemgcn thäten, die an ihrer schönhcit viel aussetzten, auch, wie die Königin so vollkommen nach seinem guik» sey, sich gar frey und recht Holländisch erklärte. Die Königin mercktc, daß diß ge- spracbe von ihr gewesen , ließ den Engclländer nachdem zu sich kon men,ii„d fragte, was der Holländer gesiegt hätte. Erwolte erst nicht mit heraus, als sie ihm aber solches bey ihrer Ungnade befahl, that er von .des Holländers freyen reden eine offciiherkige erzeb- lung, welches die Königin ss wenig übel nahm, daß, als die eli i-llnikz bey ihrem abzuge mit güldenen ketten von 800 tbalcrn, -ich die in der e»i,L waren, mit andern, die thaler werth wareu, be- schencket wurden,dieser Holländer alleine eine von 1600 thalern erhielte, die er zeit seines lebens der Königin zu ehren getragen. Dagegen konte 6u Pleßis Mornay und der Herr von Buzaimahals sie in wichtigen Verrichtungen von Heinrich dem IV an die Königin abgeschicket wurden, nichts tüchtiges ausrichten, weil die Königin erfahren, daß Buzanual einsmals währender belagerung von Paris an des Hn. -si> Pleßis Mornay tafel, ihrer mit ihrer Fränkischen aussprache gespottet habe. /,,>„?.>«. Los«» cks». Lke- vklke c^ueen Llis. memoires -iu regne ci'Llis. L«rre)> Kilt. «Hnßler. iiilk. ltckorm. Ar. * Königinnen von Frankreich: Elisabeth / oder Isabella / eine gemahlin des Königs M llppl III, des kühnen/ und eine tochter des Königs Jacob, I von Aragomen. Ihr beylager hielte sie zu Clermont inäuver^cM. ,r6r. Als ihr schwieger-valter der König Ludovicus IX > oder der heilige/an. i27oeinen zug in Asricani vornahm/folgte sie ihm nebn ihrem gemahl. Alsabcrnach dem tode Ludovici IX ihr gemäht durch Italien wiederum in seine lande gieng/thatsieeinm gefahrltche»fallvomPferde/ daraus sie den 2zjan.au. 1271 im 24iahreihres alters m Calabrien starb. Die kindcr/so sie ihrem gemahlgebohrcn / stehen in dem articul Philippus m Königin Iranckreich. tiillor.Acncrin^. Lc. Elrsizbeth oder Isabella / wareinetochter StephamdesM gern/Hertzogs in Bayern / und wurde an. n8z zu Amimsan Carolum V I - König von Franckrcich / vermahlet. Sie war von grofferschönheit/ wurde aber beschuldiget/daß sie von den Königlichen cmkunfften vieles entwendete / einen theil davon nach Tcutsland schickte / und das übrige zu allerhand arten der Verschwendung brauchte; dahingegen der König und der hofeinm schlechten staat machten. Darneben war sie von unersättlichem ehr- geitz / welchen auszuüben ihr der zustand ihres gemahls/der immerdar mit einer verruckung des Verstandes gcplaget war/ ge!c« gcuhcilgab. Indem aber die Printzcn vom geblüt/so die regicrmg fuhrten/un sonderlich dieHertzogc vonDurgund unOrlcans/u. lcr einander sehr qetrennet waren/ und das qantze Reich in unruhc etz- ten;(jiehcCarölnV'IKönlq lnIranckreich)hieIke siedle parkheydes letziern/undais solcher an. 1407 von dem Hertzog Johanne M Burgiindumgcbrachiwordcn/ brachte sie es dahin/daßobgleich dieiervondcm König einen bcgnadiaungs-bricj erhalten/solcher doch wlcdcrruffen/und der Hertzog / so mächtig er war / gcnöibigt wurde / eimger,nassen dem König und sonderlich dem jungen Prin- tzcn von Orlcans Mitte zu thun. Es nahm aberdadurchdiebcy- dcrseitige seindschafft nur noch mehr zu / bis endlich nachdem der bisherige Dauphin gestorben / und dessen bruder Carolns / der nachsolgcnde König / >o darauf Dauphin worden / aufeinraihm desGrasen von Armagnac der Königin ihren schätz an gelb und edclgestcincn entwendet / sie sich nach Vinoenncs reiirierte. Daselbst abcrsührkc sich dergestalt verdächtig mit den Cavallmn auf/ daß der Konig sie gar als eine gefangene nach Tours schickte. Dieses verfahren qieng ihr so nahe / daß sie sich nachhero niemals re- solvieren können / dem conncrstzicvon Armagnac zu pardoniercn/ auch selbstcn nichnhrcm söhne / dem DauphinCarolo/weiljol- chcs init seiner bewilligung geschehen / wiewol er damals mir 16 jahr alt war.Um sich nun zu rächen / schlug sie stchzudem Hertzog von Burgund / ließ sich von demselben zu Tours bcfrencn / und weil jic ehemals war zur rcgcmii, einmal verordnet gewesen / zog sie diese cvmmili,o„c5 wieder Hers,ir / ließ unter solchem titulvervrbiniii- gen ergehen/und setzte das Reich durch hülffedcrDurgundijW facllon in die gröste unruhen. Andcm cooncr-Kie rachere jic jiey bald darauf / insonderheit als mit hulffe des Hertzogs vvnssur- gnndPariseingciiommen/ und derselbe nebst allen feinen aMM- gernden 12 jun.an. 1418 den, wüten des pöbcls aufoeoMerllrur- de. Ja ihre räche trieb sie endlich so weit/daß als die Engelanorr indem Reich angelandet / sie an. i4>y ihre tochter Calham« an den König Hc'nricrim V in Enqcland vcrheyrathcte/imd vci'- schasttc/daß durch einen öffentlichen traetat / darzu derschwM König Carolns VI seinen nahmen hergab / der Dauphin unlcrdem vorwand/daß er an dem kurtz vorher geschehenen morddesHw tzogs von Bnrannd theil gehabt / auf ewig vondcreroneau.W chlosscn/und solche Henrico V von Engclandübergebenwm - Allein als die Engcländer einmal feste fassen / ward sievondcW- dcn so verachtet / daß sie die meiste zeit nach ihres gcmahistooem bctri'ibiilß zubrachte/welche noch mehr zunahm /dafieselMiM sie /daß ihres sohns Ca» oli VII fachen einen gute» forkgang gcwom neu / und dieser endlich an. 14z 5 sich gar mit dem Hertzog von qnnd versöhnte- Sie starb knrtz nach diesem vergleich den än. >4tz. und ward mit gar schlechtem pracht zu 8>DcmvM»- den/auch von niemand dedanert. Den ihrem sarg wardnmvia zeit eine wölffin in marmor gestellt/ znm andencken ihrer v« gnna gegen ihren Printzcn/ dadurch sie das Reich in so große- fllück gesiurtzet. «Zcs 0Lk». s. Elisabeth von Oesterreich / eine tochter des Kanscrs MM» ant II - wurde an denKönig CarolumIX von Franckmisi M. 570 vermählt/ und im folgenden jähre den 2z meetz durch ,m/Cardinal von xothriiiqen / gckronct. Slewarlhrerlu>M 'cgen überall berühmt/und ihr gemahl pflegte sie semeheiWss ennen.Nach dessen an. ,574 erfolgten tode begab sse sich>M LlenjnOesterretch /stlffttte daselbst das klosterAClara/wie^lb eli elk elt )u Präge diekircheMer Heiligen. Der König Wilippus II in Spch inen / und Sebastianus von PorMgall / hielten inständigst uin sie an / sie blieb aber in ihrem wittwcnstände / und starb ;u Wien oen 22 jaN. an. i? 92 im;8 jähre ihres altere, in c/srolo ix. «« Lasse elöZ. lies armes iUutir. Königin in fohlen r Elisabeth / Königin in Pohlen, war eine eintzige tochter OttonisvonPilcza, Woywodens zu Seudomir, nach dessen absterben sie einer aus Mähren, der eben nichts sonderliches war, entführte. Allein, ihre reiche erbschafft stach dem Baron ^anczik von Hickznic dermassen in die äugen, daß er sich ihrer mit gemalt bemächtigte, nnd ihren ersten liebhaber ermorden ließ. Als er aber bald hierauf mit tobe abgieng, verheyrathete sich Spttko von Metfchtin, Woywode zu Cracau, mit ihr, der sie aber nach- gchends, wegen der allzunahen bluts-freuudschafft, einem armen vom Adel, Vincentro von Granov, überließ. Nach dessen tobe nahm sie König Uladislaus Jagello an. 1417 zu stmer gemahlm, und ließ sie krönen, auf welche ungleiche Vermahlung dw Pohlm- schen Reichs - stände nicht allein sehr übel zu sprechen waren, sondern es kostete auch viel mühe, ehe das conc.iium zu Costmtz darein willigte, weil dieser Elisabeth mutier Uladislaum aus der tanffe gehoben hatte. Sie starb an. 142° ohne Ander, und kamen auf ihren tvd allerhand satyrische schafften zum Vorschein, wie den» unter andern Stanislaus Czicleck, nachmaliger v,c-- Eantzlcr und Bisclwff zu Posen, sie in einem -srminc mit einer alten sau zu vergleichen, kein bedencken trug. 1. n bitt. ?ol. Königinnen in Spanien: Elisabeth von Franckreich, Königin in Spanien; siehe Isabella. Elisabeth / Königs Ferdinandi Catholici in Aragonien ge- niahlin; siehe Isadetla. Königinnen von Ungarn: Elisabeth / Königin in Ungarn, war eine tochter und crbin Königs Uladislai Loctici in Pohlen. An. 1; 20 wurde sie an König Carolmn Robertnm in Ungarn vermählet, und gebahr ihm verschiedene Ander. Nachdem aber dieser an. 1)42 gestorben, führte sie einige zeit die regierung von den beyden Königreichen Ungarn und Pohlen. Endlich starb sie in grossem alter an. 1; 80. LewMr'rtt llillo-. iiimZsr. Elisabeth / Königs Sigismundi in Pohlen tochter, und eine gemahlm Johannis cicZapolia, welcher sich zum König in Ungarn auswarf. Siehe Isabella. Elkana / ist in der heiligen schrifft der name eines sohns Korah , ingleichcn eines sohns Jeroham, welcher zwey weider, Hanna und Peninna, gehabt, wovon ihm biederste den Propheten Samuel gebohrcn. c. s v. 14. , §->m. c - v. 4. Ell / lat. ttciium oder «eiiciium, ein kleines Vorf öhnweit Straßburg, an dem wasser Jll, ist dadurch bekannt worden, weil man allda viel Antiquitäten - die bildnisse der heydnischen Götter Mercnrii und Dianä, und andere, deßgleichen eherne, silberne und güldene müntzen gefunden. So soll auch s. Maternus, der Elsaßische Apostel, allda gestorben seyn. in c->»!. Lpilc. ^rgenlia. Le-ik«» lle rel>. Leim. Leerr«e. trys. allst. Ellebödius / (Nicasius) gebürtig von Cassel in Flandern/ lebte in dem 16 seculo. Er erwarb sich, durch seine wissenschaffr in der mellicin und Welt - weißheit, zu Padua grossen rühm, und stund sonderlich bey Vincentio Pinellissind dem Cardinal Granvell/ in grossem ansehen. Er wurde Lsnomcus zu Prcßburg in UngarN, und starb auch daselbst. An. 1565 hat er den tractat a- riLturs llominis, so sonsten Gebrgio Nysseno zugeeignet worden - heraus gegeben. Man hat auch von ihm verschiedene episteln und poemscs. tzibl. Lcigic. lle lcript. iec. >6. m elm M Eller/ siehe Elrich. Ellercna / oder besser Elerena/ ist ein ort in dem Spanischen Komgreich Eltremadura, nicht weit von deN Anbalusischen und alt-Eastilianischcn gräntzm, in einer fruchtbaren, sonderlich aher mtt wehe,- wende wodl versehenen gegend, gelegen. Erst an« 1640 hat ihn oer König Philippus l V mit der stadt - gerechtigkeit begäbet, nachdem er 4°o jähr zuvor von den Ordens - Meistern von 8. Jacob aufgebauet worden. Dieser Ritterliche Orden hat noch heuriges tages die herrschafft darüber, und pfleget aus seinem Mittel einen Oouverncur beständig daselbst zu halten. Lo/mEr-s stelle. ste i'Ltss. p. zyo. EllgssEllgöw/ Elck/ Elcköw/ tat. Lligovis, 8sc°e j-zsus, ist ein schöner marck-flccken, nebst einem berg-schloß, in der Grast schafft Kyburg, an den gräNIM des Zürich - gebieths, qeleaen, darauf die Freyherren von Elcköw / Herren dieses orts, gewohnt haben. Ihr wappe» wäre: Eine blaue streife über einem weissen schild/ ob welcher zwey und darunter ein schwartzer baren-halst und kopff/ mit roch-ausaeschla- gener Zungen und güldenem haiß - band. Aus diesem ae- schlecht wäre der bekannte Mönch Notgar zn 8. Gallen, der m der mitte des ie> secnli gelebet hat, und, als er blind worden, die ehre genossen, von KayserOttone sechsten an der band acleithet zu werden; Pabst Julius II hat ihn an. i;i; be->c,6c>rt. Walthee lebte an. 1274 , wäre em reicher Herr , der dem damahligen Abt, Ulrich zu 8. Gallen, viel geld gelleheir; weil er aber keinen söhn hatte, so erbte sem tochtermaim, ein junger Herr von Baldeck, all sein gut. Die ober-Herrlichkcit und Mannschafft zu Elck gehörte jederzeit denen Grafen zu Kyburg, daher» sie mit dieser Grafschafft, der flecken Elck aber an. 1494 von Hertägen von Hunwcil, an die stadt Zürich kommen; die niederen qerjchtk aber haben die Juncker Meisten, und nach ihnen die von Hun- weu, folgends andere bis an. 1670 innen gehabt, da sie an Juncker Hercules von Salis aus Pünbten, verkaufst worden, dessen tochtermann, Herr Obrist Hans Heinrich Hiruei, ssib-ge noch an. 1712 verwaltet hat. Sie wurde darauf Herrn Felle Werdmullcr, General - Maior in diensten der Hochmögenden Herren General - Staaten in Holland, um özooofl. verkaufft/ welcher selbige, auf seinen hinscheid hin , zu einem mich, ksliw,.c gemachet hat. An. 1407 wurde der flecken durch die von Schwytz, Glarus, Appenzell und 8. Gallen verbrennt Item an. 1444 haben die Eyd - gnossen, im alten Zürich-krieg, flecken und schloß eingenommen. >. 5 p. ,07. Mcrcjcvvü,cj>gk. p. 6s. Zllrick. ßetckieckr llucll. * Ellingeil / ein feiner flecken, nebst einem schloß, i weile von Weigcnburg, rst dre residentz des Land-Comthurs der balley Fran- MN. irrsnc. rcstiv- Elltngerus/ (Andreas) ein ?llllosopllus, Poet und k^estic,,?, war zu Orlamunda, in Thüringen, gcbohten. Nachdeme er an. 1549 den Z-S-Zum ^isgillerii erhalten, wurde er anfangs llmk-ssur zu Leipzig, und ; jähr hernach, nemiich an. 1557, OoLor in der meciicin. Au. 1569 wurde er UiotüUor mellicinL in Jena, und starb daselbst an. 1582. Man hat von ihm ttypp» crsris ssslloriiivo,um ps-LpnrLiln poericsm; tismnorum -cLiellsili- coruin libros rrcs sb isilo cmenllsbo, ; evSngelis NominicsIiL csr- minc; crrmins, Spiccchs L -pjkspki» lle okitu Villl-Imi OuciL 8sx. <8,c. vir. mcclic-. rliesrr; Ellis/ ( Jobattn ) in der Grafschaffl Nervin gebohren, wurde 8cx.ius colieZ. jell, zu Oxford, an. 1S28, hernach Kc/toc zu Whitficld in Otfordshire, und endlich ?r«fech,r Verliesse hieraufdiesen «.eätorsrum, und nähin dafür den z» Dost gethle in Wallis an, allda er än. 1665 verstarb. Von ansang Wurde er der Königlichen Parthey, hernach gienge er zu den Presbyterianern über. Bey L-llirmioa Königs Carvli II nahm er wieder die alte parthey - und legte ftinem König den eyd ab« Seine lateinische schriffren sind cisvis i» 8v,iw<,i. l.c-m. mcnk. in OkLllirm. vcsenllc! Qooielllio». Lozlieamei ^-r/. Ilill. llniv. t)xon. -- Ellenberger / ( Johann Carl) diente anfangs dck Crott Dänemarck viel jähre mit besonderem rühm, nnd commandirte als General - Maior die in des Königs Wilhelm» von Engelland bimste stehende Dänische trouppen, da er sich in den Niederlanden bey unterschiedenen gelegenheiten so wohl hielt, daß man ihm an. 1694 die vestung Dirmuydm anvertraute. Allein, an. 1695 übergab er diesen ort den Frantzostn, wider ausdrückliche orlli-- seines Königs, und wurde darum in dem 60 jähre seines alters enthauptet. Die von der fache wohl gcwust, haben gewiß versichert , daß allda gantz keine verrätherey mit imterloffm, wohl aber eine allzugrvsse bestürtzung und Verwirrung, da er sich unversehens von einer grossen macht der feinden belagert gesehen, auch vielleicht , in einer belagerung zu commandiren, nicht die allerbeste tüchtigkeit haben mochte. Allein, wo er da je, durch zaghafftig- keit, qefehler, so ersetzte er hernach solches durch die unerschrockene ärr, auf welche er gestorben; Massen er nach empfangenem todtes-urrheii, und noch wenig stunden vor dessen vollführung, so starck und wohl gcschlaffen, daß man ihne schnarchen gehöret/ auch sich hernach zum tobe wohl vorbereitet, bis auf den letzten aiigenblrck mit grosser gegenwärtigkeit geredet, und sonderlich ein ungeineincs leyd bezeuget, baß er durch Unverstand der gemeinen fache geschadet hätte. Seine guter in den Niederlanden zog man zwar ein, gab sie aber seinen Andern wieder. r»xo/>. und mehrerer Ossicrers, so bey allem gegenwärtig gewesen. * Elmacinus/ (Georgius) wurde zu ansang des iz stellst ist Egypten gebührest, und ob er gleich ein Christ war, bekleidete er doch bey dem Mahomctanischm Printzen die stelle eines Sscr-rsiii. Er hat lillkvrism 8,-sccnicsm geschrieben, welche von Mahomct üNfänget, und bis auf das jähr 1 -18 gehet. Er berührt die be- gebenheiten des Saracenischen Reichs gantz kurtz,von jähr zu jähr, und gedencket bisweilen mit wenigem auch der Christlicheir fachen im Orient, kommet st gar auf stin eigenes geschlecht, und zeiget ün, wie es bey denen Califen m gunst kommen, dabey reichthum und . ehre erlanget, und sich in Egypten vest aesetzet habe; am meisten aber hält er sich bey Arabien, Syrien, Egypten und Per- sien auf. Er hatte seine Historie von erschassung der weit angefangen ; und versichert Hottingers l« bib . , daß er das stuck davon, bis aufMahomet, st uns ietzo mangelt, besessen habe. Was aber Elmacm von den zeiten Mahomets an besthrieben, das ist von Erpemo aus dem Arabischen ins Lateinische übersetzet- und in beyden sprachen von Mist an. 1825 in fol. heraus gegeben worden. k>r«f. Nist. 5srsc. * Elmenhorst/ (Geverhardüs) gebürtig von Hamburg, legte sich insonderheit auf die "M-. und erlangte durch seine schrifflm einen grossen rühm. Er starb aber sehr frühzeitig an. 1621« Seine schrissten sind: libcr coinmcmsrius sä cellos KÜQurii Ott». vium; olllervsriones all ?.inobii iibros VII »civcrlus ßcnres, L ik run«I. colle/i-meL vsAsrum leLrionum; Oeansäms ivlrüiÜLlUis llc II theil- A 162 elm eln elo elp elr «loßmstibuz Lcrlelistiicir, Lc klanir!,;, Lpilcopi l.emovi«nflz epr- AolL ; /^s>u>cjus cum norir; Lcdcris tslrulL curii nori; 6Lsctii <8cc. ^k-rttr cilLc. bio^i-. Lk),/e. * Elmeshorn/ eine kleine stadt in der Holsteinischen landschafft Storinar«/ zwischen Krempe lind Pinnebrrg gelegen/ und zu dem antheil des Königs von Dänemarck gehörig. Elmina / ( 8. George) siehe Mina. Einbogen/ Eibogen/ Böhm. Loker/Lat. oiblln-oder Libog». die Haupt-stadt einer Grafschafft / die zu Bohmen gehöret / und von einigen zu den Böhmischen crayßen gerechnet wird. Den namen fuhrt die stadt daher / weil sie längst an der Egcr hm, in der sigur eines elnbogens lieget. Sie hat ein festes schloß auf einem gähen felsen/ anbey wegen der herumliegenden berge nur ein lhor / daher man nicht vorbey paßircn kau / sondern biß auf den marckt der stadt fahren / daselbst umwenden/ und zu eben dem thor wieder zurück kehren muß. Sie ist die eintzige stadt in Böhmen/ so die Schweden in dem drcyßigjährigen kriege niemals eroberen rönnen / ob sie gleich viel volck davor verlohren. Die Bayern aber nahmen sie an. i6ri / und die Sachsen an. rS; i ein. Die darzu gehörige Grafschafft liegt zwischen der Herrschafft Eger / dem Voigtlande/ dem Saher-und Pilßner-crayße / und war vor al- ters der Maragrasen von Vohdurg / ist aber schon um das jähr r;;o bey Böhmen gewesen / vermuthlich weil fie Nudolphus von Habsourg nebst Egcr als cin heyraths-gut an Wencedlaum gegeben. Der Kanser Stgismundus schenckte fie hernach den Grafen von Schlick / die sie aber wieder verlohren haben. Sie ist wegen der Joachimsrhalischen bergwercke / des Carlsdades / und des schonen schloffes Schlackenwerd berühmt, c»p> gc. kok-m. p. 26. iruiccii. llec. » I. z c. 4 §. 7 ?. zj. ictrl. Lokal, d. 9>. Eine / lat. ttclen-, eine kleine stadt in der Grafschafft Rous- sillon / am siliß Tech auf einem Hügel / i meile von dem Mittelländischen mecr/ und 2 bis; von Perpignan, gelegen. Vor diesem hatte sie ein Bißthum / welches untcr Nardonne gehörte / so aber nachgehcnds von Elemente V IH an. 1604 nach Perpignan verlegt ivördcn. An. 1640 ist diese stadt von den Spaniern an Franckreich gekominen. Orosius, Zäsiums/ und andere gcdencken ihrer. Elorne / ein kleiner fluß in dem Hcrtzogthum Bretagne in Franckreich / welcher bey Brest sich in die sce verstecket. * Elpenor/ war/nach den poetischen gedichtcn/ einer von des Ulyssis geführten/ welcher den trunck sehr liebte/ und von der Zauberin Circe in ein schwei» verwandelt wurde / nachgehcnds aber/ da er seine menschliche gestalt wieder bekommen / trunckcner weise von einer höhe herunter siel / und den hals brach. nomr--. ou. ,v. mciLm. I 14 v. r;r. IU. irist. I. Z eleg. 4 v. I-. irr. 1; I. 5 v. >!. I. 11 epigr. 8;. Elphin / oder Elphem / ist eine kleine stadt in der Inländischen provintz Conaughl / insonderheit aber in der Grafschafft Rosscommon, lind in der Baronie Boyle, gelegen. Sie hat cuicn Bischofs/ welcher nach Galloway gehört. llciic. a- t'lrlimge 9. 1496. Elpbinston/ (Wilhelmus) ein Schottländer, war Dischoff zu Abcrdon, Cantzlcr des Königreichs, und Siegel-verwahrer des Königs. Er lebte um das jähr 1480, zu den zeitcn Jacob, III, und hinterließ stürmn cnnciliocum , wie auch ckronico» SccnvruM. IN pra-stir. bitt 8cc>r. cic hin, I. j 6zz. Elprde / siehe Alpaide. Elpidius / ein Bischofs zu Laodicea in Syrien, nahm sich des heiligen Chrysostomi an, und vertheidigte ibn vor dem Kayser Arcadio, bezeugte auch, daß er unrechtmäßiger weise verdammt worden. Er florirte um das jähr 404, und m wegen stincr Heiligkeit und gercchtigkeit berühmt. Er ist von einem andern dieses namens, der sich zu der ketzerey der Priscillianistcn gewandt, unterschieden. Lnnal. icc. 4 ücc. Elpidius / ein vornehmer Hof - bedienter bey dem Kavftr Julian», dein er zu gefallen die Hcydnischc rcliqion annahm, aber hernach unter dem Kanser Valcnte sehr elend starb. Es war auch ein anderer dieses namens pra-KNi-s pi-L-io-ii, der ein Märtyrer soll worden seyn. 7^-o-ioI. z c. ir. 1. 7 n. io vie rlc 8. LaiH. 1.1» c. 14. Elric / siehe Alric. Elrich / Eller / eine kleine stadt in Thüringen, an dem stuß Zorgc, in der Grafschafft Hohcnstcin, und zwar in dem amt Clet- tenberg, 2 weilen von Nordhausen, gelegen. Sie gehöret dem Könige in Preussen, welcher von hier die Cmitzlcn und das <'i> 6 - üorium an. 1714 »ach Halbcrstadt verleget bat.' Nahe hicrbey ist das qnth Dischoffrode/ wo man in einer hole sehr liesse und gräßlich anzustheiide seen antrifft, welche die Kellen gcnennet iverden. El-Noy/ odcrAl-Roy/ (David) sonst auch David El- David genannt, ein Jüde, der sich um das fahr nüo für den >4ciii^n ausgab. Er machte sich unter den Iüdcn in Pcrsien einen grossen anhang, und wäre willens,, wider den König in Pcr- sicn auszustehen, hernach die übrigen Iüdcn zu bcfrcncn, und die stadt Jerusalem wieder zu erbauen. Man sagt, daß er in allen wisftnscbafftcn sehr erfahren gcweftn, und sich durch feine Zauberkünste in grosses ansehen gebracht habe. Ja, man berichtet, er seye unerfchrocken vor dem König in Persien erschienen, und habe be- elr elf kannt, daß er der Jüden König seye, und als ihn derselbe ins fangniß werffcn lassen, habe er sich durch seine Zauber-kunst wiederum loß gemacht, und seye nach dreyen tagen abermal an den Hof gekommen. Da ihn nun der König aufs neue wollen greiffen lassen, habe er sich davon gemacht, und da man ihn bis an einen fluß verfolgte, seye er aus einem tuch darüber gefahren, und noch selbigen tag in der stadt Amatia angelanget, die von dem orte da zolches geschehen, 10 tag-reiscn entfernet wäre. Weil nun der König in Persien sehr dadurch erbittert wurde, und seinen zsrn über die Juden auslassen wolle, bemüheten sich die Jüden cn,s§ äusserste, wiewohl vergebens, diesen El-Roy auf andere gehangen zu bringen. Endlich nahm sich ein Türckiscber König, der des Persischen Königs Vasall , und ein guter freund der Juden war, dieser fache an, und brachte des Ei - Roy schwieger- vater dahin daß er diestn seinen schwiegcr - söhn zu gaste bath, und da er sehr betruncken, und im liessen schlaflag, mithin seine Zauber-künsie nicht gebrauchen konte, hieb er ihm den kopff ab, und schickte denselben dein Könige in Persien. Aber, wer wolle diestn alberen Jüdischen fabeln glauben zustellen? 7 »^/?»/ w 9.91 icg. sc» in ickcbcr ^eliuciL p. (-E in tLemuli OLvill L) sagen, es stye gleichsam Edelsaß von dem schon unter den Römern und auch nachmals starck daselbst sich bcfindl.Adel gcnennet worden. Unter den Nomcrn wurde es noch Oci-m^iLm prim->m gczehlet. Die Alemannen aber haben der Provintz den namen Elsaß ziierli aufgelegt, als welchen man schon zu Zeiten der Könige Childebcrti und Dagoberts l I) antrifft. Vor Julii Cäsaris zciten sollen die kt-iiiom^i-ici in dieftin lande gewöhnet haben, welche hernach von den 'O il-occir sollen vertrieben worden seyn. Allein es beweiset Cäsar, (a) daß beyde nur nachbarn gewesen, oder untereinander gewöhnet. Die Tribocccn sind hieraufden Römern unterwürffjg worden, bis ihnen die Alemannen I) das land wieder abgenommen. Von diesen soll es an die Burgundicr gekommen seyn, (k) wiewohl andere (g) behaupten, daß die Franckcn das land an sich gebracht, nachdem sie die Alemannen bey Zülpich überwunden. In der thcilung der lande, unter Ludovici t/» söhne, wurde dieser strich Lorhario zugeschlagen, von dessen söhnen es hernach wiederum Lotharius bekommen. O) Dieser jüngere Lotharius gab solches stimm unechten söhn Hugoni, und befahl die anffich! darüber Ludovico6.rmLn.co. damit er ihm wider die gewMä- tigkrit Caroli Calvi hülssc leisten solle. (-') Nach Lotharii lod aber nahm solches Carl mit gcwalt ein, deine es jedoch Ludovicue lln- mLwci.5,nieder abzwang, und an Ludoviciin, II zurück gab, damit es nicht das ansehen haben möchte, als wäre es ihm tanini allein zn thun gewesen. O) Nachdem aber auch dieser mit wde adgicng, bekam Ludovicus o-rmrnicus dieses anlhcil von dervcr- lassenschafft; dessen nachkommen es besessen, bis, nach abgang Ludwigs des kindeo/ Carolas 8in>x>i-x sich, dessen anmassm, witer welchen aber ConraduS I und Hcnrieus ^ucc^r des Teutschen Reichs einmal darauf erlangtes recht mit den Waffen dergestalt behaupteten, daß Carl das land durch cincn vergleich an Hchni- chen überlassen muste. (,) Solcher gestalt fället hinweg, daß man den Frantzostn noch vor dem Münstrrischcn frieden einiges recht auf Elsaß zusprechen, und daraus, die nach solchem frieden vorgegangene ciiizichungen der Elfaßischen Reichs-Ichnc, behaupten will, angestben sich Franckreich über Elsaß nicht mehr recht, als über das gaiiye Teutsche Reich, amnaffcn können, dessen an- thcil Elsaß, nach abgang des Lotharii nachkommen, sowohl durch erbgangs - recht, als mich durch den vergleich und die Waffen worden ist. Unter den ersten Franckcn min wurde Elsaß von dcn nachkommen Clodoväi, samt Alcmamiicn, cmcm Hertzog anvertrauet. Der erste, von dem man in dcn geschichtet! gcwWs hat, ist Etbico, Adelricus oder Athicns. O) Sein sitz war aus dem schloß .Hokenblirg, jclzo Otilienburg, von seiner tochter Oilt- lia, so daselbst die erste Aebtißin gcwestn. (->) Seine lohne haben eines theils den Gra cn-stand geführct, wie das Thcodorici, darinnen er das klostcr Ehershcini bestätiget, solches glauben inachct. (<>) Jedoch bat sein sobn Adelbert den namen eines Hcrtzogs von Elsaß und Alcmmmien behanvlet. (-J Dieser hatte zur tochtcr die heilige Attalam, vor welche er das klvsier ^Stephan zu Straßburg gcstlfftct. (0) Eben dieser hat das estifft zn Hanan errichtet, welches nachmals nach StraMg 36 v. Petrum verlegt worden. (--) Dieses Adclkerts stbn matt Eberhard, welcher zu Egislwim gesessen, und das kloster Mnrdach erbauet, worlnnen er auch begraben lieget. (*) Sei» brütet Luitfricd bat auch den tickst eines Hertzogs gcfübrct. (0 kProlus Martellus aber hat dieses lind seines brudcrs nachkomen aus dem Elsaß vertrieben, daß sie sich hernach in Lchwabcn angebaut, und die Grafen von Altorff gezeuget. (») Siehe Hobenzollern. Von solcher zeit an, und besonders unter Pipino und Carola ist-/ ist Elsaß von den Alcmannicn, jenseit Rbcins, abgekommen, welches die rbeilung des Reichs, unter Ludovici söhnen, darinnen Ludovicus 6crmLi»cu« Alcmannicn, und Lotharius, nedw denen übrigen ländcrn,zwischen dem Rhein, Rhone und der Maas, I lütt, «st -»jR sutst .zioit! raB rüD kM W» Äß r«sv üA aS»' V «,P l> ck K auch das Elsaß bekomme«, an den Lag gibt. 0 ) Endlich verschwand der name des Hertzogthums Elsaß, zusamt Alemannren, unter den übrigen Carolingern gar, (>) bis selbiges unter Con- rado I mit Burchardo, Hertzog von Alemannien, wieder errichtet worden. Von dieser zeit an sind die Hertzoge von Schwaben, bis auf das Interregnum Hertzoge von Elsaß, gewesen. Hevidan- nus (r) und Dithmarus (-H gedencken des Hermanni II, als Hertzogs von Alemannien und Elsaß, welches Werlich (bl>) auch von seinem söhne bejahet. Gleicher gestalt schreibet sich Friedrich von Hohenstauffen einen Hertzog von Elsaß, in einem conkrm-- tions-briesdes klosters Tautenhausen, (cc) daß also diejenigen unrecht haben, welche Bertoldo r^rinZLnii das Elsaß einräumen. Eben dieser Friedrich hat an. 1094 die kirche 8. Fidi zu Schlei, stadt gestifftet. (aa) Von dem vater Kayser Friedrichs des Rothbarts , Friedrich dem einäugigen, bezeuget Crusius, (--) daß er Elsaß zugleich besessen. Siehe weissenvurg. Wiewohl Noze- rius aus yi^oEwu- beweisen will, daß Gerardus und Theodo- ricus, Hertzoge von Lothringen, sich auch Hertzoge von Elsaß geschrieben ; allein Thuanus und Odrecht haben des Rozerii meynung längst verdächtig gemacht.„ Nach dem imerreZno hat Kayser Rudolph I das Hertzogthum Schwaben auf stine familie gebracht, und bezeuget Guillemann, daß er sich selbst einen Hertzog von Elsaß geschroben, welches die s-maics Lolmsnenles an. 1290 von seinem söhn Rudolpho noch deutlicher bejahen. Wiewohl die Ertz-Hertzoge von Oesterreich nach der zeit solchen litul wieder fahren lasten, und bekennen selbige gegen Kayser Carl IV schrifft- lich, daß sie keine Hertzoge von Elsaß und Schwaben mehr waren. (tt) Den titul aber der Landgrafen von Elsaß haben sie beständig beybehalren, welchen die Grafen von Habspurg schon lange, vor dem Untergang des Hertzogthums Schwaben, mit dem Hohenstaufflschen geschlecht, geführet. Doch bezeuget Obrecht, daß man vor Alberto, des Kaysers Rudolphi alter-vater, das ist, dem vierdten vor Rudolpho, weilen 2 geburten darzwischen, als Rudolphi I, und Alberti II, keine spnhr dieses tituls in dem Hab- spurgrschen geschlecht bey den geschicht-schreibern antreffen werde. Von diesem aber bringet Ouiiicmani, ein llocumem von au. 1186 vor, aus dessen sieget Albertus sich Landgraf von Elsaß geschrieben. Deme man noch beyfügen kau ein altes jagd- born, welches bis zu ansang dieses seculi in dem kloster Muri aufbehalten worden , und seithcro in das Kayserliche cskiner zu Wien verehret ist, auf welchem einige schrifft eingehauen, die diesen Albcrtum einen Landgrafen in Elsaß nennet, und dabey Meldung thut, er habe dasselbe mit heiligen Reliquien angefüllet, und, wie es scheinet, also demGottes-hauß verehret. Von dieses Alberti söhn Rudolpho, dem Anherrn oder Großvater Kaystrs Rudolphi, ist solches vollends ausser zweiffel, und steht derselbe also in dem Lplom-rc Friderici II, welches er dem König Ottocaro in Böhmen an. 1212 gegeben, als zeuge unterschrieben; wiewohl daraus nicht folgen will, als wenn vor den Hahspurgern, oder auch neben denselben, niemand anders den titul eines Landgrafen von Elsaß geführet: denn da ist gewiß, daß die Egisheimer schon damals die Landgraf- schafft Unter-Elsaß besessen, welche nach dem tode Heinrichs an. 12z 8 an seinen poKKumum fallen sollen. Siehe Egtsheim. Es wurde aber dieselbe an die Oettinger gegeben, welchen der Bischoff zu Straßburg die ihm durch den tod Henrici heimgefal- - lene lehne des Landgrafthums gleichfalls verliehen, bis solche Ludovicus der altere und jüngere von Oettingen an. iz59 wieder an den Bischoff Johannen:, und das übrige, so sie vom Reiche zu lehne getragen, theils dem Kayser Carolo IV, theils ihren Va- Mcn von Lichtenberg, vors geld überlassen. (Zß) Siehe Oettin- gen. Doch haben die nachkommen Henrici von Egisheim einige guter, samt dem titul der Landgrafen, behalten. Denn da findet , man an. i25y Slgbertum , an. 1270 Iohannem, Sigbertum, Lenricum Ulricum gebrüdere, allesamt Landgrafen von Elsaß. An. 1;; 2 ist einer, Landgraf Philipp, gestorben, dessen grabschrifft noch an der Wilhelms-kwche zu Straßburg zu lesen, allwo auch eine inscrir-tton von Landgraf Ulrichen von an. It4t zu finden. An. i;?o ist Johannes Landgraf ein bürger zu Straßburg gewe- . sen. (Kli) Albertus ^rZenr. all an. i;7ü saget, daß er der letzte seines geschlechts seye, und habe ihm Bischoff Johann die Landgrafschafft , so da im Stifft Fulda, Franckenheim,,Eresheim und Werda bestanden, abgekaufft; warum aber diese guter der letztem von Egisheim den namen der Landgrafschafft geführet, da doch diese auf die Grafen von Oettingen transferiret worden, solches ist zu begreiffen, wenn man nur weiß, daß ehedessen gar offters der personal-clisr-Äer und titul in Deutschland dem rernwno mitgetheilet wird. Siehe Egisheim. Von den Land-Vögten in dem Elsaß. Siehe Hagenau. Nachdem nun solcher gestalt die Landgrafschafft Unter-Elsaß ausgegangen, so haben die Habspurger, die sich zwar nur von Ober-Elsaß geschrieben, den titul der Landgrafen ohne zufatz geführ t, besonders, nachdem sie die Land- l Voigtey Hagenau an sich gebracht. Sonst sind, neben den Land- ' grasen und der Land-Voigtey Hagenau, auch noch andere unmittelbare stände im Elsaß gewesen: als da sind der Bischoff von Straßburg, die stadt Straßburg, welche, wie Obrecht zeiget, niemals von der Land-Voigtey Hagenau, oder den Landgrafen, devendiret. So hat es auch viele unmittelbare Graf - und Herrschaften darinnen gegeben. Endlich ist die im Unter- Elsaß gesessene Ritterfchafft immccksc gewesen, (>>) allem, nach dem , Westfälischen frieden ist alles in der Cron Frankreich nntertha- mqkeit gerathen, und in demselben wurde ihr §.7; und 87 alles dasjenige im Elsaß abgetreten, was das hauß Oesterreich darinnen gehabt. Das übrige aber ist, immeöiLr zu verbleiben /ausdrücklich 87 bedungen worden. Wie denn auch Frankreich elf 16; nach dem frieden mit den imm-lliar- Ständen bündnisse gemacht, die Reichs-städte der Land-Voigtey auf dem Reichs-tag sitzen, und collectiren, auch geschehen lassen, daß die Ritterfchafft den Reichs- Rittern zugesellet. (Klch Endlich ist das ?rojeü der Frantzvsischen Gesandten im Munsterischen frieden noch vorhanden, darinnen dieselben nicht mehrers verlangen, als was dem Hause Oesterreich gehöret, (u) Dennoch prätendirte Franckreich an. 1662 von den Reichs - stadten der Land-Voigtey eine Huldigung, unrer dem vorwand, als wenn die allvoc^iL eine ober - Herrschaft mit sich bringe, (siehe Hagenau) worwider sich aber die städte bey dem Reiche beschwerten, welches endlich die fache dahin brachte, baß sie Franckreich, durch fchieds-Richtere, Mayntz,Cöttn, Schwaben, Cajsel, Sachsen und Eychstadt,rc. wolle dccidiren lassen, und wurde dieses srbirr.um an. 1667 zu Regenspurg im Chur-Mayn- tzischen quartier eröffnet. Es kam aber die fache ins weite, bis das Reich an. 167; mit Franckreich in einen krieg verfiel. Zwar wolte man bey dem Nimwegischen frieden auf Kayserlicher feite die fache ausgemacht wissen; die Frantzosen aber gaben zur antwort , daß sie bey dem Westfälischen frieden blieben, und weiter keine orö-c hätten, (mm) Es war aber kaum der friede geschlossen, so zog Franckreich, nach dem ausspruch der -emnon.-cammer, zu Dreyfach gantz Elsaß, und so gar Mömpelgard, die Grafschafst Sponheim, die Badenischen örter, Beinheim und Grafenstein, die Pfältzischen örter, Germersheim und Falckenberg, und die Rappolsteinische lehen ein. Es machte sich auch an. 1681 Meister von Straßburg. 0 ») Und ob man wohl in selbigem jähre zu Franckflirk mit Franckreich eine zusammenkunfft hielte, so war doch alles fruchtloß, und das Reich muste den König, wegen des damahligen Türckcn-krieges , in dem an. 1684 getroffenen 20 jährigen stillstand, in besitz lassen, welchen derselbe hernach in dem Ryßwickischcn frieden behalten, ausser daß Pfaltz, Würtcmberg, und was ausser Elsaß liegt, restituirt worden. (-) nor.», Konißslior-ns Lid. cliroo. p. (t>) LIs. ckroo. I. 6 c 2. (c) cliron. c. z?. llc vsßob. (ll) 1.1 c. 9. (e) >S»r- I. >6 x>. 60. (k) in liiibss. I. 2 c.(§) in Reiß. Lom. I. 49 c.proclr. rer. ^ 15 . rü. (li) Lei-,/». I. c. (l) He?,,». sci 211. 869. (1) sll sn. xir;. sn. 9,4. I. c. p. (m) ÜemmLtoZ. clc monLk. (n9 I. c. ;c>7. (0) >. c. x>. r 6 r. (p) §c^, 7 ,. l. c. (g) iclem p. (r) 05 ?ecL,. x. 2,7. (s) cllrenff. (l) I. c. p. 427. (u) I. c. (x) (ff) j«». . 5 p. ^4. (bb) ckiron. ?. r p. z8. (cc) OöxecL,. p. rrS. (i) corp jur. egu p zo6. (lclc) icieni I. c. (>!) p. 166 (mni) llill. Lrgnll. l. l7 tz. rz. öc l. l8 §. 19. (nn) iciem c. I. * Elsaszabern/ lat. ksdem« ^I5sri«, ist eine stadt in Nicder- Elsaß, nebst einem berg-schlosse am flusse Soor, 4 mcilcn von Straßburg gelegen. Ehemals hatte der Bischofs;» Straßburg seine residentz allda, nachdem aber Straßburg von dem König in Franckreich an. 1681 eingenommen worden, ließ selbiger dem Bischoff so gleich das Münster wiederum einräumen. Im übrigen wird sie Elsaßzabern zum unterscheide Berg-und Rheinzabern ge- nennet. An. 1525 wurden nahe hierbey die aufrührische bauren von dem Hertzoge in Lothringen geschlagen; Die stadt und schloß aber wurden hierauf von den soldalen geplündert, und die burger ohne unterscheid niedergemacht. An. 1622 ist diese stadt von dem Grasen von Mannsfeld und den Pfältzischen vergeblich belagert worden. Hingegen gieng sie in den daraus folgenden jähren verschiedene mal an die Kayserlichen und Frantzosen über. 2-»/«?. x. 47. Äer^«r». Elsborg / von einigen auch Elfsborg genannt, ist eine fe- stung nebst einem Hafen,in der Schwedischen Provintz West-Goth- land, hart an den gräntzen von Holland, nahe bey Gothenburg, gelegen. An. 1502 und 156z warb sie von den Däncn erobert, und erst an. 1570 in dem Stetinifchen vertrage den Schweden wieder abgelretten, nachdem sie an. 1564 mit gcwalt davor nichts ausrichten können. An. i6n musten die Dänen auch »»verrichteter fachen davor abziehen, in dem folgenden iahre aber erhielten sie selbige durch accord, und räumten sie den Schweden an. 161; durch einen vergleich wiederum ein. c-0^0/?. invenr. 8ucc. rur Lclivv. bitt. Elfe / ein fluß in den Niederlanden, siehe AIs. Elstgörv / Lomirsrus ^isz;ri!Aeniis , ist derjenige strich landes , der zu äusserst am Suntgow gegen Westen, zwischen dem gebürg und dem fluß Carg lieget, darinnen die stadte Brimdrut, Datten- riet und Blumberg befindlich sind. GrafTheobald von Pfirdt hat an. 1281 dem Bischoffvon Basel, alle seme gerechtigkeit im Elß- qöw übergeben. An. 147; sind die Burgunder rn das Eißgow eingefallen, und haben bey 4° dorffer verbrennt, cv-o-i. u^ii. i. i. p. ;z. L1.6. p. 445- Elslo/ eine zwischen Masteicht undStochem ander Maaß gelegene Herrschafst, gantz nahe bey den gräntzen des Hertzogthums Iülich, welche den Grafen von Aremberg zugehört. An. 170° woite der Chur-fürst von Pfaltz vor den obristen Lehns-hcrrn davon erkannt seyn; allein der besitzer erklärte sich vor einen Vasallen der Staaten von Holland. Elster / lat. Lssller. ist ein fluß, welcher nicht weit von einem dorffgleichcs namens in dem Voigtlande, etwan anderthalb meilen L» von / 164 cls elt von der stadt Adorff, entspringt, hernach bey Oelsnitz / Planen, Graltz , Gcra , Zcitz und Pegau vorbey stielt, endlich aber nahe bey Merseburg in die Saale fällt. Elster/ insgemein die schwartze Elster genannt, ist ein anderer stuß, welcher an den gräntzcn der Marggrafchmner Meisten und Ober-Laußnitz ciisprinat, hernach bey Hoyerswcrda, Senss- tenberg, Mnckendcrg, Elfterwerde, Arenbruck / Ublgau, -yertz- berg , Schweinitz und Jessen vorbeygehet / zuletzt aber / nachdem er die flüsse Rasmtz, Rcder, nebst 4 biß 6 andern, in sich genommen, bey dem dbrff Elster, unweit Wittenbcrg, mit der Elbe uch vcr- einigt. Elster / ist ein alter offener marck-flecken in dem Sächsischen Chur-crayß und amt Wittenbcrg/ etwa» eine mcile von Vieler trabt gelegen / wo die sthwartze Elster in die Elbe fällt / daher es auch den namcn hat. Es ist eine Niederlage von steinen und dreien: allda / und soll ehedem eine stadt und zwar die älteste in Ehnr-Sach- sen über der Elbe gewesen seyn / so aber von dem wayer rumwet Wvvöen. rtiLLlr. 8ax. Z. p. tL»a- cirron. zsz. Elster / oder Elstra / ein Adelich hauß und städrlein oder flc- ekeil in der Ober-Lausitz ohnwcic des Ursprungs der schwartzcn Elster / oberhalb Camentz / stehet denen vonJenoch zu; chemals war es denen von Ponigkau. Es gehören vcrsichiedene dorner, ionder- tich auch stattliche qchöltze und jagten dazu. An. 164 7, ingleichen an. 166z, hat dieses stadllein grossen brandschaden erlitten. 1.sulirr. iiici clcvv.. Elsterberg / ein städtlcin oder flecken in dem Voigtlande an Vcr Elster zwischen Planen und Graitz / liegt zwar m des amrs Planen bczirck / ist aber schristtsaßlg und unter Ehur-Sachsilcher hochheit. Ehemals haben sich besondere Herren von Elsterderg geschrieben / die aus dem geschlechre der Grafen von Arnshaug ihren Ursprung hatten / und eine besondere linie ausmachten. )cnenl. p. 21.7 e>c i?o. tckiin. p. > 65 . Eltcrlein / ein berg-städtlein in dem Meißnischen Ertz-gcbür- gc und dem amtc Grünyayn zwischen Schcibcnbcrg und st-Amic- berg / anderthalb meilen von Grunhavn gelegen. Scheinet fast den namcn vorn aller zu haben / Massen es das älteste stabilem in dem gantzcn Erögcbürge / und von 700 jähren her aus alten Urkunden bekannt ist. Ehemals soll es Quedlinburg gcheiffen, von Laysern, Konigen und Fürstcii ( sinlemahl eine grosse land-strassc aus Böhmen dadurch gegangen,(mit besondern Privilegien begnadigt / und unter der Schönburglschen Hcrrschafft Hartenstcin geivesen seyn. prollr. .Vliw. p. ,49. ro^ojzr. Lax. lu^>< p. 7s. Eltor/ lat. Llans, ist eine stadt in Arabia?-re.r», welche fast an eben dcmselbigcn orte lieget,da die kindcr Israel aus dem rothen mccre hcrcuis gekommen. Sie treibet grosse handelschasst uut den- icniqcn waarcn / welche aus Indien und andern Morgenlaudijctwn gegcnden dahin gebracht / und von dar durch gantz Egypten und an andere benachbarte örlcr verführet werden. gcscr. Eltz / (Edle Herren von) eines der ältesten und anstbnlichsten Adelichen und nuninehro Frcyherrlicheu Häusern am Rhein und in Nicdcr-Sachsen / deren stamm-schloß Eltz in dem Ertz-stissl Trier r meilen von Kochheim gelegen. Es besitzcl'das Erd-Märschall-aint in dein besiegten Ertz-stisste / und hat von alten zeuen her die ge- wohnheit / daß dieienigen / deren valer noch am leben / söhne zu Eltz, diejenige aber / deren väter verstorben / ob sie gleich noch mm- denahrig sind / Herren zu Eltz gcnennel ivcrdcn. Georg von Eltz lebte an. yz8, von dessen nachkommen war Conrad, Herr zu Eltz / uin das jähr i°8c> bekannt, und ein groß-vater <) Eonrads, der eine eigene linie fortsetzte, welche in dem wapcn einen gelben löwen führet, 2) Wilhelms, der cbcnfals einen eigenen äst fortpflantzte, welcher in dem wapen einen weisscn löwen zu führen angefangen. Die linie mit dem gelben löwen, ward gedachter mästen, mit Conraden angefangen. Von dessen nachkommen sind sehr viele Dom-Herren zu Mannt; und Trier worden. Hanß aber, Herr zu Eltz, florirte um das jähr 144; als Chur-Tricrlscher Land-Hofmeister, und war ein groß-vater 1) Bernhardt zu Wohlmermgeu und Utlingcn , Qouvcrucurrzu Diedcnhofeu , Kayserlichci» Raths und Stadthaltcrs des Hcrtzogchums Lurenburg, dessen nachkommen abgegangen sind. 2) Iohannis, der an. 1 404 j» des P fast grasen dicnjren erschlagen worden. Von dessen cnckeln war Melchior Ehur- Trierischcr Rath, Marschall und Obristcr in Franckreich, der an. isis unvcrheyrathct gestorben,undCaspar florirte als Ehur-Mann- tzischer Rath, Vitzdum, Hofrichter und Groß-Hosmeistcr, von dessen söhnen hat Iokann Heinrich , der sich zuerst Edler Herr zu Eltz aenennet, und Chur-Mayntzischer Obrtst-Lieutenant, Rath und Amtmann zu Stcinhcim gewesen, seinen äst beschlossen. ;) Iohannis, der an. 1486 zu Aachen zum Ritter geschlagen worden. Don seinen söhnen war George des Teutschen ördcns Ober-Mar- sthall in Preussen,Coinrur zu Mauntz undLand-Comturim Eljäß; Jacob ( Dom-Dechant zu Maym;; Johann aber und Friedrich jliid bejvndcrs zii merekcn. Jener wurde ei» vaccr Johann Rei- chards, Chuc-Trierischen Raths und Marsthalls, dessen nachkom- Ach 'utt zcmcm cnckel Lothario Iacobo abgegangen; Iacobi Ertz- Bichhoffs und Ehurfnrstcn zu Manntz: und Gcorgens, Amtmans in Munster Mcmioid, der folgende söhne hmterlassen, 1) Ant»- elt elv mum, Edlen Herrn zu Eltz, Erb-Marschallen des Ertz-StiW Trier, Obristen der Könige in Spanien und Franckreich, Chur» Tnenschen Hof-Marschall, und Chur-Cöllnischen Rath und Feld- Aeavjchall, der seinen stamm mit einem söhne, Johanne Iacobo, Erb-Marschalln und Erb-Truchses des Ertz-Stiffts Trier, M- gejctzer. 2) Iohannem, des Teutschen ordenS Comtur zu Trier und Land-Comtur der Valley Thüringen und ;) Johann Richarden, der ein vater worden Johann Antons, edlen Herrn zu Eltz, Chur- Trierischen Erb-Marschalls und Obristen, welcher unter andern j vhnen, Johann Jacoben, Kayserlichen Obrist-Wachtmeister und Ehur-Tnerischen Rath gczeuget, der Carl» Anron, Edlen Herrn zu Eltz, hinterlassen, welcher noch an. 1706 als Chur-Mayntzischer Eammer-Herr floriret hat. Vorgcdachter Friedrich, ein brud'ec sso- hannis, dessen nachkommen itzt beschrieben worden, wurde ein groß-vater ->) Johann Wolffgangs Amtmanns zu Käyscrslautern, von dessen söhnen ist Johann EberhardChnr-Pfältzischer undChur- Mayn tzischer gcheimder Rath, Ober-Amtmann und Land-Richter im Eichsfelde worden; Johann Ulrich hat Adolph Friedrichen, Dom-Dechanten zu Worms, und Philipp Moritzen gezeugct, welcher noch an. 1700 als Fürstlicher Wormstscher Rath, Marschall und weltlicher Stadthalter gelcbet: und Philipp Sansvn, Edler Herr zu Eltz, ward ein vater 1) Johann Adolphs, von dessen sth» nen Frieberch Adam die eines Chur-Mayntzischcn Draao- ner-Obristens erhalten; Carl Philipp aber noch an. 1709 als Chur- Mayntzischcr Gcheimder Rath, und Hwf-Raths-Prästdent gele- bel: 2) Friedrich Casimirs. Fürstl. Bräunschwcigischen Gckeim- den und Eammcr-Ruihs, Ober-Berg-.Hauptmanns aufbemHar- tze, und Land-Drvstens des Fürstcmhüms Grubenhagen, der a». eS82 verstorben, 2 söhne hmterlayend; Philipp Adam, Dom- Herrn zu Magdeburg, Chur-Braunschweiqischen Geheimden und Geheimdcn Kriegs-Rath; und Johann Christoph aufWalbcck, Chur-Braunschwciglschen Geheimdcn Lcgations-Rath, uud l>) Johann Friedrichs, der an. lüoy als Nastauischcr Amtmann vcr- llorben,und ein vater gewesen Hugonis Friedrichs, Dom-Dechanten zu Trier, der dem geschlechre die bcstätigung des alten ritulj der Edlen Herrn erhallen; und Johann Philipps, dessen uachkom- menschafft bald abgegangen. Die ltnie mit dem weisscn löwen pflantzte abgedachter maßn Wilhelm fort, von dessen nachkommen war Wilhelm an. 1441 Chur-Tricrijcher Land-Hofmeister, und an. 170; waren Johann Wilhelm Dom-Dechant zu Trier, Frantz und Friedrich Christian aber Dom-Herren dasilbst. von llem L.Kcw. Eltzheimer / (Adam) einer der berühmtesten mahleren von Franckfurt. Er ward an. 1444 an das stecht dieser well §e- bohrcn und legte seine lehr-iahr bey Philipp Uffcnbach bin, begäbe sich darnach auf Rom, allwo Er sich in der kunst vollkommen gemacht, als die er sonderlich in kleinen bildcrn und landschaffren, auch in Verfertigung einiger nachtstuckcn, blicken liesse. Sein bestes stuck solle gewesen seyn, die abbildung der Vergnügung. Er wäre so tiesssinnig und von so starcker eindildungs-krafft, daß er dasjenige was er angesehen und betrachtet hat, hernach zu hauß gany natürlich abzeichnen und abmahlen kuntc; weilen er aber ohngcachtelbcr schonen anzahl scmer Anderen aufdcr sparsamkeit allzu wenig gestalten , gerierhe er in einen zimlichen schuldcnlast, und endlich in den leydigcn schuld-thurn, welches ihme so bitter vorkäme, daß er sich dadurch eine schwärmülhige kranckhcit, und allzufrühzeillgen tod zugezogen hat. ?. 2.1.4. p. 29^. Elva oder Elba/lat. >>v-/oder -rcllsiiz, ist eine auf dem Tosen- iilschcn meer/ der festung Piombino fast gegenüber/ liegende / und ungefähr 4 Teutsche mcjleii von dem festen lande entfernteinstst/ deren lange 4 bis 4 / die breite aber nirgends viel über cme cniW Teutsche meilcaustragen wird. Sie hat ziemlich viel vorgeburgc/ von welchen das eine» a-i>ac,iiLm,i.>, oderdaS imglnckSM- gcbürge/geneimet wird. Das vornehmste / so diese insul hervor bringt / ist eisen / welches man daselbst in grosser menge alisgrnbt. Man sagt / daß man es keineswegs allda schmeltzen tonne/ sondern allemal zu solchem ende anderswohin bringen müsse. Auch wird vorgegeben/daß der abgang des ausgcgrabcneneiscnsalie zwankjq fahr durch neuen Zuwachs in der erde ersetzt werde. Ehemals hatdicse insul dem qeschlechtdcr Apianer gehörl/0011 lrcl» chcmsic dcr Kayscr Carolüs V zum theil auf die Mebicäilchech miste kraiisscrircl.colliniz 1 a- .xiccilcis, erster Groß-Hertzogvon Florcntz / hat an der nord-westlichen küste eine feine stadt aufgebon- ct/dic er Cosmovolrgencnnet / und zn dem sec-com.iicrcio sonderlich geschickt zu machen gcsuchlzuntcr andern hat cr cineuPallastdajM auffuhren lassen/ auch den Hauptsitz desvon ihm gestOttcn Ritter' ordens S.S-tephanl dahin verlegt. Der Hafen bey Coimopoli lM Porto Ferrajo / lat. ?orru§ t-cr^chis Nicht weit davon / an der nord-ostilchcn rüste/ liegldie der Cron SvaniengehörigestatkliAe ftstunq Portolongone / wovon ein eigner arucul zu scheinst.D>e Fürsten von Piombtiw besitzen einen ziemlichen theil dM iM als cm Spanisches lehn. Elvas / Elva / lat. ^ aufCastlltanisch ein/W in der Provintz Alcntejo in Poriugall / nebst einem sestm icVM und einem Bißthum/ so unter das Ertz-Bisnhmn voii Evora ge> hvret.Sic istscstc/ liegt aus einem Hügel / aus welchem unten der fluß Cajolakommt / midist nicht weit von Badaiotz entfernet. g.ae Mohren fomsiclertci! sie / und bauetcn darinnen ciucschoneM schce/woraus hernach die jetzige domktrchc gemacht worden. An. i649undi7n belagerten >ie die Spanier vergeblich. rl„. Elvir/der -7 Calift oder succcssor des Mäh omels/war ein söhn elv e!w des Pisasiri/welcherder letzte Calife von Syrien odervon Babylon gewesen. Er flöhe in Egypten / und wurde daselbst für einen Hohenpriester angenommen; Ja / dir Egyplicr zogen alle ihre macht zusammen / und waren willens / den regierenden Fürsten vom throne herab zu sturtzen / als welchen stefür einen unrechtmäßigen bescher deffclbigcn hielten ; Diesen stürm nun von sich abzuwenden / so ließ dersrlbiqe dem Elvir anbiethen / daß er ihn in allen religions-sachenfurdas ober-haupr erkennen/und von leinen Händen den scbel und die stiefel / als zeichen der obersten gemalt in weltlichen dingen / empfangen wolle. Nachdem nun also diese Vorschläge angenommen worden/ blieb Elvir der oberste Calife in E- gypien. cic /itiics. Elvire / lak. nim-ris. und mm-ris, war vor reiten eine berühmte stadt in Spanten / ist aber nunmehr nichts mehr als ein stein- h aussen in dem Königreiche Granada. Der Bischöfliche sttz istvon dar nach Granada versetzet worden / welche stadt aus derstldcn ruin entstanden. So ist auch noch vorder Cypriani zeiteneincon- cMum allhier gehalten worden. nmor. in lex. gsoZrsxb. Mr>Ltrö ^> oAr, ccclck. Elvodugus/zugenannk probus/ein Engcländischer Münch/ lebte um das jähr z yo. Er ist der erste / welcher sich unternommen / mit hulffder Römischen geschtchl-schreiber die Historie von selnein vatcrlande aufzuzeichnen/ nachdem erjie vorhero von den säbeln gereiniget. Ue Nri^ror. Lein cbron. p^oFrr« lletuü. Uxt. I. r c. x; p. »Zp. Eiwangen/eine stadt im Virnegrund oder Feuchtegrund an der Jagst zwischen Würtemverq und Oettingen au den Frauckl- schen gräntzen/ iedoch noch in Schwaben gelegen. Den namen hat sie von einem elephanten / weswegen man noch immer das pult- bret/ worauf das cvangelien-bu ch liegt / mit clephantenhaut überziehen soll. Bruschius nennet fie deßwegen L^pNLnci^u,-,. Der ort gehört dem Probst von Elwangen / und haben die c-wom« einiaeschöne Häuser da aufgebauet. Nahe dabey aus einem berge rst das Fürstliche residentz-schloß Schondcrg / welches sehr lustig liegt/ ievoch nach alter art erbauet ist. Gleich gegen demselben über ausserhalb der stadt liegt eine willfahrt.-kirche gantz allein aus einem berge/welche über alle Massen schon erbauet/auch mit kost- bahrcm meß-ornat versehen ist. Die stadtund nahe gelegenen dörf- fer thun dahintäglich ihre wallfahrten. An. 15^2/ als Kayser Carl der V Metz belagerte / hat der Lemschmelster die stadt Elwangen überrumpelt / welchen aber der Hertzog von Würtemdcrg/ als deren schutzherr/ auf ansuchung der cLnoni.orum wieder de- poffedirk. So ist auch Elwangen in dem Teutschen krrege etliche Mit! eingenommen worden. Hie"»»- in copvgr. Lui-V. cvio- nolciA. mvnLll. OcrmLN. Elwangen/ ein Fürstliches Stifft und Probstey in Schwaben/ welches von der stadt gleiches namens feine benennung bekommen. Anfänglich war es ein kloster Benedicriner-ordens / welches an. 764 Hariolphus und Erlolphus / fo beyde nach einander Bischöffe zu Langres in Champagne und Caroli N. beicht-väter gewesen/ erbauet/ und die cörper der heiligen Märtyrer Sulpitii und Serviiiani dahin gebracht. (->) Nachgehends aber ist es aufbes Königs Pipini zuiassung zu einer Abtey gemacht worden. (b) Endlich ist an. 1460 oder 1461 der Abt Johann Hiricheim mit bewilligung des Pabsts und der ordens-brüder aus einem Abt ein Probst / und die Münche weltliche onomci geworden / nachdem schon lange zuvor Kayser Heinrich der andere an. ioi 1 das Stifft vor Fürstenmäßig erkläret gehabt. («0 Wiewol die Hohenzollerr- sche informLiions-schkifft, welche sie sitz und stimm unter den alten Fürsten zu erlangen auf dem Reichs-tage eingegeben/ aus dem <2i- tino meldet/ daß erst an. izzz die Probstey zum Fürstenstand erhoben worden. Allein demselben haben die Prödfte von Elwangen eine information entgegen gesetzt,und selbige dem v^eLorio an. 1641 übergeben / wormnen der Probst zu beweisen sucht / daß Ludewig IV an. i;r; und IZZ2 das Stifft mit vielen Privilegien und Reichs-regalien begnadiget,wohinzu Kayser Carl I V an.i Z47 die confirmation des schon zuvor ertheilten Fürstenstands / und Friedrich III die exempnon von fremden gerichtet, / wie auch den blut-bann gesetzet. Über dieses ist auch aus den Reichs-adschieden ^can. I;00/I;Z2,41/42/44 rc. erweiglich / daß die Pröbste von Elwangen schon vor an. izzz auf Reichs-tagen unter den Fürsten gesessen, und gleich nach Worins unterzeichnet. Und obwohl an. 1521 die Probstey unter den gemeinen Prälaten stehet / so ist es doch ehemals in den Reichs-abschieden öffcers paßirct, und selbst dem Fürstlichen Abt von Fulda noch an. i z-4 begegnet / daß Ge- fürstele Aebte nach den Prälaten / und Bischöffe nach den Aebten mlterzeichnet. Dieser seiner alten und Fürstlichen Hoheit halber streitet der Probst von Elwangen / mit dem Abt von Kempten und dem von Murbach um den rang. (-) Der streit ist zwar unaus- gemacht verblieben / jedoch hat Elwangen von an. 16^-4 an vor dem Abt von Murbach und ummttelbar nach Kempten vorixet. (k) Der weltlichen Herren des Ltiffts sind 12, darunter neben den Grafen und Herren auch DoÄore-, seyn. (sie haben über und neben sich den Occtism, Senior, Ouünllcm lind Sctioisllicurn, darneben aber auch noch 4 Verweser/ und 18 vicLrias ciiori. So hat auch das Stifft seine erb-ämter bemerckung der sonderbaren pr«cmin-n-i, welche es von andern' Reichs-Probsteycn hat. Die Freyherren von Rechberg sind Erb-Schencken / die Abelmänner von Adelinannsfeld sind Erb-Marschaüe / die Baronen von Frey- berg Erb-Cämmerer / und die edlen Blarer von Wartensee Erb- Truchsesse. Endlich hat das Stifft den Hertzog von Würtemberg elx ely elz 165 UM fchutzherm/ und ist durchgehend Cathdlifch.-Die läge. der Lrttffts-lande ist in dem Schwäbischen crayse / oben an den Fränkische» gräntzen, zwischen Würtembcrg und Oettingen ; der hauvlwtt ist die stadt Elwangen / worzu noch gehören Läutern am alten Rhenns-Thal / und Tanneberg zwey ansehnliche schlössen Qecm. lgcr. k. r y. (b) /cuZlp. cbron. I. , p- >4- (c) Äe-w c. !. p 4,, ( 6ry. ( k) rtie^rr. piscccll. r. r. gcl VicriLr. 1.1 t,r. r;. Elxai/oder Helxai/imgleichm Elcesai und LIci genannt, ist em falscher Indischer Prophet gewesen/ welcher / nebst seinem bruder Ioraj, unter des Kaysers Adriani regierimg/ allerley rrrthumer ausgestreuet. Seine Nachfolger wurden Elcesaiten qe- nennet/ welche die send-briefe des Apostels Pauli verworffen/ dagegen aber ein anderes buch hervor gebracht / welches sie rühmten thuen von, Hunmel herab gekommen zu seyn ; dabey lehrten sie, daß man in zeit der Verfolgung den glauben wohl könne mit dem mund verlaugncn; schwuren daneben bey saltz, brod, wasser, Himmel/ lufft und wind, wormnen der Türcken Prophet Mahomet ihnen nachgeahmt. Von diesen und noch andern ihren lehren und gebrauchen sind zu lesen ». x.§ c. z8. I. r c. 7. . r cliivn. V-c. * Emanuel II, folgte stincm Vater Iohanni VI Paläologo an. 1184. Bald darauf wurde Constantinopel von den Lürcken belagert, und weil Pera, so gleichst,,» dievorstadt davon war, den Genuesern gehörte, kam ihm der Marschall von Franckrnch, >- >i.imx-c.gcngnnt LoucicLur.y, hülffe, und versprach ihm succurs,da er iimmttelst selbst an alle Europäische Höfe herum ressete, und um bcystand anhielte. Er blieb 2 iahr zu Paris, bis er hörte, daß Ba- ia;cl von Tamcrlan geschlagen worden , worauf er wieder nach Constantinopel gieng. Als er hernach nicht glücklicher war, übergab er um das iahr ,419 die regicrung feinem söhne, Iohanni Paläologo, wurde ein Münch unter dem namen Matthäus, und starb an. 1425. Sonst war er in der theologie und Philosophie erfahren, davon so wol die 20 von der rcligion, als auch die 100 xrLccprs an seinen söhn Johannen, zeugen. L. L. -47» 0. ;6. 1.11. tzibl. ltrsnc. p. 810. Ac. Emanuel/ König in Portugall, war Ferdinandi des Hertzogs von Vifco längster söhn, und erlangte von, Könige Johanne II ,el- nes um ausruhr willen Hingerichteten bruders Iacobi güter, doch mit dem bedinge, daß er seinen titul ändern und sich einen Hcrtzvg von Beza nennen muste. Ietztermeldtcr Johannes crnennie ihn, als er ohne leides-crdcn starb , zu seinem cron-folgcr, wie er denn ohnedem der verwandschafft »ach der nächste dazu war,^und so trat erdas regimenl an. 149c imrüiahreseinesaltcrsan. Leine regie- runq war absonderlich darinnen merckwurdig, wcil in derselben die unter den, vorigen Könige angefangene ,einst- fahrten nach Ost- Indien mit erwünschtem erfolg fortgesetzt wurden. Denn Vasco Gama gieng bis nach Calccul, eroberte auch die inful Qmloa, Äo- zamique, Mobmbaza und Melinde. Hcrnach ward am Peruanischen mccr-busen die vestnng Ormus erbauet, und da der König von Calccut vollends überwunden, anch Malacca und die Molucki- schcn insuln erobert wurden, Goa znr Hauptstadt der Ost-Indischen erobeningen gemacht. So hatte sich auch vorher Pedro Alvare; Cabral der Brasilianischen see-küsten bemächtiget, welches alles dem Königreiche Portugall einen überaus grossen rcichlhnm zu- wegcn brachte, so, daß sie des Königs Emamicls reglerling nur die güldene zeit zu nennen p,legten. Der Kömg selbst that cinmals euren zug in Africa, als die Mohren die stadt Arzilla hart belagcr- teii; er erhielt die Nachricht davon, als er eben dem gottesdienste bevwohncn wolle, worauf er ohne sonderbare gemütbü-bewegung denselben zu verbieten und anstatt zu machen befahl, daß er gleich nach der messe die speisen auf der tafcl und ein gesattelt pferd im schloß-bose fände; worauf er mit einem einigen p-gc weggeeilten und innerhalb > tagen gmigsamc völckcr und schiffe zmammcn gebracht , mit welchen er übergcstgelt und die feinde von der bclagc- rung abgetrieben. Die Juden kamen bey ihm sehr ins gedrängt; inmaffen er sich dem Könige in Spanien zu gefallen, und auf antrieb seiner gemahlin Isabellä des Ferdinandi Calholicl tochter entschlösse,sie sowohl als die Mohren aus seinem Reiche zu vertreibe», worzu an. 1497 ein gewisser tag angesetzt war, da denn die erstere, als man sie auf allerhand weise an der reise hinderte, um den angesetzten termin verstreichen zu lassen, auch ihnen die kindcr unter 14 Jahren mit gemalt zurück hatten wolle, »»ehr aus llcsserL- iiun als Überzeugung sich grossen theils tauffen-licssen, aber darum noch bey weitem keine Christen waren, sondern vielmehr ihre alte Jüdische rcligion, zusamt dem haß wider die Christliche neben der äußerlichen Verstellung ihren Kindern biß auf den heutigen taa emvstantzeten. Den Mohren gicngs noch Heuer, als welche meistens ohne Hinderniß in Äfricam zogen. Es erhielt dieser Kö- ruaauch von, Pabste vor die drey Ritter-Orden,Christi/ 8. Jacch und Avis die sreybeit in den ehestand zu lretten , vor die Könige aber die Großmeisterschafft und willkuhrliche bestellung der meisten amter in diesen Orden. Er war vor sich ein sonderbarer lieb- Haber der gelehrsamkcil, und soll selbst eine Historie von Indien verfertigt haben. So ließ ersuch einige in der waapen-kunst erfahrne leute aus Engelland kommen, und durch dieselbe alle Nachrichten von den Portugefischen edlen famiiien nebst den zeichnungen ssrer waapenm ein buch zusammen tragen, welches noch in der Köntzli- chen dlbliotheck befindlich seyn soll. Er starb zu grossem lcidwesm seiner Unterthanen an. i;ri dem; dec.im;r jähre seinesasiers Er war; mal vermahlt gewesen. Das erstemal mit Jsabella, .tzss nigs Ferdinandi Catholici tochter und des letzlvcrstorbenen Crvn- Printzcn Alphonsi wiktwe, die aber in dem ersten kind-dette m' 1498 starb,nachdem sie einen Printz, namens Michael, zur weit ch bracht, der aber an. -;oo auch wieder verschied, woraufEimnuch der gleichwol die Hoffnung zu der reichen Spanischen crbscnM nicht aufcinmal motte fahren lauen, weil etwa» Ferdinandi an"re Printzeßm,Johanna, die an Philippum von Oesterreich vermahlt war,auch ohne erben hatte verfallen können, sich auf vorhergegangene Mchcnknoii, mit seiner verstorbenen gemahlin jüngsten schwe- ster Maria an. i zoo vermählte, die ihm 7 söhne Johannen,, Ludo- vieum,Ferdinandum, Alphonsum, Hcnricum, Eduardum, Anloni- rim, und 2 tochter Isabellam und Beatricem gebohrcn. Von jenen ist ihm Johannes alsobald in der regicrung gefolgt, und HenriaiS, der eine zeillang Cardinal gewesen,auch noch auf den tbron gekommen. Von den tochter,, ward Jsabella an Kaystr Carl V, Beatm aber an Carolum III, Hertzog von Savoycn, vermählt. Nachdem jeine andere gemahlin an. ,; 17 verstorben war , heyratheke er an 1; 19 noch die dritte, nehmlich Eleonoram, Kaystr Caroli V schweb ster, von der er cmen Prnitz, Carl, der zeitig verschieden, und eine tochter Maria gczeuget, welche an. ,578 unvcrmählt gestorben. Hicronymus Osvrius hat dieses Königs leben beschrieben , davon Vasconccllos einen kurtzen auszug gemacht. Li/, ttlit. ?orrußL,I /mt-o/NenimL l.ufi»nicum i;. * Emanuel/(Philibcrtus) Eisenhaupt zugenannt,ein Hertzea von Savoycn, war Caroli III und Beamcis von Portugall sonn, und solle sich erstlich in geistlichen stand begeben; allein, da siin bruder gestorben, wurde er in Teutschland gesandt, allwo ihnsta- rolus V an. 1548 zum Ritter des göldcnen Vliesscs machte. Bcv der belagcrung der stadt Metz und in der Wacht bey 8. Qmnliii war er General über die Kayserlichc armee, und erhieltden siegin- dcr die Frantzostn,welches an. 1;; 7 geschahe. Nach ersetztem frieden vermahlte er sich nur Margarethe,, des Königs Francssci, tsch- tcr, und bekam dadurch wieder diejenigen hcrrschafften, die sein Vater verlohren halte. Er war nn übrigen ein kluger, glücklicher und lapfferer Herr, und ein grosser liebhaber der gelehrten. Er gieng mir Philippo dem Könige von Spanien in Engellanö, und wurde dastlvst an. i;;4 zum Ritter des hostnbandes gemacht. Endlich starb er an., ;8c>. llutz. g- Lavo>-. Emanuel/(Franciscus) ein Portugiese, diente anfangs den Spaniern in den Niederlanden,begab sich aber nachgehends in sein Vaterland, um das hang Braganza auf dem Königlichen thron be- vestigc» zu Helgen. Man sagt, daß er lange zeit ein gefangener gewesen, und gezwungen worden, eine reise nach Brasilien zu Am. Calharina von Portugall, welche sich an. 1662 mit dem Könige Carolv II in Engclland vermahlt, schickte ihn, in ansehungseines guten Verstandes,an. 16^4 nach Rom. Er hat verschiedene trachte unter dem titul: olli-as moi-sies, heraus gcgedcn. Man sindet anch von ihm pul, cL mNic-r. öcc. Er starb zu mssabon a». l666 den 1; oct. bitzl. ttith. ücc. Einanuel Calecas, siehe Calccas. Einaus / eine stadt in dem stamme Iuda, fast r Teutsche mci- lcn von Icrnjaleni gegen inittcrnacht gelegen. Sie ist dadurch sonderlich bekannt, daß der Heyland sich daselbst 2 jüngcrn durch das brod-breche» gcoffenbahrk hat. Die Christen haben vor diesem allda ein schönes kloster crbmicfund soll auch ein Bischösiicbcr sikdaselbst gewesen seyn ; allein nach der zeit ist alles in einen ckiidcii zustand gerathen, und halten sich heut zu tage nur einige Arabcr dassldst auf. Man hat diesen ort anch Nicopölis geheiffen. ?/r^. I. ; c. 14. i»/ rcläk clc rciia lLiiLts. Embden / lat. Lmll» oder > „nd vor zeiten Lm«l»> die Haupt-stadt in Ost-Fricßland,welche aber den Fürsten dieses lmcks nicht unterworffen ist, sondern als eine freye stadt zum RömM Reiche gehört, und unter dem schütz der vereinigten Niedcrlam stehet. Sie liegt an dem flnß Eins,wo derselbe in den Dollert M ist groß, und treibt wegen ihres bequemen Hafens grossen handM anbey mit einem schloß und 2 castcllen verjchen. Der Kontz M Preussen und die Holländer haben eine besatzung darin«. Es befindet sich auch daselbst die Königlich - Preußische flotte oder W- canische cvmpagnie. Die Catholischcn dürffen zwar hier wchM haben aber keine freye religions-übung. Anfänglich haben M die Abdcnii der herrschafft über diese stadt angemassct, davon nher oer letzte von den Hamburgern unterdrückt worden. Hierauf halle o>e stadt ihre eigene Grafen,mit denen sie aber schon in die i zo tzhr vtz streitigkeitcn gehabt, iedoch auch inzwischen dem Grafen EntW, mit vorbehält gewisser Privilegien, «».1599 gehuldiget; weil er sich aber durch scincu Cantzlar zu einem krieg mit der stadt verleiten lassen, stunden die Niederländer selbiger bey, und brachten i>>r fache mit sehr grossem Vortheile der stadt zum vergleiche, llc rcbui i ill. I. 14 x. rio. Le cis lirru rcix. L eccl. IN krilia orM- r«Ii t. 7 k«,;- Ltrir/tt Leim. l. Z s>' w llelic. »xollea- emb eme x. ?.l?. ä lle rcburp. krnk- Kc-Ä-r». 1. n sä Lv. 1594 ssg«;. 6,s/.cle kell. kelß. ^ Embrach/ ist ein grosses dorssunter dem Canton Zürich in der Gmfschasst Kydurg, zwischen Bülach und Winterthur, aufeinem ebenen und fruchtbaren boden gelegen; vor altem hatte es ein closter von regulirten Chor-herren, dessen crbanung denen Grafen von Kyburg, und denen herum gesessenen Edelleuten (als da waren die von Blauwen / von Hagenberg, von Rüdeneck / von Geylsperg, vonHeydeck rc.) zugeschrieben wird,aus anlast eines alldort ermordeten Waldbruders; die zeit aber,wann solches geschehen,ist unbekannt, doch wahrscheinlich, daß es im n seculo aufgekommen; es hatte aber dieses closter das Unglück durch brand und andere zufalle zu verarmen und in abgang zu kommen , bis daß GrafHumfried von Kyburges»c»nc„sszu Straßbnrg solches wiederum empor gehoben , in eine Probstey verwandelt, und Regenhardt zum ersten Prost verordnet bat, etliche fahr voc an. 1188. Heinrich ein Probst hat gelebt an. 12^9. Ein anderer Heinrich von Hufen ist gestorben au. 1277. Nachgehends ward sie offt oersthiedcnen Bischoffen aufgetragen, als an. 1; 04 dem Bischofs zu Wurtzburg, Heinrich Baron von Tüffen,und an. -; 18 dem Bischofs zu Freysingen Con- rado, Baron von Clingenberg. In, Vempachcr-krieg, als Johannes Ehinger Probst wäre, kamen die Züricher nächtlicher weil gen Embrach, erstiegen den ummanrten Nrch-hof, wohin die lcure des Grafen von Kydurg viel guts gefluchtet harten, beraubten denselben , wie nicht weniger die kirchen und den stecken, und steckten bey dem abzug alles mit feur an; ein gleiches thaten an. 1444 die Eyd- gnossen aus den ländern, und vonLucern in demZuricher-krieg, als sie Eberhard, einen Grafen von Nellcnburg zumProbst hatten. Verletzte Probst wäre Heinrich Brennwald von Zürich, welcher an. 1925 die Evangelische lehre angenommen,und mit bewilligung des damaligen Capitels die Probstey der stadt Zürich übergeben hat, die selbige feithero mit Schaffnern besetzet, welche alle 6 jähr abwechseln müssen. An. ,707 ist die Arche,und an. 1709 das amt- hauß erneuert und verbessert worden. u. v. 9. le^. ^->r- Ipec. r,-;. p. s;. Bluntschli mcrckwürd. y. 67. * Embrun/odcr Ambrun/lat. k bomUunum.die Haupt-stadt der kleinen prooink Embrunois m Dauphine, liegt auf einem gäben felsen am flusse Durance. Sie ist sehr alt, uno hat stats mit den Römern so gute freundschafft gehalten, baß Nero sie mit dem rechte der Lateiner, nüthm mit dem zutritt zu denen oberkettlichen ämtern und Galba mit dem recht der Bundügcnoffn begäbet. Noch jetzo ist sie in gutem stände, hat cmm Amtmann und einen Königlichen,wie auch einen Ertz-Bischoflichen Richter. Der Ertz- Bsschossist Herr über die stadt, und führet wegen dem theil, so er Mit dem König an den gerichtm hat, oen trtul: Printz von Em- brun, Graf zu Guillestre und Beausort; cr^wme vormals des relchs Cämmerer. Die des Erg-Slssts sind die Bi- schöffe von Dignc,Grace,Vence, Glandeve und Senez, alle in Provence gelegen, und gehören darzu 81 Piarreyen, ohne diejenigen, die im Barcellonetter-thal liegen ; des Ertz-Bischops jährliches einkommen steigt auf >8000 pfund; es sind deren schon 9 oder ,-> canonisiret worden. Marcellinus war au. ;4o der erste Bilchoff allhier. An. 158; nahmen die Protestanten diese stadt ein, und funden viel reichthum in den kirchen. Sre hatte damals 7 Pfarrkirchen, unter welchen 2 verbrannt, das citadeil aber hernach in ein Cavuciner-klostcr verwandelt worden. An. ,692 den ,7 sepl. nahm sie der Hertzog von Savonen, mit hülffe seiner AUiirten, nach einer lo tägigen beiagcrung ein, und fand daselbst 20 stucke, nebst einem grossen vorrath an Proviant, darneben bekam er 4 --°ooo Pfund zur drandschatzung von der stadt, und von den Königlichen gelbem 6020O. An. ,292 ist allhier cino,ncu,um gehalten worden. rM Liinrl. i. n L KM. r, .14. c.Dro. i. ^4. >n lio Sc pinbo. XmWiA». l LiaU. cnim 6um. O^il. llii,. clu 01 i-'nce. nonc. cccics. OiZmenk. 6cc k4ouv. clelcr. lls ia krgnc. Inni. 4.9. r > öc 48. ^ Embs / (Jacobus von) ein berühmter kricgs-held zu den zeiten Kavsers Marimiliani I, war aus einer Adel ich en familie, so noch unter dem Gräflichen «amen von Hohen-Ems floriret. Er diente dem Könige Ludovico Xll von Franckrcich wider den Padst und die Venetianer, und führte ihm an. izn nebst 2 andern Haupt- leuten bey dritthalb tausend Teutscher mannschapt zu. Er nahm hieraufConcordiäm und Bononien weg, und ob ihn zwarbie bur- qerschafft an dein letzten orte zum Commendanten verlangte, befand es doch der General, GrafGasto von Foir, Hertzog zu Nemours, für nöthiger, ihn mit vor Briren zu nehmen, ba er auch, nachdem er vorher unterwegs das Vcnetiamsche fuß-vola gcschla- qew nebst Philipp von Freyberg den stürm angeführt, die stadt erobert,, i°oo niedergemacht, und etliche der vornehmsten Venetia- nischen Herren gefangen bekommen. Er blieb an. i?,2 in dem treffen bey Ravenna. 1.2 in ncune x. »6-1- s^icßüi I. Il c. Z4 9. rr8. !>ik. I.uch>vici xll. Embs/(Marcus Sitticus von) siehe Hohenems. Emelv/ oder Awn/ lat. , ist eine Bischöfliche stadt in Jrrland in der Gmfschaffl Tivverary gelegen, Emere / eine stadt, siehe Agmet. Emeri / so von einigen scribcntci, A Garde, md lle Chalns ruaenannt wird,war Cardinal, Ertz-Bischoff zu Ravenna, und nachaehends zu Cbartres, gebürtig vor, Chalus in der Provintz Li- mosin von Franckrcich. Nachdem er sich in geist-und weltlichen rechten unter aniuhrung des berühmten Johannis Andreä zu Bvulogne best gesetzet, wurde er -rcM-LLcoaus in der kirche zu eme emi 16^ Tours. Johannes XXII schickte ihn in Italien , vertrauere ihm die regierung von Fcrrara,und hernach die von Romagna an. Am M 22 erhub er ihn zur Ertz-Bischöflichen würde von Ravenna, und 2 mm hernach erhielte er das Bißthum Cbartres, worauf ihn endlich Paost Clemens VI an. M42 zum Cardinal machte. In dieser qualitat gieng er als Abgesandter nach Neavolis, um allda der juns gen Konigin Jobannä I bcyzustehen, und starb „ach seiner rück- rttNM Ullr Mhk 1)49. kapern !. 6 kill. R.LV. k/'-LoK. purp« Oäi. ckrili:. cles L 3 r 6 m. Emeri/ (Sebastianus) war Parlaments-Advocat zu Paris iri dem ,6 seculo, und woite sich der streitiqkeiten nicht annehmen, welche zu derselben zeit zwischen der Hertzogin von Angouleme und dem Eonnetabie von Bourbon vorfielen, und als Poyet, der nachmals Cantzler von Franckreich rvordcn,solches that,und sich vor die Hertzogin erklärte, unr sein glücke zu machen, schrieb er wider denselben eine hefftige satyre, die ihm des Hofes Ungnade und eine ordre sich zu retiriren, zu wegen brachte. Er gieng ins Bourbonesische, und ließ seinen Verdruß dermaßen würcken,daß er sich erstlich in den Franciscaner-orden, und als ihm dieser noch nicht strenge genug schiene, unter die Carthäuser begab. Man wolle ihn einige iahre darauf zum General des ordens machen, allein er schlug solches beständig aus,und machte sich selbst die regn!,daß er ins künfftige seine emsainkeit nicht mit dem geringsten „mgang mit weltlichen Personen brechen wolle. Seine familie bestehet annochmnd ist ein Emeri an. 170; als Lon'ri leräLourcics szcici verstorben,den sein vetteL Emeri,Parlaments-Herr zu Paris,geerdet hat. * Emericus von Lusignan, ein sobn Hugonis VIII und ein bru- der Guidoms, der erstlich König zu Jerusalem, hernach zu Cypem war,und dem er an. 1194 in diesem letztem Königreiche succebirte. Als nicht lange hernach an. 1,97 Henricus von Champagne, König zu Jerusalem mit tobe abgieng, hcyrathete er dessen hinterlassene wittwe Jsabellam,seines verstorbenen bruders Guidoms ichwa- gerin, und ward durch dieselbe zugleich König zu Jerusaleni. Er hatte aber das Unglücke, daß die Occidentalische Christen, welche den f,inssten creutz-zug vorgenommen , von den ungläubigen geschlagen,und er zü einem sehr schädlichen stillstand genöthigct wurde. Er starb auch bald darauf an. i2v4,und weil er nur ein kleines kind hinterließ, wurde Johannes von Brienne, der seiner gemahlm Jsabella tochter Mariam aus der andern ehe hcyrathete,stach ihm Köliig. K-I 4 . cic krsncs rom.r col. 8; ä: 89. Emericus / König in Ungarn,ein söhn Königs Belä III, ward an. 1196 gecrönet. Sein bruder Andreas stund ihm nach der cro- ne, konte aber die fache nicht ausführen. Doch die Venetianer machten sich diesen bruberckrieg dermassen zu nutz , daß sie unterschiedene örter in Dalmatien den Ungarn wieder abnahmen , dergleichen thaten auch dazumal die Pöblen mit Halicz und andern ortern in Roth-Reussen. Endlich starb Emericus an. 1200 und hinterließ seinen söhn Ladislaum zum Nachfolger im Reich. rer. cjec. 2. j. 171. Emericus / (Ludovicus) Herr von Rochefort in Poicton, lebte indem 14 seculo. Er war 8scrsrsriu5 des Königs von Aragonien, und nachgehends des Grafen Pkilippi des langen in Ponton, welcher nachmals König in Franckreich worden. Man hat von ihm einige gedichte, welche er Florentiä, einer dame aus dem Hause von Forcalquicr, zu ehren verfertiget. lrLnc^. 19;. vlk. er. vrovinc. LNssKIH- waren beyden Römern diejenigen soldaten,welche ihre jähre gedicnet, und so dann in allen ehren gehalten, auch ferner zu keinen dicnstcn gezwungen wurden, ausscrt wann einegar heffti« ge und nahe gefahr einbräche, oder sie einem General zu gefallen von selbsten gern mitgehen wollen. Da wurden sie genannt , dienten unter einem sahnen, dursten keine wachten vcrse. hen noch schaiitzen-arbechthimmlid wurden lediglich zu den schlachten vorbehalten; in der ehr giengen sie denen o,i:„ci»mbi,-, oder Hauptleuten gleich. Es wurde aber bey einem erfordert, daß er 20 jähr, bey einem aber, daß er ordentlich lojakr gedient hatte, und zwar zwischen ihrem > 7 und 4-! jähr,wenn sie aber später als in dem 17 jähre in bienste getreuen,konten sie auch bis ins ^oste mitlauffen. Doch an dieser gewissen zahl der jähre vflegten sich die Kayser nicht zu binden, und that mancher wol z o bis 40 ftldzüg,ehe er vor einen c-nnrirum .erkläret wurde. -a cum c.r cje mit,'. K indem dicielbe insgemein sich wegern, anderen, als Königlichen perzonen, emm höben, titul zurück zu geben , als sie selbst empfangen ; doch endlich musten sie , aufbefehl ihres Königs, welcher dem von Hranck- reich, in gefälligkett gegen dem Römischen Hof, nichts nachgeben wolle, sich gleichfalls bequemen. In Tcurfclstand und Italien blieben uiirerschiedene Fürsten bey der alten titulatur, lv lange, bis ihnen, an statt des bisher gebrauchten tittils LxceNcnr, von den Cardinale!, der titul -Mcr-L, oder Durchlauchtigkeil, zugestanden wurde. Nach und nach aber ist das pr.rMc-r Lmmcnr, m ansthling der Cardinäle, so durchgchends angenommen worden, daß man es denselben zum öfftcrn auch an ProtestantiAen Hosen ertheilet. Diejenige Cardinäle, weiche von alten Fürstlichen Häusern sind, pflegen sich den titul /Mcr-z xMmcnüMms. oder Hoch-Fürstliche stmiii-n-, geben zu lassen, -e e/e///r O/rr«. l;. Le />,r /c I-o»- ^ P'I// p. 114. Ze Nils. lle 5 ouir XI,I 5 c,Z ce- remoniLle k. 6 p. 490. Emir / bedeutet bey den Türcken und bey den Saracenen einen Nachkömmling, oder einen anverwandten ihres Propheten Mahomets. Man hat eine sonderbare ehrerdiclung vor sie, und ihnen allein ist vergönnet, einen oder köpf - bnnd von grüner färbe zu tragen. Man findet in den x^rionen, daß an den küsten des' gelobten landcü dergleichen Emirs gewesen; daß der Türkische Kanfcr über den Emir von Gaza, und über den Emir Terabee, als über souverainc Fürsten, keine gemalt gehabt; daß der Bassa vo» Jermalem und von Naplousc, welcher dieienige, so nach Mecha wallfahrten, zu begleiten schuldig ist, Emir Hage gencnnct werde, u. f. w. Einir alem / ist ein vornehmer bedienter in der Türckey, welcher aller Provinzen sahnen in feiner Verwahrung hat, und selbige händiget er denen ein, so zu i^angiacs erwählet werden. Wenn der Sultan mit zu selbe gehet, so marchiret er gleich vor ihm her, und hat eine standarte, so halb weiß und halb grün ist, als das kcnnzeichcil seiner , vor sich her tragen, worauf des Sultans 6 Kaystrliche standarten folgen, zr-cE a- i' ewpire Oriom. Emma/ die ehc-fran des Eginhardi, der Caroli N. 8 ccre- l->r,u 5 war, und dessen leben beschrieben hat. Daß sie seine frau gewesen, ist gewiß, ob gleich Eginhardus ein Abt war; weil dazumal viele Layen zu Abtencn gelassen wurden. r>) Nur dieses ist zweiffclbafft, ob diese Emma Caroli öl. loebler gewesen 7 Das Lwori. i--ur, 5 l>el>ii^ns<: meldet solches, und erzchlet mit vielen fabclhafften umständkn, daß Eginhardus anfangs lange zeit heimlich iml der Emma gcbuhlet, endlich aber, da es Carolus öl. einmal gewahr worden, mit dessen genchmhalrmig mit ihr getraut worden. Allein, es ist kein einiges merckmahl den tüchtigen scribenlcn zu finden, worbnrch dieses wahrscheinlich könre gemacht werden. Ja, kein einiger c«-:v»r berichtet, daß Carolus ös. eine tochter gehabt, die Emma gchciffcn. Wie denn heut zu tage jedermann die fache vor eine fabel hält. -l r,«-» c^n. r 5> IsZ-rr» t»ll. I^Iar. in coU. llipl. p. 7- cez»zz»»z^o, Uc srclii - LLnc. p. :r. s> s kranc. I. 2 c. 8 cont'. ge jur. skbsk. sll rn. 826. n. lo. vol. ,c> P. 40z. l,„m/ZZ?zx. oris r. r p. ro;, 2.06. Emma / eine tochter Richardi II, Hcrtzogs in der Normal,- die, und gemahlin Königs Etclrcdi in EngcUand, welcher mit ibr 8. Eduardum gezeuget. Dieser wurde gleichfalls Konig in Engellaiid, weil er aber keinen so aufgeweckten geht hatte, als zu beberrschung eines Reichs erfordert wird, führte die mutter i'n- jwischcn die regicrung, welches aber der Graf von Keilt dcrmaf- stn übel empfand, daß er sich nicht fcheucte, durch falsche anklage die Emma bey dem König verdächtig zu machen. Dieser, welcher ohnedem ein leichtgläubiger Herr war, liesse sich dann bereden, daß er die mutter völlig von dem Hofe ausschloß. Hierauf nahm ste zwar ihre zuflucht zu dem Bischofs zu Winchester, ibrem verwandten ; allein der Graf von Kcnt bekam dardnrch nur neue gc- icgenheil, fein rachgieriges gcmüthe sehen zu lassen, und sie verbotener liebe, welche sie mit gedachtem Bifchoff unterhielte, zu beschuldigen. Sie nniste dannenhcro, ihre Unschuld darzulegen, nach gcwohnhcit stlbigcr zcitcn, auf ein glücndes eisen treten, welches sie auch, ohne die geringste Verletzung, so wohl für sich als den Bifchoff that. Nachdem der König dieses gesehen, fiel er stincr inultcr zu den füssc», und ließ sich von den Bischöffcn auf den blossen rücken stäuvcn. Die fache wird wenigstens von den scribenlen selbiger zeit also erzchlet, so wohl als viele andere dergleichen wunder - vroben mehr, welche bey gleichen fällen sollen styn verrichtet, worden; allein, wie es damit zugangen, ist nicht so leicht zu erörteren. Kopioill. leer r 5 c r r c. c>. Einmeir/ Emnmt/ ist ein fluß in der Schweiß, der in 2 theile getheilel die grosse und die kleine Emmen gcnennet wird; Jene entspringet in dem Bcrner - gebieth, in dem gebürg, welches sich rechter bands des Tbuner-stcs gegen dem Luccrncri- schen Endtlibuch erstrecket, nicht gar weit von 8 . Patt, aus einem berg , Schibcnfluh genannt. Sie durchstreichet das Eminen- lhall/ laufst ben der stadt Burqdorff vorbey, ( allwo eine brück ist) unterhalb Solvthur» in die Aar, nachdcme sie unterwegs emm verschiedene käche zu sich genommen; sie ist nicht schiff-rM, aber sehr wild und ungestüm, wann sie von uarckcn regen Mn anlaufft; Es wird darinnen gold - fand gefunden, undvonLencsi so genannten Gvldneren gewaschen- Die kleine entspringet oberhalb Wald - Emmen, aus dem berg Nesselstock im Endliduch, laufft über das Emmanfeld neben Wölhaufen vorbey, und ostwärts in die Rüß. I. Vll x. -SS b öc p. -27. k. X. ' 5 om. II p. >8. * Emmendingen / eine kleine stadt in dem Brißgau, 2 malen von Freyblirg gelegen, und zu der Marggrafschafft Hochberg gehörig. An. i 5 s« wurde hier, auf Veranlassung des MargW- fen von Baden, ein cuUoquium zwischen den Catholischen und Lutheranern angestellet, welches sich aber nach 7 stssivnen ftucht- loß zerschlagen. Emmenthal / ist dasjenige stücklein landes, dardurch die grosse Emmen laufft, und da vor diesem viel Edelleuthe gewöhnet, sonderlich aber die Freyherren von Signorv/ Brandis/ Su- miswald und Trachsekwald/rc. oberhalb Signow läge auch das Bencdictiner - klosier cprub. Es käme mehrenthcils mit der stadt und Grafschapt Burgdorss an die stadt Bern, welche in ob-erzehlten vier Freyherrltchkeiten, wie auch zu Landshut ihre Land - Vögte hastet. Trachselwald wurde an. i;8; von den Berncrcn im krieg wider den Grafen von Kyburg eingeiivmmcn, dessen Vasal Burckard von Sumiswald es zuständig wäre, welcher Bürger zu Bern worden, und die Hcrrschafft Trachselwald von der stadt Bern wiederum als lchen empfangen, »achwärls selbige denen Teutschen Ordens - Rittern verkaufst, von welchen sie endlich Bern an. 1408 mit iooo gold-gnlden wieder an sich ge- lösct hat. Landohur haben die Berner an. 1;; z mi Gümcncn- kricg dem Oirascn Eberhard von Kyburg abgenommen. Sumir- wald wurde eine Coinmcnthurcy des Teutschen Ordens. dem es die stadt Bern an. 1700 abgekanffer hat. Sicznow käme, nach abgang seiner Herren, ( deren z in der Ewmpächer - schlacht an. 1 ;84 unigekommcn sind,) an die Grasen vonFrcyburg, von welchen selbige der Stand Bern ebenfalls an. 1)99 geknO. Brandts hat Wolffgang, Freyherr von diesem vrt, an. 1;;;, nachdcme er das Bürger-recht zu Bern für sich usid seine lenthe angenommen, durch das ms an die stadt gebracht; nach- gehcnds hat sem groß - söhn, Wolfhardt, die Hcrrschafft, ncben der Käst-Vögten über die klöstcr Trab und Rügfau, an. iz;? der stadt Bern völlig zu kauffcn gegeben. 1. vu x. -,7. L/ck/Zc-'. ?. I. i. 1 p. 78 <üc i. IV p. 172. * 8. Emmeranus / Haymeranus / B-schoffzu Rcgensvnrg, war aus der Provintz Guicnne gebürtig, und anfangs Bifchoff zu Poiticrs. Er verließ dieses Bißthiim, und that, aus basierst die Hcydcn zu bekehren, eine reise nach Tcutschlaud, allwo ikn Tbcodo V, Hcrtzog in Banern, ersuchte, das durch dcu heiligen RlipertllM kuri; zuvor gevflantztc Christenthum fortuistycn. K halle aber Thcödo eine tochter, lltha, die sich von Sigcbaido M Sigcdotho, einem vom Adel, schwanger befand; weil sie nun besorgten, daß sie ihre that mit dem leben würden bezahle» müssen , klagten sie ihr »nglück dem heiligen Emmcrano, der gleich seine reise nach Rom antreten wolle, welcher ei» so herÄB mttleidcn mit ihnen hatte, daß er, um den Sgcboth, welcherlei in die größte gcsahr liesse, von der todtes - straffe zu befrenen, st» rath gab, nach seiner abreise die schuld der schwängcning auf ihn zu schieben. Solches that Urba, als ihr bruder Lambertus, oste Laiidobertus, insonderheit wegen dieser beschimvssung stincs Hauses , sehr zornig war. Weil im» Laiidobertus Nachricht bekam, daß der heilige Emmcran die gräntzen von Italien noch nicht erreichet hätte, setzte er demselben mich, mid holcte ihn zwW» dem Iim und der Istr, bey dem dorsse Hclsscndura oder Hclffni- dorff ein. Bey dem ersten anblick grüßse er Emmeramim, mit diesen Worte»: c cpiicopc, imo 5 >!vc ! und daraus befahl er stillen lenken, daß sie ibn auf eine Icstcr binden, und ihm äugen, nast, ohren^, Hände und füsse nach ciiinndcr ablösen, H den übrigen ,»1111015 liegen lassen sollen. Kanin aber wäre die mord-tbät geschehe», so erschienen 2 unbekaiiille männcr, welche die abgehauene glicdmasscn sorgfältig zust,Minen lasen, und hernach unsichtbar wurden. Es äusserten sich auch alsobald and« nnzcigimgci, stincr iinschuld, und sonderlich fand sich ein GciW eher, namens Wolpletus, welcher aussagte, daß ihm 8. Emmera» dieses alles vertrauet, und ihme zugleich seinen bevorstehende» marcer - tob propbezcyct hätte. Dcr'hald-tode cörper wurde nach Negcnspiirg gefübret, und in der 8. Georgen-kirchc begrabe», da denn unterivcgcs die stele dieses beiligcn nrannes sichtbarer weist, unter der gestalt eines donner - strahls, aus seiiiem munst gen Himmel soll gefahren seyn. An dein orte, wo sein blut >>M vergossen worden, soll ein grüner bügel, und sonstcn viel wunder- zcicbei, entstanden seyn. Hnndius hingegen meldet, das»«, so sich von allen enden derselbe» gegeiid versammlet, hatte die stücke aufgelesen, und in ei» schifflein auf der Istr zustimme» -stiegt , welches alsbald von sich sclbstcn erstlich dicstn fluß hinab bis in die Donau, hernach aber ( welches noch ein grösser wunden», als die erschein,ilig der unbekannten münneren) die Donau herauf bis gen Rcgcnspurg gefahren, weiches wohl ein weg»»» 50000 schritten ausmachet. Nach welchem es nicht mehr bcmn- fcs bcdorffcn, so lautet Emrnerani ^ncU. Wann die erzehM wahr ist, so muß folgen, daß auch solche thaten, die an um E sten noch mit grossen fehlem begleitet sind, durch wunder-wem* beehret werden können; sonst wird die fache gemeiniglich ms mtt 6 5 2 gcsttzet. Landobertns hat nachgchends zur bnsse das beruM te klöstcr zu r. Emnman zu Negemvurg gebauct, dessen Ab- m" zu rask emnr emo zu tage unter die unmittelbare Reichs-Stände gehöret. Im übrigen wird 8. Emmeran, weil er ein Heyden-lchrer in Bayern gewesen / unter die alten Bischösse zu Rcgenspurg gezehlet. >n merrojc. Lslisb. ÄNNLl. Lojor. L«ck/. in LLrsI. eoitc. Larizd. in Qcrm. S. * Emmerich/ oder Embrrck/ tat. LmbricL, LmmericL, eine beste und wohl-gebaute stadl in dem Hertzogthum Eleve, dem Konigin Preussen zuständig. Ihrer wird zu erst in der Historie des Suniberti, um das jähr Christi 696 erwehnet. Es ist allda eine herrliche Stiffts - Arche, welche der heilige Willidrordus soll aufgerichtet haben. An. 1600 nahmen die Staaten diese stadt den Spaniern weg, restitmrten sie aber gegen einen vergleich dem Hertzog von Jülich; da aber dieser nicht gehalten wurde, nahmen sie dieselbe an. 1614 aufs neue weg, und bevestigten sie. Hierauf wurde sie Chur - Brandenburg eingehändiget, es blieb aber Holländische besatzung darinnen. Als der Spanische General Spinola an. iäi; verschiedene städte in dem Clevischen eroberte , nähme sie mit gewissen bedingnngen den ihr von den Holländern zugeschickten succurs ein. An. 1672 wurde sie von den Frantzosen eingenommen. „> Lvvia 8c wo- llcrns. bclclircib. von Llcve. copogr. Grafen von würtemberg: Emmerich I, iwmus, »der Groß - Hofmeister und Feld-Herr Königs Clodovei N. in Franckreich, und dessen ocu. verneul- oder Statthalter in Alemannicn und Schwaben, erjter stamm-vater des Hoch-Fürstlichen Hauses Würtemberg, an. 500. Emmerich II, ^j»r vomus Königs Dagoberti I in Franckreich, um das jähr 6;o, und der zweyte stamm-vater dieses Hoch-Fürstlichen Hauses. Emmerich III, oder Emich I, Graf zu Würtemberg und Groningen, um das jähr 9,8. (Siehe den titul wurtem- verg.) * Emmius / (Ubbss wurde zu Gretha inOst-Frießland / allwo sem vater/ namens Emmodlken / Prediger war / an. i^qeboy- ren. In dem 9 jähre seines alkers muste er nach Emden gehen/und blv m sem-8 jähr allda verbleiben / woranferan. i;6; nach Bremen gesandt wurde / sich der unterrichtung Ioh. Molant zu bedienen. Da er von dannm nach Hause kam / muste er sich noch einige zeit zu Norden / allwo man die schule wiederum instand brachte / aufhatten / bis er endlich / da er 2; jähr alt war / sich nach Rostock begab. Hier hörte erDavidChytreum und Hcnricum Vru» eeum/der -..cKcnnMdmcuionL lehrte/sahe sich aber zweyzahr hernach durch den tod seines vatters gezwungen / nach Hause zu kehren/und; jähr allda zu bleiben. Hierauf qieng er nach Genf/ und hielte sich daselbst 2 jahrauf/um Bezam / Daneum und Por- tum zu hören. Da er von dannen zurück kam / wurde mm dre stelle eines Predigers/wie auch eines 8--etoris angebotten/davon er die letzte/weiler von natur blöde war/ und in gesellschafft nicht viel reden kunte / erwehlte / und also die n-^tors stelle zu Norden an. 1579 annahm. Ober nun wohl die ihm anvertraute schule bald in aufnehmen brachte/wurde er doch an. 1; 87 simes bleustes erlasen / weil er die Augspurgische Confeßion nicht unterschretben wolle. Doch an. iz 88 wurde er in dergleichen bcbienungnacy leer be- eme Heydnischc Göttin, welche ihren nanrcu wei! sie denjenigen lachen, so össemiich gescha- scylug/mdthreschule verbessern wvlte / beriefen sie ihn an. 1^94 zu einem welchem amte er 20 jähr vorstund/biß ihm die xrokl.lio l>ik°NLrum Md imglis.- auf der daftlbstneu aufge- richteten Universität aufgetragen wurde. Er verwaltete sein amt ntttungememem fletss/und da es sein alternichk mehr zuließ aus- zugehm/unterlteß erdoch nicht bischer zu schreiben/und der uni- Verstiät guten rath mitzuchellen.Wie er denn auch sonst von solchem ansehen war/daß der Qonverncur von Frteßland/ Wilhelmrisssu- dovicus Grafvon Nassau / sich seines raths zubedienenpflegte. Endlich starb er zu Groningen t:n dec. an. 162;. Lhuamis / Sea- ligcr/Heinfms und andere gelehrte leutc / hielten viel von ihm. Unter seinen schnfften sind sonderlich bekannt.- rc-um rriUc^rumin- üvris:; rriÜL; 8c LArv k,ittL in cr LMLÜIM öc r-vicam, 8cczuc uckc Orönir>A3;cIs llacureio. öc ecclcliL in anenraü vril»; kr>l>LorienM- lisclioroZrsjulncri Uc/cri^cio; krilloium »nriczuirsces j rcrum Komgns- rum ckronoloßis; o^uz ckmnoioZicum novum lillc. 8 ciitkin/i.; ge- ncaloAi» univcrtH. Iin^sratorum , Lcguni, krincipum öc aliorum il- virorum ; vik^ öc ics Quiliclini t.u8ovici Lnmiris ko.iNovici; tr-XciL verccix lldri 7 z 8 c Lr-rcorum revuzpubücis; O-rccnrum res gc- st->-1. y, welches werck mit den 2 vorigen sich auch in seiner On-.iz illuttrsra besindet z serner vikLÜL lscrL MculiniL O»vi8l8 Ocorßii, auch hat er einige theologische streit-schrifften mit Daniel Hofmann gewechselt/lk. mcmor. 8cc.; 9. zi Ic^. rlic^lr. 8c kvin. rcr. scripcor. l. lp. rlc. 45. Emo / eine Venetianische Adeliche familie/und zwar eine von den alten. Sie hat zwey von 8cn Marco gehabt/ nemlich an. i,. in mcu. ^>/r,rÄ 7 c/>. I. 8 p. 8-ü ücz- /v'k. ?„er. V. 46s. lM. Or.rc. wäcliem.'lcÄ. jlliilotoxii. 81KI. 45s tec;. ^ Lssl?ssI>OlI.I - war ein zu Lacedämon, welche« sorge trug, daß sowohl tu den gerichten und Versammlungen des volcks, die auf dem marckt gehalten wurden , als auch in Handel und wandcl alles ordentlich zugieng. Aus den alten gedeucket ihr der einige «ciHMus, nnd vergleichet sie mit den ^Z«rL,.o,i»s zu Athen. Siehe auch 8c rcp. 1.3ce8. * l'LLIkLKMK. (L»,McZnci,iu 5 ) Ll) Oppvcic, ein in den Orientalischen sprachen trefflich versirter Niederländer, florirte in dem l 7 seculo. Er hat sich, neben dem m-m» der Rechts - ge- lehrtheit, sonderlich auf die lllcukg,« begeben, darinnen cr'die vvLto-- würde erlanget; seine groste begierde aber gienqe auf die Jüdischen Antiquitäten und gebrauche; wiewohl er auch der Syrischen nnd Arabischen spräche erfahren war; er trachtete mit grosser arbeit, ohngeacht vielen Widerstands, solche unter den Christen bekandter zu machen. Seine Übersetzungen von Jüdischen nnd Talmubischen büchcrn sind zwar nicht ohne fehler, doch von der besseren art, und geben, zusamt seinen gelehrten anmerekiin- gen, dessen fähigkcit in dieser gattung studien genugsam zu erkennen. Er bemühete sich auch, die Jüdischen emwürsie gegen die Christliche Religion mit sonderbaren! fleiß zu beantworrcn; wie er dann deßwegen von Ioh. Burtorf das geschriebene . und andere dergleichen bücher,, entlehnet, um solche, mit einer Widerlegung, dem pulMc» zu übergeben ; hat aber niemals in stand bringen können. Seine anführcr zu diesen studien, uns seine gute freunde sind gewesen Ioh. Drusius und Th. Erpenius. Er wäre zu erst krukeiRn- i'i,eo>»,z:i->! und i-inx»« u-br^-L- in dem damals noch gewesenen >>iuN>>, hernach Universität zu Harderwyck, in die 8 jähre; nach vcrsiicssung deren nahn! er die vocsrivn zu der Hebräischen imm m-,» nach Leydcn an, und machte den ansang davon au. 1627 mit einer hernach gedruckten rioa. 8c l.inx. Ncbr. »igmr-re Üc Urüiraro. Bey derselben blicke er, und lehrte sie mit grossem rühm, bis ihn, lurtz vor seinem end die theologische m«scil>on bastlbst übergeben wurde. Sonst wurde er auch vorher» zu allerhand ehren - steilen beförderet: ais zu dem LeLtorzr der Universität zu Lerche». An. 16;9 machte ihn Graf Mauritius, Ouds,-.^», von Brasilien, zu ,einem Rath ; welche'würde ihm anfangs, weil er dadurch allzu v:c! von seine!, studien abgeführet wurde, sehr bc,chwarhch, hernach aber m etwas leichter fiel. Er starb an. 1648, in einem ziemlichen alter, als er nicht lange vorher stme neue?r»tcMon angetreten. Unter seinen vertrauten freunden hielte er sonderlich viel von m 8- vis-., und v-l-wi->6ovon frembden aber schätzte er niemand höher, als die kuxrorkos; wie er dann auf eine bechttdere weise, bey der vcwcmE dererselbm Hebräischen Concordantzen, an die Herren Staaten, sich für sie bemühet; so wolle er auch deren »cx,c<-,> THuN., als sie schwärlich einen Buchdrucker darzu fanden, in Holland, miter seiner aufsieht, drucken tasten; m, er bearbeitete II theil. D sich i?o emp ems sich sehr/ ,/<>K. Luxtzortium ril. sclbsten naher Holland zu ziehen, und/ als eine voc-inon nach Lcyden erfolget,, ihn, solche anzunehmen/ zu persiiadiren, da doch andere Holländische freunde ihm solches mißriethen. Eben er wäre auch einer der furnehmsten, welche Bnxtorf aufgemuntert / ja mit sonderbarem eyfer gebat- ten / die csuN-m der Hebräischen Puncten wider auf sich zu nehmen. Seine in druck heraus gekommene schrifften sind: DttPur^». wkcoloA. kjzrllcrvviccii.i: , oder Lyckcmr Ikeolog. 4. ; ppkrLti5 ^oli. i3cliiz62: in Dsniclcin 4.; Iiincrsrium X. LonjL- min liillci. 8. ; kkalickoc 3M , oder chLvir 1°3>mu6ic.i 4. ; Hill- «lok, oder 6c l^icnsuris Tkempli q.; NsvsXLML, oder 6c I)3mnis 4. ; alles mit Lateinischer vccllun und Noten ; ^k3rk>3i>cl und Hckkcick »n Lckli. sj. Nttt Widerlegung KSok. Ximcii, Qi-smniar. nüt Noten/ 8.; wäre auch viel davon allbereil fertig; allein theils der verlegercn gcwinnsucht / lhcils stin tod / bat es ins stecken gebracht. Daß einige vorgeben / Ioh. Braunius habe sein berühmtes wcrck / a- Vciticu 8,lcer6nr ktcdrL'oc , diesem l'Lmpcxcur, bey welchem er seine Hebräischen siudien getrieben/ abgestohlen / und für sein wcrck ausgegeben/ hat keinen gründ; sintemal i'L-npercur nie- malcn zu verstehen gegeben / daß er etwas dergleichen ausgefertiget / oder jemand solches gesehen; und Braunius seine gelehr- jamkcit und capacität in diesem ituciio, durch viel andere proben / der weit zur gnügc offenbar gemacht. i'Lmpcrcur hatte einen druder, Iohannem, welcher wohl studiret und gereiset: erstlich zu Lcyendorf/ dann zu Bricl / und endlich bey 8 jähren un Haag Prediger gewesen / und gestorben an. iSz?, seines alrers 4Z jähr. e/K ^4^,« kpickol. rnecllol. 3c! 4 !»II. Xirckenck. 7 ?. Lrpen. Lc. * Einpfängnist Maria/ (der unbefleckten) Ritter-Ordech, wurde an. iü ;7 von dem Könige in Pole»/ Ulabislao IV, gestiff- tet, und von dem Fürsten Radzivil / und einigen andern Magnaten / ehe er noch zu kräfften kam / hintertrieben, ob ihn gleich der Pabst Urbanuö allbereitü confirmirct hatte, c-x-/,/,« x. o. i-. ;;4. Einpirici / werden von dem Griechischen Wort ^ 7 ^, d. i. versuch oder crfabrnng / diejenige genenncr / ivelche sich von ihrer Profession gewisse regeln machten/ die nicht so wohl aufcnic vorher gegangene genaue Untersuchung der Ursachen / als vielmehr auf ihre selbst-eigenc p'-xin und erfahrnng / sich grünten. Den ansang dieser sectc machte Eerapion / deine bald Apollonius / Glaucias nnd Heraclideü von Tarent darinnen gefolgct sind. Plinius meldet / es habe die secte der L„>piricoru„, zfl erst in Sicilien angefangen / und deren urhcber soll Acron, ein berühm- ler xicNicus hon Agrigent, gewesen seyn/ welcher; 10 jähr vor er- baiiung der statt Rom gelcbct. Heut zu tage brauchet inan dieses Wort be» denen, welche in der artzney-kunst sich selbst, erfundener gehcmniüffe / coinposttioncn, chymischcr ertraetionen / u. d. g. bernhmen / dabey aber die Princip Hippocralis und Galein / oder andere von den Universitäten angenommene gründ-sähe der Medicin, aus Unwissenheit oder aus eigensinn verachten, auch sonst den Nacuriz der mcdicinischcn facultäten sich Nicht »ntmvers- fen. Einige schreiben L,up)rici mit einem >, und leite» es her von dem Griechischen worl , fcucr / so aber unrecht ist. in Itill. ?/<». -v-og. Lk/s /e kick. 6 c l 3 mcclccinc. * Empoli / eine statt im Florentimschcn gebieth in Italien / am fluß Arno / zwischen Pisir und Florcntz / deren Bißthum unter den Ertz-Bischoff von Pisa gehörig. Einpsricus Sinus / odcr«ZoIfo di Saler/ istcinmccr- busi n in der gegcnd, wo die statt Sala lieget, im Königreich Fez. Einpulium / oder nach der heutigen bcncnnung 53 -iüo xipi- 6 ic>, ist eine grosse statt in kirrcs a>ncong, an der sce - küstc, s mcilcn von Firmo wcst-wärts, wiewohl andere haben wollen, es sey Clnvcllo, ein gewiß castcll an der sec-küste. Empulrmn / siehe Ampiglione. Empurias / siehe Laste! Aragonese. war eine art einer düstern und furchtsamen gestalt/ welche man dcr Hccalä zueignete / als ob lie solche die unglückseligen zu erschrecken gebrauchte. Andere halren dafür / daß Heeate selbst unter diesem «amen verstanden werde. Es koiuc sich aber selbige in vielerlei) gestalt verändern / um dadurch sich desto schrecklicher ZU Machen. öc ^-/ro/>z>E,. < 747 / 4 ^ Iw.ig. 6 cz 6 >cux. Ems / lat. ^mziiuz, ^inzliz, -imilius und ^mick 3 , ein fluß/wel- cher m dem Vistthum Paderborn inWestphalcn an deni Srapela« verberge seinen »riprung hat/ von dar Ritberg / Rheda/ Sas- senbcrg / Rhenen/ hingen / Meppcn/ Rhcyde vorbey fliestet/ und lieh endlich nach emiichiniing einiger andern wasser in den Dotiert bel) Eindm ergieiset. ^5,/er. lopaAr. VVüll^IiLl. Emser-ba- / hm seinen namen von dem dorffe EmbS/ an der Lohn / >u dcr Grasschiistt Dich / nicht weit von dcr stadt Laustem/ gelegen. Es lind daselbst z warme bäder / davon 2 gegen abend dem Landgrafen zu Hesien / und ; gcgen morqett dcm hänse Nas- saU-DlctzZustehen. bcicvr. ttcNsn. „„Echstr / (Hieronnmus) gebürtig aus Schwaben, wurde i.i- r 3 MS zuris »nvmci, und Urc/tuNur zu Leipzig / wie auch L«cr«,riitt enc und Rath bey demHertzog Georgio zu Sachsen. Air iz 17, Hede? religions-streit angieng', tractirte er Lmyemm zu Dreßde», da er geprcdiget hatte, wobey mit einigen darzu bestellten Domiiiicaned d^tunchen VON LlNO clls^ukätiott fiel. Nachgehends, als einige von den Hußilen aus BöhmenLu- therum lobten, und zu der vorhabenden rcligions-änderung aufmunterten , schrieb er einen briefan einen gewissen voLtorüm nach Prag, darinnen er von der Leipziger ailxmmwn Nachricht ertheilte, auch den Hußiten in Böhmen die Hoffnung benahm, als wenn Lu- therus es mit ihnen halten würde. Im übrigen weite er den schcsi, haben, daß er ihn lobte, welches doch mit ziemlicher kaltsinnigkcit geschahe. Worauf Lutherus eine weitläuffrige cpistel wieder ihn schrieb, die sich rc»i>.Meneng befindet, darum er ihn miier dem namen Aegocerocis oder Eapricorni scharff angriff; den» er pflegte, um zu zeigen, baß er aus Adelichcm gcfchlechte entsprösse»/ vor seinen buchen, sein waven zu setzen, darinnen ein springender und stossender bock abgebildet war. Hierauf gab Emserns unterschiedene schrifften wider Luthcrum heraus, insonderheit bemüdeie er sich seine Teutsche Übersetzung der bibel zu unterdrücken, und gab zu dein ende an. 1; 2z in Teutscher spräche anmcrckungen darüber heraus, sicng auch an, eine neue Übersetzung des neuen testaments zu verfertigen, welche an. i z27 heraus kam. Er gab vor. Laßer solches auf beseht und einrathen Hertzogs Gcorgii zu Sachsen, wie auch der Bisthöffe zu Meisten und Merseburg gethan. D>ß iß gewiß , daß ermeldfer Hertzog eine Verordnung hinzu gefügt, darinnen er verlanget, daß alle und jede, mit Hintansetzung der Version Ln- theri, diese neue lesen sotten. Sie ist bald nach seinem tode an. izr- zu Cölln durch Johann Picrenbcrgcr, der nachgehends auch das alte lcstament hinzu gcsuget, mit Emseri aiimerekungen wieder aufgeleget, darinnen diejenigen anmerckungen, so an. izrg besonders heraus gekommen, und in der Dreßnischcn -s-cion weggelassen , mit inseriret worden. Sonst hat er insonderheit auch mit Luthers wegen der hps Bischoffs zu Meiffcn Bennonis, welche an. 1524 vorgenommen wurde, zu thun gehabt. Denn Ln- thcrus nahm durch die bulle des Pabstes gelegenheit, ein buchunter dem titul wider den alten abgott und Meißnischen teufe! zu schreiben , darinnen er von dieser c 3 »onii 3 c,»n seine mcynung entdecket, worauf Emserns mit ziemlicher hefftigkeit antwortete,welcher auch längst vorhcro, an. Iz 12 Nickorism ü- vic3 Lcniioni; zu Leipzig hatte drucken lassen, und selbige dem Hertzog George von Sachsen bedienet. Er starb sehr plötzlich den 8 növ. an. 1527. Vcine schrifften, die wider Lulhernni gerichtet waren, sind sckcrr,» c»„r^ z,u- itz-r 3 n 3 ill lormu> 3 m; c!e < 7 z»one xp-ille und andere. viir i uilic-i. Iiili. V.U1I1. I. l. tc-cr. 8. 6r, ir.7,141. 1 .2. teÄ.z^. <8ec. 6c v.,c. iccipr, etzir. c. ". icq. 6c Icrigwr. lcc. >/. Ämon tzildoir. criri^. 6c^ verckonr 6u novv. rcflzm. c. 4?. in 6cc Iccrrcr-liilL. p. r. I. 16. c. 8. tz. 2. 6cc. > war ein fest, welches die Heyden jährlich, an dem rage, da ein gebäude oder stadt auferbaucr worden, begierigen. war unter den Cvnstantinovolitanischcn Kavsern eine von vurpur gemachte dinte, womit dieKaystr ihre briefe unterschrieben. Es dlirffte niemand bey lcbcns-straft selbige nachmachen, wiewol sie nachgehends in andere länder gekommen, nnd von niedrigern Personen gebraucht worden. Die alten hiessen also eine gewisse art mablerey, da sie auf wachs oder helfend«»« tafel mit einem glücndcn griffet allerhand figuren stachen, und solche hernach mit wachs von allerhand färben so künstlich auslegten, daß man keine fuge' sehe« koilte. 6e icb. 6ez>cr6. 6» ßlllilt Oc. p. 647. E nceladrrs / des Tartari und der eiche söhn, einer von den entsetzlichsten riefen, welcher wider den Jupiter mit gantzen ausgcris- sencn bäume» stritte, endlich aber von der Minerva erschossen, oder von dein Jupiter nur dem donncr erleget, so dann mit dcr insnl S- cilien also bedeckt wurde, daß dcr berg Aetna gerade aufssinen kopss zu stehen kam. Er soll auch noch also liegen, und wenn er athem holet, verursachen, daß das feuer aus dein berge gehet, wen» er sich aber umwendet, die gantze insul erschüttern. Lc«r,n< !. z. 1.1,6c cLpcu. Enckcvoert / (Wilhelinus) ein Cardinal und Bischossl» Utrecht, war gebürtig von einer kleinen stadt in Brabantben Hec- tzogendusch. Er soll zuerst Onanieu- z„ Antwerpen und nachgehends Probst zu Utrecht gewesen seyn. Der Cardinal Adrianns Mc»s übergab ihm dieses tz-n-Kcium, ja, als dcrsclbige unter dem »amen Adriäni VI Pabst wurde, machte er ihn zum Darario, gab ihm das Bißthum Tortosa, und an. izr; den Cardinals-Hut. Er war bereinige, so diese würde von Adriano VI erhielte. Als die M> scrliche miter Cleniens VII die stadt Rom eroberten, ward er gefangen , und müsse sich mit zoooo ducatcn rantzionircn. An. iZr- bekam er das Bisthum Utrecht , und starb ziiRom im iun. an. I Z Z4IM 70 jähre seines alters. ssoi-. kick. o^ci-.kiü.cccl. 6u x2>> t'lbl. Lcllz I./» ^02.^7 nomencl. OLrain. ^^-7bin. (?ärc^n2ttx. 62!!. öec. Eiickhuyseil / LncKul 3 , eine ziemlich grosse schöne und befestigte stadt in Nord-Holland, nebst einem Hafen an der suder-lce, z vdcr s mcilen von Äinsterdam gelegen. Sie wird zu der verjani- lnng der Staaten in Holland beruhen, und ist in dcr ordn« die 14. Erstlich ist sie ein geringer ort gewesen , aber nachgehends mehr und mehr in ansehen gekommen. Ihrer wird zuerst a». IV gedacht, da sie, indem sie sich wider die damals ausrührischen Achsen zu selbe begeben, von Johanne Arckelio, und Nicolao Gulkema soll in die asehc geleget worden stun. Der Graf von Holland, Wilhelm . gab ihr an, i;;; unterschiedene freyheiten, und scblon iie >» manrill enc end maurm ein. An. 15;? suchte Hcrtzog Carl von Geldern den haftn bey dieser stadt unversehens zu überfallen , welches ihm aber fehl schlug, wovon noch eine schrifft an einem Hohen thuen, der in diesem orte stehet, zu sehen. Sie war die erste stadt, welche an. 1 ??2 nach der eroberung von Briet , von den Svaniern abfiel, und wurde an. 1^91 sehr erweitert. Vor diesem hat man allhier vic! häring gefangen, und jetzo macht man hier viel fall;, welches zu nicht geringer aufnähme des Handels gereichet. Es ist auch hier vor diesem die schöne kunst-kammer des berühmten me-jici Gerhardt Paludani zu sehen gewesen, so aber nach Gottorf in Schleßwig gekommen. in Nslc. ?. Z. p. Iin. LlssOOLkllffN > war in der Griechischen kirche ein kästlein, darinnen man die reliquien der Heiligen aufbehielt. Man hielt solche so hoch / daß man sie in wichtigen fachen als ein Pfand hingab, daniit man ihnen desto sicherer trauen solte. Diejenigen aber' / welche sie so lange in Verwahrung hatten, trugen sie stets am halse, damit sie keinen schaden nehmen konten, und von dieser gewohnheitist der Griechische name Ln-oipwm entstanden, -t» gioir. c-r. ?- Z 4 i- Encolpius / ein Nittoricuz im 2 serulo / lebte zu den Zeiten des Kaysers Aleranöri Severi / dessen leben er auch beschrieben. Ein bctruger Thomas Clyot , der zu den zeiten Heinrich des VIII in Engelland, lmLAS okQouver.iZsicc coin^iile-j or tke LÄS sn wurden gewisse ketzer im 2 seculo genennet, deren Urheber der gelehrte Tatianus war/ von welchem sie auch sonst ihren namen führen. Den namen Encratiten haben sie von der ent- haltung / weil sie sich von aller unmäßigkeit und unreinigkeit mit äusserstem steifst zu enthalten suchten. Es werden ihnen und ihrem Urheber die irrthümer der Valentinianer und der Marcioniten dey- gemessen, und sollen sie insonderheit mit den letztem den ehestand verdammt haben; als die da glaubten, daß man den Himmel durch beständige erhaltung der jungftrschafft verdienen müßte. Mchtwe- niger haben sie den gebrauch des weins und des fleisches verworffen, (als einem von keinem guten/sondern von bösen wescn erschaffen,) und also in dem heiligen abendmahle, an statt des weins, wasser genommen. Man giebt ihnen aber dieses schuld, daß sie die wahre Menschheit Christi in zweifel gezogen, und von dem gesetz Mosis gelehrt, daß es von einer untern gotkheit hergekommen, danncnhero sie es auch verworffen. Von Adamsollen sie gelehrt haben, daß er ewig verdammt sey, weil durch ihn das menschliche geschlecht gefallen. An statt der schrifften des neuen testaments brächten sie falsche bücher under denen namen Andreä, Johannis, Thomä und anderer auf die bahn, hatten auch eine von Tatiano ausgesetzte sogenannte vergleichung oder Harmonie der Evangelisten, die aber rbenfahls voller Verfälschungen war. !. 1. c. ;i. -le Pl-Dicr. L«jv. k-xr. c. ;r. tz-ei-. 46. Ii-ercs. 48. ll. L. I. 4. c ry. c r;. sä L. L. 179. ciiill -je IiLr. Vrienr. -je llxrcll * Encre / siehe Ancre. Ende/ eine von den ältestcnAdlichen familienin Sachsen/ welche vormals den Frcyhcrren-Stand besessen/ hat ihren Ursprung in der Schweitz geftmden / und von einem vor sehr langer zeit zerstörten schlöffe, Endt oder Enne genannt / welches in der Schweitz im obern Türgöw in des Abts von 8. Gallen lande / in dem Tablater gerichtr gelegen / und nebst dem schlösse Nüwburg den Herren von Ende znqehöret hat/ den namen bekommen. Sie hat auch diesen namen beständig behalten/ und scheinet ohne gründ zu seyn / daß sie vormals die Wolffsberger geheißen. An-1018 hat sich Engelfried von Enne oder Ende in Lyrol nieder gelassen / von dessen mMommen aber hat Ezlinus nebst seinen söhnen Henrico und AMelmo/ weil sie sich dem Lands-Furstcn wider,etzet/ an. 127? Ms land räumen müssen. Obgedachten Ehrenfrieds bruder hat sich mit den seinen ins Rhemthal begeben / woselbst dchen nachkommen daß schloß Grimmenstein lange zeit besessen. Von bannen sind sie in Sachsen und Thüringen gekommen / welches allem ansehen nach in dem n oder 12 seculo geschehen / Massen sich in den darauf folgenden zeiten Otto und Heinrich / um die Markgrafen von Meisten Früderümn und Dietericum sehr verdient gemacht. Denn Otto war Rath bey Margqraf Heinrichen von Meissen / welcher seinen vettern Landgraf Friedrichen mit dem biß/ und Dietrichen/LandgrasAlbrechts des unartigen zu Thüringen söhnen / die Meißnische reqierung beschieden hatte. Als aber dieser Printzen vater solche lande ihnen entziehen / und selbige seinem unächten söhne Ludovico Apiz zuwenden wolle / so nahm der Meißnische Adel sich derselben an. 1290 an/ unter welchen Heinrich und Otto von Ende die vornehmsten waren / wie solches Johannes Garzo ausführlich erzehlel/ welcher ihn Ottonem En- danüm nennt. Heinrich von Ende war Margqraf Friedrichs mit dem biß / Rath und Oberster über die Pleißner / Sorben und Voigtländcr indem kriege wider Margqraf Iohannemvon Brandenburg- Als nachgehends Landgraf Albrecht Thüringen / seinen söhnen zum Verdruß / an den Kayser Adolphen vcrkauffct / und es darauf mit dem Kayser zum kriege kam / wohnte Heinrich von Ende den beyden schlachten bey Born« bey. Unter seinen söhnen hat Heinrich und Gottfried das geschlcchte fortgepflantzct. Heinrich war Obersterbey MarqgrafFriedrichen/und ein vater Arier und Heinrichs / von dem hernach. Ulrieus starb an. 14s;. und hmterkeß nebst Ulrichen und Hemrichrn/welche vott dem Kayser Fnederico III an. 146; wegen ihrer kapffcrkciteine gnldcne crone ins wapen bekommen / Gottfrieden / einen vatteL Ulrichs zu Lohma und Schlcinitz / und Heinrichs zu Panitz. Ulrich hinterließ Nicolaum / Chur-Sachsischen Rath und Marfchall/wre auch Hauptmann zu Georgenthal / der von an. 16 bis 1 ? zümwichkigen Verschickungen gebraucht worden / und Gothofredum / Hof-Richter zu Leipzig / welcher in dem Allen- bürgt,chrn dlstrict deremtzlge gewesen / so sich damals Lutheri lehre wiedersehet. Von seinen söhnen wurde Nicolaus ein vatter Eh- rensrieds/auf klein Berbißdorff / der an. iüoo verstorben/und Adam Heinrich hinterlassen / der an. 1667 als Fürstlich Sächsischer Magdeburgischer Rath / Landshmrptmann der Grafschaffk Barby und Herrschafft Rosenburg / verstorben / und mit folgenden söhnen seinen stamm fortgesetzet: 1) Hans Adam/auf Lri- numund alt-Jeßnitz / war Königlich Preußischer Obersterund Amts-Hauptmann zu Rosenburg/ nachdem er vorher bey dem -ru- winMrglor-des Ertz-Bistlhums Magdeburg / Augusto / Hcrtzogk von Sachsen/Cammer-Juncker/ Obrister Lieutenant und Amts- Hauptmann/ znDreyleben und Sommerschenburg/ und endlich Ober-Hofmeister und Ober-Jnspector zu Saitza gewesen. 2) Albrecht Günther / war zuerst Konigl. Spanischer Rittmeister/hernach Oberster Lieutenant bey dem Nieder-Sächsischen crayse/ und Urb an. lAr August Heinrich blieb als Fähnrich in dec Machtbey 8 . Gotthard in Ungarnan. 1664. 4)Heinrich Christian/ der ehemals,Schwedischer Obrist-Wachtmcrster gewesen/ und unter seinen brudem allein einensohn/ Johann Adam / nebst ; tochtern gezeuget. Obgedachter Heinrich / ern bruder Ulrichs / war Landgraf Friedrichs des ernsthafften in Thüringen Rath / und zeugte einen söhn gleiches namens / der an. 1416 lebte / und Conradum nach sich ließ / welcher Churfürst Friedrichs des gütigen zu Sachsen Rath und Hof-Marschall gewesen / und dem Concilio zn Cost- nitz beygewohnet hat. Unter seinen söhnen haben Ulrich und Heinrich dem Kayser Friedrich in gute dünste gethan/als selbiger an. 14? 2 von den Ungarischen Ständen in Wien belagert wurde. Von Ulrichs söhnen,ind zu mercken Heinrich und Gottfried; jener war Chur-Säch,sicher Rath und Hofmeister / wie auch Churfürst Ernesti Hof-Marschall. Er rcisrte an. 1476 mit Hertzog Albert» Animosvvon Sachsen/ ins gelobte land / wurde daselbst zum Ritter geMagen/ und nachgehends von dem Churfürsten zu Sachsen in vcrschiedencnwichtigen Handlungen gebraucht. Erstarb an. i?i8.Gottfried war Ritter/ Landvoigt zu Ptrna/und starb an. 1527. Er hatte n söhne / von welchen i)zu mercken Ewalt/ auf Bnra Gotha / dessen nachkommen noch florieren / und ist darunter! vor andern George Ulrich bey dem Cammer-Gerichtezri Speyer / und hernach Chur-Sächsischer Rath berühmt / so an. 1617 gestorben. 2) wolff/ Ritter auf Rochsburg / Oberster und Statthalter zu Zeitz/ dessen söhne waren Rudolph / aus Saude- litz / General-Major unter Vrannschweig-Lüneburg / so an. 167/ bey derbelagerung der stadt Stettin crne eigene^^ucgeführet/ auch die capttulation zu wegen bringen helffen;und Wviff Rudolph/ auf Ehrenberg / welcher an. 1678 Chur-Sächsischer Cam- mer-Herr/ Cammer-und Berg-Rath/Amts-Hauprmann zu Rossen / und Obcr-Stcur-cinnchmer gewesen, z) Nicolaus / auf Laußnitz/ Königsfeld und Fuchsheim / /. u. v. KaysersCaroli v Rcichs-Rath und zu Speyer / hat sich durch seine Verdienste bey dem Kayser dergestalt beliebt gemacht/daß selbiger an. den Herren von Ende ihren Frcyherrenstand wieder erneuert. Sein stamm ist mit seinen ur-encke!n verloschen. Zu dieser linic gehört auch WolffGottlob aus Roßbach / der an. 1716 als Königlicher Pohlnischer und Chur-SächsischerOver-Anffsehcr / der Gera-und Unstrutt-flüffe florierte. Gottfried von Ende/ein söhn und bruder Heinrichs/lebte anMarggraf Friedrichs zn Meissen Hofe / und that thman. 129c» in dem kriege wieder Marggraf Johannem von Brandenburg gute dünste. Er war bey seiner tapffcrkeit ein vortrefiicher rcdner / und hinterließ Gottfrieden / Landgraf FrüdrichsJcs ernsthaffcen zu Thüringen Rath / welcher an. i?4o starb. L-ein söhn oder enckcl Heinrich auf Lindenberg / warb«) Früderico Churfürsten zu Sachsen / 0-^01-, hernach Rath bey dem Kayser Sigts- mundo/welcher ihm das schloß Carlstein in Bohmen au, lebenslang eingeräumet / wovon er sich Erd-Panncrherr geschrieben. Seine postcritat hat nicht lang gedauret. Sonst sind aus den Freyherren von Ende noch berühmt Ulrich/ Herr von Grimmenstein in dem Rheinchal. Er war ein Benediktiner - Mönch in der Gcfürsteten Abtcy 8. Gallen in der Schweitz / nachgehends Probst daselbst/ und wurde an. 1)29 zum Abt erwählet / muste aber zurück stehen / weil der Padst einem andern diese würde auftrug. Albertus I und Albertus II waren Bi- schöffe zu Briren / iener von an. iz-z bis n;6 / dieser aber von an. N74 bis iz//. Mllhclm aus dem Rheinthal blieb an. i;8S in der Macht bey Sempach. Ludwig verkannte an. 1408 das schloß Grimmenstein dem Abt von 8. Gallen. Gotthard / Kayser- licher Obrister/ blieb an. i? 12 in der Macht Ravenna. 8cIivvcirM-cl,run. I. ; c. 6, 8 L: rz. S-r-'Lü -je bc!Ii 5 krin.?e^e?r/?e/». clleLtr. Lax. ?. i c. ic, ?. lor ieq. ckron. p. rro, rn. -vläi-ck. cllron. p. r6l. lle iiokillt. ücer. Z § 18, jVliM. p. Lb/kFe/ öc LeÜL vckeri p. r- L ,Z6. Endelechius/ oder Severus Ganctus / ein Redner und Christlicher Poete/übte zu ausganq des4seculi. Er beredete Pau- D 2 iinum/ 172 end linum/Bischoff zu Nola / vor den Kayser Theodosium N.von weichem djeHeyden übelsprachen/ elneverlbeldlgmig zuschreiben. Er selbst schrieb elneccic-ßa,,, unter dem titul: morriku? b»um, darinnen er einen Heyden einführet/ der sich über die stcrblichkcit der rhiere beklaget/ und einen Christen/der ihm antwortet/ und ihn auf die Göttliche sürsehung weiset. riNd? hat solche an.izyo mit andern dergleichen heraus gegeben / wie sie sich dann auch in der iridiiorkecs besindet. /«rr, c. 8. llicr, Alr-'L«« in LuÄar. Lc. Endlibuch / ist ein zwischen hohen bergen eingeschlossener strich landes im Canton Lueern, so sich dem Enyenberg und der kleinen Emmen nach, biß hinunder gen Wolhusen erstrecket. Der Haupt-flecken führt gleichen nammcn. Dieses landlein ist an. 140; Lurch versatzung vom hauß Oesterreich, an die stadt Lucern gekommen. Es wird alle zwey iahr aus dem kleinen Rath bevogtet, und ist bekannt wegen seinen guten käsen, auch grossen und starckcn lcü- thcn/die darbcy nicht sonderlich civilisirt sind. An. -6;; haben sie eine gefährliche rebellion wieder ihre obriqkeit angefangen, und un- gcacht man ihnen mit aller gute und gelindigkeit begegnete , einen dund zu Wolhusen zusammengcschwohren, die sich darzwischen legende Eydgnoßische Ehren-gesandte cntunehrt lind violirt/ endlich gar mit gewehrter Hand für die stadt Lneern gezogen und dar- durch anlaß gegeben , daß das rebellions-feür, auch m das benachbarte Bcrnische Emincnthal, und von bannen in das Ergöw, auch Basel-und Solothurner-gebieth schleünig fortgelauffen , und dasige underthanen gleichfals in widerspenstige Hitze gebracht hat; aller- massen die banren-ausschüsse dieser 4 landcrcn, im avrcllen 165z erstlich zu Sumiswald und hernach zu Huttwpl eine zustimenkunfft gehalten, worbcy sie einen neuen bund geschworen in 4 folgenden articklen bestehende, als 1. Den ersten von denen uralten Eydgnosscn zusamen geschwor- ncn dund, wollen sie halten und handhaben. 2. Alle ungute ncüe uffsätz, wollen sie einandern hclffen dünnen thun , und sollen eines jeden orths uitderthanen, ihrc gcrcchtigkeiten außhin fordern. Frembde oder heimbschc völckcr, die man ihnen über den halß führen möchte, wollen sie einandern hclffen zurück halten. 4. Ob auch jemand von ihnen, um diefts baudels willen, solte eingezogen werden, wollen sie denselben mit leib, haab, gnt und blut hclffen ledig machen. Zu ihrem Odristen haben sie erwählt, Clausi Löweuberger von Schönhvltz, aus der Bernerischen landvogtey Trachselwald, auff dessen gutdesindcn sind denen vorigen articklen noch z andere zugesetzet, nämlich 5. Solle dieser bund alle >o jähr vorgelesen und erncuertwerden. 6. Solle keiner so frech und vermessen ftyn, der wieder dieftn bllndschwur reden soll, oder rath und that geben wolle wieder dar- von zu nahn und dene zunichten zu machen. 7. Solle kein theil, ohne des anderen wissen und willen, mit leider Obrigkeit frieden eingehn noch sich vergleichen. Die form des gesthwohrncn cnds war dicst. Wie die schufst ausweißt, dem will ich nachgab» und vollbringen mit guten treüen; wann ich das halt, daß mir Gott wolle gnädig seyn an meinem leisten end; wann ichs aber nichrhalt, daß er mir nicht wolle gnädig stnn an meinem leisten end. Sv wahr mir Gott helsse, ohn alle gefährden. Hierauf haben sie an allen orthen zu den Waffen gegriffen, zu Zo- fingen und purste etwas grobgeschutz genommen, alle passe besetzt und die Haupt-stadt cingeschloncn. Ihr begehren an die Obrigkeit Lestuhnde in folgenden pufferen 1. Ihre geschwohrcne bund sollen ewig gehalten und von den Obrigkeiten bestätiget werden. 2. Alle io iahr solle ein lands-gcmcind gehalten, die cntzivischen gewesene land-vögt darfürgestcllt und wo sie unverantwortliche fachen verübt hältind, darvor abgcstrafft werden. z. Vvdenzinß, zchndcn und gclt-zinscn, auch andere fchuldrgkci- ten, sollen biß außtrag Handels «„abgerichtet verbleiben. 4. Nach außtrag Handels, sollen stlbige ums halbe verringeret werden. e. Nach Baden,noch «n einige andere stadt,wollen sie sich zu trac- tircn nicht cinlassen; sonder» wo einer Obriqkeit etwas angelegen, sollen sie im freyen selb mit ihnen tractircn Es kuntc also diesem mulhwillcn nicht änderst als mit gemalt — - --- -.^ 2 undcrin General von Erlach, mit 4200 mann. Lueern undcrm General Zweyer mit 5000 mann, einbegriffen die übrigen 4 Catbol. länder. Der General von Erlach schlüge den 24 may einen hanffcn auffrührcr bcv Hcrtzogcnbnchsi,worbcy besagtes dorffhalb im rauch auffgcfloqcn. Der Genera! Zweyer jchluge die bauren am Rüß-paß Gyßlickvn und erlegte deren viel. Der General Wcrthmnllcr oc- cnpirce den Rüß-paß Mellingen und lägerte sich zwischen Mcllingcn und Lcntzbnrg auf eine ebne gegen dein dorff WoUcnschwyl, alldq wurde er den 24 May von roooo bauren under anführung desLö- wenbergcrS angegriffen. Er triebe sie aber tapfer ab und schlüge sie zurück mit ihrem grossen vcrlurst, worbcy auch das dorff in brand gericthe. Diese znfählc brachen der bauren Hartnäckigkeit, daß sie cmfiengcn den frieden zu begehren, welchen sie zwar erhielten, aber die rädlinsführcr wurden zur gebührenden straff gezogen, die übrige» aber wieder in Huldigunggenohmen. i.s. Zerffall, Uc 2nn. l6sZ. !4. p. r. x. 5 rs. lcgq. Endovellicus / ein abgott, dessen in den Römischen inftriv- tionen gedacht wird. So viel man bißhcr wissen kan, finden sich die end ene inlcriptlones, welche dieser gottheit Meldung thun, um vills Virnk, in Portugal, ivorauß es sich schon zum theil schliesset! läßt, es jene dieselbe hauptsächlich, oder villeicht einig in selbiger gegend verehret worden. Was nun eigentlich für eine falsche gottheit durch Lüftn »amen angedeutet worden, ist nicht leicht zu sagen, weil mau nichts davon als den namen selbst in obbemeidten steinschrifften antrifft. Reinesius, der eine besondere llilll-rr-rrion hjevvn geschrieben hat, muthmasset, daß der von Beroso gemeldte dritte Celtibcrische König Jdudeda, (der auch könne Idubela genennet werden, und under anderem den beyden alten o-oßrspiUb berühmten Spanischen gcbürg Jdubeda seinen nainen hinderlassen,(dariinter stecken möchte. Allein daß Jdubeda der dritte Celtische König in Spanien gewesen, ist ein liederliches gedieht des Annii von Viterbo, der sich fälschlich under Berosi namen verstecket hat. Und wer nur wenig der fach nachdenckel, wird nicht zweifeln, daß an statt ein König Jdubeda dem gebürge solte den namen gegeben haben, vielmehr der betriegcr Annius den namen des gebürgs einem von ihme erdichteten König beygelegt halte; wie er auch in anderen gar vielfältig gethan hat. Zudem, wann auch dieser König würcklich in Spanien gehcrrsthet hätte, so müßte man dene wegen dem gebürge welches von ihme solte seyn genennet worden, nothwendig Idudedam heissen, wie nemlich der name des gebürgs so wohl von den allen geschrieben, als von den Spaniern noch heute ausgesprochen wird; aufweiche weise dann der underscheid zwischen Jdubeda, und Eii- dovellicus gar zu groß wird. Lud. Alphilandcr, Prediger in Nisch- witz und ein freund des Reinesii leitete den namen von Lhubal dem söhn Iaphcts her, von dem die Celtibcrcr sotten entsprungen seyn; setzte ferner dazu, daß wie der name Deufel eben auch vom namen Thubal herkomme, und schon bey den alten Celten eben das, was jctz bey uns, bcdcütct; so hatten diese den bösen gcist unter demütui Ln-tovcwci verehret. Wer mehr von diesen muthmassiingm wissen will, kans beym Rcinesto nachlesen, dessen llmll Gravnis neben anderen in dem 8vn»gm. voll -2,. wieder auflegen lasscn. Das gewisseste ist, daß hievon nichts als mit größer Ungewißheit könne vorgebracht werden, und ohne mühe noch wohl 10 Mr ir mcynungcn zu erdenckcn wären, die eben so viel, oder mehr schein hätten, als die, mit welchen sich obige gelehrte haben belustigen wollen; Ader der nutze davon wurde nicht gar groß seyn. ^ Endroniis / ein kleid, so von starckem tuch und rauch gefüttert war, darein sich die wellläuffer und alle andere, so sich durch starcke Übung des lcibs mit ringen, fcchren, springen, rc- welche sie nach der alten gcwohnheir meist nackend verrichteten, in grosse» schweiß gebracht hatten, nach vollendeter Übung pflegten anzulegen, damit sie nicht allzugeschwind wieder erkalten möchten. Als die unsmmg- keit sich in diesen lauft-und ringspjelen zu üben um die zeitcn Rcro- nis und hernach, auch die Römische weider ankommen, liessen Lieft ihre ciiciruwillLs mit Purpur färben, worüber Iuvcnalis sein ge- spött treibet. Der gebrauch dicfts klcyds wird denen Lacedemonie- rcn zugeschrieben, welche sich auch am meiste» under allen Griechen auffs ringen gelegt. Die Griechen benennctcn auch noch mit diesem namen eine art von schuhen, unseren Pantoffeln in etwas gleich, ,n welche man mit dem fuß geschwind trctcen oder wie mans an einige» orten nennet, cinschlieffen konnte; zu welcher bcdcütuiig sich auch das wort sehr wohl schicket, und glaublicher mästen auch die oben erklärte kleydung davon genennet worden, 1.4 Lo. 19. ^,. r. c. ii. * Endtfelden / ein dorffund kirchsviel in der Bernerischen graf- schafft Lcntzdnrg zwischen Snr und Köllicken gelegen. Es wäre vor altem eine sonderbare Hcrrfthaffi denen Edlen von Hallweil zuständig , welche selbige an. i;6y von Ertz-Hcrtzog Leopold von Oesterreich zu lehn empfangen, wie dann noch dato cin jeweiliger Marschall des hochadelichen Hauses Hallweil Collalor der Pfarrev zu Endtfelden ist. Es hat aber die jradl Bern die Herrschaft: Oder- Endtfelden und Hirschthal an. 1604 von Hans Caspar und Hans von Hallweil und, vorher an. 1526 von der stadt Arau, ihr zwmg-und rechtsame zu Nicdcr-Endtftlden, an sich erkaufst, und an. i üos der gcmeind Endtfelden zwey hoctiwälde samt allen rcchi- samcn , außgcnommen die jagt und das brcnn-holtz zum Dr« Lcntzdnrg, wiederum verkaufst. Endynnon / der 12 König von Elis in Peloponncso, wurde aus ftmcm Königreiche vertrieben, weil er in den Olympischen spielen war überwunden worden. Daranfdcgab er sich in Carlen auf den derg Lalmos, allwo er sich gantzlich aufdie belrachlmig der stcrne, und insondcrhcil des monden legte, welches hernach den Poeten gelcgcnhcit gegeben, zu lichten, daß er vom mondc gesiedet und alle nacht besucht worden, als cr oben aufder spitze des bcrgcs geschlossen. >. 14. p/i». I.2. 4.-»/«^. ö,c. iu xoer. ssiron. Enenckcl / eine Frcyhcrrliche familie in den Ocsterreichischen landen, von welchen Thcodoricus um das jähr 1108 florirct M. Von dessen nachkommen, so sich zugleich von Aldrechtsberg gencn- net, war Johannes, Dom-Herr zu 8. Stephan in Wen, M wird bey den gelehrten insgemein Ennichcl genannt. Er Hai m teutschen verftn ein Fürstcnbuch von Oesterreich und DayersiM geschrieben, welches Mcgiftrus an. 1618 zu Lintz drucken laßw. David Frcvderr Enenckcl von Albrechtsbcrg war um das >ahr E Ertz-Hertzvgl. Qesterrcichischcr Mundschcncke, dessen fobn DiM- hard an. issis zu Eiena mit tobe abgegangen; zu gleicher M>G durch seine wisscnschafft in der Historie, antiquitct und polltick tzdr grosse ehr cin Georgms Acacius Enenckcl, Baron von .yohenm, dessen Seianus und o-'ora: über den Lhucididem vielen verstand u geschicklichkeitzeigen, cm-cbr.it-mk. ?. ,47- Qr- P- zS6. Zll c»n- -j-vk. 7 A- ENjN- mf eng Krstsch-thal / ist ein schönes stuck kandes in Wallis, zwo weil Wegs lang, barvurch das Wasser,die Uffenn genannt,herab rauscht mid gegen Siders über in den Rhodan fallt. Es ligen darinnen die pfarr 8. Eufemia, nebst den orten Esso, Grrmensi, Reschirc. Es ist dieses thal vor altem in der Freyherren von Raron gewalt gestanden, aber nunmehro eine freye sondere Herrschafft, die ihr eigen paner hac. vsies, p. rz. s«»,/,/. i. u. zgs. b. * Engaddi/ oder Engeddi/war ehemals eine von den vornehmsten stävten in dem Jüdischen lande, welche ;oc> lbzx. ;>9. 54;. * Engedin / oder Enyed / ist eine in Siebenbürgen/ zwischen Klause,würg und Weiffenburq / nahe beydem fluß Marosch/ gelegene kleine stadt / welche in der mitten ein schloß bat/ so mit was- ser-gräben umgeben ist. An diesem ort und zu Dornburg redet man in Siebenbürgen die Ungarische spräche mit der grösten Zierlichkeit. Engel von wagrein/ eine Adeliche und Freyberrlichc samilie in Oesterreich/ welche an. -717 von dem Kayfec in den Grafcn- stand erhoben worden. Georg Engel von Burgstall/starb an.i;98- Sein söhn Albertus/ Kayserlicher Rath und Ober-Jägermeister/ bat unterschiedliche kindcr nachgelassen/ welche den namcn von Wagrein angenommen, von welchen aber Augustinus allein das seschlecht fortgepflantzet. Sigmund Friedrich war um das jähr i67oNleder-OestrelchischerRegjerungs>Rath/und ein vatterMar» quardt Alberti undConradiPhilippi. Gottfried hat; söhne ge- zeuget / ncmlich i) Frantz David / 2) Frantz Georg / ;) Frantz Ferdinand; dessen bruder / namens Ferdinand / verlohr in der Wacht bey Sk.Gotthard in Ungarn sein leben. Indem Hertzvgthnm Bremen florieret gleichfalls eine Adeliche familie/ namens Engel, kemm, ?. ;. tbearr, nnb. Mein. Engelland / ist ein schönes Königreich in Groß-Britannien/ und zwar der graste und beste theil von derqantzen insul/wclche in ; haupk'theile eingetheilet wird / nemiich in Engelland/ Schott- land und Wales. Engelland ist dasjenige/ welches in der südlichen gegend liget / hat Schottland gegen morgen/ und Wales/ von seinem mittlern theile an zu rechnen / gegen abend. Die flösse Lwede vnd Solwan scheiden es von Schottland / und die see von einem kleinen theile der Provintz Wales. In anschung der ausländischen gegenden flösset es ost-warks an das Teutsche meer/ wodurch es von den Niederlanden abgesondert wird; gleichwie es der canalsüdwärts von Franckreich/ und wcst-warts die Jrrländische see oder der ranai 8.Georgil von Instand scheidet. Solcher gestalt begreifst es in der länge von norden gegen süden/ ncmlich von Berwick an der Lwcde bis nach Porrsmvuth in HampShire 1meilen/und rn der breite / und zwar/ da es am breitesten ist/ als von Dover d;s an eng 17z Lands-end/ von Osten gegen westen 2;« merken. Es hak seinen na» men von den bekommen/ welche ein alt Dänisch volck aus Instand waren/ und nebst den benachbarten Sachsen Britannien eroberten; und mit diesem namen ist es durch ein besonder es,er Egbert!/ des erstenMonarchcnvon Engclland/nach der ttepr^cm- beleget worden. Unter der regicrung des Sächsischen Königs Alfred!/im 9 seculo/ wnrdeEngcllanv in gewisse Shjres oder Gras« schafften eingekheilet/deren anjetzv 40 sind/ nemiich ,8 an dem meer gelegene und 22 inländische / worunter die meiste» nach ihren Haupt-städten genennet werden. Die am meer gelegene Gras» schafften smdCornwal/Dcvvnshire/Sommersetshire/Dorselshire, Hampshicc/ Susser/Kenk/ Esser/ Suffolk/Norsvlk/Llncolnshire/ Aorkshire/ Durham/ Northumderlanb/ Cmnderiand/ Westmor» land/ Lancashjre und Cheshire. Die inländische Grasschafftea sind: Noktingham/Derby/ Slafford/Shropshlre/Worcelter/He- rcford/MoiuNoiith/Glocester/Wiiks/Berks/Blickinaham/Surrey, Middlescr/Hartford/Cambridge/ Huntingdon/Beksort/Orsord/ Wacwick/Norrhamptvn/Rmland und Lcicester. Unter allen diesen Grafschafflen ist Uorkshire die gröste/und Rutiand die kleinste. Heute zu rage werden die meisten Graffschaffrcn in Hunderte/ und diese wiederum m zehende/eingetheilet. Ein hundert hat -o zehen- de/ und em zehend hat 10 familien in sich. Die folgende Eras- schafften haben eine andere emthcilung/ als Durham wird eingetheilet in wakcs oder wachten: Nottingham in wape-n^e- oder ca«rc>nz; Ciimberlanv/ Westmorland und Northumberland in wards oder quartiere; Dorkshire mz ridings; Kent in ? lathes; Suffer rn6 rapes/ und Lliicolnshrre m diese; theile/welche mit namen heißenLindsev/ Kesteyen und Holland oder Hoiland. In anschung der öffentlichen Verwaltung der gerechtigkeit, so durch hin und her reisen der Richter geschieht, wird Engelland in 6 crayse eingetheilet, deren jeglicher eine gewisse anzahl Grafschaff- ten in sich begreifst, worinnendie von dem Könige bestellest Richter alle jähr 2 mal umher reisen müssen. Die so genannte )ulli- ces ok Liiixs, oder von dem Könige zu entscheidung der crimtnal- sachen abgeordnete Richter, haben Engelland nur in 2 crayse unter sich getheilet/ welche sind der nord-und südliche. Jener begmfft alle Grakschafften aufder mitternächtlichen, und dieser alle auf der mittägigen seist des flusses Trent in sich. Nach dem kirchen-regi- ment wird Engelland ausser Wales in 2; cUcsce!« oder Bißthümer eingetheilet, worunter die 2 Ertz-Bißthümer mit begriffen sind,und jegliche ö-o-ces hm ihre gewisse anzahl von kirch-spielen. Die 2 Ertz- Blßthümer sind Canterbury und Jorck; jenes begreifst ein theil von Kent, und in allen 297 kirch-spiele in sich, dieses aber den besten theil von Aorkshire und Notlinghamshire, zusammen 587 kirch- spiele. Die andern Bißthümer sind: Londen, Durham, Winchester,Ely,Lincoln,Hereford,Worcester, Bath und Wells, Chichester, Covemry und Lichsield, Ereter, Saltsbury,Carlisle,Rochestcr, Oxford,Ehester,Glocester,Peterborough,Bristol,Man. Von allen diesen Bißthümern gehören nur ; unter das Ertz-Bißthum Zorck; die übrigen alle unter Canterbury. Solcher gestalt wird heut zu tage Engelland eingetheilet. Als es aber die Römer besassen^ theilten sie es in 2 theile, welche waren kri»nni» prims..so die südliche gegend von Engelland begrieff, und msxim» ca-lLncMis, welche die nördliche gegend Wales m sich hielte, und von ihnen ie. cunllr genennet wurde. Die besondere eintheilungen geschahen nicht nach den lanbschafften,sondern nach den eimvohnern,als z. e. die Atrebatii wohnten in Barkshire; die Belgä in Sommerset, Hamshire und Wiltshire; die Brigantes hatten den grösten theil von Nord-Engelland innen; die Cantii wohnten in Kent; die Ca- tieuchlani in Buckingham, Bedford und Hartfordshire; die Co- ritani in Lincoln, Leicester, Rutland, Nottingham, Northampton und Derby; die Cornavii in Ehester, Shropshire, Worcester, Stafford und Warwickshire; die Dammvnii in Cornwal und Devonshire; die Dobum in Glocester und Oxfordshire; die Du- rotriges in Dorsetshire; die Zoem in Suffolk, Norfolk, Hunling- don und Cambridge; die Ottadini in Northumberland; die Regni in Sussep und Surrey; die Trinobantes in Esser und Middleser. Zur zeit der Angel-Sachsen wurde Engelland in 7 Königreiche eingetheilet, daher der name NeprsrciiiL entstanden. Das land ist insgemein platt und eben, nicht mit wilden unwegsamen Wäldern bewachsen,noch mit allzu hohen bergen besetzet. Kein land ist freyer von schädlichen und räuberischen thieren, gifftigen schlangen und schädlichen fliegen und gewürme, als Engelland. Die ffusse darinnen sind die Tames, Medway, Severn, Oust, Trent, Humber, Tees, Line und Twede. Die gröste ungelegenheit, die sich allhler ereignet,kömmt von der beschassenheit der lufft, als welche mehren- theils grob und feuchte ist, und etwas von der saltzigkett der see bey sich hat. Das weiter ist sehr veränderlich und unbeständig, jedoch mehrentheils gewölckig und regnicht, sonderlich im Winter. Die nahrung anlangend,so wird schwärlich ein land beper mit körn und weyde, sonderlich vor schafe, versehen seyn. So mangelt es auch daselbst nicht an guten eß-waaren, unterschiedenen arten von w,ld- pret,und allerhand flüchten, welches alles so beständig in Engel, land, daß es in vielen l-cui>- keine hungers-noth empfunden hat. Nächst dem versiehe! es die see mit allerley gattungen von fijchen. Zwar aus Mangel der sonnen-hitze hat es wenig oder gar keinen weimvachs; nichts destoweniqer sind einige jähre her durch so», derbaren lleiß eben so gute trauben,als in den meisten gegenden von Franckreich, zu wege gebracht worden. Zum täglichen truncke haben sie das beste bier, oder den besten apffel.tranck,cider genannt. Was die zur kleidung gehörige dinge betrifft,so ist die Engetländi« sehe wolle beydes wegen ihrer schönheit und gute durch die gantze weit berühmt, woraus sehr breite tücher gemacht werden,und zwar in solcher menge, daß nicht allein Engelland, sondern auch andere Y ; iander r74 eng länder, insonderheit Teutschland, Poblen, Moscau, Türckey und Persien, damit versehen werden. Zu desto mehrerer beförderung dieser manufacturen dienet sonderlich der grosse Überfluß der wal- ckerS-erde, derer in Engelland mehr gefunden wird, ais an irgend einem andern orte der weit. Zu Verfertigung des leinen zeuges mangelt es auch nicht an gutem Hoden, worauf man flachs und hanff säen kan; so wird man auch nirgends einen grösser« Überfluß an gutem leder finden; und weil es insonderheit in Engelland sehr viel caninichen giebet, so bedienet man sich derselben haare nützlich »um Hut - machen. Zum häuser-bauen mangelt' es auch weder am kalch noch an ziegel - steinen; das zimmer-holtz ist zwar etwas rar, jedoch wird es aus Norwegen zur gnüge zugeführer- Zum schiff- vau giebt es gute eichen, und zur feurung ist nicht allein holtz, sondern auch viel stein-kohlen vorhanden. Ferner sind die Engelian- dische Pferde und Hunde sehr berühmt; desgleichen hat auch Engelland einen grossen Überfluß an vortreflichen lordecr-und roßma- rin-bäumen, saffran, süssem holtze und Honig, und ist nicht weniger mit vielen eisen - bley - kupffer - zinn-und silber - bergwercken versehen. Eisen giebt es in Sussex, und an verschiedenen andern orten des Königreichs mehr; bley vornemlich in Derbyshire; kupffer in Cumberland; zinn, und zwar das schönste, so in der welk zu finden seyn mag, in Cornwall; und silber-berg» wercke inLancashire, Durham und Cornwall; doch weil diese allzu liess ligen, so werden sie nicht sonderlich geachtet. Endlich giebt es auch hier viel warme und mineralische bäder. Was die cinwohner anlanget, so sind die Engellandcr ursprünglich eine vermischte nation aus den Sachsen, Dänen und Nor- männern, mit untermengtem Brittischen und Römischen geblüte. Gleichwie das land temperirl und feuchte ist, also haben sie von narur den Vortheil einer reinen und muntern compleriou. Sie haben eine feine statnr und freundlich angesicht; was aber dre grösse und stärckc betrifft, so übertreffen diejenigen, welche west-wärts wohnen, die übrigen. Die weids-personen sind durchgehends schön, und artiger, als an andern orten. Ihre iiumcur richtet sich nach ihrem ciimLie, jnmasscn sie nicht so fcnrig sind,als die Frantzosen, und auch nicht sokalt,wie die Nordischen völcker; daß ne also geschickter sind, einen guten rath zu fassen, als die ersten,und denselben hurtiger ausführen als die letztem; diese sir-mcur schicket sich über biß vorcreflich zu erlcrnnng allerley wissenschafflen. In der tapfferkcil geben sie keiner nation etwas nach, wie solches ihre mit den Frantzosen, Spaniern, Scholtländern, Inländern und Tür- cken geführten kriege qnugsam bezeugen. Zu handwercken und allerley freyen künstcn sind sie sehr geschickt,wie es ihre nützliche er- findungen sattsam an den tag legen. Aufdie pliliol'opiiiLm -rpc-i- mcniLiem sind sie so sehr beflissen,vatz sie mehr, als einige andere nation , zu deren Vollkommenheit beygetragen haben. So haben sie auch eine überaus gute spräche,um ihren sin mit den nachdrücklichsten Worten zu cxpnmi'ren, welche eine Vermischung ist,vornemlich der Sächsischen, Frantzösischen und Lateinischen spräche. Die durch die gesätze unter dieser nation eingeführte religion ist, was die lebr-puncte betrifft, fast einerley mit derjenigen, welche die andern Reformirten ktrchen führen, nach der kirchen-zuchl aber, auch in den kirchen-kleidern und mehreren äusserlichen dingen, etwas davon unterschieden. Vor Christi geburt halten die uricon-g fast einerley religion mit den osUis, von welchen sie vermuthlich hcrstammen möchten; doch verchrecen sie einige sonderbare Götter, und wie Tacitus, Cäsar,Dion und andere berichten, so sollen sie der zaubere» sehr ergeben gewesen seyn. Die gemeine tr^inon bringt mit sich,daß Joseph von Arimathia daü evangelium zu allererst hier gcpredigek habe, welches aber OoKor e^tlllingfleet in seinem tractate von dem alterthum der Englischen kirche, als ein gedieht der Manche, verwirfft. Einige wollen haben, daß 8. Petrus der erste stiffter der kirche in dieser insul gewesen, allein gedachter Stillingfleel macht es sehr wahrscheinlich, daß dieses vielmehr von 8. Paulo zu glauben sey. Dem sey wie ihm wolle, so hat doch entweder wegen grosser Verfolgung oder Mangel der Prediger das Christenthum in diesem Reiche nicht eher zu blühen angefangen, als unter Lucii regieruna, welcher der erste Christliche König von Britannien gewestn. Denn dieser sandte zu ende des andern secnli Elvanum undMeduinum, 2 BritannischeChristen,zuEleuthcro,dem Bischoffe zuRom, um von der Christlichen religion, die er anzunehmen gesonnen war, einen recht gründlichen bericht einzunenunen. Wie nun diese nebst einigen Predigern von Rom wieder zurück gekommen,so ließ sich so wol derKömg,als auch viel von seinen unter, thauen,tauffen. Solcher gestalt breitete sich das Christenthum in kurtzer zeit in allen Herrschasstcn, und eine zeit hernach über die gantze rnsul aus. Zu derselbigeu zeit hatten die Brttannier ihre eigene und besondere Bischoffe, welche gar nicht von dem Päbstki» liehen stuhle dcpcndirtcn; wie dann die Britannische kirche von allen andern unterschieden blieb, und keiner andern kirchcn-jnris- diction untcrworffen war. Allein da hernach,die Heydnische Sachsen sich dieser insul bemächtigten,und die natürlichen einwoh- ner auf die Wallischen gebürgc ihre zuflucht nehmen muffen, so flöhe auch zugleich der Christliche glaube mit ihnen,und dieses land gerieth wiederum in das finstere Heydenlhum, bis endlich an. ;-6 8. AugustinuS vom Pabst Grcgorio iVl. dahin gcichickl würd, das evaugelium zu predigen,welcher so dann zu erstEthclberlen,denKö» nig von Kcnt, bekehrte, und ihn nebst loooo Personen von seinen Unterthanen Musste. Darauf wurtzelte die Christliche religion in Engelland dcrmassen ein, daß alle Sachsen nach und nach darzu bekehrt wurden, und der H. Auqustinus wurde zum Ertz-Dischoss vonCanterbury erwählet, jedoch so, daß er dem Päbstlichen stuhle unterworffen seyn muste. Also blieb diese kirche unter dem Römischen stuhl bis zu des Königs Henrici VIII zeitem welcher den er- eng sten grundstein zur änderung legte, und aufeinkathen einiger Vksa. >v8»rum, in einer auf des Königs autorität angestellten Versammlung, die oberste gemalt des Pabstes verwarff, so hernach durch die Stände des Parlaments an. i^ 4 bestätigt wurde. Unterdes nachfolgenden Königs Eduardi VI regierung wurde solche reli- gions-änderung vollends ausgeführet. Allein,da ihm hernach seine schwester, die Königin Maria, folgte, führte selbige die Cathvlische religion aufs neue em ; jedoch, we,l;sie nach einer z jährigen reqie» rung erdloß starb, so succedirte ihr ihre schwester, die Königin Elisabeth, welche die Reformirte lehre völlig einführte. Allein ausser der in Engelland krafft der Reichs-gesätze eingeführten religion, gibt es noch viel UiiHrmemes darinnen, welche von der gemeinen lehre der kirche auf verschiedene art abgehen, und zusammen eine zimliche parthey unter der nation machen. Ob nun wol vormals wider dieselbige unterschiedliche gesätze gemacht worden, so gelten sie doch ametzo nichts mehr, nachdem ihnen zu ansang der regierung Wilhelmi III, krafft eines parlaments-acte, die gewissens- freyheit und das freye religions-exerciciun, verstattet worden. Die vornehmsien unter diesen von der gemeinen kirchen-lehre abweichenden leuten ( welche sonst auch Puritaner oder Non-cont'ormi. sten genennel werden) sind die Presbyterianer, die inllcpeiMeMeu, die Wiedertäuffer, die so genannten rlominc; -zuMi« mon^cliiL und die Quacker. Was die übrigen geringen steten anlanget, als z. e. die so genannten Neuntes, Avamiten, Familisten, Antiuomi« nianer,Sweet-Singers,Muggletonianer und andere dergleichen,ss hat es mit denselben nicht sonderlich viel zu bedeuten. Das regiment in Engelland wird durch den König, die Lords und die ceommunr oder gemeinen geführet. Gleichwie die gemeine ohne die Lords kein gesätz geben könne»,also können sie auch beyderseits ohne des Königs deyfall und Vergünstigung nichts vornehmen. Allein die vollstreckuiigs-macht ist allein bey dem Könige, welcher seine gewissen vorzüge hat, darauf sich seine kröne stützet; gleichwie hingegen das volck mit gewissen p-ivliegi,-, zu behauplung ihrer freyheit, versehen ist. Engelland ist eine freye und -nsexeng-m- monarchie, die keinem einigen irrdischcn Monarchen unterworffen, noch gehalten ist, jemanden zu huldigen- Ob nun woi die macht und gcwalt des Königs von Engelland nicht gantz frey und umin- geschrenckt ist, so ist sie doch groß und in allen stücken einer l°u. vcr»n,en und höchsten gewalt ähnlich. Denn der König darffvor sich selbst mit ausländischen Staaten vertrage und bündniffe ma- chen, friede schliessen, und krieg führen,auch zu solchem ende Abgesandte wegschicken und annehmen; er darff sich see-und land-militz nebst benothigten waffen und kreegswüstungen anschaffen, und wenn es die noth erfordert, die leute mit gewalt darzu zwinge». Er erwehlet und ernennet alle Officirer und Commenvanten, halbst vornehmste direction und das commando über seine armee und über alle Magazinen, ammunition, castclle, vestungen, haftn und kriegs-schisse. So ist auch die militz gäntzlich unter seinem beftbl; und ob er fchon ohne des Parlaments be'willigung seine Unterthanen mit keinen laxen beschwüren kan, so hat er doch gantz alleme bis öffentlichen und vcrwilligten gelber in seiner machch damit umzugehen, wie er es vor gut befindet- Alle Räthe, Otaats-bediente Richter, Bischoffe und andere hohe ehren-ämter in der kirche, werden von ihm besetzt. Desgleichen stehet es m seiner macht,die Parlamente zu berussen, zu rcnirc.ren, zu verlängern und aufzuheben, und das haus der Lords zu vermehren, dergestalt, daß er entweder neue Barons machet, oder sonst, wen er vor geschickt und gut befindet, dahin schrisstlich dcruffet. Nicht weniger kan er, wen» es ihm belicht,das Haus der gemeinen vermehren, das ist, andern siad- ten, die dergleichen noch nicht haben, das pnviiczium geben, Laß sst einige Deputirre in das Parlament senden dürsten. So siehet es auch bey ihm, das metall, die gewichte, die rcimgkeit und gültigkeik der müntze zu bestimmen,und durch eine proclamation einige ausländische müntzm in Engelland gültig zu machen. Über das hat der König die höchste gewalt in Handhabung der gerechligkeit, und ist auch allein Richter in stiner eigenen stäche, ohngcachtet er sein urtheil durch den mund seiner Richter aussprechen lässet. Auch kau er einem übetthäter, nachdem schon das urtheil über ihn gebrochen , gnade ertheilen. Von ihm kommen alle grosse und Mist ehren-tituls; und wie er das Haupt des weltliche» regimcnts ist,also ist er auch das Haupt der Engellandischen kirche. Bey seiner aö- nung wird er mit öl gesaldet, und alle provinciLi-und nsrlon-l- ss nocli werden von ihm berussen. Es fallen dem Könige alle giilek zu, worzn entweder keine erben sind, oder welche confiscirt werden, desgleichen alle land-gütcr, die fremde Personen besessen haben, wenn sie ohne kindcr gestorben, und vorher nicht nscursliliret worden,wie auch nicht weniger alle wüsten grüne oder ländereyen, die von Überschwemmung der see wiederum errettet worden, allegvlb- unv silber- bergwercke, alle von ihren besttzern verlassene und in die schantze geschlagene, so dann alle durch strandungcu und schiff- brüch veriohrne und ans ufer schwimmende güter, alle gefundene schätze, deren eigcnthums-herr unbekannt, alle Königliche fische, als walisische,delphins und dergleichen,alle Königliche vögehals schwane,die nicht gezeichnet sind, und frey herum schwimmen. Diese und noch viel andere besondere vorzüge gehören der Crone, als mera- male der Königlichen würde; bero insZni- sind die crone, der siebter, der purpur-rock, die göldene erd-kugelund die salbung,die allesamt bey der krönung gebraucht werden. Zu der Königlichen hohen würde gehöret auch die grosse ehrerbictigkeit, und der svnber- dahre rrspcct, den der König von seinen Unterthanen empfanget. Icderman, wer zu erst vor den König gelassen wird, mußvorihnt aufdie knie fallen, wie er denn auch allezeit auf beyden knien dienct wird. Seine Hcrrschafften in Europa erstrecken sich nicht allein über gantz Driranme» und die dabey gelegenen insuln, M- der» auch über das Königreich Jrrland und die infuln Jersey und Garnsey , nebst noch einigen andern geringen an der Normandi- schen niste. So hat er auch einigen anspruch auf das Königreich Frauckrcich , wie dann dasselbige mit in seinem titul stehet, und er deswegen in seinem waapen auch die lilien führet. Desgleichen xrätcndirt er die oberherrschafft über das Britannische meer , ja auch so gar über die ufer der benachbarten länder. Es pflegten vor zelten alle fremde schiffe, wenn sie fischen und auf die gedachte see fahren wollen, zu erst bey dem Könige in Engelland um erlaubniß zu bitten,und noch bis jctzo streichen sie in diesem meer dieseegelvor allen Königlichen kriegeü-schtffen. In Asien hat er die insul Bombay unweit Goa, und dabey noch verschiedene vestungen und hand- lungs-bequemlichkeiten in Indien, China und Levante. Eben dergleichen bcquemlichkeit zur handelschafft hat er auch aufder küste vo>l Africa. Seine grasten Herrschaften aber jenseit des meers sind in America, allwo er Maryland, New-Aorck, Pensylvanien, Carolina und Hudsons-Bay nebst vielen bekannten insuln, als New-found-land, Jamaica, Bermndes, Barbados, und unter den Leeward-insul»,Nevis,Montftrat,Anguilla, ;c. hat. Zur see ist die Engellandische macht so groß, daß die Königliche flotte zum wenigsten aus 150 kriegs-schiffen bestehet, welche in ü Es ober ordnun- aen eingetheilet werden, ohne was noch die juchten und andere geringe schiffe sind. Mit des Königs macht und Hoheit kommet auch seilt Hofüberein, welcher in ansehung des staats, Pracht und guten ordnung einer von den vornehmsten in gantz Europa ist. Er bestehet aus civit-kriegs-und geistlichen Personen, die allerseits unter einem besondern regiment sind. Das civil-und bürgerliche regi- ment ist das vornehmste, unter dessen 4 höchsten bedienten, als da sind der Lord-Steward oder Ober-Hofmeister, der Lord-Chamber- lain oder Ober-Cammer-Herr, der uk rke llole oder m- ipcLor über 8-lrcie robbe oder kl.eider-kammer, und der klrltcr ob rke liorN: ober Stallmeister. Unter diesen sind die meisten Königliche Hof-bediente. Zur beschützung der Königlichen Person ist innerhalb dem schloß-thore eine gewisse anzahl von Gentlemen-Pcnsio- ners oder Edelleuten, die deßwegen ihre vension haben, und deren 40 an der zahl sind, bestellet, desgleichen auch 100 so genannte v-omen ok rke ß-rrä unter ihren absonderlichen Officirern. Ausserhalb der thore sind 4 compagnien reuter, deren jegliche aus 200 mann bestehet, ohne was noch die 60 granadircr zu pferde sind, die noch über dieses zu jeglicher Compagnie gehören; desgleichen ist daselbst ein regiment zu pferde, so insgemein das Oxfordische regi- mcnt genennet wird, und aus y compagnien bestehet, deren jegliche 50 mann hat. Diegarde zu fusse bestehet in ; regimentern. Über dieses gehören auch noch zu jeglicher bataillon der Engelläudischen regimenrer 8° granadirer zu fuß, und eine compagnie Cadets oder junger Edelleute. Zu des Königs gottesdienste ist eine Königliche capelle vorhanden, worüber ein v-csnus gesetzt ist, welcher unmittelbar unter den König gehört,und ausser ihm kein überhaupt mehr erkennet, hat unter sich einen SuK-Decs-ium, 12 Hof-prediger, 20 Cavell-meisters und 12 chor-knaben, die zur music bestellet sind. Nebst diesen sind 48 o-MnE Capelläne, welche predigen müssen. Der König hat auch einen Lord-Almoner oder Allmosenier, welcher seine allmosen unter die armen austheilen muß, und einen cierk okrbe Lioiec oder cabinet-geistlichen, welcher ihm in dem geheimen bet-zimmer aufwarten muß. Die Königin hat gleichfalls ihre besondere Hof-Haltung, welche aus verschiedenen officirern und damen, nebst andern geringen bedienten beyderley geschlechts bestehet. Zu Unterhaltung solches staats und zu andern unköstm der Crone, hat es dem Könige von Engelland niemals an zulänglichen einkünffcen gefehlet,welche vornemlich von den Cron-gutern, zollen und accijen, gehoben werden, ohne was noch über dieses das Postamt, diezehendenunderstlinge Vorfrüchte, geld-strafenundcon- fiscirungen der guter einbringen, fo, daß unter des Königs Iacobi II regierung die Königlichen einkünffte sich jährlich auf 2 Millionen pfund sterling bclieffen. Der älteste söhn des Königs von Engelland hat von des Königs Eduardi I ältesten Printzen zeit an stäts den titul, Printz von Wales,geführet; wiewol er erst, nachdem er einige jähre erreichet,darzu gemacht wird ; da hingegen alfofort die geburt ihn zum Grafen von Ehester und Flint und zum Hertzoge von Cornwall macht; gleichwie er, in ansehung des Königreichs Schottland, Hertzog von Rothfay und dieses Königreichs Highste- ward Groß-Hof,ueister ist. Die jüngern söhne dependiren, so wol in ansehung der ehren-titul als ihrer einkünffte einig und allein von des Königs gnade,ohne,daß sie krafft des geburts-rechts, gleichwie auch der Printz von Wales, Staaks-räthe sind. Alle Unterthanen müssen in gegenwart der Königlichen kinder das baupt entblößet halten, undknien, wenn sie zu deroselben Hand-kusse gelassen werden. Über der tast! werden ihre Königliche Hoheiten allezeit allst den knien bedienet, ausgenommen in des Königs gegenwart nicht. Rechst der Königlichen familie sind die hohen Cron-bedien- ten, der Lord-Obcr-Hofmeister, Admiral, Constable, Cantzler und Schatzmeister, der Präsident des geheimen raths oder Lord p-ivy tesi oder verwahrer des geheimen siegelü, der Groß-Cammer-Herr und Groß-Marfthall. Unter diesen haben allein der Groß-Cam- mer-Herr von Engelland und der Groß-Marschall ihre Chargen erblich ; die ämter aber des Ober-Hofmeisters und Groß-Con- stable sind allzuwichtig, daß sie also nicht stäts bleiben, sondern nur bey der Königlichen crönung im brauche find, wie auch bey dein gerichtlichen verhöre einer oder mehrer Lords, die etwas verbrochen haben,wodurch sie das leben verwürckct, da der König auf einezeit- lang einen Hiqhsteward oder Groß-Hofmeister machet, welcher einen weisen stab in seiner Hand führet, und denselben öffentlich zerbricht, wenn die jache zu ende ist,da sich dann auch zugleich fein amt endiget. Die Chargen des Groß-Admirals, Cantziers,Schatzmeisters und geheimen Siegel-Verwahrers werden bisweilen durch verschiedene Commiffaricn verwaltet. Der Engelländische Adel wird in ; grade und gattungen eingetheilet, als da sind die Hertzoge, Marggrafen, Grafen, Burggrafen und Barons, welche allesamt Pairs sind,und den titulLorbs führen,auch zu allen reiten grosse xnvüeßiL gehabt haben. Sie machen zusammen, nebst den geistlichen Lords, das ober-haus im Parlament. Der Lord-Cany- ler, Schatzmeister, Präsident des geheimen Raths und geheimer Siegel-Verwahrer,gehen, krafft ihrer ämter,über alle Hertzoge, die nicht Printzen vom gebküte sind. Allein der Groß-Cammer-Herr von Engelland,der Ober-Marfchall, der Ober-Hofmeister und Königlicher Hof-Cämmerer gehen nur über alle diejenigen, die mit ihnen gleiches Herkommens sind. Aller Hertzoge und Marggrafen söhne werden Lords, und ihre töchtcr Ladies genennet. Der älteste söhn eines Hertzvgs wird Lord Marquis, und eines Marggrafen von diesem oder jenem orte ticuliret; allein ihre jüngern söhne werden bloß nach ihrem tauf-namen genennet, mit Versetzung des tituls Lord, als z. e. Lord William , Lord Thomas. In den Gräflichen Häusern wird nur der älteste söhn Lord, alle töchter aber Ladies genennet. Der Burggrafen und Baronen kinder aber anlangend, wird keiner von ihren söhnen Lord, noch ihre töchter Lady tituliret. Was den rang betrifft, so stehen zu erst die Hertzoge und Marggrafen, darauf folgen der Hertzoge» älteste söhne, so dann die Grafen,hiernächst derMarggxafen älteste söhne,und der Hertzogen jüngere söhne; ferner die Vicomten oder Burggrafen; nach diesen der Grafen älteste und der Marggrafen. jüngere söhne; auf birst folgen die Barons , der Burggrafen älteste und der Grafen jüngere söhne; endlich der Baronen älteste, der Burggrafen und Baronen jüngere söhne. Nächst denMvssen Adel, welcher gleichsam die blute dieses Königreichs ist, folget die so genannte Gcntry oder der kleine Adel, welcher den mittlern rang zwischen vorgcdach- tem hohen Adel und dem gemeinen volcke hat, wiewol die Rcichs- gesttze keinen solchen unterschied zu geben, sondern alle diejenigen, welche unter der würde eines Barons sind, werden mit zu den Commoncrs oder gemeinen gezehlct. Die Gentry aber, oder der kleine Adel hat ; grade, als da sind die Knigths, Esqnires und Gentlemen. Ausser den Knigths of the Garter oder Rittern des hostn-bandcs,welch es eine würde ist,die nur denjenigen,welche zum Hohen Adel gehören, gegeben wird, sind noch breyerley arten von Rittern, nehmlich Baronets, Knigths of the Bath und Knigths Batchelours. Die erste gattung ist eine erbliche, die andern beyden aber nur persönliche würden. Von der ersten art werden anjetzo in die 700 gerechnet, von der andern sind nur etliche wenige, und von der dritten mehr als roao vorhanden. Esquires werden eigentlich diejenigen söhne der Edelleute, welche nicht den titul Lord führen, desgleichen auch dieser und der Ritter älteste, und wiederum immerfort deroselben ältere söhne genennet. Es giebt auch Esqnires von des Königs ieib-garde, und noch eine andere art von Esquires , die der König auf diese arl machet, daß er ein hals - geschmeide mit dem buchstabm 3 s gezieret um ihren hals leget, und sie mit einem paar silberner sporcn beschcncket. Allein, dieser titul wird über dieses auch noch von unterschiedenen anderen Personen angenommen, welche krafft ihrer diensten lenllon darauf machen. Eben so ist es auch mit dem tirul 6emie- man, oder Edelmann, bewandt. Denn ob wohl eigentlich nur derjenige ein Qenriem»» heissen soll, welcher aus einer guten famt- lie herstammet, und ein wapen - fchilb führet, ob er schon nur einen besondern titul hat; so wird doch auch ein jeglicher also tituliret , der nur wie ein 6emicmL-> aussichet oder lebet, und nicht etwa von einem handwerck profession machet, als zum exempel: des Königs bediente, die gelehrten, und andere mehr; ja, dieser titul ist so allgemein, daß ein jeglicher aus hoch-Adelichem stamme, ja auch der König selbst ein cr-nci-msn kan genennet werden» Das beywort KonoursKie wird gemeiniglich einem icmgkr, Llquire oder Qünriewsn gegeben , welcher ein vornehm amt bedienet, oder sonst mit einer hohen persönlichen würde gezieret ist. Nach dieser «eim;.. oder dem kleinen Adel, folgen alle andere, welche ihr leben mit einer kunst- und Hand - arbeit zubringen, als da sind, zum erempel, die v-omen, oder vermögende land-Ieute, kauff- leute, künstler, handwcrcker, schiff- leute, rc. Unter diesen werden die Vcomen oder land-leute, sie mögen nun ihre güter als freylehn, oder unter gewissen bedingungen, besitzen, nach dem gesetzt vor die besten geachtet; allein, nachdem der Handel und die künste in so groß aufnehmen kommen, die »-»rinn reich gemacht, und auch armen leuten aufgeholffen haben, so werden mmmehro die kauff-leute und vornehmen künstler und handwerckcr eben so gut als Qenricmen geachtet, so gar, daß auch viel gebohrne Osnriemeo. lind auch einige von den jüngern söhnen aus vornehmeil Adelichcm geschlechte, sich ohne einigen Nachtheil oder beschimpfftmg ihres Herkommens der kauffmannschafft ergeben haben, wie es dann etwas sehr gemeines ist, daß der priemen und kauff-leute söhne und töchter einander heyrathen. Und da sonst gemeiniglich in andern ländem das gemeine volck nicht allein von ihren Fürsten, sondern auch von dem Adel untertrucket wird, so sind hingegen in Engelland die gesetze so favorabel für sie eingerichtet, daß sie aller erwünschten freyheit gemessen. . Gleichwie nun die weltlichen Personen m verschiedene stände und ordmmqm eingetheilet werden, also wird die qeistlichkeit in die Bischöffe, und untere Cleristy, unterschieden. In Engelland und Walles sind 26 Bischöffe, welche nebst den weltlichen Lords zusammen das ober-hanß im Parlament machen. Allein der Bischoff von Man ist davon ausgenommen, welcher kein ist. Unter diesen Bischöffen sind zwey Ertz-Bi- fchöffe, der von Canterbury und Jorck, welche einige ober-aus- 176 eng ficht über die Englische kirche , und in gewisser maß auch über die andern Bischöffe'haben. Ein jeglicher von denjenigen wird kri. M3S /rogliL und ^lerropoiir^nus von seiner Provintz genennet , jedoch so , daß der erste vor dem andern einigen vorzug und macht hat/ ihn auf einen nsrinnri-ssnoäum zu beruffcn/ auch nicht/ wie jener / sich schlechter dingen sondern noch mit einem zusah / rcnius /«issire, zu nennen psieget. Nach den beyden Ertz-Bischöffen folgen die Bischöffe von Londen, Durham und Winchester/ die ordnung aber der übrigen bat keine andere regul, als die zeit/ nachdem einer eher ober später Bischoffworden. Der Bischoff von Durham ist Pfaltzgraf, Graf von eoadberg; gleichwie der Bischoff von Winchester vor alters Graf von Sout- hampton war. Der Ertz-Bischoff von Cantcrbury ist der oberste r>Lir des Königreichs / und hat seinen rang gleich nach dem Königlichen Hause. Beydes er und der Ertz-Bischoff von Jorck werden als Hertzoge, mit dem titul Jhro Gnaden/ beehret. Und da die untern Bischöffe rignr rsvsre»ll titulirt werden / so werden hingegen die Ertz - Bischöffe moll gcnennet. Alle Bischöffe gemessen sehr grosse ; jedoch vorncmlich die ben- den Ertz-Bischösse / nicht allein als des Königreichs / sondern auch nach ihrer geistlichen würde. Die so genannten sind entweder Oec.,ni, /rrctuDisconi, oder k-Lt/encisrii, welche zwischen den Bischöffen und der untern Cleriscy den mittlern rang haben. In jeglichem und cuUeZ,^ - kirche ist ein vcc so / daß r6 dergleichen vecL,» sind / ausser verschiedenen vcc^„>? ttonor/l7>>j, lind denjenigen / welche Occ»", genennet werden. Der gidts in allem 60, jnmassen segliehe rcl,j-i)i^cnnL>us hat. DurchHe umer-Clcrisey werden die Pfarr- Herren und vi^co», verstandst. Die ersten/ welche insgemein ffsrions gcnennet werden/ sind entweder N-.Lrc.re5 ober -n^n, und in allem 96z z. Diese dienen eig ntlich in solche» geistlichen ämtcrN/ welche15 gcncnnct werden, deren z 84 > sind. Denn mehr als der dritte theil der besten kirchcn-bencficieil in Engclland / welche vor zcitcn von dem Pabst den klöstcrn zu ihrer Unterhaltung gegeben worden/ sind unter des Königs Henri« Vlll rcgicrnng/ den der damaligen amhebung dcrklvsier, sccularisirt worden/ und haben nach der zeit siäts gewissen weltlichen persoiren geboret / welche so dann dergleichen üintcr mn solchen versonen versehen / die sie Vic-ttn. zu nennen psicgen / weil sie die stelle der Kcctorum vertreten. Weil es in der Enaliscln n kirche gebräuchlich ist / daß einer offt mehr prädcndcn hat / als eine / sö komn.en dahero diejenigen Personen / welche genennet werden / uin in den kirchcn / allwo die eigentliche nicht residircn / an ihr statt ihr amt zu verwalten. Was die weiber / kinder und knechte betrifft / so ist dififalls das Engclländische recht von andern nationen scbr weit unterschieden. Was die weiber anlanget/ so sind sie'/ kraffl der gesenc, ihren Männern dermasscn uutcrivorffen / daß eine vcrheyrathete lveibs-Person gar nichts ihr eigen nennen kau / auch nicht ihre klcidung / in- masscn ihr che-mann, nach geschlossener hevrath / ein eigcnchums- herr von allem wird / was sie besitzet. Ja, sie verlieret nicht nur die macht über ihre person / willen und gütcr/ sondern auch (wie in andern ländcrn) ihren namen / und nennet sich hernach stäts nach ihrem manne. Das weib kan ausser ihres manncs bc- willigung keinen contract machen / noch etwas aufsetzen / ver- kaussen / weggeben oder cntfrembdcn. Wenn ein weib ihren mann umbringet / so wird dieses für einen kleinen verrath / oder vor ein solch verbrechen / das nächst dem hoch - verrath oder c->. lnine mGelkmis ist, geachtet / gleichwie auch / wenn einer sinnen vater oder Herrn umbringet / und die solches thun, sollen nach dem recht lebendig verbrannt werden. Alle wcibcr / sie mögen aus einem geschlechtc / aus welchem sie wolle»/ herstannncn/ werden vor edel geachtet / wenn sie an Adelichc verhcyrathct werden. Ist der mann ein Hergog, so Heiner seine gemahlt» cme Hcrtzogin; ist er ein Marggräf, so beiffet sie eine Marggräsin / und so ferner. Allein / wenn eine edle Dame einen unadciicbcn mann hcyrathet / so macbel sie denselben ihrer cbre nicht theil- hafftig/ ob er schon Herr über alle ihre gütcr und vermögen wird. Ob nun zwar in einigen zuvor erwehntcn stücken das Engelländi- sche recht gegen die weiber etwas zn strenge scheinen mag, so ist es ihnen hingegen in andern stücken desto favorabler; als wen»/ zum crcmpel/ ein weib einen mann hcnrathet, und schon von einem andern manne mit einem kind schwanger gehet / so muß dennoch derselbige mann das kind für das seiuigc/ und vor seinen rechtmas sigen crbcn erkennen. Wann ein verhcyrathct weib, in ihres manncs abwcsenheit / ohngcachtct selbige schon einige lahrc gewahret / ein kind znr weit bringet / so muß dennoch ihr mann vater darzu heisscn / wenn er sich nur "ner aufhält. Also kan auch kein weib/ so sich des ehebrnchs stlmldig gemacht/ man mag auch die allcrwichtigstcn Ursachen haben / sie in verdacht zn ziehen, von ihrem manne durch einige geseire anders geschieden werden / als nur bloß von lisch und bette. Wiewohl man dannoch ercmpcl hat / daß, wo die lache surs Parlament gebracht wird / und beyde Hänsere desselben einstimmcn/ auch der König seine bckräfftigung darin gibt / solche scheidungcn ihren fortgang haben / und sich alsdann die frau / wann ncmlich sie das sthuldige theil ist / an statt ihres gantzcn zugebrachten gnts / mit einer geringen leib - rcnte vergnügen muß. Wenn einem weibe kein gewiß leib - gedinge vor ihrer hcnratb verordnet worden / so ist sie befugt/ nach ihres manncs tode den dürren theil seincr jährlichen einknnffte non land-gütern/ so lange sie lebet / zu fordern / und innerhalb der stadt Londen darf sie den dritten theil von allen niobi- lien ihres manncs auf inmierdar prätendircn. Wenn ein mann eng und sein weib mit einander ein straffbar verbrechen begeben > ss wird nach dem gesctze/ wegen der unterwerffung und des gcim- sams/ den ein weib ihrem manne schuldig ist / geurtheiler, daß sie darzu gezwungen worden. Eines Ritters weib wird vor eine geachtet/ und so genennet/ und wann sie nach ihres ersten mannes tode einen andern von geringerm stände freyet, so wird sie ebenfalls noch immerfort , und nach dem zunamen ibres ersten, nicht aber des andern mannes genennet. Dergleichen geschiehet auch mit solchen weiber» , die durch eure heyrath geadelt worden / wenn sie hernach manner von gemeinem stände nehmen. Diejenigen aber / welche entweder edel gebohren/ oder von dem Könige darzu gemacht sind / behalten nach dem gesctze ihren adel / ob sie schon hernach männer von geringerm stände / als sie selbsten sind / heyrathen. Was die kinder und knechte betrifft, so pfleget insgemein der älteste söhn, wo etwas zu erben ist, die real-güter § das ist, die ländereyen, äcker, Häuser , und dergleichen, die junger» kinder aber die personal - guter, das ist, die mobilien, zu erben. Im fahl aber kein söhn vorhanden, pflegen beydes die land-güter und mobilien unter die töchtcr gleichmäßig vertheilt zu werden. Der zustand der knechte und mägde ist in Engclland weit besser als villcichr an irgends einem andern orte; indem sie nicht allein hier weil bequemlicher leben, und nicht so sklavisch , wie anderstwo gehalten werden, sondern auch bessere besol- dung haben. Zwar die lehr-mngcn, welche allhiergemeiniglich 7 jähr lang ausstehen müssen, haben mittler weile die schlimmste zeit, da sie gleichsam so lange gefangen seyn müssen; jedoch haben sie dm tröst, daß ihnen solches zu erlangung eines künfftigcn guten Vermögens und nahrung dienlich seyn kan. Jnmitleist ist es gewiß, daß die gcsttze den Herren und stauen macht geben, diejenigen, so sie in dicnste-n haden, ernstlich zu strafen, wann sie sich widerspenstig erzeigen , und wann sich ein dergleichen dicncr, knecht, jung oder maad nntersiehet, sich ihrem Herrn oder stauen zu widersetzen, so verfallen sie dadurch in grosse straffe. Unterstehet sich aber'jemand gar seinen Herrn oder frau umzubringen, so urtheilet solches das Englische recht vor ein solch verbrechen, das am nächsten dem m. MI,„ iLU/r sicher. Unter den gerichts-calicgi i verdienet bil- lich das Parlament, als die grosse Versammlung, und eines von den herrlichsten cieA,u,n haben, einige Dcputittc ins Parlament zu schicken, crwehlct werden. Dieses Hans stellet alle gemeinen des gantzen Königreichs vor, und bestehet gemeiniglich aus dem gcblüte des kleincnAbels, unter welchen etliche Adelicber leine söhne, geheime Räthe, Hof-dcdiente, Rechtsgclchrte, Offener und Comincndanteii, Kaufflcuthe und dergleichen mehr sind. Die meisten daruntcr sind ehrbare, ansehnliche, wohlerzogene leine, und von gutem vermögen. Durch diese bevde» Häuser und mildes Königs bewilligung, werden alte gesctze abgeschaffet, neue eingeführet, die landcs-bcschweriingcn abgethan und gut gemacht, und dem Könige hülffs-geldcr vcrwilliget, so, wie sie es vergüt und heilsam befinden. In jeglichem hause wird ein gewisser oder sprecber als gleichsam ein Präsident, crwehlct, vor welchem das sccvtcr, wenn er ein und ausgehet, beygetragen, und vor ihm niedergeleget wird, wann er sich im Hanse niedergesetzet. In dem haust der Lords wird diese stelle gemeiniglich von dem Lord-Cantzlcr oder Groß-Sicgel-Vcrwabrer vertretten, wofern nicht etwa das siege! von LnmmnUn,- gcführetwird. Jin imter-hauseistdervondein- sclbigcn crwchlte und von dem Könige bestätigte Speaker gemeiniglich ein rechts-gclebrtcr, und eine in den regeln des Hanfes, wie auch in der art und »vcisc ihrer streitiqkciten und alten pnoilegicn wohl erfahrne person. Um alle wichtige geschaffte desto geschwinder zu erpediren, pfleget jegliches Haus eine besondere comm>r- oder comn, u,oi> zu crwehlcn , welche die ihm üdcrgebcne fachen untersuchet , und den schhiß davon durch ihre so genannte Chmnncn und Präsidenten dem Hause vordringen lässet, welches so dann nach einem vorher darüber gehabte,! dispute, solchen schluß entweder gantz oder zum theil billiget; wo aber nicht, so wird die sache ge- memiglich,recommittirct, das ist, einer neuen commiffo» zu nii- tersuchen übergeben. Wenn in einem von den beyden Hansen, eine Bill aufgesetzet wird, so schickt man sclbigc auch an das andere, in» dcrosclben bcyfall darüber einzuholen; gcscbichts nun, daß sie beyde Häuser gut heisscn, so stehets nurnoch bey dein Könige, durch seinen Königlichen bcyfall und bcstätignng ein gcsetz daraus zu machen. Wenn das Parlament remittiret wird, so bleiben alle inbcy- den Häusern in streit gezogene fachen in -zu», und können so dm in der nächsten zusammcnkunfft (wofernc es nicht imnittclst nach der letzten session prorogiret und gar aufgehoben worden) zum endlichen schluß gebracht werden. Allein, wenn es prorogiret,oder weiter hinaus verlängert wird, müssen alle billen, die ohncKoing- lichen consens in der nächst-verwichencn Versammlung anMkl worden, alsdann von neuem vorgenommen werden, ehe es danm zu einem endlichen fehln,se gelangen kan. Wann es aber gar dM- virt und aufgehoben wird, so m mittler weile kein Parlament, st lange, biß der Konig von neuem ausschreiben lässet, daß das voicr ein neu Haus der gemeinen erwchlcn solle, um an dem in dem Königlichen nigkicheli patente bestimmten orte mit einander ;n erscheinen. Das volck aber hat die freyheit, entweder die vorigen Parlaments-glie- der, die schon einmal gedienet , ausss neue / oder andere an deren statt zu erwehlen, nachdem es vor gut angesehen wird. Krafft der Reichs-gesetze soll zum wenigsten alle z jähr einmal das Parlament sitzen. Der ort ihrer zusammenknnfft kan seyn, ivo es der König haben will , jedoch ist dieses in den letzt-verwichenen zeiten stets der Königliche pallast in Westminster gewesen. Nächst dem Parla- ments-coNezio folget der Königliche geheime Rath. Dieses ist ein ansehnliches und sehr altes coi',e°!um, welches ausHoch-Adelichen und andern Personen mehr, von verschiedenen Ständen bestehet, damit es nicht an gutem und heilsamem rath, in solchen angele- genheiten, worauf grossen theils die sicherheic, ehre und Wohlfahrt beyde des Königes und des gesummte» Reichs beruhet, gebrechen möge. Der König mag darzu erwehlen wen und so viel er will; zu anfange des 18 seculi waren z 8 dergleichen geheime Raths-glieder, unter welchen ordentlicher weise wegen den kirchen-sachcn, der Ertz-Bischoff von Canterbnry und der Bischofs von Londen, und wegen den staats-verrichtungen die beyden vornehmsten Staats- 5ccre»rü sich befinden. Ihr verjamlungs-ort «st zu Hofe indem geheimen raths-gcmache,und ihre gewöhnlichen sitz-tage find die Mittwoche und der sreyrag , und zwar des morgens früh,wann kein Parlament ist , des nachmittags aber, wann ein Parlament zugegen. Wann es aber eine ausserordentliche gelegenheit erfordert , kan sie der König zu allen zeiten zustimmen beruffen. Ihr allgemeiner titul ist 1 iie Nocisofmolk liunour^vl,, oriv^-councii, oh schon einige unter ihnen nur , Lsquircs oder Ocoriemcn, das ist, geringe Edelleute sind. Und diese, als geheime Räthe / gehen über alle KmMs und L^rone«; gleichwie ein Maats-s-crc-Äl-ius. wann er ein Baron ist, den vorzug vor allen andern Baronen hat. Der vornehmsten Aerichts-coUcMrum find 4 / die cantzeley , die Iciiißs oencli oder Königliche banck , die common-pless oder das ge- richt der gemeinen rechts-sachen, und der -xcli-^ucr oder das Königliche finantzen-gerichte. Diese gerichte werden des jahrs zu 4 unterschiedenen zeiten gehalten , nemlich nach Ostern / Trinitatis, Michaelis und 8 . Hilarii tage. Der Oster-termin sängt sich den 17 tag nach Ostern an, und währt 27 tage; der Trinitatis-termin gehet den ; tag nach Trinitatis an / und währt 20 tage; der Michaelis-termin fängt sich den 2z oct. an / und währttage; und endlich der Hilarii-termin geht den 2; jan. an / und währt 21 tage. Das erste von diesen geeichten wird die Cantzeley oder 6 >c courc o 5 Lgviry, das gerichte der billigkeit genennet / weil darinnen die strenge der gesetze mit billigkeit gemäßiget wird. Der gewöhnliche Richter dieses rollen ist der Lörd-Cantzler, oder der Verwahrer oder Lom.rMUnuL des grossen sicgels. Nebst ihm sind 12 aßistenren oder beystände, so llt Lii-rncery genennet werden / welche allesamt in bürgerlichen rechten erfahrne männer sind / und der vornehmste unter ihnen hejst der Rollmeister oder Verwahrer der Cantzlcy-re- gister. Dieses ist eine sehr wichtige, ansehnliche und einträgliche rkM-Zs, von welcher unterschiedliche andere bedienungen dependi- ren / als das amt der 6 Clerks oder Secretarien. Die i>e»cl> oder Königliche banck heist deswegen also / weil die Könige in Engelland vor zeiten in diesem gerichte mit zu sitzen pflegten / und z>var auf einem hohen banck oder stuhle; da hingegen die Richter zu feinen füssen auf einem niedrigen banck sassen. In diesem gerichte werden alle cromsachen tractirt / und beurtheilt / als die verbrechen der ver- rätherey/ die Unterlassung von einem angesponnenen verrätherischen vorhaben / Nachricht zu geben, wenn man davon gewust / und es also nicht verhindert hat, ingleichen / wenn man etwas angefangen, woraus ein ausruhe hatte entstehen können, und dergleichen mehr. Ferner hat auch dieses gerietst macht, die von allen untcrgcrichten (ausgenommen das Königliche finantzen-gerichte) in urtheilen begangene irrthümer zu untersuchen und sie zu verbessern. Desselben junslljLtü.0 erstreckt sich über das gantze Königreich, und ist weit untadelhaffter als alle andere gerichte,' weil das gesetze w'-ewmirt, daß der König selbst in eigner hohen Person darinnen fitzet. In diesem gerichte sitzen gemeiniglich 4 ansehnliche Ritter, unter welchen der vornehmste 1'n-- I orc! cviek sullice nf ctie U.-NAS bcnck , oder der oberste Richter der Königlichen banck genennet wird. Hie courc c>f com-non-p!»s, oder das gerichte der gemeinen rechts-sachen, wird deswegen also genennet, weil die gemeinen streitigkeiten zwischen den Unterthanen darinnen nach der strenge der Reichs-gesetze entschieden werden. Allhier sind auch gemeiniglich 4 Richter, unter welchen der vornehmste c.oist ciiic-fjustice oi Mc common-pic-s oder der oberste Richter der gemeinen rechts-sachen heisset. Es darffaber niemand anders vor diesem gerichte advociren, als allein die so genannten 8 crzc,iit? -lll Isvv oder gerichts-Sergeanten, aus deren zahl der König die Richter erwehlet. sti>e courr»fLxc!iequer oder das Königliche finantzen-gerichte, hat vornemlich mit den Königlichen eimünssten zu thun, und untersuchet alle hierauf sich beziehende rechts-sachen. Dieses hat gleichsals 4 Richter, welche L-rons ok tke genennet werden, und der vornehmste darunter heist I.c>ist clii-fLrron. Es ist zwar an dem, daß derLord-Schatz- meister und Cantzler des finanlzen-gerichts allhier, als Principäl sitzen können; allein sie thun es gar selten. Zur bürgerlichen regie- rung der Grafschafften find allerley beamtcn, welche in verschiedenen geeichten sitzen, und aufdie gebührende verwaltung der gcrech- tigkeit bestellet find. Erstlich ist in jeglicher Grafschasst ei» so genannter oder Land-Richter, welcher beydes ein dienst-und gerichtlich amt hat, und dessen aewalt sich über die gantze Graf- schafft erstrecket, ausgenommen solche städte, die entweder selbst Grafschafften sind, oder doch das priviieZium einer Grafschasst haben. In 1-1 ocllclcx aber sind wegen London 2 dergleichen bediente. Das dienstliche theil des amts der suerNL ist, befehle und alle aus den Königlichen genchts-coUegiis an ihn gerichtete schreiben zu vollziehen uns zu bewerckstelliqen, die geschwornen zu ernennen, recht-rund cnmmal-sachen zum verhör zu bringen, und so dann zu ,eh-m, daß die gesprochene urtheile vollzogen werden. Gleicher gestalt isi er auch beordert, alle öffentliche einkünffte, als tarcn, gelö-straffm rc. oder was nur immer der Kömg bestimmen mag, emzunebmcn - und rn die Königliche kammer zu liefern, oder davon diese oder jene , schulden zu bezahlen, worzu er uräia bekomntt. Als ein richter lack er 2 verschiedene gerichte, unter welchen das eine und das andere 8 d-.;jK turn genennet wird, deren jenes zu den bürge-- lichen, und dieses zu criminal-sachen verordnet ist. Es ist auch noch eine andere gattung von dergleichen Magistraten, welche insgemein stuir-ces ok täe pcsc.- oder Friedc-Richtcr, genennet werden , deren amt darinnen bestehet, daß sie alle friedcnS-stöhrcr und andere delinqnenten , die ihnen durch die überliefert worden , gebührend eraminiren lassen müssen. Die an- zahl dieser Personen richtet sich nach des Königs Machten. Alle; monate kommen die Mkiccs oder Richter jeglicher Grass schafft in der Haupt-stadt zusammen , welche zusammenkünffte die querer-KitMNS genennet werden. Gegen diese zeit wird eine grosse Jury oder eine zahl von 24 geschwornen Personen von dem Sheriff aus der gesamten Grafschasst erwählet, weiche becydigel sind, auf alle in dem allste einkommende klag-schrifften acht zu haben, und selbige wohl zu untersuchen; so giebt es auch über diß nocb in jeglicher Grafschasst viel andere beamten, welche Coroners gen'cn- net werden, deren anst darinnen bestehet, daß, wann etwa eine: Mordthat geschehen, sie den todten cörper besichtigen, in der nach- barschafft nachforschen, wie und durch wen meser umgebracht worden,so dann solches alles, was sie erfahren,nvtircn, und bey der nächsten cletiverx oder zu der zelt, da man den gefangenen ubelthätern pfleget ihr recht anzuthun, und andere, die unfii-uldig befunden werden, loßzuiassen, die fache zu untersuchen geben, oder der Königlichen banck davon Nachricht ertheilen. Eine jegliche Grafschafft hat auch einen gewissen beamtcn, welcher ci-,ic ob Klarer oder marckt-schreiber genennet wird, und anfalle gewichte und Maaß acht geben muß, daß selbige just mit dem Muster übereilt treffen, so in der Königlichen finantzen-kammer verwahret wird, wovon er auch sclbsten em modell haben muß, um also zu verhüten, daß in der gantzön Grafschasst kein ander maaß und gewichte gebraucht werde. Dcßgleichcn muß er auch alle gewichte und maaß besiegeln, wann er gewiß ist, baß sie mit seinem inodell übcrein kommen , alle aber, die anders beschaffen, verbrennen. Diejer beamle hat ^gleichfalls ein gewiß gerichte. Zur besondern regierung der grossen und kleinen stadt sind so genannte Mayors und Bastiffs, welche von den groß-und klein-städtischen bürgern nach ihren von verschiedenen Königen ihnen gegebenen privueM erwählet werden. Der Mayor oder Malre ist des Königs Lieutenant ober Statthalter, und formircc nebst den so genannten Aldermen ein gerichts--oiisMm, aus dessen Mittel er erwählet wird, aber nur >r monat solch amt verwaltet. Nebst diesem und dem gemeinen Stadt-Rathe kan er zu desto besserer regierung der stadt gewisse neben-gcsetze machen, die aber so bcwandt seyn müssen, daß sie den bekannten gesetzen nicht zuwider lauffen; jedoch haben auch die Sheriffs bey regierung der stadte viel zu sprechen, als welche die eigentlichen Richter aller bürgerlichen rechts-sachen innerhalb der stadte, und die vornehmsten beamten sind, welche allen erecutivneir mit beywohnen müssen,es werde nun jemand anr leben oder anders gestrafft. Unter alten Mayors in gantz Engelland werden nur ihrcr 2 mit dem ticul Lord beehret, nemlich derLord-Mayor von London und der von Jorck. Diejenigen, die ietzo Mayors genennet werden,waren vor alters nichts anders,als die Bailiffs oder Amtleute, welcher name noch bis ietzo an einigen örtern,als zu Jpswich, Iar- month, Colchester, rc. im gebrauche ist, da diejenigen, so also genen- net werden,mit den Mayors an andern orten gleiche macht haben. Auf einem jeglichen lehn-gnte und herrschaffr ist auch ein Court- Baron , welcher diesen namen daher hat, weil vor zeiten ein jeglicher Herr eines lehn-guts Baron genennet wurde. Dieses gerichte wird nach beliebe» des Lehn-Herrn durch einen darzu bestellte» ge- richts-vcrwaitcr gehalten, und dessen endzwcck gehet dahin, daß alle diejenigen, so etwas unter solcher lehns-herrschafft besitzen, bey ihren rechten und innerhalb den gränsm der gcrechtigkeit und brl- ligkcit so wohl gegen den Ledns-Herrn, als auch unter einander selbst erhalten werden mögen. Ausser diesem gerichte, welches in allen lehns-herrschafficn gebräuchlich,giebt es auch einige besondere lchn-güter,welche das ?>-!- vsscg'um haben,ein cui,rr-i«r zu halten,welches ein solcher gerichts- tag ist, da die öffentlichen arten registriret werden, und vor ein Königlich gerietst gehalten wird , weil dessen gemalt »nd ansehen ursprünglich von der crone herrühret. Es wird des iahrs 2 mal, und zwar zu gewissen zelten gehalten,um alle waapen-sachen,beydes der hohen stands-personen und geringen Edelleute,als Knigths, Esgur- res und Gentlemen in guter orduung zu hatten, und die darüber sich etwa ereignende streitigkeiten beyzulegen, lst cm gerichte, so der Court-Marschall genennet wrrd,worüber vor zeiten der Lord High- Constable, anjcko aber der Eari-Marschall, gefitzt ist. Um armen leisten, deren schulden sich nicht über 40 schillinge belanffen, unter die arme zu greiffen, sind, krafft einiger Parlammts-acten, an verschiedenen orten des Königreichs gewisse so genannte cowr-'. „5 cont'-i-iice oder qewissens-gerichte angeordnet. Der zweck derselben aehet dahin, daß armen lenten die auszahlung solcher schulden erleichtert werde, wie ihr zustand es erfordert. Damit auch die in währenden messen und jahr-märckten entstehende streitigkeiten geschlichtet , und die in selbigen gemachte Unordnungen znrechte gebracht werden mögen, ist ein gerichls-amt, so ^-cpovv-lct-cou,- ae- II. theil Z nennet/ i?8 mg nennet, und von einer stunde zur andern gehalten wird, so, daß dre gerechtigkeit in gantz kurtzer zeit, da die ebbe und flut; mal geschehen , muß verwaltet und gehandhabet werden, auch innert solcher reit einem jedweden sein recht wicderfahren. Was die straffen der ubelthäter betrifft,so ist das hencken die gemeinste lebens-strafe, womit alle diejenigen, welche entweder des Hoch-oder kleinen verraths, oder sonst einig anderer verwürckten übelthat, die am leben gestrafft zu werden verdienet, schuldig befunden worden, beleget werden ; jedoch geschiehet dieses mit andern umständen, als an andern orten. Der gebrauch der tortur wird,durch die gesetze nicht zugelassen. Allein die ungezwungene bekäntniß des gefangenen nebst der endlichen aussage der zeugen, wo alle umstände dieselbigen be- kräfftigen, ist schon vermögend genug, einem übelthater das leben zunehmen. So ist auch in Engelland keiner der abgedachten Richtern oder ^ulliccs ok pcsce befugt, das todes-urthcil über einen menschen zu fällen, sondern es ist solche gcwalt anderen und zwar wenigstens 12, jedes mal hierzu absonderlich beendigten Personen gegeben , welche benebst diesen Richtern und dem sogenannten oder Ober-Richter dem peinlichen aerichte beywohnen, die vorhin ebenfalls beeydigte zeugen , so wohl als die gefangenen völlig anhören, so dann hierüber von dem eine anwcisung oder unterricht , was auf solche fälle im Rechten statuirt, und wie solches gegenwärtig zu appliciren, einnehmen, und endlich entweder so gleich aufder stelle,wann die fach klar, oder aber nach gehaltener berath- schlaguttg,wann einige schwierigkeit vorhanden, das urtheil auf befragen des Clerks oder gericht-schreibcrs aussprechen, und solcher zwar lediglich mit cintwedcrnr von diesen Worten, guücy, oder »or xuik?, d. i. schuldig oder unschuldig, als deren ersteres die todes- straf, das andere aber die absolution mit sich bringet; wobey noch dieses sehr merckwürdig, daß diese so lange sie sich der be- rathschlagung wegen im abtritt befinden, von einem oder Sergeanten vermachet, und nicht ehender heraus gelassen werden, biß sie der urtheil wegen allesamt übereinstimmen , mitlerwesten aber ohne speiß und tranck,auch ohne feur und licht bleiben müssen. Geschähe es aber,daß währender berathschlagung einer dieser ^ uc> zu sterben käme, so ist der beklagte -pick t-Äo der straff entlassen. Ferner wird auch das rädern nebst andern dergleichen schmcrtzii- chen todes-arten vor unchristlich geachtet, und)cn malesicanten, welche mit ihrein leben die von ihnen begangene übelthaten gehustet, wird kein christlich bcgräbniß verweigert, ausgenommen in einigen besonderen fällen. Die verräther des Vaterlandes werden auf einer schlciffe nach dem galgen geschleppt!, allda ausgchcncket, darauflebendig wieder herunter geschnitten, das eingewcjde aus dem leibe gerissen , und vor ihren äugen verbrannt, der eörper gc- vicrtheilct, und so dann das Haupt nebst den vier theilen anfgcheii- ckct, oder an dem orte, wo es der König haben will, auf einen pfähl acstcckct. Allein mehrentheils wird bey dergleichen excculion der ubcllhätcr nicht lebendig wiederum vom galgen herunter geschnitten , und wann es eine stands-pcrson ist, so thut ihr der König d,e gnade, daß sie an statt des Hängens enthauptet wird. Wer falsche müntze machet, wird nach dem Englischen recht des hochverraths schuldig geachtet, und ist dessen straft, daß er geschleiffc und endlich aeheneket wird. Dergleichen wiedcrfähret auch solchen, die sich des so genannten kleinen verraths schuldig gemacht, als wenn ein dieser oder dienerin seinen Herrn oder srau, ein wcib ihren mann, oder ein gemeiner geistlicher seinen Prälaten und Bischofs umgebracht hat. Aufmordthatcn, dieberey ober strassenranderey ist siicHen- rici I regierung der galgen gesetzt; allein, wenn ein strassen-raub zugleich eine Mordthat bey sich führet, so wird der maleficant, nachdem er gehcncket worden und gestorben, wiederum abgenommen, und so dann an eine kette gchängct, damit er jederman zur absehen dienen möge, solange, bis der corper entweder gantz verweset, oder von den vögeln gefressen worden. Das lebendige'verbrennen ist anlctzo eine solche strafe, womit allein die heren und solche wciber, Liedes Hoch-oder kleinen verraths schuldig befunden worden, beleget werden; für diejenigen aber, welche vor dem ordentlichen richter-stuhtzvon dem was sie verbrochen haben, nicht rede und antwort geben, und also nicht anzeigen wollen, ob sie dessen schuldig seyn oder nicht, ist eine gantz besondere strafe. Denn in solchem fall wird der Übelthäter wegen seiner Hartnäckigkeit wieder zurück ins gefängniß geführet, und allda gantz nackend an einem niedrigen finstern ort mit dem rücken auf die erde geleget, seine arme und deine aber mit stricken gebunden, und nach den vier ecken des orts ausgestrecket. Darauf leget man auf seinen leib eine zimliche schwäre last von eisen und stein,welche er unmöglich lange ertragen kan; folgenden tags giebt man ihm ; bissen gcrstcn-brod ohne trin- ckemund den dritten tag bringet man waffersso viel,als er auf dreymal trinckcn kan, und zwar ohne brod; worinit er so lange gespei- set und geträncket wird, bis er stirbct. Diese todes-art wird genen- net Pressing ro ct-Llii. das zu tobe drücken; wodurch ein Übelthäter sein vermögen auf seine kinder salviret, und sein geschlecht nicht unehrlich machet. Vor das verbrechen des hoch-vcrrarhs aber ist dieses noch nicht strafe genug; denn ob schon in solchem falle der verräther nicht rede und antwort geben will, so wird doch das urtheil an ihm vollzogen,nicht änderst, als ob er überwiesen wäre, und sein haab und gut confisciret. Die übrigen strafen, welche nicht auf das leben g'chen, sind folgende: das pranger-stehen, womit diejenigen gestrassct werden, welche andere betrogen, falsche briefc gemacht , chrcn-ruhrige schrifften ausgestreut, einen meyncid begangen , Gott gelästert, oder andere dergleichen grobe verbrechen verübet haben; der stock, so vor die land-strcichcr gehöret, welche von ihrem thun keine rede und antwort geben können; der so genannte cucicmZlkooi oder bade-stuhl, so eine strafe für die zänckischen weider ist; und endlich die geld-sirafen, verfallung der güter, und ewi- eng ges gefängniß, so in einigen besondern fällen im brauch sind. W statt des staup-besens ist von neustcher zeit an dre so genannte porE°n sehr offt gebraucht worden, da man emcn gefangenen cwf ein jähr lang oder auch für eme längere zeck zu einem sklavischen leben verdammet, und nach West-Jndren geschickt hat. Wenn vor zecken ein geistlicher von einem weltlichen Richter wegen eines Verbrechens, so den tod verwurcket, zum tobe verurtheilet wurde, HM er die freyheit, das recht der clerisiy zu bitten, um seinem ordentlichen Prälaten überliefert zu werden, damit er sich vor selbigem verantworten , und die ihm schuld gegebene Mißhandlung von sich ablehnen möchte. Nach der zeit aber sind auch weltliche lcute die- ser erlaubniß in verschiedenen fällen theilhafftigworden, als z. e. in fachen eines todtschlags oder diebstahls, da etwan ochsen, schaff geld, und andere dinge gestohlen worden, dem eigenthums-hean aber keine gewaltthatigkeil darüber geschehen ist. Wenn demnach solcher gestalt der maleficant seiner geistlichkeit überantwortet worden , und er nur einen vers aus einem Psalter mit alten Englischen buchstaben lesen kan, so geschicht ihm nichts mehr, als nur, daß er in gegenwart der Richter mit einem glüenden eisen, worauf der buchstabe V oder N stehet, deren jener so viel als thief, ein dich, dieser aber mrn.si-ugkr-r, ein morder, bedeuteten die Hand gebrannt wird. Die kwchen-gerichte betreffende, so ist das erste unler solchen die ccmvocLüon oder allgemeine versammlnng der clerifty, welche zu gleicher zeit an unterschiedenen orten sich zu versammlen pfleget, nemlich die unter das Ertz-Bcßthum Canterbury gehörige geistlichkeit in Westmünster in Henriei VII capelle, und die cleri- sey,die uuter Yorck gehöret, in der stadt gleiches namens, und zwar geschehen solche Versammlungen von beyden feiten zu derzeit, da zugleich ein Parlament gehalten wird. In jeglicher provintz wird solche convocälio,, nach art des Parlaments in 2 Häuser, nemlich in das ober-und untcr-hauß, eingetheilet. Das ober-hauß in der M- vintz von Canterbury, so die gröste unter beyden ist, bestehet aus» Bischöffen, unter welchen der Ertz-Bischoffist < zu unccr-bauß gehören alle vecsiii, ^-cKicNLconi. ein depulMtt vvu jeglichem Dom-capitel, und 2 Personen an statt der gantzcn clerisiy aus jeglicher diöces, derer in allem iSüsind. Jedwedes Haus erwählt sich einen procursrorem. Darauf fangen sie an von den kir- chen-iind religions-sachen zu disputiren,welche in des Königs wm- millwii benennet worden , und wenn man selbige zu erst in dem ober-hausi vorgetragen, so werden sie alsdann dem unter-hnnsi conmnmicirct. Solcher gestalt werden in beyden provintzcn einerley fachen beschlossen. Die regeln, wornach sich hierbei, die Engcl- ländischc kirchc richtet , sind erstlich die aus den allgemeinen L-m. ciiüs gemachte canones, und so dann auch diejenigen ilecce^lllch conckiiurion« 8 , welche zwar noch vor der rcligions-ändcrung gemacht worden, aber doch den land-gcsctzen und der Königlichen Hoheit nicht zuwider Immen, desgleichen auchdie in den letztem zeilen aufgesetzte csno.-,«. als;. e. diejenigen, welche im ersten iahrc der regierung des Königs Jacobi I gemacht, und durch dessen aulorl- tät bcstättiget worden, und letzlich nebst unterschiedlichen von un- dcncklichcn zecken her gebrachten gewohnheiten, auch einige üE, so das Parlament von kirchen-jachen aufgereizet hat. Wenn aber alle diese dinge nicht zureichen wollen,so findet das bürgerliche recht statt. Dieses gehöret zu der kirchen-macht, vermitteln Lerer ße ge- sitze geben kan. Zu der vollstreckungs-macht aber sind verschickte geistliche geeichte geordnet; alsz. c. in? coun c»>m ot suäicnce , tiic prerogrrive courr, rbe courr ok cleleAMcs, liic com! okpeculiLrs, öcc. Ali die coucc oN Srciicr Iverdkll alle apprllsrioiW in kirchen-sachen, die in die provintz von Canterbury gehören, gerichtet. Der Richter dieses geistlichen gerichts wird gmcnnel Ocän of clle arcliez.oder ckc oiNcial Ät" ckc courc ok Lrclicr. Desselben amt ist auch eine sonderbare juribll-ciion über i z kirch-Wc in Londen mit einverleibet, welche ein ciccanm gencnnct wecken, von des Bischoffs zu Londen jurisä»ck>on ausgenommen sind, und dem Ertz- Bischoff von Canterbury zugehorcn. Dieser Richter fitzet gantz allein ohne benfitzcr, und verhört und entscheidet wie stehen ohne geschworne. Der Lulllence-cou-c hat mit dem vorige» gerechte gleiche geweckt, ist aber nicht so alt, wie daffcldige. Der Richter in diesem geistlichen genetzte wird sucHwr geneimet. In dem so gcnanicken p-ei-ogLrivc-courc werden alle tcstamentc M dergleichen imtcrsuchct, und wenn sich darüber ein smsttt- hebel, wird die sichein dicsim genetzte von dem gehörigen Richtet entschieden. Der so genannte courc ot' lleicZsics bestehet uns c«m- miitLni;, die voll dein Könige wegen einer an ihn geschchelicn pcU»r>oii in dem cantzlcy-gcricht verordnet find, welches iiichligcn besondern fällen zugegeben wird. Der courc okpccuiisrr ist inge- wissen-kirch-fpiclen, welche innerhalb ihren graiitzen über die Untersuchung der tcslamente rc. die jurisclieckon haben, und dengmch- tcii der Bischöffen nicht untcrworffcu find; denn aussecbm jcnt- desigten geistlichen gerichten, welchczmn dienst dergantzenprovich geordnet sind, hat noch ein jedweder Bischoffsein absonderlich ge- richts-anck, zu entscheivung der in sein diöces achörigen sachcnMl- sin Richter Cantzler gencnnct wird. So hat auch ein jeglicher -erclii-ciUconus siin besblidcr gerichte und jurlr-liü-on, Ivorilliic» geringe streckigkccken , die sich innerhalb siiiier wffecckwn emMfl ausgeführet und entschieden werden. Nicht weniger haben a« die 0ec»ni und Capitel von jeglicher dom-nnd collegiat-kirchtM besondere gerichte, worinnen über die in ihren kirchcn vorlaMM fachen erkannt und geurtheilet wird. Die strafen,welchen dieM- lichc in einigen fällen unterworffcn, sind; 1) wenn ein geistlichcr auf eine zeitiang sein amt nicht verrichten darff; 2) wenn er M eine Zeitlang der cmkünffte siines amts beraubet wird; ein kirchen-biener um eines ärgerlichen Verbrechens willen gE lich und auf immerdar seiner r>r«b,näe heraubet wird; u»d^ endi'K endlich, wenn er gantzlich und aufünmer abgesetzet wird, in welchem falle ihn der Bischoff mit feyerlichen ceremönieu scmer prie- sterlichen kieider in gegenwart der weltlichen obrigkeck deraudet, und ihn so dann, als einen i»>c.,m, derselben überantwortet, um vor die begangene übelthat gestrafft zu werden. Was die übrigen geistlichen strafen anbelanget, als z. e. die kirchen-buffe,die cxcommu„i- crnon und den bann, womit vor zeiten beydes welt-und geistliche Personen von dem kirchen-gerichte beleget wurden, so sind diesel- bigen anietzo einiger Massen beyseits gethan, und werden gar selten gebrauchet. Die Historie von Engelland betreffend, so ist zu wissen, daß, ehe noch die Römer in diese msul gekommen, die Britannier, als die damaligen besitzet dieses landcs, in verschiedene nacinnes zertheilet gewesen, deren jegliche von ihrem besondern König und Fürsten regieret wurde. AIs hernach Britannien dem Römischen Reiche anhängig gemacht worden, hakten dennoch immerfort viel von ihnen ihre besondern Könige, welche zwar nach ihren eigenen gesetzen regieren durfften, aber den Römern zinßdar seyn musten. Dergleichen Könige waren Codigunns und Prasitagus, deren Tamils gedencket, Lucius, welcher der erste Christliche König gewesen seyn soll, und Coilus, ein vaker der Helcnä, des Kaysers Constantini N. Mutter. Als hernach die Römer, bey dem einfall der Gothen, und anderer nordischer völckeren, in die der stadt Rom am nächsten gelegene Proomtzien in Italien, Britannien, unter des Kaysers Honorii regierung, das ist, im c seculo, wiederuin verlassen hatten, kam das Königliche rcgiment von neuem auf die Britannier, welche so dann Eonstantinmn Aldroini, des Königs von Bretagne in Franckreich bruder, einen Fürsten aus Britannischem geblüte, zu ihrem König erwählten. Diesem succedirte sein söhn Constans, welchen Vortigernus, ein mächtiger Herr aus altem Britannischem geblut, umgebracht , und sich an feine statt zwar auf den thron geschwungen, aber, als er darauf von den Schotten und Picken hcfflig angefochten wurde, und selbigen mit seinen Britannkrn nicht allein widerstehen konte, zu deren und seinem eigenen grössten schaden die Angel - Sachsen an. 44s zu hülffe rüffle; dann diese kamen, unter Heugisto und Horso, in grosser anzahl daselbst an, und trieben die räuberische Schotten und Picten dapffer zurück, bekamen auch dafür von Vortigerno, zur danckbarkeit, sitz in der Provintz Kenc; er vertrüge sich bis in seinen tod mit diefim frembdlingen trefflich wohl, heyrathete so gar Heugisti tochtar, namens Ronix, und beförderte die Angeln fast mebr an seinem Hof, als feine eigene Britannier; welches einer seits bey diesen einen haß gegen jene erweckte, ander seits aber die frembde dermassen stärcktc, daß, als sich der söhn und Nachfolger Vortigewi, namens Vortimer, auf die Brittische feite schlagen, und die Angeln demüthigen wolte, solches nunmehr» zu spath wäre; Massen, ob sie wohl in einigen schlachten, erstlich von Vortimer, wie auch hernach vom Könige Arthur überwunden wurden, so verfielen doch bald, nach des jetzt - gedachten letzten, Königs tod, die Britannier in eine solche ohnmacht, und wüchse dargegen des gcgentheils geweilt, durch dündnuß mit den Picten, und anlockung mehrerer lands - keuchen aus Teutschland, dergestalten an, daß >ene sich zuletzt entweder ergeben, oder den angenehmsten theil von Britannien mit den Wallischen bergen verrauschen musten. Von den Sachsen wurde das land in sieben Königreiche getheilet, welche deßwegen der Sachsen bepack,-, oder siebenfache regierung gencnnet wurde. In solchem zustande verharrete Britannien etlich 100 Mr lang, bis endlich das obsiegende glück der west-Sachsen sie allesamt zu einem cintzigen Königreiche, unter dem namen Engelland, machte. Dieses geschahe an. 819 unter Egberti, eines west-Sächsischen Königs, regierung. Denn nachdem bcrselbige die andern Sächsischen Könige überwunden , und ihre länder fast allesamt zu den seinigen geschlagen hatte, ließ er sich in jetzt-gedachtem jähre zu Winchester, unter dem titul eines Königes von Engelland, welches wort dazumal L-.ßci-!on6 geschrieben und ausgesprochen wurde, crönen; wiewohl eigentlich König Alfred, einer von seinen enckeln, derjenige war, welcher die Sächsische b--prLnclli.i vollends gäntzlich in ein einiges Reich zusammen brachte. Also nun ist sie von des gedachten Königs Egberti zeit an, bis aufden heutigen tag, fast in die yoo jähre, eine KwEciii-.- gewesen: Und zwar war sie erstlich unter 15 Königen aus dem Sächsischen geblüte, deren regiment bis 1017 daurete, zu welcher zeit die cron von Engelland auf die Dänen fiel. Denn nachdem diese zu erst, unter Egberti regierung, Engelland feindselig angefallen, liessen sie nicht nach , bis sie es endlich gar überwältigten, und das Königreich an sich brachten. Da. aus nun lebten die Sachsen und Dänen unter einander vermischet , befreundeten sich also durch heyrathen, und machten zusammen eine »arian, welche aus Sachsen und Dänen bestünde. Diese letztem hatten allhier z Könige von ihrem geblüte, nemlich Canutum I, Harolldum I, und Canutum II, welche in allem nicht länger als 24. iahre regierten, nemlich von an. 1017 bis 1042. Darauf halten die Sachsen das glück, wiederum aufden thron erhoben zu werden, und zwar dieses in der perfon Eduardi, welcher conkm,.. oder der bekenner / qenennet wurde. Auf diesen folgte Haroldus II, gleicher gestalt ein Sachse; unter dessen regierung an. 1.066 die Normämicr, mit Wilhelms dem erobere» / in Engelland einfielen. Als nun derselbige die Engellän- dische crone, sozusagen, mit einem streich erhalten, so hinterließ er sie nach feinem tode feinem söhne Wilhelms Rufo, welchem sein bruder Hcnncus I, und diesem ihr vctter Kömg Stephanus succedirte. Solcher gestalt blieb die crone auf 4 Königen von dem Normannischen geblüte. Nach Königs Stephani tod wurde das Normannische und Sächsische geblüte, in der Person des nächst-folgenden Königs Hemici H, den man Fitz - empreß zu nennen pflegte, an. 1S4 mir einander vereiniget, in dessen stamme nachgehends die Königliche würde stäts geblieben, wiewohl mcht allezeit in gerader linie. Denn daß wir nichts von dem Komge Johanne gevencken, welcher seines altern bruders Godo- trcdl «ohne Arthur die crone mit gemalt abnahm, und sich selbst aufsetzte, so tst insonderheit bekannt, wie die Häuser von Lancaster und Mrck, welche beyderseits von dem Könige Eduards III ber- stammeten, einander Wechsel - weise, wiewohl nicht ohne vieles blut-vergieffen, succedirt haben. Denn Henricus IV , der erste Konig von der Lancastrischen link, maffete sich an. i zyy unrechtmäßiger weise der crone an, indem er sie der Porckischen linie, weiche die älteste war, mit grwalt aus den Händen riß. In dest selben Hause nun bliebe sie in die sechzig jähre, nemlich unter den nächst - folgenden beyden regierungen Henrici V und Henrici VI. Letztlich behielt die Jorckische familie die oberhand, nemlich in der person des Königs Eduardi IV , welcher die crone an. 1460 mit vielem blut erlangen, und auch mit dem schwerdt behaupten muste. Diesem succedirte Eduardus V, und dann Richarbus III, sein Vetter, so beyderseits von der Jorckischen linie waren. Darauf bestieg die Lancastrische familie abermals den thron in der Person Henrici VlI an. 148c. Allein hernach, als er sich mit Elisabeth, Eduardi IV ältesten tochter, vermählte, wurden diese beyde familien glücklich vereiniget, und so dann Engelland ruhe geschaffet. Aus dieser Vermählung sind hernach alle "feine luccck. lo^5 in gerader linie , bis aufdie letzte Veränderung, entsprungen. Denn als des Königs Henrici VIII geschlecht mit dem tod seiner tochter, der Königin Elisabeth, ausgieng, kam die crone auf Jaco- bum VI dieses namens, König von Schottland, und ersten von Engelland, als den nächsten erben, welcher von Margaretha, des Königs Henrici VII ältesten tochter, herstammete. Solcher gestalt wurden an. 160; die beyden Königreiche, Engelland und Schottland, welche bis dahin stäts einander aussätzig gewesen, glücklich vereinbaret, und gedachter König Iacobus wurde der chste König von Groß - Britannien, in dessen linie die crone bis auf den König Wilhelmum III , Fürsten von o-LNM, geblieben, nach dessen tode Anna Stuart, Königs Iacobi II tochter, uud darauf George I, Chur-Fürst von Hannover, gefolget. * I. 1.6. Die Sächsischen Röntge: 819 Egbert, 8;6 Ethelwolf, 8c7 Ethelbald,I 860 Ethelbert, i, . 866 Ethelred, s ^ bruder. 872 Alfred, I 901 Eduard, mit dem zunamen der ältere. Ethelwald, dessen ältester söhn und cron-erbe, lebte nur etliche tage nach ibme, und wird deßwegen nicht unter die Könige gerechnet. 92; Ethelstan, 941 Edmund, 946 Edred, 9S Edwin, I sder schöne, l 9cy Edgar, , > der friedfertige. 975 Eduard, ^genannt*, der Märtyrer, und heilige. 978 Ethelred, > der unfertige. 1016 Edmund,A EJronside, oder die eiserne fette» 1017 Canutus I. 10; z HaroldI, Die Dänischen Röntge: I°;c HaroldI, L genannt basen-fuß. i°4° Canutus, s ucnanm ^ behertzte. z. Die wiederum aufden thron erhobene Sachsen: 1042 Eduard, genannt der bekenner. ic>66 Harold II. 4. Die Normannische Röntge: 1066 Wilhelm I, I f der eroberer. 1087 Wilhelm II, : genannt z Rufus. 1100 Heinrich I, I EBeauclerc. n;c Stephanus. c. Das vereinigte Normannische und Sächsische geblüte: - emprck. cour >lc Icon , oder löwcn-hertz» lacic - lonll , oder ohne land. , von Winchester. -«genannt*! lonZ. , oder der lang- schencklichte. von Caernarvan. von Windsor. von Bourdeaux. nc4 Heinrich I, ti89 Richard I, ii99 Johannes, 1216 Heinrich III, 1272 Eduard I, i zo? Eduard II, 1)27 Eduard III, 1)77 Richard II, . Die Lancastrische linie: i)99 Heinrich IV,^ insgemein fBullinqbrook. 1412 Heinrich V, !, genannt ! Monmouth. 1422 Heinrich VI,von LWindsor. Z 2 7 . Die eng Die Uorckische linie: Z4«° Eduard IV. 148; Eduard V. 148; Richard III. 8- Nach der Vereinigung beyder linien: 148; Heinrich VII. 15?; Maria. I;oy Heinrich VIII. i;;8 Elisabeth. 1Z47 Eduard VI. 9 . Die Monarchen von Groß-Britannien iüo; Jacob I. 1688 Wilhelm III, und Maria. 162; Carl I. 1702 Anna Ltuart. 1648 Carl II. 1714Georgius I, Chnr-Fürst 1684 Jacob II. von Hannover. LollcKionez tcript. Lricsariicorum vecackiorum, , L«, Llr 7 ro»»t« stick. Lritan. Le/ste». Ilst. r. cen^Io - kritLn. uhr um ein feuer herum/welches sie mit »inem crayse von mehl umgaben/ zu stiegen anfienycn. Wenn ein gesanq aus war / legten sie allemal einige wcitzen-körner aus die erde/ daraus stwg der vornehmste Priester an / so um einer haut bekleidet/ um den kopss mit wiesel-fellm geziem war / und ei- ye rrone von federn / die recht heßlich bemahlet war / aus hatte / mit «heraus seltsamen geberden / buchen von hirsch-scinnaltz und toback ,ns feuerzu schmeiffen/ welches sie ; tage lang biß um 6 uhr gegen abendcontinuirten /undvorgaben / daß siedieses thäten /um von rhrem Gott zu erfahren / ob noch mehr Engrlander zu ihnen komm würden / und was sie be» ihnen machen wollen. Sie futterten den Lapilain mit allerley speisen / dcrmasscn / daß er sich furchte/ sie würden ihn etwa ihrem Gott opffern/ dessen bildniß so abscheulich war / daß nichts heßlichers seyn konle.Da er nun wieder auffrey- '°n conformistlschcc Prediger nebst unterschiedlichen Engeländern von Jacobs lerlaub- niß / sich vor Neu-Engeland um den stnß Hudson nieder zu lassen / und nach ihrer gewissens-freyhcit daselbst zu leben. Düse segelten lm sepi. von Plcymoiith ab / nach der südlichen gegend von Engeland zu / und wurden/ nachdem iie unterschiedlichen gefährlich- keilen entgangen / den n nov. in einen busen von Cape-bob m v-ÄlH.ini tcrkiz v-x getrieben. Weil ihnen nun der wind auf dem halse war/sieanch überdiß keine geleaenheit hatten / wetterfvitzu gehen / und zu dem einen sehr guten toben / und freundliche / M- wol Heydnische ctnwohner ankraffen/ richtelcn sie daselbst eine neue colonie auf/Ncw-PIeymouth genannt / weilPleymonss du letzte stadt war/ von der sie in Enqeland abgesegelt hakten. Hier nun waren sie bis an. 16; 6 sehr glücklich und vermehrten sich Milch. Nachqchcnds ermordeten die Narayansets die wildesten und kriegerischen einwohnerumerschtedlichevon ihnen und denHollän» dem / als den Capikain Swne / Capikain Oldhmn und andere mehr. Allein in dem lüz? jähre fielen die ctnwohner der cvlomm auf sie Ivß und tödttten ihrer 700; die übrigen wurden von dm benachbarten Indianern umgebracht / welche sich vorhero vor ibnen sehr gefürchtet hatten. Hierauf fiel Miantonimok / der Fürst von den Maqahins / welcher der einige Regent über die Indianer seyn wolle / einige/ so mit den Engeländern im dündnisse stunden / feindlich an / allein dieser wurde nachgehends von einem seiner gesellen/ Uncas genannt/ gefangen/und an. 164; aiifderEngelän- dcrgmachtenenthauptet/ von welcher zeilanvißyz aufallmset- Wilfriede war/bis daß Sachen von Mounthope einige unrulu wieder die Engeländer erweckte. An. 1620 drey monat nach der pflaimmg der Pleymonth-Colonie begab sich oder der o- berste Commendanl von selbiger gegend des landes meine offensiv» unddescnsiv-alliantz/welche er an. i6;o kurtz vor seinem wde fi'w' sich lind seine erben bckräfftigte / wobey seine 2 söhne / Alexander und Philipp / auch zugegen waren. Er wolle die Engeländer gern dahin verpflichten / daß sie keinen von seinen Unterthanen von ihrer Hcydnischen religion abziehen sollen; Allein sie wollen dieses nicht eingehen / daher er seinen haß deutlich wieder sie merckcn licß. Als es sich nun auch in fernem söhn noch mehr äusserte / veranlaßte solches die aäntzliche ausrottung deffelbigen theils der Indianer/ daher als Pastaconoway der grosse Sachim oder Sngamoredes ßlisses Merimack /mcrckte/ daß es ihm schädlich seyn würde / wenn sie steh dcnEngeländcrnwiedersetzten / warnte erbe» seinem letzten abschiede seine kinder und Unterthanen davor. Allein Alexander/ des vordesagten Massassoit söhn / machte eine Conspirationwicdci! die Engeländer/worauf ein bchcrtzter mannansgcschicktwmdc/ ihn vordasgerichtezu Pleymortth zu bringen/welcher ihn nebst noch 8 andern Personen in einem jagt-hause überfiel / worüber steh der Indianische Fürst dermassen grämte / daß er darüber ein ßcber bekam und daranstarb. Sein bruder Philippus / kam an. -ss- in person mit Sansaman / seinem obersten 8-crc»„o,das obbe- meldte bündmß zu erneuern / und lebte hierauf 7 jähr lang mit den Engcländern in gutem Verständniß. Allein an. 1676 erregte er einen allgemeinen aufflanv wider die Colonim / und ließ Sansaman / weil er solches entdeckt/ ermorden/ wofür die Mörder/nachdem man sie bekommen / am leben gestrafft wurden. Hierauf griff Philippus öffentlich zu den waffen / verfolgte die Engeländer und zcrstöhrte ihre Wohnungen mit der äussersten gräusamkcit 2 jähr lang / bis er endlich/ nachdem er verschiedene mal geschlagen worden / und dazu sein weib / seinen söhn und alle seine schätze verlohnn hatte/ in einer höle an Moaiichopc überfallen/ und von emem seiner eigenen Unterthanen/ so sich zu den Engclländcm geschlagen/ mit einem pfeiledurchsHertz geschossen wurde. Im übrigen ist das land von unterschiedlichen nationen bewohnet / welche ihrem Ursprung und ankmifftnach vor Tartarn gehalten werden. Sie sind in verschiedene zu riffle eingetheilet. Die Churchcrs / Larentines und Monqehans wohnen ost-und nord- wcrts; die Peguodsnnd Maragansets sudwerts; die Connecticuts und Mvwhucks westwerts; und die Matachusets / Wippanm und Tarentins nordwerks ; die Paragncts westwerts von Plcv- moulh. Als die Engelländer zuerst hinkamen / war ein grosses sterben unter ihnen/ so daß die anzahl der Matachusets von zoooo bis aus zov herunter kommen war. Die Pequods wurden von den Enqclländern ausgerottet / die Mvwhucks machen Index anzahl ungefehr z mann aus / und reden eine immd-arr von der Larlarischcn spräche. Sie sind lang von statur/und haben starckc nndwohlgebildctc qlieder/ bleiche und mageregesichlcr/schwache äugen / lange schwartze krause haare / aber keine barte. Me zähne sind weiß / kurtz und gleich / und dienascninsgemein platt, Ihre junge wcrbs-personen sind im gcsichte und E leibe dicke uM aufgeblasen / haben eine weiche und glatte haut / und eine schone gesunde färbe. Sie färben sich aber schwartzbraun/ und sind durch- gehcnds von bescheidenen und artigen geberden / welches in anst» hung ihrer barbarischen aufcrzichung zü bewundern ist. Dem ae- mükhe nach sind die einwohner undeftändig/verschmltzt und ftrM sam/aber sehr sinnreich / können bald etwas fassen/werden bald zornig / lind dabey grausam/ rachgierig/ haffendreausländischen/ eng sind diebisch und durchgehends menschen-fteffer. Die Männer ha» den insgemein 2 oder; ivcibcr / und diese asden die allerleichkcsten gcburtrn von der weit. Wenn ihre zeit kommen ist / gehen sie gantz allein aus / nehmen ein breit mit sich / welches 2 schuh lang und anderthalb schuh breit / daneben aufieder feite voller löcher geboh» Mist / undundeneinenftiK/oben aber einen breiten riemen hat/ welchen sie über die stirn thun/ so daß das brct auf ihren rücken hanget; Wenn sie nun zu einem bequemen qebüsche oder bäum kom» men/legcn sie sich nieder/ und werden in eurem augenblick ohne sonderbaren schmerzen entbunden/ worauf sie das kind in eine jun» se bieberhaur wickeln / so daß desselben fersen grad an diehinder» backen kommen / und es auf das bret / so sie auf dem rucken haben / schnüren. Solcher gestalt gehen sie mit dem kinde nach Hause und baden es / haben die männer aber argwohn / daß es von einem manne einer andern nation qezeuget worden/ foschmerffen sices ins wasscr/ und wenn es schwimmet/ erkennen sie es vor das ihrige. Sie lieben die Engelländischcn namen / als zum erempel nom«, «L,, v> m-ilipp, und sehen ihren kindern und freunden viel nach/ wenn sie ihnen aber allzulange leben und beschwerlich fallen / las» sen sie sich entweder aus hungern oder begrabe» sie lebendig. Ihre klcidung war eine rauche haut von wilden thieren / und brusi-tücher von gcmsemoder mäuse-sellen / wodurch gelbe / blaue oder rothe linien gezogen waren; seit dem aber die Engelländer unter sie gekommen / pfieqen sie von ihnen tuch zu kauffcn / woraus sie ihnen mäntel/ mühen und röckemachen. Sie schmücken sie mit blauen und weiffen stemlein / die so rund find wie die corallen / bemahlen ihre angesichter mit mancherley färben / und machen für ihre linder rücke von kalekutsch-hüner-federn. Sie haben viel flüffe / in welchen / wie in der see/ allerley vortrcflliche fische gefangen werden. Die schädlichsten dinge in diesem lande sind die oltern und stechende fliegen. Man hat auch allhier eichen / cypreffen / siechten/ Ccdcrn und die gemeinen fruchtbaren bäume / desgleichen auch allerhand zimmcr-holtz / schiffe zu bauen / vcltz-futter / flachs / lein/ ambra/ eisen / pech / thär/schiff-seile / mast-baume/nebst verschiedenen qattungen von getreyde/ womit sie einen grossen Handel nach Barbados und andern Englischen pflantz-städten treiben / von wannen sie zuckcr und andere waarcn bringen. Sie handeln auch mit Engellandgegen kleider/zeuge / allerley mch/eisen/ertz und dergleichen, ^hremünyen / gewrchte und maaffe kommen mit den Engeländischen überein / wiewohl sie sich des vertauschens mehr als des gelbes gebrauchen. Die Engelandcr sind anjetzo in diesem lande sebr mächtig/haben viel grosse Eolonien/werden durch ihre eigene gesetze/so sie selbst gestellet/ regieret/undhaltenallcmonath Versammlungen / «mwo es nöthig erachtetwird neuegesetzezu machen/md die alten aufzuheben / oderstrcitsachen zu entscheiden. Jede Ärafschafft erwählet jährlich ihre eigene beamken.Beydes das geist-und weltlicheregiment stehet in denhänden der independenten und Preßbyrerianer. Die mrlitz wird von einem General-Major / und; Major-Sergenten regieret. Boston ist die Haupt-stadt/ein sehrgrofferund bequem-gelegener ort / welcher einen grossen Handel mit Barbados tmbel.Desgleichen ist es auch ein sehrfester ort/ indem die dabey liegenden berge fortificieret und mit canonen be- pflankct sind. Sie haben noch unterschiedliche andere merckwur- digestädte/alsChartestown / Dorchester / Cambridge/so 2 c»t tcxig hat / New-Pleymouth / Readina / Sälen und sehr viel andere örtcr mehr/welche emweder am ufer des meers oder an schissm« chen flüssen liegen/und nach einigen stadten in Engeland genennet sind. König William III hat ihre alten pr-v-ießm bestätiget/so ihnen unter Carolt II und Jacobi II regierung waren gekrancket worden. Engelderg/ eine Abtey, Benedictiner-Ordens, indem Canton Unterwalden, an dem fluß Aa , gelegen, hat einen einigen Herrschaffts - v'üiiÄ > von ungefähr 2 weilen, welcher vor alters denen Frey-Herren von Seldenbüren zugehörig gewesen, und den nan'.en Henneberg, von dem hinter dem Gottes-hauß liegenden berg, geführct hat. Der stifster wäre Conrad von Seldenbüren, aus dem Zürichgöw, an. 1120 Kayftr Heinrich V so lwohl, als Pabst Calixtus , haben diese stifftung benattlget und privilegiret, auch dem neuen Closter den namen w«n- rum. oder Engelberg, zugeleget, und dem Abt allengeist-und weltlichen gemalt in seinem bezirck ertheilet; Es hatte aber obbe- meldter Conrad einen Benedictiner-Mönchen, Adelhelm, in dieses neue Closter zu einem Prioren, und nachgehends zu eiiiem Abt, gesetzet, welcher ihne kurtz darauf beredte, selber den Monchs- Orden anzunehmen, und im Closter als ein gemeiner bruder zu leben, welcher Conrad aber an. nr6 das unglückliche kLcum gehabt , von einem solchen erschlagen zu werden, der mit scheelen äugen ansähe, daß ein so grosses gut dem Closter Messen solle; Adelhelm ist ihme; jähr hernach in die Ewigkeit nachgefolget. Nach dessen tobe gicng es in dem Closter, unter l-n nachfolgenden Aebten, ziemlich unordentlich her, bis der Abt Frowin die fachen auf einen bessern fuß setzte, dessen lvd in das uMe ,ahr fället. Man hat von ihme 7 bücher, die er über das uwerum ar- birrium geschrieben. Aufihne folgte Berchtold, ein strenger geistlicher Herr, welchem man das wunder von den so genannten Albelen zu verdanckcn hat, wie solches Steiner erzehlct ; er starb an. 1197. Unter seinem Nachfolger Heinrich ist das Closter an. 1202 abgebrandt. Es hat auch ein Priester von Buchs ein Frauen-Closter bey Engelberg gebauct, gestifftet, und aus eigenen Mitteln begäbet, welches an. ir;4 durch Eberhard, Bischofs zu Constantz, 'eingeweichet worden; an. 144s ist solches auf den gründ abgebruimcn, aber bald wieder erbauet worden, und stehet nunmehr» zu Sarnen ob dem Wald, unter der insse/imn des Pra- katen zu Engelberg. Unter Rndolph dem XIV Abt an. ez ->s rst eng i8r obiges Closter zum attdernmal abgebrandt; Es stehet unter dem schütz Ury, Schwytz und Unterwalden, welche, wegen dem verschwenden der^ Aebten, auch öffters Pstegere dahin gesetzet. Jo-' bann Jacob Scheuchzer, /-tegicinL voetbr. von Zürich berichtet, daß in der Herrschafft Engelderg, in dem so genannten bruder- und gekß-loch, sikber-ertz gefunden werde. i. 7 x. >yr. »eiver. p. 4Z6 Icgg. ttelv- 8scr. x. rL/. tzerg - rc) 4 Z. 4 '. Il 2.7. * Chur - Fürsten von Lölln: . 8. Engelbertus / Ertz - Bischoff und Chur - Fürst zu Cölln, «n aebohrner Graf von Berg, gelangte an. 1216 zu demErtz- Btßthllm, und stunde ihm rühmlich vor. Er war von überaus schöner leibes-gestalt, und bey dem Kayser Friderico II in solchem ansehen, daß er, da er in Italien zu thun hatte, ihm seinen Prin- tzen anvertraute, um für dessen auferziehung besorget zu seyn. Er wurde an. 112; von seinem Vetter, Friderico III, Grafen zu Isenburg, ermordet , und nach diesem an. 1226 eanomsirel. Sein leben hat Johannes »ei lleckscenüs beschrieben, welches in Surü rom. 6 zu finden, auch von Aegid. Gilenio an. is;; heraus gegeben worden. vrig. L^>. Xlcibom. rom. r« sssi p. ir;;. Lr„e/. Q. 8. I. Engelbertus II, Ertz-Bischoff und Chur-Fürst zu Cölln, war ein Graf von Kalckcüburg, und gelangte an. 1261 zu der Ertz-Bischofflichen würde. Er hatte aber das Unglück, daß er mit der stadt Colln, wegen der Reichs-freyheit, gäntzlich zerfiel, und darüber von Wilhelm, Grafen zu Jülich, der sich der stadt annahm, in einer Wacht gefangen wurde, da er denn, ss offt gedachter Graf sich und dem vvlck eine ergötzlichkeit machen wolte, in ein eisernes kefig, welches zu Jülich an einem thuen hieng, kriechen muste. Als er nach etlichen jähren seine freyheit erhalten, gieng der vorige streit von neuem an, welches die bürger zu Cölln veranlasste, sich seiner person zu versichern; er wurde aber nach etlichen tagen wiederum auf freyen fuß gestellet. Hierauf schlug er seine tsibentz zu Bonn auf, und gierige damit um, wie er sich nachdrücklich rächen möchte; zu dem ende schickte er einen gewissen mann in bttlers - kkcidern nach Cölln, welcher des tageS über sein brod vor den thüren suchen, des nachts aber in seinem quartier , welches nahe an der stadt-maner gelegen, unter der erde ein loch verfertigen muste; wie nun solches zu stände kommen, schickte Engelbert so viel mannschafft dahin, als er, zu Überwältigung der stadt, nöthig zu seyn erachtete. Allein, weil der anschlug verrathen war, so hatte er diesen ausgang, daß von den 600 sol- daten, die sich der gedachten passage bedienten, und worunter sich auch des Chur-Fursten bruder befand, kein cintziger lebendig wieder zurück kam. Nach diesem verglich er sich in der gute, und gieng an. 1271 oder 127; mit tobe ab. o. 8. ?. 1. «Lk. /ercluep. Lol. Engelbertus III, Ertz-Bischoff und Chur-Fürst zu Cölln, ein gebohrner Graf von der Marck, wurde an. i;ü4 erwählet, nachdem er vorher Bischoff zu Lüttich gewesen. Weil das Ertz- Stifft mit vielen schulden beladen war, so schlug er erstlich d»e Bischofflichc wurde auS, weiche er aber auf des Pavstes zureden endlich annahm. Er brachte die übrige zeit seines lebens auf dem schlöffe Briel zu, und gesegnete an. i;ä8 das zeitliche. Engelbertus/ ein Abt Cistercienftr-ordens, hat um das jähr irza gelebet, und das leben der heiligen Hedwig verfertiget, welches Surrus unter democt. referirt. Man eignet ihm noch einen andern tractat zu, welcher den titul führet: lpecuium vin», rum moiLiium, in mcnol. Lllsierc. alx bibi. QUierc. in cliron. Lilk. gppLr. iscr. Lc. Engelbertus / ein Abt bes Closters Admont in Ober-Steyer- marck, lebte zu den zerten Rndolphi von Habspurg, auf dessen wähl er ein geeichte in heroischen versen verfertigte. Er hinterließ auch einige andere wercke, welche in gedachtem Closter aufbehalten werden, davon Bruschius eines heraus gegeben, welches von dem Ursprung und ende des Römischen Reichs handelt. A rme, welche oben auf dessen thurn zu sehen lst, wäre anfangs nicht mehr als mit 709 statucn umgebe»/ welche die Römer, uach Baronii bericht / zu ihrer beschükung herunter geworffcn / als fie von den Gvthen darinnen belagert wurden. Gantz oben stunde ein fiechten-apffel von vergüldelem kupffer, und von einer gantz ungeheuren grösse / worinnen Adriani «sehe gewesen seyn soll. Er ist anjetzo in dem garten des Vaticanischen pastasts zu sehen. An dessen statt hat Gregorius 1 die »-„,0 eines sehr grossen ehernen engels setzen lasse», weil ihm, da er wegen emer heffugen pest eine solenne Proccßw» angestellet/ auf der spitze des Adrmni- schen grab-mahls ein enge! erschienen seyn soll / welcher en, blutiges schwerdt in die scheide gesteckt. Von derselben zeit an hat «lolcr -iclrisni den heutigen »amen bekommen / und die dabey be» findliche brücke über die Tiber / welche sonst ?o»5 -v.ciius geheiifc» / wird nunmehro i nnre u, 8.4,>gdo gcnennct. Weil in den folgenden zeicen einige von den mächtigen in Rom diesen thurn besetzt, und daraus den einwohnern grossen schaden gethan / so haben die Pabstc, nachdem sie sich davon meister gemacht/ denselben zu bc- vestigcn gesucht. Bonifacius IX hat cmen wall darum geführt. Nicolaus V und Alexander VI haben unterichu'bene andere ve- stungs.-wercke dann gethan; sonderlich aber hat der letztere einen bedeckten gang aus dem Vsr.csn bis dahin verfertigen lasten. Das meiste hat Urbanus VIII zu der gegenwärtigen -»n,6c.>k>v,i beygetragen / indem er 4 bastioncn / einige halbe mondcn und gute gräbcn binzn gefüget. Es pg^get diese vestung ordentlich nut einer starcken bcsatznng / wie auch mit allerley kriegs- und mund- xr> vlii'.n versehest zu seyn. Die dreyfache Päbstüchc Crone, in- gleichcn der schätz, welchen Sirtus V hinterlassen / wird daselbst verwahrt. Als an. 1527 des Kaysers Caroli V trouppen Rom eingenommen hatten, retirirte sich Clemens VII m dic Engcls- burg, muste sich aber ergeben, und wurde hernach eben an diesem ort so lange verwahret, bis ein friede erfolgte. Die Päbstliche staats - gefangene und andere vornehme Personen, welche arrest halten sollen, werden insgemein dahin gebracht, /ei-sso» Iklrre r;. Deüc. II >... * Engel-zell/ ein Cistercienser-Closter in Oesterreich, f Meilen von Passau gelegen, so Bcrnhardus von Brambach, crwehnter stadt Bischoff, an. 129; qestifftel, und ihme nachgehends m seinem tcstament all sein crbthcil vermacht. Engen/ eine kleine stadt im Hegöw/ 4 stund von Schafhauscn / ychörtsehemals den Freyherren von Hewcn/ dcrcnschloß Hohen- Hewen nahe dabey liegt. Sie waren von den Grafen vonZlegcn- hetm aus Hessen entsprungen / und liegen die meisten m der 8 . Martins-kirche in der Vorstadt begraben. Der letzte seines ge- schlechts war Albertus Arbogastus / Wurtcmberglschcr Landvogt zu Mümpelgard/der an. 1570 verstarb.Von diesem istdasschloß rind stadtlein andrc Grasen von Lupfen undLanvgrascnzuLm- lingcn gekommen/davon der letzte Hcnricusan. izgrausstarb/ woraufdicLaud-Grasschafft Sttilingen / samt Hewcn und Engen/ an eine Papvenheimische liiite kam. Als aber Maximtlian von Pappenhcim ohne männliche erben seiner link ausstarb/ hat er durch ein tcstament diese guter seinem enckel von seiner tollster/ Frantz Maxiiniltan von Furstenberg / vermacht. An. 1640 haben dieHohentwieler-und Dreysacher-garnisonen den, ort gantzlich ruiniert./-^-Ä».tox. 8 uev u. IsteheStülingei,. Engern / das volck / siehe Engern /lat./ingrivLrir und Rnyri- , wnr vorzeiten eine gar berühmte stadt / allwo der Sächsische Fürst Witckind der grosse / welcher so lange zeit mit dem Kayser Carola IVI. krieg gcsiihret / residiert und begraben worden. Zwar kam dieser ort in gedachtem kriege an ermcldten Kayser / allein als sich Witckind zur unlerchä- nigkcit bequemte/wurde ihm selbiger wieder eingeräumet. Hierauf richtete er daselbst ein Stifft aus/davon nachgehends ein theil nach Hervord/soohnweit davon liegt/ der andcreaber nach Magdeburg gekommen. Hierauf besassen verschiedene Hcrtzoqe aus Sachsen diesen ort / bis ihn endlich Hertzog Heinrich dcr löwedcm Gra- - fcn von dcrLivpe samt allen gefallen undrentcn für seme treue dünste überließ. Dessen nachkommen halten Engern lange zeit / biß Graf Simon von der Lippe wieder das SttsstOßnabrüg die Waffen ergriff/dachn der Bischoff Ludovieus gefangen bekam/und nicht eher loß ließ / bis er unter andern harten bedingungen em- eng gienq /daß das uralte hanß und die feste bürg Engem geschlGs werden solle. Zu diesem vertrag halst Srmvn Grafzn Raveistberg, Blschoffs Ludwigs bruder / nicht wenig. Nachmals ist die Hm- schafft Engern dem Grasen von Ravensderg versetzt worden / W demste andie Hertzoge von IuIlch/ und nach deren abgaug an dm König von Preussen gekommen. Es lst aber dieser ort so kiesvoi, seiner vorigen Hoheit gefallen / daß er mir emem schlechten doch ähnlich siehet. Der Hügel / daraus das schloß gestanden/ wird noch heut zu tag die burg-siete genennet. Es sind auch noch miste reliquien von der kirche übrig / welche der abgedachte Witckind erbauet. Hiervon fuhrt das Hertzogthum seinen namen / und,Dich es/nachdemder Kayser Friedericus I wieder Hertzog Heinrich den löweu die acht ergehen lassen / dem Churfürsten Philippe zu Cöln mehrenthcils zu lehn aufgetragen worden; dahero auch der Churfürst zu Cöln davon den titul führet. Es haben auch die Her, tzdge von Sachsm-Lauenburg Engern mit in ihrem titul gehabt/ und nachdem Verletzte davon / Julius Franciscus/ an. 1689 gestorben / haben dieHertzoge von Sachsen/sowohlAlbmimschec als Ernestinischer linie / gleichfalls diesen titul angenommen. «>.,». r/it- melrop. I. 8 c. -,2. Uedlcnrici Uconjz rkbur ßctk>s. le/ttdErktöin noiis s 14 moliu- mcnro.»rsr. lle in ckron.Olnssur^, LpuU. rom. 2. re1.6e1m41.21r öc rrz.2«r/er«ö loxoßr. Vk-cllD Lttc/e Orrtdn tSLl. Engcrs/ eine kleine an dem Rhein zwischen Cvblentz und An- dernach gelegene und dem Churfürsten zu Trier gehörige stM. Das schloß daselbst / Cunen Engers / ingleichen die brücke Lu- nostein/ hat der Chm'iürst zu Trier/ Cuno/erbauet/ nachdem er diese stadt den Grasen von Sayn mit gemalt abgenommen. Diese gcgend wird der Engersgöw genennet. R, «,.M. Engia / oder Aegma/eine insulin dem ^rckipcigzo. odecei- genilich m dem 8n-u 8^rninco.heutiges kages 6o!/o -l'xnA>^ genant/ unterhalb Athen. Sie hieß anfänglich Oenone oder auch Leno- pia / bekam aber hernach von der Aegina/ des Asopi tochker/den namen/ als selbige Jupiter zii PHIiume geraubt / und hieher entführet. Sie ist um und um mit gefährlichen felsen umgeben /welche Aeacus/ des Jupiters und der besagten Aegina söhn /dahin gelegt haben soll / um den scc-raubern einhalt zu thun; doch diese machen / daß kein grosses schiff daselbst ausser werffen kan. Sie ist nicht sonderlich groß / war abcrin den alten zelten ziemlich mächtig/ wle sie denn unter allen Griechischen Nepubliquen/dic Wci,unser ausgenommen / die meisten schiffe wlder die Perser hergab: astsie aber imt Athm m krieg versieh / kam sie so herunter/ daß sie sich nimmer erholen konw. Esgkbtlndleserinsuleinemisäqllchemen- ge von rochen rebhünern / daß die einwohner genöthigel werden/ zur srühilngs-zkitihrc ncstcrund cyer aufzusuchen und zuzeistmn/ damil fie ihnen nicht den säumen auf dem selbe auffresse». Mm siehet allda noch die reliquien von 2 vor alters berühmten tempeln/ deren einer der Vcneri und der andere dein Jovt gewiednut acwe- scn / wie auch unter andern 20 faulen von der so genannten Dorischen ordnung nebst ihren balssen / die wegen ihrer glelchförmmkn abtheilung sehr schön sind. Die stadt Engia/ als der vvmelwsie ort der insnl / ist wohl befestigt / und war vor Zeiten ein Bischöflicher fitz unter den Ertz-Bischoff von Athen gehörig. Vordum gehörte diese insnl Galeotto Malatesta / Anionil / des Konias in Bovlia schwlcgcr-sohn; und nachgehends kam sie in die Hände der Vcnelianer. An. is;/ eroberte sie Barbarossa; allein an. ,^4 nahm der Venelianischc ProvedttorMorosini die vestung von Cu- gia mit stürm eu,/ und ruinme die vestungs-wercke. , fieye BHiGO CIIDlVIls. Engstlen/ ist ein hohes alp-gcbürg, welches das Bmimscbe Haßlcthall/von denen Cantonen Ury und Untcrwaldcn abjondcrch darauf die land-lcutbe in den heiffen sommer-tagen ikrc kübc treiben und daselbst weydcn ; zu oberst auf den alpen liegt der Engstli-see / welcher von dem abrinnenden rvasser entstehet und erhalten wird, sein auslauff heisst die trifft / und vereiniget ßch nut der Aar. Otmwert von diesem see ist der so wohl in dem land, als bey denen scribcnten berühmte wnndcr-brunn , welcher aus einem fclftn in eine grübe laufst, daraus man die kübc morgens und abends tränckct, dessn eigenschasst diese ist; daß er nur allein im hohen sommcr, so lange die kühc anfdcmberge wessen, nnd solches nur morgens und abends wann nehmlich seine tränckung platz bat, laustet,so gar daß auchStumpff(Dschretbet/crvcrsicge des abends, wann das viehe gctruncken, gleich wieder, und stebe des nachts still, welches er ebenfalls, der gemeinen lands-meymmg nach, für ein sondcrbahres wnnderwcrck haltet, das von Gott, wider den gma- neislauffder natur, den, lieben vich zu gut, aufdiescr hohen che, alltäglich wurcke. Andere aber, welche die wunder - wcrcke eben nicht so leichte glauben, geben diesem laust natürliche Ursachen, daß nehmlich die erde bey diesem brnnnen gantz ftbwam- mecht und voller Wasser seye, welche von der schwäre der annähenden kühe gcdrucket, das wasser aufsteigen und also den brumm laussn mache, wann aber das viehe wiederum hinweg gehe, und al>o das drucken des erdreichs aufhöre, auch wiederum falle, mithin der lauffdes brunnens einhalte. Noch andere, welche die sacke genauer erkundiget und befunden,daß der brnnnen vielmalen lauft, wann schon das vlehe nicht dahin kommet (als welches noch andere drunncn hat,zu welchen es getrieben wird) wie auch daß er die gantze nacht durch, bisweilen auch bey warmem regen-wetter r tage eng enL enk enn Lage aneinander/ und hinwiederum bey kalten und trüben gewölck- tagen / etliche lag lang / und nicht minder vom herbst an / da es ansähet zu schneyen, bis wieder in sommer / da die sonne hoch gestiegen,durch ihre warme den aufgehaufften schnee und winter-rest zur jchmeltzung bringet / nimmer lauffct, haben gantz andere gedancken von diesem brunnen, nehmlich daß derselbige entstehe von dem Unsern daevon gelegenen Engstli-ste auf folgende weise: Wann durch die heiffcn sonnen-strahlen , warmen wind, und regen im somer, der aufden alp-gipsien befindliche schnee und nnrath,ben tag » ^..—L'.n« /X r 8 Z Emius G/aimus/ wurde zu Rstdiis,einer stadtin CÄübriM, L.5l?/^. Ivl. )745, ^ c. LZ9 gebohren, und zwar wie so WW Ennius , als andere von ihme, vorgegeben / aus der alten Königlichen familie des Meffapst Erbrachte einen theil seines lebens ist Sardinien zu, und wurde von dämm von Catone «sjore, welchen er die Griechische spräche gelehret hatte, nach Rom gebracht, astwo er sich auf dem Aventmischett Hügel aufhielte; von dar wurde er V. ;6z von N. Fulvio mit sich in Aetölien genommen. Er hielt sehr viel von Scipione Africano, und wurde von diesem eben- .. . . . " ' - über geschmoltzen, den see auf eine gewisse höhe anfülle, so ziehe sich falls so hefftig geliebet,daß er auch befohlen den Ennium zu ihm in das schnee-waiser unter der erden durch und hinunter an den ort da der brunnen Herfür kommt, als welcher auch hell und klar ist, als wie das schnce-wasser,dieses geschiehet nun etwarm 4bis 5 stunden nachmittag, zuweilen eine stund eher,zuweilen eine später, nach beschaffenden der mittags-hitz, um welche zeit dann die kühe zum abmd-trunck kommen. Der also angefüllte see, sowohl als der brunnen, lauffen also die gantze nacht ab, bis die höhe des sees wiederum auf einen gewissen grad gefüncken, da höret der lauf des büulmms allgemach auf,gleichwie er in eben dem schritt zu lauffen anhebt, und dieses geschiehet gemeiniglich des morgens nach; bis « uhren, da die kühe den morgen-trunck einschluckeu. Daß er aber bey kalten tagen,wind und wetter, im sommer etliche tage lang,und mit ansang des Herbst-monats bis nach 8. Urbans-tag gar nicht mehr laufst, ist die urfach, weilen alsdann schnee und eys aufdenen um diesen see gelegenen alp-jochen, nicht schmeltzen, mithin dieses keinen zufluß erhaltet, darvon es aufschwellet, einfolglich auch der drnnn trotten bleibet. Die alp-wohner haben auch noch diesen aberglauben, wie obenangcführter Stumpfs meidet, daß nehmlich dieser brunn seinen laust erlich tage zurück halte, wann etwas unreines darein geworffen werde, welcher aberglauben daher entstanden , weilen sie wahrgenommen, daß er ogt etliche taste lang gar nicht mehr gelösten, worbey dann kemer an einige natürliche Ursache weder des lauffens, noch des aufhörens gedacht hat, wie denn des gemeinen volcks vrdinari gebrauch ist, alles was es nicht be- greiffet, wie es natürlich zugehe, für hexen-oder wunder-werck zu halten. Indessen glanbe nun ein jeder was er will. (-) 1.7° ü'ttor. Äslv. p. r,8. b. » ' Enguerand -le Narigni / siehe Marigni. Enguerand ä- Monstrelet/ siehe Monstrelet. Enico / oder Ennigo/ Graf von Bigorre in Gascogne, welcher von Merovco, Lheodorici des Königs von Orkans natürlichem söhne, herstammen soll. Er vertrieb die Saracenen aus Na- varraund Aragonien, nahm sodann an. 816 den Königlichen titul von diesen 2 Reichen an, und verordnete, daß seine crone nicht nur aussteine männliche nachkommen, sondern auch aufdie tochter fal- !kn contererrcLS ^reroZäk. ancienLiös. MI0LI8. ein Griechischer Pvet, lebte um die 87 vlymp. --FE äc poür. QlLc. c. 6. Enied/ siehe Engedin. Enjedinus / (Georgius) gebürtig aus Unaarn, war Supsrin^ rcnciens über die Socinianischen geineinden in Siebenbürgen, wie auch KwUersror des zu Claufenburg. Er wurde um das jähr 1587 bekannt, starb aber an. 1597 den 28 nov. in der besten blüte seiner jähre. Man hat von ihm-xpUcLrioasin locvrum v.ü: L. ex rr-imsris äo^m^ irLbiiici tt-Icc. welche erstlich M Siebenbürgen gedrncktworden; doch weil man dieses buch daselbst verbot, und viel eremplarien verbrannte, legte man es bald darauf in Holland wieder auf, wiewol bey keiner -uicE stehet, wenn und wo sie heraus gekommen. Ihm werden noch andere schrifflcn beygeleget , als äc äivinirsre Lllritti; uem sxpücgcio iocorum c^cscUeils Lscovisntts, Mit Mich pr«ksrio in k 4 . 4 . vers. LZcovisn« ; MÜN zweiffelt aber, ob er deren aacior sey. Feurborn hat wider ihn Lnjsginum , t. vinäicLrioiiss locorum l 4 crorum > vecLm sc «cscnLM Lllrilll V-icscem llemonürsnnum, geschrieben. dibl. snci- rrin-p. Ämo» bitt. cricic^. Lc. Enipeus / ein siuß m Thessalien,welcher die Pharsalischen ftl- Ver,allwoJuliusCäsar Ppmpejnm geschlagen,bewässert,und zu erst sehr langsam,hernach aber, nachdem er sich mit dem flusse Epidano vermischet hak,sehr schnell siegst» 7. ÄB,-. 1.1. Lcc. Enisis / siehe Nist. EnköpilM lat. Lnecoplz. ist eine kleine stadt in der Schwedischen Proviui; Upland, nahe bey Upsal, und noch näher bey dem Meler-see, welche zimlich gute Handlung treibt. . Enna / Henna - eine alte und berühmte stadt mitten in Si- cilien,daher sie auch die alten umbiiicum siciii« zu nennen pflegten. Sie lag auf einem hohen festen, der oben gantz eben, und mit lustigen quellen und andern annehmlichkeiten versehen, sonderlich aber wegen des der Cereri und ihrer tochterProserpinä gewidmeten tem- pels,berühmt war. Diese letztere soll bey diesem orte von dem Plu- tone seyn geranbet worden, wie man denn will, daß dieser aus einer allda befindlichen hole von einer unergründlichen liesse heraus gekommen sey. Bochartus halt dafür, daß der name dieses ortsvon dem Phönicischen Worte Lnns->m. welches eine lustige quelle bedeutet , herkommen. Heutiges tagss wird sie von einigen c>Mu- visnni, von andern aber LsNro ^n-is yder auch Tm-rs LMro g§- heissen. Enneskilling/ siehe Iniskilljstg-. Ennius / siehe Mummuürs. sein grab zu legen, und beyder bild-säule neben einander daraufzst setzen, gleich als ob sie der tod, selbst nicht von einander trennen sötte. Der andere damals berühmte SLipio - mit dem zunamett Nasica, wäre auch sein gar guter freund, und konte beydes scherst und ernst gar wohl von deine vertragen; so auch Cäcilius Stativs ein anderer Römischer poet. Doch mochten alle diese ft'eunde nicht hinderen , daß Ennius immerzu arm geblieben, und sich für alle abwartuug mit einer einigen magd vergnügen müssen; Sonst liebte er sehr einen guten trunck, und schriebe niemals leichtere und bessere verse, als wenn er einen zimlichen rausch hatte. Ek starb 58z. Er hat verschiedene fabrln, als da sind Achilles, A>ar, Hecuba, Jphigenia, Thyestes, rc. die Historie des Punischest krieges, (in welchem er eine hauptmanns-ck^rgs bedienet, eben wie er auch schon zuvor unterFulvio imAetolischen krieg gethan hatte,) ingleichem auch von r. Cornel. Scipionis Africani thaten geschrieben , und Euhemeri Historie von den Heydnischen göttem ins Lateinische übersetzet; doch hat man nichts mehr als Kszwenr, von ihm übrig, welche Ludvvieus Vives, die Stephani, ?. Merula, aber am allerweitiaussigsten Hier. Columna zusammen getragen und am besten von H. Wetstem an. 1727 heraus gegeben worden» clc re ruii. 1.1 cd 4.8. in Ururo c. >8» 'sutcul. l. i c. l. äs nrcura ^corum I. r c. 42.1'üw. I. c. 11. I. r c, 4. 1.17 c. 17. K/rr«- I. ir. I. 6 üruroLl» I. 8 c. 15 7/ie^. in vicr Lnnii. äs UiN. IHn. com- msMar. äs vits <8r icripus I.ivü > Wuäronici, Lnnii Lc. Krö--rc» biiil. ^.scin. in* Ennodius / (Marcus oder Magstus Felir) welchen einige, wiewol unrecht, Evodium nennen, war Bischofs zu Pavia. Als er noch sehr jung war, nöthigten ihn feine eitern, mit einer wohlbegü- terten Person sich zu verheyrathen, mit welcher er einen söhn gezeu- get; doch verließ er diesen stand wiederum, damit erdest» eingezogener leben mochte. Hierauf machte ihn Epiphanias, Bischofs zu Pavia, zum viseono , welchem er nachgehends in der Bischöflichen würbe folgte. Der Pabst Hormisba fchickte ihn zweymal zu dem Kayser Anastasio nach Constantinopel, rinr eine Vereinigung der orientalischen mit der occidentalischen Arche zu stifften. EL starb an. ;iü den 17 jui. Seine schrifflen sind, LpipyLnH vUs z epillol«, orLriones sc äcciLMLc» z WUcoäorico üvclivcum äiÄus . syoloAsricuz pro 4 isnvä.8.om. tut, 8> mmscko?LpL ; posmsiL iscrs ; ritt /rntonii L^ri monsclli l.erinenlls. ZckoNus hak an. 16 ic> seine werckezu Tonrnay zusammendrucken lassen. Är- in noc. -rä vr> uä. m suctsr. äe üripr. eccl. DrrLeM. in catsl. 20.48b.;o;. 515, 517. Lpprr. tscrs Äre-, l- 8 bitt. Lioa» äe bitt. i.sr.1. 2 ««>8 p. rZ4 L äs poer. c. Enoch / ein berühmter Mdner, von Ascoli in Italien gebürtig, war einer von den ersten, die sich demühemydie gelehrsamkeit und gute Wissenschaften m die Abendländische gegend wiederum einzuführen. Zu diesem ende nahm er vor, alle Griechische »mors?, die er haben tonte,aus den Handen der Türcken, nachdem sie Griechenland erobert hatten, sich anzuschaffen, welches ihm auch durch bey- stanv des Pabstes, der ihm mit gelb und allen andern nöthigen dingen die Hand both, glücklich von statten gieng- xr«. clsr. ksc. slc. clsr. / ein söhn Sechs, gebührend, kl. 2 Z74Y. Zrt seiner zeit fieng man an zu predigen von des HErrn „amen, oder, (wie sich das Hebräische eben so wohl auslegen laßt,) sich von dem namm des HErrn her zu nennen, welches auf die bencnmmg der Kindercn Gottes und Kinderen der menschen seine absieht zu haben schiene, als welche in der Historie vor der sündsiut nicht ohne nrsach aebraucht wird. Man hat sonst,wiewohl ohne gründ, vorgegeben, baß er äs rcllZions L uioäo orsnäi Oe„m , ingkichen äe äittlxlmis geschrieben, c-e». c. 4 V. 26. tvl. rZt, 6cc. * Enosis / siehe 8. Antroco. Enrichemont/eine stadt, siehe Noisstelle. Ens / lat iMrttuiu , Lnsttim, iwLlttsnum ,Lnttum civirss, eins schöne und veste stadt in Ober-Oesterreich an dem Wässer Ens, 2 meilen unter Lintz, hat ein wohlgebautes styloß undschvncs zeug- ha ß Sie hat ehemals den Herren von Ens und Spielberg ge- il. Nasser Rudolphus I aber hat sie dem letzten dieses ge- sckstechtsEberhard um 600 pfund silders abgekauffet, und sich mit Brobst Wiaand ztt 8. Florian, der darauf einige anspruche a maT deMftalt abgefunden, daß gedachter Probst für sich und Une nachkommen lährlich dem ältesten Hertzöge vost Oesterreich -m-n aüldenen ring 5 dueaten werth x-» zu geben vsrwrochen. An. 1626 haben es die Ober-Enßerische bauren mit litt sMbekommen, nachdem sie Mit gewalt Nichts davor ausrichtest Enmn Mitten aufden, marckte stehet ein schöner hoher thurn/att welckem eine schufst zu lesen, vermöge deren bekrafftiget wird, daß Marcus und Lucas das evangelinm allhicr verkündiget haben. Im udriaen ist Ens ein stück von der zu alten zeiten berühmten und grofftn stadt Lsrch, oder Lauriacnm» -opogr. nuttr. r84 ens enk Ens / eine kleine insul auf der Süder-see in Holland,nicht weit von den Fneßländischen küsten. Ens/ heist i) ein fluß, welcher in dem Saltzburgifchcn entspringt , und sich in Oesterreich in die Donau ergicsset. 2) Ein fluß in dein Hertzogthum Würtemberg, welcher bey Bestgheim in den Necker fällt. ;) Ein fluß in Frankreich/ siehe Ams. Enschhede / ist eine kleine stadt in der Niederländischen Pro- vintz Over-Dssel, und zwar in der Twcntc/ irahe bey den Münsterj- schen gräntzen gelegen,welche mit guten Privilegien versehen. Ensdorff/ ein Bayerisches Benedictiner-kloster in dem Biß- thum Regenspurg und dem Pfleg-gcricht Rieben, so zwischen diesem ort und Amberg an der Vsts gelegen, von Oltvne I V, Grafen 1» Dachau und Wittelsbach,gestiftet worden, Ensfridus/ (welchen einige unrecht Melfridum ncnneri,) war Prior in dem Beuediclincr-tloster Eberbach in dem Mayntzischen gelegen, und schrieb einige wcrcke von der gottseligkctt und gcichr- samkeit, die in der Kibi,c>«>ccL prrrum zu finden. Er starb an. I2Ü4. -so ,n biN. ptzcidoc. bib!. icri^r. Lijtcrc. Ensisheim/ Ensheim/ eine stadt in Ober-Elsaß, an der Jll, z weilen von Colmar,,st init starcken dopvelten mauern, einem Wassergraben , wohlbcvestigtcn schlösse und einem Icsmtcc-o.ucMo vertheil. Sie wird vor die Haut-stadt in Ober-Elsaß gehalten. An. 7;o soll allda ein Hertzog in Alcmannien rcfidirt haben, von welchem sie folgcnds an die Grafen von Egishcim , so Landgrafen im Elsaß waren, und nach deren absterben an das Haus Habspurg gekommen seyn soll. Die Oesterreichische regierung über das Sund- und Brißgau bat allhier ihren sitz gehabt. Vermöge des Munsteri- schen friedens kam dieser ort an. 1648 an Frankreich, welches daselbst ein Parlament vor die Unterthanen,m Ehaß angerichtet, so aber bald nach Breysach, und nachbeme diestr ort durch den Rys- wickischeu frieden abgetrcttcn werden muste, gen Colinar verlegt worden. * Entella/ siehe Lavagna. KX1 I8HE Ossi, war vor diesem ein gewisses gcld, welches geistliche Personen erlegen muste», wenn sie cm tzo.eücium oder antrelten wollen. ^niiuomiuc.c hiessen die lbrief, darin ciu Bischoff, sonderlich in einer vomehmen stadt, die nachbarn berichtete,daß er diese würde überkommen habe. Icx. cccl. p. 146. Enthusiasten / (von dem Griechischen Wort ss6-c>r oder issöd-c, welches einen von Gott ausscrordcntllch bewegten oder insviririen mensche» bedeutet) wurden vor alters dicienigc ketzer genenuet, welct'e sonst in der kirchcn-historie unter dem »amen der Messalia- ner und Euchiten bekannt sind. Die Ursache solcher benennung war,nach dem Tbeodorcco, daß sie die triebe und dewegungen, jv in ihnen von dein teuffel herrührten, oder die auch wobt eine erhitzte und verwirrte phantasey oder einbiloung eingeben tonte,vor wahr- hafftigc und unmittelbare eingebungen Gottes hielten und von andern davor gehalten haben wollen. Heutiges lagcs nennet man einige Wicdertäuffcr also, vornehmlich aber die O.uacker und alle diejenige, welche sich göttlicher offenbahrungcn rühmen, und diese gleichsam zu einer richtschnur machen, wornach die heilige schriffl erkläret und verstanden werden mühe. siehe Messalianer. * Entieres/(Maria 6c) gebürtig von Tonrnawwar wegen ihrer wisscuschafft in dem -6 feculo in grossem ansehen. Sie hat verschiedene tractaleu verfertiget, unter welchen sich eine epistel wider die Türekeu, Iüdcn und Lutheraner, rc. befindet, die an. 1^9 heraus gekonimen. ü-bi. yioi. Lsig. stehet, in welchem bald hernach ein ichadliches wur soll aufgegangen seyn, welches nicht habe mögen gelöjehek werden, als da man gen_ _ dem Avostel Jacobo an den ort eine Arche zu bauen angelobet, daher auch daraufdicses hauß unter 8. Jaeodr »amen in eine Arche verwandelt worden. !. 1. v,c- VOHIX 0 -V -ssllXIIO. eine Provintz in Por- tngall, welche deswegen aljo gcnenncl wird, weil sie zwilchen den flüsscn Douro und Mmho lieget. Gegen süden stöst sie an den Douro, gegen norden an den Mmho, gegen Westen an das Atlantische meer, gegen ostcn an wrst»5mo,ucs. Sie ist die lustigste md volekreichste Provintz von gantz Porrugall: denn ob sie sich gleich in die länge nur auf" 18 und in die breite auf 12 weilen erstrecket, sobegreisst sie doch 1400 Archspicle, ohngefehr izoklöstcr, 6scc- hafen, und andere feine stadte, als Braga, Porto, Guiiuarcncs, Viana, Barcelos rc. in sich. umüs». Nott/r^/rl ciellripr. prov. Lulrc vou u y §. ,omo llcNripr. NorcuA. Lorss-rtt clelcrij'r. ll'Lnrre Oouro ct > 9 ssoo»ce//o- xA'o. Eiltrevaur / lat. inc-cv-ü-'um, eine kleine stadt in der Provence an dein siusse Var, in dein aebürge, an den grantzen der Grafschafft Nizza gelegen. Heutiges tages ist sie der sitz des Bischvffs von Glandeve,welche sehr wüste stadt nicht weit davon liegt. Enyenberg / eine freyberrlichc familie in Tyrvl, welche an. 1042 dem thurnicr zu Halle auch beygcwobnet. Johann von En- tzcnbeeg, beygenannt Nir, soll von an. 1419 bis 1462 Bischoss zu Speyergewelcn seyn. Eberhard lebte zu des K'ayscrs Marimilia- ni I Zeiten, und ward ein groß-vater Georg», welcher, als Hauvt- mann in der Mhlbacher Clausen, daselbst das schloß Freyenthum eob eon epa erVanet, davon feine nachkommen den naiven angenommen hak«.' Georg der jüngere,ein enckel des letzter»,hat dem Kayftr in Italien, Ungarn und m den Niederlanden als Obrister gedlcnet, und 2 söhne nachgelassen, nehmlich Anton und srantz, welche beyde bey dem Bischoff von Brircn die Raths-stelle erhallen. An. 1712 war Frantz , Freyherr auf Jöchel und Freyenthurn , c-nonicu, zg Briren. icäuc. rcyiv. ?. r. Mce/r». flcmm. k>. z ,7. o. 8. ?. I. Eobanus/ (Helius) mit dem zunamen Hessus, den er von seinem vateriande annahm. Sein vater diente dem Niedcr-Hrßi- schen kloster Haina. Man weiß den eigentlichen ort seiner gebiirk nicht, doch wird gemeiniglich Beckendorff, ein dem bemcldtm klv- stcr gehöriges gut, dafürgehalten. Seine Mutter ward von den wehen im ftlde überfallen, da sie ihn den 6 jan. 1488 zur weit brachte. Er ward von jugend auf zum studiren gehalten, da er denn bald in der schule eine sonderbare neigung zur Lateinischen Poesie wieß, und öffters seine verse, wenn er den lehr-meister nickt besprechen kunre, andern zu durchsehen und zu verbessern ausnö- thrgte. In sei'.ien erwachsenen jähren hat er sich zwar durch seine hum^nio, s fortgehvlffen, aber kein groß glück gemacht, unb ist oft von einem ort zum andern gezogen. Nachdem er zu Erffigt die «endemischen studien getrieben, fimg er an zu reisen, und kam in Prensteu zu einem Prälaten, der ihn wegen seiner gelchrsamkeit lieb gewann, auch zum 3ccrccs-ic, machen, und in Gesandtschaft dmn- chen wolle, deswegen er Eobanum auf seine kosten nach Leipzig schickte, die rechrs-gelehrsamkcir allda zu erlernen. Es stund ihm aber diese wisseuschafft nicht au, daher er seine juridischen bücher verkaulste,u>id nach Erfori zog, allwo er sich auch verheyrathct, und die iiu,»L>»»i^ gelesen, alser aber »ach verlauffeiniger jähre viel feinde bekam, und den zulauffverlohr., legtc er sich auf einrasten scmer freunde,damit er das drod gewinnen möchte,ausdie Medicin, die er zwar sehr lieb gewonnen, aber doch niemals practiciret hat. Er lebte also sehr kümmerlich zu Erfurt, bis an. 1 zr6, da er auf emralycu Melanchchons nach Nürnberg zog, auch daselbst gar wohl gesehen war unb die NumL. i-.rL vvn neuem lehrte. Von dar zog cr an. izzz wieder nach Erfurt, weil ihm seine freunde gute Hoffnung machten, und er diesen ort gar sonderlich liebte. Ob cr tircn. Dieser Herr war Eobano so günstig, daß cr ihn oft um sich hatte und imt ihm in dem schach-spiel kurtzweilte. Zu Marvurg fiel cr in eine verzehrende tranckhcit, mit der cr ein ganhes nstr gv brachte, bis er daran zu ansang des oct. an. 1540 starb. Kmvor seinem tobe sagte er, cr müste zu seinem Herrn, welches die anwe- iendcn voin Land-grafen verstunden, cr ist aber bald daraus verschieden. Er verließ seinem weide und Andern nichts, weil cr erst zu Macpurg in rechten verdienst gekommen, auch niemals ein guter hanichaller gewesen, deswegen ihm seine freunde gar oft aus der noth helffcn müssen. Jedoch hat sich der Land-graf der scinigci, angenommen,die söhne am Hofe befördert, und dietöchter seiner ge- mahlin anbefohlen. Er ist ein grosser starekcr mann gewesen, der als cm soldat ausgesehen, in der that aber war cr nicht wild oder zanekisch, doch ist cr von allcrhaub lcbcns-übnugen, ringen, schnum- meu und fechten cm grosser liebhaber, und dabey ein stareker iriii- ckcr gcwcss'n. Sein gcmüth war aufrichtig, offenhcrtzig und z« allerhand schertz geneigt. Er bat Llilheri lehren bengeHichtct. Scine gröstc siärckc ist in der Lateinischen poeste bestanden, kam feine arbeiten noch vorhanden sind, unter welchen sonderlich die Übersetzung der Psalmen hoch geschätzt wird. Zu ssinem vonnnMi hat er Helius angenommen, welches im Griechischen eine sonne bedeutet, weil ?>, virs tteli, L. b»r>, tteiii. * Eon oder chudo / ein Britannischer Edelmann, von welchem man vorgiebt, daß cr, da cr in der Arche die worte aus dem apostolischen i; mtzc>,» : ..er eiim , yui vcnruru; „Ü jucbcare viv>'§ 6c mormok, singen hören, sich eingebildet, cr sc» der Eon, der da kommen würde , zu richten die lebendigen und die todten. Er svll auch einen an, hang von vielen, die ihn für einen Propheten gehalten, bekommen, und solches durch seine zauber-Amst zuwegen gebracht haben. Der Ertz-Bischoff von Rhenns ließ ihn in verhaft nehmen, und stellte ihn an. 1148 vor das Concilium, welches der Pabst Eugenius III aissdicsem orte hielt. Man urtheilte aber aus seinen antworten, daß er unsinnig wäre, und brachte ihn deswegen wieder ins gefang- niß, worin»«, er bald darauf gestorben. Er hatte einige anhanger, welche sich lieber wollen verbrennen lassen, als von ihm abstehen. Einige urtheilen, weil dasjenige, was man von ihm,berichtet, nicht allzu wohl an einander hängt, daß cr weder so böse noch so wahnwitzig gewesen, als man ihn beschrieben, und daß ihm von innen feinden viel angedichtet worden. rckE- in ->ppc"-i. ->ö s>- ßcbcrcum 36 Ln. 0 . U48. Otto I. c. 5;. I. c. ,y. in LuZcn. HI. tiTret. 146. xo--. 3n. C. H48. tcLkxer-billoc. ?. 7. i. ir. c. >. §. io. Epaminondas / ein berühmter General bey den Thebanerit' Sein vater Polymnus ließ ihn in allerhand anständigen kuchir unterrichten, wie cr dann die muüc von Dionnsto und OIvM'«'- doro , das tantzeu von Calliphwne, und die Philosophie von LostA, welcher der Pythagorischen fette war, erlernet. Nachdem er etwa» erwachsen, lag cr allen den cxcrcinir, die ihm in dem kriege Aho lich seyn kunten, mir grossem fleiß ob. Gleichwie er aber daeuw epa seinen leib geschickt machte, also vergaß er auch nicht sein gemüthe vollkommener zu machen. Danncnhero suchte er sich in seinen Verrichtungen bestheiden, klug, emsthafft und wahrhafftig aufzuführen. Seine redlichkeit war so groß, daß er sich durch kein geschencke bestechen ließ, wie er denn den Diomedontem von Cyzicus, der ihm indes Artarerxis namen geldanbot, ;6oy, x. c., v. L. z 79, oiymx. loi, r sehr tapffer abwieß; wiewohlen er dem bünd- nis selbsten, so da, umb die allzugrosse macht der Laccdämonier zu dämpfen, fürgeschlagen wurde, gar nicht zuwieder wäre; mit gleicher großmüthigkett schlüge er auch Jasonis von Phera eines Thef- salischcn tyrannen geschencke auß, ob er schon im übrigen sehr geringe mittet befasse. Über diß war er von grosser berchtsamkeit, so, daß es ihm keiner von seinen lands-lemen hierinnen gleich thun kirnte; ingleichem von sehr fertig-und geistreichen, wie auch nach ersorderung der sach scharffen antworten gegen denen, so auf ihne sticheln wollen; welches ihm dann in den vielen Verantwortungen, darzu ihn der neidige Meneclides gezwungen, nicht wenig zu statten kam. Seine tapfferkeit ließ er bey allen begebenheiten sehen. Die erste gelegenheit eröffnete sich in der ersten schlacht bey Manti- nea, welche mit derjenigen, in welcher Epaminondas lang hernach umkommen, nicht muß vermischet werden; dann als da die Theba- ner den Lacedämoniern wieder die Arcadier zu hülff gezogen waren, auch der flügel, auf welchem Epaminondas neben Pelopida föchte, in Unordnung geriethe, und dieser letstere bey sieben grossen empfangenen wunden niedergesuncken, stellte sich Epaminondas vor seines Freundes leid,und hielten die feinde nicht ohne ziemliche vergieffung seines eigenen bluts so lang alleine auf, biß endlich derLacedämo- nische König Agestpolis von dem anderen flügel dazu kam, und sie beyde errettete; wodurch dann diefreundschafft Pelopidä und Epa- minondä so fest verknüpfet worden, daß man dergleichen erempel in Griechenland sehr wenig gesehen. Als bald darauf die Lacebämo- nier das schloß zu Thebe, Cadmea genannt, unversehens, und da man sie als verbündete ohne argwohn vorbey ziehen liesse, überrumpelten und besetzten, auch durch solches mittet die gute stadl unter einein harten joch hielten, fasse zwar bey wiedcr-einnahm der stadt, welche von denen vertriebenen Thebanern under Pelopida anführung unterfangen wurde, unser Epaminondas anfangs still, nur damit er seine Hände nicht mit dem blut seiner mit-burgeren, deren es viel mit Lacedämon hielten, besudeln möchte; so bald aber die sach in der stadt richtig, uns man nun gegen die Laeedämonier in dem schloß zu fechten hatte, stellte er sich an dre spitze, und trüge zu dessen eroderung ein grosses bey. Der krieg gienge daraufaufdas hitzigste an. In denen ersten treffen wäre Pelvpidas der Tbcbaneren Heerführer, daher derselben allhier nicht gedacht wird; aber beyder groyen Leüctrifchen schlacht,durch welche her Laeedämonier macht auf einmahl gantz zu boden geschlagen wurde, commandierte Epaminondas , als das Haupt, und wußte auch seine Armee also zu stellen und treffen zu lasten, daß er hauptsächlich und fast allein durch solche kunst denjenigen feind überwunden, weicher bißhcr eben darinnen feine gröste stärcke gehabt; er brehete nemllch seine schlacht- ordnung also, daß der Hausse, in welchem seine beste kriegs-leuth waren, zu erst auf den feind stieffe, und schlüge mit demselbigen, wiewohl nicht ohne hartes gerecht, den ihine entgegen stehenden feindlichen flügel in die flucht; und als die Laccdämonier von dem Mittel, oder c»- 9- K^crii - in ersehung dieser kriegs-list dem Epa- minondä eilends in die feite gehen wollen, wurden sie zugleich von ihme, der den Vortheil an seinem ort schon erhalten, und von Pelopida, der den Mittel-punct der Thcbaneren commandierte^, auff zweyen feiten angegriffen, und da sie sich durch die allzueylfertige anruckung in Unordnung gebracht,auch von dem rest ihrer orvnung, so noch nicht geschlagen hatte, abgerissen, wurden sie noch mit leichterer mühe, als der vorgemeldte flügel geschlagen; worauf alles ur volle flucht gebracht ward, und der Laeedämonier Konrg Cleom- brvtus init mehr als 4000 der seinigen auf dem platz bliebe. Epaminondas ruckte so fort biß vor Gpartam, und baucte die stadt Messene wieder auf /welche vorher von den Lacedamontcren zerstöret worden. Als sich hernach der krieg einige zeit in Petoponnew herum gezogen, und dagegen der tyrann der stadt Phera m Thessalien, namens Alexander unversehens Pelopidam gefangengenommen hatte, gienge Epaminondas mit volck dahin, und bediente sich einer besonderen behutsamkeit, daß er den unbilüchen nnd gcwaltthätigen mann zwar schreckte, damit er den gefangenen wieder anßlieferte, aber doch nicht gar zur Verzweiflung brachte, auf welchen fahl es Pelopidas zu allererst mit dem leben hatte bezahlen müssen. Sonst ist von diesem mann noch merckwurdig, daß, als er in Peloponneso den krieg führete, und nach verflossener zeit seines Generalats, oder (wie Corn. Nepos, wiewohl mit nicht so grosser Wahrscheinlichkeit, meldet) auß Mißgunst seiner feinden andere Generalen der armee vorzustehen abgeschicket wurden, Epaminondas in erwegung ihrer allzugeringen capacität ihnen das comm-,1180 nicht überantworten, und also das Vaterland einer so grossen gefahr bloß stellen wolle, obfchon er leicht sahe, daß er deßwegen bey stiller wiederkunfft nach Theben zum tod verdammt werden mußte; es wäre auch würcklich an deme, daß es geschehen solle ; allein da Epaminondas dieses gleichsam als die leiste gnade begehrte, man möchte in sein lodes-urtheil setzen: Es wäre darum wieder lhne ge- fället worden, weilen er die Thebaner wieder ihren willen gezwungen hätte, die Laeedämonier zu überwinden, und ihnen die Herr- schafft über Griechenland auß den Händen zu reisten; so wurden durch diese red die Richter zum lachen bewegt, und die so nachtruck- liche erinnerung seiner Verdiensten würckte so viel, daß kein einiger eine schärfst Meinung wieder,ihne sprechen dorffte. Zu einer anderen zeit, als die Thebaner in Thessalien krieg hatten, wäre »hm einer seiner mit-burgeren im comwsnllo vorgezogen, er aber liesse sich epa epe 185 darum nicht abhalten nur als gemeiner soldat mit zu ziehen; wie nun das krregs-hecr wegen schlechter anführung zimlichen schaden gelitten, lerstlrch auch gar zurück ziehen mühen, folgte ihme der feind, ,0 eben den vorbemeldten Alerandrum Pheräum zum haupr hatte, auf den fersen nach, und triebe solches (da insonderheit auch Mangel an Proviant wäre) dergestalten in die enge, daß fast alle Hoffnung zu entrinnen dahin fiele; hier zwange sie nun die noth ihre äugen wieder auf Epaminondam zu werffen, und zu seiner hülste zu kriechen, welcher auch mehr seiner Pflicht gegen dem Vaterland, als der zuvor empfangenen schmach eingedenck alsobald die Feldherren- stelle wieder angenommen, durch feine gute anstatt den feind in geschwinde zurückgetrieben und die armee in sicheryeit gebracht bat; wie er dann nicht minder in folgenden zeiten auch mit größer gefahr seines lebens nichts unterließ, was znr wohlfahrt seines Vaterlandes dienen konte. Das letzte treffen, welchem er beygewohnt, war bey ob-angezogener stadt Mantinea, da er von Gryllo, des berühmten Tensphontis söhn, oder noch anderen, von einem, namens Machärion, (den einige für einen Arcadier auß Mantinea selbst gebürtig, andere aber für einen Lacedämonier außgeoen) mit einem wurff-pfeil durchschossen wurde, und das eisen nicht eher aus der wunde ziehen wolle, als biß er gehört, daß die feinde überwunden waren. Worauf er, nachdem er das eisen heraus genommen, .4. ;ÜLI, L. L. , V. c. )9I ^ Oix.mv. 104,2 mit sonderbarer Vergnügung unverheyrathet gestorben. Man begrub ihn an dem ort, da er gestorben, uno setzte ihm daselbst eine ÜE, z„ welcher der Kaystr Adrianus, ihm zu ehren /noch eine setzen ließ. Uin mit wenig worten dem leser gantz sonderbahre gedancken von diesem mann zugehen, dienet nur dieses zu melden, daß sein Vaterland Thebe beydes vor, und nach ihme stäts in schlechter achtung, und meistentheils anderen unterworffen gewesen, hingegen aöersso lang er darinnen das steür-ruder geführt, oder denen kriegs-heeren vorgestanden, ohnstreitig die gröste macht gehabt, und gleichsam für die Fürstin in Griechenland gehalten worden. 1. s. luttul. I, !. IN L IN gpojikck. Loi». in iplluS vics. 1 . 1 ;. bitt. 6 r. I. 6 6 / 7 . in /Vr- cLciicis. vsriL kill. I. 6 . * Epaphus / ein Griechischer geschicht-scbreiber, welcher eine Historie von dem Ephesinischen tempel schrieb, und darinnen von dessen erster gründung und allen übrigen merckwürbigkeiten Nachricht gab. IchA«, lle Kilt. Qiiec. I. z. Epaphus / soll des Jupiters und der Nymphen Jo einer toch« ter Jnachi söhn gewesen seyn, in Egypten regieret und die stadt Memphis erbauet haben. Herodotus bemcrcket, daß der Egyp- tische gottesdienst des Apis eben auß dieser fadet des Epaphi herrühre , auch in dem Griechischen das wort Epaphus würckkch eben so viel als bey den Egyptieren Apis bedeute; die sach ist auch um so viel gläudlicher, weil nach der fabel Jo,als sie mit Epapho schwanger gienge, von der göttin Juno in eine kuh soll verwandelt, uno so lang herum getrieben worden seyn, biß endlich, nachdeme sie in Egypten kommen, Jupiter seine gemahlin erbetten, ihrv widerum ihre vorige gestalt zu vergönnen; in Lmsrp. ^ wk-ll. in ckron. rnsrninin pk.!. i. v. 748 . * Epauna / Epaunum oder Epone / soll eine stadt in dem alten Königreich Burgundien gewesen seyn, und ist wegen des c»n- ciki, welches Lpsunenle, Lponen 5 e, LpLoncnle , kanie. ü und kounenll genennet wird , berühmt. Daß der ort dieses conciüi rm Königreich Burgundien, und zwar im district von Vicnne gelegen, will man nicht zweifeln; was es aber eigentlich vor eine stadt gewesen , davon kan man nichts gewisses sagen. Etliche lesen miünll. und verstehen die stadt Pamiez in Languedoc; andere verstehen dre stadt Mandcvre, welche auch bey den alten »Quorum oder Lpsmanrokunim civiles genennet wird; andere haben andere gedancken. Dieses Concilium aber wurde von dem König Lst- gismundo in Burgundien ums jähr 517 beruffcn; denn nachdem derselbige die Arianische Letzerey abgeschworen, wandte er alle sorge an, den schaden, den er in seinem Reiche verursachet, wiederum;» ersehen. Alcimus Avitus, Ertz-Bischoffzu Brenne, präsidrrte auf demselbigen, und es wurden 40 »nones gemacht, die krrchen vifri- plin zu befördern. L. L. .29. coüell. concll. c. 8, >2. t. 2 . conci!. Lome7. kill. volon. I. -',1. in cbUcillan. I. c.p. Sein novS cisllripr. ktuNALi.99 ich. ^u^ik. von unsarr,. 0 . ii;7. ' Aa Evernav/ r86 epe eph Epernay / siehe Espernat. Epeus / soll v»r alters ein über alle Massen verzagter mensch geheißen haben, von dem das sprach - wort entstanden: Lpc» ri- iniciior, furchtsamer als Epeus. Dem comödien - schreiber Cra- tino hat man diesen namen gegeben, vielleicht, weil er zu der zeit, da er zu Athen das Haupt von der so genannten Oeneidischcn zunfft gewesen, einen Mangel an hertzhafftigkeit spühren lassen. ir> cbil. Epeus / welcher, wie schon berichtet, von Endymione her- stammen soll, war der erste crfinder der kriegs-msdnne, so /rnes gcnennet, und bey betagerungen gebraucht wurde, die mauren einer vesten stadt damit nieder zn stossen; deßgleichcn soll er auch das Trojanische pfcrd erbauet, und die stadt Metapvnt gegründet haben. Es ist hierbey doch zu mercken, daß, was das Trojanische pfcrd betrifft, solches nicht ohne guten gründ von einigen alten, eben von dem obbemeldten Bock oder ^"<-s > erkläret werde, womit nemlich Epeus die Trojanische mauren nieder geflossen, und also den weg zu eroberung der stadt soll gebahnet haben; Es kan auch gar wohl seyn, daß obiges kriegs-aeräthe im ansang der erfindung eben so wohl ein pfcrd, als nachgchends ein Bock ist gcnennet worden, da dann in der ferne, und bey unwissenden leuthen, die fabel von dem Trojanischen pfcrd gar leichtlich hat entstehen können. >/»». >- ro c. 2. 1.7 c.* Epha / wäre bey den Hebräern ein maaß, woinit man ge- traide zn messen pflegte, von eben der quaiitilär, als Bathus, wormit man nasse waaren, als wein, öl, rc. abzumessen im brauch hatte. Es hielte 10 Homer oder; 6e mcui. tiebr. L/. 6c meulur. * LkMIil. hiessen in Athen undGriechenland die jungen pursche von 16 jähren, welche man unter die ander» L,4>cov, einschrieb, und ihnen dabey die haare abschor, davon ein theil denen Göttern aeheiliget, und in ihre tempel gebracht werden umsir. Der tag, va solches geschahe, hieß Lpbcbir; an demselbigen lebten sie vergnügt., stellten einen lorbeer-zweig vor ihr bauß, welcher sich in zwey ästlein theilte, gössen dem Herculi zu ehren etwas wein aus, und das übrige trunckcn sie mit einander. Sie durfflen innert einem jähre nicht wegreisen, ( denn so lange währetc die bcnen- nnng eines Lpkcbi) sondern mnsten sich an dem orte, welcher Lpkcb-Iim gcnennet wurde, so wohl in gemüths - als leibes - cx, -rcirii! fleißig üben. Diese LpbcK, mnsten in ihccir öffentlichen schau - spielen auch beysammen sitzen , und ihr besonderer platz hiesse Lpiicbicuw. /cettss. Lr-cc. t'cc. 6c t'cü, Qr^c. Li,. ßymn. * L?M8lss, war ein fest der Dianä zu Ephesns, welches sonderlich die männcr beqiengen, wobey sie sich rechtschaffen voll- soffen, und die gantze nacht auf dem marckte herum schwärmten. Denen verheyratheten weibern wäre es nicht erlaubet, sich bey diesem sauff-sest und tumult einznfinden, wohl aber denen ledi- cn iungfraucn, die doch eben so ivohl ursach hatten, davon zu leiben, wo sich je.die Herren Ephesier bey einem so unehrbaren fest der ehrbarkeit hätten befleissen wollen; die vorstehere des Got- tcsdiensts bey diesem fest hiessen LUcn«. 6c fcck. ür»-e. kcr. * . waren gewisse feste zu Theben, welche zum andencken des Tiresiä gehalten wurden, wobey man seinem bilde zu erst wcibs- hernach manns - kleider anlegte, damit auf die fabel zielend, da vorgegeben wird, daß gedachter Tiresias bendcr- ley geschlcchls gewesen. Man lässet diesen arricul mit flciß pasi sircn, wie er iin Fritschischen bcx.cc», und vorher schon bey Hoss- mann, stehet ; bekennet im übrigen gern, daß man noch bey keinem guten scribenten einige sichere Nachricht über dieses fest angetroffen, auch nicht einmal bey denen, so sonstcn der Griechen feste mit gröstem fleiß beschrieben und zusammen gelesen haben; Leichtlich wäre hier zu muthmassen, es styc etwas verdruckt oder verschrieben worden, und wurde.es besser Lpiicli>,r heissen, welches würcklich der name eines berühmten Griechischen festes ist, das billich allhicr eben so wohl, als bey Hoffmann, seinen platz verdiente; Allein, die bev diesem articul sich befindliche beschrci- bung kan sich darzu keines wegs reimen, weil LssieMs ein fest Dulcani gewesen, und nicht von den Tbebanern allein, sondern durchgehends in Griechenland gefenret worden; Nur dieses kan hier noch gemeldet werden, daß der name Lpbcllrb eine gewisse art ober-kleid bedeutet habe, so unsern heutigen mänteln in etwas gleich gewesen, und sonsten auch c bm,»,-, w,e bey den Lateinern 8^ßum oder gcheissen ^ Woher jemand auf die gedancken gerathen könte, das fest Tiresia, da es fürncmlich um ausziehen und wieder anlegen der kleideren zu thun gewesen, habe um so viel besser den namen Lpti-Mia tragen können; Allein, wie man sich einseits denen, so sich diese Muthmaßung wollen gefallen lassen , nicht begehret zu widersetzen, so soll man doch auch dieses nicht verschweigen, daß Lptzcllris so wohl ein weibs - als manns- kleid gewesen, und sich daher» aus die oben beschriebene Veränderung der weiblichen in die männliche kleidung eben so gar wohl nicht schicke. * Ephcsus/ eine stadt in Jonien in klein-Asien, so nach einiger meynung heut zu tage Figcna heisst, ist vor zeiten, nach Iu- mni und Plinii aussage, die berühmteste Handels - stadt in gantz klein - Asien gewesen, und zu erst von den Amazonen auf einen niedrigen gründ erbauet, hernach aber von Lysimacho an den ort, da sie anictzo stehet, versetzt, und nach seines weibcs namen Arsi- noe gcnennet worden; so bald aber felsige todt war, nähme sie nieder ihren alten namen Ephesus an. Sie ist sonderlich bernhmt eph wegen des kempels der Diana, welcher umer die wunder-jjMe der welt gerechnet wurde; wie man denn 220, oder, nach änderet zcugnussen, gar 400 jähr daran gebaucl hat, ehe er zum völligen stände gekommen, ob schon der bau durch allgemeine unkdjren von gantz klein-Asien rst gefuhret worden. Der bau-meister wart Chersiphron, welchen andere Ctesiphon nennen; seine thüren waren von cypressen-holtz, welches polirt war, und einen grossen glantz von sich gab. Die treppen aber, die auf das oberste theil des tempels führten, waren aus holtz vom weinstock gewacht, ss man aus Cypern gebracht, wie Plinius versichert. Die ll-w- hex Göttin Dianä wäre von ccdern-holtz, wie Vitruvius berichte!, nach Tenophontis aussage aber von goid, oder , wie andere wollen , von essendem; aber Mutianus ein Römischer Bürgermeister berichtet, daß sie aus reden - holtz gemacht gewesen. Diesel prächtige tempel, so voller unschätzbaren staluen und gcmählde war, woran die vortrefflichsten tünstler gearbeitet hatten, gieng er. c. 400 an eben dem tag, da Socrales mit gisst hingerichtet wurde, im feuer auf, und zum andernmal, L. ;§6, eben der nacht, da Alexander ssst. gebohren wurde. Nachgchends wurde er wiederum aufgebauet, und Alexander erboste sich, die Epher sier mit allem, woran sie Mangel hätten, zn versehen, auch den tempel wiederum so mächtig zu mache», wie zuvor; jedoch mit dem beding, daß sie seinen namen mit in eine inscrssrwn an dem tempel dringen sollen, weiches sie aber nicht thun wollen. Die Türeken nennen diese stadt äjm'ckouc, und die pwvintz, wbrimicii sie lieget, i-arci-sm. Allein heut zu tage ist sie bey weitem nicht mehr in solchem zustand, doch sind noch die merckmchle der alten Herrlichkeit zu sehen, gestalt man allda gross haussn von war- morsteinen, viel umgerissene pftiler und zerbrochene statnen, die unter einander liegen, antrifft, darzu dann nicht wenig bevgetrar gen, daß sie unter dem Kaystr Ncrone und Gallicno vielfältig beraubet und geplündert worden. Die vestuug, welche auf einem etwas erhabenen gründe stehet, haben die Griechischen Kaysne erbauet. Die vornehmste Arche, so dem heiligen Jvhanni gewied- met, ist anjetzo eine Türckische Moschee. 8. Paulus hat zn zweyen malen das evangclium daselbst gepredigt!, und sich z jähr daselbst ausgehalten, auch eine episte! von Rom an diese gemeine geschrieben. Einige geben vor, daß auch der Evangelist Johannes mit der Jiingssau Maria hicher gekommen, daher in folgenden zelten die Bischoffe daselbst sich dessen Nachfolger zu seyn rühmten, und solcher ursach wegen, in der zeit der Oster - scher der Römischen Arche etwas nachzugeben, ihrem ansehen nachtheilig zu sinn glaubte». An. 4; 1, unter dem Kaystr Theodosio dem jünger», ist allhier ein g-ucc-i concUiuw wider Ncstorium gehalten worden, darinnen diestr stines amts entsetzet, und des Pelagii, wie auch anderer irrthümrr aufs neue verdammt worden. Schon lange vorhero, nemlich an. iy8, ist, wegen einrichtung der Oster-seytt, durch Polycratem, und an. 400 durch Chrysostomum, wegen Verbesserung der kirchcn-faehen eine p-mcuMr-zusammenkulifst allhier angestellet worden. Deßgleichcn hielte man daselbst an. 44a den berussenen ssm'llum. welcher deßwegen, weil man den Bischofs zn Constantinopel, Flavianmn, darauf ermordet, ssiric, gcnennet worden, da des Eutychis lehre grossen anhang gefunden. l. 14. I. 4. I. i. I. c. 14. kc. §0/»». c. sZ ; ssks concil. c kill. I. Z c. rz, 24. l.s c. >o öe I. 7 c- I. 4 c. ZZ. c. lr. 1 .1 c. 10. I. 8 c. 6- ->n. c. ;7, 4Z0, 4;,, 447. < 7 /,e 2 ,res« tzjkolr. clu monöe. reilc.tzcsckkeibunA vonItMicc >. lirc. 8 I. r. 6u l-cvLnr. I. z cp. rr. * LkWsfsL. war eine Obrigkeit zu Athen,welche aus zo Athe- nienstrn, und eben so viel andern Griechen bestund, und von dem König Demophoon, die unversehens geschehene mord-thaten M richten, verordnet wäre. Draco schloß die fremdben aus, und bestellte dieses gerichte mit 41 Atheniensern; Solon vermmMe ihre schärffe nach stincn gesttzen, und brachte viel macht aus ihren gerichten zu dem Areopagitischen Rath. Sie.mustcn >0M alt, und lauter solche Personen seyn, die ein unsträflich leben sth- rcten. L»Lmmrtt- -rrliell. 6 r, 6 z. ÄF-rrM 6 s rex. Letzen. - 4 rcic. IcÄ. Ephippus / ein Poet, welcher in Comische.n verfett geschrieben, und verschiedene mal von Athenäo angeführt wird, davon aber nichts mehr übrig. mm. ^r>c. Ephodi / sonst genannt Prophet» Duran, oder Durante, von anderen aber , wie auch Peripol Duran, und am andere lveise mehr, wäre ein berühmter Rabbiner, welcher M das jähr Christi i;y4 grlebet. Er foll einmal die ChristlielstM- gion angenommen haben, hernach aber wieder auf das thum gefallen seyn; Er hat eine sehr gifftige epistel an Bonetum, einen von den sinnigen zu den Christen übergegangenen chivrn, geschrieben, in meynung, denselben wiederum auf seinen cmeuu glauben zu bringen. Von seinen schrifften ist nichts so beruh««/ als sein werck Lpyoll, von welchein er auch den na>w«kM' pfangen; Es ist solches ein ansehnlich grammatisches wem , «ff' innen er sich osst dem L. Kimclli widersetzet, mit einer gelehm» r-Tknion, von dem nutzen des tkullii eibsici öcc davon, welches niemals gedruckt worden, hat I. Bsstvrf a«» Constantinopel von Jacobo Romano, einem gelehrten Rabbin r/ empfangen, und sich dessen össters in seinen jchrifften, sondernw 6e punLtvrum ^nriquilLke mit nutzen bedient; Es siudet sich vm mals mit den übrigenHcbräisthenBuxtorfischen büchcrn in bwu°- rUcca Public- /ecccism. N»lilicnli§. Kibl. Krbb. sc««//-»-' NttOlU. kMIOKI, Ware zu Lacedämon ein gewisser Magistrat, der ausPersonen bestünde, welchen Lycurgus, oder/ nach anderer meynung / Ehilon / oder auch gar erst der König Theöpompus aufgebracht haben soll. Anfänglich wurden sie von den Könige»/ nachmahls aber vom volcke erwählt / und ihr amt währete nur ein jähr. Das vornehmste absehen dabey war / daß sie der Könige gemalt in schrämten hielten/ damit sie sich nicht eine -Wl'oiure herr- schafft anmassen möchten. Weil sie meist aus dein volck erwählet wurden / so hielten sie auch viel auf des volcks freyheit; nach der zeit aber bekamen sie die vornehmsten geist - und weltlichen Verrichtungen. Wenn inan das fest der Pallas begieng / da die jungen pursche gewaffnet zusammen kamen / so richteten sie das opffer zu. Wenn man die Götter um rath fragen wolle / so musren sie sich in der Pasiphaes tempel schlaffen legen / und was ihnen daselbst träumere / mufte vor sich gehen. Sie gaben auch etwas achtung auf den lauff der sterne; sonderlich wäre diese gewohnheit eingeführt/ baß die LpKvrr alle y jähre eine gewisse nacht die lnfft und das gestirn betrachten musten / und wann sie dann / wie man es nennte / einen stern schicssen sahen, durfften sie dem König deßwegen seinen Königlichen gemalt stille stellen, unter dem vorwand/ die Götter zeigten dabey an, daß der König gröblich mißhandelt hatte; jedoch käme es noch auf den ausspruch des Delphischen orscuii an / ob solches den König entschuldigen / oder fein urtheil bekräftigen wolle. Diß wäre ohne zweiffel eine ftaaks - list / um die Könige desto besser in dem zäum und in der forcht zu halten. Sie bestellten alle feste und schau-fpiele / und gaben achtung / daß in einer allgemeinen trauer keine Neuerung unterlief. In weltlichen dingen hatten sie freye Hand, und niemand durffte sich ihnen widersetzen; denn sie waren über alle "wsgis , und konten deren mit-glieder absetzen, ins gefängniß werffen / oder auch wohl gar auf leib und leben anklagen / ihre fchlüsse ergiengen durch die mehrere stimmen. Sie hielten unter den Ephebis gute auÄplln. als welche sich alle iotage vor ihnen stellen musten / damisssie ihre lebens-avt und leibcs-beschaffenheit beurtheilen könten. Sie entschieden auch einige streit-sachen, und hatten ihr aufdem marckte. Sie hatten die ansucht über den gemeinen Kicum , und musten bey ihnen alle rechnungen abgelegt werden. Die zeit des jahrs theilten sie ebenfalls, und wenn sie ihr regiment anfiengen / welches um den kürtzesten tag geschah, sieng sich das neue jähr an. Weil sie aber ihre grosse gemalt mehrenthcils mißbrauchten / so wird ihrer bey vielen m,w>-wu 5 nicht in gar grossen ehren gedacht. Dieses wichtige amt wurde endlich vom König Cleomene mit gemalt aufgehoben / als der die Authoritat des gemeinen Wesens zu Sparta auf alle weife zu schmählern suchte, wie er dann die da- malen im amt stehende gar tödten liesse; indessen gicnge damit auch die bisherige freyheit zu gründ / und verfiel diese stadt bald hernach unter Tyrannen / ja gleich darauf gar unter frembde Herrschafft/ zu einem nicht undeutlichen beweißthum/ von was für grossem nutzen dieses amt gewesen. äc -ex. milc. L-Lcon. * Ephorus/ ein Redner und Historien-fchreiber / war gebürtig von Cuma in Aeolien, und lebte gegen die i°7 Olympias/ und das^rjghr der stadtRom, züzr, L.c. zzr. Jfoerates war fein lehrmeister / auf dessen einrathen er auch seine Historie geschrieben. Weil er denjenigen nicht gewogen war / die ihre ge- schichte von fabelhafften zelten ansieugen / so bemerckte er nur diejenige fachen, welche die Griechen und^andere völcker / nach der Heracliden wiederkunfft / ober, nach Suidä ineynung / von dem Trojanischen krieg an, bey nahe durch achthalb verrichtet hatten. Es bestund solche Historie aus ;o düchern, und einem jeden buch war eine vorrede beygefügt. Diodorus Siculus emd Strabo legen diesem wcrck in vielen stücken grosses lob bey, Se- neca hingegen und andere finden daran genug zu tadeln. Ausser diesem hat er noch einige andere schrissten verfertiget, wie er dann von guten und bösen24 buchet/ und von den durchgehends bewunderns-würdigen jachen 15 / ingleichen einen tractat von den siädten in Thracien / hinterlassen / darzu noch dieses kommt / was er/ unter dem titul , von seinem vaterlande geschrieben. Einige halten dafür, daß sein söhn Demophilus seine Historie erst völlig zum stände gebracht, i. 9 x. -.90 1. 0 I. IZ x. ch!,8. i. 1 c. l. 4 c. I 1.16 c. 77. gu«ff. nsrurLl. j. 7 c. Ä/ÄM in öc äs vic» lioweri. ,ie ii-llor. 0,L-c. p. z6,cie xkllnll leÄ- c. 4. äs tcism. msrk. c. 4z. in inäics suk. plinii. * Ephraem / ein Griechischer LuÄor, welcher zu ansang des 14 seculi lebte/ und eine Chronick von den Constantinopolitam- schen Kayseren in Jambischen verscn schrieb. iw. 16. I. > cic xsrsä. in cLkili. icrixr. (ibal. L-V 4 F,. Mcex/l/orn,. ->n. L. z;8 öc ^0/^r^, äs llillnr. 6r. I. r c. lS, K. nielncnrcs i^svsns. bitzliocllecx oricnl. -4,. »oÄ, llcirsr-llill. k 1 l. 4 s. 4 h. Z6. * Ephron / eine stadt in dem staunn Ephraim / welche Abia der. König in Juda / dem König in Israel abgenommen. -- ,z. Ephron oder Hephron / war eine feste und grosse stadt in dem stamme Manasse ohnweit dem Jordan. Judas Maccabaus zerstörte sie, und ermordete alle bürger, die darinnen waren / weil sie ihme in dem krieg wieder Timotheum den durchgang sperren wollen / und mit stürm eroberet werden müssen. - r Lkrcc. rr» ^0/. i. ir. c. <2. * - sind bey den poeten die Nymphen der brünnen genennct worden; indessen kommt dieser name bey den alten gar wenig vor, und gebrauchen die scribenten viel lieber das Wort ö-c. Nur findet sich derselbige in einem zimlich artigen tzwißfAmmLre eines Griechen, der sich sechsten darinnen Henna-! creon nennet, und in der .4mKo!oZ>!> Lx. or. stehet. * Ephyra / soll / nach der poeten vorgeben / des Oceani tochter, und eine Nymphe gewesen ssyn / von welcher die staot Corinthus (bevor sie von Corintbo, einem söhn Marathonis oder Pelopis, repariret worden) den namen Ephpre bekommen, georz. I. v. 464. mer. !. r. v. - 9.tZc bei!, crv. 1. 6. v. Epicadus / (Cornelius) ein freygelasseuer des viK-wnis Syl- lä, lebte >r. u. 657, und brachte die welche Sylla von seinen eigenen Verrichtungen zu schreiben angefangen, wegen seines todes aber nicht vollenden können, zu stände. Über dieses soll er auch etwas von verscn und znnamen verfertige: haben. l. I. c. ,IN iNuUr. Or.nnn. csrm. Iicroicv. I. !. äs kill. > sr.!. Epicharis / eine weibs-pcrson / von geringem herkommen, auch sonst von schlechten sitten, erzeigte sich aber am ende ihres le- bens über die Massen standhafftig. Dann als sie sich neben anderen in die Pisoniamsche zusammen-schwörung wieder Neronem verwickelt / und deßwegen von Volusio Prvculo / (welchem sie die fach anvertrauet / jedoch aber die nahmen der mit-verbundenen verhallt hatte) angegeben worden / konte man sie doch durch die tortur nicht dabin bringen, daß sie selbige entdeckt hatte. Endlich brachte sie sich selbst um / weil sie besorgte, sie mochte dre schmertzen nicht ausstehen können / wenn man sie aufs neue auf die folter legen solte. Man bemercket / daß viel von dem vornehmsten Romijchen adel, auch mehrere kriegs-leüthe ebenfahls diese parthey genommen, jedoch keiner auß allen eine so grosse tapferkeit und bestandigkeit erwiesen, als dieses von freygelassenen sclaven Herstammende wcib, welche Macht auch selbsten zuvor eine stlavrn gewesen. -m-iai. 1. r. llr.it.ig. I-1- * Evicharmus/ ein Poet und Pythagorifther?Kiiolkpi,us, war ein söhn Thyrst, und wie Dlog.Laertms ivill / in der insiil Eos ge- bobren. Er verfertigte unterschiedliche comodren, darinnen er die lebren des Pythagvrä in versen vorstellete / weil ihm die Philosophie öffentlich zu lehren von dem tyrannen Hierone verbotten worden. Arrstotells schreibet ihm die erfindung der 2 Griechischen buchsta- Aa» bei? X i88 epi den S und 2 zu. Er starb im y? jähre seines attcrs.^Man hat von ihm mir noch einige kragmems. welche Hertelius / Vtephanns und Grvtius in denen sogenannten heraus gegeben. n>-oxe- »es in iplius virs 1. 8. Äcp///r». äc paöii pliilutopli. 6c poeiac. in kibl. Or/rc. p. 490, 644 öe 64;. ^ Epictetus / ein Stoischer niiiloloplius > war gebürtig von Hie- rapolis aus Carlen / und lebte zu den zciten der Kayseren Domitia- ni und Traiani. Von seinem geburts-ort begab er sich nach Rom, und diente allda Epaphrodito / einem freygelaiseneii Kayscrs Nero- nis- Hier fand er gelegenheit / sich in der moral und vernunffl-phi- lvsophie von Rufo unterrichten zu Iahen / darinnen er es auch >o weit gebracht, daß er sie zu Rom andere lehren tonte, welches er gleichfals nachgehcnds zu Nicapvlis in Epiro that / dahin er wegen des harten edicls Kaysers Domitiani / vermög dessen alle nwioiopm aus Rom verbannt wurden/ entwichen. Seme gantze Philosophie bestund aus 2 Worten: , leide und meide. Im übrigen war er ein mann / welchem so wol Christliche als Heidnische feribenten / wegen seiner sonderbaren Mäßigkeit / grosses lob besiegen. Er sechsten bekennete von sich / daß ob er schon weder web noch kinder, weder hanß noch guter, sondern die blosse erde und einen schlechten mantel zu seinem bette habe / ihm dennoch nichts mangelte. Wann er eigentlich gestorben / kan man so genau nicht sagen / doch ist dieses gewiß / baß er noch zu den zeiten des Aayjers Ädriani imt grossem zulauffgelehrct. GIcichivie er aber allbereits in seinem leben sich grossen rühm erworben / also hat sich selbiger nach seinem kodc vermehret / so / daß Lncianus vorgiebt / es sey leine irrdene laterne für zooo drachmas vertauffl worden. Insgemein wird ihm ein gewisses -nci-niNion beygelegt / doch behaupten andere/ daß Arrianus / sein dicipul dasseldige aus den reden Epic- teti zusammen gelesen habe. i. >. c. >, ,?> -9. rs. 1. -. c. r; L I. c. Is,22. noü. /crr. 1 .2. c. 17, i8> 19 ir. t. c. II. §//cko». in Domiriano K: kservnr. vir^ Demonsstls. §//r^/r/. Ls/kc/'oö. ss- rurn. I. i. c. II. Ämp/rH in pincumio Lc siibi, cum coninieniLi. 8»I- wrlii. 7 ,,//!-/- inanucl. sci pliilot. Zroic. !. all /1u- xast. cle L. O. I. 9. c. 4. 2cj Lpaccisn. in virs tizclrino. »er. in bist!. öcc. Epicurus/ einer dergrösteni'>iiioldx>l,orum seinerzeit/ von welchem eine eigene sectc den namen führet. Sein vater war ca-ocics, welcher ihn Ntttc.'keiesti/it'i/r.kN. ;Ü4;/N.L.?ii.V.C.4i;/Ol7mp.ic>9/ 4 qezeiiget. Zu ftincm geburts-ort hatte er Gargetto / so in Attlea scleqcn. Weil die Alhenicnser pflantz-srädte m der msnl -Lamos angelegt halten / qicng er mit seinen eitern noch m seinen jungen jähren dahin. Absonderlich machte er sich imt seiner Mutter an verlassene orte / um daselbst die geister durch sprechung gewisser Wörter zu vertrei beu oder vielmehr durch dis mitte!/ nach dem damahls üblichen abcrglariben die hauffer zu reinigen. In dem 18 jähre seines alters gicnq er von hier wieder zurück nach Athcn / hielt sich aber kaum s zahr daselbst auf/ sondern begab sich zu seinem vater nach Colophon / und von danncn an unterschiedliche örker/ bis er endlich gegen das zs jähr seines alters sich entschloß / vestensitz in Athen zii fassen. Weil er in der Philosophie / daraus er sich in dem 14 iabre seines alters gelegt / gar guten gründ halle/ tanffte er sich daselbst einen schönen garten / um eine schule darinnen aufzurichten. Gleichwie er aber sich schon zu Colophon grossen rühm durch scnie lchr-sätze erworben / also hatte er hier einen migemeinen zu- gang / so daß lhm von gantz Griechenland und Asien / ja von E- gypteir selbst mnge lenk anvertrauet wurden. Diese hatten mit ihrem lehr-meister aste guter geinem / doch so / daß ein ledwedersrey- willig und ohne zwang des andern iiolhdurffl zu hülste kam. Es waralichdieseqcsellschafftsowohlenigcrlchtet/ daß sie sich niemals zertrennet«!. Über vieles hatte sie eine solche ehrcrbletmig gegen ihren lehr-messrer/daßste seine Worte als eine göttliche wahrhell aufnahm / auch scincu gedurlS-tag noch zu den zelten Plinst seycrlich begteiig. Seme Philosophie aber / darinnen er sie unterrichtete/ theilte er in c-nonicLm, da er die mitte!/ eine fache zu beurtheilen/ an die Hand gab / da er der cörper Zeugung und Verwesung oder Veränderung lehrte/ und endlich da er das gme in erwchlm und das döse zu meiden anmahnte. Das höchste gut sehte er in der wollnst / das ist / in einer geinnths-vergnügling / nicht aber in einer viehischen begierde/ den lüften des leides acnüge zu leisten / welche sich viel seiner diseipeln gefallen lassen / und dadurch ihrer stete eine,', gar hcßlichen schandflcck zugezogen. Erbrachte auch das ssNons des Democmi von den -«nmisswicwol etwas verändert / auf die bahne; und wett er glaubte / daß diese vhnvei sthcus dGch ihre mannigfaltige beiveguiigeu die theile der ivelt hervor brachten / so qieng er dadurch der Vorsehung Gottes etwas zu nahe. Er svrach den göttcrn alle gniiZken oder vorsorg für das menschliche geschlccht, und andere geschopsse ab/ und behauptete hingegen / daß man ist wegen ihrer herrlichen natur verehren müsse. Ob schon die Stoischen Philosoph! nichts uimrstes- sen / was ihn verdächtig oder verhaßt wegen dieser lehr machen knnte/ so legte er doch zu seiner Vertheidigung verschiedene wereke der weit vor die äugen/ darinnen er zur Verehrung der qötker und Mäßigkeit anmahnte. Wie er dann selbst das jenige / was er ge- lehret/ in der that auszuüben sich stetes beflisse / und seine grosse a-iicLreNL in einer Mahlzeit / die aus Wasser / brvdt und salb bestund / iuchte. Sein ehemaliger schnlcr / Limocratcs / so ein bru- der des Melrodori war/ welcher letztere dem Epicuro eifrig an- meng / wandte sich von ihm / und redte ihm viel gottlose und schimpfliche fachen nach / die aber Epicurus mit ziemlicher hefftig- relt widerlegte. Endlich starb er an dem stein / nachdem er 14 tage rranck gelegen/ HKl. ;7iz / L.c. 271 / u. c. 48; / Olymp. 127,2, »n dem jchre seines alters. Kuvtz vorhero verfertigte er ein lesta- epi ment / worinnen er verordnete / wie er es nach seinem tobe mit seinen gutem wolle gehalten wissen. Er hat gar mel wercke verfertige! / die Diogenes Laerstus in der ordnung erzeissel / doch ist nichts mehr davon übrig/ auuer einigen episteln / so Dlogenesraertlus in seinem leben änsühret. Allein was die zelten uns benommen/ das hat verschiedener scribentcn liebe zur warheil oder doch zu des Lpicur, 8>ttemLcc hiennn ersetzet, Ltliter den allen tstLucrelius imö Diogenes Lamms / unter den neuern Gassendns und viel andere. Unter seinen vornehmsten diseipeln waren Neoeles/ Chäredenuis/ Anstobiilus / die seine brüder gewesen / stm knecht Mus und Me- rrodvrus von Lampsaco/deffentands-teule Eplcstro in grosser menge anhiengen. Lrcciscpist. tsm. 1 i; cpist. w cie tin i. icircL 2.. cie nsr. I)cc>i. I. > , Lc ; Lrsr. I. r lllva rv. >lOro^. Nseni«« 1.10 cum uoris crulLub. /liciobrsnlliiii irewczue üttenLAÜ öcKulinü scl N. I. ^uoci uon iuLvircr vivl juxkL L^icur. in Oemccrio yu;, in l) m^os I j c. 6-8e»ec»r cie dsnek. I. 4c. 19 ; cpilt. ri,7y;äcvitLbcs. ru c. ii. O^e/reiconrrs Lclkum l. 7 p. zy;. 4. i. 1 cicc. i'. (?/rsse/r^«^ A in virs öc nioribus Lpicuri Lcc. Epidamnus / oder Epidamnum / eine stadt / so heut zu tag Durazzo genannt wird. Sie ward von den Coreyräern L. N. ;; üg ic. ü18 / V. L. Izü / Olymp. 40/2 angelegt, siehe Durazzo. Epidaurus / siehe Malvasia. Epidtus / (C.) ein Redner/ dessen Plinius gedencket / Harem werck verstrichet/ varinn er die bäume redend einführet. Einige vermilchcn ihn imt Cornelio Epicadio/einem freygelaffenm des Syllae / dessen bey Suetonio Meldung geschiehet. Es ist auch eine ansehnliche samillc dieses namens zu Rom gewestn/wclche berlihm- le manner hervor gebracht hat. L in virr o-ü. IIS. I. 2 den. civ. Dro < 7 n//r«ö I. 44. 7 -ü» I. 16 c. 2; öcc. Epigenes/ em /rtti oloZus und Historimsschreiber/ welcher von Plimv dem Beroso und Critvdemo beygefügt wird,/und von dem zu, l. ZI c. I. 4 ( 5 c 14. ho//«ic>ib. 4Nnomzg. c.A. ^1/ssE», l. 1. cicmcnr. Iisimon. Ue liitt. Qr«c.!. z. knöi/cir« ViVI, Lrxc. l. 2. c. 19. Epigonus/ lebte in dem z ten stculo/ und war der Urheber derstiilgen ketzer/ so vuriipsliUni genennel werden. e- ti.rc. kuv. t. z. an. 260. LULXLss. ward bey den alten Griechen ein gewisser lnst- streil gencnnet / welchen diejenige / so wein auspresseten / unter sich anstellten / wer nemllch unter ihnen am ersten den meisten most;u- wegen bringen könle; wobey zugleich dem Bacchozu ehren gewisse lodgcsänge angciilinniet wurden. ^/»^prmii. niycli. p. Z4- Epimay/ siehe Espinay. Epimemdes/clil voeiL -picus. welcher I.Äl. z;88/^. 6. Zy6/^.C!. i;8/Olymp. 46 zu einer zeit mit Tolvneleblt. Er waransCretagebürtig/und nachdem erhrngeschlcktwordm/'ei- nes vatters Vieh zu hüten / soll er 27 jähr in einer höle geschloffen haben /da denn/ als er wieder nach haust kam / ihn niemand kannte / gleichwie auch ihm iederman unbekannt war. Dieses gedichte muß von stincn langwierigen reisen in fremden ländern ausgelegt werden. Als du pest zu Athen «Zierte / verordnete er um diese siadt davon zu erlösen / daß viel wehst und schwache schaust m AMP- go musien geopfstrt werden. Er soll auch durch seine opffer und austasten die statt so wohl gereintget / das ist / derGöttern zom wieder diestlbigcso wohlbesänfftigel haben / daßsie aufcinmalda« besreyet worden. Nun stunde es ihme frey / für seine bclohnuna wegen geleisteten dicnstcn zu begehren / was er nur wolle; allein« begnügte sichln dem schloß zu Athen ein zweiglein von einem ge- heiltgttn vel-baiiin abzubrechen / und gäbe darnnt denen/welche dem qemcmenwcstndieiistethiin / oder zu thun vermeinen ein ichc- nes erempel / wasfür eine gatmng lohns sie sich am meisten dafür wliinschen sollen. Man legtihm auch das werck von dem Ursprung der Curctcrund Eorydanter bey. Sonst sind noch ; andere dieses namens / davon die 2 ersten geschlechts-register/ und der drille / vre Historie von Rhodus in Dorhcher spräche geschrieben. 0'«L> tt- cilrr« m vliL i. i. Iist. lle Ic!;ibus. H-ril öc i8. in Lorinili.ttirle»'. I. 8 c. 14. ?/i/r. I. 7 c. in 8ol»iie. lli^l. r llilk. posk. * MNLDMD8. war/nach den fabeln der Heydnischen Poc- tcn/cin enckcl des Himmels/ und ein söhn Iapeth welcher ihm Ml Hesperv/ Atlante ^ Promethco und 26 andern söhnen/sv insgesamt von einer riescmnaßigcn grosse gewesen / mit seiner gemahlin oder Lhcmis/ oder Climene/ gezeuget. Weil er seinem bruder Pro- mctheo geholffeN/ da er denersten menschenaus kotb gemacht, hm ihn Iupilcr zur strafe in einen äffen verwandelt, HIL. ij/ss. (/es 4 /«//-/ p. 7. Epmay / siehe Espinay. Epimcla/ war bey den alten ein fest / an welchem sie nach nein erhaltenen siege lustig wareil/tankten/Iieder sungen, gastmyen und opffer hielten. Indessen wäre es nach dem unterscheid der »sickeren auck m etwas unterschieden; doch hielte man es an emm feld-obristen für eine unumgängliche schiildigkeit nach jedem M ein solches fest und opffer zu basten. Es hiessen auch die lieber M welche mau dem überwinder zu ehren absimg. kü/si-"». Epiphanes / war des ertz-ketzers Carpocratis söhn / dcr sim^ vaters dvßheit nachfolgte. Clemens Alexandrinus erzehiet/ epr von den Anwohnern in Cephalonia , aus welcher landschafft seine mutier gewesen , als ein Gott angebeten worden, e/-??». Arom. !.!>L'r. ;r. Epiphanius / ein Patriarch zu Constantinopel, folgte um das jähr 520 dem Patriarchen Iohanui ans Cappadocien. Der Pabst Hormisdas forderte von ihm, daß er , nach gewohnheit, einen Gesandten an ihn schicken, und die gewöhnlichen präsente offeriren solte, welches die Constantinopvliranischen Bischöffe bisher freiwillig gethan, Hormisdas aber als eine schuldigkeit verlangte. Epivhanius bequemte sich, und that, allen streit zu vermeiden, was der Pabst haben wolle. Er bekam auch von dem Pabst eine vollmacht, alle diejenigen in die gemeinfthafft der Römischen kirche aufzunehmen,die eine gewisse chrmul,darinnen die annehmung des Makedonischen conciin und Verdammung des Eutychis enthalten war, die ihm der Pabst zugeschickt, unterzeichnen würden. Er starb an.; zund hat das zeugmß, daß er es mit den rechtgläubigen wider die Eutychaner gehalten. essll. 7- ei- 7z. Lc! an. ;io i>. 8. >c. sä sn. n. ;8. in cllron. ccctcll OrLc. p. 5A. Epiphanius / ein bekannter kirchcn-scribent,war gebürtig aus Palästina, aus dem dsrff Besanduce, in dem gebieth Eleutheropo- lis. Seine eitern sollen Juden gewesen seyn, und von seiner anfer- ziehung, bekehrung und gantzcm ledenslauffc werden von Johanne und Polybio, die sein leben beschrieben, viel dinge erzehlet, welche aber die gelehrten als ungewiß und zweiffelhafft verwerssen. In seiner jagend that er eine reise nach Egyptcn, da er in grosse gefahr gcrieth, von einigen weibes-personcn der Gnosticorum verführt zu werdemvon welchen er aber noch los ward.Er gieng daselbst mit den Egyptischen München um , und erkundigte sich ihrer gebräuche, worauf er im 20 jähre seines alters wieder nach hauß kehrte, und eine zeitlang unter des Hilarionis aufsieht lebte. Er selbst fundirte ein kloster, dem er als Abt vorstund, bis er an. zS8 zu Salamina in Cypern zum Bischoffbeförderkwurde. An. ;82 wurde eonach Rom berussen, mn Paulini fache,wegen des Antiochenischeu Biß- thuins, zu beurtheilen. Nachgehends verfiel er mit Johanne, dem Bischoff von Jerusalem, in grosse streitigkeiten, indem Epiphanius mit sonderlicher hefftigkcit den Origenem verdammte, welchen im gegenlheit Johannes vertheidigte,und geschahe es,daß,als Epiphanias einsmals zu Jerusalem predigte, und seinen eyser gegen Origenem ausließ, Johannes einen Lrckwiaconum zu ihm schickte, und ihm das stillschweigen auferlegen ließ. Zu einer andern zeit, als Epiphanius daselbst predigen wolte, stieg Johannes selbst auf, und zog jenen in seiner gegenwart, als einen Anthropomorphiten durch. Dieser streit wurde so hefftig, daß sie unterschiedene episteln und apologien gegen einander schrieben, und darinnen einander vor- wurffen, was sie nur erdencken konten. Bald darauf verfiel er noch in eiaenandern streit. Denn als sich Thcophilus, Bischoffzu Ale- xandrien, gleichfalls sehr hefftig wider Origenem bezeigte,und einige Manche, die es mit Origene zu halten schienen, aus Egypten verjagte,nahm Epiphanius dessen parthen an; hielt auch bald dar- aufeine verstnnmlung der Bischöffe aus Cypern , da dann Orige- nes und seine bücher verdammet wurden, welchen schluß des con- cilli er so wohl andern als auch dem Chrysostomo, der die von dem Theophilo verjagte Münche aufgenommen hatte, kund that. Ja er ließ sich von Theophilo bereden,selbst nach Constantinopel zn gehen, woselbst er mit Chrysostomo, der ihm alte Höflichkeit bezeugte,nicht eher etwas zu schaffen haben wolte, bis er Origenem verdammt, und die Egvptische Münche weggeschafft hätte. Da er aber dieses nicht erhalten konte,auch in Chrysostomi kirchen-verrichtungen Angriff that,und von ihm deshalben bestrafst, ingleichem von der Kay- serin Eudoria nicht allerdings gütig empfangen wurde, gieng er anverrichteter fachen von Constantinopel weg. Man berichtet, daß er bey dem abschiedegesagt: er hoffte,Chrysostomus sollte nicht als Bischofs sterben, woraufdieser geantwortet: Epiphanius wurde nicht einmal lebendig wieder in sein Bißthum kommen. Beydes soll erfüllet seyn, indem Chrysostomus bald darauf abgesetzt worden , und im cxiiio gestorben, Epiphanius aber gleichfalls aufder rückreise an. 402 sein leben aufgegeben, da er fast 100 jähr alt war. Er wird von etlichen wegen seiner frömmigkeit und gelehrsamkeit gelobt, andere aber bemercken an ihm eine gar zu grosse hefftigkeit und andere schwachheiten,die einem Bischöffe nicht wohl anstehen, auch bezeugen seine bücher, daß er sehr leichtgläubig gewesen, und vieles ohne gnugsame Untersuchung geschrieben. Die Kaystrin Eudoria machte ihne wegen der allzugroffen hitz, und dem fast blinden eyfer, welchen er in diesem streit wider Origenem und alle, die solchen nicht, gleich ihme aufs hcfftigste verdammen wollen, mercken liesse, durch eine sehr vernünfftige Antwort schamroth. Sie hatte ihn, da eben ihr söhn der jüngere Theobosius unter wahrendem anwesen Epiphanii zu Constantinopel gefährlich kranck wäre, für desselben gesundheit zu bäten ersuchet. Er antwortete: Ja, ihr söhn würde nicht sterben, wo sie nur alsobald den Dioscorum und andere Origenisten aus ihrer gesellschafft verbannete. Aber er muste von Eudoxia sich wieder sagen lassen: Sie wisse wohl, daß ihr Gott den söhn nehmen könte, wie er den gegeben; seye auch bereit, sich nach seinem heiligen willen zu bequemen. Indessen wäre fle auch dessen versichert, daß Epiphanius, der sich eines so hohen tbons gebraucht hatte, als wenn er über tod und leben, frey gebieten dörffte, ihren söhn, wo der je stürbe, keines wegs würde wieder erwecken mögen, als der ja eben vor wenig tagen seinen ^clliäis- rcmum hätte sterben lassen. Unter seinen schafften ist das vornehmste das so genannte oanarinn gllverius IiLreles Üs; die übrigen, so noch vorhanden,sind: LncoiLwL, p. llc Löe termo-, LNLcepllLls-c>l>8 r. p-narii spirome ; p»nc!cridur 6-mcnluris über; 6cc. DwNysiUs Petavius hat unter andern seine wercke zu Paris an. IÜ22,2 vo!. epi 189 inkol. herausgegeben, und gelehrte anmerckungen hinzugefügt, welche eNinon zu Cölln an. IÜ82 cum appenciicc kcravianL wiederum aufgelegt worden, in cataloz. tcripror. eccll c. ,1^., ir. Lpolog. r 3c! Lullic. L aiibi. cie iia-cel. 77,coc!. an. ^72. ri. ic>8. tecz. Lr«,, c!e icriptor. scc!cs. L 77 ». * . Epiphanius / Bifchoffvon Pavia, wurde gebraucht,eine Versöhnung zwischen den: Kayscr Anthemio und seinem tochkermann, dem Ricimero, aufzurichten. Desgleichen gieng er mit dem cNa- kLÄer eines a,ml>Lttai!eurs zu Thevdorico, welcher ihn zu dem Könige Gondebaldo in Burgund schickte, um daselbst die sreyheit vielen gefangenen wieder zu verschaffen, worinnen er auch nicht unglücklich war, und darauf um das jahr4yo starb. vir» gpucl 8nriuin 2L januar. Epiphanius / ein Scliniastici-z. lebte in dem z seculo, und stund mit Caßiodoro in guter Vertraulichkeit, aufdessen einrathen er auch die bikor. ecclct. 7 ?ll-c>c!c>reti, 8ocrari5 UNd Loromcni fus LMelNifche übersetzet, woraus er nachgehends die sinnige, welche er iri parmLa, nennet, verfertiget. Es werden ihme auch noch einige andere Übersetzungen zugeschrieben,als die erklärung Didymi über die Sprüch- wortere Salomonis und die 7 Canonische Episteln, auch des buchs Lp.pkLni, über die Lamica, und endlich eine sammlung von Sy- nodal-sendbrieffen, welche in fachen des Calchedonensischen concNii an den Kayser Leonem waren geschrieben worden. pr«- tat. in !ijsto,.rrip. Q, cic cüvin. !eA. c. ,7. in csra!. c. ,2. 74- killt. Karin. * Epirus/ ist eine Provintz von Griechenland,zwischen Jllyrico, Thessalien, Aetolien und dem Ionischen meer. Sie wird von den ZeoZrspkk in kpirum 3 niic,„Ln> und N 0 V 3 IN unterschieden , wovon jene den eigentlichen Epirum, diese aber auch CrLciL.oder das heutige Albanien mit begriff. Die erstere theilte man wieder in die landschafften Chaoniam, Thesprvtiam und Molossidem, worzu einige noch Cassopiam, Eestrinem und den Pindinn hinzu thun. .Die volcker waren, ausser den schon genannten, die Orestai, Perrhobii, Athamanes, Tymphäi, Aethices, ParoräyAetiatares. Sie begriff die stadte Oricum, Palästein, Antigonäam, stlicopolin, Passarton, Chimärani, Omphaliun?, Phönicen, Panorrnum, On- chesmum, Dodonam, Cassiopen/Posiddium, Elatriani, Buthro- tum, Pandosiam,. Cichyrum, sonst auch Ephyre genannt, Tecmon, Phylaccm, Buchatium, Ambraciam, und andere, nebst den Offen Celydno, Thyamis, Acheronte und Arachtho, von Venen der erste die gräntze dieser landschafft gegen abend, der letzte aber gegen morgen war. Auch waren die Ceraunische gcbürge bey den alten gar berühmt. Es hat dieses Land vor zeitcn feine mächtigen Könige gehabt , und ist Olympias, Alexandri iVl. mutter sowohl alssPyr- rhus, hieraus entsprossen gewesen, nachgehends aber sind diese von den Römern unter das joch gebracht worden. Seitdem 14 seculo stehet es bis aufetwas weniges, so den Vcnetianem gehört, unter Türckischer bothmäßigkeit. Aber ehe sich darum die Türcken recht vest setzen möchten, gäbe ihnen der berühmte Scanderbeg viel zu schaffen. Heut zu tage gehören dazu die örter Chimära, Larta,Bu- trinto, Prevesa, Orchimo, Archiro, Elatria rc. An. i z 16 wurde wegen des Bischoffs zu Nicopolis, Johannis, ein Concilium allhier gehalten. 7V-». I. 4. 1. 7. l. ;. 1.17, 26, rb, 74W. I. 8 . 6 e/l. I/. TZc/o». I, ,. ollll c. 64 r. 4 conc. QeoZr- antiqua. * Episcopius / (Nicolaus) ein berühniter bttchdrucker, war von Mondidier in Bresse gebürtig, und muste sich der religion halben aus Franckreich nach Bafel begeben, da er eine tochter Johannis Frobenii, eines gleichfalls berühmten buchdruckers, heyrathete. Seine wercke, die er so wol in Griechischer als Lateinischer spräche gedruckt, sind alle sehr sauber und nett. Mit Erasmo Roterodams hielt er gar genaue freundschafft; wie dann dieser ihm die voüfüh- rung seines letzten willens neben Hier. Frobeniv in seinem Testament anbefohlen. Er starb an. 1564, einen söhn gleiches namens und profeßion hinterlassend, der aber 2 jähr nach ihm das zeitliche gesegnet. Er war selbst gelehrt, wüste von den Büchern gar wohl zu urtheilen, und schriebe einen gar netten Lateinischen brief. Seine nachkommen sind in Basel zu verschiedenen ehren-ämtern gezogen worden, und floriren allda noch auf diesen tag. hin. Ue krclle. /c kill. lle l'cg iü: öc cle t'cmpice. cls ^>rinc. lwprim. * Episcopus/ (Simon) war an. im M. zu Amsterdam gebohren/und begab sich an. i6oc> nach Leyden/ allwoerindas colleslum Or^lnum Kumlinns/seines vakters/ Eqberti Remberki Episcopii/sehr guter freund / Vorsteher war / aufgenommen wurde. An. 1606 erlangte er die magister-würdc / und legte sich unter anfnhrung Go- mari/Trellcatii und Armtnii auf die rkc»!o§>° , wobey er sich im predigen so hervor that / daß man ihn zum Pred icantm nach Amsterdam haben wolte/wiewol er / weil er es mit Armimo hielte/ diese stelle nicht erlangen konte. Er begab fich/ demnach an. 1609 nach Franecker/ Drusium zu hören ; nachdem erffch aber hierin disputieren etwas hitzig erzeigt / und dadurch Aibderkum / einen eifrigen Gomaristen / gegen sich aufgebracht / verließ er dielen ort / nachdem er sich y monat daselbst aufgehalten / und rcisete nach Franckreich. Da er wieder nach Hanse kam / hatte er zwar einige verdrüßlichkeiten / wurde aber dennoch an. 1610. von dem Rathe zu Roterdam nach Blyswigk beruffen/ nachdem er vorher» die vo- ration nach Alckmar ausqeschlagen / worauf er im folgenden jähre auf feiten der Remonstranien dem coiioquio. welches man im Haag hielte/mitbenwohnte / und seine gelehrsamkeit an den tag A a ; legte epi epp 190 legte. Dannenhero er nicht allem nach Utrecht zu einem Prediger/ sondern auch nach Lcyden zu einem rrofcsso,echci.>ioz->s.-anGoma- riffelte berußen wurde / welche letztere vocation er annahm/und weil man ihn nach dem tobe Arminii als das Haupt dieser parthey ansähe / viel leiden muffe. Als er zu Amsterdam seines brudcrs/ IohannisEpiscopii/kind aus der tauffe hub/und derPredrger eine frage anders einrichtete / als es sonst zu geschehen pflegte/ antwortete er nicht nrik einem ja / sondern mit emer erklarung dfe- ser frage / worüber erbeydem pöbel so verhast wurde /daß thn em schmidt/nebst seinem weide / mit einem gissenden eisen verfolgte/ und schrie / man solle solche bösewichtcr aufhencken. Ja als an. 1617 wiederum zu Amsterdam ein tumult wegen den Armmlam- schen streitigkeiten entstund / wurde seines altern brudcrs Rembertr Episcopii hauß von dem pöbel gestimmt. Unterdessen kam es da-, bin / daß der > vno-lu- zu Dordrecht solle gehalten werden / da er sich dann mit einigen von seiner parthey auch etnfand / in Hoffnung / daßersowohlals andere ?i-ofcfo,es der vereinigten Provintzen sel- neseffion darauferlangen würde ; allein manwolte ihn nicht anders als einencit-,kum, welcher mit den übrigen Remonstranten zu beurtheilen/tracticrcn. Hierauf hielt er eine rede/ und erklärte sich/daß sie bereit wären/ mit dem zu disputieren/cswar aber alles vergebens / und siel endlich der schlnß / daß die Remon- strantischen lchrer/ die sich nicht bequemen wollen / den übrigen gleich zu lehren / abgesetzt werden / und darzu schriftlich verspre- chensolten/ auf keine wehe in den vereinigten Niederlanden das amt eines Predigers zu verwalten. Weil nun Eptscopius nebst andern solches nicht thun wolle / wurde er des landesverwiesen/ und begab sich nach Antwerpen. Hier kam er mit Petro Wadvin- go / einem gelehrten Jesuiten / in bekandtschafft /welcherffch Hoffnung machte / ihn auf die Catholische seitezu ziehen / und weil er in mündlicher confcrentz nicht viel ausgerichtet/ schrieb er an ihn 2 weltläufftige briefe/a^e^utä lläci uum, welche L0PUIS beantwortete. Er schrieb auch daselbst dasamiUocumsciver- fusl^nncii Oc>rU,»ccii.vc»nonc5, Ultd die berühmte contciiioiicm üllci. Unterdessen lieffder stillestand zwischen Spanien und den vereinigten Niederlanden zu ende /dannenhero er sich bald in Rouen/ bald zu Paris aufhielt / und die «K/c, v.,ri»ncz 1» z > y L c>cp,n. ^ci n.c,mL,«,5 nebst andern fachen verfertigte. Er würd damalszuParismitCnrceUaonndMarcerobekannt/dercnireuiid- schaffl er beständig unterhalten. Endlich da man in den verewigten Niederlanden die Nemonstranten etwas gelinder zu wattieren anstelle, / begab er sich an. 1626. nach Nottcrdam/und unterrichtete daselbst die Nemonstranlische geiiiejnc.Er gab auch damals unter andern schrifften die »p«loßi»ai cvnteilionis k.cnionllr»iiriu,r>, die r> svonlloiicm »u theclincn c»I>imni»ruin »rofciiorum l.evclcniiiim und Vectüüiim ir.iiLs>>oclum heraus. An. 16,4 begab er sich nach Amsterdam/ daselbst einen »rov lltzi-cm bey dem welches die Remonstranten unter der Hand aufgerichtet / abzugeben/in welcher dcdienung ersinn leben an. 164, den 4 apr. beschlossen. Unter seinen übrigen schrifften sind sonderlich bekannt; log,c«,wclcheCurcclläus nach dessen tode heraus gegeben ;-x»men lenrcnciL goll»n»is L^mconircic gr»iii>llei üc tibcro kominis »rdilrio; reftonliosci ciuLsc^ilioIzz^nNLnniz »cverov.cii, ctc vir», rcrmiiio ,f»- tslirne <8 6 , »n movilir ; tvnocti OorcirscenL in KemonNrsnrcs crullclir iniquir-*; und viel andere. Curcelläus hat Episcopii «per» rvcolo. xic» in Amsterdam zusammen drucken lassen/davondereche theil an. i6?o / der andere aber an. 166; zum Vorschein gekommen. Lrmboxcb mit. vir. 8>mon. ttsiifcopii. in vpcr.L- pitcupi . Icircll?n.ui>cl tcsiutcir-Iis»r ?. r c. 4. kcc- r-r-Uill. ?.r>. 17 c. S.L»)-/-. Epitus / eigentlicher Acpitus/ ein König der Messcnicr,,war Crcsvbontis söhn, welchen die vornehmen Herren seines Königreichs hinrichteten,weil er sich gegen das geringe und gemeine volck sehr gnädig bezeigt hatte. Dieses Unglück erführen auch alle seine Ander, bis aufden einzigen Aepituin, welcher damalcn zu allein glück ben seinem mütterlichen groß-vater dem Cvpieo sich aufhielte. Dieftr, nachdem er durch hülste der Dorier und Arcadicr auf den thron erhoben worden,straffte die mördcr seines vatcrs, und zog beydes des Adels und des gemeinen volcks gemüthcr durch seine sreygcbigkeit dergestalt an sich , daß seine wcccirvrcs nach seinem namcn Äevitidä gencnnct wurden; da hingegen vorher» die Könige der Messenier Heraclidä genennet zn ivcrben pflegten. «i», IN xieücn. * Epomenus/ siehe Montes. Iuliano. Eponc / siehe Epauna. Eppendorff/ (Heinrich voir) ein Teutscher Edelmann ohn- weit ^reyberq in Meisten gebohren, ein schüler von dem /ew Za- sio 1 ist deswegen bekannt, weil er mit Erasino einen gar hefftigcn streit gehabt,'aiis anlafi eines briefs, den die,er an Hcrtzog Georg von Sachse» solle geschrieben haben, darum Evpendorffen, der, wie sichs ansehen last, aufdcs Hertzogs koucn stndiret und gercisth eben nicht das beste zeuguiß gegeben wurde. Wie imn Eppendorff hierauf sehr wütete, und nicht nur Erasmum m schrifften deshal- ben angriffe, und bey der Obrigkeit zu Ba,cl verklagte, sondern deine auch gar eine forcht einjagte, daß er vor rhme seines lebens nicht sollte sicher seyn,so ward Erasmus, welchem es in dergleichen fällen gar leicht an Hertz mangelte, zu einem solchen vergleich gebracht , dergleichen er vielleicht mit sonst niemanden eingegangen. Er muffe von Eppendorffen einen brich an Hertzog George von Sachsen schreiben, ihm zum zeichen ihrer Versöhnung und neuen frcundschafft eine schrifft dcdiciren, und 20 gold-guldcn den armen austheilen lassen. Die schieds-richlcr in dieser streitigkeit waren kps Beakus Rhenanus und Ludovicus Berns. Allein der friede wurde nicht lange gehalten. Eppendorff sagte,Erasmus schmähe aus ,hn, und Erasmus gab Eppendorffen schuld, daß er sich,eines über ihn erhaltenen sieges allenthalben berühme, daher schrieben sie gegen einander, Erasmus ; »civriitus mc„ä»cium üc obcicLtsnoncm uuiem »ämomtionem, Eppendorff; juks-n conrr» r>. Nr»smi libeilunj oucnciLm. In den damals entstandenen religions-zwistigkeiten war Eppendorff neutral, wie er dann selbst in seinen schrifften damit pranget. Allein wann man einer feits seine grosse freundschafft mit Ulrich von Hütten anflehet, darüber Erasmus selbst geklaget hat, und auf der anderen bedrucket, daß Eppendorff ein Unterthan des wider dieReformation sehr erhitztenHertzogsGeorgenoewestn, und noch eine pcnsion von deme genossen;'so möchte man wohl aus die gedancken gerathen, seine Neutralität in dem Religionsstreit seye davon herkommen, baß er sich für Hertzogs Georgen Ungunst gehorchtet habe. Was svnsten die wiffenschafft betrifft, st verstünde Epvendorffdas lateiu noch zimlich, und wüste sich unter den leuthen wohl hervor zu thun. Ob er aber auch in anderem gelehrt gewesen, kan man so klar aus seinen schrifften nicht ersehen. Manns an schelten menge, hatte er gut leder zuin maul. Auffert dem Handel mit Erasmo wird seiner nirgend gedacht. Eppingen / ein städrlein im Graichgau in dem Pfältzischm amt Brette» an dem fluß Elsaß. Ehedessen hat es den Grafen von Ebcrsrein gehört, welche es an die Margarafen von Baden verpfändet. Diese haben es wieder an die Pfaltz versetzt. Endlich aber hat Marggraf Carl an. 1468 den ort an statt der rantzion vor seine gefangen,ehafft an Churfürst Friedrichen ben sieghaften gar überlasten,bey dessen nachkommen er verblieben, tt. x. p. es und 7». t.uccrn, zro. Lebm««» cvron. I. 7. c. 106. Epponina / von Plutarcho Empone genannt, war Iulii Sa- bini, eines vornehmen Galliers eh'e-weib, die wegen ihrer ehelichen liebe und treue sonderlich berühmt ist. Als ihr mann gegen ende der regieruug Neronis und in den nachfolgenden Verwirrungen des Römischen Reichs neben Iulio vwcllce sich empöret, wurde er geschlagen, und genöthiget, in eine unterirrdische hole seine Zuflucht zu nehmen,nachdem er zuvor sein hauß in die aschc gelegt,um den mahn bey zu dringen,als wann er im feuer umgekommen wäre. Anfangs -nennte dicEvpoma selbst ihr man wäre tod,weilen er sich nnr zweyen freygclaffenen knechten wegen diesem vorhaben gevf- fcnbahrct hatte. Aber als er durch einen derselben vernommen,wie kläglich sie sich deswegen stellte, daß auch ihr leben darüber in ge- fahr liesse,liesse er ihr die fach entdecken,jedoch mit bitt in der trauer fortzufahren , damit fein tod von jederman desto fester geglaubet wurde. Welches sie auch gar wohl verrichtete, und nachgehends nur selten des nachts zu ihme kam. Aber als man schon seiner völlig vergessen, brachte sie in dieser hole, wie Plutarchus den ort nennet, fast alle ihre zeit bey Sabino zu. Nur rcisete sie,nachdem dieser in Vielecken weife, sonderlich an haaren und gesichtc sehr verstellet war, mit ihm nach Rom, um zn sehen, ob einige anzeigung, daß Vespasianus, der unterdessen zu ruhigem besitz des Reichs gelanget war, ihme gnade erzeigen wolle. Als diese Hoffnung verschwunden, begäbe sie sich wieder mit Sabino in seine krufft, und gebohre ihme da zwey söhne, ohne sich einer heb-ammen hülste zu gebrauche», nur aus forcht, daß dadurch einiger argwohn von ihres Mannes leben entstehen möchte. Beyde diese söhne haben noch lange nach ihnen gelebt; um ihre fchwängerschasst zu verhüten in der zeit, da sie mir den andern frauen im bade erscheinen -miste, pflegte sie ihren leib mir einer gewissen salbe zu beschmieren, die ihn gleich dicke machte, daß man ihres schwängern leibes davor nicht gewahr werden könte, als welcher sonst leicht die leute aufihr nachtlMge gedancken hatte bringen können, daß sie sich entweder nicht ehrlich gehalten,oder daß ihr mann, den man für todt hielte, noch am leben wäre. Endlich wagten sie es im letzten iahr Vespasiani, und stellen sich diese beyde eheleuthe mit ihren 2 söhnen vor ihme, in Hoffnung der gnad. Aber dieser,welcher eigentlich hierinncn die unbarmherzigste that verübt,welche man sonst je von ihme gehörehlieffc beyde hinrichten,, und verschonte nur denen, erst nach Sabini emvörung erzeugten söhnen; muffe aber von Epponina, als die alle Hoffnung verlohrcn, diese freye und hertzhassre Worte vernehmen: Sie Kälte iu ihrer wüsten und finsteren üntcrirrdischcn höle, weit vergnügter gelebt, als da sie lhne aus dem thron sehen müsse. in er«. ricis. Uni. I. 4. 7 c,in ^ Epsham/ oder Epsom / ist eine stadt in der gegend Copthom oder Effingham genannt,in der Grafschafft Surrcy, 14 weilen von Londen. Diese stadt hat gute lufft,und liegt sehr lustig. Ihre mineralischen wasscr bringen rhr nicht wenig Vortheil, indem deswegen eine grosse menge volcks, beydes aus den städten und vom lande zur sommers-zeit dahin kommt. Anfänglich brauchte man es nur zur Heilung ausserlicher schaden, nachgehends aber sseng man auch an, es innerlich zu brauchen. Ep,stein/ eine Reichs-ftcye Herrschaft in der Wettcrau,welche nahe an das Chur-Mayntzische gebieth gräntzet, und ausser der stadt und dem schlöffe gleiches namens, unterschiedliche flecken und dorffschaftcn in sich hält. Sie bat einen fruchtbaren boden, gute eisen-berg-wercke, und schone Wälder, darunter der gröste Neuburg genennet wird. Von gedachter stadt so wol als dem schlösse besitzet Chur-Mayntz die helfte, das übrige aber alles stehet dem Landgrafen zu Hessen-Darmstadt zu. bekkr. n-llea x. ,4/. Episteln / Eppenstein/ eine Freyherrliche familie in der Wettern», welchem dem 16 stculo ausgestorben. Sie hatte ihren Ursprung x ept epu equ svrmigvo« dem Gräflichen geschlecht Muertzthal in der Steyec» „ickck, den nanren aber von dem in selbiger gegend unfern Iuden- imrtz gelegenen schlösse Epstein, davon heut zu tage nur noch die »u-l-r--zu sehen. Von hier hat sie sich in die Wettcrau gewendet, und daselbst das vorher erwehnte schloß Epstein angeleget. Vor etlichen 100 jähren führte sie den titu! der Waldgrafen oder Wald- Loten in der Wettcrau, vermöge dessen sie gehalten war, die Wälder in selbigem districte zu beobachte», die Wild-bahnen und das gehöl- tze in gutem stände zu erhalten, wie auch jährlich ein ober-forst- vder wald-gericht anzustellen., Ohngefthr zu anfange des iz seculi brachte sie die Grafschäfft Königstein an sich, und führte nachge- hcnds davon den Gräflichen titul. Unter andern sind von diesem ansehnlichen geschlecht folgende bekannt gewesen. Emmerich wohnte an. 942 dem thurnier zu Rotenburg an der Tauber bey. Gottfried gieng an. 976 mit tode ab. Wiederadus, Abt zu Fulde, richtete an. 106; das biut-bad zu Goßlar an, und starb an. 1075. Zu dem Ertz-Stifft Mayntz gelangte an. i«Z9 Siegfried I, an. 1200 Siegfried II, an. 1228 Siegfried III, an. 12; 1 Gerhard I, Und an. 1288 Gerhard III. Eberhard, der siebende Graf zu Königlich! und Herr zu Epstein,stund bey dem Kayfer Maximilians I in grossen gnaden, und starb an. i v44ohnvercröt. Seine gemah- lin, Catharina von Weinfperg, gesegnete an.das zeitliche. siehe Aämgstcin. Nil! irüigri. äc MIß!-, ßenr. f. 2I>. ßencsl. ?. ?. ?> äelss,. ?. l l, 9 c» Qr^kciil» 2:6 leg. delckr. tiellen. Eptingen / (von) eine uralte Adeliche familie im Bißthum Bafel. Ihr stamm-Hauß ist Rauchen-Eptingen im Basel-gebieth gelegen. Es sind diesen Edelleuthen viel örter im Sißgöiv zugestanden , als Liechstall, Sissach, Prattelen, Zyfen, Bischoffstein, Wildenstein rc. Sie waren aber gar in viel Innen zertheilet, die alle zwar den Eptingischen schwartzen Adler geführt, aber sich, mit dem kleinvd aufdem Helm, von einander unterschieden. Also waren (i) deren, die sich einfältig von Eptingen schrieben,und 2 gelbe hir- schch-Hörner aufdem Helm führten. (2) Die Eptinger von Blech- mont, führten einen schwachen feder-bufch mifweissen länblincn aufdem Helm. (z) DieMorolffen vonEptingen,führten einen wejs- sen Bischoffs-Hut mit rothen knöpffen. (4) Die Eptinger von Bratteien, führten aufdem Helm einen halben schwartzen Greyffen mit einer güldenen Cron. (?) Die Eptinger von Sissach, führten den federbufch und Adler. (6) Die Eptinger von Liechstall führten den federbufch mit einer meisten streiffe zwerch dardurch. (7) Die Hufer von Eptingen führten ein armloses, gebarthetes, gelbbekleidetes manniein/mit einem spitzen Hut. (8) Eptinger die Gluv- ren führten ein weis-bekleidetes männlein. (9) die Eptinger von Madien führten aufdem Helm ein schwaches wie ein schwahnen- bals für sich gebogenes Horn, daran vornen der adler in einem gelben ringlein.(iv)Die Eptinger von Hüningen führten zwey meiste spitze Hörner mit vielen knöpfilein. (n) Die Eptinger von Rhein- selben führten eine aufgestellte wanne, l^ir) Die Eptinger von Zyfen führten zwey gelbe hintersich gekrümmte, und mit einem rothen band zusammen gebundene Hörner, (iz) Eptinger die Spohrer,führten aufm Helm einen güldenen fpohren. (14) Eptinger die Puliant, führten einen aufrechten gelben flügel mit dem adler darinnen rc. Gottfried von Eptingen wäre Reichs-vogt zu Basel an. 1262. Matthis wäre Bürgermeister allda an. 1274. Hartmann wäre Raths-herr an. i;6o. Hans Puliant wäre Bürgermeister an. N77, zu welches zelten zwischen der Hohenstifft Basei und der stadt ein grosser streit, wegen denen Kayserlichen frcyheitcn gewesen ist. Cuntzmann Spohrer von Eptingen wäre Onmiicur der Hohenstiffszu Bafel. an. I z;c>. Es sind deren etliche in der Semvacher schlacht an. 1 ;86 erschlagen worden. Das ge> geschlecht grünet noch im Suntgow» -»«»»/-/. üb. xn. x. z8z. u-/?». üb. I.x. Z 4 . * Lk(IHOXL8.warenPriester zuRom,welche,gewtsse schauspie- le und opffer,nebst den dabey vorfallenden gastmahlcren aufOber- keitlichcn kosten anstellen muss'». Es ist falsch was einige meynen, daß wann wohlhabende lcuthe in ihrem letzten willen offters verordneten, daß jährlich nach ihrem tode aufihre kosten ein gastmghl gehalten werden folte, die Lj,uic>nes sorge getragen, daß die erben das ihrige thun wüsten, und woferne diese es versäumten, ihre guter eingezogen, und den Lpuiombus zugetheilet worden. Es geschahen wohl dergleichen vermächtnussen in Rom und anderswo; aber biß gienge die kHM-E nichts an, und bestellte ein jeder die in seinem testament,welche dafür sorgen sollen. Sie kamen v.c. ??8 auf, und waren ihrer anfangs nur;, nachgehends aber that man noch 4 hinzu , da sie denn auch 8 cp emvir-, xpulones genennet wurden. Ihr Lolicgium war eines der vier obersten coilsZiorum der Priesteren zu Rom, und hielten es die vornehmste Römer für eine grosse ehr dasselbige zu tragen, o-- 6«/. »z. E. c--. äs «.>!-. Lest,. 5 /nc. Veok. sntiq. /Är/c«,. * Epulus / ein Printz von Istrien, welcher, nachdem er von den Römern überwunden worden, sich selbst den tod anthat. LOUIKI^ein fest zu Rom,an welchem die Ritter-pferde jährlich auf dem c-mpo b^rrio, an einem mit grase bewachsenen orte crercirt und gemustert wurden. Es wäre immer ein wett-rennen zu Pferd, offt auch mit wägen dabey. Sie wurden fast jeden monat gehalten, und finden wir die tage in denen allen Römischen Calen- deren bezeichnet. Romulus hatte es dem Martl zu ehren angestellet. i^r-o I. z. äc t.. l., Ls«. Kom. ank. Equitius / war ein vornehmer kriegs- bedienter unter den Kaysern Valentinian» und Balente an. ;o?, und an. wurde er era rgr gar Bürgermeister. Ammianus Marcellinus, Zosimus und viel andere ferwenten, wie nicht weniger einige alte überschrifften ar- drucken feiner. pkolirzroßr-coäilis Hcoäss. Erack/siehe berück. Eram/ Egram/ eine Benedictiner-Abtey m Flandern, um Hudenarde, an der Scheide gelegen, und zu Mecheln gehörig. Siech an. 106; von Baldumo, Grafen von Flandern. gestifft«, und iiachgehends von den Herren von Oudendnrg treflich be- schetmt worden. Lnrigu. kianär. p. 49. snciqu- Larsfeiä. 9. 7; stvtelis, lebte um die 122 olymp. §692, c. --92, v. c. 46-, und,oll,nach Plinii bericht,ein söhn der tochter Aristvtelis qewefen seyn. Er lebte an dem Hofe des Syrischen Königs Selenci Nica- Uons, und da dessen Printz von der ersten ehe Anliochus, nachqe- hends Soter genannt, aus liebe gegen feine stief-mutter kxanck wurde, aber aus schamhafftigkeit die ursach verschwiegen; wäre Erasiffratus der ersterer solches aus denen Veränderungen,die sich bey jedem eintritt ober Weggang der Stratonice so wohl in des Prmtzen angestcht, als an feinem puls mercken liessen, schlösse, und dre fach dem Konig entdeckte, welcher hierauf selbige diesem feinem Prmtzen überließ. Er hat verschiedene werckr verfertiget, und ist rm hohen alter gestorben, c. 7, i. »o c. 9,1. :s c.». i 29,-. i inOemer-. in8yr. I b. ^ cgp. 7 cx.4» )in vitL meäicoium. ^ Erasi'iius / Bifchoffvon Straßburg, war ein Grafvvn Lim- purg, und erwarb durch feine klugheit, fanfftmnth und liebe zurge- lchrfamkeit grossen rühm. In seinen jungen jähren gieng er auf dre Universität nach Tübingen, und hörte allda bey Stöflero die Nikkei,,, . und bey Braunen und Marquardo die rechts-gelehrfam- reit. Johanni Sturmio zu gefallen, gieng er nach Paris, und hielt ihn so werth, daß, nachdem er an. 1541 Bifchoffzu Straßburg worden , und 8 jähr hernach endlich den vergleich mit der stadt wegen theilung der kirchen,klösteren, und geistlichen gefallen traff,darinnen unter anderem dieser das stifft 8 . Thomä zum Vortheil ihrer allda angelegten schul überlassen ward; der Bifchoff nicht undeutlich zu vernehmen gäbe, wie dieses von ihme sonderlich auch in an- sehung Stürmn geschähe, welcherderftlbigen schon feyt an. izz? vorgestanden, oder vielmehr sie in demselben jähr auf befehl des Raths zu erst angerichtet hatte. Er befand sich mit auf dem c<>a> cUiozu Trident/Undstarban. 1568. K4... »a-r. äs Lpiicap. L-ßsnr, OLÜ. §/eÄ«». rüestr. ^ Exasmus / ein Chartheufer-Münch von Freyburg, hat in dem r? seculo gelebt, und von der gottfeligkeit einige schrtfften hinterlaß feN. c^riüul. Erasmus / (Desiderius) wurde an. 1467 den 28 oct. zu Rotterdam , ausser der ehe, gebohren. Sein vater war Gerhardus, welcher 9 brüder hatte, und von seinen eitern zu dem geistlichen stand gewiedmet war. Gleichwie er aber zu nichts weniger, als zu einem ehe - losen leben geneigt war, also eröffnete er seinen eitern, wie er gesonnen, Margaretham, eines ^eä,c, tochter von Zcven- berge, zu heyrathen. Weil aber diese bey ihrem Vorsatz beständig verharret«,, daß er den geistlichen Habit anlegen folte, ergrif er die flucht, und begab sich nach Rom, seine geliebte schwanger hinterlassend. Jmmittelst, als er sich daselbst durch abschreibung der w 38 L. gar leicht fortbrachte, gebahr mehrgedachteMargaretha Erasmum, welcher, nach gewohnheit des landes, Gerhardus Gerhardt genennet wurde, dafür er aber nachgehends die namea Desiderius Erasmus angenommen. Der vater Gerhardus legte sich zu Rom auf die , fastete in der Griechischen und Lateinischen spräche, wie nicht weniger in der rechts-gelehrsamkeit, guten gründ, und hörte den Guarinum mit grossem flciß. Damit ihn aber seine eitern desto leichter wieder nach Hause bringen möchten, schrieben sie ihm, daß Margaretha gestorben, worüber er sich hefftig betrübte, und einen ordens-habit annahm. Zwar befand er dieses, wie er wieder zurück kam, falsch, doch verlangte weder er sie zu berühren, noch sie ihn oder einen andern zu heyrathen. Vielmehr trachteten sie beyde den jungen Erasmum in guten dünsten und sitten zu erziehen, indem sie chn schon, da er kaum 4 jähr alt war, zur schule schickten. Er wurde auch in dem Dohm zu Utrecht unter diejenigen knaben aufgenommen, welche in dem Chor sangen. Von dar führte ihn seine Mutter im 9 jähre seines ülters in die schule zu Deventer, allwo er der unterrichtüiig eines Westphalers, Alexandri Hegii und Zinthii, genoß, welche, die netten lluäiL wieder einzuführen, bemühet waren. Er war noch nicht über 4 iahr daselbst, als seine mutter an der pest starb, welcher der vater aus betrübniß bald darauf folgete, nachdem er seinem söhne z vormündere verordn«. Diese, schickten Erasmum, welcher, wegen noch anhaltender pest, zurück gekommen wate, nach Hertzogenbusch, um seine m-äi^ daselbst fortzusetzen, hatten aber dabey den Vorsatz, ihn in ein (löstet zu stecken, darzu sich dann gute gelegenheit ereignete, als er auch von hier, wegen des pest und eines 4 tägigen fiebers, so ihn überfallen, zu ihnen zurücke zu gehen gezwungen wurde. Er widersetzte sich so viel als möglich war, muste sich aber dennoch, nachdem er vorher eine stelle bey den o,>nn,'cis i-cZuisribus in dem eloster Sion, so ohnweit Delfft liegt, anzunehmen abgeschlagen, in dem closter Emaus oder Stein bey Göude, unter die ießuUrez begeben, und darinnen so lange bleiben, bis er dem Bifchoff zu Cambray, Hein- rico von Bergis, bekannt wurde. Dieser hatte Hoffnung, vett Cardinals-Huk zu erlangen, und wolle deßwegen Erasmum mit sich nach Rom nehmen, weil ihm aber selbiger fehl schlug, hielte 192 era era sich zwar Erasmus einige zeit an dessen Hofe in feinem gewöhn- ter zu reifen, anfangs zwar gen Bcsan?on , vielleicht auch gar m lichen Habit auf/ verließ aber hernach den Bischofs / und begab die Niederlande, wohin ihne die Gouvernantin / so wohl als an- sich nach Paris in das coUe§,um von Montaigu / worzu ihm er- dere feiner freunden / sehr höflich eingeladen; als er unter andern wehnter Bischoff ein McnLum versprochen. Da aber dieses aus- Ursachen / warum er sich nicht gern allzu weit von Basel entfernen blieb / and er inzwischen in kranckheit verfiel / kehrte er zurücke/ könte, die kommlichkeit des Burgundischen weins anzöge / dessen und ließ sich zu Bergen wiederum curiren. Nach seiner genesung er bey seiner leibes-beschaffenhcit sehr vonnöthen hätte / versicherte gieng er abermals nach Paris / um in seinem studieren fortzufah- ihn Erasmus Schetus / ein gelehrter Kauffmann aus Antwerpen, ren / hatte aber allezeit einen abscheu vor dem iiull.o rUcologicc», (der allda Erasmi geschaffte verrichtete, sonderlich dessen jährliche weil er besorgte/ er möchte den ketzcr-titul bekommen; und auch pensionen ausEngeüand empfienge ^ und ihme solche ftrners in sonsten die dörne und runtzeln der scholastischen rcrminor.„i,, und die Schwell; Übermächte,) man wurde ihme auch in denen Me- vieler seltsamer fragen / sehr förchtete. Hingegen unterließ er dcrlanden/öhngeacht der entlegenheit der örteren/dieses wcins nichts / was ihn in den ituUi,- geschickt machen tonte/ genug anschaffen; bey diesem allem wurde Erasmus nach seiner dadurch er sich auch / weil ohnedem niemand zu Paris war, der wiederkunfft zu Basel von tag zu tag schwächer / und starb endlich hierinnen etwas sonderliches that / grossen rühm zuwegen brachte/ an der rühr den 12 jul. an. iz? 6 . In seinem testament setzte er fo, daß viel sich bemüheten/ seiner unterrichtung zu gemessen. BonifaciumAmerbachium zum Haupt-erben ein; zuuxecM^ Darunter waren 2 junge vorn Adel aus Engelland / welche, nach aber die beyde berühmte Buchdruckere HienFrobemum und Nico- ihrer zurückkunsst in ihr Vaterland / Erasmum zu sich berieffcn / laum EpiscopiuiN/ vermachte darneben allen seinen freunden/ nur welches er auch annahm/ und dadurch qclegcnheit bekam, sich mit wenige ausgenommen, ansehnliche theils in geld, theils in den grösten und gelehrtesten leutcn in Engeltand in bekandtschafft schönen und kostbaren, silbernen und göldenen geschirren, ubrcn, einzulassen. Man will auch, daß ihm der König ein ansehnliches ringen, rc. die er meistentheils geschencks - weise von grossen Her- geschenck gegeben, und da man ihm solches, als er nach Holland ren empfangen hatte. Aus dem über-rest befahl er stifftungen zu gehen wollen, unter dem vorwand einer gewohnhcit des König- machen für alte unvermögende leute, für arme ledige weibs-per- reichs, an dem ufer weggenommen, doppelt so viel verehret habe. sonen zum heyrath - gut, und endlich für junge knabcn von guter Von andern vornehmen und gelehrten männcrn , als Thoma Hoffnung; in summa, wie Erasmus selbst bezeuget, für alle, die Moro, Johanne Coleto, Tboma Linacro, rc. wurde er mit aller man hülste und allmoscns würdig schätzen wurde; welches alles Höflichkeit empfangen, so, daß er nachgebcnds, an Engelland sein Amerbach mit grosser treue ausgerichtet, und noch von dem seini» anders Vaterland zu haben, vielfältig gerühmt. Nachdem er aber gen viel darauf gewendet hat, wie davon die in Basel annoch vor- daselbst einige auf der Universität Cambridge gclehrct, trat er mit handene und täglich gängbare stifftungen ein klares bewciß geben, zwey föhnen des Baptistä Bocrii, eines Königlichen LeitEcci, sonsten, weil Erasmus jederzeit einen theil seiner Mitteln, und eine reise nach Italien an. Als er nach Turin gekommen, nahm namentlich etliche 1000 ducatcn, in den Niederlanden, in den Häuer daselbst den voctor-titul in der rUc«> »g,- an, und zu Bononien den Conradi Goelenii, eines Professors zu Löven, hatte, um sich brachte er seine zu ende, davon er bereits vorhero einen deren zu bedienen, wo er elwan durch die in ober-Teutschland cnt- entwurffzu Paris heraus gegeben hatte. Als er an diesem letzter» stehende kriege von Basel möchte vertrieben werden, hat er auch ort Baptlstam Pium mit hohen,weil hcrgesuchtcn und ungewöhn- über solche summe eine besondere Verordnung gemachet, welche er lichen Worten pe-»r>. en gehört, sagte er: Dieser mann hat meine in dem Bajlmschcn testament bekräfftlget , und die auch von gedancken, die ich von ibmc gehabt, weit übcrtroffen. Als man Scriverio in seiner kleinen coUcÄion der lebens - beschreibunge», ihn nun fragte, wie er solches ineynte t verletzte er: Ich habe und noch unausgegebenen schrifftcn Erasmi, eingerücket worden; ihn zuvor nur für ungeschickt gehalten, nun aber sehe ich , daß er Es ist hernach über diese letztere vermächtnuß, zwischen -er uni- gar unsinnig ist. Er erhielte allda vom Pabst Julio II freyheit, versität Löven (deren Erasmus ein ansehnliches davon legiert) sein ordens-kleid abzulegen, weil solches derjenigen kleidung gleich und denen erben Goelenii, einiger streit entstanden, welchen ansähe, worinnen die ocl-cllc, zu denen mit der pest angesteckten perso- hier einzubringen zu weitläuffig wäre, jedoch bey einer andern neu giengcn, dadurch er, weil er nicht wie die andern, denen ihm gelegenhcit ohnvergessen bleiben soll. Ehe wir Erasmi tcstamcn- begegnendcn Personen aus dem wcge weichen wolle, in die gefahr ter beystits legen, wird hoffentlich die merckwürdige anccam dem kam, gcstciniget zu werden, welche frcvheit ihm nacbgehends Leser nicht unangenehm fallen, daß nemlich Erasmus eine ziem- Leo X bestätigte. Als er sich über ein jähr allhier aufgehalten, liehe zeit in den gedancken gestanden, die von ihme verfertigte begab er sich zu dem Aldo Mauutio nach Venedig, welcher seine schrifften und gleichsam zu erben einzusetzen, indeme er zu sllügi» zu drucken versprochen -arte. Daselbst machte er mit Hie- dem ende all sein gut einem Buchführer vermachen wolle, unter ronvmo Alexandra Mottensi, so auf einer stube mit ihm gewöhnet, dem beding, daß solcher dieselbe nett, sauber und corrcct, in mch- und nachmals Cardmal worden, dergleichen mit Ambrosio No- reren bänden zusammen drucken solle. Unterschiedliche Mätze lano, und mit Baptist« Egnatio, gute Vertraulichkeit» und gäbe 2 von Erasmi Hand, welche noch aufder bibliothec zu Basel, nebst tragödien von Eurivide, dergleichen die comödicn Terenln und anderen Amerbachisch- und Erasmischen schrifften, aufbebaltcn Plauti, heraus. Um diese zeit studirte zu Padua der Ertz-Vischoss werden, zeugen von diesem vorhaben mit niedrerem. Gleichwie von s.Andrews in Schottland, ein söhn Königs Iacodi in Schott- er aber schon in seiner fugend, wegen seines herrlichen M-u und land. Dieser ließ Erasmum, so, wegen der inorosität des Boern, vortrefflichen gedächliiupes, jedermans äugen auf sich zog, da er feine lohne nicht über ein jähr bey sich bebaltcn, und also ohne den gantzcn und von Wort zu worc hersage» ronllirion war, zu sich beruffen, um sich von ihm in IM- konte, ja seine exercier so wohl machte, daß ihm Rudolvhiis terrichten zu lassen, nahm ihn auch mit nach Sicna. Daselbst Agricola mit einem kuß verhieß, er würde ein grosser man» wcr- unterhielte er noch ferner die freundschafft, welche er mit einem den; also achteten ihn in feinen erwachsenen jähren die grosien gelehrten Griechen, Marco Musuro, gemacht, der ihm, zu gründ- Potentaten ihrer gnade würdig. Paulus III wolle ihm den Car- ticher verstehung des Pausaniä, Eustatbii, Euripidis, Pindari, dinals-hut schenckcn , den er aber anzunehmen mit grosser beschci- Svphoclis, Theocriti, rc. sehr viel geholffen. Von hier gieng er denheit weigerte. Eben dieser Pabst wolle ihm auch die Probsicy nach Rom, woselbst er sich nicht allein bey mittelmäßigen standes- zu Deventer verschaffen, welche er aber gleichfalls ansschlug. Personen, sondern auch bey den Cardinälen selbst, als Johanne Clemens VII, und der König Henricus VIII in Enaelland, (cbric- tie klclli'clr. welcher nachgehends unter dem Namen Lconis X den mit eigner Hand an ihn. Der Kayser Carolus V, die Könige, Pabst worden, Dominico Grimano und Acgidio Diterbicnsi, so Franciscns I in Franckreich, Fcrdinandus in Ungarn, Ligiswun- zu lnsinuiren gewust, daß sie alles hervor gesucht, ihn bey sich zu dus in Pohlc», suchten ihn durch ansehnliche pensionen naher bey behalten. Doch schlug er es, aus liebe zu dem jungen Ertz - Bi- sich zu haben. So wäre auch sonsten kein gelehrter Fürst in Eu- schoff, ans, reiscte mit ihm durch Italien, und gicngc, als sich ropa,' der sich nicht, mit ihm zu correspondiren, für eine ehre ge- dicscr nach Schottland zurück zu kehren entschloß, gleichfalls nach hatten hätte. Dein erempel der Fürsten folgten die Reichs - und Holland, und von dar nach Engelland, allwo ihn seine alte freunde andere vornehmste städte nach , welche ihn bey seiner durchreist und Patronen mit gröster freude empfienge», absonderlich vcr- mit wein und anderem zu regalircn pflegten, welches sonst nur schaffte ihm der Ertz-Bischoff von Canterbury, Wilhelmus Wara- Durchläuchtigen Häuptern geschiehet. Doch ist gewiß, daß er am nms, die präbende von Aldington. Er wäre auch des Vorsitzes, meisten aus Engclland gezogen, sonderlich aus denen allda gehab- allda zu bleiben, doch, weil man ikm das versprochene nicht hielte, ten geistlichen bcnetäm. Absonderlich wolle sich sein geburts - ort gieng er nach Flandern, allwo ihn der Ertz-Hcrtzog von Oester- danckbar gegen ihn bezeugen, und beschloß daher», daß man das reich, Carolus, so nachmals Kayser worden, zu seinem Rath an- hauß, wo er gebohren worden, mit einer aufschrifft zieren, das nabm. Nachdem er gehöret, daß zu Basel einige gelehrte leute, coUeglum, wo das Lateinische, Griechische und «.Kewckc gelehret unter der aufsicht Iohannis Amerdachii, an der des würde, nach seinem namen nennen, und gleichfalls mit einer /steronymi, und anderer o-nrum, arbeiteten, begab er sich gleich- überschrifft bezeichnen,Md endlich ihm eine aufrichten solle, falls dahin, stund selbigen mit möglichstem fleisse bey, und bemu- Erstlich wurde sie an. 1549 von holtz gesetzet, an. 1;richtete hete sich sonderlich, über die epistcln anmerckungen und kurtze man dafür eine von stein auf, und, nachdem dieSvamer d>est summarien zu verfertigen; deßglcichen beförderte er das Griechi- an. 1572 umgerissen, wurde eine von ertz gegossen, und an. -6» sehe testament mit seinen nm,; zum druck; nicht weniger einige aufgeführet. Aufsein einrathen wurde aufder ec-ll-mle-uLoven zeit hernach cUiiUci.is LMi^rum, ?!>UI,NZ 5 und Lvznye- ein cc.Ucgium iriiinAUü von der vcrlaffenschafftHieronymiMslldn, llc-!. Weil man nun dorten eine Religions-änderung vornahm, angeordnet, welches, nachdem es sehr wohl von statten gegangen, und Erasmus besorgte, es möchten deßwegen gefährliche ungcwit- den Konig Franciscum I in Franckreich bewog, Erasmum z«M ter sich wider die stadt erregen, auch sonsten seine vornehme zu beruffen, »mein gleiches in Paris durch ihn anrichten zu Mn. Päbstliche Patronen und freunde, insonderheit den Kayser Caro- Im übrigen war er ein mann von sehr schwacher leibes-beschaffen- lum V selbst, nicht erbitteren wolle, retirirte er sich uach Frey- hell, der sich dahcro für starcken affecten nach äusserstem vmno- burg im Brißgow, und kauffie allda hauß und Hof, kehrte aber gen hütete, wie er dann auch wegen seiner bescheidenheit von an- nach einigen fahren wieder nach Basel, um fein buch von dem deren lange zeit unangefochten geblieben. Allein, nachdem stellt Lcci-lle, oder Prcdigrr, völlig zu ende zu bringen, und bey vcr- Übersetzung des neuen testaments heraus kam , wurde er voll änderung der lufft seine vorige gesundheit zu erlangen. Er gibt in Fabro einiger gottlosigkeit beschuldiget. Am allermeisten am verschiedenen bliesen zu erkennen, wie er damals vorgehabt, wei- hatte er von einigen München auszustehen, welche ihn auf alle wehe era weise zu beschimpffen suchten, weil sie besorgten, es möchten aus seinem hohen Lateinischen iHlo kelzereyen einstehen, in der that aber als grobe ignor-wren nicht vertragen tonten, daß Erasmus durch diejenige wissenschafften, davon sie weniger als nichts verstunden , sich bey jederman so grossen rühm erworben. Er gestehet in einigen brieffen, sonderlich an Ludovicum Berum, daß ihne dieses manchmaleu aufdie gedancken brächte, auch nur, um sich an diesen boßhafflcn und rasenden leutcn zu rächen, sich völlig auf die feite der Evangelischen zu wenden. Er bände gar nicht gern mit Luther an, und wurde hauptsächlich eben von jetzt - aemeld- tem Bero endlich bewogen, daß er gegen selbigem das buch lle i>- kic,-» Älkirrio schriebe, welchem Lutherus bekannter Massen das buch cls lcr-. o Libirno entgegen gesetzct. Die Worte, die er bey diesem anlaß an seinen söhn Johann schriebe, bestehen in folgenden Erasnrus ist ein fcind aller Religion, und ein sonderlicher fcind und Widersacher Ehristi, ein vollkommen conrrctUc und ebenbild Epicuri und Luciani. Ulricus Huttenus, so ehemals sein guter freund war, deßgleichen Julius Cäsar Scaliger, und ein anderer Teutscher vom Adel, Eppcndorsius, hatten streitig- keitcn mit ihm, die zwar nicht von grosser Wichtigkeit waren, aber jedoch von diesen dreyen gegncren Erasmi auf eine gar hitzige art, und mit den Herbesten schmäh - Worten getrieben wurden. Zu Basel, aufdem universitäts-cabinet stehen, unter seinem von Holdem verfertigten brust-bild, folgende vcrse: Ingens ingentem perkonsr nrbis Lrakmum , kiic ribi llimillium picts catiellL rekcrr. Ar cur non rorum? mirari llcllne kcllkor, Integra nam rorum rcrrs nec iokä cssst. Sein LpirLpllium ist in dem Münster zu Basel, an einer Saul von marmor aufgerichtet worden. Ludovicus Masius hat auf seinen rod und namen folgendes vunckon gesetzet: kstslis kerics nobi8 invillit , 8ell rollere uon ^ntuir; Aber StephanusPaschasius hat sich an diesem unschuldigen mann mit folgendem rssrLssuo gerochen: klltc jacer Lrakmus, c^ui auonll,nn donus erst muz, Kollere 2 L 8 cr,verio vulgaca ; ejusllemr^ue Larslogus vperum worum. Ue.?,. in epill. opcriduz Lr.llm. prLllxa. ^l^E.in iplluz vite. goi/rrr« in clng. L'b/- lle laull. v^ellsitial. orsc. r . lle epilio!. ^rllen. kslg. acallem. llcs Icienc. t. r. in vir?, Lrsl'mi prirllxs encomio mori,e. ä Ksc/,ew in llllruLN, cnuct. llill. ! urll. juAem. lles kav. ss O. 7 /e/,r Vics llull. Lcri in sascic. Lrsm. le L/erc billl. clloillc ->n. 170; P. z8o lle sn. 170; r. 5 x. 145 L: c. 6 p. 7 lec>. öcc. * Erastus / (Thomas) ein ^-llicuz, wurde zu Auggenen, in einem der Herrschafft Badenweiler, zum Marggrafthum Baden- Dnrlach gehörigen, und ; meilcn von Basel entlegenen stecken, an.i z r; von geringen eitern gebohren; sein Teutscher geschlechts- name hiesse Lieber. An. 1540 begab er sich nach Basel, allda seine llulliu fortzusetzen, wurde aber von der pest angestecket, daß er mit grosser gefahr das leben davon brachte. Darauf gieng er in Italien , und hörte zu Bononien den berühmten Cynum. Nachdem er 9 jähr daselbst verblieben, und die vottor-würde erhalten , gieng er wiederum nach Deutschland, und hielte sich einige zeit an der Fürsten zu Henneberg Hofe auf. Von dar wurde er von dem Chur-Fürsten, Frioerico III, in der Psaltz nach Heidelberg beruffen, um dafclbst die mcllic», zu lehren. Weilen er ausser der »>c>llc>» mich in der rUcoloZie erfahren war, wurde er mit den Pfältzischcn lueoloßis auf das colioizuium zu Maulbrnnn gefchicket. Von Heidelberg gieng er an. ichi nach Basel, und nachdem er daselbst fast ; iahr öffentlich gelehret, starb er in dem üo jähr seines alters. Er war ein grosser feind der sNroiogiL und mellicmL rarLccillc^, gleichwie er hingegen die cch m.e in gewissen stücken zu befördern suchte. Durch seine jatze von dem kirchen-bann hat er sich nicht weniger bekannt gemacht, und dadurch viele aufgebracht, die ihn zu widerlegen gejucht, darunter schon zu seiner zeit Zach. Ursinus, der sonsten sinn guter freund und Lolleß» war, und seil deine auch absonderlich Hammvndus in seinem buche von der gemalt der sclilüpei, welches in dem andern theil seiner Enqelländischen schrillten gch befindet, zu reclmen. Weil diestr inann ohne kinder starb, so hat er einige sehr liche einkünssten zum nutzen der studierenden mgend gestlsstet, welche noch heut zu tag bey der hohen ichul zu Balel gangbar sind, und den namen der Erastischen Stifftungcn behalten. era erb IYZ prolöpogr. vir. mellic. lllll. t-es-re^. llilll. lcri^r. mcll. rllesrr. * LLssUVIss. LLOIIss, LlsOUVIss. war ein fest, welches zu Thefpiis in Böotien dem Cupidini zu ehren alle ? iahr mit opffcren, und, nach der in grollen festen bey den Griechen üblichen gewohnhcit, auch mit kampff-spielen gehalten wurde, daß er die mißhelligkeiten der ehe - leute abthun solle. At-mch 6 r„c. kör. llc kell. 6r«c. * Erato / ist von den Griechen eine unter den 9 Musen genen- net worden, und zwar von dem Wort , liebe, weil man entweder die liebes - lieber ihr zugeeignet, oder, um anzudeuten, daß gelehrte leute von andern geliebt zu werden verdienen. Die alten haben ihr auch den bennamen 8 Lirmrix gegeben, und sie zu einer Vorsteherin, wie auch erfinderin so wohl des tantzens als der dicht-kunst, gemachet. Ihre Verrichtungen sind sonsten gantz artig von Ausonio in diesem verse verfasset: IllcAra gercn« Lrzro llrirsr pelle, csrmine, vulru ; Und eben so wird eine der Musen in einer müntze des alten Römischen geschlechts kompoworum, welche den zunamen ^luk» trugen , vorgestellet, mit dein einen fuß in der lufft als tantzend, und eine lcyr in der Hand haltende. 0^. iw. r lle -rr. smsnlli. in kiülivll. pnntll. m;-kl>. p. ^ Eratoffhenes / von Cyrene, ein llikcipul Aristonis Chii, und des Poeten Callimachi, wurde in der ir 6 «ssmp. um das jähr 478 der stadt Rom, r^l. ;7c>8, /t. r?6 gebohren. Ptole» mäus Evergetes zog ihn zu sich in Egyvten, um die lnbiioMcc zu Aierandria zu verivaltcu. Er war der erste, welcher sich, die erde in ihrem umkreiß auszumeffen, unternommen, und befand, daß sie 252000 üLllia groß feye, weswegen ihm dann der zuname Erden-! Messer beygelegt worden. Er hinterließ auch von allerhand arten der wissenschafften einige schrifften, darum er den namen eines utilloio», bekam. Etliche nennten ihn den kleineren Platoncm; und da er auch eben, weil er sich, auf allzu viele wissenfchaff- ten gelegt, in jeder derselben einige über sich hatte, die ihm noch an kunst vortraffen, so wurde er zum schimpff genemiet, welches der andere buchstabe des Griechischen Alphabets ist, und einen mann andeuten mag, der nirgend der erste ist, und in nichts sonderlich vortrifft. Er starb in dem 81 jähr seines alters. §r,«z>o I. ,, r, Ac. in I.vcukß. Aiexsnllr. Ocmollk. llcc. lle liello Q-lll. I. 6 c. 14. Aker,,/,,« nor. sll lllcsscli. lle tti- com lle illll. Qr. i. 1 c. 17. * Eratoftratus / siehe Herostratus. tEraUt / oder EvraUd / lat. Ar-urarig, Arxurius lINd Klizu- rs, is> ein ffllß in Nieder- Langiicdoc, entspringet auf dem berge Acgual in Sevenes, und ergießet sich in die mittelländische sie, nachdem er die wasser Arre, Buegue, Solondre,, Peine, rc. in sich genommen. Erb-Eittigunff/ ist ein ewiger ftiedens-verglich zwischen dein Durch!. Haus Oesterreich und den Schweitzerischen Cantonen aufgerichtet , krafft dessen kein theil das andere, an seinen landen und leüthcn beschädigen, noch dessen feinden hülff, oder Vorschub thu», sondern eines dem anderen vor schaden seyn soll- Der erste gründ hierzu wurde gelegt an. 1474 zu Costantz durch die mit Ertz-Heryog Sigmund gemachte Vereinigung wieder Hertzog Carl in Burgund, deren innhalt bey Simler und Waldkirch zu lesen ist, welche an. 1477 zu Zürich erläutert und besser bevestiget worden. Nach geen- digtcmEchwaben-krieg und dem a. i499juBasel erfolgtein sriedens- schluß (welcher bey Waldkirch E. B- H. u- >. >» 2n,-„ll. i;5, in ff» M., zu lesen ist) hat Kayser Mapimiliau I wegen deren erneü- erung bey denen Eydgnossen ansuchung gethan, es kunle aber, wegen verschiedenen, von Franckreich darzwischen gestreuten, hinoer- nussen, nicht ehender bewcrckstelliget werden biß au. 1511 da sie zu Baden crneücrt und in ein offen Instrument gestellt worden, welches in korms z» sehen ist bey Waldkirch ll.^ac pag. krafft dessen solche Erb-Einignng auch auf das (spannische Burgund erweiteret worden ist. An. 1557 wurde sie mit Kaystr FerdinandI gleichfals erncüert. An. 1596 und 97 erschienen Burgundische bottschaffccn vor denen zu Baden versammleten Eybgn offen,ivegen be'schirmung dieser freyen Grafschafft, und begehrten sonderlich er- läuterung, über die in der Erb-Einignng enthaltene wörtlein, treues auffsehen / als welche sie auf lcistung thätlicher hulffe außdeütcn wollen. Sie erhielten hieraufdiese antwort: Man wolle diese wörtlein, samt der gantzen Erd-Einigung, durchaus bey dem einfältigen buchstaben und verstand, wie von altershero, verbleiben lassen. Im fahl aber diese Grafschafft, wieder recht und billichkeit angegriffen, und der König in Spannicn, zu deren lediger beschützung, volck begehren solle, 10 wolle man ihme, jedoch in seinem tosten j darmit an die Hand gehen. Eine gleiche antwort und abschlug thätlichen zuzugs , erhielte an. 1622 Ech-Hertzogs Leopolds und an. r6;9 des Königs in Spanmen Gesandter o>», oa-»c, ll, 32 vclll- 2 . «sb». ^ Erbermann / (vims) war an 1597 in dem stifft Bambcrg ge- bobren, und begab sich an. m die 8»c^ sei» Er starb an. 167; zu Maynl;, nachdem er an diesem orte so wol als zu Wurlzburg aanlrer 27 mhr gelehret, auch mit Calirto, Conringio, Müsäo, Wigando und andern Lutheranern viel streit-schriffren gewechselt hatte. bit>I. 8 .1. Erbmänner-streit / im stifft Münster, sicheMünster. Erbvereinigungeu / sind zweyerley. Wenn sie unter freunden und bluts-verwandten geschehen, heissen sie LmNiL . oder s,I theil. B b geschlechts- i94 erc erd geschlechts-vergleiche, und kommt der innhalt aufder contrahiren- den parrheyen belieben an. Wenn aber nachbarn und andere eine solche erbvereinigung unter sich aufrichten, betrifft es die hülffe und beystand / so sie einander im nothfall thun wollen. Hiervon sind nun wohl zu unterscheiden die Erb-verbrüderungen / welche über dieses noch ein erbschaffts-recht geben,so daß nach abgang des stam- mes die erb-verbrüderten succedircn. So ist auch dieser merckliche unterscheid, daß die erb-vereinigungen von dem Kayser keine bestä- tigung brauchen, sintemal jedem stände das recht bündniß und al- lianzcn zu schliessen, frey stehet, dahingegen bey erb-verbrüderun- gen der Kayser wegen der lehns-eröffnung um bestätigung angesucht werden muß. Ein deutliches exempel haben wir noch jetzo an den erb-vereinigten und erb-verbrüderten Häusern Sachsen, Brandenburg und Hessen. Denn als Heinrich der erleuchtete aus Missen mit der Sophia von Brabant sich endlich an. 1242 dahin verglich , daß sie Hessen vor ihren söhn Heinrichen das kind haben solle ; wurde kurtz darauf an. 126; eine erb-vereinigung, um das gute Verständniß beyder länder zu erhalten, aufgerichtet, und von Kay- str Rudolphen bestätiget. Es ist aber darinnen von dem erbfall nichts gedacht gewesen, biß an. iz?; LandgrafLudewig der eiserne seines brnders söhn Hermannen aus dem stifft zu Magdeburg zur erbfolge und fortpflantzung des geschlcchts abforderte, welches Hertzog Ottcn von Braünschwcig zu solchem Verdruß brachte, daß er den Hcrrmann mit gemalt zu entsetzen drohete. Diesim übel vorzubeugen, richtete der Landgraf zu Hessen mit den Meißnern im besagten jähr die crb-verbrüdcrung auf, welche Kayser Carolas IV bestätigte. Als nun Brandenburg sahe, wie dieses ein herrliches Mittel sey, die länder mit guter freundschafft an einander zu knüpffen, hatcs in solche erb-vereinigung und crb-vcrbrüderung mit eingenommen zu werden gesucht,'welches endlich an. 1457 zu Naumburg erfolget. Krafft dieser erb-vereinigung und crb-verbrü- derung sind nun die partheyen einander nicht allein bcyzustehen verbunden , sondern haben auch die erb-solge aus einander. Ein jeder hat in des andern vestungen das öffnungs-recht, und nimmt in der erd-verbrüdcrtcn lande die Huldigung von den Unterthanen. Eines jeden Vasallen müssen die Huldigung an die erb-verbrüderten bey lchns-cmpfängniß leisten, weswegen auch ein erb-verbrüdccter des andern Vasallen und diencr unsern lieben getreuen schreibet, da es gegen fremde nur unsern lieben besondern beist. Endlich wird auch vor alle zusammen in allen kirchcn gebeten. k. psrc. lpcc. com. i chs. 4 -tzl. r. n. l. beictir. 9. ;rz. Xtsrpurg. tuccctkions-LÄcv. 9. rü. Erchcmpertus / ein Münch und v^conu- von Monte Cassi- no. Man wcißnicht, zu welcher zeit er eigentlich gelebet. Ist er aber, wie Vonms muthmasset, mit dem Ercmperlo oder Hercm- perto einerley, so fällt sein alter in das y feminin. Er bat eine Historie von seinem klostcr, welches von den Saracenen verderbt worden , nachmals aber zum neuen Wachsthum gelanget, verfertiget. in llrcr. -' toll. üsrin. I. 4. c. u. Erchcnbauld Durban / ein gewisser Herr, der so eifrig über recht und gcrcchtigkeit hielte, daß er keinem Verbrecher, er mochte seyn, wer er wolle, mit der straffe versthonte. Als er dero- halbcn, da er auf seinem todt-bette lag, vernommen, daß seiner ichwcstcr söhn gewisse weibs-pcrsoncn um ihre juugfrauschaffl zu bringen getrachtet hatte, ließ er ihn alsofort grciffcn, und befahl, an ihm das recht auszuüben. Als aber solches die dar;» verordnete diener unterliegen, und gedachter sinn enckel nach einigen tagen ohngefchr ihm zu gesiebte kam, rüffle er ihm init freundlichen minen zu sich vor sein bette, und schnitte ihn: die kahle ab, dadurch zeigend , daß er lieber selbst das einmal ausgesprochene urtheil vollstrecken , als zugebe» wolle, daß der Verbrecher ungcstrafft davon komme» solle. Dieses geschahe nach Cäsm, bericht an. 1220. Es wird dabey crzehlet, daß, als der Bsschoff des orts gekommen sen, seine beichte zu hören, er sich verwundert habe, daß er unter andern seinen funden nichts von dieser Mordthat gedacht, und als er ihm solches verwiesen, habe er zur antwort gegeben, daß er darinnen keine fünde begangen, da er die gercchtigkcit verwaltet, welche er seinen Unterthanen zu handhaben schuldig wäre. Allein über diese seine Hartnäckigkeit habe sich der Bischofs dergestalt entrüstet, daß er ihn nicht absolviren wollen, sondern sey davon gegangen und habe die mitgebrachte Hostie wiederum mit sich genommen. Als er aber zum hause hinaus gehen wollen, habe ihn der beamte zurück ruffen und ersuchen lassen, daß er zusehen möchte, ob die Hostie in der monsirantz wäre t da er nun solche vermisset, soll er ihm selbige auf seiner zungen qezcigct haben. Indessen ist doch nicht zu verschweigen, daß die erste crzchlcre dieser geschicht LegenLen-schrei- bere siüd, als eev-r»«« 1.9. 1.De/- L/o cülgmll I. 4. * Erchi / vor zeitcn ei» Cistercienser-kloster in Ungarn, in der Vespriner diöccs, welches Thomas Palatinus des Königreichs Ungarn um das jähr 12Ü2 gcstifflet. An. 1499 haben es die Eremiten des Heil. Augustini in besitz gehabt. Ercombcrtus / König von Kent in Engelland, folgte seinem Vater Edbaldo um das jähr 641. Unter seiner regierung wurden die Hcydnischcn tcmpcl zerstöret, und die Christliche religion eingeführet. I. ,. I. 2. Mit. cl ^Nßlec. k. 1. I. 6. c. r:. Erdeödi / oder Erdwdv/ ist ein festes schloß in Ober-Un- garn, auf einer insnl der Donau, wo die Dran mit derselben sich vereinigt, der stadt Esseck fast gegenüber, gelegen. An. 1687 ward es den Türckcn abgenommen. Die Grasen Palfy schreiben sich o,nirc>! sb Lrciöci. Desgleichen ist auch eine vornehme Ulk garifche Gräfliche familie Erdödi von Moniorvkereck. * erd Erdeödi / (Thomas) Graf zu Monte Claudii und Warasdin war aus einem vornehmen Ungarischen geschlecht entsprossen, welches seinen Ursprung aus dem Hertzogthum Crain hat, und noch heut zu tage blühet. Sein vater Petrus Erdeodi, Banus in Dal- matien, Croaticn und Sclavomen, welcher an. i z6ü gestorben, zeugte ihn mit Margaret«, Johannis Alapi tochter, an. i^z. Die Verdienste, die sich so wohl sein vater als er selbst erworben brachten ihm an. i;84 die würde eines Königlichen Statthalters in gemeldten ; Königreichen zuwege. Seine begierde, dem vater- lande zu dienen, wurde dadurch desto mehr aufgemuntert, daß er in gedachtem jähre nebst dem Grafen Jobst Joseph von Thurn von den Turcken, so in das Hertzogthum Crain eingefallen, viele erlegte , und 10 fähnen ihnen abnahm, da er hingegen nur; mann verehren. Hierauf erhielt er wider den Türckifchen Bcg zu Poscg noch grossem Vortheil, indem dieser 20 fähnen zurück lassen muste. An 1592 entsetzte er die stadt Siseck, welche der TürckifcheHMli- Bassa beläg'erte, und nöthigte ihn, mit ziemlichem Verlust zu weichen. Als gedachter Bassa zum andernmal vor Siseck rückte, cvn- jungirte sich Erdeödi mir der Christlichen armee, und lieferte ihm eiue schlackst, darinnen der Bassa selbst nebst 12000 derseinigen auf dem platz blieb. Der Pabst Clemens VIII danckte ihm hievor durch ein eigenes schreiben, und dieses war genug, ihn zu neuen Unternehmungen anzuirjschen, wie er denn an. 1595 nebst dem Grafen George von Scrin die festung Petriniam einnahm, und das castel davon schleiffcn ließ. Ob es auch die Türckcn schon zum andernmal einnamen, nöthigte er sie doch, selbige wiederum zu verlassen. Gleichwie er sich aber im kriege sehr rühmlich aufgeführet, also erwiese er auch nachgehends in sriedens-anqelegenheitcn grosse qe- fchicklichkcit. Der Kayser Rudolphus II schickte ihn an. 1604 zu den friedcns-tractaten nach Ofen, und ob sich schon selbige zerschlugen , so war er doch bey anderwärts vorfallenden friedens-hand- lungen desto glücklicher; wie dann selbige mit den 2 Siebenbürgi- schcu Fürsten, Sigmund Bathori und Stephan» Bolskay, durch seine fürsichtigkeit gar wohl von statten gicngen. Bey einstehender zwistigkeit zwischen Kayser Rudolpho und dessen bruder Matthia siel er dem letztem zu, wohnte auch an. 1608 dessen wähl und krö- nung zu Prcßburg bey. Hierauf kam er verschiedene mahl bey er- wählung eines Palatini in Ungarn in Vorschlag, weil er aber durch die menge der vorn,,,,,, von andern überwogen wurde, so nahm er an. i6is das amt eines Bani in Dalinatien, Croatien und Scla- vonien, so er an. i ; 96 rcsiqnirt hatte, aufs neue an. Allein nach 4 jähren resignirtc er solches zum andern mal, um desto vergnügter seine übrige lcbenszeit zuzubringen; doch verwaltete er dabey die hohe stelle eines nvc-,»c«ru,» oder Cammer-Prästdenten, und führte auch dw. aufsieht über die bcrgwercke und saltzgruben m Ungarn. Im übrigen war er der Catholischcn religion sehr eifrig zugethan, verbot den andern rcligions-verwandten alles freye M- cirium ihres gottesdienstes in seinen unterhabenen Königreichen, so gar, daß er auch einstens bey einem Reichs-tage das schwcrdt, welches er bloß in seiner Hand hielte, wieder sie zu gebrauchen drohete , ehe er ihnen die freyhcit der religion verstatten wolle. Endlich starb er an- 1624, nachdem er von stincr gemahlin Anna Maria Ungnad Frenin von Soimcck, ein vater Christophen, Sigismun- di, Johannis, Stcphani und zweyer töchter worden. Erdeödi / (Sigtsmundus) Graf zu Monte Claudii imö Warasdin / Kayscrlicher Banns in Dalmarien / Croatien und Sclavonien / war ein söhn des odaedachtcn Thomä Erdeödi / und Annen Marien Ungnadin von Sonnest / Freyin von Wcissen- wolff. Nachdem ersiehinerlernnngallerhandwiffenschafftenund nöthigen kriegcs-crcreiticn ziemlich vollkommen gemacht/ begab er sich tn in der Kayser Matthia und Ferdinand» II dicnste/ iiod brachte sich durch seine glückliche Verrichtung in solches ansehen/ daß ihm in Croaticn und Sclavonicn die charge eines Rnchs- Hauptmanns anvertrauet wurde. Ob er auch gleich bey dem schlösse Scrin / da er des Grasen Gcorgii zu Scrin anklingt erwarten sollcn/durch einen allzu hitzigen angriffder Türckcn einen ziemlichen schier begangen / indem er 600 mann von den seiniqen verlohnn/ so knntc doch solches nicht hindern / daß ihn nicht der Kayser Fer- dinandus II nach absterben des gedachten Grasen milder wurde eines Bani in Dalmatien / Croatien und Sclavoniensolte begnadiget haben. Gleich bey antritt seiner regierung kam er mit dein Adel dieser Reiche in einige weitlaufftigkeit wegen des abgcschten vicc-nzM, allein er kräng dessen ungeachtet mit gemalt durch. Einige zeit hernach wurde er nebst z andern vornehmen Croatischen Herren von einiaen Türckischm Offieircrn ausgcfordcrt/ da es aber die Christen annahmen / gekränkten sich die Türckcn nicht zu erscheinen. Im übrigen unterließ er nichts / was zu der Zierde der kirchcn dienen kunle. Die dom-kirche zu Agram bescheuerte er mit ansehnlichen lapczercycn / und erbauete darinnen den neuen alkar / so über 7000 chaler gekostet haben soll. Nicht weniger erwieß er sich gegen die Francifeancr und andere orden als einen grossen patron/ und verschaffte ihnen kirchen undandcrc güter. Endlich starb er an. wzo ohne leibes-erbcn von seiner gemahlin Anna Maria von Kim» witz zu hinterlassen. //?/-»«-,/«- in -etz. irunZLr. Erdinczen / ein feines Bayerisches stadtlcin an dem Sempta« flnßgelegen /hatsein eigenes Pflegqericht / wozu nebst demMarcc Wartenberg 9schlösse,'/ 29Adelichesitze/ und;oHofmarckegehören. Der kornbau ist allda sehr gut. p. -?4- Erdmannsdorff/ eines der ältesten und ansehnlichsten Abstichen Häuser m Meißen / allwo es unter andern die güter Nenkir- chen und Kosern besitzet. Mennelius hat an. 14z - dem kandtagezu Grimme beygewohnet/ und wider die Hußiren gute dicnste gelel» stet/deswesen er zu einem Ritter geschlagen wvrden.An. erd ere >r K S! ik! ü rj Ä tu K d W « lÄ S iit! s I? v ck- iÄi «k Ä M Z t Dlcinch Hof-Marschall zu Coburg. An. 171; warWolfDiet- nch / Pohlmsch-und Chur-Sächsischer Ober-Hof-und Land-Ich germeister/ wie auch Hauptmann derHerrschafft Pretzsch ; ftin bruderaber/ Ernst Dietrich / Koniglich-Pohlnischer Cammerherr und Haußmarschall. xrollr. ivliso. EL»-r2Nli2i.82x. Orcs. cliron. , . Erdmuth Sophia / eine tochrer Churfürsten Johannis Ge- vrgii II zu Sachsen / und MarggrafChristian Ernstens zu Brau-. dcnburg-Bareuth gemahlm / wurde an. iö44den iz febr. geboh- ren. Sie hak einen tractat unter dem kitul: Handlung von der welt alter / geschrieben / uud an. 1670 zu Leipzig in der oster-mcsse das zeitliche gesegnet, »elcln-r fr2uenx. ?. r. bvnLL. Uoet. 2NN2>. 82X. estziner tzes ßclellrr. trsaenx. Erebus / der name/welchen die Heydcn einem höllischen Gott beygelegt. Don demselben babcu sie gedichtet/daß er nebst der nacht aus dem ersten unförmlichen klumpen / ckso- genannt/Herfür gekommen / nachgehcnds mit der nacht sich verheyrakhet / und mit selbiger den schtafund den tod gezeuget. panrk.myrll. p. --s. Erechtheus / der 6 König zu Athen, succedirte Pandioni Ki. 26; 5 / und regierte ;o jähr / worauf Cecrops II folgte. Bvreas ein Thracier , Asträi söhn , stahl chm feine tochter Orithyiam. Sonst will Diodor. Sicul. einen Egnvtier auß ihme machen, der in einer theuren zeit viel frucht ins Attische land gebracht / auch selbige einwohncre frucht säen gelehret, und deßwegen zur danck- barkeit von ihnen auf den thron erhaben worden. Andere melden , er habe die kunst des fcld-baues von der göttin Ceres empfangen, und aus der nrfach ihren berühmten gottesdienst in der stadt Elen- sts angerichtet. Er soll urit den Chalcidenieren, Eleusiniercn , und hernach auch mit den Thraciercn kriege geführet, und um den sieg zu erlangen , auß befehl des o, ->cuii zum zweyten mahl eine seiner töchteren geopfcret haben, wofür andere setzen / nachdeme er eine auß dieser ursach getödet, hätten auch die übrige 2 den tod erwehlet, als die sich vorhero verglichen,daß keine ohne die übrige sterben wolle. Allein die geschickten dieses gar zu hohen alterthums sind bey denen Griechen zu ungewiß, und mit vielen fabeln undermischet. Etwas gewisser scheinet von Erechtheo, daß er die stadt Athen in 10 zünffte eingetheilet, auch daß die burger derselben, so man zuvor von Cecrops Cecropidas geheißen, zu dieses Königs zeiten erst angefangen haben Athcuicnser genennetzu werden- e-^oinor-ir. xro8ex- rin. in p-nLktzensico. wrric. Lc iz8. clc Leg. /Vrtz. ^ Erenuta / (Daniel) 8ecr«2rius des Groß-Hertzogs von Flo- rentz, war von Antwerpen gebürtig. Er kam durch seine zierliche fchreib-art in solches ansehen, daß ihn Scaliger an Casaubonum recommendirte. Dieser suchte ihn bey dem Herrn von Montaterre unterzubringen, bey dem er jährlich nebst seinem unterhalt schaler bekommen solle; allein weil seine gcdancken höher giengen, so veränderte er seme religionmit derCatholijchen,damit erVicquium, welcher als ^mtz-iLlicur nach der Schweitz gieng, begleiten durffte. Hierauf hielt er sich einige zeit in Italien auf, und erhielt durch Silvium Piccolomini, von dem Groß-Hertzog zu Florentz eine llo« > auch zugleich erlaubniß, mit gedachtem Piccolomini nach Teutschland zu gehen, uin allda den tod des Groß-Hertzogs Ferdinands I zu notificiren. Nach seiner zurückkunfft zog er bey jeder gelegenhcit die Übeln sirten, und sonderlich die trunckcnheit der Teutschen, durch, um sich damit bey den Jtaliänern desto beliebter zu machen. Diesem ungeachtet kamen die Teutschen vom Adel, welche »ach Italien reiscten, häuffig zu ihm, um die gewohnheiten dieses lands und staats - marimen von ihme zu erlernen. Allein, gleichwie er ausser dem geitz der unreinigkcit sehr ergeben war; also führte er auch diese nicht besser an, und unterließ nichts, was, sie um ihr geld zu bringen, bequem schiene. Im übrigen blieb er Scaligero jederzeit gewogen, vertheidigte ihn auch nach seinem tobe wider Scioppium. Endlich starb er an den Irantzosen zu Livorno an. 161;, wiewohl andere sagen, daß ihm Mt beygebracht worden. Man hat von ihm einen ps-icZ^icum, welchen er dem Groß-Hertzog Cosmo II zu Florentz zu ehren, bey seiner Vermahlung mit der Ertz-Hertzogin Magdalena geschrieben: in luncrekLrciiriLncli tzelöiccliciz,nLßn, Llsuria.- Oucis; epillolicani rels- tioncrn , 8cciunen6um 6cu , rcpublic2 L inoribus. Scioppius eignet ihm auch die epistel zu, welche unter dem titul: epikolL notziliüim, viri?2I2- vio 2ci 02lp. 8cioppium Loinani Icripra, welche Scaligeri Vertheidigung in sich hält. Einige von seinen schafften sind zu Utrecht zusammen gedruckt worden, darbey unter andern der tractat z;6, ;;7, Z4> ;eri. Erempertus / oder Herembertus und Rembertus/ lebte zu den zeiten des Kaysers Ludovici II im y seeulo. Er hatdie Historie von den Longobarden verfertiget / welche Baronius offt anführet. ?oj>e/r»r-7e kist. I. 8. bibl. äe Nill. vak.I z c. 4 - siehe Erchempertus. Eresderg / oder Ersberg / ieko Stadberg/eine mWcst- pWen aufeinem hohen berge / dessen wurtzel dreDimel beströh- ere erf 195 Teutschen geschichten wird dieses orts zu allererst in den kriegen / so KayserCarolusN. milden Sachsen geführet/gedacht/sintemal es der Sachsen haupt-vestung gewesen / woselbst sie auch ihr be. ruhmtesgötzenbtlddie Jrmenseul aufgerichtet haben/welche von beyden knegenden partheyen etlichemahl erobert / geschleiffet / und wieder befestiget worden; dahero stc weiland mit schönen thürnen / mauren/ und bollwercken umgeben gewesen. Sie hat auch wegen der guten Nahrung von ertzgruben und eisen-hüttcn viel und wohlhabende crnwohner gehabt /welche schöne gebaude aufgeführt/ nachgehends aber sind die burgex gantz verarmet/und erstrecket sich anictzo die anzahl der Häuser auf 120/ derer doch ehemals über ;oc> gewesen. Anietzo gehöret diese stadt dem Corbcyi- schen Stifft / dessen Aebte sie für ihre unmiltcldahre grund-und erb-Herren erkennet / welche aber doch derselben viel schöne freyhet- ten und gerechkigkeiten / als dasjus monec-e > 2^2^12,, Aiaciü, ex. emprionis, immunirarisu. a. m. verliehen. Sie Hat2 thore/und r Archen / die Carolinische oder St. Peters-kirche als haupt-und Pfarr-kirche / oben auf dem berge bey der Probstey / unddie zu 8. Ntcolai.Die Peters-kirche ist die allererste Christliche kirche in gantz Wcstphalcn / welche Kayser Carl der grosse/nach Zerstörung der Irmenseule an. 799 eigentlich zum qedächtniß Petri und Panlige- stlffketund erbauet / dahero sie noch zum merckmahl dieses ihres alterthums und vorzuqs für allen andern Carolinischen Archen ein an die kirchthur in stein gehauenes grosses I weiset / sintemal bekannt/daß Kayser Carl nach dem alphabeth soll Archen erbauet/ und jede mit einem buchstaben / wie sie in der ordnung aufeinander folgen/bezeichnet haben. Dahero haben auch die Eresberger allemal ein I auf ihre müntze prägen lassen. Diese Arche ist an. i z ip abgebrandt/ und nach ihrer erneuerung an. 1646 von den Hessen gesprengt worden / worauf sie an. 1669 Ferdinand»»» Metternich Probst/wieder erbauet. Die Probstey zu Ersderg haben Kayser Ludwig und Lotharius mit aller zugehör erb-und eigenthümlich an.8i; dem Stifft Corbcy verehrt. 1,182». c. ,!. r> c. ri.Äc^i/roliy. ^ monuai. kallcrborn. p 221. H. 0- pcr. ctironol. tzitt. circul. Vk'ellpll2l. I. r p. 100.r. 9 Lnii. 2ci 2N. rciticUrri. cri>2ul. luü. n. kr8. P.Z70. Eresichthon; die Poeten haben von demselben gedichtet/daß er aus Thessalien gebürtig gewesen / und sich an einem der göttin Ceres geheiligten walde vergriffen / indem er aus demselben einen eichbaum abgehauen. Hierauf habe ihn Ceres,'mit einem unersättlichen Hunger gestrafft / welcher rhn endlich genöthigt/seine eigne glieder anzufallen/und sich auf eine erbärmliche art dieselben abzufressen / bis endlich sein tod erfolgt, o^. iw. 8 w-cam. p2nrk>- mvik. p. 149. s. Ivlellrs. Eresus / eine stadt auf der insul Lesbus / war das Vaterland des berühmten Theophrasti Erejij. Um diese stadt wuchs so schöne qerste unddie so ein weiffes mehl gab / daß nach Archestrati aus Sicilien meynung / die götter ihre Provision/die sie im Himmel brauchen/dadurch den ki-rcurium abhohlen lassen. Eretria / (so heut zu tag Rocco genennet wird) eine stadt in Negroponte / so emen Bischosss-sitz hat / und von einem andern Eretria in Theffalonien unterschieden ist. >.c. s. L-- Erfa/ Erff/ ein uraltes Adeliches geschlecht in Thüringen. Rudolphvon Erfasoll an. 455 aus Ungarn gekommen seyn/und das stamm-hauß Erfa i mcile von Gokha an dem fluß Neß erbauet haben.Selbiges hat an. is7üHertzog Friedrich zu Gokhanebst dem gute Mettbach an sich gekaufft / zu einem amte und prächtigen lustschloß gemacht / und Friedrichs-wehrt genant- Emcrich von Cr- fa ist in der schlacht/ die Kayser Ludovicus an. 8; 6 milden Wenden gehalten / als Rittmeister / geblieben. An. 964 ward Wentzek von Kayser Ottone I zu einem Ritter geschlagen.An. >227 ließ Härtung / Landgraf Ludwigs in Thüringen Hofmeister / seine tapfferkeit in dem gelobten lande sehen. An. 1284. wohnte Erhard dem thurnierzu Regenspurg bey. An. i;87 erschien Adelbert auf demthurnier zu Mayntz.An.i426verlohr Heinrich in derschlacht bey Außig sein leben. Ein ander dieses namens bekleidete an. 1; 4-» die stelle eines Chur-Sachsischen Raths. An. 1660 gieng Hans Hartmann/ Landes-Hauptmann und Commendant zuCo- bürg/mit tode ab. Dessen brnder / George Siegmund/Fürstlicher AltenburgischerLand-undKriegs-Rath/ isteinvatterHanß Christophs/ Fürstlichen Hof-Raths in Altenburg/worden. Lotz. chron. ^2l»S- rllrvn. sllcllp. ^«üer'r 2NII2I. 32 X- Erfurt / lat. LrkorLa, »ier2noforlli2 - )crokor-Ü2 ,eine der grö- stenstadte in Teutschland und diehaupt-stadt in Thüringen / liegt in einer am wein und gelraid fruchtbaren aegend/z wellen von Gotha undWeymar. Vor alters wurde sie Erpfurt/Lrpes- furt/Erbesfurt / Erpißfurt / Erfesfurtum/rc. genennet. Den namen fuhren einige von dem Hartzwalde her/nach welchen es so viel heißen soll als «°rcimpt>°rM2; andre von dem fluß Gcra / welcher durch die stadt fließt und von vielen Hiera und Iera genennet wird; noch andre von einem / namens Erp oder Erst / der / wie manvorgiebt / ein müller in Thurmgen gewesen; unterschiedliche wollen auch ihre benennung von dem 4 Mtl davon liegenden schlösse Erfa herführen. Man weiß nicht eigentlich / wenn sie erbauet worden/dieses aber ist unstreitig / daß sie langst vor den zeiten der Franckischen Könige des Carolmgischen stammes/ gestanden sey. Wie dann CarolusN. seinem statthalter daselbst / auch'IÜIrwenlg'ta^an'^^m^eUen'ufcr^^^ WenÄÄn völckcrnüigeftthiÄ hremit an keineauffuhrung der vestungengedencken konnen.In den der kauffmanns-waaren / so den Wenvl>cyen voiwcrn zngesuyter 196 erg eri wurdcn/anbcfohlen.Bonifacius/welcherdaselbst einBistthum äuge» leget/so aber nach kurtzer zeit wieder aufgehörct/nenm sie a. 741. an den Pabst Zachariam eine alte Heydntsche bauren-stadt/und soll die Marien-kirche daselbst erbauet haben / welche nachgehends in grosses ansehen gekommen/da man fürgab/ es würden daselbst die lcichname der beyden Bischöffe Adelarit und Eobaniunver« rveßlich aufbehalten. Das PetersGoster soll an. <>; 8 von dem Könige Dagoberts gcstifftetscyn; wiewol andere behaupten / daß der Avt Wilhelm zu Hirßgau dessen urheber sey. Nach absterben Bur- chardi/ Herrn inThurmgcn / soll Kayser Otto I dem Ertz-Stiffte Mayntz / welches damals sein natürlicher söhn Wilhelmus besaß / diese stadt nebst gantz Thüringen geschencket haben. Dessen nachkommen sind in dem besitz so lange ruhig geblieben/bis Ludwig derbartigesich derprovintz Thüringen bemächtiget/ dcssennach- kommen es auf dieroo jähr besessen; worauf es durch hcyrath an dieMarggrafenvon Meissen gekommen. Seit an. 148; haben die bhnr-unv Fürsten zu Sachsen dieschutz-gerechtigkeit über diesestadt gehabt/ die Ertz-Bischöffe zu Mayntz aber das ju§ nebst andern rechten besessen; allein in dem Westphälischen frieden wurde sie an Chur-Mayntz abgetreten.Ob nun zwardie bürger es nur in so weit verstehen wollen/ als es in den vorigen zeiten gewesen / so prätendierte doch der Churfürst zu Mayntz / Johannes Wlippus / eine absolute herrschafft. Der Kayftrsilbst lhatseinen ausspruch vorden Bischoff/ und erklärte die stadt in die acht / welche mehrgedachterErtz-Blschoffan. 1664 mit hülffe des Königs in Aranckreich cxequierte / und darauf den Petersbcrg befestigte/ in welche citaoelle auch das obgedachte8.Petcrs-kloster niit eingeschlossen ist. Ausser der stadt vor dem Bruder-oder Golhaischcn thore liegt noch einean. 1482 aufgeführte ritadcllc/dieCyriaesburg genannt / allwo vor diesem ein Nonnen-kloster s. O-n^ci gestanden. Die Universität allda / so an. i z yr aufgerichtet worden / war ehe- deffen in gröstem flor / und hielt man sie so hoch in Teutschland als Dononten in Italien. Lutherus/welcher daselbst m-gille, worden / nannte sieTcutschlands paradis / und EodanusHcffuslchrteda- selbst mit solchem Zulauf/ daß er r 500 zuhörer hatte. Nachdem aber die studenten allzu grosse insolenzien gegen die burgerverübet / griffen diese zu den Waffen / und stürmten selbst die-ou«^; da denn die aeademie in solches abnehmen kam / daß sie sich bis ietzo noch nicht erholen können. Was die übrige Historie dieser stadt anbelanget/so hat sich zu den zeiten Kaysers Friedericr I> welcher allhier eine zusammenklilifft angestellet / dieser fall zugetragen / daß / nachdem der saal/worauf eine grosse menge volcks war/gebrochen/ rsielvornehmepersonen elendiglich das leben eingcbüffel.An. e;/; belagerte LandqrafFricdrich die stadt / und that ihr ncbstdem herum liegenden lande grossen schaden / bis endlich dlesachedurch Vermittlung KaysersCarolt ls/, der sich indem laqer pcrsöhnlich ringefundcn/zum gütlichen vergleich kam. Indem jährigen kriege ist sie von dem Schwedischen Könige Gustav» Adolphs/ und nachgehends aufs neue von dem General Banner erobert worden. So sind auch verschiedene Loncii,- allhier gehalten worden / als das erste an. y;r wegen begchung der fcyertage und fasten/und 2 andere hat Ertz-Dischoff Sigsried von Maintz daselbst angestellet. cic ksnclßrLviis Hiuringiir. compilLcionir ckrn- nol. k.>.?illo,. cum scillir. k. i. ?illor. VLrilogk 3niigu> Lrtorlt. l.cgen6s: cie 8. Noriitzcio. 2>ll^,»-.com9cnci. k. brevisr. Lnnrl. «te oriß. reZ gcnt. krancor.L99. Ivlo,ici8 §eren.9> r/z. kill. I. ; rcr. Lcrni. cic urk. rcrump. >ian/llc ). k. I. 4 c 8. en- com. Lrllirr. k. proleütionisjullilia: äsx. in riv. Trturt. L 99. 891,901, >11;. Lniic^u. Ikur. kill. Uc l'empire I. 6 c.i. s)-nr. Ikur. Ergamenes / ein König in Aethiopien, welcher in Meroe alle Priester umbringen ließ, weil ihre lehre feiner perso» gefährlich Ware. -rö I. , c. 8. Ergey / ist der gröste fluß in der dem Eydgnoßifchen Canton Bafel Iiuändigen landfchaffc Sißgöw / welcher sich unter Äugst in den Rhein ergießet. Erguel / ist ein kleiner strich landes hiiiter Pich in dem Biß- thum Bafel gelegen, fo an die Graffchayt Neücnburg gräntzet. Es hat den namen von dem schloß Argncl, fo zu hinderst in diesem lhal lieget, nnd von BifchoffHeinrich lV an. 128; gehauen worden. Die cinwohncr dieses orts werden durch einen zu Courtlary sitzenden Bifchofflichen Land-Vogt regieret, welcher der Refor- niirtcn Religion zugethan seyn muß; uachdeme es zuvor unter Viel gestanden, ist es, in dem zwischen dem Bischoff und der stadt, durch Vermittelung etlicher Eydgnoßischcr orten, an. 1610 aufgerichteten vcrglichs-tractat, dem Bischofs;« theil worden, doch so, daß der stadt Viel die freye vissollrion über die dortige maim- schafft gelassen worden, sie derowegcn auch zu ihrem Panner gehörig /dem stadt-Panner schwören, und von ihro alle 7S llg. Ericus III, der gute zugenannt, kam nach seines bruders Olai des hungerigeu tod an. 109; aufden Dänischen thron. Als der Konig Canurns lknllus jn dem bauren-krieg in einer kirche belagert wurde, vertheidigte er selbigen mit unqläublicher tapffcr- keit, kuntc aber dennoch nicht verwehren, daß crnichtvon der ratenden menge wäre gctödtet worden, und muste zufrieden seyn, daß er sich selbst init dem leben davon brachte, nachdem er durch den Hanfseil der rebellen hindurch gebrochen. Vorhero schon erwiese er genügsame tapfferkeit, da er, (gleichwie er ein Herr von ungemeiner starcke und grosse war,) seinen bruder Olaum, worzu die von Könige Canuto beorderte trabanten allzu furchtsam waren, selbst in der mitte» ergriff, und zum gefangenen machte. Als nun nach Canutr des heiligen tobe Olaus zur regierung kam, kunte er sich nichts gutes zu ihm versehen, und entflöhe deswegen in Schweden, von dar er aber,nachdem Olaus vor bekümmerniß wegen allzu lang anhaltender hmigccs-noth gestorben, durch emmüchige stimmen der m vornehmsten im Reiche, in Dänemarck zurück beruffen wurde; da dann so bald eine gantz unverhoffte wohlfeile erfolgte, ohngeachtet vorhero die geringste fpcife vor viel gcld nicht zu haben war. Er be- freyete fein land von der see-rauber streiffercyen, und züchtigte deswegen die stadt Iulin in Pommern fo hart, daß der Bischofs Lie- marus zu Bremen ihm so gar mit dem bann drohete; der König aber gieng hernach in eigener perfon nach Rom, und erhielt von dem Pabst, daß er ein eigen Bißthum zu Lunden in Schonen aufrichten durffte, welches über die Nordischen länder die geistliche aussteht haben solle. Dieses ist merckwürdig, daß ein muiicus zu ihm gekommen seyn soll , welcher ihn durch seine cythar erstlich traurig, nachgehends lustig,und endlich gantz rasend gemacht, welche raftrey auch 4 menschen das leben gekostet, nachdem er den Wachtern, welche zu ihm ins gemach gekommen, den spieß aus der Hand gerissen. Im übrigen soller der Unzucht sehr ergeben gewesen seyn, welches er durch eine reise ins gelobte land auszusühnen gesucht, darüber er aber an. noü nach 7 jähriger regierungin Cy- pern nebst seiner gemahlin Bodilda gestorven. Oan. kill. I. ; 9. 201 ich. Lle«,//«, kill. Osn. I. 4 p. 67. Kloru8 Dsn. p. r;Ü. * Ericus IV, mit dem Zunamen Kgwvoetiu8 oder Hafenfuß/ und nachgehends Edmundus oder der edle/ König in Dänemarck, ein söhn Erici III, kam an. nzo zur regierung. Er führte mit Heraldo einen gefährlichen krieg, welcher es übel empfand, daß er von dem thron ausgeschlossen worden,und sich deswegen m des Nicolai lager,so ein feind Erici I V war, begeben hatte; doch bekam er ihn endlich in einem treffen mit allen seinen söhnen gefangen , und brachte sie sämtlich um, nachdem er schon vorhero 2 davon ersäuf- fen lassen. Der einige Olaus entflöhe in weiös-kleidern, muste aber endlich gleiches fchicksal erfahren. Nachdem das Reich von den innerlichen Unruhen befriediget ward, kehrte er sich gegen die Rü- ger, welche grosse räuberey trieben, und einen Heiligen, vicum oder SuLmovüum genannt, welchen sie aus der Christlichen religion, so sie wiederum verlassen, noch übrig behalten haben sollen, als einen Gott anbeteten. Er richtete daselbst den Christlichen gottesdlenst wieder an, und wendete sich gegen Norwegen, allwo erden König Magnum hart tractirte, eben so wohl als die vornehmsten in Dänemarck,, welche grosse ausgelasienheiten wider die Unterthanen in seiner abwesenheit verübet hatten. Endlich wurde er nahe bey Ry- penvon einem von Adel, Plogio, um das fahr n;9 umgebracht. kill. 1.; 4. kill. vsn. I. 4 p. 84. lior. y. 180 leg. Ericus V, nach einem langen ruchlosen leben endlich wegen seiner erfolgten sanfftmuth das lamm zugenannt, König in Dänemarck, war des vorigen schwester-sohn, und folgte ihm an. 1140. Nachdem dieser,wie schon gedacht, ermordet worden, und ihn alle bedienten aus furcht verliessen,blieb er allein stehen, und vertheidigte den todten leichnam wider alle besorgte gewalt. Olaus, welcher, wie gleichfalls unter Trieb IV erwehmmg geschehen, in weibes- kleidcrn entflohen , fand sich bey dieser Veränderung wiederum ein, und suchte das Königreich mit gewalt an sich zu bangen, hatte auch anfangs das glück mehantheils auf scmer fette; doch wurde er endlich in Schonen bey dein -usse L-Htttta getödtet. Hierauf ergab sich Ericus mehrcutheils seiner gemahnn,die nach eigenem gefallen die regierung führte. Weil er aber sahe, daß ihn das glücke verlassen wolle, indem erwon den Wenden überwunden worden, gieng er in ein klosier, allwo er auch um das jähr 1148 gestorben, Lurche/,/. I, ; 9. ri; kill. Osn. 1.4 p. Ü4. in Flor. I)nn. p. ,88 Ericus VI , der heilige zugenannt, wurde von seinem vater Waldemaro ll, nachdem sein söhn gleiches namens auf dcr mgd umgebracht worden,an. 1242 zur regierung mit genommen. Sem bruder Abel machte ihm viel zu schaffen, indem er die gantze geist- lichkeit,welche sich von Erico beleidigt befand, auf seiner fette hatte, über dieses hülfs-völcker von den Lübeckern bekam, welche in Danemarck grossen schaden thaten. Erico stunde Sachsen und Brandenburg,desgleichen die Grafen von Schwerin bey. Doch wurde, nachdem die schönsten örtcr in Dänemarck durch die krieges-flamme eingeäschert waren,wieder friede gemacht. Hieraufnahm er einen zug in Liefland vor, und beseitigte darinnen die Christliche religion, Loch nicht ohne vorhergegangenen grossen tumult feiner Unterthanen , welche darzu von einem jeden pflüg ein gewisses geld geben muffen; dahero er auch von einigen der plog-pemiing zugenannt wurde. Als er von dar wieder zurücke kam, wurde er von den Grafen in Holstein bekrieget,die Rendsburg starck belagerten; er schickte deswegen einige trouppen wider sie, er selbst aber gieng um das jähr 12Z2 ohn alles geleit zu seinem bruder Abel nach Schleßwig. Dieser empfieng ihn sehr kaltsinnig, rückte ihm alle blshero gehabte srreitigkeitcn vor, ließ ihn endlich greiften, und in einen kahn bringen. Ihm folgte Lago, ein flüchtiger Edelmann aus Danemarck, in einem andern , und kündigte ihm, da er ihn ereilet , das todes-urtheil an,welches er auch, nachdem er dem Könige kaum so viel zeit gelassen, daß er das heilige »achtmahl empfangen können, an ihni volttogen, indem er ihm den kopff abgehauen, und den cor- per in die Schlev gefencket, der nach 2 monaten gantz frisch soll gefunden worden seyn; dahero der stuhl zu Rom bewogen worden, ihn in die zahl der .Heiligen zu versetzen. Von seiner gemahlin Mechthildis, Hertzvgs Alberti N. zu Braunschweig tochter, hinterließ er keine kinder, dahero ihm sein bruder Abel succediret. Dän. Nor. p.ztt. Ericus VII, wegen seinen wimmernden äugen glipping genannt , König in Dänemarck, kam nach dem tode seines Vaters M 197 Christophen I an. 1256 zur regierung, und weil er noch sehr jung war, versähe inzwischen solche seine mutier Sambiria, eine dame von grossem muth und geschicklichkeit. Gleich anfangs verfiel er mit der geistlichkett, welcher die Holsteiner und Schleßwiger bey- stunden , in einen krieg , der aber durch den tvd des vornehmsten Urhebers,welchen eine stau umbracht,ein ende gewann. Mehr machte ihm Ericus, Adels söhn, zu schaffen, welcher die Grafen von Holstein auf seiner feite hatte, und von ihm das Hertzogthum Schleßwig mit gar harten bcdingungen verlangte. Als nun der König diese nicht eingehen wolle, kam es zum kriege, in welchem nicht allein die Königliche mutier, sondern auch der König selbst gefangen wurde. Doch die mutier kam durch Vermittlung Alber- li, eines bruders des Marggrafen Ottonis des gütigen zu Brandenburg , wieder loß; der König selbst fand durch eine getroffene inLnsZe mit der tochter des gedachten Ottonis, an welchen ihn die Hvlsteiner gegenabtretung der stadt Rendsburg überliefert, seine befreyung. Hierauf versähe er das Reich mit verschiedenen gräntz- vestungen und heilsamen aesetzen, trieb die Moskowiter, Litthauer und andere feinde von Eschen zurücke, bezwäng auch den Hertzog Waldemarum, welcher ein enckel Abels und söhn Erici war, daß er weiter nichts wider ihn anfangen kunte. Allein weil er sich mit der gemahlin seines vornehmsten Generals Stigoti befleckt hatte, spann dieser eine conjuration wider ihn an, dadurch Ericus am 1286 unweit Wiburg mit 56 wunden getödtet wurde. !. 7 ^>. z;? llg. Kill. Oao» klor. OLN. p. Z96. Ericus VIII , der fromme und Menued zugenannt, Erici VII söhn, wurse nach dem tode seines Vaters, da er kaum co jähr alt war, zum Reichs-nachfolger erkläret. Man gab ihm den Hertzog Waldemarum von Schleßwig zum Vormunde,welcher sich dieser gelegenheit gar wohl bediente, sein Haus zu bereichern ; doch trug er nicht wenig bey, daß die mörder des vorigen Königs auf dem Reichs-Tage zu Nyborg ihres lebens und aller ihrer guter verlustig erklärt wurden. Hierüber nun kam es mit dem Könige Haquino m Norwegen,welcher diese mörder in seinen schütz nahm, zür ruptur, wodurch das Reich viel jähre gewaltig verunruhiget wurde. Man stellte zwar unter dieser zeit verschiedene zufammen- künffte über einen frieden zu tractiren an; allein sie zerschlugen sich alle fruchtloß, biß endlich an. c;°8 ein völliger friede geschlossen wurde,nachdem vorhero einige von den Mördern ihren verdienten lohn empfangen. Da nun Erich solcher gestalt sein Reich in ruhe gefetzt, machte er mitverschiedenenPotentzimattiantz, und suchte sonderlich, sich mit Schweden genauer zu vereinigen, weswegen er sich auch mit des Königs k-lLZm j„ Schweden tochter Ingeburga vermählte, und die fachen, welche unter feinem fchwa- ger Birgero daselbst in gar schlechtem stände waren, wieder zurecht brachte, über dieses dem Könige Birgero Margaretam, eine Dänische Printzeßm,gab. Gleichwol kome das Reich dieser ruhe nicht lange gemessen,indem derKvnig mit semem ehemaligen Vormunde, Hertzog Waldemaro in Schleßwig,mit dem Marggrafen zu Brandenburg gleiches namens, und mit einigen Schwedischen Fürsten, in neue strettigtcttcn verfiel. Das allermeiste aber machte ihm fein bruder Christophvrus zu schaffen, welcher, ohngeachtet er von dem Könige Eschen und Halland zu seinem unterhalt hatte, dennoch sich in die Schwedische unruhe iv'.der feinen bruder vermischte. Über dieses schlug sich sie geistlichkett zu feinen feinden,weil sie ihre guter der Königlichen bvthmäßigÄt entzogen zu seyn wünschte. Er war zwar so glücklich, daß er den Bifchoff zu Landen in Schonen, Johannen» Grandium , gefangen bekam, doch ,Kefir entflöhe wiederum nach Rom, uiib brachte es durch sein yefftiges klagen bey dem Pabste so weit,baß er den KouiA mit seinem Königreich in den bann that. Als nun die vornehmsten vom abel sich gleichfalls wider ihn verschwuren, und unter dem gemeinen mann hin und wieder aufruhr erweckten, war der König semes lebens nickt mehr sicher. Gleichwol wurde endlich wiederum alles in ruhe gesetzt, und das Reich des vannes befreyet. Letzlich, nachdem er Rostock eingenommen , und die revellirenden Iüliänder wieder zum gehorsam gebracht, starb er izip. Von seiner gemahlin Ingeburga hatte er zwar 14 kinder, sie waren aber alle noch vor ihm gestorben. Weil nun sein bruder Cyristophorus der cron-erbe war,riech er noch kurtz vor seinem ende oen vornehmsten des Reichs, solchen nach seinem tode nicht zu erwählen, 2>E4- rer. I)LY. kill.!. 7 p. M llgg. kill. Oao. 1 .Z p. 49. Ls- kl^r. I)LN. P- 49 llgg. Ericus IX, König in Dänemarck, Schweden und Norwegen, ein söhn Wrakislai VII, Hertzogs in Pommern, zu Wolgast, und ^4til,,'-vfirik,coeycer war. Zie Königin Marzareta nahm ihnals ihrer sckwester tochter söhn ^. rmdes statt auf, und bahnte hm dadurch den weg zu dem Ko- n a Ln h?°n U'n das jähr i;y6. als Margaret« d.e Schwedi- 8 cbone erhalten,verschaffte sie, daß der junge Cacus, welcher da- wolle , verfiel er darüber Mit den Grafen von Holstein n krtta in welchem er zwar anfangs einige örter eroberte, abermÄdem er gehört, daß die Hamburger,so seinen feinden kÄundewwtderihn im anzuge waren, aus unzemger furcht alles fahren ließ. Von solcher zeit an gieng «ein übriges unter- faV meV ftuchMab, biß er endlich an. 14; > genöchi- 198 eri zet ward / ihnen das Hertzogthum Schleßwig im friede zu überlassen. Denn ob schon der Kayscr Sigismundus dem Komge das Hertzogthum zusprach, so waren doch die Grafen damit nicht zu frieden / sondern berieffen sich auf den Pabst / ,»nd hiengcn sich an die Hcmsce-städte, welche ihn nach so langwurigem kriege diesen frieden, der ihnen doch ebener Massen nicht wenig geschadet / einzugehen nöthigten. Immittelst / als er bey dem Kayser deswegen zu Ofen war,risse ihn eine unbekannte Person heimlich ab/ und schickte den abriß nach Syrien. AIs nun einige zeit hierauf der Konig eine reise ins gelobte land that/ wurde er erkannt / gefangen genommen,und nicht ohne schwere rantzion wiederum loß gelassen. Eben dadurch gab er gelegcnheit zu einem grossen aufruhr in «schweben, welches Königreich er viel jähre lang nicht besuchet, da er doch Ungarn, das gelobte land und andere provintzen besehen, und über dieses solche Q.'UVO,icurs gesttzet hatte, welche nur das volck auslaugten, im übrigen aber auf des Königs nutzen wenig bedacht waren. Hierauf wurde zwar abermals friede geschlossen , allein Ericus brach ihn kurtz darauf selbst wieder, jagte dadurch die Dalecarlen aufs neue in den Harnisch, daraus sie nicht eher zu bringen waren, bis sie sich unter anführung ihres erwählten Qouvcrncurs, Caroli Canuti, von dem Dänischen Reiche völlig abgerissen. NichtZeffcr ergieng es ihm in Däncmarck selbst , da er von den Rcichs-Stan- den, welche er durch doppelte flucht, mit hinwegnchmung des Königlichen schatzes, verlassen, gleichfalls abgefegt worden, welchem erempel die Norweger folgten. Inzwischen suchte er in dieser Verwirrung seinen aufenthalt in den insuln Gothland , allwo er aus den mitgenommenen jahr-büchern eine Historie von Dänemarck verfertigte , und selbige vom Ursprünge dieses Reichs bis auf das fahr 1288 führte, welche sich bey dem Ou^>r-„o com. < cwon, poll- ric. befindet. Er war ein großer freund der gelehrten,und halte sich vorgenommen, eine academie in seinem Reiche auszurichten, worzu er von dem Padstc Martins V die gewöhnlichen freyheiten erhalten ; doch die darzu erforderte unkösten mustcn nachgchends zu dem kriege gebraucht werden , dahero dieses wcrck fruchtlos, ab- gieng,gleichwie ihm auch dieses mißlungen, da er seinem vettcr Bo- gislao aus Pommern zu dem throne nach seinem lobe verhelften wolle. Nachdem er sich bey io jähr in gedachter insul aufgehalten, und in «schweben verschiedene mal einige einfalle gethan, wollen ihn sinne vormaligen Unterthanen auch da nicht länger leiden , weswegen er sich zu dem Hertzoge von Pommern, den, er vorher schon die unsul Rügen zuwege gebracht hatte, zu retiriren gezwungen ward, da er auch zu Rugewalde an. 1459 obue einigen erben von seiner gemahlin Philivva, Königs Henrici I V in Engel- land tochtcr,zu hinterlassen,gestorben. «-»/- rcr. I. 9 p 547 teq. Lte,,»/,«, llllbDsn. I. ; p. 104 5cg. lllon. OLN. 9. ;57, clc llili. I>sc. i> z c.; j>. iu rllcL». ^>, ciiilcit. Lonige in Schweden: Ericus / ist dcr name, welchen 14 Könige in Schweden gehabt haben, von welchen aber bis aufEricnm den heiligen gar wenig kan gesagt werden. Ericus I hat seine untcrrhanen mit guten gesellen versehen, und als sich dieselben sehr vermehret, soll er das «nnülle volck in die Dänischen insuln versitzt und über sie richlcr verordnet haben, so dem Gothischen Reiche unterworffen waren. Wicwol Mcftenius hiervon anderer mcynung ist. Ericus II soll durch bezwing»,ig verschiedener länder sein reich erweitert haben. Ericus III war aus vornehmen stamme in Norwegen gcbohrcn, und hielt sich anfänglich bey dem Könige Frolhone in Dänemarck auf. Er machte sich bey dcmsilbigcn durch seine beredtsamkcit, klughcit und tapfterkeit so verdient, daß er ihm nachgehcnds zur Schwedischen cronc vcrhalff, auch ihm seine schwester zur ehe gab, über dieses des Erici bruder Rollers die bcherrschung von Norwegen zuwege brachte, uud ihn, als sich hernach die Unterthanen empörten , mit beystand seines brudcrs Erici, darinnen bcvcstigte. Gleichwie er aber seinem bruder dadurch das Reich wiederum erhalten, also hat er vor sich mit Schweden das Gorhcn-Reich vcr- knüvffet. Ihm folgte i» der regieruug sein söhn Haldanus,weichen er mit Gunnara gczeuget hatte. Ericus IV kaiii nach dem tobe seines groß-vaters Sivardi zur regieruug. Er war ein söhn Fro- tbonis, Königs in Däncmarck, und Ulvilda, Königs «sivardi in Schweden tochter. Frvlho brachte seinen bruder Haraldum um, und nahm ihm das Dänische Reich ab. Allein Harald, 2 söhne, davon der eine mit dem vatcr gleiches namens war,mit e andere Haldan hieß, verbrannten, den tod ihres vaters zu rächen, Frotho- nem,und Ulvildam wurffen sie mjt steinen zu rode. Ja als Sivar- dus ohne kinder verstarb, und ihm Ericus succediren solle, suchte ihn vorgedachterHaldan ums leben und beydeKönigreiche Schweden und Dänemarck zu bringen. Zu diesem ende bemächtigte er sich erst Däncmarck,und gieng herauf, nachdem er selbiges vorher» seinem bruder Haralds anbefohlen, in das Gotheu-Reich, einige mannschafft daselbst wider Ericnm auf die deine zu bringen. M,t dieser griff er zwar Ericum an, wurde aber geschlagen, und sich in Helsingland zu retiriren genöthiget. Nicht besser ergieng es ihm in dem andern treffen, welches er,nach verstärckung seiner trouv- pen,mit Erico hielte, ja er neuste sich sichcrheit halben auf die höchsten gebürge verstecken. Damit ihn aber Ericus wieder davon herunter, locken möchte, gieng er mit einer flotte wider dessen bruder Haraldum nach Dänemarck über, gewann demsilbigcn 4 schlachten ab, und kam als überivinder wieder nach Schweden zurücke. Haldanus aber, der sich inzwischen nach Dänemarck begeben, sammlete allda ein grosses Heer, sitzte dasselbe ausschiffe, und gieng damit gegen «schweben. Ericas,welcher sich unter der zeit gleichfalls in gegenverfassung gestellet, streß ihm mit seiner flotte unteren Weges auf, und weil Haldanus nur 2 schiffe sehen ließ, die übrigch aber hinter einem vorgebürge verstecket hatte, jagte ihnen Ericus nach, verfiel aber dadurch in Haldani Hinterhalt, lind büßte, well er kein quartier annehmen wolle,sein leben ein,das Reich seinem feinde,demmehrgedachten Haldano, hinterlassend. Ericus V war ein söhn des Königs Agnii, und zanckte fleh mit seinem bruder Alrico wegen der Schwedischen crone erstlich zu Hause, hernach aber ritte er mit ihm aufs selb, allwo es von Worten zu schlügen kam, woben sie,weil es ihnen an anderin gewehr gemangelt,den Pferden die zäume abgezogen, und einander damit zu rode geschlagen. Ericus VI, Waderhat zugenant, kam nach dem tobe seines vaters Jngonis II zur regieruug. Seine Unterthanen machten sich anfangs sehr grosse Hoffnung von ihm, weil sie unter andern gläubten, baß er einen Hut hätte, vermittelst dessen ihm die winde, wann er nur denselben gegen sie wendete, gehorsam seyn wüsten. Meiner legte sich auf die see-räuberey, zaubercy und götzendicnst , und ließ'damit die Reichs-sorgen fahren. Ihm folgte fein söhn Ericus VII, mit dem zunamcn «segherselhweil er jederzeit grosses glück im kriege gehabt. Dann er überwand nicht allein Agnerum, Regnen söhn, welcher aus Engelland ankam , und wegen seiner mutter aufSchweden anspruch machte, sondern bekam auch Eschen, Finnland, Ließaud und Curland,wie lischt weniger Preussen. Er brachte sich dadurch grossen rühm zuwege , daß verschiedene Potentaten sich um feine freundschafft bewarben. Absonderlich ließ sich Hcrtzog Otto in Sächsin, welcher nachgehcnbs Kaysir worden, mit ihm in ailiantz ein, und fiel den, Könige Haralds in Däncmarck ins land, welcher wider Schweden, um daselbst Biörnonis IV söhn, Storbiörmun, zum Könige einzusitzen, mit einer armce gerucket, wodurch dieser genöthiget ward, von seinem unternehmen abzustehen. Als hierauf sich Storbiornus ihm unterwarf,verziehe er ihm, und gab ihm eine provilltz^zu seinem unterhalte ein. Endlich machte er sich a» den König «suen von Dänemarck , nahm ihm Halland und Schaum wieder ab, und nöthigte ihn, erstlich nach Norwegen, von dar aber nach Engel-und Schottland sich zu retiriren, wie den» auch derselbe nicht eher als nach 7 jähren, da Ericusgestorbcn, zurückgekommen. Ericus VIII, mit dein zunamen «scenchill oder dcr'uiilde, wurde nach dem tobe feines vaters Erici VII auf den thron erhoben. Zu seiner zeit soll ein Heydnisiher Priester in dem göllm-tem- pel sem gesichte verlohren haben; darauf ihm im gesicht befohlen wurde, mit Versprechung der wieder-crlangung seines gesichts, Christum zu predigen. Er kam solchem befiehl nach,und erhieltsim gcsichke wiederum, bekehrte auch eine grosse menge Heyden, worunter der König Ericus selbst gewesen. Dieser nahm die Christliche religion mit grossem eyfer an, und beruffle zur mehreren aufnahm! derselben 2 Priester, Adeiwart und Stepan, zu sich aus Hamburg; ja er ließ auch den götzcn-tempcl zu Upsal zerstören, erregte aber dadurch bey den unbet'ehrtcn einen aufruhr, darinnen er nebst den Priestern erschlagen und verbrannt wurde. M. rcg. lepcemr. L/6F»», in Oorllor. Lucoaumgue llillor. 0/6», llili. 8ucc, llill. 8uec. p. l> 19,20,24, Liesse»»-; Lcsriclis illulir. rom. I, Anleitung. Ericus IX, der heilige zugenannnc, ein söhn Ieswards, brachte sich durch seine kluge aufführung und Vermählung mit Christina, Königs Jngonis des guten tochter, einer witllve Hcr- tzogs Iaroslai zu Ulademir in Rußland, bey den Schweden solche Hochachtung zuwege, daß sie ihn nach dem tobe Sucrcheri II an. 11 zu ihrem Könige erwählten, ohngeachtet die Ost-Gothen Ca- rolum, Suerchcri söhn, aufden thron zuhieben bemühet waren. Weil aber diese völcker sahen, wie nöthig die verknüpfstmg beyder Reiche wäre,verglichen sie sich miteinander dahin, daß erstlich Eri- cus, nach ihm Carolus,llNd wann dieser gestorben,von beyderseils nachkommen einer um den andern regieren sötte. Gleich im anfange seiner regierung machte er sich bey dem gemeinen volcke sehr beliebt, daß er es wider die unbilligkeitcn der grossem vertheidigte, alle arten der bereicherung, deren sich seine vorfahren mochten bedienet haben, fahren ließ,ja von seinen ordentlichen einkünffteli/dahin einige den dritten theil der straf-gefällen ziehen, keineswegcs alles annehmen wolte. Über dieses schaffte er alle gesetze ab, die nach den Heydnischen greueln schmeckten,und that hingegen andere dazu; welche weil sie in ein buch versasset wurden , daher den na- mm 8. Erichs Lag bekomme». Die Finnen beunruhigte» zu der- ftlbigen zeit durch ihre stätige srrciffcreyen das Schwedische Reich. Weil sie nun noch ihrem Heydnischen aberglauben anhicngen, 1 iG er ihnen friede anbieten, und vermahnte sie zu annehmung der Christlichen religion; da sie aber keines zu thun gedachten, brachte er eine armee wibcr sie zusammen , und schlug sie darmitausdas Haupt. Darauf bekehrte er durch den Bifchoff Henricum die übrigen zum Christlichen glauben, worbey eS, indem die fache garzu eyfrig getrieben wurde, ohne grossen tuinult nicht abgieng, fodaß gedachter Bifchoff selbst das leben einbüffele. Doch wurde dieser wieder gestillet, und die götzen-temvel niedergerissen, hingegen au förtfuhrung des kirchen-baucs, welcher der ehre des wahren Gottes gewidmet war, alles ernstes fortgefahren. Gleichwol kontc er die cndigung desselben nicht erleben , indem er von einigen auftub- rcril, nachdem er wider dieseldigcn mit grosser hcrtzhafftiM gefochten , in einem treffen um das jähr n6o überwunden und eull hauptet wurde. Diese suchten Magmim, Heinrich «sattelers au» Däncmarck söhn, den er mit Ragwals, Königs in Schweden loch- ter,ge;eugct, auf den thron zu setzen. Sie rufften auch,nachdem sie, wie gedacht,das seid wider Ericnm erhalten,Magnum zum Komge aus,; allein die Schweden stießen zu den Gothcn, und griffen unter anfuhrmig Caroli, Sucrcheri sohns, die feinde mit grossem wurhe an,und schlugen sie, daß kaum einer davon kam. Unter den erschlagenen befand sich Magnus selbst, und Henrieus, dcffcn vater; vo» en der bcute aber ward ohnweit Upsal eine Arche gebauet, die von der Dänen grossen Niederlage den namen Dänemarck bekommen. kiüor. reZ. leptsur,. j» Qvciior. Sueo- numgus iiillor. Lrr-r« O/.irrr bitt. 8uec. big. 8uec. I. z ^>. 75. 3 conclla illugrsc. rom. r. cinIcirunZ. Ericus X, war, wie einige berichten, ein söhn Cannti imd en- ckel Erici des heiligen, von welchem knrtz vorher erwehmmg geschehen. Zwar machte er gleich nach dem rode seines vaters Canuti dem Suerchero III, so ihm siicceoirte, die crone streitig; weil er aber sahe, daß mit gewalt nichts auszurichten, verglich er sich mit ihm so weit, daß Suercherus zwar in besitzung des Reichs verbleiben , nach besten tobe aber er darzu gelangen solte. Allein das versprochene wurde nicht gehalten, sondern Suercherus ließ einsmals Königs Canuti söhne unversehens überfallen und ermorden. Doch entflöhe Ericus nach Norwegen,von bannen er nach einigen jähren von den empörten in Upland zurück beruffen wurde. Ericus fand sich an. 1207 mit den hülffs-völckern, welche ihm der König Jngo in Norwegen mitgegeben hatte, bey ihnen ein, und zu gleicher zeit erklärten sie ihn vor ihren König. Hierauf kam es mit dem König Suerchero zu einem treffen, in welchem dieser unten lag, und sich darauf nach Wester-Gothland retirirte, darinnen er aber nicht glücklicher war, indem er daselbst bey Latern, ohngeachtet des starken snccurses, den er aus Dänemarck erhalten, aufdas Haupt geschlagen wurde. Er muste also aus Wester-Gothland entfliehen, und begab sich nach Dänemarck, sammlete allda ein neues kriegs- heer, und gieng damit abermal in Wester-Gothland auf Ericum loß, verlohr aber in der schlackst, welche ohnweit von voriger wahl- statt gehalten wurde, das leben, und muste sein Reich Erico hinterlassen. Damit sich nun dieser, in besitzung der crone, desto besser be- vestigen möchte, ließ er sich mit Suercheri söhne, Johanne in tra-. ctaten einmnd stund ihm nach seinem tobe die crone zu. Über dieses vermählte er sich mit Rickot, König Waldemars in Dänemarck schwester, die ihm Ericum Leppe, so nach Johanne König worden, nebst ; töchtern gebohren. Unter den töckstern ist Jngeburgis merckwürdig, welche dem Hertzoge in Ost-Gothen, Birgero von Bielboo, vermählet worden, und ihn zum vater von 4 söhnen gemacht, von welchen nachgchends Waldemarus und Magnus die Königliche würde erlanget. Im übrigen versähe er seine lande mit tüchtigen Amtleuten, welche mehr auf das gemeine als ihr eigen interesse bedacht waren,starb um das jähr 1219 auf Wiesingsö,und wurde in dem kloster Warnheem begraben. >n c-o- riiorum 8ucc. bist. L>rcrr, bist. 8ucc. Locce»,«, bist. 8uec. lib. z p. 8,. rer.van. bist. I, ü p. zol. Zconclis iliustr. r. r. einieirung. Ericus XI, zugenannt Leppe oder Lispler/ weil er mit der Mgeanstieß, war EriciXsöhn, welchen er mitRickot, Königs Waldemari in Dänemarck schwester, gezeugct. Ohngeachtet er ausser dem bereits gedachten leibes-gcbrschen auch lahm war, so wurde er doch wegen seiner sonderbaren gemüthts-gaben aufden thron erhoben. Allein eine vornehme familie, Folckunger genannt, mit welcher sich Ericus durch vielfältige Vermählungen aufs genaueste verbunden zu seyn glaubte, bediente sich dieser gebrechen, den König bey dem volcke verhaßt zu machen,und sich desto leichter der crone zu versichern. Wie es denn auch dieser faction, von welcher sich Canutus Folckunger, der des Königs Erici schwester He- lenam zur gemahlin hatte, zum Haupte auswarf, in so weit gelunge, daß sie dem Könige eine schlacht abgewann, ihn dadurch sich nach Danemarck zu retiriren nöthigte, und also die längst gewünschte gelegenheit fand, Canutum als einen König auszurüsten. Allein Ericus fand sich mit einer grossen armec, welche er in Dänemarck gesammlet, wiederum ein, und lieferte Canuto ohnweit Enecöpmg ein treffen , wormnen dieser nebst seinem leben das selb verlohr. Nachdem dieser krieg glücklich gcendiget und an den vornehmsten der empörten ein erempel statuirt worden, spann sich, wiewol ausserhalb des Reichs,eine neue unruhe an,indem die Tawast-Finnen, welche annvch götzen- diener waren , die Schwedischen grantzen feindlich anfielen. Wider diese nun schickte er Birger Jcrln, welcher seither dem Könige von den befreundten der Folckunger allein getreu verblieben war. Jmmittelst als dieser die Tawast-Finnen glücklich besiegte, und den Christlichen glauben überall ausbreitete, starb Ericus äufWiesingsö an. 1250 j» dem 28 jähre seiner regie- rung, ohne Linder, weswegen des bereits-crwchnten Biegen söhn, Waldemar, zum Nachfolger erkläret ward. rs». ,er. Dsn. b>stc>i-. I. 6 p. §08, z i^, zi6. /.occe». kist.8uec. t. Z j-. 8,. Leejst». 5 cor> 6 . illustr. r. einleicung. Ericus XII, ein söhn Königs Magni II und Blancä, Gräfin von Namur. Sein vater hatte sich durch die schwären auflagen, so er zum Rnßischen kriege angewendet, so wohl bey der geistlichkeit, auf deren anstifften ihn Clemens VI in den bann gethan, als bey dem adel und gemeinen volcke verhaßt gemacht. Deswegen beredten ihn die Reichs-Räthe, seine - söhne, Ericum und Haguinum, für Könige zu erklären,den einen in Schweden,den andern in Norwegen. Er gieng auch dieses ein; allein, da der Adel den favoriten des Königs Magni, einen jungen Edelmann, Bengt, Algoti Lag- manns in Wester-Gothland söhn, zum lande hinaus jagte, und ihn endlich in Schonen todt schlug, merckte der König, daß die crönung seiner beyden söhne ihm viel zu nachtheiliq wäre, als daß er solche ungeahndet lassen solle. Zu diesem ende schickte er seine gemahlm zu dem Könige Waldemaro in Dänemarck, um einige hulffs-vol- cker anzuhalten. Allem er erregte dadurch den Adel nur desto heff- tiger wider sich, der sich ohnedem zu der listigkeit des Waldemars nichts gutes verletzen konte, so daß er nicht ruhete, als bis der König Magnus Smeek durch krieg gezwungen - in beyseyn Hertzog M 199 Albrechts von Mecklenburg und Graf Adolphs von Holstein dem ältesten söhn Erico die helffte des Königreichs, als Schonen, Bleckingen,Süder-Halland,Oster-Gvthland, Smaland und Finnland abtrat. Weil nun, dieses tractats ohngeachtet, auch nachgchends der Adel mehr Neigung zu dem söhne als dem vater spühren ließ, verdroß dieses die Königin Blanca dermaßen, daß sie sich nicht scheuete,ihren eignen söhn mit einem giftigen truncke hinzurichten, welcher auch bey herannahendem ende gesagt: die mich zur welt gebracht , haben mir das leben genommen. Dieses geschahe um das jähr iz57. Vorher aber hatte Ericus das land mit heilsamen gesetzen versehen < davon unter andern dasjenige gesetz zeugen kan, worinnen er die lebens-strafe denen, so sich wider den Stadt-Rath vergreisten, zuerkennet. i-->cce». u>k. Suec. i, z p. i„;. scoaä. illuttr. t. ;. einleimn g. Ericus XIII, siehe unter den Dänis. Königen Ericus IX. Ericus XIV , ein söhn Gustavi I , welchen er mit Catharina, Hertzogs Magni II zu Sachsen - Lauenburg lochstr, gezeugct, kam nach dem tode seines vaters an. i V», in dem 27 jähre seines alters, zur regierung. In seiner jugend lag er dem studieren ob, erlernte frembde sprachen, trieb die exercic-s, und machte dadurch, weil er über diß von Person ansehnlich war, bey jederman die Hoffnung zu einer glücklichen regierung. Allein diese betrog sie so weit, daß er endlich, wegen seines üblen Verhaltens, von dem thron muste gestürtzt werden- Gleich anfangs, als nach dem tod seines vaters dessen hinterlassenes testament solte vollzogen werden, enthielte er theils seinen geschwrstem, was ihnen darinnen vermacht, worden, theils schränckte er das, was er ihnen noch endlich zukommen ließ, in so harte bedingungen ein, daß seine brüder vielmehr dessen ftlaven als freye Printzen zu seyn schienen. Ob nun schon selbige damit gar übel zufrieden waren, so muste dennoch solches alles auf dem Reichs-tage zu Arboga unterschrieben werden. Eben daselbst wurde nachgchends die heyrath mit der Königin in Engelland von den Ständen beliebt, aus furcht, der König möchte sich einige von seinen m-un-uiiu,. die geringen standcs waren , vermählen lassen. Er selbst machte einige Verordnungen, nach welchen die regierung in seiner abwesenheit solte geführt werden , und suchte anbey einige kirchen-gebräuche, wider weiche die Reformirten eiferten, abzuschaffen, welches aber, wegen widerstand des Ertz-Bischoffs, nicht zu stände kam. An. i z 61 den 29 jun. gieng die crönung mit grossen solmmtüten für sich, und wurden dabey Peter Brahe, Suante Sture, und Gustav Rosa, zu Grafen, die übrigen y Reichs - Räthe aber, als 2 Steinbocke, 2 Göldenstern, Löwenhaupt, Gripp, Orcnstirn, Flemming und Horn, zu Freyherren gemacht. Gleich nach dem antritt seiner regierung brachte ihm die stadt Revel, welche sich mit der Esthnischen Ritterschaft von dem Heermeister in Liefland, Gotthard Keckern, abgerissen, und mller des Königs Erici schütz begeben, einige Unruhen. Denn als darauf der König Sigisumudus in Pohlen, durch seinen Gesandten Lansky, Revel vor sich begehren ließ, König Ericus aber sich keineswegs darzu verstehen wolle, kam Keller mit seinen trouppen darvor, des Vorsatzes, solche an Pohlen zu überlieffern, wurde aber durch einen glücklichen aus- fall wegqeschlagen. Inzwischen hatte der Padst die Hoffnung gefaxt, es wurde nun gelegenheit seyn, Schweden und Engel- land' wieder zu der Catholischen lehre zu bringen. Deßwegen schickte er den Bischoff Johannen« Franciscum von Zacyntho an den König Ericum, damit, wann dieser zu seinem gehorsam gebracht wäre, es mit Engelland, bey erfolgter Vermahlung mit der Königin Elisabeth, desto leichter seyn möchte. Allein, es wolle weder dem Pabst, wegen neuer einsübrung der Catholischen Religion , noch auch dem Könige, wegen der Engeiländischen heyrath, ihr vorhaben von statten gehen. Denn als dieser bey dem König in Dänemarck um freyen paß, vor sich und mann, durch sein Reich anhielte, zugleich aber wegen der ; cronen im Dänischen waven beschwerung führte, wurde ihm zwar das erstere von Dänischer seile zugestanden, wegen des letzter« aber eine Verweisung aufdie zusammenkunfft zu Brömsebroo, nach welcher diestr streit auf jähr ausgesetzt seyn solle, gegeben- unter der Hand aber einige zurüstungen zum kriege gemacht. Ericus andertedannm- hero alcichfalls sein vorhaben, durch Danemarck zu reisen, und nahm seinen weg von Elffsburg mit 14 schiffen, in begleitung feines Bruders Carls, und der neuen Grafen Brahe und Rosa, inusta aber, wegen eines heftigen sturms, den andern tag wiederum zurück kehren. Die sorge, Esthland zu erhalten, machte, daß er auf einiae zeit Engelland vergaß , indem innerhalb wenig Wochen sem end hiellr er eine Versammlung des Adels zi Jocncop-.ng, m welcher er diesen durch schwere auflagen gewaltig vor den kopff stieß. Inzwischen kamen den Konig "eue fteyc^-gedancken an, welche ibn zu einer Vermählung m-t der Komgm Maria lnSchott- Ld leitettn , dahin er auch dem Grafen Peter Brahe das folgende wbradschckte. Deßgleichen versuchte er wiederum mrt Danemarck in ein gutes vernehmen zu kommen, und schickte eme Ge- ^ndtschafft dahin , die aber unverrichteter fache zurück kam. Melmebr, als Hertzog Johann im Hafen zu Stockholm das Da- ZMwavenvofeinemWffheruut hieb, wurdedadmch dem Mnia Friedrich in Dänemarck der weg zur ruptur geöffnet, zu welä^die fache mit den Hauste-stabten,, wegen des Rußischen haZL bereits vorhero gekommen war Dennoch ließ sich der Ebnia Ericus nicht hindern, daß er nicht, wie gedacht,,ölte um die Köffain Maria in Schottland, deßgleichen um dic Lothringi- Nrintzcßin, welche KSuig Chrlstiern zum groß- vater hatte, durch seine Gesandten haben werben lassen; ja, was noch mehr, 2OO en so wurde er wiederum völlig sinues / die Englische heyrath vorzunehmen / dadurch er aber den schätz, welchen König Gustav ge- sammlet , vergeblich zerstreuet«:. Jmmitrelst gicng Pernau an Schweden über, und auch sonsten in Liefland lief es ziemlich glücklich vor diese crone ab, und von Moscan wurde die nicmc->ri»n des sriedens gebracht. Hergegen nnt Däuemarck/ welches die Gesandten, so um des Landgrafen Philipps zu Hessen rochier / Cbristinam, werben sotten, verarrestiret, gieng es erst recht an. Ohngeachtet aber der König von Däuemarck, Moscau, Pohlen, und die stadt Lübeck, auf seiner feite hatte, machte er doch schlechte Progressen, und verlohr in dem ersten see-treffen, so unter Bornholm vvrgicng, bey nahe die gantzc flotte. Ob auch schon hierauf die Norweger in Daleren, Wcrmeland und Helstngland einfielen , die Dänen aber in Wester - Golhland und Ocland übel hauseten, konte doch König Ericus bald wieder rcpressalien gebrauchen , indem er Jcmpleland und Herrudahl , dergleichen Drontheim in gchrwcgen wegnehmen, und Halland, wie auch Bleckingen, sehr verwüsten ließ. Dieses geschahe an. 150;. Das folgende jähr schiene das glück anfangs dem Könige nicht mehr zu scheinen, indem seine flotte, so 46 schiffe starck war, durch einen harten stürm zerstreuet wurde, und das Admiral-schiff davon , so 222 metallene stücke führte, den Dänen in die Hände fiel. Allein, dieser Verlust wurde bald wiederum ersetzet, da der schwedische Admiral, Claes Horn, viel reich - beladene tauffarbey-sthiffe den feinden wegnahm, die Dänische flotte unter der norder - spitze von Oeland zum andernmal schlug, darauf in den Sund gicng, »nd von mehr als rzo schiffen den zoll einnahm, auch in einem abermaligen treffen zwischen Wißmar und Rostock den sieg davon trug. Mittler weile, als dieses zur sec paß-rte, that Ericus verschiedene streiffereyen in die Dänische Provintzen, dein man aber auf der andern feite nichts schuldig blieb. Avsonderlich verlohr Ericus alle Hoffnung, die Caffclischc Printzeßin zu seiner gemahlin zu erhalten, weil der brief, den er in währender dieser Werbung an die Königin Elisabeth in Engelland geschrieben, von dem König Friedrich in Däuemarck aufgefangen, und dein Landgrafen »verschickt worden. Unter diesen kriegs - lroublcn versuchten des Hertzogs von Pommern Gesandte einen frieden zu stiffren; weil abcr'Daucmarck die bedingungcn, so Schweden vorgeschlagen, nicht eingehen wolle, über dieses in Westcr-Gothland grossen schaden that, gieng Ericus dahin, und vertrieb die Dänen daraus, bekam Warberg ein, und kurtz hernach ergab sich auch Nord- Halland an ihn, und zur see wurde der Dänische Admiral Otto Ruth aufgebracht, und mir vielen anderen »ach Stockholm gefangen gcfiihrct. Hierauf suchten die Dänen Warberg wiederum wegzunehmen, allein der Commandant darinnen, Carl Mornav, wiese sie zmal wpffer ab, und nöthigte sie zurück zu kehren. Als ihnen nun die Schweden den vaß abschneiden wölken, käme es bey Suartcrag zu einem harten gerechte, in welchem beyderseits über 7002 mann blieben. An. >z66 ließ der König Ericus ziemliche mannchafft vor Bahus fitzen, so nähme auch die pest nicht wem- >er hinweg. Dennoch lief die Schwedische flotte starck aus, und .reff endlich die Däniche unter Oeland an, da sie ihr so viel cha- d.u zunigte, daß steh diese unter Gokhland an einen gefährlichen vrt begeben inustc, darinnen fie auch durch einen bcfftigcn stürm an die klippen getrieben wurde, daß 16 schiffe, worunter beyde Admirals und 900 mann zu gründe gicngeu. In Wester - Gotb- laud hatten die Dänen nicht besser glück, indem sie von Clau- dio Mornan in einem wald angegriffen, und über 2002 crlegt wurden. Allein das jähr daraus, da er Norwegen durch ausgestreuete zcttnln, in welchen er die einwohner mit grossen verbcis- sungen an sich zu locken suchte, einzubekoinmen hoffte, mnstc er »»verrichteter fachen wiederum davon abziehen. Um eben diese eit siengen die innerlichen Unruhen an, sich hervor zu thun, worzu sie so viclfaltig-übcl-abgeiauffene freyereven, und die erhebnng auf den thron seiner m^irrcgo Catharina, ohngeachtet ihr groß-vaccr ein baue, und ihr vater ein unlcr-Officierer voz: der besitzung des schlaffes zn Stockholm war, ein grosses bentrugen. Diese ungleiche heyrath wollen zwar etliche einem gewissen licbcs-lrunck, welchen die gedachte Calharina dem König bevgebracht, zuschreiben, andere aber glauben vielmehr, daß die unbcstänbiqkeit des gemüchs, lvclchcs bey ihm zuweilen ziemlich verrückt war, und über dieses der aberglaube, mit welchem er an den astrologischen citelkciteii hicng, Ursache gewesen. Dieser gelcgenheit nun wüsten sich einige boßhafftige Personen gar wohl zu bedienen, indemc fie ihm bald beybrachten, wie ihm sein bruder, Hertzog Johannes, nach dem leben und crone stunde, daher» er auch von dessen dienern über 102 hinrichten , ihn aber selbst nebst seiner gemahlin und söhn Sigismundo bis ins z iahr gefangen setzen ließ; bald muste das Sturische hauß allerhand verrätkcrey wider ihn vorgenommen haben, dcröhalbcn stieß er mit eigner Hand dem Nils Sturen, welchen er vorder» unschuldig erkläret, den dolch in die brüst, fiel m Damit wurde König Ericus sicher, stellte den Jöran Peerfon, welcher seither das meiste ungluck bey dem Könige angerichtet harte, und deßwegen zum tob verurtheilet war / wieder auf freyen fuß, rechtfertigte den an dem Sturischen Haufe und andern begangenen mord, suchte auch seine bruder auf dein beylagcr, welches er mit der Catharina höchst-ftycrlich begehen wolle, sämtlich umzubringen, und des Hertzogs Johannis gemahlin darauf dem Czaar nach Moscau, dessen Gesandter zu diesem ende schon längst zugegen war, zu überliefern. Allein, die fache wurde rncMdar, und seine brüder dadurch bewogen, daß sie sich mit den verwandten der entleibten, unter tKvc.,r des volcks, welches Erici noer- drüßig war, entschlossen, ihn von dem thron zu stosscn. Indem nun Ericus mit der Hochzeit beschafftiget war, versicherten sich diese verschiedener fchlösser, und vermahnten ihn hierauf, bessere regiernng zu führen. Weil ihnen aber der König nicht nach wünsch antwortete, kündigten sie ihm den krieg öffentlich an, und liessen nicht eher nach, bis er ihnen feinen favoriten, den Jöran Peerfon, nebst dessen mutier, heraus gab. Weil aber dieser an der solter bekannte, wie der König vorhätte, Stockholm zu plündern, und sich mit dem geraubten fcbatz nach Moscau zu begeben, giengen sie in aller eil darauf loß, bekamen es, nachdem ihnen die rhore geöffnet worden, wider vermuthen des Königs ein, und nöthigte» ihn so fort, sich von dem rcgiment auszuschliessen, und als ein gefangener an Hertzog Carln zn eraeben. Darauf er den unverwandten der von chni entleibten auf dem schlöffe zur Verwahrung überliefert, an. 1-^9 auf dem Reichs - tage daselbst zu ewiger gefängniß verdammt , und feine Ander unfähig zur crone erkläret würben. Aus Stockholm wurde er nach Abo, von dar nach Grypsholm, und serncr noch Ocrby, mehrerer sicherheit halben, gebracht. Nachdem er nun 9 iahre im gefängniß gelebet, starb erden rzsibr. an. 1577 an den, von seinem bruvcr Johanne beygebrachten M, und wurde zn Westeras begraben. Sein söhn Gnstavus, welchen der bruder Johannes in einen sack stecken und crfanffen lassen wollen, aber von Erico von Sparren errettet worden, hielte sich erstlich bev dem König Rudolpho II, und hernach bey dem Czaar auf, aitwo er endlich an. 1627 mit tode abgegangen. Die lochlcr Sigridis ader wurde an Johannen! von Tott vermählet. euA»»» 8 c.,iM>L jllulkr. r. 7. Mit Lucc I. 8 p. Z4/. /cmtsioÄ M IiNt. OuN.I. e-oleir. Ertz - Bischofs zu Magdeburg: Ericus / Ertz-Bffchoff zu Magdeburg, war ein sehn Jchan« nis 1 , Churfürsten zu Brandenburg. Er wurde schon an. 117z erwählet, übcrücsi aber gegen ein stuck gelbes dem Grasen Gmi- k. r auf andere ge. Näs Sturen und seiner verwandten, welche er im gefängniß macht an den (Mützen stunden, und in Smaland und Oster-Goth- land fast alles vor sich offen fanden, auch die Schweden bey Norby aufs hanvt schlugen, daß kaum etliche wenige davon kamen; doch büsten sie obnwcit Ebestö 1222 mann und 722 wägen ein, da sie, von denen Schweden geschlagen, sich in ihr land rctiriren muste». zwar cinmuthiglich, erwählte, prockfnrten die Magdeburger wider diese wähl, wcil sie besorgten,er möchte sie wohl empfinden lassen,daß sie stinen bruder Oltonem etliche jähr vorher gefangen gehalten. Ob sie nun gleich das Dom-Cavitnl in ihren gcmächcrn gleichsam belagert hielten, so entflöhe doch Ericus Lurch heimliche gänge, und begab sich zu feinem letzt - gedachten bruder nach Wolmirstädt, da sich endlich die bürgcr die geschehene wähl gefallen liessen, und ihm nach da zeit einen besonder» dienst erzeigten; Denn als er in belagmiug des ranb-fchlosses Herlingsburg gefangen worden, brachten sie ihm mit 502 marck silbers die freyheit wiederum zuwege, nachdem sich weder sein bruder, noch das Dvm-Capitul, noch die Land- stande, dar.m backen verstehen wollen. Nach diesem belagerte er das schloß Ncu-Gattcrslrbcn, und hatte dabey das imglnck, daß in feiner abwefenheck Falcko von Rödcrn ins lager fiel, und die denen Icntc gefangen wegführte, welche er mit grossem geld ran- tziomeen muste. Er starb an. 129z, nachdem 6 iahr vorbcro das Burggraslhnm Magdeburg von dem Ekur-Fürsten zu Sachsen, Alberto II, an das Ertz - Stifft war versetzet worden. Hck». -n- > 4 Ägclch. cliron. Idznzf. ch-on. -^curzoge zu Sachsen-Laueirburg: Ericus I, Hertzog zu Sachsen - Lanenbnrg , Engem und Westphalen, war ein söhn Hertzogs Johannis, des stanmi-vatas der Laucnbnrgischcn linie, welchen er mit Jngcburg, König Erichs in Scbweden, oder, wie andere wollen, mit Helena, Her- tzog Hermanns zu Schleßwig tochtcr, gezenget hattet Er erwiese schon in seinen inngcn iahren vvrlrefliche proben eines muiuem geistcs, wodurch er sich bey erwachicnem alter den rühm eines tavffcrn Helden zuwege gebracht. Als sich der krieg, welchen an. n 16 König Ericus KII in Däuemarck, Hertzog Christoph, sein bruder, und Marggraf Waldcmar zu Brandenburg, nebst Hertzog Wartislao in Pommern, mit einander gesühnt, endlich in Teulschland gezogen, schlug er sich zn des Königs parthey, und wcil dieser den schluß gcfasset, Stralsuub zu belagern, gicng er mir feinen tronppen voraus, und nabm vhiuveit dieser stadl W dem wald sein lager., Allein, weil sich i zo vom Adel aus der iW> Rügen, deßglcichen Marggraf Waldemars und Hertzogs tislai sticcnrs vorhero in die stadt geworffen, thaten diese, ebe noch Hertzog Erich die conjuneuon mit seinen AUiirten bewercksteMN wolte, /incn einfall in dessen lager, und waren so glücklich,chM sie ihn seihst gefangen bekamen. " Nachdem aber der König Emus, wegen der innerlichen unruhcn , nicht länger ausser dem Mch bleiben konte, und dami-enhero die Stralstindcr ihrer hülffs-ool- ckec nicht inehr bcdürfftig waren, überliefferten sie den gefangenen Hertzog Erich dem Hertzog Wartislao in Pommern, und diesck dem Markgrafen Waidemar zu Brandenburg, von welchem ^ sich Mich Mit r Soos marck siibers loßkauffett muste. Er suchte - riebst seinem bruder Johanne II, das recht zu der Chnr, welches sich seines Vaters brnder und dessen nachkommen zugeeignet , mit grossem eiffer zu behaupten. Ob auch schon hierinnen seinem Vetter? Rudolphol, Albertinischcr linie, von dem Kayser Carolo V, zu dessen wähl besagter Rudolphus vieles beygetragen, grosser Vorschub gethan wurde, so wblte er doch von der parkhey Günthers von Schwartzburg, welchen gleichfalls einige zum Kaystr erwählet hatten, eher nicht abtreten, noch sich mit dem Kaystr Carolo IV versöhnen, als bis ihm dieser die lehen, mit Vorbehalt seines rechtes, auf die Cbur - würde zu geben versprach. Er starb an. r;üo, wiewohl andere sagen, daß er bereits an. i;z8, oder, wie noch andere wollen, an. izz 8, in einem treffen geblieben. Von seiner gemahlin Elisabelha, Bogislai VI, Hertzogs in Pommern, lochter, hinterließ er Iuditham, welche an Hertzog in Mecklenburg soll vermählet worden seyn; ferner Älbertum, Hertzog zu Sacl-stn-Lauenburg, und Ericnm II, Hertzog und Pfaltz- graftn zu Sachsen, Engern und Westphalen, Herrn zu LauendUrg, von welchem der folgende articul handelt. 8sxo». i. 9 c. ty, »o. ree. kill. I. 7 p. 4,7,418. kill. van. geneslog. unll ckron. vvn^nlislc r. dz. Lrskcn- littll kücllcn - llial. Ericus II, Hertzog und Pfaltzgraf zu Sachsen, Engern und Westvdalen, Herr zu Lauenburg, war ein söhn des kurtz- vorher- geoachten Erici I , welchen er mit Elisabeth», Hertzogs Bogislai IV in Pommern tochter, gezeuget hat. In seinen jungen jähren besuchte er, nebst seinem bruder Alberto, den Dänischen Hof, allwo er an. i z ry ein gewisses aufgerichtetes instrument, vermittelst dessen dem Könige Ost-Holland, Nord-Asboherrid, samt der insul Samso und L-allenburg heimfielen, unterschreiben halff. Weil er aber die straffen - rauher, welche der städte Lübeck, Hamburg und Lüneburg fracht-wägctt und kaussmanns-gütern auf der straffe grossen schaden zugefüget, in stinem lande heqete, so vereinigten sich diese mit stinem votier Hertzog Alberto III , verwüsteten sein land, und liessen viele Personen, so ihnen wegen dieser plackereyen verdächtig vorkamen, an die bäume hencken. Nachdem sein bruder Hertzog Albrecht an. iz 44 gestorben, brachte er dessen länber durch erbebn sich. Noch lange vor dessen tobe wohnte er an. izzi dem tresten auf der Lohede bey, welches aber der König Christoph in Näncmarck, auf dessen feite er wider den Grafen Gerhard zu Holstein stunde, verlohr. Als Waldemarus III, König in Danemarck, an. m V seine reisen in Preussen und Lic-and, und von dar ins gelobte land antrat, begleitete ihn Hertzog Ericus an gedachte örter, und wurde nebst ihm zu Jerusalem mit dem Ritter - Orden von dein heiligen grabe beehret. Als er- meldter König an. i z zo eine grosse conferentz zu Lübeck anstellte, kam er mit vielen vornehmen Fürsten des Reichs dahin, und halss die wichtigen fachen, so daselbst aufs tapet gebracht wurden, glücklich abhandeln. An. 1;; 7 kam er mit seinem vetter, dein Churfürsten Rudolph II , wegen der Chur- würde in weitläufftigkeit, konte aber nichts erhalten. Endlich, als er sich an. 1; 76, wegen der unruhe zwischen seinem söhn und dein Hertzog Wilhelm zu Lüneburg, eilends nach Revenburg, seiner gewöhnlichen residentz, retiriren wolle, stürtzte er vom pferd, und beschloß bald daraüf sein leben. Von seiner gcmahlm Agnes, Graf Iohannis zu Holstein tochter, hinterließ er Helenam, die eine gemahlin Graf Gerhards zu Hoja worden, und einen söhn, mit ihm gleiches namens. 8ax»n I. y c. >9, r?6c;i. ^.nkrir. ßencsl. unll cki-on. k. 84. rei. Oan. bitt. l. 7 x. 448« kUrücn- lmll Oraken - lssl. Ericus V, Hertzog zu Sachsen - Lauenburg, Engern und Westphalen, war ein söhn Hertzogs Erici IV, welcher mit den Ditmarsen und Lübeckern in harte Uneinigkeit gerathen. An. 1422 starb Chur-Fürst Albertus III zu Sachsen, der letzte seiner fanulie. Weil nun das Lanenburgische hauß von langen jähren her sich niemals von seinen prälenswnen auf die Chur - würde abweisen lassen wollen, so kam Hertzog Ericus V bey dieser gelegenheit aufs neue damit hervor. Nun fanden sich zwar um die erledigte Chur-würde verschiedene Competenten ein, als Pfaltzgraf Ludwig bey Rhein, Marggraf Friedrich zu Meisten, und Marggraf Friedrich zu Brandenburg, wegen feines sohns Johannis, welcher des Chur-Fürsten Rudolphs III tochter, Barbaram, zur gemahlin hatte. Allein Ericus glaubte ihnen allen vorzudringen, indem er nicht allein mit der ausgestorbenen linie so nahe verwandt, sondern auch den von dem Kaystr Carolo IV ratificirten vergleich, vermöge dessen beyde linien die Chur-würde Wechsels-weise besitzen sollen, nebst andern gründen anführen kunte. Doch der Kaystr Sigismundus sahe die grossen Verdienste an, welche sich Marggraf Friedrich zu Meisten in dem kriege wider die Hußiten erworben, und zog ihn dannenhero, in erlangung dieser höhen würde, allen andern vor. Ob schon hierauf Hertzog Ericus sein recht auf dem conc iio z„ Basel behaupten wolle, auch daselbst von seinen Gesandten die s-llion über Chur-Sachstn nehmen ließ, so machte er sich doch dadurch bey dem Kaystr, und andern weltlichen Fürsten, nur desto mehr verhaßt, daß er uin so viel weniger zu stinem prä- tendirtcn recht gelangen konte. Gleichwohl legte er den Chur- Sächsischen titul bis an seinen tod, der an. 14 V erfolgte, nicht ab. Seine gemahlin war Elisabeth, des Grafen Conrads zu Weius- berg tochter, von der er aber keine leides. erben hinterlassen. 82x0». I. Il c. 10. ckron. 8ax. 7 696. HexF- 8ackl. ckion. c. 60/^sss. ccmllitur. Impee. r. Z x>. 440 -eg. A szl. Zackten-bauend. llsrAio - kill n» rz p.Kr.Sr, 6z ich. kürllen« unll Lralsn-ksl. m Lsr EäMöge M BeüMschweig und EüMurg k Ericus / der ältere / Hertzog zu Braunschweig und Lüne- bürg, regierender Herr zwischen Nester und Leine, und im lande Gottingen, war crn söhn Hertzog Wilhelms des jünger«, von Elisabeth», Gräfin zu «stoloerg und Wernigervde, an. 1470 den 16 sehr. in der Neustadt zum Rubcnberge gebshren. In seinen jungen jähren wurde er an Hertzog Albrechts m Bayern Hof geschickt , sich daselbst in allerhand anständigen wistensthafsten und excrcitien vollkommen zu machen, AIs er sich nun daselbst wegen seiner aufführnng bey jederman in grosse Hochachtung gesttzet, gieng er in dem 18 jähr seines altcrs in das gelobte land- besähe die heiligen örter, und kam auf dem rückwege nach Rbm. Hierauf begab er sich an den Kaystrlichen Hof, und brachte sich daselbst gar bald bey Maximilian» I, wegen seiner geschicklichkeit in den angestellten Ritter-spielen, grosse gnade zuwege, so- daß , als an« 149z die Türcken in Croatien einfielen, er zum Haupt einer armer von i; 000 mann gesetzt wurde. Weil er durch feinen heldcnmuth die feinde zu fliehen genöthiget - brachte er sich bey dem gedachten Kaystr und andern vornehmen Fürsten in weit gröjstres ansehen, welches an. vzc>4 gar sehr vermehret wurde, indem er in der schlacht bey Regenjpurg, wider PfaltzgrafRuprcchtcn und dessen Würte, an dem mehrgedachten Kaystr, der durch einen harten streich mit dem pferd fast zu boden gesimcken und zertretten worden wäre, eine ungemeine treue bewieß; ob auch gleich Hertzog Ericus , wegen der dabey empfangenen tödtlichen wunden, sich aus dem treffen bringen lassen mustc, so wurde doch der K aystr dadurch desto wüthiger gemacht, unerschrocken in seine feinde zu setzen, und einen rühmlichen sieg davon zu tragen. Zur vergeltung setzte der Kaystr in des Hertzogs wapen oben in den psaucn- schwantz einen goldenen ftern, welcher seinen vorzug vor allen andern Fürsten an den tag legen solle. Als in eben diesem krieg die vestimg Kufstein belagert wurde, die belagerten aber selbige mit der hartnäckigsten gegenwehr vertheidigten, und dadurch bey der übergäbe, wegen des von dem Kaystr geschehenen eyds, sollen hingerichtet werden, erbarmte sich der Hertzog über diese tapssern männer, und erhielte ihnen, ausser 17, welche bereits getödm waren, durch eine maulscheUe ^ die der Kayste demjenigen zu geben geschworen hatte, welcher für sie zu bitten sich erkühnen würde, sämtlich das leben. Drey jähr hernach ereignete sich der schädliche kricg mit den Venetianern, worinnen Ericus in die y jähre dem Kaystr gleichfalls große dienste geleistet. An. iz 1 z fiel er in die beyden Grafchasslcn Schauenburg und Hoja ein, und kam mit grosser beute zurück. Hierauf züchtigte er die Frießländer, und V.ahm ihnen Gröningen nnd andere örter weg. So lang der Kaystr Maximilianus lebte, durffte er sich für seine person keines feindlichen Überfalls befürchten, nachdem aber dieser an. i?i-gestorben war, fiel ihm BischoffJohannes zu Hildesheim, ein gedohr- ner Hertzog zu Sachsen- Lauenburg, in das land, und verheerte alles mit feuer und schwerdt, belagerte auch so gar Calenberg, welches er aber wiederum verließ, und den Hertzog nebst seinen Alliirten zu einem stillstand beredete» Doch, weil sie merckten, daß der Bischoffhinterlistig mit ihnen umgicnge, und nur zeit sich zu verstärcken suchte, brachten sie aufs neue ihre trouppen zusammen , und rückten damit gegen Soltaw aus die Heide, allwo es zu einem treffen kam, in weichem Hertzog Erich nebst seinem mngen vetter, Hertzog Wilhelm, auch vielen vornehmen Personen, gefangen, und nach Hertzog Heinrichs von Lüneburg schloß ge fahret,- von bannen aber nach erlegung 10000, oder, wie andere wollen, zc-ooo goldgülden, wieder loßgelassen würden. Ais nun inzwischen der König Carolus in Spanien zum Kaystr erwählt, und hierauf beyden theilen friede zu halten auferlegt worden, der Bsscboss aber sich keines wegs darzu verstehen wolle, that ihn der Kaystr in die acht und ober - acht, und befahl den Hertzogen von Braunschweig die execurion, welche sie auch mit solchem Nachdruck verrichtet , daß sie ihm, ausgenommen die stadt Hildesheim und die drey castelle, Stcurwald, Marienburg und Peine, das gantze land, welches sie auch in dem darauf an. 152; erfolgten friedens- sthluß zu Quedlinburg behielten, wegnahmen. Bey dem damaligen Religions-westn verhielte sich der Hertzog also, daß er vor seine person bey den bisher im schwänge gewesenen Meynungen blieb, aber auch niemand hinderte, sich zu der Lutherischen Religion zu bekennen. Als er sich an. 1540 auf den Reichs-tag nach Hagenau begeben hatte, um an Vereinigung der Religionen mit zu arbeiten, starb er daselbst den 26 jul. an einer blut-stürtzung, wurde an. 1^41 nach Münden abgeführt, nnd daselbst beygesttzt. Er war ein Herr von ««gemeinem ansehen, und besonderer tapffcrkeit, welches er in 12 feld-schlachten, und 20 stürme«, da er selbst den wall angestiegen , bezeuget. Von seiner liebe gegen seine Unterthanen ran folgendes zum beweist dienen: Als durch die Hildeshemiische unruhe das land ziemlich mitgenommen und erschopfft worden, hat er sein bestes tafel-gefäß lieber verkauffcn, als mit des landes be- schweruna versetzen wollen, und einen Alchymisten, der vor sein aus kupffer bereitetes Wer wohl bis in das neunvte feuer, aber Nicht weiter gut seyn wollen, mit harten bedrohungm von sich gewiesen. Sein söhn gleiches namens, von dem so fort, ist unter mütterlicher vormundschafft auferzogm, und wahrender solcher zeit die Lutherische Religion in dessen landen eingeführt worden. vsllek ckron. I., c. z; 5 cg. LErkF Lräunlckvv. ck-Dki p. 506 lcq. ü-ö/erc« ae kello k-iilcjeük. irirer Lricum Vucem Lrunlv, 6c loksn. Nrm Uilclesk. collc. bex t. 2 llie ru cicr ttilllcsk. lacke gckori- sön vornekmllen-ÄS pukl ak cler^erkü. venrag an.Lzrok V sckcr-crlcl. vvirler 8>scko!k ^okannem, ui.c! cicc (chielllmb. vergleick j, Keken >n «..Lrckiv x. tzec. lco leg. Lrsunstliw. rliron. Ltoncia. 428 leg. Hertzog in Pommern. Ericus II / Hertzog in Pommern / aus der Wolgastischen li- nie / war ein söhn Hertzogs Wratislai IX und Sophia / die eine rochier Georg« / Hertzogs in Nieder-Sachsen / war. Er hatte anfänglich mit den Creutz-Rittern zu thun / indem er wider dieselbige die Herrschafft Lauenburg und Bi'ttow behauptete. Er zog auch an. 1448 seines schwieger-vaters / des Hertzogs Bogislai IX / vcr- lasscnschafft/ mit ausschliessung derübriqcu Pommersschcn Hertzo- ge / an sich allein / und wolle gleichergcstalt an. 14; y des Hertzogs Erici I/der auch König tu Dänemarck gewesen/vcrlaffcnschafft au sich bringen / welches ihm aber nicht gelingen wolte. Endlich / als an.1464 dicLteltinlsche lime ausgienq/wolke er auch diese erschafft init ausschliessung seines brnders Wratislai X sich zueignen/ verglich sich aber endlich / und vereinigte seine waffen mit ihm wider das haust Brandenburg / welches auf das Stcttiussche ancheil aleichfalls anspruch machte. Denn es berieff sich der Churfürst Fri- derlcus II aus einen zwischen dem Churfürsten hudovieo Bavaro und dein Hertzoge Barnimo gemachten vergleich / und wolle behaupten/ daßdicWolgastischeliuievondcrStcttittischcngautzun- tcrschicden/und er also dieser erbschaffk sich nicht anmasscn köntezwie er denn auch des Kaysers Friderici III c«,»stns erhielt / von dem Hertzogthum Stettin besitz zu nehmen. Es verglich sich zwar darauf der ChurfürstmtldemHertzogeErico/daßdieser das Hertzog- rhum Stettin zu leben von Brandenburg empfahen / und dabey die gewöhnliche »nerr dem Reich erlegen solle. Allein es wolte der Kayser hierein nicht wllligen/ daher gieng dieser vergleich zurücke/ und der Hertzog Ericus wurde als rechtmäßiger erbe gehuldiqet. Der Churfürst siel hierauf mit gewaffneter Hand in Pommern ein/ und eroberte einige örter; da denn fo wohl der ausspruch des Kay- scrs / welcher verlanqcte / daß man diese fache gerichtlich ausmachen solle / als auch die Handlung zu Peterkow vergeblich war. Unterdessen starb an. 1,70 der Chursürst Fribertcus II / und folgte ihm Albertus / mit dem Zunamen Achilles / der diese suche an dem Kayserlichen Hof trieb / daß also der Hertzog Ericus zu unterschiedenen malen citiret wurde. Da nun der Hertzog selbst nicht erschien/ sein Abgesandter aber/ Matthias Wedelius/ schleuutg starb/ und darüber der gesetzte tcrmin verfloß / bestätigte der Kayser Frideri- cus III dem Churfürsten Alberto dieses Hertzogthum Stettin / von M welcher zeit an auch der Churfürst das Pommsrrsche wGxm G braucht Der hertzog Ericus zwar bew.uhete sich durch seine Cst, sandten an dem hofedjeses wieder umzustvM / und wurden zu Äm ende Comnüssarii verordnet / dre zu Rohrick M sämMnfamm Es war aber auch Verses vergebens/ Mdfbme man des Handels nicht einig werden. Mich sich Er« mildem Churfürsten zu Prentzl.au, doch weil des Hertzogs Effff bruder Wraüslaus nicht darein co«s-»nrte/ ham dieses edMM keinen Hierüber starb Ericus an. 1474. Lerne gemahlin war Sophia / Bvgislar IX/Hertzogs m Pommern / tvchrer/nnt welcher er nebst einigen tvchtern Wrattslaum / Casmurum und Bogislaum X gezeuget / davon du beyden erstem unverhcyrathei gestorben / der letztere aber das geschlecht svrtgepfiantzet. zrS Ke/ss-rc-'M ?. 474. tz-L-rer Iz-ttvß, Uistor. xcnesl. x. 741, lM. ?olir° IZ teK. «r p. b«6> Heryoge zu Schleßwig. Ericus I, der jüngere söhn König Abels in Dänemarck, Ute seinem bruder Waldcmaro III, der an. 1217 ohne erben gestorben, in dem Hertzogthum Schleßwig folgen; der König Ericus VII, mit dem zunamcn Glipping aber, weigerte sich ihm solches zu leben zu geben, weil die Dänische lehen nicht aufMn. Isx Grafen zu Holstein, Johannes I und Gerhardus I, Erici I mutter brüder, zwungen endlich durch die an. 12S1 cmfdcr Lvhhcide bey Schleßwig erhaltene schlackst, darinnen König Erich nebst seiner mutter gefangen worden, Erico l Schleßwig zu lassen. Doch erregte der König nachmals einen neuen streit, und weil die Grafen von Holstein nicht gleich helffen konten, bemächtigte er sich des gan- tzen Hertzogthums, und Hertzog Erich I starb im --mm an. 1271, mit Hinterlassung zweyer söhne Waldemari IV und Erici, mit dem zunamen lcmgbem/ davon der erste nach ihm wiederum den besitz des Hertzogthums erlangte. Kill. rer. vsn.i. 7x.M, 464. Ericus II, folgte seinem vaterWaldemarv IV an. i;ir mder reaicrung des Hertzogthums Schleßwig, und verglich sich mit den Königen in Dänemarck , wegen aller vorher streitig gewesenen Puncten, und blieb vor denselben in ruhe. Mit seiner gemahlin Agnes,Grafen Henrici I von Holstein rochler, zeugte er Waldema- rum V, seinen Nachfolger,und Hedwigstie an den König in Dänemarck Waldcmarum IV, Christophori II söhn, vermählet worden. Nist. rcr. Oan. I. 7 ^>. 407, 40^, 4:1. Ericus / oder Henricus / ein Frantzose, welche Carolas Ll. zum Hcrtzoge von Friaul gemacht, womit er Körnchen und diean- gräntzenden länder vereiniget. Er wurde von den Tarvistrn an. 7Y9 erschlagen, aber r jähr hernach rächte Carolus LI. diesen lod wiederum, Nist. kranc. Ericus / welchen einige auch Hericum, Liricum, Tiricumnnd Heuricum nennen, war ein Benedictincr-Münch yon Aurcrre,u»d lebte an. 880. Er schrieb das leben 8. Germani, Bischoffs zu Au- xerre, in versen. Ue vir. >Uust-. c. 104. Ericus / (Petrus) Venetianischer General auf dem Malischen meer, bekam an. izSn-des Bassa voii Tripoli, Ramadan, Wittwe, da sie mit 2 schiffen nach Constantinopcl stgcln wolle, gefangen , und erstach mit seinem eigenen schwerdtc deren jungen söhn in ihren qrmcn. Die übrige mannschafft, so aus 240 Personen bestund, ließ er niedermachen, 40 frauens-personcii aber schänden, hernach in stücken hauen,und in die see wersscn. Diese qrausamkei! mißfiel der Republic dergestalt,daß sie ihm den kopff abschlagen ließ, und die gemachte beule,welche 800000 cronen betrug, dem Tückschen Kayser Amurath III zuschickte. ^ Eridanus / siehe Po. Erigena / siehe Scotus Joh. Erigone / des Jcari tochtcr, crhieng sich selbst an einem bauch weil ihr vater von einem schäfcr aus Altica war erinordet worden, welches ihr ein Hund durch sein gräßliches heulen entdecket hatte. Nicht lange hcrüach sollen der Akhenienfer so ,vohl vcrchlichreals ledige Westes-Personen in eine solche raserey gcratbcn styn, daßße sich selbst in grosser anzahl aufgehenckel. Als man nun das »um um rath gcfraget, wie solchem Unheil abzubelffen wäre? gab dieses zur Ursache an, daß man den tod des Jcari und Erigonc >0 gering geachtet. Darauf erfanden sie zu der Erigone andenckcn das säiauckcln und das wippen,und so dann hörte alles Unglück auf. Der Gott Jupiter aber,wie die Poeten ferner dichten, verwandelte , um diese kindliche liebe der jungfrau und treue des Hundes zu belohnen , Erigonem in das gestirnt, welches die jungfrau genciine! wird,und den Hund in den hunds-stern. tbb. ,-4. Ering/ ist 1) eine kleine stadt in dem Ertz-SM Trier,an dem fluß Ky>, ohnweit der Moicl,gelegen; 2) ein schloß in Bayern an dem fluß In», davon vor diesem ein Gräfliches geschlecht den na- mcn gesühret hat. stammt». ?.,. Ermna / eine Griechische dame,welche sehr nette verst verfertiget,darinnen sie auch,wenigst in den vexamc-risstie Sappho Will die mit ihr zu gleicher zeit gelebet, soll übertreffen haben. Eriphyle / war eine tochtcr Talai, Königs der Ärgster, von dessen gemahlin Eurrmome, und heyrathete Amphiaruni, enren Griechischen Wahrsager. Denselben wolte ihr bruder, der AM- sche König Adrastus,bey dem wider die Thebaner vorgenonnnrne» feldzuge, durchaus mit sich haben; rener aber, rveil er vorher E hen, daß ihn solche reise das leben kosten würde,versteckte ßchssam» er zu Hause bleiben dürffte. Doch Eriphyle ließ durch ein gülden Halsband, welches ihr Polymers, Adrasti schwieger-soh«, deswegen eri verehret/ sich dergestalt blende«/ daß sie den Amphiaraum verrieth. Da nun hreraufdieser inrt fortreiftn muste, befahl er seinem söhn Alcmäon, daß er, aufdie erste Nachricht von seinem tod, seine mut» ter hinrichten solte, welches er auch würcklich also vollzog, aber deßwegen hernach von den höllischen vurien sehr geplaget worden. Ls/»-»-. oä. iz V. 244. I. I. ^cn. I. 6 V. 44;. L/c. contra Verrem. Äor/rr. I. ; 06.16. tsr. 6 I. i, v. 654. I. r «leg. lS. I-i. >. Z ÄcZ. -Z. Ätrr. 'rlici,. 1.4 v> -n. rMM-fab. 7z. * Erissos / sihe Apollonia inMacedonien. Erisweil/ Ersltzweil/ ein schön dorff, und vormals ein sonderbare Hcrrschafft un Emmenthal, in der Bernerischen Land- vogkcy Trachselwald gelegen, ist das stamm-hauß der vormaligen Edlen von Eroltzweil, von welchen Johann und Heinrich schon an. 1278 bekandt gewesen. Nach erlö,chung ihres stammens ist die herrschafft durch heyrath an die Edlen von Grünenberg gekommen , bald darauf an die von Eptingen, und endlich an die von Lutemau, bürgere zu Bern, deren einer, namens Rudolph, selbige an. i;o4 der stadt Bern um 4200 fl. verkauffl hat. Es entstünde seithero aus anlaß dessen ein marchen-streit zwischen denen löbliche» städten Bern und Lucern, es ist selbiger aber an. 171» friedlich beygelegt worden. * Erivan/ eine grosse Persische stadt in Armenia oder lurco- msnniL, an den Turckischen und Persischen gräntzen/ligt unter dem 41 grad r; Minuten isriruäinis. Einige geben vor, daß sie des Pto- lemäi lervs sey, welches er zur Haupt-stadt in Armenien gemacht. Andere halten es vor die Königliche stadt Artarata, welche aber besser einige meilen davon gesetzet wird, an einem ort, der noch je- tzo Ardachar heisset. In den Türckischen geschichten heißt sie Erize/ und in den Armenischen historien-buchern, welche sich in dem berühmten kloster Drey - Kirchen befinden, wird vorgegeben, daß man sie zuvor Vayar- chayat genennet. Nachdem die alte stadt durch die zwischen den Türcken und Persianern geführte kriege rühret worden, bauete man eine neue auf,jedoch 8«r schritt von der stelle der alten. Sie ligt jetzo in einer von bergen rings umschlossenen ebne, bey welcher 2 flüsse, nemlich der Zengui oder Sangni - Eija und der Querckboulack vorbey ianffeu. Über den ersten gehet eine steinerne brücke von; schwibbögen, unter welchen gewisse zimmer gebauet sind, darinnen sich der Qouv-rneur oder ei,-» bisweilen im sommer aufzuhalten pflegt. Die dabey gelegene vestung sihet einer kleinen stadt ähnlich,und wird nur vonPer- sianern bewohnet. Die Armenier haben ihre gewölber darinnen, in welchen sie den gantzen tag über arbeiten und handeln, des abends aber schliessen sie solche zu. Etwan ioc>c> schritt von dem rskeü stehet ein klein f«rc, V-ueutchl-cala genannt. Wenn eine rsrsvsns in Erivan anlangt, so muß der Lnuvemsuc solches dem König berichten; und wenn ein Gefaudrer durchreiset, so muß er ihn frey halten, und so lang begleiten lassen, biß er in eines andern Louverneu» gebiete anlanget. Die lufft in Erivan istgesund, aber ein wenig dick, und sehr kalt, des winters aber ist es wegen des langen schnee-gewitlers etwas verdrießlich allda zu leben; nichts desto weniger bringet das land in grossem Überfluß allerhand früchte hervor, sonderlich aber wächst darinnen viel köstlicher ivein. Die Armenier haben eine rra-llticm, daß Noah bey Erivan einen Weinberg gepflantzet habe, und einige wollen so gar den ort zeigen, der eine kleine meile von der stadt ligt. Man hat auch in dasiger geaend einen grossen Überfluß an rebhünern und fischen, darunter sonderlich die forelle und karpffen berühmt. Drey kleine tag-reisen von der stadt ist ein see, der von den Persianern Deriachirin/ von den Armenianern aber Riagar coumsou/ das ist,der süsse see/ genennet wird. Er bat 25 meilen im umfang, und ist sehr liess. Mitten darinnen ligt eine kleine insul, auf welcher ein kloster stehet, des stn Prior ein Ertz-Bsschoff ist, und den titul eines Patriarchen führet, auch den Armenischen Patriarchen vor sein ober-haupt nicht erkennen will. An. 1582wurde Erivan von den Türcken erobert, und die vestung daselbst von ihnen erbauet. Die Persianer nahmen sie an. 1604 den Türcken wieder ab, und bevestigten ihre mauren. An. i6i? stund sie eine 4 monatliche belagerung von den Türcken aus, mnsten anch unverrichterer dinge wieder ao,ziehen, kamen aber nach dem tode Adas des grosse« wieder dafür, und eroberten sie, wiewol stedieselbe nicht lang behielten; Denn Schach vefy, König in Persien gewann sie an. 16; z wieder. und seit der zeit ist sie nicht weiter belagert worden. ?. 11.1 x« zu. . vo^sges r. r. Eriza/ sihe Ariza. Erizzo/ sihe Echinus» Erizzo / eine von den asten Adelichen familien zu Venedig. AndrrasErizzo ward an. ? ;48 r,ocurscor von §an ^lsrco, und eine, namens Antonius, gelangte zu solcher würde an. 147;. Den mei. sten rühm aber hat die familie von Francisco, welcher an. iszi an Nicolai Contarini statt zum erwählt worden. Vorher» hatte er unter andern die stelle eines General-Lieutenants zu Udine bekleidet, da er denn, zum Vortheil seiner Republic, unter den vornehmen geschlechkern in Friaul, weiche zuvor in grosser einigkeit gelebt hatten, sehr hefftige mißhelligkeiten soll erregt haben, indem er sich die erlaubniß geben lassen, den Gräflichen und Margqräfli- chen titul unterschiedenen auszutheilen. In währender seinerHer- tzoglichen reaierung verfiel die Republic in ein sehr Übels vernehmen mit Pavst Urdano VIII, und mit der gantzen Barberinischen familie. Insonderheit gab dieses barzu anlaß, daß gedachter Pabst ein gewisses ->oZ>um der Venelianer aus der so genannten --- 8>s zu Rom hatte hinweg thun lassen; Doch Innocemius X gab an. 1640 der Republic vollkommene ssrisksÄioa. Mit den Tür» erk erl 20^ cken aber entstund an. 164; eine weit gefährlichere streitigkeit,welche endlich mit dem verlurst des Königreichs Candien sich endigte, wovon unter diesem vo^-an. 1646 Canea an vie Ottomannische Pforte ubergieng, nachdem kurtz zuvor die Venetianer bey Retuus waren geschlagen worden. Gleich da dieser krieg angieng, faßte der Sensr einen sehr ungewöhnlichen entschluß (dergleichen exempel man seit Andreä Contarini zeiten, welcher von an. i;S8 bis i;8r Doge gewesen war, nicht gehabt hatte) nemlich, daß der Hertzog Franciscus Erizzo zugleich solle das amt eines General verwalten. Wiewsl nun unterschiedenen, auch von den s-nLtort. i-iu selbst,dieses mißfiel,so blieb es dennoch dabey, und erwachte sich zu seiner abreise fertig, welche aber ihren fortgang nicht erreichte, indem er an-1646, da er schon sein alter auf mehr als 80 fahr gebracht hatte, mit tod aSgieng, worauf an seine statt Francijcus Mvllno zum voZ« ernennet ward. An. 1546 vergiengen sich r brüder, Ludovicus und Marcus Antonius Erizzo, so weit, daß sie ihrer muktcr bruder, den s-Eurem Maphäum Bernardi, zn Ra- venna ermorden liessen, und zwar aus verlangen nach seiner reichen crbsthaffc. Weil aber der s-nae demjenigen, welcher die fache entdecken würde, völligen pv ;o>-k2.,98, zZ4>54l. Erkelens/ lat. Usrcuieuw, ein ort, welcher in dem Hertzvgthum Iüiich, zwischen den städten Jülich und Roermond, ligt, indessen aber zu dem Spanischen Geldern gehöret. Vormals war er mit sehr guten vestungs-werckcn versehen, welche man aber geschleiffet. An. 1714 ist er dem Hertzvgthum Jülich il/cvrxorirt, und an Chur- Pfaltz überlassen worden. Erla / lat. agr», eineberühmte und zimlich grosse stadt in der Ungarischen Grafschafft Barzvd, an dem fluß Erla, welcher durch die stadt fliestet, und; meilen davon in die Thetsse fällt. Sie hat schon an. ioio von dem Ungarischen Könige 8. Stephano das stadt-recht bekommen. An sich selbst ist sie nicht vest, das schloß aber ligt aufeinem hohen seifen, ist mit 6 pasteyen uud tieffen grä- den umgeben.und dienet dem daselbst befindlichen Bisthoss so unter dasErtz-Bißthum Gran gehört, zur rekä-ner. An. i;;L belagerte sie der Türckische Kayser Solymann,muste aber,nachdem er rzooa mann davor verlohren, wiederum abziehen, unter welcher belage- rung sich sonderlich die weiber in der stadt ungemein tapffer hielten. Doch an. r zs6 nahm sie MahomerlH ein, nachdem er roooo mann davor sitzen lassen, ließ die besatzung wider den scco,a nieder machen, und den Csmmendamen, einen Grafen von Thurn,nebst einigen andern gefangen nehmen. Endlich ist dieser ort an. 168? nach einer dreyjährigen t>!oqmrung wieder^in Christliche Hände gekommen. Bey der unter des Ragoczy anfuhrung entstandenen Unruhe, kam er in der - conrenteii Hände; allein an. 17,0 ergak sich die stadt freywillig an den Kayserlichen General ^ksrcli-ce Cu- sani, das schloß aber wehrte sich eine zeitlang, bis es den io nov. des besagten jahres mit -ccorll ubergieng. 2,^/. üMLuxt. x». ras;. LmL. hstr. in ckronol. p. 8or. Erlach / eine Bernerische stadt an dem Bieler-see, in einer lustigen, wein-und ftucht-reichen gegend, samt einem schloß in der höhe, allwo derLandvogt wohnet. Sie gehörte vor diesem zur Grafschafft Neuenburg/wiedannGrafUlrichan. i2l8,GrafLudwig a». izi8/ unbGrafRudolfvonNydau an. 1 z; 9 sichHerren zu Erlach geschrieben. Nach absterben dieser Grafen fiele die stadt und Grafschafft an die Printzen von Cbalons in Burgund,und befasse sie neben anderen Printzen Wilhelm von Oralsten, Herr zu Ärley rc. an. 1467. Sie ward aber an. 1474, bey ansang des Burgundischen kriegs,da der Printz Hertzog Carls parthey hielte, von den Berneren mtr»-- co-ä eingenommen, und dabey der Bürger,chafft ihre alte freyhei- ten vorbehalten, dahero der Landwogt zu Erlach in der stadt nichts zu gebieten hat, wie sie dann unmittelbar unter dem Schultheiß, Räth und bürgeren der stadt Been stehetstm übrigen aber ihr eigen regiment hat. Belangend das kloster 8. Johann, so wohnet anjetz» daselbst ein Bemerischer schaffner oder Land-vogt. !. 8 x, ,65 L zyr. pti-r/r,«» Abrege 47-- p. l. p/ig. 2rr> * Erlach / eine edle familie / welche man in der, Schmiß unter die ältesten zehlek / und sich vor langen retten auch in Teutschland/ absonderlich aber in dem Msienchum Anhalt / niedergelassen bat. Man findet/ daß schon um das iahr n6<- Christoph von Erlach unter dem llchtlandischm Adel berühmt/und ein tavf» fercr Ritter gewesen. Um von denen übrigen ansehnlichen Personen dieses aeschlechts wegen den in der vorrede vermeldten Ursachen nur allein diejenige zu nennen / welche ausser landes storittt haben / und in fremden dienstcn gestorben find; so haben sich Wolffgang und Burkardt von Erlach schon gegen ende des ,6 5ccui, m Teursch- land gesetzet/ und so wohl sich sechsten allda mflich hervorgethan/ Cc» vogt- 204 er! Vogt;u.Tetlingm / und nachgehends zu Uöerlrngen; endlich starb er am 1607/als Würtzburgischer Kriegs-Rath / Obrister und Ober-Amtmann zu Mörstadt und Neustadt an dem Rhein. Des« sen ältesten drudcrs Burchardi söhne waren i)Erasmus/ der an. 1614 Unter-Marschall zu Mayntz gewesen / und einen cintzlgen söhn / namens Wolffgang/ gczeuget hat / welchen die aufrührt» sche bauren in dem Wnrtembergischen erschlagcn.2- Bnrckhardus/ der anfangs Chur-Pfältzischer Cammerherr / Landrichter zu Auer» dach / und Pfleger zu Nabburg gewesen/ nachgehcnds aber Anhai» tischer Rath und Hos-Marschall worden.Er starb an. 1640 in dem 74 fahre feines aiters/ und hak seine treue gegen seinen Fürsten Christianum I unter andern damit an den tag gelegt / daß er in der Wacht aufdem wcissen berge bey Prag / mit fmwerffnng seines leides einen gefährlichen hieb aufgehalten / welcher jenem zuge- dacht gewesen. Von seinen söhnen ward i)Durcharv/ nebst seinem Vetter Hamnaun / einem Schwedischen Obrist-Liemmam / an. löz i zri Pffrt / als die bauren im Sundgau wider die in den quartieren ligende Schwedische soldaten einen unverschenen aufstand erregten/ des nachts überfallen/ und zu den fcnstern herab gc- stürtzet; 2) Augustus aber war Anhaltischer Rath / und gicng an. 1684 mit tob ab; von dessen 7 söhnen haben ihrer zwey/nem- lichChristian LedrechtundCurtHeinrich/ Anhaliischcr gesamter Rath / ihr geschleust fortgepflantzet. Von Johann Ludwig handelt ein besonderer articul. Ferner sind noch ausserhalb Vatter- lands in sonderbarem ansehen gestanden / Johann Jacob/Französischer L-ncr^i-Lieutenant / verstorben an. 1694 und Siegmund/ kiauptmann über die Königl. Preußische lcibwacht deren hundert Schwereren / und nachmals in gleichen dicnstcn Hvf-Marschail / so an. 1722 aus dieser welk abgeschieden. «««/>/- 8cKw. cvron. l. 8 r. 19. IZcrncrisclicr loillccr-Icrsnt!:, Lcc--r. Uiit. p. 7. Lclivv. IoieZ5-gclcIi. säclch. ?. r. Erlach / (Johann Ludwig von) Herr zu Castcln und Gaven- stcin/ gcbohrcnznBernan. izy^' vonRudolffvon Erlach/ kam schon an. 1 üi 1 in Fürst Christians von Anhalt dicnstc/ gicngc hernach zu Prlntz Moritz von Oranicn in die Niederlande / serners in Friaul / allwo er seinen ersten ftld-zua gethan. Bald darauf liesse er sich bey der armee der »nirten Teutschen Fürsten in dienst ein / und rvurdeHauptman unter dem regiment des jungenFürstenChristians von Anhalt/ welchem er auch zugleich die Hofmeister-stcll versähe. In der schlacht an. 1620/ aufdem weissen berg bey Prag/ward er gefangen und nach Wien gcführct; so bald er sich aber loß gckaufft/ nahm er unter der Margqrafl. Jägcrdorffischen armee dicnste/und führte eine für sich aufgerichtete underm Obristcn Siege Spe an/wurde auch in der bclagcrunq Neühcüscl durch einen drat- kugcl-schuß in der dicke des schcnckcls sehr hart verwundet. Er verfügte sich hernach in gleicher gu-mät unter Fürst Christians von Draimschwcig armee und wohnte sonderlich dcni blutigen treffen bey Höchst am Mayn / ferners auch dem durch Lothringen yctha» neu zug in Draband / dem treffen bey Flcuri / und dann ancy dem enlsatz von Bergen op Zoom bey. Sein rühmliches verhalten hatte ihm indessen die Obrist-LicutcnantS-stelle / eben unter seinem zuvor in Ungarn gewetzten Obersten SiegeSpe/zuwcgen gebracht; allein auch diese dicnstc wahreren nicht lang / weil nicht nur diese armee vom Kayscrl. General Lilly bey Stadlo geschlagen und fast gantz zerstreuet / sonderen auch Erlach sechsten gefangen ward. Nach bc» zahlter r-n-ion rcisete er in Schweden / und botte König Gustavs Adolphs seine dienst an / welcher alsobald eine sonderbare achiung und neigung gegen ihm sehen liesse / sich in wichtigen fachen seines rath; bediente / denselbiqen seinem damahlcn aufrichtenden lcib- reqimenl als Obrist.Lcnienant vorstellet! / und in aufiblcibung des bestimmten Oberstcn/Rheiu-Grafs Olto/gar zum Obersten davon setzen wolle; wicwol jedoch dieses lelstere in der c.ipicu>2rio„ under- blicde. Darauf wohnw er an. i6re den scld.zügcu in Liesiand und er! erm rutd das jähr darauf in den l lciueu Raw gezogen wurde/und sich mit Margarelha von Erlach/seincr verwandlin/ vermählte; AIs er da gegen ; jähr verblieben/ pe> c-te jhnc der Frantzöfischc scl>2» cic Dassomplcrre an. lü;o bey scincrzwcytcn 2mb2l!2ciü in die Schwcitz für scmcn König ein Regiment von ;ooc> mann aufzurichten und solches in Piemoni zu sührcn; Er wohnte daniit dem cntsatz vou Easalbcy/ und legte grosse ehre ein/ hatte aber beyneben das Unglück/ daß der meiste theil seiner lrouppcn durch eine eiurciffcnde kranckhcit dahin fiele / und der Überrest abgcdan- cket wurde; als man sich hierüber mit ihme in -cw-u cinlicsse / und seinen schaden in etwas zu ersetzen suchte / liesse er/ nach dem zeug» nis des kl-r. von Laffompicrrc/ eine gantz sondcrbahre großmutb von sich hervor blicken; abcr-wic ihme hernach der schatz-meistcr Emcri auch von der verglichenen summ 40°° thaler abbräche / faßte er billtch einen Widerwillen gegen solche schlimme Manieren der Frantz. r-M2,icl-r-!. und schlüge deßwegen hernach zu mchrmalcn die dicnstc selbiges Hofs auß. Kaum wäre er wider nach hanß ankommen / so suchte iyne der grosse «schwedische Held / Gustavus Adolphns/ der damals mit seiner armee biß in das obere Teiitsch- land gcrücket/ unter herrlichen in seine dienste zuziehen ; allein ob er sich schon dcm Hcrtzoa Bernhard / der mit einem absonderlichen -orp» einen zug tn das Algöw vorhatte/ zugeben ließ / und bey dcmc in so knnzer zeit nicht wenig nutzen schaftc/ so richtete er doch seine gcdanckm hauxtsächlich in sein Vatterland/ das bey damahligen zeiten kriegs-erlahrene Männer selbstcn zu gebrauchen,wüste ; wie erbaun indcr that an. i6;4 von denen Evangelischen in wichtigen 2»2ir,.-s als gesandter nach Paris verschickct/ulid an. -szü mtt 2200 mann an die gräntzen gelegt wurde/M die Kayserliche in starcker anzahl in der Nahe poliirt wa- reu- Seine grösten dienste/wodurch er sich das gcmeineEvangkiische Wesen in Teurschlandverbunden/ wäre der kluge rath/ soerHer- tzog Bernhard / (so damals in dem Bisthnm Basel sein quartier hakte/und von proviant-mangel sehr gedruckt wurde)gegeben / sich des Frickchals und der 4 Waldstädten meister zu machen; Erlegte auch würcklich mit ihme die hand an das werck/ wurde zwar in dem ersten treffen bey Rheinfclden gefangen / aber durch den folgenden sieg/ als Rhemftlden sich ergeben mußte / wieder befteyet. Nach diesen wohnte er allen kriegs-verrichtungen/Mder erste 6c»e- rsi nach dem Hertzog/bey/ ließ auch seine b^vour« bey der harken belagerung Brysachs so mercklich sehen / daß er nach geschehener übergab dieser wichtigen vestung / zu belohnung seiner Verdiensten nicht nur zu dcro Lomm-nciameu / sondern auch zu einem 6m>v-r- neur des gantzen eroberten Landes / und obristcn beselchs.haber über alle dißherv durchs Drißgau / Elsaß / Frickthal und kr-nck-- comre besetzte örker/ gesctzet wurde/ ernennte ihne auch bey seinem das jähr darauf erfolgten tod zum ersten «suhlen seiner gantzen armee / welches ober-comma-mo ihme auch Ehm/ Rosen und Willhclm Otto/ Gras von Nassau / (so die; übrige sumehmste c-E- sis waren/) ohne einige widerreb überliessen; Als nachgehends mit Franckreich ein verglich getroffen wurde/ und man die eroberte Plätze wieder abträte / auch das meiste volck in dcro dienste gicnge/ ward Erlach in seinem xouvcm-me»! bestätiget ; er benügte sich aber mit dieser cintzigen/ wicwol wichtigen/ sorge nicht / sonderen bemühete sich noch in anderen Verrichtungen; sohalfferan. -642 Hohen-Twielentsetzen/ an. 1645 und 1646 Siollhosen / Kuppcnheim und das schloß Wildenstein eroberen. An. 1648 machte ihn der König zu seinem o-n^r-HrsiEKil welcher g^i-rät er zu dem wichtigen sieg bey Lens viel beytrüge. Am besten hat er dem König das folgende jähr gedienet / da er die armee am Rhein / so sich für das Pariser-Parlament gegen den Hof erklären wolte / durch seinen cre-m also zu besänsskigcn wußte / daß fast alles dem König treu verbliebe / Turenne aber/ihr General/ dec sie anstiffteke/ mit wenigen die flucht nehmen müsse. Je mehr bey diesem allem dieses manns rühm sich vergrösscrre / je naher wäre er dem tod / und zog ihme sonderlich die letstere bcmühung und eingenommene Verdruß eine außzchnmgzu/woranerdenrojan. an. 1650 seinen edlen geist aufgäbe/ da er kurtz vorher von dem König zu seinem ersten vicwptMmi^io auf die zu Nürenberg angestellte fricdens-rr-ÄLren ernennet wurde. Er hinterließ z töchtern/ welche an die Herren von Döringmberg / Stein und Tauvadel verchlichet worden. Erlach/ (Rud. von)Erwarte diesen are. im versprochenen suppi. Erlang / ist eine feine stadt an der Rednitz / zum Nürnbergischen Burggrafthum oberhalb gcdürgcs gehörig. Wegen des guten lagcrs hat Marggras Christian Ernst vor die rcfugirke Fcan- tzosen eine neue stadt aufbauen lassen; und zu ansang des ,8 seenli hat allhier ein gelehrter vom Adel/ChristvphAdam Groß von Trv» ckau/von seinen gütelmeine Ritter-rcLllcw.cgestifitck/lvormnenalle arten der wissenschafften / sprachen und rxercitien getrieben werden. Dieses neue Erlang wird also von seinem stiffter Christian Erlang gmcnnct / und zu dessen unterschied führet das vorige den namen Alt-Erlang / welches aber an. 1706 im aug. das Unglück gehabt / daßcssamtkirchen/ ralh-haus und schul-gebäuden biß aus gar wenige Häuser in die asche gelcget worden. roxozi. t-rsnc. x,. 24. kr^nc. reäiv. p. zAü. Do-nlr Luro^. tLA-reZiUec Lc! 2 N.k 70 l. * Erlibach / ein schön dorff/ gericht und vogtey der stadt Zürich/ rechter Hand am Zürich-see oberhalb Küßnacht gelegen / warevoc altem denen Grafen von Habsdurg zu Lauffenburg und Rapper- schwyl zuständig. Von diesen käme es an die Grafen zu Loggen- bura / aus welchen Gcaf Donatus es an-1400 der stadt Zürich,zu kauffen gegeben hat / welche solche aus ihrem kleinen Rath bevog- ket. An. 144; im ocwbcr/ als Zürich und Oesterreich wieder lne andern Eydgnosscn kriegten / kamen die von Schwytz/ Underm!» den/ Zug ünbGlarus rn schiffen den scc hcrundcr / willens zu Erlibach die trauben abzuschneiden / sie wurden aber von denen im hvltz verborgen gelegenen Zürichern unversehens ob der arbeit angegriffen / und nach etwas wicdcrstand mit verlurst 17° mann abgetrieben und in ihreschlffe gejagt; die Züricher veriohrenrs mann. I. 6 p. >4?. 6. Llirou. ^llcr. I. II. c. rl. -Ü Lliron. Llsron. x>. 274. * Erlösers / (des) oder des heiligen blutes / Ritter-Orden/ soll von dem Hertzoge zu Maiikua / Mncentio / an. i6°8 gestM worden seyn. Das ordcns-zcichcii «stein band von güldenen ovalen/ mit kleinen güldenen ringen zusammen geknüpft / und mitschnM- werck in gestalt der feucrflammen sezieret. In den oval-sigurenstehen diese Worte: vumine, prodLki mc. Unten an der ordcus-mle hänget eine oval-figur/ welche 2 enge! vorstellet /die mit ihren Handen eine güldene mit crystallcn - glaß verwahrte monstrautz halten/ in welcher; blms-tropffen Christi/ welche man zuMantua verwahret/ zu sehen sind / nebst der beyschrifft: van Mo Es werden in diesen Orden 20 Personen anfgenomen / deren hau?k der Hertzog zu Mantua selbst ist/ als welcher jährlich insemem« dentz / und zwar in der Dom-kirche / das Ordens-sest ttlebmel. , c-o»LM und wurde/wie Poffevinus will / nachgehends Abt. Vossius>My- masset/ daß er eben der »riro>- sey / welcher Ludovieo tts zu eM AU / erm em eine lobrede in elegischen versen geschrieben. e. 4. sm>g«. leA. ksf/evr». in s^arsru. Kitt?. Kar. I. z. c. 4. Ermatingen / ein dorff unter Gottlieben am Bodensee gelegen , mit den hohen geeichten in die Landgrafschafft Thurgöw gehörig , die niedern sind dem Bischofs zu Constantz zuständig. Es ward von Carolo Martello , Hauß-Hofmeister oder kremier vimMre des Königs in Franckreich an die abtey Richenau vergäbet an« 72;. An diesem orky ist den 18 april. an. 1499 ein gefecht zwischen den Schwäbischen bunds-verwandten und denen Eydgnoffen vorgegangen / worden das dorff im rauch aufgeflogen und der Eydgnoffen 7; niedergemacht worden. Als aber hierauf der landsiurm in das Thurgöw ergangen und sich bey 15--0 Schweiger versamlet hatten , griffen sie iin Schwadcrloch die 9000 starcken Schwaben hinwiederum so grimmig an, daß diese die flucht ergriffen, alle beuth dahinden liessen/ nebst 1400 der ihren so auff dem platz bliebe,,/ohne mehr als io-x> mann / die im nachjagen in den see gesprengt und ersäufst worden. !.9. 70. Äell/ef. ?. I . j>.-4v. * ' Ermengard / siehe Hermengard. Ermericus/ Hermertcus oder Jrmaricus / ein König von Kent in Engelland / war ein söhn Esca und bruder Otha / mit welchem er an. ;ir den thron bestieg / und biß an. 56; gememschafft- lich regierte. Andere wollen , er habe nach Otha an. 5 z 2 zu regieren angefangen / und das regiment biß an.; 6 r forgeführet. -6«»« n 1. eez-s/»«6. Ermericus / Hermericus oder Ermigarius / ein König der Schwaben / welche aufanhetzen Stüichoms erstlich in Gallien, hernach als sie da denen Gothen weichen mußten, samt denen Si- lingis, Vandalis, und Alants in Spanien zogen, allwo Hermeri- cus sich zuletst in Gallien festsetzte , und regierte daselbst jähr, nachdem er alle provintzcn dieses Königreichs verheeret hatte. Die Vandaler bekriegten ihn an. 419 , mästen sich aber einige zeit hernach retiriren. Genferie schlug dessen General Hermingarium, darauf zog Ermericus in eigener Person mit zu selbe, und verwüstete Gallicien. Nachdem er sich 7 >ahr mir einer verdrießlichen kranckheit geschleppt hatte, starb er an. 440. Sein Nachfolger wäre Rechila. k-r/«--- in «krön. * Ermita/ siehe Eremtta. Ermland / siehe wermeland. Ermslebeu / eine kleine stadt, nebst einem amte, in dem Für- stemhum Halberstadt, zwischen Ballenstädl und Aschersleben, gelegen. Sie hat ehemals den Grafen von Reinstem gehöret, ,st aber in dem 16 seculo an die Herren von Hoym gekommen, welche es nach ansang des 18 stculi dem Könige in Preussen abwetten müssen- Das nahe darbey gelegene schloß Conradsburg ist vor dlsem eine Benediktiner-Abtey gewesen, und gehört noch jetzo den Herren von HoyM. «krön, Liricenke Lci si>n< 119;, kksnrf. «krön. 1. icr?z>r. rcr. Lerm. p, rÄ;. Erneu / Ehrnau/ ein den Grafen Brenner gehöriges schloß, nebst einer Herrschafft, in der Oteyermarck, 7 messen von Drück, gelegen. Es ist das stamm-hauß der Adclichen familie von Erna». stemm. k. r ö- Geistliche Churfürsten und Ertzbisihöffe: Ernestus / Ertz-Bischoff und Churfürst zu Cöln/ war der jüngere Prmtz Alberti V. Hertzogs in Bayern / gcbohren an. 1554. Er ward an. 1565 zu Freystngen/ an. 157; zuHlldeshenn/ an. i;8<-zu Lüttich und an. 1586 zu Munster/Blschosi. Zu dem besitz des Ertz-Sttffts Cöln / dazu er an. 158z erwehlel ward / tonte er so gleich nicht gelangen / indem der abgesetzte Churfürst / Geb- hard von Lruchses / in guter Verfassung stund; dahero das capl- tut sich gmöthlget sahe/zc>oo Spanier an fichzuzlehen. Obmm wohl Gcdhard in dem folgenden jähre ,sich aus dem stauoe machen äustc/nachdem er Bonn durch verrathe,'«) verlohren hatte; so machte doch der Niederländische krieg Ernesto viel zu schaffen / indem der Holländische General Martin Schenck seme gebietye nicht allein unaufhörlich beunruhigte / sondern auch d,e festung Bonn überwältigte. Er gicnq also selbst zu dem Hertzoge von Parma/derdammal in den Niederlanden coinmandterte/und hielt um nachdrückliche hülffe an; wie aber selbige nicht alsobald erfolgte /war er willens / sich wieder nach Bayern zu begeben / von welcher resolution ihn aber der Pabst abmahnst; dahero er sich gefallen lassen mnste/den krieg fortzusetzen / bis erfich durch die Waffen ruhe verschaffen konte. An. 1601 nahm er seinen vetter/M-- dinandum aus Bayern / zu seinem an / starb aber erst an. -6,r zu Mensberq in Westphalen / nachdem er diese worte: Iesu du söhn David / erbarme dich mein ! unterschiedene mal wiederholet hatte. a« L- u. k. r. W/r Ue Keim «own. ^ Ernestus / Ertz-Bischoff zu Magdeburg und Bischoffzu Hal- berstadk / ein söhn des Churfürsten zu Sachs«? Ernestl/vondef- scn gemahlin / Elisabeth / einer tochker Albert, III - Hechogs von Bayern.Erwarb gebohren an. 1466. Zu demErtz-Blsthumvon Magdeburg gelangte er den i2jan.an. 1476 / sind zudem Dlß- thum von Halberstadt; jähr hernach. Zwischen ihm und der stadt Halle entstunden an. 1477 allerhand irrungen/ daß endlich sem vaner sich genölhigtsahe/ diesen ort mit gemalt zu bezwingen / welches den Mul. oder/wie andere schreiben/den 20 sept. an. 1478 geschahe. Das folgende jahrden ro jan. hielt ercluen landtag auf dem schloß zu Giedichenstein/ da unter andern beschlossen ward / die Moritzdurg zu Halle zu bauen / um diese stadt dadurch m dem z«,im zuhalten.Dey 17 jun. desselben jahrs legteer den ersten stein em 2 O 5 darzu / und den r§ may an.i484ward diese bestung ohne die aller» geringste Unkosten oder srohndtenste seiner unterchancn vollendet. Inzwischen halten auch die Halberstadter wieder ihn rebellieret / welche er aber / durch nochmaligen beystand seines vatters/an. I48r / an. 1484 und an. 1486 demüthigte. An-1488. gerreth er in ernen heffttgen streit mrt der stadt Magdeburg / welchen aber seines Vaters bruder./ derHertzog Albertus/ gütlich beylegte. An. Mrtrreb er dteIudenaus Magdeburg. An. r;°i. schickst er dem Komge Johannt von Danemarek hülfs-trouppen wieder die Dith- marfm.Das nächstfolgende fahr copulierte er in eigner person den Churfürsten von Brandenburg/Ioachimuml.mitder Prmtzeßm Elisabeth / einer tochter des obgemeldken Königs Johannis. Iin u- brtgcn ireß er hin und wieder stattliche gebäude ausrichten / insonderheit aber die capelle mrridu5 in der Domkfrche zu Magdeburg m die form bringen/ wormncn dieselbe noch heutiges tages zusehen. Als es mit ihm auf das letzte meng/wegerte er sich/die von den Magdedurglschen Capucinern ihm angebotene gute wer- ckeihres klostersanzunehmen / und starb zu Hasse den rang.an. iz 12. csIsnNgr. Lsxon, «krön. -LeZcteb.Le- kurker. 8s:ckk kispos. derlei III tochter/ gebohren an.1500. Er war noch minderjährig/ als sem vakstr an. i?o8 verstarb / und mustegeschehen lassen/daß der mittlere bruder Ludwig dem allem Wilhelms wieder die Verordnung des vatters / weicher nach dem rechst der crstgeburt succe- dierthaben wolle./ einen grossen theil des Hertzogthums abtrotzte/ er aber dabey lar ausgieng. Nachdem er in anfühmng des bc- rühmten Aventlm und anderer in jur« und andern mathematischen wlffenschafftcn / besonders aber in bergwercks-sachen eine gute wis- Mfchafft erlanget / that er unbekannter weise eine reife durch Aranckrelch / nach deren endtgung er an. iz i/ zum Tischoffin Paffau erwehlet ivurde/bey welcheni amt er sich das lob eines Haushalt,gen.nnd gütigen Herrn erwarb. Er hielt es bey damaliger re- ltgions-anvemng mit seinen brudem / und kehrte vor sich alle Mittel vor/ fern Elstyum von Luther-lehre rein zu behalten / wodurch er sich m wiche» ansehen brachte / daß er an. 154° nach absterben Matthm Langit Cardinals und Ertz-Bischoffs zu Saltzburg die- ses Ertz-Blstyuni erhielte. Er legte aber an. 15^4 die Erk-Bischöff- liche wurde wieder nieder / und brachst sein leben bis an. 1560m emsamkelt in seiner erkauffken GrasschM Glaz in Böhmen zu / welche nach seinem tobe an Albertum V von Bayern fiel. k. ri. 10 sci Ln. 1516, Ernestus/ erster Ertz-Dischoff zu Präge/war aus dem Ade- lichen geschlechte von Pardowrtz emsproffen/ und erhielt die Ertz- Dischyfflllche wurde an. i;44 / nachdem er eine Mang Bischoff daselbst gewesen. Weine ftommigkeit und andere rühmlichecigm- schafften brachten ihm solches ansehen zu wege/ daß er nicht allein von dem Kayser in den wichtigsten ambassaden gebraucht ward / sondern auch nach dem tobe Jnnocentii VI den Päbstlichcn thron bestiegen hätte / wo er nicht ein ausländcr gewesen wäre. Als er ssch an. 1)64 in Bautzen bey dem Kayser befand / überfiel ihn eine todtliche kranckheit / weßwegen er sich auf das schloß Nandntk bringen ließ / und bald hernach das zeitliche daselbst gesegnete. wir««!!. Lok. ctcc. I kb, 4. //-AS«, ckr. Lok. Churfürsten und Artzoge zu Sachstn: Ernestus/Churfürst zu Sachsen / der stiffter der Emestmi- scheu ltnie / war ein söhn Friderici II des sanDnüthigen / welchen thnl die Ertz-Hertzogm Margareta-von Oesterreich / an. 1441 den 25 mark. gebohren. In seinen jungen jähren wurde er nebst seinem bruder / dem Hcrtzog Alberto / von Kuiitzen von Kauffungen und denen / so es mit ihm hielten / Bernhards von Lrcbin / Wilhelm» von Moscn / Wilhelmo von Schön» scls und andern / durch verräth«'«) eines kuchen-jnngen / Schwalb genannt / aus dem schlöffe zu Aistnburq / da ber vatter Churfürst Mdertttis abwesend war / und inzwischen die zurück gelassenen drcncr sich bcsoffen/gcraubek. Allein da Kuntz von Kaus- fnngen mit dem jungem Printzen Alberto fich gegen Bohmen wem bete / traf ihn m dem walde bey Elrcrlemem köhler an / welchem es der Prmtz offenbarte / daß er ChurfürstFriderr« des stmffmü- thicfen zu Sachscnsohn/ und von Knntzen von Kauffungen heim« lichchurch gemalt entfuhrt worden wäre. Darauf dieser nebst seinem gehülffen/Knntzen gefangen nahm / und den Printzen in die freyhcit setzte. Als nun der von Mosen und Schönsels des Prin- tzen Alberti erlösung vernahmen / schickten sie auch Erncstum wieder zurück/ nachdem er ihnen vorher» sicherheit ihrcslebms ver- sprochen hatte. Gleichwie aber sein bruder mehr tust zu dem kriege zeigte/also hatte Ernestus mehrdeliebimg an der ruhe/ die er auch auf alle weise zu erhalten suchte / wie er denn m der Chur« fürstlichen würde/ welche ihm von dem Kayser Friederico ertheilt worden/nichtsmehralsfriede und cimgkelt gesiedet/ woer nicht mit gemalt zu dem gegeutheilgezwungen worden. Mn hat man es nebst dem Marggrafen Johanne von Brandenburg sonderltch zu danckcn/ daß der krieg zwischen den Konrgm Matthka ln Ungarn/ Casimiro in Polen und Uladtslao in Bohmen an. 1474 in der er- stenflammewieder erstickt wurde / dardurch sonstgroffes Unglück vor Leutschland z« befürchten war. So verglich er sich auch nebst seinem bruder wegen einiger stremgkettcn Mt dem Bischofs Geb- hardo zu Halberstadt. Mitsctiiem bruder lebte er/ ohngeachkelsie verschiedene gemüths-neigungen halten / rn gutervertrausichkcit/ und a. 1472 kaufst«, sie das Fiirstenchum Sagan von dem letzten C c ; Heryoge 206 em ertt Hcrboac Johanne in Schlesien vor ^ooo Ungarische gvldgnlden/ wo,nit Churfürst Ernst 2 jähr hernach von Matchia Könige in Böhmen deliehcn ward. So brachten sie auch an. 1477 von dem Freyherr» Hansen von Biederstem die herrschafften Sorau / Deß-- kau und Storkauum 62000 Rheinische gowqvldcn/ wtewolwie- derkäuflich/ an sich. Gleichwie aber sein bruder/Mrcchr/einen zug in das heilige land gethan; also ist Ernestns aus andacht nach Nvm gcrciset / allwo er von Sirto I V cme goldene rose nebst einem knß erhalten. Ohnqeachiet erein Herr von grosser stmfftmuth war/ so unterließ er doch nicht / die harten verbrechen / wenn es anders nicht seyn knnte / auch mit krieg zu bcstraffen / wie er denn dem Müssen von Planen / welcher seiner gemahlt» zu gefallen / den A- dcl und Unterthanen wieder alle gethaneabmahnung mehr und mehr plaate / Planen/ Oelßmtz undAdorffweggenommen. Nicht besser ergieng es den bürgern zu Quedlinburg/welche sich wieder «hrcAebtißin/Hcdwig/ ChurfürstErnesti schwestcr/ empörten/ indem dieser nebst seinem bruder Alberto bcsagtestadtan. 1477 ero- berte / den soldatcn zu plündern überließ / und die darinnen befindliche Rolands-sänlc über einen Haussen warn / zu gleicher zeit auch diecrb-vogtcy daselbst an sein hauß brachte.Wcil dcr pobcl zu Halle mit Ernesti söhne/ Ertz-Bischoff zu Magdeburg/ nicht wohl zufrieden war/ und mit den vornehmen wegen der da befindlichen saltz-wcrckeeinen gefährlichen ausstand erregte / rückte Ernestus gleichfalls davor / und eroberte es. Gleiche straffe bekamen auch die Halberstadtcr / welche ebener Massen wieder diesen Ertz-Bischoff/ «Is ihren Herrn / und den Rath einen ausstand erregten. Erssurt / (welchessich verschicdcnerschlvsser und dorffer angemassct/ die den Hcrtzvgen zu Sachsen / als Eigcnthums-Herren von Thüringen / zustunden / über dieses sich wieder den Ertz-Dischoss Albertumzu Mayntz Ernesti söhn / aufgewiegelt /) wurde theils durch die Waffen / theils durch vertrüge aus andere qedancken gebracht. Gleich wie er aber nichts mehr suchte/als seist land in glückltch-und ge ruhige» stand zu setzen / so hatte sich solches dessen»,» so vielmehr zu erfreuen / nachdem mannn. 147,. das reiche Silber-Berg- werckzu Schnceberg erfunden/crlöscte auch an. 148z. die graf- schaft an der sogenannten schmalen Gern gelegen und noch mehr andere dörffer für -04,20 gülden wieder ein. Zwey fahr hernach verglich er sich mit seinem bruder Albrecht einer erblichen lan- des-thcilnng wegen / die Churlande ausgenommen / und bekam er Thüringen / Albrecht aber Missen. Hierauf lebte er kaum noch ein jähr / und starb auf dem schlöffe Colditz den 26 aug. an. 1486/nachdem seine gcmahlm Elisabeth/Hcrtzog in Bayern tockter/mitwelcherersich an. 1461 vermählt/2 ,ahrvorher das zeitliche gesegnet.Leine kinder waren 1) Christina/ Königs Jo- valiiilSinDäncmarck gemablin / qcbohren »11.1462.2) Frtte- ricus III, sein Nachfolger/ gebohren an. -46;.;)Albertus/ Ertz- Dischossund Churfürst zu Mavütz / gebohren an. 1464.4) Ernc- slus/Ertz-Dischoffzn Magdeburg und BischoffzuHalberstadt/ gebohren an. 1466.;)Johannes der standhasste/ gebohren an. 1467.6)Margaret!)»/ HcrtzogsHcnricides mittlern zu Braun- fchwkig geiUahlill.Ho^Fcmö./.iciiiir.ciiroii.k^l^ri yn reb.XtiNi.öc orig. 8^x.^4/i'/».^icis,2iicicliruii.^.ro;,,68,r7i,r7,.?e^e-r/?cr» ciicsir.Zrx.p. ,49 öc in'Se'iciNcinacLsLmy. iiiutkr. Zax. z-i-oNip. z>. ,6. Lojc- i» vir» wltzcrri III. l; Ilogc p. zzL llcmma 3 r- xc»i. Te-rr-re/in clcm WLrtisMcn rollcr-isge 8l2rA.ircl«L,iurtüillin2u LLciilcii unll Lr».I 4 ci»ogiii xiivcllcrreicli , uncl gen, tVLiillungisckcii r»ub ibrcr I 4 in»cn, annaics 5.rx. Il , zo ,Lez Ernestus/ von dem die Saalfcldische Irnje herkommt. Es war sonst Ernestus ein frommer Herr / welcher vor kirchen und schulen eviriqsorgke/ davon seine löbliche Verordnungen / und die Mm schristten / welche auf seine unkösten verfertigt und heraus gegeben worden / zur gnugc zeügen. Erdemühetestch auch / diebuthmsche lehre weiter auszubreiten / wie er denn nicht allein von dem Cmr in Moscau erhielt / daß er den Protestanten die öffentliche i'ibrma ihres gottesdienstcs wiederum verstattete / sondern correspondme auch mit dem Patriarchen zu Alcrandrien / und schickte an. wsr Johann Michael Wanslebium nach Egypten/ daßervondannm nach Abyßinrcu gehen und von den Christen daselbst Nachricht-in, ziehen solle / wiewol dieser bey seiner zuruckkunfft zu Rom j,i dm DomlNlcaner-Qrdeu getreten. Er hielt auch eine geraume zeit ei» neu Abyßiner an seinem Hofe auf / um durch denselben müdem Abyßinischen Kav,er eine con ctponäcn?. anzufangen. Und wäre es ebenver bekannte Abba Gregorio/auß dessen mündlichem bericht Ludolffeinen guten theil dcffcn/was er so wohlin seiner beschreibe von Acthiopien/alß demn-xicodlser sprach eüfführtt/gelehriietbm Dic begierde / den Wohlstand der Lutherischen kirche zu erhalte,l/ trieb ihn auch an/ den Vorschlag RicolaiHunnii von aufrichte eines gewlffene-'oM'g'i ineoi^ici, so viel an ihniwar/ inswackzu richten/und schickte zu diesem ende an. ,67° seinen PrintzAllw tum an unterschiedliche Höfe / welches aber fruchtloß ablief. ViiL Nü. r.r«,lo//>0! ictiLuküUne öc UiN. Lcrki»j-.p. zi.Eüe» an. i»L>. Ssx. s/NoZe. k9. p. * Ertz-^eutzoge von Oesterreich : Ernestus / der eiserne von seiner sonderbaren leibes-stärcke z,i- genannt/Ertr-Hcrtzoq von Oesterrcich/ein söhn Leopoldi des frommen/ Grafen in Tvrol, und Viridis, Lcrtzogs Barnaboms m Mayland tochter, Waran, iz 77 gebohren. In seiner jugcnd begab er sich i» Italien nach Bononien / daselbst dem studircn öbzulieaem Nach dem tobe seines bruders, Hertzog Wilhelms, so an. 1406 erfolgte, nahm er nebst feinem bruder Leopolde dem dicken Mb hoffarliaen über Wilhelmi söhn Albert,»», die vormundschaffr, denn der dritte bruder Friderieus wolle sich wegen seiner weit c„t- tcgenen lande, zumal er zähe, daß einige srreitiqccite» bereits M«„ wachien bcgunren,um diese ehre nicht jonderlich drängen. Zu gleicher zeit nahm man eine erb-vertheilung der ländcr vor, dminue,, Albrecht Oesterreich, Leopold die länder in Schwaben, Elsaß und an der Schweitz, Ernst die Fürstentbümer Steyer, Kärndtenund Crain, undFriedrich die Grafschaffr Tyrol bekam. Das folgende ,ahr erregte geh unter Leopolden und Ernsten wegen der Vormund- stchafft,rine grosse fcindscligkcit, doch kam es bald darauswieder zum gütlichen vergleich, der aber nicht tauge währte, indem durch den meuchelmörderischen tod Friedrichs von Waldsee, eines getreuen Ministers,den Ernsten grosser argwohn entstund, der noch „l diesem jähre zu öffentlicher thätlichkcit a„sbrach,die aber zu ansa»; des ,ahrs 1409 aufs neue beygelegt wurde. Woraufdie; bruder Leopold,Friedrich und Ernst mit Aibrcchtcn, ihrem vetter, dcuvm ihren vor-eltern so viel jähre her gesammlcten schätz, wie ehemals die länder, gleichfalls z» theilen sich entschlossen. An. 14m kam er nebst seinem bruder Friderichen mit den Hertzogen in Bayer» wegen des saltz-handels zu Hall im Jnnlhal in'verdrießlichkeü, die aber von dem Ertz-Bischoss Eberhard zu Saltzburg durch eine» interims-vcrtrag auf anderthalb jähr beygeleget wurde. Das folgende jähr besuchte er das heilige land, und als inzwischen still bruder Friderieus von drin Kaystr Sigismundo auf zureden des <7c>i>ci,!' zu Cvstmtz in den bann gethan wurde, auch deswegen die länder Hrrtzog Friedrichs,so wohl von dem Kayser selbst als ander» viel leiden inüstcn, versicherte er sich bey seiner znrückkiinsst der Grafschafft Tvrol, und rechtfertigte dieses bey dem Kayser, womit aber Friderieus stM übel zu frieden war, sich aber doch wieder an. 1416 zu einest, gütlichen vergleich einließ. Acht mhr hernach Mb Ernst z» Grätz in der Steyermarck. Er hatte r geinahlinnenMar- garetam, Hcrtzogs Bogislai V in Pommern tochter, die er sich am 1,92,und Eimbiirgiin, Hrrtzogs Zemvvit, in Masovien tochter, die er sich an. 1411 beylegen ließ. Mit dieser letzter» zeugte er verschiedene kinder, von denen Ernestus, RndoIvhlis,Leopoldus,M- randrina und Anna in ihrer jngrnd verstorben, Friderieus ab« und Albertus nebst ihren beyden schwcstern zu crivachscnen jähren gckomen. Von diesen letzter,, ist Margareta an. 14,2 dem Char- fürsten Friderico II in Säcknrn beygeleget, und die stamm-mutler des henligen Cbur-mid Fürstlichen Hauses Sachftn, gleichwie ihre schwester Cacharina, so an. 144s sich mit Marggraf Carolo I i» Baden verinählt, dieses Marggrägichcn Hauses stamm-erhalkerui worden. Von den söhnen erlangte Fetdericus an. 144° die M serliche Ivürde. «00 -inna«. /,UZ. NM» ekren-chi-ßel. e-ch-«»«« in. 4 uN^i.i. elire Ucs ttcrrnoZch. Li uin. liK/Lc/i«- in rcrcii c/misursti-i xu LsclUen-gekolirnier Lrrr-ttttrogin 7 .u 0 -,tcrrc! 6 >- rollez-rLge, öcc. Ernestus / Ertz-Hertzog von Oesterreich, der andere söhn dcS Kaysers Marimiliani II, gebohrn zu Wien den iz jnn. an. ü'!- Er ward „1 seiner jugend nebst,einem bruder, Rudolpho, anden Spanischen hofgeschickt, allwo ihm eine von Philipp! I! Wn>M sinnen zugedacht war. Es zcrgiengen aber diese anschlüge, als der Komg m Spanien einen Printz bekam, und der Ertz-Hertzog MM an-1571 wieder nach Teutschländ. Nachgehcndö hat er imttrlaues bruders Rndolph, II Kayscrlicher rcqierunq in dessen namm den Ober-mid Uiiker-Oesterreichischen lande» vorgestanden, anck m den Inner-Oesterreichischcn,nach absterben Ertz-Hertzog CKk, ern die Mmundfchafft geführt. An. 1592 ernennte ihn der Kömg in Spanien zum stadthaitex in den Niederlanden , allwo er auch an. r ?94 anlangte,und sich zwar bemühte,-friede zu machen,damit aber lvegen der vereinigten Niederländer ihres Mißtrauens gegen die Spanier nichts ausrichtete. Es gieng auch im kriege nicht viel vor,indem ein theil von des Ertz-Hertzogs völckern stets sehr fchwü- rig war, ausser, daß die Spanier Groningen verlyhren. Damals verfielen die Opanischen Niederlande mit Franckreich in Uneinigkeit, worüber der Ertz-Hertzog mit den Ständen viel zu thun be- kam, indem diese der Spanier verfahren, die an der Weiterung schuld waren, durchaus nicht gut heissen und den krieg auf alle weise vermeiden wollen. Ernestus brachte es bey ihnen doch endlich so, weit , baß sie die beschlossene Gesandtschafft nach Franckreich verschoben, bls auf ihre Vorstellungen antwort aus Spanien käme- Weil aber diese sehr lange verzog, kündigten indessen die Frantzosen nut an,ang des M95 jahxs den Spaniern in Nibcrland den krieg anmessen rechten ansang jedoch her Ertz-Hertzog nicht erlebt,indem er den r<- ftbr. bemcldten jahres gestorben, nachdem er in den Niederlanden meistentheils kränckljch gewesen war. Am 1^9' schlugen chn die Spanier den Ligisten in Franckreich zum Könige vor, und jolte er darzu die Infgntin heyrathen. Es ward aber dieser verschlag verworfen, und seine heyrath mit der Infantin blieb auch nach, ungeachtet er sich noch bey antretung seines regiments M den Niederlanden darauf rechnung gemacht. Sein eigner bru- dcr,der Kayser, welcher sich selbst nicht entschliefen kunte, die Prin- tzeßm zu ehlichen, sie aber doch indessen auch sonst niemanden gönnen wolle Mochte die fache wohl hindern. Man meynr, daß dieses mißlingen seiner anschlage, so wohl auf hie Verachtung, womit ihm die Svanjer und Nrederlander, sonderlich nachdem er keinen frieden stifften können, begegnet, viel zn seiner kranckheit und tode beygetragen. Er war sonst ern friedliebender, stmfftmüthiger, gütiger Herr, dabey aber auch so ernsthafft, daß man ihn fast gar nicht lachen sehen. Seine rügenden waren eben nicht ausnehmend, doch war er hingegen frey von lästern. wl«!. 17. x. ^ I, iz, ro. Aertzoge in Baycrtt» Ernestus / war ein söhn Hertzogs Iohannis zu Münchenwon Katharina, GrafMeinhards zu Görtz und Pfaltzgrafen in Kgrnd- ten tochter. An. izy; ließ Hertzsg Johannes rhm unh seinem bruder Wilhelms in den ihm zugefallenen landen huldigen,mit dem er auch nach des Vaters rode, so 4 jähr darauf erfolgte, in stater ei- nigkeit gelebl.Ob er nun schon mit seinen vetteren gleicher weise in ruhe zu leben beflissen war,so machte ihm doch seines Vaters brnders sohn,Ludovicus der bärtige/ viel zu schaffen. Wie denn auf Hessen antrieb die i^rri-n-München ihn und feinen bruder Wilhelmum, aus dieser stadt verjagte«, die sie erst nach z jähren durch den ihnen annoch getreuen pöhel wiederum einbekamen. Ob er gleich hierauf feine regierung etwas ruhiger führen kontc, so währte doch solches nicht lange, indem Luvovjcus durch seinen Hochmuth zu neuen Zerrüttungen gelegenheit gab- Um das jähr 14z? schickte ihn der Kayser Sigismundus nach Litthaucn ab, Vitojdo über dieses land die crone auszusetzen; allein er ward hieran von den Polen, so alle passe besetzt hielten,verhindert. Nach dem Aventino soll er der erste Bayrische Hertzog gewesen seyn, welcher den litul yon Gottes Gnaden geführtes zeugen aber die uhrkunden des Reicherspergi? schen cvronici, daßschon Hertzog Luitpvld an. 1141 diesen titul gebraucht. Im übrigen istvon ihm merckwüroig, daß er seines sohns Alberti Agnetem Bcrnanerin, eines baders tochter von Augspurg, an. 14z6 auf gutbefinden des Raths zu Strauhingen, erstlich gefangen nehmen,und nachgehende als sie harte Worte aus- gcstossen, in der Donau ersäuffen lassen. Doch ließ er zu ihrem an- dencken eine capelle bauen, und täglich messe darinnen lestn. Das jähr hernach starb er den letzten jun. von feiner gemahlin Elifade- tha Bemabonis Vifcomi, Herrn zu Meyland, tochter, ausser den bereits gedachten Alberttmyr tochter nach sich lassend,davon Elisabeth« erstlich an Hertzog Adolphum von Bergen, und nach dessen tode an den Graftn'Hessonem von Leiningen vermählt worden, Beatricem aber hat sich der Pfaltz-graf Johannes beygeleget. clir. ckvocii». Lav, Sstnai. Aojor, l, 7 « annsl. lHioge p. 171, Ernestus/ Alberti IV söhn, siehe Ernestus/ Ertz-Bischoffzn Saltzburg. Ernestus / Alberti V söhn, siehe Ernestus/ Ertz-Bischoffzn Cölln. , . . . Marggpafen zu Brandenburg. Ernestus I, Marggraf zu Brandenburg, war ein söhn des Churfürsten Joachim Friedrichs, den er mit seiner ersten gemahlin Catharina, Marggraf Iohannis zu Cüstrin tochter, gezeuget. Er wurde an. 158z den iz apr. gehohren, und war ein Zwilling nüt dem Printzen Joachim. Nachdein er erwachsen und seinen .Vater an. 1608 verlohren,hielt er sich bey fernem bruder,dem Churfürsten Johann Sigismunv aus, und wie sein yetter MarggrafFrredrich zu Brandenburg an. 1611 mit tode abgieng,ward er an denen statt Meister des Johanniter-Ordens durch die Marck Brandenburg, Sachsen, Pommern und Wenden. Vorhcro ader, als an. 1609 der letztere Hertzog zu Jülich, Eleve und Bergen ohne erben gestorben , und der Cbmfürst Johann Siqismund die poffeßion dieser lande ergriffen, wurde er von feinern bruder zum stgtthqlter dieser lande ernennet, dahin er sich auch begab, und daselbst an. iüio zu der Reformirten religion trat, welchem excmpel andere Markgrafen von Brandenburg, und selbst der Churfürst Johann Ergis- Wind, endlich ge folg er sind, Jin übrigen, weil der Pfaltzgrqf von Neuburg, Wvsfgang Wilhelm, vor andern auf die siMeßisn m den JHlichischen landen anspruch machte, und es endlich dabin kam, daß der Ertz-Hertzog Leopold von Oesterreich diese lande stquestri- ren wolle, verglich sich Ernst im namen seines bruders mit dem Pfaltzgras, durch Vermittelung des Landgrafen von Hessen Mangln zn Dortm und, traten darauf die administration dieser lande zugleich an, und widersetzten sich dem Ertz-Hertzoge Leopold, der auch endlich gezwungen wurde, sich aus diesen landen weg zu begeben, zumal da durch hülfe der vereinigten Niederlande unter dem commLnäu des Grafen Maüritü von Nassau an. 1610 die stadt Jülich wiederum erobert worden, Es hemühetcn sich zwar die Kaystrlicheu Locnmjllqru in diesem jähre zu Cölln diese irruugen völlig beyzulegen, auch schienen die trgctaten zu Jüterbock an. i6n zimlich weit zu kommen, doch kunte dieses werck nicht zum stände gebracht werben, weil Pfqltz-Neuburg nicht in das willigte, worüber sich Chur-Brandenburg und Chur-Sachsttz verglichen. Unterdessen vermittelte dieser Marggraf Ernst nehst dem Könige in Franckreich und Pfaitzgrafen Wolfgang Wilhelm zwischen dem ließ auch den flecken Müllheim Welligen, weswegen auf ansuchen der stavt Cölln uO anderer, der Kayser Matthias an. rtzia mbibi« tion ergehen ließ. In dem folgenden jähre reisete er zu seinem bru? der nach Berlin, und starb daselbst den ?8 sept. -g »a, 9,774. conrin. ZIeiü. ?. 4 i. r §, -8. kräng, ce, chm-llsy» x. 486,487° «pcrelxwtzrch'zkeikc« är? ?7 stculz sg sn. w z. Ernestus II, Marggraf zu Brandenburg,war ein söhn Johan- yis Georgii, der ein bruder des Churfürsten Iohannis Sigismun- di war, und das Fürstenthum Jägerndorff besaß. Seine muttey war Eva Christina, Hertzogs Fridcriei zn Würtemberg tochter, welche ihn zu Jägerndorffden e jan. an. 161? gebohren- Nachdem sein vater des Churfürsten Friderici V in dev Pfgltz parthey ergriffen , muste er nebst seiner mutte? sein Fürstenthum verlassen, und wurde an dem Würkemhergischen Hofe in stucki? und anständigen Übungen unterwiesen. Er ivvlte anfangs in kriegs-dienste treten, änderte aber seinen schlußmnd that an.iöz z eine reise nach Franckreich , und im folgenden jähre nach Italien, die er selbst in Frantzö- sischer spräche beschrieben. Ais er sich zu Genf und Regenspurg eine zerttang aufgehalten,gieng er znm andernmal nach Franckreich und von dannen an. Gz? nach Engelland, Holland und Däne- marck, da er sich eine weile an Christiani lV Hofe aufhielte. Am 16z 8 that er die dritte reist nach Franckreich, und kam durch Burgund und die Schweitz an. ;S;9 wiederum in das Würtembergi- sche.gieng aber im folgenden jähre nach Holland, von dannen nach Dantzig, nachdem er vorher den König von Dänemarck zu Glückstadt gesprochen, und endlich an. 1641 nach Königsberg zu dem Churfürsten von Brandenburg, Georgio Wilhelms. Da dieser Churfürst noch dasselbige jähr mit tode abgieng,ernenntt ihn dessen Nachfolger, der Churfürst Fridericus Wilhelmus, zum Statthalter in der Marck, welche würde er mit sonderbarem rnhme geführett Er war etwas mit der Melancholie behafftet, und weil noch andere zufälle dazukamen, starb er an. 1642, und zwar unverheyrathet. Er war mit des Churfürsten Georgii Wilhelmi ältester Printzeßin r-ouiia LK-^orrs versprochen, doch die Vollziehung wurde durch feix um frühzeitigen tvd verhindert, cllpoa« x. 76;, 9, yiA lso,. ^entzöge zu DraunsihweLg-Lünebueg. Ernestus/ Hertzog zu Braunsthweiq und Lüneburq, regierem der Herr im lande Göttingen, war em söhn Hertzogs Alberti deß feisten von Richfq,einer Wendischen Printzeßin. 'Er stund seinem bruder Alberto,BifchyffzuHalbcrstadt,wlder dessen feinde an. 1 ;4- bey, und legte grosse proben feiner tapfferkeit ab. Nach dem tode HextzogM^s-" milder ketten/fo an.i z?; erfolgte,nahm er unter dem titul der vormundfchasst Braunfchweig und Wolffenbüttel ein,und behielt solche 8 iahx. In eben dem jähr m?; um Martins gericth er mit dein Magdebnrgifchen Hauptmann, Busso Dus, in ein hartes treffen, darinnen er selbst nebst 60 Rittern und den reichsten bürgern von Braunfchweig gefangen, doch auf vorbittc der stadt Magdeburg,nach exlegung 4900 marck,von dem Ertz-Bischof- fe loßgelassen wurde- Er starb an. 1 ?79,und ließ von seiner gemah- jin Elisabeth« , Hertzog Heinrichs zu Sagas in Schlesien tochter, Ottonem den quaden / nach sich, ingleichcn eine tochter mit der Mutter gleiches namens,so sich an.i 4 i 4 mit dem Grafen Wilhelms VYN Henneberg vermählet, SMoschyv. Mpa» f^lloAS. Ernestus / zu Zelle, Hertzog Heinrichs zu Lüneburg mittlerer söhn, welche» ihm Margaret«, Churfürst Ernesti zu Sachse» rochier, an. 1497 den r 6 jun. gebohren. Er wurde nebst seinem bruder Hertzog Otten von Churfürst Friedrichen zn Sachsen, seiner Mutter bruder, auf die Universität nach Wittenberg geschickt, und der ansucht Georgii Hpalgtini anvertrauet. Nachdem er einige zeit daselbst verblieben, und absonderlich Martmum Lutherum ifl bey und Hennig Goden in den rechten gehöret hatte, gieng cp auf befehl seines vaters nach Frqnckreich. Allein weil die Unruhen sn Teutschlgnd je mehr und mehr hervor brachen,verließ er Franckreich, um sich zu haust der rcgleruug m emrgen Nucken zu unterfangen. Ex suchte bald nach seiner zuruckkunfft dw Lutherische reli- sich nebst andern Churfürsten am tqge -örpor» ci,.'..« der kgldnche btmM em, weswegen ex von dem smpfer dw sink / !?o8 em rie zeitlang nicht erhalten konte. Dessen ungeachtet leistete er seinen bnnds-verwandten wider Hertzog Heinrich den jungem zu Braunschweig gute hülffe. Längst vorhero, nemlich an. half er den bauren-aufstand dämpffen, gleichwie er an., 5; 5 die Wie- dertäuffer zu Münster zu paaren zu treiben suchte. Ob er gleich 2 jähre vorhero mitdenLüneburgern, wegen des eigenthum-rechts zum Michaelis-kloster daselbst , in streitigkcit gerathen, so wurde doch solche bald wiederum durch die völlige religions-andernng gehoben. Weil auch die straffen durch die räuber, zu welchen sich viel Edelleute gesellet / unsicher gemacht wurden/ begleitete er eins- mals die reisenden kaufsieute/ und verjagte dieses gesinde durch sein lediges ansehen. Im übrigen war er ein Herr von grossen ge- müths-und leibes-gaben; absonderlich ließ er sich angelegen seyn / so wol geist-als weltliche Historien genau zu wissen / und liebte deswegen die gelehrten leuthe; vor allen aber ließ er seine gnade gegen Urbanum Regium spüren / den er von dem Rcichs-Tage zu Augspurg mit sich gebracht / und zu seinem Hof-Prediger und ne-Li-Supcrimeiuiciiken in dem Lüneburgischen gemacht. Er starb den 11 jan. an. 1546/ und also in eben dem jähre, da Luther gestor. den; gleichwie er auch in einem jähr mit Melanchthon gebohren, und zwar in einem Hause zu Ulfen,so hernach in eine ichule verwandelt worden , welches man als heimliche anzeigungen seiner liebe gegen kirchen und schulen ansehen wollen. Dieser Hertzog ist durch seine gemahlin Sophia, Hertzog Heinrichs zu Mecklenburg rochier, der stamm-vater des gantzcn neuern Hauses Braunschweig und Lüncburg; wie denn von seinem söhn Henrico die Dannebcrgische linie herstammet, die sich nachgehcnds in die Dannebergische und Wolyenbüttelische getheilet. Sein söhn Wilhclin der jüngere aber hat die Zcllische und Hannoverische lullen gestifftct, davon, wie bekannt, die erstere ausgestorben, und das land auf die Hannoverische oder Ehur-Linie gefallen. in vrLkionc ,n »tzilum Lrnelli. proldzioßr. k. Z 147. LrLunlckvv. rllran. Erncstus / Hertzog «t Braunschweig, Herr zu Eimbcck und Grubcnhagen, ein söhn Philippi des ältern und Catharinä, Graf Ernsts zu Mansfeld tochter, war an. 1518 gebohren, und in seinen jungen lahren in allen anständigen lugenden wohl unterrichtet. Nachdem er sich einige zeit bey seinem verwandten, Grafen von Mansfcld, aufgehalten, begab er sich an. 1527 an Churfürst Iobann Friedrichs zu Sachsen Hof, und weil sich dieser zu Wit- tcnbcrg aufhielt, besuchte er Luthcri und anderer Motttivrum predigten fleißig. Weil sich nachgehcnds der Religions-krieg angesponnen , schlug er sich zu des gedachten Churfürsten parthcy, und wohnte an. 1546 dem treffen bey Gingen, und das folgende iahr der schlackst bry Mühlberg bey, in welcher letztem er, nebst mehr- gcdachccm Churfürsten, gefangen wurde. Wiewohl er nun schon 2 iahr vorhero durch dckricgung seines Vetters, Hertzog Heinrichs des u'ingern, sich bey dem Kayftr Carolo V in grosse ungnade ge- setzct hatte, so wurde er doch bald seiner gcfangcnschafft wiederum befreycl. Nachdem nun sein vatcr, Hertzog Philippus, an. , z;, gestorben, trat er die Regierung an, hielte eiffcrig auf gute Ordnungen , und fieng an. 1554 an das bcrgwcrck zur Clause auf dem Hartz zu bauen. Drey jähr hernach wohnte er der schlackst bey 8. Qullltin in Franckreich bey, und commandirte ein Spanisches Regiment, vcrlohr aber dabey feinen bruder Johannem. Er starb an. 1576 den 2 apr., und hinterließ von stiner gemahlin Margarethe,, Hcrtzogs Georg« in Pommern tochter, Ellsabetham, die in gedachtem, iahre Hertzog Johanni dem züngern zu Holstein vermählt worden. kill. I. 2, 4 öe 41. Lrsuntciivv. rlirnn. 92. Erncstus Augustus / Hertzog zu Braunschweig und Lüne- burg, Churfürst und Bischofs zu Oßuabrüg, war ein söhn Hcrtzogs Georg» und Annen Eleonoren, Landgraf Ludwigs zu Hesstn- Darmstadt tochter, welche ihn an. 1629 den 10 nov. gebohren. Nachdem ftin vatcr an. 1641 den 2 apr. gestorben, begab er sich au. 1644 aufdie Universität zu Marpurg, und übernahm die würde eines Klitoris ms^iiiliccncitiimi. Das jähr darauf trat er eine reise nach Holl-und Engelland an, und an. 1646 um Michaelis befand er sich in Franckreich, von danncn er nicht ohne gefahr in Spanien übcrgicng, und endlich , nachdem er durch gantz Italien über Sicilieu biß nach Malta gcreiset, wiederum glücklich zu Hause anlangte. Inzwischen wurde er zum des Ertz-Stiffts Magdeburg crwchlct, nachdem er bereits an. i6;8 ein canomcat und präbcndc darvon erhalten. Hierauf that er mit seinem bruder, Hertzog George Wilhelmen, verschiedene reisen in Italien, siel aber endlich in ein hitziges sicher, daß man ihn bey stiner zurückkunfft an. 1Ü57 zu Wien vor todt aufnahm. Nach stiner gcncsnng gieng er nach Hause, und wurde an. iüü i nach dem tobe des Cardinais Frantz Wilhelms von Wartemberg vermöge des Munsterischcn friedens zu dem Bißthum Oßuabrüg erhoben. Hierauflcgte er seine resident, nach Iburg, und halff nachgehcnds die streitigkeit, die sich bey erfolgtcm tode Hertzog Christian Ludwigs zwischen Hertzog George Wilhelmen und' Hertzog Johann Fridrichen ereignet, beylegen- An. i66>- halff er zwischen Engelland und den General- Staaten der vereinigten Niederlande einen frieden zuwege bringen, und ließ sich mit den General-Staaten zu Neuburg in eine llellwiv- alliantz cnn, doch wurde die obhandene gefahr das folgende jähr durch einen vergleich zu Cleve wiederum beygelegt, gleichwie auch die weitläufftigkcit zwischen Schweden und der stadt Bremen durch seine und anderer Potentaten Vermittelung glücklich gestillet wurde. Weil sich aber an. 1667 durch den Französischen cinbrueb in die «spanischen Niederlande neue gefahr hervor that, so ließ er sich mit Dänemarck, Brandenburg und Holland zu erhaltnng der gemeinen ruhe in ein bündnis ein; wurde auch zu bcytrcttung in die be- em kannte triprl-alliantz und zu besserer Versicherung des zu Aach^ zwischen Franckreich und Spanien an. ,668 getroffenen friedens eingeladen. Damit er aber die auf seiner reise zu Venedig genossene Höflichkeit wiederum ersetzen mochte, schickte er unter dem comman- llo des Grafen Josiä von Waldeck selbiger republic eine auserlesene mannschafft nach Candia zu hülffe, die noch bey Übergabe der stadt an. 16Ü9 dienste geleistet. An. 1670 ließ es sich wegen der Corben- llchen anforderung aufdie stadt Höcker mit Münster zu einer weik- laufftigkeit an, doch wurde noch alles gütlich beygeleget, woraufer das seinige beytrug, baß die stadt Braunsthweig erobert ward Das jähr hernach trat er aufs neue eine reist nach Italien an, und befreyte bey stiner zuruckkunfft seine Unterthanen von den besorgten durchzugen, so der krieg zwischen Franckreich und den Ricderla,irden verursachen konte. Weil auch die feinde der Chur-Pfaltz sehr zusetzten, so trat er an. 1675 mit dem Kayftr, der crone Spanien und den General-Staaten in eine alliantz, belagerte und eroberte Trier,nachdem er denFrantzösisthen entsatz unter dem Marschall-l- Crequr völlig geschlagen. Das folgende jähr gieng er mit vor Ma- strich, an-1677 vor Charleroy, und an. 1678 versetzte er dem feinde bey 8. Denis einen ziemlichen streich. An. 1679 that sich wegen der stadt Hainburg eine neue unruhe hervor, die aber durch feine Vermittelung zu Pinneberg glücklich gestillet wurde. Weil in dem letztbesagten jähre sein bruder Hertzog Johann Friedrich zu Augsburg verstorben, ließ er sich das Fürstenthum Calenberg huldigen, und nahm seine resident; zu Hannover. An. ,68z schickte er «°°s mann »ach Ungarn, welche zu eroberung der vestung Neuhäustl und zu dem siege bey Gran nicht wenig beytrugen. In den folgenden jähren sendete er der republic Venedig neue hülffs-vvlcker, und schlichtete die wegenHamdurg entstandene zwistigkcit. Als an. ,688 Franckreich in Schwaben und Francken eingefallen, führte er in hoher pcrson ein corvo von 8000 mann nach dem mittel-Rhein, veranlaßte auch an. 1689 durch die Alronaisthen tractaten die völlige reliimrion des Hcrtzogs von Hollstein-Gottorv. Hicraufwolte er mit 8000 mann der crone Spanien zu hülffe nach Brabant gehen, allein der einbruch der Frantzoftn in Schwaben erforderte, daß er vor Mayntz zu der Mitten armee stieß, und die übergäbe dieser stadt beschleunigte, worauf er sich in die Spanischen Niederlande wendete. An. ,1692 hetz er 5000 mann wider den erb-feindin Kaystrlichc dienste über, schickte auch zu gleicher zeit, vermittelst des mit Engcl-und Holland aufgerichteten tractats, 8000 mann in die Spanische Niederlande. Durch diese sonderbare Verdienste feste er sich in solches ansehen, daß ihm im gedachten iahre die mv-ist- ch- der Chur-würdc ertheilet wurde. Um eben diese zeit trat er mit in die grosse alliantz, die zwischen dem Kayftr und General-Staaten an. 1689 den 12 may geschlossen worden, schickte an. iSyü über die vorigen noch 4000, und an. 1697 aufs neue üooo mann in die Niederlande. Weil darauf die friedens-handlung vor sich gieng, tchickte er glcichfals seinen wmKissMu- dahin, und halffalles zu erwünschtem schlusse dringen. Allein er genoß dieser ruhe nicht lange , indem er den 2; jan. an. 1698 sein leben endigte. Mit feiner gemahlin Sophia, Fridcrici V, Churfürsten zu Pfaltz, und Elisa- bethä Etuarrä aus Engelland tochter, die ihm an. f6;8zliHcy- dclberg beygelegt worden, hat er gezcuget 1) Georgium Lubovi- cum, Churfürsten und König von Engclland. 2) Fridcricum Au- gustum, welcher als Kaystrlicher General-Wachtmeister in Siebenbürgen von einer Türckllchcn parlhev an. ,691 erschossen werden. Marimrlianum Wilhelmum, so die würde eines Kaystrli- chen General-Fcldmarschalls und Generals von der Cavallcric besitzet. 4) Swphiam Charlottam , die an. 1684 eine gemahlin des Königs Fridcrici I in Preussen worden, und an. 170; gestorben.«) Carolum Philippum, welcher als Kaystrlicher Oberster in Albanien von den Tartarn an. 1S90 niedergemacht worden- ü)sshri- stianum, der als Kaystrlicher General-Wachtmeister bey Minderungen , nachdem er bey dem allda vorgegangenen treffen viel proben sturer rapfferkeit abgeleget, in der DoNaü an.«-°z criruncken. 7) Ernestum Augustum, welcher den 17 ftpk. an. 1674 gebohren, und an. 1716 Bischofs;» Oßuabrüg worden. ?--,'/E/-a ckmtuck. Lrnelli wu^ulli. Litten in llcai gewNicNcs-calcnltcr Lrncüi ^ug. Landgraf zu Dessen. Erttestus/ Landgraf von Hessen-Casscl und Urheber der Rhein- feliischen irmewar ein söhn Mauritii / und Julianä/Gräfin von Nassan-Dillcnburg/ gebohren den 8 dec. am 162z. Er wurde an. 1648/da er unter der Hcßlschen armee diente/ von dem Kayserll- chen General Lamboyohnwcit Geißeck gefangen/und bekam dadurch gelegenheit/mit den Jesuiten fleißig zu conversicren. Well ihmnnndieselbenallerhand religions-scrupul beygebracht hatte»/ so stellte er am 11 zu Rheinfelß ein colioMum aii/auf welchem sich von Catholifchcr feite unter andern der berühmte CaMinec Valcrianus stl. von Lutherischer aber Peter Haberkorn und Ball khasar Mcntzer befanden. Nach dem solches gecndiget / nahm er nebst seiner gemahlin Maria Eleonora/ GrafPhülppi Reinhardt zu Solms tochter / zu Cöln öffentlich die Catholische religionan. Er gab auch die Ursachen in einer schrifft heraus/die an den M ron von Doinebura gerichtet war / und von Dorschäo und andern widerlegt wurde. Er gab ferner am , 664 heraus den sogenanmcn carkoi/cum cincretuM, von einigen gantz raisonablen und,freye»/ auch.moderierten gedancken / restexionen und eoncepten uberden heutigen zustand des religion-wesens in der well/ darinnen er von der meynnng der so genannten Naturalisten nicht aarzn wellend fernetzn seyn schrei, / aufs wenigste bey vielen der Catbolischen selbst schlechten danck verdiente / darwieder v. Andreas Kühn den crcrum . p. 5. ssUoß. 6illc,r. clc rek LLcieni. * Ernestus Fridericus / Marggraf zu Baden, aus der Dur- lachischen linie. Sein vater war Earolus II, seine Mutter Anna, kktt ^ PMWrufen beym Rhein in Beldöntz, tochter j welche ihn den -7 oct. an. 1560 gebohren. Er war der älteste unter Marggraf Carls söhnen, die nach des vaters willen das land genmnschafjtlich rcgierm solten. Sie beliebten adee erne theilung, und bemme dieser die gantze untere Marggrasschafft Baden. Nachdem auch an. 1590 sein bruder Jacobus, der knrtz vorhcro zur Catholischen Religion qetrettcn war, verstarb, nahm er die der Marggrasschafft Hochberg als Vormund auf sich. Ja, als der Prmtz Ernestus Jacobus, der nach des Marggrafen Jacob! tod gebohren, den 21 may an. 1591 verstorben, folgte er ihm nebst seinem bruder, Marggraf Georg Friedrichen, völlig in der Regierung, da er dann die Catholiche Reli- gwn, die sem bruder Jacobus einzuführen angefangen, wieder abschaffte, und hernach an. 1596 die gantze Marggrasschafft Hochberg erst - gedachtem bruder Marggraf Georg Friedrichen allein überließ. An. 1592 kam er dem Bischof von Straßburg, Johanni Georgio, Marggrafen von Branbenburg, mit iovs mann zu fuß, wider den Hertzog und Cardinal von Lothringen , und dessen Mitten, zu hülste. Weil aber die Grafschafft Hanau durch seine volcker einigen schaden erlitten, wurde er, nebst der stadt Straßburg, von dem Grafen von Hanau darüber rechtlich belanget. Hierauf nahm ex seines Vetters Eduardi Fortunati, aus der Baden - Badischen linie, lande, weil dieselbige, wegen grossen schulden,, Marco Fuggern sollen eingeräumt werden, in besitz, und bemächtigte sich also der städte Baden, Stollhofen, Ettlingen, mid anderer orter. Er vermeynte darzu, wegen des öden unter Marggraf Ernsten angeführten Vergleichs, den man an. iz;? m ihrem Hause aufgerichtet und bestäktiget, befügt zu leyn, inmassen derjenige , worüber in solchem vergleich Versetzung geschehen, sich vielfältig ereignet, und das land in frembde Hände fallen solle , belieben auch andere wichtige Ursachen vorfielen; weßwegen er ein schreiben an den Kayser Ru- dotphmn II an. 1595 abgehen ließ, welches unter diesem ticul gedruckt wurde: Marggraf Ernst Friedrichs / an Raysek RudoiphumII/ schreiben/ darinnen er die Ursache anzeiget/ warum er feines vetters Eduardi Fortunati land eingenommen/ und bisher innen gehabt/ rc. In dem folgenden jähr 159° wurde von ihm ferner heraus gegeben r Beständiger bericht/ was sich vor und nach Marggraf Ernst Friedrichs zu Baden rechtmäßig - und befuqter weife vorgenommener «ccupArwn pes obern theils "des Fürstenthums der Marggraffchafft Baden/ mit einzie- hung etlicher Marggraf Eduards Fortunati dienern/ und anderwärts verlauffen; insonderheit aber/ was Ihro Fürstliche Gnaden fürnemlich darzu bewegt und urfach gegeben. Er ließ sich die aufnähme seines landes angelegen seyn, wie er dann das berühmte OymnLiwm zu Durlach stiftete, und gewisse einkünffte, davon ic>^iumn, könten unterhalten werden, verordnete, auch seine Restdentz mit kostbaren gebäuen zierte. Zuletzt wolle er zu den Reformirtcn tretten , da er es doch vorhero eifferig mit den Lutheranern gehalten, auch die formuiLm concorcii mit angenommen hatte, weßwegen er einige von Basel zu sich berief; Doch, ehe er dieses werck völlig zum stände brachte, starb er den 14 apv. an. 1604. Seine gemahlin war Anna, des Grafen Ezardi von Ost-Frießland tochter , und Ludoviti, Churfürsten von der Pfalt;, wiltwe, mit welcher er sich an. 1585 vermählet, aber keine linder gezeugct, deßhalben seine erbschafft auf seinen jüngern bruder Georgium Friderieum gefallen, tiiu. 1. yy, >046- -09. !.»»,/<>-/>. con- c,n. SIeiciin. rom. r p. 618,875, 964. io 8sxon. !- 29. s^IIogi Ze leb. ksci- * Fürsten von Äkchatt t Ernestus / ein söhn Geörgii I, oder des altern, wurde äst. 1496 nebst seinen beyden brüdern, Georgio und Ludolphö, in die brüderschaffl des heiligen Antonti aufgenommen, und aller gittert wercke, so vorn anfange des vrdens m 164 Klöstern geschehen, theilhaftig gemacht. Er war ein löblicher Herr, der seinem land wohl vorstünde. Er legte an. 1506 den ersten stein zu der Pfarrkirche zu Dessau, zu welchem bau sein bruder Rudolphus, der ein Kayserlicher General war, von der beute, die er im kriege wider die Venetianer gemacht, ein grosses beytrug. An. t«ii trat er die städte Cotbris und Peiz, die der Churfürst von Brandenburg, Johannes, verpfändet hatte, an dessen söhn Jdachimum nach erlegtem pfand-schilling wieder ab, Und starb den 15 jun- au.i5l6. Seine gemahlin war Margaretba, Henricr, Hertzvgs zu Munsterberg in Schlesien, der des Böhmischen Konigs Gi'orgii Podiebradi söhn war, tochter, hie wegen ihrer frominigkcit Und lugenden sehr gerühmt wird. Mit derselbigen hat er z söhne genüget, Johannem, Gevrgium und JöachimUm, welche alle drey die lehre Luthcri sehr befördert haben. c-»on. I. 6 c. 15. in tMor. xrincip. /tnlirlc. c. 27. s^l- 1oAe 6ce. Ernestus / ein söhn Christiam des ältern, und Anna, Ar- noldi, Grafen m Benthem und Tecklenburg, tochter. Er wurde den 19 may an. 1608 zu Amberq, allwo sein Vater Chur-Pfaltzi- scher Statthalter war, qebbhrm, und an. 1618 nach Bneg in Schlesien geschickt, da er, nebst dem Printzen des Hertzvgs Johann Christians zu Liegnitz und Brieg, solle auferzogen werden. Nachdem aber die Pfältzische fachen Nach der Präger - schlachk an 1621 unglücklich liessen, ließ wn sein vater zu sich nach Stade kommen, und nahm ihn mit nach Schweden, woselbst er mit dem König Gustavs Adolpho bekannt wurde. Von dannen kam er wieder in Hollstem, und gieng an. isaL nach Holland, begab II theil. Dd sich 2IO ern sich auch in die vestung Bergen op Zoom, als selbige von dem Spanischen General Spinola belagert wurde. An. 162; lhat er, nebst seinem ältern bruder Christians, eine reise nach Danemarck, gieng aber noch dasselbige jähr nach Italien , da er sich erstlich zu Padua, hernach zu Fiorentz aufhielt, und die vornehmsten stadre und Höfe befahe. Nachdem er an. 162z wieder zurück gekommen, wurde er an. 1626 von dem gesamten Anhaltifchen Haufe an den Churfürsten von Sachsen, an. 1627 an den Kayser Ferdmandum II , und dreymal an den Kayferlichen General Wallenstein geschickt , welcher letztere an feiner guten aufführung ein solches gefallen hatte, daß er ihm, da er an. 1628 in wahrender belagerung der stadt Stralsund zu ihm kam, ein regiment zu Pferde antrug. Dieses nahm er endlich an, und gieng damit an. 1629 nach Italien wider den Hertzog zu Mantua zu selbe. Da er aber an. - ü; i wieder zurück kam, und vermerckte, daß die Kayferlichen waffen Wider die Protestanten sollen geführet werden, danckte er ab, begab sich bey dem Churfürsten von Sachsen, Johanne Georgiv, in kriegs-dienste, und wurde mit feinem regiment zu Pferde an. i6;2 dem König von Schweden, Gustavo Adolphs, in das lager bey Nürnberg zu hülffe geschickt, woselbst ihn zwar eine gefährliche kranckhcit überfiel, doch aber bald wieder verließ. Hierauf gieng er mir dem König in Schweden nach Dachsen, da er der berühmten schlackst bey Lätzen beywohnte , aber auch in der- felbigen gefährlich verwundet wurde, daher man ihn nach Naum- vurg brachte, woselbst erden ;dec. an. i6;2 ängsten jähr seines alters seinen geist aufgab. imi. Andere Fürsten und Grafen. Ernestus/ Fürst des Heil. Römischen Reichs/ Grafvon Holl- stein-Schanmburq/wurde an. izüy den 24sepl.gcoohrcn.Scin vatter warOtto/Graf von HollsteimSchaumburg/ seine Mutter abcr/Elisabelha Ursula / Hcrtzogs Erncsii zuBraunschweigund Luncburg rochtcr. In seiner jugend wurde er nach Helmsiadlgeschickt / woselbst er den gründ seiner »ue8>r erhielt / die im folgenden jähre von dem Kayser Ferdinands II confirmirct wurden. Woraul er diese neue Universität von Statthagcn nach Rniteln verlegte/und selbige den 17iuliian.iü2i inaugurierte. Erhakauchan. cü^dcn titulcinesFnrstenvorsich / scine lcibes-crbcn und allenachsoiger aus dcr Schanmburgjschen linic von dem Kayser Fcrdinandv II erhalten / und sich Fürst zu Hollstcin-'L'chaumburg zu schreiben angefangen. Solches aber wolle derKönig von Danemarck / Chn- stiannslV. nicht leiden / bcschwanc sich hernach deswegen bey dem Kayser /milvorgcbcn / daßdic Schaumburgischc Graten sich zu derzeit / daChristianus I > König in Danemarck aus dem Ql- denburaischcn Hause / nach abgang der Grasen zu Holstcm / Schaumvurgischen qcschlechts / Hollstein erhalten / alles rechts ausHollstein begeben / und was sie im Pinncbergischen besassen/ von den Königen/als Hcrtzogenzu Hollstein /inanschunq des matrieular-anschlags erimirel wurde. Der Kayser nahm sich zwar Ernestl an/ und dieser erwiest auch / daß scine standes-erhöhung nur von dem Pinncbergischen / so vor alters allezeit die Grasschafft Hollstein gcncnnci worden / zu verstehen / daß seinen vorfahren bisher der titul Grasen zu Hollstein niemals verweigert worden / und daß sie jederzeit zu den Rcichs-anlagcn deswegen contribuirek. Nichts destowenigcr / weil der Kayser Erncsrum mit Nachdruck nicht unterstützen konte / sielen die Dänischen völcker in das Schaumburgischc / wodurch also Ernestus gezwungen wurde / sich zu accommodircn/ und wurde ein verglich getrosten / nach welchem Ernestus dem Könige von Dänemarck >0000 reichsthalcr erlegen / und sich des kituls ckiicsFurstcn oder Hertzogs von Hollstein enthalten solte/ dah. sein timl solgcndcrgestalt eingerichtet wurde : des Heil. Römischen Reichs Fürst / Gras von Hollstein- ern Schaumburg; doch hörte diese Fürstliche würde mit seinem W aus / sintemal er mit seiner gemahim Hedwlg / des Landgrafen Wilhelmi zu Hesscn-Cassel tochter / kerne erden gezcugek. Er stach aber an. 1622dm c8,an.und smeedmte thmsemveuer/ der Graf Iobst Herrmann. rci. Occmaii. r. 1 i, I, c. 4. iiesüütz. ctzion. l>. 4 c. 7. SÄL putz!. WIN. rl. 6c. rS. kgicgcri tziti. tom- r I. 4w k. I LiZ, LN, l6 9P, ;o^, Lcsten.tLLt p. ->40. leg- SctzLumtz. ckrvn. I.; c.;; p. scg. Kcicks-/irctziv. vLrr. tpec. conun. r von ttollllciii p. Ernestus / Graf zu Maus selb, Marggraf zu Castcknuovo und Boutiqliere, war Grafen Petri Ernesti von Mansseld, Oouv-r. n°u> 5 von Lützenburg, natürlicher söhn, den aber Kayser Rudol- phus II legitimiret. Er wurde an. i z8z gebohrcn, und in seiner jugend an des Ertz-Hertzogs Ernesti, Oouv--n-uis in den Niederlanden , Hofe auferzogen, auch, da er noch sehr jung war, zusei, nein bruder, Graf Carln von Mansseld, nach Ungarn gesendet, die kriegs-kunst zu erlernen. Er that auch in dem Ungarischen und Niederiändischen kriege dem Kayser und Könige von Spanien gute dienste, befand sich aber endlich wegen abgekürzter besoldung oder Mangel weiterer beförderung beleidiget z daher er abdanckte, und ftäts einen grossen haß gegen die Spanier trüge. Er nahm zwar an. 1609 wiederum unter dem Ertz-Hcrtzoge Leopold» dienste, und bekleidete die stelle eines Obersten', begab sich aber bald darauf zu der union, und diente nachgehends dem Hcrtzoge Carl Emanuelvoir Savoyen, wider Spanien, weicher ihn zum Marggraftn vvnCa« stelnuovo machte. Nach geschlossenem frieden kam er mit rooo mann nach Teutschland, dem Churfürsten in der Pfaltz Friderio» und der unlun dienste zu leisten, der ihn an. 1618 nach Böhmen schickte, denen, die sich wider Oesterreich emvört hatten, hülffe zu leisten. Die Böhmen machten ihn zu Prag zum Gencrai-Feld- Zeugmeistcr und Obersten zu fusse, woraufer die stadt Pilsen einnahm, und deswegen vo» dem Kayser Matthia an. iüiy in die Retchs-achl erklärt,im gcgentheil von den Böhmen mtter die Land. Stände austzenommen wurde. Vorhero aber mußte er von dem KgyseriicheisGencralBucguoy beyRöcclitz etwas einbüsseiyer rächte sich aber gar bald wiederum. In dem setzt besagten jähre kam es auch in Böhmen zu einer neuen wähl, dabey er als ein Böhmischer Landstand auf den Hertzog von Savoyen votirte, und von demselben versicherte, daß er alsdann die Protcstirende reiigion annehmen würde, gleichwie auch der Grafftibst sich zu derselben bekannt hakte , da er doch in der Catholischcn war auferzogen worden. Eden um diese zeit wurde ihm von den Böhmen das klosrer Codischm samt 2 städtlein und einigen dörffern gegeben , daraus er jährlich eine ansehnliche summe gelbes nehmen kunte. Unterdessen wurde der Churfürst von der Pfaltz zum Könige in Böhmen crwehlt, ver- lvhr aber dieses Reich gar bald durch die an. 1620 bey Prag gehaltene schlacht, welcher Ernestus nicht bengcwohnet. Nach dcrsclbi- gcn vertheidigte er zwar Pilsen und Thabor eine zeit lang, und wurde von dem Könige Fridcrico zu seinem Gcneral-FcldmarschÄ in Böhmen bestellet, da hingegen der Kayser Ferdinandus ein grosses auf ihn setzte, wer ihn lebendig oder todt liefern würde. Doch Pilsen gieng än. 1621 vcrlobrcu, und der Graf befand sich nicht starck genug, dem General Tilly zu widerstehen, wich also mit seiner armce in die Odcr-Pfaltz, und schlug an den gräntzcn cllichr Tyllische und Wüctzdurgischc völcker. Der General Tilly wandle sich mit der Kayferlichen und Bayerischen armce auch nach der Odcr-Pfaltz , worauf Ernestus nach der Unter-Pfaltz, und dem Stifftc Sp'eycr gieng. An. 1622 verwüstete er das Elsaß, belagerte Elsaß-Zadern vergeblich, und ward von dem Kayser Fcrdincin- bo ll zum andern mal in die acht erklärt. Dem allen ohngcachlct, gieng er wieder in das Stifft Speycr, und nachdem kurtz vorher der König Friedrich bcn ihm und seiner armce angelanget, schlug,er die Bayerischen bey Mingelsheim, eroberte Ladenbiirg mit stürmender Hand, und entsetzte Hagenau. Durch diesen glücklichen fortgang wurden seine troüppen, die nicht viel geld von ihm bekamen, angcfrischet, daß sie ihm geschwind und willig folgten. Dieser nun überfiel gantz unverimithet den Landgrafen von Hcffen- Darmstadt, Ludwig,' der es mit dein Kayser hielte, und nahm ihn nebst feinem söhn Johanne gefangen; doch wurden sie anfgenM bcdinglingcn wiederum loß gegeben. Hierauf coimmgirlc er sich mit Christians, Hertzvge zu Braunschwcig und Bischofs zu Hal- bcrstadt, zog durch Eljaß, Lothringen und Hennegau nach Trabant , nachdem die stachen für die unlon schlecht stunden, und er nebst dem Hertzvge vergeblich seine kriegcs-dicnstc dem Kayser »n- qebolten, zuförderst aber die aufhcbnng der Reicbs-acht gestM hatte- Der marsch nach den Niederlanden war gantz liiivermuthet, und also auch ungehindert, dabey aber den örtern, die es betraf, stbr beschwerlich, weil sich seine soldaten nur bloß vvm rauben uno plündern erhalten neusten. Es wolle sich zwar der Hertzog von Bouillon Vieler gelcgcnhcit bedienen, und bcmühete sich Erucstum nebst dem Hcrtzögc Christian zu bereden, bey der Rcformirtcn Parthey in Franckrcich dienste zu nehmen, wie dann auch dcrKomg m Franckrcich durch annähcrnny dieser beyden Generale in nicht geringe furcht gesetzt wurde, ja es bcmühete sich auch dagegenM/tz chcr zeit der Hertzog von Revers, sie zu bereden, bcn dem KsM in Franckrcich dienste zu nehmen. Der Mansfcldcr aber, nachdem er sinnen Vortheil ersähe, gieng gerade nach den Niederlanden M, und traf den 29 aug. an. 1622 unverhofft den Spanischen General von vonlittvo c> Schotten von dem Könige in Engellaud, und Lvoo zu fuß von dem Könige in Dänemarck, auch liess ihm viel volck von den vertriebenen auS den Kayftriichen erb-landen zu, so daß er mit einer ziemlichen macht nach «Schlesien, und ferner nach Mähren gieng, welches nicht ohne ruin dieser länder geschahe, indem seine völcker keinen andern sold bekamen, ausser was sie von denKayserlichen iändcrn erpreßten. DieKayserüchen folgten ihnen zwar unter dein General Wallenstein aufdem fusse nach, er wüste aber seinen marsch also einzurichten, daß er Jadionka, den paß aus Mähren durch das gebürge in Ungarn, glücklich erreichte, als ihn dieKaystrlichen schon in demgarne zu haben vermeynten. Hierauf wurden ihm 4000 mann zu pferde von den Ungarn entgegen geschickt , und der Hertzog Johann Ernst zu Sachstn-Weymar, Königlich-Dänischer General-Feldmarsch all,kam gleichfalls mit einer armee von 12000 mann zu ihm. Ais er aber bald daraufmerckte, daß sich der Fürst von Siebenbürgen mit dem Kayftr in tractaten einließ , überließ er sein geschütze diesem Fürsten, dem Hertzoge Johann Ernsten und dem General Carpezan aber die völcker, und wolle durch die Türckischen länder nach Venedig , und so weiter, wohin ihn das glück führen würde, gehen. Wie er aber nach Ura- covitz,einem schlechten ort in Boßmen,kam, überfiel ihn eine kranck- hcit,an welcher er den 20 nov. an. 1626 sterben muste. Seinleich- nam wurde in das Venetianische gebiet gebracht, und zu Spalatro begraben. Es hat sich dieser General bey der Nachwelt in grosse Verwunderung gesetzt, indem er so offt geschlagen worden, auch weder land noch laste gehabt,und gleichwohl allezeit in höchster geschwin- digkeit, ehe man sich dessen verleben, eine armee wiederum mitgebracht. Er soll den gebrauch der Dragoner eingeführt haben, und wird berichtet, daß er, da er sterben wollen, sich habe ankleiden, und seinen deqcn anlegen lassen, und also stehend i» den armen seiner dicner gestorben sey, weil er nicht im bette sterben wollen. LUr-rst-ÄrcL, ollsf Llrrcrisstzs riimeii O-skLrnllsn von XksnskcM. N--- rcr. 8uscic. I. I. c. 48. p 18. /.«-io/Fssclisu-buli»-- sn. l^rS. x. z>4. seg. öe slibi. Oesteiieicli. lorbeer lcrsnrr. ern 211 snnsl.Lelg.I. ;6. p. ,66. öc stitzi. in cvnrin. Zleill. p. 4. I. 8. /e tuü. -tu. regn. öe I.ouis XIII. tow. 4. 1 . ,9. 22 -E. k. l.sc! an. i6,8. Ernestus Casimirus/ Grafzu Nassau/ Catzenesnbogen/ Branden und Metz/ wurde den 22 dec.an. 157;;» Dlllendurg gebohren. Sein saker war Johannes der altere/ Grafzu Nassau, und seine mutier Elisadetha/ Landgrafen Georgiizu Leuchteiiberg lochter. In seiner fugend wurde er zu den üuäik gehalten / deren gründ er nebstsemein bruder Ludvvico Günthero und andern Gräflichen person-n m der schule zu Siegen legre/ und auf dem g>-.E- 60 zu Herborn/ auch nachgchends anfvermiiversitär zu Basel fort,etzke. Von dannen greng er nach Genff/ darauf in Franckreich/ und endlich nach Groningen zu seinem aller» bruder/ GrafWil- helm Ludwig. Daselbst entschloß er sich / kriegs.-dicnste anzuneh. men / darinnen er aber gleich anfangs unglücklich war / indem er an. 159? nebst zeinem bruder/ dem Grafen Philippo/und Ernesto/ Grafen zu Solms, rn einer schlacht von den Spaniern gefangen / und nach Rhemberggefuhrci wurde/ da dann dir andere beyde Grafen stürben / erhingegensich mil 10000 gülden rantzionirte. Hierauf bekam er von den vereinigten Niederlanden eine compa» gme zu fuß/ mit welcher er an. 1596 in Hülst lag / als die Spa. mcr diesen ort belagerten / wie er denn auch deshalbcn zu dem Hertzog Ernesto heraus geschickel wurde. An. 1597 befand ersich unter dem Grafen Maurrlio von Nassau bey belagerunq und ervderung der stadte ülheinberg und Linqen / und an. i? s8 begleitete er deS Printzen von Oranien Wilhelmi wittwe nach Franckreich / als ih. re tochter Charlokta Drabaniina mit Claudio nr-ßLrcle commau» direk. Er zog zwar daselbst in einer »c. :>SI. ccrr« xrom. 30119. 9, II. * Eropus / Europus / viel besser aber Aeropus / der 7 König in Macedomcn / folgte seinem vater Philipp» I / welcher ihm 14 . KI. ;;8S/ c ?Y8/ V. c. i;6/ N!ymx>. 4H / ; verstorben / da er noch in der wiege lag. Die Jllyrier wollen sich der mmderjäh« rigkeit dieses Königs bedienen / und bekriegten dje Maccdonicr anfangs mit zimiichem glück; diese aber nahmen hierauf ihren jun« gen König / und stellten ihn in seiner wiegen vor d:e armer/ welches den soldaten einen solchen mnkh machte / daß sie hcrtzhafft auf die feinde loß giengen/und den sieg davon trugen. Darauf dieser 27 / in allem aber 4; jähr die rcgieruny geführct / wie wenigst Eu- sebius versicheret / welchem hierinnrn mehr glauben zugestellet wird/ als dem Derippo/ der diesem König nur 2; jähr zugeschrieben hat- >. 8 c. IZ9- >. 7. in I-ÄlicZ. Lo->- kancii c. rc>. * Eros / war einer von des Marci Antonii ftlavcn. Als sein Herr ;n Alerandrien/nach der bey Aeito gehaltenen schleicht/ qantz in Verzweiflung gerathen war / und dahero denselben bath/ihn/ (wie er schon vorher versprochen / daß er in solchem fall thun wolle) zu todten/so zog dieser sein schwcrdt aus / und stellte sich / als ob er rhm zu willen seyn wolle; allein so fort kehrte erdie spitze davon auf seinen eigenen leib / stach sich durchs Hertz / und fiel also todt darnieder. In dessenerschuna sprachAntonius: Du thust wohl/ EroS; waschn nicht durch deine Hand au mir verrichte» wollen/ das lehrest du wenigst mich sechsten ausführen; und durchstach sich damit ebenfalls. m -4nr. * Eros/ warbeydem Kayser AmeIiano8-ci-«griu->, undkonke dessen Hand vollkommennachmahlen. Weil er aber von demselben/ aus einem gewissen argwohn / sehr wäre bedrohet worden / und wohl wüste/ daß dieser Kayser niemalcn umsonst zu drohen siegte / machte er einen verstellten beschl/etlichc von des Kayscrs leib-gärde umzubringen/ und rechte sie dadurch an / daß sie solches an dem Kayser bewerckstelligtcn; wie es denn aufder reise Aureliani/ zum Persischen krieg zwischen Byzanz uud Hcraclea/ in Bilhyiiicn geschahe. Allein Flavius Vopiftus / (der zwar den Urheber dieser that Mnestheum/ und nicht Eros/ heiffct/ ) füget anbey/ der betrug wäre bald nach vollbrachter that offenbar worden/ und hätte man deßwegen selbigen an einen pfähl angebunden / und also den wilden lhicren zu fressen dargcbolten. 20/,»«-1.1. r/, n,/--/-. in üurcl.c. Z7. * Erostralus / siehe Arosträtus. Erpach / eine kleine stadt in Francken / an dem fluß Mübling/ wenig »teilen von Darmstadt gcleaen/ davon die Grafen den na. men führen. Die Grafschafft / welche gleichfalls davon ihre denen» nmig hat/ gräntzetan Hcsftnund die Pfaltz / und sind darinnen Fürstenau und Mickelstadt / nebst einigen dörffcrn- Ausser diesen aber besitzen die Grafen die halbe Hcrrschafft Breubcrg/ und ander Herrschafft Bickenbach / so ihnen an. 1440 von dem Landgra. fcn in Hessen / wegen dcS Bayerischen kricgcs / abgenommen worden / annochdie ämker Schönbcrq/ Dannberq / Iügcnheim und halb Habitzhcim. Die halten auch chedcffen dicdörsserLangwaden an dem Hansscrwald / Eldrunn und Crumbach / in ihrer doltmas- sigkeit/ die aber darvon durch verkauff abgekommen, ?. r orig c, 6.« llc rckuL p. ?. ic. 4 toi. z7.2e in rop. kr-oc. p. 7 6c Z4. tmbs/ Kl. ?. t 8 c. Erpach. Die Grafen von Erpach, welche das crb-schmckm» amt bey Chur-Pfaltz besitzen, wollen ihren Ursprung von Eginbar- do, welcher des Kaylers Läroli iVI. tochtcr, Emmam, zur gemahlin soll gebabt haben,verleiten. Dieses ist gewiß, Laß ihrer m den allerersten Ritterspiclcu Meldung geschiehet; die ordentliche stamm» reihe aber kan nicht eher als von Conrado dem ältern, welcher an. iz;r berühmt war, hergeführt werden. Dieser hatte 4lohne, Ger- laeum,Jodamicm, Conradum und Edcrdardnm, von weichender erste an?i z z r als Bisthoff zu Worms gestorben ; der andere aber das geschleckt fortgepflanzt hat. Seine söhne waren Johannes / e^nomcus nnd - 4 icyi. Viacom,; zu Würtzburg,und Coliradus, welcher an. 1,57 gelebt, und sich mit einer Freyin von Freyburg vermählt , die ibm Eberhardum gedobren. Diejcr zeugte mit El»a- bctba, Gräfin von Catzcnclnbogc», Conradum, der um das )»hv i48r qelebet, nnd mit Margaret!!» von Bickenbach gezeugeti) Otconcm, vermählt an Amaliam. Gräfin von Wertheim, 2, Phl- lipvnm, welchem Margarelha,Gräfin von Hohenlobc, nedli Nvcy- ter», (davon 2 an Gräfliche Personen, und die dritte,Evcyan Sigis- mundnm,Freyherr» vonSchwartzenberg, vermahlkworden)Eras- mnmund Gcorgium gedohren, von denen iener Amiam, Catharl- nam und Margaretham , die alle; an Grafcn vcrhcyrathct worden, diestr aber von Cordula,Gräfin von Haag,Ederhardum, Grafen von Erpach »nd Herrn in Bickenbach, nachgelassen. Dessen gemahlin war eine Gräfin von Wcrtheim, welche ihm gebahr 1/ erp Margaretham, die mit Graf Philipp» von Rheineck, dem letztem Zinnes Hauses, vermählt ward, 2) Georgium,so an-1569 starb, Valentinum, so an. 15;; mit tod abgieng, 4)Eberhardum, well eher an. 1; 11 gebvhren, und an. 1564 gestorben, nachdem er mit seiner gemahlm Margarelha, einer Wild-und Rhein-Gräfin, nebst Pachtern einen söhn gezeuget. Dieser war Georqius , Gras und Schenck vsn Erpach,welcher 4 gemahlinnen aus Gräflichem stam- me gehabt hat. Mit der ersten besaß er eine unfruchtbare ehe. Die andere, Anna, GrafFriderici kvgm von Svlms-Laubach tochter, gebahr ihm 7 röchter und 2 söhne. Von den töchlern ist Marga- retha an Ludwig Eberhard, Anna Amalia an Friedrich, Wiid- und Rhein Grasen, Elisabeth» an Heinrichen Scmperfrey von Limburg, Agatha an Marggraf Georg Friedrichen zu Baden- Durlach, Anna an Philipp Georgen, Grafen von Peilungen, und Agnes an Heinrich Rcuß in Planen, vermählt worden, Barbara aber ausser ehe gestorben. Von den söhnen zeugte FridericuL ^-Znus2 söhne, die jung stürben, Ludovicus aber ward durch In. lianam, Gräfin von Waldeck, ein vater Mariä Julian», welche sich Johann Philipp, Wild-und Rhein-Grafen, beygeleget; Friderici , Golhofcedi und Georg» Friderici, die alle ohne kiiiderge- storben. Des vbgedachtm Georg» dritte gemahlin gebahr ihm; kinder, die aber zeitig stürben. Die vierdte war Maria, gebvhrne Gräfin von Barby, und eine wittwe GrafJosia vvnWaldeck, welche die stamm-hasterin dieses Hauses worden. Diese gebahr ihm nebst 4 töchtern, die alle an Grasen verheyrathet gewesen, an. iz-7 den i ü dec. einen söhn, Georg Albrecht. Dieser hatte; gemah- linnen, und zeugte mit der ersten Magdalena, Gräsin von Rassau, 1) Ernestun, Ludovicum, so an. 1626 den 6 oct. zur weit kam, und im folgenden jähre den 29 mav starb; 2) Ludovicam Albertinam, gebvhren an. 1628, und gestorben an. 1645; ;) Georgium Erne- stnm,der an. 1629 gedobren, sich an. 16;6 mit Gräfin CarviaEhri- stina von Hvheniohc in Schillingsfürst vermählet, aber an. 1669 ohne leibes-erdeii dieses zeitliche gesegnet; 4) Mariam Carolam, die an. i6;r gebohren , und Graf Johann Ernst von Jsenburg in Vüdingen beygelegt worden; ;) Annam Philippinam, die an. i6;r gebvhren,und das folgende iabr dieses zeitliche verlassen. Die andere gemahlin war Anna Dorothea, eine Semper-Frcyin von Limburg, die in der geburt mit Zwillingen ihr leben verlohr. Die dritte war Elisabeth» Dorothea, Graf Georgii Friderici von Ho- benlohe tochter. Diese wurde eine mutter 1) an. iszü Georgii Fridmci, dcr an. 165z gestorben; 2) an 1641 Christum Elisabeth» , die an Graf Salentinum Ernestum von Manderscheid in Blanckcnheim vermählt worden, ;) an. 164; Georg Ludwigs, 4) an. 1644 Georg Albrechts, der das folgende jähr starb,;) an. 1646 Georgii, der in Holländischen kriegs-dienffen an. 1678 gestorben,und von Ludovica Anna, Gräfin von Waldeck und Eulenburg, 2 löchter hinterlassen, 6) an. 1648 Georgii Alberki,der nach seines Vaters tobe zur weit kam. Unter diesen haben Georg Ludwig und Georg Albrecht das geschlecht fortgeführet. Dann Georg Lud. wig Grafzu Erpach, Herr zu Breuberg,zeugte mit Amalia Catha- rina, Graf Philippi Thcodori von Waldeck tochter, Henricam,s» an. 166; den 27ftpt. gebvhren, und? tage hernach gestorben; Henricam Juiianam, so 1666 den 1; oct. qebohrcn ward; Phi. lippum Ludovicum, Obersten unter den General-Staaten und Ritter des Johanniter-ordens,welcher an. 1669 den i-> jun. gebob- ren worden; Carolum Lllbovirum, so an. 1670 dm is iunii diese Welt erblicket; Gcorgium Albertum, so an. 1671 den 1 jul. geboh- ren,u»d noch eben diesen tag gestorben; Amaliam Manritianam, so an. 1672 gebvhren, und r jähr hernach gestorben; Fribericum Carolum, so an. 167; den 2s april gebvhren, und den tag nach seiner geburt gestorben; Wilhclminam Sophiam, Magdalenam Carolam, Wilhelmum Ludovicum, Amaliam Catharinam, Fride. ricain Carolinam, und endlich Ernestum, die allerseits nicht lange nach ihrer geburt diese zeitlichkcit verlassen, welchen der vater an. 169; den zo apr. und die mutter an. 1697 den 4 jan. gefolget. Georg Albrecht, Obrist-Lieutenant unter den Fräncklschen Crayß- lrouppen, ein brnder Georg Ludwigs, war nicht weniger in seiner ehe gesegnet. Er kam an. 1648 den 26 febr. nach dem tod seines vaters aufdiclvclt, und vermählte sich an. 1671 mitAmm Christin» Dorothea, Philippi Gothofredi, Grafen von Hohenlobe- Waldenburg tochter. Diese gebahr ihm an. 167; dm6 nov. Cbri- stianam Elisirbetham Sophiam, so an 169; an Fribericum Cra- tonem, Grafen von Hohenlobe-Oeringen vermählt worden; an. 167; den 11 jan. Philippum Fridericum, der den 2; jul. besagten jahres gestorben; an. 1677 dm 14 fept.Philjppum Carolum, der sich an. 1698 mit Amalia Charlotta, Johannis Theodori, Grasen von Kunowitz, tochter vermählet; an. 1679 den 12 ftdr. Dvro- theam Elisabitham, die gleich nach ihrer geburt gestorben; an. 1680 den ;o nov. Carolum Wilhelmum, so sich an. 1708 mit Anna Mariana Ernestina , des berühmten Holländischen General-Lieutenants Erncsti Wilhelmi von Salisch tochter, vermählet, den 27 ftpt- an. 1714 aber gestorben, Annam Sophiam Cbristianam hinterlassend; dm27dec.au. i68r Ernestum Fridericum Mer- tum; an- 168;Fridericam Albertinam, somit FridericoEberhard» , Grafen von Hohcnlobe vermahlet worden, an. 1709 den >- jan. aber gestorben; an. 1686 den 19 jul. Georgium Wilhelmum; an. 1687 den 1 nov. Georgium Albertum, so die stelle eines Rittmeisters unter den Hessen-Darmstadtifchen trouppcn bekleidesund an. 1706 den 20 dec. mit tod abgqegangm; an. 1689 den r; apr. Henriettam Juiianam Carolinam; an. 16-1 den 16 jan. Gevr- gium Aligustlim, und endlich an. 1694 dm 26 dec. Cbristiamntt Carolum. L-onsten war auch aus diesem gefchlechte Cvuc'ürst Theodoricus von Mayntz, »velcher von an. i4;;bis i4;s dicjes Ertz-Stiffr besessen. Er war ein lohn Wolsgangi Schenckens von Erpach, welchen er mit einer Freyin von Winsperg gezeuget, und km enctel Friveriei. H-»e^in 09er. llerslci. p»rc. l^eoi-ri. i. L c. rz» Mce/rrr.in tlernn>»rogr. in exegell initor. genest, dl. ?. 1 .8 c. Z- §s«2,e^«we» von Luro^s ^>.'iz;r« Erpenius / (T'homas) war zu Gorcum, dahin sich fein Vater/ Gerarvus Johannes »b Erpe/ von Hertzogenbusch der religion wegen gavenoel/an. i;84 gebohren. Er greng anfangs zu Leyden in die schule, und wie er einen zimlichen gründ gelegt / Netz er sich unter die studenten dafelbst elnfchreiben. Ewige zeit hernach wölke er eine andere lebenS-art ergreissen, weil er meynte / daß er es unter den gelehrten nicht weit dringen würde, getraute sich aber nicht/ diese gedancken seinem Vater zu eröffnen. Er blieb also bey dem siuviren / und würd an. iSog ^lsZuier in der pklioloplii-, welche er fo cmbsig getrieben/ baß er/ wie er selbst gestanden/ den Suarez fast auswendig getont. Nach vielem ergrist er die illeowZlc; weil aber zu seiner zeit eben wegen Arminii meynunaen / unter den i bewog,- zu Leyden unterschiedliche streltigkeiten entstanden / ließ er davon ab / und legte,ich durch Iost'phi Scaligeri zureden aufdie orientalische sprachen. Hierinnm besser fortzukoinineri / zog er nach Cambridge und Oxford/ nachdem er sich vorhero in Londen mit Guiliel- mo Bedwello detanul gemacht hatte / und nach; jähren nach Paris. Dajeiost gerieth er mit Ii'aaco Casaubono m genaue freund- fchafft / und tonte sich bey ihm in vielen Arabischen cowcwus umsehen. Er kauffre auch von einem Königlichen weMco unterschiedliche Arabische büchcr,und ließ sich von Iosepho Barbato Jacobita, eniemEgyptier/ m der Arabischen spräche unterrichten. Wer dieser Unterweisung nicht lange genossen, gestund Casaubonus, daß er in der gedachten spräche sein lehrer seyn könne / da er vor kurtzem noch Casaubom schüler gewesen war. Dieser bewog ihn auch, baß er versprach, die Arabischen sprüchwörter zu continuiren, welche 3 os- Scallgcr in das Lateinische zu übersetzen und mit anmer- ctungen heraus zu geben angefangen hatte. Nach einem jähre rei- scte er nach Saumur,machte sich daselbst bey Phi.ippo Mornäo beliebt/ und fieng an, die orientalischen sprachen privsclm zu lehren. Hier erinnerte er sich seines dem Casaubono gethanen Versprechens , setzte die Übersetzung und erclärung der Arabischen sprüchwörter fort, und verbesserte Josephs Scaügers arbeit. Von Saumur reisete er wieder nach Paris,ailwo er von Stephans Huberte», Königlichem k-lewco und Nroteiiore der Arabischen spräche / wie auch von andern gelehrten freundlich empfangen wurde. Damit er aber seinen stum-s recht abwarten möchte,hielt er sich ausserhalb Paris auf,und brachte nach etlichen monaten sein Aravisches icxi- cuo-welches er in Saumur angefangen hatte,zum stände. An.iün that er eine reise in Italien,machte sich die Mayländische und Venezianische bibliokhequen wohl zu nutze, conferirte fleißig mit den Juden und Türcken, inid ließ sich von diesen noch in der Türcki- schen, Persischen und Aethiopischen spräche unterrichten. Man both ihm daselbst jährlich zoo ducaten,wenn er sich zur Übersetzung Arabischer bücher wolle gebrauchen lassen; allein er reiftte von bannen in die Schweitz, Johannen: Burtorfium zu sprechen, besuchte hierauf die Teutschen Universitäten und bibliolhequen, und machte sich mit unterschiedlichen gelehrten, insonderheit mit Jans Grutero in Heydelberg, bekannt. An. 1612 reisete er nach Hause, und bekam an. 161; zu Leyden die profeßion der Arabischen und anderer orientalischen sprachen, bis aufdie Hebräische, welche er doch an. 1619 dazu erhielt. Erlegte von feinen Mitteln eine dru- ckerey zur Hebräischen, Syrischen, Arabischen, Persischen, Äthiopischen und Türckischen spräche an, und gab die vortrestichstcn fachen heraus. Spanien gab sich mühe, um seiner gemessen zu können,und demKönigc von Marocco gefielen seine Arabischen briefe dermassen, daß er sie öffters seinen mimüris als ein miracul gezeigt, und sich viel aus seinem archiv abschreiben lassen, damit er in dieser spräche noch weiter kommen könte. Als er an. 1620 in Franckreich geschickt wurde, um Pctrum Molinäum oder Anbream Rivetum dahin zu bisponiren, daß einer in Holländische dienste gehen mochte,führte er sich dabey so wohl auf,daß ihm hohe perfonen das zeug- niß gaben, er wäre in »Liren wohl zu gebrauchen. Da er aus Franckreich wieder gekommen, brauchten ihn die Staaten von Holland zum dolmetschet derjenigen briefe, welche sie von den Konigen aus Asien und Africa bekamen , und vertrauten ihm alle actcn, die zu den traetaten und angelcgenheiten mit diesen Konigen gehörten. Endlich da er sich einst in einer Versammlung der Staaten von Holland durch vieles reden zu sehr ermüdet hatte, und darauf übel befand, auch die pest hin und wieder in Holland graßirte, gieng er an. 1624 mit tobe ab. Man hat von ihm »nnocsciE- iexicon -trsbicum kr. Lsplrelengü; grslnnrzricsin ^rsbicsm; pro- verbiL -trsbicL cum inrerprocscione ä tcliollis; vocinsnni Ispicnris ssbulss He lsleÄs gu«6»rn ^rsbum »llsgi»; gr^mmakicam giarumi- sm üe libcllunr llc ccnkunr vocibus rsgenribus; novum lellsroentu-n ^trsbicum; llürorism ^oteplii Narrirrcli« cx/tlcorLno-tratzice ; vcr- linnenr H, nocss »cl/trsblesrn pnrspllrLlln in evsngclium ^oll»nii,8; pcnksrsuclluln Lr^bice ; Iiillorlsm ZsrscenicLin > » ^lslromere pkeullo^roplrctg scl inicium ulgue inrpcril Vnrcici, He t.»i> ; psslnios Orvilliz Zyriace; srcsnuin punÄsrionis revelLtunr, öec. rnemor. plulolopb. clec. l p, lZ 9 lsrjg. in orar. in olri° turn Lrpcnii. Erpö / ein schloß in Brabant, davon Ferdinand stc Boischot, Spanischer gehennber Rath und Cantzlar in Brabant, au. 1644 den Gräflichen titul erhalten. Erps / Grafen, siehe Boischot. tkdrqmco / öder Ercoco/ eine stadt in Africa,am rothen meer, welche einen bequemen havcn hak,unb deswegen auch starcke hand- err ert ern 21z lung treibet. Sie ist in Türckischen Händen unter dem commsnllo ^S Beglerbeg von Equaqucn, welcher am Türckischen Hofe der Bassa von Abaßia genennet wird. Errif/ ein theil des berges Atlas, siehe Atlas. Errif/ ist eine provintz von Africa im Königreiche Fez in der Barvarey, welche langst an dem mittel-meer hin lieget,und die pro- vmtz Habat west-warts, Garet aber ost-wärts bat. Die vornehmsten stadte darinnen sind, Gomer, Mczemma, Terga, Pennon ll- Velez, Tegazza, Guasavala, Bedis, rc. Es führet sonsten auch das untere Egypten den namen Errib oder Elrif von dem Arabischen, welches eine birn bedeutet, gleichwie es die Griechen v-ic» nennen, weil die figur des landes mit der figur dieses buchstabens überein kommet. Atr. LLNSLN I.. IV. c. 18. ^ Erthal / eine adeliche familie, welche in Francken die örter Er- thal,Heßles,Kißingen, Elffershausen, Schwartzenau, Gochsheim, Leutzendorf, und an dem Meine das schloß Großwinternsheim in dem Jngelheimer gründe besitzet. Heinrich lebte um das jähr 1170, dessen bruder Conrad, Probst zu Schöna, der enckel aber Heinrich, Abt und Fürst zu Fulda gewesen. Um das jähr 1680 lebte Julius Gottfried, ältester Ritter-Rath in Francken; dessen söhn Philipp Valentin Wurtzburgischer geheimder Rath und Ober-Schultheiß, Ober-Amtmann zu Trimberg, des Kayserlichen land-gerichts in Francken „nd ältester Ritter-Rath, hat stin geschlecht mit ; söhnen vermehrt. v.L. r. ro. Ertholm/ ist eine kleine insul auf der ost-see, nahe bey Bornholm, aufwelcher sich eine citadelle befindet. Nordwärts liegen in ihrer nachbarschafft unterschiedene noch kleinere insuln. Ertzberger/ (Severinus) ein und Prediger zu Basel, gebohren an. 1? 20, an Severini-tag; studierte in dem Loiiegio 8»^icnr,L an. I?; z bey den Dominicanern, unter Sulcero und Lepusculo, wurde aber bald darauf in das obere coilczium p-omov-rt, und erlangte das ^»gike-ium an. 1541. Nachdeme er 2 6ü»i - dienste bedienet, wurde er an. 1544 urok-llör der Griechischen sprach im i'L »,ril,us versehen, auch inzwischen in 8enLrum Lcsclcmlcuni und Lontistoriinr, gezogen worden , scheinet es, er habe in dem o-nieZi« ?miolopk,co ebenfalls seinen sitz gehabt. Sein söhn war Henricus Ertzberger, auchund Prediger zu Basel, gebohren an. 1547. Dieser wurde an. 1562 als L»ccLl»urcuL, UNd ÜN. 1^64 als promovixt, beydeMal der erste in seiner orbnung. Als er sich hierauf auf das Sruwun, LKeo)oßiL begeben, wurde er an. 1564 in einem dorff, ohnfern von der stadt, von Anritt,re Sulcero zu einem Prediger bestellet; ein jähr hernach prositirte er in dem die Griechische sprach, da er noch nicht mehr als 18 jähr alt war, resignirte aber solches amt, weil er ein jadr daraufHelffer bey 8. Peter wurde. An. 1570, als er an dem Weyhnacht-fest allzu frey wider die ubiquität des leibs Christi, und leidliche gegenwart in dem heiligen Abendmahl, geprediget, wurde er auf antreiben Simonis Sulceri vor den Rath gestellet, und ihme allda das stillschweigen auferlegt; endlich, als er sich der formn!« Luce-ixn« nicht unterschreiben wolte, mußte er sein Predig-amt gar niederlegen, begab sich hierauf an. 1571 Z» fuß nach Paris, da er mit grosser mühe, und durch die getreue »mste»? eines Schweitzerischcn soldatens, Hanns pfaffgenannt, dem dortigen blut-bad entgangen. Bey seiner zurückkunsst nach Basel wurde er zum Predig - dienst nach Misthaufen im Elsaß berusscn, welchen er auch an. i;?; anqe- tretten; er thäte ailhier grosse dienste, und führte neben anderen Verordnungen das heilige Weyhnacht-fest zu erst ein; in dem ehe- stand lebte er mit Maria Murerin; als er nicht lange hernach, bey verspührter Unpäßlichkeit, durch Veränderung der lufft sich zu helffcn »erhoffte, und beßhalben an. 1576 nach Bafel käme, wurde er im nov. im blust seines alters durch den tod hinweg genommen, und bey 8 . Martin begraben. Er hat an. 1574 zu Zurich eine Erläuterung der lehre vorn heiligen Abendmahl/ wie dieselbe in der Baslcr-coof-limn enthalten, in druck ausgehen lassen. T»» LILL. , in Krimis vir. ?rof. * Errzgebürgische kreist/ lat. Li-cwu; oder vilkr-Ltus mersü-f-r, :ird ein gewisser such landes in dein Marggrafthum Missen, an en Böhmischen und Vvigtländischcn grantzm, gencnner,weil dar- men vortrefliche bergwercke von allerhand crtzen angetroffen wer- en. Es liegen darinnen folgende städte und orter,, welche dem Churfürsten von Sachsen gehörig; Anneberg, Augujtusbm'g, Ca- )rincnberg,Chemnitz, Frcyberg, Marienberg, Mttweida, «Lchnee- erg,Stvlberg,und andere mehr. Erue/ ein Edelmann,welcher sich unter Caroli Calvi regierung en belaaerung der stadt Paris wider die Normannen durchsteme wfferkcst sehr wohl signaliret; wie er dann emer deren zwolssen ewefen, die das so genannte kleine LkLreier eine geraume zeit allem »schützet, und darin,: endlich insgesamt umkommen ,md. Die rinde wollen ihm, in Mischung seiner hcrtzhafftigkest, das leben -bcncken - allein er wolre keinen pardon annehmen, sonderit lieber inter den waffcn sterben. ^-^4-»»regne n- ckarie- n. " Eruiaus / Heruigius / Eurigius /König der West-Gothcn i Svanlen, war ein söhn Ardabasti eines Griechen, welchen der cavscr zu Constantinopcl nach Spanien ins elend schickte, und wer anverwandtin des Königs Cdmdasvinli. Er soll dem Konig Samba lanasamen gisst beygebracht haben, welcher, nachdem er stches gemercket, oder gar untüchtig worden , das Reich langer zu 214 erx erz fuhren, sich des Reichs begab, und endlich in ein kloster gieng, da dann an feine narr Eruigus an. L8c> den 2,1 oel. gecrönet wurde, und das regimenr 7 iahr befaß. 1. n,n. 1. s. * Erxias/ein Griechischer ssribent, welcher eine Historie von Co- kophon verfcrliget. Gesnerus incynt,cr sey eben diefer Ergiasvvn Rhodus, so eine Historie von feinem vatcrlande hinterlassen. !. 8 6c Ic. Niki. 6c KiN. OlLL. >.;. Ervthia / oder Erythea/ ist der alte nmne der inful Gades, so «njetzo'Cadir gcnennet wird, oder vielmehr nach dem zeugniß Pli- nii, einer andern kleinen inful, die zwischen dem vesten lande von Spanien und Gades lieget, in deren dieser ssribent sagt, daß die Gaditaner in denen ältesten zeiten ihre Haupt-stadt gehabt hatten. Die alten geben vor, daß Geryon, dessen ochsen Hercules weggeführet,in dieser inful regieret habe, welches Hesiodus in seiner mco- xonie zu erst auf die bahn gebracht, dem die übrigen alle folgen. Doch Arrianus weisst aus dem Hecatäo, daß diesst Geryon über das beste land zwifchcn Ambracia und die Amphilochos geherr- schet. Pomponius Mela setzet sie auf die Lüste von Porlugall, wo jetzo die so genannte Berlingische insuln liegen. 6- cxgc6. Xlex. VI. I. r. LkeLr 6c liiu orbis l. z c. 6. in not. g6 t,. I. p. Z)8. * Erpthrä/ eine Bischöfliche stadt in Ionia unter dem Ertz- Bischoffc von Ephcso , woher die Erythraisshe Slbnlla gebürlsg war, welche zu der zeit des Trojanischen krieges lebte, und von der zerstömiig dieser stadt ipeissagtc. Die Römer schickten einige depu- tirte an die stadt Erythrä, um ihre verss von bannen holen zu lasse», da denn diejenigen, welche sie mit sich zurück brachten, die viel- zötterev verdammten und behaupteten, daß nur ein schöpffer des Himmels und der erde sey. Enssbius Cchariensis führet 27 von ihren verssn an, worinnen von der zukunffl des Sohns Gottes ins -eisch und zum geeicht gehandelt wird. Man hat aber alle ursach zu glauben, daß solche von gewissen Christen erdichtet, und dieser Snbillen durch eine gar unrecht so genannte t>-u6cm untergeschoben worden. L,. , c. 6 6t 6c irL Dcir.xr. §. 6c civ. Uci >. >8 c. Lixc. Lenc»/. I. 1 . llitzl. Nr 8ib)lll. 6cc. ^5-,c. kibl. Or«c. * Ervthräische mcer/ siehe Rothe meer. Erythräus / (Ianus Nicius) siehe Roßt/ (Job. Victor.) Eryp / siebe Trapano. Eryr / wird von den Poeten vor einen söhn der Göttin Venus Ausgegeben,welchen Butcs,ein söhn Amyci, Königs der Bebricier, mit ihr gezeugt. Weil er von ungemeiner Icibes-starcke war, so pflegte er die fremde, welche zu ihm kamen, auf ein gefcchte mit fircit-kolben auszufordcrn, und brachte auf folchc weiss eine grosse menge derselben um das leben. Hercules aber, da er, bey seiner rückreifc aus Spanien,auf gleiche art init ihm sich einließ, erschlug ibn; da denn sein cörver auf einem von ihm genannten berge in Sicilicn,allwo er der vc-m- einen tcinpcl aufführen lassen,beerdigt ward. siehe Hutes. mxx. i.; v. Vor ungefehr; 00 jähren ward von den Sicilianercn das gcfchrey ausgestreut , man hätte in einer grossen hole des bergs Ernr den todten jeichnam dieses manns von einer ungeheuren grosse sitzend angetroffen , der seine Hand aus einem mäst-baum an statt eines stabs zeichnet rc. und solle gar diessach gleich damalen von dem Rath zu Dravano in sshrifften verfasset ssvn. Aber wer wolle einer solchen albern fabcl glauben ? Dessen ohngeachtet wird es doch als gantz gewiß und wahrhafftig erzeblet von dein sonst berüdmten Sicilia- uifchen gefchicht-ssbrciber r«Lc//o -c-, 8ic 6cc. 1.1.1. c. 6. * Ervxias / ein Printz von Athen von denjenigen, welche Ar- chontcs gcnennet worden, und ic> jähr die rcgicrung führten,folgte seinem vatcr Apsimder in dieser nn'irde. Allein schon i» dein achten jähr feiner rcgierung starb er,oder >vard von dem volck entsetzet,und nach ihm eine andere regimcnts-form aufgerichtet, vermöge welcher erstlich zwar Fiestas allein für z jähr, bald daran, aber 9 Personen zugleich für ein jedes iahr zu Archontibus erivahlet wurden, doch so, daß der oberste, oder erste unter ihnen den uaincn Archon mit sonderbarem ansehen vor den andern führte, auch die jähr von ihine allein benennet wurden. 6e /vrclluM, -er!,, l. i. esa esc Esaias/ des Am»; söhn,und,wie man will,des Königs Amgzisi brnder, vrvvhezryete unter den Kvmgen Usca, ^etyam, Mas M HiSkia. Er soll endlich auf befühl des Königs Mangsse mit einet sage der länge nach von einander geschnitten worden seyn. Erstehet unter den grössern Propheten zu erst, und verdient billich dieses vorzug, weil er die größten gehemmtste sehr deutlich ausgesprochen, und von Christo mit so genauen umstanden geweissaget, daß «mit recht derEvangelift des alten testaments ist gcnennet worden.H?«h c. 48. in vir. t:5si». in Lk. HÄa?«, Ijb. morr. 6c vir. üiiwt. c. Z7- in milcell. sscr. ?., 1.1 c. >8, Esaro/ ein kleiner fluß in Calabria ulleriori in Neapolis, welcher sich bey Crotone ins meer ergeust. Esau/ ein söhn Jsaacs und Rebecca, wurde um das jähr der Welt 2107, n. c. 1877 gebohren, da sein Vater 60 jähr alt war, und bereits 20 jähr mit Rebecca in unfruchtbarer ehe gelebet halte. Als ermit seinem bruderIacob in der Mutter leibe lag , stiessensie sich mir einander,und als er an das tages-licht kam, war er röWch und rauch, wie ein feil, und wurde von seinem bruder den der ferse zurück gehalten. Als er etwas erwachsen, legte er sich auf die lagere». Da er cinsmals hungrig nach Haufe kam, verkauffte er feinem bruder die erstgeburt um ein linssn-gerichte, und wurde deswegen Edom gcnennet. Im dem 40 jähre seines alters s. v. 2-47, 0. ig;? heyrathete er wider feiner eltern willen 2 Technische weiber, Judith und Basmath, darüber sie sich nicht wemg dctrüd- ten. Gleichwol trug er kein bedencken, auch die dritte MahMH, eine tochter Jfmacls, darzu zu nehmen, nachdem sein Vater Jfaac dein Jacob den fegen des erstgebohrnen v;. 2184, L. c. izoo ertheilet hatte. Inzwischen muste Jacob aus furcht vor ihm nach Mesopotamien entfliehen, traf aber doch bey seiner zurückkunfft durch sonderbare schickung und Verordnung Gottes feinen bruder Esau wider vermuthen gantz wohl gegen sich ge,sinnet an. Esau zog sich darauf in Eeir zurück,und erhielt eine sehr zahlreiche nach- kommenfchaffc, die unter dem namen der Jdumeer bekannt worden- c. r;, x?,r8, ;r, ;z. c. ir 6cc. Nnrillzuir. I, l. c.l7 6c 18 I. r c. i. N. VI. 2199 ie^. Esca / oder Escus / der andere König von Kent in Engelland, lebte in dem 6 ssculo. Das Königreich war unter ihm in ruhigem stände, wie er denn diesen zu erhallen mcmals die Waffen wider die angräntzenben Staaten ergriff. Er regierte dieses Reich 24 jähr, darauf es sein sohn Otha an. 512 angetreten. Beda nennet ihn Strich mit dein zunamen Oiseus, und glaubet, es komme daher, daß seine nachkommen OillmZü sind genemict worden. i.r. r. r Nill. Tingl. I, 6 c. Escalinus/ (Antonius) Capitaine Pauliu genannt, Baron -Is ls Garde, Ritter von 8. Michael, Lieutenant des Königs in Provence , rc. war aus Dauphine gebürtig. Francifeus I schickte ihn an. 1542 als 6.mi>3Nrcicui zu dem Türckischen Kayssr Soliman- no II, und ernennte ihn 2 jähr hernach zum General der galeren. Das folgende iahr signalirte er sich, da er die Engelländifche flotte angriff, und sich sonst in dem Tossanifchcn und Corsissljcn kriege gar wohl gebrauchen ließ. Ob er auch gleich an. 1^7 seiner -b-r- 8- entsetzet wurde,so erhub man ihn doch an. 1566 aufs neue darzn, worauf er endlich an. 18 74 im 80 jähr feines alters an der Wassersucht starb, ec-cin söhn Essalin Aimars, welchen ihm eine Engelländifche dame gebohren, hinterließ Ludovicum Essallnum,wcl- ckjcr cnien söhn gleiches namens gezeuget, so den ritul eines von Garde geführt. mcinoir. KiNor. c>N!»- vics llcr iiaru. Niullr. 6c Outline. /c?. ch-c. Efcalona / eine stadt in Neu - Castilien, etwa s weilen M- west-wärts von Madrid, bey dem fluß Alberche, auf einer, hohe, gelegen. Der benachbarte bodcn ist fruchtbar an wein, öl md ftüchtcn, auch mit guter vieh-zucht versehen. Sie hat ein wnl- läufftigcs schloß , welches noch der König Rodericus gcbauet. Um die mitte des iz feaili erhub sie der König HcnricuslV ;n cinein Hcrtzogthum, in tllvcur Jobannis Fcrdinandi Pachcco, Akarggrasen von Villcna , und Groß - Meisters des Orden» 8. Jacobs» 6eÜL. 6c i' Lip. p. Zi8. c. 8. 6c 9. * Erzeron/ oder Erzerum/ ist eine Asiatische stadt und provintz unter den Türckcn, die vornehmste in gantz Tureomannia am Eu- phrat, allivo der Bcglerbcg der provintz refidiret. Einige crd- befchreiber geben vor, es sey das alte Theödostopolis; andere halten es für Cäfarea in Cappadocien; andere nennen sie Aziris, Ar- ziris, Sinera, Scnebra, re. Erzila/ oder Artega/ welcher unter dem namenFortlimiis Garsiä cic Erzila bekannt ist, ein Spanier aus Bissaya gebürtig. In seinen inngen iahren hielt er sich zu Bonoulcn in dem Spanischen cniic^c, auf, welches der Cardinal Albornoz gestifftet, und brachte es allda fo iveit, daß man ihn gern aufder Universität Pifa befördert hätte; allein er wurde wegen feiner sonderbaren rechrs- erfahrenhell von dem Kayssr Carolö V zum Ritter von 8-Jago, zmn Rath von Castilien, und zum General - Advocaten in dem Rath von Navarra gemacht. Seine schrifften sind: commcm-rius 6 c pactis, in riinium äigelloium 6 e psäis cum rcpcririvne c. l exrr»; 26 Iczcni Orssus Q. 6 c libcris 6c pollllumis commcnlsiiL; 6e ulrimc» 6„c „kciu^izue jucis ; consslium pro milici- sLNÜl lLcobi. Sein söhn, Alphonstls n- Erzila, gab an. 15 77 ein gedachte heraus, unter dem titul: I.X ^uczcsnL, darinnen er von den Araquanern in dem Königreiche Chili,welche die Spanier bekrieget,handelt. L«».bii»>. ttii^,n-^« 6-2«,»--/, eIsA.-Ut»nf.6cIirr. Scr. Escars / die familie. Die familte der Herren von Pmist, genannt von Essars, bat sich durch ibrc vortreffliche henmlhcn in nicht geringes ansehen gebracht. Gualkherus von Perust, genannt von Essars, Herr von Vauguion und Smcchal von Rovcrgue, lebte an. 1480, unv hinterließ von Maria von Monl- beron Francissuin VEssars, Herrn von Vaugliwn. Dieser vermählte sich an. i » noch eine andere linie dieses ha.sses, davon Jacobus von Pernss« Herr von Essars, aus seiner ersten ehe gezeuget i)Franciscm»i 2) Carolum, Bischofs und Hertzvg von Langrcs, von dem hernach; ;) Jacobum, von welchem die Herren von Merville und Sll»r herkommen; 4) Francissam; aus der andern ehe aber den Cardinal Annam, von welchem ein besonderer articnl folget. OM- dachter Francjssus wurde Staats-Rath, Capitam, und an. nA denj i dec. Ritter des heiligen Geistes. Er vermählte sich erstlich mit Claudia von Beauftcmont, und zeugest mit ihr i) Jacodum, Grafen von Escars, welcher bey dreyfacher ehe ohne nachkommen gestorben; 2) Carolum, welcher sich zweymal verhcyralhet, und gleichfalls ohne kinder gestorben / doch aber Cafparn , Grafen von Amanze, genothiget, feinen namen und wapen anzunehmen; ;) Louisen, soCarolo, von Haustfort, beygeleget worden; 4) Claudiam, ivelche sich mit Johanne von Ferners , Freyherr» von Sauvebocuf, vcrheyrathet. Frauciscus von Efcars schritte, nach feiner ersten gemablm Claudiä von Beaufremont rode / zur andern ehe mit Jsabella von Beauville, die ihm 2 töchter geboh- ren, als Ännam, fo in ihren jungen jähren gestorben, und Susan- »am/ die an Carolum von Cazillac, Freyherr» von Cessac, vermählet worden. ede/rs. /e ?. H-c. Escars / (Anna v) Cardinal von Givri, Bifthoff zu Metz, war ein fohn Jacobi von Peruse, Herrn von Escars, rc. welchen er mit seiner andern gemahlin Francifca von Longui, Frauen von Givri, gezeuget. Er wurde an. i;§,6 den 29 mart. zu Paris ge- bohren, allwo er auch nachgehends studiret, und den Orden 8. Benedicti angenommen. Er stund verschiedenen Abteyen vor, that auch eine reise nach Rom, allwo er sich durch feine Verdienste und eiffer vor die Religion bey Pio V sehr beliebt gemacht. Hierauf wurde er Bischofs zu Lizieur, und wandte seine einkünffte meistentheils zu beförderung derLigistischen parthey an, wodurch er sich bey dem Päbstlichen Hof so nachdrücklich recommandirte, daß ihn Clemens VIII an. 15 y 6 zum Cardinal machte. Der König Henricus IV, welcher anfangs mit seiner Person und mit seiner Promotion gar nicht zufrieden »var, verschaffte ihm an. rSo8 das Bißthum zu Metz, und erhielte ihm den titul eines Lompro- t-Äoriz von Frankreich. Er wurde zu Metz begraben, nachdem er an. 1612,den 19 apr. gestorben. 62». purpur. LL», ^ I, r ep.A ;6. kill. Ues Lveg. gc^leks, Escars / (Carolus v) Bifchoff und Hertzog von Langres, Abt von Fontaine de Best, von Gaillac und von Creste, war ein söhn Jacobi von Peruse, welchen er aus der ersten ehe gezeuget hatte. An. 1 z64 wurde er zu dem Bißthum zu Poitiers, und 7 jähr hernach zn dem von Langres befördert. Er wurde, nebst anderen, nach Metz abgeschickt, um die Pohinischen Abgesandten zu empfangen, welche allda ankommen sollen, dem Hertzog von Anjou, so nachgehends unter dein namen Henrici III König worden, seine wähl zur Pohlnischen Crone zu hinterbringen; welches er auch in einer netten rede verrichtet, fo nachmals gedruckt worden. Gedachter König setzte ihn an. 1 <; 78 unter die aufsthcr von dem Orden des heiligen Geistes; worauf er an. 1614 in der Abtey Fontaine teutsch Tscherlitz / ist ein flecken samt einem schloß in dem V27S cle , vor zeiten den Edlen von LKa- tcsuZu)- zuständig; als aber an. 147; beregnen, dieses orrs in den damaligen Burgundischen kriegen es mit dem Hertzog hielte, und sich gegen Bern feindlich erzeigte, zogen die Beruer und Freyburger insgesamt für LUm-ien-, und nahmen mit hulffe der Eydgnossen den ort ein, welcher auch an. 1484 von den übrigen Bundsgenossen diesen beyden städten zugesprochen wurde; seit dieser zeit setzen sie auch LirerE-w alle ; jähr einen Land - Vogt dahin, welcher in seinem ziemlich - grossen bezirck auch über die schön-gelegene, und, wegen dem noch-stehenden Römischen rhurn, samt andern Reliquien berühmte stadt Orbe zu befehlen hat. Dißmal wird das alte schloß zu LlcKsiM von beyden Cantoncn gantz neu wieder aufgeführet, ätzreZe p. 7;«. * Eschelburg / ein schloß, nebst einer Herrfchafft, in Ober- Oesterreich , drey weilen von Lintz, dem Grafen von Traun gehörig. Eschenbach / heist 1) eine kleine stadt, nebst einem schloß in dem Fränckischen Stifft Aicbstädt, welche 5 weilen von Nürnberg entfernet, und dem Hoch-Teulschmeister in MergeMheim zuständig ist. 2) Ein dem Marggraftn von Bayreuth gehöriges stadt- lein, beygenannt an der Schnabelweide / welches in Francken an den Pfältzischen gräntzen lieget, z) Ein kloster in demLucer- ner - gebieth, nicht weit von der Rüß, war erstlich mit stauen 8. Augustini Ordens, hernach aber, als selbiges theils ruinirt, theils verbrannt, mit kloster-frauen Bernhardiner-Ordens besetzt. Die Freyherren dieses namens hatten es gestifftet, welche daselbst ihr stamm - hauß gehabt, und nebst Eschenbach auch Schnabelberg , Rüßeck, Schwartzenburg und Ober-Hofen besessen. Von denselben haben in dem 12 seculo z brüder gelebet, darvon Conrad, Abt zu Murbach, Ulrich, Probst)» Lucern, und Walther, stiffter der Abtey Capell, gewesen. Sonsten hat sich insonderheit Walther dadurch bekannt gemacht, daß er den Kayser Albertum I an.i ;°8 ermorden helffen. Er hat nachgehends z? jähr, bis an fernen tod, als vieh-hirte gedienet, und sich erst auf seinem todt - bette kund gegeben. Die Schweitzerische aeschicht-sthrerber, und insonderheit Tschudi in seiner trefflichen bisher noch nie gedruckten Schweitzer - Historie, melden ausführlich, man habe dieser Mordthat wegen die gantze Eschenbachische familie ausgerottet, und ihre schlösse! ruiniret j doch so, daß man aus ihren Worten noch wobt schliesst mag, es habe sich einer oder der andere, durch flucht ausser landes, oder versteckmrg, für einige zeit gerettet, wie dann noch an. 1^25 Hermannus, als Bifchoff zu Chur, mit tod abgegangen. Wolfram von Eschenbach war um das jähr 1206 er» berühmter meister in der vocsi. mullc, an dem Hof des Landgrafen in Hessen, Hermanne, und schrieb unter dem verdeckten namen reim-weise ein weitläufftiges buch vorn Kayser Ludovico ?>n. Er war ein alter von, Adel, aber nicht aus gedachter Freyherrlichen familie. kranc. reäiv. Lcvvv. cliron, /!c!c!ip. k. r. anmerclc, über Op>2. poeiie. * Eschenthal / V-II-
  • VLüc ^nrrons > (ba ein berg-wcrck ist von l-sveM. stein, daraus man küchen-geschrrr stehet,) und v-iie u, anr-sca. Der Haupt-ort des Eschenthais rst die stadt ll'Qll«!!», und noch andere geringere, als Boumatt, Dovedro, Pvndozula, Ugogna,rc. Die Einwohn-er ziehen ihre Nahrung mehrenthcils aus getrehetem höltzern-geschirr und spieß-stanzen. (-) Als die einwohnere des Eschentbals, die unter dem Canton Ury stehende im Liviner-thal, mit raub und ausfällen belästigten, dieser CanstÄ aber, an statt gebührender Ssrist-Ajoa, ledige spott-worte erlangte, ist er an. 1410 im aug. mit seinem Land-Panner in das Eschenthal gezogen, und hat sogleich Bonmatt eingenommen; ihme folgten auf fein ersuchen die von Zürich, Lucern, Schweytz, Unberwalden, Zug und Glaris auf dem fuß nach, welche sich sämtlich vor r>»,iio gelägert, den ort eingenommen, von den Thal-Ieuthen die Huldigung empfangen, und eine reiche beuthe mit sich nacher hauß getragen; (r>) hernach an. 1426 zogen ;oo mann aus denen ländern, ohne wissen ihrer Obrigkeit, abermal in das Esthenthal, und kamen plötzlich für die stadt . worüber die bürger so sehr erschrocken, daß sie die stadt lär gelassen, und darvon geflohen ; es haben sich aber tue Lombarder hierauf staxck zusammen gerostet, und die Schweitzer in vowo umringet und belagert; sie aber hielten mit tapfferer gegenwehr so lauge an, bis sie von den ihrigen mccurs bekommen, worauf die Lombarder so gleich in die flucht geschlagen, den Schweigern mit ihrer gemachten beuthe eine freue rucktchr vergönnen musten. (H Gleich darauf, nemlich den 4 jul. an. 1426 erfolgte zu BeKentz der friede zwischen Philipp, Hertzog in Meyland, und denen Eydgnossen, krafft dessen dem Hertzog das Eschen - und Liviner-thal verbliebe, die Eydgnossen aber für ihre ansprach mit baarem geld ausbezahlt wurden, so, baß Zürich, Schweytz, Zug und Glaris 17147 und 1 halben gülden, Lucern, Ury und Undcrwalden unter dem Wald roooi gülden, und endlich die von Underwalden ob den! Waid 29 ? 4 gülden, an erlittenen kriegs - kösten empfiengen. (u) In dem jähr 1487, als Ludwig Sforzia, Hertzog in Meyland, mit Jost, dem Bifthoff von Lutten, in etwas streitigkeit geriethe, ruckte gedachter Bifchoff mit seinen Walliscren in ziemlicher anzahl eins- mals in das Eschenthal, ließ vomo belageren, und das land erbärmlich zurichten; indessen wüsten die Eschenthaler, durch mitte! eines angebottencn Accords, die Walliscr so lange aufzuhalten, bis der Hertzog eine starcke armee aufgeborten, mit stlbiger seinem volck zugeeilet, den feind an dreyen orten angegriffen, geschlagen, und deren bey 800 auf dem platz gelassen; der übrige rest dieser Walliser tonten sich kümmerlich über die unwegsamen berge sal- viren; es erfolgte aber bald darauf, durch vernuttelung der Eyd- gnoffen, ein friede. (<-) (s) 1. 9 p. -8; tz. 1. p. r8p. (b) ckrov. >l§L. I. y c. 4. cliron. ?. I sll snn. 1410. (c) I.y p.r84- (H -^F. cbroo. EL. ?. I all sn. ,426. (e) U. loc. S: I. iz p.z;8. ^ Escher / ein uraltes adeliches Patritien-geschlecht, fo dißma- len zu Zürich in sehr trefflichem flor ist; vormals wohnten sie an dem Rhein-strohm, um Kayserstuhl herum, und waren erstlich der Grafen von Habspurg Edel-knecht und lehen-leuthe, hernach aber der Bischöffen zu Constantz Beamte und Vögte zu Kiingnaw und Kayftrstuhl. An. H90 hatte Jacob Esther einen grossen pfand- schilling auf der stadt Kayfcrstuhl. An. 1269 war Johannes Ober-vogt zu Kayfcrstuhl, deßgleichen Conrad au. 1,20, und Johannes an. Dieser hatte 4 lohne; Heinrich war an. 1 ;8; Chor-Herr zu Zurzach; Erhard, Vogt-Herr zu Rümicken; Heinrich und Johannes aber, die beyde letztere, haben, aus anlaß der mit denen Hertzogen von Oesterreich damals vorgefallenen Eydgnoßischen Unruhen, um ihrer sicherheit willen, sich besser in die Eydgnoßschafft hinein gelassen , und das burger-recht der stadt Zürich angenommen, da sich dann bey diesen beyden brudern das gefchlecht in 2 Haupt-linien zertheilet. Johannes, der an. r;84 burger zu Zürich worden, hatte einen söhn, Gottfried, oder gemeiniglich Götz genannt, der wurde an. 14;; vvm Kayser Sigmund zu Rom zum Ritter geschlagen, und um einem ade- lichen waapen, einen gecrönten Luchs führende, begäbet, dahero dessen nachkönunlinge noch heut zu tage dre Luchs-Escher genen- net werden; An. -4^9 wurde auch sein söhn Hemrich von Kayser Friedrich III, und an. -494 sein sohns - söhn Hans Jacob von Ludwig XII, König in Franckreich, bey eroberung der stadt Genua, seiner tapfferkeit halben, zum Rttter geschlagen; Johannes wurde Seckelmeister an. 1541 , und zweymal Gesandter, erstlich an den König in Franckreich, und dann auf den Reichstag nach Augspurg. Hans wurde auch Seckelnmster an. 1587, und Gesandter an den Hertzog vvn Savoyen, und den Konia in Franckreich. Hans Peter, nachdeme er sich in Schwedischen kriegen trefflich versucht, und vielen Fürsten und Herren gedient, wurde des Grafen von Mannsfeld Op,ca>n üe und hernach Venetianisthcr Obrister. Hans Caspar und Hans Heinrich waren bey knrtzeniahren Chur-Sächsische Qbrift-Lieutenants. Sbge- - 216 esc esc Obgeuamiten Gotz Esthers bruder Johannes war einer der so gemmureu Bocken oder Schwertlercn / die sich im alten Zürich- kneg tapyer gehaltenund die berühmt: Schnecken - gcftllschastt aufgerichtet; dessen söhn Rudvlvh wurde Obrister über den gan- tzcn zug in dem so genanuten Schwaben-krieg/ da die Eyd- gnossen wider Kayser Marnnilianum au. -499 ins Hegöw zogen, und enci. an. Bürgermeister. Dessen sohns - söhn Nicolans gab das burger-rccht auf, zog gen Basel und Scckingen , und kam als Hauptmann vor Metz um, heyrathete aber zuvor eine Griebin von Buningen, dahero seine nachkommende die Herrschafft dieses naniens im Elsaß an sich gebracht, und die stamm - linicn der Sichern von Büningen herführen. Hans Bernhard/ Nicolai sohii/ wäre des c>„vc,irx und Statthalter zu Rhvnau ; sein sohns- sohn Werner wurde Obrister und Commandant zu Villingcn / und seines wohl-verhaitcns wegen von Kayser Ferdinand» II zum Ritter gemacht / auch mit einem sehr schönen waapen beschcncket; in diesem seculo hat noch einer dieser stamm-linie die Gerichte zu Hofheim von Kayser Ioscvho zu Lehn empfangen. Von ober- meldtem Heinrich Esther / der an. i; 8 z neben seinem bruder bur- ger zu Zürich worden, stammen her die so genannten Glaß- Escher / welche nicht weniger als die andere familic dem Regiment rühmlich vorgestanden / und bis auf diesen tag des klein- und grossen Raths gewesen. Hans Conrad wurde an. 1572 Seckel- meister; Rudolph sein bruder an. 1^69 Obmann gemeiner Klö- stercn; Marx, dessen söhn, Hauptmann in Franckrcich / wurde zum Ritter geschlagen; dessen sohns - söhn Hans Conrad wurde an. lürg. Statthalter; dessen sohns-söhne Heinrich und Hans Caspar wurden beyde Bürgermeister; jener/ an. 1678/ welcher zugleich an. 1687 Gesandter an König Ludwig XIV gewesen/ und sich durch andere Gcsandtschafften und seine kluge Regierung weit und breit berühmt gemacht / bis er an. 1712 in dem 84 iahr gestorben; fein söhn Hans Jacob wurde Seckelmeister; dieser aber/ nemlich Hans Caspar/ ^lmimmwte die Burgermeistcrlichc würde an. 1691 / und wäre dabey ein gelehrter immm-Zus. «Lein söhn Hans Jacob wurde an. 1711 auch Bürgermeister/ und halste an. 1712 mit sonderbarer Oexrc/ität den neuen lands-frieden errichten ; dessen sohns-sohn Hans Caspar wurde an. 1712 Gesandter an das Reichs -cc>Ncg,„m z„ Rcgcnspurg / wegen denen 8r. Gallischen unruhen / und an. 1724 Zunfftmeister. Hans Conrad/ obigen Hans Caspars bruders söhn / wurde an. 1712 Scckelmci- stcr. An. 16z-; lebte Heinrich Esther von Lübeck/ 42 jähr lang gewesenerzu Traveimiiide / dessen stamm abcr lmbekannt rst / eben so wohl als eines Ritters und »'semcn, Esthers / der vor einiger zeit gelcbet. Hxrss- z^^biccin i-uc>>. ^ Escbius/ (Nicolans) warzuOsterwick inBrabantan. izo? gebohrcn, führte ein frommes leben / und wolle durchaus ein Carlhäuser-Münch werden. Weil abcr dieses wegen stincc schwachen leibes-beschasscnheir nicht wohl angehen kuute / bauetc er eine kleine zclle an die Carthause zu Cöll»/ wohin er sich zum öfftern zu begeben psiegtc. Er starb an. 1478 zu Diest. Seine schrifften sind: cxc-cir>2 iivc inrrociuätio 26 vit2m /nrrovcrl 4 >n ca^ci'- 5-nclrm, Lc. Arnolphus 6c Jean hat sein leben beschrieben. bibi. Lclg. Eschrakitcs / oder die erleuchteten / ist eine gewisse fette von Mahometancrn/ welche glauben/ das höchste gut eines Menschen bestehe in der bctrachtung GOttes. Sie hüten sich vor allen lästern / und erzeigen sich allezeit / wenn sie bey gescllschafstcn sind/ lustig und annehmlich/ lieben die inusic und die geistlichen gcsängc/ verachten hingegen die irrdischeu cinbilduugcn des Mabomcls von den Wollüsten des Paradieses. Die geschicktesten Prediger in den Kayscrlichen Moscheen sind von dieser fette. 6c icmpicc OrromLn. Eschwecze / ist eine stadt von ziemlichem altcrthum / nebst einem schönen schloß/ in Nieder-Hesscu, an dem fluß Werra, m der nachbarschafft von Tbüringen / ; messen von Cassel gelegen / und dem Landgrafen von Hessen-Rheinfelß gehörig. Doch bat das hauß Hess'N-Cassel daselbst/ gleichwie in alle» Hesseu-Rhemsclsi- schen in Nieder-Hcssen gelegenen orten / gewisse rc>c/v.ir2, z. c. d,e conlriburion und den zoll. Fribericus, ein lüngercr bruder des Landgrafen Wsshelmi V / bekam diesen ort zu stiner , und schrieb sich davon / bis an feinen tod / welcher an. 16z; ohne Hinterlassung männlicher leibes-erben/ erfolget. Esclees / ein stabilem und schloß im welschen Berncr-gebieth/ im amt Werden / an den Burgundifchen grantzen gelegen. Das schloß wäre vor diesem ein raub- nest / deßwegen es vcrstöhrt worden ; und als es etliche au. 1142 wieder aufbauen wollen / wolle es Pabst Jnnocemius II nicht gestatten / wie man solches aus einem von seiner eigenen Hand an den Bischofs von Lausanne geschriebenen briet ersehen kam Es wurde dannoch hernach wieder ausgebauen. An. 147? im Burginidischen krieg wurde dieses schloß von denen Bernern erobert / die in 70 mann bestehende be- satzung gefangen in die stadt Orbe geführet, und alldorten 1° dar- von enthauptet / i y erstickten über nacht in dem sehr engen thurn. Es ist sonst ein enger paß gegen Burgund, L/e/rte/E ? r. ?/a/rr/» / 7 brcße 9. ;rz. * Escobar/ (Bartholomäus 6') war zu Sevilicn in Spanien, aus einem adelichen gcschlechte, an. izüi gcbohren, und begab sich in America an. 15 80 in die societät JEsu. Er ließ sich eifrigst angelegen seyn, den Catholischen glauben daselbst auszubreiten, und wendete seine gantze reiche erbschafst darzu an. Sein tod erfolgte an. 1624 zu Lima in dem Königreich Peru. Man hat von jl)M Sermones 6e IMoriis 8. lcripk. 6c clc concept. N Virx.. wie Mich etliche romos concionum, bibl. k. Escobar -l-l Csrro / (Johannes) gebürtig von Fuentes sie Canto, einer stadt rn der diöces von L-evssien. Er lehrte das recht mit grossem rühm, und wurde hernach mit in das inguisnnn.» coiicZinm, erstlich zu Cordua, hierauf zu Murcia und anderswo genommen. An. isr; gab er einen tractat heraus t 6c noviiic/ire probLnsss tecun6um isnöti olllcii ingulsirionjz, rcchi orciinum wnsius, 8. l'olcrLNX ccctsliL collsgiorum, Llirruai- czuc communiiLkum, 6cc. bibt. Escobar/ mit dem zunamen von Louisa, war von Gueregng, einer stadr ,n dem district von Placentia, gebürtig, und wurde Advocat zu Merida und Salamanca, allwo er auch gestorben. Man hat eben daselbst an. i6§.z einen tractat von ihm aus licht gestehet / welcher den titvl führet: 6e ponrillcia 6c reZiz jurjzg,- Ltione in ssussüs Ae»ei-L>ibus > 6cc. Escobar von Mendoza, (Antonius) ein Spanischer IM, welcher an. 1669 im 81 jähr seines alters zu Valladolid verstorben. Seine schrifften sind t in b cap. )oÜ2nms; sö Lvanz. zz. commenr.; co/nmeurLris in V. 6c dt. rcsssmenrum; kkcoiogiL mo- rAis rom. 7 ; summL tiicoloßiL mur-liis ; cxrmen 7 prarics s- con. fcssores, 6cc. Weil er in der grossen tttieoiogis morsli die gefährlichsten lehr-sätze der Casuisten, als bekannte Wahrheiten und sichere lebens-regeln vortrüget, so hat ihne insonderheit Pascal, unter dem verdeckten namen i-ou>s cle^oncLiic, in denen sogenannten Uerrres xrovincisics sehr scharst mitgenommen. Worauf zwtw dieser mann nur mehr bekannt, und sein buch mit grösserem eiffer gesucht worden, jedoch, wie die meiste urtheilen, nicht eben m deren beyden bestem rühm. 8.). * Escobar / (Jacobus ss) ein Spanier, gebürtig von Cividad, Rodrigo, war daselbst Advocat, und lehrte gleichwie nachgehend; an andern orien die rechtsgelehrsamkeit in dem is seculo. Seine tochter Marina ck Escobar kam in grossen ruffwegen ihrer Heiligkeit, und hat der berühmte Jesuit Ludovicus ssu ?«m einen theil ihres lebens beschrieben, welches abcr erst nach seinem tobe durch den vrovincittem der Jesuiten, Franciscum Cachupinum,an. 16S4 zum druck befördert worden, unter dem littst: prime^ paric ci-K inLcLvillotL vissr sse lloniiL 6c Lsscobar, 6e los extrrorsinz/ior caminos yor ssonssc nucss/o 5 c/moi 6 cs 6 c lcus princiPiosIs guio, kcxm. ssoior 6c ^6mirablcr kdvores, ccriülcs cruccs, 7 clc!zreci6LS virkuclk!. Escoubleau/ die familie. Das geschlecht der Herren von Es- coudleau 6 c Sonrdis hat sich durch die von ihin abstammende sprossen nicht wenig berühmt gemacht. In dein 14 seculo lebte Petrus von Escoubleau, Herr von erourdis, dessen söhn gleiches namens Mauritium und Stcphanum gezeuget, von welchem letzter» die Marggrafcn von Alluic ihren Ursprung haben. Mauritius von Es coubleau hinterließ Johannem, einen vater Francisci; dessen söhn Renatus von seiner gemahlin Anna von Rostaing 6 söhne und eine tochter gehabt, davon Petrus von Escoubleau das geschlecht fort- gcpflantzet, dessen schwieger-vatcr, Herr von Mortagnac, ihn an. 162z zum erben seiner güter clngcsttzct. Sttphanus von Estoublean war, wie bereits gedacht, ein sohii Pctri II und bruder Mamiüi. Er vermählte sich mit Johanna von Tusseau, die ihm Johanne,» und Jacobum gcbohreu. Dieser letztere begab sich in den geistlichen stand, und wurde um das mhr 1 z so Bischofs von Masslczais. Sein bruder Johannes abcr, Herr von Cbapelle.Bellovin,rc. Ritter des Königlichen Ordens, und aufseher über die kleidcr-venvahrungdcs Königs Francisci I, heyrathete an. 1528 Nnloniam von Brmcs/ die ihm gedohrcn Fraueiscum Ludovicum, den siamm-vaterdec Herrn von Coudray-Montpensicr, und Henricum Bischoff von Maillezais, so an- 159; zum Commandeur der Königlichen Orden gemacht worden, und an. 161; gestorben. Frauciscus, ein druder Ludovici und Henrici, wie schon gedacht, war^l.^guis von Alluie, 6»u vcr,ieur von Cbartrcs, rc. oberster Vtailmeister und Ritter der Königlichen Orden. Er vermählte sich mit Jsabella Babou, Frauen von Alluie, und wurde mit ikr ein vater verschiedener linder beyderley gcschlechts. Unter den söhnen ist zu mcrckenFranciscusCardinal von Sonrdis, und Hcnricus Ertz-Blschvffzu Bourdeaur, von welchen hernach ein mehrers; feriier Carolus, welcher den stamm erhalte». Es war dieser letztere ^äi-quis von Sourdis und nachdem ihm von stiner gemahlin Johanna von Montlucmid Fast, Gräsin von Carmai» und Printzcßin von Cbabanois gebohrenworden 1) Frauciscus >42^16- von Alluie, so in der belägerimg vor Renkn an. i6;7 umgekommen. 2) Paul, itt.-»-qW-von Sonrdis.>r. so sich an. 1667 mil Bcuiqua von Mcaur vermählt, z) HcnriM, Graf von Montluc, oberster ?^-66cm des grossen Raths, rc. Escoubleau / (Frauciscus 6°) Cardinal von Sourdis / §ch Dlschoffzu Bourdeaur / war der älteste söhn Francisci / von Alluie / :c. Er brachte sich so wohl durch seine eigene, als st!» nes Hauses Verdienste bey dem König Hcnrico IV in solche Wde/ daß ihm dieser an. 1598 dcy Element VIII den Cardinals-Mch wcge brachte. Das jähr darauf wurde ihm das Erß-BlßlhM.M Bourdeaur eingeräumet / welchem er mit grossem eysser voMiM den. Er wohnte der wähl keoms XI und Paul! V bey / die a»w nebst Elemente VIII / Gregorio XV und Urbano VIII ssslfssf von ihm gehalten. Nicht weniger ansehen harke er in Franckttlili/ rnvcm er allda bey Vermählung der Königin Elisabctha init W» llppo IV in Spanien die cercmonien verrichtet / und an. i6r4 m i-rov-nc/si-coNegium mit 8 seiner Wcyh-Blschöffe gehalten W- Endlich starb er an. 1628 im-;; jähre seines alters / daibiiW bruder Henricus / so vorher Bischofs;» Maillezais war / das sagte fahr m der Ertz-Btfchvffttchen wurde / und an., <4; esc tMgtfolgkk. üonsli Lsü. clirist. Ls/-slblss. !-?mvcciicorz von der armade/ und setzte hingegen sei» neu ftind Juan -st Escovedo / welcher in dem Hause des Gönsalvo Perez / eines vaters des Antonio Perez/ war auftrzogen/ und uachgehends durch den Printzen Ruy Gomcz weiter befördert wor» den/ an seine vorige stelle / mit der ausdrücklichen ordre / daß er sich in derselben nach den absichten des Spanischen Hofes richten solte. Allein er fieng es gar bald an / wo es sein verfahr gelassen hatte / lind seeundirte nicht nur / sondern erregte auch / den ehr» qeitz des Don Juan- Da nun der König dessen genugsam ber» sichert war / und Escovedo sich endlich gar unterstund / an- 1577 mit sehr nachdencklichm commißionen von seinem Printzen nach Madrid zu kommen/ fand man weder rathsam / ihn langer auszuhalten / noch mit einer antwort abzufertigen / noch auch (aus furcht vor dem Don Juan) wegen seines Verbrechens öffentlich zu straffe zu ziehen. Endlich fiel der König / nachdem er den Cardi» Mund Ertz-Bischoffvon Toledo / Dort Caspar ae Quiroga / wie auch den Marggraftn von Vclez/ darüber zu rathe gezogen/ darauf/ daß man ihn (als ob es von einem prtvat-fcinde herrührte) massacriren solte. Er trug solches tu geheim seinem Staats» Seeretario/ Antonio Perez auf/ und dieser (dem man schuld giebt/ daß er ohnedem den Escovedo als seinen mitbtihler / oder doch als seinen verrather / bey der schönen Printzeßin von Eboln / einer gemahlin des Printzen Ruy Gomez schaffet) ließ solchen be> fehl gleich nach dem osterfcst an. 1578 durch 6 unbekannte Personen/ deren anführer Garsia Arze soll geheißen haben / am hellen tage vollziehen. Bevor Escovedo seinen gelst aufgegeben / sollerdcnAn- tonio PercZ / als seinen mördcr genennet haben. Was wegen dieser Hinrichtung inSpanien erfolgt/siehe unter dem arlicnl perez. Was den Don Juan anlangt / so zog derselbe / so bald er diese be» gebenheit mit seinem Seeretario vernommen / sich solche als ein offenbares kennzcichett des von seinem bruder aus ihn geletzten nnß» irauens / dermaßen zu gemüthe / daß er den 1 ocr. des gedachten 1578 jahrs gleichfalls in dem lagev vor Namttr mit tode abgieng, Etwan 14 tage vorher hatte er an 2 von seinen vertrauten/ nemlich an den Doriaund andenMendoza/ deren dieser letztere Phtlippi II Ambaffadeur zu Genua war / mit diesen formalren geschrieben / daß / nachdem man ihm bie bände abgehauen (womit er aus des Escovedo tod zielte) er entschlossen wäre/ sich in dem ersten gefcchte den kopfmtzwey schlagen zu lassen. -st st nmoris u- Ucrer./e ViN. ci'Lng!. rom. r ^>. rgz, Z04. lM. I. !<> 4 - Vszncs rom.; p. 464. Escuriä! / ist ein klein dörff/ ungefehr? meüen voll Madrid/ auf den Alt-Castilianischcn gräntzen und gegen das geburge a- Tabluda zu gelegen / woselbst ern kloster und coNrZwm stehet/si) Königliche geinächer in sich fasset/ und wegen seiner grosse und kost» barkerk weltberühmt ist. Man gehet zwischen reihen von Ulmen» bäumen hinaus in dieses gcbäude/ welches den ebenen Und gleichen räum fast gantz einnimmt / und danuenhero bey nahe gar .einen varhofhat. Das^ porkal ist mit marmor-säulcn ausgeftchre» / aus welchen zu oberst der heilige LauMttus stehet. Das Königliche waapen ist gleichfalls allda zu sehen / welches wie man sagt/ in einen donner-kiel eingegraben worden / davon bloß die arbeit über üovöo thalersoll aekostet haben. Das gantze gcbäude aber stellet erneu rost vor/zum cmdmcken desjenigen / ciüfwelchem 8. Lauren- tius gemartert worden. Es sind sehr prächtige zrmmer m diesem pallaste / und die dar;» gebrauchten steine/ so von färbe grauircht und mallen gewittern däurhasst sind / geben dem gantzen bäumn geringes ansehen. ES hat solches der König Phllrppus II innerhalb 28 jähren / dem heiligen Laurentio zu ehren / auffuhren lassen / nachdem er in der belagcrung 8. QUintin dessen kloster zur bmrcric gebrauchet. Wiewohl andere dieses einem gelübde zuschreiben / welches er/dadieFrantzoftn an- 1557 bey 8»Quinlln aüt tage Lau» renttt von ihm geschlagen worden / soll gethan haben. Wre dann auch dre spitzige antwort eines frantzösischen gesandten dahin zielet/ welcher/daihmedieses gebäu gezeiget / und dabey/umiynem etwas ausszuziehen/gemelder ward/ es käme dieses gcban von einem gelübde Phil. II. her/ sö er in der schleicht bey 8. Qmnttn gethan / älsoöald antwortete: der ein. solches gelübde gethan / mußte sich gewißlich gar sehr geförchtel haben. Sonderlich ist tn dem L«cur>Äi zu bewundern die grosse menge so vieler steine / woraüs das gantze gcbäude verfertiget ist/ welches 17 creutz-gange und 22 Hose hat. Das kloster Hat4 creutz-gänge / ausser demjenigen/ welcher noch absonderlich den apotbeckern eingeräumet ist. Die 8. Lanrentti-krr- che ist ein schön gcbäude / welches mit bildern und vielen aus ertz verfertigten und vergülderen kunst-stncken ansgezieret ist. 3 um hohen altar gehet man auf 17 stuffm von porpyyr-stelnen /und ist derselblgemit4reyhen Pfeilern / so von jaspis verfertiget / umgeben. Das tabernackel/wo die monstrantz stehet / pranget mrk nn- zählich viel edelgesteinen / und das -n-onum, ,0 ausemem einigen «garsteinegemacht/ wird aufzooooo cronengeschätzt«Gleichwie aber der schätz an aold / perlen und edügesteincn gantz unglaub lich ist / also soll ein einiger schranck von reliquien/deren 4 M allda bchnden / an seinem werthe den schütz zu 8. Marco m Beneolg efe esi ... übertreffen. Dle lerichker ünv lampen sind von lauter gölde/ und zu darinnen liegt täglich ein neuer schmuck fertig. Un- ist eine gewölbte capclle/ worinnm du cür- mr der Könige in Spanien liegen. Dieses prächtige werck / sy aus s und Porphyr g!bam ^ Aud wird Pantheon genennet / weil das ^nstkt darzu von demPüntheon zu Rom genommen worden/ wird/ und die Königinnen auf der lincken Das""!^..-m hät 4 sMMNgc ln jlch / nebst vielen grossen gemachern. Die bibliochee istmchtallein wegen der herrlichen gemählde/sondern auch wegen gtojsen menge bucher zu bewundern/indem beyiooooostücksich allda bcstnden ,ollen/ ohne diejenigen zu rechnen/so von den vornehmsten mchen-vatern mit eigener Hand geschrieben zu seyn geglaubetwec« den.Vor zelten verwahrte münallda über zooo Slrabrsche An. 1671 hat das kloster durch einen brand grossenschaven gelitten / Abt allemal cln0ra»a omacc als zeuge angeführt. Noch einer des Namens Heinrich vertrat um das jähr ^92 die stelle ei- ucs Kertzvglichcn Braunschweigischeu Cämmer-junckcrs. Nur- chard commandierte in dem ;o jährigen kriege die Ritter-vserde in dem Hertzogrhum Magdeburg. Dessen anderer söhn/ Joachim Friedrich / ward Chur-Sachsischer Cammer-juncker.Asmüs lebte gegen ansganq des 17 seculi und hatte 2 söhne/ die waren 1) Hartwig Jordan/ der in Ungarn / als Chur-Sächsischer Hanvtmann / geblieben. 2) Joachim Friedrich / Herr auf Libena / Zähmig «nv Groß-Saltzä / der sein geschlecht fortgepflantzet. ^W.4nv.kiit-i. 7, Eselswiese/ heist ein gewisser grüner platz oder anqer nahe bey der stadt Qvcrfurt, welcher wegen eines jahr-marckts, so jährlich in der östee-ipoche daselbst gehalten wird / in der umliegenden gegend berühmt ist. Man erzehlt, daß ein geistlicher von dem geschlechw der alteü Grafen vön QMftM / namens Bruno / zu anfange des 1 i/eculi durch den Pabst Sylvestrnm II ekncnnet worden/ den ungläubigen Preussen das evangelmm zu predigen. Von dannen fey er ermnals,llm feinen bruder, Gebhärd, als regierenden Grafen, zu befuchen, nach Qverfürt gekommen, und als er wieder zurück nach Preussen reifen wollen, habe der efel, aufwelchem er geritten, nachdem er bis zu der obgedachtett wiest marschirt, durchaus nicht weiter fortgewolt. Wiewohl nun BrUilo deswegen nach Qverfurk ziirück gekehrt, fo habe er doch nach wenig tagen die reist nach Preussm fortgefttzs, und fey dastlbst von denen, die evzn bekehren gefucht, an. 1008 jämmerlich hingerichtet worden. Seine angehö- rigen, welche dasjenige, fo mit dem efel vorgegangen, ä!s eine Vorbedeutung diefes traurigen endes angesthen, sollen darauf an dem ort,wo derselbe stöttig worden,eine capelle haben ballen lajsen,welche nachgehcnds mit vielen invulgentzen versehen, Und deshalden durch vielsältige wallfahrten besucht worden; woraus endlich der öor- ermeldeie jährmarckt entstanden, kremu ?. r ; r-,i. 446, ckron. in vic. licnrici II- Esenö/ siehe Essens. Esion-geber / siehe EZVöii-geber. Eskdale / lat. TlH-. ist eine kleine provitttz vön dem mittägigen Schottland,zü welcher noch eine andere,namens Eusdalestal. o,v--- gerechnet wird. Gegen osten unterscheidet sie der fluß Terkas vön Liddesdale, und an den andern seilen gräntzen sie an Tcvwtvale, Tweedale und Annandale. Ihre gantze lange macht ungefähr -r und die breite 8 Meilen aus. Eusdale liegt gegen morgen und hat ihren namen von dem fluß Eus, welcher ist von norden gegen suden durchläufft, und endlich in die Esk fallt. Dstftr letztere fluy, wcl- üikv dLk MöÄllh den namen Hldt / dnechsteklcht dieselbe von osten gegen Westen, und wird in die schwache und m die wcisse Esk eingetheilt. In beyden provmtzen m der mercttvurdlgstc ort der stecken Rcbum, welcher ander werssen Esk liegt. Das übrige find nur dörffer, wiesen, vieh-weyden, berge und moraste. «Zelic I Lcoils p. 1089^ Eölittgett/ siehe Esilingen. Esmendrewille / siehe (Boje Johann Uü-) Esoaane / (Johannes ck) war aus Däuphrne gebürtig / und «ab einen Prediger bey der Frantzosifchm kirche zu Londen ab. UrhM Ek Seine 218 esp Seine schafften find an. 1674 im Haag in 2 row>», und zu Genf mzromisjn iL zusammengedruckt, auch von Sigismundo Hos- mann rn das Teutsche übersetzt, und an. 1699 in 4 heraus gegeben worden. Unter denselbigen befinden sich ein tractat von den allgemeinen Irrthümern, ingleichen anmerckungen üder den Christlichen glauben und über die 10 geböte. 2^-. ^'Espagnet / (Jean) ist Präsident im Parlament zu Bour- deaur gewesen, und hat sich in der neuen Philosophie zu anfange des seculi zimlich umgesehen , Massen man ihn vor den -ucor des bu- ! ls pkijotopkie NLrurelie cier sncienr rcratrlie cn ts purere HN- gibt. Um das jähr i6i6hat er ein alt Frantzösisch m-nulcripr , >- «.orien öen Ouerre- genannt,seiner meynung nach zum ersten ediret, wiewohl dasselbe bereits an. i;r;, und zwar viel completer gedrucktworden. * Esparsa Artieda / (Martinus ll-) war an. 1606 in der stadt «zcaroz in Spanien, unweit Pampelone gelegen, gebohren, und trat an. i6ri in die societäk Jesu. Nachdem er zu Z- Compostel die Philosophie,zu Valladolid aber und Salamanca die theologie geleh- M hatte, ward er nach Rom beruffen, allwo er noch an. 1676 als krL'pvIiru5 Fencrslj;, L-nio-der bücher , <2u2liLc2kor der inczuillrion, und mit-Rath bey der congi-c^Liione riraum gelebct. Er hat ll- im- MLcuiLkg conccpr. L. vi-ß.; Lurll rkccrl.; collkllt. -pitt. 3 . /iuZult. und ll- virkur. mors!, geschrieben. bibl. Espeisses/ (Antvnius ck) ein berühmter Rechts-gelehrter,war zu Montpclier um das jähr 1594 gebohren. Er besuchte in seinen junge» jähren diegerichls-cammer des Parlaments zu Paris nach deren gewohnheit, welche in diesem Königreich sich auf die pr-xw der Rechten legen wollen, und bekam dadurch gelegenheit, mit einem Advocaten, Jacobs ll- Bauqnes, freundschafft zu machen. Mit diesem nahm er vor, über alle theile der rechte zu schreiben, davon eine probe , so die luccciiinnc; abhandelte, an. 162 z zu Paris rum Vorschein kam. Wiewol nun Bauoues darüber starb, führte doch Espeisses das wcrck fort. Hieraus begab er sich wieder nach Montpclier, und arbeitete bey nahe 20 iahr an ; vowmimbu; > die von ihm zu finden sind. Er zöge die wichtigsten stücke der Römischen rechte auf die Französische gewohnheiten und gesetze. Endlich starb er um das jähr 1658. * Espencäus/ (Claudius) ein i'K-oiog«». welcher von Thuano nicht nur wegen seines Adelichcn Herkommens, sondern vornemlich wegen seiner gottesfurchl, aufrichligkeil und gclehrsamkeit sehr gcrubmt wird. Franciscus I drauchte ihn zu Mclnn, Henricus II zu Bonlogne,Franciscus II zu Orleans,und Carolus IX zu Poissy, ncbst den vornehmsten Prälaten des Königreichs , bisweilen als einen commilik-ium. und zuweilen als einen schicdsmann bey reli- gions-streitigkeit, worbey er allezeit ftinc gclehrsamkeit, sanfftmuth und theologische bescheidcnheit zciqete. Dadurch brachte er sich in aar grosses ansehen, daß ihm auch der Cardinals-Hut bereits zugedacht war, wofern nicht seine feinde angebracht hätten, daß er mit den Protestanten correspondcntz hielte, wie er denn in der that über die mißbräuche des Römischen Hofs dann und wann klagte. Endlich starb er zu Paris an. 1571 im 60 jähr seines altcrs. Unter seinen wcrcken, welche von seiner geschicklichkcit und gutem verstände sattsam zeugen, sind folgende zu mercken : comm-nr-rü m pQi. Tvum izo, in cpillol2» ?2uli 2ll plmnckcum 2N2rum mclli- kirl-inum elcgia, II; l^crzrum Iieroillum libcr cum pr»k2ric>nc ll« pro. tcüu cx xcnrilium likrorum Icätionc pcrcipicnllo 6- l-lrolH;; «le cu- rliL-ittis ; llc urraczuc milla ; rraici ll-i'-K-2cc L verru «jc Is paroie «je vicu zu niiniltc-c ll-s >5. Er hat auch verschiedenes aus Thcvdorcto, Chrysvstomo und andern ins Frantzösische übersetzet. lull. 1. so. 2n.«ee>i n. 17.2n. >«71 n. ?6. -log. I. r in cllron.c 7 r«>«> rss>ren2cum,elne stadt in Champagne, an dem flusse Maine, zwischen Chalon und Chatcau-Thier, ry, welche wegen der dasigcn Abtcy des Augustiner-ordens bekannt ist. An. 1444 bemächtigte sich Kaystr Carl V dieses orts und des daselbst befindlichen Magazins, wie man meynt, durch heimlichen verstand mit der damaligen mairr-n- Francisci I der vuck-ik- ckLN-imp«, welche sich dadurch den Kaystr zum freund machen wolle, und der in ansthung der grossen noth, welche seine armee am Proviant zu lcyden anfienge, dieses Platzes und des darinn vorhandenen vorraths gewißlich hoch vonnöthen hatte. Aber Carolus gab den ort bald darauf im Crespischen frieden wieder. 62N. clir,ll. r. 4 p. 84. * Espernon / lat. 8psrnonum, ein stecken in der Frantzösische» landscbafft Beauce,an den gräntzen der i->e -t« kr,ncc , welcher ehemals den titul einer Baronie führte, nachgehends aber an. izZi im nvv. durch ein den 27 desselben monats verificlrtes Königliches patent, zu einem Hertzoathum und r»>ric erhoben wurde, «Nd Zwar in krvcnr JohaNMs Ludovici cle dtogar« «je I- V^erre. Herm von Fontenay und von Espernon. Diese ?2>ri- verlosch den 25 iul. an. i6S i durch den tod Bernhardt -l- oiog-rcr -jc i- v.,icrt« und von Foir, Hertzoqs von Espernon, «l« is v-i-rce und von Can- dale. siehe >--> Valetle. Espervier / (Jacobns) Abt von Cbaunes und nachmals von 8amc . nahe bey Carcassonne , war von 8sinr 8smpknrien -j'oxoa in Dauphine gebürtig, und lebte in dem 16 stculo. Er hat ckp ein -armen in Frantzosischer jprach verfertiget von den scheu kriegen in Franckreich, von dem tobe des Königs Hennci ll an bis aus das jähr 1569. Nicht weniger hat er aufden tod Frm- cisci-le i- Valette, Großmeister des Jvhanmler-ordens zu Mltha, eine lvb-rede gemacht. Weil er etwas hefftig gegen die Hugenotten gewesen, sollen ihn diese nebst seinen München umgebracht und in einen brunnen geworffen haden.L» crora- bibl. k-sn«. Kigoir. ^e vaupkinL. Esp es / (Didacns) ein Spanier, war canonl-u-, oder wie an. dere wollen, Licricus der kirche zu 8.8aivaro« in Saragossa , und gebürtig aus der stadt Arandiga in Aragonicn. Er studierte umtt Hieronymo Bianca, und erlangte eine sonderbare wiffenschaffl von den anliquitäten in Spanien. Man hat von ihm eine Historie von der Kirche zu Saragossa in Lateinischer spräche,nebst verschiedenen andern wercken. Er starb an. 1602 den 27 öct. t>wi. Espinacus/ (Petrus) Ertz-Bischoffvo» Lyon, folgte in seiner jugend der Rcformirten lehre; allein die bcgierde, den Cardinals- Hut zu erlangen,soll ihn diese zu verlassen bewogen Haben. Der König Henricus III war ihm auch anfangs hierinnen sehr beförderlich ; doch gicng die gantze fache zurück, weswegen er sich zu der Guisischen ligue schlug,um dadurch sein vorhaben zu stände zu bringen. Allein auch dieses half ihm nichts, und wurde er nebst dem Cardinal von Lothringen gefangen gesetzt. Doch entkam er wiederum , und ließ sich das aufnehmen derKgistischen varthey mehr als jemals angelegen seyn. Er starb auch in solchem eyftr vor selbige an. lsyy den 9 jan. ßuerrcs civil, ll- trrncc. tlili. I. Ni, ivl Lc irr. L^o?r^«rr. in b,bl, k»nc. 62». Espinal / lat. 8piliailum, eine kleine stadt in Lothringen, an der Mosel, gegen das Vogesische gedürge und die gräntzen der Comcr zu, zwischen Remiremont und Chaste, auf der rechten seile des besagten flusses, welche in dem 17 stcnlo durch den krieg in groß abnehmen gerathen. m lopox,. 1 ockar. Espinay Dureftal/ ein vornehmes altes gcschlecht in Bte. tagne, welches sich so wol durch heyrathcn als hervvrbringung verschiedener grosser lcutc in sonderbares ansehen gebracht. Robcrlus von Espinay II vermählte sich mit Margaretha von Courde, dir ihin Richardum und Jacobum gebohren. Dieser letztere wurde an. i4?4 Bisthoff von 8. Malo und Renncs. DerHertzog von Bretagne brauchte ihn als ^mb2iHll-m an den König Lndooi» cum Xl. Sein brndcr Richardus war Großmeister von Bretagne, welcher mit Beatrix von Moncaudan, Güldenem I, Andre- am, Johannem I und II, Robcctum und Jacobum gezcuget. Andreas , Cardinal, Ertz-Bischoff von Bourdeaur, und nachgehend- von Lyon, ic. ward an. 1468, oder wie andere wollen, an. 1478 z» dem Ertz-Bischöflichcn sitze von Bourdeaur erhoben, darzu er an. 1499 den von Lyon bekam. Den König Carolnm VIII, so ihm an. 1489 den Cardinals-Hut verschaffte, begleitete er auf verschiedenen reisen nach Italien und Neapolis. Er starb zu Paris an. i;°°. Johannes I wurde an. 148 z Bischost zu Mirepoir, und nachgehends zu Nantes, da er auch an. 1497 starb. Johannes II ward erstlich Abt zu Aiaucvive,nachmals aber Bischoffvon ValcnceMd starb an. i;oz. Rodertus wurde gleichfalls Bischoff zu Nanles. Guido von Espinay I, der grosse zugenannt, Herr von EspiiM von Rivicre,von Esturechrc. bintcrlicß einen söhn gleiches namens, dessen enckcl in seinem söhne Carolo ausgestorben. c>« tzrekLßn. Espinay / (Johannes ll') Cammer-Herr und Senechal von Castrcs und Albigcois, war ein söhn Guidonis III, und der erste Margaraf von Espinay, Graf von Durcstal, rc. Der König Henricus II in Franckreich machte ihn zu seinem Cammer-Hkrrn,iind gab ihm eine compagnie von io-> leichten Pferden z» commandi- ren, mit denen er an verschiedenen orten sich gar wohl signMe. Als er mit seiner compagnie zu Metz in lag, legte er solche proben seiner lapfferkcil an den tag,daß hernach der König Carolns IX rbn zum Senechal von Castrcs und Albigcois machte. Er vertrat auch Lieutenants-stelle bey einer compagnie von 100 man», die sein schwicger-vater der^r^-cckLi ll- >2 v>c> !e vill- comman- birte, und führte sie in verschiedenen treffen wider die feinde an. Um seine guten dienste zu belohnen,machte ihn crsrgcdachker Koing zu einem Ritter seines ordcns, und aus dem lande von Eipum eine Marggrafschafft, trug ihm auch das commando über i« mann auf. Da er dann, nachdem er x Könige» von Franckm») mit grossem rühme acdienet, endlich an. ixyi unter der regicrung des Königs Henrici IV im ü; jähre seines alters gestorben. 7^, still. Lcn. lle kreiaZne. L8?IX^X 8^IXss-I.(Il)' ist eines von den berühmteste» gcschlechtcn in der Normandie. Wilhelmus von Esvinay lebten». 1209. Sein söhn Richardus hinterließ Wilhclmmn II, weM einen söhn mit ihm gleiches namens gezenget. Dieser vermahn- sich erstlich nut Alix von Conrcy, die ihm Robettum von Elp«»»» acbohren; nachdem aber diele gestorben, beyratbete er an. utt Marlam von Angernille, und zeugte mit ibr Guidonem, den stamm-vater der Herren von Bosguerout. Rodcrtns von Ml>M Ritter, Herr von 52 ,»» i.„c, Capitain von Eureur, zeugte Wer»? num, welcher den der belagerung vor Metz gute proben seiner M« ferkelt ablegte. Margaretha von Grouches gebahr ihm ssra»- ciscum, Herrn von §-»nk-ruc. Großmeister von der artillerie m Franckreich, von welchem ein absonderlicher articknl. Diesi"^ mahlte sich mit Johanna von Cosse, einer Dame von grosser mg- heit, deren vater Carolus I von Cosse,Graf von Brissac, MrDc» von Franckreich war, und zeugte mit ibr Timoleontem, ArtE- Carol»-» esp esq ess Capolrun und seanciscunr - davon der letztere ohne linder zu haben gestorben. Timoleon wurde Marschall von Franckreich, Ritter der Königlichen orden , Gouverneur von Brouage, endlich aber General-Lieutenant in dem Gouvernement von Guienne. Er machte steh schon in seinen jungen jähren durch seine kriegs-thaten berühmt, absonderlich aber ließ er sich unter dem Könige Ludovico XIII wider die so genannten Hugenotten gebrauchen, und trug zu croberung von Röchelte, da er die gelle eines Vice-Admirals bekleidete, nicht wenig bey, wie er sich denn dadurch den weg zu crlan- 8»üg des Marschall-stabs gebahnet, welche würde er an. i Srg erhalten. Er starb an. 1644 zu Bonrdeaux. Sein cörper aber wurde zu Paris in der capelle von Orkans begraben. Sein bruder Artus wurde Abt von Rhedon und zum Bifchoffvon Marseille ernennet, wie auch Ritter des H. Geistes,und starb an. 1618. Carolas wurde Commsncieur des Maltheser-ordensmnd kam an.iüLL in einem treffen wider die Türcken um, daß also Timoleon, dessen bereits gedacht, allein das gcschlecht fortgepflantzet. Er vermählte sich mit Henriette von Bassompierre, die an. 16; 2 gestorben, nachdem sie ihm nebst 2 töchtem einen söhn Franciftuin II gebohren. Franciscus II von Espinay, von 3 sinc-^uc,Gx^fvon Este- la»,!c. Ritterder Königlichen orden,General-Lieutenant in Guienne und Gouverneur von Perigord , vermählte sich an. 164; mit Anna von Bude, die ihm Franciscum III, Ludovicum,rc. gebohren, und an. 1670 gestorben. wn genesicx. lle brznc. I. Z4< romb. llcs illullc, /e ü. K>c. ,Esptnay/ (Franciscus c. Esprnosa/ (Johannes) ein Spanier, hat zu ende des 16 seculi gelebt,und verschiedene schafften verfertiget,als gynLccpWnoz; llia- IoZl> sn Isulls lle ks keiugsrcs - -llicrsc»rikc>u öcc. bib!. Espinoy/ eine Niederländische stadt in der Provintz Artois, Mischen Rysse! und Dovay, welche mit dem ritul eines Fürsten- thums beehret worden, siehe Nelun. L8?IR.HO 8^VO- eine kleine stadt,ist der vornehmste ort in einem gouvernemcnr in süd-America in Brasilien, und gehöret den Portugiesen. LMKUO . ein siuß, den die Portugiesen L,° 6» kffiriio Lsnw nennen,IN Africastm Kömgrcichc Monomotapa,welcher sich nahe bey dem vorgebürge 3. Nicolas in das Aethivpische mecr ergeust. L 8 kMI 1 II 8 . 4 X 110 > eine stadt in der nord-Americanischen Provintz Neu-Spanien. Esqueguin / ist der name eines von den; stämmen der Araber, welche an. y yy nebst den andern beyden, die zusammen 50200 wann machten, in Asricam giengen, sich über die gantzen östlichen theile der Barbarey ausbreiteten, und verschiedene Provintzcn eroberten. Die zrmfft der so genannten Estuequins wird in etliche li- nien eingetheilet, davon die vornehmste Uled Hedegi genennet wird. Die leuthe halten sich in dörffern auf, welche aus lauter zelten bestehen, die man von einem orte an den andern fortsetzen kan. Jeglich dorff hat 160 oder 200 reiten, welche aufgeschlagen sind, so, daß in der mitten ein grosser larer platz ist, worinnen sie ihr Vieh einschließen. Hierzu sind nur 2 wege, die sie bey nächtlicher weile wegen der wilden thicre mit dornen und Hecken auszufüllen nnd zu verwahren pflegen. Esquid/ siehe Esseguebe. Esquire / ist ein in Engelland gebräuchlicher ehren-titul, welchen man denjenigen von dem geringen Adel beylegt, so weniger als Baronets und Ritter, hingegen mehr, als blosse Gentlemen oder Edelleute find. Die Personen, denen eigentlich diese wurde zukömmt , sind i) die jungem söhne der Grafen, 2) alle söhne der Vice-Graftn und Baronen, z) die erstgebohrne söhne von den jungem söhnen derer , 4) die erstgebohrne söhne der Ritter, und die von denselben abstammende älteste söhne, 5) diejenige, so durch eine ausdrückliche Königliche verordnung damit beehret werden, welches mcht gar offt zu geschehen pflegt.. Ferner wird dieses p-X- llic^r denjenigen gegeben,welche keinen hohem titul haben, und sich in einer wichtigen civil-militar-oder hos-bedienung befinden; z. e. den Friede-Richtern , den Commiffarien von den quartiren, den Mairen von den städtcn, den Advocaten u.s w. Insonderheit aber gibt es Dsquires c>t rks Lollv, d. i. Leib-Esguires, welche allezeit um die person des Königs seyn, auch des nachts bey dessen schlass zimmer ihr lager haben 'müssen, gleichergestalt werden tue Serums si welche vor dem Könige gewisse jcepter tragen, und die He- rolLs-beamte,unter die Esguires gezehlt. Wenn man an sie schreibt, pflegt man ordentlich dieses Wort nach ihrem »amen zu setzen, z. e. k!> jviiii^UcrLsqlli-e (oder L-q.) und öffters (zumal bey den söhnen der Lords, welchen auch die Ritter den rang über sich geben) das ^r^ciicsr twiwui M« beyzufügen. In Franckreich hat das Wort 21Y Lciiyer fast eins gleichmässige bedeutung, indem es einen Edelmann anzeigt, welcher weniger ist als ein Ritter. Die u-cionn-nL- von Blors von ay. r 5 79 soll die erste seyn, worinnen man die quülität eines Lcuvci als einen absonderlichen titni des Adels angeführt stndet. Sowol itsguirc als Lcuysc hat seinen Ursprung entweder von dem wort Kurucn oder essn>?. und heist eigentlich so viel als oder 8-miker, ein schildträger, oder als Lquiio, d. i. ein Stallmeister oder einer der vor eines andern pferd zu sorgen hat; womit vermuthlich auf die alte gewohnheit gesehen wird, da die herumschweiffende Ritter gewisse Personen, und zum öffrern solche, die mit der zeit des Ritter-standes theiihafftig zu werden verlangten , bey sich hatten, damit durch dieselbe ihre Pferde und rüstung desto besser in acht genommen werden möchten. -»r llc 1- Qr. Lrecsgnc k>. l s Lkitznnis. D-Mo»»«r>e-ie voc. i-lcuyer. LecM-t-r»- ll!gn. ili. lliksi. 14 c. z tz. z. Essäer/ oder Essener/ war eine berühmte stete bey den Juden, und nicht weniger als die Pharisäer und Sadducäer rmommirt- Jhr Ursprung ist st wol ungewiß als die Ursache ihrer benemmng» Der erste, st aus dieser stete bekannt ist,Heister Judas, dessen Jose- phus gedencket, und der zu den zeiten Arisi vduli, des sohns Jodan- nis Hyrcam, vhngefähr jähr vor Christi gebnrt gelebt hat» Doch gedencket Josephus schon dieser stete zu den zeiten Jonathas, der ein bruder Judä Maccabäi war. Es waren aber die Essener von den übrigen mehr nach der besondern lebens-art, als nach besondern meynungen unterschieden. Denn sie entzogen sich, so viel möglich, allen weltlichen geschäfften, und liebten die misamkeit» Ihre guter hatten sie gemein, und enthielten sich auch des ehestan- des,nicht,baß sie dene für unrecht hielten,sondern, weil sie glaubten, daß man gar selten bey den weibern mgendhaffte und anständige sitten anträffe; Wiewol einige unter ihnen sich dennoch verheyra- theten, allein mit der grösten dehutsamkeit, so daß sie in ihrem ehe- stände gantz allein auf die fortpflantzung des menschlichen ge- schlcchts gesehen. Sie beflissen sich mit sonderbarem fleisse der Mäßigkeit, weshalben sie sich auch vom wein enthielten, und nur Wasser truncken. Die alten wurden bey ihnen in grossen ehren gehalten, und weil sie ihre gesellschafft nach dem alter in 4 orden theilten , glaubten sie, daß wenn einer aus dem ersten orden einen aus dem letzte» orden angerühret,er dadurch nicht weniger verunreiniget würde, als wenn er einen Heyden angerühret hatte. So hörte man auch bey ihnen keinen eyd-schwur, indem sie glaubten, derjenige müste in dem höchsten grade leichtsinnig seyn, dem nian nicht ohne eyd-schwur glauben wolle. In diesen und vielen andern stucken kamen sie mit den Pythagoräern überein. Daß aber ihrer in der schrifft nicht gedacht wird , rühret ohne zweiffel von ihrer ein- samkeit her, welche ursach wäre, daß sie mit Christo und den Aposteln nicht viel zu schaffen gehabt. Denn daß einige vorgeben wollen , daß dieses nicht eine stete der Juden, sondern der Samariter gewesen, ist ohne gründ, und den Zeugnissen Joseph» und Philoms schnurstracks zuwider. Sie werden auch in 2 klaffen eingetheilet, sintemal einige rUeorenc, waren, die in betrachttmg göttlicher dinge hr leben zubrachten; andere aber prLÄ.ci, welche sich einer gewissen kunst und handt'yierung beflissen. Von beyden handelt Philo, der diese Essener auch Therapemas nennet. Denn ob zwar einige meynen, daß diese Therapeulä, welche Philo beschreibt, Christen gewesen seyn, so ist doch solches nicht zu glauben, weil in der de- schreibung nicht die geringste svur des Christenthums vorkommt, sondern vielmehr im gegentheil klar gemeldet wird, daß sie den Sabbath feyrten rc. und weil auch stuften Philo, einer der vornehmsten und gelehrtesten Alexandrinischen Juden , welcher die Therapeuten als fürnemlich zu Alexandria wohnbafft beschreibet, der Christen so rühmlich nicht würde gedacht haben. >. sncig- 5» öc 6c in lid. quoll omnis vir Konus ücc. ir. !,b» lle vir. conkempiLk. carslog. lcrjpk. eccl. in -llllrco üc?ki- lono. I. 6 conrrs ^ulisnum. bom. in lll. k. I. r c. 15 6c 16. I. i c. ir. E I. r c. Is. I. 5 c. 17. Loü»«- c. -6. in nikrrel.!. Dr«/--- lls ccil,. kcllr. chill. !. 4. in ei-nck. :niia:>-es. 8srs>- - -6, sll sn. 64. in lliss. lle Ike-speuc. ptzilonis, allv»s. kienr. Vslck. 6o->-/-2E in ivlole 6c -ksron. 1 .1 c.L-s-i-ie« incroll. gll billor. xtill. rkrTni-. §. ri p. 7; leg. » Essacs / (Charlotte ll-s) eine natürliche tochter des Barons von Sautour in Champagne, die er mit der fraueii von Dheny ge- rannet, war eestllch MÄitreilc Kömg HelnniHö des IV / nnd nüchge- beR?d-s Cardttw>6 von Guise, mir dem sie z söhne, den Bischofs hon Chondom, den Graf, und den Ritter von Romorantrn, und 2 rk-mer aereuaet, ja gar einen heyrathö-eommctgeschlossen, wenn de nu ment u trauen wäre, welches die Marggräsin /Acy, -n e töcbter des Grafen von Romoranr-n und gemahnn des Gra- Ln vÄ amackx an .688 pr°duc»ret hac. Nachdem hat sie mit demErtz-Bücyoffzu Auch, ^l°nllcurll-v,c.; zahrgeledec,undzu- iiM noch . der auch unter dem Namen des M wschalls?on Franckreich, i'Hospital bekannt ist, gehn,rathet- Ak bat sich m allerhand staats- iu^u--" gemengt, dre aber mcht A/mal vor sie zum besten abgelauffcn; miter andern hatte sie zu Ü?tracta u Germainzwischen demFrantzojsichen Hof, und sÄoa Car von Lothringen an. -64- «Maß gegeben, dafür chr sia bevbe theil danck wüsten. Aber da sie hernach den Her- o^^urnete - Franckreich gedachte ihne beym kopff nehmen zu lass dickte die?er ihren eigenen briefan den Cardinal a. L-ckc-u---,. 2 ck 8 sich deswegen st sehr entrüstete, daß er die Charlotte auf -Vibres manns gütern verwerfen ließ, und rhme selbst, der da- ^ien in Lvthrrngen für den Ksnig commandrM, nicht mehr recht 22O ess Essars / (Petrus«k?) war incenclane von den smamM des Königs von Franckreich , Philippi Valesii/ gewesen / und hatte sich in solchem amte mit Nachtheil des gemeinen westns gar sehr bereichert. Da nun einmals gedachter König geld vonnöthen hatte/ ließ er an. iz 46 nach vorhergegangener Überzeugung ihn zu erkauf- fung der verdienten todes-ftrafe in eine summe von 100000 gülden verdammen/ wovon ihm aufdes Grafen von Flandern verbitte die helffte erlagen ward. Ein anderer Petrus »c- Essards, vermuthlich ein söhn oder vetter des vorhergehenden / war noch unglücklicher. Dieser hatte des Königs von Franckreich < Caroli VI , finan- tzen unter den Handen gehabt; Da nun die stadt Paris und sonderlich die Universität daselbst/inständig anhielt/ daß man ihn nebst andern Financiers bey dem kopffe nehmen möchte / salvirte er sich m die Normandie; Nachdem er aber vernommen , daß der Hertzog von Burgund / Johannes / (welchen ersieh durch entdcckung einer von demselben wider die ; Printzen von Orkans vorgehabten ver- rärhcrey zum feinde gemacht hatte) mit dem Dauphin zerfallen war / kam er nach Paris zurück und begab sich unter dieses letztem protection. Kaum war er 2 tage da gewesen / so ließ der gedachte Hertzog unter dem volck ausstreuen / daß der Dauphin bey gelegen- heit eines turnicrs 500 lantzeniers durch diesen Essards tssdie stadt zu practiciren / und selbige plündern zu lassen ge>onncn wäre. Wiewol er nun bey dem hefftlgen tnmult/ welcher hierüber entstund/ sich in die K-iiMc retirirte, so belagerten ihn doch die aufruh- rische Pariser darinnen / und brachten es durch ihre drohungen bey der besatzunq so weit / daß dieselbe ihn dem Gvuverneurvon Paris/ Hclion von Iagueville, auslieferte. Leidiger ließ ihn etliche tage hernach enthaupte»/ seinen kopff auf eine lauste stecken / leinen cor- per aber zu Montfaucon aufhencken. Dieses geschahe an. ^411. Kitt. -je vriincc rom. r p. 4,7, ;6z. Esse / lss) siehe Nkontalambert. Esseek/lat. Lckccum.cine stadt in dem Oestlichen theile von Scla- vonicu au der Dran gelegen/wobcy eine brücke anzutreffcn/die schuh lang und > 7 breit ist / und üher gedachten fluß, einen langen Morast / und den fluß Terms von besagter stadt bis zu dem torc Darda/welches aufder andern feite'/ gehet. Die stadt liegt niedrig/ und die strassen sind mit bäumen hcsctzt / wie Brown berichtet. Aufder einen leite des thors ist ein theil von einer Römischen in- ftriplion / die sich mit diesen Worte» anhebt: öcc. auf der andern aber ist ein steinerner menschcn-kopff. Die stadt ist groß und volekreich wegen der guten handelschaffc / die allda getrieben wird,weil die öffentliche p-msse vorbey gehet,jedoch nicht veste,wcs- wegen es die Türeken sonderlich wegen dem lucken und morasti- gcn boden ehemals viel geld und mühe gekostet hat / sie zu bcveui- gen. An. 1; z 7 erlitten hier die Christen durch die flucht ihres Fcld- marschalls des Frcyherm Johann Cazianers von Kazen,rein, (welcher nachValvasors bericht/ durch die untreue der Ungarn dazu verleitet worden/) eine grosse Niederlage / darinnen etliche tausend blieben / auch viele der vornehmsten Generale gefangen / und nach Constautiiiopcl gebracht wurden. Was am meisten bey diesem ort zu bewundern/ ist/ wie bereits gedacht/dic brücke über die Drau und die moräste zu beyden leiten. Es ist solche von dem Türckischcn Kanser Soliinaimo an. 1^28, so bald er Gricchisch-Wciffrnburg rmbckommcN/crbauet worden. Sie ist so breit/daß ; oder 4 wagen rieben einander drauf fahren können / und von lauter eichen holtz. Graf Nicolaus Scrini hat stlbigc an. 1064 abgebrannt / allein die Türeken haben sie nachgchends in 17 tagen wieder zu einem guten stand gebracht. An. 168z verbrannte sie zum andern mal Graf Kcslie/Mid bemächtigte sich der stadt Effect; da aber das castell beständig aushielt / sprengte er ihre Magazinen in die lufft / plünderte die stadt/ und verließ sie. An. 1686 fieiigen die Türcken an, sie auf eine andere art zu bauen/ daß sie viel cichen-bäuinc in die erde hinein trlcbcn/iind fo dann selbige mit erde überdeckten/ damit sie also nicht möchte von neuem durch feur zernichtet werden; nichts destowcni- ger ruinirte sie an. 1687 der Hertzog von Lothringen/ trieb die Tür- ckcn über die Drau, und machte innerhalb wenig tagcndasieiugc, woran 8ooo mann viele monatc hatten bauen müsse»/gänzlich ;n- liichtc. Nachdem die Türcken an. 16-0 Griechisch-Weigeilburg wiederum erobert hatten, liessen sie sich mit einer armee von 1 >ooc> mann vor diesem orte nieder/ zogen aber/ ohne etwas auszurichten/ wieder zurücke. VjuiigLf. Lrctw/L. i» Uelcr. ttun- tz.lr. Lr-ri» I. Is. * x88DO -VtvII'warcn eine art von gi.>var sthr niiglückstch, indem er erstlich wegen cnn-r ihme zugemessenen conspiration linder König Carololk ,amt Mvlord Ruffel gefangen genommen, und einige zeit hernach gar mit abgeichruttener kähkii in dem gesängnuß gefunden M- den; ess ^ est den; da »sän zwar die kutc hat wollen glauben machen , er habe sich selbst das leben genommen,aber jedoch denen meisten den wahn nie hat nemmcn mögen, daß nicht solcher lvd von anderer Hand sötte herkommen seyn; wie von denen dahin leitenden umständen so wohl in verschiedenen damals gedruckten und aus diesem anlaß aller orten ausgestreuten bücheremals insonderheit in denen Historien des Larrey und Burners das mehrere kau nachgelesen werdcn.Sein söhn Algerron, welcher dazumal noch ein kiem Und war, succedir- te ihm in stiller würde. Uilior. tu! Ä« L/-e/-re Uitt. Lo/Ä-,^ Uctsotog. TInZ!. LE-tc». tlsicri^r. Lriisn. öcc. Essex/ (Gottfried Fitz-Peter < Graf von) siehe Fitz-Peter. Essex / (Walther u'Evreux, Graf von) siehe Evreux. Essex/ (Robert cl'Evreux Graf von) siehe Evreux. Essia/ siehe Ezron-Geder. Essing / ein feiner Bayerischer marckflecken, unterhalb der alten Herrschafft und schloß Randeck, im Bißthum Negenspurg und dem Munchischen Landgericht Abenfperg gelegen , hat gleiche marck-gerechtigkeit mit Jngolstadt von dem Hertzoge Stephan in Bayern an. i;;? erhallen. Daselbst wurde an. i;ü; von Graf Ulrichen von Abensberg ein Hospital vor 12 arme, und ein coliegiLc vor 6 Chor-Herren und einen vec-num Misstet. Da aber nach abgang der Gräflichen Abensbergischen familie ihre güter an Al- bcrtum III in Bayern fielen, und die zu beyden stifftungen gehörige einkünffte bereits sehr verschmälert worden, war der Bisttwff zu Regensvurg selbst zufrieden,als der rest au. 1486 vom Hause Bayern nachgeholet, und besagte stifftungen aufgehoben wurden. «»- I. 7. c. r6. v. tkammv. Estadilla / eine stadt nebst einem castell in der Grafschafft Ri- bagorca in Aragonien, an dem fluß Cinea. An. 171° gieng sie an PMppumV über. Estampes / lat. 8 c»mps?,einestadt in Franckreich / in der land- schafft Deauffe/mit dem titul eines Hertzogchnms. Sie liegt an bem finß /mns > zwischen Paris und Orkans / in einer sehr fruchtbaren gegend. Sie ha; einlandgerichk/ ein banngerichrc / einsteu- er-aml/ einkricgs-gertchk / einen saltzspeicher und 2 mkegial-kir- chen von Königl- fondacion / eine zn unser lieben frauen/die andre zum heil. creutz / fünf kirch-spielc und verschiedene clöster.Kö- Nlg Robert legte den mund ;n dem schlosse/welches unter Heinrich dem IV wieder niedergerissen worden. Diese stadt gehört zu dem alten dercroue. König Carl IV machte es zu einer Gras- schafft seinem vcttcr Carl c/Lvreux zum besten. Carl vn > dem es wieder zufiel/gab es an. 1421 Carl von Bretagne/und nachdem es übermal Mtt dem clomEc der crone vereinigcrworden/ gab es Ludwig XI Johanni von k-,ix an. 1498. Allein alsQill-mvon j otx, Johannis söhn / in der Wacht bey Ravenna blieb / machte Ludwig XII seine gemahlm die Annam Brltannicamzur Gräfin von Estampes an. 151; / und nach deren tobe stammte es an ihre älteste rechter / Claudram von Franckreich / welche sich an Fran- rtscum I > damaligen Hertzog von Valois / vermahlte. Nach dieser PrinkeKin tobe gab es Fränciseus lan l-r-, 6 -i» m-oa; 6 - src»ßae, und an Anna a- Piffeleu dessen frau. / so des Königs Maikresse gewesen / und davon vuckcm 6 'Lg-Mpcz ist genennk worden / erhob es also zu emsmHertzogthum.Hcinrich dcrll nahm es ihnen a. 1; 5; wieder/und gab es Dranä von Poiticrs / des Louis von nrers Groß-Seneschaüs von der Nornrandie gemahlin. Carl derlXre- sttttürte es an sL->i'8el» an. 1562/undals er ohne erben starb / gab es Heinrich III «11.1576 dem Hertzog Johann Casimir/ der rennncierie ein jähr darauf / da es denn die Hertzogin von Monkpensier innen hatte / biK der König es seiner schwcstcr der Margaretha von Valois / KSuiginvon Navarra / einräumte / die es nach einigen jähren anGadnek / Hertzogin von ü-Lu/orr, abtrat/von der es rhr söhn Cesar / Hertzog von Vendo- me / den sie mit König HeinrrchlV erzeuget / erhalten/ und dessen postcrikäres dißdiesestunde besitzet. An. 1652 verfiel diese stadtdurch verr.'.Herey in die Hände der Printzen / woraufsie von der Konigl. armec 6 wochen lang belagert wurde / aber vergebens/indem der Hertzog von Lothringen mir 9 oder 1000 mann im anzugewar. Es sind verschiedene provinciM-nnd nackooLt-OonciiiL hier gehalten worden / und zwar was die letztere anbetrifft/so fällt das erste an. 11 ;oein / darin» berathschlaget wurde / ob man Jnnocentium II oder Petrum von Leon vor den Pabst erkennen solle / da mandenn aufJnnocentiumficl/ dem der H. Bernhardus daswort redete. Das andere an. 1160 entschiede eine gleiche streitigkeik. Alexander III und der CardinalOctavianus/siritten um denRömischen stuhl / Franckreich aber sselAlerandro bey. L-y/eUictio-i. p. ;o^, 0» ot-e/- rrsrscti.cles vütcs. clctcrixr. 6um. tiiii. I. -4.«/»?«? UroirsUu R.07.7-vs Ls-'-rott»/ep.rrsö 78 all kliil. TricLllin. A cp. izr. Lc. Estampes. Das geschlecht der Herren von Estampes wird in 2 linicn getheilet / und hat seinen Ursprung aus Bern;. Nobertus I von Estampes / Herr von Sallebris und Roches/ lebte an. 1404. Der Hertzog von Berry Johannes machte ihn zu seinem Rath/ und setzte ihn an. 1416 zum execmor seines letzten willens. Rober- tus vermählte sich mir Jacobina Roland / und zeugte mit ihr 5 sohne/davon sich die ; ersten in den geistlichen stand begeden/und sämtlich Bischöfliche würden erlanget / die2 letztem aber das geschlecht svrtgcpflantzer haben. Unter diesen hat Johannes von Estanlpes die linte der Herrn von ksr-s-viLv-tt aufgerichtet / und mit Mc 7 u.uund 8°necii,tvon Bvurdonnois / gieng mit dem Könige indie Normanne/selbige wieder unter die crone zu bringen/und starb um das jähr 145;. Unter seinen söhnen ist Robertus III zu mercken. Dieser wurde rvwrectiLiund Senccvsi von Bonrbonnois/ und starb um das jähr 1497/ nachdem ihm Louffe Levrauld/Johannem/ Ludovicnm / welcher der stam-vatter der Herren von „c-n worden/gklchwie sein brüder Robertus der Herren vonAmri/ge- dohren. Johannes von Estampes / Herr von Ferte-Jmbaut/ re. hatte; gemahlinnenzdie erste machte ihn zum vatter Ludovici / welcher folgt/ Roberti/welcher den äst der Herren u^,>- "ocire aufgerichtet/ und ersnciicn.Ludvvieus von Estampes / Herr von Ferte-Jmbaut / halte 2 geknahlmnen / davon die erste ihm Claudium gebohren / welcher Capitain unter der Frantzösischen garde worden /und einen söhn Jacobum hinterlassen. Dieser war r-wrlei!e und Privas gute dienste / dergleichen er auch nachyehends in der Wacht bey Veillane/und an. iszo bey entsetzung der festung Casal that. So dann ferner an. 16; ? in der Wacht bey Arein / an. i6;7bey der belagerung vor Landreci/Maubeugcund ^ Chappel» le/an. -6Z9. jn der schlachtbeyMouzon und beyerobernng der stadt Jvoy verrichtet. An. 1645 befandet.'sich bey der belagerung von Gravelingen / Bourbourg / Marbick / Link / Dergücs /rc. und erhielt dadurch die ck-^e eines GenerastLreutenantö/ in welcher qualtkät er an. 1646 den belagemngen vor Courtray / Mar- dik/Fumes und Driynkerken beygewohner/und an. 1649 die Scheide passieret. Erstarb auf seinem gute zn Mauni/nahe bey Rouen an. 1663 dm 20 may im 78 jähre seinesaltet's/nachdem ihm von seiner gemahlin Catharma Dlanca von Choiseul erstem staaks-Dame der Hertzogin von Orkans/ gebohren worden Fran- eiseus / Robertus/ Abt von Beaugencymnd Ludovicus/Herr von Sallebris / re. Franclftus von Estampes/ von Mauni/ erster Stallmeisterdes Hertzogs Gastonis von Orlcans/ vermählte sich an. 1641 mit Charlotte Brulark/ und zeugte mit ihr 2 söhne und so vieltöchter/ starb aber darauf an. 1667.6'«--,-»«»/-. o-m. Lin-ttl. tiitt. ctc? ivLirres cies 8.«cjueces. Lo^»r//e Üc kill. cisL Lve-^. -je Igevers 6cc. Estampes-Palencay / (Ludovicus i,er»vir. lic Lagclnsu k. l 9 »6;, 864, «6;. L/'/i/reome cls- I»c 5 AsiLlir. k. I 9. ^Y4. clc Irsn^oiL I i.9, II. llill. e- oder Schultheiß, der in den, dortigen schloß wohnet, regieret wird. Von dieser ffadt hat die Frcydcrrlichc fainilic von Stäffis oder Sc-viac» den Iiamen, welche von 8c->v,. einem Wendischen Fürsten, entsprossen sevn soll. Dessen nachkommen haben um das iabr 78° in dem Canton Bern in dein m»s Vsu-i obige stadt aebanet, worzu vor zeiten eine Hcrrschasst vondörffcrn gehöret. ^u^oniuz von SksviLcc,, insgemein Lteven genannt, lebte im, das iahr 990. Enno war a». irüo Dom-Probst z» Lausanne. Dessen bruders söhn, Rainaldus, befand sich an. 1246 als Abgesandter an dem Kayserlichcn Hof. Johannes verwaltete um das iahr >4;y die stelle eines Oouve-nc»rs in dem i^»» cle v^ucl ,„,d in der Grasscbafft Marly. Leines bruders enckel, gleichfalls Johannes genannt, hat 28 Hcrrschafftcn besessen. Desselben ur- enckel, i'aurentius, war Obristcr unter der Garde des Königs von Franckreich, und hatte einen bruder, namens Jacobum, welcher Frantzösischer Marschall und Commandant in der Grafschafft Neuchatcll gewesen. Franciscus Ludovicus Blasius, e,n soh» Des letzter» , war anfangs Hauptmann der Frantzoüichcn Garde, „achgebcnds aber um das jähr,676 cm»^l-Oo„vcr->cu- der Gras- schafft Neucdatcll. Er hat sein gcschlccht nut 2 sohne,,, Frantz Heinrich und Baltbasar Blasio, fortgesetzet, darvon jener Herr zu Nolondin, geheimbder Rath zu Lolothurn, und bis auf den tod der xi-alsmL cic »emoui, an. 1707 / auch derosclben Oouver- neiir und I.icurcnLnr (HcnerLl des FursteNthllMs Neuchatcll gewesen. -Lttcc-f ttemm. ?. 4. abrege 9 64;. * Este / lat. wrclk-. eine kleine aber gute stadt, an dem ffuß Bacciglionc, in dem Paduanischcn gebiethe, den Venetmnern zugehörig. Plinius, Tacitus, Ptolemäus, und andere alte scriben- tcn gedencken ihrer. Vor zeiten bat sie den titu! einer Marggraf- schafft geführei, und ein Bißthum gehabt, welches unter dem est Patriarchen zu Aquileja gestanden. Dieses ist der stamm- vrk deß Hauses Este, wovon gleich ietzo. Este / das hauß, ist eines von den ältesten in gantz Italien. Den Ursprung deffelbigen wollen einige von einem Ew, welcher König zu Alba gewesen, und zu den zeiten des Römische,, Königs Tarquinii milc> gelebt haben soll, herleiten. Allein, gleichwie dieses, und was noch von anderen alten . als stamm - väreren dieses Hauses, vorgegeben wird, sehr ungewiß, also kan man auf vesterm gründe die stamm - reihe von Alberto, so auch und Groß - Marggraf genennet wird, und in dem 10 und u secG gelebet, anfangen. Dieser Albertus war einer der mächtigsten Fürsten in dcr Lombardie, zu den zeiten der berühmten Mathildis, und vermittelte nebst ihr einen vergleich zwischen dem Kayscr Hen- rico IV und Pabst Gregorio VII. Er soll sein alter über 100 jabx gebracht, und 2 gemahlinnen gehabt haben; die erste war Kuni- gunda aus dem Guelfischen Hause, eine erbm der alten Welsen in Ober-Teutschland, die ihm Hertzog Guelfum in Bayern geboh- rcn, so nach ihrem tod die ihren, genialst zugebrachte Teutsche Provintzien geerdet, von welchen nachgehends die Hertzsge in Bayern, Sachsen, Braunschweig und Lüneburg abgestammet. Seine andere gemahlt,, aber war Ermengardis, GrafHugoniS «lu Maine tochter, welche ihm 2 söhne gebohren, davon der erste eben so wie sein groß-vatcr von mütterlicher seire, der andere aber Fulco geheissen. Dieser letztere hinterließ Obizonem oder Ovi- tiun,, Marggraftn und Herrn von Este, welcher zu ende des ir secul, an. 1196 gestorben, einen söhn, Azonem II, nach sich lassende. Dieser brachte die Herrschaft! Ferrara an sein hauß, und erhielte auch an. 1208 die Anconicauische Marck von dem Apostolische» stuhl. Er vermählte sich erstlich mit Leonora, Gras Thomä I vor, Savvyen lochrer, die ihm Aldobrandinum, dessen tochter Beatrix an den König Andrcam II in Ungarn an. 12;; vermählet worden, und 2 töchter, Beairicem und Constantiam, gebohren. Nachdem diese aber verstorben, verlobte er sich mit Marchesella, einer tochter Adclardi, so Guilielmi, .Herrn zu Ferrara, bruder war, wiewohl sie noch vor dem veylagcr diese zeitlichkeit gesegnet. Dahero er mit Elisa, eines Grafen von 8. Bonisacio'tochter, zur dritten Vermählung schritte, die ihm einen söhn, mit ihm gleiches namens, gebohren. Dieser führte den titul eines Marggra- fcn von Este und Ferrara, und starb an. 1264 den 1; fcbr., nach- dcme ihm Rainalbi von Chatillon lochrer einen söhn gebohren, der ebenfalls mit dem groß-vater mütterlicher feile gleichen namcn gcführet, und noch vor dem vater als ein griffet in Apulien, dabin ,hn der Kayscr Fndcriciis II geschickt hatte, an. ,r;o gestorben. Es war ihm zwar Aledeica, Alberici Nc Romans tochter, verlobet , allein er tonte das dcylagcr mit ihr mcht vollführen. Doch hinterließ er von einer Apulischen Dame Obizonein II, welcher von feincil, groß-vatcr Azonc III zum erben feiner güter eingesetzet, Marggraf von Este und Ferrara worden, und an. 126; den 28 febr. dieses zeitliche gesegnet. Von seiner ersten gcmahlin, Iaco- dina Fiesta, einer Genuesern,, hinterließ er Azonem IV, ?Äarg- grafe» von Este und Ferrara, der sich an. izo; mit Königs Ca- roli II von Neapel tochter vermählet, und ; jabr bcrnach gestorben; ferner, Aldobrandinum, Marggraftn von Este, welcher;» Bonoiiien an. -;i8 gestorben; weiter, Bcatriccm und Franci- stum. So bald als Obizzo todt war, suchte sich dessen ältester söhn, Azo l V, dessen Hcrrschafften zu versichern, und seine bruder von Ferrara auszuschlicssen. Um sich nun hierinnen desto vener zu setzen, heyrathetc er, wie bereits gedacht, die Neapolitanische Printzeßin Beatciccnr, da er vorher» schon einen natürlichen söhn Frestüli, gczeugel, welchen er kurtz vor seinem tod zum Herrn von Ferrara gemacht. Weil aber dieser Ferrara zu behaupten steh nicht gcirauete, übergab er es den Vcnetiaiicrn, die ibme nebst seinen söhnen ihr bürger - rccbt ertheilet, und eine gewisse jährlich reichen lassen, bis der Pabst den Veu mauern Ferrara wiederum abgenommen. Lein bruder Aldobrandinus II, Marggraf von Este, war von natur mehr zur ruhe als zum kriege geneigt, bekümmerte sich dahero wenig um Ferrara, überließ leidiges vielmehr seinen, iüngcrn bruder Francisco, der aber von Dal- rnasio, einem Päbstlichc» vicario, als er eben von dem vogel-fang nach Ferrara wiederum zurück kam, unter dem thor erschlagen worden, darauf der Pabst diest Herrschaffi dem Wischen banst entzogen, und dem König Roberto von Neapel, der sich damals zu Bononien aufhielte, zugewandt. Allein, weil steh dessen bediente und soldatcn durch ihr übles verfahren die bürger zu feinden gemacht, confpirirten diese mit der Estifchen ftunilie, und jagten mit gesamter Hand die Päbstlichcn und Neapolitanischen widmen zur stadt hinaus. Daraufkam, die Estischc samilwFerraraunter sich getheilct, die regierung aber des Aldobrandini ältestem söhne, Rinaldo 11, welchen er mit Alda, des Tobiä Rangoni tochter, gc- zeuget, überlassen, der es auch wider den Pabst Benedimim V und dessen alliirtcn König, Johannen, in Böhmen, deren kneg»- heer er in einem grossen treffen an. i;;z besieget, männlich vertheidiget. Zwey jähr hernach aber, als er Modem, belagert Mb wurde er kranck, und starb daraus zu Ferrara, AldobraiiLminn und Azonem hinterlassend, welche beyde sich in den geistlichen stand begeben und canomstret worden. Aldobrandini u iungM sobn Nicolaus wurde von der kirchcn-militz gefangen, aber geM des Päbstlichcn i-c^ri enckel wiederum ausgewechstlt, woraus er sich an. iz,; mit Beatrice, Guidonis Gonzagä tockter, vermahlet, die ihm Renaldum in gebohren, welcher sich aber nach selne» vaters tode, so an. 1,44 erfolget, der bcrrschafft von Ferrara begeben, und zu den Gonzagis, feiuen verwandten, rcticircn iniW- Aldobrandini 11 mittler söhn war Obizzo m, welcher sem O schlecht fortgepflgntzet, davon noch heut zu tage die Herlwae von Wdwa ssokiren, vöü welchen urltett. M Kehkttn soll gedacht Eden. Odizzoms II jüngster söhn war Franciscus , Marggraf von Este, der von dem Päbstiichen VicLrio an. i;i2 erschlägeu worden. Er hinterließ Azonem, Vkarggtafen von Este, so an. r;i8 gestorben, und Bcrtholvum, Marggrafen von Este und Ferrara. Diestr hatte zwey gemahlinnen, davon die erstere aus dem mächtigen Ariminischen baust entsprossen, und ihn zum Vater machte Fräncisti n, dessen söhn Äzo V, weil er dem Marggrafen Nicolao ui von Ferrara viel unruhe machte - und gar Nach dem leben stunde, nach der insul Creta gebrächt »vordem Sein söhn Thadäus und cnckel Bertholdns begaben sich in Venezianische kriegs-dünste, davon der vater wegen des tapffern Widerstandes , welchen er dem Nicolao Picinino, so Brescia belagert hielte, gethan, berühmt worden, und an. 1448 gestorben, der söhn aber in der belagerung vor Corinlho an. 14s; geblieben. Obizzoni, Marggraf von Este und Ferrara, war, wie vor gedacht, Aldobrandini n mittler söhn, und brachte die stadt Moden« wieder an sein hauß, indem er solche von Mastino Scali- gero, welchem sie von des Königs Iohannis in Böhmen Statthalter, Monfredo se Piis, übergeben worden, zu lehen erhalten. Er bekam auch an. 1144 Parma, büßte aber solches das folgende jähr wiederum ein. Seine erste gemahlin war Elisabeth , Ch»r-Fürst Alberti 11 zu Sachsen tochter, die aber an. i;4r ohne kinder gestorben. Die andere war Lippa Ariosta, welche er kurtz vor ihrem ende sich antrauen lassen, nachdem er sie lange zeit vorher zu seiner maUreN- gebraucht hatte. Von dieser wurde er ein vater verschiedener kinder, beyderley geschlechts: Von den töchtcrn ist Alda, so Ludovico Gonzagä, und Beatrix, so dem Fürsten Woldemaro von Anhalt vermahlt worden, zu mercken; von den söhnen aber haben Aldobrandinus m, Nicolaus 11 und Albertus das geschlecht fortgeführet , wiewohl die zwey erstem gleich in dem ersten gliede wiederum ausgestorben. Albertus, Marggraf von Este und Ferrara, kam nach dein tobe seines bru- ders Nicolai n, welcher wegen seiner sonderbaren beredtsamkeit berühmt ist, an. i;88 zur regierung. Er bekam auch das stamm- dauß Este, welches über i°o jähr von seiner familie weg gewesen , von Johanne Galeatio, Visconten von Mayland, zur Versicherung künsstiges guten Vernehmens, wieder, und richtete an. izyr die Universität zu Ferrara auf, starb aber das folgende jähr, von seiner verwandten Jsotta Albaresana, welche er lange zeit zu seiner mLirrcss- gehabt, und erst 2; rage vor seinem tode sich trauen lassen, einen söhn, Nicolaum m, hinterlassend. Diestr verfiel zwar in schwäre kriege, war aber so glücklich, daß er Reggio eroberte, und den tyrannen Ottobonum m überwand, weichen er umbringen ließ, auch Forli und andere örter in Ro- mandiola gewann. Er crwieß auch seine tapfferkeit bey anderer gelegenheit, da er bald der kirche, bald der Venetianer und Florentiner völcker commandirte. Durch dieses nun, gleichwie auch durch seine reisen, die er in Cypern, in das gelobte land, in Svanien und Franckreich that, setzte er sich in Italien in das grölte ansehen. In Franckreich erlaubte ihm der König Carolas vi die Frantzösische listen zu führen. Einige geben auch vor, daß er kurtz vor seinem end von dem Visconten, Philipps Maria von Mayland, die LämMillEon dieses Hertzogthnms zu übernehmen , sey beruffen worden, wie er dann daselbst an. 1441 sein leben beschlossen. Er hatte drey gemahlinnen, und zeugte mit der letztem Riccarda, Marggraf Thomä m von SalUzzs tochter, Herculem und Sigismundum, welcher eine eigene linie aufgerichtet, davon unten ausführlicher soll gehandelt werden. Ausser der ehe soll er noch 22 kinder gezeuget haben, nichts desto- weniger bestraffte er das lasier der unreinigkeir an anderen auf das allerhesstigste. Ihm folgte in der regierung Leonellus, welchen er nebst Borst von seiner concuvwc, Stelln ^ Ptolomäi, gezeuget hatte. Dieser führte den titul eines Marggrafen von Este und Ferrara, und brachte sich, durch Vermählung mit des Königs Alphonsi in Aragonien und Neapolis tochter, Maria, an dessen Hof er auch seine brüder Herculem und Sigismundum geschickt, damit sie, nebst dem Königlichen Printzen, zugleich möchten anferzogen werden, gar grosses ansehen zü wege. Er starb aber im 9 jähre seiner regierung, dieselbige seinem bruder Borst hinterlassend. Dieser, ob er gleich ungemeine erfahken- hcit in dem Asiens-wesen hatte, trüge doch grösser belieben zu dem frieden, dadurch er sich dann die gunst seiner Unterthanen nicht wenig vergrösserle. Der Kayser Fridericus m , welchen er auf feiner doppelten reise nach Rom zu Ferrara init grossem Pracht tractirt, ertheilete ihm an. 1452 den titul eines Hertzbgs von Mödena und Reggio, und Grafen von Rovigo, darzu der Pichst Paulus n noch den titul eines Hcrtzogs von Ferrara am 1470 gethan. Weswegen der Hertzog auch nachgehends den Reichs - adler und die Kirchen-schlüssel in seinem waapen gesichtet. Er starb an. 1471 den 20 aug. ohnverheyrathet, und ließ feinem bruder Herculi die regierung. Zwar wolle ihm solche anfangs feines bruders Leoneist söhn, Nicolaus, zweiffelhafftig Machen; allein er wurde bald von den Ferraresern gefangen, und an. 1476 enthauptet. Hercules führte darauf das regiment mit gutem glück und größer kluqheit , die er so wohl in dem Venetianischen als Frantzösischen kriege bezeuget. Er verwaltete dabey die stelle eines Venetianischen und Florentinischen Feld- Herrn , dergleichen eines Königlichen öm-vcrn-urs von Apulien. Die stadt Ferrara zierete er mit vielen prächtigen pallästen, und Umgab sie mit inauren und thürnen. Er starb an. 150;, und hinterließ von Eleonora, Königs Ferdinand» von Aragonien und Neapolis tochter, Alphonsum, Hippolvtum, von dem ein besonderer articul folget, Ferdinandum, Beatricem, Sigismun- ..... > - , dum ürid JsabellaM ; M Unrechtmäßiger ehe äöek Jüliüni und LUcretiam. Alphonsus l , Hertzog zu Ferrara und Modena, sein ältester söhn, folgte ihm in der regierung , und starb am iz?4, nachdem? chm von seiner andern gemahlin Lucketia Bvr- gia, des Pabst Alrxandri vi tochter, dtey söhne gebohren worden , davon Hippolytus Ertz - Bischoff zu Mayland, Auch und Lyon, Bischoff zu Ferrara sind Cardinal worden, auch eine Ge- fandtschafft von dem Pabst Pir IV in Franckreich all. i;6i am getretten, von welcher Crone er nachmahls ?roreLor zu Rom worden, allwv er auch in diesem do-rLÄ-r an. 1572 gestorben; Hercules aber und Franciscus haben ihr geschlecht, wiewohl nur bis ins andere glied, fvrtgepflantzet. Jener, nemlich Hercules , war einer von den reichsten Herren feinet zeit in Italien - und wendete aus die erweiterung und bevestiquttg der städtL Moden», Reggio. Carpi und Bersello^ grosse kösten. Im übrigen begab er sich mit in den Frantzösischen krieg wider König Philippnm 11 in Spanien, führte auch an.i?;- die Frantzvss- sthen völcket, als oberster Feld-Herr, wider denseldigen, trat übet wiederum von dieser parthey ab, und starb an. i?z8, Nachdem ihm von Renata, Königs Ludovici xi i in Franckreich tochter, welche er sich an. 1527 vermählet, gebohren worden Alphonfus 11, welcher ihm in der vgierung gefolget, aber von drey gemah- linnen keine kinder hinterlassen , als er am 1579 gestorben; Ludovicns, welcher an 155; Bischoff zu Ferrara, am i;sr Ertz-Bischoff zu Auch uid Cardinal worden, auch zweymal als l-eZstc des Päbstiichen loses in Franckreich, welches ihn zu feinem prvreÄor angenvmnen, gegangen, und endlich am l?8ä den zo dec. gestorben; frner Anna, die erstlich an Franciscum von Lothringen, Hertzog von Guise, und nach dessen tode all Jacvbum von Savoyen Hertzog von Nemours, vermählt worden, und an. 1607 den - mäy gestorben; weiter Lucretia, fo eine gemahlin FrancistiMariä von Rovere, Hertzogs zu Urbitt, worden, und am 1; 98 gestorben; und endlich Leonora, die um» verheyrathet dieses zeilliche gesegnet. Franciscus aber, fo den titul eines Marggrafen von Este und Mästn in Romägtta führet, hinterließ nur zwey tochter, Marfisam und Bradamante. Des vorgedachtcn Alphonsi 1 dritte gemahlin war Laura Eusto- chia, eines bürgers tochter zu Ferrara, die er vorher zu seiner msirrcile gehabt, und mit ihr unter anderen einen natürlichen söhn, Alphonsum von Este, Marggrafen voll Montechio, gezeuget , der ein stamm - vater der heutigen Hertzoge zu Moden« worden. Denn nachdem vorgemeldter Alvhonssis 11 ohne kinder verstorben, so wurde dieses Alphonsi söhn, namens Cäfgr, von dem Kayser Rudolpho 11 mit Moden«, Reggio und Carpi, belehnet; das Hertzvgthum Ferrara aber zog Clemens vm als ein Päbstliches lehen zu dem kirchen - staat. Dieser Cäsar, fo von an. 1598 bis 1628 regieret, wurde von seiner gemahlin aus dem Hause Florcntz ein vater dreyer söhne, Borsi von Este, als des jüngsten, der an. 1657 als Mayländischer General verstorben , und seines leiblichen und mittleren bruders Aloysii von Este tochter, Hippolytam, zur gemahlin gehabt, die ihm drey söhne gebohren: 1) Aloysium, welcher an. 1648 gebohren, und am 1698 als QnuvernLUl'zu Reggio gestorben; 2)Fvrestum, welcher an. 1652 gebohren worden, auch der letzte von dieser linie, und noch unvermählt ist; z) Cäsarem Jgnallum, so den Mara- gräfflichen titul von Scandiano und Montechio geführet. Er wurde an. iS;z gebohren, war des heiligen Römischen Reichs Fürst, und General - Capitain über die Venetianische Cavalle- rie, und starb den 27 oct. an. 171;. Cäsaris ältester söhn war Alphonfus ni, Hertzog zu Mvdeüa, der «».1629, nachdem seine gemahlin Jsabella, aus dem Hause Savoyen, die ihm 14 kinder gebohren, an. 1626 mit tode abgegangen, sich in ein Ca- puciner - kloster begeben, worinnen er auch an. 1644 verstorben» Von seinen söhnen sind vor anderen anzuführen Ramaldus, Cardinal, und Franciscus 1, Hertzog zu Modena, dcr als ein berühmter General den Spaniern und.Frantzosen wichtige dünste geleistet, und zwey leibliche schwestern, Mariam und Victo- riam, aus dem Hause Parma, nach einander zu gemahlinnen gehabt, nach deren absterben er sich zum drittenmal mit Lucretia Barberina, des Fürsten von Palastrina lochtet, vermählet. Er ist an. i6?8 verstorben, uüd hat von der ersten gemahlin, unter andern Andern, Alphonsum v, Hertzogen zu Modena, hinterlassen, der an. 1662 mit tode abgegangen, und von seiner gemahlin Laura Martinozzia, einer nahen anverwandtin des hekandten Cardinals Mazarim, ein vater worden Maria Bea- tricis Eleonorä, einer gemahlin Jacobe, dazumal Hertzögs vott Porck, nachgehends Königs in Engelland , und Fräncisti > i, Hertzogs zu Modena, der an. 1694 ohne erben verstorben, und seines vaters bruder Rainaldum, vott der dritten gemahlin des vorgedachtcn Fräncisti 1, zum Nachfolger in der regierung hinterlassen. Derselbe wurde an. 1686 Cardinal, nachdem er aber sahe, daß er der eintzige aus dem Hause Modena war, verließ er den geistlichen stand, und vermahlte sich an. 1696 mit Charlotte Felicitas, aus dem Hertzoglichen Hause Hannover, welche an. 1710 mit tode abgegangen, und zwey Printzen, Franciscum Mariam, und Johannem Friderictim, wie auch zwey Printzest sinnen hinterlassen. In dem Spanischen tt>cc.li,E knege ist dieser Hertzog auf Oestermchrscher fette gestanden, dahero sein land etliche jähre von den Frantzosen viel leiden, und er sich nach Rononien an. 17°) retiriren muffen. Er wurde aber an. 170s re- stituiret, und hat an. 171° das Hertzvgthum Mirandola erkaüffet» Siehe Mirandola. Der Linie derer Marggrafen von Este, 8. Martin Und Bur- aomanero stamm-vattr rst Sigismunvus, Marggraf von Este, " Hext 224 est Herr zu §. Martin , Campegniauo, Casselararö und §- CassaNö, Marggrafen Nicolai III von Este und Ferrara söhn , welchen er mit seiner dritten gcmahlin Ricard«, Marggrafin von Saluzzo, gezeuget. Dieser vermählte sich rnit Pizzacara / einer Adelichen Dame von Ferrara/ und hattr mit ihr nebst einer tochterLucretia, so eine gemahlin Alberici Malaftinä, Marggrafen von Maffa und Carrara worden / Herculem/ Marggrafen von Este/ Herrn zu 8> Martin/ rc. welcher sich an. 1491 uit Angela Sforza / so ihm Cor- telona und das vicarisr von Belgiorsso in dem Hcrtzogthum Mayland zugebracht, vermählet. Aus dieser ehe entsprösse Sigismun- dusII/welchem derKayftrCarolus V Voraomanero und Por- lezza / als dem Reiche Heimgefallene guter, zu vergeltung des scha- dens/ gegeben/ den ihm/ als einem Kayserlich-gesmnten, derHertzog von Ferrara,so die Französische parthey hielte, zrgefugct. Er start) als Gouverneur zuPavia und als crnennterVcc-ksinSrcmen, von seiner gcmahlin Justins Trivultia, Graf Paust Canulll toch- 1er, Philippum nebst verschiedenen rochiern hinterlassend. Phmp- pus/Marggrafvon Este,zu 8. Martin, Bvrgommero und Porlez- za,Statthalter in Savoyen, vermählte sich MariamvonSavoyen, Hertzog Emanuel Philiberts natürliche tochter,die Crepacuore und Lanzo zur mitgifft gebracht, und an. 1; 8° gestorben, nachdem sie ihm gcbohren Carolum Philibcrtum, des heiligen Römischen Reichs Fürsten , welcher von dem Konigin Spanien zum Ritter des göldnen Westes und geheimen Rath g'machl worden, und an. iü;2 in dem 70 jähre seines alters ohne kiidcr von 2 gemahlinncn zuhaben, gestorben; fernerSigismundun III, Alphonsum, so Malthcser-Ritterworden, und ati-i62;gcstorben; und endlich Beatriccm. Ligismundus HI von Este, Marggrafzu 8- Martin und Borgomanero, so an. 1577 gebohrenworden, und an. 1627 gestorben, pstantzte sein geschlccht fort, ind>m er mit Francisca von Hotel gezeuget Philippum Franciscum,Ch-istinam, fo eine Nonne worden, und Carolum Emanuelem. Philppus Franciscus wurde an. l ür i gebohren, und vermählte sich ai. 164^ Margaretham von SavoveiyHertzogs Caroli Emanuelis I natürliche tochter,dle ihn, das Marqgrafthum Dronero zugebracht, und nebst Carolo Philiberto, Marggrafen von Dronero', Sigismundum Franci- scum, Fürsten des heiligen Römischen Reichs, rc. gcbohren. Dieser vermählte sich an. 1671 mit Theresia Maria,Herculis Grimal- di Marggrafen von Bcaur töchter, und zeugctemit ihr Mathil- dim, so an. 169; deni Grafen Camillo II von Nwellara beygeleget worden, ferner Franciscum Philippum an. 167;, Conradum an. 1677, fo ; jähr darauf gestorben, weiter Carolrm Philibcrtum an. i67y,Mariam an. 1680, Alphonfum an. 168: ,so4labr hernach ivicderum gestorben, und endlich an. 168) Aureliam. Sigis- mmidi Francisci brudcr war,wie gedacht, Carolus Philibertus von Este,Marggrafzu Dronero,Grafvon Ormea,General-Lieutenant den Oavonen, vermählte sich mit Theresia von Maroles, die ihm gcbohren Gabrielen! von Este, Marggrafen von Ormea, Mariam Delfinam, Nonne zu 8. Paul in Mayland, und Cbristinam von Este, welche sich Doria, xi-rckcle meine. an. 1688 beygeleget. Carolus Emanuel, ein söhn Sigismunvi III und brudcr Philipp! Francisci, wie bereits erwähnet worden , führte den titut eines Marggrafen von Börgomancro, Porlezza und 8. Chrislina, war Fürst des heiligen Römischen Reichs, Ritter des göldnen Westes, -emb-tHur von der Cron Spanien am Kayserlichen Hose, allwo er an. 16y<; den 24 oct. starb, von Paula Marliana von Mayland, Carolum Philibcrtum Marggrafen von Borgomanero und Por- lczza, Vr-nU- in Spanien und ehemaligen General der cavaltcrie in Mayland,hinterlassend, welcher sich Äibianam Gonzagam, Ferdinand! Fürsten zu Castiglione tochter, an. 1671 beygeleget. t-istor. >lcMoI. 1 .1,. bitt. vriiic- bereit. I. in vir» Bisons. Ouc. kcrrrr. InN. Nsvcnn. I. 6 p. ;6z Lo- cl,r. -le in f-2gmcnro ipllu?. lull. kerrsr. I. z « Lkron. )^onLcki?sgULn. hi L z. Lnriljule. I. 4. Loicull still, t.^ c. Z 4 o c. 8. U'vro?. i p. 86. Arsel/rc. rcr. Venecae. I. ,8. ctc nrsg» L kLÄ. f.rm. lttl p. ;68.6cc7»r7t,4Xüt. still, 1.6 öc 7. still. I. 2.;. 119. öcc. Kilt. ?oni. öc tlsrUln- tom. z. «Zekcn IiM. compencl. still. l Lite. still« geneslog. Ikiil. <8c lliss- P. 44 Ac. Este / (Hippolvtus -l') Ertz-Bischosszu Gra», Capua, rc. ritt söhn Herculis I und brudcr Alvbonsi I, wurde an. 1479 den iy mertz gcbohren. In dem 7 iahre seines alters wurde er nach Ungarn, das Bißtkum Gran m übernehmen, geschickt. Daselbst legte er sich aufdie und kneges-exercuiL, und nachdem er 1; jähr alt worden,machte ibn Alexander VI zum Cardinal-"i»c-ino, und der Käyscr beehrte ihn mit dem titul eines v-c-irü. Seinem bruder Alphonso, welcher in weitläufftige und gefährliche kriege mit dem Pabste und Venetianern verwickelt war, stund er mit rath und that bey, erhielt auch an. 1509 in eigner Person eine grosse victorie aufdem Po wider die Vcnetianer, und brachte dadurch seines brudcrs fachen in gar guten stand. Im übrigen war er der liebe sehr ergeben, und dabey so eyffersüchtig, daß er seinem Mächten bruder Julio, in welchen sich die anverwandrin des Cardinals, so er gleichfalls auf das hefftigste liebte, wegen seiner anmuthigen äugen verliebet hatte, solche ausstcchen ließ, und dadurch zu grosser Uneinigkeit gclegenheit gab. Er starb an. 1; 20 den ; scpt. «rx-/r». kill. I. 6. öe 7. colp.tiiltoi. General, lisl. y. keg. Iov. O/rco». in i^rlius V>rri. Esteing/ eineGrasschasst in der provintz Rovergue, daher die gleich folgende familie den nainen hat. est Esteittg / ein ansehnliches geschlccht, so m den alten Urkunden und Historien -v-c-rio dcr kirche,n Italien, worinnen ihn Gre- gorius XI bestätigte. Dardurch hielt er sich nun verbunden, alle sorge zum besten des kirchen-staats anzuwenden; so ließ er sich auch sehr angelegen seyn, eine alliantz wider den Türcken aufzurichM- Er starb zu Rom an. 1^77, nachdem er noch vorhcro ausser dm gedachten wurden die Bißlhümer von Ostia und Ferrara erhalten. Raimondus II war, wie gedacht, Petri und Deodati bruder, und hinterließ, nebst andern Iohannem I , Vicomten von Esicing, der ein vatcr worden Bcc oder Begonis von Esteing, und Wilhel- mi. Dicftr leistete stinemvaterlande, zu den zcitcn Königs Caroli VI, wider die Engclländer grosse dienste, bekam auch Was und Bessan in der diöces Agdc gelegen,zur Verehrung. Er war Königlicher Rath und Cammercr, Senechal und Gouverneur von Ro- vcrgue, rc. und verrichtete an. 14^4 eine Gesandtschaft! in Casri- lien. Seine gemahlin war Johanna von Pourpieres, Frau von Lugarde und Vernines, von deren kindcrn nachgehends soll gesagt werden. Bcc oder Bcgon von Esteing, Gouverneur der stadt und vcstling Pezenas, hat mit seiner gemahlin Johanna von Lcsiranac verschiedene kinder gezeuget. Unter den söhnen ist Johannes II, Vicvnne von Esteing,von Delphins, welche er sich an. 146; beygeleget,ein vater Catharinä worden, die aber ohnverheyrakhet gestorben. Ihr vater Johannes machte vor seinem cnde an. izo° cm testamcnt,darinnen er Wilhelmmn, Gillot genannt,zum erben ein- gcsctzct, welcher aus den nachkommen Wilbclmi, eines sohns Jo- hannis l, war. Denn dieser Wilhelmus, Iohaunis I söhn, vermählte sich, wie schon gedacht, mit Johanna von Pourpieres, die ihm verschiedene kinder gcbahr, darunter Caspar I von Esteing/ Her: von Lugarde, Vernines, rc. Senechal und Gouverneur von Roverguc, rc. zu merckcn. Er vermählte sich an. 145 c mit Johanna,Freyin von Murol, die ihm gebohren Ludovicum, Wilhelmum, Guillot genannt, Anlonium und Franciscum, welche beyde sich in den geistlichen stand begeben. Antsnius, Bischoffvon Angonlcme, Abt von Aubrac, der kirche und Thmn-Herr zu Lmm, welche den titul der Grafen führen, wurde von den: Könige Ludsrico XII au. 1498 zum Ocne-z>-?mcur2wr in seiner suchenden und erlangten ehcschcidung init der Johanna von Franckreich angenommen. Er war auch ein mitglied des grossen Raths von dem Parlamente zu Toulouse. Im übrigen 'ließ er sieb die ftcyheit des Frantzöstschen kirche sehr angelegen seyn, und starb an. rzr; auf feinem gute Varc nahe bey Ängou.'cme, nicht ohne argwohn beygebrachten giffts. Sein bruder Frauchens,Bischofs zu Rodez, W von 8. Chaffre, ward anfangs Dom-Hcrr und Grafzu Lyon. H Italien legte er guten gründ in den studicn, und nachdem er in den geistlichen und weltlichen rechten grosse wiffenschafft erlang«/ nahm er an. 1488 den voLsi-titul an. Nach seiner zurückkunfft nl Franckreich wolle ihn Carolus VIII zum Parlaments-Rakhe zu Paris machen ; allein er schlug dieses aus, um dem kirchen-irm desto bessere dienste leisten zu können. Darauf wurde er an. zum Bischoff zu Rodez erwählet, davon er aber wegen Caroli von Tournon, der darauf prätenston machte, nicht eher als nach ? M reu besitz nehmen kunte. In eben diesem jähre gieng er als^- baNs-teur nach Rom, da ihm Julius II die regiermiq über die statt AvigNon und Grafschafft V-uaissin aiifgetragen. Er starb zu isie- dez an. 1; 29 in dein 6y jähre seines alters. Wilhelmus, Gullot zu- genannt, wurde von seinem vater vor dem crstgebohrnen sobncru-i dovico, welcher blind war, zum erben seiner gütcr einacjWMh durch Iohannem II, wie gedacht, zum Vicom«, von Esteing ernennet. Er starb aber in seinem söhn Cafparo II wiederum aus. r»' dovicus, der erstgebohrne, welcher blind war, Hen von VmuM Anual und Tolende, vermählte sich an. 1489'an Margaretham von Combvrn, die ihm nebst Carolo, Priorn von Parisoh rc. Johanne,Dom-Herrn und Grafen zu Lyon, Groß-Capcllan zu -Mc-, Gabrielen: von Esteing gebohren. Diestr war Herr von Murol, Wernines/ rc. und nach dem tode seines vettern Casparis n, vicom. re von Esteing. Er vermählte sich an. 1518 mit Charlotte von Arpaion/ die ihn zum vater machte Francisci I, v>comcc von Esteing und Cadars/rc. wie auch Ritters des Königlichen Ordens. Dessen gemahlin, Catharina von Chabannes, gebahr ihm Johan- nem III, so einer von den berühmtesten Cavitarnen seiner zeit worden. Er hielt sich zu derLigistischcn Parthey / und nahm verschiedene Plätze in Rovergue und Auvergne ein. An. 1621 befand er sich bey der belagerung von Montauban, starb aber noch zu aus- gange des gedachten jahrs, von seiner gemahlin, Gilberta von Ro- chefoucaut, hinterlassend JohannemLudovicum, Franeiscum II, Ioachiinum, Abt von Issoire, und nachgehends Bischoffvon Vermont,io an. i6zo gestorben ; Ritter von Malta und LommLnacur von Morlan, Ludovicum Freyherr» von Salmiech,rc. Bischoff von Clermont und verschiedene andere. Johannes Ludovicus , Graf von Esteing, rc. ward Hauptmann über 100 leichte pferde, und starb in der besten dlürhe seiner jähre an. 1628, nur 2 tochter nach sich lassende. Sein bruder Franciscus II aber pflantzte das ge- fchlecht fort. Er war von der Königin zum Capitain-Lieucenant über 200 mann gemacht, und der König selber ernennte ihn an. 16?; zum Ritter seiner Orden. Er starb an. 1657 zu Troyes in Champagne, Joachimum Grafen von Esteing nach sich lassend. Dieser brachte sich so wohl durch seinen verstand als tapfferkeit grossen rühm zu wege, und zeugete mit seiner gemahlin Claudia Catharina, einer tochter PetriM^gms von Internste, ersten Präsidentendes Parlaments zu Bourqogne, und nachmals in Dauphi- ne, Franciscum von Esteing, und Dionysium, Abt von Esteing genannt, Kl8c. cls >z äEsteitlg. eo«». 6sU. in ckron. 6»u. UFk/ek. Irsl. Iscr. Lsiclin. 6cc. Estella / eine alte stadt im Königreiche Navarra, und zwar die Haupt-stadt in einem kleinen ländgen, welches l» Merindad -l- Estella genennet wird. Sie liegt am sinsse Ega, ist ohngefehr 6 oder 7 weilen von Pampelona entfernet,und hat ein gut castel. Estella / (Didacus) ein Franciscaner-Münch in dem 16 sterile, aus Portugall, oder wie andere wollen, aus Navarra gebürtig. Einige geben auch vor,daß er eine Bischöfliche würde besessen.Man hat von ihm ; ccilumcnrsriL in i.uc« „VLng ; rveconcLM eccleiiLki- «LM llvc äe rLkinne concionansti; expüc^rioncm psalmi iz6; clc Is vaniclrci cjel munllo.öcc. 6c Kid!, öcc. Esterhaß/eines der ältesten und mächtigsten geschlechter durch gantz Ungarn. Man giebt vor, daß solches, gleichwie der Hertzog von Crop ihres, in unverrückter ordnung von Adam bis auf gegenwärtige zeiten könne hergeleitet werden. Esteras soll daraus um das jähr 969 gelebet, den Christlichen glauben und den Vornamen Paulus angenommen, seinen vorigen namen aber an statt des Zunamens behalten haben. Man machet ihn zu einem söhn des Euri, eines Hunnischen Fürsten , und führt dessen Ursprung von Attila her, der von dem Nimrod abstammen soll. Um das jähr 1070 hat sich Ludovicus Esteras, der von dem Könige Salomon in Ungarn zu seinem General gemacht worden , hervor gethan. Sein söhn Michael Esteras ahmte dem vater in dein rühm der tapfferkeit nach, und erhielt deswegen von dem Könige Ladislao l-nA-, in Ungarn zu feinem wapen einen gekrönten güldenen greiff, der in der vördern rechten klaue einen blosen säbel hielte im blauen selbe. Er hatte nebst einer tochter Christina 2 söhne, Franciscum und Andream. Der letztere davon zeugete Sigismundum, so an. mr das leben eingebüßet, Ladislaum und Matthiam. Ladislaus wurde ein vater Stephani, dessen 2 söhne, Georgius und Franciscus, beyderseits das geschlecht fortgepflantzet, wiewohl der letztere in seinem söhne Paulo,so sich in den geistlichen stand begeben, und an. n 86 zum Abt des Bmedictiner-klosters zu unserer lieben frauen aufdem berge Mainant erwählet worden, wiederum ausgestor- ben. Georgius aber, so an. 1159 des Königs Bela General worden , und wegen vielfältig erwiesener proben seiner tapfferkeit den zunamen des kriegers bekommen , hinterließ einen söhn Ludovicum, der ein vater Demetrii und Johannis worden. Der letztere davon zeugete Petrum, dessen söhn Emeritus den König And'ream in dem zuge in das heilige land begleitet, und an. i2i8inderbelä- gerung der stadt Damlate das leben eingebüßet, Matthiam hinterlassend, welcher Emericum und Johannem gezeuget, davon der erstere ein vater Petri worden, so an. 1296 gestorben. Sein söhn Benedictus Esteras wurde an. -zro zum Freyherr» von Galanta, sein söhn Andreas zum General, gleichwie sein enckel an. iz86 von dem Kavser Sigismundo zum Lgmre -u^ro gemacht. Er kam an. izys vor Nicopolis um , Nicolaum hinterlassend, der Franciscum gezeuget. Dieses letztem söhn Stephanus, Freyherr von Galanta, war ein tapfferer Held, und verlohr an. 1 z 26 sein leben in der schlacht bey Mohaz, die er dem Könige Ludovico II vergeblich mißrathen hatte. Sein söhn, Martinus Esterhasi, zeugte Benedictum und Stephanum, unter welchen dieser in der schlacht bey Kerest an. 1596 blieb,jener aber zeugte Franciscum,Ritter und Gespan der Preßburgischen gespannschafft, welcher Gabrielen:, Danielem, Paulum und Nicolaum hinterlassen. Von dem ersten ward Wolffgang gezeuget, von dem andern Georgius Caspar/Thomas Sigismundus, Michael Ericus,Johannes und Daniel,unter welchen Sigismundus,Michael und Ericus verschiedene kinder hinterlassen. Der dritte söhn Francisci, Paulus, hat Franciscum , Nicolaum und Alerandrum gezeuget; der vicrdte und merckwürdigste wurde den 8 apr. an. 158; gebohren, er führte den titul eines Grafen von Beregh,worzu er an. 1617 von dem Kayser Matthia gemacht worden. An. rsrr wurde erKayserlicher Cam- merherr, undz jähr hernach Palatinus des Königreichs Ungarn, und Ober-gespann des Oedenburger-comitats, auch endlich an. 1628 Rrtter des goldnen Vlieffes / wie er d^enn dem Kaiser in der Unruhe mit dem Bethlen Gabor sehr wohl zu statten kam. Er schlug an. 1624 die Türcken, als sie eben in die quartiere ziehen wollen, und bekam viele beute. Nachgehends trug er zur erwäh- lung desKayftrllchen ältesten Drintzen, Ferdinand!, zur Ungarischen crone nicht wenig bey, und starb an. 1644, nachdem er von seiner andern gemahlin Christina Mari von Bedeg, Emeriti Grafen von Turzo wittwe, ein vater verschiedener kinder worden. Unter den söhnen hat sich Stephanus, Graf von Beregh, mit Elisabeth,Gräfin Turzo von Bethlenfalva vermählet, die ihm Ursulam, so eine gemahlin seines bruders Pauli, »u in Ungarn morden, und Ladislaum,welcher sich in den geistlichen stand begeben, gebohren. Der andere söhn Nicolai,Ladislaus, wurde an. 165 2 von den Turcken erschlagen; der jüngstgebohrne, Franciscus, ward Com- mendant zu Papa, und hinterließ Antonium, so Obrtst-Lieutenant unter den Kayserlichen Husaren worden. Vor allen brüdern aber ist zu mercken Paulus, des heiligen Römischen Reichs Fürst Esterhast von Galanta, Gräfin Frackno und Beregh, Herr in Eisenstatt, Kayserlicher würckiicher geheimer Rath, k-Nsr,nus des Königreichs Ungarn, Ober-gespann des Oedenburger-comitats, Ge- neral-Obrister des Königreichs Ungarn, und Ritter des qöldncn Vliesses. Er ward an. 16; 5 gebohren,und an. 1687 in den Reichs- Fursten stand erhoben. An. 1655 vermählte er sich, wie bereits gedacht, mit Ursula, seines bruders tochter, und zeugte mit ihr Nicolaum , Ober-gespann zu Oedenburg, Paulum, Stephanum, Äleri- um,Franciscum Michaelem/Kayserlichen Cämmerer, und »bristen Hofmeister des Königlichen Hofes in Ungarn, so sich an. 1694 mit Anna Margaretba 6-- Blandrate, des Grafen Dessana und Marquis von Rad in Piemont tochter,vermählet,Gabrielcm, so Kayser- licher Cammer-Herr, auch eines regiments Husaren Obrister ist, und sich an. 1694 init Margaretha Christian«,GrafOttonis Henri« von Abensperg und Traun tochter / vermählet, und andere linder mehr. Nachdem aber die erste gemahlin des vorgedachten Pauli gestorben, legte er sich an. 1682 des Grafen Stephani Lockest) von Arwa tochter bey, welche ihm an. 168z «einen söhn, Jose- phum, gebahr, welcher Käyserlicher Cämmerer, Obrlster und der Szaladienser gespannschafft Ober-gespann worden, und sich mit Maria Octavia,Freyin von Gilleis, vermählt. Allein weil die vor- gedachte Töckelische tochter an. 1700 ihrem gemahl mit gisst vergeben wollen,wurde ihr das jähr darausdas urtheil gesprochen, daß sie die zeit ihres lebens in einem kloster zu Tüln in Oesterreich gesanglich zubringen solle. Er selbst starb an. 171z den n mart. und succedirte ihm fein söhn GrafMichael im Fürsten-stande und in der Oedcnburgischen gespannschasst. Lrttexrb. lpicileAium in pstker. k4. ?. kcksu-bUknc; all sn. r/oi 6c 1704 ; 81. Eftevay / siehe Estavay. Esthen/ Esthland / lat. Lkkoniz, eine vrovintz in Lieffand, gräntzet gegen Mitternacht an den Finnländischen meer-busen, gegen mittag an das eigentliche Lieffand oder Letten, gegen morgen an das Hertzogthum Plescow, und gegen abend an die Balthiiche see. Sie wird in 6 kreise eingetheilet,und begreifft Wyhrland , Al- lentacken, dgs Bißthum Dörpt, und die gebiethe Jerwen, Wycke und Harnen, wie auch die insuln Oesel, Dagedoen, Moen, Warin- soe, Wrangoe, Kien, Wodesholm u. a- m. Es ist dieses lanv fischreich , und bringet viel geträide Herfür, so an weit entlegene örter wegen seiner gütc verführet wird; überbiß hat es einen Überfluß an geflüqel und gutem wildpret. Was die Historie dieser landschastt betrifft,so ist in selbiger,nachdem um das iahr 1190 ein Münch von Segeberg, namens Meinard, die Christliche rcligion in Riga und den nahegelegenen orten geprediget, ein guter gründ zu alinehmung derselbigcn auch in Esthen dadurch geleget worden. Im übrigen ist sie jederzeit ein sammel-platz der Pohlnischen, Dänischen, Schwedischen und Moscowitischen armeen gewesen, so haben auch die Schwerdt-Brüder und Teutsche Ordens-Meister schwere kriege darinnen gcführet, bis endlich an. iz8; die Schweden nach geschlossenem frieden mit Moskau in Esthen mcistcr blieben, worrn- nen sie aufs neue an. 1660 in dem Olivischen srtedens-schlusse be- kräfftiget wurden, «seit an. 1704 haben die Russen nach eroberung der stadt Narva und der Hauptstadt Revel diese provintz eingenommen, und in dem vor wenig jähren gemachten frieden hat sie ihnen müssen auf ewig überlassen werden, ckron. , 5 .7 Lc. ckron. 8->x. p. i. cic rei>. I)mw. cbr. I. r. Ksx/rrMc. 4ic6. gclcb. cie ko!. I. > c S. * Esther / eine berühmte Jüdin und gemahlin des Königs Ahas- veri in Pcrsien. Sie war, wie einige dafür halten, des Mardochai bruders tochter, oder wie andere wollen, von ihm an statt einer tochter aufgenomen,aus dem stamme Benjamin. Weil sie sich auch unter den Jüdischen gefangenen befand, fugte es Gott durch eine sonderbareschickiing, daß sie des Königs Ahasven gemahlin wurde. Wer dieser Ahasverus gewesen, davon finden sich unterschiedene meynunqen,indem einige dafür halten, daß es Darms, der Perser; andere, daß es Darms Medus; andere,daß es Astyages; andere, daß es Cambyses; andere, daß es Drres; und wiederum andere, daß es Artarerres Longimanus gewesen sey; sehr viele wollen mit sonderbaren gründen beweisen, daß Darms Hystaspis darunter verstanden werde. Welche diese letztere meynung behaupten, wollen auch,daß diese Esther bey den Griechischen stribentenArkystana heisse,gleichwie Scaltger, der sie für eine gemahlin des Terxis hält, glaubt, daß sie bey ihnen Amestris genennet rverde. Dem sey, wie II. theil. I f ihm 226 est est ihm wolle,so zeigte sich noch weiter ein sonderbar erempelder Göttlichen Vorsorge an der Esther, indem durch dieselbe das grosse Unglück,w durch Haman dein Jüdischen volck vorstünde, nicht allein abgewendet, sondern auch Haman gcstürtzet wurde, und den verdienten lohn seines Hochmuths empficng, wie solches alles in dem buche, so von ihr den namen führet, mit mehrern beschrieben ist. Dasselbe gehöret ausser streit unter die von Gott eingegebene bu- «her der heiligenschrifft, es ist aber noch nicht ausgemacht, ob es von Esra, oder von dem Hohenpriester Jehoiakim, oder selbst von dem Mardochai geschrieben sey, wiewohl die meisten Verletztem Meynung beypflichten. Wofern dieser Ahasvcrus, König Artarer- res Longimanus gewesen, so ist Esther um das jähr der weit zrrz, ^ c. L. ry5,oi)-mp. 80,2 zu ihm hinein geführet worden. i, r Lc. 1.11 »ntiq. c. 6 ; L-rs-üccn/e rrn. IN cs». 47. in pikl. 1. kill. cccl. I. z c, rs. careck. 4. ^ ok>. I. 4 c. 18. Lr/s- siln in ?lH. 1. cle llocir. Lkrill. I. r c. 8. in Icripc. cccl. vllic. kikl. cnckir. kikl. Lc, Esihius / (Lubcrtus) ein ki-llicuz, war von Straßburg gebürtig , allwo er den gründ zu erlernung der freyen tünstc gcleget. Hie» rauff qieng er nach Basel, und Körte in der Medicin Platerum, Bauhmum und «ritupanum. Nach diesem besuchte er verschiedene academien in Tcutschland und Franckreich- Bey seiner zurückkunft übernahm er die voetor. würde, und practicirte zu Creutznach. Nach vcrflicssnng 4 jähre wurde er zum wolliiin- m-gicinL nach Heidelberg beruffcn, da er absonderlich die -naromie und Korsnic fleißig triebe, worauf er an. 160s j,n;? jähre seines alters gestorben. in ckeacr. Estius, (Wilhelmus) ein Probst zu 8 . Peter in Douay und Cantzler der Universität, war von Gorcum gebürtig. In seinen juiMn jähren studirtc er zu Utrecht, und zu Loven lehrte er die pk>- toiopkie und ik-o>oz!e mll grossem zulauf, nahm auch daselbst an. 1580 den voLtor-rirul an. Einige zeit hierauf wurde er nach Douay beruffcn, die aufsieht über das llmm-num zu haben, da er sich bann in solche Hochachtung siebte, daß man ihn zum Probst zu 8 . Percr und zum Cantzler der Universität machte, in welcher wurde er auch an. isi; in dem 72 lahre seines alters starb. Man hat von ihm commcnc^rium in vinn,:- ?auk epilloliiz; in kkr. llnrcnrlAruin vciri It.onib.ii'lli ^snnoearioncs in sircrcipiiL Lc clilllcikoi's llripturL: locs; mLrcvriuni Lllinuncii e.',iln>iiLni; killvrism nizrr^rum Lo-comicnkuni, Lc. Er hat auch grossen antheil an der eclirion der wcrcke des H. Augustini, so die volles zu Löven ans licht gestellet, gehabt; wie er denn für seine person das gantze neunte voiumen durchgegangen. Lelg. L in tdll. -cscleiu. / 4 r 7 L«; llc llripr. llc. I/. ^rk. kei§. < 7 ^ 02 , 2 , 4 «« in «Icncko llripk. in tzci'. llripk. öcc. Estnrrbertt / ist das gcbürg auffder rechten seitendcs Rheins, gegen dem Rheinthal über gelegen, darinnen Esichens, Vadutz, und Fcldkirch liegen- An. 1499 in dem Schwaben-krieg fielen die Schwaben und Oesterreicher in das Rheinthal, wurden aber nicht nur von denen Eydtgnoss n zurück getrieben, sonderen diese setzten den dem dorff Vevscn über den Rhein, steckten solches in brand, belagerten, eroberten und verbrannten Vadutz, zogen hernach auf Benderen, und legten diesen ausgeplünderten ort in die asichen, weilen die muthwilligc Schwäbische lands-knechte darinn denen Evdtgnoffcn zur schwach eiu kalb gctauffet, und solches Amman Rüde gencnnet hatten, !<>,.«. l., p. 6 . K. kx>. zr?. Esioile/ (Claudius ck) Herr von Saussl, ein mitglied der Krantzösischcn academie, war aus einer alten familie zu Paris gebürtig. Sein vater bediente die stelle eines gcrichts-schrcibcrs bey der Cantzlen zu Paris, und sammlete verschiedene Urkunden, aus welchen hernach einer von seinen freunden das buch verfertiget, so unter dem tilul: jon,»Li gcc>, w" "tt psssü ll»,s tßenrviii heraus gekommen. Sein söhn Claudius legte sich hauptsächlich auf die KlilliLMl,,^ und pv-k!c; wie er denn sonderlich die reacln des Theatri sehr lvohl soll verstanden, auch gar gute verse verfertiget haben, bcnebcn aber dieselbe so offt durchgangen und außgebcsserct, daß er uns nur wenig stuck übrig gelassen, darunter vornehmlich 2 comö- dicn sind, la KcUc LIcwvc, und Intrigue lie5 kilnux; er arbeitete an einer dritten, aber der zu geschwind erfolgende tod verhinderte deren aiissiertlaung. Man findet auch einige andere seiner gedichtcn in verschiedenen collcctionen Frantzösischcr versen, welche stich zo in 6-> lahrcn außgegangcn; er soll den gebrauch gehabt haben seine verse ieweilen seiner magd, die noch das» nicht allzuviel gcist gehabt, vorzulesen, sintemal er in der menuung gestanden, kein vcrs seye für recht gut zu halten, könne auch wenig rühm dabey gesucht werden , wo nicht etwas darin» wäre, das auch zimlich rummen und ungelehrten lenken gefallen tönte; Malhcrbc und Molliere haben auß eben dieser ursach ein gleiches gethan, und ihre mägde einiger Massen zu ihren musen gemacht. Wann unser poct von anderen über ihre auffsätzc, sonderlich von versen, raths gefragt wurde, psiegte er ein st'br scharffer einigt zu sevn, und die fehler einem jeden gantz frey unter die äugen zu sagen; als ihme einsmahls eine Scene von einer eomödie vorgelesen ward, darinnen man einen König redend einführte, ihme aber solche reden vorfielen,als wären sie der Maiestät eines Königs allzu unanständig, sprang er auß un- gedull von ssinem fitz auf, und bestraffte die ausgelassene rcdens-art des »urkoti« mit diesen Worten: Ester König hat sich vollgesoffcn, sonst wurde er dergleichen reden nicht gebrauchen. Ein junger mensch auß Languedoe soll sich gar zu tod gegrämt haben, als ihme i'Ltt'i!-.' in einer eomödie, darinnen er ein sondcrbahrcs meister-stuck «bzulegen vermeinte, eine zimliche anzahl grober fehleren gantz deutlich hervorleate. Sonflen wäre dieser mann auch sehr aencigt zur liebe, zöge sich aber damit viel Verdruß aufden hals/wie er dann, als er letstlich eine person ohne Mittel gehcyrathet, darüber grosse armuth erleyden mnste, welche er doch ftandhaffrig, miv ob- ne jemand beschwärlich zu fallen ertragen; für das sicherste hielte er in diesem zustand um seine haußhaltung desto besser einschräncken zu können, Paris aufzugeben, und das larrd-leben zu erwehlen, m welcher einsamkcir er auch biß auf seinen an. i 6 ;i erfolgten tod verblieben- kill. cie iLcLclcm-e I-Liii^oile. * Estoriland / ist eine wcitläufftige landschafft im mitternächti. gen America, gegen tue mittägige lande und dem nördlichen theile von Neu-Franckreich gelegen. Sie hat einen fruchtbaren boden, ist aber bergicht, und mit waidern, die mit wilden rhieren angefüllet, überwachsen. Sie wurde zu erst von 2 Venekianern, nemlich Ni- colao und Andrea Zeni, hernach aber von einem Pohlen, mir namen Johann Scolul, entdecket, jedoch nicht weiter, als was die küste betrifft, da sie von den Portugiesen r-rrs g> vsk-ggor, von den Engelländern aber Neu-Britannicn genennet wird. ^ Estouteville / ein flecken in der Obcr-Normandie, welchen Francistus I an. 15 z 4 zu einem Hertzogthum gemacht, und ivoher die Adeliche familie von Estouteville ihren namen hat. Estouteville / ein ansehnliches gefchlecht in Franckreich. Der erste, davon in den Historien Meldung geschieht, ist Robertus l, Herr von Estouteville, welcher an. r°66 mit Wilhelm» Conqucswre nach Engclland gieug. Er hinterließ einen söhn mit ihm gleiches namens, Herr von Estouteville und Vallemsnt, dessen söhn, Ni- colausl, die Ablen unsrer lieben stauen zu Vallemontan. nSy, oder, wie andere wollen, an. ms gestifftet. Erhalle? söhne, darunter der älteste Robcrtus III an. n8> gestorben, von seiner gemahlin Lconella, einer schwester und erbin Roberti Herrn von Raines, Henricum 1 nach sich lassend. Dessen söhn, Johannes I, lebte noch an. 1251, und wurde ein vater Roderti IV, Passemer zugcnannt. Dieser vermählte sich mit Alir Bertrand, einer tochter Roberti, Herrn von Briguebcc, und zeuacte mit ihr verschiedene kinder beyderley geschlechts- Unter den söhnen hat Esiout von Estouteville die linic der Herren von Torcy aufgerichtet, von welchem hernach ; dessen brüber Robertus V lebte um das jähr i zo; und vermählte sich mit Margaret« von Hotot, die ihm verschiedene kinder gedohren, darunter zu mercken Robertus VI, Nicolausder Herren von Aussebosc, Ranlphus der Herren von Rames, und Ni» colaus der Herren von Vonchet stamm-vater. Robertus VI, Herr von Estouteville, befand sich an. 1; 7; bey der belagerung von Coi- gnac, lind starb an. 1)9; den22stbr. Seine gemahlin Margmeta von Montmorenc», Caroli, Marschalls von Franckreich tochter, gebühr ihm Johannem II, Wilhelmum Bischoffvoii Evreur,uiid andere. Johannes II pflantzte das gefchlecht fort, und zeugte mit Margaret« von Harcourt, Äldovicum I und Wilhelmum. Dieser begab sich in den geistlichen stand,wurde Cardinal und Ertz-Bischvff zu Rouen, und florirte zu den zeiten Caroli VII und Ludovici XI m Franckreich. Er bekleidete anfangs die stelle eines ^reki-vi-com, hernach ?nonr, ferner eines Bischoffs, und letstlich machte ihn Nicolaus V zum Ertz-Bischoffvon Rouen, da EugeniuslVihm den Cardinals-Hut schon vorher ertheilet hatte. Er war Cämmer- ling der kwche, und machte sich nebst bereits gedachten Päbsten bey Pw II, Sirto IV und Calirto III sehr beliebt. Nicolaus V schickte ihn nach erobcrung der stadt Constantinopcl zu dem Könige Ca- rolo VII m Franckreich, um ihn zn dem frieden mit Engelland zu bereden. In einer andern gesandtschafit suchte er die Universität zu Paris zu verbessern, und zu Bourges wohnte er denen berathschla- gungen der Frantzösischcn geisilichkeit bey, da man Mittel suchte, wie die k-»:i>ccK.i! und Hiverncurpon der Normandie, und an. 144; zum Groß-Schencken erwählt. Er erwicg seine tapsscrkeit in dem kriege wider die Enqclländer, »nd kam dem König Carolo VII in der eroberung von der Normandie nickt wenig zu statten. Er starb an. 146;. Sein söhn Michael wohnte der eroberung der städte Falaize, Cacn und Cherbourg an. 14zo bey, und hatte einen sobn, Jacvbum, Ritter, Ratb und Cammerherrn des Königs, wie auch L->pKsin von Falaize. Dieser vermählte sich an. 1480 mit Louise von Albret, die ihm verschiedene kinder gebvhrcn,darunter sich Johannes III auf erhaltene PW- liche cksscniminn an. I>c>y mit Jacobina von Estoutcville, scmer nahen anverwandtin, vermählet, und mit ihr Adrianam, Hcrtzo- gin von Estouteville, gezeugt, so an. an Franciscum von Bourbon, Grafen von 8 . Paul, verhcvracbet worden, und an. 1 > 6 o gestorben, nach sieb lassend Mariam von Bourbon, Hcrtzo- gin von Estouteville und Longncville, Gräfin von 8 - Paul, rc. so dem Hcrtzog Leonor vem Orkans, souverainen von Neufchatel, '.c. beygeleget worden, e^ic starb an. 1601 den 7 april. Esiout von Esioureville / ein sobn Roberti IV , Pasicnier genannt, war Herr von Torcy und Estouteville, und vermahne sich an. 1 zc>; mit Alir von Menlant, dre rhm Johannemgebobren, so von seiner gemahlin Johanna von Ficnnes, ein vater worden: i)Nicolai, 2)Thomä, erstlich Requetcnmeisters, und iiachgc- hends Bischoffs zu Beauvais, so an. 1^94 gestorben. z)Iohan- nis, Herrn von Chariemcsml. 4) Wilhelnii, Bischoffs von Aurer- rc, und hierauf von hifieur, welcher zu Paris das collegimn von Lisieux genannt von Toren gcstifitct, und an. 1414 gestorben. Eines sohns, so Abt von Fescamp und Bee worden. 6 ) RauW, Ertz-Capeüans zu En. 7) Roberti, Ertz-Capellans zu Ncubm; 8) Iohannis - deS stamm-vaters der Zerren von ^ x,, i;S 4 gestorben, 9 ) Acgidii- Ertz-Capellans zu Eu - uns ^ Uild ^ ^ 2 ^vnnua. Nieo!a..g/d.,- ..L jü.'LSL'J auch R,l!erde?2m^^"„E Cstr/es gemach^hatte. Cr an» ncrloÄtec Johanna. Nicoiaus / der obgemeidt^rstgebohme'sthm qeiiarmt Colart von Eftouteville, Groß-Iägermeister von Franck- rcich, welcher von seiner gemahkn Johanna von Doudeaville, ein sater verschiedener kinder worden, davon Johannes und Robertus m nrercken- Johannes wurde Ritter des ordcns von 8. Michael, Achter zu Paris / L^,»m aufder festung Caen, rc. und zeigte in vielgcleqenhkiten seinetapfferkeit, stiftete auch an. 1488 die kirchc zu Blainville - und starb 6 jähr hernach- ohne rechtmäs- sige kinder zu haben. Robertus von Estouteville,Hcrr von Bainc-re. Richter zu Paris und Königlicher,Cainmcrherr, zeugte Jaeobum, Richter zu Paris, welcher ohne männliche erben gestorben./««»?»- Kilt. ci'/irc. L cj'Lllour. tiüivr. gcncal. 6e I rzoc. L L2N. ckrili. bist. cie; msitr. Lni2 vcrsertl» get. ^ Ls///- bis!. Lillerc. bikl. L-c. Estrades / (Gottfried Grafvon) Marschall von Franckreich, Ritter der Königlichen Orden- Vice-8-c in America- o»uver»cur der städte und der citadclle von Dünkirchcn, Mastrich- des Hertzog- thums Limburg und der darin gehörigen örtcr. Er war anfangs bey des Königs Ludovici XI V einigem brudcr, als derselbe noch Herizog von Chartrcs war, Ober-Hofmeister - und wurde nacvge» hends in Gesandtschafften nach Engclland und Holland gedrauciit- wie auch als erster v>e»>porenri2riii» an. 1667 zu den Bredauchen und an- iüü8 zu den Niemägischen fricdens-tractaten geschicket. In seiner gesandtsehafft zu Londen wiederfuhre ihurc au. 166 1 der bckandte schimpfvon dem Spannischen abgesandten 6c BatteviUe, daß- als bey dem einzug des eschwedischen gesandten Grafen Nüs Brahe jeder mit seiner gutsch den Vorgang pratendwte, und deßwegen beyderseits bediente hand-qemein wurden, des >tt. a'Estrade Carosse mit gemalt zuruckgestosseu, und die gutsch-riemen zerschnitten wurden, da hingegen die Lwanier ihre gutsche mit eisernen ketten von lcder umzogen vcrstarcket halten; allein sein König wußte sich darüber auch eine gantz sonderbare und denckwürdige satrsfaclion zu schaffen. Dieser Herr starb zu Paris den 26 febr. an. > 686. Von seiner gesandtschaffr - so er an die General-Staaten von an. 166; biß 1668 geführet - sind an. 1709 zu Brüssel, w-ircs, m-mott» üc »c- ßoiiziions in z bänden in 12 , und von seinen Niemägischen Verrichtungen aN- 1710 icn-cs A ncgoriarionr clu Lomce U'Llttag» 2 tt j-2ix gsUlmezucjn; bänden in 8 herausgekommen. Sein söhn, der Abt 0 Estrades - starb zu Passy den ro may an. 171; im 7; mhre seines alters. * EstVes/eine alte berühmte familie / so ihren eigentlichen ur- yrung aus der Püardie hat. Ankomus von Litte» / Herr von Lallte»/ lebte umdas jähr 1560 / und hinterließ einen söhn glci» ches namens. Dessen söhn/so der dritte dieses namens worden/bediente die stelle eines Groß-Zeugmeisters von Franckreich/welche ihm der König Henricus IIan. i ?; -> ertheilet- Er wohnte an. 1;; 8 dcrbelagerung Calais bey/und brachte Coevres an seinhauß. Er mmähltesich mit Catharlna/ der ältesten lochtet'Jacobi/Herrn vonBormeval/dieihm Antonium IV gcbohren/so den titul eines ^rquizyon Coevres / Senechals von Doulonnois/ Ritters der Königlichen orden/ und oouvs^eu-r von Fere/re.gefuhrer/ auch nebst andern bedienungen die ci-z^e eines Groß-Zeugmeisters vertreten. Dieter zeugte mit Francisca Dabou/einer tochrer Jo- Hannis/Herrn von Bourdaisiere /1) FraiicistumLudovicum/so an. ies4in der belagerungvor ßaon umkam;2)FranciscumHan- nidalem/z)Dianam/so Iohannis von Montluc/Marschalls vvnFranckreich/andere gcmahlin worden / und an. i;y; gestorben ;4)Gabriellen/vonwelcher ein eignerarticuliolget; ;)In- lianamHippolitam/die Gcorgiovon Dramas Hertzoge von Vil- lars/und o) Franciseam / die Carolo / Grafen von Sauzay/ beygelegt worden.Obgemeldter Franciseus Hannibalvon Estrees/ warHertzog von Estr-cs / vstt und Marschall von Franckreich/ vonCoeuvres/re. Qouvcrncur von ittocie «-I-Lkici:, derstädte Soiffons/Laon/rc. Er wurde anfangs dem geistlichen stand ge- wiedmet/ und der König Henricus IV erhielte ihm das Bisthum Noyon.Allein nachdem sein bruder vor haon an. iz94umge- kömmen/begab ersich in den krieg / und machlc sich unter dem na- mmdes^L^u üvon Cocuvres bekannt. An. i6i4bckleidete erdie stelle eines ausserordentlichcn Abgesandten in dieSchweitzund an die Fürsten Italiens. Hierauf wurde er General-Lieutenant über dle ruxn>2- trouppen / so nach dem Vclrlin gierigen. An. 1626 erhielt er den Marschalls-stab / und 4 jähr hernach kain er dem Her- hvg von Mantua zu hülffe / welcher von den Kayserlichen in seiner resident! belagert ward. An. 16^2 nahm er Trier mit accord ein/ Md 4 jähr hernach aieng er als cxr>2<,-nM2ir/vmv^n-meu-nach Rom. An. 16^4 bekleidete er bey der crönung des Königs Ludo- vittXI V die eines . welcher ihm auch zu ehren das land Cveuvres in Soissonnois an. 164; zu einem Hertzogthum .. vvu 'Lprers gemacht hatte. Er war auch Nüterder Königlichen orden / und starb zu Paris an. 167-, im 98 oder wie andere sagen im 10s jähre seines alters. Man hat von ihm einige memoiren derjenigen sachen/ so unter der regierung der Königin Maria von Medicis passieret sind / desgleichen 2 rc- ttrion», die belagsrnng Manma/ so an. >6zovorgegangen /und das concirve, darinnen Padst Gregvrius XV an. 1621 erwählet worden / betreffend. Erhalte; gemahlinnen/und von den2 er« stern ward sein geschlecht fvrtgepflantzet / Denn Mariam vvnBe» thune legre er sich an. 1622 bey / und zeugte mit ihr einen söhn/ der gleichen namen mit ihm geführet/Joyannemund Cäsarem / Cardinal von Estr-es / Bischoffvon Laon / rc. welchersich in wich« tigen angelegenheiken des Kvnrgs gebrauchen lassen / und zu ende des jahrs 1714 im 87 jähre seines alters zu Paris gestorben.An« i6z4 vermahlte er sich zum andern mal mit Anna Hadert / einer tochlcrJohanms Herrn von Montmor / die ihm Ludovicum/ klsi^msvon Estrses / a<>vixv,'-n , ' vor von« ... ^ llw '^uVeals /im°-.ntt,cur nachNom geschickt/und'vermählte ßarharmam von Lausseres-Thcmines/die ihn 0/ ( davon Johannes Bischoffzu La» § Eardtnal worden / FranciseusHanniballila» E rs/o Magdalenam von Liorme / eine tochter des Demi beygeleget. Johan» von Estr-es / Vice-Admiral von Franckreich / Dice- König in Amerika / und lctstlich ttisreckiai öL r-Lnce,war/wie «udere söhn Francisci Hannibalts I, und erwarb sich Ä P l^iic wicdcrdie Holländer m Ammeaan. 1676/77 und 73 Von seiner gemahlinMariaMar« er sich an. i6;8 bcygeleget/ist er ein voller woidm Victoris Maria Ritters der z Königlichen Or«- dcn / Großen von Spanien Vtce-Admirals m America / Gvu» verneurs zu Nantes/ General-Lieutenants in der Nautischen Graf» schasst/ und leyt 170; Marschalls von Franckreich / eines Herren der neben dem krieg und staals'.geschäffken auch in den studien gros» len verstand hat / und eine grosse anzahl der rarestmalken mürrtzm zusammengelegt; sodann Iohannis / Abts von Evron re.und Cvmmaudeurs der Konigl. Orden; samt r töchteren/ davon Ma» naAnna den 20 nov. a. i^i.anMich.Franciscum von Courtcvaur und Capttam der 100 Schweitzsrnverheyra» thet worden. -O« I!r«»ro--re. /e?. /e cisnI - 2 14sl4ce 2uxme>iioircsau * Estpses/ (Gabrielle von) ihr vatter war AntvmusIV von Estr es / Marquis von Cveuvres /Smechal von der landschaffk Doulonnois/ Ritter der Königlichen orden / und o»uveri-ur von k-rs; ihre mittler aber Franctsca Dabou/ eine tochter Iohannis ? Herrn von Bourdaisiere. Ihre sonderbahre schönheit / um deren willen man ste nur die schöne Gabrielle zu nennen „siegte/brachte lhr des Königs Hmrici IV liebe zuwege/ deren frucht Cäsar/ nach» maligcrHertzog von Dendome/war/welchen stetmjlm. an. 1594. auf dem schloß Coucy gcbahr. Ausser demselben hatte sie vondem Könige noch 2 kinder / so aber kein sonderliches alter erreich!/uem-» lrch einen söhn und eine tochter / welche letztere an. 1996 zu Roum mit grosser pracht gemufft ward. Gedachter König hatte sich der» Massen von ihrcinuchmen lassen/daß erfastgar nicht ohne sie leben kunte / und dannenhero auch so gar in seinen feldzügen sie mit sich herum führte/wie erdcnn kaum durch den Marschall von Diron sich bereden ließ / sie in währender gefährlichen delagerung von A- Mlens von sich zu ent>erneu. Diese uugemeine gewogenhcit des Königs ließ sich dadurch sehen / daß er sie erstlich zur Marqqräsiu von ttlo,>cc2u x und hernach zur Hertzvgin von Bcaufort machte / durch öfftere und sehr ansehnliche geschencke sie bereicherte / und nlchk leicht in einiger fache / die sie suchte/ mit abschlägiger antwort ab» wieß.Jhr vatter erhielt an. 1^97 die würde eines Großmeisters von der artillerie; ihr söhn / Cäsar / ward an. izott legiiimierk/ bekam von dem Kömge selbst / und folglich auch von andern / den bey natürlichen Andern gantz ungewöhnlichen timl eines im ö- Lr2nce, empsieiig an. 1598 dasHertzogthum und die V2iri Vm» dvme / und ward noch in eben demselbiqen jähre mit grossen solcn» nitäten an Franciseam / die eintzigc erbin Philipvi Emanuels von Lothringen/Hertzogs von Merroeur / und Mana vonLurem« bourg /'einer Printzeßin von Martigues / versprochen; ihr vmer / Franciseus ci'Lcnubttsi, Sourdis / empstcng an. 1599 nurwc» qen ihrer den Cardinals-Hut; vieler andrer gnaden-bezeugunM / so ihr selbst oder den ihrigen wiederfabrm/ nicht ;n gedencken. Bey diesem allem führte sie sich sehr vemünsstig und großmüthig aus/ hatteauch den rühm / daß sie nicht lcicht m-twillm jemand bclei- dmte / misskl't den Duc cje 8uN>', dessen bey dem Aonlts genossene annst sie nicht wohl vertragen konte/und das um so viel desto mehr, weiter sich denen vielfältigen gnaden/ dieste ohne unterlaß begehr» te / und durch welche die schatz-kammerallzu schrtt'fchopsset wurde/ mit aller macht zu wiedersehen Pflegte-, allem ^r Kvnlg nahm^ mehr des Sulln varthey / und gäbe ihr so deutlich zu verstehen / wie ihr die forlsetzung eines solchen Hasses ohnfehlbar schaden wnr» de/daß sie endlich mit ihme freundschsst zu haltensuchte. Gegew andern wäre sie immer gütig / und machte sichern vergnügen daraus / wenn sie jemand dienste leisten konte. Sie war aber nicht zufrieden/des Königs mairrcitt zu heiffeu/ sondern strebte darnach / wresic gar desselben gcmahlin werden möchte. Es schien auch/ als ob henricus IV fast eben so grosse tust darzu hatte / als uc selbsteu; wieerdenn allbereit gegen den Päbstttchen Legaten/den Cardmak von - diesen seinen vorsah crwehM / auch dabey destom-yr ^ Ffr beharrete/ 228 kst beharrete / weil sein Lelb-iV-lliclis.is «viere, der Hertzogin von Deauforl zu Mallen/ ihm weißgcmacht / daß er wegen einer gc- wissen carnosslat / woran er sehrkranck gewesen / keine kinder mehr wurde zeugen können. Allein eines theils wolle feine gemahlin / Margarctha Valesia / in die mit ihr vorhabende ehcscheidung durchaus nicht willigen / wofern Gabriellc an ihre stelle kommen solle ; anderntheils war auch dcrPadst garnicht genelgt / zur schere düng mit dieser ersteren gemahlin dre crlaubnuß zu geben/bißer vorher sehen köntc/daß der König daraufcinen ihme angenehmen henrath treffen wurde; Es wäre auch ein schlechtes ansehen/daß die Printzenvom Geblüt sich ein solches gefallen liessen / als welche sich dadurch desto weiter von der cron hätten sehen müssen / ohne des wiederwillcns des qrösten und besten theils der um ton zu ge- drucken/welchecine solckeehe so wohl ihremKomg als sich selbsten für sehr nachtheilig hielte. Au aller dieser Personen vergnügen geschahe es/daß Gabriellc/ da sie fast den einen fuß auf den Königlichen thronehatle/ und schon wieder in den vierdten moiimschwan- gerwar/den ioapr. an. plötzlich mittode abgicny.Eshatte nemlich des Königlichen beichtvatters / Renati Benoit/zureden so viel gefruchtet/ daß sie Hemmnis IV gebeten/ sie mochte ihn die heilige woche hindurchallein in Fomainebleau lassen/und hingegen ihresorts in Paris ihre andacht haben. Daselbst hatte sie sich bey dem berühmten Wechsler/ Sebastian Zamet/ einlogiert/der den dem König und ihro in sehr guten grinsten wäre/und seinen freunden zu Wollüsten meisterlich beholffen seyn tonte. Da liemindeir grünen donnerstag die so genaiinte»-ncbrzz in der kleinen Anwnius- rieche besuchte / ward sie ohnmächtig / und deswegen zurück in das gedachte hauß gebracht/ als aber ihre kranckheit zunahm/wolle sie durchaus nicht länger daselbst bleiben / sondern ließ sich zu ihrer jchwester / Madame von sonrdis /tragen / da che denn ingar erschreckliche undseltsamcconvuiiion-! verfiel/ und in solchem zustande den folgenden charfrcytaq ihren yeist aufgab; wiewohl Baffom- xierrc meldet/die ohnmacht/odervielmehr der a-ste anstoß der mehren hätte sie erst eine stund nach ihrer zuruckkunfft außder klrchen überfallen / und zwar nicht bey Aamet/soudernin ihrem woimhauß gu vo-cnnc-ir-L.LcrmLjn. Sie war in denen hcffttqsiengichten ci- ries todten kindcs niderkommen. Dergcmetne rufqieng/daß man sie mit gisst hingerichtet/ und dieses ward ninsovlelmehrbcstärckt/ weil ihr entseelter cörper alsbald eine qantz entsetzliche und schändliche gestalt bekam. Der König war schon aufdcm weqc/sie zu besuchen/da er zu Villejukf die Nachricht von ihrem rode cmpfienq/ worauf er gleich wieder unlkchrte / und zwar mit unbeschreiblicher betrübniß/worin,icn ihm aachäusserlich der gantze hofdurch an- lequng der lrauer nachfolgte. Dieses wird noch unter andern von dieser »ErcH-gemeldet/daß auf ihreinrathcnderKönigdlevon dcrstadtCamdray ihm angetragene souveraiiirtätausqeschlagen. Ihre mit dem Könige erzeugte tochter / CatharinaHenrielta / m-- ÄmoiecUe Nc Dendomegenannt / heyrathete an. 1619 Carolum II, Hertzog von Elboeuf/ und zeugte mit demselben Carolum m. Her- Log von Lldoenf/ Zranciscum/ Printzen von Harcourt/ und Ju- lium Augnstum / Printzen von Aslcbonne. Sie starb an. 106z. bist. üb. >1), >17. l-o , bitt. 6e vr^ncerom. ;p. 1040.1041.1 54,1164,1181. H94»ir,z. ^me/ornor.lurlerlccrr.tt'Os- tsr II > ZY7 > UI ,288,296,1V , i;6 Le bitt. 6e QouisXÜI.t. n. L5cm'oirc- 6c 6c lle * EStremadura/ lat. wovon ein rheiUn der alten Lrn>r>»und lurci-rini»begriffen/ einclandschafft iii -Spanien/ welche unter das Königreich Castttien .gehört. Sie liegt an den Miscrstcn land-granken Spaniens / und führet dahero auch den heutigen namenc Gegen abend stost t-e an Portugall gegen morgen an Castilicn/ gegen Mitternacht an Leon / und gegen mittag an Andalusien. Die länge foll sich auf 50/ und die breite auf ;o Spanische mctlen erstrecken. Dievornehmste stadt darinnen ist Dadajos. Nebst dieser sind Merida / Alcantara / Plaeeima / Cona / Albu- oücrqiic und andere. Ohrigeachkek aber das land mit pomerantzen Und cmonen-desgleichen öl-undfeigen-bäumen wohl versehen ist/ so wird es doch wegen der allzugrosien Mimer-Hltze nicht gar sehr bewohnt, Am wintcr hergegcn wird es desto hauffiger be,ucht/indem von weit-entlegenen orten das vcrh dahin getrieben wird/ der fetten wende zu gemessen so die stüsse Taio und Guadiana durch ihre bcwasscrung rn dem lande hervor breiigen/wie sie denn auch deswegen die lustige spanische Prvvmtz gencnnet wird. r»5iu»c'r. c. 25 - rel->r. 9 . > x>. ><-. ieerttr«-inner. ttifii. Lo/!«c nnrir. Imper. -k voyagc. 8c!i.,uplsc- von Spsnien nnct i'orcuZgtt k. 641 kep. * Estreniadura / lat. kxtrcm.igu^. dichaiipt-Provttitz in ssor- inaall/ welche gegen norden an die Provintz Veua/ gegen ostcn und siiden an die Provintz Alcntcio / und gegen Westen an das Atlantische mcer gräiMt- Es liegen darinnen Asiabon/ sctubal/ AI antara / Almerin / Dclcm / Ca,eais / Leina / sän amn und ?omar Am übrigen hat das land guten vorrath an saltz/ wem/ v! und Honig. " cleinx oiy.aip. Ua/cone//. üettr. ttwic. UcUr. 9c»r»g.V"/er. in». >.»>»- visinr. vorcnx. r/.v U-,/. ct^nr ls rov-n»»c c!c 9»rwq. von 8»»n. uncH-orkux. p. 801. l-q. Estremoz oder Ertremos / eine grosse und wohlbefcstigte siavt in Portugall / in der Provintz Alenkejo/ zwischen Evora und E vas / in einer gmen uiid jruchtbaren gcgcnd oberhalb des fluffes Tera gelegen. Sie hat wvhlqcdauetc Häuser / und hat ausserhalb misdeil, berge ein viereckigtes citadcll. Eftrir / (Aegidins) war an. 1624zu Mecheln gebohren / und begab sich an. 1641 in die 8«c. Nachqchcnds hat cr zu Löven dier>'coi»i;ie gclehret / und. sich durch seine strcit-schriffken / darinnen er stichciemiim -rnmoniü rum g»kr-m«nro x»nirenn« uns dem est eßl concilio'rri-teiiklno zu behaupten suchet/ sonderlich bekannt gemacht. Hiernechst hat er auch einige schr Wen ge sae heraus gegeben / welche aber von der >»qu>6iic>n zu Rom verbothen worden/ und ist gegen ausgang des 17 seculi mit tode abgegangen, b.bi. 8 . 1 . Estwodus oder Estwidus / von Ashenton / (Johannes) ein Engelländer/ lebte zu den zeitendcsKouigsEduardilllinvcm 14 seculo. Er war in der rcde-und dichte-kunst / desgleichen in der pmioloptiieund hauptsächlich inder Lkroioßic erfahren. Manhat von ihm jucticisie sttronomicum, welches auch unter dem namen luiiiMT juäittiili- bekannt ist ; ferner eiuciäLrmm pizneisrum ; »i>u- I»5 pisnetLrum ; cLnones äe utilicLce öc pr-iüics rsvulLrum ; äe con- juMione Iscurni 6c Harris in csncro 3n. octLvo sunü ; irew rte conjnnLione 8srurni 6c )ovis 6c cu8 IvlirLncIu!->nus und N i irtieiniuL gedencken seiner mit rühm. L cte kcript. /engt. lcicnc. nisriieni. x, 6;4« Eßlittgen/eine Rerchs-siadt in SchwabeN/an dem fluß Neccar, eine gute meile von Stuttgard und ; weilen von Tübingen gelegen. sie hat, nach einiger ineynung, ihren namen von dem klänge der Eisen-Hämmer, ivelche vor diesem allda gar häuffig im schwänge giengen, wiewohlen man davon heut zu tag kein vcttigium mehr finde!. Daß es eine malte stadt seye, ist daraus abzunehmen, daß Kaystr Carolas i> 1 . einem Abbt der daselbst befindlichen 8- Dio- nvsi» kirchen, Vvtrado genannt, in einem faminel-patent die er- laubnuß gegeben, so wohl in selbiger stadt welche darum c-Ns Lrrcimxr genennetwird, als auch zu Gmnnd, einige beysteuervor verschiedene klöster zu sammlen. Hierauf hat sich diese stadt der- gestalten vermehret, daß Kayftr Heinrich der IV allda, an. 1077 einen Reichs-convcnr gehalten, weswegen Kaystr Friedrich der II anlaß genommen, solchen an. 121; mit thürnen zu umgeben, worauf dieselbe immer besser angebauet worden, so daß man nach der zeit verschiedene Rcichs-Crayß-und Städt-täge, wie auch gar viele thurnicre mehr fast als an einem ort allda gehalten , wie dann auch an. 1555 das Kaifferliche Kammer-Gericht, wie auch das KeZimcnrum Iiupcr» dahin transferirt worden. Dieburgerschassc, und insonderheit der Rath,ist der Evangelisch-Lutherischen reli- gion zugethan. Die gcgcnd um die stadt ist sehr angenehm und fruchtbar,insonderheit wächst allda herum, zumal in der so genannten Ncccar-Hallden, ausbündig guter wein. Die Haupt-kirche der stadt ist zu 8. Dionysio, neben welcher der Hospital stehet, so m älteren zelten gar reich gewesen, jetzo aber wegen der vielen ausgestandenen grossen kriegs-fatalitäten in grosses abnehmen gerathen, sonst aber wegen seines außerordentlich grossen kellers weit und breit bekannt ist. Die §.Marien-kirche ist aufeinem Hügel erbauet, daraus ein gesunder brunnen entspringet; So sind auch verschiedene klöster sowohl m der stadt als denen Vorstädten, darunter das Dominicaner-ktoster zu erziehung der Findel-kinder gewidmet ist.. Ausser diesen befinden sich auch darinnen viele höffe, so theils dem hochwürdigcn Dom-cspiiui zu Costantz dem r-ipcüiv- unmittelbaren Reichs- Gottes-Häussern Kayscrshcim und Fürstenfeld in Bayern, die meisten aber dem Hochfürstlichen hauß Würtemberg zugchören, die aber alle unter der jurisdiction der stadt stehen, wie dann dieselbe erst in an. 1721 ein Kavserlich «.eicttpcum in comrs. öiÄorro dahin erhalten, daß wandle stadt in der wohl-hergebrach- ten ?c>gcli>one vei qusti lurizgiÄionis unangefochten lassen solle. Unter den weltlichen gebänden ist das Rath-hauß das vornehmste, welches zwar an. 1701 nebst 200 häussern abgebrannt, nach der Hand aber wiederum also wohl gebauct worden, daß daraus gar füglich allerley conventcn oder conferentzicn von grossen kümiW können gehalten werden; Diesem ist nicht unähnlich, das von dem Ritter Canton Kocher gleich darneben aufgebauet, und gleichfalls iinterder stadt jurisdiction stehende bauß . als welches zu Haltung seiner Convcnten und der Canizley dienet,und gar commoll ist; So ist auch die Universität zu Tübingen zu zweyen mahlen, nehmlich in an. 1567 und 1571 in diese stadt wegen der vest auf eine Zeitlang transferirt worden. Solisten ist von dieser stadt zu mcrckcn, daß sie schon von vielen lahrcn in des benachbarten Hochfürstlichen Hauses Würtemberg schütz und protcction stehe, wiewohlen selbiger nicht pcrpcttlirlich, sondern gemeiniglich zu gewissen jähren erneuert wird, deßwegen auch verschiedene Verträge zwischen beyden theilen errichtet worden, darunter vornehmlich der vertrag s- an. 1477 merckwürdig, als wordurch sich die stadt i» z>u»üo des zolls gar wohl prospicirct hat, wann sie ausser schirm sollten gesetzt werden. Hicdcvor hat diese stadt zu dem Römischen Reich und dem Schwäbischen Cravß vor einen einfachen Römcrzng bis auf 1691 mit 146 st. 2v kr. concurriret, ist aber ä c.rillre 4 auf6°iahrin des Marggrafe» schütz versprochen Wen. Wiewohl die stadt auch bey diesem bunde mercklich zu kur z gekommen, weil Ulrich von Wurtemberg, der durch den Schwäbi- schen bnnd vertl-icheii worden, nach seiner restitution den ersten zom deiien Eßlmgcrn empfinden ließweshalben diese nachge- eth 229 dem heil. Bonifacio, Ertz-Bischoffvon Mayntz, anlast gegeben, in einem absonderlichen schreiben mit der göttlichen straffe zu drohen. e,«KH»e conrwUM. La»r4e». Uiit. kn^I.dootr 4. Ethelbald/Konigvon Ettgelland,folgte aufseinen Vater Ethel- Wolffan. 8;?. Jedoch hatte auch sein bruder Ethelbert ein gewiß stück vom Königreiche zu seinem antheile,nemiich Kent,Esser,Sur- reyund Suffer, welches ihm indem väterlichentestamentevermacht worden. Ais der vater noch lebte, setzte Ethelbald alle natürliche liebe aus den äugen, und nach seinem rode fiel er in eine andere fünde, indem er sich zu einer unmaffigen liebe gegen dessen Wittwe entzünden ließ,so gar,daß er sie auch heyrathete,vhngeachtet er sich zuvor ihrer ankunfft in das land so hefftig widersetzt hatte. Das beste theil des Königreichs hatte er schon seinem vater zuvor abgenommen, und 2 jähr mit ihm zugleich regieret. Nunmehr aber regierte er nach dessen tode z jähr zugleich mit seinem bruder, doch so, daß nichts von seiner gantzen regierung merckwürdiges, als die ehe mit seiner stief-mutter war; gleichwol war er so glücklich , daß ihn die Dänen die gantze zeit über zufrieden liessen. Mat- -- - ,' >, ' ^,.7 endlich"badende thaus von Westmünster berichtet , daß ihn die mit seiner stief- "lmids in keinen bund mehr willigen wolltm. SndMy yavc Etkr hlutschande endlich gereuet, und er dahero von 2 in bei» Teutschen kmge viel erdM chm die stlbiger sich geschieden habe; allein Ässer,welcher zu der damaligen ^Sveyer hat nvch wtz^deu zehenden zu heben , wctck-m ihin me g^bet, schwelget von dkesem Puncte aan^We^Huntmgdon Ethelbert/ der z König aus dem Sächsischen geblüte,folgte feinem vater Emerici, und regierte im 6 seculo. Dessen regierung ist sonderlich deswegen merckwurdig, weil er und seine Unterthanen die ersten unter den Sachsen waren, die sich zum Christlichen glauben bekehrten; da hingegen vorher» von der Man, da die natürlichen einwvhner aus ihrem lande vertrieben worden, gantz Britannien mit dem HeydenthiiM angefüllet gewesen. Vor seiner be- kehrung heyrathete er eine Christliche Printzeßin, Berka, des Königs Cariberti in Franckreich tochcer, welcher, krafft des geschlossenen heyraths-cvntracts , die freye Übung ihrer religion unter des Bischoffs Letardi anführung, der ihr von ihren ellern mitgegeben worden, zugelassen war. Gleichwie sie nun selbst zu ihres gemahls bekehrung nicht wenig beygetragen, also wurde die gelegenheit zum völligen ausbruche durch 2 Engellandische jünglmge, so nach Rom verkaufst worden,an die Hand gegeben. Denn als sie Gregorius, so damals ^rcki virconus daselbst war, ansichtig worden, und von ihnen erfahren, daß sie Heydm wären, ruhete er nicht, bis er von dem Pabste Bmedieto erlaubniß erhielt, hm zu reisen, und unter den -t vMnl- Sachsen das evangelium zu predigen. Allein dieses wurde durch .-z mich seine bald darauf erfolgte erhebung auf den Pabstlichen stuhl ver- m hindert,bis er endlich,wie Beda berichtet, durch göttliches eingeben darzu angetrieben, Augustmum und andere eysrige Münche nebst ihm in Britannien abgeschickt, um daselbst die Christliche religion zu verkündigen. Daraufkamen ihrer 40, und landeten in der insul Thanet an,nebst einigen Frantzosen, die sie zu dolmetschen, mit sich , nahmen. So bald sie daselbst angelanget, schickte Augustinus also- L .ünnlinäe seyn selten, nM geben wolle, unter dem vor^ Kömge, bemselbigen zu hinterbringen, daß er von Rom ir 8 A- Mge bäume wären,dee damuften wohl gewartet wer- — - stybt abzupachten pfleget. Conradus Ursp. fuhrt solches von Kay- M gneoet, schweiget von diesem purictega 77 ffm 7 ^^'."""A^ str Friedrichen II an. i2°8her. So hat sie auch Kayser Friedrich rühmet chn sehr, und berichtet, daßer;uR„sin^^"'^?u vm stemden gerichten befreyct , und wird unter die 12 deputieren worden. ° Vyervurn bearnn-» Reicüs-städte gezchlet. Es ist auch dieses nicht zu vergessen, daß sie niemals unter einem andern Herm gestanden. vocumems mons- jier VVürcemd. Lonllsnk- in s^encl. stt tterm. tüon» lraü- jun. rle Lsllbus 8. LLÜi s^uZ. r. i rci-, ^.Ic- wsnn. LNvLl. k. ; P. ro8- cie Urt>. Imp. 1 -». xozs. §ucvi«, VVVrtemd. all ann. ,449. 8.. g,b socuw. VVüiremb. ss. k. eom. 4 I. 7 c. is 0,6. e-civ. imy. O-!tt cie psce pub,. Lr/-/, gcj gn. 1701. * Etelwerd/siehe Eleward. Eteocles/ Oedipi, des Thebaner-Königs söhn, welchen er mit seiner leiblichen mittler Jocasta gezeuget. Er verglich sich zwar mit seinem bruder Polynice dahin, daß sie ein -ahr um das andere re- ckre» wollen, allein da das eine jähr zu ende war, wolle er seinem bruder die regierung nicht abwetten. Darauffieng Polynices-, mit TOei und Adrasti beystcmde, r.i. 2756, c. 1228, einen krieg wider Etcocicn an, worinnen sie mit einander versöhnlich fochten, und einander beyderseits tödteten. Als sie nun nach ihrem tode zugleich auf einen scheiter-hauffen gelegt wurden, verbrandt zu werde» , soll sich die flamme von einander getheilt haben, damit diejenige» , welche sich im leben durch haß von einander entfernet, im tode nicht selten vereiniget seyn. jn yi,«n. Eteocles/ einer von den Lacedämonischen Lxlior!-, welcher dem Könige in Macedonien Antipatro, die nach der Niederlage des "'"s,,Königs von Sparta, gefoderte geissel, welches ;o Spartani- drn,welches aber nicht besser geschehen könte,als aufshrem eigenen Hoden, an deren statt bot er ihm noch einmal so viel alle manner lind weiber an; da aber dieses nicht für gültig wolle angenommen werden, und Antipater scharffe dräu-worte von sich hören ließ, gab hierauf Eteocles zur antwort: daß, wenn er von den Lacedämo- nimi wolle solche dinge verlangen, die ihnen würden schwerer zu ertragen seyn als der tod selbst, würden sie lieber diesen erwählen, als ihm dasjenige, was er federte,geben. in »xoxll- lließm. Etfinus/ der 61 König in Schottland, Eugen» VH söhn, succetirlc Mordaco an. 7;°. Er führte das regiment ;r jähr im fnede, und verordnete in seinem hohen alter 4 Statthalter. Ethal/ Ettal oder Etal/ ein Bayerisches klosiew und Abtey ^cneditliner-ordens im Bißthum Freystng. Bey siisttung dieses klojiers wurde die besondere verordnung vom Kayser Ludewigen M. -z;r gemacht, daß nicht allein 20 Benedictiner-Münche, sondern auch 1; Ritter nebst ihren weibern unter gewissen bedingun- 'en hier wohnen sollen. Es brauchten aber die ?->crcs die vorsichtig- cit,daZ die abgehenden Ritter nicht wieder ersetzt wurden,wodurch selbige nach und nach aussturben, und der ort den allein verblieb, den sie auch bis hieher behauptet- Sie haben daselbst gute einkl'mffte, wozu die dahin täglich geschehene wallfahrten ein grosses beytragen. ?. r>. p. 160. Ethelbald/war nach Kelreds tode König von Mercia,lmd alle Provintzen disseirdes flusses Humber, nebst deren Köriigen, stunden unter ihm. An. 7;; belagerte und eroberte er die stadt L-omerton. An. 740 überfiel er betrüglicher weise einen theil von Northumber- wnd, indessen daß der König davon,namens Eadbert,in einem kriege wider die Pickn verwickelt war. An. 752 lieferte er mit seiner armee dem West - Sächsischen Könige Cuthred bey Burford in Orfordshire, eine blutige Wacht, worinnen er den kürtzern zog. An. 7; 6 gjeng bey Secandune, anjetzo Seckington in Warwicks- hlee, zwischen seiner und des West-Sachsischen Königs armee, ein neues treffen vor, worinnen er sein leben verlohr. Andere schreiben , daß er aufanstiffkn seines Nachfolgers, Beornred, des nachts durch seine eigene leibwache ermordet worden. Es wird von ihm «rühmt , baß er sehr freygebig gegen die armen und gegen die Geistlichkeit gewesen. Hingegen hat er durch seine Menschheit, womit er weder weiber, noch auch kloster-jungfraum, verschont, sein Reich gekommen wäre, ihm den Himmel und die ewwe klwkell von einem andern Gott, als den die Sachsen kenneten Der Konig erstaunte zwar hierüber, befahl aber dennoch allda,wo sie angelandet,verbleiben sotten,allwo er sie M allen notb- wendigkeiten wolle versehen lassen. Einige tage hernach verfÄe er sich an einen gewissen ort,und ließ sie zu sich beruffen Kw ten sich bald fort,sungen nntcrweges Ar äbwcch8e gesange m 2 choren, und trugen ein silbern creutze nebst dem// mahlten bildniffe Christi vor sich her. Wie sie nun vor den Köm» gekommen,fieng AnMinus an, vor ihm und der gantzen versmnn? lung von den fachen, die ewige seligkell betreffend, zu predigen, M- cheö alles der Komg mit sonderbarer aufmercksamkcit anhötte Hi erauf gab er zur antivort, daß diese lehren ihm gantz unbekannt waren, und er sich nicht so bald enlschliessen könre, seiner vät reli! gron zu verlassen; gkichwohlen aber danckte er ihnen vor ihre M he,, daß sie so e,nwe.cerweg nicht gereuet, ihn undseinvolckin d?r erkantniß dcricmgm dmge,, die sie Zweifels frey vor die wahrhaff- tigsten und besten halten musten,zu unterrichten. Er erlaubte ihnen so fort, seinem volcke eben diese wichtigen lehren zu vredwcn, und alle diejenigen welche solche a.mehmen woltm m ihrcr M givn zu bringen. Darauf wurden fle befehlichet,in seine residentz zu koinmen,und sich zu Canterbury nieder zu lassen, da sie denn zu aroL sem Wachsthum des Christenthums ihr leben auf eche sehr W liche art gefuhret. Gestalt denn auch der König selbst, nachdem er von der Wahrheit des evangelii durch die reinigkeit der darum enthaltenen lehren, und das gute leben, so wohl derjenigen, die solche lehre in sein land gebracht,als auch derer, die sie allda angenommen (worzu auch einige wunderwercker sollen gekommen seyn,) überzeugt worden,sich lausten ließ. Nachdem nun der Pabst Gregorius den glücklichen fortgang dieses werckS mit freuden vernommen, bestimmte er aMvrt den Ertz-Bischoff von Arles darzu,daß er Au- gustinum zum Ertz-Bischoff von Canterbury ordiniren solle, und schickte ihm noch mehr ^.UMn-r.oz zu, welche die autorität der Römischen kirche in dieser insul bevestigen halsten, wiewohl sich die Britannische clerifty in Wales darwider gefttzct. Endlich starb Ethelbert, der erste Christliche König der Sachsen,an. 61 ü, nachdem er 56 jähr regieret hatte.. Seine gesetze und ordnungen wurden nach dem cxemvel der Römischen Kaystr gemacht, indem er darüber seine verständigsten Ministers zu rathe gezogen; sie blieben auch lange zeit nach ihm im schwänge. n,?-». 1.»c. r«. 1. lSit lllll. vryL'l- tukvr. l. 4. Ff; Ethett 2zo cth Ethelbert/ König in Engelland, war des Königs Cthelwolff anderer söhn / und erbte an. 860 von seinem brnder das gantze Königreich. Unter dessen regierung fiengen die Dänen «dermal an -aS land zu beunruhigen , nachdem sie unter voriger regierung sich gantz stille und ruhig gehalten. AIs sie nun also mit emer grossen armee in der westlichen gegcnd von Engelland angelandet, mar- schirten sie bis nach Winchester, und plünderten diesen ort. Es giengen ihnen aber gleich darauf Osricus, der Grafvon Sou- thampton,und Ethelwolff von Barkshire entgegen, wodurch sie sich aus dem Reiche zu retiriren , und alle ihre beute im stiche zu lassen genotbiget wurden. Fünff jähr darnach, nemlich um die zeit, da Etbelbett starb, landeten sie abermals in Thauet. Damit nun die einwohner in Kent von solchen beunruhigungen eimnal mochten befreyet werden,machten sie mit ihnen einen accord um eine gewisse summe gelbes; allein da selbiges nicht geschwind genung tonte aufgebracht werden, thaten die Dänen bey nacht einen plötzlichen ein fall, und verwüsteten die gantze östliche gegmd von Kent. Um diese zeit starb Köing Ethelbert; Ethelred aber, sein brnder, folgte «hm in der regierung nach. Im übrigen soll er ein tugendhafter Herr gewesen seyn, der sich niemals den lästern ergeben. Kill. Ethelbert / oder Ethelbright/ ein König der Ost-Angeln, folgte seinem vatcr Ethelred, und wurde, nachdem er 4> mhr regie- retsverrätherischcr weise von Offa, dem Könige der Mercianer, an. 79z ermordet. Denn als dieser ihn durch allerhand angenehme vcrheissungcn angelocket, seine tochter Aliredam zu hcyrathcn, ließ er ihn hernach umbringen, und mästete sich hierauf seines gantzen Königreichs an. H"«/. b st. /u,A>. Ethelfred/ König von Bernicia in Nord-Engelland, folgte Ethclric. an. 59;. Er war ein kriegerischer und ehr-begieriger Herr, und plagte die Bntannier mehr als einer von den sächsischen Königen vor ihm gethan hatte. Er eroberte auch von ihnen viel grosse landschafftcn, die er entweder zinßdar machte, oder mit seinen eigenen Unterthanen besetzte. Inzwischen sahe Edan, der König der in Britannien wohnenden Schollländer, diejes alles mit neidischen äugen an, kam dannenhero mit einer mächtigen armer wider ihn, die aber von Ethelfred aus das Haupt geschlagen wurde,so,daß er kaum selbst mit etlichen wenigen davon kam. Doch wurde Tbeobald, des Königs brudcr, samt dem gantzen stügel, den er commandirte, geschlagen, welches den sieg zimlich verringerte. Dieser König trieb Edwin aus seinem Königreiche Deira, und vereinbarte selbiges mit dem scinigen. Allein Redwald, der Ost- Angeln König, nahm sich Edwins, der sich in seinen schütz begeben, an,lind verbalst diesem bedrängten Fürsten durch gcwalr der Waffen wieder zu feinem rechte , wie unter dem Worte Edwin weitläufig zu lesen. Hierbei) wurde Ethelfred erschlagen, nachdem er zuvor mit seinen eigenen Händen Remerum, des Königs Redwalds sohii/getödtet hatte. Ethelced / succcdirte an. 676 stimmn brnderWulfer indem Königreich Mcrcia, und brachte nicht nur Lindsey , nebst andern von dem Northumbrischcn Könige Elkried eroberten Plätzen, wiederum herbey, sondern verfolgte auch seine siege bis in die Provintz Kent, welche er, ohne anschung der kirchcn und klöster, sehr verwüstete. An. 687 gieng zwischen ihm und dem gedachten Eifried bey dem ffuß Trent eine blutige schlachl vor, worinncn der letztere seinen brudcr,Elfwin,verlohr. Doch 3. Theodorus,Ertz-Bischoffvon Canterbury, vermittelte zwischen beyden einen frieden. An. 697 ward seine gemahlin, Ostrcd, man weiß nicht, aus was vor Ursachen, von ihren eignen Edelleuten ermordet. An. 704 legte er in der Abten Bardcney inLincolnshire einen Münchs-Habit an, und überließ sein Reich seines brudcrn,Wulscrs,söhne,Kenred. b st. vt buvb q. Ethelred / König von Northumberland, ein söhn Ethelwalds, mit dem zunamcn Mollo, welchen an. 7^ einer, namens Alcred, verräthcrischer weise um die cron und das leben brachte. Neun jähr hernach verjagten die Northumbner diesen Alcred, und krönten dagegen den Printz Ethelred. Derselbe ließ an. 777 drey Gros- se, names Aldwulf, Rinwulfund Ecca, vcrrätherischerweise ermorden ; worüber ihn das nächstfolgende jähr seine Unterthanen absetzten, und aus dem lande zu weichen nöthigten, oder wie andere schreiben, gar gefangen hielten. Nach ihm erwählten sie einen, namens Elfwald, und als derselbe, nach einer acht oder neunjährigen regierung erschlagen worden / machten sie des obgedachten Alcreds söhn, namens Osred, zum Könige über sich. Allein das nächstfol- cnde jähr beraubten sie ihn der cron, und gaben dieselbe an. 789 em Ethelred von neuen. Dieser ließ seines vorfahren, Elfwalds söhne,Oclfund Oeifwin,durch falsche verhcissungen aus der kirche zu Jork, wohin sie geflohen waren, herauslocken, und hernach an. 791 zu Wmdermer in Lancashire unverantwortlicher weise hinrichten. Seinen nächsten Vorfahr, Osred, welcher zwar aufder insul Man eine Munchs-kutte angelegt,dennoch aber die cron wieder zu erlangen vorhatte,ließ er an. 792gleichfalls todten. Hierauf heyratkete er des Königs Offa von Mercia tochter, Elfled,und endlich ward er an. 796 von seinen eigenen Unterthanen entleibet. L ««0» Mit. <>f l-ng>. bvob 4. Ethelred / ward gegen die mitte des neundtcn seculi, nach dem todescines vaters Eandred, König von Northumberland, nachg. jabrcn durch einen, namens Readwulf, von dem throne geflossen, bald aber auf denselben wiederum erhoben , und endlich vier jähr hernach erschlagen; worauf ihm Osbert succedirte. Lt,lull. ok LoZIanci, boolc s. Ethelred / König von Engelland, war des Königs Ethelwokf dritter söhn, und folgte seinem brudcr Ethelbert an. 8S6. Wer kaum die regierung angetretten, thaten die Dänen einen neuen Unfall in sein land,und machten grosse conqucten. Sie hatten um diese zeit unter den Ost-Angeln vesten suß bekommen,welche,nachdem sie genöthiget worden,mit ihnen einen frieden einzugehen, ihnen ge- legenheit gaben,sich mit Pferden zu versehen, wodurch sie eine zimli- che cavallerie auf die deine brachten. Es hatten die Dänen dazumal 2 anführer, welches 2 brüdcr waren, mit namenHingnar und Hubba. Diese führten sie das nächstfolgende jähr zu lande bisnach Bork, da sie denn gleich das volck allda in innerlicher Uneinigkeit antraffen; inmasscn König Osbert verflossen, und Ella, dashaupt einer andern parthey,an dessen statt auf den thron erhoben worden, welches so dann den Dänen zu ihrem Vortheile gerieth, dergestalt, daß die Northumbrier allenthalben niedergemetzelt, die stadt Zorck durch feuer verderbet, das land von den Dänen überschwemmet, bis an den fluß Tine erobert, und Egbert aus dem Engelländischm geblute zum König über sie gesetzt wurde. Nachdem nun die Dä» nen durch dieses glück zimlich aufgeblasen worden, giengen sie au. 868 in Mercicn, nach Nottingham, allwo sie die winter-quartiere aufschlugen. Burheb war dazumal König über diese landfchaffr, jedoch dem Könige Ethelred zinsbar. Als nun selbiger einige hulffs-volckcr zusammen gebracht hatte, gieng er mit seinem brudcr Alfred in Merciam, stieß zu den Merciancrn bey Nottingham, und that sein äusserstes, die Dänen zu einer schlackst zu nöthigen. Allein sie blieben in der stadt und dem castelle, und wollen sich in kein treffen einlassen. Endlich wurden die Mercianer des dings, daß sie so lange sollen aufgehalten werden,übcrdrüßig, und giengen mit ihren feinden einen frieden cin. Darauf kehrten die Dänen wiederum zurücke nach Jork, kamen das nachfolgende jähr inLincolnshire, und hauseten allda, ihrer gcwohnheit nach, sehr übel. Anfänglich wurde eine grosse menge von ihnen ncbst ; der vornehmsten Generalen in der schlackst getödtet. Allein da sie sich hierauf wiederum vcrstarckten, jagte dieses den Engclländern ein zimliches schrecke« ei», daß sie anfiengen auszureisen. Dieses gab den Dänen fernere gclegcnhcit, die Ost-Angeln zu überfallen; daselbst nun schlüge« sie erstlich den Grafen Wulketel mit seiner gantzen macht, und hier- nachst den König Ethmundum, welcher von ihnen gefangen genommen , an einen pfähl gebunden und mit pfeilcn lobt geschossen wurde. Als nun solchergestalt die Ost-Angeln von den Dänen unter das joch gebracht worden, marschirtcn sie an. 871, nachdem sie sich zuvor sehr verstarcket, aufdie West-Sachsen loß, welche noch das eintzige übrige volck waren, welches schiene etwas stärcke und tapffcrkeit zu haben, sich ihnen zu widersetzen; wie sie nun nach Neading kamen,sch!ugcn sie daselbst zwischen der Thames und dem fluffe Kennet ihr lager auf,und schickten von dar grosse vartheye« von der cavallerie aus, auf dem lande zu souragiren. Diesen begegnete Ethclwulff, der Graf von Barkshire, mit einem theile der Königlichen armee, und schlug sie bey eincin dorffe mit namc« Englcfield. Bald darauf kam der König selbst und sein brudcr Alfred mit der Haupt-armee,worauf die Dänen sich mit ihnen in eine schlackst einliessen. Es wurde zu beyden leiten überaus scharst gefochten, jedoch behielten die Dänen das seid. Vier rage hernach kamen beyde armecn mit ihrer qantzcn macht bey Ashdowu zusammen, deren jegliche in 2 grosse stügel eingetheilet war. Alfred, des Königs brnder, welcher ei» co> p, von der Engelländischcn ar- mce commandirte, that den ersten angriff, und gieng mit solcher tapffcrkeit aufdie Dänen loß, daß er sie nöthigte, die flucht zu er- grciffen; der König kam zwar, nachdem er zuvor sein gebet verrichtet, etwas zu spät, föchte aber nichts dcstoweniger sehr tavsser, und tödtete Bascai (sonst Juariis genannt) einen von ihren Königen oder vornehmsten Generalen.' Jcdcnnoch liessen die Dänen den mnth nicht fallen,sondern rückten 14 läge hernach unter Agncri und Hubda des erschlagenen Juan brudcrs comm-inlln aufs neue an,dcs besagten Generals todzu rächen, und erhielten auch würck- lich einen sieg über die Engclländische armee. Dcr König Ethclre- dus selbst soll in einem bald darauf erfolgten treffen, oder wie andere wollen, an der pest gestorben seyn. bist. run. bist D^ii. br,!L»n. Ethelred / war dcr andere söhn des Engelländischcn Königs Edgar, von dessen anderer gemahlin Elfried,und succedirre an. 97? indem väterlichen Reich seine,n halb-druder, Eduard, welchen die jetztgedachte Elmcd ohne sein wissen und mit seinem grossen Unwillen hatte hinrichten lassen. Der Ertz-B>schoff Dünstan von Cante-rbury stellte -hinein schlimmes p-.-;nvst,con. weil er bei, der taliffc das Wasser vermirciniget. Es war auch seine regierung sehr unglücklich,und zwar vorncmlich wegen dcr Dänen,welche «11.98» den ansang machten,sein land zu belinruhigcn,und ihn endlich,weil er mehr den Wollüsten und dcr mulbeit ergeben, als zu dem kriege geschickt warmothigten, mit > 0020 psund den frieden von ihnen;» erkauffcn. Esse forderten hernach immer noch mehr und grössere summen, welche schatzimg von den nnterthanen zu ihrer grossen be- schwerde aufgebracht und Dancaeld genennet wnrde. Nachmals heyrathcte er Emmam oder Elgivam, eine tochter Richardi, Her- tzogs von der Normandie, und an. >002 st,ffteke ercs an, daß den 9 jul. alle in Engelland befindliche und damals gantz friedlich lebende Danen,auf einmal und ohne unter,cl'icd massacrirt wurden.Mcin dieses wurckte nur so viel, daß aus Däncmarck 9 armecn sich ein- fanden, welche ihrer lands-Ieute Verlust auss grausamste rächten, und ihn dahin brachten, daß er an. 1007 mit ;6ooo psund einen abermaligen frieden von ihnen crbanbeln mustc. Das nächstfolgende jähr machte er grosse austasten, sie mit gemalt z» vertreiben. Doch sein eigener sch>vieger-sohn,Edric, und dessen brnder Wbric handelten so unverständig und so verräkherisch, daßerabermalden kUttzM! eth türftern zog, und endlich gar an. roi^nüt seinen 2 söhnen, und mit seiner gemahlin, zu deren bruder, Richardo II, in die Normandie entfliehen mustc. Das folgende rahr rufflen ihn seine Unterthanen wieder zurück,und vermachen ihm, wenn er besser regieren würde, nicht nur einen beständigen gehorsam, sondern auch einen nachdrücklichen deystanb Mder die Danen. Wiewohl er nun dieselben noch in demselben jähre schlug, und in ihr Vaterland zurück zu segeln nöthigte; so fanden sie sich doch bald in einer grösser« anzahl wiederum ein,und als obgcdachter Edric, welcher einen theil seiner armer eommandirte, nebst andern mehr, sich zu den feinden schlug, fiel es denselben nicht schwer , allenthalben die oberhand zubehalten. Dieses beschleunigte Ethelreds tod, welcher den 2; apr. an. 1016 zu Londen erfolgte, allwo man ihn in der Pauls-kirche beerdigte. Die geschichtschrelber meiden von ihm, daß er sehrwohlge- stalt und ansehnlich von Person gewesen. Von seiner ersten gemah- li» hinterließ er Edmundum, mit dem zunamen Ironside, von der andern aber, welches die abgedachte Emma gewesen, Eduardum (oakeilorem, Alfredum, und 5 andere. Edmundum und Eduard habe» nach ihm den Englischen thron bestiegen. Eo»'- im. ok bootc 6. krst. 0/ vol. 1. Ethelredus / Eailred / Edilred / oder Ailzred / ein Abt Cistercienser-ordens zu Rieval in der cb«ces Zorck, soll mit dem Königlichen Hause in Engelland seyn verwandt gewesen. Er hat viel dücher von der Historie, theologie und gottesfurcht geschrieben, und ist an. 116Ü gestorben. c!e tcripr. «ie hikl. Liüerc. stt 2». 6lo H. ir. Ethelstan / Konig von Engelland, succedirte seinem vater Alfred an. 92; im zo jähr seines alters; und ob er schon von einer . Ethelwolf/ oder Ethelwuss/ der andere Monarch in En- gttland, folgte auf seinen vater Egbert an. 8 ;s. Er war ein sehr freundlicher.Herr, aber dabey kein guter soldat, welches den Dänen muth machte, Engclland ferner zu beunruhigen. Ob er sie nun zwar an. 8 ;s mit einer grossen Niederlage zurück nach Sout- hampton trieb, so blieben sie doch in den folgenden bey Ports- inoulh und Mercworih gehaltenen treffen allezeit meister. Durch so guten fortgang ihrer Waffen wurden sie zu neuen Unternehmungen mehr und mehr behertzt gemacht, daß sie des nächst-folgenden jahrs nach Rochestcr, Canterbury und Londen kamen, und gantz unerhörte grausamkeitcn verübten. Hierauf erdichten sie zu Char- momh in Dvrsekshire einen sieg wider die Engelländer, wurden hingegen an. 845 gar hart gezüchtiget, daß sie 6 jähr stille sitzen mutten. Als sie an. 852 abermals eine feindliche landung thaten, hatten sie ebenfalls nicht besser glück als das vorige mal, mmassen sie erstlich bey Weggantborough, und hiernachst zu Sandwich, geschlagen wurden. Nichts desto weniger kamen sie nach diesem abermals in die Temst, Missten bis nach Canterbury, und von dar nach Londen. Ethelbert schreibet, daß sie beyde örter zerstöh- ret hatten; allein, was Londen anlanget, so berichtet Ässer, daß ekler vrt von ihnen nur geplündert worden. Bertiilf, der Mer- chuüsthe König , welcher sein Königreich von Ethelwolf hatte, MiM ihnen einen harten streich, sie suchten sich zwar zu rett ritt!) 2ZI ren, allein König Ethelwolf und sein söhn Ethelbald Waffen sie zu Okeley in Surrey an, und lieferten ihnen ein treffen, welches gleichfalls unglücklich vor sie ablief. Hierauf stieß der König Ethelwolf mit seinen »uxiii-c - trouppen das nächst - folgende jähr 8;; zu Burhed, dem König in Mercia, wider die nördlichen ein- wohner zu Wallis zu streiten. In eben dem jähre landeten die Dänen zuThanet an, und hatten eine abermalige rcncomre mit des Königs trouppen, welche auf beyden theilen gleichmäßig ablief. Darauf that Ethelwolf mit feinem jüngsten söhne eine reffe nach Rom, und bliebe daselbst ein gantzes jähr, da immittelst die Dänen in seinen Herrschassten das Winter - quartier genommen hatten. Auf dem rückwege vermahlte er sich mit Judith , des Königs in Franckreich, Caroli Calvi, tochter. Mittlerweile war wider ihn zu Hause von Ethelbald, seinem ältesten söhne, Alstan, seinem vertrautesten Bischofs, und Enulf, den Grafen von Sommerftt, eine consstti-Lnon angesponnen worden. Ihre beschwärungcn waren diese, daß er Alfred, seinen jüngsten söhn, mit nach Rom genommen , um ihn allda zum König crdnen zu lassen, auch über dieses eine ausländische Printzeßin geheyrathet hätte; damit nun das Reich nicht in innerliche unruhe verfallen möchte, räumte er seinem ältesten Lohn das beste theil des Königreichs ein. Endlich, nachdem er 20 jähr regieret, starb er, nnd wurde zu Winchester begraben, 4 söhne hinterlassend, die sämtlich nach einander regierten , nemlich Ethelbald, Ethelbert, ,Ethelred und Alfred. Das Königreich theilte er unter die beyden ältesten, so, daß Ethel- bcrt Kent, Essex, csurrey und Sussex, der älteste aber alles übrige zu seinem antheil bekam. Dieser Herr wäre von jugend auf sehr andächtig, und zu dem geistlichen stand gewiedmct. Er wurde auch noch bey seines vaters leben zum Bischofs von Winchester ordinirt, und als sein vater todt war, folgte er sehr ungern in der regierung, ließ sich aber endlich, weil kein rechtmäßiger erde vorhanden, beydes von der Clerisey und dem Adel darzu bereden. in ix>lm8 vus. N'erHück-. cSessre 1.6. Ethelwolphus/ oder Ethelvoldus / Bischofs zu Winchester in Engelland, lebte in dem 10 steulo. Man hat von ihm verschiedene schrissten, als lle planeris öc munäl csIsmiiÄrikux ; äe tu» in i-r-sMero? porecksre; von den Königen, ihren Reichen und Landschaften in Engelland, und andere mehr, deren Vincentius Beltovaeensis , Antonius Possevinus und Vossius gedencken. Er starb an. 984. tte Lpücop. ^ngl. ttc lciipr, NISAN. Lrir. Lck/e«- cte scripk. ^Nßl. Ethelwolphus / oder Eitewolph/ von Stein, ein Schwäbischer Edelmann, welcher zu den zeiten des Kayftrs Marimi- liani I um das jähr 1494 gelebet. Er war an dem Brandendur- gischen Hof in grossem ansehen, und hinterließ ein werck von den heldM UNd berühmten leUtcn. 2>ckke?!>r. icripr. ccclcs. Etherianus / (Hugo) von Toscanien, lebte zu ende des 12 seculi. Er begab sich nach Constantinopel, allwo der Kayftr Manuel Comnenüs grosse Hochachtung vor ihn hatte. Er hinterließ ein buch, wider die irrtbümer der Griechischen kirche, von aus- gehung des heiligen Geistes. Es wird ihm auch noch ein anderer traetak, tte anirns corpore exurz , zugeleget. 2>ck/-e»r. >?« ge- nennet. Die vornehmste Ursache, warum man ihn zum Konig erwählte, war diese, weil er den rest von seines bruders armee, so von den Dänen zerstreuet worden, wiederum zustimmen gebracht hatte. Zu seiner zeit liessen sich viel von dergleichen fischen, welche man sce - mönche zn nennen pfleget , an den kästen sehen, welches vor kein gut zeichen gehalten wurde. Wie dieser Herr sich in allen lästern herum wältzetc, also folgrcn ihm auch hierin- nen seine soldaten nach. Allem der Adel verband sich wider ihn, forderte ihn vor sich, bescbwärtc sich in einer langen rede über sei» gottloses leben, und zwang ihn, das regnuent abzuschweren, welches im andern jähr seiner rcgiernng geschahe; wiewohl einige schreiben j daß er nicht genöthigct worden, die regierung abzu- schwcren, sondern an einer wunde gestorben stn, die er von Grc- gorio, der nach der Cronc gestrebet, empfangen, welches an. 87; geschehen, rwc/E, tiiit. 8^vr. 4 « Lssssre kill. -wx>. > 8 c. 2. Etlingen / lat. Ocrkünxa. eine kleine stadt , Nicht weit von Dnrlach gelegen, welchem Marggrafen sie auch zugehöret. Anfänglich mag sie ein borst gewesen'seyn, welches den Herren von Ellmgen zugehöret. Nach der zeit aber ist sie zu einer stadt aufgerichtet worden, und ist dem Reiche unmittelbar zugestanden, bis an. - 2z,4 seavstr Friedrich II selbige, nebst Durlach, den Marg- grafen zu Bade» gefchcncct, welches Crusius also gibt, daß nach heimfallung der Graffchafft Krcickgow an das Reich, Kayser Friedrich II Durstet) und Hcidelsheim, wobey denn auch Ellin- ge» muß gewesen seyn, an die Marggrafen überlasten. Irenicus setzet noch hinzu, daß die Marggrafen ein reckt durch heyrath schon zuvor darauf erlangt gehabt. In dem Spanischen >u,c.li,o,>5- krieg hallen die Teutschen, nachdem die Slolhofische linie war vcrlöhren gegangen, allster eine andere linie gezogen, welche die Neicks-trouppen unter dem o>m»^ncio des Heryogs von Wür- tcmberg bedecken sollen, so aber den Frantzosen ziemlich platz machen imisten. Die listen wurden deßwegen die Elliugcr - linie genannt, weil daselbst wie auch zu Mühlberg die Teutschen ihr Haupt-quartier hatten. c>«/. --»nai. 8uev. l., v.; c. -lc orü p. 4^8. Ocrm. cxcg. I. 2 p. 20. «le Nscl s>. 7 8. Elsch/ Adige/ lat. pikest,, -erzgiz und /arismn, so nebst dem Po einer der grösten flüssc in Italien, welcher im bcrg Brau- lio, an den Tyrolischcn gräntzcn, entspringet, hierauf das Tridcn- tlnischc, Deroncsische und Paduanische durchstießet, bis er sich cndlick bey Fossone, in dem Hcrtzogthum Venedig, in das Adria- tischc meer stürtzet. Er hat einen sehr schnellen lauf, und ist bereits in dem Tridentinischen ziemlich breit, sängt aber erst bey Verona an schiffbar zu werden. Von diesem fluß hat ein gewisser stllriLk in Tvrol den namen Etschland bekommen, und erstreckt sich derselbe längst der Etsch hin an die stadt Botzcn. l. z c.l^6c w. ciclcr. Ir^i. Ettcroberez / Ef'tersberg / ein hoher bcrg in Thüringen, 1 halbe weile von Weymar, woraufein wald befindlich, darinnen viel ioo stück wild gehen. Er wird von den einwohnern dieser ge- qcud der Wetterhahn gcncnnel, weil sie sich sonnen - schein versprechen , wenn dessen spitze helle ist; hingegen wmd und regen befürchten, wenn steh um denselben einige wolckcn zusammen ziehen. Das an. 1706 darauf erbauest schloß, nebst dein darzu gehörigen aint, hcissct Ettcrsburg. Lest »»r. 6c iLulle jcr?.k. t kür. Ettighausen / siehe Brunnen. Etwinus / siehe Etfinus. Erzdorff/ eine alte Adcliche familic in Meisscn/ welche ihren Ursprung in Thüringen genommen und in dem amke Wcisieuftlß ihre sitze zu Reuden und Lamwitz bat. Dalhasar lebte um das jähr 14yd'. Hans Heinrich und Melchior/ gcbrudcrc zuRohmen und Hcrschdorf/ haben an. 1547 gelebt; deren söhne/Joachim und Wllibald/ richteten an. 157; ihrer guter wegen einen vertrag auf. Um letztgedachte zeit war Heinrich Herzoglicher Nash und en eva Rmtmeister zu Coburg. An. i ;83 florirteFriedrich als Hguxk» mann zu Jena/und Christoph als Amtmann zu Nömhild. Hans Wilhelm / Hans Friedrich und Heinrich besassen an. 1670 unter, schicdltche guter in vemMenburgischen. Eu / eine sehr alte stadt in der Normmdie/ mit dem titiil einer c-,mr-und darzu sie an. 14;8 von dem Könige Carvlo VII erhoben worden. Sie liegt an dem flusse >-> Dresle/ derdiegräntzm »wischender NormandieundPicardie macht/ ohngefehri meile von berste / allwo bey dem cmstuffe des besagten stroms das kleine fladtgcn Fresport zwischen Dieppe und 8 . Valery gelegen. Ihr lager ist sehr lustig zwischen lauter grünen wiesen/ und hat an der rcvter gegen die seile von Wardst den namm von Eu. Die Grafen von Eu sind auch schon vorher» von vielen seeulis her in der Frantzösischen Historie bekannt. Alira / die erbin dieser Graf- fthaffr/ledte im 12 seeüio/ und brachte sie an Rudolphmn von Luzi» gan 1 / von Iffoudun beygenannt/ und ward von ihm eine Mutter Nudolphl ll / Grasen von Eu. Dieser verehlichte sich mit Iolanda von Dreux/ einer tochter Robertill des jungem/ Grafen von Dreur / st. und seiner andern gemahlm / Iolandä von Couch / von der er nur eine eintzige kochker Mariam/Gräfin von Eu / nach sich gelassen / die sich vor an. 12z« mit Alphvnso vvn Brienne / Groß-Cämmerer von Franckreich / vermählet / und also die Graffchafft an solche familie gebracht. Alphonsus warein vater Iohannis 1 / der an-1294 in seinem besten alter gestorben/ nach sich lassend Johannem II/ einen vater Rudolphilll/Gra- fen von Eu / und Connetable von Franckreich. Dessen söhn Ru« dolphusIVgleichfalsConnetable/ ward an. 1551 deni8nov.zu Paris in dem Kür-i a- Neble wegen verrätberey enthaupkek/nnddir Graffchafft eingezogen / sonderlich / da er ohne dem keine linder hatte. Der König Johannes schenckte hierauf diese Graffchafft an Iohannem von Arwis/ der aus Königlichem Frantzösischem ge« blutecnlsprosscn/ den namen ohne land gefnhret/ und an.izzs vcrslordcn/ nach sich lassend unter andern Andern Mlippum/ Grasen von Eu / Connetable von Franckreich / der mit in derun- glücklichcn Wacht wider die Lurcken bcy Nicopoli an. izys gewesen / nndzn Micalizo in Anawlien an. 1597 den 1; junii verschieden- Seine gemahIinMaria/HertzoqsIohmmis von Bem) andere tochter / gebahr ihm Caroimn / Grafen von Eu / so an. 1472 den-z jul.unbcerdtgestorben/ DonamundCacharinam/ Iobannis von Vourbon / Herren von Carency gcmahlin. Bvnä erstergemahl war Philippus von Bourgogne / Grafvon Revers/ und ihr söhn Johannes / Grafvon Eu / der an. 1491 verblichen. Dieses Iohannis tochter Elisabeth/ hcyratheteHcrtzogIohamiem von Cleve/ und brachte so wohl die Graffchafft Revers als Eu an dcmeldtes Hans/ bey welchem sie auch lange zeit geblieben / wie denn Iohannis / Hertzogs von Eleve und besagter Elisabeth jüngerer söhn/ Engclbcrms / Grafvon Revers und Eu / eine besondere linie Misstet / unter anderen nach sich lassende Carvlum Grafen von Revers und Eu / einen vater Framiscr I / Hertzogs von Revers und Grafen vonEu. Dieser ließ zwar;söhne/ Fran- cisiuin II / Hcrtzog von Revers / Iacobum / Marquis von Ist und nach seinem brndcr auch Hcrtzog von Revers / und Hcnriemn/ Grafen von Eu / die aber alle bald nach ihm ohne erben verstorben ; daher» ihre z schwcstern die erb schafft angetreten / wie denn die älteste Catharina die Hcrtzogthümer Revers und Rhckcl an ihren gemahl Lndovicnm Gvnzaga / aus dem Hause dcr Hcrtzogc von Mantua ; die jüngste Maria/ die Graffchafft Ist an Hcnricnm l von Bonrbon/ Printzen von Conde gebracht; die mittlere aber/Calharina/ Grafinvvn Lu/ hcyrathete anfangs Anionimn von Croy / Printzenvon Porcien / hernach aber Hcn'ritum I / Hcrtzog von Gnise / (ob gleich ihr erster gemahl ihr auf dem sterbc-bettc ausdrücklich diesen Printzen zu eh- liehen verboten /) dem sie auch die Graffchafft Eu zugebracht. Sein söhn Carolus führte den litul Graf von En/ ehe er Hcrtzog von Guise ward / wie auch dieses söhn Henricns II / der an. 16S4 ohne erden verschieden. Die Graffchafft Eu fiel nach gantzlchem abgange der Guisischen linie an r-wacmcwellc 6'Orleans / Anna MariaLoiiisc/ ikuver-iinc Printzeßinvon DombesundHcrWM von Montpcnsicr. Nachdem aber diese an. isy; den; apr.ohn- vcrhcyrachct aestorben/ kam diese reiche erbschafft an die cwnc/ darauf der König das Fürstcnthum Dombes und die Grasschajst Eu nebst andern gülern seinem natürlichen söhne/ dem Hertzogi vcn Mainc / confcrirck / welcher auch im Parlament zu Paris an. 1(94den 8 marsswegcn der Grafschaft Eu/ als n-lr a- iHnc-. mit dem ränge über alle andere Hcrtzogeund Pairsdes Reichs/ aufgenommen worden. Eva / ist der naine, damit die erste mutier des menschlichen gefchlcchts von Adam benennet worden, und zeiget an, daß sie eine muttcr der lebendigen seyn solle. Denn da GOtt sahe, daß es dem menschen nicht gut war, allein zu seyn, ließ er einen ticf- fe» schlaf aufAdam fallen, nahm seiner rippen eine, schloß d>e statte mit fleisch zu, und bauest aus der rippc ein weib, so er dem Adam zuführte. Ob nun gleich Eva, nebst dem Adam, in dem Paradiese sich in dem allerglückstligsten zustande befand, ließ sie sich doch von der schlänge verführen, daß sie von dem verbottenen bäum aß, auch Adam beredete, mit davon zzi essen, wodurch sie sich und das gantze menschliche geschlccht in das allcrgröste elend stnrtzcte. Zur straffe wurde auch ihr insonderheit aufgelegt, daß sie mit schnicrtzen Ander gebühren, und der hcrrschass ihres Mannes unterworsscn seyn sölte. Worauf sie dann mit Adam das Paradieß verlassen, und ihre ledens - zeit in Mühseligkeit zubringen muss. Dieses, und was sonssn die schafft von ihr meidet, ist alles ausser streit; was aber sonssn die Iüdcn und andere poch »M eva weiter von ihr gedencken, hat man billig für ««gegründete erzeh, lungen zu halten, und als fruchte einer gar zu grossen leichtglän- bigkeii anzusehen. Die vornehmste fabeln von dieser multcr aller lebendigen sind: daß sie alle jähr mit einem söhn und einer tochtcr eingekommen; daß sie 940 jähr gelebet; daß sie einen orden qewisser geistlicher Jungfrauen eingesetzet, welche das bey Abels opffer vom Himmel gekommene feuer beständig unterhalten müssen ; daß sie einen grossen stock von dem bäum des erkäntniß des quten und böstn abgeschnitten, und damit ihren mann / von der frucht zu essen, gezwungen habe; daß sie selbst der bäum des er- käntnisses des guten und des bösen, dessen frucht Adam verbotten, gewesen; daß Adam anfänglich euren schweifst gehabt, wre die meisten thiere, aber als GOtt solches hernach nicht für anständig befunden, wäre derselbe dem Adam abgenommen, und daraus die Eva geschaffen worden; daß ihre fchönheit an dem fall des fümchmstcn engels schuld gemessn; daß sie allein fähig gewesen, Adams liebes-flammen abzukühlen, der sie vor bey den andern thieren vergebens zu löschen gesucht habe; daß sie und Adam anfangs ein mensch gewesen, nachgehends aber von GOtt getheilt worden; welches meist elende träume und liederliche gebansten , auch wohl schändliche lästerungen sind. o-». c. 2 k z. Lr/,4««,, Tor»,///«,. in I»ll. Uscrisreb. * Evadne / eine tochter Martis, von des Asopi gemahlin Thebe, wurde an Capanemn, einen edlen Argiver, verhcyrathet, und liebte denselben so inbrünstig, daß sie, aufdie erhaltene Nachricht von seinem bey der stadt Thebe erfolgten tobe, gantz ausser sich sechsten kam, und bey dem wichen-begängniß, so sie ihm zu ehren anstellen ließ, sich selbst in den flammen des angezündeten scheiter-hauffens um das leben brachte. Einige nennen ihren vater Iphis, ingleichen Phylax. Len. 1 6 v. 447. Lmo-. l.; elcg.z v- 4. 7 ^ ä- srk. sm. I. ; v. iz. tritt. l. 4 elcg. ; v. I. 5 clcg. >4. I. 4 epi^r. 7;. Uro/err I. , elcg. 1; v. 21. I. ir v, 800. in iu^plic. I. z. Evagoras I, König in Cypern, gebürtig von Salamine, leitete seinen stamm vo,Irenen Aeacidis, und also durch Aeacum von Iove ftlbsten her. Seine vor - eitern waren einige zeit, ehe er an die weit käme, erstlich durch die Phönicier ihrer herrschafft zu Salamine, die durch Teucrmn, den enckel Aeaci vom Tclamone, gejWct war, beraubet, und selbige hernach den Persern uurer- würffig gemachst worden. Wie nun Evagoras viel sürlreffliche lcibs- und gcmüths - gaben befasse, ereignete sich ihme eine erwünschte geiegenheit, ,einer vor-eitern Reich, ohne jemand unrecht m thun, wieder an sich zu bringen^ Der Fürst, so unter der Persern schütz und ober-herrlichkeit, salamine befasse, wurde durch einen der vornehmen des landes ( welchen Divd. Srculus AbLemon einen Tyrier zu nennen scheinet) ums leben gebracht, und ward von eben demselben auch dem Evagorä nachgestellet. DW flöhe deßwegen anfänglich gen Solos in Messn, käme aber bald wieder von bannen zurück, und du er nur 50 mann bey sich hatte, zerbrach er ein kleines stuck der stadt-mauer, und gieng also auf den Tyrannen in seinem pallast loß, schlüge dessen viel starckere6u->rcic, und jagte sie mit ihme aus der stadt; worauf ihne die bürgere, so inzwischen ncuir^l geblieben, willig zu ihrem Fürsten angenommen. Diß geschahe um er. K zzy;, er. c. zyi, v.c. ;6z, Ossmp. 97,2. Bald darauf bemächtigte er sich noch mehrerer Cyprischcr städten , zöge sich aber hiedurch die Perser auf den half,, bey denen damals Artarerres Mnemon regierte, welche dann theils auf die bitte der Cnvrier, theils auch, weil sie Eva- aorä anwachsende macht mit schälen äugen ansahen, und sich, bey so guter geiegenheit dieser ihnen trefflich wohl gelegenen insul völlig zu bemeisiern, wünschten, mit einer grossen armce in dieser insul anländeten. Evagoras vergnügte sich anfangs, das seinige zu schützen, hielte sich anchssn Salamine, samt seinem söhne Pro- tagora(welchen Divd. Sicul. fälschlich Pythagoram nennet) so rapffer, daß die Perser mit all ihrem volck nichts davor ausrichten tonten, da er hingegen selbige kurtz zuvor nur mit zo mann erobert hatte. Ein so guter fortgang frischte ihn an, weiters um sich zu greiffea, wie er dann in kurtzer zeit fast das gantze Cypern in seinen gewalt brachte, hernach in Phönicier: einfiele, das land verwüstete, Tyrum einnähme, Messn zum abfall von den Per- seren bewegte, und deren trouppen mehrmals grossen schaden zufügte. Die gröste kunst Evagorä wäre, daß er von allen, die sich vor der Pcrssr macht forchren, entweder öffentliche oder heimliche hülste an sich zu ziehen wüste, als von Acori dem Egyptier, von verschiedenen Griechischen städten, ja so gar von Hecatomno, den: König in Carlen, der zwar selbst mit einigen hülsss - völckeren im Persischen lager wäre, aber doch jenem unter der Hand mit geld beystunde. Als sich der krieg bis ins zehende jähr verzogen, wurde endlich ein friede geschlossen, darinnen Evagorä ein ziemlicher strich landes in Cypern bliebe, nur daß er sich zu einigem tribnt verstehen muste. Sonsten hat sich dieser Fürst der Athenienstrn und übriger Griechen, da sie von den Laeedamoniern am härtesten bedränget wurden, rühmlich angenommen, vornemlich Co- nonem, als der zu ihnen geflohen, wohl gehalten, auch endlich viel beygetragen, die Persische Onnverni-u-r zu bewegen, daß sie sich ebenfalls der Spartaner macht widersetzet; wie dann Evagoras zu diesem ende nicht nur den vernünfftigen rath gegeben, sie zur sie anzugreiffen, sondern auch zu einem solchen krieg zu Wasser den besten theil schisse hergegeben. Vor seinem tod sahe er ssine kinder, söhne und töchter in gutem flor, als Fürsten und Fürstinnen, stunde aller orten in ansehen, und hatte eine ziemliche macht, so wohl zu wasser als zu land, auf den deinen. Allein, mit dem allem kam er unglücklich um das leben, Massen er von einem ver- eva 2gz fchnittenen, namens Nkcocle, (wie ihn Diodor. Sie. nennet) oder besser ( nach des Theopompi bericht) ThasyLäo, unversehens ermordet wurde, da. ;6io, 0 .. c. Z74, v. L. ;8», coi, Worauf ihme sein söhn Nievcles in dem reich gefoiget, nicht aber? wie Divd. ferners meynet, der von ihme falsch also genannte .- mörber und Eunuchus. Dieser sein söhn ließ ihne sehr prächtig ^.' »bey gegebener geiegenheit vicssrlcy spiele m:t tau- begraben, auch nu, ian- tzf"/mchciren, fechten und wett-rennen, sowohl mit pserdtcn als schissen, halten; wie dann auch der berühmte AthcNicnstsche redner Socrares seine zu lob des Evagorä gestellte fürtreffiichr red m dieser feyerlichkeit gehalten hat. r/ocr. in xvs'Z. öc in Oral. sä tricoclem. äs reb. (srs:c. I. r. koj,!. I. ; c ,2. 7 Heoro?»z>. spuä vvoriuni. Oroä. Äc. 1,14. Lc 1; Oros I r. c. 16. * ^ ' Evagoras 1l, ein söhn des vorigen, wurde von dem König Artaxerre Ocho nach Cypern, allwo er vorher regieret, geschickt, daselbst die rebeüirenden Könige oder Herren über eine grosse stadt zn demüthigen. Evagoras nun suchte zwar, mit hülste der Perser, sein väterliches Reich wieder zu erlangen, wie sie ihm dann auch zu diesem ettde den AthenienserPhocion mit einer ziemlichen macht zugaben. Aber, a!s,es sich in die länge verzog, wurde Evagoras bey dem Könige verdächtig gemacht, daß er „ch dadurch genvthi-- get fand, zu dem Könige zu reisen, und sich zu entschuldigen. Es gluckte ihm auch so weit, daß er eine grosse provintz in Asien zu gouverniren überkam. Weil er aber diese übel verwaltet hatte, entflöhe er nach Cypern, allwo er gefangen genommen und getöd- tet worden. vi-Nor. §->»/ MKt i, -s. Sonst finden wir noch einen dritten Evagoram bey Diodoro Siculo, welchen dieser ge- schicht - schreiber zu einem Oouverncur der provintz Aria, unter Antigono, kurtz nach dem tod Alerandri N., machet, ihme auch das lob grosser klugheit und tapfferkeit beyleget, «d-w 7 Evagoras / gebürtig von Lindus, ein Griechischer scribent, hat eine Historie von dem Königreich Egypten, das leben des Ti- magenis, und anderer mehr verfertiget. Man weiß nicht, zu welcher zeit er eigentlich gelebet. Smdas gedencket seiner, dergleichen thut auch Plimus von einem dieses namens Meldung, wiewohl er von jenem unterschieden ist. ^ n Evagrius/ ein Patriarch zu Constantinopel, welcher an. ,70 durch die recht - gläubigen nach dem rode Eudoxi, so der Ariani« schcn fette zugethan war, zu dieser würde erwählt worden. Der Kayser Vassns, weicher die recht-gläubigen verfolgte, schickte ilm ins elend, darinnen er auch vermuthlich gestorben. Die Griechische und Lateinische kirche setzt seinen tag unter die zahl der heiligen Märtyrer auf den 6 merg. 1.6 c. 1;, 4. 2l>. lem2k2 fcx^c-ttZ ; epi- stolsm Lcl Ittelsnism ; librum i»o tentmcis^. in Lnsctivrersruni uium^ live -Icnienrzrium libr. !, slternm 26 ^lonaciioz in ccrnokiis «ZeAenr«, zcl virgines Ilco iÄcrL»s slcerurn ; monaciium live c!s virs Ann- Kicum 6vc cle iik, gui cognirionis muncre nonsri Mnc; Snrirttieticun, zclvcrluz rentsmes ci^monc; ; Lc. kill. I^suiiucL. coiN. sä Qrciss. säv.pttsZ. ezi. 60. äe virizillussi. c. li. LocrÄ-r >. 4<:- 18- I. 6c. ;o. 40. sn. < 7 . ;88 n. 12Z. iukoc. liier. e-k». ch-c. Evagrius / ein Griechischer stribmte im 6 seculo / war um das iabr -lberühmt / und ist von dem Evagno Pontico unterschieden Man weiß weiter nichts von rhm / ausser daß er ein buch geschrieben unter dem tttul: ^lrcrcsrio Limonili )uä«i ö- Tlicoptoli ' ll theil. Gg LLr»- 284 eva cKMi'sni, davon Gennadüls schreibet / daß es zu seiner zeit allen bekannt gewesen; heutiges tages aber ist es nicht mehr vorhanden. lcnpt. sccl. c. ;o. KK. i. 6s lum. esci. c. 49. Kid!. eccl, . Evaczrius Scholasticus / ein berühmter kirchen-scribent M ü secnlo/ wurde zu Epiphama/ einer stadt in Syrien / an. 5)6 oder; z / gebohren. In seiner jugend wurde er in derg-amma- ric3. rUcrorica und andern wlssenschafften wohlunterrichtet/ und gab endlich einen advocaten zu Anriochien ab/ dahcro er auch s-Ku- i-Mc»; genennet wird. Mit dem Patriarchen Gregorio zu An» tiochien stund er sehr wohl/nnd war sein in beurcheilung der gcrichts'sachen / diente ihm auch in schreibung verbrieft und predigten. Sonst war er zu Antiochien in solchem ansehen/ daß/da er an. > 92 sich zum andern mahl vcrheyratheke/ die stadt deswegen öffentliche spiele anstellete. Der Kayser Liberius machte ihn zum (P-Mors und Mauritius zu einem u/Lke/tu. An. ?8s begleitete er den Patriarchen Gregorium nach Constantinopel / dahin der» selbige/ wegen beschuldignng vieler nbelthaten/ citiretworden. Die zeit seines todes ist ungewiß. Man hat von ihm Kill., cccl-6all. nu. 6. darinnen er die kirchen-historie von an. 4Zi anfangt/und biß auf das 12 jähr des Kaysers Mauritii oder biß an. 594 conti» nuirct. Seincübrige schrifftensind nicht mehr vorhanden. cu6. 29. L-K-Kl t. I ukisiv. c>. z8 6s icripe. sccl. Z-r/'o--. Lmi-U. k 9 u/r-/- 6e Kitt. Qr«c. i ic. 2;. 6« Ut». ch'c. Evander / soll / nach einiger incynung / König in Areadien gewesen seyn/ und wird wegen seiner bcredtsamkcit vor Mercurii söhn gehalten. Er reisetc^-^l. 2740/^.0.1244 mit seiner mutier Carnienta/ einerweißagcrin/ in Italien. Faunus/ welcher da» mahls der /cboriginum König war/ nahm ihnsehrfreundlich auf/ und gab ihin eine wcitläusitige landschafft ein / welche er unter sei» ne gcfthrtcn theilte; darauf baueke cr einestadt auf dem berge Pa» latino/ die er Pallanthnm ncnncke / nach demnamenseines groß» vatcrs / und richtete daselbst Pani/ dem Gott der Arcadier / zu eh» reu einestakue auf- Er war dercrste/ welcher die Lateiner den ge» brauch der buchstaben und den acker»bau lehrte. v/igin. genr. Uom. I. 4;. war ein fest, welches die einwohner der stadt Epdenis einem Hirten zu ehren hielten. Denn als sie den tcmpel der Dianä bauen wollen , und den Marmor darzu mit groffen kosten weit her verschrieben hatten, zeigte ihnen ein Hirte , namens Pirodorus, daß sie denselben auf ihrem gründ und Hoden graben tönten; Er hatte solche marmor-steine selbst ohngefähr entdecket; indem eine geiß von seiner beerbe / als sie auf eine andere qerennet / und mit dem Horn stosscn wollen, bey deren aus- wcichung einen festen getroffen, so, daß ein gantz weisses stuck davon abgefallen ; Dicserwegen bekam er den namen Lvan^ius, und hatte'nach seinem tod die ehre, daß ihm alle monate geopffert, und zu den« ort / wo er den marmor gesunden, eine pcoccik»» angestellt wurde. Sonst hieß auch dasjenige außerordentliche fest also / welches gefeyert wurde, wenn man ein angenehme post erhalten hatte. Alsdenn pflegten sie zu opffern / und ihren freunden etwas davon zu schicken, i, --> c. 7. in „ß-k. 1.1 c. 1;. öce-2. rcr. 6-Lc. I. l. 7 /oc/, in /c/sup Lguir. poI^Lnui Ltrar. I. 2. L/s:c. ksriara. Lr/o/-/«- 6s kell. Or.vc. * hcisscn in der kirchc diejenigen tcrte, welche man an sonn - und fest - tagen erkläret. Sie sind nach und nach aufgekommen, und jederzeit in besonderer chrcrbietung gehalten worden, wie man sie denn in ansehnlichen kirchen gar sauber und kostbar abgeschrieben, mit einem schönen band und edelgesteinen aezicret, und manchmal in einen, kostbaren kästlcin verwahret hat. Wenn der Diaconus das Evangelium verlesen solle, so führte man ihn in k-coc-tkion zum pult, und trug ihm wachs - kertzen nebst einem crcutze vor. Wenn es verlesen wurde, stund das volck auf/ und legte aus ehrerbietigkcit den stock von sich; Die Polen aber zogen mittlerweile ihre sabel / und hielten sie bloß in den Händen/ anzuzeigen, daß sie bereit wären, dasEvangclium mit dem schwcrdt zu verfechten. Wenn einer schweren inuste, so legre er die fingcr auf daS Evangelium. Man brauchte es auch , wiewohl aus abcrglauben, daraus zu sehen, ob man in seinen Verrichtungen glücklich seyn werde; und geschahe diß also, daß man das buch ohngefähr aufschlage, und sodann aus denen Worten, die zum Vorschein kamen, eine deutung auf die vorgehabte fache machte. Wenn ein fcucr entstund, so trug man es dahin, und fienge an zu betten,rc. 5cL/»r6. 6e culr. evan»skor. «-rmmcncL 6s ulu cockciL Lv»»ge>. * LV.stX6ssftI.stIM stl - oder ssVssX6ssssI8'ss.stssIss,st1. hieß in der alten und Griechischen kirche das buch, darein man die Evangelien geschrieben hatte. ^ oioik 6-. Evaricus/ Eurrcus/ odcr Ericus/ ein König der Gothen in Spanien, war Thcodorici I söhn, und Thcodorici II bruder, welchen letzter» er tödtcn lassen, um ihm in der rcgierung zu fol» gen. Er verwüstete gantz Portugall, verheerte gantz Obcr-Spa- nicn und Navarra, und bekam das meiste davon, sonderlich Pam- pclonne und «Saragossa, in seinen gcwalt, nahm auch in Gallien Arlcs und Marseille weg, gieng darauf in Auvergnc, belagerte Clcrmont, schlug auch den Kayser Anthemium, ohngcachtet Reo» tbinus, der König in Britannien , auf desselben feite war, und setzte gantz Auvcrgne, Bcrrv, Touraine und Provence, in das «röste verderben, starb endlich zu Arles um das jähr 484 oder 48z, seinen söhn Alaricum zum Reichs-Nachfolger hinter sich lassend. 6c cck 6.r. öcin ckcon. Ä 4 s». 1. 7 cz>- S I- 8 c. 9. < 9 ^-»-. I. 2 c. r;. » eva eub mc Evaristus / von geburt ein Grieche, und eines Juden söhn, war der fünffte Pabst nach 8. Petro, succedirte Anacleto an.no, unter des Kaysers Adriani regierung, und wurde zu desselben zelt wegen Vertheidigung des glaubens, zum Märtyrer - tod gebracht , nachdem er y jähr und; monate aufdem Pabstlichen stuhl gesessen' 27. >- ; c. Z. cp. l 6 z. Evax/ ein König in Arabien, der sich in der Medicin grosse wissenschafft zuwege gebracht, und in dem ersten seculo gelebet. Er schrieb einen tractat von den llmpkcikus, und dedicirte ihn dem Kayser Neroni. Man sagt auch, daß er dem Kayser Tiberio ein werck von der krafft der edelgesteine zugeschrieben. >. c.z. 6s ykil. c 12 9. Eubaqes / oder, nach den ältesten N88Q sowohl als dem auÄ spruch dessGriechen, besser Euhages/ waren neben denen Drui- dis und Bardis eine art Priester bey den alten Galliern, so künff- tige dinge vorher verkündigen wollen. Sie legten sich hauptsächlich auf die erforschung der natürlichen dinge und erkäntniß der gestirne. Lc/E I. 4, 6442 -ccür». I.mem. 6r« Qaul. I. > c. >6. * Euboca/ eine insul bey Livadia, siehe Negroponte. Euboicus / ( Nicolaus ) ein gelehrter mann, welcher dir Griechische und Lateinische spräche verstanden, und in dem 1; seculo gelebet. Er scheinet aus der insul Euboea oder Negroponte gebürtig zu seyn, auch daher den namen zu haben. Er wäre mit auf dem LoncNio zu Florentz, als Lpillopus LaZuminus, wie er sich selbst nennet, (welches von Sagona in der insul Corsica verstanden werden muß,) und erwarb sich daselbst grossen rühm. Er hat eine geucalogie von den Tnrcken hinterlassen, die aber nur in etlichen blättern bestehet, und am ende die form eines briefs hat, datirt aus Napoli vom 20 jul. an. 1476. Das Latein ist ziemlich schlecht, und der auszug der genealogie oder Historie derTürcki- schen Kaysern hat auch gar nichts besonders; sie findet sich in coNeüione Icriptocum fturcicocum , welche Herold an. iz;6 zu Basel ausgegeben. annal. * Eubulides / ein Milesier und rkliokopkus , hftng der secte des Euclidis von Megara eifrig an, und lebte k,. , ä. c?. )59, Z9Z, vftmp. 10-;. Er fand in der -lialcÄic verschiedene arten zu fragen und zu raisonniren, sonderlich gewisse 5°yk,kmau oder falsche vernunfft-schlüsse, deren falschheit aber etwas schwär zu entdecken und zu erweisen war, darunter der 5onre? und die cerarins, oder der 8)II(>8>1MUS, wodurch man einem beweisen wolle, daß er Hörner auf dem kopff hätte, unter den viai-Mcir bekannt sind, zog sich aber dadurch der poecarum comicmum haß, samt vielen spott - reden, auf den halß. Er war auf Aristvtelem nicht wohl zu sprechen, und schrieb, wie Athcnäus berichtet, ein buch wider denselben. vira LucK6.1. r. cc-6. 26s. Ein anderer dieses namens, sofern es nicht eben dieser ist, hat das leben Diogenis Cynici geschrieben, welches Dwgenes Lacrtius anziehet; wie nichNninder einige mcrckwür- digc umstände von der Verdammung socratis zum rode. D--F. in Luc/, öc Diog. Lvn- * Eubulttrs / siehe Merhodius. Eubulus / ein Athentcnscr, welcher sich aufdie voclin cnmicsm geleget. Er hat sehr viel 6/amara geschrieben, davon aber ausser welligen ,/aZm-nris nichts mehr übrig. Die, namen davon führet Meursius in seiner KiKUocKecs /rcrics weitläuffcig an. k/>ö«E bibl. Lr.rc. I. p. ?rz. Eubulus / hat eine Historie von Mithra verfertiget, und gc- dcnckct ihrer Hicronyinns. Auch hat Porphyrius hieraus genommen , was er von Mithra in seinem cummema/io von der nym- phcn-höle anführet. Kill. o-. 1. z. 9.^64. Eucarpia/ ist eine kleine stadt in Phrygien in Klein-Aßm, allwo die trauben so groß und dicke wachsen sollen, daß man zuweilen an einer allein auf einen, karren genug zu führen hat. 6c urkib. Ä/^o. eftc- 8. Eucharius/ erster Bischoffzn Trier, soll einer von den 72 Jüngern Christi gewesen, und nebst 8 . Valerio und 8 . Matenw von dem Avostcl Petro, nm das jähr zo, in diese gcgend geschickt worden seyn, da er den» einer reichen Wittwen, namens Albanä, verstorbenen söhn soll aufcrwecket, und dadurch so viel erhalten haben , daß er eine kirche aufbauen können. Man setzet hinzu, daß, als einige den Vorsatz gcfasset, ihn mitten unter der predigt mit steinen tod zu wcrffen, selbigen so fort die Hände erstarret, durch des heiligen manns vorbitte aber wiederum zu recht gebracht wären. Der tag seines todes wird von einigen in das jähr 66, von andern aber 7 fahr weiter hinaus gesetzct. u.--,--/. Q. 8. ?. 1. L/o-w. am. D-- vir. tpcc. kill. Eucherius / Bischoffzu Lyon, war erstlich ein reicher Ratsherr , und begab sich nachmals in die wüsten Lcrins. Hieranfwur» de er a». 4)4 nach Lyon beruffen, daselbst das Bißthum über sich z» nehmen. Er starb an. 454, nachdem er an. 444dcmConcilio zu Orange beygcwohnct. Er hatte zwey söhne, solcmiumund Vcranium, die ebener Massen die Bischosss-würdc erhalten. Seine schrillten sind ; Upiüulr ^a/^ncrica 6 e courcmtu munüi 6c kccuiaris pkilosopkia: 26 Valcrianum co^uarum kuum ; e^illo!» 6c Isu6e cceml kcu vita koiira/ia, . 29;, ,94. in ,uÄLr. äe lcrixt. eccl. La-vs in kill. litter. x. r;8. Eucherius / zngenannt der jüngere, Bischoffzu Lyon. Ob er sich gleich in eine grusst bey dem ufer des siuffes Durance verstecket, so suchte ihn dennoch die geistlichkeit hervor, und machte ihn zu ihrem Bischoff- Er wohnte an. 524 dem LoncMo zu Arles, und an. zr- einem andern zu Orange bey. Ihm wird die niNocis psu,c>i»s 8. kisuricii L: tocioium msrr^ruirr leZlciiiiz rkcks-L zugeschrieben, so bey dem Surio sä äi-m 12 icpk. zu finden, und von Pelro Slevar- tio auch besonders mit dessen anmerckungen heraus gekommen. m lliäic. 83 . kuv(i. ^>. 217. OslI. cklill. k. 1. x. 19s. Eucherius / Stiliconrs und Sirenä söhn, war ein Heyde und Cbrisren-feind. Sein vater, welcher niit den Barbarn em bündt- niß aufgerichtet, und deren eine grosse menge in Italien gezogen, bemühete sich, diesen seinen söhn zum Kayser zu machen, und Holmium vom throne zu stürtzen. Allein da sein vorhaben an den tag gekommen, wurde Stilico zu Ravenna an. 4°8 gelobtet, und Eucherius bald hernach zu Rom stranguliret. nin cUroo. siehe Scr/rco». Euchiten / siehe Messalianer. Eucina / ein Ritter-orden, welcher um das jähr 722 durch den König Garsias Timenes von Navarra soll aufgerichtet worden seyn. Für das ordens-zeichen gibt man ein rothes eceutz an emer kette aus. Allein es ist mehr als gewiß, das diß alles erdichtet, und kein Ritter-orden vor dem 12 jahrhundert auffkommen; daher auch diser orden von den besten scribenten Übergängen wird. Euclides / einukiiotöpkus, war von Megara gebürtig, dahe- ro seine Nachfolger Kle^-ici genennet worden. Er trug solche be- gierde, seine angefangenen kuä.s unter dem Socrate zu Athen fortzusetzen , daß, da er wegen eines harten Verbots, so die Athenicnser wider die von Megara ausgehen liessen, wenn sie sich zu Athen würden bettelten lassen, dannoch sich fast täglich von Megara dahin auf den weg begab, obschon ein ort aufdie 2000c-schritt von dem anderen entfernet war, und zwar so, daß er jeweilen bey nacht sich zu Athen einstchiiche, und nachdeme er einen theil der nacht Socratcm gehöret, sich vor tag widerum davon machte. Diß geschahe ums jayr der weit ; 882 , w. L. 4Z2,V. L. Z22,0!ymp. 87, I. Gleichwol olgew er Socrati in seiner lehre so wenig nach, daß er an statt der moral, vielmehr die disputir-kunst empor zu bringen suchte. Er war darinnen sehr heffiig, so, daß er immer eine c>u!inn aufdie andere setzte, ohne solche durch prs:n»ilsr zu beweist». Man kan keinen eigentlichen abriß von seinen meynungen geben, und diejenige, welche er von dem höchsten gut gehabt, ist gleichfals schwär zusammen zu bringen. Er nennere dieses bald die kingyeil, bald Gott sechsten; bald aber das gemüthe, und laugncre alles dasjenige , was diesem kunte zuwider seyn. Er hat sechs Unterredungen verfertiget, als: Lampriam, Aeschinem, Phönicen, Cricouem, Aicidiadem und Amatorium. «seine schwer sind nicht aus der art geschlagen. Eubulides hat allerhand lopkilmsrs erfunden, derer natur man nur aus den schönen namen erkennen kan, als: der lug- ner, der betrüger, der geschieyerte, der gchörnete, der kahle rc. Sein schüler Alerinus, hat von seinen zänckereyen den beynamen Elenxinus überkommen. Diogenes, ein anderer schüler von Eubu- lide, ist vor Verdruß gestorben, daß er eine dialectische frage, die ihm Stilpon vorgeleget, nicht gleich auflösen können./)-^-». ?<«,in ips. vits I. r. cucu klensßii, Lsisub. wlävbrsiiämi öe Kuki-ii sn no»k. ch in Äcr-rre I. r. 11. 47; scsä. l. r; l. L- c. 10; 64/st-s-k. in ioZic. c. Z. z>. 40. rcllsx. tur 1s Ivßiizue n. Euclides / ein berühmter r^atkemsricus, welcher m >1. ; 684 , L. c. ;oo, Ol^mp. iro zu den zeiten des Königs Ptolemäi Lagt in Egypten schon bekannt gewesen» Er muß nicht mit dem Euclide von Megara vermenget werden, von dem er so wol wegen der zeit als der absonderlichen studien und gemüths-neigungen unterschic- dcn. Dann gleichwie jener ein discipul vom socrate war / also ist dieser jünger, als daß er des Menächmi, (welcher ein zuhorer Eu- dori, und dieser Platonis discipul gewesen,) hätte seyn können. Über dieses siedete jener die zanck-pl-ilolopi-ie, und erlustigte sich an spitzigen fragen, dieser aber war eines stillen gemüths, und hielt mehr von fest-gegründeten Wahrheiten. Er wär der erste, welcher die KiarU-msiic zu Alerandrien, daraus nachgehends so viele geschickte männer in dieser wissenschafft gekommen, zu lehren angefangen. Seine schrifften werden noch heute zu tage in der ivlstkemsnc so hoch gehalten, daß sie in derselben zum gründ gesetzet werden. Man leget ihm aber folgende bey: eiemeniorum KK. 15, wiewol von den 2 letztem Hypsicles von Alerandria zum LuÄorc angegeben wird; ferner ärtoium 1.1; incroäuctioiieM krrmonicsm; icetionem csnui-is l^ulici; pl-Lnonici-L; oprics; csroprrics; äe äivillciniduz 1. >; welches man nur in latein hat, und noch davon zweifelt, ob es das eigentliche buch seye, so die alten dem Euclidi zugeschrieben haben; poiiimsrum I.;; tocorum sä luperkciem 1. r. äe >oc,s ^Isn,5l. r. äe rs, rioneäsprckenäcnäi psrslo^izmos, leu viriotss s-gumcnkskioncs, welche lttsttre aber verlohren gegangen: endlich tsNsciscum 1.1, und evnicvrum 1.4. Lc-rxrm. I. 8. c. 12; 6cstrer. in i-il-I. L-r- ickol. msrkemst. 1.1. in proleg. säLucllä. Rrccio/. ckrnn. sllionom. ?. 1, ^e wstsiem. c. zr §. il. pes-tsr. in eclik. LucliU. Oxon. in toi. * Euctemsn/ eind^skkemsticur.florirte^.. tvi. Z848,^-(e.4^6, "-c. ZI«, oi/wz-.Fü, Er trug vieles dem Metom bey in seinen eud 2Z5 !^.ü^'^^^^^ungen, und folgete ihm in seinem ennesäecsrerio-: lahren, wodurch er den lauft der sonnen nach dem ^^uden einzurichten, und beyde mit einander zu vereinigen verfprach. I. ,o.c. 7» Kitt. 1. z. siinse. Lkttri«!-. Post cie mswein. c. jr h 1,. - , / (Andreas) ein Jesnite, war von Ca- nea m der msul Candla gebürtig. Er srubirte zu Rom, und lehrte nachmals dw phllofophie und thevlogie zu Padua. Der Pabst Ur- banus^VlII gab ihn dem Cardinal Bellarmino, der als gesandter nach fMnckrelch gieng, zum gefehrten mit. Er starb an. 1629, verschiedene schnfften nach sich lassend, als: cslt.gsrioo-m k^bcrri Dsn^i, Nc soll ckiuic- iik. contursi Trnci Loivni; rcturLtione^ execcicsrionum cstz-ubi-ni, sonderlich auch eine schutzschrifft des Je-- sillter-ordens wegen denen ihme zugemessenen gefährlichen Meynungen und anfchlagcn iwder die Fürsten, so dem Pabst durchaus Nicht gehorchen wollen, welche Js. Cafaubonus in dem weitläuffi-- geu brich an Fromonem Ducaum gar scharffdurch die Hechel ziehet rc. Einige wollen dafür halten, daß er zu Paris das buch verfertiget , welches aaerhand fachen wider den König und den staat in sieh halt , und den titul führet: sNMonki» sk rcßcm kuctoviculnXttl. Die fchreibart dieses manns ist überaus fcharffund gifftig, wider seine gcgncr, und sparte er weder scheltwort noch Verleumdungen» L«r/»«s. cpitt so vrcnr Ouc. cic lcrij>r. tociec. ^stu. cic ttrijir. tec. öcc. * Eudo / oder Endes / oder Vdo / Graf von Paris, war ein söhn Roberts!, zugenannt des tapffern / und beschützete an. 88L die flabl Paris wider die Normänner, mit solcher tapfferkeit, daß sie nach eurer zwcyjährigen harten belagerung genöthigct wurden, vergeblich abzuziehen, (s) Hierdurch setzte er sich in solche Hochachtung , daß,ais Carolus Crassus zu ende des rahrs 887 von den ständen des Teutschen Reichs abgesetzet worden, er von den Frantzö- fischen Reichs-ständen an. 888 zuin König von Franckrcich gemacht wurde, iedoch bezeugte er selbst, daß er nur als vormund des jungen Printzen Caroli Simplicis, der aus dem Königlichen geblüte war, regieren wolle, (o) Einige haben deßwegen ihn gar nicht unter die Könige in Franckrcich gerechnet; es ist aber gewiß, baß er König gewesen, (c) Gleich zu ansang seiner regierung verglich er sich mit Arnulf»,, den die Teutschen stände nach Caroli Crässi abfetzung zu ihrem Konig gemacht, und rennncirte ihm zu gefallen anfallen anspruch an Lothringen, und die Italiänischen lander. (n) Er zog hierauf wider die Normänner, und erlegte ihrer bey 19000. (c) Nach einigen jähren aber thaten sich grosse jalousien der nobi-ws wider Eubonem hervor, die endlich dahin ausschlugen, daß eine grosse parthey an. 892 Earolum Stmplicem zum Konig machten» ( S. Car. simpl.) Aber End» war diesem noch zu mächtig, und obgleich Carolus r-on Arnulfo in Teutschland souteniret wurde, konte er doch nichts ausrichten. Endlich aber nöthigten die grosse einfalle der Normänner, denen Carolus simpler beytreten wolle, Eubonem, daß er mit Carolo an. 896 friede machte, und zwar so, daß er das stücke von Franckrcich von der Seine biß an die Pyre- naische gedürge vor sich behielt, und den rest Carolo überließ, den er auch in seinem theil vor sc.nen souverarn erkante. (I) Bald hernach an.c898 den ; jan. starb Eudo zu Fere in der Pwardie, von Theoderada, seiner gemahlin, Arnulphum nach sich lassend, welcher den titul eines Königs von Aquitanien angenommen, aber bald darauf gestorben. (I) (^) 4»re/. k ll. cie rrsnce r. 1. cc>!. 86r. (cI /innsk öe/ cl> S. 888. (e) 7 i.nnsl. <8, Lk»-»?, --s Fest sä sn. 889. N:c^9 I. 2. äe oksicl ?sr> 5 . (1) Annsl. sä sn. 891, lec>no scl sn. 89K Virs § I. r. Eudo / Hertzog von Aqmtanien/wird für einen söhn Bertram di / Hertzogs von Äguitanien / und 8- Huberti jüngsten bruder ge» halten. Er machte sich die innerlichen Unruhen in Franckrcich / und der Saracenen einfall in Spanien gar wohl zu nutze. Denn er bemächtigte sich nicht allein der provintz Aquitanien mischender Loire und Garonnc/ sondern auch des gantzen landes von Toulouse und Usez.Er setzte sich dadurch in gar grosses ansehen / so/ daß dec König Chilpcricus II von Franckrcich / um desto eher voinhm hulffe wieder Earolum Martellnm zu erhalten / ihn für svuveram erklärte. Eudo sammlete hierauf seine trouppen/nnd stieß mtt zu den Königllchcn / allein Carolus Martcllus erhielte dennoch am 719 dm sieg. Als nun der König sich hierauf nach A qmtamen zu Eudone rekirierte/wolte ihn Carolus Martellus von diesem letzkem dnrch seine gesandten einige zeit hernach ausgeliefert haben; allem er verstattete solches nicht / als unterversprechung / daß der Konrg seinemstandc gemäß solle tracticret werden, ^wcv mhr hernach erwiese erwiederdie Saracenen vor Toulouse grossetapffertctt.Im zwischen begab sichs / daß sich Miinuza/ der Saracenen General / indes Eudonis tochter / wegen ihrer schönhett/ vmllebte/und nichts unterließ/wodurch er selbige erhallen kunte. Weil nun Eu» do gern sahe / daß die Saracenen in innerliche unruhc mochten verwickelt werden/so versprach er ihm selbige/unter dem bedim ae / wenn er sich wieder die Saracenen aufwiegeln wurde« Gleichwie nun dieser solches so gleich ms werck Mcllet; also siei Eudo in Ncustrien ein / waren aber beyde so unglücklich / daß Eu« do von Carolo Martello überwunden ward / Munuza aber gar umkam. Der Saracenen König Abderamns that daraus m Aqm» kamen einen einfall / wieder welchen Eudo / so Caroli Martellk hülffs-völcker / um welche er bey ihm angehalten / nicht erwarten wolle / aberrnahls unglücklich föchte. Allein / nachdem er seine ;er. Gg» streuet« 2Z6 cud Ueuete armer wiederum zusammen gebracht/und sich mit Caroli Martelli suceurs coniungierct/ ließ er sich an. 7; 2 in ein neues tref- len em / darinnen Abderamus das leben verlohr. Gleichwohl kun- te er sich nicht enthalten/aufs neue in Ncnstricn einzufallen;allein/ nachdem er gehöret / wie Carolus Martellus immittelst so grausam mAquitanien verfuhr / starb er an./;? vonbckümmerniß. Sein söhn und Nachfolger war Hunaldus. i-o7o».in-p- penij. c. >o-,. 107. O770 t-77/777^70/, I. ; c. 16, V-o/e/kitt, kronc. o/ 7 <«/ 7 ^ 7 e>' oriAike an. ic>;/ zu einer rebellion verleiten/ ward aber in einer vestung von demselben eingeschlossen / und nach Orleans gefangen gesetzt. Nach einiger zcitließ ihn Henricus I wieder loß / und setzte ein solches vertrauen auf ihn / daß er einen theil der armee seinem cammLnUou- bergab/als er wieder den Hcrtzog von der Normandie Wilbel- muman. io?4zufeldezog; Eudo aber hakte das unglück/daß er damahls die schlacht verlohr. §7.--^,». /--//o-- ^«- 7 »». rx>. 6 u 6 /- 7 /»e rom. 4. 67//0 607/77/72,7 00--7 Lj,. eunä. s. Henricus I König in Frankreich. Eudo l, Hcrtzog von Burgund / war dcr jüngste bruder Hu» gonlS 1 . welcher ihm an. 1078 dasHertzoglhum Burgund abgetreten. Von ihm hat die atzten zu or-Lux ihren Ursprung. Er that hierauf an. 110; eine reise in das gelobte land / undstarb2jahr hernach in Citieren. Er hinterließ von seiner qemahlm Mathildis / Graf Wilhelmi II in Burgund tochter/ nebst verschiedenen andern kindern/ Hugonem II, Hcrtzog in Burgund. Von den übrigen Hertzogen in Burgund / so diesen namen geftihrt / ist nichts mcrck- wurdiges zu erinnern/ ausser daß sich Eudo III mit Theresia von Portugall/Königs Alphonsi I tochter / vermählet/aberwcgen naher verwandschafft sich an. ny? wieder von ihr geschieden/tn- gleichcndaß Eud« IV den timl eines Köruges von Lhcffalonich gc- fuhret/welchen ihm sein bruder tzudovicus / der ihn von seiner ge- mahlin gehabt / cediert. k>« oKe/»e K>tt, tte nou-Z. §owmor7k. Eudol, Graf von Dlois/ Chartres/Tours / re. welcher in der Historie wegen seiner tapsicrkcit und qottesfurcht berühmt ist / starb an. 99?/ und hatte zu seinem Nachfolger Endonem II, Grafen von Bloss / welcher auch Hcrtzog von Champagne gcnennet wird / und mit dem Hertzoge der NormandieRichardo II wegen der stadt . die er demselben nicht resiimicren wölke/und wegen des schlosses ThiUeres/ so er wolle demolieret haben/ in streit war; auch nachmahls dem Grafen von CorbcilDurcardo Mclun wegnahm/ aber dadurch den König in Franckrcich Robcrtum wieder sich erregte / welcher nebst den Normannen! ihm Melun wieder entrissen- Als aberder Hcrtzog der Normandie die Danenwegen dieser fache zu hulffe ruffte/vermiltelte Robertus einen frieden zwischen beyden theilen / mit diesen conditioncn / daß Melun Burcardo wiedergegeben ward /O--cuxder Graf von Chartres/und Thillercs / nebst dem rerrirorio um vceux der Hcrtzog der Normandie behielt. Nach Rudolphi des faulen tode machte Eudo II prätension auf das Königreich Burgundien wieder den Kayser Conradum Sa- licum / weil er Rudolphi schwcster Berthä söhn war / wurde aber von dem Kayser wieder daraus vertrieben/und hernach in einer schlacht bey Bar von Gozzclin / dem Herhogc von Nieder-Lokhrin- gen an. re,;/ im?? jähre seines allers gctödtet.LKi-on.F/oxrac.rN L. 999 677777227777. I. c c. N. cle OoarLll. 8 g«. all an. lozrle^. K/77- 72202222 6-22277./i/077022. §707. k/7/>7,/o2r 0/270220^7. KK/-/77/7. Lll 6. 3. LslOOXIss > war dername / welchen die Poeteneiner von den 7 ttyL-tiKus beylegten, siehe ttvsN-5. Eudoxia / eine gemahlin Kaysers Thcodosii des jünger» / und tochter Heracliti / eines Athcnicnsischen Philosophi / oder wie andere wollen / tzeontii / eines Sophisten / welche vorher» den nahmen Athcnais qeführet. Sie war von schöner gestalt/gelehrt und beredt/welches allesihr zu bestcigung der höchsten würdeden weg gebahnet. Weil sie aber eine Hcydin war / wurdesicgetaucht / und ihr der nähme Endoria gegeben. Sie lebte mit ihrem gemahl und dessen schwcster Pulcheria / welcher sie ihr hohes glück meistens zu danckcn hatte / lange zeit in gutem Verständniß / bis endlich solches des Kaysers favöritc/ Chrysaphius Eunuchus/ durch seine vcrläumdunggcstöret.Hierauf begab sie sich in das gelobte land/ verfiel aber in die Eutychianischc kctzercy. Doch hat sie sich hiervon wiedcrumbekehret/ und ist/ nachdem sie l i jahrzu Jerusalem zugebracht / an. 460 im 67 jähre ihres alters gestorben. Luc hat von der Römer sieg wieder die Perser / ihrem gemahl zu ehren/ein heldcn-gcdichteverfertiget. Man eignet ihr auch zu einen ccmonca, von Christo unserm Henland / wiewohl andere thu von der «-rok, kziconia geschrieben zu seyn vorgeben. Zonaras leget ihr auch bey die Vollendung der ccnconumkernicorum, welche ein P 3 ir>ciu 8 angefangen hatte. Sie hat in Griechischen hcldcn-versen rn^pkrattn vÄ3rcucii!.wie auch der Propheten Zachariä und Danielis; ferner ; bücher von dem heiligen Cypriano dem Märtyrer heraus gegeben. ^ko//o7 ckrnn. I-LickLl. 36 olz-aip. ccc, §0770777 Kitt. ccc«. t /c. ri. L- 120F 77777 I. I c. 20./ 9777 />/, 07 . I. 14. 2-2220707 3NN3I. 1 .I?. 77777 ia kikl. Lke»7?F7777 kill. muker. pkilok. kegm. 24, 24 lcq. Eudoria / Licinia zugenannt / Kaysers Areadii gemahlin / hielt des Thcophili Alepandrini parthey wieder Chrysostomum/ und brachte es dahin / daß dieser an- ;c>;. aus derstadt gejaget wurde. Die Ursache ihres Hasses soll gewesen seyn/daß ihr vorgetragen worden/wiesie Chrysostomus eineIesabcl gcnennet / dar- end eve zu noch kam/daß er die am Hofe im schwänge gehende lasier allzu frey straffcte. Gleichwohl aber rieffsie ihn bald daraufwieder mrü. cke. Allein da ihr zu ehren eine stakue aufgerichtet / und durch sol- ches 5clli« der Gottesdienst unterbrochen wurde/kvnte Chrysosto- mus nicht umhin/ sein mißfallen dagegen zu bezeugen. Da nun dieses Eudoria zu ohren kommen / schlug, sie sich abermahl zu Tkev» phili parthey/und verjagte Chrysostomum zum andern malst ins elend an. 414 . Worauf sie abortierte / und in noch eben demselben fahre starb. §07707 §oL02227?r />7-2/i277.lOes?/202277 07 / 7777777 . L-7»Ä>^7777. 20770707. 6 / 7707 . L07-2227777. />770^<777 6 e UoskriNL tcm^. I.I, c. 47 . /Ü772220227. Eudoxia/Thcodosiides jüngern tochter/und Kaysers Da- lenkiniani III gemahlin / welcher vvndemtyrannen Marimoer- schlagen wurde/ der sie darauff / als dessen wittwe / an. 4 ??.mit gemalt heyrathete. Um nun dieses zu rächen/ rieff Eudoria Geuse- ricum in Italien / welcher Rom plünderte / und sie mit ihren beyden töchtern in Africam brachte; iedoch sie nebst ihrer tochter Pla- cidia / aufder Kayser Martiani und Leontii vorbitte / wieder nach Constantinopel zurück schickte. L^ 7 /« 7 . 1-/270/2/202277. §0770777.//«. 77777 i^>7. Eudoxia / war eine tochter Kaysers Valenliniani III, und dem Gaudentio /einem söhn Aetii / zur gemahlin versprochen. Allein /nachdem ihr vatteran. 4 ?? durch Maximum umgebracht worden / nöthigte sie dieser / Palladium zu heyrathen. Nachdem sie aber nebst ihrer Mutter und schwcster nach Africam gefangen geführte worden/vermählte sie König Gensericus mit seinem söhne Huncrico. Dieser nun war derAriamschen ketzerey zugethan / welche sie aufs allerhesstigste hastete / und dahcro ihren gemahl/ nachdem sie ihm einen söhn / Ulderieum / gebohren/gar verließ/und nach Icrusalemflohe/da sie ihre übrigelebens-zeit m Heiligkeit zugebracht./^ 7 e/>Lo 7 . I. ,, c. ir. Eudoxius / ein Arianey/ war ein söhn oisni. so unter Mari- miani verfolgung den märtyrer-tod erlitten/ gebürtig von Aradisso, einer stadt in Klein-Armenicn. Er war anfangs Bischoffzu Ger- manicia/ und nachmals an. ;?6 zu Antiochia/ davon er aber auf dem Seleueischcn si -iou-, wieder abgesetzt worden. Mein zu ansang des jahrs ;6c> beförderte ihn der'Kayser Constantius zum Constantinopolitanischcn stuhl, auf welchem er 11 jähr gesessen, biß er an.; 7° zu Nicäa, da er einen Bischofs ordiniren wolle , gestorben. Im übrigen war er den Arianern zugethan, und nachdem er des Sophisten Astern briefe gelesen, den Scmi-Arianern; hier- aufhiclte er es mit den Anomöis, und hieng sich an Actium, wiewohl er auch nicht mit diesem in allen stücken gleichen sinn gesich» ret. Man hat noch heut zu tage von ihm ein stück einer rede, welche er von der Menschwerdung des worts Gottes gehalten. Von ihm werden seine Nachfolger Luctoxiam gcnennet. § 077 ^ 7 . >. - c. 77 . 4 ;, öc I. 4 c. , 4 . I>/,r/oss. I. 4 c. 2,1 9 c. i. §-< 77/07 in vocc kuäox, »7777 o. Zir. z 66 . Z77>. O'o^e kist. lirrcr. ?. r j 2 . 44 . Eudoxus von Cnidus, Aeschinis söhn, lebte in der 10 ;, oder nach Euftbii bericht,in der 97 oi>-npiLöe.und war sonderlich in der mathematic wohl erfahren. Archytas hatte ihn in dergcomeirie, und Philistion von Sicilien in der Medicin unterrichtet. Er that nebst dem Platone,seinem lehrmeister,eine reise in Egypten,»m die elebrten leute daselbst kennen zu lernen, und als er wieder nach ause kam, gab er seinem eigenen vaterlande gesetzt; desgleichen verfertigte er auch unterschiedliche schafften von der astrologie, geometrie lind Historie, als oÄ 2 >-rici 3 ; gmdirum rer-L, 7. Evenus I, der 12 König in Schottland, succedirte seinem Vetter Dnrsso, nachdem vorhcro die vornehmsten in ihrer Versammlung darüber gestritten, indem einige sich auf die alte gewohnheu berieffen, da man allemal einen aus Fergi stamm erwablete; andere hingegen vorwandten, daß, wenn sie einen aus Durst« ge- schlechte zmn Könige machen würden, derselbige entweder dessen bösem exempel nachfolgen oder aber seinen tod rächen wurde. Allein weil Evenus sehr beliebt war,so wol wegen seines guten lebend eve als auch wegen seines freywilligen «üü und elendes, in welches er sich aus haß gegen Durstum begeben; so wurde er, ohngeachtet er Durstibluts-verwandter war,aufden thron erhoben. Man sagt,er sty der erste König gewesen, welcher den cyd der treue von seinen Unterthanen gefordert, damit er die unter voriger regierung höchst verderbte sitten der jugend verbessern mochte. Er brachte sie also wieder zu der vorigen Mäßigkeit im essen,trincken und klcidungmnd handhabete im gantzen Reiche recht und gerechügkeit- Er halffden Picken wider die Britannier, und nöthigte diese, die flucht zu er- areiffen, und ihre beuteim ftiche zu lassen. Nach diesem verordnete Evenus gewisse Richter, die an statt bcs Komgs umher reisen, und einem jeden zu seinem rechte helffcn solten. Dieses war der erste Ursprung der so genannten kreiß-gerichte in Schottland. Desgleichen verordnete er gewisse so genannte nssormarores, diejenigen, so etwas verbrochen,vor gerichte anzuklagen. Allein da er die hieraus entstehende ungelegcnheit sahe, wurde dieses amt bald wieder abgeschaffet. Endlich starb Evenus im 19 jähre seiner regierung, und im 76 vor Christi geburt. nur. scor, Evenus II, der 14 König in Schottland, succedirte Gillo, welcher wegen seiner üblen regierung war vertrieben worden, verfolgest ihn bis in Inland,und schlug ihn daselbst durch seinen General tzaduallum , wobey Gillus in einer höhle angetroffen, daselbst gelobtet und sein Haupt zum Schottlandischen General gebracht wurde. Nach diesem vermählte sich Evenus mit Geti, des Attischen Königs tochter, und wurde so dann durch einen ausfall der einwohner der insul Orknei beunruhiget,schlug aber diesclbigm mit ihrer grossen Niederlage in die flucht. Ihr König Belus entleibte sich selbst,weil er vcrmcynte, daß er kein quartier bekommen würde. Nachdem dieser krieg zu ende war,bauete der König 2 marck-städte an bequeme örter, nemlich Jnncrlothy und Jnnerneß an schiffrei- chen Offen: und als er hernach die einwohncr der westlichen in- silln wieder zum gehorsam gebracht, welche zur zeit der langwierigen kriege aufrüdrisch worden, starb er im 17 jähre seiner regierung,und ohngefehr im z 6 vor Christi geburt. NiK. Lcor. Evenus III, der 16 König in Schottland, succedirte Edero, war ein geiler und wollüstiger Herr, inmaffen er 100 concubinen hielte, ja gar die viel-weiberey durch ein gewiß gesetze bestätigte,wodurch er jederman frey ließ, so viel weiber zu nehmen, als er erhalten kunte,mit angehängter Verordnung,daß er allezeit die erste nacht bey den weibern der Edelleute schlafen wolle, und diese bey den weibern der gemeinen leiste , welche letztem dieselben mit den Edelleuten gemein haben solten. Durch dieses und viele andere Wer machte er sich öey dem gantzen Adel so verhaßt, daß dieser die Waffen wider ihn ergriff, seine armee schlug, und ihn zu ewiger gefangenschafft verdammte, woraufer von einem seiner feinde im ge- fangniß strangulirt wurde, der aber seinen lobn mit dem strick dar- für bekommen. Dieses geschahe im 7 jähre seiner regierung, und ohngefehr ein jähr vor Christi geburt. K,st. 8c«. Evenus / ein Poet, welcher sich in elegischen Versen hervor gethan, und in der YI oivmpiacie gelebet. Cr war ein des historien-schreibers Philisti, und wird von dem Aristotele, da er zeigen will,wie die gewohnheit die andere natur sty,angeführet. Man hcstnvch heut zu tage zwey cpiZrsmmLcL von ihm. Evephenus / ein Pythagorischer?liiintopi>uz, welcher, nachdem er von Dionysischem Tyrannen zu Syracusa, zum tode verurteilet worden,weil er den Metapontinis widerrathewsich mit ihm in ein bündniß einzulassen, vor solchem urtheil so gar nicht er- schrack, daß er nichts mehr, als nur dieses von dem Tyrannen verlangte,daß er ihm vorher erlauben möchte nach Hause zu gehen, um seine schwesier zu verhcyrathen, sintemal er bald wieder kommen, und sich zur Vollziehung des über ihn gesprochenen Urtheils darstellen wolle. Hierüber lachten die anwesenden; der Tyrann aber fragte ihn, wen er unterdessen an seine statt zum bürgen überlassen wolle? daraufstellte er ihm seinen freund Eucritum dar,welcher denn gantz willig war, die 6 monat über, da er würde abwesend styn, an seiner statt als bürge zu bleiben , und so dann auch die strafe auszustehen, wofern er um die bestimmte zeit nicht wieder da seyn würde. Über solche sonderbare freundschasst und hertzhafftig- keit verwunderte sich jederman hefftig. Allein noch mehr erstaunte der gantze Hausse, als Evephenus wieder kam, und sich vor dem Tyrannen darstellte, welcher so dann über die lügend dieser r freunde sich hefftig verwunderte, und nicht allein beyde loß gab, sondern auch verlangte, als der dritte mann mit in ihre freundschafft aufgenommen zu werden. ist».5 w vwvO» comm, r, Indessen ist zu mercken, daß Cicero, Val. Maximus und Diodorus Sie. da sie eben diese geschieht erzehlen, gantz andere »amen der 2 freunden anführen; sie nennen solche nemlich Dämon und Py- thias. Hyginus heisset selbige wiederum änderst Mörum und Se? linuntium. Auch sagen alle , der zum tod verdammte hatte nur; tag zeit begehrt,nicht aber 6 monat, da dann das erstere weit glaublicher ist. c-c. cie oL I. z c. lo. i^r/. Mr-c, !. 4 <;. 7. 0,0-?. Äc-. in Lxc. vcir-lc. p. c. 257. * Everhardt und Mittelburg / eine Freyherrliche familie in Bayern, welche von dem Adclichen geschlccht von Eberhardt in der Ober-Laußnitz unterschieden ist. Nikolaus Everhard von Mittelburg hinterließ r söhne, Nicolaum den grösser,! und Nicolaum den kleinern. Jener war vr.sscssor juri- zu Löwen, hernach aber kr-ws des grossen Raths daselbst, und starb an. 1^2. Seine söhne waren 1) Petrus rllcowchL Doctn-, und Abt des Pramonstratenier- vrdcns; 2) Johannes, ein guter Poet und Redner, welcher an. :zz6 als Kayserlicher geheimdcr 3-crctsrius verstorben, z) Habe,anus, Königlicher Spanischer Cantzlar in Zütphen und Gelten. 4) Nicolans, Königlicher Spanischer Rath und Gesandter eve eug 2Z7 zu Venedig, z) Eberhardus, Lqu« „u-sruz, der an. i;2r als k--»' Nllcni oes hoher! Raths in den Niederlanden verstorben. Dieses letzter,! söhne Carolus und Arnoldus, welcher letztere zu Mavenhaag gewesen, haben diese linie in den Niederlanden beschlossen , indem sie unvcrheyrathet gestorben. Obgedachter Nico- lausder klemere ließ sich zu Amsterdam nieder, und hatte einen söhn gleiches namens, welcher an. i;7° alsvrokcssor ,ar>» zu Jngolstadt verstorben. Seine z söhne Georgius, Caspar und Nicolaus, sind ebenfalls juris ausder jentgedachten Universität gewesen. Des letztern, nemlich Nicvlai, söhne waren i) Ferdinandus, Hauptmann zu Neumarck in der Ober-Pfaltz,2) Nicolaus,welcher ressons» juris heraus gegeben. ;) Albertus , welcher anfangs Mo- 5-wor zu Jngolstadt, hernach bey den Grafen zu Hohenzollern, und endlich in der Abtey Weingarten Cantzlar gewesen. 4) Wilhel- nms/der an. izyo als Bayerischer Rath mit tode abgegangen. Zu ausgange des 17 seculi war Frantz Siegmund Ferdinand, Freyherr von Everhard auf Mittelburg, Herr aufLichtenhaag, geheim- der Rath bey dem Bischoffe zu Freysingen, und -rä-inmkrLror der Grafschasst Engersdorss. Everhelmus/ oder Evershelmus / war anfangs Abt von Aunwnt im Henncgau, und nachgehends von 3. Perer 6- Blandin zu Gent. Er lebte in dem 11 seculv zu den zerten Kaysers Henricr des schwartzeu/ und schrieb das leben 8. Papponis, welches Su- rius bey dem r; jan. anführet. 0«^». su^pi, Lrixr. «<-!. u- Kill, l.Lk. I. I, Evensden/(Johannes) ein Franciscaner-Münch,von geburt ein Engellander, lebte um das jähr izzü, und hat eine zeit-rech- nung, ferner eine Historie von den Königen und Bischöffen seines Vaterlandes/ nebst andern tracraten mehr geschrieben. u- biss. Nat, 1. r. Evers / (Sir William) hatte feinen Zunamen von der Herr- schafft Evre in der Engellänbischen Grafschasst Bück,und stammele von einem jungem söhne des Barons von Werkwork in der Grafschasst Nvrthumberland her. Er wurde im 18 jähre der regierung Henrici VIII zum Capitain der stadt und des castels Ber. wik an der Tweed,und darnach, krafft eines öffentlichen edicts zu Westmünster den 24 sehr. im 25 jähre eben jetzbemeldter regierung zum Baron dieses Königreichs gemacht. Seinem ältesten söhn Ralph wurde wegen seiner kapffern beschützung des vrts Scarborough-Castle wider dje rebellen, welche ihre empörung die pllgramschafft der gnade nenneten, wie auch wegen seiner an den Schottländischen gräntzen geleisteten dienste durch den rath des Hertzogs von Norfolk so viel land geschencket, als er von den Schottländern würde erobern können. Er gieng so fort mit ohngefehr 4000 mann in Schottland , wurde aber von dem Grafen von Arran geschlagen und getödttt. Als sein encke! William erbloß starb, fiel der titul auf George Evre, seinen anverwandten. Als aber auch dieser George an. 1672 noch unverheyrgthet starb, succedirte ihm in seiner würde sein bruder Ralph, i>,. ronsZS. Eperschop/ ein kleiner bezirck landes von 6 kirchspielen in dem Eiderstedischm des Hertzogthums Schleßwig, an der Hever gelegen, davon es auch den Name,! hat. beülireib, von LcMesvvig unll I 4 o!Üe>n?. >i c. iz p. izr, Everwinus/ ein Teutscher Münch von der coriAi-ßLiloo zu Clnny , war zu den zelten des Kaysers Conradt Salici in dem I I seculv berühmt. Er hat das leben 3. Simonis beschrieben, welches Surius auf den 1 jun. anführet, cb-on. ymizuZ. an. ,vro. Evesham / oder Evesbolm / ist eine marck-stadt in Worce- stersbire, allwo eine brücke über den flnß Avon gehet. Sie wird neckstWorcester für die beste in der gantzen Graffschafft gehalten, bat 2 oder; kirchspiele in sich, treibet gute Handlung, sonderlich mit strümpffenmnd hat das recht, 2 Depukirten zum Parlament zu schicken. Sie wird von einem Mayor oder Bürgermeister regieret. Das thal,welches von dieser stadt seinen namen bekömmt,verdienet wegen ftuchtbarkeit seines bodcns, der kom-boden in derftlbigen gegend genennet zu werden, W rvc-rr. LurLm,. issVOtVHlLI. ein gewisses volck in ttgllis wr-n-pAganz, weiches vor zeiten um diejenige gegend herum wohnte, allwo jctzo die io> >» von Bergamo und Brescia sind, zwischen dem Comer-fte und Toscalano; wiewo! sie andere etwas weiter gegen den fluß Adige und Vicenza zu setzen. Römische Päbste, 8 Euaemus I, ein Römer, kam durch hülffe des Erarchen Calliopi, nachdem der Pabst Martinus I an. 652 ins elcnd geschickt worden, auf den stuhl; allein die clensev wolle ihn nicht eher , als bis nach dem tode Martini, erkennen. Er saß 2 ,ahr, ? monat und 24 tage. ö- in i^t. vna. -II vllron. xonrikc. Lom. sn. 6?4- Eucrenius II,gleichfalls ein Römer von geburt,kam nach dem tode Paschalis I aufdcn stuhl,unter der regierung des Kavstrs Ln- dovici xii. Anfangs erregten sich deswegen ewige schw.mgtelten, indem vor andern Zinzimus znm Haupte der ürche erwählet wor- dm ^allein d^ iM, Lotharius, stillete solche ba d nach seiner ankunfft in Italien, darauf er diese wurde in ru- ve besessen Er stunde der kirche von an. 824 bis 827 vor. Zu seiner m hielt man ein coocii.um zu Rom, worauf6z Biscköffe ge- aewesen,und ;8 c»non« verfertiget worden. Als die or e 2 Theopbüns, an die occidentali- M enLudovicum undLotharium, wegen der Verehrung der bi,der Gq z schrieben, 2Z8 eug schrieben, und der Pabst hiervon feine meyuung aus der Grifft zu beweisen ersuchet wurde / bestraffte er die Kayser eines Hochmuths/ daß sie »hm solches zuzumuthcn kein bedrucken getragen. öc O/rco»,«- in i^iius viks. in cliron konii». 8,0111311. C«2>e liccerai. p. zo?. Eugenius III/ so vorhero den Namen Pein Bernhardt geführt,war gebürtig von Pisa/und wurde anfangs/ nachdem er sich die unterrichtung 8 . Bernhardt wohl zu nutze gemacht, Abt des Cister- cienscr-klosters 8 . Anastasii crium W.iriiim z,iRom,und.iiachge- Hcndsdcn14fcbr.au. 114? zum Pabst erwählet. Allein er wurde von den bürgern zu Rom / die des Päbstlichen regiments überdrüssig waren / so gleich nach seiner wähl aus der stadt verjaget. Ob er nun gleich dieselbe zu ende des jahrs wiederum Anbekommen,muste er doch aufs neue entfliehen. Danncnhcro begab er sich nach Frankreich,und hielt daselbst an. 1148 ein cnHum,daraufEonis und Gilberti Pvrretani irrthünnner verdammet worden. Nicht lange hernach that er den König stephanum von Engelland in den bann, weil dieser mit Thcobaldo, dem Ertz-Bischoffzu Canter- bur»), übel zu frieden war, daß er ohne seinen öcfehl auf das Concilium „ach Rheimsgegangen. Endlich wurde an. 1152 Mischen ihin und den bürgern zu Rom ein vergleich gestiffrer,darauf er wieder dahin gekommen, und das jähr hernach zu Divoli gestorben. Man hat von ihn» verschiedene epistcln , die sich in den ramis Lon. ciliorum befinden. CE,/. c. 12. s. üc in c^ill. Orro IN cliron. -ie »A/cz> bitzl. Citzcrc. Kitz». ?onrik. C 42 ,e kill. likremc. p. 46L öcc. Eugenius IV / sonst Gabriel cic Condelmerio, von Venedig gebürtig, war ein söhn Angeli Condelmerio. Er ward anfangs c-nonicus der coi^r-PLUvn von 8 . Georgio in Alga, hernach an. rgog Bischofs zn Siena und Cardinal, und endlich an. 14; 1 den; mertz nach Martini V tobe gar zum Pabst erwählet. Weil er sich von einigen ohrembläsern einbilden ließ, als wenn Marcinus V grosse schätze gcsammlct, ließ er dessen Vice-Cammerer, Otconcin Poccio,gefangen nehmen; »veil aber des Pabsts General, stcvha- nus Colonna, dabey wider bcfehl gehandelt, und an statt Poecio m der stille, und ohne ihmc, als der noch nicht überwiesen, einigen schimvff anzuthun, für den Pabst zu bringen, sein hanß Lurch die soldaten plünderen lassen, und den Poccio am hellen tage vor den äugen des aantzcn volcks in den Päbstlichen pallast gcschlevpct, er- grimmcte Eugenius hefflig, und liesse sich einiger scharffer droh- worten wider diesen General vernehmen, welche selbigen bewogen seine »»»flucht zu feinem vetteren und Haupt des Colonnischen Haukes, den» Hcrtzog von Palästrina zn nehmen, »vclchein er bald we»ß machte, wie der Pabst die gefährlichste anschläge wider alle Colonna vorhätte ; »vorauf dieses sich meistcr von Rom zu machen trachtete , und durch das Appische thor bis an die kirche 8 . Marci ohne widerstaird durchtrange; »veil er da aber des Pabsts soldaten mit kmer grossen anzahl bürgeren in» gcwehr antrafst,käme es zu einein scharffen gesteht, da endlich der Hcrtzog weichen musst; »velcher dagegen um die stadt herum die qrösten feindseligreiten verübte, wie auch der Pabst »eines orts der Colonnen und ihrer anhängc- ren qücercn und Unterthanen gar nicht verschonte. Es verfiele dieser zugleich in eine schwäre kranckhcit , welche viele einen» bcnge- brachrcn gisst zuschreiben »vollen, bewürbe sich deßwegen »m» frieden , der endlich durch Unterhandlung des Angclotto Fosco eines Römischen burnzers geschlo»st» wurde. Kurtz nach diesem an. 14;; käme Kayser sigisinnndus in Italien, welchem der Pabst die Kayserlichc Cron aufsetzte , auch einen lractat.mit ihine machte, und sonderlich das Baßlerische Concilium zu fördern versprach, dessen fortsetzn»»«; Sigismnndo aufs höchste angelegen warczGleich das folgende jähr entstünde noch ein viel grösseres »vctter gegen diesen Pabst in Rom, denen Ursprung von Nicolao Fortebrachio herrührte, der vorhero des Pabsts General gewesen, aber wegen nicht bezahlten» sold, da ihmc Eugenius die im krieg, und sonderlich bcv Plünderung einiger städtcn gewonnene beuten dafür anrechnen wolle, mit ärmster Verbitterung weg gegangen, und bey Philippo den» Hertzoge in Mayland dienst genommen hatte. Dann als er von diesem , der ohne dem gegen den, Pabst in feindschassr stunde, mit einer armec ins Römische gebiet gesandt wäre, plünderte und raubte er alles um Rom herum, so daß diest stadt in die äusserste noth gerieche» »nid »veil der Pabst allhier nirgends zu bclssen wüste,auch st»»» Nevole,dcnr er die meiste geschätzte überliess', der träg- beir und Wollüsten ergeben nicht nur für die Sachen allziuvcnig sorgte, sondern auch die, so sich wegen erlittenen vcrtusts beklagten, mit harten und schimpflichen »vorteil abwiese, russte das volck unversehens ^ine L likcitä, waafen und freyheic / »»ahme den Cardinal Nepote gefangen, entsetzte alle Päbstliche beamtete, sper- rete anch, »vie einige »neldc»», Engcnium »clbsten in 8 .Mma cki l- cicl Icvcic einige zeit ein, und als er »einen hütercn cntivilchend sich in einein schiff über die Tybcr setzen liess,schössen sie viele pfeile nach ihn», daß er nicht ohne gröste lebens-gefahr entrinnen konte. Von dein an banetc er glciclssain das elend , und hielte sich bis ins nennte jähr ausserhalb Rom auf. Von Floren»;, dahin er sich erstlich verfüget, schickte er noch in dem besagten jähre seinen Abgesandten auf das berühmtc c.,„cilmm „ach Bafel,welches er zu folge des fchlusss in dem an. 142; zu »siena gehaltenen ccmciim ausgeschrieben, rieft'ihn aber wieder zurücke,und »polte das Concilium, so aufdie schivachung des Päbstlichen ansthens drunge, von Basel nach Bologna verleget wissen. Das Concilium aber setzte sich dar- wider, und erhielt endlich durch Vermittelung des Kaystrs Slgis- mnndi,daß Eugenius sich zufrieden gab,und die biß dahin gcmachte schlüge des Lonciiü bestätigte. (Siebe Vafflisches eug Weil aber das Concilium nicht unterließ, den» Päbstliche», ansehen zu nahe zu treten,und inzwischen die Griechischen Prälaten, welche sich um eine vcrglcichnng mit der Lateinischen kirche zu stifften, auch Angefunden, vornemlich, wie man glaubte, ausanhetzen des Pabsts,sich über die entlegenheit des orts beschwärten, nabm der Pabst aufs neue gelegenheit von der verlegung des Loncins w reden. Er brachte auch würcklich, ungeacht alles Widerstands der zu Basel versaininleten vateren, sein vorhaben zu stände, und fieng en» Qouciiium zu Ferrara, u»»d hernach bey entstandener pest, zu Flo- rentz an; inzwischen »vurden zu Basel so wohl vor als nach dieser entstandenen zwistigkeit nachfolgende schlüss gemacht: daß der Pabst vor einem Couc.i-o sich zu »stellen verbunden sey; daß des co.icüu aurorität viel grösser sey, als des Pabsts; manmüstedie kirchen-verbesserung so wohl von dein Haupte als den gliedern anfangen; ja,erftlbst wurde wegen bcschuldigung der simonie und anderer lasier seiner geistlichen würde entsetzet, und an seine statt Graf Amadeus von Savoyei»,unter dem »»amen Fclicis V aufden stuhl erhoben. Es brachte auch das Concilium den König Caro- lum VII in Franckreich auf seine feite, nachdem es demselben zu der berühmten pm°mLric- lmEionc gelegenheit gegeben. Der Pabst hingegen erklärte gleichfalls alles,was das Concilium z» Batet vornchmcn würde,vor m,n, und that die, fo deinfelben bcvwohn- ten, desgleichen den Pabst Feliccm V in bann, verdammte den »atz, daß das Concilium über den Pabst sey, als eine ketzerey, fuhr auch »nil »einein neuen couciü» zuFlorentz eifrig fort; zumal der Con- »taiitinopolitanliche Kayftr, Johannes Paläolvgus, der mit sein« vornehmsten Geistlichen in Person zugegen war, ihm aus Hoffnung, hülffc wider die Turcken zu erlangen, alles eingicng, worüber die Griechiiche Arche mit der Lateiusshen bißhero so vielen streit ge- fuhrct harte. Z»vardimittirre er an. 14,9 das Concilium zu Floren»; , und begab sich nach Rom, brachte aber Carolum, deü Dauphin in Fra»ckreich,darzu,daß er mit z oooo mann dem Hcrtzog von Oeirerreich wider die Schlveitzcr zu hülffc zog, der auch »n selbigem zug vor Basel ruckte, aber von 40°° Schweißern so empfangen wurde, daß er kaum den dritten theil »'einer armee zurück brachte; wiewohl bewährtere geschicht-schreibere diesen Überfall mehr denen Hertzogen von Oesterreich, und Kayser Fridericv III selbstm zuiamt dem Land-adel, der in hcfftigem krieg »vider die Endgnoffeu verwickelt wäre,zuschreiben. Jndejsc» weil auch eben dieser Kayftr dem coucMo zu »vider wäre, und sich noch mehrere Fürsten von selbigem abwendeten, sonderlich auf erfolgten tvd Eugenii und er- wahlniig Nicolai V an dessen stelle, so gienge endlich das Concilium zu Basel meistentheils auseinander, und ob es gleich zuletzt in eine verlegung gcivilliget, konte man sich doch nicht vergleichen; d»s endlich an. 1447 der König in Franckreich folgende puncrc zum vergleich vorschlug, 1) daß die beyderseits geschehene excommuni- canoncs widerrufen werden »ölten; 2) daß Eugenius IV vor den wahren Pabst erkannt werden; ;) Felix V aber gutwillig abdan- cken solle. Allein ehe dieses zu werck kam,starb Eugenius an. 1447 den 2z febr. Sonst ist noch merck»vürdig,daß er König Uladislaum in Ungarn zu einein unglücklichen friedms-bruchmit den Dürste»» beredet,maissn dadurch so »vohl dieftr König selbst samt dem besten Ungarischen Adel, als auch des kriegs anstissrcr, der gesiindte des Pabsts, und von dein Baßlerischcn c>mcil,o adgegariaene Cardinal Jnlianns in der schlacht bey Varna umkommen. Man gibt vor, daß er einen tractat »vider die Hußiten geschrieben. Von »einen epjsteln und bullen finden sich annoch verschiedene. 0«-/. r. p- 469, AZ! >Lc r. i; p. r. r. 4. SNN2». mino- ric r. 5. Lurop. c. I. rr. 0 »»/^. L, 4 cs- Nil». liriccsr. i» * Röntge von Schottland. Eugenius I, der z y König in Schottland, snccedirte Fethel- macho. AIs zn »einer zeit der Römische General Marinnis willens war, die gantze insul m erobern, widersetzte er sich nebst den Schollen »mt grosse'»' tapfferkeit. Die erste Wacht, die er mit ihin hielte, geschahe bey dem fluss Cree in Gallowan, alltvo die Schottlander an mann»chassl »veil schwacher waren, als die feinde, und also gar leicht überwunden »vurden. Allein da die Römer stlbige ohne einige ordnung verfolgeten, als die des sieges schon gantz gewiß zu fty» vermcyntcn, wurden sie von denen in den nahe gelegenen orte»» vcriammleten Anwohnern angefallen, urid mit einer grossen nidcr- lage abgeiviestn. Indem nun mitlcrweiie Marnnns zurück geruf- fen »viirde, um einige in derjenigen gegend, welche anictzo Engel- land genennct »virG entstandene Zerrüttung und »»»»ruhe zu »stillen, so rächten sich die »schottläiidcr an den Picten, der Römer freunden,mit fencr und schwcrdt. Endlich kan» Marinnis wieder zurück, und marWrtc »rrit den Römern, Britannien» und Picten wider die Schottländer. Als die Schottländer sirhen, daß sie nunmehr» vor ihr land, leben und güter zu fechten hätten, versaininleten »>e ihre gantze macht, beydes wejbs-und manns-personen, und lagerten sich bey dein fluss Down, nahe bey ihren scindcn. Nachdem es nun zum treffen gekommen, schlugen die schottländer gnr bald die Picten und Britannier in die flucht. Als aber Marnnns mit den Römischen lcgioncn darzu kam, welchen die schottländer weder an der menge noch kricgs-disciplin gleich waren, wurden sie völlig geschlagen, und ihr König Eugenius selbst, nebst dem meisten Adel, blieb aus der wahlstadt. Nach diesem siege erzeigete »ich Macunus gantz gnädig, und »polte die Schottländer, wofern sie »ich ihm un- lcrwerffen »vurden, in »einen schütz nehmen. Allein der haß der Picten gegen die schottländer war so groß, daß sie ihm nicht eher ruhe liessen, als biß er ein cdict heraus gab, durch welches den Schottländern auf einen gewissen tag aus Britannien zu weichen anbefohlen wurde. Bey dieser gelegenheit »vurden die Schottinn- cug kr in die Abendländische insuln, als in Irrland, Dänemarck, Schweden, rc. zerstreuet, da ste denn allenthalben gar wohl aufgenommen, und wegen ihrer tapfferkeit hoch gehalten worden. 8 «. kjhMÄE rcr. 8cor. kill. Eugenius II , succedirte seinem vater Fergo II , so lange er aber minderjährig war, führte sein aroß-vater Graham die regierung. Dieser,als er sahe, daß er nicht starck genug war, mit den Römern krieg zu führen, hielt sich gani; stille., Inmiltclst verheerete dre Römische armee das gantze land in der südlichen gegend der mauer Se- veri, und brachte es wieder in der Britannier Hände, so , daß die Schottlander und Picten abermals zwischen die 2 firths oder meer- ärme von Edinburg und Duinbarton eingeschlossen wurden. Allein als die Römer wegen innerlicher uuruhe nach Hause ziehen musten, gieng mit den Britten alles krebsgängig. Denn die Picten und Schotten vereinigten ihre macht, und rijM die von den Römern zu bedeckung des landes neu aufgerichtete fortificationen nieder, verjagten auch die Britannier, und kamen mit vieler beute wieder zurücke. Nachgehends schickten sie gewisse colonien hin, um das land, welches sie den Britanniern abgenommen hatten, zu besetzen, so, daß alle ins elend vertriebene Schottländer mit vielen Dänen und andern nationen dahin kamen, und sich in derseldigen gegend niederließen, in der Hoffnung, daß Graham nicht eher die waffen niederlegen würde, als biß er die Britannier unter das joch gebracht hätte. Doch weil dem ungewissen ausgange des krieges nicht zu trauen war, schloß er lieber mit reputation einen frieden, und setzte die gräntze von Schottland bey Adriani mauer und Ncwcastle an der Lines Das neu-eroberte land theilte er unter seine soldaten aus, welche so dann den landschafften nach ihrer Phantasie neue namen gaben. Graham unterließ auch nicht, das land mit vestungen wider schleunige einfülle zu verwahren. Als nunmehro Eugenius, der König in Schottland, zu seinen männlichen jähren gekommen, schickte er eine gesandrschafft zu den Britanniern, um die landschafften jenseit der mauer Adriani zu fodern, welche seinem groß- vater gehörten, der ein Britannischer Edelmann und aus der Römischen dienstbarkeit nach Schottland geflohen war. Coranus, einer von den vornehmsten unter den Britanniern, rieth ihnen, daß sie dem Könige in seiner bitte willfahren sotten; allein er wurde wegen dieses seines treuen Raths ermordet, und Eugenii Abgesandte mit abschlägiger antwort wieder zurück geschickt, darüber es zu einem gefährlichen kriege vor die Britannier ausschlug,indem in einer schlackst derselben 14000 auf dem platz blieben, da hingegen Eugenius nicht mehr als 4000 eingebüffet. Nach solcher Niederlage ordneten die Britannier gewisse commMsn«; ab, um frieden »u bitten, welchen sie auch unter harten bedingungen erhielten, indem sie versprechen musten, alles land jenseit der Humber abzuwetten; weder bey den Römern noch andern ausländern hülffe zu suchen; mit den Schottländern und Picten in eine oll-ntlv-und clctenllv- E-nce zu wetten, und ohne ihre bcwilligung weder krieg anzufangen, noch fn.cde zu machen; ferner ihnen eme gewisse summa gelbes, die alsofort unter die soldaten solle ausgetheilet werden,, zu erlegen, und endlich zur Versicherung, biß alle articul unverbrüchlich vollzogen wurden, 102 geisscl aus ihrem Mittel zu liefern. Allein der snede wurde wiederum gebrochen, indem Dortiger, so in grossem ansehen unter den Brillen war, die Jütländer, Sachsen und Angeln wider die Schottländer zu hülffe rieff, daraufes an. 449 zu einer schlackst kam, in welcher Eugenius soll erschlagen worden seyn; wiewol andere sagen, daß er eines natürlichen todes gestorben, den rühm wegen seiner frömmigkeit und tapfferkeit hinterlaß send, daß er einer von den besten Königen in Schottland gewesen. rc-. 3 cor. kill. Eugenius III , der 46 König in Schottland, succedirte seinem Vater Gorano, welchen er selbst frühzeitig zum grabe soll befördert haben. Nichts destoweniger regierte er also, daß ihm keiner von seinen vorfahren an rühm kau vorgezogen werden. Er kam den Britanniern wider die Sachsen zu hülste, und allarmirte deren gräutzen durch stetige einfalle. Endlich starb er an. tmr; jähre seiner regierung. Eugenius IV , der; 1 König in Schottland, succedirte Kennest» I an. , und war von Columda, einem heiligen mann aus Inland, sehr gottsfürchtig auferzogen, und zugleich von kindheit^ an in guten wissenschaffwn unterrichtet worden. Nachdem er zur crone gelanget, führte er mit den Sachsen und Picten stetigen krieg, und erzeigest sich gegen die hartnäckigen scharff, gegen diejenigen aber, welche sich demüthigten, gütig und gnädig. Des Königs von Northumberland Ethelfrieds kinder, die bey ihm schütz suchten, tractirte er mit der gröstcn Höflichkeit, und trüge sorge, sie in der Christlichen religion wohl zu erziehen. Endlich starb er im 16 jähre seiner regierung zu grossem leidwesen seines Reichs. Eugenius V , der 36 König in Schottland, succedirte Mal- duin, und schlug Egfried den König in Northumberland, welcher biß nach Galloway gekommen war, dergestalt, daß seine armee gantzlich ruiniret wurde, und er selbst kaum mit dem leben davon kam. Eben dieser Egfried bekriegte im nechst-folgenden jähre die Picten, welche ihm aber gleichfals harte streiche anbrachten, und diejenigen landschafften, welche die Sachsen ihm vormals abgenommen , wieder eroberten. Zu gleicher zeit schlugen sich die Britannier, nachdem sie sich von der sclaverey der Angeln loß gemacht, zu den Schottländern, und verwüsteten das Königreich Northumberland dermassen, daß es sich nach der zeit nicht wieder erholen können. Eugenius aber starb im 4 jähre seiner regierung an. 644. , Eugenius VI , der 57 König in Schottland, succedirte Euge- tuv V, und war, nach der damaligen retten beschaffenheit, in der eng 2gy theologie sehr erfahren. Mit Alfred, dem Könige in Nvrtbnmber« land, welcher ebenfals diesem lluNK. ergeben war, lebte er in grosser Vertraulichkeit. Zwar machten ihm die Picten einigen Verdruß, jedoch kam es durch verbitte der clerisey niemals zu einer öffentlichen schlackst; und als er darauf bedacht war, wie er dieses unbändige volck demüthigen wolle, starb er im io jähre seiner regierung, an. 6 z 4. Man sagt, daß es zu seiner zeit 7 tage lang blut über die Britannier geregnet habe, ja, daß auch milch, käse und butter in blut verwandelt worden seyen. 8«cl,E». Eugenius VII , der ?y König in Schottland,siiccedirte seinem bruder Amberkeletho, und wurde im selbe von der zanken armee zum Könige erkläret, damit sie nicht ohne General seyn buchte- Er machte mit den Picten einen stillstand, und schloß endlich einen völligen frieden, welcher durch die Vermählung mit Spondana, ihres Königs Garnardi tochter, bekräfftiget wurde. Allein nicht lange hernach avurde sie von r rebellen in ihrem bette ermordet, die zugleich im sinne hatten, den König zu tödten. Die Mörder entflohen, und der König wurde des todtschlags, weil er sich allein in der Königin kammer befände, verdächtig. Es war auch schon an dem, daß das tvdes-urtheil an ihm solle vollzogen werden, als die mörder an den tag kamen, und ihre verdiente straffe daraufempsiengen. Von ihm hat diejenige Verordnung, nach welcher der Könige thaten in den kiöstern sollen aufgeschrieben werden, ihren ursvrung. Er regierte 17 jähr, und hielt in währender solcher zeit mit allen seinen Nachbarn friede. Sein tob erfolgte an. 721. 8«c8«»«». 8c< r. Eugenius VIII, der 62 König in Schottland, succedirte Et- fino. Sein erstes unternehmen gieng wider Dvnaldum, den Fürsten der insuln, mit welchem er viel blutige schlachten hielt- Endlich aber bekam er ibn gar gefangen, und ließ ihn öffentlich todten. Desgleichen ließ er auch Murdum, den stadtbalter zu Galloway, hinrichten, weil er es mir Donaldo gehalten, und noch viel andere belegte er, um eben dieses Verbrechens willen, mit geid-strasien, womit er bieienigen wiederum befriedigte, die von jenen geplündert worden waren. Allein nachdem er etwas ruhe erhalten, ergab er sich allen lästern, und als er weder durch der Geistlichen noch seiner Edelleute erinnerung sich davon wolle abhalten lassen, machten sie einen anschlag, ihn aus dem wege zu räumen, weiches auch im ; jähre seiner regierung, an. 764 in einer öffentlichen Versammlung würcklich geschahe, und diejenigen, so ihm in seinen übelthaten ge- sellschaffc geleistet hatten, bekamen ihren lohn mit dem stricke. 8«- kill. rer. 8cc>r. Andere berühmte Leute: Eugenius / Bischoffvon Carthago, war von gebnrt ein AM. caner, und wurde um das jähr 480 von den recht-qlaubiaen »um Bischofs von Carthago erwählet. Worauf er an. 484, M der Vandaler Konig Hunericus die Manischen Bischöffe nach Carthago beruffen, mit den recht-gläubigen zu dispntiren, dem Könia ein vortreflich glaubens-bekantniß darreichte, darinnen er die reine lehre der recht - gläubigen wider die Arianer vertheidiget hatte. Bald darauf wurde er von Hunerico ins elend verjaget, und soll endlich nach Franckreich gekommen seyn. Auch wollen einiae neuere scribenten vorgeben, daß er zu Viviers in Franckreich gestorben sty. Ihm werden folgende schrifften beygelegt: cxp,>iss,(, flöci LsrkullcT; Apologet,cus pro llcle ; slcc-carin cum -Lrianis Lc. -rcr in der Toletanischen kirche war. Dieser, da er zum Ertz-Bischoff erwählet wurde, entflöhe nach Saragossa, und bat, baß man ihm erlauben mochte, sich in ein kloster zu begeben. Allein, auf besehl des Königs, wurde er wiederum zurück geführet, und zum Bischoff verordnet. Er präsidirte auf dem 8, y und »a Toletanischen concillo. und da er dieses amt ohngefähr n jähr geführet, starb er an. 657. Was seine schrifften anlanget, hat er des Dracontii bücher in K-xasincron heraus gegeben, vermehret und verbessert, und ein carmen kcroicum cie opc>e ü'primi cliei hinzu gefüget; ferner hat man von ihm ep-'Zi-mms»; sei,, buch clc wrinilLk- aber, und die übrigen schrifften sind nicht mehr vorhanden. cic icript. ecclcll c. I- ch 14. 8^0». nor. 2ci inLc- ryrol. 8.0m. 26 6. 1; k 4 ov. 844 -,«»-! kill. kttip. 1.6 c. 9. kibl, ÜilpLN. kibl. L-we Eugenius / lehrte anfänglich die gramm^lc, erhielte aber hernach die vornehmste Cantzley - ämter bey Hof, so, daß er no--- rius und 84 sg!Ücr 8cnmc>ruo> wurde; letztlich hatte er theil an allen schlimmen anschlägen des Arbogastis wider Kayfer Valenti- niamnn den jünger», sonderlich auch an dessen tsd; und weil Arbogastes wegen seiner schlechten herkunfft sich des Kayftrthums nicht selbst anmasscn dorffte, hingegen »erhoffte, daß stchEuge- nius wegen seiner schlechten erfahrenheit in kriegs - fachen immer wurde an ihne hatten müssen, und sich von ihme regieren lassen , so erhübe er ihne auf den thron, welches im may an. ;yr, und zwar zu Vienne in Gallien geschahe. Der ansang wäre auch nicht unqlücklich; dann als sie zu erst mit einander auf die Franckcn loß gienqcn, schlugen sie deren 2 Könige, Sunno und Marcomir, mit grossem Verlust aus dem selbe. Sie wendeten sich hernach gegen Italien, und zogen den gantzen Occident auf ihre feite, nur daß Gildo, der in Äfrica 6ouvo-„cur wäre, sich "--»---1 hielte, des Vorhabens, sich für dene zn erklären, welcher die oberhand behalte» 240 eug euh evi halten wurde. Im übrigen, weil Arbogastes der Heydnischen Religion zugethan wäre/ so Hinge es Eugcnius / ob er schon ein Christ , geschehen lassen, daß man an vielen orten die götzen-tem- pel wieder öffnete, sonderlich den berühmten aitar des siegs, für welchen die noch Heydnische Römer sehr starck eifferten, in dem Rath - hauß zu Rom von neuem aufrichtete, und letztlich auch, an statt des seit Constantino M. gewöhnlichen Creutzes, den Her- eulem in die fähncn oder selb - zeichen setzte. Wie auch hernach Theodostus wider sie beyde durch Jllyricn im anzug wäre, stellten sie güldene bilder des donnerend- und strahl - schiessenden Jupiters in die enge Nansen der Alpen, wo selbiger durchpaffiren muste, in thorechter Hoffnung, den feind durch dergleichen hülffe abzutreiben. Aber da dieser erschiene, thäte dieses eine gantz widrige würckung: dann erstlich wurde Theodostus ohne grosse muhe aller dieser Ctausen und Passen Meister, und als hernach beyde kriegs- hecre an dem so genannten kalten fluß mit ihrer gantzen macht zu fechten kamen, litten zwar anfänglich die Tbeodosianische den e sept. zimlichen schaden, so daß, wo nicht die nacht darzwischen kommen wäre, sie die gröste gefahr gehabt hätten,, völlig geschlagen zu werden, wie dann nur aus denen hülffs - völckeren in die 10000 Bothen, und neben ihnen auchBacurus, ein Fürst der Jbcricr, und Lomcs vom-llici>rum, hjemit einer der vornehmsten befehlshaberen bey dem Theodosio, auf dem platz blieben. Aber den folgenden tag gicnge es dieser parthey etwas besser, mauen bey erneuerter ichlacht das bekannte wunder sich ereignet, da ein hcfftiges wind- und donner- wctter auf die Eugemaner gefallen , wodurch nicht nur ihre äugen, mund und nasen mit fand angefüllet wurden, daß sie weder sehen noch athmen tonten, sondern auch der feinden pfeile mit desto grösserer hefftigkeit auf sie zufielen, ja, wie die scribcnken noch anmcrcken, ihre eigene pfeile gegen ihnen zurück flogen. Was nicht umkäme, ergäbe sich dem uberwlndcr, und wurde Eugcnius, der sich mit einem kleinen rest volckes auf einen Hügel geflüchtet, von den seinen selbst gefangen , und für Theodosium geführt, der ihne alsofsrt tödten liesse, nacbdeme er das Kayscrthum 2 ,ahr und -.mgefähr ; monat geführt hatte. O^osstt-, * Eugcnius/ einochsn, welcher zu den zciten desKayfers Diocletiani, durch kinige troupven, nur mann starck, welche den Hafen zu Seleucia säubern sollen, und, nach ihrer mennung, gar zu streng zu arbeiten gezwungen wurden, für einen Kayser ausgeruffcn worden. Allein, er wurde noch selbigen tags zu Anliochicn Hingebracht, als er mit seinem geringen volck die frcchheit genommen, alsofort dahin zu ziehen, und sich alldort als einen Kayser aufzuführen; wieivohl er die fache so wenig verstünde , daß er auch die kleine auzahl seiner soldaten sich vollsauf- fcn liesse, daher es denen bürgeren zu Antiochia nicht gar schwär siele, dicsclbigc samt ihrem neu - gebackcncn und ungeschickten Kayfer umzubringen. in Or-r. * Eugippius / ein Abt in Africa, welcher zwar in der weltliche» gelehrsamkcit so gar weit nicht gekommen, hingegen in der heiligen schufst desto besser erfahren war. Er lebte um das jähr und verfertigte, auf ansinucn des Bischoffs Rcnducis von Neapel, aus des Augustini sthrifften einen m von allerhand fragen und sentcntzcn, ncbst verschiedenen andern dingen. Es ist solcher an. 1542 zu Basel, und im folgenden jähre auch zu Venedig heraus gekommen. cle vicks -liusir. c. 59. llivin. Icü. c. rz. Losse. Eugippius / oder Eugippus / ein M, nicht weit von Ncavolis, im 6 stculo, war ein discipul des Pabsts Gelasii I, und schrieb das leben des heiligen Lrverini, so er dem v>^cono der Römischen kirche, Paschasio, dediciret, und welches sich bey dem iLUrio ll. 8^1. befindet. 7/7^02-. lle vlris illulkr. c. IZ. r. ; 3nyg». IcÄ. llc biit. 1.4k. I. ; c. 18. Eugubio / oder Gubio / lat. Inglnium, eine Bischöfflichc stadt in" dem Italiänischen Hcrtzogthum Urbino, nicht weit von den gräntzcn des rccriiori, von Spolcto und von Perugia, gelegen, und zwar in einer unmuthigen und fruchtbaren ebene, an dem fuß des Apenninischeu gebürges. Von ihrem alterthum zeugen die ruclcrä eines rliescri, unterschiedener tempel, und dergleichen. Im übrigen ist sie ziemlich weitläufftig, auch wohl bcwobnt, und hat gute nahrunq von dem woll - Handel, welcher daselbst sonderlich getrieben wird. Euhemerus / soll, nach Arnobii bericht, von Agrigcnto, allein wie Plutarchus und Lactantius wollen, von Mesiina gebürtig gewesen seyn. Er lebte in der n; olvmp. 4zz, und schrieb eine Historie von den Göttern, welche Ennius in Lateinische vcrse übersetzte. Einige von den alten Hielten ihn für einen Atheisten, weil nemlich seine Historie klärlich bewiese, daß die Götter der Griechen menschen gewesen. ll- >e rull. >. 1 c. 4z. >. >. /L/r->v. v-r. bist. 1.2 c. ZI. I c. cle nsc. vcnr. l. I. lle stille 6c Oür. I. 4. I. I ccmrrs /Vppiviiein I., c. >2 i'nkik. lliviri. rroct-c»»- üb. . in OÄsv. ^o/r/. in mitccl- lilneis c )4 6cc. * Evian / lat. H.quiznum > eine stadt in Savoyen, an dem Lau- sanner - sie, oberhalb Tonnon und dem in der liesse liegenden klo- stcr Rwaillc, in einer lustigen gegend gelegen; an. izyi wurde sie von den Frantzojen bclägert; als nun Bonvillars der Savoyische Commandant sahe, daß die stadt nicht wohl zu behaupten wäre, rctmrte er sich in das schloß, und thäte dem feind daraus einen ziemlichen schaden, muste sich aber endlich ergeben. Kni»". ije 6?-,eve Um. r 9. ZI4. Lonrm. Lullmg. Lbron. !el§L. >. 5 ;-- 7 - * evi eul Evilmerodach/ Nebucadnezars, des Königs von Babylon söhn, succedirte seinem vater um das jähr der weit 1472. Im ersten jähr seiner regicrung erlösete er Jchoiakim aus seinem gcfana- niß, und ließ ihn die gantze übrige zeit seines lebens hindurch bey seiner Königlichen tafel speisen. Wie laug seine regierung gewähret , davon sind unterschiedene meynungen. Torniellus glaubet, daß er z r jähr; Petavius aber hält dafür, daß er nur 2 jähr regieret ; und ist dieses der erzehlung Berosi bey Josephs gemäß. Weil er sich durch seine schändliche geilheit, und nicht mindere grausamkeit, bey jederman sehr verhasst gemacht, bekäme Neri- glissor, der seine schwester zur ehe hatte, dadurch geleqenheit, ihne umzubringen, und sich an seine statt, mit gutem willen des volcks, auf den thron zu setzen. Was einige wollen, daß Evilmerodach nicht des Nebucadnezars söhn, sondern sein bruder gewesen, ist ohne gründ. 2 Kex. 2Z 2, 17. Ler-o/rc, «pull gotepbum >. I. contr» Lppion. 6c I. ic> 421119. c. 2,. cle cvsng. 1.9 c. 4. A,. 6c in Osn. c. I. 2. Lerl« g. Kx muncl. cle llvÄrina rem^ I. lo c. 7. Eulalius / Patriarch zu Antiochien, wäre ein Arianer. Nachdem Eustakhius wäre abgesetzt worden, kam er an dessen stelle, und verfolgte die recht-gläubigen, m ckron. LN. -70. Eulalius / ein Gegen - Pabst, welcher wider Bonifacium I an. 418 erwählet wurde. Ais diefes dem Kayser Honoriv, so damals zu Ravenna war, hinterbracht worden, wurden sie beyderseits von Rom nach Ravenna zu kommen befehlichet, und ihnen wieder nach Rom zu gehen vcwbotten. Allein, nach 7 monakcn wurde Bonifacius zurück beruhen, und in seiner würde bestätiget , nachdem Eulalius, weil er wider das verbot nach Rom gegangen, und einen aufruhr erreget, abgesetzt worden. in Lomtzcio l. Ln.4.18. Eulcnburg / siehe Eilenburg. Eulner/ oder Ulner von Dieppurg/ ein Adeliches geschlechi am Rhein, welches von dem in dem Ertz-Scissc Mayiu; ain Oden- walde, eine mc-.lc von ttmstadt, gelegenen schloß und siädtgm Dieppurg den beynamen führet. Frantz Eulner von Dieppurg florirce an. 12z 9. Ruprecht, Otadt - Hauptmann zu Francklurt am Mayn, gieng an. 1 z 72 mit tod ab. Philipp war Chur-Maim- tzischer Groß-Hvfineister, und starb an. 1595- Dessen ur-enckcl, Frautz Joseph Gcrnand, hinterließ bey seinem an. 1677 erfolgten rode 4 söhne, die waren 1) Frantz, welcher an. 1691 in dem Odcnwalde von einer Frantzösischen parthey erschossen wurde; 2) Johann Philipp, der an. 1704 als Kayscrlichcr Obrist-Wacbt- mcistcr vor Verua geblieben; z) Frantz Blcickard, Chur - Pfäk- tzischer Cammer-Herr, Regierungs-Ralh und Hof-Gmchts-Prä- sident; 4) Frantz Friedrich, der an. 1706 unter den Kayserlichm als Hauptmanu gcdicnet. v clcm «.ll-rcici 9.162. Eulogia/ des Kayscrs Michaelis Paläologi schwester, wurde von diesem ihrem bruder gar hefftig geliebehwei! sie seiner in seiner kindheit so sorgfältig gewartet hatte. Wenn jemand etwas bey dem Kayfer erhalten wolle, konte er nicht glücklicher zu seinem eudzweck gelangen, als wenn er sich der Eulogiä gnade versicherte. Nichts dcsioweniger , weil sie die Griechische kirche wider die Abendländische beschützte, so zerfiel sie gäntzlich mit ihrem bruder, und beredete ihrer tvchtcr mann Constantinum , den König der Bulgarier, eine unruhe im Reich anzurichten, als sie sahe, daß der Kayfer mit dem Pabst einen vergleich zu stifflen suchte. l. 6 c. 1. tiilluic clu icNumc cics Ylcccs. > bicsscn in der alten kirche die gesegnete Hostien, oder vielmehr gewisse stücke davon, absonderlich aber diejenige, welche man den frembdcn, abwesenden, krancken, oder auch benachbarten Christen und Bischöffen sandte, um ihnen dadurch zu erkennen zu geben, daß man mit ihnen in gcmeinschafft des glan- bens lebe. Es wäre sehr gemein, daß ein jeder Bischofs, nach Verrichtung der heiligen Communion, dergleichen stücke in alle unter feiner aufsieht stehende kirchcn hinschickte, um dadurch die genaue Vereinigung der gautzcn gemeinde zu erkennen zu gebe», aus 1 Cor. 10,17. Zu Rom soll Pabst Miltiades diese gcwobn- hcit aufgebracht, dasLaodiceuische ccmciilum aber nachgehmds wieder abgeschaffet haben. in virs klilr. can^z. D« Llollil Or, 6»rc. chllell vccl. ^ Eulochus/ ein Patriarch von Alerandria / der wegenscincr aclehrsamkcit und gottesfurcht sonderltch berühmt war / succedirte Johanni lVan. z8i / schrieb wider die kctzer mit grossem cifer/ und starb an. sog. Seineschrifften sind: Komm- in rsmozvllmz- rum ; coni-L IgovLNim ii.crc'ti.icclism cle nllminill-Lrinne ecclciizlllcr Nk. 4; nllvcrllis Trimorkenm 6c 8evcrum li-n-cticnz üb. 2; Lilvcrlbb Ikcoclollum 6c 8-vcrum Ilb l ; sclvecluz pscem inccr'tkcnlloiiznorsc Lainicir ' epillols all kurycbiun, varriarcliam Lanllaniinnpolittn. Seine schrcib-art ist sehr gering / aber in der heiligen schlifft halte er nicht wenig erkantnus. §. 0-F07-. 1.7 exick. z-> i. s cp. 4 - N"- IN cbron. L2-4Z2-. I.; c. 26 . coll. 208, r»s 6cc. 600 6cc. * Eulogms./ Ertz-Bischoff zu Toledo / war von Cord« in Spanien gebürtig. Durch der Saracenen Verfolgung wurde er genöthlget/ ins elend zuziehen / und kante nicht eher als an. wiederum in seine vatcr-stadt kommen. Er ermähnte die Christen / weichein dem gedachten fahre erbärmlich von den Saracenen hingerichtet wurden/ mit unerschrockenem cifer zur standhafftigkeit/ darüber er aber / als er eben nach Rom zu reisen vorhatte/ selbst n» eu! eum gehen inuste. Er wandte sein; zert darinnenzu verfett!» n na verschiedener schrrffken/ imdzu Vertheidigung der Märtyrer wider ihre Verleumder an. Gleichwie er aber durch seine bisherige nMhrimq den haß der Saracenen auf sich geladen / also wurden sieMdashöchsie verbittert / als er Loeritiam von ihren imhüm- memzu der Christlichen religion bekehrte. Die rissen ihn vor geruhte/ und als er sein glaubens-debcmmiß vorlrestjch abgelegt / liessen sie ihn an. 8? 9 durch das schwerd! hinrichten. Von seinen librissten sind bekannt: ktemonLie live I>d,-i 4 cje mL,-c,rl ^L-rciubensbuk.die aber vonAmbrosio Morales welcher sie zuerst heraus gegeben/ sonderlich an dem orte / da von der Saracenischen religion gehandelt wird / sehr verstümmelt worden; ferner zoolo-ericus s»» mark) ribus sllvL,i'u8 csiucrniarorez; exkurrsno scl > live clocumeunini msrr)riL,L srt blo,3.n Lic Ivlarlsrn vlLc>s»nri?Lmpeio- nenl'em, all /clvsrum L: slios. bib!. ttiisiLli. p'oFrr« öelu'llor. Lar. !- r c. -7- <2.42^. Eulogms / (oder Eclogius / mit dem Zunamen Vitel- lins / den er von seinem Herren / dem Kayscr dieses namens / bekommen/ als er ihn frey gelassen. Er hat das geschlecht-reqister seines Herrn ausgeführet/ und darinnen gezerget/ daß des Vitellii gelchlecht von Fauno/ dem Könige derL-EiZinu,i>,jabstamme. in vir^ Vireil. c. i. Eumachms / von NeapoliS, hat die gcschichte des Hanni- hais vcÄirieben , welche von Athenäo angeführt werden. Einige meynen , daß er eben der Eumachus seye, welcher von Phlegonte angeführet wird, über die 2 ungeheure Riesen-gerippe, welche die Carthaglnenser/ in Verfertigung eines grabes , in Africa sollen gefunden haben. lle lilll. L,. I. * Eumenes / so von Plutarcho Philo - Romäus gcnennet wird/ war eines Eumenis söhn, succebirtc seinem vetter Philetäro im Königreich Pcrgamv/ v. <2.490, ostmv, 129, ^722, L. c. 264, und hielte mit den Römern vertrauliche frcundschastt. Strabo schreibet / daß sein bruder, oder vielmehr seines Vaters bruders söhn, und Nachfolger Malus, der erste gewesen, welcher den titul eines Königs von Pergamo angenommen; welches doch nicht so gewiß zu seyn scheinet, indeme man noch n,nutzen mit der sufschrifft des Röntgs philetäri findet, der eben der jetzl- erwehnte urheber des Pergamenischen reichs ist. 1. s Z4. * Eumenes / König von Asia und Pergamo, suecedirte feinem rarer Attalo, K. 556, ostmp. 145,. i. /r. >l. z786, -c. c. 198, und vertrug sich so wohl mit seinen brüdern, daß sie allezeit als ein crempel der eintracht angeführet wurden. Er hielt sonderliche fteundsthasst mit den Römern, und leistete ihnen grosse dienste; wurde aber auch von ihnen darfür trestich belohnet, Massen sie, nach Überwindung Antiochi des grossen / Königs in «Lyrien, Emncni das grosse stuck Asiä, disseits dem gcbürge Taurus, so sie jenem abgenommen, zutheileten, so wohl als den Thracischen so genannten Cbersonesum in Europa. Er regierte 4° jähr. Seinen söhn überließ er der vormundschafft seines bruders Mali. §-^0 j. c. lo. ^ Eumenes / aus der siadt Cardia, (sonst auch Cardwpolis genannt, und die letztlich von Lysimacho den namen Lysimachia bekommen) in dem Thracischen Chersonest, von armen eitern, gebürtig, käme erstlich in Philipvi dienste, bey deine er schon sehr viel gälte; Nach dessen tode machte ihn Alexander iVl. zu seinem vornehmsten secre„rio, er zeigte aber in den Waffen nicht geringere kunst als in der feder, so daß ihme Alexander bey verschiedenen gelegenheilen allein eine armee anvertrauen dorffte, und dene über eine der wichtigsten Provintzien, welcher vorher Perdiccas vorgestanden, fttzete, ja so gar seiner eigenen gcmablin Barsine schwester an ihne vcrheyrathete. Jedoch käme auch Eumenes öff- ters bey Alerandro in ungnade, so wohl wegen s inen frechen reden, als aber fürnemlich wegen seinem geitz, welcher bey ihme so starck emgewurtzelt, daß, als der König einsmals, zu ausrüstung seiner Indischen flotte, von allen seinen freunden eine nackstruck- iichc beysteur an geld forderte, und der König von Summe, dene er sehr reich wüste, zoo Talente verlangte, ihm dieser nicht mehr als 100 geliefert, und sich darbey noch qestcllet, als hätte er es mit gröster mühe aufbringen können; Alexander wurde nun hierüber sehr entrüstet, und gäbe so bald heimlich den bcfekst, des Eumenis quartier in brand zu stecken, damit seine so muhsam- geiparte geld - summen beym anstragen zum Vorschein kommen möchten; das jener aber srasse so geschwind nur sich, daß man nichts stlvircn tonte, und, wiewohl man hernach den werth von mehr als 1000 Talent aus der aschcn hervor brachte, so büßte doch Alexander an denen zu seiner regierung gehörenden schrifften, welche noch viel weniger, als das so schöne gold und silber, zu erretten waren, einen unwiederbringlichen schaden ein. Es wäre dem König auch nicht weniger verdrießlich, daß sich Eumenes mit dem Hephästion niemals vertragen konte, welches er ihme auch gleich nach des Hephästionis tode nachgetragen; es wüste sich aber Eumenes bey diesem allem so klüglich aufzuführen, und, so bald jener verstorben, an beehrung dessen gedäckstnuß so wohl nach des Königs sinn zu arbeiten, daß er, dessen gunst immer zu behalten, das glück hatte. Nach Alexandri tod trüge Eumenes das meiste bey, das aufrührische fuß - volck in Babylon zu stillen, «hielte darauf, in theilmig der Provintzien, Eappadocien und Paphlagonien, in so weit nämlich, als diese ländere unter Mace- dvnieri stunden, weil ein theil dem Ariarathi war gelassen worden , der noch vor der ankunfft Alexandri allda regieret hatte; ^ . - EUM 24 l ssin^Pr^MyE^Eä-e E zu einnahm und bchauptung km wn M^wlesene huste von Antigono nicht hatte er- terstüm-r mw von Perdicca desto kräfftigcr un- aau' c^ ^ Marathcm geschlagen, das denen Me Verfassung; und weilen man sonderlich , ^ Macedomschen soldaten, wegen ihrem stoltz und allzu so mmv ausruht-, uicht viel gutes zutrauen dorffte» 8 streich von einem sehr verständiqen mann und fiirtrefllchen Generalen, daß er aiis Asia selbst in kurtzer zeit eine ztmlrKe veuterey sammlete / 6uch dieselbe so wohl zu eeermen und 'ie b-rnach nicht nur widep die Le st ^ ss>an ze von alten soldaten hätte erwarten ^ v.>ricu immer benennet wird, wo sie ihne von anderen gleiches namens unterscheiden wollen. 1.10 k. y. I.; c r.z. * LVE!sslOL8 . ist der name dreyer höllischen furien, welchen z» Athen ein altar aufgerichtet gewesen, und ein eigen fest, genannt, gehalten worden. Man stellte alsdenn eine grosse proceßion an, wobey kein knecht etwas thun durffte, sondern es muste alles durch manns-und weibs-personen von freyer und guter ankunfft verrichtet werden. Die buchen und andere essende waaren, wurden von den -pketzis oder junggestllcn zugerüstct und gebacken. Die Sicyonier feyrten gleichfalls ein solches fest, und opffcrten da den LumcuMitzus wagende lämmer, gössen muilUm, das ist, wein mit Honig aus sie zu verehren (welches sie libacioncin neunten) und gebrauchten dabey zerstreute blumen an statt der Wanhcn. -k^r/o in titzcllo, onincni UoLtum eile lidceum. in Lo- rinrk.' Kilt, 1 .1. in 8olon. Qr«c, ker. Ue kell. L^c, * Eumemus / so in den vorigen diests l.exici so wohl als bey Moreri bisher ohne gründ Emnonius genannt, auch deswegen von feinem ort versetzet worden, wäre aus Atheniensifchem stamm entsprossen , obwohlen er selbst in Gallien gcbohren wäre, Massen schon sein Groß-vatcr, nachdeme cr so wohl zu Athen, als Rom durch Unterweisung der jugend in der bcredsamkeit, grossen rühm erlanget, letstlich eben diese kunst bis ins Loste jähr seines allcrs zu ^.gulloNunum. (heut zu tag Autun,) in Gallien gclehret bat. Wie nun dieser sein Groß-sohn in ansehung der zeit, da er lebte, gar schöne gaben zur bcredsamkeit befasse, so ward ihme noch in zimlich jungen jähren eben dieses amt an gleichem ort aufgetragen; Solches geschahe bald nach ansang des 4ten scculi, als Constantius Chlorus,cin vater Constantini lVI. den höchsten gemalt in Gallien hatte. Er brachte sich dabey in solches ansehen, daß er von diesem amt an den Hof berüffen, und zu einem der wichtigsten secrctariaten (so den titul s-c-L mein»,,.? trüge) befördert wurde; Als man ihne inzwischen der schul zu Autun immer sehr nöthig achtete, auch vielleicht seine stelle viel leichter in der obge- dachten geheim-schreiberey , als in dem redner-stuhl dieser stadt zu erleben getrauete, ward stinetwegcn ein gantz ungewöhnlicher schluß gefastet, nemlich, daß man ihne zwar wieder an sein erstes amt, in die Catheder zu /rußuNoUunum setzte, ihme aber zugleich eine solche bestallung zulegte, welche doppelt so viel ausmachte, als er zuvor am Hof genossen; Eumemus selbst erzchlet, selbige wäre in tcxceni; millibu; nummum oder N'llcrriüm bestanden , welche summ in ansehung des gewichts mit unserm heutigen silber-geld verglichen, nicht weniger als i2;oc> Bajoers (oder fünff Ort- stücke) ausmachet ; und ist der gelehrte Casaubonus hier gar schlcchtlich gegründet, wann er zu Verminderung der summ 8 cxr- 8 -n» an statt 8 -xc-ns lesen will,welches nur i zoo auSwirffet; weil nicht nur Eumemus zum zweyten mal mit unterschiedlichen Worten ein gleiches saget, sondern auch, die helffte von i^oo als?;« r-j. eine gar zu liederliche besoldung für einen ivMgMrum me- mori« ausgeben wurde Allein wie man sich von feiten des Hofs großmüthig und freygebig gegen Eumenium erwiese, also übte er auch die gleiche tugend gegen ^uZullallunum aus; dann ob er schon mit einer sehr zahlreichen familie beladen wäre,so erlangte er doch nichts mchrcrs, und bäte sich von Constantw Chloro für eine sonderbare gnade aus, daß man ihne die durch die Bagaudische mi- ruhen , d.i. durch die empörunqen der Gallischen bauren zerstörte schul zu Autun wiederum mit selbigem geld aufzurichten erlauben möchte. Die rede, worinn er darum angehalten, ist noch vorhanden ; wie auch r p^n^v-ici der einte an eben den Constantium, uachdeme er so wohl der Batavier land von den Francken gesäubert, als absonderlich Britannien wiederum bezwungen hatte, welche-? zuvor Carauüus, und nach ihme Allectus in die 7 jähre der Kanseren herrschasst entzogen ; und der andere an dessen söhn Con- siantinum den Grossen, welchen er an eben dem tag hielte, als die rrbanung der stadt Autun geftyretwurde, und darinnen er beydes emn eun des Vaters und des Sohns lob auszubreiten suchet. Sonst gibt auch Eumemus zu erkennen, daß er einem feld-zug Constantii bey- gewohnetstn welchem dieser von dem Rhein bis andie Donau alles überwunden, und sich unterwürffig gemacht hatte; folget aber nicht daraus,daß Eumemus auch ein kriegs-mann gewesen, als der nicht minder wegen seinem eine zeit lang getragenen secretariat selbigem hat beywohnen können. invitzurvLi-^r. > Eumeta / siehe Cleobulina. LEMdklOL, waren die Priester der Orcrk zu Athen, welche von ihrem stifftcr,^umoiss«, den namen hatten. Sie initiir- ten einen, und konten ihn auch wiederum aus der gemeine ausstos- sen,welches letztere Alcibiades erfahren, LZeuiin. Eumolpus/ ein söhn Musäi und diseipel des Orphei,eben der, welcher bey erster einsührung des gottesdiensts der Ccrcrir zu Eleu- sis ist gebraucht worden,lebte noch vor dem Homers, und hat in die zooo verse verfertiget; eben von jetzt-gedachter verebrung der c-- rc^i!. wie sie selbige seinen (des Eumoipi) töchtern sollte gewiesen und anbefohlen haben; Es wird ihme noch ein ander aedicht von Baccho zugeschrieben, und ein buch in proü vom wahrsagen aus den Händen. Drs«/. Kc-.l, I. §»r/. in Lumolpus. ^reA^sin kibl.Lcr. * Eumolpus/ ein Grieche, welcher Pythionices beygenannt worden, weil er in den Pythischen spielen einmal den preiß davon getragen. Emer dieses namens, so aber vermuthlich viel älter, als der letsterc,und von Athen gebürtig gewesen,soll am ersten gewiesen haben,wie man bäume oculiren solle, auch wie man sonst derselben, gleichwie auch der weinstöcken, zu warten habe. t. 7 -- 76. * Eunapius/ ein Sophist, Kwllicu? und berühmter Moricur, war von Sardis gebürtig, und lebte unter der regierung der Kaystr Valentiniani, Valentis und Gratiani, florirte aber insonderheit zu den.zeiten Kaysers Theodosii. Er war ein discipel des gleichfalls berühmten Proäresij, und naher unverwandte des bekannten Sophisten Chrysanthii. Auf dieses letztem ansuchen verfertigte er ein schönes werck von dem leben der Sophisten,darinnen er aber seinen haß wider die Christen vielfältig an den tag leget. Ausser diesem hat er die geschichte der Kaystr bis auf seine zeiten beschrieben. Er sänget an, wo Herodianus aufgehöret, wie er dann sechsten dieses buchs Meldung thut zu ansang des von ihm beschriebenen lebenS Proäresii. Juliano legt er grosses lob bey , gleichwie er Constanti- num ssl. verachtet. Es ist aber davon,ausser ein stück, a- icMioni. tzur. welches Andreas Schottus heraus gegeben, noch nichts zum druck befördert worden; das übrige soll sich in den Eru der bib- liothec zu Venedig befinden. Indessen hat schon Phvtius versicheret,daß Zosimus,den wir annoch haben, in der Historie schier durch- aehends den Eunapium ausgeschrieben, daher wir dann dieses lct- stern Verlust um so viel besser verschmertzen können. in KiKi. cocl. 77 98, cle liitl. Lr. I. » ^>, rzr. in lnss lireirr, P -99- ^ Eunomianer / siehe Ermomius / inglcichen Aetianer. Eunomianus/ lebte zu den zeiten Kanstrs Iustiniani, und halten einige dafür, daß er derjenige rechtgläubige Poete sey, von welchem nur ein epig-nmma haben, so den wercken des Philo- storgii, (welche Iacobus Godoftedus heraus gegeben,) beygefüget ist, Eunomius/ ein bekannter ketzer im 4 seculo / warausCap- pabocien gebürtig / aus einem dorffe/ namens Dacora/welches rm gebiete der stadt Caesarea / bey dem berge Argäus lag. Seine Voreltern waren freygelaffene BasiliiMagni/ er selbst/Eunomius aber / war Attii discipel und Notarius / von welchem crauch seine irrthümmer bekommen /wiewol er an gelehrsamkcitundruhm seinen lehrmeister weit übertroffen. Eudorius von Antiochim machte ihn zum Diacono / er wurde auch bald darauf von den sei- nigen nach Constantinopel geschickt/ da crvon denen / die es mit dem Dasilio hielten / unlerweges gefangen und nach Midajumin Phrygien relegirt wurde. An. ; 6 o aber wurde er von dem Eu- dorio und Mari zum Dischoffvon Cyzicus gemacht/ doch von den bürgern bald von bannen wieder weggejagt. UnterdemKay- ser Juliano und Joviano lebte er zu Constantinopel. Unter Da- lcnte entwich er in einen garten zu Chalccdon / bis er bey bemKay- ser angegeben wurde / daß er denTyrannen Procopium bey sich verborgen hätte /weswegen er nach Mauritanien ins elend verwiesen wurde. Indem er aber auf dem wegc nach Mursa in Jllyricn sich aushielte / wurde er von dem Kaystr wiederum zurück berüffen. Der KaystrLheodosius ssl. ließ ihn von Chalcedonien wegführen/ und rclegirteihngen Halmyriden/ einen ort in Mysien/ ander Donau gelegen / er wurde abervon den Barbaren von bannen verjagt / und nach Caesarcam in Cappadocicn gefnhret / allwo ihn diebürgernichtleidenwölken/ weilerwidcrihrenBischoffDa- silium ein buch geschrieben /weswegen ihm erlaubet wurde / sich in dem dorffe Dacora/ daergebohren/ aufzuhalten / woselbst er auch in sehr hohem aller an. z 94 gestorben ist. Was seine irrthmn- mcr anlanget / so war er einer der allcrargstcn Arianer/ und lehrte/ daß der Sohn in allem dem Vater/ und verheil. Geistdem Sohne ungleich wäre. Er soll auch diejenigen / die im namen der heil. Drcyfaltigkeit gemufft worden/ wiederum gemufft haben. Auch werden ihm noch viele andere irrthümmer beyqemeffen/ als daß er die Verehrung der Märtyrer verworffen / und daß man alle fünde und laster begehen könte/ wenn man nur seiner sthre zugethan wäre / welches aberHonoriusAuqustodunensissoausspricht/ daß keine fünde denen / die im glauben blieben / zugerechnetwürde° Es hat auch Eunomius unterschiedene schrifften verfertiget/wor- umersonderlich ein -x-NoMiru- berühmt ist/ worinnen er wider erm evo die heil. Drcvfaltigkeit rmd wahre Gottheit Christi dispntiret. Derselbe befindet sich in Engelland/davon dcn kn.>»Zum und -pi. loxum mit des Waltoni Lateinischer vcm»» Wilhclmus Cave her- aus gegeben bat/ der anch des Eunomii glaubens-bekäntniß hinzu «fliget. Dalliius stl. / Gregorius Nysicmis und Naztanzenus haben solche schrifft widerleget/ mewol Bastlii Ast. -> bücher wi- der ihn nicht mehr vorhanden. Ennomius hat aber anch eine besondere deftnllon seiner apologie wider Basilinm geschrieben. Unter seinen Nachfolgern war Philostorgius / dessen kirchen-hlstone guten theils nichts anders als Eunomil leben und lob in sich begreifst. lorr. 7 . i. 4 N-rrLr. tH,. iiNvertt VißN.inrium. I, 2 c. 2;. 4 c. 6, 7. 20. ,ul. LN. z?ä> in vn. ^rtiLNLll L: Lütilii. llill. ecctct. c. teK- zo. lletrer kill. ?. 11. 4 c. 8. i7/i7-eMc. LWl/LM/Iwarcn bcy den meisten alten völckern diejenige Mchnitkene/welchen sie die anflicht ihrer weibern anverkraueten/ damit ihnen niemand zu nahe kommen möchte. Sie musten allerhand wetbischc verrichrnngcn vornehmen / z. e. den frauen die haarezn rechte legen; wenn lle schlieffcn / dcnsiteqen wehren / auch wenn sie ausgicngen/ mit einem wcdel neben ihnen hergehen. Es hatten dergleichen nicht allein Kayser und Könige / sondern auch andere vornehme leute. An den Hosen waren sie mcistcnthcils im gröslm ansehen / indem lie stets um dieherrschafft herum waren / Nid mit ihnen schrvertraut lebten. Zu Consiantinopel waren Lu irucki soviel als Cammer-Herren. ae >-e»»2 x.-rs. aeiuxuLom. Eunus/ ein sclav, welcher /c. v. 619 eine grosse auftuhr in Sicilien erreget, wäre aus der gegend der stadt Apamea in Syrien gebürtig / dienetc zu Enna in Sicilien bey einem gewissen Antigenes , bediente sich der gelegenheit des grossen Widerwillens / den die sclaven in Sicilien gegen ihre Herren, von welchen sie fast durchgehends sehr schärft gehalten wurden, bezeugten ; zu beförderung seiner fache stellte er sich, als ob er weissagen tönte / und mit einigen Göttercn, sonderlich der v-L 8vrm, vielmal gespräche hielte. Über dieses wüste er auch unter dem reden stirer aus dem munde zu blasen/ ohne die allergeringste beschädigung davon zu empfangen/ welche kunst selbiger zeit noch bey weitem nicht so gemein wäre / als sie seither gewesen; durch dieses alles erregte er eine gefährliche auftuhr; der ansang wurde um die stadt Enna gemacht, welche diese sclaven einnahmen/ und den nahem alle ihre vorigeHerren mit grösser marter hinrichteten. Sinus wurde alsobald zum König ausgeruffen / nähme alle Königliche zierathen an / liesse auch sein wcib / so er schon im sclaven- siand geheyrathct / und ebenfalls von Syrischer ankunfft wäre, zur Königin crönen / weite dabey nicht mehr Eunus / sondern An- kiochus, nach dem namen einiger berühmter Syrischer Königen, gencnnet werben. Als dieser bericht durch die gantze insu! erschollen, halte er einen ungemcinen zulauff, so daß er ui kurtzem bey 6°°ov mann un> sich hatte; sonderlich wäre darunter ein gewisser Neon aus Cilicien, der sich zuvor lange auf das rauben gcleget, und Achäus aus Achaja gebürtig, deren ersten Eunus zu seinem Feldherrn, den andern aber, samt noch mehreren, zu seinem Rath machte, worzu sie auch in der that zehr tüchtig waren. Ohnge- achl es nun anfangs dieser es»--!!- an bequemen Waffen fthlete, so erhielten sie doch zimliche Vortheile wider die Römische trouppen, so unter dem Commando Manilii, Lentuli, Hyvsäi und Fulvii stunden, schafften sich dadurch die nöthige mästen, eroberten alle orte, die nicht wohl bcvestiget waren, und gierigen mit denen Herren, so ihre knechte nicht wohl gehalten, sehr unbarmhertzig um; Als auf eine solche weise ihre fachen ein jähr lang zimltch wohl giengen, sienge sich das blat an zu wenden, als der Bürgermeister T- Calpurnius Piso, mit dem zunamen Frugt, wider sie zu selbe zog, und die vorherige schlechte triegs- zucht der in Sici- lien gestandenen armeen mit fleiß verbesserte. Dieser schlüge sonderlich die sclaven von der belagerung der Mamertinormn mit Verlust von mehr als 8o°v mann weg, welcher stadt diese uin so viel aussätziger gewesen waren, weilen aus deren allein niemand zu ihnen gefallen wäre, welches der güte und mildigkeit der dortigen bürgeren gegen ihren sclaven zuzuschreiben wäre. Nach Plsvue folgte P. Rupillus, (an dessen stadt Florus fälschlich M. Perpcrnam setzet) welcher dem krieg völlig ein ende machte, Massen die Rebellen, nachdeme sie einmals mit Nachdruck geschlagen und zerstreuet wurden, sich theils unter einander selbst umgebracht , damit sie nicht in der Römer Hände fallen müssen, theils, wo sie von diesen gefangen wurden, ohne gnade niedergemacht, mchrentheils auch aus creutz gefeßlet worden. Der saubere König Eunus hatte sich in gewisse holen versteckt, wurde aber mit vier anderen, als seinem Koch, Becker, Bader, und schalcks - narren, (woraus man abnehmen kan, welche art von --vwtttcs dieser seltsame König am meisten wärth hielte,) ergriffen, und in den kerckcr der stadt Morgantia geschmissen, allwo thue bald die iäust- sucht überfiel, an deren er auch elendiglich gestorben. >. Z4 Lloz. r. L- 4 -. Lp,r. I. ;6, zL» 59. k/07. I. z c. 19 1.14. * l/VOOftssss, wurden zu Rom diejenige soldaten gencnnet, die ihre gesetzte jähre ausgedienet hatten. Sie wurden deswegen nicht gezwungen, sondern nahmen freywillig kriegs-dienste an, durfften auch nicht alle dienste, so andern soldaten zukommen, verrichten; und wurden eigentlich nur zu den schlachten vorbehalten. Denn es waren mchrentheils alte und versuchte soldaten , die das ihrige ichvn gethan hatten, und nur diesem oder jenem owull oder General zu gefallen mitgiengen. Sie waren auch mchrentheils um den General herum, weil er sich auf sie am besten verlassen kante. evo eup 24 z Siehe hievon ein mehrers in dem art. Lmcckn. rHffuö lle -wi. Evodius / ein Patriarch zu Antiochien, wird für den Nachfolger Dein in dicjcr würde gehalten, welche ihm an. 40 oder 4 c soll ertheilet worden seyn. Syncellus will, daß er sie rv, Nceephorus aber, 2 z fahr besessen, und sein leben mit einem martyrer-rode beschlossen hat. Nleephorus Ealnsil legt ihm c»n, >»-0,21,05, absonderlich aber einen drief bey, welcher den titui des tichts geführet. Es ist aber bey den gelehrten schon längst ausgemacht, daß derselbe von einem solchen »rann und so alten kwchen-seribcnten nicht seyn könne. Viele, so wohl unter den Griechen als Lateinern, glauben, daß er mit der Evodia, deren Paulus in den» 4 capllel der cpistel an die Philipper gcdencket, einerley sey. Es kommet aber diese ein- bildung lächerlich heraus, Massen die Evodia bey dem apostcl Paulo eben so gewiß ein weib gewesen ist, als Evodius der Patriarch zu Antiochien ein mann. c7«/üstr IMor. cocies. !. r c. z. Lo/öS. in cbron. so. 45 üc l. 4 kill. c. ,6. Lss-owrrt!. Evodius / ein Bischofs von Uzalis in Aftica, welcher an. 4-ro florirt, und mit Augnstino sehr wohl gestanden. Orosins hat ihm einige reüquien von dem H. Stephans verehret, weswegen er eine grosse kirchc auferbauct; und als durch selbige viel wunder geschahen , ließ er die gantze Historie aufzeichnen. Er bat viel breefe an Augustinum geschrieben, die unter des letztem wercken befindlich. Man leget ihm auch ein buch bey von dem glauben oder von der eimgkeit der dreyen Personen in der Gottheit wider die Manichäer. kill. Nr. Evodius oder Evodus / ein Lateinischer Poet, welcher sehr gute Epische verse geschrieben, die aber schon zu des Suidä zeiien verlohren waren; er lebte unter Kayser Nerone. 5---^«-. * Evora./ lat. Lt»o-2, jst die Haupt-stadt in der provintz Aientejo in Portugal!, welche von Paulo 111, auf des Königs von Portu- gall, Johannes III, anhalten, in einen,Ertz-Bischöflichen sitz verwandelt worden ; nachdeme von denen ältesten zelten her allda ein Bischöfitcher sitz gewesen wäre, davon die verzeichnus der Bischof- fen biß aufden letsten bey Rescndio zu finden ist. Sie wird vordie andere stadt des Königreichs gehalten. Der Cardinal Henricus war der erste Ertz-Bischoff, »nd gelangte von diesem amc nach dem rode des Don Sebastian zur Königlichen würde. Gedachter Henricus hat allhicr die academie angeleget. Über dieses ist auch daselbst ein otNcmlu in^uitinonis zu sindM. llo znr. RdoiL z lle/cr. lle ?ott, ecciell 8ct>Lup!sr2 von Losntso unll NortuFsll. * Evoramonte / eine stadt in Portugall in der provintz Alen- teio , ohmveit Evora. lleNc. Euphantus / von Olyntho gebürtig, ein Griechischer Geschichtschreiber und Pocte, lebte L. K. 4z 5, war Eubulidis discipel und Antlgonl 1, Königs in Macedonien lehrmeistcr. Er schrieb eine Historie von seiner zeit, nebst verschiedenen tragvdien, wodurch er sich einen grossen namen zuwege brachte. m vir» Lu,.iill. I. Kät. 110. in bib!. Ors/c. p. 646. Euphemia / ein gemahlin Kaysers Justiui I, >var sehr eiferig vor die rechtgläubige kirche, und suchte die orientalische mit der occldentalischcn zu vereinigen. Sie wurde mit ihrem gemäht an. zig gekrönet, starb aber > jähr hernach. Ehe sie gekronet ward, hieß sie Lupicina, nachinals aber nahn, sie zu ehren der Märtyrin Euphemia diesen namen an. s todc Fiavua an. 489 zu v>e>er wuroe- M genet!) nur ben Mosten Felice und Gelasio m streit, weil er die namen Acacü und Flavitä (welche für Verfechters der Eütychianischen irrtyü»irmre« und hefftige wiederjächcre des Chalccdonei,fischen eunoii! gehalten wurden ) aus den llftrycbis oder rcgistern der Constantinopoiitam- so daß elii icder auß ihnen de>. ... ......., ^.>.0- cius auß obgemeldtcr nrjache nicht minder von den Römischen Päbsten, inil welchen er doch den frieden sehr eyftig suchte, crcom- munieiert sehen muste. Das gröste Unglück ergicnge über Euphe- mium, unter dem Kayser Anastasio; dann weil er diesen, so ohne dem kein gutes recht zum reich gehabt, nicht krönen wolle, er hätte dann zuvor eine orthodoxe giaüvms-bekauntnus abgelegt, und sich für die schlüge des Chaleedonens. conciin erklärte, so thäte er zwar solches anfangs ohne Weigerung, behielte aber deßtwegm einen grollen im heetzcn, Vene er auch schell treffe, so bald er sich bey dein Kayserthum genug devcstiget zu seyn achtete, wie er dann um das jähr 495 Euphcmium ins elend jagte, und sich ungeschält zu der stete der Acephalorum schlüge, Cuphemu Nachfolger wäre Mace- tzvnius. I. z. t, ,6. collsÄ. i. r. ll,c. * daß dessen seele in ihn gefahren sey, und solle zu dessen beweißthum dienen, daß,als Pothagoras den schild dieses Euphorbi, welchen Menelaus in dem tempel der Juno zu Argos ausgehänget hatte - allda erblicket, er sich gewiß ermneret, Vene schon vorher gesehen lind erkannt zu haben, da doch weder Pythagsras seit dein ansang seines lebens nie keinen fuß in selbigen ort gesttzet hatte, noch der schild jemalen von dort weggekommen wäre. n->E. //. 1.1>, L ,7. OMt/ I. >5. V. l 6 o. DroF. in VI L ?> cI>ÄZ. /.«I,. I. Drv/intiicuc. -. 18. welcher ietstere dieses Mich mit schärften Worten verwirffet. Hhr 244 eup ,Errphorbus/Leib-n-ckcu- des Königs IM vonMaurita- ü^2/' V'kln bruder Artorri Musä.PIinius berichtet / daß gerechter Koiug ein gewisses kraut nach ihm Euphorbia genennet. Lr lebte um das lahr/oo nach erbauung derstadt Rom / oiymp. 181/ ; / ;4. 7 -L».j. 2;. c.l. Euphorbus / ein Hirt in Phrygien / welcher bey entstandener grossen dürre und hungers-noch seidige durch ersindung einer neuen art opffcm / dazu er einen fuchs und igcl gebraucht / abgewendet; da durch hat ersteh bey den übrigen Hirten in solches ansehen ge» bracht / daß sie ihn zu ihrem Priester crwehiet. Euphorion/ von Chalcide in Euböa gebürtig/ war ein Poet undHlstoriensschrcibrr/welcherI. N.1710/^.0.274/^. V. 480/ oiymp. 126 qebohren worden. In der dicht-kunst bediente er sich derunterrichtungdes Archebuli / rnderPhilosophie aber Lacy- dis und Prytanidis. Bey der Nieia/ des Königs Alerandri von Euboa gemahlin / war er in grossen gnaden / und wurde ansehnlich von ihr bcschenckt. Hierauf wandte er sich nach Syrien / und wurde bey Antiocho N. Königlicher KMliorvec^n,.-, allwo er auch gestorben. Er hat verschiedene schrifften / als Apollodorum / Apodi- dusan und Mopsopiam / rc. hinterlassen. Suetoniiiserzebletvon dem Kayser Tiberio / daß er verse gemacht / und darinnen Euphorisch / Rhianound Parthenio nachgeahmet habe/als an deren schrifftcn er sich dcrmassen ergötzet / daß er sic und ihrc bildniffe in alle öffentliche bibliothequen und unter die ältesten und berühmtesten seyen lgsskN. I. 9 in lider. c. 70. üitlor.Lr. 1.1 c. lchp. io;. 7 Ä^»crÄ-!)ib> Qr.rc pLg.646 Euphorion / ist der nähme von 4 andern scribenten. Dererste yat von dcm landwcsen geschrieben / und wird von Darrone und Columella zum öfftern angeführet.Der andere warAcschyli söhn / welcher mit den tragödien seines vatters 4 mahl den preiß davon getragen/auch sclbsten einige verfertiget. Der dritte war ein oww- n,->ncn5 und tebrineistcr des Kaysers Marci Antonini Philosophi. Der letzte von diesen vieren war ein Poctenndcomicu-, esgeden- ckcn seiner Suidas und Athenäusnviewohl es doch noch ungewiß/ ob derletste nichtcden des Aeschyli söhn seyc/dessen jetzt gleich gedachtworden- in tntrl. 4icics. ciellik. Lr«c, I. i.ikÄ. in t>idl. 6r»c. * Euphranor / ein grosser künstlet' im mahlen / bildhauen / undkupfferaufmetall zu stechen / wäre gebürtig aus derstadt Isthmus m dem veioponnclo / lind in der 104. olvmp. eiulehrjünger Aristippi. Er wäre sonderlich vor andern berühmt in der kunst Co- losscn zu bilden/wie ihme dann inproportiomerung der gliedern keiner so leicht bcykame / wovon / wie auch von Mischung deriarben er ein eigenes buch geschrieben hat; zu Epheso waren viel gemahl- devvn seiner Hand zusehen. n. r, 1.17 ?->§. re>. * Euphratas/ ein Bischoff zu Cölln/ soll in einem Concil:-,, welches man allhieran. ;46 sollgehalten haben / wegenverdacht des Photinianischen irrthums abgesetzt worden seyn. Allein andere behaupten / daß dieses nicht seyn könne / weileraufdem Sardi- schen Loncitio, so das jähr hernach versammlet war / in so grossem anschn gewesen/daß man ihn nebst VinccnttovonCapuazudem Käufer Constantio geschickt/ um diewicdereinsctzungqewisserDi- schöffe/zuwege zu bringen. 1. - c.y Sc Z46, z 47 > ;4?- in nok. Lvnc, vic. /riksnLst. öcc, Euphrates / ist einer von den berühmtesten und grösten flüssen in der welk / welcher aus dem gebürgt Ararat entspringet / und anfänglich von morgen gegen abend läufft / allein / da er hernach Er- zcrum verlassen/seinen laust gegen mittag richtet/Natolien von Armenien / Syrien von Diarbcck / und Mesopotamien von Arabien absondert. Nachdem er also vorunterschiedlichen städtcn vorbey gelausten / und noch viele andere flüssc zu sich genommen / fällt er unter Sclcucia und nicht weit von Clcsiphon in den fluß Tigris / woraufsic sich beyde miteinander in den Persianischen mcer-busen ergiessen. Dicserberühmte fluß theilet sich invcrschiedcne ärme/ deren jedoch vicldurch arbeit der ältistcn einwohneren gegraben worden / theils den Überschwemmungen vorzukommen /theilsauch die von ihme entlegene dürre örter fruchtbar zumachen; seit obiger zeit hat dieses wasscr auch seinen weg in neuen canälen qesuchct / nachdem sich die alten mit-der zeit vcrlohren und gantz zusammen gefallen sind. Wie dann auch die secn gegen wessen zu / welche zu dem ende gemacht worden / daß sie das wasser zur zeit grosser über- fckwennnung einnehmen sotten/ mit schlämm und fände/welche der fluß dahin gcführet/ausgefüllet worden. Derjenige arm aber/ der nach Cusa zuläufst/ kömmt nicht in die sec /sondern verliehret sich indem Arabischen fände / und hat diefruchtbare ebene bey Babylon in einen lauternmorast verwandelt/ daß niemand weder da wohnen »och hinüber reisen kan; woran glcichwohldic faulkeit der fetzigen cinwohncrn / welche die gräbcr nicht mit so grosser sorgfalt als ihre vorfahren gesäuberet /die einige schuld ist. So wohl Plim- us/ als auch Strabo bekräffligen/dafi der Euphrates alle jähr eben so wie der Nilus sich ergiesse / und fast zu einer zeit/ durch welche u- verfchwemmung Mesopotamien eben so fruchtbar werdenfvll/ als Egyptendurch den^llum. ?/,». * Euphrates/ das Haupt der ketzcr/soOphiten von anbcttnng einer schlänge gcncnct werden. i. 0 comr. Lcss SicheOphiten. Euvhraius/ein discipel von Platane / war ein liederlicher kerl und falscher ankläger / der aber bey dem Könige m Maccdo- nien / Perdiccas / sich in solche gunst qesctzct hatte / daß er alles regierte. Er ließ niemand zu des Königs tafel / der mchtdie geometne oder Philosophie verstund.Unter des Pcrdjccä Nachfolger Philip» xo / ließ ihn Parmenio aus dem wegc räumen. eup eur Euphraws/ein Stoischer rKiiolbpNu-, welcher im ändernd culo gelebet. Man giebt vor/daß/ nachdem eralt/und des lebM ub crdrußig worden / er auf erhaltene erlaubniß von dem Kayser A- driano sich an. 1 -8- sclbsten umgebracht. LMr». in Lgri»». i cp ro. in c^ron. Eupolis/von Athen/legte sich aufdieComischedicht-kunst/ und lebte mder 88ohmp. Man giebt vor/daß jhnAIcjbiades, weil er ihn in seinen 8-^-durchgezogen/ ersänffen lasten/desqlei. chen/daß sein dlener Ephialtes / welcher lhm einige stöhlen/ von des Eupv is Hunde sey angefallen und zerrissen worden Er hat viel schaugedlchte verfertiget / welche Mcursius weitläuff. tlg anführet. ».1 lymp. ^1. rill. llcc. bibi. Lrrics. kill!. OrLo p. 7,5. Eure / lat. Lku». ist ein fluß in Franckreich / welcher in Perche entspringet/darauf durch Bcauffe fließt/ nach Charkres / leLoy, Dvry und Louvierszulaufft/und endlich/nachdem er verschiedene andere kleine ströme in sich genommen / sich oberhalb r°nc Ne !'/rrcke m die Seine erglest. Nefcr. üum. Qsii. Eure / em fluß in Berri, siehe Aure. Evreinont / ( cksrles 6- iHnr veniz, ciievslier 3 -iZneur ö, L^inc) war aus einem vornehmen geschlechte in der Nieder-Nor- mandie entsprossen / welches seinen namen 8. Denis von der herr- schafft 8. Denis -tu QE in der landschafft Cvtantin führet; es soll aber vor jähren den namen -ic Margotelle gehabt haben. Er begab sich zwar in seiner jugend in kricas-dienste, doch so, daß er die ltuä>3 ciegLnkiorL, worzu er sonderbare Zuneigung und geschick- lichkeit hatte, stets darbey tractirte, davon er die erste probe durch die ffnnreiche comodie cies scaciemicienz, wie Pelisson berichtet, abgeleget hat. Zur zeit des Pyrenaischen friedens verfertigte er eine sachrische und politische schrifft, unter dem titul: >-» p->x rigicu>°. worin er behauptete, man hätte viel bessere conömcmcz erhalten können, und der Cardinal Mazarin habe Franckrcichs nutzen sich nicht rechtschaffen angelegen seyn lassen; Er verfiele aber hiedurch bey dem Frantzösichen Hofe in solche Ungnade, daß ihm auch anbefohlen wurde, sich zu entfernen. Er selbst schrieb hiervon an einen guten freund, daß dasjenige, worüber er jetzo leiden niuste, noch einmahl würde gelobt werden; er hätte nichts geschrieben , als fachen, darüber der Cardinal Mazarin in seinem eigenen gewissen zur gnüge wäre überzeuget gewesen^ und das in der that zu des Königs ehre und rühm gereichte. Er begab sich also nach Holland, und von bannen nach Engelland, woselbst er in einem solchen stände lebte, welchen, wie in seiner wahrhafftigen abbildung bey dem Vigneul Marville von ihm geredet wird, die, so alles haben , verachten, und die, so nichts haben, beneiden, die aber, welche ihr glück in ihrer vernunfft suchen, belieben. Es soll ihm zwar frey gcstellet worden seyn, wiederum nach Franckreich zu kommen, weil er aber schon bey hohem alter war, hat er ohne noth dergleichen Veränderung vorzunehmen bedencken getragen, und also ist er auch in Engelland den 20 sept. an. 170; im 92 jähre seines alters gestorben. Sonst erhellet aus allem, was von ihm berichtet wird, daß er nach den regeln der Philosophie, die von den Meinungen des Evicuri nicht weit entfernet zu seyn scheinet, gelebet, und sich um das Christenthum nicht gar zu lehr bekümmert habe. Danncnhcro, da er kurtz vor seinem absterben erinnert wurde, daß er in sich selbst gehen, sein bißheriges leben untersuchen, und anfseinc Versöhnung mit Gott gcdcncken möchte, gab er zur antwort: ja, ich habe schon langedaraufgcdacht, und ich wolte mich gern mit meinem apyctit versöhnen, aber derselbe will sich nicht mit mir versöhnen; welches er deßwegen sagte, weilen er, (wie er in seinem leben allezeit zu verstehen gäbe, auch noch jetzt an feinem ende zeigen wolte,) daS gröste gut des menschen in der Wollust des leides bestehen machte; doch hat er wenigst in seinem testament ein kleines legat für die ar, men gemacht, so aber noch für kein gewisses zeichen der bekehrung anzusehen ist. Sonst hat er vielerlei), so wohl in gebundener als ungebundener rede geschrieben, und hat man solches in verschiedenen coliLÄionibuz zustimmen getragen, wie denn bekannt sind: 1 « ocuvrcs lle XloiReur lle Zaiin-Lvrcnilmr; les mcniollcs lle >L vie llii Lomre svsnt ia rctrLi'kc, relli'Zcr psr Ivli-. llc Laim-Lvremom; nouvclles oeuvres mc5lsc8 llc lylont. llc Zainr Lvremom; 8aml-kvre- W0MLNL; wiewol dicfts letztere werck von dem gar nicht verfertiget , und ohne sein wissen und willen gedruckt, auch unter den vorhergehenden sehr vieles unter feinem namen,aber nicht von ihm sclbsten geschrieben worden; danncnhero zu Londen eine neue und accurate ecllrion aller seiner wercke nach den originalicn verfertiget worden. ?eürA?r. llill. cic I Loch vr-lic. mclLng. chillk. öclls likrei-, com. 1 p 272 leg. ref, che- /ettr, weiss 1704 p. n; 6,: slilss ^ Eyreux / ist eine stadt in Franckreich, in der Ober-Norman- die, am flusse Jton, nebst einem l-ziii-Ze, pre6äi-,l. und Bißtbum unter den Ertz-Bischoffzu Rouen gehöria. Sie ist sehr alt, weil ihrer schon Casar in seinen com,ncm.irijss wie auch andere smar-s mehr gcdcncken , welche sie Lbroica, Lbroicum , klelliolLnum .4u>cr. «orum, Lkuronicum oder Lbroicoruw, Lbui-3, See. neNNM, liegt sehr lustig in einer fruchtbaren gcgend, ist sehr wohl gebaut, und hat viel kirchen und kloster. Von den Bischöffen hat Franciscus >- Picard an. 1644 capituls-verordnungen heraus gegeben. Vorzeiten hatte sie ihre eigene Grafen, unter denselben hat Robertus von der Nor» mandie, ein söhn Ricbardi I des alten, in dem n scculo gelebet, und ist an. ic>i 7 gestorben. Er war Graf von Evrcur, und nachmals Ertz-Bischoffvon Rouan. Sein söhn Richardus hintcrlicK Wilhelmum, so ohne kinder verstorben, und Agnctcm. Diese wurde an L-tmonem, Grafen von Montfort, vermählet, und machte ihn zum vater Amauri ll, Herrn von Montfort und Grafen von Evrcur. ßvttuv. Amaim III söhne waren, Amaurr IV , so an. 1140 außer der ehe gestorben, und Simon III / der kahle / Herr von Montfort «nd Grafvon Evreur. Dieses letzter» andere gemahlin, Amicia, Gräfin von Leicestcr in Engellanv , gebahr ihm nebst andern kin- herl,, Amauri V, welcher die Grafschafft von Evreur dein Könige Wlippo Augusts an. 1200 abgetretten. Ludovipus von Franck- mch, Königs Philippi III des kühnen / jüngster söhn, wurde Graf von Evreur / und starb den 19 may an. izi--. Seme gemahlin / Margaretba von Artois,, machte ihn zum vater verschiedener kinder, davon Johanna an Konig Earolum IV den schönen an. nrS vermählet worden / und an. n 7° gestorben; Philippus aber durch seine gemahlin Johannam, Königs Ludyvici X tochter/ König von Navarra lvorden / und an. 1 ;4; den 26 sept. gestorben, Ca- rolum II / der böse genannt / hinterlassend. Dieser vermahlte sich M. ii?i mit Johanna, Königs Johannis in Franckrcich tochter, und wurde von ihr an. izsi ein vater Königs Caroli III von Na- varra, welcher an. 1404 Evreur dem Könige Carola VI in Franck- reich abgetrcttm. Es blieb aber diese Grarschafft nicht viel über 20. jähr bey der kröne. Dann an-1426 winde sie Iohqnni Smart, Herrn von Aubiqny, Connetable von Lchottland, gegeben; biß endlich an. i;6y der König Carolus IX selbige seinem bruder,dem Hcchoge von Aleneon, verliehen, undzu einem Hertzoglhum gewacht N'chdem dieser Printz an. 1584 ohne nachkommen gestorben, fiel es abevmal der kröne henn. D« reciicr. cics vi.lcs Ue krznce. Ir/Lk still. kill. gsnesi. trsnc. L 6r!l. cln iit. clroirs ciu /e llrics Ltzroic. in geneLl. ümü. Lrllicsr. clalll i, r-rd. z. Evreur/ (Walter von) Graf von Esser war Discount von Hensord/ als dieKönigin Elisabeth ihn mit dem titul eines Gra« ftn von Esser beehrte/ rmd dieses theils mansehunq seiner grossen Verdienste / theils auch deßwegen/ weil leine älker-mutter/ Cäcilia/ eine schwesterHenrlcr / des letzten Grafen von Esser aus der familie dererBourchiers / gewesen war. Jetztgedachte feine älker-mutter stammete vonLhoma Wovdstock / Hertzog vonGlocester/einem söhn des Königs Eduardi III . her/undsemevatterlicheahnen hat« ten ihren Ursprung von den alten Grasen von Evreur aus der Nor« wandle / welche mit Wilhelms/ dem eroberet'/ in Engcland kom« Mitwaren. Bald nach solcher erhebung in den Grgfemstand richteten' mit der besagten Königin gcwisic tractalcn aus / kram deren ersichanerbotte/ den Jrriändischcu rebellcn Mac Filemyzube« zwingen/ und dessen landereyen in der Provintz Ulster mit einer Eligilschm colonic zu besetzen / wofern die Königin die hclffte der darzu erforderten Unkosten tragen / auch ihm die helffledererobcr- tm guter zu lehen / und dabey dentitul eines Groß-Marschalls von Irland erblich geben wolle. Wie er nun wegen seiner guten qua« lilaleu bey Hofe viel netder hatte / welche / um ihn zu entfernen/ diese trackattii aus alle weise beiordeen halffen; also verursachte e- den dieser neid/und zugleich die Mißgunst derjenigen/welche v,. cc-ti» oder t.„rci-i).>x>ur>7 von Irrland waren / daß man ihn / da crwmcklich diese-uHre übernommen / auf alle weise zu kräucken/ lind in seinem löblichen vorhaben zu hindern suchte. Dessen ungeachtet qieng solches ziemlich wohl von stalten / Mac Filcmy selbst kam mit seiner frau und seinem bruder samt einem andern berühmten rebellen/ nahmens Turlocih-keimgh in dessen Hände/inglei- chm das räuberische volck aus den Schomichen insuln / welches gleichfalls theils in der gute sich bequemen/theils aber durch gemalt sich vor ihm demüthigen müsse. Zuletzt sahe er sich dennoch durch die Proceduren seiner mißgünstigen genolhigct/ mlttenm dem lauffscincr victorieu aufzuhören / und nach Engclland zurückzugehen. Daselbst aber wollen ihn diese seine heimliche feinde am wenigsten leiden/und bewogen ihn also durch allerhand gutever- heiffungeu/daß er aufs neue nach Irrland gieng. Kaum war er da ankommen / so starb er in dem jähr i;V> und indem ;6 semcs alters. DcrGrasvon Leicestcr kam in einen stamm verdacht / daß er ihm durch dessen munbschencken mit gisst vergeben lassen; wse cr denn auch bald hernach mit dessen wittwe/namens Letttce / einer tochter des Ritters KnolleS / sich heimlich verheyrathck- Vor seinem ende soll dieser Graf von Esser die umstehende gedetten haben / daß sie sein und seines vatters frühzeitiges absterben / seinem damahls zehenjährigen söhne Robert (von dem in dem folgendenartttul) fieißig vorstellen / und dabey sagen sollen / daß derselbe gleichfalls in derbliiteseines alters sein lebmendigm wurde / gleichwie hernach WÜrstlich erfolget, Uill.ck>tnZ!ec. rom.», p. 275 > zi; > vic. kllll Evreur/ (Robert von) Graf von Esser, ein söhn des vorhergehenden. Das grosse ansehen, welches sein stief-vatex, der Grafvon Leicestcr,an dem Englischen Hofe hatte, war ihm sehr behulflich, an demselben gleichfalls mit Vortheil bekannt zu werden, worzu seine eigne rühmliche eigenschafften ein grosses beytrugen.,Weil seine gantze neiaung ausdie Waffen gerichtet war, so lieg er sich das verbot der Konigin Elisabeth nicht abhalten, mit einem eintzeln schiffe derjenigen fistle nachzustgeln, welche den Antonio als Konig nach Porttigall überbringen solle, und auf,welcher sich mich lein bruder,Walter Evreur,befand. Nachdem er solche bey c>bo Lms r-rr« erreicht, und man der insul Barlenga gegen über zu Penicha eine landung vornehmen wolle, konte er nicht so lange warten, biß der Oberste Eamson die darzn bestimmte trouppen in ordnn ng gebracht , sondern sprang mit dem dcgen in der saust in das Wasser, welches ihm bis an den gürrel gieng, und liess also den feinden entgegen , wobey er entweder durch deren menge, oder in den wellen wurde umgekommen seyn, wenn nicht die andern bey zeiten herzu- geeilet wären. Ehe man hernach die vergeblich unternommene be- lagerung von Lissabon aufhub, forderte er einen Spanischen Ge- !Ä,^i?-E^nd^«cheyaestchte- heraus,. erhielt aber aufsein cartel keure andere antwort. Da er wieder zurück nach Londen gekommen, erlangte er,ungeachtet feiner fugend, fast eben denjenigen Made, welchen ehemals der Grafvon Leicestcr besessen. Da nun dwjelbe an. 1^91 dem Könige von Franckreich, Henvico IV, emen ansehnlichen, succurs wider die i-stu- zuschickte, ernennete fle darüber den Grafen von Esser zum General, welcher auch glucchch landete ,,aber mzt grossem Verdruß sehen muste, daß Henncus l V hze aystallen , so zu der abgeredeten betagerunq von Rouen erfordert wurden, nicht gemacht hatte. ' Daher rettete er Mit groyer gefahr zu diesem Könige, und aus ungedult bravirce ex Mit cuilgen trouppen die besatzung von Rosten, 'worüber er aber obgedachten seinen bruder durch einen mustucten-Huß verlohr. Bald hernach that er ein? kurtze reife nach Londen,'um einen neuen succurs zu der mmmehro unteenommenen belagerung des envehn- ten orts zu erhaltm. Nach seiner zurückkunfft halss er mft grostee hertzhafftlgkett dic,em orte zusetzen, da es aber damit nicht nach seinem rath und wulych gieng, ließ er das coinmaudo über die Englischen trouppen dem Ritter Roger Williams, und auf verlangen seiner Korugm reistte er wieder in Engellqnd, nachdcin er vorher dem Commendanten von Rouen, klunst üe Pillars f ein ordentlich cartel zugeschickt, welches er aber auch nicht annehmen möllerst An. i;92 machte ihn die Königin zu ihrem gebeimden Rath, arst 1 z?4 fanden sich cmige von der Catholischen parthey / welche ihm ein rechtzu der Englischen kröne wegen eines seiner vorfahren, Thoma Woodstocks, Hertzogs von Glocestevöder ein söhn Königs Eduqrdr III gewe,en, zujchreiben wollen ; es machte aber solches, weder bey rhm selbst, noch bey andern, eine sonderliche i>n,«<»,.»>; wiewohl zu vermuthen,daß seine feinde nachmals nicht werden vergessen haben,solches zu seinem Nachtheil mit anzuführen. An. V96 ward er zum entsatz der von den Spaniern belagerten stadt Caiais abgeschickt, kam aber zu spat. Hingegen war er desto glücklicher in der wichtigen cxpc-z,c,on. welche man unter seinem und des Admirals Caroli Howard commando, mit beyhülye der Holländer, in eben demselben jähre, wider die stadt Cadir und die daselbst öder in den benachbarten haven liegende Spanische gallionen, galeren und kriegs-schiffe vornahm. Denn die gedachte stadt ward eingenommen , geplündert, und ihrer vestungs-wcrcke beraubt; eine grosse anzahl von feindlichen kriegs-und kauffarthey-schiffen ward verbrannt und ruimrt; einige davon fielen unbeschädigt in der En- gelländer Hände,und der schade,welchen man dasselbe mal den feinden zugefügt, ward auf2o Millionen bucaten geschätzt. Bey diesem allein hatte der Graf von Esser eine ungemeine tapsserkeit, bisweilen aber allzuviel feucr, sehen lassen, dahero der Admiral nebst den übrigen Generals-personen garoffinöthig gehabt, ihm einigen ein- halt zu thun. Nach seiner zurückkunfft erwiest ihm die Königin un- aemeine caressen, wolte aber dennoch weder aus sein abrarhen denr Ritter Francisco Vere das zugedachte Zouv-rnem-nr vpn dem Briel entziehen, noch auf seine recommendgtion dem Ritter Bod- ley die stelle eines Staats-sec-erar-i geben , sondern ertheilte diest letztere dem Ritter Robert Cecil. Un. 1/97 ward eine neue fiotcs wider die Spanier ausgeschickt, und zwar unter des Grafen von Effex ober-commando, wobey der Lord Thomas Howard, und der Ritter Raleigh absonderliche escadern commandirten. Mit diesem letztem zerfiel der Grafvon Essex sogar, daß er ihm, als einem, oer wider orcirc gehandelt, bey nahe hatte lassen den kopff abschlageist Es paßirte aber bey dieser erpedition weiter nichts, als daß man einiger von den Azorischen insuln sich bemächtigte, und daselbst den Spaniern einigen schaden zufügte. Der Verdruß,welchen der Graf von Esser nach seiner zurückkunfft theils über die ehre,so dem Ritter Raleigh wiederfuhr , theils auch über des Admiral Caroli Howards erhebung zu der würde eines Grafen von Nottingham/bey sich cmpfunde, ward einiger Massen dadurch verringert, daß ihm die Königin die stelle eines Groß Marschalls von Engciland gab /welche durch den tod des Grafen von Shrewsbuw ledig worden wäre. An. i;?8 widersetzte er sich mit allen krafftm den friedens- vorschlägen i welche man mit Spanien vorhatte, wobey der Loch- Schatzmeister, Mylord Burleigh, ihm auf eine nachdrückliche art die schluß-worte des;; Psalms (die blutgierigen werden ihr leben nicht zur helffte bringen) zu gemüthe führte. Bald hernach gs. schabe es,daß,da in dem geheimden rath die Königin nicht nach seinem verlangen den Ritter George Carew, sondern den Ritter Wilhelm Knolles zum Vice-L- von Jrrland machen wolle, er auf ein« verächtliche art ihr den rücken zukehrte. Dieses verdroß die Koni? M dermaßen, daß sie ihm in der ersten Hitze eine maul-scheüe gab, und zugleich befahl, augenblicklich von ihren äugen hinweg zu gelben, auch niemals wieder vor ihr zu erscheinen. Per diesen unpep- em zimmer hinweg gebracht werden kunte. Wiewohl er nun an- mas gantz aus sich selbst war, und als ein halb rasender die ver- veiffeltesten anschlage fastete, so ließ er doch allmahlig durch stins eeunde sich besänfftlgen, und dahin bringen, daß er um vergebun- eu der Königin anhielt, die er auch alsbald erlangte. Das folgen, 'iabr war die Königin gesonnen, den Lord Montjoy als Vc-.P ach jrrland zu senden. Nun hatte mtt demselben, da er noch der titter Blunt geheißen, der Grafvon Esser einige verdrießlichkei- n gehabt' (siehe Blunt) und war ihm dannmhers, wie in al- m,also auch hierinnen, zu wider. Es kam auch endlich dahin, daß > selbst diese v-c---«.- stelle davon trug, weil er vor seine Person solle ernstlich verlangte, bcyneben seine freunde aus guter meymmg mu behülstich waren, und seine feinde, um ihn von dem Hofe ;n »fernen oder in der Hoffnung desto leichter etwas wider ihn zu aden, gleichfalls unter der Hand solches beförderten, Erzog also Hh Z mit 246 mit einer auserlesenen armee, die fast aus roovo mann bestund/ nach dem ihm anvertrauten Zonvci-ncmciit, weiches damals wegen der uderhand genommenen innerlichen Unruhen/ mehr als jemals, euren klugen und tapffern Vic--riä brauchte. So groß aber die Hoffnung gewesen war,welche er von sich selbst,und andere von ihm sich gemacht hatten, so schlecht erfüUctc er diesclbige. Denn gleich anfangs handelte er darinnen wider die ausdrückliche -» -i-e des Hofes, daß er dem Grafen von Southampton das commando über die ravallerie gab, und daß er sehr viel Personen ;u Rittern sschlug. Hiernachst überschritt er den hanvt-pnnct der empfangenen m- struction,indem er,an statt ausden hanpt-rcbellen,den Grafen von Throne, gerade loßzugehen, in andern provintzcn den rebelten abbrach zu thun suchte, wobey er zeit, volck und gelb »»nützlich verschwendete. Das allerschlimmste aber war, daß er endlich gar mit dem gedachten Grafen von Throne einen höchst-nachtheiligen und schimpflichen vergleich aufrichtete. Das Mißvergnügen,so man an d m Englischen Hofe wegen dieser dinge bezeugte, brachte ihn nicht nur keinesweges zu der schuldigen erkäntniß seiner fehler, sondern verleitete ihn vielmehr, daß er durch unbesonnene reden und verdächtige consercntzcn sich noch in schlimmern credit setzte. Zuletzt fastete er den nnvermutheten cntschl»ß,in eigner person'sich vor der Königm za stellen. Er kam auch in deglcitung ü anderer von seinen freunden zu derselben nach Nonsiich,und lag zu ihren fnsscn, ehe sie von semer ankunfft das geringste erfahren. Sie hörte ihn mit grosser gcdult, und wiewohl er gleich hernach in dem geheimden Rath gar schlechte entschulbigungcn wegen seiner vorbrachte, so verordnete sie dennoch weiter nichts, als daß er in dem Hause des Groß-Siegelbewahrers arrest halten solle. Daselbst blieb er gan- tze 6 monate, innerhalb welcher zeit der zu seinem besten angewendete einzeilige eifcr seiner freunde und des gemeinen volcks /gleichwie auch die Übeln zeitungen aus Inland, seiner fache nicht wenig nachtheilig waren- Indessen weil er selbst diese gantze zeit über sehr viel gedult, dcimith und gottesfurcht sehen ließ, so gab ihm nach deren verlauffdie Königin erlaubniß, sich in sein eigen hauß zu retiri- ren, allwo ihm aufderselden bcfehl der RitterBarcley qcsellschafft leisten muste. Die klag-pnncte wider ihn übergab sie der beurthei- lung des Groß-Siegelvewahrers, welches ein grosser Vortheil vor ihn war-, da denn dieses urtheil erfolgte, daß er der würde eines Gebeimden-Raths verlustig, von den functivnen aber eines Groß- Marschalls wie auch eines Großmeisters von der artillerie susven- dirt, und so lange es Ihrer Majestät gefallen würde, in gesänqli- chcr hasst seyn solle. Der würde eines Groß-Stallmeisrers, welche er gleichfalls bekleidete, geschahe keine erwähuung, weil es dir Königin ausdrücklich verholten hatte, woraus, inglcichen daß sie die jctztgedachte sententz nicht auf die sonst gewöhnliche weise hatte re- gistriren lassen, man schloß, daß man ihn in knrtzem wieder nach hoke bcruffen würde. Jederman redete von solcher Hoffnung, und fast jederman wünschte deren erfüllung. Es ließ sich auch alles recht wohl darzu an, indem die Königin nach einiger zeit den Ritter Barclen von ihm wieder hinwcgnahm , und ihm alle frcnheit vergönnete, nur daß ihm noch der Hof verboten blieb. Die beständig anhaltende ehrerdietung und gedult des Grafen halte die Königin schon fast vollkommen versöhnet; allein es trug sich etwas zu, welches beyde theile aufs neue erbitterte. Der Graf von Esser hatte die Königin fchrifftlich gebeten , daß sie ihm einen pacht von füssen weinen, der ihm unfeine gewisse zeit war gelassen worden, nach Verlaufs solcher zeit von neuem göuuen möchte. An statt daß er sich eingebildet,, solches ohne einige umstände alsbald zu erlangen, ließ ihm die Königin nicht nur siegen,daß sie es in bedcncken ziehen wolle, sondern gab auch hernach solchen Pacht an andre, und brauchte noch dabey folgende Worte, daß, wenn man ein unbändig pferd zähmen wolle, man demselben von seinem gewöhnlichen fut- ter etwas abbrechen müste. Dieses ward dem Grafen von seinen bedienten,worunter einer,namenS Cuffe, und der Ritter Merick,die ärgsten waren, inglcichen durch seine freunde, so schlimm vorgebracht , daß er auf cimnal seinem hitzigen naturcl den lauff wieder ließ, und nicht nur thcilsssrotzigc und rachgierige, theils aber verächtliche reden von der Königin führte, sondern auch endlich gar mit seinem anhange, (darunter sich die Grafen von Rutland, Southampton nnd Bedford, die Lords vands, Cromwcl und Montcaglc, viel Ritter und 2 biß zoo Edelleute befanden) die reso- lution fastete,der Person der Königin sich zu bemächtigen, und sie zu nöthigen, daß sie ihren geheimden Rath mit andern Personen besetzte. Den8scbr. >601 suchten sie mit gemalt solchen anschlug auszuführen,wurden aber nicht wenig bestürtzt, da von dem gemeinen pödel in Londen, aufbellen ungemcine liebe gegen den Grafen man sich gronc rechmmg gemacht, niemand zu ibncn fiel, indem die Königin sich in sehr gute Verfassung dagegen gestellt. Da nun vollends der Admiral Howard mit einem von regulirtcn trouv- p» auf sie loßmarschirte, wurden sie alSbald zerstreuet, und sich gefangen zu geben genöthigct. Den iy sehr. wurden die Grafen von Esser und von Southampton von denen in Westmünster vcrsamm- lcten Pairs, deren der Groß-Schatzmeister, Mylord Buckburst, war, zn der in Engclland gewöhnlichen straffe des hoch- verratbs verdammet; woben der Graf von Esser ohne bewegung diese Worte brauchte: dieser leib könte gleichwol Jbrer Majestät und dem vaterlande bessere dienstc thun. Den 2; febr. nachdem er sich vorher mit dem Groß-Schatzincister , wie auch mit dein Staats-8 crer„r><' Cccil, versöhnet, ward er in dem innern schloß- hofe des Toivers mit z schlagen enthauptet. Aufdcm fcliavoc bezeugte er sich sehr andächtig, und erkennete die grosse seines Verbrechens ; kurtz vorher aber hatte er aesagt, daß er um keine gnade bitten wollegveil doch das leben der Königin,so lange er am leben bliebe,nicht in sicherheit wäre. Diese letztere redens-art, welche in der eur that sehr nachflmssich war,brachte zuwege, daß die Königin, welche schon durch den Ritter Carew o-ä-c geschickt hatte, mir der crccu- tion inne zn halten, durch einen andern erpressen befehlen ließ, dieselbe zu beschleunigen. Den andern, welche zugleich mit ihm «»gezogen waren, ertheilte sie gnade, ausgenommen den Rittern Nun/ Danvcrs, Davis und Merick, inglcichen dem oderwehnten Cusse welche insgesamt als beleidiger der Majestät durch des henckcrs Hand sterben neusten. Daß der tod dieses Grafen von Esser,welcher indem ;4 jähre seines alters erfolgte, der Königin sehr nahegegangen , ist gewiß. Daß er aber ihr liebhaber gewesen; daß sie ihm zum zeichen ihrer absonderlichen gnnst einen ring gegeben, milder Versicherung, daß niemals einige ungnade, die sie etwan auf ihn wersten möchte,so groß seyn ,ölte,daß sie nicht, so bald er ihrsolchen ring zuschickte, diesclbige würde fallen lassen; daß auch wiircklich der Graf nach scincr verurtheilung diesen ring der gemahlin des Admirals Howard gesendet, mit bitte denselben der Königin zuzustellen , und durch chlches zeichen um verschoming seineslebens zu bitten; daß die Admiralen aus einem gewissen liebes-eifer dm ring zurück behalten, und erst hernach auf ihrem tod-bette den gantzen Handel der Königin geoffcnbahret; und daß hieraufdiese vor immer hierüber gestorben, solches alles ist einem roman ähnlicher, als «ner wahrhafftigen Historie, und wird theils durch das stillschweige» der glaubwürdigsten gcschichtsschreiber, theils aber durch das alter und den verstand der Königin Elisibeth widerlegt. Der söhn dieses unglückseligen Grafen, welcher gleichfalls Nobertus hieß, ward von dem Könige Jacobs I, in dem ersten jähr seiner regierung, in die väterliche würde und guter mit bekräfftigung des Parlaments, wieder eingesetzt. Er vermählte sich zweymal, hatte auch von seiner andern gemahlin einen söhn, gleiches namens. Allein derselbe starb jung, daß also, da er selbst den 14 sept. 1646 mit tode abgieng, der titnl eines Grafen von Eyer vacant wurde, welchen der Kömg Ca- rolns II bald nach seiner bestätigung auf dem throne Arthurs Cape!» , Baron von Ladham und Discount von Maldon, ertheilte, dessen söhn Algernon ihm darinnen succedirte. in vir. Lii . /nk in Lriranii. p. zsy. mcmoir. />. Hof. c-for. in snnsl. M, rom. r. Euricus / siehe Evaricus. Euripides / von Athen, welcher nach des Suidä bericht, ir tragödien verfertiget, und 2 mal den sieg davon getragen. Dessen tochter sobn führte mit ihm gleichen nahmen, und soll z o,cltcm,^lccieLm lind Nnivxcn^m geschrieben haben. Kit,!./Nlics. tzibi. 6ra:c. p <146. Euripides/ ein berühmter tragödien-schrcibcrsso zu Salami», (wohin seine eitern,Mncsarchns und Clito, vor dem Tcrxe aus At« tica geflohen waren,) ;;o4,/r.c. 480, v. L 274, ol;mp.7;,i an eben dcmstlbigcn tage gebohren wurde, da die Athcnicnstr das grosse Heer des Königs Arris bey der insul Salamis und dem stusse Euripo schlugen,von welchem letztem er auch seinen namm bekommen haben soll. Als man feinet wegen das oracul fragte, und cs zur antwort gab: daß er in den kämvffcn den preiß davon tragen würde, hielt man ihn zu der fecht-kunst und zu andern Übungen an, wie er denn auch würcklich in dem Elcusinischen und Thcssalischcn kampffc unter den jungen knaben, die man bekannter Massen auch zum kamvff komme» liesse,den sicgchavon getragen. Allein, weil er mehr aufverbesserung seines gemüths bedacht war, verließ er diese lebens-art, und begab sich zu Provico, von ihm die rede-l „nsi zu lernen. Anaragoram borte er in den natürlichen wissenschasscen, und als dieser harte Verfolgungen seiner lehren halben erdulden müssen, enthielt er sich äusserlich der Philosophie, und legte sich von dem 18 jähre seines alters völlig auf die dramatische dicht-kunst, ließ aber gleichwohl in seinen tragödien,(deren er 7;/ verfertiget,davon aber nicht mehr als. - ysinit dem anfange der 20 übrig sind,) verschiedene merckmaale der philosophischen wissenschafftcn blicken. Seine liebe zu selbigen erhellet noch mehr daraus,daß er des l»wM Heraclü wercke, so dieser als ein geheimniß in dem tcmpcl der Göttin Diana zn verwahren gegeben, auswendig gelenict und nachgchcuds ausgebreitet hat. Gleichwohl, weil diejenigen, so seine tragödien b«>r- thcileii solle», der fache unerfahren waren, kunte er den preist öffter nicht als;,odcr wie andere wollen, 1; mal erhalten,doch war cr bey den Sicilianern in solcher -utim, daß, nachdem die Akhenicnser unter ihrem Genera! Nicias von der Laccdämgnier Genera! Gvlivvo geschlagen worden,die üherwundenemchrentheilchwenn sie des Eu- ripidis vcrse gesniigcn, die vorige sreyheit erlanget; hernach auch, da sie ihr brod bcttlen musten , solches nie leichter erhalten haben, als wann sie vor den bänstrn einige stuck dieses Poeten absingen; Dem Aeschylo wird Euripides in der kunsi tragödien zu dichten obnsircitig vorgezogen; was aber Sophoclcm anbetrD, Misteln einige, welchem der vorzng gehöre, wie denn auch diese beytc Poeten , als die zn einer zeit gelebt, nicht wenig aufeinander gceyfcrct haben. Doch sind auch hier dcr bessere tbeil der Gelehrten für den Enripidem, als aus welchem sonderlich für das gemeine leben und den Politischen stand weit mehr zu erlernen ist , als aus dem So- phocle, oder sonst irgend einem Tragico. Was das übrige leben Enrividis betrifft, so gieng er endlich entweder wegen der üblen aufführung seiner wciber, oder der böstn nachrede dcr omiconm,. an den Hof des Königs Archelai von Macedonien, eines grossen licbhabcrs der gelehrten, dcr ihn mit einer schonen cKsrZe, auch sonsten zum öfftern mit ansehnlichen geschencken beehrte, und als er bey ihm bey nahe in dem 7-; iabre seines alters gestorben, prächtig begraben liesse. Die umstände von seinem tode werden auf unterschiedene art crzehlet; denn einige wollen, daß cr von den Hunden, andere aber von wcibern, auf die er niemals wohl zu tM- ettr Heu war,zerrissen worden sey. Dieses ist gewiß, daß Archelaus seine gebeine nach Pella dringen ließ, ohugeachret die Athemenser selbige gleichfalls gerne gehabt hatten, als welche durch gewisse Abgesandten bey Archelao sich um die ehre bewerben liessen, die reli- quien ihres mit-dürgers in ihrein vaterlande zu begraben. Sonst haben gedachte Athemenser um diesen grossen Poeten die trauer angeleget, und einer seiner freunde Philemon, wolle sich aufknüpf- feii/wenn er wüste,daß er in jenem lebenEuripidem zu sehen bekäme, und sie sich ihrer hie gehabten kundschafft erinnern könten. Als das volck z» Athen einsmals verlangte, daß er in seinen tragödien gewisse wort wegstreichen solle, sagte er mit grosser frcymüthigkcit: ich mache meine wercke nrcht/ daß ich von euch lernen/sondern / -aß ich,euch lehren will. Er beklagte sich einmal gegen den Pocte» Alceitis, daß er in; tagen nicht mehr als; verse habe zu mege bringen können, ohngeachtet er mit aller macht gearbeitet habe, dagegen dieser mit grosser leichtsinnigem antwortete, daß er ohne mühe ihrer mehr als ioc> verfertiget habe. Ja / sagte Euri- pides, aber es ist dieser unterscheid zwischen meinen und deinen versen/ daß die meinigen allezeit/ deine aber nicht länger als; tage dauren werden. in ive/mo^or. L m»ms 2Ä.5 ic. ;.. 5 c Zz. Qeürrt, I. ,5 c. ro. vsr iiili l. r c. iz init. l. 12 c.in in vi» kurixiciis. Zopllocle, Luripicie. /e APfe vie lies poscsz 6-cc§. Lrt-'rctt kihl. Qr«c. 1.1 c. l3. ^ Euripus/ ist ein see-arm zwischen Achaja und Negroponte, welcher bey der Haupt-stadt der besagten insul so enge ist, daß man auf einer schlag-brücke und einer andern steinernen brücke von ; schwib-bögen über selbige gehen kan, zwischen welchen ein thurn stehet, den die Venetianer aufgerichtet haben. Die alten nenneten diesen see-arm Euripum Eubmcuim, Die einwohner daseist nennen ihn Egriposmnd die Italiäner Strettv ci> Negroponte, so aber eigentlich derjenige theil bey der stadt Negroponte ist, da kaum eine eintzele gallee zwischen der citadelle und dem thurn der Venctianer durchführen kan; jedoch wird auch dieser name der gantzen Meerenge aus er meilen gegeben. Es ist mcrckwürdig, daß die ebbe und fluch allhicr weit andere abwechslungen als an andern orten zu haben pfleget; Doch ist dardey zu melden, daß alle, die diese fach besser untersuchet haben, berichten, daß die bewegungen deS Euripi eigentlich nicht ebbe und ffuth seyen , als welche in dem genaueren verstand sich fast nirgend in dem mittelländischen meer recht spüren lassen; sonderlich daß alles in einer stäls-wahrend, und sehr unordentlichen bcwcgung der wasseren bestehe, welche, wie es scheinet , eines theils von dem beständigen Einfluß einer grossen menge wassern aus dem Luxwo ins Aegeische meer, und dann anders theils durch die viele im Aegeischen meer sich befindliche in- suln, an welche das also bewegte und gestoßene wasser immer anschlägt, ihren Ursprung hat, als wodurch nicht zwar in der breiten offenen see, doch gewißlich in einer langen und schmalen meer-enge, wieder Euripus ist, sich nothwendig eine solche beständige Veränderung hervor thun muß. Die erzehlung,daß Aristoteles, weilen er die Ursachen dieser abwechslung nicht ergründen konte, sich selbst darein gestürtzethabe,ist schon längstens von den gelehrten verworf- sen worden. D-nöo. vo/LZe sslraü-. k-rde»'. >r> L^ilk. Euristhenides/ siehe Agides. Europa/ Agenoris,des Königs in Phönicien tochter,und Cad- mi schwester, in welche sich Jupiter verliebte, sich ihrenthalben in einen ochstn verwandelte, und mit sich in dasjenige theil der weit führte, welches nachgehends nach ihrem namen Europa genennet wurde. Andere hingegen berichten,daß Wenns oder Minos, als er mir den Phöniciern krieg geführet,sie von bannen r?;8, ^ L- 144S weggenommen, auf ein schiff, so Taurus genennet worden, gesetzt,und nach Creta gebracht habe,allwo sie an Ästerium vermählet wurde , welchen man wegen seiner tugend und gerechtigkeit Jupiter zu nennen vsiegte. Noch andere crzehlen , daß des Königs in Creta Astern General Taurus, Tyrus eingenommen, geplündert, und die Europa geraubet habe, welche aber bereits mit Jupiter; söhne Minos, Rhadamanthus, und Sarvedon gezeuget; Asterius habe hernach Europam geheyrathet , und weil er keine kinder von ihr erhalten, habe er des Jupiters söhne an kindes statt angenommen. Bochartus hält dafür,daß das Wort Europa von den 2 Griechischen Wörtern -ppL. welches so viel heist, als ein weiß ge- sichte, herkomme, weil nehmlich die Europäer in vergleichung mit hen Asricanern weiß sind; von eben diesen, Ursprünge leitet er auch den namen der rochier Agenorts her. l. r mernmorpli. r«, /ed. in ckron. I... in ^ksleg. p. ZZ7 öc Lsnsan. Europa / ist eines von den 4 theilen der welk, welches sich vorn ;4grad !sk'ull. bis auf den?2, und von dem 9 grad wngiw-l. bis auf den 9; oder 94 erstrecket, woraus erscheinet, daß es fast gantz mnerhalb der r->n« r-mund nach keinem theile in der -u„L wm) Sicilicn, 21) Sardinien,22) die insul Corsica,2;) Candia,24) Griechenland mit keinen insuln,r;) See- vien,26) die Wallachey,27) Bulgarien,28) Siebenbürgen, 29) die Moldau, )o)die kleineTartarcy , und endlich z> Moscan oder Rußland. Unter die beherrsche»: dieser lande werd«-» gerechnet 2 Kayser, als der Römische und Türckische; 8 Könige, als der itt Spanien,Franckreich, Engelland,Pohlen, Dänemarck, Schweden, Portugall und Preussen, wiewohl verschiedene andere Königreiche sind,die aber die bereits angeführten Potentaten beherrschen,als da sind Hungarn,Böhmen,Neapolis,Dalmaticn, Lroalren und Scla-- vonien,welche der Römische Kayser,und so fort besitzet. Ausser den Königen ist zu bcmerckeir, der Czaar in Moscan, welcher sich den Kayser» gleich schätzt, und nunmehro auch würcklich den Kayser- lichen titul n'.it grossen solennitäten angenomen, der Ertz-Hcrtzog in Oesterreich und Grvß-Hertzvg von Fivrentz,die Hertzoge, sonderlich durch Teutschiand und Italien ; desgleichen unter den geisilichen der Pabst, die Ertz-Bischöffe zu Mayntz, Trrer und Cölln; ferner verschiedene freye Repnblrquen,ais da und Venedig,die vereinigten Niederlande,Genua, Lucca, das Schweitzer-Iand,die Grauvünder, das Wailiser-land,Genf,denen noch andere Ragusa und 8- Marino hinzufügen. Die insuln, flösse und berge in Europa sind folgende: unter den insuln sind erstlich auf den, Oeeano die Britannische insuln, als Engelland, Schottland und Jrtianv, die m5,i-r Orrades, Hebrides und einige andere mehr; die grasten auf dem mittel- meere sindSicilieu,(sardinien,Corsica,Candia,Cyprus,Movis,rc.; die instiln von Griechenland und einige andere an den küsten von Italien und Provence. Die insuln auf der oft see sind Seeland, Fünen,Rügen, Bornhölm, Gothland, Oefthtc. Die vornehmsten flüsse sind, der Rhein, die Donau, Mayn, Mser, Elke und Oder in Teutschland; die Loire, Seine, Rhone, Saone und Garonne in Franckreich; der Po und die Tyber in Italien; der Tagns, Due- ro, Guadiano, Ebro, Guadalquivir in Spanien i dir Miccl und Nieper in Pohlen; die Volga und Don oder TaNais in Moscan; die Thames in Engellanv ; die Tay in Schottland; die Schan- non in Jrrland; die Scheide und Maaß in den Niederlanden. Die berühmtesten gebürge in Europa sind die Riphäischen gebürge in Moscan; die Carpathischen zwischen Pohlen und Ungarn,die Py- rcnäischen zwischen Spanien und Franckreich; die Alpen und das Apenninische gebürge in Italien und an den gräntzen desselben. Ob wohl Europa das kleincste unter allen 4 theilen der welk ist, so ist es doch um verschiedener Ursachen willen allen übrigen vorzuziehen. Die lufft ist darinnen gemäßiget, und die laiidschafften sind sehr fruchtbar,ausgenommen diejenige,welche sehr weit gegen Norden zu liegen. Es hat an allen nothwendigen lcbens-mitteln einen Überfluß. Die einwohner sind von sehr guten litten,höflich und sinnreich in wissenschafften und handwercken. Von den Frantzostn urtheilet man, daß sie von guten Manieren, erfahren, tapffer, aber etwas zu lustig und unbeständig seyn. Die Teutschen sind verständig, aufrichtig, tapffer und arbeitsam, werden aber insgemem der trunckenheit beschuldiget, deren sie doch mehr aus einer gewobn hell als trieb ihrer natur ergeben sind, nun aber seit 60 m 7° jähren mercklich davon abgelassen. Die Jtalianep sind höflich und nette, aber darneben eyfersüchtia und untreu. D'eSpaNler sind bedacht, sam und klug, aber daneben hochmuthig. Dre emwohner m Britannien sind dehertztmnd dabey etwas verwegen, zugeich aber auch von einem hohen qeiste. Die Europäer haben durch ihre geschick- Mkeit und tapMkeit die vortreflichsten theile der weit unter sich aedracht. Ihr Witz erhellet aus ihren wercken; ,hre klughert aus ihrer regieruug; ihre stärcke und macht aus ihren armee,,; ,hre gu- te con-lmr- aus ihrem Handel,und Wandel ;, und endlich chrepracht und Herrlichkeit aus ihren stadten und gebauden. Es sind; haupt- svrackien in Europa, als die Lateinische, Teutsche und Sclavoiii- Me Me Lateinische wird geredet in Italien, Franckreich und Svanien, wiewol mit unterschiedenen mund-arten ; die Teutsche sssj's w,ch/n,die von ihr herstammen,m Teutschland, in den Britan- Mfcken insuln, in Dänemarck und in Schweden, die Sclavonische aber in Pohlen, Moscau, Bohmen und einem grossen theile der Eu- 4i 248 eur ropäischen Türckey. Die; haupt-religioneu si„d die Catholische, Protestantische und Griechische, »»-«so. ?,->/<-»»». ?/-?-. Lre/«. §o/r». TiLe^«/«. 7 Ul«^r». 0 » 7 c/. 7 i 7 c»-k-ico>-. < 7 «/>eLr. He/- /c/o»--,. c 7 /tti-e»-. 5 a»/o»s. r/r. ke»-»-«»-. K-jn tcx ^eop,r. »«/»F. «Ziatr. ste linz. Lurop. L»c»-ei--r»oo«! ste linz. L rut. Lurnr. Lee»»«»»», in Illllor. oit> terrsr. 7 io/i«« stillt ste ttsru Lurop«. k^^cr^e/»«e im crst- Ipi-ßel öcc. Europs / Aegiali söhn, war der andere König der Sycionier, und regierte obngefähr 45 iahr, nemiich von ^.^r. 1872, c. LUL bis L. >4. 1917 , />. c. 2067. Viel halten dafür , daß Europa seinen namen von diesem Europs, nicht aber von Europa, deren oben gedacht, bekommen habe. ?««/«». -H>->//--st«»-«- in Mbi. in cNron. Eurotas / beut zu tage Vasilipotamo , oder Königs - fluß, ist ein fluß in Psloponneso , welcher in Arcadia entspringet, durch Laconiam läufft, endlich aber sich in den meer - busen von Castel Rampani ergeusset. Noch ein anderer fluß dieses namens ist in Thessalia, welcher auch Tttarcsus genennet wird, und in den fluß Peneum gehet, sich aber nicht damit vermischet. Denn, wie Ho- merus berichtet, so soll das Wasser von dem Eurotas wie öl auf dem Peneo schwimmen, welches in kursier zeit sich wiederum davon weg verlieret, und einen andern weg nimmt. 7/-». >. 4 c. 9. Euryalus/ hieß 1) einer von den Pclopvnncsischcn Fürsten, welche sich mit 80 schiffen bey der belagcrung von Troja cinfan- den; r) ein Trojaner, welcher mit seinem vertrautesten freunde Niso des nachts einen einsall in das lagcr der Ruinier that, und deren eine grosse menge erlegte, auf dein rüctwcg aber durch die feindliche rcutcreysscin leben verlohr, worüber hernach auch Nisus freywillig das seinigc aufopfferte; z) ein Athenienser, welcher zuerst, nebst seinem bruder Hvperbio, Häuser von ziegel - steinen aufzuführen angefangen; 4) ein berühmter gauckel - svieler; 5) ein angenehmer ort in Sicilicn, nahe bey Syracusa, von einigen Macropolis genannt. //--»»--»' r- 7 ^- 7 . /k.,ik-ist. i. >>. ?/-»». 1. 7 « ; 6 . ^«2,0»«/. I. 2. iLl. 6 V. 81. /.rrv. l. 2; c. 2Z. Lc/-/,«» ^»»-F/ » 4 in. I. z V. töq. Eurydice / eine gemahlin des Königs Amynta in Macedo- nicn, wurde eine mütter dreyer i'ohnc/nemlich des Alcrandri, Pcrdiceä und Philippi, des vaters Alcrandri?,l., inglcichcn einer tochtcr Eurnonc. Sie hatte eine solche unmäßige liebe gegen ihren tochtcr-mann, daß sie, um ihn heyralhen zu können, ihren eigenen gcmahl umzubringen vorhatte; allein das vorhaben wurde durch die tochtcr entdecket, und Enridice kam ohne straffe davon. Als Amvntas todt war, und ihm sein söhn Alexander L. vi. ;61 ^. . zri, v. o. ;8z, olvmp. 102, 2, in der regrerung folgte, ließ sich Eurydice, durch Hoffnung die croue zu erlangen, einnehmen , daß sie ihn umbrachte. Gleiche untreue begieng sie an ihrem andern söhne Pcrdicca, welcher nach seines brnders Alexanders tode den thron bestiegen hatte. Dennoch ist dieses zu loben, daß sie, bey der Minderjährigkeit ihrer r jüngeren söhnen, Mace- donicn von des Pausama joch errettet, indeme sie durch sehr bewegliche Vorstellungen und gebärden den Atheniensischcn General Ivhicratem, soeben dazumal mit einer zimlichen armee in der nähe bey der stadt Amphipolis in Thracien stunde, beweget hat, sich diestr ihrer kindercn anzunehmen, ,/e üill» ic§«c. o«»»,. in lpsuci-^re ; ^r,//>»«, I. 7 c. 4 ^ >s. ll«y/e. * Eurydice / eine tochtcr Amyntä, so ein söhn Königs Per- diccä in Maccdonicn war, heyrathctc Aridäum, einen natürlichen söhn Königs Philippi, welcher Alcrandri N. Vater war. Sie regierte vielmehr als ihr genialst, wäre auch darzu viel tüchtiger ; wie nun nach dem tod Alcrandri Aridäus, als dessen bruder von einigen hervor gezogen wurde, hingegen aber Olympias Alcrandri mutter, und die dessen söhn bey sich harte, auch eine starckc varthey an sich zöge, eifferten diese beyde wcibcr sehr hess- tig aus einander. Eurydice hatte Cassandrum, Antigonum und Polyverchontcm auf ihrer feite, und tagte anfangs tue Olympias aus Macedonien; so bald sie aber mit einiger macht wieder kam, fiel ein grosser theil voleks der Eurvdicc zu der ersteren über, worauf Aridäus gefangen wurde; Eurydice entflöhe zwar nach Am- phipoiis, sie iniiste sich aber gleichfalls ergeben. Hierauf wurde sie in ein finster loch gemorsten, und sehr übel tractirel, Aridäus aber nach einigen jähren, aus befiehl der Olympias, umgebracht; und als Eurvdiee, ohne sich dadurch abschrecken zu lassen, immer fortführe, harte worre zu gebrauchen, und mit hcfftigkcit behauptete , das recht zur Crone stehe auf ihrer feiten, so schickte ihr Olympias ein schwerdt, einen langen seidenen strick, und einen becher voll gisst, mit dein dcfehl, daß sie sich eine art des todes unter solchen erwählen möchte, welche sie wolle. Eurydice ließ sich durch diesen grausamen anblick gar nicht schrecken, sondern bat zuerst die göttcr, daß Olmnpias berinalcins in gleiche noth gerathen möchte, nähme hierauf den strick, und strangulirte sich selbst, »V ivl. ;6Ü6, ä.c. ;i8, v.c. 4ZÜ, Olymp. 115, z. D»o,/o»-«< I ,9 c. 11, ;r. L„»7. i. 10 c> 7. !.I) c. z öc 14 c st?«y/k Eurydice / war des Orvhei liebste, welche er so inbrünstig geliebet,' daß er, wie die Poeten dichten, sich nicht gcscheuet, sie nach ihrem tode aus der Hölle zu hole». ^o.9 dem Pabst Marcello, besaß die Päbstliche würde 2 jähr, 8 mottal und 21 tage, und surb den rs scpt. an.; 11. Ihm werden z epillo>-L stecreiLi» zugeschrieben , eine an die Bischöffe in Franckreich, die andere an die in Egyptcn, und die dritte an die in Hetruricn und Campanien. Allein, die gelehrte halten selbige schon lang nicht für legitimirt, eben so wenig als die übrige vc. i-cr«>i,5 der ersten Päbstcn, bis gegen das ende des 4 seculi. Siehe davon pHusto nilloi-uni. cpi'ist. >6;. I. 2 «stverll sst ZU. Zoy, ir. in Märiyi-. .ist st. 2Ü lcpr. Lcc. * Eusebius / ein Patriarch zu Antiochien, war der Manischen ketzercy zugethan, welche er mehr und mehr auszubreiten suchte. Er succedirte Eulalio, um das jähr zzy oder ;4°. ctiron. Eusebius/ Bischoffzu Nicomedicn, und endlich zu Constan- tiuopcl, war gleichfalls ein berühmter Verfechter der Manischen kctzcrey. Er soll, wie Ammianus Marccllimis berichtet, einiger müssen mit dem Kaystr Juliano verwandt gewesen seyn, dessen auffcr^rehung er auch vorgestanden. Sonst wäre er ein distipnl des Märtyrers Luciani. Anfänglich wurde er Bischofs zu Bery« lus, einer stadt in vyrien, von dannen er nach Nicomcdien kam, welche stakt damals in grossem ansehen war. Als nun die Manische streitigkcitcn angicngen, nahm er sich alsobald des Mi an, ja, er erlangte in dieser secte ein solches ansehen, daß auch von ihm die Arianer Eusebiancr genennet wurden. So war er auch der haupt-urhebcr der grossen Verfolgung, die wider Alhanasuim damals ergieng. Insonderheit bewieß er seinen eiffer vor den Mnm aufvcm Nicänischcn On<.,!i<>, an. z rz, da er ihn so lange vertheidigte, bis er endlich siehe, daß er nichts mehr ausrichten kvnle, da er steh denn auch dem schluß des c «ncilst untcrwarff. Nichts destowcnigcr licß cr bald darauf merckcn, daß er es dennoch mit den Ariancrn hielte, wcßwegen er ins exinum verjaget wurde. Doch brachten es seine freunde dahin, da er sich anstellcte, als wann ihm sein bischeriges verfahren leid wäre, und cr sich zu dein Nicänischen glauben bckcnncte, daß cr an. zrZ restituirct wurde. Er erlangte auch wieder ein zimtichcs ansehen bey Hof, dessen er sicy zur Verfolgung des Athanasii weiter bediente. Endlich, als Cvustautmus gestorben , und dessen söhn Coustantius von den Ariancrn gautz cingcnommcn ward, brachte cs Eustbius dahin, daß er gar Bischoss zu Constantinopcl wurde, nachdem Paulus, der vorhcr Bischofs und ein recht - gläubiger war, vertrieben worden. Gleichwie nun Eusebius hierdurch noch mehr gclegcnhcst bekam, Athanassmr und die recht-gläubigen zu verfolgen, also wurde unter seiner aun'ihrimg an. ;4r, zu bestättigung der Manischen Religion, das Anliochenische oonciliu», gebalten ^worüber cr aber an. Z42 starb. Er hat unterschiedene cpistcln geschric« bcn, davon nur noch eine übrig ist von Mo und seiner lehre, welche sich bevm Thcvdorcto befindet. r 2/-eo-/o»-k,-„- 7 >«»-»»»r„». ilst iin. zu- ;rl! 77 k»-,in v>r<> Lrli.in.illi. cs-ve Eusebius / mit dem znnamen PatNphtlt / wegen der soudcl'hiv rcn ftcundschafft / die er mit dem Märtyrer Pamphüo gehab!/ war aus Casarea / einer stadt tu Palastina/ gebürtig / und wurde vkmgeichr um das jähr 270 gebohrcn. Er lcgle sich in seiner iugcnv mitgrosscm flcifi auf diestudien/ und nachdem ersich tu allen weilen der gelchrsamkeit wohl umgesehen / wandte er ftlneu M'M- sonderheit alifdic tirchen-hlstorie / zu welchem ende,er diediblio- thcquen/sonderlich die / welche Pamphüus zu CasarmlMgc» richtet/ zugleich auch die archrven der weltlichen gerichkeuuie^ suchte/damit cr erfahren möchte / was mit den martyrmnmv sonst überhaupt mit den Christen vorgegangen. Als an. iS Pam- phtlus ins gesängniß geworsscn wurde/unterließ Eusebuis MEt/ ihm mit allen liedcsdimsten benzusrehen ; und als imcr Oahrdiu raufdie märryrer-ervnk erlanget / begab sich Euiedius mich rus/ nis/Melbstersich ohne Weift! bey dem BffchoffPMns / M seinem guten freunde / aufgehalten. Allhier muste er auch den kompffvieler Märtyrer / und die grausamkeit/ die an ihnen ausgeübet wurde/mit ansehen / wrc er feW bezeugen Von Tyrus begab ersich nach Egypteu / da es noch schärfte,' herqienq / und die Verfolgung ihn auch sechsten betraft / mdein er indas gefaNgniß ge- leget wurvc; Daer aberwiedcr loß kam / ist ihm von feinen wie- dersächern vorgewörffen worden / daß er in dem gefangniß den abtzen gcopffert hakte. Dem sey wie ihm wolle / nachdem die Verfolgung aufgchöret / kam Eusebius wieder in Palestinam / und wurde an des Agapit stelle Bischoff zu Cäsarien. Bald darauf wurde die einwechung der kirche / welche Paulmus zu Tyro erbauet / um das jähr ;i 6 vorgenommen / worden sich nebst andern Dischoffen auch Eusebius einfand/und wie manglaubt / die rede hielt / welche er seiner kirchen-historie einverleibet / ob er gleich nicht meldet / daß sie von thm gehalten worden sey. An.befand er sich aufbeut NicamschencHl«,, da er dem Kayser Constantino eine lod-rede hielt. Was die Arianische ketzerey anlanget / offerierte er zwar ein hmboium , welches aber nicht schlechter dings angenommen wurde.Ob auch gleich einige melden/ er have endlich die meynung des sinoa, völlig approbieret / so behaupten doch andere sehr wahrscheinlich / daß er es in der that mit Ario gehalten / und den synodum mit zweydeutiqen redens-arten herumgeführet. Gewiß ist es/daß ervondemAthanasto/ Epipha» uto / Hieronymo und andern / unter die Haupt-vertheidiger der Arianischen ketzerey gezehlct wird.Um das jähr; zv wurde ihm das slntiochenische Bisthum aufgetragen / welches er aber nicht annehmen wolle/weil er dergleichen Versetzungen nach den kirchen-gcse- M für unzuläßig hielt. Er starb endlich um das jähr ?4->. Unter seinen schrifften/ deren eine grosse anzahl / sind sonderlich bekannt sein ckromcnn.so vvlt Hieronymo ins Lateinische übersetzet / und von Scaliger zugleich lakein und griechisch Mit sehr gelehrten an- mcrckungcn heraus gegeben worden ; cv^nßciicLiwri 1^, cic cicmonüiLcionc evsngel. Iibri ro, hav 0 N über Utlk Noch IöV 0 k- handen; Uillori-c ccclcliallicX IN>ri lö; cic vica LonllLlitini Iibri 4; o- rsrioäeiLuäibur Lonllsnririi ; äs ecclellallics rNeotagis iibr. ;Lcc. D-»- sä ämpküockium cic Lpiric. 5 . c. r§. in csisl. c. 81 rüki. L/r/0-r-r««-bsres. 6Z. in l/nciä. likr. äs Iriuir. ?-i«L»«, ll öcc. T'/eo-korcr»-. L»/»Frr««. //o?rorrr« Lr//.».'«-»»«--. oüll iÄcr. c r/. I. r äc bill< Orcec. c. 17 . rUciic alt icripr. cccl. 6 «- Er war sonst bey dem Kayser Constantio sehr wohl geliiten/der ihn auch pflegte mit sich zu nehmen/wenn er wieder die Perser zu feldegimg- Er hat unterschiedene schrisstenversertiget / als : sävcrlus ^uä-c»;; - und andere/ davon aber heutiges tages nichts mehr vorhanden / ausscrein cxccrprum bey dem i'Ueociorcro. Mau hak zwar unter seinem Namen Nnmii,-!? breve; über die evangclia des gäntzen jahrs/ wie auch andere Nomiii-; von allerhand Materien; allein / daß solche diesem Eusebio fälschlich beygemeffen werden / ist bey den gelehrten gNNtz ausgemacht. Ncr-rr-, I. r. c, 6 . I ; c. verrcc incrcrl. c .91 ir. in cbron luminsrib. eccl L-rronir-c 2 cj An. ^«.1 n. L 5 eg. cic kcripr. eccieg in sppLrar. in virL/kriian. Eusebius/Bischoff zu Laodicea / lebte im drittmseeulo. Er war anfänglich Diaconus zu Alerandrien / unter dem Vischosft Divnnsio/woselbst er in der Valertanischen Verfolgung den Märtyrern allerley Handreichung gethan. Endlich wurde er Bischoff zü Laodicea in Syrien. Er hat auch einige schrifften hinterlassen / die aber zum theil gar nicht mehr vorhanden / zum theil annoch nicht gedruckt sind. Lurrianus bezeugt / daß er 18 hoimlicn von ihm angetroffen / und Hvlstenius hatversprochcn 4 homilien von ihm heraus zu geben / woran er aber durch den tod verhindert worden. i. 7 liill. cccl. c. 10 Üc in cliron. sci sn. r 7 k>. Icr-c?»-«- scl sn. rLa. Lrir-r.'Ä in oAzr. As. Etisebius/ Bischoff zu Samosaka / war wegen seines eiftrs vor die Christliche religion berühmt. Gregorius Nazianzenns/dcr vatter / ließ ihn an. z/i nach Cäsarien in Cappaboctcn kommen / M Basilium zuemem Bischoff dieser kirche daselbst zu erwählen, 'rr widersetzte sich auch anss äusserste den Arianem / weswegen er an. z/z durch den Kayser Valcntem in das elend verjaget wurde. Er kam aber dennoch in währender zeit seines exim indem hablt eines soldateuzu den rechtgläubigen / sie zu trösten. Theodoretus meldet/daß ex ««ch m hm kirchen/ die keine seelsorger hatten/ ^enzudeMben?eit^^-Eanzenus und Bäsiliusschrie- KaysersBalent s ^ rhmNäch dem tobe des zu vrsit erm / welches er Mich in Syeien und Mesvvo amrm mft gutem iougaiigc ausolchtcte. Da er aber in einer kleinen lladt / na» mensDoilcha/jich befand/ und daselbst den Maris zNmBnckoff verordnen wolle / warft ihm ein Arianisches wZ einen 8 aus den köpft/ davon rr starb. ^/ . ^ ^ «SXME In vlc2^8!>ll^. Lc. k-.^/^b /^lschoff zu LhMonich/ wär um das jähr Lot beuihmt. Er wteberlegteeinen gewissen Münch/uamens Andreas/ der die irrthummer denAphthariociken vmheidigte/und als er noch Enscdms ein weitlauftttger werck wÄ Die cxc-cpc^ aus beydenffchnffien befindete Eusebius/ Bischoff zu Vercelli / gebürtig aus Sardinien / wurde anfänglich r.-Äo, ,n Römischen kirche / und endlich Bi- schoffzu Bercellr. Umdaszahr; z4 ersuchte thnderPabst Menüs / ?.^>5^uttftmeii Legalen zu dem Kayser Constantio/der sich da- w Gniittn aushielt / reffen mochte / welches er auch that / und mdlrch mit vielem blktm von dem Kayser erhielt/daß wegen den Arranlschen strcltlgkelten in dem folgenden jähre einconc>iiuat zu Maylaiw mochte gehallen werden. Da nun solches geschahe/ wölken du Arraner Euscbium/ der Wem stelle vertrat/ anfänglich nlchtadmlttieren/welches dennoch Euseduis endlicherhielt/unS jich darauf den anschlagen der Artaner wieder denAthanäsiuM und die lehre des Nicanifchen Lon-u» heffkig wiedersetzke / ohner« achtet der Kayser Cvnstamtus selbst«, Athanasium anklagte / und durchaus begehrte/daß man ihn verdammen solte. Weil aber die rechtgläubige rhre emwilligung hierzu nicht geben wollen/wurden emtge unter ihnen ins elend verjaget / und auch Eusebius nach Scythovolm / «„er Syrischen stadt/ verwiesen; von bannen schickte man ihn nach Cappadocien / ja er soll sich auch/ nach Socratis und anderer bericht/in dem obern aufgehalten haben. Er wohnte unter dem Kayser Julians nebst Athanasib dem Aie- pandrmffchen isno-w bey / von bannen er Nach Amiochien kam. Als er die spaliungcn/so wegen desLuciscri Calaritani daselbst ent- standen / nicht beylegen kume / gieng er von dannen wieder weg/ und da er unterschiedliche orientalische Provintzen durchreiset/ kaak er wieder nach Italien / wiedersetzte sich daselbst dem Auxemto von Mayland/und starb an. ,7- / oder wie andere wollenEinige berichten /daß ihn die Artaner mit steinen zu tode gemorsten; dannenhero sie ihn inner die Märtyrer zchlen/ welches doch von andern in zweiffel gezogen wird. Er hat auch des Eusebit Cäsa« ktenjis commenr.-, >UM über die psalmm aus dem Griechischen ins Lateinische übersehet / welche Übersetzung aber nicht mehr vorhanden ist / wie man denn auch sonst nichts von seinen schrifften hat/ ausser einige briese. tt-cxoN/M. »i c,m.>„ cp. 8 r sci Vsrcei. 6 -c» D-xo». cic ßic>r. conkcllöc. c. -kcrxc-r. 3NN»I. öc mrrr^rolog. Lex- invic kill.ccclcs icc 4 ? 4,- 44-0«4-e. Eusebius/ein Bischoff zu Doriläum tn Phrygien. Don seiner ankunfft kan nichts gewisses berichtet werden; dieses aber ist bekannt/daß er ein Agent und scKoUllicus oder Advocat derKayse- rin gewesen.Im übrigen/ als um das jährq-zoNestoriiis seine irrthümmer ansieng auszustreuen / widersetzte sich ihin dieser Ense- bius öffentlich / und zeigte / daß Nestorius Pauli Samosateni irr- thümmer wieder aufwärmte- Hierauf wurde er in den geistlichen stand aufgenommen/ und zum Bischoff zu Doryläum in Phry- gien ernennet-Er machtesichnochweitervekanntum das jshr 448 / da er cinc klag-schrifft wieder Eutychem (den er vorhero offkers seiner irrthümmer erinnert hatte) beydemConstanrinopolitanischen s> noio. auf welchem et das meiste zusprechen gehabt / den vwlcorum wegen dieser gewalt- samkeit / und den Eutychem wegen seiner ketzerey / verklaget. Matt hat von ihm / nebst seinen reden / die er amdem Constammopslr- tanischen und Chalcedonensischen si»»ao gehalten / conrell^wncaj Slivcrtus t4cllurium ; lilrcllum »civc-lus Uurz-ciicio i)'i>Qc!o k^piillLnri- üap- ubl-ttuin ; libeUum illlverlli!, Dioicotum ffnoöo Lkrliccioncnü odlsrum; epillolsln sct tvlsrcisnumlmpeistörslri > öcc 6c-»cr/ tec/o». s/kc I öc llcz L-rve. « Eüsierthall / ein Closikr in der untern PsÄtz / in bim ammt GermerSheim, etliche stüttd vom städtlein Anweiler gelegen / wäre Cistercienser-ördens durch Stephan und Gutta oder ^uta von Merlheiman. 114YMisstet- . .. .. .. Eustüche, c^-irrc) betj öeü alten Hmstaee oder W-stace genant,ist der erste Fraiitzösische poeyund bat einenRoman unter deut titul »rm verfertiget. Er lebte Um das iahr l l4;. rccu-.i. i.r. Euftachius/ (David) cin Reformirter prcdlger zu Montpel- lier, war aus Dauphine gebürtig, und an- i 6 ;y von Nleder-Lan-- gtiedoc als ein depütircer aufden nach Lvndun abgeschicket. Man hat von ihm : rsmcciec ialurc-re- cc-Es^.c-- p-c»r,^,> ci'Lvcc v>cu ; >- viÄoir- äs >- ko>; une r-pünfe ru ksre tciey. liier lellncc ; I or.kSttr lerrullc conv-imcu äe v-in- soptulllguene. und endlich autä verschiedene sehr hochgeschätzte predigten / sonderlich von denen streitftagen, die Milchen den Reformirten und Catholr- sthen schweben, re. ^bt- «Z« vsupwne p. 94. ll rheir- 2 ^ 2ZO eus Eustathius/ Patriarch zu Antiochien, war aus der stadt Gide in Pamphylien gebürtig, und wurde anfangs zu Beroea in Syrien, und nachgehends von denen auf dem co»c!!i» zu Nicäa ver- sammleten kirchen-vätern zum Bischoff von Antiochien gemacht. Er soll im nainen dieser Versammlung den Kayser Constantinum mit einer vortreffichcn rede empfangen haben, wiewol andere dieses dem Eusebio von Cäsarea zuschreiben. Weil er sich aber gar hefftig in Vertheidigung der rechtgläubigen wider die Arianer aufführte , unterliessen diese nichts, was zu seinem schaden gereichen kunte. Dahero wurde er von ihnen aufdem i-o»«.,. welchen Eusi- dius von Nicomedien und Thcognis von Nicäa nahe bey Antiochien zusammen gebracht, seines amtes entsetzet. Weil sie auch keine tüchtige Ursache dazu finden kunten, bestellten sie ein leichtfertig werbsöild, welche vor den Richtern mit einem eyde aussagen muste, daß sie Eustathius deschlaffen. Darzu kam, daß er beschuldiget wurde, als wenn er schimpfliche reden wider des Kaysers rmitter Helenam ausgestossen, und sich der Sadellianischen irrthümmer verdächtig gemacht. Diesem nach wurde er um das jähr ^29 oder znach Trajanopel in Thracien verwiesen. Allein feine Unschuld wurde bald hierauf offenbar, da dies bestochene unzüchtige weibes- Vild in eine schwere kranckheit gefallen,und vor jederman den betrug entdecket. Er starb aber in gedachtem seinem exiUo, verschiedene schafften hinterlassend, davon noch heut zu tag übrig sind, «--do drcviz All c?onU!>nt,num linp. die sich bey dem Gregorio Presbyters und Surco befindet, wiewol an der aufrichtigkeit dieser schlifft einige zweifeln wollen; ferner nex»emccon, welchen Leo Allatius mit anmercknngcn heraus gegeben , den aber andere dem Eustathio gleichfals absprechen, und endlich auVriLiio n- darinnen er des Origenis lehren bcstreitet. I. I. c. il. >. 1. c. 24. in ez>ill. sä loür. z>. 62,9. I. r. c. 19. tt-rte/i»«« in snnoc. sUKuied. cie vir. ConUsnr. V 4 >1. z. c. 59. Ac. Eustathius / Bischoff von Sebaste in Armenien, war von sehr unbeständigem gemüthe, und gab sich bald für einen rechtgläubigen , balo für einen völligen,bald aber nur für einen halben Arianer aus. Ja an. ;s; schlug er sich zu der Maeedoniauischen par- Ihey, befand sich aufdem condüo zu Lampsaco, und rechte endlich zum Padst Liberia, bey welchem er sich gar orthodor steuere. Aber der berühmte Basilius, so vorher sein freund gewesen und diesen menschen innen und aussen kannte,soll seinen betrug entdeckt haben, dieser auch darauf einsitzet, und eines elenden todes gestorben seyn, da ihme Petrus der längste brnder Basilii gefolget. Also zwar lasset sich dieses manns Historie auß Basilii schrifftcn zusammen fassen; Allein Svcralcs und Svzomenns melden von dem allem fast kein einig Wort, sonderen vielmehr gantz das gcgentheil. Nach ihnen wäre der vatcr Eustathii, Eulalius, Bischoff;» Cäsarea in Cappadocien, welcher aber diesen söhn ;n allererst der Bischöflichen würde unwährt geachtet oder entsetzt haben solle, weilen er sich in der klcydung gar nicht Bischöflich aufgeführt. Nachgehends steü- retcn sich eben auf dieses urtheil seines eigenen vaters die Acacia- ner, eine deren Arianischen sectcn, als sie Vene in ihrem Constanti- nopolitanischen Concile edenfals entsetzten. Wobey indessen wöhl zu merckeu ist, daß sie die Ursachen dieses schlusses gar nicht aufei- nigen zweyspalt zwischen ihnrc und ihnen in derjenigen lehre gesetzt , wegen welcher sonstcn die Arrianer vcrschreyl waren; sonderen schlechterdingcn sich aufdas urtheil seines eigenen vaters gegründet haben. Wobey diese 2 Historici, ohne von Petro dem bruder Basilii Meldung zu thun, dem Eustathio im Sebastenischcn Biß- thum einen Meletium zum Nachfolger geben. Sie crzehlen ferner, der t^ynodus zu Gangra hätte nachdem«: viel grobe irrthumme an eben dieser pcrson verdamint, als daß er ungeacht ihne schon das cmicUum zu Cäsarea mit beystimmn»«; seines vaters emseyet, er viele fachen wider alle gnte ordnnngcn übernommen, sonderlich die ehe für unznläßlich gehalten, viel sichon vcrhcyrarhete von einander geschieden, viel svcifen verholten,die leuthe von denen Christlick^n Versammlungen abgezogen, und an deren statt das heilige Abendmahl in ihren häusirenz» nemmcn vermahnet, die knechte von ih- rcnHerrn und deren dienst abwendig gemacht,ander dem vvrwand, daß sie dabey Gott nicht recht dienen tönten, die fasten m der wachen verwotffen, hingegen die seinigc angehalten, an denen sonnta- qen zu fasten, endlich so gar das gebett,. welches in den häusircn verheyrathcter leuthen geschahe, eben so wohl als allen siegen und geistliche Verrichtungen deren in der ehe lebenden pricsteren für unnütz und gantz unfruchtbar ausgeschricn. Das Gangrensische Concilium füget noch anbey, er habe die Verehrung deren grabmahlen der märteter und anderer für heilig geachteten örtercn verdammt, und die verlassnng aller zeitlichen guter» von einer unumgänglichen Nothwendigkeit brachtet, wo der mensch wolle selig werden. So- zomenus rühmet sonstcn die frömmlest und den cyfcr dieses Mails, auch die fürtrefliche würcknng seiner predigten, machet ihne auch noch ftrners zu einem Urheber des münchen-Iebens in Armenien, Paphiagonicn und Ponto, mit dem beinah,daß ihme auch das buch von dieser lebens-art, welches man gemeiniglich dem grossen Ba- silio beylegt, von einigen zugeschrieben werde. Übrigens will zwar Baronius und Dupin anst der bisher beschriebenen pcrson zwey machen, und Eustathimn den Bischoff von Sebaste von dem zu Gangra verdammten underfcheidcn, hiemit in diesem stuck Socra- tem und Sozomcnum eines fehlers beschuldigen. Allein keiner von beyden hat seine mevnung also bewiesen, daß ihme mehr hierum zu glauben schiene, als jenen, welche der zeit, in welcher alles vorgelassen , jö nahe gewesen find. wem st. n>ü. -cd. 1. 2. . z. 491. Lai-e IN Nist. iicec. 9. 475. ikrön'cr'r« in tzio!. Lr. I. 2. c. z. z>. 2.84. EustathiuS / war ein ketzer im 4 ftculo, seiner Profession nach ein münch, welcher, wie Epiphanins berichtet, diesen seinen stand so hoch hielt, daß er alle verehlichte Personen von dem ewigen leben ausschloß, weil das in privat-häusern verrichtete gebett böse wäre. Darneben band er seinen anhängen! eyn, daß sie alle ihre guter verlassen wüsten, als ohne welches sie keine Hoffnung hätten in das pa- radeyß zu kommen. Über dieses ordnete er fasten an den sonnlagm an, und es liessen sich von ihm unterschiedene weider verführen, daß sie ihre männer verliessen, auch sehr viel sclaven nahmen dahero gelegenheit, von ihren Herren wegzulauffen. 40. Eustathius / von Epiphanea in Syrien gebürtig, war unter der rdgierung des Kaysers Änastasii um das jähr 49 6 berühmt. Er hat ciicooicocum compcnciiuni von Ame« biß aus ANastastilM und einige andere fachen verfertiget. Er hat auch die eroverung von Amida - so sich an. ;oz zugetragen, beschrieben, wkor. erdest I. 14. c. 77. in vocc t'oFrrk. 6e/Ettö. ÜE» Eustathius / ein sehr geschickter und beredter mann, war um das iahr 440 berühmt. Er hat 9 reden Basilii über die s tagwercke aus dem Griechischen ins Lateinische übersetzet. Es befindet sich dicsi Version unter den wercken des Basilii, so an. 160; zu Paris und an. 1616 zu Antwerpen heraus gekommen. 6«Fo4->--. dvm. Icü. c. 1. Ue icrizu. c. ü. LcwLr-, in nok. sci st. I. luppst z,. 87. Eustochium / Paulä einer Römischen Matrone, lochtet, lebte im 4 siculo ; 5 jähr im Nonnen-klosier zu Bethlehem unter 8. Hicronymi anführung, und war in der Lateinischen, Griechischen und Hebräischen spräche dermaßen erführen, daß sie ein neues wunder der weit gcncnnct wurde, ep. 10,19, -r, -6, öcc. Euston / ist ein kleine^ ort in Blackbourn hundred, in dem nord-westlichen theile von Suffolk, liegt gar lustig auf einer glatten ebene, auf der südüchen feite des flusses Ouse in einem schönen fest de, und hat ein schönes schloß, Euston-Hall genannt. Euston / (Grafvon) in Engelland. Mit diesem titul ist zuerst den i ü ang. an. 1672 beehrt worden Heinrich Fitz-«.oy, ein natürlicher söhn des Königs Carost ll von Barbara Villers, Hcrtzogin von Clevcland, welcher nachmals an. 167-; auch die würde eines Hcrtzogs von Grafton erhalten und sowohl in der einen, als in der andern, seinen söhn Carolum an. 1690 zum Nachfolger bekommen hat. Im fahl des ersterwehntcn Henrici nachkommenschafft ermangeln möchte, ist ausgemacht worden, daß auf dessen jünger» bruder Georgimn, nachmals Hertzog von Northumberland, und auf dessen leibes-erden, der Gräfliche titul von Euston fallen soll. stelz, ro LnZlisst killor^ Z12. 1, z>. bz. Eustratius / ein Priester zu Constantinopel, welcher um das jähr 578 berühmt gewesen. Er hat ein buch von dem zustaUdder sielen nach dem tobe, desgleichen das leben des Patriarchen Euty- chii verfertiget» coU. i/r. w kick. tu. ?.9. rA4 6c k. r, z). llr. Eusirätius / ein Metropolit von Nicäa, war um das jähr i nc> berühmt. Er hat 2 bücher wieder die irrkhümcr der Armenier geschrieben, weil er aber darinnen selbst einige anstößige reden geführt,muste er sie auf dem sinoUo zu Consiankiuove! an. ««14 wie- derrußen. Ausser diesen hat er wieder Chryioianum von ausgchuug des heiligen Geistes ein werck und noch ? andere trüctatc von eben diesir lnaterie verfertiget. Unter seinem namen sind auch rscil >0 poUeriocL .»iLiviic» wriNol-Iii! an. i;i4- lind in /c-illorelij eckics an. iz)6 Griechisch zu Venedig herausgekommen. conieiiil I. 2. c. o. u, stutz. >ir. ?. i 6 c 2. Euta / oder st-yta / (Henricns) war ums jähr 1)90 berühmt. Er war sehr beredt und in der heiligen schriffl, wie auch der Aristotelischen Philosophie gar wohl erfahren. Er lebte zu Wien in Oesterreich , und verfertigte vcrfchiedene schriffcen, als über die l-n- teiici-rs !. 4; cic canlrsAloiiz I» I) äc coocezrliooe 8. 1.1. IdklieM, clc c rizroc. ecddl Euterpe / eine von den 9 Musen, welcher man die ersindung der flöten zueignet. 6 cc> * Eulhpcrates / war ein berühmter bildhauer und Lysivpi fchm ler, welcher an einem bilde mehr auf die Proportion und gleichsor- migkeic, als aufdie kunst sahe. Unter allen feinen wercken wurden am höchsten geschätzt seine stacuen des Alerandri und Herculis, in« gleichen die statuc Medeä, so auf einem wagen von 4 Pstrdten gezogen wurde; unterschiedliche grosse ausgehaucnc Hunde, und die Vorstellung einer schlackn zu pferdte, welche bey dem eingange der höle Trophonii zu sehen war. >. Z 4 - c. 8 . Euthymius I, Patriarche von Constantinopel , kam an. y°i an des von dein Kayser Leone VI abgefetzten Nicolen Mystici stelle. Er war aus Isaurien gebürtig, und nachdem er sich in den geistlichen stand begeben, ward er des Constantinopolilanifchcn PaM- archen SzncdMs oder Statthalter in geistlichen amts-verrichkun- gcn. Er stund bey dem Kayser Leone in gar grossem ansehen, jo, daß ihn dieser zu seinem seelsorger machte. Man grebel vor, da? ihn im wahrenden gebet eine stimme ermähnet, die höchste wurde der Constantinopolitanischen kirche anzunehmen, welche er aber abgeschlagen. Nach dem tode Leonis schickte ihn dessen nachfolgt, Alexander II, ins elend, um obgedachten Nicolaum wieder an i^ ne stelle zu bringen; bey welcher gelcgcnheit dann einigen losen «riesteren, an welchen Enthymius vorher ihre laster, und insonderheit die symonie scharff gestrafft hatte, so viel gemalt über den frommen mann gelassen wurde, daß sie dene scharff zergeisselten, und sonst viele schwach anthaten. Im elende selbst hatte er auch viel zu leyden , so er doch alles mit grösser gedult ertrüge, biß er umst >ahr yro gestorben. in I.eoliL IV. LN. Ao-, § 11 , 9 ^ 2 . * Enthymius / ein Abt , welcher ein sehr frommes leben gefüh- rct, und die Vertheidigung des Chalcedonensischen Lonciii. wider die Eutychianer sich eifrigst angelegen seyn lassen.Die meisten einssedler seiner zeit waren seine discipul , und durch Verrichtung verschiedener wunderwercke soll er sich in grosse Hochachtung gesetzet haben. Die Kayserin Eudoria wurde von ihm wieder zur rechtgläubigen reli- gion gebracht. Hierauf starb er an. 472 in dem yy jähre semes ab tcrs/ nachde-n er 68 jähr, ohne seine kräffke zu verlieren, ein strenges und hartes leben gefuhret.G^//^ ,n >j>5. vus. gci»st. Qr. I. r. c. n. x. -64. Euthymius Zigabenus / ein Münch zu Constantinopel, war um das jähr -1 iä unter dem Kayftr Alexw Comneno berühmt. Er war bey diesem Kayftr in gar grossen gnaden, und schrieb auf dessen beseht sisci Lcivcrlus omncx iivrelcz; ausser diesem hat man von ihm comm-nrüriä in plslmos Vrvillis 6c 10 8. kcriprurL c-nrics; ltcm in qustuor evsngcliL 6c Ls- tliolicrx cpillolss; llLmn^cicmekn 6c triumpllum cle imzüä 6c mulriplici «xccrsdilium XicllH>sn»rum leÜL; eziillvlzm sllverkuL?tiuli6Lgi2gi- tLr, LoZnmiloi, -rrmenios, 6cc. llistiurLrion. cum ZsrLcen» ptiiltUoplio lle kille tiLbirr in urke LL^pLllociL kvlelircnc, 6cc. Lrö/roeZ». r. UM. lirec.?. 1 6 c .mstsirccllLlliU.Qi'. l. r.r. -7. p- ;o; 6 cc. Euticus / (Henricus) ein berühmter x-lli-us. lebte um das jähr 1494. Er war aus Francken gebürtig, und hat ausser denjeni- gen schrifftcn, so in die medicin lausten, verfertiget oder lustige schertze der jngend; desgleichen eine >>«>rs>» wider die sophi- sten, si^Ie-Aicor und feinde der kumxniorum; ferner iaullvs dcacs ivlsnL Virgin j-, Lcc. llckcripror. ecclcll Eutin/ lat. Orinum, eine kleine stadt fast in der mitten der Holsteinischen iandschafft Wagnen, an einem davon genannten kleinen sie, gelegen. Auf dem allda befindlichen schloß haben offtcrs die Bisiböffe von Lübeck, welchen das eigemhum davon zustehet, zu residieren pflegten. Es gehört auch von der umliegenden gegend ein ziemlicher strich landcs darzu. 8cllleiw. 0. 8- <-8 siehe Lübeck. Eutocius / von Ascalon, ein ^Lkkem-kicur , hat comm-ms- ri°s über die > des Archimcdis, über Apollonium und andere geschrieben. Zu welcher zeit er eigentlich floriret, kau man nicht sagen, doch ist gewiß, daß er noch vor dem Theorie und Pappo, als welche ihn anführen, geleber. -mr, n. Eutropius / (Flavius) aus Italien, wie Suidas von ihm meldet, war anfangs des Kayftrs Constantmi ivss. 8-cr-,Lrn,s, „ach- mals begleitete er den Kayftr Iulianum widcr die Parther. Auf bcfehl des Kayftrs Valmtis schrieb er 10 büch.r von der Römischen Historie, worinncn cr die gcschichte, die sich im Römischen Reiche von erbauung der stadt Rom an biß auf des Kayftrs Iovi- niani tod zugetragen, anführet. Caprto, ciir oeruhuiter ftribcnte zu seinerzeit, übersetzte diese bücher i»s Griechische, dergleichen auch Paaniusgethan, weil aber Eutropms von Paulo Diacouo gar sehr mterpoliret worden, so hat sich am allerersten Joh. Baptilra Eg- iiatius angelegen seyn lassen, diesen rein an das licht zu geben. Die besten e-ür,. nn, die in neuerer zeit heraus gekommen, sind Cellaril und Annä, einer tochter Tanaquilli Fabri, davon die erstere an. 1678 in 8, die andere an. 168z in 4 gedruckt worden. Ob er an Christ gewesen, wird sehr gezweifelt. Mb!. Vinllvbon. i. 4. in sll Lucrop. lle bill, k-scin, I, r. c.8. p. >A5. sll Lut; ckü vrigin. ^lexsncir. z>. ls.. bibl. k.Lcin. p. >70. ke^. Eutropius / ein Ennuchus, war Kayftrs Arcadii favorit, und lebte in dem 4 ftculo. Nachdem er zu den höchsten wurden im Reich erhoben worden, ließ er seinen hochmuthigen und grausamen begierden dermaßen den zügel, daß er sich dadurch bey >e- derman verhaßt machte. Allein er srürtzte sich damit sechsten, indem er anf befthl des Kayftrs ins elend geschickt, und darinnen enthauptet wurde. Der Poet Claudianus hat bey diesem aniaß ein sehr scharffes ?oi-,n» wider den Eutropium verfertiget, so noch vorhanden, und von den thaten und lästern dieses menschen den besten bericht geben könte - wann es nicht mit allzu heutigen paj- swnm angefüllet wäre. Ktts. ( 7 o^ H/esüso/. : 17 öcc. ^ Eutvches/ ein berühmter urhcber einer besondern ketzcrey im ; seculo. Er war Archimandl ll oder Abt in einem vornehmen klo- ster zu Constantinopel / und da er gar zu scharst nebst andern wider Nestoeium dispmirt / verfiel er aus grosser Hitze m emc -»-,-rr.re und gleichfalls irrige meynung. Denn er lehrte ntchl allein - daß m Christo eine person wäre / sondern auch nur crue nalur / und daß chic natur in die andere verwandelt oder imt derselblgen vermenget wäre / so bald die Vereinigung geschehen. Lheodorems sagt / er habe gelehret /die menschliche natur wäre von der goml- chen verschlungen / gleichwie ein trovffen Honig von dem gantzen meer verschlungen würde; wvrzn noch einige andere Irrthümer kamen/ die mit dieser lehre eine gcmeinschaffl haben / und lhm nebst seinem anhange beygeleget werden. Nun wurde zwar Eumches anfangs von Euftdio / einem Bischoffe von Dorylao m Phry« Wn / seinem guten freund / gewarnel / und gebeten / diese irrige meynung zu verlassen; ChnssavmsV ^!f-pakhe war/ namens vint?, und al,o seine Meinung beständig verchei- Tlaviano^ Patrtarchen zu Constantinopel / n-i ohnedem an. 448 einen st^«ciu, 7 . zu Constantmo- pel hielke / euuge andere strelllgkciken zu entscheiden. Derowegen wurde Eutyches auch cmrer / hieraufzu erscheinen / der aber umee vorwand/ bald/ der kranckheit/ bald daß es ihm Nicht er- dein klostcrzu gehen / sich zu entschuldigen suchte / nichts erhielte / als daß ihm eine woche aufschub von dem Loncwn gegeben wurde. Unterdessen wandte er sich zu dem I^sser Theodosto/und erhielt von demselbigen / baß ihn einige bediente des Kayftrs m das Onciwnn beqlätelen / weil er vorgab / daß er sich für des Flaviam hinterlistigen Nachstellungen furchttte. Da er nun hrnem kam / wurden ihm die E - der vorhergehenden ittllonen vorgelesen / und er seiner Meinung halber befraget / die er endllch / nachdem er vergeblich einige ausfluchte gesucht / frey an den lag legte / daher» als er keines weges wiederrnffen wolle/ ihn das Lonc,.>u,n verdamme. Er wolle es aber dennoch dabey nicht bewenden lassen / sondern appellirte an den Kayftr / und schrieb an den Pabst reonem; drieft/ darinnen er sich wegen des chmgesche- henen Unrechts beklagte. Ob auch gleich Kayftr Theodosius für ihn an Leonem schrieb / kunte er doch bey demselbigen wenig aus- richten / weil er das verfahrendes c c>°c>i,> billigte. Hierauf wurde auf beseht Kayftrs Theodolit ein ander zu Constanti» nopel gehalten / welches untersuchen solle /ob rn dem vorigen 8 «o. a-i dtesÄ, verfälschet / und dem Eutychi unrecht geschehen/ dasich dann kcinesvon beyden finden wolle. Gicichwohierhiclt Enkyches/ daß seine fache nochmals auf dem Ephesinifthen «>... o ,0 solle vorgenommen werden / welches an. 449 von dem Kayftr Tbeodosio berustcn wurde; und damals brachte es Dioscorus/Btschoffzu A» lexandrten/ der es mildem Cmyche hielt / bahrn / daß man diesen wiederum absolvirte und restituirte / wobey man mit aroffer heffllgkelt und gewaltlhatigkeit gegen die andere parthey verfuhr/ dahero auch dieser <>-nc>an5 genennet wurde. Also bekam Eutyches viel anhänger / welche man von ihm Lu^ck^nm nenn» te/dteIich durch gantz orient sehr ausbreiteten / sondcrli-h durch hulffe ^acobr Zanzali / eines Syrers / der ein discipul Dtoftori Alcrandrint war/ und im 6 ftculo lebte/ von dem auch die Iaco» blken/so noch heutzutage im orienkeder Eutychianischenkctzerey zugethan find / ihren namcn fübren. Nachgehends haben sie sich in viele scctcn wiederum gerbeilet/ und nicht allem hin und wieder grosse unruhe angerichtet / sondern auch noch zu andern neuen irr» thninmern gelegenheitgegeben. Es fehlte aber gleichfalls nichtan lehrern / die sich dieser ketzercy widersetzten / worunter Pabst Le» Magnns / Lheodorems / Petrus Ravemras / Vigtlivs und Gen» nadilis sonderlich berühmt sind. Auch wurde dteselbige unter dem Kayftr Martiano/welcher den Eukychem selbst ins elend vcrwieß/ auf dem Chalcedonischen allgemeinen an. ^7 verdam» met/ tonte aber dennoch nicht getilgetwerden. 1., ecclcs. c. 96c i. - c. > ic-v>Lr. c II corrcr/. ceclo». Do»cr/r bist. clu kgetlorianilm«: n- Zi6 6c ;>7 tcg, k st. eccl. c. ;; leöt. jl. liistor. eccl» kec. z. Iccrxcr-llist. k. < I.; c. 8. Eutychianus / ein Pabst, war von Luna in Italien gebürtig , und juccedirte Felici I in der Pädstlichen würde, unter Au- reliani regierung, an. 27^. Von ihm hat diejenige Verordnung ihren Ursprung, nach welcher alle fruchte, insonderheit aber die bahnen und wein - trauben, auf dem altar musten geweybet werden , um sich dadurch dem Maneti zu widersetzen, welcher den gebrauch dieser dinge verworffen. Deßgleichen befahl er, die leichname der Märtyrer in purpur-röcken zu begraben. Nachdem er aber 8 jähr, 6 monat und 4 tage den Päbstlichen stubl besessen, empfieng er selbsten die märtyrer-crone. cb«»n. ^-ce/>Lvr. I. 6 c. Z4- Lr>. r7;> 78z 6c M2ri;-ro!. t«, woraufer selbst isidirte. Als Justinianus durch einen befehl den Chrlyen zu üben aufdringen wolle, daß Christi leib noch vor der auferste- ia unverweßlich gewesen, und von diesem Patriarchen deswe- , gestrafft wurde,nahm es der Kayftr so ungnädig auf, daß er ihn cü4 absetzen, und Iohannem an seine statt einsetzen ließ; doch h dessen to'de, so an. ;?8 erfolget, gelangte Eutychms wiederum feiner vorigen würde. Er schrieb einen tractat von auferstehung todten wider die Hcyden, fiel aber darinnen in des Origenis irr- mmer, daß die leider der auferstehenden Nicht wurden empfind- ftnderlich viel subtiler, als die lufft selbsten seyn; nachdem er r von Greqorio ftl.so damals Pabstlicher tiuncius an Tlbertt II e war, auf seinem todt-bette seiner irrthümmer überwiesen wor- ,nahm er einen von seinen ärmen in die Hand,und rief aus : ich übe, daß wir alle mit diesen» fletsche wiederum auferstehen wer- . Er starb ums jähr Christi z86. i» eiu« v»c» sxull s». I,. »n.;;; Sc«. >0 Nist. lircr. J i Sd Euty- 252 eilt Eutychius / ein Patriarch von Mxandrien, war von geburt ein Aegyptier/aus der stadt Fostat,und führte in Arabischer spräche den namen 8si6 ib„ Er war vortreflich in der medicin erfahren/und erhielt an. 9;; die würde eines Patriarchen zu Alcran- drien / die er bis an. 9?o besessen. Er schrieb -s in der Arabischen spräche,von erschaffung der weit bis an. 940,welche an. 1658 völlig mit einer Lateinischen Übersetzung von Pocokio zu Oxford heraus gekommen, da vorhero Seldenus nur einen theil davon unter dem titul: Lucyckil orißines cccicll« >e!exLn6->»L heraus gegeben,worinnen er sich bemühet,;» beweisen, daß in dem ersten seculo zwischen den?reskyrcri5 und Lt'iscopis kein unterschied gewesen,und zwar solches aus diesem gründe,weil nach Entychii bericht,bey ein- weyhung der Bischöffe in der kirche zu Alerandria keine andere ce- remonie gebraucht worden, als, daß man einen von den 12 daselbst befindlichen Priestern erwählet, auf welchen die andern n ihre Hände gelegt hätten. Hierwider hat Abraham Ecchellcnsis geschrieben in einem buche, welches diesen titul führet: Lu^ckius. s>L»riarc>,x -xlexLn6r>nu5, vilwicsrur. Ausser diel ein gedruckt auch AbiObscibea in den lebcns-beschreibungen der m-a,corum> daß Eutychius ein ssntrgmL compenUmkum, I?Iekmc>>bkc»>bLr genannt, geschrieben; ferner ein buch von den geschichten in Sicilien, und eine disputativn zwischen den ketzern und rechtgläubigen. bikl. oricnt. c. r p. 71, 54 Lc Kitt. eccl. ttc. ,0 p. ^7. K. Eux/ oder Deucius/ (Bertrandus ll') ein Cardinal und Ertz- Bischosszu Ambrun, war ein Frantzos , gebürtig von Blandiac m der diöces von Usez. Er legte sich auf die erlermmg der geist-und weltlichen rechten, und machte darinnen vvrtrefiiche progressen. Man gab ihm anfangs die Probstey von Ambrun, und an. i zrz erhielt er gar das Ertz-Bißthum daselbst. Der Pabst Benedictus XIIschickte ihn an. in? nach Italien, und als er nach 2 jähren wieder zurück kam, gab er ihm den Cardinals-Hut, und machte chu zum v>cc-Cantzler der kirche. Hierauf wurde er Bischoff von Labina, und gieng als Abgesandter des Pabstcs Clementis VI nach Italien, allwo er sich auch bey der wähl Jnnoccmii VI befunden. Er starb zu Avignon an. iz??,unv hinterließ die Historie von Christi leyden und sterben in Sapphischen versen. »» n-n xu. in annsl. Qzll. s>urp. Qsll. Lkritt. Lrsco- in vir. 0^-6. r. 1 lrrl. srcr. Kitt. 6- I't-oüs. «t'-rvign. Kitt. 6c Oru^k. 6- 6e§ ^rck. 6'2i.mb. e-«/- Euzojus / ein vi,conu5 zu Aserandria, wurde nebst Ario, dem Bischofs in besagter stadt, abgesetzt, aber hernach, da er dem Kayser Constantiuocin glaubens-bckänntniß, welches mit der rechtgläubigen lehre übcrci» stimmte, zum schein übergeben, von der kirche wiederum angenommen. Bald darauf beförderten ihn die Aria- ner auf den Antiochischen stuhl; er wurde aber wider alles ihr vermuthen rechtgläubig. L-rron. LN. ZZ5.;So,z6l,Z7y. Ex / lat. Ilc-M ein fluß in Engelland, welcher in Sommersetsr hire entspringet, bey Winsford vorbey gehet, hernach den fluß Dunsbrook bey Dulverton gegen abend zu sich nimmt, so dann in Dcvonshire laufst, und geraden Weges südwärts nach Tivcrton zu fleußt, allwo er den fluß Loman und von morgen bey Stokecannon, den fluß Columb,cin wenig weiter hinunter aber den fluß Crcdy von abend zu sich nimmt , darauf um einen grossen theil von der nord- west-und südlichen gegcnd von Exeter herum fliest, ein klein eckgen weiter hinunter sich morgenwärts mit dem flusse Clyst, und westwärts mit dem flussc Keilt vermischet, und endlich bey Exmvuth sehr breit sich in das Britannische meer ergießt. LXVLVOX- war bey den Römern ein knecht, der so wol die schulden einfordern, als auch die ardcits-lcute anhalten muste, daß sie das ihre zu rechter zeit liefern sotten. Unter den Römischen Kaysern waren verschiedene -x^o-es rcikurarum, KttsKum xr«» üstionum, rnnonernm ö-c, 6c lcrvi;. , ist der name der regierung, welche die Orieutalisck-en Kayser über das untere theil von Italien, nachdem Der obere theil von den Lombarden weggenommen worden , durch ihre o-iuv-erneur« geführct. Es begriff solches unter sich die haupt- und residmtz-stadl der Exarchen,Ravenna, Desgleichen Bononicn, Imola,Faenza,k<»'um?nf'ii,i,t'2niim i..>vi>,Cäsenä,Bobbio,Ferrara, Comachio,Adria, Ficolas und Kabeüum, ja die stadt Rom ftlbsten, wiewohl diese wegen der schwäche der Orientalischen Kayser und aufnähme der Römischen Päbste nicht allerdings ihre unterthä- nigkcit bezeugen »volle. Der erste unter den Exarchen oder Oouv«-, neurz dieser stadte war, wie insgemein dafür gehalten wird / Longi- nus. Denn nachdem der lapffere Geitcral Narscs von des Kaysers Iustini des jünger» gemahlin Sophia »gar schimpflich tractirt worden, wüste dieser sich nicht besser zu rächen, als daß er die LoNgvbar- den aus Pauuouien, heut zu tag Hungarn beriesf, welche sich auch durch die anmuthigkeit der fruchte, welche ihnen Narses zu diesem ende aus Italien zugeschickt,gar leicht bewegen liessen, daß sie gantz Italien, ausser obgedachten städtcu, welche dem Kayser treu verblieben, einnahmen. Solche nun in der beständigen devotion zu erhalten, wurde, wie bereits gedacht, Longinus unter dem titul eines Exarchen um das jähr ? 68 oder ??o nach Italien geschickt. Seine Nachfolger,gleichwie er selbst, führten mit den Longobarden schwäre kriege,hatten auch mit crwählung der Römischen Päbsten grosse verdrüßlichkeitcnchis endlich an. 74; oder 744 Ravcnna,die Hauptstadt selbst, von dem Longobarvcr Könige Aistulpho erobert, und dadurch dem Exarchat ein ende gemacht worden, nachdem es über anderthalb hundert jähr gestanden. Allein da Aistulphus sich da- exc mit bloß nicht begnügen wolte, sondern über dieses in den kirchen staat einfiel, und den Pabst Stephanum in der stadt Rom M ängstigte, rieffdieferPipinum aus Franckreich zu hülffe, welcher Aistulphum nöthigte , nicht allein die in dem kirchen-staate eingenommene örter zü restikniren - sondern auch Ravenna nebst dem, was darzu gehörte,dem Pabste abzutreten. Die sircceßion der Exarchen : An. 568 oder -0 Longinus. An. 68? Johannes Mtvn oder ? 8; Flavius Smaragdus. Platina. ?8? Romamis. 702 Theophylactus. ?98 Callinicus. 71° Johannes Tyzocvpus, 602 Smaragdus, aüfs neu welchem gleichwol an- eingesetzt. , dere, obschon nur für 612 Johannes Lenilgius, eine kleine zeit einen ausTracitti gebürtig. gewissen 8ckw,n,cun, 616 Elentberius- ein Lunu- vorsetzen - welchervor« ^ cku-. hero M CvnstälMv- 618 Isaaclus. pel die wurde eines 642 Theodorus Cälliopä» . rse-itii getragen. 648 Olympius. 72 ? Mulus. 6?2 Theodorus Calliopa - irllEutychus. aufs neue eingesetzt. in sariquir. vice-comic. 1.1 Lc y- Ärc« tiiii. Ticiä. I. is, pU- /«So'v« IsurH5 bitt. t. i. Lrxo». 6c rezno trsl,hiflor. w,. vennL». l. 4. in bitt. LxLrcllLr. * IfXXOLIOXLHÖ, Wär bey den Römern von zweyerleh ärt, die erste, wenn die soldaten, die sich wohl gehalten hatten, mit schimpf von ihrer -«inpLgmc und gär aus dem lager, oder auch auL dem gautzen lande,darum der krieg geführer wurde, gejagt wurden- Offtmahls betraff solches auch gasttze cottone;, ober m^»pu!os, wann die ihren posteu verlassen , oder sonst eine schändliche zaq- hafftigkeit erwiesen hatten. Die in diesen fällen erauctorirte mu, freu sogleich die merckzeichcu der soldaten sonderlich das wehr- behenck, samt dem dcgen und ihr kagum , oder kmgs-maM ablegen ; neben dieser aber wäre noch eine andere Lxsuttor,rio, welche ohne schimptt zligienge, und erst unter den Kaysern aufgekommen zu seyn jcheinet,da man nemlich diejenige,so schon 16 jähr gedienet haben, in so weit von der last und arbeit der übrigen soldaten be- freyete und aus ihren cvko-cwu! und legivnibus heraus Nahme, daß man sie jedoch noch unter sonderbahke sahne stieße, und in dem lager behielte, um wenigstens in den wichtigst-und gefährlichsten vorfallenden zufallen sich ihrer zu bedienen; wann sie nun noch 4 jähre unterdcm sold gestanden, und in allem 20jähr gedienet, bekamen sie erst die vollkommene entlassung oder müllon, samt denen ihnen sonderlich bestimmten belohmmgcn. Ve.Fl ö-iw, kLnrur intzmispattim. in 6c kellnTtkr. lircre. I. r. >tnnr!. l.1 r. c. z. L s6 -um Äewec/,.; 6c Ivlilir. wom. I,. 4.c. ,y. ^ LXLLI>I^LX2 > ist ein titul,dessen gebrauch gar veränderlich gewesen. In alten zeiten findet man, daß die Longobardische Könige ein sonderbares belieben daran gehabt, nach welcher zeit die Fränckische und Teutsche Kayser denselben gleichfalls geführtt. Schon Earolns Mt wird in den LapicuiLriiz Lxcellcm,ü,mu§ ge- nennet. So trifft man auch gar viel Uhrkunden an, da sich Conra- dus l, Fridericus I und Hcnricus VII die Kayscrliche Lxc-ü-nr geschrieben haben. Nachdem aber die Kayser diesen titul verlasen, haben die Fürsten in Italien sich dessen angemasset, biß sie aus eyfer gegen die Cardinäie, welche sich anficttgett Lmm-nr titulirc» zu lassen, auch des tituls Lxccll-ur überdrüssig wurden, und den ki- lnl^irerrL dafür ergriffen. Um das jähr -?9? hat man angefangen,die Gesirndteii vom ersten ränge also zu nennen,worzu der Her- tzog von Revers, KöuigS Heurici IV in Franckccich Gesandter zu Roin, gclcgenhcit gegeben. Denn d»t dieser, als ein gebshrtter Fürst , den damahls Fürstlichen titul Lx-eUcn- führte , wölke dek Spanische Gestuidke nicht schlechter seyn, und nahm denselben gleichfalls an, welchem hernach der Savoyischc und Vcnetianische gcfvlget. Was nun diesen recht war, wäre auch der Teutschen Fürsten Gesandten billich gewesen. Gleichwie aber diese in Veränderungen etwas bedachtsamer seyn als andere nationen, also haben sie auch denselben so ängstlich und genau nicht gesuchct / biß die Frantzoscn im Nimwegischcn frieden ihnen das recht / Gesandte vom ersten ränge zu schicken , zusamt dem titul Lxcciic„2 streitig machte»; und haben sie solches recht vor ibrc Gesandten noch nicht ohne Widerspruch erhalten können, (siehe Abgesandten.) In neuern zeiten ist der gebrauch worden , daß man die Generale und Staats-Mimstcrs also benennet, und wurde der Frantzösischc Gesandte . an. i6?4 von den Schwedischen Reichs-Ra- rhen nicht eher zur audientz gcführek, als biß er ihnen den titul ke- ceiicnü zu geben versprach. So Pflegen auch die Ministers an dM Teutschen Ebur-und Fürstlichen Höfen sich dieses tituls zu gebrauchen , wovon aber die Schul-Lxcellenx wohl zu unterscheide«. Denn ob man wohl erempel findet, daß chcdcssen von Churfürsten der titul Lxccllenx den ll-of-ll6,ibi,z gegeben worden / auch sclhigk schon vorlängst im Lateinischen LxccllcnnMmi gencnnet worden seyn, so ist doch von dieser Lateinischen bedeutung kein schluß auf das heutige Mk-Lüum zu machen, nachdem die titul nicht nH der lexicalischen bedeutung, sondern nach ihrem brauch zu schätzen, 6e tit. Kon. Dr c< 71. c. r, z, 4. 6e 6iZ-c0u,i oder ÜN diecantzley. An. is/r ließ der Kömg Carolus II bey dem wiber Holland vorhabenden kriege, mit grossem Mißvergnügen seiner Unterthanen , und zu nicht geringerschmälerung des Königlichen cre- dits/den cxclisqucr auf ein jähr lang dergestalt zuschlieffeu.. daß niemand aus demselben etwas fördern kunle. An» !üys,als,nan dem Übeln zustande der Englischen müntze abzühelffen vorhatte - und nicht so bald genug Neue ss-ci-s verfertiget werden Lunten, als man wegen des damahligen kriegs Wider Franckreich bedürffte, so auto- Mrtedäs Parlament, aufangeben Caroli Mountague, Cantzlers roü dem exclicyuek, die Lords von der schatz-kümmer,daß sie, bis auf den werth von r Millionen, gewisse müntz-zettel, cxcb-guLr-kuiz grien. Anfangs wurde,., , ^ esse, nachmals aber, aisdenn (wenn dasselbe, da man es schon einmahl in den excbcgucr zurückgenommen - zum andern mal durch denselben ausgegeben worden) jährlich 7 Pfund und 12 schjMge xm cmro von dem Parlament vcrwilllgt. Weil matt nun diese Mmtz-ztttul an statt der dem Könige verwitligten gaben (nur die landtaxe ausgenommen) indem^^m-gucr wiederum annahm, so trugen die leutc kein beoencken, sich damit bezahlen zu lassen, und emxficttgen dieselbe anfänglich zwar gegen einen geringen abzug, zuletzt aber völlig an statt bäaren gelves. Damit die reputation Liest!, müntz-zettul noch mehr zunehmen möchte, conttahirten die Lords von der ichatz-kammer, »ach des Parlaments genehmhal- tuug, mit gewissen Personen, welche eine gesellschafft aufrichteten, imd sich verbündlich machten, einem jediveden, der ihnen solche -x- -K-qus- briefgen bringen ivürde, auf sein verlangen so viel baak geld davor zu geben, als die darinnen enthaltene summe anstküge. Diese gesellschafft bedunge sich anfangs io pro c-nr, war aber Nachgehends mir 4 zu frieden, und auf diese art wuchs der credit dieserpaviernen zahl-pfcnnige dergestalt, daß Man sie iin Handel und Wandel zum öffrern lieber,als baar geld,empfieng. An. 1697 fand sich, daß durch falsche indoßirung der exciieguer-zettul ein grosser betrüg vorgegangen, und daß daran etliche Königliche beamte, sonderlich aber Carolus Duncomb, Johann Kilighk, Bärtholomäus Button und Regillald Marrybt,theil gehabt,weswegen das Unterhaus des Parlaments gar scharff wider sie verfuhr, obgleich das oberhaus jenes nicht darinnen secutidirtc. In den folgenden jähren sind die excll-quer-bnis von zeit zu zeit wegen der allgemeinen angelegenheiten verneuert, auch zu deren circülirung von den Par- lamenlen allerhand kluge Veranstaltungen gemacht worden. k^irsvniz. L rs r nouvcsu cle.ls Lr. Nrcts^ne. 7 Ä- co«. vol. i. p. 110. vol.Z p.284, 726,741,-S?> Ereter/lat. exon-z iicca, 1,2 osnnioniorum, jst der vornehmste ort in Devonshire, welcherwest-sudwärtö von London 1 ;o weilen entfernet ist. Er hat diefen namcn von dem flusse Er, an dessen westlichem ufer er lieget, etwa 10 oder r 2 weilen von der gegend, da er in die see hinein fällt. Es ist eine grosse und wvhlgcbauete stadt, welche innerhalb der stadt-mauren und Vorstädte i^kirch- Aele hak. Es wird auch gute handelfchafft daselbst getrieben, sonderlich mit tüchern. Der fluß aber in bey dieser stadt gantz un- lchiffdar, so, daß man alle guter zu Topsham, welches 10 oder 12 Engelländische Meilen davon weiter herunter liegt, so wohl aus-als einschiffen muß. Auf der östlichen feite der stadt ist ein alt castell, so ein xallast der West-Sachsischeii Könige, und hernach der Graten von Cornwall gewesen, und eine sehr lustige aussieht gegen die sie hak. Gegen über sieht die dom-Arche,so vor zetten ein kloster gewesen , welches von dem Könige Ethelstan gesiisstct und 8. Perro gewidmet worden. Nachdem man aber Ereter zu einem Bischöflichen sitze und diese Arche zur dom-kirche gemacht hat, ist sie von unterschiedlichen Wohlthätern besser gebaut und ausgezieret worden. Als das Christenthum zu erst in dieser westlichen gegend qe- Uantzet wurde, sahe man es für gut an, ein paar Bischöfliche sitze aufzurichten, nemlich einen für Cornwall zu 3 . Germains, und den andern für Devonshire zu Credington, so anjetzo Kirton heist, und an klein dorff ist. Nachdem aber der von Cornwall an. 10; 2 mit dem von Credington vereinbaret worden, so wurden beyde nicht lange darnach , mmssch an. W49, nach Exeter versetzt, noch bwo-ro mchlchem stände ist. Dieses geschahe unter Eduav dr, des bekenners, regrerung, welcher alle Münche von hier nach Westmunster schaffte, so nur unlängst von ihm Misstet, und mit emkunfften versehen worden,hingegen diesen ort zum Bischöflichen Mc für Devonshire und Cornwall machte. Dieses Bißthums ein- «Ete,welche sonst zunlich groß waren,wurden von dem Bischoffe Vo sey sthr verringert,als welcher an. i bey dem antritte seines amts diese Arche rn solchem zustande antraf, düß sie 22 grosse land- guter und 14 Mit vielem verrathe versehene lcmd-häuser besaß, vvtt welchen er aber nicht mehr als 7 oder 8 der geringsten güler,welche noch darzu auf eure lange zeit verpachtet, und mit vielen pensionett und ausgaben beschwüret waren,und 2 säte und ledige Häuser Nach seinem rode übrig ließ. Von den 604 Arch-spielm, welche diese divers in den 2 Gkafschafftrn Devon Und Cornwall in sich hält, sind mehr Äs Lj9 lehttdür. Endlich gehören zu dieser diöees auch 4/u-cin L,zco,wwelche nach dem naMen Cornwall, Ereter, Barm stable und TÄinton Unterschieden werden. Aühier hielten sich, nach Speedens bericht- die Britannier wider die Sachsen nach ihrer erstell änkunfft in diß Reich gantze 46z jähr, ittMaffen Ereter nicht ehe gantzlich gewonnen wurde » als uMr Ethelstan, des 8 Sächsischen Monarchen regiermiq, welcher es sehe schön anstierte, undmit Sachsen besetzte. Nachgehends, nehmlich an. 60;, erfuhr dieser ort der Dänen grimm, und wurde von dellstlbigen bis aus den gründ räsiret; jedoch hatte er sich bey der Normannischen er- obekung schon dermassen wiederum erholet, daß er eine zeit lang Wider die siegende feinde aushielte - bis endlich ein theil der mauer von sich si'lbsten einfiel. Nach der zeit musirn sie noch ; bclagerun- geN allsstehen; die erste von Hugh-Courtney , dem Grafen vok Devonshire, in dem innerlichen krieg zwischen den beyden Häusern Pvrck und Lancaster; und die andere vott deiN verschreytctt betrü- ger Perkin Warbeek,unter Hknrici VII regierunä; die dritte aber vott den rebrken aus Cornwall, woriNnkN dir düraer itnacmeine proben ihrer treue gegen König Cbuärdum VI erwiesen. Vvn selbiger zeit ün bis hieher ist diese stadt unter der regierung eines Mähers oder Bürgermeisters und 24 Aldekmänner oder Rathsherren, stäts in gutem Wohlstand gewesen. Sie hat Nicht Nur die ehre, ein Bischöflichersitz zu seyn,sondern führte auch vor zetten den titul eines Hertzogthums, hernach einer Marggrafschasst, und endlich einer Mafschafft in der person Thomas Cectl Lord Burleigh. ' Exeter / das geschlecht der Grafen von Eketee sangt von dem jetztgedachten Thoma Cecil an, welcher an. 160? von dem König Jacobs I zü dieser würde erhoben worden. Nachdem dieser an. 1Ü22 gestorben, kam solche an seinen söhn Wilhelmum, ausser welchen er noch; andere harte, als Richardum , Edüardmn und Christöphorum. Der mittlere davon tommandirte die Englischen trouppen in den Niederlanden unter dem cnz rLÄsr eines Generals, wurde darauf von König Jacobs in die Pfaltz geschickt, seinem schwieger-sohn zu succuriren, und ohngeächter er mit schlechtem successe zurück kam , ward rr doch durch drforderung des Hertzogs von BuckinghaM , Freyherr von PrttNey uird Vicc.s omez von Wimbledon, ja gar an^ 162; zum Häupte der EngelländljcheN flotte von dem Könige Carolv I wider die Spanier vorgestellet; da er aber gleichfalls Unglücklich war. Er begab sich hierauf zur ruhe, und starb am i6;8,v0n seinen; gemWMnen einige töchterhinterlassend. Sein bruder Rtcharöns aber ward ein vam Davidis Ce- cil,welcher,(nachdem sein vetter Wrlhclmus-auf den nach dem tode seines vaters Thomä Cecil, wie schon erwahM, diese Grafschafft gefallen,nur einen söhn, insgemein Bar'on Ros genannt, hinterlassen , der übee das kloster-leben erwählet, und zu Neapel an. 1617, nicht ohne argwohn beygebrachten giffts, dieses zeitliche verlassen,) diese würde auf sich gebracht. Er vermählte sich mit Elisabeth«, GrafJohaNnts Egettön von Bridgwater, tochtek, und wurde von ihr ein vater JöhamuS Cecil, welcher nebst Davide, so in seinen junge» jähren gestorben , und Francisca, mich einen söhn gleiches namens gezeuget. Dieser ward Freyherr Burtergh Und Graf von Ereter, und vermählte sich mit Anna Cavendish, Wnhemn III, Grafen von Devonshire, tochter, die ihm; sohlle gebohren. Ek starb an. 17°-- im rück-wege von dein jubel- jähre zu Rom m Franckreich. in §eacgi. Lricsn. ?. 2 c z>. 1,0V Exeter/ (Johann Holland, Hertzog von) flehe Holland. Exrlles/ lat. oceiium j eine kleine stadt in der FrantzöflsckM vrovintz Dauphine, an den gräntzen des Marggrafthums Such, bey dem flllß Dora. Sie hat ein vestes castest, mit 4 guten bastw- nen, welches aufeittem berge stehet, ungefähr 2 stunden von der stadt Susa. Die umliegende gegend wird v^uss n oui- geuen- net Dm mang. an. V °8 muste sich dieser ort an den Hertzög von Savoyen, Victorem Amadäum II, ergeben, und dre in 7 b»s 800 mann bestehende befützung wurde zu megs - gefangenen gemacht. In dem Utrechtisthen frieden an. vm rst er dte,em Hertzog überlassen worden. Eromis / war bey den Römern und Griechen eine art der lun'i^. so man gemeiniglich grad auf den leib anlegte, von den aemeinen tuw-i- darinnen uncerscheiden, daß solche gar keme er- mAlatte, und also die schulteren bloß liesse, daher „e auch den namm be ommen an statt daß die andere zwar keine lange er- üi-, meMaiims bey den Griechen und Römern, hatten, aber doch v/u arömern die knechte, bey den Griechen aber dre comoblanten «tiv an^re schlechte leute; aus welcher ursach PlutarchUs von Ealvne , der sich bekannter Massen in M sorge des leibS 254 exo eyb gar schlecht, und den gemeinsten leuten gleich gehalten, anmerktet : Er hatte des winters, nur mit einer solchen cxo-mr bekleidet, seine arbeit verrichtet, in dem sommer aber den oberen leib gar bloß UNd Unbedeckt gehabt. cje rc vess !. z c. 8. * . LXOKLI8jVIO8. war in der ersten Arche, oder wenigstens schon in dein 4 oder 5 seculo, ein gebätt, welches man bey der tauffe gebrauchte, und dessen innhalt kürtzlich darinnen bestund, daß der unsaubere gcist von dem täuflinge ausfahren solle; man pflegte solche dabey anzuhauchen. ssum. Lc-i. * DXOlxCI8TL > oder Teuffels-beschwörer / sind unter der Catholischen Geistlichkeit die dritte gattung der »rNinum m-- noru>„. Bey ihrer weyhe wird ihnen das buch, darinnen die bann - formnln enthalten sind, oder an dessen statt das pom,6c-ie oder gereichet, mit diesen Worten: Nimm, und fasse es in das gedächtniß, und habe die gemalt, deine Hand auf die besessene zu legen, sie mögen gleich getaufft, oder, als catechismus- schüler, noch nicht getaufft seyn. In der ersten Christlichen Arche, so lang die wunder-gaab noch wahrte, wurden diejenige mit diesem namen benennet, von welchen man glaubte, baß sie die dösen geistere durchs gebätt und bcschwörung auszuweiden vermochten; Aber noch vor dem ende des ; seculi findet man, daß aus diesen rxorciiten ein besonderer ordcn oder stand der Geistlichen worden seyc; jedoch muß auch schon damals ihre kraffr nicht mehr so groß gewcstu sey», weil man sie fast in die allcrunterste <-'!»>- der Archen- dicncren gcseyet hat. m TUei. Lcci. * Erpilli / (Claudius) Präsident im Parlament zu Grenoble, war gebürtig von Voiron in Danphine. Nachdem er zu Turin einige zeit den studicn obgelegen, gieng er an. 1581 nach Padua, erlernte daftlbst die rechte, und machte sich mit den berühmtesten leuten, Speron Speroni, Hieronymo Torniello, Tibcrio De- ciauo, Marco Mantua, Guidone Pancirollo, und vielen anderen bekannt. Nachdem er nach Franckreich zurück gekommen, wüste er sich so wohl aufzuführen, daß ihn der König Henricns IV zu den vornehmsten bedicnungcn bey dem Parlament zu Grenoble für fähig erkennete. Er machte ihn dahcro zum ? ocurcur der Könialichcn Rent-kammcr daselbst, nachgehends zum Advocaten des Königs, und endlich gar zum Präsidenten dieses Parlaments. Er wurde sowohl von dem gedachten Könige, als von dessen Nachfolger Ludovicv XIII , zu wichtigen fachen in der Grafschafft Vcnaißin, Piemont und Savoncn, allwo er obristcr Präsident des Parlaments zu Cbambcry worden, nachdcme sich die Frantzosen an. iü;o dieses orts, zusamt gaul; S«woyen, bemächtiget hatten, gebraucht. An. 16)4 schickte ihn der König nach Pigncrol, und, nachdem er nach Grenoble wieder zurück gekommen, starb er an. i6z6 im 7z jähr seines alters. Er hat einige bücher in Frantzösi- schcr spräche, in gebundener und ungebundener rede, hinterlassen. Anton Boniel von Catillon hat sein leben beschrieben, in Liog. Lo»e» 7 . Lf-oxrex f-itt. tzu i>LUpN. * Extremos/ siehe rTstremoz. Erttica / eine Provintz im Königreich Marocco, in der land- schafft Sus. Sie erstrecket sich über die küstcn des Oceans, gegen den berg Atlas, und die gräntzen von Bilcbulgerid. Eruperius/ einBisthoff zu Toulouse, lebte gegen dem ansang des 5 seculi, welcher, als das land in grosse Hungers - noth gerathen, seine eigene-güter verkaufst,:, auch das geheiligte gcld und silberne Archcn-gcrathc veräusscrtc, und zu der armen noth- durfft anwandte, danncnhcro ibn Hicronvmus mit der wittwe von Sarevta vergliche; dieser schrieb ihm auch seinen-«-i-mc»«»--»-» über den Propheten Zachariam zu. Baronius hält davor, daß er eben der berühmte redner dieses namens seye, dessen Ausonius gcdenckct; allein weil solches wider die cl>ro„o-og,e streitet, sind die Gelehrten anderer meynung. -p 4 ssutt. xr-f-«. in2sck I. z commcnr. in Ülof. Üc c^>. scj ^gerucc. Acc. Evb / eine Adeliche und nunmehr» Frey - herrliche familie, ist eine der ältesten und ansehnlichste» in Franckci,, allwo sie sich vor zeitcn in 2 hauvt - linicn, die pilgrim von / und die Pfauen von Ek'b genannt, gcthcilet haben. Jene babcn sich in der Reichs - siadt Nürnberg aufgehalten, und daselbst die wichtigsten «unter bekleidet, sind aber nunmebro abgegangen. Die Pfauen von Evb haben sich von jenen auch im waapcn distingni- rct, und sind unter die unmittelbare Fränckische Reichs - Ritter aufgenommen worden. Es ist davon Georg an. 12;; auf dem turnicr zu Würtzburg erschienen. Die ordentliche stamm - reihe dieser bauvt - linie fängt man mit Ludovico von Eyb an, der bey des Kavsers Caroli I V gemahlin Obrist - Hofmeister gewesen, besten 2 cnckcl, Martin und Ludwig, haben sich in die Häuser pestenbcrg und Runding vertheilet. Der pestenbcrgischen linie Urheber war also Martin, von welchem unter anderen folgende abgestammet: 1) Albrecht Ludwig, gebohren an. i6;y, war anfangs Anspacbiscber Rath, Lämmer-Junckcr, und Ober-Amtmann zu Wafferlrüdmgen, wie auch bey dein Land-gerichte, und endlich General - vircÄor der gesummten unmittelbaren freyen Reichs - Ritterschafft in Fran- ckcu, Schwaben, und am Rbein, und senior der gantzen familie. Er bar seinen äst, so der Döxtzbachische gcncnnct wirb, mit etlichen söhnen sortgcvflantzet, und an. 1694 die gedachte Anspa- chjsclie niedergelegt. 2) Johann Friedrich, so ehemals in Wür-wmbcrgischcn, Oeltingischen und Eichstädtischen diensten gestanden, an. «715 aber als Ampackmcbcr gehciinbkcr Rath, Ober-Hof-Marschall, und Ober-Amtmann zu Cadoltzburg, wie auch als 8uo-8-n>>u-der familie, und der freyen Reichs - Rittcr- schaffk in Francken des orte Altmühl Truhenmeister flvrirt, und eyb eyn seinen stamm mit; söhnen fortgepflantzet hat. ;) Johann Cbrk- stvph , ein bruder des vorhergehenden, welcher als Köivqlick- Pohlnischcr und Chur-Sachsifcher Obristcr, an. 1704 an einer in der schlacht bey Frauenstadt empfangenen wunde gestorben, nach- dem er vorhero der Republic Venedig und demKayser gedienet , auch Oettingischer Ober-Amtmann zu Hohenhauß gewesen. Er hinterließ einen söhn, Johann Christian Reinharden, welches vermuthlich derjenige ist, der Chur - Mayntzischer geheimbder Rath, Hof- Raths - Präsident, und c^pssuiLr zu Würtzburg und Bamberg, wie auch an. 1717 Kayserlicher geheimbder Rath worden. Er hat an. 1715 als Chur-Mayntzischer cxrr-wrchn-ir- Lm- ^LUeur zn Wien dw lehn empfangen. 4) Johann Martin, der an. «704 als Bischofs zu Elchstadt verstorben. Die Rundingische linie hat vorgedachter Massen Ludwig angefangen , von dessen enckeln ist Gabriel an. 1496 Bischofs zu Eichstadt worden, welche würde auch Martin an. 1580 zu Bamberg erhalten, wiewohl er z jähr hernach dieselbe wieder niedergelegt. Um diese zeit florirte von dieser linie Veit Asmus, Ober- Jägermeister zu Eichstadt, dessen söhn Rudolph Wilibald, Ober- Forst- und Jägermeister zu Eichstädt, und Pfleger zu Wernsfels, starb an. 1706 zu Dcttelsau. Gegen ausgang des 17 seculi flockten Heinrich Christoph, Würtzdurgischer Obristcr, und Christoph Friedrich, Wurtembergischer geheimbder Rath, Ober-Hof-Mar- schall, Commandant über den Land-ausschuß, und Ober - Voiat zu Heidenheim, welcher den Gräflichen cb-rsü-r erhalten, dm dessen söhn Friedrich Ludwig fortsetzet. Sonst hat sich aus dieser familie Albrecht durch seine gelehr- samkcit hervor gethan, der an. 1479 gestorben. Er war llogpr und Pabstlicher Cammerer, schrieb .r-L-gsriram po-r-c-m, «--Er. ru,n c!c re uxor,^ - epilf. und Vorbereitung zum tobe. Übrigens besitzet dieses geschlccht Brauneckisches Reichs-lehn, das Erb- Cammerer-Amt bey Ansvach, und das Erb-Schencken-Amt bey Eichstadt, in welchem Stifft auch das Ritter-gut und schloß Eyburg lieget, so aber vor langer zeit dem Bischofs käuflich überlassen , und davor das gut Neudcttclstau angekaufft worden. E//„i anna!. 8sx «Ze Laron. Eyben / (Hnldrich von) wurde an. 1629 zu Norden in Ost- Frießland gebohren. Sem vater Hayo von Eyben war aus einem alten Adelichen geschlccht dasigcr lande, und bekleidete bey Huld- rich, Grafen von Ost-Frießland, die stelle eines Raths und Ober- Amtinanns. Der iunge von Eyben trieb seine academischcn studier, zu Rütteln, und von dar gieng er an. iü;i nach Marpurg, wo er Justum Sinold, Schütz genannt, und dessen söhn, Johannen, Helvicum, gehöret. Er wurde hierauf«,,,. 1655 aufgedach- ter scaclcinie vnätor, und nicht lange hernach Professor, wobey er in seinen lecliviicn einen solchen Zulaufs halte, daß auch der alle Tabor ihn mit schalen äugen ansähe. An. lös; wurde er Brann- schwcigischer Rath, und Professor )uriz publici in Helmstädt, an. IS78 aber Assessor des Kayserlichen Cammcr-gerichts. An. 168a nahm ihn Kayscr Lcopoldns zu seinem Rath an, und erneuerte ihm den alten Adel, worauf er auch liebst seinem stamm der Mi« tuschen Reichs-Ritterschafst einverleibet wurde. Er starb an. 1700. Seine schrifften sind an. 1707 zu Straßburg zusammen gedruckt worden. Von seinen lohne» war i) Christian Wilhelm an. 1716 Holstein - Gottorpi,eher Staats-Minister, und Gesandter auf dem Reichs-tag zu Rcgenspurg. 2) Ulrich aber bekleidete an. ,7,0 an dem jetzt - besagten Hof die stelle eines Hof- und fuk-rjen. Raths. , Eyckh / (Johannes) wäre ein sehr kunstreicher und höchsi-be» ruhnttcr mahler von Maseyck in Bradant an. 1)69 oder 70 gebürtig. Er hat schon in seinen jungen iahren eine grosse inclinativn zu der zcichnungs-kunst an den tag gelegct, und darinnen so wohl als in dem mahlen nachgehends verwunderliche schritte gemacht; miß seinem Vaterland begab er sich in die volckreicbc stadt Brügges in Flandern, allnw er sich durch seine aufholtz in cyer und lenm-farbe gemachte stücke sehr rcnommirt gemacht.'Jhme bat man zu m- dancken die schöne erfindnnq des künstlichen fürniß über die em- und leym-farbe,welchen die Jtaliäner bißhcro vergebens zu erkünst- len gesucht; wie auch die oehl-farbe, so vor dieser zeit den mahleren unbekannt gewesen. Seine gemählde, und darunter sonderlich die grosse tafeln in der 8. Johannis Arche zu Gent, darauff; z° unterschiedene angeflehter stehen sollen, werden von den A'mstlcren sehr hochgeschätzet. Sein älterer Bruder Hubert und Margarethe, seine schwcster werden bey vorfallender Meldung berühmter mahlern ebenfahls selten mit stillschweigen Übergängen. »«ö. ?. -- I. z. p. x,z. Eyderstädt / siehe Eider. Eyderwald / stehe Ardennerrvald. Eydgenossenschaffr / siehe Schweitzerland. Eye / Ave oder Eay / ist eine kleine stadt in der Englischen provintz Suffolk an den gräntzen von Norfolk, welche das recht hat, zwey Deputirtc zu den Parlamcnts-versammlungen abzusenden. Ihr name bedeutet so viel, als eine insul, weil ein kleiner stuß, an weichem sie liegt, sie fast von allen feiten umgiebt. ss>- rann. tzelic. . 872. (z6) Eyerlandt / ist eine kleine insul zu Holland gehörig, welche nahe an der insul Terel lieget. Eindhoven / eine kleine stadt, nebst einem schlösse, an dem fluß Dommcl, in demjenigen tbeil des Holländischen Brabants, welches das Kempcnland gencnnet wird. Sie liegt zwischen Her- tzogenbusch und Mastricht, 4 merken von dem erstgedachten ort, und eyr eze und ist vor diesem den Grafen von Buren zugestanden, von denen es a» das Haus Oramen gekommen. An. i;8;, 158?, 1601, und 164; ist sie von den Spaniern, an. 1629 aber von den Holländern erobert worden. llelcr. Lclg. int. Ocim. Evre / (William) ein Englischer Minister von der Presbyte- «aner parthey studirte in Oxford, und wurde nachgehend«;, weil er sich der conformität nicht unterwerffen wolle, von seinem amt siillaestelt. Zwischen ihme, Woodvrige und Warfen enlstuhnde eine dispute von der rechtfertigung, welche er von ermgkett geschehen zu seyn behauptete, welches auch seinem buch / >---a ^uic,6. ttlioniz ßrsmiiL genannt, den anlaß gegeben; er ftarbe in einem vkivat-leben zu Milksham an. 1670. «kejcct. -i-inim. Es muß mit diesem nicht confundirl werden William Eyre , Sac.u» eines LaUegii in Cambridge , welcher um das jähr 1607 florirt - und eine Lpilloirm an den berühmten I. Ufferium geschrieben / darnren er die Lmkcnü^m cucilcl!, Icilpr. wie auch pui.Ltor.,!> voc^iium öc üt. te»rum destndirt / (eben wie es nach ihme die Burtorfil gethan /) und voll dieser Materie ein völliges werck verspricht, auch zu erkennen gibt, daß er sich sonderlich aufdie Arabische und andere Orientalische spraachen gelegt habe; es hat aber hernach L. Capcllus einige cpisteln von eben diesem »uMo c in seine c> aiesm gebracht , darinnen er sich für Capelli Meinungen erkläret. * Ezechias / oder Hiskias/ ein frommer und gottsfürchtiger König m Juda / in der ordnung der i ; / war ein söhn des Königs Adas / und seine Mutter hieß Abi / einc tochter Zacharia. Er wurde /t. ; 2;; / ä,. 6.7; 2 aebohren/ und kaui /V M. ;2;7 / H,. L. 7r7zurregierung.Er deuiühete sich / die abgotterey auszurotten/ hingegen den wahren gottesdienst wiederum anzurichten. Eisiebius berichtet / daß er viel ducher Salomonis untergedruckt / darinnen von natürlichen fachen gehandelt war / und deren einfältige lerne mißbraucht; auch will Geuebrardus mit den Rabbtnen behaupten/ daß er ein vortrefllcher>a^m-m i >cu, gewesen / und eine refor- malion des calendcrs bey den Züden vorgenommen habe / durch eine nttmalatton des monats Nisan / so alle ; jähr geschehen. Rächst diesem war er auch glücklich/ indem er nicht allein die Philister schlug/sondern sich auch von der dienstbarem der Assyrischen Könige frey machte. Doch geschahe es in dem 14 jähre seiner re- gierung / daß Sennacherib / König von Assyrien / mit einer grossen armce in Judäam kam / und viel stavte raubte/ wodurch Hiskias gezwungen wurde / ihn mit einer grossen summageldes zu be- sänffligen. Hierauf zog zwar Sennacherib in Egypten / nach; ,ahre» aber kam er mit seiner armee wieder m Judäam/und belagerte Jerusalem. Hiskms / der sich in der äussersten gesahr sahe / nahm seine Zuflucht allein zum gebett / und erlangte dadurch emr schleunige und wunderbare hülste von Gott ; denn der engcl des Hermsuhr aus/und schlug in einer nacht in dem lager der Assy- rjer i8;°°o mann / daß also Sennacherib unverrichteter fachen wiederum nach Assyrien kehren musie. Bald daraus/s.N. zr/o/ ^.6.714 verfiel hiskias in eine schwäre kranckheit/und wurde ihm von dem Propheten Esara kund gethan / dap er sterben wurde. Crwandte sich aocr wiederum im gebet zu dem Herrn / der sem leben auf is jähr verlängerte / und zu einer vergwtsserung der ver- hciffung erhielt er dieses / daß der schatten am zeiger Ahas dessel- bigm tages-o stustm zurück gieng. Nach wiedererlangtet gesund- hell schickte Berodach / der söhn Baladcm/ König in Babel / eine gescmdschafft an ihn / wegen wieder erlangter gesundhm ihm zu gratulieren/auch / wie Josephus will / ein bnndniß mir ihm zu schlieffm; diese ehre nun verleitete den Hisktam zu solcher etteltttt / daß er ven Gesandten alleseine schätze zeigte / mnste aber deswegen alsobald dic straff-predigt des Pr pyeten Esaiä hörm/daß alles/ ms erihnen gezeigt / nach Babel wurde gesichtet werden/ doch solle bey seinen lebzeiren friede bleiben. Er starb im;; jähre seines allcrs / nachdem eeryjahr regieret hatte /ohngefehr ums jähr der Welt ;o86.! c. ! 8 ä tcgg. r c. c. ^ l gg- r. 4.Z. ^ull. 10. T'o-» Ezechiel oder Hesekiel / ein grosser Prophet in dem volcke Gottes. Sein vatter Brist wäre ein Jüdischer Priester/aber auß hoch-priesterlichem stamm gebühren. Er wurde als ein gefangener mildem Propheten Daniel/s. M. ;; 8 ; /^. (s. zssweggeluhrer/ hiellslch insonderheit auf an dem wasser Chcbar oder Chobar / welches ein flnß in Mesopotamien / der sich in den Euphrat ergiest. Er lehrte und propheccyte zu einer zeit mit dem Propheten^eremta/ und sieng an 4z.. M.;; 8 y / /^. L.; 9;. Gleichwie dieser dmemgen / so ln Judäa zurück geblieben / ermähnte/ tröstete und straffte / also WtEzechiel dergleichen bey den gefangenen in Chaldäa. Was von lemem übrigen leben und märlyrcr-tode Epiphamus/ Astdorus und Dorotheas melden / ist ungewiß / dieses aber unstreitig / daß er em von Gott hochbegabter mann gewesen. Solches erhellet aus jemer propheceyung / darinnen die allerarösten geheimnisse des mchs Gottes vorgestellet werden/ welches die Juden selbst erkannt/ als bey welchen nicht erlaubet ist / vor dem zc> jähre des alters den ansang des Propheten Ezechiels / und das erste buch Mosts/wie auch das Hohelied Salvmons zu lesen. Es soll dieser Prophet nach der iebms-beschreibuiig / die man demEpiphanio zuschreibt/ von dem Obnsten der Juden / dasiger orten seyn getödtet worden / weil er M wegen seines gottesdienstes bestrafet /da man denn den cor- per des Propheten in das grab des Patriarchen Sem geleget hat. Enundie Juden aus andacht bey diesem grabehäufftgzusam- W?amm/wölken die Chaldäer solches nicht leiden/und die^u- Muverfallen; allein der Prophet that ein wunder wie Moses/ N^dasMffer und ließ seine Verehrer hindurch gehen; als aber oie Cyaldaer ihnen in den fluß folgten/ wurden sie von demselblgen ren Nach Die Jüden können erst recht fabuliee- erbäue s «2 li«? .das lnclnem Walde bey Baadad hat / m>0 n!!,E EW« / dazu ihrvvlck den Muffel hinein ^ ^ / baß manaufallmlvieren yinein n rechen muß , allem an dem lauberhutten-seike / an well ihr"ovsser ^olcks sich bey dem grabe einsindet / fö a8 / bcm Prophetel, zu dringen / wird die thüre des grabes wohlauf cameelenhineinreiten köme.'Wenn >^!.Ä,! ^eendiget hat/bekomt die thure vor den äugen aller an- bdvlge gestalt. Der Prophet hilfft sonderlich wieder Kin allem der menschen / sondern auch der bavon,wohnender P riiltz halte eine unfruchtba- ^ thal deshalben an geludde / daß er daserste füllen n ?,Ä^L°Eern wolle. Was geschiehet? Diestute wird tra» wunderschönes füllen / daß den Printzm seines bEKvphetm gelhanen geubdes gereuet/und er es vor sich behal- das füllen laufft davon/und auf des Propheten Ast, zu/ da sich denn die thüre von selbst veraröffert/und nach zuschiieffet.Der Herr lasset es lange suchen / end» ob es nicht bey dem Propheten sey / da er es auch Ä". durch die kleme thure nicht heraus bringen kan / biß " Bude den rath giebt / so viel geld aufdes Propheten grab ^ werth sey/ da sich denn die thüre von selbst euvertett / daß derPrrntz sein füllen wieder heraus ziehen können. Leckre/x. 1. 2. prrxtsc. all Lrectuelem , ik. ic> cj,>kk. acl ?LuIi,ium, in vikcin. Sitz!. in cncbir. tulrl. Lc. * Ezechiel /ein tragödien-schreiber / wird insgemein für einen ^uden gehalten. Eimgehalten dafür/ daß er zum wenigsten hundert jahrvor Christi geburt gelebet / und beruffen sich aus Euledi- um / welcher anführet/daß Demetrius einige stücke aus Ezechnl / Alexander Polyhistor aber einige aus dem Dememo genommen/ welche beyde scribenten doch noch vor derzukunfft Christi gelebet. Andere kommen garauf die gedancken / daß er einer von den 7a Griechischen dollmekschern gewesen. Wiederum andere setzen sein alter erst nach der zerstohrung Jerusalems / und gar nach den zei» ken des betrugers Varcochba. Seine tragödie / welche den tttul E°->-.'>«gefühm/und von dem ausgange der kinder Israel aus Egypten/ unter ansührung Mosis gehandelt / ist verlohren gegangen ; doch finden sich noch einige stücke davon / die bey dem Elemente Alerandrino / Eusebio und Eustachio aufbehalten worden- Solche hat nachgehmds Federicus Morellus gesammlet/ mit Lateinischen versen ausgedruckt / und an.; 518 zu Paris an das liechk gegeben. Lr-/eZ>. prLpLr. i. 9 c. r!. »9. krom p. )44 1'c^.jncomweriksk. 3cillexLemeron. in nor. ->tzLulcl,. p. 4or. clem. ev-nß.p. 99. LeÄe-r. i)'nrLZm. cie Vüs Syris. §<»/. E/I sci 80ÜN. ^>. ttoArr-r ztz ^leism p. ry6, LÄM pillor. kt- rcr. umerrell.sn.löS-öL 1690 ,142. bjtzl. Lr. I. r c« 19 p. 64-». Ezlev / (Johannes) gebürtig von Mayntz, lebte in dem iS stculo. Er war vortreüich in der Agronomie erfahren, davon er auch verschiedene wercke, unter welchen sein ff-ecuium skwaomi. cum > verfertiget. clc scienc. MLittew, Ezron-gebev / oder Ezion-geber / eine alte stadt und Hafen am Arabischen meer-busen, deren schon in der reise der Kinder Israel aus Egypten gedacht wird vmm.L, 8. Die Israelitischen Könige hatten daselbst ibr Arienal, wie d-nn Salvmo hier die schiffe baute, die er nach Ovbir schickte, als aber Josapdat dergleichen thun wolle,zersthciterte seine flotte im haken; denn die fte war da herum wegen vieler klippen sehr unsicher, I Leg. y, r 6 . c. 22,4y. daher es auch geschehen , daß der ort hernach nicht mehr gebraucht worden. Joseobns schreibet, daß er zu seiner zeit Berenice gebeissen. Vielleicht ist es eben das Bcrenice, das Ptolcmäus Philadelphus erbauet hat. Eusebius nennet ihn Asia, Hiervnymus Esim. OL-rttr« Qc.'Ac Lnrlg LorLsrr«; LäNLLN üb.'<.44. Ezzelmo/ Ecclitt/ oder Azzolino / Jcelino da Onaro/ ober da Romans / war von Onara aus der Tarviscr Marck gebürtig , dem ursvnmge nach ein Teutscher. Sein vater biesse Ezzelln, derMünch/ sein groß-vater Ezzelm, der Stammler/ und sein Anberr Albericus, welcher letztere mit Kapstr Ottone III in Italien kommen, und von selbigem allda schöne ländererM empfangen hatte. Der vorgenannte Ettelinus wäre ein guter soldat, und zu erst, als das Haupt der Gibcllinen, ftbr glücklich, wurde aber, nachdem er Verona, Padua, und einige andere ftadte in Italien erobert, ein sehe grausamer Tyrann. Er fragte nichts nach Gregor» IX, Jnnocentii IV nnd Alerandn IV banne, und als er hörte, daß die bürger zu Padua wider ihn aufruhrisch Worden , ließ er 12000 Personen von den cinwohnern, die er »ntevsir- „er armee hatte, an einem tage hinrichten. Es werden ihme auch sonstcn viel grausame eretlttiottcn und gewaltthatigkeiten zugeschrieben , die er an den meisten vornehmen ieuten verübet haben solle, allwo er nach seinem willen regieren konte^ Endlich aber wurde er von den alliirtcn Fürsten der Lombardie, als er gleich im werck begriffen war, aufMayland einen versuch zu thun, gefangen genommen, und nach Soncin gesubret, allwo er «».,1259 gantz rasend seinen geist ausgab, nachdem er seine tnranney über 40 iahe getrieben hatte. Sein leben ist durch Petrum Gerard von Padua, so mit ihm zu einer zeit gelebet, beschrieben. cbr»n. !. ,.7. rcZii. lral. I. 9. ÄN.irr6,i2;6,l2;S,I259° vire clc (.spic. illukt. krk- K.,vennsr. Sieht Lolsaüiaur Er»mm»n«ur. ^ F. Dieser 2;6 fab fab F- Dieser buchstab wird von einigen für emen Kstummen, von anderen aber für einen halb- lautenden buchstabcn gehalten, und ist ein ding mit dem Aeolischen , oder dop- pelten r, oder Griechischen Er bat « fast einerley klang mit dem Griechischen a> : ^ jedoch sind einige der meynung, das ?b müsse gebraucht werden in den Wörtern , so ursprünglich aus dem Griechischen herkommen, r aber in dem Lateinischen. Suetonius berichtet / daß der Kayser Claudius diesen buchstaben, nebst noch 2 anderen, erfunden, und befohlen, daß er umgewandt so viel gelten solle, als ein v, wie denn auch solches aus den inscriprionibus , welche unter des besagten Kaysers regie- rung gemacht worden, zu ersehen ist. Aulus Gellius zeiget die Ursache solcher erfindimg an; k würde nicht mit einer solchen -lsi-ir-rion ausgesprochen als das a>, weßwegen Cicero einen gewissen Griechen ausspottete, welcher an statt kun^nius sprach rkuni^wu;. Nichts destoweniger hat man nachgehcnds , da die Lateinische spräche ins abnehmen gekommen und verderbt worden, diese beyde buchstabcn mit einander verwcchstlt, und einen für den andern gebraucht, als zum erempel: t-Hnx an statt ?u-ü--nx, Linioü» an statt psiiiosopluL, cr,umku 5 an statt r,iumc>kii 5 > dergleichen Veränderungen aber auch schon in den alten stein - schafften vorkommen. I. 14 c. 5. 5»e,o»r'«- in (ttruli. c. 4>. Faber / (Aegidius) ein Carmeliter-Münch, war von Brüssel cbürtig, und lehrte die -Kcoiogie zu Lbven. Er machte sich säuerlich durch seine predigten beliebt, welche er allezeit bey einer ungewöhnlichen menge zuhörcr verrichtete, so, daß man keinen lä- ren platz in der kirche antreffen kunte. Der Kayser Marimika- nus I hielt sehr viel auf ihm, erwicß auch dem gantzen Carmeliter- vrden um feinet willen grosse gnade. Er starb an. i , und hinterließ clironicon iui oiciinir ^ iiitto,iiiiii lirLbLiiiia: ; commenr^ris in evsnAelis, epiltolz! ?LuIi, librum Kurk 6c I»l>; 6c orru rcligio- num ; tie tcttumcncl, Lkritti in cruce; 6cc. /irticn. Lelz. rkic-ir. Fader / (Anton) Frantzösisch k-u,c, Baron von Peroges, gebürtig von Boura cn Bresse, stiege durch verschiedene stapften bis zu der obristcn Präsidenten-stelle in dem Parlament von Sa- voycn, war einer der grösten Juristen zu seiner zeit, der von jugend aus in gerichtcn geftssen, und sich dennoch allgemein in der -n-o- rie nnd criciczuc Ulngesehcn hatte. Solches weisen sc»I»e conjcÄur«, die er im 24 iahrc scires altcrs geschrieben; seine r^ion-iia, item seine bücher Ue c„l,ribus ^raxim.'tticvruni, mit denen er sich aber unendliche feinde gemacht. Sonderlich wird unter den Frantzosen der von ihme so genannte c:o6c vnbrien sehr wahrt geschahet. Petrus Faber, Osiv. Hilligcrus, Bachoviüs, und andere, haben heffiig wider ihn geschrieben, dagegen sich ein cintziger öffentlich vor ibn erkläret, Caspar ^chifcrdeghcr, ein Schlesischer Jurist, der im 2ü iahre seines altcrs an Faber zu schreiben angefangen, auch eine solche liebe für den mann getragen, daß er desi-.ntwegen ausdrücklich nach Turin gekommen, ihn zu sehen und zu sprechen. Faber selbst hat keinem geantwortet, und damit manchem kleinen gcist, der sich an ihm gerieben, rechtschaffen wehe gethan. Er ist an. iü24, seines alters 67 iahr, verstorben. Es ist nicht zu vergessen , daß der berühmte v4,,gcU5, welcher zu Verbesserung der Frantzösisthen spräche soviel beygetragen hat, ein söhn dieses Ant. Faiire, und zwar aus sieben söhnen der jüngste gewesen ist. liill. 6c I'-Vc. trsnc. 6,big. 6r Lrcile. Limes bibliork. 6cr /Uikcuix 6c 6rr>ir. kom. !. * Faber/ (Basilius) war in Schlesien an. r;2o gebohren. Nachdem er in seinem vaterlande den gründ zu den Nuckis gelcget, begab er sich aus unterschiedene acadcmie», und kam cndlicb nach Wittenberg, alkwo er sich durch seinen fleiß und gcschicklichkeit in grosses ansehen setzte. Hieraus wurde er nach Quedlinburg be- ruffcn, daselbst die lugend in der schule zu unterweisen, welches er auch mit grossen» fleiß verrichtet. An. 1 z 71, da er zu Ersiurt die KeÄnr - stelle bey dein coik-gi-, Lug-Min,.-»,» bekleidete, gab er den Diicib„,nm c,u6irin„is ttiliilLttic.r heraus, »vclchcr von viel gelehrten lenken vortrefflich verbessert und vermehret worden. Bereits vorder an.' ci 7 hat er die anmerckungcn Luthcri, über das erste buch Mosis, aus den» Lateinischen ins Teutsche übersetzt; dergleichen arbeit er auch an der Chronick des Kranzii gethan. Zu Verfertigung der 4 ersten Magdeburgischcn centurien hat er gleichfalls nicht »venig beygetragen, auch einige con-eis»» aus den fchrifften Lutheri, und anderer , von den nov>tt,mir und ttscu Mm-irum teparLrariilii zusammen gelesen. 6c vi,,5 illutt,. QccinLn. ?. z. big. l.urb. I. z ^>. 6>o n. 6r. 24 s,,/-!,. bild. -ccles. p. 24?. Faber/ (Dionysius) ein Cölestincr-Münch, gebürtig aus dem VenNoinoiz, wurde zu Paris b-^gilier der freyen künste, erklärte hierauf 10 jähr die Griechischen und Lateinischen scribenten mit gntcin rühm, und war der erste, welcher Thcodornm Gazam, nebst anderen Griechischen sutvribur» öffentlich auszulegen sich unternahin. unk. univ. ?aris. Fader/ (Guido) sonst >- kcv,e, Herr 6 e l» No 6 e,ie, war von kaHik- iu der Normandie gebürtig, nnd lebte an. iz 8 o. Seine wissenschafften in den orientalischen sprachen und den >>»«,<» cie- x-ntiorikus brachten ihm grosses ansehen zirwege, dahero ihm die «ntttrichtung des Hertzogs Francisci von ^l»n;oo aufgetragen wurde, worbey er sich so wohl aufgeführet, daß ihn dieser Äksilk zu seinem dollmctschcr erwählet. Man hat von ihm verschiedene wcrcke, die er so wohl »n gebundener als ungebundener rede vW fertiget, darunter sich absonderlich die Syrische Übersetzung des Griechischen tesiaments mit einer Lateinischen vc,k°n befinden Seine drnder, Nreolans und Antonius, haben sich gleichfalls bev der gelehrten weit durch ihre arbeit bekannt gemacht. r>e bibl. t/2nc. L. ÄM-iw Usns l'Uiüoire cririque ä« Version- siu t 4 . 1 *. Faber / (Jacobus) ein berühmter 'rli-ologus > war zu Echvlcs, einem kleinen orte »n der Picardie, der ihm den namen srrpu- lcnsis gegeben , von schlechten eitern gebohren. Seine Kusiis trieb er zu Paris mit solchem Nachdruck, daß er tüchtig wurde, die bisherige wilde stlavercy aus den hohen schulen zu verbannen, und hingegen d»e sprachen und wohlgegründeten wissenschafften eimu. fuhren. Nachdem er sich aber einige zeit auf die l-lwoloH,- und insonderhelt auf die . gelegn , ficng er zugleich an der Ideologie obzuliegen, worinnen er auch den v»2ror-litul erlangte. Allein, als er in den censuren über die damals zu Paris ausqe« hende theologische schafften etwas freyer, als sonst gewöhnlich war/ sich heraus keß, brachte er sich dadurch die voÄore, Sorsionicvs. seine collcgen, auf den halß, daß sie nicht mchrers wünschten, als gelegenhelt zu haben, ihn aus Paris zu schaffen. Hierbey süqte sichs, daß Luthcrus seine lehr-sstze a»»sbre»tete, rvelchen unttt anderen auch Fader beyfall zu geben schiene. Er fand sich demnach genothigel, aus Paris zu weichen, und sich nach Meaux zu begeben, altwo »hm der Bischoff allen nöthigen unterhalt eine reit lang verschaffte. Allein, als sich hier eine neue Verfolgung erregte, begab er sich nach Blois, und von bar nach Guienne, zu welcher zeit ihm auch die ertheilte UoÄo, würde von der Sorbonne wiederum genommen wurde. Doch kunte das Parlament zu Paris weiter nichts ausrichten, indem der König Franciscus I, noch isi währender seiner gefängniß, aus Spanien nach Franckmch seinetwegen an die Königin Margaretham von Navarra, seine schwe- stcr, zu schreiben kein bedencken getragen. Hierausbegab er sich, um mehrerer sicherheit halben, nach Ncrac, allwo ihn gedachir Königin wider seine feinde krässtig beschützte. Er trat auch, auf ihren bcfehl, eine reise nach Straßburg an/sich daselbst mitBumo wegen der religion zu unterreden. Sein tod, welcher an. -m, nachdem er sein alter bereits auf ioi jähr gebracht, erfolget, wwd auf eine gar merckwürdige art von Huberto Thema Leodiö erzeiget: Er soll neinlich einsmals zu Mittage bey gedachter Königin, nebst anderen gelehrten leuten, zur taftl gewesen seyn; als er, nui» mitten unter dem essen zu weinen angefangen, W die Königin, als sie nach der ursach gefragt, von ihm zur antwvrt erhalten haben: er wäre der alleraottloseste mcnfch, und tönte sich nicht getrauen, vor dem richter-stuhle GOttcs zu erscheinen, indem er das Evangelium ftinesSvhns nicht mit unerschrockenem muthe allezeit verkündiget, sondern vielmehr, einer geringen gefahr zu entgehen, sich heimlich aus dem wege gemacht. Als ihm nun die Könrgin mit wvhlgegrmidcten lrost-»vorten feinen zweiffel dcnom- mcn, soll er sich endlich, nachdem er die Königin gebettcn, sti»e. verlassenschafft (ausser seiner bibliotheck, welche er ihrem Hof- Prediger vermacht,) den armen auszutheilen, in ein bette gclcgt, »ind so gleich unvermerckt gestorben seyn. Man hat von ihm verschiedene wercke, darunter sind: commeniLrtt nsinLrü in 4 cvrn. ; irew in 0INNL5 ?LllIi episiolsr ; LpoioZiz, quosi VSM5 L vul- inre,p,ckLlio epilkoisr. ?LuIi non iu l-iicronvmi; sie knbuz sirlcnir; kcsioiis in ope,L Oion^sii ^rcopsgikL; cominaMLrii in cz>i. ttolar cnrkolicLS; in piglmo?; in Lcclcsintken ; quinruplsx riuni, Lnlücum, R.om2nnn>> HebrsicuiN, v,ku 5 , concilinrum ; rrsnils- kio 4 libr. O^mstconi clo orrkocioxn sisie in si-arinum; öec. arirkme- ricL 10 librir sicmoniirLkL ; r>rsimimSckiL lucin;; introsiuäio LrickmcricLN, tpcculLyvsm Lacrii ; ooinmenrLrü in kpliLiLin ^okrn- nis c!e isicro Lulko; omnos libri loßicorum /»rittorciiz cum issZoZS ?oks>livrii öe cominenrn-iis; comnicnr. i» 8 >ibr. poliricn, r csco- nomico,. -V/ittorclis; Lc. gnnnl. sie virr kriticiici II LIcÄ pslac. i. ir. clo?. l. '. cloz, voätor. c. 1 , 1 . Kitt. I. , 6 , >7 6 c s-q. cornment. I. k. » oper. z,. i:üü. cloZ. Ikcol. sie scrizx, sec. >6. 6^nz is bibl. siez sureurz ccclcsiLikiiz. k. >4 P. in rbcolro z>. 140. L47/,. * Faber/ (Johannes) ein bekannter TK-csioZns und Bischoff zu Wien, von Lcutkirchen im Algöw gebürtig. Er war anfänglich Seciern,I«8 bey dem Ertz - Hektzog Ferdinand von Oesterreich, nachgehends cnnonicus zu Cöstnitz, darauf vicn,ius des Bischoff» daselbst, endlich aber Bischoff zu Wien. Als die religions - strci- tigkeitcn wegen des ablasies angicngen, und Faber noch v,»rm; des Bischoffs zu Cöstnitz war, ließ er es geschehen, daß cimge dem verkauft des Masses widersprachen. Nachgehends aber widersetzte er sich so wohl mit fchrifften als allerhand anschlagen den Protestirendcn. Insonderheit wird berichtet, daß, da ihn an. iHy auf dem Reichs-Tage zu Sveyer, Simon Grynäus, wegen einet von ihin gehaltenen Predigt besprochen, und gebetten, daß er von Vertheidigung so grosser jrrthümer ablassen möchte, habe er M gegen Grynaum sehr freundlich gestellt, und ihn ersuchet, des andern tagcs wiederum zu «hme zu kommen, weil seine zeit nM litte, jetzo von jo wichtigen fachen zu reden; hierauf aber habe er es alsobald bey dem König Ferdinand dahin gebracht, daß Grw naus solle in das gefängniß gemorsten werden, welches doch durch eine gantz unbekannte, und nach deme nicht wieder gesehene Person, welche deßwegen von einigen für einen Engel gehalten wnb, zu bey zeiten diesem entdeckt worden, daß er sich mit der flucht sal- vircii können. Sonst befand er sich auch an. i;;c> auf dem Mchs-tage zu Aug,purg , da er vor dem König Ferdinands pre- diaen inuste. Es wurde rhm aber / nachdem der Käufer sich deßwegen mit den protestu-enden Standen verglichen, solches nebst anderen, die fchr hefftig waren, verbotten. Do war er auch, nebst Manne Eccio, eurer der vornehmsten, welche die Augfpurgische Confeßion zu nsiderlegen auf sich nahmen, gleichwie er auch riach- gehcnvs nicht ruhcte, ,andern sich um so viel eifferiger wider die Protestirenden finden ließ, je mehr er dißfalls an dem Römischen Hof gelobt wurde. Weßwegen er unter anderen dem Pabst den rath gab, durch gelehrte manner diejenigen lehren aus Luthcri schrifften aussuchen zu lassen, welche alfobald auf dem concllio könten verdammt werden, weil er es für gefährlich hielte, den ungeübten die schafften Lutheri lesen zu lasten. Er starb endlich den r- may an. 1541, im 6 ; zahre fernes alterö. Er hat unterschiedene bücher geschrieben, worunter sonderlich bekannt ist fein virile»; Nicrcricorum, welches er dem Pabst Hadriano VI dedici- ret hat! N- ü-fenlio orrl-ocioxs illlei carlloNcL contra Laitkak paci- Ivonrsnum. und Viele andere. aci csp. 10 van. x. 2 »per. k. 47b leg. ÄerÄM. ^nna>. LvanZ. I.iicl>eranilm. !. , §. 45 i. r §. 6 -, 6r> L slibi. st« blbliorli. ecctell tom 14. llerr. lillk. k. 2 l. »6 c 8 tz. z. * Fader/ (Johannes) ein Geistlicher zu Dreux, welcher zu Paris aii.i?;r ttorez und -m-cz-msrcs L-Uica. drucken lassen. Es ist auch ein anderer dieses namens, welcher Dom-Herr zu Langres, tngleichen ^crerar.u! des Cardmals von GivN) gewesen, und sich in verschiedenen poetischen wcrcken hervor gethan. Über dieses war er in der markest gar wohl erfahren. Er lebte an. Fader/ (Matthias) aus Bayern gebürtig, war anfangs Pfarrer zu Neumarckt in der Ober - Pfaltz, hernach aber vm-aror durch den Aichstädrischen district, da er denn zugleich Prediger in der 8- Mauritii kirche, und L-nceuarn^ zu Jngol- siadt worden. An. 16)7 begab er sich zu Wien in die 80c. M, und starb daselbst an. 16; z. Er hat unterschiedene streit-schrifften mit den vrotctlonbus zu Altdorff gewechselt , und cnncionum Opus lriparr. > jngleichen suLarium tiujus llpcris geschrieben. l-ibk <. I. Fader/ (Nicolaus) einer der gelehrtesten leute in Franckrcich, ende des 16 und ansang des 17 fernst. Er war zu Paris an. 1^4; gebühren, dadurch er von einem andern dieses namens unterschieden wird, dessen gcburts - ort Falaisc in der Normandie war. Den gründ seiner studien legte er in dem coü Zio a- ia Mnkc > allivo er sich durch unfürsichtigkeit mit einem feder-messer um ein äuge gebracht. Hierauf wurde er nach Turin geschickt, und von dar nach Pavia, daselbst seine fortzusetzen. Von hier begab er sich nach Bononien, daselbst die Rechts - gelehrsam- keil zu erlernen, und nachdem er sich mit den vortreflichsten leuten bekannt gemacht, nahm er an. 1571 eine reise durch gantz Italien vor, um die Antiquitäten genauer zu besehen. Bey seiner zurück- ümssi nach Franckrcich wurde ihm eine Raths - stelle über die Königlichen wassere und Waldungen aufgetragen, welche er auch mit grossem rühme bekleidet. Inzwischen fügte sichs, daß seine eitern simben, daher er das öffentliche amt ablegte, um einigen tröst in der einsamkcit, bey ausübung der gottseligkeit und genauerer ein- ßcht in die wissenschafften, zu finden. Hierüber nun hielt er stätige cvrresvondentz mit den gelehrtesten männern, als mit dem Cardinal Perron, Rapin, Loste»/, Casaubono, csirmondo, und anderen ; absonderlich machte er mit Pithäv vertrauliche freundschafft, und Lcm Barvnio communicirtc er viel anmerckungen, welche dieser in stine -nnaie eingerücket. In dem Ligistischen, krieg hielte er sich gantz stille, und suchte in der m-MeN sein vergnügen, da er auch eine art, wie man einen circul ausmessen solle, erfunden, welche Scaliger sehr rühmet. Hierdurch nun sitzte er sich bey je- derman in grosse Hochachtung, daher der König Henricus IV bewogen wurde, ihn zum >nt 05 MLtorL des Printzen von Conde zu erwählen. Ob er nun gleich lieber in seiner ruhe ungcstöhxt leben wolle, als die Widerwärtigkeit des glückcs bey Hofe erfahren, so miste er doch, in Mischung des grossen Nutzens, den stin Vaterland daraus zu gewarten hätte, diese beschwerliche bediemmg über sich nehmen.Er versähe diese mit solchem vergnügen des Hofes,daß ihm mich nachgehends der König Ludovicus XIII untergeben wurde. Allein, er tonte nicht lange solcher wichtigen cMrße vorstehen, indem er an- 1612, im 68 jähre seines alters, gestorben, da er selbige wenige monate über ein jähr geführet. Man hat von ihm einige wercke, darunter sonderlich Senecä schrifften mit anmer- Ämigen von ihm versehen worden. Sein leben, welches Jean le Begue, Aovocat-General bey dem rath über die müutzen, verfertiget, ist zu ansang seiner wercke zu finden. l» c>»g. DoÄor. Lallor. Ics tiomnics illullscr.izui cmt paru cn krsnce Pensrnk lc >7 liccle r. 1 p »24 ig. Faber/ (Petrus) oberster Parlaments - Herr von Toulouse, war aus einein ort dieser Vogtey gebürtig 2 und starb an. 1600 an dem schlage. Sein vater hatte ebenfalls eine fürnehme Raths- stelle in eben diesem Parlament bedienet. Der söhn wäre nicht Mr in den Rechten, sondern auch in allen stücken der ^»M-ität und Urksrawr . beneben der ckechen-historie , sürtrefllich erfahren. Man hat von ihme einen commentarium cic magistrscibur Koma deßgleichen iemeffrium Iid,c>; rrm ; -tßON-liicon , oder von alten Athletischen Übungen der alten; und andere, dadurch er sich bey den gelehrten in grosse Hochachtung gesctzct, zumal er den fuß- stqpffcn seines ?r-ecevrc>ii-; des berühmten Johannis Cniacü , so ruhnilich gefvlget, und die gcsätze ss wohl als die übrige lehren sav 25^ "Ä Een jeweilen in ihrem rechten gründ untersuchet, llfchvhnhctten, utten und zustand einer jeden zeit beurtheilet und erläuteret hat. .m Lewgz ccn-uc. 1 ep-ll,-o !. ,r;. iiittor ge iiom. Icripr. l. , p., c. 4o. Äm.' IN e 1 oA, eloA. Lies ironimüs r r^ Lader/ (Petrus) einer der ersten gehülffen Jgnatii Lojola, Mit welchem er geh in dem 2; zahre seines alters, nachdem er m Pans die pdiiodopiiiü und rk-«ll>g,e studiret, verbunden. Er war zu Villaret in Savoyen an./^s gebohren. Der Pabst Paulus III, welcher diese neue societat bestättiget, schickte ihn nachParma, von dar aufdie Reichs - tage nach Worms und Regenspurq, hierauf nach Spanien, und endlich abermals nach Teutschlgnd, da er, gleichwie in andern Provintzen, gar viel zur grund-legung und aufnähme /einer societät beygetragen. Als er aber auf das o>.>ci!>um zu Tndent beruffen wurde, starb er an. 1546 an einem sicher. «e Lasse gcs liom, Lc clam. illultr. Faber / ( Philippus) «n berühmter Framistaner - Münch, war zu Spianata, ohnweit der ftadt Faenza, von schlechten estem gebohren. Nachdem er seine lku dergleichen keiner vor ihm gehabt, jährlich versehen. Dieses bewog ihn niemals diesen ort zu verlassen, ob ihm schon Urbanus VIII die stelle eines inqm- llloris zu Rom ertheilen wolle. Im übrigen haben ihm die Sco, Listen die neue aufnähme ihrer lehre, so damals zimlich herunter gekommen war, zu dancken. Er starb an. iüzo den 23 aug., im 66 jähre seines alters., Er hat verschiedene schrifften verfertiget, deren ein theil in die Hände eines r-ok-lloris zu Padua, Felicis Offs gekommen, aber mit seinem tode zu gründe gegangen. Unter denen, die Noch Übrig sind, findet Man: opu; cie priwaru perri öc ?on- tillcir Koinain aNvcrius 4 Miores cie rep. ecclellsliics llbros La- rnnii äe Oomioir; säverius Lckeos; commenrar. >11 4 liirroz tcnren» riar.; merapi^Kcsm , welche sei» üiccegc»-. Matthias Ferchms, mit beyfügung seines lebens an das licht gesteüet; -le cemuris sc. clellaUrcis, ci'liuoin. kett. mui«um llillor. in ckeatto, Faber/ (Tannquill) einer der gröstcn OiHcorum des 17 sie« war zu Cacn in der Normandie an. 1615 von armen ellern geboh» ren. Er zeigte gleich in der ersten jugend einen geschickten kopff/ wurde daher dem studieren gewiedmet/ und von seines vatters bru« der / einem Geistlichen / erzogen und unterwiesen. Weil er eine schöne stimme und gutes gehör hatte / ließ ihn derselbe 4 jähr lang bloß mit der musst zubringen / und im irken seines alters erst anfangen die Lateinische spräche zu lernen / dämm er es aber in 6 Monathen weiter brachte/ als andere in 2 jähren. Doch die allzu grosse schärfe seines vetters machte ihn so verdrießlich / daß ihn sein vat- ter wieder zu sich nach Hause nehmen / und ihm einen andern 1^- geben mnste. Dieser war zwar gelehrt/konte aber nicht Griechisch / und weil der junge Faber die Nothwendigkeit diese spräche zu lernen/ schon erkannte / suchte er sich selber zuhelffm/ und nahm auch in kurtzem darin» ebenso sehr zu / als unter seinem Maccmorc in der Lateinischen. Nachdem er sich die grammatic bekannt gemacht / nahm er / wie ehemals , gleich den uom<-. rum und die Ir^gicn vor die Hand. Nach anderthalb jähren ward er in die schule nach Fleche geschickt / allwo er sein Mieren mit besondern, rühm zu ende brachte. Die Jesuiten bemuhctm sich sehr / ihn bey sich zu behalten/er aber gieng in seinem -sichre wieder nach Hause. Sein vattcr schlug ihm vor / in den geistlichen stand zu treuen/als darinnen er bey seiner armuth am besten fortkommen kömc z ivorzn er sich aber durchaus nicht wolle bereden lassen. Als er einige jähre in der Normandie zugebracht hatte/gieng er nach Paris / da er bald freunde und patronm fand. Der Herr ss- Noners brache ihn zu dem Cardinal Richelieu / derchmdre aufsieht über die schrifften / dreim Louvre gedruckt wurden / auftrug / da er aus den isÄiomM; der alten --um-«-" die Veiten auslcsen solle / und verschaffte ihm eine besoldung von 20° Molen« Er war auch gesonnen / ihn zum «--M- des zu Richelieu aufzu. richtenden coNcgü zu machen / da er seme vorige besoldung behalten/und noch andere wichtige einkunffte darzu bekommen solle ; aber der tod des Cardinals machte alle dtcse Hoffnung aus emmayr zunichte. Mazarin fragte nicht viel nach der geleyrsamkerk / und da Faber seine besoldung nichtmehr nchttg erhielt/ ward er perdneß- l,ch / und legte selbst seine bedicnung nieder. Nachdem er cmrge iah- re ru Paris vor sich gelebet hatte / meng er mtt dem^-"-qm.'-le Fmncstrenach Langres / allwo er eine siede zur Prvtestantffmtt resiaion bekam. Er verließ also seinen Patron und zugleich die Römische kirche/ und gieng wieder nach Parts/und kurtz darauf naLr mL in Tonraim / daer sich emlge jähreaufh-elsiDre academie uSaumnr war damals sehr m fiyr/Mdwurdemtt den aelchrttsten lenken besetzt / daher man auch Fabem elne daselbst in der dr mn classe erledigte stelle amrng / die er sondersich wegen der schönen geqend des landes annahm/ und derchmzugletchcr zeit angebottenen profeßion der Griechischen lprache zu Nremaaen vorzog/ ob gleich die besoldung darben gar «naßta war. Dieses II theil« ^" Em» 258 fab fab amt hat er viel jähr lang verwaltet / und in der zeit seine meisten schrifftcn heraus gegeben. Einige Monathe vor seiner letzten kranckhcit/ dcruffkechü der Churfürst von dcrPsaltz nach Heidelberg; allem der tod übereilte ihn / ehe ersich dahin begeben tonte. Man hatte ihn vorher nach Utrecht und Leyden verlangt/welche letztere stelle er auch gewiß wurde angenommen haben/wenn ihn nicht ein briefeines freundes / oder / wie einige wollen / die liebe zu einem frauenzimmer auf andere gedancken gebracht hätte. Diese hat ihn noch auf andere schwachheiten verteilet; denn als er ems- mals eine reise nach Paris that / suchte ihn Colbert daselbst zu behalten / that ihm sehr vortheilhaffrige vorschlage / und ließ ihm ein hauß miethen; aber ehe sichs jemand von seinen freunden versähe/ war Faber wieder nach Vaumur gereist / weil es ihm nicht möglich gewesen war / langer von seinem jrauenzimmer zu seyn; wodurch er Colbcrts gunst und kurtz darauf eine besoldung von 500 thalcrnvcrlohr/ die ihm der König einige jähr lang hatte zahlen lassen. Ohngeachtet er schrarm war / so gar/ daß er auch einmahl seine biblischer verkauften muste / so lebte er doch ziemlich ver- schwcndrisch. Er war jederzeit wohl gekleidet und parfümiert / ließ auch öffters gantzc kisilein mit Handschuh / seidenen strümpffen und nadeln aus Engeland / wie auch allerhand esjenzcn/räuch- werckund poudres von Paris und von Rom dringen / um seine freunde damit zu beschencken. Er war von den vornehmsten lernen hoch geschätzt / als deren srcundschasst er sehr geschickt zu unterhalten wüste. Seme beständjqkcit in der srcundschasst ist daraus zu erkennen/ daß er dem Herrn Peltsson seinen i^r<-k,.-m zugeschrieben/ als derselbe in der saß / und lich imunglücklichiien zustande befand. Erwar sehr mitleidig und überaus dienstfertig / konte hergegen lügen und prahlen nicht leiden. Der zorn übereilte ihn sehr leicht / gicng aber bald üdcrhin. Er war Wohlgestalt / von mehr als mittler grösser und etwas starckvon leibe / hatte sehr lange blonde krause haare / und blaue überaus lebhaftste äuge». Er gieng wenig aus / und suchte sein vergnügen im studieren / bei, seinen kinderu/und in seinem garten / den er selbst angelegt und mit allerhandschöncn blumen versehen hatte. Wie ergrogesvergnügen in Unterweisung seiner kindcr fand / so verianmte er auch nicht die geringste gelcgenheit/ dieselben bey lich zu haben / und wüste sie so zu epaminiren / daß sie dadurch nicht müde gemacht / sondern überaus crgötzt wurdcn. Er aß wenig / und pflegte fast immer dabey zu arbeiten. In beringend hatte ersich gewohnt lange zu sitzen/ abernach dcr zeit ist er niemahls über Mitternacht aufgeblieben/ und hergegen jederzeit um 4ilhr aufgestanden. Das geringste ge- räusche konte ihn aufwecken/ und so bald er erwachte/ stund er aus / wenngleich andere noch nicht zu bcttewarcn.Dlcselebens-artunv dic gcwohnhcit/ darauf ihn sein mccMus seit einiger zeit gebracht hatte/den weinungemischt zukrincken/ hatte ihm das geblut so erhitzt/ daß er in seinem z 7 iahre in ein hitziges ueber siel / das ihn in n tagenums leben brachte. Ob er gleich in dieserkranckhm mel- stentheils phantasicrtc/so übersetzte er doch 18 fabeln des bvchmanns in Lateinische vcrsc / die er grossen theils selbst zu papier brachte. Als aderdassieberüberhandnahm/ dictierte er dem Datier/ als demcmtzigcnschüler/den er jederzeit um sich hatte/dieselbenin die jeder/der sie auch hernach drucken lassen- Erstarb den irsept. 1672 / und man sagt/ er scye willens gewesen / wieder zu der Catho- Itschen rcligton zu treten / wiewohl sich das schwerlich mit seinem Vorsatz nachHcydelbcrgzu gehen / zusammenreimet. Erhak einen sobn hinterlassen / der viel )ahr lang als Frantzöstscher Prediger in Holland und Engelland gelcbet/ aber nachqehends wieder nach Frauckreich gegangen/und die Catholische religion angenommen/ mgleichen eine lochter / die den berühmten Datier geheyralhet / und sich durch viele schrifftcn bekannt gemacht. ,Von ihm hat man folgende schrifftcn : ^pNtuias criucLS ; änLcrconc,-öc^Lj,p>L-i>iscLr- niiuz cucunoii» ;/Ipc>Uo6»,um c n. ; ?kz.-6ci t»ku!^5c.n ; I^ucccrmm c. Ungiuum c. n.; vics 6er voerc; Crccs; mcillo6e pour coiumcn- cer !cz Kum.inicc 2 ;stl>stiiium c. n. ; ttorsrium c. n ; Icreinium c.n.; ^!i-»i>i!>illo,i»n> vari^m c. l.ucisnj l'iinoxem üc librum 6c niorce t-ci'c^riiu c. n.; I-iurLrcvi virrm 1llc!ei ; Xeuoplic>nri«conviviu,ii; vollem priorenivi^roiiis; 6- i'upertsticioiic . Ultd andere. Iclcmoil-csjiour I- Vic6e l'LnneZui le IcvrepLr LcLvcrol; tcn Ori^iucs 6c C-icn. ^zaber/ (Timäus) ein Niederländischer Rcchts-Gelehrtcr/welcher von Leuwarden in Frießland gebürtig gewesen , und an. iSr; gestorben. Alan hat von ihM »nnorsr. jucis lib. I. Lc 6 > 5 xulLc. 2NNI- vcrl^r. 26 I,b. 4 miiir. stulliniäni. bibl. ^aber/ (Vitus) oder Cu? 6u k»»,-, Herr von Pibrac, des Parlaments zu Paris, war gebürtig von Toulouse, allwo seine familie bereits von 200 ,ahren her sich mit vornehmen Häusern durch beyrathen vereiniget- und durch beklcidung der ansehnlichsten ehren-stellen grosse Hochachtung erworben. Nachdem er den gründ seiner studien zu Paris gelegt / begab er sich nach Italien. Als er von dar wieder zurück gekommen,brachte er sich gleich anfangs bey dem Parlamente zu Toulouse grosses ansehen zuwege/ und wurde in dem as iahre seines alters bey demselbigen zu einem Rath ernenne- , gleichwie ihm bald darauf in dieser stadt das amt eines Ober Richters aufgetragen worden. Einige zeit hernach gicng er Nlit dem ciiri-Lüci- eines /rmVaiHcicurs auf das Concilium nach Tri- dent, seines Königs interefte darbcy zu beobachten. Bey seiner ;u- rückkunffr an. 156z wurde er General-Advocat bey dem Parlamente zu Paris- Seine kluge aufführung, die erin den bisherigen ehren-stellen erwiesen, bahnte ihm den weg zu höhern würden. Er gieng mit dem neu-erwählten Könige Henrico Valcsio nach Polen, in dessen namcn er den von der Republic abgeschickten Gesandten mit grosser beredtsamkeil antwortete. Als aber dieser, nachdem er den tod tob seines bruders Caroli ssX vernommen, heimlich in Frauckreich entwich,kam Faber bey den Polen in die gröste Ickens- gesahr, so, baß er kaum in einem dicken wald der wüth des Polnischen pöbels entgehen kunte. Doch, als er die rasende gemmher durch seine bcredtsamkeit wiederum besänfftiget, nahm er den weg aus Polen nach Frauckreich, kam aber bald wiederum in Polen an, in Hoffnung, selbige crone seinem Könige zu erhalten. Ob er nun schon seinen enbzweck hierdey nicht erreichte, so war er doch bey seiner zurückkunftt in Frauckreich so glücklich, daß meistens durch ihn der friede zwischen den Catholischen undRefvrmirten befördert wurde. Dieses bewog den König Hcnricum III, ihm an. 1977^ clizrß- eines i-ca-tiö-nteu -u «uorcicc bey dem Parlamente zu Paris zu ertheilen; gleichwie dre Königin von Navarra und der Hervog von Anjou ihn zu ihrem Cantzler erwählten. Er starb zu Paris an. 1984 den 12 may im 96 jähre,eines alters- Seine gedrehte,welche unter dem »amen gu^in- äci-w-Lc bekannt, sind in die Griechische, Lateinische, Türckische, Arabische und Persische spräche über- letzt worden. Ausser diesen hat man von ihm: u» rccuell 6- rcm»». ikr-lnccs; iousoxcs 6c is vie ruüigoe ; rcponle 2 la llsranguc fzi-c s kicnri III K.oi 6c I-oivAne kssve^ue 6'U!26i;lLvie , cn kl-Lnzoiz üc en l.»rio, in ipk. virs. SEMM-e/,. clog. I. I. ;z L. 61. iccm ! 80, Lsee/ iiill. 6e I.sng. llistoir. 6cr preL 6e elo«cs c. r p. r?. kcq- Fabertuo / (Abrahamus) Marschall von Frauckreich, a°u. vcrncur von Sedan,war von Metz gebürtig,und,wie einige melden, eines buchsührers söhn. In seinen jungen jähren hielt er sich bey dem Hertzoqe von Esvernon,Johann Ludwig von Valette, auf, und als er etwas erwachsen,brachte ihn der Cardinal 6c ig Valette nach Hofe. Hieraus begab er sich inkriegs-dienste, und erwiese bey allen gelegenhcicen vortrefliche proben seiner tapfferkcit. Er befand sich an. 16;s unter den trouppen,welche in Haqenau Proviant dringen musten, und wohnte in gedachtem jähre der bclagerung von Zähern,gleichwie an. 1H7 der von Landrccyumd 2 jähr hernach emer andern von Chivas bey , zu welcher zeit Fabcrtns Capitain einer compagnie in dem regimcnt 6c§ gsr6cs, oder der lcib-wacht wäre. Man beförderte ihne aber noch im jähr 16;y zum ^recllsi äc »ille, in welcher cr eine Lwu.icyon von dem regiment lls lr Valette in dem treffen bey Quiers commandiret; bey welchen r lctsten fällen der Graf von Harcourtsso die armec in Picmont com- mandirte, ihme ein böchst-rühmliches zeugniß seiner darbey erwiesenen tapsserkeit mittheilte. Nachdem er beyden belagerungcn von Arras und Perpignan, auch in dem treffen bey Sedan gewesen, wurde ihm das Zouvccncmcnr dieser letztem stadt und ihrer vestung anvertrauet. An. 1646 war er commandircndcr Feld-Marschall bey croberung der vestungen Piombino^nd Portolongone in Italien , und an. 1654 nahm cr die stadt Vtenay hinweg. Vier iahr hernach ertheilte ihm der König den Marschalls-stab, welchen er aber nicht lange geführct, indem er an. 1662 im6z iahre seines alters zu Sedan gestorben. Es wäre ihm auch die würde des höchsten Königs Ritter-Ordens des H. Geists zu ende des jahrs i66r zugedacht; er entschuldigte sich aber bey dem König, daß er inan- sehung seiner hcrkunffr dessen nicht fähig wäre; dann ob man wo! in dergleichen fällen die proben, wie sie von jedem neuen Ritter eingeleget werden,pfleget anzunehmen,und der König,deine die geburt des MarschaUs nicht unbekannt ware, schon genug,amc anzeigung gegeben, daß er staue proben nicht allzu scharff wolle untersuchen lassen, so meldete doch Fabert, es wäre ihm schon genug, daß ein jeder Ritter dabey schwören müste, die proben wären gut und wahr- haffrig. Diß ist eine solche großmüthigkcit, welche bey allenwahm e> kenncren der lügend billich ein schönes lob ineritiret. Solisten müssen noch 2 stuck bey diesem mann bemercket werden: Erstlich, dasi der Cardinal Mazarini in ihne vor allen andern Frantzösischcn Ossiciers ein vertrauen gcsstzct, sogar daß cr bey stincm ausweichen aus Frauckreich aus assiaß der wider ihne erregten innerlichen Unruhen seine . edclge,steine samt einer grossen summa gelds niemand sicherer zu hinterlegen wüste, als eben diesem Fabert. Es Übergabe ihme auch Mazarin bey seiner zuruck-kunfft die ausserdem Königreich gcsaiiimlele und zu,einer bcaffeitung und sicherhcitmitgebrachte macht, um selbige als oberhaupt zu commanbircn, welcher dann die schon ob-angezogcne stadt Stenay damit eingenommen. Wie nun die,er Marschall in anderen jachen ein mann von grossen gaabcn und weitem aussehen ware, also hat er auch an der Vereinigung der Catholischen rcligions-verwandtcu mit dcn Re- formirten gearbeitet, und nachdeme cr sein vorhaben dem benihm- tcn Dedaüischeu l'bevli'gc, I.«i>is le L>L„c 6c NcLullcu eröffnet, ihne zu Verfertigung der zu diesem werck dienenden schriffren auf- gemuntcret. Man will endlich, Fabert habe gantz eigentlich die stunde und zeit seines tods vorher gesagt, «seine gemahlin Claudia Richardina 6c Clcvaut, hat ihm verschiedene kinder beyderlei, ge- schlcchrs gcbohren. Unter den söhnen wurde Ludovicus, welcher den titul eines von Fabert geführct, Qouvcrnsurvon L-e- dan,imd kam an. 1669 in dem treffen vor Candiastn welchem er die stelle eines Coloncls über das Lothringische regiment bekleidet, nms leben. Von den töchtcrn ist AnnaDeodata an. iSz? eineac- mahlin Ludovici von Cominge, i-i-'i-quis von Vervins, Obersten Hofmeisters des Königs,worden,nachdem aber dieser an. i6H verstorben,hat sie sich mit dein ^--i-qui; von Trelon vermählt. -0^«« jes llommes illuiicez t : p. 79, inemoircs. 6c I-t minorir« 6c l-ouib 14^ /c llilst. 6e p.ouii >4. kill. 6u meme. * ^abia/ ein geschlecht der pakriciorum zu Rom, welche lange zeit im flor gestanden, wie dann aus dcrsclbigen entsprossen sind 7 OiÄ.irorcs, 9 kcisZillri L^uimm, 7 Lcnlorez , 48 Bürgermeister, io 1'rwlini näluuw ovokulsn xoreksce , welches «Mit offlinahls an statt- k,. .Mz icÄ i'S st-^ aebctt das recht hatten. Durch glückliche siege hat sich auch dieses aeschlecht n grosse und 2 kleine triumphe erworben. Man jagt, M familic seye daher Fabia genennet worden, weil, als die Römer den ackerbaustarck getrieben , einer aus diesem geschlcchte sonderliche Wissenschaft gehabt, bohnen zu pflantzen; gleichwie man sonst von den kUonibus. Ocerniridus nnd Ne-uuNs weiß, baß sie ihre «amen von erbsen, kichern und linsen bekommen haben. Sie hatte sich in 6 aste vertheilet, davon ; geschtechle sehr berühmt gewesen nls der viku Quorum, Ni Dannnte erkannt. dlÄtaLL* E lnallen kriegeü 7 «^L-imwÄnver- t ch bie geineinste und ärinste ^guter hatten, und meyrentheils von frey-gelassenen knechten ber,rammetcn, an statt, daß sie zuvor durch zerstreuet waren, und lvcgen ihrer grossen anzahl in ci- , ^ .. ,ewejen, nerzedwederen 0 !e mehrere stimmen ausmachten, alle amt in a. Äs der v.ku..n°rum, Lmbukorum nnd ^-x..°orum; die ; audttn zunffre emcheilte ; wordurch dann ihr bisherige gcwa't , (de sc sie aber, als der^w»»^ ^umund Lure»nummcht ,s baumg fast reweilen mißbrauchet, und sich durch gelt zu allem, was vockommen. Wie mächtig diese familic müsse gewesen seyn, kan man dader schließen, daß sie sich erbot, auf ihre eigene Unkosten wider die Veieukcs, als össaMiche feinde der Römer, einen krieg zu führen, wiewohl dieser ruhmwürdige anschlug ihnen nicht gelungen, inmassen v?6 Personen von diesem geschlcchte in der schlackst bey dem fluß Crcmera 0.277 < ,np. 75,4. /v. üt z 507, L.c. 477 umgekomeilwnd nur ein einiger,so wegen zarten alrcrs zu Rom geblieben, noch mit dein leben davon gekommen, welcher in den höchsten amtern in der Revublic erhoben wurde. Doch ist nicht zu läugnen, daß diese gantze Historie von dem Dionyst'o Halicarnaffao für eine stibel angegeben wird, und sich mit vielen starcken gründen befreiten lässet. cr^ Fabius Gurges,einer aus diesein geschlechte, so 462,üü. ;6y;,^ c.291 mitv. Junio Bruto Scäva Bürgermeister war, föchte wider die Dämmtet , hielt sich aber so schlecht, daß der Rath ihn wieder zurück ruffen wölke. Allein da sein vatcr,Fabius Marimus,die schlechte aufführung seines, sohnes vernommen, ersuchte er den Rath alsofort, daß er als Lieutenant unter ihm dienen möchte. Nachdem ihm nun hierinn Willfahrt wurde, gieng das werck gantz anders von statten, die Samnitcr wurden geschlagen, und Gurges erhielt einen triumph; jedoch erlangte eben dieser Fabius hernach noch zumuten mal das Burgcr- meistcr-amt, und zeigte in der that, daß er auch ohne seinen Vater siegen könte. Dro»?/,«» I. y, I. I 6c 2. k/ü-r-r l. l c. 12, llc vir. illuttr. c, 14. vr«/. l. 2. I. ,8 c, Z. I. l c 6. 5 -rcr» Lr äc ksmil» Lom. ?ei,LS», ^nimackvers. big. <8cc. * ?. Fabianus / ein Pabst, war von Rom gebürtig, und sncce- d, rtt>Antero an. 2;6. Zu seiner zeit entstund die Novatianische ketzerey. Er bauest verschiedene Archen für die begräbnisse der mattvrer,deren tod, lctste reden und alles, so sich mit ihnen wahrendem qefäligmß und verurtheilung zugetragen, er mit grossem fleiß soll haben sammlen und aufzeichnen lassen,indeme er über die schon vorher von seinem vorfahren Antero, oder wie andere wollen , gar von Elemente I dazu bestellte? annoch? Nnstr-i>."n»os gesemt, welche darüber hauptsächlich die aufsieht haben sotten. Endlich erlangest er selbst die märtyrcr-crone unter dem Kay,er Decio, nachdem er 14 jähr, 11 monat und so viel tage gesessen wäre. Man gibt vor , daß unter währenden ceremonien bey seiner wähl sich eine taube über seinem Haupte sehen lassen, und eben dieses ihne zu erwählen der anlaß gewesen seye, da sonsten weder er, noch andere daran gedacht hatten. 1. e> ü.tt, c. -2 s- teq. in ipiü ,5 VI». 0 -osr«- I. 7. 3I>. 2ZL, 442 üc feg. jscoö. bidl. ?oni>k * Fabius / ein Bischofs zu Antiochicn. Man sagt, daß er sich durch einen brief des Novatiam bey nahe zu dessen irrlhummern versühren lassen, wofern ihn nicht die zuschrifft des Padsts Cornelii und des Dionysii von Alerandria auf dem rechten weg erhalten hätte. Er starb an. 25;, nachdem er seiner Arche nicht länger als 2 jähr vorgestanden, und zu dem Nachfolger in seinem Bssthmn De- mckrianum hinterliesse. L»set>. W ckroii.ü: 1,6 bat. L». n. L:c. ^ FabiusDorsennus/oderDossennus/cin comödien-schrciber, dessen spiele die Römer von dem orte Atella zwisthen Ca- pua und Neapolis gelegen,;» nennen pflegten, weil dergleichen arten zuerst allda erfänden worden. Man kan nicht sagen, zu welcher zeit er eigentlich gelebct. Plinius und Festus Pompejns führen einige verse von ihm an. So gedencken auch Horatius und Seneca seiner. c. i;. L^> üb. 2 5-»-^ cp. 3 y. ^ Fabius MarceUinus/ ein geschichk-schreiber des z secnli, welcher nach Alerandro Scvero und vor Dioclctiano lebte. Lam- r-ridius berichtet, daß er Alerandri Mammai leben beschrieben. Desgleichen gedenckct auch seiner Voviscus im leben Probi, allwo er meldet,daß er nicht willens sey,t2alustio,Lwio, Tacito vderTro- go, sondern Marco Marimo, Suetonio nachzufolgen,woraus dann die schreib-art, bedienet, am besten erkannt werden kan. Man findet auch etwas von ihm bey dem 1. z cks bitt ü-mn. p. 70; ^ Fabius Mapimus / so auch Rullianus genannt wurde, war der erste aus dcm geschlecht dcr ni,b>»rum , welcher den zunamen Marimus verdiente, w 429, /r. üi. z6?9, /i. 0. ;2z war er General über die reuterey, und fiel der Sammler lager mit gemalt an, dadurch er einen vollkommen sieg bestritte, ohngeachtet ihm sein vÄ2r»r Papiriusbesohlen, in seiner abwesenheit nichts vorzunehmen. Allein er wollte lieber sein leben den strengen gesehen der Römer aufopffcrn, und wider habende n-üre fechten, als eine gcle- genhcit, dabey er seinem vaterlande einen so nützlichen dienst erweisen könte, veMhren. Nach gehaltenem treffen wolte ihn zwar der ihnen vortrüge, hatten bewegen lassen,) auf einmal einqeschräncA wurde, und dre »ermögliche, ansehnliche bürgere, von welchen das Vaterland am meisten zu hoffen hatte, auch den grösten gemalt, und das ihnen gebührende ansehen in dem gemeinen wesen erhielten» dieses mm wurde von so grosser Wichtigkeit und so trefflichem nutzen gehalten , day Fabius dadurch der erste aus seinem geschlecht den zunamen Marimus - der grösste / erlanget, welchen ilgne alle seine glückliche liege und triumphe nie zmvegen bringen tonten. Deine andere ebenfalls hochst-nützliche Verordnung in seiner tt,r- wäre diest, daß die Römische Mkre alle jähre aufben i; jul. m ansehnlicher kleidung zu Pferde aus dem tempel der Ehre ins ziehen neusten, und sonderlich bey dieser gelegenhcit von denen cc,st»r,buz ihr leben und aufführung anfdas genauste crami- mrt wurde, da man dann allen denen, wider welche etwas schimpfliches an den tag käme, ihre Pferde wegzunehmen, und sie also aus dem Rttterirand auszustossen pflegte. Es ist gewiß, daß diese an- stalt, so lauge man sie wohl beobachtet, sehr viel beygetragen, den Rttteritand, als eine der vornehmsten stützen des Römischen staats rein und in gutein flor zu erhalten. NÄ-?- u- v-cks iüuttr. c. i. 18 L 19. Äc. üb. 2. lTtter. (^Fabius MaximUs Vercucoffüs/ würde c:unärkor oder der säumige zugenannt, werl er bloß des Dannibals, seines sein- des, beweaungcn in acht nahm, niemals aber wegen der schwäche seiner armee mit ihm ein treffen wagen wolte, aber durch den be- satz bequemer örtern und lager-plätzen, auch abschneidung der zufuhr seinem feinde grossen schaden zugefüget. Hannibal mcrckte dieses als ein kluger General gar wohl, und ließ ihm danuenhero entbieten, wenn er so ein tapffcrer krieges-held wäre, wie er wolle angesehen seyn, solte er ins offene selb und seinen feinden behertzt unter die äugen gehen. Allein Fabius ließ ihm antworten, daß Hannibali, als einem so vortreflichen General, wie er wolte angesehen seyn, besser anstehen würde, ihn zu einem treffen zu nöthigen. Die Römer, welche ihm sein bisheriges verfahren für eine zaghaff- tigkeit ausgelegt, auch gar wider alle gewohnheitseinen b4^itt> um bquino» seinem ober-commando entzogen, und einem theil der armee alleine fürgesetzt hatte», sahen seinen fehler bald,als Minucius von dem Hannibal in die enge getrieben mit aller unter sich habenden macht in die gröste gefabr gerietbe niedergehauen z» werden, wofern ihme nicht der größmüclstae Fabius ohngeachtdes empfangenen schimpfs und Unrechts eben Noch in rechter zeit zu hüls kommen wäre; man wurde deßwegen bald anderes siunes, Minutius selbst ohne einen schlnß von. Römischen ratb oder volck darüber zu erwarten, unterwarffe sich wiederum sreywillig seinem Victor.ri- und liesse seine vorgetragene k-uci.- als ein zeichen seines oberen ge- walts, vor deine beugen, und dessen kriegs-leuthe setzten ihme zur danckbarkeit eine cron ausweiche man vblüm„-Ättm nennte, weilen er sie als von dem seind gam; emgerban und belageret aus der grossen noth errettet hatte. Er ward durchgchends, und so gar von Hannibal selbst der Römeren schild genennet, wieseln m seinem 4tcn Bürgermeister- amt üi. Claudius Marceilus derselben schwerdt zu heissen pflegte. Im übrigen war er 5 mal Bürgermeister, r mal v'-tt^o , und eben so offt laMc-ps 5-,-Aw-; in seinem ersten Bürgermeistcrthnm schlüge er L. v. L. Xt. ;7^i, L. 2z; die LlgnAer, erwieß auch fönst seinem vaterlande allezeit vortreffliche dünste, ^.v ^24, /r.o. 2)0 war er c-u- ibr mit Seiupronio Tuditano , hierauf v. 526 das andere mal Bürgermeister mit 8? Carvilio, und n.v ;z2, r>4. ^762, o. 222 wurde er vi^ro-. Er nahm v §45, ^ ; 77 ?/ <8.209 Tarentum wieder weg, brachte die statue des Herculis von dar ins capimüum. und nachdem er mit dem feinde einen ac- cord gemacht, die gefangene» loß zu machen und auszuwechseln, welchen der Rath nicht bestätigen wotte,verkaiiffte er alle sein baab und gut, damit er nur sein wort halten mochte.^Lr stach m hohem l. 2. tts viris üluttr. c. 4;. xot/LrÄ« l. 2 Lc. Radius Maximus / ^ttob^ouicus, von seinen siegen Wider dieses volck zuqenanut. Eben dieser ist es, welcher Bituitum, den Koma der Auveraner, schlug, die Allobrogeü bezwäng, und mien theil von ^anquedocstngleicheu Dauphine und Savoyen zu einer Römischen Provintz machte unter dein namen vrov.nc^ de.-ubcm--nü-. Erwar^-L- 6 zz,^ z 86 ;,^.a.i 2 i nebst(LOpmnoNepote Bürgermeister,und^ x. 649 ,c. i°z Sem übn weiches namens, ward wegen seines liederlichen lebens seines väterlichen erbtheils beraubet. 1 . r. L/ 4 XM. I. z c.; Ä: l. 6 c. s öcc. K k r 26o fab (^.Labius Maximus / war des viÄsmii-Fabii, sonst auch v«rruc»lL, undcunät-lmri, ^„genannt, söhn. Als ersähe/ daß sein vater zu Pferde ihm als Bürgermeister v, 940, /r. z?-», /i. e. 214 entgegen kam, ohne sich von seinem sattel zubewegen / schickte er alsobald und ließ ihm sagen / daß er von dem Pferde vor ihm als Bürgermeister herab steigen folte. Darauf umarmete der vater den/ohn, und sprach: ich wolle sehen, ob du verstündest, was da heiße ein Römischer Bürgermeister seyn; daß also dieser edle Römer sichs für eine grössere ehre hielte/ einen söhn zu haben / welcher die wurde seines amts verstünde / als selbsten von einem Bürgermeister/ der sein söhn war/ respectiret zu werden. Er starbe aber noch vor dem vater/als sich das Römische volck sehr grosse Hoffnung V0N ihme Machte. ll>/k7Ä7c/>. /. 2. * (ch. Fadius Servilianus / war oberster Priester zu Rom/ und er.«.. 612,7c r^.;842, -c 0.142 zugleich mtt LueivMetesto Bürgermeister. Er wurde in Spanien wider Viriatum gesandt/ welchen er anfänglich überwand / verfolgte, und in eine von feinen stadten trieb; allein da er hernach in einem ausfalle, welchen Vi- riatus that,geschlagen,und genöthiqet wurde, sich wiederum zurück zu ziehen, muste er mit schlechten bedmgungen einen frieden eingehen , welches den rühm seines siegessehr vcrdunckelte. Er hat von dein u-rc ?c>nr-ücil> viel bttcher geschrieben, desgleichen hat er auch -nnzies verfertiget, davon aber nur noch einige wenige stücke übrig, die von den alten angezogen werden, o--!/----, F/oi»r. o«/. Le»-D-. all l.. 1.2L11. «c. lle kill. ttäi 1.1 c. 7. kikl.ttar. ^ Fabius pictor / war der erste unter den Römern, welcher anfieng ihre Historie zu schreiben, weswegen er von Lwio icriproium »nricruaiuiiuz L: longe aiiri^uillimus auLtor geneMiet wird. Jedoch ist diejenige schrifft,welche unter seinem namen vorhanden, ein von Anniv Vircrkxnll fälschlich eingeschobenes buch. Ihrer viele vermengen ihn mit andern Personen dieses namens, als;. e. mit einem gelehrten Juristen,dessen Cicero gcdencket. Er bekleidete z z4, ;7Ü4, ^.L. 220 die stelle eines <2uL-llvr,s provilicittis, und wurde nach der bcruffencn schlacht bey Cannas zu dem Apollo nach Delphos geschickt, bey selbigem zu fragen, was es endlich für einen ausgang mit den Niederlagen der Römer nehmen würde? Die familic, aus welcher er entsprossen, bekam daher den zunamen riÄo,-, weil der erste von dersclbigen den tempcl der göttm 8->lus zu Rom mahlcte. n., L, 2. l..;; c. 4. in ^nrn- v.llici,. tts/sir« lle kill. t.21!. 1 c. z. lle viris g Lror. l. 1 c. 4. lle Kom. llripr. , ä: 2 c. 1. * Fabiuo Rusticus / ein gcschicht-schreibcr, welcher sonderlich scheinet die fachen,so sich zu seinerzeit begeben, ausgezeichnet zu haben ; lebte unter Claudü und Neronis rcgicrung, war auch ein freund des Scnecä. Tacitus ziehet in seinen sn-i-mkus seine fchrifften an, und nennet ihn im leben Agricolä, den nettesten unter den Neuen scribeittcn. ^IWLI. l. IZ, 1^, i;. üc in vkL agric. * Fabri / (NicolauS Claudius) Herr zu Peircfc, ward gebohrcn an. 1 >80. Er wäre Rathsherr des Parlaments zu Air, und e,n in allen studicu, sonderlich aber denen antiquitäte» erfahrner mann; starb zu Air den 24 jun. an. lü;?. * Fabrr/ (Honoratus) ein guter/ttsckem^ttcur „nd i'Keologv-, war an. 1607 in der Frantzösilchcn Provintz Bellay gebohrcn, und begab sich an. 1626 zu Avignon in die Soc. jAu. Er ist gegen ausgang des 17 feculi gestorben, nachdem er 14 iahr in dem Zymnsiio zu Lvon gelehrct, und nachgchends Päbstlicher p«niccnriLrius zu Rom geivefen. Seine fchrifften sind: rkiluillpk,- univ->-ll;llc iinea kiniuin v^>ull. genmccr.; lli^loß. s>k>tz lle moiu rerra.>; Enoplli vpkica ; pkviic2 i» 10m. in 4 ; tuinnni!» rkealogiL <8:c. Er soll auch unter dein namen Uci-Närlli Äuki-ockü N01L5 in nokzs Vcnllro- rkn, wie auch leluracioneir, 18 exill. ^lloniLlrii geschrieben haben. Soc-i-i/e/. bibl. 8.1. Fabrittno / lat. kskrisnum. ist eine grosse und mit mauren umgebene stadt in Italien in der Anconitanischen Marck, welche wegen ihrer prächtigen gebände berühint ist. Sie liegt unten an dem Appcuninischcn gcbürge im Pädstlichcn gebiete, an den gräntzen des Hcrtzogthums Urbino, zwischen den beyden ruinirtcn örle'rn, Scntinüm und Malelica, lind 14 mcilcn von Ccmerino nordwärts entfernet. ssIMILL- waren unter den Römischen Kanfern gewisse ma- nufacturen, darinnen pantzer, fpiesse, schilder, sturmhaüben, bögen und andere kriegs Nothwendigkeiten verfertigt wurden. Man halte dergleichen 1 z im Oriem und 1 y im Oceident, sie lagen aber alle in gewissen städtcn. Die schmiede und arbeiter darinnen hiessen Kricenll-5 Man nahm geschickte leuthc dazu, welche der Rcpublic sonst mit keinen «ncnkus vcrpstichtct waren. Lic mästen nebst ihren bindern lebenslang in einer solchen ^Kric- verbleiben, und damit man sie erkennen tönte, wenn sie etwa davon lauffen möchten, ward ihnen etwas auf den arm gebrannt. Wenn einer von ihnen schulden machte und davon gieng, so muste die gantze focietät davor stehen, hingegen wenn einer ohne erben starb, kam es ihnen auch zu gut. nvc. im^>. Oienr üe ociill. lle vikc.llom. Tiiix. Fabricio/ (Hieronymus) von Aqua Pendente,feinem geburts- orte, mgenannt, worein bemhinter kttellicu?. Den ansang seiner studien machte er zu Padua , mit erlermmg der Lateinischen und Griechischen spräche; hierauf griff er die Philosophie an und nachdem er hieraus das nöthigste aesasset,schütte er unter dem berühmte Gabriele Fallopio zu der Medicin. Er legte sich sonderlich auf die chirurgie und anatomie, welche er 4» jah.r lang zu Padua pro- fab sitirte. Die RepMc Venedig ließ ihm ein jährliches einkomme» von iooo croneu in gvide reichen, beehrte ihn auch mit einer sta- tue, und einer güldenen kette. Der berühmte 8--vic rrL paoio wäre sein guter freund, und ist von eben ihme tractiret worden an denen wunden, welche er von Meuchelmördern empfangen; da dann rat ?s»lo auch gegen Aqua pendente dte bekannte stichlende Worte gebrauchet, als dieser von der wunde im kopff, darinnen anfangs das stilet wäre stecken geblieben, sagte: Er hätte niemal keine so seltsame wunde gesehen ; so erwiederte - Und gleichwohl wollen die leuthe / diese wundeseye mir mit dem gemeinen und gewöhnlichen sr- r» desRömifchen Hofs beygebracht worden; weilen im Italiänischen sowohl ein Stilet / als die schreib-art bedeutet. Er starb an. isvz, und ließ nach steh,2N2r»ii>jcL z lle lnrmLto tosru ; lle vensrum »llioks; lle locmione L: ejus inllrumeuriz ; lle krurorum logusia z lls forwr- rione »vi Lc pulü, 6cc. <.,^>erL ckiiurzica - mellicins preLta e ; ccmü. lis wellicg.öcr:. elog. illullr. vicor. lle llr. mcll. * Labricius/ (Andreas) ein Probst von Oettingen in Schwaben, war gebürtig aus einem börste unter das Lüttichische gehörig. Unter seinem bruoer, welcher?re>llllor zu Jngolstadt war, studirte er die Philosophie und theologie, darinnen er so zunahm, daß er selbige zu Löven lehren kunte. Der Cardinal Otto von Augspurg nahm ihn unter seine KM-llUrs auf, und schickte ihn nach Rom, da er sich in die s jähr aufgehalten. Nach seiner zurückkunfft wurde er von den Hcrtzogen in Bayern zu ihrem Rath angenommen, welche ihm auch wegen seiner treu-.geleisteten dunste die Probstey vvn Oettmgcn verschaffet, worauf er an. 1581 gestorben. Er hat k-r. moniam cvillclliow- ^ugullsns, c!-szoell>2s Okrilliai/LS, und andere fchrifften mehr verfertiget. K-Kt. Lsl§. ^ empr. llc. !ö ü-c. Labriciuo Luscinus/ (Cajus) ein berühmter Römischer General, welcher z>ch durch seine redlichreit und unerschrockenen much so wohl bey seinen feinden als freunden in grosses ansehen gebracht. Er bediente die ansehnlichsten ehren-stelien in der Römischen Republic. 472, "-ki. ;7v2, o. 282 war er das erste inal Bürgermeister, und erlangte einen triumph über die Gallier, und Hetrurier; als er eimge iahr hernach dieses amt für das andere mal trüge, halte er das glück, daß er die Sammler, Bruiianer und Lucamer besiegele. Über dieses nöthigte er auch die feinde, die belagerung der stadr Lhurium aufzuheben, und brachte eine so an- sehnlcche beute nach Rom, daß er nicht allein den bürgern ihre con. r-.bmic,«-;, welche siezn diesem kriege hergcschossen, wiedergeben, sondern auch grosse geschenckc unter die soldaten austheilen lassen kunte, und gleichwol eine ansehnliche summa vor die gemeine cassa übrig blieb. Immittelst verrichtete er eine Gcsandschafft an den siöiug Pyrrhum, die von ihm in dem an. 47z vorgefallenen im- gluckllchen treffen gefangene Römische soldaten zu ranywnittii. Pyrrhuö, dem des Fabricii armuth bewust war, suchte ihn mit ge- fchencken auf seine fette zu bringen , allein er verachtete solche mit einer sonderbaren Römischen großmnth. Durch diese und and« reden des Fabricii, welche er mtt grosser klugheit vorgebracht, wurde der König bewogen, ihm den obersten platz in seinem Rathe und armeen, oder wie andere wollen, gar den vierdtcn theil seines Königreichs anzubieten. Allein Fabricius war unerbittlich, und verwiese dem Könige mit einer grossen ernsthafftiqkeit, daß er aufsvl- ehe weift wider sein eigen interesse handelte, indem seine Unterthanen lieber Fybricium als Pyrrhum zu ihrem Könige haben würden. In währendem seinem Burgermeistcr-amt legte er dcv dcni Könige ein vorlreflichcs zeugniß »einer aufriebtigkeit ab, indem er dessen Leib->icll>cum, welcher seinen Herm mtt gisst hinzurichten sich anerböte, mit einem grossen absehe» abwiese. Zu gleicher zeit gieng das treffen zwischen ihm und dem Pvrrbo bey Aftulum vor, da zwar Pyrrhus gcsteget, aber zugleich seine besten soldaten einge- büssct, dahcro er um so viel lieber Italien verlassen, als ib» die Si- ctlmncr zu hülffc geruffen. Im folgenden jähre 479, a ,a. z7oy, 0.27; wurde er „iid hatte nun abermals Aemi- Ituul Papum, welchen er schon 2 mal in dem Vürgermcistcr-amle gehabt, zu seinem collegen. Mit diesem brachte er es dahin, daß Cornelius Rufinus, welcher die grösten ehren-stellen bereits bekleidet,.deine auch Fabricius ftlbstcn einmal zum Bürgermeister-amte behülflich gewesen, aus dem Rath, wegen seines geitzcs, oder vielmehr, weil er an silbcr-geschirr lo pfuüd schwär besessen, so man selbiger zeit fnr einen gar unmäßigen Pracht ausdeutete, verflossen wurde. Er hinterließ so wenigreichthum, daß seinen töchtern das hcyrath-gut aus der gemeinen cassa muste gereichet werden, cic-,- lle ollic. !. Z c. rr L lle L,n>c,ci2 c i. exccrpt. lle leZsr. in ?)rrk. N^l/e7. I. 4 c 4 I. S c s. krevisr. !. r vsr. Kitt t. ,r c. z; Lc. L«)-/e. * Fadricius / (Capito) siehe Lapiro. fabricius / (Franeiseus) ein berühmter kir^E. und ein soh» Ivhannis Fabricii Rolland, so die unruhe, welche die wie- derläuffer zu Münster verursachet, beschrieben, war zu Düren, einer stadt in dem Hcrtzogthum Iülich, gebobren. Nachdem er sich zu Hause einige zeit unterrichten lassen, gieng er nach Franckmch, Adrianum Turnebum, und Petrum Rammn zu hören. An. r<6; wurde er bey dem Zymnatto zu Düsscldorff«.s/ior, welches amt cc mit grossem eifer verwaltete. Durch seine gelehrsamkeit hat er »ch die beyden Utenhovios, Jnnium, Zwingerüm, Tvlandrum, Lam- binum, und andere, zu seinen freunden gemacht. Nachdem er nun durch seine getreue Unterweisung bey der iugend in die i° jähr grossen nutzen geschafft, starb er an lctztbssagtem orte im 47 jähre sti- nes alters. Unter seinen schristtcn'wird sonderlich die lcbcns-be- schreibunz des Cicerones gar hoch ästimiret, wie den» die offcnmls Wiederholte aussagen davon zeugen können. 77^-?. Kilt. §-Lse. M Dü-iavLr. izuLÜ. I. 4. c. r. LsrÄM«w„L« Pl/Ltsr. tnlio,. <8icer--ni-. öü R>om. tcripcor. !° 2. ?. 1. c. 29. Oxe^. Lizim. pj,il. 6c stik. p-u-r. r. p. I?Z- T'crF-x eloges t.,. p. 40; 6c 6. r. p. rz;. Fabricius / (Georgius) ein berühmter Poet und criricus, ward zn Chemnitz in Müssen an. 1^6 den-; apr. gebohren , eines gold- schmieds / namens George Goldschmied, söhn. Nachdem er so wohl in seinem geburts-orte,als auch zu Annaberg den gründ in den üuöHr gar wohl gelcget / begab er sich nach Leipzig, um sich darinnen noch fester zu setzen / welches er auch mit so erwünschtem «uc- ,cck gethan, daß ihm ein schuldienst nach dem andern zu Leipzig, Chemnitz und Freydcrg aufgetragen wurde / welche er mit gutem nutzender lügend eine entlang rühmlich verwaltet. Alsdenn gieng er mit Wolfgang von Werther an. 1; z 9 in Italien / allwo er sonderlich zu Rom die antiqmtäten mit grossem fleiß durchsuchet und bemcrcket / davon er nachgehends z bücher, gleichwie von Rom sechsten eines verfertiget. Nachdem er in Italien die vornehmsten städte besuchet, kam er nach Teutschland wiederum zurück, hielt sich ein jähr lang zu Beichlingen in Thüringen auf/ und ob er wohl aufdie Universität Leipzig / und aufdie neue Fürsten-schulc / so zu Mrfeburg solle aufgerichtet werden / beruffen wurde / so führte er doch an. 1 z44 feines vorigen untergebenen 2 brüder Philippum und Antonium von Werther nach Straßburg, allwo damals Johannes Sturmius mit grossen, rühme lehreie. Von hier wurde er an. ^46 zum LcÄorsr auf das berühmte 8)-mv2iiuni zu Meisten beruhen^ Gleichwie er nun zu Chemnitz und Freyberg durch feine getreue un- terrichtung der jugend bereits vorhero grossen rühm erworben; asto fand er hier desto bessere gelegenheir / selbigen zu vergrdssern / da er über dasjenige/so man miß büchern erlchrnen kan / annoch in Rom, Neapel,Venedig und Padua sehr viel gefehen/fo zu eincrgründlichen verstehung der Lateinischen scribcnten vorträglich seyn bunte. Der Kayfer Mariinstianus II machte sehr grossen staat von leinen ver- sev / und crönte ihn nicht allein zu einem Poeten / sondern erhub ihn auch in den Adel-stand kurtz vor seinem tode / welcher an. 1571 erfolget. Ausser bereits angeführten schrifften / sind folgende merck- tvürblg: icwelL; virorum li-uttrium tcu llilturiä: chcrL iibr. ,o; rei-lim in LcrmLnlL pr/xcipue 8 sxoniL memorsvitium lit»-. r; ori^inuw 8 axo- mcsrum i. 7; ö- 8 -lxoni.'r Ducibus Liccloribus Iikcr; öe rsssl-ctiiombur lidei-cteAiLco crrmine; LnnsUum uckiz^NvL iibri ;; virn ^oliZNnis R.ivü; oösrum sö Ocum litz,. ; ; c/istigLiioncs in lercurium cum explicscione csitiAsrionum; csirigsrionex öc LnnorsiionsL in Vir- giiium, tiomrium; nor/e in 8 >:nec» trspoelliLr , coivmcnrLris in vcre- nim posrzrnm ecclegÄlticorum oocrL LkliitiüNL; emenciAtivnes in kiüvnnn 8 olipLiruin LUsritium; commcnc^riux in Oenctin > öcc. Oxe/c /ex«« in vrsrionc öe virs LcorI. kiiblicii. vik. ppiloll Mi n. Innö-ckron. rir. r; p. zSr leg. 7er/rex clogss öes llomrvcx s^s- VZN! k.!. p. Z 66 6 c r. , . p. ri;. §c/,xeöext» in vics pztzricii. Fabricius / (Henricus) ein ki-llicu; > wurde zu Bergzabern an. ld47 gebohren. Nachdem er zu Hornbach unter anfübrung Jmmanuclis Treinellii den gründ in feinen llucim gelegt / begab er sich an. i;6; nach Wittenderg / und von dar an. 1; 67 nach Straßburg. Hierauf würben ihm einige junge vom Adel/ die sich von Scharffcnstein schrieben / anvertrauet / mit denen er nach Heidelberg gegangen. An. 1572 wurde er von den «ständen in den Niederlanden mit dem ciiLr.wtcr eines Orsroris aufden Rüchs-tag nach Padua mir grossem Nachdruck aufdie Medicin. An. 1574 kam er wieder zurück, und nahm zu Bafel in der Philosophie und Medicin die Doäwr,würde an. Von Bafel rcifetc er nach Hornbach / allwo mau ihm die Philosophie zu lehren auftrug / auch an. ,1577 wegen si'iner klugen auffühmng zum Nestor des gvumsll, daselbst erwählte / welches amt er mit grossem nutzen verwaltete. Nicht weniger practicirte er gar glücklich in der Medicin. Er starb daselbst an. 1612. Man hat von ihm vi»m »lernn. IrnZi und cplZrLMwLlS. ^4/LrM. '/tt. Lerm. msciic. kxcbex. tstearr. Fabricius / (Jacobus) wurde an. izs; zu Cöslin in Postiern von armen eitern gebohren, und halffsich mit informiren fort / biß er endlich mit einigen, über weiche er die aufsicht gehabt / nach Rostock zog, und von denselben unterhalt bekam. Als er sich noch auf dieser Universität befand / erhielt er den beruf zu einem schul- dienste in feiner geburls-stadl / allwo er bald hernach Prediger / und nach 2 jghren bey dem Hertzoge Bogislao XI ^ Hof-prediger wurde. Dieser Hertzog ließ ihn z jähr hernach zu Greifswalde cioSor werden, muste ihn aber dem Schwedischen Könige / Gustavs Adol- Hv / da derselbe in Teutfchland ankam, zuin Beichtvater »nd Feld- Enperintendenten auf eine zeitlang überlassen. Nach der Wacht bey Lutzen / riefihn der Hertzog wieder zurück / und ernennte ihn zum General-Superintendenten in Vor-Pommern / in welcher wurde er auch nach des Hertzogs rode von der Königin Christin« nicht allein bestätigt / sondern auch noch zum m der haupt- ürche zu Stettin und zum m dem gyMn-n» bestellet wurde. Er starb au. 16^4 den 11 aug. da ihn 4 tage vorher der ichlag auf der cantzel gerührt hatte, «seine schrifften sind: megs-fragen aus Gottes ivort und den schrifften Lutheri gründlich beantwortet; jull» ouNsviLn^; gründliche Widerlegung des falschen Vorgehens, womit Job. Conr. Hovsius den König Gustavum Adol- phum wegen der Calvinisterey verdächtig zu inachen sich bemühet hat; das edle wunderbuch der Israelitischen Richter / in 8t predigten erkläret; historifckier bericht von Benigna Königs zu Steltm / weiche in verschiedenen entzuckungen soll offenbahrungen gehabt haben / und sonderlich gar nachdenckliche reden und ermahnungen 26l bch hören lassen, welche Fabricius für Göttlich geachtet / un; wieder a^crhano daczegeu ausgestreute bescheltungen geschützet ^iI^urÄclOtiL8 in OcneUn ÜL j,, epiU. 26 Lomänos; vl!ic»riurrr, m>er welche letztere schriffr er mit einem Prediger zu Lübeck / ^s«c. Stolterfoot / streit bekommen / und demselben unter andern-, INVIÄLM VÜIOMIM provLrwuem entgegen gesetzt hat. mem. tncol. Icetxer-Iiilt. ?. z. c. ,o tz. 7. lsg. L/rxs/r memorsb» eccl» 5 sc. 17. I. 5. c. zA. » Fabricius / (Johannes) Leonis Judä fchwester söhn vonBerg» Herrn autz dem Elfaß gebürtig / ward kirchen-diener in Zürich , l-rc>- Vllor zum grossen Munster und coNeg.i . 4 lumn»rum an. iz;i hernach an. I?57 Pfarrer in Chur/ er Ware ein trefflicher poet, und ein bey feiner gemeinde sehr beliebter Prediger / starbe aber schon an. izüü ehe man seiner recht genießen konte; nichts dejlowenlger hat er in seinem so kurtzen leben ziemlich viel gearbeitet, und stnd der Nachwelt folgende stücke hinterlassen worden; vw- pomioncs >n Lpik. ^scobi, I>elr,, ßoÜLnniz 6cc. lle proviöemi!, vck llisiogus; Orscio, gus öocekur ,Loncilium Iriöencinuiri llne lcelereit Lkrittisnis kominibaz ireguLncLri von polte; Oetenllo julta pro Liiriü» Lcclsiia sciveilus konriöonii 6c Lanöcili pro Loncilio 1°rnjenc. L^iurn- niLs; Lxpiicsrio 8/ini>oii Qerw.; in Lsp. 1. ktsbac.; ttistoria WN!i» l'ellii Lsrnnne Lci Lonr. vellicrinum; (.Lrmen sö)ok. kriiiuni; Lpi., itolL Lc! ltvperiuin ös 8cl,ols T^igurinL ; LiogrsptiiL l aiiricii g ie ipiö crrmincLciornrcL; 8v>v^rum koLrics-r. tll>. 1.; l)e <7»rigi!!vu>! li^uiin» iill. i.; Oeöiti'ercvriiz aniivLliurn c>uLcirvpeöucn, Es gedklickeN feiner Mit grossem lob R. Collinus/ P. Lotichius/Huld. Grobius. 8eniin» liZur. * Favricius / (Joh. Ludwig) wurde zu Schafhaufen an. i6;r den 29 jul. gebohren, und legte den gründ feiner stubien in feiner geburts-stadt, allwo sein vater Johannes L-stor war. An. 1647 gieng er zu seinem bruder Sebald nach Cölln, allwo er nebst der Griechischen und Lateinischen spräche die Philosophie trieb, welche er an. 1648 in seinem vaterlanbe fortsetzte. An. 1649 reisete er zu seinem jetztgedachten brnder nach Heidelberg / der allda m>-«<-woc kikori-irüm und Qr->:c.-x i.w,guL worden / und begab sich das folgende jähr nach Utrecht, allwo er bald die freyheit erhielt, allerhand coNeZia zu lesen. An. i6;2 gieng er mit des Gouverneurs in Reer söhn / ciü iL «ane, als Hofmeister nach Paris, und als er diesem fast ; jähr vorgestanden, trat er bey einem Edelmann, «e Coq, auf au« derthalb jahr in condition. An. 16; 6 gieng er über Bafel nach Heidelberg,difpntirte gleich nach feiner ankunfft unter Friderico Span« hemio, und ward , da er denn an. 16^7 die profeiwmcm cxir>iocöiii^ii3m L.inguL OrLcs: bekani, und ob er gleich keine voca« tion hatte, zum predig-amt ordinirt wurde. In eben diesem iayre muste er, aufbefehl seines Churfürsten, mit dem Baron Ludwig von Rothenschild als Hofmeister nach Franckrcich gehen, und nach seiner zurückkunfft, denselben an. 1659 nach dem Haag führen. An. 1660 gicngen sie mit einander nach Engelland, und von dar nach Franckrcich, da sich denn der Baron nach Paris, Fabricius aber nach Leyden in Holland wendete, und daselbst den zruö .m eines I) croris annahm. Hierauf trat er die protcliioncm riic-oi. Aicuia zu Heydelberg an, und bekam zugleich nebst der aufsicht über des Chur-Printzen Nulli» und das coNegium «Api-nri»:, eine prolÄlioiievi plli-oiop«iicn-v. An. Iüü4ward er Chur-Pfältzifcher kirchcn-rath, und an. 1666 neben v> . Böckelmann, (der ein gleiches bey allen Evangel. «schwcitzercn verrichten solte) nach Schafhanfen geschickt, um von den Ursachen des Lothringischen krieges bericht abzustatten. An. 1674, da die Frantzofen vor Heydelberg rückten, gieng er nach Friedrichsburg, und von dar nach Cölln, kam aber noch dasselbe rahr zurück. An. 1680 muste er nach langem wiver- setzen nebst einem Catyoiifchen geistlichen die Concordlen-kirchc zu Mannheim einweihen. Als an. 1688 Heydelberg an die Frantzofen übergegangen, erhielt er aufvorbiktc des raths zu Schafhaustn von denselben einen paß, nach der Schweitz zn gehen. Erlangte zwar das folgende jähr wieder zu Heydelberg an, doch da die Fran« kosen diese stadt sters beunruhigten, begab er sich nach Franckfurt, unb von dar, auf verlangen der Cron Engelland und der General- Staaten nach der Schweitz, dem Englischen Gesandten daselbst mit räch beyzustehen , und der Holländer -vccrcK zu beobachten, da er fleh denn sonderlich angelegen seyn lieg, die Waldmstr bey dem Hertzoge von Savoyen auszusöhnen. Nach diesem trugen ihm die General-Staaten auf, in ihrem namen mit dem gedachten Hertzoge ein bündtniß zu schließen, welches er zu stände brachte, und nach erhaltener dinnßwn wiederum nach Heydelberg kehrte. Kurtz vor deren gäntzlichen einascherung brachte er das archiv der kirche und der Universität nach Ebcrbachmnv von dar nach Franckfurt in sicherheit, an welchem letzten, orte er endlich an. 1697 mit tode abgeqanqen. Er war vor das Wohlseyn der Pfaltzlschen kirche Kbr bekümmert, wie er denn deswegen alle bedienuugen, so ihm von andern orten angetragen wurden, ansschlng, und dem Bischofs vn, Tina, der an. 1676,168; und 1692 mit ihm wegen einer Vereinigung der Catholischen und Reformirten zu rathe gieng, kein aehor gab. Er brachte es auch dahin, das sich d»e des Evia amts an univi -K.it-clleLv und cLi,>n> mii-ru-icE, als auf melcben 2 fürtreflichen büchern er sonderlich viel hielte, gewöhnen musten, und nach denselben examnurt wurden. Er hat unter andern geschrieben: v>l!i r>c> > »n Lc quousqus llvl ümil-.-!- VIIS Komi- num ssmtzulicü vei villone; öe b-pcismo infanlibus ll«. ceroö.'xmum conkerenäo ; ö- luöis k^nicis ; lle controvecks circs per- 5on»m ckülii. imer e^vß-llüM aßirsrs; Lucliöem Lsilloiicum sll rrss «'Llenburgio.-; cie liiniribus obiequii erZL llomivcr; öe yöe inkin- rulorum - 6° bsprilino, per muiierem vc> stvimnem privscum sllmini- - uiLt>c> p1oi-o!»A>onnn iviLrium /criiümelicA, Ls!N. 1)79; UNnicArio perri kaun^ tte L-cpiilcuüi Is8z; ksbricA g»L- cii-Anrir iiorsiii L: Qcomerrici; Inckitticio tte uiu ^.stronomici Lc Ocn. merrici (^nLtirAnciü; Dcicriprio L)-Iinciri, inobücni üccc, rsmcn Lcccn- kricum b.AbcnriL Intziccin öcc. ^ Fabricius Thufcus / ein Abt von Abingto» in Engellaud, war um das jähr > -10 berühmt. Er hat das leben des heil. Adeüm oder Antelmi , eines Abts in Schottland / verfertiget. ^>L-, tacr. bik!. 6e/»e^. bist. !.sr. I. r. ^ Fabricius Thufcus / ein Lateinifcher scribent / dessen sich Minus in der Historie von natürlichen fachen bedienet. R/-». u Fabricius Vejento/ ein Römischer pr-mor unter Nerone; Dieser mann schrieb anzügliche und ärgerliche fachen wider die Rathsherrcn und Priester in gewissen bücüern, welchen er den titul -o-tic,», gab / inißbrauchte des Ncronis gnade, und verkauffte hohe ämter und ebren-stellc» , weswegen er aus Italien vertrieben, und feine büchcr verbrannt wurden. Es lasset sich muthmassen, dass in diesen büchcren eben nicht gar zu grosser geist und geschicklichkcit gewesen , weil Tacitus inelbet , man bade sie zwar mit ssciß aufgesucht und gelesen , so lange sie verkokten (waren wie es in dergleichen fühlen allezeit zu geschehen pflegt) nachdcme aber auf bald erfolgten tod Neronis einem jeden freygestanden, dieselbe zu haben, hatten sie sich bald verloren. Dio gedencker eines A. Fabricii um eben dhe zeit , der als er »Mor wäre , vor die Circcnsische wägen anstatt der pfcrdlcn Hunde gefpannet hatte /welcher wohl eben dieser Fabricius Dejento mag gewesen seyn. Juvenalis setzet ebenfals den Vejento under die geheimsten freunde oder vielmehr fchmeichlere des Ncronis. Drcic. Annal. 1.14. c. ;o. Dio Lalss. * Fabricius / (Vincentius) ein guter Poet, Redner, ^-8icnr und Rechtsgclehrter, war von Hamburg gebürtig. In feinen aca- demifchen jähren , die er zu Leyden zugebracht, machte er sich durch seine gelehrfamreit und anmuthigc verj'e verschiedene grosse männer, darunter sonderlich Daniel Heinsius war , zu feinen freunden, die nicht nachgelassen, biß er selbige an. iü;r heraus gegeben. Nach feiner zurückkunfst ausHolland wurde er bey dem Bischoffzu Lübeck Rath, und nachgchcnds machte ihn die stadt Dantzigzu ihrem 8> »- 6>co. Dieses amt verwaltete er mit grosser treue, dakcro er sich bey selbiger stadt je mehr und mehr in ansehen gefetzt/ daß sie ihn endlich zu der Bürqermeistcrs-würde erhoben , und ; mal nach Polen geschickt. Er starb zu Warschau den i i apr. an. 1667 in dem 54 jähre seines altcrs / als er sich auf dem Rcichs-tage daselbst cingefunden. Sein söhn/ Friedrich Fabricius, hat feine werckc an. -68z zusammen drucken lassen. /«i>/ic. -i-'- io/rrcr kevrier All. 1687 176. vipt. mens jun. AN. ,686 p. r?8, r?5>t Fcrbrottus / (Carolus Hannibal) einer der berühmtesten Ncchts-gelehrten seiner zeit, war zu Air in Provence an. izLogebohre». Nachdem er in den rechten, sprachen und bum-mo-wus eine grope wissenfchassrerlangt,wurde er an.>6o6 mit dcm0o-u,»s Hut beehret, und darauf zum Advocatcn bey dein Parlament von Provence angenommen. Drey iahr hernach erhielt er durch re- commendation des Obersten Präsidenten Wilhclmi clu Vair ejne Profession in der rcchtsgelehrsamkcit, welcher er bis an. i ü, 7 vorgestanden,da er mit gedachtem Präsidenten nach Paris gicng. Als dieser fein Patron an. iSr, daselbst gestorben, verließ er an. 1622 Paris, und kam wieder nach Air, allwo er an. l üzr aufs neue n-o- Dittn worden, und an. i6zz den obersten rang in feiner facnllät erhalten. Hierbei, unterließ er nichts, was zu getreuer unterrichtung feiner zuhörer dienen kunre,vergaß auch anbey nicht,der well durch fchrisslen zu nüüen; wie cr denn des Theophili , eines alten >niiiru'io>i>.-s Mtt anmcrckungen heranü gab, desgleichen auch noch unterschiedliche andere bücher zu Paris neu au,legen ließ, darunter Cedrenus in 2 foliantcm Nicetas, Anastasius btbuocbecAniis. Con- stantinus Manasscs und Glycaü, die er allesamt mit vielen annier- cklmgen und einigen disserlakionen illustrirte, nebst noch unterschiedlichen andern wohlausgcarvcitcten fchrissten, unter welchen die kAlliics in 7 folianten, desgleichen cujAcH vpcrs m 8 folianten mit feinen anmerckungen und zusätzen waren. Über diestm letztem wercke hat er sich so sehr entkrästtet, daß er das jähr nach endigung desselben, nemlich an. i6zy den 1 ja», gestorben. Ausser >ovielen verfertigten fchrifften hat er noch verschiedene in Er., sonderlich die von Menagio so hoch verlangte comincncAcios in iniiicurio- oc,. hinterlassen. 8i,»o» bwimcii. bist. ein gewisser Abgott,welchem die Römer opffcr zu bringen v,legte», wenn ihre linder anfiengen zu reden, wie No- nius an's Varrone von der auferziehung der linder berichtet. Fachiali/ siehe Antiochia. Fachinham/ (Nicolaus) ein Franciscancr-Münch in Engelland , war gebürtig von Norfolk, und nahm zu Orford die Doktorwürde a».allwo er die theologie gelehrt, und endlich p-ovincisi worden. Er starb an. 1407, verschiedene fchrifften, als -l-f,-rer„ikAte cbriltiANA ; gc sc>,iäi,^r/tzu 5 ecclctiL 6ec. nach sich lassend. cle t'crisikor. /eng!, r'^iüor. Ar. Facius/ (Bartholomäus) ein berühmter fcribcnt indem 15 seculo, war gebürtig von Spetia, unter die Republic Genua gehörig , und erwarb durch feine wissenschafft bey den vornehmsten len- fac füs tcn seiner zeit grosse Hochachtung. Alphonsus von Aragonicn der König zu Neapel , machte chn zu seinem 8«re,Ario , und vertraute ihm die wichtigsten Verrichtungen. Aeueas Sylvius, der nachqe-. hends unter dem namen Pii II Pabst worden , schrieb sehr vertraulich an ihn. Im übrigen lebte er milLaurentio Valla, dcrsci- ne schafften ein wenig hart censtretgn einem unversöhnlichen Haffes den er nicht einmal auf seinem todtvelte wolte fahren lassen wie es denn zn selbiger zeit unter denen Italiänischen gelehrten der gebrauch war,wo man nur eine ihrer redcns-anen tadelte, und nicht für gut und rein larein.hielte, tödliche ftindschafften zu hegen, und die bittersten lasterschrgsten gegen einander auszugeben; dessen wir an Poggio,PhjIe!fo,G!!arinv,Valla, an diesem Faeiogind anderen mehr nur zn viele proben haben. Er hat aber verschiedene tractate verfertiget,als da sind : äe ,cbu- rk Lssbonio I Rege KI-rpolicAno ge« tlis libe. 12; commcnrArii gc rebus Ocnuenüum Agversuz Vxncror - g« tuimLii« vir^ kelicirAre über Aci -elpbonlum LrrAgonum rc 8ic>>>« Regem kc. desgleichen hat er Arriani Historie von Alerandrv N. aus dem Griechischen ins Lateinische übersetzt. Über dieses werden lhM auch andere fchrifften,als 6-v>r>s tu, «vi Muttribus ; Ne immer- kLÜrAce cle nrigure bclli inrer QLlloz öe Lrirsnnob öcc. beygelegt. in elog, ciott. c. INA. in elog. cic dar. I.,ßur. sich. cü Qenona. ge dick. I-Lc. I. z c. 5. 6i«/irH»i ^ Icricr. cictjA I-igur. öcc. * Facundus / ein Bischoff zu Hermiana in Aftica, war aus Astica gebürtig, hielt sich aber meistens zu Constauttnope! auf, das mrereste der Amcanischen kirche bcy demKayser zu beobachten. Weil damals der hefftige streit in der kirche von den so genannten rrwus cLpiculls war / gab Facundus einen eifrigen Vertheidiger derselben ab,und entzog sich an. z-ch der gemeinschafft des Mennä, der diese rnA cspmNA verdammt. Er befand sich auch im folgenden jähre auf dem Ooncil» der 70 Bischöffe, welches der Pabst Vigi- lins zu Constantinopel verfammle'te,aufwelchcm er,in dempuncte, die r> ,A LApiruiA betreffend, sich diesem Pabste mit grosser bestän- digkeit widersetzt, in dessen gcmcinfchassl er sich auch nachgchends nicht iviedcr begebe». Er schrieb in eben demselbigen jähre auf bitte der vornehmste» Bischöffe 12 bücher pro ci-fensone rrium caoi. rivorum. Wenn er gestorben , ist ungewiß ; doch wird berichtet,'er sei, in das elend verwiest» worden. Über jetzt-gedachtes werck hat er auch cor,cr3 KiuriAM,m icKoiLikicum ein blich geschrieben. Beyde fchrifften hat Jacob Sirmondus mit »onr illustrirct,und an. isr- heraus gegeben, ir> cbro,>. sä so. ;46. r. iriE-». 1.1. 1.1. ÜL/sci'r. ciclci-. Iczl. Färno/(Gabric>) gebürtig von Cremona,einer der vortrestich- stcn Poeten seiner zeit, machte sich durch die wiss'nschafft der Griechischen und Lateinischen sprachen bey dem Cardinal ck Medicis, so nachmals unter dem namen Pii IV Pabst worden, ingleiche» bey dem Cardinal Carolo Borromao sehr beliebt. Er starb an. i züi in der besten blute seiner jähre, ehe er noch seine fchrifften gnugsam ausarbeiten können. Man hat von ihm Aesopi fabeln m verschiedene gattungen von versen übersetzt; desgleichen Dr-m» commcÜAs ex Vttustalillilz IwriL oe veriuuin -Atione emenclAkA-; 8c mcrrin comicis lidr. i ; ci>A>oA 08 AntiguirAtmn ; in Rurliergnos ke- ÄAmgue Ocimsnicam clegigz - observLkionss in OAruIImn; csslto' lam, gn3 conrineruc cenpurs emenoAlionum 1,iviLNArum LsroH 8>Zo- nü Lc. Er hatte auch sonderlich an erläutcrung und Verbesserung des tcxts im Plauto, Cäsarc, Ciceronis emiioiLrum und theils rinnum, sodann noch Livii und Suetonii gearbeitet. Und wie ftm Critisches urtheil und scum-n fürtreilich gut gewesen, so haben die gelehrte destomehr ursach deren Verlust zu beklagen, Massen wn dem allem das wenigste heraus kommen ist. l. riiLArr. Ue icricr, lec. >6. vsr- lest. l. r» öc lä. eloß« r. i Lc ;. * Fäsch / siehe Fesch. fac sag Mus/ (Joh. Iambus) von Zürich gebürtige war ein lrcjlicher ^mnemscicus, hatte die LplümsriöLs ausgerechnet, und den Zürichischen Calcnder gestellet. Seine über das in den druck gegebene schafften sind : vm-iL Mronomi-L, betreffend den gebrauch 5pkLra: aimiN-inr, allrvicopii, IllsncroiLbii und liori'owß,o- zr2pKiX LaomicL. Zürich, an. 1697; Anleitung, wie man aus dein Calendcr die anmerckung und andere merckwürdigkcit der Planeten beobachten solle, Zürich, an. 1710. Aus der bürger- Hibliothee sind zu sehen schone von ihm verfertigte 8Mems»Eo- „omics; ?Lislloxum ^icclisliico-^ltrolioiiiicum, liveIllsnelo Istzium. Lüricker A-i-Ulselicb. * Lastla/ ein König von Oviedo in Spanien, folgte seinem Vater Pelagio an. ?;6 oder z 7 in der regierung, führte sie aber nicht länger als r jähr, indem er aufder jagd von einem hären umgebracht worden. Alphonsus I, der keufche/suecedirteihm. Lo^--c. Faga/ oder Sei Faga/ welcher an. 1647 nach Paris gekommen, und sich daselbst sür einen der vornehmsten Ministers des Königs in Persien angegeben, auch deswegen grosse Höflichkeit empfangen. Allein da sein betrug an den tag gekommen, fand man, baß er ein blosser zoll-einnehmer gewesen, »iü. u-r impoikurs. Laggiuola/ (Uguccione) gebürtig von Mala Trebara, einem orl in Romagna, welcher sich zu ansang des 14 seculi durch viel tapfere thaten wider die Guelphen berühmt gemacht. In der action, welche bey Cerrone wider dicselbige vorgegangen, hat er in seinem schiffe vier spitzen von Partisanen und 1; wurst-spiele zurück gebracht. Denen Tarlati, Herren von Arezzo, halffer wider die Florentiner, die er unterschiedene mal überwand. Hernach stund er denen von Pifa bey, welche ihn, weil er ihren feinden, denen von Lucca, viel vorher verlohrne Plätze, auch einige von deren selbst - eigenen örtern abgenommen hatte, zu ihrem Obererm erwählten. Als dieses geschehen, brachte er auch Lucca mit gemalt unter sich, vermittelst einiger Gibellinischen geschlech- teren, sonderlich deren Jnterminelli, welche er vorher durch den errichteten vergleich allda wieder hatte einsetzen machen, und die, nach erweckter auffuhr, thme eine stadt-Pforte eröffneten, bey welcher gelegenheit der stadt Lucca, durch mord, raub und brand, viel schaden geschahe, und unter anderen der Römische kirchen- schatz, so kurtz vorher, aus forcht vor Kayssr Heinrich dem VII, dahin in die kirchen von 8. Friano wäre geflüchtet worden, durch die'unter Uguccione stehende Teutsche trouppen geplündert wurde. Dieser setzte darauf die Gibellinen daselbst wieder völlig ein, und gicng mit keiner sieghafften armee vor Pistoja. Diese progressen zu hemmen, kamen ihm die Toscanifche Guelphen, welchen Roöer- lus, König von Neapolis, einen ansehnlichen succurs geschickt hatte, mit einer starcken armee bey Montecatino entgegen. Allein, er schlug sie aus dem felde, den 29 aug. an. 1; 15, da sonderlich Teutsche Reuter, welche er bey sich hatte, das meiste zum sieg beytrugen. Als nun Montecatino sich darauf ergeben, und er das Flormtimsche gebieth gar sehr verwüstet, kehrte er zurück nach Lucca. Aber mit dem endete sich auch sein gluck; dann als er, durch diesen sieg aufgeblasen, dem Banduccw Bonconti, einem der vornehmsten und ansehnlichsten bürgeren zu Piff, samt dessen söhn, weilen sie sich seinen gewaltthätigen Unternehmungen widersetzten, in dem wart. des folgenden jahrs öffentlich die köpffe abschlagen liesse, erbitterte es die Pisaner so sehr, daß sie nur auf gelegenheit warteten, sich wider ihne zu empören; gleich darauf »napril verderbte es des Uguccione söhn, der in Lucca a»uve,. nirte, noch mehr, indeme er ohne feines vaters willen, aus blos- sem neid, Castruccium Castracani, welcher, wegen seiner tapffer- keit und anderen qnalitäten, bey dem volck sehr beliebt, auch son- M ebenfalls ein Gibelliner, und aus dem um den Uguccione sehr wohl verdienten hausi Jnterminelli entsprossen wäre, gefangen fetzte, mit dem Vorsatz, ihn auch des Icbens zu berauben. Weil er doch ein solches, ohne sich vorher zu verstärkten, nicht thun dorffte, ruffke er den varcr aus Piff zu sich; dieser aber wäre kaum zu solchem ende aus Piff gezogen, so griffe das volck zu den Waffen, schlüge tod, oder versagte, was noch von des Uguccionis lenken in der stadt wäre, und rnffte Galao cl-, Gherardefchi zum Haupt aus. Worauf dann die von Lucca alsobald den kopff auszustrecken beginnen , Uguccione aber dergestalt darnieder geschlagen wurde, daß er, ohne einigen versuch zu thun, sich mit seinem söhne ins elend begäbe, und seine zuffucht zu Can della Scala, Herrn von Verona, nähme, allwo er hernach zu dessen bestem in vielen begc- denheiten seine hertzhafftigkeit sehen ließ. Castracani wurde daraus Oberhaupt zu Lucca, und endlich gar Herr der stadt. Siehe Castruccio. Da nun Uguccione auch unter anderen dem Can die stadt Padua belagern halff, wurde er kranck, und nach Verona gebracht , allwo er an. i z 19 starb, und ein sehr solennes leich- begängniß empsieng. L^rro/o riirsrci lll cenco illullri >7. ^ Fagius/ oder Buchlein/ (Paulus) wurde an. i;°4 zu Rheinzabern gebohren, allwo sein Vater Schulmeister und Stadtschreiber war. In dem 11 iahre seines alters gienq er nach Hcy- delberg, seine lluci-2 daselbst fortzusetzen, allwo er auch bis an. 1522 verblieb, worauf er sich nach Straßburg begab, da er, die jugend W unterrichten, sich angelegen seyn ließ, und zu gleicher zeit von Wolhaanq Capito die Hebräische spräche erlernte. Hierauf wurde er nach Jßny im Algöw beruffen, daselbst der schule vorzustehen; doch gieng er wieder nach Straßburg, lehrte die Hebräische spräche, und legte sich zugleich aufdie rtieowffc. An. erhielt er m stelle eines Predigers zu Jßny, und wendete alle neben - stunden an, sich jy der Hebräischen spräche vester zu setzen, gebrauchte sag sah 26z sich auch hierzu der Unterweisung Eliä Levitä, eines Vuden. w-l- ^mm lassen. Esbeffndsich auch e n Ra§w ^ an besagtem orte,,Petrus Buffer, 'eine tosten eine Hebräische Buchdru- Aw *"4 wurde er zu Skraßburg Prediger, neblt dmn '("ber an. 1549, wegen des n, ^ulls enrsttzl wurde, gjeng er mit diesem, Cramers von Canterbury verlangen genüge zu leisten, in Hügelland» Bey seiner ankunfft wurde er von Koma Eduardo VI nach Cambridge geschickt, auf L mie dass b>l zu lehren; allem er starb bald darauf an. 1550 den i? nov. nicht ohne argwohn beygebrachten gifftes. Unter der Königin Maria regrerung wurde sein leichnam ausgegrabm und ver- vvannv.,Man hat von ihm verschiedene wercke, die er aus dem Hebraizchen ms Lateinische iibersetzet, als da sind: - LpupIictiex.n-rL pztrum; tcnccnciL morMes) Tobiss Nsbrsicur; nor» in pcnr^rimcdum ; precsriones Uedrsics:; expogiio lliüionuni Uebrsi- rsrun, in 4 -Lpics Le„e 5 sos ücc. üb.r, 6 Lc 17. §/«ÄE !ir snn^I. .in,,»!. I. ; protop. sülMK meol. In vic. Laguitdez / (Stephanus) ein Jesuit, war gebürtig von Diane, und lehrte dw rlleoiog,- z„ Lissabon, allwo er den iz ffn. an. 164; gestorben. Seine schafften sind: ck-im»- rns omciis öc conscienri«e »n z eccleliL vrs illo tisüam Lit gULllioncm lle lLÄiciniorum eil,, in giiLltrLgcllnis ; in 10 pr^ceprs clccsiogi; cle juNins öcc. ditzl. tzibl. Zs iciipr. 5 ec. -7 öcc. Fahlun/ eine zimlich - grosse stadt in der Schwedischen Pro- vlntz Dalecarlien, bey welcher sich das grosse kupffer - bergwerck befindet. Fahr/ ein Frauen-kloster Benedictiner-ordens an der Limmat, 1 welle von Zürich, in der Eydgenoßischen Graffchafft Baden, wiegen, man. n;c> vonLuthold, Freyherren von Regensperg, Hubenta femer gemahlin, und ihrem söhn Leopold, gestifftet, und an das Closter Cinsiedlen vergäbet worden, jedoch mit diesem vorbehält , daß die Cast-Vogtey jederzeit auf den ältesten seines Hauses fallen folte; Die Freyherren von Regenfperg, Legern, Haßlen, Stemmur und Wasterchingcn, hatten allda ihre begrabnussen, und die Edlen von Fahr ihren gewöhnlichen sitz. icir- ckeng. ?. I 616. * Lahrensbeck/ Fahrensbach/ (Georg) ein Liefländifcher von Adel, diente anfangs in den einheimischen kriegen, trat aber nachgehends in Rußische dienste, und erwarb sich durch seine Helden - thaten einen unsterblichen rühm. Hierauf zog ihn Frideri- cus II , König in Danemarck, an seinen Hof, und ertheilte ihm nicht allein die eines Ober-Marschalls, sondern schenckte ihm auch auf lebens - lang die in Liefland gelegene insul Oesel. Um diese zeit gieng er, mit genehmhaltung des jetzt-gedachten Königs, nach Dantzig, und vertrat darinnen die steche eines Commandanten, als die Pohlm selbige belagert hielten. Nachdem aber diese strcitigkeiten glücklich beygelegt waren, kehrte er wiederum nach Dänemarck, und hielte sich 8 jähr daselbst auf, bis ihm erlaubet wurde, nach Liefland zu gehen, und das commsncio über die Pohlmschen völäer anzutretten, da er denn das glück hatte, die Russen erstlich bey Pleskow und hernach bey Luckow aus dem felde zu schlagen. Zu Vergeltung dieser ansehnlichen dienste, zumal da er zu deren glücklichen aussührung nicht wenig von seinen eigenen Mitteln aufgewendet hatte, wurde er von dem König in Pohlm mit dem schloß Karkus bcschcncket, und zum Präsidenten zu Wenden ernennet. Es war aber der König in Dänemarck übel zufrieden, daß er sich, ohne sein vorwissm, der Republic Pohlm immer mehr und mehr verbindlich machte, forderte deßwegen die obgedachte insul von ihm wieder ab, und wie er sich barzu nicht verstehen wolle, ließ er sie mit gemalt einnehmen. Hierauf erhielte er an. 15 y 8 von der Cron Pohlm das 6 »u- verncmsnr über Liefland, und hatte 2 jähr hernach das Unglück, daß ihn die Schweden in dem schloß Borcholm belagerten, und felbiges zur Übergabe nöthigten , da denn sein fast Königlicher schätz zugleich verlohrm gieng. Als ihn die überwindet fragten, warum er selbigen nicht bey zeiten in sicherheit gebracht hätte, gab er ihnen die großmüthige antwort: damit euer König sehe, daß er mit keinem geringen menschen zu thun habe. Nachgehends leistete er den Pohlm in Liefland vortrefltche dienste, bis er an.1617 die Schwedische parthey ergriff, nachdem der Hertzog von Cur- land auf diese feite getretten, und ihn zu seinem Statthalter bestellet hatte. Ob er nun wohl Pcrnau, Dunamunde, Wenden, und andere vestungm, den Schweden in die Hände lieferte, auch die Haupt-vestung Riga überrumpeln wolle; so gieng er doch in folgendem jähre wieder zu den Pohlm über, und brachte vorgebuchte örter, ausser Pemau, unter den fuß; woraufer nach Warschau beruffm wurde, und nicht lange hernach, in hohem alter, das zeitliche gesegnete. Die Schwedische scribmtm geben ,ihm schuld, daß er nur aus list zu ihnen ubergetretten, um ihren Konig recht in das gärn zu locken, ckron. cdpt-Li SLxon. einleit. rur Sctivvell. tzill. lahrensbeck / Fahrensbach/ (George) ein söhn des vor- bemebmdm, trat an. 16;° in Chnr-Bayerische dienste, und erhielt die stelle eines Obristen, nachdem er sich von jugend auf in dem krieg versucht, und unterschiedenen Potentaten gedlmet hatte. Er setzte sich auch bald in so guten cre6>c . daß man rhme, nebst dem General Cratz zu Scharffmftcm, an.-6z; die vestung Jngob stadt anvertrauete; allein dieses machte ihn unglücklich, daß er fich 264 fai fai fak m die verrathercy verwickeln ließ, vermöge deren besagter General den ihm anvertrauetcn ort de» Schweden in die Hände iieffern wolle, als worüber ihm das schwerdt zuerkandt wurde. Da er nun den 19 may des vorgedachten jahrs auf den richt - platz kam/ heng er eine rede gegen die umstehenden an , um dadurch feine Unschuld an den tag zu legen; allein weil er sich gar zu harter ex- preßionen bediente , wurde ihm auferlegt zu schweigen und nieder zu knien., Indem aber der scharff - Achter den hreb vollführen wolle, buckle er sich, daß das schwerdt über den topf wegfuhr / und ihn nur ein wenig verletzte. Hierauf fprang er von dem tcUs. vor herunter, und war mit keinem Worte dahin zu bringen, daß er feinen köpf gutwillig hergegeben hätte. Es befahl demnach der General Altringer, das ausgesprochene urtheil an ihme mit gemalt zu vollstrecken; da er denn von 4 scharff-Achtern, welche zugegen waren, in stücken zerhauen wurde; Seine gemahlin bäte inzwischen wehmüthigst um Kayferlichen pardon, erhielte solchen auch, aber zn spath, sintemahl der von Hof ausgeschickte Courier erst den folgenden tag angelanget, und schiene es also, als wenn man aus paßionirtcm gemüthe mit der cxecui,<-n geeilet hatte. 1. z 66. * Fajence/ eine stadt in Provence, in der 6ir-ce§ von Frejuls und u Vigucrie llc Draguignan, zwischen Graste, Frejuls und Draguignan, auf einem lustigen und fruchtbaren Hügel- Die Beschösse von Frejuls sind Herren von Fajence. Fai! / (Noel au) ein Britannischer Edelmann, und Königlicher Rath bey dein Parlament zu Reimes, war ein gelehrter ) Ous zn ende des 16 seculi. Man hat von ihme die Historie seiner Provintz und dasige Parlaments - schlösse, dergleichen das ,us civil«, welches er, auf anhalten etlicher guten freunden, in wco- commiüicü eingetheilet. /«Lxoixlltt kikl. Fairfax/ (Thomas) LordFairfar und Baron von Cameron in Schottland, war Ferdinandl, Lord Fairsax von Porkshire, söhn, den er mit Maria, Edmundi, des Lords Sheafield und Grafen von Mulgrave tochter, gezeuget hatte, und wurde zu Deuten, in dem kirch-spiele von Ollcy in Aorkshire, an.1611 rm lan. ge- bohrcn. Nachdem er seine junge jähre, zu erlernung der nöthigen wissenfchafftcn, im 8.Johannis-c»»cfi 0 z„ Cambridge, zugebracht, diente er in den Niederlanden unter Horatio, Lord Vere, und war bey der erobcrung von Hertzogenbusch. Nach seiner zurückkunfft vermählte er sich mit Anna, des besagten Lord Vere tochter und crbin. Nachdem König Carolus 1 an. 1642 zu Zorck eine armee geworben, wurde Thomas Fairfar, ohngeachtct er dazumal noch ein blosser Knight oder Ritter war, von den Land-Ständen an den König abgeschickt, dcmjelbigen ein bitt - schreiben zu übergeben , und ihn zu ersuchen, daß er feinem Parlament folgen, und keine trouppen werbe!» möchte. Als aber der König solches nicht annebmen wolte, drang er so ernstlich darauf, daß er es endlich noch in Heyworth-Moor zu pferde sitzend übergab, da bey nahe looooo Personen gegenwärtig waren.' Da er aber nun einen unumgänglichen krieg vor angen sahe, nahm er unter seinem obbe- mcldten vatcr, welcher auch ein eifriger Vertheidiger der fache des Parlaments war, dienste an, und nachdem er in der nördlichen gegend glücklich gewesen, machte ihn das Parlament dcnzidcc. an. 1Ü44 zum General, nachdem Robert, Graf von Eifer, abge- danekt worden. In der Haupt - schlackn bey Naesby führte er das <^0,P5 llc KsiLiNc. so wider den unglücklichen König Carolum selbst föchte, als Cromwel und Jreton dagegen die beyde flügcl; wie dann auch der sieg von Cromwels seite zu erst anfienge, und Carolus nicht ehcnder in die flucht gebracht wurde, als bis ihme Cromwel in die tia„!y,cs gieng. Bald darauf schlüge er den General Hovton bey Taunton, allwo fast das gantze Königliche fuß - volck in stücke gehauen wurde. In dem folgenden jähr an. 1646 nähme er neben Cromwel Oxford ein. Nachdcme also die kriege, wor- innen er seine tapffcrkeit sattsam an den tag geleget, glücklich zu ende giengen, wurde er in Londcn, so wohl von der stadt als dem Parlament, mit grossen frcuden und ehr-bczcugungcu empfangen. Als König Carolus von Holdenby nach Childerly, Ncumarkct und andere örtcr gebracht worden, erwieß sich Fairfar gegen den- selbigen überaus höflich, gleichwie er auch hernach zu Hampton- court that. Gleichwohl wäre ihm Cromwels parthcy zu starck, daß er des Königs tod hätte verhindern können, ob er schon willens wäre, ibn mit einem regimcnt aus dem gefängniß loß zu machen. Immittclst wolte er bey desselben verhör durchaus nicht die Rickitercktelle bekleiden, ob er wohl zum Haupt der darzu verordneten cnmmltl,.», war erwählet worden; es soll auch feine gc- wahlin bev dem ansang dieses c>>m„>L!-vrocesses, als die namen der erwählte» Richteren öffentlich abgelesen wurden, und Fairfar nicht zugegen wäre, mit lauter stimme ausgeruffen haben: Er ist viel zu vernünfftig und zu ehrlich, als daß er sich hieben einfindcn solle. Vielmehr bearbeitete er sich moglichfter Massen, die cx.cu ki».. so lanae aufzuschieben, tsts er sich unter der armee einen anbaue, gemacht hätte; dahero ihn die post von des Königs todc um so viel hcfftigcr erschreckt, da ein so hartes urtheil ohne femc ge- qenwart vollzogen worden. An. 1648 den i4febr. wurde er zu einem milqlied des Staats - Raths erwählet, so aus z° Personen bestünde. Allein, da König Carolus II nach Schottland ich-sste, legte er fein amt, auf cinrathen der wohlgesinnten Presdytenam- scben Prediger, nieder, und wolte nichts wider den Konig thun, worauf Cromwel an feine stelle kam; der LordFairfar aber begab sich aufsein Land-Hauß, und war bereit, sich zu Georg Booth zu schlagen. An. 1^-9 widersetzte er sich mit einer gewissen par- they, deren Haupt er war, dem so genannten freuen quartier und den unrechtmäßigen auflagen; gleichwie er an. 1648 vor die freyheft des Parlaments stunde, da Cromwel solches mit gewalt ver- drängete. Im januario an. 1659, nach dem tode Cromwels, erwählten ihn die noch übrigen glieder des Parlaments, welches den Konig vom thron herab gestürtzet hatte, und von deine mag behauptete, weilen es nie förmlich wäre abgeschaffet worden, st> daurete sein gewalt und ansehen annoch, und welches würcklich den Richard Cromwel des n-orc/ev-Lis entsetzet hatte, und einen freyen Staat aufzurichten bedacht wäre, zu einem mitglied des Staats-Raths, und im nächst - folgenden april wurde er zum Land-Richter der Grafschafft Yorck erwählet, wäre auch mit unter den 12 abgeordneten des unter-hauses von dem Parlament, welche zum Konig Carolo II in Holland gesandt worden; da dann sein grosser rühm ihme bey jederman grosse Hochachtung erworben. Als er m Engelland wieder zurück kommen, und bemeldtcs Parlament aufgehoben worden, begab er sich auf seinen Land-sitz, brachte daselbst sein übriges leben in der stille zu, welches er den 12 now an. 1671 im 60 jähre seines alters beschlossen. Er hatte nur 2 tochter, unter welchen die erste Maria hieß, und an Georg Villers, Hertzog von Buekiiiaham, den 19 nov. an. 1657 vermählet wurde; d,e andere aber Elisabeth. Im übrigen wäre er ein Herr von sonderbarer klugheit, aber noch grösserer tapffcrkeit. Über dieses rühmten seine eigene feinde dessen Gottes - forcht. Seine grosse liebe zu der gclchrfamkeit ließ er vielfältig sehen, absonderlich, da er die bibliothec zu Oxford, als sie m der Parla- ments-armee gemalt gerathen, erhielte, daß sie von dieser nicht so grossen schaden, als wie von des Königs parthey, erlitten. Unter dieses Lords namen wurden, da er noch General war, viel briefe, gesprache, gesandtschafften, nebst erzehlungen von scharmützeln, schlachten, eroberungen dieser oder jener vestung, städte, und dergleichen mehr heraus gegeben. Er verehrte des Dugdale und Dodsworth mLnuscriplü, von den Antiquitäten von Torckfhire, welche zum wenigsten in 22 bänden bestunden, der Universität zu Oxford, wohin sie an. 167; gebracht worden. in Kill. Mit. vitir öc nccis L»col. Hnn/,«,. in ctcnctiix woruum AnZI. mcmain ok kllc Icing LUsrlei I. llcr 20 jLllri§cn Icric^c; in llcn Xö- ni^rciclicn LnßsNrnll, Lciiorllsnll unll Icrlsull öcc. Xt^ccLtzs:u8 , ollcc von llcr Ln^Iitcllcn Ocnersle», l'bomL irisfzx, llricM cxpcllirion. Lc/scko» cn forme llc journsl llu vovLi-c öc lljour, ync Ltizrles II Ko^ lle Is grnnlle LrclSbne äcc. s IHr en ltollLnlle, Kilt ll'/rnglcr. * Fairford / eine marck - stadt in Glocestershire, im Hundred von Britlesbarrov, 77 Englische weilen von Londen. Fair-Fore-Land / ist der name deßicnigcn vorgebürges, welches von der nord - östlichen tüste der Jrrländifchen Grasschafft Antrium in das Meer hinein gehet, und dem südlichen ende der Schottlandifcbcn halb-inful Cantyr so nahe ist, daß die zwischen beyde» befindliche Meer-enge kaum z oder 4 Teutsche weilen aus- tragen wird. Lec-vcxeü. llcüc. llc klrlznlle p. 1)78- 1462. Faita/ oderFajus/ (Johannes) ein Abt zu Gent, Mein dem 14 wculo, und war wegen seiner gclehrfamkcit und frömmig- keit berühmt. Auf befehl des Pabstes, Clemcntis VII, schrieb er wider die Flagellanten, und an.i;94 begab er sich seiner Abley. Man hat von ihm verschiedene schrifftcn s als: llc ciu cs-nium; IromiÜLs vsriL! ; MLMpuIum cxemj-lorum ; guTiüoncs luxer tcn- tenrisz, Lc. N. OLnllLii. I. 4 c. 4. bibl. llcc. Fakirck / siehe Fawkirck. Fakirs / sind eine arl von Dcrvisen oder hennnschweiffendm Mahometanischcn ordens-lemen/welche von allmoscn leben.Wanii ihrer viel mit einander gehen/ so haben sie einen Obersten unter sich/welchem sie gehorchen. Dessen und der andern vornehmsten Fakirskleidung bestehet in z oder 4 eilen orange-farbcr leinwand/ die sie um sich herumwickeln / dergestalt / daß ein ende davon zwo schcn den hüssten hanget/ um die schämn zu bedecken / und dann m einer wqer-hant/welche sie über die schultern hängen/und unter den knien zusammen knüpffen ; hingegen die gemessen Falles tragen nur einen strick mitten um den leib herum mit einem stucke leim wand vor der schaam; ihre haare sind in zöpffc geflochten und wie ein Türckischer bund gestaltet. Ein jcglicher von ihnen traget ein ja- gcr-horn/welches er blaset/ wenn er entweder in einer stadt anlangt/oder von danncn hinweg gehet / und ein gewiß eisern Instrument/ womit sie diejenigen orter reinigen und fegen / allwo fie bleiben und ruhen wollen ; bisweilen pflegen fie / wenn sieden staub und koth auf einen Haussen zusammen gebracht / sich dessen an stakt eines bcttes zu bedienen / um desto deguemlicher zu ltgcn. Wenn sie in cme stadt kommen / so schickt ihr Oberer einige von der gcsellschafft aus/ vor die übrigen zu detteln/theilet so dann/ was sie bringen / gleich aus / und wenn etwas übrig bleibet / giebters den armenund behalt gar nichts anfden nächst folgenden tag/»m welchem falschen cifcr sie die gemeinen lcutc blenden / daß sie mew nen es senil / alles göttliche aussprüche / was sie reden. CS giebt auch einige / die man abgöttische Fakirs zu nennen M- get / welche / indem sie keine gewisse bleibende statte haben / sich aller unrciniqkcit ergeben / find vorwcndcn / daß sie Mv legiert waren / alles was sie wollen / ohne einige gefasir der fünde zn begehen. Ihr Oberer wird von den andern dadurch unterschieden / daß er mehr stücke in seiner klcidung / als sie / wie auch eine kette hat / welche über 2 eilen lang und au euiciu bleche nachgeschleppet wird. Wenn er an einem orte rühm will / wird ein gewand auf die erde gebreitet/ woran! er sich seyst/ und alsdcnn iederman vor sich kommen lasset / da immitelststuie schüler seine lugenden preisen und die wohlthäte» herausstreichen/ fal dir er von Gott empfanget/ welches verursachet / daß das volck hauffig hinzukommt/ ihn zu hören. Einige von ihnen haben 2-20 schüler/ welche durch den drommelschlag und klang eines Horns iisammen qcruffen werden. Wenn sie fort wandern / so fuhren sie einen sahnen / laichen und andere Waffen mehr. Die dritte gattnng der Fakirs/ sind armer lenke linder/ welche sich in die Moscheen begeben/11m das gesetzt, zu studieren / danüt sie dermahleinst.,^ oderlehrerwerden mogen.Diese lehrnen den aleoranauswendig/ undheyrathenaus andacht und zur nachfolge des Mahomets; 0- dec4 weider/ um desto mehr tinder und eiferervor das gesetz ihres Propheten zu zeugen. Die bnffende Fakirs nehmen eine gewisse postur an / welche etliche die gantze zeit ihres ledens auf das strengste deh alten/als da znm erempelerntge die Hände krentzweise über dmkopffzusammen schlagen/ andere dieselben aus den rücken kehren/oder den kopffnieder hangen / ohne ein wort zu reden/oder jemand anzusehen. Etliche stehen nur auf einem fuffe / und halten eme kohl-pfanne in der Hand / worrnnen sie ihrem Gott zu ehren wcyrauchanznnden z und zwar bey allen diesen stellungen pflegen sie gantz nackend zu jeyn / da dann die Jndianischcn weiber sö a- bergläubisch sind / daß jie glauben/sehr glücklich in ihrem ehestan- dezu werden / wennfie dieserbussenden Fakirs geheime gliedmaffen küssen/welche so dann/ wenn diese weiber sich zu ihnen machen / ihre äugen schröckllcher weise in die hohe verkehren. Übrigens pfle- gmandere Fakirs ihnen anfznwartcn / und siemitaller Nothwendigkeit zu versehen. Es sind einige vornehme und hohcStands-per- sonen Fakirs worden / unter andern 4 vorMehme Herren von Cha- gehan/desgrossen Moguls in Indien / hofe.Diese hatten; schönepferde/deren zäume von gold und die satte! gleichfalls damit ü- berzogen waren. Ihre schüler aber waren mit bogen und pseilen/ musquetenundhalben pignen gewaffnet- Man sagt / daß in Indien bey- Millionen dergleichen leutc anzutreffen sind. vovrgcgcs Inc! Malaise / eine kleine stadt in derUnter-Normandie / welche zwischen See; und Caen an dem kleinen flusse Ante liegt. Sie ist in der forme eines schiffs gcbauet/ wovon das castell/ so aufcinem fel- sm liegt /dem hin kcrtheile gleichet.Dtcse stadt war vor Zeiten der alte,, Hertzoge von der Normandie rc>idcntz / in friedenszeiten zwar wegen ihrer annemlichkeit / und nicht minder im krieg wegen der feste derselben. Sie ist mercknmrdig wegen eines daselbstbesindli- chen runden und sehr hohen thurms. Dieses castell war das letzte / welches die Engellander eroberten / und wurde vonTalbok (welcher einen prächtigen und mit vortreflichen gemählden ausgezier- tm pallast darinnen erbauet) dermaßen vertheidigt/ daß er ihn erst an.l4;o an CaroIum VI1 ergab. Sonsten wird hier alle jähr im aug. ein gar grosser tnch - hüte - und vich - marckt gehalten / der schon von Gulielmo Conquestore gestlffm / und mit ansehnlicher zollfreyheit begabt ist / weil seinemuttervon Falaise gebürtig war. Num. Lall, cies villercie Ursuce. ^ Lalbmhaupt. Das gcschlecht der Grafen von Falbenhaupt ist bereits400 jahrtn Kärnthen bekannt gewesen. Hermannus und Nieolaus/ dieFalbenhaupl genannt / waren bruder/und besassen an. izo/und izi; das auf einem hohen selsen gelegene schloß Griffen/welches heul zu tage dem Ertz-StiffteSaltzburg gehöret. Aus Kärnthen sind einige von diesem geschlechte inSteyer- niM gekommen. Unter dcnselbigen ist Diemens an. 144; bekannt gewesen. Georgiusund Diclhmarus waren annoch an. izzynnd r;4S am leben. An.1700 war Gras George und Ferdinand Stadt- hallerder Inner-Ocsterrcichischen Regierung / und Kayserltcher mrckltcheffgehcimder Rath / er lebte ohne gemahlin/ und war verletzte seines geschlechts. t-»do/.noc. proc imp. irilnsnriR -4ullr. p 81. ^alcandus / (Hugo) ein berühmter scribenl im 12 secnlo / schrieb eine Historie von dem elende vesKömgretchsSicilten/socs MerWilhelmo lund ll in die 24 jähr crlttten. Er hat denen be- gedenheiten / die er erzehlet/ meistens selbst beygewvhnel / und beschreibet sie auch mit gar guter vernunfft und staats-klughcit. Solche istan. i^c> von Gervasio von Lournay herausgcgeben/und nachgehends zu Franckfurt an. 1479 nebst den übrigen Stclliani- schm scribemen gedruckt worden. Fazellns giebt Guiscardum vor den Urheber dieses wercks an. sn. ->>4. Kill. Llc>, r 7 c. 4. H/sir«ge Klll. ksc. I. 4 c. 7. * ^alcidius/war ein Zunfftmeister des volckszu Rom / welcher einM machte / rnäi- genannt / krasst dessen ein vattcr solle befugt seyn/sein haab und gut zu vermachen/wemer wölke/wenn nur der 4 theil davon dem rechtmäßigen erben bliebe. Lalcken/eine von den ältesten Sldclichen familtcn in Pommern/ welche von dar in die Marck Brandenburg gekommen / und da- W das gut Dleddin lange zeit besessen. In Meisten und in der NicderFaußnik ist sie ohngefehr mr 14 secnlo bekannt worden. Hermann Falcke hat sich um das jähr 1 -4° als Heermeister in Lief- laud durch feine kriege mit den Russen berühmt gemacht. Hans und Matthias/Chur-Sächsische , sind an. 1412 aufdem schloß Lochau in einer feuersbrunst umkommen. Clemens war um dasjahri?8o Chur-Sächsischer Jägermeister und Amts-Haupt- mann zu Moritzburg.Hans Ehrich wird an.14 96 unter bis Lehns- Vasallendes Nieder-Laußitzischen klosters Dobrilug gezehlet/ und War wegen des Ritterguts Känwitz (insgemein Kämlitz genannt/) so dessen nachkommen noch ietzo besitzen, komm. NectkWff«» Memr l.Luiir2. kill. k. 4 p. 64. Falckenau / eine stadt nebst einem schloß in dem Elnbogner fal — ^ crerse/ ander Eyer aus einem fruchtbaren boden gelegen/gehör' te ehemals den Grafen von Schlick/ nun aber denen von Nostitz« Es wrrd daherum alaun schwefel und kupsser-wasser gemacht. Ltkr/e--. K'r.oArLpk. ^>. - 8. Ls/Lr». rmllcU. ciec. I I. ; c.7§. z p. 74 c 8 § 1 p 84. jerr!. kokm. p 94. Falckenberg / ist der nähme (i) einer kleinen stadt an demjenigen brisen des Teutschen meers / welcher Mm- coä^nus genenne-t wird/inderprovintz Halland / 6 biß 7 Meilen von Halmstadr / nord-west-warls gelegen; (-) einer kleinen stadt mit einem schloß / indein Schkesischcn Fnrstenchnm Oppeln / anbemfluß Steina/ zwischen den städten Oppcln und Grottau gelegen. Sie hartem 1427 den ittril eines Fürstenthums / und residierteHcrtzog Con» radus aus der Oppelffchen linic daselbst. Ietzo gehöret sie dem GrasZerotin. Falckenberg / eine Adeliche familie / deren siamm-häuser «stund nerr-Falckenberg inHeffen/ nahe bey Homburg/aelegem Ar- nolphuS ward an. 1044 Abt zu Weissenvurg und Limvurg/nachdem ervorherzu Corbey diese würde bekleidet. Im 98 jähre seines altersward erBffchoffzrr Spcyer / und starb / da er 102 jähr alt war. Wasther soll sich an. 1142 in Syrien wohl verhalten/und die stelle eines Gouverneurs ru Tiberias k?kllinu K,iv?>, zelten / in dem kriegefignaltret. Crmtzmann wird beschuldiget/daß er an. 1400 den Kayser Irrdertcum/aus dem Hause Braunschweig/ mitaus dem weqcräumen helssen. Christoph war an. 1410 Schle- sischcr Fursten-Rath zu Tcschen. Moritz/ Kayserltcher Obrister- Lleutenant/ blieb an. 16; 1 in der schlachtbcy Lutzen/ und soll den König in Schweden / Gustavum Adolphum / erschossen haben. Heul zu tage blühet diese familie annoch an dem Rheine. «---so»,. tom. z icrchr. rer. 6crm. k. r. 8ckvv. tcrir.-^- ßelck. Falckmberg/(Dietrich von) war aus einer ansehnlichen fa- mürc in Schweden gebohren / allwo sie heut zutage die Gräfliche würdeführct/und vor zelten von dem vorgedachten geschleckt mag abgestammet seyn. Nachdem er sich in den Schwedischen kriegen mit Polen/alsObristcr über ein Teutsches regiment zu friß wohl gehalten / und der König Gustavus Adolphus an. 1629 in Teutschland gierig/nahm er denselben / als seinen Hof-Marschall und General-Major / mit sich / und schickte ihn an. 16; i als Eommttidanten nach Magdeburg / welches er gegen die Kayser» Ischen tapffcr vertheidigte. Als endlich diese stadt mit stürm über» gieng / rückte er mit seiner mannschafft dem Pappenheim,/ welcher der erste in der stadt war / entgegen / und nöthiglcdenselben zn welchen; doch als der von Falckenberg erschossen wurde/ließ die besatzung den mrith sincken / und gab dem feinde die stadt über. Sein cörperward darauf bey anzundring der stadt aufder gaffe zertreten und verbrannt. In währender belagerung suchte ihn der General von Pappenheim aus Kayserliche seile zu ziehen / und ließ ihm durch einen trompcter 4tonnen goides nebst dcm Grafmstande anbiethen ; allein erschickte diesen bottcn/ nachdem er dessen anbringen durch Notarien und zeugen registrircn lassen / mit einer harten antwort zurück. Sein brrrder Melchior hat sich als Schwedischer General-Kriegs-c->mmissz>,us bekannt gemacht. Sein enckel Conrad / Gras von Falckenberg / ward an. 1694 Wee-Präsident im Ober-Hofger ichl zn Stockhölm/ und an. 1709 / da er schon 86 jähr alt war/ Königlicher würcklicher geheimder Rath und Affej- sor des grossen Raths zu Stockholm. a-reb. Lvcc. /sr/k. vom ^ucickcn tcricße. Falckenberg/ (Johann) ein Prediger-Mrmch zu Kämpen/ welcher den Creutz-Rtttern zu gefallen eine schmähschrrfft auf den Kvntg UladrslaumJagellonem/und die gantze Polnische Ration verfertigte / die als barbaren und ein ungerechtes räuberisches volck durch die gesamte machtder Christlichen Fürsten sollen arißgerottet werden. Wie nun selbigedem Polnischen Abgesandten zn Paris in die Hände kam / nahm er sie mit aus, das e oncawm nach Cvstmtz / allwosich der au kor gegenwärtig befand / und brachte es dahin/ daß er zu einem ewigen gefängniß verdammet wurde. Nachdem ihn aber Pabst Martinus O von dieser straffe absolvierte,/so begab er fich zu dem Hochmeister nach Marienvurq / in Hoffnung / eine ansehnliche bclohnung zu bekommen; allein da ihm dieser vor seine inlihe nur 4 marck zahlte / schmiß er ihm selbige vor die füffe/ und stieß die allcrhefftiqstcn schmahwortc heraus; Hieraus ward das urtheil über ihn gesprochen / daß er ersäufst werden solle / ehe man aber solches bcwerckstelltgcn konte/bcgab er sich ansdie flucht/ und setzte hernach zu Kamycn eine viel anzüglichere schufst wieder die Creutz-Rittcr auf. Indem er aber nach Basel auf das iium reffen / und daselbst seine papiere ausstreuen wolle/ward er bey Straßburg von einigen freunden der Crcntzhermi geplündert/ und ihm alle e>-empi-,ri-genommen. Er starb aufderrückreise vey Dreßlau / nachdem sich der obgedachte König vergebens viel mühe bey dem Pabst gegeben hatte / ihn aufdenscheiterbauffen zu brm- ge„. I. ic> kill.I-ol. p. Z7Z. cs»«/. Lo-r/kE.eciirL s Vsn- äerksi-. * Falckenburg / (Lucas von) ein berühmter mahler von Me- cheln, sonderlich in Verfertigung der landschaffren und mtniatur- arbeit. Die aufriibr, so sich an. 146L zu Mecheln und in dem «putzen übrigen Brabandt erhoben , triebe ihne von hauß nach Stachen und Lüttich / allwo er sich so lang aufgehalten, biß unter Wilhelms I von Oranien die fachen sich verbesseret haben; so bald er nun wiederum eine allgemeine ruhe sahe / begäbe er sich mit seinem bru- der Martin / einem gleichfals fürtreflichm mahler / wieder in sein vatterland; Ertz-Hertzog Mathias aber nchme ihne bald darauf II theil. Ll mit 266 fal M?ch°achA^dlO«st,mich! md -Mich«,gab--r«chn»ch Nmenberg, allwo er fich auch niedergelassen,und an. 1622 noch im leben gewesen rst; man findet daselbst noch viel seiner gemählden. ar-cirw. ?. r. I. z. p. ryr. * ^^lckmhayn / eine von den Misten Adelichen familien in Schiesten, davon einige um die mitte des 17 ftculi die Freyherrliche, zu anfange des 18 aber die Gräfliche würde erhalten. Cuno war an. i ;6g Burggraf zu Canth. Christoph ist an. 1621 beysttzer desKomgllchen inann-rechts in dem Breßlauischen,und Sicgmund an. i6;ü Landes-altester in dem Lignitzischen Fürstenthum gewesen Alexander, Freyherr, war an. 166; General in Holländischen dlensten, und Commendant zu Breda. An. 1684 war Ferdinand Friedrich Hertzoglicher Braunschweigischer geheimder Rath, und «xc-LorNinsir cnvoy- zu Wien. An. 1708 bekleidete Graf Ernst August die stelle eines Kayserlichen Cammerherrn. Diese familre -orirt heut zu tage auch in der Ober-Lausitz auf dem Ritter-gut Kießlingswglde. SclileN ctiron, Falckenftxin/ find Sollothurnifche schlösscr im Buchsgöw gelegen, das alte und neue zugenannt; jenes liegt an dem eingang der Clus oberhalb Balstel, heisset aber jetzund Blaüenstein / und dienet einem jeweiligen Land-schreiber der ober-vogtey Falckenstein zu einer wohnung; dieses aber liegt über dem dorff Balstel und der bapellen, auf dem felfcn gegen der Wasser-fall , darinu der Solo- thurnifche Land-vogt felbsten residieret; diese schlöffer, sonderlich das alte, find die stamm-häuser der in der Schweitzerifchen Historie bekannten Herren von Falckenstein; Massen Hugo um nü;, Conrad an. 1207 und Otto an. Iin dem leben gewesen; nach- deme aber ihr männliche stammen abgestorben, find ihre schlösscr und Herrschassten an die Herren von Bächburg gekommen, welche beyde titul zugleich geführet haben; unter djcien hat fich an. 1171 dje höchst-ichanbliche und in den Schweitzer-Historien so verschreyte d'icberey zugetragen, da nämlich Graf Hans von Thierstein, Hem- man von Bächburg und Burckhardt Senn Freyherr von Münfin- acn auf Buchegg etliche von Lyon mit kauffmanns-gsttheren in des Grafen von Nydau geleit reisende kauffleüth, auf der offenen strafft angegriffen, beraubet,und das guth, (worunter 8 centnex fassran) in das schloß alt-Falckenstein geführet; Graf Rudolff zu Nydau über solches verfahren höchstens entrüstet, stellte fich alsobald zur gcgenwebr,und mahnte seinen vettern Graf Hartmann von Kyburg und die stadt Basel (welche unter der beschädigten zahl auch einige bürgere hatte) zum «uccur- auf, welche fich auch hierzu gqntz willig erzeigten, für das schloß zogen, es belagerten, gewunnen, und diese ; Herren samt ihren dieneren und. soldaten gefangen nahmen , wobey dann diese lctstsre enthauptet, jene qber wieder auf freyen fuß gcstellet wurden; das schloß wurde auch sogleich dem von Bächburg wieder zu eigen überlassen; die beraubte mustcn also gantz trostlos nichts als das traurige nachsehen mit sich davon tragen; jedoch überfiele das schloß bald darauf ein zimlich harter stürm, als es von denen an. i;7? über Waldenburg und den oberen Hauenstein eingebrochenen Engelländeren eingenommen und zerstöret wurde; endlich hat an. 1402 die stadt' Solythurn die schlösser und Herr- schafft Falckenstein an fich erkaufst,und eine voatey daraus gemacht. Hans voir Falckenstein, des stamms von Bächburg, Herr zu Farn- sperg und Gößken lebte an-1442 und Thomas der letste vcrkauffte schloß und Hcrrschafst Farnsperg an. 1462 der stadt Bafel. ckr. L-s. I-1. p. 47. L: I. 4. p. 184. I. 7. p. 1Z7- Cliron. Xltzci-. k. r. »st»nn° i;,i L >z75. Lrs/s cbron. Lsk. x.8z, -4 stc 110- * Falckenstein / ein städtlein oder flecken im Voigtlande gegen die Böhmische gräntze gelegen, nahe bey Auerbach und Schoncck, an der Goltzsch, in des amts Planen bezirck; ist doch fchriffrfaßig, und Chur-Sächfischer Hoheit. Falckenstein / ein wohlverwahrtes berg-schlyß lind amt am Un- ter-Vor-Harh, zwischen Halbcrstadt und Mansfcld. Es ist ehemals eine berühmte Grafschafft gewesen, und eine von denjenigen, daraus neben andere» die Sachsen vor Caroli N. zeiten ihre Richter und Feldherren an der zahl zwölf follen erwählt haben. Nach abgang der Grafen kam Falckenstein an das ftifft Halbcrstadt und von selbigen aufdie Herren von Aßeburg. L!>-, Falckenstein vorm walde / ein Bayerischer marckffecken und festes dcrgffchloß im Bißthum Regenfpurg und dem pfleg-gericht Mitterftld zwischen Tham und Thonaustauff, wo die Bayern im 20 jährigen kriege die Bohmen r mahl aus dem selbe geschlagen, «kor diesem hat es feine eigene Grafen gehabt,nach deren absterben es im io stculo an das Haus Bauern gekommen. Hertzog Wilhelm verkaufte es an. 1514 seinem Hofmeister Hieronymov'onStauffen, dessen söhn Hans Ruprecht solches wieder an Hertzog Ludwigen zurück ließ. 77 «»«'. st-mmb. ?. f>. 2--,. ckur r. falckenstein / eine Grafschafft auf dem Hundsrück in den PfMischen landen zivischenKavferslautcrn und Rockenhaustn gei lcaen - worzu die HerrsthM Reypoltskirch ohnweit Lautreck und Broicb, eine bürg bey Duyßburg im Iulichischen, gehören. Zum unterscheid anderer örwr diefts nahmens heist sie, von eknem dqbey aeleaenen berge, Falckenstein am Donnersberg / und hat i» uralten reiten ihre einoebohrnen Grasen gehabt. Nach der zeit ab >r bat Wirich von Dann aus dem alten gefchlechke derer Grafen von tt>aun ( siebe Dann) den halben theil davon durch die beyrath mit ^rmaarden, Philips von Falckenstein,tochrer an fich gebracht, und unmittelbar vom Reiche zur lehn getragen. In welchem zustande es auch seine nachkommen besessen, biß an. i458Kayser Fridericils III den Hertzog von Lothringen damit belehnte, so daß Keiner die von Faickenstein-Däu» die affterlehn von Lothringen holen muffen. Der erste, so solche empfieng, war Wirich N, dessen fM Melchior mit feiner gemahlin Margaretha, Wilhelms Grafen m Virnenbcrg und Falckenstein tochter, die andere hellste bekommen, worauf er 1487 mit der gantzen Herrschafft von Rcnato Hertzog in Lothringen belehnt wurde.Jhm folgtenPMpp undWirich luderen jener ohne erben verstarb,dieser aber unter seinen söhnen die Verfassung machte, daß nach absterben der männer von einer linie, die andern erben sollen. Diese theilten sich nun dergestalt, daß der ältere Philivp Broich, Johann Falckenstein und Sebastian Oberstem bekam. Als aber die mittlere linie Johannis an. 1629 mit Emicio II ausgieng, suceedirten ihm krafft seines testaments seine vettern, Frantz Christoph und Lotharius aus der Odersteinischen, nach de. ren tob an- i6z6 die gantze Grafschafft auf Wilhelmum Wirich und Emieium II aus der B'roichischen linie fiel, welche auch 164, von Hertzog Carln darüber die lehn erhielten. Hierwider protestir- ten des verstorbenen Emicii schwester-söhne Johann Casimir nnd Steins Grafen von Löwenhaupt,mit denen es dieses letztem schwie- ger-sohn Graf Philipp von Manderscheid hielte, und die fache bey dem Lothringischen lehn-Hofe dahin brachte, daß ihnen der besitz eingeräumt werden muste. Ob nun wohl in dem Westphälischen frieden der Grafschafft Falckenstein mit gedacht wurde, s» kvnte doch Dann zu seinem rechte nicht gelangen, sondern Wilhelm Wi- rich von Dann muste ein Mittel ersinnen, und sein recht mso selbst an Carolum IV von Lothringen verkaufst», welcher seinen söhn, den Fürsten von Vaudemont, der sonst zur Lothringischen erb-solgr unfähig war, damit bestehe. Hierauf suchten die Grafen von Manderscheid ihre hälfst beym Reiche, kontcn aber nichts ausrichten, biß iü84Franckreich seine reunivns-kammer zu Metz anrichtete, welche dem von Vaudemont das recht absprach. Allem weil durch den Ryßwickischen frieden alle rennirte örter wieder in vorigen stand gesetzt werden sollen, so erhielte Vaudemont ein msn-Krum ruencio von dem Reichs-Hofrath wieder Manderscheid und Löwenhaupt, worauf sich diese an. 1704 an das Reich gewendet, r«s>-i st-Lr5-c»n!2eI-7 j>. c. 6° p. 2.66. Nr-scent. y. 86Z° kt. ?. p. ZAs. Falckenstein / ein ehemahliges geschlecht in der Wetterau. Man sagt/ daß aus diesem Hanse Georgius bereits zu des Kaysers Sevrrl ztilen gelebet- Philippus/ welcherum das jähr lazsnvch gelcbet/ hätte zur gemahlin Anam / Vlrici / Grafen zu Mutzen- berg / tochter / die ihm nebst Götheund Jurha / 2 söhne / PHW- pum und Werncrum / gebühren. Golhe / die älteste tochter / war wegen ihrer schönheit und andern gemnhts-gaben ein wunder ihrer ml> nnd wurde dahero an Richardmn/ Hertzog von Com» wall/ Kömgs Johannis aus Engclland söhn / welker in Teutsch land gekommen war / dieKayserliche wurde zu übernehmen/ vermählet. Philippus der jüngere/ war bey dem Kayser Wilhelms in grossen gnaden/ welcher ihm die Reichs-kleinodien anvertraute/ die eraber gedachtem Richards aus Engelland zugestellet. Als nun solcher wegen geld-inangcl wicdcrumzurück nach Engelland giena/ setzte er den Grafen über die Wetterau. Eben aus diesem geschieh tc lebte zu gleicher zeit Frtdericus / welcher als zeuge von dem Kahler Richards gebraucht wurde/ als dieser der stadt Speyer einen lonfiriiiations-briesf aller ihrer Privilegien ertheilet. Wemerus/ Gras von Falckenstein / war Probst zu Mayntz / und wurde an. 1260 zum Ertz-Dischoff postuliret (von welchem besonders.) Phi« lippus / Graf zu Falckenstein / beherrschte Mintzenberg/ und leb, te um das jähr 1 z or. Er war Reichs-Hof-Cammerer/ und schützte die geistltchkcit in ihren privilegiert. Ein anderer Philippus stund bey demKayser Ludovico IV in grossenanaden/undbekam Nan- hetm von Johanne von Heusenstem. Eben dieses Haus bekleidete auch die Nclchs-kammercr-stelle / wie sich denn Graf Philipp zu Falckenstein und Mintzenberg in einem freyheits-briefe/ welchen gedachter Kayser an. i;2> der stadt Butzbach in der Wetterau gegeben / des heiligen Römischen Rcichs-Cämmercr unterschrieben. Erstarb an-1;4?. Cuno oder Conrad war des Erk-Bischoffs Hen» rici von Mavntz co-ajuror, „nd bekam von diesem unterschiedene Mayntzlsche schlösser und stadte. Dieser Cuno wurde an. 1; 54 Ertz- Bischoff zu Trie^ (davon an seinem orte) Als er an. i;88 gestorben/ folgte ihm Werner/ Graf zu Falckenstein. (von welchem besonders) Philippus / Graf zu Falckenstein / welcher an. >41° dieses zeitliche gesegnet / war des vorgedachken Werners bruder/ und bereicherte das kloster Arnspurg mit milden stlffmngen. Gedachter Werner starb an. 1418/ der letzte dieses Gräflichen Fal- ckensteinischen geschlechts. Worauf die gantze Grasschaffl an seiner schwestern ma'nner/nemlich Graf Dietrichen zu Jsenburg/Graf Gerharden zu Sayn / GrafOttonem zu Solms/GrafRuperwm zu Virneburg / und Graf Gottfrieden zn Eppstein/sonst Ederhar» dus IV genannt/ gekommen. Doch trug der letzte allem den dritten theil davon / nemlich die stadt Butzbach/ Cransberg/Gromn- gen/ Königstein/ Lichen/ halb Mintzenberg / die Cösse an Hof- heim/ das halbe schloß Vilbcl/ halb Rodheim und Zieqenbrrg. cnim.'Ar. z. c. 96, riiesr. Acncr!. r. ?- c-i öcLschtl ckron, c, 55. fzmil. cmorr. 1.1. i,or. in UerÜNAsberALm k 1. rer. 6-rm. p. 7?4- kgiiHuiiclie clii-^kr. p. zz. 8^-yer. cb-vn. 6c red. IvloAUn'. I» 1. 6s < 7 c> onk» tynr. 7 . s>- 76. rnnL>. N?rsv biü. inkgo- l. r° c. »7 tz.z. VI. k. I. l. 6. c.z, Falckenstein / siebe Trautson^ Falckner / ein sehr altes, fürnehmes geschlecht zu Bastl / vo» gleichem stammen, als die in Holland berübmte familie der Bai» ckenier, wie ein solches Petrus Valckenier, Holländischer r-ivay« m der Schweitz, an. iS-7, bey feiner aus diesem anlaß «ach Basel gethanen reise, nach collatwnirten beyd-stitigen Zene». ivLic-schrifften erwiesen hat. Der erste, so nach Basel kommen, wäre Heinrich von Uffholtz, aus dem oberen Elsaß gebürtig; Er hat sich anfangs bey den schwesteren zu Heüsseren / unter Ruffach, als ihr Occonomus. aufgehalten, und als an. 1296 überschwemmet, vorstellen sollen,weilen dar Personen Easten stehen, an welchem die buchstaben i-iQL geschrie» den sind. Mern andere gelehrte haben erwiesen, daß da auf etwas gantz anders gedeutet werde, und in die buchstaben versetzt Walther, Freyherr von Clmgen, denenselben bey dem dvrffweer seyen, ,0 daß man vielmehr nun, lesen müssen, welches der anfana ..^^^m.wemem°bnunaverebb, bar.nsannen... des Worts .EtzO-, und anzeign, daßin derstadtAvameaeme gewijse Heydnische Gottheit von mehreren in selbiger gegend liegenden orten gemeiniamlich seye verehret worden : ino,^--, ist wohl «n dieser ,chrifft des Herrn Falconieri, als in denen nAärun- gen der athletischen inscriptionen viel geschicklichkcit, und eine gar ^"e wGnsthaffc in der antiquität. Erstarb an. 167- 8. laus Hemstus hat chm das dritte buch von seinen d-M. und der berühmte Baron Spanheim die erste edition seines wercks ä- w« "um.i.nLmm zugeschrieben. * _Jalcsnis / oder cle ksiconibus, (Jostphus') ein Earmoskt^' Munch, welcher zu ende des iü seculi geleber. Durch seLeredt- samkett machte er sich so wohl an seinem geburts-vrte zu Piacenza als auch zuNlorentz,Pisa,Verceüi, und anderswo sehr beliebt. Unter, einen schrrssten sind ein clironicon seines vrdens, verschiedene reden und andere mehr. bibi. Osrmsi. in pL,06. Lurincl. 6/-,/,?» tbescr. öcc. Falcsnius / (Henricus) lebte zu ende des 16 seculi, und war einer der vornehmsten Mitglieder von der academie der Humoristen zu Rom, von einem hurtigen und muntern geiste. Man hat von ihm verschiedene gedichte, die er unter dem namen Falci, eines Hirten an der Tiber, zum druck befördert. Dieses ist an ihm merkwürdig,daß er sich niemals, ausser der essens-und schlaffens-zeit, zu Hause antreffen ließ, sondern immer,entweder bey lustiger oder bey gelehrter geseüschafft war, oder auch irgendswo einsam herum spa- Mvte,waches er so gar bey dem schlimsten Wetter nicht unterliesse; sonderlich liesse er kerne nacht vorbey gehen, daß er nicht einige stunde lang mit erner laternen in der Hand seinen eoui- gemachet hatte. Er brachte sein alter bis aufsr jähr, und erlitte zuletst viel schmertzen von einer Harnwinde, welches ihne doch weder von sti- nem herum spatzieren, noch von besuchung lustiger Mahlzeiten abhielte, wann nur jemand war, der allda für ihne zahlen wolle. an dem Schwartzwald eine Wohnung verehret, hat er sich nut den Koffer-Frauen dahin begeben; Als ihnen aber auch solcher sitz Mt anständig und sicher genug vorkäme, erlangten sie auf mier. k-il,on Kaystr Rudolphs von Habspurg die freyheit, sich in Basel niederzulassen, und allda das Closter Clingenthal zu bauen, in welchem obgemeldter Heinrich Falckner, der sie bis dahin begleitete, auf ihr begehren die Lrchaffney übernommen, und bis auf seinen tob an. 1282 verwaltet; «sein söhn, gleiches namens, wäre voÄor juris LLnomci. starb an. I; 14. Dessen söhn, auch Heinrich/ wurde krivr des Augustiner-Closters, und starb an. c;8s. Hemman aber, der andere söhn, so ein stein - schncider wäre, menge mit tob ab an. i; 74. Johann Bernhard wäre ourci^-i bey den Barfüßern, starb an. 1401. Heinrich wäre gerichts- Herr zu Basel, starb an. 1456; und dessen bruders Andrea, eines kriegs-manns, (der an. 1444 in der schlacht bey 8. Jacob an der Birß umgekommen ) söhn Heinrich kam an. 148° der erste in ein Ehren-Regiment, da dann bis auf den hcntigen tag, und zwar ohn-unterbrochen, jeweilen der söhn dem vater darinnen gefolget; er starb an. 1914. Sein söhn Ulrich erlangte an. 1519 die hohe würde eines obristen Zunfft-Meisters, und zwar als der letzte von dem Bischoff, und nach der «.etormsiwn der erste von dem Rath, starb an. 19 91. Dessen söhn war Heinrich/ dessen in der Baßler- Chronick, in Qualität eines hiesigen Rathschreibers, auch gedacht wird, und welcher hernach Stadtschreiber worden; Dieser ist zu unterschiedenen malen wegen seinen sonderbaren meriten, in dem namen der gesamten Eydgnossenschasst, nicht allein zu dem König in Franckreich, sondern auch zu dem Kaystr, in wichtigen geschäfflen gesandt worden; ja, Ferdinands I trüge zu ihm ein so grosses belieben, daß er ihne, samt männlich s und weiblicher posterität, in den Kayscrlichen und Reichs-Adcl-stand erhübe; erstarb an. 19 66. SeinbruderSeatus/ wie auch sein söhn Daniel/ waren beyde des Raths, und zugleich wann nur,emano war, der allda für ihne zahlen wolle. Land-Vogte auf Mönchcnstein; jener starb an. 156;; dieser ^ "letzt gar zu viel geschicklichkeit aber an. 16; 4. Hans Heinrich/Daniels söhn, als er stapffels- ^bucherensamm^ er behielte hingegen treflich weist die ansehnlichst- und wichtigste Ehren - ämter bedienet, und ^ou ""deren gelehrten gehöret hatte, und HM ihm dem Vaterland in allerhand Gesandtschafften fürtrefliche dienste aufgeweckter geist schon genug gethan, gelangte endlich zu der würde der obrist - Zunfft-Meister- daß es ihm an guten einfallen zu Versen memalen mangelte, stelle, und starb an. 1661. Sein söhn Daniel wäre des Raths ^ ^ ^ ^ ^ . und v-pm2r der kirchen und schulen, und hat ebenfalls mit rühm Falcomus / (Johannes) em Spanischer Munch, von dem mehrmalige Gesandtschafften verrichtet; starb«». 1711. Dessen orden rd-rcc-i, war an-1996 zu Fisiana, einer stadl in der diö^ sthnEmänuel/ so seiner vor-eiteren fußstapffen höchst-rühmlich betretcen, bekleidet nunmehro gleichfalls die hohe Ehren-stelle eines Haupts in seinem Vaterland, und hat bey so vielen ihme aufgetragenen Gesandtschafften jederzeit eine sonderbare klugheit und Dmerität von sich vermercken lassen, u-M. ckro». L-m. 1.8 P.6-S. Zsi,. Li-oks cliron Lslll. p. 99, I;7> 141, 148,189, 207, 218. AMll. Lpirspliis öc Inkcript. ksül. p. i;8 > 219. 249, 294, 299 » 261,262. * Falco / (Jacobus) ein Spanier und Ritter des ordens von Monteza, lebte an. 1990 in grossem ansehen. Er war ein guter Kirctismsricu 5 und Pvete, und hinterließ pocmsrs; gusci-LturLm circuli und andere, I. ,. in iitzno vic« c. po. kil,!. ffssI. 6 OXJXll )8 > auch kslconrriur NILANU 5 war an der Fränckischen und anderer Könige Höfen der Ober-Falckemer, das ist/der über die falcken, damit man die kleinen vogel beitzte, die aufsieht hatte. Nachgehends ist es eine hohe dignitat worden, und hat viele bediente, so gar zur zeit Ludovici XII und Francistk I 90 edelleute ohne die jägere und andere unter sich gehabt. * Falconberg / stehe Fauconberg. Falconi / siehe Faucon. Falcoma / (Proba) eine gelehrte Römerin, und eheweib des Anicii Probi eines i4«teÄi ?-Lrorio, oder,wie andere wollen, eines kroconiulis Liieipkii, florirte in dem 4ten und 9ten seculo. Sie hatte von dicfem ihrem ehemann Olybrium, Probinum, Probum und Julianam zu Kindern ; die söhne kamen zu hohen würden, wie dann die beyde erstere das (.oncuiLc an. ?99 mit einander, und Probus hernach gesührer; von der tochter aber empfienge sie die von Hieronymo so hoch gelobte jungfrau Demetriadem ; sie sechsten wurde wegen ihrer gottfeligkeit und gelehrfamkeit von Augu- stino, Chryfostomo, Prudentio und andern, sonderlich aber dem Hieronymo bis in den Himmel erhaben. Als an. 410 Rom von Nlarico eingenommen wurde,flöhe sie nach Africa,da sie von Hera- cliano des rests ihrer geringen gütern gäntzlich beraubet worden, und kaum eine sichere Wohnstädte finden können; wann sie eigentlich gestorben, ist ungewiß. Man hat von ihro Lcnronem virML- oum in V. L: 01. Hciiam. welcher dem Kaystr Honorio zugeschrieben worden. Aldus wäre der erste, welcher denselben mit sMicii 8cvcr>'ttUwris an. I t<-I ans licht gegeben; seit dieser zeit aber ist tr vffters in den kibiwktiecir ksrrum und anderen cemoiuKuL heraus kommen, KrA»/. lle lcript. ecd. culn Lllll. Xlirrei. Drr'o». 4 n«i,l> L-ve. ^L^rcrr kibl. l.ac. * Falconieri / (Octavius) ein Römer, welcher an. 1668 ein euch voller athletischen aussthrifften, und nachgehends eine disser- tation von einer Apameischen mell-iiie herausgegeben, welche nach ces von Guadix gebohren. Gleich in seinen jungen jähren hatte er einen absehen vor den weltlichen dingen, da er in seinem kloster mit grossem eifer vor die geistlichen fachen jederzeit geredet. Er starb an. l-;8, unterschiedeneschrifften hinterlassend, als: canius dpi. rikusl) lsc,o monumcnco ; vikL cie ctios; -l pan nu-kro lle cgitL memeukos cte >L millä , Scc. welche und andere stine schrifften an. IÜ-2 zu Valencia in einem bände in octav zusammen heraus gekommen, davon nachmals einige in das Frantzösische und Italiänische sind übersetzt worden. k>ll>l. Falcoptng / lat. ksicopis, eine Schwedische stadt in West- Gochland, 8 weilen von dem Wener-ste gelegen. Hierbei) wurde an. i;88 den 12 stpt. in einem treffen König Albertus in Schweden von der Dänischen Königin Margaretha gäntzlich geschlagen und nebst stinem söhne Erico gefangen, Faleris / Falaris / Faleria / eine alte Italiänische stadt in Toscanien, von welcher noch jetzo einige übrige merckmaale zu sehen sind, ohnweit von der gegend', allwo nun Citta Castellana ligt, welchen ort nach des andern Untergang aufgebauet worden, ssJs.LR.X^I8>2ßcr L mons.istelnJkalianisthesfeld und gebürg in der provintz Campania,zvge sich von Srnuessa, so am meer läge, landwärts ein, erstreckte sich zimlich weit zwischen den ßüssen Liris und Vulturnus, und wurde die höchste gegend davon auch ^sllicur genennet. Beyde sind insoriderheit wegen des vortresil- chen weins berühmt, so darauf wächset, von weichem Plinius rühmet , daß er unter die besten weine in gantz Italien zu zchlen sey. I. 4 c. 6. I. r elcg. I. 27 LP-Z-. * l»aletti oder phaletti/ (Hieronymus) Graf von Trignano, war von Savona in dem Genuesischen, ein sbhn Guidvnis, weicher aus Faletti, einer stadt in Piemont seine herkunfft hatte, und davon den namen führte. Er hat jederzeit grosse tust znm stubiren bezeuget , und dahero verschiedene reisen durch gantz Europam, um mit den gelehrten sich zu unterreden, vorgenommen. Bey welcher ge- leaenheit er zu Löven, da sich einige unruhe erhoben, e,n gedichte in 4 büchern, unter dem titul: -ldis ßuen-- 6 , kisncll», verfertiget. Bey seiner zurückkunfft nach Italien, wurde er zu Ferraka mt der v°d°r-würde in der rechts-gelehrsamkeit beehret. Hierauf kam er an den hofdes dasigen Hertzogs Herculis II , welcher ihn unter die rabl seiner Zwitters aufnahm, und zum Gesandten an den Kaystr Carolum V und unterschiedene andere Fürsten gebrauchte. Dessen lobn, Alphonsus II, welcher seinem vater an. 1999 m der Mrung gefolget, schickte ihn nach Teutschlmid, um daselbst bey dem Kaystr Ferdinando I um seine tochter Barbara zu werben, welche er auch erhalten. Hierauf gab ihm gedachter Hertzog die GrafsthM Trignano. Unter so wichtigen Verrichtungen unter- L -- gl-ichw« md, d-» «M-- ^ 268 fal dem Kayftr Carolo V/ in Italiänischer,und das geschlccht-register des Hauses Este in Lateinischer spräche geschrieben hat. u- pver, tuiicmp. cUal. I. I. 7 tziti. L^vvncx. 6^r/i-sr iküLir. Lo/>^»r L 6r„/rnrL»r icrirc. ciellL Uigur. öec. Falieri / eine von den allerältesten familien unter den Edlen zu Venedig , welche vor aiters den namen Anastasio geführt. Es sind aus derselben; Dogen gewesen, nemlich Vitalis, Orbelaphus, und Marinus. Von den beyden letzten sind zwey absonderliche articul zu lesen. Vitalis Faliere bestiege den Hertzoqlichen thron an. 1084 nach Dominico Sylvio. Er soll von dein Constantinopolitani- schen Kayser Alerio I die belehnung über die prvvintzen Dainra- tien und Croatien , ingleichem von dein Occidentaiischen Kayftr Henrico IV unterschiedenes zum behuf seiner Republic erlangt haben. Er starb in dem jähre 1096, und bekam zum Nachfolger Vitalem Michaeli I- Seit der unglücklichen begebenheit mit dem Doge Marmo Fasten ist diese familie gleichsam in einer beständigen Unterdrückung geblieben; da sie doch vorher nicht nur zu Venedig , sondern auch in gantz Italien,eine von den vornehmsten gewesen, theils weil sie sich daselbst mit den grösten Häusern verschwägert, theils auch,weil sie die oberherrschafft über Ravenna und über andere örter in Romagna gehabt, Qwi aucm. L-mL, IM. Vcncc. clc rep. V^nein. aleNiff. iZu Qouvern. ^vVeniie. p. Lalieri/ (Ordelapho) ein Hertzog von Venedig, welcher an. Hör erwählet wurde, und Balduinö, dem Könige von Jerusalem, mit einer mächtigen flotte einen grossen theil von Syrien wiederum erobern halff. Nach diesem brachte er gantz Dastnarien, Croa- ticn,nebst unterschiedenen andern von der fte weit entfernten prs- vintzcn, unter der Venetianer herrschafft. Als eine zeitlang hernach die stadt Zara rcbellirte, und sich dem Könige in Ungarn unrer- warff, segelte er mit einer flotte dahin, cmpfieiig aber an. 1 n 7, als er die söldatcn bey stürmung der stadt aufzumuntern suchte, eine tödtliche wunde. «je l,XLN!pI,L vir. iiiuik-. v^ner. Lalieri / (Marino) Hertzog zu Venedig, ward zu dieser würde a». i;54 erhoben, als er eben eine Gcsimdschafftzu Akom verrichtete. Nachdem er 9 monal regieret, gcrieth er auf die gedancken, sich touvcr^in zu machen, und die Ralhsherren meuchelmörderi- schcr weise hinzurichten. Einige wollen , er habe sich zu diesen gedancken aus raach verleiten lassen, weil ein gewisser Michael Zen, oder Slcn seine frau, oder eine andere ihne sehr nahe angehende Person zur unkeuschheit verführet hatte, ohne daß er durch die Richterliche form ihne zur straffe habe dringen können. Andere melden,er habe dieses frevle stuck aus blossem ehr-geitz unterfangen. Das vorhaben wäre den pallast unter währender ralhs-versamm- Illng anzugreiffcn, wozu - s obcrhäupter bestellet waren, deren je- dcs'60 mann mit sich dahin bringen solle. Zur ausführung wäre der 16 april bestimmt, an welchem deswegen noch alljährlich eine x-ncrzi pi^occUiv» um den Marr-platz gehalten wird. Allein Ber- trard Pclizzari, einer von dieftr varthey, offenbahrte es einem von den Raths-hcrrcn, welcher es alsobald den übrigen zu wissen that, worauf sie noch in selbiger nacht 16 von den vornehmsten radeis- führern nebst dem Falier arrestirten, und in weniger als 8 stunden noch 400 andere mitschuldige darzn bekamen, von welchen einige gehcncket, andere ersaufft, einige aber nebst Falier enthauptet wurden. Darauf entdeckten sie ibrer noch 500, welche aber, weiche bey Vollziehung dieses Vorhabens nichts mithatten zu thun haben wollen, gnade erlangten, ohngeaehter sie ch gebilligct hatten. Derjenige, so es eröffnet, wurde mit der würde eines beehret, und bekam eine jährliche pension von 1000 krönen. Allein da er mit dieser belohnung nicht zu frieden war, sondern den Rath der undanckbarkcit beschuldigen wolle, wurde er ansio jähr lang »ach Ragusa verwiesen, und, als er von danncn nach Ungarn entfliehen wo!ce,kam er unterwegcns um. 1. ,z. inff. 6u Oouv. a- Vcnile. * ssssVI8GI- ein alt volck in Italien,so nicht weit von Rom seine Wohnung hatte. Sie wurden von den Römern unter das joch gebracht , wie man im Limo sindet. Monte Fiaftone ist anietzv die Haupt-stadt dieser landschasst, gleich wie vor zeiten Faicria. Das gebiete der enu-,»,,,,» erstreckte sich ehemals von dem Loftanischen mcerc bis nach Piombino, und von deut fluge Paglia bis an den berg Svracte gegen die Veienciner zu. Heut zu tage sind darinnen die Grafschaffl Petigliano,Castro,der see Bolftno, inonte Fiaftone, Bagnarea, Grastgnano, bis an die Flamüüsche straffe und den fluß Tiber. Auf der andern feite gegen dem berg Soracte zu war der wald Ciminia und einige andere stadle. 1.6 c. 19. PH.-»c^ännor. in itzivium. FaMrk/ siehe ^awkirk. FaUez/ siebe Bauduin. ^aUopius/sGabriel) ein sehr berühmter Xkc-Zicuz,war zu Mo- dena an. 1490, oder, wie andere wollen, 152; gebohren. Er hatte eine ungcmeme begierde die natur auss genaueste zu untcrsuchcn, durchrciste danncnhero fast gantz Europa, sich mit gelehrten männern zu unterreden. Dadurch erlangte er so wohl in der astro- nomie und philosoplste , als auch hauptsächlich in der botanie und anatomie grosse wiffenschasst, wie er dann hierinnen unterschiedene dinge erfunden , davon noch heut zu tage nw, t uünp,^,^ den namen führet. Zu Padua wurde ihni anfangs eine profeßion in der anatomie, und nach Lein rode des Bonasidii an. 1940 die >Eu- r2 iff»x>!ic>u>i> aufgetragen. Er ftlbsten aber starb an. 156; in dem 7; iahrc seines atters, hingegen andere wollen, daß er kaum das )9 jähr überlebet, Seine schrisslen sind: inir>rmiE8 -nscomic«; ob- tervscioncs siiLroniic«; cic colonous rrnÄ. lle mclliciruc « gu-r fa! fam clllrurgiL llicimr z oblervLtiones ü- venir; cls psrriduL timllznbus' cle meäicLmemis ffmpücitzus z lls Msrerig aiellicinrli in Iwrum pri- mum Oinicoritzis; cie rks-wLlibus Lgu>5 z ge mecLÜis argue foffllikm - tzc mcciicLmenris purbLnrinus lllNviicwus; en,ffo!L sei tviercuri^lem tze lte ulccribus eorumgue ipccistzus ; cle lllvrbo Ozillco - tze uiceridus ftnguinrum porrium z cle vulneritzus in Ebnere . ^ vulneri- tzus cLpiris, oculorum, nsll, colli, vstorum öcc. commeniLriusin tkip- pocrLtis Nbruni cle vulneribus cspiriz; lle csutcriis ; lle lumorikm prLter nsrursm ; ffc clecurLUoncz cxpotirio libri Qrleni lle ollltzus. tze Uixaris trsÄis ollibus; merbotzus contulrsnlli; c!z Sc quL-cxrrs nieäicmLm in ulu Ninr. Über diese Wird ihm auch em anderes werck, so den titul führet: li-cre-i a.vsrll c wiraculos L. ffinri in rrL libri, von einigen beygelegt ; allein der wahre suÄor dessen ist Johannes Bonacius. t»a. t. cbron. meciicor. OÄsseL«». vn. inefficor. elvg. vir. ciock. rbcsrr. e!og. I x. rio. Freier, rlis^rr. ge z„g. Falmouth/ eine stadt in dem Kirrier-Hundred, in der westlichen gegend von Cssrnwall,hat aufder südlichen feite einen vvrtref- lichen haven,der so groß und sicher ist, daß 100 schiffe darinnen stehen mögen, ohne daß eines das andere sehen kan, und wird bey der einfahrt von 2 castellen beschützet, welche König Henrieus VIII erbauet hat. Er ligt sehr bequem absonderlich vor die schiffe,so entweder in den sana! hinein gehen oder heraus kommen. Carolus II machte Charles Lord Barklen zum Grafen von Falmouth, und als dieftr an. 1665 aufder see umgekommen , wurde von eben diesem Könige an. 167; George Fitz-Roy, so nachgehends Hertzog von Northumberland worden , zum Burggrafen von Falmüth gemacht. Falfter/ lat. k-Mri-, eine insul auf der ost-fee,welche dem Könige von Däncmarck gehöret, und zwischen den insuln Mone vst« wäris, Laland westwärts,und Seeland nordwärts lieget, wovon sie durch ein enges meer, so man Grone Sund nennet, abgesondert wird. Sie ist 4 Meilen lang und breit, und hat nur 2 kleine städte, Nicöping und Studköping, ist aber sonst an getreyde und andern frischten sehr fruchtbar. s- Uelc. vr». Lalsterbo / ein kleiner ort an der süd-westlichen spitze der landschasst Schonen, z Teutsche meilen von Malmö südwärts, gelegen, allwo viel Heringe gefangen werden. AlZ/ (Raymundns) ein berühmter ^»iileur,wurde an. i6>z zu Stockholm gebohren, und verlohr feinen vater, welcher bey der Königin Maria Eleonore hof-jubelierer war, in dem ? jähre seines aiters. Zwey jabr hierauf wurde er zu seines Vaters brudec, Herrn von Falzburg, Schwedischen Hof-und Regierungs-Rath < nach Stetin geschickt; allein seiner mutter Unpäßlichkeit ruffte ihn wie« der nach Schweden, da er unterwegs einen schiff-bruch ausstehen innste. Nachdem er sich in seinem vaterlande so wohl bey gsld- arbcitern als mahlern und wachs-poßirern unterrichten lassen, gieng er an. 1680 nach Coppenhagen, von dar nach Lübeck und Hamburg,und über WoIffenbüttel,Erffurt,Coburg, Bamberg und Nürnberg nach Augsvurg, allwo er die kunst, in stahel zu ardeilei!, vollkommen lernte. Von hier besuchte er München,, und kam an. 1682 über Ulm zu Slraßdurg an, allwo er die Frantzösische spräche lernte, und an. iü8z Paris besuchte, auch sich anfangs beydem Königlichen Kle-^iULul-, a>, Cheron, in dienste begab. Allein weil seine iucdaillen ibm jedermans Hochachtung erworben, hielte er es für rathsamcr, für sich zu arbeiten. Weil er nun also sehr viele »--- mnm^.die in des Königs Historie liessen, mitungcmemerkuust verfertigte,ließ ihm der König, ausser dem ordentlichen lohne, jährlich eine pension von 1200 pfundcn reichen. Inzwischen lernte er auch die music, und durchreiste die vornehmsten Provintzcn in Franckreich. Hieraus giengeran. 1686 über Brüssel in dic vercl- nigtcn Niederlande, von dar aber nach Engelland, und als er von hier nach Holland wieder zurück gekommen, wolle er Schweden wiederum besuchen, dessen König ihm so fort zu Stettin etwas gewisses jährlich reichen ließ. Allein als der Churfürst zu Brandenburg, Friderieus, an. 1688 die regierung feiner lande antrat, lieg er ihn zu sich beruften , und machte ihn zu feinem lexKKlicur. An. 1694 erhielte er die erlanbniß, abermals »ach Schweden zu geoen, von danncn er aber mit grosser Mattigkeit zu Berlin ankam. An. 1701 reifere er auf erhaltene erlaubniß nach Hannover, allwo er verschiedene m-mUWsiL verfertigte, dabey aber in eine harte kranck- hcil sicl; als diese sich wiederum in etwas gelegech gieng er nach Berlin, und starb daselbst an. 170z den 26 may. Seine mcda>llcn, welche in den n»vis i>r:e-L->i? angeführet werden, befinden sich in dem Königlichen müntz-cabinet zu Berlin, licie^riz »n. >7^ p.^41, 407 eic 408, Ln. 1704 p. z. bibi. sn. 1704 p. sssssslss, unter diesein namen haben die Heyden das gcrncht als eine gotthcit verehrt, und derselben unterschiedene tempel gewidmet. Die erde soll,und zwar durch den zorn der götter gcmtzet, sie gantz zuletzt,als eine schwester der deyden riefen Cai und Enccla- di, hervor gebracht haben. Bey dem Virgilio ist eine vollkommene beschreibung davon zu finden, llb. 4. in wcic. in LäMÜi. 7-Ee/ psnck. ni^rb. p. ,.79. Lamagosta / lat. k-mi -wAnk-, ist eine Bischöfliche stadt auf der ins»! Cypern, unter den Ertz-Bifchoffvon Nicosia gehörig,neW einem bequemen haven. Man hält dafür, daß sie vor dickem Sala- min, Thamassus oder Arstnoe genennet ivorden. Sie ligt m: hintersten theile der inful,auf der gegen Syrien zu liegenden feite, alle stadt Famagvsta ist vierecktgt,hat 2 meilen im umfange, und ist »nr maurm und necken graben umgeben, der gantze umkreiß aber der mauren mit emer bairey und i; thurnen bevestiget. Der haven ist von allen winden frey, und desselben einfahrt sehr enge; aufder einen spitze ist ein wrr. und aufder andern eine bastey, die eine gute ecke in die see hinein gehet. Diese stadt ist allezeit beydes wegen ihrer handelschafft und Habens, als welcher der eintzige in der gantzcn insu! ist, in großem ansehen gewesen. An. i; 72 wurde sie von den Genuesern erobert, welche sie in die 100 jähr behielten. Die Vene- stauer aber besauen sie bis an. i? 7 i, in welchem jähre sie die Türmen , nachdem sie Nicvsiam weggenommen, eroberten, ohngeachtet sich die garnison tapffer wehrte, welche aber endlich, nachdem aller vorrath auf war,und man keine Hoffnung zu einigen, entsatze hatte, mit dem Türckische>r General Muffapha capltulirte, welcher den Commendanten Bragadino hinrichten ließ, weil es ihn hefftig verdrossen, daß er 82020 mann in der belagern ng verlohnn hatte. Nach Luckens beschressung, der diese stadt an. 165; gesehen, ist sie damals wiederum mit neuen mauern und starcken wällen umgeben , wie auch mit basteyen, zwischen weichen kleine thürnlcin gestanden,versehen gewesen. Aufder feite des havens war ein castell. Die stadt hatte nur 2 thore,ems gegen die see,und das andere gegen das land zu. Der haven war niit einer kette verwahrt,und die stadt mit einer garnison von 800 mann und 46 stücken versehen. Bey dem land-thore stunden allezeit ;c> und bey dem see-thore 2; mann, auch waren stäts 2 ausgerüstete kriegs-gaieren im haven. Das alte Famagosta wurde von den Engelländern miniret, welche sich an. ny i unter ihrem König Richard derselben samt dcr gantzen insul bemächtiget, aber sie hernach an Guido von Lusigna'n abge- trecten; es hatte solche einen grossen umfang; wie man dann noch jetzo grosse -uff-» davon sehen kam Sie ligt von der neuen AM 4 meilen aufeinem Hügel, da hingegen die neue in einem thale ligr. Die lufft in der neuen stadt ist wegen der nahe dabey gelegenen Moräste sehr ungesund. Tavernier meldet, daß der haven an- ictzo nur galeren und kleine schiffe in sich fassen könne, weil er, nachdem die Venetiancr solchen verlohren, sehr rumstet sey. lull. 1. 49. in snnzl. pjff. /liÄMi iiill. Vsu. * ssssNII.IL - ist einer deren namen, durch welche die Römer vor Zeiten ihre geschlechter anzudeuten pflegten. Es ist aber zu wissen, daß sich da ein grosser unterscheid fände zwischen Oen? und kEii-L. Qcns harre eine gemeinere und weitläuffigcre bedcntung, und erstreckte sich auf alle, die man einen gemeinen Ursprung zu haben glaubte , und welche auch aus Verursach den ersten namen, so deswegen nomcu »enrüe genennet wurde, gleich hatten. Wann aber dergleichen L-lirc-gar zahlreich wurden , fände man nöthig, bre verschiedene aste oder abstammnngen derjenigen durch absonderliche zunamen von einander zu unterscheiden; da dann dergleichen absonderliche äste hiessen. Also wäre zum erempel bey denen corn-Mi, ocns der allgemeine geschlkchts-namen, so allen om6ii-, welche von dem höchsten alterthuin her eines Ursprungs waren, zugleich zukäme, und welche sich deswegen untereinander 6-nri>sz hiessen. Aber diese Q-ns < ornei-L ward hernach in viele verschiedene r-mNiLs oder äste nach denen vielerlei) gegebenen oder angenommenen zunamen eingetheilet; als der llum, der L«1ll>num, der 8cipionu,n, der ^onruloruln Lc. Son- sten wurden so wohl Lenr-S als nachdem in denen ersten zeitm gehabten ansehen noch ferners in i'-rrici-z und rievein- unterschieden; da dann i^rrE genennet wurden, die von denen ersten Raths-herren herstammeten, so erstlich «.omuiu§, hernach auch einige andere Könige,und letstlich gar die erste Burgermeistere bey der ergäntzung des Raths, welchen Tarquinius durch seine tyran- ncy sehr vermindert hatte, in diese ehren-stelle eingesetzet; wobey dann die aus den ältesten i^crirü m^jurum OennuM, und die aus denen neueren o- wmm minorum ?2irirü hcisscn musten. Indessen weil auch die L-urc- pieket, oder des gemeinen volcks sich gar bald nach erhaltener freyheit den weg zu allen ehren-stellen, nur einige wenige Priesterthümere ausgenommen, bahneten; so halte der unterscheid zwischen den und web-sss nicht mehr so viel zu bedeuten, wäre auch nichts neues, daß man i^r«cios durch die zu Rom gewöhnliche adoptionen oder annehmnngen an kinds- swlk zu den öi-bess übergehen sahe; wiewohl doch die verschiedene namen der pL-nnorum und lUebcjuium immer behalten wurden. Vielmehr käme damal ein anderer viel wichtigerer unterscheid deren geschlechteren auf, daß man sie in die m.isie »nd ign-bn«, edle und unedle eintheilte; da dann uov>!i-s waren alle die, welcher Voreltern zu denen vornehmsten ehren-stellen gelanget waren, sie mochten gleich nach den, ersten Ursprung oder seyn; hingegen ignodi cs oder unedle, aus deren vorfahren sich nie keiner so hoch geschwungen : Welcher nun der erste aus seinem gcschlecht solche ehren-stellen erhielte,oder darnach strebte, hiesse für sich zwar Homo novu?, ein neuer mann; aber wanns ihme gelnnge, waren jeme nachkommende schon nvviwz. 60 nomi». Nom. Oilllllc Uomiii. N 0 V 15 ^ Famine / von einigen Famay genannt, ist ein strich landes in demHertzoqthumLuremburg,an den gräntzen des Stiffts Lüttich. Die stadt Marche, mit dem zunamen c» ksluine, jfl der vornehmste ort darinnen,und mit einer ?revüre versehen. Kanari-Nioso / ist eines von des Groß - Sultans lnff- hausern, nahe bey dem haven von Chalcedonia, und nicht weit von dem ausgange der meer-enge von Constantinopel in Natolien, welches von Solimanno II erbauet worden. Es ligt auf einem «einen vorgebürge,an dessen ende ein thurn ist, welcher den schiffen sey nacht-zeit durch aufgesteckte fackeln den Wegweiser. Dieses Äwss stehet mitten in einem der schönsten gärten in der Türckey, von wannen man den grössten theil von Constantinopel und Gala- ta, so nur eine meile davon liegen, sehen kan. Es bestehet aus verschiedenen pfeiiern,welche vierecklcht gesetzt sind,Mit gallenen rund unrher, und ist mit einem dache in der gestalt eines gezeltes bedeckt. In der mitten des saals ist ein fein tabulat, so mit küssen und künstlichen tapezereyen versehen, mit einem marmornen gegitter umgeben , und mit schönen gemahlten dlum-wercken gezieret ist. Nebst dem gibt es auch daselbst viel kleine fontainm und spring-brunnen. ssssssckssUGI, von dem Lateinischen Wort krnum, ein Heybni- scher tenipcl. Mit diesem namen sind erstlich von denen Heyden selbst benennet worden die Priesters der e>be,e und L-von», als welche beyde namen bey den meisten Heyden eine gotthcit bedeuteten. Jene stelleten sich,als wären sie gantz ausser sich selbsten, und voll des geistes der göttm, deswegen sie den kopffsehr schüttelten, daß ihnen die haare zerstreuet herum flogen , und dann schwatzten sie verschiedenes sy sie für göttliche offenbahrungen wollen gehalten wissen. Die Griechen nennten sie auch vfft Lmllcoz. Nachde- me aber, weilen auch die Heyden selbst den Hiebey gebrauchten betrug leicht gemercket < und deswegen diese i-snLrici und n-iwosril jederman zum gespötl wurden , so sind von den alten Christen alle diejenigen also genennet worden , welche den götzen gedient, und hiemit selbigen eine gottheit zugeschrieben; um welcher Ursache willen rüden allen --- — ----- ^ ' vcr name eines i snsrici beygelegt wird. gvachlnals hat man unter den Christen solche Personen mit diesem Wort angedeutet, welche sich unmittelbarer göttlicher offendahrun- gen und daher rührender sonderbarer wissenschafften gerühmt. Jn- jonberhcit hat man Weigelium, den urheber der Rosencreutzer, und Jacob Bohmen nebst deren anhange r-n«nco8 rituliret. In Hranckrnch hat man das wort vL-iuricns von denjenigen gebraucht, welche daselbst, nach der widerrusung des edicts von Nantes, der Reformwten lehre beygepflichtet, und sonderlich von denen,welche m den Sevennischen gebürgen, oder in andern gegenden, die waf- fen zu Vertheidigung ihres giaubens ergriffen, aus ursach, weil sich wurcküch ernlge unter ihnen befunden, welche sich dergleichen of- fenbahrungcn und eingeistungen berühmten. Von den ersteren sind zu sehen reo-«-. cls srrc pver. Art»,,!/. r. y. ^«2,. 8zr. 4. INI rii-ilog. l.. I. viv. Inll. Über die letstere ist ein gewisses buch, unterm titui; lliiilloire llu r3NLli5me t.Iü krzlics. * Faimm/ eine berühmte Römische Dame, unter der regierung des Kaysers Domitiani, war eine tochter des Paeti Thraseä und der jungen! Arnä. Die folgte 2 mal ihrem manne Helvidio ins elend, aber zum dritten mal muste fle dieses gezwungen bauen, weil sie das leben ihres Mannes Helvidii durch den Senecionem verfertigen lassen,varzu sie die bcnölhigten memoiren gegeben. As sie deswegen vor gerichte gefordert wurde, gestund sie es öffentlich, und zwar, mir dem beyfügen, daß sie solches gar inständig an den Senecio begehret hätte. Aber als man noch ferner in sie dränge, ob nicht auch ihre Mutter davon wissenschafft gehabt, entschluge sie dieselbe völlig, zeigte auch in allem eine ungemeine Erschrockenheit , so gar, daß sie sich keines wegs scheuete, eben diese schrifft von dem leben ihres manns mit sich ins elend zu nehmen, welches die ursach ihrer bannisierung gewesen war. Durch welche grosmü- thigkeit sie sich bey allen ehrlichen keuchen eine so grosse Hochachtung , als vorhero durch ihre anmuthigkeit eine sonderbare liebe zuwege gebracht. !.; cp, ,6 1.2 ep. 19 ö-1. §> --p, n. ^ Faimia/ war Caji Titinii, eines Minturnischen bürgersehe- weib. Die war wegen ihrer unkcuschheit beruffen, dem ungeachtet heyrathete sie Titinius, in Hoffnung, wenn er seine stau würde im ehebruch ertappet haben, wolte er sich von ihr scheiden, aber ihr als einer ehcbrecherin die mitgifft nicht wieder geben. Das begab sich so,die fache kam zur klage, Marius war Richter. Dieser suchte erst den Titinium in gute zu bereden, daß er seiner geschiedenen frauen die mitgifft gutwillig ausantwortete ; und als dieses vergebens war, sprach er das urtheil: daß Titinius, weil er in schliessung der ehe mit betrug umgegangen sey, die mitgifft zurück geben solte, verdammte aber zugleich die Fanniam , als ihres lasters genugsam überzeuget, zu der daranfgesetzten geld-straffe, welche eben desw^ gen sehr gering war,und nur einen „ummum i-atemum, d. l. nach unserer heutigen müntz kaum einen groschen ausmachte, damit der schimpff desto grösser wäre. Ais nun nachgehends der fluchtige Marius in den Pfützen böy Mintnrnä gefunden wurde, legte man ihn zu der Fannia in hasst, in Hoffnung, daß diese durch fern ehmals gefaltetes urtheil beschimpffte frau ihn gnugsam bewahren, und nicht zum besten halten würde, die aber dagegen ihm alle höflich? keil erwiese, es sey nun, daß sie von der gerechtlgkeit Mier urtheile allzusehr überzeuget gewesen,oder dass er ihr dadurch, daß er ihr die mitgifft wieder verschaffet, einen grosser» gefallen erwiesen, als wenn er sie vor die redlichste frau m der weit gehalten hatte. nck. I. 8 c. r. * Sannius Gtrabo/ (Caius) ein Römischer Bürgermeister, meicbe würde er ^ rtt. ;82z, /r c. 161 mit dem Valeno Messala verwaltet. Unter ihm gab man ein gesetz, so von ihm den namen bekam, vermöge dessen den übermäßigen Verschwendungen den aasterenen einhalt gethan wurde, da man kurtz vorhero ein LcÄrukl in eben dieser fache gemacht hatte. Desgleichen am ein edict heraus,welches den Rednern und rll.i° 5 °pkl--m Rom kam aer zu bleiben verböte. lle cUr. Mekor. c. 1. LeL«, I. c. -4 s- I.c. II. I -o c. so. !. r. 270 fall far nein Bürgermeister-amte , welches er mit Cnejo Domitio Aeno- barbo 6;2, I-I. ;862, c. 122 geführet / brach des Caji Gracchi f-cein:, aus/wider welche ersieh mit grossem eyfer gesetzet. Die rede, so er deswegen gehalten, wird von Cicerone gerühmct. m Kruco. in vica OfäcLtlorum. Hannius/ (Cajus) ein söhn MareiFannü, welcher ein bruder des Faiinil Stradouis war. Er wurde K 614, ?»>n. ;844, 140 zuin cruMors und 2 jähr hernach zum ?r.r-rc>re verordnet. Unter Scipione Africano dem lungern führte er die Waffen in Africa, und unter Fadio Marimo Serviüano in Spanien. Er war zugleich den studien nicht unaeneigt, welche er unter dem berühmten Stoischen pm>»soc>kn Panätio erlernet. Er that dieses aufzureden seines schwjcger-vaters,desLälii,mit demer aber nach- gchends in einiges migverstandniß gerathen/ weil ihm dieser seinen andern tochtcr-mann/ -r M-r, eine Päbstliche stadt in dem Her- tzogrhum Urbino, am Golfo di Venezia, hat einen Bischoff, eine schöne bibliothec, veste citadclle und guten haftn. Sie liegt nahe bey der gegend, allwo vor zeiten der temvel der Hcydnischcu Gör- tin Fortunä stund, und wo man noch bis anjetzö einen Mumph- bogcn, so zo eilen hoch, und einer von den prächtigsten in gantz Italien ist, sehen kam Gedachten tempel baneten die Römer aufs und wiedmeten ihn der Fortunä, zum aiigedmcken der berühmten schlacht, die sie k. 545 gewonnen, worinnen Asdrubal, dcS Haunibals bruder, mit zooso mann geschlagen wurde. «lütcn. lr.il. ce/»v. ch>c. Hanoe / siehe phanoe. Fanohera / ist ein flusi in Madagascar, in der gegend von Earcanoffa im,üblichen theil der insul, welcher sich nahe bey dem castell Delphino, oder fort Dausin, ins mecr ergiessel. Hantln / Fantinum / ist ein klein Königreich in Guinea auf der gold-küstc, worinnen Cormanlin, nebst einigen anderen Engel- und Holländischen castcllen, lieget. Hara/ oder Fair-Isle/ ist eine von den Schotrländischen nördliche» insuln, welche man beydes von Orkucy und Sheliand aus sehen kau, weil sie drey hohe vorgebürge hat, die nul hohen festen umgeben sind, welchen nirgends beyzukommcn, ausgenommen osi-wärrs, da die insul etwas niedriger lieg!, und einen sichern haftn für kleine schiffe gibt. Die einwohner und sehr arm, weil sie wider die räudcreuen der sischcr nicht be,chutzl werden, die von verschiedenen nationen dadi» kommen. Harabant / ist die baupt - stadt in der Persianischen Provintz Mazendraln, so vor diesem Hyrcania stieß, und liegt 5 weilen von Asharaff weit - wärls. Sie ist die gröste, beste und reichste stadt in gedachter Provintz, wird von einem fluß, der 40 schritte breit ist, bewässert, und ist etwa i weile von der Ca,pichen ,ee entfernet, wovon sie mit überflüßige» sischcn versehen wird. Die Rüsten treiben an diesem ort den' siiben-handel. ^ ,i> ^arabius / mit seinem völligen namcn genannt Abu Nasr, Mocstammed, Ebn Tarchan, al Farabis; wäre gebürtig aus Farad, einer Türckischen stadt, sonffen genannt Otrab, aus einer Adelichen familie. Seine jugend hat cr in Bagdat niit emsigem stndircn in der pk»iokoss»ie zugebracht. Viel Fürsten in Asia haben ihn zu ihren Höfen, mit verhciffung eines grossen lUs-ll, eingeladen z allein, er schlug alles aus, und vergnügte sich mit seinem eigenen ?srUm»nio Er soll der gröste m>ill»»ssius unter den Mo- ch'ammedaneren gewesen seyn; hat sehr viel in pMl--lop>ii<,z,>i,^>- ci5 Lc. grardeitet, und allein über ärikorebs Klicroricsm 72 buchcr verfertiget. Diesen hat er 200 mal durchlescn, und haben bekandt, cr habe fernere lesung desselben vonnothcn. Er war ohn unterlaß bejchäfftiget, seine wiffcnschafft zu vermehren, und verachtete die weit und alles irrdlschc machtiglich, so, daß er alleren traurig aussabe, und bey harter winters - zeit nur auf dem stroh rührte. Er starb zu Damasco, dahin cr mit Saifoddula ge- reisel, im 8c> jähre seines alters, an. ich"- ; Z9, d. i. an. Christi yzc>, oder, nach Leonis Asricani bericht, an. ;88, d. l. an. Christi 998» Oznslk tlco chtzch ii> LttNäl. ^ Haramuny / siehe pharaniondus. Harcllus / (Wilhclmns) war ein söhn eines Edelmanns aus Dauphine, und wurde an. 1489 zu Gap gebohrcn. Nachdem er sich zu Paris auf die ptzilocop!,,-, dergleichen die Griechische und Hebräische spräche, gelegct, wurde ihm daselbst durch Iaeobum far Fabrum Stapulensem eine ?ro5-Mon in dem so genannten Cakdb nals-coiiegM ver>chaffct. Hierauf berief ihn der BischoffWilbell mus Briconnet, zu Meaux an. 1521 die Refvcmirte lehre vv,,u- tragen. Allein die bald darauf erfolgte Verfolgung der Reftru-irt ten zwang ihn,sich austeryalb Zranckrcch zu begeben. Daher er M erstüch nach Straßburg wendete, allwo er mit Bucers und Carl- tone bekannt wurde. Von Straßburg gieng er nach der Schweb da ihn dann zu Zürch Z'vmglius, zu Bern Hallerus, und zu BM Oecolampabius gütig aufnahmen. An dem letzten orte ist soudkr! lieh seine dijputationmerckwurdig, welche er den 15 sehr. an 1 er! auferlaubniß des Raths, ohngeachtct sich die annoch Catholistbe geistlichkeit, sonderlich aber Ludovjcus Berns Probst bey 8 Peter und erster ?rvtlMor iUeolvZ,«.-, undHeinrich vonSchönau des Bi- schoffs V/csrius hart darwider gesetzt, in beyseyn vieler Personen, gehalten. Hierauf begab er lieh nach Mümpelgard, undtruada- ,e.bst jeine lehren der gemeine vor, gleichwie er auch an. i e 28,« Aigle und kurtz darauf in derHerrschafft Morat that. An. i er» brachte er es zuNeufthatel durch seine predigten dabin, daßdas jähr hernach die Catholische rcligion völlig abgeschafft wurde AI- leni zuGcnfwolte es ihm nicht so wol von statten gehen, sondern er wurde vielmehr den ort m verlassen gezwungen.Doch,da er an 1 > ,4 wiederum durch seine glaubens-gcnossen dahin beruffen worden, bekam diesache eine andere gestalt. Gleichwol wurde er an. 1^8 aufs neue aus Genf verjaget, weil er die lasier der bürger in einer predigt allzu hefftig bestraffet hatte; wie er denn allezeit einen sonderbaren eyfer von «ich spüren ließ, der zuweilen die schrämten der beschcidenheit zu überschreiten schiene, dahero ihm auch Oecvlaw- padius jelbsten verschiedene mal solches verwicß. Absonderlich wird von ihm angemcrcket, daß er cinsmals in einer prvceßion, in welcher ein Catholischer Priester das bildniß des Antonii über eine brücke getragen, ihm solches mit gemalt aus den Händen gerissen und in das wasser gemorsten. Inzwischen nahm er seme znßucht nach Basel, und von dar nach Ncufcharel, allwo cr bis an. 1,42 die gemeine unterrichtete, darauf er nach Metz zu gehen vorbaue. Wenig monale vor seiner abreise erregte sich wegen einer Adelichen Dame, so von Farcllo wegen verlaffung ihres manncs ihrer Pflicht öffentlich erinnert worden, weil sie auf dessen privat-ermahmmq sich nicht bessern wollen, ein gefährlicher tumult, darinnen theils bürger auf Farelli, theils aber auf der Adelichen Dame parthey stunden. Doch wurde die fach bald in der gute, und durch Vermittelung der abgeschickten von Bern, zu grossem rühm des Farelli beygelegt. Als cr nun hierauf nacb Metz kam, und daselbst in dem Dominicaner - kloster seine erste predigt dielte, läuteten dich mit den glocken, daß man seine stimme nicht vernehmen solte; Ja, cr muste sich endlich gar nach der Abtcy zu Gorze rctirmn, allwo ihn der Graf von Fürstenberg in feinen schütz nahm. Allein, als cr auch hier nicht mehr sicher war, entflöhe er zu seiner vorigen gemeine nach Neufchatell, und that von bar verschiedene reisen nach Genff, allwo er an. rs^Calvinum, welcher sehr hart darnieder lag, das letztem«! besuchte. An. i,6z gieng er abermals nach Metz, um die vormals allda vou ihine gcsam'mlete gemeinde zu besuchen, welche auch solches von ihme gar sehnlich verlangte. Er predigte auch in der kirchen, so die Reformirte damals zu Metz hatten; blieb aber wenige zeit allda, sondern kam wieder nach Neufchatell zurück, allwo er noch in besagtem jähre gestorben. Dieses ist mcrckwürdig, daß er in dem 69 ,ahre feines alters gcheyrarhet, und ein jähr vor seinem tobe einen söhn aus solcher ehe erhalten. Unter seinen schrifflen, deren cr gar wenig vericrliget, sind! riicmsrs >;u.i:llsm Läüles: Y-Stine A Lcrmamce cil^ ; Mchurario NcrnL Nadirs; lominslre ex cleclsrsrion bricvc nc- cclläirc s rou; Lbrcliei,, ; öe ls lamre exiiL clu Lcigncur, cle in» lclla. menr, . ;o 1.18 sp. ,4 I. Zo üc ep. I.Ler« liiii. crclcl. I. 16. e^ijhols sä Itzigunnos rnlnillros rlc. Urcol. vle llc ksrcl. in Qcncvs rclkiruca p. Z), 40 leg. * Laresides / oder Ebn phares / ein berühmter Arabischer i^x,-vgrsplius, welcher m dem 10 ftculo nach Christi gebart flo- rirel. Er ivar ursprünglich R.sü-„ll! oder ; sein völliger imme ist: Abul Hosain Acbmcd, Ebn Phares, Ebn Zacharia. c^ein Arabisches Wörter- buch nennet er dioiclioiei i.«Ls, das ist: Rünstlich zusammen czebrachte rvorc- oder sprach-samim lung. An grössc kommt es zwar Geubaris i cx>c» mchr bey, hak aber diesen Vortheil über jenes, daß bey ansehung der ksllicum die in linscrcn n-xici- gewöhnliche ordnung beobachtet wirb, da son- sten die Arabischen r.-x>x«grsss» sich einer fthr seltsamen und be- schivärlichen ordnung bedienen. Jac. GoliuS, welcher, zu Verfertigung seines Viülvnsrn ^s.lbic, . auch diesen ^uüorcm zu dulff gezogen, und diß werck pflegt diuH'.ncl'z,, iiennen, hält dafür, es scye vor Gcuhari heraus gekommen. Er starb, nach der gemeinen meynuug der Araberen, an. zyo, wie aber ankere sagen,; iahr hernach, an. d.i. aii-Christi ioosoder i°o;. Lfk» ccim. dex. h>dl. Orlcnt. * Habet/ (Nicolaus) gebürtig von Bourg -n Bresse, war M mirqlicd der Frantzönscheu scsclemi,,. Er kam sehr jung »am Paris , allwo er sich zu dein Naugelas , Boisrobcrt und Coeffelca» hielte, welchen: letzter» er sinne Fraiitzösisihe Übersetzung vom Eutropio dediciret. Hierauf wurde er 8^, ersnu; bey dein Graftll von Harcourt, welcher ihn nachmals zu seinem Hauß-Hofmeister gemacht. Hierdurch bahnte er sich den weg zu denienigm chren- stcllen, welche er ins künfftige bekleiden solle; Denn er wurk? Königlicher 8ccr-isriu§ , und einer der vornehmsten in der Frantzo- sischen scsclemis. Er starb zu Paris an. 1646, im 46 fahre stille» alters. Ausser der vbgcdachten Übersetzung des Eutropii hat ma» sar M ihm i'lionnrte Komme. welches m das spanische übersetzet worden; deßgleichen unterschiedene brieft. Das leben Hertzvgs Reiiati II von Lothringen, und die memoircs des Grafen von Harcourt, welche er gleichfalls verfertiget, sind npch nicht ans licht kommen. 6-ttchk»°» tust. öe Lrefle. tilst. 2 (chins > cowm'eminoß s 1» s-oL-ärf ge fo« Le Lrmocs; cpirome cle I»5 tiikorjsr Porrugelss, Lcc, weiches letzter? werck an. 1672 wiederum nachgedruckt worden. ' Nach seinem tobe sind noch einige andere tractate von ihm heraus gekommen .. Fsria/ (Thomas 6e) ein Carmeliter - Münch, war gebürtig von Lissabon, und lebte zu ende des i7scculi.' Er'erlernte die sprachen, und brachte sich dadurch, gleichwie durch seine andere wissenschMen, grosses ansehen zuwege. Nachdem er unterschied dene geistliche wurden verwaltet, wurde er endlich Bischofs einer kirchemAftica, darauf er weyrge zeit hemach gestorben. Man Hai von ihm eine beschrsibung derjenigen fachen, so zu seiner zeit vorgegangen. IN s§ioioZ. in t>»rZch Csrmel- bidliotk. ftilp. Scc, Farmaccio / (Prvsper) ein berühmter Rechts-gelehrter, war zu Rom an. 1554 gebohren. Nachdem er sich zu Padua ist den gech- und weltlichen Rechten zimlich vollkommen gemacht) kam er wieder nach Rom zurück, allwo er erstlich Advocat worden , und durch Vertheidigung der schlimmsten Processe guten zu- gang gefunden. Nachdem er von dem Pabst' die würde eines i-rocur2!ott5 üici erlanget , straffte er die verbrechen Mit der grö? sie» strengigkeit, ohngeachtet er sechsten wider die gesetze der keusch- heit, und andere, auf das schändlichste sündigte. Darüber wurde er nun endlich bey Elemente VIl! gleichfalls angegeben, doch, durch verbitte des Cardmals Anronti Mariä Salviati, von der straffe befteyet, gegen dem sich der Pabst verlauten ließ: das messt (womit er aufFarinaccii namen zielte) seye wohl gut, aber der sack tauge nichts. Er starb an. 1618 denoct. eben an seinem geburts-tage. Seine schrifften sind : 6- ; äc'iniwuyjrsr« «cckliL; äccis ror-e k.om.; rexertorium lle conttrüürus; re^errur- ss ulrim. volunksrib.; prsris L rlieoria ciiminslis; rcpcrcvr. jucii- cigle; contilis ; ti-sgmenks; llecilloncr v»riar. ; «ie llellÄis «grnis; 6- cckibus; llcciliones postsium«, öcc. stoZi KyrLr«« xia. 1 4 . izr. xlvz. k- t öcc. - ' Farinato / (Paulus) ein berühmter mabler in Italien, war au. izar zu Verona, aus der familie Farinati degli Uberti, so ihren Ursprung von Florentz hak, gebohren. Er erwarb sich aber nicht allein durch die Mahlerey, davon xr zu Verona, Mantua , Umland, Rom und Venedig, verschiedene proben hinterlassen, sondern auch durch die hau - kurrst grossen rühm. In' seinem ge- burts - ort wurde er zum vircÄor der mahler - -cr-lemie, und zum Mitglied der s^ci-mie a- pkürrmonici aufgenommen, allwo er auch an. l6c>s gestorben. LrÄo//r vire öe pittori. ' Faringdon / (Antonius) ein Englischer iK-oioZu;. gebohren um das jähr 1 zy6 zu Sunning in Berchez, studirte zu Oxford, wurde8ociu8Loi!egüi'nnir. allda an.iüi?, und nach üderstie- genm ersteren stussen s.ib-oi. nacc-isureus an. 2629.' Hierauf verließ er die rcLä-mi-. und wurde vtc,r von Bray in Bucking- ham, wie auch ik-oi. in der Königlichen Capelle zu Windsor an. 16^4. Diese ämker bediente er beyde bis zu ansang des einheimischen krieges, in welchem er um all das stinige gekommen , und mit weih und And hätte darben müssen, wann nicht der Ritter I. Robinson, Allderman von Londen, mit etlichen anderen guten leuthen, ihme zu hülff kommest wäre, und chne zum ?LÜorzr der Archen 8. Wagdalenä in Londen bcruffen Hatte , welche Ksci»n er mit sonderbarem sppl-mlu bediente , bis an seinen tod, welcher erfolgte im seht. an. 16;;. Er war starck m der Königlichen parthey, und hat deßwegen viel ausstehen müssen ; durch seine predigten, in weichen viel geist, leben, schgrffsin- njgmt, gravität, moUcrstion und eiffer befindlich wäre, (wiewohl dieLioquen-I nachdem gouc selbiger zelten schmücket) hat er sich bey der Englischen Archen sehr beliebt und ansehnlich gemacht ; er beßieffe sich sonderlich die Haupt - lehren und lugenden krafftig emzuscharssen, und machte sich mit grossem ernst an die ausreu- lung der damals im schwangt gehenden, und in schrifften so wohl als leben »erfochtenen practischen irrthumeN, als da nach seiner aussage waren: GOtt seye grausamer, als die menschen, und doch varmhertziger, als er würcklich ist; die menschen seyen heilige. .f« 27 t Willen, der mchts wöllen könne; und andere dergleichen. Seintz lermvns sind Nach seinem tobe zusammen gesammlet, und in drey theile in fcss zu Londen ausgegeben worden, davon der erste allein von dem -uchore selbsten ist an tag gebrachr worden. L« LMlg, Hxofl. O Farimer / (Wlhelmus) General des Franciscaner - ordens, und Cardinal, war von Gourdon in der uicec-s von Cahprs in Frankreich gebürtig ^ ^' _. rtia. Den gründ seiner Mdien legte er zu Tom souse, allwo er nachmals die voüor ^ wurde angenommen / und sich sy vernunfftig qnfgefuhret, daß man ihm die vornehmsten Chargen von seinem orderj aufgetragen ; wie er denn anfangs Hessen NrovinciLi in Gstienne, und an. 1)48 gar fl-nerslis worden. Hierauf hielte er an. i;;; und N84 zwey zusammenkünffte dey Geistlichkeit, in deren letztem, welche sich zu Assist versammlet^ beschlossen wurde, den voostimkWptzm Bonaventurä nachzuleben, welche may dannenbero conkicunan-- Wilhelmi Farinirr grmsts pet. ' An.izrü ertheilt? ihmPqbstInnocentius VI den Card,« nals? Hut. Über diß wurde er guch Prior ist per -b«-« pon Pa« miers, und starb an. i zü i zu Avignon. Man hat von ihwi einige schrifften, dq unter anderen eine von wechset uliv wucher handelt. in vits Innoc. Vli Snnsl. >1inor ÜLÜ» ' Kilt.'' ä« paräioai«; L« oomracl- Scc.' ' - > - .. Larinula / (Nicolaus) eist Cardinal aus dem Dominicaner,, ordert, war von Rouen, einer stadi in der Nvrmankic, gebürtig. Wegen feiner voctreflichen wissenschM jn der theplogie, machte ihn König Philippus der schöne zu seinem deicht-Vater, upd ob schon Bonifacius VIII mit seiner aufführung nicht allzu wohl zufrieden war, Und ihn dannenhero nach Roch citirte) so ertheilte chnr hoch ÄeMens V äst. izos den Cardinals - Hut. Hierauf be- fand er sich bey der wähl Marmis XXII, und starb an. izrz zu Lyon. so. 0-S«Ä» ich Llem.V. y»«xLs.' — Farnabws/ (Thpmqs) ein cricisu-. ward gebohren zu Lon- den an. 287?« Wegender Religion muste'er land -flüchtig per« den, begäbe sich derowegen zu denen Jesuiten iN Spanien; weil ihme aber deren hart? MiAhiin nicht anständig wäre, machte ee sich davon, und thäte mit Franc. DrÄe eine lange reiß. ' Nach ferner wiederkunfft nähme er in den Niederlanden kriegs - dienst? an) zog aber von bannen bald wiederum wegen armulh in Engel- land , lehrte'an unterschiedlichen orten anfangs das q b c, und hernach die er-mm-Mc und ttumsnnaten, stuberlich zu Kent und Londen; 20 weilen von dieser stadt hatte er ein land - gut,' dahin xr sich an. 16;6 begeben'. Bey entstandenem einheimischen krieg käme er bey den Reppblicaflern in verdacht / weil er soll gesagt ha- ben: es'seye besser einen, als 500 Könige hüben s würde' deßwegen in das gefängniß gesetzetuiid daraus nicht eher, als an. 1647 durch d?n tod erlöset. Er untersiesse bey diesem allem nicht, dm pelt durch öffentliche schrifften zu nutzen) wie er dann über die meisten Lateinischen Poeten kurtz? anmerckungs'n zu des textes er- läuteruna perfertiget;' er dedicirte Henricodem ältesten sohri Königs Iacobj l, seinen kiorLüüm, suv-'nL>-m und?-rgum, und bekam hierauf von ihm? befehl, über alle Lateinische'Poeten cöm° Menrsrio- zu mqchen.' Caroluß I gäbe ihm die sorg,'eine neue Lateinischs'LrLmmLtic zu verfertigen, die in allen schulen tönt? eingeführet werden; ex hat ferner heraus Webest inmn- IMB, iSr«. gullicem Lkeror.« ooeticuw/klörilcgiuin LpiK-amm. Vr««»ü dabey er bald seine eigene, bald anderer Gelehrten Lateinische Übersetzung in gleicher gattung vcrstn beygethan, vnd anders. sholoZcc. l?s scü. l w;>6. cpill. IIA z>. 2A,. Xch.vroa. Oisr. LioZr. ^ ^ " Farne / ist eine insul an der küste vpn Northumberland, auf dem Teutschen m?er, -weilen von Bamborrow-Castle, allwy 8. Cuhlhsrt sich eine einsidter-celle gebqyet hat. ' '' ' ^ ma und Ptücenza ihren prsprung haben / hat sein aufnehmen dem Pabst Paulo III . der hieraus entsprossen war/zü dancken. Eim» ge wollen dessen Ursprung jn LeuMand suchen; insgemein abey wird esaus Toscanren hergeleitet / allwo das so-r Farnctv/ ohn- tvejl Orvieto /rhm den namen gegeben / so nachmals in Farnes? verwandest wordxn. Petrus I. Herr von Farnese / lebte uins jähe 900. Petrns Farnesius II > ward an. 1027 undBnrgermelstee zu Orvieto / und schlug sich zu der Pa'bstlichen parthey wstderdltz Kayser. Petrus Farnesius III , ein söhn Peponjs l. der Mich Dur- germerster'zu Orvieto gewesen / lebte an. ioyy / ward gleichfalls Durgermejsterzu Orvjeto / und Obrister zu Pferde unter den M chemlrouppen. Sein enerel Prudentius und dessen söhn Petrus Farnesius-IV besassen gleiche würde mit Ihren' vorfahren. Ey nahm Monte Pulcjano wiederum ein / welches vorher vpnseinem vattersande entrissen worden / und wurde ein' satter PepomsII'. welcher am n8z BurgermMer worden / und sich im kriege Her- bor gethan. Ramulius I i'sein bryder /'erhielte gleiche chrembe« dienungen / und brachte verschiedene stadte unter den kirchemstaaf. Peponis söhn Rainlttius II ward General über die kirchelütröups über das gesttz stne unmöglich zu halten; die ansänge des gehör- ptst/nndsosi an. ^88 jn einem Kressen g?Äiehenseyn.DMn Sphli säms seyen die Vollkommenheit selber; der mensch seye pollkom- Meo^MHtePMAM V.dw dsePiMermFlorentMl^ iiete gerechtiqkeit seve alles in allem, ob wir schon keine' eigene tium III - der nach dtesem Florcnkinischer General /aber mit we^ haben; mr Wen uns versichert bw ew unserer envählung , oh nigern glucke/ ward Dreser Rarnut.luspstantztedas gefchlecht fork- wir schon mehr ursach haben m vmweMn die 27^ Sein söhn/ Pett-us VI , war General der Pabstlichen trouppen / aufeine miraculost wttß, und ^eye -rr-üllibi-; des inenschen wil- rmdschutzherr von Siena.Er hat noch an. i?8ü gelebt. Seinsohy sey aber heisse nichts, und sty? ein wort, welches bedeute einen Nainnttns IV, ward an. ^410 General von Siena / an. 2424001? AM 272 far Floreny/mid an. 1442 der trouppen von der kirche. Der Pabst EugemuslV verehrte rhm zum zerchcn seiner Hochachtung die ye- weidete goldene rose. Sein söhn Petrus Aloysius- HcrrzuMon- talto / vermahlkeiich mit Ioannclla Caekana aus dem Hause Ser- mouetla / die ihm gedohrc» nebst Darchcstomäo / deiustamm-vat- rerder Hertzoge zu Later und einigen andern / tue keine nachcom- menschafft gehabt / Merandwm / der nachmals unterdem namen Pauli lll Pabst worden, s. Paulus III. Vor der bentzung des Pabstlichen stuhls hat er ausser der ehe gezeuger/ Constanttam/ welche an DoliumSfortiam II > Grafen von 8. Flore/vermähr let worden / und Perrum Aloysium / welchen er zum Hertzog zu Castro/Parmaund Piacenza gemacht. Dieser hinterließ / alser an. 1547 ermordet ward /; eheliche söhne/ Alerandrum/Octa- vium und Rainutium/davon der erste und dritte Cardinal/der mittelste aber Hertzog worden/ nebst einer rochter/Vicwria/ die an Guidobalvum/Hertzog von Urbmo / vermahlt worden/inglei- chen einen natürlichen söhn Horatium / der auch ohne leides-erden ru haben / in der bclagcrung vor Hesdin erschollen worden. Ocia- vins hat vas gcschlccht sorigepflautzt / und hinterließ / daer an. ez 86 starb / Alerandrum / Hertzog zu Parma / welcher Rammi- um und Odoardum gezeugt / davon der lctzw Cardinal worden/ dererste aber dem valter in dem Hcrtzogthum gejolgt. Seine söhne warenAlerander/dcr taub und stumm gewesen/ Odoard/der ihm in der regierung gefolgt / Franclscus Maria / ein Cardinal / und ein natürlicher / Octavius / der im gclangniß gestorben / dahin ihn sein vatter setzen lassen. Odoardus starb an. 1646/ nachdem erscinelandein grosser unruhe beherrscht, llntcr seinen söhnen sind Rainutlus!I, und Alerandcr zu mcrcken. Dieser letzte ward General von Spanien / und von an. 1680 biß i482ü >uvcr»E von den Niederlanden. Er starb an. l ogyiinverhelirathet/ und verließ; natürliche linder / einen söhn und 2 tochter. Ratumms II war ein vatter Odoardi/ der aber an. 1S9; em jahrvor ihm ver- arb / und Francisci / des ictzkreglerendcn Hertzvgs / der seines rudcrs Wittib / eine Ncuburqische Printzeßin/ geveyrathet/ mit solcher aber keine linder gezeugt. Von ietztbcmeidrcm Odvardo warcineeinigePrintzcßin / Elisabctha / übng/die sich an. 1714 mit PhllippoKönig in Spanien vermählt. is-mi. 7 --r/?o/^eneLl. ro Hluicr. in Irz! tämil. Larnkse/ (Alerandcr) war Petri Alsysii erster söhn, gebühren zu Rom an. 1520. Er machte steh in seiner ersten mgend durch seine hervor blickende gefchieklichkeil so angenehm, daß iym bereits Clemens VII unterschiedene geistliche würden ertheilte, und sein groß-vatcr Paul III machte ihn an. izz4, unangesthen seiner lügend, gar zum Cardinal, da er denn nach der Hand noch viel ansehnlichededieniiimeu erlangte, gestalt er Legat und Ertz- Bifchoff von Avigno», Patriarch von Jerusalem, Ertz-Bisilioff von Benevento und Monrcal, der Römischen kirche v,c .- Cantzlcr, und zuletzt gar ini Cardinals-coiiegi» wurde. Bey diesen allen ließ er, auch da er »och gar mng wäre, einen ungemeinen verstand blicken, inmasscn ihn der Pabst schon vvm 2osten iahr an in den wichtigsten angelegcnyeiten zu Gesanbtschafften an den Kamer und König in Frauckreich brauchte. Nach dein lod seines groß-Vaters halft er zwar viel darzu, daß Julius III auf den Päbstlichen stuhl kam, zerfiel aber doch mit ihm wegen den ange- legenheitcn semes Hauses, und genoß eine zeit lang Frautzösischc» schul;, bis sein bruder Octavius mit demKanscrfriede machte, da er sich den» gantz auf Oesterreichische feite ivendcte. Er prä- stdirtc in dem < o-icizv-, darinnen Paul I V erwählt wurde, und starb an. 1589, da denn sei» tod von gelehrte» und künstlcrn sehr bedauert wurde, als denen er ungeineiu zugethan war. Er hat den schönen Frantzösischcn palast, ingleicheii die grosse Jefuiter- kirche zu Rom erbauet, in welcher er auch begraben worden. Man sagt noch von.ihme, daß er eine natürliche tochter, namens Clalia, gezeuget. ,n mn um. ocrLskst. utu. I. 96. genest, ro iUullr. in Irsl. fsmil. ^arnese / (Alexander) Hertzog zu Parnia und Florentz, war ein söhn Octavii Farneft, von des Kaysers Earoli V natürlichen tochter, Margaretha, an. 1544 gebvhre». Es spieß sich bey ihme schon in seiner kindheit eine feurige gcmüths-art, die ihn mehr zu allerhand leides - Übungen als zum studieren antrieb. Er wurde meistens am spanischen Hofe erzogen, und setzte sich daselbst bey dem König Philipp» in so groyc gnade, daß er ihm zur Vermahlung mit der Portugiesischen Printzeßin Maria halff, die auch an. i;66 zu Brüffel vollzogen wurde. Der Printz brachte hieraus einige lahrc in Italien zu, bis au. 1571 der grosse zug zur see gegen die Türckcn vorgenommen wurde, da er sich den» mit auf die Christliche siolte begab , und der schlacht den Lepante beywohnte, in welcher er ein Tmckisth schiff eroberte. Mit dem Juan u' Au- stria hatte er so gute freundschafst gemacht, daß ihn derselbe bey übernehinung des Regiments in den Niederlanden durchaus den steh haben wolte, auch in den wichtigsten dingen sich seines ratbs bediente, so, daß er im angehen »ach Don Juan der nächste war, dahcro es auch kam daß er an. i;78 nach dessen tode seine stelle im Regiment überkam, welche er auch 14 >ahre mit vielem rühm verwaltete. Er vergliche bald anfangs Artois, Hennegau, und einen theil von Flandern, so er von den General-Staaten trennte, mit dein König in Spanien, ließ auch, diesem vergleich zu folge, die Spanischen trouppen abziehen. A». i z?y nähme er Mastricht ein, welche belagerung ihm aber nicht allein seine armee sehr schwächte, sondern auch vor seine person eine schwäre kranckheit zuzog, daß er nicht bald weiter was wichtiges vornehmen kunte. Jedoch war er noch immer stärcker als die Staatischen, that ihnen auch hin und wieder abbruch, und ob er wohl an. 1587 Cam- far brai vergeblich belagerte, eroberte er doch kurtz darauf Dornick. So hatten auch einige zeit vorher die sinnigen Breda überrumpelt. An. 1582 fand er gelegenheit, die Provintzen, so es mit ihm hielten, zu wieder-anneymttng srembdes kriegs-volcks zu bereden, welches den König in Spanien sehr vergnügte. Mt demselben setzte er sich den tzrautzoftn, unter dem Hertzog von Anis», entgegen, und nahm demeldm an. i;8; Dünkirchcn, Nieupvrt, Winoxbergen und Dirmmbm ab. An. 1; 84 wurde er theils mir gemalt, theils mit heimlichen Händeln meister von Gent, Brügge sind Wem, worauf er alle seine gcdanckcn aufdie belagerung von Antwerpen wendete, die er auch mit sehr grossen zudereitiingen nnternahm, und fast erst nach jahres-frist, auch nicht ohne Überwindung fast unglaublicher schwarigkcitcn, und bey mehrmaliger grvster lebens-gefahr, so weit brachte, daß sich die Antwerrer den 17 aug. an. i; 8 ? ergaben. Kurtz darauf wurde ihm der Ritter-orden des goldenen Vlieffcs aus Spanien geschickt,so backe er auch, währender belagerung, sehr auf die wieder - einräumung von Placentz am Span'.sihm Hofe dringen lassen, welcher vrt denn, in ansihung diefes der Erone geleisteten grossen dienstes, seinem vater wieder gegeben wurde, wiewohl einige schreiben, es sey oec Spanier auszug nicht eher geschehen, bis nach Octavii an. i ;86 im oct. ersolgtem rode Alexander regierender Hertzog zu Parma worden, weicher die Regierung durch feinen söhn Rainutium verwalten lassen. Eben dieses letzt - bemeldte jähr mengte er sich in den Cölliiischen krieg , und nahm, auf ersuchen des neuen Clmr- Furstens Erncsti, die stadt Muß mit stürm ein. Darauf wendete er sieh wieder nach Flandern, und eroberte an. i; 8 " die Leitung Sluys. Allein bas folgende 1588 iahr wäre ihm nicht so glücklich, denn da er das vorhaben der Spanischen so genannten unüberwindlichen flotte wider Engelland befördern solle, wie man ihn denn, wenn die landung würde geschehen seyn, schon zum General ernennet hatte, zu welchen! ende er eine gute zeit zuvor die Englischen durch eine angestellte friedens - Handlung sicher zu machen getrachtet, auch zu Dünkirchcn grosse austasten, zu ein- schissüiig eines Heers auf platten fahmeugen, und nöthiger Versorgung der erwarteten flotte, gemacht hatte, geschahe es, daß bekannter Massen diß unternehmen zu nichte wurde, und entstünde der spanischen flotte verderben grossen theils mit daher, weil ße gemessenen befehl hatte, vor der Vereinigung mit dem von Parma nichts anzufangen, dieser aber, als er sich. auf erhaltene Nachricht von dem spanischen Admiral, nach Dünkirchcn erhub, theils seine austasten noch sehr unvollkommen fand, theils auch von dm Niederländischen schiffen, welche vor selbigem haftn kreutzcten, dergestalt besetzt wäre, daß er sich nicht getrauen durfte auszu- lanssen, weßwegen man in Spanien seiner nachläßigkeit den mißlungenen anschlag schuld gab. So wäre er auch diß iahr in stimm unternehmen auf die insul Tolen und die vestung Bergen op Zoom unglücklich, und seine soldaten ficngcn wegen schlechter bezahlunz häüffig an durchzugehen; oder sie mcutcnikten, und schlugen sich unter von ihnen selbst aufgeworffenen häuvteren zusammen, in dem steiften vorhaben, sich nicht eher z» dem vorigen gehorsam und kriegs-dienste zu bequemen, bis man sie tur ihren rückständigen sold vergnüget hatte; welches dann dem Hertzoge nicht allem in seinen Unternehmungen sehr verhinderlich wäre, sondern auch durch den stätigen Verdruß, der ihme dadurch verursachet wurde, dessen gesunoheit sehr schwächte. Wie nun auch über dieses einige vornehme Spanier, die bey ihm waren, von stimm thun spöttlich redeten, und gehäßige briefe an den Hof schrieben, als ob er, aus uuzestiger bcgierdc Engclland unter den fuß zu bringe», die friedens- bandlung seihst gehindert, welche der flotte ftbr zu statten gekommen wäre, auch wohl im sinn haben möchte, sich der Herrschaft über die Niederlande zu versicheren, wovon ihm die Mtsnr». welche grosse gnnst gegen ibn hatte, heimlich bericht gab, grämte erstell darüber so sthr, daß er an. i; 8 y ftbr kranck wurde, und sich des gesund - brunncns zu sva bedienen mnste. Allein, weil der Konig in Spanien seiner nicht wohl entbehren koiste, gab er ssmen cntschuldigungcn gehör, schaffte wm ftliic widerwärtigen vom halß, und schickte Ihm befeb! zu, der in Franckreich hcvzustehcii. Ob er nun wohl nicht gern sahe, daß dadurch den Niederländern lufft gemachet, und seine bisherigen eroderungcn in gefahr sotten gcfttzct werden, muste er doch dein Königlichen willen ein genügen thun, hielte deßwegen mit dein Hertzog von Manie, zu änsgang deS jahrs 1589, eine geheime littterredling, machte den wüster und einen theil des folgenden sommers durch alle gehörige anstatt, und grenz atto im augusto an. i;c?o mit einer stattlichen armee nach Franckreich, iiölhiflte den König, die belagerung vor Paris aufzuheben, und nähme darauf Corbcil mit stürmender Hand ein. Ausser dem aber klinke er, wegen des mißverständnüsscs mit dem Hertzog von Mm»e , wenig ausrichten, und gicng auch deßhalbcn beym ende des jahrs, nachdem er den Frantzosen 8000 mann zurück gelassen, wieder naelsFlandcrn. Daselbst war in seiner abwescnheit vor die Spanier wenig glück gemessn, inmasscn die feindlichen parkhcnen bis an Brüssel streifften, und der Printz Moritz einen ort nach dem andern wegnahm. Es tonte auch Alexander selbst, nachdem er wieder gekommen wäre, ssin glück nicht hindern, und wurde von ihm gezwungen, die belagerung des ro-c, Knockssnburg aufzubeben. Es wäre daher wohl nöthig gemessn, daß dem Hertzog zeit wäre gelassen worden, die Niederländischen fachen wieder in guten stand zu bringen. Allein, er muste, auf ausdrücklichen bcfthl, aus Spanien zu ende des jahrs 1991 wieder nach Franckreich, um Rouen zu entsetzen. Er ließ sich unter wcgs von der >>gue die stadt le kcne lur oise zur sichcrheit einräumen, und hielte mit dem -yer- tzog vom Maine verschiedene Unterredungen über das absehen^ König in Spanien bey Unterstützung der i>xue hatte, mit dencil allen aber nur lauter mißtrauen bey den Frantzosen gewürgt wurde. Rouen wurde zwar entsetzt, aber der Hcrtzog von Mime widersprach dem von Parma stets, wenn er was Haupt- sichiiches gegen die Königliche armee unternehmen wolle, no- «'iate ihn hingegen, Caudebec wegzunehmen , wobey er durch einen schuß an; arm verwundet wurde, und zu öedcckung dieses vrts ein lagcr zu erwählen, wo seiner armee die lebens - Mittel abgeschnitten wurden, auch sonst von den Königlichen verschiedener abbruch geschahe / dahero er gezwungen war / einen gefährlichen marsch über die Seme nach Paris zu nehmen / den er aber so alücklich ansteche, daß er dem König, der ihn bey dieser gelegenheit leicht hätte üdern Haussen werffen können, und schon würcklich im sack zu haben vermevnte, durch schnelle Verfertigung einer schiff- brucke, welche von Vielen für ein unmügliches werck geachtet worden entwischte. Von bar gieng er in zimlicher Unpäßlichkeit im jun an. i5yr wieder nach den Niederlanden, brauchte den brun- nen zu Spa wieder, unternahm hernach einen vergeblichen anschlug auf 8 . Quintin, und rüstete sich auf einen neuen zug nach Franckreich, uin deßwillen er sich nach Arras begeben, allwo aber seine silnvachhett gähling so überhand nahm, daß er den 22 nov. oder 4 dec., wie andere schreiben, an. 1592 starb, ungeachtet er selbigen tag noch zu Pferde gesessen war, und verschiedene ausfer- ugimgen unterschrieben hatte, woraus man seinen leichnam nach Italien führte. Seme Unpäßlichkeit mochte wohl guten lheils von dem heimlichen grämniß über den verfall der Spanischen an- qelegenheiten in den Niederlanden, und daß man ihm denselben schuld gab, herrühren, wiewohl einige muthmassen, die Spanier, die ihm zuletzt gar nicht mehr trauten, und meynten, er wolle sich entweder zum Herrn in den Niederlanden machen, oder sähe doch gern, wenn der krieg fein lange währte, hätten ihm heimlich gisst gegeben, davon sich jedoch bey eröffnung des cörpers keine spur gefunden. Er war ein tapffcrer, standhaffter, vorsichtiger, beredter, angenehmer Herr und glücklicher General, der auch im fall der noth gar wohl vor der saust zu fechten wüste, und ein rapier so gut führete, als der geschickteste fecht-meister. ti'sottstt. ^lsmoires lies courz r-nrisrio und bald daraufzum Patriarchen von Constantinopel, «vovor er jedoch 1550 d Ertz-Bißthum von Ravenna annahm, so er 1 c S4 mit dem zu Bononien verwechselte. Unter Iulio III bekam er die iegalivn von ketten ieöoch in währenden verdrießlich- fannlie genommen ward. Gleichwohl unterließ er chM der RömlsckM tttche dnnm kume! soviel nwgttch den frieden zu befördern, und balffnacb "fu- abmllae., llarkp bruder dem Hertzog Octavio eine visitt ek l jn H ültekö. Er wirk) ZklehrsamkeiL / klugheit und sitsamkert gerühmt. Mir. I. L. j. 1^. 9 A jv. iiiK. I. 8. Harnessus / oder wie andere nennen, Furnius / (Henricus) war gebürtig von Lattich. Er lehrte das recht, die beredsamkett und sprachen mtt grossem rühme in Italien, daher er auch, als er wieder nacy simem vakerlande zurücke wolle, zum her be- redsamkett nach Pavia berussen wurde, allwo er an. 1601, oder wie Kalmus Andreas will, an. 1619 gestorben. Seine schafften sind: «L iimulsci» re>^>. leu Ne imsginiNu» o»>,cics <5: «conomlLL vircuris; aipnrers sovis leu sie sori^us vrincipis i'nKlrutione > epiroms c-rbis rer- rsrum; cie iui cognirione L ollcncis; epittolL; Ne lmirsrions Li.eronir in conicritzenöis epitt. bibl. rest. N'lluom. «errer. Scc. Farnham / eine marck-stadt in der Grafschafft Surey, und zwar der vornehmste ort in dem von ihr genannten bunbred, welche von dem sinne Wye bewässert, und mit der residentz der Bisthöffe von Winchester gezieret wird. König Alfred erhielt achter einen herrlichen,reg wieder die Dänen. Farnomus / oder auch Farnesius,(Stanislaus),ein mrsr.us aus Pohlen, lebte um die mitte des lü ftculi. An. If68 trennte er sich von den anderen un,»rü5. und verfügte sich nach Sandec zu dem Gubematoren dieses orts Stanisl. Mezyc. unter de,sen proteckion er eine besondere kirch und schul aufgerichtet. Er war fast Am Meinung, und lehrte, Christus sey schon vor seiner geburt auß Maria gewesen, und sey nicht erlaubt den Heil. Geist anzuketten. Bey der tauffführte er nach dem erempel anderer um. ksr.orum, die eintauchung ein. Diese Farnovianische Archen blieb ein zeitlang in Bohlen stehen, biß »ach des Urhebers tob seine anhanget- sich zu denen Socinianeren geschlagen. Farnovius war an. 1614 noch bey leben, und soll unterschiedliche bücherm Pollnischer sprach, sonderlich betreffend die praexistentz unsers H. Christi, ge- - schrieben und publiciert haben. Liklwrn. s„ irrmic. Farnrode / ein schloß nebst einem dorffund Herrschasst in Thüringen unweit Eisenach,ist ein Sachsen-Eisenachischeslehn. Burg- Graf Hartmann von Kirchberg hat es an. 14? 1 vor 1 zoo rhein. fl. erkaufft. An. 1677 den 6 apr. hat Hertzog Joh. Georg von Sachsen-Ei,mach dem Burg-Grafen von Kirchberg, Georg Ludwig, nicht nur ein geistlich miter-ccMiN-mum und einige steuern zu Farn- rode erlaubet, sondern auch wegen dieses orts die Ritterdienste und einige andere zinse erlassen. Vor diesem ist es nur ein Adeliches Rit- terlehn gewesen, hat also nicht unter die Herren und Grafen gehört laut h. 10 des erb-vertrags zwischen Hertzog Wilhelm, Hertzog Albrecht und Hertzog Ernst von Sachsen -l. s. 1641. Der Burg-Graf von Kirchberg führt deßwegen das wi-eKorium unter der Ritter- schafft auf den land-tägen des Fürstenthums Sachsen-Eistnach. LtÄLe» smisi. 8sx. 9. ;>6. geogr. ^enentt c. iz. Farnsperg/ Farnspurg ist ein grosses berg-schloß auf einem sehr hohen seifen, in dem Äaßlerischen Sißgöw oberhalb Gelter- kinden gelegen. Es gehörte vor altem denen Grafen von Thierstein,welche um diese revier und im Frickthal ihr altes stamm-haus und herrschasst gehabt haben. Graf Sigmund hat es an. i;;? als es durch den grossen Erdbidem zerfallen war, von neuem erbauen. Nachdeme aber der Thiersteinische männliche stamm mit GrafOtto an. 1418 erloschen, käme dieses schloß mit zugehörigen dörffern, an seinen tochtermann Johann Friedrich von Falcken- stein, des stammens von Bächburg. Dessen söhn Thomas verfiele mit der stadt Bern und übrigen Eydgnossen in einen krieg; dann weilen er, in gesellschafft Johannis von Rechberg, die denen Bernern gehörige stadt Bruck, nächtlicher weile, mit list erobert, ausgeplündert und verbrannt hatte; so kamen die Berner, S0I0-- thurner und andere aus dem lager vor Zürich abgeschickte Eyd- gnossen, zusammen 4020 starck, für das schloß Farnsperg und belagerten solches. Weilen nun der Frantzösische Dauphin und hernach König Ludwig XI, und unter ihine der Lnmce ci-^rmsZnsc mit zoooo mann im Elsaß läge, willens dem Pabst, durch verja- gung des zu Basel versammleten concin, und zugleich dem Kayser, durch entsatz der von denen Eydgnossen belagerten stadt Zürich, einen dienst zu thun; als begäbe sich der von Rechberg, des nachts aus dem belagerten schloß, durch der belägerer lager ins Elsaß zum Dauphin, unv beredete denselben, daß er mit der armee aufbrache und den 2; Aug. 1444 Basel vorbey gegen Farnsperg anruckte; die Baßler hatten nicht nur allein sich zu einer dapffern gegenwehr gefaßt gemacht; sondern auch die Eydgnossen vor Farnsperg vermahnet , zu ihnen in ihre stadt einzuziehen. Es haben dieselbe darauf i6°o mann beordert, sich in die stadt Basel zu werffen, und selbige beschützen zu helffen , allein sie konten ihr vorhaben nicht vollbringen. Dann als sie den -6 aug. morgens frühe über Lwchstall herab, aufdie Bratteler-matten gekommen, stunde der Frantzosi, sche vortrab zu pferd unter dem comrs ä- v-mpmsrrin schon allda vor ihnen. Er ward aber Hertzhaff! angegriffen und, sich gegen Muttentz (allwoetlichandere regimenter lagen) zurückzuziehen gezwungen. Die Eydgnossen drungen ihnen starck nach, griffen die feinde bey Muttentz nochmalen an, und trieben sie gar über die Birß hinüber,sitzten auch sechsten durch das Wasser, willens, ihrer orllrc nach, bis m die stadt hindurch zu dringen. Sie wurden aber bey dem stechen-hauß und capeü zu s. Jacob von der gantzen feind- II theil. M m liehen 274 far lichm armee umringet und angesprengt, also daß fie gezwungen waren stand zu halten / wie sie dann die capellen, den kirch-hoffund garten zu ihrem Vortheil genommen/ und sich biß auf den letzten mann desperat gewehrt, also daß nur 16 mann darvon gekommen/ welche doch deswegen bey ihrer heimkunfft peinlich als feld-flüch- tlge und meyneydige angeklagt und kümmerlich mit dem kopff auf der schulter frey gelassen wurden. Der Dauphin verlohre bey 6000 mann / und darunter etlich 100 fürrrehme leuthe und hohe offici- rer. Solches nähme ihme die tust tieffer in die Schweiß zu gehen; er begäbe sich also in das Suntgöw zurück. Die Eydgnossen zogen gleichfalls vorFarnsperg ab/ und deniz octob. erfolgte der frieden mit dem Dauphin. Zuvor an. 1442 hat Johannes von Falckenstein das schloß und herrfchafft Farnfperg an Ertz-Hertzog Albrecht versetzet/ aber hernach an. 1459 löseteThomas solches wiederum ei»/ und gäbe es der stadt Basel an. 1462 auf ewig zu kauffcn / welche eine Landvogtey daraus und das schloß zu einer Wohnung ihres landvogts gemacht / der alle 8 jähr aus dem kleinen Rath dahin gesetzet wirb. ur/k». ellron. nsill. 1. r p.Z7r p. z8i. t>. Lliron. X 18 cr. ?.Z. sll snn. 1444. Ttr/Ar/r^er. Lllron. » 9 I 8 cr. I. ir.c. 17. * Faros/lat.i'l'sros. eine stadt in dem Königreich Algarve in Porcugall / nedst einem guten baven / und einem unter den Ertz- BischöffzuEvora gehörigen Bißthum. Farra / (Alexander) war von Castellazzs / einer stadt in dem Mayländischen/ gebürtig/ und wegen seiner klugheit und tapfferkeit im i6 seculo sehr berühmt. Anfangs gab er einen soldaten ab; auf zureden seines bruders aber legte er sich auf die studien. Nachdem er diese zu Pavia einige zeit mit grossem rühm getrieben, wurde er zum mitglied der academie llcßü ^Körci ernennet. Er gab einige schnitten heraus / darunter : mir-coli llLmore; 6-U2 aivinics öc!- l'Iiuomu und lleN'utllcio cie Lspirzni OencrLÜ. Pins V machte ihn zum Qmiverneur von Ascoli / und der i^-rcl>cle von Peschiera gab ihm das Oouvcroeiiicnr über Easal. 6/-//!»- rtiLLlr. alluoru. lecker. 6cc. Lartach / oder / wie sie von einigen scribenten gencnnet wird/ Havrimut / ist die Haupt-stadt einer provintz gleiches namens in dem glückseligen Arabien. Faruelum oder Capo Farwell/ ist das ain weitesten gegen füdcn zu gelegene vvrgebürge von Grönland gegen Ncu-Franck- reicb zu,iooFrantzöstsche meilenvon Forbishers-bay. Farwanaen / ein grosses dorss in dem Cantvn Bern am Hall- weilcr-see gelegen / und nunmchro denen von Hallweil mit hohen und niedern gcrichtcn zuständig. Nächst dabey ist eine wiese, auf welcher an. i zoy aus beseht Hertzogs Leopold! von Oesterreich/ Kayftrs Albcrti I söhn zur räche des mit hülfUlrichs von Palm/ Herren des schlosses und berrschaffts Farwangen an stinem vater begangenen mords 6; theils Edelleuthe,theils ihre diener an einem tag erbärmlich enthaupten lassen. ^,4.7/^»^ ci>ron. r^8cr. p. /. git Liin. l;c>9. * Lmsttnen-insul / I5>c cles kriisn;, eine kleine insul aufdem flusse Bidapoa / welcher Franckrcich von Spanien scheidet / ctwan eine meilc von der gegend, da sich besagter fiuß ins meer ergiest / unten am Pyrenäischcn gebürge. Sie gehört weder der krön Spanien noch Franckreich , und wurde dabero zu den friedcns. tractaten er, wählet/ welche an. 1659 zwischen den beyden krönen daselbst gehandelt und geschlossen worden. Zu diesem ende baute man in der mitten ein höltzern haust aus worinnen v 6c Nsr« und der Cardinal Mazarini zusammen kamen / die beyden Könige von Franckreich und Spanien auch selbst mit einander eine conferentz hielten / auch die Spanische an Ludovicum XIV durch diesen frie- dcns-schluß verlobte Printzestin dcmc überliefert ward. Nicht weniger wurde bereits vorhero dieser ort zum ducll zwischen Kayscr Carole V und Könige Francisto I ausersehcn. L-c/»-,»- »r tiili. ordis rerrsr. izr 6c. czz- * ssJ8Lss8> war ein bund dünner stecken / worein zugleich ein heil gebunden war / welches die den vornehmsten Vlagi- strats-personcn zu Nom auf der achtel vorher trugen / um dadurch anzuzeigen/ daß sie macht hätten/ mit den stecken am leibe/ und mit dem heil am leben zu straffen. Die Römer hatten solches von den Hetruriern abgesehen/ als deren Könige sich dergleichen vorher tragen liessen, und zwar an der zahl 12, so viel erstmals städte in dem Hetrurischen Reich waren ; daher dann auch die Römische Könige diese anzahl beliebet. Die Lunwie/hatten 12 Krlccs, welche demjenigen / so den monat über am rcgimcnt war/ durch so viel üLtor-z, die in einer reihe hinter einander hergicngen / vorher getragen wurden. Die viersr<» cs hatten 24 ziemlich so viel als beyde LonU>ies,um zu zeigen / daß deren gemalt in dem vis-roce vereiniget wäre. Dessen k^LZillcc kguimm scheinet 6 gehabt zu haben / wenigst zu Eäsaris zeiten / und in abwcscnhcic des via-runz. So lange der veccmvsturum regiment währte / hatte jeder unter ihnen 12 Llces. Die vi/iimviri in den colonicn hatten 2 Llc die v-Liorex und pcocunUNcs 6. Wenn ihrer 2 einander begegneten/ so missten des geringern UÄures mit ihren taicisuz ein cowpiimcnc'machen und sie etwas niedriger tragen. Wenn die k-lccs mit lorbecr umwunden waren/ so wär es ein zeichen, daß sie einem General zugehorten, so einen grossen sieg befochten, wiewol man fie nach der zeit unter den Kavsern stäts also tragen muste. Wenn man einem Kayser die leich-proccßion hielt, wurde» sie auch/aber umgekehrt,vorgetragen. Tthi/re-/ eleLt. 6e mLZ>tkr. * ss^8LIXO8,war ben den Römern derGott/der das bcschreyen und andere hexercyen wegschaffen solle. Wenn einer triumphirte. fas füt so ward dessen bild unter desswagen gehanget, damit ihm der Neid des volckes nicht schaden mochte; denn die alten Römer und andere Heyden stunden stäts in furcht, sie möchten von andern lenken beschryen oder verhext werden, und gaben deswegen allerhand tolle dinge an. Sie meynten auch fo gar, wenn einen gewisse Personen unrecht ansahen, (welches man ocuium iHNum oder nennte,) »„gleichen wenn sie einen sehr lobten, so schade es, und sonderlich den kindcrn. Dieses suchten sie zu verhindern, O daß wanden lenken etwas vormachte, daß fie nichts böses denckmsollen , z. e. den kindern hieng man ein männlich glied von Wer an den hals; die schmiede und schlösse»,' machten an ihre werck-stätle allerhand wunderliche dinge. 2) »sie liessen andere leute ihr glück nicht wissen. ;) Die thaten sich selbst einen schaden, als wie Polucrates , welcher seinen kostbaren ring wegwurff. Massen auch n. Aemilius Paullus nach erlangtem herrlichen sieg wider Perlenden Konig in Macedonien aus eben dieser einbildung die götter bäte. daß, wo fie solches gluck durch einen unglücks-fall mäßigen wollten fie selbigen eher über ihne und sein hauß ausgehen liessen, als über das gemeine wesen; woraufdie 2 söhne,welche er sich übrig behalten, nachdeme er zwey andere, einen von dem älteren Scipivne Africano, den andern von Fabio hatte adoptiren, oder an kinds- statt annehmen lassen, der eine 4 tage vor, der zweyte; tage nach dem triumph sollen verstorben seyn. Über obiges pflegten auch die älteste Romer,wo sie etwas von sich oder den ihrigen rühmten, oder ein ihnen widerfahrnes glück vermeldeten, das Wort i^lllcine beyzufügen, in der meynung daß dadurch die gcfahr von dem k-win» solle abgewendet werden. Manche spnen sich dreymal in den tchooß oder brauchten die Verws rel'cenwnos, damit sie alles böse von sich abwenden möchten. Uc invilli- 6- t-Ucino. * ssJ 81 I > waren zu Rom gewisse marmorne tafeln,auf welchen die «amen derer, >o in Rom ehren-ämterc besassen, ingleichm auch die jährlichen feste und solennen tage eingehalten waren. Sie waren entweder niLjor-i oder Mlilorer Auf jenen stunden die namen der conwium, victzcorum, und derer, die triumphirt hatten. Diese aber waren nichts anders als calender, woraus man wissen konte, wenn die feste und andere zu jeder Verrichtung bestimmte oder bequeme tage einfielen. Diese kaiios wüste sonst niemand als die p°n- riüccs, welche die abgedachte tage zu erst dem volck von einer zeit zur anderen ansagen missten, wobey sie sich aber immer nach ihrem und anderer vornehmster Regiments-Pcrsonen »Villen richteten, und das volck, sonderlich, wann es erwas gegen des Ratbs ablichte vornehmen »volle, erbärmlich an der nase herum führten. Aber ^ v. ^0 hat sie c„. Flavius, der des Avpii Claudii schreiber war, unter das volck gebracht, wodurch dieses aufeinmal von einem solchen armseligen zwang befreyte volck eine so grosse gnnst gegen c». Flavium gewonnen, daß es ihne, obwohl er von frey gelassenen knechten hcrstammete,zum obersten bau-herrcn Ollm curuii) machte. Lrc. pro tvlur.vnz. 7.-1,. I. A. I. zz. 6cü. ex/cnnrllbus pi- toni 5 . tgsr. * Laftow / ist ein ort in der Polnischen Wovwvdschafft Kiow, allivo die Bischöffe von Kioiv residircn. Auch haben die Jesuiten ihr coUegium, welches fie vorhin zu Kiow gehabt,hiehcr verlegt. Fastrada / Caroli II. dritte gemahlin, welche ersieh an. 78; zu Wocms beygelegt, war eine tochter Grafen Rudolphi von Fran- cken, und machte sich durch ihren bochnruth und qransamkeit bey den Frantzosen so verhaßt, daß sie eine conspiratton anspönnen, um so wohl ihrer, als ihres gcmabls auf einmal lost zu werden, und Pi- pinum, einen von seinen natürlichen söhnen, an »eine statt auf den thron zu heben, welche aber bey zeiten entdecket ward. Sie starb an. 794, nachdem sie Carolo N. 2 kinder gebohrcn. (siehe ssa- rslus II. ) in vir. Lsroli Xi. Lte/e/ss L L7. //». 6cc. Fatagar / ein Africanisches Königreich in Abissnicn, welches ostwärts an Balia grantzet, und vormahls von Christen bewohnet wurde. Der Commendante in dieser stadt wird Fatagar Asgua genennet. ,n h-K. Fatima / eine tochter des Propheten der Türcken, Mabomcks und gemahlin des Ali. Einige wollen sie für diejenige perstn halten , welche von den Mahometancrn zu Com als eine heilige verehrt wird; allein die meisten berichten, daß diese heilige eine tochter dcsAli und derFatimä,oder deren liefe,oder wie am wahrscheinlichsten ist, eine tochter des Mouss, welcher ein söhn des Daqafcrs, gewesen sey. Vor dieß letztere geben sie die Mahsmetaner selbst in ihren gebeten aus. Aus eben dergleichen gebeten siehet man, daß diejenige Fatiina, »reiche sie vor Mahomet des auserwähltc» toch- tcr,und Ali des hochgeliebtcn fran angeben,von den pilgrimmm die reineste, gerechteste und unbefleckteste junqfrau, und zugleich die mutter der 12 wahren Stadthalter Gottes durchlauchtiger an- kunfft genennet wird, welches wie man siehet, eine liederliche nach- äffung ist , dessen was in Heil. schrifft von der Jungfrau Maria gcsaget wird. rcmsr-^. luc. I eczc cie t'empirc OiromLN 8.1- caur p. -lc ko77e/ llitk. 6cs Ltierits c. 74 6c 107. dÄ/ls reite. 6b«r'- mgrmene, , genennet »vorden. Sie soll ihren Ursprung von der nacht und dem höllischen gott Lrcbo , oder von der Nothwendigkeit haben, oder auch aus dem meere oder aus dem ersten unförmlichen klumpen, cllLvs , hervorgekommen styn. Cicero sagt, das (»rum sty alles dasjenige, was Gott beschlossen und verordnet, daß es geschehen solle. Chrysippus und die Sroici überhaupt ncn- ncrcn es eine unvermeidliche oder unveränderliche reihe und kette der fachen, die durch ewige ordnungen einer folgung, aus welchen füv sie gleichsam zusammengeknüpft sey,sich in einander drehe imd verwickle. Das wvrt k-cum kommt her von tu, reden/ oder sagen/ weilnemlich diese gottin einem jedweden menschen bey seiner gehurt sein künfftiges schicksa^stlge. Die; werden unter diesem Name» des tiic, begriffen. incpic. Ilicc. Le/ro^. bb. 10 6c repuvl. in i ^8nei6. 6 ^r/s^gr. evLn^. LÄc. 6s fsro, 6s6ivia. ^oe/. in rox. ?.j,. i.ir. psnib. nixtk. p. r°4- Pavarotti / oder 6 c kLv-ronibus, (Augusiimis) sonst Angusti- !MS von Rom genannt/ war VON Roin gebürtig, allwo ihn die Au- giistiner-Münche, in deren orden er sich begeben, an. 1419 zu ihrem General erwählten. Hierauf wurde er Bischoff zu Cesena in Ro- znagna, und nachgchends bekam er gar den titul eines Ertz-Bi- schvffs von Nazaretb , dessen sitz zu Barlctta in dem Neapolitanischen Königreiche ist. Er starb an. 144; und hinterließ unterschiedene anmerckungen über die offenbahrung 8 . Johannis , über die episteln 8 - Paust und den m-gillrum le„rLi>r,Lrum; desgleichen Lunge tractate äs vsc>'/>co vriAingli; 6 e ^ioksll»re ; 6 c fzcrL- ^enro 6 ivinilLcis jciu Lkriili 6 c ecclstlgs; 6 c Lkrillo espite 6 c ejiis incl; lo princivaru ; 6 s ckLri/Lke ejus crgL sleÄos 6 c iniiniko smore, 6 cc. welche drey letztere bücher aber mit unter die verbottenen gesetzt sind. 2 >i/Äemirt« 6 c LsL/rrmr-rris 6 e lcripr. ecclel. L/AM. Favas oder Favars / siehe Bargemon. Lauster / von Mandeck, siehe Randeck. hauchet / (Claudius) k^clenr bey dem Rathe, welcher über die müntzen gesetzet war, war von Paris gebürtig. Als Siena von den Päbstlichen und Florentinischen trouppen an. belagert wurde, die darinnen liegende Frantzvsische garnison aber dadurch in noth kam, schickte ihn der Cardinal von Tournon an den König in Franckreich, sich bey ihm raths zu erholen, was in einer so wichtigen fache zu thun wäre, worbey er sich so wohl aufzuführen wüste, daß ihm dardurch der weg zu erlangung unterschiedener ehrenfesten gcbahnet wurde. Doch die vielfältige arbeit, die er dabey auszustehen hatte, tonte nicht hindern , daß er nicht auch durch schafften der gelehrten weit hatte nutzen sollen. Man findet davon unterschiedene, als: eine gelehrte Übersetzung des Taciti in das Frantzösische, woraus man nemlich siehet, daß dieser mann den Lacitüm und die zu dessen erläuterung zu wissen nöthige stücke wob! verstanden, wiewohl er im übrigen solches alles nicht mit der nettesten oder artigsten schreib-art vorzudringen gewust hat. OriAlnss 6 er Llicvsliers, Lrwoiriss. 6 c kerLurs, erNeiiiklc 6 e forclon- nLncc, Limes üc mllrumeMs, 6 er^uelr Ics krancois onr sncienusmciic vle en Isurz guerrer; rscucil 6 c l'origins 6 s Is IsnAue 6 c poetle k, Lnzoife, rymc 6c romLnz; plus, les »omz 6c fornmsire 6es osuvrer 6s poskcs krLnzoir , vivsos Lvsnc I'Ln. ; lez sncicjuiicr Lmloisss, welches buch wegen des alten und unangenehmen 8k)-ii Ludovicus XIII in Franckreich mit solchem Verdruß gelesen, daß er darauf, wie man sagt, niemals mehr ein buch in die Hand nehmen wollen. Seine wercke sind an. 1610 zu Paris und im folgenden jähre zu Genf zusammen gedruckt worden. ewZ. l. z k« Ooix «"» N'erÄcr 6 c §ore/ llanz ls biklivrllecjue frsn^oiic. /'L»ssr «7 Iiitt. 6 e rous les tlecles 6s la «ouvsllc loi, mois 6e Xtars 160. * Faucheur / (Michael >-) ein Prediger der Reformirten in Franckreich, trieb stine zuhörer durch die Wichtigkeit seiner beweiß- thümer und durch geschickte Vorstellungen dermassen ein, daß unter andern der Xareckai 6e >2 korce niemahls mehr zum duelliren kunte gebracht werden, als er die gründe des Faucheur hierüber erwogen. Er lehrte zu Montpellier, und von dar wurde er nach Paris beruffen, allwo er an. iS;? den i april gestorben. Man hat von ihm «les tcrmons; uri crsirs 6 s Isucksrillie conkrc lc e?Lr 6 inL> 6 u vsrron. worinnen er die Über das heilige abendmahl schwebende streitigkcit mit ungemeiner geschicklichkeit aus denen kirchen- vatern ausführet, so daß man vor ihme bey weitem nichts so vollkommenes von dieser Materie gehabt ; wiewohl solches dan- nvch hernach von des Albertini werck ist übcrtroffen worden, dazu es aber auch einen reichen beytrug gegeben, u» crE 6 c l LÄttm 6 s lorLccur, welche an. isyo mit einer Lateinischen Version heraus gekommen, da sie vorhero zu Lyon und Leyden nur Fmntzostsch gedruckt worden, r>ivA. r.ixf r6 LII. 1687 p. 17,18 6c 26 LN. 1690 p. z68. L^>le. * Haucogney / eine mittelmäßige stadt, mit einer darzu gehörigen nr-vors. in der Graffchafft Burgund, an den Lothringischen grantzen, gelegen. Von den örtern, welche davon dependiren, sind die vornehmsten: Fougereuil, 8. Hilaire und Servance. Faucon/ oder Falconi/ die familie, hat ihren Ursprung von Mrentz,, die sich aber m unterschiedene äste in dem Neapolitani- De,, Königreiche zertheilet. Aus diesem ist an. i49z Falco oder ssalcvni mit dem König Caroio VIII , welcher besagtes Reich unter sich gebracht, nach Franckreich gekommen. Er hatte von Char- lotte Buzeüi 2 söhne,Franciscum und Alerandrum. Der ältere begab ,,ch in den geistlichen stand, wurde Bischoff zu Tülle, Orleans, Macon und Carcassone, und von Francisco I zu wichtigen dingen gebraucht. Alexander aber pflantzte das geschlecht fort, und führte den tüul einesHerrn von Puiredön und Ris. Sein söhn Claudius wurde anfangs vbrister bey dem loguistrions-Ratbe. Hierauf machte ihn Henricus III zum Staats-Rath, und bald hernach zum obersten ?r-rll 6 snren des Parlaments in Bretagne. Insonderheit leistete er in den Ligistischen Unruhen gute dienste, hatte aber das unglück, daß er auf einer reise von Paris nach Ren- fav 275 nes weggenommen, und lange zeit von der LiaMsth-en vartbe» im gefangn.ß behalten wurde, In welcher gefaZ ZNr N E dichte, von den innerlichen kriegen verfertigte Nach seiner besrew ung züchte er seine dimiffion, welche er auch Aell und feine übrige lebciis-zcit zu Paris ruhig zubrachte. Er starb daselbst an iü°° oder i6°i, nachdem er fast 6? jähr alt worden, und b nter'- mcm/w ^' Alerandrum, welcher oberster vkLÜUsnc pes Parla- ^^einandregeiveftn; Carolum, welcher eben diese ^>7° bedienet; Claudrum, Herrn von Messiez 6- Branquefort- uudcndüch ,zwanclse„m, ivelchcr ein Malteser-Ritter worden 7 da ek srch untev dem nclmen deB LommLncieurs MZ begannt unterschiedene kinder, davon der st teste söhn ^ohannev Ludovlens Herr von RisML-^uis von Cbal- von Bacqueville, rc. gleiche ehren-stelle mit dem vater bekleidete, und mrt ferner gemahlin Bonne Rogerdas geschlecht sortgepsiantzet. 9/,Nilt. 8.,clos. tLmii 6i Lolc. l-ranc. Ac. Fauconberg/ oder Falconberg/ inglerchem Falconbridge, war ehemals der zuname einer edlen und alten familie, nrfvrüng- lrch aus der Srormandie, und welche sich von Ryse in Holdcrneß, m der Englijchen provmtz Yorckshire,zu schreiben pflegte. Aus derselben war enliproffen Walter von Falconberg,welcher mit Agnes, einer schwester mid erbin Petri 6s Brus, Okelton in Cleveland, ncdjt andern landereyen erheyrathete, und von an. 1297 bis an. i;os, zu allen Parlamenten als Baron beruffen ward, worauf er in dem letzt-gemeldten jähre mit tode abglena, Von ihm stammte her der Ritter Thomas von Falconkrg, dessen tochter Johanna zuwege brachte,daß ihr gemahl, der Ritter Wilhelm Nevil, ein jüngerer söhn des ersten Grafen von Westmorland, Ralph Nevils, an. 1428,,mit dem titul eines Lords Falconberg in dem Parlament seinen sitz bekam. Nachdem dieser unter des Königs Eduardi IV regierung, als Grafvon Kent, ohne männliche leibes-erben gestorben,blieb der titul von Falconberg eine lange zeit liegen, bis endlich die familie derer Belasse aufs neue damit beehret worden. Dieses geschlecht, nachdem es etliche i°° jähr in dem nördlichen theil von Engelland, sonderlich aber in dem Bißthum von Durham in grossen, anfthn gelebt, kam in dem 17 seculo vollends recht empor. Denn der Ritter Henricus Belafyse von Newborough in Uorcks- hire ward den 29 jun. an. 1611 zum Baronet gemacht. Sein söhn Thomas, welchen er mit des Ritters Thomä Fairsax tochter, Ursula, gezeugt, bekam den 2; may an. 1627 die würde eines Lords Falconberg, und den ; 1 jan. 1642 den titul eines v,cs Grafen Falconberg von Henknowl. Er starb an. 1652 und ließ von feiner gemahlin, Barbara, einer tochter des Baronets, Henrici Cholmond- ley von Roxby,,zwey söhne, Henricum und Iohannem. Den letzten machte der Konig Earolus I zum Lord Belachst von Worlaby. (suche den articul Belafyse.) Der erste aber starb noch vor seinem vater, und hinterließ von seiner gemahlin, Gratia, einer tochter und erbin Thomä Bartons und Smithells, 4 söhne und 4 tochter. Von den letzter» ward (1) Gratia an Georgium, v ics-Graftn Castleton in Irrland, (2) Francisca an den Ritter Heinrich Jenes, (z) Arabella an den Baronet Wilhelm Franckland, und(4) Barbara an Walter Strickland, verheyrathet. Von den söhnen stürben Henricus und Johannes gantz jung. Der älteste Thomas succedtrte an. 1652 seinem großvater und ward den 9 apr. an. 1689 zum Grafen von Falconberg erhoben ; verrichtete an. 1670 im »amen seines Königs eine ansehnliche gesandtschafft an die Fürsten und Staaten in Italien,darrnn er aller orten mehrere ehr und distinction empfangen , als anderen Gesandten von gleichem Cha- racter vor ihme soll widerfahren seyn; starb aber an. 1700 ohne leibes-erben. Dessen bruder, Rowland, ward Ritter des Bades, und heyrathete Annam,eine tochter und erbin Iacobi DavenportS von Sutton, mit welcher er folgende kinder zeugte (1) Thomam, von dem alsbald. (2) Iohannem. (z) Rowland, welcher Fran- ciscnm, eine tochter Christophen Rvperts, Lords Teynbam, heyrathete. (4) Annam. (5) Mariam. Der älteste söhn Thomas suc- cedirte seinem vetter, dem letzt-gedacheen Thomä, nicht zwar in der Gräflichen würde, sondern nur in dem titul eines v»,e Grafen Falconberg,und vermählte sich mit Brigitta, einer tochter des Ritters Johann Gage von Fourle, welche ihm folgende kinder gedohren 1) den 27 apr. an. 1699 Thomam, (2) Rowland, (;) Johann, 4) Mariam,(;) Annam,(6) Penelopen. llcip co LnZüsK stilko-x p. 0//, ZAZ. Lmttr-rve 6m!>Lllscis exlrsorll. 6e 64),I. kLucomderz. * Faudoas / eine stadt und castell in Kastogne in dem gebiethe von Montauban, welche den titul einer Baronie führet, woher die alte familie der Faudoas ihren namen hat, die sich in verschiedene äste, als in die Grafen von Serillac und Belln, desgleichen dre Herren von Segvenville und Avensac getheilet. Die Herren von Faudoas hatten bey den land-täqen in der Graffchafft Lomagne den Vorsitz. Johannes Freyherr von Faudoas und Barbazon, wurde von dem Hertzoge Carolo in Guienne an. 1466 zu seinem Cam- merhenn gemacht/ und an. 1470 wurde ihm das land von Castera und Pradere in Gascogne von gedachtem Hertzoge geschencket. Sein vater Bervaldus, Freyherr von Faudoas und Barbazan, Se- nechal von Agenois leistete dem Könige Carolo III m eroberung des landes Guienne gute dienste. Dessen groß-vater, so gleichen namen mit ihm geführet, war des Königs Ludovicr I M Uranck- reich 6mi>LssL6su- bey dem König in Spanren, und einer von seinen qrösten favoriten. siehe Barbazan. o« 6s ja mLill,» 6e ivloncmorin. /e bitt. 6e LKaries VII. daventius / war Kayserlicher Stattbalterin Italien an. zöz, deistn in dem D--060Ü Meldung geschiehet. xr»fop. M m » Have- 276 fav fav Laversham / oder Leversham/ ist eine kleine stadt, welche rlr- genannt/ so vor der Wienerischen Leopoldstadt liegt / ist bey des > der Nördlichen stite der Englischen provintz Kent, zwischen Can- Türckischen belagerung an. 168 ; sehr ruinirct und die gebäude an , , ...... terbury und Röchester, gelegenist, und so wohs wegen der uinliegen- den fruchtbaren gegend/ als wegen der in dernachbarschafft befindlichen bay / wie auch wegen zweyer jahr-märckte / sich in gutem zustande befindet. Sie ist ein glied der stadt Dover, und derselben ordentlich incorporirt worden. An. 90; hat der König Athelstatt allda eine Versammlung der Stände seines Reichs gehalten. An. 1148 stifftete der König «Ltephanus daselbst eine Abtey desClu- Niacmser-Mr des Benebictiner-ordens, worinnen er auch/ nebst seiner gemahlin Mathildis und seinem söhn Eustachio ^begraben worden. An. 1676 den 8 apr. ward der Ritter George «Lands von Lees-Court in Kent / wegen der dem Könige Carolo I trcugeleiste- ten dienste/von dessen söhn/ Carolo 11 / zum Pair von Engelland gemacht/ und zwar mit dem titul eines Barons von Throwley / eines v,ce-Grafen Sands von Lees-Court / wie auch eines Grafen von Feversham. Nachdem er an. 1677 den 16 apr. gestorben/ siel/vermöge einer absonderlichen Königlichen verordnung/ diese Gräfliche wurde auf seiner ältesten tochtcr Maria gemahl Ludovicum Duras/ 6- Blancfort in Franckreich/ welcher der Catholischen religion zugethan / und an. 166; durch eine Parlaments-acte na- turallsirt/ an. 1672 aber/ den iy jan. zum Baron von Engelland/ Mit dem titul eines Lords Dnras von Holdenby / gemacht worden war. Er empsieng auch den orden des hosenbandes / bekleidete bey Caroli II gemahlin/ Catharina / die stelle eines Obrist-kämmerers/ und ward von dem Könige Jacobo II so hoch geschätzt / daß derselbe ihm an. 168; das obcr-commando über die wider dcn Hertzog von Monmouth bestimmte armee auftrug/ mit welcher er auch den 4 jul. bey Sedgmorn einen vollkommenen sieg erhielt. Von eben demselben Könige ward er an. 1688 zum obersten General wider den Printzen von Oralsten erklärt; allein auf absonderlichen Königlichen befehl ließ er bald hernach die unter ihm stehende armes aus einander gehen / weswegen ihn den 16 dec. der gedachte Prmtz in arrcst nehmen ließ / aus welchem er gleichwohl/ in ansehung der Königin Catharina / bald wieder loß kam. Nachdem diese letztere wieder in ihr Vaterland Portugall sich begeben / blieb er zwar noch beständig in deren dienstcn / jedoch in Engclland zurück / allwo er auch im apr. 1709111172 jähr seines altcrs gestorben, n^/-»'-tzelp to LnAÜLli ZIZ. Lricaruiia. 0/ ssssVI88^ . waren in dem c/zpiroilo zu Romuntttirrdische ge- wölbcr/ darein man die zerbrochenen stücke von bildern und andern zum gottesdicnst gehörigen stachen warst; und hatte sich sonderlich deren mänge durch die zu verschiedenen malen in dem Lspir--i>o entstandenen fcuers - brnnsten sehr gemchret. Denn die Romcr waren so rdiffcux, daß sie dergleichen jachen, ob sie gleich unbrauchbar waren / dennoch nicht zu profanem nutzen gebrauchen wollen. ^4. e-c/7.1. 2 . c. 8. ssvm. vcr. * ssssVXssfflss I ein fest/ welches dem ksuno zu ehren 2 mal des jahrszuRom gehalten ward. Das erste mal den i; febr. auf dcr insul / welche die Tyber macht, das andre mal den 7 dec. und zwar so / daß man auf den wiesen und in den wäldern die gantze nacht durch wachte / wobey ihm ein böcklein nebst einem bechcr wein ge- opsscrt ward. cH^«/-/. lsnr. Dcor ausgebrennt worden. Kayser Iosephus hat ein neues selten- gebaude auffuhren lassen. Der garten dabey ist wegen der hohen bäume und zu dem spatzieren gehen sehr anmuthig, wird auch von dem Adel yanffig besucht. Das andere wird die neue r-vontt genannt / weil man sie erst nach der gedachten belagerung gcbauet. Es bestehet selbige in einem weder weitläuffigen noch prächtige»/ jedoch zimlich regulärem gebäude/ und daran liegenden garten / allwo der Kayser Leopoldus und Iosephus sich den grösten theil des sommers aufzuhalten pflegten / welches auch der Kayser Carolus VI thut. Sie liegt einen canon-schuß von der stadt Wien vor dem Karnther-thor. ssffVOftlffss, ist auch der ttame eines schonen lust-hauses- welches die Heryoge von Mantua nahe bey dieser ihrer residentz- stadt haben auffuhren/und prächtig meubliren lassen. * Füusirgni / siehe Fosflgni. . Lauft von Stromberg/ eine Adliche familie, welche schon m dem 1; seculo an dem Rhein in ansehen gewesen. Johann Sa- lentm / / u. D. Kayserlichcr Cammergerichts-Rath zu Speyer. gieng an. i666mit tode ab. Sein tractat s-crimimkus kam nach seinem tode heraus. Frantz Ludwig, Dom-Probst zu Würtzburg, starb an. 167z. Sein bruder Johann Philipp wurde ein vater Frantz Ernstens, geheimden Raths zu Würtzburg und Ober-Amt- manns zu Haßfurt; dessen sohne waren 1) Philipp Ludwig, geb. r 660, Chur-Mayntzischer und Bambergischer geheimder Rath und Prajident der ober-cmnahme. 2 ) Frantz Görge, Domherr zu Mayntz, Wm-kburg und Bamberg, wie auch Chur-Mayntzischee und siwstüch-Bamberglscher geheimder Rath. z) Friedrich Die. trich, Wurtzburgiicher geheimder Rath und Amtmann zu Arn- stcin. 4) Gottfried Philipp Joseph, Chur-Mayntzischer geheimder Rath und Stadthalter zu Erfurt, welcher den Freyherrlichen c»r- raÄcr erhalten. V. L. L. rsb. ri. Lauft-und Rolbrn-Necht / war zu vorigen zelten in Teutschland durch die gewohnheit eingeführet, und bestund darinnen, daß lederman sich selbst recht, schaffen, und den andern aufvorher gegangene ordentliche abjagung nach gefallen angreiffen und ihm schaden kniffe. Es hat dieser gebrauch zu den zeiten der »mricor„m gewaltig uberhand genommen, inmassen diese Kayser von den Päb- stcn fast um alles ansehen gebracht worden; wiewol bey Tacito zu finden, daß es schon zu seiner zeit bey den Teutschen im gebrauch gewesen. Indem nun dadurch die ruhe des Reichs gestöret wurde, trachteten zwar unterschiedliche Kayser dahin, wie sie dieses recht durch aufgerichtete land-frieben wiederum abbringen möchten; kuntcn es aber doch nicht gar darzu bringen, und hielt sonderlich dir Rittcrschafst starck darüber. Gleichwol ließ dessen gebrauch schon zu ansang und in der mitten des 1; seculi ziemlich nach, biß es der Kayser Marimilianus I in dem an. 149 z zu Worms gehaltenen Rcichs-tage durch den daselbst aufgerichteten allgemeinen und im. merwahrcnden land-fricden gäntzlich abschaffte, v. Gerhard hat an. 1711 zu Jena eine ausführliche clillertstioi, von dem kolben-ge- richte heräusgegeben. Uc ^>acc im^crii 7>ublica öcc. . Laufta / war ConstantiniN. gemahlin, und Marimiam Her- LaUno / (Lncio) ein Italiänischer autor um die Mitte des 16 cnlei tochtcr, ihr vater hatte sie an Constantinum vcrheyrathet, . hat ci-»c ^mickics Uciie ciits lli Koms geschrieben / auch et- mehr in dem absehen ihne sicher zu machen, und um seinen gemalt scc»>, .hat .... liche schnfftcn von Flavto Blondo ins Italiänische übersetzt. FaunuS / der andere König in der landschafft der Lateiner, des 8-lurn- enckel, succedirte seinem vater Pico gegen das jähr der weit 2724,/«. />. 1.12. in ctzion. §c>Ls?»c». Iiill. eccl, lib. Io< c. s. tzig. cccl. I. Z. c. 41. tzild. cccl. I. r. c. 4. gtz LIIN. Z24. n. z. stg. * Fauftittä / des Kaysers Antonini Philosoph! gemahlin, welche in der Historie wegen ihres unzüchtigen Icbens beschrieben ist, wäre eine tochtcr des Kaysers Antonini ?>>. und der Anniä Galeriä Fan- stinä, und schlüge dieser in den Wollüsten und leichtflnnigkeiten völlig nach. Als sie einsten sich in einen ringer oder fechtcr verliebet, bekannte sie es gegen ihrem ehegemahl, welcher so dann die Cbal- däcr darüber befragte, die ihm riechen, daß er den ringer umbrin. gen, Faustinam aber dessen blut trincken lasten solle. Äls dieses geschehen , wurde zwar die unordentliche brunst gegen eine so niedrige person in ihr ausgelöschet; allein in eben dcrstlbigen nacht empßcng sie Commodum, welcher alle böst eigenschafftcn eines gemeinen rm- gers an sich hatte. Jedoch wäre schon damahls der ruff, Faustina hätte so wolCommodnm,als dessen gleich im 4ten monat verstorbenen mitzwilling Antoninum von einem bcruffeucn p>^6>.imre m ehe. bruch gebohren. Antoninus stcllete sich, als ob er um ihr lieber», chcs leben nichts wüste, so gar, daß er, als ihm einstens gerathen wurde, sie von sich zu stossen, darauf zur antwort gab, daß er ihr solcher gestalt auch ihre mitgisst, nemlich das Kaystrthmn, wieder zurück geben müste. Damm aber thäte er gar der stich zuviel, daß er erstlich in seiner eignen lcbens-beschreibung den göttercn dancket, dar daß ihme ei« solch ftüMmes / gehorsames / lhnö inniglich liebendes weide gegeben hatten; und dann noch mehr / daß er selbige nach ihrem tobe, (der in Mieten am fuß des gedurgs Taurus in einem dorffnamens Alalä erfolget,(ander die zahl der Minnen versetzen, jhro tempel aufbauen, priesterinnen und so genannte i-rum. oisnÄS verordnen ließauch das dsrff Alalä zu ihrem angedencken in eine stadt und Römische Colonie verwandelte. Sie hatte „„der 6 linderen auch eine tochter gleiches namens hinderlassen, welche an den Burrum scheinet verheyrathet gewesen zu seyn, der von Commodo umgebracht worden. commenr. -r n.ris- nor, so er der Kayserin Flacilla dedicieret. Diese schrifften hat unter des Jaustini »amen zu erst Sirmondus an. i6;o herausgegeben/und sie besinden sich in der bNNiorNccL pLcmin. OeE-ti«- Ue scnpc.cccl. c. ,6. Faustius/(Jsaacus) ?rofeiwr rNcologiL zu Straßburg/war daselbst an. iszi den ic> um. gebohren. Er machtestch dieHebräi- scheund Griechische sprachen so wohl bekannt/daß er selbige fertig redenkume/wie er denn davon so wohl bey anderngelegenheiten/ als in öffentlichen nnpmLriombus unterschiedene proben an den lag geleget, Nachdem er so wohl in der Philosophie/ als in der theolo- gie guten gründ geleget/ besuchte er Holland/ Danemarck/ Schweden / Ober-und Nteder-Sachsen / und machtestch bey dieser ge- legenbeit mit Dvrschao zu Rostock bekannt / welcher ihm freyen zu- triltzü seiner bibliorhecverstattete. An. is^okam er wieder in sein vanerland/ und erhielt die erlaubniß / sowohl inderPhilosophie und Philologie/ als inder theologiezulehrcn. Zwey jähr hernach wurde er in das predigt-amt genommen / und nachdem er an. 1659 seineinaugural-disputationgehalten/ wurde ihm an. 1661 die Dc>- üor wurde ertheilet /auch bald daraufcmeLro MeoioZiL aufgetragen. An. i6yä folgte er Sebastiano Dchmidio in dem amte eines i^nnis bey dem kirchen-convent / und zugleich eines Prob- stesbeydem capitul zu8. Thomas nach. Er starb an. 1702 den zo rwv.und hinterließ ausser unterschiedenen dispulationen nichts/ als eine ercrcikation über das coNoquiu,u zu Lasset / welchedentitul Ireas Sirene führet, Lcrmari. an. 170z mens x. 187. Faustus / ward von dem Britannischen Könige Dortigem/in der mitten des Muli / mtt seiner leibltchen tochter m blutichande gezeugt/bey anwachsenden jähren aber/ durch die ansuhrung eines discipels des heiligen Germani / so weit gebracht/daß er auf eine sehr exemplarische art sein leben an dem stuß Remnts inGla- mvrganshire zubrachte. E«»/ um. ot'LnZi. vook z. Faustus / Bischoff zu Rlez, .gebürtig aus der provmtz Bretagne. Er war anfänglich ein Munch, und nachgehends Abt m dem kloster auf der insul Lerins, da er in dfe,er wurde Maximo suc- cedirte,welchem er auch an. 466 in der Bischöflichen wurde zu Rlez in krovence folgere. Er war zu seiner zeit einer der gelehrtesten Bl- schöffe, der insonderheit von Sidonio Apollinari sehr hoch geschahet wurde, wie aus dessen briefenzu ersehen. Doch merckendre gelehrten an, daß er der meynung der 8em>,Pelagianer zugethan gewesen. Er starke ums jähr 48-- oder48s, wie es von anderen gesetzet wird. Unter seinen schrifften sind sonderlich merckwurdig: -w NL Osi , A livero L^dirrio likri 2. ^ e^i6:olL 36 ^.ucicjum ^ IideHus cjü creLruns, in iklis 6c incor^OTeum z Hand Messe, predigten rc. die in E r-crum anzutreffen. Genna- dius gedencket auch dessen bücheren vom H. Geist, und wider die Arrianer und Macedonianer, die aber langst verlohren gegangen. Äk/onirLk !. ^ ) öc 4. lilutrr. e- 8^4 6c illultr. ecclcii lumin. I. r. c. 85. 6e Vlr. iNullc. c. 14. ^t^o cllroo. öc 6s scri^t. eccl, ^6 sn. 490. <8c 26 816011. Apol- NnLr. OL». rom. r. p. cliron. l.icin. p. ;r stc>. kidliocli. biU. ?ciLßi«n. ic. cte iii'U. Dsc. 4 nri^. Vriisn. NiNor. ?e>LZ. Lcc. D/ri,«. * Faustus/ ein bekannter Bischoff in Africa von der seete der Manichaer / lebte im anfange des z secult. Er war aus Mstevls/ einer stadt in Numidien gebürtig / und nachdem er sich zu der stete der Manichaer bekäme / erlangte er unter ihnen gar bald ein gross ses ansehen / so daß er den titul eines Dtschoffs bekam, Er hielt ich eine zeitlang zu Rom auf/ gieng aber wiedernach Afrika / woselbst er von den rechtgläubigen bey dem ?roc«nM!e ^tric-no angeklaget / und da er sich zu der stete der Manichaer bekannt/tu eine msul relegiert wurde/ von wannen man ihn doch bald wieder restttmerte. Er vertheidigte die lehre der Manichaer mündlich und schrtfftltch / daher» er von Augnsitno wiederlegt wurde / der doch vorher»/ da er noch selbst den Manichaem irigethan war/ein grosses verfall 277 längen getrageri / ihn zu besprechen-eo„». käun. Emoifes pour tsrvic-MM.eccl. r- / einMünch von Moute Cassino / und distiptil des berühmten Venedlctt/davon dre Denedictincr-Münche herrühren. Er lebte un erder regterung des Kaysers Phscä im / stculo / und schrieb das leben des Abts Mauri/ welches Surins und Bollan- dus ln den iz zan. referieren. L-°offie»/^ckr<.n.L.ul-ncn5. , c ÄL-Le^-nc«2i.c.z-. Es ist noch ein anderer Faustus/verein Priester gewesen / und das leben Scvmni/ eines Abts im kloster 8^11,tkviLimce cic cdsMsis geschrieben/ welches beyde obgemeldte am 11 ftbr. referieren. Faustus / (Johannes) ein büraer zu Mayntz, welcher gegen die nutte des i z seculi dem Johann Guttenberger in erfindunq und Verbesserung der buchdrucker-kunst mit rath und that beygestanben, und ,lch dadurch einen unsterblichen namen erworben. Denn als der erste ersinder dieser kunst, Johann Guttenberger, sein ganves vermögen bereits darein gestecket hatte, ehe noch kaum die fache recht angefangen war; so trat Faustus ihm mit seinen Mitteln bey, daß das gantze werck zu einem erwünschten ende tonte gebracht wer- den. Und lasset sich auch auß mehreren umständen gar wahrscheinlich schnessen, daß, ehe Faust oder auch gar dessen diener und zu- letst gewordener eydam ir-chäffer sich der fachen angenommen, Guttenberg immer auf lauge ausgegrabene tafeln von holtz oder auch von zinn gedacht habe, da man hingegen erst nachdeme diese beyde dazukommen, auf die erfindung der sonderbaren buchstaben gefallen, in welcher doch die eigentliche drucker-kunst bestehet. Indessen hatteFaust auch verschiedene zufalle dabey.Denn ausser dem, daß er mit Johann Guttenberger, wegen der aufgewandten kösten m einige weitläufftigkeit gerathen, so hat er auch zu Paris grosse gefahr ausgestanden. Und zwar so erzehlen einige, daß,da die erste gedruckte bücher in diese stadt gebracht worden, und man solche denen , so von dieser neuen ersindnng noch gantz keine muthmassung hatten, um desto mehr daraus zu ziehen, für geschriebene bücher verkaufft, da habe sich zwar anfangs ein jeder seines kauffs erfreut, und in genauer betrachtung der so netten und satten schrifft, dergleichen, wie leicht zu erachten, nimmermehr aus einer scher durch ein so grosses buch hindurch, und zwar mit einer so vollkommenen gleichheit fliesten wird, für das schönstegeschriebene buch/ so ie zn finden, wenigst von dergleichen grosse, ausgegeben. Dadurch wären bald verschiedene gewette und vergleichungen oder zusiimmen- haltnngen der neugekaufsten Faustischen bücheren, veranlasset worden. Aber hier muste sich die Verwunderung noch weil mehr vermehren , da man die so grosse und starcke bände dannoch blat für blat, linie für linie, Wort für wort, und endlich gar zug für zug einander gleich fände. Kurtz ; der verkäuffer, von welchem ungewiß , ob es einer der ersten erfinderen und künstleren selbst gewesen, oder vielmehr eine andere von ihnen dazu bestellte person, ward für einen zanberer gehalten, und wolle niemand auch aus denen grasten Doctonkus und KiLMris nokris die fach für natürlich halten; so daß der gute kerl, welchem vielleicht die kunst selbst mochte ver- hälet worden styn, und der auf solchen fahl diese meynung den leü- then nicht hat sicher benemmen können, in nicht geringe gefahr liesse,zum danck vor seine schönen bücher aufden scheiterhauffen gesetzt zu werden. Einen anderen streit erweckten die ungleichen preise, ' ebenfals in Paris und anderstwo. Dann als die ersten stuck von diesen bücheren noch ziemlich theür und für geschrieben verkaufft worden , hernach der preiß von den verkäufferen, wie sie leicht thun kon- ten, um sie desto geschwinder zu verlausten, um die heiffte und mehr verringeret wurde, letstlich auch gar etwas ruffs von der leichten art viele eremplar zu verfertigen, under die leüthe käme, wollen die so am ersten und theürsten geknufft, einen theil ihres gclds wiederum heraus haben; allein mit dem allem hat Faustens glück biß an seinen tobe geblühet, und ist auch die edle drucker-kunst lange zeit under seinem enckel in dem Hause seines cydamms Peter Schäss fers geblieben. LNU^U. Lwon, all LN. 14)0. snnsl. liiklLUA. üc in cliran. 8psnn acl »n. !4Zo. snnLl. Loj. get cl. L. Ä7S7. cllcon. X1c>i-. 6c orcu sc pro^reliu k^poAr. sie /«< 7 -!,//« kill. 6e kimprimecie. von 6cr l>ucl>6rucIcek-jcunN 6cc. cL,«- in fsd. liuniani xcnsns. siehe Buchtruckeres. * Faustus / (D. Johannes) soll ein berühmter schwartzkünstler zu ansang des 16 seculi gewesen seyn, von welchem erzehlet wird, daß er aus Schwaben, oder aus Anhalt, oder aus der Marck Brandenburg, bey Sollwedel, eines bauren söhn gewesen, welcher ihn zu seinem verwandten nach Wittenberg geschickt, da er mit grossem fleiß zur schule gehalten, und wegen seines herrlichen Verstandes sehr geliebt worden. Im 16 jähr seines alkers seye er nach Jnqolstadl komm, die ill-oiogi-m zu studieren, und; jähr hernach Ä-Mec worden; er habe aber nachgehends die rllcoloß.e verlafi fen, und sich Mit grossem eiffer auf die und wahrsager- kunst aus den gestirnen geleget, immrttelst von senies vaters bru- der zu Wittenberg einen zimlichen reichthum geerdet, solchen aber in allerhand Üppigkeiten verschwendet, und sich gantz und gar den zauber- künsten und beschwörungen der geistcr ergeven, ych die darzu aehöriqe bücher angeschaffet, und eines Priesters söhn von Wasserburg, namens Joh. Wagner, zu seinem drener angenommen und zu gleicher gottlosigkell angeführet, auch pch 2 ,ahr lang der unterrichtnng Christoph Kaylltngers, so in der chrystal- tcnFebcr-kunst bcxnffcn war, bedienet. Hierauf habe er den teufes beschworen, mit ihm auf 24 jähr einen bund gemacht, und von ibm einen geist, namens Mephistophelcs, zu stmem dienst bekommen Da er denn vieie wunderbare dinge, und auch an des Kaysers Marimiliani I Hof soll ausgerichtet haben, endlich aber in ' Mmz dem 278 faw fay dem dorffe Runlich, des nachts zwischen 12 und , uhr, im 41 jähre fernes alters, von dem teufe! grausamiich seyn umgebracht worden ; wie solches alles von Georg Rudolph Wiedemann in den wahrhafftigen Historien, von den greulichen funden D. Johann Fausteus, erzehlet wird. Allein, es zweiffeln viele nicht unbiliich, ob jemals dieser v- Faust gewesen, wiewohl im gegentheil Phi- lippns Melanchthvn und andere, so zu gleicher zeit gelebet, seiner gedenckcn. Und ist die fabel oder Historie von seinem leben und thaten in Teutschland so bekannt, baß auch die Comödianten selbige, als eines von ihren vornehmsten stucken , auf allen schau- buhneu vorstellen. commun. Kar, lukcillv. clilll cle ksullo ^r.rlliß. AU 2ug ae LN. 1701 p curieule kidl. z kacke Z re^olir. aoriguL. mciste )un. sn. 170Ü rzr Iff, ^awkirk/ Fakirk/ oder Falkirk/ auflest. v^nums-reHum, ist eine mittelmäßige Freyherrliche stadt in der LÄhottländischen Provintz Sterlin, in der gcgend, wo vor alters die grosse Römische mauer gestanden. In der nachbarschafft stehet man einen mit Wasser angefüllten bezirck, worinncn sich die ruinen einer durch ein hefftiges erdbebcn versuuckencn stadt befinden. An. i;oo erhielt bey Fawkirk der Englische König Eduard I einen so wichtigen fieg wider die Schotten, daß deren 10000, oder, wie andere schreiben, 15, 20, ja gar 60000 aufder wahl-statt geblieben, Lrirsnnia. clelic. lle I' Lcostc p. i>6l 0/ vol. 1 0 >98. Lay/ (Michael llu) siehe Hospital/ (Michael Hurault von) Fayal / eine von den Tercerischcn oder Azorischcn insuln auf dem Atlantischen mccr, erstrecket sich in der lange auf 8 weilen, «nd ist mit allen nothwendigen lebens-mitteln, wie auch mit holtz zum Überfluß versehen. Sie gehört dem König in Porrugall, und hat einen feucr - sveyenden berg, Pico -ic 8. Georgio genannt. An. 1997 wurde sie von dem Engellander, Walter Raleigh, eingenommen, und darinn gute beute gemacht. An. 1589 nahmen die Engelländer 5 Svanische schiffe bey dieser insul hinweg. Die Haupt - stadt darinnen, gleiches namens, hatte dazumal zoo Häuser, welche aus steinen gcbauet, und mit hohen siegeln doppelt gedeckt waren ; jegliches hauß hatte eine» garten, welche damals voll reiffer trauben, taback, feigen, psersig-bäumc, pome- rantzen, citroncn und quitten waren. Das cedcrn - holtz war daselbst so gemein, daß man davon die meisten Häuser'gcbauet. Die stadt wurde eingenommen, geplündert, und um 2000 ducatcn gebrandschatzct. Ihr haven, darein die meisten schiffe cinlauffen, heisset Villa Dort«. Laxdit / (Anselmus) ein Poet aus Provence, von dem einige vorgeben, daß er aus Limosin, andere aber, daß er von Avignon gebürtig gewesen. Durch seine natürliche gcschicklichkcit setzte er sich bey Hof in grosse gnade, allwo er die cömödicn eingeführet, und dadurch groß geld erworben; allein, sein allzu freyes gemüth brachte ihn zu einem unordentlichen leben. Gleichwohl erhielt er sich die gunst der vornehmsten Personen; wie ihn dann der König Richardus II aus Engelland zu sich beruffen, und ihm eine gute pcnkon gegeben, bey dem er auch bis an. 1199, da des Königs lod erfolget, geblieben. Zu Air in Provence verheyrathcte er sich mit einer Nonne, die aus dem kloster gegangen, und in der music, wie auch in anderen wissenschafftcn gar wohl erfahren war, allein bald nach der Hochzeit mit tode abgieng. Hierauf begab er sich an des ki-rckcle» 'Bonifacii von Montfcrrat Hof, und starb an. 1220. Mau hat von ihm ein gedieht von dem tode des Königs Richardi, wie auch verschiedene comödien, unter welchen eine von der ketzerey der Priester handelt, und den titul führet: ,'licrc- xiz cieir pccir»; rine andere aber die besiegung der liebe vorstellet, welchen Petrarcha in seinem momto nachgeahmet. c.4 Ucl rririmko stamorc. vir. poelLr. prov. c.,4. öc -/» kibl. I rgnc, Laye/ (Jacobus) Herr von Lsseitils, Präsident bey dem Parlament zu Paris, und einer der gröstcn Staats - Ministers, war zu Paris an. 194z den 6 jan. gebohreu. Sein vatcr Bartho- lomäus war Präsident ^ux Knqu-rcs. und gebürtig von Lyon, allwo dicfe familic etliche -oo jähr bereits floriret. Nachdem er seine natürliche qcschicklichkeit, durch crlcrnung der nöthigsten wissenschafften, noch mehr vollkommen gemacht, wurde er an. 1567 zum Parlaments-Rath, und an. 1570 zum Rcqueten-Meister bey dein Hcrtzog von Anjou, so nachmals unter dem «amen Hcnrici III bekannt worden, ernennet. Als dieser Printz zum König in Poblen erwählt worden, begleitete ihn Faye dahin, allwo er grosse proben seiner klugheit und treue abgeleget. Als die,er König den tod seines bruders, des Komas Caroli IX in Frankreich, vernommen, schickte er ihn m dieses Reich, der Königlichen muttcr die reqicrung aufzutragen, so lauge, bis er stlbsten wurde angelanget seyn. Hierauf muste er adcrmal in Pohlen gehen, die erzürnten Hemütber wieder zu besänfftiqen; als er nun mit grosser gcfahr in diesem Reiche angekommen, hielte er eine vortrefllche rede vor den 8-nsto-cn, konte aber doch nicht so bald etwas ausrichten, daher er die gantze fache dem Herrn von Pibrac überlassen muste, weil man seiner gcgenwart in Franckreich benothiget war. Bey seiner zurückkunffr muste er nach Ferrara und Venedig gehen, da- selbst das Königliche inrereii'e zu beobachten, welches er auch mit solchem vergnügen des Hofes verrichtet, daß er an. 1575 Königlicher Reqneten-Meister, und wenige zeit hernach General - Advo- cat bey dem Parlament zu Paris worden. Hierbei) hatte er nun die beste gelegenheit, seine gelehrsamkeit und beständige treue für des Königs wohlfahtt sehen zu lassen, welches er auch zu thun mit fay faz fea unermüdetem fleiß sich bemühete. Er folgte dem Könia. wiv-r welchen Paris,rebclüret, nach Tours, lind veranstwtete alles M dem grössten eiffer, was zu behauptung der Königlichen Hoheit d- nen konie, bahero ihn an , 589 der König mit einem eigenen l and- bricigen zum obersten Präsidenten des Parlaments ernenn e Als aber Henricus III »och in besagtem iahre umgebracht worden erwrcß er dessen nach,olgec, Henrico IV, nicht gerinaere treue . Denn er erhielte mein allem die stadt Tours in der Könialickm 6cv°i,»n. sondern suchte auch die abgefallene stadt Paris wieder' um darnnter zu bringen. .Als er nun nur solchem Vorsatz in der grouen sommer-hitze den Koiug in belagerung letzt-gedachter,stadt begleitete, überfiel ihn ein hitziges sicher, woran er zu Senlis den 20 sept. an. 199°, «m 46 jähr semes alters, gestorben. Man ba von »hm einige reden, welche von seinem bruder, Carole Fane und Jacobo Gillot, beyderseits Königlichen Räthen, von dem Untergang befreyet worden. Sein söhn, Carolus Fave, welchen er mit srancisca von Chaluet, einer erd - tochker des Barons von K-Hnsac und Cheiroure, gezeuget, wurde Parlaments - Rath zu Par»s, Requcnten-Meister, ordentlicher Staats-Rath und Im. m Holland. Er starb an.Iü;8 den 9 May. kill. I. 99. c!og, Iik. 4. killair. clcr Vr-inlcns llu I^rlLincnl lle chc. Laye / (Johannes) siehe Faita. . ^sssette / ( Gilbcrt 6-1») Marschall von Franckreich, war em ,ohn Wilhelm» von Margaretha Brun, und brachte sich durch scme lavffcrkeit und kluge aufführung grosses ansehen zuwege. Um das iahr 1418 und 1420 bekleidete er die stellen eines Königlichen Raths und Cammer-Hcrrn. An. 1421 befand er sich in dem treffen bey.Bauges, und war einer der vornehmsten, durch welche d>e Engellander ihre eroberte Plätze in diesem Reich wiederum ver- lohren. Er lebte noch an. 1449, und hatte von seiner gemahlin, Johanna Joyeuse, Antonium und Carolum, davon der erste ohne erben verstorben; der andere aber, so Königlicher Rath und Caiw mer-Hcrr, deßgleichen Oouverncur von Bvulogne worden, mit Jsabella von Polignac das geschlecht fortgepflantzet. Dessen söhne waren Franciscus, von dem die Herren von 8. Romain ihren Ursprung haben, und Antonius, welchen der König Ludovicus XII zum Großmeister der artillerie gemacht. Sein söhn Ludovicus, Herr von Fayette und Pontgibaul, hinterließ unter anderen Johannen, I, Herrn von Hautefeuille, welcher das geschlecht fortgeführet. Fazellus/HTHomas) ein Prediger-Münch, warvonSava, einer stadt in Oicilicn, gebürtig. Er brachte sich durch seine ge- schicklichkeic grosses ansehen zuwege, und wurde daher» zum?w- vmoLi ft'ines ordens erwählet. Er starb an. 1971, und hinterließ einige wercke, darunter seine Historie von Sicilien in 20 büchern bestehet. Sie ist anfangs Lateinisch geschrieben worden, aber nachgehends hat sie Renatus von Florentz in das Italiänische übersetzet. Ob schon dieses buch so wohl die geschichten als die gcogrüsswe in Sicilien in vielen stucken erläuteret, so ist es doch in deme zu tadeln, daß man darinnen denen fabelhafften crzeh- lungen der land-leisten und eimvohneren allzu vielen glauben zustellet. * A / oder Fo / der vornehmste götz in China , den sie als den obersten behcrrscher des Himmels anbellen. Sein bild ist flantz strahlend, und mit lauter licht umgeben, die beyden Hände halt er unter den kleidcrn verborgen, um dadurch anzuzeigen, daß er alle dinge unsichtbar thue. Zu seiner rechten Hand hat er contllcmm. welcher von den götzcn-dienern mit unter die götter gezählet wird, und zu seiner lincken Hand Lsnru oder i.3»9u, welcher der vornehmste von der andern stete ihrer religion ist. ckm. Featly/(Daniel) sonst auch Fairclough genannt, ein Englischer I kcologus, ist im Orfurtischen an. 1982 gebohrcn, und legte den gründ seiner studicn zu Orfurt, da er auch an. 16°; kiuZikcr ^rcium worden. Hierauf legte er sich auf das llugmm I'keoio^i.c, und wurde des Englischen Gesandten am Frantzöß- schcn Hof, Th. Edmonds, Prediger; da er offt gelegenheit hätte, währender dieser z jährigen Gesinidtschafft, mit denen von Römischer kirchen zu disp,stiren, von welchen er wegen seiner scharss- simiigkcit gepriesen ivurde. Nach seiner zurückkunjst bediente er ein und ander geistliches amt, und wurde an. 1617 krokllör Lk-oioni-r zu Orfurt, darzu noch die ?cL-fcüur des collezü cii-l. stj.-nllz kam. Biß dahin ließ er sich angelegen seyn, die Englische kirchen und dcro lehr mit Nachdruck, sonderlich wider die Papisten, zu verfechten; als aber an. 164z die Englischen Bsschöffc abgeschauet , »nd die Versammlung derer Geistlichen zu Westmunster, welche sotten die Religion in eine neue Verfassung bringen, angesetzt wurde, ivurde er auch darein gezogen. Ob schon er nun m etwas eine rcformLrion verlangte, wolle ihm doch die gar zu grosse Veränderung nicht anstehen; er brachte eines und anderes zu behufs der Bischösslichen orden vor, redete von der -licnLrion der geistlichen gütcrcn, als von einem kirchen-raub, und beschwarte sich über die allzu grosse sreyheit in Religions - fachen,, die man nahm, und die zu vielen spaltungen und steten anlaß gäbe. W«e er mit dergleichen reden in der Versammlung haß verfallen, bestellte man heimlich einen lasterbafften gesellen, welcher, unter dem vorwand den voÄ->r über schwäre gewissens- Puncten rath zu fragen, sich in dessen freundschafft insinuirte, und endlich ihm etliche briefe an den Ertz-Bischoff von Armagh, Jac. Ussermm, herauslockte, mit versprechen, solche ihme sicher in die Hände zu ver-schaffen; weilen er aber solche nicht dem Ertz-Bischoff, . Hern dem der Versammlung zustellet-, wurde daraus offenbar, daß er es einiger Massen mit dem Kvnig und der Englischen kirchen hielte, und sich nur darum in diese vrrjammiung habe mitnehmen lassen, damit er desto besser den Vsschoffiichen dienen, und die allzu grosse W der anders gesinneten mäßigen möchte. Hierauf wurde er aus der Wkstmünstenschen ver,ammlung ansgestossen, seine zwey Ke- licdc>L. die er um Londen hatte, in Sequester gelegt, seine schafften und guter conssciret, und er ins gefängniß gewiesen, da er m gröster armuth und elend sein leben beschlossen, an. 164, zu Cheiscy. Seine in Englischer spräche heraus gegebene schafften sind zusammen gedruckt lvorden in fol., die fürnehmsten sind: Leben Ioh. Ramoldi, -r. Ich. Iuelli, a. Rob. Abbott, Bischvffs zu Saiisbury; Gevatt-duch/ unter dem Namen »nciUs vlekLns; Kölnisches Fischer-garn gegen Fischers, samt einem anhang; Schutz-schriffr für H.Lynde sicheren weg; Catechismus-predigten/rc. tiüi. Uc ta »LlleU. U LnZler. c. 4. >4. r^oo^ llll. üc LMiq. Oxcm. p. 242. ^ Febbinger / (Joh. Paul) war zu Nürnberg an. 1606 geboh- km/und kam von der Nürnbergischensschule in dem 17 jähre sei» ms alttvs auf dasgymn-lium zu Alwrff/ von dar er nach Straß- durg/bernach nach Jena / und endlich nach Helmsiädl gieng / und daselbst die theologie unter Calirto uudHorncjohöreke/von dar er sich mit zweyen vom Adel nach Halle begab. Als er aber wegen des kriegcs wieder nach Hause zu. reisen gesonnen war / wurde er als Inssectorsiumnoriim nach Nürnberg beruffen/welche stelle er auch annahm. Zwey jähr darauf erlangten ihn die Barone in Obern-Sultzdürg zum Superintendenten / da ihn aberder Rath zu Nürnberg nrcht weglassen wolle / und ihn kurtz darauf zum kwkellore I-'Ziccs und mcispllyiiccs zu Altdorff machte. Nachge- hendserhielter auch die prokellionem poiiric^ dazu / dieeran. 167-seinem söhne abtreten wolle / der aber beym antritt des am- tesstarb. Nachdem er also erstlichdie profeUionem und logicrm niedergelegt hatte/behielt er allein die poliricsm übrig / die er biß an sein ende verwaltet / welches den 2 z oct. 16g i erfolgte. Mau hat von ÜMcoÜLrionelii rettßioriir evsnßellcoruir, äc rttoiini». norummcxlciiigm yyd '»csciiLiionem Qkritti wieder Daumgarten / nebst andern sirett-schrifften wtcder8c!,!>cMwß,um, 5clim»clum, Lreliiurri , die und andere z commems- riuii> in ÜV105 metLoli^licoz /erilkorclir ; inllicucioncz ; rrsÜZtum llecaullz; llillcrrsttonum poliricsrum tom. z ; rrL>tt»tus lle jusice, cle mrßillrsm, clc contiÜLriis , llznLroribvsöc ießibus; vbrervs- llovcttn i-Icsm krLnconis Lu,ger-.--Lr.u5 offt zu dorftlben käme, und von ihr freundlich bewillkommet würde. Der König verhalte seine darüber geschöpffte ungnade, und schickte den scc^. »rwlli mit einem bries zum Ouvc-n-u-, worinnen ihm befohlen wurde, daß er den Überbringer, wenn er des bewusten Verbrechens schuldig befunden würde, todten lassen solle. Dieses vollstreckte er alsobald, und ließ den cörper am galgen bey der stadt aufhen- cken. Bald daraufwurde eine schildwache, welche auf dem wall stunde, bey nacht eines lichts über des Febourgs kopff gewahr, »»d gab es, weil ihr die Ursache hiervon unbekandt war, sur ein wunderwerck aus, so, daß der König selbst hin kam, es zu sehen, wie dann die flamme, weil sie durch eine fette Materie des Haupts unterhalten wurde, eine geraume zeit dauerte. Als nun der König seine Edelleute überredete, daß dieses wunder - werck ein zeichen von des Febourgs Unschuld wäre, als welcher von dem 6»uver- "-ur ungerechter weise verdammt worden, ließ er den eorper abschneiden , und in dem bedeckten gang der Dom-kirche zu Copxen- hagen mit grosser Pracht begraben. Und hierauf blieb der Komg um so viel beständiger, ie nöthiger es war, den Adel zu befriedigen, welcher, als der König Torbern hinrichten ließ, in eine öffentliche rebellion ausbrechen wolle; da er hingegen solcher gestalt dieses für ein gerechtes gerichte, wegen der an dem unschuldigen Febourg erwiesenen Ungerechtigkeit,ausgeben tonte. liMvir. «65 revoIurionL en mscierc cle reli^ion. kLöffI8 > wurde von den Römern diejenige Göttin genennet, welche über das sicher bestellet war, und deßwegen in einem eigenen tempel von ihnen angebättet wurde. äe »sr. vcor. 1. z vc Ne leg. r. .kMkDff > von dem Wort kebrusre, reinigen / war ein gewisses fest bey den Römern, welches im monat k-brusn» dem rwion,, dem gott der höllen, welcher daher auch kchruux genen- M wird, zu ehren begangen wurde. Man zündete nemlich gantze irtage in der stadt bäuffige fackeln und wachs - lichter an, nm gittchsam die stadt zu reinigen, und den verstorbenen seelen, so sie m des ket-nii oder nluronis gemalt zu seyn glaubten, ruhe zu verschaffen. NKr. , fält in VIuni^. der andere monat des jahrs, welchem die gottin UNO kcdru»rs den Namen gegeben, wie denn derselben zu ehrenden 1; dieses von den Römern ehemals ein besonderes fest ßeftym worden. Siehe sELKdlä.- Er war auch rlmonll -- 279 eurem gott der höllen, gewiedmet, und so wohl ihm zu dienste, als sonverlrch zu rermgung und aussöhmmg abgestorbener seelen, Mrlrch das fest vchrus r»vvu in vorhergehendem art. Daß aber dre deutschen dieseni monat den name» Hornung bcv- geleget, wollen emrge daher fuhren, weil die Hirsche um diese zeit ,hr gewerhe oder Hörner abwerffcn. Der König Numa hat ihn zuerst dem jähre beygefügt, jedoch dergestalt, daß er anfangs der letzte monat rm jähr gewesen, als welches Numa, eben wie vor chme Romulus, mit dem mertzen anfienge; nachmals aber wurde von dcm Decemvirat zu Rom diese verordnung gemacht, daß man den Jenner für den ersten monat im jähr zehlen solle, wodurch der revrasrnis der andere monat wurde. ill 4et>r. o^r/. vsll- l. Lerr/s^. gjx NLt^I. rr. * Fechenbach / ein Adeliches geschlccht an dem Rhein, von weichem Gotz um das jähr i z i? gelebet; dessen enckel Eberhard starb an. i;yz, als Vitzdum zu Aschaffenburg, und hinterließ einige söhne, von welchen Conrad die cl,Lrgc eines Chur-Mayntzi- schenHofmeisters bekleidet. Von dessen nachkommen war Johann Ludwig anfangs Dom-Herr zu Mayntz, resignirte aber an. i6rr, und trat in den ehestand. Dessen enckel waren i) Johann Rei- chard, WürtzburgischerGeneral-Major, Obrister zu suß, und Commandant zu Würtzburg, welcher einen söhn, namens Carl Ludwig, gezeuget. 2) Hartmann Friedrich, Chur-Mayntzlscher und Bambergischer Rath, wie auch Präsident der ober einnähme. ;) Albrecht Ernst, Würtzburgischer Rittmeister, weicher seine familie mit einem söhne, Philippo Adolphs, vermehret. V. 8,. tLb ISI, 18 r. Fecht / ein kleiner fluß in Ober-Elsaß, der aus dem 8. Grego- rien - thal neben dem stadtlein Wihr vorbey fliestet, und sich zu Schlettstadt mit der Jll vereinbaret. * Fecht / (Johann) ein Lutherischer i'Keoiogus, war zu Sultz- berg im Breißgau / aber dem Marggrafen von Baden Durlach gehörig / undallwvsein vatter vE.., war/an. iü;s gcdohren. Wegen damahligen schwären krieges-zetten ward er y jahr zuBasek auferzogcn/hernach auf die schule nach Röteln / imo sooanli tn das Durlachische geschickt. An. iS;-; gieng er nach Wtraßdnrg / genoß daselbst in Obrechts Hanse 6 jähr lang viel ge- wvgenhcil/nnd nachdem F daselbst imrerderansühning Artopoi/ Böcklers / Johann und Wedasuan Schmidts / Dannhauers und Bebels seine fleißig getrieben / besuchte er die Universitäten zu Heidelberg/ Tübingen / Jena/Leipzig und Witteuderg. An. esss ward er zu Giessen nic-mia-uz rKeviozNe , da man ihn vorher» zum ksttore nach Langendentzlingen und krLücie ttn.,c!3!iu.i, in der Marggrafschafft Hochberg beruffen hatte. Zwey jähr darauf ward erHos-Di^conus UNd t-rokMor ttebn'L!ir>stu.x L, MEe auch Kirchcn-und congttorigi-Rachzu Durlach / und 1669 Ober-Hof» Prediger und nrnfeNor cbcoivgiL daselbst. Als aber 1Ü89 Durlach von den Frantzosen angesteckt ward / gieng fast alles das ftrnige im feiierauf/und er mnstc sich in diesem zustande solange behelffen/ biß er das jähr darauf znm Snpertnt.md n »k nach Rostock beruffen ward. An diesem letztem orte ist.er/ ohngeachtet man ihn öffrersanderwerts verlanget / biß an leinen an. 1716 tm monat may erfolgten tod verblieben. Er hat mit einer Obrechtischen tochrer 7 kiiider gezeuget/davon 4 söhne am leben/und der älteste Mecklenburgische Hos-und Legattons-Nach / der andere pbumo- pi»« ^achitc-lst.Erhaisehrvtel geschrieben/wiedas Verzeichnis von setnen schriffken ausweiset / das der von dem Herrn von Krackewitz ihm zu ehren gehaltenen lobreds beygefügt ist. oe/eL-ls von an. 1716. ffLLIff.ss.L8 - waren gewisse Herolde unter den Römern, welche beydes den krieg ankündigen, und auch den frieden ausruffen meisten. Sie wurden zwar, nach Plutarchi meymmg, zuerst von dem Numa Pompilio, oder, wie andere wollen, von dem Tülls Hostilio, oder Anco Martio, verordnet. Diese sotten in jeder vor- fallenheit urtheilen, ob die Römer befügt oder unbefugt wären, krieg anzufangen; wann man das erstere beschloss», so wurden diese i-ec-m-s als Abgesandte geschickt, nm den beleidigeren die un- Migkeit ihres Unterfangens vorzustellen; wenn sie sich nun hierzu innerhalb einer frist von ;o tagen nicht bequemen wollen, so kündigten sie ihnen mit gewissen ceremonien und Worten den krieg an; liessen sie aber die admahnungen bey sich etwas gelten, so wurde aufs neue das gute vernehmen bestätttget. Derjenige, so dieses insonderheit verrichten, und die vorgeschriebene wvrte aussprc- chen solle, wurde von denen kccisiwui und aus ihrem mittet erwählet , und genennet pL-rarus. In ihrer kleidung war dieses vornemlich merckwürdig, daß sie um den kopffein wollen tuch, und auf demselben veroenaw trugen, so nennte man etwas graß, welches man mit samt dem wastst aus dem Cssscoi». ausgestochen hatte, I. I. ia k0umL ?om^i!io. Festrt!. c!e civ. Nom. c. »ll,/. L«ro/r 8c>m. * ^edersee/ auf Lateinisch wird ein gewisser see m Schwaben genennet, welcher bey der stadt Buchau ttegel, und in seinem rnnkreiß etwas mehr als 2 Teutsche weilen halt. Heer / von Castelen / eine Adcliche familie in der Schweitz, in der stadt Lucem, von welcher Werner um oas jähr M72 bey der Republic Lucern geheimbder Rath gewesen. Sem söhn Leut- hvld blieb an. > z8S, als Hauptmann, in der schlacht bey Semmcss und hinterließ Lcopoldum; derselbe tanffte an. 1407 das^schivß und die Herrschafft Castelen, und hinterließ Petermannen, Schultheiß von Lucern. Heinr.'ch ist an. r?6° Probst zu Münster, dessen bruder Johannes aber des Teutschen ordens e.«>,nrur zu Hutzküch gewesen. Balthasar lebte als Hauptmann, »m das jähr -67°, / 28 o feh kl und pflantztc sein geschlechr mitz söhnen fort/ von welchen Frantz Carl/Herr zu Buttisholtz, des inneren Raths zu Lucern, und Joost Ludwig/ cznonicus zu Münster / abstammen/ welche nach ansang -es 18 seculi lebten. Ucn-a,. ?. 4 p. 77. Fehrbelttn / ist eine kleine stadt an dem fluß Ryn / in derjenigen gegend von der Mittclmarck / welche das Havelland gcnen- net wird / ungefähr 6 meilen von Berlin. Es befindet sich ein amt daselbst / ingleichen eine überfahrt und ein paß nach der Priegnitz/ allwo an. 167; den i8jun. der Chur-Fürst von Brandenburg / Fridericus Wilhelmus / einen wichtigen sieg wider die Schweden befochten. Feitttzsch / ein Adeliches gcschlecht in dem Voigtlande / von welchem Melchior an. 1296 zu Schweinfurt / Jobst und Heinrich an. 1485 zu Anspach / Heinrich aber an. 1486 zu Bamdcrg auf dem thurnier erschienen. Philipp und Fabian waren zu Luchen Zeiten Chur - Sächsische Rathe, davon jener unterschiedliche Ge- sandtschafftenverrichtet. Danielhalffan. 1528diekircheu-v>u- rLtion in Sachsen verrichten. Um diese zeit lebte auch Urban / der 100 jähr alt / und ein vater Urban Caspars worden / welcher Culmbachischcr gcheimbder Rath und Cantzlar gewesen. Dessen söhn / Urban Heinrich / war an. 1620 Culmbachischer Ober-Marschall und Amtmann zu Lauenstein. Johann Caspar/ Culmbachi- scher geheimbder Rath und lehn-Richter / hat den Westphälischen friedcns-tractaten als Abgesandter bepgewohnct. LciciP. x. r. 4c»/r»c pcoclr. Iciikn. chcte////. suittcran. Feithius / (Everhardus) war von Elburg in Geldern gebürtig / und lebte in dem 16 scculv. Nachdem er sich einige jähre auf die Aristotelische geleget / erleydcte chme hernach dieselbe / und er beschloß endlich / sich den llu»iamoc>Kus völlig zu ergeben / worinnen er auch in kurizer zeit unvergleichlich zunahm. Er hatte die Griechische und Hebräische spräche aus dem gründe innen / weßhalben ihn die Mc/tdiloces auf der acaUemie in Bearn bey seiner abreise mir vortreflichen zeugnussen beehret. Ais er aber sein Vaterland / wegen den Waffen des Spanischen Generals Spi- nola / voller unruhe fand / rctirirte er sich wiederum nach Franck- reich / und lehrte allda die Griechische spräche. Die gelehrtesten männer seiner zeit / Casanbonus / die Herren 8-, Pny und Thua- nus / hielten sehr viel von ihmc. In dem durchreisen zu Röchelte liesse er sich (wie man hernach von stine,^bedienten vernommen) auf ersuchen eines bürgers daselbst in denen hauß nöthigen / hat sich aber von selbiger zeit an verlohrcn/ daß man / aller i»guakiiics7t.rkcl>i«:,>iiu,n und anci- guiisccr -rcric« »vch vorhanden. L/-«/?//,». epill. ciecÜcar. anricz. sjomcr. L/r//c. * Fekhr-Eddin / oder Fakreddin / Emir oder Fürst der Dru- sier/ welche auf dem berg Libanon wohnen / war aus dem Hause Maan/ liebte die freyen künstc/ Mahlerey/ pocllc und muilc, und verstünde die aNroioZie. wie auch verschiedene geheimnisse in der Lch mic. Sein gebieth erstreckte sich von dem berg Carmcl an bis gen Trivoli in Syrien und Damasco / wiewohl die Türcken noch m seinen jungen lahren an. 1184 dasselbe sehr geschmälert hatten/ denen er auch deßwegen über alle Massen feind wäre / und nach Möglichkeit / wiewohl etwas verborgen, schaden zu thun suchte. Unter dem verwand / sich den Arabern zu widersetzen, bekriegte er die Türcken / worauf der Groß-Sultan 60 galecre» anschickte/ ihn gefangen zu nehmen; da dann Fekhr-Eddin die rcgierung seinem söhne Ali überließ/ und nach Malta gieng/ von dar aber nach Napoli / Livorno und Florentz / da ihn der Groß-Hcrtzog nach Rom schickte, um dein Pabst Paulo V aufzuwarten. Im fünff- ten jähre kam er ivicder nach hauß / hielt sich eimge zeit incogiUlu auf/ uahin daraus die regierung wieder über sich / und bekriegte seine nachbarn. Als nun diese sich deßwegen an der Ottomanni- schen Pforte bcchwärten / die ihm hernach 2 jähr hindurch grossen schaden zufügte / ließ er sich überreden / nach Constantinopcl zu gehen / um sich daselbst zu rechtfertigen. Allein / da seine ent- chüldigungcn nicht zureichcn wollen / wurde ihm an--6zz / im 7ostcn jähr seines alters/ der kopffabgeschlagen; andere wollen / er stye straNgUlivt worden. ^ erar prctcnr ciez kUacions 6rec»iwxrsz»iius, war von Chartres gebürtig. ftl Nachdem er den ersten gründ seiner studien in seinem qebum-orte geleget / gieng er in dem 14 jähre seines alters nach Paris / sch allda in den wissenschafften und siaats-verrichnmgen zu üben: allem die liebe zu den studien drang dem letzter» weit vor. Er machte sich m kmtzem nicht wenig ansehen / so/daß er den -i- rc,mcn^. tvtLrLv -i, welcher an. 1647 zum andern mal als /cmbass->ci°m.cxug. »rllinsirc nach Rom gicng / dahin zu begleiten / und die stelle eines Legations-Si-crcrLr,- zu bedienen ernennet wurde. Hierselbst hatte er gelegcnheit / mit den vorrrestichstenMstlem umzugehen; adlvn- derlich machte er sich mtt dem berühmten PouKn bekannt / von welchem er die zierltchkeilen / so an den stamm und gemahlden pflegen angebracht zu werden / genau erlernte. Nach seiner zurückkunfft aus Italien beyratbeie er zu Chartres in eine vornehme familie/ dadurch er sich den weg zu küiWjgen -st-^en bahnte. Der berühmte Frantzosische Staats-Mimstcr Colbert/ welcher seine geschA lichten in einigen verfertigten stucken erkannte / brachte ihm den littst eines Königlichen t-ustoriograpw zuwege / davon ihm das decm an. 16Ü6 eingehändiget worden. Als an. -671 die Königlicheaca- dcmie von der archticemr aufgerichtet wurde / ernennte man ihn zum ^cretsrio dersclbtgcn. Es wurde ihm auch die aufsicht über das Königliche nstmtz-cadincr aufgetragen / und in der Königlichen acabcmie der und Medaillen war er eines der vornehmsten Mitglieder. Als Pelletier nach dem todc des bereits gedachten Colberts die direction über die sinantzen bekam / trug ihm vieler dre gencral-anllicht über die drucken und dämme des Reichs auf. Über dieses verwaltete er auch die psicgnng der armen in dem spstal ö-5 (TullM.vinM zu Paris. Seine gemahlin war Margari- the .c^air-, eines Königlichen advocatcn mdcm?--cllä^lzu Char- rres lochtet-/ mit der er z kinder gezeuget / darunter; söhne gewe- len. Der erste ist Gcnecal-vicsr-us indem Ertz-Bißthum Bourges/ der andere Königlicher ttistoci»»capllus und Ausseher über des Königs anttqmralen-cadinel; der dritte ein Benedictiner in der c°n. 8. worden. Ihr vater ist em sehr redlicher mann gewesen/wieMches auch aus den Worten erhellet/ die er in seinem pttlschasit gesührct : 8-nckaccrc öc llicerc vcca. Es starb aber vbbe- mcldrcr gelehrte an. -sgz den n jun. in dem 76 jähre seines alters. Man hat von ihm ic- cncreciciis iur Ics vi(-5 L W-I« ouv/szcz cies pluz cxceUcns ^ciMrcr Liicieus öc invllcrncs; Icz p-jnciz>c! cte t'rrcllirEuic, cie tL tculxrui« 6c pei/irure svcc un6iAic>i>,/Li,L ctesccrmcz propres cte ces Lrrr; cie ioriAine cic Is peinrure; piullcur!; cicicripklom ioit cie Vcr 5 si!Ies, Mir cies lllverriilcmenlr llooner pur le N.01, ioic lle »bieeux recueillis cians un votumc ir> ir; tes contercrices cie I acacieiuicro^aie äe peimure; la ciekcriprion cic I'/sbbsle cls la Irappe; la rclsrinii lls csP! reg p.illeenLkpagriezIröihrace llu Lom:e s)ucssoiivareslreciuitelix I'lralien ; le ckareau cie käme cie 8re vstcrele rraciuic cie t'LlpgAnolIz vic ciu?ape?ie V rraciiiitc cic 1 'lrallen. L/r^/e. FeUcram / (Pvrphyrius) Bischoff von Foligno / war in der plrilolopiric , raaltiernaric , Rcchts-gclehrsaMkeit UNd Kulliis ei-Mn- rioribi/s. wohl erfahren / wie dann seine schreib - art / so wohl im Lateinischen als Italiänischen/ gar sehr gerühmet wird. Er hielt sich anfangs bey dem Cardinal Salviati auf/ wurde aber nachgehends Paust V 8ccrerarm; , der ihm das Bißthmn von Foligno gegeben / allwo ergn. 11H4den 2 oct. gestorben. Man hat von ihm verschiedene bände von brieffen lind gedichtet». />«»?- ll- vir. illallr. !u> rcmp. L«/. ccnc. r. cie viris illulir. i'crus pin. I c. 7i. )/»cod. b,8I. Morbr. PsDILI 88 IcV 1 l, 8, cii» visconus zuCarthagv/ der wegen einer spaitiliig / die er dasribst angerichtet / bekannt ist. Er widersetzte sich an. 248 der wähl Cypriani / und veruimihigrc die Afticanische kirche. Da er auch die wähl jetzt - gedachten Cvpriani nicht hindern tonte / bezeugte er sich sehr widrig gegen denselben/ und als sich dicstr wegen der vcrfvlgung entfernen mnste / halff r-iicilli- ,»»- diejenigen / so es mit ihm hielten / tapffer mit verfolgen. Einige zeit darauf bemübete er sich / Cyvrianum und die oonfM- --5, welche sich gegen die > lvcNaiicos und andere/ so durch abfall sich versündiget hatten / gar zu geneigt erwiesen / in streit zu verwickeln , welches ihm dvch nicht gelingen wolle / worauf cr sich endlieb öffentlich von Cypriano getrennet / und besondere zusam- menkünsste auf einem berg angestellet / dahero sinne xioincnlcs gencnnct wurden. Er cxcommunicirte auch alle / dir es nicht mit ihin hielten / dergleichen auch ihm von siiner gegm- parthey widerfuhr. Diese spalttmg gab ferner zu der Novatiani- schcn und Donatistischen gelegenheic; unterdessen sitzten einige Bischöffe auf einem st-noäc, Cuprianum ab / und erwählten an seine stelle Fortunatum / da dann kciicilstmus nach Romg eschickt wurde / dem Pabst Eornclio solches kund zu thu», damit diescr Fortunatum m seine gcmeinschaffc aufnehmen möchte. Er fand aber kein gehör. Lp-n zz, ;y, 40, z ^, scc. r-,rs»E2il an. r;4 tcc;. in annai. L)prian eicc. > eine Göttin bey den Römerm welcher Lucuilus einen lempel erbauet / dergleichen auch Julius Cäsar zu thun angefangen / und Lepidus vollendet. «Lie wurde als eine ehrbare marconc vorgestellet / die in der einen Hand einen friedens-nab/ in der andern aber das Horn des Überflusses hielte. 0» <-44- /rr». I. ^ cie civikar. Dci c. 18. K/p/r iconol. (///"->/,/o ssm. /. Fettn / oder wettn / lat. kcünum, eine stadt i» Liefland / m dmn Esthländischen gebiethe Jerven / an dem fluß Felin gelegen. Die hat ein schloß / wohin sich Wilhelm von Fürstenberg/ GM- meister des Teutschen ordens / in seinem hohen alter begab / mir von seinen eigenen ieuten den Moscowitern in die Hände geiieM wurde. Uclcr. Luec. „ Felix ftl ffelix l - Pabst , war ein Römer von geburt, ein söhn Con- stantii. Er succedirte an. 270 Dionysto, und schrieb einen brief an Marimum von Alerandrien wider die ketzerey Sabellii und Pauli Samosateni, davon noch ein kleines KsZmeoeum übrig ist iN dm-Äi- des conciiii cbaicecion-nL. auf welchem, wie auch auf dem Ephesinischen coociüo , dieser brief ist abgelesen worden. Fhm werden noch ; andere briefe beygelegt, welche aber ausser issest erdichtet sind. Er starb als ein Märtyrer den may an.27^. üb. 7 kill. eccl. t. r6. 957. ioru,o p. 1690 befinden /davon aber die 2 er- stern nicht aufrichtig sind. siehe Amadeus VIII, unter den Hertzvgrn von Sa- vvyen. Felix / ein Bischofs zu Urqel / einer Spanischen stadt am Py- rmaischengebürge/vertheidigte nebst dem Elipando/Bischofs zu Toledo/besondere meynungen / welche die ketzerey der Nestorta- ner wiederum auf die bahn zu bringen schienen; denn er wurde von Elipando um rath gefragt / ob Christus nach der menschlichen Natur kiliuü Dei L-lopcivus konte gencnnct werden ? welches Felix bejahrte / und nachgebends mit Missten behauptete. Er bemuhete sich auch / seine meynung in Deutschland und Gallien auszubreiten/ gleichwie Elipandus solches in Asturicn und Gallicien that. Sie funden aber nicht allein von andern starcken Widerspruch / sondern es wurde auch diese lehre/ die man von dem reiste NLi-eN» vciiciL- »sm nennet/ in unterschiedenen c-onciins verdammt/wie unter Elipando gemeldet worden. Aufdem cvncMo zu Aachen wurde Felix dahin gebracht/daß er leine meynung revocirkc/ dergleichen er auch bereits an. 792 auf dem conciu» zu Regenspurg / und darauf bey dem Pabste Hadriano I gethan hat. Ob er aber auch nach dem letztem widerruf beständig bey der rechtgläubigen Meinung geblieben/ daran wird gezweifelt. ÄF-ö«,,«- sä »n. 79z 3,1 792. stöc ililliturionis ctiriliiLUL. bibl. Fell / (Johann) ein söhn D. Samuel Fells, Dechants der Archen Christi zu Oxford, war zu Sonningwell unweit Abingdon ia Bercks an. 1629 gebohren/studirtein dem coiieZio Christi an.i6;6, und wurde 164; > nahm aber kriegs-dicnste bey der garni- son zu Oxford an, und als er es bis zur Fahndrichs-stelle gebracht hatte, wurde er von den viinarorwus des Parlaments an. 1648 der dienfle erlassen, trat in den geistlichen stand, und studirte biß zur Wiedereinsetzung des Königs. An. 1660 wurde er crnonicus der kirche Christi zu Oxford, und bald darauf Dechant, wie auch Hofi- Prediger Königs Caroti II und D. iKeoioZ^. Damals brachte er sein coii-gium wieder in ordnung, ftihrte die gelehrsamkeitMedee ein, und brachte die von seinem vater vor dem innerlichen kriege daselbst angefangene gebäude vollends zum stände. Als er von 1666 biß 1669 Vice-Cantzler war,führte er den ehmaligm hablt dnum- versitäts-verwandten wieder ein, und schaffte die bey dem öffentlichen disputirm eingeschlichene mißbrauche ab, wohnte den -xsml- nivus und I-Äionibus öffters selbsten bey, und brachte dadurch alles in bessern stand, so gut es sich bey der seit 2° jähren hereingerissenen Unordnung thun ließ. Die erziehmig der mgenb ließ er sich sehr angelegen seyn. Die Universität hatte an ihm einen gutm Patron, so wol was das aufnehmen Per gelehrjamtM, als auch dm bau der öffentlichen gebäude, sonderlich desM-»- skeiöon.Ln, anlangt, allwo er auch die buchdruckerey m bessern stand setzte, md er würde noch mehr gethan haben, wenn »hn mcht die Presbyterianex daran aebindert hätten. An. 1679 wurde er zum Bsschoff von Oxford erwählet, da er sich bald angelegen seyn ließ, den Brschofll- chm pallast vollends auszubauen. Er achtetekem geld, und wm- bete ch viel aufqclehrsamkeit und die armen , daß er offt wenig vor sich ubria behielt. Er gab unter andern einem armen manne eme äbrliche besvldung, daß er arme lesen lernte, denen er hernach zu handwercken oder in die schule halff. Sein eyfer vor das gememe beste, und die viele übernommene arbeit schwächte endlich seine II-theil. Nn kmA 282 fel kraffte, daß er an. 1686 starb, da er den rühm eines frommen Prälaten, eines vortreflichen Griechen, Lateiners und ?üüui»Z>, eines grossen Vertheidigers der kirche von Engelland, eines andern stiff- lers seines coiieZ.i, und eines Patrons der gantzen Universität hinterließ. Unter seinen schrifften sind : das leben ULmm«-,- «li; retpoiNio Lci esMols»! 1. ttobbciii ; Richard Allistrees predigten nebst dessen leben; L/priLni opers rccoßnirs <8c lilustrscL ; eine Englische Übersetzung von Cyprianibuch unicske eccl-6«,öcc. Er hat auch verschiedene schrissten des unbekannten Klitoris von der gantzen Pflicht eines menschen,heraus gegeben, und die Historie und cmtiquitäten der Universität Oxford auf seine kosten übersetzen und drucken lassen. Seit iüüi, da er noch Dechant war, hat er biß an sein ende alle jähr ein buch, und zwar insgemein einen Lurvrcm clrtlicuM.drncken lassen, welches er am neuen jähre in seinem haust unter die studentm austheilte; da er meist eine vorrede, einige an- merckungen oder ausbesserungen beygefügt, wovon aber die wenigsten bekannt sind. ^rÜLii« Oxonienles. Feiler / (Joachim) dic. rüeoioß. und krvf. poek. zu Leipzig, war gebürtig von Zwickau und daselbst i6;8 gebühren. Er setzte sich durch seinen geschickten kopff bald bey jederman in grinst, und schrieb schon im i z jähre ein gedieht von dem leiden Christi, daher ihn sein ?r-cepror. der berühmte Daumius, sehr lieble, und als er auf die Universität nach Leipzig gicng, ihm durch seinen vorspruch bey Barthio, Reinesio, Rivino, Rappolto, Franckenstein und Tboniasio zugang verschaffte, welcher letztere ihm auch die Unterweisung sturer kindcr anvertraute, wodurch er gelegenhest bekam, sich dessen schöner bidliothec zu bedienen. An. iSüo wacheres - xiit-r.nnd that sich durch disputiren und coli-gi- hervor, erhielt auch das amt eines Lcriü in der Niclas-schule, welches er nachgehends mit der profcl!lt>ne po-seos beyder Universität verwechselte. An. 1676 ward er LibüorKccarius bey der academie, da crdie bibliothec bald in bessere ordnung brachte, ein Verzeichnis und nachgehends einen vollständigen c^iogum der dabey befindlichen Ewrum heraus gab, und die bidliothec wöchentlich zum allgemein gebrauch der studierenden öffnete. Er war ein sehr fertiger Lateinischer Poet, und setzte sich durch seine gedichte bey dem Kayser, den Churfürsten zu wachsen und zu Brandenburg, deinHertzoge von Flo- rentz und andern hohen Häuptern in gnade. «Leine gelchrsamkeit zeigte er unter andrem auch bey den »ttis erulliro-um, dabey er ein fleißiger gehülffe war, und össters seine eigene gedancken mit ein- fliessen ließ, aber darüber mit Iac. Gronosio, Eggelingio und der Carola Patina in streit gerietst. Seine gottesfurcht und gutes ge- müth ward durchgehends sehr gcrühnit, und er pflegte sich selber öfftcrs t-Ne reiierum zu nennen. Er inuste fein leben durch einen unvermuthcten sistl endigen; indeine,da er des nachts aufgestanden , und noch im schlummer an das fenster gerathen war, er auf die gaffe herab stürtzete, und sich dermassett beschädigte, daß er kurtz darauf dc» 4 april 1691, wiewohl bey völligem verstände, seinen geist aufgab. Mail hat von ihm c^Iogum collicum ES. bi- büoiücc»: ?4uün.r; c>gnos c;u^llmollageniros il vi»s virorum ccle- brium natorum ; tu^plemcnrum sll comaicorLriolN in lior^lnim; Kares plillolo^bicos cx Virgilio collcAos; notss in l.a- kicbii cclagAM cle origine Uonius Saxonic« öc yLlarin«; verschiedene ^ilfnic-nioncs und so viel Lateinische gedichte,daß sie einen zimlichen band austragen würden. Seine r.copaiu>ns oder asneZ-ricum auf den Kayser Leopolduin, hat er nicht zu ende gebracht« EL >>.4. . welcher unter dem namen v. Antonio 6- kelo-gL 5 Orioicic bekannt ist, war ein «Lvanischcr Rcchts-gelehrter, und von Pampclona in Navarra gebürtig. Er brachte pch durch seine geschicklichkeit in grosses ansehen, und wurde ihm nicht allein die profession der qcist-und weltlichen rechten aufdrr nnivcrsitätSala- manca, sondern auch die beklcidung verlchiedener hoher ehren- stcllcn zu Dalladolid und anderswo aufgetragen. Er wurde auch Ritter von dem orden des heiligen Jacobs, und Königlicher Rath von dem caiUglo von Indien. Er starb zu Madrit an. lü;8 den 24 nov. Man hat von ihm einige schrifften, darunter seist pkwmx ju- riüicZ. bibb 6cc. Felquier/ (Arnoldus) von Faltier oder Falverio, Cardinal und Ertz-Bsschoffvon Arles, war gebürtig von Miremont in Guienne. Clemens V verschaffte ihm das Ertz-Bißthum von Arles an. 1 zog, und zwey jähr hernach machte er ihn zum Cardinal und Bischofs von Sabina. Er starb an. 1)17. m Liem. v. n//^- »,r I. y c. 4r. Oa». Purx>. -n. i;ii n. ,6. Kilt. ^cs Lrrllin. Qsücürüi. p^be/. Ir-I. lscr. §4« in konrif. /rrel. 0.450». k^Sorr/. (75. Felß/cine Herrfchafft und schloß in Tyrol unweit Botzensso an. 1142 an das hauß Colonna gelanget, daher sich diese Grafen Teutscher lime zugleich Herren von Fclß nennen, siehe Colonna. Lelß/(von der) eine von den ältesten Adelichcn familien in dem Hertzogtbuin Lurenburg. Ihr stamm-hauß, das in dem jetzt- gedachrcn Heryoqlhum, 8 weilen von Namur gelegene stadgen Aelßnst rings umher mit fclsen umgeben,hat ein wüstes schloß,und begreifst eine Herrfchafft unter sich. Bernhard, Erb-Dannerherr des Hertzogthums Lurenburg und der Graffchasst Chiny, lebte um das jähr 1449, und ward ein groß-valer Bernhardt II, Erb-Cäm- mcrers und Pannerhcrrn des Hertzogthums Lurenburg, wie auch Kayserlichen Raths. Johann ist an. i;68Land-comthur der Balley Lothringen; dessen brudcrs sobn, Paul, aber Königlicher Spanischer und Ertz-Hertzoglicher Oesterreichischer Ober-Amtmann zu Grevenmachern gewesen. Hans Jörge, Herr zu Contern, war an. iü;o Chur-Trierischer Amtmann zu Wirklich , und hinterließ ftn Heinrich Ernsten Chur - Trierischen Amtmann M Ssarbu^ V. wk. p. >64. 2er/. Oerm. inf. Er i«-»««.» ...... zu -^Isvrv,uno lief! ver- schiedme reden zusammen drucken. Ausser diesen hat man von ibm sjpk-verum rbcolo^icum und leLursm iscrL Lriprur« , nebsi Mehr. 2^>/er-r lle iciipc. /«nß!. L-r/«rre ^>e. Felton / (Johannes) ein eifriger verfechte:-der Chatbolsscben religion in Engelland. Nachdem die Konigin Elisabeth von W V m den bann gethan worden, schlug er die c°pic davon an die bischöfliche residentz zu Londen; allein er wurde darüber erariffen und zum stränge verurtheilet. Sein söhn Thomas, welcher in Franckreich studrret , und nachdem er den Franciscaner-orden an, genommen , nach Engelland gekommen, wurde gleichfalls zum tode gebracht, welches an. -zH geschehen. A>»- lull. lli I.ous XIII üb. rs. rü-Lrr. LrilLnn. Altri/ lak.keirris, eine stadt, nicht weit von dem kleinen fluß Ason,aufeinem berge in dem Venetianischen gebiethe. Sie hat ein Bißthum, welches unter Aquileja gehört. Dre umliegende gcgend heist il bellrino, und ligtin der Tarviser Marck. fernern / lat. kimbris oder Limbri»psrvs. eine insul auf der ost-see, der Holsteinischen landfchafft Wägern gegenüber, ist etwan dritthalb niesten lang, und über eine meile breit, und gehöret dem Hertzog von Gottorp. Sie hat meist eben fruchtbar ackcrland, r>:«l ' und flüssemnd leidet an frischen auellcn Mangel; hat auch keine gute yavc.n. «sie wird von einem Land-vogte reaiert, dem aber die darauf liegende stadt Borg nicht msterworffen ist. o-E- Sielvv. : c. »4, Fendius / Melchior) ein berühmter Ellicus in Teutschlan^ war zu Nördlingen an. 1486 gebohren, und lehrte die medicm nM der Philosophie zu Wittenberg. Man hat von ihm eine rede von der fm Mbarkeit der Medicin, die sich unter llllHipp, kstlsnNtlionir ve- «Iswsr-onibu-in tow. 4. befindet. ipllus V!!2. ?me!on / (krsnc. 8siiZ5>-c cle I- Ivsortzc) Ertz-Bischoff und Fürst von Cambray, Reichs-FurstundGrafvonCambresis, war von einer sehr grossen gelehrsamkeit, und von einer überaus lebhaff- ten imLZwstion. «seine fachen pflegte er durch eine etwas hohe, aber gleiche und angenehme schreib-art vorzutragen. In der sitten- lehre war er sehr scharff, und sein leben kam aufs genaueste mit derselben überein. Sein buch N selluc-kic,» äes tin-s, halffihm zu der stelle eines kr^ceprons der jungen Hertzoge von Bourgogne, Anjou und Berry, und als er das Ertz-Bißthum bekain, ließ er eine aus- trägliche Abtey, die er zuvor gehabt, gutwillig fahren. An. 169z wurde er in die-cLllsmlü kmo^itL aufgenommen , und starb den 8 ja», an. 1715. Er hatte gar viele und grosse feinde, worunter der bekannte Bischoff von Meaur Jac. Bemgnus Bossuet der vornehmste war. Dieser,der anfangs einer von seinen besten freunden gewesen, bekam, wie man davor hält, deswegen einen unversöhnlichen haß wider ihn , weil er um eine gewisse stelle zugleich uiit ihm angehalten hatte, oder weilen Fenelon nach gleich geleisteten diensten, wie er, dannoch auf einmal weit höher, als Bossuet, nemlich zu einem der ansehnlichsten Ertz-Bißthümeren, die der König in Franckreich zu vergeben hat, gestiegen war. Als er seine «xplicscio» c!cs niaximes cie; Qinrs e- kitmi zu beschuldigen,zumal da er die verdächtige ouvon, oder zum ivcnigsten ihren lcbens-wandel zu vertheidigen schiene. An. 1697 kam Bossuets und der Bischdffc zu Paris und Chartres de- claration wider Fenelon zum Vorschein, worwider sich dieser in einer andern declaration verantwortete. Bossuet schrieb darauf seine lummLM «locirin«, wit auch stille mviiicv- in cuco UNd ldioläki- cos in luw, ingleichem an. 1698 stille relLkion lur !c guieritmc. Fenelon ließ hingegen seine reponls LUX rrLircx cls I'LvLlzue cle ktenux, wie auch seine prejugsx Ncilits comre klr. l'Lveque öc klesux drucken, und von beyden theilen wurde noch unterschiedene mal geantwortet ,bis endlich die fache nach Rom gebracht ward, allwo, nach zimlich langer Untersuchung, aufinständiges anhalten des Königs rn Franckreich, der mit einem nsnonai-conciiio dräuete, sich der Pabst genöthigt fand,das buch des Fenelons, wegen 2; daraus gezogener anstössigcn sätzen in einer besondern bulle an. i699,wiewol auf gar gelinde art, zu verdammen. Inzwischen hatten sich in Italien , Flandern und Spanien die Geistliche grösten theils vor Fenelon erkläret, die Sorbonne aber hatte unerwartet des Päpstlichen entschlusses 15 sähe aus Fenelons buche verdammt. Fenelon unterwarss sich dem Päbstlichcn willen , ob es gleich anfangs schwär hergieng,verließ den Frantzösischen Hof, wo er nunmehro in Ungnade war, und publicirte sechsten in seinem Ertz-Bißthum die Päpstliche bulle, nebst einer wohl-ansgeordneten Bischöflichen Verordnung. Nach diesem wurde er durch den bekannten cm'um c«n. fcicmi« in neue Händel verwickelt. Er vertheidigte die Zr-ciLli, luk- llcicnrem der Molinisten, und behauptete, daß die kirche nicht die Worte Janstnii,sondern seine lehre von der cKesci verdammt habe. Der Bischoff von Ssinr-i-E und andere gaben verschiedene schrissten wider stille orllonnLncc conrre le caz cte conlcience an, 1704 heraus, und Fenelon blieb nicht leicht eine antwort schuldig', welches hernach bey seinem erfolgten lobe den anlaß zu dem ihme verfertigten zimlich spitzigen epir^pkio gegeben: cy M, gm ll-ux fois s- Nsmnr pLr i^oünoi Sonsten hat man noch unterschiedene schrissten von ihm, als seine inllr„etiones pLllorsic;, seine UÄoKues cie- -zrsncl, komme; sux ckzmps Llitees, welche kÜktzlich verbessert und "vermehrt wieder aufgelegt worden; ingleichem seinen tractat cle I'exilstocc lls vicu, welcher anfangs zu Paris an. 171; ohne namen und nach diesem auch an andern orten heraus gekommen und in unterschiedene sprachen übersetzt worden. Am bekanntesten aber sind seine svLMurc; c!c IclcmL^uc 6>s tz'UIylle, welches anfangs die cx-rciria sollen gewesen seyn, die er dem jungen Hertzog von Burgund vorgegeben, ihn in der Lateinischen spräche zu üben; wicwohlen, wo man sie recht anziehet, sie in anse- bung des gar zu erhabenen ltpi zur Übersetzung, sonderlich für ansängen in der Latinität/gar nicht bequem scheinen. Der Cammer- diener hatte eines nach dem andern abgeschrieben, und gab sie hernach wider wissen und willen des Fenelons heraus. Es brachte ihm zwar grosse feindschafft, weil man die in dem buch gemachten -Ksr-lÄcrs aus gewisse Personen bey Hof, oder vielmehr gar aufdie andemstlben schon von so langer zeit her in Übung gewesene staats- marimen erklärest; doch ward es im übrigen fast durchgehends mit der grösten begierde aufgenommen, wie es denn in einem jähre bey nahe 20 und in allen schon über 40 mal gedruckt, auch ins Englische,Holländische, Teutsche und Spanische übersetzt worden. Es istdarwider heraus gekommen die so genannte niemscomsme, NNd die criti^ue cle; LVLNkures llc IclemLguc, W0V0N der erstere sta- ktat durch diecnkigue (Lucius) ein Lateinischer gesthicht-schrei- ber,lebte im 1 seculo, und starb zu ende der regierung des Kaystrs Tiberii, Erwird offt von Plinio, Gellio, Lactantio auch andern mehr citiret,welche seiner ^nnaNum, /u-ckzicorum und Lpicom^rulli mesdnng thun. Was aber das buch y> I, l;>r;> ör -6. Kitt. I- I;, 17 L zs. La»/». ttungsr. x«-' L^r ettrev.fpiegel I. b c. -I. epit. ren. Nobcm. l. ; c. ir. miscell. clav. I. 5 .7. lcsr. 6 c.,. LsL-«-cietcrixr. rei contra LuncSsgetta: an.,;66 Spuö 8ckar8- row. 2. vom leurlcyüii Irriegs. bitt. adclicac, impcrli a Larul« V kaÄX. sz-Ilogi: p. 70. LerdinandusJI / Römischer Kayser / war ein söhn Ers-Her- tzoqs Cardlt von L-teyermarck/ Karnthen / und Crain / und Ma. ria/ einer Bayerischen Printzcßm. Er war zu Grätzdciiyml.!,?« gebühren und ward von jugend aufzu erlermmq allerhand wisse,!- schafften gehalten / wie man ihn denn im 11 jähre seinesalkers auf die Universität nach Jngolstabt schickte/ allwo er; jähr verharret/ da Miller zcii sein vawr verstorben. Der Kayser Rudolphus ssibr- tc die vormundscham biß 1,-96/ da Fcrdinandus die regieruna selbst übernahm. Nachdem er an. 1,-98 eine reise nach Italien gethan , hat er bey der ruckkunfft.alsobald zu reformiren und den gvi- tesdieust nach den, Augspurgijchen glaubens-bekäntniß/deffen freye ubunq voll seinem vatcr vormahls war verwilliget worden/ abzuschatten angefangen / auch darinnen mit bewehrter Hand fortgefahren / biß er seinen zweck erreicht. An. 1600 hat er die feswng Ea- uischa vergeblich belagert / und ist es bey dem abzuge so unordentlich zugegangen / daß der ErtziHertzog etliche stunden aus dem läget'ohne seine leib-wachezu fuß gehen müssen/ hingegen hat er in den folgenden jähren/ als sie in seine landereingefallen/ tapffeM cinhalt gethan. An. 1623 ward er vom Kayser als imncip-a com- mttHrwr aufdcn Neichs-tag nach Regenspurg geschickt / auf dem aber wenig ausgemacht worden. An. 1610 hat ersieh der streiüg- keiieii halben / so zwischen Kayser Rudolphen und König Mallhia entstanden waren/ nach Prag begeben / den vergleich Wen helft ftn/ und nebst dem Ertz-Hcrtzog Marimiliano die abbitte im na- mcn Matthia verrichtet. Don diesem ward er ari. 161; wahrenden Reichs-tags zu Regenspurg zitm stadthalicr in der Oestcrrcichischm regicrung verordnet; Allein er bekam bald in seinen crblandm ror sich selbst genug zu thun / indem die unter seinem gebieth stehende Ußcockendcn Dcnetianern feindselig begegneten/ und der hos zu Grätz dazu stille schwieg / so daß es schien / als ob man es gern sahe/ wenn die republic etwas zu thun bekäme / welches den Spanischen anschlagen beygemeffen ward / denen daran gelegen war/ daß sich Venedig in den Savoyischen krieg nicht mengen tönte. Es hatte sich diß wcscn bereits an. 1612 angesponnen / wär aber damahls durch bcstraffung der Ußcvckcn beygelegt worden. Als sie aber an. 1614 von neuem zu rauben und zu plündern anfiengen/ und bey Ferdinand» bemeldkc'r Massen keine hülste zu haben war / mäste» sich die Venetianer selbst hclstcn/ und damitJam es zum kriege/ derbiß an. l ß iy währte / da mit zuthun der Lpanier selbst und desKay- scrs/ meistcnthcils aber durch Vermittelung der krön Franckrcich der friede;« Paris geschlossen ward/ in welchem Ferdinandus den Be- uetiancrn wegen dcr Ußcockeinttniqe genüge leisten muste. Daß man mit diesem Handel zum schlüge eylte/ geschahe wohl mcistcuthcils um der wichtigern anschlage willen/wclche ziir selben zeit Ferdinau- dlis im kopffhaile/ indem er sich aufeinralhen und mit Vorschub der Spanier der folge in den gesinnten Oestcrrcichischm erb-lan- den / die durch Matilsiä kod aus dem fgste stunden / so wohl als in der Kayserlichcn würde zu versichern gedachte. Ob nun wohl dec Kayser Malthias anfänglich nicht gern bey seinen lcbzciten einen Nachfolger bestimmen wolle / brachte« es doch die Spanische Vorstellungen endlich dahin / daß er ihn/ nachdem vorher die Ertz-Her- tzogc Albertus und Marimiliaims nebst dem Könige in Spanien sich ihres crdfolq-rechts begeben / an. is 17 an sohns statt annahm/ auch noch im selbigen jähre znr Böhmischen kröne beförderte/ dabey jedoch Fcrdinandus ausdrücklich versprechen muste/so lange der Kayser noch lebte/ mit dem blossen tilul zufrlcdm zuscyn und sich in keine rcgicrungs-geschäffte zu mengen. Eben auf dergleichen bcdlnqmig und nach geschehener bcstätiqnng der religions-frechM erhielt Ferdiiiandns auch an. 1618 die Ungarische kröne. Jedoch enthielt er sich nicht gäntzlich derftaats-sachen / gestalt denn die ge- fanqcn-nehmung des Cardinal Clcsels als ein cingriff in das Rav- serliche ansehen und regicrung betrachtctward/ wicwol ihm nach Matthiä kurtz hernach /ncmlich an. 1619/ erfolgtemtodeohncdiß alle gemalt zusiel / da ihm denn auch der Ertz-Hcrtzog Albertus nuiimchro Oesterreich abtrat. Im anfange zwar sahe es gar tchlecht vor ihn aus/ indem ihn fast keines von den zugefalleiicii landm!/ vor seinen Herren annehmen wölke/ die Böhmen ihn auch so M in Wien belagerten. Jedoch änderte sich dieses alles bald/ indem die Böhmen solche bclagcrnng aufzuheben gezwungen wurden / und Ferdmandus lufft bekam / aufdcn wahltag nach FranckM zu ziehen / da er denn gegen den Widerspruch der Böhmen vor eine« Mit-Chlirfürstcn angenommen und bald darauf zum Kaiycr cr- wehlt ward. Mitlerweile hatten die Böhmen den Pfaltz-Grafen Friedrich fer Friedrich zu ibttm König erwehlt / so waren auch die Ungarn ab» ^fallen/ und ward also Ferdmandus / der im anfange gerne frie» de gemacht hätte/nunmehro genothiget/ semenWidersachern mit gemalt zu begegnen- Er zog also bey zerren von Frattckfurt über Wgspurg und Gratz nach Wrett / anf welcher reise ihm von seinen feinden allerhand gefahr soll seyn zugeschnitten gewesen / zum we» nigsten war es um Wren herum selbst / wegen den Böhmen und Ungarn nicht sicher / allermaffen denn gleich den andern tag nach seinerantMfft diefeinde alle zufuhr um die stadtversperret. Ob nun >vohldasjahr i62o zrch anfänglich sehr schlecht anließ/erhielter doch in selbigem von Spanten so wohl / als den Catholischen in Tcutschiand / inglcichen von Chur-Sachsen / weiche man wegen der religion versichert hatte/ stattliche hülste / mit welcher er die Döbmen Unters joch brachte / worauf sich denn nach und nach die übrige erd-lande und an. 1621 Ungarn zum zwecke gelegt. Zwar regte sich Bethlen Gabor/ der bey der Vereinigung mit den Böh- mm zum Ungarischen Könige aufgeworffen worden / an. 162; von neuem/ verglich sich abt-r auch innert wenig monaken. Indessen zog sich dtckrtegs-unriihe unvermerckt über Teutschland/ indem der rest von des Pfaltzgrafen volckern durch die Kayserlichen in den Teutschen provintzcn verfolgt ward / wobey sich diese nach und nach gewaltig ausbreiteten / so daß der Nieder-Sächsische creyß eine Verfassung sich zu vertheidige» machte / »wem man die anschlage der Oesterreichischcn parthey wohl merckte/zumahl auch die ari. 162; auf einem so genannten Chur-und Fürsten-tage zu Regenspurg / dahin der Kayscr nur die / so er ihm wohl geneigt wüste / beruffen Nu das Haus Bayern vielen die äugen anfthat. Nun dämpstke zwar imrckauffs neue/jedoch mit schlechtem gluck. Denn an. 1626 ward der König von Dänemarck aufs Haupt geschlagen/ und damithar- tm die Kayserlichen übera! gewonnen spiel / welche auch von der zeit an sonderlich ihren sinn verriethen / indem sie alle Stände schuldiaeund unschuldige ohne unterscheid mit einquarlirungen und durchzugeu ihrer muthwllligcn soldaten preßten / und in Lemsch- laud eben so wohl / als es vorher in den Kayserlichen crblandm ivieoer das dem Churfürsten von Sachsen gegebene worr und ungeachtet seiner verbitten geschehen war / mit gemalt zu «formtreu an- fiengm. An. 1628 und 1629 stieg diese gemalt aufs höchste/da der Käufer mit Dänemarck friede bekam / die Hertzögi von Mecklenburg unerhörter fachen ihrer länder enksckte/seldst das Haus wachsen/ so es allezeit mit ihm gehalten / zu kranckcn anfieng/ mikhin- dcmsetzung aller Reichs-verfaffungen durch die seimgen verfahren ließ / die gründlichsten Vorstellungen in wind schlug / und endlich das bekannte restituttons-cdict herausgehen licß/vermöge dessen den Protestanten auferlegt ward / alle nach dem Paffautschcn vertrag in threhände gekommene guter wieder heraus zu geben» Zwar ward au.is;ovom Kayser ein csllcgial-tag zii Regenspurg gehalten/ Unter dem schein / daß man daselbst berathschlagen wolle / wie diesen beschwerdcn allen adzuhelffen sey. Es ward auch auf demselben/ weil die Catholischen stände selbst den Kayser weiter nicht/ als zu iMrdrückmg der Protestanten / mächtig wollen werden lassen / so viel ausgerichtet /daß der von WallenstciN / durch dessen Hochmuth eben die unbillichkeit wieder die Stande und der unaussprechliche Mihwille des kriegs-volckes so nderhand genommen hatte» / seiner sie» bey dieser Versammlung frieden.. scrde» Spaniern zu gefallen an. 1629 wegen der Mantiiamschm erbfolge gegen den Hertzog von Revers und die denselben beyne- heuden Frantzosen in einen krieg eingelassen und durch die semett die Haupt-stadt Mantua hatte erobern lassen. Allein / wie der Kayser bey bemeldtem collegial-tage nicht gäntzlich seinen zweck erhielt/ indem die Chur-Fürsten von einer Römischen Komgs-wahl nichts hören wolten/welche von dem Pädstlichen caunrio, dem Spanischen Gesandten und dem Fürsten von Eggcnberg / giekch als ob es ohne mikwiffen des Kayserlichen Hofes geschähe / aufgeworffen ward; so ward auch auf demselben an der haupt-sache/daher alle Unordnung im Reiche entstund / kein sonderlicher rath geschafft/ mmaffen/ ungeachtet aller gethanen Versprechungen / die übrige Kayserltche armee doch noch immer mit unttrdrückuttg der Reichs-stande fortfuhr/ die n-form-mon mit gemalt trieb / und die Oesterrelchlschen so übermüthig waren/ dass sie sich mit allen feinden bald fertig zu werden getrauten/ gestalt denn der Kayser bey vernommenem em- bruch der Schweden in Pommern soll gesagt haben: wir hüben wieder ein kleines feindle bekommen. Aus diesem allem entstund nun der blutige krieg/ der erst durch den Munsterlschen frle- dens-schluß gcendiget worden. Es kam nemlich der Kvntg von Schweden/ zu Hemmung derOesterrcichischen macht/ im iumo an. i6;o in Pommern an/ und obwohl die Kayserltche nirgends vor ihm bestehen klinken / faßte man doch an desKaysers Hof aus Zuversicht zu dem bisherigen glück solche rathschlage/ daß die Pr 0 - testirende / und vornemltch Chur-Sachscn / wider ihren willen gezwungen wurden/ sich mit dem König in Schweden zu verbinden/ worauf die Kayserltche armee an. 16; i auf das häupt geschlagen wurde/ und Ferdinandi fachen etliche jähre nacheinander sehr zurück gierigen / indem die Protestanten überall / auch so gar zum thcit in den Kayserlichen erb-landen / merster spielten/ bis sich nach der an. 16,4 erhaltenen schleicht bey Nordlmgen/ und an. 16;; mit Chur-Sachscn geschlossenem Pragischen frieden/ welchem unterschiedene andere Stände beytraien / sein gluck eim- S»°A.-i.tag zu Regenspurg/ bey welchem er auch m Person zugegen war/ da denn theils von der wähl cmes Römischen Königs/ theils von stifftting eines beständigen frieoens rn Teutchland gehandelt wurde/ indem sich der Pabst zum mittler zwischen Franckreich und Oesterreich erbotken / sind deßwegen eme zu>ammenkunfft zu. Cölln gehalten haben wolle/ von den Schweden,aber der Holländsiche Gesandte Hoffnung qe» macht hatte / daß fie sich wohl zu Prag öder Wien in frjedens- handlung einlassen Mochten/ auf welchen fall die Spanier gest» her zu chlessen versprachen /. um den Schweden genug zu thun/ wiewohl endlich diese anschlage zerfielen / indem sich Franckreich» und Schweden nicht wollen trennen lassen. Bey diesem Lon^i, tage drang insonderheit derChur-Fürft von Sachftu darauf/ daß der Kayser/ wegen derer/ so im Pragischen frieden ausgeschlossen worden / eme allgemeine amnenie zugestehen solle / hatte auch sei» Um.Gesandten befehl gegeben / ehe nicht zur wähl zuschreiten; Weil sich aber die Brandenburgische umstimmen liessen/ wurde VlßfallS nichts erhalten / und hingegen /, nach des Kaysers verlangen/ dessen Printz Ferdinand zum Römischen König erwählt/ undi so bald gecront. Als der Kayser von Regenspurg / da er iüimeü krancklich gewesen / wieder zu Wien angelanget/ hat sich seine schwachhölt dergestalt vermehrt/ daß er den i; febr. an.iH? todes verblichen. Er batik sich zweymal vermählt. Das erstemal am 16oc> mit Maria Anna/ einer Bayerischen Printzeßin/ von welchen er 2 Prtntzcn/ nemlich seinen Nachfolger im Reich/ Ferdtnandunr und Leopoldum Wtlhelmum/ welcher verschiedene Dtßthümer und» des Teutschen ordcnsHochmeistcrchum überkommen/ nebst zweyen. PriNtzeßinnen/MariaAnna/Chur-FnrstMaxtmillantinBaycrn/ und CäctliaRenata/Königs Uladtslat IV in Pohlen gemahlilt hinterlassen. Die andere gemahlin/ die er sich an. 1622 beygelegt/ war Eleonöra aus dem Hause Mantua / mit welcher er keine kindee gezesigt. Er war ein tuqendbafster Herr und sonderlich der mäßig- keil sehr ergeben / vott ernsthafflcr und strenger gemmhs-art / hattö sich von jugend auf die Spanischen anschlägt gefallen lassen / dadurch er auch eben aüf dir zu einer umimschränckten herrschafft sielenden Unternehmungen soll seyst gebracht worden. In seiner rcli- gion war er sehr eifrig / und gab dabey der gcistlichkeit viel gehör/ die ihn zu deren gewaltsamen ausbrettung veranlaßte / wie matt den» insonderheit seinem beichtbater und Hof-prediger/ ?- Lamor- manne und n. Wetngärtnern schuld giebt / daß sie den nutzen dee vielfältigen zum theil von seinen eignen Räthen geschehenen Vorstellungen wegen des Unwesens in Tcutschiand und wegen des resti- tutions-edicts gehindert. Wobey sich die beyde Herren gav sehr blos gegeben / daß sie mehr für den nutzen und die erhcbung ihres or'öens / als für anderes gesotget/ weilen sie bey erhaltenem befehl bon restituiemng der geistlichen güteren allen fleiß angewendet / daß solche ja nicht so fast denen alten örden / die solche eigentlich bor der Reformation besessen hatten / sonderen denenjenigen/ welche der kirchen am meisten nützlich wären / das ist denen Herren Iesutten/eingeräumet wurden/ wovon in dem Mro i»exü„E» 8. LcneäiÄi und ttorro Lruüsno > beyde vom 0- Hay einem gelehrten Benedictiner verfertiget/ ohne jetzt von anderen zu melden / ein mehrerszu finden. Zu geistlichen stiffkungen hcit er/ wie man aus einem an LarsUL iacr. rillt, befindlichen vcrzeichniß sehen kau/ grosse summen angewendet. Sein Zeitvertreib bestund in der musiö und vornehmlich im jagen/ darinnen er nstermudct gewesen / imv soll er von dem durch ihn gefällten wilde ein ordentlich reglster gehaben- rom. i, r, ?. sctisu-vüNnc rom. l, r» rebur 8vec. I. ,.8< Liltot.- «ottri teiirporir. Q»»-^ Oermäri. tärr2 rüstsurLt. »L virturitzus tilr.li li.rili.ji II., üilt. Üerm-m.' univ. k. 2.1.5.-.4.regiminis keröm-aöi II. * __ ... ^ . ^erdinandus III, ein söhn Ferdinande II, den er mit der Bmwifchm Printzeßin, Maria Anna, gezeuget, war an. 1608 den 1 r iul m Grätz gebohrcn. Er wurde von ingend auf zu kunsten und wi^nAanren angehalten, wie er dann Minderheit unterschiedene sprachen vollkommen reden lernen, und m der m.Mest eine gute fertigkeit erlanget. An. 16r>; wurde er zum Konig M unaarn erwählet und gecrönet, wiewohl es bey der wähl Vielfalt Nschwürigkeiten gab, indem der Kayier dich» Punct aus lantev mißtrauen gegen die UNgarn, mit denen damals noch gar sauber- sich verfahren werden muste, nicht mct m den land - tags - vortrag bringen, sondern ihn bloß durch einige von seiner parthey, gleich a s ob sie es vor sich thäten / alisiveryen ließ, da denn m der thaL Nicht nur die Protestanten insgesamt, sondern auch dre Cachalo- 2Z6 fer schen anfänglich darwider waren, und verwandten , wie sie sich auf weiter nichts,als auf den vertrag einzulassen vollmacht hätten. Es liessen sich aber endlich doch die Catholifchen alle, und etliche von den Protestanten gewinnen, so, daß die fache durch die Mehrheit der stimmen vor Ferdinandum ausgemacht wurde. Gleichwohl stieß sichs noch eine zeit lang an die crönung, indem die Cä- tholischen nicht wollen, daß man des jungen Herrn gewissen mit dem eyd von duldung der Protestanten verstricken solle; wie ihnen aber der?s!srwu8 zu gemüthe führte, daß künfftig hin, wenn die Catholifchen im Königreich mächtiger würden, in diesem punct durch Mehrheit der stimmen eine änderung getroffen werden tonte, daß also der geleistete eyd den König so dann nicht mehr bände, wurde auch diese schwürigkeit gehoben. Mit der Böhmischen Crone, die er an. 1627 erlangte, gieng es etwas leichter zu, weil die Böhmen des Kaysers willen nicht mehr widersprechen durff- ten; jedoch muste der König wegen beyder Reiche ein schrifftliches versprechen von sich stellen, daß er sich bey leb-zeiten seines vaters in keine regierungs-geschäffte mengen wolle, deine er anch treulich nachgekommen. 'Hingegen tonte er an. i6zo, wie des Kayscriichen Hofs absehen wohl seyn möchte, nicht Römischer König werden, indem sich die Chur - Fürsten auf den unter der Hand zu Regen- spurg deßwegen geschehenen antrag keinesweges einlassen wollen. An. 16 z 4 machte ibn der Kayser, weil Wallcustein getödtec war, zum obersten Feld-Herrn seiner armeen, da er denn gleich, nach angetrettenem 6-nc^isi, Regenspurg hinweg nahm, und die Macht bey Nördlingen gewann, und darauf in diesem und folgendem jähre den Donau - Rhein - und Necker-strom meistens von feinden reinigte, in person aber insonderheit das Würtembergi- sche ein- und sein Haupt - quartier zu Studtgart nahm. An. i6z6 gieng er zwar wieder zu seid, hielte sich aber nicht lange im lager auf, weil seine anwcsenheit zu Regenspurg auf dem LodeZ.Li- tage nöthig war, dahin er auch, nachdem er anstalt gemacht, daß die Kayserliche armce in Burgund gehen solle, sich begeben, und daselbst, zu ende des jetzt-bemeldten jahrs, zum Römischen König erwählet und gecrönet worden, welches eben zu rechter zeit ausgemacht wurde, indem Ferdinandus II zwey monat darauf starb, und also die regicrnng ohne ein auf ihn fiel, da er denn alsobald die alte Hofstatt addanckte, auch in den c oiicgH- andcre Verfassungen machte. Wiewohl nun die Frantzosen diese Wahl anfänglich nicht vor rechtmäßig erkennen wollen,' und dan- ncnhcro Ferdinandum eine zeit lang bloß König in Ungarn nennten , besonnen sie sich dochIcrnach eines andern, als es dißialls niemand, auch selbst die Schweden nicht mit ihnen hielten, und sie auch wohl sahen , daß man anders nimmermehr zu einer fric- dcns-Handlung würde schreiten können. Unter ihm wurde der krieg mit veränderlichem glück fortgesetzt. An. 16;? waren die Kayserliche» fast überall ineister, und waren die Schweden bis an den äussersten winckel von Pommern zurück getrieben, ausser was sich unter Hcrrzog Bernhards mit Französischer hülffe am Rhein noch erhielt, da aber die Kavscrlichcn dennoch aucisstärcker waren. In den folgenden jähren erholten sich jedoch die schweben wieder , inmassen nicht nur Hertzog Bernhardus an. i6z8 die Kay- sirlichen am Ober-Rhein'aufs Haupt schlug, und Rhcinfelden nebst Brisach hinweg nahm, sondern auch die schweben in Pommern , durch die nachläßigkcit des Kayscriichen Feld-Marschalls Gallas, der vor keine magazine gcsorger, wieder lufft bekamen, weswegen dem Kayser von den Spaniern gerathen wurde, selbst zu feldc zu ziehen, der aber dieses nicht thunlich befand, und da- hero das comm-ollo dem Ertz-Hertzog Leopold seinem bruder auftrug , da denn nachgehends beyde partheyen sich mit einander herum gezogen, doch dergestalt, daß sich selten eine der andern schwäche, wegen eigenen Unvermögens und durchgängiger Verwüstung der länder, die keiner Haupt - armee lange wo zu stehen erlaubte, recht zu nutz machen kuntc. Doch muß man gestehen, daß von an. iszy an'des Kaysers völcker mehrentheils von den Schweden geschlagen worden, dahcw auch der Kayser diejenige hülffe, so er dann und wann den Spaniern in die Niederlande schickte, immer gar bald wieder zurück ruffen muste, und wurden endlich durch das Schwedische glück die Cbnr-Fürsten von Brandenburg, Sachstn und Bayern zur Neutralität bewogen, wiewohl der letztere solche gar bald wieder gebrochen. Die hauptsächlichste begebcnhcitcn innert dieser zeit waren das treffen öey Wolf- fenbüttel an. 1641, und das hey Leipzig an. 1642, welche die Kayscriichen vcrlobren, das bey Mcrgentycim an. 1645, darinnen die Frantzostn geschlagen wurden, das bey Altersheim in eben selbigem iahre ,'da die Bayrischen und Kayscriichen das seid räu- mcn'musten; das bey Ianckow in Böhmen, in eben diesem jähre, da die Kanscrlichcn aufs Haupt geschlagen wurden, und wodurch selbst der Kayser gcnöthiget wurde, sich von Prag wieder nach Wien zu begeben, und von dar seine gemablin und junge Herr- schafft nach Gräi; zu flüchten, weil die Schweden bis an Wien den ineister spielten, und endlich die durch die Schweden an. 1648 geschehene eroberung der kleinen feite von Prag, welche sich kurtz vor dem endlichen fricdens - Muß zutrug, sonst entstünde dem Kayser an. 1644 auch eine grosse gefahr von dem Siebenbürgi- schcn Fürsten Ragozi, deine man aber vieles, insonderheit wegen der Protestantischen rcligions - freyheit, welches jedoch hernach nicht allerdings erfüllet worden, nachgab, und ihn also an. 164; zum frieden brachte, bevor er mit den damals mächtigen Schweden zusammen stieß. Es erlebte doch endlich Ferdinandus den erwünschten frieden, Wiewohl selbiger nicht ohne sonderbare muhe zu stände gebracht wurde. Er hatte zwar schon als Römischer König sich darum bemüht, und den Pragischen frieden nicht wenig befördert, suchte auch von ansang seiner Kayscriichen regierung vielfältige Handlungen deßwegen zu veranlassen, und steM an. 1640 dieserhalben zu Regenspurg einen Reichs-rüg an, allw'o er sich die beförderungen der berathschlagungen so angelegen ickm ließ, daß er sich nicht scheucte in Regenspurg zu bleiben, obgleich die schwedische armee darauf zuzog, und den Kayser nebst den anwesenden Ständen fast umzingelt hatte. Aber die fachen waren so verwirrt, und das mißtrauen auf allen feiten, sonderlich gegen das hauß Oesterreich, deine man es aus vielen bezeigunqen ab,u- mcrcken meynte, daß es den frieden nicht ernstlich suche, so groß, daß erstlich viel jähre hingiengen, ehe die zustande kaincn. Da auch diese endlich an. 164; ihre richtigkeit erlangten, verzog es sich doch mit dem völligen friedens-schluß, biß an. 1648 welchen der Kayser wenigstens zuletzt, da seine fachen in einen sehr schlechten stand gerathen waren, nach vermögen beförderte, und deßwegen in dem Elsaß von seinem eigenthum ein namhaftes an Franckreich abtrat. Nachdem nun an. 1650 endlich alles, was ili diesem frieden beschlossen war, zur erfüllung gebracht worden, war Ferbinandi regicrung vollends qantz ruhig, ausser, daß es an. 1651 zwischen dem Chur - Fürsten von Brandenburg undUaltz- grafen von Neuburg fast zu einem neuen krieg gekommen wäre, welchen aber der Kayser durch seine Vermittelung noch zeitlich beylegte. An. iü-;2 setzte der Kayser einen Reichs-tag zu Regenspurg an, welcher sich erst an. 1654 endigte, ohne daß auf demselben die bey dem Wesiphalischen frieden bis dahin verschoben gebliebene Puncte ausgemacht worden, obgleich eine und andere besondere strelllgteucn ihre cndschafft erreichten, gedachter Westphäli- sche friede auch die brasst eines gründ - gesetzcs in Teutschland erhielte. Wegen den noch unterschiedenen Puncten wurde hernach an. 1655 em Reichs-vüpurLriung-tag zu Francksurt am Mayn angefangen. Man mercket an, daß der Kayser den vortrag aufdie- iem Reichs-tage überaus lange verzögert, und mittler zeit bev den Chur - Fürsten, mit denen er auch schon vorher bey einer zusam- mcnkunffr zu Prag davon gehandelt halte, an der Römischen Kouigs-wahl seines ältesten Printzen gearbeitet, darinnen er auch seinen zweck so weit erhalten, daß die Chur-Fürsten von Regen- tvurg nach Augsburg giengen, und daselbst den z 1 may an. iSz; Ferdinandum I V, der vorher schon König in Ungarn und Böhmen war, zum Römischen König erwählten, und ihn im folgenden monat zu Regenspurg crönten, wiewohl die freude nicht lang wahrte, indem der König im folgenden fahre verstarb. Wiewoblen nun durch den Westphälischen frieden alles beruhigt zu seyn schiene, so blieb doch zwischen der Cron Schweden und dem hauß Oesterreich noch immer eine heimliche Verbitterung, so daß jene von diesem bald mit der lehus-cmpfängnuß, bald mit würcklicher cinneh- mung des sitzcs und stimme auf dem Reichs-tage gchemmet, bald auf andere weife gckräncket wurde, wie denn der Kayser noch kurtz vor seinem tobe mit den Poklcn, die damals mit Schweden in krieg verwickelt waren, ei» bündniß machte, wiewohl es hiesse, die versprochenen hülffs-völcker sollen allein gegen den Ragozzi gebraucht werden, daraus allerdings grosse Weiterungen hätten entstehen können, (zumahl auch der Kayser zu gleicher zeit den Spaniern zu gut ein kriegs-heer nach Italien schickte, welches die Frantzosen beleidigte,) wenn nicht fein bald erfolgter lob den fachen ein ander ansehen gegeben hatte. Er starb an. 16,7 den r; mcrtz zu Wien, im4ysten iahre feines alters, nach einiger tage Unpäßlichkeit. Er halte sich z mal vermählet, erstlich mit Maria Anna, der spanischen mklbw Philipvi III , hernach mit Maria, Ertz-Hcri;vgs Leovoldi zu Infpruck Printzcßin, und zuletzt mit Cleönora, Printzeßin zu Mantua. Von der ersten hinterließ er Mariam Annam, Ph.livpi IV , Königs in Spanien gemablin, und Leopoldum, nachmaligen Römischen Kayser; von der andern Carolum Iofephum, der Bischofs zu Passau und Olmütz, und Hochmeister des Teutschen Ordens worden; von der dritten Fcr- dinandum Aloysium, der aber bald nach dem vater verstorben, und Eleonoram, erstlich des Königs in Poblen Michaelis, hernach Hcrtzogs Caroli V von Lothringen gemablin. Er war ein verständiger, gütiger, ernsthafftcr und verschwiegener Herr, dem es auch an tapsscrkcit und muth im krieg nicht fehlte, wie er solches in der zeit seines commrnllo, als Römischer König, erwiesen. Den Spanischen rathschlägen wäre er nicht so ergeben, als sein vater, aber in seiner rcligion eben so eiffcrig, gestalt er denn bald nach dem Westphälischen frieden in seinen crb-ländcrn mit ernst refor- mirte. rooi. r - 7. sclisu-dülinc rom. I.z. ,c5 8vecic«, vier knclenci Viili. rez c? groll 6u!t,n>. 6-r- c-»aÄ, Viktor, bellor. kerllirignlli III. Viktor, noitri rcmporiz. Viktor. Leroiao. univcrlslis rom. 2 I. z c, Lrsmr s>grricu!griz iccfirninis kcrllin. II. Ferdinandus I V, Franciscus, ein söhn Kanters Ferdinande III , welchen er mit Maria, Königs Philipvi III in Spanien tocihter, gezeuget, wurde an. i6;z den tz sept. gebohren. Well Böhmen aus einem wähl - nun ein erb-Kömgreich worden, so ließ ihn sein vater an. 1646 zu Prag durch den Cardinal von Harrach zu einem König dieses Reichs crönen, nachdem ihm die Land- Stände 2 tage vorher gclmldiqet. Das iahr darauf gicnge der Kayser aufdcn Land-tag nach Ungarn, und ließ Ferdinandum lt den 16 jun. gleichfalls zum König dieses Reichs crönen, wobey aber der ciuzug durch Wasser und feuer unglücklich gemachtwurdc. Hierauf wurde er auch an. 164; zu einem RömischenKvmg ch Augspurg erwählet, und zu Regenspurg gecrönet. Allein der tob machte die Hoffnung, die man von ihm gcschöpffct, zu nichte, und nahm ihn den y jul. des folgenden jahrs, in dem Listen sm>e» alters, an den kindcr-pocken weg. miit. uokc,». «lcc. > >-7 p. r?o. L/„',>/>. com. 7, ttllsu - bülins row. r 8- tz -7 Feo fer Ar-inandus/ Ertz-Hertzog von Oesterreich, gebohren den i»iiin. an. irr?, ein söhn des Kaystrs Ferdinandi I, und ein «ünaerer bruder des Kaystrs Maximiliani II. Nach dem tod fernes vaters bekam er zu seinem «»theil die Grafschafft Tyrol, nebst den vorder» Oesterreichischen landen. Er war in Ritterlichen übunqen vortreffich, worzu ihm seine sonderbare leibes-stärcke sehr bebümich wäre. Er hat auch unterschiedliche cvmmsnUo im krieg, sonderlich in Ungarn gegen die Turcken, gehabt, dabey er sich allezeit rühmlich verhalten. An. 15 zo verliebte er sich zu Augspurg in MliPPinam, die tochker Francisci Welsers, eines vornehmen xzlkicü daselbst, und vermahlte sich ordentlich mit ihr, lebte auch bis an ihren an.,;8v erfolgten tod in einer sehr vergnügten ehe, konte aber, wegen der Ungleichheit ihres standes, von seinen unverwandten nicht erhalten, daß man ihr und denen mit ihr erzeugten kindem diejenigen rechte eingeräumet hätte, welche ihnen sonst zugekommen wären. Von dem ältesten söhn, den sie ihm «bohren, Andreas -v Lullri» genannt, ist ein absonderlicher articul zu sehen. Der jüngere, namens Earolus »l, Lukris, gebohren an.i;öo, erhielt die Marggrafschafft Burgau als eine sp-n-g-, und vermählte sich zwar den 4 mart. an. 1601 mit Sybiüa, ein« rechter Wilhelmi, Hertzogs zu Jülich, starb aber ohne leibes-erben denoct. an. 1618. Zur andern gemahlin nahm Ferdinandus an.i;8r AnnamCatharinam, eine wchter Wilhelmi, Hertzogs zu Mantua, die ihm 5 Ander gebahr, von welchen drey gantz jung stürben, Anna Catharina in ein kloster gieng, und Anna mit dem Kayser Matthia vermählet wurde. Er starb den 24 jan. an. 159;. in llem Sellerr. iorbesr - krsnr. llillor. zenesl. Aömge in Castilien und Leon/ und anderen pro- vintzen vonSpanien/ wie auchVkeapoiis undSicilien. Ferdinandus I, der grosse zugenannt, König von Castilien und Leon, war Sanctii des Königs von Navarra anderer söhn, und erlangte das Königreich von Castilien, trafst des erb - rechts seiner mutker Nunnia von Castilien, und das von Leon, durch den über seiner gemahlin bruder Äercmundum erhaltenen sieg. Den Mauren risse er Coimbra, Visto, und einen grossen theil von Portugal! aus den Händen. Hieraufbekriegte er seinen eigenen bruder Garciam VI, König von Navarra, welcher unterschiedliche von seinen städten ihm vorenthalten, auch hinterlistig wider seine Person verfahren wäre, nähme ihn erstlich, als er von ihme besuchet wurde, gefangen, und als er nach feiner loßlaffung, um den empfangenen fthimpsszu rächen, die Waffen ergriffe, schlug er ihn in einem wessen. Im übrigen führte er den titul eines Kaystrs von Spanien, vhngeachtct der Kayser Henricus III darwider prote- stiren ließ. Wiewohl nach anderen dieser Kayser feststen darzu Maß gegeben, der sich dieses Reichs, als von uraltem znm Römischen Reich gchörend, anmaßen wolle, und vom Pabst Victor dem II beyfall bekommen hatte. Allein, dessen nach Spanien geschickte armee wurde durch den berühmten Rvdericum Vorarium , sonstcn unter dem zunamen Cid bekannt, tapffer zurück geschlagen, worauf die Spanier aus dieser ursach alle bey ihnen noch vorhandene Römische Überbleibsel, sonderlich die gesätze derselben, gantz- lich abschafften, und gar bey lebens-straffe verbotten, sich bey einiger vorfallenhrit darauf zu steuren. Auch muste zuletzt Henricus sich aller anspräche auf Spanien durch einen vergleich entschla- geu. Endlich, nachdem er seine Reiche unter seine söhne gethei- let, deren er drey, als Sanctium, Aldephonsum und Garsiam, nebst 2 töchtcrn, Urraca und Elvira hinterlassen, begab er sich auf einige zeit in des heiligen Facundi kloster, und starb an. 1067, Äs ihm kurtz vorher» sein patron, der heilige Jsidorus, den tod angekündiget hatte, wie Rodericus Toletanus berichtet. ae rcbus ttistrsn. I. 6 c. 6. S-14. Uersi,. 1.9 Lc. 1.7. I. r c. 7. ^ Ferdinandus II, Alphonst VIII jüngster söhn, bekam zu seinem antheil die Königreiche Leon und Gaüicien, und führte mit Alphonst Henriquez, dem König von Pvrtugall, wegen der gräntze der stadt Badajoz, krieg, da er dann in der ersten schlacht Sanchv, den Printzen von Portugall, und in der nächstfolgenden den König selbst gefangen bekam. Jedoch bediente er sich dieses sieges mit grosser bescheidenheit. Seines bruders söhn, Alphonst VIII, suchte er alle seine Reiche, und gar das leben zu nehmen, welches ihm aber durch die treue des Castiliamschen Adels mrß- lunge. Er starb um das jähr 1188, oder, wie andere wollen, nieder 1210, nachdem er n jähr vorher den Ritter-orden von Al- cantara Misstet. Von seiner gemahlin Urraca, Königs Alphonst in Pvrtugall rechter, hinterließ er Alphonsum IX. n. Äos/er. T'o/ek, t. 7 Ac. 8. Ferdinandus III, genannt der heilige / succedirte stimm vater Alphonst IX in Leon, und seiner mutter Berenguela, Königs Alphonst VIII in Castilien rochier, in dem Königreich Castilien. Er führte mit den Mauren krieg, eroberte Corduba und Sevilien, nebst dem Königreich Murcia, und hatte den vorsah, noch Marocco einzunehmen, starb aber darüber an. ,2;i, nachdem er z 5 jähr in Castilien und 22 in Leon regieret hatte. Die Universität zu Valencia versetzte er nach Salamanca, und an. -671 wurde er mit unter die zahl der Heiligen gesttzet. Er hatte zwey gemahlinnen, Beatricem und Johannam. Die erste war Philippi, des Römischen Kaystrs und Hertzogs in Schwaben »echter, und zeugte mit ihr Alphonsum X, welcher, wegen seiner krfahrenheit in der stern - kunst, zugenannt worden. Die andere war Simonis von Dammartin, Grafen von Aumale, M-tvchter. lle rcbus biilstsn. 1.1» c. 7 les'sractui. S 28/^ sohn7muste"m ai!stna'f^?!/ ^nigs in Castilien und Leon, fa iren, so l Mcrung eme innerliche unruhe er. gewisse stadt belagerte, wurde er in seinem bette wdt gefunden, nachdem er 17 iahe reaiem„nd hoher, als auf«; jähr gebracht. Er soll von zwey bwdern aus ?i! ner vornehmen familie, welche er unschuldiger weist bmrictitcn - stuhl GOttes iLN ^eu / und HM den ersten gründ zu der grossen Spanisch^ cv'« geleget. Dann weil KomgHenrlclrs IV zu Castilien und Leo» seine schwÄ^^-n hinterliess; st fielen beyde Königreiche an 'e°"e lchw ster Jsabeüam, welche Ferdinandus. Catholicus zur -hm gelegmheit, mit Aragouien, ^ tode stmes vaters zu hoffen harte, die Reiche n,s ^ivn zu vereinigen. Zwar machte König Alpbon- !?n i wegen stmer verlobten Johanna, (die des letz. tenKomgs Henmt IV von Castiken und Leon tochcer seyn solle, und zwar wurcklrch von dessen gemahlin gebohren, auch von ihme Hennco selbst erkannt war, aber st, bay man gar starcke bewciß- grunde hatte, die den König nicht als vater erkennen wolle,) auf vestgte Reiche pr^enston; allein, die an-, 1476 bey Toro, und hernach an. 1479 bey Albuchera, vor die Portugiesen unglücklich abgekniffene schlachten machten ihn aller weitern Hoffnung vergessen, dahero er endlich zu tractaten schritte, und beydes auf die Cro» Spanien und auf die Braut feststen verzicht thäte. Jmmittetst wäre M Königs Ferdinandi vater, Johannes II, gestorben; dadurch bekam er nun den völlige» besitz von Amqonien, und wurde desto geschickter, sich in Authorität zu setzen, welche ihm bisher durch stine Land - stände zimlich emgeschranckt war. Hierauf ließ er sich angelegen seyn, die verfallene Policey wiederum z« stände zu bringen, und publicirte deßwegen gnvisse gesetze, welche dm nammss'LuricL von dem ott Tors, wo sie zu erst prömulqiret worden i fuhren, und noch heut zu tage in Spanien gebräuchlich sind. Nachdem er nun in seinem Reich alles in gute ordnuna bey guter ruhe, gebracht, suchte er solches durch veriagung der Mohren und Juden zu erweitern, und in mehrere ffcherheit zu setzen; zumahl ihm die erstem durch die den Christen an. 1481 abgenommene stadt Zahama nrsache darzu gegeben zu haben schienen. Den ansang dessen machte er mit hinwegnebmung des see- Platzes Malaga , damit ihnen dadurch der succurs, weichen die Afrikanische Saracenen hier aussetzen künden , abgeschnitten werden möchte. Von dieser zeit an war er st glücklich, daß, nach erobe. rung der Haupt-stadt Granada, die Mohren nebst den Jüden m 170000 fammei', starck gantz Spanien verlassen, und zufrieden seyn musten, daß sie nach Africa zu ihren glaubens-genossm übergeführt wurden; wobey es aber den Juden bey weitem nicht st wohl gienge, als denen ihre meiste mitte!, ausser dem, was sie heimlich versteckt mitbrachten , abgenommen wurden. Damit auch nichts mehr übrig bleiben möchte, was nach dem Saracenischen oder Jüdischen glauben röche, verordnete er ein geistliches gericht, welches die beruffene inguitmon ist, dadurch diejenigen » die nur den geringsten argwohn von sich geben, daß sie einer andern als der Römisch - Catholischen eeligion verwandt sind, auf das schärffeste gestrafft werden. Allein, durch diese st grosse aus- stoffung st vieler menschen brachte Ferdinandus nichts anders zuwege , als daß LMNien noch heut zu tage Mangel an einwohnem hat, welcher nicht wenig vermehret wurde, als nachgehmhs die häuffige Colonien nach America darzu kamen. Dann unter ihm wurde an. 1492 die so genannte neue wett von Christophvro Co- lumbo, einem Genueser, entdecket. Weil er nun hieraus grosse geld - Mittel schopffen kunte, wurde er desto mehr angefrischet, neue con^l-ctm zu machen. Er trat mit Franckreich in ein bund- niß, das Königreich Neapolis einzunehmen , und zu theilen, welches auch glücklich von statten gieng. Als sich aber zwischen ihm und dem König in Franckreich einiger Widerwille ereignet, trieb er an. 150; durch seinen General Gonsalvum von CorLova, dre Frantzosen wiederum aus, und behielte es vor sich allem. An. ^og verband er sich mit dem Pabst, dem Kaystr und dem König m Franckreich wider Venedig, stunde aber bald wiederum von dem dündniß ab, gieng wider den König Ludoviwm XII w sranck- reich, undKekam bey dieser gelegenheit an. 1; is Ober-Navana, welches er dem König Johanni Älbrctano von Navarra, ber ihm keinen freyen durchzug verstatten wolle, und noch darm vom Pabst Juli» II, einem grossen feind der Frantzosen, und damaligen bunds-genosseii Julii , in den bann gethan war, abgenommen Ausser den bereits gedachten coague-m brachte er an. 149; ^e Grasschaffi Roussillon, und an. .504, wie auch m den darauf fölamden jähren ^ Melille, Mazalquivir und Pennon 6 - Nekr, auch Bugie und Tripoli in Africa, und zwar die meiste durch den berühmten Cardinal Timencs, der feststen dahin lehnst fete/und fast alle Unkosten allein hergäbe, unter sich. Endlich llarb er an I i 6 an einem von seiner andern gemahlm Germana, Gräfin vonFoir, genommenentrmick, welcherihnftuchtbarmachen solle. Seine erste gemahlin Jsabella von Castilien hat ihm S-Hrm an. ,472 Johannen,, der aber an. ,497 zu Salamanca 288 an einem fieber starb; Jsabellam, welche ihrem bruder das jähr daraufm dem tobe nachfolgte; Johannam, welche an. 1496 an den Kayscrlichen Printzen Philippum von Oesterreich vermählet worden, und endlich Mariam und Catharinam, davon die erstere an. Königs Emanuels in Portugal!, die andere aber an. des Englischen Cron - Printzen Arturi, und nach dessen tod seines bruders Henrici VIII gemahlin worden. Er wird wegen seines gro»en Verstandes und lügend gerühmt, die jedoch dadurch zimlichen anstoß litte, daß er von schlechter treue und glauben war , und die geschlossenen bündnussen selten länger hielte, als bls er aus deren brechung guten nutzen zu machen hoffte. 29, zc>. billor. ex- pugnsr. reßni per lercjinsn-Z. < 7 srkol. 14 /L«- rer. liistisn. cliro». Lcc. A: eloZi . 174. 24 -L -747 L 1>4Nre/ luv Lsrolo VIII- röntge in portugall: Ferdinandus/König in Portugall/ succcdierteseinemvatter Pcu v an. i;ü/. Au ansang seiner regierung machte er pratension ans'Castilicn / weil Petrus Crudclis keinen männlichen erben hinterlassen / seine groß-muttcr Beatrix aber eine Printzeßin von Ca» fiilicn war. DochHenrieus ll der bastart / Kömg in Eastilien / hatte den meisten anhang / siel in Portugall ein / und zwang Fer- binandum / daß er auf allen anspruch rcnuneieren muste. Allein Ferdinandus hielt sein wort nicht / sondern machte ein bündnifi uiitdcmHertzogJohanne von Laneastcr in Engelland/ verwegen seiner gemahlin Constantia / die des letztcnKöniqs in Eastilien Pelri Crudclis tochter war / auch auf Eastilien prätendierte. Allein der zweyte krieg lief nicht weniger unglücklich ab/und als Ferdinandus den neuen frieden zum drittenmal brach / und Jo- hanncm I / des obigen Henrici II Nothi söhn / bekriegte / ward endlich friede / mit diesem beding / daß/ weil Ferdinandus auch keinen männlichen erben hatte/ seine tochter Beatrix JohannemI von Eastilien heyrathen/ und die aus selbiger ehe erzeugte kinder in Portugall succediren sollen. Dieses letztere kam blos von den intri- guen dcr gemahlin des Königs Ferdinandi / Eleonorä/ oder nach anderen Mariä Teile; a- Meneses her/ welche sonst Laurentii g'A- Lunha rechtmäßige frau gewesen / aber von Ferdinands/ nachdeme er seine eigene gemahlin von sich gestoßen / aus vorwand theils der nahen anverwandlschafft/ theils auch / weil sie unfruchtbar wäre / demselben mit gewalt entführet worden; worbey Mariana(-) und Farm (t>) als etwas curioses bemercken/ daß Laurentius a'Acunha sich hteranf nach Eastilien retlrim/ und zum zeichen seines Ku an» str statt der p'umgg- güldene Hörner mit dem Portugiesischen bezeichnet/ auf dem Hut getragen. Eleonorä regierte indessen an dem Hose mit grosser tyranney/und verursachte durch ihre Verleumdungen/ daß Ferdinandus seine beyden rechtmäßigen bruder hamiem von Viseo nnd Divnysium nach Eastilien relegirte Und damit dieselben auch jederzeit von der crone ausgeschlossen bleib,, möchten / vermittelte sie den obgemeldten frieden/ wodurch nicke allein ihre tochter Beatrix/ die sie mit Ferdinand» gezeuget/ rur cron-erbin erkläret / sondern auch ihr gemahl Jobannes I von Ca- stillen oblrqiret wurde / daß er Ferdinandi obgedachte 2 brüder in Castilren arretiren ließ. J) Es sind aber deßwegen nach Ferdinandi tobe grosse iroublen entstandcn/davvn unter dem König Johannes Notho mehrnachricht zu finden. Ferdinandus starb an. iz«; inm! jähr seines alters / nachdem er i s jähr regieret hatte. (-Y (H i.17 c. 16. p. 7 ri. (b) p. rzr. (c) 17. c. 14. öc I. 68. c. lir/ZoirceL--, z,. ,z;. sccz. 147,4 p. rrz> sec;. 1. p. rz6. teo. />Z) / 4 o«rrr- rr. Zcnesl. p. ,26^. A. 4 Ferdinandus / von Portugall / Hertzog von Viseo / Groß. Meister der beyden orden Christi und Jacobi/war EduardiKöniaz rn Portugall anderer söhn. Er begleitete seinen bruder Alphvnsum V an. 1471 in Africam/eroberte die stadt Anase von den Mauren/ und starb zu Cakobriga an. 147°/ von seiner gemahlin Beatrice/ einer tochter Johannis / feines vaters bruders / und Großmeisters des vrdens 8. Jacob/verschiedene kinder hinterlassend/imterdenen Emamiel zur crone in Portugall gelanget/ Eleonorä KömasJo- hannis II/ und Jsabella des Hertzogs Ferdinandi von Braganza gemahlin worden. Lhurffirsten und ^ertzoge aus dein haust Bayern. Ferdinandus / Ertz-Bifchoffund Churfürst zu Cölln, Hertzog in Ober-und Nicber-Bayem, war ein söhn Hertzogs Wilhelm, V in Bayern, welchen er mit Renata, Hertzogs Francisci zu Lothringen tochter, gezeuget, und wurde an. 1 ? 77 den 7 oct. gebohren. In feinen jungen jähren lag er nebst seinem bruder dem Hertzoge W- lippo den UutinL zu Jngolstadt ob, und gieng hierauf an.ä;9i mit gedachtem feinem bruder nach Trier, daselbst ein von dem hohen Sriffte in besitz zunehmen. Von dar gieng er nach 6 Monaten wieder zurück nach Jngolstadt, welches er aber an. i;s; verließ, nachdem er kurtz vorher in einer öffentlichen difputation gute proben eines muntern geistes abgeleget. Er wurde nicht allein von dem Prvbste zu Berchtoldsgaden, sondern auch von seines vaters bruder, dem Churfürsten Ernesto zu Colln, zum Lo-ich,,«- an. 1596 angenommen; weil aber das Capital zu Berchtoldsgaden nicht allerdings damit zu frieden seyn wolle, gieng sein bruder, Hertzog Maximilianus in Bayern, vor diesen ort, eroberte ihn, und setzte feinen bruder von neuem ein. Nach dem tobe seines Vetters Erncsti wurde er an. 1612 Ertz-Bifchoff und Churfürst zu Cölln, nach diesem aber Bischofs zu Lüttich , Münster, Paderborn und Hilbesheim. Noch in besagtem jähre gieng er nach Franckfurt am Mann,der wähl des Kansers Matthäi beyznstehen, welches er auch an. 1619 bey dem Kayser Ferdinando II verrichtet. Hierauf besuchte er verschiedene Reichs - und collegial - tage zu Regenspurg und Mühlhausen, wurde auch zu beyiegung der Jülichischen streit- sachc uud zur erecution der Hessischen wider das Haus Cassel gebraucht. Bey den siegreichen Waffen des Königs Gustavi Adolphi Mirirte er sich von Bonn nach Cölln, erhielt aber doch dieses Ertz- Ltifft durch interposition der vereinigten Niederlande mehreu- thcils vor den feinden defreyet. So wurden auch nach dem zu Präge aufgerichteten fricdens-schlusse seine Westphälischen lande gegen crlegung ;oooo thaler von den Hessischen trouppen wiederum evacuiret. Mit der stadt Lüttich , welcher er die mißgebrauchte Raths-wahl abgenommen,kam er zwar in einige Weiterung, brachte sie aber theils durch gewalt, theils durch gütige Handlungen wieder zum gehorsam. An. 164; erlangte er durch die tractaten zn Goßlar und BraunschweigPaß die Hertzoge zu Braunschwcig und Lüncburg ihm einen ansehnlichen theil des Bißthums Hilbesheim, so ihre vorfahren fast 120 jähr besessen, wiederum abtraten. An. - 647 ließ er sich nebst seinem bruder, dem Hertzoge Maximilian, mit Franckreich und Lchwedcn in eine kurtze Neutralität ei», und 2 jähr hernach muste sich die stadt Lüttich, so aufs neue rcvollirt hatte, durch accord ergeben. Worauf er die rädelsführer hinrichten ließ,und das Domrapitul nöthigte,seines brudern Maximiliam sohnMaximilianum Henricum,zum coschmoie anzunehmen, welche würde ihm bereits zu Cölln und Hilbesheim an. i^r conferiet worden. Nachdem er endlich an. 1649 die friedens-erecutions- tractaten zu Nürnberg durch seinen Gesandten, den Grafen Frantz Egon von Fürstenberg, zu richtigkeit bringen helffen, starb er an. iü;o. I. 5 L 6. i') IIo§c. Ferdinandus Maria/ der andere Churfürst von Bayern,und älteste söhn des Churfürsten Macimiliam, war an. r6;6 gebohren, und stund nach des vaters tobe an. i6?i bis zu erlangten jähren unter der vormundschafft seines vettern Albcrti. Als an. i6;? der Kayser Ferdinandus III verstorben, gerieth er mit Chur-Pfal? wegen des VicLi^r, in harten streit, (siehe vic'Ei^i.) Bey der Kayser-wahl suchte Franckreich den Churfürsten zu vermögen, daß er seine stimme zum Kayserthum einem Frantzösischen Printzen geben, oder doch zum wenigsten den Ertz-Hertzög Leopolden aus- sthliessen möchte. Der Kömg both ihm zu dem ende jährlich eine summa von ; Millionen reichs-thaler an, wenn sich der Churfmit entschließen wolte, die Kayser-Crone anzunehmen, welche anerbie- thung er aber großmüthig ausschlug. Doch erhielte Franckmch durch seine schmeicheleyen vor diesesmal so viel, daß der Churfürst nach diesem beständig aufFrantzösischer feite gewesen. Denn als fer 'der König in Frgnckreich an. 1672 den meisten weil der Niederlande unter seine gewalt gebracht, und das Teutsche Reich sich um so viel mehr einer gefährlichen folge zu besorgen Hütte,als der Miedst von Cölln und der Bilchoff von Münster es öffentlich mit Franckreich hielten, so war Ferdinandüs Maria keincsiveges dabin n> bringen, daß er;nit dem Kayser, Brandenblirg und andern Wirten sich m ein bündniß eingelassen hätte, vielmehr hielre er sich den Witzen krieg durch dergestalt vest M die Neutralität,daß er auch keinem eintzigen männ von Kayserlichen völckern den durchzug durch sein land verstatten wolte. Ja er richtete so gar an. 167; mit dem Könige Carvlo XI in Schweden ein bündniß auf,welcher mit Franckreich wider den Kayser und Brandenburg fast jedesmal aemeine adsichten gehabt. Wie nun hicrdürch der Churfürst der acineinen fache grosse Hinderniß verursachet, also ist leicht zu erachten, daß er sieh bey dem Kayser in grosse Ungnade gesetzet, und hingegen von Franckreich alle ersinnliche ehren-bezeugtülgen empfangen. Ob er nun wohl selbiger nicht lange genoß, indem er an. 1679 verstarb, so wolte doch der König ist Franckreich die wür- A„ng seiner freündschäfft auch noch nach seinem tode zeigen, rind nahm des Churfürsten Printzeffin, Maria,n Annam Wristinam, vor seinen Dauphin zur gemahlin, wodurch er des Churfürsten söhn, Marimikan Emanuel, zu gewinnen suchte. Mit seikerZe- mahlin Henriekte Adelheid, Victoris Amadäi Hertzogs in >sa- voyei! tochter, hat er 7 kinder gezeugt. Maximilian Emanuel folgte ihm in der Mir. Ludvbicüs Amadäus starb gleich nach seiner qcbnrt, welches auch dein dritte» Cmetano Maria Francisco also ergieng. Jostphus Clemens aber ist Churfürst zu Colln, und Maria Aiina gedachter Massen eine gemahlin des Dauphins worden. Loniia Margarekha starb gar jung, Violenta Beatrix aber Hai sich an Ferdinandum IH,Erb-Printzcn zst Florentz,verheyrathet.v/-«x- p. ;ü. K. L. cvor. 2 0 .6>, 68, 6y Lcc. Kbdiilandus / Hcrtzög in Bayern, war ein söhn Hertzogs Al- hmi i welchen ihm seine gemahlin Annü, Käufers Fcrdinandi I tochter, den 1 febr. oder wie andere wollen, den zo jan. an. m'so qebvhrch. Er begab sich an. i-;66 mit 4°° pferden in den Ungarischen krieg wider die Türcken. An. i-;?» wohnte er Ertz-Hertzog Carls zu Oesterreich beylagcr bey,und gewann, als ein in -^ciriis geschickter Herr, einen doppelten preiß. An. 1572 befand er sich beh der wähl des Kaystrs Rudolphi II, und bey dessen cröttung zum Ungarischen Kömge« Als an. i;8z sein jüngster bruder Ernestus zum Ertz- Bischofs von Cölln an deS abgesetzten Ertz- B'schoffs Gebhardi Truchseß stelle erwählt worden, stunde Ferdinandüs seinem bruder bey, nahm das schloß Godesberg bey Bonn mit gewalt ein, belagerte auch mit den Spanischen hülfs-völckern erstgedachte siadt, und eroberte sie an. 1584- Er bekam noch verschiedene ande- dere örter weg, und brachte dadurch feinest bruder zum ruhigen besitz des Ertz-Stiffts.. Nach geendigtem kriege that er eine wallfahrt zu unser lieben stauest nach Dnutenhaüsen, sonderlich,weil er von einer kugel auf die brüst getroffen und doch nicht verletzt worden war, welche kugel nebst dem kleide, so er damals angehabt, er zum startn gedächtniß aufbehalten hät. Aus gleicher Ursache stiff- tete cr an. i;8? die gcsellschafft 8. Sebastiaufund ließ diesem Heiligen einen altar in der 8. Michaelis-kirche zu München bauem Sein vater Albertus halte vor seinem absterben begehret, daß er zu mehrem aufnehmen des Hauses Bayern entweder gar nicht, odbr doch nur auf gewisse fälle heyrathen möchte. Wie nun aber dergleichen sich nicht ereigneten, hingegen Ferdinandüs ausser der ehe zu leben sich nicht getraüete,so entschloß er sich, seines brnders Hcr- tzdg Wilhelms Hof-dieners,George Peter Peckens, oder wie ihn andere nennen, George Petenbeckens tochter Mariam, zu hevräthcn, und die verehligung gieng an. 1; 88 den i7stpt. fort, nachdem er sich mit seinem brnöer Hertzog Wilhelmen dahin, verglicht, daß die kinder,so aus dieser He möchten gebohren werden, nttdderselbi- gtn nachkommende denFürstlichen titul und das Bayerische wapen nicht führen, noch an dem Hertzogthum Ober-ustd Nicdcr-Bayern,- vder den dann gehörigen auch noch anfallenden Henschaffmr, sich cinigek succesiion anmasscn, so lange von Hertzog Wilhelmen eine männliche posterität vorhanden seyn würde; jedoch nach deren av- gangden r-greis zur regicrung ustd Fürstlichen Hoheit haben, und inzwischen mit einem jährlichen deputat von 6000 gülden nebst einigen Bayerischen lehn-gütern, auch bloß mit dem Adelstand sich begnügen Wen. Er starb an. 1608 den Man. und seine gemahlin folgte ihm an-1614 im tode, nachdem sie ihm 16 kinder geboh- ttn Unter den söhnen sind sonderlich Franciscus Wilheimüs / Er- nesnis Benno und Ferdinandüs Laurentius berühmt, und in des Heisi Röm. Reichs Graftn-stand unter dem titul von Wartenbcrg erhobt» worden. Dek erste Franciseus Wilhclmus wurde Bischofs zu Oßnäbrück, Mindest, Vcrden und Regensptirg, auch endlich gar Cardinal; seine r brüder aber haben sich vermählet. Die tochter, deren 8 gewesen, sind alle ausser ehe gestorbest. tuin -Ätrxer/exsnnsl. Eiloge. ?. I. ^entzöge zu würtemberg: ferdinandüs Lärolus / Hertzog zu Würtemberg-Oels starb 1608. * ferdinandüs wilhelinus / Hertzog zu Würtemberg-Neü- siadt, Königl. Engclländ-Dänneniarck-uiid Pohlnischer Genetal- Ucld-Marschall, Gouverneur zu Slugo, mid über Holländisch- Flandcrn, und Ritter des Königl. Däbnischen Elephanten-Or- dens, starb 1721. » siehe beyde bey dem art. wüctemberg. ÜSeönLgliche und andere printzen : . ferdinandüs/ Cardinal Jnsansein söhn Königs Philippi III »> Epanicn,welchen er mit Margarethe Ertz-Hertzogs Caroli von fer 289 Oesterreich tochter, gezeuget, ward an. 1609 den 16 mau gevobrcff ^achdem ep ansehnlichsten würden , als eines Cardmals und Ertz-BtschiMs zu Toledo, desgleichen eines v>ce-Lr j» Ca'talonieL mit gutem rühme gefuhret, gieng er an. i6zz mit einer ansehnlichen inannsthafft aus Spanien nach Italien,allwo er die friedens- tractaten zwischen den Genuesern und demHcrtzoge von Savoyett vollends zu ende bringen halfst An. 16)4 kam er in Deutschland v" ^ ßieß mit fernen trouppen zu des Königs in Ungarn armes vorNordkngen, dadurch er zudem Herrlichen siege Nicht wenig beygetragen. Hierauf gieNg er nach den Niederlanden zu, und biel- te m besagtem mhre einen prächtigen einzug zu Brüssel, allda die statthalterschastt anchtreten. An. rsz ^ ließ der König in Franckreich von dem Cardinal die freylassung des Cbursürsten zu Trier begehren, mw als dieser sich darzu nicht verstehen wolte, ihm den krieg ankündigen; hingegen ließ der Cardinal das jähr hernach ein wider Franckreich ausgehen , und schickte den Printzen Thomas von SavoyeN, welcher das jähr vorhero in dem Lützea- burger lande unglücklich gefochten hatte, lnit einem grossen cN-mcnt in die Picardie, allwo er ungehindert bis an den fluß Orsse streiffte. Nach. dresem cömmanditte der Cardinal Jnwnt einige völcker, welche den Holländern die schantze Callo wiederum abnahmen, desgleichen ließ er auch Gtldckn glücklich entsetzen. Hingegen eroberten die Frantzosen an. 1640 Arras, obste daß der Car- dinal JNfant, welcher in der nahe war, etwas wider sie ausrichten kunte. -Endlich,als er an. 1641 den Frantzosen Arras wieder weq- zunehmcii suchte, starb er darüber. Er hinterließ eine natürliche tochter, cic«x genannt,die an. 1641 zu Brüssel qe» bohren worden, und den ; sept. 1715 zü Madrit in einem kloster verstorben, in mercu-. Me-rrx. r. 4. j,. 4.,,. ^0// in tzer kll^smeincn scbau-tzükNs 6er vvclr t. r xaA. 186, zo- W. , ferdinandüs/ Hertzog von Calabrien und Fürst von Tarento, der älteste söhn Frideritl, Königs von Neapolis, und Jsadellä u-l Balzo, einer tochter Pyrrhi, Printzen von Altaniära. Nachdem sein vater an. 1501 das Unglück gehabt, seines Reichs durch die Frantzosen und Spanier beraubt zu werden - belagerten auch ihn, welcher damals noch sehr jung war, die letztem zu Tarento, und brachten es durch bestechung seiner bedienten dahin,daß er sich endlich ergab. Wiewol nün der aecörd ausdrücklich IMeteWß er ziehen möchte , wohin es ihm beliebte, so ließ ihn bennvch der König Ferdinandüs c^NoUcus stach Spänien führen, und daselbst zwar eine zeitlang gar Wohl halte», zuletzt aber - unter dem vorwande einer mit Franckreich gepflogenen correspondentz, gefangen setzen. Nachdem an. 1516 letztgcdachter König gestorben - fanden sich unterschiedene Grosse, deren anhang, unter dem »amen der heiligen Junta oder Ligue, sehr starck wär, welche diesem Hertzoge von Ca- labrien die cronen von.Arägoniest und vön Cästilien, zum Nachtheil Caroli j so nachmals der 4 dieses namens Römischer Kayser worden, aufsetzen, auch zu solchen, ende dieses letztem vemMwete stau Mutter, Johannam, zist gemahlin geben wollen. Allein er wegerte sich beständig, solchen vorschlagen gehör zu geben, und zwar nicht weniger aus liebe zu einem ruhigen leben, als aus furcht vor einem widrigen ansgange. Dieses gefiel Carolo V so wohl, daß er ihm viel gNädrü-bezeugungen erwieß , auch Unter änderst seine stief- großmutter, o,l mLn.,m 6c koix, welche erstlich an Ferdinandum Ori.olicuw z und hemach 'än Jöhatinem, Markgrafen von Brandenburg,vermählt gewesen,heyrathen halff. Nachdem er diese seine gemahlin an. iz;8 verlobren, Nahm er das nächstfolgende jähr, an deren stelle, 6e r/lcnUoxg. Ep ließ aber weder vost der einen, noch von der andern, kinder nach sich, und starb an. t >; ? 9. Lk«- Lrr/«- 6c red. 8ic>I. virä 6i vei-6. L-ittiol. bild. 6'Lst. LEY- Nill. 6>ng>. 1 p. 71- 147, >65. Ferdinandüs I, Groß-HertzSg z„ FloKntz, aus dem Hause 6- Mcdicis, Cosmi I söhn- legte an. 1 ^87.im ^2 jähre seines alteksseinen Cardinals-tzut und die geistliche würde, mit cowe^ des Pabsts Sixti V, ab, um seinem bruder Francisco zu succediren, weswegen er 2 silberne ftüwn, jede 60 pfund schwär, in die Lateran-kirche,zu Rom verehrest. An. 1^94 schickte er hülss-völckcr wider die Türcken ist Ungarn, und an. 1601 ubMescrte er den von Sebastian, der sich für einen König von Portugal! ausgab j den Spaniern. Nachdem er durch seine flotte die städt Hippon in Astica plündern lassen,starb er an. 1609, und hinterließ von Christum- Hertzogs Caroli zu Lothringen tochter,Cofmum II und Carvlum, davon der erstere ihm succcdirt, der andere aber Cardinal worden. Im übrigen war er ein Herr von grossem reichthum, gleichwie er auch sein ganzes land in größ aufnehmen gebracht. Daher ihm nach feistem tode eine metallene statue zü Pferde auf dem platz -<°ll- nuoc.ms zu Florentz ist aufgerichtet worden. g-neai. ir-i. Geistliche und andere gelehrte: wdinandus / vön Aragostien,Ertz-Bischoffzu Saragossa,ein ! ^önl(lö MLdlMlidi von Ävngottli-'n und schviko dtL eie der Könige von Aragonien, Und noch eme andere von den höffest desselbigen Königreichs / desgleichen von den vornehm- leschlechtem und Häusern in Castülen, Aragonien, Navarra, lonien-und Viscaya,und starb an. i;??. ervinandüs cl° Talauera/ Ertz-Bischoffvon Granada, ie den zunamen von seinem gebnrts-orte, einem schloste m Al - lien Er wurde aus dem Hieronymiter-orden zum Beicht- > und Ratbe des Königs Ferdinandi und seiner gemahlin Isa- genommen Hierauf wurde er Bischoff zn Avila, und nach rnnq der stadt Granada Ertz-Bischoff an diesem orte, allwo er c°7 gestorben, und einige Missten, die zu beförderung der N rkeil. O v M- 29o fer gottseligkeit dienen/hinterlassen. tust. öe >s orfl. fle 8 . 6e. ron. Ferdinandus/ von Cordova/ wird von unterschiedenen scri- beuten als ein unvergleichlich gelehrter mann gcrühmt/inmassen er Lateinisch,Griechisch/ Hebräisch/ Chaldäisch und Arabisch verstanden , darneben beydes in den geist-und weltlichen rechten vortreflich gelehrt, wie auch in der mathematic, medicin und theologie sonderlich erfahren gewesen. Ja er soll nicht allein die bibel, sondern auch die schafften Nicolai Lyrä, s. Thomä, Bonaventurä, Mrandri Alesii,Scott,Aristotelis,Hippocratis,Galeni,Avicennä und anderer scribenten, so über die rechte geschrieben, auswendig gewust haben, so,daßerbey aller gelegenheit groffe paUKges aus denselbigen herzusagen und das blat zu nennen gewust. Ausser diesem war er auch ein soldat, und bediente sich eines grossen schlacht-schwerdts, spielte auf allen mustcalischen instrumenten, sang und tantzte unvergleich« lieh wohl,und mahlte so gut,als wohl der beste künstler. Man sagt, daß er Caroli Audacis, des Hertzogs von Burgundien, tod, welcher an. 1477 vor Nancy getödtet wurde, vorher verkündiget habe; wie er aber selbst gestorben, ist ungewiß. Man eignet ihm die an- merckungen über des Ptolemäi /Un»Zcllum und die spocttypfln zu-wie nicht weniger einen tractat -l- sruiici-, »mais llikiiis. 6->-/o/d. vbicrvsrion. in kill. Licok VI. kLo-r,,«- 2N. i;ol n. ,8 öc I-. kill. ecclcll iec >6 teü. z. kikl. ferdinandus /^ von 8. Jacob, ein Münch des ordens cle la Mcrcy, war von Sevilien in Svanien gebürtig, und einer der geschicktesten Redner seiner zeit. Er predigte an den Höfen der Könige Philippi II, Philipp! III und des Pabsts Pauli III. Er starb an seinem gcburts-ortean. 1659, da er sein alter fast auf ivoiahr gebracht. Man hat von ihm verschiedene reden in Spanischer spräche, als: cocillüc-rcioncs lobre tos clocuiligus t'ciiss cic guaceti- ir>L ; c.nkNerLrioncs lokre los evccngekos Uc los lknros, con un bceve p-rallali cle I^s letrrss cle los eviln^eiios; d termoner clc nucllrL Zennoeaöcc. kikl. Ferdinandus/ (Carolns) ein Benedictiner-Münch, war gebürtig von Brügge in Flandern,und lebte in dem 16 seculo. Ohn- gcachtct er seingesichte m der kindheitverlohren,so ward er dennoch ein guter Pvetc, ivlulicus , xklloios-kus und Redner. Hierdurch brachte er sich in solch ansehen, daß man ihn nach Paris gegen er, theilung einer jährlichen pcnsion berief, daselbst die Kumimo» zu lehren. Doch weil er die einsamkeit liebte, begab er sich in den Bc- nedictiner-orden, und machte sich durch seine predigten bekannt. Man hat von ihm cnmmcn^rior, lob-rcdcn von dem Carmeliter- orden und dem Hcrm Christo, auch einige andere stücke, so wohl in gebundener als ungebundener rede. n,,rum Icrioru' iruin juxrs 88. pLcrum iciicenliss locujileiillimvm kkelkurum in z folianten aus licht zu stellen. Allein der tod , welcher ihn an. im 59 iahreseines allerswegnahm, war ursach, daß nicht mehr als der erste foliante heraus kam. L- tub>. kikl. cle lcri^k. llc. 16. Fere/lat. eine stadt in dem gebiethe Thierasch ein der Pi- cardic, zwischen 8. Quenrin und Noyon,an dem fluffe Oise,gelegen. Sie hat ein vcstes schloß, welchem man wegen des Morastes nicht beykommcn kan, und r Vorstädte von 8. Firmin und viorc- Dame. Die Spanier eroberten sie zu ende des 16 seculi in währenden in, verliehen kriegen durch verrärhcreydes Colas, v,c--8e,iecksis von Montelimar, welcher deswegen von ihnen zum Grafen davon gemacht worden. Die Frantzosen aber nahmen sie an. 1596 wieder ein. Fere / <7l»mr>e-in,'ic zugenannt, eine kleine stadt in Champagne, in dem ländgen Parthois,zwischen der Seine und Maine. Feredethus / ein König, der Picken, welcher zu anfange des 9 seculi mit Alvino dem 68 Könige in Schottland krieg führte. Ihre armeen fliesten bey Rcstenot, einem dorffe in Angus, aufcinan, der, und als Feredethus wahrnahm, daß seine lciite die flucht ergriffen, brach er mit einer auserlesenen compagnie seiner Edelleute durch die Schotten, wurde aber von selbigen umringet, und nebst seinem besten Adel erlegt. ,Ferentino/eine kleine stadt in cl»ms»gnz cl, Kon», aufeinem bügel gegen die Neapolitanische gräntze zu, gelegen. Sie hat einen Bischoff,welcher unmittelbar unter dein Pabst stehet. Ferents/ lat. kecenri.r, kcrencinum und kercmiucn , eine alte Italiänische stadt in Hetruria, so vor zeiten ein Bischöflicher sitz war,»icht weit von der stadt Vitcrbo, von deren einwobnern sie an. 1074 wegen ihrer kctzcrey ruinirt worden. Man kan noch ietzo die rucicrs davon nahe bey Monte Fiascone sehen, cle ori§. k-Iill. Ferenzuola / oder Fierenzuela / eine kleine stadt in der land- schafft Capitanata in Neapolis, wird noch öffters Ferunzola, und M latein von einigen tzeccnrim»n gcncnnet, wieivohl man doch im übrigen keine gewißheit hat, daß der ort gar alt seye. Hingegen wie schlecht sonstcn derselbige ist, so hat ihne doch der tod des Kühlers fer Friderici II berühmt gemacht, welcher allhier verstoebrn, oder nach anderen von seinem bastart Manfred» getödet worden (6,4- Fridericus II.) Es sind aber noch mehrere örtere dieses namens in Italien,darüber der art. Fiorenzuola nachzusehen. * Ferentale/ ist vor alters eine berühmte stadt gewesen, heutiges tages aber ein blosses dorff, welches in der Neapolitanischen provintz, Terradi Lavoro, zwischen Gaeta und Sessa, an dem aus- fluß des Garigliano,ligt. D-üc.-ie 1 v p. 19. E- Fergus I, der erste König in Schottland, war Ferchardi, des Hauptes unter den Inländischen Schotten, söhn, und wurde wegen feiner klughcit und tapfferkeit von den A!bion-Schvtten,die sich in den westlichen insuln und in dem theile von Britannien, so dazumal Albion hieß, anzetzo aber Engelland genennet wird, niedergelassen, zum Könige erwählet, um ihre armee wider die Picken zu commandiren. Doch als diese beyden völcker hörten, daß die Bri- tannier nach gehaltener schlacht den siegenden theil zu unterdrücken, und also den meifler über beyde nationen nacbgehends zuspielen vorhatten, machten sie beyderseits friede. Nachdem nun die Britannier ihren zweck vor diesesmal nicht erreichet, unterstunden sie sich hernach, der Picken vieh heimlich wegzutreiben, und als selbige durch einige Abgesandten es wieder fodern liessen, gaben sie ihnen zur antworc, daß sie es unter den Schotten (als bey welchen dergleichen,raubcrey nichts ungewöhnliches) nicht aber bey ihnen zu suchen hatten. Diese beschimpffung erbitterte beyde nationen dergestalt,daß sie die Britannier alsofort mit krieg überzogen, einen grossen theil von ihrem lande verheerten, und mit vieler beute wiederum zurück kamen. Um sich nun dargegen zu rächen, fielen die Britannier hernach gleichfalls in Schottland ein, und brachen bis an den fluß Down in Kyle durch. Allein Fergus con.ungirte sich mit den Picken, fiel daraufdie Britannier an, und befochte einen vollkommenen sieg, daß sie, nebst Hinterlassung vieler todten, darunter ihr Konig Coilus selbsten, das seid räumen müssen. Als nun Fergus mit so vortreflichen sieges-zeichen wiederum-nach Hause kam, bestätigten die Lchottländer vermittelst eines eydes beydes ihn und seine nachkommen auf dem Königlichen throne. Hierauf gieng er nach Inland,um daselbst einige empörungenzu bämpffen. Allein bey seiner ruckreise wurde er nicht weit von Craiusfergus, oder wie der ort ietzo heißt,Carrikfergus, durch ein plötzliches un- gewitter und wolcken-bruch ersäuffet; wie bann gedachter ort seinen namen von diesem traurigen zufalle, welcher sich im 25 jähr seiner regierung ereignet, bekommen. Seine ankunffl in Albion wird von den geschichtschreibern in diejenige zeit gesetzt,da Alcran- dcrlVI. Babylon eingenommen,nemlich um das z zo jahr vor Christi geburt. L: w killor. 8cor. Fergus II, der 40 König in Schottland, succedirte Eugenio, welcher von den Römern zu der zeit erschlagen worden, da sie mit hülffe der Picken die Schotten gantz und gar aus Britannien vertrieben, woraufEchadius oder Ethodius, Eugenii bruder, mit seiner fainilie, unter welchen auch sein söhn Erthus und sei» enckcl Fergusius niit waren, in exandiam sich begab; all>vo sie von dem Könige dieses landes alle Höflichkeit genossen. Hierselbst lried Fergus alle kriegs-exei-cins, und ließ seine tapgerkeit bey vielen gele- genhcitcn seyen, zog auch mit den Francken wider die Gallier zu selbe, dadurch er sich einen so grossen rubm erwarb, daß ihn die Picken und Schotten, welche der Römischen dicustbarkeit überdrüssig waren, zurück in ihr land zu beruffcn, einmülbiglich beschlossen, um ihm die crone seiner vorfahren wieder aufzusetzen, und sich dadurch von den Römern zu befrcyen. Fergus brachte zu diesem ende von den Schottländischen erulanten, Dänen und andern völckcrn eine zimliche armee zusammen, und landete damit in Ar- gyle an, allwo er an. 40; oder 404 im 8 jähre der regierung der beyden Kayser Honorii und Arcadii, und im 27 iahrc nach seines grosivatcrs Eugenii tode, öffentlich vor ihren König ausgeruffen wurde. Als es hierauf zu einer schlacht kam, siegten zwar die Römer ; allein als diese wieder nach Franckreich zurück giengen, ergriffen die Schotten aufs neue die waffen, welche sie lange aber mehrenthcils mit ihrer grossen Niederlage geführet, bis endlich der König Fergus selbst an. 420 im 16 jähre seiner regierung in einem treffen das leben verlohr. Im übrigen war er ein tapffercr kricges- beld, und kan mit gutem fug vor den andern stiffter des Schottischen Königreichs gehalten, auch allerdings Fcrgo I noch vorgezogen werden. Er hinterließ z söhne, über welche hernach derosclben groß-vater Graham zum Vormund, und zugleich zum Statthalter desReichs gesetzt wurde. Fergus III, der 6; König in Schottland, succedirte Eugenio VIII, und ließ zu ansang seiner regierung zwar einige proben der tugcnd sehen,die er aber hernach durch die lasier völlig verdunckelte. Nachdem ihn seine gemahlin offtmals wegen seiner mskr-uen gestrafft, und dennoch an ihm keine besserung siehe, strangulirte sie ihn des nachts im schlaffe im dritten jähre seiner regierung. Viele wurden darüber zur Marter gezogen, daß sie entdecken selten, wer den König ermordet hätte. Weil nun der Königin so vieler unschuldl- en Personen leydcn zu hertzen gieng, bekannte sie selbst von freyen stücken die begangene Mordthat, und damit sie nicht etwa mit einer öffentlichen straffe möchte belegt werden, erstach sie sich selbst «»- ^57. Feria/ eine kleine stadt, mit einer guten foner-nistu der Spanischen landschafft Ertremadnra, 4 meilen von den Portugiesischen grantzen und 2 meilen von der stadt Albuquerque gelegen. Lomcr Lnsrc? cle kikvcrc» besaß sie mit dem titul einer Gras- schafft; allein der König Philippus II erhub sie an. 1567 dessen t^v-ur zn der Haupt-stadt eines davon genannten Hcrtzogthmns. llelic. lle i'LM. p. 77g. Feria/ Arra / (v»o Oom« -clv^re^ 6e riziiLrds >- cokllovÄ > Hertzog hon) gebohren den zo dec. an. I z 87. In seiner Jugend legte er sich mit besonderm sleiß auf die staats-ivlssenschafft, und solches mit so gutem succeß,daß er erstlich als spanischer Gesandte an den Pabst Paiilum V, und nachgehends an die verwittwete Königin in Franckreich Mariam 6-Mdicis, geschickt ward. Hierauf erhielt er an. iSiö die stelle eines V>cc-Xc in Valencia, und an. 1618 siic- cedirte er dem von ?c6ro von Toledo in dem zouvern-menr von Wuland. Wiewol nun fein vorfahrdie wegen des Hertzogthums Montftrratmit demHertzoge vdnSavoyen entstandene streitig- teiten durch einen ordentlichen frieden beygelegt hatte, so gab es doch bald wieder neue mmche. Erstlich zwar griff er wegen des Veltlins die Graubündter an, vertrieb sie aus selbiger landscbafft, ließ die gegeiid von Chiavenna besetzen , erlegte die feinde in einer blutigen activ», und nahm Bormiv nebst andern örtern ein, mnste aber endlich,weil der Pabst,Franckreich,Venedig und Savoyen sich der Graubundter annahmen, alles in den vorigen stand setzen. Nachgehends war er der stabt Genua wider den Hertzog von Sa- voyen behülflich, und setzte durch herbeyvringung einer grossen macht diestn in furcht, das Mayländische aber in sicherheit. Die Frantzvscn trieb er von der gegend Chiavenna zurück, nöthigte deren besatzung in Acqui, sich nebst dieser stadt an ihn zu ergeben, ungleichem den Printzen Victore,» Amadeum, daß er bey Befragn» sich mit Verlust retiriren mnste, und ob ihm gleich der anschlug, welchen er anf Asti, wie nicht weniger aufVerua gemacht hatte, nicht von statten gieug, so that er dennoch mit seiner armee nicht geringen schaden in Piano,it, verhinderte auch den Frantzösischen General Lesdigmercs, welcher sich mit den Savoyischen krouppen conjlmgirt hatte, seine 6cllcinz auszuführen. Wiewohl er nun wieder nach Spanien berußen und das Zonv-n-emenk von Mayland einem andern gegeben ward, so schickte man ihn doch bald wieder dahin zurück, da er denn eine schöne armee zusammen brachte, und mit derselben nach Teutschland gieng. Nachdem er sich mit dem Kayserlichcn General Aldringcr vereiniget, befteycte er die stadt Costnitz von der belagern,ig, welche die Schweden unter dem General Horn vorgenommen hatten, nahm Rheinfelden ein, entsetzte Brysach, und trieb dir feinde aus dem grösten theil vom Elsaß. Nachgehends marschirte er in Bayern, allwo man theils wegen der guten disciplin, welche er unter seinen soldaten hielt, theils auch wegen des Nachdrucks, womit er sich den Schweden widersetzte,sehr wohl mit ihm zufrieden war. Allein er mnste nach und nach fast seine gantze armee zerschmeltzen sthen, woran vornemlich der Hertzog von Friedland schuld war, als welcher entweder darum, weil er nicht unter seinem commando stehen wolle, oder weil er seinen geheimen aisschlägcn sich widersetzte, einen hefftigen Widerwillen gegen ihn hatte, auch unter andern durch den abgedachten General Mringer ihm unterderhand viel anthun ließ. Nichts destoweniger brachte er es wieder dahin, daß er nebst dein Hertzoge bou Bayern neue kriegs - opei-siionc? vornehmen knnte; er starb aber darüber an. 16^4 den 12 jan. Ausser dem rühm eines guten Feld-Hern, hinterließ er auch noch diesen, daß er ein guter n»lmcus, und so wohl selbst gelehrt, als auch ein liebhaber der gelehrten gewesen. Man rühmt hicmächsr an ihm hauptsächlich ein unver- glcichliches gedächtniß, indem er, wann etwa von einer landschafft gcrcdcc wurde, alle winckel und die „nbekantesten örtcr ihrer läge nach angeben, und mit ihren besondern namen nennen knnte. L«»-. c!c>g. 6, rrp,:»», illuüri p. i,;. /e Niit. 6c l^cuis XIII liv. äs tzeiio !vlLnr. I. z, Imbo/ gener!» ro ill. in triff. lswil. p. 6r. Arichariö/ der andere König in Schottland , succedirte Fcr- tzv 1, welcher zwar 2 söhne hinterlassen, die aber wegen ihrer lugend untüchtig zur regierimg waren. Dahero, als die obersten Häupter von den Schottlandischen zünfften nach Fergi rode sich versammlet , ein grosser streit unter ihnen wegen eines neuen «ucccNvri; entstund , indem einige auf die beobachtung des eydes drangen , krafft dessen ße sich verpflichtet hatten, die crone stäts auf Fergi nachkommen zu lassen; andere hingegen die gefahr vorstelleten, worein sie unter eines jungen Königs regierimg gerathen dörfften; bis endlich dieses mittet ersonnen und einmüthiglich beschlossen wurde, daß unterdessen, da ihres Königs kinder noch unmündig wären, der geschickreste aus ihrem geschlechte an ihrer stelle regieren, nach best scn tode aber des vorigen Königs söhn sncccdireit solle, welches ge- sttz gantze ioLz jähr beobachtet wurde, bis aufKenneth, lll zeit. Krafft dieses gesetzes nun wurde Fcritharis, des Fergi bruder, auf dcn thron erhoben, welcher i z jähr regierte, und sich gegen seine Unterthanen als ein rechtschaffener König, gegen seine vettern aber, als ein treuer Vormund ausführete, indem er sich von aussen friede geschafft, und dabeimc bey jederman liebe erworben hatte. Ferle- gus,der altesteimtcr den jungen Printzen, bekam mit zunehmenden Ichren eine groye begicrdc zur regiernng, welche ihm auchFeritba- ris abzutreten vor den gcsinmutcn land-ständen sich erklärte. Allein diese hallen ein grosses mißfallen an des Ferlegi allzugrosscr Herrschsucht, und wollen dahero in sein vorhaben nicht willigen, schloffen ihn auch endlich von aller Hoffnung zur crone aus, als er bey ihnen wegen des an dem Fcritharis begangenen mords in verdacht gekommen, weil er schon vorher» a» einer conspiration wider ihn schuldig befunden worden. . Artus Hilperrcus / ein scribent, weichet die zusammen- nmfftdes Pabsts Leonis III und des Kaysers Caroli M. bcschrie- ttii- Andere legen es dein Alcuino zu. ü s6vutt. c. 2. 6c kisi I r. 6c pccc. c. / Fee IN an aast)/ tat. kcrmsnsoensis comikZku5j j>i eine Grasfchassr l» der Inländischen provintz Ulster, wdkimlen Ente, der gröste sie cheisflüssen bewässert. Formal / Rath bey dem Parlament zu Toulouse, und ein Le- ' davon seine schnitte,, zur gnüae zesiaen. wott erfahren, und komc so , als Frantzosiscye und Lateinische verst machen. Tut Cartcuo, Paschalio imo andern, absonderlich aber mit kw 6s usl-LLvi, lebte er in großer freinidschaßt, und starb an. iss.-. Fenns/ tat. kicmum. oder cn,wum,rine Crtz-Bischöfliche stadt m dcr a , auf einem berge am m .n vc»c->.>. dein Babn gehörig. L-ie war ehemals eine unter den städten, die dcn wtdek Hiiniilbül hülfen. ruüer.1 vyj; j)er unö noch je,;o ohnweit von dieser neu-erbauten stadt zu sehen. c^Llcriot. jrs!. Fermosinos/ (Nicolaus Rodriguez 6H Bischofs zn Astoraa, >var von Mota cu8 zu Valladolid, und Nachmals Bischoffvon Ästorga, worauf er an. 1669 gestorben. Er hat anmcrckimgen über die NUl 08 oüLrekZljuin ^ <,6 oNflcliZ tüc, ^cl'18 cceieiiX ^ cle legiUus ll^Ucis ; Ne powkale c^piruü s-llc vacuoce L ieNe pIen^ - Lc. verfertiget. Fernandez / (Mphonsus) von Placenzia in Spanien gebür- ttg / begab sich u, den Prediger-orden, und wurde dessen General. cLkäio^uni iumlttorum cuoi, 8. w. L. LärNioLliuni, u.i!., Domioic. conr6!na>ium ; 6e imnioriLUtttc snimz-; Lc. davon aber noch nichts ans licht gekommen. vic 6c 8. trLn^ois 6c Vocgia. Fernande; von Madrit, Lsoomcns zu Palencia, acci,i-6iLcom,z von Alcor und Groß-V>c.irius des Bißthums. Er hielte mit den berühmtesten ieuten feiner zeit correspondentz, und hinterließ nach seinem tode,welcher ihn an. i? ;y im 85 fahre seines aiters der zeit- lichkeit entnvrnmen, einen tractat von dcn aiterthnmern nnd Adel von Palcncia in seiner spräche, bitzi. Fernando / Jlhas 6c Juan Fernando, eine iiisnl aafdem -o»rs 6e> Zur in Süd-America, welche von ihrem erfinder, Juan Fernando,den namen bekommen. Sie hat er messen im nmfsnge und 2 gute haven an der vft-seite. Fernando Norone/ eine kleine aber ftuchtbare insul anfdcm Brasilianischen meer in süd-Amcrica, welche die Povtngtesen entdeckt haben. Fernando Plao / lnluiz ?erna,i6i, eine msiil ans dem Meer von Guinea , welche meist von wilden bewohnt ist. Die Portngie- stn , denen sie gehört, nennen sie Fornwsas, und haben cmc kleine vestung darauf. Arnberaer/ vön Nur / wab an, in Francken in dem donle Sluer an der Etsch von einem gcmelnen soldaien gebohrcn / und trat in dem >y fahre seines alkers m Kayserliche dlinne / da er denn gelcoenhelt fand / seine cEgxc in den dämaligcn Lttalnml» schcn krica'cn sehen zn lassen. Hieraus greng er an. iv^riiUiigam mit zu selde / und ward in dem stürme vor Oftn mchl allein sehr üb" zugerichtet / sondern auch nachgehends ln dem treffm bey 8, Gcrhardsderg hart verwundet und gefangen genommen. Einhielt aber nach 4 Wochen seine frey hell wieder / nachdem er dre gefordcr» te rantzlvn von seinen eignen Mitteln erlegt ham. Weiler auch >>ach -nnniiral Dorla/ da er bey nahe wieder,»!! m Tm cklühchandc gc- rat bc ?va?e wem, c? sich Acht mit nngiänMcher taMrkm dmch- Assaaen k att ^sn dem Abstrichen krrege wider Vpainm a eng geschlagcnyac-m > Nrapo tttanischc / um elblgeS iMssZsss« " ^ -um e^ni-incii in Zeug gcsetzet / weil er aber / auch nach ge- 292 fcr mit tobe abgieng. Er war eine kurtze starcke Person / von ungemei« nem gedächtniß und herrlichen anschlagen / ungeachtet er m geringsten nichts studiret hatte / dabey lebte er so mäßig / daß er sein lebtagc keinen wein getruncken. r^/2,4/0, ellrs äes ki-irsogcu. Lrsin. IN», ir. in Nero ßi-oilcn lieläenbucd. Fernelius / (Johannes) des Königs Henrici II in Franckreich Leiv^-aicu?, war aus der Picardie gebürtig. Er wurde erst bey erwachsenen jähren nach Paris geschickt / daselbst so wohl in der re« de-kunst/als der Philosophie sich unterrichten zu lassen/ und machte in kurtzer zeit solche progressen / daß man ihm Nach 2 jähren die proseßion von der logic auftrug. Allein die begierde / welche er hat« te / noch vor sich den üuäüs obzuliegen / verhinderte ihn / solche an« lunehmen. Der fleiß/wclchen er hierinnen anwendete/war so groß/ daß er alle ergötzlichkeiten ausschlug / um desto ungehinderter Cl« eeronem / Plätonemund Aristotelem lesen zu können/ wodurch er nachqchends dieses erhalten/ daß seine schafften / wegen der reinen schreib»«« / nicht wenig gcliebet worden. Hiernachst hatte er grosse tust zur mathematic / darinnen er sich gleichfals sehr geschickt ge« macht. Allein durch seine stalige arbeit brachte er sich endlich grosse schwachheit des leibcs zuwegen / die ihn auch Paris zu verlassen nö« thigte. Wiewol er nach erlangter gcsundhm gleich wieder dahin «ienae/ und versuchte / wie weit er dje artzney-kunst zu erlernen gc« schickt wäre / worinnen er auch so glücklich war/daß er den voetor- titul mit großem rühm erlangte. Doch hatte er bereits vorher in dem coüexio äe 8. vsrbe die Philosophie gclehrct. Nach der zeit aber legte er sich aufs neue auf die und die mathematic / und ließ sich von Jacobo Strebäo in der rcdc«kunst unterrichten/gleich- wie er ihn dafür in der mathematic unterwiese. Allein durch das stätige anhalten seiner frau /welche sauer darzu sahe / daß er so viel kosten aufanschaffunq und Verfertigung der hierzu benothigten in« strumemen verwendete / ließ er sich endlich bewegen / dieses NuU,um fahren zu lassen / und die ?"»>»in der Medicin zu treiben. Doch weil ihm hierbei) immer einige stunden frey blieben / so bediente er sich dieser zur erklärung des Hippocratis und Galcni. Dadurch nun erwarb er sich einen solchen rühm/ daß er diese arbeit wegen allzu grosser menge der zu ihm kommenden Patienten aufheben muste. Ob er nun gleich auf solche art öffentlich nicht wohl mehr lesen konte/ so unterließ er gleichwol nicht/ bey den noch wenig müßigen stunden eine Physiologie zu verfertigen. Als diese heraus gekommen / liessen die studcnten nicht nach / biß er sich erkläret« / thuen solche öffentlich vorzutragen / dergleichen sie auch bey heraus- gebung seines andern lractats von dem aderlassen gethan. Allein «r wurde diesem letztem begehren völlig zu willfahren durch einen bcfehl vom Hose verhindert/ dahin er eine vornehme dame zu curi« ren berußen worden. Als nun die cur glücklich von statten qeqan« aen / setzte er sich ben dem Könige Henne» 1 I/welcher damahls noch Dauphin war/und andern vornehmen personen/in eine ungemeine Hochachtung / daher ihm auch die -K-rge des vornehmsten bey diesem Printzen aufgetragen wurde / welche er aber/ aus vcr« achtung des hosilcdens und liebe zu den Nuäi.s, nicht angenommen/ indessen aber die pension jährlich davon erhalten- Bey seiner zu- rückkunfft suchte er die angefangene erklärung über den traclat von dem aderlassen zu endigen / und nachqehends dergleichen mit dem Hippocralc und Galen» vorzunehmen; allein er wurde durch den allzugrossen zulauff der Patienten/ die er ohne untcrscheid/sie moch« ten reich oder arm sevtt/ annahm / hieran verhindert. Gleichwohl unterließ er nicht / die noch wenige übrige zeit zu ausarbcitung sei« ner unter Händen habenden schrifften anzuwenden / als er aber «ben über dem tractat äc r-m-m,? war/musie er an dem Königlichen Hose die ck-rx-eines obersten klcäi-i würcklich antretten. Endlich als lhm seine frau gestorben / grämte er sich darüber so wohl als an« derer Ursachen wegen dermaßen / daß er den ir tag hernach in dem 7- jähre seines alters/ wie Plantius/ oberm dem ;»/ wie seine grabschrifft will / gleichfals seinen qeist aufgeben muste. Man giebt vor / daß er des Königs Henrici II gemahlin / Catharinam äe aici«. von ihrer unsruchtbal'keit befreyet/ und dadurch ern grosses stück gcldes erhalten. Ausser den bereits gedachten schrifften hat man VoN ihtN psrkolo^ism; tebrium corsnäsruln mcclioäum ßcnenlem; äe luir vsncrca: curskionc; äe sbäiri» rcrum csusi-; conlllis meäici- NLllL- äc vscusnäi rskionc; coclliriäium meäicuin; coimotkcorism: ä- ornporrionik»; und andere mehr. Wilhelmus Plantius / sein discipul/ hat sein leben beschrieben. um. i. ctog. I. >. in mu 5 . NiN. rb.älluom. lerr. p.Lom««/-/ äu rkr«5. cvronol. rom. z. sä sn. i;;8. llill. äe krsnce tom. r. p. 1119. lskkrc 117 äu l tome. ^Leve,äsriz l'cloze äc kernet. roin. 7. p. 6c z;i. eäik. 1671 in 12 scsäemie äe; lciencer kam. r. p. 84. tiiti. äe krsn^oi, II. I. r. eloZes äes tiom- wes k;svsn5 kam. l. Sc z. I-inäcn. renov.x. 577. 5 eq. Fernes / eine Jrrländische stadt in der GrafschaK Wexford/ nebst einem Bischöflichen sitze / so anjctzo unter den Ertz-Dischoff von Cashel gehöret / gleichwie vor zelten unter den von Dublin. An diesem orte wurde Dermond/ der fluchtige Kontg von Lein« ster/ als er an. n üy aus Engelland zurücke kam / von seiner ele« «sey freundlich empfangen / und starb auch allhier an. 1,72 den i ma» / nachdem er einen guten gründ zu der cooguece des Ko« nigrcichs Jrrland geleget/ da er seine tochter Evanz an Richard Strongbow vermählet. Fers / siehe Ferro. Fersn / (Johannes >-) Advocat bey dem Parlament zu Pa, ris / war von Compiegne in Franckreich gebürtig / und lebte um das jähr 1580. Er war in Untersuchung derAdcljchcn Häuser/ ge« schlechl-waprn/ und Historie wohlerfahren. An.gab er ein Drusch«« äsn, ts bibliorli. krsn^oiie 6cc. ' ^ , - ,">7. oum berge Soracte / so heut zu tage der berg 8. Sylvest« genennet wird / lieget/ allwa sie einen tempcl hatte / wie auch nahe dabey einen kleinen wald/der thr gewtedmct war/ und lu-us k-rom« genennet wurde. Strab» beuchtet/daß d,«eiligen / welche der k-Ei« geopffert/aufa,,^ enden kohlen gegangen waren/ und doch keinen schade» davon bekommen hatten. Er setzt noch ferner hinzu / daß die freygelaffm knechte selbige lbre Göttin genennet/ weil sie nemlich in deren ein- pel »hre mutze oder Hut als ein zeichen ihres neuen standes zu empfangen pflegten. II L III. gä -Lneiä. 8. kol.; 7 snriq. Kam. s>. lüZ. '" ' Ferrandina / eine kleine stadt am fluß Baffento in der politanischen landschafft Vasilicata. Sie führet den timl eines Hertzogthums. ^ Ferrandus oder Fulgentius Ferrandus / ein vi^mder kirche zu Carlhago / war um das jahr^ z; berühmt. In gedachtem lahre befragten sich Anatolms / der Römischen kirchevi-w^ und Sevcrus/ em 8cK»istt,cus zu Constankinspel / bey ihm/ ob man mit recht sagen konte / daß einer aus der Dreyeinigkeit gellt- ten / denen er dann geantwortet / daß es allerdings recht / und die lehre der Cachvltschen k,rche sey. An. 546 verlangten die bendeu viscon, zu Rom / Pelagttts unb Anatolius/von ihm/daß er ihnen seine meynnng entdecken mochte/ ob es rathsam/die; so genannten r-pituis zu verdammen. Hierüber erklärte er sich nun dahin / daß es weder gottselig noch auch der kirche nützlich sey/ die verstorbenen m den bann zu thun. Gleiches ertheilte er auch den Afrikanischen Dlschoffen zur antwort / mit dem zusatze/ daß sie dem Kayser ßu- stliuano/ welcher dieses von ihnen verlanget/ hierinnen kemenae« horsam leijlen sollen. Er starb noch vordem jähre ??i. Seme schrifften sind: brevirrilllii csnonuin cccleiiLÜicorum. welche mit des c.'r-kc»nu b^-vis«iozu erstPetnis Pithöus an. iz88zuParisheraus gehen lassen/worauf sie in den ersten rowum der bü-iiocii-cL ju. rir Csnonic, mit eingerückt worden; ferner ausser den obgcdachten briefen epiNnis sä 8 . kulgemium äe äustttis HUL'äioniku; super sztulS -krlliopir moribunäi; cpiüols sä eunäeirt äe guinqu« ^uu!- cpiNvis sä LuZyppium -rbbskem äcNrirurscc Sc äe äuskur Lkrigjnr- turii;virs 8 . kulßenrii Ikuspengs Lpiscopi. Alle ftlNe Wttcke sind V 0 N Francisco Chiflctiö an. 1649 zu Dijon herausgegeben worden. Es befinden sich auch solche in dem 9 wm. der bibiimNecL psrr. p. q. ,7,. 181. 480. 424. ;or. pro äefcns. triiim cspir. §. s/iäor«« c. 14, Ferrandus / (Jacobus) vsAor der Medicin / war von Ageir gebürtig / und ließ an. 1622 einen artigen tractat von der liebes, kranckheit zu Paris heraus gehen, Ferrandus/ (Johannes) ein Rcchts--gelehrter/ ausderpko» vintz Anjou gebürtig / lebte um das jähr 1510. Nachdem er unter» schiedenen bcdienungen rühmlich vorgestanden / ertheilteihm auch der König die cksrge eines ?ro>.ur,rnris bey dem hostaerichtc zu Mans. Er hat einen tractat von den Vorrechten des Königs m Franckreich verfertiget. Ferrandus / (Luvövicus) ein Advoeat beym Parlament zu Paris/welcher in der Griechischen und Orientalischen sprachen/ wie auch in Venen aniiquiläten trefflich erfahren gewesen. Er ist zu Torsion an. 164? gedohrcn worden und an. 1690 zu Paris gestorben. Man hat einen omm-msi-ium über die Psalmen und etliche andere gelehrte wercke von ihm. ^E/. äe i» kor«. De/cr. äe Is krsncc. rom. 4. p. 171. Ferrandus / (Petrus) ein Prediqer-Mnnch aus Spanien? welcher das leben des heiligen Dominici geschrieben. 1.4. äc viririNulir. orä. kr«äic. c-er^rä«rLe-»o-pir«i!^in vir»trLlrum kr». äic. k. ». c. z. Ferrara / lak. k-rrsri- , eine Italiänische stadt in dem kirchen- staat / welche einen Bischöflichen sitz hat / und den titul eines Her« tzogthums führet. Sie liegt an einern arm des flusses Po, so von den einwohnern Po Morto genennet wird / an den Venetianischen gräntzcn, zwischen Mirandola und Comachio, etwaweilen von Bologna. Die stadt hat ohngefähr 4 Meilen im umfange, und m mit einer schönen citadelle, starcke» manren und guten basteycn verwahret. Die straffen sind breit, und die alten pallaste und kirchen prächtig erbauet, doch fängt es bereits an sehr elend zu werden, so, daß man wohl sagen kan, daß Ferrara mit seinen Her» tzogen auch seine Herrlichkeit und reichthmn verlohrcn hat. Der pallast der alten Hertzogen stehet mitten in der stadt, und ist nur guten grüben, so mit waffer angefüllet, umgeben. Der Hof hak rings umher gallerien, in welchen das geschlecht-register des Hauses Este, nebst desselben waapen und conterfaiten der Hertzoglichm Personen, welches alles in fretco gemahlet, zu sehen ist. Außer diesem ist noch ein anderer pallast in Ferrara, welcher aus wegsein marmor gebauet ist, und der diamantewpallast genennet wirv, weil die steine nach diamanten art gehauen sind. Die kirchen uns kloster der Benedictiner, Carthäuser, Carmclitcr, Theatiner, Dominicaner und Franciscaner sind allesamt sehr ansehnlich und würdig , daß sie von reisenden Personen betrachtet werden. Die cua- delle wurde von Elemente VIll erbauet, welche mit 6 basteycn- fer wie auch mit muhlen, zeug- und Proviant - Häusern versehen ist, t„,d sagt man, daß sie chne über 2 Millionen an gold gekostet habe. An. i;86 wurde allhier ein bundniß wider die Protestanten gemacht. Das Florentinische conciimm wurde hieselbst an. 14; 8 angefangen , nachdem das zu Bafel von Eugenio IV durch eine öffentliche 6eciararion aufgehoben worden , auf welchem der Griechische Kayfer, Johannes Paläologus VII/ nebst feinen Patriarchen mit zugegen war. Um das jähr izyo wurde von Alberto, Marchefen von Ferrara, aus haß gegen Bononien, eine Universität allhier aufgerichtet. Das Hertzogthum Ferrara ist ein stück von Romandula, so an die halb-insm Rodignia, west-wärts an das Hertzogthum Mantua, süd-wärts an das eigentliche so genannte Romandula / und ost-wärts an das Adriatische meer grän- tzel. Es ist unter dem Haufe Este gewesen von an. i; z 6 bis 1; 98, nach Alphonst II tod, welcher, weil er keine männliche erben hatte, solches vergeblich an seinen verter, den Hertzog Cäsarem von Este, zu bringen gesucht. Nach seinem tod hat sich Pabst Clemens VIII als Lehn-Herr desselbigen angemaßet. Burnet hat von dem Hertzogthum Ferrara in seiner reise-beschreibung angemercket, daß es damals, als er es gesehen, so wüste und ungebauet gewesen, daß sich nicht einmal zum graß-abmähen leute genug gefunden, so, daß solches auf den wiesen verwelcken und verderben müssen. Die stadt Ferrara war gleichfalls in keinem bessern zustande, sintemalen gantze feiten von straffen darinnen angetroffen wurden, woselbst rein einiger mensch wohnte. So ist auch die lufft daher Sans verderbt, weil fast niemand ist, der den roth und Morast wegschaffet. Diese gantze Verwüstung aber haben einige dem unordentlichen wesen etlicher Pädstlichen wspomm zugeschrieben, welche die besten fanulien darinnen mit auflagen und confiscirun- gen dermaßen beschwüret, daß einige davon gäntzltch ruiniret, rhrer mehr aber von dannen weggetrieben worden, um. M. Lv'o». in rnnsl. Irrl. p. ie^. e6ic. Venet. i;8l. ja Elemente VIH. 6isr. c. , 6c Z. Lrccro/r cliroo. 6cc. kWK.MIL)ff8I8 > ist der Name, unter welchem ordentlich Franciscus Sylvester, ein scholastischer ?K>iowpKus von Ferrara, angeführet wird. Er wurde zum General des Dominicaner-ordens erwählet, welchem amt er mit grossem fleiß vorgestanden, bis er zu Reimes in Bretagne an. 1528 gestorben. Seine schrifften sind r «vmmcnkrrii in 4 libr. IkomL ^uin. cnnrr» gemilcs; comüienr-rii in pkiloiopkism Lrillocslis 6c vikL S. Olllnn«. in tzitzl. Vaminicsn. Ferrariola / war vor alters eine stadt, an der rechten feite des Po - flusses gelegen. Zu des Kaysers Theodolit II Zeiten wurde sie zerstöhret, und die einwohner musten sich auf die andere feite des Po retiriren, allwo sie hernach die stadt Ferrara gebauet. 6c ilrsl. r p. 170. Arrariis / (Jo. Petrus 6 -) war von Pavia gebürtig, lehrte aber die Rechte zu Ferrara, und schrieb daselbst um das jähr 140° eine ssrnÄicsm , die ihm zur selben zeit einen grossen Namen erworben hat. Er ist nachgehends Caroli II Königs zu Neapolis CaNtz- lar worden. 6e klar. !cg. incerpr. I. r c. 7;° in «pon^mol. Lerrarius/ (Bernardinus) ein berühmter voLo- von Mayland , welcher um das jähr 1620 gelebet. Man hat von ihm einen artigen tractat: 6e rim lLcrLrum -Olicionum; darinnen er zeiget, was die alten vor eine art in ihren Predigten gehabt. Es wurde! zwar selbiger gleich anfangs etwas rar, weil ihn der Ertz-Bischoff zu Mayland, Fridericus Borromäus, aus Neid, daß fein buch, 6- concionLmc Lpilcox» . nicht so wohl von der gelehrten Welt aufgenommen worden, unterdrückt; allein dieser Mangel wurde an. iLä; durch eine neue cllicioi- ersetzet. Er hat auch sonst noch 6s epilloliz ecclelisllicis» 6s scclsmscionibus 6c pl,u 5 a geschrieben. ^errarius / (Johannes) ein Rechts - gelehrter, war von Amelburg in Hessen gebürtig. Nachdem er zu Münster in den wissenschafften guten gründ gekeget, begab er sich nach Wittenberg, und erklärte daselbst ^.oenn noötcs Dabey legte er sich auf die tlicoioZie , und wurde darinnen LsccsiLurcur. nachdem er bereits vorbero den titul eines vaMri erhalten. Hiernächst trieb, rr auch die artzney-kunst, und wurde darinnen l-ic-nri-r. Hierauf wurde er L-ctor bey der schule daselbst, welchem amt er bis an. izr; vorgestanden; denn weil zu dieser zeit die wider-täuffer grosse unruhe erregten, gieng er zurück nach Marpurg, allwo er erstlich in den Raths-stand, und nachmals an. 1526 zur profclliou der Rechte erhoben wurde. Er nahm hieraufden voÄor-titul an, wurde v>ce-Cantzlar, und der erste «.cüor der Neuen »»6-06«- worauf er an. i;;8 den»; jun. gestorben. Seine schrifften sind r snnorruoncs in inkiruriones 6c commenrarius 6c »ppeNsrioaitzus § /«Pp!ilLn6l uiu, rsUirutione sclverNis rem ju6l«tLM z coaimentsr- 26 Nr. pLvgeüsr. 6s rsAolis juris, sc in tcu6s; cncljirillion 6c ju- 6icivrum cxercicsmenris; commenksr. 6s rep. bene inkituen6a; vier D. Llilsberk« csrwine 6escripl». in v>k- ^Lt«r. in tkerrro, Ferrarius/ (Johannes Baptista) ein Jesuit von Siesta, verfertigte ein sehr nützliches Syrisches Wörter - buch, welches an. 1622 zu Rom, unter dem titul nomcnci-torSyriLcuL, gedruckt wurde. Sein vornehmster zweck darinnen ist, die Syrischen Wörter der bibel zu erklären, wie er denn zu solchem ende bey den gelehrtesten Maroniten sich befragte, wenn er einige schwütigkeik antraffc. L. L-m«». Lerrarius/ (Johannes) dieses namens ist ein anderer Jesuit Wesen/aus Guienne gebürtig / ein guter freund von Baliar / fer 29z der die beydenbücher 6 ei',mmortsiiks 6 - i'«ms,und a-ii tzeLms 6 e fälschlichJohanmFerrario /dem Meben L-)-^ ch ^tter/ rugeschmben worden/ an das licht Ferrärius/ (Johannes Matthäus) 6s Qr-Ldm. von seinem geburts-ort Gradoin dem Mayländischen, zugenannt, wurde krokellor meäiclrl« Ul PüvtÄ / Und Leib s XLeäicus dtt Hektzogitt Blancä Maria zu Mayland, welchen beyden ämtern er mit grossem rühm vorgestanden. Er starb an. 1460, und hinterließ co«. Menr, kexkusl. cum smpÜLcionibus 6c L66!t!ooidus msrsriLrum in nvnua, piiLiiL s6 Llmsolorcm, s6juiiÄo erism tcrru; contilig vari» meUicinsIis; cxposirion« super vigcllmsm tccun6,m kenteni« cs» üonir ^vicennL; prsÄics. vik. meöicor. Lttü», ckesrr. Lt-rc/L««- l-in6. renov. p. Sz-. tiierrr. Lekkärtus / (Octavius) war zu Mayland an. i L°o gebohren. Nachdem er sich so wohl im Griechischen und Lateinischen, als auch m der k>K>tosc>pk>s und rk-otogis geschickt gemacht, wurde er durch den Cardmal Borromaum zur proteMon der rede-kunst in dem l-min-ri«, zu Mayland befördert, Und drey jähr hernach mit unter die zahl der lehrer des LoUcgü Lmkrollsiu aufgenommen» Nach dem tode dieses Cardinals berief ihn die Repuöliq Venedig nach Padua, die rede-kunst daselbst zu profitiern, welche stelle er auch mit grossem nutzen seiner Zuhörer, bis ün feinen tod, welcher an» Ikzo erfolget, rühmlich verwaltet. Man hat von ihm orscionem 6s Iruöiku- psrLvii; »6 ivo6vm Vskrün» - lins- rskorunt kslUm; iepillolLW 6e »bitu Oominici klolitü ilsüscoris Vs- acti; «lägi» multorum virariiiü litterärorum; Lukscki! rommsnri- ri» »6 ssomsri 06 )'il«Lm Isrinicsre 6oN»t» 6cc. in müli bist. Förrariüs/ (öctabius) würde an. 1607 zu Mayland gebohren , allwo er hernach die rede-kunst 2) jähr in demeoiisßic, KrvL-n«, grlehret. Die Republiq Venedig berief ihn nach Padua, allwo er auch die rede-kunst, politic und Griechische spräche mit solchem rühm profitirte, daß ihn nicht Nur die gedachte Republiq, sondern auch der König von Franckreich, ingleichen Christina, die Königin von Schweden, UNd die stadt Mayland, mit grossen geschencken und jährlichen penfioNeN beehrten. Er starb an. i68s. Man hat von ihm einen sehr curieNseN tractat von den lampett ist dett hegräbnissen ; dergleichen prolUlloas-; epillolLs Lc. r vol. in 410; e>sÄs in4ko; vriZincs liNZuL ItsIicL in toi. - Md litzros. 6e ^nsieÄ- 6e re veitistts. Die zwey letztere sind Haupt-wercke, und zeigen grosse geschicklichkeit. Es ist auch gewiß, daß dieser mcinN durch die gantze zeit seines lebens, vornemlich die darinnen abgehandelte Materien studieret habe; wobey nur das nicht zu loben, daß, nachdem ihn diese so viel mühe gekostet, er gar ungerne gelitten , daß jemand etwas davon Noch besser erläuteret; wie er dann eben in den ^nLieüis 6- re venisri», und dem dabey gefügten brief an Joh. Mb. Gronovium, solches mir zu klar an den tag leget, da er in denen ersten wider Albertum RnbetttUm, der in der that besser, als er gesehen hatte, wörinNen der i-ms cisvus, und die LNßoiti ciavi in denen Römischen kleideren bestanden, allzu hefftig und ohne Ursache lvßbrennet; in dem andern aber sich wider die klareste beweiß - gründe setzet, welche Grönoviüs in einem privat - schreiben ihme übersendet hatte, um die rechte art zu weifen, wie die Römischen angekleidet worden. Er hat einest söhn, mit namen Julius, hinterlassen, NNd demselben im testament verbötten, nichts von seinen ungedrUckten schrifften herauszugeben; welches jedoch nicht verhinderet, daß nicht einige v,Lr»r,o,ic;. als 6e pLnroioimiL 6cc. noch neulichst heraus kommen. rtissrr. 6 lluom. tekt.; «Äi'i,. rom. r. * lerrarius / (Philippus) war General des ördens der Servilen , und von Ovillo, einem geringen dorff, unweit Alessandri» della Paglia, im Hertzogthum Mayland gebürtig. Er war m den wracken, in der rnsoiogie und in den cicZLnriorib>us > absonderlich aber in der m-tUe«»-»-, die er zu Padua 48 jähr gelehret, wohl erfahren. Bey Elemente VIII, Paulo V/.undMbano^ 1 !, stunde er iN grossem ansehen, und gab, Nebst anderen schrifften, ein lexicon xeoArsptzicum heraus / so zu erst äN. 1627 gedruckt, hernach aber von Baudrando vermehret wurde, und emes von den besten 6 iekiousrili gcogeslpiiicis ist, Er starh zu Mayland ^"ÄerarL»/ (Johannes Baptista) wurde von ÄleMndro Vl daß er von dem besagten Pabst und dessen söhne mit geld bestochen ««« LiÄoss w-P-wlif-, / 294 ftr dem Pabst; allein dieser wolle sich dadurch dennoch von seiner gc- wogenhcit gegen thue nicht abwenden lassen, bis er es endlich gar zu grob machte. Denn da er sich als Päbstlicher zu Boüo- nien aufhielte , ließ er viel lcute, um ihr gut an sich zu bringen/ ermorden. Als nun endlich noch darzu kam / daß man von ihm ausgab , als hatte er eine cnnff>NL-ion wider den Pabst angesponnen / wurde er gefangen gesetzt / seine meuk'cn verkaufst, und darvon die armen Unterthanen / welchen er auf die zoooo ducaten abgenommen - wiederum vergnüget. Ferrerio aber grämte sich dermaßen darüber/ daß er an. 1508 den 1; jnl. starb. IiiN. <73r6in. I. 4. ch>c. ^errerius / (Arnoldus) einer der gelehrtesten Rechts-gelehr- ten feiner zeit / wie denn Cujaeins ihm fast alle seine Rechts - wü- senschafft dancken will / war von Toulouse gebürtig. Den gründ feiner ftudien legte er in Frankreich / von dar begab er sich nach Italien, und machte sich zu Padua je mehr und mehr geschickt / seinem vaterlande zu dienen. Bey seiner zurnckkunfft lehrte er die Rechte auf der Universität zu Toulouse / und wurde daselbst durch Vorschub des Cardinals von Tournon Parlaments-Rath. Nach« gehends bekam er die Präsidenten - stelle bey der Kammer 6-; Ln- guc-rc, z„ Paris / deßgleichen die Charge eines Requeten-Meistcrs» Carolas IX schickte ihn auf das c»num zu Tridcnt, das >nrcteiic der Cron Frankreich zu beobachten / allwo er an. izsr eine vor» trefliche rede gehalten/ welche aber von den versammleten Bischöf- fcn / und sonderlich von dem Cardinal von Lothringen aus dem Hause Guist / ihrer scharffe halber sehr übel aufgenommen worden, lind eben bey diestm anlaß soll es geschehen seyn / daß / als gewisse Italiänische von des Pabsts Gesandten ausdrücklich darzu bestellte Bisthöffe'/ ihne durch ihr gcspött zu stöhren und zu verwirren mcy- neildc / zimlieh laut unter sich murmelten: cLnrLi; der Hahn krähet; Ferner ihnen gantz frey aus dem stägreiff geantwortet : Wolke GOtlv daß auf dieses Hahnen - gefchrez» Petrus wiederum büß thäte. Indessen / weil doch in selbiger zeit der Frantzösische Hof zwischen beyden theilen wanckete / so schickte man den Ferricr / uin die inißvergnügte in etwas zu vergnüge»/ mit dem cli^rzÄer eines .amb3»36cnr8, nach Venedig/ allwo er/ sich stimm stände gemäß aufzuführen / alles das sinnige angewandt / und über dieses noch grosse schulden gemacht / dafür ihm aber bey seiner zurückkaufst nach Franckreich nicht der geringste abtrag geschehen. Brantomc hat angcmcrckct/ daß Ferner in zeit dieser Gcsandtschafft mehrmalen nach Padua gereift wäre/ um allda für seinen lust einige öffentliche lcctionen im Rechten zu halten / welches aber von seinem König gar übel seyc aufgenommen worden. Wegen diestm allem hat er sich an des Königs Henrici von Navarra hofbegcbcn / allwo er mit der grösten gütig- keit aufgenominen / und niic der stelle eines Cantzlars beehret worden. Allein, er konre solche nicht lange bekleidn» indem er an.m8> / nachdem er sein leben bey nahe biß auf79 iahre gebracht/ gestorben. Im übrigen wäre er lange zeit der Protestantischen religwn heimlich zugctban / bis er sich endlich nach seiner zurückkunfft von Venedig durch den Herrn n» Plcssis Mornai bereden lagen / sich öffentlich darzu zu bekennen. Er hat auch einige schrifften hinterlassen / wovon insonderheit verdienen gelesen zu werden die reden und brieffe dieses Mannes / welche er eben aus anlaß des Tridenli- nischcn concilü verfertige» und an. 1608/ unter dem killst: instru. üionr 6c Xlil!,vcr lies Kois 1°. (7. 6c cle ieucs 6c .lurrcz pieccr concccnLnr Ic (tonrüc 6c1'rcnlc, sind gedruckt worden. 6c vikL stis I. r. §/,//,m/,^z?. elog. ^tc,»or>cr clc clu INestis tow. I j>. 104, i;8, >6;, 187, 644. * Ferrerius / (Augcrius) ein berühmter Kt-Rcus, gebürtig von Toulouse / allwo sein vatcr ein geschickter cliNurgus war / und ihn anfangs selbst in dieser kunst unterrichtete. Darauf legte er sich auf die übrigen thcllc der mcwcin, deßgleichen auf die niL-b-. N'.»r-c und Wahrsager-kunst aus den gestiruen. Bey allen diesen wissrnschafftc» hatte er ein nnmuthigcs westn bey sich / daß jeder- man gerne um ihn war. Johannes Bcctrandns / Siegel-verwahrer von Franckreich / und nachgehends Cardinal / recömmandirtc ihn der Königin Catharina von Medicis / die ihn auch zu ihrem leib - m-clic» ernennte. Als hierauf besagter Cardinal nach Rom gicng / begleitete ihn Fcrrcrius dahin / lind wurde überall mit der grösten Höflichkeit empfangen. Nach seiner zurückkunfft kehrte er wieder nach Toulouse / und starb an. i?88 im -zzstcn iahre seines alters. Er stunde mit Iulio Cäfare Scaligcro in guter frcund- schafft / und bediente sich dieser so wohl in der mc 6 ic,n, als auch anderen wisscnschafftcn / feines raths. Man hat unterschiedene schrifften von ihm, als da sind : vcrs mcäcn 6 i mcrko 6 us ; castigL- kionc: pcrKics: inc 6 icin,c; cle y>i 6 cn 6 z luc tztiisirnica; 6 c r 36 ice (,I>in.i likci-, guo yrnbLttir Niverfsm eile ab 3 s>io; 6 e 6 iebus 6 ccre- «linis iccimUum pvrba^nricam 6 ,'ürinLiri 6 c Lstcononiicam vbiccvs- rilinciu; likcr 6 e somniis; >Iis/pocrLris, (Zsleni 6 c 8 vncli> 6 c iasomiiiis likri; rraile 6 e I3 yeste; craire 6 es fugcmcn, sstronomiguc!; svcr- ristcincnr 6 flca» Nc> 6 in st,c le -zuatricmL livrc 6 e lä rcpubllczue; avcrtiücmcnk stir la I.. I 4 nnius st'. 6 e Icgar. I. bild. I. 89. clog. I. z. clng. 1. r p. los. kcg. ^errcriüs / oder Ferrarius / ( Bonifacius) General des Carthänscr-ordcns / war von Valencia in Spanien gebürtig/ und legte sich anfangs auf die crlcrnung der rechte / worinnen er auch grossen rühm erlangte. Allein , als ihm seine stau mit 7 töchtcrn und 2 söhnen gestorben / und nicht mehr als die 2 jüngstcii/öhne übrig geblieben, vermachte cr einem jeden von diesen 476 gülden / theilte die übrigen güter unter die armen und die klöstcr aus / begab sich auf zureden seines bruders Vincentii/ welcher nachge- bends canonisiret worden/ in dem 4iften jähre seines alters zu den ftr Carthansern / wurde an. 1402 General, und starb an. 14?- 1419. Man hat von ihm eine Übersetzung der bibel in die Nische spräche , und einige andere schrifften. 6- sssss eccick. ke/rcßtt bibl. (,'srr. Lsü. cisr. vdl>- st Ferrerius / (Iereniias) ein Reformirter Prediger, »,id ir-o^ feNoc McoioxiL- zu Nimes, wurde, nachdem er m der Cathvlischcn Religion übcrgetrctten, Staats - Rath. Dieses setzte ledermai, uin ,o viel mehr in Verwunderung , je grösser die rumst,c gewesen, welche er an. 1602 durch einen öm'ntlichen lehr-satz, darinnen ce behaupten wollen, daß Clemens VIII der Antichrist sey, erm-est. Allein/ feine schlechte aufführung machte ihn gleichwohl bald anfangs verdächtig / und fände man sonderlich in denen aliqcmeinrn Versammlungen der Reforinirten vielerley Ursachen zu glauben, daß er von dem Hof mnste gewonnen seyn, um dessen absichim unter seinen glaubens-genoffcn zu beförderen, daher ihm an. wir durch einen ,v.,a6u„> in Langnedvc zu predigen verbvttcn wurde. Hierauf suchte er Rath bey dem Hof- gerichte zu Nimes zu werden; allein, als sich der gemeine vöbel wider ihn enwönc, gieng er nach Paris, ,ei» glück daselbst zu machen, und aab an. 1614 ein buch, die fireitigkeil wegen des Antichrists betreffend, heraus, darinnen er feine vorher von dieser matcrie ausgegebene schrifften zu widerlegen suchte. Der König Ludovicus XIII gebrauchte ihn, durch rccnmmcnllzcion des Cardinals Richelieu, in wichtigen angelcgenheitcn, und machte ihn zum staats - und qe- hcimbdcn Rath, als er ihn nach Bretagne begleitet. Nach seiner zurückkunfft starb er an. 1626 dcn2ü stpt. Ausser vbgedachlen lchrimeu eignet man ihm auch die zu , welche den tinst führet r Ic c.L!k»i>que 6' ck2r; wiewohlen Bastlet solches dem Johann Sirmond zuschreibet. Es ist eine schütz - scbnfft für den Cardinal von Richelieu, und den damaligen Frantzösifchen Hof, in anfehung be, reu zu selbiger zeit mit denen Procestirendm in Tcutfchland und Schweden aufgerichteten bündnuffen. Man findet es in dem so genannten t^ecucN 6c cüccrics I 4 cces pouc iecvir L kliiNu^rs >642. Siehe auch den art. Fardieu. cp. v-6ic. - w,, r 'kr-n« wr IXmictirist. liill. 6e I'k6ir 6c dlrnrcs wm. 1 p. zSS. >4c-cuce k-»n;ois r. 2 6 cit. ir. 6iar. Ls-'/c. * Arrerius / (Johannes) ein Jesuit, gebürtig von Rovergne, wurde an. 1670Königlicher bcicht-vatcr. Er war an. iüi4gebvh- ren, und trat an. 16)2 m die socictat Jesu. Hierauf lehrte er 4 jähr die pkiinm^bic, 12 jähr die rl>c»i»-sic > und 2 jähr die Er wurde auch znm neüor des coNcgH zu Toulouse gemacht, welches amt cr mit grosser gcschicklichkeit geführet, wie er dann mit affairen wohl umzugehen wüste, dahero ihm vor andern die Jesum» die stelle eines Königlichen deicht-Vaters gegönnet. Nach, dem cr sich eifferig wider die Ianftnistrn anfgechhret, und etliche schrifften wider sie heraus gegeben, starb cr zu Paris in dem pro- feß - hauß an. 1674 den 29 oct. Er halle vor, einen -urNim rnco. loxicum drucken zu lassen, allein es ist mir der erste theil unter dem titlll ! 6s I)cc> uno juxrs 8. /rugiiir n, 6c 8. HiomL zum Vorschein gekommen. Sonst hat Man von ihm reffoniiuma» 36 objcÄioncs VinceniiLiisr; 6c l'imlnorrzljis 6e iLlne; 6c >3 bcLms 6c ^cllir g brist 6cc. bibl. scriyr stic. Iciu p. 449. Lerrevius / (Johannes Stcphanus) Bischofs zu Vcrcelli in Piemont, erhielt diese würde an. -899, stach rcüZn^cion des Bi- schoffs zu Vcrcelli, Marci Antonii Vifca, nachdem er vorhcrs Päbstlicher 8 ecrcrn, ius Iirrui-que iign^lura.- gewesen. Clemens VIII schickte ihn als viuncium an des Kayfers Rudolphi II Hof, woselbst er auch bey der knrtzen bcsitzung des Päbsilichen stuhls des Lconis XI verbliebe», bis ihn Paulus V wiederum zurück gefordert. Er beschrieb das leben 8 . Eusebii, ersten Bifchoffs zu Vec- celli, und seiner Nachfolger, und starb an. 1611. Fcrrevius / (Vincentius) ein Dominicaner-Münch aus Spanien , war aus der provintz Valencia gebürtig, wurde Bcnedictl XIII bcicht-vater, und btLß,ster szcri p3>3iu, und machte geh durch seine predigten in Spanien, Franckreich und Italien sehr berühmt. Die gewohnheit der heutigen Catholischcn, das A*w Maria ttach dem cxocüi» iedwedcrer Predigt abzusprechen, ist eben von dicjem Vinc. Ferrerio eingeführet worden. Er soll sonnen blinde sthcno, lahme gehend, todte lebendig gemacht, und allechand kranckhestell gehcilct, wie auch ;>ooc> Juden, und 8220 Saracenen, nebn 100020 ruchlostn mcnscben znr busse und Christlichem glauben gebracht haben; wie denn auch vorgegeben wird, daß ihn, ob er gleich bloß in Catalonifther spräche gcprebiget, alle menschen wohl verstanden. Er wohnte an. 1418 dem Costnitzer onciiw bey, starb aber den 8 apr. an. 1419 zu Vcnnes in Bretagne^ und weil sich bey feinem grabe viele wunder - wcrcke sollen geäußert haben, wurde cr von Calixto III an. 1488 canonisiret. Seine schrifften sind ! kcsätaiuz 6e vits iffiriruLli, iive 6c inrcnoci liomiuc; rrsciä- rus contolsroriur in 66ci niurLiionibusconcioncr 6c rcmporc 6c irnüis; commcnrgcius in orLkioncm Ooininic^m ; über 6s live inun6i. LS'Vt lilstvr. lirc. Ferrerius / ( Wilhclmus) ein Cardinal, war aus Franck» reich gebürtig. Er wurde anfänglich Probst zu Marseille, nachmals machte ihn Cölestinus V an. 1294 zum Cardinal. Hierauf wurde cr als Gesandter nach Spanien geschickt, und als er wieder zurück gekommen, starb er an. 1298 zu Perpignan. Nosi-E«- Nist. 6e?,c>v-?. 6. L>», Arrero / oder Ferreti. Dieses Italiänische geschlecht, so das Fürstenthum Masserano in Piemont besitzet, ist ein zweig von der alten Ilvrenlimschcn familie Acciaieli. Denn als die Gin.« ftr «bische und Gibellinische Partheyen zu Florentz einander in den haaren lagen, zogen einige von diesem Hanftaus derstadt, und begaben sich nach Biella in die Lombardey. Als aber dem volck ihr name Acciajoli ungewohnt und beschwerlich anzusprechen gewesen, so haben sie ihren alten namen gar verlohrcn, und sind Kerreri, gleichsam Foreri oder Forestieri, das ist, frembde/ ge- mnnet worden, welchen zunamen sie bis auf den heutigen tag, jedoch dabey das alte waapen des Hauses Acciajoli behalten. Einer von denselben, namens Sebastian Ferrero, hat sich in des Hcrtzoqs von Savoyen dienste begeben, darinnen er sehr reich, und wegen seines rühmlichen Verhaltens so bekannt worden, daß ihn König Ludovicus XII in seine bestallung genommen; wie er denn diesem König das Maylandische so wohl durch seine tapfferkeit, als durch vorschuß seiner eigenen Mittel, erhalten, mästen, als er gestorben , der Konig ihm zooooo ducaten, so er an die besatzung in Mayland und andern ortern «elbiges staats gewandt, schuldig gewesen. Dieftr Sebastian hatte in Rom vortrefliche palläste, einen ni Monte Cavallo, den andern in Borgs, ingleichen im Piemon- tesischen verschiedene schlosser, auch in Mayland, Vercelli, Biela, Ivrea, und zu Turin einige pallaste, und an etlichen orten kirchen erbauet. Unter anderen hat er zu Biela den c^uonick regulär,^, unter denen er einen bruder gehabt, eine Arche samt einem kloster erbauet, welches er dem heiligen Sebastian gewiedmet, und es mit 1000 lcucij jährlicher einkünffte begäbet. Er ist 80 jähr alt worden, und hat von seinen 4 an die vornehmsten häusere in der Lombardie verehlichten tochteren, und 9 söhnen, nachkommen bis jus vierdte glied gesehen. Unter gedachten söhnen waren 2 Cardinäle, Bonifacius, von welchem in folgendem art. besonders; und Johannes Stephanus, so anfangs Bischoff zu Vercelli, hernach zuVologna, an. aber Cardinal worden, und an. IZIO, im zssten jähr seines alters, verstorben. l, 4 vurde an. i; z; oder i;; 7 zebohren, und von seiner mutier, welche ein kloster vor diejenigen rauens-Personen, so von der Unzucht abgestanden, gestifftct, mit grossem eiffer zur frömmigkeit angehalten-. Nachdem seine zwey «über, ohne nachkommen zu haben, gestorben, succedrrte er in dem oi-rquikr von Romagnano, und andern gütern seines Hauses, und wurde von feinern vetter, dem besagten Cardinal, zu crlernung der eicz-rmiorum , der j'wtutopKiL , der geist- und weltlichen Rechte, davon er den voLv,-titul zu Bologna angenommen, mit gutem succeß angeführet. Er bekam die Abtey 8. Stephani, und hernach das Bißthum von Vercelli, endlich aber, nachdem er die stelle eines ocuncü zu Venedig bekleidet, wurde ihm von Pio IV der Cardinals - Hut ertheilet. Hierauf verwaltete er die Provintz Romagna, als Päbstlicher Legat; und nachdem er zwey coiieZiL zu Vercelli aufgerichtet, starb er zu Rom an. i;8;. in ipiius e>oZ. xß-c. ferrero / (Johannes Stephanus) ist im geschlechts - articul Ferrero beschrieben. Ferrero / ( Petrus Franciscus) Cardinal und Bischoff von Vercelli, war von Biela in Piemont, ein söhn Godofredi, Herrn von Casalevalone, Königlich - Frantzösischen Präsidenten bey dem Rath zu Mayland, der auch einer von den 9 söhnen Sebastiani, davon in dem articul Ferrero gesagt worden, gewesen. Nachdem Petrus Franciscus guten gründ in den wiffenschafften geleget, begab er sich an den Westlichen Hof, und wurde daselbst Keker-ii- ll-rius ^pllgoücus, auch endlich Bischoff zu Vercelli; in welcher Qualität er sich auf dem concllio zu Trident befunden. Pius IV machte ihn an. 1561 zum Cardinal, und schickte ihn als oiuncium nach Venedig. Hierauf trat er das Bißthum zu Vercelli seinem vetter Guidoni ab, dessen vorher erwehnung geschehen, und starb an. iz 66 r'm s; sten jähre seines alters. ia ix 6 us clvA. U^be/. Ferrers / (Lords) in Engelland. Diesen titul hat an. 1677 die familie derer Shirleys bekommen, welche von weiblicher feite von denen LEvreur, Grafen von Essex und Eu, vice-Grafen Here- ford und Lords Ferrers von Chartley, herstammet, von väterlicher feite aber solche vorfahren zehlet, die schon in dem 10 und n seculo in sonderbarem ansehen gelebet. Der Ritter Henricus Ehtrley, Baronet von Astwell in Northamptonshire, wie auch von Stanton Harrold in Leicestershire, heyrathete Dorotheam, Ae jüngste tochter Roberti LEvreur, deß unter der Königin Elisabeth so berühmten Grafen von Esser. Mit derselben zeugte er i) Letticiam, eine gemablin des Obristen Wilhelmi Bonrk, nach- "Mgen Grafen von Clam Riccard in Jrrland; 2) seinen nach- !o>ger Robertnm. Dieser heyrathete Catharinam, eine tochter fer 29^ ^eover in Stafforbshire, welche ihm folgende kin- gemahlin, Diana, eine tochter Lvar einen söhn zur welt brachte, n elcher aber bald nach dem vater mit tobe abgieng; 2) Sewallis, der als em And starb; ;) Robertum, nachmals Lord Ferrers; A Cathamiam, verhcyrathet an Petrum Venables, Baron von Klnderton in Cheshrre; 5) Dorotheam, verhcyrathet an Georgrum Vernon von Sudbury. Robertus succedirte seinem vater, und brachte es bahrn, daß chn an. 1677 der König Carolus II, m anfthung obgedachter seiner groß-mutter, Dorothea, zum Pair von EngeUand, mit dem titul eines Lords Ferrers von Chartley, erhub. Nachgehends machte ihn Caroli II gemahlin, Catharina , zu ihrem Obrist-Hauß-Hofmeister, und so wohl der König Wilhel- mus III , als dre Konigin Anna, nahmen ihn in die zahl ihrer gehermbden Rathe auf. Zum erstenmal heyrathete er Elisabe- tham, eme tochter und erbin Laurentii Washington von Cares- von / welche ihm 10 söhne und 7 töchter gebahr; zum andernmal aber Selinam, erne tochter Georgii Finch von Londen, mit welcher er; söhne und 4 tochter zeugete. Von allen diesen Anderen sind unterschiedene gantz jung, oder doch unverheyrathet gestorben. Aus der ersten ehe sind sonderlich zu mercken 1) Robertus, von dem unten; 2) Washington, welcher eines Irländischen Ritters, Rrchardr Leven, tochter geheyrathet; z) Ludwig; 4) Heinrich; ?) Lanrentius; und aus der andern ehe 1) Robert; 2) Georg. Der älteste söhn, Robertus, verehlichte sich anfangs mit Cätha- rma, einer tochter Petri Venables, Barons von Kinderton, und, als diese vor wurcklicher Vollziehung der ehe gestorben, mit Anna, einer tochter des Ritters Humphredi Ferrers. Er starb an den kinder-pocken, noch vor seinem vater, hinterließ aber aus der letzten ehe 1) Robertum, gebühren an. 1692; 2) Ferrers; ;) Thv- mam; 4) Elisabeth. //, i<>. Ferreti/ (Johannes Petrus) Bischoff von Lavello in dem Königreich Neapolis, brachte sich durch seine gelehrsamkeit und gute aufführung grossen rühm zuwegen, und starb an. 1577, unterschiedene schrissten, und unter anderen eines von dem exLrcKac zu Ravcnna, hinterlassend, die aber nicht ans licht gestellet worden. üc Nripr. iec. >6 Lcc. Ferrettus von Vincenza, ein Poet und Historien-schreibe« in dem 14 seculo, ist einer von denjenigen, welche durch ihre nette schreib-an die barbarey, so durch die Gothen eingeführet worden, wiederum ausgerottet. Anfangs übte er sich in der dicht - kunst, und legte darinnen trefliche proben ab, hernach griff er zur Historie, und war darinnen nicht weniger glücklich, wie er denn zum zeuaniß dessen; bücher hinterlassen, darinnen er die geschichte, so sich von an. irzo bis an. izi? ereignet, beschrieben. nF«- lls Nist. l.rr. i.;. Ferrettus / (Aemilius) welchen Vornamen er an statt des namens Dominicus, so er in der taufte empfangen, gebrauchet, war ein berühmter Rechts-gelehrter, zu Castello Franco ill Tosca- nien an. 1489 den 14 nov. gebohren. In dem raten jähr fernes alters begab er sich nach Pisa. Nachdem er daselbst ; jähr das gerstund weltliche Recht studieret, gieng er nach Siena, und hielte sich daselbst 2 jähr auf, nach welcher zeit er nach Rom gekommen, und bey dem Cardinal Salviati s-creiznu» worden. In dem i9ten jähre seines alters behauptete er, in gegenwart vieler Cardinale und Bischöffe, gewisse lehr - sähe mit solchem rühm, daß er gleich darauf zum Advocaten gemacht wurde. Hiernachst trug man ihm die prok-Mon der Rechte auf, da er denn den titul: a- rekn cr-- -ittis, mit solchem vergnügen Leonis X erklärte, daß er ihn zu fernem Lecrersrio angenommen; doch danckte er allen diesen cvLrZei, freywiüig ab, und begab sich in sein Vaterland. Weil aber ftm vater war umgebracht worden, machte er »ch von seinem geburts- ort weg, und kam nach Tridino in dem Montferratsschcn, allwo er sich in eine vornehme familie verheyrathete. Nach Vermessung 4 jähren begleitete er den r/r-rquis von Montferrat, welcher euren theil der Frantzösischen armer commandirte, nach Rom und Neapolis; allein, weil das unternehmen der Frantzoftn unglücklich ausschluq, wolte er aufs neue sein Vaterland suchen, versicl aber unter die Spanier, welche ihn nicht eher als nach erlegter rantzwn von 6c>o ducaten loßliessen. Hierauf grenz er nach sranckrerch, lehrte die Rechte zu Valence, und setzte sich dadurch m Me Hochachtung , daß ihn Franciscus I nicht allem zu fernem Rath bey nigs von Franckrerch Francisci I, Anzufinden. Hierauf begab er cllsrZe eines Parlament - Raths, und gienge nach Lion, ' ., allwo er das bürger-recht annahm. so gar lange nicht bleiben, weil ihm ein sich der und von dar.^_ Doch kunte er auch hier so gar lange mum , we» beruft nach Avignon zu gehen, und daselbst das Recht zu lehren, zugeschickt wurde. Er verwaltete diese neue funKion mit solchem vergnügen aller einwohner, daß diese seinen Nachfolger, Simvnem Cravetam, welcher den verstorbenen Ferretum bey antritt seiner xroicssion aufdem cskkcller hefftig durchzog, nicht mir verlachten, sondern gar aus der stadt jagten. Auch hat man zu dieses Mannes angedencken folgende Worte an den Juristischen csrlleller dieser Universität anschreiben lassen: Lcssio^mUii kerrecü z peritum orao; jwocricuw llesiecor«. Er starb aber an diesem letztem ort an.izcr den 296 fer den 2; jul., unterschiedene schrifften hinterlassend , darunter llb°r lle ii^uv öc rsrione; Lartttü Lvc.riculum; noux in intr>curi»»es; oviniouum volumcn ; rsiponl» ; echgol^ öc commcn.Lrius inl'Lcl- kum. ü>«2-c^s/. iint. in epill. r. NunLÜi p. 7. big, I. lle c,Lris >e>ium imcrpr. I. r c. 167. bibl. lle OLU- plliuc p. 10;. fs«locr L^csir gtinei. LLy/s. * Leerer / war ein söhn des Britannischen Königs Görbvgudd, (von anderen Gorbovion oder Gorbodego genannt) in dessen alter er wegen der nachfolge in dem Reich mit seinem brnder Porrer in so grosse strcitigketten verfiel,. daß ihm auch dieser nach dem leben stellete. Er retirirte sich hierauf in Gallien, und brachte von bannen einen ansehnlichen snccüks mit sich, wurde aber dennoch von dem Porrex überwunden und erschlagen. Dieses gieng semex Mutter Videna, welche ihn sehr geliebt, dermaßen zu hertzen, daß sie kein bedenckcn trug, mit hülffe ihres frauenzimmers, den Pvr- rer in seinem bette zu rrm.ordcn. Es soll dieses ?oo und etliche jähre vor Christi gcburt geschehen seyn, und Mit dielen 2 brudcrn die nachkommcnschafft des ersten Britannischen Königs , Brutus, sich gcendiget haben. um. »k Lng>. booi. 1. ferneres/ ein flecken in Gatinois, nahe bey Montabgis, nebst einer alten Abte», des Benedictincr - ordcus , welche 8. Pierre lle Ferrieres, und Bethlehem gencnnct wird. Ferrius/ (Paulus) war zu Metz an. 1591 den 24 febr. aus einer" vornehmen familic gebohren. Er nahm in der theologie zu Montaubanin kurtzem zu , daß er an. 1610 das amt eines Predigers zu Metz übernehmen küiite; wie er dann sehr beredt war, und durch seine liebreiche gestalt leicht jederman zur gcwogcnheit bewegen kunte; Einige geben vor, er habe sich von dem Cardina! Richelieu mit aride bestechen lassen, die Vereinigung Lcr beliqionen zu befördern. Dieses ist gewiß , daß, er über 25 jähr mit Durao, welcher mit arosscm cyscr die Procestanten in Deutschland zu vereinigen gesucht,fleißige correspondcntz gehalten. Er starb an. 1669 in dein dec. am stein, davon matt 80 stuck in der blase gefunden. Seine schrissten sind ler premieres ocuvrcs s-oeril^ucs lle Paul kerri Heidin , ou s»us Is llouce llivei-Ure lle les cc>nces..ion 5 le reiicomrcnc!es liunuclles Iibcirer ll'uric jeuneile - scliolLlkici orrliolloXi sse.imen' le llcrnicr llclcssoir lle >L riLllilinn con.rc kkciiruic , ou rcku.Lriou veg pa,sircn müssen, durch sie sicher nach Holland mögen gebracht werden. Fcrvol / eine stadt in dem Spanischen Königreich Gallicien, tä Meilen südwärts von dem vorgcbürgc lle Ortegal, bey dem auslauss des flnsses Invia, gelegen, eoie hat einen havcn, welcher wegen seiner stchcrheit vor einen von deii besten, nicht mir in Spanien, sondern auch in ganll Europa,gehalten wird. Der sssch-fang ist daselbst überaus gut, auch wächst in der umliegenden gcgend znnlich schöner weitt gcbc. llc >' vss. p. H4. Perron/ (Arnoldiis) Parlamcnts-Rath zu Bourdeaurstn dem 16 seculo. Die gelehrteste leutc bewarben sich um seine bekannt- schafft, und Julius Cäsar Scaligcr nannte ihn nur den /micum. daher sein tod, welcher an. i?6; in dem 48 jähre seines alters erfolget,desto sthmcrtzlicher gcivese». Man hat von ihm sehr gelehrte anmercklmgen über die land-rcehte in seinem vaterlande, desgleichen eine Historie unter folgendem titul: kerro»,i kurcligaleniis cie rekus zelUs Qäilorulr, I. A zg kiNoriüm pLiiIi slllliri, perctuÄs bükoriL ag obiruin ttenrici II I rzacorum regiz. bitt. >- ss. in eto^. I.!. ge script. lcc. sclgir. aux cloßcz cicrkoinmes p^svLns r. r. -Ferrus / so unter denl namen Galeatus Ferrus bekannt, war em berühmter Rechrs-gelehrter, von Padua gebürtig. Er lehrte zu fer fes Catanea, Messina, und anderswo mit grossem rühme, und starb an. 1614. Man schreibt ihm verschiedene wercke zu. 27-«, Llog. Lerseii / eine Adeliche familie, siehe Versen. Lerte / von einigen Ferrette genannt, ist ein ort in dem tzogthum Luremvourg, zwischen Montmedy und Zvvis, an dem zilsammenflusi des Chiers Und eines andern flnsses gelegen. Es ist eine zerklang starck bcvestigt gewesen, hernach aber seiner förtifica- tions-wercke gantzlich beraubt worden. ^erte ll>r Aube / lat. kirmiers Lci s isulLM, eine kleine stadt in Champagne am flnsse Anbe, gegeÄ die Burgnndischen gränucn z oder 4 Meilen über Bar a-r Uube. Es ist bin Jnstitz-rarh dcu selbst,Md dependiret von dem amte Troyc. ^erte Bernärd / lat. kirmiW LerniiLrL, eine stadt in Maine, welche den titul einer Baronie führet, und am flnsse Hunne, qeaen die gräntzen von Perche zu, i» oder 12 Meilen über Mans steaet Sie ist em gcrichts-sttz, von welcheiii man unmittelbar nach Paris zuappellirenpfleget. , Lerte Gauchen / lat. klrmir^ Lucuiplli, eine kleine stadt in der lanbschafft Brie in Champagne, äm flusse Marne, zwischen Eba- fteau Thiedry nnd Meanx, so von den Protestanten m währenden innerlichen kriegen mns jahr 1562 eingenommen worden. Ferte Milon / eine grosse stadt nebst einem vesten schlösse und zimllch grossen Vorstädten in der ille 6-, i->gncc, am flusse Ourche, zwischen Meaur, Soiffons mtd Senlis. Man sagt, daß sie unter Ludovici des dicken regier,mg erbauet, und von ftlbigem das >'orc Ne Milon oder iviüonis aenennet worden. Nachaehrnds gehörte sieHugoni dem grossen/Grafen vonVermanboisundVa- lois rc. Königs Henrici I söhne. Sie hat im aü ftculo in den einheimischen kriegen viel erduldet. Ferveäür / (Johannes) ein Lothringischer Jesuit, der deswegen crwehnt zu werden verdient, weil er von einigen vor den rechten Verfasser der Bayrischen ann-imm, so hernach unter Adlzreiters namen heraus gekommen, ausgegeben wird. Etliche nennen ihn Warsnse. IN virs IVI. VeNen x. 46. L^/e. in prekär. nN nnnal. -Icllxreitcri. . Lekvehan/ ein Engelländer, welcher, nachdem er zu Orford den gründ zu ftincn studien gelegt < sich nach Paris, und von dar nach Bononicn begab, selbige zn continuiren, wie er dann in der artzney-kunst es schon weit gebracht hatte. Allein er befand einen hohem trieb zur theologie bey sich, daher er sich auch einig und allein selbige gründlich zu erlernen beflissen. Hierauf wurde er Bi- scbosszu Ehester, und nachgchends zu Durham. Er soll an. 1241 gestochen seyn. Unter seinen schritten sind: lle virwus K-rbsn>m; prsäiicg meUicinL.Üec- cle tcii^>c. Llizb üo>i- -wr». 8e ^piic.Lngl. öcc. , Lcrus / (Johannes) oder wild / ein gelehrter Franciftäner« Münch, welcher nicht nur durch die zu Mayntz viel iahre nach einander gehaltene predigten, sondern auch durch üntcrschiedene -am. mcntLrios über die heilige schrifft, worinne» er eine grosse Moderation gegen die Protestanten sehen lassen,sich berühmt gemacht. Er ist an. i^?4 gestorben- Der c^iogu; seinersschrifstcn ist ben Antonio Deissicr zu finden. Dominicus von Soto hat über seinen commcntLi-iu.il IN xiLitliLum Noten heraus aegeben, und darinnen 77 örtcr von ihm angemerckt, welche mit grösser bchutsamkeit gelesen werden müsten. Allein Michael Medina hat sich bemühet, selbiae örtcr von allem verdacht zu bcfreyen. Salmcron hat gantze stiten von ihm ausgeschrieben. Er bat sehr grosse Neigung gehabt zur mcynüng derjenigen, welche dafür halten, daß es einem Christen nicht erlaubt sehe, kriege zu sichren. TerF^cing, Wk. §---. biblinib. L-,ii.6- ciironot. liiibor. 1.1^. ^logum. I cas>. 40. * Lerüs / (George) wär an. 186 zu Denn in Böhmen gebohren- und begab sich an. 1602 in die socictät Jesu. Nachdein er die vhi- losovhie und theologie viel labre gelehrer , ist er 20 jähr Prediger gewesen, und an. 165 ; zu Brezmczc verstorben. Seine schrOm siud mLr.7ioz.kcom- VII. 88. ic mLrtvr. II virßin. vi.K 8. VVeiicezlLi , 8. IZuskü l-ujol«:, 8. Illllori /I-;ricohL öcc. W hat auch lurlcllmi b.lloriLM I_Lurc.LN3m heraus gegeben. Lorwel bibl 8. l. Lescamp/ eine kleine stadr in der Normandie-in der landschafft llc Caiir, zwischen Havre lle Grace und Dicpve, an dem meer, gelegen, Sie hat einen kleinen haven, »tid eine berühmte Benedicu- ner-Abtey, in deren kirche das begrädniß der alten Hertzoge von Normandie sich befindet. Fesceimia/ eine stadt in Hetruria, deren M einwohnck/ wo wir anders dem Plinio glauben wollen, von den AthcnienserN tnt- sprnnaen. Sie waren von natur zu lustigen passen geneigt, uud hatten ihr vergnügen an einer gewissen art der poeste, die voller stichel-und sthcrtz-redcn, auch mit groben zottell vermischt war, woher das sprichwort kam : veiius tclleimmi und f-ucnmn.,. welchen namcn man hernach solchen versen zugeben hffegte, welche züchtige ohren beleidigen. Augustus machte in seinem «ium' virs. dergleichen verse wider Pollionem. Ortelius setzetJiese stadt im pLirimomo 6i 8. vcrro, unter dem namen Civita Casieila- »a; Cluverius aber nennet sie Galese, unter welchem namcn sie Ferrarius mit dem titul eines Hertzogthums zwischen Orta nord- unb Civita Casteüana süd-wärts setzet, i. z c.;. Asch/ fts Fesch / eine ansehnliche familie in dem Canton Basel, welche Mgeacht eines geringen Ursprungs, in kurtzer zeit dergestalten zugenommen, daß sie nunmehro eines der vornehmst - und zahlreichsten Geschlechtern worden. Die ersten, so in bemeldter statt Bürger worden, sind Heintzmarm und Burghardt/ zwey brüdere, welche an. ,4°9, wegen einem damaligen auszug für die vestung Mein, das Bürger-recht ohne wettere müh erhalten; von deren nachkommen ist schon an 1491 Romey in den Rath gezogen worden ; dessen groß-sohn Hünß Rudolf/ so erstlich des Raths, und Hernach Land-Vogt aufWaldenburg gewesen, wurde an. 1552 neben andern zu Henrico II dem König in Franckreich deputiret, um jhne in dem namen des Standes zu ersuchen, seine armee wiederum aus dem untern Elsaß, darinnen er schon f-oNo gefastet, zu ziehen, und dem hauß Oesterreich mit wettern feindseligkeiten zu verschonen; an. i;6; aber wurde er beordert, den Kayser Ferdinan- dum l naher Basel einzuladen, wäre auch einer aus denen, welche die ehre hatten, diesen Monarchen bey seiner so gleich erfolgten an- kunfft zu tomplimentiren, und neben andern dessen Himmel zu tragen. Sein söhn, gleiches namens, wurde ebenfalls Land-Voat auf Waldenburg, starb aber schon in dem z 1 sten iahe seines alters, neben einigen töchtern zwey söhne, Sebastian und Hans Rudolf, hinterlassend, so von hier nach Breßlau in Schlesien zogen, sich daselbst setzten, und eine neue linie pflantzten. Jeremias/ dessen jüngster bruder, wurde des Raths und Land-Vogt auf Homburg, und hinterließ Remigium und Hans Caspar, welcher letztere die gleiche Vogtey bediente. Remigius aber, der mittlere,gebohren an. 1541, wurde zeitlich in den Rath gezogen, und wegen vielen zeichen einer Weibchen staats-klngheit, zu der hohen ck»rge eines Bürgermeisters befördert; zuvor aber an. i;86 hatte er, neben Jacob Oberriedt, Panner-Herm, zu Paris, (als damals auch von anderen Cantons einige dahin abgeschickt wurden ) die ehre, König Henrico III, in dem namen des Standes, seine auffwartung zu machen, welche von dem Köuig so wohl auffgenommen wurde, daß er und seine mit- ospmirte mit schönen Königlichen ketten, jede von fortrollen am gewicht, beschenckt wurden; er starb an. 16,0. Sein geschlecht führten fort diese z söhne, Hans Jacob, Hans Rudolf undEmanuel. 2) Johann Jacob/).», o. issokessv, und stadt- LvllLcus, gebühren an. 1570, rechte an. I<;84 mit des berühmten Theod. Zwingen beyden söhnen, Bonifacio und Jacodo, samt zweyen gedrüdcrn, nach Padua, da er L jähr lang seine fortgesetzet, und inzwischen durch gantz Italien eine reise gemacht, pro voÄorsw jurlcj. hat er nachgehends cie kige-jussori- bus disputirct, und an. l;yy die prnfessiooem Inikiiut. Imperisl. erhalten, bis er endlich zu der höchsten prok. in ,,'urs gestiegen; an. iSirwurde er an stattLudoviei JseliiSyrMlcus.Ee hat,welches sonderbar merckwürdig, währenderProfession rzo voSores > und z; LicenliLl 05 promoviret, lind starb also endlich arbeit - Und lebens- satt, an. i6;r, seines alters 81 iahr. Er hatte neben 4 töchtern s söhne, davon der jüngere, Hans Caspar / in der zarten jugend verstorben, Hans Jacob aber dem valer in den gefolget, und so wohl den titul eines vaöioriZ > als die würde der pross-Mon erlanget, welche er aber samt dem leben, noch ledigen standes, sehr frühzeitig aufgehen muste. 8) Hans Rudolf/ der seinem vater in m-nren nachartete, hatte sich auch eines gleichen glücks zu erfreuen , sintemalen er nach und nach von einer stapffel zu der an« dem bis auf den höchsten gipffel eines Haupts gestiegen; sonderlich hat er seine klugheit darinnen erwiesen, daß er an. iSza in dem streit, wegen den msriimoni»!- fachen und Pfründen - coiiswe im Tburgöw, allwo er ein von feiten Zürich erbettener ärdi- tre gewesen, die fach so glücklich beyzulegen Mittel ersonnen. Derwd wartete ihme bis aufsein 86stes jahr, nachdeme er mit einer gebohrnen vom Adel ,z söhne und f töchtern erzeuget, und in allem 16; kinder, enckel und groß- enckel erlebet. Er bat viel schöne legscr gesiifftet. Von seinen söhnen haben sich folgende hervor gethan; 1) Remigius/)-u w. und Professor; er wäre neben dem Rechten, dämmen er schöne prokeLus gemacht, ein sonderbarer liebhaber der Antiquitäten,, unterhielte derowegen mit ausländischen Gelehrten einen weikläufftigen drief- Wechsel, und sammlete von allerhand cuneulen und raren stücken eine solche menge zusammen, daß er damit ein gantzes Cabinet angefüllet, welches unter dem namen der Feschischeu kunft- kammereu noch bis auf den heutigen tag bekandt ist, und den liebhaberen zu einer sonderbaren ergotznng dienet; der heutige besitzet' desselbi- gen, wie nicht weniger einer kostbaren Bibtiothec, ist Andreas Fesch, /. u. c. und Raths - subm'nir» Sebastian! söhn, und Christoph»» Groß - söhn, von welchen bevden an stinem ort Meldung geschehen soll- Es bat der stifftcr in seiner Verordnung noch dieses, zu einer fernern erläuterung, angehänget, daß, im fall keiner von dem Feschischen hauß mehr übrig wäre, der die ImL pl-osegmrte, so wohl die bücher als das Cabinet der univer- sitäts-Bibliothec zusallcn sollen; er starb noch ledigen standes, an. 1667, st-jnes alters 72 jähr. 2) Hans Jacob/ Beysitzer des Gerichts der mindern Stadt, von dessen 1; binderen sonderlich die zwey söhne, Johann Jacob und Emanuel, merckwürdig. Johann Jacob, l. u. c>. gebohren an. i6;8 hat seine philosophische Kullia gleich anfangs mit sonderbarem eiftr getrieben,und ein schönes fpecimen Ue porrimUine bey erlangtem grgrlu ^»qilferu abgeleget; Als er darauf die )urg erwählet, hat er es auch dariun so weit gebracht, daß er an. 1660 zur zeit des stub-i-ri, lle pignnrivu- s- ttyporkects disputiret, und das folgende jähr cls inossicioli quere!» eine vitpurscton pro Oossnr.ic» gehalten; nach versiiessunq einiger zeit, die er meistens zu schönen reisen angewendet, wurde ihme an. 1666 die Rath - Schreiber-stelle anvertrauet, da er erst den xrslluw OoÄoris in urrsgue ^ure angenommen, und an. 1691 fes 2y/ erhielte er das hoch-ansehnliche Stadt-Schreiber-amt; Er war ^ LlNLlN jucjlcio, VlelEltlükk unü trefllcher wohlrebenheit, den matt in L CommZonm, Deputattonen und Gesandschafften sehr nützlich gebrauchen konte; erstarb an. 1706. Emanuel/ gebohren an. 1646, wiedmete sich k 1667m Frantzösische dienste sich begab, und sogleich, bey belagerung Douay,Lisle,Cambray, Valcncienne, uno anderer orten, sich also wohl auffgesührek, Laß er noch währender c»mx»§ns emen sahnen i» der Schwecher-Garde erhalten« an. 167° commandirte er eine Compagnie in dem Birekemeldi! fthen Regiment; an. 1671, als die Löbliche Eydgnoßjchafft der Cron Franckreich einige lrvuppen bewilligte, wurde ihme eine Compagnie anvertrauet; an. 1674 wuroe er bey Senefhart verwundet, und in der schiacht bey Montcassel an. 1677 commandiere er em regiment zu fuß. Nachdemeeran. 168; dieFrantzö- stlche dienste quiltirt hatte, wurde ihm von Jhro Cbur-Fürns Durchlaucht zu Cölln an. 1684 das Hildesheinufche Regiment zu Mß aufgetragen, weiches er in Ungarn gefühket;an--68; hat er als Brigadier bey der belagerung Neuheusei gedienet, ist auch einer der ersten gewejen, so diese vestung bestiegen. Nach geendigtem seid« zug resolvirte er sich, ungeacht der herrlichen Conditionen, so ihme von Jhro Chur- Furstl. Durchläucht, um ihue weiters in dienste» beyzubehalten, anerbotten wurden, sich in,ein Vaterland zu rcn- r-ren, allwo er dann nicht weniger mit sskmssroo ist angesehen worden, indeme er an. isgy zum Raths-Herrn, an. 1691 aber zum Dreyer-Herren, Dreyzchner-Hcrrn und Kriegs - commiss»«» erwählt wurde. Von ibro Kayserl. Majestät wurde er, zum zeichen dero aüergnädigsten Wohlgefallens, über seine an. 1689 geführte kluge conUmrc und hertzhaffte Veranstaltungen, (als er Mit denen unterhabenden Schwelgerischen trouppen die Oesterreichs Wald» statt wider ein Frantzösisches bedecket) mit einer göldenen ketten beschencket. An. 169; starb er in dem 46sten jähr seines alters. ;) Hans Rudolfwar anfangs Beysitzer an dem Ehe, und Stadt-Gericht, hernach Land-Vogt zu Mendris, und endlich Stadt-Gerichts - Vogt; starb an. 1672 ohne kinder, seines alters 70 iahr. 4) Werner/ anfangs Schaffner bey 8 . Alban, und dar- aufdes Raths, starb an. 1670, einen söhn gleichs namens hinterlassend, der nach seinem tod ebenfalls die Raths-stelle bediente,und an. 1716, seines alters 78 iahr, die welk gesegnete O Jeremias/ Land - Vogt anfRamstein, und t-u»rssü - memsn»ni oey Johann Georg II, Chur-Fürsten in Sachsen, hinterließ einen söhn, namens Hans Rudolf,ordinari Raths-Advocat,so einen söhn gleiches namens hatte, welcher von Jhro Hochfürstl. Durchläucht, Hn. Marggrafen von Baaden-Durlach, anfangs zu einem Hos-Ratb, nachwärts aber zu einem geheimen Rath ernmnet, und, nachdem er unterschiedlichen Teutschen Fürsten und Grafen in ihren ange» legenheiten nützliche dienste zu Paris geleistet, auch von JhroHoch- fürstl. Durchläucht, dem jetzigen Hertzog von Würtemberg, als kiiniii-k am Frantzosisthen Hof gebraucht worden. 6) Albrecht/ war kriegs-Lommin»rius in der BauremRebellion, und wurde fb wohl von gestimmten Kaufflenten, als den Evangelischen städten der Eydgnoßschafft, zu unterschiedlichen Commissionen an die Cron Franckreich deputirt. 7) Christoff/) u. o., gebohren an. IÜII, wurde an. 164z prof-ssor t-ogic-i» und än. l6;9 liiNori»- eum, so damals neu auffgerichtet, und von ihm zum ersten versehen worden; er erbte das schöne Cabinet seines ältesten brudcrs Remigir, und starb an. 163;, Sebastianum, ( von deine im folgenden articul aeredt werden soll) hinterlasscnd.8) Sebastian/ Schaffner in der Carthauß, starb an. 16;;. Sein söhn wäre Johann Rudolfs, anfangs Bläsischcr Amtmann, hernach des Raths und Dreyer-Herr, starb an. 1709. y) Johann LUdwist / des Raths, starb an. -68;; Hans Rudolf,Albrecht undHans Ludwig, drey seiner söhnen,wurden nach eManderzuRaths-stellenbefördert, welches deswegen merckwürdig, weilen mentalen zwey brüder zu» gleich in den Rath können gezogen werden.Bonifacius, der vierdte söhn des erst - genieldten Johann Ludwigs, gebohren an. 1651, wäre ). »-1>. Er hat durch Italien, Franckreich, Engeli-Holl- und Teutschiand, wie auch Ungarn, sehr schöne reisen gethan, und nach feiner zurückkunfft so lange >» jure eoUegj» priv»r» gehalten, bis er r>. Samuel Burckhgrdts, ?rofcM.n5 l.oglcL, Vicsi-ius wurde. An. 168; wurde er sirot'eNor Nbcwriccs. und bald darauf Professor juriz. welches amt er bis an feinen tod an. 171; fleißig und Mit rühm verwaltet; Lx pe/'cLr/r-r-r L Liüs LlÄO. * Fesch/ (Sebastianus) lur. uer. voL. und ?mf.zuBastl,hernach stadtschrciber, ist gebohren den s jul. an. 1647 von obgemeldtem Christophoro, und Catharina Güutzerin. Nach erlangten ßr-ssssuz III »rtibu 5 sieng er an. 1664 das ituäiumssuris an, Mit welchem eil doch jederzeit das stulllum pküofopki« wie auch ssom.und Qr-rc »n- riquic-iruM verknüpfet. Hierzu hatte er gute gelegenheit, als das füe- trefliche Cabinet RemigiiFeschii, zuerst seinem vater Cbrfftophvro, hernach ihm sechsten verwaltunqs-weis Heimgefallen. An. töä? begab er sich nach Grenoble, und denn nach Lyon, wo er sonderlich Sponio bekannt worden. Von bannen gierig er weiter in Fvanck. reich, setzte über das meer in Engelland, und machte bekanntfchaffk mit den gelehrten beyder milversitäten, insonderveit mit Thomas Gale,welchem,alS er eben in eUirung des Jambllchii begriffen war, er aus einem r^-nufcripcn Llkliorksc« IsslcIoL,ia.'Mlt untcrichrrdli- chen obiervmionen an die Hand gieng, wie Gale dessen mit lob in der vorred Meldung thut. Aus Engelland kam er durch Holland und Teutschlanv wieder in fein Vaterland, und hielt nach überstan- denem Laotin,: an. 1672 eine sehr gelehrte ciichm»t>aii lls inllsnibu;, welche hernach in Teutschland in form eines tractatS wieder aufgelegt worden. An. 1678 that er um sich noch mehrn, II theil. P p ttuäio 2y8 fcs stt ttuciio Lnkiquüstum zu perfectioniren, eine reiß durch Oesterreich, Earnthen rc. in Italien , und hielt stch etwas zeit bey seinem vertrauten freund,CaroloPatino, welcher damals die Medicin zu Pa- dua profitirte, ihm aber schon vorher zu Basel bekandt worden, auf. Er ward in die kiccupersrorum einhellig ausgenommen, und hielt eine oration in Griechischen und Lateinischen versen zu lob der Repudlic Venedig,in gegemvart der fürnehmsten der stadt, welche hernach im truck ausgegangen. Von dort begab er sich auf Rom, allwo er nicht nur alle curiositäten durchsehen, sondern auch deren viel, darunter sonderlich Griechische numiwisc» sich befunden, mit sich nach Basel gebracht. Eben da sahe er auch den raren NUMMIIM Lvcrgcr-e, Königs in Paphlago- nien, welchen er nach seiner rückkunfft in einer disiertation mit einem gelehrten LoMm-n»rio jllustriret, die damals gedruckt, hernach auch von Gronovio seinem ivcHuro Anriq. einverleibt worden. Zu Florentz wurde er mit A. Magliabechi und Jac. Cinelli bekandt, welcher, wie hoch er seine freundschafft wegen seiner, wie er redet, unendlichen crullitian und Höflichkeit geschätzt , es genuasiim in seiner eibiiotkecs Voirnr- an lag gegeben- In Mayland leistete er gute dienst dem Grafen Fr. Mezzobarba, der damal in ausfertigung seiner i§u,i>morum impe^rorum Koma- Iior. begriffen war, wie solches besagter Graf durchgehends in seinem werck bezeuget. Nach seiner rückkunfft in sein Vaterland, und empfangenen voüoi-würde in ^»re an. 1681, wurde er urokellor lnllirucionum. und an. 169; Luclicis. dabey ihm auch die gewöhnliche lligniräten bey der Universität, wie auch von der Obrigkeit das 8ynö>cLc conftriret wurde, welches alles er verwaltet bis an. 1706,da er von der Obrigkeit, als er eben sein drittes antreten wolle, zu einem Stadtschreiber und Deputaten verordnet worden. Er starb an den qrieß-schinertzen den 27 May 1712. Von ihm hat man im truck ausser obangeführten, einige andere öc kkiloloß. wie auch Orrr. ksrenc. in obir. ffzc. LcsriclmUI- leri /. L. * Fesoli/ siehe Fiesoli. ssL88Ol8sl^> oder nach mehr alten^88e. kL88O!ff^. mit dem zunamen viv/t, wäre eine Göttin der alten Heyden, zu deren sie bey grosser Mattigkeit und mitten in schwären arbeiten ihre zustacht nahmen,weil sie von ihro in dergleichen anligen sonderbahren tröst und erquickung hofften. xsmk. n^ci,. pg§. r-.8. * Festenberg/ eine kleine stadt in dem Fürstenthum Ocls,an den Pohlnischen gräntzen, 6 Meilen von Breßlau gelegen. An. 1697 hat die verwittibte Hertzogin von Oels, Elconora Charlotte, ihren wittwen-sitz allhier genommen. An. 1676 hat es dieser Hertzogin gemahl Dylviiis Fridrich von den Köckritzccn erkauffet. Es ist dieser ort das stamm-hauß des Adlichen Schlesischen geschlechts von Festenberg/Packisch genannt. Lclli-c. ciiron. Festus pörtius / ein Römischer pi-oconlui und Landpfleger in Iudäa im i seculo, welcher Felici succedirte. Vor ihm wurde 8. Paulus von dem Hohenpriester und Obersten des Jüdischen volcks verklaget; einige zeit darauf liesse er diesen Apostel in gegemvart des Königs Agrippä wieder zu sich fordern, und hörte seine Verantwortung an, da aber Paulus als ein Römischer bürger, an den Kayser appellirte, schickte ihn FcstuS nach Rom. Zu seiner zeit ver. ursachten die straffen -räuber,und noch mehr die so genannte iic^i ober meuchel-mörder, grosse unruhe im Jüdischen lande. Sonderlich entstünde ein gewisser zauberer oder ertz-bclrüger, welcher eine anzahl volcks nach sich in die wüste lockte, mit versprechen, sie von allen plagen, sonderlich dem sie so hart druckenden Römischen joch zu befreyen; Aber Zestus schickte sein kriegs-volck wider thue, von welchem er mit samt seinem gantzen anhang in stücken gehauen wurde. XZo»'. Is, 26. I. :o c. 7 L 8. Festus. Es wird in dem Lociici: irbcolloiiL,,» dreyer dieses namens gedacht, welche allesamt unter den Christlichen Kaysern hohe cli-rge; bedienten. Der erste wäre unter Constantino demGros- sen Land-pfleger in Sardinien um das iahr; 19; der andere wurde unter dem Kayser Valens an. ;7-> über die Syrische Provintz gesetzet; und der dritte wäre kroconlui in Africa an. ;?6. Es gc- dcnc'kcn ihrer auch andere Scribenten, so zu ihren zeiten gelebt haben. 72t. ?roioj-og>'. Loci. Hicnclcis. * Festus/ siehe Avienus/ und LLx'rus pompcjus. Fethelmachus / der ;8 König in Schottland,succedirte Augu- siano, fiel im andern jähre seiner regierung in derPictcn land ein, und verwüstete dasselbiqe. Da dieselbe hierauf mit einer armee zu selbe qiengen, wurden sie geschlagen,und das Haupt-Ep» von ihrer armee gefangen genommen. Drey tage hernach starb der König der Picken an seinen empfangenen wunden. Die Schottländer aber, ob sie schon viel mannschafft in diesem treffen verlohren,wüsten sich dennoch dieses sieqes zu ihrem nutzen zu gebrauchen, und überschwemmten fast das gantze Pictische land. Als nun die Picken nicht im stände waren, ihnen mit einer armee das Haupt zu bieten, fielen sie die Plünderer an, welche in kleinen partheyen aus- streifften- Ja Hcrgustus, welcher dem verstorbenen Könige der Picken succedirte, beredete zwey von seinen Unterthanen, daß sie sich für Schotten ausgaben, und einen von Fetbelmachi musican- ten, die nack, der damaligen gcwonhcit in ihres Herrn fchlaf-kam- mer aufwarteten, um ihn in den schlaf einzuwielen, mit gelbe bestachen , der ihnen so dann gelegenheit machte, den Konig in der nacht zu ermorden, welches in der mitten des 4 seculi geschahe. kill. 5cot. Letichen / sind gewisse gottheiten in Guinea, davon einige von stt stu einer gantzen Provintz, andere aber von einer gewissen familieunn, schutz-gott auserdetten werden, llcicripe. ' ' Few/ist eine landschafft in Africa, aufder gold-küste von Gui- nea an dem Aetiopilchen mecre. Mitten durch diß land länffet ein fluß süsses Wassers, welcher sich bey dem castell 8 . «s-o-M tzc iwdas meer ergeust. Der Haupt - platz darinnen heist gleichsiuls Fetu, ist zimlich groß und volckreich, mit bäumen rings umher bewachsen , wiewohl die Häuser schlecht, und die gaffen so e»ae sind, daß kaum 2 Personen neben einander gehen können. Die andern städte, oder vielmehr dörffer, sind von keiner Wichtigkeit Üw terschiedene Europäische nationen aber haben sich allhier vestungen gcbauet, darunter die älteste und vornehmste das eastel 5. lvM oder Ocorge cls L!>N2, welches von den Portugiesen ums jadr 1481 aufgeführet, nachgehends aber in der Holländer Hände qera- then ^Ferner ist das castel an Cabv Cvrso, welches an. iS;rvon der schwedischen compagnie zu bauen angefangen, und Carvlus, bürg gencnnet worden, nach vielen streitigkeiren aber zwischen den Schweden, Dänen und Holländern an die Engeüänder kvm. wen. Endlich Friebrichsburg, welches gantz nahe an Cabo Cvrss ligt, und an. 1659 von der Danemärckischen compagnie ist an«, legt worden. Das gantze land Fetu ist gegen der see mit hohen der. gen und stein-ftlsen, auch liessen thälern angefüllet; der gründ des erdreichs ist gantz dürre,voll sandes und kleiner steinlein,dabey aber doch fruchtbar, indem er verschiedene fruchte, bäume und crd- gewächfe hervor dringt, auch eine doppelte erndte giebet; die IM aber ist sehr ungesund, und können sonderlich die ansländer selbige nicht vertragen IDie einwohner sind schwache Mohren und dabey gdtzen-diener. Die haben einen König, welchen sie Ohm nennen, der aber in gemeinen land-sachen nichts vor sich allein verordnen darff, wenn nicht die vornemsten des Reichs und des volcks solches gut beissen. Ihre krieges-waffcn sind mußgueten, welche sie von den Europäern bekommen, bogen, säbel, spieße, schildeffchirm- hauben, und breite gürte! um den leib. b-sci-reib. izo« ickstkr kccu. vo> sge clc Luinde. Fevardentius/ oder Feuardent/ s Francifcus) ein berühmter Barfüsser-Münch , unv voetor per Universität zu Paris, war an. 1 ?4i zu Cvutance in der Unter-Nvrmandie gebohren. Er stammele aus einem guten, adelichen, gefchlecht her, und hätte ein reiches erbe zu hoffen gehabt, wo er nicht den Geistlichen stand erwählet. Er war nicht allein den Protestirenden auf das äusserste ge- häßig, sondern auch seinen eigenen glaubeus-genossen, wenn sie seine meimmg nicht billigen wollenst davon Suarez (welcher den betrug entdecket, den er zu deweifung der unbefleckten empfängmß der jungfrau Mariä in anführung einer eingeschobenen p-ikg-aus dem Cyrillo begangen, indeme er die Worte )o-loci ciiickrov-l, welcher sich unterstanden hatte den Lommenrarmm Lyrllij über den Evangelisten Johannem in denen verlohrenen theilen zu ergän- tzen, anstatt der Worten c^riiii angezogen) die probe geben kam Dann wiewohl Suarez die besten Worte vom Feuardent ge, brauchet,so bemühete sich dieser hierauf, zur räche,aus allen Missten des ersteren fehlere zusammen zu suchen, und ihme solche in der erneuerten ausgab des Irenäi mit gröstcr bitterkcit vorzuwerffen, obschon das meiste auf einPe nicht gar genaue oder sichere anzöge der blätteren derjenigen bucheren, so Suarez citiert, ankommen muste; weicher gatlunq fehlere gleichwohl von geringer Wichtigkeit , und mir deine, dessen Feuardent vom Suarez wäre erinnert worden, in gantz keine verqleichung kommen mögen. Er scheuete sich auch nicht, gecrönte Häupter, alsHenricumIlIundlV, in pre, digleu anzugreiffen. Endlich starb er zu Paris an. iüio den 1 jan. Er ließ an. 157z und 1576 die 5 bücher Irenäi mit anmerckmigen drucken,desgleichen verschiedene wercke wider dieReformirten,darunter seines vcomLcliizLLlviniiHcg, ferner einige commcntLrü über die bücher der heiligen schrisst, Ruth, Esther,über einige capitel aus dem Hiob, über Jonam,,über die episteln Pauli an Philcmvn, des Iacobi, Petri und Iudä ; tzilloire llc Is konilarion lle s cßlilc ä: Lbtzs^e c!» kclont 8. Xlicvel, und andere mehr- Ll'veer-! in cririco sscra I. r. c, 6. Lk,e/»e tz,tzl. lles llilloir. cle krsnce. 77,cie bonis sc wslis libris, llilll clc script.cccl. k. i p. züo. 77L,,»,- kill. lle ls ügue p. zA;, ci» Kitz!, clcr suceurs eccl. r, i z>. 7Z, 74. * Feuchtwangen/ lat. »ygropoik.eine dem Marggraftn zu An- spach gehörige stadt, nebst einem Stifft und einer Vogtcy, i weile von Äünckclspiel. Sie ist ehemals eine Reichs-stadtgeweseu, au die Burggrafen von Nürnberg aber erblich abgetretten worden, nachdem diese erstlich dem Kayser Carolo IV;o°°o fl. und hernach dem Kayser Ruperto noch 20000 darauf vorgestreckt haben. Es hat auch ehemals ein Adelichgefchlecht diefes namens Komet, davon sonderlich Conrad und Sigfried zu mercken. Jener war um das jähr 1290 Eroß-meister des Teutschen ordens, dieser aber um das jähr i z 03 Hochmeister in Preussen. Der letztere soll öff- ters die Worte im munde «führet haben, es schmecke ihm kein bissen/wenn er nicht zuvor ein paar polnische/preusstfche oder pommerische danren hencken lassen; zuletzt aber ward er rasend, und stürtzte sich in ein fcur, worauf er kurtz hernach in grossen fchmertzen feinen geist auffgegeben. kranc. resiv. Zcugc. ^llelc^,. ?. I. p. Zo;> Oome? poln. liifl. ^euci / (Johannes äs) Lanom'cm rcgui-riz des Augustiner-ordens i» denNtcderlanden,und nachgehends Abt zu Lloy im Artojs, lebte um dasjahri;;«. Er wurde von dem Kayser Carolo V zu feinem Rath ernennet, und schrieb eine chrome von den Fvretiers,Grafen von Flandern. ^7. t-ll-i. Fem- z Wr> !r y. dz N A Ä!> ^sr ft«! Äj kN p»-x 2L^ i^x Ä-! i-r !«Ä! Li2 FL! L ei! SB- ^>p zjM! ««^ chA LiisSl cois k»i^ .-d» ÄA V^T. K fcu Kur-und Wasser-probe / wurden in den mittlern zelten bey den Teutschen, Franko,en , Enaellandern, Schotten und andern Nordischen völckcrn,auch m Italien und Sicilien,wo die Teutschen oder Normannische sitten eingewurtzelt, vor Mittel gehalten, rn zweiffelhafflen fallen, da einer eines Verbrechens beschuldigt und nicht überwiesen war , die Wahrheit zu erforschen. Sie hiessen in der alten Sächlichen spräche Orllslium ^welches wort ohnezweif- fel aus den, teutschen urtheil also formirt worden. Sonst aber nennte man sie jull-cum De>. weil Gort durch ein wunder die Wahrheit an den tag bringe, inglcichem xurZ-rionem, oder prob:>r,oncm vulgärem,zum unterscheid der xurgsriomr cLnonicsr oder der proben, welche das geistliche recht verordnete, und die in einem eyde bey eines Märtyrers grabe oder im gebrauch des heil. abcndmahls bestunden. Bey der feur-probe ward es also gehalten. Ein gewisses stück eisen, welches nach der nntersthiedlichen Wichtigkeit der be- schuldigung, bald ein, bald drey und mehr pfund schwär, und durch sinen Priester mit einer gewissen formul geweiht war, ward glüend gemacht, und derjenige, der seine Unschuld behaupten wolte, muste solches mit blosser Hand etliche schritte weit, die dazu abgemessen waren, tragen. Vorher ward ihm die Hand mit weyh - wasser besprengt, davon er auch trincken muste, und durffte er nach dieser be- sprengung nichts mehr, auch sich selbst nicht anrühren. Seine eignen kleider muste er aus-und eines Exorcisten oder Discom Endung anziehen. Zuweilen war es bräuchjjch , daß man ein solches eisen in nenn und mehr stücke zerschnitte, solche insgesamt glüend machte, auseinander legte und die beschuldigte pcrson barfuß darüber gehen ließ. Manchmal ward ihnen auch ein glüender band- sschuh angezogen,wiewohl das etwas außerordentliches gewesen zu seyn scheinet. Wenn nun diese Handlung verrichtet war, wurden die Hände oder füsse eingewickelt und versiegelt, nach dreyen tagen aber besichtigt,fand man sie nun unbeschädigt,ward der beschuldigte loßgesprochen, im gegentheil aber des aufgebürdeten Verbrechens schuldig erkennet. Die wcrsser-probe geschahe entweder mir kaltem oder mitheissem wasser.Die kalte wasser-probe bestund darinnen,daß die beschuldigten in ein grosses gefäß Mit wasser, welches vorher von den Priestern auch besprochen und zu dieser Handlung geweyht war, bisweilen auch wohl in fließendes wasser gemorsten wurden, sshwummen sie nun oben, hielt man sie vor überwiesen, tauchten sie aber unter, vor unschuldig. Sie waren aber vorher gebunden, und ward der strick von jemanden gehalten, daß sie theils reinen betrug vornehmen, theils, wenn sie suncken, gleich errettet werden kunten. Bey der herssen wasser-probeLieng es also her, daß der beschuldigte seine blosse Hand in einen keyel siedenden und von der Geistlichkeit besprochenen Wassers stecken, und aus demselben einen stein, der hinein gehangen war, bisweilen auch einen ring langen muste. Der stein hieng, nachdem die beschuldigungen wichtig oder nicht waren,einmal tieffer als das andre, so daß in geringen fällen die Hand nur bis an ihr gelencke, in wichtigern aber, bis an den einbogen unter das wasser gesteckt ward. Sie ward nachgehends auch verwickelt und versiegelt, wie bey der feur-probe, und nachdem man sie nach verlaust dreyer tage verbrannt oder unbeschädigt fand, nachdem ward der beschuldigte loßgesprochen oder verurtheilt. Alle diese proben geschahen in der kirche, in gegcnwart des Bischoffs oder seiner bevollmächtigten der weltlichen Richter und des volcks, und mustcn sich die, so sie aushalten wollen, durch fasten und durch den gebrauch des heil. abendmahls, so ihnen mit gewissen Verfluchungen gereicht ward , etliche tage zuvor darzu bereiten. Die kalte wasser-probe scheint bisweilen auch ausser der kircbe angestellt gewesen zu seyn. Diese feur-und wasser-proben gehörten vor Personen vor allerhand stände, sonderlich aber vor die, die entweder ihres alters, oder leibes-schwachheit halber, oder wegen ihres standes, welches bey geistlichen und ordens-personen ein- trassden zwcy-kampff, so auch eine art der pu^scionis vuigsr-swar, nicht halten kunten. Ihren Ursprung haben diese proben ohne zweifle! aus dem Heydentyum, aus welchem sie die ersten bekchrer, damit sie den Heyden nicht alle ihre gewohnheiten nehmen mochten, beybehalten, und nur mit einigen Christlichen ceremonien versehen haben. Es ist aber zu aller zeit von den Päbsten und vernüuffti- gen Geistlichen darwider geciffert und geschrieben worden, wiewol umsonst, indem dieselbigen in den geeichten noch immer statt behiel- ken, sich auch so gar ofst Kanferliche und Königliche Personen loschen proben unterwurffeu. Endlich hat sie der Kayser Friedrich II durch eine besondere constitution an. 1221 untersagt, welche zwar Mir unter seinen conllirmicolldu!- Liciw, steht, und ist daher ungewiß , ob diß verbot auch in andere länder ergangen. Jedoch weil Um theil um eben selbige zeit die geistlichen rechte auch mit macht aufdcren Unterdrückung drangen, zum theil nach und nach die sitten der menschen geschmeidiger , und in Teutschland sonderlich die fremden rechte eingeführt wurden , ist der gebrauch die,er proben dach und nach verschwunden, siehe auch Zwey-kampff. ^ ßlolpzr. mell. I_.Lrin. v.LguL, berrum , jullicium, vomcrcs. lle^sce publ. l'mpcr. I. l c. r. Oermsn. mclllL llilll z §-w se^. lle snric^u. <^uib. Oermso. juc. c. 28. mauullutll. 2ll s Lsn. rir. llc prirg. vulg .Pelvici iwollellör orllinarius der theolo^ me, welches amt er bis an. 1624 verwaltet, da ihn der Landgraf Ludwig nach Marpurg berief,um daselbst die stelle eines ?.ok-llor.« und Predigers zu übernehmen, welche er auch bis an. 1649 bekleidet. In diesem jähre schickte ihm der LandgrafGeorgins eine Vocativ» nach Giessen zu , bey ihm dem amte eines Hof-Predigers vorzustehen. Das folgende jähr wurde die Universität Giessen wiederum zu stände gebracht,und er zum ersten kcÄorc. fellllre primsrio und Superintendenten der kirchen und schulen in dem Marpurgifchcn antheile, gemacht. Svnsten wurden ihm von Franckfurt, Altorff, Jena, Stvaßburg, Wiltenberg und andern orten vocLr.Es zugeschickt,die er aber sämtlich ausgeschlagen, und zn Giessen bis an feinen tod,der an. i6;6 den ü ftbr. erfolgt,ausgehalten. Seine fchriisten sind: ; lliLZra. plli« rkcoloZic« llillcrcsr. 9 llö clirillo; llilsturst. rlieoloZ. lle quX- lliorill>u 5 : i) 20 in infamer LötualiL c-llanr peccatz t r) an Osur pc>- üeros öc lllior punisc ob wajorum L parentum lliorum klagirig t ;) 21» iwpcrrLkL peccaroruni remilüo per fublequemis peccara steri pollie irrira? llillerrar. rbeolng. biga «) lle eleLione Sc vocarinne all viran, -erernsm; Z) lle s-rsrns Lkrilli Heirare; falciculi 6 llillcrr.; exsmea confelllonir snsn. Lombsckii, ?rof lle Perlons lle olllcio Link-, lliz facrsrnm llisguillcionUnr fvnrsAMLks z,in r;uibur besrs ir-.d'-er-r!,/«, Lkrillizns cbrcmLtiüicS, fscrs ). L. ccens, öec. expllcancur; funlls» menlslir llslluÄio contra (isfsIIsnL^ anci-Lnjcllinur poll- bumur; anri-Ollorollur; lle nrturs är grsris comrs Lm^rsllluni llec- niem. rbeol. llec. 9. 5^,2.?/. rempl. bonor. Freier. Fevre / (Ludovieus le) Herr von Caumartm und Boiffi, döp älteste söhn Ludovici, Königlichen flegel-verwahrers, so an. i6r; gestorben, und ein bruder Francifci, so Bischoffzu Amiens in der Pjcardie worden, und an. 1652 dieses zeitliche gesegnet. Er wurde anfangs Rath in dem llrsnll Löwen» nachmais Requetemneister, prelillenr lles rcqueces llu Unlsis, Staats-Rath lllld als Lmbsllslleur nach der Schwelt;, ingleichem an die Nepublic Venedig geschickt. Nachdem seine erste gemahlin ohne kinder verstorben, heyrathete er Magdalmam von Choisi , und zeugte mit ihr Ludovicum Fran- ciscnm,Herrn von Caumartin, Boiffi, Argouges, Maizv,rc. Dieser wurde anfangs Parlaments- Rath und Requetenmeister. Der König gab ihm an. lüüs die siege! bey den grossen gcrichts-kagen in Auvergne in Verwahrung. Hierauf wurde er wicnllsur »her Champagne, und ordentlicher Staats-Rath. Er bekleidete auch zu zweyen malen die stelle eines e ommisssr,- bey den Standen von Bretagne mit deren grossem vergnügen, und starb an. 1687 dm z mertz, L söhne, die gleichfalls hohe bediemingen bey ihrem Könige erlanget,hinterlassend, Lsslo-rss»--. ^evre/ (Jacob >--) ein berühmter voökor in der Sorbonne,war zu Lisicur in der Normandie ums jähr 1641 gebohren, auch daselbst hernach eine zeitlang/rrclii.Diaconus. Seme Verdienste und ansehen haben ihm nach der Hand noch viele b-ne6-.s zuwege» gebracht, und er bat rulekt die stelle eines orsnll v,c.i,re bey dem Ertz-Bk- schoffvon Bvurges bekleidet. Maser geschrieben,sind streit-schrG ten,wider ArnanldMaimbourg, Natalem Akexandrum und andre, in welchen eine feine satyre, nette schreib-art, und sehr richtige cri- ic he^ bKt. Ä Chinesischen Händel,darinnen >- Fevre die vartbev der Sorbonne gegen die Jesuiten genommen, mnste er eine reitlana in der bsltiiic gefangen sitzen, deswegen er nachge- bends qememiglich Dvre lle is bslliilc genennet ward. Die schrifft, die solches verursachte,heißt: -nri jour-nsl lle- sssembiee- lle Sorbonne. Seine übrigen wercke sind ; -nrrsucn» llLulloxe, Sr PpL llLucN». ZOO ^Ruciirricke, kvrdW dstt ?. Maimöourg; mvtiks invlncibles pcmr Wi'.VLlncre ceux cke ks 8.. ?. 8. cvnkerene« roucllrnc le« causes äs Ir kspLrstion 6e, UrorÄLas; rccuei! 6e rom ce, c^ui z'cÜ ksit pour Lc vonrre les ?rore»snk «n krLncc ; conciliatio conk,2num spf>L» reniium lcissrur« gremar^ucs cnri^usz lur kllilloirc ccclsiiLÜi^us 6e kioei ^iLXLn„5 Or-eci5>ULr>nL v-rllonc öc noüz. welchen sie dein gelehrten Huctio, damals untcr- i-ra-ceprori des Dauphins,dcdicirte. Diese arbeit setzte sie bey dem Hertzog von Montanster, welchem die auferziehung des »inge.n Dauphins anbefohlen war, in solche Hochachtung, daß er sie nöthigte , auch mit in die societät deren gelehrten einzutretten, welche in ukum v-ssuini die alten Lateinische sun-rc- heraus geben sollen. Sie nahm über sich klorum , Diä^n Liercnkem , Lur. ViÄorcm und Lutl-opiuM, und stelle solche bald darauf ans licht, worinncn sie die meisten übrigen männcr, welche ihr pcnillm „jcht zeitig genug absolvirt, mit grossem lob übertraf. Bald darauf trachtete die Konigin Christinn mit einem fehr höflichen schreiben und grossen ver- heissungeu sie zn sich nach Rom zu bringen, aber vergeblich. Der König von Frankreich hat ihr durch Vermittlung des vuc 6- Montanster vielmalcn ansehnliche gratisicationen und au. 168z eine bestimmte pcnsion gegeben, deßwegen sie dein Hertzog ihren ^nscr-on und dedicirr. Nahm sich hierauf für die allen comicos heraus zu geben, davon zum Vorschein kommen Plauti ; comödien, einige von Aristophane, und allesamt von Terentio, mit einer Fran- tzösifchen Version und versehen. Währender dieser arbeit war sie in die acadcmie zu Padua, 6» kicovrsci genannt, aufgenommen, und ein jähr vorher i68z mit M. A. Dacier einem discipel ihres vaters vcrheyrathet. Vchon vorher hat sie zur ehe gehabt Jean Lesnier einen Buchsslhrcr von Saumur, welcher die meisten schrifftcu ihres vaters getruckr, aber von so bösem llumeur war, daß sie steh von ihm weg und zu ihrem vater begeben. Nach vollzogenem heyrath mit M. Dacier thaten sie mit einander eine reiß in Languedoc, und nahmen allda beyde, kurtz vor abfchaffung des Llli-s zu Nantes, mit abschwörung der Neformirten Religion, die Papisiifche an, welches geschehen zu Castres an. 168z. Hierauf haben sie gemcinsamlich unterschiedliche werckcr verfertiget, als ÜN. l6yl Ncllcxions XlorLles cie I'Lmpercur tvlrrc -rnconin , und bald darauf etliche leben 6er liomm-5 illutkres 6e Illiit 2 -que. Sie wolle in diefer arbeit mit ihrem eheman fortfahren, und auch die übrigen leben übersehen, allein ein neues pmjcÄ unterbrach ihr beginnen. Von sagend an hatte sie eine sonderliche affection zu Hömero, nahm sich deshalbcu für eine neue und weit zierlichere Frantzöstsche Übersetzung, als alle vorigen waren, mit gelehrten no^§ zu publiciren: nach verflicssung i z jähren an. 1711 kam zum Vorschein die tt>2s in ; rom. welche den grossen streit, betreffend das mcrite» der alten und neuen scribcntcn erreget hat. Sie nahm mit grossem eyfer die parkhey der alten und sonderlich Homeri an, antwortete 8io,>s. 6e 12 Mothe an. 171; in einem werck,Lsuckr 6s >s corrunioii ci» 6oük, genannt ; und hernach dein e. Harduin , welcher Nvich ihrer mcynung den Homeruin nicht wohl dcfendirt, in einem andern, intitUlirt: 6-f-n6l> caiurc l'/cp»logie 6u p. ttrnömv». Endlich an. 1716 stellte sie an das taq - jichl auch Pik Oclvll-2», j„; rom. auf gleiche weiß außgczieret, "wiewohl der Verlust ihrer einigen sehr liebreichen tochter, welche sie mächtig beklagte, fast das werck ins stecke» gebracht hätte. Als sie sich hierauf ruhig setzen wolle, griffsie bald ein schlag-flnß an, und nahm sie weg den 17 aug. 1720 j» dem 68 jähr ihres altccs. In was für grosser Hochachtung diese gelehrte Dame so wohl bey hohen Fürstlichen Personen, als auch der gelehrten weit gestanden, bezeugen so viel ansehnliche gratisicationen, schöne büchcr, dedicationen, und bewegliche or,«,»- fuiiet,,>2, unter welchen vor andern gelobt wird die Lateinische Ll-giz des A-Fraguier, so derselbe dem M. Dacier zugeschrieben bat. l»"-»- )2»v. 1711. Fevretus / (Carolus) Herr von 8. Menü und Godan/ ward zu Scmur in Anxois an. i>8; gebobren. Sein vatter war Jacob Fevrct / Parlamcnts-Herr zu Dijvn / den der berühmte Gencbrardus/ Ertz-Bischofs zu Air und n-lor zu unser lieben Frauen zu Semür/ parronum ««„mbus rebur ori,2ni,n nennet. Dieser Prälat verlangte / daß Iacobus idm seinen söhn mit nach Italien geben solle ; allein an dem tage/der zu seiner abreise bestimmet war/ fanden ihn des morgens seine domesti- guen todt im bette. Bongarsius nahm davor an. 1602 den jungen Fcvret mit nach Leulschiand / und ließ ihn zu Hcndclbcrq bcy Go- dosredo/dcr ihn in scin hauß nahm / und alle sorge vor ihn trug. An. 1617 kehrte Fevrctus wieder nachDijon/und vcrheyrathcte sich mit Anna Brunct von Veaulne/ mit der er i p kinder erzeuget. Er blißtesic an. 16)7 wieder ein/ und blieb nachgchendswittwer.In ftz den rath der drey Standen von der provmtz ^genommen wM, An. i62ykamderKonigLudovrcusXIIInach Dijvn /etliche anl- rührerzu bestraffen/da man denn unsern Fevretum erwählte/ ei. ue vorbitte vor dieselben bey dem Könige einzulegen / welches er mit solcher beredsamkeit rns werck richtete / daß der König nicht nur die schuldigen pardomerte / sondern auch den discours gedruckt zu lesen begehrte / und den Fevretum zum Parlaments-Herrn m Diion ernannte / welche gnade aber / weil Fevrekus ftme k>r»g, nichtverlassen wolle/in die wurde eines Königlichen Raths und Sscrcrs-ii und in eine Pension von yoc> pfund verwandelt wurde An 1626 nahm ihn der bruder des Königs in seinen ordentlichen Ralk auf/ und 1627 machte ihn der Printz von zum Intendanten . . . ..Casi» mirs / und seiner gemahlin Amalia Antwerpia/ Printzeßin von Oranien. Seineschrifftensind : Ue ->--,5 tdri LurZunälciormoribus- rrLilelje k2ku5 öc äu vray llljsc llcs LppsIIslions, qualiüecs llece oom 62! dus; ile oKciis vitX llumLNL 6ve in rytzrzci tekrakicka commemsrius Erstarb zn Dijon i 66 i/seinesalters 77 iahr.Zwey von seinen söh^ nen sind Parlaments-Herren zu Dijon worden/und vvnseinen enckeln istebenfalseiner Parlaments-Herr zu Dijon/ein anderer aber in gleicher würde;» Metz gewesen. ^eurs / bey den alten korum LeZullanorum, die haupt-stadi der landschafft Ober-Forez/ an der koire/ an dem emfluffe des Ltgnons zwischen Lyon / Roanne und 8. Etienne. Fevra / oder s r-yrs, ist eine kleine stadt in der Portugiesischen landschafft Beira / an dem kleinen fluß Casios / nicht weit von dem meer/ zwischen Aveiro und Porto / gelegen. Sie gehört mit dem tttnl einer Grafschafft dem Hause derer von Pereyra/ welche daselbst einen prächtigen pallast und ein gut schloß haben. lleüc. 6s I-circug. j>Lg. 72z. Fe; / ist eine Africanische stadt und Königreich in der Barba» rey zwischen dem mittelländischen meer auf der einen / und zwischen der offenbaren see und dem Königreiche Algier aufder andern feite. Der fluß Mulvm scheidet es ostwärts von Algier / das offenbare welt-meer aber schlägt daran westwärts- Das n-gsirn- Alas und der fluß Ommirabi scheiden es südwärts von Segelmeffa und Ma« rocco mittag-warts / die meer-enge von Gibraltar aber und das mittcl-mcer nordwärts von Spanien. Fez ist ein stückvon dem alten Mauritania Tingitana/ und begreifft/ Provintzcn in sich/ ucmltch Temcsen/ Fez und Azqar am offenbaren welt-meere/Ha. bat an gedachter meer-enge / Errif und Garet an der mittelländischen scc/ Chaus aber ist mitten im lande drinnen. Die stadt Fez ist die zierde des gantzen Königreichs / ja der gesamten Barbarey. Sie liegt 100 meilcn von dem offenbaren und eben so weit von dem mittel-meere / am fluffe Pcrles oder Fez / welcher zwischen den beyden flliffcn Bunaffar und Suba hinlauft. Sie ist mereckicht ge- bauek,/ und stehet in der mitten auf einer ebene / die ausscn-theile aber find bergicht. Sie hat auswärts eine ziemliche menge vvnvor» stadtcn/ unter welchen ;2 die vornehmsten sind / etliche unter ihnen haben 500/ einige 1000 und andere 2000 häuserinsich. DiesM hat 12 haupk-theile/ 62 grosse marckt-plätze/ über200 theils breite theils enge straffen / nebst unzählbaren kleinen gaffen. Ferner siehei man 700 Moscheen / eine grosse anzahl von -llUe-7 , Hospitale,!/ hadern und dergleichen / 86 thoreund 150 öffentlichesecreke/ deren unfiat famtlich durch das wasser weqqeschwämmct wird. Über dieses hat sie auch 250 brücken / unter welchen viele dergestalt mit ge- bänden bedeckt sind / daß man sie fast nicht für brücken erkennen kan. Über dieses zehlet man darinnen 86 öffentlich und über 600 prwat-brüimen. Die Häuser find wohl gebauet/ auswendig mit mosaischer oder zierlich eingelegter arbeit/ und inwendig mit blu- mcn / früchten und landschafften bemahlet- Unter den Moscheen find zc> mit ungcmcincr pracht erbauet/ welche von vielen marmornen Pfeiler» unterstützet werden. Die meisten darunter sind rdDer gcwölbct noch gepflastert/ noch getäfelt / sondern mit geflochtenen decken überaus artig sezieret. Die gröste soll eine Halde meile in ihren: umfange / ;i thore und 42 gallerien haben. Der Hof wird von schwibbogen in der länge / und von zwantzig m der breite unterhalten. Die cinkünsste dieser kirche sollen sich taM auf 200/ oder wie andere wollen gar auf400 ducaten erstrecken. Unter den an diesem orte befindlichen coii-gü. kömmt der bau desjenigen/ welches der König Habu Henon aufführen lassen/am 5-00000 ducaten zu stehen / denn es durchaus mit mosaischer arbeit in gold / lazur und marmor/ wie auch mü ehernen lhorcu ausge- zierck ist. In dieses coU-Zi, biblischer sind 2000 Arabische >cr,pr->. nebst noch vielen andern. Ferner giebks in und um M stadt herum 200 Hospitäler / unter welchen rz vor die einheimischen krancken gestifftct sind / und kan das grosse 200a personell erhalten; die übrigen aber gehören vor die fremden. Doch sind die darzu vermachte einkünfftc zu andern fachen gebraucht worden / daß aim den krancken nur das lagcr und z tage lang unterhalt verschafft wird. Nebst dem hat diese stadt 200 warme bäder/ und eben ss vlck Wirthshäuser / deren etliche über 200 kammern und zjmmcr in ficy haben. Weiter gehören auch 400 mühlcn darzu. Der grosse viss- eckichtc platz der kauffleuthe ist mit mauren umgeben / und kan M 12 thoren/ wie eine stadt / verschlossen werden. Er ist in i; Mt- ticre eingetheilet / deren jegliches seine besondere handwercks-um/ Handelsleute hat / und in dem gantzen begriff gibts 2000s hanv» werckcr / künstlcr und handels-lcute von allerley gattungen. Oyn» gefchr 1200 schritte von der stadt liegt Ncu-Fe; / allwo der Kving seinen pallast hat/ und insonderheit der höflich aufhält. So faye Dijon erwarb er sich als Advocat ein grosses ansehen / so daß er in vormals Fez aus. Allein dieser zustand haksich «M Mildert/ wie fc; sia aus folgender beschreibupg zu ersehen. Der umkreist des orts ist ohngefthr 4 Meilen / wiewohl innerhalb der Mauren viel gärten sind. Es sind ap'icho keine Vorstädte vorhanden / und nur 7 Haupt- tftore- Die stra fen lind sehr enge / und haben thore / die alle näch- zugeschlossen werden / um dem volcke zu wehren / daß es nicht Vvn einem quartier zum andern lausten könne. Die Häuser sind all' oben mit erdr beworffen/ und ob wohl von aussen nichts schönes dran ist / ko sind sie doch von innen sehr nett und zierlich. Der gantze Handel und folglich auch aller reichthum des gantzcn landcs ist m dieser stadt beysammen. Sie hat 2 castelle/ die aber mit keiner ar» tillerie versehen sind. Das eine ist sehr alt / und die manrcn davon sind an einigen orten gantz eingeritten; das andere aber ist nur vor etlichen jähren von dem berühmten Muley-Archy gebauet worden/ und hat 2 basteyen auf beyden selten der stadt / aufderen jeglicher 2 ff grosse eiserne stucke stehen. Der flnß/welcher von Fez-Gedide oder NemFetz herab fällt / läufst mitten durch Alt-Fez oder Fez-Bele durch/ da er sich dann in s arme theilet/ von welchen die gantze stadt mit waffer versehen wird / so / daß jcglich haust; biß 4 brun- mn hat. Desgleichen treibt auch dieser flust / nachdem er sich also zertheilet/ ;66 muhlcn / und giebet waffer her zu eben so vielen bä- dern. Ferner sind auch in der stadt ;66 back-öfen/ und weil diese lenke täglich frisch brvd t zu backen gewöhnet sind / so bedienet man sich derselben stärs bist gegen 4 uhr Nachmittage. Über dieses giebts achter 4 Haupt-moscheen/ und in die zoo kleinere / die nicht so viel emkvmmens haben als jene. Die grosse Moschee / Carovin genant/ ist dcs Cävi oder obersten Priesters resident;. Nahe bey diesem kern- pel stehen gewisse coii-gia, worinnen diejenigen/welche verlangen . isu-cs oder lehrer ihres gesetzes zu werden / dem studiren obliegen. Das prächtigste unter allen wurde von Muley-Archi erbauet. In diesen coltcgm lernen sie nichts anders / als allein die Arabische spräche / worinnen der alcoran geschrieben worden / welcher ci-stec- cur von der gemeinen mnnd-art sehr unterschieden ist. Die stadt Fez- ^jedide/ welche über Fez-Bele liegt/ dienet dieser anstatt einer ci- tadclle. Muley-Archy hak einen pallast und eilnsrrsii oder srauen- zimmer darumen erbauet / wie denn auch eine weite und sehr schöne Moschee daselbst ist. Das alte Fez wurde von Mulcy-Drtce / dem ersten Könige der Araber / welcher in diesem lande herrschet?/ zu bauen angefangen. Dieser wirb als ein heiliger verehret/ weil er die Juden in dieser stadt zwang / daß sie den alcoran annehmen müssen. Seine Nachkömmlinge halten sich noch daselbst auf/ und darffkcin Jüde noch Christe durch die straffe ihres pallastes gehen. Sein begräbniß ist m den bergen Serhou / und dienet denjenigen zu einer sichern zusinchk/ welche / wenn der König auf sie ungnädig worden / oder wenn sie etwas verbrochen/ dahin fliehen / um den händender Richter zu entgehen; wie dann auch der pallast/ worinnen besagter König gewöhnet / eben dergleichen xrivUcZium hat. Das land Fez ist unter allen landschafflen m der gantzcn Barbarey am besten angebauet /hat viel feine städte / und ist mit flüsscn wohl bewässert. Der Könrg von Marocco ist Herr davon/ welcherstch tituliren lässet: Kayser von Africa/König von Marocco/ Fez/Wuz und Falekte/ Herr von Daro / Gago/ Guinea rc. Das land ist von Mauren und Arabern bewohnet / welchen erlaubet ist / 4wei- ber zu heyralheu/ und darneben so viel concubinen zu halten / als ihnen beliebet, Ihre todten pflegen sie allezeit in neue erde und frische gräder zu begraben / damit es ihnen / wie sie glauben/ dermal- eins bey der auferstehung nicht beschwärlich falle / ihre gliedmassen wieder zu finden / und dcs einen seine von des andern zu unterscheiden. Lr-r/ö».^4/. Iiilloir. llu rv^suine lle kv. llelcr. -rkr. 5 . O/o», relucion cts I smxirc clu i^lsrocc. setzen / oder Festen / ist eine grosse und wüste landschafft in Afrika in Vtledulgerid oder Numidicn / nebst einer stadt gleiches namens. Sie liegt jenseit der vielen berge / woraus das geburge Atlas bestehet / gegen Gadema oder Godomeffa und Angela zu. lletcr. /irric. 8. Fiacre / soll ein söhn des Königs Eugenii IV in Schottland gewesen seyn / der an. 606 regierte / und von Conano / dem Bi- schoffe von Man / auferzogen worden seyn / welcher ihm einen solchen haß wider die weit beygebracht/ daß ungeachtet er erbe zur crone war/ er sich dennoch lieber mit seiner schwester Sira unbekannter weise in Franckreich begab. Als er nun nach Meaux gekommen / that der Bischoffdeffelbigen orts namens 8. Faron / und welcher für dieses gleichen fremde immer grosse liebe und Müdigkeit bezeugt haben;oll/seine schwester in ein kloster/ihm aber räumte er 2 stunde von Meaur namens Breuil einen ort ein / daselbst eine einsiedler-zelle zu bauen. Gedachter ort war nahe bey dem walde Fordille / allwo er sehr viel wunderwercke soll gethan haben. Nachdem sein vaker gestorben / und dessen jüngerer söhn Ferchard wegen seiner üblen regiernnq vom throne gestofseu worden/ schickten die Schottländcr einige Gesandten zu Fiacre/ und liessenlhn ersuchen/ daß er wieder nach Hause kommen und die crone annehmen mochte. Allein sein einsames leben gefiel ihm so wohl/ daß er ihrer bitte nicht willfahren wolle. Nachgchends starb er / und wurde in der Dom-kirche zu Meaur begraben. Als der König in Engelland/ Henricus V/ von dem kricgs-heer des Königs in Franckreich / Ca- roli V! / unter weichem Schottländische trouppen waren / bey Aaugy geschlagen worden / plünderte er des Fiacres kloster/ um sich also zu rächen / weil dieser heilige auch ein Schottlander gewesen. Allein hierauf soll er alsofort den blut-fluß / so dazumal 8. Fiacres kranckheitgenennet wurde/ bekommen haben / an welcher er auch zu k»i§ a-vmc°nnez an. 1422 sterben muste. In wahrender kranckheit soll er diese Worte von sich vernehmen lassen / er sehe wol/ daß mcht allein die Schottländer aus erden/ sondern auch die / so bkMts im Himmel wären / es mit den Irantzvsen hielten. Doch fia fib fic 201 wird uns d/e fach vielmehr von Legenden-schreiberen / alk «an v-» ^. .o^^so erzehiet. Siehe Henricus V / Nw Der geehrte Balllek/ welcher die leben der heiligen mit einem cnss ttschmurthest erwogen hat / hält das meiste vor un ' " allem / so wrrd 8. Fraere gar an vielen o ten n ÄanckrM mtt aroster verehrest seine gebeine werdenjetzzu?«auf behalten/ wohin man ,re an. iüür um mehrerer sicherheit will n gebracht hat / da sie blß dahin in dem ?n-,,re a- s. kilcr- nicht aar fern davon waren auf behalten worden. Doch werden auch stucke davoi, rn Parrs und anderwerts gewiesen / ohne was der Bischofs zu Meaur I-s» a« veiiesu an. 1627 dem Groß-Hertzoqen von Lok» cana verehret hat. -Lm/ter vics a-s SLinis s» zo -svrli. ^ p Hano/ ein flecken an der Tyber im p-triwom«, M«, welch- Mit dem kltul eines Hertzogthums beehret ist. ^ ^ Franona/ lat. kl-nons, eine kleine stadt nebst einem festen ha» fen auf einer kleinen halb-tnsul ln Jstrien / am s°> 6 > st- osrn/ro. Sre gehört den Venetranern. . Fibig/ (Gottfried) war zu Breßlau an. 1612 gebohren / allwo sem vater ^rcki.virconus bey der kirche zu 8. Bernhardt gewesen/ und wo er unter Ella Majore den gründ zu seinen studien qeleqek. An. iü;° grenz er nach Leipzig/ und nach derLeipztgischen belage» rung nach Jena. Hreselbst erhielt er den wie auch an. i64oeineproket5ioninjure,gjengaberan. 1646 im zHahr seines alters mit tode ab.Seineschrifften sind; processus; -i-Lu juriz puM-« Lomsni; colleßium IeZLls; coUeglum LÄionum Lacliovimum. Fibiger/ (Michael Joseph) des befreytenRitterlichen ordms der Creutz-Herren mildem rothenstem durch Schlesien und Poh- len VMtator/ und des Fürstlichen hospital-stiffts zu 8.Matthi ein grosser flecken / nebst einem Hafen, an der südlichen küste der Jnsul Corsiea / bey dem einfluß des kleinen flusses Ficari. Ficaruolo/ oder Ficheruolo / ist eine kleine etwas bevestigte stadt, in dem gebieth von Ferrara, an dem Po-fluß, gleich bey den Mantuanischen gräntzen, gelegen. Fichardus / (Johannes) einer der berühmtesten Rechts - gelehrten seiner zeit, wurde zuFranckfurtamMayn an. izii ge- hohren. Nachdem er an seinem geburts - ort sich in den sumsmo- rwus veste gesetzet, begab er sich nach Freybnrg in Brißgau, daselbst die Rechte unter dem berühmten Zasio zu stcdieren, wie er auch an. i;;i im ipden jähr seines alters o<-Lor wurde. Von dar käme er nach Speyer, allda bey dem Cammer-Gmcht sich zn üben. Nach verfliessung einiger zeit gienge er nach I Älen, und lehrte die Rechte zu Padua und Bologna,. bls er endlich bey sec- ner zurückkunfft in seinem Vaterland synlllcu- wurde. Glelchwce er dieses amt mit grosser treue bis an seinen tod, der an. 1^8 - erfolget, in die 44 iahr verwaltet, und sonderlich an der stadt -rranck- furt Rechten viel gearbeitet, also unterließ er nicht, der weit durch öffentliche fchrifften zu nutzen. Unter diesen ,,nd: v>:-- rum rccenliorulii )Lcorum 2 V Irncno usguo all 2sllul» ; inciics! llua vMnium scrimorum in jure lam pomillcio gusni civil, ; cr-Äscur cLukelsrum omnium^crorum, gui b-Äenus esuielurum mslermn« ex prokello trEsrunc ; llbri L-l-ni lle lwr.s propr»;. lls orlline librorum üiorum, lle prT/gZUs ex intomnus. guomollc, morbua, NmulLM» llm llcprclieallealli; -le «xercir-uione x-Lrv« xi>A; conli- lium in morba comii-Äi; welche er aus dem Griechischen in das Lateinische übersetzet, und einige andere. v,r. Lermrn. sOcvr. i. z protop. tiiii. l. 74. lle clsr» WZum imerxr. ZO2 fic fid Fjcheruelo / siehe Ficaruolo. Lichtelbera / eines von den grösten und ungeheurstW gebärden in Temschland/ und zwar nn Morgan / stöst gegen morgen an Böhmen/ gegen abend an Francken/ gegen mittag an L.'L OberePsaltz/ und gegen Mitternacht an Voigtland und Thüringen/ gehört theils zu Bayern /theils zu dem Burggrafthnm Nürnberg oberhalb gcbürgcs/und ist/ nach anzeigung dcr alten Mauren von unzehlichen schlossern/ darinnen theils ungeheure bäume gewachsen / schon vor uralten zelten bewohnt gewesen. Er bestehet aus einer grossen menge berge/ die ihre besondere namen haben ; darunter sonderlich bekannt das so genannte RIeeblar / der Ochserikopss/ Schnceberg und Nittelfels / zwischen welchen/ doch sehr in der hohe / der so genannte Fichtel-see ist/welcher son- sten offen gewesen seyn soll / nachgehcnds aber zu einem sumpf worden / darüber man / wiewol nicht ohne gefahr / zu fuß kommen kan. Dieser sumpf ist an etlichen orten; biß - klafften: ticff/ die alten reden von zo und 4° klarstem / und die eigentliche quelle der 4 in dem Frchtelberg entspringenden wasser / der Eger / Saale/ dcsMayns / und der Nabe/ welche gegen die 4 weltgegenden lausten. Dieses gcbürge hat zwar viel rauhe Nippen / doch ist der grosse theil bewohnt / und ziemlich angebauet. Ehedem sind sehr reichesilber-nnd gold-bergwercke hier anzutreffen gewesen/ darunter sonderlich das zu Gold-Cronach berübmt/ die aber durch des kriegs-wesm und andere zufalle grossen theils eingegangen / ausser daß geglaubt wird / die Italianer/ so unter dem vorwand das hcchel-ünd mausfallen-handcls/ sich in dieser gcqcnd häuffigcr als anderswo sehen lassen/wüsten noch Veralten gvld-adern und vieler dergleichen örkern sich zu ihrem grossen nutzen zu bedienen / und seyiiochwahr/ was ehedem rmsprichwort gesagt worden/ es werde offt ein stein nach einer kuh gcworffen/ der mehr als die kuh selbst werth sey. In den ungeheuren waldcrn giebt es eine grosse menge von den grösten Hirschen / wilden schwemm / auch wolffcn und baren / Hausen und fuchse zugeschwciqcn; auch lind die luchse so gar seltzam nicht. Dieeinwohncrsind/ wie ihr land / sonst über die Massen grob und wild gewesen/ so daß ein grober Fichtclbcrgcr zum sprüchmnd schelt-work acdicnct / aber durch anlegung unterschiedener schulen im i/> und in secnloeinigermaffeiicullivrrt worden. Es liegen nebst sehr viel dörffcrn und stecken auch etliche städt- gen/ als Wunsiedcl/ Wciffenstadt :c. darinnen. ^ Ficinuo/ (Johannes) insgemein Johann Fepge genannt/ «in berühmter Rcchtsgclehrtcc indcm lüscmlo/ wär vonLichtc- nau in Hessen gebürtig / und bekleidete bey dem Landgrafen Philippo rn Hessen die stelle eines geheimen Rahts Cantzlers. Er hat zu stifftung der aeadcime Marpurg / die ihn zum Cantzlar erwählte/ nicht wenig beygetragen/ und vor sie bey dem Kayscr Carolo V die Cousirmatiou und behorche frcyheiten erhalten. cH- IN 8 . 1 X 0 ». vic. i Ficinuo/ (Marsilius) vonFlorcntz/ Waran. I4N gcboh" ren / und legte sich aufdie Griechische und Lateinische spräche. Ab' sonderlich aber studierte er die theologie und Philosophie/ darinnen er der Platonischen scete zugelhan war / und übersetzte unterschiedlicher berühmter lcutc schrillten / welchcdes Platonis lehre vertheidiget/ als des Plotini / Iamblichii / Procli / re. ins La- teinlschc. Seine Wcrckeiind in r foliauten zu Baselan. i>6i und gedruckt worden. Dominicus Melsinus hat sein leben beschrieben. i» c!og. L-/nc- cLUlc ic^cnllis, üec. > ist cin titel/ welchen der gemeine Adel in Portugal! / unddcr Edelleuten linder führen. Es wird aber grosser mißbrauch damit getrieben / indem sich viele / ob sie gleich nicht von Adel sind / dieses tilcls aninasscn. Kc/atto» llc 12 cour cie I-vrcugal iou-I). Uccii c II. icN'cn. Fidati/ (Simcon) odcrne Cassia von seinem geburts-orte in Italien genannt / war ein Augustiner-Munch / und machte sich söwol durch seine wissenschafflen als frömmigkcit bekannt. Man saat / daß er an. 1 ;48 gestorben. Unter seinen schrifften sind die bcrnhinlcsten : Uc Domini i. 19 ; 6c dczrs Vlrginc. 6c viris illultt. c»6. >. 4. b,M. g. <8c 6c iciPiroc. ccclck. a-oAe-vr- - 1 »« eA>c. ^.ddechow / cincklcinestadt andcrOder in Vor-Pommcrn/ denen von Stemwchern gehörig. Fldellus/ (Ludovicus) v»Kor zu Paris/schrieb 7 bücheräe ,r»,»a> 6c»>l!il>2 ssmirusl,, 6cc. und starb an.lzür. Fideri/ ein Kavser in Japan/ welcher seinem Vetter Taiko an.i z y«. sneeedirte/ohngeachtek er dazumal nicht über 6 jähr alt war. Ongoschio/sein Vormund / hatte dem vatcr Taiko krafft einer mit seinem blute versiegelten Versicherung versprochen/daß er dein jungen Printzcn/so bald er wurde das i; jähr erreichet haben/ die rcgieriing übergeben / und ihn durch den Dayro krönen lassen wolrc. Allein er stieß dcuselbiqm vom throne / und nöthigte ihn/ seine lochtet- zu heyrarhcn. Fideri nun / sein recht zu behaupten/ brackteeine armecwider den Tyrannen ansdic bcme / wurde aber gclchlagcn und in solche noth gebracht/ daß er seine gcmahlinzu dem Ongoschio jendcn müsse/ um selbigen zu ersuchen / daß er ihn, das leben nebst einigerlandschaffi schcnckeu wolle/ wommen er ffch in der stilleioribriiiycu möchte. Allein der Tyranne wolle seine rochier nicht vor steh kommen lassen / sondern / nachdem er die fid fi'e sie beyderseits lebendig verbrennen misten. Ess F-deris/ ist ein Dorff und Gcmcind im Vündknerland und namentlich nn Prcttrgvw gelegen. Unweit darvon ist das beriikm- te Fideris-Bad/ dessen Wasser saltzig ist/und sehr purgieret An iz4? writde dieses Bad/ durch das von einem grossen Wicken- bruch angeloffcne Gewässer/völlig uderschwemt und die darben gedauene Häuser ruinirt-. Es wurde aber alles wiedemmb/durL angewandten stciß und mnhe/ in alten stand gcsetzet. ^ 10. P3A. Z LO. d IVL8. war bey den Römern eine göttm der treue / welche ihren Tempel nn Capttolio hatte / und weiß gekleidet war. Ihre OM.r misten alle so beschaffen seyn/ daß man dabey kein eisen brauchen/ auch nichts todt schlagen oder blut Vergüssen durfte Die Hände der priestcr waren auch verhüllet/anzuzeigen/ daß man seine Sachen hcimlrch halten müsse. /.Ee»,. i-cr. Marti. Lrccxo !. 2 üc z 6c nsr. 6cor. L: oKc. kIDI!ss 8 , Oeus kiciiux, ein gewisser Abgott / welchen die NvME von den Sabmern entlehnten/und ihn mit tempeln und opffern sehr hoch ehrten.Ovldiüs berichtck/daß cr aufdemQuirinischen Hügel lmjun. verehret worden. Er wurde auch oder vielmehr 8s»c»s und von den Griechen auch Semiparcr vd^ 8e»,opzrer. und 8em» 8r»zus gciicnnet. Man siudctnoch in andern Orten und m Italien stein-schrifften zu ehren dieses abgms ausgcrtchtct/ deren eine mit denen Worten/ serwom 8-wc» oder 8a„Lto veo Vormasten der gute Justiuus Markyr also angesehen hat/als ob sie Smiont Mago zn ehren wäre gesetzet worden. I. 4. 1. 2.0-vrZ. tsÜ. 6 v. Liz- Liiua. Kom. 0' rr5 ^ Fiegcr/siehe Füegev. Fielde/ sRichardus) ein sehr angesehener Englischer 7bcotoW von Reut geburtig/studiertezu Orfurt in dem »»>2 warmvi^'U.arr an. i; 84.Er präsidierte hieraufden klliiotopllMm i .rÄ>»»cn lind viipurLiioncu und wattierte die im>rmion-!it>-oi. samt den Papistischcn comiovc^e». Zu letzt ward er an. >594 ?w- teMo, mkc«ioZ>.^erstllch Königin Elisabcth/Hernach Jacob, IHvff- Prcdtgcr/dazii ihn noch andere u^-b-n-ten undervcc7»2k von Glo» erster beygeleget wurden.Er starb in dem? z jähr seines alters den ^ nov.an.iüiü/ hatte zurehe Elisabeth Harris/von welcher er 7 kjn- der erzcnget.Scine grundlicheWiffenschafft un grosscLeelur sonderlich m Mncoiox,scheu lachen hat genugsam an tag gegeben sein gross sesWercke/nktU- ckurcyssn welchem er dieMakcrivonderkirchm aufetue sehr gelehrte und unqemelne Welß verhandlet/ davoncm ausführlicher auszugkan gelesen werden i" 1.8rre5o»i; ^aio^i-ln-, lpc>nltv»!8 <8c ^9pei!»rionem innocenria: t-urbsrana: geg(N Bolfaeilllt» So hoch als dieses werck von den Engelländern geschätzt wurde/ wolle es doch cinigenResormirten Lehrern nicht durchaus gefalle»/ wie dann H.Altmg ein und anders daran ausgesetzt/und behauptet / daß er einen falschen bericht von der heutigen morgenländi» scheu und zum theil auch oecidcntalischcn kirchcn-reiigion erstattet/ und daß die Lutheraner dabey anlaß nehmen werden die Reformir- teu zu verschrei» / als trachteten fic eine allgemeine vergleickung der Religionen einzuführen. Weil null die Papisten/ und ins bciondcrc ein gewisser Lrcrclics in einem gedruckten buch / fast ein gleiches tadlctcu/ fund sichAiclv genöthiget/ einen auhang dem ;ten Buch bcyzuftigcu/darin er behauptet und erweiset/ daß die Westliche kirchcu vor und zu den Zeiten Lucheri/eiue wahre/recht gc- linnkeund protestantische kirch / hingegen die Verfechter der Römischen irrthumeru nur eine blose fattiou in derselben gewesen. Dic- scr^ppcnMx ist erst in folgenden LUicioneu des wercks von seinem SohnNachanacl/ so wiccr ihn in seines vatcrs m-nutcripl un- vollkomiueii gcftmden/ uns licht gegeben worden. Eine ausführliche Lebens-Bcschrcivimg dieses ssiieoiaB hat in einem besondern Werck in 8 s.rnr. Oxvn.r. VVortcs?. 4. * Lieldincf. Das qcschlcchte der Grafen von Denbigh und Dcs- mond/Vicomten von Fieldinq !t. soll seinen Ursprung aus Teutsch- land haben. Dann Wilhclmns Fieldmg / welcher zu den reiten KönigsHenrici VIII in Eugelland berühmt gewesen/ de- mühelc sich aus verschiedenen lirkttiiden darzuthiin/ daß Gottfried oder Galfried / Grafvon Hadspurg/ Herr m Lauffenburgund Rheiliseiden/ einen söhn gleiches nämens gczeuqet /welchcr/nach- dcm seinem vatcr von seinem verwandten / dem Kayser Rudolpho/ fast alles abgenommen worden / sein glück in Engelland/ allwo er in dem 14 seculo unter dem König Ednardo II angekommen/ zu machen gesucht. Er soll aus dem worte Rhcinfelden/ von welchem seine vor-eltcrn den tittil gesühret/die letztem sylbcn feldm behalten haben/welche nach der Englischen mund-art Fieldinz ausgesprochen wurde. Er hinterließ von seiner gemahlin / Ma- tbtldavon Colevillc / Galsridum II / Johannen! und Thomam. Der erstere pflantzte mitAgnes/ Johannis von Napton tochur/ das qeschlccht fort / und zeugte mit ihr Wilhelmum/ der ein vater Johännis worden. Dieser hinterließ von seiner gemahlin Mar- garetha Purfrey / Wilhelmum II/ welcher in dem verderblichen kriege zwischen dem Laucasterischcn und Vorckischeu Hause den>, erstem beygcstandm / und dadcro wegen seiner treue von dem Kvm- ge Henrieo VI den Grasschnitten Cambridge und Huntinadon mir dem titul eines Sheriffs vorgesetzt worden. Allein er opffcM das folgende jähr in der schlacht bey Tewkesbury vor die wom- fart dieses Königs sein leben auf. Von seiner gemahlin Aqnes/ct- ner erb-tochttr Zohannis von L.Liz / oder von Sey ton/ Herrn von UM sie Mrtinesthorp in Rutland / hinterließ er; söhne und eine tochter. Unter den söhnen wurde Everardus von dem Könige Eduardo I V uim Sheriff von den Grasschafftm Warwick und Leicester und von dem Könige Hennco Vllwegen seiner tapfferkert auf dem beyla- aee des PrintzenArturt von Wallts zum Ritter-es öades/ und endlich zum von Leicester gemacht .Er starb mi. --4 / und wurde von semcrgemahlin Zelltffa Ruffel/ ein Vater Wilhelm! M/ welcher Sheriff von Rutland gewesen/ und zum dicnste des KonigS Henrrci VIII auf eigene Wen soldaten geworben- Nachdem er nun so wohl zu Wasser als zu lande seine treue und tapfferkett erwiesen/ starb er an. 1548/ und hinterließ Vasilium/dessen Söhn Wr helmiis IV don der Königin Elisabeth zrtM Ritter UNd Sheriff von Warivick und Rutland ge- Mcht worden.. Sein zohn/BaiMis II/wurde Sheriff von Varwick und Rutland /und hinterließ Wilhclmum V. Dieser wurde von dem KonitzL Hknrtco VIII jüm Ritter und endlich zuM Baron dieses KvtNgrrra)s unter dem tikul/ Lord Fielding von Neivhan -Pador/ wie auch zum Burggrafen von Fielding gewacht/ im ichjaW über des KonigsJacobi l gar in Grafenstand unter dem titul / Graf von Denbkgh / erhoben. Seine gemahlin war Maria/ Srr George Vrllers von Brokesby/ Ritters in der Grafschaffi Leicester/tochter / und Geokgii/ Hertzogs vönDu- Kiigham/ schwcster. Mtt dteserzeugte er 2 söhne / nemlich Ba- silrum / welcher ihm tN semer wurde srrcredirte / und Georgium/ so zmn Lord Fiedliitg von CaghemJrrland/ wie auch zum Burggrafen Callan und Grafen von Desmond gemacht wurde. Nachdem der Graf Wilhelmus in unterschiedenen schlachten unter dem Könige Carola I tapffer gestritten / wurde er zuletzt an. 164; nahe bey Birminghams in der Grafschafft Warwick tödtlich verwundet. Daraufsuceedirte lhm sein söhn/ Johannes Bastlius / welcher/ weil er von Agnes / des Johannis a- §. Li; / sonst Seytoii genannt/tochter uNd erbin herstanunete/und also ein abkömm» sing wüt von dem vornehmen Hause von 8 Liz / so vor zeiten Grafen vonNorlhaMpton und Hunkington gewesen/durch besondere gnade deß Königs Caroli II zum Lord von 8. Liz gemacht wurde. Dieser hatte 4 gemahlinnen. r ) Annam / Richards Grafen bonPortland/ tochter. 2) Barbaram/ des Ritters Johannis Lamb/ tochter und einige erbin. ;) Elisabecham / die älteste von den z löchtemund mic-erbinnen Edwards / des letztem Grafen vori Dach. 4) Dorotheam/desRittersFraneisttLane itt Northamp- tvnshire/ tochter. Mein cr konke von keiner erben erhallen; da- bero ihm seines bruders Gcorgii söhn / Wilhelmus VI/ Graf von Denbtgh und Desmond /succcdirte/ welcher von seiner gemahlin Maria/Gras Henricr Cam, von Monmuth tochter/ gezeuget Basilium / Grafen von Dcnbigh und Desmond / Vicömte Fielding von Caghe / Lord Lieutenant von Leicester und Obersten eines regiinents insanterie. Er war gebohren an. 1670 / und vermahlte sich mildes Ritters Firebraffe tochter / mrk der er an. 1697 einen söhn gezeuget. baronsZ. Aciieal. ?. 2. c. z8. rsb. 67- -i-o» p. Fennes/ istdeknawe eines alten und vornehmen geschlechts in Engelland. Der erste aus demselben/ welchen Wilhelm Dug- daleanziehet/ istJngelram üe Fienles / dessen nachkommen sich mehrenthcils Jenes oder Frenes geschrieben. Dieser heyrathete Sr- byllam von Lingry / eine tochter und erbin Farami/ Grafen von Boulogne/ welcherein ettckel von des Königs Stephani gemahlin / Mathildis /war. Einer von dieses Jngelrams dcscenden- tm/ namens Wilhelm/ heyrathete Johannam von Sayund Mgle mit ihr cinen söhn gleiches namens-. Dieser ward Sheriff vonSurrey und von Suffer / und hinterließ 2 söhne / Nogerium und Jaeobum / von welchen 2 absonderliche linien entstanden- Rogerius hinterließ Richürdum / welcher Eduardi IV Eammer- hmward/ und mit Johanna/ einer tochter und erbin Thoma/ dessen vater gleiches namens Lord Daere os thc North war / iich vermählte. Inüttsehung dieserheyrathmachte ihnair.l4e8.Hen- ricus VI zumLord Darre of the South; der titul aber eines Lords Daere of the North siel auf seiner gemahlin vattrs jungem bvu- der/ Ranulphum. Er erlangte Nachmahls ansehnliche güterunö starb an. 1484. Ihm stieeedirte seines vorher verstorbenen sohnS Johannis söhn Thomas / welcher biß an. i e; 4 . lebte / und seinen Vetter/ Thomam/ zum Nachfolger hinterließ. Dieser hatte das Unglück/daß er einsmahls an. ie 4 i von einigen liederlichen versonm verleitet ward/ des nachts herum zuschwermen / und zwar mLauglhon-Park iN Sussek/so dem Ritter Nicolao Pelham gehörte. Da nun einige sich entgegen setzten/ ward von diesen letztem einer entleibt/ ohne daß man rcchtgewust hätte / von wem.Iu- dessenfiel der verdacht auf Thomam a« Fiennes / welcher es auch wie man vorgiebk / aufaUstifften etlicher / die nach seinen gutem getrachtet / und die ihm fälschlich Hoffnung gemacht/ desto eher gnade dadurch zu erlangen) vor den Pairs / die ihn urtheilen sollen/gestund/woraufer den 29.jnn. des besagten jahrs zu Ly- burn durch des henckers Hand sterben muste- Er ließ einen söhn/ Gregor,um / und eine tochter/Mürgarethüm/ beyderseits noch sehr jung nach sich. Beyde wurden an. 1559. in die väterliche guter und ehren-stesten wieder eingesetzt. Gregorius aber starb an. ohne leibes-erbcn / worauf Margarelha die würde emes Lords Daere auf ihren gemahl / Sampsön Lennard/brachte. siehe Lennard. Rogerii jüngerer bruder / Jacobus / stieg und fiel schrhoch/wie in einem absonderlichen arückel zusehen. Von sei- nergemahlin / Emelina Cromer/ hinterließ er den Ritter Wilhelm Say. Dieser ward noch eben das jähr/da er seinen vater auf eine so unglückliche art verlohren / von Henrico VI zu dem Parlament muffen/ welches hernach beständig «ontinuirt«/ dient« auch so sie zv; wohl dem letztgedächten Könige / als Eduardo IV /in dem kriege/ und ward zuletzt Vice-Admtrai unter dem grossen Grasen von Warwick / Richards Nevil. Allerley unglücks-fälle / und uucer andermeine zweymählige gefangenschafft/ brachten ihn um das gröste theil seinesV«rmöqcns;doch behielt er die herrschafftBrsugh- ton/ welche er mir seiner gemahlin/ einer rochier Wiihelmr Wyck« ham / bekommen hakte. Er starb um däs jähr 1470 und hinterließ Henrieum/ welcher zwar den titul eines Lords Say führte/ über nicht zu den Parlamenten beruffenward. Erstarb «».1477 Wd hinterließ von Anna / einer tochter des Ritters Richardi Har- tvurk/einen zweyjährtgensvhn/ Richardüm. Auch diesernemiie sich ein Lord Say / empfieng aber keine erinneriing / bey den Parlamenten zu erscheinen. Mit Elisabeth / einertochter Mchardi ..>L.u,avm) / eknerlomker Rtchärdt Croft/ zeugte er Eduardum. Dieser ließ den titul eines Lörvs Say fahren/ undschrieb sich bloß von Fiennes. Sein« gemahlm/Mar- aarctba/e>ne u-s^ _^/ einer wcyter des Ritters Wilhelm Farmer/ einen söhn gleiches namens bekam. Diesen tindseinm nachkommen bestätigte an. iSoj der König Jacobus I den titul emes Barons Say und Sele. MitEon- stanrra/ einertochter des Ritters Wilhelm Kingsmill/ zeugte eö Wilhelmum; denselben erhub vorgeöächcer Konia .ün.162; zum Vice-Grafen - kl-Mcis. mit welcher er, wegen seiner gemah- lin Alphonsina Ltrozzi, einer tochter Magdalenä die ehre hatte verwandt zu seyn. An. i; 7? befand er sich bey der be- lagerung vor Rochclle, und an. 7578 ertheilte ihm der König Hei,- ricus III den orden des H. Geistes. Sein söhn, Franciscus Fieschi, Graf von Lavagni und Bressuire, hinterließ nebst andern Andern CarolumLeonem, Grafen von Fwschi, welcher ein vater Iohannis Ludovici und unterschiedener anderer Ander worden. An. 1675 war ein Graf Fieschi Genuesischer Resident zu Constan- tinovcl, und kam bey ssiner abreise wegen gemachter schulden, so sich aus 60000 tblr. belieffcn, in ungclcgenhcit. o,wm. ?. r. nvbll. U'lrL>. Ivil. Ocn. vitli Mnoc. IV. IccriL llc liuom. illligr. ri'lrsl. Iiikl. !. 42 - Fieschi/ (Catharinavon) hat sich durch ihr eingezogenes leben bekannt gemacht. Sie war eine rechter Iacobi von Fieschi, und eine gemählin Iuliani Adornc. Man hat von ihr 2 bucher in qewrächc abgcfasset, welche von ihrem tugcndhafften gemuthe sattsirmes zcugniß geben. Sie starb an. 151° den 14 stpt. 7,/-- kill. llellr c-iL ricicz. öc icripr. VI, ^ "... . -- dro VI, so den unschuldigen Bischofs von Citta -le Castello absetzen wolle, sich nachdrücklich zn widersetzen. Bey Julio II, welcher mit unnöthigen kriegen schwanger gieng, gebrauchte er sich nicht weniger freyheit, und Adrianus VI muste sich gleichfalls hart von ihin verweisen lassen, daß er wider die bisherige gewohn- heit nur mit wenigen Personen in den wichtigsten Affairen sich berathschlagte , ohne dem heiligen Coll^io davon Nachricht zu geben. Nach dem tobe dieses letzt-erwehntcnPabsts hatte er viel stimmen, die vor ihn waren, und seine verwandten erbothen sich, zu erkanf- fung der übrigen, eine grosse summe gelbes vorzuschießen, welches er aber, in Hoffnung mit seinen meritcn durchzudringen, abgeschlagen haben soll; als ihm aber dieses mißlungen, soll er sich darüber zu todte gegrämet haben, welches an. 1524 den 14 um. geschehest, in elog. in ^UMno VI. !>ilk. R.rvennst. 1.9, Orll. kill. lles Lsrllin. öcc. VIV 80 IV. oder M 801 -.I - eine gewisse brüderschafft von München, welche auch 8. Hieronymr bettel - bruder gcm'nnck werden, und von Carolo, des Grasen von Mont Granello soh», gemistet worden, als welcher mns jähr i;86 auf dem gebürge Ficsole ein einsames leben führte, und dadurch gelegenheit gab, daß sich noch unterschiedliche andere Personen in seine «esellschass mit begaben, da er denn hernach diese brüderschafft stifftctc, welche erstlich von Imwcentio VII gcbilliget, und hernach von Gregorio XII und Eugenw IV, unter 8. Angustini regle», bestätiget worden. LN. i;86 o. lr. j. I c. rr bist. rc>^ Fiesole / oder Fäsulä / eine Bischoffliche stadt in Toscanien, in welcher Provinz sie vor zciten eine von den darinnen gelegenen i2 ansehnlichen stadtcn war, und zwar der sitz der Toscanisihcn Wahrsager und zcichendcutcr, welche ihren aberglaubcn den Rv- mcrn mittheilten, siicht fern von dieser stadt schlüge sich Catilina mit deS Römischen Raths kriegs - voick, und käme fast mit allen seinen lenken um. Diese stadt war vor zciten mächtig, und wird von einigen angemercket, daß Stilico mit derselben Anwohnern beystand Rhadagaisiim, den König der Gothcn, geschlagen,,und, wie man vorgibt, in die 100000 mann von seinen leuten gelobtet, oder in den Clausen des Appenrüni, wo er sie eingesperret, gefangen bekommen. Nach der zeit aber haben dicFlorentmer diese stadt rninirct, um ihre eigene groß zu machen. ir»i. n> vic. MnÄ. Iiujus iirbir. * Fiesole / (Andreas von) ein künstlicher und berühmter bild, Hauer von Fiesole aus Italien gebürtig. Sein gantzer name war /uicirc» lii IMro c!> kvl.-lrc« vcr-ucci. Er hat diese künst mehrentheils von sich selbsten ergriffen, und zu Jmola, Ncapoli und Pistoia, wie auch an anderen orten, schöne werckc verfertiget. Er infor- mirte auch in der bau - kunst, wie dann Scarpellino sinn ichr- jünger gewesen. Er starb an. 1522. k- V7. * Fieubet / ( Caspar von ) war oberster Präsident des Parlaments zu Tonlonft , welchem nach seinem tode der Konig m Franckreich, Ludovicus,XIV, selbsten das zeugniß abstattete , daß er einer von den grvsten und vortreflichsten Richkeren fcnler X, fif Königreichs gewesen,und daß er schwärlich einen andern - -er ihm in seinen rügenden gleich wäre , ivurde finden können, seine stelle damit wiederum zu ersetzen. Wir sein vater Wilhelm schon Präsent --U morrier zu Toulouse , und hernach oberster Präsident des Parlaments in Provence gewesen, also hat auch nach ihme sich dieses geschlscht durch verschiedene ansehnliche Personen , so daraus entsprossen, in mehrere Parlaments, und namentlich auch in Vas PariM-e ausgebreitet. ^ NEe ann^j. cie louivute. ^ Fjfe / eine grosse und wohl - bewohnte Grafschafft in Schott- land, welche den Firth aufder einen, und die Tay auf der andern seile hat. Es ist eine von den besten Grafschassten des gantzen Königreichs, welche an stadten und Adelichen sitzen einen grossen Überfluß hat. Gegen die kuste zu ist sie sehr fruchtbar an getrayde, und mit allerley fischen wohl versehen. Dergleichen wird auch eine grosse menge von stein-kohlen darinnen gegraben, Und viel saltz gemacht. Die Grafen von Rhotes, mit dem zunamen von Lesly, find erbliche Land - Richter dieser Grafschafft. Es gibt auch noch viel andere edle geschlechter darinnen, als die Grafen Crawford, Weems, Levin, Melvil, Lords Balcarras, Burleigh, rc. Es liegt darinnen die ftadt 8. Andrews. Sie hat auch viel see- bäftn-städte, welche dem land eine gute handelfchafft zuziehen, und viel tapffere makrofen und fee - sichrer hervor bringen. Von diestr Grafschafft führten vor zeiten unterschiedliche familien den titul Thane, und hernach die brüdcr der Könige in Schottland den Grafen - titul. Ljgeac/ eine kleine stadt und Abtey in der landschafft Quercy, am fluß Sele, gegen die gräntze von Auvergne zu, 9 oder i° Meilen von Cohors gelegen. Das kloster, welches König Pipinus an.?;; alldagestifftet, und die freyheitcn, die er den umliegenden leuten ertheilet hat, gäbe dieser stadt den ansang. An. 1 zoi hat der König Philippus l'utck-i die Gerichte allda dem Abt abge- handlet. An. 1 ? 68 haben die Reformirten Fürsten in Franckreich diese stadt z monat lang vergeblich belägert, aber an. 1^76 wurde sie erobert, ausgeplündert Und verdrandt. Sie legten auch eine veste citadelle alldorten an, welche von Reformirten svldaten besitzt geblieben, bis an. 1622, da der Ouc ö<- sully sie dem König Ludovico XIII übergeben hat, worauf sie niedergerissen worden. /«r KIouv llelcr. cie lL krsnce rum. 4 j). ;;4. ^ Figsn / (Carolas) Königlicher Rath und Cammer - Meister zu Montpellier, und 8ccre»rius des Cardinals Verwandt, lebte au. i;7t- Man hat von ihm clilcours cles Lcsrs Le oülces rsnt clu gouvernemcnr.gue cie Iz jullicc. Figon / (Johannes) gebürtig von Montelimar in Danpbine, lebte zu gleicher zeit mit dem vorhergehenden, und verfertigte einige wercke so wohl in gebundener, als ungebundener rede. killl. kran^oill. liill. lle W-.u^lline äcc. Figueiro/ eine kleine stadt in der Portugiesischen Provintz Erlremadura, zwischen Coimbra, und Tomar, nicht weit von dem fluß Zezere gelegen. Sie gehöret mit dem titul einer Grafschafft dem Hause derer von Vasconcellos, und hat wegen des vor- treflichen wcins, so in ihrer nachbarschafft wächset, den zunamen itor V111K05. ciclic. ciu ?orkuß. 9. ; y. Figueroa/ eine Spanische familie, welche von Laurentio Fi- gueroa, Herm zu Zafra und Feria, abstammet, der an. 1409, als Groß-meistcr des Ritter-ordens 8 Iago, mit tobe abgegangen» Dessen enckehLaurentius II, ward an. 1467 zum ersten Grafen von Feria ernennet, und war ein groß-vater Laurentii III, welcher mit seiner gemahlin aus dem Haufe Cordua die Herrschafften Priego und Anguilar bekommen. Sein ältester söhn, Pedro Fernande;, gieng ohne männliche erben ab, da denn sein bruder Gomc; Lva- rezan. ->67 ihmsuccediret und erster Hertzoq von Feria worden; dessen enckel von Gvmez Alvarez,(von dem ein eigner articul, siehe Feria) hinterließ einen eintzigen fohn, namens Laurentius Bal- thasar, welcher unverheyrathet gestorben, und seine guter seinem vetter Aliönso Fernande; von Figueroa und Cordua gelassen; dessen urenckehEmanuel Fernande;,Hertzog von Feria,Marggrafvon Priego, Montalvan, Villalva, und Zelada, Graf von Zafra, ist an. ^711 des letzren Hertzogs von Medina Celi erbe worden, weil feine Mutter eine schwester desselben gewesen. Im ansang des 17 stculi Ware einer namens Figueroa Spanischer Abgesandter in Persicn, welcher auch eine beschreibung seiner Gesandtschafft und reise ausgegeben, welche Wiquefort aus dem Spanischen ins Frantzösi- sche übersetzet hat. Sein gantzer name war w»m Garcias 6° Syl- va Figueroa. Pietra Ueils Valle hat ihne in Persicn angetroffen; es war die würckung seiner ncgotiationen eben nicht die glücklichste,und mochte er die wichtige insulOrmus vor dem Schach Abbas nicht erretten, welches die vornehmste ursach seiner Verschickung gewesen, t»röo/v. kZrsn-l in 89LN. visßßi X Figueroa/ (Franciscus) von Alcala, ein Spanischer Poet, welcher sich durch sein werck, welches den titul führet: ollrLs en lle llrrncilco cle kigucroz , und zu Lissabon an. 162; gedruckt worden,grossen rühm zuwegen gebracht.Es ist auch ein kicll-cus dieses namens von Sevilien, welcher sich durch seinen tractat, lle m. noxio sri^illo pari! und andere schrifften bekannt gemacht. «le in poomsce llio Nsurel lle /»polo. killl. 6cc. Figuerras / oder Fiauera / eine kleine stadt in Catalonien, in dem gebiet von Girona, z meilen westwärts von Roses gelegen. Vor alters ist sie sehr vest gewesen, allein der Graf von Ampurias hat sie in währendem kriege, welche er in dem i z seculo wider den Konig von Aragonien, Jacobum I, geführt, vollkommen rasirt und verbrannt,worauf zwar die Häuser,nicht aber die fortification, wieder aufgebauet worden« ueiw. Uc 9. 6rr« fim zve mens, so Satyncus zugenannt worden, legte sich auf die dickt- Anstund verfertigte einige gedichte , darunter^ Ue.n EorÄL Figulus/ siehe wgidrus Figulus» Filesac/(Iohannes) von Paris,war OoSor und leMich vecs nu-, der Sorbonne, und machte sich durch seine wissenschafftcn und fromnugkeft bekannt. An denen zu feiner zeit in seiner Facultat vorgegangenen handeln und gemachten fchlüsscn hat er immer grossen antheil gehabt. Er starb an. i6j8, und hinterließ «nteraw dern emrge anmerckungen über Vineentium Lirinensem rc. * sslss.il) VLI-Tochter Gotres/ein frauen-kloster Cistercienser- ordens,m dein Eydgnoffischen Canton Freyburg, welches an. 126° gesichtet worden. Filipucci / (Gabriel) war c-nonicus in der kirche 8. Johan- Ms M t.»rerLno zu RvM , UNd VorLNS urriusque g^nsrurce , gw jhn den 17 may an. 1706 Clemens XI, nebst 18 andern Prälaten,zum Cardinal ernennete. Gleichwie er aber kurtz vorher in einem an den Pabst abgelassenen schreiben sich erklärt hatte, daß er wegen sei. nes hohen alters,und wegen andrer umstände, diese zugedachte ehre anzunehmen sich auf keine weise entschließen würde, also blieb er auch nachgehenbs beständig dabey, ungeachtet man ihn durch vielfältige Vorstellungen auf andere gedancken zu bringen suchte, und einige Grosse ihm Z2°°o scudi, zu besserer führung feines staats, freuwillig anboten. Er starb zu ausgang des nächstfolgenden iulii, und ward aufPäbstliche Unkosten mit gleichen ceremomen, als ein wurcklicher Cardinal, in der Lateran-kirche beerdiget, wobey dem l>. Aquino, einem Jesuiten, folgende Worte zum seiner leich - rede vorgeschrieben waren: i>ss§-n,8 lzmL mcmic. gu>L iccuillvir. -lc ss». ,706. epill. rom. r x- 778- 7S0. Filisur/ ein ort im Bündtnerland unter dem schloß Greissen- stein gelegen. Dieser ort ist in der Bündtnerischen Historie berühmt , wegen der an. i z rr allhier zwjsthen BisckoffRudolvh zu Chur des Gräflichen stammens von Montfort , und wo,,.,r Baron von Vatz vorgegangenen schlacht, darinnen der letstere den sieg darvon getragen, aber die kriegs - gefangenen so tyrannisch und unmenschlich tractirt, daß sie alle in ihren stanck-löcheren, darinnen sie viel tage geweinet und geheulet, erbärmlich zu gründ gehen musten. Es hat aber Gott selbsten diese elende leuth gerochen, in- deme er den von Vatz eines gählingen und jämmerlichen todes ver» Nunfftlos sterben lassen und dardurch seinem stammen ein ende ge- machet hat. 6«tc7.«.li3:r.Ill). 109.14.6. l>. * Filleck / eine kleine stadt, doppeltes schloß und ehmalige gute grcntz-vestung in Ober-Ungarn,; weilen von Caschau westwärts. Sie ligt an der land-strasse, worauf man von Preßdurg nach den berg- städten reiset. Um das jabr 155; nahmen sie die Turcken hiniveg , und an. i89t ward sie von den Kayserlichen unter deut Fkeyherrn von Teuffenbach wiederum erobert. An. 1682 belagerte sie der Bassa von Waradin aufs neue,, und nahm sie auch wieder hinweg. Weil aber er und der Graf Tökely sich nicht mit einander darum vertragen kunten, ließ er die vestungs-wercke niederreissen- Und verließ diesen ort. Sonsten ist eine beruffene höle daselbst, in welcher das herabtrieffende Wasser sich in einen weissen stein verwandelt. öe in ttunZSr. ////,»«»/. lle re» dus ttlingzr. <5,c. Filligrci / (Vincentius) ein Iesiiit, war von Siena gebürtig, und lehkte auf unterschiedenen academien, endlich aber zu Rom, allwo er auch an. 1622 gestorben. Unter seinen schrifften sind mo- rLÜiun ^uLÜionum rom. r; lls tlscu clerlcoruni; cie beneflciis; cle peniionibus ; clc spvlüs clericoruni; cle llmonig ; Ze slienstione rcrunt chirikuslium öcc. killt. lle lcrtpr. lec. 17. Frlo»riarini / (Ascanius) Cardinal und Ertz-Bischoff von Neapolis, war von Chianchisella in der diöccs von Benevento aus einer ansehnlichen familie in dem Königreiche Neapolis entsproß fen. Er bekleidete den Cardinal Ladislaum a'Aquino nach Rom, und brachte sich daselbst bey unterschiedenen vornehmen Personen, absonderlich aber bey dem Cardinal Maffäö Barberini, so nach- gehends unter dem namen Urhani VIII Pabst worden, grosse ge- woqenheit zuwege«. Dieser schickte ihn nach seiner erhcbung auf den stuhl nebst dem Cardinal Francisco Barberini an. 162; Nach Spanien und Franckreich, bey welcher gclegenheit rhm das Biß- thum zu Salerno aufgetragen wurde, welches er aber ausgeschla- qen. Nach feiner zurückkunfft stund er noch einige zeit m Pabstlr- chen Verrichtungen, bis sich endlich das Ertz-Bißthumzu Neapolis verledigte, welches ihm dann der Pabst nebst dem Cardmals-Huk an. 1641 ertheilte. Daselbst baute er z jähr hernach die dvm-kirche, und an. 1655 den Ertz-Bischöflichenßtz,woraufer an. i66ü gestorben. Sein bruder Scipio hat sich nicht allein in seinem vaterlan- de, sondern auch in Teutschland, Italien und den NicderlaM'N tapffer erwiesen, lind ist an. 1647 >n dem 62 jähre ferner alters ver- icenL tiuom illulir. o ItLi. öLc. r.ninia Derma / 8 un Lll-. König von Candy, in der insuk Cevlon , war ein söhn eines der vornehmsten Fürsten m dem be- meldte -Königreiche, wurde aber vondenPortugresen vondannert aank jung mit weggenommen,und nach Colombmo, welcher ort n; eben detselbigen insul ligt, gebracht, da sie ihn taufften, Juan ci'Austria nannten, und hernach zu Goa auserzogen. Da er nun erwachsen und eine schöne per,on vorstellte, machten ihn die Por- theil. . Qq MMM zo6 fin tugiestn nach des Königs tode »um Orsnä ^oclelier oder c^onne .' D ^ ' ' ' ' küble des Königreichs. Dieser neuen würde wüste er sich so zu ge> brauchen, daß, nachdem er die gantze loiusre>qu° auf seine feite gebracht , dre cKinALls oder EdeÜeuthe ihn zum Könige erklärten. Nachdem er dergestalt aufden thron erhoben worden / war sein erstes wcrck, daß er alle Portugiesen, die in der stadk Tandy waren, hinrichten ließ. Darauf kam Petro Lopez llc Susu,der Qouv--neur zu Malaca, welcher einePrintzeßin in Verwahrung hätte, so erbin zur kröne war, von den Portugiesen aber in die insul Mauar war mit weggeführet, und daselbst unier dem Namen Donna Calhüri- na getaufft worden, in das Königreich Tandy willens, die Prin- tzeffin aufden thron;n sitzen,sie hernach zu heyrathen, und sich also durch sie zum Könige zu machen. Alleiner wurde an. t;§o erlegt; hingegen r>»o Juan , welcher den namen Fimala Derma angenommen , vermählte sich mit DonNü Catharina, und schaffte sich also ein sicher recht zur kroNe, die er zuvor nur durch gewalt der Waffen besaß. v/e«»'--«-. Finäus / (OrontiuS) Königlicher k-rofcllo- der mathemütic zu Paris, war eines EMci söhn / und zu Briancon in Dauphine an. »494 gebohren. Nach den» tode seines valers begab er sich / ohngeachtet er noch sehr jung war,nach Paris, und legte sich / unter an- führung AntoNii Silvestri, seines landsmanns, welcher in dem cnN-Zio von l^onmigo die immümo-L lehrte/ mit groffem Nachdruck auf die ttuäiü. Seine natürliche zuneigung trieb ihn zu der ma- Ihemalic,in welcher er auch/ ohngeachtet diese wissenschafft damals verachtet und noch wenig zur Vollkommenheit gebracht war / gute progrcffen inachre; Absonderlich aber machte er sich in der mecha- nic sehr geschickt / und erfand unterschiedliche nützliche mllrumcnrs, die er auch mit eigener Hand verfertigte. Das erste,wodurch er sich bekannt gemacht, war die hcraus-gcbung der von ihm verbesserten rechen-kunst Johannis Martini Sstlicci und Margareta 5>ptz!ccr. Hierauf lehrte er privükim die Mathcmalic, welches er bald hernach in dem cnilcxio Uc öl.-rvs>s öffentlich gethan. Der rühm / den er sich dadurch erworben, brachte ihm viel Patronen zn- wege. Als nun der KöNig Franciscus I in Franckreich / zu Paris ein neues coiic^um aufrichtete/ wurde ihm darinnen die vrofeffon der matheinatic austzetrag^n. Ohngeachtet er nun nicht allein eine grosse menge studenten zu seine» zuhören; / löndcrn auch vielfältige hesuchungcn von vornehmen Fürsten und Abgesimdten hatte, die ihm in ansarbeitung der land-chartcn und andern ersindungcn zusähe»/ hinterließ er doch nach seinem tode/so an. i;;; erfolget/ sehr viel schulden / so daß es seinen viele» hinterlassenen lindern zimllch hart gicnge / und zwey derselben von vornehmen Herren in den stuhlen musten erkalten »vcrden, davon Johannes Finäus c-momcus zu Meaur lvoew- der Sorbonne / und lecsilich an. ;6<-8 derselben Lccänu; worden. Im übrigen wird ihm beygemessen / daß er sehr viel aus den; simMe-o genommen / desgleichen schrieb er sich vergeblich die ersindung der circuii zu. Dieses ist auch von ihm mcrckwürdig, dass als er etwas unglückliches vor Franckreich aus dem gestinie vorher gesagt / er darüber lange zeit im gefäng- nisse sitzen müssen. Wenigst scheinet er der berühmte Parisische xizrkLMLncus o-imius zu sinn, von deine Cvrn. Agrippa solches meldet i.. 4. epilk. 6-. jedoch ohne deutlich zu sagen / worinnen eigentlich solche Verkündigung des zukünfftigcn bestanden. Seine wercke sind llc üiirkmecicü s)rüÄ>cü Iil>. 4; llc ßcomerriü >ib. 2 ; pro- roinsilleüs; cic rctzus mürliemsiicis liaücnus clciicic-rri8; rio sg rvrciiz kmmLni clliAicm; LiLlIlL lorius clelc-ipric» ; ffüniffliLriuni «eoßmpkicum; rcstsrum in circvli czu.iärsnte kubtenkarum (czuor sinus vocarir) cicmonikrariv lupporüiio^ue kacillimr cum corunäcm NnoNm rsbulü, <8c cx ki; olgsnum conccxrum uvivertüie; circuli ini-cntü K- riemooll-LtL ; llc inveaicnsü lov^iiuciinis loco-uin «iillcrenkir ; Limzngcli conjimKionoM ök o^pniinonum lumingrium ; tg rtzcorirziic cic: cicux UNd Viel anders. in prs/füc. libri tzc ^nomonum umtzrLrum. tze DaupNins p. 106. LilUir. aux cl»Z Uc5 Nommcs lchvün5 rom. ^zittal / oder Finale cic Modena , eine kleine stadt im Hertzog- tbum Blodenä/ligt am flusse PaNako, an den gräntztn des Ferrari- schen gebiets/imd ist wohl bevestiget. finale oder Finavio / last kins-ium, eine mittelmäßige stadt in dem gebieth der Rupublic Genuchohngefthr ;oo schritt von dem Ligusiischen mccre/ zwischen 2 kleinen flüssett gelegen. Sie uurd in «theile abgesöndcrt, deren der eine, welcher auf einem berge lwt, mit guten mauren und einem vesten schloß umgeben ist / in Massen denn auch die zugänge des berges mit 2 schantzen bedecket sind. Der andere theil / u Marina u. Finale genannt / ist nur ein gccken an der mccr-küste, hat einen bequemen haveu / und wird durch 2 schantzen beschützet. Die Spanier, welche längst darnach gestrebt, um die communication zwischen Mayland Ulld den andern Spanischen provintzcn desto leichter zu erhalten, brachten diesen ort an. 157; auf gewisse weise, an. 1602 aber, völlig an sich. In dem Spanischen succcssions-kriegc hatten die Frantzostn diesen ott eine zeitlang imie, musten ihn aber an. 170?/ trafst eines tractats / den Alliirten überlassen / worauf ihn Kayser Carolus VI an. 171z der Republic Genua , vor 1200000 studi verkaufftt, ungeachtet sranckreich sehr datwider protestirte. Es führt dieser ort mit der herumliegenden lustigen und fruchtbaren gcgend den titul eines fin Marggrafthums, so ehemals den Carrelti gehöret / und ionsstt ae. gen morgen und abend an daS Genuesische gebiethe / gegen mittaa an das Lignstische meer/ und gegen Mitternacht an Montserra; grantzet. Ausser gedachter Haupt-stadt sind darinnen die örler Aquafresca, Ambormia / Bardenei, Bardich Calice, Calvjsio, Car^ eare, Carizzana/ Castelnuovs/ Majolo/ Monticellv/ Oziglia, 8 . Wa' cvmo UNd andere. U-scr^r. Usj. 7, /,/r-» p. 6Z 7. Finck von Finckenstem / eine Freyherrliche und theils Gräfliche familie in Preussen / welche von dem schloss Finckenstein den Namen führet / und sich in unterschiedliche Innen zertheilet Sie hat vor alten Zeiten in Tyrol storiktt, und daselbst die vestunq Katzenzungen hestssn/wie man denn findet, daß; Fincken von Katzeff znngen an. i zsi auf dem grossen land-tage zu Meran erschienen. An. 1442 war Heidc'nrcich Fcnck von Auerberg Heermeister in Liefland. George Albert war. an. 1697 obristcr Burggraf m Preussen. Albrecht Conrad, Königl. Preußischer General-Lieute- nant/war des Königs in Preussen Friedrich Wilhelms, als er noch Cron-Prmtz war, Ober-Hofmeister, und ward an. 171s in Lm GraftN-stand erhoben. An. 17-- war George Christoph Könial. Preußischer wurcklicher Cammer-Hcrr. In Kämdten unweit 8 . Bert kgl auch ein schloß, namens Finckenstein, welches heut m tage dem Hause Dietkichstein zugehöret, und kau eS seyn, baß sich d;csc fannlie ehedessn auch daselbst ausgebreitet gehabt. NEk» ?scullen. ellrenlli-. . Flnck / (Conrad) von FmSenstem/ versuchte sich in Kaiserlichen kriegs-dicnsten wider die TNrcken , und ward als Lieutenant unter dem SalMischcn reqimcnt in die von den Christen nicht lange zuvor eroberte stadt Ofen gelegt. Daselbst vcrgieng er sich so weit, daß er mit dem Bassa von Sluhlweissnourg eine verräthe- rey ansponn, und gegen 2000 ducaten gedachtes Ofen den Türckell wiederum in die Hände zu Instta versprach ; Allein sein auschlag ward entdeckt,ek selbst gefangen genommen,und den y avr.an.1S87 ihm erstlich die rechte Hand, und hernach mit; hieben der kvpffabgeschlagen, woraufman seinen leib »urtheilte, und die stücke anst unterschiedlichen straffen aushieng. Erhalte sich zwar entschulbi- gen wollen, daß er Ntir die Türckcn anzulasten, und von ihnen die 2000 ducaten herauszulocken bedacht gewesen; wie er dann in der that mit keinem anderen hierüber das geringste angesponnen; Allein zuletzt gestünde er, daß er vorgehabt, die Türcken beym Rondei an der Kayserlichen bey der kurtz vorher beschehenen belagerung der stadt gemachten tz^ckc, wo er gemeiniglich die wacht hatte einzulassen , nachdem;' er vorher die wächter mit wein und brandten- wein sehr bcräuschigct hätte; wozu er dann,damit man es am ende um so weniger mercken möchte, schon bey einiger zeit den ansang gemacht, und bey jeder wacht den soldaken nach verlangen wein bezahlet hatte. Die fach ward sehr wunderbar entdecket durch einen gemeinen dragoner Georg Böttneren, so eben damals in des Bassa von Stuhlweissenburg Hause gefangen lag«, und durch einen andern sclaven nur von weitem etwas davon erfahren, gleich darauf aber zu allem glück wäre ranzionirt worden. llrieU-kelm ; p. 8. 2^477. r. iz toi. 6. * Finck / ein uraltes Adeljches Züricher-geschlecht; von welchem Johannes 1 ;8z Bürgermeister der stadt Zürich, und an der zahl der dritte wurde. * Fincktus/ (Caspar) war zu Giessen att. 1578 den 19 oct. M armen eitern gebohren, weswegen er sich eine zcitlang durch infoc- miren förlhesse» muss, bis er endlich von dem Rathe zu Giessen das so genannte lkif>e,icllum minus bekam, und nach der zeitvondem damaligen Land-gvafcn zu Hessen, Ludwig dem ältern, unter stink stipcndiatcn mit aufgenommen wurde. Er studirte zu Marpnrg, ward daselbst dVssic-. und lebte nach seiner Promotion noch viel jähre auf dreier Universität, da er denn endlich anfdem neu-angelegten ß>mnslio zu Giessen strokcNvr Inßiccs, psslices, metsplizliceS üc rkcroric-s , Wie (Nick) Un-lcs jy allen pinlotopliicis lliffuritionibus wurde. Als aber bald darauf eine Universität zu Giessen aufgerichtet ward,beruffte man ihn zürn ?rokilnre L metzoii)'iic- und zum N-ü 4 ic!c,'ublico llitpuiücionum ^liilotozzllicLkum. AU« 1609 g!!, langte er in Giessn zur prykcssione ttzeologicL und einer Prediger» stelle,nachdem o. Jcreinias Victorinit tode abgegangen. An. rsir ließ ihn Ludwig der jüngere, Land-graf zu Hcssn, in OoÄor-m riicniochü- promoviren, und an. 161 ü bckaiii er vom Hertzog Johanne Casimiro ciucvocation nach Eobnrg, zum tz-moi--, Sux-nn- rcnll. gencrzli^llkllorc Ooullllorii, 8cllo!L>c!>ü und keotcllörc iiö allivo er an. i6;i tnit tode abgangen. Er hat geschrieben con- rroverüüi io;o!ogicür öc pkiiotopnicüs, oppoliiüs Ooci-nii, vilcskow, /lugelocmroris <ÜL mulrorum sllorum crroücis opinionibus; ciissmL- tiones 1tmi-6ocIcniaNLS; lls snaloAir tScrLmcursli LinZIisnr 6e lll- Kione pziiis Lrlvinssics ; proclromum mollctlL rcssoiilionis sfl tbc- tcr Lpüiogericüz Kullolpiii Oocienü; omkioncm rllco!. inrugmalciu, llc «züLll:. rn k. l^mllcrus un^urm üll paries LluAlli Lc üllccksnxn ac- cciterii; lleoiebu» tcllis A türistis in ecclcgir DuonllanL conkclbom!; krnonum tliLologicorum, ^losirictztcm K: nzruram ic-ipnir»; enuclcanrium, cenmriasciu.1?; 6- monz-liis corum^uscooflliii contra Leiiai-mmum , und noch viel andere Teutsche und Lateinische b>>- cheV. p'k'/rie rkcolog. cicc. ;. Flncomarchus / derrz König in Schottland / succedirtt M- tbiuntho / und verrichtete viel tapffere thäten wider die Ronmv welche / nachdem sie durch ihre einheimische kriege gairtz enmibtt worden / ihn endlich mit frieden lassen musten / welche Mttegckssm- hcit er znr kesörderung des Christenthums anwandte. Die Drlluw Nischen Christe» / welche in wahrender Diocletianischcn verfolgn^ fin nach Schottland flohen / nahm er liebreich auf/ und weil ihrer viel unter denselbigen lehr heilige und gelehrte lenke waren/ so wurden ihre wohmmgen nachgchends rn kirchen verwandelt. Endlich / nachdem Fincomarchus das regiment sehr löblich geführet/ starb er iM 47 jähre seiner regierung um das jähr ;ri. dndochus/ der ;i König in Schottland/ succedirte Naiha- loco. Er war aus der Königlichen familie entsprossen / und wurde wegen seiner schonheit und vortrestichen gemüths-gaben zum Köm- ae erwablt. Unter seiner regierung ssel Donaldus/ der Fürst der insnln/ in das feste land ern/ wurde aber geschlagen/und ertranck/ als er sich mit der flucht retten wolle. Die einwohner der insuln verfolgten den krieg mit beyftand der Inländer unter seines sohns Donaldi coinniando. Findochns aber trieb sie wieder zurück / un- terwarffsich ihre insuln /,und verwüstete viel davon. Darauf versuchte Donaldus sein gluck durch betrugerey/ und bestellte 2 Meuchelmörder/ die sich vor cdeüente aus den insuln ausgeben/ auch dabey verwenden meisten / daß sie Donaldus sehr beleidiget hätte. Hierdurch nun ließ sich Findochns einnehmen / daß er ihnen trau- eie; sie aber ermordeten ihn / darüber sie gefanqen genommen wurden / und ihren verdienten lohn empficngcn. Dieses geschahe W das jähr 269. Fineti / (Johannes) ein berühmter rrchts-gclchrter von Venedig/ so an. 1470 gelebel/ und unterschiedene wercke/ darunter-ul» rokii e corll c>c pcnna, verfertiget. rb. Lrr. o boom. Iclr. Km/ eine familie/ welche in dem Königreich Candien und m Jstrien den Adelstand besessen / nachmahls aber in währendem Candiatischen kncge/ ungesehr an. 1647/ unter die Venetianische di»bn, aufgenommen worden/ und zwar in der person Vineentti Fini/welcher zu Venedig advocirt hatte. Eben derselbe erkausite auch nachgchends die wurde eines urocur^oris von Sän Marco eben so theuer / als vorhin den Venetianischcn Adel / nemlich mir rooooo dueatcn. Ja man hielt davor/ daß er gar/ wenn er sein leben höher gebracht hatte/zu der Hertzoglichen digmtät wurde seyn erhoben worden; indem seine dcredtsamkeit und andre grosse gaben ihm durchgehcnds viel liebe und Hochachtung erworben hakten. iiill. ciüAouvllrn. äs Vemic ^>. i/ü» ;6l. ge!L vMe A rcp. Äs Venisc. ir). Fimctuerra / (Maso) war ein berühmter kupsserstechcr von Florentz gedürtrq/ weicherm4üo gelebet/ und von einigen vor den rrßnder der kunst / die kupsierstücke zu stechen und abzudrucken / angegeben wird. Er pflegte/ wenn er ein silber-blech zum schmeltz- werck zurecht machte/ den abdrnck davon in einer irrdcncn forme zunehmen/ weiche/nachdem sie mit öhl und ruß überstrichen worden/ eben diejenigen dinge/ die auf das sicher gestochen waren/ vorstellte. Um nun den abdrnck auch auf paptcr davon zu bringen/ so legte er ein nasses papicr auf die irrdcne forme / fuhrso dann mit einem stceich-holtze darüber her/und brachte dadurch zuwege / daß die fignr auf dem papicr so anmulhig sich präsemirte / als ob sie mü der jeder gerissen wäre. Ais nun Maso dieses kund gemacht / brachte es Daccio Baldlni / ein anderer gvloschimdt in eben dersel- bigm stadt / vollends zur Vollkommenheit. k-M-L» emrsiiens Mr w- viez m- r-r- s beygelegt hat. gelic. eie kLisi. 127. Knkeley oder Finchdale / ein dorff in dem Bißthum voll Durham, in Chesterwarö, dessen in den Loncum unter dem namen Finchala und Fincenhala gedacht wird, sintemahl daselbst an. 798 von Sobald, dem Ertz-Bifchoffe von Jorck, ein Concilium gehalten worden. Finnanus / der io König in Schottland, succedirte Josina - und suchte sein absehen mehr durch gütigkcit als durch waffen zn behaupten. Um die tyranney gänzlich auszurotten, machte er ein ge- setz, haß die Könige in keiner wichtigen angelegenheit ohne die au- tvrität des hohen Raths etwas beschlieffen oder befehlen sollen. Endlich starb er im zo jähre seiner regierung K. N.; 8;9, nachdem er in seinem leben beydes von seinen Unterthanen und ausländem sehr gestehet worden. Er war der erste, welcher die Heydnischen Priester, immun genannt, einsetzte, . Annland / lat. Ii»ni3. I-MNOML, ein der Cron Schweden gehöriges Groß-Hertzogchum, welches dem Bothnischcn meer-buse» gegen Westen, Lapland gegen norden, den Finnländischen meer-bu- sen gegen mittag, und dem ste Ladoga gegen morgen lieget. Es begreifst von südcn biß norden 1)2, von ivesten bss; osten aber i;o weilen in sich, und wird M7provintzen eingetheilet, welche sind kajanien oder Ost-Bothnien, das eigentlich so genannte Finnland, Nyland, Carellen, Tavasthien, Savolarien und Kerholm. Die vornehmsten städte und festungen darinnen sind Abo, die Hauptstadt , Caianeburg, Tavasthus oder Croneburg, Wiborg, Kcxholm und Nysiot. Es ist ein fruchtbares land an getreyde, Viehzucht und ertz, und ist an 171; gantz und gar unter des Czaars bolhmäßigkeit gerathen, welcher auch in dem lotsten frieden das meiste davon be- Knnmarck / ist eine sehr grosse nördliche landschafft in Nor- lpege», deren einwohner , ausgenommen die / so sich in den msuin aufhalten, keinen beständigen sitz haben > sondern wer vdn ihnen an zu erst kommt, der schlägt daselbst seine Wohnung auf» Ern thest davon gehörst dem Könige in Dänemarck, und das andere oem Komge von Schweden, welcher, um die einwohner von di- ser so undestanorgen lebens-art abzubringen, die acker und lände- reyen denrcmgen gab, die sie am ersten würden einnehmen, durch welches Mittel zwar einige bester angebauet worden, was aber die un,r-.ichtbarsten anlanget, so sind selbige noch immer gemein, und haben keine gewissen besitzet. Die einwohner sind eine seltsaine und vermischte ürt von Christen, über alle Massen unwissend und barba- rijch , verschreyt wegen ihrer zauberet), haben ein unglaubliches raachglcriges gemuth, und sind mehrentheils sehr grob und tumm» ciescs. ckronoßr. Dsn. ^ 700. Lino Fini / mit dem zunamen Ädriämis, ein gelehrter „ran - weicher um das jähr 1490 gelebet, und aus einem alten Adelichett geschlechte, so aus der stadt Adria nach Ferrara gekommen, ent- lprossen war. Er bekleidete das amt eines n-- villi vric-iis bey dem Hertzoge von Ferrara, und hatte es, gleichwie in andern wiss senschafften, also vvrnemlich in der Griechischen und Hebräischen spräche sehr weit gebracht. Den grösten rühm hat er sich mit einem buch erworben, dessen titnl: ewA-Nom jucl.ro-um, worinnen ev die anknnfft des Meßiä mit fthr nachdrücklichen gründen behauptet. Well die Juden solches buch boßhafftiger weise zu unterdrücken gesucht , hat es sein söhn , Daniel Fini , lcripcur. vcrn ltec, zum andernmal drucken, Und den namen seines vüters, welcher bey der ersten ellicion sich aus bescheidenheit nicht genennct- beyfügen lassen. Aus eben dieser familie hat seinen Ursprung gehabt Alemanio Firn,, welcher die Historie von Crema, nebst andern schrissten an das licht gegeben. Lrccroü ckron. rvm. 4 lncl. r. p. rr7. 6«)-!,, icen. iicer. lls stcript. Lscgsw. ^>. i8. rkr DsteM ciel p. Irenco Uclla Lcvce p. 286. Liitsterberg / ,ist einer der höchsten berge in dem Lhütinget- waide / an den grantzen der Gefnrsteten Grafschafft Henneberg, gelegen, und zn dem Sachftn-Naumburgischcn antheil gehörig. Johann Georg I, Churfürst von Sachftn, hat aufdie spitze einer gantz oben stehenden grossen eiche eine grosse vergüidete kugel von biech setzen lassen, welche man sehr viel jähr lang auf unterschiedene meiien hat sehen können. Linstermüntz, ist ein kleiner ort an dem Jnnstuß, bey wel» ehernem enger paß aus der Grafschaff Tyrol in das Graubünkt- ner-land sich befindet. An diesem ort wurden an. 170; die Bayer und Frantzosen, als sie durch das Tyrol gegen Trrent eindringen und sich mit dem Hertzogen von Vendome conjungiren wölken, von den Tvroler-bauren, unter anführung Christen Krüppels unfreundlich empfangen und zurückgeschlagen. Lmsterwalde / eine stadt / schloß und Amt in dek Niedet'-käu« sitz/ nicht ferne von Kirchhayn/ Dodriiug und Svnnenwaide; wird aber doch auch mitzum Meißnischen krcyß gerechnet/ und gehört den Hertzogen Sachsen-Merseburgischer lmie. Dot altert zelten stunde Fmsterwalde denen von Mmckwltz/ nachmals denen vonDlcskanzu i von diesen aber kauffte an. 1623 Churfürst Johann Georg 1 diese Herrschafft/und machte sie zu einem eammer» gute. Der dörffer / so iu dieses amt gehören/ sind zwar nicht viel? jedoch ist ein trefflicher grosser waid dazu geschlagen/ indem es nicht minder schöne holtzung als gute weyde giebt. Vor dem dreyßig-jahrigen Kriege hatte dasstädtgm bey vierthalb hundert feuer-stakte; es tst aber in selbigem so herunter gekommen / daß es sich langemchtwieder hat erholen können. Denn an. -6; 1. wurde es von denen bey Leipzig geschlagenen und fluchllgen Kayserilchett trouppen geplündcrtund in brand gesteckt / ja als es dieEurwoh- ner kaum wieder aufgebauet hatten / wurde mit rhnen von den Bannertschen 16)7 so übel verfahren /daß nichts vom brande frey blieb als das schloß / Arche / schule und eine einfüge gaffe / wiewol sich auch nachgchends/ unerachtet sie metstens nur rn kellern und brand Auen sich enthielten/ von beyden seüen nicht geschonek wurde. Im übrigen kam es durch des Churfürsten Johann George I errichtetes testament/ au dessen driltensohn/Hertzog Chrtjnan/M nrheder der Mcrseburgischen linic / bey dessen bescendentcn es auch „och ist/und zwar hatte der brudcr des jetztregkerenden Hertzogs Mauritii Wllhelmi/ Friedrich Erdmann/diesen ort zuftiner y- sidentzerwehlel/ erstarb aber an. 1714ohne erden. Sonstenist dieses stadrlein an. 167 z mehrentheils wieder m brand ausgegam gen/ daes nach geendigtem dreyßig-jahrigen kriege nach und nach wieder angebauet worden / und mag jetzo etwa nur 220 yaujer haben. S8. r,auiiiriiclls msrclcvv. ; rkcil p. 67. cliLne von ürvll. ttayn. Linstgow/siehe Vittstgow. Finstr-rirgeil / sichMmstingen. t>oncw kurlcii. te-msnm, Veauyat uoer dlß noch von lhme IN einen grossen Band von allerhand ?m/ mrd n arantzenvon Bologna und Romagna / ligt.. Er ge- bö -tru dem a b ete des Hertzogs von Parma/ und zwar msoiider- demsüae aimttnLr.for-aN-v.c.noöderem8uü-r° Es X Zc>8 fir Sllla/ welche anjetzo mitBernhardiner-Münchenbesetzt /und mit rincm schönen kloster geziert ist. Bey diesem ort erhielte Sylla Ü72. einen grossen Sieg wider M. CarboncM / der des alteren Marti parthey nach dessen tvd und wahrender abwesenheit Sylla in Asten wider aufzurichten getrachtet hatte. xp,,. ?«- rexr Oetcr. N'lrM. -te-p.451. Noch ein andercr ort dieses namens findet sich öhnfern Florentz/der die- sen namen von Florentz selbsten empfangen hat/ eben als ob es das kleine Florcntz hiesse/ und wird gar offt in den Florentinischen ge« schichten angesogen. * Firändum / eine ftadt in Japan - in demjenigen theile der in- sul/ soTimo genennet wird. Es ist auch eine injul gleiches namens an der westlichen see-küste gegen Nangasac zu. Firignanus, (Thomas) General der Franciscaner-Münche und Patriarch von Grado - endlich auch Cardinal/ warvoNMo- dena gebürtig. Gleich in seiner jugend bezcugteer einen sonderlichen trieb zu dem Barfüsser-orden; als er nun darein getreuen, brachte er es in kurtzem so weit / daß ihm die-li-oiogie aufder Universität zu Bononien zu lehren aufgetragen wurde. Nachdem er den vornehmsten stellen seines ordens vorgestanden / wurde er an. 1567 zum General erwählet / und ob ihn schon einige aus neid wegen seiner lehre verdächtig machen wölken / erkannte ihn doch der Pabst Urbanuö V für unschuldig. Gregorius XI gab ihm hierauf das Patriarchat zu Grado, und bediente sich seiner in verschiedenen wichtigen affairen, welche er auch mit grosser treue dein kir- chcn-staate zum besten verrichtet / weswegen ihm Urbanus VI an. 1;78 den Cardinals-Hutertheilet, woraufer an. i;8i gestorben. in 2>inL>. Xkinur. Lmco/r,«-. Firley, eine adeliche familiein Polen. Okolski setzet zu ihrem stannn-vatcr MargarafWietfrieden von Cöln / welchen der Poln. Fürst Casimirus Justus, nachdem er sich einige zeit bey demselben aufgehalren/an. n üz mit nach Polen genommen, und da- stlbst mit unterschiedenen gütern und Starosteyen bcschencket.Von seinen nachkommen ist Ostasius / der sich von seinem Rittcrgute Ostassow im Lubiinischen gelegen, genennet / nach ansang des 14 seculi Truchscs von Cracau gewesen / und ivcil die alten teutschen einen Truchscs Firlegergenennet, so hat erden namen Firley be- koinmen. Sein söhn Eustachius, so an. 1; 54- als Grafund Ca- stcllan von Lublin lebte, hinterließ Pctrum und Jacöbüm. Jener ist ein stammwatcr der familien Kvnarski, Brömowski und Markurevski ivordeN, die sich von ihren Rittersitzen also genennet; Jacobus aber, der sich in den kriegen mit den teutschen Rittern und mit den Cosacken berühmt gemacht, zeugte Jacobum II, dessen nachkommen sich von ihrem Ritlersitze Melguia Melgievsbi ge- ncnnct, und Adamum, der ein groß-vater gewesen, 1) Johan- nis, dessen nachkommen sich von ihrem schloße Krivaski genennet, aber nunmehro abgegangen, 2) Pctri, der von seinem Rittergure den beynahmcn Dabrovjca angenommen, und Starost von Lublin gewesen. Dieses letztem söhn, Nikolaus, war anfangs Fähnrich von Craccau, hernach von Lublin, ferner von Sendomir, darauf Castcllan von Craccau, und endlich Cron-Feld-Marschall. Über seine berühmte kricgsthaten zu Zeiten des Königs Alexandri hat er 2 Gesandtschaffren an den Türckischcn Kayser Baiazeth verrichtet. Gedachtet König gab ihm schloß und stadt Lublin so lange ein, bis ihm von dem folgenden Köüige 1200 gülden amgolde und 820 an gängbarcr müntze gezahlet würden; zugleich gab^cr ihm eine jährliche pension von 10 marck silbers. Der König Si- gismnndus I machte ihn zum Wöywoden von Lublin, und schickte ,hn mit einer ansehnlichen armee in Moskau wider den rebcllen Glinski; nachdem er selbigen gcdcmüthigt, ward er nach seiner rückkunfft Woywode von Sendomlr. Hernach stillte er die Unruhe in Preussen, vertrieb die teutschen Ritter, und ließ sich von dem damaligen Hofmeister Alberto, Marqgrafen von Brandenburg , unter dem titul eines Hcrtzögs in Preussen, den cyd der treue, im namen seines Königs leisten. Vor diese getreue dicnste bekam er das städtlein Kaczow im Lublinischen, und starb an. 1526. Sein jüngerer Lohn gleiches namens, blieb als obrister im kriege unverhcyrathct, der altere aber Petrus, der an. rcc; als General Woywode in Reupen verstorben, hinterließ ,1) Nicolanm, welcher unterschiedene Gcsandschafstcn an auswärtige Höfe abgelegt, und an. i f88. als Woywode von Lublin ohne männliche erben gestorben. 2) Andream, welcher an. i c 76 als Castcllan von Lublin ohnekinder mit todc abgegangen. ; ) Johanncm, dieser hatte die meisten länder von Aßen und Africa durchreiset, ward an. 1^45 Polnischer Gesandter an den Kayser CarlnV/ und hernach Starostc von Rohaczow, bald darauf aber Castcllan von Vclcz, und nachdem er von dem Hospodar in der Wallachey im Namen seines Königs den cyd der treue genommen, ward er Woywode von Bclcz, und endlich von Lublin, wie auch zugleich Gcncral-Ca- pitain zu Craccau und Cron-Groß-Marschall. Durch seine bemuh- ung kam die nnion mit Polen und Litthanen vollends zu stände, und das Herlwgthum Oswicczim wurde zu eincrProvintz gemacht. Nach dem tobe Königs Sigismundl Augusti, bekam er von dem Könige Carolo IX in Franckreich, durch einen Polnischen vom Adcsansehnliche gcschcncke, daß er dessen brnder Henricum von Anjon auf den Polnischen rhron befördern solle, er schickte aber solche wieder zurück, und machte in besctzuNg gedachten throns leNcxio^anfden Königin Schweden, muste aber geschehen last sen, daß crwehnter Hertzog von Anjou von dem meisten theil des Adels znm König crwehlc wurde. Letztens trat er zu der Refor- mirten rcligion, und starb an. 1574. Seine söhne waren 1) Andreas , Castcllan von Radom, der seinen stamm fortgcpflantzek. 2) Johannes, Crvn-Groß-Schatzmeister, Castcllan von Vvynicj fir und Hauvtmann von Lublin > starb an. 1614, und binterlios aw. dream, Hauptmann zu Castmir, und Henricum, der 2 Cron-Referendarius, hernach AbtzuTincz, weiter BiWoffw Przemisl gewesen, und an. isz; als Bischoffzu Posen verstorben z) Petrus, Woywode von Lublin, welcher an. lüiü gLbeu Und etliche söhne nach sich gelassen. 4) Henricus,ssoanfarws Päbsilicher geheimdcr Cammerer,Protonotanus 'imdhernack^ Ä 1-ceec in Polen gewesen. Der König Sigismundus m machte ihn zum Probst von Miechow, als er ihn in einer Gesand! schafft nach Rom schickte; hernach ward er Cron-Resettndari 6 bald daraufCron-Vice-Catttzler und Bischoffzu Lutzko, nach diesem Bischoffzu Ploczko, undendlich Ertz-Bischoff ? GnesA d vrim-- re§n,. Er starb an. 1622. ;) Nicvlaus , von dem her. nach. Von dessen söhnen ist Johannes an. 1641 als Woywode von Craccau ohne erben mit tobe abgegangen; Nikolaus aber ist Woywode von Sendomir und der tribunal-gerichte in gantz Polen sVP? worden, nachdem er sich durch unterschiedene Gesand- schafften in Teutschland bekannt gemacht. Seine söhne Sbia- neus, Hauptmann von Lublin, und Andreas haben das geschleckt fortgesetzet, und lebten an. 1S99 Nicol und Johann Firley , jener als Hauptmann von LubliN, dieser aber als Cron-ReftrendariuS und Abt von Tinczin. e^ill. om. ?vi. i. 2. n/ü. kill. ?ol. c. 2. Firley/ (Nicolaüs) vonDambrovicza, ?-istinuszu Craccau, ein söhn Johannis Firley von Dambrovicza, p-»^in, zu Cracau und ReichsMarschalls in Polen, und Sophiä Bonarowna. Er legte seine erste Gejandschaffi in Franckreich ab, den aus Polen in sem erb-reich „ch gewendeten König Henricum III zur rückkunfft m Polen zu dlspoluren, und wurde hernach zum Kayser Marimi- lianö II abgefertiget, woraufer nebst dem Cardinal George Rad- ziwtl die andere icßsr.on bey dem Kayser Rudolphö II wegen des zu Pttjchen getroffenen Vergleichs ablegte, und unter der regieruna Königs Stephani Bathvri zur bcylcgung des krieges mit der stadt Dantzig zu seinem sonderbaren rühm, gebraucht ward, auch hernach nebst Johanne Demctrio Lolicovw, Ertz-Bischoffe zu Lem- berg, nach Lieffand reisen, selbiges land in gewisse Prvvintzen abtheilen , und dißfalls einige richtige ordnungen machen muste. AIs der Ertz-Hertzog Mariinilianus von Oesterreich dem König Si- gismundo III die Cron Polen disputirte, und darüber gefangen wurde, begleitete er denselben nach seiner erledignngaufseine eigne Unkosten nach Teutschland. Bey seines Vaters lebzeiten ward er an. i;ü2 von dem Könige SigisMundo Augusto.zum Starosten zu Casimiria gemacht, und der König Heinrich gab ihmdieHerr- scyafft Prybislaviz, der Konig Stephanus setzte ihn zM Castcllan zu Diezeck, und gab ihm das amt eines Retchs:Referendarii, und Konig Sigismundus III declarirte ihn nach Andreä Tenczinsky tobe an. i;8y zum v-iLuno zu Craccau, wobey er auch die Ltaro- stey Corcin und Pilseubossas und an. 1599 die lehngüter Chor- deza und Szocomla erlangte. Er war ein hochgeachteter mann in Polen ,und hat sich 2 mal verheyrathet, anfangs mit Elisabeth 6- Ligeza, mit welcher er einen söhn Nicolaum, und ; töchtere ge- zcuget/und hernach mit Agnes / Gräfin von Tenczin, die ihm einen sohnJohannem und 2 töchtere gebohren.Von seinen töchtern wurde Sophia andenWoywoden zu Ealisch Gostomsky, Amram an den Castcllan zu Posen Tuczinsky und Calharina an den Castel« lan zu Brest Köpejowskyvcrchlichet; die übrigen 4 aber sind geistlich worden. Er starb bey wehrendem Rcichs-tage zu Warschau, an. 1601. Firmiern/ enie uralte adeliche und nunmehro freyhcrrliche fa. milic in Tyrol, welche das Erbmarschall-amt in dem Bißthum Tricnt besitzet- Sie soll mildem heil. Vigilio um das jähr ;8; nebst andern pätricicu-geschlechtern aus Rom dahin gekommen seyn. Das schloß Firmiern, welches sie allda erbauet und davon den namen angenommen, hat Ertz-Hertzog Sigismund an. ii47? an sich gekanffl, und Sigismunds'-cron benennet. Hilpoldus ist an. 9z) mit 4200 mann von dem Ertz-Bischoffe zü Saltzburg abgeschickt worden, um dem Kayser Henrico I wider die ungläubigen bcyznstebcn. An. 128L hat Cnocherius mit einer Freyi» -ls Mezo die Herrschafft Crönmetz ererbet. George bekleidete a». 1442 und Nicvlaus an. 1492 die ck-^c eines Land-Hauplmanns an der Etsch. An. 1702 war Graf Antonius Lcopoldus Eleulhe- rius cin Lznonicus zu Laltzbnrg. ckreulci-.x. r. Firmiano / eine Italiänische stadt in Umbrick, am flusse Metro , 8 Meilen von Foyombrone im HertzogthuM Urbino. Firmicus Maternus, (Julius) lebte zu den zeiten Con- stantini und seiner söhne, und schrieb einen tractat von den Irrthümern der Hcydnischen rcligionen, welcher von John Wouver mic anmerckungen herausgegeben worden. Die meisten halten ihn für eben diejenige Person, welche die 8 bücher vön der astrononue geschrieben, so an. 2601 von Aldo Manutio, hernach aber zu Basel und an andern orten gedruckt worden. llnxwr. ccclcll Äm/cx. öcc. ckc kcienr, mzrkcmrr. x» roü, 207. Firmilianus/ ein mann, so wegenscines geschlechts, ftdiM migkcit, gelehrsamkcit berühmt ist, war Bischofs ZU HckPea und in Cappadocien, und lebte um das jähr 2z;. MitOW- ne hielte er gute frcundschafft, that auch so gar seinetwegen bis m. das Jüdische land eine reise, umso wol fichgenauer in gottllchm fache» von ihm unterrichten zu lassen, als zu gleicher M M zu besuchen. Er war in solchem ansehen, daß nichts wichtiges«» der kirche vorgenommen wurde, dabey er nicht solle gebraucht worden seyn. Aufdem synodo zu Iconien / da sich die Bischoff^ fir Watim, Phrygim/, Cicilien Und andern Nahe gelegenen Prö- vinken befanden, bestätigte er Cymani meynung, nach welcher die ketzer wieder sollen gemufft werden. Hierüber gerieth er mit dem Pabste Stephane I in grosse Uneinigkeit , so, daß ihn der Pabstgar iN den bann that -weswegen sich FirMiliatms in einem briefe an Cyprianum, unter dessen wercken er auch befindlich, gar sehr über ihn beschwüret. An. sü 5 verdammte er aus dem ssnoöo -u Äntiochien PaNliSaMosateMketzerey,undals er aus gleicher Ursache an. 27° von neuem dahin reisen weite, starb er Unterweges zu Tarsus. Seine hinterlassene bucher werden von Bafilio angeführet. llc Spiricü 8. c. r?. L«/eö. I. 7. c. zv. an. 2;;, 7. ^rin. Cz-priLN. Firmus/ ein Feld-Herr^ war von Seleucia gebürtig, ein Mann von ungemeiner leibsstarcke, so daß er sich ohne beschwärde einen amboß aufdie brüst setzen und so daraufschmteden und Mit hämmern schlagen liesse; asse auch dabey sehr viel, dessen zum be- weiß angeführet wird - daß er in einem tag einen gantzen straussett aufgegessen, und besässe zugleich grosse reichthum. Nachdeme Zenvbia bom Kayser Aureliano überwunden und «ach Rom im triumph geführet worden sammlete dieser den rest von deren cnt- mmenem kriegswolcke zusammen und würff sich ums jahr 267 stlbsten zum Kayser auf. Aber Aurelianus käme geschwind wider zurücke, und als er erstlich die gräntzen des Reichs gegen Orient in sicherheit gesstzet, giengeer von Carris aus Mesopotamien geraden wegs aufEgyptett loß, schlüge FirmumuNd dessen zusammengerafftes Volck in die flucht, belagerte ihn hernach, und da er dcne in feine gewalt gebracht, liesse er ihne durch grosse Marter hinrichten, wie der Kayser selbst in seinem schreiben an das Römische Volck den gantzen krieg in diesen wenigen Worten begriffen hat: kirmum I2cronc.11 tugLvimus, obicUimus, crucisvimus L occiciimus. in kirmo Üc in ^ureüsno» * Firmus / ein Maurer, hatte zum Vater gehabt Rubel, der grosse macht und reichthumen itt Mauritanien besessen. Als Firmus nach dessen tod seinen briider Zammam, der bey dem Römischen Oouvernsur, namens Romano, sehr währt gehalten wurde, umgebracht, und Romanus deßwegen gar scharss an den Hof schriebe, die entschuldigungen des Firmi aber denen damahligen Kayscren, Valentiniano, Valenti und Gratiano, verschlagen wurden , durffte er der fache nicht trauen, und warff sich zum König, oder, wie andere melden, auch aus einigen muntzen erhälet, zum Kayfer auf, und fleug an heimlichen schaden zu thun. Deßwegen Theodofius mit einigen trouppen wider ihne gesandt wurde, deine er erstlich, nach versprochener verzeyhung seines fehlers, verhieße stille zu sitzen, und eine anzahl gaysel cinzuliefferen. Als er sich aber damit säumte, giengc Theodofius, der indessen aller orten gute anstalten gemacht, dem Firmo auf den leib, schlüge dessen brüdere, Mascize! und Dium, verwüstete das land, jagte den Mascizel zum äNdernmal in die flucht, daß nun Firmus Christliche Bischöffe zu ihm schickte, uNd sehnlich um ftieden anhielte. Nach empfangener gelinder antwort begab er sich, sechsten zum Römischen feld-Herrn, und versicherte dene seiner völligen Unterwerfung, gäbe auch die gefangenen loß, samt vieler zuvor gemachten beute, liesse die RöMer in einige seiner stadten einziehen, und händigte nun auch einige gayseln ein. Jedoch wolte auch dieses nicht helffen; Massen Thebdofius aUfvernehmeN, daß Firmus neue anschlüge machte, ihne unversehens zu überfallen, von neuem auf dene ansetzte, wobey er über anfangs mit seiner kleinen ar- mee, so nicht'über ;;oo mattn ausmachte, in zimlichc gefahr liesse, da sonderlich Cyria, des Firmi schwester, durch ihre reich- thmne eine grosse mänge volcks äufdie beiN brachte, und Theodo- stmn von allen feiten umringetc. Allein, weil diese keinen geschickten anführer hatten, Miethen sie von sechsten in die flucht , indeme sie einen zu ihrer hulffe anruckenden neuen hauMtt volcks für feinde anfahrn. Firmus flöhe liess ins land hinein, m»t Hinterlassung feines weibs und vieler reichthumen, verstamte sich zwar von neuem, durch verschiedener in dem inneren Afrika wohnender volckeren Vorschub, wurde aber dennoch überwunden, und, nachdem er allen, die sich seiner angenommen, und insonderheit zuletzt dem Jgmazen, einem der Königen des landes, nichts als unheyl auf den halß gezogen, wurde er endlich von diesem letzteren, wie es vorher in eben diesem land dem Jugurtha von Boccho, nach fast gleichen vorher gehabten gluck- und unglucks- fällen, begegnet war, gefangen genommen; da er dann, um nicht in der Römer Hände zu fallen, als er sich zuvor starck berauscht, ihme sechsten, ohne daß es seine wacht gemercket, eitlen strick um den halß gelegt, und sich alfo erwürget. Sonsten hatte dieser Firmus in denen zu seiner zeit in Africa vorgefallenen strei- tigkeiten, zwischen den vonsMen und c-nlioNcis. der ersteren par- they gehalten, und ihnen, die andere zu verfolgen, die Hand ae- botten; ohne zweiffel aus staats- absichten, weil die letztere sich immer an die Kayfere hielten, und diese auch dem Donatlstlschen Haussen sehr zuwider waren. Ausser den öbgedachten bkudern des Firmi sind sonderlich noch zwey berühmt: 1) Mazucas, der für den Firmum gefochten, und, als er in einer Macht verwundet und gefangen worden, seine wunden selbst aufgerissen, danNt er der straffe, die ibme von den Römern bestimmt, dadurch üuswiche; r) Gildo hingegen diente wider seinen bruder, bis an dessen tod; wiewohlen er hernach in eine noch schlimmere emporung, als vorher dieser, ausgebrochen. Siehe Gildo. l -s- Orss I. 7. ssrL Lxit. > 4 ^. 1.1. concr» ep. ksr- wen. c. 10. * ^ -> ?IKII8ss8ssvIII8 . oder völlig kwcllgm-fl rl,n ss-cul,, Lbu lgoctlLlllwiU , st LUirssi, »l war ein in Orient hoch- ... fis ZOY von weitlaufftiqer LruUlkion, ,,„d beßhalbrn den «.»,i.b u« wL.», .«--ich WS K E» g-s«-nik- impft»«. ^ dat geschrieben 2i Ksmus I. c. OccsnüM ist ein vortreflirti ' üus welchem Bochartus sehr viel Mitzl? chcs m fern gebracht. So hat auch Giggejus diests ^ 7 " rum fundament zu semeM grossm Arabischen E.onl'm « / (WtlhelmNs) KeÄsr der Universität zu Paris, um das lade 146;, widersetzte sich Ludovico XI, welcher die studenten znm krieg nöthigen wolte, um sich ihrer wider die 6u Public zu bedleneN. Als hierauf der Cardinal Bessarivll nach Franckrelch gekommen, uNd ihme des Fisceti geschick chkeit Muhmt worden , nahm er ihn mit nach Rom, und recomman- ° welcher ihn auch sehr hoch gehalten. Er hat einige bucher von der rede-kunst, nebst verschiedenen episteltt Und reden hinterlassen. 1.12 bist. Iranc. D»7>/erx ja l.U6o- vico XI. sn. n. ,Ftschbertz/ ist ein altes UUd Wüstes berg - schloß in der Gö- fursteten Grafschafft Henneberg, M den gräntzen des Fuldischelt gebiets gelegen. Das darzu gehörige amt ist an. iü6o bey des vorgenommenen Hennebergischen landes-theilung, zu erhaltunck bes^gememschafftlichen z» Schleusingen, ausgesetzt Fischer-ring / lät. ^nnuiu- xiLstoris, wird das pitschüfft oder der siegcl-ring eines Pabsts genennet, womit die so genannte bre- vis, ingleichm alle Pabstliche relcriprs oder cüpiom-rs, welchä nicht allzu wichtige angelegenheiten antreffen, auf roth wär besiegelt zu werden pflegen. Den «amen bat er daber, daß des Apostels Petri bildniß, in der gestalt eines fischers, darauf vok» gcstellet ist. So bald ein Pabst gestorben, pfleget der Cardinal- CämMcrling dessen fischet - ring zu zerbrechen. Ausser diefem sa- nulo?UcLtoiiz gibt es noch zwey arten von Päbstlichen siegeln t Das eine ist die so genannte bieyernc bulle, auf deren einer feite ein creutz zwischen den Häuptern der Aposteln Petri und Pauli, auf der andern über des regierenden Pabsts name zu fehen ist, womit man in der Päbstlichen Cantzley solche wpiomsts verstehet, welche von sonderbarer Wichtigkeit sind; das andere siege! wird ltznum oder ein Ugner genennet, worauf ein spruch aus der heiligen Misst allemal eingegraben ist. c---/,. -v«» ivK. juc- ccclcN §. 422. bicrolex. Fischhausen / ein feines städtlein und schloß in der Preußischen Provintz Sümland, am Curischen Haff, ist an. 1269 durch den Bischofs von Samland erbauet, und bis auf Hektzog Albrechts zeiten der Bischöffliche sitz gewesen, welcher hernach auf Königsberg verlegt, die stadt zu einem vbn den 4 ober - ämrerN gemacht, und ein theil ihrer einkünsste zu erhaltung der Universität gewidmet worden. In den nächst - gelegenen wäidern sollen sich viele elend-thiere aufhalten, Fifchingen/ ist ein Benevickmer-kloster in dem Thurgöw, an dem Mnrck-fluß, unten am Hörnlitt-berg gelegen. Es bat anfänglich ANgia 8. Mariä Fischina, hernach Piscina geheißen. Dieses kloster wird für das aüerälteste itt der Schweiß gehalten; dann es befindet sich, daß schon an. 282 allda einige Einsiedler gewöhnet Habens und wird aus alten vocumsmen dargethan, daß dessen erster ansang von einer der schwären Verfolgungen herzuleiten feye, welche unter denen Römischen Kayscren wider bis Christen im z ftculo ergangen sind, deren zu entgehen, etliche Christen an diesem wilden ott sich versteckt uNd verdeckt gehalten, welche jünger allda hinterlassen, die gleichfalls ein einsiedlerisches leben fortgeführet haben, bis endlich 8. Benedicti ordcn von ihren nachfolgeren angenommen, und ein recht klösterlich leben allda aufgerichtet worden; wie dann die Grafen von Toggenburg den anfänglichen kloster - bau mercklich beförderet haben. Nach solchem haben andere fromme und andächtige leiste, nach der art selbiger zeit, ihre milde Hand aufgethan, und dieses kloster reichlich begäbet, alfo, daß auch ein Frauen - kloster dahin gestiftet und qebauet worden, welches auf der ebne, so noch heutiges ta- aes der Fräwler genennet wird, gestanden; als aber au. 1414 eine lcydige feuers - brunst beyde kloster mit allem gut verzehret, Ware der damalige Abt nicht im stand, beyde kloster wiederum herzustellen, deßwegen begnügte er sich, das manns-kloster wieder aufzurichten, worzuderumgelegentAdel reichlichgesteuret hat« es hat aber nach der Hand dergleichen feuers - schadm Mehr erlitten. Für zeit der R-eimm-nion hat der damalige Abt uud oonvs,cr. bruder die Evangelische lehre angenommen, Und den Romischest Gottes-dienst mit den bilderen ab- und aus der kirchen gethan, Mb yrathet, und ist nach dem Cavpeler- krieg Mit einer Pfatrey v rsebm worden. Das kloster wurde also durch einen Schaffner verwaltet , bis an. Ä«, da die Catholische Catttons bm ordest und Reliaions-CereMoNieu allda wieder eingeführet, Und Marr Schenckliu, einen aus dem kloster 8. Gallen, zum Ptalalest -inaesenet haben, welcher em neu convcnt dahlst , Unfalles wieder empor gebracht. Abt Christoph II VM an oi vom PM Gregorio Xlll die i-c^ii, für sich und seine 8ucc°üÄr-k erhalten , auch den grossen thurn aus dem f, ,.dämmt aufbauen lassen. Von dieser zelt an hat dieses kloster unter den folaendm Aebten, Benedicto und P acido, gewaltig iuaenommm ; wie dann die Herrschafft SPiege ber§ Noch darztt käme Ar!. !?- -, im 8. Galler-krieg , haben die Züricher dieses kloster ocmpirel. t- r k- tteiver. 44«^ Zw fis fit bisher/ (Johann) Bischofs von Rochester, und Cardinal, war aus der 6i«ces Pvrck in Engelland gebürtig. Nachdem er sich durch seine gelehrsamkeit in grosses ansehen gesetzet, wurde er zum lehrer und Cantzlar der Universität Cambridge ernennet. Dieses amt verwaltete er mit grossem nutzen der Universität, und wurden auf sein angeben von der Königin Margaretha, des Königs Hen- rici VII Mutter, 2 coliegiL daselbst von neuem aufgerichtet. Als hieraufdas Bißthum zu Rochester ledig wurde, konte jetzt-gedach- ter König zu einer so wichtigen stelle keine tüchtigere person finden. Ja, man vertraute ihm auch die unterrichtung des Cron-Printzcn, so nachmahls unrer dem nainen Henrici VIII König worden. Gleichwie er nun sechsten auf die Protestanten nicht wohl zu sprechen war, und sie hin und wieder durch öffentliche schrlfften zu widerlegen suchte, also wurde auch der junge Cron- Printz hierzu von ihm angehalten, davon die verfertigten schrifftcn sattsames zeugniß geben können. Anfangs zwar wäre Fisher bey dem neuen König gar wohl gelitten, naehgehends aber, als er in die verstos- sunq der Königin Catharina, und gäntzliche abschaffung der Pabft- jichen authorität nicht willigen wolle, siel er auf einmal in Ungnade, wurde ins gefängniß gcworffen, und ihm der proccß gemacht. Mittlerweile schickte ihm der Pabst den Cardinals - Hut, welches des Königs zorn vermehrte, und seinen tod beschleunigte. Er war verurtheiler, als ein verräther zu sterben; der König änderte aber das urtheil, und liest es bey der blossen enthaupnmg bewenden , die an. 1 zz > den 22 jun. an ihm vollzogen wurde. Man hat von ihm verschiedene schrifftcn: voiumc» , quo ttmNcri rekutavic; aliuci, in ^uo lscri ssccrciotii LuüoriiLrcm NekcnNit; Iio- miHas 2renti->!cs; cnntrz caprivirsr^m kLt>) >onic»m I.ukderi; «lc mstrimonio-cr;iz /enßlicr; pra»rionuni lik-. ; pro I^uitieri cian, n-irione >ib .; Sandcrus, Nibadcneira, und viele andere, haben seinen tod umständlich erzählet. cle Icripror. ecclsll in LppsrLlu. in snnzl. I'rk.cnr. in bist. rckorm. eengl. Lc. cls LLsib. iiluür. virnr. p. iy; Fismes/ lat. kim-e und all sines, eine stadt in Champagne, am fluß Beste, in der ui. 1 p. 16;, i/s. IZrirsnniL. lo Ln^i, bitt. * Fitz-Roy/ siehe Southampton. Fitz-water / oder Fitzmalter/ (Lords) in Engelland. Dieser mitthat seinen ersten Ursprung von Walter/ einem lungern söhn Richards/dessenvater Eilbert/ Graf von Eu in der fit fla Normandie gewesen/ und dessen nachkommen oder seilm-M wandte/nachdem fie sich in Engelland fest gesetzt / sich von Cläre geschrieben. Hernach ist an. 14z - / nach absterben Walters/Lords Fitzwater / durch besten eintzlge tochter und erbin / Elisabeth/ der titnl Fitzwater auf die Ralciiffs gekommen. Diese sind / von an. 1-; 29 bis gegen die mitten des 17 seculi/ Graffen von Susser gewesen. Nachdem aber an. 1629 Robert Rateliff/ Grafvon Suster / wie auch Lord Fitzwater/ ohne lcibrs-crben gestorben/ und dessen vekter/Eduard Natcliff/ in der würde eines Gra- fcn von Susser succedirt / pratendirte bey dem Paria« ment / welches an. 1640 zu sitzen anfieng/ der Ritter Henrieus Mildmay von Mulsho dentiml eines Lords Fitzwater / woben sein sundament dieses war / daß ihn der Ritter Thomas Mild- may / entsprossen aus einer alten und angesehenen familie in Es« scr/ mit Francisca /einereintzigen tochterHcnrici Ratcliffs/ Gra« f en von Susser / gezeugt. Die innerliche unruhe verhinderte/daß die gemeldetepratcnfion unerorterk blieb / bis nach Caroli II Wiedereinsetzung / da des vorerwehnten Henrici Mildmay sohns söhn / gleiches namens / dieselbe aufs neue mit grossem Nachdruck hervor suchte. In währender Untersuchung / welche vor dem ober-hausc des Parlaments geschahe/ starb letztgedachter Präten» deut ohne lcibes-erben. Alleinsein bruder und erde/ Benjamin Mildmay/ erhielt endlich eine vollkommene bestärigungder würde eines Lords Fitzwater/ und ward in solcher qualität / nach dem alten ränge /zu dem an. i669versamlekcn Parlament beruffen. Er hcyralhete Eakharinam / eine tochter Thomä / Vice-Grasen Fair« fax von Emmelcy in Instand / und ließ von derselben zwey söhne nach fich/von welchen der jüngste Benjamin hieß/und der älteste/ Carolus / rhm nachfolgte. Dieser vermahlte sich mit Elisabeth/ der ältesten tochter Caroli Berlie/ eines jungem sohns Mvnla« gucs/ Grafen von Lindscy / welche ihm einen söhn / Carolum / ge« bohre». ,7 p. iy. Lricannia. Fitz-Wrlliam/ siehe Southampton. Fivelingo/ wird diejenige gegend von der Niederländischen Provml; Groningen gencnnet/ welche von dem flnß Hunncs/ oberhalb der stadt Groningen/ bis an den cinfluß dcrEms in die sec/ zwischen den abcheilunqen Gerecht / Hiinstnqo und Olden- ampkcn/ sich erstreckt. Dam und Delffzyl sind die merckwürdigt sie orter darinnen. Fiume/ siehe Sanct Veit / am Flaum. Fizes/(Simon) Freyherr von Sauves / war aus Languedoc/ lind Staats-iLecretarms des Königs Caroli IX in Franckrcich. Die erste qclegcnhctt zu seiner bcförderung fand er bey dem siege!« verwahrerBertrand/ welcher ihn anfänglich zn seinem Scereta« rio machte / nachgehends aber an. 1;? z zü dergleichen cK-rZ- bey dem Könige rccommcndirtc. Hierauf wurde er dcfehlichcr / dm Cardinal vonLokhringcn aufdas Concilium zuTrimtzu begleiten/ allwo er auch vortreffliche proben seiner qcschicklichkeitabaeleqet. Deswegen ernennte ihn die Königin Cacharina n- Mcdieis bey seiner zurlickknnfft zu ihrem Secrctgrio/ und brachte ihn endlich gar unlerdie zahlder Staats-Sceretarien. Von solcher zei! an wurden ihmdic wichtigsten affaircn/sonderlich aber an. iz?r die aussührmg des grausamen Unternehmens wider die Hngenok« tcn anvertrauet. JaKönig Carolns lX hielt so viel von ihm/ daß er ihm aufseincm kodi-bette/ in abwcsenheil des folgenden! Königs/ der sich in Polen aushielte/ die angelegenheilen seines Reichs auftrug. HieranfwnrdeerHenrieo Ill/so aus Polen zu Turin angekommen war/ entgegengeschickt/ ihm den zustand des Reichs zu hinterbringen. Nach seiner znrnckkunffl lebte er wenige jähre / indem er an. 1579 gestorben, «si, ^ lullolr. ck« fccrersire5 ll Lrar. Flaachthal/ hat den namcnvom dorffnnd dcrUarr Flaach/ und ist ein gar schöner und fruchtbarer strich lands miler An« dclsingcn / zwischen dem Rhein/dcr Thür und dem Irchclberg gelegen / darinnen vor diesem Edellcuthe ihre Welche sitze und schlösset' gehabt haben / als die von Ederspcrg / von Schollenderg/ von Radeck / von Heckart / von Hcchinqen / von Goldenberg :c. Gehöret der Statt Zürich / welche einen ober-Voqt zu Flaach ordnet/der 9 Jahr am ambt bleibet/und der odrigkeit jährlich zoo st. entrichtet. r.w.;. psZ. 101, r> orsm. psg. 79 - Flabanico / (Dominicns) ein Doge von Venedig / ward an. ioz2 nach Pckro Cemranicodarzu erwchlk. Weil nun inden vorhergehenden zcikcn die drey mächtigen familien derer Badilcn/ Candiani und Orscoli bey nahe 200 jähr die Herkogliche wurde gleichsam erblich in ihren gcschlechtcrn behalten und solche wcch- sclswcisc besessen hatten / Flabanico aber ein absonderlicher ftind derer Orseoli war/ auch vermuthlich vor seine person weder nii- bcr noch nahe anverwandlen hatte / so verordnete er durch ein cdict / daß hinfuhr» kein Hertzog von Venedig befugt seyn solle/ bey seinem leben sich einen collegeil oder Nachfolger beyzufügen, su gleicher zeit erklärte er das hauß derer Orscoli aller ehren / rechte und vorzügc verlustig / und vcrbanncte solches aus ewig aus der Ncpublic. Unter cbcn d csesHcrtzogsregicrnng hat man gut ge« funden / baß einem jedweden Doge zwey Senatores sotten zugeordnet werden/welche anfdeffcn thun und lassen ein wachsamer äuge haben möchten. Heutiges tagcssindek man zu Venedig nicht» mehr übrig von der familie derer rwbL„icKi. sucai. c7o»,/r^». llc msgitt. A re^. Vcnek. lls biü.clu ZE. lls Ven. p. izz. . fla SlaccillK/ Aelia) war die gemahlin des Kaystrs Thesdosii N. ^ Meinet eben so wohl Spanischen uriprungs gewesen zu seyn / sls ihr qemahl, und Antonium UlirfeÄum NrL-rvrio Q-UiSrum ^ «der Louveriieur von Gallien, und hernach auch Bürgermeister, ium vater gehabt zu haben. Ihre ftömmigkeit, demuth, milbig- ke k aeaen die arme, auch nicht minder ihr eiffer für die Religion, wird sehr gelobet, so, daß auch Gregorius Nyssenus selbige eine sa il der kirchen heisset. Sie hat ihrem mann den Arcabium und Lonorium gebohren, weiche nach ihme das in » theil getheilte ssaustrthum besessen haben, so bann auch eine tochter, namens Bulcheria, die in ihrer kindheit verstorben. Ihr gemahl hielte auch qar viel auf ihren rath, und da er sonsten zum zächzorn sehr aeneiat wäre, ist er mehrmalen durch ste besänfftigtt, und von allm grosser strenge abgehalten worden. Jedoch mochte dieses nicht verhinderen, daß nicht der schwurige pöbei zu Antiochicn, als einmal der Kaystr zum dehuff des kriegs,, wider Marimum, eine ausserordentliche steur aufgeleget, ihre säule so wohl als des Tbevdosii aufs schimpflichste mißhandelte. Sie verstarb zu Sco- tuminum in Thracien , allwo sie sich der wasser-cur hatte gebrauchen wollen, an. ;88 den 14 stpt., welcher tag von den Griechen noch heute gefröret wird. Gregorius Nyssenus hak dero eine sehr herrliche lob - rede gehalten, die wir annoch haben. Siehe auch hon ihr ri, L. I. 5 c. -5-, rc>. lie llsruis. * Flaccus / siehe Valedrus und Fulvius. Flach / ist ein schöner flecken und schloß in dem Canton Zürich, öhnweit dem einfluß der Thür in den Rhein, welches vor diesem von dem Hause Oesterreich ein lehn des klosters Rheynau, derer von Wach, rc. gewesen, seit an. 1694 aber an den Canton Zürich verkaufst worden. Kacillus / ein Patriarch von Antiochien, war der Manischen ketzerey zugethan, und lebte um das jadr ;4s. Er verfolgte die recht-gläubigen sehr hart, und suchte im gegentheil seinen üilhang auf alle weise empor zu bringen. an. z-z«, n. -s. m cllron. Flaciuö / (Matthias) war gebürtig von Mona, einer stadk in Istria, welche Provintz vor diesein ein theil von Jllyrien war, dahero Flacius gemeiniglich mit dem Zunamen Jüyricus genennet stieb. Er wurde daselbst den ; mertz an. 1520 gebohren, und studirte in seiner jugenb die Kumsnio-L unter dem Egnatio zu Venedig. Da er kamn 17 jähr alt war, befand er bey sich eine grosse Zuneigung zu der -Ncniog.e, und entschloß sich ein Münch zu werden, weit er sonst keine Mittel hatte, auf Universitäten zu leben. Diesen seinen vorsah entdeckte er einem seiner anverwandten, na- mms Baldus Luparinus, der urovinci-i der Franeiscaner war, welcher ihm aber solches widerriethe, indem er schon selbst einige Zuneigung Zur Lutherischen religion hatte, auch endlich den tod darüber hat ausstehen müssen, und wolle vielmehr, daß er sich nach Teiltschland begeben solle. Solches that auch Flacius, und kam an. nach Basel in grosser dürsstigkeit, woselbst er von Simone Grynao aufgenommen und unterrichtet wurde. Hierauf gieng er nach Tübingen, und von bannen an. i->4i nach Witten- verg, woselbst er Lntherum und Melanchthonem hörte, auch sich durch in der Griechisch - und Hebräischen spräche unterhalten muste. Zu selbiger zeit hatte er grosse anfechtungen, sonderlich über den punct vom zorn Gottes, von der gnüden-wahl, Und von der fünde, so baß man auch auf öffentlicher cantzel vor ihn bitten muste. Nachdem er hiervon defreyet, wurde er n-> 8 >- sier, und an. I t44 Nrokdss-»- der Hebräischen spräche. Unterdessen geschahe es, daß der Schmalkaldische krieg angieng, und diese flamme sich in Sachsen zog, wordurch Flacius bewegt wurde, sich nach Braunschweig zu begeben, woselbst er mit grossem zu- laufflehrte. Doch kam er am 1547 wieder nach Wittenberg, und trat seine vorige bedieuung an. Bald darauf entstünde der streit wegen des so genannten -mc-im, worüber er mit Melatichlhorw zerflel, weil er'sich nebst den Nieder-Sächsischen itieoioz-is demselben hefftig widersetzte, und dem gegentheil nichts nachgeben wolle, Es kam auch zu gleicher zeit Nicolaus Gallus von Regenspurg dahin , mit welchem sich Flacius aufs genaueste verband, und frey- willig von Willenberg nach Magdeburg zog, woselbst er eine zeit lang in der Buchbruckerey corrigirte, und zugleich wider das in- r-Nm und die so genannten Adiaphoristen allerhand schrieb. Nach der zeit wurde er znm Professor auf der neuen universiät Jena an. -;;7 beruften, woselbst erc jabr lehrte, weil er aber mit seinem Collegen Victorins Strigelio sich nicht vertragen tonte, muste er hernach diesen ort verlassen, da er sich denn nach Straßburg begab, und allda fortfuhr, unterschiedene bücher heraus zu geben. An. i;S7 berieffman ihn nach Antwerpen, die kirchen daselbst nach der Angspurgischen conssli-on einzurichten, wohin er sich auch „ebst Cynac'o Spangenbevgio würckljch verfügte. Doch, weil gleich darauf eine vcrfolgung sich erhub, war solches vergeb- sich, deromegen er sich nach Straßburg, und von bannen nach MUckfurc wandte, woselbst er auch an. -c 7 c im besten jähre seines altcrs starb. Es war eist marin von grossen gaabert, und von einer „„gemeinen gelehrsamkeii, aber dabey sehr hefftig und zanck- suchtig, welches er sonderlich in dem streit mit Meianchthone und seinen anhangeren erwiesest; wiewohl auch nicht zu läugnen, daß ihm seine feinde mit nicht geringerer yefftigkeik und unglimpff begegnet. Am allermeisten aber vergiestg er sich in dem streit mit Victorino Strigelio, welcher, nach Melanchthvnis redens-artest, dem freyen willen des menschen bey seiner bekehrung eine mitwür- m>ng beylegte. Diesem widersprach nebst v Simone Musao auch Flacius, und weil man grosse weitlänfftigkeitett daraus beirre, wurde auf brfehl der Herrschaffr am im aug. zwu Victorins Strigelio ein colWuium zu Weimar an. behaupten wvlte , daß der meA auch ferner nach corrumpirt, und daß die erbVsünde nickt-m ^ sondern selbst das Wesen der stele sey. Hierüber UM des^.ZEZul- piget, auch hefftrg verfolget, so, daß er nack dev reit -in reinere m Teutschland lang blühen konte, und zuletz? auch F anckfm E^,,u^'?ss"l muffen , wann er nicht vorher» gestorben wäre. Jedennoch hatte er einige anhänger, sonderlich in der Grafschaft? Mansfeld , worunter tue beyde Prediger, Cyriacus Svan 2 ! dastund Jrenaus, am meisten bekannt find, wie auch nicht nun- bänden, wv damals die Evangelische reliawn noch aufrecht stunde; und wurden diejenigen, so es mit ihm lstelten. lhm Mclaner genennet, mit welchen man gleichfalls sehe hart verfuhr. Im übrigen hat Flacius sehr viel Griff mherW gegeben, worunter sonderlich bekannt sind : ci-vi- ssii/mr? rekium vMtSkis z UNd die centurix lÜ-sllckurSicL nuiNN- neu ihm aber Johannes Wiganvus, Matthäus^ 5 . Basisius Fuber-Andreas Cormnus, Thomas Holkhüter, und andere, an Ä^AegWen, doch so, daß Flacius die gantze Uireüion die- s^ ^cks gefilheet. So hat er auch an. 1^57 aus einem alten erempiar , mMam > quL oll!» 2 , 1 -c 8.0MSIMM circa scptin- gencclimum Oomini snnum in ulu fuit, drückest lüftest , worüber nachgehends zwischen den Catholischen und Lutheranern viel di- Aourt worden. Über diests hat er noch sehr viel andere theologi. sche und strelt-schrlfften verfertiget, wider die Catholischen, Refor- m rten, Adiaphoristen, Andream Ostaudrum, Victorinum SM- gelinm , und andere, vir 4 IoZ. in vic. kkil. KlelLnclu. c. Lr. 26 chios. NiN. Lccl. I.; r. 74. lyneasni. lli'K. eccl. I. j lerFc? elog. tow. I. in big. eccl. lerul. ,6 p.-r L ieq^ liiU. eec!. c. i) z,. r.4.1 tem> machte sich ZU geisseln. Ein gewisser Einsiedler, namens Rainerius, soll zu Perugia nl Italien um das jähr i räo den ansang darzu gemacht Haben , um die leute dadurch zur busse zu bewegen, wie denn so wohl zu Perugia und Rom, als auch an andern ortern in Italien sehr viel diesem exemptl folgten. Es begaben sich vornehme und geringe, alte Und junge, zu dieser stete, welche durch die stadtc als m emev procechon gierigen, fleh bis aufdas blut gersselten, und darbet, die leute zur busse vermahnten, welches dann auch amanglich bey vielen grosse würckung soll gehabt haben. Ihre anzahl vermehrte sich dergestalt, daß bis auf die solcher Personen herum gingen , welche von einigen Priestern gefuhret Vlirden, die lhircu sahnen und ereutze vortrugen; ja , sie breiteten baß sich auch bey den Griechen solche perionen gefunden. Um das jähr 1 zag erneuerte sich diese stete in Ungarn, und breitete sich «n kurtzer zeit durch Pohlen, Teutsthland, Aranckreich, Italien und Enaelland aus Diese leute gaben vor, daß ein enget emen bnef au?den altar des Apostels Petri M Jerusalem gelegt, darliinett enthalten wäre, welcher gestalt Christus durch ^le überhausste doßheit der welk sehr beleidiget, und über die Christenheit erzürnet N, weil aber die Jungfrau Maria für tue menschen gebettm , hätte er geantwortet, wer sich auf solche art z 4 tage geDln würde - der solte Vergebung aller ferner simden erlangen. Sie wollen gleichwohl nicht, daß jemand aus ihrer gestllschafft betteln solte - erforderten deßwegen von jedem, der sich unter sie zu begeben sinnes wäre, daß er für jeden der gesetzten ;4 tagen wemgst M fla 4 Pfenning zu verzehren hatte; doch wäre es erlaubt - das ihnen von freyem willen angebottene allmosen anzunehmen. Sonst hatte jede diefer creutz - fahrten einen gewissen Rath, in dene sie aber keine Geistliche nahmen, obgleich deren anfänglich mehrere unter diefer ehrbaren gefellfchafft waren. Weil aber diese art sich selbst ju züchtigen in Gottes Wort nicht gegründet, und über dem bey den Flagellanten allerhand Unordnungen einfchlichen , haben sich unterschiedene denselben widersetzet. Und zwar, als sie zum erstenmal aufgekommen, hat Manfredus , König in Sicilien, bey le- bens-straffe verholten, dem erempel dieser leure zu folgen, dergleichen auch von anderen Potentaten geschehen. Da sie zum andern- mal hervor gebrochen, hat sie derKayser Carolus IV in Teutschland nicht leiden wollen. Auch hat der Pabst Clemens VI eine eigene bulle wider sie heraus gegeben. Die Priestere, die sie nie zu keinem sonderlichen ansehen unter sich hatten kommen lassen, hö- reten bald auf, sie mit läutung der glocken zu empfangen, und verschryen sie aller orten. Ein jeder Bischoff verbotte solches unordentliche Wesen in seiner cko-ces , und die städte sperreten ihnen auch die rhore zu. Worauf endlich dieser mißbrauch und aberglaube erloschen und vergangen. Auch haben einige Gelehrte in schrifften sie widerleget, als Hermannus - (Lchildis, Johannes «je inaaZiiiL und Johannes Gerson. Es werden ihnen auch viel Irrthümer beygelegt, deren Gobelinus Persona und «Lebastiauus Franck 44 zählen, davon aber nicht viel gewisses kan gesagt werden. Die erbärmliche verse, welche sie sonderlich bey dem geisseln zu singen pflegten, erzehlet Vrsteifen in seiner Basel - Chronick. in ckron. s». ir.6o. sci sn. 1^49. gener. 4;. I. 8 c. r8. in cosmollrom. «rar. 6 c. 91. cbron. conrin. snn2>. 6c s,. * lssI>shlVlssPI. heist ein Priester, welcher einem gewissen Gott, bon welchem er auch den namen hatte, dienen müsse. Sie wurden von dem volck in den Lttmiciis cun^ri- erwählet, und von dem konriücc cingcweyhct. Ohnerachtet sie keine Uonrillcc, waren, so gehörten sie doch mit in deren coii^mM, und wenn daselbst etwas vorgieng, waren sie beysitzer. Numa hat deren anfangs nur z gcwählet, nemlich Dialem, Martialem und Quiri- nalem; wiewohl andere die crwählung derer 2 ersten schon dem Romulo zuschrieben; hernach kamen mit der zeit noch 12 andere darzu, und diese wurden so eingetheilt, daß die ersten; allezeit r-rncii, die andern aber ? ekeji waren; auch wurden die erstere kiLmin-8 msjnres, die übrigen 12 hingegen minorcr gcncnnet. Jeder hatte feinen absonderlichen Gott zu verehren, und dessen dienste abzuwarten. Zu der Kanser zeiten findet man auch vis- mincs Eäsaris, Augusti, Elaudii und Adriani. kiLmc» Dialis war des Jovis Priester, und der vornehmste unter allen; er gieng mit einer prLrcxcL, brauchte lclUm curuiem, konte auch dabey einige bcdiennngen bey der Repnbliq bekleiden, wie man denn findet, daß etliche und L»nluks gewesen; da gleichwoh- len Plutarchus m uom. für gewiß setzet, daß dieser k>»- -ncn kein oberkeitliches amt habe tragen dörffcn, auch dessen mehrere Ursachen anführet, so aber in der that durch viele erempel aus der älteren Römischen Historie widerstritten wird. Er dnrffte aber nicht zu pferd sitzen, keine gcwaffnetc armee sehen, nicht aus der stadt Rom weggehen, nicht schwören, sich nicht unter dein freyen Himmel salben lassen, kein mchl noch kor», kein rohes fla fleisch, keinen Hund oder ziegen, auch kein epheu anrühren. ring tragen, der gantz und dicht war, sondern er muste dmM. chert seyn; bey den lerchen durffte er keme börm.H wenn er kam, müssen sie wegbleiben, ki-mcn Martial« Ä Martis Priester, durffte nebst den anderen kEcik nickt Italien gehen, welches aber nach der zeit geändert wurde ki? -n-n Quirinalls war ein Priester des Romuli, der auck sonst Qumnus hieß. Man hatte dergleichen Nomina munm! piis , welche aus denl Loliegio Occurionum erwält wili-v-n nicht eher, als bis sie solche stellen bekleidet, da fie sich etwas hatten kosten lassen. Sie waren es nur auf einige zeit, und wem sie wollen, konten sie wieder loß kommen. -?/«?. czuTM Lom. ,07-,„ Lr-V. I. z. -7, Z!. I. IO c. i;. lurekonrif. «K I. 6 c. ir. 6c all eum Äocc«- yorcg. kam. Llex«/» cic sgc-rllor. Lom. c. r. * , L I.ssiv1MILL, war das weib des kisminiz, welche ebenfalls eine Priestern, Jovis war; sie durffte sich nimmermehr von ihrem mann eben wie auch ihr mann von ihr nicht abscheiden, und wann „c verstarb, muste ihr mann das Priesterthum niederlegen. Die wolle, aus deren ihres mannes kleid solle geweben werden, mulie sie selbst spinnen. Sie durffte keine wittwe gewesen seyn, und auch nicht von ihrem mann weggehen. Wenn sie ein qewitter gehört, muste sie ihre arbeit, die sie vorhatte, so lange liegen lassen, bis sie dre gotter wieder versöhnet hatte. Sie durffte auch ihre haare nicht auskämmen, und keine treppe höher steigen als drey stuffen; die treppe muste auch noch darzu is-is oi-cs seyn, die unten zugemacht war,daß mau nicht durchsehen konte. Das weib, so ihr m denen Priesterlichen Verrichtungen bedient war, wurde genennet, wie die junge knaben, so ihrem mann beym gottesdiensi aufwarteten, k>Lmi»i>, wovon der geschlechts-namen derer herkommet. m kismmics, kirmcoöc k>». miniz. L-eü. I. Ic> c Is. ^nri^. Nom. * ssL /IJ 1 IXI/k VkJ. war eine von den berühmten Römischen land-strassen, welche von Rom, durch das Flammische thor über Ocricoli, Narni, Spoleto, Fuligno, Fvssombrone, Fano und Pe» saro, bis nach Rimini gieng, allwo sie sich mit dem v,- Lmiii» vereinigte. Der Römische Bürgermeister Cajus Flaminius, welcher bey dem Thrasyinenischen see von dem Hannibal überwunden und erschlagen worden, hat diesen weg pflastern lassen, wovon mau noch heutiges tages sehr ansehnliche überbleibungeir stehet. I. ,I 14 V. I l. 10 ej>i^r. 6 V. ü. 1^074^ Llaminius/ (Caius) war zweymal Römischer Bürgermeister. Das ersteinal führte er krieg wider die Jnsubrier, eine Gallische in dem heutigen Mayländischen gebieth wohnende Nation, welche er überwunden, und ihr land verwüstet. Fürs anderem«! trug er dieses amt 5?7, /r. iu. 5767, <7.217, und war zugleich commandirender General der Römischen armee bey der Thrasy- menischen schlacht, in welcher er nebst vielen anderen Ralhs-Her- ren das leben verlohr, und dem Hannibali eine vollkommene v>- ü-rne überließ. Zu gleicher zeit wurden die 4000 renter, so Cajus Servilius Gcminus seinem collegen Flaminio zugeschickt hatte, übern hausten geworffen. Livius nennet dicssn Flaminium einen verwegenen mann, der niemals weder die götker noch menschen um rath gcfraget habeweilest er alle suguns oder Vorbedeutungen , worauf die Römer sonsten zu seiner zeit sehr viel gehalten, verachtet, und obwohlcn ihme vielerley zeichen einen schlechten ausgang der schlacht androhcten, sich davon doch nicht abhalten lassen. Noch mit besserem fug mag man eine bru^ie frechheit an ihme tadeln, daß er nicht bedacht, mit was für einem listigen fein- er zu thun hätte, steh ohne einige genommene Vorsorge, noch erkundigung der örtcr, in eine solche gcgend begeben, da er zwischen engen berg-claustn und dem Thralimenischen see von allen feiten umringet wurde, ehe das gestecht angienge. An tapffermt vor der saust fehlte es diesem mann nicht; wie er dann, obwohl gantz von dem feind umgeben, und da feine leute durch den unversehens von hinten lind forncu auf die geschehenen anfalle des feindes schon in völlige Unordnung gebracht waren, dannock so grossen widerstand gethan, daß der sieg über die z stunde zwttffel- hafft geblieben, bis Flaminius selbst von einem Jnsubrier, namens Ducario, der ihn noch aus dem obgemeldten krieg von angeM kannte, mit einer lantzcn durchstochen wurde. Die schlacht geschahe den 2z jUN. Olc. 6e Oivin. I. i c.z;. O-vrst. käst. 1.6. M. 7 ,«/. LrH I. r.r. I. 2. l. 7. Ogs l. 4 k- st- r9r/-x. I. 1 c. 6. * Flamininus / (Titus Quintius) wäre eigentlich aus denen <2uil>rü8 (ex Ocnrc (^uinri-) entsprossen , aber von einem y'lamuuo an kindes - statt angenommen, welches nach der Römischen ge- wohnheit durch den zunamen Flamininus angedeutet wird. Dieser wurde -r. K.; 56, ki. 5786, c. 198, in ansehung semex getreuen diensten, Bürgermeister zu Rom, ehe er noch das ;c>lce jähr erreichet hatte, und war der Römer General wider MMP- pum, den König in Macedonien, den er mit einer grossen meeer- lage besiegte, und darauf zu Nemea unter währenden kampst- sviclen, bey welchen sich alles volck zu versammlen pflegte,IM Griechen durch eine öffentliche procismLrion ihre freyheit wlcoer gab. Als er hernach zu dem König Prusia gesandt worden, weicher dem Hannibal an feinem Hof unterhalt verschaffet, war er m seinen Verrichtungen so glücklich, daß er die Romer von diesem ihrein Haupt - feind gäntzlich erlösete. L. Quintius Fkammmus , des kurtz vorher gedachttn Bürgermeisters bruder, commaiivlrw die Römische flotte in Macedonien, nahm Eretriam auf der UM Negroponte ein, und wurde 562, /v. ba. ^792, c. 19^ fla nebst Cn. Domitio Aenobarbo, zum Bürgermeister erwählet. Da er nachgehmds das bisse,ts der Alpen, nach der Römer art iu reden, liegende Gallien zurProvintz bekommen, liesse er bey einem Kllin - auf einer liederlichen weibs-person anhalten, welche ihm vermeldet, daß sie nie keinen kopff hätte abhauen gesehen, und diese lust einmal zu bussen wünschte, solche lebens-straffe an einem gefangenen ausüben ;j Aus weicher nrsach ihne hernach auch M- Porcius Cato, in seiner centur, aus dem Rath gestoßen. Doch wäre die ehrerbietung, so man gegen dieses ge- schlecht trüge, sonderlich wegen den Verdiensten des T. Quintii Mminini, dieses entsetzten bruders, so groß, daß, als der entsetzte einmal bey einem öffentlichen Hau - spiel unter dem volck stunde, die gantze Versammlung ihne nöthigte, seinen vorigen platz unter den Raths-Herren wenigst bey dem schau-spiel einzunehmen. Sein söhn, gleiches namens mit ihm, wurde L.604, ^i;oBürgermeister, und sein enckel L. K. 6;i, ;Z6i, ^ L. 12), nebst dem O-. Cäcilio Meteüo. in Lsrcme. l/;4. zs, ;7 öc , 9 - in p!am. ip«/e!'. >2 c. 9 8c >. 4 r.?/,». I. 7 c. 27. I. 4, 7 /Za, Ue viris illuür. c. ;i. >" tHi. Lc. * Flamiiiius/(Iohan. Anton.) war von Imola gebürtig,lehrte zü Bonomen, und starb daselbst an. i?;6. Man hat von ihm unterschiedene frommer leute lcbens-beschreidungen, welche bey dem Kandro in seinem tractat iUuttribus u,i »rüinir viris zu sinden; desgleichen eine Historie der Römischen Kayser; ferner sslv-rum übr.r. lind epigrLMniLruin lib. z. in cietcripr. Irsl. 8c in il. lullc. vir.circl. ?rL-8icLt. p'o/r«, cle bik. l.St- l. ; s,. 68r. Flammius / Antonius) war gleichfalls von Imola gebürtig, und ein söhn des vorhergehenden. Er war nicht allein ein guter Poet und geschickter Redner, sondern auch in den sprachen und der Philosophie vvrtreflich erfahren , dadurch er sich dann so wohl bey dem Cardinal Alexandra Farnesio, als auch dem Cardinal Polo in grosse Hochachtung gesetzet. Auf des letztem beseht hat er sich an die Psalmen Davids gemacht, und deren Majestät auf eine ungemeine art in Lateinischen versen ausgedrücket. Er würde es aber darinnen noch weiter gebracht haben, wenn ihn nicht der tod in der besten blüthe seiner jähre an. i?;i der Welt entrissen. Im übrigen war er der lehre Lutheri nicht ungeneigt; wie er denn deswegen die stelle eines Secrersrii auf dem Lonciüo zu Tri» dent anzunehmen soll ausgeschlagen haben, und es sonderlich seine von Camerario ausgegebene brieffe genug anzeigen. Gleichwol will der Cardinal Pallavicini vorgeben/daß er sich davon wiederum abgewendet, und in der Catholischen religion gestorben sey. Sehr lächerlich ist,was Ant. Caracciolus erzehlet; da Flaminius im tod- bett seine glaubcns-bekanntniß vor einem Priester, namens Jacobs Hcrculano,abgelegt,hätte er sich mit absonderlichem fleiß des Worts lEliMznciLrio enthalten, doch, wie Caracciolus meynet, und es in der that gar wohl seyn kan, nur weilen solches ihme, als einem Puristen in der Lateinischen sprach gar rauch und barbarisch vorkäme , und gar nicht, weilen er die durch bis Wort angedeutete lehr läugnen wolle. Wie nun Herculanus auf ihne gedrungen, und kurtzum solches Wort von ihme heraus haben, oder ihme auf widrigen fall die sacramente weigeren wollen, wäre jener letztlich , in ungedult herausgefahren, und hätte zu mehreren malen, so laut er konte, geschryen: rrEiubllLnrisrio,rinnst. rrSNLs. Seine schafften sind! in ctuociccimum libruni Lrillolclis Krisis xkUolopliiL; comnienrnrig inplUccrium; pislwi 8c b^mni elegan- kiilimo czrmins sxpreiü; ^LiLplirsüs in ptslmos vcrbtzus lcnpcs; csrminL clc rctzus cüvinis ; cscuunum litzri 4 28 rrnncilc. l'urriLnuni ; irsm über guinrus 28 ^Icx. ksrneiium z cpillol« sliczuor 8e verirsre lloÄriNT cruwtL 8c s2n8bir2kc rcbgionis ex Italien in I^arinum scrmo- nsm convcrüe, 77 .-,,«». 1- 8 circa iin. 0«,»ccro/tt ibeatr. cle icrcer. 8c tcripcor. lcc. >6- IrrFier 2881k. 2ux elo^, 8c- bommes i)avLN§ rom-1P. z; leg. 8c roni. Z P. ri 5eq. * flaminius/ genannt Nobilius, von Lucca, war ein berühmter 7 keo>n°!,z und Cricicin , dessen sich der Pabst Sirtus V in heraus- gebung der bibel, die seinen «amen führet, bedienete. Sein Hauptzweck in diesem stücke gieng dahin , die alte Lateinische Übersetzung so unter dem namen veriio iraiics in ihrer alten Occidentalischen kirchen berühmt, und vor der so genannten vwgara im brauch gewesen , wiederum an tag zu bringen. Er starb in seinem vaterlande an. i;yoim)8iahreseinesalters. i.99. «. Äwo» cririg. 6u V.'I'.!. r c. n. Kamma oder Fiamma / (Gabriel) Bischoffzu Cbiusi, war von Venedig gebürtig. Nachdem er sich so wohl durch seine schnff- teu als bcredtsamkeit der vornehmsten leute in Italien gnnst erworben,machte ihn Gregorins XIII zu einem Bischoffvon Chiusi, oder wie andere wollen, von Cbio. Er starb an. 1)87, und hinterließ in Italiänischer spräche, reden; leben der heiligen; ein Mtio- VLNUM rkLoiogicuw; einen band von gedichren, rc. ob,/-», rkesk!-. ^^lamminius / (Antonius) ein Professor der bumaniorum zu Rom, war aus Sicilien gebürtig, und lebte in dem 16 stculo. Dieser mann war so gar der einsamreit ergeben, daß er weder gelehrte noch ungelehrte,weder knechte noch mägde um sich leiden kunte. Er muffte selbst in einem nah-gelegenen wirths-hause alle tage,was er essen wolle. Als er nun einstens ; tage ausblieb, wolle der Wirth Angehen und nach seinem zustande sehen, da er ihn dann zwischen iemen buchern aus der erde tod fand» cke imergr. inteii- Aamsteed / (Ich.) war zu Derby in der Grafschafft gleiches Mwns ungefähr an. i ü44gebohren. Er legte sich sehr zeitig auf L^^ELT^Lbentllul^ von Rmalraw ^ aufdemzu Greenwlch an.-üüi von Äönig Carl dem n erbauten otziervsrorio gehalten. Man bat Nichts von seinen schrifften,als eine llisrribc» iie rsmporir LguLcionc, welche erst abionderllch, und hernach , nebst seinen Numeri-26 lun« rveormm ttorocciLNLM.den wercken »orocci, an. 1672 bevaedrucket worden. Jnglcichem eine anzahl astronomischer observatwnen , >n den LÄI5 eruclirorum und den Englischen ?pii-,ss,ui>ic,5 rr2N52Ü!«nU bus und ewige briefe in w'uliiü. opcr.bu-. Seine °Mcrv2ric>n« ha. den schon vvrlangst alle zusammen auf Königliche kösten mit gut- befinden der Königlichen societat unter dem titul, IM-,«- -«ssui-- Lrirsnnics , in ; tomis sollen heraus kommen; davon der erste die observstioncs bis auf 1689, der andere bis 1704, der dritte aber die cstslogoz «xsrum ?roiemLi , der Araber , Brahei, des Land-grafen von Hessen, Hevelii, Flamstebii, Hallest und andere, sonderlich oder ven c^rLloAum NXLNIM LrillLlmicum von ZOOS stx-sternm, nebs! neuen stern-bildern und Verbesserungen der alten in sich fassen sotten. Es ist auch wurcklich schon an.i7°8 ein band davon gedruckt gewesen; allein Flamsteed gerieth darüber mit Newton, als ?r«. t-ue der socierat, der bey geschehener Untersuchung die ->t>cervmion er nicht richtig befunden hatte, in einen streit, so daß man die fache an die Königliche sc^-mie nach Paris gelangen ließ. Da nun auch diese allerhand fehler in den okserv^ri om kus fand, aerieth man aufdie gedancken, daß viel davon nicht selbst observiret, sondern nur ausgerechnet seyn möchten, daher das werck gar nicht zum Vorschein kommen,auch nicht weiter fortgedruckt worden. Endlich aber wurde an. 1718 die mlluria wieder auf Königliche kösten unter die presse gegeben, da die obicrvscioncs von an. i6yc» bis 1718 in einem folianten zusammen heraus kommen sollen; welches aber Flamsteed nicht erlebet, indem er den 18 jan. 1720 im 76 jähr seines alters gestorben. Er war sehr klein von person, und mager, ließ niemand vor sich, wenn er über seiner arbeit begriffen war, brachte meistens den tag in dem caffe-bause,imd die nacht aufdem obtervLlvrio zu, und konte kein frauenzimmerleiden, daher er auch unverheyrathet gestorben. Sein bildniß ist in dem invalst denhause zu Greenwichzu sehen. vhDs ,7-0. ^lapLern / eine Prsvintz und ansehnliche Grafschafft in den Niederlanden, welche von den Lateinern k-snUris, und den natürlichen einwvhnern Vlaanderen genennet wird. Sie gräntzet gegen morgen an Hennegau und Brabant, gegen abend an das Engellän- dische und gegen Mitternacht an das Deutsche meex, gegen mittag aber an Artois, Hennegau und einen theil der Picardie. Sie be- greiffet fast alles, was zwischen der nord-see und Scheide gelegen ist, und wird heute zu tage in das Oesterreichischc,Fra»tzösifche und Holländische Flandern eingetheilet. Zu dem Oesterreichischen gehören die städte Gent,Brügge, Dam,Blanckenberg,Osteude,Nieu- port oder Sandhoft,Deynse,Cortrick, Äudenarde und Dendermon- de, desgleichen die Grafschafft Alost oder das land von AM, und endlich das land von Waas , worzu der König von Franckreich in dem Baadischen frieden an. 1714 nachfolgende städte, vestungen und amter abgetreten: Dornick,Menin,Berge,Furnes,korr Knock, Loo,Dixmuyden,Ppern,Rssselaer, Pvperiugen, Warneton, Const- nes und Warivick. Zum Frantzösischen Flandern gehört jetzund dasaint Douay,die Castellaney Ryssel, Winorbergen, Bourbourg, Caffel und Belle Baillieul. In dem Holländischen Flandern ist die Haupt-stadt Sluis, die übrigen sind Sas von Gent, Hülst,rc. nebst dem gebieth die 4 ämter genannt, und die insut Cadsandt» Ausser diesen ansehnlichen orten sind in dem lande eine unzehiiche menge von kleinern, und zwar so nahe an einander erbauet, daß die Spanier/welche mit ihrem König Philippo II in Flandern kamen, glau- beten, das gantze land wäre nur eine eintzige ftadl; wiewsi von dieser zeit an durch die vielfältige und verderbliche kriege grosse Veränderung darinnen geschehen. Ehedessen war eine andere einthei« Inng des landes,darinnen man Deutsch-Flandern hieß,wo die städte Gent,Brügge,Zpern, Ostende,und andere angräntzende orte liegen. Das Kayserliche Flandern begriff in sich AM, Gertruydenberg, Dendermonde und Ninove; gleichwie man zn dem Frantzösischen Flandern Ryssel,Dornick,Douay und die benachbarten orte zehlte» Wer dieses land zum ersten beherrschet, kan man so gewiß nicht sagen , doch ist gewiß, daß es lange zeit seine eigenen Grafen gehabt, welche von Balduinodem eisernen, der von Carolo Calvo, seinem schwiegcr-vater, darzu gemacht worden, ihren Ursprung haben. Nach deren abgang kam dieses land an Hertzog Philipp den kühnen von Burgund,Königs Johannis in Franckreich vierdten söhn, durch dir getroffene Vermählung mit Margaretha, Ludovrcr III Malam, Grafen in Flandern, tochter. Bey welchem Hertzoglrchen Hause auch diese Grafschafft geblieben, bis aufCarolum Audacem, dessen erb-tochter Maria dem Römischen Kaustr, Marrmckano! , vermählet worden, da dann die gantze hinterlaiienschaffi an. 147? völlig aufdas Oesterreichische hariß gefallen , welches sich nach der reit sehr veste darinnen qeseeet, als der gefangene König Franciss cus I in Franckreich zu Madrit sich aller darauf habenden rechte begeben müssen. Gleichwie aber diese Grafschafft unter den Römern bereits viel ausgestanden,also wurde sie nachgehmds sondern KanierLmrico III sehr hart mit genommen,weckBaldmnus V ms Denneqau eingefallen , da doch solches unter das Reich gehörte. In den letzter» kriegen zwischen Spamen und Holland, desglei- Men rwischen Spanien und Frunckre/ch, kam sie so gar voiuhrcm vorigen aufnehmen herunter, daß sehr viel von den emwvhnem nacl, Enaeüand sich begaben. So wurde auch durch den West- phälischen, Aachischen und Memagischen frieden sthr Pieles dem Spanischen banse entrissen. In dem letztem Spanischen snccef- Kons-krieqe riß zwar Franckreich anfangs alles an sich, allem nach ' H thöi!» Pr dem zi4 fla dem bey Ramilly an. 1706 Wärter feiten glücklich abgelaufenen treffen schütteten Gent und Brügge das loch freywillig ab-Ostende und andere Plätze aber wurden gleichfalls darzu gebracht-. Im übrigen ist das land von der natnr sehr wohl versehen. Die rufst ist sehr gemästiget , das erdreist) fruchtbar und die wasser sehr fischreich. Das land wird durch drey Haupt-flüsse, die Scheide, Leye und Dendre bewässert , dardurch gute vieh-weyde hervor gebracht wird. Wie man denn sehr fette ochsen,fruchtbare schafe,und daur- hauffte Pferde darinnen findet. Die eimvohner find zu den mechanischen künsten sehr geschickt, und habe» von ihrem feinen lein- wand und tüchern gute nahrung. Gtlcceßlon der Grafen von Flandern : Um das jähr 86a Balduinus I der eiserne starb an. 877 878 Balduinus II der kahle 918 918 Arnoiphus I der grosse , 96s mit ihm sein söhn Balduinus lll 961 964 mit Arnolpho I Arnoiphus II 988 989 Balduinus I V der bärtige 10)4 ic>z 4 Balduinus VFriso 1067 1067 Balduinus VI von Bergen 1270 1070 Arnolphns III der unglückliche 1071 1071 Robertus I von Casscl 109; 109; Robertus II von Jerusalem im m 1 Mllduinus VII mit der axt m8 1118 Carolus von Däuemarck 1127 1127 Wilhelmus Norinanmis Ü28 1128 Theodoricus von Elflaß i!68 1168 Pbilippus von Elsaß 1191 nyi Balduinus VIIIderhectzhaffte 1194 1195 Balduimls IX Kayser zu Constantinopel 1205 i2os Johanna ^244 1244 Margaretha I. . 127; Wilhelmus von Bourbön Dämpierre. 127; Guido Damvierre izo; 1,05 Robertus III. 1)22 Ludovicns I. ig22 Lndovicus II M46 1^46 Ludovicns lll Malanus r z84 r ;84 Margaretha II- 14^4 Phtlivpus von Franckreich. 1404 Johannes der unerschrockene 1419 1419 Philipmis III der gute 1467 1467 Carolus II der kühne 147? 1477 Maria., Marimilianüs I, der Käyser. 1482 Pbilippus IV von Oesterreich 1506 1^06 Carolus III, und als Kayser der V , 175? I;;; Philipvlrs V oder II als König in Sbä- Nicn 1598 1598 Elisabctha Clarä Eugenia i6z6 i6;6 Philippus Vl 166c i66>; Carolus IV 1720 1700 Carolus V und als Kayser der VI. -447er«» ckro!>. klsncir. cHEm-r/e Lnlig. kiarillr. lle romirar. flsnäriL. »nnrl. Neig. §«» 4 er. PIsociriL illullr^cs. ßciicLl. comic. klLinlr. kelg. Flandrinus / (Petrus) gebürtig äus der diöces Viviers, erlangte wegen seiner wissenstbasst in den geistlichen rechten an. iz?: von Grcgörio XI den Cardinals-Hnt. Er war vorhero oec^nus zu Bavcur , hierauf/cuK>rore g> roota lind Kckc,cnllari>i5 unter gedachtem Pabst, welcher ihm die schriffteii Raymundi Ncophvti zu cxa- minircii auftrilg. Endlich starb er zu Avignon den 2z ian.an.i;8l. L/>an-c--n. zn. l??r. L.lrll. prrro» OäU. eZ-e. Flansi/ eine Adcliche familie in der Marck Brandenburg, welche an. 926 dahin gekommen, nachdem die Wenden daraus vertrieben worden. Hans gicng an. 1461 mildem SächsischenHertzoge Wilbclmo in das gelobte land. George,HalivtiiianN zu Spandau, Hans, Hauptmann zu Bclitz iiiib Conrad waren an. t^6; mir dem Churfürsten zu Brandenburg, Joachimo , aufdemKauscrlichen wakl-tage zu Fraiickfurth am May». Hcnnig,so ilm das iahr 1620 als Chur-Brandcnblirgischer Obcr-Schencke gelcbet, hüt das ge- schlecht sortgcpflantzet. iVkissr. ckron. Eüerr Lnnzll 8LX. Flassans / ein kleines dorffin Provcllcc in der diöces von Fre- jus, davon der alte Poet Taraudet, so all. 1 f 54 gelebet, seinen na- mcn führet. Er verfertigte ein gedichte unter dem tikul, cnleigne- riicn:? po»r cvircr ic; rr^iiiionk; fle fzmmic. Welches dkM FoillgUes VVN Pontcves so wohl gefallen, daß er ihm ein stück landes von Flassans gesstienckct. Nicht weniger fignalirtc er sich bev dem Kayser Ca- rolo IV, zu welchem ihn die Königin Johanlla'I in einer gewisscll commissiöii abgeschicket hatte. Es ist der name Flassans auch durch DuraNdum von Ponteves - Herin voll Flassans / ill dem 16 secnlo bekannt worden. Dieser stellte sich zum Haupte einer ver- schworncn rotte erhitzter innger leute vor, welche sich wider die Protcstirenden ill Provence verbundeii, muste sich aber mit grosser noth endlich in die insiili, 8. Margarethä tetirirell. kill. 4>nsr. provinc. 6c i-'cr/k-r kikl. kill. kill. lle ?rov. I. 9 6cc. Flathom ober Flathoimes / eine Engelländische insül/wo sich der fliiß Scverne in das mccr crgeiist. Flavianus I, Patriarch zu Antiochien, war ein sthr geschickter mann, der bereits, da er noch Presbyter war, die kirche zu Antio- cbicn regieret hatte, da Mclettns verjaget war, welchem er auch fla nachgehends bey annoch währender spaltung des Baulich wlaw- Dem Pabste Damaso,welcher es nebst den andern occidentaluckkN mtt Paulmo hielt, war zwar diese Wahl sehr zuwider, kvntt sie aber mcht verhindern. Jä es bezeugte das c°ocikum, m man an zu Constantinopel hielt, daß Fiaviani wähl mit genehmhal'tiMä aller Orientalischen Bischöffe, die damals ;i, Constantinopel vZ sammlet gemessn, geschehen sey. Unterdessen demühete sich Flachs mw seinem amte wohl vorzustehen , und verjagte die MMjaner aus seiner diöces. Als auch die ei'nwöhner der stadt Antiochien sich durch cuien alifruhr an dem Kayser Tbcodosio sehr verarzffeü hatten, that er deswegen eiste reise nach Constantinopel, lind erl ssl einen 8°nersi für dieselbe stadt. Die spaltung aber zu An- twchlen contittuküe noch,,mtemalPalllinus,ehecr stard-Lvaarium zu,einem Nachfolger benennet, dahero die Päbste sich gegen Fla- v!anum widrig rrzeigetcn, und begehrten, daß er nach Rom kommen solle, welches er auch aufbefehl des Kaysers zu thunihm vorsetzte,aber daraii verhindert wurde. Es kam endlich, nachdem auch Evagrius gestorben, unter Jnnocentio I zu einem vergleich, Welchen Theophilus vün AlerandAen mit den Orientalischen Bi- schöffen vermittelte. Flavianus starb endlich an. 404- und wird von Cbrysostomo seht gerühmet. Er hat auch episteln und hvmi- lien geschrieben, davon aber nur einige ll-Zmeniz der hömilieu vorhanden. rom. 4 Uom. ; glj pop: ^nrioctz. I. SsLomenltt I. 7. sU sn. Z70 leq. kill. lle l'Lzli. lc rom. I I. ; c. 4 h. iz lec^. Lts-ve xT'r-. Flavianus II, Patriarch zu Antiochien , succedirte an. 4yä Palladio, und bezeugte einen grossen eifer in vertheydigung des Chalcedonischen cionc.Ni, worüber er sich bey dem Kayser Anästasls so verhaßt machte, daß er ihn an. 512 ins elend verwieß. Man berichtet, er habe 6 jähr darauf, da er den tod diests Kaysers veruvm« men, an Eliam von Jerusalem, der auch von ihm relegirt war, geschrieben,daß sie innerhalb 2 lagt» nebst ihm vor dem geeichte Gottes sollen gestellet werden. Es haben ihn zwar Mich einige beschuldiget , als wenn er das Cbalcedonische conciüum verdammet, und sich daher» der lehre halber verdächtig gemacht hätte; allein, daß solches keinen gründ habe, ist schon längst angemercket worden, Worzu iivch kömmt, daß in der erstell action des andern Nicäni- schen concwi gemeldet wird, es sey Flavianus von den ketzem verjaget gewesen , und auf dem concMo zu Constantillopel, welches man unter dem Kayser Justins gehalten, verlangte das volck, daß sein name in die Wc)-cK?. oder kirchcn-büchcr, woraus ihn die ketzer gelöschet hatten,wieder solle gcsetzet werden. 1.; c. ;i, 2 voll 40 Bisthöffen, den er ni Con- siallrinopel hielte. Dieser über verließ sich auf die gewvgenyeit des Ober-Cäminerers Chrysaphii, der bey Hofe alles vermochte, und über dieses dcmFlaviano sehr feind war,und brachte es also dahin, das; seine fache auf einem grossem ssnollo z dell der Kayser an. 44? zu Ephesus vcrsiunmlete, solle untersuchet weiden. Auf diesem ss-i-Mo präsidirte Dioscorus von Alerandricn, Eutychis freund, der es dahin brachte, daß die E- des Constantinopolitamschen concnii zernrchtel,Eutychrs lvßgesprvchen,Flavianus aber verdammet und abgesetzet wurde. Ja Bursama und andere Münche,die es mit Eu- tyche hielten, richteten ihn mit schlügen sehr übel zu. Zonäras und Niccphorus melden, daß selbst Dioscorus und Chrysaphius nebst andern ihn geschlagen, und mit füssen auf die brüst und das gcsicht getreten, daß er davon den I tag gestorben; andere aber schreiben/ er wäre von dicstm Wo,!» ins elend vcrwiestn wbrden - und nach Hypäpas, einer stadt ill Lydicn, gekommen, allwo er das folgende jähr den 18 febr. in grossem elende gestorben. In dem 4 der Lonc>i>o,um befinden sich von ihm 2 episteln,wie auch >>bc»us ilflei Hieollollo imperLruri oktsrus, welcher der jüngere oder Theob. II ist, Lco epi'll-8 6c ch 1.1 c. 10. süI 654. in krcv, c. >i,ir. snnsl. I. Z, 1.14 c. 47. all LN.446 ssg. O-we ch'c. Flavianus / ein Lateinischer scridcnte, welchem man den traetat lle vclliZiis ?kilcikoxll«rum zucigilet. I. r, lls nugi; cur. c. 26. Flavianus / (Johannes) ein Dhllm-heri zu Sens, welcher zu ende des 16 scculi gclcbck. Als er den^rcki.vwconum diestt «r- che, Mietäm / durch schimpfliche Worte und unbillige besirauung Mit dem gefällgniß sehr hart beleidiget hatte, und dieser sich darüber bey dem Königlichen Richter zu beklagen genöthiget Mb/ legre er dieses freventlich dahin aus , als .wenn er sich Wider die Päbstlichen gcsttze und verordmiiigcn des Ttidentinischen concii» vergriffen, und that ihn deswegen in den bann. Allein weil er in diestm allem den Vorrechten der weltlichen gcrichten des Koma- reichs zu nahe gctretten , so muste er nach gerichtlicher erkeiiNM der flache mit blossem kopsse vor der zusammenkunsst gewisser jo wohl geist-als weltlicher Personen seine meymttig wlderruffen nno gestehen, daß er irrig, verwegen und wider die gerechtigkcit gehandelt , da er den Mictam um abgedachter Ursachen willen in bei» bann gethan. ilT-»«»,«-Kill. >. ,i?. Flavlam / lat. kisviUscurii, eine kleine stadt in dem HerW- thum Burgund an einem kleinen flusse zwischen DiM und Lan- mnr. Flavigni / (Valerianus lle) ein voAor der Sorbonne, war Königlicher Professor der Hebräischen spräche zu Paris , zuglM auch Königlicher Rath und-o-«"" Königlichen Prostjivren fla ki öbaemeMr stadt. Er schrieb mit grosser hefftigkeit wider die bibi>s po!)Zlo«»- welche i- >>-heraus gegeben. Er sagt in einem briek, welchen er an. 1646 an einen seiner guten freunde abgelassen, daß das gantze werck voller groben fehler sey. Sonderlich reibt er sich an den kentsreuckum Ssmsriksnum , welchen Morinus an gedachte bibel mit anhangen lagen. Doch lobet er den gelehrten Ma- roniten Gabrielen: Sionitam, welcher dabey die Syrische und Arabische Übersetzung verfertiget, zog aber zu gleicher zeit Abraha- mum Ecchellensem durch, welcher aus Rom bcrnffen worden, stl- biae zu verbessern, welches er auch in einigen andern briefen that, weswegen ibm gedachter Eechellensis sehr hart geantwortet, (siehe Ecchellensts.) Im übrigen behauptete er die reinigkeit des He- lt'i't-pä Wider ssNm'MttM. tsminrkwn. titlis: «.Lbbinicum inllllum. Svnsten verfiel^ auch Flavigny in grosse sireitigkciten mit einigen rk-oiosss der «Sorbonne, über einer cllsll sie epiicoparu. welche Louis von Cleves, rbeoi. Baccalau- reus, an. 1667 den 4nov. defendirte, viel Ty-oiogi vcrwarffen, er aber vollkommen approbirte. Der Baccalaurcus, um friede zu erhalten, und damit er nicht in seiner Promotion ferner gehindert würde, muffe nur eine gewisse erklanmg seiner proposition unterzeichnen, allein Flavigm ließ an. 1668 zu Tomnay in 4 »ö rkslin LkvegznLM, ul>> p->t, in so weit es xom s-ce^orio distingniret lverde, kein sacrament sey, mit un- Migen stellen der ->uS:oru,u zu beweisen suchte. Fosse. * Kavitas/ ein gewisser Priester, welcher den Kayser ZenoneM listiger messe hintergangen. Denn als derselbige nach Acacii, des Patriarchen zu Constantinopcl tode, der sich an. 488 ereignet, eine 4° tagige fasten ausrüsten, und ein reines papier unter den altar legen lassen, bat er Gott, daß er durch einen engel den uamcn desjenigen , welchen er zu Acacii Nachfolger auserschcn < darauf möchte schreiben lassen. Flavitas , der nicht weniger ehrgeitzig als verschlagen war , brachte durch geschencke dieses papier aus den Händen des Eunuchi,welchen Zeno zum Hüter der Arche bestellet,schrieb so dann sinnen namen darauf, legte ihn wieder an gehörigen ort, und wurde also zum Patriarchen erwählet. Der betrug käm zwar an tag, allein er starb an. 489, ehe er deswegen abgeschafft werden K)Nte. I. ,6 c. 18 L I-. l. ; c. r;. an. 488 Lc. ^lavius / wird von Pisone, Cicerone, Pomponio, und andern im onn rornamen Cnejus genennet, woraus abzunehmen, daß ihn Llvi-is aus irrthum Caiumgeheissen. Er war von geringem herkommen , indem sein vater em fceygelassener gewesen, und ließ sich anfänglich von Appio Cäco, einem vornehmen v-nriciozuRom, als schreiber gebrauchen. Weil er nun hierdurch gelegenheit hatte < die so genannten sSion-s lsZis, oder gewisse knrtze formuln, derer sich die partheyen vor gerächte bey verlast ihrer fache bedienten, und von dem collsZio Lonnticum, so dazumahl noch aus lauter krrncus bestund, erlangen missten, zu erlernen, rngleichen hinter die Römischen Kilo- kam, so verrieth er die geheimnisse dem volck, und machte sich dadurch bey demselben so angenehm, daß er mit großem Widerwillen des Raths zum o-ruN, und i-wunn p sws gemacht wurde. Wiewohl einige davor halten, daß er solches erst hernach gethan, wie er bereits c„r,iüs gewesen, weil er son- sten die formuln und tc,ttos nicht auf öffentlichem marckt in-wo kund machen können. Weil aber Macer Licinius, ein alter Römischer geschichtschrciber, bey dem Livio erzehlet, daß er bereits zuvor ssrbonus und Lriumvir noÄuc >us öc coloui« 8?8uccn8.v gewesen, st) ist es gar wahrscheinlich, daß er zwar anfänglich dieselben dem volck nur heimlich, nach erlangter Baumeister-würde aber auch öffentlich vor äugen gcleget. Seine klugheii und beredt- samkeit wird sehr gerühmt. Auch wußte er ungeacht seiner geringen ankunfft das seinem amt zukommende ansehen trefflich zu behaupten ; dessen ein zeichen ist, daß als er einmahl seinen LolicZ-m in kranckheit besuchte, und von den vielen bey solchem anwesenden jungen u-rricüs keiner ihme ehren-halben platz machen wolle, er al- sobald seinen lelizm curuwm.dcr ihm als das zeichen seines amts auf der gaffe nachgetragen wurde, darbringen liesse, und sich damit hart an die geschlossene thür des gemachs setzte, damit ihne die Herren k^ricH, welche ihme keinen mittelmäßigen oder ihnen gleichen sitz einräumen wollen, also mit seinen höchsten ehren-zeichen lang genug vor sich sehen möchten. Diese von ihm promulgirte formuln und k-lli sind Nach seinem »amen Li viie NaviLuuoi gcnen- uet worden, ob er gleich von dem seinigen nichts dazu gethan. L-- ce?osS-viicum l. 6. pro!vlura,ns c. ll. keorLrorc 1.1. c. 47. 6. c.9. lllillcmgus jn icboüis. 8 c suA. prull. c. 2. l- r §. 7 v. s. ?/,»,«o/. v-r. IsA, 1.2. c.2. * ^lavp / (Wilhelm) war Gouverneur der stadt Compiegne, als dieselbe an. 1440 von dem Hertzoge von Burgund, Philippo, belagert ward. Weil aber das berühmte mägdlein von Orleans, Johanna -l'Arc, sich ebenfals in der gedachten stadt befand, und ihn verdroß, daß dieselbe bey den soldaten mehr galt, als er selbst, so neß er, da sie einsmals einen ausfall gethan, und die feinde ihr nachsetzten, den schlagbaum vor ihr zu machen, worüber sie gefangen, und hernach verbrannt ward. An. 14^9 verursachte er aufei- ne gleichfals unanständige art den tod des tapffcrn Marschalls von Rmix, j„dem er denselben, da er durch Compiegne reiscte ( bloß deßwegen, weil er ein freund und naher vetter des damahligen conuSr-wi- war, welcher den Flavy einsmals beleidigt hatte) in artest nehmen, und an einen mit der pest angesteckten ort bringen ließ. Man sahe demnach wegen diesen beyden thaten vor ein gerech- ^6 VE ^Llechier/ (Esprit) Bisthoff zu Nismes in Franckreicb, eineö von den geschicktesten rednern seinerzeit, ward den 10 lun zu Pern in der Grafschafft Avignon gebohren. Er zeigte gleich in seiner lügend em be,anderes verlangen nach den pvetlschett und ora- torsschen w.ssenschafften, in welchen beyden er amh m te d r m » fuhru-iades u. Hercules Audiffret, seines Vetters dergesta tzm nahm, baß er nachgehends m beyden sich sehr hervorgethan. Fn- machte er sich zu Paris durch ein nettes Lateinischessge- dichle bekannt, m welchem er von den »rouLi- handelte. Er lau »»«-« Beüai schrifften sieißig, ob er gleich in jenen die ^Atrabmden Worte, und in diesen die allzugrosse Verschwendung der beredtsamkeit tadelte. Die Italiänischen und Spanischen red- ner laß er zwar gerne, nennte sie aber nur seine schalcks-narrcn» und vermeynte, daß ihm selbige durch ihre lächerliche redens-artcn den geschmack von der wahrhafften beredsamkcit beygebracht. An. 1672 wurde er durch recommendation des Hertzogs von Montau- sier i-wor.,--ror bey dem Dauphin, und schrieb diesem zu gefallen 16s; dre n,ikor,2oi des Theodosti Ll. Weil er sich auch mittler zeit durch die der Komgm Marien Theresien, der Kl-llame l.> vLu- «»gleiche» der vuckcir^'Aiguillon, dem Turenne,dem Prä- sibenc Mvignon, dem Cantzler Tellier, dem vuc und der Ou-veM a- Momausier gehaltene leich-reden in grosses ansehen gebracht, so nahm ihn an. 167; die Frantzösische -cs-lsE, in Godeau, Bi- jchoffs zu Leu-e, verledigte stelle zu ihrem mitgliede auf, und der Äomg machte ihn anfänglich zum Abt von 8. Severm und /wmo- orclwAire des Dauphins gemahlin, nachgehends aber an. 1684 zum Blschoffvon Lamm und an. 1687 zum Bischoffvon Nismes. 's» dw,er letzten bedienung hat er sich durch seine gelindigkeit bey den Reform-,rten ein grosses lob erworben, welche er nicht so wohl durch scharffe und zwang, als freundliche ertnnerungen und unterricht zu ,c«ier kirche zu dringen suchte, wie er denn von der art diese leurc an sich zu ziehen einen besondern brieffan den König geschrieben. Er richtete zu Nssmes in seinem pallast eine sc-ciowe aus- woriuncn er selbst vräsidirte, und junge fähige lcute in der orscoris ccclellaüic.-, und andern nützlichen wissenschassten unterweisen ließ. Er starb endlich den 16 febr. an. 1710. Seine schrifften sind LzrUin^Iis Lommeoclool,66p , !s traäuLtion 8s cette vis 1671 1 welcho Übersetzung vor eine der vollkomiüenstett gehalten wird: n- c-gkus virorum iiiuünum 1680 / welche beyde schrifften des Antonii Ma» riä Gratiani von ihm zuerst herausgegeben worden; kk«ito,rs as 9 ?t!socioss, tcrmons ch pznsß^-riques 8cs Lsims IÜA6. ES sind aber viel reden, briefe und gebichte von ihm vorhanden, welche noch nicht gedruckt sind. ! 7 N nov.p. 1448. * Fleckenffeiit / das schloß und stamm-hauß der Herren von Fle- ckenstein und Dachstuhl, liegt im Unter-Elsaß im Waßgöw auf einem hohen fclscn, um welchen es auf eine halbe stunde keinen andern berg hat. Henricus von Fleckcnstein kömmt an. 942 in dep Rothenburgischen turnier-rolle vor, und ist von der Ober-Rheinischen bunds-genossenschafft zum Könige mit dem kensizeichen des schwans erwählt worden. Wolffzangns befand sich an. 969 auf dem turniere zu Mcrscburg, gleichwie Wilhelnuis an. 1019 dem turnicre zu Trier beygewohnet. Henricus lebte an. 12;;, von dessen 2 söhnen Rudolpho und Henrico 2 verschiedene linien aufgerichtet worden. Rndolphus wurde der stamm-vater der Dachstuhlischen linie. Er vermählte sich nemlich an. 1 z 89 mit Elisabetha, Johannis von Raldingcn, Herrn in Dachstuhl tvchter, und bekam mit ihr letztgedachte herrschafft. Aus dieser ehe entsproß Henricus II, dessen söhn Fridericus I ein vater Fridcrici II worden /welchen der Kayser Fri- dericus III an. 1467 m den Freyherrn-stand erhoben. Von der zeit an sind sie unter die Reichs-Srände aufgenommen worden, und haben ein besondern sitz aufder Wctterauischen Grafen-banck zwischen Gleichen, Stauffen und Ehrenstls gehabt. Er zeugete init Johanna, des Freyherr,'. Joachims von Winncberg tochter, Hen- ricum III, welcher Barbaram, seine anverwandtin und tochter Jacobi von Fleckenstein, zur gemahlin hatte, nebst Henrico IV, einem Hagenauischen bedienten, und Johanne, einem Frantzosi- schen Officierer, so beyderseits ohne Ander verstorben, Georgium. Dieser wurde von Margaret«, einer Rdein-Gräfin, unter andern ein vater Ludovici, welcher mit Anna Sybilla,Gräfin von Hanau, Philippum Wolffgangum gezeuget. Man leget diesem 2 gemahlm- nm bey, Annam Alexandrinam, Freyin vvn Rappoltstem, und Marian, Magdalenam, Freyin von Hohensaren. Dw erste gebahr ihm 4 söhne, von welchen nur Georgius zu iahren gekommen, und seine meiste zeit im kriege zugebracht hat. Als er hierauf zu Straßburg ein privat-leben geführet, wurde er an. 1641 von dem Grasen Philipp Wolffgang zu Hanau zum Vormunde überfeine Ander eingesetzet , die er auch biß an seinen an. 1644 dm z i ian. erfolgten tod, mit grosser treue regieret- Er war der letzte stmes hausev, und hatte vorder die Herrschafft Dachstuhl dem Ertz-Bsschoffe zu Trier/ Philippo Christophoro von Soteru, verkauffet. Von semen schwe- stern wurde Philipp« Barbara, erstlich an den Grafen Phchvpum von Ebcrstein und nach dessen tode an den Rhem-GraM Ottonem verheyrathet. Die andere linie wurde von Henrico von Fleckenstein, welcher Agnes, Graf Friedrichs zu Mörs tochter, zur gemahlin Hatte , Rp r Zi6 fle fortgepssantzet. Diese liuie hat sich nur mit dem Abstehen stände begnüget, doch aber an. ;zs; eine erb-vereimqung getroffen, dergc- sta!t, daß alie guter, regalien,Privilegien und würden beyden innen gemein bleiben, und darüber die mit-belchnschaffk genommen werden solle. Zu ansang des 17 Mist bekleidete Fridericus am Durla- chischen Hofe die stelle eines gehcimden Raths und Hof-RichterS, welcher mit Ursula, Georgii des letztem Herrn von Windeck toch- ter vier söhn und drey lochter gezeuget. Von den '' der dritte, Jacobus, allein das gesthlccht fort, stürben ohne leides - erben. Der älteste von i. Henricus, war Bayerischer Obrister-Wachtmcister an. ;S;8 ; Fridericus Wolffgangus, war Frantzösischer Feld- Marschall, und büste an. 1674 den inn. das leben ein, und Godofrcdus, welcher gleichfals im kriege unter dem Baron von Mercy diente, wurde an. i6;y bey Diwn erschossen. Von den schwestern überlebte Maria Elisabeth, Philippi Wilhclmi Schenckens von Schmiedeberg gemahlin,ihren bruder Friderieum Wolssqangiim, und wolle dahcro mit ihres bruders Jacob; söhne, Henrico Jacobe, an dessen vcrlasscnschafft, wider den an. 1; z; aufgerichteten vertrag und von ihr selbst geleisteten eyd, theil nehmen. Es schlug auch würcklich M einem Processe aus, und hat deswegen die juristen-facultät zu Straßburg an. 1677 ein r-lpomüm im druck ausgeben lassen. Gedachter Henricus Jacobus, zeugte mit Susanna Maria von Landsberg, i) Mariam Dorotheam, WolUangi Hcnrici von Gölnitz, Würtembcrgischen Justitien- Ralhs gemahlin; 2) Mariam Magdalenam, so an Philippum Christophorum Geiling von Altkcim vermählet worden, und an. 1690 gestorben;z) Fridcriciim Jacobum, welcher von Maria Ca- tharina von Rathsamhaiisen an. -689 ein. vater Elconorä Sabinä worden; 4) Sidoniam Iulianam nebst r andern kinbcrn, so aber jung gestorben. Es gehöret dem Adelichcn Hause die Hcrrschafft Fleckenstcm nebst dem schlösse Sultz nvisehcn Hagcuau und Weis- scnburg. In dem Westphästschen frieden wurde der Herr von Fle- ckenftcm mit unter diejenigen unmittelbahren Reichs-vasallen ge- wblet, welche der König in Franckrcich nach geschehener celi 10,> des LandgrasthumSElsaß in ihrer immedietät ungerräncket lassen solle; Dessen aber ungeachtet bemächtigte sich nach vorbcrgcgangrncm sprach der Frantzösischen Ncuuions-kammer der Grafvou Mon- glas, des schlosscs Fleckenstcm au. 1680 niit gemalt > und wurde der Herr von Fleckenstcm nach Brisach beruffru, daselbst bey der kam- mer den titul seincr posscß darzuthun, muste auch biß aufden Nvß- wickischcn frieden grosses ungrmach über sich ergehen lassen. Er hat zu Rödern unweit Fort-Louis gewöhnet, mum cssr«». 1. -ZidLk. Lz-enex. norir. inllAn. NcmmLiNAr. z. ?. I. 6. c. 4. /-cxoÄ. I?. i. 6ic>. i,<>» p. 11^4. ^lecklee- krieg oder gesellschafft / entstund an. 1412; denn weil Graf Günther von Schwartzburg sich in den landen seines fthwiegcr - sohns, Friedrichs des einfältigen / Landgrafen in Thüringen, gar zu viel heraus nahm, so griffen des letztem beyde vettern, Friedrich und Wilhelm zu, und machten sich erstlich von etlichen Thürmgiichen ststhten mcistcr. Endlich kam es zu einem ordentlichen krieg, weil sie in crsahmng gebracht, daß man das qantze land den benachbarten Fürsten in die Hände spielen wolle. Weil nun obgedachter Graf einige verarmte vom Adcl auf seine feite brachte, welche mit ihren treschcm, caglöhncm, holtzhäuern, und dergleichen gcsinde zu seid gicugcn, davon ihrer viel a» statt des gewchrs nur trcsch - sieget führten, so wurde diesem krieg der anfangs crwehlite »amen beygeleget. 8-x. p. 7. Fleming / (Paul) gebürtig von Hattmstem in Meisten, wurde an. IÜZ2 Ovewn mcwcE zu Leiden, und gieug in dem folgenden jähr mit der Hollstcmischcn Gesandtsthasi t iir Moscau und Pechen. Nach seiner zurückkunffc an. M9 hielte er sich eine Zeitlang zu Rcvel in Licsiand auf, und versprach sich daselbst mit ciucs kauff- maims tochter; ehe aber die Hochzeit vollzogen wurde, gieng er an. 1640 z„ Hamburg mit todt ab. Seine poetische gedichle hat obgedachter kauffman», namens Nihnstns, zusammen suchen, und unter dem titul poetische waldcr drucken lassen, pcrk. rcil'eb. Moxd-st. unicrr. p. ^rü. Flemining / Flämittg / ein strich landcs bey Magdeburg über der Elbc, welcher 9 dvrffer unter sich begreiffct. Vor zelten hat sich derselbe durch das gainze Zerbstischc anlhcil an der Elbe bin bis an die stadt Juterbock, und also über 12 weilen weit, erstrecket , wie denn »och heut zu tage gedachter Zerbsicr wichest so wohl als eine gewisse fruchtbare siegend zwischen Juterbock und den; Sächsischen Chur-Eraise, aufden; Flrmming oder Fläminn, qmmncl wird. Man hält dafür, daß sich in der mitte des 12 st- culi aus Flandern und andern Niederländischen provintzen gewisse Teutsche völcker, so von Carolo N. dahin vertrieben gewesen, in dlcstr qeqcnd niedergelassen, nachdem Albertus Ucsus, Marggraf zu Brandenburg, die Wenden daraus vertrieben., Es balle,1 aber diese völcker ihr besonders recht, so man das Flämische nennet, nlcht allein behalten, sondern mich andere provintzen angenommen ; absonderlich in laudmasseu, da man das buftn-maß darnach eingerichtet, iuglcichen in erb-fällen, vermöge dessen d;e von eheleutei; zujamincn gebrachte oder erworbene guter so gemem uewesl'u f die ci-eäicore-; ohne untcvjchcw M) VÜN1N vt-'Zühlt machen tonnen; und wenn eines von den eitern mit todt abgegcm- gen, ist die eine helffte der guter den kindern, oder m deren er- manqelnng den nächsten unverwandten des verstorbenen; d;e andere helffte aber dem Hinterbliebenen ehegatten zugefallen^ Es soll dieses Flämische recht noch jetzo in Thüringen in dem Schlvartz; burgischcn an; orten observircl, und von deujcmgen, so Flaum fle sche guter besitzen, sonderbare ->-u»'vörtz,rien geholte!' lupplem. ZpeMcl.o- 8-k-U. p. ;6 R scrr yjss. 3PP. v,k. Libetti f. 638 . wnst-is. Nij» cllron. rom. 8. ?reuU'. AeoZr. m»Mi LV> ?. r c. 5. Flamingo/ eine Freyherrliche «nd Gräfliche . d-> p.-r. ?. ;>r 64. sr-»cZ-> den zelten des tapssern helven Agncvla n7ch DnMnim?ckom" men seyn/ und nch mü der zeit durch Ettgeüand/ Schorstand mr, Hrrmnd ausgebrettet haden/ allwo sie nachgehmds grosse dian,- raten erränget / messe dmn Reichs -Ertz-Cammerer von SM . randgencnnct/undunterdrc bord» ,mv . zehlet werden. stammet. Aus Schottland soll einer mit einem krieüSsschjffe m Pommern gekommen/ und der siammmmerdieses geschiechts daselbst worden >eyw LiüclN wttlEngelland und Schorstand niemals coionien ur Lemschland geschickt/ hingegen Psnunerischs Angien mit den Wachsen/ vormals m Brittanstn gezogen und dem gaichcn lande den namcn Engelland gegeben / so wäre glanbli- chcr/daßdie Englische Flemminge aus Pommern dahin kranHor- tirt worden / wiewohl noch nicht ausgemacht/ ob die Englische Flemmmgc mit denen in Pommern einerley geschlechts seyn Es ist demnach wahrscheinlicher / daß diese uhraste sanulie ihren Ursprung von den vöickern habe/ welche von dem KaM-Eaco!» M im 4 iahe jeiner regicrung aus Nicdee-Sachscn/ lallwo sie jenseits der Eibcgewohnel/und deren platz hernach die Obomlm eingenommen/) weil sie sich wider ihn empört hatten/vertrieben worden/ und hieraus in Flandern ihiMsitz genommen. Seidige wurden von dcn basigen einwohnern die Flamminge oder Flein- mmger/das ist/Leulschc gcncnnct/gleichwie hernach die yantze gcgcud von ihnen das Flamischeoder Tenische Flandern demmit worden. Nachdem aber Marggraf Albertus Ursus zu Brandenburg die Wenden aus scmen landen veririebm/ harer vvrge- dachrc Flamingc um diemitkedes ir scculi aus Flandern geruffen/ welche den strich landcs bey Magdeburg über der Elbe / so sich an demselbigeir flnsse hu; durch das gantzc Zerbsiische muhest / ja gar biß an Juterbock eingenommen und bewohnet / welcher daher der Flemimng oder Flämmg gcnennct worden / (siehe den vorhergehenden arttcul.) Doch smdcüüge Flemmmgc in Flandern geblieben / welcher name ihnen hernach gleich wie jenen an der Elbe zum geschlechts-namen worden / wie dmn noch im 17 seculo bic Flemminge das schloß Wiiiighei; unweit Antwerpen inne gshabi. Ausdcm vorgedachtei; strich lande» haben sich die Flemminge vor Zeiten theils in Thüringen begeben / allwo' sie das unwcil der Schulpsortc gelegene dorff Fleming oder Zlemming angebaut!/ auch sonst in dem Schwartzburgischen ihre guter besessen / und zugleich ihr besonders recht / das Flämische oder Flemingisch genannt / eingeführt haben; theils haben sie sich in dem UliwmJli- ierbock gelegenen Luckamschen creyse in Nieder-Lausitz ansiißlg gemacht/allwo sie noch jckvWcißag unweit huckan besitzen/ aber nur den Adelstand führen, thests abcr hadcn sie sich u; Poiinneru niedergelassen. Was mm die Hoheit dieses geschleHrs in Hlüm» Poinincrii betrifft / so hat es stets den ersten rang unter dem Adcl gehabt- Es wird zuerst belehnet und bey der folge der lchm-dim- stc züni ersten gemustert. Mit den Prälaten des dom-Capmlls/ ;>! Camiii / den Grasen von Eberstem uud-dcn andern 4 gcschlechimi dcr schlvßmescsscnen/ als der Borcken/ Wedel» / Dewitzm/iinv von dcrOstmmacht es eine eigene compagnie / wozu die ossicitec ausdencigenllichcnschloß-bcscsstncn bestellet werden. Es haimcht prnii.im vorder land-vogtey und burg-gerichtm/ jow dcri; den dem obcr-oder hosgerichtt. Es besitzet auch vvi; imdcuck» lichcn jähren her das erd-land-marschall aml/ weiches unlcr oeu Land-Rath«;die crstesiclleführet. Derband-Marschallaberhat auf dem land-tage nebst dem u-c-rno und Prestaren die erste l> llon, und führet dadcn nebst dem o-cLuydes capitiiis zu Camui das conciirccioriuin, wie er deMi Mich hky üissc-Nn-n des cspiiuii bist »>- reörorium alifland-tageli eine geraume zeit allein gesührek hanBey ereignender v^csnx ist das gcschlechtdcr Flemininge berechtiget/m nen aus ihrem mikcl zum Erb-band-Marschail zu erwählen / mw so dann dcr laudes-obrigkcit ziir cmMrmaun,' vorzustellen. TW hatdcr erste König inPreiiffeii beliebet/ daß bey vorfallender v.-- allemahl 2 personell aus dieser samitie mochicn pramiürt werden. Im fall der Handes-Hcrrdie Huldigung persphnlicy era- nimmt/ so empfängt der Land-Marschall das pscrd nm allem zm gchör / woraus er geritten. Im übrigen ist dieses geschleust imm mit vielen andern stattlichen PnvMßns. sonderlich von den Pcr- tzogen Bogislao VHI und Doqisiao X/ versehen woMii. Das ordeniliche geschlechl-registcr dieses Grasilchen ömifes msid von Thau; Flemining hergeleitet / welcher mckdas fahr. -r-z «cm bet/ und von dem Lands-herren dte Laiid-Marschall-wurdc cttn.>) soll erhallen haben. Seine söhne warm Eurdund Erdmaiiir/sM» von jener die Döckische haupt-linte/ dieser aber die MarlciMiiiM haupt-lmle angesangm. Eurdbekleidete um das jähr JE-?)! dem Hcrtzogc zu Stekin die stelle eines Obersten und Land -««' schasi». Seine söhne waren Heinrich / Hans und CmM/ ^ letztere davon war Ritier und Marschall des landes Ptummm/ und starb ohne erben. Die beyden ersten aber haben das ^schlecht fle zr-mnumy.. Denn von dtt!! ältesten Heinrich entspringet die -/^ckische / Schwlttsche und Patzljcye lmte. Von dem mittlern Nuc Hans aber die andere Bockssche linie/ als die Matzdorffische ,mi> Ribbertvwsche Flemmmae/ davon unten mit mehreren. Lchn'ich/ Curdtcns ältester söhn/ zeugte Clauscn und Heinriche!,. Dieser letzte zeugte Christoph und Caspar». Der erste starb ohncerbcn; Caspar /warem gelehrter beredter Herr / und Man. 1480 dicsache zwstchen dem Hertzoge Bogislao X und dem Wlinischenbey. Seine gemahlin/Ursula von Batzewitzen/ vebahr ihm ausser 7 kochtern 2 söhne Richard und Heinrich. - - -. ^ " ^arv ln winrm wbn!> bdi'iNnnK schens mit einer flinke am Haupte fle Z17 1«! Er imterschrteb an. 1574 d'.e rsnov-rio-- der Pommerischen Land-Ständen verschrcibung an dcn.Churfürstcn von Brandenburg/ gleichwie er bereits vorhero an. 1552 der verneuerung der erb-verträgezwischen Polen/ Pommcren nnd Mecklenburg mit benaeivobuct. An. >576 war er Hertzog Johann Friedrichs Rath nischmortes ober-Emnehmer/ Marktn und George/ ohne der; Caspar aber hat das geschlecht fortqcpflantzck. Dieser hat in seiner jugend an. 15Y5 als HofmcistcrHertzog Philippen durch wittwc zu Treptow an der Regn/gleichwie selbst Westlicher Hauptinauu und Laudmarschall worden. An. ,s;7 unterschrieb er mit die interims-verfaffung / so zwischen den Kustlichen Pommerischen Räthen und den Land-Ständen nach absterbende? letzter» HertzvgsDogislai XIV anfacrichtet worden. Mou seinen söhnen starb Heinrich/ ohne kinder zu hinterlassen; Richard aber war in seiner ehe desto gesegneter. Seine söhne warm Caspar Joachim / Adrian Heinrich / welcher Regiments- Ouarlicrmeisicrunter Chur-Brandcnbnrg gewesen/ Bogislaf Ernst und Paris Friedrich/welcher letztere an. 1665. okmgefähr vvnemcmPölnischcnGraftn von Wolltn erschossen worden. Caspar Poachlm hat an. 165; zuLeipziq/ nachmals zn Straßdurq urdül Holland etliche jähre stndirct. An. 1681 wurde lhmdas d-Marschall-aml in Hintcr-Pommern aufgetragen / welches er bis an seinen tod / so an. 1694 erfolget / verwaltet. Von seiner, svhumhat cllichard Heinrich zu Königsberg und Utrecht stürmet. Dessen brudcr / Vincent; Bogislaf/ hat gleichfalls zn Königsberg studiret. Nachmals nahm er kriegs-dienste an / und Wtc an. 1702 als Lieutenant unter dem commando des Feld- Marschalls von Barfuß scin leben ein. Der dritte söhn Richards Bogislaf Ernst/hielt sich einige jähre an dem Goltorffischcn Host auf/ gleichwie auch rnHolland und Franckreich. Seine soh- neimd Bogislaf Eckard und Caspar Srgmnnd. Der erste davon starb an.-694 auf der Universität Halle. Der andere davon gieng an. i ü§6 zu der Alliirien armee in Drabant. Nachmals wurdeer Mter seinem vcttcr dem Königltschen Polnischen General-Major/ Joachim Friedrich/ an. 1702 Lieutenant/ nnd an. i7orCapl- ttim / wiewohl er bald daraus wiederum abgedanckt. Obge Bey deu Hertzvaen Heurico und Wraktsias X. bekleidete er die stelle eines Raths / und wurde ein Vater zweyer lohne/ Cnrdkens undFoachimi. Der erstcdavon wurdedey dem heil. grabe zu Jerusalem/dahin er Heruog Bogislaum XI von Pommern beglel- llt /zum Ritter geschlagen. Nachgchends wurde ihm das amt ei- au-gcstsrden / also erhielt er eine desto gesegnetere nacykommen- Aassk. Seine söhnervarenEgtdius / Gcorgins und Eujmchlus. Dererstevonihncn war Erb-Landmarschaünnd Hcrtzog^ohann Friedrichs Raih. Er wohnte auch verschiedenen vertragen bey/ und starben» 1585 ohne linder; nachdem ihm bereits an. 154; sem bruder Eustachius mdersterblichkettauf gleiche art vorange- qaugeu. Der mitilcrc söhn Gcorgins allein hatte das gluck / fei- nwstamm zn erhalten / wie ihm denn 4 söhne / Ewald / Adam/ Curd und Eustachius gevohren worden. Ewald / Erb-Land- nmschall undLand-Voigt/ warem Hcrrvvn grosser klnghettund ansehen / und wurde zu den wichtigsten Verrichtungen gezogen. Er starb an.lüv7 ohne erden zu hinterlassen. Scin brudcr Adam starb mverchlicht. Der dritte bruder Cnrd hatte 4 jähr aus acade- imm zugebracht/und sich an-1569 nach Spcycr begeben/ daselbst sich der proceß-ordnnnqcn kundig zn machen. Endlich wurde er Laudmarschall / wohnte verschiedenen wichtigen angclegcnhctten bey/und starb an. 1620 / nachdem seine 4 söhne bereits in ihren jungen jähren verstorben. Der letztere söhn / Eustachius / hatte gleichfalls wohl studirt/ und wird wegen seiner gottesfurchr gerühmt. Von seinen söhnen haben Hast» Adam und Ewald Joachim das geschleckt fortgcfuhrek.Der letztere davon wurde an.iöoz gebühren / und bekleidete nachmals die stelle eines bey dem Wollimschen mnnÄc. Seine andere gemahnn/ Dorothea Agncsavonder Osten/gebahrthmasöhne und; köchter; von den letztem wurde Agnesa Helena an den Preußischen geheimen Rath/ Hofgerichks-Präsidentennnd Occzi,,»n > Georg Caspar Flemmm- M/ und die übrigen gleichfalls ihrem standcgemaß vcrheyratyet. Von den söhnen starb'Philipp Friedrich an. 1665 an einer empfangenen wunde zu Heydclberg/ wohin er sich von Francksurt an der Oderstubirens halber begeben. Adam Henning war an Am Chur-Brandenburgtschen Hofe / und verwundete sich unver« das gliick / zn einem Hähern alter zu gelangen. Er war i)i- reSnr des WolliNischcu dlstricts/ und starb an. 1692/ Gevroium Ludovicum hinterlassend / welcheran, 1685 gebvhreu worden/ und m den stuDien guten gründ gelegen Hasso Adam / welcher / wie schon gemeldet/ em söhn Eustachii und brudcrEwaldi JvachMtt/ gewesen / hat verschiedene kinder gezeuget / von welchen Eustachius Carolus / der in seiner mgend in Holländischen kriegs-dimsten gestanden / seine beyden söhne in jungen jähren verlohnn / Curd Julius aber eine spatere nachkommenschafft erhalten. Er wurde an iü2o gebohrcn / legte sich nachgchends auf die studien /und wurde Churfurstlicher Hinier-Pommertscher Hofrath und Laud-Mar- sch all/und starb endlia) an. 1677. Seine söhne sind O Adam/ welcher an. 165° gebühren worden/und zu Francksurt an der Oder dem stuviren obgelegen. An. 1695 wurde er vireü»r j,n v>vlltmschcnund Can!tuische!! districke Churfürsrlichen «»theils/ worauf thm an. 1700 der König in Bohlen die stelle des Groß» Stallmeisters m dem Groß-Hertzogthuin Lilthauen zu vertreten eriauoet. s) Martin Friedrich/ war in seiner fugend Lieuke- nant. ;) Carl Egidrus bekleidete eben diese stelle unter Chur- Brandenburg / und starb an. 1690 zu Brüssel. 4) Curd war Cor- >^t/ mtt seiner gemahltn Eulalta Lucia von Saldcrn nebst; tvchiem ste C cher, . .. . .. derKöniglichenPreußischen gaMem,corprCornet gewesen. Die Marteittiittsche Haupt-linie Hakvorgedachter maffcn Erdmann/ Lhamens andercrsohn/um das jähr izi; gestisttet. Seine söhne waren Hans Erdmann/ welcher in seinem söhne Henning anögestorben/und Claus / welcher der stamm-vater der heutigen SchwedischenFlemmingeist/ wie hiervon unken weikläufftigcv gehandelt wrrd. Haus/ der ältestcsohn Erdmanns/ wurde von dem Kayser Wcnceslao zum Ritter geschlagen / und starb an einer wunde/die er m besturniung des schlosses Pate / wortnnen sich sein vetter/ CurdFlemmtng / wlderihn desendirte/ empfangen. Hier- uberstnd nachmals dir Marteminischen init den Böckischen Flcm» mmgen m Proceß verfallen. Von seinen söhnen starb Jaevb/Fürst- licher Hauptmann zu Wolltn und Belduck/ in Joachims aus. Der andere söhn/ immens Lham/ Pommerischer Land-Marschall /hat durch seine 2 söhne/ Hans und Otto / das geschtcchte vermehret. Wiewol des ersten stamm gleich in dem ersten gltede verdorret. Von Otlonts Pommerischen Raths und Land-Voigts zn Greissenberg söhnen /sind Joachim / Casparund Hans Heinrich zu mercken. Der intttlcrc davon zog mit 5 pftrden in den krieg/ und weißt niemand/ wo er hingekommen ist. I. Hans Heinrich wurde wegen seines vortrefflichen Verstandes und grossen beredtMikeit das licht von Pommern geuennet.Anfangs beneidete er zu Stettin die stelle eines Hofrachs; hernach wurde erLand- Voigt zu Stolve und schlage/ weiter Hauptmann und Burg- Richter zu Delgard/ gleichwie auch Land-Voigk zn Greissenberg/ i)°.'CL»us zu Cammtn/ und Erb-Land-Marschall. Er bediente auch die cttsrge eines ober-Hanptmanns zu Wolgast und Fürstlichen geheimen Ralhs / undwurdezu wichtigen Gesandlschafften in dem Römischen Reiche/ Dänemarck und Polen gebraucht. Er starb an. 1622/nachdem crem Datier Ottonis/ Johannts Frt- denciund remis t-somz worden. 1) Otto studine zu Gretphs- walde/und wurdehernachmals HertzogsBogislaiXIV inPom» mernHof-Nach / endlich aber Hinter-Pvmmerischer Land-Marschall/ und starb an. i6üo /verschiedene kindervvn 2 aemahltnnen hlntcrlaffcnd. Von den söhnen kam Bogislaus als Fendrtch vor Arras in Frantzösifchen diensten um; Hans Heinrich blieb an- 1655 in dem Polnischen kriege; Ernst Friedrich aber/ gebühren an.iü;z erlernte in Holland die Ritterlichen Übungen / und wurde nachmals Hauptmann zu Wollt»/ auch endlich Hinter-Pom» mcrischcr Cammer-Rath und Hauptmann üderdas amt Belgard. Setne4söhne haben in einem zarten alter ihr leben gecndiget. Felix Parts/Ottonisvierdtcrsohn/stndirte an.lssz zn Francksurt an der Oder / und nachmahls 2 jähr zu Hclmstädi/ allwo ihm der Hertzog von Wolffenbüttel wegen seines vortrefflichen mZen» alles frey geben lassen. Er blieban. 1676als Lieutenant tndemsturme vor Ancklam / nachdem er bereits die campagne im Elsaß verrichtet hatte. Von den übrigen söhnen kam George Friedrich als Fend- rich in Preussen um / uud FrantzJoachim lebte auf seinen gutem. Jolmnn Friedrich wurde an. 1598 zu Stolpc gevohren. Nacy- densier seine Kugi-. vollführet / und gleich im begriffe war zu reuen/, machte ihn der Hertzog Bogislaus XtV zu seinem HosMcker/ und gebrauche ihn zu verschiedenen wichtigen Verschickungen. Er erkennte auch seine guten dienste/ und verliehe chm dw anwart- schafft eines Adelichcn gefalls., An. -6z8 wurde er Schwedlscher Hauptmann zu Wolltn/ welches amt er stand gesctzei, daherthmdieKönigtn Christum an.164; auch dK Dmg-gemhte nebst der Landvoigtey zu Greissenberg gegeben. Doch / naawenr Gr iffenbcrg von Schweden an. iG; weggenomnlen worden/ vergnügte er sich mit dem Burg-gerichte zu Wollin/ ohngcachtet manihln dteLand-Marschalls-ctt-lrxe in Hmter-Pommern / und m vor-Pommem die stelle eines Land-Raths angetragen- Er starb endstch an 1667/ nachdem er verschiedene kinder gezeuget. Bon den iobncn sind Hans Heinrich und Eustachrus zu mcrcken- Ha sH nnch / Königlicher Preußischer geheimer Rast) / wurde an gebühren. In seiner lügend sahe er ,ich auf verschiedenen untversitättn / so wol in der iheologie als sechts-gelchrsamkeik Zi8 sie und politischen studien u». Nachdem er bereits re NN.IÜ44 in den Polnischen krieg. Füllst jähr dar« auf reisest er nach Schweden/ qiengaber mü dein Grafen von Schlippenbach nach Dantzigzu den Olivischen fttedens-tractaken zurücke. 8tn. 1662 wnrdeer Cammer«Juncker zu Dayreuth. An. 1664 führte er eine compagniczu fuß in Ungarn/ und wohnte verschiedenen actionen bey. Nach endiaung des kricgcs wurde er Vay- rcmhischer Lands-Hanptmann über Lichtcnbcrg/ Lauwenstetn und KUbach / und bekam noch darzu das evinmando über die gardc. Hierauf wurde er Chur-DayrlschcrOdrist-.Lieutenant und Commendani zu München. Don dar wurde er nach Anspach bc« ruffen/ daselbst die militz zu commandircn. Endlich trat er an. iü8i m Chur-Sächsische dienste/ undwohntc r jähr daraus der scharsten action auf dcm Kalcnberge wider die Turcken bey.. An. 1687 wurde er Oberster und Commcndant aufder scstnng Konig« stein/ und an. 1702 wurde ihm das patent zu der Gcneral«Ma« jors«ck» g- zugeschickt. Allein er starb / ehe es ihm tonte eilige« händiget werden. Von seinen söhnen war an. 1706 Johann Frie« drich/ welcher zu Tübingen studiret/ und durch Franckreich/ Eliqelland/Holland und Leutschland gereisct/ im leben. 4) Fc« lir Paris/der dritte söhn Hans Heinrichs/ wurde an. 1604 gc« bohren. Er war etliche 20 jähr in Kayserlichcn kriegs-diensten/ danckte aber endlich an 164? als Obrist-Wachlmetstcrab/ weil ihm ein anderer vorgezogen worden. Er starb an. 1666 / unter andern kindcrn reNcem vriNcncnm hinterlassend. Dicfcr hat 5 jähr zu Franckfurt an der Oder studiret/ und eine anpu^non a- reltsmcnio gehalten. Nachmals wurdeerkr-strc,>ciaril,8 bey dem Königlichen hosgerichte zu Greifswalde/that aber noch eine reise nach Franckreich und die Niederlande. An. 169; wardcr Commissarius des Anrlamischen districts und Lands-De« vullrtcr/und endlich an. 1706 Königlicher Schwedischer ln dem hohen tribunal zu LLißmar. II- Joachim / ein söhn Ot« toiiis und druder Hans Heinrichs / war ein in den rechten wohl« erfahrner Herr und ein valcr verschiedener linder. Unter den söhnen sind Rüdiger Otto/ Jacob/ Caspar/ Hans Heinrich/ (welcher legiere in Schwedischen und Dänischen kriegs-diensten gestanden / und den Mvscowitern aus dem gejängmffe auf einem kahne entrunnen/nachmals aber an. 1646 gestorben/) und end« sich Ewald zu mercken. 1) Rüdiger Otto wurde an. >619 ein vatcr Joachim Henrici/ welcher zu Rostock und Franckfurt an der Oder studiret/ nachmals ucterenN-riu- bey dem hos-gmchte zu Stelln worden/und endlich an.i syo verstvrben/nachdem er vor« hero das ihm aufgetragene Land«Marschall«amt recustret. Des« scn söhn/Joachim Rüdiger ist in Chur«Lächsischcn kriegs-dien- sten wider die Frantzoscn am 'Rhein als Regiments-Adjulant ge» gestorben. 2) Jacob Land-Marschall in Pommern/ gebühren an. i;88/wandleiliscincrjugcnv fleiß aufdiestudien / nachmals legte er gute proben wider die Moscowitcr in Schwedischen kriegs-diensten ab / gleichwie er auch wider den Kayser gethan. Erstarb an. 16,-4 / nachdcmihm umcr andern kindcrn George Caspar und Heino Heinrich gebohren worden. George Caspar/ Drandendurgischer geheimer Rath und Präsident in deni hinter» Pommerischcn hostgcrichte / wurde an. 1640 gebohren. In seiner jugend lricb er mit grossem steifst die studien und excrcici» in Teutschland und Holland / und durchreisest hierauf Engelland und Franckreich. Nach seiner zuruckkmifft wurde er zu verfehle« denen wichtigen bedienungcn gebraucht; wie ihm dann bey erfolg« lem schwedischen einfalle und glücklichen fortgange dce Brau« denburgischen waffeu / an. 1678 das rc<4unum so wol inreqi« mcnts- als jnstltz-und consistortal-sachcn über alle conguctirten ör« ler anvertrauet worden. Don seinem druder /Heino Heinrichen/ folgt ein besondererartickcl- Beyde haben das gcschlcchtcfort« qevflantzet. Dann George Caspar zeugte ») Joachunum Frt« derieum/ Königlichen Polnischen General-Lieutenant / der ein vater Georgii Friderici worden; 8) Jacodum Henrtcum/ Kö« niglichen Polnischen und Chur«Sächfischen / des Grsß-Hcrtzog« thüms Litlhaucn Dtallmcistcr und Gcncral-Fcldzeuamctster von derCron Polen commandirenden General-Fclbmarschaü/ würck- lichen geheimden Rath und geheimen Kriegs-Präsidenten / Ge« neral-Commendantcn vonder Konigl.^rci- co-psöcc. des Elephanten und 8. /ell-u-^-ordcns Ritter/ und Herrn der Hcrrschaff- icn Schlawentzig/Schlabozcwiceund Wolizyn/ welcher,ich in den Polnischen und Nordischen kriege» durch seine tapffere thaten sattsam bekannt gemacht. Bogislaum Vodonem / Cam- mcr.Hcrrn und Obersten dercavallcrie. Heino Heinrich/ der andere söhn Jaeobi / hak unter andern kindcrn Johann Georgen/ Königlichen Preußischen Cammcr«Herrn/ und Adam Friedrichen gezeuget.z) Caspar/ein bruder Jaeobi und fohn Joachrmi/wur- de an. i4 9° gebohren. In seiner jugend hielt er fich an dem Dänischen Hofe auf/ und starb an. 1640 / Gustavum Gcorginm/der jn eden diesem jähre in Frantzösischcn kriegs-dlensten das leben ein- gebüffet/ und Wrlhelmum Iridericum hinterlassend. Dieser letztere hat gleichfalls die zeitlichkeit gesegnek/und sein söhn mit chm gleiches namens/ ist anfangs den studien obgelegen / nachgehet adsrhaler Kontglich-Pmißische krtegs-dicnste angenommen 4) Ewald der,ungste söhn Joachrmt / wurde an. 1604 gedvbrm/ und hinterließ verschiedene kinder/ von denen vier ältesten m Franckreich gestorben; Hans Friedrich hat in Schwedischen uns Brundenburatschen kriegs-diensten sich gar rühmlich erwiesen, und ist endlich an. 1688 gestorben/ als er eben zum Obrist-Wacht« meister solle vorgestellt werden; Ewald der jüngere / undHeinr ch haben dasgeschlecht fortgeführet. Jener der erstere/ war am fangs m Schwedischen kriegs-diensten / muste aber an.1647, h x Chur-Brandcnburgischen »vc.c--.non zu folge/ selbige verlassen/ da er dann die ct-.-n-ßc eines Capitains bekommen. Seine söhne sind Anton Wilhelm und HcinoHeinrich. Heinrich / der bruder G waldt desjungern / drenteviel jähre der Crvn Franckreich als Cvr-- net und Lieutenant. Nachmals kam er unverhofft in sein Vaterland wiederum zurück/undverlohr an. 1694 in der schlackt bm Landen als Rittmetstcr unter des Feld-Marschalls Heino Hein« rich Flemmings rcgttnem sein leben. Seine söhne waren Adam Georg/der an. 1689/und Ewald Heinrich/ beran.1690 gM>- ren worden. Es hat sich dieses vornehme geschleckt auch in Schweden fest oe» setzet/ nach dem Claus Flemming mit dem Herttog Erico gegen ausgang des 14sernli dahingezogen. Daselbst hat diese familie viel Ritter/Landrichter/ Reichs«Rathe/ Gouverneurs und andere vornehme lente hervor gebracht. Jnar und Erich waren Rclchs-Rathe / und werden in dem privilegio/ so der König Gustav m Schweden an. 1424 der stadt Lübeck gegeben/ als zeugen mit angeführet. Funff jahr hernach wurden sie bey des Kömgs Gustav! crommg zu Rittern geschlagen / und an. 1444 eommandme Jnar als Admiral die Schwedische flotte. Als Ericus XIV an. 1,461 bey seiner crömmg zuerst in Schweden den Graftn-und ^rcvhcrrcii-srand eingeführet / find auch zugleich die Flemminge z» Frcyyerren ernennet worden. Unter solchen war Lars oder Lorcntz Flemming / der erste Gouverneur in Licfland/ welcher an. 14 61 gestorben. Claus Flemming / Freyherr von Wieck / Reichs« Admiral von Schweden/ und Landrichter in süder-Finniand, wardan.i470 indem Stettinischen vertrage zwischen Schweden und Lübeck unter den Rcichs-Näkhen als ein zeuge mit angesi'chret. Claudius wurde von demKömgeJohanneznm Ritter geschlagen/ und nachmals zum Gouverneur von Finnland gemacht/ worauf er an. 1497ZN Abo qestorben.Nlcolaus bekleldetc eben diese würde/ und an. 14-1 führte er das ober-commando üderdie Schwedische armce wider die Moscowitcr; wiewo! dieser Nieolaus von andern Claudius genennet/ und dnrchgchends wegen seiner tapffer- keit garfehr gerühmt wird. Hermann Flemming/ Freyherr auf Libliß/war erstlich Commendank zuWtkgcnstetn/ und hernach an. 1471 Stadthalterin Liefland. Claus/Rcichs-Nachund Admiral / führte an. 1644 eine grosse stolle aus Schweden wider den Konig Christian I V in Danemarck / da crsich kapffcr hielie/ aber durch eine stück kugel das leben cinbüste. Heinrich bekleidete an. 1644 die stelle eines Land-Marschalls in Finnland / und Elj- rich nnkerschricb an. 1660 als Schwedischer Rcichs-Rath die vollmacht der Abgesandten zu den Olivischen traclalen. Eben dieses that auch George Flemming / Freyherr in Lützwitzen/ welcher an. 1666 als Abgesandter zu dem Könige in Engelland gimg, umfriede zwischen Engell-und Holland zustifflcn. Jacob ist an. 1669 Königlicher Schwedischer Cammer«rath/ und Lars an.iübo Reichs-Rath und Präsident bey der rnmmer gewesen. Claus/ so erstlich die stelle eines Land-Höffedings und Präsidenten über die Königliche cammer/ wie anch iibcr das iigni6»rion; i,nd inguHi- tio,i!-coNcAium. nachgehends Königlichen Schwedischen Raihs bekleidet/ starban. 1684 den 40 jul. in Aachen/ allwo er sein leben durch das bad zu verlängern vergeblich gchoffet hatte. Dessen söhn ist von dem Könige Carolo XI in den Graftnstand erhoben worden. Apcl / sein bruder/ war an. 1684 allein bey dem r-su- ötjon-.cc>Ne8>^ in Schweden/und sein anderer bruder/ Johamies Cammcr-Rath. In Norwegen sind die Flemminge auf Nassau gesessen; wie denn von Angclo in seiner Hollsteinischen chronic eines / namens Doettns gedacht wird/welcher Holzen Rosciikrantzcs tochkerzur ehe gehabt. Jn dem Laiienburgischenierriccirio hat sich auch einer/ nameiis Heinrich/ m der mitte des 16 seculi niedergelassen. In der Eul- mischen WoywodschMts-Cantzlcyist einer/ namens Nieolaus/ein Regent gewesen / welches in der cantzelcy daselbst noch zu Aden. Da nun dieser einem solchen amtc / zu dem nur incitz-»»- gelangen können/ vorgestanden/ so erhellet daraus/daß das jm mibgc-i-- ?o!onici der Flciiimtnglschcn familie zukommt. Die Polen machten zwar auf dem zu eudc des iahrs 1701 gehaltenem Reichstage grosse schwürigkcttcn / daß der König Augustusdas jähr vorher / Jacob Heinrichen/ Grafen von Flemming / die in dem Her« tzogthum Litthanen erledigte Groß-Siallmeisier-Rzige ertheilet; allein gedachter Grafthak sein iiRmen»- wcitläuffttg dar /midbc- wicß / daß sein odcr-ältcr-vatcr /schon vor 140 jähren / inMchen sein älter-vatcr und sein groß-vatcr/ wie nicht weniger seines altern vatcrs bruder in Polen seßhafft gewescn.Ja er legte ihnen vor mi- gen/baßsein alt-väterliches hanß bereits an. 1-44 in Prenffcnmis alfo auch in Polen seinensin gehabt. nric»-i. m- KorJ 1^ 2 0. Le-'k-rr in collcÄ. tacrs ^arricii klemlNA" W- bcrni. Le/a-r-/»« collc/t»n. n. 410; §.1:4. ?omm. ckron. in »rÄos b r. c. 70 öc 74. Nctcripc. 8ucc.6ork< Sc ktemmin§iL>.8 c.S.Solerttillelcri^r. 8, ick. !_iss»nc! ckwn. sie Mn-korf comm. rer. §uec. L- einleir. 2ur 5 cl>vveä. Iiik. L ^ek. xsne»I. NemminZ. Kemming/ (Hemo Heinrich) General - Feld - Marschall- Mobs dritter söhn, wurde an. -6;r gebühren. In ftiner iuaend leaie er sich steißig auf die sonderlich aber auf die Historie und wLkliemänc auf verschiedenen Universitäten , dahin er seinen bnlder Georg Caspar begleitet hatte. Mit demfelbigen erlernte er asich in Fraticttcich allerhand Rttter-mäßige Übungen / und legte mit ihm verschiedene rcijen ad. Über dem übte er sich unter dem holländischen Admiral Ruytrr zur see- und unter dem von der Garde - dem von Steinbergen, zu lande. An. 165) folgte er der Ch»r-Bra»denbnrgischm ärmee nach Polen, doch weil der krieg daselbst nicht lange daurte - nahm er Nach erhaltener a.m-c li°n Kayftrliche kriegs - dienste an, und wurde anfangs Cornet- iiächmals aber General - Adjutänt. Auf geschehene Chur-Bran- denbürgische avoca»»" wurde er bey der leib-cvmpagM c-LffnLin, nachmals unter einem andren regiment Major , ferner Obrist- i.jemenLnl, und an. 1679 Oberster. . In dieser letzten qnalität wurde ihm von dem Chur-Furstc« zu Brandenburg das Comman- do über dessen dem Könige von Pohlen - Michaeli, zugeschickte hülffs - völckcr wider den Türcken anvertrauet. Räch geendigtek cLmpägne wohnte er der belägerung NardeN und andern mtterUehL muttgcn der AUiirtcn eine zeitlang bey, da er sich dann so wohl aufführte- daß ihm beydes derPrintz zu Oralsten, und der Oou- . verneur der Spanischen Niederlande, vornehme kriegs-dienste aü- trugen, Allein, er wolle lieber seine treue dem CHUr-hause Brandenburg ferner erweisen, und that wider die Frantzosen einen zug Mit nach Elsaß. Nach diesem bath ihn die stadt Dantzig zu ihrem Ober - Commcndanten aus - bey welcher er sich in grosse Hochachtung setzte. An. 1680 wurde er, mit geNehinhaltstng des Cdur- FmstenS von Brandenburg, Branüschweig-Lünehurgischer General-Major, und an. 1681 nahm er, auf erhaltene erlanbniß- bey Chur-Sachsen die stelle eines Feld - Marschall - Lieutenants an, dahero er auch die von dem König tu Danemarck ihm angetragene ckssZe eines Generals von der Infanterie ausschlaacn müsse. Bey dem entsatz der stadt Wien erstig er mit den unter sich habenden üooo mann Chur-Sächsischer infänterie zuerst den Kalenberg- und den folgenden tag schlug er den feind, der z mal so siarck als rr war, aus seinem Posten- Der Feld-Marschall Goltz war seinetwegen besorgt, und riech ihm zur i-cn-scie. allein er bath nur um mehrere Mannschaft, lind als er 1500 dragoner samt einigen feld- stückch zum succurs erhälten, gieng er damit dergestalt auf den feind ldß, daß er gegen 2 nhr Nachmittage, mit Hinterlassung vieler todten, aus seinem posteü gäntzlich weichen meiste. Hierauf ruckte er zuerst in das feindliche lager, und wäre es ihm ein leichtes gewesen , des Groß-Veziers gezelt samt den darinnen befindlichen schätzen zu crdeuthen; allein er setzte sein , intercss- dem gemeinenttesteit nach. Diese ansehnliche dienste suchte der Kay- ser so wohl mit dem Grafen - stände als einer sttigurrio,, von 4000 rthlrn. zu belohnen. Allein er hat das erstere mit größer mvmis- ilon -l-pi--c,ret, und sich Mit ded ehre, Ihro Kayserlichen Majestät gefällige dienste erwiesen zll haben, vergnüget. So haben auch dieselbe in einem eigenen schreiben anChub-Sachsen an.i686- gleichwie auch in einem an. 1700 ausgestellten -npiomscs ihre Hochachtung vor diesen tapffern General an den tag gelegn An. 1887 wurde er als Chür-L-ächstscher Feld-Marschall vorgestellet , da er dann bey freund- lind feinden seine Hochachtung vermehrte , und sonderlich die feinde durch kluge streiche herum zu führen wüste. Wie denn bekannt ist, daß er mit einem gewissen Prälaten am Rhein, der mehr Französisch als Kayserlich gesinnt gewesen - eine verstellte vettraulichkeit'gemacht, und da dieser sich deßwegen erkühnte, sein vorhaben genau zu erforschen, hat er ihm beygebracht, als wenn die Matte Reichs-armee jenseit des Rheins mit joooo mann, bisseits aber er mit 15000 mann die Frantzosen in Heilbrnnn anzMeiffen beschlossen. Da nun der Prälat solches den Frantzosen zü wissen gemacht, gieng darauf der Feld-Marschall mit 5000 mann auf den feind loß, welcher - dhne ihn zu erwarten, die stadt mit solcher eil verlassen, daß er weder sein vcrstöhrcn, noch die pasteyen sprengen können. Hingegen rückte der Feld-Marschall mit seiner manNschaffl in die stadt ein, und unterhielt selbige den winter durch von dem vorhandenen vorratb; ja er wüste sich dieses dem feind eingejagten schreckens so wohl zu bedienen, daß er ihn noch aus 8 vesten städ- ten und schlössern vertrieb. Er würde auch Heydelberg r mal durch list erobert haben, wo er nicht von hohen Häuptern hieran wäre verhindert worden. Hierüber setzte er sich bey dem König Williäm von Engelland in solchen eiu,n > daß er öffentlich gerühmt, rx hätte niemals einen General von so guten gedaticken und willen gesehen, und der kluge Printz Ludwig von Baaden wünschte nur - daß er ihn allezeit int selb bey sich haben möchte. Der Ftäntzösische General Monglas sechsten wüste sich nicht genug über dessen list und capffcrkeit zu verwundern, Zu geschweige« - was er bey der Chur-Sachsischen armee durch eingeführtes gutes kriegs-keglemcil.- Vorwitzen geschafft, so, daß beydesOfficirer und gemeine mit zureichendem sold und mundierung ohne grosse beschwerden des landes versehen, und dennoch bey stillem abzug em vorrath von toooooo rthlrn. in der' Sächsischen kriegs - cassa baar übrig geblieben. An. 1890 wurde er voll dem Chur-Futsten von Brandenburg in dienste verlanget, und ihm die stelle eines geheimen Skaats - und Krieqs-Raths, wie auch General - Feld- Marsthalls und «ouvcrneur« zu Berlin und Cöllll - illgleichen eines Stattllalters in dem Hertzogthum Pommern Und Fürstentum Camin eingeräumet. Er folgte als ein getreuer väsall, nnd legte in den feldzügen bis an. 1698 theils am Rhein, theils 1 amtlichen hauprern der alliirten armee , einen allgemeinen beyfall erlanget. Unter anderen ist dieses mcrckwürdig, daß, da er bereits zu Hain aus der reist nach Berlin gewesen und ersadren daß die övantzmen m das Cottnische einfallen wollen, er durch seine un- verMuthete zurnckknnfft die feinde mit weniger mannschafft zurück abtrieben - ia durch seinen zugeschickten succurs die belägerung Rhemfelß aufzuheben genolhlget. Gleichwie er aber ein feind alles geitzes war, also züchte er auch bey , seinen unterhabenden trouppen alle gewiiin-sücht abzuschaffen. Dahero ließ er auch alle paffe und ll>ive«zi>zräei> ohne eNtgeld abfolgen, und die berechn««» hon den keglments - geldern überließ er seinen sukzii-.ncn. Nach dem zu Ryßwlck geschlossenen frieden begab er sich bey verspührteb lahinung seiner glieder in dasTeplitzer bäd. Weil er nun seine bisherigen kriegs - dienste ferner fortzusetzen sich nicht getrauete, hielte er um seine Mmittton an- die ihme änch ertheilt wurde, wsswohl m>t dem beding - düß er die ihme vormals conftrirte. Statthalterschafft ni HlMeb-PoMmern und in dem Hertzogthum Camrn wurcklich bekleiden möchte. Allein eh glaubte auch dieser bedtenüng nicht mehr gewachsen zu seyn, NNd bath sich dannen- hero die ruhe auf seine« land - gittern aus, die ihme auch endlich Mit einem jährlichen gnckden-geld vbn 8000 rkhlrn. vergönnet wurde. AN. 1700 wurde er nebst seinem ältern bküder, dem Preußischen geheimen Rath Nnd Hof-gcrichts-PräsidenteN, Georg Caspar Flrmming, nnd beyderseits acicenasmen von dem Kayser in den Grafenstand erhoben. In seiner jugend wurde ihn, an. tSöL der Johanniter - orden, und an. 1678 die Comturey Schivelbein con- feriret. An. iü6; vermählte er sich Mit Barbara - Göttlich von Glitzingen tochter, und, als diese bald verstorben - an. 1687 mir Agnese Dorothea von Schwerinen; Nachdem auch diese an. 167; dieses zeitliche gesegnet, vermählte er sich an. 1674 mit Dorotheä Nisabetha, des Getteral-Majohs von Pfuhlen emtziger tochter, die ihm nebst 4 söhnen - wie oben bereits gedacht worden, auch r töchter gcbobre». Die älteste davon würde dem Reichs-Wafen, Friedrich Wilhelm von Sparr, die jüngere aber dem Brandkn- burgischen Obrist - Wachtmeister über die Garde der Cadetten - Lebrecht von dem Busch, beygeleget, Er ist endlich auf seinem schloß in der Herrschafft Bukö den 28 febr. an. 170Ü gestorben^ in ßcncsl kiemming. p. Zq. ich. , Aensburg/ lat- k!en5burgum-xchopr-ii8i eine stadt IN dem Hertzogthum Schleswig/ mit cinem schlösse und guten Hafen an einem arme detost-see/ gehört Nebst dem darunter stehenden amke dem Könige in Dänemarck. Das schloß ist ziemlich wohl gebauet/ und daranfdie Königliche regtcrüng angelegtwokden. Das amt ist sehr groß / und begrcifft 5 harden: Wyhes-Htißby-New-Ug» gel-und Norgoßharde. Die stadt ist schön gebaut/ und hat reiche einwohner/ d,e ausser landes starcke Handlung treiben. Das gemeine volck redet meistentheils Danffch. Es befindet sich auch daselbst ein MmULtmin > wözu einbürger Nautnannus Johannes a». 1546 den gründ gelegt. Ihren Ursprung setzen die meisten m das jähr-2oo/in welchem sie Fleno/ einer vom Adel / soll erbauet/ und ihr zugleich den namen gegeben haben. An. ,iL;L geschiehet ihrer in den Cimbrischen jahr-büchetii das erste mal Meldung / als in welchem ein Minoriten-klöster daselbst aufgerichtet worden. Wassvnstihrebegebenheiten anlanget/so istscitige an.1248 von dem Könige Erico V in Danemarck in dem wtder seine brndec Abelnnd Christoph geführten kriege erobert / geplündert und mit feur verderbt worden. An. 1271 wurdejie vön dem Könige Erics VI in dem kriege mit Hertzog Erico .vön Schleßtvig eingenommen. Dessen söhn Waldemarus IV ihr ein. tr84das burgcr- recht und andere freyheiten gegeben / dazu er an. 1295 noch andere gethan. Um das jähr izc8 lag der GrafNtcolaus vbn Hdllstcm darinnen/ Und erlaubte den bürgern / um sie desto besser wtder König -Waldemmmn in Danemarck zu vertheidigen/ eine mauer aufzuführen. In diesen und den folgenden Damschen kriegen / so von an. 1409 bst 14;; geführt!worden/ halste sehr,viel dclage- dungenansgestanden / dadurch sie baldnniek die Komge vön Da- nemarck / bald unter die Hertzoge von Holstein gekommen. An. 1482 fiel sie in derthetlung zwischen Königs Chrrsttanil.sohncn an Danemarck. An. 1528 hm Gerhardus Slecwart/ em.Mnnch aus Maqdebtirg / daselbst die lehre buchen öffentlich vorgetragen/ midist darauf Pfarrer bey der Niclas-kirche worden. An. -827 wurde die stadt von den Kayser liehen und an. -64z vo» den Schwede« eingenommen. Hin. 1646 hat Fridemris III/ Ko- Nigs Chrlstiani I V söhn / als er von dem' Ertzsiffsl cremen dut ch die Schweden vertrieben worden/ allhicr stme restdentz Äiiomme V und das folgende jähr den Regterungs-Rckth mifgern.ttek. ..m 1857 haben die Schweden diesen vn anss yeue eroberr / und hat sich dasjahr hernach ihr König Carolas Gustavus sechsten enilge zcff allda ausgehalten/ welchen er aber bald wlederum verlassen Müssen. ckron. Llsvici sci 2N ->^27 öc 1441. ' - 8""' c.;°ö-I.N c. ,L ö- >6 Le ttitzi. U°lcr. »Ln. ckorosk. U. 656. cNoknßr. Limbr. ?. 2. c. 8 p u- 4 , 6- okig. 2-9»-- i->cr-m. klenopstcog. '»r-oll. zU llitton. cticrll ?.) c. z. , ^ , , Johannes) ein Benedictinek - Munch aus Engeltand? welcher predigten und ein zeit-register von dem ansang und Mtganqsttnesordens zu West-Münster- üllwo er sich auffteha- t?N , verfertiget. Man weiß nicht, zü welcher zeit er gelebet. cie icript. Lnßl. Ljeurence / eine kleine - Md doch die fürüehmste stadt in des GrafschafftGavre.nGuienne. » Il g2v fle fli Fleury / oder 8. Benedict / an der Loire, ist eine stadt nebst einer berühmten Abtey, zu der rechten feite des flusses Loire,,in der -d'os-cs von Orleans, zwischen Sulli und Iargau. Man rühmet sich allda den cörpcr des heil. Benedicti zu haben. Flem^ / lat. l-iorUcum, eine stadt in dem Hertzogthum Burgund , am fluß Ouche, ohngcfähr ; meilen unter Dijon, und 4 oder 5 von Bemme. Fleurv / ein klein dorff in der Grafschafft Namnr, nahe bey der Samdre über Charleroy, welches wegen der schlacht berühmt ist, so an. i6yc> den 1 jul. zwischen den Allürtcn und Frantzosen daselbst gehalten wurde, worinnen die letztern das seid erhielten. , ist der name, welchen man denjenigen beyleget , die bey den Caribischen oder Antillischcn injuln, und an den Americanischen küsten capercy treiben. Das Wort kommet her von dem Englischen th-tzE, welches eine gewisse art von zimlich leichten fahrzengen bedeutet. Weil nun die ersten sran- tzosen, so sich auf der insul Hispaniola nieder gelassen, und ihr glück mit hinwegnehmung der Spanischen schiffe gesucht, üch dabey solcher bedient, welche vorher den Engellandern gehört hatten, so neunte man sie 1 litzullic-s, und von ihrer capercy brauchte man die pti-Mm, MKuller, oder -Her c» NiouN. Bon vielen merckwurdigkeitcn, so sich unter diesen leuten seith ihrer ersten rusammen-rotttrung begeben, siehe den art. , und noch weitlaufftiger Oexmeü» lall cjcs LVLMuricrr. * Flierbach / siehe Vlierbeck. Flinschbachus/ (Cunmannus) warzuBergzabernan. 1527 gedohren, iwd legte daselbst den gründ zu den wissenschafflcn. Hierauf begab er sich nach Straßburg, und von dar nach Wit- tcnberg zu Melanchthone, seinem anverwandtcw Nachdem er die sprachen, mmtzcmmic und Historie eiffcrig getrieben, wurde er an. 1549 > und läse 2 jähr coNrgir. Bald hernach verließ er wegen der pest die letzt - gedachte Universität, und wendete tzch wieder nach cstraßburq, allwo er sich in der theologie übte, lind an. izzr nach Zweybrücken zuni inlpE-r der kirchen bcruffcn wurde. Er hat die gemeine zu Mümpclgard und Hanan nach der Protestanten lehr-satzcn verändert, auch die zwischen den i n-o- zu Straßburg entstandene svaltungen schlichten helffen, und ist den n ssvt. an. 1571, nicht ohne argwohn von einem Catho- lischen Geistlichen ihme beygebrachten giffts, gestorben. Man hat von ihm clirunolvgmm UNd gcneLloAi^m Ltzriss,. rlieol. Flinth / ein castell in Nord-Wales, ligt am flusse Dee, nahe bey deffen einffusse in das Inländische mcer,iind wurde von Henrico II zu bauen angefangen, von Eduards I aber vollendet. In diesem castell wurde Richatdus ll von Henrico Picrcy, dem Grafen von Northumbcrland, ssincm vcttcr Henrico, dein Hcrtzogc von Lan- caster,verralbcrischer weiss in die Hände gesvielct, da er denn gefangen nach Londen gebracht worden, und bald darauf die crone samt dem leben verlohren. Flintshier / ist eine am mecr gelegene Grafschafft in Nord- Wales, welche von Flink, dem vornehmsten ort selbiger Grafschafft also gcnennet wird. Nordwärts stösset fle an das Inländische mecr, südwärts an «sbropshire, ostwärts an Cbcshire und westwärts an Denbighshire. In der lange von osten gegen wessen erstreckt fle sich nicht über 24 , in der breite aber von norden gegen südcn zu nur auf 8 Englische, meilen. Man findet darinnen 21 kirch-spiele und 2 marck-städte. Vor zelten wohnten die Ordovices darinnen, welche Nord-Wales inne hatten. Anietzo gehört diese Grafschafft mit unter die diöces von s. Asaph. Es ist zwar die kleinste in gantz Wales, aber eine von den fruchtbarsten. Denn wie sie bey weitem nicht so bergicht ist, als die andern theile, also bringet sie einen grossen Überfluß beydes an körn und gras bervor,welches zu Unterhaltung des viches dienet. Zwar ist solch viel) sehx klein, jedoch was an deren grosse mangelt, wird durch die grosse anzahl ersetzet. Man hat auch in dieser Grafschafft viel Honig, woraus vortreflicher mäth gemacht wird. Desgleichen ist auch darinnen §- Winifredi brunnen, und ein theil von dem berühmten graben, offz', Diice genannt. Flintshirc wurde vor zeiten mit zu der Pfaltz-grafschafft Ehester gerechnet, und muste allemal, wenn ein neuer Graf von Ehester zu regieren ansieng, einen tribut von 2ooc> marck, welcher Mizc qciiennct wurde, erlegen, bis an. 1568, da die Grafschafft, als einer, mit namcn Thomas Radfort, von dem Cammcrcr von Ehester ins gefängniß gelegt wurde, sich diessr gelegenhkit ,bediente, und von Ehester absonderte, hingegen aber mit dem Fürstentbum Wales sich vereinigte. Flint ist chic Haupt-stadt, doch hat Ehester, so gantz nahe dabey ligt, und dahin man gar bequemlich auf dem flusse Dee kommen kau, die handel- schafft. Sie deputirt 2 bürger zum Parlamente. Fliritz / ein abgott der alten Sorben-Wendcn oder Laufitzcr, wurde wie der tod abgebildet. Auf seinem Haupte stund ein löwe, und in der rechten Hand hatte er einen langen stock , darauf oben nach einiger meynung,eine schwcins-blase, oder wie andere wollen, ein büschel reiß, oder auch eine brennende fackel gewesen. Kanssr Lotbarius und der Ertz-Bischoff zu Magdeburg Adclgotus haben ihne zerstöret, c;-,-//-^ ,,-uk.ßcicii. Flisiingen/ Vlißmgen / lat. kiiGngs, eine wohl - bcvestigte stadt in Seeland, licqt^auf der insul Walchern, eme meile von Middelburg, wo die «scheide in die nord-sse fället. Sie führet den titul eines ^rquiQrs, hat einen guten Hafen und grossen canal, welcher durch die gantze stadt gehet, und eine gantze flotte in sich fassen kau. Sie gehört den erben Milhelmi, Königs von Engelland. Adolphus von Burgundien hat sie im 15 ssculo mit mauxen fli flo umgeoen. navier Earoius v gab seinem söhn Philipps unter deren gehelmen rathsshlagen auch diesen, aufFIißingen als einem see-schlüssel allezeit ein wachsaines äuge zu haben; allein das harte verfcchren des Hertzogs von Alda verursachte, daß sie an.if?- von Spanien absiel, und noch mehr städte von Seeland auf ihre jerte brachte; worbey dann eben diesss von allen vernüuffliaen an dem vuc als ein grosser staats - und krieqs-Wer getadelt wurde, daß er bey so grossem mißverständniß der Nieder- anderen sich dieses orts und aller anqräntzender see-kästen nicbt besser vergehe« hatte. Im 16 seculö gaben ihn die Staaten dw vereinigten Provintzen der Egelländischcn Königin Elisabeth zum Unterpfand, welche auch ihre desatzimg allda gehalten, bis sie Jacobs I an. 1616 den General-Staaten wieder aus- gellessert worden, copvAr. Letß. L. ö. cv^io^r. cii^c. Llirß. ^ - ^Hingen/ oder Neu - Flißingen/ eine vestung auf der tnsul Tabagv in jud-America, »velche von den Holländern erbaut, aber an. 1677 von den Frantzossn weggenommen und niederaeris, sen ivordcn.. Flip / ein 0« in Catalonien, in der gegend, welche von Tor- tosa den namcn führet, zwischen Mora und Mcquinenca, an dem fluß Ebro gelegen, welcher gantz krumm um ihne herum laufft, und ihn auf; feiten umgibt; auf der «en feite aber wird er mit bergen bedeckt, und durch ein schloß defendirt, so auf einer höhe liegt. Allenthalben ist er mit guten mauren versehen, worzu noch einige andere irreguläre Fortificationcn kommen. ü«Uc. 6e s Llp. p. ;9r. Flockberg/ ober Flochberg / ein schloß und stecken bey dem fluß Eger, in dem Fürstenthum Oettingen, unweit Nördlingm gelegen. Das schloß wurde an. 1648 von den Kayssrlichm gesprengt. In dem 1; ssculo hat sich eine Gräfliche Oettingische linie davon geschrieben, so von Ulrich angefangen, und von Martin gcendiget worden. Siehe Oettingen. kop «iucv. Flodoardus/ Frodoardus / oder Floardus/ ein Abt zu 8. Rcmi in Rheims, lebte im ,0 ssculo, und schrieb die Historie seiner kirchen in 4 büchern. Man hat auch von ihm eine Chronic von an.877 bis YÜ6 ; deßgleichen virss sinüorum. bist. I, 2 p. Z47. Flodorp/ ein schloß und stabilem in Frießland, davon heut zu tage eine Gräfliche familie den namcn führet. Flode / ein fluß in dem Meißnischen Ertz-gebürge, welcher irr Böhmen zwischen Katterberq und Graupen entspringet, von dar bey der Scigcrhütte, Bcrgfeld und Ordern vorbey fliestet, sich mit der Zschopa vereiniget,und bey Döbeln in die Freybcrgische Mulde füllet. iLncictzr, Flonocherus / ( Guido ) von Narbonne, ein General des Dominicaner, welcher eine Chronic verfertiget, und an. «z» gestorben. cie I,;,p.8°7. kssOIvss > ivird für des . oder west-winds frau, und Göttin der blmnen ausgegeben. Lactantius stehet in den gedan? cken, daß klar» eine unzüchtige wcibs - person gewesen, und zu ihrem grossen vermögen, welches sie sich durch ihre hurerey zuwege gebracht, das Römische volck zum erben eingesetzt, um davon jährlich zu den spielen, welche von ihr den nainen führen , den 28 apr. den ansang zu machen, welche aber mit der grö- sten nnreinigkeit gehalten worden. Weil nun die Römer sich ge- schämet, einer to übel - berüchtigten Person so viel ehre zu erweisen , so hatten sie diesslbe zur Göttin der blnmcn gemacht; doch erinnern einige, daß diese mulhmassnng auf sehr schwachem gründ besiehe; Müssen zu erweisen ist, daß der dienst der klors: von dem Sabiner Tatio, der mit Romnlo zu Rom regieret hatte, zuerst eingefübret worden, und also sshr wahrscheinlich ist, daß dieser dienst älter als Rom sechsten gewesen. Die unzüchtige Floralische spiele haben sich erst an. ;i; angefangen, und sind, nach Tackst bericht, von den straf- geldern gehalten worden, welche diejenigen erlegen müssen, so sich der öffentlichen äcker des Römischen polcks angemaffet hatten; auch sind sie nickt alle iahr gedaittn worden, «ändern wenn es das üble weiter oder die Sibvllinischen hücher erforderten; an. ist erst das 6c-r» gemacht worden, daß sie jährlich sollen angestellet werden. Vossius hat biß alles gesehen, und die lcbrc daraus gezogen, daß man nicht alles, was die väter wider die Henden gesagt, ohne weitere uiitcriuchliiig vor bekannt annehmen müsse. ssE« -le >,ng brc > 4. cw-ii hgor >.; ?/«r. 1.18 c. 29 cliv. inü. I i c. »o, i- cN; cie concnr.lla all 6criNLri08 L^c. Ne cliär. Liircin. l. yc tcripc. tec. 16. Wcov. tzitzl. Nounk» I. 2 öcc. Florens / (Frauchens) ein berühmter Jurist, war von Ar- nednc aus Bourgogne gebürtig, und anfangs Advocat zu Diion. Nach der Hand erhielte er ^»td-itionom (»ns csnonic, zu Orleans, znleyt berief man ihn nach Paris, wiewohl er dennoch zu Orleans gestorben und begraben worden, als wohin er in den Herbst-ferien an. iM seiner privat - angclegenheiten halber verreiset war. Er ist in der rechts-gelehrsamkeit und in den geschichteu höchst er- fabrcn gewesen, und hat die rechte der Frantzösischcn kirche mit bescheidenheit und Nachdruck verfochten. Alle seine schriffken hat Domat zu Paris an. 1679 in 4W heraus gegeben, unter denen sein äs onZiii? juriz cLNQiuci und kie ^rLroFLtiv» LÜogio- rum in provinciis kgardonciM L: LizuilLiNcL sehr gerühmt werden. Äwow Sibliorli. «les Luccurs cis clrsir. r. i. arc. c. I cput. Florentia / (Hieronymus) An Jesuit in Spanien, war von Maln gebürrig, und war von sonderbarer bcredtsamkeit. Er predigte an dem Hof Philippe III und IV, und starb an. 16;z. Man hat von ihm 2 voi. -n fol. von serneoncn und einige andere wercke. Nc lcripr. 5 . st. Kid!, Scc. Florentius / Bischoss zu Utrecht, war aus der Adelichen fa- miüe von Wewelinghosenoder Wewelkofen, deren stamm-schloß midHerrschassc im Hertzogthum Jülich an den Cöllnischen gran- ken gelegen. An. i z 64 wurde er Bischoss zu Münster, und an. 1; 79 crbielle er das Bißthum Utrecht; es wurde ihm aber solches sehr sauer gemacht, denn anfangs wolte sein anreccssor Arnoldus, (strafvon Horn, der Bischoss zu Lüttich worden, nicht weichen, sondern das Stifft Utrecht gern zugleich behalten. Hernach gieng Rainaldns vonVianen an. i;8o zu dem gegen-Pabst Elemente VII nach Avignvu, und ließ stch durch eine bulle zum Bischoss zu lllrecht machen Florentiuus aber brachte denselben nebst anderen , die stch ihm widersetzt hatten, bald zum gehorsam. Endlich lvarffstch sein 8uK3-Z!ieu8. Jacob von Jülich , zum Bischoss zu Unecht auf, welcher sich selbst ein Päbstliches cUpio>„L nachgemacht hatte, Florentius aber ließ 6 andere Beschösse nach Utrecht kommen, welche Iacobum dahin vernrtheiltcn, daß er in heissem Wasser feste gesotten werden; es nahm auch die execminn den ansang , doch wurde darauf dem verurtheilten, um ihm seine quaal zu verkämen, der kopff abgehauen. Florentius starb an. i; 9 , im hohen aller aus seinem pallast, den er sich zu Hardemberg üe der Provim; Obcr-Pssel anss prächtigste halte ballen lassen. Er hinterließ eisten grossen reichthum, und alle stadte ine Stisst wohl sortisicirl und besi-tzt, darzn harte er alle schulden seiner vorfahren bezahlet. Seine artverwandten kamen auf seinem tob - bette zu ihm, in mcynung von ehm einige ecbschafft Zu erhalten; er schickte sie aber wieder mir dieser antwort zurück, daß er der kirche nichts entwenden kcnre, und würden sie reich genug seyn, wenn sie GOtt und ihren, HErrn getreu verbleiben würden, 2,,//« Ui- cpüc. Uirr^j. kill. eW Ulrrsfi in c^I. epUk. Gräfekr von Holland: Florentius I, Grafvon Holland, Tbcodorici III sohn/bekam anfangs OssFrießland, und stach seines brudes Tbeodorici IV tode, so sich an. 10.,.8 ereignet, auch die Grasschaffl Holland. Er schlug den Ertz-Bischossvvn Cölln,den BischoffvonLuttich, deie (strafen vonichven und verschiedene andere wider ihn vereinbarte Fürsten, wurde aber nach gehaltener sehlacht, da er unter einem weiLen-baum lag,von den feinden vhnversehens überfallen und gelobtet,welches an. io tr geschehen. Ihm siiccedirte sein söhn Lheo- doricns V. Nc.c,. r. I. Florentius II, der fette zngenannt, war Theodorici V söhn, u»bregierte von an. >091 M i rr;. Er führte wider die abgefal- lemn Frießländer krieg, welche zwar in der ersten schleicht den sieg den mbm aber überwunden wurden. Er ließ 7-x,^ ^ ^ ^ ^ haß er ein goktsfurchtlger Herr gewesen, ^r-r- Florentiug III , Theodsrici VI söhn, trat seine reaiermm n» Florentius IV, ftccedirtc seinein vatcr Wilhelms I, und wur- tödtet vonClermont m cineni lurnier ge- Man zagt, daß eine scuier tochtern, Margaretha, welche an Grasen Hermannun: von goennebcrg vermählt gewesen, einstens ^"^lu-svm>lage;ü; krndcr gebohrcn habe, zur strasse einer bar- ren rede, so «re einer armen wittwe deswegen gegeben, daß sie r auf eimnal gebohren. ^ ^ f.S^mtius V, Wilhelmi II, des RömisHen Kayftrs sobn> ^ ^ Ä> Ja rebellischen Fneßlandern krieg, und wurde von Gi- V-, ^ ''-^lb er geschändet, mit 22 wunden getödtet. Lp efes gestchahe an. 1296, nachdem er 4°> jähr regieret, und munit- um an. 1287 die Friesen meistens wieder unter seinen gehorsam gebracht halte- Ihn, siiccedirte sein söhn Johannes, Florentius/einCarthäuftrvonLöven,weicher indem 1; se- eulo geledet, und einen traetat «tü irNUru-i-ine Flansts scher fprache heraus gegeben, der nachgehends von Nicolao Zegew emem ^rancheaner, nnd hierauf durch Laurentium Surium in das Latcmhche übersetzt worden, bwi. e->r-f,. 90, yr. Florentius / zngenannt Bravdnius, ein Münch von Worche- ster in Engeliand, starb an. 1119. Er bat eine chronic von erschaf- sung der weit bis aufdas jähr 1118 verfertiget,welches ein anderer bw an. 116z fortgeführet. Desgleichen findet man von ihm einen traetat von dem stamm-register der Königen in Engettand; ferner einen anhang zu dem Mariano Scoto und die merckwürdig- leiten feines klssiers. ÄÄr/e»'. d'oF«, Ue diii. Usc» Id r c. 48 z,. Z97. Florentz/ ist bis hauphsiadt in Toscanicn nnd residcntz der Groß - Hertzoge gleiches namens mit einem Ertz-BischM ltchen fitze/ welcher an. 1421 von dem Pabst Markino V aufacrichttt wurde / nachdeme sie lang' vorher Bischöffe gehavt. Sie iigl am fluße Arno / welcher sie in 2 ungleiche theile scheidet/ die durch 4 säMe und sehr breite steinerne drucken aneinander gehänget sind. Sie wird mit unter die grö- stcn stadte in gantz Italien gerechnet / inmaffen sie bey nahe /> Italiänische meilcn im umj ang hat. Die straffen sind mit drei reifsteinen gepflastert/ die Mäste find kostbar / die kirchen prächtig / und alle Häuser soschvn/ daß sie mit recht morcn^ K b-m Florentz die schöne genennet wird. Die kirche zu 8. Laurmssi ist ein unvergleichlich gebäude / so von Brunellrschi angegeben worden; die Witze last desselben wird von 2 reihen runder Pfeiler gewagen. Air dem gewölb deS thors ist eine tafel/ woraufdas il'mqste geeicht abgemahlet/ welches ein stück von des berühmten kmisilers Ponwr- no Hand ist.Man hat auch daselbst die bildnisse der hcil.Annä und Maria/ der Mutter Jesu / so von Frm Bartholomäo gemah- lei sind / und so hoch geschätzt werden/daß ein Hertzog vonMan- tua ihm eine sehr grosse summa gcldes dafür soll geborten haben. Die Capclle 8.Laurcntii ist von marmvr qedauet/ und deroselben mauren prangen von jaspis und andern kostbaren steinen. Sie ist rund/ und nm sie herum sind die begräbnißc der Hcrtzoge vorr Florentz. Nahe bey der 8» Lorentzssirche ist die berühmte t»di>o. lticcs UsuremianL , wonnum vortreffliche mznuicripca sind / die man anderswo nicht antrifft/ davon der cLiLioz»« an. >622 zu Amsterdam gedruckt worden. Die gallcrie des alten pallasts des Groß-Hertzogs und sein cabinet sind mit stucken angefüllet/ die wegen ihrer raritäl nnd kostbarkeit jeder äugen auf sich wenden. Die gcmahldc undstatucnin dem pallastPittlsindalle,stuckeder besten kunstler / und seine gantze menblirung und vortrestltcheknnsskam- mer zeiget eine sonderbare Pracht und Herrlichkeit / die fast allen werth übersteiget. Es sind; cltadcllen in Florentz. Die erste und festeste ist von Alcrandro / dem ersten Hertzogc / erbauet worden/ und hat e basicyen. Die andere ist von Cosmo ausgeführet worden / nnd commandiretdiestadt/ die dritte aber/welches spitzen hat / und einem sterile ähnlich siehet/ hat Ferdinandus erbauen lassen. Gleichwie aber gute kauffmaimschafft allda getrieben wird/ also behalten nicht weniger die wissenschafften ihre hochachtimg/wlr dann bey zchcn societätcn oder so genannte arademren bartime» anziiireffeil / unter welchen insonderheit die a-iiz c>-u,c-, woriiilter sich auch Cardinäle und Fürsten begeben/ berühmt ist. Wenn eigentlich Florentz erbauet worden/ darüber Amen ich die seribcnten nicht vereinigen / wtcwol einige sagen/ daß des Sylla soldaren in wahrenden innerlichen kriegen den gründ darzn gelegel/ und mar zwischen dem fluffe Arno und Mugnvne/ woher sie zu- M F nmia / Arnach aber wegen der fruchtbarkettbcL hermn ge- leaenen Hodens Florentia genenntt worden. Man findet aoer er- Iien klaren ortbcm Floro in beschreibung des burgcrlt- ck n kr eas lwischen Sylla und Mario / darinnen enthalten / daß mi r a rdctM Italiänischen Freystatten /welche Sylla verwnftet/ und iii denen guter der bürgern offciikllch verganttt/ auch florentia gewesen z nnd wiewohl auch da ln einigen mar n cht d ttbcsten noch älteste find) Flnentta stehet/ so ist es doch auf all weiß wahrscheinlich/ daß kcme andere Stadt/ als die m de -a aei v des heutigen Florentz ftunde/verstanden werden muffe; Wo? n noch E kouunk/ daß Julius Frontimis lm Buch 6- U theil. SS Z22 flo flo «coionüsMtllch Meidet/, Oekavianüs Cäsar / M. AntömuslMd Leprdus die i rn-mvir, hatten eine Cölonie nachFlorentia g ' ' " Woraus dann folget / daß Florcntz schon vor Sylla zerteil. Freystem (,»ulu-,pium) gcblühet; hingegen von Sylla fast zerstöret/ und nachgehrnds von den ; letzten zur Eolonieoder Rom. Pflantz-statl gemacht worden sehe. Der Padst Eugcnius IV hielt an. 14z9 aMer öin Concilium wider das Baselische/ weil er sich milden daselbst versammlclen Iambus nicht wohl vereinigen kunte / und diese ohne cinred die kirche / wir man damals redete/ nicht nur in den gliederen / sondern auch in dem Haupt rrformiren wollen, Solch Concilium wurdczuerst nach Ferrara -deruffen/ hernach aber an diesen ock wegen der damals grätschenden pest der- vv>. «mo aroelnam unv voriom setzet. ES befand sich daraufder Griechische Kayser/ Johannes derdare liebhaber der saubcrkeit gehalten. Die von Siena käst Palologus / nebst den berühmtesten Personen der Griechischen kir- man vor aufrichtiger und freygebiger; wie sie denn in der lbatms- che / welche mchrentheils den ineynungen der Abendländischen Nr- gemein sehr gastsrey sind / u,w auch auf ihre tleidung und aur iin che von ausqchung des heil. Geistes unterschrieben. Jedoch wre rcn'äußerlichen staat gemekwas wenden. Dabey sagt man/ d-y sich die Griechen meistens darumd zur Vereinigung so geneigt erzeigt hatten/ weil sie von den Occidcntaltschen Christen sich da« durch einer schönen hulffe getrösteten ihr stückendes Kayser'chnin wieder die Lürcklsche macht unterstützen zu können; also haben sie/ -meldet/. Oekavianüs Cäsar / M. MtönruSund dem meere siegen / aus genommen/ ist an feldfrüM W aM hatten eine Colonie nachFlorentia qcfuhret. fruchtbarste. Die gartcn-srsichte / vornemltch aber die meloM iget / daß Florcntz schon vor Sylla zeiten als eine und pfcbcn / gerathen überaus wohl daselbst / allein die däsiM Kerne taugen nrcht viel. „So wird auch die lufft in dieser laM lchamvorntcht gar gesund gehalten. Hingegen istdieselbemekrew theilsselw gut mdem Fwrent,nrschen/ und zu Siena ambestew Von fiushn sind rn des Gewß-Hertzogs landschnfften der Arno/d ch Serchio / dle Ceclnaund derOmbrone am meisten zu merckem Ausser diesen meren siebtes dasebst eine fast unzählige mengt von klynern/welche zu deranmuthund fruchtbärkclt des landes rw grosses beytragen.DleFlorentiner werden vor verqeschlaarn/eiaew nutzlg und rachgrerlg / dabey aber vor sehr arbeitsam und vor smsi . .. .. wenden. Dabey sägt man/daß sie noch sehr nach der ehemaligen freyhcit ihrer Rcpublic seuff-en> Die Italiänische spracht/was derselben reinigkeit und zierliMit anlangt / wll nirgends besser gercdetund geschriebenwerden / als in dem a.o,canischen gebiet ; allein die aussprache und der thon/ ^ ,. ... abehauptet/daß in dem Groß-Hcrtzvgllchcn rernc°no zum wenigsten izbis 14'ooäoo sielen anzuwehen seyn / von welchen der Landesherr ;o°oo mann zu fuß und 2o°o zu pftrdrseinen feinden entgegen stellen könne. Die Geistlichkeit macht einen nicht geringen theil solcher einwohnet aus/ und schon vor langen Zeiten hat man deren jährliche em- knnsite auf z 00000 scudi geschätzt. Die Florcnkinische Unterthanen treiben starckc commercicn/ sonderlich seit dem der Hafen zü Livorno recht zu stände gckomnicn. Ausser dem wem und andern landessruchtctt ? so bey ihnen abqeholtwerden/ verkaWnsie eine ungemelncguantitak von - wiillenen tüchcrn / seidenen zeugen/ güldenen und silbcren brocaden/ tapczereyen/ irdenen ge- faßtli / stätuen / gemählden/ cssciitzcn/ dalsam/ pomaden und änderst dergleichen qalantericn und parfumirten fachen. Von den blossen guldcnenund silbernen zeugen null man sagen / daß wohl eher in einem cintzigcn jähre die blosse städt Florentz mehr als 2 Millionen an golde gezogen habe. Man versichert auch/ daß stellet/ anderer geringerer Versammlungen zu geschweige!!. /ttr I» orAlliib. Utcur. in ir,ncic vicrrulco liist.
  • /desietz!gcnGro^-HertzogsCosmlIII cingeiheilt zu werden in das eigentlich so genannte Florentinischc/ «oivnveuicyen schätz in das Plsanische und in das von Siena. In dem erstem liegen dic haupt-und Ertz-Dischöffliche stadt Florentz / die Dischöfllichcn stadlc Pistoja / Arezzo/Cvrtona/ Montcpulciano/ Collc und Ficsole/ inalcichenanderc mcrckwnrdiqe örlcr / als Empoli/Fio- rcnzuola/ Prawlino/ Scarperia/ Valombrosa/ Camaldoli/Sc- ravcllc/ PoqgioImperialc/ Dibicna/ u. s. w. In dem Manischen sind ausser der Ertz-Bischösilichen stadt Pisa/ die Bischöff- ltchc stadt Vortcria oder Vollerm / und der berühmte Hasen Livorno. In dem gebiet von dienst/ welches ein Oesterrcichisch afftcrlehn ist / bcündcn sich / ausser der Ertz-D>schöfflichcn Hauptstadt gleiches namens / die Bistthumcr von Mont Alcino/Picnza/ Chiusi / Massa / Sovana und Grossem / inglcichen die fcstung Pitigliano an den gräntzen des Hertzogthums Castro / die Abtcy von Montc Olivcto /die örtcr 8. ^?.ulrico/ Montagliara u.a.in. Ferner werden zu des Groß-Hcrtzvgs gebiete gerechnet 1) ein theil von der msul Elba aii den Lojeanischen klistcn/ worüber die Könige von Spanien Lchns-hcrrcn sistd / r) Radicofani an den gräntzen vonOrviekound die Bischöffliche stadt Dörgo m Sän . ..... .... .. Scpolcro / welche beyderseits Päbstlichclchcn sind/ z) das ihal allem dennoch all macht dergestalt zugenommen , daß ße Mir von Macm an den Genuesischen und MvdcncsifcheN gräntzen/ den benachbarten viel grosse und zum theil glückliche kriege ge- 4) Filaterra und ciniycandre ländereycn/so ehemals der Mala- ^^ ^ ' " ' ' " ' - - - . - spimschcn familic zuständig gewesen / und Kayserlichc lohen sind. Überhaupt ist das Florentinischc Grvß-Hertzogthnm sehr starck bewohnt/ und es versichern einige/ daß meinem begriff von etlichen mcilcn um die Haupt-stadt herum 4400 kleine städtc/ dörffcr/ und cintzclne pallästc oder nicycrhofr qczchlt werben können. Das Apennlnische geburqc/ welches nicht nur an den gräntzen/sondern auch indem landeselbst/anfunterschiedene arten sich herum ziehet / macht hier und da die wege bcschwarlich und etliche «legenden unfruchtbar / indessen kän mansagcn/ daß an den meisten orten der bödcii sehr gut scn. In dem eigentlich so genanten Florcn- tinlschen wächst nicht so viel gitrevde / als die cinwohner brauchen. Hingegen kommen daselbst herrliche weine hervor / inqlei- chcnhat man allda viel öl/citröiim/safran/ hanff/ pastcl oder wcid/und allerhand gartcnfruchtc. Die manlbccr-baumc kommen so wohl fort / daß man nicht nöthig hat / wievormals / aus Cala- bricn und Sicilien scydcn kommen zu lassen. Man findet auch an unterschiedenen orten mineralische wasscr und Hader / und gute Viehweide. Das gebiet von Siena ist nicht sonderlich fruchtbar an den sccküstcn / auch um ein gut theil bergichter/als das/so zu Florcntz gehöret. Allein es sind gleichwohl viel schöne gcgenden darinnen / sonderlich um die Haupt-stadt herum/ allwo an getrcy- dc / krautcrn / danmfrüchtcn / Viehzucht und andern Nothwendigkeiten ein Überfluß ist; insondcrheitgicbt es be» Montalcmo trefflichen wein / und bey Montagnata werden gute scharlach-kor- tier gefunden. Das Manische gebiete / nur die gegenden/ so an jigen . aber auf ein sehr grosses zu schätzen pflegt-. , Was den alten zustand der Provinzen antrifft - welche heutiges tageszu dem Grofl-Hcrtzogtl,um Florentz gerechnet werden,so hat man theils die arti cul Medicis,Florenz (städt) Pisa, und Siena anzusehen, theils aber folgendes kürtzlich zu lsicrcken.Alle drey letztgemeldete städte sind ehemals absonderliche 'und zwar ziemlich mächtige Republiquen gewesen. Florentz, nachdem sie in dem ; st- culo nach Christi geburt von den Gothen sehr viel gelitten, in dem- aber wieder empor gekommen, und wie die Florentiner behauptest schon von Carolo M- zu einer freue» statt gemacht worden ist bey den strcitigkeiten zwischen den Kayfträ und Päbsten bald der einen - bald der andern varlbe», mit Nachdruck bengestandeii, bis sie ekdlich, ihrem borgehen nach, an. iL86vor 60000 gülden von dem Kayser Rudolpho I die völlige freyhcit erkaufst. Nach diesem ist sie aufeinearisiocratischeart eine lange zeit regieret, worden , und hat ohngcachl .vielerinnerlicher und auswertiger siicgenj da sie sich so gar unter der Königen von Ncapolis schütz begeben Musik, und bey solchem anlaß unter dem bekannten Tyrannen Duta di Athene einige zeit heffkig gedrucket würde, den dem fiihrel. Zn ianfälig des i z seculi brachte sich die ... samilie daselbst. ist solches aüsehen , daß allgemach durch sie die vorige srcnhcit untcrminicet, und nach einem starcken wir dcrstand, da diese cis >lc>z,cis ; mal astsgejagt wurden / aber eben fö offt wider kamen mid immer mehreren gemalt Irlangken/ endlich durch Kavscrs Cäroli V beystand an. i?;i völlig mittr- drückt ward. Die stadt Pisa hat sich gleichfalls, bey gelegenhat der durch die Gvelphen und Gibellinen erregten unruhe,, zu cnier freyen Rcpublic gemacht. Ast. irz 7 eroberte sie das Königreich Sardinien. An. 1,24 entzog ihr solches Alphonsus IV dtt Kvmg von Aragonien. An. 1 z 9° ward sie selbst durch Iohaunem wa- leacistm, Vicdmte von Mayland, und nachdem sie von dcinstlben sich befrcyetmn. 140; durch dieFlorentmcrmntcr das joch gsbrE. An. 1494 kam sie zwar durch hülffe des Königs von FMck- reich Caroli VIll zu ihrer vorigen freyhcit / ward aber arr. i ;°9 von den Florentinern aufs neue bczwungcst, imd Miiste hernach zugleich mit deufelbeu sich der Mcdicäischen ober-herrfchafft umer- werffcn. Sirna hat sich, nach dem erempel vieler astdertt jtcwle, in dein 1 z feculo der frevheit angeinasset; Es hüben aber unke.» schiedene von den mächtigen familien der stadt, worunter souoer- lich die Pctruzzi und die von Malatesta zu mcrckcn sind, die vdmke geivalt darinnen zu crlangeiigefucht, biß endlich in dem i»tzcmo die kriege, fo zwifchen dc» tLpaniern und Frantzofen m stauen vorgegangen, ihrer frevheit den letzten stoß gegeben. Denn i «47 legte der Kaystr Carolus V mitgewalt Spannifche besiitzmig hinein. Zwey jähr hernach ließ er die bisherige regierungs - form flo ändern, und weitste an. die Frantzosenzu hülffe geruffen batte,so zwang sie gedachten Kayser an. 1^4 durch Hunger, daß sie sich völlig submittiren muste, worauf er sie an i;;6 seinem WN, dem Könige von Spanien, Philipps II zu lehen gab. Dieser letzte aber belehnte damit das nächstfolgende jähr Cosmum l von Mdicis, Hertzog von Floren«;, weil derselbe dem Hause Oesterreich große geldsummen vorgeschossen Hatte, jedoch mit vorbehält einiger an der see gelegenen orler, welche unter dem namen asiio grlo ilMi pr-6-iü begriffen werden. Indem nun obgedachter mästen das eigentlich sogenannte Florentinische und das Pisimi- sche zuerst unter die gemalt der Medicäer gekommen / so wird es liominium vcws, gleichwie hingegen das gebiet von Siena, weil sie es später erlangt haben, ss>min>um „ovum genennct. intwN. ßSvZr. 7 ^/rL. sÄ/Er ttiss. cli Dior. IM.iccr. lle klorsnce. dittor. welche er unter dem namen uaem NMii herausgegeben. Über dieses hätte er noch andere wercke von dieser gattung bey Nahe zu ende gebracht,aber die begierde,sich in den Lo,>c>ius, vsrn0u- und andern dergleichen schrifften umzusehen, hielte ihn davon ab. Pmacoksi. r c. Zi. Florianus/ ein Römischer Kaystr, warffe sich nach seines bru- Lers Taciti tode zum Kayser auf, gleich als wenn das Kayserthum erblich wäre, da Tacitus kurtz vorhero Nicht einmal das BNrger- meisier-amt von dem Rath für ihne erhalten tonte, und gleich nach seiner erwählung ausdrücklich beschworen wurde, keinen der seini- gcn, sondern den besten und tüchtigsten für seinen Nachfolger zu erklären. Allein Florianus genoß solcher würde nicht über 2 monat und20 tage,indem er zu Tarscn von den soldaten,sobald als sie vernommen , daß der Rath Probum zum Kayser erkläret, erschlagen wurde. Man hatte sonsten noch zimlich gute sittcn an ihme bemerktet , ausser deme, daß schon sein bruder seine allzugrosse Neigung zum verschwenden au ihme getadelt, wodurch er sich allem ansehen nach den weg zum reich zu bahnen suchte, wie dann in der that die zuletzt klar gezeigte regicr-sucht ihne seinem bruder sehr ungleich machet. c. r. UiU. K.NM. I. p. * Florianus von 8. Petro genannt, von Bononien gebürtig,lebte um das jähr 14;;. Trithemius gibt ihm das lob, daß er nicht allein vortreffich in der rechts-gelehrsamkeit erfahren gewesen, sondern auch in der theologie und Philosophie gute progressen gemacht. Man hat von ihm unterschiedene juristische schrifften, als W-rco- Uic.Iitz. A. Lc. cie I'cripc. ccclcs. Florida/ ist eine landsckaffc in Nord-Aluerica zwischenNeu- Franckreich,Virginien und Mexico, so zu erst an. 1496 von Sebastian Cabot entdecket wurde,welchen der König in Engelland,Hen- ricus VII,ausgeschicket, um zu sehen,ob er nicht durch Westen einen weg nach osten finden köntc. Daraus wurde an. 102 Johannes Poncius von Leon von dem Könige in Castilien dahin gesandt, aber von den Anwohnern fortgejaget. Nach croberung der provintz Peru gieng Ferdinand Solo den 2; may an. i; z8 mit rzo mann zu Pferd und 400 zu fuß in dieses land hinein, und gab ihm den nameN Florida, weil er gleich dahin kam, als die erde mit blumen gezieret war, starb aber hernach vor Unwillen, daß er keine so grosse schätze allda antraff, wie er sich wohl eingebildet hatte. Es schickte zwar Kayser Carolus V an. 1549 einige geistliche dahin, allein diese müßen alle der grausamkeit der Anwohner aufgeopffert werden. An. 1562 liessen sich die Frantzvsen unter ihres Königs Caroli IX re- gicrung allhier nieder, machten mit den einwohnen, freundschafft- und bauten das torc Charlefort und Carolin. Dieses nun, daß die Fcantzosen so wohl aufgenommen worden, sahen die Castilianer so übel an, daß sie selbige unversehens überfielen, den Gouverneur lebendig schunden, und die übrigen aufhienqen, wie Lncarbot berichtet. An. izö? rüstete Dominicas -l-- Gourges, ein Gastonier, auf seine eigene kosten ein schiff aus, nahm das Mrr Carolin und ein anders,welches die Spanier erbauet, hinweg, und ließ die Spanier an ebendieselbige bäume hängen,welche zuvor den Frantzvsen zu einem galgenhatten dienen müssen. Im übrigen ist die lufft in dieser provintz sehr rein und qemäsiiget, auch die erde wegen der vielen flusse sehr fruchtbar. Ihr brod wird aus einem gewissen Indianischen getrayde, so sie maitz nennen, gemachet. Nach der erndte verbrennen die Anwohner das gras und die wuvtzeln, welches sie vor dw beste art den acker zu düngen halten. Ihren wein-stocken mangelt nichts mehr, als nur daß sie nicht gewartet und angerichtet werdem Ihre jungen Hähne sind so groß als die Pfauen. Sie haben viel grosse flüsse, unter welchen einer,so den namen Chucagua, oder Rw Grande führet, bekannt ist, worinnen man perlen suchet, und den Kind mit gvld vermenget antrifft. Mitten im lande ist der boden flo Z2Z ?aan?saMM^E8"°n^ gegen die sie aber zu ist sehr viel cvvrMsi siechten; so gibt es auch viel eypreiien, wrveer-und palmen-baume darinnen Um die bäume herum wachsen wilde weinstöcke; an mispel-bäumen ist in dKer provmtz auch ein grosser Überfluß /deren f?ücht?E^ bessdr sind, als d,e rn Franckreich. Ferner gibt es auch sehr viel siu- safras darinnen, welchen die wilden Pauame nennen, dessen holk und rmde einen lieblichen geruch von sich giebet Die erd bringet auch unter andern cme gewisse wurtzel hervor, Naft- aenannt , de- ren nch dre einwohner an statt des getraydes bedienen. Von thie- m-varra/?//! gamse,ziegen,hirsche,löwen, leoparden,bäxcn, wölffe? ?"d camnichen. Jhre vögel sind Indianisch. Hähne,rchhuner,tauben,turteltauben, gänst, endteu, reiaer und raub-vögel Ihre flüsse haben auch erocodttlen,und ihre waR m!d geholtze unterschiedene gattungen von/chlangen. Die wilden haben viel gold und Wer,man halt aber dafür, daß sie solches von den un- tergangenen Spanischen schiffen zusammen sammlen,wenn selbige an ihre kuste getrieben werden,sintemal man noch bis dato kein dergleichen bergwcrck hat entdecken können ; wiewol die einwohner vergehen,, daß die berge ApalatA einen grossen Überfluß von einem glantzeudm gelben metall in sich haben. Die Männer unter diesen leuten bestmchen M) mit einer gewissen öl-färbe , und sind von natur seh^schon gebildete, lang aufgeschossene Personen, und ohne fehler, ^hre schaam bedecken sie mit Hirsch-Häuten, die aar nette zmarmnen gesuget sind, das übrige theil aber des leides lassen sie nackend. Ihre arme und deine bemahlen sie mit gewissen zeichen,die man nicht wieder wegbringen kan, weil sie gleichst,m in die haut en,gegraben sind. Ihr haar ist gemeiniglich schwach, welches sie sehr lang tragen, bis aufdie hclffte des leibes. Ihre Waffen sind bogen und pfeile, an deren spitzen fisch-zähne oder scharffe steine sind. Ihre vornehste Verrichtung bestehet in jagen und fischen. Ss machen sie auch aus lugen und der verstellungs-kunst ein hand- werck. Die Weiber färben sich eben st>, wie die männer, und sind unvergleichlich M--o>r und hurtig, so daß sie auf einem grossen flusse schwimmen und ihre Ander zugleich über das wasser halten, wie auch auf die spitzen der höchste» bäume klettern können. Ihr maitz oder getraide erndten sie des iahrs 2 mal, nemlich im mertz undjnniv, ein, welches so dann der CaAque oder befthlshaber eines jeglichen borffs in einem öffentlichen korn-boden verwahret, und jedweder familie nach nothdurfft davon austheilet. Sie haben unterschiedene CaAques,welche vffkers einander bekriegen,wiewohl nicht offenbarster), sondern mir hinterlistiger weise, und einander unversehens zu überrumpeln suchen. Wenn sie marschiren, so gehet der CaAque forne an , hat in der einen Hand einen stock ,i in der andern aber seinen bogen undaufdem rücken seinen köcher. Wenn' sie mit einander etwas berathschlagen, so sitzt der CaAque an einem etwas mehr erhabenen orte als die andern, und wann es eine wichtige angelcgenheit ist , so ziehen sie auch ihre Priester mit zuvathe. Diese Priester nennen sie Jawas, und halten sie in grossen ehren? wenn sie aber sterben , so begraben sie dieselbigen in ihren eigenen Häusern , welche sie hernach mit allen ihren mobilien verbrennen. Wenn An CaAque stiebet, so begraben sie ihn mit sonderbaren cere- monien, und legen aufsein grab den becher, worauser zu trincken pflegte, nebst vielen pfeilen. Diejenigen, welche aufder ebene wohnen,sind weit hurtiger und langer, als die einwohner der gebürge, und die , welche mitten im lande wohnen , übertreffen dißfalls die andern, welche an den gräntzen sich aufhalten , als die gantz arm und unfruchtbar sind. Sie haben grosse lust zum kriege, und sind unter gewissen Haupt-leuten, welche sie Paravustis nennen. Alle diejenigen, die sie von ihren feindest gefangen bekommen, töd- ten sie, und führen ihre köpffe mit sich im triiimph herum. Jedoch schencken sie bisweilen den weibern und Andern das leben - um sich ihrer als sclaven zu gebrauchen. Nach einem erhaltenen siege machen sie sich ,0 tage lang lustig init tantzen ustd singen, worbey alre männer den reyhen führen, welche mit denen haaren ihrer feinde? denen sie die köpffe abgehauen,gezieret sind. Ihre siegb schreiben sie der sonne zu,und dancken ihr dafür. Unter den privat-prrsonen hat ei» jeglicher nur ein weih; allein die Caciqnen haben derer mehr. Ihre Priester sind zauberer, und verblenden dasvolck durch die böse kunst. Darnebst treiben sie auch die Medicin, und an statt des ader- lasscns, wie es bey uns gebräuchlich ist,sangen sie den Patienten das bliik alls; O»c/. klicArr cirb. »nvo munll. I-2 c. i. ,/e kill. r.e/ca-'öor IM. M'-Mlli-, IM. I. 44. Florimont/ (Galeacius) ein discipul völ, Äugiistmv Nipho - hielt sich lange zeit zu Paris auf/ als Agentdcs Antomr Eo onna / und machte freundschafft mit den gelehrten / die um dieselbe zeck Jacob, Fabri Stapulciffis schule besuchten. Er lst nachgehends Llschosszu Sessa worden / und hat etwas m der->E.^geschne« ben.^-y-/e. .... ^lorittüs/ so von ändern auch Florianus genenstet wird,wap ein Priester zu Rom zu den zeiten Kaysers Commod, und des Pabsts Eleutherii. Er hatte zu seinen lehrern Polycarpum , ,re- näum und Valentiniim, dessen letsteren meynungen er gefolget. Über dieses lehrte er, daß Gott das böse erschaffen, und mithin der urbeber der fünden seh. Jrenäus hat ihn deswegen m einem sondern buche halten sey. I. ; c. 14 6c -0. I. I szo. c. 2,- cle Mrelibus c. c; ; 3 . cle Iia-rcli Vslcntin. § >8. Äoris/ (Franciscus) ein künstlicher, berühmter Mahler vöst Antsrff gebürtig, ein söhn Claudii Flvris, eines kunstreichen b,,d- Ss 2 Hauer? 424 flo ^auers/der an. izs« gestorben ist/hinderlassende nebst diesem Frantz annoch drey kunstreiche söhne / nämlich, Cornelius ein bildhauer und baumeister, Jacob, ein glas-mahler und Johannes ein sur- treflicher glat-krug-macher, deßgleichen keiner in den Nieder« landen gewesen. Frantz hat sich anfänglich in seines vaters kunst grübet , als er aber , nach dessen tod im 2oten jähr seines al- ters, naher Lüttich zu Lambrrt Lombard einem guten mahlcr gekommen, hat er bey diesem die mahl-kunst trefflich ergrissen. Er menge daraufin Italien und machte sich darinn durch emsigen fleiß so vollkommen, daß er, Nach seiner zuruckkunfft, in seinem Vaterland , als einer der allerbesten meisteren berühmt worden, und viel schöne stücke verfertiget, auch bey Carolo V, Philippo II , König in Spanien, dein Printzen von Oranien, denen Grafen von Egmont und Horn in guten gnadeii Und gunsten gestanden. Er hat aber wenig Mittel fürgeschlagett, sondern mit schlemmen und prassen allen verdienst wieder durch die gurgel gejagt, biß der tod ihn an. 1570 im zoten jähr seines alters dahin genommen. scsllcm. ?. 2. I. z. rür- ^ Florus/ (L. Annäus) ein Lateinischer Kistörien-schreiber, welcher zu den zciten des Kanters Trajani berühmt gewesen. Wegen dem geschlechts-namen Annäi halten die gelehrten insgemein dafür, er wäre von einem stammen mit den Lcnecü, und dem Poeten Lticano. Man hat von ihm epkomck rerum «.»msnsrum in 4 büchern, darinnen er von erbauung der stadt Rom, oder '/^jähre vor Christi geburt anfängt, und in dem 27 nach der Menschwerdung Christi aufhöret; welches beydes auch T. Livius gethan,deme doch Florus sonst nicht in allem folget, neben deme, daß et auch eine gantz andere ordnung gebraucht hat. Dieser tractal ist mit Sal- niasii, Grävii, Freinshemii, Camertis, Stadii, Vineti, Grute- ri, Pontaui, Ruperti und anderer anmcrckungeij zu Amsterdam an. 1692 von Wetstenio in 8 aufgeleget worden. Ausser dieser -äi- tion hat man auch der Annä, Tanaquilli Fabri tochter, und des Antiquar» Bcgeri arbeiten, welche sie bey diesem scnbenten angewendet. Über dieses wollen ihm auch einige die tragödie, welche den namc» Octavia füht'et und unter des Scnccä wercken zu finden, wie nicht weniger den begriff über die Historie des Livii, oder die so genannte Lpiromss kivirnss zueignen. 8'w/er. kikl. I. I. cie kill. l.se. c. zo. /e jugcwenr llcs kill. I-Lk. in klar. in prs,-f. llc Kam. lcrixr. ?. i. c. i; öc x. r. c 15. Kibl. I.sr. p. 124. leg. * Florus / (Gessius) ein Qouvcrneur in Jlldäa,nnd zwar der leiste vor zcrstöhrung der stadt Jerusalem, war von Clazomene einer stadt in klein Asien gebürtig, und erhielte dieses amt durch die gunst, so sein weck Cleopatra bey des Neronis gemahlin,dcr Poppäa,hatte. Er verübte gleich vom ersten ansang seiner Verwaltung solche raubercven und grausamkciteii, daß so wohl die Juden als Römer die schuld der entstandenen so schädlichen emporung ibme allein zulegen; wie er dann undet anderem fast öffentlich mit den räuberen, welcher damahlen das gantze land voll wäre, theil und gemeinschant batte, und sie gantze stätte und flecken ausplünderen liesse, wo er nur seine Portion von der beüt erhielte. Als Cestius dec Römische Landvfleger in Syrien, uNder welchem in gewisser maas auch Judäa stunde, gen Jerusalem käme, sollen, nach Josephi zeügnus aus die drey Millionen Juden sich vor ihme gcstcllet haben, um recht und raach wieder diesen Florum zu forderen. Allein eben solches machte dene noch schlimmer, und brachte ihne aus die ge- dancken die Juden kurtzum zu einer öffentlichen etnporuug anzurei- tzcn, als der leicht merckte, daß er wider eine so allgemeine anklag des gantzen volcks nimmermehr wurde vor dem Kavser bestehen können /welche hingegen durch den krieg schon gehindcret wurde. Nachöemc er also an mehreren orten, sonderlich zu Cäsareä und Jerusalem die grösten gcwalttbätigkeiten samt vielen Mordthaten theils veranlasset, theils leibst ausgeübt, auch darüber der Bcrcnice einer schwcster Königs Herodis Agrippa, welche sich zu dem end lbaanuß zu ihme verfügt, flehentliches bitten für das volck gäntz- lich verspottet ^ kams endlich zur thätlichkcit in seiner gegcnwars, als eine in die stadt einziehende Römische cokors das aufseinen bc- fchl diese zu bewillkommen entgegen kommende volck ihrer seits mit prügeln begrüßet hatte. Dann da gcriethcn die Juden erst recht in rasercy, und schmissen aus allen bäuscren eine solche menge stein aufdie kriegs-lcüthe, daß sie sich glücklich achteten, wider mit gantzen köpffest auß der stadt zu kommen. Worauf alsobald die empö- rete die galcricn, wodurch die sogenannte -urns ^mon'cs, der Römer vestung gegen die stadt, an den tempcl gehänget war, einrissen und abbranntest, Und sich öffentlich crkläreten, wir sie, nicht zwar gegen die Römer, sonderen gegen Florum das gewehr ergriffest hatten, mit solcher Verbitterung,daß sie auch den König Agrippam, welchen sie vorher, da er nur für die Römer das Wort führte, gern gehöret, alsofort aus der stadt jagten, da er anfangen wolle, sie zu bewegen, damit sie auch den Florum wieder erkennen mochten. Was sich ferner da verlosten, gehöret nicht mehr zur Historie dieses manns, von welchem auch sonstcn hernach nichts mehr vorkommt, als daß Cestius selbst, naebdeme sein versuch aufdie emporete Jude» übel abgelösten, die klägtcn der vornemsten des volckswelche Hoch getreu verblieben, zu beförderen getrachtet habe. Doch scheinet es, der bald hernach erfolgte tod Neronis, samvt denen darauß entstandenen grossen Zerrüttungen des Reichs haben die stich in vergeh gebracht, .so/, ^»r. I. 20. c. 9. cie bell. )uä« I. r. c. lz. 0. * Florus / zugenannt rcr-igill-r oder aiech rwepsnlu-, warv,'scc>. NU8 der kirche zu Lyon, und lebte in dem y seculo. Man hat von ihm cxpolirioncin MÜH, welche sich in dem 6 theile der kibkoikccs: xscruw befindet z desgleichen einen andern tractat : elcüionibus flu Kpiicopörum, so sich hissten an den wercken des Agobardi, wM Papirius Massen und nach ihm Stephanus Baluzius heraus gegeben , mehr einige schrifften, von der prLllckinstivn, sonderlich wider Scotum, und noch andere kleinere wercke, die theils in cll. Dacherii, theils bey dem Agbbaroo Baluzii angebracht worden, das erste abervvn Gilberto Mauguin iszo zuParißausgegeben ist. Seine ttymm und andere geistliche gedichte sind ebenfahls nicht zu vergesse«, welche so wohl in der caU-cHonei-oersrusk llianoruin 6eor^. käkiici, , als Liki. pLkrum zr. z. anzutreffen/ sonderlich aber von Andrea Rivinozu Leipzig an, 16z; mit gelehrten am merckungen herausgegeben sind. Er ist unterschieden von einem andern dieses namens, welcher in dem 8 seculo gelebet, ein münch zu 8. Trond in den Niederlanden gewesen,, und ein msrry^io°,um verfertiget haben soll, dessen Wandalberlus krumi-nks in dem steinigen gedencket, c!e llripr. ccciek c. 40. s mLonden- obzuliegen, allwo ihn die Sacictss K-Icciicoruiv in ihre zahl aufnahm. Seine wisscnschafft in der Philosophie und Medicin, insonderheit aber sein tieffsinniges speculircn in duncklen Materien brachten ihm viel Hochachtung zuwege, doch waren solches mehrentbeils leute, die von der fache nicht hinlänglich urtheilen konten. Er war ein eifriges mitglicd der gefcllichafft der Rosencrcutzer, die er in einer besondern schütz-schrifft vertheidigte, außer welcher er noch ein grösser werck zü ihrer llckcnllc,» zu schreiben vorgehabt. Seine lcbr- säkc sind grösten theils so dunckel und unverständlich, daß man sich keinen deutlichen und ordentlichen begriff davon machen kam Er wärmte nicht nur die seltsamen einfalle der Rabbinen und Cabba- listen wieder auf, sondern vermehrte dieselben mit vielen murrn, nicht weniger ungeräumlen, ssceulsriomkur Seine xküolopiiis kioiUcs mischet das hundert ins taufende. Die Haupt - princixis, auf welche er seine gantze physic und Medicin bauet, sind vn-u- seprcntrionslis und sullrslis : Unter jener verstehet er princixmm conclcnisns oder conrrsüivum , unter dieser odct cxpsll. llvum. Lächerlich ist es, wenn er in seiner mvllics c-rck-, SEMS den Ursprung dcr gedancken von denjenigen theilen des gehirncs,ill welchen die -»skomici einige gleichhcit mit den geburths- gliedern beyderley geschlechtcs entdecken, herleiten will. In seiner obge- dachten pkilowpkis kiolUcs findet man vielfältige abbilduugen eines rkerrnomeeri, durch welches er seine principis pssllcs und >»k- clics sorgfältig zu erweisen sucht. Er nennet es vilrcum cslcncls- riumünd giebt vor,er Habeden riß davon aus einem alten Ecr.das wenigstens 8°o jähr alt gewesen, gezogen, welches, wo es wahr, dem Corn- Drcbbclio, der eben zu derselben zeit in dcr s>K,6cs-x. p-rimcncsk berühmt gewesen, und diesis instrumcnt erfunden haben soll, die ehre solcher crfindung streitig macht. In msrkems. rius war er nicht unerfahren,und hatte sich insonderheit in mcclis- n,cis eine grossegeschicklichkeit zuwege gebracht: zugleich , aberver- tieffte er sich in den magischen künsten, welche er sämtlich durch- studirte und in grossem wctth hielt. Seine gantze Medicin lauffk auf abergläubische einfalt und nichtswürdige grillen hinaus. Die krauckhciten, so er in cmpyreos, Tckcreoz, elemsncsi-c; öcc. eintheilet , zehlet er unter die meceoes, und will, daß sie von den winden, welche er zu geistern und cngel macht, ihren Ursprung haben, welches zu erweisen, er nicht nur des zcugnisses nippo-rsr,- und <--- icni. welches noch hingienge, sondern auch so gar der Worte der heiligen schrifft mißbrauchet, als welche er zum behuff seiner unge- gründcten sätze so ungereimt theils erkläret, theils applicirct, daß wohl nicht leichtlich jemand dieselbe mehr verdrehet und zerlastert hat. So verworren es aber mit ftincr rkcorie aussabe, so verspürte er doch in xrsxi guten fortgang, Massen er dlc pntuntm flu durch aflerhand verstiegene redens-arten dergestalt in Verwunderung zu setze» und einzunehmen wüste, daß sie ein vertrauen auf ihn bekamen, und durch solches zu glücklicher würckung der verordneten artzneyen unvermerckt disponirt wurden. Seine schriff- ten, so mit eben dergleichen redens-arten angefüllet sind, haben bey den ausländern mehr sppizullim als bey seinen landsleuten gefunden , indem sie in Engelland von niemand, als etwa Seldeno und einigen andern, ästimirt worden. Seine gegner, mit welchen er in streit gerathen, waren nebst Jo. Keplero, Mar. Mer- fennus , der ihn OscomsAllm , liTrecicomLZum, soeriaZ: sc kvrriciL MgiL lloÄorem L: propLßLkorcm genettliet, und Gassendus, der aufMersenni ansuchung die feder wider ihn ergriffen. Er selbst schrieb ohne gegebene gelegenheit wider des Fosteri liopMcnlws. iponZum.worinnen dieser behauptet, die sympathetische cur, da in Heilung einer wunde das gewehr, so dieselbe verursacht, mit salbe bestricken wird, sey unzuläßlich, welches dem Fludd, als einem grossen freunde von dergleichen kunst-stücken,nicht anstünde. Er starb zu Londen i6;? in seinem 6; jähre. Seine »xers sind in Mchen bänden zu Londen zusammen gedruckt worden, wiewohl einige bände darunter,in welchen viel msgica enthalten, schwerlich zu haben sind. Er hat ausser dem bereits angeführten geschrieben, tttÄLkumclisologo -^kilolopiiicurN cü virg, iiiorcs 6c returre/sione; viriuryue cosmi wetspll^llcLrn.^Ii^sicLln öc tecluiicam lilllorism; Vs- kilrtis ^rotcettiummonocliorclum niuncki ssm^koni^cum; Lnskoitiia: smpiijrkcscrum;pk>Ic>loplii3mtLcr.NmercoroIoßiLiii colmiesm; lo^Iiis: «um worir cerrsmen; lummum vonorum c^uoä ell verucn «2- bslL 6cc. tübjeerum; ineckicinsm Lärliolicrm ; inceZrum morkorum m^Nerium ; «-iö'öXixcv rneäicorum ; pullus s novani öc grcsnsmxulllium VMoriLNi z pbllosöpbiLm ^ossicani Und rechon- suck all tto^Iücrismu- spongum. 0--0». Lfsx/ros. Flüe/ ist ein festes, altes schloß, im land Wallis ob dem stecken Naters gelegen, dem Bischoffzu «Litten ungehörig. Ware das stamm-hauß des alten adelichen WaUischen geschlechtö von -erFlüe/ aus welchem Georgius an. 1500 zu dünsten Hertzogs Lurvvici5tuttj2,;ooo Walliser ins Meyländische geführet hat. Er käme hernach zu Freyburg und Bern ins gefängnuß und müsse an. 1529 gar aus dem Land Wallis entweichen. PLA. 14, 6- üb. XI. päß.;44. Flüen ist auch ein Dorff nnd bad-hauß im LeyMenthal, unten am berg - schloß Lands- kron drey kleine stund von Basel gelegen, in die Solotyurnische Vogtey Dornach gehörig. Es wird das bad von denen Baßlern und benachbarten starck gebraucht. Oben auffm berg ligt das closter Maria-stein, dahin eine grosse wallfahrt geschiehet, ur/i». lib, i. psZ. 20. * Lluetttra/ eine stadt, welche von den soldaten des Sylla aü dem ufer des flusses Arno erbauet worden, und woraus hernach die heutige stadt Florentz entstanden seyn soll. ^e/r,. / x. ror« Hügel/(8-Michaelis, Ritter-orden von,) würdevoll dem Portugiesischen Könige, Alphonso l, nachdem durch hülffe des Ertz-cngels Michael die Mohren überwunden, an. 1171 gestifftet. Seme Nachfolger hatten die oberauffsicht darüber, big daß er abgegangen. Die Ritter trugen auf dem mante! einen purpurfarbenen und mit strahlen umgebenen Engclsflügel, aufder brüst aber zwischen 2 rothen lilien ein rothes crcutz, in dergestalt eines schwerdts, worauf die worte stunden: gu,s uc Oeus ? Sie folgten der Cistcrcienser-regul, und waren schuldig , die Christen wider die Mohren, wie auch die Wittwen und waysen zu beschützen. Flumbs / ist ein schöner grosser flecken, in öerEydgnoßischen Graffschafft Sargans , rechter hands am fluß Leetz, zwischen dem städtlein Sargans und Walleiistatt gelegen. Kayser Carolus Crassus hat denselben an. 88° Mit aller mannschafft dem Bischoff Rothar zu Chur tausch-weiß übergeben. Es wäre vor altem eine bürg allda , darinnen die Freyherren von Flumbs ( a- «llmine) gewöhnet, welche vitzthum der hohen Stiffc Chur gewesen , aus deren zahl Henricus an. 1249 im leben gewesen ist- Ulrich hat an. 1294 den flecken Flumbs vom VischossBerchtold, Grass zu Heiligenberg pfandes-weiß einbekommen. Siegfried Ware Bischofs zu Chur, biß an. iZri, da er das Bißthum auffand sich in 8- Lueii closter begeben. uv-xr. 5. L vr. psZ. 18!. 264. 6c 268. ÄÄM//. Iw. 10 Z26. XliLk. üb. 14. xaZ, m. !r. * Fluvianus / (Antonius) der z6. Großmeister des Iohanui- ier-ordens, succedirce Philiberto von Naillrac an. 1421, und ward bereits vorhero gcsn Qonürvsrore und Groß- Commenther von Cy- vern. An. 1428 hielte er eine general-versammlung seines ordens, darinnen die aufrichtung einer groß-baley in Teutschland fest ge- stellet wurde. An. 14z; bekcäfftigte er in einer andern Versammlung dem Groß-Prior von Casnlten seine vorige freyhcit, vermittelst deren alle Commenther, Ritter und andere krügs-bedüme in seiner Priorey verbunden waren, ihm im kriege wider die Mohren und feinde des Reichs beystand zu leisten. Weil er aber ,ahe, daß viel seines ordens ihren ordentlichen sitz nebst der nöthigen kriegs- ubung verliessen, und sich in der Cardinale zu Rom dünste begaben, um dadurch desto eher zu dem commenthurey zu gelangen, gab er darwider ein verboth herauß, und stifftete kurtz darauf ein wohl eingerichtetes krancken-hauß. Er starb an. 14; Tden 29 oct. nachdem er die gemeine casse sehr bereichert hatte. Ihm folgete Johannes Lastic. Ho/» kill. ttierol. vics: WLZN. Kill. orU. I 4 iec. 6cc. . Focas oder phocas / ein 6rsmmMlcus zu Rom, hat untere so m seine proftßivn laufst, und über dieses das leben foc foi 22^ ^PoetenVirgiliiin helden-versen beschrieben ; wiewobt auch ^ eigenschafften eines als eines Po^ ten an ihm zu erkennen giebet. a- «in. r.ac. 1. 2 Ar. Chinesische provintz ander ste zwilchendenLaudschafflenChequran und Canlun. Die hauvr- uadt ^ darinnen ist pochen, allwo ein geeichte der !vlzn. wurde er von Fridetico Margakafen m Büaden- Durlach zu der?r«5. in dasigem ww Mch zu ftmem Hof-viLcvno beruffeN. An. -688. „ahme er zu Giessen den grscium voÄoris ach, und an. !L88. erhielte er büHoss predigcr-ftelle bey hochgedachtem Fürsten, wurde auch Kirchen- rath und Abt über bie Herrfchafft Lahr. An. 169; wurde er nach Tübingen, und an. 17°; nach Jena zu der n-ost 'rsteoi. beruffett, allwo er auch dM4apr. an. 1^24 gestorben. Seine an das lücht gegebene bucher sind in feinem krozrsmmsr- sun-br- außgesttzt. «0. 2,« sci Ln. 1724-19. xx-. -ri. * . Logarasch / eine wichtige festunq in Siebenbürgen - 4 weilest von Cronstadt, in einem sumpffe gelegen. Sie hat eine reiche Erschafft unter ,ich, und ist der gräntz-ort gegen die Moldau und Wal- lachcy« An. 1441 gerteth sie in Turckische, bald aber wiederum in Christliche Haube. Aufdcm daselbst befindlichen schlösse pflegten sich die Slebenburgischen Fürsten öffters aufzuhalten. 2»/. rc>s>. Loggia / eine kleine,aber wohlgebaute stadt in der provintz Ca- pilanara, im Königreich Neapglrs, am flusse Cervaro, 7 oder 8 meilen von dem Adriatischen meere, sö wegen des daselbst aufgerichteten zoll-haufes, u voZsnL a, i ogg,L genannt, bekannt ist. Foglia/ lat. itsurus, ein fluß in dem Hertzogthum Urbinö, welcher bey der stadt Pesaro in das Adriatische Meer fällt. Loglieta oder Folieta / (Hubertus) ein Priester voll Genua, brachte sich durch seine gelehrfamkeit grosses ansehen zuwege. Sein vater Augustinus, welcher dreyer Pabste Rath gewesen, und von Kayser Carole V, in Mischung seiner treuen dünste, das Bißthum von Mazara Nebst einer pcnsion von 4°^° thalern hatte, hielte ihn in seinen jungen jähren zu erlernung der nöthigen wissmscyaffürt all, worinnen er auch in kurtzer zeit vortreflich fortgekommen. Doch weil Hubertus an unterschiedenen empöriingen seines Vaterlandes theil hatte, wurde er ins exiiium geschicktt. Hierauf hat er sich zu Rom an den hofdes Cardittals von Est- begeben, und ist an. 1581 im 6; jähre ftincs alters gestorben. Seine schrifften sind m- NotiL Ocnuenlluiii; clrrorum I.igurum eio^is ; cis lauäldus urbis polis; 6e rsuone Icridenll.v NiliuriX; Uc «Lulls magnicuckinis imperil Tburcici; epieiien6itui,, cc>r>juc2r>»)okLnnis l-miovici klilci; eumulnis 19c4 » polirsm; «Llles ?srii suNnvici ksrnelli; cls sLcro fosllesc in 8e!lmu,n; cie oblillione IxlcHcL 6cc. Sein bruder Paulus Foglieta war ein guter Poet, und gab gleichfals einige schrifften heraus. in b.b!. 181. in ciirun. ttiearr. 6s icri^il. Icc. ick. O'-is/ö clnA. scrijit. cicll» t-igur. 6cc. Logo / eine von den jaltz-insuln, die der Cron Pvrtugaü unter- worffen sind, aber unbewohnct, theils wegen der feUerspcyLiiden bergen, davon sie auch den nahmen hat, theils wegen der hefftigett sturm-winden,vor welchen man nicht wohl hinkommen kam ^ohr/ war der erste König in China/.welcher zu der zeit des Hebers und Phaleg soll regieret, und sich in dem westlichen theile von China niedergelassen haben, allwo er in der provintz Xenst, gebohlten war. Die Chineser geben vor, daß er n; lahr regieret habe. Nebst dem wird auch von ihitt erzehlet, daß er der Chineser sit- ten qebessert, als welche zuvor sehr wild gewesen, und ohne gesetz gelebet. Desgleichen melden mich ihre Historien, daß er dü m,c verstanden, und unterschiedene mathematische tafeln gemacht, auch die üüroglypki-L erfunden hübe. snuqu.ce cies r-M-. ssOIKIssO oder ssO(MX08. ist der namc einer gewissen fecte bey den Iaponesern, deren urheber Xaja gewesen. Dreier beredete seine Nachfolger, daß zu crlattgung der selmkert genug wäre, diese Worte, , ^,0, vorcn. . cru.o, offt zu wiederholen, ob gleich keiner unter ihnen den eigentlichen verstand derselben wuß- in Lkins. > stehe VLii.i.Ett'. ?oir/ eine Grafschafft, liegt im oberen Lattgüedoe an den arMwen voiiRoußillvli und an dem Pykenaischen geburge. Die NÄsts nnmens lügt fast mittett^arinn an dem fluß Arwge, Z26 foi darüber eine schöne steinerne brück gebauen ist , das schloß aber auf einem kleinen felstn. Man theilet das gantze land ab in die obere und undere Grafschafft; jene bringet nichts, als Holtz , Graß, medicinaiische kräulcr und blumen von sehr schönen und Hohen Farben , sonderlich aber Tulipen; Es hat auch eism-bergwercke und viel schmidten. Diese aber ist fruchtbarer, und bringet weihen, rocken und wein Herfür; die fürnehmste stadt darinnen ist Pannkrs, allwo der Bischöfliche sitz ist, und neben Foix Mazeres, Tarascon, Saverdnn / Varillcs, Daumazan, Carlat / Lezat / Montault rc. Die fürnemste flüsse sind l'Ariege und I- Nise. Bey Pamkrsstst ein heilsamer brunnen , der Vitriol und crocum r^Lr-i-, bey sich führet, und wieder das Podagram, auch verschleim-und Verstopfung gebraucht wird. Zu Aqs ist ein warm bad, so auch berühmt ist. An dem ort Camaradc ist ein saltz-brmm, daraus man in einem kessel über dem feur stütz sieden kan. Es hat auch verschiedene holen, da das herab-rinnende bufft-wasscr allerhand seltzame figurcn bildet. Die cinwohner des lands sind sehr aufgeweckt, geistreich, und geben gute svldaten ab; seine waaren bestehen in viel,, hartz, pech, tcrpen- tin, vantoffel-holtz, marmor, iaspis und eisen. Auf dem schloß Ar- sin ist ein Hauptmann und Commendant. -K /« kEe „ouv. üeicr. üc is brsnce. low. 4. p, 40?. * Foix / das geschlecht der Grafen von Foir stammet von den Grafen von Carcassone her. Denn Nogerius II, Grafvon Carcaf- sonnc, hatte; föhne, davon der andere Bernbardns I, Grafvon Foir worden, und an. 1096 gestorben. Sein söhn Rogcrius I gieng mit dem berühmten Gottfried von Bouillon in das gelobte land, und starb an. m:, RvgeriumII hinterlassend, dessen söhn Rogc- rius III, ein vater Nogerii Bernhardt I worden. Von dessen söhnen psiantzetc Naimundus Nogerius das geschlecht fort, begleitete König Philippum Augustum von Franckreich in das gelobte land, nnd bekriegte nach seiner zurückkunfft den Grafen Ärmcngol von Urgel; hierauf schlug er sich zu der Albigenstr parthey, und setzte damit sein land in völligen ruin. Er starb an. 1222, unter andern Ander:: RogeriumVcrnhardum II hintcrlanend, welcher gleichfals den Albigcnsern bcystunde, doch bey König Ludovico IX wiederum ausgesöhnet wurde; worauf er an. 1241 gestorben, und Roge- rium I V Grafen von Foir, Herrn von Castclbou, nach sich gelassen. Dieser verband sich anfangs mit dem Grast:: von Toulouse wider lctztgcdachten König in Franckreich, Ludovicuin IX, trat aber bald wieder von dieser parthey ab, und bekriegte den König von Aragonien, darauf er an. 1264 gestorben. (Lein söhn Nogerius Bernardus lll, welchen er nebst; töchtern himerlassen, vermählte sich mit Margarcta Moncada, einer crbin der Vicc-Grafschafft Bcarn, kam aber dadurch mit seinem schwagcr, dem Grafen Geralde von Armagnac, in ungelegenhcit. Er wurde auch von dem Könige Philippe dem kühnen / dem er ein schloß belagert hatte, zuBeaucairean. i274gcfangcngesetzt; woraufcran.i;o; gestorben , nachdem er von besagter gcmabli» ein vater Gastonis und unterschiedener kindcr worden. Gasto I, Grafvon Foir, Vice-Graf voll Bearn, Herr von Moncada, succedirte stinem vater, und legte vortresiichc proben seiner tapfferkeit ab. Er starb zu Pontoisc an. i; 1;, einen söhn gleiches namens, desgleichen noch; andere, Ro- gcrium Bernhardum, Robertum, der an. i;;8 Bifchoffzu Vaur worden, und Luvum von Foir, Grafen von Rabat, wie auch endlich 2 löchter, Iohannam und Blancam, die stamm-mutcr der Herren von Greilly, hinterlassend. Alle diese brüder, ausser dem Bischofs, psiantzten das geschlecht fort. Der mitlere davon, Nogerius Bernhardus I von Foir, Vice-Graf von CastelboiyHerr von Moncada , wurde ein vater Nogerii Bernhardi II, dessen söhn Matthäus , welcher nach dem lode seines vettern Gastonis III die Grafschafft Foir und Vicc-Grafschafft Bearn mit seinem Hause ver- knüpffct, an. 1 ;s8 ohne linder von seiner gcmahlin Johanna, Königs Johannis I von Aragonien tochter, zu haben, gestorben, und seine gülcr seiner ältesten schwestcr Jsabclla, hinterlassen, welche sie ihren: gcmahl, Archambaldo von Greilly, Capital von Buch, zugebracht. Der älteste bruder, Gasto II, hatte Gastoncm III, welcher den zunamcn Phöbus wegen seiner schönhcit bekommen, und seinen söhn Gastonem I V Phöbum durch einen traurigen fall vcrlohrcn. siehe Gasto. Hierauf hat Archambaldus, Capital von Buch, vlce - Graf von Benauges und Castillon , auch nachmals Herr von Greilly, welcher sich , wie gedacht, mit Jsabclla, der erb - schwestcr Matthäi von Foix vermählet , den »amen und jwapcn des Hauses Foir angenommen , und selbigen auf seine nachkommen fortgeführet. Dieser Archambaldus hatte 7 söhne, davon Gasto ein stamm - vater der Grafen von Candale nnd Gurson, rc. worden, wovon unter Candale erwchmmg geschehen; Archam- baldus, Hcrrvon Noailles, an. i4iyumgekommcn; Petrus die Cardinals- würde erlanget; ( von dem unten ) Matthäus Johannen:, einen natürlichen söhn, der Bifchoffzu Cvminge worden , gezeuget; Johannes ohne kindcr gestorben; Aynwn von Greilly, Herr von vlUe !s Zranä den äst der übrigen Herren von Grcillv, vgl- is grsnü und Veygie in Savoyen auffgcrichtek; und endlich Johannes, Grafvon Foir, den stamm in Franckreich unterhalten. Dieser letztere hatte ; gcmahlinncn, davon die erste Maria, Königs Caroli III von Navarren tochter, an. 1420 ohne erben verstorben. Die andere war Johanna von Al- brct, und gebahr ihm Gastoncm IV und Petrnm. Dieser letztere wurde ein vater Johannis von Foir, v>cc- Grafen von Lautrer, welcher Thomam, Marschalln von Foir, Odetum, Marschalln von Lautere, und Andrea:::, Herrn von >'Esparre gezeugt, die alle ; ansehnliche commando in Frantzösischcn diciisten gehabt, aber auch alle; durch gleiche fehler in ihren Verrichtungen unglück- foi lichgewesen,' wie die besondern articul, so nachstehet,, zstM werden. Gasto IV war, »vie gedacht, ein söhn Johannis und bruder Petr:, nnd zeugte mit seiner gemahlin Elevnora, Könias Johannes II von Navarra und Aragonien tochter, unterschiedene kindcr beyderley gefchlechts. Under den söhnen ist Gasto, Petrus und Johannes zu mercken. Petrus begab sich in den aeistlicheü stand, und nachdem er zu Pavia unterschiedene proben seiner ae. schicklichkcit abgeleget, wurde er daselbst zum Doctor beyder rech« ten gemacht. Hierauf erwöhlte man ihn zum Bischoffvon Van. nes, und Sixtiis IV ertheilte ihm an. 1476 den Cardinals-Hut. Jnnocentms VIII schickte ihn als Nuncwm in das Köniareich Mapolis, welche würde er auch mit grossem vergnügen seines Principalen gefuhret. Nach feiner zurückkunfft starb er zu Rom an. 1490 in den besten jähren feines alters. Johannes von Foir, v>cc - Graf von Narbonne, Graf von Estampes, starb an. i;°o, und hinterließ von seiner gemahlin Maria, Hertzogs Caroli von Orkans tochter, Gastonem von Foix, Hertzog von Nemours, f» an. 15:2 in der schlacht bey Ravenna das leben eingebüffet, vm dem besonders; deßgleichen Germanam, welche an. 1506 dem Konig Ferdinands V von Aragonien, und nach dessen a».i;iü er. folgten tode an. 1522 dem Marggrafen Johanni von Brande», bürg, Vicc - ke in Valencia, zuletzt aber nachdem auch dieser am i z 26 verstorben, Ferdinande von Aragonien, Hertzoge von Cala- brien, beygeleget worden, und an. i;;8 gestorben. Gasto von Foix, Fürst von Viane, war, wie bereits gedacht, der älteste söhn Gastonis IV, Grafen von Foir, und zeugte mit feiner gemahlin Magdalena, Königs Caroli VlI in Franckreich tochter, Francifcum Pbövuni, König von Navarra und Grafen von Foix, welchen: gisst beygebracht worden, daran er an. 148; in dem :ü jähre seines alters gestorben, wie auch Catharinam, Königin von Navarra, die sich an. 1484 mit Johanne III, Herrn von Albret und König von Navarra, vermahlet, und an. 1; 17 vor traurig- keit, daß ihr das Reich durch Ferdinandum (^NuNcum abgcnom» inen worden, gestorben. bist. c!c Learn. nal. c!e voix, iiilt clü l oix, Lcarn öc vrsvsrrc. tiiik.cic dtzvAr. iiig. kuxensi comir. lug. ßensrl. Iiiü. V-kc. I. r c. öc; c. :r öcc. ) cv,,«, in clog. LsII. ^urpnr. Lsrch öcc. Foir / (Andreas von) gemeiniglich der Herr öc i'Efparre oder auch Asparot genannt, war ein söhn Johannis Vicomtc von Lautrer und bruder der beyden berühmten Marfchalle von Lautrec nnd von Foir. Er gieng, wie seine beyde brüder, dem kriege nach und an. 1521 ward er General über die völeker,welche im namcn Hein- richs von Albrct in das von den Svanicrn eroberte Navarra einbrachen. Im anfange war er so glücklich, daß er innert einer mo- nats-frist gantz Navarra eroberte; an statt aber, daß er sich veste setzen solle, brach er auch in Castilien und weckte dadurch die Spanier, drncn der vertust von Navarra sonst nicht sonderlich zu lmtzen gieng,gleichsam ans dem schlafe,wiewohl man meynt,Francifcus I. der sich durchaus an dem Kayser reiben wolle, habe ihm zu dieser weiter» Unternehmung auch beseht gegeben. Diß aber waren seine eignen fehler, daß er nach der glücklichen crobcrung von Navarra fast die hclffte von der armee abdanckte, damit er den fold in feinen beutcl machen tönte, auch hernach, da ihm die Spanier anfdm hals kamen, ohne noth und ehe feine verstärekung angelangt war, eine schlackt mit ihnen wagte. Denn die Frantzofen wurden in derselben völlig geschlagen, daß sie in kurtzem gantz Navarra wieder räume» musten. Er selbst aber bekam so viel schlüge auf feinen hcln:, daß ihn: endlich das gesteht vergieng und er sich gefangen geben »niste, da er denn bald hernach in der gefangenfchafft gestorben. c. r p. 9,7, 9,8. Z)Ek/r. z z>. 71 leg. L,4 brLnc. :. l. Foir / (Franciscus) von Candale,Vischoffvon Aire, und marMcur der Königlichen orden, war ein söhn Grafen Gastonis von Candale, welchen er mit Martha von Astarac gezeuget halte. Gleich in seine:: jungen iahren ließ er ungcmeine neigung zu dc: mathematic und andern tjeffsinnigen und nützlichen wisscnschaff- ten von sich spüren, worinnen er auch so weit gekommen, daß der gemeine mann geglaubt, es gienge nicht allezeit natürlich mit ihm zu. Erließ aucl> noch in feinem töde, so an. 1594:1: dem ysichre stines alters erfolget, «nverwerflichc zeuanisse einer neigung zu der mathematic sehen,indem er deswegen zu Bourdeaur eine prot-wo- ncm aufgerichtet. Man hat von ihm den NocmänL-um ble^metis , wie auch ^nclisiis operL in das Flantzöstscht übersttzt. clvA. I. 4 öc Oall. I» r. si.'t bibl. krsnc. 1.109. c!og. Foir/(Gaston sie) Hertzog von Nemours,war ein söhn Iohau- nis ci>- Foir , Grafen von Estampes rc. und Marien von Orkans, einer tochter Caroli, Hertzogs von Orkans und Jfabelkn von Franckreich, so Königs Ludovici XII schwestcr war. Eben dieser König gab ihm au. 1512 das Gouvernement von Mayiand, :md machte ihn zum General über die armee in Italien, ohnerachiei ck noch sehr iiing war, und sich eben damals der Pabst, der Kayser, Spanien und Venedig zusammen verbunden hatten, die Franko- stn aus Italic» zu jagen. Gleichwie er aber schon vorher fattfame proben seiner tapfferkeit und klughcil abgelegt hatte, also emneze er sich gar bald dieser wichtigen csir^c würdig. Denn als gleich ink ansang derselben die Sckwcitzcr mit einer armce von > 6000 mam in das Mayländifche eingebrochen waren, zog er feine wenige mannfchafft in die stadt Mayiand zusammen, strickte ihnen den Proviant ab, welches ihme um so viel leichter wäre, weil er mit reu-- terey »och zimlich versehen war, die Schwerer aber dergleichen nicht bey sich hatten, und die von obgemeldtm verbündeten ihnen ü,gesagte hülffe niemals erschiene, so daß, weil noch der Winter dar- ru käme,der feindsso schon bts gen Galeron, nur 4 stunde von May- jand durchgedrungen wäre , nach Verbrennung einiger örter wiei- Ler stnverrichkettr fachen nach hauß zöge. Die Spanier und der Mst belagerten hierauf Bononien, er kam aber durch einen stax, Zen marsch meiner nacht miter ffsveur eines schnee-wetters un- «ermüthet dahin, und warffsich rn dte stadt, ohne daß es die Spalier merckten, welche hreräufäbzogen. Er war willens sie zu einer Wacht zünothigen, West er aber erfahren, daß an eben dem tage, da er in Bologna angekommen, der Venetiünifche General Gritti die stadt Brescia überrumpelt, And ein andrer General Baglivne das schloß M belagern im anzug begriffen, kam er diesem ort, der nach Mayland der wichtige war, so eilend zu hülffe, daß er in einem tag mit einer bereits durch den marsch nach Bologna abgematteten armes zo Italiamsche weilen marfchirte, und ohnerach- tet der vielen sinffe, die ihn hattest aufhalten können, eher als Baglione zu Brescia ankam. Weil aber die Venetianerm der stadt sich sehr vest verschantzet hatten, brauchte es ungeineine tqvfferkeit, sie daraus zü .vertreiben,welches aber doch durch die gute ordre Gastoms hewerckstelliget wurde, und zwar mit solchem Vortheil, daß der Frantzosen gar eine geringe anzghl, der Italiäner aber ihrem eigenen gmändniß. nach 8000 , oder wie die Frästtzösische scri- bcnten melden, bey 20000 blieben. Alle nahe liegende stäM, die sich seit der einnähme dieser stadt vor Venedig erklärt hatten, ergaben sich hierauf den Frantzostn wieder. Gasto gkng darauf alsobald wieder ausdie Spanier loß , um sie zu einer Wacht zu bringen, in welcher absieht er Ravenna belägerte, und als die Spatster dem ort zu hülffe eilten, kam es den 11 äpril 1512 am oster- taaezu einer grausamen schlachr, chorinn dieser tapffere Held, da er bereits den sieg erhalten, durch seine allzugrossekühnheltsein leben verlvhr. Er sahe steinlich eine kleine tronppe^Spanischen fuß- volcks - so sich längst einem dämm noch in zimlicyer ordnung reti- rirte, vbschon sonsten ihre gantze armee an.s.der flucht wäre, und gar einige Gasconische soldaren, welche ihnen auf den leib gehen wollen,zurück gejagt hatten; Da waltete dem müthigen Herrn das geblüt dergcstalccn auf, daß er nur schrye: Wer Mich liebet, folge mir nach, und also ohne zurück zu sehest/ wer ihme folgte, aufden femd anrennte. Wie nun kaum 20 rcutexe nach ihme kamen, der hrtAnch gar enge,und für die Pferde unbequem wäre,so empfiengen ihne die Spanier mit ihren ausgestreckten Hailesarten, und hieben seinem pferd die spanu-adern entzwei,, daß es Mit ihMe nieder- stürtzte; da er dann, ob ihne gleich sein Vetter Hdet 6c Foir aufs äusserste zu beschützen öbe.r zu retten suchte, und den Spaniern zu- ruffete, es wäre derFMtzösische General und ihrer Königin bru- dcr, in einem augenblick unzehliche striche empfienge, und nur im gesicht vom kinn biß an die stirne 14 wunden gezehlet wurden. Er wäre damal mehr nicht als 24 jähr alt, da er sein leben verlohn ÄrM«, L NiN. l.u6ovici XII. jM. snnsl. Lrcmon. sä sn. 1447. * ^oix/ (Odet) Vicomte von Lautrer,war ein söhn Iohannis von Foir, Vicomte von Lautrec. Ergieng sehrjststg inden krieg, und that sich darinn dergestalt hervor, daß er Märschall von Franck- reich und Gouverneur von Glimme >vard. Bey den geschickst- schreibern heißt er gemeiniglich der Marschall dost Lautrec. Er befMsich bey Ludivigest XII in der eroberung von Mayland und Neapol an. 1499. Er commändirte an. fzis in Bologna, und vertheidigte den ort gegen die Spanier,bis der esttsätz ankam. In der bald darauf folgenden Wacht bey Ravenna aber empsieng er neben seinem vetter Gaston, und da er ihme nach Möglichkeit das leben zu retten suchte, 20 wunden, und wurde vor todt auf der Wahlstatt gelaffeu, hernach aber doch wieder geheilet. Nach diesem zog er an. 1 z 1; unter Frauciscö I wieder nach Mayland, hälff dieses Hertzogthum erobern, und ward an. iziS zum Gouverneur disselben verordnet, als Man den Connestabel zurück beruffen. Allein er machte sich durch seinen Hochmuth und eigentlich bey den MaUndern überaus verhaßt, inmassen er sehr hart Mit ihnen verfuhr , und viele ins gcfängniß warst, oder verjagte und ihre güter einzehe. Sie schrieben ihnl auch die ungnade des Marschaüs Tri- vultio stystnd war er mit Ursache dran,daß die Mayländer an. i zri den feinden von Franckreich zu wteder-eroberung dieses Hertzog- thums allen Vorschub thäten. Er war einige zeit vorher nach Franckreich gereißt, ward aber, als der krieg an. 1521 imMayland von Hellem angieng, das coMmando daselbst wieder ch übernehmen befehlichh Man versprach ihm dabey zwar das nöthige gcld zu bezahlung der trouppen nachzuschicken, ohne welches er anfänglich nicht hatte reisen wollen. Allein er hatte die Königliche mutter durch die schlechte ehverbietung, so er ihr erwieß, und durch einige freuen reden von ihrem lebens-wandel erzürnet, welche denn die abschickung des gelbes hinderte, dadurch denn Lautrec ausser den stand gesetzt ward, seinen feinden den kopff zu bieten,da ihn zugleich die Schweitzer aus Mangel des soldes meistentheils verliessen. Man kan jedoch auch nicht läugnen,daß er durch wiederholte gran- samkeit wider die Mayländer,ünd durch eigensinn,aus welchem er, so ein guter General er sonst war, niemals that, was andere gut fanden, und deswegen verschiedene Vortheile aus den Händen ließ, selbst etwas zu seinem unglück beygetragen. In dem ersten felb- zuge muste er das gantze Hertzogthum räuinen, daß ihm fast nichts übrig blieb,als die «tadelte von Mayland. Das folgende jähr 1 ? 22 nöthigten ihn die unter seiner armee stehende Schweitzer, welche wegen ausbleibendem sold und Mangel der lcbens-mitteln kurtzum wollten, daß man dem krieg durch eine Wacht ein ende machte,zu dem treffen bey Bicoque, welches er verloör, und dadurch so wohl, ws durch den abzuq der Schweitzer ausser allen Vortheil gesetzt Ward,daß er daher nöthig befand nach Hof zu gehen,allwo ihn zwar svi 327 anfänglich der König gar schlecht empsieng, doch aber endlich seine 'entschuldigung, daß er keingeld gekriegt, muste gelten lassen, wie er Denn in der that die schwürigen svldale'n durch sein zureden und durch austheilung seines ßtder-geschirres und bsgsze noch einiger Massen bey gunften erhalten hatte. Jedoch meynt man, daß steint schwester, die von Chateau-Briant,des Königs msir-eK-, viel zu seiner .üüssöhnung und bedecknng der begangenen fehler beygetragen habe. An. 152z beschützte er als Gouverneur von Guienne die stadt Bajonne gegen die Spanier,die sie belagerten,schlug vier tage 'nach einander ihre stürme ab,und nöthigte sie also, die belager'üM aufzuheben. An. rW führte er chie beyden Frantzosischen Prinzen, die vermöge des Madritischeü friedens, als.geissel nach Spanien geschickt werden musten , an die gräntzLn.»Am 1.927 würd er von dem Könige mit einer neuen armee nach Italien geschickt, und dahöh zum Gene'rül-Capitain des Hundes , der damals gegen den Kayn'.r gemacht war, Äklärt, wiewol man ihn fast dazu nöthigen --- X— AeaylanvtlchM erobMemnd an. nr8 wegen des schlechten zustaüdes der Kayserlicheu arm.ce in das Königreich Neapolis und bis an dle.haupt-'stadt desselben diivchdrang, ob ihm gleich das geld,dessen er sehr benöthigt war, abermals nicht Übermacht ward. Diesen zug untemahm er auf ausdrückliche« - befehl des Königs, da es sonst besser gewesen wäre, die suche erst in Mayland auszumachen. Allein die belagerung der stadt Wapölis war seiner gcmtzen armee und ihm selbst unglücklich. Fürs erste stellete er N.sach gar nicht zum besten äst- daß er gegen den rath aller kriegs-erfahrnen, welche riechen, der stadt iin ersten schrecken mit gemalt zuzusetzen, solche mit Hunger uno hmch eine wog usckczu bezwingen vornahm. Dann da er also etliche WM in einem m- ger sitzen blieben, rissest beyder grossen Hitze, und weil von den abgehauenen Wasserleitungen das..wasser lm selbe stehen geblieben, auch verfeind ist das noch brauchbare wasser frucht gemorsten, und dadurch beydes zugleich für die Frantzosen verdorben hatte, allerhand ansteckende seuchen unter den völckern ein, von denen er auch selbst überfallen ward , und daran den 16 äug. des bemeldtek jähres sterben muste s weil er . aus Verdruß über den Übeln zustästd seiner armee, den er össr umsonst nach Franckreich berichtet, sich sticht aus dem lager an einen gesündern und zu seiner Wartung bequemern ort wolle bringen lassen. Er ward zu Neapolis m der kir- che von Märia Nuova begraben, da ihm in fölgender zeit Gonsal- vuö.Fevdinandus von Cordua , Fürst von Sessa, ein prächtiges grabmsthl mit dieser aüfschrifft setzest lassen: cillcco kuoxw i.su- rrecu Qonisivus kerflinsulluL > Üuciovici ülius, Lorllutzs > msgui Oou- tslvi uduos, cum ejus olls, gusmvis Nostisssn sviru tsceüo L ur lislli tor- kunL rvlcrsc, tine kionore jscere comperiNct, tzumslisrum milerisrum wemor, ,LsI!o 6uci liispsnus krinccps pokuit. Der König ließ ihm auch zu Pariß in der haüpt-kirche einen prächtigen leichen-dienst halten,deine alle Pristtzest ist so tieffe'r txguer beywohnten,als es bey dem absterben eines Dauphins zu geschehen pflegt. Er war wegen seiner tapfferkeit und kriegs-erfahrung ein grosser General, aber dabey allzuhochmüthig, eigensinnig und von seiner Vollkommenheit so eingenommen , daß er sichs vor einest schimpfhielt, eines andern rathe, wenn er gleich M war, zu folgen. Nist. lle krsncc. csstir. krsnc. r. i. * ^Horx/ (Paul von) Ertz-BischoffvonToulouse, war ein söhn Iohannis von Foix, Grafen von Carmain und Magdalenä von Caupene. Nachdem er zu Päris die Lateinische und Griechische spräche erlernet hatte , legte er sich zu Toulouse auf die Rechts- gelehrsämkeit, welche er nachgebcnds an eben diesem ort lehrte, und zwar mit solchem rühm, baß auch die?rokcsso,--! seine lectio- nen besuchten. Nachmals wurde er Parlaments-Rath zu Paris, in welcher zeit er auch verschiedene Gesandtschafften nach Engel, land, Venedig, und andere orte, mit grösser klugheit verrichtete. Er machte sich der Protestirenden religion verdächtig, als er nebst Arnolds Ferrerio, Annä Bitrgio, und andern Parlammts-gliedern, im angesichte Königs Henrici II behauptete, daß man mit den Protestirenden viel gelinder, als geschahe, umgehen müste, worüber er mit seinen Collegen ins gcfängniß gemorsten wurde. Als aber Henricus II kurtz darauf verstarb, müste es zwar Annas Burgius mit dem kopff bezahlen, die andern aber wurden wieder in ihre ehren und würden eingesetzt, unter denen Paul Foir nachqehendS das Ertz-Bißthum zu Toulouse erhielt, und endlich als Königli-- cher Abgesandter zu Rom an. 1584 im Wen jähr stines alters verstarb, wo er auch in der kirche des heiligen Ludwigs mit grossem pracht beygesetzet, und von Mureto mit einer lob - rede beehret wurde. Man hat nichts von ihm als einige briefe, welche die listigen imrixuen der Römer entdecken. Er war ein vortreflicher Jurist, ein tugendhaffter mann und grosser krorcetor der Gelehrten. in orsc. kunclrri. e>oß. t. 2 . in llellicsk. parsrikl. tiik. I. rr 6c vNs tus Iit>. I. Loir / (Petrus von) Cardinal, Ertz-Bischoffvon Arles, und icc Ncxsk von Avignon , war ein söhn Archambaldi von Greiüy, jelchen er mit Elisabetha, Gräsin von Foir, gezeuget hatte. Er Mb sich in den Franciscaner- ordcn, und machte in den göttli, zen und weltlichen wissenschafften so glückliche progressen, daß er dermans liebe auf sich zog. Er wurde zum ^NminiUrsror her stßthümer Lescar und Cominge erwählet, und der gegen-Pabst Zenedictns XIII machte ihn an. iZ99 zum Cardinal, welche »ürde ihm auch von der andern parthey, als er sich von dein geachtelt Pabst gewendet, zuerkannt wurde. Hierauf befand er ch bey der wähl Pabsts Martini V auf dem coociiio z„ Costnitz, nd wurde an. 142; zum Legaten in Aragonien erwählet, die noch brige spaltnng der Römischen kirche zu dämpffen, welche vcrrich» Z28 föi tung er Mich M 1 andernmal mit erwünschten» forigang mrf sich gcnoinmen. Nach seiner zurückkunfft begab er sich in sein Ertz- Bißthnm zu Arles, hielte an. 14;? ein S-ncNium zu Avlgnon als Päpstlicher raun»,,!?, und starb daselbst an. 1464 im ? 8 sten jähr sein s altcrs. Von ihm hat das coUegnim «-oxU»u,n zu Toulouse, daraus so viel berühmte lenke, sonderlich in dem 17 ftculv, enisprot- sin, seinen Ursprung. 6c ttr/rco». VII. konrlf. ac LpUc. kitzln. in ponrik.-»rc>. ki rTo». OKI. c/» Lc liitr. «lcs (.'sixiiii. Qsll. <^c. Foix / (Thomas von) ein söhn Johannis von Foix, v,com-L von Lautrer , und bruder des berühmten Marschalls von Lautrer. Er selbst ist bey den geschicht-schrcidern gemeiniglich fH'cur oder l'L>cun, ingleichen der Marschall von Foir genannt. Er solle anfänglich studieren, und lebte deßwegen eme geramue zeit zuPavm. Allein, es war dieses sein werck nicht, daher er die studien endlich verließ, und in den krieg gieng, in welchem er sich auch den Marschalls - stob von Franekrcich erwarb. Er war bey der eroberung des Hcrtzogtbnms Maylaiw, unter Francisco l, und verwaltete an. »526 die rcgicrung dieses Staats anstatt seines bruders, des von Lautrer. Er trat aber mit seinem geitz und härte in seine fuß- stapffen, und erbitterte die Mayländcr >e mehr und mehr, vergriff sich auch gar an dem Pabsi, indem er mit der armce vor Reqg.o rückte,' weil viel von den verjagten Maylandern sich in diese stadt gejlüchtet halten. Er hielte mit Guicciardino, der in dieser stadt commandirte, eine Unterredung, bey welcher Bonne- val, einer von den Frantzösischen Offener»,, die stadt zu überrumpeln suchte, worüber der von Foir, weil Man aus Reggio zu schiesseu ausieng, säst selber umgekommen wäre, wenn ihne nicht Guicciardm wob! verwahret hatte. Der Pabst aber that ihn in bann, weil er mit gcwaffnetcr Hand in die ländcr der kirche eingefallen war. In dem feld-zng von an. - 52 - hielte er die belage- rung vor Parma gegen die Kavserlichc'n und Padstlichcn vvlckcr aus. An. 1; 22 hicltc er sich in der schlacht den Bicogue überaus wohl, und brach an seiner seile in das seindlietw lagcr , numw abeb seine Vortheile mit groffem verlast wieder verlassen, weil die Fran- tzosin, so an der anderen feiten angeloffen,^ völlig zurück geschlagen waren. Nach diesem treffen warff er sich zwar m Crcmona, be- gieng aber daselbst einen grossen fehler, indem er geh ohne den Gummi! -ie Mcdicis,General der hliSffs-lrvnppcn, der dastlbit mit ihm zugleich comiitandirte, zu fragen, mir den belagercrn inica- claren einließ. Dann diese wurden darüber schwürst;, und begehrten ihren sold mit ungestüiiiin z zu deren vergnugmig er so viel geld, als zu bekommen möglich war, ausborgte , auck),scin eigen snbcr - gcschirr darzn hergabt Für eine» noch viel grösseren fehler wurde lhinc gerechnet, daß er nicht allem für Crcmona, sondern auch zugleich für alle den Franko,en in dein Maylandi- sche» noch übrige platze cavitulirte, und als oon^rnem- dcr Provinz sie auch ciiizuliefferen selbige nöthigte, wann er samt ihnen nicht iuucrt z mouathcu entsttzei wurde; und wäre der Commen- dant in Lecco am Comer-ste, Coffains ein Gasconier, der einige, dee einem so schüiwilich - und schädlichen vergleich nicht nachleben wolle. Wie nun also das qantzc Hcrtzogrhnm neben Genua ver- lohrcu giengc, ivurde der Marschali von Fdir genötbiget, mit dem rest seiner völckcr nachFranckrcich zurück zugehen, allwo seine schwesrer, die von Chateaubriaut, seine schier abbitten muste. Au. 1524 gieng cr mit dem König, nachdem die Kayserlichen die dclagerung vor Marseille hatten aufheben müssen, nach Italien , wiewohl er nebst anderen diesen zng nnsiratben. Er war bey der bclagcrnng vor Pavia, und da der Kavserliche culsatz heran nährte, suchte er den König, wie auch die meiste» von den anderen Generalen thaten, zur anfhebnng der helagerimg zu bereden. Wie aber drrsclbc auf einralhen dcS Admirals von Bonnivet dennoch die feinde erwartete, föchte der MarsihalUnit nngemeinem innrh, und trug sonderlich viel dar;» bey, daß, der König scibst Nicbt erschlagen wurde. Allein er cmpsicng darüber so viel wunden , daß er sich wegen völliger riitkräfftung gefangen geben muste. Er wurde »ach Pavia gebracht, nnb starb daselbst 9 tage nael, der schlacht, den 4 wer» an. »z2z, bey der Gräsin von Scarjasiore, mit der cr sonst ein liebes - Verständniß gehabt. Man sagt, (welches cr auch dem Mio selbst aus dem tob - bette er- zebler baden soll) cr habe, nachdeni er gesehen, daß das treffen verlohrei, sine, den Admiral Bonnivet, der aber schon geblieben war, an alle» orten geflieht, um ihn, als den nrhebcr diesis un- alncks , mit eigner Hand zl, todte». Er war ein sehr unerschrockener maun, aber bester vor dcr saust, als in Überlegungen, da er mit eben den fehlen, behafftct gewesen, die ,cin bruder, der Marschall von Lautrer, an sich gehabt. d-. L., Foir / (Ludovicus von) ein xt3»l,emEuz. von Paris gebürtig) war einer der vornehmsten Baumeistern des i-i' »---^ 10«» cn«z verlangte, daß er ihm ein buch, womit cr einen menschen aus einen selilaa todten köme, machen solle, da cr denn eines von ir blättern oder bretern verfertigte. Dasselbe war in stählern tafeln, so mit goldenen blechen überzogen, eingebunden, und wug 14 pfund. Man sagt, im» Zü k»nc. tzl-mx »u. liütcor. c!c Neun 6cc. fo k foi Lokien/siehe Fochten. Folchardus / ein Münch zu Benevento, lebte in dem ir sr» culv, und war dcr Urheber der Bmeventisiben Chronic ^ welche in sich degreifft, was von an. m; bis 1140 geschehen. Barouius gibt »hm das zeugncß, daß er ir» seinen crzehlnngeu aufrichtig verfahren. Äii. 11lz. Lolerer / eine kleine stadt in der Schwedischen Prvvintz Gestricken , an dein sim; Dalecarle, davon die ehemals berühmte Schwedische familre der Folcker oder Folckimger den »»amen ge- führcl. Lckvveci. Mit. i„vcnr. 8ucc. Folenchius / (Johannes Baptist-») ein Bmedictincr-Mmich, war von Mantua gebürtig, und suchte mir grossem eiffer die reli- gions - Vereinigung; allein er »nachte sich dadurch bey dem Pädst- lichcn Hof sehr verdächtig, daherv seine büeher , als die amner- ckungen über den psiiltcr, über die epistel Johannis, und andere, zu lesen verbocken wurden. Erstarb an. e - z9 in dem sost«, jähr seines alters. 1. z^. !c„xcor. kiiro- noi. 6cc. Zolengius/ (Theophilus) ein berühmter Poet, war gebürtig von Mantua. Ltachdein er unter Petro Poinpvnatio zu Bo- nonien die vn ivMptz,c studieret, begab er sich nach Bresciä, und nahm daselbst den Bcnevicrmer - orden an. Zu gleicher zeit legte ee sich auf die rkLw<-8>e, und schrieb verschiedene gedichte in Italiänischer Mache z da er sich denn sonderlich Virgilium zum Muster dienen ließ. ImiMttelst begab er sich einige zeit aufs land, und verfertigte allda unter den» titul ^cLr»,iicL M gedieht, m »»'elchcm cr Lateinische und Italiänische Wörter unter einander setzte, auch offt aus beyden sprachen ein »vor, machte. Diese gab er unter dem naiiien eocca, heraus, und brachte sich so wohl durch diesen neue!» seltsamen und lächerlichen »st n-m. M die sich darauf nacht übel schickende lustige einfalle, dcr vor>»chmsteit Herren gewogenheil zuwege, machte sieh aber zu gleicher zeit bey siincn ordenschrüdern nicht wenig verhaßt. Doch fand er in Siechen seine bcqnemllehkeii, welches er aber nach 10 lahre» wiederum verlassen, und sich nach Camvcsio, obnweit Bassano, iir ein kloster gewendet, darimien er an. M44 i» dein ;osten jähr seines alters sein leben beschlossen. Einige sagen, er st», von seinem vater nach der wiedcrkunfft von Bologna, weil er da mehr der pocsic, als den emsthaffien lluNUs obgelegen, sehr übel empfangen worden, wcßwcgcn cr davon gegangen, in der weit herum gelauffen, und, nachdem creme zeitlang ein soldat gewesen, zuletzt gar nebst seinem bruder ein cinssidler worden, z» welcher zeit er den »amen Tbeophilns angenommen, da er sonst Hicronymus gebeissen. Lein grad wurde mit grossen lob - sprüchen, in Griechischer, Lateinischer, Spanischer und Italiänischer svrache, beehret. Ausser ohgedachtcn ^zcsronicis hat man von ihm noch unterschiedene andere Lateinische und Italiänische gedichte. st» in clng. cliL.'. öc ^Issc. -le c.r p. IZA 6c 461. * Holietck / siehe Foglietck. Foliero / (Hugo von) ein Münch in dem kloster Corbey, soll von Iiinocentio II zum Cardinal gemacht worden, und um das jähr 114z gestorben seyn. , Man hat von ihm ein werck in 4 bn- chrrn, welche den titul führen: llc cUiMm insrei-iLll, ih-mück üe icriz,c eccietzcloStsl.iP.75. ^olictint/ ^ulgins/ ck»t. puigwmm. tuNinium, eine kleine stadtm demHcrtzoakhmn -Lpolelo/ an dem stußLovmo/ war eine volckreiche und wohlgcbaiictc hmidclstadk/ ehe sie an. i?o; diirch ein erdbcdcn rumstet wurde. L>se wird von einem Päbstli- chcnLeaalcn regieret/und hat ein Dißthum/ welches unter dm Päbsilichcn stuhl gehöret. Ehemals warsic eine lange zeit unter der Hcrrscham der Terzi / welches einige mächtige biirger des 0,'ts waren / die ihre macht mit blut vergießen mckerstützlen / und sehr viel famsticn rninirlcn. Allein an. 14G nahm der Cardinal Vilclleschi die stadt ein / und ließ deii letzten von diese!, TnraiineN hinrichten. An. 12g» wurde sie säst gantziich von den einwoh- ncrn zu Perugia zerstöret/ weswegen sie von Martino Vin bann gckhan wurden. Slrabo/ Plinius und Avpianus Alcraudri- nns gcdenckcn dieser stadt. i. is llill. a-icr. nck. a,«- vircü-i Vcicovi cli I olignn; üiicorio UM llellr cirr.i ül > llügno; Ltzroi, ,clc> Vclc. üovern. e ilellL ci«g, blbl. Umtz. Folioth / (Gilberttis) Bischoff zu Lonven / war anfangs <":> 8.^uouik>>'.i, hierausAbt zu Lcicester/ferner Dischoff zu Herford und Londcn. Seine befördkrung soll er dadurch/daß cr es mit dem König Henrico ll wider 8.Thomam zu Eanlcrdnrh gehalten / zu wege gebracht haben. Erstarb an. 1187/ NNd hinterließ einig»'schrissteN/als: c-ulli Negü; Mpcrexecu- kiunc in-nÜLri ; invc6t>vLm IN L. HiomLm; virss sliL edc. 65 tzttstn-6c lcristr. e»ng>, e-o^si,r». lle Lgilc. Sngl, >lc liill. l.ar. i. : c. sr. Folkerus Simonis / war anfanas Schul-neKor. nachge- hends aber Bürgermeister zu Sneck in West-Frießland / und leb« um das jähr 1494. Er hat eine chronic von Frießland verfertiget. Uc I'cri^k kritz. clslülk. I.sr. l. z. p. S40. Folkingham / ist eine marckstadt in Lineolnshste in Engel- land. Folkstone / ist eine marckstadt nicht weit von Dover in der EngcllandischcnProvinhKent/ so vorzeiten; kirchspsile hatte, die aber anjetzo m eins gebracht worden. Fondt/ fon Femdi/ eine stadt m r-rra a, F-vow, welche den titul einer GraffschMgefuhtt/hernachaberzuausgang des 17 seculi infa- vorHeimciManctscr / Grafen vonMansftld/ zu einem Fur- stmthumerhobenworden. Sie hatern Bißthum / welches unter den Ertz-Bischohzu Capua gchoret/l,egt gleich an der gräntze des Königreichs Neapoli / wo sich selbiges anfängt/ wenn man von Rom dahin reiset / mitten auf einer ebene / und ist mit anmuthr- gcn Hügeln umgeben. An. 1594 wurdesie von den Türcken ge- plündert / und noch lang vorher» von dem see-räuber Barbarossa verwüstet. Es hatte dieser vor Iuliam Gonzagam / eine von den schönsten Damen ihrerzctt/ zu entfuhren/ und sie dem Lurckischen Kayser Solymanno zuzubringen/ zu welchem ende er bey nacht einige von seinen trouppen commandirte/ die sich ihrer in der stille bemächtigen sotten ; allein sie rettete sich mit der flucht/und / wie einige Smbenten melden / fast indemhembd/ welches diesee-rauber dergestalt entrüstete/ daß sie die stadt mitfeuer ansteckten. * Fonseca / eine faimlie / welche in wahrendem Candiati- schen kriege/ in der mitte des 17 seculi / durch qeld den Veneliani« schen Adel erlangt. Derjenige / welcher solchen zuerst erkaufst/ war ein reicher Portuglejischer Kauffmann / der zu Venedig einen bznquier abgab / und von dem König in Spanien wegen grosser geldsummen / die er ihm bey der Masaniellischcn unruhe in dem Königreich Neapolis vorgeschossen hatte / mir einem i^arcjmlär daselbst war beschenckt worden. Diese starcke cinlassung mit dem Spanischen Hose / und daß er kein lausi-reqister schaffen kunte/wa- rm nicht geringe Hinderungen an der zu Venedig gesuchten ein- schreibung in das guldne buch. Indessen willfahrte man ihm dennoch endlich m Mischung so wohl seines reichthums/ als auch seiner guten auMhrung. Nachgehends hat sich diese familie mit den vornehmsten des Venelianischen Adels befreundet. vilie 6: Ke^ubl. 6e Venüc 124. UM. 6e Vcniie x. z;, ;6i. Fonseca/ (Anionius) ein Dominicaner-Munch ausPoriu- gall/lebte in dem is seeulo. Er lehrte anfangs die MeMoZie auf der Universität zu Coimbra/und wurde darauf von dem Könige in Pvriugall zu seinem ordentlichen Prediger erwählet. Man hat von ihm einige anmerckiiiigcn über die commenkarm; des Cardinal Cajetani/ so dieser über die bibel verfertiget; desgleichen com- memLnm über den Josuam / die bücher der Könige und der chro- Nickt- i.I. ; c z8. kikl. öcc Fonseca/ (Christophorus) ein beredter Angustiner-Munch/ war aus der dioces Toledo gebürtig/und starb an. igir oder iöiü. Seine schrifften find: la viäa c!c Flüritto ; cisl amor cleOios; ler- woncx cic quarettna 6ce. slpUrbccU. 6cugutt. bibl.äcc. Fonseca 7 Figueroa / Oolirnnes M) ein Dom-Herr und vrotcLor rMoioZiL zu Toledo / war ein bruder des f-larouis von Orcllana/ und an des Königs Philippi IV in Spanien Hofe sehr beliebt. Er hat anmcrckungen über den Claudianum / die epistcln Senecä/ den Tercntium/und einen tractatvon der alten mahlcrkunst / neben andern schrifften verfertiget. bivi. Fonseca/ (Petrus) war cin Cardinal/wclchervon dem ge- gen-Pabst Bencdicto XIII dazu gemacht / und hernach an. 1419 zu Florentz von Martino V bestätiget worden. Hierauf gieng er m Spanien/umdasclbst wider Venedietum das crcutz zu predigen / so ihm aber nicht gar wohl von statten gieng. Da er nun wiederum nach Neapolis gekommen / um an der aussuhnung des Königs in Aragonien / Alphonsi / zu arbeiten / und ms ca- stellVicovarrahinein gehen wolte/ siel er in den graben/ und starb an der dadurch empfangenen leibes-beschadigung an.1422 zu. 1420. in f^srrino V 6cc. Fonseca/ (Petrus) ein JesuitausPortugall/war vonCor- tasida oder Proenza nova gebürtig/und setzte sich durch seine gc- lehrsamkeit und eingezogenes leben bey Gregorio XII! und dem Könige Philippo II in Spanien in grosse Hochachtung. Er lehrte lange zeit mit grossem rühm die Philosophie aufder Universität zu Coimbra / weswegen ihn sein orden zum General-Assistenten zu Rom machte. Hierauf wurde er auchMsitator über Portugall/ und starb zu Lissabon an. 1619 im 71 jahrseines altcrs. Man hat von ihm anmerckungen in ilagugen Forpliyrii; üialcÄ. i. 8; corn- mentsr. in mersxk^ttcam ^rittocelis t. ^LeL cliron. prov.Fortug. k->c. )ef. l. r c. ;7 l>ikl. lribl. lc/rrLM cle fcri^>r. tcc. 17. carsl. fcrixror. loc. )cf Fontaine/ (Carolus) von Paris/ lebte an. i;;o/ und gab verschiedene schrifften / so wohl in gebundener als ungebundener art / heraus / als da sind : Icr ruittcaux cle Fontaine ; le promptuaire ^esmeciaiücs, lec^uinti!. ttoracien 6cc. -/» Er/re bibl. kranc. Fontaine/ Ocania) ein Frantzösischcr Poet/ ekiioiopllus und i^LrKemLticus, war um das jähr 141; berühmt. Er war lehr verliebt in die alchymie/wovon sein buch/welches unterdem 6c 12 kontgine ^cssmourcux zwijchen Düon und Gray gelegen, welcher sonderlich dadurch bekannt worden, daß daselbst den 6 in«, an. 159; der König von Franckreich, Hen- ricus IV, mit einem theil seiner cavallerie unversehens auf den grösten theil derjenigen trouppen gestoßen, die der Hertzog von Mayenne und der connecavie von Castilicn wider ihn commandir- tcn; da er nothwendig diesen seinen feinden entweder lebendig oder todt hätte müssen in die Hände fallen, wenn nicht seine und der seiniaen tapfferkeit, am meisten aber dieses, daß der c»nnsral>is den Hertzog nicht hatte secundiren wollen, ihn von solcher gefahr befreyei hatte. Nahe bey diesem ort entspringet ein kleiner fluß, namens Torselle, welcher hernach in die Vigenne fallet, L/cL-^7 Kitt. cle France rom. z p. 1140. F-Lero/ wm. rontana/ (Franciscus) von Neapolis, war ein geschickter Ikemaricus. und gab an. 1646 einen tractat, unter dem tltul: -e c«!cüium 6c cerrettrium rerum c-bfervaciooes, heraus. Ek d an. 16; Sander Pest. elog. p, r. fontana/ (Publius) war von Polucio , so nahe bey Ber- propri» L ukim° ttne Sei pocta ; V-Ipk.n.5 carm.na I. ; ; ffon ttve Virgin, marri facrum; imago Lve 0 clepicra 6cc. cle ttrHr. fecul. 16. rkesrr. F xin. 1 c. 4;. / oder Kortaneri / (Sertorius) Cardinal, Ertz- Navenna, M Patriarch von ?ihm 2 dm Cardinals - Hut zugedacht, wo er rncht-m.-zsr nrden wäre. Man hat von ihm anmerckungen über Augustim tat^Se-ivitare vei. deßgleichen über verschiedene bucher der ^ 71 theil. T t vei. No fon heiligen sichrisst / w. krsnc. 9"rr,z,eM. llc lcrlpt. eccl. cie /^,g> lcripc. 6cc. ^ontanon/ ( Antonius) Advocat bey dem Parlament zu Mus, war aus Auvergne / und lebte in dem 16 ftculo. Man hat M nun eure «>»-»>,>„ der edictcn, statuten unb ordnungen der ^omgrn in Manckreich, von an. 1270, oder Ludovico IX an bis ta!t an das ende des 16 stculi. Es ist ein zum Frantzösischen )urc und i'ttb!.-cc> schx wichtig - und nützliches Ivercf/ Ivird auch gLsllchj'. bitil. kr^nc. * Fontanus/ (Jacobus) ein Rechts-gelehrter, war von ANiggc gebürtig, und lebte um das jähr 1 z;o. Er wurde zum Richter von Rhodis ernennet, und gab heraus «-ssii. cie expu§n2- ki<>l!L Kllocill; beill R.!ioUll illll. I. z ; lllloÜL in futtir>! 2 r>j cociicern ; in conliirukiones Nonik.icii öc Llemcnris; vitsni ^oliannir XXil, tzll-I. L7r>'L^< ac t'cripk. lec. >6 öcc. Fontanus / (Petrus) Königs Ludovici IX in Franckreich Requctenmeister und »MorikiZr^Mus, lebte um das jähr 1270. Er hat eine Historie, unter dem titul: >> >>v^s >2 XeiZnc, verfertiget. «/„ bitzi. tUsnc. bitt. cies ni2icr. cics tte^uek. <7/,,^,,'» H-!-. Fontar«rbien / oder Fucntarabia / tat. kons rapiöus, eine wohl-bevestigte stadt in der Provmtz Guipuscoa, wird auf 2 feiten mit bergen umgeben, und liegt in der gegend, da der stutz Bidaffoa sich in die sec crgicffet, an den Frantzöfifchen grantzen, ohngefahr z oder 4 Meilen von 8. Sebastian. Man fetzet ihr alter sehr hoch hinauf, indem sie der Golhifche König Suiutilla fol! erbauet haben. Wann das waffer klein ist, oder bey icdwcderer ebbe, kau man ihr gar leicht bcukommcn, allein bey der stut, oder wann es groß ist, wird sie mit der sce dergestalt umschlossen, daß wenig mannfchaffr sie wider eine grosse arinee vertheidigen kan; dahero sie auch ( weil ebbe und flut alle 24 stunde 2mal abwechslen )^fur sehr vest zu halten , und recht der fchlüssel zum Königreich cspa- nien ist. Als Carolus V diefen ort bevestigct hatte, nennte er ihn sein Haupt-küssen, worauf er sicher ruhcimönte. Alphvnsus IX, König von Castilien, nahm diefen ort «sanchez dem König von Navarra ab, und gab ibm eben die freyheiten, die sein varer, König Sanchez von Casillien, der stadt 8. «Sebastian gegeben hatte. Man gibt vor, daß er vor dem zu Guienne, und zwar unter die Vicoiire von Bayonne gehöret habe, weiches dadurch be- starcktt wird , daß er in ansehen Franckreichs disscits der Pvrcnäi- schen gedürge lieget, und in geistlichen dingen dem Bistboff von Bayonne bis an. 1^7« untcrworssen gewefen. An. 1521 muste sie sich an den Frantzösischen Admiral Bonnivet ergeben. An. 1 z22 belagerten sie die Spanier «c> monar, oder, nach anderen, gar i; monat vergeblich, wobey dann sonderlich der Commendant Uu Lude sehr grosse ehre eingelegt, um fo viel desto mehr, da es ihme au den meisten Nothwendigkeiten gemangelt, seine befatzung Hunde, mäufc, katzen, und so gar das vorhandene leder und' Pergament essen müssen, und indessen der fciad einen stürm nach dem andern gethan. Aber als die Spanier an. 1524 nochmals davor kamen, wurde ihnen die vcstung durch zaghafftigkeit des neu - dahin gefetzten CommendMiten Franget nach gar geringer gcgcnwchr übergehen , weßwcgen Francifcus I diesen zum tod vcrürthcilen, und ihme die vorbehalten«: gnade und lcdens - fristung nicht eher, als da er in Lyon schon auf dem todtes-gcrüst wäre, ankündigen liesse; seines Adels muste er dennoch auf ewig beraubet bleiben. Der Printz von Conde und der Hertzog von Espernon belagerten sie an. i6;8, wurden aber davor wcggefchlagcn. An. 1719 gieng sie an die Frautzofen über. vierte t -.mc. 1. sillk. l. mcrnoir V.>Ico>>. p. 168 Lcc. * Fönte/ (Modcraka) oder wie ihr rechter name ist / Mode- staPozzo/ ein gelehrtes smucnzimmer/war zu Venedig an. izzz gcdohrcn. Gleich in ihren! ersten jähre vcrlohr sie beyde eltcrn/ und als sie ctw«rs erwachsen / wurde sie m ein kiostcr zu den Nonnen gethan / ailwo sie in unglaublicher geschwuidigkeit die dicht- kunst und lateinische spräche erlernte. Durch ihre vortreffliche qe- dächtniß brachlc sie es dahin / daß sie eine lange rede/ welche sie nur einmal gehöre! / von worl zu wort hersagen kontc; dahero sie von jedermann desto mehr bedaurek wurde / als sie an. 1 z 92 an den geburts-schmcrtzcn das leben einbüßte. Man hat voll ihr verschiedene gcdlchke/ als n U orMorn und eines von dem leyden und aüftl stehnng Christi; desgleichen ein buch in ungebundener rede/ unter dem mul: ci-^c^n m l e llnune. darinnen sie die gleichhcit des wciblichcu und männlichen gcschlcchrs zu behaupten suchet. cIoj,'cs llcs llsmes illustres r. 2 rc-lv/e. Foiitcu.rv dn siehe Fontaine LOVii'L, Fontevraud/ lat. r»ns Lbr2illi, eine stadt in der Provmtz Anjon/ an den grantzen von Touraine/ kaum eine meile von dem stuffc Loire und z mcilenvon Saumur ostwärts gelegen. Sie ist insonderheit wegen der dabey besiudlichen vortrefflichen Non- ncii-Abtey berühmt / welche mit der stadt gleichen namcn führet/ und von Roberto d' Arbrisscl an. i ioo gesichtet worden. Es folget der orden der regcl des heil. Dcnedicti/ und wird in 4 land- schaffen kr2uce, /Vpuir2ir>e , ^uvcr.»ie und Lrer2gr>e eingetheilet / in welchen allen er viel Priorencn besitzet., in ci^peu N2. tcenris ri>»lellr2lcll »rlli». öc L«>/e. siehe Nji.tLlHL. ssOXss'IX/IIsstl. einftst/ welches die Römer den 1; oek. scherten. Das sürnehmstebestund darinn/ daßmandlumcn und siräuße in die guellcnde Brünnen warst/ die Sod-Brümien aber nur kranke nmbwiiiide- Der tempcl / so zu diesem dienst der über öre ürimnen gesetzten Nymphen gcwiedmct ware/ stunde ohnsern fon for der porig csxeng zu Rom / die daher auch tzammriiz geiimnek wurde, lle I^>NZ. I.Lr. r..;. Lomercr cie t-ustr2l. vet.^nr. « Fontius/ (Bartholomäus) war gebürtig von Flormtz/iind lebic in dem 15 ftculo. Komg Matthias von Hungärn trug ibm die ausstcht über seinediblwtheczu Ofen auf/ und gab verschiedene proben seiner Hochachtung gegen thu zu erkennen; dergleichen auch die berühmtesten lcme selbiger zeit/ Picus Mirandulamis/Mar- silms Ficimis/ HleronymusDonatus/Robertus Salviati und andere gethan, haben. Man hat von chm emm commem^ciun, über den Persluni / wie nicht weniger seine reden/ welche mit gross sein vergnügen ausgenommen worden. äi.-»2 vir.-, , orii-we e P2cria ci HMo kcrllo p. 17. " Fonrtus / (Caspar) ein Barfüffer-Mönch / war von Toledo gedmtlg/und gad an. l6z i qu^stloues ll^icLticss ör jllivllcLs 2rZ mcnrcm Lcori; desgleichen ÜN« 1649 3rm2mcnczriuni icrepvicuA pro rusullorituioI,um2cui2t2:col>c!:piioniz heraus. bib!. tvkwor. LtrrLM stripr. tcc. ,b A 17. llilll. Fontius/ (Johannes) einFranciftaner Münch aus Castss um/ ledteum das jähr i; 70. Erhalcinen co,i,mem2,,um über dasevaugeltum Makthäi in iz düchern/ wie anch rs predigten über den zo psalm / nebst einigen Spanischen schrissten verftrtlget. Man muß ihn von einem andern dieses namens und ordens / weh cherJu Montpelicr gelehrt hat/ unierscheiden. b,bi. Lora/Föhr/Föhrd/ ist cinc iusul auf der nord-fte/ nicht weit von der westlichen küste des Hertzogihumä Schleswig entfernt. Sie ist bey nahe 2 Teutsche mcilcn lang und anderthalb Meilen breit. Die darauf gelegene örterheiffcn8.Johann/8.Lau» rcnkttis/ 8. Nicolaus / Ackersum/ Domsum/ Hoddehusum/ Gotlng / Meddclmn / Oldcsmn / Toffkum / Wydsum und Wyck. Der westliche theil dieser insul ist dein Könige von Dänemarck/ der östliche aber dem Hertzoge von HolsteiN-Gottvrff / mnerwvrf- ftn. «sie ist an getrcyde ziemlich fruchtbar / und hat gute Viehzucht. Die eiiiwohncr / deren etwa 4000 / sind etwas rauh / und reden meistens Alt-Friesisch / gehen auch also gekleidet. »EL. tzclcllrcib. von ßckiclsvv. unll kllolllcin k. 2. c.;. p. 89. Forberthal/cin schönes und volckreiches thal in der Gmu- Bülldknerischcn Hcrrschafft Bormio/ daraus vier Päße inftemb- dc Herrschafften gehen/ welche aber alle sehr mühsam und rauch sind / auch in winters-zeit nicht gebraucht werden können. 6»- ter. KNir. t.p2g. 108. tz. Forbesius/ (Johannes) einer der gelehrtesten seiner zeit mit dem zunamen s Corft also genannt von seines vakters Landgut/ lst gcb.zu Aberdeen.an. iz9;/rhatc einereißnach Teutschland/legte sich aus die ^nriquil2lcm LKriüi2N2 der dortigen illcoioßoruor ansgekM» men/ doch tadeln einige«!» ihme/ daß er allzuviel aufdic Dischoff- liche selten trclic. Nach seinem tod sind seine übrige wcrcke ins la- teinischc übersetzt/ und mit vorigem in 2 vm. an. 17°; M Anistcr- dam bey Wcttstcin publicin worden / darinnen sein «»renar oder geistllcheLxurLir-2. eine auslecinng des wccsiogi rc- zu sin- den. Selnvater/ Patricius Forbesius / so d«!s DißlhnmzuA- berdcen verwaltet / ist an. 16; 5 im 71 jähre ftincs aliers gcstordci!/ und hat eine schnsst über die offenbahrung Johannis nach sich gelassen. Er schaffte aber weit grösseren nutzen durch den uugemn- ncii fieiß / den er in Verrichtung seines Dischöfflichen amts äuge- wcndcr/sintemahlen er durch ftlncsorqfalttge«niffsscht und fufftung zweyer Eolleglcn/ilm darinn den zu dem Prcdig-amt gewiedmeken Smllivlls die gebührende uiltcrrichtzu geben/ es in kurtzem dahm gebracht/ d«!ß man in.seiner viwc-s eine menge sehr trestMer» banler gemeinden amreffen konte; woraus dann leichtlich gvzu- nehmcn / daß der grosse widerstand/ den er bey Königs Jacodi vo- c2l>»n zu dem Disthum vermerckcn lassen / keines wegs für heuchlerisch ausgedeutet werden müsse- 2«^«- i-i xi-Zu. v«c« vvuu. Lcllcili. Xir»i^tz,bll»rll. forbesius / (Wilhclmus) Dischoff zu Edimburg/ warvvn Abcrdecn tnSchvtiland gcbürtig.Nachdcm er an diesem stmemge- burls-orte festen gründ in den Knm2r>iorll>us und der pkllolapmc gelegt/ wurde er in dem 16 jähre ftinesalters zu dem Mttglster ge- macht/und gleich zmn lehrer der verminffts-kuiist ernennet. Cc verwaltete dieses «imtsast 4 jähr/und suchte Arlstotelemmdei de Ranitsten zu vertheidigen. Nach dieser zeit begab er sich M dw reise / und besuchte erstlich die nnwemtatcn in ^euManV/ allws ersich so wol in derriievioxic.als auch in der Hebräischen N«M grossewisscnschaffterworben. NachgehendsgiengernachUncii/ und machte sich bey den vornehmsten lenken beliebt. Von var wolle er zwar eine reift nach Frcnickrelch und Jkaittn antre m/ allein er wurde durch seine kranckliche lcibes-bcschaffenhelt davon abgehalten; weswegen er nach Engelland ubergleng/ siuwo n«an thmeine proftffion der Hebräischen spräche aus der nmpE Orsord auftrug; weilen ihm aber solches die Medm iMiechm/ gieng er wieder nach Schottland/ und wurde erstlich ^ for Msrd/hrMufru Abrrdttn/ und nach einiger zeit vosrortUsoio- ^ Weil ihm aber das predigen und die übrigen priesteriichen Verrichtungen an semer gesundhett hinderlich waren / so machte man ihn zum Nlofuior und nachgchends u»n Kc-ltor siiblger academie. Ob eriilinzwarhlerauf sememKst^.iöeruffzu folge/ das amt eines Predigers zu Edtmburg antrat/ verließet- doch solches beyer- folqteruneimgkett Nberdte ftage/ob die Bischöffe den Priestern vorzuziehen / gar bald wieder. Dieses verleitete ihne sonderlich darzu/daß seine gemeinde/die meistens in ejffrigen Preßbyteria- nembestunde/ seine gedancken von dem vorzug der Btschöffcn/ deiner schon in der H.Schnfft gegründet hielte/ garnicht billigen wolle. Hingegen wurde er vonKonig Carolo I zum ersten Bischofs;» Ed'Niburg erwählet /starb aber bald darauf an. iü;4 indeM49 iahre seines alters. Mau hat von ihm conLUersrioner oiollcÜLS öc pgcillcsr concroverllsrum äs juiiillcLklons, purgscorio, Invacsnon« ssaÄ. cMriKo meäirrorc Lc eucksrikis. L/ssrct,»; vir« 6uü. korkclli. * Forbitt/ sieheFourbitt. Fordisher/ (Martin) oder Frobisher/ eiu Engelländer/ gebürtig aus Aorkshire / welcher sich durch seine schiffarren bekanntgemacht. Er ward an. 1576 mit; pinaffcn / aus befehl der Königin Elisabeth ausgeschickt/ eine mecr-enge zu suchen/ wodurch man glaubte/ daß die beyde Amerikanische mcere del Nord und bei Zur vereinigt/und folglich eine psss-ge von Westen nach Osten durch den Nord gefunden werden müste. Den 18 jun.lieffer von Harwich aus/und kam den 9 aug. wnrcklich in eine meer-cnge/ in dem ü; Zrsciu iLtiruciin,5, welche man nach ihm Forbtsher's streighks gencnnet. Die einwohner / welche er in derselben gegend fand/ waren von einer schwartz-gelblichten färbe/ halten schwache haare/ breite gesichtet'/ und eingebogene Nasen/ und bedeckten sich mit den feiten von scckäldcrn. Die Weibspersonen trugen ihre haare in z abgesonderten zapfen / deren 2 deu den schlafen und die dritte über die schultern herab hieng. Die meisten hakten sich schnitte in ihren gesichtcrn gemacht/ worein sie hernach / an statt der schmucke / eine gewisse blaue färbe gestrichen / die nicht wieder weggebracht werden kunre. Die kalte / welche schon anficng die meer-engemit eiß zu belegen/verhinderte Forbishern/ weiter zu gehen; damienhcro erzu ausgange des sept. wieder zurück nach Engelland kam / und zwar nur mit Verlust von; matkosen/ welche von den wilden/da sie sich zu tief in das land hinein gewagt/waren gefangen worden. Zwey jähr hernach that er wieder die vorige reise/ mit dem vorsah / in der gefundenen Meerenge noch weiter zu avancircn. Meiner fand eben die hinternisse / welche ihm das erstemal vorgekommen / und das eiß / weiches er / nicht anders als die berge aufgehäusst/ überall antraff/ nebst dem haufflgen schnce/ und den hefftigen sturmwinden/ nöthigte ihn zum andern mal/ zurück zu segeln. Alles was er von dieser retsezurück brachte/ war eine grosse menge von steinen/ die er aus den bergen des landes hatte aüsgraben lassen / in dcr meynnng / daß es qold oder Der-ertz seyn würde. Doch nach genauer Untersuchung fand man / daß es nur gemeine steine waren / die man hernach brauchte/ die wege damit zu pflastern. Einige melden/daß er auch von einem fisch / dcn er tod an dem ufcr gefunden / ein Horn mit gebracht/welches anderthalbelle lang gewesen/ und eben die lügend gehabt/ welche man dem sogenannten einhorn zuschreibt. Der Admiral Howard machte ihn hernach zum Ritter / als er an. i;88 indem sec-treffen/ so die Engellandcr mit den Spaniern gehalten / sich sehr tapffer erwiesen. An. 1592 commandirtc er unkerdem Ritter / Walter Raleigh/ eine absondcrltche en-wrc, womit er längstden Spanischen küssen kreutzcn und dadurch der andern cl»llr- unter dem Lord Borrough gclegcnhcit geben müsse/ den Spanischen gallionen bey ihrer zurückkunsst aus Ost-Indien/ in der gegend von den Azorischen insuln aufzupassen. An. 7494/ da der Ritter Norris die in Bretagne gelegene und von den Spaniern besetzte festunq Grodon zu lande belagerte/ liess er mit einer-tc^-von 10 schiffen aus / um den feinden auf der siegeite eine llivcrllon zu machen. Weil er aber auch zu lande seine tapffer- keitwolle sehen lassen / solle 'spurte er seine soldatcn / und führte sie zu dem stürm an; da denn auch nach einer hefftigcn gegen- wehr der ort erobert ward. Hierbey empsicng er durch einen mus- gueten-schuß eine wunde/ woran er bald hernach zu Plimouth sterben müsse. Die Königin Elisabeth sollseinen todt garsehr bedauert haben. /^„sr klli.ll'Lnxl.rom.r p. rs;> ;r°> 544. Forcalquiee/ eine stadt in Provence/ an dem kleinen fluß kaye/ welche den titul einer Gräfschafft führet/so an. 900 aufgerichtet worden. Sie ist mit dem sitze eines Senechals und mit einer collegial-kirche sezieret/ die seit des Bischoffs Giraldi zeitc.. nutder von Sisteron vereinbart gewesen. Etliche halten diese stadtfurdas LisuMum/ dessen in Antonini rcise-beschreibung gedachtwird / andere hingegen für ?roIe,ii!Ll kvrumk 4 croni 5 .sv eben auch korum Voconriorum scheinet genennet zu werden / weilen es an der Vocontinern gräntzelage. Von dieser stadt führte das alte Gräfliche geschlccht von Ärlcs und Provence den titul/ welches aber bereits vor mehr als 400 jähr ausqcstorben. Heute zu tage lassen zich die Könige von Franckrcich/ Grafen von Provence/ Forcalqusir und den daran gelegenen landeru/ tituliren. «aw«- öc Uili. lle Urov. Iiill. ciss ldomr. lls prov. <8cc. * Forcatulus / (Petrus) Königlicher rroKM'r der Mathematik zu Paris / lebte in dein 1 ü siculo / und war von Dcziers in Lan- gueboe gebürtig. Er lehrkemit grossem rühme/ und starb unter »ein Könige Henrico III von Franckrcich. Man hat von ihm for zzk den. Dasvvrnehmstedanntterist a- Ernanderes ist civ.L-. Er suchte/ sa als esthme möglich wäre/ es dem Cuiacio nackrumakW/ ^iNtsche gelchrtheit mit der wissenschafft in den rechten zu verembahren / er bliebe aber tederweilenweitzuruck* ^ vamk^m^^^^brtinPerigsrd rechterhandes ander Du- mnce unterhalb Bergerac gelegen. Es wäre vor diesem ei» ^nt^E^Ä^n Lunsten Jaeobi NompaN am thumund uN?ech 7 h^?öchm? ^ E U, einem Hertzog- .0rck)sict 1 u/ eine stadt und vortreffliche sistnna nrbu DoßlnFlmncken / allwo sich die Ncdnitz und Wesint vereinigen! Sfe gchvrtdem Bischoffzu Bamberg / ligt aufdemwege zwischeu ""d Bamberg / ; weilen von dem letztgedachten orte. Er sill schon zu des Kaysirs Caroli M. zelten/als welcher daselbst Gemahl Ostern gehalten / in ansehen gewesen seyn. ^ Wie denn mÄ??^^'^vtharrus an.87 - einen Reichs-tag daselbst äuge" stellet / dergleichen an. 89? ebenfalls der Kaysir Arnolphus ge» tham An. 8 . 98 wurdedaselbstdemHrrtz 0 geLudwig auöBayem Me Kaysir-wurde aufzutragen/ hingegen an. 1077 den Kaysir Henncum IV selbigen zu entsetzen beschloijcn. Im übrigen dich ten einige/ daß daselbst Pontius Pilatus gebohren worden. E». colmogr. L-rsnc. Iränc. reciiv. . ^^'stlrein/ auf Ungrisch »ssino. ist eine Grafschafft und vvrrrefltche berg-festung tn dem Oedenburger romitat in Nieder- Ungarn an den Oesterretchischen gräntzen gelegen / welche der Un- garlichc uoiannus, Nikolaus Estcrhasi/ als sie ihm der Kaysir Fer- dinandus I!- indem fie nebst Evsinstadt an Oesterreich verpfändet gewesen /erblich geschenckct/fast von grusid ausirbauen/ in den stein-silsen ausarbeiten und starck befestigen lassen / dahin auch am -645 sei,lebeste fachen gefluchtet / und wird nvch Lnsitzy der schätz und das srwv der Esterhasischen familre mit einer guten besakuna allda verwahret. §r/e^s/-. tiung. riuns. ».r^. mitc. lies. kOUVIGIDIä. ein opffer/ da manber'rcüun zu ehren best tz apr.einetragcnde kuh opfferte/ denn das heiffet dos u». Uc IiiUr. c. z 0» Forerius / ,(Fraüciscus) ein Dominicaner-Nünch / wae von Lissabon gebürtig. Durch feine wissenfchafften in sprachen- absonderlich aber in der Griechischen und Hebräischen / womit er die wohlredenhcit verknüpffte, brachte er-sich in solches ansehen, daß ihm die vornehmsten stellen seines ordens aufgetragen wurden. So hatte er auch aufdem Lonoiio zu Tridcnt an der grossen geheimnissen keinen geringen anthcil, allwo er aufbefe-l der daselbst versämmleten Bisthösse üriirgics siorsruw csnonicsrim drevisris; llLmnsiX Isüionis Luüorum cscsloßum, Ultd killen catechisMUM nebst 2 andern seines ordens verfertiget. Endlich als die Wacht zwischen dem «uffgeworffenen Könige von Portugal, Antonio, dem unechten? und den Spaniern, welcher er von sirne zusähe, nicht allzuwohl für den ersteren Messe, kostete es dm Forerium, als einen eifrigen Portugiesen fast das leben, und zwar auf gleiche art, wie Eli nach der niederlag Israels von den Philijiern; Dann er stiesse seinen stuhl, worauf er saß, über einen Haufen, fiel darauf rücklings nieder, und erstarrte so gleich, daß er das leben ver- lohr, welches an. i; 8 o geschehen, da er nicht vielüber üo jähr alt war. Ausser den gedachten schafften hat man von ihm annier- ckungcn über den Esaiam, die ir kleinen Prophctm, den Job, Psalmen Davids, schafften Salomonis, das buch der weißheit, und Jesus Sirach, wie auch die ; übrigen grosse» Propheten, Jeremiam, Ezechiel u»ld Daniel, rc. uns 17°. n»-»«»,. Ne fcripr. Dom. §co„„ Mol. lkescr. * Lorerus / (Lanrentius) war von Lncern aus der Schweitz gebürtig, und trat in dem 20 jähre seines alters m die svcietak Jesu, da eb denn 6 jähr die Philosophie, und 9 jahrdie theologie aelehrct, auch etliche jähr die stelle eines Cantzlers anfder Universität zu Dillingen versehen. Er ist auch einige zeit u-Lo, bey dem in seiner geburts-stadt befindlichen coiicgio gewesen, und darauf bey dem Bischoff zu Augspurg beichtvater worden. Ein schlag- stuß beförderte seinen tod, nachdem er 78 mbr gelebet , und sich durch viel wider die Lutheraner herausgegebene schnfften einen grossen namen erworben. bwi, 8-1- borest« / (Iacobus Philippus)war eitt Eremit 8 . Augustmi, von Bergamo gebürtig. Er hat an. 14? 1 den orden angenommen und schned eine Chromck von der weit erschaffung an biß i;°; / unter dem titul, Wplemen-um ctironicorum, so m 16 bucher eingetheilet , nebst unterschiedlichen andern tractaten, darunter einer die vornehmen Ernstlichen Damen furstellet. Erhalte eine sonderbare veneration für den H. Nicolaum Tollentmum, durch dessen hulss er seiner meynung nach an. 1474 von der pest befreyet worden. E" starb an. r;i 8 im 78 oder 8 ; jMe seines alters als urwr m dn ZZ2 for kloster seines ordens. LcLr-'-ft.fle Icrlpt.ecclek. §« 5 eW-- L«». k^o^rL!, I>oAei-r>rrtr ^>c. * Lorestus / (Petrus) Cardinal , Vischoff zu Paris und nachmals Ertz-Bischoffzu Rouen , wie auch Eantzler von Franckreich, war von Suze ohmveit Mans, gebürtig. Nachdem er bereits das Nöthigste in den netten lkulliis und in der Philosophie in dem 12 jähre seines alters erlernt hatte, legte er sich auf die rechte mit solchem Nachdruck, daß er darinnen v»üor und vrokeiior wurde. Er lehrte selbige zu Orkans und Angers mit grossem rühm / weswegen ihn sein König, Philippus Valesius, als er nach Paris kam, zum Ge- neral-Advocalen,und an. 1)49 zum Reichs-Cantzler machte, nachdem er bereits vorhero von dem HertzogJohan in derNormandre zu einemCantzler,wie auch zumBischofsvonTournay ernenet worden. Vorgemeldter König gab ihm an. i; 50 das Bißthum zu Paris,und einige zeit daraufdas Ertz-Bißthum zu Rouen. In so hohen geist lichen und weltlichen würden unterließ er nichts / was zu Franck- reichs Vortheil dienen konte, und setzte sich dadurch in solchen credit, daß ihm die wichtigsten angelegenheiten aufgetragen / und jcmc vorigen clisrxen unter dem Könige Johanne bestätiget wurden, ^a dieser letztere König recommendirte ihn auch Jnnocentio VI / daß er ihm an. i;;6 den Cardinals-Hur ertheilte/ und ihn hierauf als viumium nach Sicilien schickte. Zwar schien sein gluck bey der gc- fangenschastt des Königs Iohanms etwas zu wancken; allein er suchte selbiges wiederum durch seine abreise nach Engelland / allda des gedachten Königs befreyung zu befördern , zu befestigen. Hie- rinnen gieng es ihm auch einige zeit wohl von statten; jedoch seine viel und aniehnliche stellen brächten ihm so viel neider auf den halß, daß er endlich aus Verdruß an den Pabstlichen Hof gieng / und sich zu Ville-Ncuvc ohmveit Avignon niederließ / woselbst er auch an. izüi im 56 jähre seines alters an verpest gestorben. QLU. Purpur, /e tiili. 6c§ Lvec^. ^ Lre'r-i/. snri^. oe k-lriz. Lall. clirilk. Lorestus / (Petrus) ein bcrühnitcr x^csicu;, war zu Alcmar in Nord-Holland an. 1522 aus einer alten und adelichcn familie gebohren. Er legte sich anfangs aufdie rechts-gelehrsamkcil/ und nachgebends/ aufeinrathcn seiner freunde, aufdie medicm. Den gründ zu dieser wiffeuschafft legte er zu Löven / hierauf besuchte er die berühmtesten Universitäten in Italien, von dar begab er sichckach Franckreich, und hielt sich lange zeit zu Paris auf, welches er aber endlich mit dem Umsätze »ach Pluviers zu gehen / um daselbst zu practiciren, glcichfals verlassen. Allein er konte dieser bedicnung kaum ein jähr vorstehen, so müsse er sich auf verlangen seiner eitern nach Hause begeben, allwo er seine wissenschafften zum besten seines Vaterlandes anwandte, doch nach 12 jähren müsse er dieses abcr- mal verlassen, da ihm die stelle eines «stadt-k^llci und ?cMclloiis zu Dclft aufgetragen worden. Daselbst brachte er sich durch unterschiedene proben seiner gcschicklichkcit in die 4° jähr lang grossen rühm zuwege, wodurch dann der Printz Wilhelmus von Orauien bewogen wurde, ihm aufder neu-angerrchteten Universität zu Ley- den die vornemste profcsiion der Medicin aufzutragen. Indem er aber sein Vaterland wiederum einmal besuchen wolte, starb er darinnen an. 0597. Man hat von ihm ol-iccv-cionum S: cucLliouuM mccüciksliuw '.idr, zr; cie cliirurßi» lib. z öcc. in vit. mcckicor. > 4 »^. l„bl. L6g. ^rt>. kLiLv. 1.1. llicstr. Lore; / eine Frantzbsische landschafft, welche den titul einer Grafschafft fiihret, und in Ober-und Nieder-Forez eingetheilet wird. Sie hat Lyonnois und Bcaujolois gegen inorgen, Burgund und Bourbomois gegen Mitternacht, Vivarez und Vellay gegen mittag, und sie berge von Anvergne gegen abend. Es ist eine sehr fruchtbare laiidschaffr, wird von der Loire, Lignon und einigen andern ftüssen mehr bewässert, und ist, vornehmlich wegen der darinnen befindlichen vielen Adelichcn Hänserund arbeitsamkcit derein- wohncr dcrülmt. Es sind darinnen § ämter, Montbrison, die Haupt-stadt, Bourg-Argental, Chauffour, 8. Ferriol und Roanne, nebst andern ecringen stadten. Die Frantzösischcn scribenten gcdcn- cken um das j«hr 1070 der Grafen ,jo von Fore; den titul gesubrct; wie dann um selbige zeit Wilhelm, Graf von Lnon und Forcz, bekannt gewesen, so nachmals an. 1096 mit Godofredo von Bouillon »ns gelobte laid zog. «Leine nachkonimen haben sich auch darinnen biß an. 1527 erhalten. Um selbige zeit aber wurde die Grafschafft Forez Ludovicä von «Lavoycn, des Königs Franciscil mutcr, durch einen Parlaments-schluß zuerkannt,welche sie unter gewissen bedingungcn hrein söhne wieder abtrat, der sie mit der crone vereiniget. Vorzeiten ist sie von den Segusianern bewohnet worden. Kill. tc l.)N>>. ?r<^ ckroirs 6u U»v. tiill. 6e vorcr. Foraacz/ Forgatsch / ein Gräfliches geschlecht in Ungarn, welches von dem in Siebenbürgen gelegenen schlösse Forgacz den «amen hat, und von langen Zeiten her in grossem ansehen gewesen. Blasius Forgacz hat dem Könige Caroloaus Neapolis an. 1,86 zu Ofen über der tafcl den köpf mitten von einander gespalten, ist aber nachgehends von des entleibten parthey auf einer reise niedergemacht worden. Dahero soll es kommen, daß man, so offt einer von dieser familie zu dem König kommt, ein blosses schwcrd auf den tisch leget, und solches nicht eher wegnimmt, als biß derselbe sich wieder entfernet. Emeritus, Graf zu Trentschin, stund bey dem Kayser Rudolpho II in grossen gnaden, und vermahlte sich auf dessen Vermittelung mit Sidonia Catharina, einer verwittibten Hertzogin zu Teschen und gcbohrner Printzeßin von Sachjen-Lau- enburg. Franciscus war Cardinal, Ertz-Bischoffzu Gran, und an. iüoü eine Zeitlang Stadthalter in Ungarn. Sigismundus starb an. 16,9 als Kayserlicher General, und?»>»«»»» j» Ungarn; Ni- for colauS aber war um das ,ahr 16z 4 Kayserlicher General und mendant zu Cassow. Adam that dein Kayser, als GeneralVei^ marschall-Lieutenant,vortrefliche dienstezallein da an. i66z die^iss- cken vor Neuheusel, worinnen er die stelle eines Commendan m vertrat, gehen,vollen, rückte er ihnen entgegen, hatte aber das Unglück , daß er gantzlich geschlagen, und nachgehends die festuna m übergeben genöthiget ward. Er gerieth darüber bey seinen mißvergnügten landsleuten nicht allein in verdacht, als wenn er den Ungarischen Adel mit fleiß aufdie schlachtbanck hätte liefern müssen, sondern kam gar, wiewol auf eine kurtze zeit, in arrest, weil man ihn beschuldigte, als wenn er vor 60000 ducaten dem feinde den ibm anvertrauten platz in die Hände gespickt hätte. Zu ansang des 18 stculi war einer aus diesem geschlecht, der vorhero dem Kayser ae- dienet, commandirender General über diejenigen, so es mit dem Ragoczy hielten, und an. 17°; war Simon Adam Kayserlicher Cammerherr. orww. pk. i. I. lo. 9. I,r 8cll>ef. rliron. Lo»/». res UunZ. ss, i,i. inll. cllron. Lorget / (Johannes) ?rel>llent LU Monier bey dem Parlamente zu Paris. Gleich anfangs wurde er ein Mitglied des gedachten Parlaments, und hierauf an. i z 74 i-rcllöcm 6c; entern. Der König Heüricus III brauchte ihn zu verschiedenen angelegenheiten, und sein NachfolgerHenricus IV hatte nicht weniger Hochachtung vor ihn. Dieser ertheilte ihm an. i z 9° die würde eines Präsidenten »u sortier, wie auch eines obersten Raths des Hertzogs von Ven- dome und der übrigen linder, welche ihm die Gabriele von Estrces gebühren hatte. Im übrigen aber war er ein grosser liebbaber der gelehrsamkeit und beschützen der armutb, welcher zum besten er in seinem testamente 100000 psund verordnet. Er starb an. i6n im 72 jähre seines alters. Sein bruder, Petrus Forget, der unter dem namen des Herrn 6- Fresne bekannt,wurde Staats-Sccrerarws. nachdem er bereits vorhero unterschiedenen bedienungen mit grosser treue und klugheit vorgestanden. Der König Henricus UI schickte ihn mit dem character eines Ambassadoren um das jähr 1589 nach Spanien, und dessen Nachfolger Henricus IV vertrauere ihm sehr wichtige angelegenheiten. Doch begab er sich an. 1610 seiner würde, und starb wenige zeit hernach. L/EL^liiü.6es?rell6.6ei>»rir. cktt Nick. 6c5 lccc. 6'Lt-r. Lorli / lat.sorum l.ivii, eine stadt in Romagna, gehört unter den Pabst, und hat einen Bischöflichen sitz, welcher dem Ertz-Bi» schösse von Ravenna untcrworffen ist. Es ist ein wohlgebauter und lustiger ort an dem flusse Ronco, zwischen Cessna und Faenza gelegen , und hat zu ihrer beschutzung ein castell. Die dom-kirche ist wegen der capelle der heiligen Jungfrau berühmt. ^Lett-tzeLr.irsi. Kill. I. 6. öcc. Lorlimpopoli/ lat. rorum ?c>mpiili oder ?opii!i, ein ort in der Italiänischen provintz Romagna, zwischen Forli und Bertinoro, gelegen. Wobey zu mercken, daß die Römer in einer jeden ihrer provintzien gewisse örter zu bestimmen pflegten,dahin die versichere der Provintzien zu gewissen zciten kommen neusten um die obschwe, bende rcchts-händel zu schlichten, welche dann hiervon gemeiniglich den namen kc-rs bekommen. Man hiesse auch also die städte oder flecken, allwo für die »inliegende gegenden märckce angeleget waren , wiewohl bendes sehr offc au gleichem ort geschahe; daher finden wir auch so viel örter mit dem namen korum in allen denen landen,da die Römer gehenschet haben. Es befindet sich ein schloß daselbst, und vor zeiten hat auch ein Bischofs allda residiert, dessen sitz aber an. i z 7s nach Bertinoro verleget worden. //§l. 9.179. Dc/rc. 4 c 9.14. Nick. 6e korllmpopoli. * Formentera / eine Spanische insul auf dem mittel-meer, so von den Lateinern c»iubc->ri-», von den Griechen aber opkiuk ge- nennet wird, und eine grosse menge wilder esel hat, die so schwach sind, daß sie nicht die geringste last ertragen können , sondern sich stracks niederlegen, so bald etwas auf sie gelegt wird. Dannenhers die Catalonicr alle faule und müffige leute Formenterische esel zu nennen pflegen. in mss>. ssOKNIL, ein zu der Römer zeiten sehr berühmter und wegen seiner unvergleichlich anmuthigen gcgend sehr starck bewohnter ort in l.»ric> k4ovc>, allwo unter andern Cicero ein schönes land-gut gehabt. Martialis streicht ihn treflich aus in dem c-rmmc, dessen O cemperar^Lilllce kvrmiL lircur. DeAn erster erbaut soll Antiphancs, ein König der l..?iin8°num.gcwesen seyn, und anfangs soll es ktormiL gehelssen haben. Heutiges tages siehet man nur noch die rullcrL havon öey der stadt Mola in der Ncapolitam- schen provintz,»crcg 6l i.Lvorc, genannt, siehe Mola. cic«^. c/ttä ckc Lormosa / eine insul aufdem occ-n° ori-m-ii, so gegen die kästen der Chinesischen provintzen Fokien und Quantung, und die nord-seite der Philippinischen insul lieget. Die cimvohncr nennen sie Gab Avia, einige auch Lalliochu, die ChiuessrPac Ando, die Portugiesen Lequio, und die Spanier Formosa, wegen der stuchl- barkeit und schönheit des bodens. Sie ligt 24 weilen von China, vonJapan aber 150,und hat ohngefehr i zo weilen im umsange.irs ist darinnen ein grosser Überfluß an zimmet,ingber,zucker,rcG cocos lind andern spccereyen, wie auch an vieh, und wird in; inniln eingetheilet. Die cinwohner leben unter einer freyen Republic, uno übergeben das stadt-regiment 12 Raths-Herren, die alle r iayre verändert werden. Sie scheinen zwar wilde leute zu ssyn, ssvocy sind sie in der that sehr höflich, freundlich und klug. Die mann» gehen des sommers gantz nacket, die wciber aber tragen zu Mjer zeit gantz leichte kleider. «Lie lieben sehr das wald-lcben, und ergeben sich meistentheils der hirsch-und wilden schweins-iagt, davon for Üe die ftlle und das gedörrte fleisch den Zangleys verkauffen , welkes Chinesische kauff-leuthe sind/ dte sichln den Philippinischen in- Mn niedergelassen. Die gebrauchen weiber zu priesterinnen, welche alle stücke ihres Heydmichen gottesdienstes verrichten. Ihre leibes-übungen bestehen darinnen, daß sie mit bogen und wurff- ibjessen sehr geschickt umgehen können , und im schwimmen niemand leichtlich weichen; desgleichen sind sie schnell auf den süffln , daß sie auch ein pferd aushalten. Im übrigen ist die insul den erdbebm sehr unterworffen. Die Haupt-stadt darinnen ist Xter- netsa, alsdenn Bigno, und 4 andere stadte auf den dabey gelegenen und darzu gehörigen insul»/ wie auch die vestungen Farbrou, Qui- lam und Tamsuy / so von den Portugiesen erbauet worden / die sich zuerst allhicr niedergelassen / und sie bis an. ,6z? inne gehabt haben. In diesem jähr wurden sie von den Holländern herausgetrieben/ welche die insul mit ihren colonien besetzten / und von dannen mit vjeh-häuten / Hirschgeweihen und büffel-hörnern versehen wurden , deren sich die Iapaneser und Chinescr in ihren manufacturen wohl zu gebrauchen wissen. Desgleichen hofften sie auch von einem neuen gold-bergwercke grossen nutzen/ft/ daß sie glaubten/ es würde ' solches zur Unterhaltung der Indianischen Handlung genugsam, und kein weiterer zusatz aus Holland nöthig sey» / allein der König Coxinga von China / welcher sich in die benachbarten insuln retiri- rch nachdem die Tartarn in China eingefallen / belagerte an. 1661 Tayoan, und vertrieb nach croberung dieses orts alle Holländer aus der gantzen insul / welche so dann einige geringe kons in den nahe bey Forinosa gelegenen insuln aufbaueten. Theovan oder Tayoan und das ton Zecland liegen auf einer kleinen insul / die ungefähr 2 weilen lang und etwa eine viertel-meile von Formosa westwärts entfernet ist. Das K>rc ligt ohnweit über der stadt / und hat 6 bastenen/ da des Gouverneurs Wohnung / die zeug-häuser und andere aebäudc mehr zu finden / so mit guten mauren umgeben sind. Die stadt wird von vielen Chinesischen kauff-leuthen bewohnet - und ihr haven ist allezeit voller Chinesischen schiffen / die Zounks genennet werden,wohin sie dann ihre Waaren, allerley seidene und wohlgear- beitete zeuge, zusammen aeschmeltztes gold und einige porcellanene geschirre bringen. Es sind m die zsoos Chincser aufdcr insul und in Theovan, welche das selb bauen und zucker machen. Diese Chi- neser sind keine Christen, glauben aber doch der steten Unsterblichkeit , ein himinel und Hölle. Este bäten hauptsächlich 4 götter an, worunter der erste die mittägliche und der andere die mitternächtliche gegend der welt regieren, die übrigen r aber den feld-sthlach- ten vorstehen sollen. Daß die insul so vielen erdbeben unterworffen ist, schreiben sie dem zorn des teuffels zu, welchem sie deswegen zu opffern pflegen. (Die einwohner wurden vor alters durch einen König, den sie Baqalo nenneten, beherrschet, alsdenn um das jähr i;io überfiel ein Tartan scher Kayser diese insul, und blieb nebst seinen Nachfolgern 100 jähr in ruhigem besitz davon, da sie sich des Tartarischen joches entschütleten, und bey 70 jähr unter einem eingebohrnen Printzen lebcten, zu welcher zeit sich die Engelländer, Portugiesen und Holländer daselbst etablirten , bis endlich Merya- andanoo, Kayser von Iapon , diese insul mit list unter seine both- mäffigkeil brachte.) Was allhier eingefaßt stehet, ist aus Psalma- naazars Frantzösischer beschreibung hergenommen; es dienet aber zum bericht, daß diesem buch im geringsten nicht zu trauen, weil es eine ledige fabel ist , und eine solche Person zu seinem-uM«re hat, die nur die geringste wisscnschafst von der beschaffenhctt Formosa oder der nächst-gelegener gegenden nie scheinet gehabt zu haben; mandarffdessen zur prob nur die schöne Formosanische Universitäten ansehen, worinn nach diesem neuegebackenen Orientalischen reiß-beschreiber die alte Griechische und Lateinische suetE sollen vorgelesen werden ; wie auch die schöne kleider-moden dieser insul, weichefast eben diejenige vorstellen sollen, so in den leisten zo 1 ahnn am Frantzösischen hoff in Übung gewesen sind. Inllisnilcllc reite. * Formosus/ ein Pabst, war vorher Bischoffzu Porto in Hetru- rien, und wurde von dem Pabste in die Bulgarey geschickt, selbige einwohner zum Christlichen glauben zu bringen. Inzwischen entsetzte ihn Johannes VIII seiner Bischöflichen wurde, darzu ihm aber von Marino wieder verholffen wurde. Endlich besttg er an. 8s 1 den iy sepr. den Pabstlichen stuhl, den ihn aber an. 8yü den 4 apr. der tod zu verlassen nöthigte. Gleichwie er nun in seinem leben grosses ungemach von den Römischen bürgern erdulten müssen , also wurde auch nach dem tode seiner nicht mehr geschonet. Denn sein Nachfolger aufdem stuhle, Stephanus, ließ ihn wieder ausMben,auf den Päbstlichen stuhl setzen,nach diesem seines geistlichen Habits entkleiden/und mit einem an den hals gehängten stein in die Tiber schmeissen. Er erklärte auch alle äec,-»,die er gegeben hatte, vor nichtig. Man hat von ihm 2 evisteln in dem y romo Lon. ciiiorum psß. 4-8, wiewohl Papebrochius dafür halt, daß die letztere , deren überschrifft an die Visthöffe in Engelland gerichtet, ein bloses gedichte sey. Bey dem Flodoardv kan man auch emen aus- zug von einigen andern seiner briefe lesen. l. 7 bitt.c.7,8. llilt. I^emenk. I. 4 c. r,;. consr. sä ckron. ?om. LN. 866, 874, 8-oteg. , waren gewisse feste bey den Römern, die btumr Uompilius der Göttin kornsci , so über die ösen bestellet war, zu chren eingesetzet hatte. An diesen fest-tägen wurden gewisse ku- chen gebachen, und vor den ösen ein opffer verrichtet. Die ciE od'w zo quartier der stadt Rom pflegten eine jede absonderlich dieses fest zu feyren, weilen wahrscheinlich ist, daß eine jede curiL chre sonderbare backöfen hatte. Der curio^-ximus oder vornehmste P riester aller dieser quartiers (welche sonst eine jede für sich einen eurioaem hatten) muste dieses fest anstünden ; der tag aber wurde > for 222 i^k^?"RImeisteren vder dem vr-rore Url,-n° gesttzet. ^ >2. K-ss». -ine. rr°m. i. 4 . c. 6. tSAm. Snii«z.8.om»n. ..forste/ eine stadt und Herrschafft,nebst einem schloß und Türsi- Kleber-Lausitz and^er Misse,zwischen Guben und Movka, gehöret dem Hertzoge von L-achsemMerseburg. Den na- men hat es von den grossen waldern, damit es versehen ist, doch kan leinen Urheber nicht eigentlich wissen, ob man gleich vermuthet, daß aüberett im io seculo ein zimlich beruffenerort in dieflr gegend gewesen. Die Herrschafft hat bereits im i; seculo den Herren von Bleberstein gehöret. Johann von Biederstem ist an. 14m im begriff gewesen, die stadt in eine ring-mauer zu schliessen - doch dre damals angehenden Hussitischen troublen hinderten es, bahero solche nch des orts leicht bemächtigten und ihn nebst dem schlöffe ruriurten. Wenceslaus und Fridericus gebrüdere von Biederstem , bemuheten sich um an. 1478 der äusserst verderbten stadt und Herrjchafft wieder aufzuhelffen,brachten auch derer von Tzesch auf Amptitz, Balthasars und Caspars , wegen des gebrochenen land-friedens confiscirte güter käuflich dazu an sich. Ihre nachfol» ger legten an. 1 ? 21 ein neu schloß an, und behielt ihr geschleckt diese Herrschafft bis an. 164.- Ulrich Wentzel von Biederstem ohne mannllche erben mit tobe abgieng,da diese Herrschafft an das Chur- hauß Sachsen hetmsiel,und nach Churfürst Johann Georg« I tode an die isachsen-Merst-burgische linie oder hauß kani,dahero anietzo Hertzogs Philippi von Sachsen-Merseburg zu Lauchstett, so an. 1690 gestorben, hinterlassene gemahlin, Louyse Elisabeth, aufdem vor sie neuerbauten schlösse rcjrdirt. An. 1620 wurde die stadt Forste bey nacht von den Lächlischen trouppen erstiegen, die darin» gelegene Jagerndorffische völcker MarggrafGeorgs überrumpelt, und die stadt dabey meistens geplündert. Nach der Leipziger schlackt suchten sie die Kayscrlichcn dann und wann heim, an. 1640 aber wurde sie von den, Schwedischen General Stallhanzsch und an. 1642 von dem Obrist-Lieutenant Wancken ausgeplündert. Die Herrschafft wird durch emm Amts-Hauptmann und Amtmann in justitz-sachcn versehen; so ist auch ein c-m6stonum über die ccc>«- lisstics bestellet,welches aber mit den Grafen von Promnitz ^ricttis der Herrschafft Pforten commu» ist; und solche bcschaffenheit hat es auch knit dem steuer-westn. /..-»-onl. mcrctcw. ?. z. x. zz öe 67. beickreill. ller I.Lullx. popogr. 8sx. llip. Forsteck/ ist ein in dem Canton Zürich aufeinem felsen, in der alten Freyherrschaffl Sax, unterhalb der Grafschafft Werdenberg gelegenes vestes schloß. Die Freyherren von Sar waren vor alters Herren darüber, die Appenzeller aber haben es ihnen an. 1405 ver- brandt; es wurde doch bald wiederum aufgehauen,wie dann Freyherr Ulrich an. 1488 mit den Schlössern Forsteck und Bürgten im Thurgöw burger zu Zürich worden ist , dessen geschlecht an. 16z; mit Christoph Friedrich abgestorben, nachdeme schon vordem an. 161; Friedrich Ludwig die Freyherrschasst Sax und Herrschafft Forsteck der stadt Zürich verkaufst hatte, die mmmehro einen Landvogt auf das schloß setzet. >. p. i. ,4 ^>. 1,7. b. Äm/exlle ttelv. I. r p. 695. merclcw.P-7A. * Forsterus / (Johannes) wurde zu Augspurg an. 149; geboh« ren. Nachdem er zu Jngolstadt Reuchlinrun einige zeit gehöret, begab er sich nach Leipzig und von dar nach Wittenberg, allwo er voctor tiieoioAlL und krukcllor der Hebräischen spräche worden, auch an. iz> 6 gestorben. Er hat Luthers bey Übersetzung der bibel hülfliche Hand geleistet, und ein Hebräisches wörter-buch verfertiget. vit. fflleol. rkezrr. sllllit. sux elog. rom. Forsterus / (Johannes) wurde an. 1576 zu Aurbach, einer kleinen stadt in Sachsen, gebühren. Nachdem er zu Schneeberg in der Lateinischen , Griechischen und Hebräischen svrache guten gründ geleget, begab er sich an. 1 ?9l nach Leipzig, wurde an. 1 zy? rvlLgillcr pkiiowpkin, an. 1600 gekrönter Poete, und noch dasselbe jähr Sonnabends-Prediger in letztgemeldter stadt. Das jähr dar- aufwurde ihm das «.--Kor-r zu Schneeberg, und an. 162; die ober- pfarrey zu Zwickau aufgetragen, welches amt er auch in die; jähr qeführet. Allein als er inzwischen zu Leipzig durch lesen und dsspu- timi zu erlangung des voAor Huts das seiiüge gethan, wurde er nach Wittenberg beruffen,daselbst die thevlogie zu lehren. Von dar meng er an. iüiz nach Mansfeld, und trat daselbst dre stelle emes General-Superintendenten und Präsidenten des c°"Eor,i an, welche er aber wenige zeit bekleidet,indem er noch m besagtem jähre gestorben. Seine schafften sind, probiem-ma- -t>sol»Z>- corum; Orerterus csIumniLcor öc nuZivencluIus; rrsärätus Us Lon- ciliis; rlieiauruz c^tccNericus; commcnrsr.mLiLiÄM z N4 Nomili« ur Lxollum Lc. in rllcacr. eloxes tom. i. forsterus / (Valent.) ward zu Wittenberg an. n zo geboh- rest) und legte daselbst den gründ seiner studien bey Melanchthone und Ebero, lind in der jur>rprucl>-n2 unter Hieronymo Schurffw, dlleraiif wandte er stch nach Franckretch, wo er er stch mit den berühmtesten Juristen bekannt machte, und vor die Studenten Teut- lcber nation, und derselben religions-freyheiten viel muhe und ge- fabr über sich nahm. Als Franckreich hierauf mtt Spamen m kriea verwickelt wurde, ist er mit vielen andern Studenten demsel- ben^nachaezogen ; nachdem er aber dieser lebens-art bald über« d^üssch worden,hat er Italien und Spanien besehen, und m diesem Reiche des Admiranten von Castilien söhn eine zertlang mformi- W er, aus gefahr, in die inquisitron zu kommen, ferne ruckkehr Tt z N4 for beschleuniget, auf welcher er zll Bourges an. i;zy unter Donellv den voüor-hnt erhalten. In Teutschland hat er anfangs die rechte vor sich zu Wittenberg und Jngolstadt,nachgehends aber öffentlich und zwar von an. 1569 zu Marpurg/ von an. 1580 zu Heydeiberg, und von an. 1595 als Occiinsciu- zu Helmftädt gelch- ret, wo er auch an. 1608 im 79 jähre seines alters verstorben. Er ist ein mann von sonderbarem gedächmiß gewesen, und hat in civil- dingen jederman gedienet, itt criminal-sachen aber nie sprechen wollen. Seine schrifften sind : commentsrius lle succcilione sk inrc- üsro; Klitoris juris civilir Komsni öcc. tÄL )<7korum klelmkscl. Forfterus/ (Valentinus Wilhelmus) des obigen Valentini söhn, war zu Wittenberg Professor, und starb daselbst an. 1620 im 46sten jähr seines alters. Man hat,von ihm rsrion-s f-u- llrlcr; trsÄsrionem)ullinisr>csm ; psrrrikls in psnllcÄ. öcc; ri> cponvrnul. LerWr»»» in Kitt. liic. leLt. Z c. 4. Forstmeister von GelnhaUsen, siehe GelnhaUsen. Forftnerus/ ( Christopborus) wurde an. 1598 gebohrett, und gab im 19 jähr seines alters seine Kvpvmnem-rs pokrics heraus. Nachdem er sich einige jähre zu Tübingen aufgehalten,gieng er nach Wien, und kehrte nach z jähren wieder nach Tübingen, allwo er z jähr verharrte, und sich darauf in Italien begab. Hier blieb er ebenfalls z jähr, und legte mit einer rede, darinnen er dem Doge zu Venebig, Johanni Cornaro, in namen der zu Padua stn- dircnden Teutschen, zu dcr erlangten Hertzoglichen würde gratü- lirte,solche ehre ein, daß man ihn in den Ritter-orden 8. Marci aufnahm. Nach diesem reisete er in Frankreich, und von da wieder nach Wien. Zuerst ernennte ihn der Graf von Hohenlohe zu seinem Rath und schickte ihn als Gesandten nach Wien, und aufden Neichs-tag zu Regenspurg; da er aber nicht viel über ein jähr in diesen diensten gestanden,ward erMümpelgardischer Vicc-Cantzler, und nach ; jähren Cantzler, führte sich auch bey dem friedens- schlusse zu Münster so wohl auf, daß ihn der Kayferliche wenip«,. rcnrisnu-, Grafvon Trautmannsdorff, dem Kayser zum Reichs- Hof-Natb recommcndirte. Bey herannahende», alter suchte er feine erlassung, die ihm aber fein Herr nicht geben wolle, vollsten zogen ihn auch fremde Potentzcn in wichtigen affairen gar »M zu rathe. Seine besten briefe hat er dem'Baron von Boineburg ge- schencket, und ist an. 1667 den 28 oct. gestorben. Seine schrifften sind clc principalu likerii; k^pomncrnscum pokricoruni ccncnris; N0!L pnkkics- sci Lorn. Iscikuin ; omiilvriim likcr; epigoiLneßoliuiN pac >5 Oinsbrugo-Klonsllcricnl!!! conccrnenrss; epiltals spologcrica Slj amicurn conrrs secrckl icmcrsrorcs, ä:cpillolsNc mocicrno Imperii llan:. rnemor. pkilok clcc. 8. l- Fort/ (Franciscus Jacob) war von Genf gebürtig,und hatte sich in feiner jugend zu der kauffmannschafft begeben, welche er bey einem kauffmann in Amsterdam erlernen sollen. Die wunderlichen kas, so er in der Handlung gehabt,bewegten ihn, sein gluck unter fremdem Himmel zu suchen. Danncnhcro er auch an. 1680 nebst noch 2 cammeraden über das weisse mcer nach Mofcau gieng. Jedoch ließ es sich auch hier nicht gleich so an, wie er es wünschen mochte, indem er es nicht höher als zu der rks^- eines Capitains unter den Russischen trouppen gebracht hatte. Endlich ereignete sich eine gelegcnheit, daß er die gnade des jungen Czaars erlangen und sich hierdurch den weg zu seiner darauf erfolgten grossen cbre bahnen tonte. Denn an. ,68; erregten die Streichen einen aufstand, bey welchem die pcrson des jetzt-regierenden Czaars selbst in gefahr war. Printz Boris Alericwiz Galticzin nahm den damals noch sehr jungen Czaar auf den arm und brachte ihn in das kloster Twitsky. k- Fort befand sich unter denjenigen Ossi- ciers,welche das cl-rsckemcmsso dein Czaar in dem kloster zur wache dienen solte, commandirten. Sein verstand nnd »nivick brachten ihm bald die liebe des Czaars zuwege,welcher ein grosses vergnügen an seinen gesprächen fand, indem er sich die bcschaffenheit auswärtiger lander, ihre kriegs-disciplin, rcichthum und andere vorzüge erzchlen ließ, wodurch dem Czaar, so damals kaum das 12 jähr erreichet hatte, ein sonderbarer trieb eingcvffantzct wurde, welcher zu der bekannten kostbaren grossen gcsandtschasst an die auswärtigen Europäischen Höfe alllast gab. In derselben befand sich auch ie Fort und zwar als Principal-Gesandter, welcher kurtz vorher zum General-Lieutenant und Admiral der flotte ernennet wurde, ohnge- achtet derselbe niemals die m-rinc gclcrnet hatte. Er war Czaari- fcher k-rvoMc und hatte an den grossen vermiderungen in dem Russischen Reiche theil. Er eröffnete den fremden den weg nach Mofcau,und wüste sich der gnade dieses Monarchen bis an sein lebens- ende dergestalt zu versichern, daß ihm die hinterlistigen Nachstellungen feiner feinde und neider zu keinem Nachtheil gereichen tonten. Denn der Czaar hielt dafür,daß er bey damaliger sehr gefährlichen reise fast niemand als diesem manne trauen dürsste. Er war der Rcformirte» rcligion zugethan, und bezeugte auch in derselben einen zimlichcn cyfcr, seine gemahlin aber war Catholisch, mit der er nicht zum besten lebte. Er hinterließ einen eintzigen söhn, den er 4 jähr vor seinem tode nach Genf in den ckuckiz und cxci-c'mr sich zu üben schickte. Die gewogenheit des Czaars ließ sich in vielen ge- legenheiten blicken, insonderheit nach des ic Fort tode, welcher den 12 (2) mertz nach einem 8 tage ausgestandenen sehr hcfftigen hitzigen siebcr in dem 46 jähr stines alters erfolgte. Der Czaar bedauere diesen todes-fall so hoch, daß er auf erhaltene Nachricht von seinem hintritt vonWaroniz, wohin ersieh den schiff-bau zu betrachten begeben hatte,alsobald nach Mofcau zurückkehrte und innerhalb 94 stunden 128 Werste oder Russische meilen zurück legte. Bey dem anblick seines leichnams konte sich der Czaar der thränen nicht enthalten; Er wurde auch mit aller ersinnlichen ehre zur erde bestattet. sor Fortaventura/ eine von den CcmarisHen insuln, Mt am nächsten gegen Bilebulgerid , und gehört den Spaniern. Sie bat die so genannte wolffs-insul gegen suden und Canaria gegen osten- ihr umkreist ist ohngefehr 70 meilen,die breite aber unbeständia. daß sie sich in der mitten nichtuber 4 meilen erstrecket. Sie ist an 141? durch einen Frantzosischen Edelmann les» ö-Bethencourt entdeckt worden. Es sind keine statte, sondern nur etliche schlechte dörffer daraufbefindlich. " Forth oder Frech /.einer von den grosten flussen in Schvttland- welcher in der Grafschafft Menteith nahe bey Logh-Lowmond ent- springet. Er fliesset unten bey demselsen vorbey,woraufdas castell Sterlin stehet. Eben daselbst gehet eine schöne brücke über, welche wegen der grossen Niederlage,so die Engellander von William Malus erlitten, bekannt ist. Von dar läufst er durch die gedachte Graf, schafft und kömmt bey den grantzen von Menteith zu der so genannten Tyde,welches ein sehr fruchtbar thalist, so vor zeitengantz Und gar von berste bedeckt gewesen. Diese zurückweichung der sie von dem letztgedachten thale soll um eben dieselbige zeit geschehen seyn , da einige den Holländern zuständige insuln nahe bey Wal- cheren, allwo man noch bis setz» die spitzen von einigen kirch-thür- ne« über das wasser vorragen siehet,überschwemmet worden. Von dem Ursprünge des Forths bis an dessen ausfluß bey 8- Ebbs sind ohngefehr 90 meilen, und bey Leith ist er z meilen breit. Dieser fluß oder vielmehr see-arm ist mit vielen schönen städten sezieret, und hat auf beyden feiten den volckreichsten theil von gantz Schott land. Qcksrmlckres Orols- Nricsnnien. Fortiguerra / (Nicolaus) Bischoff zu Theano, wurde von Pio II an. 1460 zum Cardinal gemacht, welcher ihn vorher» als l-egsruni nach Neapolis abschickte, um daselbst mit Ferdinands von Aragonicn wegen den bedingungcn, unter welchen er die mve« ttirur von dem Königreiche Neapolis empfangen solle, zu handeln. Er war in dieser Verrichtung so glücklich, daß Benevento und Ter- racina dem Römischen stuhle unterworffen und zugleich eine hey- rath zwischen Antonio Piccolomini, des Pabst Ntpoten nnd Fer- dinandi enckelin, welcher der König das Hertzogthum Melfi und die Grafschafft Cellano zum braut-schatze mitgab, Misstet wurde. Als er hernach General über die Pabstlichcn trouppen worden, eroberte er von den Malatesta, so dazumal sehr mächtig waren, Fans nebst verschiedenen andern Plätzen beydes in Romagna und >Mar- ra cl'Ancona, und nöthigte sie,um friede zu bitten. Nach Pii II tobe trug ihm dessen Nachfolger Paulus II das commando wider Franciscum und Deiphöbum, den Grafen von Anguillara, anf, welchem er innerhalb 15 tagen 10 bis 12 städte wegnahm, Fran- cistum, des Deivhobi bruder gefangen bekam, und den Grafen aus seinem lande vertrieb; Endlich starb er an. 147; im jähre seines alters, nachdem erSixtum IV erwählen hclssen. cowmenr. I.:. r l. 6. ONconi«« e^c. Fortins oder Starck / welcher unter dem namen Joachim Fortii Ringelbergii bekannt ist, war gebürtig von Antwerven, und lehrte die sprachen und die Philosophie zu Lösen, Paris, Orleans, Bourdeaur und andern orten. Gleichwie er ein guter Kt-rK-mar,- cur war, also erlernte er auch die Mahlerey, kuvfferstecher-kunst und andere künste, welche mit diesen .verwandt sind. Er war mit den berühmtesten seiner zeit Erasmo, Ovorino, Hyperio,rc. bekannt, und starb um das jähr i;; 6. Man hat von ihm isrionc ä-sc-nä, likcuin; clegzurisr; äe usu vocuni, gUL non tleäiunrur; llc conic»' kenllii verliku;; vsria cjirlcAics öc rkcrorics ; lpksrrrii; inünmiomr slwonomicss; colmvArspkism; cle cempore librum öc rsbulsm opn- ccn; cksos mskkemsricum; grickmeticsm ; sltrolo^ism cum msnris o c. ir ^nkonino c. 7. ^ L- v- I- 4 c. >8. 6n"e>-. inscript. §2/-«-vr^r snci-;. iiom. * II^8GI-L' siehe Canarische insuln. ^ortunatianus / (Curius) ein alter geschieht - schreiber, von welchem Julius Capitolinus in dem leben der Kaysere Mari- Miii und Balbiui meldet, daß er eine vollständige Historie aufgezeichnet habe. c«/«»-. sä ll,ü. wc. fortunatus / Patriarch von Grado, war zu Trieste von vornehmen eitern gebohren, und nachgehend,? in seinem Vaterland Bischoff worden. Nachdem an. 802 sein vetter Johannes, Patriarch von Grado, auf beseht des Doge von Venedig, Johannis Galbanii, oder' Galbaji, welchen er wegen stillen bösen thaten ge- strM hatte, sich von einem thuen hatte müssen herunter stürtzm, !„id also tödren lassen, wurde er an dessen stelle zum Patriarchen von Grado erwählt, und cmpsieng von dein Pabst Leone III das pziiium. Bald hernach reistte er aus eigner dewegung, und zugleich auf inständiges anhalten vieler anderen, nach Franckreich, um daselbst vom Kaystr Carolo J-I., der ihm sehr wohl wolle, wider gedachten Doge hülste zu erlangen ; da denn auch der Kay- serliche Pnntz Bipinus mit einer ansehnlichen armee zu solchem ende abgefertiget wurde. Jnumttelst brachte es Fortuna« bruder, Obelerlus, dahin, daß man Johannem Gaibanium an, 804 absetzte , und ihn hingegen zum vog? machte. Hierauf kam Fortu- mtus, nachdem er vor sich und seine kirche von dem Kayser viel ehre und MvH-gia erlanget, wieder zurück in Jralien. Daselbst fand er, daß Johannes Diaconus fleh in den besitz des i^er^i cams zu Grado gesetzt. - Denselben ließ er zwar in ein gefängnisi bringen ; allein er entkam, und flöhe nach Mantua zu dem abgesetzten voze, welcher bey dem Griechischen Kaystr Nicephoro beystand suchte, auch so viel auswürckte, daß selbiger seinen General Ni- cetam ihme zum besten auseommandirle. Unterdessen hatte zwar Fortunatus, (wie einige geschicht-schrciber melden) die ehre, daß, nachdem sein bruder Obolerius dein wider ihn aufgewiegelten volck hatte entweichen müssen, ihme nebst Beato und Valentins, gleichfalls seinen brüdem, die rcgierung der Venetianischen land- schaffc aufgetragen wurde. Da aber die Aliiantz mit Bipino wider Nicephorunr nicht nach wünsch ausschlug, begab er sich aufs neue in Franckreich, und blieb viel jähre daselbst. Dieses verursachte , daß die von Grado an. 809 Johannem, Abt von Sän Servolo, zu ihrem Patriarchen ernenneten. Fortunatus ließ sich inzwischen angelegen seyn, erstlich Caroium L- 1 . und hiernächst auch Nicephorum zu einem frieden zu bewegen, zu welchem ende er in eigner person nach Constantinopel reistte. Nachdem nun endlich durch seine Vermittelung ein vergleich zwischen beyden Kayseren und den Venetianern erfolget, nahmen thue die von Grado zum andernmal als ihren Patriarchen an, und der bisher diesen titul gesühret, begab sich wieder in sein kloster, welches ungefähr an- 8-8 geschehen. Drey jähr hernach wurde Fortunatus den Kanser Ludoruco vm angeklaget, daß er mit dessen fcind,, dem König Lmbevisio von Ungarn, in einem geheimen Verständniß lebte. An statt aber, daß er auf die ergangene ci»ci»n hätte erscheinen und sich verantworten sollen, gieng er, aus furcht vor der macht seiner Widersacher, nach Constantinopel. An. 824 kam tt von daimm mit den Abgesandten des Griechischen Kaystrs Michaelis nach Franckreich, da ihnen Ludovicus Mus zu Rouen au- dienk ertheilte, und Fortunato auferlegte, daß er seine Unschuld zu Röm bey dem Pabst darthun solle. Allein, ehe er sich auf den weg machen kunte, wurde er an. 82; mit einer kranckheit überfallen, woran er auch starb, nachdem er so wohl seiner kirche, als vielen anderen heiligen örtern, viel zierrathen hinterlassen, und sonsien gutes gethan. LnaN. roin. 9 snri ijor,. Kitt. c!cl v. - I. ÄFo». llc regn. Irsk I. 4. kill. Vencc. 1.2 Iksl. iscr. r,s. llc gell. kullovici ?i>. ciiwn. Vcner. k 7, 8 . ürss-»-,/» -kr llel ?. Ircnco clells Lroce x. z?6 lcc;. Fortunatus / (Verstimmt-) war ein aufsther über die Wasser zu den zeitcn Constantini Ist. Es ist auch ein anderer dieses namens, welcher unter Kavstr Valcntmiano dem altern gelebct. t-o-ko/i-eair pruiopagi-. coci. sskcolloll Fortunius Garzia / von Erzila, siehe Erzila. Foscari/ eine von den allen edlen Venetianischen familien. Sie hat sich nicht sonderlich ausgebreitet, und ist deßwegen nicht viel vermögend in der Revudlic. Indessen sind unterschiedene aus derselben entsprossen, ingleichcn einige Mocurs- -nrcs von8-rn Marco, als Marcus an. 14)4, Philippus an. 1474 / Franciscus an. -z-ü. Sie hat gleichfalls an. i;4- einen Blschoss von Castello hervor gebracht, wie auch einen p-im>cenu,i> von 8s» Marco, namens Pekrnm, welcher nachgehends zum Blschoss von Padua, und an. i477vonLnr!oIV zum Cardinal gemacht worden. Den grösten glantz hat diesem geschlecht Franciscus Jvlcari gegeben, welcher an. 1415 zu der würde eines mocui^onz von Marco, und endlich an. 142z, nach Thoma Moeenigo tobe, zu der würde eines Doge gestiegen. In wahrender regierung machte er das Brcscianische, die landschafft Bergamo,,Crema, Ravenna, nebst andern örtern, der Republic untetwurffig, verrichtete auch sonst zu deren aufnehmen, bevdes zu wasser und zu land, viel rühmliche thaten. Dessen ungeachtet, nachdem er über Z4 iahr Hertzog gewesen, und alters halben gantz unvermögend worden, setzten ihn die Venetianer an. 14? 7 ab, und erwählten an seine statt Pascalem Mariverto, worauf jener 2 tage Hernach in dem 84sten jähr seines alters mit tode abgieng. ^/»e/02 Kill. as VE r.i x. 147. r. r . (wa-dn IM, ^ , 7 «". net war, aber noch das jähr starb) ungefähr Mchaelem, an. 1701 Ludovicum, welA beyde die wurde-n-tgelderkaufft; zu ansang des -6 st g war L^d vstus Fojcarmr ,n Pohlen. Es sind noch viel andere d -llä geschk'üM m solcher tunLU«» an ausländischen Höfen, oder in andern wichtigen ämtem der Republic gebraucht Wochen. An. "e-r hat eiiwr, !!amens Sebastian Foscarini, zu Venedig die ukiio- fopkie öffentlich gelehrt. An. 16L2 kam der Antonius To- 6 ^ ^'"K-L-ieur in Eiigelland gewesen, durch eine saljche anklage Miunerlich um,em leben. Einer seiner feinden hatte gemerekct, daß er alle nacht ein gewisses frauenzimmer zu besuchen pflegte, welches nahe bey dem quartier des Spani- sthen wohilte. Hierauf gab derselbe ihn heimlich bey den Lkaats-i.ic,mkcor,k„5 an, daß er mit diesem ^will-r einer' m -ssfiiedig bainals sehr verhaffcten --srion jn einem verdächtigen , begehrte auch, daß man ihm gewisse spionen, mglerchem etliche gerichts-dlener zugeben möchte, die den Fostarl- m, wenn er aus des /rmkLillMeur- pallast käme, in verhafft nehmen konteu. Damit diesem Verleumder sein vorhaben recht von statten gieng, hatte er einen menschen von gleicher statur und von gleichen haaren, als der angekleidete Edelmann, bestellet, welcher in der gewöhnlichen kleidung eines oiobile, bey angegangener demmernnq, als die spionen schon aufpasseten, in des eemdListn-urs hauß hinein, und zu einer Hinterthür unvermerckt wieder hinaus, gehen -miste. Als dm Staats-inqu<6c-)r>kus dieses hinterbracht worden, liessen sie, um besserer gewißheit willen, den Foscarim so wohl in seinem eigenen hauje, als auch an anderen orten, wo er vermuthlich hätte seyn können, suchen, und weil man ihn, indem er allbereit bey seinem frauenzimmer war, nicht antrafst, so ertheilten sie befthl, sich seiner person an dem ort, welchen der erste üngeber andeuten wurde, zu bemächtigen. Dieser bößwicht stellete die gerichts- d-ener, welche ohnedem wegen der pratendirten quartiers-freyheit dem pallast des ^mbLiUcicur; nichr gar zu nahe kommen wollen, auf eine solche art, daß Foscarim etwan 2 z schritte von des frauenzimmers wohnnng im finstern ertappet und in das gefäng- niß der Staats-in-iuUlloren gebracht wurde. Diese schickten ohne weitere formalitäten einen deicht - vater und einen scharff- richter zu ihm. Ev seines orts schrye über unrechtmäßige gemalt, und protcstirte auf eine so nachdrückliche art, daß er sich nicht des allergeringsten Verbrechens wider den Staat bewust wäre, daß der beicht-vatcr vor seine schuldigkeit hielt - den inqu>6r»likm Nachricht davon zu ertheilen; allein er fand kein gehör, und der arme Fo- scarini, welcher sich als ein verzweiffelter gebärde«, auch bey der Verbitterung, worein ihn eine so unverschuldete grausamkeit stür- tzcle, nicht den geringsten tröst annehmen, noch sich zu einiger deicht verstehen wolle, muste sich ohne fernern Verzug durch den scharff- richter strangulireu lassen. Nach einiger zeit fiel der boß/- hafftige ankläger in eine tödtlichc kranckheit, und aus gewissens- angst bekenne« er kuri; vor seinem ende den gantzen verlaust der fache. Wiewohl nun bey solchen umständen weder der «huldige gestrafft, noch der unschuldige gerettet werden kunte, so wurde doch dem gedächtniß des Hingerichteten Foscarim eine lMennc parsrion gethan, und zu dessen ehren unterschiedenes von dem 8e,isr verordnet, auch sein söhn zum ?rocu,Lror von L:u, Marco erwählet, ingleichem die verordnung gemachet, daß in das künff» tigc die Staals-inqu>6-«res nicht befugt seyn sollen, wegen solcher anklagen einen kwkiic mwerbört am leben zn straffen. Etliche haben vorgeben wollen , daß letzt - gedachter Foscarim durch seine leutselig««, frommkcit und allmosen bey dem volck und bey der clerisey sich allzu sehr beliebt gemacht, und folglich bey dem Lünsc einen neidischen argwohn von seiner person erweckt habe, wesshes hernach die vornehmste ursach seines Unfalls soll gewesen styn. An. 1671 den 4 jan. geschahe es, daß die beyden , Nicolaus lind Sebastian Foscarim, da sie in einer >»8- von der/m^a 8W VL00-- sich befanden, durch einen andern kiokllo. Johann Mo- cenigo, mit 2 sack - Pistolen geschossen wurden. Nlcoimis muste nach verlauff etlicher tage daran sterben; Sebastian aber kam davon, und alle beyde erwiesen so viel großmnth, baß stehendem 8LNLe für ihren beleibiger, den gedachten Moccmgo , eine vorbitte De>H.'n ungeachtet wuede deetelde , nachdem er der flucht gerettet, des Adel - standes verlustig erklärt, und dem- ieniaen, welcher ihn, damit er öffentlich enthauptet werden tonte, lebmdig lleffern , oder auch in dem Venetianischen ge iet tödlen würde, 2000 dncaten, denen aber, so ihn an frembden örtern hinrichteten , 4000 dncaten verssrochen z vieler andern harten clans suln, so in demselben urtheil enthalten waren , zu geschweigem Nach verlauff einiger zeit aber wurde er Nichts desto weniger resti- tuirt. Der Ritter Sebastian Foscarnss, welcher a:ich i rocu»-oe von 8-n Marco war, starb als/4mk2U2Mur der Republic m dem , an I7II. k,ll. llu gauv. cie lom. , p. -8, 194.-9;- -E. - x.. ;u. ; 42 . LE LÄ-r VÄ- L I-P. äe N§ fos , Loscaro / (Petrus) BischoffzuPadua/ wurde gantz herm- licyvon Paulo II zum Cardinal gemacht, weßwegen die übrigen Cardinäle nach dieses Pabsts tod ihne nicht vor ihr Mitglied erkennen wollen; jedoch nahm ihn Sirius IV an. 1477 öffentlich m das Cardinais - coiiezmm auf. Er befand sich bey der wähl Jnno- eentii VIII, und starb zu Rom an. 148;. L8x<:ccL. Fossano / lat. koirznum. eine schöne Bischöfliche stadt in Piemont/ aufeinem bügel/ in einer angenehmen ebene / an dem Stura-fluß zwischen Mondovi und Turiuo gelegen. Sie ist etwas bevcstiget/ und hat neben anderen gedäucn auch ein schönes schloß. Das Bißthum ist vom Pabst Grcgorio III allda aufgerichtet / und dem Ertz - Bißthum Turin untergeben worden. An. i;;6 wurde selbige von Hertzog Carl in Savoycn (deine sie die Frantzoftn kurtz vorher abgenommen hatten) bclägert / und / nach einer tapffcren aegcnwehr der belagerten / wieder erobert. An. i6;y ergäbe sie sich freywillig an Printz Thomas von Savoycn / sie blieb ihme aber nicht lang / indeme sie der Marggraf von Pianezza bald darauf wieder unter ihren rechtmäßigen Herrn brachte. §/ri/o)-e» «»// p. 469. * ss088JXII, wäre in den mittlern zciten eine ordnung der Geistlichen / und zwar die geringste und unterste; deren Verrichtung war / daß sie die todten nach Christlichem gebrauch begraben Missten; man nennte sie auch roNorcr. Beyde »amen waren auch schon bey den Heyduischen Römern üblich, um schlechter diugs die rodten-gräbcr anzudeuten, >» Llolf. »-i L«/. in tl . 9 Op. pliei-. ^ ^osstgM / lat. kociUcum, pocinisccnst; , oder kofliqniacu; krsetli;. eine Provintz in Savoycn, welche den titul einer Frey- herrlichen Herrschaft führet. Sie liegt zwischen dem Geuevois, Chablais, Tarantaise, und dem Walliser anit, in einer bergichten gegcnd, und hat zur Haupt - stadt Bonncville, oder, wie andere wollen, Cluse an der Arve. Die übrigen besten städte sind Sa- lanchcs, Taninge, 8. Gervais, Bonne, 8. Joire, rc. Vor zeitcn wohnten die kocunarc; oder kocuakcs darinnen. Sie hatte auch ihre besondere Herren, und wird von ihnen eines, mit name» Lmei-srcii, in dem I I seculo Meldung gethan. Allein / zu ansang des i; seculi kam sie durch heyrath an Savoycn, und von dar anf solche weise an. 1241 an den Dauphin von Viennois, aus dessen nachkommen Humbcrtus II an. i;4i alles sein land dem König Philivvo Valcsio überlassen. Als sich hernach unter König Johanne Philipp! Valcsii söhn zwischen Franckrcich und Savoycn einige streitiqkeit erhoben, sind sie in der gute, zu grossem Vortheil des Hauses Savoycn, beygelegt worden, dcrgestalten, daß alles, was aus denen von des Dauphins cic Viennois an Franckrcich gefallenen ländercn jenseit der Rhone und des Wassers Gujer läge, hiemit auch das gantze Fosiigni an Savoycn; was hingegen Sa- voyen jenseit diesen flüsse» auf der Frantzösisch - und Delphinati- fos fou schen leiten velajss, an vcnDauphm abgetretten werden Ute- wie aber dadurch Franckrerch kaum den zehenden theil bekam? wurde dem Urheber dieses Vergleichs, Aimar V, dem Grafen nmi Valentinois, und damaligem Qouvc/ncur von Dauvbine. gegeben, daß er sich von Amadeo VI, Grafen von Savoy n. hatte bestechen lassen , weßwegen ihne auch das Parisische Parlament um io°o marck silbers straffte. Indessen sollen die Mrsim von Savoyen, eben wegen Fosiigni, denen Frantzösischen Kön am noch nach diesem vergleich zu verschiedenen malen den Vafallem eyd geleistet haben. Und obwohl Ludovicus XI noch ws Dam phm, und da er sich auf erfolgte Ungnade seines Vaters an dem Savoyischen Hof fluchtig aufhielte, sich dieses rechts begeben. behaupten die Frantzosen doch, bis auf den heutigen tag, daß il-r n Komgen die ober-Herrlichkeit über diese Ns?onic gehöre. cf/nss wll. äc Osupk tlill. iju 8avo)ü. tiroils ^ //xrex, r» 108. * ^ ' Lossombrone / lat. f»--um8cmprom>, eine stadt, nebst einem alten bevestigten berg-schlosie in dem Hertzogthum Urbinv, einem Bißthum,so unter den Ertz-Bischoff zu Urbinv gehöret Sie wurde von den Gothen und Lombardern verstöret, aber hernach an einem weit bequemern orte wiederum aufgebauet, als diejenige ae- gend ist,da man noch bis ietzo die rug°r, von der vorigen stadt,eben kau. Die Malatesta und Galcazzi haben sie lang inne gehabt, ak--- endlich dem Grafen von Urbinv an. 1440 übergeben. -M»,- fcripr. ical. p rS8 öc feg. cci. Ven. i;8i. Foterby / (Martinus) ein gelehrter Englischer i'tz-aioqm, ge- bohren aus einer alten und Adelichen familic 6e Grimesby in fssn- colnshire an. 1 ?legte den gründ zu seinen studien in Cambridge und wurde allda 8c>c>us LoNeg,, 8/frinit. Naehdeme er rr jähr piLdenq-r-us zu Cantelberg gewesen, wurde ihme von König Fii- cobo I (dessen Capellan er wäre) das Bißthum Sarum oder Sa- lisbury conferirt. Er wäre ein mann von sürtrcfflichen gaben, vn- gemeincr geschicklichkeitssouderbahrer prudentz und gravität. Seinen in allerhand wissenschaffren geübten sinn und weitläuffige lection legt genugsam au den tag der so genannte fnlieomsitzx u, f°>. welchen er doch wegen dem ihne etwas zu früh über-eilcndm tod nicht continuiren und zu end bringen konte. Er starke denn mart. au- iüiy.m. 60 und wurde zu Londen in -ll 8s>ms cbmci, begraben, ope>-e * Souczeres / eine stadt in Bretagne am flusse Cocsnon gegen die- grantzen von der Normandie zu , zwischen Dole und Avranchcs. Raul'phus von Fougeres bevestigte sie, und ließ zu dero besserer sicherhcit ein zimliches castcll aufführen. Ein Adelicheö geschlecht hat davon seinen namen. Fouquet / (Nicolaus) Vicomre von Melun und Baue, XtL?qui5 von L-Ilc Isie, und vber-aufseher der Finantzen in Franck- rcich. Sein vater war Franciscus Fouquet, vicomrc von Vauk, -z>.-8 Kcgueics und Staats - Rath unter Ludwig XIII, den dieser König und der Cardinal Richelieu hoch hielten s die nniltcr» Maria von Mauprou, die sich mit ihrer frommkeit und allmoftn sonderlich bekannt gemacht. Dieser ihr söhn war an. 161; gebob- ren, und ließ von lugend auf so viel geschicklichkeit blicken, daß er bereits in seinem rosten jähr Kiain-c ge? «.cquekn wurde. In sei- , nein z;sten iahr erlangte er die stelle eines procui-cur-LencrLb des Parlaments von Paris, in welcher er sich sehr hervor that. Er hielte es mit der Königlichen mutier und mit dem Cardinal Maza- rin, der ihm auch an. 16;;, als er mit dem König wieder nach Paris gekommen, und die innerlichen Unruhen gegen ihn aufgehört hatten, zugleich, nebst Herrn Servient, das ämt eines ober» aufsthers über die Finantzen zuwege brachte, welches er denn 6 jähr mit bemeldtem seinem collegen, und hernach allein verwaltet. Jedoch ist diese bcdicnung endlich zu stincm fall gereichet; denn der Cardinal ficng mit der zeit an auf ihne cifferfüchtig zu werden, weil sich Fouquet durch seine freygebigkcit und befördern ng der crgötzliehkciten des Hofes viel freunde machte, so dem Mazarin verdächtig wurde; beschloß demnach denselben zu stür- tzen, und den berühmten Colbcrt hingegen zu erheben. Die ver- wittlbte Königin wolle zwar anfänglich in dieses vornehmen nicht willigen, ließ sich aber doch endlich durch die von Chevreuse gegen den Fonquct einnehmen; der König hingegen that ohnedem alles, was der Cardinal haben wolle, und kuntcn ihme um so viel leichter arge gcbanckcn wider den Fouquet beygebracht werden, weil die Unordnung in den Finantzen sichtbar war, und Fouquet, der von sich ein gar geringes vermögen hatte, ietzo gleichwohl viel aufgehen ließ, und allem ansehe» nach sehr reich seyn musie. Nun starb zwar der Cardinal, ehe er sein vorhaben wider den Fouquet ausführen kunte, hatte aber doch dem König so viel gejagt , daß der fall dieses Ministers von demselben vest beschlossen wurde. Fouquet beförderte solchen auch selbst, indem er kurtz vorher aufjeincm Haufe v.mx - vicomre den König und den gan- tzen Hof überaus prächtig tractirte, wiewohl sich der Konig, «m den anschlug desto besser zu verbergen, imgemein gnädig gegen ihn bezeugte. Kurtz darauf stellte er eine reift nach Bretagne an, wen er meynte, Fouquet habe in dieser Provintz viel geheime Verständnisse , deren ausbruch er durch eigene anweftnheit verhindern wolle, und aufdieftr reise ließ er den Fouquet den ; scvt. an.16" zu Nantes gefangen nehmen, und erstlich nach Angers, bernacy nach Vinccnnes, endlich gar in die Bastillc bringen, und wurden darauf fein schwieger - söhn, der Graf von Bethune, inglcichmr seine brüder, vom hofverbannt, wiewohl man mevnte, es vave der eine davon, der des Königs Stallmeister war, durch ullcrlxM wider ihn erregte beschuldigüngcn zu seinem Unglück ftlbst mel M holffen; wie der andere bruder, so unter dem »amen des ä^ Wquet bekannt, «Hon zuvor nach entstandener grossen Uneinigkeit zwischen ihme und dem 8ur - incsnciLnr das meiste beygetragen hatte, solchen bey dem Cardmal von Mazarin, (als bey deine er (Lkd- Fouquet) zu aller zeit das meiste gegolten, und durch solche Mist anfangs auch seinen bruder vomemlich befördert) auf das hcffligste zu schwartzen. Der gefangene wurde hierauf vor der besondern gerichts-cammer befragt, die der König zu Untersuchung des bisherigen Finantzen-Wesens aufgerichtet, vor der er zwar wegen den steyheiten, die er wegen «einen bedienungen hatte, nicht stehen wolte, doch bequemte er sich endlich zur Verantwortung vor derselben, und beklagte sich dabey über das harte verfahren , nach welchem man ihm die papiere, die zu feiner rettung und rechtfertig»!!« feiner rechnungeu dienen könten, zurück hielt, viel falsche fchrifften unter die «einigen eingefchoben hatte, ihm auch weder dinte noch papier verstattete. Deine hefchuldigungen trafst» theils verbrechen wider den Staat, theils aber untreue in Verwaltung der Finantzen an. Was jene anbelanget, sötte sich unter seinen fchrifften ein aufsah gefunden haben, darinnen er anschlüge gemacht, was feine freunde zu feiner rettung thun sollen, wann man ihn in arrest nähme; welches denn also ausgelegt wurde, als ob er eine innerliche unruhe im Reich erregen wollen; man legte ihm zur last, daß er um- - in« zu einer vestung machen wollen, daß er das von Concarnean an sich gebracht , und von verschiedenen Personen handschrifften gehabt, darinnen sie sich verpflichtet, alles vor ihn aufzusetzen. Darauf antwortete er, der gemeldte aufsah feye von ihm gemacht worden, als er gemercket, daß der Cardinal was böses gegen ihme im sinn habe, gegen welchen und nicht gegen den König er sich zu schützen gesucht, er habe auch barzu keine vor das Reich gefährliche präc- ticken anzuspinnen, sondern nur feinen freunden Mittel zu zeigen, im sinne gehabt, wie sie den Cardinal von gewaltthätigkeiten gegen feine perfon abhalten könten, endlich feye auch das alles nie ins reine gebracht, oder mit jemanden förmlich abgeredet worden ; n-lls - irle habe er aufdes Königs befehl kaufen, und in solchen stand fetzen müssen; Concarnean feye ein platz von keiner Wichtigkeit, und gehöre das Oouverncmcic feinem bruder, mit deine er in feindfchafft lebe; die Verpflichtungen einiger Personen zu feinen dicnsten, waren ihm ohne fein begehren gegeben , auch von ihm nie gebraucht worden, und beträffen allzumal fachen, die den Staat gar nichts angiengen. Was die beschuldigte untreue in dein Finantzen - Wesen betrifft, die man theils aus feinen rech- nuligen, theils aus feinem reichthum und grossem aufgang erweisen wolle; so beruffte er sich theils darauf, daß viel Unordnungen von dem Herrn Servierst verursacht worden, vieles wegen des schlechten zustandcs, darinnen er das Finantzen - wefen angetroffen, und der dringenden erforderunqcn des'Staats anders nicht geschehen können, und er überdiß alles nichts ohne ausdrückliche befehle des Cardinals gethan; sein reichthum und aufgang könne ihm nicht vorgeworfen werden, indem er vor antritt der Verwaltung der Finantzen schon ein grosses vermögen gehabt, worzu hernach die einkünffte von feinen bedienungen, und die erlaubten zin- se von den kapitalen, die er dem König oft auf feinen credit schaffen muffen, gekommen, welches alles ihn in den stand gefetzt, eine grosse figur zu machen, und sich hier Und dar anzukaufen, zu dem habe ihn der König mit der befohlenen cckauffiing von r-ll--i?is zu stwer beschwärung genöthigct, davor er gerne sein schloß zu le Vicomr^ verkaufen, es aber doch, weil es angefangen gewesen, erst ausbauen wollen, welches er darum erinnerte , weil man ihm diesen kostbaren bau so sehr aufrückte; übet das alles aber habe er etliche Millionen schulden auf dem halse, »ach deren abzug sein reichthum so gar groß nicht seyn wurde« Mit dieser feiner rechtfertigung, dadurch er absonderlich die gefährlichen anschlüge wider den Dtaat kräftig von sich abgelehnt, brachte er es zum wenigsten so weit, daß man ihme nicht an den halß kommen kunte, und würde er vielleicht gar seyn loßgespro- chm worden, wenn dem König und seinen feinden damit wart gedient gewesen. Dannenhero verurtheilten ihn die darzu verordneten Richters zu einer ewigen Verbannung aus dem Reich. Colbert aber, der nebst dem Staats - secre»«» Tellier fein todfeind wäre, stellte dem König vor, es würde solcher gestalt Fouquet die Wissenschaft, die er um die siärcke und schwäche von Franckrcich hätte, in frembden landen zum Nachtheil des Königs mißbrauchen können. Dannenhero verdammte man ihn zu einem ewigen gefängniß, welches er in der citadelle von Pignerol halten solle, dahin er den 20 dec. an. 1664 gebracht wurde. Daselbst hat er bis in 16 jähr gelebet, welche zeit er mit lauter Übungen der gottseligkeit zugebracht, davon er auch zu seiner eigenen erbauung verschiedenes aufgesetzt. Er starb den 2; mertz an.1680. Der fehler dieses mannes, der sonst viel gute eigcnschaften, sonderlich von solchen an sich hatte, die in die äugen fallen und einen angenehm machen, bestund hauptsächlich dämm,daß er allzu sicher «nd unbedachtsam war ,und sich aufalle die zu viel verließ, die ihm seines glückes und vermögens wegen gute Mine machten; Denn eben deswegen versäumte er, sich vor den iücken feiner widerwärtigen zu verwahren. Er merckte zwar zu einer gewissen zeit des Cardmals anschlage, und hielt ihm dieselben vor; weil sich aber dieser sehr freundlich stellte, auch den Colbert nöthigte, ihm eine art von abbitte zu thun, und Fouquet wüste, was vor wichtige dienste er dem Cardinal zeit seines cxiin und hernach geleistet, so daß er ohne thu sich fast nicht würde haben erhalten können, nahm er diß alles vor baare bezahlung an. Er hatte sich zweynral vcrheyrathet. Aus der ersten ehe hatte er eine einige tochter, die sich mit dem Grafen von Bethune vermählte; aus der andern aber; «ohne, davon der Wüe, Ludwig Nicolaus, eomrc ä-Vaur und.Wcomte von «c Lve, L-nrE- U Moire Ne 7 ^ ^ / r . * l.ou,zXIV reich abzumahlen/welche so dann als eine sonderbare werde in dem Königlichen pallast sotten ausgehänget werden, Im übrigen man cr em sehr ehrgeitzlger mann / in welchem affm er mch wei a^ starcket wurde/ als khn bemeldkrr König ln dcn Mckstand chub/ da er fast zu kemerarbett mehr zu bringen war / sondern lieber m grosser durffttgkm sem leben beschlieffcn wolle- pcincres. Z?uEn/ ( Palamedcs) Herr von Soliers/ genannt des von Provence / war aus einem der vornehm» MLldclichen geschlecktem m Provence gebühren. Seine ge» schickttchtett brachte ihm gleich anfangs hohe bedienungen zuwege» / wie er dann bey dem Kontge Rmaw zu Neapotts Präsi- ocnt m der Eckammer/Rath und Kammer-Herr worden. Köniz Ludovicus XI m Franckrcich / wüste sich seiner wohl zu bedienen/ daß Carl der letzte aus dem damaligen Hause Anjou das aus Neapel pratendme recht/ ihm durch ein testamem vermachte/ weswegen ihn auch Ludomcus zum Gouverneur in Provence mit beyle- gung derhochsten gemalt ernennte. Er blieb auch in des Königs gnade bis an dessen wd / ohngeachtct ihn seine feinde auf alle weise zu sturtzm suchten; allein nach dem tobe des gedachten Königs musteer alsbald sein bißhers geführtes Gouvernement/wie nicht weniger die vicc-GrMchafft von Marttgues/ Franciscovon Luxemburg abwetten/ und seinem tochter-marm / dem Herrn vow Faucon/ wurde die stelle eines Senechals gleichfalls genommen. Diesem ohngeachtet unterließ Fourbin nicht/ alle dem Staate nützliche dienste bis an fernen tod/deran.i;o8 erfolget/ zu erweisen. Sein söhn Ludovicus von Fourbin/ Herr von Soliers / Parla- ments-Rach von Provence / wurde an. i?i4 mildem cUEter emes Ambassadeurs auf das conc-üum in dem Laterans abgeschickt. Er hinterließ einen söhn / welcher den »amen Franciftus geluhret/ vonMargarecha/ fraumvon 8.Cannat/ einer toch- ter Johanms von Anjou/ Marquis von Pont L Mouffon/dee em ikamm-vater der Marquis von Soliers und 8.Cannat worden/welchedesweqen noch pnrcnUones ausdas Marqinsat Pont -> Mousson machen. Im übrigen sind verschiedene äste dieses Hauses / als kourdl,i.ffLnic>i>, kourkin I-iiol^us, i-ourUin-ia ksrke- kcnirbin.lL tclarirL, rourbin Oppeös, öcc. durch ihre zweige berühmt worden« Kitt. äs wuä. Xs. «i» yroirs ciu U07. L: Ulf. ?rov. kill cj« krLncc öcc. s Fourbin/oderForbirr/ (Tvussaul cie) Cardittal^ Jan» son / warden i. oct. an-16^4 gebühren. Weil er einen altem bruder hatte / so trat er qantz jung in den Mattheser-ordemAllem an-165 ü ward er c »acijucor eines seiner vettern / welcher Bischoff von Diane in Provence war; anstatt dieses Vißthums bekam ec nachqehends das von Marseille / und endlich das von Beauvais. Seine ansehnliche gestalt/ sein angenehmes und ungezwungenes wesen /seine bcredtsamkeit und annehmliche aussprache/ seinehöff> lichkeit/ zuförderst aber sein sonderbarer verstand / brachten ihir in grosse Hochachtung bey König LudovieoXIV - dessen gunst er unter andern auch dadurch erlangt haben soll / daß er demselben ur eine campagne gefolgt/und einsmals in einer action/ wo es ge- ahrlich geschienen/ nicht von dessen feite gekommen. Am meiste!» ,at er seine geschicklichkeit in unterschiedenen Gesandtschaften seien lassen. Anfangs schickte ihn sein König in einer wichttgm Angelegenheit an den Toscanischen Hof/ nachgehends als Envoye an die Holländer/ und zwcymal mit dem ck-r-a-r eines Am- bassadors in Polen. In diesem letztgemeldten Reiche half er sehr viel beytragen/ daß Johann Sobiesky den 2° may an. 1674 zum Könige erweh tt ward / zu dessen Vergeltung rhn nicht nur Lu- dovicus XlV mildem orden des heiligen Geistes/ Mdem auch Johann SobieSky mit allerhand kostbaren präsenten bc,chenckte. Das vornehmste aberwar/daß ihn dieser letztere vor Plecron Polen znm Cardinals-Hut nominirte. Doch Irlnocentius XI wendete vor / daß er die nominsrion des Königs von Pohlen fiir keinm andcrn/als für einen von dessen Unterthanen/ oder für emm^tatt- ancr / anzunehmen hatte; wiewohl die warhafftrge ursach / um del'en wtüm öl.'dte!bL>tubie^:um jll bci§C6l.'dmÄ^LoijctzMln LlUsZU» nehmen sich wegerte / darinnen bestund / daß Fourbin einer vow v«neniam Prälaten gewesen/welche an. 1682 bey emer solennm «8» m««-,W sMffe wider die Päbsilrche authorität unkerschrteben; worzu noct> kam/daß sich daschauß Oesterreich/ wlder dessen mteresse cr sonderlich in Polen gar sehr gearbeitet hatte / auf alle weise seiner be- wderuawwrsA wäre der Päbstttche Hoffmchl zu be- mcam so^ng dieser Jnnocentius lebte; Sein NaUoiger abm N crande VI I/ der viel besseret' Freund von Franckreictz diesen aeistlichen den 14 ftbr. an. 1690 wurckttch zi; der Cardmals-wmde Den nächstfolgenden 2 jul- hielt er zu Rom c-tn-» öircnkttchen einzug / und den 6 jul. empsieng er den Hut. An- 8 ö l?L mtt chrqroffcl.^ Nachdruck darzu/daßJnnocentlus Äk d e dreyfache crone erlangte/ daherothm nachmals desto letch- Äel / dieses Pabsts gewogenheit sich zuwege zu bklngm/ ui^ ll theil« u.r dM- CvtSlm ledkge wur- de eines Groß-allmoftniersvon Frankreich / worzu ihn derKomg den vorhergehenden 6 febr. crnenntt hane. Erbesaß noch ausser dem die dem Apostolischen stuhl unmittelbarer weise untcrworffcne Abtei) -te 8.Merrc von Corbie/ ingleichen die Abteym a- Preuilly/ a- Chavignn und -ie Marchicnnes; welche reiche b--n-üc,L nebst der guten oeconomte, deren er sich / doch ohne Nachtheil seines Wohlstands / jederzeit beflissen hatte / ihn in den stand setzten / seiner fa- milie durch antaussung unbeweglicher guter noch mehr aufzuhclf- fen. Den bcmiamen Janson / welcher soirst nur den crstgebohr- nen seines Hauses eigen war / soll er / bald nach seiner erhebung zu dem Cardinalat / vornemlich deswegen an stakt des namen Four- bin angenommen haben / weil dieser letzte beydes m der F.rantzo- sischcn und in der Italianifcheii spräche die bedcinung einesschalcks oder eines betrügers mit sich fuhrt; wiewohl doch gewiß ist/daß wann jemand von einem jungem oder niedrigern astcmcsFran- tzösischcn geschlechts zu der Römischen Purpur gcianget/er alsdann gemeiniglich den namen des ersten und vornehmstenasts zu ftmem tzardinals-titul zu setzen pfleget. Die ursach dessen soll diele seyn/ daß dienamen der verschiedenen asten nur zum unterscheid der vielen aus einem Gcschlechtcntsproffenen versöhnen / so zu einer zeit leben / gebraucht werden / der beysatzaber des Cardinal-Muls eine Person genugsam distingulrc/ und von andern ihres geschlechts unterscheide. Wo aber je / welches doch selten geschiehet/ aus einem hauß/ 2 Cardinäle wären/ so werden freylich auch die namen der besonderen ästen behalten / so daß der so aus dem altercnstam- mcn ist/ auch den namen des vornehmsten asts vorseinem Mit- Cardinal aus eben dem gcschlecht hat/ wie dessen ein Ercmpel an den Cardinälen von Lothringen und Guise zu sehen. Er starb zu Paris den 24 mart.an -171;/ und ward in dereathedral-kjrche zu Deauvais begraben. 27-e o/L-wep.i?-. Fournival/ (Richardus a-) ciir Cantzler von Amens um das i'ihr -250/hat verschiedene schrifftcn in uiigcbiindcncrrede hrn- icrlasscn/ wieli. roixöu xi^me und Fauchet berichten. Fourrc/ (Iacobus) cin Dischoff zu Chalon an der Saone/ war von einem geringen ort ohnwcit Chartrcs gebürtig. Er begab sich in den Dominicaner-orden/ und nachdem er guten gründ ,n den wiffenschafficn qelcger / wurde er c-octorzu Paris/ undhicr- »,ci!ium zu erkennen / und daß Melanch- thon nebst Buecro nach Engelland kommen sollen / um in den religions-punttcn eine vollkommene cinigkeit zu treffen- Dieses letztere/ingleichen/daßman sich rechnung gemacht/ durchdicses Eduard Forcnscrcdit bey dem Könige/ denselben zu annehmung der Slugspurgischen Conftssion zu bewegen / ward theils durch die Hinrichtung der Anna Bolenia hintertrieben / theils auch durch fra den kod dieses Prälaten / welcher in dem jähr i-ny Mate I,- dem Bißthum zu Hereford succedirte ihm voeem Bonner/weE sich unter der Königin Maria regierung durch seinen eifer widK dle Protestanten so sehr bekannt gemacht. M com. i x. Z41, 418. ^ ' Fox/ (noyann s9 war m ver Geschafft Lancasteran. i? 17 gebohren. Unter der regierung Eduardi VI lehrte erbte riieMogic zu Oxford / unter der Konigin Maria aber muste er, glerchwie vrel andere / das elend bauen / weswegen er sich nach Holland begab. An. i;;9 gieng er wieder in sein Vaterland zurück / wölke sich aber keines weqes zu annehmung eines dienstes bereden lassen. Erstarb zu Londen an. 1587/ und hinterließ verschiedene schrlfften/ darunter: MLr^coloßium; ca,umcn>ttcwL rx. rum IN eccleiis Zeksrum s vvicieko ÜILM LlLtem; megitLkionez in spocrlyplln 3 . joliannis; cie CNrillo crucikxa; 5 2c eorum cursciono; sicon Ceulis cur.icz» num venlicicorum; cic si mpSkiiiL Lc LnripLrlliL; nrugcrius 6ve lcorso ciellLrLZioaa cii Karo, uW aildere ZUlti druck befördert. 6/,-7/nr tiicsir. Käucking/ eine alte Adeliche und mmmchw Freyhcrrliche und Gräfliche famtlie m Oesterreich / Bayern undOst-FrieM». Ulrich lebte an. 1254/ und hatte 2 söhne / Mricumund Ottonem/ davon jener in Oesterreich / dieser aber in Bayern seinen stanm fortgcpflantzet hat. An. 1712 war Leopold Joseph Anton/ GM von und zu alten Fräuckinq / Domherr zu Regenspurg. ^ Zu am fange des 17 seculi ließ sich eine linie iü Ost-Frießland nieder / voa welcher Johann Siegmund/ Herr voinmdzu Franckmg/ ms Dänischer Obristcr / Commcndantund Regiermigs-PrastdeulM Jcvcr/ an. 1664 gestorben. Er hat unterschiedene GesandtWff- ten abgelegt / und cfliche linder nachgelassen/ von denen PmiM Kaga/ eme stM in Aragonim/zwischen Möncönundew- Oinciica / an den Catalonlschen grantzen. Sie liegt in eme.^' fruchtbaren gegend / zwischen hohen gebüraen / und ist n mm'eimger mchsen devestigr/ indem sie ?or sich den L hat/ dessen hohes User den zugang schwer man k / n einen kleinenchera/ welcher verhindert / daß man schütz ntcht füglich zukommen kan. An. ii;4d?n-stm LlnL?' xyonslls 1/ König von Aragonien / indem er diks/n von denMohren getödtet.In dem Spanischesim!c8"o°,« x,- F/n ^ bald die eine/bald dte andereParthey selb qen elnaen-mic,,^,^^^ -rrago/welcher unter dem namcn Pedro a-Frago bekannt ist/ war Blschoss zu Hnesca / und von Uncasttllo in Aragonien gedür- lig.ErstudirtezuParts/und brachkesich sowvhlin den sprachen als auch in der ck°o>c>g,c ziemliche wiffenschafft znwcgmi Über dieses war er einguter Poet/und verfertigte an. 1560 der Königlichen Princessm Isabella von Franckreich / welche dem König Philippo H in Soanim vermahlet worden / ein qedichte. Bald darauf erhieltet bcförderung zu dem Bißthum Urgel/ und an.1577 zu dem zu Hnesca. Erstarb an. 1584. Man hat von ihm eine zu mschiedenenmalcn wiederum aufgelegte rede/welche er an. anfdem Lpncilio zu Tridcnt gehalten. 6e tcripror. tec. !Ü. bit>I. ^ragoso / (Baptista) ein Jesuit aus Portugal!/welcher zu Lissabon und Evora mir ruhm gelehret/und an. i 6 ;y im 87 jähre seines altersgestorben. Nach seinem tvde ist unter seinem »amen heraus gekommen reimen reip. cuiisti-nL in dreyen theilen, kibi.8. bikl. Lragoso/ (Johannes) von Toledo / ein Lcib-Medicus rurd Wund-ArtztPhiltppt II m Spanien / hat verschiedene nützliche schrissien dergelehrten welk mitgetheilet: als: a- öi sn- c,ii>l.6cc. Kragstein / eine Freyheitliche familie in Schlesien , weicht von dem alten Adelichcn geschlechte Fragstein aus dem haust Niemsdorffrn dem Fürstenthum Ratlbor herstammet. Johann Christoph hat um das jähr i6üs die Freyherrliche würde erlanget, und ist an. i68ralsIayftrlicher Rath und Oberamts-Cantzler in Ober-und Nieder-^chlesien gestorben. Von seinen söhnen wäre an. 1706 Johann Anton, KayserlicherCämmerer, nnd Schlefi- scher Oberamts-Rath ; Carl Maximilian von Fragstein aber ist Domherr zu Breßlau, und Oncciiariu- bey dem Domftifft. sciil. ckron. p. 17Z4- ^rakno / siehe Forchten,reitst ^rambesarius / (Nicolaus Abrahamus) ein berühmter Me- dicus,war von Guist in Franckreich gebürtig, und lebte indem 16 ftculo. Sein vater war ein Wund-Artzt an besagtem orte,welcher diesen seinen söhn, gleichwie zur schulejalso auch zu seiner kunst mit möglichstem eyfer anhielte, welches ihm nachgehends, da er sich völlig aufdie medicin gelegt, grossen nutzen geschafft. Er brachkesich ungemeinen rühm durch seine wissenschaffl zu Wege, und wurde nicht allein darinnen zum u- otl-stor auf der Universität zu Paris, sondern auch zum Königlichen Leib-Medico ernennet. Man hat von ihm canonesA conlulrarioncs mLllicinalea; canonlls cliirurAicoz; fts cucs 6c pr^fervstionc psftis; fterarione Uitpenssro- riz meNicLmentvium; spoiogism pro meciicamenti5 cli^wicis, 6cc. In vir. viror. 6oÄor. 7 ->e/ier. in rkcaer. Franc / ( Martin ) Probst und canonicu; zu Lausanne und 8«re»nn8 der Päbsten Felicia V und Nicolai V hat um die mitte des 1; seculi gelebet - und ist unter die bellen Frantzösischen Poeten seiner zeit zu zehlen. Man hat von ihme eusnipio» -e und ctauver/^rnre bey ihrer RepNblic bekleidet.- wie denn unter andern dieselbe Johannes Baptista an. 1690 und Nicolaus an. 1691 besessen. 2^» vuccs vubcrnar. vcocur. R,. Oen. ^ranchlmont/lat.kr2ncimo>ikir,i7,,istdcrnameeinesMargaraf« thumsindem stifft Lüttich zivischendem Luremburgischen unLim- burgischengräntzen gelegen. Es gehört darzn nebst etlichen geringern örtern, r) die stadt Verviers, 2) der wegen seiner gesund- bader berühmte flecken Spa, z) Franchimont, welches ehemals mit mauren umgeben und ein feines städtgen gewesen, nachmahls aber fast in ein blosses dorffsich verwandelt, wobey gleichwohl ein etwas bevestigtcs schloß zu finden. In der nachbarschafft wird bley, ingleichen eine artvon schwartzem marinor, ansgcgraben. Franchimis/ (Franciscus) Bischoff zu Massa, und nachmals zu Povulonia, war gebürtig von Cosenza inCalabrien Er gieng mit KayserCarolo V wider die Algierer, und beschrieb hernach den unglücklichen ausgang dieses unlernehmens in gebundener rede. Es sind einige gewräche von ihm vorhanden, so einige ... . kra M des Lucrani gleich schätzen wollen Sein tod ist an. rz 5 4 erfolgct-- T-p«»». ink. I. etoZcs r.l 6 cz. T->Z>/>r Kid.. l 4 L»olt.c. Franchis/ (Vincentius von) Präsident von Mapolis, weck an. 15 z 1 gebohren, und ein enckel des bcrüymteii Rechtsgelehrtcn Glacopuzio von Franchis, so wegen seiner erfahrenheit in lehns- sachen den zunamen u veucii,^ bekommen. Vincentius trarnicht allein in die rühmliche fußstapffm stineö verwandten,sondern übertraf ihn auch in derberedtjamkeit, als worzu er von natur geschickt war. Dieses bewiese er nicht allein in seinem ersten amt, da er die stelle eines Advocaten bekleidete^ sondern auch in den folgenden,da ihn König Phiüppns II in L-panien zum Rath oes Königreichs Neapöüs ernennte, ja ihm endlich gareines Präsidenten und Vice-kroro-veotLril ci^rgsanvertrauete.Er starb an.i6oimn hinrer- ließ secilioncs ll»cri rsßi, conliüi t^szpvti»,» in viertheilen.L?-M,e!o^ Lrancia / ( Francesco) ein berühmter mahler von Monomen , der zuerst ein Goldschmied gewesen, und m dieser kunst sehr schöne wercke verarbeitet; weil er aber emen grösseren trieb zu der Mahlerey verspührte , uahrnc er etliche junge von dieser Profession in sein hauß, umb von iy- ihncn, die art mit färben umbzugehen, zu erlernen: Bald dar- äuff wäre er in dem zeichnen so weit gekommen, daß er auch mit dem berühmten Raphaele Urbino über seine kunst correspondentz führen können; Es begäbe sich aber, baß besagter Raphael zu. Rom eine tafel mit der biidnuß 8. Cäciliä verfertiget, welche auf den Berg zu Bologna in 8. Johannis kirche gestellet werden solle; Francia bekäme deßwegen von Raphael die Commission auf die- seldige in dem überbringen achtung zu geben, und wann etwas unterwegs möchte verderbet werden, öderer sonsten einen groben fehler daran finden wurde, dasselbige zu verbesseren, und alsdann die tafel an gehörigem ort auMrichten; Er öffnete derowegen die ihine übersandte Wen mit sonderbaren freuven, wurde aber bey dem anblick eines so vollkommenen meister-stucks, gegen welchem er seine arbeit für nichts zu rechnen hatte, in eine solche confusion und unmuth gestürtzet, daß er das darbey verhoffte vergnügen wenig zeit darnach mit dein tob bezahlen muste. Es hat hierüber ein sinnreicher Poet sich mit folgenden gedancken eröffnet; kktz veramviÄor giv-nm mcnre rccepü. AllmolS eä vpcri lleinäe perirs msnus^ Duingueopcrein kEo lleilglr kuminLlNcror, Intenws nimiun. psNuir 6c mnrirur. Vivs i.Zicur tum mnrs, n»n nioiru» mortiz imLZo, Ll tungor, quo mors kuNAirur, vEclo. Mr/Ä'/r V>k. sie plnor. L^tw»r 6c vlr. cie pirr. Lologn. trsre» encrec. NLS peinr. 6cc. k. 2 !. r. p. 79 . * 8 . Francisca, eine wegen ihrer frommkeit berühmte Weibsperson , zu Rom. au 1; 84 gebohren. Noch in ihrer zarten kind- hcit ließ sie einen sonderbaren trieb zum gebet und zur einsamkeit, hingegen einen abschert vor den lüften dieser weit von sich spühren- darzu sie einige erscheinungen bewegt haben sollen. Deswegen entschloß sie sich auch in ein kloster zu gehen, sie wurde aber diesen ihren Vorsatz zu ändern durch ihren vater gezwungen, welcher sie an einen reichenEdelmann vermählte. Gleichwol ließ sie sich auch im chestande davon nicht abtreiben, was sie einmal so veste vorgenommen / besuchte vielmehr die kirchen und spitäle, zog viel junge weibes-personen vonbeneitelkeitender weitab, und richtete vor sie ein convent auf, welches der regul Benedicti folgete. Dahin begab sie sich auch selbst nach dem tobe ihres manncs, und starb daselbst den 9 mertz an. 1440. Sie soll so wohl in ihrem leben, als auch nach ihrem tobe viel wunder gethan haben, und dahero als eine heilige von dem gemeinen mann zu Rom verehret worden seyn. Äanfieng auch gleich nach ihrem tobe w,, bey den: Pabst Eugenio IV ihre cLnomlmion auszuwürcken,welche aber nicht eheö als an. 1608 erfolgte. 3NN3I. eccl. 26^11. !44.c>. MFMer re- cucü No l'tMoirc cie 1 'k.gliicp. 6 r 63 »L t/srciim nominal ^ltnorum; p,iupccumc>uL §ic Oominarum weftius; 8 eft plLnictnrium rcrtius^ 5 excum capir urciimpne. Ist also der erste orden derMmder-brüderffolcher bestehet in unterschiedlichen veriammlmigen von männern, als da sind 1) diejenige, weiche eigentlich i-rac-cs minmcs, mindere brüder, insgemeiir aber Franciscäner genennet werden, und ist bey dieser verstuum- lung die beständige succession des osneraiar- des gautzeu ordeirs von dessen ftinciLrorc an bis jetzo. Selbige begreiffet heutiges tages wieder unter sich die Obssrvanten, Reforiuanten, Discalciaten und Recoilecten. Vorzeiten find auch daraus gewesen die conßr. gLcio- NL8 und cekormaciones der Casarener , Clarener, Amadeer , Narbo- nenser, Collectaner, cie s 4 ..-.,,>». 5 ,« oder 6 -c-spucio und andere inehr, welche bis auf die zeiten Leonis X floriret, von ihm aber an. 15 >7 durch die buNun. unionls; Ire 6 c VN8 in Vinsam Lc. imler die Obftrvantm versetzt worden. Zu diesen gehören auch die kr--- Rtt » treS Z46 sra tr tzz clgussksles oder l-rarres sie tnmmunione oder alte conventusl«. 2) Die dispensirten mindere brüder, werden nach der ordens-spal- tung, so durch den Pabst Leonen: X an. 151z? geschehen,conven- ruL!cs genennet , und diejenigen darunter verstanden , welche die ordcns-rcgel Francisti nicht nach dem buchstäbcn und nach der strenge / sondern mit einige»: Päbsckichen limitationen ballen - auch ihren eigenen General haben, so vormals von dem großen Lene-sl eonsirmirct wurde - anjetzo aber McllpcnNenc ist. z) Die Cavuciner / so an. 122; ihren ursptnüg aensminen, und gleichfalls UNtcr ihrem von dem Lene-st - stcknittcr incle^cnclentcn Osiicral stehen. . Der andere orden ist der armen fraüen / und begreifst in sich den orden 8. Clarä samt allen kiöstern, welche so wohl nnrer der ersten strengen / als andern etwas gelinden: reget, Pnbsts Gregorii XI, Innocentii IV» Alerandri IV und Urbani Vl stehen, deswegen und auch aus andern urstrchen sie Unterschiedene »amen uber- komiuen, daß sie Urdanistin, Damianiterin, MinorisscriN, eingeschlossene schwcstcrn, arn:c stauen ae,rennet werden, insgemein aber heissen sie Clarifferin , und gehören zu ihren: drden auch die Conccptionistu:, so von Beatrice Ue «Lylva in Portugall gestifftct worden. Der dritte ist der ordeU der Düsser Und Lüsserin / Und begreifst unterschiedene art leutc beyderley geschlcchts in sich, als ,) alle dicienigc manns-uud weibs-personen - welche in ihren Häusern wohnen, und die dritte reget der düsser und büsserin, von dein heil. Franciseo verfaßt, halten, wie Ludovicus der heüiche König in Frankreich,Ivoch'onradus und Elzearins, fö hernach canoniurr worden , gethan. 2) Alle Versammlungen, welche in rechten klo- stern unter den z ordcus-gelübden leben ^ als da sind die/>-->r»e5 rcrcii vrUinis 8. Francisti ln Franckreich , Spanien rc. die Eiisabe- thancrin und alle Mcrr».n>n klöster in Deutschland - Welschland rc. ;) Die NcrriLrios, welche in vermindern brüder klöstern oder in den clauscn wohnen, und mit dcm Franciscauer-hadit, doch ohne kavpcn rechtmaffsistr weise, Und von einem ordens-ober» seyn bekleidet worden. Hierzu gehören auch einiger Massen die d'aMigc»», ivclche den gürte! 8. Francisci tragen, und unter deU satzungen der erwbrüderschafst 8. Francisti Seraphici leben. >„ -nn-i. clirvniclc Uer z u-Ncn 8. vrancilci -ile- Ox-txe-. Fra>:cisci / (Erastnus) war zu Lübeck an. 1627 gebohrcn, dahin sich stin Vater, Franciscus F-r, Braunschweigisch-und Lüne- burgischer Ralh, der kriegs-unruhe wegen begeben hakte. Nachdem er in der schule zu Lüneburg und einigen andern gvmnLills guten gründ gelegt, besuchte er unterschiedliche Universitäten, und übte sich so wohl in der rcdkunst als rcchts-gelehrfamkeit. Hierauf wurden ihm einige von: Adel anvertrauet, um mit ihnen zu reisen, weil cr aber auf der reise in eine schwäre kran-kheit siel, kehrte er nach erlangter gcsundheit wieder nach Teutschland,verfiel aber zu Nürnberg aufs neue :n grosse leibssschmertze,!, welche ein ganzes ,ahr anhielten. Hier verfertigte er unterschiedliche düchcr, und weil solche wol abgiengen, entschloß cr fiel) daselbst zu bleiben, wie cr denn wegen eines doppelten beinbruchs sich nicht geschickt befand, den von den größten Fürsten ihm angetragenen bcdienungen vorzustehen ; doch endlich nah»: er all. 1688 bey dem Grafen von Höhen- lohc, Hcnrico Friderico, die stelle eines Raths an, blieb dem ohn- gcachtet, zu Nürnberg, Und starb daselbst an. 1694. Seine schriss- ten sind; die geistliche gold-kamwcr der bußfertigen Gott verlangenden und in Jesu verliebten freien; erinnerung der morgcwrölhe oder geistliches hahüen-geschrey an die verliesst«: hertzen in: schatten des todes; drey theil der stel-labenden rnhe-stunden nebst einem dreyfachen anhange; die brennende lampeu der klugen juNgfraucn; das unfehlbare weh der ewigkeit für die Verächter der gnadeU-zeit; das chr-und freudcivreiche wohl der ewigkeit für die Verächter der citclkeit; wiederlcgung der vcrlänmdungen, welche der so genannte Ioh. Matthäi in seiner NttKoNoxlr LöK»n»L,ir Wider ihn ausgcivorffen, allwo zu anfmg ein stiner schrifften zu finden ; neu-aufgerichtete licbes-kammer; die lustige sthaubühne allerley curiofitäten in z theilen; die heran tringcnde Türclen gefahr; Türckische staats-nnd regimenrs-bcsthreibung; neue und knrtze be- schreibung des Königreichs Ungarn unter den uamens-bnchstaben G. M-; Türekisches städt-büchleiu unter dem namcU Tbeovhili Urbini; der hohe traucr-saal in 4 theilen; neuer volicisthcr Florus; schauvlal; denekwürdiger gesthiehren z Ost-West-Indianischcr und Einesischcr lust-und stmcks-garttn in 2 theilen; historisches räUch- faß in z theilen, nebst einen: nilwiememo das eröffnete lust-haus der obern weit; der die erd umgebende lnsst-krciß; veriverssung des comctcn-gesvötts; der Ottoinannische iveltchaimner; tchau-und ehrcn-plal; Christlicher tavyerteit; die ehrcdesHcrtzoglhumsCrain- wclches cr aus dem »»>»,,»u.»>vto des Freyhcrrn von Valvazor iii reines Teutsch gebracht, und Mit aNmerckungen verinehret; der höllische u-orem, rc. »nctiior. riicol» I>. 1078. Ieönige Uttd pritttzcn von Frauckeeich: Franciscus I, König in Franckreich, war ein söhn Carls von Orleans und Louise von SavoncN. Er verlohr seinen vatcr sehr jung, für dcne sich aber König Ludwig XII, seiner als des Nächsten cron-sölgcrs, im fall er selbst keine kinder bekäme, annahm, und ihn durch Artuin Goufficr -i- Boisy erziehen ließ. Er gab ihm auch das Hertzogthnm Valois, davon er sich nennte, da er vorher nur Graf von Angoleme geheissen. An. i;ii machte cr ihn zun: Gcneralissimo der armcc, welche Navarra wieder cinnehnten solle, es ward aber aufdiesem zuge nichts ausgerichtet. AN. 1 z 14 gab er »hin seine Printzeßm Claudic zur gcmahlin, und Mit ihr das Hcr- tzogthum Bretagne, wiewohl Franciscus bald darauf von dem König wegen dieser Verbindung nicht zum besten angcsehn ward, weil fra sich derselbe selbst wieder vermählte Und noch erben hoffte. M eö die neue Königin empfangen solle, verliebte cr sich in dieselbe ,'und weilen sich auch diese zur bclohnung sehr' geneigt gegen ihme ermatt , entstünde schon bey seine» geheimsten freundest eure grosse sora, er möchte sich hierdurch den weg zu der erbn versperren, all- jhma aber vu prsr vor anderen diese Vorstellungen machte, ließ er sichren zelten auf andere gedancken bringen; wie nun mit dein ansän«, des jahrs izi; Ludwig XII ohne erben mit tobe abqieng, folgte ilmt Franciscus auf dein thron,und Nahm gleich den tickst eines /mtzoas von Mayland an, Mit dem schlaffe, ehestens in Italien anzubrechen , welches er auch noch selbiges fahr in Person verrichtete, und die grosse sehlacht bey Marignan wieder die Schwätzer gewann, in weicher cr per, önlich mit grosser tavfferkeit föchte, und weil das treffen mit den: ersten tage nicht geestdigt ward, des nachts über siel, an einem stuck lehnend ruhte, auch den durst mit morastigem waffcr zu loschen gezwungen ward» Nach dem siege ließ er sich, der damaligen gcwohnheit zu folge» durch den bekannten Peter Bajard zmn Ritter schlagen. Es ward hieraufMayland vollend erobert, Franciscus traf mit den Itastänischen Fürsten, so sich gegen ihn verbunden hattest, einen verglich, und richtete mit dem Pabst an statt der 8anciioms prÄxmLncä: das so genannte concorNLr auf, daranszoa er wieder nach Hanse, und brachte die folgende jah're biß an. i;2i fu-i hig zu, machte sich indessen die Schwätzer durch gcid wieder zu freunden, und lößtc von den Engelländern Tournai wieder ein» Aber an.: ß 19, da Franciseo stin bemühen um die Kayserliche wür- de fehl geschlagen war, entstund deshalben zwischen ihm und Kay- ser Carl,: V eine Verbitterung, wodurch unterschiedene fordwm- geii, so sie gegen einander hatten, ob sie gleich in dem zu Nojvn am H i6 gemachten vergleich beygelegt heissen sollen, wieder aufdid bahn kamen , und weil es anfbeyden feiten nicht viel gelinde rath- schlage geben konte, brach es knbiich in öffentlichen krieg aus, dtt au. 1521 zugleich in Navarra, in den NiedcrlastdeN und in Italien angieng. Im ansang nahmen die Fmntzosen Navarra in wenig tagen ein , verlohrcn es aber gleich wieder, ob sie wohl schon biß ist Eastilien gedrungen waren. Jedoch Nahmen sie darauf Fomara- bien weg, welcher ort hernach den schon auf gutem fuße siebendest verglich hinderte. In den Niederlanden, alllvo der kkieg deswegen angegangen war, weil sich Franciscus Robert! von dLr Marck än- gciiciimren hatte, mit welchem der Känstr anfänglich kriegte,warb ihnen Tournai weggenommen, jedoch überrumpelten und plünderten sie Hesdin. In Italien gieng es an: allcrschlcchtesten. Danst weil die Königliche mnter aus baß gegen den daselbst commandirei:- dcn General Lstutrec, das dahin bevrderte geld zurück hielt, unb den sthatzmeister Sembian-ai wider dessen willen zwange solches ihro zu bezahlung dessen, so sie äufdem schatz-amt auszustehen zu haben behauptete, auf einmal herzugeben, die Frantzösische armtt auch eben wegen diesen: crmangleNdcn qclc zur sehlacht bey Bicogue genöthiget wurde und allda an. ir 22 einen zimlichcn streich bekäme, gieilg das Mayländlsche und Genua verlohrei:, welche stadt ain Frantzöststhe beststzung eingenommen hatte. An. 1522kündigte Franelseo auch der König in Engelland krieg an, mit dem cr doch einige iahrc vorher, als sie zwischen Ardres und Guincs eine prächtige znsammcnkimfft hielten, feste frenndschafft gemacht zst hüben schiene. Jedoch thaten sie ihm keinen sonderlichen schaden, Wie dein: überhaupt der krieg aufder Niederländischen feite gab schläffrig gcführet ivard. An. 152z wolle der König selbst nach Italien gehn, allein der absall des Cönncstable von Bonrbon, (äst dessen Mißvergnügen der König stlhst einige sthnld hatte) welchci! zum Kaystr übergieng, hielt ihn zurücke, und ward Bonnivet mit einer armec dahin geschickt, der »:bcr durch seine üble anfführimg selbige Mchecntheils verlohr, und «zczwungc» ward mit dem restt nach haust zu gehn. So nahmen mich die Spanier Fontarabiest wieder wrg, und die Engelländer nebst den Flämisthen streiften, Nachdcin sie Mondidier besetzt, biß 11 meilcü von Paris» Im folgendem fahre 1524.brachen die Kaystrlichen ist Provence ein unö belagerten Miwstille, mnstcn «:bcr mit grossem Verluste abziehen, und der König Franciscus folgte ihnen wieder alles rinratheit n»v bitten stiner inulcr und der meisten Ministers mich Italien» Bra"^ tome meldet hierüber diesen merckwürdigen umstand, es h»:be dest König zu einem si> gefährlichen zng nichts so starck bewogen, als die ihme von dein Admiral Bonivct überbrachte zcituNg der sonderbaren schönhcit einer gewissen Mayländcrin voni Adel, namens «Lignora Cleriee, welche er der Admiral bey seinem vorigen M wohl gckandt, nitd deßtwegen wiederum zu scheu wünschte, auch dem König zu solchem end von ihro die üllersüßstc Hoffnung machte- Also werden offt die wichtigste dinge miß den allerschlechckt-und m derlichsten ursttchen linternviniNen; jedoch bey dicstm allem liesse sich für Francisenm im ansang alles ziemlich wohl an, indem er die stadt Mayland ohne wicderstand einiiahm, auch den Pabst bewog Mit ihm in bündtniß zu trecken. Allein, weil er sein gluck nicht recht verfolgte, Und sie!) mit der bclagcrmig von Pavia aufhielt , auch noch dazu seine armcc durch unterschiedene absondemch davon ausgeschickte kriegs-heere schwächte, geschahe es, daß den 24 febr. an. izL; stine armee vob Pavia von den KayscklieM weggcschlagen und er selbst, Nachdem cr heldenmüthig gefochten, auch unterschiedene wunden empfangen hatte, «gefangen ward» Cr war selbst einiger messen schuld an stein vertust dieses treffcnö, indem er aus Übereilung, als erden zuerst aufihnc gefallenen fenw zu weichen gezwungen, ihme hernach so befftig nachgesetzt, baß er sich so gar zwischen sie und stin eigen gcschütze stellte; wodurch bau dieses für ihiie unbrauchbar ivard, welchcs ihmc sonsten nach den: urtheil der Kaystrl. Gener«:le>: die schlacht allein hätte gewinnen können; und durch eben diese unglückliche nicdcrlag und gcsimgm- nehmung des Königs wurden die Frantzostn, welche noch hm mw wieder mannschafft in Italien hatten, aufeinmahl genochig« lei- fra diqcs land zu verlassen. Der König ward erstlich auf dem schlösse Gzstghewne gefangen gehalten, und hernach um mehrerer sicher- heit willen nach Spanren gerührt / da indessen seine muter sich der Franko,Ischen regierung annahm. In dieser gefangen,chaffk siel Franäscus in eine ,chware kranckheit / weil er härter gehalten ward als er vermuthet; erhotte ,ich aber wieder, theils durch des Kay- strs, theils durch seiner schwester, der Hertzogin von Alenstn / zu- spruch. Hierauf gieng er an. 1526 um stiüe freyheit zu erlangen ei. neu harten stieben ein, darinnen er allen ansprächen, um welche er mit dem Kayser streitig war, absagte, dem Kayser alle lehnspflichr- wegen einiger Niederländischen provintzen erließ, das Hertzvgthum Burgund wieder zu geben, und des Käysers schwester die verwit- tiblcKömgm in Portugall zu ehüchen versprach- wie denn das Verlöbnis mit derjelbcn noch m Spanien geschahe. Er ward also iin martio selbigen iahres auf freyen fuß gestellt, muste aber seine beyden jüngsten Printzcn als Achseln in des Kavsers Hände stellen. So bald er aber in seinem Reiche angelangt war ,gab er deutlich zu erkennen , daß er den frieden sonderlich in dein punct die abrretlNng von Burgund betreffend, zu halten nicht gesonnen sei,, entschuldigte sich init dem wiederspruch seiner Stände, erbot sich davor zu einer summe geldcs - und nlachte indessen mit dein Pädst, den Ve- nclianern und Schwerern zu Vertreibung der Kayserlichen aus Italien, ein bundtkiß. Mit Engelland aber hatte sich die Rcgentin vorher schon gejetzt. Ais es »ach diesem zu schimpflichen Worten zwischen diesen beyden. Fürsten gekommen, und sonderlich Carolus bcv mehreren gelegenheiten, und na-nentlich zu Rom in beyseyn des Pabsts, vielcrMMnalen Und 2 Fvantzösisch-allda anwesender Gesandten mir deutlichen warten gemeldet: Franciscns härte ihme die gegebene Parole nicht gehalten; forderte dieser Earolum durch rincn Herolden deßtwcgtn zu dem kampff aus, weicher auch die be- schehcne fordernng annähme,und die bekannte Kasanen-insul darzu bestimmte; wiewol die fach hernach nicht für sich menge, und jedes theil die schuld des Verzugs aufdäs andere schieben wolle. Was das Italiänische bündniß belriffc, schickte der König zwar 5000 mann M der allürren armee, es ward aber nichts ausgerichtet, und der König - der den Italiänern nicht viel traute,begehrte sich auch nicht stärckck anzugrciffen. Hingegen bekam er bald gelcgenheit mit dem König in Engelland - den Venetiancrn und Florentinern zu bestehe ung des belagerten Pabsts ein neues bündniß zu machen,zu welchem ende Lautrec mit einer ärmce geschickt ward das Königreich Nca- pvlis zu erobern, um welche zeit auch Genua durch Vorschub des Doria wieder in Fräntzösische borhmäßigkeit gerieth. Zu diesem kriege brachte er von seinen Ständen dadurch namhaffte geldtsum- men heraus, weil er iyuen vorstellte, daß er willens sey - sich dem gethanen versprechen gemäß wieder in gcfangenschafft zu stellen, well es in seinen Händen nicht stünde, den Madricischen frieden zu erfüllen. Im übrigen solle der krieg in Italien allein gesühret werden , indem der König iü Engelland der Handlung seiner nntertha- rimzuw besten für die Niederlande eine Neutralität ausgewürcktt Nun gieng zwar drm Lautrec anfänglich im Neapolitanischen alles Wohl von stalten, indem er viel städre einnahm und im may an. 1,-28 Neapolis selbst belagert. Allein, da nach einer zwey-monat- lichen bciagcruNg die armee gröstentheils duvch kranckMen drauf gieng, der König weder geldt noch frisches bolck schickte, Doria mit seinen galeren abfiel, und Genua zugleich aus Französischen Händen riß, Lautrec auch selbst starb, muste die belagernng aufgehoben werden, und der rest der Franko,Ischen völckcrn ward von den Kayserlichen zu einer schimpflichen Capitulatstn gezwungen, auch diejenige armee, so in der Lombardir gestanden, ward an. 1 ?2y eben- fals über den Haussen acwvrssen. Weil nun auch in Franckreich auß hungers-noth und kranckheiten ein groß elend entstanden war,gieng der König einen frieden ein, der denaug. 1529 durch seine muter und die Regentin von den Niederlanden, die deßwegen persönlich zu Cambrai zusinnmen gekommen waren, geschlossen ward, in welchem er für die befreyung seiner Pvintzen sich zu erlegüng grosser geldtsnmmen und bezahlung der Kayserlichen schulden gegen Engelland verband, dem Kayser sein recht auf die Burgundischcn lande vorbehielt, die khnS-pflicht wegen Artois erließ unb alles wieder zu geben versprach, was er Noch im Mayländischen und stkeapolita- nischen besässe. Jedoch protcstirte Franeiscus heimlich gegen die versprochene verzicht aNfMähland und Genua, ließ auch durch den General-Pracurcur bey Parlamente zu Paris dergleichen thun. Daraufwurdcn an. i,-zo die Königlichen Printzen wieder ausgeliefert, und Franciscns vvllwgdie Vermählung Init der Königin Eleonora. Hicrnächst halte Fvanciscus etliche jähre friede,,dic er mit besserer cinrichtung ftiNes Reichs so wohl in jnstitz-als kriegs- sachen zubrachte, auch an. i,-;2 das Hertzvgthum Bretagne mit der Creme vereinigte, und neben dem bemüht war brs Englischen Hofes Willigkeiten mit dem Pädstlichen stuhle beyzulegen. Bey dem allem aber ließ er nicht nach dem Kayser unter dcr Hand schaden zu thun, wie dann durch sein eysriges rathen und zuthun seiner Gesandten unter anderem auch der Schwäbische bimd gctrcmM wurde, »vorauf sich biß dahin das hauß Oesterreich so sehr gestützet hat- te , so tractirte auch dieser König vieles, theils mit den Prolesian- tcn in Deutschland, theils mit dem Könige in Engelland, welches aber ru keinem effect käme. An. 1;;; hielt er zu Mar,eilst mir dem Pabste eine unterrednng und machte daselbst die heyrath zwischen semein andern Prinycn und Catharina von Medicis dem Kayier z,im verdrusse richlig,' da es ihm sonst damit kein rechter ernst gewesen war. A». 1;;; leistete er unter der Hand der stabt Gensi wirrt den Hertzog von Vavoyen, der sie belagert hatte, hülffe, wie erden» ohnedem mir diesem Hertzoge wegen der erbschaffl seiner muwr um selbige zeit streitig zn ivecden ansieng. Es brach auch diese streitigkeit an. 1; zum öffentlichen kriege aus, und ervbcr- Savoyschen lander meistcntheils / weil der Hertzog sich m ferner Verfassung befand. Hierüber kam es ru Usi"1"lM-uMdemKay,er,dabcyALßmnA kettcre schwarrgkeiten gegen einander geführt hatten Hier Kar, er siel abermals in Proveüce ein und belagerte MarAle^ ste aber wieder unverrichteter fachen abziehen,und den krieg in stm- richteten auch die Kayserlichen "dwU mals schloß Fraiiciscus ein bündniß wider den Kayser mit den Tür- ckur /.daran sihvn ,ert emem >ahre war gearbeitet worden. An ir, keß franciscns dem Kayser Flandern, Artois und Charotois , als lander ore von ihm zur lehn giengen, absprechen, fiel auch selbst mrt r'"rr armee rn Artors em , und nahm Hesbin weg. Es ward aber bald wegen den Niederlanden ein stillstand geschlossen , und r folgendem i,-;8 ,ahre vermittelte es der Pabst/daß so WM allwo er zwirn der Kaysek als der König nach Nizza kamen , ichen rhnen einen zehen-jährigen stillstand schloß. Auf der rück- rei,e unterredeten sich beyde Potentaten zu mo-re« persön» trch mrt einander, welches zu Nizza nicht geschehen war. An. i;;y ward Francl,cns von den redeUirenten Gcntern um schütz angesprochen, den er ihnen aber abschüig, und hiüqegen dem Kay,er vergönnte dieser fache wegen aus Spanien diu ch Franck- rerch nach den Niederlanden zü reisen , ihn auch so kostbar bewirthete,daß es auf 4 Millionen joll gekostethaben. Weshalben er sich zw§r wegen Mayland viel von dem Kayser versprechen/ äder nichts unterzeichnen lreß, daher» denn derselbe, als er ausser Franckreich war, an nichts mehr gebunden seyn wolle. Seit der zeit ward der Komg, theils aus Verdruß wegen seiner mißlungenen anschlage- theils von cmer kranckheit, daran er kurtz vorher tödtlich niedergelegt" / und die nicht gäntzlich zu hebest war, gantz widerwärtig, verdrießlich und argwöhnisch, ließ auch seinen Widerwillen an nnter- jchieLenen Grossen aus, die sonst allezeit viel bey ihm gegolten hatten ; wie dann Annäs von Montmorcnci der Cvmicstablc und Claudius Hertzog von Guise auf einmahl befehj bekamen sich von hoff zu entfernen. Es geschahe über dieses,daß L Fräntzösische Gesandten , die nach der Türckry und Venedig gehen stssten, von dein Gouverneur zu Mayland ermordet wurden,wovor der Käufer keine satisfaction geben wolle- daher an. 1,-42 drr König anfeinmal im Luxenburgiichen und in Roustillon einfiel. Das Luxenbürgische ward erobert,der Vortheil aber nicht recht verfolgt,weil der Hertzog von Orkans, der die armee commanbirte , zu früh davon reiste. Hingegen belagerte der Dauphin Perpignan vergeblich, und in Piemont ward auch nicht viel ausgerichtet. An. 154; entstund in Poitou wegen den zollen eitrige innerliche unruhe, st aber bald dry- gelegt ward. Es zerfiel aber Franciscns wegen'der Schottischen Händel, deren er sich gegen Engelland annahm, mit dieser crone völlig > gestalt denn deswegen 10000 Englische zum.Kayser stieffeit und Landreci,wiewohl vergeblich, belagerten. Im gegeütheil hatte auch die Türckische und Fräntzösische flotre vor Nizza nichcs ausgerichtet; mästen sir zwar die stadt erobert- abrvvbr dem schloß nicht minder wegen schlechter anstatt und Vorbereitung der Fran- tzosen, worüber Barbarossa sehr geklaget, als wegen tapfferer ge- genwehr beb belagerten wieder abziehen müssen..An. 1544 ge- rvannen die Fräntzosen das treffen bey Cerizoles in Piemont gegen die Kayserlichen, musten sich aber nach Franckreich zurück ziehen- tveil der Kayser durch Champagne, und Engelland durch die Pi- cardie, mit gewaltigen armem daselbst eindrangen und anfänglich mine machten, als ob sie beyde anfeinmal bis aufPäns durchbrechen wollen. Es wäre damals um Franckreich übel gcstandcn, wenn sich nicht beyde Postulaten unterwegens st lange aufgehalten hätten, und, weil jeder dem andern die schuld gab, mit einander zerfallen wären- da denn Franciscns grlegcnheit fand mit dem Kayser , der schon Chatean-Thierri eingenommen hatte, und bis auf Meaur straffte, zu Crespy einen besondern frieden zu schliessen, in welchem eine heyrath zwischen dem Hertzog bbn Orkans und der Kayftrlichen Printzeßin ausgemacht war,welcher die Niederlande zum heyraths-gul sollen gegeben, werden. Hingegen that Fran- ascus auf Mayland und Neapolis verzicht, veksprach auch alles Wieder zu geben,was er iU diesem kriege erobert. Damals war rüst grosse feindschaffl zwischen Francisci beyden Printzeßin, und seinek Die Hertzogin von Esiampes, die es mildem jüngste» hielt,mengte sich dergestalt in den Handel- daß sie dein Kayser Esprr- na irnd Chatcau-Thierri verrieth. Mit den Engelländern - welche indessen Boulogne erobert, gienge der krirg noch ein jähr fort, es ward aber auf basten feiten nicht viel gethan, obgleich die Frantzo- ft'i niit einer ansehnlicha, flotte in see giengen, »ist an. 1546 - dä beyde theile des kriegs müde waren, kam es zum friedkn. Ewige monate drauf aber nahm des Königs kralickhaNsterhand- die ihm schon lange von einem unheilbaren gesthwar, st er vor vielen sah- ren von einer bekoiiiMen habe» soll, zügeirosseU / und wiewohl er sich selbige attfäüglich durch jagen und herumreisen zu vertreiben gedachte,kam es doch endlich Wm lagcr, aufwelchem er den , i merk an. 1 ,-47 starb. Er hatte bon seiner ersten gcmahün,Claudia,; söhne und 2 töchstr bey jähren gesehen. Von Mm, starb Wv älteste Franciscns, an. i;;S, von welchem hernach inst der dritte Caastis au - 54 t, daß also Henricus, welcher ihm folgte; allech üderbl eb. Von den töchtem ist Magbalena an den Komgan Schottland Jacob V, und Margarctha an den Hertzog von Sa- voven- Eniannel Philibertumvermahlt worden. Milder andern qemah in Eleonora,welche ihn überlebt- hat et keme kmber gezeugt. t-r war ein Herr von sehr gütc-n ergenlchafften, kbhaffrig, klüg-und kbarffsiüniwvon gutem gedächtnisse- beredt, tapffcr, gütig- großmü- K; 'AftnWrtz-g?prächt,g m,d fteygebig. Das auweh,neu der ge- Ichrsainkcit in seinem Reiche keß er sich absonderlich angelegen Uu; seyn, fta Z42 lcnn, . . „..... ckercy zu Paris, legte herrliche bibliothecken an, und hatte stäts gelehrte um sich/ mit denen er vornehmlich gerne von der natürlichen Historie redte. In religions-sachen hielt er es ungeachtet der damals sich erzeigenden änderungen / beständig mit dem Römischen stuhl- drang aber doch dabei)- zu beylegung der religions-streiliqkei- ttn immer zu eyfrig aufein co„c,>,»»,. Die grausamkeiten, welche Unter seiner regierung öffters gegen die Protestanten verübt worden,sind nicht so wohl ihm- als dein Cardinal Tournon und andern dergleichen Ministern zuzuschreiben- wie man denn vorgibt,er wäre willens gewesen Melanchthonem nach Franckreich zu deruffen, hätte in vielen stücken eine bessere meymmg von den Protestanten gehabt und würde sich mit denen in Teutschland befindlichen näher vereinigt haben - wenn ihn nicht gedachter Cardinal darvon abgehalten hätte. Einige sagen gar, er sey einmal resolvirt gewesen, nach art des Königs in Engelland sein Reich dem gehorsam des Päbstlichen stuhls zu entziehen, welches aber Hern ach durch die hey- rath seines sohns in die Päbstliche familie hintertrieben worden. Bey allen seinen lugenden hatte er die fehler, daß er in beobachtung seiner angelegenheiten, wo ihnc änderst keine grosse noth triebe, allzu nachlässig war, den Wollüsten zu sehr nachhicng, seinen favori- tcn m viel traute, und seine Heimlichkeiten nicht allzuwohl zu verbergen wüste, daher es denn gekommen, daß er meistcntheils in seinen Unternehmungen, auch in denen selbsten, die sich anfangs wohl anliessen , unglücklich gewesen. Absonderlich war er dem srauen- zikkier sehr ergeben, imd sind unter seinen xi-iir-cssen fürncmlich die Gräfin von Chatcau-Briant und die Hcrtzogm von Estampes bekannt , mir denen er aber keine Ander gezeugt. Am meisten ist zu verwundern, daß er ungeachtet seiner Pracht, der kostbaren gebäude so er gefübret-der gesthencken, so er überall reichlich ausgetheilt,der schwären kriegen,so er geführt,und der vielfältigen land-plagen,i»it denen Franckreich unter ihm heimgesucht worden, doch noch bey seinem absterben einen schätz von 4 Millionen Croncn hinterlassen. leicinoires. kvicmo>rcz öcc. 7 > 4 ) /e. * Franciscus II, war Heinrichs II söhn, 1544 dm 20 ian. ge- bohrcn, und bestieg dm Französischen thron 1559 nach seines Vaters absterben. Unter seiner regierung ficngen die vartheyrn, die schon bey seines vaters leben entstanden waren, an, viel unruhe zu machen, wozu sein alter absonderlich gute gclegenheit gab, nach welchem er zwar kron-fabig-aber doch noch zu jung war, ohne ben- st md zu regieren. Die Königliche mutter hielt es mit den Guisen, dadurch diese sehr erhoben wurden ; damit aber geschahe dem Connestablc von Montmoranci so wohl,als insonderheit den Prin- tzeu vom aeblüte grosser Verdruß inmasscii denn jene bald alles nach lhr.in ivillen anstellten, die Primzcn vom gcblüte vom Hofe entfernten und sie zu keine» bcbicnnngen'kommen liessen. Absonderlich ist der befehl merckwürdig, der bald im ansang der regierung aus der G üsen anstiffteil heraus kam, vermöge dessen alle, die was zu such.n hatten, bey straffe des stranges mncrt 24 stunden von Hofe mästen,womit sie des Adels loß zn werden gedachtemdcr ihnen hätte im wegc styn können. So war auch der junge König gäntzlich von jhnen cingeuommeu, daß keine Vorstellungen nichts halffcn; wiewohl man ihm briesicin wider die Guisen selbst in sein bette steckte, worüber er zu unterschiedenen malen gewünscht, daß sie sich eine zeitlaug von Hofe entfernen möchten. Dabcro geschahe es endlich, daß die Printzcn vom geblüte und stiiderlich der von Eon- dc, der Rcformirten vartbcy nahmen, welches zu den ersten innerlichen kriegen in Franckreich anlaß gab. Den ersten lerinen machte die so genannte zmammm-vcrsehwörnng von Ambosse, hinter welcher der Prim; von Conde stecken solte, und die dahin ihr absehen hatte, daß man sich der Guisen erstlich zu Blois, und hernach zu Amboist, wohin sie sich mit dem Könige aufdie erste Nachricht von solchem anschlage begeben hatten, bemächtigen wolle. Zu welchem ende austasten gemacht waren, daß von allen stiten ber trouppen anrücken jolten; allein die stehe ward zu erst durch einen Advoca- tcn, dem sich der Hugenotten anführer Renaudic vertrauet hatte, und hernach von einem Edelmann , namens Ligniercs verrathen, der noch dazu alle austasten und abgcrcdtc Marsch-rourcn entdeckte; und also klinten die zusammcn-vcrsthworiie nick'ts ausrichten, ob sie gleich versuchten das schloß zn Amboist mit gemalt einzunehmen , und wurden sie nicht allein da, sondern auch untcrwcgcns, da sie von allen stiten her zu dein abgeredten sammel-platze im anzuge waren, zurück getrieben, zerstreuet, und die gefangenen - sonderlich die vornevmsten schmählich hingerichtet. Indessen wurden in des Königs »amen einige befehle ausgegeben, welche die gegen die Re- sorimrten bisher gebrauchte härte zu «lässigen schienen, und gieng auch die Königliche mutter mit ihnen gar wohl um, damit man sie e,»schlauern sind sich der Printzen vom gcblüte bemächtigen möchte, zu welchem ende eine verstmmlung der Grossen im Reiche zu Fontaincblcau angestellt ward. Nun kamen zwar weder der König von Navarra, noch der Printz von Conde dahin,aber die briefc, die man von ihnen aussieng, und die zu gleicher zeit sich ereignende Unruhen in unterschiedene» provintzcn, da auch so gar Lion ben nahem in der Resormirtcn bände gerathen wäre, brachten den König in solche furcht, daß er nach geschlossener Versammlung sieb von Fontaincbleau nach 5. Gcrinai» begab. Endlich, da sich der König von Navarra und Printz von Conde bereden lassen nach Orkans zu kommen, allwo dem vorgeben nach in knrtzem eine Versammlung der ständen solle gehalten werden, ward der lctsterc alsobald in arrest genommen, und der König wäre also gegen ihn erbittert, daß er ostters sagte, die natürliche vcruunsst, seine stlbst-erbaltung und die sorgsalt vor das gemeine beste erforderten eine cremplarischc bestraffung des Printzcn, daher ihm auch mit des Königs wissen fta Und willen der kopffabgesprochen ward. Zudem hatte man wiß glaubens-bekenntniß aufgesetzet, zu welchem sich durchgehend alle einwohner des Königreichs bekennen sotten, und deswegen man bereits; armem beordert, die in allen vrovintzen herum ziehen wüsten, durch welches Mittel man die Reformirte lehre auszutilgen gedachte. Allem ehe das tobes-urtheil an dem Printzen vollstreckt werden kunte, ward der König gehling an einem haupt- geschwär kranck, das er schon lang gehabt hatte, und starb daran noch vor dem anfange der vcrjammlung der Ständen , den 4 dec 1560, und ward zu c-. Denis ohne ceremonien begraben, welchen fehler man denr Hertzog von Gusse, als ober-Hofmeister zuschrieb, worüber so gar an den Königlichen sarg ein pasquill wider ihn angeschlagen ward. Auster diesen Unruhen, welche durch der Guisen herrsch,uchr, und anbey wegen der religion erreget wurden, ist zeit seiner regierung nichts vorgegangen,ohne, daß ereinstmit der Engst,chcn Konigm Estiabeth fast Händel gekriegt, welche sich der Schottischen Protestanten annahm,da hingegen Franciscus (theils seiner gemahstn zu gefallen, theils auch, weilen er gegen die Elisabeth selbst einige beschwarungeii hatte,) hülffs-völcker wider dieselbe nach Schottland ,chickte, worüber von Englischer feite ein manifest heraus kam,darinnen jedoch alles aufdieGuisen geschoben ward. Allein es ward die fache nach einigen vorgegangenen st,ät- stchkeiten zu Franckreichs schlechtem Vortheil und ehre beugeleat, wiewohl der W,falls gemachte tractat nie ralifieirct worden. Der König von «Lpanien nahm sich schon damals der Frantzöstschen Händel an, und ward auf eine zeit am Hofe,den Printzen vom qeblü- te zum schrecken, ein briefvon ihm gelesen, des inhalts, daß er auf erhaltene Nachricht, wie einige unruhige köpffc den König vor un- wchtlg zur regierung ausgegeben,sich entschlossen, ihn nebst seinem Reiche in be,ch,rmung zu nehmen. So sebr aber auch unter ihm ailfcrhastung der Catholischen religion gesehen ward , kunte dennoch der Cardinal von Lothringen mit einsührung der Inquisition u, Franckreich nichtdurchdringen. Man kan von ihmwegen seiner lugend und knrtzcn regierung, in welcher er noch dazu nichts nach eigenem ratbe gethan, weder gutes noch böses jagen; doch wird ihm dasszengniß gegeben,daß er mehr zur lügend,als zu lasiern geneigt gewesen. Im übrigen ward sein qemüth durch seinen stäts kranckstchcn zustand sehr geschwächt, sintemahlen er heständig eine deschwärdc im Haupt hatte, und an statt der gewöhnlichen öff- mmg durch die nase, stlbigc durch die ehren geschahe, deren ver- stovffung endlich sein tod gewestn, wiewohl doch einige sagen wollen,es sey ihm mit gisst abgebolssm worden. Er ist mit Maria der Königin in Schottland vermählt gewesen, hat aber mit ihro wege- seiner iugcnd und schwachheit keine Ander gezeugt. i- --z-r6. Franciscus / Dauvhin von Franckreich und Hertzog voir Bretagne, ein söhn Königs Francisei I, wurde an. 1517 gebshren, auch an. 15;2 zii NenncZ zum Hertzog von Bretagne gekröuett Er war ein tapfferer und großmüthiger Herr, starb aber an. i z zäi zu Tournon , wie man mcynss an beygebrachtem gisst, das er von- einem Italiänischen Grafen Sebastian Montecneiist genannt, in einem trunck frischen Wassers nach dem ball-spiel empfangen. Es soll derselbe, wie man in Franckreich vorgab, von dcii Kayserlichen Generalen dazu verleitet seyn worden, wiewohl andre gar Cathari- nam von Medicis in verdacht haben; welche dadurch sich und ihrem gemahl den weg znr Crone bahnen wolle. leistim. Franciscus Hertzog von Alencon, Anion und Brabant, Wälder 5 söhn Königs Henrici Hund Catharinä von Medicis, und ein brudcr der Königen Francisei II , Earoli IX und Henrici III. Er wurde an. 15 54 den 18 mertz gcbohren,und bekam in der tauffe den namcn Hercules , darsür er an. 15 64 auf seines brudccs Carls IX befehl den »amen Frauchens angenommen. Der König Carolas IX gab ihm an. > 566das Hcrtzogthnm Alencon zur und an. 157z begleitete er seinen brudcr Henricnm in der belage- rung vor Röchelte, mit iveichem er es aber niemals recht aufrichli, aemeyncr,davon er bcv jeder gelcgcnheit proben erwiesn. Er warf sich zum Haupt der mißvergnügten auf, wurde aber darüber von der Königin, seiner mutter, gefangen genommen, doch von dem Konig wieder auf freyen fuß gesielict. Gleichwohl kunte dieses nicht verhindern , daß er nicht die reutcr, welche der Pfaltz-graf Casimir m Franckreich gebracht, wider seinen brudcr hätte commandiren sollen , worzn ihn die abgeschlagene Gcncral-Lieutenants-chargc von Franckreich nicht wenig mag gcrcitzet haben. Jedoch wurde dieses wcit-ausschcndc iintcrnebmcn bald gchcmmct, als ibm der Komg zn seiner noch das Hertzoglhum von Anjou gethan, und ihn zum General-Lieutenant von der Königlichen armec gemacht, da denn unter ihm 1» okListc- über der Loire und Jssoire in Au- vergne den Hugenotten abgenommen wurde. Hierauf berieffen ihn dle vereinigte Niederlande, und trugen ihm die protcetivn über sich auf,da den» unter andern an. 1578 Bincbe erobert wurde. Als er gleich darauf ohne sich noch weiter einzulassen, wieder zurück M Franckreich gekommen,ließ ihn stin brudcr indem l-ouve gefangen fetzen, in mcynung ihue dadurch von seinem beginnen abzuhalten; wiewohl andere wollen, er habe sich nur äusserlich also gestellt, um den König in Spanien nicht allzusehr zn erbittern. Wenigstens ließ er sich von seinem gemach herunter, und entkam glücklich durch Vermittlung,eines favoriten Buss« »'Ambosse. Bald darauf wurde er vor einen Printzen von den Niederlanden erkläret, und führte 4000 mann zn pferb nebst 10000 zu fuß dahin, da er denn dcnHc^ tzog von Parma von der belagcrungvon Cambray wegtrieb , auch Sims und Arlenr hcfreyetessmd Chasteau-Cambresis nöthigte, sich auf discretion zn ergeben. Mittlerweile that er eine reist in E»ge>- laM fra der vergeblichen Hoffnung, sich mit der Königin Elisabeth zu vermählen. Als er von dar^am 1582 wiederum zurück in die baut, unv zu zu>» Hends ließ er sich durch bosirathWage seiner favoriten dahin verleiten , daß er eine unumschranckte macht haben wolle, sich auch nicht Miete den Standen zuzumuthen, sich, im fall er ohne bindet verstürbe, an Franckmch zu ergeben; ja, als man ihm dieses abschlüge , wurde so gar von den feinigen der anschlug gemacht, sich müden bey geh habenden Frantzosischen trouppen aufeine zeit der vornehmsten Brabandlsch-und Flandrischen stadten zu bemächtigen ; allein die fach schlüge an den meisten orten fehl, und er selbst, nachdem er wurcklich eines der stadt-thoren zu Antwerpen überfallen , und schon einige tausend mann in die stadt ziehen lassen, wurde von den bürgern Mit grossem Verlust zurück geschlagen. An verschiedenen andern orten gienge es den seinigen nicht besser, und die wenige platze, deren sie sich durch diese treulvsigkeit noch bemusterten , als Dumirchen, Denderlnonde und Dirmuyden, muste» sich kurtz darauf an den Hertzog von Parma ergeben. Da sahe sich nun vuc a'Atencon genothiget mit schlechter ehr wieder zurück nach Fmnckreich zu ziehen, grämte sich auch so sehr, sonderlich da ihme auch an dem hoff von -einem bruder und dessen favoriten immer ein neuer Verdruß gemacht wurde, daß er schon am 1584 zu Chaleau-Thierry ohnverheyrathet gestorben, L^r- Beönrg von Navarra; Franciscus/König von Navarra, Grafvon Foix,wegen seiner schbnheit i'Kwbui zugcnannt, succedirte an. 14-9 in dem n jähr seines altersseinergroß-mutter Eleonora von Navarra, und führte die regierung unter seiner mutter und seines vettern Petri,des Cardinal von Foir, vormundschafft, nachdem er an. 1482 zu Pampe- lona gekrönet worden. Allein er bunte die ivürckliche besitzung seines Staats nicht erhalten, und da er wieder zurücke nach Bcarn gekommen, wurde ihm zu ansang des folgenden 148; jahrs mit einer vergMeten stoten, aufweichen; mstrumeut er gern zu spielen pflegte,vergeben. hertzog Ztt Braunsthweig und Lüneburg : Franciseus / Hertzog zu Braunschweig und Lümbnrg in Giff- horn, war Hertzog Heinrichs des ältern z söhn, von Margaretha, Cbursürst Ernesti zu Lachsen tochter, an. 15--8 den 2; nov.ge- dvhren. An. 1526 befand er sich bey dem beylaget Churfürst Johann Friedrichs zu Sachsen, da er auf dem angestellten meiner vortresiiche proben seiner gesehicklichkeit abgelegt. Vier jähr hernach war er unter denjenigen Fürsten, welche aufdem Reichs-tag zu Augsburg Carolo V die so genannte Augspurgische confeffion überreichten. In der theilung mit seinem mittlern bruder, Hertzog Ernesto, welchem der ältere Hertzog Otto die regierung übergeben, bekam er die au dem Zusammenflüsse der Aller und Jse gelegene stadt und amt Giffhorn mit den darzu gehörigen 2 Grafschaffren nnd z vogteyen, nebst dem klostcr Jsenhagem Worauf er an. 1526 indem gedachten Giffhorn seine residentz ansehnlich erbauen, und nach arc selbiger zerren, mit rondelen und graben wohl bebestrgett lassen. An. 1547 hatte er das uttglück, mit einem sehr bösen schaden an dein fusse befallen zu werden, welcher ihm endlich, als der kalte brand darzu geschlagen, abgenommen wurde, daran er auch den 2; nov. an seinem gebnrts-Lag an. 1549 gestorben. Mit seiner gemahlm Clara, Hertzogs KisZni zu Sachsen-Lauenburg tochter, mit welcher er an. 1547 den 29 sept. beylagcr gehalten, hatte er 2 tochter, Catharinam und Claram gczeuget, davon die erstere am 1,64 an Burggraf Heinrich zu Meisten, Herrn zu Planen; die andere an. 1565 an Fürst Bernhard von Anhalt, und nach dessen tode an. i z 72 an Hertzog Bogislaum XIII in Pommern vermählet worden. Lraunsclivv. cllron. ^entzöge, von Sachsen-Lauenburg t Franciseus I , war ein söhn n, Hertzogs von Sachsen- Lauenburg , aus dem Manischen stamme, und Catharinä, einer tochter Hertzogs Henrici des altern zu Braunschweig. Nachdem er die regierung angetreten, widersetzte er sich am 15; 7 den Wi- dertäuffecn, die sonderlich das Bißthum Münster beunruhigten, mit grossem eyfer; so erregte er auch wiederum die prätension des Sachsen-Laumburgischen Hauses auf die Sächsische Chur, und brachte eine commimon aus, welche von Kayser Marimiliano II dm Hertzogen von Mecklenburg Ulrico und Christophoro, die damals ihrer gclehrsamkeit halber berühmt waren, aufgetragen wurde. Ob nun gleich diesilbige am 1577 unter Kaystr Rudolpho II wiederum erneuert wurde,gieng sie dennoch beydemal fruchtloß ab, woraufFranciscus I mit dem Churfürsten Augusto von Sachsen einigen vergleich traff, und versprach,die Chur-schwerdter aus dem wapen zu lassen, woran sich doch seine nachkommen nicht gckchret, sintemal insonderheit Hertzog Julius Franciseus die prätension wiederum hervor gesuchet,' bis die fache abermal durch einen vergleich an. 1671 beygeleget wurde. Franciseus danckte endlich die regierung altcrs-halber ab, und übergab sie seinem söhne Fran- esscs ll, worüber aber zwischen demselben nnd dessen ältesten bru- der^ggno grosse Uneinigkeit entstund, so gar, daß der vater selbst misstrhalb der stadt Lauenburg in grosser bekümmerniß auf einem dorffdie übrige zeit seines lebens zuzubringen gezwungen wurde, in welchem zustande er auch am 1581 im 8; jähr seines alters gestorben. Mit seiner gemahnn Sibylla, Hertzog Heinrichs des from- men zu Sachsen tochter,hat er5 söhne gczeuget, Magnum, Fran- cncum II , Henricum, Mamitium und Fridericum. Unter denstl- vI bat Franciseus I! den stamm fortgepflantzet/ die andern aber fta Z4z verrichteten thaten, wie auch glücks-und Unglücks» ^.781. dl. k. Scc. vo» 82cll6:!i-l.Lu-nb. ÜLwM-kLit. . ^KMciscus II , ein söhn des jetzt - gedachten Francisci I und der Libylla, wurde den io aug. an. 154-, gebohren, und an des Churfürsten von Sachsen Augusti Hof zu Dreßden auferzogem In dem i9iahr fernes alters an. 1566 that er einen kriegs-zug m Ungarn, und an. 15 s? wohnte er der belagerung und eroberung der stadt Gvtha bey; worauf er sich «11.1569 in Spanische kriegs- dienste m beu Niederlanden unter dem Hertzog von Wa begab. Am 1574 trat ihm sein vater die regierung ab, worüber sein älterer bruder Magnus, der in Schweden lebte, und Königs Johan- nis schwester geheyrathet hatte, aber wegen einer coucubrne mit dem König zerfallen war, und Schweden verlassen müssen, sich sehr moviret, so gar, daß er auch vor Ratzebnrg rückte, doch die belagerung des schlosses, wegen schleunigen anzugs der Nieder- Sächsischen kriegs-völcker, nachdem er vvrhero die stadt plündern lassen, aufheben muste. Hierauf coutinuirte Francrstus seine dienste in den Spanischen Niederlanden, und wurde vor den König in Spanien ein kegiment, mit welchem er noch an. 1578 unter dem Cowmando des Hertzogs von Parma stunde, da im ge- gentheil sein bruder, Hertzog Mauritius, unter dem PfMgraferr Johanne Castmiro den vereinigten Niederlanden diente. Dannen- herv, als dieser letztere seine völcker wiederum nach Tentschland führen wolle, brachte ihm Franciseus von demHertzog von Parma an. 15 79 einen freyen paß zuwegcn. Endlich, als sein vater am 1581 gestorben, maßte er sich der völligen regierung des Hertzog- tbums Sachsen - Lauenburg an, welche ihm aber sein brudee Magnus abermal disputirlich machte < und selbige mit gemalt an sich ziehen wolle, worinnen er aber seinen endzweck nicht erreichen kunte; denn es wurde dieser Magnus am 1588 mit list von Frau- cisco ertappet, und zu Ratzeburg in harter gefängnrß bis an sein an. 160z erfolgtcs ende behalten. Bey seiner regierung stellte er die erste kirchen - viN^ion an, bütite unterschiedene kirchen, und ließ eine policey- und hof-genchts-vrdnnNg publicireN. An. 1594 that er einen kriegs-ztig nach Ungarn wider die Türckett / dahin er ein eigen geworbenes regimeM führte, auch in abwcstnheit des Marggraftn Carls zu Burgau die armee commandirte. Er starb endlich an. 1619, nachdem er mit seinen beyden gemahlrnnen, Margaretha, Hertzogs Philippi in Pommern, und Maria, Her- tzogs Julii zu Braunsthweig tochter, 19 kinder gczeuget, unter welchen Julius Hemiens merckwürdig, als der ein vater Julis Francisci gewesen, mit welchem der Sachsen - Lauenburgische stamm ausgegangen. c!iron3->xoii 14. ?. 2,0» Zrclilcii-I^auenliurg. llamm Lc. Franciseus Carolus / ein söhn des erst - gemeldten Hertzogs Francisci II nnd Maria, wurde dM2may am 1594 gebohren. Bey entstandenem zv jährigen krieg nahm er die Schwedische par- they an, nachdem er eine Zeitlang auch in Chur-Sacvsischen rriegS- diensten gestanden, wurde aber an. iü;o von dem Kaystmchcn General Pappenheini mit seinen geworbene» volckern bey Ratzeburg ertappet unv gefangen, und weil sich sein bruder Augustus rMm verhalten, sich auch seiner nicht annehmen wolte, muste er in der aefangenschafft bleiben, bis er sich entschloß, die Catho- lische religion anzunehmen, worauf er offters nach ^talieii rei- stte, und endlich an. 1669 starb. Seine erste gemahlm war Agnes, Churfürsts Johann Georgii zu Brandenburg tochter, Hertzogs Philippi Julii in Pommern Wittwe; die andere Catharinm Chur- ssirst Johann Siglsmundr zu Brandenburg tochter, des Fürsten Bethlen Gaboch m Slebenburgen Wittwe; die dritte Elisabeth, Grasin von Mechov-Christophori Adolphi,BaronTeuffels, wittwe. memorLdil^ eccl. tcc. i/ 1.4. Franciscüö Albertus / war gleichfalls ein söhn des vorge- dachten Francisci II und der Mariä, und wurde den z i oct. am 1598 gebohren. Nachdem er erwachsen, begab er sich in Lkaystr- liche dienste, die er aber bey angehendem zo jährigen krieg verließ, nnd sich zu der Schwedischen parthey schlug. Hierauf wohnte er am i6z- der Wacht bey Lätzen bey, dabey er aber in grossen verdacht kam- als wenn er den König von Schweden gctödtet, welches man unter anderem daraus beweisen wollen, weil er mit Waüenstein und anderen Kaystrlichen Generalen in grosser Vertraulichkeit gclebet, sich auch kurtz vorhero von dcm Kaystr gebrauchen lassen, den Churfürsten von Sachsen von der Schwedischen parthey abzuziehen, wie denn auch sein kleid mit dem blut des Königs bespricht gewesen, anderer umstände, woraus man es schließen wollen, zu geschweige». Dieses ist gewiß, daß er bald nach der Lützner - Wacht Chur-Sächsische dienste angenommen. Er ließ sich aber mit dem Kaystrlichen General Wallenstein in gar zu genaue freundschafft ein, so, daß man glaubt, er habe an den gefährlichen anschlagen, deren man den Wallenstein beschuldiget, auch theil gehabt. Danneuhero, als er von diesem General nach Regenspurg zu dem Hertzog von Weimar, Bernhards, geschickt wurde, und er eben im rückweg begriffen war, gerieth er an eben -einsilbigen tage, an welchem Wallenstein zu Eger umgebracht wurde, den Kaiserlichen in die Hände, und wurde von ihnen nach Wien gebracht. Endlich aber kam er wiederum auf freyen fuß, da er dann Kayserliche dienste annahm. Hierauf wolle er an. 164» die stadt Schweidnitz in Schlesien, die von dem General Königs- marck eingeschlossen war, entsetzen, die feinde aber wurden solches zu bald innen, daher» sich der General Tvrstensohn mit dem Kö» niqsmarck coninngirte, so, daß Hertzog Franeisius Albertus, ohne sich m eine Wacht einzulassen, Nicht zurück weichen tonte, welche auch fra auch für ihne so unglücklich ablief, daß er nicht allein den kürtzem zog / sondern auch schwärlich verwundet, und nebst vielen Generals - Personen gefangen wurde, worauf er nach wenig tagen den ; i may an. 1642 zu Schweivnitz seinen qcist aufgab. Seine ge- mahlin war Christina Margaretha , Hertzog Johann Albrechts zu Mecklenburg tochler, mit welcher er keine kindcr gezeuget. cie reb. 8uec. I 4 h. 6z. l. ,4 §.14- isy. tcUsu-bütine r. r. /m/sos. k-I. ?. I. 4 c. 10. hertzog in Pommern r ^ Franciscus / Hertzog in Pommern , war ein söhn Bogisläi XIII , den er mit seiner ersten gemahlin Clara, Hertzogs Francistl zu Lünedurg tochter, gezeuget. Er wurde den 24 mart. an. 1577 gebohren, und machte alsobald in seiner jugend wegen seinen un- gemcinen lcibs- und gemüths-gaben grosse Hoffnung von sich. Er unterließ auch nicht, sich selbst mehr und mehr geschickt zu machen, weswegen er sich in seiner mgend erstlich an dem Dänischen, nach- gehcnds an dem Cbur-Sächsischcn, und endlich an seines valers brudcrs, Johannis Friderici, Hof zu Stettin aufhielte. An. 1594 that er, unter der aufsieht seines Hofmeisters Caspar Flemmings, eine reise nach Oesterreich, Ungarn und Italien, und im folgenden jähr nach Dänemarck, da er sich bey der crönung des Königs Christiaui IV befand. An. 1602 wurde er, mit bewiUigung seines Vetters, Hertzog Cäsiums, der das Wifft Camin besaß, zum Qo-chu-oi- erwählet, worauf er nach dessen an. 1605 erfolgtem tod die völlige pnss-iiion bekommen, und seine residentz nach Cöß- ling gclcget, woselbst er die schloß - kirche schön ausgezieret hat. Hierauf that er eine reise nach Preussen, Liefland und Curland, und da an. 1606 sein vater mit tod abgieng, wurde ihm das amt und die stadt Bütow durch einen auf 8 jähr lang gerichteten brüderlichen inrerjms-vergleich eingeräumet, da er dann die Zwilchen diesem amt und dem Pohlnischen amt Mirschau entstandene gräntz - irrungcn beylegte. Es wurden ihme auch zu selbiger zeit von dem König in Schweden kriegs-bleuste angetragen, die er aber ansschlug, weil er mit dem König in Pohlen, auf welchen diese kriegs - rustungen zielten, nicht zerfallen wolle. Vielmehr entschloß er sich noch eine reist zu thun, welche er an. 1607 antrat , und erstlich an den Kayserlichen hef nach Prag, und dann ferner nach den Niederlanden, Engclland,Schottland und Franck- rcich gieng, käme auch an. -soz glücklich wieder nach Hause. An. 1617 hielte er, zum gedachtniß der religions-anderung Luthers ein iubel - fest, und in dem folgenden lahr trat er an seines verstorbenen brudcrs Philwpi stelle die regierung zu Stettin an, verglich sich mit seinen übrigen brüdcrn in der güre, und trat dem mngsten unter ihnen, Ulrico, das Grifft Camin ab. Hierauf ließ er sich sehr angelegen styn, die regierung wohl zu verwalten, und nebst kirchen und schulen auch das gantze land in guten stand zu setzen, weßwe- gcn er bey jcdcrman sehr beliebt war. Weil auch zu derselbigcn zeit die Böhmische unruhe angieng, hielte er nebst seinem vetter Hertzog Philippo Julio, der zu Wolgast residirte, einen Lonvenr zu Wollin, und beschloß das land in guten ack-nllo,instand zu setzen , welches auf dein gcncral - land - tag zu Uckermünde bestät- tigct wurde. Er nahm sich auch des vertriebenen Hertzogs von Curland Wilhelmr an, und schickte für ihn Gesandte nach Podien. Endlich wurde er den 2z nov. an. 1620 an der tafel plötzlich mit einer kranckheit überfallen, daran er den 27 desselbigcn ms- nats seinen geist aufgeben muste. Seine gemahlin war Sophia, eine tochter des Chür-Fürstcn zu Sachsen Christiani I, mit welcher er keine kinder gezeuget. vom ponimsrisnä. k)ii. ' " Andere Printzen dieses namens: Franciscus von Bourbon, Hertzog von Montpcnsier, ivar ein sobn Ludovici von Bourbon des andern, Hertzogs von Mont- pensier, rc. den er mit seiner ersten gemahlin Jacobina von Long- wic gezeuget hatte. Er führte bey lebzciten seines vaters den titul Priutz Dauphin von Auvergne, befand sich bey der belagcrung der stadt Rouen an. 1562, und 7 jähr hernach in den schlachten bey Jarnac und Moncontour, crwicß auch sonst bey vielen anderen gclegenhciten seine tapsserkcit; wie er dann deßwegen an. 1674 das Commando in Dauphiuc niederlegen muste, weil Catharina von Medicis, die den Printzen vom gcblüte ohne dem nicht günstig war, besorgte, er möchte durch seine unverdrossene tapffcrkeit dein krieg auf dieser feite zu geschwind ein ende machen. Dem Hertzog von Anjou, Francisco, führte er einen succurs in die Niederlande zu, und befand sich auch bey dem vergeblichen,anschlug des Printzen auf Antwerpen, den er jedoch aus allen kräfften wi- derrieth, als ihm der Printz stlbigen auf der brücke kurtz vor der ausführung entdeckte, sich auch, um keinen theil daran zu haben, zurück zog. Bcv Hcnrieo III wäre er auch gar wohl gelitten, so, daß er ihn an. 158° zum Ritter der Königlichen orden machte, und als igmkLilägcur nach Engelland schickte, um des Hertzogs von Anjou heyrath mit der Königin Elisabeth richtig zu machen. Nach seiner wiedcrkunfft, da die Ligistssche unruhen angegangen waren, hielte er es beständig mit dein König, und schlug in unterschiedenen -encontrLs die trouppen der vgu- in Tourainc, Poietou und Normandie an. 1788 , wohnte darauf der Versammlung der Stände zu Blois bey, und begleitete König Hcnricum zu der be- lagerung der stadt Paris, nachdem er vorher in der Normandie die so genannten Gautiers oder das rebellische land-volck gedampf- sct hatte. Nach Heinrichs III tod hielte er sich an Konig Henri- emu I V, dem er ansehnliche drenste leistete, sonderlich in der Normandie , in welcher Brovintz er Qouverncur war. Er zog sich endlich in der bclagerung von Rouen durch seine viele bemnhungcn eine kranckheit zu, an welcher er zu Lisieux den 4 jun. an. i zpr starb, da er kaum v iahr alt war. Er hinterließ einen söhn Henncum von Bourbon, der den tstu Printz vonDomk-s führte, und noch bey leb-zeiten seines vaters an. "5 88 das «^ nemenc von Däuphine erhielt. Er war ein ejfferiqer bekenne,- des Catholischen glaubens, und meynte es mit seinem vaterlande auf- richtig. Doch sagt man, daß er mehr ehrlichkeit, hertzhMiak t und treue, als verstand besessen, und daher» nicht aüema 8 geachtet worden. ^»»». Franciscus von Bourbon, Printz von Conti, 8°uv«Knvo>t Cbateau-Renard, rc. Ritter der Königlichen orden, Gouverneur von Auvergne, Paris und Däuphine, der jüngere söhn Ludovici I. Printzens von Conti, wurde den 19 aug. 1558 gebohren. Er befand sich 15 77 bey der,ersten Versammlung der Ständen zu Blois. und 1 z8° gab ihm Konig Henricus III den Ritter-orden. Nach Men tod an. 1589 wandte er sich zu der parthey des Königs von Navarra semes vettern, und bewieß darauf in der Wacht beö Jvry und bey andern gelegenheiten seine tapffcrkeit; doch wurden ihm am 1592 von dem Hertzog von Mercoeur bey Craon in Bretagne einige trouppen ruimret. Er starb zu Paris den n au», 1614. Er hat 2 gemahlinnen gehabt, doch nur eine tochter qezeu- get, die auch frühzeitig gestorben. Sein natürlicher söhn Nicolans genannt von Grammond,war Abt zu 8 Etienne zu Bassa in Saiiz- tonge und starb 1648. Lk-ref«7.r>4cmo>roi ste L>«2,,7«. c'LorW Aencrl. ksm. 6^!!. 7 Franciscus von Bourbon, Grafvon Vendome, s.Paul, Con- verzan, rc. ein söhn Johannis II Grafen von Vendome, wurde i47° gebohren. Er begleitete König Carolum VIII in dem zua nach Neapolis, und wiederum in desselben rückreise nach Franst, reich,bewieß leine tapffcrkeit in der Wacht bey Fornovo an. 149;, starb aber bald darauf in eben diesem jähre an einer kranckheit z,r Vercctli den ; oct. Mit seiner gemahlin Maria von Luremburg, Gräfin von 8. Paul, zeugcle er Carolum Hertzog von Vendome, Königs Henrici IV groß-vater; Franciscum, dessen in dem gleich folgenden artickel soll gedacht werden; Ludovicum,welcher Cardinal und Ertz-Bischoffzu Rheims worden,und andere. Franciicus von Bourbon, Graf von 8- Paul, Chanmont, re. Hertzog von Estomeville, Gouverneur von Däuphine und Jsle cic France, ein söhn Francisci, Grafen von Vendome, wie bereits erwehnet worden,wurde zu Ham an. 1491 den 6 oct. gebohren. Er glciig an. 1516 mit König Franctsco I in Italien, und ließ seine tapgerkeit in der Wacht bey Marignan sehen, da er von dem berühmten Bayard zum Ritter geschlagen wurde. Nachgchends entiatzte er Mezicres, so die Kayserlichen belagert hielten, nahm Mouzon und Bapaumc ein, wurde aber in der Wacht bey Pavia gefangen, machte sich gleichwohl durch list bald wiederum ledig, kam nach Franckreich , und trat daselbst die eines Gouverneurs von Däuphine 1526 an. Hierauf kam er 1528 wiederzu- rucke in das Hertzogthum Mayland, und war daselbst anfangs sehr glücklich; nachdem ihn aber zu Landriano Anlönius ö-Leva unversehens überfallen, und ihne darüber seine soldaten verliessen» wurde er zum andernmal gefangen, und nicht eher als bey dem Cambresischen vertrag auf freyen fuß gesiellet. Nachmals dienere er auch in dem Savoyischen kriege an. 15 z6, begleitete den Dauphin, und entsetzte Landrecy, starb aber daraufzu Cotignan mnveit Rheims an. 1545- Mit seiner gemahlin zengete er einen söhn, mit ihm gleiches namens,Hertzog von Estouteville,rc. st» ms.no, ,, Franciscus von Bourbon, Graf von Anguien, Gouverneur von Hemicgau, Piemont und Langucdoc, der jüngste söhn Caroli von Bourbon, Hertzog von Vendome, war zu ChateauFcre den 2 z sept. an. 1519 gebohren. Er gab so zeitlich mcrckmahle seiner tapffcrkeit an den tag,daß ihm Franciscus I an. 154; die armee und siottc anvertraute, welche nebst den Türcken Nizza belagerte- wiewohl er dabey wegen den schlechten austasten mifFrantzöß- schcr feite und wegen seiner jugend bey Barbarossa in einige Verachtung kam. Im folgenden jähre übergab ihm der König das commando in Piemont, da er den von den Frantzoftn bißber gar Wäffrig geführten krieg wieder lebendig machte, lind die Kanscrsi- chen bey Ccrisolcs aufs Haupt schlug , wiewohl er sich dieses sieges Nicht recht gebrauchen kunte, sondern bald daraufbcfebl empficng mit dem gröstcn theil der armee zurück nach Franckreich zu keinmal, weil solches Reich damals auf zweyen feiten vom Kayfcr und König in Engelland angegriffen ward. Als der Königliche Hof im Winter an. 1546 zu Röche - Guyon war, und die anwesende junge Printzen sich mit bestürmung eines castels von schnee gebaut, eine lust'machten, wurde der Dauphin, der das castel vertheidigte, und der Graf von Anguien, der es angriff, weil der letzte enngci« Vortheil über jenen erhielt, uneinig, und da kurtz daraufder Gras von Anguien im schloß-hos saß, um sich zu erholen, sturtzten des Dauphins leute, und zwar, wie einige melden, ein gewisser Corne- lio Bentivoglio, vielleicht ohne stinen vorbewust, einen kästen aus dein fenster auf den Printzen, der ihn im 27sien jähr seines alters, da man vvn ihme die gröst'c Hoffnung fchöpsstc, erschlug, st» ^«4". LicLc?-«!,. l. 2. * Franciscus I, Hertzog von Bretagne, Graf von Richemont, an. 1414 zu Vannes gebohren, snccedirte seinem vater Johann« v an. 1442. Er leistete an. 1446 die lehtts-huldigung dem Konig m Franckreich Carolo VII, und da es seine vorfahren sonst tMner mit Engclland gehakten, machte er hingegen au. 1449 ei» bundW mit ermeldtem Carolo VII Wider Engelland, kündigte mich dyem Reiche sogleich den krieg an. Hierzu hatte die streit- fache, mit seinem iüngern bruder Aegidio hatte, und demEnLellaiwvck- fra ürinde, (davon der artieul Aegidius, ein söhn Joham,is,und Hertz.^ von Bretagne nachzmejen,) wie auch die von den Engellän- dern weggenommene ftstung Fougeres , viel beygetragen. Der cheröog hielte steh in dem erfolgten kriege tapffer, eroberte von dem Gide Coutance / 8. Lo, Carentan, Gaurai , Fougeres, Avran- cbcs / und andere platze , starb aber an. 14?« an der Wassersucht , nachdem er vorher den Hermelins-ordeu, und die Carthaust zu Mntes gestifftet. Er hinterließ von seiner andern gemahlin Jsa- bella, Königs Iacobi I in Schottland tochtcr, Margaretham und Mariam/ davon die erstere an Hertzog Franciseum lI, nachmals Lertzvg von Bretagne, die andere an Johannem II, vicomic von Man, vermahlt worden. Ihm folgte also in dem Hertzogthum sein bruder Petrus. ü: llüi. iZc krcragne. M. cle vrancc-r. r, col. !IS5, 1,94. ,196, Irir. Franciscus II, Hertzog von Bretagne, der älteste fshu Richard« von Bretagne, und Margarethä von Orleans, wurde an. 14;; den 2; jun. gebohren, und führte vor seiner regiernng den ti- t»l eines Grafen von Etampes und Vcrtus. Er succedirte seinem vettcr Arthus III an. 1458, und leistete an. 1459 König Carole» VII von Franckreich, und nach dessen tod an. 1461 Ludovico XI die gewöhnliche Huldigung. Weil aber dieser König steh vorsetzte, die macht der grossen seines Reichs, und sonderlich der beyden Herzogen von Bretagne und Burgund zu unterdrücken, Mieten diese die bekannte >»Zue üu Kien pull,- wieder denselben; und als der König an. 1464 wegen der formul der lehns-pflichl und andern fachen mit Francisco einen streit anfieng auch auf dessen ausbleibung nach erfolgtet' citation wieder ihn zu selbe zog, hielt dieser auf einrathen seines getreuen Ministers Tanneguv -k,- ckäre!, den König durch gute erbietung so lang auf, biß die übrigen von der Ngus mit den kriegs-rüstungen fertig waren, und nach Paris giengen, worauf endlich Franciscus II nach der Macht bey Montlehcri zu dem Grafen von Charolois stieß, und sich von Poutoisc mcisier machte. Es wurde aber an. 146z rm oct. friede gemacht, und krafft desselben unter anderm des Königs bruder Carolo, der das Haupt der t-ßu«.- gewesen , die Normandie gegeben. Der Hertzog Franciscus II galt bey diesem Carolo so viel, daß er in der that die gantze regierung im lande führte, welches aber endlich die Unterthanen so mißvergnügt machte, daß, nachdem der König mit seinen heimlichen sollicitatio- nen darzu gekommen, gantz Normandie rcbellirte, und Hertzog Ca- rolns nebst Francisco II nach Bretagne fliehen, beyde aber an. 1468 mit dem Könige einen neuen frieden zu Ancenis eingehen mustcn, krafft dessen Franciscus allen bündnissen mir dem Hertzog von Burgund und andern wider den König abjagte, Carolus aber an statt der Normandie Guienne bekam. Nichts destoweniger unterliesscn die Printzen, und insonderheitFranciscns II und Carolus von Burgund niemals, mit einander im Verständniß zu leben, und als der König an. 1469 jenen in den neu aufgerichteten orden 8. Michael aufnehmen wolle, schlug er es aus, theils weil er den orden des güldenen Vlieses von dem Hertzog von Burgund bereits angenommen hatte, theils weil einige Puncten in denwrdcns-statuten seinen Vorzügen nachthcilig waren. Es brachte aber der König den Hertzog nachmals an. 1472 doch wieder von Carolo ab, worzu die be- stechnng Lescun, seines vornehmsten Ministers das meiste beygetragen. Als aber Carolus an. 1477 gestorben, hatte Franciscus II grosse ursach auf seiner Hut zu stehen, und schloß daher mit Engel- land ein bmidniß, welches doch König Ludwig XI bald durch helfen bediente, die er bestochen, erfahren, wiewol er aus furcht vor Engelland den Hertzog ruhig ließ, und sich vielmehr um dessen frcundschaffl bewarb. Nach Ludovici XI tode an. 148 z hieng sich der gröste theil des Adels, weil er über des Hertzogs favoriten Lan- dois mißvergnügt war, an den Frantzösischen Hof, und hingegen der Hertzog mit seinen favoriten an den Hertzog von Orleans Lu- dovicum; zog sich aber dadurch einen krieg aüfden halß, welcher dergestalt unglücklich ablieff, daß Franciscus II , nachdem er die schlacht zu 8. Aubin Cormier eingebüßt, fast fein gantzes land verlohr, und endlich an. 1488 den 28 aug. zu Sable einen frieden schließen muste, worinn er versvrach,daß er seine tochtcr nicht ohne des Königs einwilligung verbeyrathen, und dem Konig 8. Malo, 8. Anbin, Dinan, Fougeres und andere Plätze, so derselbe weggenommen, lassen wolle. Es ward aber dieser friede nicht erfüllt, denn Franciscus II starb gleich 11 tage hernach, 2 tochter hinterlassend , davon die eine wenig Wochen nach ihm gestorben, die andere aber, namens Anna, (von deren ein besonderer articul,) das Hertzogthum Bretagne König Carolo VIII ihrem gcmahl zugebracht. tutt. sie LreiLZne. franciscus von Este, Hertzog von Modena und Correggio, war ein söhn Alphonsi und Elisabeth» von Savoyen, gebohren an. iSio. Seinem vater, welcher sich in den Capucincr-orden begeben, folgte er an-1629 in der regierung > und führte dieselbe um grosser klugheit. Er erhielt von dem Kaystr an. 16; z das Fursten- thum Correggio zu leben, worauf er nach Spanien greng, und daselbst von Philippo III zum Vice-K- in Catalouien und General des Oceani ernennet wurde. Nachmals schlug er sich zu den feinden des Hanfes Oesterreich, und bekam erstlich die ck-rg»- eines Generals über die trouppen der in Italien wider gedachtes Haus vereinigten Fürsten, und nach diesem das commando über die Frantzo- stsche armee; da dann unter ihm an. i 6zc> Valenza erobert worden. Er starb den i z oct. an. 1658, von seiner ersten gemahlin Maria, Hertzogs Rainutii von Parma tochter, Alphonsüm, Almencum, Pjabellam und Eleonoram, und von seiner dritten gemahnn Lucre- tia, Fürstin von Palestrina, Rainaldum hinterlassend. Seine Deytc gemahlin war Victoria, der erstem schwester, und starb ein tahrnach dem beylager an. 1649. fra e ^ ^ v>) verschiedenen gelegenheiteneiue sonderbare kapffettm sehen/ und machte den ansang da u bey der der feirung I.,eontmedy an.i542. Gleiche proben bewieß er auc 2 r^Mes Dizreran. 154z. Das fahr hernach befand ersick b.y der delagerung Boulogne / und wurde auch daselbst verwum er bey der cronung Königs Henrici II. Der- sckbe war rhm auf eine sonderbare art gnädig / und machte ihn in dem gedachten fahre zum Hertzoge von Anmale/ Gouverneur von Dauphme und Groß-Jägernicifter/ richtete auch das land Join» k sUi c üe'n Furstenthuni aunFranciscus machte sich dieser gnade durch ftme grosse Verdienste fahlg; Er beschützte die stadt Mek mbebknJssch nöthigte ihn die delagerung aus» zuhcben, Calais rrßer den Engellandern / und Diedenhofcn den Spaniern aus den Handen / und dirigirke nach Henrici II tode unter Francsscr II regierung/ nebst seinem bruder dem Cardinal/' ^"aaiitzeu von Franckreich / welches ihm aber der grossen neid und j emdschafft aus den Hais zog / und nicht wenig zu der-»»- Ambosse an. 15 6° wider ihn beygetragen. Er schlug dleKayscrlrchcii am iz z4 m der schlacht bey Renty / und nöthigte ; fahr hernach dre Spanier/daß sie mit Paulo IV friede machen muilcm Aushalten wurde er zurück geruffen/ als die Frantzo- sen an. izz/ mdersaflacht bey 8. Quintin den kürtzern gezooen/da er bann durch jerne kluge aufsuhrung und muntern geist alles wie» der aufgerichtet. Man berathschlagte sich hierauf/ ihm den tirnl. emes v,c>,-Moy zu geben; allem weil derselbige cinzeichcn eines all- zugrossen chr-gettzes zu seyn schiene/ wurde er zum General-Lieute» nant über des Kvntgs armeen beydes inmund ausserhalb des Reichs gemacyt/ welche chrenstelle ihm von König Hcnrieo Ik ssus Francisco, 11/ wie auch allen Parlamenten bestätiget wurde. Als aoer Carolus IX zu ansang seiner regierung sich aus antrieb semer Mutter / (welche wegcnder grossen macht des Hauses om-i- in sorgen zu steyen anmenge/) nicht so gnädig gegen ihm bezeugte/ schlug er jich zu dem Connctable vonMontmorenry uud Marschalk von8.Andre/ richtete mit beyden den so genanten D umvirZr auf/ verließ auch / unter dem vorwandr der religion/ indem derbe» rühmte Admiral Coltgnialles zu sprechen hatte/ben Hof. Als ec hernach an. 15 ni wiederum nach Paris kam / Miethen seine lerne unterwegs mit den Protestanten zu Vaffy / allwo sie ihren gottes» dienst verrichteten / in einen streit/ oder grieffen sie vielmehr nach gejUchtemanlaßUnterhaltung ihres Gotkesdiensts an/ tödrereir derselben oc> und verwundeten 200/ welches unternehmen beyden partheyen die waffen zu erqreiffen anlaß gegeben. Der Hertzog nahm so fort Ronen und Bourgcsern/ und nachdem er zu'dem sieg des rreffcns bey Dreur ein grosses beygctraqen/belagerte er an. 156; Orleans/ wurde aber daselbst von Jean Poltror meuchel» mörderischer weiß von hinten in dte schütter geschossen/ woran ee 6 tage hernach gestorben /welchen tod seine kinder auf eine barbari» sche weise an dem Admiral und seiner parthey/ unter dem vor» wände / daß Polrrot in der marter auf ihn bekennet / gerochen. Er vermählte sich an. 1549 mit Anna von Este/ Hertzogs HerculiS von Este tochter/ dieihm Hcnricum / Carolum/ Ludovicum Car» dinalund Ertz-Bischoff/ nebst Antonio / Francisco und Mapimi» ltano / welche z letztem in ihren jungen jähren gestorben / wie auch eine tochtcr Catharinam/ so an Ludovicum von Bourbon Hertzog von Moittpenster vermählt worden / gebohren. mn. 1. r öc;4. LeÄL/. Franciscus von Lothringen /Grafvon Vaudemont/war dec jüngste söhn Hertzogs Caroli II zu Lothringen und Bar, weichen ihm Claudia / Königs Heiirtcillin Franckreich tochtcr / an. 157s den 27febr. gebohren harte/ wiewol andere dasjahr 1571 angeben wollen. An. 1591 begab er sich/mit einwilligung seines vaters/ nach Franckreich zu der Ltgistischen Parthey / wobey er 6--o Lothringische curasircr eommanbirte. An. 1599 verließ er Frauck- reich wieder/und,begab sich auf? jahrtn VenetianlschekrteasMen» stc/ da er dann die ckLrg«- eines Generals / nebst emer fahrttchen pension von 12000 cronen erhielte. Als hicrausan. 1606 jlch ein krieg zwischen Paulo V und gedachter Republic entsponnen/wolte er sich zwar wider den Pabst gebrauchen lassen / wurde aber davon durch seinen vater / aus ehrcrbictung gegen den Pabstttchen jiuyk verhindert. Weil er nun glaubte/ daß dieses semer ehre zu nahe gienge / fiel er aus gram in eine gefährliche kranckhett / davon cr. aber wiederum genesen / als das jähr hernach zwischen beyden par» theven friede geschloffen wurde. Hteraufzersiei er an. 1621 mir seinem bruder dem Hertzog Henrico/ socuie tochter Nicolcam an Ludwig von Lothringen Printzen zu durch zugleich die kuccettion in dem Hertzogthum von Lothringen au An bringen wölke / in grosse unenngkerl / darüber Francsseus in Bauern entfliehen muste; Tw^Erde diesache endlich wieder in der ante beygelegt/ da Henrtcus des Francisei söhn/ Carol» c-inc tockkerversvrochen; hingegen Francsseus seine tochter Hen- ricttam/ dem obgedachten Ludovico von Lothringen / Printzen non Pfaltzdurg/beylegen lassen. Erstarb an. iHr/ von sernec nemahlin Christina / Graf Pauli zu Wvlms erb-lochter / bereits ^ mÄ rtek nder hinterlassend. HnopL --rum angeführte kmder hinterlassend A Ü(c. ^ucious. II theil. Xß Fran- Z 46 fra Francricusvon Lothringen / Ritter von Malta /Groß-.Prior Md General der Frantzösischen galeercn/ ein söhn Clanvii von Lothringen / und Anionia von Bourbvn / wurde an. i;?4 den i8 april gebohren. Er ließ gleich seinem bruder grosse tapfferkeit inbeichntznng der stadt Metz und in der schlacht bey Renty sehen. Nachdem er zu Malta zum General der galecren erwchlt worden/ lohe er für den ansang nur mir 4 galeercn aus/ und als er einige zeit vergeblich aus die Türcken gekrentzet/ triebe ihn sein nnqemcl- ncrhelden-mukh soweit/ daß ersichvvrdem meer-port zu Nho- dis präsentirtc/ unddic Lürcken durch viel braviren zurschlacht aussorderte; als nun 6 galeren mit den besten Türckischcu Ma- irosen/ Soldaten und Iauilscharen besetzt auf thue lvß giengen/ käme es nahe an dem ^porr zu einem überaus hitzigen gefecht/ welches biß in die finstere nacht wahrte/ darinnen dem Groß- Prior zwar auch eine galecren in den gründ gcbohret ward/ er aber hingegen 2 derfeindlichcn zu gründ richtete / ein anderes eroberte / und die; übrigen in die flucht jagte. Nun wäre da freylich die eingelegte ehre sehr groß/ weil aber dabey sehr viel wäre gcwagct worden/und zwar ohne Hoffnung etwas darum zu gewinnen / auch würcklich viel tapffere Ritter und soldaten verlohren gegangen / so wolte die fach Venen alten Ordeus-Riiteren nickt in allem gefallen. Als er darauf wieder zurück nach Frankreich gekommen/ wurde er zum General der galeercn dieses Königreichs an. ^/ernennet. In solcher würde führte er einige zeit hernach seiner schwestcr Maria der Königin in Schottland / hulfs-vöickcr zu. An. 1562 wohnteer der schlacht bey Dreup bey. Als er nun daselbst den ganiM rag gefochten / und in einen heffligen schweiß kommen / seine bediente sich aber nach qeendigter schleicht/ nmv ihme die kleider zu anderen / nicht finden liessen / und darneben bey anfangdcr nacht die lufft sehr kalt wurde/ überfiel ihn ein scüeii- stechen / woran er nach ü wochenscinen geist aufgeben muste. Man inercket von ihmcaii/ daß er aller orten eine grosse anzahl Lklonen unterhalten / und viel gclegcnhciten ausgespähet habe den feinden seines Königs und ordens auch an cntschrnlen orten schaden zu thun; wie er dann noch an eben dem morgen/ da die schlacht bey Dreup solle gehaltenwcrden/ versicherte/ daß/ so fern er dabey umkommen solle/ihnenichts mchrcrs gereuen wurde/als daß er nicht vorhcro noch einen auf Rhodis gefaßten anschlag ausführen köntc / von dessen glücklichem ausschlag er ohne den geringsten Zweifel versichert wäre. rrut. Franciscus II/Marggraf von Mantna/ aus dem Hause Gonzaga war Friedrichs l söhn und ein berühmter kricqs-hcld. Die Veneliaiicrvertraiilen ihm/ ungeachtet seiner jugend/ ihre armer an / da er sich m dem treffen bey dem flnß Laro/ oder / wie es von den Frantzoscn genennet wird / bey Fornouc / sehr wohl hielt. Nachgehcnds hat er so wohl den Dcnelianern als dem Hcrtzvg von Mavland / und dem König von Neapolis gedient.Endlich brachten ihn die Frautzoscirauf ihre seile/ undLudwig XII trug ihm in dem kriege wider die Spanier um Neapolis/ das commando auf. Weiler aber vorher immer wider Franckreich gewesen war / ward lhm nicht getrauet/ und qarschuld gegeben / er wolle die feinde Nicht genugsambcissen. Alscr dtß imrcktc/ stellte er sich kranck/ verließ also mit manierdie arincc/ und zog auch die Italiänische reulcrcy nach sich. Hieraus ist er KavserS Marimi liaili l unddeS PabstsIulli II General/ auchGonfalonierdes kirchcu-slaaks gewesen/ da er sich denn allezeit verständig und tapffer erwiesen / und sonderlich durch seine großinuthuud sreundlichkeit dic soldarcn zu gewinnen gcwust- Er starb an. 1 z 29/ und hinterließ; söhne und z tö chter. I. r. tfiq. Iiikk. -aankus. t'itt. Leemoire. cles couri a- l ltLÜr. Franciscus/ 1 / von Orlcaus/ Grafvon Longneville und Dunois/ein söhn Johannis des ersten stamm-valerS des Hauses Longncviile/ war einer von den vornehmsten Partisanen des Her- hogs ovn Orlcaus Lubovici / seincsvcitcrn/ als solcher an. 1454 unter währender mlnderjährigkcit des Königs in Franckreich Ca- roli VIII/wider die Rcgeulin unruhc erwcckie. Er riclhe ihm/ sich an des Hcrtzogs von Bretagne Francisci I I favoritcn Laudois zuhalten / wider den der Adel des landesdcn Frantzösischen Hof zu hulffe gcruffcn hatte; da er aber an dem war öffentlich zu brechen/ kamdcr hofdem Hcrtzog von Orlcaus den zelten auf den balß/ und GrasvonDunoismustcuachAstiin Italien/ so dem Hanse Orlcaus zuständig war / ins rxiin-,» gehen. Er brachte cS aber bald wieder dahin / daß ihm erlaubt wurde nach Danphine zukommen; so bald er da war/ ficuyen die von neuem an / und ehe man sichs versähe / kam es zu einem krieg / welcher aber vor dre Hcrtzogcvou Bretagne und Orlcaus unglücklich lief/ rüdem der erste fall seines gantzcn landcs beraubet / der andere aber an. 1488 in der schlachtbcy lsiAudin gefangen wurde. Der Gras entsetzte noch zu allem glück Nantes / worauf endlich ein irrede zwischen dem Hcrtzog von Bretagne und König Carolo Vlll erfolgte; weilaberderHcrtzog bald hernach starb/ gieng dcrkrieg von neuem an / welcher aber qelcgenhcit gab/ den Grasen nebst dcmHcrtzvg von Orlcaus mit dem Hofe auszusöhnen. Denn weil der König die crbin von Bretagne/ die sich schon mit dem Römischen Koma Marimilian versprochen/ zu heyratben suchte / böthe ihm der Grafscinc dicnste hierzu an / mit dem beding / daß der Hcrtzog von Orlcaus auf freyen fuß solte gestellct n> -u>. Dlcser-chai der König/worauf der Graf gleichfalls seinem versprechen nachkam / und nebst dem Printzcn von Oramcn Iohan,!e Is die fluche znm glücklichen ende brachte; aber noch vor der völligen Unterzeichnung des henrath-contraets an. -4YI mit tvde abgieng/ zu grosseui lcidwesen des Hofes / wegen seines grossen fra Verstandes/ und seiner tapfferkeit. Seinenachkommen siebe unter demworl 1477,,456, ^ ' Franciscus I Sforza oder Sfortia/ war Jacob, Sfona naturlichersohn / an. -401 gebohren. siehe Sforza (Jacobs Der Komg Ladislans machte ihn an. 1412 zum Grafen v 2 Trimaemo /und nach seines vakers tode gab ihm die Kvmqin Ä hanna/ als dem ältesten von seinen söhnen / alle dessen guter Er machte ffcy von semer ersten jugend au / durch seine tapfferkeit und krlegö-wlsscnscha,sr einen uameu/ inmasseu thue denn nach sein L varers tobe dessen armee zum General ermchl.'e. Hierauf zog ihn der Hcrtzog zu Mayland Philtppus Maria an sich/ und machte lhn tM2; rahr setues alters zum Heerführer gegen die Venetiancr; well lhm aber dtp unter den Mayländeru viel neider machte / legte er selbst das Gcneralar nieder/ und behielt bloßeinumer-com- maudo/ welches er mit so vielem rühm verwaltete/ daß ihn der Hcrtzog m die samrliederViseonti aufnahm/ und seine Princeßin Blancam ihiu zur gemahlm versprach. Allein es entstunden bald zwischen ihnen allerhand Mißverständnisse/ die letztlichFramiseuin bewogen / in Veuetlautsche dienste zu gehen. Nun ward er war bey ersolgtem frieden auch wieder ausgcsöhntnnd die gedachte Vermahlung vollzogen/ das mißtrauen aber nicht gehoben /inmaffm man meynte/ er habe vorgehabt Mlippnm vom throne zustos- sen. Über diesem starbe der Hcrtzog an. 1447 / und weil Fran- ciscus/ den cr kurtz vorher wider die von neuem unruhige Vene. tianer zu huksfegcruffen hatte / mit einer armee im anzuge war/ liessen lhm die Maylandcrdas commando / da er denn den krieg zwar glücklich führte / sich aber mithülffe der zuseinem gebot stehenden armee/ zuletzt selbst der stadt und des Hertzogthums May. land bemächtigte/ inmassen er denn an. 14;° seinen einzng daselbst hielt / und zum Fürsten angenommen wurde. Er sührtebas regi- menr sehr wohl/ war auch absonderlich darinnen glücklich/daß ihm die Frantzoscn an. is^die stadt Savona und alles auf Genua hadcirdc recht abtraten / woraufer sich auch dieser Republik bemächtigte. Er starb an. 146s ander wasscrffucht / nachdem er vorhcro das Maylänbische schloß wieder zu stände gebracht Er hniterließvoiiseiner gemahlin Galcacium Mariam/ derchmfolg- te/ Philipp Mariam/ Grasen von Pavia;SfortiamMariam/ Hertzogcn von Bari; Ludovienm Mormn/ nachmahligen Hcrtzog; Ascanium Mariam/ einen Cardinal; Oclavflmum/ der an. ,476 ersoffen; Hippolytam / die dem Könige von Neapolis; und Elisabetham / die dem Marggraf von Mvnkserrat vermahlt worden. So hakte er auch viel natürliche kinder / von deren einem namens Sforlia die Grafen von Durgo-Novo hergekommen. ßcnc-it. Icgi cic wilvr. 1.4, Lo/re/s küikor. Oenuenit I. il. /oi-irer in clos. vlrvr. Mulkr. Franciscus II Sforza oder Sfortia/ Hcrtzog zu May- laub/ warkudovlci Morl sohu/ an. 1496 gebohren) und kam in seiner zaricn kmdheit nach Leukschiand/ als sein valer durch die Frautzoseu aus seinem lande gelricdcn ward. Daselbst hielt er sich auf/ bis an. 1521 der Kayser und Pabst ihn wieder ins Maylän- dlscheHertzogthiim cinznsetzcn bcschlossen/sosie auch mit Vertreibung der Frautzoseu zu wcrcke richteten / wiewol uoch etliche jähre hin- giengen / ehe er in rühmen besitz seiner herri'chafft kam; dcmi es machten ihiu nicht allein die Frantzoscn / die sich das land so auf einmahl nicht wollen entgehen lassen > noch viel zu schaffen / und trieben ihn zuweilen ziemlich in die enge/ sondern auch/ als deren macht durch dteschlachk bey Pavia völlig gedampfft war/vcrzvgcr- le doch der Kayser die lchns-retchung von einer zeit zur aiidcru/ schrieb ihm auch zu crlangung derselben / allerhand charlc ocdina- nnsscn vor/ welches alles den Hcrtzog bewog / sich in die damals obhandcne Italiänische wider den Kayser einzulassen. Aber er ward durch den Marquis von Peseara zeitlich verrachm/auac- grissrnundselbst in dem schlöffe zu Manland von den Kavserlichcn belagert / nachdem er ihnen vorher alle andere städtc und festmt- gcn ini Maylandischen einräumen müssen. Damals stund es dar« auf/ baß ihn der Kayser des Hertzvglhums gar verlustig erklär«! wolte/ zumal als er sich au. iz26 nach einer harten belagcrung zu ergeben gezwungen ward/ und gleichwol unter dem verwand/ däßrhmderaecord mchk gehalten worden/ zu den Wirten flöhe. Endlich käme es beydcrnnterrcdlmgdes Kaysers mit dem Pabsts an. 1529 dahin / daß er von demselben wieder zu gnaden angenommen/und mit dem Mayländischen beliehen ward/ davor er jedoch eine ziemliche summe gelbes zahlen muste. Von der zeit an hat er dem Kayser keinen verdacht mehr erwecken mögen / und ließ deßwegen an.iz;4 einem feiner UnterthanenMeraviglia genannt/ der aber heimlich Frantzösischer Abgesandter anseincin Hose war/ dcn kopss abschlagen. Er würde ohne zwciffcl hierüber m neue wcitlaufftigketl gerathen seyn ; allein er starb bald hernach an. 1 z;; / ohne von seiner gemahlin Christinn erben zu hinterlassen/ da er denn das Hertzogthum dem Kayser im testament vermachte- Er war ein etwas leichtgläubiger Herr / und nicht der scharsssm« Nll^L. iiilioi-. Xlecilotsit. bcllo Xls- lliot. kickor. Acne»!. It»l- 6c Franciscus von Vendommc/ Hcrtzog von Beaufort/ Air von Franckreich / Ritter der Königlichen orden / Groß-Hofmet- stcr/ cm c und i über die schiffahrt und Com- mercien von Franckreich/ war ein söhn Hertzvgs Cäsaris von Dem dome / welchen er mit Francisca von Lochrmgen gczeuget yauff und wurde au. 1616 zu Paris gebohren. An. is;o gieng er nur der Frantzösischen armee nach Savoyen / und wohnte an. ^ > fra m treffen zu Aveih/ und in den kurtz därauf folgenden jähren dcnbelagerungcnvorCorble/ Hesdln und Arras mit bey. Ais Ludovicus Xl!I dem rode näherte/ und man an dem Hof allerhand Verdrießlichkeiten besorgte/ wurden ihme die - Königliche Prin- M von ihrer Frau Mutter zur Verwahrung übergeben / und dabey allen Edelleuthen und Garden des Königs befohlen/ ihme durchgehends zu gehorchen; weswegen jederman vermeinte / dieser Herr wurde bey der vorstehenden Minderjährigkeit und vor- mimdschaffk der Königin den grosten theil an derRegierung haben; Allein er wüste diesen guten ansang nicht mit genügsamer c»nllmrs zu unterstützen /liessesich erstlich in liebes-händel ein/ welche ihme zuletzt viel Verdruß verursachten / sonderlich da ihne die Madame ck Monlbazon fast nach ihrem willen regierte. Wie sich indessen der Cardinal Mazarin in der Konigin gunst geschwungen / konte es dieser Printz nicht leyden / und vermeynte ihnc aufeinmahl von hofzu treiben; Es fehlete ihm aber ein solches so weit / daß er vielmehr selbst auf gefaßten argwohn eines wieder den Cardinal vorhabenden gefährlichen anschlags gefangen / und in dem schloß von Vincennes verwahret ward. Da saß er nun biß in das funff- ke jahr/ entsiohe aber eben zu der zeit / als der haß des volcks und des Parlaments wieder Mazarin auf das höchste gestiegen/ und diente alsobald zu einem starcken zunder für dieses senr. Wie dabey seine Manieren und redcnsehr populär waren / so mcynte man auch sonsten noch alle Versicherung zuhaben / daß er wieder diesen Cardinal einen unversöhnlichen haß kragen wurde / dar- umb er auch bey dem gemeinen volck einen grossen credit erhielte/ und selbiges nach seinem willen in bewequng bringenkontEeine feinde nennlcn ihn deßwegen spokks-weise ie koy 09 der krieg wider die Ve« nelianer angteng / und folgends / da sich der Pabst mit diesen verglichen / wider den Hertzog von Ferrara und seine bundsge» uoffen / die Frantzosen / geführt ward. Es gütig aber dabey nicht allerdings nach des Pabsts willen/der zwar offt seinen Generalen befahl eine schlackt zu wagen / welches aber der Hertzog von Ur- bino niemahls that. ' Die gröste Hinderung der Päbsilrchen am gelegenhciten entstund von der Uneinigkeit zwischen dem Hertzog nnddemCardinalvonPavia/ der als Vice-Legat beydcrarmek war; die giengeso weit/daß der Hertzog den Cardinal/ weil er ihn vor einen verrälher hielt/ auf eine zeit gefangen nachBononicn vorden Pabstführte/dasichjedoch derselbe leichtentschnldigte/und ill voriger gemalt bliebe. Als aber an. i;n Bononien an dre feinde ubergieng / und der Hertzog milder Päbstlichen armee denselben aus dem wege gehen muste/ von welchemunglsick erdie schuld dem Cardinalbeymaß/weil derselbe die stadt/in der er/als! commandiren solle/ bey der Frantzosen ankunfft verlassen / ergrimmte der Hertzog darüber dergestalt/ daß er den Cardinal knrtz daraus zu Ravenna auf der gasse mit eigner Hand ermordete. Ob mmwohlderPabstüberdiesethathefftig erzürnet war/ nahm er doch bald hernach/als er in eine tödliche kranckheit gefalle,i/semen Depvten wieder zu gnaden an. Jedoch hatte er das commando der Päbstlichen völcker bey der sortsekung des kricges nicht mehr/ entweder/ weil ihm solches der Pabst nicht geben/ oder er selbst Mkerdem v-ce xs von Neapolis/ der vermöge des Päbstlichen bundniffes mit Spanien bey der armee war/ nicht stehen wolle. Wahrender zeit soll er mit den Frantzosen wider seinen vekkcr geheime anschlage gemacht / und durch sein land-volck den Pabstli- chen soldatcn/ so aus der Wacht vor Ravmna flohen/ haben auf- lauren lassen. Nichtsdestvwemgerborh er dem Pabst nachdem Verlust bemeldter schlacht eme ansehnliche hülffe an/ erhielt auch, von neuem ein commando/ ..^ ....vic Arantzvzen aus Italieu verrrei- Unter Leone X änderte sich der zustand dieses Herrn gewaltig; denn er rechte den Pabst gegen sich / indem er nicht unter dessen Neporen Laurcmio von Medicis stehen wolle / und so gar seine völcker von der Päbstlichen armee abzog / auch hernach König Franciscum wider Leonem aufzubringen suchte / dahero denn der Pabst bey dem vertrage/ deck er mit diesem Könige am i^is aufrichtete/sich diß absonderlich ausbringe/ daß er ihm den Hertzog von Urbino zu unterdrücken bchülffckch seyn/ oder wenigstens das werck nicht hindern solle» Diesem nach ward der Hertzog noch in selbigem jähre angegriffen / und weil er nicht im stände war sich zit vertheidigen/ gezwungen/ mit seiner gantzen samilie nach Minima zu fliehen/ woraufdie Päbstlichen in wenig tagen das gantzö land einnahmen / msisv-s v»"v«vm- Maiwlicuv Marra vie volM / welche nach dem frieden zwischen dem Kayser- und deck Venctianern nach Hause ziehen socken / an sich / und kam mit denselben den Päbstlichen so geschwind über den hals / daß er sein land meistenswreder einnahm/ im selbe meister blieb / die ändert! Pabsiltchen Provrntzen gewaltig beunruhigte/und sich bey seinem Heer in lolch ansehen setzte / daß die darunter stehende Spanier ei- mge von ihren vornehmsten Officireril/ die wider ihn einen an« schlag gemacht / durch die spftffe jagten. Allem weil er weder: gelb noch geschutz hatte/folglich nicht hoffen kunte/ den krieg in die lange mtt vorthetl zu fuhren / sonderlich weil Franckreich und Spanten dem Pabstebeyzustehen anfiengen; muffe er es endlich geschehen lassen / daß seine völcker mit demPabste einen vergleich trastcn / und lhn dergestalt mit einschlössen / daß er des bannes entledigt worden/diefreyheit habensolte/sich mit seinem haußrath/ dtbliothec / geschutz ünd familie sicher nach Mantua zu begeben. Bey dieser gelegmheit hat ihm der König in Spanien deck Pabst zu gefallen sein Hcrtzogkhum Söra im Neapolitanischen emqczo- gcii So bald als Leo X tob war/brachte er durch hülffe scineL freunde an. 1522 wieder ein kleines Heer zusammen / welches jedoch zmanglrch wäre / sich währender ledigkeik des Päbstlichen stnhls sein land wieder unkerwiirffig zu machen/ und Leonrs Nachfolger/ Adrianus VI/ bestätigte ihn in dem besitz desselben am i;r; durch ernen besondern vertrag. In eben diesem jähr machten ihn die Denetiansr zum General ihrer armee/ mit welcher ee auch an. 1^24 zu den Kayftrlichen stieß / den Frantzosen uittev Bonnivet auf den leib gehen haiff/und Lodi einnahm. Eben dieses commando hakte er auch an. 1^26 und die folgende jähr/ da der Pabst / Franckreich/ Penedig und andere Italiänische Lckaa- ten wider den Kayser in bündtmß getreuen wärm- Ob er mm gleich nur die Venetianischcn völcker unter sich hatte/ war doch sein ansehen überall so groß / daß alles nach seinem Machten bey der gantzen armee eingerichtet ward». Allein er that in diesen feld- zügen nicht / was er nmke/ ließ viel Vortheile mit fleiß aus den Händen/ nahm meistmthcils solche fachen vor/ die zum Haupt« wercke nichts dienten / und gab überall so viel zu erkennen / daß er nicht rechtanzubeiffen begehrc/wie man ihmden ausdrücklich schuld giebt/ daß erden zug der Kayftrlichen auf Rom mehr befördert/ als zu hindern gesucht. Die Venettaner waren auch emmahls gantz mißträuisch auf ihn worden/ und hielten seine gemahlin und söhn gleichsam gefangen / wiewol sie ihn bald alles Verdachts entlicssen / und da er aus Verdruß das commando niederlegte / ihn mit weit bessern bedingungm als er vorher gehabt / solches wieder anzunehmen bewogen. Man meynt auch/ er habe zu dergleichen verfahren von der Republic selbst / die dem Pabste nicht getrauet/ und mehr zu überflüssiger bchutsamkeit als neuen Händeln geneigt gewesen / befthl gehabt / wiewol solches auch vielseinemhäffege- gcn das Medicäische hauß / aus welchem der Pabst war/ bey- meffen. Als an. 1529 der friede erfolgte / ward er in demselben namentlich mit eingeschlossen / und Hai an» izzrdes Kayftrs ange- legcnheiten bey den Venctianern unterstützt. Er blieb auch ferner in Venetianischen diensten biß an seinen am 1; ;8 erfolgten tod/ welcher durch gisst / den ihm ftinbarbirer beygebracht/ soll seyn befördert worden. Er war ein hitziger und nnmmideter Herr/ und hat den rühm / daß er einer der grosten Generalen semcu zeit gewesen. Die Republic Venedig hat ihm eine bildsame zn pferde von ertz wollen setzen lassen/ ist aber durch die nachfolgenden unruhigen zecken daran gehindert worden» Von ftmer gemahlin aus dem Hause Gonzaga hat er ausser elingen tochtern » söhne hinterlassen/ Gnidobaldum/ der das Hertzogthum Urbino bekommen / und Iulium / Hertzog von Sora/ der hernach Cardinal worden/ und an. iz/8 gestorben. rnil. ^ 8 krsnce r. r°Z. heilige rnrd andere Geistliche : v s^ncisicus. von Assist oder Assist / der beMmke stifftek des Ääncistaner-ördens, wurde zu Assist, einer Blsthößichen stadt i>, f>eryoatbum Svvleto, vhngefehr um das zahr liZl geboh- 'm nnd leate M ^ iugend auf die kauffmannschafft, wel- auch sein vater zugethan war. Allem um das ,ahx ^^d?bey M c nc heffckgin trieb, der weck abzusagen » nutz MM dm ge.st cl m stand »'begeben. Er suchte also die emsam- und cast yete seinen leib so sehr, daß er davon eine gantz elende AKL «-»>«»- WF s-n»-m Z48 sta bemühte sich,ihn mit der schärsse von diesem Vorsatz abzuziehen,und schloß ihn in ein gefangniß ein; da er aber sahe, daß er nichts dar- mit ausrichtete, führte er ihn zu dem Bischoffvon AM, vor welchem er allen seinen väterlichen gittern remmciren solle, welches Franciscus nicht allein willig that, sondern auch alsobald seine klei- derundsogar das hembd auszog , und seinem vater wiedergab, llugeacht dieses etwas seltsamen anfangs bekäme er doch bald viel anhänger, die nach seinem erempel eine freywillige armuth über sich nahmen; wodurch er aufdie gedancken gerieth, einen eigenen vrden zu stifften, welches auch mit genehmhaltung der Päbsten geschahe. Wie dann der Pabst Innocentius III auf dem conoiio I.2rcr2nel>6 an. 121; diesen vrden approbiret, Honorius an. 122; bestätigt, und die folgenden Päbste mit vielen privUrgüs versehen haben, siehe Franci starrer. Es wird auch berichtet, daß ihm Christus die merckmaale seiner; wunden angedrückt, welches aber von vielen Catholischen ftlbsten für kein glaubens-articul angesehen wird; ««gleichem, daß er an. 1219 eine reise nach Orient gethan,die heiligen örter zu besehen, da er denn auch mit dem Sultan der Saracenen geredet, und sich bemühet denselbigen zur Christlichen religion zu bringen, welches ihm aber nicht gelingen wollen. Von anderen thaten und reden s. Francisci, so etwas wunderlich sthcinen zu lauten,ist nicht nöthig ein mehrers anzuziehen. Er starb den 4 oct. an. 1226, und wurde von Gregorio IX den ü may an. i2zo unter die zahl der heiligen gesetzt. Bartholomäus llc Pisir hat einen tractat geschrieben unter den« titnl : über contormirLwm vica: krsncilci öc vitL )clu kriüi. Dieses buch soll um das jähr Iz 89 geschrieben stylt, und hat gelegenheit gegeben zu einer andern schrifft: aicoranu; Kr3ncUcL,ioruin genannt, dessen Urheber wider diese vcrglcichung sehr hefftiq tobet; es hat aber auch wider diesen Hcriricus Sedulius, ein Niederländischer Franciscaner-Münch, an. 1607 eine Widerlegung heraus gegeben, unter dem titul: apo. IvActicu! Acivcrlux ^Icoranum ki3NcUc3iioruiri ^ro kbro cvntsrmi- Im Übrigen hat malt auch von Francisto unterschiedene schrissten l als epilloiLs ledccim sci ckverlos ; atzmonitionem 2cl omiics trsrrcL capir. ^7 ; veika L3 Haye zu Paris an. 1641 sind heraus gegeben worden. >» vir, 3. irznciici L IN commcmLi-. über den Lonsvencur. den er an. 1597 zu Antwerpen heraus gegeben. in caral. Lom«». kuI>Lti- u,n. in snnsl. ininor. r. i. bitt. terrpk. Lcl 3 N. 1,08 Icc;. LLoi/r« 7 . LiW kibl. Umbrich. ss« Ox-ixe- ^47/e. * 8. franciscus lle Paula / stisster des ordens minimornm oder dermalsten brüder,warqebohren den 27 man. an. 1416 zu Paula einem städtlcin in Calabrien , davon er den zunamen bekommen. Seine cltern ivaren Jacob Martotilla, und Vierrira aus dem flecken Fufcaudi, beyde von schlechtem herkommen und vermögen, welche ihn bald dein heil. Francisto Seravhico verlobten. In dein 12 ,ahrc seines alcers nahm er den Habit dieses 8. Francisci an, im 14 begab er sich in die wüsten,darinnen er bls in das 19 jähr geblieben, allwo cr an. 14;; wieder »ach Paula kommen, seinen vrden angefangen , eine kirche und klostcr aufgebauet, und 12 fromme mannerin seine gesellschaffl genommen, welche sich in kurtzem also ausbreitete, daß auch bald zu Pateruo, Spizano und Coryliano in Calabrien dergleichen conv-nce aufgerichtet worden. Hieraufthat er eine reise in Sicilien, und wurde wegen seiner ftvmmkcit und wunderwcrcken berühmt; auch sein angefangener vrden an. 147; vom Pabst SirtolV gebilliget. An. 1481 besuchte er den König zu Neavoli,und ward von ermcldtem Sirto zu König Ludovico XI in Franckreich geschickt, welcher ihn zu sich verlanget, in Hoffnung durch feine verbitte bey Gott, von seinem elenden zustande befreyl zu werden. Von da sendete er 2 seiner religiösen nach Spanien, den König Ferdinandum V zu versichern, daß er wider die Mohren victorisiren würde, schickte auch einige seiner ordens-brüdcr zu dein Kanstr Fridcrico III nach Deutschland; verfertigte feine Ordensregeln, darinnen er nebst den z gewöhnlichen kloster-gelübden der armuth, kcuschhcit und des gehorsams, das vierte, nemlich, die immerwährende fast-tägliche oklervsnx, so in gäntzlicher cnthaltung vom fleisch,und aller vom fleisch herrührenden speist,,,an deren statt öl gebraucht wird,bestehet,hinzugefüget,welche der Pabst Julius II den 28 j»l. an. 1506 approbiret. Worauf8. Franciscus -7 IM 91 iaht' seines alters zu Tours gestorben,und an.i519 den r man von Leone X, auf inständiges ansuchen Königs,Fran- cisti I von Franckreich, canonisiret worden, dessen tag auch jährlich den 2 apr.gefeycrt wird. Die von seinem orden werden in Deutschland Paulaner genennet. Alsan.izstr die Hugonotten die stadt Tours eingenommen, haben sie seinen cörper unversehens gefunden und verbrennet. Die Paulaner zu München baden sein leben samt den ordcns-regeln an. 1686 zuSultzbach in 4heraus gegeben. kill. l. 6 c. 9. in ann»!. an. »47 »48,, i;o6L:c. 8. franciscus Vavierius / zugenannt der Apostel der Indianer/ war gebürtig aus dem Spanischen Navarra, und studirte in seiner fugend zu Paris, woselbst er sich auch so wohl hervorthat, daß er erwählet wurde, die Philosophie auf dieser Universität zu lehren. Eben an diesem ort wurde er mit 8. Jgnatio Loiola bekannt, mit welchem er sich vereinigte den Jcsuiter-orden zu stifften, daß er also einer der ersten Mitglieder dieses ordens gewesen. Sie kamen nachgehends nach Rom, da Pabst Paulus III, auf begehren des Königs in Portugall Johannis III, 8. Franciscum Tavierium nach Ost-Indien schickte, daselbst an ausbreitung der Christlichen religion zu arbeiten. Solches hat er auch mit grossem eyfer ge- > sta thanMd dabey viel arbeit und grosse gefabr ausgestanden. Wie er dann die Christliche religion zu Goa, aufdcn küsten von Cvmorin. zu Malacca, in den Moluckischen insuln und in Japan gepflavtzet, auch eine grosse menge der Heyden bekehret hat. Er starb aber den 2 dec. an. izz 2 im ? 5 iahr seines alters, als er eben in dem begriff war nach China zu reisen, in welchem Reiche er eine grosse begierde hatte das evangelium zu predigen. Sein leichnam ist u Goa in Ost-Indien begraben. Seine mutze, die er bey lebzeiten getragen, und die ein Portugiesischer v.ce-xz von Goa nach Portugal! gebracht, ist vor kurtzer zeit in grosse consideration gekoiw men; denn die Jesuiten, und sonderlich der beicht-vater der Königin in Portugall aus dem Pfaltz-Neuburgischen Haufe, des Königs Petri II zweyter gemahlin, versicherten diese Königin, daß solche mutze eine ungemeine krafft hatte, die frauen fruchtbar zu machen. Sie bewiest» es daher, und sagten, es hätte einmals ein Indianer zu Goa den H. Xavieriumangeruffen, er solteihm einenfohn von seiner ehefrauen geben; und da diese nur eine tochter zur weit gebracht , hatte er solche aus Unwillen in die kirche getragen, aufden altar gesetzt, und dem Heiligen überlassen wollen, weil er, wie er sagte, einen söhn und keine rochier von ihm gebeten; eheersichs aber vermuthet, sey aufeinmal die tochter aufdem altarzu einem söhne worden. Dieses miracul erzehlten die Jesuiten der Königin, um ihre Zuversicht nur aufXavierium zu setzen,wann sie einen söhn gebühren wolle. Die Königin hatte auch hieran einen starcken glauben, sichte die mütze des Heiligen, am tage der Mariä opffer auf, und that ein gelübde, dem heiligen zu ehren io ftyertage im iahr die kirche der Jesuiten zu besuchen , welches eine solche wür- ckuiig hatte, daß sie in z viertel jähren mit einem jungen Printzen nieder kam,der zwar gleich wieder starb, man legte es aber aus,daß es geschahe, weil ihn der Heilige als seine erstgeburt zu sich genommen hatte. Wie aber die Königin nachmahls die angefangene andacht fortsetzte, gab er ihr in dem folgenden jähre einen andern Prmtzen davor. Im gegentheil beschenckte die Königin den Heiligen wieder vor die mütze mir einem schönen kleide, so sie nach Koa schickte, da es dem todten leichnam angezogen wurde. So offl sie nach diesem einenPrintzen haben wolte, setzte sie nurTavierir mütze auf,>o ward sie erhöret. Ein gleiches soll auch die heutige Königin, des Konias Johannis V gemahlin thun, und bloß allein dieser mütze chren Printzen zu hauchen haben; daher sie auch den tag ihres opffers denselben in einem Iesuitcn-Habitgerlcidct, vor sich hersagen lassen. Paulus V setzte ihn an. 1619 unter die zahl der seligen, und Gregorius XV an. 1622 unter die Heiligen. Manns VIII publicirte im folgenden jähre die bulle von seiner canonisa- lion , darinnen erihn einen Apostel der Indianer nennet. Sohat man auch von ihm einige schnüren,als Vdücher seiner briefe, einen catechismum, rc. Sein leben ist von Horatio Turfelino, Johanne Lucena und David Bartholi beschrieben. öc clc lcripr. 8 oc. fcl. ttsns la Vie cjc 8 . Xavicr. äc kikl. K: tzitt. 80 c. fes. i'ou 5 O, II p. lül. 5cgg. * franciscus / Fcrrariensis von seinem geburts-orte zugenannt, General der Dominicaner, schrieb einen comm-nrarium über die llimmsm 5 . °rliomL und viel andere tractate. Man hat seinen tod um das jähr I?28 gesetzt, tze vir. illussr. Ouiiiin. i. 4. Leü«,- ,»r». cic Icripr.cccl. ch-c. franciscus / Sonnius von einem kleinen dorffSonu in BrH bant,seinem geburts-ort zligenannt, seinein geschlechts-namennach van den Beide,ein Bischofs. Den gründ ferner wissenschafflen legte er zu Löven, darauf er voek«r und Pfarrer zu 8. Jacob, wie auch Dom-Herr in gedachter stadt wurde. König Philippus II in Spanien, schickte ihn wegen aufrichtung der neuen Bißthümcr in den Niederlanden nach Rom, da er dann so wohl sich aufzuführen wüste, daß er unter die zahl der neuen Bisihöffcn aufgenommen wurde, auch anfangs das Bißthum zu Hertzogcnbufch, und nach diesem das zu Antwerpen bekam. Er befandsich aufdem collagu.o zu Worms, da er verschiedenes init Melanchthone und Flacio con- ferirte. Nicht weniger hat er sturer kirche gute diensie auf dem coiiciiio zu Tridcnl uud sonsten bis in stin spätes alter geleistet. Er ist an. 1576 zu Antwerpen gestorben. Man hat von ihm: llcmon. ttrsrionem rcliZionis ciMis^iis: cx verbo Qci ; lle 7 siicrrLmentt'r; conttirLtionom Lslvinian.^ IiiÄs: per Lclgium ffars« l.Ltins äc Nel- ßice; cacccliismum leu inttimrionem vira: CkiriiiisnL'; karulL ffno- clzÜL iL; ljuürclsm atzverttis iivvv 5 Lpikcopo; inkcrioris 6cr- MLNiL. in clog.kclx. öc lle lcripr. lec. >6. bibl. Kralle bell. 1.1. Qall.LIiritt. t.r. franciscus lle Victoria, ein Dominicaner,führte den zunamen von der stadt Victoria in Navarra seinem geburts-ort, und war vor andern seines ordens wegen seiner wisscnschafft in der thcolo- gie berühmt. Er studirte zu Paris, und lehrte nachmals zn Sala- manca, allwo er auch an. i;4ü gestorben. Man hat von ihm: r-. IcLtioner cL ?. 4 kill. orcl. krLtlicac. I. I c. ult. sc script. eccles. cle vir. illuttr. Ovmin. Äöc -e»- kikl. francius/ (Petrus) ein vortreflichcr Poet und Redner, war zu Amsterdam an. 164; gebohren, und legte daselbst den gründ seiner ttullinrurn unter Hadriano Junio, aufdessen Veranlassung er sonderlich den Ovidium laß. Hierauf begab er sich nach Lsyden, woselbst er Ioh. Fried. Gronovium hörte, mit dessen söhn Jaeodo er damals in grosser Vertraulichkeit lebte. Da er nun seine ^-5,- ablvl- fra absolvirt hatte, that er eine reise nach Engelland und Franckreich, wurde zu Angers v°Lor jur,5 , und hielt sich eine zeitlang zu Paris auf/ woselbst er mit Renate Rapine in genaue bekanntschafft ge- rieth. Hierauf begab er sich nach Italien , und wurde so wol zu Rom als zu Fiorentz mit den gelehrtesten leuten - insonderheit auch M dem Groß-Hertzog Cofmo III selbst bekannt. Da er nun wieder nach haust kam / wurde ihm an. 1674 die pcokeMo eioquem,.-,.- 1>„d . und an. 1686 gr/Lcs: iingUL bey dem gymusllo zu Amsterdam anvertrauet/ worauf man ihn an. 1692 nach Leyden derieff/ welches er aber abschlug / weil man ihn von Amsterdam ^ nicht weglassen wolle. Er ließ sich nebst der pocsie sonderlich angelegen seyn / die pronunciation und action in der oi^ms- zu erco- iiren/ darinnen er es auch so weit brachte / daß er es allen seiner zeit zuvorthat. Er gestund selbst/ daß er zwar den gründ zu diesem allem unter HadrianoIunio gelegt, er wäre aber sonderlich diests theil der oracone zu excoliren aufgemuntert worden, da er den tragödien-spieler Adamum Caroli öffentlich agiren sehen; er hätte auch neben deme sehr viel dazu dienendes aus den predigten des Pierre Nu Bost gelernet. Er starb an. 1704 den 19 aug. an welchem tage er gebohren war. Seine schriffcen sind: h-ciwen eio- ljllemiL excerioris primum; cjusüem tpecimen slcerum; Orsk. ja obilum Ltzri« 8.cgin« QreZorii vlL^iLNi-eni liomllis «Zs smore pLuperrrtis ex Lr«cL in vernLculrm l.ingULm rrsoslLta, öc notis i»u- gssra; po-mars , oiLkinnex , worzu noch einige streit-sthrtssten kom- meil/die er mit Jacobo Perizonio gewechselt,und endlich seine pok- liuwL, bestehend in z Or^r. pro Llcicz. pro?oericL und -le uw elo28 LM3kor,L5; anmerckungen über die Teutsche spräche und Poesie f comm-ntrn, cxcgerici IN Icripku-Lm 8. Lc. Gottfridus Thomasius in Nürnberg, hat sein leben unter dem namen Vindiciani entworfen. MCMOI-IL- rtirol, r. I. x. II,L, clctrsn- cl^cnzu per Vinci, Lrancken / lat. rrsnci, ein sehr mächtiges Teutsches volck, welches in dem 4 und; seeulo über den Rhein gezogen, und sich der landjchafft Gallien bemächtiget, so von ihnen den namen Franckreich bekommen. Bey den alten waren sie nicht gleich unter dem namen i -ancorum, sondern lange zeit vorher unter dem namen der 8i»mbrorum, i riüvrum, Sslivrum, /eniusriorum, und andereii, bekannt. Den Ursprung ihrer Haupt-benennung wollen einige von einem ihrer Könige Franco, andere von Francione, einein söhn des beruffenen Helden Hectors, wiederum andere, und sonderlich Pontanus, von dem Wort francisca, mit welchem die Francken ihre spfesse belegten, herleiten. Es sind aber beydes die zwey ersten umstände ungewiß und fabelhaft, Francisca hat auch vielmehr ihren namen von den Francken sechsten, nachdeme sie schon allbereits also genennet worden, erhalten, weilen diese art von gewehren bey ihnen den ansang genommen. Die gemeinste meymmg aber gehet dahin,. daß sie solchen «amen von behauptung ihrer freyheit wider die Römer bekommen; gleichwie noch heut zu tage franck eben so viel als frey bedeutet. Doch die scribenten sind nicht nur wegen des Ursprungs des namens, sondern auch wegen der Herkunft sechsten dieses so mächtigen volcks, verschiedener meynung. Johannes Trithemius mit seinen nachfolgeren suchet selbige bey den Trojanern, die sich nach zerstöhrung ihres Vaterlandes in Asien zusammen geschlagen, hierauf an dem einfluß der Donau gefetzt, und von dannen nach 700 jähren mit ihrem König Marcomiro, als sie von den Gothen hart bedränget worden, nach Deutschland an den Rhein begeben haben sollen ; worauf sie, nachdem die Thüringer selbige wider die Schwaben zu hülfe gerufen , die örter, wo das heutige Franckenland liegt, zu ihrem sitz eingenommen hätten. Man will auch ihre Konige ordentlich zu erzehlen wissen, und werden ihrer von Trithemio von dem jähr 446 vor Christi geburt bis auf Pharamundum wohl 4o crzchlet, deren aber keiner in anderen Historien erwähnt wird. Gleichwie nun Trithemius in dieser gantzen fache sich aufHunibaldum, so sich auf Wastaldum, einen alten gelehrten Francken, beziehet, verlässet , Hunibaldus aber, nach der gelehrtesten manner aussage, ein offenbarer fabel-schreiber «st; also achten es einige vor sicherer, es weder mit Trithemio noch Bodino zu halten, welcher letztere dieses volck von den alten Galliern entsprossen zu seyn behaupten will, welche schon zur zeit des Römischen Königs Tarqunm Prisci, unter ihrem anführer Sigoveso, sich in einem theil des damaligen LvlvL I^ercini« Pest gefetzt haben, jondern deren Ursprung der ein- stimmung der bewährtesten scribenten, ihrer spräche und anderen Urkunden gemäß, in Teutschland zu stichem Diese nun sagen, daß die Francken, unter welchem namen sie unter den übleren Valeriano und Galliens berühmt zu werden angefangen, erstlich zwischen der Weser und dem Rhein nch autzehaiten, und so wohl unter dem namen der Catten, Bructercr, Chamaver, Anfuarier , Salier Sicambrer, Chancen, und anderen, als unter der denen. TrNer und Francken, nach dem unterscheid der reiten, bekannt worden ,Md ihre freyheit wider die unmäßige gemalt der mit grossem nnith und erstaunen der anderen volcker behauptet hä tem Nach diesem, als die Thüringer von den Schwaben sehr bedränget worden, rufften sie, wre man vorgibt, die tapf- fern Trancken zu hülfe, und überliessen ihnen dre gegend zuc woh- fo beut u tage noch Franckenland genennet wird, wodurch mro nuisckien ihnen und den Schwaben die Francken m d,e mitte m wohL ge ommen , wiewohl andere wollen, daß vor den Franken die Burgundier in diesem lande sich aufgehalten, gleichww noch andere Melden, daß, als die Alemannier freywiüig den Mayn- ftrohm verlassen, die Francken sich dahin zu verfügen, und daselbst ihren sitz zu nehmen angefangen. Jedoch ist noch eine andere mcy- nung über die erste benennung des heutigen Francken-lands, welche dlefelbe erst von der zeit des Carolingischen stammens herleitet, da man das Frantzösifche Reich in und kaeuk-iLm, oder vst- und wcst-Franckreich, wegen der verschiedenen beherrschung, abgetheilet, wodurch nemüch zu erst alles, was von Teutschland zu dem Fränckischen Reich gehörte, den ersten namen trüge, selbiger aber nachgehends je mehr und mehr eingcschrencket wurde, bis er endlich einer einigen Provintz verblieben; so ist auch klar, daß sich ein gleiches mit den namen LiMns, oe-MM uoMsrmHL, und anderen, zugetragen, deren ein jeder anfangs einem viel grösseren strich lanbes gegeben wurde, als heut zu tag also hciget. .hierauf bekriegten sie unter ihrem andern König Clodione, welcher nach dem Pharaimmdo zur regicrung gekommen, zu ansang des z seculi die Thüringer selbsten, nöthigten sie, einen jährlichen tribut zu geben, und machten visps^un, zur residcntz. Ob nun gleich die scribcnten hierinnen nicht einig sind, was dieses eigentlich vor ein ort gewesen, indem einige solches vor eine Tongmsche vestung jenscit'des Rheins ausgeben, und entweder vor Dicst- heim und Duysborg in dem Brabantischen, oder vor Heinsberg im Jülichischen lande halten , andere aber eine Thüringische gräntz- vestung diffeit des Rheins (da »emlich dieses Reichs gräntzen einen viel weitem begriff als heut zu tage hatten ) zu seyn erachten , und so wohl vor Dietesburg in dem Buchenwaldes vor Desenberg in Wcstphalen ausgeben; so sind doch die meisten der mcvmmg, daß es Duisburg am Rhein gewesen sey. Aus Thüringen gieng Clodio über den Rhein, ward zwar anfänglich von Aetio, dem Römischen General, unversehens bey einer gasterey überfallen , und mit zimlichein Verlust aus dem seid geschlagen , erholte sich aber bald wiederum, als Aetius anderwärts zu schaffen hatte, gieng von neuem über den Rhein, zog durch den kolcn- wald, so ein theil des Ardcnncr - waldes ist, und eroberte erstlich Dornick, nachgehends aber Cammerich, an welchem letztem ort er eine zeitlang verblieben, und so dann bis an den Somme - stuß alles land eingenommen, auch zu Samarobriva die resident; aufgerichtet. Sein Nachfolger Meroveus setzte sich so wohl in Thüringen als in Gallien ie niebr und mehr veste, brachte sich auch in solchen zustand, daß der Königliche gemalt nicht so leicht von dem volck beschnitten werden konte. Unter seines sohns Childerici rc- gierung ergab sich das meiste, was Zwilchen der ^eine und Loire war. Doch trug unter allen Mcrovingischen Königen Clodoveus der ctrosse das meiste zu der Hoheit der Fränckischen nation bey; dcnisscr besiegte an. 487 die zu Soissons, machte sich an. 492 die Thüringer zinsbar, und schlug die Alemannier bey Tolbiach an. 496 bis auss hauvt. Weil nun Clodoveus vor dem erhaltenen sieg, als seine schlacht- ordnnng schon sehr anfieng zu wancken, ein ge, lübd gethan, die Christliche religion anzunehmen, wenn er in dem treffen glücklich scvn würde, so hielt er auch lein versprechen, und gab mithin gclegenheit, daß nachmals die Könige in Franck- reich den titul des Allcrchristlichstcn erhalten. Nachdem nun also die Alemannier zu paaren getrieben, und samt allen ländcr», so sie bisher eingenommen, unter der Francke» gemalt gebracht wurden, galt es den Burgundiern, welche sich zu einem jährlichen tribut verstehen nmsten. An. 507 muste Aquitanien gleichfalls sich nn- tcrwerffen, und das jähr hernach schlug er seine residcntz zu Paris auf. Mit den zwey geringen Herren zu Cölln und Cammerich, welche auch aus der vorigen Fränckischen Königen gcblüt entsprossen waren, und die er bis daher in ihrer frcyheit gelassen, machte er nicht viel Wesens, sondern ließ den einen meuchclmörderischer weise hinrichten, den andern aber gefangen nehmen, und ihme mit dem bei! den kopff abschlagen. Die Gothischen völckcr machten ihm etwas mehr zu schaffen, allein sie kontcn dennoch in die länge seiner macht nicht widerstehen, und an. 507 wurde ihr Kö- Itig Alaricus von diesem Clodovco einige meilcn von Poiliers geschlagen und gctödtet. Sein ansehen wurde noch mehr vernichtet, als ihm der Kayser Anastasius den titul eines cnnwm „iid icu ertheilet. Was nach dem tod diests grossen Königs vorgegangen , und wie sich die noch übrige völckcr nicht sehr wider die Francken gcsetzct, sondern aus Verdruß gegen die Tvrannischen Römer der viel gelindem regicrung der Francken unterworfen, kau unter dem wort Franckreich mit mcbrcrm nachgelesen werden. Nur dieses ist noch zu erinneren, daß, was ihre regimcnts- sorm betrifft, selbige die wichtigsten fachen auf den Reichs-tägen, die mehrmals auf dem freyen felde gehalten worden, und wobey das volck die frcyheit zu urtheilen hatte, abhandelten. Weil sie den überwundenen völekern ihre vorige sitten und gcsätze liessen, Nicht aber ihre eigene gleich den Römern hochmüthig aufdrangen, so erwarben sie sich dadurch gar leicht die gewogenhcit der fremb- den nationen. Es ist aber unter ihren gcsätzcn sonderlich das malische bekannt, darinnen unter anderen den weibern verholten wird, sich einiger erbschafst anzumassen; welches aber, so mau den natürlichen verstand und klaren innhalt des gesätzes ansehen will, nur von sNoci^l, gütcrn und erbschafftcn solle zu verstehen seyn, wie von vielen gelehrten Frantzosen selbst gestanden wird. Dieses und die übrige gejatze und von 4 darzu erwählten männern, Wisogast, Bodogast, Salogast und Windogast zusammen getragen worden, welche nachgehends Cbildebertus und Clotarius verbessern und vermehren lassen. Zu der Christlichen religwn hat, wie vorher gemacht, Clodoveus den gründ gelegt, welcher sich mit den vornehmsten aus der Ritterschaffk lausten lassen; da dann, als Clodoveus zur tauffe getreuen, der Bischofs Remi- Ms zu Rheims in diese mcrckwürdige worte auögcbrochen: S'-amber! brete demüthig deinen kopss däk/ Mb bäte M, was du zuvor verbrannt hast / hingegen verbrenn? / was du zuvor angebaten hast. M «ikr. 4>lN0l>. kle gell. tzrLNL. lib. r crp. > 0 . I. > 7 c ,8 I. -.<> c. >s >- r? c 8. ?roco/--/r, cle bello VsnllLl. I. l Üc cls kell, 1. 1 . äe bell. Hock. 1 .1 öcc. krLnc. LrvrE. r-'s/essr--. «le Leüsl S-c. in l»k L rctz. krsnc. in krrnc». Oallis. in 4 n^liak. ckilllerici I öc iuminibu« ksliciz. §«,>- in Lniiquiiar. rcZni 'tzliurinZici. in lemm-cikug snkiquitnr praacic. Locce,-«- in xruäsnc. jur. putzt. prolcZom. öc c., lcÄ. 6. * ' francken / lat. rrAnconm und krLncis orientsliz, eine ansehnliche und vortrefliche landschafft in Teutschland längst dem Mamy weiche gegen ,üben an mchwaben und Bayern, gegen offen all Bohmen, gegen norden an Hessen und Thüringen, und gegen Westen an die Unter-Pfaltz und das Ertz-Stifft Mayntz gräntzet Sie ist einer von den i°drehendes Reichs, und begmfft in sich die Bißthümer Bamberg, Würtzburg und Aichstädt, das Teutsch- nieisterthum, die Fursienthummer Bayreuth und Anstach, und ehemals das Hcrtzogthnm Coburg, welches aber nunmehro zum Ober-Sächsischen kreiß gerechnet wird, ferner die gefürsteteGraf- schafft Hcnneberg, die Grafschafften Schwartzenberg, Castell, Wertyetm,Lowcnstein, Hohenlohe, Erpach, Rbeineck, Derbach, Geyer, und endlich die freyen Reichs-siädte Nürnberg, Rothen- burg, Winsheim, Schwcinfurt und Wciyendurg. Das gantze land lst sehr fruchtbar so wohl an gctraid als wein-wachs. Jenes dringet das mittägige theil, dieses aber das mitternächtliche häuf- fig hervor, so, daß man auch andere Provintzcn damit versorgen kan. , Jn dem Bambergischm wächftk auch eine zimliche menge von suffem boitz, und so wohl in diesem als den übrigen Mieten von Franckenland mangelt keine frucht, so zu bequemer erhaltung des menschlichen lebens nothwendig wäre. Hierzu tragen die unterschiedenen Susse, unter welchen der Mayn und die Tauber die vornehmsten, nicht wenig bey. Durch die wälder wird es mit dem schönsten wildprät hauffig versorget. Die grösten darunter sind der Speshart, Oktcn- und Steiger-wald, wie denn auch der Thüringer- wald an den gräntzen gegen Mitternacht stehet. WaS die einfübrung der Christlichen religion in dieses land betrifft, so ist selbiges ausser allem zweiffel eines der ersten in Teutschland gewesen - welches mit dein stecht des Evangelii erleuchtet worden; und ob man schon so leicht nicht behaupten kan, daß vor den zelten Pipini und Caroli M desselbigen schein durch gantz Fransten völlig ausgcbrochen > so kan doch auch nicht geläugnei werden, daß sich nicht hin und wieder etwas davon blicken lassen. Zum wenigsten ist wahrscheinlich, daß Clodoveus, da er sich in dem; seculo zu Christo bekehret, auch hierinnen um seiner oft-Francken stligkeit sich werde bekümmert haben. Jn den folgenden zelten, da das Fränckische reich durch die innerlichen kriege so hart mitgenommen worden, mag freylich der Ässer in ausbreitung des Christenthums etwas erloschen seyn. Solchen nun wieder anzu- ßammen, kam der Schotte 8. Kilian nach Würtzburg der residcntz der Hertzogen in Francken, und beredte das volck, die hcydnisclien göyen, den Mars, Pluto und andere zu verlassen; muste aber sein lebest an. 688 elendiglich beschließen, indem, da der Hcrtzog Gos- bertus, welchen er wegen der stcischlichcn Vermischung mit seines brudcrs hinterlassenen qcmahlin Gailana bestrafst hatte, in wesi- Francken reisete, diese gottlose Fürstin den Kilian mit zwey seiner geführten umbringen, und in dein pferd - stall, wo nun die kirche des neuen Münsters stehet, begraben ließ. I» dem 8 seculo kam 8. Kiliani landsmann, 8. Bonifacius, richtete ein srifft zu Würtz- burg auf, und setzte, aufTes Pabsts Zacbariä bcfehl, Burchar- dum einen Engclländer zum ersten Bischofs ein , deine die andern bis auf unsere zeiten in unverrücktcr ordnung gcfolget. Dieses alles hat unter der regicrung der Francken, welche nach den Ale- manniern und Thüringern in dieses land gekommen, sich zugetragen. Selbige mist hatten, nachdem die Könige ihren sitz in wcst- Franckc» aufgeschlagen, ihre oouver„c>,rs, Grasen und Hertzoge, wiewohl bereits vorhero schon, da sie ihre Wohnung um den Mayn herum sollen genommen haben, ihre Hertzoge angeführet werden; welches jedoch in dem gleich vorher gehenden art. aus wichtigen gründen in zweiffel gezogen worden; es wird aber die nachfolge der ersten Fränckischen Fürsten folgender Massen erzehlet: Des erste, Gencdaldns, starb an. zz6, zum Nachfolger seine» söhn Da- gobcrtum nach sich lassend, welcher seinem vetter Theodcmiro die Römer und Gallier bekriegen helffcn.. Sein söhn Claims zeugte Marcominim I, welcher die Fränckischeii gräntzen ansehnlich erweitert, und an. 40z gestorben. Pharamundus, sein söhn, wurde zum ersten König erwählet, und sagte den Römern den tribut auf. Ihm wurde an die feite sein brnder Marcomirus II gesetzt, welcher zu Franckenberg residirte. Dessen ur - enckcl Sunno baute das schloß Smmaburg, und fein söhn Dictleb Dietelbach, so heut zu tage den namen Dettelbach führet. Diestr hatte zum enckcl Hngobaldum, welcher für den ersten Christlichen Hcrtzog in Francken angegeben wird, und an. 541 gestorben styn soll. Der cke Hcrtzog nach ihm, Heribertus, halffdie Hunnen bey Hammewurg erlegen, und verschied an. 668 , seines bruders söhn Clodoveum nach sich lassend, welcher Gosbertum I und Troianum gezeugek, davon der erstere, welcher, wie oben erwehnt worden, 8 . Mummn umgebracht, dem vatcr succedirtc, aber in einem tumult das leben verlohrcn. Dessen anderer söhn Gumbertus wurde Grat zu Rotenburg, der crst-gebohrne aber, mit ihm gleiches namens / zeugte Hetanum, welcher an. 740 ohne männliche erben gestorben, worauf Minus, Carok Martell« söhn , mit dem Hertzogthum -vraucken belehnt worden, welcher es aber dem Bischoffzu Würtz- dma, 8. Burchardo, soll übergeben haben; wiewohl gar viele rweiffeln wollen, ob solches jemals geschehen, zum wenigsten nicht aufdrese art, als es nachmals die Bischoffe- prätendiret. So findet man auch, daß,nicht so wohl Burchardi Nachfolger, als die andern weltlichen Fürsten den titul der Grafen und Hertzogen von Fransten geführet. Zu zelten Kayfers Henrici I V aber widersetzte «ich der Bischoff Erlang, ein gebohrncr Grafvon Calw, als ihnr gedachter Kayfer den titul eines Hertzogs nehmen, und solchen seiner fchwester söhn, dem Hertzog Conrad in Schwaben, geben wolle. Er ließ sich dannenhero ein blosses fchwerdr vortragen, und führte solches nebst dein Bischoffs - ftaab zu erst in seinem ivaapen. Als nachgehends Marggraf Albrecht von Brandenburg solchen titul annähme, gebrauchte auch selbigen der Bischoff Godvfrcdus; weil aber dieser ein gebohrner aus dem Hause der Scheusten von Limburg gewesen, welche, gleichwie die alten Grafen zu Rotenburg, und die noch lebenden zu Castell, sich aus dem gcbliit der alten Hertzoge in Fransten entsprossen zu seyn rühmen, so ist es allerdings zweiffelhafft, ob er solches wegen seiner geistlichen würde, oder wegen seiner geburt zu thun sich ünterfan- qen. Noch zu Limnäi zeiten wollen nicht allein die Marggrafm von Brandenburg, sondern auch der Churfürst von Mayntz, der Bischoff zu Bamberg, und die Hertzoge in Sachsen wegen Hen- ncberg, dem Dtifft Würtzburg solchen titul keines weges gestehen. Zu Caroli K. zeiten wurde das land durch gewisse 6vuve-ncu-s verwaltet, die sich bey erfolgten Unruhen unter seinem söhn Ludo- vico dem frommen vielleicht mehr mögen erlaubet haben, als ihnen von rechtswegen zugestanden. Des gedachten Kayfers ur- enstel von seiner tochter, Cvnradus, führte den titul eines Grafen von Fransten, und wurde in einem treffen bey Frizlar von Graf Albrechi von Bamberg erschlagen, welches an. yo; geschehen. Er hatte ; söhne , Conradnm, Ebcrhardum und Werncrum. Cvnradus, Graf in Fransten, wurde an. 912 zum König in Teutschland erwählet, und hatte nicht allein mit den Hungarn zu thun, sondern auch wegen innerlicher unruhe sehr grosse Widerwärtigkeit- Er starb an. 919, ohne kinder von seiner gemahlin Kunigunda, Hertzog Leupolds in Bayern wittwe, zu hinterlassen. Nach semem wd'überbrachte sein bruder Ederhardus, welcher den titul eines Hertzogs in Fransten geführet, Hertzog Heinrich in Sachsen die Reichs - kleinodien; dessen obngeachtet rebellirte er nachmals wider ihn, und blieb in der Wacht bey Aubernach an. 9i9- Werner« enekel Otto / Hertzog in Fransten, zeugte unter andern kindern Hezel oder Hcnricüm, Hertzog in Fransten ; Brnnonem, so Bischoff zu Verben, und nachmals unter dem Hamen Gregor» V Pabst worden; wie auch Cunoncm oder Con- radum, welcher den titul eines Hertzogs in Kärndten geführet; und Wilhelmum, welcher die stelle eines Bischoffs zu Straßburg bekleidei. Henrici söhn, Cvnradus Salicus, wurde Römischer Kayfer, deine so wohl in dieser höchsten würde, als in dem Her- tzvgkbum Fransten, Henricus III und Henricus IV nachgefolget. Dieser letztere verliehe das Hertzogthum an Hertzog Conraden in Schwaben, dessen bruders söhn Fridericns Barbarossa aber selbiges dem Stifft Würtzburg wiederum gegeben haben soll. Im übrigen ist zu wissen', daß dieses Hertzogthum ehemahls sich auch über den Rhein erstrecket , und Mayntz, Worms, Speyer, nebst anderen städten an diesem siuß, in sich begriffen. L/ecezr//-, kÄÄev/e., chc. öc ss origine krAncor. >l. cbron. 2 .ur. psrsliel. gcogr. Vöc k 4 coniinenr. rcr. Qcrm. 6c in krancuniz. dl. Imp. cliitsrt. -iecl>cina vci, mit vielen siguren; notcc te iplum, oder von der erkännt- niß seiner selbstcn; getreue Warnung vor dem betrug der menschli» chen vcrnunffl in geistlichen fachen; ss-tz«-- mylli^ mit tadelten, lateinisch; ocuius llcie-eus, teutsch; rriss mvkicz, live lpeculuin LpQLL>>pc>cum,merLpkchcum üc «piüolL cbronomecricL ; ipVVN dcM ort der seelen nach dem tod, und andere. So hat er auch das leben Jacob Böhmens beschrieben, den er sehr hoch geschätzt, daher er unter die Böhmisten gezehlet wird. Es ist auch zu merstcn, daß er sich in einigen schrissten Amadeum von Friedlebcn den aufgerichteten genennet, und aus liebe zum frieden allen religionen hold gewesen. kerzer-Mit. p.! cy §. >ü. ie^. Lo.ve-F licr- mcr-piLr»ri. Lliriitenlli. v. >. c. 8. lrrü. eccl. c. z z tg. 19, 8ctiictl curioll ^ranekenberger (Reinholdus) ein ckronologu- und Eo. us des vorigen iccull geb. zu Wittemberg an. den 16 Nov. n Andrea Franstenberg er/ welcher nach unkerschieblichm an- m kunÄioOett an. 1)79 öie k-of. und zu ävlt» nberg erlangt / und sich durch seine schrissten bekannt genmcht. eindöldns legte sich nach-bioivirten »r-msni-aten auf die Medl- l/ adei'dtk <^ronolosie uud tliliorie audkl'u Lrnciien fallen / rcisetedaranffdurch Franstreich / Engelland/ die Nie- rlande und Dänemarst/ und wurde soiiderllch auf des Laub- anns recommendation den füniehmstm unter den gelchrM sel« aereeitbekannt. An- - 6.6 wurde chme von ChurfürstJoh. eora I die v-of. «ritor zu Wittemderg aufgetragen / welcher er die48 iahr mit sonderbahrem lob abgewartet. Er lebte m eurer »ewachenEhe; wäre; mali-nivc-liit.iri8, 8 lio/ und crcirle .6. !vi.-ißill-o-. In der ck-onoioglc solgte er m Scaliger/ dessen sonderbahren Verfechter er auch abgegeben/ und starbe indem jan. 1664seines alters bey nahem 8»jähr. Sei» ne sthristken stnd : kuncirmoncL vcr« LllrorioloßlL ScLlißeriLns: conkrs sseesvium Lc.; .OiNerrstto pro verieLke Qkronol. Lc^Iig.; (.ompenllium iironolu^is: 5cLligerisno- kLcsviLNL.r^p'rrtt». :n me- mor. ?l>iloll Oec. 8. -- Franckenhausen / eine kleine stadtnebst einem amt in Thu» ringen / nicht weit von dem gebiet der stadt Nordhausen/ dem Fürsten von Schwartzburg» Rudel-stadt gehörig. Es wird daselbst saltz gesotten. Franckenstein / einestadt und weichbild in dem Fürstenchum Munstcrberg in Schlesien an dem fluß Stein / 9 Meilen von Breß- lau gelegen / woselbst sich die regieruug des Munsterbergtschen Fürsteuthnms befindet Sie ist vor diesem rimlich befestiget gewesen/und in dem ;o jährigen kriege bald von den Kayserltchen/ bald von den Schweden erobert worden. Das schloß dalcivss hat der Fürst von Auersberg an. 1710 wieder auszubauen angesungen. 8ck!c5. ckron. Franckenstein / eine uralte Adcliche nunmehro Freyherrliche fauulic an dem Rheine / deren stamm-schloß gleiches namens m dcr GrasschafftCatzenclnbogcn gelegen / heut zu tage dem Land- qrasen zu Darmstadt zuständig ist. Arbogast hat an.^948 gcle- bct/von dessen p»a°rirät ist unter andern zu mcrckcn Johannes Eustachius / Anltmann zu Ulm und Algesheim / welcher an. iü;r verstorben und 7 söhne nachgelassen / davon ; Domherren zu Mayntz/ Wnrtzburg und Damberq/ Johann Carl aber Bischofs zu Worms gewesen; die übrigen z haben ihrgeschlccht sorl- gcpfla.ntzet/nemlich i)Johan>,Daniel/ Chur-Manntzlschcr O- bc,'-Amtmann zu Ammcrbach/dcssen söhn JohannsHilivp/Cyur- Mavnyischcr Cämmerer und Hosrath / wie auch Chur-PAltzr- schcr Ober-Amtmannzn Otzbcrg/ hat zuerst den Frenherrluyen tirul gesuhret. 2) Johann Friedrich / Wurhburgischer J)of- marschall. ;) Johann Peter /Chnr-MayutzijcherHosraty und Wm tzburyjschcr Ober-Amtmann zu Kitz,,,gen/dessen älterer söhn Johann Frantz Otto / Chur-Mayntzischcr gehcimder Rath worden. Es hat sich auch au. 1 67 eine liutc mit Barthcln von dic- sem qeschlecht abgetheilet/ und sich die zu Ockstadt genenuct/wclche gleichfalls die Freyherrliche würdcfuhrct. Philipp budwig/ein cuekcl des gedachten Darthcls/ der mittleren Nheinisthen Reuys- srcucn Rittcrschafft Ritter-Rath / starb an. >689 / dessen jüngster söhn Philipp Friedrich / Johannitcr-ordens-Nitter und Comtur zu Mayntz worden. V, 8.. rab. 107, 108. bctcNrcib ? r. c. r. Lranekcnstcin/ (Christian Gottfried) war 1661 zu Leipzig gcbohreu. Sei» vater, Christian Friedrich Fraiickeustcui, urot. I.sc. linguL L Kitt. hatte ihn zur lhcologie gewicdmct , wozu er aber nicbt sonderliche lust bezeigte/ und davor das NuMum jutts, welches er mit erlcrnnng der Historie verknüpffte / ergriff. Nachdem er eine weile zu Lcivzig studiert hatte, gieng er nach Giessen / kam aber darauf wieder in stin Vaterland / biß er nach feiner eitern absterben/ fremde ländcr zu besuchen anfieng / und in Franckreich / (wo er den cstLMZun, derer Teutschen Viillviicorum verfertigte) und nach En- gellaud rechte. Über Franckreich kam er hernach nach Bafel, und promovirce daselbst in vc>Ä»rc,n. Nach feiner zurnckkunfft in fein Vaterland that er sich durch vracticircn und lesen hervor / weil er aber zu dem ersten keine sonderliche lust hatte/ bcmühete er sich um eine vrofesson / die er auch wohl zu Dörpt und Altdorffbätte erlangen können / wenn er sich nicht durch seine henrath in Leipzig fest gesetzt gehabt / und also hernach auch unterschiedene vocscionc.- „ach Tübingen, Altdorff und anderwärts nebst einigen Raths-stcUcn/ ausichlagen müsse». Er ward also 1694 als Churfürst!. /riHNm in dem schövven-stuhl / an. 1696 als Orclln^rius iudas obcr- hos-gerichte / und I707 ins coi.tiiiorium gezogen. Gleichwol hielt ibn die vcrwaltung dieser amter nicht ab/ daß er nicbc deswegen der studierenden nigcnd mit seine» coNeßHs gcdienet / wobey man sonderlich sein vortrefliches gedachtniß / aus dem er die silcg.irs mit allen zahlen von und cavitcln ohne den geringsten anstoß anführen tonte, bewundern muste. Er starb 1717. Seine schrifften/ denen er aber seinen namen nicht vorgesetzt / sind folgende: i)die Französische gesandtschafft des von Lavardin iiach Roin, aus dem Italiänischen übersetzt; 2) das leben der Königin Chri- stinä ; z) lupplcmcnrum noraiiun <üc pollcrinri; incliciz gll UlstoU Uc rc- t>u- 02». I. II. 4) Fortsetzung des ersten theils von Puffendorfs cin- leitung zur Historie / bisszu ende des 17 scculi; 5) dritter theil zu Puffendorfs cinleitnng. Von seinen coUcxvs ist vieles verlohnn gegangen. Die Historie des 16 und 17 scculi ist zu Giessen unter dem «amen Lcvin Ambeer / aber sehr feblbar / heraus gekommen / daher sein ältester söhn Jacobus Augustus/ der Urof.juri- zu Leipzig ist / sich entschlossen / dieselben nebst seines vaters übrigen r-iscris > occurscer heraus zu geben. Qclckrk. 2 LIIUI 1 Z. 1717. u. r. ^raiickenthal / lat. k^/icos-liL / eine stadt in der Unter- Pfaltz 2 weilen über Worms / war vor zcitcn nichts mehr als eine Abtcy / allwo in den Frantzösischcn und Niederländischen kriegen mehr Häuser zu erbauen angefangen/ worden biß eine stadt daraus wnrdc.An. 1:71 wurde daselbst/ aus Veranstaltung des Churfürsten von der Psaltz Friderict III/ eine Unterredung zwischen den Rcsormirkcn und Widertäussern gehalten. Au. .1:74 nahmen noch mehr Niederländische crulanten ihre Zuflucht dahin / weswegen sie Psalk-qraf Friedrich der IV au. iüc>8 mit stattlichen srey- hcitcn versehen und wohl befestigen lassen/ welches durch seinen Nachfolger mit gleichem cifcr fortacsctzct worden. Sie wurde an- 162; von den Spaniern IZ Wochen vergeblich bclagcrt/doch daraus/als sich der Englische König Jacobus durch der Spanier versprechen hatte emschlaffm lassen / der Jnfantin zu BriM Ä tcqucNrum. damit der vcrtrlebene Konig Friedrich in Böhmen/ Jacobi Eydam/ desto leichter mochte ausgesuhnel werden / überlassen/ aber von den Schweden an. i6;r ihnen abqenöthiget/biß siechie Kahserlichen an. 16; 5 aufs neue erobert. Sie ist darauf bey dem Münsterischen friedens-schluffe dem Churfürsten von Psaltz wieder abgewettert/ aber an. 1688 von den Frantzosen abermals eingenommen und gantz und gar ruiniret worden. c>rig.I^!rr. ?. 2 c. 1 ;. ropogrspk. I-sIgk. p. Ar///4e m Teuiscli. klon. lierrlicklc. c. z8. Franckfurt am Mayn / tat. krgncofuttum sa^wnum. eine freye rvohl - beseitigte Reichs - stadt in der Wetteran an dem M Mayn gelegen/ welcher sie in 2ungleiche theile scheidet/ davon der kleinere Sachsenhausen genennet wird, und an dem grossem mit einer steinernen brücken angehänget ist. Einige suchen zu behaupte,, / daß sie ihren namen daher bekommen / weil Carolas ss'l. daselbst eine furth vor seine Francken gefunden) gleichwie hingegen Sachsenhausen seinen namen von der Sachsen lager und grossen Niederlage, welche zur linckcn des Mayns geschehen, erhalten. Doch läugnen sie nicht, daß nicht Franckfurt bereits vor^ hero ein ansehnlicher ort gewesen. Gleichwie sie nun eine grosse anzahl einwohner in ihren ring-mauren begreifft, also bat sie auch ausserhalb derselben unterschiedliche dorffschafften/die ihr Unterthan seyn müssen. Unter den geistlichen gebäuen sind zu sehen der Dom zu 8. Bartholomäus, welcher von Pipino gestisstet, und von Carola iVl. mit reichen cinkünfften versehen' worden, ferner das stiffc 8. Lconhard, unsrer lieben Frauen stifft, das Teutsche hauß und kirche - die Barfüsser - und 8. Peters - kirche; it. das weiffe Frauen-kloster, Carmelitcr-Predigcr- 8.Anthoni- und Catharinen- kloster; wie auch ein sehr reicher Spital und Waysen - hauß, nebst anderen. Unter den weltlichen ist das Rath - Hauß , der Römer genannt, drey zeug-Häuser, und die vortrefliche steinerne brücke. Sonst hat die stadt grosse freyheiten, welche sie aber von dem Kayser Carolo I V um 20000 marck sicher wiederum lösen müssen. Besonders hat sie die ehre, daß auf dem gedachten Römer, vermöge der güldenen bulle, welche sie gleichfalls in Verwahrung hat, die Römischen Kayscre erwählet werden, welches auch noch an. 1711 geschehen, da der Kayser Carolus VI allda gecronet worden. Ehcdessen war auch die Kayserlichc und Reichs - kämmen dastlbsten, und war es an dem, daß sie bey letzt-entstandener Frantzösischen unruhe aufs neue dahin solle verlegt werden, wo nicht die stadt sechsten, damit verschonet zu werden, gebelten. Über dieses kau der Kayser n»d das Reich weder sie noch ihre zugehö- rungen jemals verpfänden. So ist auch keinem erlaubet, in ihrem bczirck auf; meilen einen vestungs-bau und dergleichen aufzurichten , oder auf die bürger neue zölle zu legen, da hingegen dem Rath frey stehet, warten, schlag - thürne, casielle und schantzen, aufzurichten. Die bürger und beysassen können allcine daselbst guter Aussen, welches sonst niemand von geist - und weltlichen, hohen und niedern Personen thun kau. Wegen den messen sind sie in Kayserlichem und des Reichs sonderbarem schütz, und der be- gleitung halben, wie auch der acht und ober-acht wegen, wohl privilegirct. So können sie auch nicht vor frcmbde geeichte gezogen werden, und der Rath, welcher gantz allein aus Evangelischen bestehet, ist in vielen stücken inZppcllsUei. Die Jüden, welche eine besondere gaste haben, geniepen ebener Massen solche freyheit, und haben aus ihrem eigenen Mittel gewisse, beamte, welche von der Obrigkeit über sie gesetzet sind, und Baumeistere genannt werden. Das pfcister - genast ist eine alte vrdmmg, da »änlich die ftädte Nürnberg, Worms und Bamberg, auf der Herbstmesse von des heiligen Reichs - und Stadt - gerichts - Schnltheissen ihre habende handlungs- und zoll - gcreclstigkcitcn gegen gewisse kleine abgaben mit pfeiffern abholen müssen. Was die regiments - form anlanget, so sind die bürger in; ordn,mgen eingetheilet, davon die erste aus den Geschlechtern im alten Limburg, die andere aus einigen alten Geschlechtern, Gelehrten, vornehmen kauff-lcutcn, und so fort, welche in dem Frauenstcin zusammen kommen; und endlich die dritte aus den übrigen bürgern, so aber bereits von an. iüi6 wegen eines gefährlichen aufstandes aller ansprnche zum regiineut sich begeben müssen, bestehet. Was die begebenheitcn so sich allhier zugetragen, betrifft, so hat Carolus iVI. an. 794 eine zlisammcistunffr von Bstchöffen aus Tcutschland, Italien und Franckreich, wider die irrige meynungen Elipandi und Felms, desgleichen wider die Verehrung und aubätuug der bildcr, gehalten. Eben dieses ist von dem Kaystr Hcurico an. 1007 geschehen, da der gründ zum Bißthum Bamberg gelcgct worden. An. 124» ist fast die halbe stadt zu aschen worden, als sich eines Juden söhn zum Christlichen glauben bekehren wolle, und darüber die Juden so erbittert wurde», daß sie selbst feuer anlegten. An. n°6 hat der anHethaiite Mayn die steinerne brücke mit einer so schnellen gewaltiamkcit mehrentheils zu gründe gerichtet, daß in die z-, vir- L-roli Le^r»o». 2 -nn- 1 . kr-nc. Lo/ÄF. cuniilt. Im per. com. 2. LeÄ/-rer. »L urdlb. Im per. p. 6 s. Vr/rÄl«» cbroo. vl-lll p. ;p. i. z rer. OerniLii Ore//er. cls urb. Wtl w ller krsnclef. ckron. 2 s/>-^r. Ac. Lurop. IicrolU. ckroii. von kr-oclckurr -w * Hranchfurtan der Oder/ lat» ^r-ncoMreum -ll o-ler-mvel viÄnum, eine ansehnliche stadt und Universität in der Mittel» viarck / wird aufder ost-seike von der Oder / auf den übrigen sei» ten mit sehr schönen gärten und wiesen umgeben. Sie hat nur allemauren und wälle/ aber zu behauptung des passes hat man au. 166z jenseits dcrOder»brucke cinefeste schantze angelegt- Ehe» ^ mahls war sie eine hansee-stadt und noch jetzo treibet sie starcke Handlung in Pommern / Schlesien und Polen; hat auch ; messen/ und fast lauter mit gewolben/ für die kauff-lente versehene Häuser, llnter den; kirchcn ist die St.Maricn-kirche wegen der vielen begräbnissen die merckwurdigsie. Unter den weltlichen ge» banden das Rathhauß. Es wird von den neuen scribcnten ohne gründ gemeldet / daß sie an. i 4 o von den Franckeil/ welche unter ihrem König Sunnone Hans Scythiengekommen/zum ange- Lencken ihrer überftrrth den heutigen namen bekommen, Doch ist gewiß/ daß sie eine alte stadt / indem man allda alte mit ver» brannten menschencknochen angefüllte töpssc nebst andern an- tMttäken findet. An. 125; ist sie durch Gedimim von Hertz» berg/ mit bewilligung der Marggrafen Iohannis I und Otto» nislll oderIV/dcr söhnen des Churfürsten Alberti II zn Dran» denbnrq/ von dem ober-thore bis an das Gubcnischc. erweitert worden / gleichwie sie auch von ihnen die stapel»und niederlags» gerechtigkcit erhalten. An. i z iFwurde sie von dem Marggrafen Mldemaro bevestiget. An. i;r6 that sie der Pabst in den bann/ weil sie den Disclwff zn Lebus/ welcher die Polen wider die stadt anaebetzet/ und dardurch zu grossem verderben des landes ge- legenheit gegeben hatte / / gefangen genommen; daher» auch m r,? ichrcn weder predigt gehalten/noch die sacramenre ansqechei» !el wurden. An. i;48 wurde sie von dem Kayser Carolo IV und 14 Fürsten / seinen bundes-verwandten im kriege / welchen Ludwig der Römer wider den falschen Waldcmarum und dessen Heister führte / vergeblich belagert / und an.i4;r haben die Hus» siten/ an. i4;o die Polcnund Preussen/ und an. 1477 der Her» heg Johann von ^agan gleichfalls davor abziehen müssen. Am is-o-sden -7 apr. wurde von dem Churfürsten Joachims! die Universität zu stände gebracht/ nachdem sein vater alle anstaltcn bereits vvrhcrodarzu gemach«/und ist der Dischoff von Ledns zu ihremCantzler/ erhälkerund Patrons/ Conrad Wimptna aber von Buchen aus Franckcn/ znm ersten n-.Kor erwählet worden/ darauf man sie an. >5k8 nach der Augspurgifchen.Confcffion eingerichtet /und mit mchrern arotcM>k>bu 5 und einkunfften versehen. Au. iSro hat der Reformirte krli-oioZW Christophorns Pclargus/ den anfaug zuderrcligions-ändernnq allhier gemacht An.1626/ wr- und 1611 nahmen die Schweben diese stadt ein / und gleich darauf verlohr sie durch krieg/ Hunger/ pcstund ergiessung der wafferin ; oder 4 monatcnindie 10000 menschen.Vonan.i 6 ;; bis 1640 ist die stadt; mahlerobert/rinderst an. 1644 wieder au Churfürst Friedrich Wilhelm von den L-chweden abgctretten worden. So hat auch an, isss der brand 64 Häuser rninirt. Ohuweit der stadt ist ein brnnncn/der die htneingcworffenen fachen mit einer steinernen rinde überziehet, «^elcripr. krancot. detc^rei!). kränclC^. memvran^L ^rancosurtäns. franckreich/ lat. 6-111-, ist eines der schönsten länder undgrö- sten Königreiche in gam; Europa, so zwischen denr 42 und5 1 grad i-licus die Verweser der Provintzen erblich gemacht / und so viel länder von der crone abgerissen,dass als Hugo Capetus zur regierung kam, die Könige nichts vor sich besassen, als die Grafschafften Paris und Orleaus, und den so genannten ouc»rum nr^nciL, oder den landcs- strich, der zwischen der Seine und Loire lag ; die Hertzoge und Grafen aber, nahmen bloß ihre länder vom Könige zu lehn, und thaten im übrigen, was sie wollen. Da auch diese nach und nach entweder aussturbe», oder unter den fuß gebracht, und ihre länder mit der crone vereinigt wurden , war doch die macht der Könige durch die Parlamente,ohne welche sie nichts thun tonten,noch zim- lich vcrschränckt. Lv musten auch von zeit zu zeit die; stände des Reichs, der geistliche, adelichc und bürgerliche zusammen bcruffen, und über die anlegcnhciten des landes gehört werden. Diese Rcichs-tage aber haben seit Ludwigs XIII zeiten aufgehört, und sind seit dein auch durch die künste der bevdcn Cardiuale Richelieu und Mazarin die Parlamente so herunter gesetzt worden, daß sie jetzt dem Könige schlechterdings zu geböte stehest müssen. Durch dieses Wachsthum seiner macht,hat auch Ludwig Xl V scinechnan- tzcn überaus erhöhet, und jährlich bis auf i;o,ja in gewigen jähren über 200 Millionen Francken gebracht, da sie sich noch unter Heinrich IV nur etwa» auf is und unter Ludwig XIII zum höchsten auf etliche 70 Millionen beloben. Ausser dem rechnet man auch, daß die clerisey 104 und eine halbe Million jährlichen einkommcns habe. Was die menge der cinwohner betrifft, so rühmte der Cardinal Richelieu, welcher die genaueste reehnung,als nur immer möglich war, darvon einziehen lassen, daß Franckreich 600000 mann zu fuffc und 150022 zu werde aufbringen könne, wicwol vielleicht seit Vertreibung der Hugenotten an dieser rech- nung etwas abgehen mag. Die religivn war vormals in Franckreich gemengt, nachdem die Resormirten sich seit Francisco I daselbst ausgebreitet,und nach vielen blutigen kriege»,unter Heinrich IV durch das berühmte cdict vonNantes endlich die völlige srcyhcit vor ihre religions-übung erhalten. Ludwig XI V aber hat sie an. I68-; nach aufhednng bcmcldlcn cdicts entweder gezwungen den Catholischen glauben anzunehmen, oder aus dem Reiche verjagt, daß also nunmehr der Catholischc gottesdienst in diesem Reiche allein im schwänge ist, wiewohl hin und wieder noch heimlich viel Rcformirtc stecken, die sich auch nach der Hand bey verschiedenen aelcgenbcircn hervor gethan. Die Verfassung der Frantzösischen kirche ist jedoch überhaupt also beschaffen, daß sich diesclbige mehrerer freyheiten als andere länder gegen die gemalt des Römischen stubls in äusserlichcn dingen anmaßt, davon häuffige schrifftcn am tage liegen. Zu ihren grund-gcsttzcn geborte vormals die von Carl V!l verfaßte, und hauptsächlich in denen schlössen und Verordnungen des Baßler-e7oncün bestehende banätio pn^m^cica, die aber durch das c,,ncorcizk unter Francisco geändert worden,davon unter besondern articuln nachzusehen. Jetzo hat der König macht die entledigten Bisithümer, Abtcycn und Priorate durch seine ernen- nnng zu ersetzen, es kan auch ohne seine bewilligung keine Päbstli- chc bulle im Königreiche gellen, so gehören ihm auch die einkünffte in stiffternsso währender vacani; fallen, da hingegen der Pabst die annaten zu gemessen bat, wicwol er auch dem Könige wegen seines rechts, so man nennet, verschiedene strciligkeitcii erreget. Insgemein dienen die so genannte» freyheiten der Frantzösischen kirche mehr "> ">'>'grösser»»g der Königlichen macht, als daß sie der clcrisey etwas hclchp sollen. Aus dieser quelle ist auch unter Lud- wm XIV der streit wegen der Pädstltchen bulle uoigemruz hcrge- flossen. Der König wolle selbige zwar angenommen baden, etliche Bischöffe aber sahen sie vor einen eingriff in die Frantzösischen kirchen-srcnhcitcn an,und apvellirten an ein allgemeines welcher appellalion hernach bey crfolgtcr Veränderung des regt- mcnts viel andere Bischöffe, die Sorbonne und ein grosser theil der niedrigen clerisc» bcygetreten, denen es der Hof nicht gewehret. Unter denen Päbstcn Albani und Conti hat sich die fach nicht wollen schlichten lassen; wiewohl sich der Hoff, nachbeme er eine zeit lang am meisten für die appcllircnde geneigt geschienen, und so gar alle Parlamente in Franckreich stlbigcm ->zwci bcnzufallcn bewogen, dannoch bald wider sich für die Bulle erkläret hatte. Jedoch scytdcmeder heutige Pabst den thron bestiegen, der sechsten ein eyfriger Tbomist seyn soll, so lässet sich alles um so mehr zum vergleich an, als die appellirendc immer versicheret haben, wie sie nur fra für die lehre Thomä und Angusimi, welche in der Bulle unter dem namen der Quesnellischen Präpositionen verdammt schiene, wären besorgt gewesen. Vielleicht wirds anlaß geben ein meyrers davon zu melden, wann man im druck dieses l-ex-c, auf den articul ukiOLeenu? kommt. Der König in Franckreich läßt sich den Mecchristlichsten nennen,und wollen sich diesen namen einige schon von Clodovm! zeiten herführen. Es ist aber wahrscheinlich, daß der Ursprung solcher denennung von den Pabsten zuerst herrühre, die auch andern Königen bisweilen in ihren zuschrifften damit ein compliment machten , und daß Pins II diesen titul Ludwig XI zuerst gleichsam eigenthümlich beygelegt. Es heißt auch ein König der erstgebohrne söhn der kirche, weil die Frantzösischen Könige in Vertheidigung der kirche und des Pabsts immer die vordersten wollen gewesen seyn. Die Frantzösischen gesandten wollenden vvrzug vor allen ander» Gesandten, ausser vor den Kayserüchen behaup, ten, worüber es unter Ludwig XI V mit der Cron Spanien streit gegeben. Jedoch ist Franckreich meistens im besitz des Vorganges, und hat auch, als deswegen dem Frantzösischen Gesandten zu Sonden Grafen ci'Estrades von dem Spanischen BatteviUe der bekannte schinrpff geschehen, sich eine gar nachdrückliche satisfaction verschaffet. Die Königliche salbung geschiehet scyk Cloboväo I zu Rheiins von dem Ertz-Bisthoffe daselbst. Es warten dabey von Ludwigs VII zecken an, die 12 alten Paks von dem Königreiche aus, davon die helffte geistliche, die heizste welrliche sind, deren namen unter dein articul Haies zu suchen. Jedoch ist hier zu mer- cke», daß die 6 weltliche Paks, dieweil ihre Pairien längst verloschen sind, jetzo durch andere vorgestellt werden. Die salbung geschieht mit dein heiligen öle, welches bey der einweyhmig Clvdv- väi I eine taube soll haben vom Himmel gebracht, auf der brüst,dem rücken,zwischen beyden schultern und ausdcnen cllenbvgen. Nachdem dieses geschehen, setzet man ihm die Reichs-crone auf, überreichet ihm den seeptcr, gürtet ihm das schwcrdt an, welches so gleich aus der scheide gezogen und dem Königin die Hände gegeben,dann anf den akar gelegt, cvnsecrket, und dem Könige aufs nene zuge« stellet wird. Nach diestm allem schwöret der König derkirche bestes zu befördern und gerechtigkeit zu handhaben, und empsänget darauf das abendnlahj in beyderley gestalt. Ferner werden, ein gefässc mit wein, 2 grosse brodle, eines vergüidet,das andere versilbert , sinnt einem säcklein, darinnen 1; gold-eronen sind, aufden altar zum opffer gebracht, und endlich einige vögel aus einem höl- tzernen korbe in die freye lnfft gelassen, und der König zum Abt von Poiticrs gemacht. Den folgenden tag last sich der König zum Ritter des heiligen Geistes schlagen, und thut eine wallfahrt nach Marcvlto, um das ueun-tägige gebet daselbst zu verrichten. Nach dessen ende schreitet er zu der kröpsse Heilung, welche krafft die Könige von Franckreich eigenthümlich besitzen, und entweder von Clodo- väo I her, der sie nach seiner salbung vom Himmel empfangen, oder von seinem söhne Childeberto I, dem sie der heilige Marculphns mitgetheilt haben soll; wicwol nicht zn längnen, daß man vor W- livp I lind Ludwig Vl keine Nachricht bey den scribencen davon findet. Die Könige verrichten diese eeremonie auch ordentlicher weist an dem Oster-Pfingst-Allerheiligen und Weyhnacht-ftst. Sie müssen sich dazu durch fasten und den gebrauch der commu- mon bereiten ; wornach sie die kröpfigtcn Personen öffentlich anrühren , ihnen die Hand in die länge und in die qncer ubers gesicht legen,das zeichen des krcutzcs machen,und dabey sagen: n- k°> -- rouUl-.uie» re xucriist. Endlich ist zu mcrckcn,daß der erstgebohrne söhn des Königs den namen einesDauphins führet,zum andenkten Humberti öe U TonrNu Pin, welcher mit dieser bedingung an. i?49 die landschafft Dauphinc dem Könige Philipps Valesis übergeben, daraufdcnn des Königs Johannis söhn Carl, der hernach unter dein namen Caroli V König worden, zuerst den namen eines Dauphins empfangen. Die nächsten, so zur Königlichen fa- milic geboren , hiessen vormals picur« lle I.jz, jctzo?rinces L prin- cdks üu Nicht weniger sind die Cron-Bedicnten merckwür- dig, darunter die Groß-Cantzler, die Marschällc von Franckreich, Admirale, Groß-Zengmcistcr, Generale der galcrcn, die Colonel- Generale, die Groß-Älmosenicrs, Groß-Hofmeister, Obcr-Cam- incrherrcn und viel andere gerechnet werden. Succession der B-önige in Franckreich: 0- I der Jlerovmglsche stamm : 418 oder äs Pharamundus hat regieret 428 Clodion 447 oder 48 Mcroväus 457 Cbildcricns I 48"! Clodoväus I zu Childebertus I 558 Clotarius I 561 Charibertus 572 Cbilpericus I 584 Clotarius II 628 Dagobcrtus I 6;8 oder 44 Clodoväus II 6; 4 oder 668 oder 67; oder 692 62 Clotarius Ilj^ Cliildericus II Theodoricus I Clodoväus III 694 Childebertus II 7ie Dagobertns III 716 Chilvericus II 717 Clotarius IV 720 Theodoricus II 7)7 ein imerrcAnu m von 6 bis 7 jähren. 74; Childericus III ro oder 8 jähr. 22 12 -4 47 ; 9 i; 44 16 r6 oder ir »4 19 17 4 17 ? 17 4 monat Nieser letztere / welchen man den faulen zugenannt / wurde in das Mer 8- Bertini / ohnweit?. Omer gesteckt / worinnen er an. 752 dm 1 may r» der zeit/ da sich Pipinus der kurrze zum König crö- «enlassen/ gestorben / nachdem der Merovingische stamm ;;r jähr xon4-° bis 752 gedauert hatte. e. H Der Carolingische stamm: 7-2 Pipinus der kurtze regiert 16 jähr. 768 Carolas der grosse 4; 8i4 Ludovicus I der fromme 26 840 Carolas II der kahle ;7 877 Ludovicus II der stammler 18 monat . (Ludovicus III / so den 4 aug. an. 882, und »79 ^Carolomannus/so den 6 dec. an. 884 gestorben. 884 Carolus der dicke ; «SS Eudo oder Otto 5 Carolas III genannt der einfältige/so an. 922 gestorben. Robertus i Rudolphus 12 Ludovicus IV/ ullram-rlnus 18 Lotharius ;i Ludovicus V der faule 15 monat Als dieser gestorben / lebte zwar des Vaters bruder Carolas in Lothringen noch/ dessen ungeachtet aber erwählten die stände .Hu- gonem Capetnm / welcher also nach erlöschung des Carolingische» stammes/so 2)5 jähr gewahret/den Capetingischen aufgerichtet. rs; 922 92; 9)6 9t4 986 ss L. III Der Capetingische stamm : 987 Hugo Capetus regierte 10 jähr. 997 Robertus der andächtige )4 10; i Henricus I 29 ioüo Philippus I 49 n°8 Ludovicus VI der dicke 29 uz? Ludovicus VII der junge oder fromme 4; n8° Philippus II/ der von Gott gegebene,Au- gustus und eroverer zugenannt/ 4; irr; Ludovicus VIII ; 1226 Ludovicus IX 44 1270 Philippus III/der kühne 15 1286 Philippus I V/ der schöne 29 i;i4 LudovicusX/limuiius i8monat I)i6 Johannes 4 tage rzi6 PlMvpus V/der lange 9 i)2i Camus IV/der schöne 6 rz28 Philipvus VI vsieiE, der glückliche 22 Johannes der gute 14 1)64 Carolas V/der weise 16 rz8o Carolus VI 42 1422 Carolas Vll/der sieghaftste )9 1461 Ludovicus XI 22 148; Carolus VIII, der freundliche 15 1498 Ludovicus XII/der vater des volcks 17 i;i; Francifcus I )2 1547 Henricus II ir r;;9 Francifcus II 16 monat i;6o Carolus IX r; 1574 Henricus III i; 1589 Henricus IV, der grosse 21 räio Ludovicus XIII, der gerechte ;; iü4) Ludovicus XIV, der grosse 7 ^ 171) Ludovicus XV Was die scribenten anlanget, die Franckreich beschrieben, so hat die älteren so wohl Marquardus Freherus in feinem corpore NiLo- ri« krsncic«, als Petrus Pithöus in feinen snnalivus krznciciz, und Andreas llu ckcinc nebst feinem söhn Francifco su cb-5ne zusammen heraus gegeben. Diejenigen, welche den ersten und andern stamm beschrieben, sind: Gregorius Turonensis, Fredegarius, Adelmus Benedictinus, Eginhartus, rc. Michael Ritius, Donatus Accia- jvlus / Petri Pithoi sonrNcs krsncorum. Den dritten stamm haben in fchrifften auszuführen unternommen, Matthias Zampanus / Adrianus Jordanus, Efpernon, Gervasins Tiberiensis, Glaber Radulphus, Helgaldus, Rigordus, Sugerius, Nicolaus 6e Bra- ia, Guilielmus llc Nangiaco, Joinville, und viel andere, die ins besondere unter eines jeden Königs lebens-beschreibung können nachgeschlagen werden. Was die antiquitäten betrifft, kan man in Fauchet, Pasquier, llu LtieLe öcc. Nachricht finden. In den ge- fchlechts-registern kommen llu Titlet, Samarthanus, clu Bouchet, Chanterau le Fevre, ll'Hozier, i- Roque Justel, Bernhard, im- Hofius,und in der geogravhie nebst den alten Ortelius, Hadrianus Valesius, Munsterus, Merula, Sanfon, «luVal, Baudrand, Robbe, Scaliger, Papir, Masson, Miräus, Robertus und Sam- martbanus, Belleforest, Sincerus, P. Anfelme und andere, sonderlich die erst seit kürtzem ausgegebene deschreibung des gelehrten Abts von Longuerüe, zu statten, siehe Gallien. * ^Francmonr / ist ein festes berg-fchloß, rechter Hand am fluß Douc, in dem Bißthum Basel gelegen, mit zugehöriger Herrschaft!. Zu ansang des Burgundisch-Schweitzerifchen kriegs, haben die Burgunder dieses schloß besetzet; aber Bischofs Johannes, hat es nach einer drey-tägigen belägerung an. 1474 wiederum erobert. Gras Heinrich zu Mömpelgärd hat an. 1481 alle seine ansprach an diese Herrschaft!, dem BischofsCaspar ze Rhein, gegen empfang roo gülden abgetretten. urM cllcon. Lastl. l. i. p. i» öc l. 6. k> 44 -. - ha zz; und st woUn der ein Benedictiner-Münch, fertwet^msu^b"^ ungebundener rede einige fchrifften ver» ^ tt'w glori- kumra-. -piL all lliv . bibl.^ '»lpr. 7clcs. bibl. Francs / ein 8cl>olagicus zu Lüttich I lebte I,nr durch seine machematischewissenschafften^, als auch durch seine frommigkett bekannt. Man hat von ihm: llc guallcarurs circuli I.,; llc compuco eccicllakico I. i Lc. L lcripror. cccle 5 . Francus / oder kr-ncion, ein Trojanischer Printz, welchen man für einen söhn des Hectors halt, und fürgiebt, daß er nach der Astehrung Troja nach Gallien und daselbst zur besteigung des throns gekommen sey; allein andere halten dieses alles für eine fa- bel, wle es m der that nichts bessers ist. 1.2. -iss m-moir. aes 6LM. c. 24. Francus / der erste König der Francken, welcher unter den Kaysern Valeriano und Gallieno soll gelebt haben. llcori- gme öc v'Äte/r«» lle Zcll. krancor. Francus/(Hieronymus) ein RechtsgelehrterzuDovay. Nachdem er st wohl durch Teutschland als die ischweitz gereiset, wurde thm zu Mcyburg das jus civil- zu lehren aufgetragen, und als er von dannen nach seinem vaterlande zurück gieng, bekleidete er darinnen die stelle eines Raths, auch endlich eines Präsidenten in dem colie. 8lo von Artois, worauf er an. i6oü gestorben. Man bat von ihm commonrarios in rcguMs juris civil!;; üiklorirm sreo<8calil>i. tiill. I.urli. I. z §. 78 allll. 4 Üc H. ir8 n. 12. tccrx. tiich ?. r 1.16 c. r i. Franecker / lat. krancckera , eine stadt in der Niederländischen provintz Frießland, 2 meilen von Leuwarden in dem st genannten Westergoe, einer sehr lustigen gegend, gelegen, weswegen sich auch viel Edelleute allda aufhalten, und feine Häuser haben. Die best« stigung taugt nicht viel, und das schloß ist ein alt zerfallenes gebäu, doch bat man den wall zum spatzieren gehen sehr bequem gemacht, indem ihn der Rath vor einigen jähren gleich erhöhen,und mit bäumen besetzen lassen. Die Universität ist an. 1585 von den vereinigten General-Staaten angeleget worden. Das -oii-Zium ist bey dem Harlingcr-thore, und die aullicoria darinnen lassen sich alle wohl sehen. Die anatomie-kammer ist gleichfalls schön, und der medici- ner-garten ist durch Vorschub des berühmten Joh. Antonii von der Linden zu ziemlicher Vollkommenheit gebracht worden. In demsel- bigen stehet ein Haus, welches allezeit der Semo,-der medicinischen facultät zur Wohnung bekömmt. Eben dieses k^-llic, strgfalt hat man auch das aufnehmen der universitäts-bibliothee zu dancken. llc rep. kriiiar- LeFk/rrr. innere-, i riiio-illoll-uill. llctcr. Neig. p. rso leg. circuli Lurg. p, loi Frangerius / (Arnaldus) s. Arnaldus Fmngerius. ^rangipani / ein sehr altes geschlechte zu Rom / welches sonst' PiÄeon geheißen, durch Jordan Pierleon aber, der m dem 7 stcu- lo qelebet, den namen Frangipani bekommen. Denn als dle Tyber zur selbigen zeit durch stetigen regen sehr angelauffen, daß dre ein- wohner selbiger gegend in die groste noth gerathen, hat er vzel brvdt unter dieselben ausgetheilet, daher er vonchen leuten den namen Franqipane, als der das brvdt den hungerigen gebrochen »bekommen. Damit aber der geschlechts-name nicht gantz vergessen werden möchte, behielt sein erster söhn Stephanus den namen Pierleon , und der andere Leo den von Franglpam. Des eestern lmie lst bald ansgestorben; der Frangwamsche stamm aber hat hch m den Italiänischen und Ungarischen äst getherlet. Jener hat das MarZ» qrafthum lli Nemi in der Römischen landschafft, neben andern guter» und Fürstlichen gebäudcn in Rom bejessen, m aber mit Marg- arastn Mario Frangipane um die mitte des 17 stculi abgestorben. Der Ungarische äst hat sich unter dem Komge Bell, IV um die mitte des 1; seculi in Ungarn ausgebreitet, und d,e Marggraf- Iy» schafften fta schafften Modrusia, S'egmaVoglia und Tersaz besessen, ist aber endlich in Francisco FranDani, welcher wegen seiner verrätherey wider den Kaystr, davon in den articuln Nadasti und Serini nachzusehen , an. 1Ü71 zu Neustadt in Oesterreich enthauptet worden, erloschen. strxt-lieMcbelMS Lurop. p. z. p. 126. i-kq. L«. nllclir. sux meinoi,.-llc LallcioLur. 2. p, 704 lcc^- ip, 7 r- «iocr»e^/l I., ep. 8. LÄceÜÄw- stemm. Ko«/». rer. Ungar, clecacl. r l. 6 §c 8. cie migr. gcnt. I. ü. HrattIipani / (Latinüs) ein Cardinal, gebürtig von Rostn Erstlich nudirkc er die j»ra, und empficng zu Päris den grawm, vo- Koris darinnen. Hernach trat er in den Dominicaner-orden, und ward bNaßister rticologia:, strtter Nno> 8. 8rk>>nL cie Urke, Nachmals DeNniror 'des Provincial-capttüls zu Orvieto, endlich aber von seiner muter brudcr Nicolao IH, um das jähr 1278 zum Cardinal- Bischoffvon Ostia und Velttri, wie auch zum General-Inquisitor gemacht. In abwesenheit dieses Padsts muste er dessen stelle zu Rom eine Zeitlang, nebst dem Cardinal Jacobs Colonna, verwetten. Nachgehcnds ward er als Legat nach Bönonien und in Roman- diola geschickt; da er denn durch seine bcredtsamkeit und klughcit die zwilchen den factionen der Gvelphcn und Gibellinen überhand genommene Verbitterungen grossen theils tilgte oder doch unterdrückte , auch des Päbstlichen stühls autoritat mit grossem Nachdruck behauptete. Nach dem tode Nicolai III muste er sich von Vi- terbo, altwo man zu einer neuen wähl schreiten wolle, vor dem auf- rübrischen volck init der flucht retten. Als nach dem absterben Ni- evlai 1V der Päbstliche thron über 2 jähr »erledigt gewesen, brachte er es durch seine bewegliche Vorstellungen bey den uneinigen Cardinälen dahin, daß Cölesrinus V erwehlet ward. Er starb den y ang. an. 1294 zu Perugia, und hinterließ einige schrifften, als lermon» cie tcmp»,e ^ lle HiiAiz, orarioncs, ttpmnos ücc. Etliche stribeitteN melden, daß durch ihn unterschiedene wunderwercke, so wühl in seinem leben als nach seinem tode geschehen waren. 3--^»/. tzitzi. kc.rcliczkor. aimsl r. ,4. Purp. IvlLciLNL. U^dcÄ. Frangipani / (Nicolaus) Graf zu Tersar; in Ungarn, war ein sobn Caspars Frangipani, welchen er mit Catharina, Freyin von Lenckowitz gezcliget. Er diente dem Kaystr Rudolpho II in den Ungarischen kriegen wider die Türckcn mit grossem rühme, und wurde dahcro an. 1616 von dein Kaystr Matthia zum Banno der Königreichen Dalmatien, Croaticn und iLclavonicn ernennet. Allein , ob er gleich guten verstand hatte > so war er doch dabey viel zu hitzig, alS daß er bey den Ungarischen gemüthern etwas hätte fruchten sollen. Die erste quelle zur Uneinigkeit war der Rcichs-Rwyter und die Grasen Erdödi, welche er sich durch die scheidung von seiner gemahlin, welche aus dem Erdödischcn haust war, zu feinden gemacht. Diese vermehrten sich täglich, und wendeten alle gcmü- rbcr, so wohl der vornehmen als geringen von ihm ab. Die erste frucht davon zeigest' sich an. 1620, als er wider den Fürsten Gabriel Bethlcm in Siebenbürgen, der sich wider den Kaystr Ferdinan- dum l I empöret /einige mannschaffr aus SclavünieN und Croaticn eommandiren wolle; da ihm diese so gar allen gehorsam versaget, daß ersieh nach Warasdein zu begeben, und den: Gregorio Kcgle- wich das eommando z» überlassen genöthiget befand, dadurch aber gleichwol nicht verhindern kuntc, daß nicht daS gantze lager aus einander gegangen wäre. Doch als der Graf Bndiani auf des gedachten Fürsten von Siebenbürgen feist getreuen war, wurde er deschlichet, dessen schloß Grcbein in «Lclavonien wegzunehmen, welches er auch endlich nach tapfferer gegenwchre einbckam, weswegen ihm der Kaystr vor dir angewendete kriegs-köstcn einige allste und daS schloß Michail in Mähren gab. AIS er nun hierauf zu Agram einen neuen Reichs-tag hielte, und die gemülhcr noch nicht beianfcigct fände, wurde er dadurch bewogen , seine hohe abzutreltctt, welches er den sämtlichen Ständen in einer andern jusammcnkunfft an. 1622 anzeigen lassen. Die übrige zeit seines lebcnS brachte er in der stille zu , ausser, daß er an. 162^ den frte- denS-trattaten mit dem Türckischen Kaystr Amurath I V alS bevollmächtigter niit beywohnte, woraus er an. 1647 zu Wien, wohin er sich von dem Rcichs-tage zu Preßbllrg dringen lassen, gestorben , nachdem er bereits über 70 jähr alt worden. Von seinen beyden gcmablinnen, davon die letztere Pclri des ältern Grafen zu Erdödi tochter gewesen, von der er sich aber bald nach der Vermählung wiederum scheiden lassen, hinterließ er keine kinder, dahero sein erb.gut an seinen bruder Graf Wolffgang Christoph siel, ausser , daß er das schloß Altichan in Mähren den Jesuiten zu Agram mit dem bedinge vermachte, daß sie die sthule nach ihm nennen, und jährlich 12 Erratische oder Sclavonischc knabcn, davon die heisre durch die Frangipanische familie zu denominiren, unterrichten sollen. Über dieses legte er 17000 cronen zu Agram beyden geistlichen nieder, um davon seine leichcn-kosten zu bezahlen, das übrige aber den armen auszutheilen. Fraiitzhagen / ein schloß in betn Hertzogthum Lauenburg, welches Christian Adolvh Hertzog von Holstein - Sonderburg geknufft und zu seiner residentz gemacht. Er starb an. 1702, und die von ihm hinrcrlasscne söhne gicnge» wenig iabrc hernach, ohne lei- bcS-crben, gleichfals mit tode ab, worauf der Hertzog von Hol- sicin-Beck von dem schloß besitz genommen. Hraiiza-Corta / tat- Vincis parva, eine kleine landschafft im Vcnetiamichen gebiete, so an Brescia gräntzct, und ihren namen von den ^raiitzv'en her bat, welche sich zu ende deS 8 stculi, nachts"! Carolus II. Desiderium, der.Lombarder König überwunden, all'er mederl,essen. ^ ^ ^raii zius / (Wolffgangus) wurde zu Plauen im Voigtlande fra an. i?64 gebohrett , und zu Franckfurt an der Oder von seinem. Vetter Joachims Franzio, züden Uuw» angeführet. Hierauf zog er naü) Wittcnverg, und wurde daselbst an. 1798 rum. ingleichem voSor rlieoloßi«. Nach; jähren ernennte mal! kbn zum Superintendenten in Muiberg, aüwo er biß au. iLo-; Wch, da er kl-okukm lkeoiogia: und Pr^poincis der schloß-.kirche zu Witlen- berg wurde. Er starb an. 16K8 plötzlich am schlage, nachdem ihn derselbe bereits an. 1620 dergestalt gebühret hatte, daß er von der zeit an weder ausgehen noch feinem amte vorstehen können. Er hat heraus gegeben IncsAma ccmcr»velllLrumtke»ioNc>rrum; swlluliunt liiNvriL!» iLcr^ln; iciiolsm iscrlllcivrum pÄtriaccULlium; rrLätsruÄ sL iltterpretscicine s^cr^rum tcriprurarum; sllcrcionc^ z cwiwo pro peccLrir torius munäi prLilirL; äikpurLriSnsz pcr inte^ruÄ llcuceremomium ; LriAuiiLNL conkeüionis Ltticuios priores ro tionlbu -12 brevicer sXpiicgcos; ciilpurLrlonex z^ fupcr.SuguIiLnzirirrui, lcllt iorcgrgm ; vinciiciäs öikputLriooum llleolvA. pro LugullMs con- ks>!tone bsbirLrum , gllverlus Vaienr. 5m3lÄum; vrLrivnem Ss inmiz pioZiellu ccirsminurn i^clloiiJnoiucri öc Lmvciiignorum, in srricn. lo cie perkona Llirilli; orLrioncm lls ^ekuirsrurn mrcbinnlionibus aä- verius Principes, s Lomano nlieniores, y« a M. rem- plo Nnnor. p. loz reg. mcmor. lbcoloß. c!ec. Z p. zir Franrzkius / (GeorgiuS) Sächsischer CaNtzler zu Gothä,war zuLubschütz in dem Furstenthum Iägerndorff in Schlesien an. i;c>4 den - 5 apri! gedohreu. An. 1609 wurde er aufdas px-nnsünm zu Bricg geschickt; da er dann unter Schickfusio so Wohl in pbü°i°. ßUir. als pKiioU'pilicis gar guten gründ gelegt. Hierausbegab er sich an. i s 12 nach Franckfurt an der Oder, blieb aber nicht lange daselbst, sondern gieng gleich das folgende jähr nach Königsberg in Preussen, allwo seiner mittler bviidev ReimannuS die wohlre- denheit lehrete, und die aussicht über die universiräts- bibiivthcc hatte. Er trieb allhicr anfangs die Philosophie sehr eifrig, nach dieser hatte er zwar grosse Neigung zur thcologie, allein anfeinra- then des Professors Hennig Wegncrs legte er sich auf die Rechte, und hielte verschiedene ciispursrioncs. Mittler zeit vertrat er die Hofmeisters-stelle bey z jungen Edelleuten, begleitete der Preußischen Ständen, welche an. iöi6 mir dem Churfürsten Joh. Si- gismilildo von Brandenburg einige streitigkeiten bekommen, abgeordnete nach Warschau, und übersetzte die Preußischen gerichts- acken aus dem Teutschen ins Lateinische. An. 1619 verließ ee Königsberg, und führte einen vom Adel nach Jena, bekam auch darauf noch 2 andere unter seine aufsicht, ulld ward unter die ( anciiä^ros jur^s init aufgendmmeü. Von dieser zeit an ließ er sich angelegen seyn, alles zu thun, was ihm so wol von der Historie als von den geist- uüd weltlichen rechten eine gründliche erkentniß zuwege» bringen kontc-worinnen er auch seinen zweck um soviel eher erhielt, weil er seinen auditorcn nichts ohne reiffc Überlegung vorzutragen pflegte. An. 1022 nahm er die Doctor - würde an, und heyrachete zu gleicher zeit des Cantzlers, Johannis Werst zu Al- tcnburg, hinterlassene tochter. Nicht lange hernach wurde ihm in seinem gedurts - orte die stelle eines 3;-iW>ne. jui lUic^, in ^uwus ,40 contloverss^ ex ^>rjn, ri^nr nLkurs.- cluumur L cüscnciunrur; resvlnrio QnioglkimK !e- ^!z, Laillis; rexÄLkus ge ixucieniiis; comwencsiüus in 4 libros infii- runomnn ; cnmmLnrsrins in prnc!Earu,n üb. rr. rcvolurio cle iibecis LpoKbumis inüiruc >u>5; vxnL reloluriones; »r>cZ-in VVeDieri rrL- etzrum cle verbniuni reruni li^nikcLtione; ..3nu- ftiries ^nicßii. und folglich Bischofs von Po'eto wurde - woben er noch das Bißthum Cämerinv hatte. Er paßiite vor sehr redlich und aufrichtig. Zugleich war er gelehrt- und zu den staats- gcstbästfin sehr geschickt. Dessen ungeachtet liebte er ein eingezogenes leben - und hatte so wenig edr-sueyc, daß er diejenige, so ihm zu erlangung deic Pabstlichen crone behülflich seyn wollen - eben so inständig bath - ihme damit zu verschonen, als etwan andere darnach wurden gestrebt haben. Er starb zu Rom den i y dec. au. 1697. eeiss. 4 e» Ls»c/^2,. L/erc»»'« lie I 3 Ql>. 1698. Frascatä/ (Gabriel) ein berühmter bi°ä>cu8- war aus einer alten AdelicheN familie zu Brescia gebohreü, und legte sich in seiner logend auf die Uum 3 nior 3 j Lisrvlvßie und dicht - kunst, von welcher letztem seine gedichte zeugen, so unter dem namen des L-rio->, welchen namen er als ein mssglicd der acsclemic derer Lkam zu Pavia hatte, heraus gekommen. Seinen trättat äe i>3>iMicc.-ürb>i, hat er Philippo II in Spanien dedicirt - und bey dieser gelegenheit sich so Nachdrücklich recvminendirt, daß ihn ge- dachier König zu seinem ^cciicc, nach Madrid berief. Als er nun diesem zu folge sich zur reist fertig machte - fiel er in eine kranck- heit - daran er au. V82 starb. 6ör/r»i rkeacr. 2,4» 4 er L-V 4 e» cle lcrlpr. mc-l. Lc. ^rastmr; / ein dorff in der Oesterreichischbn Grafschafft Föld- kiech - lilicker stirs der III - etliche stund wegs oberhalb der stadt Feldkirch gelegen. Dieses dorff ist an. 1499 im Scliwaben - kneg mcrckivürdia worden, wegen der mann- und namhafften schlacht- ivclche allda und am berg Lantzegast vorgegangen. Dann als die Endguossen - den von dm Oesterreichern in das Rheinthal gethü- nen cinsall zu rächen - bmwiederum niic hooo mann einen Msall in das Wallgöw geiöa», haben die Ocstcrreicher sich 1 zooo mann starck hmter ibrer Letze be» Frastentz versammlet, und auf den berg Lantzegast neben der Letze ;oc> schützen nebst 1502 der freudigste!! ertz-kmwven- ans deni'Etschland - postirt, welche matt den stähtin Hauff genennec. Aber Heinrich Wolleb der Hauptmann von Ury überstieg mir 2000 Evdgnosscn den berg- fiel sie rückwärts an - schlüge und triebe sie männlich den berg hinunter - die , flüchtigen kamen denen an die Letze angeruckten Ehdgnossen in die Haube - und wurdest fast alle niedergemacht. Die Letze ward gleichfalls erobert, und was sich nicht mit der eiligen flucht errettet- niedergehauen, ülso, daß der Ocsterreichischen in allem zooa mann geblieben sind. . Die Eydgnössen verlohren Nur 11 mann - ivormner der tavffeve Haiiptmami Wolleb war. Es wurden ihnen auch alle stücke und bs^ge zu theil, das lattd wurde tun 8200 gülden gcbrandtschatzt, und inuste deßwegen 8 gcystl geben. ÄLM/7. 1,10 P. s zi. !. 4 vLll.M. 8->iLU tir. billor. lsclv. svl8L. I. IZ c. >6. * ssstmicKHI. oder fr3tte8 6° psupei-e virg. werden un- tek die kctzer des -z stculi gezeblet, und sollen aus dein Francisca- ner- orden entsprossen seyn. Ihr vornehmster Urheber war Her- mannus- dessen leichnam der Pabst Bonifacius/viii ausgrabcn und verbrennen ließ, nachdem die von Ferrara ihn bereits über 20 jähr lang als einen Heiligen angebättet hatten. Sie gaben eine grosse Heiligkeit Und strenge lebens-art für, unter welchem icheui sie dennoch die grösten fünden sollen verübt haben. <2inteinalcn luan von ihnen verichtet, daß sie des nachts zusammen gekommen, etliche lieder gesungen, die liechter ausgelöscht und Mit einander Unzucht getrieben, die Ander aber, so aus dieser unzucht gczen- gel, hätten sie in ihre Versammlung gebracht, und einander zuge- lvorffeu, bis sie gestorben , da dann derjenige, in dessen Hand ein solches kind gestorben, zu ihrem obersten Priester erwählet worden. Auch sollen sie bisweilen eins von solchen bindern verbrannt , und die asche mit wein vermischt haben, davon diejenigen lrmcken ttnissen, die sich Mit in ihre gemeinschafft begeben wollen. Über dieses werden ibnen noch viel andere mevmmgen beygcmessen, als daß sie die sacramettt, ausgenommen die tauffc, verachtet, und gelehret, die fielen der Heiligen kämen nicht vor dem mngsten tag ru dem anschauen GOttes; ferner, daß sie die Päbste und Roim- bu ue uch doch jchr ausgebreitet,, und sollen sich viel «elchrte eute m!. ? befunden haben. Einige gelehrte Männer von bett Protestlrenden, und injvnderheit der berühmte Pdrlivvus Mor» naus ^^ I A!s, HEen bchaupter, daß ihnen vorermeidte lasier 3ä 3,!. rsy,. Lsovr«-. LttwM«,. IN mvtter iniguir. L, cenr. iz. tt. L tcc §. 10 üe n. > IZ c. 2 / ein Ädeiiches Iungfraucttckltzstcr Betttzdictiner- ordens, aus dem Schwartzwaid tu der Margq'easfchaffr Baden, Der stiffm derben ist Archtold, Graf zu Eberstcln gewesen, der um das fi.hr 1114 aete- det. An. 1525 wurde es von den Bauren ausgeplündert. Vor end des iv ficuli hat es der Marggraf vvtt Baden eingezoqcn- aber an. iüL4restittnren Muffen, wie es dann noch dißmalcn in gutem jtcmd lst. in korco Qruiisno p. Frauenderg / ist 1) eine stüdt und Herrfihafft in dem PilMer- crayze in Böhmen, dem Fursteu zu Schwartzenberg gehörig. Ziahc dabey lieget ein Wustes schloß auf einem überaus stlsichten berge, Bohmifih przimda genannt, welches von einem Grafen zu Oldenburg ,oll erbauet- von denen von Wrsowitz aber behelliget worden seyn. Es ist deut zu tage gantz zerstöhrt. 2) Ein vestes schwß- BöhmischHlubockü^ in demBcchiner-crayse, welches in dem ;o jährigen kriege den Schweden tavffcrn widerstand gethan , und ehemals denen von Rosenberg gehöret hat. miic. LoN. !.; U>:c. , o. 8y, yz. ttusticen.icr. ?. i x>. irx. jeixt Lötim. n- §4- . Fraüenberg / Fraunberg / eine hon den ältesten und ansehnlichsten ftimilien in Bauern, welche unter die 4 so genannten Ruchs-Erb-Ritter qezählet wird. Heinrich ist an. 949 sti Costnitz Turnier-Vogt gewesen. Jobannes bat sich an. 1284 zu Regen- spurg, Wolff an. 1298 zu Echweinfurt, und Ludwig-an. 1^92 auf den turuieren befunden. An. 1L17 lebte Otto, dessen bruder Seyfried bekam mit seiner gemahlin dte Grafschafft Haag öder Hagen, und erzeugte mit ihr seinen Nachfolger Bertholdum. Dieser starb an. 1276, und hinterließ Seyfridum II und Witti- lonem: (1) Seysiridus II- legte die Haagische linle au, und hatte 2 söhne, Conradum und Johannem - davon der ältere Ludovici in Bayern, Marggrafens zu Brandenburg, Hofmeister gewesen - Und gleichfalls 2 söhne hinterlassen, ziemlich Wilhelmum, Ober- Präsidenten in Bayern, und Cbristianum, der an. 1492 zuerst den Bayrischen bund ^richtet. Des letztem söhn Georgius starb vhnvererbt, da denn die Grafschafft Hagen seinem Setter, des ob- gedachten Jöhannis enckel Stephans, anheim siel. Dieser zeugte mit Lunetta von Achdorff, oder vielmehr von Massenhaufin, Georgiuin, Herrn im Haag, und Johannem, Herrir in Massen- hausen; der letztere hatte einen söhn gleiches namens, weil er über ohne erben starb, so wurde die Heirschaffl Massenhaufin an. 1477 an die Hertzoge in Bayern verkaufst. Des ältern, ziemlich Georgzi enckel Wolffgang, büssete an. 1474 auf dem beylager Churfürsts Philippi zu Psaltz sein leben in dem thumier ein, und weil er keinen männlichen erben hatte, so kam die Grafschafft Hagen an seinen nahen unverwandten Sigismundum voziFräliM- berg, welcher den titul eines Grafen zu Haäg zuerst geführet, und Kaysers Maximiliani I geheimbder Rath, wie auch Abgesandter in Engelland - zuletzt aber Cammcr - Richter zu Speycr gewesen. Sein enckel Ladislaus hat an. i zo? dfifi linic gecndiget, worauf die Grafschafft Haag all die Hertzoge von Bayern gekommen. (2) wittilo pflantzte die Frauenberssische lime fort, dessen nachkommen haben sich in unterschiedene neben - zweige abgetheilet , so aber Meistens wieder ausgegangen. Vitus war Bischöff zu Auqspurg, iiud starb aii.i M?; dessen bruders, JohattnisPeM, enckel Earolüs, war Chur-Bahrlscyer geheittibder Rath und Cam- mcr-Herr, welche würde seiil söhn Johannes Victor gleichfalls bekleidet, und Ferdincmdum Amadäum Jöscphüm, wie auch Carolum Antonium hiliterlassett hat - welche beyde das geschleckt Unterhaltest. Kitt. iniign. c. 26. m«tr. geil. ki z ?. 2 p. ;z4- Kemm. V. z >8: 4. ^rerucnbruniien / war ehemals ein Frailctl-klvstcrBernhai- dimr - ordens, in dem Caisson Bern iu'wess BurKorff gelegen, allwo sich anjetzo ein Amtmann von BIN aufhält» Es ist an.i zoo, von wem, ist imbekannt, gestiffcet worden. Als an. i;der En- >ii'lländifi!i" Hertzöa von Eottstitt, wegen einer yoil ferner Oesterrei- Mutter ^ an diese lande, mit einer LckenaMmE Nafi! aebiech in d über den öbernHaliwensten, m das Acrgow eln- nnd seine lenke (welche die land- lettte die Guggler genen- n ) el im lande hausetcn, haben sie die Bemer und Lucemer ner ii d bar angeqriffcl' uiid davon niedergemacht, was ihnen «n d bä ide aefallen. Ein solches treffen Nun glenge auch bey und m dem kloster Frauettbruiinen vor; dann, nachdem der Prmtz von Wal! s nebssanderen Generals - Personen, Mt ihrem unter- volck , sich um Weyhnachten itt das kloster gelagen , uKeBernerhiexvdnküttdschaff^rhaltm hatten- zogen siffut R8 fra möglichster stille wider sie aus, und überfielen ste an 8. Stephans nacht, zwey stund vor tag , urplötzlich , die Engellander waren auch nicht langsam zur gegenwehr, thaten sich zusammen , und wehrten sich ritterlich, also, daß es im creutz.gang zu einem harten streit kam; als aber mittlerweile das kloster in brand ge- rieth, begunten die Engelländer zu weichen, und endlich die flucht zu ergreiffen, mit Hinterlassung 8°o todten. Die Berncr eroberten drey sahnen, welche in dem Münster zu Bern aufgehenckt worden. Als au. izoo der Abt von Lützelburg, General des Benedictiner-ordens, in visitirung und reformirung der klosteren begriffen war , und im kloster Frauenbrunn ein gleiches thun Wolke, fand er bey denen jungen Nonnen einen solchen gehorjam, daß er unverrichteter fachen wiederum hinweg riehen muffen. cliron. i*. r Lii ann. ctirvn. Lani. t. 4 p. ,88. I. 7 2Z4. b. ckron. ?. I P2Z. 8S »c;68. * Frauenburst / lat. kr-u-nburgum. eine stadt im Pohlnischen Preussen im Hockerlande an dem frischen Haff, allwo das Capitul des Bischoffs von Ermeland ist. Der Komg Carl Gustav m Schweden hielt sich hier an. 1656 mit seiner gemahlm, wegen der gesunden lufft, eine lange zeit auf, als die übrigen ortcr m Preussen mit der pest angesteckt waren. lletcr. roion. x>. 19z. Frauenfelden/ ist die Hauptstadt der Land-grafschafft Thurgöw , auf der rechten feiten der Murck, ohnweit deren auslauffin die Thür, in einer lustigen gcgend gelegen. Ihren ansang, namen und erbauung soll sie von einer Gräfin von alten Winterthur haben , von deren die alten Grafen von Frauenfclden wahrscheinlich hergestammt, aus denen Cuno oder Conrad, zu den zeitcn Kayjers Friderici Barbarossä, im leben gewesen ist. Nach abgang die,er Grafen fiele die stadt Frauenfelden mit dem Tburgow an die Grafen von Kyburg, und von diesen an Habspurg-Oesterreich, ward auch durch Lanbvögte regiert, welche damahlen das Landgericht zu Winterthur gehalten haben. Als aber an. 141z zurzeit deS Costnitzer-cull, Ertz-Hertzog Friedrich von Oestereich, in die achtund bann verfiele, und aller seiner landern und Privilegien entsetzt wurde, hat Kayser Sigmund mit hulffder Schwabi- schcn Rcichs-städlen,das Thurgöw,mithin auch, nach acht-lagiger beiägerung, die stadt Frauenfelden ein-und zu des Reichs Handen genommen, und Frischhanscn von Bodmen zum Landvogc baselb- sten fürgesetzet, das Land-gericht im Thurgöw aber, der stadt Con- stantz für eine summen gclds versetzet, welche solches, vor dem Creutzlingrr-thor ihrer stadt, zu halten gepflegt hat. Hernach an. 1418 bey begnadigung höchst-gcmeldten Ertz-Hertzogs , wurde ihme auch die stadt Frauenfelden wieder gegeben, also daß sie dem Hause Oesterreich geblieben bis an. 1460 da die Eydgnosscn, so wohl dem Pabst Pio II als auch denen Gradieren aus Kärnthcn zu lieb und dienst,in das Thurgöw gezogen,und die stadt und Landvogtey Frauenfelden eingenommen, welche auch denen VII orten geduldige! hat, und in dem darauf an. 1461 zu Constantz erfolgten friedcns-schluß, denen Eydgnoffen in Handen gelassen worden; sie setzen den orten nach alle 2 jähr einen Land-vogt in das schloß, und an. 1712 auf dem zu Arau gemachten land-frieden , ist die stadt Bern,in krafft des 4 artickels,von den VII alten Orten, in die mit- reqicrung aufgenommen worden. Übrigens hat die burgerschafft zu Frauenfelden ihrer Herrschafft zu allen zeiten grosse treu und oienste erwiesen, und deswegen zu Scmpach, zu Nafels, wie auch an. 1407 im Appenzcller krieg, (da sie delägert worden, aber ihre statt dapffer beschützet und erhalten) und an. 1445 im treffen bey Wigoltinacn wider die Eydgnoffen viel erlitten. Es ist aber auch ihre Henjchafft an ihro nicht undanckbar gewesen; sondern hat sie mit schönen bürgerlichen freyheitcn und policey, von zeit zu zeit begäbet und gczieret, welche ihnen auch vom Kayser Sigmund an. 141; und hernach von denen Eydgnoffen an. 1460 bestätiget und bekräfftiqet worden sind. Ihr stadl-regiment aber ist also beschaffen : das Haupt der burgerschafft ist der Schultheiß / deren zwey sind, ncmlich einer, so der Catholische» und einer,so der Evangelischen rcligion zugethan, welche auch alljährlich die Regierung umwechseln. Diesen wird noch ein dritter Evangelischer burger (welcher gemeiniglich ein Raths-glied ist) zugefücgt, welche man die ; Nahte nennet. Diese; (wie auch der Stadtschrcibcr und die 2 Stadt-wcybel) werde» von der gesamten gemeind erwählet, und alljährlich, in beyscyn und unter dem eines jeweiligen Landvogts (der auch so wohl die z, als den übrigen gantzen Rath in Eyds-pflicht nimmt) bestättlget. Diese z Nähte haben gemalt in allen bürgerlichen und hauß-sachen, in der güte zu handeln und die streitigen parthenen zu vergleichen, sitzen anbey bey denen erbs- thcilungcn, wo abzügig gut, oder Wittwen und waysen sind. Sie verordnen auch die Äögte, nehmen die Vogt-rechnungen ab, erheben die bürgerliche steur, zoll, umgeld und dergleichen sccis, und haben die schlüssel zum stadtEcliiv. Nach diesem ist der kleine Raht der 12 und der grosse Raht der;o, mit einbcgriffder i2 kleinen Nähten deren 2 drittel der Evangelischen und i drittel der Catholische» religion zugethan sind: wie dann auch von jeder reliaion ein stadt-schreibcr ist,welche alljährlich, gleich den Schultheißen , alterniren. Das malelltz wird vom grossen Raht verfuhrt, und die letste appcllation gehet für der regierenden orten Gesand- - te, welche auf8. Iohannis aufdie jahr-rechnung kommen. Seyt an. 1712, da die stadt Baden denen beyden stadten Zürich und Bern nebst Glarus im friedens-schluß zu Arau überlassen worden , hat die stadt Frauenfelden die ehr, daß die Eydgnossische tag- satzungen auf 8. Iohannis öffters allda gehalten werden, o««?/. t -5 p- 98 6.cliron. k,Lcr. ?. l, sci 2». 141, öc x. 4 26 gn. 1460 2 : 1461. obt.LcIv«r. I. r. ibidur in snnorsr, j>. 664. fra Frauenhofen? Fronhofen/ eine Freyherrliche familie in Bayern, welche von Caspare, der sich um das iahr i; i° mit eine- Gräfin von Hohenzollern vermahlet, herqeleitet wird. An 17^ war einer aus diesem geschlechte Chur-Löllnischer Obrist-Lvf- Meister. Ihr stamm-schloß , gleiches namens, ligt an der kleinen Vils in Unter-Bayern , und gehöret in das rent-amt Landshut cle migr. ßeyr. p. ' ' Frauenlob/ (Heinrich) ein Teutscher, welcher die uralte mei- ster-singer-kunst wieder aufgerichtet, und zu Mayntz an. 1,17 gestorben. Er 2ß. <.;s- ^ca.uenstein/ einschloß, städtleinundamtanderSaydaim Meißnischen ertz-geburge, gegen die Böhmische gräntze gelegen, und dem Churfürsten zu Sachsen zuständig. Die Burggrafen zu Meisten haben diß schloß ehemals gehabt, und im titul geführet. Wie denn an. 1428 Churfürst Friedrich von Sachsen, Burggraf Heinrichen von neuem damit belieben, nachdem durch abgang des vorigen Burggrafen von Meiffen diesesFraucnstein ihme als ein Marggräflich lehn heimgcmUen war. Nach diesem haben es die Truchscsse und Vitzthume besessen , bis es endlich die von Schön- bcrg, nachdem sie zuvor bereits als Landes-Fürstliche Burg-vögte darauf gesessen,auch solches ihnen versetzt gewesen,erblich erlanget. Von ihnen ist Fraucnstein letztlich an. 1648 durch Churfürst Johann Georgen I wieder an die Churfürstliche cammer gelöfet, und hernach unter die Churfürstliche ämter gerechnet worden. Es scheinet den nainen etwas von einer alten capelle daselbst und wallfahrt zu 8, Marien zu haben, P. unserer lieben Frauen Stein. Im dreysslgiährigen kriege haben es die Kayserltch - Holckischen an. i6z 2 den 9 stpt.in der nacht erstiegen,und fast alles niedergemacht. gemm. p. loü. proär. X1>5n. p. 169 . tb-srr. 82X. k. r 14. ropogr. 82X. lup. p. 8r. Frauei,stein / ein schloß mit einer Herrschafft in Bayern, an dem Inn, so nach abgang der Herren von Frauenstein, an das ge, schlecht von Frauenhof, von demselben an die Hertzoge in Bayern, und an. 14; ; an die von Paumgarten gelanget. xroU. ,Frauenthal / (r) ein kloster der Cistercicnser-Iungfraue» im Königreich Böhmen,i stunde von Teutsch-brod gelegen,so an.irs; von 2 Adelichen schwcstcrn Urha undLudmilla, vermuthlich aus dem Gräflichen Haufe von Bcrka, gesrifftct, und von Otwcaro dem König in Böhmen in schutz genommen worden. An. 1424 verwü, steten dieses kloster die Hüiiiten, und köderen allda die geistlichen Jungfrauen. Doch hat sich der ort noch bis heutigen tages bey dem orden erhalten. (2) Ein Frauen-kloster, im Canton Zug, unterhalb Chain, am Wasser gelegen, Cistercicnser-ordens, so an-irzr durch Ulrich Freyherr von Schnabclburg aestifftet, und als es durch Unglück in abgang gekommen , durch die Edlen von Rüsseck und Hünenberg an. 1400 erneuert worden. cKiono-Topogr. congreg. Lili. 8. Ncrnh. p. ys. * Frauenzimmern / ein vormaliges Jungsrauen-kloster Cistercicnser-ordens , im Würtembergischen Zabcrgöw ohnfcrn dem städtlein Giglingen gelegen. Es ist solches an. irzü von Hermann von Lodenburg,Bischosszu Würtzburg gcstifftet, aber an. 148z mit dem kloster Kirchbach , dem kloster Maricncron einverleibet worden. L bk»nc> lopog,. congrcg c >n. 5. Ncrnk. ^ Frauget / von andern Franstet genannt, ein Frantzostfcher Edelinann aus einer Gasconischen'familie, hatte sich unter dem Marfchall von Chatillon in vielen gelcgenheiter, sehr tapffcr gehalten , daher man von seiner geschicklichkeit eine gute meynung hatte,und ihn an. 1522 nach dem entsag von Fontarabieiyals man die bcsakung, welche unter dem tapsten, Lade eine 1; monatliche belagern'«,g ausgehalten,aber dabey durch Hunger und wachen am» äusserste wäre abgemattet worden, zum Commenbanten in diejee vestung machte. Als er aber an. 1524 dieselbe ohne noth an die Spanier übergab,ward ihin zwar das leben geschenckt,er aber nebst allen seinen nachkommen des Adels entsetzt, siehe den articul zon- larabie. * ssR.^ 118 , oder Betrug/ eine gewisse Göttin,welche von den alten Heydcn angebetet ward, entweder, wenn sie willens waren n- mand zu betrügen , oder wenn sie sich dergleichen von andern M befürchten hatten. Sie bildeten sie unter einer sehr ungeheuren gestalt ab, indem sie im gcsichte wie ein schön jung weibes-bild aussähe,dem leibe nach eine sprenqlichtc schlänge vorstellte, und einen scorpions-schwantz hatte. Ihr gesichte bedeutete den scheinbaren vorwand, dessen man sich gebraucht, wenn man einen betrugen fra ste will/ der sprenglichte leib war ein zeichen der verschiedenen listigen räiicke, deren man sich zu solchem zwecke zu bedienen pflegt; der scorpwn-schwantz aber bedeutete die boßheit / die sich allezeit im gründe eines betrügerischen Vorhabens befindet. hnnZm. gnriq. komriiLr. ^raustadt / ist eine kleine stadt in der Groß-Polnischen Woy- wodschafft Posen, hart an den Schlesischen grantzen/ zwischen der stadt Glogau und der Polnischen Liffa gelegen. An. i -vs im febr. erlitten daselbst die Sachsen eine grosse Niederlage von den Schweden. Fraxinetum/ eine berühmte höle/worinnen die Saracenen im y „iid 10 seculo sich zu verbergen pflegten. Die heutigen scribenten wissen nicht mehr/ wo eigentlich dieses Fraxinetum gewesen/ dessen Loitprandus sehr offt gedeucket / in dem verschiedene dieses namens in Spanien sind; Frarmctum oder Frassineto ist auch eine stadt in Italien am flusse Po,zwischen Valencia und Casal, und allhier soll/ nach Baron» meynung / die höhle der Saracenen gewesen seyn. Allein Chorier,welcher die Historie von Dauphme geschrieben, will haben, baß sie in Provence gewesen, an dem orte, da jetzo Fraisnes stehet. Wiewol nun kein zweiffel ist, daß die Saracenen mehr dergleichen sichere zufluchts-örter gehabt haben, so ist doch gewiß, daß ,hre berühmteste Höhle in Provence gewesen gegen der see zu, m der öi-rccr von Frejus nahe bey dem goitn von Grimaldi, allwo noch heut zu tag ein ort, welcher l- g-räs äu reiner gcnennet wird, und inir waldern umgeben ist, so die einwohner i« saures zu nennen pflegen. Wilhelm!, Graf von Provence, vertrieb die Saracenen gantzlich aus seinem land, und verstöhrte die höhle Frarinet an. y8o. 1.5 öc 6. in cliron. öc r->»cL-llill. äs Nrov. Siehe Bo.rgemön. Lrea / war eine göttin bey den alten Sachsen, ein weib des abgolt Wodans, welche bey den Lateinern so viel ist als Venus. Ohne zweiffel hat von dieser der Freytag seinen namen. üe Lell. l.ongst>. Äxa ösc. in Fallis Dan. L/«v. in Lern,, snr. »l« in Qlolll * Frechws / (Martinus) aus Schwaben gebürtig, wurde zu Heidelberg läc-nriLrus, und bald darauf um das jähr 1526 ?ro- KKbr rbsoinßiL, worauf man ihn um das jabri?28 zum vornehmsten Prediger nach Ulm berief. Als sich nun diese zeit eine Uneinigkeit in der lehre vom heiligen abendmal unter den Prote, stauten ansvinncn wolle, reifere er nebst Bucero und Musculo zu Luthers an. i>;z6, und trat stbr nahe der meynung dieses letztem bey. An. l-140 befand er sich zu Worms, und an. 1546 zu Re- gkiifpurg auf den daselbst angestellten religions - Unterredungen, worauf ihn der Kanser Carollis V seines amls entsetzte, und in das gefangniß werffen ließ, weil er das unerin. verwarff, und da er bald darauf diese seine mevnung aufs neue bestämgte, wurde er an ketten gebunden zu dem Kaystr gefübret. Nach seiner ent- ledigung, welche an. 1549 den z wart. erfolget, berief ihn der Heryog Christoph zu Würtemberg nach Tübingen, die tll>;oiogie daselbst zu prositiren, welchem amt er auch bis an sein ende an. izzs vorgestanden. Ausser einigen theologischen fachen hat man von ihm ! in VVircslunäi LLxnnis rerum ztz sitenrico <8, Orcone Im- persioritzus Akltz-. libr. Lnnsl. Lucvic. in liillor. -rugulls. vir. rlieol. Freculphus / war anfangs ein Münch zu Fulda, und nachmals Bischoff zu Lisieur in der Normandie, in dem y seculo. Man hat von ihm eine Chronic in 2 theilen; der erste begreifst 7 bücher in sich, und gehet vom ansang der wett bis auf die gcburt Christi, gleichwie der andere in z büchern bestehet, und bis auf das jähr 620 reichet. Er befand sich auf den Onciiii? zu Paris, Tours und Soissons, welche an. 846,849 und 852 gehalten wurden , und hinterließ bey seinem tod den rühm eines gelehrten und frommen Bischoffs. o,. c-p. y. c.«/, ep>n. 84. T'rllbeM. cle llripc. in ckron. Igirlsug. Ä«/cx. 6e kill. l. r c. r8 Lc. bist. litt. Freddo/ siehe Acis/ Aci. Fredegarius / zugenannt Sstzoi-llicus. hat sich durch sein Merck, welches er von den thaten der Francken verfertiget, bekannt gemacht. Er fängt solches von Guntram dem König der Francken an, und endiget es mit dem 4ten jähr Clodovei II. Wie er sich in dem 7ten theil der biniiorbeca: pziruii, befindet , gehet er bis auf das fahr 7)9. Allein Freherus hat in seiner ccininn der Jngol- siädtischen, welche sich des Bayerischen r^rsc. bedienet, zu folge, ihn bis auf das jähr 768 continuiret. Nach Frehero hat ihn auch äu Chesne mit unter sein werck äs Icrigroribus kr-ncisis gebracht. cis iiili. l.Lk. I. ;. in LuÄ»r. äsc. äs rritz. Dagobert. , c. 4 ör irr. äs gcllis krsncor. t. >; öc ro. ^redegonda/ (Chilperici! gemahlin, war von sehr schlechter geburc, und anhänglich nur eine kammer - magd bey dessen erster gemahlin Audvvera. Allein sie wüste den König Chtlpericum so wohl einzunehmen, daß er von Audovera, ohngeachtet sie ihm ; linder gebühren, sich scheiden ließ. Siehe Audovere. Die Ädere gemahlin Galsuinda brachte sie gar ums leben. Siehe Galsuinda. Worauf sie der ssömg heyrathete; da sie dann kein bedrucken trug, seine Unterthanen mit schwären auflagen auszusagen , und feine brüder zu bekriegen. Ja, man gibt ihr gar schuld, daß sie Sigebertum durch 2 meuchei-möder mit vergifteten dvlchen hinrichten, und einige zeit hernach Meroveum Chilperici soh», deßgleichen dessen briider Clodoveum ermorden, und Präteplato, dem Bischoff zu Rouen, fo gar in dcr kirche, da er das amt verrichtete, das leben nehmen lassen. Wiewohl ihr auch -- -»i«?. unzüchtige liebe gegen einen ^m?hl, welcher ihre entdecket, umgedacht ^ ^andry von Tour UMLLVM (s) Mii. äs krsnce k. I col. r ry. ' anA en Ä kugelst- und weltlichen rechten grosses w d Adel-chcn familie in Lanquedoc, und . ru Beziers, hierauf Abt zu ki. Aphro- des gedachter stadt. Man sagt, daß er «sb,,-?, Bomfacu V!II Capellan oder Allmosenier gewesen, buck s uebst anderen, zur Verfertigung des Aste» idm an ^braucht. DerPabst ClemensV ertheilte W / .und nach dessen tod kam er gar wegen des Pabstlichen stuhls mtt rn den Vorschlag. Er starb ?"'/^ober 1)2). Man hat von ihm i-sx-orror-um IU,!S , und andere schrrfften. IN r^Iewsnc. V. L j„ LIsmsm. V in Cismc,,,. V. 6^11. It3i. i-cr. LrmExr/,«-?. Oali. bist. äes Laräin. Freel/ ist ein stück landes in der Bündtnerischen Herrschasst Worms , liegt zwischen dem inneren that und der gemeinen land- strasse des Wormser-jochs. Es ist zimlich wild, hat jedoch viel Hau,er und gute sommer - fütternng für das Vieh, auck)2sisch- p"che sten, wie nicht minder gut eisen-bcrgwerck, schmeltz-bütten und schmwten. Es liegt darinnen eine unfruchtbare ebne c»mp-> äs l.uco genannt, darinnen eine grosse anzahl eiserne und eherne krregs - wanen, auch grosse und lange menschen - gebein gekuw en worden, welches eine anzeigung einer allda geschehenen schlecht ist. R.NLr t n p. ^ Fregosische familie/ ist eine dermerckwürdiqsten in Genua/ welche verschiedene grosse leute hervor gebracht. Dommicus Fre« gosus ward an. iz/sDoge besagterRepublic/worauf crversckie« Vene insuln der Mittelländischen see erobert / und das Königreich Cypcrn /allwo er die stadt Famagusta nebst dem Könige Jacob» aus dem Hause Lusiqnan in semc Hände bekam / und der Secvublie zinsbar machte. Ohngeachtet nun er selbst nicht allein / sondern auch sein bruder Petrus / welcher die Genuesische armee anführte/ der Republic grossen nutzen geschafft/wurde erdoch an. i z78von dem unbeständigen pöbel seiner würde entsetzt. Sein söhn Jaco» bus bekam zwar an. 1)90 diese würde aufs neue / vcrlobr sie aber das folgende fahr wegen seiner Übeln regierung/ und sein bruder Petrus konte sie / als er an. iz--; darzu gelanget/ nicht länger als 2 stunden besitzen. In den folgenden jähren haben Orlandus/ Bapltsta/ Spinekta und Thomas aus dieser familie/die höchste dignitätcn der Republic besessen. Johannes erhielte an. 1447 die Hertzogltchewürde mit verjagungSldorni durch hülffe der Frau- tzoscn/die er beredet hatte / daß er die stadt ihnen unterwürffig machen wolle; er starb aber gleich in folgendem jähr. Ihm folgten nach einander Ludovicus und Petrus. Johannes kam an 15 ir/ gleichwie Octaviamis an. 151; zur regierung. Thomas hat an. 15 27 die trouppen seiner Rcpuöltt in der Lombard« commandiret. AIs an-1528 Genua in freyhcit gesetzt war / ward dieser familie namen unterdrückt / um dadurch die qelegenheit zur unruhc abzuschneiden. Janus Maria istVenetianischer Feldherr gewesen/ und an. iz?7 zu Drescia gestorben/ dessen söhn Cäsar an. 1541 aufdem Po ermordet ward/neben Antonio Nincone/ alsfie beyde mit einander von Francisto I. nach Venedig gesandt waren und Fregosus von bannen gar in wichtigen geschafften nach der Lur- ckey abgehen soltekWelches dem Spanischen Gouverneur im Man« ländtschen dem Marchcse ä-, Guasto zngemessen ward / und weilen dafür Franeiscv keine gemigthmmg geschahen eme der vornehmsten Ursachen oder doch der scheinbarste vorwand des letzten kricgs Francisci I. gegen Carolnm V gewesen. Galcacms hat der Cron Franckreich 40 jähr gedienet / und ist zu ausgange des iü seculi als General gestorben. nsiie ümiZi. niuttr.ä ic-i. xo^/re^ i»s!og. ü- in liiilor. Qsn. Inllor.äe 6s,i ^veetossz» oder ffulet^stts/ (Baptista) war an. 1478 zullt Dogevon Genuaerwelstei / aber von dem henfsschschttgen Parssd Fregoso seines Vaters bruder/ Cardinal und Ertz-Dlschoff von Ge- nun / wiederum abgesetzt. In seinem ",1,0 legte er sich «uis gutt scribenten/ und trug daraus 9 bncher von. mcrck^ peln zusammen / welche anfangs iss^ttalianischer splache heraris kamen/ nachmalsabervon Camillo Ghlttm ln das Lateuttsche übersetzt worden. Nachgchends hat man sie verschiedene mal s» wol u Mayland/als zu Basel und anderswo ausgelegt. Nebst diesem schrieb er auch das leben des Pabsts Martinl V/ tractatvon gelehrten frauens-personen. L'-rsr»-. liist. 6en. sä an. i;oi. Lye/«e^. in lribl. 6k?rü-rr küsstr. äelcti-. Lo^-«»r öc I«ffr»Er tcripk cieÜL Uigur ^r/Lcxcr x^/rcf/r. L/r>««5. VoFr«r «je liiüor.Lsr.l, Z p. 6ir. Fregosus / (Cäsar) siehe Riiicon (Anton.) Fregosuo / (Fridericus) Cardinal/Ertz-Bischoff zu Saler- tio undDischoffznAngubio/ war ein bruder des Hcrtzogs Octa- dtani zu Genua. In seinen jungen jähren hielt er sich bey seiner Mutter bruder dem Hertzog Gnidobaldo von Urbino auf/ und be- kam durch seine Vermittelung das Ertz-Bißthum von Salerno. Nachqehcnds gieng er als Ämbaffador der Republic Genua zu dem Pabst Leone/ kehrte aber an. 151? wieder zunicke/ seinem bruder Ockaviano in seinem gefährlichen regimente mit gutem rath an die Hand zu gehen, Jmmittelst setzte der Barbarische fte-rau- ber Carwgolt die Genuesische käste in grosft furcht/ und rüstete man wider ihn eine see-machtaus / welche der Erk-Vlschoff Frl- dericus anführte / gedachten see-räuber bey dem haftn von Liscrta Überrumpelte / und mit grosser ehre und beute nach hause kam. Als hieraufan., 5 22 die Spanier die stadt Genua cinbekamen/ und sel- nen bruder Oetaviannm zu einem gefangenen machten/ suchtestÄ Fridericus anfeinem kahn zu salvircn und auf ein Frantzostch schiff zu steigen / hatte aber das ungluck/ daß er darüber in die sce ncl/ und bey nahe crtruncken wäre. Er wurde so fortnach Franckretch über gcführet / und erhielt von dem Könige Francisco IdieAbtcy von «->un Nün'^n- zu Diion; Daer dann sein vergnügen im stu- dire» gesucht / absonderlich aber die Hebräische und Griechische spräche / welche er erlernet hatte/zu erklärung der heil. schrifft^und Übung der Gottseligkeit angewendet. Nach seiner zurückkuufft in Italien / wurde ihm das Dißtkmm Augudio gegeben / welchem er mit grossem cjfer vorstünde/woselbst er auch an. 1541 starb / nach» dcmervorhcro an.15zy dcnCardinals-.hut von Paulo IIIerhalten hakte. koFÄcc« Kill. Ocn. I. ir. Hemö. in cpili. L-r-lccr/«'- Lregosus / (Octavianns) hieng sich, nachdem die Frantzostn in dem treffen bey Novara waren geschlagen worden , an die Svanicr, und erhielt von denselben, weil er sichs 50000 dncaten kosten ließ / zooo nianil/ mit deren hülff er die Adorni veriagte, und selbst Hertzog wurde. Diß geschahe an. 151t- Aberan. 1515 schlug er nch wieder aufFrantzösische feite, weil er sich theils vor den züri'istungen der Frantzostn gegen Italien, theils vor der an- waclistnden macht stiucr emheimischeli feinde, welche sich hinter die Scbwcitzer gesteckt hatten, fürchtete. Und wiewohl ihm der Pabst gegen tue letztem hülffe geschickt, machte er doch heimlich mit Franckreich einen vertrag, vermöge dessen er den Hertzogli- chen titul niederzulegen, und des Königs Statthalter lebens lang zu seyn, auch sonst vor die stadt noch allerhand vorthesthaffte dinge dedunge. Aber an. 1522 nahmen die Kaystrlichc» Genua mit stürmender Hand ein, und diesen Frcqosum gefangen, da er denn nach Fschia geführt wurde, aUwo er in der gefangcnschafft nach wenig monatcn, und, wie man meynt, an beygebrachtem gisst gestorben. Alan lobt ihn wegen seiner klugen rcgicrung, und daß er keine Tyrannische Hcrrschafft über Genua gesucht, doch soll er sich auf den krieg nicht sonderlich verstanden haben, ii,lk. Qcn. I. Ir eic in clogiis clsrorum Uiguruni. c-ttrcc»»7 7 » die Ertz-Dischöffe zu Mayntz und Cölln / ingleichen an die schösse zu Speyer und Worms. Unter diesen Verrichtungen un- terließ er gleichwol nicht / auf befehl seines Herrn die bisto,' - von der Pfaltz/und andere vortreffljche schrissten/ die unten angeführt werden/ heraus zu geben; dahero chn dann gemeldi-i- Churfürst mit dem dorffe Luststatt belehnte. Im übrigen war er von jugend auf ein grosser liebyaber der amiquitäten und mahle,-, kunst/ dahero man bey ihm einen kostbaren vorrath von edelae-, steinen/ müntzen / statuen und com-rk-iren antreffen konle Auz gleichem triebe hielt er gute freundschafft mit Ich. Lenmlavio/ Friderno Syldurgtv / Hleronymo Commelino / Jano Gru« tcro / Lcipione Gentili / Jano Dousa und andern. Er starb zu Heydclberg an. 1614. Man hat von ihm eine grosse menge schrifften/ darunter: cle kamL pubiics trsÄstus; äs sxilk, maligne acquirenäs, conservsncls öc smittcnäs rrs-t.; origines kslLUli. - reg ßest« 1-iiäcrici I UicA. ?Llsr. p-r )ok. llkiirtzem. cum norir- zll- lerno prnpr.L ßubcciirrioniz kriclsrici IV; Sißismuncii ImpsrLi.tzuIlz- -lc IcZitims rmeis curaguc LleäkorLli cx imcgro sll sure^m bullsm crrol, IV oommemario; ac ceNrmemgriLrmslL, curxgue LlcAorrlr inrcg,ii Üc liberz; psrcrßon >ib. r; vcrlio Vcciitlikkimr ^IsmLnnic, orLkionis Lc ss-mboli ^poikoloruin cum nokis; verllo Lrxonicr v«u- tkilkimL ctccsIoZi, oracioni8 UominicL, sscnboli LpoNolicicum na- kir; contticucic, allolytii Lc>m. Leg,';; cte Nscura LLroli N.; öe ke- ci-ecisjuNicus obm in VVckpliLl.s utirrkis; reruniUokcmittnim ri^ui aliguot Icr^rorc5; corpus kiNoiiL krgncicL; Qsrmanicgrun, leruni icrssco.-es ^ 3cl vricleric. III Imperscor.; Lnri'rcg. ?r-rb)-rcri ckr„nicon cte Oucib. Lsv^r. L kiNori^ kunllLlionum vom. nu>Io7um monÄkcriorum pcryrrieskLVLNT; ?ckrj cle Lnillo lrsA.lle Impciio liow. cun, nor. ir. Uupolll.llc NcbenburA tze jurün» 7e§niL: Im^crii K.ornzni; Hier. Lslbi über ac coronarione ; äcciliolnii!» LievpzgicicLi-uni sslvuls; n Kionem voczro cililerrsrio ; Ne re monecsi-ir vcrerum Nomrnoium L: kioclicrni syuct LermLnos Imperii, item Mic Orellni üb. cle monelir A: N,cl iiscicm cum noris; LonÜLukbiorliecL llve§Lz,. chiri LoutiÄnrjj Impcrsc expollcio; cenoziiNromLcliiL tivs Lnriizu« cluclli giLciizrorii lcrj^rur« in lLrcionz-ckeexz-otirio; LonKLMinilm^. U) 2 Lnc. numilmsris srgcnrci expok. cum )ot. tzcsligeri norir; Sure» bu!>-> iLaroli IV. Lonllsnrini, irem Ocrnni's III donztici; Lrezoni lle I-Ieimkurg kccipkz cvnirz pii II excnmmunicLiioncm z>ro LiM- munNo ^rctzi-v. /luttr.; beschreibung der Wettcrauischen ländec Unter einem frembdcn namen; )ok. 1 rirNem» op-m umor. Lc. Nach seinem tobe kam heraus: llc Iucccii>one I>rinc,pum in pNMo» gcnm- commcmsrluN sä6 cLp. 7. sureL buU.c (cscol. cui Lccclllt lo- cus cju>a-m buila: cic vrincisium juniorum inN>iurione in Usnn» lia- ßu;ite Uupocluno snNizuillimc, ^NemrnniL- opssilln; in riulunH Xlnieliam cnmmcnr2ri,,I»8. vit. )Lror. rliesü. Freiczius/(Johannes Thomas) ein Rechtsgelehrter/zu Freyburg im Brißgau qcbohren/ hörte daselbst Ulricum Zalium/ Hcnricum Glareaiinm/ und vor allen Petrum Rammn. Hier» anfficng cr an gedachtem vrt selbst an zu lehren/ und that eben dieses nachmals zu Basel. Weil es ihm aber nicht allzmvvhl von statten gehen wolle/ bekam er fast einen Abscheu vor dem siu- diren / und war des festen cmschluffes / selbiges fahren zu lassen. Doch verhinderte dieses Hicronymus Wolffius/ auf dessen «machen der Rath zu Nürnberg Freigium an-157; nach Alwrff bericff/ und ihm alsbald das «.--ckoral ertheilte/ da er dann dielst- storischenscrtdenlen/poeten und inNNuriuu -5 juris erklärte. AIs man ihn aber daselbst ai-go>,n>rte/ danckte er an. 1582 ab,/ M° derlich wctler Hoffnung hatte/ an den Hof der Marggrafen von Baden zu kommen. Er gieng nach Basel/ und vematindeß die steile eines emrccioriz in der oKcin des Seb. Heinrich Petri; als aber gedachte Hoffnung fehl schlug/ bewarb er sich umdie k-wt-Mo. ncm criuccs; starb aber darüber den 16 jan. an. 158; zu Dasei an der pcst. Unter seinen schrifften sind: sttzcc »Mium; psrzv- pomciirin Iiilkoriam ^miiii Fc kcci-om; yua.tkiones ßcomerricT, lo- Aic.v, crkicL; ücc. kiikociz Nc bello ^kricsnc», inyuo Scl-Llliznurror. tug^Ilis: R.ex periic; kiiikorics nLrcsrio ?^zrr. lorbillcri /wgli, lle NLvißLkione inocciclcnrir öc teprcmcioms rcßioncs I.scincrcllc!irL;i>»r» ticinncs juris; ziLsscirlL; loßics )Lkorum ; orsciones Liceronis no. kirvaliiz illuikrLra.'; commemariusin ^Lncic/i^8 juri 5 civilisöcc vit. )Lkor. in rlicrrr. cpiti. sll L. L. )ulium il Lxü. Freinshemiue/ (Johannes) Churfürstlich - Pfältzischee Rath und ?> <>fcssor Iinn,.73riu5 zu Heidelberg / war zu Ulm au. 1608 gcbohrcn. In dem 14 jähre seines alters gieng er auf M- versitatcn/ und dacr sich in Marpurg und Giessen eimge jähre aufgehalten / begab er sich nach Straßburg / machte sich x.-rncxZcrum sehr wohl zu nutz / und Ware fast tag und nacht m dessen bibliothec. Dieser gab ihm cinmals den kiorum. daß er W durchlcsen/ und die otzicrv-rioncs, die er dadey hatte/ bememeu möchte / um dadurch zu erfahren / wieweit er insemcn lluam gekommen wäre; da er aber den rimum nur 6 stunde bey sich gp habt/ hat er in solcher zeit nicht nur den gröstcn theil davon durchqclescn/ sondern auch viel schöne anmerckungen über denu- ben angezogen. Er verstund Hebräisch/ Griechisch/ LatemlM Fraiitzösisch/ Spanisch/ Niederländisch/Italiänisch/E^guM fre Mch-Mar^ coülimiirrealldasün Paris zu berfeßen^e die Hntz^y^d Metzrschen Brßchums durchgangen /kam darauf ^"'-»-leben den obnerm, «irück'nachDtraßdLrg / von wannen er ««.'1642 nach Up- ^-m-Proftff!vnder polme und wohlredeuhm / nachfahren «IM Libliokkecario und Königlichen ttiNoriogrspko nach ilvkl UM.. _-- erutZitis in I^ice^iiorum Lr^ennium, ^ -v—r-— sm^öllN beruffen wurde/ da ihm die Konigin Christiua nebst Äerkostjährlich 2 °s°reichstbaler-gebenkeß. ,^Bey dlescr geie- , , cun» - /rnnzrn küomneasm 6c Linnsr. «um Eis, nee non kaul, 5 >>-nttzrii acscriprionem rsmplj 8.8opki« cum uvenoci commcmsrio; QlolLrium meM? L I-iini»» ^ ^ ^ . >"..,—u»; CyriUi Miorumoue vereruw LioSsei» I.»rioo kir---, nmb'eithielt er emstcn erne wohlgesetzte rede ant rhrengeburls-tag/ l-»cins; lMarir 87-Eins llupig- imd bekam dafür ein recompens von zooducaten. Endlich gieng »sr« »nnsies -»,» uoris- Meiner ackmdheil halben aus Schweden zurück in Teutschlaud/ m tvcm ttwleines Königlichen Raths/ er war aber kaum daselbst ü,,n?ia,mel/ so tratermitbewilligungdrr Königin Christinä/ in «MMtzischedienste/ und wurde Chm'frirstlicher Rath und proselfor KonorLrius in Heidclberg/rn welcher bedienung er auch an. I66c> gestorben. Er war nicht allein init gelehrten leuten/ als Vos- km/ Grorio / Hemsiv / Salmasio / Barläv/ Böclrro/ Grvno- mn /Gothofredo/ Schäffcro/Loccenio uud vielen andern bekannt/ ändern aenoß auch sonderbare gnade von gekrönten Häuptern- Man hat von ihm den teutschen tugend-spregel zu ehren Hertzvg Mrnhards von Weimar; luppi-m-nr» l-iv,-«-; Mpxiements 6- tomM-niLiiu-n in Qurrium; p-wegyricum Qutksvo -rgolplio, regt 5ueci-r sccipwm; norsr in kioruai; lle csiM/e poru NiNerrLiionem; vvtiricrm rir-lü cum inclice ; tocorum quorunääm Lornei. l'-lcici ex- vviicionem ; checiaien psrspli^ieos Co,nc!,.,n.v ; 6e vics- kisw krlsrino lud nomins kkilcoei, 6c c. Nach seinem tvd sind heraus gekommen/ seine no,L >a em«c1r> tH,u!ss; cilLrrike cie 8. re. l. L- Icctorum 8.0MSN« kccieiiL LLrllinLlmm p-L-ceoeiiria, gigeccsrio cie Lomitiis > ö-c. p'Ntte xkilos. cicc. 7. riiescr. 77^4^. 6e tiow. rcr. icripr. Kremls / oder Frejus/ lak. ro,„mfuin, istcinestadtin der Französischen landschagt Provence / zwischen Antikes und 8.Tro- prz/ wo der fluß Argentc in das Mittelländische mecr fällt. Von ihrem alterthum zeugen unterschiedene --^«-,3 von Wasserleitungen/ einem->mpMrll--»rv, undandernRömischen gcbäuen.In den neuem zuteil ist dieser ort in ziemliches abnehmen gekommen/ welches auch dem allda befindlichen kleinen Hafen wiedcrsahrcn/ alsvou deme sich das meergantz weg gezogen/ hicmik dene völlig unbrauchbar Machet hat- Im übrigen ist daselbst der sitz eines Bischoffs/ welcher unter dem Ertz-B ischoff von Air stehet. Es bcgreifft solches Bißlhum 88 Pfarreyen in sich/und dwabtey von LorouetCi- simiciistcr-ordens. Der Bischoffist kram einer übergab Grasen Jldesoiisillin Provence Herr über dieStatt / also daß er das ge- richkund die beamtete allda setzet; es gibt ihm auch die stadt steur. Wann dieser Dtschoffdas erstemal seinen einzug haltet/ so gehöret seinBischöfflich kleid (dessenwerth aus 4800 pfundsteiget) dem Capilu! allda. Der erste Dischoffsoll Accepms hcissen/ der an. ^4 auf dem Concilio zu Valencc gewesen ist; der andere wäre 8) keontius/dcrum das lahfiygclcbthat. -te /« dcouo. vctcr, llels viance 1 . 4 . p. 90 öc 175 . * Frentz/ einschloß nebst einer Herrschafft indemHertzogthum Ifilich. Es ist das stammchaiiß der Freyherren dieses namens/ mlcheauch die Herrschafft Kentenich indem Chur-Cöllnischen besitz«. An. 1712 war Johann Siegmund Camor und Canonicus zu Worms. Frescatt/ lat. D-kcuium, eine kleine stadt in Mmvagna-ll Rvma indem KirchenPcaat / ist der sitz eines Blschoffs/ welcher allezeit einer von den7 alten Cardinälcn ist. Sie war bereits zu der Römer Zeiten bekannt / und weil diese gcgend sehr angenehm/ hatten sie viele lustchäuser daselbst / worunter auch Ciceroni; pr»clium ruÄNLnum bekannt. Diese stadt wurde zu Pabsts Cölestiur m zeitm zerstöret / weil ihre eimvokmer den Kanserlichcn hrilffe geleistet/ da denn hernach Frescati an den ort gebauet wurde/ wo das alte ll-u/cuium gestanden- Es sind sehrvicl palläste und lusi-häu- ser darinnen zu sehen / worunter u k-eourc vr-cone, so dem Fürsten Borghese; Vclvcdere/ so dem Printzcn Pamfilio; und Villa Lu- dvviiia/so derHcrtzogin von Guadagnolades Connetable Colonne schwesterzustehet. c-or. orb. 3>ir. HkrA>» kcil>. ^ Lrese / Friese/Frieß/cine von den ältesten und ansehnlichsten Adelichen samilien rn dem Hertzogthum Bremen / von welcher rbrüderGerhard und Lhethard um das jähr 1254 gelcbet haben. An.-4Z7 war Johann Drost zu Fredeburg und Ertz-Bischöffii- cher Amtmann zu Börde. Outrabcu diente der Cron Spanien als Obrister/ und war ein enckel von Wilcken/ der des vorgebuchten Johannis bruder gewesen. An. 1700 lebten 4brndcr; 1)Hans Joachim / Chur-BrandenburgtscherObrist-Lieutenank/ r)Otto Dietrich/ Dänischer Obrist-Lieutenant z) Christian Ernst/Kayserlicher Obrist-Lieutenant / 4) Anton Casimir/ Gottorffischer Major. Es hat dieses geschieht seinen Ursprung ansFrießland/ woselbst es biß jctzo noch in gutem ansehen stehet. Es hat sich auch in Dänemarck ausgebreitet/ und daselbst dre Gräfliche würde erhalten, ctiLsrr. nvo Krem. m-»- o znAmiens / und setzte dieselben nebst der jm-»pi-ua-mr zu Organs fort. An. 16; 1 ließ er sich unter die Advocaten m Paris einschreiben/ wiewolerbald diese lebens-art änderte/ und sich Ich Amims verfügte. Daselbst lebte er vor sich bis an. Es / da 7LEINS cmpiicl commemsri» illukrsts; iivtisz §loN 3 rium melliL 6c ingniV ^rEcicAtisL -vromcon pgsckaleL mun-lo congiro acl Ncr-clii Imperscori^ Lnmim» Sem m der kirche von 8. Gervais zu Paris befindliches epnLpMum meldet / daß er emer von den gu-aorwW kr,nciL Er '/-l-ccMricr. a- vr-nce in dem district von Amiens gewesen / und grebt rhm dabey den rühm eines frommen/ redlichen/ leutseligen und guithatlgen Manns/ welchen er auch in der thatz eben so wohl als den namm einer grnnd-gclehrken/ und der gelehrten weit hochst-nutzltchen Person verdienet hat. Seine wüt» we Catharma üu Bos / starb inr jul. an. 1694/ sein söhn aber Pytltppus au Fresne / den 22 jun. an. 1692. «M. »a nsu^or. <äs vir. ^ morce kreine. ^ Frefneda/ ist elnIleiner ört in Äragonien/ nicht wcit vow den Catalontschen grantzcn/ der stadt Alcanitz gegen über geleit.' w,är etwas bcfcst!gt; weil er sich aber vor König Caro» lum III erklärt/ so lreß lhn Phtllppus V imjan.an. 17--Ü m die aschelegen. cro/We»«^. geMmf,. p. 6,0. Freudenstadt/ ein mittelmäßiger ort in dem Schwarkwald/ z metlm von Lubmgcn/ welchen Hertzog Friedrich zu Wurmn« berg/ vor die aus den Oesterreichischcn landen vertriebene Luthers ner an. 1601 angeleget / und nach seinem Namen Friedrichstadt ge- nmnet hat. Sie ist aber von den erulanten Freudenstadt gcnennet worden / um ihresreudc dadurch an den tag zu legen / daß sie nicht allein sichere wohnung/ sondern auch viele freyheiten bekommen» jZSlMVV. v. 47 . Lreudemhäl/ ein städtlcin samt einer ansehnlichen Herrschafft in Ober-Schlesien / liegt an dem hohen geburge das Gesencke ge» nannt / an der Mährischen qrentze / hat vormals zu dem Fürsten- thmn Troppau gehöret / und ist von desselben Laiws-Hauptmann/ Johanne Freyherr« vvnWürvmbcseffen/ inder Böhmischen nn» ruhe aber von Kayser Ferdinands II eingezogen / seinem bruder! Ertz-Hertzog Carolo/ Groß-Teütschmeistertt Lifchoff zu Brircir und Drcßlau/und von selbigem dem Teutschen vrden geschencket? auch an. 1619 den 12 mark von der Neppen? des Fürstenthums Troppau völlig eximiret worden.. Als an. 1S82 Kayser Leopvl» dus den Groß-Tcutschmecster Johann Casvar von Alnpringen/ zum Obrist-Hauptmann in Schlefienbesiellete/ selbiger aber ein Landes-Furst sey» muß/so erklärte der Kgyser diese Herrschaffkauf seine lebcns-zctt zu einem Furstenthum. Das städtlcin liegt in ei» nein angenehmen thal/ und hak ein schloß/ darinnen der Lanv- Commenthnr des Teutschen vrdens wohnen Es wird da ein sta» cker garn-und leinwad-handel getrieben/ eswerdm aüch schöne pfcrde allhicr gezogen. An. 164; hat der Schwedische Genera? Königsmarck diß städtlcin ausgeplündert. «-»-/«Lil-llv-r.c. 7 §.40. Freundschasst. Orden der guten Frsundschafft zwischen Chur-Sachsen und Chur-Brandmdurg/ist von Joh.Georgio IV? Churfürsten zu Sachsen erfunden/ als ihm am 1692 der damalige Churfürst zu Brandenburg Fridericus III / zu Torgau eine v.m-: acäcbcn. Das ordens-zeichen war ein gülden, d^/ii-lsc. Auf der einen seile sahe man 2 geharnischte und fest m einander geschlossene Hände/ mitpalmzmeigen umgeben/ nebst crcutzwetß darein ge- schrcnckten schwerdtern; dabey stunden diese worte r um. pm,r jL- > das ist auf ewig vereinigt. Auf der andern feite stunden bey« der Churfürsten namms-buchstaben/zierltch verzogen/ mtt der bey- schrifft: Mrccrc smirie. d.i. austtchttge freundschafft. In diesen orden wurden von jeder Churfnrstlichen Hofstadt 12 Ritter ausgenommen. nor. kioc» »rnp. i rc, 7 p- Z8- ^reusbera / eine Herrschafft nebst einem schloß und amt/ an dcm Siegc-fliiß auf den, Westerwald/ gegen dem Hertzogthum Bergen gelegen. Sie gehöret zur Graffschafft Sayn / und ;waü zu dem Altenkirchischen oder des Hertzogs von Sachsen-E-scuach ancheil an besagter GraMafft. Es sind4 ÜrMiele/ dre zu dle- scmamte gehören/als Klrchen-Freusberg/ FlWach/ Gebe s« hayn und Daden / nebst andern p-ccw-nnen Es war amangttch eigenthümlich/wurde aber zu ansang des iz secuü von Graf Johanne Churfürsten zu Trier zu lehn aufgetragen / von dem es, eme linie der Grasen/ die Saynische genannt/ zu lehn nehmen müssen. Nachdem aber an. r6;6 GrafLudwig / der letzte dieser limc mit rode abgieng / hat Sachsen-Eisenach / wegen Ludwigs Schwester Johannctten / einer verwittibten Landgmfin von Hessen und zum mtdernmal vermahlten Hertzogm zu Sachsm-Efsenach krM emes mit Trier an. 1652 aufgerichteten Vergleichs/dw Herrschafft nebst zugehör bekommen, siehe Sayn das geschlecht. psrcFpec. conr.; sbtli. z sbk. r? »64 u- - 7 ». g,nll krveius UNd I-iderius genannt Z V 0 N PgriA k. ä- s«w°> , M° w"'°" m. -' -i! W!°m m-assen Münster in Zürich , alkwo er auch an. Iz ? ? starb. Er hak die ZEz stcsc"'S- in bessere ordnung gebracht/ woraus sonber- uch das nmebmen der superstition und die beständige vermehrunz U theil, ^ Z62 Frey/ (Ioh. ste ein pi-okeiior von Basel, und veernus zu Armagh in Irrland, ist zu Basel gebohren den 6 jun. 1606 aus einer alten von Mellingen an der Rüs noch vor der Reformation dahin gekommenen familie. Es geschieht schon zu den zeiten des Baßler-Coneili an. 14z L Meldung Burcards Frey eines Rathsherren / welcher mit; andern seines stands, mit bewafneter Hand etliche auf das schloß Neüenstcin gefangen weggeführte Herren des Concilii in die freyheit gesetzt; so war Rudolph Frey zusamt 2 anderen , zun zeiten der Reformation, der erste LciioiarcKs, welcher i;;2 der Universität ihre vrivilcA-. rechte , scepterund archiv resti- tuirt, und denen prokcKiribus ihre t-isris angeordnet. Als obiger die fundament seiner studien in den schulen und academie gelegt, und die gewöhnlichen g-räus -csäem. empfangen, begab er sich nach Genf, da er etlich mahl unter visäL» puKiicL disputiert, von bannen in Frankreich, und endlich in Engelland , da er sich neben andern studien in lesung der Lateinischen und Griechischen vättern wohl übete und sonderlich belustigte. Mit vielen ade- lichen häusercn wurde er allda bekannt, und nahm ihn der Graf von Corcagh Rob. Boyle zum Lpkor» seines ältesten sohns, Herrn von Dungarvan an; mit welchem er nach Lismore in Jrrland gereift , und allda dem nroreZi so wohl gefallen , daß er ihn anfalle weis dorten zu beförderen trachtete; daher er auch im may i6zo von dem Bischoffvon Man, Theophilo zum Diacono rccipirt wurde. Als er bald darauf in seinem Vaterland Prediger bey 8. Mar- grethcn bestellt wurde, und kaum diß amt anzettelten hatte, hielt besagter Grafbey Bayerischer obrigkeit inständig um diesen Man an, welchen er auch erlangt, ließ ihn darauf mit seinem söhn in Frankreich reisen; unterdessen erfolgten 2 andere voc-rione-; eine, da er in Engelland war, zu der Griechischen Profession nach Basel, die anderes da er zu Basel war, zu dem v-cansc Armagh in Jrr- land, da nicht nur der Ertz-Bischoff Iac. Usserius, sondern auch der norex in Irrland den Magistrat zu Basel ernstlich, um ihn folgen zu lassen, ersuchte. Er nahm diese beyden vocLiioncs an , und schlug die ihm vorher angetragene information des jungen Hcrtzogs von Buckingam höflich aus; die profe ssion hat er eine zcitlang versehen , da er aber im begriff war, auch dabey das Inländische ve. csnsr anzutrctten, nahm ihn in dem blust seines altcrs an. lüzü im aug. eine kranckhcit aus dieser weit. Er war bey vielen adelichcn häuseren so wohl, als auch fürnchmen gelehrten sehr bekannt, welche ihn wegen feinen furtreflichen gaben hoch und werth gehalten. Tronchin, Diodati, Spanheim, äc Dien, Vossms rc. hielten mit ihm fleißige driefwechscl, sonderlich aber war er vertraut, hcrtzlich geliebt und mächtig betrauet von Iac. Usserio, welchem er auch neben andern virilsten viel cublläirzu seiner vorhabenden history der Waldenfern, und anderen dingen verschaffte; äe Dien thut seiner mit lob Meldung in dcräeäicLt. an Usserium, vor seinem commcnr. sä sei. als er durch ihn von Usserio den rein-leuckum 8>-rlL- rum > 188 . empfangen. Unter seinen schrifftcn ist vorhanden ein »0- äwzroricon. Orsr. äe tting. äcc. clirvn. lo^r-rr orar. Prrenr. in ojus obir. öe slia. * Frev / fIoh. Jacobus) söhn des vorigen, ist gebohren; mvnat nach des vaters tod den ii dcc. iü;6zu Basel. Nach abgelegten ruäimenri- und empfangenem cv-r-lttei-e minittc^. 16; 5 that er eine reiß durch Franckreich, Engelland, Nicdcrland und Tcutschland, und machte sich durchgehends mit vielen gelehrten manneren be- kandt: bey seiner wicder-zuruckkunfft wurde er comm.v-sc. undan. Iüz6 visc. bey 8. Leonh. an. IÜ75 Uättorbeydisergemeind. Seinem amt wartete er mit unermüdetem fleiß in seincin hohen alter, biß in tod ab, welcher erfolgenden 2 oct. 1720. In seiner leisten Weinacht-prcdig hat er Gott öffentlich gedancket, daß er 6i wcy- nacht-ftst in seiner 8. Leonhardö kirchen, als Prediger unausffetzlich und gesund gehalten, auch an so vielen neuen jahrs tagen der gemein hat gluck wünschen können. Ausser sehr vielen leich-und anderen predigten, hat man von ihm im trink ein tractat von den wunderen der Römischen kirchen / auß anlaß Marc ä Aviano heraus gegeben; Gespräch zwischen einem Evangel. und wiedertauffer / betreffend den irrthum der Wiedertäufer rc. * Frey-Ammt / ist ein dem Canton Zürich zuständiges ländlein, welches sich von dem Zugcr-gebict an, zwisthcn der Ruß und dem berg Aldis auf 2 mcilen lang herunter ziehet, und die Abtey Cappel neben 12 pfarreyen in seinem bczirck hat, und sonsten mich die vog- tey Knonau genannt wird. Es wäre vor altem in die 2Frcyherr- schafflcn, Schnabelberg und Schwaryenbcrg, abgetheilt, welche aber nachqchends an die Freyherren von Eschenbach gekomcn smd. Als daraufWalther an. 1 ;°8 Kayser Albertum I ermorden Helfen, namen dessen kinder in dem erfolgenden raach-krieg an. 1 zoy nach zerstöhrunq des fchlosses Schnabeiburg diejes land zu ihren Handen, deren erben es auch behalten biß an. 141 z,da Ertz-Hertzog Friedrich in die acht des Kaysers und den bann des Concilii zu Constantz gefallen , und dadurch seines lands verlustig worden, bey welchem anlaß crmcldtes Freyamt von Kayser Sigismundo pfands-wcls der stadt Zürich übergeben worden. Es sind vor diesem viel schloster nnd Adelichc Häuser darinnen gewesen, als die von wattrsch- wvl/ vonSeldenbürcn/ dieEstnger/dievonHedrngen/ Loo / Bonstetten / Iiaschtvanden und Affholtern rc. >. 6. x>. iSr. b. * Freyberg / lat. kreyberg-, > eine feine und ziemlich grosse stadt in Missen, ohmvcit der Mulda gelegen, welche wegen des vor- treflichen bergwerckcs, und des' Chur - Sächsischen bcgrabmsses berühmt ist. Ihr erster ansang ist eigentlich in das 1171 jähr zu setzen, als in welchem die Zcllerfeldischen berglcute, so sich iah- res vorher aus Nicder-Sachsen in Massen zu den neuen bergwer- ste cken mit grossen Haussen begeben, und das an diesem ort gestände, ne Christians- dorffdermassen angebauet, daß es einer stadt Machet, wie denn davon noch heut zu tage die eine feite dieses orts.die Sachs-stadt oder Sachsen-stadt genennet wird. Als nach- gehends an. 117? das silber-bergwerck hierum sich in gutem stände befunden, hatt Marggraf Otto der reiche diesen ort mit herrlichen freyheiten begäbet, mit ringmauern und gräben umsMs- sen, und Freyberg benennen lassen, gleichwie auch das dabey von (lngklögtö heu^ ru tage tvegen der lustigen gegend den namen Freudenstein führet, anfangs Frev- heitstein soll genennet worden seyn. Hieselbst haben verschiedene Landes - Fürsten Hof gehalten. Doch ist solches an. 1572 durch den Churfürsten Augustum zu Sachsen, welcher daselbst qeboh- ren worden, abgebrochen, und gantz neu erbauet worden. Sein Herr vater Hertzog Heinrich der fromme/ hielt sich lange zeit da auf, und wurde durch der burgec treue und aufrichtigkeit bewogen, den gründ zu dem Chur-Sächsifchen begräbnisse in dem chore der dom- kirche zu legen, welches darauf mit ungemeiner pracht aufgeführet worden. In gedachter dom-kirche ist auch der hohe predlgt-stuhl, welcher aus gantzem steine und durchbrochener arbeit , sehenswurdig. Er ist 11 ellen hoch, und stehet gantz frey m der kirche. In einer andern, welche 8. Petro zu ehren erbauet worden, siehet man des Cuntzen von Kauffung bildniß in stein qer hauen- Die schule ist mit einer feinen bibliothec verfehen. Gegen des bcrgwercks findet man nahe bey der stadt das ertz-kaufhauß, lchmeltz-huttcn, schwefel-und vitriol-hütte, und pulver-mühle. In der stadt ist das filber-brennhauß, auch war vor zeiten eine müntze hiejelbst, worinn unter andern sorten die bekandten Freybergischen groschen geschlagen worden, sie ist aber schon an. i;;ü nach Dreß- Leu verlegt worden, doch hat das Wasser oder der weitläufftige dach, so die mnntze getrieben, den namen Müntzebach nach- gehends beybehalten. Es befindet sich auch allhier ein berg-schov- pcnstuhl. Was die begcbenheiten der stadt betrifft, so ist solche von dein Kayser Hcnrico VI , unter dem scheine, als wolle er Marggraf Dietrichen wider dessen bruder Marggraf Albrechten beygeben, an. 1190 eingenommen, und bis aufdes Kaysers tod an. 1 iy8 behalten worden. An. 120; fiel der König Primislans aus Böhmen in Missen ein , und that an den bergwercke» dieser stadt grossen schaden, dergleichen ste auch 1212 von dem Kayser Ottone erdulden müssen. An. 1296 belagerte sie Kayser Aböl» phus, welchem der LandgrafAlbrecht sein gantzes Land verkauftet, ohngeachtet er 2 söhne Diezmann und Friedrich hatte. Allein die burger wollen den Kayser durchaus nicht annehmen,und thaten ihm durch stäten ausfall grossen abbruch, bis sie endlich nach einem jähre und 4 monaten durch verrätherey zur Übergabe gezwungen worden. MarggrafFriedrich bekam sie erst an. iz°? wiederum unter seine gewalt, und hat ihr nicht allein ihre alte freyheiten bestätiget, sondern auch viel neue hinzu gethan. Gegen die mitte des 15 seculi hat sie in dem einheimischen kriege zwischen Churfürst Friderico II und dessen bruder Hertzog Wilhelmo, gar viel ausstehen müssen. In dem Smaikaldischen kriege brachte Churfürst Johann Friedrich die stadt unter sich, worauf die Kayscrlichen zu verschiedenen malen vergeblich das aug auf sie gerichtet. Nicht besser ergrcng es den Schweden an. i6;y unter dem General Banner, und an. 1642 und 4, unter dem Feld- Marschall Torstcnsohn, ohngeachtet sie alle gewalt, und absonderlich das letztere mal eine 2 monatliche belagerung darwider angewendet. Sonsten hat es auch vielfältige feuers-brnnstcn erlitten, und ist 4 mal fast völlig ausgebrannt. exir. Iil>. r. kub sn. 1296. 64^0 äe bcliis lriäerici>lLrck. iäiln. tid. r. äe r. clieon. Licix. gib so. „94 ä: 1296. commcm. äeurbc kreibergr. Loceri prikergum. row. 4 kol. 956 ic^. öe lom.; toi. -9 seq. rliegrinm kreiberg. Freybercz / ein uhraltes Freyherrliches geschlecht in Schwaben, dessen Ursprung einige von den Curiatiern aus Rom herleiten. Denn da soll sich Homagius Curiatius um an. 809 in Matten niedergelassen, und den »amen äc i_,Ucro mnnrc gefubrct haben , nachdem er das schloß dieses namens 2 meilen von Chur erbauet gehabt. Crufius aber schreibt solches dem Damian oder Thoma des Homagu söhn zu, und will solches in denen stamins, Urkunden derer von Freyberg, welche sich auf die Ulmischen iahr- büchcr beruffcn, gelesen haben. Dieser soll mit einem Freyherrn von Sar zerfallen seyn, wodurch seine wittwe eine gedohrne von Brandis gcnöthiget worden, ihre güter aus der Schwcitz zu vcr, führen, und sich nach Schwaben zu begeben, allda sie zu Mdingen ohnweit Fürsten ihren sitz genommen, und das schloß Unter-Me- dingcn an der Rhot, welches sie Freyberg genennet, erbauet. Ihre beyden söhne waren Thomas und Heinrich, davon jener mit einer von Kirchberg, Pfaffenhofen und Neuhausen erheyrathel, wiewol seine nachkommcnschafft in seinem enckel Hildebrand wieder verloschen; Der jüngere aber, Heinrich, hat mit Marga- retha von Alten - Steußlingen die güther gleiches namens bekommen, dessen nachkommen hernachmals Neuen - Steußlingen dar- zu erbauet. Sein söhn Siegfrid hat mit einer von Asch das m Bayern gelegene schloß Aschau erworben. Dessen Sohn war Leonhard, welcher Gottwalden nach sich gelassen, der mlt semer gemahlin Irmentrud von Bodmannin ein vater Wilhelms worden ist. Der söhn desselben hieß Thomas, und lebte mns iahr iozo. Er zeugte Burckharden, von welchem Heinrich gekommen , der Caspar» einen allgemeinen ftamm-vater aller Mittenden nach sich gelassen. Er hatte; lohne, Adam, Christoph lind Heinrichen; Der letzte starb ohne erben. Der erste Adam hat die Aftettische linie geffiffttt, welche von fre von dem zwi'ftSen Ulm und Biberach gelegenen schloß den namen bat. Ein enckel desselben war Gottfried, welcher um das jähr iroy bekandl gemessn. Von seinen 2 söhnen hat der jüngste Erbo einen äst >m Elsaß gcpflemtzcr, der aber bald wieder verloschen. Der ältere hingegen Eberhard hat die Achstettische linie fortgeführet, und ist an. 14; 7 Hanß von Freyberg zu Achstetten in der gesellschafft zu L. Georgen- Schild gewesen. Der andere soln, obgemeldten Caspars, Christoph/ hat her Aschanischen linie in Bayern den Ursprung gegeben, und a Eberharde hinterlassen, davon der eine mit Eleonora von Stein Berchlolden gezeuget, der um das jähr ny8 dekandt gewesen, und ebenfalls 2 söhne Bertholt» und Cvnraden hinterlassen, davon jener den Aschanischen äst fortgetrieben. Der andere aber konrad hat die Murtingilche und Löwenfelsische äste abgesetzt , nachdem er mit seiner gemahlin emer von Neuhausen, das schloß Löwenfels bekommen. Daher auch das Wappen seiner linie mit dem Löwenfelsischcn halben löwen vermehret, wohin;» wegen seiner Wachsamkeit im kriege noch ; sterne gethan worden, weswegen die vonFrevberg von den scribenten zuin öfftern 3rcll>t'ür. genenner werden. Beyde äste haben biß Geher geblühet. Der andere Eberhard abgedachten Christophs sovn, hat Georgen gezeugt! , dessen söhn Heinrich war. Dieser hat nur das jähr - rüo gelebek, und mit seiner gemahlin einer von Angelderg / die im Burgau gelegene Herrschafft gleiches namens erhallen. Diephvld von Winnedcn setzte ihn zum Halden erben ein , weswegen er zu den ; bottern , welches sein stamm-wapcn war, die 6 Winmdi- schen hinzuthun müssen, daher die 9 kugeln m denen Freybergi- schcn siegeln kommen. Seine beyden söhne Burckhard und Heinrich Studenrauch, haben wieder sinnen, die Elsenbergische und Angelbergische gegeben. Die Elsenbergische hat Burckhard qestifftet, welcher Friedrich Jooannem gezeuger, der Bnrckbard hinterlassen. Dieser hat um das jähr iz-ro gelebet, und mit einer Baroneßin von Winterstetten Heinrich und Burckbard gezeugt. Der letzte hat seine nachkommenschasst nicht weiter als auf die enckel gebracht. Heinrich aber hat Egloss, Ivbannem und Friedrich gebvhccn, davon mir dieser den stamm sortgepflantzet, und nebst andern söhnen Peter hinterlassen, welcher an. igt/m der Vereinigung der geseU- schafft zu s Georgen - Scl'ild mir dem Grasen von Würtemberg vorkommt. Seine söhne waren Sigmund und Wilhelm. Dieser wird an. 1488 nebst Jergen von Freyberg zu Jsenberg, der auch Hauptmann des bundes war, im Schwäbischen bunde gefunden. Dessen söhn war Eberhard, weicher an. 15 5 7 die Herrschafft Rvnau gckaufft, und an. 15 zo im bunde vorkommt. Jener Eigmlmd ist an. 1488 in dem Schwäbischen bunde, und auch GrafEberhards von Würtemberg Rath gewesen. Unter seinen söhnen sind sonderlich 2 zu mcrckcn. Philippus blieb an. 1z 1 r in der schlacht bey Ravenna, Caspar aber bat den stamm fortgeführet, dessen nach-enckcl gleiches namens von Anna Regina von Rechberg, ein vater Albrecht Ernsts und Johann Christophs worden , davon dieser anfänglich die Probstey Ellwangen, hernach auch das D'ßtbum Augsburg bis an. >690 verwaltet, und die freye Reichs-Herrschafft Justingen, (weswegen dieselben noch sitz und stimme auf Reichs- und Crans- lägen haben,) wiederum an sein hanß gebracht, nachdem dieselbige durch den Obrist Keller der Oepfinqischen linie war entrisse» worden, stehe Justingen. Er üderließ solche Herrschafft seinem druder Albrecht üwiist", welcher auch deßwegen den Reichs - abschied an. is<;4 unterschrieben.Dieser war Xayserlichcr und Bayerischer Räch und Cammerherr, und hat Joseph Albert binterlaisen, welcher mit seiner gemahlin Adelheid Gräfin von Criechinqen, Ferdinandum Christophorum, Jo- sephlim Franciscum cl- Paula, Marimillanuin Feltccm, und Johannem Taverium gezcuget. Die Anneldergische linie bat Heinrich Studenrauch angefangen, welcher diesen beynamcn bey folgender gelegenheil bekommen haben soll. Als er einsten nebst seinem Lgndsherrn fluchtig werden muste, versicherte er ihne, daß seine feinde bald wieder i» sich gehen, und an seiner tafel speist» würden; bath sich zugleich dabey aus, daß, wenn er solches erlebte, ihm vergönnet seyn möchte , den in dem zimmer befindlichen ofen in stucke zu schlagen, welches beydes auch erfolget seyn soll. Mit seiner gemahlin Hemma von Schaumburg hat er Friedrich gezeugt / welcher Heinrich nach sich gelassen. Seine 4 söhne, darunter r Heinrich und Friedrich aehcissen, haben 4 neue limen, die Angelver- gische/ Rirchheimische/ Jvolffsbergische und Oepstngr- sche errichtet, davon die z crstern ivieder abgegangen, die letstere aber hat sich biß jetzo erhalten; davon kommt an 1488 Michael in der gesellschafft 8 - Georgen-Schild und dem Schwäbischen bund vor. Dieser hatte einen söhn , gleiches namens, dessen bruder Ludwig gewesen, welcher an. 1475 zum o .illju-or zu Cost« nitz, und endlich gar zum Bischoffwider Otten von Svnnenberg, mit dem er auch viel streit gehabt, erwehlet worden. Diejes Michaels söhn war Ludwig vder Lutze, welcher an. izzomder Schwäbischen Vereinigung gewesen. Er hat Justingen an sich gebracht, und sein söhn Georg Ludwig hat Fedwardum und Michael Ludwig gezeuget. Von diesem ist Georg Ludwig gekommen, welcher an. i6rz gestorben, und Stausseneck im Würlembergi» schen , wie auch Vordach im Lothringischen an sich gebracht» Sein bruder war Jobannes Blicard, dessen gemahlin Rosmund dem Obristen Keller das vermevnte Recht auf Justingen zugebracht. siebe Justingen. Bende haben den stamm fortgesetzt, und Georg Ludwig ein söhn Wilhelm gezeuget, von dem noch an. 1701 Georg Ludwig und Hieronymirs Friedrich am leben gewe- ^ fre da ist man jedoch noch andere an. bunde zu der^oden-Rechderq indem aast von w^cheni auch Egiosi mw Ar»o- gqsl von ^reyvepg zu Neuen-tz^rukünaen ru ' tn '.vrrd ä efüMt d ° v wird an. angcsuyrl, und LZvlss von Mickhamm war an. ,,,, Smmä- bunde, woraus zu sehen, was vor Mne guter dwsts ae- nochwkt buktze?' ^aben (die es jedoch guten tvesss noch letzt besitzet. gcmiZr.gsm. >,b. »Lmmb ?. r, ^cislss, >-, 2, p. rzs. ^ Freyberg/ eine Adeliche familie in Fransten und Anhalt, west fve aii. Y42 auf dem lhurmer zu Rotcnburg erschienen. An. - z°4 W stch Ptter in demFurstenthum Anhalt nieder, und erhielt bey üurst Wolstzang die stelle eines Hofmarschalls. Sei» söhn Wvlff- gang war Hauptmann zu Koßwist. Ernst auf ElSdorff, ein enckel des letzter,,,war Anbaltischer geheimder Rath, undgieng an. 1626 mit tobe ab. Von bejm, «ohne» ist der älteste,Hans Ernst, Fmstli. cher Hofmeister und Wiltbums-Rath zu Dessau, an. 1ÜÜ9 ohne erben verstorben; der jüngste aber Wilhelm Heinrich, gesegnete an. 1696 das zeitliche, nachdem er dem Hause Anhalt 50 jähr qe- dtenetnnnert welcher zeit er erstlich Hofmeister bey dem Erv-Pr-m- tzeu zu Dessau, hernach geheimder Ratb und an. 166; Abgeian eev auf dem Reichstage zu Regenspurg, ferner Landrath und Lands, hanptmann, und endlich gesamter Rath gewesen. Sem jüngerer söhn Aemilms Manns Albertus war au. 1703 Königlich-Äreust sijcher geheimder Mitien-Rath, und hat sein gcsch,echt mit 2 söhnen, Fndericv Wilhelm» und Wilhelms Augusto, vermehret, lranc. 48-1,5 9. L-c«. /e„k, Hut. 7, Freyberg / ist ein erhochtes stuck lands in dem Bißtbum Basel gegen westen gelegen, in die oogtey und Herrschafft 3 . Ursig gei ö. ng, hat m der hohe eine weite fläche, daran, unterschiedene dcrs. fer und Pfarreym liegen, als: ,.°Cbaur, Nomnont, BrnMe, MunaItz,Be!monk,Montsaieon,iLBosse,u.a. Es hat mekremeeils rauhes imb kaltes wetter, und eine,, so unfreundlichen stbnee, daß er den guten ackcrs-mann offk mitten in der > rnd-e begchsset, und das körn sehr spar,am einsammle» lässet, daher» die MMvh-.er ihre meiste nabrung von dein v,eh ziehen müssen. Bisck vff Johannes von Fleckenstein hat an. 1424 mit bülff der stadt Bassi. b.eftn Freyberg neben 8 . Ursitz, Falckenberg und andern schlossern dein Grafen von Neucnburg wiederum entrissen, und stlbige an die hohe Stifft gebracht. An. 1555 den 16 febr. schickten etliche gemeinden in dem Freyberg einen ausschutz nach Basel, mit begehren an den Rath, in der stadt burgcr-recht aufgenommen zu werden; man vermahnte sie anfänglich bey ihrem Fürsten nochmalige hulffzu suchen, und bey deine um aufhebung des io pftnmgs, welches ihren alten freyheiten zuwider wäre, gebührender maNi» anzuhalten ; sotten aber solche mitte! nicht angehen, und der Bischof mir seinen harten proceduren fortfahren, so wolle man ihnen m ibrem begehren willig an die Hand gehen; sie versuchten nun ein solches,weil es aber,wie zuvor,fruchtloß abgrenze, wurde ihnen das burger-recht bewilliget, und der eyd so wohl von dem ausschutz, als den gemeinden sechsten denen dahin abgefertigten Raths-dessutir» ten geleistet. U,/rsOron. I. l p. 10 öcl. 8 p. 1.1» k-40z. * Freyburg/ lat. rriburgum, eine starcke vestung in Brißga» an dem fluß Drescn, 2 meilen von Brysach gelegen. Ihren Ursprung soll sie von den berg-leuten haben, welche wegen der ohnweit davon befindlichen ertz-grube viel Häuser allda erbauet , daraus Hertzog Bcrchtold II von Zähringen an. i n8 eine stadt gemacht, zu deren einrichtung das muster von Cölln genommen worden. Es hat auch derselbe die neue stadt mit so vielen freyheilen begäbet, daß sie nach der zeit nicht recht mehr eine land-stadt heissen wollen. Nach ab- gang derer Hcrtzoge von Zähringen kam sie durch heyrath an. 1 rrK an Graf Egon von Fürstenberg mildem dart/ welcher dabey ein schloß erbauet. Dessen söhn war Egon II, welcher mit seiner gemahlin Adelheid von Nifflen Cvnraden erzeugte. Dieser gcrieth mit der stadt in streit, welche ihre freyheiten, so ihr Bcrchtold gegeben , wider die Grafen behaupten wolle. Der Graf ruffte aber den Bischofs von Straßburg zu hülffe, und setzte der stadt hcfftig zu. Doch richtete er weiter nichts aus, als daß an. > 29z ein vergleich erfolgte, bannn die Grafen versprachen, der stadt das recht der besatzung zu lassen,wider sie sich nicht zu verbinden, und die stadt nicht vor ihre gcrichte zu ziehen. Sein söhn war Egon III, welcher GrafCunraden verließ, der auch Landgraf im Brißgau gewesen, und 2 söhne Friedrichen und Egon I V hinterließ. Jener bekam nach des vaters rode die regierung, und zeugte mit Annen Graf Rudolphs von Sausmbergtochtcr,Elaram. Er ubcrwarffnch mit der stadt, und wurde von denen bürgern vertrieben, welche nach so vielen erhaltenen freyheiten denen Grafen keinen »„bedungenen aehorsam mehr leisten wollen. Wie sie denn an. e zr? ohne deS Grafen wissen mit andern städten in bundmß getreten sind. So trifft man sie auch an. -;z°in einem bunde mit denen Hertzogen von Oesterreich wider Zürich an, welches alles zeichen sind, daß die Grafen sie nicht als ihre land-stadt so schlechter dmgs tractiren können. Nach Friedrichs tobe nahmen die von Freyburg seine tochter Claram, welche an Pfaltz-Graf Götzen von Tübingen ver- benrathet war, zu ihrer stau an, von welcher man noch lchrkmiben von a». -; 56 hat, daß sie sich regierende Gräfin von Frevburg geschrieben. Es widersetzte sich ihr zwar Graf Egon IV ihres vaters bruder, und brachte bc» dem Kayser aus, daß er ihm zeucht, zoll Zr- Mi> Z64 ste fre und alle Herrlichkeit m Freyburg zu lebn Übergabe. Allein die bur- aer wiesen aus ihren freyheiten des Hertzog Verchtolds, daß die stadt eine Freyherrn-siadt und kein lehn sey, sondern auf die nähern weiber,so viel dieGrafen recht daran hätten,abstamen wüste. Doch wurde die fache verglichen, daß Ego vor ein stück geld nach absterben der Clara regierender Herr wurde. Dieser erheyrathcte mit Verena Gräsin von Neuschatel das land Neufchatel in der Schweitz. Er zerfiel milder stadt an. i;6ü in Händel, daß fie ihn vertrieb, und ihm seine bürg zerbrach. Endlich ward der streit dergestalt geschlichtet, daß die bürger dem Grafen seine gantze Herr- schafft vor roooo marck filbers abkanfften. Weilen nun Oesterreich solches geld darzu hergab, so haben sich die Frcyburger an. r;68 demselben dafür unterworffen. Nachdem aber Ertz-Hertzog Friedrich auf dem Lon-iilo zu Costnitz in den bann gerieth, käm Freyburg an das Reich, muste ihm aber bey seiner restitulion wie» ^ der eingeräumt werden. Von selbiger zeit an ist es beständig in Hmmtage/ odcrEinsiedeleyzu 8. Maria Maada'lena äe» Oesterreichischen Handen geblieben, und hat Ertz-Hertzog Albrecht nannt / welche wohl sehenswürdtg ist; Es hat ein Cinsiedel-b'm, «n. 146; die Lcsci-M.e daselbst gestifftet. An. 16ZL ergab sie sich der allda/ verschiedenegroffe gemacher/einekirche/ keller/ astn. ohne geschlossenen denen Schweden, worauf sie zwar von .. -.. - --" .- ... geblieben bis an. 1477/ da sie / ans anlaß des für die Endanos scn glücklich ausgeschlagenen Dnrgundjschen kriegs / sich von L Savoyischcn Hertzoglichenwimib und Regenkin Iolandg sM» che Koma LudwigsXI in Frauckreich schwester wäre) wiedmun loß qekauffct hat / und gleich darauf au. 148 > in den ewigen End. genoßischcn bnnd auf-und angenommen worden. Es sind in der stadt von öffentlichen oder gemeinen gehauen sürnemlich zusehen, die grosse oder Haupt-kirche zu 8 .Nico!aus/ deren bau an angefangen worden/deren vorhoffund schöner thurn besonders st» hens würdig sind; das Ralhhauß/welches an. 1406 auf einem anhangenden felsen gebauen worden; das zeugbauß; das F-, suiter-collegium auf dem berg; das Urseliner-kloster; das Barfüßer-kloster / welches das altiste in der stadt ist / und schon an. rrz7 gebauen worden; das Augustiner-kloster ward an 1245 gebauen; eine Halde stund von der stadt an der Sana IjgtM . . .. - . / ... dem Kayser wieder eingenommen, von denen Schweden aber an. ,S;4 und r6;8 2 mal aufs neue erobert worden,denen sie auch bis uim frieden verblieben. An. 1677 bekamen sie die Frantzosen im härtesten Winter durch verrätherey oder zaghafftigkeil des Com» mendanten, und behielten sie auch im Niemwagischen frieden, da dann die Universität nach Costnitz verleget worden. Allein an. >697 wurde sie dem Haufe Oesterreich im Ryßwicksschcn frieden wieder eingeräumt, und die Universität wieder dahin verlegt. Doch nahmen sie die Frantzosen an. 17-2 mit grosser gewalt hinweg , nachdem sie der Comniendant Graf Harsch tavsser genug desendiret, und wurde mit dieser eroberung der grosse iLvaiüfche fuccessions- krieg beschlossen. Dann als die winter-kälte schon sehr herb, und hingegen die Frantzosen noch keinen fuß breit von denen schlosseren gewonnen hatten, wurde dennoch dem General Harsch ordre zugeschickt für die schlösset einen vergleich zumachen , theils weilen darinnen an meel und hvltz grosser Mangel wäre, theils auch, weil die Frantzosen droheten , widrigen falls alle vestungs-wercke der stadt zu fchleiffen , welches man bey so nahem frieden nicht gern wollte erwarten; den» da wurde kurtz darauf der Rastädlifche friede gemacht, dadurch die stadt wieder an Oesterreich kam. Den ort endlich an sich betreffend, so hat er gegen die abendcheite nach dem Meine eine grosse ebene; von morgen überlegen Schwaben schützt ibn ein «abgelegener fclstn,worauf2 fchlöuer, und zwischen dcnenfelben eine veste communication, das Saltzbüchlcin genannt, liegen, welche die gantze ebene bestreichen, und auch die feite hinter dem berge rein halten können. Sie haben, so viel der felsen leidet, wälle und mauern , und sind ihre zngänge unten am berge mit re- dontcn und aussenwercken versetzt. In der letzten belagerung haben die Frantzostn das obere schloß auf der Schwäbischen feite angegriffen , haben aber mit allein ihrem gefchütz keine brcctze zu wege bringen können ; ia es wäre der widerstand der befatzmig so gros und tavsser, daß diese so gar an der stütze der feindlichen lauff- gräbcii gegen diesem oberen schloß posto faßten, und davon biß ans ende der belagerung mcister bliebe». Die stadt aber ist recht regulär bcvestiget, und bestehet aus 10 bastions, vor deren jeder courc.ne ein halber nwnd oder rrveNn lieget. Auf der feile gegen Straßburg hat ein bach, so durch die stadt kommt, feinen ansflnß, wostlb- stcn Schlenssen gemacht, so daß man nach gcfnlten gräben einen so grossen tbcil der ebene unter wasser fetzen kcm, welches de» Fran- tzofen grossen schaden gethan. In der stadt ist das vortrcfliche Münster, dessen kostbarer tburn dem Straßburgifchen an die feile zu fetzen, mir daß er nicht so hoch ist. Bey der letzten belagerung hat es durch einen nnd andern fehl-fchuß, so über das schloß gekommen, ein wenig schaden gelitten. a- ju-, civ. p. 4Ü4 i cbro» p-cvN. k 4 c»tzlirg. Loo. I, ; Lnn. ^ullr. Lolin. I. s c.iro. itiri. r Nlg 17. b>1cmoirc- > 48 c. cle >l. Ic Oomcc lle ^ Lre^burq/ ist die Haupt stadt des 10 Cantons in der Eyd- acuoßseyaffi 7 an der Sauen auf hohen felsen gelegen /; kleine Meilen hinter Der». Ihr nrheber und crbancr wäre Hertzog Derch- tolffl V von Zäriugcii / der als Kayserl. Statthalter in klein Dnr- ginid/ lhro an. 1179. den anfang / nnd ein gebieth von z stunden »mumtrens! gegeben hat; wiewohlcnschonvorhcrocin altes schloß alldortgestanden nnd zwar anfdem platz / dahin an. 1404 das Nachhalls gebauen worden. Erhat der neuen burgcrschafft schö» ne freybettcnertheilet/ wclchcKayscr Friedrich I. an. 118; He» stättgethat. Hernach/als des Erbauers söhn und Nachfolger Her» tzog Berchrolff V die Stadt Bern an. 1190 gleichfalls erbanct/hat er in bcndcn Städten ein bürgerliches rcgiiucnt gestichet/ und solche / als schwestcrii/ mit dem engen band einescwigcnburgcrrcchls zusammen gekiuipffet. Auf dessen an. 1218 erfolgten todesfall aber/ wurden zwar bcndc stadtcvon Kayser Friderich II besrcyct und mit bürgerlicher Policcy schön begabetzallein Freyburg ergäbe sich kcrnach frcywlllig / in den schütz und schirm des zn Lnrgdorff residi"enden Grafcns von Kyburq / (der ein tochtermann Her- tzoq Berkholdi I V wäre) und nach deren abgang/unter GrafRu- doivy von Habspurg und des Hadspiirq-Oesterrelchlschcn Hauses/ wordnrch die alte srcimdschasst mit Bcrn/osstmals einen spalc ge» wounen.Sie blicbeunter dieser regicrung bis an.14.zo/ dasieselbl» ger angefangen müde zu werden und auf die Eydgcnoßische feiten zu neigen / derohalben auch Ertz-Hcrtzoa Albert sie nicht mir allein durch seinen obrist.hofmcister/ listiqlich ihres silbcr-gcschlrrs beraubet/ sondern gar verlassen nnd alles schutzes entdlossct hat. Sie nähme daranfdcnHcrtzög Ludwig in Savonen / mit vorbehält ihrer freyheiten zum Schutzhecrn an/i» welchem schütz sie auch gcnnd treppen/in dem am wasser stehenden/ und oben auf nist einem lustigen wäldlein bedeckten selten / mit grosser mühe und sehr künstlich eingehalten und ausgewölbet; Er hatte aber an. 1707 das ungiück in der Sana zuermncken / als er in gescllschafft über dieses wasser fahren wollen- ms Regiment der Stadt ist dem Bernerischen nicht gar un» , h. Der höchste gewalt steht eigentlich bey klein mid grossen lachen. Es sind aber nicht alle und jede durger regimems-Wg; Sondern es gelangen nur diejenigen geschlechter m den grossen rath und folglich zu denen Land-vogteyen / welche des so Wannten heimlichen burger-rechts gen, essen. Man bindet sich anch/in erwehlunqderRegimcnts-aliederen/ an keine zunfft vder gesest- schafft; sondern die wähl ist frey / aber blind / also daß kein Eli» geilt weißt wem er seine stimme giebet. Die Häupter der stadt sind Zwey Lchultheissen/ welche alle jähr/aufJohannis Baptistäab» wechseln/ und so einer abstiebet/ wird ein neuer/ von der Witzen bürge, schafft/ durch die stimmen erwählt. Nach ihnen sind die I V Sladl-ftnner / welche viel gewalt und ansehen haben. Es hat auch einen burgermcister/wclcher cbenfals aufJohannis Bap» tistä / alle z lahr/vonderaantzen durgcrschafft / aus derzaklder kleinen rächen / erwähltwird. Er hat die anflicht über die bur» gerschassl und Unterthanen inderaltenlandschafft/ auchetwas ju. rirci.Ltion; sonderlich in schlaqhändeln / schcltwort rc. Der kleine rath bestehet aus denen 2 Schultheiffcn / 4 Fenneren und 24 rachsherren. Vor diesem raths-collegio wirddas Malefitz und die Appellationen in letzter Instantz verführt; Wann aber das Male- fitz „1 der stadt begangen worden/ so kan der qrosserath die voin kleinen gefällte lirtheil witteren und dem verdammten gnad erweisen. In Appellations-sachen allein / hat der präsidirende Schultheiß den entscheid der gleichen stimmen / aber in allen anderen fällen hat solchen der qroß-weybel. Der grosse rath insbesondere bestehet aus60 mann/ welche daher die sechziger genenmwer- dcn und aus 112 bürgeren/ also daß klein und grosse räthzusam- men 200 mann ausmachen. Es kan keiner in den kleinen rath kommen / er scnc dann aus der zahl der üo. Das wappen derstadl ist/ emvonschwartzundweisi zwerch-gespaltener Schilt/ ii« kkle couk'- ci'-r^m; die Mdt-diener aber tragen einen von schwach mnd blau abwärts-geiheilten manttl. Es haldiesestadt eine schöne und ziemlich grosse landschafft / also daß sie unter denen Cakyolischen Cantons / nach Lucern / für die stärckste und mächtigste geachtet wird. Siegräntzetringsherum an dasDemergebieth nnd wird von etliche» stuffen / als da ist die Sanm/ Sensen /Gaverenrc. durchfloffen. Die abtheilung in ansehmig der beherrschnng ist folgende. 1. Die alte landschafft zunächst um dicsiadt gelegen / >024 kirchsplci beqreifft. 2. Die lan-vog- teyeü/ deren ,9 an der zahl sind. Diese werden auf; jähr lang/ durch das blinde looß vergeben. Es muß aber ein land-vogt zr jähr alt sein. Dahingehören 1. Favernach (Favernay) W ohnwcit Wlppingcnlund käme an.,484 kauffsweiß an Freyburg. 2. Illlngen (Illcns) wurde im Durgmider-krieg an.l47Z erobert. wipptngen / (Wuyppens) kaiuc an. i;47 durch kauffan die stadt. 4. Vsontenach/ sMmikagnu) wäre ch- mals eine Baromc; es hak die stadt solche vom Hause Savonen er- kaiisst/ und die völlige ruhige besitzung an. erhallen. 4. pflaffeven/ (Plänfayon) käme in denen Durgulldtschm kriegen an Frenburg. o. Iaun (Dellegarde) ligt oben amge« bürg gegen dem Sanerkhal; die Grafen von Grüneres haben sie der stadt zu kauffen gegeben. 7. Stäffis/ (Estavayc) W am Ncuenburgersce / und käme theils durch krieg an.i; zs.deycm- nahm dcS »c v^„u, theils durch kauffan die stadt. 8. Wissens (Duyccns) liqt zwischen Paycrne und Sarra ward m Savoyischcnkricgan. 14,6gewonnen. 9. Grvers (Eruyeres) wäre vor diesem eine Grafschafft; das stadtlein liegt oberlwId Bvii an der Sanen/ und käme an. 144; durch kauffan die staut. Thalbach/ oder Worrn; die stadt hat es a». i4Z8 denmvon Champron abgekanffl. 11. Lordiere / liqt unterhalb Eou/ rechter hands der Sana/ nnd käme durch kauffan. 14;; andlestM. ,2. BoU / liqt an der Sana; Die stadt hat diese herrschafil an. 1614 vom Bischoff von Lausanne erhalten, n. Romont/ wäre auch eine Grafschafftund ein Appanagc vom Hause Savoyen mw käme im krieg an. 14; s an die stadt. 14. Rue/ ligt oderyM Milden; kamemit Romoman die stadt. 14. Surpierre/kame zu gleicher zeit an die stadt. 16. Actalens und Bossonens/ ugr gegen Divis und dem Lausanner-sce. Die erstere herrschet käme an. ,416 von dem Tarvu -i. Challant und die letztere an. H krieg an Freyburg- 17. Lhatel 8. Denys/ «ard an- fre Mt. 18. 8- Albin/wardan. 1691 erkaufst. 19. Chevre ka« me auch durch kauff an die stadt. ^ srcbm diesenvogteyen / bat die stadt Freyburg / die4vvqteym/ Murten/ Granson/ Cscherlitz oder Orbe/ und Schwarrzen- i>urg mit Bern gememund ungeachtste/verschiedene mahlen/deren theiluns auf denen tag-satzungen und an den Cantvn Bern gesucht/ als au.-üoo/iüo; und 1604/woltedochBernniemalendarein willigen. Die von Bern dahin geschickte land-vogte/ müssen zu Freyburg/und die von Freyburg/zu Bern/ den amts-eyd schworen/ rechnung ablegen und dreAppellalionen aus diesen vogteyen/gehen auch also an die andere stadt. Em jede wahret 5 jähr lang; über dieses bevogtet jie gemeinsamlrch mit denen 1i ersten Cantons/ alle s jähr/die4Italiänischen Vogteyen Loearno/ Lugano / Men- drisio und vLi L-lLMis. welche der Hertzog Franciscus Sfvrza von Mayland an. 15 ir denen eydgenoffen vergeltungs-weise übergeben hat. Sie hat auch nebst Solothurn / mit denen löblichen 8 alten orten theil an dem inalefitz in der landgrafschafft Thurgow. Fuder stadt redet man lenlsch undein welsch Patois/ odergrobe sanvsprach. Der Bischoff/ so ehmals zu Lau/anne gesessen/ residier dämmen/ wie dann diese stadt und land (so gantz Cachoiisch ist) unterseine v>«ce- und geistliches geeicht gehörig ist-Das eivrge burger-recht zwischen Bern und Freyburg / ist zu verschiedenen reiten offt erneuert/ an. aus die stadt Solothurn erstreckt und zwischen allen dreyen sta'dten an. 1517 sicherlich erneuert worden/ wie dann der innhalt zu lesen ist bey Waldkirchio 2) im. 7 p-ß. rzr6c lil>.8xs§. ?/«»«». abrege PLZ. öc Äer- -»«, cielcripr. klelvcr. psg. rzy. pgA. 4;;. llc rcb. ttolver. litz r csp. 14. öc Iil>. z. cap. 9 Qiir. ^!8Lt. ?. I. sä 6nn. 11796526 6nn. ir8l. Äm/-- 6- rcxusl. liclv-t. Iil>. I. pax. 171.65 leqq üb. r xsg. 498 cum illiqub LSvv. in Lnnocsr. gy E. B. H-1^- i- xsg. 188. * Freyburg/ eine stadt nebst einem amte an der Unstrukt in Thüringen /1 mcile von Nanmburg / dem Hertzog zu Sachsen-Weis- senfels gehörig. Das schloß daselbst hat vor diesem Neuenburg geheißen / und ist von Augustv Churfürsten zu Sachsen / renovirt worden. 6re^or. I^cüor. Iliür. ^>. 146. xcogr. Mass. cllron. Freyburg / oder auch Fridburg/ ein mäßiges städtlein in Ober-Bayern/im Dißthum Paffau/ilegt an den ober-Ocsterreichi« schen und Saltzburqtschcn gräntzen / und hat sein eigenes nach Burckhausen gehöriges land-gcricht. p. 6». > Freyburg/ eine Adeliche familiein Schwaben/ welche von Eberhardo/ der um das jähr 1290 gelebet/ hergeführet wird. Dessen söhn Johannes/ hat sich wegen der zu Freyburg entstandenen unruhen nach Costnitz gewendet. Bernhard/ sonst Gcrold genannt / war an. 1670 Äbl zu Rhcinau/ um welche zeit auch Lutz-Hans von Freyburg in Eckhcim gelebet / und sein geschlecht forkgepflantzet hat. n-mm. ? 4. p. s-. Freye ämter/ ist eine gemeine Eydgnoßische Vogtcy und strich tändes, zwischen der Rüst und dem Hallweyler - see / vom kloster Mury bis hinunter gen Mcllingen. Der naine kommt daher, weilen die darinnen gelegene; haupt-ffecken, Meyenberg/ Reichensiee und weyl imÄergöw / jeder eine besondere Herrlichkeit und freyes Amt gewesen ist. Vor altcrs wurde dieses land, samt einem theil von Acrgöw um Arau herum, die Gcafschaffl Rore genannt, wie dann das schloß Rore, als sitz der Grafen dieses namens, an dem platz gestanden, da nunmehro das Rath- lmß zu Arau stehet. Es kam, nach abgang dieser alten Grafen, in den Schirm, und folglich an. 1007 mit gewalt in die beherr- schung der Grafen zu Menburq, welche hernach von Habspurg aenennet worden. Bey diesem Habspurg-Oesterreichischen stamm sind diese Freue ämter geblieben, bis an. 141.;, da Ertz-Hertzog Frtderich, wegen der flucht Pabsts Johannis XXIII aus dem LoncUto, so zu Costnitz bamalen versammlet wäre, in acht und bann gerieth, aller seiner länderen entsetzet,, und die Eydgnossen wider ihne in Harnisch gebracht worden, also, daß die Lucerner Surfte und die Freye ämter zu ihren Handen genommen; als sie ober dieselben für sich allein behalten wollen, widersetzten sich die Cantons Zürich, Schweytz, Unterwalden, Zug und Glaris, und prätendirtcn, in krafft gemachter abrede und Vergleichs, ihren an- theil daran. Das land Ury aber wolle zu behaltung vieles landes nicht einstinunen, noch theil daran haben, vermeynende, man werde es wieder müssen heraus geben,weßwcgen die von Schweytz und andere ihrer sehr gespottet haben. Der streit wurde für die von Bern, als Schied - Richtere, gebracht, welche dann für die gemeinschafft gesprochen. Also wurden die Freye amter von ob- gesagten sechs orten alle 2 jähr bevogtet, und nach langem der Cantvn Ury endlich auch in die gemeinschafft eingenommen. An. 1^29, als die Keformsnnn sich erhebt, haben 9 Gemeinden aus den Freyen ämtercn sich zu dem Evangelischen glauben bekennet , und Prediger von Zürich begehrt und erhalten, anbey auch mit gewehrter Hand verhindert, daß der neue land-Vogt von Un- terwaldcn nicht in das land kommen können, woraus der erste Cappeler-krieg entsprungen ist; in welchem, wie auch in anderen, au. izz i sie den Zürichern wider die 5 Calholifche orte angehangen , musten aber nach verlohrner schlackst und erfolgtem frieden bey Cappeln, dessen übel entgelten, den Evangelischen glauben fahren lassen, und grosse geld - büß erlegen. An. 16z; haben ste sich zu der bauren redellion verleiten lassen, sind aber, nach anzug der völckeren von Zürich, Bern, Lucern, und deren länderen, auch nach dem für die Bauren erfolgten unglücklichen treffen bey Wvlenschw-l, bald wieder zum creutz gekrochen. An. r6;6 und sie z6; ^sten Zürich und Bern einer feits, und denen ÄZW?'' K k >» «L yonen trieven, in krafft des 2ten articuls, also getheilt wordrn daß neinlich von Lunckhofen an bis aufFahr>rm>uwnem 7 kme Mögen, Mithin das untere theil denen beyden löblichen orten Zürich und Bern allein (jedoch des löblichen im k^-a neutral ne" dl.ebenen orts Glarus rechte in allweg vorbelMen^ab!e ^ das obere theil aber (darinnen das kloster Mury gelegeR denen 7 alten orten vorbehalten und gelassen worden. ^ »1 ^ ^ILL. ?. - -o°7. 5 cq. . ^ - ?- Z6°- Ä,7 p. ,00 b. ^ S- 1 . 27 c. ^.Swnbach / ist ein dorff, gemeind und kirchfviel, oben am ?uncl'-ste , nn Cantvn Schwenk gelegen, dahin auch Pfäffickon und Wolrow gehören, und zusammen die Vogtey in den Hoffen ^'"'" werden. Die hohe Herrlichkeit darüber haben die N ME ^habt, aber die Züricher hatten die mann- schafft daselbsten. An. 144;, als der Cantvn Schweytz, mit hülss As 6 übrigen, wider Zürich kriegte, haben im may einige aus Zürich, Rapperfchwvl, Grumngen,rc. in die 7000 mann starck zusammen gezogene volcker sich in schiffen über den see gelassen, die zu /ereyenbach gelegene 100 Schweitzer überfallen und zurück getrieben; als aber die ob dem dorff am berg beym Panner gehaltene land-leute den ihrigen zu hulff gekommen, wurden die Züricher gezwungen, den ruckweg zu suchen. Beyderseits blieben zo mann auf dem platz. 1.6 p. ,44. 27-^«^ ckroo. lelLL. k. ; sö snn. 144; p. m. 47L. * Freyenthurn/ ein vestes schloß und marckt-flecken, nebst einer an,ehnlichen Herrschafft, in Crain, dem Grafen von Burqstall gehörig. Freyenwalde / oder Frienwalde / ein ort in der Mittel- Marck Brandenburg, an den gräntzen der Neuen- und der Ucker- Marck, an der Oder 6 meilen von Berlin gelegen. Er ist wegen gewisser mineralischen Wasser bekannt worden, welche sich daselbst befinden, und wider vielerlei, befchwarungen gut seyn sollen; daher man sie auch von entlegenen orten hat zu besuchen pflegen. Freyherren / siehe Baron. Freysach / oder Friesach / lat. krliscum, ist eine stadt in dem Hertzogthum Kärnthen, an den Ober - Steyerischen gräntzen, dem Ertz-Bißthum Saltzburg gehörig. Ihren namen wollen einige von den Friesen herleiten, andere aber sagen, daß sie ihn wegen einer grossen wilden sau, so man der orten Beern heisset, und die sich in dieser gegend aufgehalten, bekommen, so, daß sie anfangs Bernau genannt worden, daraus die Römer v-runun, gemacht, darzu die heute da herum das ach gethan, daraus Vi- runsach, und endlich Vrisach hcrfür gekommen, so aber insgemein Friesach geschrieben wird. Der ort liegt sehr bequem und lustig, mit anmuthigen bergen und fruchtbaren selbem umgeben; das gold - bergwerck aber, so sich vormahls daselbst befunden, ist heut zu tag eingegangen. Unter den geistlichen gebäuen der stadt sind 2 klöster der Prediger-Münche, und kloster-Frauen 8 . Bene- dictiner - ordens. Unter den weltlichen ist das schloß, worinnen die Lands - Hauptleute in Kärnthen vor zeiten ihre Wohnung gehabt. Sie war der bothmäßigkeit der Grafen von Zeltschach lange zeit unterworffen, bis aus dessen geschlecht dem Grafen Wilhelms, die mit feiner gemahlin der heiligen Hemma erzeugte 2 söhne von den berg - knappen zu Zeltschach ermordet worden. Hierauf wurde der Graf ein einsiedler, die heilige Hemma aber bauete das Gottes - hauß zu Gurck, und schenckte dem Ertz-StW Saltzburg die stadt Friesach. Dieses geschahe, nach Megiseri bericht, nach den jähren 1070, wiewohl Lazius saget, daß der Kayser Heinrich II diesen ort dem gedachten Ertz-Stifft geschencket, und Hemma die Probstey zu Gurck um das jähr 1056 aufgerichtet. Es hat der Ertz-Bischoff nicht nur einen Probst und r»-c»nu>i, m den geistlichen, sondern auch in den weltlichen fachen seinen Dom allhie, welcher in dem schloß Geyersberg, so oberhalb der stadt auf einem schönen lustigen berg lieget, wohnet. Gebhardus, der 27 Bischoff zu Saltzburg, hat das schloß in der stadt erbauet. An. 1090 wurde das schloß von den feinden des gefangenen Crtz- Bischoffs Thyemonis belagert, aber tapffer wider sie behauptet, ohnqeachtet der Ertz-Bischoff an den ort gebunden worden, auf welchen die belagerten ihre wercke gerichtet. An. 1275. wurde die stadt von des Königs Ottocari in Bohmen volck zerstohret, und an. 1285 steckte Hertzog Albrecht von Oesterreich Mge an 4 orten mit feuer an, daß sie vom gründ aus brannte. Die Karnthische Chwnic meldet, daß ße an. 1481 von den Ungarn erobert, von den Kärntbern aber durch kriegs- list ihnen an. 1496 wieder abgenommen worden. Sonsten hat sie auch unterschiedene feuers-brunste erlitten, davon sie sich aber allezeit wiederum erholet. -krön S-lisb. I-. 1 k>. z, ,8 L-. ä- 1 - 9 - Lom. imnsl. Lojor. p. Z äc l. is. Je»/, topogr. Luffr. Freyflngen/ eine Bischöfliche residentz-stadt an der Mosach, Kernach in die Jser ergeust, gelegen, hat 9 kleine weilen nach München, 7 nach Jngolstadt und y nach Augsburg. Man will , daß sie von den Römern, als sie denjenigen tbe,l des Bayerwndes , welcher sich von der Donau bis an die Alpen erstrecket, durch ihre Landpfleger verwalten lassen, erbauet, und Auxinum, Lruximum und Fmm,a genennet wordm fty ? Z66 fte fre sti worzu ihnen die anmuthigkeit der gegend nicht wenig anlaß mag gegeben haben. Man findet heut zu tag daselbst so wohl an ge- traid als viel) - weide und zum jagen bequemen Waldungen alten Überfluß. Absonderlich ist die Bischöfliche resident; sehr lustig angelegt , welche durch die schönsten inahler - kunst - stücke noch geöstiere annehmlichkciten bekommen. Von geistlichen gebauen ist absonderlich die dom-kirche, welche bereits an. 444 zu ehren der heil. Jungfrau Maria aufgerichtet, und nachgehends von dem heil. Cvrbtniano zu ansang des 8 seculi in einen dvm verwandelt seyn soll, fehens - würdig. Sie pranget mit einem ausbündigen predigt - stuhl, und einem mit kleinodien reich-besetzten Marien-büd, welches der heil. Lucas soll gemacht haben, wie nicht weniger mit dem künstlichen chvr-altar-blat, welches von Paul Rubens verfertiget worden. Unter den kirchen - schätzen findet sich ein weyh- brunn-keffel aus einem Chrysolith in der gröffe eines tellers , und der darzn gehörige weyh - wcdel ist von purem smaragd. Ausser dem dorn lässet sich auch die pfarr - kirche zu 8. Georg, nebst verschiedenen klöstern, und darunter sonderlich das Benediccincr- rloster Weichen-Stevhan, wohl sehen. Was die begebenheiten der stadr anlanget, so hat selbige von den Hnngarn vieles erlitten. An. 1--8Ü haben sie dir Sachsen , als sie wider Kayser Heinrichen gekrieqct, eingenommen. So ist sie auch von HertzogHeinrich XI? weil sie es mit Hertzog Welphen hielte, sehr hart gezuchtigct, und an. 1149 durch einschlagung des ivetters gar in die asche gelegt worden. An. 1049 wurde daselbst Bruno aus dem Teutschen Dagsburgischen geschlecht zu einem Pabst erwählet, welcher hierauf den »amen Leonis IX angenommen. In den jähren iszr, 1646 und 1648 wurde sie von den Schweden erobert und sehr hart mitgenommen. Ireysingm / das Dißthum / gehört unter Saltzburg / an welches es gegen aufgang / gleichwie an dieBißthümerBriren gegen mittag / Augspurg gegen gbcnd / und Ncgcnspnrg gegen mit- ternachk stöffet. Der Bisch off ist ein Reichs-Fürst/ und gehet anch allen demenigenBischöffenvor/ die unter «alhbnrg gehören- Er besitzet neben der Haupt-stadt Frcysiiigcn auch das aim und schloß Ißmaning / die Hcrrschaffl Burckralii und den alten marckt Isen / wicnicht weniger die Grafschassr WerdrenftlS zwischen dcm Bayerischen und Tyrolischenhoch-gebürge / als unimttclbare guter des stiffks. Sonsten hat er auch in Oesterreich 4 Herr schafften/ Enzcrsdorff/ Hotlnburg/ WaidhvscnundUlmcricld/lN Crain die Herrsch äfft sack / in Stclicrmarck Rottmfcls/ m Tyrol den marckt Insliig / und endlich m Bayern viel hosmärckte/ da er aber nur als ein anderer Landstand angesehen wird. So soll er auch in Istrien/ Dalmaticn / Selavouieu und der Trcviscr-marck nel unter semcr dothmaßiqkeit gehabt haben / weiches ihm aber von den Türckcn und Venetianern entzogen worden- Den gründ aberzu demDlßrhum hat Cvrbinianus/ ein Frantzose/ gelegek/ welcher um das mhr/iS vondemPadst Grcgono !l zum Bischofs gewenhet und nach Teutschland geschickt worden / daselbst die ungläubigen zu bekehren / welcher dann von dem Hertzoge Grimoal- do Xll in Bayern die stadt Frcnsinqcn ncbstder darinnen oesiüd- lichcn Marienkirche und vielen fteyhciten erhallen/ und dadurch Gelegenheit bckoinmen / gedachte kirche in einen dvm zu verwandeln. Ausser diesem allbercils erwähnten Bischoffe nun sind von seinen Nachfolgern berühmt/ Aribo/ welcher das leben des osst- gcdachten Corbiniairi beschrieben ; Gvtsealciis / unter welchem der schlnß gemacht worden / welcher noch heute zu tage in acht genommen wird / daß keiner ans den Dom-Herren nebst seiner pfrnnde auch anderswo canonicatcn gemessen darff; Otto / ein söhn MarqgrafLeopold! m Oesterreich / welcher das stisst m sehr grosses aufnehmen gebracht / und wegen seiner Historien bekannt ist; Nicodemus 6c >.l Scala/ einHerr von Verona und Vicenz/ welcher das im vorigen arlicul angeführte/ und durch des heil. Lueä Hand verfertigte Marien-bild zu dein stisste gebracht; und endlich VirusZldamns / aus dcm Adclichen geschlechic der Verdecken/ welcher das stisst sehr verbessert/ aber nachmals durch die schädlichen einfalle der Schweden selbiges in grossem ruin sehen INÜsseN. Otto I ; cwo». cap. in ckiunol. -no- nsN. mcirop. 8.ni^l>. in red. Noic. ropogr. Nsvür. p. i; kcq.L in rppcnllic. p. >r. Ltt,/Lliur.pL^r. L-^itt-tt-nlig-p. 241 ic,;. errLiogus der Bisehösfe: 8. Cordinianns, von an. 720 bis ?;o. Erimbertus oder Ehrcnbertus , ein brnder des vorigen, starb an. 748. Joscphus, von Verona aus Italien , starb an. 760. Aribo, der von einigen Heres, ingleichcn Cyrinus genennet wird, starb an. 760. 4 Otto, starb an. 810. 6 Hitto, starb an. 8 i 4 - 7 Erchtenbcrtus, des vorigen brnders söhn, starb an. 854. 8 Anno oder Hnimo, von Hall ans Tyrol, starb an. 87;. y Arnvlphus, starb au. 88). Waltbon, st. an. 904. 11 Otto oder tttho, st. au. 907. ir Draculvhus, crtranck an. 92S in der Donall. i; Wolffram, st. an. 9; 8. 14 Lamdcrtus, st. an. 957. r; Abraham, ein Pfaltzgrase aus Kärndten, st. an. 9)2. rs Gottschalck, st. an. 1004. 27 Fridericus I. bat nicht lang regieret. «8 Engclbertus, Grafvvn Mosburg, st. an. 1049. r- Nwerus oder NitgeruS, von Regenspurg, st. an. isei. ;o ;i ;; 2 4 20 Menhardus, starb an. 1078. Li Mcgmwardus, st. an. ,098. 22 Henricus 1 - von Ebersoorff, st. an. n;7. 2; Otto!, Marggraf in Oesterreich, st.au. 1148. 24 Albertus 1 . st. an. 1182. 2; Otto II > ein Graf von Berg aus Schwaben, st. an. izra« 26 Geroldus, st. an. 12; i. 27 Conradus I, Tetzner oder Toltzner, st. an. 1258. 28 Conradus ll- ein Wild - und Rhemgraf, st. an. 1278. 29 Fridericus II, st. an. 1282. Emicho, ein Graf von Mosburg; einige nennen ihn einen Waldgrasen, man. i;,l. Conradus III, st. a». i;i8. Godofredus, st. an. izar. Johannes I, st. an. 1424. ;4 Conradus IV von Klmgenberg, st. au. i;;7. V Johannes II, ein Päbsilicher.vi-äicur. st. an. 1)49. ;s Albertus II. ein Grafvvn Hochberg, st. an. ; 7 Paulus, st. an. i;77. ;8 Leopoldus, ertranck an. i;8i. ;9 BertbvlduS von Wechliigen, st.an. 1410. 40 Degeilhardus von Weir, st. an. 1411. 41 Hermaimus, Graf von Citley, st. an. 1^21. 42 Nicobemus cle Scalaaus Verona, st.an. 144;. 4; Johannes III- Grünwald, st.an. 1442. 44 Johannes IV > Tulbeek, rciign.an. 1476. 4; Sirtns von Tanneberg, st. an. 149;. 46 Rupertus, ein Pfaltzgraf am Rhein, retzgn. an. 1497. 47 Pbilivvus, st.an. 1941. 48 Henricus II,ein drüber der beyden vorhergehenden, st.an. izz-t» 4« Leo Lcsch, von Hillgartshausen, st. an. 1449. ;o Mauritius von SandizcU, restgnirtean. 1464. ;i Eriiestus,HertzogsAlberti Vin Bayern söhn, st.an. iSir. 42 estepban von Scyboldsdorff, st. an. 1618. 4; Virus Adamus von Gedeck , einige nennen ihn Scebcck» st. an. >659. 54 Albertus Sigismimdus, ein Hertzog aus Bayern, st. an. 168;. ;; JoscpPlis^CIcmens, Churfürst zu Cölln,rciign. an. 1694. ;ü Johann sranciscus Ecker von Kupffing und Lichteneck, ward an. 169; erwehlel. IN Oerm. iscrr. ttrnr-i. I-ls. rroo 8stirb. Frcpssadr / ist (1) eine kleine stadt in Ober-Oesterreich, 4 met. len voii Lmtz , an den Böhmischen grantzen , den Grafen von Slaoara zuständig. Es gehöret ein kleiner bistrict darzu, der Machland genennet wird, worinn die 2 kleinen städte Mathau- sen und Greynam ligcn; (2) eine den Grafen von Wralwiaii zu« gehörige stadt in Oder-Ungarn, an dem ffuß Wag, zwischen Leo. poldstadrund Schinta. Sie wird auch Frepstadl genannt, und hat ein ziemlich hohes und festes schloß, in dermachbarschafft aber ein gesund bad; (;) eine kleine stadt in dem Schlesischen Fürsten- khmn Glogau, ungefehr 4 Meilen von der stadt Glogau, und; von Sagan, nordwärts gelegen, wobey an. 1609 eine Lutherische kirche und schul, vermag der Altranstadtischen eonvcntion an. gelegt worden; (4) eine kleine stadt nebst einem feinen schloß, in dcm Fürstenthum Teschen, an dem finge Elsa. Sie ligt meilen von Teichen, und gehöret dem Grafen Gaschin; (?) eine kleine stadt in dcm Polnischen Preussen, in der Landschafft Pome« sinnen , nicht weit von den grantzen des Entmischen gebiets. LcI>I. ckron. ^reystädte/ (Königliche) in Ober-Ungarn sind (i)Caschau, (2) Bartfeld, (;) Eperics, (4) Lcusch, (;) Zehen. Sie lie. gen insgesamt nach dem Carparischen gebünzc zu, in den Graf» ,chaffcen Abaviwar, Czepns, Tvrna und Saaros. Frcyrag/ eine alte adeliche familie, welche heut zu tag dcir Freyherrlichen litul führet, und zwar von dem schlöffe Gödcns/ cmc meilc von Jcvcr in Ost- Frießland gelegen. An. 14021- Heinrich Adk zn Brauweilcr, Hans aber, der sich von dem schlösse Bringhafen oder Loringboftn bengciiannt, an. 1491 Ordensmci» stcr inLicflanb acwcscn. An. 1529 befanden sich Joachim nndWi!» helin in dcm von den Türeken belagerten Wien. Leo Freytag, Herr von Gödens, wurde an. 1624 im namen der Nieder-Sächsischen Cravßstande an den Kayser geschickt, als Lilly in Nicker- Sachsen eingefallen. An. iü;; war Johann, Schwedischer Obrister und Commendaiil in Würtzbllrg, als sich die Ka»> r!l. ehe» davon meister machten. An. 1686 lebten Frantz Heinrich und Haro Burebard, welche, als Kanserliche> unterschiedliche ambassadm verrichtet. oi>lcnb. ckro». -rclclib- h. II. 8cl,vv. krieg«- gesell. Frias/ eine stadt IN Alt-Castilien, ; Meilen von Burgos, all dem siuß Ebro, von welcher die familie von Velasco seit an. 149» den Hertzoglichen titul führet s. Velasco. von Lrraä. « §^>2N. Frias/ (Pedro Fernande; M- mern von Osma und Cuenca, auch endlich gar zu der Cardmals. würde. Er machte sich aber durch seinen geis und unordentliches leben sehr verhast. Einsmals geschahe es, daß er zu Burgos, mit dem Bischofs von Segovia, Johanne von Tordcsillas, in einen harten wottwechscl verfiel, worauf noch eben denselben tag einer von seinen bedienten den letztgedachten Prälaten prügelte; im^ stl «M nun der Cardinal solches nicht befohlen, so vermehrte sich dennoch deswegen die Verbitterung wider ihn dergestalt, daß er endlich genöthigt ward - sich nach Italien zu retiriren, und alle feine in Spanien zusammen gebrachte grosse guter zurück zu lassen, welche daraufKonig Johannes II ernzog. Er starb zu Floren!;, in der würde eines Pabstllchen Legaten von der Marck Ancona, in dem majo an. 142;, und ward in der cathedral - kirche zu Bur- «ws begraben. Für den orden des heil. Hicrvnymi hat er in Casti- iicn das kloster Espeja gesiifftet. um, äe LH.!. 19 c. i» I.-oc. 14. Lriaul/ lat. rorum eine Provintz in Italien, welche gegen Osten an die Grafschafft Gärtz, Crain und die Meerenge bey Triest, gegen siiden an das Venetianische gebiethe, gegen westen an die Marca Trevigiana und Felrri, gegen norden aber an einen theil von Tyrol und Kärndten gräntzet. Sie führte vorzeiten den titul eines Hertzogthums, und hatte einen grösser» berück, als jetzo. Nunmehr ist Mine die Hauptstadt darinnen; die Mrigen städte sind Citta 6-Muli, Marano, Palma nova, Ven- zona, Aguileja und andere. Was die Historie dieser laudschafft betrifft, so wurde sie in den zügen der fremden völckcr, welche in Italien einbrachen, hart mitgenommen. Der Lombarder König Alboinus machte an. 568 seinen enckel zum Hertzog und oou- verneur daselbst. Carolus j)I. sehte an. 774 und 800 gleichfalls seine lehens-leute dahin, und dessen söhn, Ludovicus der fromme/ bescheuckte damit seinen tochter-mann Ederhardum, von dessen söhnen sich Berengarius zum König in Italien aufgeworfen, und . an. 924 erschlagen worden. Kayser Eonrad II schenckte dieses land um das iahr-->28 Poponi, dem Patriarchen von Aquileja, dessen nachkommen es bis auf das jähr 1415 behalten haben, da sich die Venetianer, wider welche sich der Patriarche, Ludwig Hertzog von Teck, mit krieg eingelassen, dessen bemächtiget, und weil sie auch den Kaysern 400000 thaler vorgekehnet, so haben sie es im besitz behalten. Kayser Marimilianns I hat es ihnen zwar an. 1^9 abgenommen, allein sie haben es an. 15m wiederum erobert. Und weil die Türcken schon 14 mahl eingefallen, so haben die Venetianer eine regulirte gräntz-festimg zu Palma nova bauen lassen, und regieren dieses land, davon die jährlichen ein- künffte zum wenigsten 400000 Venetianische ducaten betragen, durch einen krovcckwr General zu Palma nova, und einen Lieutenant zu Udine. Louv. äo Vcnits c. I p. 89, 172, r;o. Lo- Kilt. Irevil. cletcrfft. lcsl. mecaor. llefcripr. . cilron. k. l l. Z zi. 100. ^nnsl. x. n6z. * ^rid / ein gutes geschlecht in dem Elsaß, und sonderlich zu Straßburg, aus welchem verschiedene wohl - verdiente leute ent- mossen. Johann Sebastian / ( dessen vater gleiches namens Raths - und Bau - Herr zu Pfortzheim in der Marggrafschafft Durlach gewesen) wurde gebohren den 7 sevt. an. 156;, legte sich auf die ta-ciinn, und erlangte den r; apr. an. 1588 zu Basel den grscium voÄMsrgz, practicirte darauf seine kunst in Straßburg, und starb daselbst schon an. 159;. Er hinterließ einen söhn, namens Johann Ulrich / welcher stadt - schreibet' an letzt - ermeld- tem ort wäre, und von dieser stadt zu denen, die beylegung des deutschen kriegs abzielenden ftiedcns-tractaten abgeordnet wurde; MZMWM UMDNZsskM ^lttstet, H'temalen er Mit den beyden Cantons Zürich und Bem den alten bund erneuert, und von denselben eine schöne mann" schafft zur besatznng erhalten. Er verbliche den 8 avr an E a ,0 m gleichem jähr, als sein bruder Johann Michael / em drttter bruder, war Raths-Herr in Colmar, und v einen söhn, namens Johann Ulrich/ "velcher bey dem gehej um der XV m Straßburg erster s°cre»riu 7 gewesen und ^^"rch seine langwierige und getreue dienste bey der stadt nicht wenig recommendirt hat. Er lebte bis an. 1716, se nes al ers ZK l-tzt-g-dachten bruderFhaL M L gelehrter, und der stadt Rath und nk fortgcpflantzet von Johann Jacob / ^lc^icinL O. H^"'' 7 ohann Ulrtchs söhn, und Daniel und Johann u"d bey,,tzer des grossen Raths in Straßburg ist, dieser aber Obrist-Lieuteuant in Koniglich-Dänisthen diensten» * Röinischc Layjer: Fridericus I, LardsroD, wegen seines rothen barts, 3) zuge- nannt, war ein söhn Hertzog Friedrichs des einäugigen zu Schwaben, aus dem Hohenstaufischen geschlecht, welcher ihn mit Judith, Hertzog Heinrichs des schwartzen in Bayern rechter, am ii2i gezeuget.v) In seiner jugend legte er schon grosse proben seiner tapfferkeit ab, und befand sich mit dem Kayser Eonrado III, seines Vaters bruder, in dem zua nach dem gelobten lande an. 1147. -) Als sein vater an. 1147 starb, folgte er ihm in dem Her- tzogthum Schwaben, 6 ) und hielt sich so wohl, daß Kayser Con- radus III ihn mit Übergebung seines eigenen sohnes auf dem tod- bette zum Reichs-nachfolger vorschlug. G Dieses verursachte, daß er an. 11z 2 zu Franckfurt den 4 martii zum Kayser erwählet, und 5 tage hernach von dem Collnischen Ertz> Bischoff Arnoldo zu Aachen gekronet wurde, k) Hierauf hielte er zu Merseburg noch in gedachtem jähre einen Reichs-tag, um die streitigkeiten zwischen Marggraf Albrecht von Brandenburg und Heinrich dem Löwen / wegen der verlassenschafft des Grafen Hermanni von Wiu- tzeburg, desgleichen der beyden Dänischen Printzen Canuti und Enenonis, die sich um die crsne zanckten, beyzulegen. Das erste ist nicht geschehen, weil der Kayser noch nicht so viel autorität hatte, daß sich die partheyen nach seinem ausspruch richteten. Der letztere streit aber ward dergestalt geschlichtet, daß Canutus mit etlichen landschafften sich begnügen muste, Sueno aber von des Kaysers Händen, dem er auch die Huldigung leistete, die crone empfieng. Gualdemaro, einem verwandten dieser beyden Printzen, gab es auch ein Hertzogthum in Dännemarck. g) Zu gleicher zeit verglich er die wider einander neu-crwählten Ertz-Bischöffe zu Magdeburg dahin, daß sie alle beyde dieser würde sich begaben, und hingegen den Bischofs Guicmannum zu Zeitz auf befehl des Kaysers, des ihn auch hernach mit dem ring und stab investirte, dafür verehre- ten. iss Als er nun in Sachsen alles in gute Ruhe gesctzet, gieng er in Bayern, und ließ sich zu Regenspurg zum andern male krönen. l) Von hier begab er sich nach Würtzburg, daselbst die strei-- tigkeiten wegen des Hertzogthums Bayern zwischen feinen vettern , Hertzog Henrich dem Löwen und MarggrafHenrich II in Oesterreich, beyzulegen, allein es kam der schluß nicht eher als an. 1154 zu Goßlar, und die erecution nicht eher als nach dem ersten Italiänischen zuge des Kaysers an. 1156 auf dem Reichs-tage zu Regenspurg zu stände, da Heinrichen dem Löwen das Hertzogthum Bayern zuerkannt, der Marggraf aber zu einem Hertzvgs erhoben, und mit dem lande ob der Ens befriediget wurde. K) Auf eben diesem Reichs-tag zu Würtzburg an. 1154 setzte er auch den Ertz-Bischoffzu Mayntz Henricum ab,und seinen Eantzler Ar- naldum an dessen steüe .0 Hierauf machte er sich zu seinem ersten krieges»znge nach Italien fertig,darzu ihm die aufrührischen May« länder und des Pabsts klagen, daß die bürger zu Rom weder ihm noch den Kaysern pariren wollen, gelegenheit gaben; nur dann auch sonst durch gantz Italien, weil seit Lotharw II kem Kayses daselbst gewesen,ein verwirrter zustand war,indem dre Unterthanen die meisten Grafen verjagt, und eigne Republiquen angerichtet hatten. Als er nun daselbsten an. 11 ;4 im nov. angekommen, lreß er nach gewohnheit der Fräncktschen und Teutschen Komge ohn- wöit Pmcenzü in d?n cLmpis Z.oncLiiis aüe lehnö-!en(6 vukch Musterung gehen, um zu erfahren, welche wider den willen ihrer lehens-herren von diesem zuge zu Hause geblieben. Da denn aus dieser Ursache nicht allein unterschiedenen weltlichen Herren, sondern auch den Bischöfen Hartwico zu Bremen, und Ulnco zu Dalberstadt ihre rcAsU» genommen wurden, w) Von hrer giena er weiter fort in das Mayländische, brannte die rebellischen stadte Cbiera und Asti aus, und eroberte an. uz; die mit den Maylan- dern in bündniß stehende veftung Tvrtona, die er gleichfalls m dre asche legen ließ. Diesem nach hielte er zu Pavia, welche stadt ihm in eroberung Tortona beygestanden, seinen einzug, und wurde daselbst am svnntage JuWle mit der Lvngvbardischen crone gecro. net. ->) Hierauf nahm er sich vor, Rom selbst zu besuchen, da ihm Unterweges Pabst Adrianus IV begegnete, und mit vielen Worten der Römer Hartnäckigkeit vorstellte. Die Römer schickten dem Kayser die Gesandten entgegen, welche nebst andern stoltzen reden auch eine summa von §000 pfund silber von ihm begehrten. Allein der Kayser verwiese ihnen ihren Hochmuth / bemächtigte sich der Leonintschen Vorstadt, und ließ sich den 18 tun. des gedachten lies jahres von dem Pabste in der 8. Peters-kirche zum Kayser crönen. Weil aber solches ohne Zuziehung der Römer geschehen, erregten sie hierüber einen aufstand, wurden aber von den Kayserlichen mit blutigen köpffen nach Hause geschickt. 0) Bey angehender Hitze wendete sich der Kayser nach Spoleto, welches er schleiffen ließ, weil es ihm den gebührenden gehorsam nicht geleistet. Nachdem er hierauf Apulien seinem rechtmäßigen Herrn wieder unterwurf- fig gemacht, x>) kehrte er wieder nachTeutschland zurück,wiewvl er auf dem wegenoch vieler gefahr und Nachstellungen unterworffen war. Als er endlich in eben diesem jähr glücklich wieder in Teutschland ankam,hielte er einen Reichs-tag zu Rcgenspurg, auf welchem der Ertz-Bischoff zu Mayntz, Arnaldus, der in des Kaysers adwe- senheic dic Verwaltung des Reichs gehabt,, den Pfaltzgrafen Hermann vieler in feinem Ertz-Bißthum verübten Unanständigkeiten beschuldigte, darüber endlich der Kayserliche ausspruch erfolgte, baß Pfaltz-grafHermann nebst zehen von seinen Grafen und ge- hülffcn an. nzü auf der Neichs-versinnmlung zu vpeyer einen Hund eine gantze meile tragen muste. g) Auf eben diesem Reichstag ward äuchtzcntrich der Löwe obbesagler Massen in den würck- lichen besitz von Bayern gesetzt. Als er nun erwünschte ruhe in Tcntschland zuwege gebracht, rüstete er sich zum kriege wider die Polen, welche ihren vertriebenen Hertzog Uladislaum nicht annehmen, noch auch dem Teutschen Reiche den tribut bezahlen wollen ; er trieb sie auch bald zu paaren,und nachdem ihr Hertzog Bo- leslaus dem Kayser fußfällig worden , musten sie 2000 marck gol- des dem Kayser, iooc> marck den Fürsten, so diesem zuge beyge- wohnet,und 2a marck der Kayserin, über dieses an silber 2«2 marck den Kayserlichen Räthen,nebst vielen andern bedienungen,die aber nicht gehalten worden, versprechen, r) Zu Würtzburg hörte er nach seiner zurückklmffi aus Polen des Griechischen Kaysers Gesandten an , die er aber wegen ihren hochmüthig geführten reden hestraffte. An. n 5 7 nahm er eine reise vor nach Burgund,welches er folgender Massen wieder mit Teutschland, von welchem es sich seit Hcnrico I V abgerissen, verknüpsste. Er trennte sich unter dem vorwand der nahen bltits-freundsthafft von seiner gemahlin Adelheid, und heyrathete Rcinaldi, des letzten Grafen von Burgund, tochtcr Beatrix. Weil aber dieser Reinaldus von dem Kayser Lo- thario II war in die acht erklärt,und den Hcrtzoqen von Zähringcn die crccution wider ihn aufgetragen worden,diese auch unterschiedliche städtc bereits erobert, so machte Fridcricus anjetzo einen vergleich mit denselben,krafft dessen er ihnen Lausanne,Genff und einige andere orte ließ, den Überrest aber von wegen seiner gemahlin in besitz nahm,auch noch gantz Provence wieder dazu zog,und sich von allen Vasallen des Burgundischcn Reichs huldigen ließ. 5) Jminit- telst ließ es sich mit dem Pabste Adrians zu einer neuen strcitigkeit an,womit es folgende bewandniß hatte: Der Pabst hatte »ach des Kaysers rückreise nach Tcutschland den von demselben vertriebenen Wilhelmum in Apulien wiederum als König von Sicilicn und Apulien erkannt, und mit ihm ohne des Kaysers wissen friede gemacht. Dieser nahm solches so übel, daß er alsbald allen Geistlichen in Teutschland verbot, von dem Päbstlichen Hof einige benefi- cienmehr anzunehmen. Hierzu kam, daß ein gewisser Vischoffvon Lundcn aus schonen auf seiner rückreise von einer wallfahrt nach Rom in Teutschland gefangen, und übel lractiret worden , ohne daß der Kaystr genügsame nachfrage wegen dieses Verbrechens angestellet. Der Pabst fertigte hierauf eine gcsandtschafft ab von 2 Cardinälen, nebst einem harten brief, darinnen unter andern die Worte sich befanden: llctzer, gluriolllttuie 6>i , snre oculoz mcnki; rc- ^ucere, gurm ßrLkLnrer jucunclc rlio snno, ker l'ris, 88. KomLN» Lcclcsia kc tutceperir. -- guLmrm ritzt cllgni»riz ^>Icn>ruclincm conrulcrir,-- - ncczue rsmcn pnsnirec nos llcfllleris triL VoluntLrii lmpIevillc, tccl 6 Lxccllcnriz rus lle mriiu notirs tulcejiillct, 6 6cri polier, -- rzsullercmiiz. t) Weil NUN das Wort tzcncllcium damals so viel hieß als keullum, und der Kayser den bricfalso verstünde, als wenn der Pabst ihn wegen der crönunq vor eine» Vasallen des Römischen stnhls halten wolle; über dieses auch ein gewisses gcmählde von dem Kayser Lothario zu Rom im Lateran gczeiget wurde, darauf derselbe kniend von dem Pabst die crone empfangen,mit der unterschrifft: Kex venlr snre torcs jucünz priuz urtzi; lionores. Voll tzom« 6c lumic quo ll.inrc coconzm; So bezeugte nicht allein der Kayser, sondern auch alle geist-und weltliche Stände ihr mißfallen darüber, und schrieben dem Pabst, -aß ihr Reich von niemand als Gott allein herrühre, und man die Päbstliche crönung nicht anders als eine blosse ceremonic ansähe. u) Der Pabst erklärte hierauf seine worte so, daß contcrrc nur imponcre und tzcnelrciuco nur tzonrnn kaÄrim bedeute , ließ auch durch Gesandte weiter versichern, daß er der würde des Reichs in keinem stücke zu nahe zu trctten gesonnen. Ob sich nun gleich der Kayser dadurch besanfftigen ließ, führte er doch an. n z8 seine armee nach Italien, dabin ihm viel vornehme Fürsten, und unter denselben Hertzog Ladislaus aus Böhmen, welchem er kurtz vorher» den Königlichen titul vor ihn und seine nachkommen ertheilet, begleitete». Sein hauvt-abschen war, die Mayländcr zu züchtigen, und den König in Sicilicn Wilbelmum, so sich Apulicns bemächtiget, zu vertreiben. Die ersten wurden durch eine harte belagerung so demüthig gemacht, daß sie fußfällig um frieden baten, Mb alles, was der Kayser vorschlug, willigst eingrenzen. O eM endigung der belagerung von Mayland hielte er in «mok catiis abermal einen allgemeinen lchns-tag, daraufalle Italiänisch Fürsten und alle Bürgermeister oder Häuptere aus den stäbn-» erschienen, und ihren lehns-eyd ablegten. Er verordnete auch eine commission von ohngefehr OoÄoribus jurl§, welche die Kanter-, lichen rechte und regalien in Italien untersuchten, und offen! ick publicirten, und nöthigte alle Fürsten und städte, zu schwören, ball sie keiner von solchen rechten sich anmaffen wölken. Es muste auck jede stadt auf den vornehmsten kirchen-thurn das zeichen des K-w, serlichen adlers setzen. Alles dieses kunte gleichwohl nicht bim dem, daß nicht die Mayländer im folgenden iabre aufs neue schwü-> rig wurden,die Kayserlichen bedienten, so Bürgermeister bey ihnen setzen sotten, vertrieben, ja dem Kayser selbst nach dem leben sinn» den. Sie wurden daher nach Marnica vor geeicht citiret, erschienen auch; aber an statt der treue gaben sie zur antwort, daß sie zwar dem Kayser den cyd der treue geschworen, aber nicht zu halten versprochen; welches den Kayser dergestalt erbitterte,daß er Mayland in die acht erklärte, und Henricum Leonem, Guelsum und andere Teutsche Fürsten nach Italien berief,welche init ihren armem alsobald ankamen, woraufder Kayser auf Crcma, so es mit Mayland hielte, loßgieng, welche stadt sich mit ungemciner Hartnäckigkeit wehrte, aber dadurch nichts mehr zuwege brachte, als daß ue den flammen und der Plünderung der soldaren aufgeopffert wurde. tztz) Mittlerweile war der Pabst Adrianus IV gestorben, und die meisten Cardinäle erwählten Roland , der den «amen Aleran- drj III annahm,einige davon aber stellten eine neue wähl an, darin Octavianus unter dem namcn Victoris IV Pabst wurde. Dieses ttkilw» zu heben,hielt der Kayser an. 11S0 zu Pavia eine Versammlung der Geistlichkeit, berief die beyden Päbsie dahin, davon aber nur Victor IV erschiene, welchem auch endlich von dem ccmcwo die Päbstliche würde Mund im gegentheil Alerandro III abgesprochen wurde, der ihn aber dagegen ercommunicirte. cc) Räch diesen, führte er die räche wider Mayland aus, und schwubr nicht eher aus Italien zu weichen, noch die crone wieder aufzusitzen, bis er sie vertilget. Nach einer zweijährigen belagerung wurde die stadt an. 1162 erobert, und bis auf die Vorstädte geschleifft, die ein- wohncr ins elend geschickt,der boden,wo die stadt gestanden, als ein verfluchter ort,mit saln bestreuet - und der Manländifche Commcn- dant Gualphagus wüste etliche tage wie ein Hund an einer kette unter des Kaysers tische liegen. >) Dann es hatten die Kayserliche bedienten die Italiäner mit unbilligen eractioncn dergestalt gedrückt, daß Mayland nebst andern stäbten ein dündniß wider dieselbe machten, wiewohl sie ihre lchns-pflichl gegen den Kayser dabey ausdrücklich nnangrtastet liessen. Als der Kayser in ermatt«ELbtz ankam, hielte er dasilbst eine allgemeine Versammlung , daraufPaschalis nochmals bestättigt, und Alexander verworffcn worden. Hierauf suchte er Alcrandrum aus Italien zu verjagen, riß den Griechen, welche sich mit demselben verbunden, Ancona aus den Handen, erlegte der Römer bey 9000 , und nahm ihrer zooo gefangen. Er verfolgte diesen sieg, und bekam Rom silbstcn ein, da er denn Pa- schalcm vestc setzte, ihm von allen Römern huldigen, und feine ge- mahln, von ihm crönen ließ, da hingegen Alexander znr flucht ge- nöthigct wurde. Inzwischen faßten nichts desto weniger die Mayländcr neuen m»ch, und fiengen an. 1167 den 27 april Mayland wieder an zu bauen, bevcstigtcn auch die stadt mit wall und graben, weil sie ohne den eyd, welchen sie dem Kaysir geleistet, zu brechen, keine maurcn aufführen durfften. Ja sie baueten das folgende jähr noch eine stadt , die sie dem Kaysir zu trotz und dem Pabst zu ehren, Alerandrien immeten, wiewohl sie von den Kaysir- lich-gesimiten den „amen Palearis oder Spreustadt bekommen, daher sie noch heut zu tage cU-MMri» llciiz psgil- hcissct: Der Kaysir erklärte zwar die Mayländcr und ihre bundcs-genossen in bann, weil aber dieselbe feine lenke schlugen , und die pest leine armee sehr klein gemacht hatte, ward er genörhiget, an. n68 utt wrrtz Italien zu verlassen. Bey seiner rückkunfft nach TcMjcy- land stillcte er die klagen der Bischöffe nnd Fürsten in Sachsen wider Hcnricum l.cc»,cm > und als sein Vetter, Fridcricus, Kaysirs Conradi III söhn, starb, nahm er dessen ländcr in besitz, und nI an» sti a„.i 169 seinen soh»Henricum,der nur 5 jähr alt war,mit genehm- Haltung der Stanbewon dem Ertz-Blsthoffzu Cöün zuAachen crö- ncn.u) Als ml.1170 der PabstVictor IV starb/ernennte er Johannen!,Abt von Strume,an dessen stelle,dem zu gefallen er einen neuen zng nachJtalieiiMderAlerandrumIII) der ihn nach seiner letzten abreise an. 1168 von neuem in bann gethan,) und wider die Mylander, vorhatte, auch zu Würtzburg alle Stände darzu an- ftischte, weil er vorgab, Mrander III suchte die Kayserliche würde M Teutschland aufdie Griechen zu bringen. <«m) Henricus l-c» «ahm inzwischen einen zug vor nach dem gelobten lande , in dessen abwesenheit der Kayjcr seine Vasallen heimlich sondine, ob sie ihn, jni M Henricus r-e» stürbe, dessen ländcr übergeben »vollen; >vel- chcs aber Henricum sehr verdrossen, und zu dessen feindschafft mir dem Kayser neuen anlaß gegeben; wiewol einige dieses in preiset ziehen, weil es auf dem zcugniß eines einigen siribenten, der lange hernach gelebt, beruhet, nn) Endlich bewerckstclligte der Kayser hm lang vorgehabten stchsten zug nach Italien mit einer grossen Wachhund mcht geringern Hoffnung an. H74. Er belägerte gleich anfangs Alerandria, tonte aber nichts davor ausrichten , weil so wohl die jahrs-zeit entgegen war , als auch Henrich der Löw init feinen unterhabenden trouppen den Kayser im stiche ließ, und sich, alles von demselben gethanen bittens ungeachtet, nach Teutsch- land wendete; dadurch denn der Kayser ihm an. 117z zu folgen, nachdem er mit den rebelten einen stillstand aufgerichtet, gezwungen wurde, ao) Er sammlete aber frische vöickcr, und gieng damit an. 1176 nach Italien, da er aber den 24 may des folgenden sichres lttiweil Legnano gäntzlich geschlagen, und well er in der schlacht das pstrd unter dem lesbe verlohr, von jederman vier tage lang vor todt gehallen wurde. Er kam aber gleichwol mit dem leben davon , und gantz unvermuthet zu Pavia an, woselbst er durch diesen imglücklichen streich sich bewegen ließ, Alcxaudro III friedens-vor- schläge zu tbun, welche da hinaus liessen, daß der Kayser den Pabst vor rechtmäßig erkennen- das land,so der kirche zugehörete, und insonderheit die güter der Gräfin Mathildis, wieder erstatten, einen sunffzehen-jährigen stillstand mit dem Könige in Sicilicn, welcher ftilhew den Pabst in seinen schütz genommen, und einen sechsjährigen mit denen wider ihn verbundenen städten eingehen solle, damit unter dieser zeit ein vollkommener friede köntc geschlossen werden. op) Hierauf wurde an. 1177 eine znsaw.meukunfft des Kay- sers und desPabsts zu Venedig angestellet,da die friedens-tractaten beschworen wurden, «q) Hier faduliren nun die neuere scribenten, daß als der Kayserliche Printz Otto durch den Venetianischen Admiral Zani zur see geschlagen und nach Venedig gefangen gcführct morden,ldec Pabst gedachtem Admiral einen ring gegeben, welchen er ins Wasser werffenmnd sich dadurch, das Adriatische meer gleichsam vermählen solle. Der Printz wäre hiernächst auf paroie losgelassen worden, um dem Kayser gewisse sriedens-vorschläge in des Pabsts »amen zu thun, wordurch jener sich bewegen lassen, in Person nach Venedig zu gehen. Als er nun bey seinem einzuge den Pabst vor der 8. Marci kirche sitzend gefunden, hätte er ihm nach gewonheit die füsse küssen wollen, wormit sich aber der Pabst nicht genügen lassen, sondern wäre dem Kayser auf den hals getreten, und hätte dabey die worte des psalmens mißbraucht: Auf lö- ivenund ottern wirst du gehen/ und werten auf die jun- «cn löwen und drachen. Als nun der Kayser sich gegen den Pabst vernehmen lassen, wie er nicht ihm, sondern Petro zu ehren ldiests erdulde, halte der Pabst geantwortet, daß es so wohl ihm als Petro zu ehren geschehen müsse, rr) Allein alles dieses gründet sich auf ein gemahlde, so noch bis llaro zu Venedig zu sehen, darauf der Pabst vorgestellet wird, daß er dem Kanser auf den hals getreten. Es ist aber zu wissen, daß diese gemählde zu selbigen zeiten etwas gewöhnliches gewesen, wenn man vorstellen wollen, daß eine parlhey über die andere Vortheil gehabt, und überwinder geblieben. Also liefet man, das als Calirtus II seinen Gegen-Pabst Bnrdi- rmm gefangen bekommen , er denselben in einem zimmer des Late- ranischen Pallasts unter seinen füssen liegend abmahlen lassen, n) Und doch ist bekannt, daß Calirtus Burdino nicinals aufden hals gerechten, -r) Eben solche beschaffcnheit hat es mit dem gemahlde zu Venedig von Friderico Barbarossa; worzu noch kommt, nicht allein das allgemeine stillschweigen, sondern auch der klare Widerspruch der damaligen scribenten, welche ausdrücklich melden, daß der Kayser und Pabst einander alle ersinnliche ehre erwiesen , und jener von diesem das ulcuwm 92»; empfangen, ihm die rechte Hand gelassen, in die kirche geführt, ihm, nach damaligem gebrauch, den stcigbügel gehalten,auch da er ihm beym ersten anblick aus bevotwn z» fuß gefallen, von ihm unverzüglich aufgehoben und gekusset worden. ->») Der umstand mit dem Kayserlichen Printzen Ottone ist auch falsch,weil Otto dainals noch ein kleines kind gewesen. Doch dem sey wie ihm wolle,so ließ der Kayser nunmehr», da er an. 1177 nachTcutschland kam,seinenzornüberHeinrichdenEowen/wel- cheran allem Unglück des Kaysers schuld war, völlig aus, und als solcher aufdie dreymalige citationen, um aufdie klagen der Sächsischen Bischöffe, und anderer weltlichen Herren wider seine harte regierung zu antworten, nicht erschiene, erklärte er ibn an. 118» m die acht, sprach ihm alle seine länder ab, und überließ das Hertzog- tbnm Bayern dem Grafen Ottoni von Witteispach, dessen Voreltern dasselbe von dem Kayser Henrico I entzogen worden, das Hertzogthum Sachsen aber dem Grafen Bernhard» von Ascamen imdAnhalt,Alberti desBären sobne. xx) Hertzog Heinrich wolte sich so leichte nicht vertreiben lassen, sondern schickte die neuen lebns-leute an., 181 mit blutigen köpffen nach Hause. Ais aber der Kanstr in eigener person wider ihn zu felde zog, rnuste der Hertzog zum creutz kriechen, und sich mit dem Hertzogthum Braunschwelg WdLüiiedurg vergnügen, doch so, daß er zu erst; fahr im elende m Rache gange Tyrol unmittelbar dem " udrrgen Dach,liehen landen haben der Land- Bremen, und sonderlich vec Vrh.oljchoffzu Cvlln, welcher Engern und Westvhalen an sich gekonnt, abgezwacket. ^) Inzwischen gieng ow E ^ stillstand zu eude, woraus der Kayser alifanstiffteii stmes altern sohnesHenrici, welcher aerne zum Kon.gem Italien gekrdnet ftynwoltö, an. l'8z zu CZnch anen oe,räudigen ftleden schloß, und die Huldigung von den Jtaüä- elnnahm.-»»») An. r 184 ließ er zu Mayiitz mit lsiP-siu solennltatei! jernen söhn Henricum und Fridericum wehr- battkmachen chffb) greng darauf nach Italien, vermählte Hmri- cum nüt der Sicilianischen erb-wchter, und ließ ihm die Mavlän- dlsche crone aussetzen. -cc) Als dieses aber der Pabst Lucius III nicht gerne tahe, und noch andere Ursachen darzu kamen, ließ es sich zu einer gefährlichen Weiterung von neuem an, die aber so wohl durch des ietzrgedachten Pabsts Lucii III, als auch seines Nachfolgers Urvanl lil schleunigen tvd glücklich gehcmmet wurde, llllä) rn wahrenden dielen begcbenherten kamen von tage zu tage mehr traurige Nachrichten von der Türcken vrvgreffen aus Orient an, dadurch der Kayser bewogen wurde, sich mit Philipps in Frankreich und Henrico m Engelland , in ernbündmß einzulassen. Er brachte eine armevvn 150002 mann zusammen, ließ einen theil davon zu Wasser gehen, mit dem übrigen aber zog er zu lande durch Ungarn und über Constantinopel, und drang damit, nicht ohne grosse mühe wegen der Griechen widerstand, durch Asien bis in Syrien hindurch. Er machte einen glücklichen ansang zu künffrige» siegen, indem ersieh nicht allein durch die Griechen schlug, sondern auch in zweyen treffen der Türcken 16000 erlegte, (siehe Creutz- fahrten.) Aber zu allem unglück starb er an. 1 iy° den lo nni.uud melden die meisten co-evi, daß, als er mit seiner armee über den ffuß Cydnus gesetzt, und sich allzu unvorsichtig in das wasser gewagt, er bannn ertruncken,----:) welches aber von einigen in zweiffel gezogen, und behauptet worden,daß er zuSeleucia an einer kranckheit gestorben, ttk) Er hatte 2 gemahlinnen, davon er sich die erste, namens Adelheid, MarggrafTheobaldi von Vobburg tochker,an. -149 beygelegt,aber an. 115 z wiederum von sich scheiden lassen. Hieraus vermählte er sich an.1156 mitBeatrjx,GrafReilialdi inBurgund erb- tochter,und zeugte mit ihr Henricum VI,seinen Nachfolger,Fridericum,Hertzog in Schwaben, welcher an der pest bey Prolcmais am 11Y2 gestorben,deine sein bruderConradils an.iiyü gesolqet; Otto- nemHfaltzgrafcn in Burgund und Statthalter im Arelatensischen Königreiche, und endlich Philippum, Hertzog in Thuscl.n, der an. 1208 von GrafOtten zu Witteispach ermordet worden. (-'o«»^. 9. r >5 6c 219. Floren« red. d.aull. 9. 8 ^ 2 . (k> Otto cliron. I.7 c. ulr. 9.166 öc llered. Triller. 1 .1 c. ,4. 6c I. r c, . U-"- p, rSy. (c orco /"ch. 1.1 c. r; leg. 6cOtto -lo §. li/Ä/ro c, r 2. p'rrerS. pzrr. 17 p.514. Or/n/btt I.ißurili.1. i p.rLokcgg. Otr^o». .ici sn. >155. Otto ^0 8. L/«/ c. ; »ll cl. -. sie /i/o-rtt sc> »n. 1 ;r. UizAttF. z>. riz. /6e/,»oÄ. 1.1 c. 72 §, s z>. 166 rank. OowoÄ. (je 8ez>- temvir. c. 6. (g OttoI. r c.; p. 448. !.igur. I. - p ryr s-q. 7 /o/»-oÄ. i. l c. 7; p. 167. all an. li 2 cnn/. cliploms sp. smizl. ?aclerb. y. 7yr kcg. (ll Otto vttss l. r c. b 9.449- (i (Ic I. r c.7,9,ii> r7,r8, ;r. all an. -152 öc n;K. Otto 6s 8. L/»/ c. 6 sä an. 1154. /-e/r-roÄ. 1 .1 c.84. OL^o». acl an. 1,57. all an. ii;o. 9. i>S. 0/>^o». ^io»e. 8tto». cl. an. 9. zc> conk. 60/L/. conkir. impsr. r. , 9. >8r. (1 Otto rtt/.1.2 c ;>. (in 7,/. I,» c. iz le<^. 9. 45z. sigm. 1.1 9. ;oi- clc red. I.aucl. all an. 1154 9. 8sa. ss ll. >. c. > 6 leqg. O/eo c/o 5 . L/s/ c. 7 all an. 1,55. !. c. 9. 81,. conf. cric. i-r Lsron. k. 4 all an. 1154 p- (" 0"o Ftts !. r c. r>L. oeeo lle 8-ll;/4/l ll. I. Liottns ll. I. OollttLr». c/tto». L/E. §020». 8enL all an. II,;. (9 Otto r>-/l I. 2 c. lcgq. 6c llll. aurores. (g Otto xch. I. r c rL. I-igur. I. 5 p. 548, Z 51 leg. Dockch/rr all an. 115;. (r lle Zcll. drill. I. I c. 5 9 478 lcq- Otto ll« 8. L/gs c. 7 all an. 11;;. O/n o«. all an. 1158. all an. i i! 7 - (r Otto I. - c. ,9 p. 421. Otto ll« S.Lla/. c.rl all an. 11S7. L«ille^tt. 1 .1 c. 11 9 48;. (r i - 99.481. cL4ros anna!. r. rr all an. 1157 §. 4 leg. cont all ll. I. n. i seqg. (u riallcVtt. ll. I. in. Is.IÜ. Oo/ll^/?. conllic. imper. t. 1 seqg. (< L^ll-2,rc. ll. I. c. rr 9. 490. 6 -LL-/. ll. 1 .9.267. Ottoll« 8. L/^/laä an. n ?8 c. 8 , 9. !>L§ll-v-«. ll.i.c. 1-9.484- 0 «»rb«r. Iligur. I. 6 9. -71 s-g. UrLorF. 9. 217. (2 L«ll«^. 1.1 c, ,5. li/or«»§ lle reb. ^ull-all.an.ilsb n. 818 . Ottoll« 8. -- II -llan 1158- ^«tt- «««. O.ll-ot-m. Lttll. OLro». 8«r«» ll. a-UrKerZ. 9. -rz. (aa «allca,. I. 2 c. I ss°gn. 9 - 5 ° 6 - -d/ott,« ll. l. . 8 9. 408- ^6§ L/sr/c l4. p. ri8. ccrnf.1.2. keu6.nc. (.vo « f c ^.ss' Otto ll-8. 8/4) ll. !. ^««. all an 1159 P-8l- l-7. ccO"--i«8. ^ll«E. >.2 -.55lch- ^»n.allan. „So 9. »26. voll-cb-». ll. a. UrAorF. 9. -.ri^tto--. L«-^«rA ll z. ^ ^ 744 n»,oz,^rllr epild. llc cxcill. Melliol. ap. sLI, L». ----- --- - 4 / „ j!,? c-L-o» 8--.X. oj-ro». Llo»r. 8«rs». 8,-ll. 4 . LL« n - ltqq Oo»E. ^ll«^«. 9. 558 all an.- rüz, ^ I 0 ckf'^ 7 8r-ll. all an.l l S;. Obron. L«. all an. Ottoll« 8 Ll. 289.211. «ll.l. 1 c.90. 6 - 8«, «/ all an. 1162. (gg 6-ll-/r. 0«1»n all an. 116; ^ " llcheil'' O"' ^ A a a' 37 « sti (lili Tlito»'«»» 6.1. t 7 s» 7 r». »ck sn. 1164. o^^ssx. Os/a».rl. 2. x. »40. (ii Ls^en. sä an. 1166. Ooäe/k. Oo/o». üc Lt-xo-r. all 2». i 16;. OLxo». Lestz-ex^. . p. 842. Otto -Te §. 77 ( 4 / c.ro cl. z. 6o. Lo/o». 6.2. 9.24c Co»tt». MoEL sä sn. 1167 p. 846. O^r-o». Lttc^ex^eix. . s 7 c?« ^/-n. 77 / ap. Lec. I. 2 c. 1;, (pp ^k»a/ch 7i«ö. 6.1. c. 16. O/rro». LÄ-c. all an. 1176 p. Zu. Oollec/br». Lo^ett. «le ^ 7 o» 7 e, oz-xo». 7 llo» 7 . §e- xe». ll. 2. ^ 4 /ex. 777 ap. TZsko». 26 an. 1176 n. 1; conf. ornnino p«^r gc! ll. I. n, 6. p. 646 cvl.7. ( 7 / 5 stt. §1«<7. K- O^ro/r. 7 i 7 o» 7 . Lett». all sn. 1177. UrAer^. all sn. 1176 p, rr/. (rr Oi. ». c. -7. Oc»tttt. L 7 «F«/ci>. cenr. ir c.io p ,417. pec, llillcir. t'll«^c»/cr/ csisi, Impeisr. lud l rici. I L6llriac. l.üvv p. 170 e»tt». I. 6 p. Zi;. L«ro». all sn. 1177. 77 ein in. 77 o/m«»»rtt. THij-tt. 77 c»»,«»»«- pccnl. llillciiLi. Tier- »c^er. ^usist. dili. po!. Ktt^erkr odfcrv, in f) nopf. Lelol> 1 . P.66; (xx / 7 rn. L«öeo. I. r c. !6, 24. Otto < 7 e §. 77 /«/. c. 14 acl an. 1180. 7 l 7 o». cie Ouc!f. Princip, sci ci, 2. p. 79^. 77-7ve!7e» sd. ci. 2. p, 594. ( 7 o, ^ 7 /^err. 5 /«< 7 . Oo86. 6o. pari. 17 p. ;rr. ^ 7 r»o/i/. L«6oo. I. z c. 14. ^ 7 /l-etto. 26 an. 118;, ^ 7 /ö. Lr«^. a6 sn. 1184. fir/pcrF. p. r> 7 . («icici ^triro/,/. 7 .tt^eo. I. ) c. 16. (ccc Otto e»< 7 . Tlai/enic. p. s6o. ^Irno/«/. 7 ,»^eo. I. z c. ;z§. 9. (kft T^e/ie Li 67 . r. >8 p. 696 lc^l^. conf. Ts^eno cictcripr. expeciir. Tlliar, L/rro». Le-o 7 --rA-r^. Fridericus II, ein enckel Kayftrs Fridenci I, »nd söhn Kaisers Henrici VI / von der Constaiitia, des Königs Rogcrii in Si- cilien rechter/ gebohrcn, und zwar / wie einige wollen, an. 1190 s) oder wie andere, an. ny), K) oder an. 1194, c) oder an.4195 ci) oder an. n?6, -) weil die scribenten dieser zeit darimr nicht einig sind. Als sein pater an. 1197 starb, war er ein kind, daher seine muter die vormundschafft führte, und mit ihm in Neapel and Si- cilien, als ihrem erbreich, blieb. Sein vater hatte ibn z>var noch bey seinen lebzciten zu seinem Nachfolger von den Ständen benennen lassen, und er ist auch nach dessen tod durch seines bruders Phi- lippi Suevi Vorschub an. 1198 von einigen Ständen zum Kayser crwchlt worden, es batte aber wegen der damaligen unruben keinen effect. ( siehe philippus der Schwad / Rayser.) Nachdem sich aber Otto IV an. 1210 mit dem Pabst Innocentiv III nicht allein veruneinigte, sondern auch Neavcl und Sicilicn als ein Reichs- lehn an sich ziehen wolle, wie er dann würcklich Neapel einnahm, so brachte es der Pabst dahin, daß Fridcricus an. 1212 von dem Ertz-Bischosszu Mavntz und andern Ständen zum Kahser^wider Ottonem crwehlt wurde, auch nach und nach die meisten Stände auf seine feite bekam, dagegen derselbe dem Pabst die unter den vorigen zwey gegen-Kaysern an sich gerissene städte in Italien ließ. ( stehe mit nichrerm Otto IV, Rayser.) Nach Ottonis I V tode an. 1218 wurden ihm von Ottonis vruder, dem Pfalbgrafen Hen- rico, die Reichs-iwigw- ausgeliefert, und er von allen Ständen ohne wiederrcde vor einen Kayser angenommen; worauf er an. 1220 einen zug nach Rom that, und daselbst vom Pabst Honorio III gecrönct wurde, k) Weil er inzwischen dem Pabst wegen seiner erblande Neapel und Sicilicn nicht viel zutraute, blieb er immer in Italien, und ließ an. 1220 seinen söhn Henncum VII von den Ständen zum Kayser erwehlen, und an. - 221 cronen, dem er, als einem kind, erstlich den Ertz-Bischoss zu Cöttn Engelbertum, und nach dessen tod den Hertzog von Bayern Ludovicum zum Vormund, und zugleich zum Reichs-Vicario setzte, g) Kaum war Fridcricus gecrönct, so erregten die zwey Grafen von Thuscien, Matthaus und Thomas, in Neapel unruhe,die er aber bald verjagte, worauf ihnen der Pabst zu Rom schütz verstattete. Dieses gab zu grossen strcitigkcitcn anlaß, welche endlich an. 1224 durch vcrmitlung des vertriebenen Königs von Jerusalem, Johanis von Bricnne, dergestalt beygelegt wurden, daß Fridericus dieses Königs tochlcr hey- rathen, und das recht auf Jerusalem ausführen, mithin einen zug nach dem gelobten lande thun solle, welches der Kayser auch ein- gieng. ll) Aber weil er besorgte, der Pabst möchte ihm in seiner abwcsenheit in Neapel und Sicilicn unruhe erregen, erfüllte er das versprechen nicht, sondern, da er ein paar tag zur see gewesen, kam er wieder »»verrichteter fachen zurück; daher ihn Gregorius IX in bann that; i) er nahm aber den zug gleich im folgenden jähr 1228 wieder vor, und machte solche progressen, daß der Sultan gezwungen worden, Jerusalem, Nazarcth, Joppe und andere orte den Christen einzuräumen, tc) Nichts destvwentger that der Pabst den Kayser inzwischen unter dem verwand eines mit dein Sultan ein- sti gegangenen schädlichen und schimpflichen fricdens, und Weiler air ein vom bann noch nicht völlig entbundener das heilige land betrek ten, nochmals in bann, und schickte eine armee nach Neavel, di? ses Reich demselben wegzunehmen; hetzte auch des Kaysers eiaenm schwieaer-vater, Johannem, auf, m Sicilicn unruhe zu Men Aber Fridericus kam in der eyl aus dem gelobten lande zurück All te in kurtzem alle unruhen, verjagte den Pabst selbst aus Rom, und züchtigte die Italiäner sehr, biß endlich auf Vermittlung einia r Teutschen Stande, der Pabst ihn an. i rzc> von dem bann los maw. te, dagegen der Kayser dein Pabst wegen zugefügten schadens 12° tausend untzen goldes bezahlte.,) Nichts destoweniger wär d-c Pabst noch nicht ruhig, sondern hetzte des Kaysers sohn Henricum VII auf, daß/olcher an. irzg. mit einigen Teutschen Ständen und mit den stadten in der Lombardey ein bündtniß wider den vater machte. Nachdem aber der Kayser an, 12;; nach Teutschland qe- kommen, setzte er ihn ab, und schickte ihn nach Apulien, wosM er in beständiger gefangenschafft sein leben beschloß, oder nach dem bericht einiger Italiänischer geschicht-schreiberen, durch hunaer und andere harte tractamenter gelobet wurde; an dessen stelle Fridericus seinen andern söhn Conradum IV zum Römischen Koma erwehlen lassen, m) Weil nun Fridcricus hierauf die rebellischen stadte in der Lombardey, die es m>t seinem söhn gehalten, mit gemalt zur i.u5on gebracht, und Sardinien dem Pabst nicht wiedergeben wolle, that ihn dieser an. 1259 von neuem in bann, verband sich wider ihn mit den Vmetianern, und sprengte, um ihn verhaßt zu machen, von ihm aus, daß er Christum nebst Most und Mahonie! einen ertzbetrugcr gescholten.«) Der Kayser vertheidigte sich aber wider diese beschuldigungen nicht allein in bliesen an alle Teut,che Stände und ausländische Könige, Cardmäle und andere, sondern gieng mit einer starckcn armee nach Italien, und tractirre seine feinde nut grosser schärffe. Der Pabst hingegen bath alle Könige um hulffe, und trug Roberto, des Königs in Franckreich Lu- dovici IX söhne, die Kayserliche würde an,ermähnte auch an. 1240 die Teutschen Bischöffe, Fridericum abzufegen, bekam aber von beyden abschlägige antwort. ->) Er stellte siclsdeswegen an, als ob er einen frieden eingehen wolle, und schrieb dcshalben mit cinwil- ligung des Kaysers ein Concilium nach Rom aus; als aber Fridericus erfuhr, daß solches wider ihn gerichtet war, verlegte er so wol zur see, als zu land, alle pässe, daß kein Bischoff nach Rom komm nulle; daher sich Innocentius IV an. 1244 nach Franckreich reti- rirte, und ein Concilium nach Lion bcrieff, dahin er auch Fridericum citirte, und zugleich von neuem in bann that. p) Er machte auch die Teutschen geistlichen Fürsten von ihm abwendig, daß sie an. 1245 Henricum Landgrafen in Thüringen, Raspo zugenannt, zum Kayser aufwarffen, der auch Friderici söhn Conradum aus dem selbe geschlagen, aber vor Ulm verwundet worden, und bald hernach an. 1247 gestorben q) Der Pabst brachte hieraufllinen neuen gegen-Kayscr, den Grafen Wilhelm von Holland auf, und endlich wurden Friderico seine vertrautesten freunde untren, darunter sonderlich sein Cantzler Petrus ll-Vinci, bekannt ist, welcher , ohngcachtct er seitherö den Kayser mit mund und jeder nachdrücklich vertheidiget hatte, dennoch endlich dessen LeibMclllcum, dahin soll verleitet haben, daß er ihme gisst beygebracht; - >) welches jedoch von den wenigsten scribenten vermeldet wird, da im gegcnthcil sonderlich die Italiäncr, welche von diestr fach den besten bericht haben können, mit umständen schreiben, es wäre Petrus-,« Vinci, eine ziemliche zeit vor Friderici tod bey dcme in ungnad gefallen , und undcr dem vorwand einer an dem Kanser begangenen untren und vcrräthcrcy stines gcsichts beraubet, und noch dazu ins gefängnus gemorsten worden, in welchem er bald vor kummer gestorben wäre. rr) Viel glaublicher ist also, und wird von eben diesen Italiänischen geschicht-schreibcren ausführlich crzehlet, daß Friderici natürlicher söhn, Manfredus, ,ibm erstlich gisst beygebracht , und als dieses nicht schleunige würckung gehabt, ihn mit einem küssen ersticket, so an. i2zc> zu Fivrenzuola in Apulien geschehen ; wiewol andere solches in zweifel ziehen, und ist nachmals sein tod gar vor ungewiß gehalten worden; daher sich viel vor seine person fälschlich ausgegeben. ?) Im übrigen war Fridericus em Herr von ungcmcinen gaben, und fehlte es ihm weder an euer, noch an tapffcrkeit, die rechte des Reichs zu behaupten. Er redete Lateinisch, Griechisch, Frantzösisch, Italiänisch, Arabisch und Teutsch mit grosser sertigkeit, ünd suchte die freyen kunste mit aller macht zu befördern, wie ihm dann die hohe schulen zu Wien und Neapel ihren Ursprung, wie nicht weniger Aristoteles, Galenus und andere ihre Übersetzung aus dem Arabischen in das Lateinische zu dancken haben, r) Er selbst hat ein buch von dem vogel-baizen hinterlassen, «so viel aber kan nicht gcläugnet werden, daß er der unkcuschheit ergeben gewesen. Von feinen gemahlinnen hat ihm die erste Constaiitia, Königs Alphonsi II in Aragonicn tochter, Henricum , dessen oben gedacht, gebühren, und ist an. 1222 gestorben; die andere war Jolanta, des Königs von Jerusalem erb-tochter, die ihm Conradum IV gebühren , und an. 12.28 gestorben ; die dritte Jsabclla, Königs Iohannis in Engelland tochter, die ihm Henricum, Statthalter in Sicilicn, gebohrcn, und an. 1241 gestorben ; die vierte eine reiche Dame, deren name unbekannt.») Einige neuere scribenten melden noch von 2 andern, die aber nicht gewiß sind. Nebst diesen hatte er unterschiedene concubinen, darumer die bcruffene Bianca, eine Klarquiie von Montferrat, ihm Man- fredum, Fürsten von Tarent, Enzium oder Hentium oder Henri« cum, König von Sardinien, und Friedrichen, Fürsten von Anrio- chien , gebühren, (s äe 77o2,c^ 3 >. Twßl. psir. polt. SS 2NN. 1197. (b Ott» L. L/ly6. cliwn. 8lav. l.ii>clcnbroß. p. 147 26 sn. 1197. sc 7 >-r,sÄ. «ke TÄttbo/ ckroo« Llarc. p. z8;> (ä ^ 4 /Lctt. §/««!. sfl ,n. ii-;. (e Lo»x. all sn.^wv. stk sp. t. I p. ;§4 sä ä. 2. st ^/s. sn. ,219 leq, L/>,oir. ä. 3. -j//>e,rc. sä sn. 122,0, ü-äesk. Co/o». §6tF-r. ^^---- ( 7 ^to-r. Ac. sä sn. N20. v, t^rcic. Hcnricm VlI > kriä. II 61 . (i, ^0». sä sn. 1220 Iec>. Lo»»-. U^>. sä zn. 1221 6e te^- 6o^e/k> 60/s». sä sn. I22Z. (i ^io». Ära/. sä sn. 122.7. 60-is/trÄ. Lo/s». Lo-rt. U/^. eLtsw. 6c LkE/>. 7 >^,r/. sä gn. irr/. -L/Serrc. 6c Ä^. sä sn. irrS. (lc < 7 o»>-. U^>. §,^. ^S,nc. sä sn. irry epiK. kriä. II sp. Le-L-rrL. L. I. O. v. I^lsnt. t. r §. 45 p. ,45 öc sl. -pik. sp. LlsttL. ?»»/. sä sn. 1229. (l Lko». sä sn. irr/ feg. Lo»t. Ut//>. sä. sn. lrr8 5 e^. 6oä,/,. Lo/o». ^/ö. §r^. ä. S^ 1228 6-ir;o. 7 >/r»-^ sn. irzo. (m v.Lrtic. Henricus VII. sn Llo?s. ?4.?srr/ 6c cir. sut. sä.sn. ,rzy, 1240 (p 6cc,säsn. t24,-i246.conk. j>etr. Vi»e» epiK. (g t-rov. 6cc. v. ^.rlic. tienr.Ksipc». srMrtt^. ?s,r/. sä sn. 1249 conk. srlic. Vilkclm. ttollsnä. (rr 6rev. ^iLs»r >, 6. c. 2;. udi norsre Ucec, kunc suÄorem mortuunr esse />.. 1^48 znnis äuodus snce kriäericum, <^uo plus ejus rekimonio äe üipplicio L: morte?. äe Vincis, luperklre etisin cum L«ksre, rribuenäun, elkkäei 6aulis nsrrsr 6c slii Irali. (s tSto-r. ^ 4 »»«/. <7sL»-r. L/>/o» sä sn. 1150. Lk-sttL. sä sn. ir;>. L//v. iiill. kriä- III p- 5t. cllron. Licis. sä sn. ir;o, (c s/e k^r- «c« I. l c. 441. z c. li, »r, 1?, 6c 67- (u ^/öe»c. sä sn. 1241 6c sä sn. iriz. ^4/5. Äse/, sä sn. irrr ^0». ?/«/. 6c ^1^-2». I,«//. sp. ll^//r/. sä sn. 1217 6o. 60/0». sä sn. irrz. L6tv». sä sn. irrz.^/öet-rc. sä sn. 12:4 >r;;, 1241. sä sn. 124,, 1245,1248.orst. äe virs knäsrici II Imper. 6cc. * Fridericus III, der schöne / war ein söhn Kaysers Alberti I und Elistidethä, Mainardt Hertzogs in Kärndten und Grafen in Tyrol s) tochter. Den bcynamen des schönen bekam er wegen seiner lcbhaffligkeit und vortreflichen leibes-gestalt, hat sich aber niemals auf müntzen, wie einige vorgeben, selbst also genennet- b) Nach dem tode seines vaters, welcher an. i ;°8 ermordet ward/ machte er sich einige Hoffnung zu derKayserlichenwürde/ allein Lenricus von Lurenburg trug selbige nicht allein davon > sondern suchte auch die guter des Habspurgischen Hauses an sich zu bringen. So bald Fridericus dieses letztere merckle/ ließ er sich gegen die Kayferliche bediente vernehmen / es hatten bereits 5 Könige der Oesterreichlschen lande wegen ihr leben eingebüßet / und könte Henricus / wenn er wolle / den sechsten abgeben / welche großmüthige bedrohung so viel würckte / daß ihm der Kayser die beleh- uuug nicht länger versagte / doch muste Fridericus vorher versprechen/ daß er ihn auf dem Römer-zuge mit 202 geharnischten reu- tern nach Italien begleiten wolle, c) Weil nun Henricus auf diesem zuge sein leben verlohren/ und der Kayserliche thron ein gantzes jähr ledig gestanden/ vermeinte Fridericus denselben gewiß zu besteigen / konte aber die sämtlichen Churfürsten nicht auf seine seile bringen. Denn der Ertz - Bischofs zu Mayntz Petrus von Asphclc seiner vorigen Profession ein artzt und ausser Tvrol gebürtig/ war ihm zuwider/ weil er noch als Bischoffzu Basel we- gen der an sein damaliges Stifft gekaufften guteren / Liechstall und Homberg/ von den Oesterreichern viel drangsal erleiden müssen, ä) Balduinus von Trier war ein todtfeind desHabspurgischen Hauses/ weil ihn Friderici vater durch gemalt der Waffen gezwungen / die einträglichsten zölle an dem Rheinstrome herzugeben.-) Johannes, König von Böhmen, aus dem Hause Lurenburg, hatte ursach, Friderici wähl zu hintertreiben, weil das hauß Oesterreich mit aller macht nach der Böhmischen crone strebte. Diese zogen den Hertzog zu Sachsen Johannem, und den Marggrafen von Brandenburg Waldemarum, von der Oesterreichischen parthey ab, kamen jamtlich in Franckfurt am Mayn zusammen, und erwehl» ten Ludovicum, Hertzog von Bayern, zum Kayser. Es geben zwar einige vor, Waldemarus sey nicht persönlich zugegen gewesen ; es hat aber keinen gründ, siehe Bock (Nicolaus.) Der Ertz-Bischoffvon Cölln , Henricus von Virnenberg, hingegen war durch keine Vorstellung von der Oesterreichischen seite abzuziehen , absonderlich weil ihm Fridericus versprochen, daß sein bruder Henricus, Hertzog von Oesterreich, mit des Ertz-Bischoffs bruders tochter eine Vermählung treffen solle, k) Zu diesem trat der Pfaltzgras am Rhein Rudolphus, wozu ihn so wohl die natürliche feindschafft, die er gegen seinen leiblichen bruder Ludovicum hegte, als das von den Oesterreichern empfangene geld verleitete^) Diefe beyde zogen Henricum. Hertzog von Kärndten, und Rudol- phum, Hertzog von Sachsen, an sich, davon jener wider Johannen, von Lurenburg eine prätension aufBöhmen machte, ll) dieser aber bey der wähl ein bessers recht als sein bruder zu haben meinte, weil derselbe bereits zum Bischofs zu Passau erwählt wäre, und also keinen weltlichen Churfürsten vorstellen könnte, i) Diese nun wehsten den 1- vct. an. 1,14 zu Sachsenhausen K) einem über dem Mayn grad gen Franckfurt gelegenen ftädtgen, Fridericum von Oesterreich, dex sich nicht weit davon persönlich eingebunden, zum Könige, l) führten ihn nach Bonn, nicht aber nach Binnen, wie einige vorgeben, m) und liessen ihn daselbst durch den abgedachten Ertz - Bischofs von Cölln mit gewöhnlicher pracht salben, als die übrigen unterdessen Ludovicum zu Franckfurt erwehlten, und bald darauf zu Aachen krönten, n) Durch diese zwistige wähl und Uneinigkeit der Churfürsten, gerieth Deutschland in einen er- barmenswurdigen zustand. Die städte am Nieder- Rhein hien- genLudovico, die am Ober- Rhein aber Friderico an, und die Schwerer, so nach dem einen so viel als nach dem andern fragten, fanden die beste gelegenheit, sich in ihrer fteyheit, wozu sie bereits unter Alberti von Oesterreich regierung einen guten gründ Selegt, recht feste zu setzen. 0) Beyde Kayser zogen sich lange her- Oesterreicher bald hernach aufs mue stw^ zu^emer" sckllackt kam Abringen und Mühldorss c ächiacht kam, welche fast 10 stund, von moraen bis in den abend/ wahrte. Anfangs schien es, als wenn der llea auk Oesterreichlfche feite fallen wolle: denn die Böhmen erarissen lia" und bkn^bÄn theil präsentirten sie ihr gcwehr freywil-- ^ ^ gefangen,chafft als in den tod zu das mm, ^ K Bayerischer ,erte in solcher Unordnung, , ob Ludovrcus todt oder lebendig wäre. Doch daü d?rnf-wb5n§!^kuedSchweppermann die schlacht-ordnung, daß dem feinde der wind und die sonne m die äugen fielen, machte cum vvn^Enb?^^?^ und ließ,den Burggrafen Frieder!- Nürnberg dem feinde in den rucken gehen. Als die Oe- Enä SakÄ' ""kommen sahen, schlössen sie aus dem Oesterrei. welche er aus list führte, es wären Leopoldi völ-- Lsbulffe eiltm; empfunden aber bald dasqe- und liessen ihren muth sincken, zumal als sie sahen, daß 'Zrldericuv selbst seine fteyheit verlohr. Denn Albrecht ""kihn in der gantzen schlacht sein meistes absehen gerichtet hatte, gierig ihm dergestalt zu leibe, daß er sich endlich an den dazu kommenden Burggrafen ergeben muste, und ssssfaus zielte FNdencus, da er, als er sich in feiner gefaugenschafft dre schrlde aller Ritter, welche der schlacht beyaewohnet, zeigen ließ, und darunter den schwachen büffelkopss ansichtig wurde, in diest Worte ausbrach: Vor diesem Rühmaul habe ich mich mcht erwehren können. Zugleich gerieth der Hertzog von Oesterreich Henricus nebst izoo mann, worunter die vornehmsten von Adel waren, in die Hände seiner feinde, gelaugte auch nicht eher wieder in seine fteyheit, als bis er ;c-oc> ducaten erleget, auch uberdiß dle stadte Zuoym, Castell, Laa, und Wntra an den Kö- ma von Bohmen ^ohannem von Lurenburg abgetretten hatte. Den gefangenen Kayser brachte man persönlich zu Ludovico, welcher ihn mit diesen worren: mein vetter / wir sehen euch gerne / empfieng, und auf das schloß Trausnitz führen ließ. s) Dieses ungluck gieng fast niemand näher, als Leopolds, weiter glaubte, daß ihm alle schuld deyzumessen sey, weil er sich nicht gleich aufgemacht, da ihm sein bruder von dem anzuge der feinde Nachricht gegeben hatte. Man sagt, daß er nach diesem selten ftolich ausgesehen, r) und so gar mit dem teufel, wegen befteyung seines bruders, einen contract geschlossen habe, doch hätte dieser einem so gefährlichen führer, da er in der gestalt eines schülers zu ihm gekommen, nicht folgen wollen, sondern ihn durch viele gemachte zeichen des heiligen creutzes vertrieben. ») Dem sey wie ihm wolle, Fridericus muste etliche jähr in seiner gefangenschasst bleiben, bis ihn endlich Ludovicus persönlich besuchte, und mit ihm einen vergleich aufrichtete, welcher von beyden, durch empfa- hung des heiligen abendmahls bestätiget wurde, x) Die Bayerische scribenten melden, es habe Fridericus allen auf das Kayser- thum habenden rechten abgesaget, alle eingenommene Reichsstädte und länder. herbey zu schaffen versprochen, mit Ludovico wider alle und jede feinde ein beständiges bündniß geschlossen, und den Kayserlichen titul bey Ludovici lebzeiten nimmermehr zu führen zugesagt./) Die Oesterreicher hingegen geben vor, es hätten sich beyde Kayser verglichen, das Reich mit einander zu verwalten; einer solte so viel ehre als der andere gemessen; alle lehns- und wichtige fachen solten von beyden ausgemacht, auch die hohen geeichte des Reichs von Ludovico so wol als Friderico bestellet werden ; und endlich solte unter ihnen eine beständige ftenndschafft und ewiges bündniß seyn: wie dann so gar das hierüber auffgcrich- tete oder auffgerichtet zu seyn vorgebende ossiums, wie ein solches noch anjetzo mit beyder Fürsten insieget versehen, in dem Kay- serlichen archiv vorhanden ist, erstlich von Cuspiniano und nach solchem noch viel netter und correcter von Lambecio in dem Oisrio ikincris olicniiL vou ansang biß zu ende eingerücket wird» Es zeigen sich aber dannoch bey diesem von Oesterreichischer feite >esührten vergleiche viele schwürigkeiten, inmasseri bekandt ist. ang daß nachhero, da Fridericus den Königlichen titul geführt, ... König von Böhmen auf Ludovici befedl in Oesterreich einfallen müssen, umihnaufanderegedancken zubringen; und daß ihm Ludovicus um dieser Ursache willen zu Jnspruck ane Visite gegeben, die aber aufbeyden theilen mit schlechten, vergnügen abgelauffen.2) Hätte Fridericus länger gelebet, so wurde man den verlauf der qantzen fache deutlicher erfahrm haben; allein es übereilte ihn ein geschwinder und schmertzlicher tod; denn es wuchsen ihm bey seinem leben würmer aus dem labe, und dieser elende zustand brachte an. O w einen Herrn ms grab, welcher von dar schönsten feiner zeit mit recht gehalten wurde, ss) Er hinterließ von lemev gemahlrn Elisabeth, Jacob, II, Königs in Aragomcn tochter, Annam und Elisabetham. H p. b) in vir. L-r5. «x nnmi'lm. c) p. 11;. ä) ekrenkp. l. 2 c. 9 6c l. Zc. ,r. e) viä. f) P° HA. §) Sk»»'. p. 42». LE. sä. Aaa» »n. Z72 fri Sn. i;lz p. 40 z. b) 1. ^ c. II. i) Äe^o I. c. 1c) TÄcs- cls I.uü»vicn IV1.1 p. 14.1) I. z c. li. m) L/i-'vs-r^e-r/e 26 211.1^14 p. 4^8. n) ^ 4 /ö. r>. ,iy. 0) x. nx>. p) ?«FZe^. I z c. ^^e»,r»e»ss, p. >20. Leö^s^sse»ss« p 411. g) ^i'FEr-re-r/. p. 121. I.; c 1) p. i-i lc.p 6/,io». 26 211. 18-2 p. 458. Äcö,ko^e»/ri 26 2n. i;LL p. 4LL. §/exs p. Fri^c»-. I. ^ x. z) p iro. r) rr»e»/I p. irr, ki) /«/ei» p. ir;. xLck>^o^e»)ri p. 4^z, 7) rstrc. H»»'- bitt. K 2 V. I. r. Le^o>'Ae»/H p. ^.IZ. 2) k«FFe^. I. z c. q.. 22) Le^sxAeir/rr p. 42;. bb) Ke-rxrc«i §,eio 26 211» >z;- p. 410. * Fridericus IV, gebohrner Hertzog von Braunschweig und Lüncburg , Hertzogs Magni Torquati söhn. Weil er seinen vater zeitlich verlohren/ neuste er unter der prärendirten vormundschafft seines vettern Ottonis des geraden viel verdrnß ausstehen. Es hatte derselbe unter andern das schloß Wolnenvuttel mit seinen leu- ten besetzt, und that aus demselben denen von Braunschweig viel schaden, wie er denn menschen und vieh hinweg schnapte, und die gefangenen bürger aufdem schloß gar hart tractirte. Hertzog Friedrich aber machte sich durch folgende list meister Won dem schlöffe. Er gieng mit seinem vetter Ottone herab in die messe, stellte sich aber, als wenn ihm die nase blutete, und gieng wieder zurück aufdas schloß, zog die brücke hinter sich auf, und bewehrte die gefangenen bürger von Braunschweig, gab auch denen im selbe bestellten andern Braunschweigern ein zeichen, daß es zeit wäre ihm zu hülffc zu kommen. Hertzog Otto, als er den list mcrckte, entwich nach Görtingen, und ließ sich forthin um die vormlliidschasit unbekümmert. Damals war Wenceslaus Churfürst zu wachsen, auch Hertzog zu Luneburg. Mit dieses rochier Anna vermahlte sich Hertzog Friedrich, gleichwie sein bruder Hertzog Bernhard die andere tochtcr Wenceslai Margarccham sich beylegen ließ, damit aufsolche art das Lüneburgische land wieder an das Braunschwcigische Haus kommen möchte. Er bekam aber mit seinem schwieger-vater verd ießiichkeil, weil derielbc ieine Mutter Catharinam, und brudcc, Hertzog Heinrich, von Zell vertreiben wolle, zöge dcrowegen mir seinen leulen jeincr mittler zu hülffe nach Zell; ehe es aber noch zu einer thällichkeit kam, starb Wenceslaus schleunig. Nichts destoweniger fuhren die von Luneburg und ihre bundsgenoffeu, der Bischoff von Minden, Grafvon Schaucnburg und andere in dem bösen willen fort, gedachteHertzo- -in Catharinam aus Zell zu vertreiben. Hierüber kam es an. i;88 zu Winsen an der Aller zu einer Wacht, in welcher die Lunebur- gcr und ihre Heister aufdas Haupt geschlagen, und gezwungen wurden , obgedachten Hertzog Bernhard, (den die von Schwichelb und Vteinberge, Hildeshcimische Vasallen, gefangen hielten) mit 7000 marck zu lösen, und zu ihrem Landes - Fürsten anzunehmen. Noch in diesem jähr nahm Hertzog Friedrich das schloß IrxhelM oder Icrrhcim ein, und brachte es an sein hauß. In eben diesem jähr ward Graf Ernst von Hohnstein Bischoff zu Halbersradt, mit welchem Hervog Friedrich biß an beyder ende, so m einem jähr erfolget, in steter Uneinigkeit gelebt, so daß beyde Herren durch raub und brand einander groyen schaden zufügten. An-1;s; bekam der Hertzog mit den Hlldeshcimischcn L-tiffls-Iunekern, Curt von Schwichelb und Hans von Sleinberge, zu thu», welche nach der Wacht bev Winsen, in der sie ihm bcygestandcn, völlig mit ihm ausgesöhnet worden waren; nun aber aufs neue ansien- gen, ihm ziemlich hoffärlig zu begegnen. Es kam zu Beinem zwischen Woiffenbüttel und Goslar den 14 oder 21 oct. zu einer Wacht, in welcher der von Sleinberg umkam, der von Schwichelb aber gefangen wurde, und sich wieder mit den 7000 marcken losen muste, welche er für Hertzog Bernhard zur ranzwn bekommen halte. An. 1 zyz stund unser Hertzog Friedrichen von Hcl- drungen wider die Erfrtcr bey, und weil diese bey solcher gelcgen- hcit des Hertzogs capffcrkeit kennen lernen, haben sie nach auslrag der fache ihn zu ihrem schutz-Fürsten und obersten Feldherrn crkoh- rcn, daß er ihnen in ihren kriegen, die nicht wider daS Reich, bcy- stehen wolle, dargegcn sie ihm jährlich ein gewiß gcld verjchrieben. Die Fürsten des Teutschen Reichs sahen sich damals nach einem tapffern Fürsten um, welchen sie dem verhaßten Wenceslao entgegen setzen, und desto sicherer denselben der Kayserlichcn wurde berauben tönten, wenn schon ein anderer an der stelle wäre. Die wähl traf unsern Fridericum, und wurde er aufdem Rcichs-cag zu Franckfurl am tage Urbani / oder den 25 may des 1400 mhrs von den gegenwärtigen Churfürsten Johanne zu Manntz, Ruperto von der Pfaltz, und Rudolpho von Sachsen zum Römischen König erwchlet, woraufdcn ro aug. Wenceslaus erst l»icmi>r.i abgesetzet worden, als der neue König oder Kayser Fridcricus schon tod gewesen. Denn es war derselbe nebst, seinem bruder Bern- hardo zivar aufdem Reichs-tag gegenwärtig, nach erfolgter wähl aber begab er sich aufdcn weg »ach Hause, willens bald zur cro- nung wieder zu kommen,und ivurde er von vielen Fürsten iindHer- ren begleitet. Auf dieser reise aber wurde er am tage Bonifac» oder den ; nim ( war eben der psingst - abend) nicht weit von Fntz- lar, gewaltstun angefallen, und weil er sich nicht gefangen nehmen lasten wolle, umgebracht. Damals wurde msgcmcm vor den Urheber dieser that, Johannes von Nastau, Churfürst und Ertz-Blschoffzu Mayntz, ausgegeben, welchen jedoch andere, sonderlich Nie. Serarius 2) undZacharias Vieler K) entschuldigen, und kommt es sonderlich darauf au, daß der Churfürst diese schuld mit einem Abschwur ablehnet; daß niemand eine rechte ursirch der tzindschafft angezeiget; (denn daß er besorget, es möchte ihm das Eichsfeld wieder genommen werden, sey nicht zulänglich; ) daß der Grafvon Waldeck,von dem so fort,sechsten den Churfürsten vor unschuldig erkläret, und sich wegen dieser that zuvor mit demselben airssöbiiGl müssen, und daß der Kayser Rnpcrtus in dem drief, fri wvrinnm er die offenbahren tbäter bestrafst, des Churfürsten nickt- gedencke. Daß aber Graf Heinrich von Waldeck, Heinrich des eisernen söhn, welcher damals des Churfürsten zu Mayntz Ratk- und Hauptmann des schlosses Rusteberg gewesen, den Kavser Friedrich angefallen, ist kein zweifel, warum er es aber gethan, (wenn es nicht auf seines damaligen Herrn, des Churfürsten ist Mayntz, gehest geschehen,) ist eine andere frage. Gedachter Victor spricht , der Graf habe wegen der Lüneburgjfchen Printzeßm Mechtildis, Ottonis und Margarethä von Mecklenburg lvchker, die an. izzz an GrafHcinrich zu Waldeck, seinen ur-großvater, vermählet worden, eine pratension an das Hertzogthum Lünebura gemacht, und der gleichfalls nur weiblichen posterität Wilhelm,, (welcher gedachten Ottonis jüngerer bruder gewesen) vorgezogen zu werden verlanget. Es wäre diese prätension von des Grafen Urgroßvater schon wieder Wilhelmum selbst angebracht, und von Carolo IV demsslben zuerkannt worden, 100002 marck feinen sil- bers aus dem Hertzogthum zu Heden. Da man aber bey erfolgten tronblen nicht zu seinen, Recht gelangen können, ob schon weder des Grafen groß-vater Otto, noch sein vater Henricus der eiserne jemals ihren anfpruch fahren lassen, hätte endlich Graf Heinrich sich auf die damals übliche art recht verschaffen, und den erwehlcen Kayser Fridericum gefangen nehmen wollen, woraus, wegen hitziger gegenwehr, dessen tod erfolget. Unterdessen ward der corper Frideric, nach Wibbrechtshausen gebracht, und das eiiiqe- weide daselbst heraus genommen und begraben, der übrige leich- nam aber zu Braunschweig in der doinckirche beygesetzt. Die üdri. gen gefangenen, die den Kanser begleitet hatten, wurden zwar gegen ausgestellten revcrs, daß sie sich nicht rächen wollen, lößqe. lassen; doch die Hertzoge von Braunschweig, Friderici brüder, zogen fast alle Sächsische Stände an sich, und fielen dem Cbur, fursten zu Mayntz und Grafen zu Waldeck in das land. Diejenigen , welche sonderlich Hand an den Kayser gelegt hatten, waren Friedrich von Harringhatisen und Cuntzmann von Falckenbcrq. Diese wurden von ihren Verfolgern in dem schloß Gcbelhaustn belagert, entgiengen aber, und wurden erst an. 140; von Kayser Rupert in einem besondern bey Mcibomio befindlichen decret dahin verdammet, daß sie in dem Lttiffte zu Fritzlar eine ewige messe und altar stifften , in ein gcfängniß, wo und wenn es dem Kayser gefällig, gehen, und darauf 10 jähr ausser Teutschland sich aufhalten sollen, die erste» vier jähre zwar ohne gnade, die andern 6 aber so, daß der Kayser nach befinden ihnen die Wiederkehr gestatten konte. Im übrigen wird Kayser Friedrich als ein kluger, tapffcrer und doch dabey gcrecbtigkcit und friede liebender Herr ge« rühmet. Von seiner gemahlin Anna, Churfürst Wenceslai zu Sachsen tochtcr, hatte er 2töchtcr, Annam und Elisabekham, davon die erstere an Hertzog Friedrich den ältern von Oesterreich, die andere aber an Graf Günthern von Schwartzburg, oder wie ihn andere nennen, Henricum vermählt worden. 2) I. s p. 368 st. b) lbnUcilicli?. i c. st 2-icl. ttiiüur. WAUeccigrum 2,irstliil. tz 10. cls8 übrige ist genommen 2u; von Icicibomio gcbeilcrcen kraunkckvv. unä I.üncbui'gilcben cbronicsi p. 260 st. unll lbnllerlick junioris cliss. tzc kricicrici Oucis 8r. Le bun. i> Imper2rorcm elctziionr Lc milera c2:cler. z rcr. Qerman. p. 41p stc^. Fridcricus V , ober III, wie ihn andere nennen, welche Fribrich den schonen von Oesterreich und Hertzog Fridrich von Braunschweig aus der zahl der Kaystr ausschliessen, war ei» söhn Hertzogs Ernesti des eisernen von Oesterreich, welchen er mit Zimburgis , Hertzogs Ziemoviti in Masovien tochtcr aczeuget hatte, und wurde än. 141z gcbohren. In dem 20 jähre seines al- ters nahm er eine reise in das gelobte land vor, und in dem r; wurde er zu Franckfurt cinhcllig zum Kanser erwählet, auch in dem 27 zu Aachen gckrönet. Den Römer-zug trat er erst an. -4,2 an, weil 2 Päbste, Eugcnius IV undFelir V , noch nicht wegen des stuhls einig werden tonten, bis endlich Nicoläus V allein zum Haupte der kirchcn erkläret worden, von weichem er sich dann zu Rom. an. 1452 den 14 mertz mit der Lombardisehcn und; tage hernach mit der Kanstrlichen crone crönen lassen. Weil er von na- tur zu einem stillen leben geneigt war, so schlug er öffters wider seinen Vortheil dasjenige aus,was ihn hierum befördern tonte. Dann an. 144z trugen ihm die Böhmen in einer Gejandfehaffl an,, entweder ihre crone oder doch die vormrindfchafft über den unmündi. en Ladislaum anzunehmen; allein er wolle sich zu keinem verste- en, und gab dadurch gelegenbeit, daß die Böhmen George Po« dicbrad zum Vormund und Statthalter ihres Königs machten, welcher den Kanser nachgebends wegen vorcnthaltung des jungen La« dislai mit krieg heimsuchte. Dergleichen thaten auch die Ungarn, und zwungen ihn, daß erden zwölfjährigenLadislaumloß lasse» muste. Er setzte ihm zwar; Statthalter und Vormünder, Humsia- dem in Ungarn, Podiebrad in Böhmen , und Ulricum in Oesterreich ; allein der frühzeitige tod des mehrgedachtcn Ladislai, wel, cher an. 14^8 crsolgcte , entrisse Ungarn und Böhmen dem haust Oesterreich, und wandte es hingegen des Hunniadis söhn und dem Podiebrad zu. Gedachten Hunniadis söhn, Matthias, bekriegte an. 1477 den Kayser, und Oesterreich muste nach vielem erlittenen brand-schaden mit 100002 gülden diesen feind von sich kausscn. Allein als diese nicht zur bestimmten zeit abgetragen wurden, auch übcrdiß der Kayser den entflohenen Ertz - Bischoff von Gran wider König Matthiam in schütz nahm, gieng der krieg an. 1480 aufs neue an, darinnen gantz Oesterreich verlohren gieng, und es würde der schade noch grösser worden seyn, wo nicht Hertzog Albert von Sachsen von seinen Mitteln eine armee aufdie deine gebracht und unterhalten , damit den feind hier und dar in die enge getrieben, und ihm endlich an. 1487 einen stillstand der Waffen avgenöttngec fti Me. Nachdes Königs Matthlä tode, weicher an. 1490 erfolgte, wurde Oesterreich völlig von den Ungarn vcfreyet. Nebst die,em Ungarischen ist wohl der Niederländische krieg der merckwürdigste, worni des Hertzogs Caroli von Burgund Hochmuth die bahn gebrochen. Denn weil dieser nicht allem ein Herr von Burgund, sondern auch d»ech erkauffung des Hertzogthums Geldern em besttzer von der zu Teutschland zu bringen, sondern auch seine erd-tochrer Ma- riam mit des KayserS söhne Marimillano zu vermahlen. Weil aber derHertzog abschlägige antwort bekam, hegte er schwere fenid- Wfft wider den Karger, und suchte bey guter gelegenheit nacy- rruckiiche proben davon sehen zu lauen. Als nun der Kayser Land- mrs Hermannum von Hessen, welchen die Dom - Herrn zn Cvlln wider ihren Ertz-BifthoffRuprechten aus dem Hause Pfaltz erwey- let hatten, in schütz nahm, trat Hertzog Carl auf des abgesetzten Erk-Bischosss feite, und belagerte den Landgrafen zu Neust, tonte es aber wegen annähenmg der Kavserlrchen armee, nlcht erobern; sondern miiste, wegen emsall der Eidgenossen in seme lande, einen frieden eingehen,und die vormals abgeredete heyrath zwischen dem Kayserlichen Prmtzen und seiner tochter aufs neue bekräfftigen. Ais nun diese nach Hertzog Carls tode vollzogen wurde, kam das Haus Oesterreich zum best» der ansehnlichen Burgnndischen erb- schall, die aber so wol durch innerliche als änscrliche uuruhe dem ertz-hause viel zu schaffen machte. Ja der Kayseriiche Prmtz Mari- Milla», welcher 2 jabr vorhcro zum Römifchen Könige getrönet worden, ivurde zu Brügge an. 1488 den z febr. gar gefangen gesetzt. Weswegen dann Kaystr Friedrich zu scmer crledigung e>ne ansthnisthc armee auforachre, welche aber die rebcllen nicht erwartete», sondern ihren Herrn aufgewisse bedingungcn vorhero lost liessen. Gleichwie aber Kayser Friedrich mit auswärtigen feinden viel zu thun gehabt, also machten «bni die innerlichen unrnheu des Reichs alcichfaiis grosse bescmvcrlichkeit. Das gröste nnyeil ver- ursaU te die zwlst'.gkeit zwischen dem Ertz-Bsichoffe Dcctbem zu Mayntz' welchen der Padsl Pins II stiner würde entsetzt halte, und -wische» GrasAdolphen von Naassau, welchen der Pacht an jenes statt zu der Ers-Bischöflichen würde befördern wolte. Der Kaostr nahm auf Veranlassung der Päbstlichen bedienten des ietz- teen parthev an, vhngeachtet der erstere des Teutschen Reichs Hoheit mit grossem eyfer wider den Pabst vertheidigte. So ereigneten sich auch einige femdstligkeiten i» Bauern, da Hertzog Albrecht m Bauer» die freye Reichs-stadt Regenspurg ohne desKaysers wissen durch kaust sich uncerwürstig zu machen suchte, welches unternehmen ihm aber derselbe durch bcdrohnng des bannes unterbrach. Dic weitlaiifftigkeiten, welche sich in Holstein nach dem tode Gras Adolvhi vonHolsteinIivischen König Cbristiano I von Dänemarck und den Grasen von Lchaumburg wegen der Grasschatt Holstein zugetragen, verglich er endlich an. 1469 dahin, daß der Konig die erhschagl gedachter Grasschafft besitzen, hingegen den Grafen von Scbaumbnrq 4Zc>o gold-gülden für ihre anfordernng auszahlen solle. So ließ es sich auch mit König Carole» VIII in ^ranekreich zu einem gefährlichen kriege an , weil seidiger die Printzeßm von Bretagne, welche dem Könige Marimillano versprochen war, sich beylegte; allein der emfäli der Turcken verursachte, daß man sich zu einem frieden, welcher an- >4yizn isenlis geschlossen wurde, bequemte. Im übrige» sind die bekant te Concordara zwischen ihm unb Nicvlao V an. 1447, wegen crsttznng der geistlichen stellen, aufgerichtet worden. So hat mich der Schwäbische bunt» an. 1488 unter ihm, zu erhalcung der innerlichen ruhe, seinen apfang genommen. Gleichwie er aber ein grosser liebhaber der künste, twiderlich der natürlichen und mathematischen wissenschafften war, also hatte er das glück, daß unter ihm die bnchdrucker-kunst erfunden wurde. Endlich starb er zu Lintz an. 149 z, von seiner gemah- lin Elconvra, Königs Eduard, in Portugall, tochter, welche er sich an. i4;r beygelegt, Maximiliannm I znm Nachfolger im Reiche nach sich lassend. Sein betäubtes symbolum war, I. >. - . v. apucl I^lr. l,Lmkcc»un> >» cliL^o iki- nms Lcilenk tzillor. rsr. kriclsrici II. nrzkio in coronzkionc kriösnici III; >i> Ic»IiLc» xrokeLivns vocivn. cbren - isticg-I Könige von Danemarck. ^ridencus I / ein sobn Königs Christian I von Danemarck/ Mchen er mit seiner gemahlin/ Dorothea/ Marggras Johanns zu Brandenburg tochter/gezeuget hatte/ wnrdean. 1456 ge- gebobren. Sein bruder / König Johannes in Dannemarck/ schickte ihn zwar nach Cölln ansdiellniversitat/ und wnrcktc ihm daselbst eine geistliche prsMenM-aus/ welche er auch rm 9 fahrt seines alters zu gcnicffen anßeng. Weil er aber bey zunehmenden fahren mit diesem stände nicht zufrieden war/ gteng er nach dem tode seines vaters/ welcher an. 148- erfolget/ von Colln nach Holstein/ daselbst djß Hcrtzoqthnm nebst Schleßwig/ vermöge des von sel- nem vaker aufgerichteten testamcnts/ völlig in besitz zu nehmen. Allein sein bruder / mehrqedachter König Johannes / räumte ihm anfangs nur einen theil von Holstein ein / da aber Fndmch sich darüber beklagte/und ausser Scklcßwtq und Holstein auch an Nor- rveqenetne» antbcilhaben wolle / kam es endlich an. 149a zu einem vergleich /krafft dessen Schleßwig und Holstein dergestalt getheilt wurde/ daß König Johannes S-geberg/Rendsburg/Hanrov/ Haseldorp; Flensbnrq/ Sonderburg/ Fehmem/ Norbnrg/ Apanradcz und die klvster Nheinfeld / Arensbock/ Pretze und Nuhekloster; Hertzog Irthl ich aber (Lotlorp/ Londern/ Kiel/ ?Eow/SteinberH/Jtzehve / Plön/ Oldenkorg in Wägern / 'e. habm / d e Ritter,Lasst / Prälaten und das recht am Hau aber gemein seyn sollen. Hertzog Fridertch stunde hieran! dem ^ich"ab/ieff die Dttmarschcn bey/ der aber ungluck» ^ ^ illiü) il! kliere wldei. ^ü)weden Endlich als nach semes brudcrs ^shannis tode besten sehn Chri- 1^ kh>vn gesioffen wurde / bestieg den- selbenHettzog Fridrtch/ dem hierdurch das unrecht/ so ihm lein drudet angethan / reichlich ersetzt wurde. Die nuionder mach- lcn ihn an. 152; zu erst unter freyem Himmel znussKöntge/und dadurch die propheceyung war / weiche ihm laugst vorhero sem Leib- Medlcus / Respuemlosp / verkündiget halle. Dem exempcl der >ahrdaraus die übrigen stände / und einige . .. ..,...... mehrmseinem reiche icst zu setzen, Zu diesem ende ließ er die pratcnswn aus Schweden sayren/ und richtete mit dem Kvnrqe Gusiavo vielmehr wider den vorragten Chrrsticrnunt ein vimdnrß aus / dergleichen er auch mit den Hansce-stadten that. Dieses nrachkc dem vertriebenen Chii- stlerno völlig den garans / daß er mit seinen in Teutschland zusam. inen gebrachten tipuppen uuvcrrtchtelcr fachen von Däuemarck ab- ziehen muste. Hrerbey trug sich die Veränderung der rcitoton zu/ mbcmHi lcdnch der Lutherischen lehre nicht uuqeneigt war/und selbiger freue nbung in seinen landen verstattetem wvrzu der Cakholi». seyen Tlschoffennternchmen/ welche Christlernv so wo! öffentlich a! unter der Hand allen Vorschub thaten / nicht wenig mag beygetragen haben. Den Adel verband er sich durch erkhctlung grosser freyycilen / welche er ausserdem namrn / der Grasen und Freyherren / chm fast glerch machte. Endlich starb er an. - zz; / nachdem er das jähr vorher den verjagten König Christiermim gefangen bekommen/ und durch Versicherung dessen person sem reich ausser ge- fahr gesetzt hatte. Er hatte 2 genial,!,nnen/ davon die erstere Anna/ Chursurst Johannis > zu Brandenburg tochter/so an. 144; gestorben/ ihm ChristianumIII/so nachthmKönigworden/ ge. bohren. D.e andere war Sophia/ DogiAa LX / Hertzogs tu Pommern/ rochier/ welche ihn zum vater dreyer söhne/ Johan» nts/mü dem zunamen des alter,, / so in Schleßwich und Hohlem seinen antheilbekam / Adolph! des stamm-vakersder Hertzoge von Holstctn-Gvikorff/ und Fridciici / Btschoffs zu Htldesheim und Vchletzwich / machte. iiilkur. o,,». Oi-'/c/rov,«- log. vlnrus Oanicu;. ls NllZe Lc Fridevicus II/ ein söhn Königs Christiani III in Danemarck/ weichen er nut Dorothea / Hertzogs >-»xn zu Sachsen-Lauendura toch,er/ gezengel hatte / war an, > z ;4 gebohren. Erwürbe noch bey lcd-zcitcn seines vaters im 8 jähre seines alters zum Könige in Danemarckerwahlet / woraus er an.>z?y nach dem tode. seines vaters den thron wurckltth b stieg/ und gleich den ansang seine« regierung durch besieg,mg der Dlthmarfen/ welche bis hieher ihre sreyheit behauptet halten / nun aber von ihm und seinen zweyen vettern / Johanne und Adolph» /Hcrtzogen zu Schleßwich und Holstein / bezwungen/ auch nnrer sie dreyen anheilet wurden / Merck- würdig machte. Zwey jähr hernach ließ er sich in geaenwart Chursurst Augustens zu Sachsen und anderer hoben Personen die crone zu Coppenhagen aussetzen. Zu gleicher zeit schickte der Pabst einen Nunctum nach Danemarck / daß er den König zu dem Conciles zu Lndent einladen solle/ allein er muste sich zu Lübeck aufhalten / und mit der antwort vergnügen lassen / daß er eben so we» ntgalssein vaker/ König Christianus mit dem Pabste wölke zu schaffen haben. Nicht lange hernach ließ er dem Könige in Schweden Erico XI V den krtea ankündigen / weil Schweden nicht allein das bisher geführte Dänische wapen mit; cronen nicht wölke pas- stren lassen/ sondern auch durch andere Ursachen die Dänen beleidiget hatte. Der krieg wurde über 8 jähr mit zwMelhafftem glucke gcsührek. Denn ob gleich anfangs die Dänen unter ansah- rung Günther! von Schwär tzdurg Elssbora und das darzu gehörige Ocüand erobert hatten/ hingegen die Schweden vor Halmstadt abziehen / und gleichdaranfnach gehaltenem kreffen/wortn» nen beyderseits über 4^00 mann geblieben/ das selb räumen mu- sien / auch über dieses an. i; 64 zur see unglücklich waren / so schien doch nachgeheuvs der Dänen glück sich zu ändern. Die Schweden eroberten den Dänischen Admiral mit -ooo mann / .und den mit den Dänen aliirtcn Lüb'cckcr Admiral verbrannten sie/ auch vor Wisby mustcn die Dänen und Lübecker einen so harten stürm ausstehen / daß m die yooo mann mit den beyden Admiralen ersoffen. Doch wetzte an. >567 der Dänische Feld-Marschall Ran- zow die scharte wiederum in etwas aus/ indem er bey FalckenvurL in die 6000 Schweden erlegte. Inzwischen wurde Köiug Euch von seinem bruder Johanne von dem throne geflossen / welcher dann wegen anderwärtiqer kriege um so vieUlQ er den frieden annahm /so an. 157° durch Vermittelung des Kaysers Marimiltan» II und derKönige tn Franckrcich und Polen zu Dtemn geschlossen wurde.Hiervey liessen die Schweden lyrm anspruch auf Schonen/ Halland/ Blecklngen/ Gothland/Norwegen / wie auch Liefland / wenige orte ausgenommen / fahren / und zahlten noch ra°ooo thaler / die Banen hingegen gaben Eifsborg wieder/ und rcsignirten thrcin rechte auf Schweden. Nachdem nun auf solche art die Schwedische unruhe gcst-llet war/ büed er die nbnge zelt seiner reatcrunq in erwünschtem frieden. Ob es sich auch gleich mit den städten Dantzig und Hamburg verschiedene mal zu emec weitläufftigkeit anließ/ wolte sich doch der König mrt erner summa geides lieber vergnügen / als beschwerlichen krieg anfangen. Er vergliche sich«!. rz/sZU Odensee mit den beyden Hertzogen za Aaa z Vchleß. Z74 fri Schleßwia-Holstein / seinen vettern / wegen der lehens-pflicht / zu welcher sich diese bekannten. Nach seines vettern Johannis des ältern/ Hertzogs zu Schleßwiq / tobe an. iz8--/ theilte er sich mit desselben bruder Hertzog Adolphs in seine lande/ derqcstalt/ daß er Hadersleben / Doring/Rendsburg und die helsste von dem mittlern theil von Ditmarschen bekam. Hingegen gab er an. 15 64 seinem brnder/ Johanns dem jungem zur apanage ansehnliche guter in Schleßwich und Holstein/ unter dem titul zweyer Fur- stenthümer / Sonderburg und Plön / wodurch das Königliche hauß in 2 linien gekheilet worden. ( siehe Holstein / und Johannes II der jüngere/ Hertzog zu Schleßwich.) Im übrigen war er ein grosser beförderer der gelehrsamkeit; wie er dann nicht allem dem berühmten Tychoni von Drahe/ zur ausubung der astronomischen wiffcnschafften / die kleine Jnsul Huen eingeräumet / und sonst allen Vorschub gethan / sondern auch zu Sora ein Königliches aufgerichtet/ und die einkünffte der sc-llemi- zu Coppenhagen mit 60000 thalern vermehret. Cronenburg /chie berühmte vestnng / hat er völlig erbauet / und zu der prächtigen Friedrichsburg hat er einen herrlichen ansang gemacht. Einige wollen ihm auch die aufrichtung des elephantcn-ordens beylegen. Endlich starb er zu Anderso in Seeland an. c <; 88. Er hatte zur gemahlin Sophiam/ Hevtzoa Ulrichs zu Mecklenburg tochter/ die »hm; söhne gebohren/ Christianum IV / welcher ihme auf den thron gefolget; Ulrieum/ der Dsschoffzu Schwerin worden/ und Johannem; desgleichen 4 töchter/davon Elisabeth» an Hertzog Heinrich Julium zu Braunschweiq/ Anna an den König Jaco- bnm in Engclland/ Angnsta an Hertzog Johannem Adolphum zu Holstein-Gottorf/ und Hcdwig an den Churfürsten Christianum II zil Sächselt vermählet worden. «Maria reßum vsniL coinpe^- gpuci I.inöcnbrogium >y lyNoge Lieptianü. gLiiea- IvA. rezio-Oanica. clloroKr. Dan. L 76- öc 770. Lc-MF» klar. Han. cpigr. fle red. ßciiis krillcrici II. Mit. I. 46,47,6,, 69,96. l>»oge öcc. irorir. proc. »mp. I. 4 c. 9 §. 17 p. r68. Leickj-Lrclliv park. 5 ^cc. conr. r Von «oliiein p. 49, si, r6s. Fridericus III / war ein söhn Königs Christiani IV , welchen er mit Anna Catharina , Churfürst Joachimi Friederjci zu Brandenburg tochter gezeuget, und wurde an. 1609 den 18 niartii gebohren. Anfangs hatte er sich wenig Hoffnung zur crone zu machen/ indem sein älterer brudcr »och lebte / und sich bereits zu forlpflan- tzung seines Königlichen Hauses eine gemahlin beygelegt hatte / weswegen er sich auch um geistliche guter umsähe / und erstlich von dem Bischoffe zu Verben / Philipps Sigismundo / einem gebohrnen Hertzsge zu Braunschwcig / zum Loscijuror. „ach dessen tobe aber an. i6r; gar an dessen stelle erhoben wurde / darzu noch an. 16)4 das Ertz-Bißthnm Bremen kam / welches ihm aber an. 1644 die Schweben wiederum abnahmen. Allein als sein älterer bruder Christian an. 1647 ohne linder gestorben / und ihm sein vater an. 1648 in der sterdlichkeit gefolget / wurde er in dem letztbestigtcu jähre zum Könige an dessen statt erwählet, und den 2; seht. zu Coppen- jhaäcn gekrönct. Der ansang seiner regierung war ziemlich ruhig, ausser daß die beyden vornehmsten Königlichen Minister, Uhlefeld und Eeestädt, welche beschuldiget wurden , daß sie dem Könige hätten gisst beybringen wollen, grosses aufsehen machten. Allein als nach der zeit die Schweden in Polen so glücklich waren, liessen sich die Dänen, welche ohnedem genügsame ursack, darzu zu haben vermeynten, durch die Holländischen und andern Gesandten bewegen , init den Schweden zu brechen. Der krieg wurde also dein Könige Carl Gustav, welcher in Polen genug zu thun halte, an. 1657 Lurch einen Herold angekündiget, und so fort im Bremischen die sestung Brcmervörde nebst^ndern geringern schwitzen weggenommen. Allein der König in Schweden verließ Polen j drang nnl einiger mannschafft in Holstein ein, und halte überall erwünschten fortgang, bekam auch in Bremen die abgenommenen örter bald wiederum weg. Er steckte die Königliche alte und neue stadt Jzehoe in brand, und die insul Bornholm wurde durch seine schiffe gantz ausgeplündert, ja der Schwedische General-Lieutenant Gras Wrangcl eroberte die stadt und sestung Friedrich-Ode mit dem de- gen in der saust, ohngeachtet zooo Dänen darinnen lagen. Zwar nahmen die Dänen die starcke schwitz Froz-Oe an den Norwegische» grantzcn im Iempter-lande hinweg, und eröffneten sich dadurch einen paß nach Schweden. Allein die Schweden wüsten diesen Verlust so wohl zu ersetzen, daß sie sich der insul Alsen und des Fürstlichen Hauses Suudcrburg bemächtigten, auch bey hart-eingefallener frost einen weg über die sie fanden, die insul Fühnen heimzusuchen. Dieses letztere verrichteten sie an. 1658 im jan. mit solchem glücke, daß sie nicht allein gedachte insul sich «nterwürssig machten, sondern auch die darauf besindlichen 5000 Danen über den Haussen warffen. Dieses, gleichwie es die Schweden anftisch- te, gar vor Coppenhagen zu gehen, also brachte es die Danen zu fricdcns-gedancken, welche auch zu Rotschild den 24 ftbr. des gedachten r658jahrs ihren endzweck erreichet, da denn Danemarck an den König in Schweden, Schonen, Halland, Bleckingen, die insuln Hucn und Bornholm, ingleichen Bahus und Dronlheim in Norwegen überließ, auch Hertzog Friedrich III zu Holstein-Got- torff, der dein Könige in Schweden seine tochter zur gemahlin gegeben , und ihm zu gefallen, die Neutralität ergriffen gehabt, für einen svuverainen Herrn erkennete, welches der erste ansang zu denen nachmals erfolgten strcitigkciten der Könige mit den Hertzogen gewesen. (siehe Friedericüs III, Hertzog zu Schleßwich Holstein.) Allein dieser friede hatte kaum wenig monate gedauret, als er im aug. wieder gebrochen wurde. Denn die Schweden undcrm vor- wand, wie sie gewissen bericht hätten, daß Dänemarcknur warten »volle, biß sie ihr kricgs-volck abgeführt,und in Polen oder Teutsch- fei land sich in neue kriegen verwickelt hätten, ländeten gantz unver- muthet in See-land an, und belagerten nochmal Coppenhagen konnten aber wegen des Holländischen succurses nichts ausrichten' hingegen waren sie vor Cronenburg glücklicher. Das folgende jgkr giengen sie abermal aufCoppenhagenloß, und stürmetenes? am- tze stunden, fanden aber solchen widerstand, daß sie gleichfals yn- verrichteter fachen abziehen mußten. Hierauf bekam der König in Danemarck verschiedene hulffs-volcker, eroberte im nov. des gedachten jahres die insul Fühnen, und insonderheit Nvborq, und schlug 4000 mann der besten Schwedischen soldaten. Als nun der Konig Carl Gustav hierüber starb, wurde an. iüü° der vormals zu Rotschild aufgerichtete friede vor Coppenhagen bestätiget, ausser daß Drontheim in Norwegen und auf der ost-see die inful Born- holm den Danen muste restituiret werden. Was aber das merck- wurdigste ist, so wurde in diesem jähre im oct. auf dem grossen Reichs-tage zu Coppenhagen dem Könige die völlige souverainilät und das erbliche successions-recht, ohngeachtet die vom Adel nicht wohl damit zu frieden, von den übrigen Ständen eingeräumet. An. 1667 starb der letzte Graf von Oldenburg, Anton Günther, und brachte dadurch bey verschiedenen Competenten wegen der erb- schasst streit zuwege; allein der König Friedrich in Dänemarck ergriff den besitz, und vergnügte des verstorbenen Grafen nächsten Agnaten, den Hertzog von Plön, Joachim Ernst, auf andere weise. Dem Grafen folgte der König selbst an. 1670 den 9 febr. in der sterblichkeit. Er hatte zur gemahnn Sophiam Amaliam, Hertzog Georgcns zu Luneburg tochter, die ihm an. 164z beygelegt worden , und ihm gebohren Christianum V, der nach ihm König worden ; Gcorgium, welcher sich mit der Königin Aiwa in Engelland vermahlet; ferner Annam Sophiam, Churfürst Johannis Geor- gii III zu Sachsen gemahlin; Wilhclminam Ernestinam, so Cdur- Furst Caroli in der Pfaltz; Ulricam Eleonoram, so Königs Caro- li XI in Schweden; und Fricdericam Amaliam, welche Hertzog Christian Albrechts zu Holstein-Gottorf gemahlin worden. Ausser diesen hatte er auch einen natürlichen söhn, Ulrich Friedrich Gül- denlow, welcher den Gräflichen titul erhalten und Statthalter in Norwegen worden. Ivczvum Lurop. rom. z. ssllvAe. llc gellis Or'oü Oullsvi, LinIeicunA 2vr bild. voll tzclivvcllen. p«- ^0//- lctzsutzülillc üec. clu Lliev. * Röntge von Neapel und Sicilien. Aiedericus / war ein söhn Königs Ferdinand! I des Mächten/ der ihn mit Johanna von Claramonte, Gräfin von Cvperti? no, gezeuget. Als der König in Franckrcich Carolus VIII an. -4Y4 einen zug nach Neapel that, um dieses Königreich zu erobern, ward er von seinem ältern bruder Alfonso, der damals König war, auf einer flotte nach Genua geschickt> um durch die erobermig dieser stadt die Frantzosen aufzuhalten. Weil aber der anschlag vor der zeit verrathen wurde, begnügte er sich eine landung aufdem m-i-r von Genua zu thun, ward aber bey Napallo geschlagen. Nachdem seines bruders söhn Ferdinandus II an. 1496 wenige Wochen nach der wiedcreroberung von Neapel mit tod abgegangen, succedirte er demselben, und erhielt auch von dem Pabst Älerandro VI die vcllirur des Königreichs. Als er aber nochmals dem söhn dieses Pabsts Cäsari Borgiä seine tochter nebst dem Fürstcnthum Taren- to zum hcyrath-gut nicht geben wolle, weil er nicht ohne gründ besorgte, es möchte der Pabst hernach feinen söhn gar zum König von Neapel machen wollen; so hieng sich dieser an Franckrcich, und als nachmals an. 1 zoo Ludovicus XII und Ferdinandus Catholi- cus sich vereinigten, daß sie Neapel mit gesamter Hand einnehme», und unter sich theilen wollen, reichte er beyden die inv-Mwr. Da nun die beyden Könige an. 1501 Friedericum angriffen, vcrlohr er das Reich in kurtzcm, und retirirte sich erst auf die insul Jschia, ergab sich aber hernach gutwillig an Ludovicum XII, der ihm das Hertzogthum Anja» nebst zooooducaten jährlicher einkünffte biß an seinen tod, der den 9 nov. 1504 zu Tours erfolgte, zu gemessen gab. Man machte ihm hernach, da sich die beyden Könige wegen der thcilnng von Neapel veruneinigten, Hoffnung znr crone, aber vergebens. Ferdinandus Catholicus hielte seine Printzen auch schäm gefangen, damit sie ihm nicht entgehen, und in Neapel unruhe machen möchten. Seine erste gemahlin von an. 1478 biß an. 148° war Anna, eine tochter Amädäi IX, Hertzogs von Savoycn, welche ihm Charlottam, eine gemahlin Vidonis XI V, Grafen a- >a Val in Franckrcich,gebahr.Zum andernmal heyrathetc er an.1487 Jsäbellam -i« Balzo,eine tochter Pyrrhi, Printzen von Altamura, mit welcher cr Ferdinandum, Hertzog von Caladricn, und Juliam, eine gemahlin Joh. Georgii, Marggrafen von Montferrat / zeugte , ingleichcm noch eine tochter, Jsabellam, und - söhne, AlpM- sum und Cäsarem. liill. cil. ^ciedcricus / von Aragonien, ein fohn Königs Petri III von Aragonien, und bruder Jacvbi II, Königs von Aragviimi, wurde zum König in Sicilien an. 1296 erwählet, und führte hierauf einen schweren krieg wider den König von Neavolis, Carolum II, welchem Friedcrici bruder, Jacodus ll, Smuen überlassen. Allein Friedericus erhielt den besitz von Sicilien durch friedens-handlung, und vermählte sich mit Königs Caroli II tochter , Elconora, die ihm gebohren Pctrum I , welcher in dem Wiche gefolget, Wilhelmum, Hertzog zu Athcn, nebst verschiedenen andern Andern. snn,l. TirsZon. ill,. 5 cap. ;6 L1.7 c. «c. §encsl. «iss>. p. 9. Rönig in Preussen: Friderixus I, König in Prenssen, und Cbur-Fürst zu Brandenburg , war ein söhn Friderici Wilhelmi des grossen / Ch>>r- Fürsten zu Brandenburg, und L»uija Henriettä, Henrici fti Printzcn von Oranien tochter, welche ihn an. 1657 zu Königsberg qeboliren. Weil sein älterer bruder Carolus Aemilins lebte, wurde ,hm in einer besondern c>,ss,oiir,-,n das Furstenthum Halberstadt zu seiner -p-nsZe bestimmet, nach dessen tob aber bekam er das amt Köpenick zu seiner residentz. In seiner jugend wurde er in allen seiner hohen gebührt auflandigen wissenschafften unterrichtet, wohnte den Pommerischen feld-zugen bey, und stifftece an. ,68s den Ritter-orden 1» gensrogrs. An. 1687 überfiel ihn ein schwä- rer steck-fluß, und da der athem schon ausblieb, ließ ihm sein Hofmeister , Eberhard von Danckelmann, wider aller Kieckcorum meynung, eine aber öffnen, und erhielt ihn dadurch beym leben. A„. 1688 den 10 apr. trat er die regiernng an, unterredete sich den 1; oct. zu Minden mit dem damaligen Printz Wilhelms Hen- rico von Oranien, und verband sich mit demselben wegen des Vorhabens aufEngelland, wie er dann deßwegen 24)00 mann zu be- deckung des Clevischen,landes abschickte. An. 1689 halff er die streitigkeit zwischen Dänemarck und Holstein beylegen; kündigte hingegen den 1; apr. der Cron Franckreich den krieg an, und nahm den s may Rheinfels, den c6 jun. Kayserswerth, und den ii jul. die Frantzofische schantz vor Bonn hinweg. Hierauf fieng er den 24 des letzt-besagten monats an, die vestung Bonn zu beschießen, und machte sich den iz oct. davon Meister, nachdem er in hoher person keine gefahr davor gescheuet hatte. In eben diesem jähr erhielt er den orden des Hosenbandes, und nahm die Huldigung zu Eleve, Svarenberg und Halle, gleichwie an. 1690 zu Königsberg ein. Nach diesem gieng er wieder in Brabant zu selb, schloß mit dem König in Spanten bey Waterlo einen besonderen tractat, und verhinderte mit seinen 20000 mann, so er zu den Niederlanden flössen ließ, die wettern Frantzöfischen pressen nach der schlacht bey Flenry, so, daß sie nichts weiters ausrichten konten, da sonsten anfänglich durch diesen sieg ein guter theil der Spanischen Niederlanden in gefahr liesse, verlohreu zu gehen. Er nahm auch um eben diese zeit viel wegen der religion aus der Pfaltz vertriebene in seinen landen auf. An. 1691 unterredele er sich im Haag mit dem König von Engellaud, ließ die durch ein wetter sehr beschädigte vestung Spanbau viel schöner wieder aufbauen , und schickte dem Kayser wider die Türcken einige hülffs- völckcr, welche sich bey Lalankemcn den i8aug. nicht weniger wohl hielten, als diejenigen, joden 19sept. Version beyLeuse beywohnten, und an. 1692 den Bouflcurs die belagrrung von Namur aufzuheben nöthigten. In cbeiichiesem jähr 1692 stifftete er die Vermahlung des Chur-Fürsten zu Sachsen, Johannis Geor- gii IV, init der verwittibten Marggrasin zu Anspach, bey welcher gelegenheit der orden czuter freund schafft zwischen beyden Chur- Fürsten aufgerichtet wurde. Er trug auch nicht wenig bey, daß es mit der neundten Chur in f-ve», seines schwieger - vaters zur ricktigkeit kam, und nahm die Huldigung zu Magdeburg und Hal- berstadt ein. An. 169) legte er mit seinen trouvpen, unter Com- mando des Marggrafen Caroli Pbilivpi, in dem treffen bey Landen besondere ehre em > trat die stadt Gvlnan gegen erlegung der in dem frieden zu 8. Germain versvrvchenen >0000 ryalcr an Schweden wieder ab, und erhielt hingegen von dem Kayser die anwartschafft aufdte Herrschaft Limpurg, und die darzu gehörige lehn. An. 1694 inzugunxte er an seinem geburts - tag die Friedrichs - Universität zu Halle, machte die Saale durch angelegte schleusten schiffbar, überließ dem Kayser aufs neue 6000 mann wider die Türcken, und halff durch feine den Holländern zugeschickte hülffs - völcker die eroberung der vestung Huy befördern. An. 169; trat er dem Kayser den Schwibusisch.cn Crayß ab, und empsieng dagegen die Kayserliche consti-mscion über die Gräflichen Limplirgischen güter in Francken und Schwaben, die ihm der Graf bereits das vorhergehende jähr angebotten hatte. In eben diesem jähr halsten seine völcker die städte Casal und Namur einnehme» , und führten vor dem letzt-gedachten ort eine eigene gue. An. 1696 überließ er dem C.zaar einige Ingenieur-!. um die eroberung der vestung Asoff zu beschleunigen, und bekam zu Eleve, allwo er sich die r-öuSion der llom-niai-güter in richtigkctt zu bringen aufhielt, von dem König in Engeliand eine vistre. An. 1697 reifte er nach Königsberg, und wurde daselbst, gleichwie bald hernach zu Berlin, von dem Czaar, der sich unter seiner Gesandtschaft incogniru befand, besucht, richtete auch mit demselben eine vertraute freundschafft auf. In dem Ryßwicktschen frieden ließ er die bestättigung des zu 8. Germain geschlossenen frtedens mit einrücken; zahlte auch dem König in Pohlen Friedrich August zooooo rthlr., wovor er den Peters-berg bey Halle, die Erb-Voa- tey über die Abtey Quedlinburg, und das Chur-Sachsische recht an der stadt Nordhausen an sich brachte. An. 1698 nahm er den besitz von Quedlinburg, und führte nach geleisteter Huldigung daselbst die Lccik ein, woraufdie damalige Aebtißin und ihre Sächsische anverwandten übel zu sprechen waren. Er ließ darauf von dem König in Pohlen die lehen wegen Lauenburg und Butow holen , und empsieng von demselben zu Johannsburg eine vulre; deine aber ohngeachtet bemächtigten sich seine völcker zu ausgang des jahrs 1698 der stadt Elbing, welche feinem vater in den We- lauischen tractaten als eine li/pocsiec von 400000 rthlr. zugeschrieben war; doch an. 1700 räumte er dieselbe den Pohlen wieder ein, ließ von der gedachten stimm» ,00000 thaler nach, und nahm vor das übrige die Rußische crone, nebst anderen kleinodien der Re- public, als ein Unterpfand an, wiewobl mit diesem vorbehält, daß wenn die zooooo thaler nach dem ersten Reichs-tag nicht gleich ausgezahlt würden, Brandenburg sodann den besitz von dem gebieth dieser stadt zu ergreifen befügt seyn solte. An. 1699 legte er die gräntz-strcitigkeit in Pommern mit Schweden bey, empsieng darauf die Huldigung so wohl in der Neu - Marck als in Hiuter- An. l7°° brachte er em ansehnliches -°rp° bey Lenken rusammen' cronung von dem Komg und der Königin selbst in ihrem aemack tze'albung aber von dem BischoffUrsino in derha 5 t 7 kirche?u den 18 lan. nur grosser pracht vollzogen wurde, nach- L 'ä^fl,den tag vorher den Orden des schwamm oder preussiMen Adlers gestiftet und ausgetheilet hatte. Hierwidev nun begehrte niemand (den Pabst und den Teutschen Ritter-orden ZA,wmmen) "was einzuwenden, zumahl da sonderlich der Kayser damit zufrieden war, und der Komg nebst der Nepublic Pohlen unter den übrigen Christlichen Potentzien zu allererst darzu gluck wünschten; doch bekam die jetzt - besagte Republic durch ei- ueu beiondern die Versicherung, daß durch diese erhöhung dm Pohlnlschen rechten, ,m fall der männliche stamm des Chur- ausgehen würde, nichts benommen leyn solte. Als der Spanische luccbüions-krieg anaiena, schickte er ferne meisten trouppen nach dem Clevischen, gab an ,702. ,o reglmenter, nebst nöthigem geschütz, zur belagerung der vestung Kayserswerth her, und gerierh wegen der erbschafft des Königs m Engelland imt den Naffauisthen häujercn in weitläufftigkcit. Siehe (Hranglsche tuccetlio» In diesem jähr ließ er es bey damahligen conmncturen geschehen, daß die Schweden aus Vorpommern durch sein gebieth in Pohlen rückten, zumal da sie selbst sorge trugen, daß seinen grantzen von ihnen kein schade geschehen mochte. Er erlangte auch das Privilegium «äe non s^sUancio allen seinen Reichs-landen, und legte deßwegen ein ober - rions.rnbunLi zu Berlin an. An. 170; ließ er die stadt Nordhausen , welche die dem König von Pohlen und Chur-Fürsten von Sachsen abgekauften rechte nicht erkennen wolle, ingleichcm, vermöge des an., 700 aufgerichteten Vertrags, die Vorstädte und gebiethe der stadt Elbing durch seine völcker besetzen, mit welchem letzter,, unternehmen die Schweden nicht übel zufrieden waren, indem es ihnen wegen eines in dem lager vor Thoren mit unserm Konig geschlossenen trackats oder bündnisses desto leichter siel, sich des gantzcn Pohlmschen Preussens und auch der stadt Elbwg selbst, zu bemächtigen. Zu ausgang dieses jahrs muste sich die hauvt- vestung Geldern nach einer biogusae an die Preussen ergeben, welche darauf, nebst unterschiedenen anderen orten dieser Provintz, durch den Ntrechtisch- und Badischen frieden dem Hause Brandenburg zugesprochen worden. An. 1704 schloß er mit dem Fräncki- schen Crayß, sonderlich mit den Marggrafewnnd der stadt Nürnberg , gewisse tractaten, sie mit seinen völckern wider Bayern zu schützen, welche sich auch in dem treffen bey Hochsiädt wohl hielten , vorher aber die Reichs - freyen »»ock»! guter des Grasen von Geyer, welcher selbige bem König einige jähr zuvor durch gewisse psÄL verschrieben, und sich nur die »cimmistmcion, samt der Nutzung und vocu, auf seine lebens-zett vorbehalten hatte, besetzten, und die Huldigung einnahmen. An. 1705 brachte er den Protesti« renden in der Pfaltz, welche seith dem Ryßwickischen frieden sehr in die enge getrieben waren, einige erleichterung zuwege, indem die in stinem gebieth befindliche kloster, so er mit repl-«Miien be- drohete, ihr äusserstes thaten, einen gütlichen vergleich zuwege zu bringen. Gleicher gestalt sorgte er auch vor die Reformirten zu Rheinberg, welchen ort er an. 170; aus Frantzösischer gewalt entrissen hatte. Übrigens besetzte er mit einwillfgnng des Marggea- fens von Bayreuth dessen vestung Blassendurg, und richtete mit dem abgetheilten Margaraftn zu Culmbach tractaten auf, worin- nen derselbe dem König sein erb - recht auf das Marggrafthum Bayreuth, nach abaang der regierenden linie, gegen eine jährliche xcnllon und sitz zu Weverlinaen abtrat. An. 1706 ließ er hin und wieder an seinen gräntzen pfähle aufrichten, woran das Preußische waave» zu sehen war, und verursachte dadurch, daß die damals in Sachsen einbrechende Schweden seinen landen nicht den geringsten fchaden zufügten. An. 1707 knuffte er von dem Grafen zu Solms die Grafschaffi Tecklenburg vor;00000 thaler, und erhielt auch das louversinc Fürstenthum Neuchatell und Valengin ,,wor- zu er sein recht von der Naffauischen Nachkommenschaft herführte, durch freyes urtheil der Ständen dieser beyden Landschaften, ungeachtet Frantzösischer seits gar heftige bewegungen darwider geschahen, weilen das Fürstenthum nun schon einige 120 iahe durch Frantzösische besitzere beherrscht worden. An., ?°8 schickte er nebst anderen vir-etorn des Nieder-Sächsischen Crayses seine trouppen vor Hamburg, um die zwischen dem Rath und der Bur- „erschafft entstandene unrnhe zu stillen, von denen ein theil gutwillig in die stadt genommen, und die übrigen auf ersuchen des Hertzogs von Schwerin in das Mecklenburgische verlegt, auf anbellen der Ritterschaft aber wieder abgeführet wurden. Zu gkl- che 7 z"itnahmer 8 obnaeachtet der p-orestsston desHertzogs von Strelitz,den völligen chul von den Mecklenburgischen landen an, um seme ÄLn? desto vester zu machen. An. 1709 traf er mrt der stadt Colln am Rhein einen vergleich, worinnen der von einigen studenten an fest,es Residenten hanß verübte nnfng abgethan, und demselben aestattet wurde, seinen Gottesdienst frey zu ubm, wowkder em mäkstiick, breve /um Vorschein kam, welches den Komg veranlaßte, stell den dem M darüber zu beschwüren. In eben diesem jähr brachte er die bisher gethe>lt.eRath-haujer der residentz- städte wieder in eins, und halff dadurch vielen Unordnungen ab. Den Cron-Printz ließ er der in den Ntederlanden^bey- Z?6 fti wohnen, dassinterdessen die Könige von Dänemarck und Pohlen auf den schlossern um Berlin herum prächtig tractirt wurden. Mit demCzaar hielt er zu Marienwerder eine zusainmenkunfft, und verhütete dadurch ein kriegs-feucr in Teutschland , indenr die Russen völlig entschlossen waren , den Echiveden / die sich durch Hinter - Pommern aus Pohlen retirirt hatten , auf eben diesem weg zu folgen. An. 171° gieng er nebst seinem Crvn-Printzen nach Leipzig, und unterredete sich mit dem König in Pohlen ; das folgende jähr aber reiscte er nach Holland, einige Puncte wegen der Oranischen crbschafft abzuthun. Ob nun wohl die Unterredung mit dem Stadthalrcr Johann Wilhelm Friso durch dieses letzter« unglückliches ende unterbrochen wurde / soll man sich doch proviliun-iicer vereiniget habe«/ daß der König/ was er damals besaß/ behalte«/ einiges von neuen bekommen / und wegen des noch streitigen jährlich ein gewisses gcld empfange« / die Naffauische Wittwe hingegen das übrige gemessen solle. Endlich starb er an. 171; den 25 febr. / und wurde den 2 may sehr prächtig beerdiget. Er hat z gemahlinncn gehabt: 1) Gisabetham Henricam/ Laud- grafWiihelmi VI zu Hesscn-Cassel tochtcr / welche ihm an. 1680 Louisen Dorotheam Sovhiam gebohrcn; 2) Sophiam Charlot- tam/ eine tochter ErnestiAugusti/ Cbur-Fürstens zu Hannover/ mit welcher er 2 Priutzen gezeuqct / davon der erste Fridericus Augustus an. 1685 gebohre»/ und an. 1636 gestorben / der andere aber/ Fridericus Wilbelmus, gebvhrm an. 1688 / den Königlichen thron bestiegen; z) Sophiam Louisen / Hertzogs Fridcrici zu Mecklenburg in Grabau tochter. Übrigens muß man bekennen / daß er sein land durch allerhand löbliche Verfassungen in einen weit bessern stand gcsetzet / als er es gefunden. Er führte einen prächtigen staat/ unterhielt jederzeit eine zahlreiche armce / und war zugleich ein freund der gelehrten / wie davon unter anderen die auf- richtung der Universität Halle / die socictät der wissensthafflcn/ und die Ritter - acadcmie zu Berlin zeugen können. Archiv. pLrr. tpec. conc. r c. 4 k ) n. ^4, 76, 86, 9;. conc. 2 tuppl. -llicc. p. y88. No/. 9, ;;8, 400. t. iz c. 4;. blü. inrußur. ksL« csiutte)' ?. 4 c.A 447. y.; c. z y. 10 r. l n. 8. ?. 14 c, l L: r. ^ geschickt Geistliche Chur - Fürsten / Ertz - Bisthöfse und Bischöffe: Fridericus / Ertz-Bischoff zu Mayntz / war ein Hertzog von Lothringen, und an. y; y erwählt worden. Er stund seinem bru- der Giselberto II in dem krieg wider den Kayser Oltonem bcv- Als aber gedachter Kaystr die oberhand behielt / muste Fridericus einige zeit zu Fulda im -xiiio leben / wurde aber wieder rcstituirt / und starb an. 9 >4. Q°rm. 8. p. I. lle exikc. ktogmn. L.cL-/r L» Fridericus I / Ertz-Bischoff und Churfürst zu Cölln, war ein gebohrncr Marggrafvon Friaul / und hat von an. n 12 bis -1^2, oder/ wie andere wollen/ von an. 1099 bis 11 z 2 rcgicrer. Er hat das Jungfer-kloster Benedictinrr- ordens auf der instil Ruland/ und das Cistercienser - klostcr Allfelden gcstifftet / auch die Bayern und Schwaben bey Andernach, welches er mit maurcu umgeben/ überwunden. Oc-M. 8. Fridericus II / Ertz - Bischoff und Churfürst zu Cölln / war ein sodn Adolphs Grafen von Ältona und Bergen. Er bekam von dem Pabst und Kavser das Ertz-Vißthum / ob gleich das Cavitul einen andern erwählt hatte. Er ist zu Pavia / dahin er mir dem Kaystr gegangen/gestorben/ und hat von an. 1156 bis nz9, oder/ wie Bucelimiü will / von an. 1166 bis 1169 regiert. carai. Fridericus III/ Ertz-Bischoff und Churfürst zu Cölln / gelangte zimlich jung zu solcher würde an. i z70, nach Cunone von Falckenstein. Er war ein gebohrncr Graf von Sarwerden / batte vorher zu Bononicu jur- studirt / und besaß alle äusscrliche und ge- mütbs-eigenschaffccn / welche zu einem löblichen Fürsten erfordert werben. Die Kaystre/ Wenccslaum/ Ruvertum und Sigismun- bum crönte er zu Aachen / halff auch Jodocum aus Mahren zu solcher würde erheben. Die Cardinals-würde/ welche ihm an. 1 ;8z Urbanus VI ertheilte / wcgerte er sich anznuehinen. Endlich/ nachdem er über 70 jähr alt worden / und seiner kirche viel gutes gethan/ starb er zu Cölln um das jabr 1414. 6- epiic.Lcrm, Lr/rco». O/z/ow. ?-rn^//r Lo/r/c/o/'. elcnch. Lrrclin. Fridericus IV/ Ertz-Bischoff und Churfürst zu Cölln / war ein söhn Johannis- Grafen von Wicd und Rnnckel. Er wurde an. 1^62 erwählet/ danckte aber/ weil er stäts kranck war/ an. 1567 frcywillig ab / und bedunge sich zsoo gold-gülden jährlicher cin- knnffte; doch starb er noch dasselbe jähr. n»ce/-u. Lcrm, Qcr. Fridericus / Ertz-Bischoff zu Magdeburg / war ein gebohrncr Graf von Beichlingcn / und hatte bey dem vorhergehenden Ertz - Bischoff Günthers die stelle eines Hofmeisters und Raths bekleidet. Wegen seiner frömmigkcit wurde er an. 144c cinmü- thiglich zum Ertz-Bischoff erwählet / ungeachtet er nur ein r-»c»5 war. Weil er'die rkeoiogic nicht studiert hatte / brauchte er rtt. Heinrich Tacken/ einen ^non>cum bey der Dom-kirche / zu seinem Rath / fonsten aber that er alles selber / was zu stiucm Ertz - Bi- schbfflichen amt gehörte / da stine vorfahren sich ihre v^ io-! gehalten. Als an. 1440 Churfürst Fridericus Placidus zu Sachsen ihn mit krieg überziehen wolle / gab er dessen Gesandten zur antwort: Ich bin kein krieczs - mann/ ich will baren/ und mein amt bestellen / und iin übrigen GE>tt lassen vor m»ch kriegen und streiten ; auf welche antwort der Churfürst gezagt: Da sey GOtt vor/ daß ich den bekriegen solle/ fti der GOtt zum bcystand hat; worauf alsbald tractaten z<- viloaen / und altes in der gute bcyaclegr worden. An. :4z: kam der Päpstliche kaum.us und Cardinal liach Magdeburg / und theilte das iubel-jahr aus; bey seiner zurückkunfft nach Rom sagte er zum Pabst / er habe in Tcutschlaud nur einen rechten Bischosi, «änlich diesen Fridericum zu Magdeburg / gefunden. Um das iahe 1460 hatte der Ertz-Bischoff emen streit mit dem stadt-Rath », Magdeburg, weicher die so genannte Herrcn-Meffe »ccht aus Am neuen marckt / sondern in der alten stadt wolle gehalten haben. ' ' -- - ,t>!, einst .auf einem esc! iu der stadt herum geführt fund eine» andern mir einer grossen käule voran ' '" welcher auf Nieder - Sächsische spräche ausrusite: sv milk «i uieUt ,nr ko>- ^ ischop .. .... .... erve dru; womit angedeutet wurde, Laß er eben ein solches e»d solle zu qewartcn haben, als Ertz-BischoffBurchardus III, den einige zeit vvrhero die Magdeburger mir der käule im gefangmß todt geschlagen hatten. Es starb aber Ertz-Bischoff Fridericus au. 1464 zu Caibe. Sein in der Magdeburgischcn Dom-kirche lautet also: . yr.i fubi eximii jsccr inc carpui kr/cjeric,, (iuj Icx ciLullrorum, iux clcri, pax populorirm. L»cel. car.ri -trclri-Lp. Ivlngs. ^tsiriftlll. cirioir. Se-aeri- üv/F xriwLtuL Lw/-.»r:lr werroyot. in vri^. iiübli- fridericus / Bisthoffzu Utrecht/ war eines vornehmen-Herrn in Frießland sohli, und lebte zu Leu zelten Kaystr Ludwigs des frommen. Der Bischoff Ricfridns zu Utrecht / dessen ausseht er anvertrauet war / trug ihm die wichtigsten Verrichtungen in si'iner «llcrcei auf, und nach dessen tod wurde er au seine statt zu der cnt. ledigten würde erhoben. Zwar wolle er anfangs m die wähl richt willigen / doch auf beseht des gedachten Kaystrs nahm er ,e!bigr an und ließ sich in dessen gcgenwart cinwevhen. Nachdem er nun sein amt angetrctten / verrichtete er solches mit grossem e-.ffer, und bekehrte die cinwohner, welche noch an den Heydnuchen areueln hiengen / gleichwie er auch einige irrgläubige/ welche der -eueren des Sabellii und Am beyfall gaben / am guten weg ge- heilige amt verrichtet / durch 2 mörder / welche des Kaystrs Ludo« vici andere gemahlt» Judith / die er durch seine hesstige predigten wider die blut-schände besiraffct, soll bestellt haben, au. 8;8 umgebracht worden. Doch wollen andere die Kaystrin vor unschuldig halten / und sagen / daß diese befchuldigung von ihren föh» neu Herrühre. /---//. M2rc) rolog. ox,>/>!. Friderieus / Bischoff zu 'U.lrecht / war ein Freyherr von Blanckenheim / und an. i;7> von dem Pabst zum Bischoff zu Straßburg, wider des Dom-capituis willen, gcstm worden. Sein geitz brachte ihn dahin, daß er die untertbanen mit vieler zyz bcimlich davon. Die Ut- rccktcr sind mit ihm sehr wohl zufrieden gcwcstn. und bat er bey denNiedcrländischcn scribcntcn ein besonderes lob. Er ist am 142; verstorben. Wegen seiner bösen gcwohubeit, da-er Heu Gottes hinge zu fluchen und zu schwören pflegte, ist er insgemein Frideri» cils LlUIge gmemiet worden. csr-p. PHilb i!. A-/kor>-c LNliü. clirsi» Le///» llc Lpilc. Ulrr^jcÄ. Churfürsten und pfaltzgrafeii am Rhein: Friderieus I, Churfürst und Pfaltzgrafam Rhein, init dem zuuamm viAoriolus. der sseghasste/ sonst auch der böse Fritz/ genannt. Sein vater war Lubovieus der bärtitte/ ftine mullcr aber Mcchtildis von Eavoycn. Nach seines ältern brudcrs Ludovici rode bekam er die vormimdsthastt über dessen hinterlassenen lohn Philippum, weil er sich aber entschloß ohne gcmahlin zu leben, und diesen Philippum zu stinein erben anzunehmen,bekam er die Cdur- dignität und regjcruug eigenthümlich. Der Kaystr Fridericus III war zwar nicht damit zu frieden , weil solches wider die goldene bulle lief, doch weil Philippi Mutter und die Land-stände darcm willigten / auch der Pabsi Nicolaus und die übrigen Cluirsmiic!» ihn vor einen Cbnrsürstcn erkannten - behielt er diese diguität, s» lange er lebte. Ob er auch gleich g». 147- von dcm jttzr-crnicidten Kaüstr in die gebt erkläret wurde,achtete er solches doch nicht/ weil sich keiner unterstund / die erccution wider ihn auf sich zu nehmen. Ja er legte ben Heydelbcrg ein vcstcs schloß an, welchem cr den Hamen Erutz-Ravser soll gegeben haben. Er bar hu übrigen unterschiedene kriege geführt,darinnen er allezeit glücklich gewesen. Anfänglich hatte cr mit den Grafen von Lützelsteiu , Jacobe uns Wilhelms, zu thun, welche cr aus ihrem lande wegjagte, mw wa) sie beyde im exm» ohne erben stürben, zog er an. dtzst ^7- schaffk sti schafft an sich. Nicht weniger hat er Ludovicum von Zweybrü- ckeu,seinen anverwandten, der es mit seinen feinden hielt/ die Grafen von Leiningen, den Bischofsvon Sveyer vnd andere zu paaren getrieben. Am merckwnrdlgnen aber ist der krieg , den er wegen Luthers, Grafen von Jjenburg nnd Churfürsten von May,uz, fihrte. Denn als der Pabst diesen Dietherum , weil er ihm nicht versprechen wolte , ohne des Pabsts confens die Churfürsten niemals zu beruffcn, vor keinen Churfürsten von Mayntz erkennen wolte,sondern m den bann that, und an dessen stelle Adolphum von Nassau bestätigte, geriethen diese beyde darüber in einen krieg. Nun war der Kayser, der Pabst/ der Pfaltzgraf von Zweybrücken, der Marggraf von Baden, der Graf von Würtemberg, und der Bischoffvon Metz aufAdolphi feite, dem allen ohngeachtet trug Fridericus kein bedcneken, nebst Ludovico dem reichen/Hertzvge zu Bauern, Diekhcri parthen anzunehmen; ja als es an. 1462 bey Sectenheim zu einer fchlacht kam, war Fridericus so glücklich, daß er nicht allein eine vollkommene v-Korie befochte, sondern auch den Bischoffvon Metz, Georgium und Carolum, Marggrafen zn Baden, «'gleichem Ulricum von Würtemberg, nebst vielen andern Grafen und Edelleuten gefangen bekam. Nun wurde zwar dieser krieg durch autorität des Kaysers beygelegt, doch meisten sich die gefangenen theuer genug rantzionircn, und der Churfürst Diethe- rus vön Istnburg versetzte an. >46; die so genannte berg-strasse vor 100000 gülden an Fridcricum, bey dessen pvsteritäl sie auch bis auf den Wcstphalischen friedens-schluß verblieben. Er hat aber über dem noch viel andere güter durch krieg an sich gebracht, als das amt Borbcrg, welches er den Herren von Rosenderg, inglei- chem Türckbeim, welches er den Grafen von Leiningen, wie auch das amt Böcklenhcim , welches er dem Pfaltzgrafen Ludovico zu Zweybrücken abgenommen. So hat er auch an. 1441 die Graf- Waffi Löweiurcin für 14000 Rheinische gold-güldcn von dem letztem besitzet Lndovico an sich gekaufft. Danncnhero,als er an. 1462 mit confens seines bruvern sohns,Philippi, und der anverwandten, aucb Landsiänden, mit einer adclichen Dame, namens Clara von Teltingen, sich vermählet, nnd mit dcrfeldigen 2 söhne gezenget, auchdenselbigcn unterschiedene Herrfchafften gegeben,wurden die- seHerrfchafften von ietzt-gedachtem seines brüders söhne Philippo mit der Grasschafft Löwenstein verwechselt; und also stammen von diesem Friderico die Grafen von Löwenstein und Wertheim her. Er starb den 12 dec. an. 1476. anfdas tapet gebracht wurde, trug er kein bedencken, solches anzunehmen, damit er nicht aufs neue den Kayser beleidigen möchte. Endlich starb er an. ie?6 im 74 jähre seines ntters. Justinen heyrathen hat dieser Churfürst sonderbare ks» gehabt, sintemal er viel anschlüge gemacht, die aber ihren fortgang nicht erhalten. Zu erst machte er sich Hoffnung zu des Kaysers Caroli schwester, Eleo- nvra, welche ihm auch nicht unqeneigt war, doch weil er dazumal die Chur-dignität noch nicht hatte, wurde sie an den König in Por- tugall, Emanuelem, vermählet, und alssiean. 1521 znrwittwü ward, that Fridericus abermal einen versuch, war aber auch dieses mal unglücklich. Hierauf wurde ihm Maria, Hertzoas Wilhelms zu Iülich tochtcr und einige erbin des Hertzogthums Iulich angetragen , weil er aber gär zu lange darüber berathschlagte, wurde sie au Johannen III. Hertzog von Eleve,mit genehmdaltung des Kaysers Marimiliani I, verheyrathet. Hieraufkam Maria, verwitt- wete Königin in Ungarn, und des Kaysers Caroli dritte schwester, in consideration, worzu man ihm Hoffnung machte, damit er es Römischer König werden; allein Maria hatte keine lustdarzu,und gab vor,daß sie sich zuwandern mal nicht vcrbeyrathen wolte. Mac-, garetha eine erbin von Montferat, kam auch in Vorschlag, doch sie wurde, durch hülffe Granvellani, dem Hertzoge von Mantua zu theil. Bey Hcdwig, einer tochter des Polnischen Königs Sigis- mundi,hatte Fridericus selbst etwas auszusetzen,weil er sich bey der- selbigen kein grosses heyrath-gut vermuthete; dahero diese an Joa- chimum II, Churfürsten zu Brandenburg, verheyrathet worden. Hierauf ward ihm die schwester des Hertzogs von Calabrien mit einem braut-schatze von 60000 ducaten angeboten, indem er aber darüber imschlüsssg war, wurden ihm von dem Könige in Franck- reich ; Printzessmnen, die von Navarra, die von Guist und die von Vendome, nebst einer ansehnlichen ausstattung versprochen, damit man ihn von der Oesterreichischen parthey abziehen möchte; doch Fridericus ward nur herum geführt, und hierüber verschertzte er auch die erste grlegenheit. Es soll aber der Hertzvg von Bayern, Wilhelmus, die meiste schuld daran gehabt, unv diese heyrathen heimlich hintertrieben haben.Endlich heurathete er an.i;;2 Doro». tbeam, eine tochter des gefangenen Königs in Dänemacck, Chri- stiani II und dec Jsabella, die eine schwester des Kaysers Caroli V war, wobey er Verheißung bekam, daß man vorihn das Königreich Dänemacck wider Christianum III behaupten wolte. Doch es folgte nichts darauf, und war alle mühe und arbeit vergeblich, die Fridericus auf ausführuna dieses wercks wandte. Er zeugte aber mit dieser gemahlin keine kmder. Im übrigen ließ er sich die aufnähme feines landes sehr angelegen seyn , und zierte dasselbige mit herrlichen gebäuden. m in,. 14. annsi. u- ßell. brist II L>cÄ. Lketct,. Ssrrer«, ä cle bello?annnn. per krici. ?L>. ß-lko in 7 t. II Scksräii. kill. ksiLr. Kilt. kslsr. cocnmcnc. z6, ;o, ;7, 62. big. p. 184 leg. big. ecclcll?z>Lk. p. 169. O/ci«, LNNLl. ^n^kzpriiss L-l 3n. 1571. llecrcr-bill. ?. 2 I, 16 c 17 §.15. H-c-re-'. lvllog. LollcLb. cäilL s ch' öc Or.ir cle bricl. III. ^ Fridericus IV, mit dem zunamcn der aufrichtige / war ein söhn des Churfürsten Ludovici, und Elisiibethä, Landgräfin von Hessen, des Landgrafen Philippi tochter. Er wurde den 5 mart. an. 1574 gebohren, und gicng nur in das 10 jähr, als er an. 158; den 12 oct. seinen Vater vcrlohr, da denn »regender vormundschafft ein hcfftiger streit entstund. Es hatte nemlich Ludovicus seinem brudcr Johanni Casimiro, dem sonst die vormundschafft zukam, im testamcnte noch ; andere mit-vormünder zugegeben,als Georgium Fridcricum, Marggrafen von Brandenburg, Ludovicum, Landgrafen von Hessen, und Ludovicum, Herizog zu Wurtemberg, wodurch er verhindern »volle, daß Johannes Casimirus die Refor- mirte religion nichr wieder einführen solle. Johannes Casimirus aber »volle keine mit-vormünder leiden, ward auch in der administration der Chur und vormundschafft von dem Kayscr bestätiget, worauf er nicht allein die Reformirte religion einführte, sondern auch Fridcricum IV darinnen auferziehcn ließ. Es fehlte auch an solchen leuten nicht, »reiche Johanni Casimiro gar harte anschläge fri wider die Lutheraner gaben, welchen er doch nicht weiter fötale ais daß einige Prediger,die sich ungeacht aller erinnerungen des sckmä lens und verketzerens auf den cantzeln nicht enthalten wollen U land räumen musten. Da nun dieser /»UminiMawr an 1502 flark fehlten etwan noch 2 monate, daß Fridericus nicht 18 jähr all, und also M3jorenn>5 war. Nichts destoweniger wolle seines groß-vate^ Friderici III noch lebender bruder Richardus zu Simmern die vormundschafft und administration der Chur über fleh nekimen welches aber weder Fridmco noch seinen Räthen, die sich ab rmnl e»ner rellgwns-veranderung befürchteten, anständig war, daher» Fridericus ohne bedencken die regierung selbst antrat. Gleichwie aber Johannes Casimirus ohne erben starb, also kam dadurch das Furstenthlim Lautem und das amt Neustadt wieder an die Cbur- furstllche lande, Fridericus selbst ließ ihm auch sehr angele«" » sch» / sein 'l! aufnahm zu bringen. Zu welchem ende er an i6°s die stadt und vestung Mannheim zu erbauen ansieng, und sch blge den Niederländischen fluchtlingen zu beivohnen verstattete,»m' durch dieser ort mit eln»voh„ern bald angefüllet wurde, wieivohl dieser Churfürst den vestungs-bau bey seinem leben nicht ende brachte,den aber endlich dessen enckehder Churfürst Carolas Ludo- vicus vollendet hat. Sonst »vard hauptsächlich auf anstifften dieses Churfürsten an. 1610 die bekannte univn der Protestantischen Reichs-Stande zu Hall in Schwaben geschlossen, deren end »veck war, die Protestantische religion nebst dem religions-frieden ru vertheidigen ; m der Iulichischen succeffons-sache Chur-Branden- bnrg und Pfaltz - Neuburg m der possessiv» dieser lande zu beschützen , auch sich sonst der Protestirenden, die der religion halber bedränget waren, anzunehmen. Was aber selbige union nach sich ae- zogen , ,st aus der Historie des dreysig-jährigen krieges zur amu- ge bekannt. Chur-Pfaltz machte sich bey dem Kayser nicht wcniw so wohl hiedurch, als durch einige andere dinge verhaßt, davon sein söhn und cnckel die würckunq recht empfunden. Er selbst aber starb an. 1610 den 9 sept. Sonst war dieser Fridericus ein grosser lieb- Haber der gelehrten, wie er dann nichts ermangeln lassen, die Universität Heydelberg in guten flor und ansehen zu bringen. Seine gemahlin war Louysa Iuliana, Wilhelm Printzen von Oranien tochter, mir welcher er nebst einigen töchtern Fridericum V, der ihm in der Chur-würde gefolget, und Ludovicum Philippum zu Simmern und Läutern gezeugethat. ^«E-kiL 1. ,04, in Uili. ssliog. in rnemor. eccles 5cc. 17 l 1 c. 66. icknub. c. r, Lc. L/em. für I-V>e öc Is morc aufdein Cvlleaial-tage zu Mgenspmg vergeblich vor» dieser fache < indem der Kaystr dein Pfaltzgrafen vor die geforderte demüthigung lieber Nick,»s ->'-a- . , ...... .» -L-curfcyianoran», war die Unterdrückung des Pfaltzgrafen auch mit unter den be- schwärdcn, »velcher» er mit geivaffncter Hand abhelfen wolle. Er bemächtigte sich auch nach der Leipziger Wacht des gröstcn theils der Uutcr-Pfaltz, und versprach, Fridericum, der sich zu ansang des iahres iüzr bey ihm zu Francksiirt einfa»»d, ihn auch fol- gends auf seinen» zuge nach Bayern und »N Franckm begleitete, »nieder einzusetzen. Öb nun »vohl der Pfaltzgraf weder völck noch geld mitbrachte, Engelland a»»ch die forderuttgen, so der König zu harte bcbmgungm von dem Pfaltzgrafen gefordert, wenn nicht der König noch u» jelbigem »ahre geblieben, und der Pfaltzgrafbald darauf gefolgt wäre, welcher Lei; 19 nov. zu Mayntz todes verblich. Er hatte mit inner gemahlin 7 söhne und 4 töchter qezeuat Der alteue svhnHeinrich Fridrich kam iüry vor Amsterdam in der see »uns leben, als das lchiff, darauf er nebst stinem vater fuhr, von einen» andern bey nacht niedergestegelt würd; der andere Carl Ludwig hat nachgehends die Chur wieder erlangt; Ruvertus starb in Engelland i6;2;Maur,tius 1654 aufeinem zuge nach Ost-Jndiem Eduardus ward catholisch, und verhcnratbete sich in Franckreich' Philippus blieb i6;o bey Retcl; und Gustavus starb im sten iabrk seines alters. Von den töchtern ist Elisabeth Aebtißin zu Hervord; Lomst Hollandlne nach verändertem glauben Aebtißin zu Maubuis- sv!» in Franckreich; Henrietta Maria des Fürsten in Siebenbürgen Georgn Ragozi, und Sophia Emesti Augusti von Braunschweia- Ltlneburg gemahlin worden. Fridericus war ein Herr von ziemlichem ehrgeitz, aber ;n unerfahren, wie er selbige», mit Vortheil ausführen solle, dem pracht und dem zcu-vertreib allzusehr ergeben, Und von seinen Rathen, durch die er sich leicht etwas überreden ließ - übel bedient. A/a I.oujie i^ne, L ectstcs ?s>Lrinc; Os/ss. Lwr ge nupriis ?zl. Sc Riist Ä.NZ!. in »tiü. ?zlLr. cvnrinu-cuz p ,. I. 2 -. igg. Lr,---/-. 7». 1 , r. ScliLubükne 7.,, c»nn>- menr. clc reff 8vcc. I. 1 . ltitk. llc Louis XIII. IvliLi Lo- kem. OsrmsniL I'acrL relläuracsi * Churfürsten und^ertzoge zu Sächsin/ wie auch Marggrafcn zu Meiste,»: Fridericus 1 / Landgraf in Thüringen/ Pfalßgrafzu Sachsen/ Marggraf zu Meiffen und Osterland/ mit dem gebissenen backen/ auch der freudige beygenannt / war ein söhn Landgraf Alberst in Thüringen/ weichen er mit seiner gemahlin Margare- tha/ Kaystrs Frideriei II rochier/ an. ir;8 gezengct hatte. Seine mutter liebte ihn vor den andern Printzen/ und krmte bey ihrem abschied/ als sie von Wartburg heimlich entfliehen muste/ kein gewisseres kcnnzeichen ihrer liebe an den tag legen/ als daß sie ihm in den backen gebissen / daher er auch den zunamen bekommen- Weil nun hieraus niemand mehr bey Host war/ der für die jungen Printzen sorge trug / der vater auch dem söhn seiner von Eistnberg alle liebe zugewendet hatte / nahm sie ihres vaters bru» der/Dieterich verweise/ Marggraf in Muffen/ zu sich/ und ließ sie in allerhand Fürstlichen tilgenden wohl »interwerstm Als nun bey erwachsenen jähren ihr vater sie völlig enterben woste/grst- fen sie zu den waffen / darinnen aber Fridermrs so unglücklich war / daß ihn der vater gefangen bekam / in welchem zustande er ein gantzrs jähr zubringen inustc/ biß er endlich durch einige getreue Unterthanen aus dem gefängniß mit gemalt, besreyet wurde. Gleichwie er aber bereits vorhcro unter dem Komge Wenceslao II m Böhmen seine tapfferkcit wider dic Polcn crw!e,cn / also sollen rhm auch die Thustlcr aus Italien das commando über ihre vol- ckcr aufgetragen haben. Kurtz hcrüach starb st-nes vaters bruder Dietrich / dessen getreuer auserzrehung Friedrich gar viel zu dan« ckcn hatte/ und 9 jähr darauf dessen söhn Fr-edneh / wegen stmer kciiweren ul'nac Tatta oder T eur genannt. Weil nun diese» letztere keine erben hinterließ / nahm Friedrich mit dem gebilstnen backen/ vermöge gewisser vertrage / die regienmg von Missen über sich. Indem aber sein vater Albrecht um so melwemger stifne- den war/ je grösser,» haß er wlder scmc rcchtmatzigcsoync gefastet/ kam es ^ abermahl zu einem kriege/ darinnen drvater gelangen/ L durch vmmttlung des Kaystrs M-dolphr wieder loß gelassen wurde. Als hierauf Albertus sahe/daß er vor seine pcrssn gar wenig mitstinm söhnen gewinnen wurde/ hetzte crdm MnM- ücn Johanne»!, I von Brandenburg / und nachgehends Albrecht b n a ke n Fürsten von Anhalt wider sie auf/die aber eben ,o wett a nutzen als der vater davon trugen/ und sich endlich an. 1292 t» m fri dkn bequemen musten/ dadurch der gefangene Fmst von Z8o fti Anhalt seine fteyheit wiederum bekam. Nachdem also der unartige vater auch auf diese art seine rachgier nicht vergnügen können / ergriff er einen andern weg/ und verkauffte Thüringen an. 1294 an den Kayser Adolph von Nassau vor 94200 gülden. Da aber der Kayser den besitz von der erkaufften landgrafschafft nehmen wolte/ kam es hierüber mit Marggraf Friedrich in Meisten/ und dessen bruder Diezman/ welche einander wider den Kayser beystunden/ zu einem schädlichen kriege/ welcher biß an des Kciysers tod / so an. 1298 erfolgete / mit zweifelhafftem glücke geführet worden- Nach dessen rode aber gieng alles vor die jungen Fürsten glücklich/ und ergab sich alles an sie / ausser Freyberg / welches mit starcket besatzung versehen war. Der iieue Kayser Albertus versprach ihnen gleichfalls seine gnade / und ließ sie nebst ihrem vater auf den Rcichs-convent zu Fulde / daselbst ihre mit einander gehabte streitigkellen beyzulegen/ citiren. Weil aber die 2 junge Priützcn/ denen der Kayser nicht ohne ursach verdächtig vorkam/ darauf nicht erscheinen wollen/ wurden sie als hartnackige und rebellen angeklaget / auch von dem Kayser Mit krieg bedrohet. Als nun, dieser den König in Böhmen dcsiegct/führtc er seine trouppen ln Meisten/ in Hoffnung/ dieses metallen- reiche land unter seine bothmaßlg- keil zu bringen. Das beste vor Marggraf Friedrichen war / daß er sich vor seinem vater/ welcher sich nach Erfurt in ein kloster zü stecken war gezwungen worden/ nichts mehr zu furchten hatte. Hingegen wurde er von den Kayscrlichcn an. i;o6 in Wartburg belagert / welches er aber so wenig achtete / daß / als ihm seine gemahlin in wahrender belagerung einechrintzeßin gebohren hatte/ und gleichwohl kein priester zu Verrichtung der taufte vorhanden war/ er selbst die anune nebst dem kinde aufein Pferd setzte/ sie nebst ic> Rittern convomrtc/ und mitten durch das feindliche la- ger nach Tenncberg führte. Ja er ließ das kind nnlcrwegcs sangen/ vhngeachtet ihm die feinde auf dem suche nachfolgten. Endlich kam es an. 1 ;c>7 bey Lucca im Ostcr-landc zu einem treffest/ in welchem der Kanserlichen über auf der wahlstatt blieben/, und noch viel im nachbauen das leben vcrloyrcn. Viel wollen steh in den aufgeschnittenen Pferden verbergen/ wurden aber gleichfalls dnrch- stoffen. Das folgende jähr wurde die letzte schlacht bey Dorna mit den Kayscrlichcn gehalten/ darinnen der meineidige Philipp von Nassau von Marggraf Friedrichen mit eigener Hand erleget wurde. Weil nun zu gleicher zelt Kayser Albrecht ermordet ward/ und sein Nachfolger Hcnricus VIl/ welcher gleichfalls ein anqc auf Thüringen zu haben schiene / durch eine vergifftett Hostie das leben verlobr/ oder wenigst/ ehe er sich noch der Teutschen Händeln recht annehmen konte/ in Italien/ wohin er zu cmpfahung der Kauf- krön/ und stillung vieler allda entstandenen unruhen gezogen war/ todes verblichen/ kunte Marggraf Fridcrich seine länder olme grossen widerstand einnehmen. Zu ersetzunq der von ihm auf den krieg gewendeten kösten bemächtigte er sich der j Reichs-städte Al- tenburq / Zwickau und Chemnitz/ und züchtigte die stadt Erfurt nebst ihrem bunds-vcrwandten / dem Grafen von Weimar / welche sich viel jähre her widerspenstig gegen ihn erzeiget. Hierauf ließ ihm der Churfürst Walvemar zu Brandenburg den krieg ankündigen / darinnen Friderich gefangen ward / und miste er sich mit zoooo inarck silbers und abtretung der meder-Laußnitz rantzionircn. Drey fahr vor seinem lobe sahe er eine comödie von den thörichten und klugen ilingfrauen zu Eisenach spielen / darinnen die erstem/ aller heiligen und der muttcr Gottes sclbsten vvrbitte ungeachtet/ in die Hölle verflossen wurdcn.Hicrübcr entsetzte sich Marggraf Fridcrich/ und fieng milden Mönchen an zu dispukiren / warum man dicMutter Gottes anflehen miste/ da sie doch keine hülffe erzeigen könte. Die disputalion währete e tage nach einander/ worauf ihn ein harter schlag-fluß überfiel/ daß er gantzc z iahr fast ohne verstand und rede da lag/ bis er endlich in dem > z jähre seinesaltcrs an- iz2; das leben beschloß. Erhalter gemahlinncn/ davon die erste Agnes/ HcrtzogininKärnthen/ an. 129; gestorben/ nachdem sie eine msiktcr Friderici des lahmen worden. Die andere war Elisabetha Adelheid von Arenshang / seiner sticf- mutter tochter/ welche ihm die Grafschaffk Arcnshana/ worzn Neustadt an dcr Orla / Cola und Jena gehöret hat / zugebracht/ und ihn zu dem vater Friderichs des erttsthafften gemacht. on'ßin. 8»xon. I, S. VVircinlluMc.v 9. stelln. laitt- unä bcig- clii-on. l; Nag. * Fridericus der ernfthassre/ war ein söhn Fridcriei Mit dem gebissenen backen unElisabcthä vonArcnshauq/dle ihn an. i; ic> gebohren. Er hatte sich bereits m seinen jungen jähren solches ansehen in dem Reiche erworben/ daß ihm der Kayser Ludwig aus Bayern auftrug/ seinen söhn Ludwig den Römer in der Marck Brandenburg durch seine autorität zü befestigen. Er verfiel mit dem Könige Johanne in Böhmen / dessen tochter er verflossen / iü einen krieg / "und vcrlohr Görlitz nebst andern örtcrn in der Lanß- nitz. Hierauf zöge er dem Könige in Engelland Eduardo wider die Frautzosen zn hülffe / und wurde wegen seiner Verdienste zum Ritter durch einen von Wanqcnheim / einen behertzlcn Ritter aus Thüringen / welcher noch niemals vor einem feinde geflohen / geschlagen. Ob er nun gleich ein Herr von grossem ansehen war/ so »nlcrstunde» sich doch einige Grafen/ darunter sonderlich Graf Hermann zu Weimar und Orlamünda bekannt / ihn mit allerhand schimpf- Worten zu beleidigen. Allein dieser Graf miste darüber land und kcute verlassen / und nach erhaltener verfötznusig zufrieden seyn/daß ihm der gcnuß einiger von seinen gittern lebenslang verstattet wurde. Desgleichen brachte er auch Langensaktza durch kauff an sich von den drudern von Saltza/ vhngeachtet ihn der Churfürst von Mavntz daran zu hindern grossen flciß ange- wendet.Nach Kayser Ludwigs aus Bayern tode wurde er an. i Z47 fri zum Römischen Kayser erwählet; allein er trat sein recht dein nig in Böhmen Carolo IV vor 1000 marck silbers ab/ und stach 2jahrhernach. Von seiner gemahlin Mechtildis/ KaysersLudo» vier aus Bayern tochter/ hatte er 5 söhne und 2 töchter. Von diesen wurde Elisabeth Burggraf Friderichs zu Nürnberg und Marggrafen zu Brandenburg gemahlin. Von den söhnen ist Si- gismund zn Merseburg / Friderich der strenae Marggraf in Meisten/ Balthasar Landgraf in Thüringen/ Wilhelm Regent zu Dreßden und Ober - Meisten / und Ludwig Ertz- DischoffzuMayntz und Magdeburg / wie auch Bischofs zu Haberstadt und Damderg worden. nrL"-. oriZm. s-xon. 1.6. sterrr. VVircilcin-Z. kam. 910/29. Gleisn, lsnci - unä berg. ckron. 9» >99, rLrj rr§i, r;r> > ,;6. sssi. Fridericus der strenge / Land. und Marggraf in Thüringen und Meisten / ein söhn Friderici des ernsthassten und Mech- ttldls/ Kayser Ludwigs aus Bayern tochter/ wurde an. izzi gebohren. Den ersten krieg führte er noch bey leb-zeiten seines Vaters mit Graf Henrico I von Hennebcrg / welcher ihm seine lochtet' Catharinam zur gemahlin gegeben/ aber die versprochene mit» gisst / ncmlich die pflege Cobürg / Nicht einräumen wolte- Zwar erhielt der Gräfin der Macht bey Scharffenberg das fcld; weil er aber sich leicht die rechnung machen konte/ daß er einem so Mächtigen feinde nicht gewachsen seyn würde / schlug er friedens-bebin- gungcn vor / vermittelst deren Coburg ihm bey seinen leb-zeitest gelassen / nach seinem tode aber dem schwieger - söhn heimfalleit solle. Hierauf verfiel er mit Heinrich Reüsten/ Vogt zu Planen/ welcher in Meisten mehr als ihm gehörte / an sich ziehen wolle/ in einen krieg / darinnen er nebst dem Kayser Carolo IV dein Neusten alles/ was zu Böhmen und Meisten gehöret/ abgenommen / woraufjencs dem Kayser/ dieses aber dein Landgrafen wienern», zugestellet worden. Dieses geschahe an. 1;Das folgende jähr bemächtigte sich der Lai.bgrasdcc stadt Franckenhausenund des halben rheils von Arnstadt/ als Graf Günther von Schwartz- burg ohne kinder verstorben ; weil aber die nahen anverwandten des Grafen nicht stille darzu sitzen wollen/ wurde endlich die fache dahin verglichen/ daß Dornburg/ Windburg und Grisenburg von den Grasen dem Landgrafen eingeräumet / das übrige aber von der erdschafft ihnen überlasten werden solle. Jmmtttelst hegte der He'rtzog Albrecht von Braunschweig allerhand räuber-gesinde/ welches in den Meißnischen landen grossen schaden verursachte. Weil nun der Landgraf deßwegen satisfaction von ihm verlangen/ wolte er sich so wenig darzu verstehen/ daß er vielmehr die schimpflichen workc vor den Gcsanölen ansstieß/ er wolle sein Land behaupten/ und wenn es ; tage nacheinander Landgrafen in Thüringen und Meisten regnete. Allein der ausgang wiese es ihm/ daß Landgraf Friderich mit wenig bunds-verwandten ihn nach Eisenach in pcrson zu kommen zwingen konte/ um daselbst den vorher» gebrochenen frieden aufs neue zu beschwören.Gleichwie er aber bereits an. i z z7 Voigtland unter sich gebracht; also erkauffte er an. 1; 6/ von Hertzog Magno zu Draunschwcig die herrschafft Lands- bcrg/ und erneuerte an. 1^72 wegen Thüringen die erb-verbrnde- runq mit Hessen- Nach diesem theilcke er mit seinen brüdern die bisher von ihm allein besessene länder / da er dann das untere Meisten bekam/ worauf er an. iz8° gestorben- Seine gemahlin/ die obgcdachte Catharina / Graf Heinrichs zu Henneberg tochter/ hat ihm Fridcricum den streitbaren / Wilhclmum den reichen und Georginm gebohren / und ist an. izyz gestorben, origm. 3 ->xon. 1 . 6 . VV.rlill. s2m. 910129. ktciln« IsnN ciiion. E>I, Fridericus I / der streitbare / Landgraf rn Thüringen/ Marggraf in Meisten/ auch nachmals Churfürst und Hertzog zu Sachsi'n/ war ein söhn Landgraf Fridcrich des strengen / welchen er mit Catharina/ einer gebohrncn Gräfin von Henneberg/ gezcngct hatte. Gleich in seinen,singen fahren zeigete er ein grosses gemnihe / inden: er so wohl in dem kriege/ welchen der Burggraf von Nnrnbcrq an. i z88 mit den Reichschadten geführet/als auch in den zügcn/welchc der TeutscheOrdctts-mcister Conrad au-1;?/ wider die ungläubigen in Liefland und seines vaiers bruder Wilhelm an. 1401 wider die Böhmen vorgeiiommcn/ ungemeineproben seiner tapfferkeic abgeleget / daher er auch in diesen beyden letztem kriegen zum Ritter geschlagen worden. Er hakte sich auch bereits m solches ansehen gesetzt/, daß ihn «rn. 1400 die Churfürsten mit in das bündlikß wider Kayser Wenreslaiim naymen. Hierauf machte er verschiedene vcrträge/so wohl mit seinen vettern/ als bru- dernuind we,l zu gleicher zeit die Grasen von Schwartzburg/Held« rttngen lind Hohenstein sich allzu viel heraus nahmen / der erstere auch mit Zuziehung derWürtzburgischen und Bambergtschen hullfs- völckcr/ in der CöbUrgischen pflege grossen schaden verursachte/ s» wurde cr gcnölhlgct/ wider sie insgesamt die Waffen zu ergreM/ dadurch sie gar bald gcdcimithigek wurden. Ein gleiches wieder- fuhr auch dem Vitzlhum in Meiffen/ welcher aus Griebenstem; und dem reichen bnrqcr zu Erfnrt/ um dessen willen der kurtz vorher» gemeldete Schwartzburgische krieg cntspomreu/ welcher aus Leuchtcuberg und Cola gejaget wurde. Mitten unter diesen troub- lcn suchtecrgleichwohl auch die wissenschafftcn zu befördern/ und richtete danncnhero zn Leipzig an. 1409 eine universitai auf/weleye in kurtzcrzcit in grosses aufnehmen kam/ weil die Teutschen und Bohmen zu Prag sich eben damals! cnkzwcyeken/ und die erstere aus Mißvergnügen/ ^wcil man ihnen ihr altes Vorrecht in denen Akademischen bcrathfchlagüiigcn und Wahlcn/drey stimmen gegen einer einigen/ so die Böhmen hatten / beyzubehalten welgerle/ bey ctlich tausend davon zogen / und sich um eine andere hoye schule umsahen; welche gelegenheit eben Iridericum zu diesem fo Mist- als nützlichen unternehmen bewogen hatte. Die reliaions- Migketten abzuthun/ ließ ersieh sehr angelegen seyn / verfuhr aber gar hart hlennnen / indem er drey der so genannten Flaql- lantm oder Geißler-ketzerey verdächtige Personen verbrennen ließ So schickte er auch seine Gesandten auf das Concilium nach Cost- uitz / und fand sich zuletzt personttch.em/ um in den reliMs- fachen bessere emigkett zu stifften. Wer! nun aus dem bemeldten Com rtlio Johann Hriß verbrannt worden / gieng hierüber der so schäm llche Hußlten» krieg an / welchen zu dampffen der Landgraf Kri- dmch viel jahrelang eme starcke armee auf den deinen hielte Diese getreuen dienste zu belohnen/ erthcilekc ihm der Kayser Siais- MNdns nach Churfürst Albertt zu Sachsen tode/ Mcher an crfMe/ die erledigte Chur/ und das Hcrtzogthnm Sachsem Zwar funden sich unterschiedene / welche vor sich die Chur nach den rechten behaupten wollen / und hatte bereits Churfürst rich zu Brandenburg/. dessen söhn Johannes Bmbaröm/He -- tzsg Rudblphs zu Sachsen tochter zur gcmahlin hakte / den Cbnr- -reiß in besitz genommen. Churfürst Ludwig zu Pfaltz mächtegleich- falls pratenston vor seinen ältesten söhn darauf. Allein der Kanstr gab zur antwort/ daß es wlder die hergebrachte gewohnhttt und die Rcichs-satzungen liesse / vatcr Und söhn zugleich zu der Chim wurde zu erheben. Doch we-l Churfürst Fnderich zu Brandenburg bereits alles im besitz hatte/ müstc ihm Landgraf Friderich bor die abtrewng 2800-- marck silbers erlegen. Sölchcm nach wurde diesem Landgrafen an. 142; die Chur- würde zu OM üu,s u ue bestätiget / ohngeachtet Hertzog Ericus V zu Sachseit- kaueuburg/ welcher wegen der nahen anoerwandschM diese erledigte wurde zu erlangen hosscte/ und sich bereits von dem Dischoffe zu Bainberg darmlt lnvestil-cn lassen / beständig darwivkr pro e- sitretei Indem aber der neue Churfürst sich bey dem Kayser in Ungarn aushielte/ gleng zwr,chen den Hrißikcn und den sciniaen best Außig an- 14-6 ein treffen vor. Weil nun die Hußttm einen vollkommenen sieg befochtm / und dadurch in seine landet weiter einzudringen keine gegenwehr fanden/ auch durch rauben/ morden und brennen / .Unbeschreiblichen schaden verursachten/ so ließ sicks der Churfürst so zu hertzcn gehen/daß er aus bekümmerniß an.1428 den 4 ian. auf dem schlöffe zu Altenburg starb. Von seiner gemah- lmCarhanna/ Hertzog Heinrichs zu Brannschweig tochter/ welche wegen grossen Alters blind worden / und an. 1442 gestorben/ Hai erzeuget Fridericrtm/ so nach ihm Churfürst worden / Si- gismmrdüm/, Bischofs zu Wurtzbürg / und Wilhelmüm Land- grasen zu Thüringen; wie auch-tochter/ Anna,n und Cachari- nam/ davon die erstere an LandgrafLsidwig denfrreSfertiaen tnHOn/ die andere an Churfürst Friderich II von Brandenburg verntay'st worden jn ciLr3äck5. cliroii'. Lsiron t. 6° gnnalez 8axvn.^ ^ ^ridkricusll/ dcr sanfftmuthige/ Churfürst zu Sachsen/ war ein söhn Churfürst Fridenci I des streitbaren/ Nnd Catha- rinä/ gedohrnerHcrtzogistzuBrännschweig/ die ihn au.-411 den 24 auq. gebohten. In seinen jungen jähren hielt er sich einige zeit in Kayserljchen diensten bey Hofe auf/ und machte sich in allerhand Fürstlichen guaiitäken geschickt. Nach absterben seines valers trat er mit seinem jüngern brudcr/ weil der mittlere Sigismun- dus mitAItcndNrg/ Rochlitz und Weida zufrieden war/ die re- gierung der lande gemeiuschafftlich an/welche sie auch bis an. 144z geführet. Nach dieser zeit wolre Wilhelmüs getheilet haben/ welches auch durch Vermittlung Churfürst Friderich des I! zu BrM- beuburg und Landgraf Ludwigs zu Hessen folgender Massen zu Halle geschehen: Fridericus bekamdas Hertzogthum Sachsen und die Marggrasschafft Mcissen/ Und darunter die städte Altenbürg/ Chemnitz/ Zwickan. ingleichen Leipzig/ Torgau und Dclitsch/ hebst Durgau bey Jena wegen des wein-wachses. Sein bruder Wilhelmüs aber bekam die gantzc Landgrafschafft Thüringen/ ingleichen Weiffenfels und Coburq / nebst den städtcn Hcldbürg / Hildburghausen/ Eißftld und Königsberg; Freyberg aber nebst den bergwercken und die stavt Wetda blieben ustter gemeinschafft- licher regierung. Die theilunq wurde hierauf mit der erbwercini- gung verknüpfft/ welches aber den Thüringern/ die sich gerne von Meisten loßreissen wollen / gar nicht anstünde / und nach- gehends gelegenhcitzu der höchst-schädlichen brüderlichen Uneinigkeit gab ^ absonderlich/ da sich die Thüringer/ ohne den Churfürsten darüber zu rathe zu ziehen / mit dem Ertz-stisite Magden- bnrg in einen vergleich/ daß beyde länder in civil-sachcn einerley recht und fteyheiten geniessen sotten/ crnlressen. Indem nun Apel von Vltzthum nebst einigen andern vom llldel / nicht allein schuld an der theilung war/ sondern auch sonssin ,ich nicht scheuete/ ist öffentlichen züsammenkünfften von dem Churfürsten viel böses zu reden / mdHertzog Wilhelmüm/ dessen geheimer Rath er war/, tnik«),' »1k kpn mit Miinnsmastit aus des Vitzthüms schloß Roßla/ des Vorsatzes / entweder dieses zu verhören/oder den Vltzthum gefangen zunehmen. Doch wurde vor dieses mal durch Marggraf Aldrechten ein stillstand getroffen/ wvrbey sich der Churfürst bedungen / der Hertzog sötte die Lösest Rathe abschaffen / wvrzu sich aber dieser kcmcswegcs verstehen lvolte. Allein es währte die ruhe nickt lange/ sondern wurde am 1446 wiederum gehöret/ da ein geschrey auskam/ der Churfürst wolle Hertzog Wilhelmüm / welcher eben zu Jena mit Anna/ Käysers Albertt tochter / beylägcr hielte /. Nebst best gasten überfallen. Hierüber entrüstete sich Hertzog Wilhelmüs/ brachte in eil einige mannschafft zusammen / und rückte darmit dem Churfürsten entgegen/ worausdie fache wrederüm verglichen ward/ Als «der des Bitzthums Hochmuth an Heryogs Wilhelm Hofe vielen vornehmen Grafen und Adettchen Personen von tage zu tage nner- s" . W irägttcher mWe / tratendieseaufdes Churfürsten feite/ wvrüdcö Hertzog Wilhelmüs abermals krieg Meng / welcher aber durch die zusammenknnffte zu Naümbmg und Muhlhausen wideruM gestillet würde...Man machte sich zwar die Hoffnung/ es sötte nun endlich einmal zwischen beyden brüdern der friede / welchen ihnen der Vater äuf seinem tod-bette so cheürr anbefohlen hatte / beständig seyn; allein es währte Nicht L jähr/ da sie äufsneue mit einander zerfielen / alssich Hertzog Wilhelm des Grasen Heinrichs von Schwartzbürg wider den alten Grasest Günther vvnSchwartzburg annahm/ welcher letztere den Churfürsten,/ dem er mich sein land verkauftet / zu seinem Schutz hatte. Hierüber nun muste sonderlich Gera ein hartes ausstehest / indem es von den Hertzöglichen völckcrn/ welche meistens aus Böhme» bestunden/ in dem andern stürme erobert/ und darinnen bey Soomenschen erwürget/ auch viel / unter denen Cuntz vön Kauffungest war / nach Böhmen weggeführet wurden. Weil aber Hertzog Wilhelmüs endlich erkannte/ wie aufrichtig es der Churfürst mit ihm mrynte/ und daß an allen bisherigen streitigkeiken böse räthgcber/ absonderlich aber der Mtzthum/schuldig wäre/ ließ er sich an. t4zo aufs.neue zu Nanmbukg m tractaten ein/welche das jähr darauf zu Lechztg mtt grösser vcranüauna des ^ ^ - mehr zu bcsürchten hatte / muste er das Unglück an seinen beyden Puntzen Ernesto und Alberto erleben / welche Cuntz von Kaufftm- gen / so 4000 thaler von dem Churfürsten prätmdirte /die er vor seine rantzlvn den Bohmeir,zahlen müssen/ an. 14?; entführte-, (sieheRauffungen.) Allem der jüngere Printz Albertus ward von einem kohler errettet / ,der altere Ernestus aber nach erhaltener gnade freywrllkg von den mubern ausgeliefert/woraufer die übrige zelt seines lebens / weiches er an. 1464 beschlossen / in friede zugebracht. Er vermahlte sich an, i4j i mit Margamha/ Ernestides elsernen / Ertz-Hcrtzogs von Oesterreich tochter/ welche an. 1486 zu Eilcnburg/ allwo sie jlch 22 jähr als wiktwe aufgehalten / ge- stdrben/ und zu Altcnbnrg in der schloß-kirche begraben morden. Sie hat; Prmtzen zmd so viel Printzeßinnen zur wett gebracht» Von diesen ward Amalia an Lüdovtemn / Hertzog in Bayern/ und Anna an Albertrim / Marggrasen zu Brandenbirrg vermählet; Mretta starb rn der iugenv ; Hedwia aber ward zu Quedlinburg/ und Margüreth« zu Seüffclitz AebttKin. Von dem Prin- tzen lebten Fnderich / Heinrich und Alexander nicht lange; Erne- stus aber und Albertus haben 2 linien aufgerichtet. LäeNtilck. eNroa. MSLt'M L'eKreL in Lllurfurllin ru Lsclilsn; rolles-Mßk:- Kidericus III - der weise / Churfürst zu Sachsen, war eist söhn Cburfursts Lrnesti zu Sachsen, welchen er mit seiner gemahnn Elisabeth / Hertzogs Albertt III in Bayern tochter / gezeuget hatte- und wurde an. 146; den 17jätngedohreN. Nachdem er seinen vater an. -4;6 zu Colditz durch den tod verlohnn - trat er die Chur/ und Mit seinem brudcr Johanne die rkgierung am Gleichwie er aber die zierde aller Fürsten zu seiner zeit mit recht gcnennet werden kunte; also suchte er mich von tag zu tag diesen herrlichen rühm durch Fürstliche rügenden zü vermehren. Der ansang seiner regierüng wurde durch das reicht Schreckenberg liunmehro ANstaberger-bergwerck gesegnet/ welches- wie man ausrechnete / in 4 jähren / nach abzug der kostest und zehenden - 1248)8 Rheinische gülden eingetragen. An. 149; trat er eine reift in das gelobte land an / allwo er sich zwar incogyircj aufführest wolle / aber doch durch sein vortrestich ansehen bey dem Sultan in Aegypttn die mnthmaffung erregte / daß er Fürstlichen staMMes seyn müsse. Nach vielen gefährlichkeiten kam er wiederum in seinen landen an - und siifftete an. i;aL die.Universität zu Witten- berg/ nachdem er bereits an. 149 z nach Kayser Friöetichs tode das Reichs - vier»« über sich genommen hatte. Ob er sich gleich Lutheri eifrigst annahm, kunte doch dieses nicht hindern / daß er nicht wegen seiner gantz ungemeinen lügenden Nach dem tod des Kavstrs Marimiliani 1 / dessen Rath und Reichs-Geiieräl-Statt- haltek er war / züm Kayser wäre erwählt worden- Allein er schlug diese hohe würde ab/ und gab dem Kayser Carolo V das v»mm° davor zwar Carvlus seine erränntlichkeit durch ein ansehnlich ge- schenck an den tag legen wolle - allein Fridericüs ivolte auch dieses nicht annehmen- Endlich starb er unverheyrathet an. 152; den ; may > nachdem er vorher» Las heilige Abendmahl unter zweyerley gestalt/ ohne die letzte oelung/ genossen hatte. p. 26. Frtöerims/ Hertzog zü Sachsen , Hoch L und Gw^MeiW des Teutschen ordens in Preussen / und coschmor des Ertz-SkifftS Magdeburg / war ein söhn Hertzogs Albrechts des grsssmuthr- aen zu Sachsen - Und an. 1474 den 2; oct. gebohrcm Nachdem er zu Leipzig und zu Sienä ist Jtalieit dw und getrieben Machte er sich ft Wohl aus dem Reichs - täg zu Worms/ als auch Nächgehends an dem Chur - Mayntzifthen Hof- beliebt» An. 1494 wurde er züm Hoch-und Groß-Astelster des Teutschen Adens M Preussen erwählet - imd von ftmem bruder Hertzog Georqio Mit 400 reutern bis nachKorngs-berg begleitet. An. 1 z04 ^rief ibn Alexander, Köstig in Pvhlest, nach Marrenbmg , best hüldiqunqs-eyd abzulegen, allein er erschien nicht - ungeachttt ihn der Babff In iüs II darzu ermähnte - sondern verließ sich aüf.des Kanftrs und des Reichs hülffe.. Nach diesem vervcdnete er emest Stattbalter in Preussen, begab sich wieder nach Missen^und wurde darauf von seinem vetter, ErMBischoff Emesto zu Magdeburg / zum co-.ch„t°r ernennet- Er starb aber an-1; w den i 4 Z8r fri dec. zu Rochlitz an der wasser-sucbt, und wurde zu Müssen in dem Dom begruben. Lnrmi. 82,7. p. ;z, 66. c«r>iL. siikk. palin- W2>U. /ärx4/.»oe/>s neues prcuUen ?. r c. r. Lc/»«L. rcr. Uiuif I. 7. Fridericus / Hcrtzog zu Sachstu-Weimar , war ein söhn Hertzogs Johannis zu Sachstu-Weimar von Dorothea Maria, Fürst Joachim Erusts zu Anhalt tochter,welche ihn an. 1596 den 1 merk gebohren. In seinen jungen jähren lag er dem studieren ob, und lebte mit stimm ältern bruder Johann Ernst einige zeit zu Jena. Hierauf trat er nebst seinem jüngcrn bruderWilhelm au. 1617 dcu -; mertz eine reist nach den Niederlanden an, und überbrachte in eigener person das zu der neu-crbaltten Protestantischen kirche zu Utrecht aus der Fürstlichen rent-kammer zu Weimar verwillig- te geld, wurde aber wegen seiner Mutter leibes-schwachheit wiederum zurück gcrnffcn , daß er den 18 auq. des besagten jahres noch 4 stunden vor der Mutter abschiede zu Weimar ankam. Das folgende jähr gieng er mit gedachtem seinem bruder nach Paris, und nachdem er sich 6 monat daselbst aufgehalten, machte er steh nach Lyon, und von dar nach Grenoble. Hierstlbst verließ er seinen bruder, und wohnte zu Frauckfurt der wähl und krönung des Kaysers Ferdinaudi II bey. Als er von hier nach Weimar wieder zurück gekommen , reiste er in bcgleitung zweyer von seinen brüdern anfden u»ions,c»»venr „ach Nürnberg, und ließ sich nebst ihnen in selbige union ein. An. 1620 begab er sich indes ueu-cr- wähltcn Königs Fridcrici V in Böhmen kriegs-dicnste, und als die unglückliche schlackt bey Prag erfolgte, warb er an. 1621 in Thüringen frische völcker, und führte sie dem Graf Ernst 'zu Mansfeld,als General des besagten Königs, zu. Mit diesem gieng er als Obristcr über ein regmstnt in die Ober-und Unter-Pfaltz, in das Stifft Epener, in Hessen und Elsaß, und von dar durch Lothringen und Hcuncgan in Brabant , allwo es zwischen dem Grafen von Mansfeld und den Spaniern an. 1622 den i y aug. zu einem treffen kam , darinnen Hertzog Friedrich mit z mustuctcu- sthüsseu in den schenckel und 2 stössen mit pigucn auf beyden feiten in den schlaf so hart verwundet worden, daß er 2 stunden nach der schlackst seinen gast aufgeben müssen. Fridericus / der ältere beygeuamst, Hertzög zn Sachstn-Go- tha, war ein söhn Lcrtzogs Ernesti des frommen oder goltS- fürchtigen/welchen' ihin seine gcmahlin Elisabctha Sophia, Hcr- Pog Joh. Philipps zu Sack),en-Altenburg tochter, an. 1646 den iz jul. gebohren. Nachdein er sich in den wisseusthafftcn und Ritterlichen Übungen zimlich geschickt gemacht, trat er an. 1660 den 14 mertz mit dem Fürstlichen Gesandten, welcher von dem Kaystr die lehn empfangen muste, eine reise nach Wien an, und siehe die soleu- r.ltäten iucog'uio mit an. Das folgende jahrnahm er in bcglei- tuna seines bruders Hertzog Albrechts -ncog»>to eine reist in Nieder-Sachsen, Hollstci» und Däuemarck vor, von dar sie nach 2 Monaten glücklich wiederum zurück nach Gothakamen. An. 1662 reisetc er nebst seinen 2 ältesten brüdern wcogmro nach den Niederlanden, und nachdem sie daselbst alles denckwürdige bestheu, kanten ste nach 2 monaten gleichfalls wiederum in Gotha an. An. 1667 zu ausgaug des apr. gieng er nach Darmstadt und von dar nach Franckreich, da er den 29 may bcv der Frantzösischcn armce zu Charleroy anlangte, und von dem Turcnnc eine convvv erhielte. Indem er sich aber nach Avcsnes gewendet, wurde er unterweges von einer Spanischen parlhcn überfallen , wovon er mit grosser iebens-gefahr entkommen. Nachdem er zu Paris bey dem König und dessen grossen Ministern eine sonderbare Hochachtung erworben , besähe er auch die übrigen vornehmsten stadte in Franckreich. Woraufcr an. 1668 imapril nach Turin undVencdig , im mau aber nach Florentz, Pisa und Livorno, und endlich den 2 z jun. über Inspruck,Saltzbu'rg,München, Augspurg,rc. glücklich nach Gotha kam. Nachdein nun dem vater, Hertzog Ernsten, die cegierungs- last allzu schwär werden wolte, siegte erste an. 1674 den iZoct. Hertzog Friedrich auf. An. 1676 reistte er nach Wien, dastlbst cme alliaiu; wider Franckreich auszurichten, und das folgende jähr erhielt er nebst seinen brüdern das Käystrliche priv>!c-,»,n wegen Aufrichtung einer neuen Universität zu Eoburg, gleichwie ihn: an. 1678 von dem König in Däuemarck der elephauten-orden mit grossem Pracht ertheilet worden. An. 168z wohnte er dem cntsatz der stadt Wien nebst stmem bruder Hertzog Ernsten von Hildburg- hausen persönlich den, und au. 1687 trat er abermals eine reist Dach Franckreich an, allwo er sich zwar >ncoxiwo aufhielt, dennoch über von dein Könige und dein gantzcn Hose viel ehre einpsieng. Nach seiner zurückkunffr lies; er an. 1689 das prächtige lnsr-schloß Friedcichswerth, eint meile von Gotba, auferbaucn, worinncn er auch an. 1691 den 2 aug. gestorben. Sonst bat er in seinem haust das recht der crstgeburt eingeführet,selbigem die Herischafft Tonna durch crtäuffung von dem Grafen Christian Ludwig zu Waldcck zugebracht, auch das durchlauchtig von dem Kayscr vor alle nachkonuuen Gotbaischer linie erhallen. Von ihm hat auch der orden der Teutschen rcdlichkeit seinen Ursprung, welchen er das ,abr vor seinem tode gcstifftet. Er hatte 2 gemahlmnen, davon die erste Magdaleua Sibylla, Augusti Hertzogs zu Sachsen und zu Magdeburg tochter, ihm an. 1669 beygeleget worden, aber an. i68> verstorben. Er wurde von ihr ein vater Anna Sophlä,die Ludovieo Fridcnco, Grasen von Schivartzburg- RudolstadtchcygclegetzMagdalcnä Sibyllä; ferner Dorothea Nla- riä, so Hertzogs Ernesti Liidovici zu Meinungen; Friderica , so des Erb-Priiisien Johannis Angusti zu Anhait-Zerbst, und endlich Johannä, welche Adolphi Fridcrici, Hertzogs von Mccklciwurg- Slrelitz, gemahlin worden. Unter den söbiien trat Hertzog Friedrich ail.iöy; die regiernng au; Johannes Wilhclmus aber,welcher an. 1677 den 4 oct. gebohren worden, hat als OEr-Mimus der sil - Königlichen Schwedischen twuvpcn in Pommern und vortrestiche proben seiner geschicklichkeit und helden-muthi ab,? legt. Die andere gemahlin Christinam, gebohrne Maragrämi L Baden-Durlach, und Marggraf Albrechts „1 Brandenbwk Onoltzbach wittwe, legte er sich an. 1681 bey, die an. 172- denÄ Lee. ohne Ander zu haben, gestorben, 8ax. ßclclUctzks-cLienäer cler Lrncssin. >iv!e. Fridericus wilhclmus I , Hertzog zu Sachseu-Altenhura, und /r«Zminikr2kk>r der Chur Sachstli, wurde an. i-;62 den 2c avr zu Weimar gebohren. Sein vater war Johannes Wilhclmus, Hertzog zu Weimar, welcher ihn mit Dorothea Susan,1a , Churfürst Frideriei III m der Pfaltz tochter, gczeuget. Gleich in ststen jungen zahren bezeugte er eine ungemeine liebe zu erlerrirma ber nöthigen ivissenschafften , und suchte dannenhero die studicii inir grosscin eifer empor zu bringen z und gleichwie er bereits an. 1 <74 das LeÄ»,--,r auf der Universität zu Jena verwaltet, also brachte er es iiachgehendsbey den übrigen Fürstlichen dwrrirorwus dahin,daß besagter Universität a». 1 z8° die so genannten Utzschbergischen zin- stn,samt der vicarey zu Rastenberg, erblich und ewiglich zugeeignet und gcsthmcket wurden. Zwey jähr hernach besuchte er den Neichs-tag zu Augspurg. An. iz8; crkauffte er das Ritter-gut Hardislcben samt den ; borffschastten Hardisleben, Teutschen ünö Ocslcbcn, und an. 1 z 87 niachte er mit seinem bruder, Hertzog Ko- hamic, einen vergleich, krafft dessen Hertzog Friedrich Wilhckmüe regiernng, bis Hertzog Johannes das 22 jähr seines alters völlig erreichet, alleine fuhren solle. Au. iz?o richtete er einen besondern orden auf, davon das ordcns-zeichen ein goldener groschen war, und dienenigen, welche sich darein begeben weiten, musten geloben, weder bcn Gottrs namcn zu fluchen, noch sonsten boßhaffte uuS leichtfertige reden vorzubringen. In dem besagten jähre hat er auch das dorffMonstädt, gleichwie im folgenden den Tannröder- wald lind 2 sten bey Krannichftld crkaufft. Zu seiner zeit suchten einige Reformirtc Prediger ihre lehre in Chur-Sachsen heimlich fortziipflantzcn, und der Chur-Sächsischc Cantzler, v.Nicolaus Ereil, trug gar viel zu ausbreillmg dieser lehre bey. Als inin nach deiii tooc Chlirsl'irst Christiani I der Hertzog Friedrich Wilhelm zür adminisiration der Cbur kam , ließ er gedachten Ereilen bcvm topfst »ehnicu, die Reformirten Prediger aus dem lande schaffen, und die verjagten Lutherischen Geistlichen wiederum einsetzen,auch z» mchrcr Vertheidigung der Lutherischen lehre gewisse visi'tatlvns- articul verfassen. An. 1596 erlangte er von dem Kanser dic an- wartschafft ausJstuburg und Büdingen, und das Chlir-hüuß hat es ihm zu daiickcn, daß die Bißthümcr Mcrsebnrg, Nauniburg und Meissen mit ihm nach der zeit verkmwfft worden. Hierauf schickte ct an. 1001 seine Theologen zum geistlichen gespräch nach Regen- swirg, und an. 1602 übergab er die Churwerwesinig, in welchem iahre er auch den 7 üil. verstorben. Er hatte 2 gemahlinnen, davon die erste Sophia, .hertzog Christophs zu Würtembcrg tochter,«». 1 z yo gestorben, 2 tochter, Dorothcam Sophiam und Amiam Ma- riam , hinterlasseud. Die andere gcmahlin war Anna Maria, PfalizgrafPhilipp Ludwigs zu Nrubiirg tochter, die ihm Johan- lwin Philippnm, Fridcricum, Johanncm Wilhclmum und Fridc- ricum Wilhclmum II gebohren, und an. 164z gestorben. 82X. <^c. Fridericus wilhelmus II , Hertzog zu Sachstn-Altcnburg, war ein sohu Frideriei Wilhclmi I, und'Aiiuä Maria, Psältzgräfin zu Neuburg, welche ihn au. 160; de» 12 stdr. nach dem tode des vatcrs gebohren. Er gieng an. 16)4 mit den Churfürstlichw trouppsiii iu die Laußnitz, nahm Bauizen ein, und wohnte dem treffe» bey Liguitz bey, darinnen dir Käystrlichcn gcschlaaen worden. Das fosgeiide jähr aber quittirte er zu ende des julffdie krieges- dieustc. Hierauf uahm er an. 16)9 im jun. die Huldigung im gan- tzeu Fürsteuthum Altcuburg ein, und ordnete gleich anfangs ein c-cccwliE-cxLmen an. Kurtz vor antritt seiner regiernng starb au. 16z8 Hertzog Johannis Fridcrici II jüngster söhn, Johannes Eruestus, Hertzog zu Eistnach nud Eoburg, ohne leibes-crbcn. Gleichwie mm Hertzog Friedrich Wilhelm II durch seiner bruder tod das gautzcFürsteuthum Altenburg an sich gebracht, also bekam er nach erstgcdackiten Hertzogs zu Eistnach tode das Cobnrgischc, ausgenommen Königsberg, Eisfeld, Heldburg und Ummcrstadt. So'wurde auch die hinterlasscuschafft der Fürstlichen Hcnncber- gischeu familie au. isso gctheilct, davoman Altcuburg die ämtck Themar, Masseld, Meinungen, Bcringfli, Henneberg und Miltz fielen. Das iahr darauf ließ er anstalt machen , die schrifftcn Luther, zu Altenburg zusammen drucken zu lassen, welche an dem gedachten orte an. 1664 heraus gekommen, und daher die Altcnbur- gische roM> gcncnnct werden. Worauf er an. 1669 den 22 apr. gestorben. Seine erste gcmahlin, Sophia Elisabeths, Marggraf Christian Wilhelms zu Brandenburg tochter, starb an. iszo unfruchtbar. Hierauf vermählte er sich an. 16,-2 mit Magdalcna Sibnila, Churfürst Johann Gcorgcns zu Sachsen tochter, Printz Christians in Däncmarck wittwe, die an. 1668 gestorben, nachdem sie ihm Ckristiannm , so an. 166z dieses zeitliche gesegnet; Fridcricum Wilhelmum, der ihm in der regiernng gefolget, und mit jei- nein tode an. 1672 dcn 14 apnl seine linie beschlossen hat; iindcnd- Ilch Johannam Magdalenam, Hertzog Johann Adolphs zu Sack,- stn-Weisscnfels gemahlin, gebohren. lchoZ-8-x. ^cscUickrs-cLlcnller cic- Lnicii. linie. Ehurfursren uiidrissarggrasen von Brandenburg/ mgleichen Burggrafen zu Nürnberg! fridericus I , Churfürst zu Brandenburg, aus dem geschleckt der Burggrafen zu Nürnberg, war ein söhn BurggrafFnderict V, und Elssäbekhä aus Meissen, gebohren an. den ri M. ftl In seiner jugend wurde er zu Nürnberg in der Lateinischen sprach und anderen wissenschafften, die zu selbiger zeit eben zu blühen anfienge»/ sehr wohl unternchtet, wiewohl er auch nicht unterließ/ sich in den waffcn und Ritter-spielen zu üben. Er kam noch bey seines vaters leb-zeiten etwa» an. i z 98 zur Fürstlichen regie- rung in Francken, und wurde in eben diesem jähr zum Feldherrn über die Reichs - volcker erwählet, da er dann den überhand genommenen raubereyen unterschiedener Edelleute zimlichen einhalt that. Als die Churfürsten, nachdem sie Kayser Wentzeln / dessen schwester BurggrafFriderichs bruder zur ehe hatte, des Reichs verlustig erkläret ,.und dessentwegen von diesem und seinem bunds- genossen, dem Konig in Franckreich, sich nichts gutes befahrten, nahmen sie sonderlich zu ihm, als einem der klügsten und mächtigsten Fürsten, ihre zuflucht, wie er dann auch so wohl durch genaue Verbindung mit anderen Reichs - Fürsten, als durch kluge Vorstellung an beyden feiten, es dahin brachte, daß Wenceslaus sich nicht getraute, sich mit gewalr bey der Kayserlichen Hoheit zu erhalten, sondern dieselbe gutwillig an Pfaltzgraf Rupertum abtrat. Dieser war des Burggrafen schwager, und hatte demselben dieses sein glück guten theils zu dancken, dahero er ihm einen theil der Reichs» armee anvertraute, als er einen zug wider Galeazium, Hertzog zu Mayland, vornahm, wiewohl das vorhaben, selbigen unter den gehorsam des Reichs zu bringen, vergeblich war. Hernach kam er mit der stadt Rotenburg an der Tauber in streit; denn weil diese, alles abmahnens ungeachtet, eine landwehre zu bauen sich unterfangen , ruckte er vor die stadt, die sich auf den Marbachischen bund, dessen glied sie war, verließ; hub aber die belagerung wieder auf. Doch unterließ er nicht, die fache bey dem Reichs-Hofgcricht zu Heydelberg eifrig zu treiben; da denn an. 1407 die Reichs-acht endlich vollzogen wurde, indem der Burggraf nebst dem Bischoff Johann zu Würtzburg in die landwehre einfiel, und darinnen die schlösser Hartenburg, Gamersfeld, Lichtenthal, Happoltsheim und Endsee schleiffte. Als an. 1410 der Kayser Rupertus starb, hatte er «dermal gelegenheit, sein ansehen in dem Römischen Reich sehen zu lassen, und zugleich die ruhe desselben zu beförderen, indem er Sigismundo, König in Hnngaru, des entsetzten Wenceslai bruder, durch seine gute recommenäLci.,,-. und emsige beinühung zur cron verhalt, ob er schon nicht hindern konte, daß nicht etliche Churfürsten Marggraf Iobst von Mähren erwählten. Doch dieser machte gleich im folgenden jähr den 19 jan. durch seinen tod Sigismnndö platz, und that zugleich unserm Burggrafen einen grossen gefallen. Denn er hatte bisher die Cbur und Marck Brandenburg als einen vfand-schilling besessen. Diese fiel, weil er keinen erben hinterließ, an Sigismundum, der sie ihm versetzt hatte, zurück, und dieser bekam gelegenheit, des Burggrafen getreue dienste zu vergelten, und ihm die ansehnlichsten geld-summen, so er seinetwegen aufgewendet, zu ersetzen, indem er ihm die gedachte Marck Brandenburg als obersten'Hauvtmann und Verwesern übergeben, gleichwie schon an. 1Z46 Luvovicus, Churfürst von Brandenburg, sie Friderici groß - vater Johanni überlassen hatte. Demnach solle Burggraf Fnderich sann seinen erben die Marck Brandenburg besitzen, bis ihnen 10000s Ungarische gold - gülden von Sigismundo öder dessen erben ausgezahlt würden; doch behielt sich Sigismundns die Chur - würde, und was einem Römischen König vor recht in diesen landen zukommen möchte, damals noch zuvor; und so bald die Churfürsten, die es bisher mit Marg» gras Iobst gehalten hatten, auf Friderici zureden nun auch Sigismundum erwählet, und dieser die regierung in Teutschland angetretten hatte, wurden diese tractaten zur cxccun'nn gebracht. Sigismundus fand sich mit MarggrafWilhelm von Meisten ab, dem Marggraf Iobst ein stück von der ihm versetzten Marck wieder versetzt hatte, nahm erstlich selbst die Huldigung von den Landständen zu Berlin ein, ohne noch etwas von dem Burggrafen zu gedencken; er suchte und erhielte darauf seines bruders Wenceslai schrifft-und mündliche einwilligung, und übergab endlich durch ausgefertigte -lssiomskL dem Burggrafen das land; welcher erstlich durch briefe die stände und städte versicherte, sie zu schützen, hernach an. 1412 am Johannes-tag in der Chur-Marck Brandenburg ankam, und zu Neu-Brandenburg die Huldigung einnahm, wobey sich einige grosse vom Adel widersetzten, denen man in dem vorigen verwirrten zustand gantze städte und ämter eingeräumet hatte, welche nun wieder eingelöset werden sollen. Unter diesen haben sich die von Quizau und Rochau sonderlich signalirt, und durch hülffe der Hertzoge in Pommern Friderico zwey, gantze jähr zu thun gemacht, innert welcher zeit er sie durch hulffe des Bl- schoffs zu Magdeburg und Hertzogs zu Sachsen aus den stadten gejaget, auch sonsten das land von oen räubereyen gesäubert, und durch ertheilung der justitz in bessern stand gesetzet. Als an. 141 4 derReichs-tag und das Lonc>üu,i, zu Costnitz angieng, wurde der nunmehrige Statthalter von Brandenburg auch von dem Kayser Sigismundo dahin zu kommen ersucht, welches er auch über sich nahm, und unterdessen die regierung der Marck dem von Biber- stein auftrug. Hier war er nun das Haupt von dem Kayierlichen geheimbden Rath, so, daß Sigismundus nicht das geringste ohne ihn vornahm. Der Kayser hatte zu seiner reise, die er, zu beruhl- gung der kirche, nach Spanien, Franckreich und Engelland thun wolle, geld vonnöthen, wie er dann überhaupt kein guter «co. vomus gewesen; BurggrafFriderich aber wäre so wohl wegen seiner eigenen ererbten schätze, als auch, weil er die Nurnbergt- schen kauff-leute an der Hand hatte, im stand, dem Kayser behulflich zu seyn. Also kam es dahin, daß mit einwilligung der versamm- leten Churfürsten, welche gerne sahen, daß die Marck wieder emen besondern Herrn bekäme, der Kayser Sigismundus gegen 400000 Ungarische gold - gülden, so er Friderico schuldig worden, demsel- sti qZq ben auch die Chur - würde zu Brandenburg, nebst dem amt eines überlassene wieder an sich zu bringen. Der neue Churchrst nahm hierauf sitz und stimme in diesem Lollegio, und erhielt, daß die Hertzoge.von Pommern, Otto und Casimir, welche aufs neue die tbn/küelen verhetzet, und grossen schaden im lande ge- than hatten, samt ihren anhangern m die acht erkläret, und den Nachbarn die cxecmx-n aufgetragen wurde. Des Churfürsten ge- ssewwart m der Chur Marck war also desto nöthiger; dahero er nach Berlin kam, und aufs neue die Huldigung als Churfürst ein- nahm, wo unter denen, die in eigener Person huldigten, sonderlich Balthasar, Wilhelm und, Christoph, Fürsten der Wenden und Herren zu Werle, merckwurdig waren. Nachdem der Churfürst ^v^ss^e gute austasten gemacht, insonderheit die von Putlitz, Rochau und andere bisherige malcontenten wieder zu gnaden angenommen, und vor das, so sie ihm abtretten müssen, einiges «gmv-i-m gegeben, gieng er wieder in seine Fränckische lander, und kam aufs neue zu end des jahrs an. 1416 mit grosser Pracht auf dem Reichs-tag und conciiio zu Costnitz an. Als zu ansang des folgenden jahrs auch der Kayser sich von seiner reiß wieder emgefunden, wurde die belehnung des Churfürsten prächtig vollzogen. Hierauf wohnte er den berathschlagungen mit gross sem etffer bey; auch käme ihm zu statten, daß der aufdem conci. i-o erwählte Pabst Martinus v, sonst Otto Columna, glaubte, sein hauß wäre mit dem Zollerischen geschlechk verwandt, und daher mit dem Churfürsten' gute freundschafft zu machen und zu erhalten suchte. Wie er ihn denn gebrauchte, dem Kayser die ge- weyhete rose zu überbringen, und bey seinem abzug von Costnitz sein Pferd auf der einen feite von dem Kayser, aufder andern aber von dem Churfürsten bey dem zäum führen ließ. Als darauf der Kayser in sein Königreich Ungarn gehen wolle, setzte er vorhero an. 1418 Fridericum, mit bewilligung der Stände, zu seinem Statthalter in dem Reich, und fertigte zu Donauwerth einen be- stallungs - brief darüber aus, welcher dem Churfürsten viel ehre und gnugsame Versicherung der Wtzemni^lioi, brachte. Gleich darauf thaten sich grosse irrungen mit den Hertzogen von Mecklenburg hervor, weil bey dem vorigen verwirrten zustand in der Marck die gräntzen zweiffelhafft worden, und einige Vasallen von ihren lehn-Herren auf allerhand weise sich loß zu machen gesuchet. Die Hertzoge fielen dem Churfürsten in das land, belagerten auch Straußberg vergeblich. Da ihnen aber an. 1419 der Churfürst in ihren eigenen landen zu leibe gieng, kam es bald zum stillstand. Als indessen nach dem tod Wenceslai die Böhmen, welche Hussens Verbrennung Sigismundo schuld gaben, durchaus nichts von diesem ihrein neuen König hören wollen, ließ der Churfürst sich erstlich angelegen seyn, duxch seine Gesandten, sonderlich den von Seckendorf, wieder ein gutes vernehmen zu stissten. Als aber dieses nichts fruchtete, verband er sich an. 1420 mit dem Kayser in dem Tangermündischen tractat, daß er ihm die Böhmen zur rst- lsn bringen helffen, und in person wider dieselben zu seid ziehen wolle; worgegen der Kayser ihm beystehen solle, die Uckermarck, ' welche die Hertzoge von Pommern an sich gezogen hatten, wieder zur Chur zu bringen. Dieses letztere geschahe auch noch selbiges jähr. Denn weil die Pommerischen Hertzoge auf des Kaysers be- fehl die gedachte Uckermarck nicht gutwillig abtretten wollen, sondern sich mit den Hertzogen von Lauenburg und Mecklenburg wider den Churfürsten verbanden, so machte dieser ein bündniß auf ein halb jähr mit den mächtigen hansee - städten Hamburg und Lübeck, daß sie den letzt - gedachten Hertzogen in das land fielen, und er mit denen aus Pommern desto leichter fertig werden konte. Er rückte also mit seiner armee vor Angermünde, und nahm die stadt ein; über der belagerung des schlosses aber kam es zu einem treffen, worinnen die Pommern den kurtzern zogen, viel erschlagen, und zoo Edelleute gefangen wurden, daraus muste sich noch in selbigem jähr das schloß Angermünde, Boitzenburg, Greifen- berg, Zedenick, Prentzlau, und alles, was die Pommern m der Uckermarck besessen hatten, ergeben; und auf einem so genannten Fürsten-tag zu Perleberg wurde die gantze fache also beygelegt, daß der Churfürst den Hertzogen von Pommern vor die M-Mbe- runqen, die sie an gedachte örter hatten, -°°° sclwck Böhmische arofchen erlegen solle; wiewohl dieser vergleich nicht lang daurete. Iu gleicher zeit hatte der Churfürst auch grosse verdrußlichkeit mrt Hertzog Ludwigen von Bayern-Ingolstatt , welcher ihm 2;00a ducaten anforderte, die Ludwig Kayser Sigismundo vorgeschoss sen, und davor der Churfürst gut gesprochen hatte. Der Churfürst wieß den Hertzog an den Haupt-schuldner, und dieser wolte die ftlulban der straf abrechnen, zu welcher der Hertz°gv°re,mgec weaen brechuug des land - fr edens, von dem Fräncklschen gn^aerL verdammt worden war. Darüber wurde erstlich mit maEesten oder? wie man damals redete, schmäh-schrlfften, und Nlaends mit raub und brand von beyden fetten gestritten, wie denn Christof von Leiningen so gar die Fürstliche bürg M Nurn- bera nächtlicher weile heimlich m brand gebracht. Der Churfürst weil nicht rathsam war, aus der fast von allen selten her beunruhigten Marck zugehen, sowohl diese kriegs - Handel als die antrettung der erbschasst seines bruders Iohanms, die lhme m eben diesem rasten jähr durch dessen tod zugefallen, durch seine schöne nd kluge gemahlin Elisabetha administriren lassen, welche er mit gnugsamer Authvrität und vollmacht m Francken schicktt. Z84 fti Mit den Böhmischen Händeln gieng es gar unglücklich , und konte der Churfürst weder durch weitere Vorstellungen / noch mit gemalt, ob er schon mit 10000 mann die Käyserliche armee verstärckce, etwas ausrichten. Auch bemühete er sich vergebens, durch eine Vermählung seines damals 8 jährigen Printzen, Friderich des jün- gcrn, mit Uladislai Jagellonis Königs in Bohlen tochter, Hedwig, denselben von der Böhmen parthey abzubringen. Wie denn würek- lich zu Cracau ein tractat hierüber geschlossen / und der Churfürst- lichc Printz an Uladislai Hof gesendet wurde , um daselbst auferzv- gen ,zn werden - damit / wenn Madislaus ohne männliche erben abstürbe, derselbe ihm succediren tönte. Doch, es hatte dieses eine gantz andere würckung. Die Printzeßin starb frühzeitig; Uladislaus bekam nach der zeit selbst einen söhn, und ehe dieses geschah, unterließ er nicht, sich vor die Böhmen zu erklären, so, daß Churfürst Friderich selbst dadurch bewogen wurde, auf eine Zeitlang sich des kriegs wider sie zu enthalten, damit er diesen seinen Märten, mit welchen er auch einen besondern tractat wider die Crentz-Herren geschlossen hatte, nicht beleidigen möchte. Er hatte es um so viel mehr Ursache, weil die nnruhe mit Hertzvg Ludwigen von Bayern noch immerfort währte, und noch darzu an. 1422 Churfürst Albrecht zu wachsen ohne männliche erben starb, dessen tochcer Barbara an des Churfürsten söhn Marggraf Johann vermählet, und ihme dabey von Sigismundo die anwart- schafft auf solche Cbur gegen eine grosse summa geldes versprochen war. Der Churfürst machte also anstatt, besitz davon zu nehmen, wie er dann Wittenberg und das darzu gehörige land mit seinen völckern besetzen ließ. Damit er aber desto sicherer sey» möchte, ließ er sich mir den Hertzogen von Braunschweig m tractaten ein, daß diese, und insonderheit Hertzog Wilhelm, die Chur-würde und Reichs - Marschall - amt, wegen der Ncicengcnr von Henrico Leone, das Brandenburgische Hans; aber gedachtes Wittenbergcr- landhabcn solle, welches ohne dem, weil es disscirs der Elbe, nicht zu wachsen, sondern der Windischcn Marck gehörte. Doch als der Churfürst die stäche an den Kayser bringen ließ, fand sichs, daß die Marggrafen von Meisten schon zwey iahe vorher, nemüch an. 1420, eine auf die Chur und das land von dem Kay- ser erhalten. Dem Churfürsten war mit wettläusttigkelt nicht gedient ; daher er sich von dem Kayser, welcher sich nunmehro der Marck auf ewig und schlechter dingö begab, dahin dispomren ließ, daß er folgenden vertrag mit dem bisherigen Landgrafen und neuen Churfürsten zu Dachsen Friderichcn eingicng; er wolte das land über der Elbe, oder das Hcrtzogthum Sachsen-Wircenberg, so er erst - gedachter Massen eingenomme», gegen 28000 marck >il- bcrs dein neuen Churfürsten zu Lachst» wieder abwerten, so, daß gleich nach auszahlung dieser summa die Brandenburgische völeker das land räumen, und Marggraf Johann nebst seiner gcmahlin Barbara verzicht auf ihre fordcrung thun sotten, welches alles auch noch selbiges jähr vollzogen worden. Zu gleicher zeit wurden auch Wcccilions-pEen Zwilchen Sachsen und Brandenburg aufgerichtet, welche voir unsers Churfürsten söhn Friderich II an. 14;? den 29 apr. zur richtigkeit gebracht worden. Ehe noch diese fache mit Sachsen völlig zum stände war, ließ sich Churfürst Friderich überreden, daß er die Böhmischen Händel aufs neue angrif, und sich so gar zum obersten Hauptmann des zugs wider die Hußiten bestellen ließ, nachdem er vorher Uladislaum dahin disponirt, daß er sich der Böhmen und seines vettern Coribuls, den er ihnen zum König gesendet hat, kaltsinnig genug annahm. Doch die hnlffe der Reichs - Fürsten war schläfrig, und die plackcreycn in Frau- cken währten fort, da noch immer die Marggräßichen lande von Hertzog Ludwigs lentcn ruinirt wurden, ob derselbe schon durch hinwcgnchmung einiger städte, als Monheim, Donauwerth und anderer, von dem Churfürsten gezuchciget, und von dem Kayser zu unterschiedenen malen abgemahnet worden war. Dieses hinderte den Churfürsten, etwas rechtes wider die Böhmen auszurichten , daher sie immer kühner wurden, und grosse strciffereye» in den benachbarten landen vornahmen. Sie drohcten auch in Hungarn einzufallen, daher Fridcricus, als des Reichs Ertz-Cain- mcrer, die Römisthe crone und andere >„lir;n,2 nichc länger zu Plindenburg in Hungarn, wohin sie Digismundus ohne des Churfürsten wissen gebracht hatte, lassen wolle; sondern sie mit des .Käufers einwilligung »ach Nürnberg brachte, und der stadt die Verwahrung dmelben auf ewige zelten auftrug. An. 1424 sielen abermal m abwcstnhcit des Churfürstens die Hcrtzoge von Pommern in die Ucker - und die von Mecklenburg in die Prignitzcr- Marck. Jene eroberten Prcntzlau, welche irdoch an. 1427 durch vcrrätherey wieder ohncIines inanncs Verlust an Marggraf Johanne»!, seines vaters Dtatthaltcr, übcrgicng, und ist von der zeit an immer bey der Marck geblieben. Diese aber wurde» von Marggraf Johanne nach einigen progrcssen, die sie gemacht hatten, bey Pritzwalck geschlagen, in welchen: treffen Fürst Christof zu Werte selbst geblieben; dessen wittwe das folgende lahr 142 z mit dem Churfürsten friede machte, und die Priegmtz, auf welche die Mecklenburger bisher wegen eines pfand-schillings etwas zu lägen haben wollen, weiter nicht zu beunruhigen vcrfvrach. An. 1427 entließ der Churfürst Johannen:, Fürsten von Wenden, Herrn des landcs Stargard, seiner langwierigen gefangenschafft, nachdem er einen rcver§ von sich gegeben, dein Churfürsten zoooo ihalcr zu erlegen, leine fordcrung auf die stadt Prentzlau fahren zu lassen, und sein gantzcs land Dtargard, als einen ehemaligen theil der Marck Brandenburg, von ihn: zur leben zu tragen; gleichwie schon feine vorfahren diese lchens-herrlichkeit an. 1)74 Wcnccslao und Carolo IV zugestanden hätten. Worauf denn Fürst Johannes Huld und pßichc leistete, (^) und feine Land - Stände dergleichen thun ließ. In eben diesem jähr wurde auch endlich ein be- fri ständiger friede Mit den Hertzogen in Pommern getroffen , E durch eine Vermahlung Hertzog Joachims mit Barbara Marals Jobansen tochter bestatttgtt. Dieses jähr ist ferner merckwürdia, weil in selbigem Fridericus eine abtheilung der lande vornahm , die er mit Pfaltzgraf Johann in den Bayrischen unruhen erobert und bisher gemein,chafftlich mit ihm besessen hatte - er bekam aber Hilpottstein, Mersdorff, Graisbach und Vvhensbrans, mit ihren ll-pencicnr>ei,; in gemcinfchafft aber blieben die stadt und schloß Lauff, schloß und marckt Floß, die stadt Weiden, und das schloß Parckstcin. Roch in diesem lösten iahr vnkcmffte der Churfürst an die stadt Nürnberg die abgebrannte bürg, nebst der wag, etlichen zinsen und gefallen in der stadt, den 2 drittheü des Schultheissm-amts, und den wald, vor 2000000 gülden, (sorechnet Wagenseil, andere haben nur 240000, welche summ» wahrscheinlicher) behielt sich aber dabey seine übrige gerechtsame bevor. Unterdessen nahm durch die unöinigkeit der Teutschen Fürsten die macht und miolcn? der Hußiten in Böhmen mehr uns mehr überhand, so, daß an. 14;° Churfürst Friderich mit einer brandschatzung so wohl die Brandenburgische als Burggräfliche lande von der Verheerung loß kauffen muste. Im folgenden jähr wurde er auf dem Reichs - tag zu Nürnberg von neuem zum obersten Hauptmann eines gewaltigen zugs wider die Böhmen verordnet , und bekam wie das vorige mal macht von krieg und friedn, nach gutdesindcn zu tractircn. Auf diesem Reichs - tag wurde auf des Churfürsten angeben auch eine besondere eintheilung des Römischen Reichs gemacht, welches der gründ gewesen zu den 1» craysen, die Marimilianus I und Carolus V zu stände gebracht. Der zug wider die Böhmen lief, ungeachtet der tavffer- und Vorsichtigkeit des Churfürsten, unglücklich ab, und die Böhmen spielten nicht allein in ihren, sondern in allen benachbarten landen den meister, welches sonderlich die Churfürstliche lande an. 14,2 si'br empfunden, da die so genannte Taboriten Franckfurt zweymal, wiewohl vergeblich, belagerten, Münchberg aber, Allen Landsberg und Slranßderg abbrannten , und sonsten im lande unsägli« chen jammcr anrichteten. Weil in diesen unruhen die religions- freyhett von den Böhmen vorgeschützt wurde, so hatte man hoff, nnng, dieselbe in dem um diese zeit gehaltenen Baßlcr-^nollo beyzulegen; daher sich Churfürst Friderich eifrigst angelegen seyn ließ, die wrcmion des Lonciiü zu beförderen; um so vielmehr, da sein söhn Friderich der jüngere nebst Wilhelm Hertzog von Bayern zum pi-orcüore des Loncitii von dem Kayser bestellet worden. Auf diesem conckiio wurden auch an. 14V die ehe-packen geschlossen , welche der Käufer auf seiner reise zu der Italiänischen cröitting mit des Churfürsten cnckelin Barbara , Chur - Printz Iohannis tochcer, und dem Reichs-vwsrio in Italien, Ludwig Äonzaga, veranlasset, und in dieser abstchr dieses geschlecht unter dein titnl der Marggrafen von Manlna in den Rcichs- Fürsien - stand erhoben. In dem folgenden jähr hat Bischof Johann von Würebura dem Churfürsten, der nebst seinen: vatcr die helffte der stadt Kitzingen schon von an. izy-> erlanget , und ruhig besessen hatte, auch die andere helffte derselben gegen 12000 Rheinische gülden wiederkäuflich überlassen. Sonsten halte der Churfürst auch mit dem Conciles zu Basel einige vcrdrüßlichkeit, weil es sich unterstehen wolle, einen richterlichen ausspruch in den streitigkciten zwischen ihm und Hertzog Ludwig von Bayern, wie nicht weniger für die Hertzoge von Lauenburg wieder die neue Chnr-würde des Meißnischen Hauses zu thun, welchen er anzunehmen sich wegerte, unterdessen aber den von dem Kayser und den: Reich zu besserer beylcgnng der Böhmischen Unruhe und mehren: sicherheil des ooncu» gehaltenen land-fneden und stillstand unverbrüchlich hielt, und endlich 14V denselben biß auf 1440 verlängerte; ja dieser stillstand wurde 14)8 in einen rechten frieden verwandelt, und durch eine Vermählung der Churfmß- lichen Printzeßin MargaMhä an Hertzog Ludwig den mMrn, wiewol wieder seines vaters willen, bestätiget, welcher darüber mit seinem söhn zerfiel, wiewohl er den stillstand biß zu Churfürst M- drichs tod hielte. In diesen: 14z 6 jähre wurde endlich auch sonderlich durch des Churfürsten bemühungen die Böhmische fache zu ende gebracht, und Kaystr Sigmund kam zur würcklichcn bentzmia dieser Crone, welche er doch gleich zu ende des folgenden iahrs M den: leben verlassen »niste, nachdem er sich vergebens bemühet, den zwischen dem Churfürsten und Hertzog Heinrich von Mecklenburg entstandenen streit gütlich beyzulegen; denn als an. 14)6 Johannes , der Wenden Fürst zu Dtargard, welcher, wie oben gedacht, aufs neue sein land von dem Churfürsten zu leben genommen,ohne erben starb, fielen dessen lande an die Chnr-Marck; Hertzog -M- rich aber schützte die mitbelehnung vor, welche BrandcnbnrMer seits gelangnct wurde, weil das land Stargard jederzeit ein mm der Chur-Marck gewesen. Weil nun der gesuchte vergleich mchtge- lroffcn werden konte, kam es zur thatlichkeit; da Marggraf, po- ham: sich des gröstcn theils des landes Dtargard nnt lsswall bemächtigte. Damit man mit den Mecklenblirgischen Hertzogen dmo eher fertig werden tönte, ward mit Bernharden, Hertzog zu sen-Lauenburg, welcher bey einigen jähren her eine alle forvmW auf die Marck Brandenburg machte, und mit plündern und ram den das land verhceretc, ob er schon dabey selbst wenig seiden si M ' ein stillstand getrosten, und bedungen, daß er sich in die Stacgm bische suceessions-sache wieder Brandenburg nicht menMM. Da nun der Churfürst aus solche weise sich ziemlich rudevssichM halte, nahm er sich mit desto grösserer sorgfalt der Reichs-HM an, halff erstlich die wähl Kayser Albrechts, wobey cr zum erst n mahl ftine Chur mit grossen folennitaten crerarte, befördern , dein er auch die Churfürsten, die ihm selbst ihr zu E Icns waren , beredete, Albcrtmn zu erwehlen. Es war alio om^ fri UM andern mahl, daß er bey der Kaystr-wahl in constderation kam, indem nach Wenceslai abdanckung dergleichen geschehen war. Dem neu-erwehlten Kayser selbst stund er aufdem Reichstage zu Nürnberg mit gutem rath bey, und als die Böhmen sich auch diesem Kayser wiedersetzten, und Casimirum aus Polen zu ihrem König haben wollen, tonte er zwar wegen seines hohen allcrs die Reichs-armee wider dieselben nicht selbst commandiren, trug es aber seinem dritten söhn Alberto auf, welcher es mit grossem rühm geführet. Nach.frühem absterben Kaysers Alberti hat Churfürst Friderich das gröste zu der wähl Hmzog Friderichs voyOesterreich beygetragen, und dadurch das Oeste'rreichische Haus dem seinigen aufdas neue verdündtlich gemacht. Wie dieser Churfürst in politischen fachen eine kluge regiernng geführet, also vergaß er auch nicht in kirchen-sachcn an Verbesserung zu gedencken. Seiner vielen bemühungen auf denen L»„c>>»s z» geschweige«,machte er an. 1414 aus der Psarrcy zu Langenzenn ein Lolle^ium LLnonicörum reZu. iLnum. und ; jähr darauf stifftete er zu Anspach, wo er öffters seine residentz hielte, die schloß - kirche, und an. 14z-) zu Zwernitz die capclle samt einem o.sconLt ^gleichwie er auch an. 14; 1 einen Prediger bey 8 . Gumbrechts stiyt zu Anspach verordnet, welcher in der'hciligen schrifft wohl geübt styn, und darinnen die übrigen Geistlichen unterrichten solte. Er starb unter stater erinnerung des leidens Christi zu Cadoltzburg den 21 sept. an. 144°. Sein leichnam wurde nach seiner verordnung in das kioster Heilsbronn gebracht. Er war von gestalt der schönste Fürst seiner zeit, (gleichwie auch seine gemahlin Elisabeth von Bayern-Landshut von den Märckern nur die schöne Elfe gencnnet worden) auch von einer zimlichen stärcke. Dabey war er von durchdringendem verstand, so, daß er selbst regieren und geschickte leute zu seinem dienst bestellen kunte. Seine beredtsamkcit gab seinen klugen Vorstellungen noch mehr Nachdruck. Diese nebst der liebe zur gerechtigkeit und frieden, ingleichem seine prächtige und freygebige auffüdrung, wo es noth war, die ekrerbietung gegen höhere, und sanfftmuth gegen niedrige, brachten ihm vieler frcundschafft zuwege. Seine gute hanßbaltung aber setzte ihn in den stand, die wichtigsten vorhaben auszuführen. Die liebe zu GOttes Wort hat er durch ansehnliche stifftungen, und seinen ciffer vor Verbesserung des reli- gions-wesens durch sinne viele bemühungen auf den c»nc>ii,-> gnug- sam an den tag geleget. Kurtz, er hatte alle qualitäten, die man von dein stisster einer so ansehnlichen macht, wie des Hauses Brandenburg ist, vermuthen kail. leben unll lriu-lick lles erll^n LkurkUsllcii ru LrLnclenb. (s) Osr ü^leclclendm'ßiiclie revcrr gebet in R.eict >5 nrcbiv ?. 8 pec. c. 4 ; n. (b) A eri-r, wie lcauk- briete anll conürmscioa lieben 8.ea:k5 nrcbiv I. c. p Z21 tg. Fridericus II / Churfürst zu Brandenburg / wegen seiner lapfferkeit der eiserne Markgraf/ oder der Marggraf mit den eisernen Zähnen bcygenannt / Churftirfl Inderin l söhn/ tvardmiyuov. 141z zu Lanaermünde gebühren. Seme jungen jähre brachte er an dem Polnischen Hose bey dem Könige Uladislao Jagcllone zu/ des lande) spräche und sittcn zu erlernen/ weil ihm nebst derKonigllchenPrintzeßinHedwig/und einer beysteur roc-oc-o Ungarischer dücaten / die sueceßion zur erone/ wenn der Komg ohne männliche erben sterben solle/ versprochen worden; wiewohl derPrmtzcßin noch vor dem beylager crfolgtcr tod/ und Uladtslat eigene manns erben die gantze Hoffnung zu nichte gemacht. Im 19 rahreseines alters hatte er sich bereits solche Hochachtung erworben/ daß er nebst dem Hertzoge Wilhelms von Bayern / von dem Kay« ser SigtSmundo als prorcÄor demBaßlerischen Concilio i4;2(») vorgestellet worden. Selbst sein vater hatte so viel proben seiner staatS-erfahrcnheit/ daß er ihn in der Chur-.würde dem erstgebvhr- nen sohn/ wiewohl mit dessen gutem willen / vorgezogen. Seine erste Verrichtung war/ daß er an. 1442 sich mit den Hertzogen von Mecklenburg vertrug / und ihnen zwar das Fürstcnthnm Wenden überließ/ dagegen aber die mit-delehnung und erd - folge aus alle ihre lande erhielt. (r>)An. -44; stillte er den streit zwischen den bürgern zu Berlin und Cölln/ welche bisher ein gemeinschafft- lich ralhhauß gehabt/ gab jeder stadk einen besondern rath und rathhauß/ eignete sich die hohen und niedrigen geeichte/ wie auch andere gerechtigkeiten wieder zu. Hieraufzog er an. 1448 du unruhigen gemüthcr/ wclcheso wohl mit schmahworten/ als erbre» chiingder Churfürstltchen cantzleysich vergriffen/ zur straffe/ und beraubte die städte ihrer meisten freyheiten und gememschasttltchen güler. Er hat auch das Churfürstliche schloß daselbst von gründ erbauet / und für den platz dem rath den tempel - hos samt seinen guiern und dörffern überlassen. An. >44 > eroberte er die stadt Cot- dus/ welchesich bifi dahin gewegcrthatte / dem Churfürsten nach dem erempel anderer örter in der Nieder-Laußnitz zu huldigen/ (-) welches land damals Brandenburg grossen theils an sich brachte/ so wohl weil es ehedem zu unterschiedenen malen mtt der Marck verbunden gewesen/ als auch wegen einer neuen coueeßivn des jungen Böhmischen Königs Ladislai p-ulnumi, (weil dieser rugleich Koma gewesen/ siehet man / woher es kommt/ daß CernitiussU) diese stücke vor Polnische lehen ausgibt.) Währender Minderjährigkeit nun dieses Printzen / und nach dessen rode / so lange Georg P vdiebrad sich noch nicht feste genug in Böhmen gesetzct hatte/ war es nicht schwär / diese prätensiön auszuführen; nachqehends aber kam es darüber an. 1461 zum kriege/ welcher im folgenden jähre also beygeleget wurde/ daß der Churfürst Cotbus/ Pcltz / Trums und Deerenwalde behalten/ das übrige aber bey Bohmen vermeiden solte. An. 1446 trugen ihm die Polen / nachdem der König Uladislaus/ des erstgedachten söhn/ in der unglücklichen Macht den Varna das leben eingcbüffet/ ihre erone an ; allein weil noch Lasimlr/ uladislai bruder/ im leben war/ schlug er fri Z85 sinm> großmüthig ab/ und begehrte nur/daß/wcnnCa. sollen"^(PlePolen seiner wieder eingebenck seiln de n PaM imu ^ä.^^ ^ Böhmische erone/ sv lhm 1468 von er vM^?^^^VV"ragenwurde/ ausqeschlagcn/ ob " >?°L^lher / wie gedacht/ mit Georgio Podiebrad zerfallen m-nn Polen bekam er bald daraus verdrüßlimkeit/ ^mttdenLitthauern und Preussen die stadt RS"L""' «bet mit vertust von Mtben. An. 14-; z that er emc reise rn das gelobte land / und setzte vorher ferne merckwrirdtge glanbeus - bekäntniß/ welche auch bw Ren,scheu befindlich / (.) aus/ und machte sie bekandk. An. 14^ brach te er die neue Marck / welche von Marggraf Jodsten an die Lnttschen Ordens-Rltter in Preussen elwan "7 jähr vorher vek^ setzt worden/ wiederum vor 1000--0 vucaten an sich. An i4<7 kam die erd-vereinigung zwischen Sachsen und Brandenburg zum stände, (k) Als an. 1464 Hertzog Otto III zu Stettin ohne erben gestorben / wolle der Churfürst/ vermöge der n;8zu Franckfnrt öwffchm Churfürst Ludwig dem Romer und Hertzog Bariiim III geschlossenen vertrage/ dessen lande als ein ihm heimgefallenes erbe m besitz nehmen ; ob nun gleich die Hertzoge in Vor - Pommern Emus / und Wrauslaus X / welche mit dem verstorbemn Ol- tone rm 7 grad verwandt waren/ wie auch die Landstände/ ihn daran verhinderten / so wurde er doch vvm Kayser mit diesen landen belehnet/ und er selbst zwang ihnen durch Krieg den Pomine. Mchen Miss und wapcn / und die anwartschaffk auch auf das Wolgastische antheil ab.; welches in dem Soldinischen vertrag an. 1466 dcn25 sän. bestattiget worden/aberdabey nicht geblieben/ rndem diese fache semen Nachfolgern viel zu schaffen gemacht. Mitten unter seinen kriegen aber richtete er er 14; 1 zwischen Churfürst Friderico Placido zu Sachsen/ und dessen bruderWilhelms / wie auch ,1467 zwischen den Hertzogen zu Braunschwelg und denHan- see-stadten einen vertrag aus. Auch hat er zu Brandenburg einen besondern orden qcstifflct/ der unser lieben frauen kettentra- ger orden genennl wird / gleichwie er auch zu Cölln ander Spree 1469 eine neue pfarr-kirche ausgerichtet/ die er nachgehends in einen Dom verwandelt. Als er endlich wegen grosser Schwachheit die regterungs-last nicht wohl mehr ertragen kunte/ überließ er an. 1470 die Märckischen Churlande seinem bruder/ Marggraf Albrechten/ und begnügte sich mit einem jährlichen deputat von 600» gülden aus dem obern Burggrasthum Nürnberg; da er denn zu Plaffmburg 1471 den 10 febr. gestorben. (O im tzrillerici I <^t>urs. »» krL>Asnt>. p. Z84 sus Ucn r erwählet ; aufdiest aber, weil derselbe dein Churfürsten Georg Wilhelm darauf geliehen hatte. Er wurde aber mit beyden forderun- gen abgewiesen, und muste sich wegen einiger briefe, worinncn er den Churfürsten an dem Kayserliche» Hof als dessen feind und einen freund der schwcvcn angegeben, bey nacht von Berlin , und in Kayserliche protection begeben. Nachdem er diese gefährliche bedienten vom halse hatte,war er mit ernst bedacht,die aufdas äusserste ruinirten länder wieder zu einiger ruhe zu bringen. Er publicirte also an. 1641 den y ian. ein -lliü an alle seine Unterthanen, daß man gegen die Schweden nicht »K-ngvi.-, sondern allein im fall der noth ocienlivc gehen, und nichts» wohl mit den Waffen, als durch brandschatzungcn und salve-gardien sich zu retten suchen solle. Er ließ auch die vcstung Werben , welche viel zu erhalten kostete, und den benachbarten orcen mehr unglück als schütz brachte, rasiren. Dem Kaystr überließ er den grossen theil seiner reutercy gäntzlich, welche ohne dem durch ihre streiyereyen gegen den schweben dem lande groß Unglück zugezogen hatte. Ja den 14 Nil. dieses 1641 jahrs wurde zu Stockholm ein stillstand mit Schweden auf2 jabr geschlossen, doch ist desselben ratificalion bis zu erfolgten, gäntzlr- chem frieden aufgefchoben, aber doch keine offenbahre feindstligkeit mehr vorgenommen worden. Darauf suchte er die Polnische -nv-. tticur mit Preussen, die er in Person zu Warschau den 8 oct. 1641 empfangen, und sich dabey verbinden muste, nicht nur den Catholi- schcn unterschiedliche frenheiten zu gestatten, durch Königliche De- putirte seine vestungcnbesichtigen zu lassen, und die bißhcr gewöhnliche pension von zoooo gülden, die im nothfall verdoppelt werden muste,zu bezahlen ; sondern auch jährlich 100000 gülden von den zollen an den König abzugeben, etlicher anderer Puncten zu geschweige»,die seine Lands-Hcrrliche hochheit zimlich emsthräncklcn. In der Marck kontc unterdessen der mit den Schweden getroffene stillstand nicht hindern , daß nicht die Unterthanen durch die vielen Marsche, cinguartirungcn und contributionen von den Kayserliche» und Schweden wären ausgelauget worden. Jene schöneren um so viel weniger, weil ihnen die vielen gefandsthafftcn des Churfürsten nach Schweden verdächtig vorkamen, die er, theils gelindere con- dilionen vor seine Unterthanen zu erlangen, theils unter der Hand an der ehemals schon aufdem tapct gewesenen Vermählung mit der jungen Königin Christina zu arbeiten, dahin abfertigte. Doch in dem ersten vunet wurde wenig, in dem andern aber gär nichts ausgerichtet,zu grosser frcudc des Königs in Polen, der sich äusserst dawider fetzte, und im fall dieser Verbindung das Preussische lehn einziehen wolle. Wegen seiner Clevischen lande brachte es der Churfürst dahin, daß die Hessen, so dieseldigcn inne hatten, ihm Calcar nebst unterschiedenen andern an der abcnd-scite des Rheins gelegenen orten an. 164z wieder einräumten. Im vorhergehenden jähre bot er sich zum fchiedsmann zwischen den -schweben und Dänen an, seine Mediation aber wurde von den letzter» nicht angenommen. Den Franckfurtischen convenc beschickte der Churfürst, nicht aus Hoffnung, daß etwas zum nutzen des Reichs oder seiner lande daselbst ausgerichtet werden könte, sondern bloß dem Kaystr zugefallen, daher er auch meistens mit darauf drunge, daß dieser cnnvcnl aufgehoben und mit desto grösscrm ernst an den Westphä- lifchcn tractaten gearbeitet werden möchte; wohin er auch an. 164z im martio seine Gesandten, davon Johann Grafvon Witt, gcnstein das Haupt war, abgehen ließ. Als hier die Kayserliche» gerne der Reichs-Fürsten Gesandten von den friedens-deliberalio- ncn ausgeschlossen Kälten, style sich der Churfürst äusserst wider diese und andere anschlüge,wodurch man der Protestanten intcresse zu hindern suchte, auch brachte er es nebst Hessen-Casscl nach vielem dlfputircn dahin, daß die Reformisten ordentlich, und eben so als die Lutheraner in dem religions-frieden bcgrisie» werden, und einerley freyheit zu gemessen haben sollen. Um eben diese reit ließ der Churfürst auf bitte des Königs in Polen und Ertz-Bischoffs zu Gnestn geschehen, daß einige seiner Theologen von Königsberg und Franckfurt (zu welchen sich auch dcr Helmstädtische Georg Calir- tus auf dcs Churfürsten begehren gcseUele) aufdas so genannte r>>! l,>q„lum ri,.rri^nvum zu Thoren begaben. Bey den Westphäli- schen tractaten gicng es dem Churfürsten zimlich nahe, daß er sein Pommern gleichsam zum versubn-opffer hergeben soltc; doch kun- tc er weder durch andere Vorstellungen , noch durch abermals auf das tapet gebrachte hcyraths-tractatcn mit der Königin Christina zu seinem zwecke gelangen; da sonderlich die Kanferlichcn, und die übrigen Stände,den schweben an, liebsten eine solche satisfaction gönnen wölten,dic sie am wenigsten kostete; die Frantzofen, Polen imd Holländer aber mehr mit Worten, als mit dem degcn des Churfürsten iuteresse zu verfechten gesonnen waren. Endlich kam es durch Vermittlung des Frantzösischc» Grafen ll'Avaur 1647 den 28 jan. zu dem vergleich wegen Pommern, der nachgehends dem sti friedens - instrument einverleibet worden. Vermöa dsse-g gleichs überließ der Churfürst der Cron Schweden Vor-Ponim^ nebst der infel Rügen, und von Hinter-Ponnnern Stettin Gartz,Golnau, Wollin, nebst der Oder, und dem frischen Lass dessen z ausflusscn Pene, Süiwine und Dievenau nebst dln Mbi gen „fern an der Brandenburgischen feite. Der Churfürst zwar so wohl als Schweden des gantzen Pommerifchcn liluls, ausgenommen des Furstenthums Rügen , sich bedienen; nach adaana aber der männlichen lime dieses Hauses, solle alles, was jemals,,, Vor-und Hinter-Pommern gehöret, gäntzlich an Schweden fall len,u!id dieses zur Versicherung unterdessen die mitbelchnuna haben Hiervor solle der Churfürst vor sich und sein gantzes haust , das Skifft Halderstadt, nebst der darzu gehörigen Grasfcham Hoben, stein, ftrner Minden und Camin haben, so baß er von den eclstn beyden Stifflern den 4 theil der eingehen lassen , das letztere aber gantz und gar zu fecularisircn macht haben solle Das allerbeste aber war das Ertz- stifft Magdeburg, welches Brandenburg als ein Hertzogthnm haben, aber doch nicht eher in besitz nehmen soltc,bis es durch den tod,erlangung der Chnr-würde,oder eine andere transaction des damaligen ^cim-niüracurls Auqusti von Sachsen, ledig wurde; die erb-hulbiqung aber solle gleich nach erfolgten, frieden vor sich gehen. Übrigens gaben die Schweden krafft dieses tractats alles andere wieder, das sie in den Chiirfursili- chen landen bisher im,gehabt hatten. Die wiedereinrämmmq des Hertzogthums Jagerndorff ward vergebens gesucht, indem der Kauscr lelbiges als ein der Cron Böhmen heimoefallcnes lehrn ansähe. Eben so vergeblich wurde auch damals an gäntzlicher be- frcyung der Clevischen lande, von der Kayserliche» und Holländischen besatzuug gearbeitet. An. 1648 hatte der Cbiistürst aclcgen- heit, in anfehung feiner Preussischen landen einigen verweil zu erhalten ; denn als er nach Königs Üladislai in Polen tode die wähl Johann Casimiri befördert,gestünde ihm dieser zu, daß er das leben durch /einen Gesandten empfangen durffre. Wie denn auch der Churfürst bey her walst-ceremome selbst das wahl-recht, wiewohl nicht ohne Widerspruch einiger stände, erercirte. Unterdessen war der Wellpbälifchc lnebe zum stände gekommen , und nach einigen fchwicrigkciten wurden, dem Churfürsten die Bißthümcr Halberstadt und Minden eingeräumet. Mit Pommern aber hielte es härter , sonderlich weil man sich nicht vertragen kunte, wie viel die Schweden von dem östlichen ufcr der Oder habe» sollen. Der Churfürst bot etliche mal den Schweden die; Bißthümcr Magdeburg , Halberstadt und Minden, nebst 2 Millionen thaleran, wem, sie ihm Pommern gantz lassen wollen, aber vergebens. Nach langem difpuciren wurde endlich zu Stettin 16; z den 4 was ein vergleich aufgerichtet, in welchem die gräntzen zwischen dem SclM. d,sehen und Brandenburgifchcn Pommern sccu^r beschrieben wurden, wobey der Churfürst, sonderlich was zu den ämtern Stettin und Wollin gchöretc, wie auch die stadt Camin, fahren lassen muste. Er verband sich auch, das capitel zu Camin nichc, wie ihm in den fricdcns-tractatcn selbst zugestanden war, eingehen zu lassen, sondern dem Adel zum besten zu erhalten. Es wurde auch Schweden die anwartfchafft aufdie neue Marck, Sternderg, Vicrraken und Löckenitz, als welche vor diesem zu Pommern gehöret, im fall das Brandenburgische gefchlecht anssterben solle,zugestanden; von den zollen, welche die Schweden auf der Brandenburgischen feite der Oder angelegt, solle der Churfürst die hclsste bekommen. Die würcklichc übergäbe geschahe den 6 iun. i6;z. Der Churfürst hatte diese tractaten zu befördern im nov. des vorhergegangenen jahrs cjnc reife zu dem Kaystr nach Prag gethan, auf der rückreife aber zu Dreßdcn sich von den, Churfürsten mit den gewöhnlichen ceremonicn in die so genannte Churfürst!, union aufnehmen lassen. Gleich nach dem Wcstphälifcheii frieden bekam er mit dem Pfaltz« grasen Wolffgang Wilhelm zu thun, weil er sich der Protestanten in den Jülichtfchcn landen wider das zimlich harte verfahren der Pfältzifchcn annahm,und dem Pfaltzgrascn mit einigen völckern in das land rückte. Dieser hatte schon eine zimliche anzahlLothringischer hülffs-trvuppcn, und ließ es sich zu einem gefährlichen kriege an,sonderlich als die 2 intcreffirten Häupter in pcrfon, wiewohl mit schlechtem fucceß, wegen eines Vergleiches Unterredung gepflogen hatten. Doch wurde durch Kavstrliche Commissarien an. 16,1 im vet. die fache beygeleget, und alles wieder auf den fuß der letzten vergleiche gerichtet. An. 16z; schickte er feine Gesandten auf den Lüdcckisthcn congreß den frieden zwischen Polen und Schweden zu befördern,wo aber, weil es keiner parthcy ernst war, nichts ausgerichtet wurde. Nicht glücklicher waren feine Gesandten in eben diesem iahre bey der wähl Ferdinandi IV zum Römischen Konig; sie hatten conmiission, nicht ehe darein zu willigen, biß sie vorher vom Kayserliche,, Hofe die damals noch nicht erfolgte einraunnmg von Hintcr-Pommcrn, inglcichcm die Wiedererstattung des Hertzogthums Jägcrndorff, und die Brcßlauifchc fchuld-forderung erhalten hätten z weil sie aber zu spät kamen, da mit der wähl alles zur richrigkcit gekommen,war ihr anbringen vergebens. NaÄ der wähl ward mit Pommern die fache ohnedem richtig, die geld- forderungcn wurden auch compcnsirt; mit dem Hertzogthnm sta- gerndorff aber blieb die sache damals hangen, weil sich die Kahler? lieben zu weiter nichts als 100000 rtbl, verstehen wollen, dahingegen der Churfürst ein stück landes forderte. Eden so wenig mM fand auch damals feine interccfflon für die bedrängten Lutheraner in den Kanferlichcn crb-landcn. Als darauf der krieg MstM Schweden und Polen von neuem angicng , bemühest er simMt- lich friede zu stifftcn; und da dieses vergeblich , seine PrcnfflM lande in gute postlur zu fetzen , schloß auch zu diesem ende an. den 27 jul. eine clstnnllv-Lliinnce mit den Holländern, zur ucherveir beyderseits lande und commercicii. Auch begehrest er hulist^an deMMichen Hof wo Man sich wohl U einer gütlichen inter- voflkion,nicht aber zu emer wurcklichen hulffe verstehen wolte. Daher sahe der Churfürst seinem mteresse nichts gemäßer, als sich mit Schweden in tractaten einzulassen, worüber zu Stettin viel und lang, doch mit schlechtem succeß gehandelt wurde. Unterdessen diena er mit seinen volckern in Preussen, und machte daselbst so viel möglich anstatt , daß er nicht gezwungen seyn dürffte, das land der discretion der streitenden varlheyen zu überlassen ; vereinigte sich meinem besondern vergleich den irnov. 16^ mit dem Pohlni stL Äsö erstlich die Schweden zu amusircn den 22 aug-rä^ einen uurein stillstand und daß alles w ll-m abe/der aantz/verwE,^ 7 mv/^^^ biirch einen geheimen akticul was er sonsten bisher durch hülffe der Schweden acqMrAwiedeö schen"Preussen,daß maffsich gegen die Schweden nur ffeksnisvUr- vöNge souverawttät^ber das ^ halten wolle, und die besten orter Brandenburgische besatzung ein- tzen,wie es vor dem kriege gewestnIerlassmd do^daß es bIab- nehmen und unterhalten Aten. Auch erhielt der Churfürst von gang ehelichermännlicherdescendentendsChu^ dem Czaar die Versicherung,daß Preussen rm kriea wider Polen un- ein Polnisches lehen an selbige Crone fallen sötte, wobey a^ angefochten bleiben solle. Dieses gefiel dem König in Polen Johann Casimir so wohl, daß er dem Churfürsten die souverainität von Preussen nebst andern Vortheilen anboth, um ihn damit noch näher zu seinem interesse zu verbinden. Doch die einbrechende gemalt der Schweden hinderte damals die tractaten. Denn nachdem dieselbe bey nahe das gantze Königreich, auch so gar die armem unter sich gebracht,und sich huldigen lassen,war es vergebens, sich ihnen zu widersetzen. Daher der Churfürst an. i 6 zü sich zu dem Königsbergischen tractat bequemen muste, nach welchem er versprochen , in das künfflige sein Preussen, als ein lehen von der Cron Schweden zu empfahcn. Doch wurde ihm von dem König Nicht allein der jährliche n-Mur erlassen, und die appellation an den vominum cürectum aufgehoben, sondern noch das Bißthum Er- meland ausser Frauenburg, welches Schweden behielt, unter dem titul eints Fürstenthums auf eben die cnnciinoncz, als Preussen übergeben. Durch diesen aus noth gemachten vergleich zog sich der Churfürst die äusserste Verbitterung der Polen, und die saloull- des Kaystrlichen Hofes und der Holländer über den halß. Damit nun bey solchen conjuncturen feim Teutsche Staaten desto weniger in gefahr seyn möchten,ward an. i 6;6 den 24 oct. zu Königsberg eine «liiLnce mit Franckrcich geschlossen , deren vornehmster zweck die aufrechthaltung des Westphälischen friedens seyn solle. Franck- reich solle dem Churfürsten auf bedürffenden fall mit 6 zoo, dieser aber jenen mit 2000 mann bcystehcn. Preussen aber zu erhalten war kein ander Mittel übrig, als in eine nähere Verbindung mit Schweden zu treten, welche von dieser Crone gesucht wurde, und durch der Polen hartes verfahren und bedrohungen genugsam ju- stificirt zu werden schiene; da unter anderm der König ein Kgcnn gelübde gethan , daß er alle Protestanten in seinen länderu ausrotten wolle. Es wurde demnach zu Marienburg an. i 6 z 6 den 15 jun-ein bündniß geschlossen, dessen endzweck seyn solle, dem krieg in Polen ein ende zu machen, und sonderlich Churfürstlicher seits sich von der aus Polen seinen landen angedroheten gefahr zu befreyen. Vermöge dieses Hundes solle der Churfürst alle die feindlich tracti- ren,welche den König vonSchweden in oder aus dem conquetirten Polen angerissen würden, und sonderlich allezeit 4000 mann zu des Königes dicksten bereit halten, gleichwie hingegen der König den Churfürsten mit 6000 bey seinen Preussischen landen schützen solle. Doch behielt sich der Churfürst vor, daß er nicht wider Moskau in Lithauen agircn dürffte, als mit dem er in frieden bleiben wolte. In den geheimen articuln wurde stipulirt, das Königreich Polen also unter sich zu theilen, daß der Churfürst die Woywodschaffrcn Posen, Calisch, Siradien und Lenczitz; Schweden aber alles, was sdnsten conquetiret werden würde, behalten , und einer den andern bey der possession schützen solle. Auch wurde bey dieser gelegenheit einige erklärung des Königsbergifchcn lehen-tractats gemacht. Man eilete darauf den Polen, die sich wieder recolligirt, Warschau eingenommen, und mit einerarmee von zyooo mann dastlbst versammlet hatten, mit 16000 mann alliirter trouppen auf den halß, da denn den 8 ,y und 10 jul. die berühmte schlackt bey Warschau vorgiengstn welcher die Polen,die sich gegen das Königliche frauen- rimmer gerübmet hatten , sie wollen nicht ihre säbel, sondern nur ihre kardätschen brauchen, mit Verlust von mehr als 4000 mann in die flucht getrieben worden, wobey man alliirter seits nicht mehr denn 400 mann vermisset. Nach dieser schlackt, als dir Schweden sahen, wie nützlich ihnen des Churfürsten hülffe, bediente sich dieser der gelegenheit , die aufhebnng des Königsbergischen lehen-ver» trags, und also die souverainität über sein Preussen zu erlangen, welche ihm auch in dem Labiauischen tractat an. 1656 den 10 nov. von den Schweden solennster zugestanden wurde; doch so, daß nach abgang der männlichen linie des gantzen Hauses Brandenburg, alle Preußische lande an die Cron Schweden fallen, und von dieser den vorhandenen Marggräfinnen in solchem fall das amt Jnsterburg als eine hypothec von ;00000 rthl. überlassen werden solte. Auch ward gegen erlegung 120000 rthl. dem Churfürsten der zoll zu Memel und Pillau alleine gelassen, und ferner stipu- lirt, daß beyde Potentzien einander bedürffenden falls beyderseits mit 4000 mann beystehen wollen. Endlich wurden auch einige erklärungen der geheimen articul des Marienbergischen tractats hinzu gethan. Ob nun schon bisher diese Warten zimlich glücklich gewesen, so nahm doch die armee ab, und ihre feinde zu; die Polen fielen dem Churfürsten in die Marck,m > muste selbige regre- rung,wiewohl fast wider des Churfürsten willen, durch nicht gar zu vortheilhafftige tractaten, sich ihrer entledigen. Die Schweden bekamen mit den Dänen, zwischen welchen der Churfürst frrede zu stifften sich vergebens bemühet,genug zu thun,und muste der König ulle feine trouppen aus Polen dahin ziehen. Die übrigen Potentzen wolten oder kniffen dem Churfürsten wenig helffen. Diese coniun- cturen bewegten ihn , daß er mit ernst bedacht war,, sich mit Polen zu setzen, worzu des Churfürsten mutter und die Konigin von Poren durch ihre correspondentz nicht wenig beytrugen. Man machte ter versuchen worden , bey neuer constrirung solches llhens vornehmlich auf die Churfurstlichen unverwandten Fränckischer linie m sehen, und ihnen selbiges mit eben den cvnditionen, wie es des Churfürsten vorfahren besessen, zu übergeben, wie auch auf eben diesen fall der lvßsterbung den weiblichen defcendenten, oder sonst nächsten anverwandtcn .des Churfürsten die Hauptmannschafft ^nsterburg so lange einzuräumen, bis sie i;ooüo rthl. daraus qe- nosien. In den Brombergischcn neben-articuln ward dem Churfürsten auch Lauenburg, BÜWw und Elbingen überlassen - welche . letztere stadt jedoch der Churfürst gegen erlegung 400000 rthl. wieder an Polen abzutreten, versprach. Ferner ward verglichen, daß man mit geiamter Hand die Schweben aus den Polnischen und Preußischen landen delogireü wolte, und wie es, im fall auch nach erfolgten, frieden ein oder der andere theil von Schweden innerhalb 10 jähren angegriffen würde , mit der mutuellen hülffe gehalten werden solte. Endlich ward dem Churfürsten versprochen, daß ihm zur rustung wider Schweden 120000 rthl. von der Crone Polen in ; jähren ausgezahlt werden sollen, und zur Versicherung die stadt und Starostey Draheim angewiesen. Alle diese pactm sind von dem Könige in Polen, dem Churfürsten, und den Polnischen Senatoren mit einem körperlichen eyd beschworen worden. Weil nun bey diesen umständen der Churfürst von den Schweden sich nichts gutes zu versehen hatte, welche alle schuld ihres schlechten fortgangs in Pohlcn demselben aufbürdeten, so hielt er am sichersten,sich auch mitDänemarck zu verbinden,welches den zo oct. i6z7 geschahe,da beyde Potentzien sonderlich versprachen,den krieg- jeder wo es ihm am bequemsten, mit aller macht wider Schweden fortzuführen/ und keinen p-mcuizr-frieden einzugehen. Dänne- marck nahm über diß Sie Zu-rsncie der Welanischcn, der Churfürst aber die Versicherung des zwischen dieser Crone und Polen gemachten friedens über sich. Ferner ward mit Leopold», damaligem Könige in Ungarn und Bobinen, und Candidaten des Kayserthums, ein tractat geschlossen und den 27 ftbr. 1658 confirmirt, vermöge dessen der König dem Churfürsten mit 6000 , und dieser jenen mit ; 500 mamsbey seinen ländern und rechten wider alle feinde, sonderlich die Schweden, schützen helffen solle. Bey Leopoldi Kayser- wahl wurde abcrmal die Jagerdorfische prätcnsion hervor gesucht- und Oesterreichischer seits 200000 rthl. davor gebothen, welche aber der Churfürst anzunehmen bedcncken trug, und die fache lieber hängen lassen wolle. Nachdem man vergebens an einem vergleich mit Schweden gearbeitet, wurde resolvirt, dem von dieser Crone bedrängten Dännemarck mit aller macht zu hülffe zu kommen,und dißfalls den 21 jan. i6;Z ein besonderer tractat geschlossen , worauf in Holstein , Preussen und Pommern die feindseligkeiten an- giengewda Preussen von den Schweden gesäubert, in Holstein aber denselben Friedrichs-Oede und die insul Fünen wieder abgenonr« men worden. In Pommern wurden Wollin, Damm und Dem- min erobert, Stettin und Greifswalde aber vergebens belagert. Doch in dem Olivifchen frieden 1660 den 22 apr.restituirte der Churfürst alles wieder, was er den Schweden abgenommen hatte,und erhielt davor die wienns rcnunciation aufdie Königsbergische, Marienburgische und Labiauische tractaten, und das wenige/ so die Schweden von seinem Preussen noch inne hatten. Daß aber seine prätension auf Elbingen dem friedens-schlnß inserirt, und voll den Schweden gleich an ihn übergeben werden möchte, konte er nicht erhalten, sondern nur so viel, daß dem Bydgostischen vergleich durch diesen frieden nichts benommen seyn solte. Daher die Polen nachgehends gelegenheit hatten, unter allerhand ausfluchtest ihm diese stadt vorzuenthalten. Doch wolte der Churfürst dessentwegen nicht von neuem krieg anfangen, sondern war vielmehr bemühet, sein land wieder in ruhe zu fetzen, und darinnen zu erhalten. Fu welchem ende unter andern mit Carolo II in Engelland ein vergleich sonderlich wegen den commercien aufgerichtet worden. Daraufwar er bemühet,die erlangte souverainität über sem Preussen in besitz, und die Huldigung einzunehmen, wobey es viele schwu- riqkeiten gab,indem die Preussen, sonderlich die zu Königsberg,sich eine souveisinc herrfchaffi gar zu nachthcffig vor ihre prtvilegiest einbildeten, wobey sie sowol durch heimliche mtzung der Polen, a s sonderlich durch offenbahre Verhetzung Htcronymr Rhodll Mlhrev wiedersetzlichkeit gestärcket wurden , so daß sie sich schon nach Schwedischer hülffe umsahen. Nachdem aber alle Mittel die ge- mütber zu gewinnen vorgekehret, und Nhodius fest gesetzt worden? kam es endlich dabin, daß an. 166? den 18 oct. dre Landchande ,N aea nwa t be? PolnisthenGesandten dem Churfürsten, als ihrem 8<,»v^.n,nach der art, wie es in den Welauifchen tractaten vorgeschrieben , huldigten. Im folgenden jähre wurde das alte bundniß m t franckrcich wieder erneuert und m einigen Puncten geändert. Nen 2- wart. an. 1666 ward von neuem Mit Schweden em bund- M gemacht, in welchem diese dem Churfürsten seine Preußische souverainität,und der Churfürst ihnen, was ,ie m Esthen und Lief- rmd hatttn 7 beyde aber einander die m Westphälischen frieden er- Z88 sti langten lande guarantirten ; zu welchem ende Schwede« dem Churfürsten mit zooo, dieser aber jenem mit 2500 mann beyzuste- hen gehalten seyn solte. In eben diesem jähre machte der Churs fürst auch den streitigkeiten mit Pfaltz-Neuburg wegen der Clevi- schen erbschafft durch den beständigen erb-vertrag ein gewünschtes ende,wovon der articul Iülichische -fache nachzusehen. Unterdessen war an. iü6; der Türcken-krieg angegangen, wobey aufdas tapet gekommen war, unserm Churfürsten das commando über die gantze armee aufzutragen; allein ob schon dieses unterblieben, schickte er doch seine völcker dahin, welche unter dem Kay- jerlichen General von Svuches gute dienste thaten. Auch halff er durch seine Vermittelung den vertrag Wischen den Lüneburgischen Hertzogen, Georg Wilhelmen zu Zell, und Johann Friedrich zu Calenberg befördern; dergleichen er auch in der Pfälzischen wlld- fangs-streitigkeit , und in der irrung zwischen Schweden und der stadt Bremen gethan. Er war auch darinnen glücklich, daß er die 'weit-aussehende fache mit Magdeburg , welche stadt bey dem Rcichs-tage ihre gänzliche eremtion aus dem Grifft und immedie- tät gesnchet, und zimlichen inZrets gefunden hatte, so bald und ohne blut-vcrgiessen zu ende gebracht, indem die stadt, so bald sie die an- näherung der Churfürstlichen armee gemercket, sich zur evcnmgl- huldigung (weil der Sächsische ^aminill-sror noch lebte) und willigen einnahm Churfürstlicher besatzuUg verstünde. Als daraufder krieg zivischen Holland und Enqelland, wie auch die Münsterische Unruhe mit dem dasigen Bischoffangieng, suchte der Churfürst von den Holländern die eniräumung seiner Clevischen vestungen vergebens ; doch ließ er sich in eine -tek-nllv-alliantz mit denselben ein, welche den 6 febr. an. 1666 zuCleve geschlossen worden, daß sie im fall der invasion dem Churfürsten zooo, und er ihnen 2000 mann zu hülffe senden solle. Wegen dämpffung der Münsterifchen Unruhe ward in einem besondern tractat beliebt, der Churfürst solle allen fleiß anwenden, selbige gütlich beyzulegen, im fall aber vieles vergebens,mit 12000 mann den Bischoff zum frieden bringen helf- fem Der Bischoff verstund sich bey diesem ernst zu dem erster»,und bannt dem Churfürsten nach der Hand keine verdrüßlichkcit aus der alliantz entstehen möchte, ward er auch in dem Bredaifchcn frieden durch "ein besonder instrumcnt eingeschlossen. Zu seiner niedrem sichecheit machte er auch noch in diesem jähre eine alliantz auf 8 iahr mit Dännemarck , daß sie einander mit 4000 mann zu hülffe kommen weiten; und die so genannte vierfache alliantz zwischen eben dieser Crone, dem Churfürsten, den Hertzogen zu Lüne- burg , und den Holländern. Als der krieg zwischen Spanien und Franckreich in den Niederlanden angicng, ward an. 1667 mit den letztem ein tractat geschlossen, wo der König versprochen, sich bey ku'fftiqer wähl in Polen nicht vor den Printz Conde, sondern den Pfaltzgrafen von Nenburg zu intereffiren; der Churfürst aber eine vollkommene Neutralität und Verlängerung des Rheinischen blindes , woreincr sich an. >664 begeben hatte, aufz jähr accordirte. Daß sich der Churfürst der Polnischen succession so annahm ,rühr- rcte von dein vertrage her, den er im vorigen jähre mit Pfaltz- Neuburg gemacht hatte, da er demselben auch versprochen, nach vermögen zur Polnischen crone zu verhelffen, auf welchen fall ihm von dein Pfaltzgrafen Recklingshausen verschrieben wurde. Vermöge dieses Versprechens brachte der Churfürst 1668 auch die Schweden aufdcsPfaltzgrafcn feite, daß sie in einem besondern tractat versprachen, sich bey ereignendem im-rrcg„o sonst vor niemand zu intereffiren. In diesem iahre gclangete endlich der Churfürst zu possessiv» der Starostey Drahcnn, die er bißher vergebens aefn- chct hatte. Doch war nach crfolgler abdanckung König Johann Casimirs in Polen bemübung vor Neuburg vergebens, wiewohl ihm auch die wähl König Michaelis in so fern nicht unangenehm war,weil durch ihn,als einen einheimischen,Polen mit keiner äusserlichcn macht, die seinem Preussen hätte gefährlich seyn kön» neu,verbunden wurde. Als der krieg zwischen Franckreich und Holland angicng, suchte zwar jenes den Churfürsten anfalle weiß und wcge auf seine scite, oder wenigstens zu einer Neutralität zu bringen ; Er befand aber vor rathiamcr, der Holländer parthcn zu nehmen, und schloß be- rowegen an. 1672 dcii2ö apr. ein bünoniß mit ihnen, worinnen er versprach, der Republic mit 20000 mann, welchen sie die helffte des solds geben solte, beyzustchcn. Auch erhielt er von dem Kavscr, daß er ihm r ac-oo mann versprach, wiewohl er von diesen letzter» wenig nutzen hatte, weil vorher der Kanstr dem König in Franck- reich heimlich zugesagt hatte, sich in diesem jähr in diesen krieg Nicht zu mciiren. Die Frantzoscn hatten unterdessen nicht nur einen theil der vereinigten Niederlande, sondern auch des Churfürsten Clevische vestungen, worinnen Holländische garnison gelegen war, eingenommen, auch so gar die Churfürstliche besatznnq aus Emmerich geiaget, und das gantze land sich, ohne des Churfürsten mit einem wort zu gedcnckcn, huldigen lassen. Dieser wolle also geraden wegs mit inner armee in Wcstphalen gehen; aber durch die inrrigucn der Kayserlichcn Ministers, sonderlich des Grafen von Lobkowitz, wurde der gantze sommcr an. 167- mit vergebens bald hie bald" da gesuchter paffrung des Rheins zugebracht, bis man endlich in die von den Frantzosen, und sonderlich dem Bischoff zu Münster als Frantzösischem alliirten verwüstete läuder der Churfürsten ankam, aber wegen einbrechenden winters nichts rechtes ausrichten kante. Weil nun die Holländer dessentwegen sich über den Churfürsten beschwärten, welcher auch nicht zufrieden war, daß die Holländischen gclder so schlecht einlicffcn, si> ließ sich der Churfürst desto eher zu einem besondern frieden mit Franckreich, der zu Vossem an. 167; den 16 hin. geschlossen worden, bereden, in welchem ihm seine Clevische Plätze, welche Franckreich den Holländern abgenommen hatte, nebst Loooo» rthlr. ver- fri sprachen wurden: dagegen er sich verbinden muste, dm Holländern wider Franckrerch ms kunfftige nicht beyzustehen. JnPMm .machte unterdessen Christian Ludwig Kalckstein dem Churfürst,!! viel Verdruß, von welchem in einem besondern att. gehandelt wird Es wurde unter diesem p^cexr die bestättigung des Welauiicb?» tractats von dem neuen Konig schwär gemacht, welche aber dock an. 1672 den 1; mart. erfolget, und nach König Michaels tob wurde gar keine rellcxi»» mehr auf diese EHrc gemacht Als der krieg zwischen Franckreich und Holland sich immer weiter in die Teutschen provintzien anflöchte, erneuerte der Churfürst au 167; den i dec. die an. i6ü8 mit Schweden gemachte 6-knüv. alliantz , mit einigen Veränderungen, welche die damaligen conjunc. turen erforderten. Es bemuheten sich darauffo wol die Holländer und derChurfurst von der Pfaltz, (der die Frantzosen auch feindlich zu traetiren angefangen hatte,) als der Konig in Franckreich, den Churfürsten in eine nähere verbundniß zu ziehen; dieser fand sich auch gezwungen wegen des neuen kriegs mit Spanien, die Cle- vifchen festunaen Wesel, Rees und die Schenckenschantze an. 1674 im may den Churfürstlichen einzuräumen, wozu er bißher wenig tust bezeugt hatte. Nichts destvweniger hatte der Churfürst ursach, sich lieber in die alliantz mit dem Kayfer, Spanien und Holland einzulassen, worüber er glaubte, daß Franckreich sich nicht mit recht beschwüren könte, indem es zuerst den gemachten vertrag durch den grossen schaden, den es im Clevischen verursachet, gebrochen, und der Churfürst sich vorbehalten hatte, daher seiner obligation gegen das Reich, so nun von Franckreich in der Pfalz und Ellaß feindlich tractiret würde, nichts vergeben könte. Tuest alliantz nun, so zu Colln an der Spree an. 1674 den 21 jun. geschloffen worden, solte zum zweck haben die Wiederherstellung eines allgemeinen friedens, und verband den Churfürsten, iSooo mann zum dienst der Alliirten, doch grösten theils aufder Spanierund Holländer Unkosten, im selbe zu haben; dagegen ihm auch seine lande von allen; alliirten Potentzien garantirt, und versprochen wurde, keinen ?srricuUr-fricden zu machen. Der Churfürst führte seine armee in person nach dem Elsaß, konte aber ohne eine schlappe , die er bey Kayscrsberg dem Turcnne angehänget, nichts sonderliches ausrichte», weil der Kaiserliche General Bournonvile seine Unternehmungen auf alle weise verhinderte; Turenne hingegen fiele im härtesten Winter in der alliirten trvuvpen quartiere ein, und triebe sie nicht ohne schaden darauß über den Rhein. Unterdessen ließ Schweden sich von dem Könige in Franckreich bewegen, mit dem Churfürsten zu brechen imd seine trouppen gegen das ende des jabrs 1674 in die Marck zu legen; und weil der Churfürst, wegen der abwesenheit seiner völcker nicht wol im stände war, sich ihnen mit gemalt zu widersetzen, so gab er befehl, daß durch deren gutwillige einnehmung die äusserste Verwüstung des landes abgewendet würde, weil ohne. dein die Schweden diese einquartirung noch vor keinen fricdens-bruch gehalten wissen wollen. Als durch den tod König Michaelis in Polen selbiger thron entlediget wurde, kam zwar der Chur-Printz Carl Aemilius in vorschlag, dergleichen auch bey der vorhergebenden vacan; geschehen war, die con-llllMes aber waren so beschaffen, daß der Churfürst schlechte lust zu der fache hatte. Mit dem neuen Könige Johann Svbiesky hielt er erstlich gute sreundschafft, schickte ihm auch 12 compagnien dragoner wider die Türcken zu hülffe. Als sich aber der Churfürst nicht aufdie Frantzösifche seile legen wolle, entstund allgemach eine ziemliche kaltsinnigkeit. Unterdessen war der Churfürst beschäfftiget, seine trouppen aus dem Elsaß wieder gegen seine lande zu ziehen, und die Holländer und Dänen zur ruprur wider die Schweden zu bewegen, welche unter dem »amen des friedens, sonderlich so lange der General Wrangel kranck war, und seinem bruder Wolckmar das c°m- mrnllo aufgetragen hatte, die grausamsten ercesse und lejchtftrtig- kcitcn in der Marck verüdcten. Der Churfürst kam ihnen aber, ohne die Holländischen und Kayserlichen hülffs-völcker zu erwarten, geschwinde anfden hals, eroberte den 1; iun. an. 167; Ratenau mit grossem Verlust der Schweden, und den 18 iun. griff er bey Fehrdcllin nur mit seiner rcutercy die Schwedische armee mit fvl- chem <>icc«ff- an, daß wenigstens izoo feinde auf dem platz blieben, da bingcgeu kaum der iote theil Brandenburger gemangelt. Durch diesen glorwürdigen sieg, wodurch die Schweden gäntzlich aus dem lande geiaget wurden, war der Kayser und das Reich bewogen, den krieg nun ordentlich gegen Schweden zu declarircn, und du Holländer griffe» auch zum wercke. Mit dem Könige von Dane- marck ward den 2; sept. ein geheimes hündniß geschlossen, daß man mit gesamter Hand den krieg fortsetzen wolle, biß der König Schonen , Holland und Bleckingen, die'ehckem zur Dänischen crone gehört , nebst der zoll-freyhcit im Ore-sund, ir>-m der insul Rügen und stadt Wißmar, der Churfürst aber gantz Pommern den Schweden wieder abgenommen. Noch in diesem jähre nahm dieser Womit und Wolgast hinweg, welche letztere stadt die Schweden das folgende jähr vergebens belagert, und noch darzu Anclamund Dem- nnn cingebüsset. Der Churfürst hatte unterdessen zu gleicher zeit am Polnischen Hofe mühe genug, die anschlüge der Frantzolen, weiche ihm die Polen gerne ausden hals hetzen wollen,zu hintertreiben. In der theilung des Hcrtzogthums Bremen,so damals grossen theils in der wider Schweden Alliirten Händen war, und an einer ero- vcrcinigung mit Oesterreich ward vergebens; mit besserem iucc->- aber an der Vermählung des Kanscrs mit der Pfältzrschen PrmW" gearbeitet, welche der Churfürst aufdas tapet gebracht,, und ww bekannt, glücklich darinnen gewesen. Das bündniß mit Dmwiriarcr ward auch an. 1676 noch enger geschlossen, und sonderlich ausgemacht , daß keine Parthey einen besondern frieden schließen woue. Fast dergleichen ward auch mit dem Hertzoge von Zcll, und vem Bischoff von Münster, der nun ausKayserliche feite getretten wK, stl Herzlichen. An. 1677 erlangte endlich der Churfürst «ach vieler muhe die erneuernng des Welamschm ftiedens , und die lehen we« qenLauenburg und Butan, und dadurch mehrere sicherheit seiner Preussischen und Polnischen lander; und ob er schon weder die verbrochene subsidien-gelder von Spanien und Holland, noch hülffs- völcker von dem Kayser bekam, zwang er doch den 14 dec. dieses iahres Stettin, den 18 oct. an. 1678 aber Stralsund, und den n nov. Gryphswald sonderlich durch feuer zur Übergabe, womit also die Schweden aus gantz Teutschland vertrieben waren, und der Churfürst die groste Hoffnung bekam, zu einem rechtschaffenen frieden zu gelangen / wenn nicht unterdessen die Holländer sich hätten verleiten lassen / zu Meningen einen besondern frieden mit Franckreich zu machen/ denen die Spanier bald nachgefolget. Bonden übrigen Mitten hatte man sich eben so wenig beständigkeit zu versehen; daher sich der Churfürst nächst Gott auf niemand als seine eigene macht verlassen kante. Mitten unter diesen troudlen erhielt er von dem Kayser die -on6rm-rr,on des beständigen erb-vcrgleichs mit Pfaltz-Neuburg / wegen der Clevischen lande / ob er schon zum M und stimme auf den Reichs-tagen »rione derselben nicht gelangen kunte. Mit den Holländern wolte er es auch nicht verderben; »d sie schon durch den p-rcicuisr-ftieden ihn ziemlich beleidigt / sondern that vielmehr die die nian von beyden seilen machte / durch einen besondern vergleich ab / in welchem ihm die Hufi- serische schuld erlassen wurde. Worgegen er seine prg-kenllon wegen der versprochenen subsidien fahren ließ, und den Holländern die Schenckenschantze / so dieselben auf seinem gründ und boden erbauet hattm / abzuwetten versprach / welches aber erst; jähr hernach geschehen. Die Schweden hatten / nachdem Pommern verrohren gegangen/ ihre meiste Hoffnung auf eine glückliche exp-amon in Preussen gesetzet / fielen derohalben zu ende des 1678 jahres von xiefland aus mit 16000 mann eyii/ und eroberten in abwesenheit der Churfürstlichen völcker unterschiedene platze; aber der Churfürst eilte mit einer armer bey dem strengesten Winter seinen Unterthanen zu hülste, und langte mit grossen Marschen den 10 jan. am 1679 ,n Marienwerder an. So bald der feind von seiner ankunfft Nachricht bekommen / eilte er davon / wurde aber durch unterschiedene kleine treffen/ stetiges nachbauen / wie auch kranckheiten und Hunger so aufgerieben / daß von den 16000 mann kaum 100a gesunde wieder in Liefland angelanget. Damit wurden auch die anschlüge des Königs in Polen zunichte / welchen die Schweden das Hertzog- liche Preussen zu überliefern versprochen hatten; doch hielt der Churfürst nicht vor rathsam / sich zur zeit öffentlichen beschwüren. Daß er aber von diejem abermaligen siege über die schweben nicht gnug profitiren können / war ursach / weil unterdessen auch die Kay- serlichen und Lüneburger zu Niemägen mit Franckreich und Scbweden / mit ausschljessung Dänemarck und Brandenburg / stiebe gemacht hatten; dawider die beyden letztem vergebens prote- stirt/ und die r-cilleLrion zu verhindern gesuchct. Weil man sich nun von den übrigen Mitten gantz verlassen sahe / und die Frantzosen in dem Hertzvgthum Eleve nach'belieben Haus hielten, wider welche der Churfürst mit seinen 6000 mann wenig ausrichten / seine andern völcker aber in Preussen nicht entbehren kunte, muste er sich erstlich zu einem monatlichen stillstand aufbm avril an. 1679 bequemen/ und dessen crlängerung auf 14 rage zu erhalten / Wesel und Lippstadt den Frantzosen einräumen, endlich aber da die feind- seligkeiten aufs neue angiengen / gar den frieden zu 8. Germain den 29 jun. eingehen , nach welchem alles auf den fuß des Westphälischen ftiedens gesetzt wurde / und der Churfürst von allen seinen conqueten nichts behielt, als dasjenige, so er in den; Stct- tinischen vergleich an. 16;; von Hinter-Pommern an Schweden abtretten muffen; nemlich den strich nechst der Oder, ausser Dam und Golnau, welche im Westphälischen frieden selbst an Schweden gekommen waren; doch solte der Churfürst Golnau so lange behalten, biß ihm die Schweden 50000 rchl. auszahlen wurden; ferner traten die Schweden ihren theil an den Hmter-Pommc- rischen zöllen ab, der König in Franckreich aber versprach dem Churfürsten alle seine festungen und lande wieder abzuwetten, zooooo rthl. auszuzahlen, und ihm in seinen pratensionen an etliche kleinere Stände des Römischen Reichs beförderlich zu seyn. Noch in diesem jähre ward durch des Churfürsten Vermittlung die irnmg zwischen Dänemarck und Hamburg beygelegt, bey welcher gclegenheit auch diese stadt 125000 rthl. vor die winter-quartiere rn vorigem kriege abgetragen. Zu ende des jahres kam ein Tarta- rischer Gesandter nach Berlin, dessen anbringen aber nur in com- plimenten und präsentirunq eines strupichten Pferdes bestund, wofür er mit ansehnlichen geschencken abgefertiget worden; sem dol- metscher hatte eine höltzerne nafe und reine ohreu. Weil der Churfürst in dem Frantzösischen kriege hauptsächlich dem Reich zum besten, mit Franckreich und Schweden gebrochen, und ihm dessentwegen durch ein Neichs-conciullim zu Regenspurg die inllcmnik. »>2° versprochen worden, so verlangte er nunmehr, daß chm zu solchem ende die erpectanz auf Ost-Frießland, ferner die z Reichsstädte Mühlbausen, Nordhaufen und Dortmund, und über M die fteyheic gegeben werden möchte, einige c-moni^e in ze-.nen Stlff- tern einzuziehen; er konte aber in keinem von diesen Puncten reulü- reu. An Spanien hatte der Churfürst auch noch 1 zoosso rthl. subsidien-gelder zu fordern, und weil diese zwar die schuld Nicht lattg- neten, aber weder mit geldt noch der iusul Trinitados in America bezahlen wolten, so gab der Churfürst seinen 8 tnegs-schiffen, die er währenden kriegs im Balthischen meer gehabt hatte, und nun zu etablirung der commercien nach Guinea schickte, ordre, gegen der Spanische schiffe repressalien zu gebrauchen, nachdem er vorher die alle lleknilv-allranz mit Franckreich geschlossen, und insonderheit «uifdiesen fall seine Clevischen lande wider der Spanier einfall sich frL fttn aiKi^^l^^antften lassen. Diese °i--iär- war auch in rica aufbrachtet als Astende, und 2 andere in Ame- die MerVstotte creum^ vorgchürge 8. Vmcentii auf ftn a>iaearill>,,na!^/. ^vvn ^Spanischen kkiegs-schifi- m ohne sonderlichen vertust , selbe wurckilch in des Churfürsten Hände kam, wie er dann ohne em,ge comr.müion oder UMcu-tät die p»Mllan und dess ,ttw - gen auch sitz und Amme auf dem Reichs-tag ergriffen. An " 68t '«lliantzen' juerhaitungdesWestphällM- und Niemägischen ftiedens, mit Hannover und Sachsen geschlossen ^ von der erb - Verbrüderung aber mit dem kichern nichts aedamk" MitdenPohlen hatte der Churfürst cwchin LAjahreLe verdrußstchkelt, weil sie die verniählung Marggraf Ludwigs mit hintertreiben wolten, als durch wel- guter m Pohlen an das Brandenburgische hauß EoMen; wobey matt sonderlich u^irte, die Vermählung Ä obersten Vormunds wissen geschehen, s ch öcul Churfürsten das sonst zugestandene jus difpu- chhch wachte. Jedoch wurde die fach ohne grosse weitläufftigkeik beygelegt, und an. 168; gar ein besonderer vertrag entrichtet, nach welchem der Komg sich verband, den Marggraftn und feine ge- mahlm besonders bey ihren in Pohien und Licthauen liegenden gutern zu schützen. In diesem jähr war dem Churfürsten, vermöge seines Lon^reÄoru an dem Westphälischen erayß, aufgetras gen worden, den Ost-Friesischen Standen, welche sich über die kranckung ihrer privileqten beschwärten, zu hülste zu kommen/ da er dann erstlich zu einem vergleich rieth, und seine wecim-wn anbot. Da dieses vergeblich war, ließ er, nach dem zu Emden mit den Standen gemachten vergleich, das schloß Grietsiel mit zvo-» mann besetzen, sich deren im fall der noth wider die Unterdrückung der fteyheic zu bedienen; welchen auch die Stande monatlich 1250 rchlr.zu geben versprochen; worüber sich die Holländer, welche ein alter recht hiezu zu haben vermeynten, vergebens de- Awarken. Diese Verbindung mit den Osi-Frießländern gab dem Churfürsten gelegenheit, die Afticanische Compagnie, und Veit Handel auf Guinea desto besser zu etibAcn; welche ihr contvw und Haupt-sitz zu Emden hat; wie denn damals die vestung Fride- nchsberg auf den berg Mvntfort, eine meile von dem e-vo rr-s rumLs angelegt, und init den Anwohnern unterschiedene vergleiche, gemacht worden. Da unterdessen Teutschland über die Frantzosijche reuaisnes allarmtrt war, ließ sich der Churfürst Nicht, wie ihm angcbotten wurde, in die so genannte »lltzLiLiian mit dem Kayser, Engel!-undHolland ein, sondern richtete vielmehr an» 1682 den 12 jan. zu Berlin init Franckreich ein neu bündniß auf, darinnen er sich obligitte, anfalle weife den frieden zwischen dem Teutschen Reich und dieser crone zu befördern, hingegen solle Franckreich die reunions-kammern aufheben, und so lange einige Hoffnung zum frieden übrig, nicht zu den wassen greiften. Diesem versprechen kam er auch treulich nach, und ließ zu Reqenspurg mit dem grösten Nachdruck zum frieden rathen, mit Vorstellung, daß man sich durch die übereilte tractaten zu Niemägen gantz ausser den stand gesetzt hätte, dermalen den Frantzösischen Waffen zu widerstehen ; er widersetzte sich auch dem Laxenburgischen bündniß, als wodurch der krieg befördert würde. Jngleichen machte er mit dem Könige in Dänemarck einen bund, daß sie nach vermögen den frieden befördern, doch aber anfallen fall jeder losoo mann aufde« deinen haben wolten, womit sie ihre Neutralität behaupten könten. In dieses bündniß wurde auch der Bischofs zu Münster, und nach- gehends der Churfürst von Cöln aufgenommen. An der andern feite unterließ der Churfürst auch nicht, den Frantzosen alle nöthige Vorstellung zu thun, die gemeine ruhe zu befördern, auch verlangte er, daß ihm mit sndsidien-geldern an die Hand gegangen werden möchte , dadurch er sich. desto besser in den stand setzen könte, die Neutralität wider deren feinde im fall der noth mit gewalt zu behaupten, wiewol er in beyden stücken schlecht gehör fand. Als die Turckeu unterdessen grosse progressen machten, und an- 168; gar Wien belagerten, wolte der Churfürst dem Kayser mit 12000 mann zu hülste kommen. Aber der Frantzösische Gesandte Rebenac wüste die fache so zu karten, daß der Kayser owbosM schöpffte, diese völcker möchten »rare haben, die Schlesischen Fmstenthumcr, woraufdas hauß Brandenburg prätenston hat, in besitz zu nehmen, und deß sentwegen so harte concllriones vorschlug / welche der Churfürst unmöglich eingehen kottte. Doch überließ er dem Königin Poh- lett isoü mann, die aber wegen des laugen Marsches aus Preussen erst nach dem entsatz der stadt Wien ankamen, jedoch bey erode. rung Gran und sonsten gute dienste thaten ; da unterdessen der Churfürst fein äusserstes anwendete, den kneg zwischen Dane- marck und Lüneburg zu verhüten, und das letztere hauß vielmehr in eine aüiantz zu ziehen. Auch bemuhete er sich vergebens, den König itt Franckreich von,den hatten Proceduren wider des Mutzen vonOranien Frantzösische lander abzubringen.worauf der Churfürst weaen stiner ersten gemahlm eine amvactschassl hatte. Endlich kam es doch au. iü 84 mit dem gantzen Haufe Lunedurg, A bisher des Churfürsten vorhaben gehmdett hatte, zu emer t-nllv-aüiantz, wie; jähr vorher mit Hannover allem gemacht worden war / und gleich darauferfolgtessonderlich auch durch des Churfürsten bemühung der 20 jAhrige stillstand des Reichs Mit franckreich. In diesem jähr schickte derselbe dem Könrg in Poh- ßn -°°° mann wider die Türcken zu hülste, welche aber keme sonderliche gelegenheil hatten, ihre tzi-vvure Wen zu lassen. Endlich nahm er auch in diesem Wr den tttul seines uralten stamm- 3yo sti Hauses der Grafen von Hohenzollern wieder an, um sein haiiß auf ereigneten fall der lucceü.on zu versichern. Zu ansang des folgenden lahrs erlangte er die tolenne invcllirur über Magdeburg, und die invsllikur-briefe über die übrigen im Westphäüschen frieden erlangte Provintzien. Mit den Schlesifchen prätensionen aber, und der >mcrce!i,o» der Protestanten in den Kayferlichrn erb - län- dern, wurde er nicht gehöret. Den i; aug. dieses jahrs wurde die alte 6-Lmiv-alliantz mit Holland wieder erneuert, und bis zu end des seculi prvlongirt; zugleich auch des Churfürsten s>r«renllo>«s also abgethan, daß die Holländer ihm 440000 rthlr. innerhalb 10 rahren erlegen sollen; auch wurde anstatt gemacht, daß es wegen der Guineischen compagnie des Churfürsten, und der west - Indischen der Holländer, nicht so leicht mehr irrllngen geben kuntc. Über diese alliantz schöpffte Dänemarck einige , und Frankreich wolle auch eben so wenig zufrieden seyn, als mit dem «lliöt, welches der Churfürst den 29 oct. an. iü8> publicirte, daß die durch aufhebung des von Nantes aus Franckrcich gejagten Protestanten in seinen ländern allen schütz, und Vorschub ihrer Nahrung und.commercien finden sollen. Weil nun der König in Franckreich in diesen und viel anderen stücken gnugsam sehen ließ, daß er an dem Churfürsten mehr einen vaiällcn als einen attiirlen hüben wolle, machte dieser sich auch kein bedrucken , an. 1686 sowohl mit Schweden, welche ervne damals mit Franckreich zerfallen war, als auch mit dem Kayser sich in ein näher dündniß einzulassen. Beyde hatten zum zweck die erhaltimg der ruhe in Teutschland und der letzten sriedcns - schlüsse, insonderheit solle der Kayser dem Churfürsten 12000, dieser aber jenem 8000 mann auf eigene kosten zu hiilffe schicken, doch so, daß der Kayser dem Churfürsten zu friedeus - zeiten jährlich 100000 Kan- ser-gulden, und im krieg so viel thaler zahlen solle. Hierbev waren die zwey fälle ausdrücklich genennet, wenn das Reich unter dem verwand der rcmuon und a^elwE-cn, oder Cbur-Pfaltz wegen dcr Orleanischen angegriffen würde. In diesem tractat wurden auch die Cbursürsllichen auf Jägcrndorff, Liegnitz, Bricg und Wolau, nedst einigen Herrschaften in Schlesien abgethan, dergestalt, daß ihm der Lchwibusifche crauß niit der landes.-hoycit als ein Böhmisch Manns - lohen übergeben wurde, doch daß er keine vestnngen darinnen bauen, und das religions- wesen und t'nvil-i;,., der Lands - Stände ungeändcrt lassen solle. Ferner wurde ihm die Lichtenstcinischc schuld in ost-Frießland, wovor Essen und Witmund versetzt waren, adgelrctcen, welcher letzte punct aber nicht zur -xecuriR, gekommen. Noch m diesem jähr schickte der Churfürst vermöge der alliantz 8000 mann nach Ungarn, welche Ofen einnehmen helfen, und sonsten sich sehr wohl gehalten. Den Augspurgischen bund billigte er zwar, wolle aber doch nicht darein rretren, um nicht gantz und gar mir Franckreich zu zerfallen. Daß die in diesem jähr «dermal entstandene irrun- gen zwischen dem König in Dänemarck und der stadc Hamburg nicht in einen verderblichen krieg ausgcschlagen, hatte man des Churfürsten Vermittlung zu dancken. An. 1687 machte der Churfürst einen vergleich mit Johann Adolph, .öertzog zu Sachsen- Weissenfels, wegen dcr 4 ämter, Querfurt, Juterdock,Damm und Burg, welche in dem Prag - und Wcstvhansehen frieden von dem Slifft Magdeburg abgesondert, aber wegen der i-ai - gercch- tigkeit nichts ausgemacht worden; der vergleich bestund darinn, daß der Churfürst sich des llominll über die z ersten begab, und hingegen das letztere eigenthümlich behielt, und noch zgc-oo rthlr. an den Hcrtzog auszahlte, auch dessen zwey Printzen zwey der besten in Magdeburg und Haldcrstadt gab, im übrigen aber die exi'-crinr auf alle vier ämter sich vorbehielt. In diesem labre schickte der Czaar einen Gesandte» nach Berlin, den Churfürsten in eine alliantz wider die Türckcn und Tartarn zu ziehen. Dieser Abgesandte mächte sich damit lächerlich, daß er, weil der Churfürst eben kranck darnieder lag, prätendirtennan solle bey dcr audicntz neben des Churfürsten bette eines von eben der gat- tung setzen, darein er sich mit stiefcl und sporn legen wolle. Die übrige seit seines Icbenü war dcr Churfürst bemühet, den weit aussehenden NcN-ms des Königs in Franckreich sich zu widersetzen, die Wahl des Cardinals Furslendergs zum Cöllnischen c^chmo, zu hintertreiben, die Uneinigkeiten zwischen Dänemarck und Holstein beyzulegen, Und das vorhaben des Printzen von Oranien aufEn- gelland zu unterstützen, an welchem allem aber sein herannahender tob ihn gehindert, welchen er mit seinem gewöhnlichen bcldenmuth und ungemeincr Vorbereitung den ry april an. 1688 angenommen. Er war von heroischem ansehen, starcker leibes-c-",ll,kminii, „ach welcher er die Mühsamkeiten im kriege ohne beschwärung ausstehen , und bey gewöhnlicher kost aller llrlicLi-llcn entratheii kunte. Sein aufgeweckter verstand, und besondere curiosität brachten ihm eine solche wissenschafft von seinem zuwege, daß er selbst regieren, und insgemein bey unterschiedenen mcynungcn inner Räthe dasjenige erweblcn kunte, was hernach der ausgang jelbst gebillichct. Die osstmalige Veränderungen der parlheycn sind nicht so wohl einer Unbeständigkeit zuzuschreiben, als seinem beständigen Vorsatz, jederzeit das beste seiner landcr zu befördern. Sein iaher zorn brach in weiter nichts als harte Worte heraus, und gicng bald so vorüber, daß auch keine spur davon zurücke blieb. In rellgions- sachcn suchte er seine glaubens-gcnoffen auf alle weise zu beschützen, doch so, daß er auch andern gerne ihre gewissens-freyheit liege, und wegen der rcligion keinem menschen günstiger oder gehaiugcr war. Proben seiner besondern glückseligkeit sind, seine lange regierung, " sei " .... - . der gute ll-cccis seiner wasscn , welche fast niemals unglücklich gewesen , die ansehnliche Vermehrung seiner lande, welche er durch die Asricanische commercien,cinfübrung der sccuk-, die Vereinigung der Oder und Elbe, aufnähme der Frantzösischen flüchtlingc, stiff- tung der umversikat zu Duisburg, ... „uv.c, „nv aw dere Mittel m bessern stand gesetzet; insonderheit bat die stM ZU lin durch hinzufugung Friedrichswerden und Dorvtheenstädtmnv auffuhrung vieler pallaste unter seiner regierung ein gantz and^ aussehen bekommen. Welches alles den »amen des Grossen der diesem Churfürsten beygeleget zu werden pfleget, gnugsain lcaw- nnret. Er hat mit 2 gemahlinnen iz kindet gezenget, wovoniiv articnl Brandenburgisch geschlecht nachzusehen. gell« trillerici VilkelM,. ?. 2 p, iv, z,, gg Marggrafen zu Brandenburg. „.Aidericus / Maggraf zn Brandenburg / war ein söhn des Churfürsten Albert!/ des Teutschen Achillis/ welchen ihm seme andere gcmahlin / Anna/ Churfürst Friderichs des sanfftmw thrgenzu Sachsen tochter/ an. 1460 den 2 may zu Onoltzbach gcbotzren. Seine jungen jähre brachte er bey seinem vater unler den Waffen zn, davon er an. 1476 in dem glücklichen zuge wider die Pommern die probe abgelegt. In den zn seidiger zeit gewöhnlichen turmcren verdiente er an. 148z zuAnspach den siech-dcmck/ nachdem er 10 kapfferc Ritter vom pftrde gerermet. Das jähr her» nach erfolgte der tvd seines valcrs/ Churfürst Albcrti/ da erbaun nach dessen Verordnung in dem Anspachischen Fürstemhum die regierung antrat / wozu an. 149z nach seines bruders Slgismiinbi ablebcn die lande oberhalb gcbürqes oder das Bareuthische Für- ste'.llhum gekommen. Seine tapsserkelt und sonderbare gemüths» gaben wurden von den gröstcn Potentaten bewundert. Absender» lich hakte er sich bey dem Kayser Friderico V grosse hochachmng erworben/ welchenachqehends vermehret worden/ da er nebst Hertzog Albrechtcn zu Sachsen den Kayserlichen Printzen M«i- miliamim / welcher zu Brugg in Flandern von den rebcllirmdm Unterthanen gefangen gesetzt worden/ wiederum befreyet. Als nun hierauf an. 1492 ein neuer krieg wegen Hertzog Aldrechl m Bayern / der sich der Reichs-siadkRegcnspurgbemachligie/ enk- standen/wnrde Marggraf Fnderich zrim General über dieReM armee gemacht. Worauf er niit 20000 mann in Bayern eindrang/ die besagte Reichs, stadtc eroberte/ und dem Hertzog sehr profitable bediiiguiigm abnolhigke. Als sich nun/ dessenungeachtet/ einige Franckijche vom Adclwider ihn empörten/ nahm er an. 1497 das schloß Gnttknber g / nebst etlichen andern adclichen schlöffern weg/ und wiege ne dainil zum gebührenden gehorsam. An. 1499 warb er 4000 mann zu fuß/ und schickte sie dem Landgrafen zu Heffai wider das hauß Draunschwetg zu hiilffe. Weil auch an. iz°;Her- tzog Georg dcr reiche in Bayern ohne männliche erben verstorben/ er hingegen dem gemachten erb-vergleiche zuwider/ seine wchker/ Pfalizgraf Ruprechts gcmahlin/ in dem kestamente zum erben sei» ncr landcr eingesetzt hatte / darüber nachgehends ein grosser krieg entstanden/ war er den Hcrtzoqen in Bayern wider Pfaltzgraf rRnprechtcn benulfflich. Hicranfthak er mit vielem volckeund grossen kosten nebst seinen ; erwachsenen Printzen/ Casimiro/Georgis und Johanne/ zum besten des Kaysers r züge wider die Venella» ner. Nachdem er aber endlich wegen vieler ausgestandenen unrnhe mil einer blödigkett nbersallen wurde/ überließ er das regimenldm beyden altcsteir söhnen / Casimiro und Georgio / und sühne indie 20 jähr zn Plassenbnrg ein geruhiges lcbcn/wclchcs cr auch daselbst an. i?zü den 4 april gecndiget. Seine gemahlinwar Sophia/ Königs Casimiri in Polen iochler/ dieihm 10 söhne und /löchtec gcbahr. Von diesen letztem hat Margaretha Johanni von?wß/ welcher nachmals König in. Ungam worden / beygelegt werde» sollen/ gleichwie Sophia/ Hertzog Friderichs III ziiLiegmh/ und Anna/ HcrtzogsWenecslai III zu Leschcn und Grvß-GIogau gemahliii worden. Unker den söhnen bekam Casimirns das Fm- stcnchum oberhalb gebürges; Albrecht wurde erster Hertzog in Preussen z Johannes/ Kaiffers Caroli V Statthalter zu Valenza; Fridericus'ProdstzllOnoltzhach und Dom-Herr zu Mannt;/und nachgehends Dom-Probst;» Würtzburq; Wilsielmus / Ertz-Dk» schosszzi Riga; Johannes Albertus/ Ertz-Bischoffzu Magde» ourq und Bischofs zu Haldcrstadt und Gumbcrttis/ Dom-Herr zu Wnrtzbnrg/ Augspurg undDamberg. si-ns-ns. Fridcricus/ Marggraf zn Brandenburg/ war ein söhn Io» achiml Ernestl/ des stamm-valers der heurigenAiispachischen sinn/ welchen ihm seine gemahlin Sophia/ Graf Johann George«« zu Solms-Laubach tochter an. 1616 den 21 april gebvhren. Bey frühzeitigem absterben des vaters führte die mittler die vormund- schafflllche regierung- In dem 18 iahre seines alters wohnle er der merckwl'irdigcn schlackst bey Nördlingen bey / voll welcher M an man nichts gewisses und gründliches von ihm erfahren kvimei«. Man wandle zwar alle mühe und sorgfalt an/ dciuvdlm corper auf der wahlstadt oder sonsten zn finden ; allein dessen WMM tct blieb er verborgen. Dahero dann die Mutter sich immer die Hoffnung gemacht/ cr würde noch im leben seyn / wvrmnen fie vestärckck worden/ als nachgehends ein fremder Cavalier nach An- spach gekommen / der sich allda mc«Zmr-> aufhallen wollen/ mm da man sich seiner Person genauer zu erkundigen gesucht/ m yvly ster eil wiederum davon gemacht. ccllcrk-ln x.»-;- Burggrafen zu Nürnberg: Fridericus III/ Burggraf zu Nürnberg dieses namens/ 0 ^ dem Hause Zollcrn. Daß noch nicht ausgemacht/ wer sime MM! gewesen/ ist unter dem articnl hohenzollern angejuvretweM!'/ wo auch zu ersehen / daß er nicht der erste Burggraf zu NMM>K aus dem Zollcrischm Hause gewesen. Man legt lhinzurersleng mahlin Elisabeth/ gebohrneHectzvgmvonMeranbey/ mitw t fti Berersich an. 1246 vermahlet. Als nun 2 jähr darauf Otto/ der legte Graf von Andechs/ Hertzog in Dalmatia/ Meran/ auf dem Vvigtlande / Marggraf zu Oesterreich und Psatzgraf zu Burgund/ um das leben kam/ fiel dem Burggrafen Bareut/ Carlsburg und andere wenige orter von der verlasscnschafft heim. desgleichen bekam er auch davon etliche Herrschassten in Bur- aund / welche er aber dem Grafen Hugoni von Burgund käuflich überlassen. Bereits vorher» hielt er sich einige zerr an dem Hofe Kaysers Conradt I V auf / von welchem er auch mit dem städtlein Crenffen an. 1251 beschenket und belehnet worden. Nach seiner zunickkmifft von demselben Hofe richtete er an. > 2Ü0 mit Graf Ot- ten von Oriamünda / welcher die älteste Printzesnn aus dem Me- ranischen hauje ziir gemahlin hatte/ wegen gedachter verlassen- schasst einen vergleich auf / wie auch eine crb-verbrüderung / dadurch liachgchcnds die Meranischen guter an das Burggräflrche hauß gelangten. Kaysers Conradj I V söhn/Conradinus/ König ,n Sicilicn und letzter Hertzog in Schwaben / hatte sehr grosse liebe zu dem Burggrafen / und scheuchte ihm nicht allein an. >26; die Vögten desclostersMonchsicinach/ sondern besuchte ihn auch kurk vor seinem unglücklichen zuge nach Italien/ auf dem schlöffe Cadolzburq / und ertheilte ihm bey dieser gelcgcnhcü an. ras? em decret/ wie bey ermanglung männlicher erben die Durggräflichen lande auf die rochier Martam / Gräfin zu Oetlingen und andere seine töchtcr fallen sollen / welches alles von dem Kayser Rsidol- pho I an. 127; dcstattigt worden. In dem besagten jähre/wohnte er auch der belagernng der stadt Basel bey/ mir deren Blschoffe Graf Rudolph von Habsburg eiucn schwären krieg führte. Es hatte aber bereits vorhcro der Burggraf besagten Rudolph von Habsburg in so grosser zemitlung von Lemschland zum Kayser vorgeschlagen. Als nun die Churfürsten/ welche zu Frauckfurt zusammen gekommen waren / dtcicm rathe gcfolqei/ und gleich darauf ihre wähl dem Burggrafen vor Basel entdeckt / war er der erste/ weicher sie dem Grafen hinterbrachte/ und deswegen seinen gluck - wünsch abstatten konte- Wiewohl die Baßlerische alte Urkunden mit viel grösserer Wahrscheinlichkeit hierüber den bericht geben/ daß Burggraf Fildcrtch von dem wahltag selber kommen scye/ um Rudolphoseine crwöhlung k„nd zu t. un/ welcher dergleichen Bottschasstso wenig erwartet / dap er anlanglich gemeint/ es wäre ein lediger schertz. Dieses hat den Burggrafen bei, dem neuen Kayser in solche Hochachtung gesetzt/ daß er ihn stets bey Hofe bestatten / und ihm die wichtigsten Verrichtungen anvertrauet. Wie er dann auJ so glücklich hlnuincu gewesen/ daß erden König Ottvkar in Bohme, / so wegen seines rerchthums und grosser macht dem neuen Käufer Rudolpho/welcher vormals in seinen diensten gestanden / sich nicht mirerwerffcn wvite / dahin bewegte / nicht allein Oesterreich / Steuer/ Cauidtm und Crain dem Kayser abzuwetten/ sondern auch wcgenBohmen lind Mahren die lehen-pflicht abzulegen. Als gedachter Könne sich durch seiner gemahlin Hochmuth zu neuer scindseeligkeil vci leiten lassen/ gimg der Burggraf mit dem Kayser wider ihn zu >clde/ daeszu einem treffen kam / in weichem 140°° Böhmen mit dem Kömge selbst auf der wahlstatt blieben. Damit nun der Kayser diese so grosse dienste dem Burggrafen in etwas belohnen möchte/ eignete er ihm die Herrschafft Seefeld in Oesterreich nebst verschiedenen örtern in Francken zu. Rentsch berichtet/ daß Christtan Wilhelm Marggraf zu Brandenburg / nach vertust seines Ertz-Slifftes zu Magdeburg diese Brandenburgtschc Herrschafft/ wie er sie nennet/ eine Zeitlang bewohnet. Rudolphus belehnte ihn auch an. 1282 mit Lenckershetm/ (so zwar ohnedem schon einiger Massen von dem Burggrafthum depcndwke>ebst Marck Erledach und Brück/und dem aom„,>c, a r.ü, über Woiisicdcl / gleichwie der BischoffDer- tbold zu Damberg ihm alle maiins-lehen / so ehedem Landgraf Friderich zu Lenchtendurg von dem Sliffk gehabt/ an. 1284 aufgetragen. Über dem hatte er an. 1231 Vurgbernheim von dem Grafen von Truhendingen/an. -231 Lantcrbach und Rhau-Culm von dem Landgrafen von Lenchtcnbcrg / an. > 232 Dachsbach von den Grafen zu Oettmgen/ an. >23-; Neustadt an der Alsch von den Waldporen / an. 1292 Rvth von den Herren zu Heidcck/ und anderes von andern an sichgekausst; aus welchem allem zu ersehen/ daß er einen guten gründ zu der macht und vermögen dieses Hauses in Francken geleget. Abel mnihmasset wohl nicht uneben/daß Kayser Rudolph die mit dem unglückseligen Coirradino ausgegangene stelle der Hertzoge in Francken mit dem Burggraf Friderich ersetzen wollen / ob er ihm gleich den wurcklichen besitz dieses Hertzog- thnms nicht verschaffen können. Er starb an. 1 297 den 14 aug. und ist zu Heilsdron begraben. Erhattergemahlinnen / davon die erste/ wie bereits gedacht/ eine gebohrne Hertzogin von Meran war / und an-1272 gestorben. Er zeugte mit ihr nebst; tochtcrn rsöhne/ ^ohanncmundStgtsmlindum/ welchevondemunfin- ntgen pöbel zu Nürnberg erschlagen worden/ weil / da sie auf die jagd retten wollen / ihre Hunde / welche die voran geschickten dieneraus Unvorsichtigkeit hatten loß gelassen/ eines scnsen-schmids kind angefallen. Die andere gemahlin/ Helena/ Churfürst Albrechts zu Sachsen tochter/ wurde ihm an. 1275 beygelegt/ mrt welcher er gezeugt nebst 2 töchtern / Johannen: und Lridencum/ die ihm beyde in der rcgterung gcfolget. ^7,. n>Moi- piii ciis)Ic>mL cjie KuiA^r. cliicur. Ln. i 7? Gelier in 1 .«»^ K. »rckiv. p. spec. c. 4. f. n. i. Kascl-c^r an. 12,7z. Lrancjen!). ^ Fridericus IV/ Dnrggrafzu Nürnberg/ war ein söhn BurggrafFridenctlll/ und Helena / einer Hertzogin zu Sachsen/ die ihn an. 1232 gebohren. Nach scincLdruders rode wurde er an. den 1; may zu Straßbnrg von dem Kayser Albrechten von vcherrelch/ seiner lungmiahre ohngeachtet/ mit dem Burggraf- sti ZYI ( welches von dem Kayser Henrico VII den; i jan. bestätiget / und mit ansehnlichen trenb-it-n verbessert worden. Er worein vortresticher krteges-held/ und van' ncnherv suchten die vornehmsten Pv a en hn a A u sieben' Dein Kayser Henrico VII erwieß er sehr grosse dreAe/ md m er mcht allem seinem söhne Johamil/ der die Böhmische Prmücßm gcyeyrathet hakte/ an. ,9 Prag e.nuehmm 7 rNadu^z^ Böhmischen croneverholffen/ sondern auch in Italien die Cardt- nalc genvthlget/ daßile in Adwesenhett desPadstdi Kaysccro neu -aussen. Nach dem tobe dieses KalHrsJcyiucTrM tzog Ltidwlgeu aus Bayern wider den Hertzog Friderich von Oe- stermch / und stund chm mit einer außerlesenen mannschaffk von Francken und Rheinländern bey / auch hatte man ihm den sieg in de'°> glücklichen wessen bey Muhldorffmchrenlheilszu dancken/in- dem er durch krleqes-sistOcherrelchssche sahnen geführet/ und dadurch so nahe au Hertzog Friderich gekommen / daß er sich einem Burgg.raflrchen Edelmann Albrecht von Rindsmaul gefangen den müssen., Damit nun Kayser Ludwig ihm diese treue die- belohnen mochte / ^ -^. sche _. ge» schenckte er ihm die"gefäiigene' Oestemtchi- rsam. ,che vom Adel / welche derBurggraf zwar sämtlich wiederum loß wetz/ aber die bedmgung vorher einzugehen nöthigte/ daß sie ihre guter m OesteLrctcy von dem Burggrafen zu lehen empfangen wollen. Daher zu Bareuth ein Lehen-Probst über die:2 Graf. und Herrschassten m Oesterreich gehalten wird. Wie denn auch in oem Nm'ndergllchen executiE-1-ce.elll, lind in dem c.ifLl 'So r-eNi. c.-,a,,ru,»an.i6;4 der Burggrafen gerechtigkeitcn agnoscirt worden / da hmqeqen Oesterreich sich auf das privileg.um beruffer/ dasskeln Reichsstand einige lehen in diesem Ertz-Hertzogthrim haben soll/ er recognoftire denn dieselben von dem Ertz-^crtzoge. Über dem hak derKayser unsernDurggrasen an. 1:2z mit der stadt Hof im Voigtlandc belehnet/ die damals die Herren Reusse» noch inne gehabt. DerBurggraf hat auch an. iz-8 Wonsiedel/ womit se.in vaker schon belehnt gewesen/ von dem Herrn von Boxberg an sich gebracht/ auch andere orter/ z> e. Leutershausen und Colmberg an. 1;-4 von dem Grafen von Lruhcndmgen/ das eine schloßzuCastelan. i;2r von dem dasigen Grafen/ und was das vornehmste / an. i;;i Onolßbach vondem Grafen von Oektin» gen / erhandelt. Er starb an. i;?2 den 20 may. Mit seiner gc- mahlin Marqaretha/ einer Hertzogin aus Cämdten/ hat er ge- zeugel Johannem/Fridericum/ Conradum/Albertum 1 / Bcr- tholdum und 4 Printzeßtnnen. v<>» u-a Oc/ie-r. lcken kLnlletr intoiiUerkeir jm Lrri-ösnb. ceäern-ksi^ f>- ><^8. Lermsn. 14 ,nc. 9. Zrzuncl 488 conlulc. 118 r. r p. ;i; U;. Fridericus V / Burggraf zu Nürnberg / war ein sohnBurg- graf Johannis ll/ welchen ihm seine gemahlin Elisabeth / Ber» tholdt des ersten / gcsürsteten Grafen zu Henneberg tochter/ gebohren. Noch bey lebzeiten des Vaters schenckte ihm Kayser Carv- lus I V die dem Reiche heimgefallene Schlüffeldergische lehrn zu Langersreuth/ Nenhofund an andern orthen mehr. An.-zs- verordnete ihn der Kayser zum Reichs-Feld-Hauptmann und Kay» serltchcn vic-rio, überließ ihm auch die steuer/ so auf die klöster in den Bißchümern Bamberq/ Wnrtzburgund Aichstadt geleget war/ und das folgende fahr bestätigte er ihm auf dem Reichs-rage zu Nürnberg die Fiwsten-würde mit vielen herrlichen privilegien/ dergleichen nur die Churfürsten in ihren landen hatten. Die klug» heil dieses Fürsten bewegte den Kayser noch zu grösserer erkänklich- keit/ baß er ihm nemlich die Landgrafschafst Elsaß / so lange er/ der Kayser Carl/leben würde / übergab/ mit dem anhange/daß alle in dem Elsaß heimfällige lehen dem Burgqraftn und seinen erben ewiglich verliehen werden sotten. Über diese sonderbare gna- den-bezeugungen räumte ihm auch der Kayser an. i;6üdcnzoll zu Sels am Rheine ein / beyde auf des Kaysers lebens-zcit. Am allerdeutlichsten aber gab Carolus seine liebe gegen den Burggrafen zu erkennen durch die verschiedene ehe-pacten / die er mit demselben verglichen. Erstlich wurde an. i;98 verabredet/ der Königliche PrintzSigmund solte Friderici tochter Cacharinam henra- then. Ferner soll dieser seltzame bedenckliche vergleich gemacht worden seyn/ wenn der Kayser innerhalb z fahren eine Printzeßin zeugen würde / wolte er dieselbe des Burggrafen söhn geben / der m eben dieser; jähre frist gebohren werden solte/ und solle daS beylager gehalten werden / wenn der söhn würde 8 völlige fahr alt seyn. Doch diese beyde vergleiche waren vergebens/ und kam nur der dritte zu seiner erfüllunq / so an. 1:7? zu Egcr gemacht worden/ daß dieKayseritche Prtntzeßin Margaretha den Burg- gräflichen Printzen Johannemheyrathen solte. Ohncrachtet aber unser Burggraf mehr zum frieden als krieg geneigt war/ so unterließ er doch nicht / bey vorfallender gelegenhett seme tapfferkctt zu zeigen. Wie er dann an. 1^67 wider die PfalHgra,en/ dann wlder Graf Adolphen von Nassau und das Stim zu Mayntz auch.m andern des Kaysers zügen sich wohl gebrauchen lassen. Vor sich selbst bekam er mit Nürnberg zu thun/ da der Rath duser stadt/m abwcsenheit des Burggrafen / eine mauer um das Dm-ggrafltche schloß bauete/ um selbiges von der stadt auszuschttessen. Allem es muste der Nach ein thor durch die mauer brechen lassen / und gülden zahlen. Diesem ohngeachtet/ kam es doch endlich an.. ; 88 zu einem kriege/da Churfürst F"dmch dcr ftre-tbare u Sachsen/ die Dischöffe zu Damberg md Wurtzburg / der Fürst von Henneberg/ der Marggraf von Meisten und andere dem Buraarafen/ die Neichs-stadtc aber der Stadt Nürnberg bcvge. standen. Gleichwie aber der Kayser Carl alles hervor gesucht/ wodurch er den Burggrafen auf seine fette brmgen konte/ also tteß ihm dessen söhn/ Wcnreslaus / jährlich gülden aus den cam- mer-gefäüen reichen / damit er ihn beständig erhalten mochte. DtLM Zy- fri Dieses geschahe an. i;96. Das folgende jähr trat der Burggraf W seinen beyden söhnen ab / und behielt sich die Hcrr- tcyaht Plaffenburg bevor/ allwo er auch an. i;?8 den 21 jan. gestorben/ nachdem er sein gebieth durch erkauffung vieler amter vergrohett. An. -; 61 kriegte er Waffcrrrühdingcn / und an. i;7° Uffenhclm von denGrascn von Hohcnlohe; an. 1^64 Schwabach/ Ramburg und Kammersteinvon den Grasen zu Nassau; an.i;66 Schauensicm von den Riegeln; Hohenlrnhdingen und Heidcn- heim aber von den Hertzogen in Bayern; an. izü8 Gnntzenhau- sen und Emskirchcnvon den Seckendorffcn; an. i;/; Hof / damit sein groß - vater schon belehnt gewesen / von den Neusten zu Wcida; an. i;8i Hohen-Eckauch von den Scckeiidorffc»; und BaycrsdvrffvondcnAurachern ; an. n84 Mönchberg von den Sparnccken/ an. i zor Wmdsbach von den Heydecken. Leine ge- mahlin Elisabeth/ welche cinetochter Marggraf Friderichs des ersten in Meisscn war/ hat er sich an. i;;o beygelegt / uuo mit khr gezcugetJohannem III/ so ihm m der Vurggrästichen würde Scioigck; Fndcucum/ so zum ersten aus diesem Hanse zurChur- wurde erhoben worden; Johanne,» / der bald wiederum gestorben; Elisaberham/ so KaysersRuperti gemahlin worden; Bea- tricem / so an Hertzog Albertum 111 zu Oesterreich ; Margare- lham/ so an Landgraf Hermann zu Hessen vermahlet; und noch ; andere Printzeßmnen / welche in ein kloster gethan worden. , lonc!cclicl> p- ?)l chc;. Lriderrcus VI/ Burggraf/ ist eben der/ dessen leben unter dem namenFrideriei ICHurinrsten zuBrandcnburg beschrieben worden. Ertz - und Hürtzoge von Oesterreich: Fridcricuo/ der streitbare zugenannt/ der? und letzte Hertzog in Oesterreich seines stammes / war ein söhn Lcopoldi des glor- wurdigcn HcrtzogS in Steuer/ welchen er mit Thcodora/ Alerii Angeli/ Kaysers zu Constantinvpcl anvcrwandlin/ gczcuget hatte. Nach dem rode seines bruders/ Henricl III des gottlosen/ welcher an. 1227 erfolget / ncihm er die regieruna so wohl des Her- tzogthums Oesterreich als Lteyr aufsich. Nach diesem legre er die erste probe seiner bcgicrde / das recht zu verwalten/ andenen von Kncnring ab/ welche sich durch rauben zu bereichern suchten. Allein als diese einheimische unruhe kaum gestillet war/ so gicng ein weit gefährlicher kricqes-.fcuer auf. Denn der König Bclalv in Ungarn / siel mit seniem söhne Andrea in Oesterreich ein/ da es dann bey Hcimbnrg ;u cincni treffen kam / in welchem die Ungarn unten lagen. So ruckten auch zu gleicher zeit die Böhmen wider Oesterreich an/ und thaten durch ihre stretffercycn grossen schaden/ kehrten aber endlich wieder von sich sclbsten zurücke. Dieses nun an den Böhmen und Mahren zu rächen/ gicng Friderich in Mähren / undversolgte König Wcnccslaum nach Bohmen ohne einigen widerstand. Ob auch gleich der König Andreas II in Ungarn dieses alles mit neidischen äugen ansaht / und deswegen einen einbrach in Oesterreich that/ auch durch Plünderung grossen schaden verursachte/ wurde er doch bald von Hertzog Friderich so in die enge gelrieden/daß er um friede bitten muste. AIs hierauf der Marggraf in Mahren neue bcwegung wider Hertzog Friderich machte/ sammletc er eine armee von 40000mann/ nahm verschiedene Pforten in Mähren ein/ und hatte willens gar Böhmen he »izusrichcn / wo er nicht durch eine gefährliche kranckheit wäre abgehalien worden. Nachdem er wieder genesen/ vermahlte er seine schwcsier Constantiam an MarggrafHeinrich in Muffen/ da dann in gegcnwart zweyer Könige/ viele Bischöffe und pursten das bcylagcr in dcmMay auf freyem fcldc ohnweit Sladtläu mit grosser Pracht vollführet wurde. Als nun die Ungarn/ welche bey dem bcylagcr waren/ durch die anmuth dieses tandes angelocket/ einen neuen cinsall in Oesterreich thaten/ und erqleichwöl eine gnug- same macht/ ihnen zu widerstehen/ m eil nicht aufbringen komc/ ließ erste durch Abgesandte besänfftigen/ daß sie wiederum von ihm abzogen/ und König WcnceslanS wurde durch das starckc re- gen-weiker von seinem zuge wider ihn abgehalien. Nach dieser zeit wurde Hertzog Friderich so grausam/ daß er alles seinen Unterthanen in der gröstcn Hungers- noth abnehmen und auf einen tag alle klöster rcin ausplündern ließ. Darzu kam noch die unzüchligeiicdc/ mit weicherer gegen die schöne Braunhild/ eines bürgcrs frau zu Wien/ entbrannte/ daß er sie mit gemalt zu seinem willen zwang. Hierüber entstund nun ein öffentlicher aufstand m Oesterreich/ darüber Hertzog Friderich bey dem Kayscr Fttdenco ll verklagt/ und als er aus crgangcneeilatlon nicht erscheinen wolle/ von ihm in den bann gethan wurde. Dle ansfuhruiigder acht wurde zwar anfangs von dem Könige in Böhmen und Hcrtzoge in Bayern übernommen; als diese aber Hertzog Friderich/ welcher sich auf dem schlosseStarckcnbergundzuNeustadtstarck verfchantzl/ nicht bcy- koiiimcn kontcn/ gieng der Kayscr endlich sclbstcn wider ihn/ konte ihn aber aus seinem ncste nicht vertreiben. Vielmehr hängte steh der Hertzog an König Wcnceslaiim m Böhmen / und bracht mit dessen hülffc in adwcscnhcll des Kavscrswiederum Wien unterfich. Hierauf gicng er nach Verona in Italien zu dem Kamer/ und bat um Verzeihung/ welche er auch nebst vielen gnadcn-bczcugungcn/ worunter dicErtz-hcrizoglichc würde/ erhalte»/ ja/ wicem a-viomr. welches bey dem Pctrö Ue zu finden / ausweiset / soll ihm gedachter Kayscr gar die Königliche wurde ertheilet haben. Nach seiner zurnckkunssl züchtigte er die Eumancr / welche grosse grau- samkcit und schand-that« in Ungarn verublen / und hielt die Tar- tarn/ welche mit z00000 manii in Ungarn gleichfalls eingefallen/ Nicht nur mit grosser tapffericit von seinen landen zurück/ sondern erlegte ihrer auch eine grosse menge. Ferner trieb er den Konig rn Böhmen/ und nachmals den König in Ungarn aus seinen landen / hatte aber das Unglück / daß er in dem letz- fti tem treffen durch das rechte äuge mit einer lantze geflossen imir» de / woran er auch an. 1246/ ohne kinder zu haben gestorben Wiewol andere sagen/ daß er für dieses malwiederum genesen, nachgehends aber von einem Oestcrreichischen Freyherr» vonstwt- tendorff/ dessen verwand«» der Hertzog zu seiner unzüchtigen be- gicrde gemißbraucht / erstltch mit einem pfcrde- zäum strangulirt/ und darauf mit einem dolche durchstossen worden. Im übrigen hat er Crain und Windifch - Marck an Oesterreich gebracht. Er Hatte2gemal)linmn/ davon er die erste/ Gertrud/ eme gebohrne Hertzogin von Braunschwcrg / das dritte jähr nach dem beylager wegen ihrer Unfruchtbarkeit wiederum verstvffen / der andern gc- mahlinader/ Agnes/ einerHertzoginvon Meran/dasviertejahr nachdem beylagerderglcichen gcthan.<^B-/»E<Lult„s Fridericus/ ein söhn Marggraf Hermanni zu Baden/ von Gertrud/einertochterHenrici/desgottlostnHertzoqs inOester- reich. Marggraf Hermann brachte nach Hertzoqs Friderici des streitbaren tode/ Oesterreich an sich/ mithin solle Friderich dem vater darinnen smredjrcn ; allein er wurde seiner erd-lande von dem Könige Oirocaro in Bohmen beraubet/ und hieraus mit dem unglücklichen Könige Cvnradmo in Italien/ welchen er/ seine väterlichen Reiche einzunehmen / wider den willen seiner mutier, dahin begleitet hatte/ zu Neapel an 1269 öffentlich mihanplet. xareü.Mlk. vicut. llc Lstsr. p. Lcc. Fridericus/ Hertzog von Oesterreich / Regent in Tyrol, war ein söhn Leopolds des frommen/ Grafen in Tyrol/ welchen er mu Vmdrö/ Hertzog Darnabvnis zu Mayland rochier/ gczeu- get hatte. In der rhcilung mit seinen brüdern bekam er anfangs nur die Grafschafft Tyrol. Hierauf erbte er von seinem brnder Lcopvldv dem hoffärtigen die alienHadsburgischm guter im Eisaß / der Schweig uud Schwaben. Er verfiel bereits vvrhero an. i4!O nnt den Rclchs-stadten/ Augspurg, Nürnberg, Ulm, Mem- mnigeii, Costnitz und Notenburg in streitigkeiten, weil er ihre aus Italien kommende guter durch einige vvm Adel plündern lassen / doch wurde die fache wiederum, nach abkrag der Mosten, in der güie beygelegt. So kam er auch mit Marggraf Bernhard zu Baden in uncuttgkelt / weil dieser ihm die meisten schlvm von der Margqrafschafft Durgau abgenommen; doch wurden ihm diese / wegen erlegung der kriegs-unkosten, welche sich aus 1800° gülden belieffcn/ wiederum abgetretten. Das eremxelder Eidgnosscn/ welche sich daMtal in freyheit gesetzt hatten/ rechte —.^ ^ ^ " hatte/ in yossming/ dlejegantzeGrasschasst an sich zu bringen; allein es erfolgte / durch Vermittlung des Bischoffs zu Augspurg/ ein gütlicher vertrag. Das gröste Unglück brachte ihm das cvnci. »um zu Costnitz über den hals; Denn als Johannes XXlII/der sich von dlefer kirchen- Versammlung für sich nichts gutes traumcir liesse/ schon in seinem durchreisen durch das Tyrol mit diesem Fürsten vermmclsteincrvon izoooducaicn gegebenen Summ verglichen halte / daß ihme dieser / wo er der Päbst es für nöthig erachtete/ von dem «.'oncMo weg hclffcn solle/ verrichtete er csnach- mals/ ohngeacht es der Kayscr/ der von dem anschlug wind bekommen/ so wol von dem Pabst aufs drimqcnlichstc adzubcttcn gesucht / als Hertzog Friderich selbst mit ernstlichen Worten imiersagt hatte; und zwar wurde der Pabst anfangs glücklich davon gebracht/ als der Hertzog / um die fach desto unvcrinerckter ru verrichten/ mit Gras Hermann von Eliten/ ein thurnier-stechen angestellt/ von dem Pabst in der klcidung eines reit kncchis / der einen armbrust am pferde hangen hatte/ zu der zeit / als wenig volcks aus den nassen wäre/ aus der stadt practiciren ließ; worauf er dem noch selbigen abend nachfolgte / und ihnc erstlich in Schaf- hausen/ sscrnach zu Lauffenburg / Neuburg am Rhein/ Frev- bnra und Brensach so lang aufhielte/ biß er nach erlittenem grossem Verlust an seinen ländcrn denselben endlich wieder in die hasst des l-'oncitv liefern müsse. Dann weil durch diese außwejchmig des Pabsis die gefaßte Hoffnung die so lang getrennte occidentalische kirchc wieder unter ein Haupt zu dringen / aiifeinmahl zu verschwinden schiene/ wurde Kayscr Llgismundus auf das heffügsie erbittert / und erklärte Hertzog Friderich in die acht/ und das Concilium aufsein erempel hin in den dann; da erhielten nun sonderlich die Schwcitzer bcfchl / die an sie gräntzende ländermid stadte dieses Friderici einzunehmen / die auch also fort die städte und die Herrschaffkcn Meningen/ Surfte/ Vremgartm/ Zofiugen, Arburg / Arau/ Lcuzburq Baden und Druck hinweg nähme». Sein leiblicher brnder/ Hertzog Ernst der eiserne / riß die Gras- schafft Tyrol zu sich / weil er wohl sahe / daß sonsten anderesolche crecution verrichten und diese herrliche Grafschafft für sich behalten wurden. Wodurch dann Hertzog Friderich innerhalb jähre»- ftlsi cinHerr ohne land und daffcro Friedelmit der lärentatche genennet worden. Zwar untcrwarff er sich dem Kayjer Sims- mundo/ und wurde dadurch bey demselben wiederum ausgesöhnet ; allein / als er sich ohne dessen einwilliaung von Eosmitz hui- wea begeben / fiel er an. 1416 anst neue in die acht. Doch halle dieses so geringe würckung/ daß ihm vielmehr sein brnder / Hertzog Ernst / Tyrol wiederum abtrat/ und er hingegen mit einer starckcn mannschafft bey dem Kayscr sich einfand/ ihm die gegen thu verübte unvilligkeit deutlich vor die äugen zu leqcil.DerKaiffec ließ sich auch lsterdurch bewegen / daß er iffn an. 14-8 ams neue mit den OesterrcichlschenHerrschafflen dclehnte.GIclchwolst Mie er Baden / Surfte/ Messungen und Dremgarten/wie »M weniger Druck/ Arau/ Lcnzburg/ Zofingeinilid dasland-gerM Lurgan i« steche lassen. Hierauf setzte er sich in Verfassung / sE sti unruhigen Lyroler zu paaren zu treiben / welches er auch in gar kurtzerzeit/ nachdem er du vornehmstenradelsfnhrer qezüchriqct/ glücklich zu stände gebracht. Er lammlete auch eine'anschnliche stimme geldes/ indem er / als er an. 14^9 gestorben/ eine Million baren geids hinterlassen / auch vorhero auf das kupffer- dach der hof-cantzley zu Jnspruck / welches er mit gold überziehen lassen/ 200000 chaler gewendet hatte. Er hatte 2 gemahlinnen / davon die erste Elisabeth/ Kaysers Ruperti tochter / welche er sich an. -aas beygelegt/ an. 1409 wiederum verstorben / nachdem sie ihm in demletzigedachten jähre eine tochter gleiches namens gcbohren/ so aber in eben demselben jähre dieses zeitliche gestaltet. Die andere war Kaysers Friderici Hertzogs zu Vraunschweig tochter/ die ihm nebst andern rindern/ so in ihren jungen jähren verstorben / Si- gisimmdum den einfältigen gcbohren. ellrcn-lxiegei. He»-?' cie Concil. Lonli. * hertzog in Bayern. fridericus / Hertzog in Bayern / war Stephane Kllui-m und Margarcthä Burggrafin von Nürnberg söhn. AIs an. iz 62 sein vatcr mit einigen von Abensperg, welche sich der vormundschafft über den jungen Mainard, seines bruders Churfürst Ludwigs von Brandenburg söhn, anmaßen wolten, in krieg verfiel, hielte es Friedrich mit des Vaters feinden, kam aber bald aufbessere gedan- cken, und ward mit dem vater wieder ausgesöhnt. Nach des Vaters tode führte er die regiernng mit seinen brüdern Stephano und Johanne gemeinschafftltch, und bekam das lob, daß er der weiseste Herr seiner zciten hiesse. Wie ihn. denn Kavser Carolus IV zum schieds-richter in der zwischen ihm und der stadt Ulm obschweben- den harten streitigkeit selbst ernennte,welchen streit er auch mit solcher zufriedenhcit des Kayftrs beygelegt, daß ihm dieser die Vogtey über ir Schwäbische Neichs-städtc zur erkänntlichkeit auftrug. So hat er auch Graf Eberhard von Würtemberg,und die Schwäbischen Reichs-siadte,als schiedsmann,aus einander gesetzt,und den Kayftr Wmtzeln in dem schwären städteckriege von der städten parthey ab, und aufder Fürsten feite gezogen, woraus i;89 der friede erfolgte. Hierauflheilte er an. 1)92 mit seinen brüdern, und bekam Landshnt zu seinem antheil, regierte aber nicht länger, als bis i;^,in welchem jähre er starb. Seine erstegemahlin war Anna Gräfin von Missen, und die andere Magdalena, Barnabä von Myland tochter, von welchen er; kinder, nemlich Henricum Ovi- r-m, Magdalenam, welche an GrafMainhard von Görtz verhey- rathet ivurde, lind Elisabeth, Churfürst Friderici I von Brandenburg gemahlin , hinterließ, p. r I. 6. Leicks-Lrcliiv Loni. l n. 224. hertzoge zu Brminsthweig und Lünebllrg : fridericus / der andächtige / Hertzog zu Braunschweig und Limeburq,war ein söhn Hertzogs Bernhardt, welchen ihm seine ge- mahlin Älargaretha, Churfürst Wenceslai zu Dachsen tochter, gebühren. Als der Ertz-Bischoss zu Cölln mit dem Stiffte Münster an. -4?4 zerfiel, stunde er dem Stisste bey, war aber so unglücklich, daß er darüber gefangen und nach Cölln geführel wurde. Als er ßch nun theuer genug ranstoniret, und wieder in seine erb-länder gekommen , ftifftete er an. 1459 ein Franciscaner-kloster zu Zelle, darinn er seine übrige lebens-zeit zuzubringen , hingegen die regie- runq seinen beyden söhnen zu überlassen, beschloß. Allein, als der älteste an. 1464, der jüngere aber an. 1471 verstorben, fand er sich genöthiget, aufs neue die regierungs-last über sich zu nehmen, und hingegen das erwählte kloster-lcben zu verlassen. Er starb aber an. 1478, nachdem ihm von seiner gemahlin Magdalena, Churfürst Friedrichs zu Brandenburg tochter,Bernhardus, sctmm, des Sliffs Hildeshcim, und Otto der sieghafste / gcbohren worden, welche aber, wie bereits gedacht, beyderseits noch vor dem vater ihr leben geendiget. AErNFtt krsunlckvv. cllron. ssüvg. fridericus/ Dom-Probst zu Bremen, und Hertzog zu Zelle, war ein söhn Hcrtzogs Wilhelun zu Zelle , welchen ihm seine ge- niahlin Dorothea,Königs Cbristiani III in Danemarck tochter an. i?74 den 24aug. gcbohren. Nach seines vaters tode, welcher an. 1582 erfolgte,ft'chreten seine z ältern brüber Ernestus, Christianns und Augustus nach einander die regiernng zu Zelle. Unter dem letzten ereignete sich der todesfall Hertzog Friedrichs Ulrichs, des letzten von der Wolffenbüttelischen linie,dadurch denn die Wolffen- bültelischen, CalenbergischenundGöttingischenantheilenachgemachtem vertrage ihm Heimfallen sollen; allein er wolle sich keiner regierung annehmen, sondern überließ das Calenbergische anthm seinem iüngern bruder, Hertzog Georgen, biß daß an. iszs auch Hertzog Aügustus starb, da er die regierung zu Zelle über sich genommen , und selbige 12 iahr mit rühm verwaltet hat. Durch den tod seines Vetters Wilhelme, letzten Hertzogs der Harburguchen linie,fiel ihm das schloß und die stadt Harburg mit ihrerzugehorde anheim. Sonsten beschickte er verschiedene Nieder-Sächsische cräyß-täqe als ConllireSor desselben cräyses, und fertigte seine Gesandten zu den Oßnabrückischen friedens-tractaten ab, deren aus- gang er auch erlebet, worauf er an. 1648 den 10 dec. unverheyra- thet gestorben. Doch hat er ausser der ehe mit eines 8ccr«stt> loch» ter Ernestum von Lüneburg gezeuget, und dadurch den gründ zu der Adclichm famiiie von Lüneburg geleget. LrLunlekvv. «llran. Fridericus Ulricus/Hertzog zu Braunschweig und Lüneburg, war ein söhn Hcrtzogs Henrici Julii,Bischoffs zu Halberstadt,welchen ihm Elisabeth«,Königs Friderici II in Danemarck tochter,«,». izyi den z avril qebohren. Nachdem er aufden unwersitaten Helmstädt und Tübingen guten gründ zu den wissenschafften gele- gek, trat er eine reise nach Franckrelch, Engettand und die Nteder- FranckchAlwÄ HMersich MI- -ü-rnach er auch in bekoou-m ^thigs erwählet wurde, gleichwie zu Leimstädt s!"wechung des neu-erbauten c.>Uc»ii ^ veyg^wshmt. Das folgende jähr starb sein vater- sche u ch ^ Wolffenbütlelische, Calenbergi- ^tere antrat, wiewol er das letztere, vermöge Kayserlichen Mivspruchs, an IÜI7 anMnebm-tl abzutreten genvthiger worden. Auster dm erwchmm ^^ iahr hernach suchte er die wider- gehorsam zu dringen, und belagerte sie vom nillv bis m den November, meiste aber wegen des stic- cur,cs, welchen ihr die Holländer und Hansee-siädke zuschickten, wiederum davor abziehen. Doch wurde die fache durch vermitt- ümg vornehmer surften dahin beygeleget, daß die stadt an. 1616 v- erb-huldigung leisten muste. Bald daraufnahm der dreysigiahrige krieg leinen ansang, in welchem er nicht allein stEst bruder, Hertzog Christian, Bischoffzu Halberstadt, in Kay- ^!.^br devotwn zu erhalten, sondern auch die übrigen Nieder- ^achsische Stande dahin zu disponiren suchte, daß der schädliche trrcg aus diesem crayse bleiben mochte. Allein, als dieses letztere durch der Kay,erlichen anmarschirung unmöglich zu seyn schien, ergriff er die Parthey der andern Nieder-Sächsischen Stände, wel- che sich unter dein Konig Christian in Dänemarck wider den Kay-> ser verbunden »zumal ihm die Kayserlichen durch hinwegnehmun« der stadte Horter, Holtzmunden und anderer örter, nicht wenig ae-- legenheit hierzu gegeben hatten. Weil aber an. i6r6 die unglückliche Macht bey Lütter vorlieff, fand er sich genöthiget, diese par» they wiederum zu verlassen, und hingegen zu der Kayserlichen zu treten. Gleichwohl kunte er dadurch nicht verhindern, daß nicht stln land durch den krieg übel mitgenommen wurde; denn weil die Danen, die ihnen vormals von dem Hertzoge zur Versicherung eingeräumte vestmig Wolffenbüttel nicht schlechter dings abtreten wollen, giengen die Kayserlichen mit ihrer armee davor, und bekamen sie auch an. ,627 ein,behielten sie aber vor sich,daß der Hertzog dadurch die residentz zu Braunschweig zu nehmen gezwungen ward. Weil nun der Kayserliche General Pqppenheiin auf alle weise den Hertzog bedrangete,schickte dieser an. -sz i seine Gesandten aufden convenr nach Leipzig, und richtete ein bündniß mit den, Konig Gustavs Adolph» in Schweden auf,um dadurch von einem unerträglichen joche sich zu beftcyen. An. is;; brachte er das anft Calenberg wieder unter seine gemalt,gleichwie er wegen des StisstS Hildesheim eine revistvn von dem Kayftr auswürckete, von welchem es dem Ertz-Biftboffe zu Cölln wider Vraunschweig war zuerkannt worden. Im übrigen bat er sich um die Universität Helm- stadt sehr verdient gemacht, daß er derselben an. 1618 die von seinem vater und groß-vater gesammleke vortrefliche bibliothee ge- fthenckct. Er starb an. i6;4den n aug. nachdem er wegen seines durch einen fall verursachten beinbruchs 6 wvchen bettlägerig gewesen. Von seiner gemahlin Anna Sophia, Churfürst Iohannis Sigismundi zu Brandenburg tochter, welche er sich an. 1614 den 4 sept. beygeleget,aber durch einen von ihr geschöpfften argwohn zu einer heimlichen entweichung nach Berlin gebracht,zeugete er keine kinder, dahero nach seinem tode das hauß Lüneburg sich in seine länder getheilet. t. IL 11. -je retzps 8ue». t) IloAe. conriii. Llsillsn. ?. 4 I, 4 p. zz; lh, hertzoge zu Mecklenburg : Fridericus/der erstgebohrne söhn Hertzogs Adolphi Friderici I zu Mecklenburg-Schwerin , aus dessen anderer ehe von Maria Catharina, Hertzogs Julii Ernesti zu Braunschweig tochter, den I; febr. iS;8 gebohren,lebte anfangs, weil die brüder aus erster ehe ihm vorgiengen, als ein apanagirtcr Printz, und that unter den Brandenburqischen trouppen des Churfürsten Friedrich Wilhelms kriegs-dienste; hernach als zwey von seinen ältern bruder» ohne erben verstorben waren, die andern auch noch keine kinder hatten, vermählte er sich an. 1671 mit Christina Wilhelmina, Wilhel- mi Christophori, Landgrafens zu Hessen-Bmgenheim tochter, nahm seinen sitz zu Grabow, so seiner mutier leib-geding gewesen, und verglich sich mit dem regierenden Hertzoge zu Schwerin, seinem stieff-bruder, Christians, an. iS8i,daß dicftr ihm sooo thalee jährliche einkünffle vcrwilligte, und davor die ämter Neustadt und Gadebusch verpfändete. Er ward auch unter den Lutherischen c-nonicis zu Straßburg OccLNLcs-Statthalter; und starb an. 168S den 28 april, erlebte also den anfall der SchweriniMn und Gu» strowischen succeffion nicht, welcher jedoch seinen söhnen zukam« Solche waren Fridericus Wilhelmus, von dem esn besonderer ar- ticul; Carolus Leopoldus, geb. den 26 may 1679, der seinem brn- der an. 171; suecedirte, und ffch an. r?^8 rmt Sophia Hedlvrg^. Fürsten Henrici Casimiri zu Nassau-Dietz tochter/ vermahlte, an« 171° aber wieder von ihr schiede, und an. wiederum mit einer Czaarischen Printzessm vermahlte. Chnltignus Ludomcus, geb. den 1? may an. 1S8;, vermahlt an. 17-Z mit Gustav« Caro- lina, einer schwester Adolphi Friderici III, Hertzogs zu Streich« Nebst diesen hinterließ er eine eintztge Printzessm, Sophia Louyft, geb. den 6 may an. 168;, ft den 28 nov. an. 1708 an den Konig in PreussenFridericum I vermählet, an.i?-) aber wittweworden« ?. l. 4 c. ; §. > 5 - fridericus wilhelmus / der ältere söhn des jctzt-gedachten Krwerici, von Christin« Wilheimina an« 167? den 29 mart. ge- bobren. Er erlebte an.1692 den abgang der regierenden Schwer.- lMie durch den tätlichen hmtrtt seines vaters bruderb- Clw si an und weil ihm die succession von seines Vatern imigstenr 8er AdM Friedrich ll streilig^emacht wurde, suchte ^bey ll theil. Chur-Brandenburg hülffe, und erneuerte an. 169; daS Branden- buraische cvcoru-i-erb-recht auf Mecklenburg,mit der crtensivn auf die Fürstentbümer Ratzeburg und Schwelln, dagegen ihm von Churfürst Friderico III, nachmaligem König in Preussen , mcht allein in gedachtem streit,sondern auch in der damals vorstehenden succession des Güstrowischen antheils, die auch hernach an. -69; Lurch den todes-fall Hertzogs Gustavi Adolphi sich eröffnete, aller beystand versprochen wurde. Hcrtzog Friedrich Wilhelm gründete sich in besagtem streit auf das in Mecklenburg an. -57; eingeführte xriwoßcnirur.UNd lincLl-luccellions recht, erhielte auch an. 1697 von dem Kayserlichen Hof einen ausspruch vor sich in k-oilessorio. und endlich ward der gantze streit durch einen vergleich zu Hain« bürg an. 1701 dergestalt gehoben, daß Friedrich Wilhelm an fernes varerS bruder Adolph Friedrich II , der zu Strelitz seine regdentz nahm, das Fürstenthum Ratzeburg, die Herrschaft Stargard, dre beyde Comtereyen Mirow und Nemerow , nebst 8000 thalern zu anlegung einer residentz,und jährlich 9000 thaler aus dem Bortzen- burger-zoll abtrat, das übrige aber alles behielte. Jnebend»ejem jähre verglich er sich auch mit den Landständen; zerfiel aber an. 1709 von neuem mit denselben, welchen streit er dann nebst der gantzen regierung seinem andern bruder Carolo Leopoldo hinterließ, als er an. 171z den 24 jul. zu Mayntz, allwo er wegen des Schwalbacher sauer-brunnens sich aufyielte, gestorben, ohne von seiner gemahlin Sophia Charlotta , Landgrafs Carolr zu Hesscn- Cassel tochter, mit der er sich den »jan. 1704 vermahlt, kmder zu hinterlassen. /»ck«/ r>. > 4 c.; §.cli 8 -^rctuv v. rv x. »7«, 27- k Vil p. 584, ;9-,;9;> soi. Hertzoge zu Würtemberg. Fridericus Achilles/Hertzog zu Würtemberg-Neustadt starb an. i6;r. Fridericus Auguftus / Hertzog zu Würtemberg-Neustadt starb an. 1716. Fridericus Carolus / Hertzog zu Würtemberg-Wineden, Kayserl. General-Feld-Marschall starb an. -698. fridericus Ferdinandus / Hertzog zu Würtcmberg-Weitin, gen starb an. 170;. Siehe diese alle bey dem arl. würtemberg. Landgraf zu Hessen-Homburg. Fridericus/ Landgrafzu Hessen-Homburg, ein söhn Fridcrici stamm-vaters des Bmgrnheinnschcn oder Homburgischen zwci- ges, welchen ihm seine gemahlin Margarelha Elisabeth , Graf Christophs zu Lciningcn tochter, an. 16;; den mau gebohren hatte. Anfangs begab er sich in Schwedische knegs-dicnste, und wohnte an. is>j8 der bclagerung vor Coppenhagen bey, da ihm aber durch eine siück-kugel das einte dein abgeschossen worden. Hernach nahm er unter Cbur-Brandcndura die Gencral-Lieute- uantS an, da er dann so wol in dem Elssssischcn zugc, als auch nachmcus bey Fchrbellui an. 1675 grosse proben seiner tapf- ferkcit abgeleget. Er trat von der Lutherischen religion zu der Re. formirtcn, und erkaufte sich in dem Fürstenthum Halberstadt die Hcrrschafft Wcwerling, allwo er auch enuge zeit rcsioirete. Im« mittelst starb an. -68- sein bruder Wilhelmus Christophorus, welcher von Landgraf Georgio II zu Hessen-Darmstadt zu seiner apLn-Zr. doch mit diesem beding, daß es nach seinem tod bey aus- bleibung männlicher leides, erben an deren statt wiederum zurücke fallen solte,tas amt Bingenheim erhalten halte. Dieses ungeachtet ergriff Landgraf Friedrich nach besagten seines brudcrs tobe die Possessiva dieser Hcrrschafft, welche ihm auch endlich gegen crlc- gung lonooo thalern von Darinftadt völlig zugestanden worden. Er vcrmählete sich an. -661 den 12 may mit Margaretha, Adra- hami Grafen von Brahe tochter, und Iohannis Grasen von Orcnstirn witwe die aber an. 1669 iin majo ohne kindcr gestorben. Hieraufschntte er an. ,671 zur andern ehe mit Lucia Elisabetha Hertzogs Iaeobi von Curland tochter, von welcher er ein vater verschiedener linder worden. Von den töchtcrn ist Charlotta Sophia Dorothea au. 1672 den i?jun. gebohren,und an. 1694 den -4>rov. an Hertzog Johannen, Ernestum von Sachsen Weimar vermählet worden. Dle Printzessm Elisabctbam Julianam Franciscam hat sich an. 1702 Friedrich Adolph Wilhelm Fürst von Nassau- Siege» zugeleget, welche den 12 nov.an. 1707 gestorben. Von den söhnen hat der Erd-Printz Fridericus Iacobus, welcher an. 167; den ;c> may gebohren worden, sich an. 1700 mit Elisabetha Dorothea Landgraf Ludovici VI zu Hessen-Darmstadt tochter vermählet, welche ihm 7 kindcr zur weit gebohren. Carolus Cbri- ftiauus blieb an. 169? au den bey Namur im stürm empfangenen blessuren, gleichwie sein bruder Philippus in der schlackt an der Speyr-Bach an. »70; das leben eingebüsset. Nachdem er nun auch an. 1690 sistiie andere gemahlin durch den tod verlohren, hielt er an. 1692 mit Sophia Sibylla Gräfin von Leiningen-Wester- burg, Iohannis Ludovici Grafen von Lcininacn- Heidenbcim Wittwe,beylager,und zeugete mit ihr Ludovicum Georgrum,dcr an. »69; den ,an. gebohren worden, nebst Fridcrica Sophia und Leopolds, die aber bald verstorben. Er starb endlich zu Homburg den 24 jan. 1708. llc drill. Will,. jvilog. k4. k. Marggrafeu zu Baden-Durlach: Fridericus V / Marggraf zu Baden - Durlach, war ein söhn Georgit Fridcrici, welchen ihm seine erste gemahlin Juliane, Ursula , emdenci, Wild-und Rbeingrascn tochter an. 1594 den 6 jul. gebohren; es hatte ihm bereits an. 1620 der vater, welcher deß neu erwehlten Königs Fridcrici in Böhmen parlhey ergriffen , die re» grerung abgetretten , m meynung , das land desto mehr in ficberb-.» zu setzen, allein am Kayserlichen Hofe machte dieses nurarL. Verbitterung, welche nachmahls MarggrafFridrich nebst fei -», lande erfahren mußte. Nach dem tode Eduardi Fortunast, grasen zu Baden-Baden, wollen seine vettern der DurlacbiW Ilnie dessen söhn Wilhelmum vor keinen lehens-fähigen Fürsten e? kennen, und hatte auch schon zuvor Ernestus Fridericus von An den - Durlach des Eduardi Fortunati verschuldete länder würcklU in besitz genommen, welche nach dessen tode an seinen bruder Ke« gium Fridericum, und nachdeme auch dieser die regierung abaetrell ten, an seinen söhn Fridericum kommen; allein Wilhelmus brackte es dahin, daß nicht allein wegen der lehens fähigkeit, sondern auck wegen seiner rcllimeion in gedachtem lösten jähr eine erwünschte sententz ergieng, krafft deren Eduardi söhnen alles, was biß datier genossen worden, oder genossen werden können, r-ll>wirl werden solle. Doch fand sich endlich Fridericus mit Wilhelms an. isr? !» Ettlingen ab, und überließ ihm vor den aus der oberen Maraarass schafft empfangenen gewiß die anuer Stein und Rennhinaen , wiewvl ihm diese letztere nebst allen seinen landen, wie er sie vor der in Böhmen entstandenen nnruhe in besitz gehabt, durch den Osi- nabrugg,sehen frieden wiederum frey eingeräumet worden, nach. dem er vorhcro in dem Teutschen kriege grosses Ungemach erlitten Von seiner vierten gemahlin Anna Maria, Jacob, des letzteren Herren zu Hohen-Gerolzeck und Sultz einiger tochter und erbin, so sich in erster ehe an GrafFridrichen von Solms vermählet gehabt, wurde er zum m-iver,»! erden aller ihrer verlaffenschafft eingesetzt, welche Hauptsschlich in folgenden zwey stücken bestanden, nemlich i in denenHohen-Gerolzeckischen rilulli-i-gütermnnd r in ei» ncr grossen anforderung an das Gräfliche Haus Nassau, wovor der Nassauische «»theil der Herrschafften Lahr und Malbcrg zum un- derpfand verschrieben wäre. Was das erste betrifft,so hatte an. 1484 Pfaltzgraf Philipp denen Herren von Gerolzeck in einer damalen gewöhnliche» sehde ihr schloß Hoben-Gerolzeck samt denen dabey gelegenen vogteyen Printzbach und Schimderg gewaltsam entrissen; welche jedoch hernach bey erfolgtem Bayerischen kriege von Kayser Marimiliano demselben wieder abgenommen, und anfangs zu Handen Marggraf Christophs von Baden icgueiirjrt, hernach aber denen Herren von Gerolzeck selben wieder eingeräumt worden, nachdeme sie die vorläuffige Versicherung gegeben, solche stücke von dem Haus Oesterreich zu lehrn zu empfangen. An. -;;4 verglichen sich Gangolff und Wallhcr, Herren zu Hohen-Gerolzeck nm König Ferdinands, und trugen solche orte dem Hause Oesterreich würck- lich zu Mannlehcn auff, und an. - ?44 wurden sie zum ersten mahle damit belehnet. Als hierauf an. -6,4 Iacobus verletzte Herr zu Hohen-Gerolzeck ohne männliche erben mit tod abgangen und nebst viclcrineldten lehcn auch verschiedene andere vogteyen und gütere, als Seelbach, Kudach, Schuttertha!, halb Reichenbach rc. verlassen , so wurden diese von seiner tochter als »Uallirijen angesprochen , aus Ursachen, daß ihre vor-eltern dem Hause Oesterreich nach deutlichem inhalt des Vertrags und der inveN-iupen nichts anders zu leben gemacht, als was ihnen der Pfaltzgraf abgenommen habe. Nun waren aber erstgemeldre vogteyen denensclben vom Pfaltzgra» fen nicht abgenommen worden, mmassen sie schon an. -482 und also zwey jähr vor der Pfältzischen sehde an Marggraf Christoph zu Baden auswiederlösiing verkaufft, und noch zur zeit des verglichs lle mi. i ?;4 benm Fürul. Hause Baden gewesen, von welchem sie die Herren von Gerolzeck erst einige iahre hernach wieder eingelöset; es waren auch die lehen-stückc in dem verglich und lchenbriefe deutlich llcrermim'ret, als welche alleine von Hohen-Gerolzeck auch Prinzbach und Schimbcrg reden, und seyen endlich mehrgemeldte von der Gcrolzeckischen tochter angesprochene güter in denen alte» Urbarsten allezeit als eigeuthum beschrieben, und von den lehen or- hentlich unterschieden worden. Alleine Graf Trafst Adolph von Cronburq, welcher von Oesterreich eine anwarthschaffl aufdie Ge- rolzeckische leben bekommen, wurde demnach under dem lchens- vorwand in die poss-llmn der gantzen verlaffenschafft eingesetzt, und tonte die Frau Erbin nichts mehr erhalten als daß ihre hernach- male» in dem I'issrumemo f>scir Wcllpkslics, hie rcssirurionsso bald sie ihre rechte durch glaubwürdige llocUMcm- bescheinet haben wurde , versprochen und zugleich verjehen worden, daß die fache in zwey jähren ausgemacht werden solle. Es ist auch dieselbe von solcher zeit an von feiten des Fürstl. Hauses Baden-Durlach bey dem Reichs-hofrath eyfrig getriehen, aber nichts erhalten worden, biß endlich,da an. -692 der Grafvon Cronberg ohne leibes-erben verstorben,Marggraf Fridrich N. die possess.on solcher güter »"P>->-> v-c-incm ergriffen und sich biß an. 1697 darinnen erhalten, darr liec corsm jullicio rulico pcnllcnce ausbesehl derOesterreichlschkN hof-cantzley durch den Baron von Ncveu mit gewasneter Hand vnd einer niannschaffr von mehr als zoo mann derselben entsetzt < linder Baron von der Leyhen, welcher eine abermalige anwarlhschM aufdie Gerolzeckische lehen-stücke von dem Hause Oesterreich hatte, darein in-mirrirt worden; feit welcher zeit das Furstl. Haus M ben-Durlach nicht wieder zur passeckon davon gelangen mögen. Das andere stuck der Gcrolzeckischen erhschafft betreffend, so dane an. -426 auf absterben Heinrichs von Gerolzeck dessen tochter Mi- heit seine hinterlassene hcrrschafft Malberg famt zugehörigen dort- fern in besitz genommen und ihrem gemahl Graf Hansen von Mor» und Sarwerden zugebracht; so wurden auch die Mörß-und Ear- werdische Grafen von denen alten Herren von Gerolzeck >n Erschafft verschiedener Ichen-stückcn aufgenommen; welchesamMM stücke auf absterben das männlichen stamms derer Grafen zu var- werden durch die erb-tochtcr solches Hauses Catharinam an iM» gemahl Graf Hans Ludwig von Nassau gekommen. Es waren aber Gangolf und Wallher von Hohen-Gerolzeck damit mcht-u fri friede«, und stellte« dannenhero an. ,c;r vordem Camer-qericht wieder GrafHans Ludwlg und seine gemahlin eine doppelte sÄiva M, worinncn jie beyderley Herr,chafften und gütere von ihnen re- vociret neue, als manns-und stainins-lehen , so nicht aufdie töch- jetta fallen , diest , weil d-e gemeinschafft mit absterben der Grafen von Mors und Sarwerden wieder aufgeboret; es wurden auch dieselbe von gedachtem Lamme,.--geeicht an. 159; denen Herren von Get-vlzeck cum truÄ,bu 5 p-rce^ris L percipiüQUis Wwlllnse zugesprochen. 'Nun ergriffe zwar das hauS Nassau das benck-uum r--vl- üc,n,r himvieder, fände aber hernach vor rathsamer, sich in der gute darüber und zwar durch Vermittlung der Marggrafen von Baden-D'-irlach zu vergleichen; inmaffcn es nicht nur mit Jacob von Hohen-Gcrolzeck verschiedene tractaken auf ertrag» liche bedingnisse und gegen Verpfandung des Nassauifchen antheils an Labr und Malberg deßhalben geschloffen, sondern auch absonderlich MarggrafFriderich an i 6 ;r, einen fernern verglich errichtet hätte, öaferne diesen die Grafen von Nassau zu rsiwciren nicht geiveigcrt hatten. Es klagte deßwegen MarggrafFriderich bey dem Cammer-gericht, und erhielte ein imniNoriLiL, wurde mich an. 16; 6 in die verpfändete herrfchafft Lahr würcklich »mmll- tiret. An. 1666 würckte Nassau vom Kayser ein mor-»corium auß, welches an. 1670 durch den Reichs-hofrakh aufdie Lahrische for- dming mit exw^iret wurde; vbivole» Baden-Durlach darwieder vorstellte, daß die erkantnus dieser sieche, weil u« >» c»mcrz prLveni- M, gar nicht vor den Reichs-hofrath gehöre , und dabenebenst der Nassauische Gesandte/ als er das Reichs-gutachtm m pu„Äo mu- k.Lwr>,.«°llcllirt / die verbindliche Versicherung gegeben / daß solches wider diese Lahrische fache nicht gebraucht werden folte / und daß mich ohne dein dergleichen mora-o-^ unfeine abgeurtheilte und bereits cxcguilte fache sich niemalen Verstehen könten. Jedoch hat auch das Cämmer-gericht an. dem Fürstl. Hanse Durlach das,u; kercmionir Le ilNiüenc^ so wol wegen des capitals als der verfallenen und weiters verfallenden Zinsen, m so weit das -uorzronu.u ein solches in der außdrucklich benanten zeit nicht hindert / zugesprochen; inmaffcn gedachtes Fürsti. Haus noch würcklich im besitz des under- pfandes, dabey aber in einem nun bald zu ende eilenden proceß begriffen ist. Im übrigen setzte Marggraf Fridrich nach erhaltenem frieden kirchen / schulen und das gantze land in erwünschten stör, Und starb aü. 1659 den 8ten sept. Er hatte fünffgemahiinen / davon die drey letzteren / Maria Elisabeth« gebohrene Gräfin zu Wal- deck/ Anna Maria von Gerolzcck, und Elisabeth« Eusebia geboh- rene Gräsin von Fürstenberg Stüblingen / ohne Ander zu haben, gestorben. Mit der ersten gemahlin aber Barbara / Hertzog Fritze- rici zu Würtemberg Wchtcr hat er gezeuget Fridericum VI, welcher ihm liiccecllrr, und Carolum LI. / sodann JulianamUrsulam, gebohren an. 1618 / gestorben 162;, Lübyllam , gebohren 1620, gestorben,679, Barbaram, gebohren 1622/gestorben i6;p, Jo- hannam, gebohren 162; / vermählt - an Johann Banner/Schwedischen General / 2 an Graf Heinrich von Thurn / gestorben 1661- und Fridericam/gebohren 162;,gestorben i64?,Christisiam,geboh-- ren ,626,gestorben 1627; gleichwie von der andern gemahlin Eleo- nora/ Alberti Ottoms/ Grafen zu Soims Lanbach tochter/ Gü- stanum Adoiphum, weicher ziir Catholischen lehre gelrettcn /Abt zu Fnlda undKcmten,wie auchCardinül worden; AnamPhilipprnam, gebohren und gestorben 1629 / und Marram Eleonvram / gebohren und gestorben i6;c>. oziei. llcrsllc!.!. c. 4- üc t^Nvx. re. p. !. 4. c. 8. * Fridericus VI / Marggrafzu Baden-Durlach, »var ein söhn Frwenci V, welchen ihm seine erste gemahlin Barbara, Hertzog rgridenci zu Würtemberg tochter an. 16,7 dm i6nov. gebohren. Nachdem er seine reise nach Franckreich gemdiget hatte, begab er sich an. ,6;? zu Hertzog Bernharden von Sachsen Weimar, und wohnece dessen Unternehmungen in Burgund und verschiedenen treffen bey; absonderlich aber erwiese er das folgende jähr in der Wacht bey Rbcinftlden seine tapferkeit, da die vornehmsten feindliche Generals-personen sich gefangen geben mustcn. Hierauf wurde er von dem General Banner nach Franckreich geschickt, allwo er sich mit dem Cardinal Richelieu in wichtigen cmgclegenheitm imderredete. Nach seiner zuruckknnfft commandirte er in dem treffen bey Merstburg und Woiftndütte-; und als hieraufdie friedens- tractaten in Westphalcn vorgenommen worden, besuchte er selbige in eigener Person, damit sein haus dabey möchte bedacht werden. Gleichwie er aber den Schweden in Deutschland gute dimsie geleistet , also trug er zu denen wieder die Polen bcfochtmm siegen viel bey.In diesem kriege bekleidete er anfangs die m-rZc cinesGeneral- Lieutenants, und hierauf eines Feldmarschalls, in welchem er an. rsz s bey dem stabilem Varca in Polen sich mit einer Hand voll lenke , so kaum in tausend mann bestanden, gegen mehr als 46000 Polen und Tartarm, anfangs in freyem felde und hernach hinter einem alten schloß, wohin er sich allgemach zurück gezogen, mir solcher tapferkeit gewehret, und den feind so lange aufgehalten, daß er dadurch den König seiner eigenen geständnuß nach samt der Haupt-armee der «rösten gefahr befreyet; endlich rieff ihn sein Vater zurücke, wodurch er zwar die Schwedische dienste verlassen, doch an. ,66; bey entstandenem Türcken-kriegc nebst dem Bischofs von Münster das Wr-A-Gum, und an. ,67z die General-Feidmar- schallen-stelle über die Reichs-armce erhalten, in welcher qualität er auch an. 1676 die belagerunq vor Philippsbnrg commandirte, und diese vestmiq glücklich eroberte. Er brachte kirchen und schulen und absonderlich das Fürsti. OvM-i--6u>„ wiederum in guten stand. Der Kayser gab ihm,wie oben under Baden zu sehen, das p,u.Uicsc durchleuchtig.Von denen gelehrten und künstle»-« war er ein gross str liebhaber, verstünde vor andern die s^-guirät und samlete eine Posse anzahl von denen rares«» alten und neuen mchMm, weiche sei zy; er sechsten in ordmmg gebracht und zum Mimik eigener Hand beschrieben. Er starb an-1677 den ;i ian. Zur gemahlin hat er gehabt Christin«« Magdalenam, Pfaltzgraf Johann Cäsiums M Kieeburg tochter, die ihm gebohren Fridericum Äl., so ihm ,uccl.- dirt, Carolum Gustavum, so General-Feld-zeügmeister und General-Feld-marsebaU bey der Schwäbischen m «2 worden; siehe Baden; ferner Christi««»»», die an. 164? gebohren, anfänglich all Marggraf Aldrechten zu Brandendurg-Anspach, nach dessen tos an Hertzog Fridriche» zu Gotha vermahlt worden, und M. ,70; verstorben; Johannam Eiisabetham, so an. 1651 den 6 nvv. ge- bvhren und an Johann FridrichenHertzogen zuBranbenblirg-Ay» spach verinählet worden, aber schon an. - 680 gestorben; Calhari- nam Barbara,« gebohren den 4 jul. »Szo so noch im leben, samt noch einem Printzcn und zwey Printzeßlnnen,die in der wiegen verstorben. Nach der ersten gemahlin lode zeugete er mit eines Officirs tochter Fridericum und Johannen» Bernhardüm, der sich Baron von Münzesheim nennet. llc rcb. gest. czr. Qutt^v. HsÄer. co. ?. x-ct« llsiicg)-,-. tun. llütc Nrincipl UiÄus. * ^entzöge zu Holstein-Gvtwrf: rieus ^ ^ Königen in Däneniärck Frido- ^Lkidsricus II, her älteste söhn und Nachfolger Herkoqs Adolph», war anbey auch Bischoff zu Schleßwich, starb aber gleich »m 7den monat nach angetvettener Hcrtzoglichen regierunq - den 15 >«n. an. i;8? , und hatte zum Nachfolger seinen bruder PhllippUM, >)Uoz. geneL». VM. ,6,. norir. kroc- Imp. I. 4 c. 9 p. r8o. Friderims III , Hertzog p Holstein-Gottorf, war ein sohst Hertzog Jvhamus Adolph», welchen ihm seine gemahlin Auausta, Komgs Friderrc» II in Danemarck tochter, an. 1597 den 22 dec^ gebohren hatte; Nach dem frühzeitigen tob seines vaters, welcher an. 1606 erfolgte, gieng er aus Franckreich, allwo er nebst seinem bruder Adolph aufcher reise begriffen war, nach seinen erb - län- dern wiederum zurück, und blieb einige zeit unter vormundschafft» sicher regierung. Nachdem er aber selbst solche angelretten, ertheilte er den aus Holland flüchtigen Armimanem grosse freybeit, und erlaubte ihnen, an dem ort, so ehcdessen Sebul geheissen, Friderichs-Stadt zu erbauen, welchen» ort er an. 16)2 stabt- ge» rechtigkeit verliehen. Es sind aber nachgehends nicht allein diese freyheiten den Arminianern bestättiget, sondern auch auf die Catholischen und Mennomten erstreckt »vorden. An. 162; verneuerte er die an. von dem König Christians III zwischen Däne- marck u»»d Schleßwich - Holstein errichtete umon mit dem König Christiano IV in Danemarck, stund auch diesem in dem krieg wr» der den Kayser bey. Als nun die Dänen den kürtzern zogen - und die Kayscrlichen unter dem General Tillv bereits gegen Holstein anmarschirten, brachte er es bey diesein General dabin, daß sein land nicht so gar hart mitgenommen wurde; doch »nuste er hin und wieder Kayserliche besatzung einnehmen. Als nun auch der Hertzog in die insul Nordstrand von ihnen einige mannschafft einquartieren wolle, empörten sich die einwohner, und muste er sich mit grosser gefahr retlriren. Worüber er sich so hefftig erzörnete, daß er der insul soll gewünscht haben, sie möchte so tief unter das Wasser versinckcn, als sie anietzo hervor ragete, welches dann auch an. i6z4 mit Untergang 612; menschen und i?ooo stück vrehcs erfüllet ,vorden- An. i6;z hatte der Hertzog vor, mit den, König in Persien einen commercien-tractal auszurichten, wie er denn zu solchem end in dem besagten jähr nach Moskau, undan. 16;; die Haupt - gefandtschafft nach Persien geschickt, welches der König in Persien an. 16,9 mit einer andern gefandtschafft an den Hertzog erwiedert; allein es gerieth die gantze fache ins stecken, und kostete dem vornehmsten von den Hertzöglichen Gesandten, Ottoni Brügmann, das leben. Siehe Brügmann/ (Otto). An. >64°» starb Otto, der letzte Graf zu Schaumburg; dadurch fiel dem König in Dänemarck und dem Hertzog die Grafschafft Pinneberg im Holsteinischen anheim, davon der Hertzog das amt Barmstäde bekam, welches cd Nachinals an den Grafen von Ranzvw vor des- sen güter in Wagrien vertanfchte. In dem an. 16^-7 entstanvenek, krieg der beyden Cronen Schweden und Dänemarck hielte er, als schwicgcr-vater Carvli G»rstavi, die Neutralität, und gab dardmch aelegenheit, baß die Schweden bis in Jütland eindringen tonten. Als nun hierauf an. i6;8 der Nothschildische friede erfolgte, wurde darum und in dem noch vor execntwn dieses medeils zu Coppenhagen aufgerichteten vergleich dem hause Holstein-Gottorf die souverainität über das Hertzogthum Schleßwich zuerraimt, und das Btßthum Schleßwich oder Schwabstadt, so seit Hertzog Adolphs tod in Dänischen Händen war, dem Hertzog wieder ab- aetretten, die qesuchte Lbvllc,on aber der bisher gerührten gemem- schafftlichen regierung über die Prälaten; Ritterschafft und stndte, auf besondere tractaken ausgesetzet. Der Hertzog Fndencus starb bald hierauf den io uug. an. 1659 zu der zeit, da der krieg zwischen Schweden und Dänemarck von neuem angegangen, da ihn denn die Dänen beschuldiget, daß er den Schweden Rendsburg in die bände zu spielen gesucht, und.ihm sehr verübelt, daß er em rcaiment Schweden, so von den Dancn verfolgt worden, »n Ton- ninaen cinaenommen. Er war in der theolog«, den staats, chynu- Zen" und absonderlich den mathematischen wissenschaffren em sehr erfahrner Herr, und hat keme tosten gesvahrt,ftlne kunst- kammer mit den herrlichsten raritaten miszuzieren. Seme gemah- lin M! ia EliW-tha, Churfürst Johann Georgens zu Sachsen ochte , welche er sich an. -6;° beygelegt, hat »bm -6 Ander bey- drrien aeschlechts gebohren. Unter den tochtern ist Sophia Au-- ansta W Surft Johann jü AnhN-Zcrbst, Magdakna Sihyü« an Zy6 sti Hertzvg Gustav Adolphen zu Mecklenburg; Maria Elisabeths an Landgraf Ludwigen zu Heffm-Darmstavn Hedwig Eleonora an König Carl Gustaven m L-chweden, und Augusta Maria an Marggraf Fridericum Magnuin zu Baden-Durlach vermählet worden. Von den söhne» ist Fridericus zu Paris, und Johannes Georgius in Italien noch vor dem Vater gestorben, Christianus Albertus hat ihm in der rcgierung gefolget , und Augustus Fridericus ist Bischoff zu Lübeck worden, «»illc.n. cwon. imll in cicr vclckkcibunA ller Lorroriitciien Icunck - Icsmmer ; ic. in llcr keriilcii reue - brictireib. cie red. LLroli Qustsvi, 2c f>»o§e. 7 »r/,osnorik. ?kocer. Imo. l. 4. c> 9 -4 p 2.8s ch. 8.eici>8- 4 rcf»v pLrr. ft>ec. conk. II. von I-Iolllcin p. 8 aug. zu Traventhäl geschlossen wurde, darinnen von dem König dein Hertzog die louverwmtät vestättiget, das völlige und unbeschränck- te j»8 L,NI'-um, fcrllcruiri öc tokk.ii>r,okukn zugestanden, die alte nninnc; als toellci-L von gütlicher benlegung der vorfallenden strei- tiateiten, die cc,minun>o„c- aber bloß von Prälaten und Ritter- schafft, und die landes-702 den 19 iul. in der schlackst ben Cüssova durch eine stück - tuqel das leben emgebüssct. Er verniahlte siel, an. 1698 mit Hedwia eHophia, Königs Caroli XI in «Schweden tochter, die ihm an. 1700 den 19 avr. Carolum Fridericum gebohren. ve, co»,c,r^?„ i-'ic Li/i-ch-ek-re cii^^. 9. ,/c, /e Lsr ,/e O,^kk. chcc. conk. II, von bloiltcin x. 24;/ 244, rzo, 2z i. Unterschiedliche andere printzen: fridericus / Hertzog in Böhmen, ein söhn des Böhmischen Königs Uladislm II, wurde zwar von dem vater bei, leb - zeiten mit gcnchmkalcung der Stände zum Nachfolger ernennet; weil aber der Kavser Fridericus I mit gedachtem Uladislao in streit ge- rieth, brachte er mit vcriagung dieses Friderici «sobieslaum ll seinen vctter auf den thron. Nachdem aber dieser sich bey den Böhmen verhaßt gemacht, wurde Fridericus von den Ständen wieder hervor gezogen, und nach erhaltenem sieg wider Sobies- lanm an. 1,78 zum Hertzog gemacht, und von dem Kayfer be- stättigct. Doch weil er die Teutschen an seinem Hof allzusehr empor hob, machten einige der vornehmsten mit Conrado von Znoym, Uladislai II bruders söhn, einen complor, den aber Fridericus in zwey blutigen schlachten überwand, und sich bis an seinen rod an. 1,90 bev dem rcgiment erhielt; worauf ihm gedachter Con- radus, init deine er sich vorher noch ausgesöhnet, folgte, p. ;6i. c. 8 ;66- Lpu. l. z c. ,2. miiccll. clcc. r I. 7 ll-A. k c. 2.7. fridericus / Hertzog zu Curland, war ein sobn Gotthardi Kettlers, des ersten Hertzogs von Curland und Seimgallien, wel- stk chenihm seine gemahlin Anna, Hertzog Albrechts des zu Mecklenburg tochter, an. 14690m 2; nov. qebodren M seines vaters tod, welcher am 1487 »folgte, trat er die reqimma an, und empsieng bey dem Komg Siqismundo in Pohlen E hen. AIs sein bruder Wilhelmus gleichfalls zur mawrennität langet, theilte er mit ihm das land; da denn Hertzog Wilkelmnä Semigallien mit der residentz Mietau, gleichwie er Cm an 2 der residentz Goldingen bekam. Als der König Carolas ixm Schweden am -604 mit einer kriegs - macht in Ließand einbrach, streß Hertzog Friderich , nachdem er vorher mit grosser gesichr die Dune gefttzet, inlt 4 °° Pferden zu dem Pohlnischen Feldherr» Chodklewiz, und trug mit feiner lapfferkeit nicht wenig zu dem b » Kirchholm befochteuen sieg bey. Hierauf, weil fein brnderHertzog Wilhelm aus fernen landen zu entweichen genöthiget worden, nahm er auchderfeiben regierung über sich , bis endlich der Kön a Uladislaus vigismundus in Pohlen, Hertzog Wilhelms soch, Jacobum an. 16^9 zu Vllna restituicke. Als der König Gustav Adolph in Schweden am 1621 mit feinen trouppen nach Lieffand ubergieng, und Riga wie auch Dünamünda wegnahm, rückte er gleichfalls vor Mietau, welches ihm durch einen accord eingeräumet worden. Die Pohlnifche armee gieng hieraufden Schweden nach, datz sie alle beyde in Cburland zu stehen kamen, wodurch denn das Hertzogthum sehr hart mitgenommen wurde; doch be- kam er nach gemachtem stillstand die residentz Mietau wieder' Worauf er an. -642, ohnc kinder von seiner gemahlin Elifabetba Magdalena, Hertzog Ernst Ludwigs in Pommern zu WolM tochter, zu haben, in dem ? 4 sten jähr seines alters gestorben commLM. »icllzkion des Kayftrs Ferdinandi I ins stecken gerathen. Er vertrug auch an. l?rz zu Thoren König Sigisimm- dum mit Hertzog Älbrechten in Preussen, und starb, an. N47. Er halte 2 geinablinnen, davon die erste Elifabetba, Königs Caß- miri in Pohlen tochter, in dem andern jähr nach dem beylagcr gestorben. Die andere gemahlin aber Sophia, Marggraf Fribe- richs zu Brandenburg tochter, hat rhm Fridericum III und Geor- gMM II gebohren. /-»c« 8cllicN cbron. fridericus III , Hertzog von Lothringen und Marchis, war ein söhn Tbcobaldi II, Hertzogs von Lothringen, der an. >;i» gestorben, nachdem ihm dieftr söhn von Jjadclla von Rumigny gebohren worden. Zu feiner zeit führten Ertz-Hertzog Friderich in Oesterreich und Hertzog Ludwig aus Bayern, wegen der Kaystr- lichen würde, krieg miteinander, da denn Hertzog Friderich von Lothringen des ersten parthey nabm, und ihm sonderbare dienlic erwieß. In ftmen landen bekam er mit Bischoff Reginaldo zu Metz und Grafen Eduardo von Bar zu thun. Anfangs war er so glücklich wider sie, daß er ihnen bey dem schloß Pruney einen zim- jickicn streich versetzte; als er aber nachgehenvs vor Metz gieng, dieft» ort zu belagern, wurde er geschlagen und bleßirt. Endlich begab er sich in des Königs Philivvi Valcsii kricgs-dienste, in welchen er auch, als er in der fchlacht bey Montcassel commandlret, au. i;28 das leben soll eingebüßet haben; wiewohl die kvccrvlvz,- oder todten-rcgistcr der Abtey Lc-upre, allwo dieftr Herr begraben worden, seinen tod erst in das folgende jähr zu fetzen scheinen. Seine gemahlin Ifabclla, Kavfers Alberti I tochter, hat ihm iicblt anderen kindern beyderley geschlcchts Rudolphum, welcher ihm in der regierung gefolget, und Fridericum Grafen von Luneme gebohren. oriZ. cie >4 niLilon llc I,oriL>»c ^ciicsl 4 rsnc. I. r.8 c. gciicLloA c-s!I. s>. 80. n"^ gemahlin Sophia, Grafen Eberhard« von Wurtemberg toch er. Er vermahlte sich mit Margaretha, Grafen Henriei Son Kaudemortt und Freyherr» von Jvinville tochter, und brachte dadurch die Grafschafft Vaudemont nebst der Baronie von Ioin- viüe wieder an sein Hauff Dem König Carola VI in Franckreich leistete er grosse dievste wider die Engellander, wie er dann auch in dem treffen bey Azincourt an. 141; den 2; oct. geblieben. Gedachte seine gemchlin hat ihm Antonium, welcher ihm in der regierung gefolget, Fridericum, Herrn von Ruminy und andere, gebohren. Lsii. p. 81. Fridericus II / aus dem Hause Gonzaga, erster Marggraf und hernach erster Hertzog von Mantua. Er war Francisci II söhn, an. i?oo gebohren, und folgte dem vater in der regierung an. i;iy, that es auch demselben in tapfferkeit und kriegs-wiffenschafft nach, daher er von Leone X, und den Florentinern zu ihrem General gemacht ward. An. i?r6 trat er mit den Frantzosen in ein bünd- iiiß, ungeachtet er bißher dem Kayser gedient hatte, wendete sich aber hernach wieder aufKayserliche feite,bewirthete Carln V zu Mantua, der ihn damals zum Hertzog erklärte, ihm auch an. 1;;; die entledigte Mvntferratische erdschafft wegen seiner gemah- liu Margaretha Palaologa zusprach. Erstarb an. 154° und verließ drey söhne. c-M-nar-ü»««. Kilt. dtancuLn. Lon- rsZ. liiltorlii. lies Lours ci lmlie. ^ridlev I, beygenannt der schnelle/folgte seinem vater Demo III an. ; 874 aufdem Dänischen throne, und führte mit den Bri- tanmern schwäre kriege. Die Hauptstadt in Inland, Dublin, brachte er unter sich, nachdem er den schwalben feurige kohlen angebunden,und den ort dadurch angestecket hatte. Er starb an.zy n. ?onr«». Kilt. Fridlev II, ein söhn Frothonis III, Königs in Dänemarck,muffe sein väterlich Reich mit dem schwerdte erobern. Denn weil er sich bey seines vaters tobe, welcher an. Chr. 15 erfolgte,in Rußland aufhielte, und von jederman für todt gehalten wurde, hatte man Hiarno die crone aufgesetzet, (sieheHiarnus.) Erließ nachge- hends 2 mal um des Königs Asmundt in Norwegen tochter anhalten, welche aber die ersten Gesandten nicht allein schimpflich abwich , sondern die zum andernmal abgeschickten gar umbrachte. Hierausgicng er selbst nach Norwegen , erlegte Asmundum in einer Macht, und brachte die verlangte Printzeffin mit sich zurück in Dänemarck,worauf er an.;; verstorben. Kilt. Osn. / Fridolinus/ St. Fridliu, ein Benedchemer-Mönch,wurde ca- uvnisirt, und von der stadt Seckinzerl, wie auch von dem land Gla- ris zu einem Patron und schütz.hei'tge' ar-genommen. Die ältiste L-Zsnci. so man von ihme hat,ist vrrr rrnen-, namms BAanus an. pir geschrieben worden, und wirb solches vuchlem einem Machen von St. Gall, Notkerus Balbulus genannt, zugeeignet. W wird bannn folgendes gemeldet: Er seye eines Schottländischen Königs söhn gewesen,und nach deine er ein Mönch worden, seye er aus seinem Vaterland hin und her gezogen, und habe durch die predigt des Evangelii die dem Heydnischeü aberglauben noch anhangende leuthe zu bekehren gesucht; zu der zeit des Fränckischcn und ersten Christlichen Königs Clodoväi iVI. sey er gegen Poiticrs in Franckreich gekommen, und als er sich daselbst in das jenige kloster begeben, dämm 8 . Hilarii leichnam begraben gewesen, haben ihme die Mönche alsobald die Abtey desselben angetragen, er aber habe sie so lang ausgeschlagen, biß ihme 8 . Hilarius des nachts im träum erschienen, und zu dessen annehmung persuadirt, zugleich auch befohlen sich zu Clodoväo zn verfügen, und um seiner kirchen »Weiterung anzuhalten; so bald nun der König in solches zumu- thm gewilltget,und Fridolinus diesen H. Cörper aus dem alten ort «meinen platz der neu-erbauten kirchen tragen wollen, habe» ihme die Engel das pr«v-nir- gespielet, und den Heiligen sechsten locirt; Nach etlich jähren seye 8 . Hilarius abermals Fridolino erschienen, rmdhabe ihme orllre gegeben seinen zrig anderwertö zu nehmenzdar- aufhabeer sich in die Niederland,und endlich den Rheinstrom Hinausgen Straßburg begeben , allwo er Hilario zu ehren ohneracht seiner armuth LKcienc gewesen seyn soll eine kirche zu erbauen; von bannen seye er an. 49s in das Raumchcr-land, und namentlich indie gegend Seckingen gekommen, und habe auch allda ein kirch- lein erbauet, stye aber von den wilden einwohnern so übel empfangen worden, daß sie ihne mit ruthen aus dem land qejaget haben, welches harte tractament er seinem gönstigen König Clodoväo geklagt , und darüber zum tröst die dortige insul bekommen haben soll, welche auch daher St. Fridlins-insul soll genennt seyn worden; da habe er nun gleichfalls ein kloster gehauen , seye darauf anf Chnr gezogen, und habe auch dorten durch seinen crcdit dem 8 . Hilario eine kirche erbeutet; nachgehends seye er in das land Glaris ge- reistt, darinnen 2 brüdere, Ursus und Landolus herrschcten, und habe sich bey dem ersteren also recommendiret, daß er ihme seinen halben antheil landes vergäbet; als aber nach Ursi tod dessen bru- der ihme solche donation streitig machen wolle, seye die fach für Baldebert, den Königlichen Land-richter zu Ranckwyl gebracht worden, welcher mit verwcrffung des schrifftlichen briefs zu dessen besserer bekräfftigung lebendige zeugen gefordert habe; hierauf habe Fridolinus erst seine macht gezeiget, seye neben Urst grabe geteerten , und habe diesen stillen cörper zur kundschafft ansgefordert, welcher auch alsobald mit vollem leben hervor getreuen, mit ihme auf Ranckwyl gewandert, und seinem richter und Widerpart so warm gemacht, daß Landolus dem bedrängten Fridolino auch seinen eigenen antheil , und hiemit das gantze land Glaris freywillig avgctrettcn; und darauf habe er seinen so kunstreichen zeug zu gebührender erkanntlichkeit wiederum in seine ruh-stätte begleitet; er habe hierauf mit svnderbahrem eyfer in dem eroberten lande M 20-7 d?n kmPnd M.Mdiget, und dem neuen kloster zn Seckingm den erbaner i er wird für wird von e niam M dÄiw?^" M Glaris gehalten. Sein toi» andern c I^ X . neu andern 510, und noch von ^iötzet. ^)N dem übrigen glaube von diesen curieuien L^er-dmgen em -eber, was ihmebeliekt, wannersieniä,^ 2 Lr?'b/'^momen verwerffen will/ i« Herrlichkeit um das alte schloß Friedam !^em Aergow, zwischen dem Murgen-thal und Arburg gelegen M//k?„^«:^^o^)urnzusiandig, und gehöret in die vogtey me2? ^A ^tte vor diesem seine eigene Freyherren dieses na- Friedberg / eine von den 4Wetterauischen Reichs-städten am geburge,dre Hohe genannt,; meilen vonFranckfurt und eben so viel von Gttssen, gelegen. An. 1211 ist sie von Kayser Friderico II, und hernach auch von andern Kaysern mit vielen freyhctten beqnadiaet worden, und wollen einige gar dafür halten, daß sie von gemeldtem Kayser den »amen bekommen. Sie war ehemals viel grösser, als letzo,wovon du vielen gewölber, so man noch unter der erde ausserhalb der stadt findet, wie auch, daß die Franckfurter-messe an.i;4« von Medberg bahrn geleget worden, ein genügsames zeugniß geben können. Nahe an der stadt iigt die Burg und das Ganerben-Hauß gleiches namens, welches den Ganerben von Friedberq zuqehöret» und unterschiedene rechte über die stadt hergebracht, worüber sie visters m harte streitigkeiten zerfallen; wobey jedoch die stadt meist den kurtzern gezogen. Denn da haben nicht nur, krafft eines Vergleichs KLysers Albert; I von an. i;oi, sechs burg-männer mit in den Rath der stadt genommen werden müssen, sondern es hat auch der Burggraf die Ober-Amtmann-und Richters-stelle erhalten, krafft welcher er im Rathe präsidirt, und das recht hat einen Schnitzen und Büttel zu setzen. So hat auch der Rath in nachgehenden zelten ermeldten Burggrafen und der Burg getreu und gehorsam zu seyn schwören müssen, woraus die Ganerben der stadt eine iandsässerey neuerer zelten aufbürden wollen, wozu ihnen noch ein und. andere Ursachen hehülflich gewesen. Denn da hat Kayser Carolus IV die stadt Friedberg nebst andern Reichs-städten zue besriedigung an seinen Competenten um die Kayser-Crone, Graf Günthern von Schwartzburg, versetzt, dessen nachkommen selbige an Chur-Mayntz, die Grafen von Epstein und Jsenburg, wie auch die stadt Franckfurt verpfändet.Die erstem; haben ihr recht an die bürg Friedberg verkaufft, und der stadt Franckfurt ist ein gleiches zn thun auferlegt worden, so daß die bürg die gantze pfandschafft an sich grbrach. m hüben vorgibt. Weil nun im Westphälischen frieden versehen,daß kerne Reichs-pfanbschaffc wieder eingelöst werden soll, so will die bürg die stadt vor ihre land-stadt ansehen, und mit selbiger nach freyer macht disponiren. Allein die stadt hat sich an. 1710 darüber beydem Reiche beschwürt, und eingewendet, daß sie nicht allein gleich den städtcn Franckfurt,Wetzlar und Gelnhausen vom Kayser Richard an. 1257 und an. i;i7 von Kayser Ludwigen ein Privilegium, daß sie nicht versetzt werden könne , erhalten, sondern es habe sich auch Kayser Carolus IV selbst, als er sie dem entgegen an Schwartzburg verpfändet, dahin reversiret, daß es ihr an ihrer Reichs-freyheit unvorgreiflich seyn solle. Nun könten ja die Bnrg-männer, wenn es anders mit der pfandschafft seine völlige richtiqkeit hätte, nicht mehr recht, als der erste pfands-inhaber haben, da ihr der stadt denn zu statten kommen müste, daß eine pfandschafft eigentlich keine Hoheit und landes-herrschafft ausmache. Daß die stadt die 6 Burg-männer in ihrem Rath leiden müsse,und der Burggraf des Reichs Amtmann bey ihr sey, solches könne ihr so wenig an ihrer Reichs-freyheit schaden, als andern Reichs-städten, welche ehemals und wohl noch jetzo des Kaysers Voigte zu ihren Raths-versammlungen zulassen mästen. Endlich übe ra die stadt alle Hoheit und regalien, so andern Reichs-städten gehörten. Sie habe alle Reichs-abschiede bis an. 1641 unterschrieben , habe ihren anschlag im Reichs - mscricui. und schicke ihre Reichs-gelder unmitelbar in die Reichs-cassa ein. Was sonsten noch die stadt anbelanget,so ist bekannt,daß der Churfürst zu Sachsen,Friedrich der sanfstmüthige zugenannt, wegen Kuntzens von Kauffungen ein rechts-formular von den Schopffen zu Friedberg eingeholt, woraus zu schliessen, daß ehemals daselbst ein ansehnliches Gericht gewesen seyn müsse. Endlich werden allbier rahrlich 2 Versammlungen derer illcoivgorum , Pfarrer uiid Schuldlenee aus denen benachbarten Fürstenthumern und Grafschafften, Helfen, Nassau, Hanan /Königstein, Solms, Jsenburg und der bürg Friedberg gehalten, welche cspiluium rumie genennet werden. Einer aus den 1°ke<,!«r;is wird zum Lrcki-kresk^rcr» erwählet,deine ? v-kmwrc- gleichsam als Richter in geistlichen fachen zugeordnet werden. Den ansang hat solches an. im dveyjm-jähl.'iaen krieg wegen denSpgnischen volckem ins stecken d,». üsnll» r. 17 p. z66. LScz-kz'-c'-röÄe, p. 8». betckr. von dessen p. 177- llc civlt.Imp. P. 714. berickk vc», s»en unll jsäen äcr freyen Leicks-llallt kr-e-iberg, rcgslicn uncl rcckcen,von sn. lölo. lllllerk. Von I^UMS von ItsuKunZen. ^riedbera/ eine bürg und berg-schloß bey der Reichs-stadt <^rlldbera in der WetMau gelegen, gehört den Ganerben vM friedberq. Was es vor bewandniß überhaupt mit solchen Ganer- bm hÄ ist in einem bes-mdern articul zu lesen. Von den hiesigen Zy 8 fri «der ins besondre ist zu mercken / daß die Vereinigung der Ganer- bcn, und gemeinschafftliche besitzung der bürg sehr a!t / und sich bis mifdie zeilen Kayser Friedrichs II erstrecke. Sonst heissen selbige auch Burg-männer , welche sich aus ihrem Mittel einen Burggrafen^ Baumeister und -rändere erwähle«/ welche das regiment über die übrigen Adelichcn Ganerben führen / deren ehemals wohl bis ;oo gewesen seyn Mein Diestr Burggraf ist zugleich obrister Richter und Amtmann über die stadt Friedberg / und sitzet nebst 6 andern Burg-männern, so die bürgrr erwählen/in dem Rathe. Es muß ihm auch die stadt und dcrRath schwören/ getreu und gehorsam zu seyn/ dessen Ursprung die Burggrafen von dem pfand-rccht/ so die Ganerben schon von Zeiten Kaystrs Günthers vonSchwartz- durg an über die stadt erhalten - herführen wollen, (siehe den vorhergehenden avtieul.) Dieser und anderer Ursachen halber haben die Burggrafen der stadt schon von langen zeiten her ihre Reichsfreyheit streitig machen wollen / woraus offiers grosse gewaltthä- tigkeiten entstanden/ welche nicht anders als mit zuthun der Kayser und benachbarter Fürsten haben hingeleget werden können, wie dessen die vergleiche der bürg und stadt durch Kayser Rudolphum I an. 128;/ durch Kayser Albertum I an. 1 zoü, Ludovicum an. it;2, Nupertum an. 141°, desgleichen von an. 148;/1 >"71 und 171° errichtet / zcugniß geben können. Sonst ist von der bürg noch zu behalten/ daß sie die Grafschafft Keychen samt dem darinn besindli- chcn freyen geriehte besitzt / welche ihr der Kayser Albertus I vor die ihm wider Adolphum erwiesene treue geschenckt haben soll. Es will aber aus Albcrti briefe erhellen / als wenn die bürg schon zuvor ein recht an der Grafschafft und dem Gerichte gehabt haben müsse. Über diese Grafschasst wollen sie auch noch einige andere adeliche glieder aus dem Westcrwalde unter ihre geriehte ziehen / und schützen die Verträge mit solchen adelichen Häusern und das herkommen vor; es haben sich aber Nassau-Siegen und Eiscnach als Grafen von Say» zu Mkirchcn an. 1707 darwider gesetzt / und dic qdeli- chcn familien vor ihre Landsirssen angegeben / worüber unterjchie- dene schrifften gewechselt worden. Endlich ist z» merckeN/ daß diese Ganerben durch ein oriviic^ium von Kayser Carolo V / welches Iostphus an. 1707 bestättigct / daö müntz-rechc besitzen und üben. So werde» sie auch zu Reichs-tägen noch wükcklich beschriebe»/ erscheinen jedoch nicht; geben aber auch keine kullllll-», sondern sind vermbg eines NiMms-is von König Wilhelms/ so Mat'imiliar nus I bestättigt / von allen rttl-und perlon»i-on°ribus frey. L.- 4 . cont. r. »; <89. I. 2 p. 9Z7- Friedberg/ eine kleine Bayerische gräntz-stadt am Lechz 1 Meise von Augspurg/ ins Rentamt München gehörig/ ligt auf einem Hügel und ward von Ludwig / Hertzog in Bayern / an. 1 rS6 wider die ausfalle der Augspuracr erbauet. Im drcysigiäbrigen kriege wurde sie von den «schwedischen völckern ggntz ausgebrannt und verderbet,doch hat sie sich zimlich wieder erholet, und stehet ietzo in gutem stände; wie sie denn auch wegen den künstlichen sack-ühren, so daselbst verfertiget wcrdeii/bekannt genug ist. Aufdcm dasigen eingeäscherten schlösse sollen vor diesem einige Hertzogc in Bayern re- fldirt haben. I. 1 c., n. ; l. 7 c. 8 n. t. k. I t. 7g. s>. 162. Friedberff / ein schloß nebst einer Grafschafft in Schwaden/ i weile von Büchau, welche die Grafen von Truchseß an. 146; von dem Hanse Oesterreich an sich gekaufft haben. »or. r.oc. imz-. I. 7 c. -8 h. 4. Fricdbcrg/ (1) ein städtlcin in Schlesien, im Fürstenthum Neisse, dem Bischoffzu Breßlau gehörig. (2) Frredbcrg am Srueisi / ligt an diesem fluß im Fürstcnthum Iaur / hart an der Obcr-Lausitzischen gräntze, ist ein städllem , so, zu der Gräflich» Schaffgotlschischen Hcrrschafft Grciffcnstein gehöret. (;) Fried- berq oder Hohenftiedderez/ein kleines städtlcin im Furstenthum Schweidnitz >mwe«t Strigaü gelegen, dem Grafen von Nimptsch zuständig. Friedbolt/cin altes adeliches gcschlecht in dem Canton Schaf» Hausen, welches vormals den thurn des obern thors und daS grosse hauß in der stadt besessen. An. 1289 wäre einer des Raths; an. i z 70 wäre Bernhard ein reisiger in dcm zug für Ewatingen und an. 1441 Hans Bürgermeister der stadt. * Friededurct/ ein beug-schloß, und ober-amt an der Saale,in der Grafschafft Mansfeld, ist vormals eine freye Hcrrschafft gewesen. An. 1442 haben es die Grafen von dem Ertz-Bischosszu Magdeburg erkaufst, nachgchcnds aber dem Dom-cavirnl daselbst eine zeirlang versetzt gehabt. ttaar- - g-og-, D-o/»^. cliron. Friedcck / eine kleine stadt, nebst einer Herrschasist, in dem Für- stenthum Tcschcii/ in Ober-Schlesien,an den Mährischen gräutzen, wo der kleine ßuß Ostra vorbey läuffr. Zu ansang des iL seculi gehörte sie dem Grafen von Praschma. r,u->. ckron. Friedemvcvler / Vlli» vscis, ein Cistcrcienser-Frauen-Closter in dem Bißthmn Costniy auf dem «schwartzwald, eine stund von dein Fürstenbergischen städtlcin Löffingen gelegen, wurde anfangs von Johanne Abt zu St. Görgen auf dem Schwartzwald, einem gebobrnen Freyherrn von Zimnicrn für klostcr->»ngfraucu Bcne- dictiner-ordcns gestrffcet; als aber nachgehends durch unglückliche zeiten dasselbige in abgang kommen und nach und nach völlig äusgestorbciyhat Heinrich Graf von Fürstenberg den Cislercicnser- örden eingeführt,und eine Aebcissm mit untergebenem convcnc aus dem, kloster Licchtenthal dahin gcsetzet. Lo,i. Kreg. Littcrc. 5 . Leuni,. I,;. ^ Friede-Richter in Engelland, aufEnglisch I->llice8 o^deace, von i.reusrclls: genannt, sind gewisse obrigkeitliche per» fri fouett, so durch Königliche autoritat so wol zü London. M « andern orten des Königreichs, verordnet werde», die qemcllie zu handhaben, zu welchem ende ihre schuldigkeit erfordert all/'"- den, Mörder und andere Missethäter in verhaffk brmqcu und zu eraminiren, auch andere nöthige vorbercilungen zu ma'dm damit denselben bey den ordentlichen gerichts-seffiünm bonÄ Königlichen Ober-Richtern ihr end-urtheil gesprochen wrd» tonne. König Eduardns III hat in dem 14 seculo dieses ami ci! geführt, » LriläNML. ecsr clc !-> Z-. kre»Znc p. Friedewald/ schloß, städtlcin und amt aufbem WesterwM zwischen dem vicge - und Niester-fluß, oberhalb Freußbera aeaen dem Nassamschen gelegen, und zur Grafschafft Sayn, beNders aber der Altenkirchischen oder Sachsen - Eisenachischen portion gehörig. Es gehört das kwch-spicl Daden zum theil nebst anderen stucken darzu. Fried land / stadt, amt und Herrschafft oder c<>mmw-jNur m der Nieder - Lausitz, und dein Lubbenischen oder Krumforeisib crayß, neben dem Stistt Ncuzell und der Brandenbüraische» k-crk schafft Bcßkow. Sie gehören dem Heermeister des Iohanniter- ordcns zu Sonneburg. Vormals waren sie bey den Buraarasm von Dohna, nachmals bey den Freyherren von Köckeritz; hmiacb unter den Herrenvon Biberstein; endlich sind sie kaufweise an da, Iohanniter-ordcn gediehen, welcher sie nun nebst dem im Gutem« scheu crayß gelegenen amt Schenckendorff als eine Ccmtum' ?r.r>giur in Nredcr-Lausitz besitzet. lallst--. mercllvv.I-s' x. 2?,;7,6it. ' '' Friedland / ein name unterschiedener örtcr. 1) Hast also eine stadt in der Mecklenburgischen Hcrrschafft Stargard, welche an den grantze» des Stctrmischen gebiets mid der Ücker-Marck zwischen 2 sten, nnb an einem kleinen siusse ligt, und den 1; stpt a» i ho; gcmtz abgebrannt. 2) Ist es der name eines orts und grosser Hcrrschafft in Böhmen,in dem Buntzlauer-crayse, an den aralltzc» der Ober-Lausttz, welcher ehemals der Waldsteiiüschen familie,ium aber den Grafen von Gallas zuständig, und deswegen berühmt ist, weil der grosse Kayserlichc General, Albertus Wenceslaus von Wallcnstein , den titul einesHertzogsvon Fricdland au. iür; daher bekommen. ;) Werden also genennet einige örter in Ober« Schlesien im Fürstenthum Oppeln, in der Polnischen Wvywod- schafft Posen U. a. M. ink.p. Lz. roxoM. Lobcm. p. 29. L^Ä.milccll.stüx. I c. 7 §.z p. 74. poFs» jcch. Lökii» ^>. 9;» . FrledlinZen / ist ein in vorigen kriegen zerstörtes Vadifches schloß oder llm-hmiß, »ir gar eine halbe mcile von Basehder vcstung Hürnngen gegenüber in der hcrrschafft Rötclen gelegen. Es ist dieser ort durch das treffen, welches den 4 octow an. 1702 ohnftm davon zwischen der Kavserl. und Frankösifchcn «wmee vorgegangen , berühmt worden; dann als MarggrafLudwig Wilhelm von Baden damaliger General - Lieutenant sich eine zeitlung bey denen Kayser!. völckern, so aufdcm selb oberhalb dieses schlosses gestanden, aufgehalten, und nach allerhand allda gemachten Veranstaltungen zu dem andern theil dieser armee, so zwischen Hagenau n»S Bischweiler gelegen, abgehen wolle, unterwegs aber erfahren, daß die Frantzosen das städtlcin Ncnburg überrumpelt, und allda, wie sie schon zuvor bey Hüningcn gethan, eine schiff-brücke;n schlagen mine gemacht, so wurde er dadurch veranlasset, wieder nach dcm Friedlingcr-lager umzukehren, willens mit dem dorligm volck beydesolche schiff-drücken vorbey zu passrcn, und so danndm General Stynun an sich zu ziehen, um nicht bey Fricdlingen von den Frantzosen und Bayern, als welche letztere, wie einige berichte eingclossen, eben damahls von Ulm aus auch m dem anmarfch sinn sotten, um über den Schwartzwald heraus; zu kommen, von seinen habenden vcstungen und Magazinen abgeschnitten, und in der enge zwischen dem Rhein und Schwartzwald eingeschlossm z» werden. Es ficngc solchem nach die Friedlinqcr-annec würcklich an zu marchiren, und wäre das grobegcschütz samt der s-Z-Z- bereits vorauf;, als die Frantzosen, welcher vorhaben in der that gantz änderst wäre, unversehens bey Hüningen über den Rhein giengm, und aufdic schon in dem marsch begriffene Kaystrl. ar- mce, welche wegen abgang der vielen commandirtcii, nur etwa in 8000 mann bestanden, anruckten. Mithin käme es zwischen beyden armeen zum treffen, dessen anßgang dieser gewesen; daß die Kayscrl. Reutcrcv von der Frantzösischcn geschlagen und zerstreuet , hingegen aufdas Frantzösische fuß-volck vondem Kmferl. auf dem grad über dem fchlacht-ftld der reutercy ligenden so genannten Weylcr-bebg völlig geschlagen, und in der grösten u»ord« iumg biß zu ihrer rcutcrcy gejagt worden; worzn der damalige Erb-Printz , und nunmehr regierende Marggstaf von Baden- Durlach das meiste beygetragen , als unter denen anführmig gedachtes fuß-volck, nachdcme es bereits sich verschossen gehabt, und ein zimlichcs stuck wcgs gewichen wäre, mit dein degen in der sann in die Frmnwst» gcfetzet, und also den sieg erfochten. Die Fran- tzösifche reutekcy sahe dieser nicderlag unbeweglich zu , und nachdem«: der obermcldte General-Lieutenant sich zu schwach befunden, dicsclbe mit seinem rcutern nochmals anzugrciffen, mußte er sich Mit deine begnügen, daß er über 8 stund in deren gegemvart stehen geblieben , und solche mit anbrechendem abend vor sich Miss über Rhein in ihr bey Hüningen formirtes lager marschiren gesehen , worauf er sich auch zurück gezogen, und den bereits wichen tags frühe angefangenen marsch gegen Schüssen continuiret. Bey diesen umständen schrieben sich so wohl die Kanstrl. als die/rantzs- scn den sieg zu, und wurde zu Wien und Paris das r- veu» darüber gesungen. ^ ^ . fti Leiedrichsberg / ein platz im lande Fetu aufder käste von Guinea / gehöret der Dänischen compagnie. Es ist ein bera bart an dem meer etwas über einen musqueten-schuß von dem castell CaboCorso gelegen, an. 1659 von den Dänen zu erbauen und zu Eigen angefangen, und nach dem Könige Friderico III benennet worden. delclir. 6er Isnäkcii. kcru x. >9. sec;. Friedrichsburg/ oder Frederichsborg/ lat. kn6-r,'-oburxum. ein offener ort nebssemem prächtigen schloss " '' ' nahe bey Cronenburg, etwa 4 oder; me Ehemals hiesse das schloß Ebelhold, und war einkloste^'Infol- haben sicheinigeaus'Ä^m^^M,/!.'^ gender zeit ließ em Rttter, Herlevus, aus dem Trollischen ae- Friedrichen zu Meißen / demfreuAA»WMe bey schlechte, wegen des vortreflichen anmuchigen lagers, ein aerm» ^ ^ lhre tavfferkeit lebn „-nvi-n, heygenannt/ ges schloß aufbauen. Der König Fridericus II aber richtete davor einen Königlichen pallast auf, welchen Christianus IV durch die vortrcffichsten kunstler zu solcher Vollkommenheit gebracht, daß ihn cK .kies6'Llpine, in beschreibung verschiedener Königreiche, fast über alle andere erhebet. Er ist aber ohnweit von einem see, der flisses wasserfuhret, abgelegen, und mit gehöltzen und kleinen bergen umgeben. k-E». v-a. i>Ivs clironot. «rc. L-ir. x-rk. I. Zcr/er. llclcripk. Osn. p. 157 ieq. Friedrichsburg/ eine ziemlich grosse vestung auf der goldküste n Gumca rn Afnea , undzwanndem ländgenArim,.an der von , . ..^..... Westseite des Opc> 6cs rrcs punkS5. Sie gehörte sonst dem Könige in Preussen, und ward an. 168 r von der zu Emden aufgerichteten Brandenburgischen compagnie erbauet, an. 1718 aber nebst ihren zugehorungen von dem König Friderich Wilhelm an die west-Indische compagnie zu Amsterdam vor etliche rooo ducatenverkausst. L»m«»v07Lße6e6uine-. KsLks-geogr. U. i p. z;y. Friedrichsburg / war ehemals eine aus 7 royal bastionenund unterschiedenen andern fortisicativnen bestehende sestung in der un- ter-Pfaltz, gantz nahe bey Mannheim, so, daß sie gleichsam vor eine c>»6eile dieses letztgedachten orts paffiren kunte. Den ansang darzu hat der Churfürst Fridericus IV an. 1606 den 17 martii gemacht , durch seinen Nachfolger aber, den unglücklichen Churfürsten Fridericum V , ist sie vollends zu stände gebracht worden. An. 1622 den 6 nov. hat sie der Kayserl. General Tilly nach einer 6 wöchentlichen belagerung eingenommen , und hernach grossen theils ruiniren lassen. An. 16; i den 29 dec. hat sie der Hertzog Bernhard von Weymar mit kricgS-list erobert. An. 1644 ,m öct. kam sie in der Frantzosen, und bald darauf in des Churfürsten von Bayern Hände. An. 1680 ließ daselbst der Churfürst Carl Ludwig für die; in dem Römischen Reich tolerirte religionen eine kirche, mit dem beynamen zur heil. einkracht / aufrichten. An. 1688 denn nov. ergab sie sich nach einer kurtzen gegemvehr an die Fran- tzoscn, welche sie bald daraufgäntzlich verwüsten liessen. Friedrichsfelde/ ein Königliches tust - schloß inder Mittel- marck, i meile von Berlin. Vor diesem hieß es Rosenfelde und gehörte dem General-Intendanten des marin-wesens von «.°ulL. Friedrichs-Oe/ Friedrichs-Oedde / oder wie es einige nennen Friedrichs-Ort/ lat. rrj6ei-icj- 06z, ist eine wohlbcfestigte stadt in Nord-Iurland, 2 meilen von Coldingen an dem Bell gelegen. An, i6;7 im oct ist sie von den Schweden erobert worden. i»6elcr. vani« p> l6>. Le)-/»e,» hanm Georgro von Schleinitz; und Magdalena Sibylla/ erstlich Bernhardo Htldebrando von Burgsdorff/ und nach dessen tode dem Chur-Brandenburgischen geheimen Rathe / Baron von Schwemitz / beygeleget. Charlotta Justina hatte bereits in ihrer zanen lugend den rühm/ daß sie sehr nett Frantzösisch und gut Laremtsch reden können. An.i7i8florirte Clas/ Freyherr von Friesen / Königlich Polnischer und Chur-Sachsischer Hvf-Rath/ und ka. 01. Konigl. Poln. und Chur - Sächsischer Obrister. Auf des ersten damaligem Ritter-gut Alkranstadt unweitLeipzig nahm derKöntg t» Schweden an. 1706 sein Haupt-quartier. in pLneZ^nco, ^uem llixir ttcnri«» I.. ksr. L krielon, öi iii eM sck cuvll'-'m, ejuzque tillsm. prollr. sonsl. ZLX« vo» 6e kem- crullit. Friese / (Heinrich, Freyherr von) Chur-Sächsischer geheimb- der Raths-o reÄoi, wurde an. 1610 gebohren, und gieng im 19 jähr seines alters mit einem geschickten Hofmeister auf die Universität Leyden, allwo er über 2 jähr dem studieren mit grossem fleiß obgelegen, und sich durch seine gute aufführung bey Heinsio, Vvffio, Cunäo und anderen in grosse Hochachtung gesetzet. Hierauf begab er sich nach Franckreich, und hielt sich sonderlich zu Paris auf, allwo er gelegenheit hatte, sich mit Grotio, den Putea- nis und anderen öffterszu unterreden. Seinen rück-weg nahm er durch die Spanischen Niederlande, und kam endlich zu Witten- bera an, allrvo sich seine eitern wegen der damaligen kriegs-unruhe aufhielten. Er blieb daselbst, wegen des gelehrten Buchncri, eine zeit lang, und schrieb einen ps-i-gyricum dem Hertzog Bernhards von Sachsen-Weimar zu ehren. Nachgehends begab er sich auch nach Leipzig, und an. 16; 4 begleitete er den Sächsisch-Altenbur- gischen Gesandten von Brandt auf den convem zu Frgnckfurt am Mayn. Nach seiner zurückkunsst gieng er an. r6z8 mit der Chur-Sächsischen Gesandtschafft nach Prag, allwo sie die lehn empfangen solte, da er dann im »amen der Altenburgischen und. Weimarischen Höfe dem lehns-Eui beygewohnt. In dem folgenden jähr wurde er zum Chur - Sächsischen Hof- Rath ernennet, nachdem er die ihm aufgetragene Gesandtschafft nebst dem ge- heimbden Rath, Friderichen von Metzsch, auf dem Churfmstlichm coiiexisi - tag zu Regenspurg abgeleget. An. 164; resignirte er die Churfürstlichen dienste, rersete nach gebrauchter saur-brunnen- cur zu Eger wiederum nach Franckreich, und blieb zu Parrs rn die 6 monat. Hierauf gieng er nach Teutschland zurück, mit dem Vorsatz, nach Italien zu gehen. Doch änderte er Uchen wiederum auf zureden des Chur - Sächsischen gehennbden Raths, Adolph» von Haugwitz, und hatte nun vor, aufs neue Franckreich zu besähen. Die darzwischen gekommene andere Vermählung aber hinderte ihn hieran, und kam er an. 1647 wieder nach Dreßden. Drey jähr darauf wurde er zum geheimdden Rath ernennet, und an. 16; 1 von seinem Churfürsten mit nach Prag genommen; aleichwie er folgends als dessen Principal-GesaMer auf den Rerchs-tag nach Regensimra abgefertiget worden. Er vertrat daselbst die hohe Churfürstliche stelle bey der damaligen Whl des Römischen Königs, und andern wichtigen Reichs-geschafften ,m Cburfürstlichen coli-ßi° z» sonderbarem vergnügen seines Pnricl- valen; und bey dcm Kaystr selbst brachte er sichm solches ansehen , daß ihn dieser aus eigner bewegniß samt seiner gantzen fami- 40O ftl lie in den Freyherren-stand erhoben. An. ,6z? wurde er in sonderbaren geheimen angelegenheiten an den Kayserliche,, Hof Nach Praz geschickt, und an. 1658 begleitete er seinen Herrn auf den Wahl-tag nach Franckfurt, allwo er seinen rühm sehr vermehrte. An. 1664 gieng er mit ihm auf den Reichstag nach Regenspurg, und in dem folgenden jähr trug ihm der Churfürst das des geheimen Raths - coNc^l in eigner perfon auf. Jmmittelst continuirte er noch unter den wichtigsten angelegenheiten sein studieren , und jammlne eine schöne bidliothec, in welcher man nach seinem tod, der an. isgo den 14 may erfolget, sehr viel bücher, und fast eben so viel eigenhändige proben seines fleisses gefunden. Nächst deine war er ein sonderbarer liebhaber von allerhand raren natürlichen fachen, deren er eine grosse menge zusammen gebracht. Im übrigen hat er sich zu zweyen malen vermählet; erstlich mit Ursula von Löß, Joachims von Löß, Churfnrstlich - Sächsischen geheimbden Raths, jüngsten tochter, die ihm r söhne gebohrcn, so aber in einem zarten alter wiederum verschieden, gleichwie ihnen die Mutter selbst an. 1644 in der sterblichkeit gesolget. Drey jähr darauf legte er sich Mariam Margarctham, Weigands von Lützelburg, gewesenen Spanischen Obristens über ein regiment curaßirer, mittlere tochter bey, und zeugte mit ihr verschiedene kinder, unter welchen zu mereken: 1) Henricus, Graf von Friesen, erb-Herr zu Schönfeld, Putzgau, Jessen, Kraupa und Prasch- witz, ehemals Oberster bey den General-Staaten, hernach König- lich-Pvhlnischer nnd Chnr-Sächsischer geheiinbder Rath und ge- heimbdcr kriegs-Präsident, nachmals Kayserlicher General-Feld- Marstchall - Lieutenant, Commendant in Landau, und Gcneral- Feld-Zcugmeistcr, welcher an. 1706 den 2^ aug. zu Rastatt gestorben , nachdein er vorhcro durch die tapffere Vertheidigung gedachter vestung seinen «amen verewiget. Seine gemablm, die er sich an. 1680 beygelegt, war Amaüa Catharina, GrafFriderici von Dohna tochterz 2) Maria Sophia, Freyherr» Lenrici von Rci- chenbach gemahlin; z) Catharina Sophia ivnrd'e an Johannen, Hcuricnm, Freyherr» von Maltzau; 4) Johanna Margaretha an Frenherrn Marimilianum von Schellendorff; z) Ursula Regina , eine in der Lateinisch- und Frantzösischen spräche, wie auch «il den theologischen streitigkeiten wohl - erfahrne Dame, an Graf Conradum Rcincccium von Calenberg; ü) Christian» Eleonora, an GrafFriderich Wilhelinen von Stöllberg; 7) Hcnrietta Ama- lia, an Graf Hcuricnm VI der ältern linie der Rcussen ; und 8) Johanna Christina, an Graf Heinrich Wilhelmen von Solms- Sonncnwalde, vermählet. Friest / (Christian) ein berühmter Dänischer Minister, wurde an. czz6 gebohrcn. In stincr zarten lügend schickte man ihn auf die schule nach Rotschstd, und im roden jähr seines alters auf die Universität Rostock. Nach dem tod seines vatcrs wurde er zwar an. i;?r nach Däncmarck zurück gefordert, doch gieng er bald darauf zum andcrnmal nach Teutschland, und nachdem er sich einige z«t auf den Universitäten zu Leipzig, Jena, Tübingen und Bafel aufgehalten, that er an. 1 ,-77 eine reise durch die Schwcitz über Genf in Franckreich, Engclland, Holland und Italien, allwo er zu Padua, Siena und Bouonien, sich mit den gelehrtesten teilten unterredete. Nachdem er aber Rom, Venedig und Neapel besehen , und durch Teutschland nach Dänemarck wiederum zurück gekommen, berieff ihn der König Fridericus ll zu seinem Cam» wer- und Justiticn-Rath, und hierauf zum Präsidenten zu Drunt- hcim in Norwegen. In solchen ansehnlichen digniräten wüste er sich so geschickt aufzusi'ihrcn, daß ihn besagter König zu den wichtigsten Verrichtungen, so wohl bey Hof als ausser landes gebrauchte. Sein söhn, König Christianus IV, machte ihn an. iz8y zum Amtmann zu Anderstem, und schickte ihn an. 1 nach Schweden , den Königlichen Printzen Gnstavum Adolph»», aus der muss zu heben. Das iahr darauf wurde er zu der entledigten Cantzlers- würde befördert, von welcher zeit keine wichtige WboNsllc „och conftrenl; war, darinnen sich nicht Dänemarck dieses getreuen Camzlers'rath bedienet hätte. Endlich, als er an. iüi6 mit dem König Christian» IV aufden Reichs-tag zu Wo inNorwcgen verreiset, übersiel ihn eine Unpäßlichkeit, dahcro er sich auf ein schiff style, um nach Dänemarck überzufahren, allein er starb gleich vor Wo auf dem schiff. Im übrigen war er ein sehr gut- thätiger Herr, weicher der studierenden jugeud aufzuhelffen sich auf alle weist bemühte, auch sousten den armen wöchentlich ein ansehnlich stück gelbes austheilen ließ. Feiest /, lat. KUl-u;, (Johannes) war zu Gryffenste in dem Canton Zürich an. izoz gebohrcn. Nachdem er in gescllschaffr Conradi Gcsneri so wohl in Tcutschland als zu Paris die Nullia fortgesetzet, wurde er an. izzs zu Zürich zu einem kirchen-dicner angenommen. Allein an. iz-n tbat er nnt einigen jungen Edelleuten eine reise in Italien, und übte sich zu Venedig in der Hebräischen sprach, die er nachgehcnds nebst seinem schwaqcr Pelli- cano zu Zürich empor brachte. Wegen seiner treuen schul - dicnste schenckte man ihm das.bürger- recht, und da er 27 iahr ktollc^kor der schulen daselbst gewesen, starb er an. 1 z 6;. Er hat verschiedene bücher der heiligen schrifft aus dem Hebräischen in das Teutsche übersetzet, und sonderlich ein lliLionsrium OnZ»- heraus gegeben. Er war auch ein guter k-mlicus und Poet, hat über die gantze xmilc-m ein kurtzes c»mpcnllium verfertiget, und des ttmNii csrminL den Smlliolis zum besten in eine 4 stimmige Melo- dcy gebracht; er war in 5 sprachen wohl erfahren, und wurde von Gesnero wegen feiner crulliiion 6ermLni.v vecus genannt. Sein söhn Jacobus war von an. 1^76 bis an. 1610 ?Kü. und I'k-ni. y-osLUdr. Hut auch einige pkiloli pkiioiofl. und rlicoloZffche schrifftcn hinterlassen; sein anderer söhn, so gleichfalls Johannes Deß. wurde zu Marpurg in cce-rt, und darauf a» sti- fri nes vaters statt der Lateinischen schulen, ersetzte seinen vater an gelehrtheit und stech, und starb an. m pcst. Henricus, einer seiner DsKenNeme», wurde nach ei > jährigen der stubien halber gemachten schönen reiß (S reck. an. 1676 , Pros. k-io-z. an. 1682 , und Pros. l.ine»Lr. m Lvi,. 8.0 -sseriori an. 1684. Er schrieb etliche gizl Dc kelle Wniw« r-kioiiLlls; llc communiovs Zanüorum; äe iiniaos s-Eorum ; expkcgrionem /rriicull 6- 8. Qcenr; 0rrcionem (Wcriimo ; l-L-ris genannt Heidelberger, gewissen-lose wicderkehrung zu dem Pabstthum; und starb an. 1718. Seiner bruders söhn Henricus wurde an. 1718 Psarrherr bey 8 Peter , der für einen gelehrten Prediger und lrcflichenscrffmrLrmmvavj. rct. Johannes, von eben diesem geschlecht, ein gelehrter mamr und jur u-ccnr., Ivurbe au. 172; Seckclmeisier der siüdt Nmck- Lwliork. Dgur. D-x/te/ iLüricy. Ockekieckw. Friestland/ soll eine weitlaufftige insul m der uord-fee geac» Grönland zu seyn, davon aber die heutigen üeoU^iu nichts wiii sen wollen. ^ Friestland / lat. krill-, ist eine ziemlich grosse Provintz in den Niederlanden, und wird unter die vereinigten Provintzen gerechnet. Sie hat nordwärls das Teutsche meer, westwärts die siid-see, welche sie von Holland absondert, südwärts die Grafschaft Drent und Ober-Zssel, und ostwärts die provintz Groningen, welche ßr von Ost-Fricßland fcheidet. Einige theilen sie ein in Oestergoe, so 12 amter und 127 dorffer unter sich begreifft; ferner in Wesiergoe, so 8 amter und 127 dorffer unter sich zehlet; und endlich in Scven- wölben, so aus 7 an einander Hangenden mittelmäßigen Wäldern bestehet, und 8 amter nebst 77 dörffern in sich hält. Es hat die Pro. vintz einen erb-General-Slattbalter. Leuwardenist diehaupt-siM in der gautzen Provintz, woselbst der crb-Statthalter residiret, die übrigen stadte sind Dockum, Franecker, Harlingen, Stavern und andere. Es sind auch einige insuln an der küste dieser Provintz,unter welchen die vornehmsten Schiermong,Schelling und Ameland sind. Das land ist morastig, und wächset dahero nicht allzu viel getrayde, jedoch bat es schöne weyde für das vieh, und bringetM- trefliche ochsen, kühe und Pferde hervor. Es soll chcdessen dieses land seine eigene Fürsten gehabt haben, wie dann von denstlbigen Alde- gillus durch den Bischoff Wilfridum zu Aorck aus Engclland an. 679 zum Christlichen glauben gebracht worden. Ob auch schon von seinem söhne Radbodo das Christenthum wieder ausgerottet worden , so hat es doch bald darauf Pipinus Hcrisrallus aufs neue ftßs gesellet, daß die Christlichen lehrer frey darinnen predigen buchten. Hierauf begaben sich die Friesen unterder Römischen Kayser schütz, von welchen sie Henzog Albrecht aus Sachsen bekommen, dessen söhn Gcvrgius an. izi> dieses land gegen erlegung 100000 rheinischer gülden an den Ertz-Hertzog Carolum von Oesterreich, der nachgebends Kayser worden, überlassen hat, bey welchem Hause es auch geblieben, biß es sich unter Königs Philipp! II in Spanien regierung zu der jetzigen freyheit verhelfen. Man muß diese Frieß- länbische Provintz nicht mit West-Fneßland verwechseln, welches die cinwohner Vlord-HoUand nennen, worinnen die städts Alcmacr, Medenblick, Enckhuysen, rc. ligcn. ll- krituL- triliocum rcp. llclc. Leix.p.z. p.Ailch. Nord-Friestland / oder Rlein»Friestland / lat. Mr minor, kiiliL , wird der strich landes gcnemict, so ßch ilf dem Hertzogthnm Schleßwig durch die ämtcr Flenßbnrg, Husum» Nordstrand und Eydcrstädt, an der wcstlicheii küste an der Nordsee , bey 8 meilcn in die länge und eben so viel in die weite erstrecket. Die einwohncr sind Friesen, auch in der spräche von den benachbarten sehr unterschieden. Wenn aber und wie die Friesen in diese gegcndcn gekommen, ist unbekannt. Einige glauben, es sey ihr allererster sitz allhie gewesen. Das land ist jederzeit vielen wasscrfluthcn nntcrworffen gewesen. Insonderheit hat die see an. i ü,4 in ; bis ü stunden dasselbe völlig überschwemmet, und den Nord-strand bis auf ein einiges kirch - spiel weggerissen. Erst an. 1717 an dem Wcnhnacht-abend hat dieses gute land abermals eine harte wassers-noth erlitten. betckrcib. von Lcklcksvviz unllkiollicinp.lc.sp.8y.5c99. * tvst - Friestland / sonst auch die Graffchasst Embdeit genannt, ist ein Fürstenthum in dem Westphälifchen cravst, welches gegen norden an das Teutsche meer, gegen osten au die Grafschaft Oldenburg, gegen luden an das Stifft Münster, und gegen Westen an den Dosiert grantzct, welcher es von der Herrschaft Groningen absondert. Hier innen ist Embdcn die hauvt - stadt, wiewohl sie dem Landes - Fürsten nicht nntcrworffen ist, ferner M« rich, die residentz der Fürsten, Norden und Grcthsybi, das alte stamm-hauß der heutigen Fürsten von Ost» Friestland. Es lst diese Provintz mchrcnthcils der Lutherischen und Reformirte» re- ligion zugethan, und wird durch das Hof-gericht zuAurichdw institz verwaltet. Hiervon führen auch die Fürsten von Ost-MS* land ihrcn namcn. Ost - Friestland. Das geschlecht der Fürsten von Ost -Wß- land stammet von dem Frey- und Haliptlmmschen Hause Siresena zu Grellst»! ab/ und ist daraus an. la-^Ulricus/ Eimoiussoh!!/ an seines bruders Edzardr statt/ welchen an-1441 die pest hmge-. rissen/ von den Fneßlandern zum Regenten angenommen worm- Dieser richtete an. 14; 8 sein Hof» lagcr zu Emden an / und als er hierauf wcgeinincinigkcik der vornehmsten die gantze Provintz T>l- Fricßland unter sich gebracht / miterwarff er sich dem Kanlcr Vl» derico / der ihn in den Grasenstand erhoben / und mit erstgclimo» tcr Provintz belehnet / daß er sie von dem anslanff der Cms bis an die Weser mit allen Nutzungen / Herrlichkeiten und rechnn für sich und seine männliche destendmlen nach dem rrchle der an- fri Bukt besitzen solle. Er starb an. 1466 den »7 sept^von feiner an. dem gemahlm / Theda / Uco Foccvms Herrn zu Lehr tochter/ Ennonem I und Edzardum 1 / der ihm beyderseits in der regierung «folget/ wie auch Uconem / so lm brautjgams -stände mit einer von Eqmond an. -z--7 gestorben/ nach sich lassend. Enno 1 / Graf in Ost.Fneßland/ wurde an. 1460 dm 1 jrm. gebohren/ verlohr aber das leben au. 1491 km wasser/ da er in dem graben des schloffcs.Frcydurg / als er dessen Amtmann/ so ihm lose werte gegeben/ über das eiß nachsetzte/ ertrincken muste- Ihm folgte sein Bruder Edzardus I / so an. 1462 den -z ftbr. gebohren wor. den/ und wegen sernen tapffern thaten den namm des grossen erlanget / auch in dem religions-wesen die Veränderung eingesuh. ret/ worauf er an. i;r8dm 15 fedr. gestorben/ von Elisabecha/ GrafJobannis zu Rlctberg tochter / 4 tochter und z söhne nach sich lassend. Von den söhnen hat der erstgebohrne/ Ulricus/ sich einige zeit rn Spanien aufgehalten/ und bey dem Könige Carl die stelle eines Canimer-Herril bedienet / allein er kam blöde und aber. witzig wieder zurück / weswegen die regierung seinem bruder En- noni II aufgetragen worden. Dieser ward an. i;°6 gebohren/ und gleichwie er von nakur eines sehr unbeständigen gemüths war/ also war er auch m der rettgion sehr wanckelmüthig. Doch wurde er in dem letzten rahre seines qlters wiederum anders sinnes / und ließ sich cyfrig angelegen feyn/ die von seinem vater angefangene resormalion zu vollführen. Worauf er/ nachdem er einen starigen krieg mit Balthasar zu Esens gefuhret / an. 1540 gestorben. Gleichwie aber sein bruder Johannes in seinem söhne Maximi. liauo / den er mit desKavsers Marimiliani I natürlichen tochter/ Dorothea/ gezeuget/ wiederum erloschen/ also hinterließ Enno II von seiner gemablin Anna/ Graf Johannis zu Oldenburg loch. ter/ eine desto zahlreichere nachkommenschafft beyderley geschleckts. Von den töchtern ist Hedwig an Hertzog Olkonem von Braun- schweig und Luneburg/ Elisabekhaaber an GrafIohannem von Schauenburg vermählt worden- Von den söhnen kam Christoph», rus an. izöü in Ungarn um das leben; Johannes greng nach Schweben/ hatte aber daselbst das ungluck / daß er durch einen liebes-handcl mit der Königlichen Printzcßin Sophist dasjenige embüste/ was ihn zum manne machte. Nach seiner zuruckkunfft in Teutschland führte er ein sehr tugendhaffkes und stilles leben/ und erwiest sonderlich den flüchtlingen aus Franckreich grosse wohl. thaten / bist er endlich an- izyi den 29 sept. gestorben- Der älteste sehn/ Edzardus ist/ folgte dem vater in der Gräflichen regierung/ zerfiel aber mit den bürgern zu Emden sehr übel / daß diese nicht allein im tumulte das Gräfliche schloß zerstörten/ sondern auch dem Grafen zu trotze Holländische besatzung crnnahmen / und durch Unterhandlung der General.Staaken die Delffzylischen tra. taten zu grossem Nachtheil des Gräflichen Hauses erzwängen. Er starb an 1599 den nncrtz/ nachdem er mit seiner gemahlt» Ca. tharina / Königs Gustav! in Schweden tochter/ gezeuget/ En- noncmIII; Gnstavum/ der an. 1565 gebohren/ und an. >60, verstorben; Johannem Christophorum/ so «ouveineur des Her. tzogkhums Lurenburg und Ritter des göldenen vliesses worden/ und Carolum Ottonem/soan. 1^77 gebohren und an. 160; in Un« gärn das leben eingebüsset. Von den töchtern wurde Anna erstlich an ChurfürstLudwig IV in der Maltz / nachgehends an Marg. gras Ernst Aridcrich zu Baadcn-Dnrlach / und nach dessen tobe anHertzog Iulium Henricum zu Sachsen-Lauenbnrg / gleichwie ihre schwester Maria an Hertzog Julium Ernestum zu Brauy- schweig und Lüneburg vermahlet. Unter den söhnen hatJobannes mit seines ältesten brndcrsEnnoms III tochter/ Sabina Cakhä- rina/ die Grafschasst Riclbcrg erhcyrathet/ und mit ihr gezeu- gct/ Ernestum Christophorum / Grafen zu Rictberg/ welcher ohne linder von seiner Gemahlin/ Albertina Maria a-1» Baume/ zu haben gestorben; Ferdinand»!» Franciscum und Ennonem Milippnm/ so beyde den geistlichen stand erwählet und endlich IohaiMM / Grasen zu Rietderg. Dieser letztere wurde von sei» ner gemahlm / Anna Catharina/ Graf Ernst Fuderichs zu Salm-Neiferschcid tochter / ein vater Maria Leopoldma Catha- rinä/ die eine gemahlin Gkaf Oßwalds von Borg worden; Fri. deriei Wi'hclmi / welcher im Eisaß wider die Frantzosen an. 1677 das leben eingebüsset; Francisei Ankonii Wllhelmi / so den gelst. lichen stand erwählet und endlich Ferdinandi Marimiliani. Dieser wurde an. iüz; gebohren / und nachdem er einige zeit in dem geistlichen stände gelebet / resignirte er/ und heyrathete an^iöz; ZohannettamFranciscam / GrafSalenrin Ernstens zu Man. dttscheid.Blanckenheim tochter/die ihm Mariam Ernestam Fran. ciscam/ erbin der Grafschafft Nrctberg / an. 1636 gebohren/ so an. 1699 den 6. ang. mit GrafMarimilian Ulrichen von Kaunitz vermählet worden.' Edzardi ll erster söhn / war / wre bereits ge. dacht / Enno III/ welcher an. ->6; gebohren/ und nachgehends dem vater in der regierung gesolqet / so er mit vielen stremgketten/ die ihm so wol seine Land-Stände als die stadt Emdmverursachet/ «führet. Seine erste gemahlin/ Walvurg/ Graf Iohannrs von Rietberg erb-tochter/ brachte ihm die Provintz Harltngen zu/ und nachdem diese an. 1; 86 / nicht ohne verdacht beygebrachten Mts/ gestorben/ vermählte er sich an. 1; y8 mit Anna/ Hertzog Adolphs zu Holstein-Schlestwig tochter. Aus der ersten ehe wurde/ wie schon erinnert/ Sabina Catharina / an Graf Iohannem ihren »heim / und Agnes an Fürst Gundackern von Llchtenstein ver- henrachck. Aus der andern ehe wurde Christina Sophia / Landgraf Philipps zu Heffen-ButzSach / und Anna Marra/ Hertzog Adolphs Friderich zu Mecklenburg-Schwerin qemahlm.Vonden söhnen anderer ehe succedirte Rudolphus Christlamis / der an. ,-sor gebobren worden/ dem vater nach dessen tobe / so an. -6r? erfolget/ m der regierung/ welche er aber nicht völlig r iahr fus- sti 40L ren konle/ indem er an. 162z vor dem schlöffe Derum bey einem ohngefehr entstandenen tumult von einem Kayserlichen Fähndrich ins nncke äuge gestochen worden / daran er den folgenden tag gestorben. Sein bruder Ulricus / so an. 1605 den -6 zul. gebohren/ reglMe hierauf das land mit gutem rühm/ und starb an. 1648/ von feiner Gemahlin Julian«/ Landgraf Ludwigs zu Hessen- DarmstMtochter/ EnnonemLudovicum/ Georginm Christia- num und Edzardum Ferdinandum hinterlassend. Der letztere da. von wurde an. i6;6 gebohren/ und starb den 1 jun.an.-668/ nachdem er von Anna Dorothea/ Graf Albrecht Ludwigs vo» Criechingen tochter / ein vater Edzardi Eberhardi Wilhelm und Frlderici Ulriei worden / die sich beyderseits in krieas - drenste de» geben. Der älteste söhn/Enno Ludovikus/ wurde an.-6z2 den 29 oct. gebohren / und von Kayscr Ferdinands III an. 1654 in den Reichs-Fürsten-stand erhoben / starb aber in seinen töchtern/ Jiiliana Louisa und Sophia Wilhelmina/ wiederum aus. Ihm folgte sein bruder/ Gevrgius Christianus/ gebohr.en an.r6z4 den 6 fedr. Er wurde an. 1664 den r6 sept. in den Fmstm-Nach in- irvduciret/ welche würde er aber nicht ein völliges jähr besessen/ indem ihn der rod an. - 665 den 6 jun. weggenommen. Im ubu- er.incht allein/ gleichwre. seine vorfahren von der stadt ^ubmund sttncn eigenen Land-Skanden/ vieles ausstehen/ so»! Bernhard/ fiel thu, " das land / als ihm die epecutlon/ wegen des Lichten« Msst>m haules / so wegen der Agnes / Fürst Gundackers von Llchtenstein gemahlm/ eine grosse Summe gelbes prätendirte/auf. getragen worden. Er hmterlteß von seiner gemahlm Christin» A^'wtta/Hertzog Eberhards zu Wurtemberg tochter/ Cyr stia» num Eberhardum / so erst nach seinem rode an. 166z den n oct. gebohren / und an. 1682 von König Christians V inDäncmarcö mit dem elephankemorden beehret worden. An. 168z den; man vermahlte er ,ich mit Eberhardina Sophia/ Fürst Albrecht Ernst» vonOkttlngen tochter / die aber an. 1700 den zo oct. verstorben. Hleraufheyrathete er an. 1702 ein Fräulein von Kleinod/ die der Kayser unter dem namen Gräfin von Sondhorst in den Grafen, stand gesetzt. Aus der ersten ehe sind ihm gebohren worden / Leo» poldus Jgnatms und Ulricus Fridericus/ so in ihren jungen jah. renwttderum verstorben; ferner Christma Sophia/ an. iü88! Maria Charlolta/ an. 1689; Georgius Albertus/ an. 1690; Carolus Emanuel/ an. 1692 Fridericus Wrlhelmus/ an. -09«; Augustus Enno / an. 1697; Julian« Louise/ an. 169«; und noch eine andere Prmtzeßm/ an. 1699. Derjetztregierende fürst j- Georgnis Albertus/ und hat sich an. 1709 mit Christiana Lomse/ Fürst Gcorgll Augusti Samuelis zu Nassau-Jdstein tochter/ ver. Mahlet. m red. j-rikcjz. in o^ere ticrsl«!. vt. ?. I. z r. 8 . -vorr . Lrtgimelica/ (Franeiscus) lehrte die Medicin auf der nnive» sttar Padua/ aüwo er gebohren/ und an. izzylm 53jähresenres alters gestorben. Sein bruder Antonius hat sich angelegen seyn lassen seine schrifften zusammenzutragen. «i «>8 t/ceuni Friqnano/ lat. r-rr-Hnm , ist eine kleine Jtaliani. sche Provintz in dem Hertzog.lhum Moden«/ welche sich bis an den fuß des Appenninischen geburges erstrecket und emigr städte «n sich begreifft/ als Frignano/ Sestola/ rc. Frignanq / (Thomas -oteNor auf der Universität zu Bononien / vrovin- ciai von dem Bolognesischen district, endlich aber den 6 jul. an. 1 z 67 General seines ordens wurde. Das folgende jähr / weil er sich einem gewissen Münch/ namens Paululio / und anderen / die sich einem geistlichen leben mit besonderem eiffer gewidmet / gün» stig erwiesen hatte / beschuldigte man ihn eines irrthums in glau. bens - fachen. Er muste auch deßwegen anderthalb jähr die llnp-a. llon von seiner würde erdulden / erhielt aber zuletzt eine öffentliche und k-lcnnc erklärung feiner Unschuld. Gregorius XI schickte ihn an. i;?! mit dem cvLrsÄer eines veuncii nach Genua / um die allda entstandene innerliche unruhe beyzulegen / und als er solches glücklich zu stände gebracht / einpfieng er an. i?7r zur belohnuna das Patriarchat von Grado. Bald hernach gieng er noch einmal als Päbstlicher r^unciul. nach Genua / um zwischen solcher Repub- lic und denen von Covern einen frieden zu befördern / auch unterschiedene Italiänische Potentzen zu einer wider Bernabonem und GaleaciumVifconti zu be>vegen. Nachdem er beydes bewerck- stelliaet, und noch serner die von Padua mit den Venetianern verglichen , machte ihn Urbanus VI zum CardinabPriestcr des tttuls 88. Nerei und Achillei. Sein tod erfolgte zu Rom um das iahe Ic 81 Er hat commcnrsrios tkeoloZicor > ingleichem SÄUM ex». mmir'c»nonl^tioni8 8. NrißllcT hinterlassen. -nnxl. Xlin. -Is»ck. c»rll. ckroa. »nnsl. irische/ (Jacobus war an. 1641 zu Seez in der Nor, «inndie aebobren / und beqab sich an. 166; unter die Benedictincx v u der 5 n^-!o-' 8. Manri. Er war in den Griechisch - und »V vortreßich belesen / wovon die wercke des hei- Ambrosi?, Bifchoffs zu Mayland, welche er nebst Nicolao Kurr^n -686 undi6y->N2V°>. heraus gegeben, em klare» r?uaM darlegen. Sein tod erfolgte am 169; m der Abtey zu II theil. Ere Zw 402 fri frische Haf/ lat. i>nus -qu-e 6uicls, oderdtstzus, ist ein Meerbusen der oft - see, zwischen den Preußischen kästen und der den Dantzigern gehörigen kleinen insul Frisch Nehring, welcher sich durch eine kleine enge mit dem meer vereiniget, «seine länge tragt i; / die breite aber 6 meilcn aus. Er stehet dem König in Preussen zu, und ist mit dem grossen Häsin Pommern, der auch von etlichen der frische haf gencnnet wird, nicht zu confundiren. Aisching / ( Samuel) Schultheiß der stadt Bern und Herr zu Rümligen, gebohren den 27 jun. iü;8 von Samuel Frisching auch Schultheiß der stadt, begäbe sich, nach einer geendtgten schonen reiß, in Franckreich, allwo er unter des Königs leib-wacht eine «omp-xnie erhalten. Schon an. i6;8 hat er den belagerungen Duynkirchen und Graveline beygewohnet, und an dem letsteren ort bey stürmung eines halben monds durch sprcngung einer mme von erden bedeckt sich also gewagct, daß er nach empfangenen 2 wunden mit grosser müh hervorgezogen und salvirt wurde. Als er darauf nach hauß vociret wurde, empfienge er an. 1664 einen sitz in dem grossen Rath daselbst; an. 1670 wurde er Schultheiß der stadt und Grafschafft Burgdorss; an. 1684 Obrister über das erste Welsche außzugswegiment und das folgende jähr ein mitglicd deskleinen Raths. An. 1694 wurde er Nenner der stadt, und etliche jähr hernach erhielte er solche cv-rge wiederum; an. >69; erhielte er^die vber-Commendantcn-stell des öe v.iuci und an. 1701 das Se- ckclmeister-amt gedachter landschafft. An. 1700 wurde er zu einem Feld-Obristen in dem Eydgnoßischen vcfeuü u^i ernennet, und hat auch in solcher qualität bey dem besorgten übersah! der Waldstätten neben denen von Bern dahin gesandten 6000 mann auch die übrige Eydgnoßjsche trouppen commandirt. An. 1712 diente er dem va- terland in der zwischen den Eydgnossen damals entstandenen Uneinigkeit als Feld-Kriegs-raths-pr.»-6ahr die stelle eines KcÄori; bekleidete. Endlich verließ er auch diesen ort, und kam über Marpurg nach Mayntz, allda einige büchcr drucken zu lassen. Weil es ihm aber ain nöthige» unterhalt fehlen wolle, schrieb er an den Hertzog von Würtcmberg, daß er ihm seiner fraucn güter, so sich auf fooo gülden erstreckten, abfolgen lassen möchte. Allein als er auch hierinnen kein gehör hatte, und glaubte, daß es aus einem privat-hassc einiger am Hofe herrührte, schrieb er einen harten brief zurück, dadurch er vollends alles verderbte; denn der.hertzog ließ ,hn von Mayntz erstlich anf das alte stamm-schloß Würtemberg, und hernach an. izyo dcn i?apr. auf das schloß Hohcn-Aurach mit verbundenen äugen gesänglich führen. Als er nun mit vielen bitten feine frcyhcit vergeblich gesucht hatte, ließ er sich an einem aus zerschnittenem leinwand gemachten «eile herunter; allein dieses zerriß, und er zerfiel darüber den kopff und die gebeine, daß er mit grossen schmertzen im 44 iahre seines alters den gcist aufgeben muste. Er war nicht allein bey den gelehrten sehr berühmt, sondern auch hohen Potentaten selbst sehr angenehm, wie ihm dann Kayscr Rudolphus den lorbeer-krantz und geschlechrs-wavcn ertheilet,auch zum ttomite?LUc„>o gemacht. Von seinen fchrifften hat man: ?»- clc liattvirale e'niitti; 6c tioroioßici „r^enr.; cie X LLtäritzus /tukriscis; 6- viötori» sciverfus tvlofciiuw; 6e V L^xonise üu. fti c,bu;; ste b.'nls nupkiis «'üttsmtz^glcls; ferner comödien,als da sind - Rebecca, Susanns, Prsscranus v-puiLns; Scc. desgleichen dien , als da ist Venus 6c vi-lo ex primo 6c -zu-rko litzro Lnei6. Vjrgj lii. Äusser diesen finden sich von ihm: Zr-wmLtics 0r«cs öc ^ialesdic-, rlicrorics, persptirsfes in Virgilii Lucolics 6c Lcowicr, in r-riii 8-r^rss 6c ttoralii epiLnlss; Iwri eleZiaruw 6c oreticines veri-Scr vir. xkilotz. p. »6;. inipiiusvirs. k>e/-er. inrlicerr. Frischmuth/ (Johann) ein berühmter nbiiolosus zu c^ena. war zu Wertheim in Francken an. 1619 gebohren, undwurdein der fugend wegen den damahligen kriegs-und pest-zeiten qenötbiaet sich offters von einem ort zum andern zu begeben; wie denn auch alle die «einigen an der pest stürben. Allein sein geschickter kopffund eyfer das studieren bey allen diesen Hinderungen fortzusetzen, mach. ten ihm viel freunde, die ihm auf alle weise fortzuhelffen suchten Nach gelegtem gründe begab er sich nach Altdorf, und kam zu dem berühmten Mi.ioioZo, Christoph Ad. Ruperto, ins Haus, dem er viel in KllMLmorwus zu dancken gehabt. Nachgehcnds hielt er sich fleisstg zu dem berühmten Theodor. Hackspan, der ihn zur Orientalischen I.nerzmr anführte. Als er sich fast 9 jähr lang aufdieser aca- denue aufgehalten hatte, gieng er nach Jena, und that sich durch verschiedene 6>ilLE>ones hervor, und ward daher in das e?mn-- 6uu> zu Hamburg verlangt. Allein man wolle ihn zu Jena nicht weglassen, und machte ihn erstlich zum «.ccior- der stadt-schule, hernach zum ?r.,f. imgumur» cx,7L<>,< und endlich 16^4 zum v-of. or6. Er starb den 19 aug. 1Ü87 im 69 iahre seines alters, und hat über 6c> ciichut^ioiies pWioioZico-rKeoioZ.heraus gegeben, davon er kurtz vor seinem tode 6 ck:c->6es wolte zusammen drucken lassen. 6-- /L»et»z. ptoloIoZ. Ldrceor. vira-vrof. ^enent. chzr. Fritigernus/ein König oder Heerführer der Gotheiyder Aria- nischen secte zugethan,welcher sich dem Kayser Valenti unterworf- fen,und den Athanaricuman. ;/6 geschlagen. w ckron. Lritigildis / eine Königin der Marcomannier, welche indem 4 seculo gelcber. Sie ließ sich durch die erzehlung dergrvssen tilgenden des H. Ambrosii mit solcher Verwunderung einnehmen, daß sie gleich daraufzum Christlichen glaubm trat, und ihren gemahl zu einem gleichen entfchluß beredete, «sie that auch in Person eine reise nach Mayland,daselbst Ambrosium zu sehen, altem er war bereits verstorben, >,>vir. -e,nvrc>f. Fritschiuo / (Ahasverus) Erb-Herr aufMellingen rc. wurde an. 1629 den 16 deccmb. in der stadt Micheln unter bemanne Frcyburg an der Geisel gebohren. Sein vater, welchem manin dem Teutschen kriege alles genommen , war 8>»6,cus und ssris t'c-Aicus »sie auch ältester Bürgermeister an dem besagten orte, und starban. 164;. In eben diesem jähre zog er auf das Z-mne- iiu.n nach Halle, und muste sich mit inforiniren fortbringen, worauf er sich an. nach Jena begab, und daselbst bey seinem ältern bruder und dessen stuben-gesellcn famulirte. Das folgende jähr trieb ihn die theurung von da weg , da er denn zu Halle des Vice-Cantzlcrs v. Johann Krulls kinder zu informiren bekam. Gleich darauf wurde er Hofmeister bey zweyen vom Adel, und wendete sich an. 16;; wieder »ach Jena, da er freye stubc, bette und etwas gelb erlangte, auch den tisch ein halb jähr im conMimo halte. Nachdem er daselbst ohngefähr ein halbes jähr gewesen, last er pnv^iim über die iniiuuiioncs, und ward an. 1657 zu einem w- torm^orc des damaligen einigen jungen Grafen,AlbrcchtAnthons zu Schwartzburg-Rudclstadt, beruffen, wobey er solche ehre einlegte, daß er an. 1661 die stelle eines würcklichen Hof-und Justitic»- Raths erhielt. In eben diesem jähre nahm er zu Jena die lloünr- würde an,nachdem er 6e pr^iiUio Iieccitir^u; coinrs Icgcm pro dispuiirct. An. 1669 wurde er z»m cnmirc >-siLri!io, undan.1679 zum Cantzley-i^ircüor und Consistorial-Präsidentc»,auch der land- schulen und slumnorum Lplioro ernennet. An. 1Ü82 bekam er die ck-rx-eines Cantzlers, welcher er 14jährvorgefsianden , und verschiedenen tractaten, commifiionen und confcrentzen beywohnen müssen. Er hat mit vielen i^eoiogis correspvndirt und von den bliesen, so sie an ihn geschrieben, 4 bis ; voiuming hcfften lassen. Er starb an. 1701 den 24 aug. da er noch den tag vor seinem ende den titul über die rvmos ; coniiiiorum ilkikriiim- so er heraus geben wollen,aufgefetzet. Man hat von ihm eine grosse menge so wol geistlicher als weltlicher schrifftcn. Unter den geistlichen sind: thränende hertzens-seuffzer und scclen-gcspräche in; theilen; biblisches seclen-gespräche in 4 theilen; geistliche gedcnck-und tugend- sprüchc in z theilen; andachtcn über die passtvns-historic und auf- erstehung Christi; von den schwären fünden der streitenden rechts- partheyen; snLleÄL ircra 6c morslis litz. I 6c 2 , ilcm z 6c 4 - irc« lib.s 6c 6 ;os zufälliger andachtcn ; evangelische liebes - und an- dachts-flamme über die 4 Evangelisten; die gantze lehre des Christenthums , gezeiget aus der passions-historie; tc. Unter die weltlichen können gczchlet Werden ; rcast. 6- monopolüs; 6c regsl, v>-- rum jure ; nuncZinsr'um jure ac privilcßiis; oc iwpe- risii primL-iLrum prccum jurc; äe collcglis opißcum corunsemoue juribur, ckskuris zc privilc^Hs; 6e convcnkitzus provincizlibus 6: ae- plirarocum lmperii; vom siur-wiefen-garten-und zaun-rechle; vom vcstungs-und bcsatzungs-rechte; eÄorum ,mir putziici Komsiio-Lermsnici psrs I 6c 2 ; rxercirLkionum VLr>sruM juris putzlici p»rs ,, r, z, 4 6c 5 ; u» Üriss66iciones 26 l.imii.xi jus pudiicum; 3i I clcsti Xomenorum lecZis fti fw ten der ^ daß man sie in den unterschriss- vor M nachgesetzt findet.'u^. . 7 p. 2,9. . - suZulilssmi ; sänorsmems sä pscikcstianem d^ovlomsgenkcm Sc zrmilUrium vicennsls Lecmsno-L.>llicu!H ; oblervsciones juris eccle- gzgjci prsätic-e; psrsricls reccNuuiv circuli tuperivris SsxoniX e niultis sÄorum circulsrium volummil-us conkeÄ, ; canklis illu- llris; ä- eo, czua-ljukum ck in clubin cc. conclulioner; rrsÄ. vsrii in tz-m RiSifi,.», "'V', 'S.» grnnci N 0«1 yeui j äcvcccrris pnncipu,», minikrorum Princip,';, sävocscorum 6 - pro- Frevberrlich^ n<-a^,Ä^^"o^"^UNd>scheN grgNtzen ein cursrorum, ilicäicorum, qu^korum, lensrorum, nodilium , vens- ^ schlecht VON Froberck / fi> leben von bei- rornm, mcrcsrorum, opilicum, rutorum, 6 cc. sä gnmim l?or p.memor. tbeol. Es grünet noch heut zu tag Fritzlar/ eine feine stadt in nieder-Hessen, an den gräntzen der Grafschafft Waldeck/bey dem fluß Eber,gelegen, und zu dem Ertz- Stiffk Mayntz gehörig. x. Friulr oder Eiudnd öi Friuli/ lat. korum chlli-, ist eine stadt in der Provintz Friaul, welche von ihr den «amen führet. Sie hat einen Bischöflichen sitz, welcher unter Aquileia stehet, und soll, nach einiger fcribenlen meynung, von Julio Cäsare erbauet worden seyn. Um das jähr 791 oder 94 bat der Patriarch Paulinus zu Miileja allhier ein Concilium gehalten, darinnen wegen des geheimnisses der Dreyeinigkeit und der Menschwerdung vierzehen «nooes aufgefetzt worden. Lsr«» an. 794. Lr»r ch-c. Frobelwitz/. eine adeliche fainilie, welche vor alters den beyna- meii Frutzky gefuhret, und indem Fürstenchum Oels floriret hat; heut zu tage aber nicht mehr daselbst anzutreffen ist. Caspar von Frobelwitz, Frutzky genannt, zu Schmarcker und Eilgut im Oels- nifchcn, war an. 1468 bey den Hertzogen zu Münsterberg und Oels in gutem ansehen. Hans von Frobelwitz auf Eilgut bekleidete an. 1614 die stelle eines Landes-Aeltesten in dem Fürstenthum Oels, welcher clisrZ-auch an. iü;6 Sigismundus von Frobelwitz vorgestanden. 8 clllc 5 . curio 5 Frobenius/(Iohannes) ein berühmter Buchdrucker zu Bafel, war von Hammelburg in Francken gebürtig. Nachdem er den gründ zu den sprachen und wissenschafften in feinem vaterlande geleget, begab er sich aufdie Universität Bafel. Damit er aber den gelehrten grösser» nutzen schaffen möchte, erlernte er die bnchdru- cker-kunst , welche er nachgehends zu herausgcbung der besten bü- cher, als des Hieronymi, Augustini und anderer kirchen-väter und scribentcn angewendet/hingcgen die zänckischen bücher, ob er gleich viel gewinn davon zu hoffen gehabt, allezeit von seiner vüicm abgewiesen. Absonderlich hat er sich mit druckung der schafften des Erasmi um die gelehrte welt verdient gemacht, wie dann auch derselbe durch seine aufrichtigkeik und liebe das gemeine beste zu befördern sich bewegen lassen lange zeit zu Bafel sich bey ihm aufzuhalten. An. 1521 that er einen sehr schwären fall von der obersten treppen aufden boden, darvon er zwar wiederum curirt worden, allein durch einen neuen, dadurch er sich die Hirnschale hart verletzt, und noch darzu gekommenen schlag endlich an. 1527 das leben ein- gebüsset. Gleichwie er aber selbst dem pubiico auf alle weife zu dienen sich bemühet, also führte er auch feinen söhn Hieronymum und tochter-mann Nicolaum Epifcopium darzu an, welche dann durch ihren vortreflichen druck gleichfalls nicht geringen rühm bey der gelehrten welt verdienet. Ietztgedachter Hieronymus war an. i;oi gebohren, und bezeugte Erasmo, der bey ihme zu Bafel seine Wohnung hatte, ebenfalls eine grosse treue und freundschafft, daher eribne auch in seinem testament bedacht, und neben Eviscopio zu dessen erecurore ernennet hat ; erstürbe an. 1564 . L 74 M. Usrero». 1. zz cpigol 6c in episs. äe opsrivur tuis sä )ok. knrrliemum INIUM eclirs cum prLksr. Lvnif Lmsrbscli. I z protopoZc. vir. ?bil. * Frobisher / siehe Forbisher. Froburg / ein Gräfliches geschlecht in Oesterreich,welches aus Italien dahin gekommen / und ehemals clc monre Zsucli, geheissen. Es stammet her von Ludwigen, der um das jähr 1 z 70 gelebet, und Pädstlicher Hof-Marschall, Königs Ludovici zu Jerusalem und m Sicilien Statthalter, wie auch Königlicher Französischer Rath gewesen. Seine söhne waren Wilhelmus, Bifthoff zu Bitello in dem Neapolitanischen,und Johannes; dessen enckel, Theodoricus, hat sich zuerst einen Freyherrn von Froburg, mit dem beynamen Tulliers, geschrieben. An. i6üc> lebte Johann George vonTul- liers, Grafvon Froburg, und hatte unterschiedliche bruder. 2«-^/. ücmm.p.z. Froburg / (von) ein altes nun ausgestorbenes Gräfliches geschlecht, dessen stamm-hauß in dem Eydgnoffifchen Canton Svllo- thum in der Vogtey Gösgen auf dem Hauenstein gelegen gewesen , welche viel Vergebungen an die Stiffter Zoffingen, Schvna- werth rc. gethan. Diese Grafen haben einen gewolckten Adler m dem waapen geführt; von ihnen lebte an. 1098 Adelberg. An. n;; hat Adelbert Bifthoff zu Bafel das Chorherren-stlfft zu St. Leonhard in Bafel angerichtet, und starke an. 1140. Ortlreb Ware gleichfalls Bifthoff zu Bafel; Dieser ist an. 1146 mit Kay- ser Conrad lll in das gelobte land wider die.Saracenen gezogen, und ist von ihme nach ftiner glücklichen zurückkunsst für sich und seine nachfolgende Bifthöffe mit der gerechtigkeit des muntz- schlags befchencket worden; er starke an. 1167. Rudolf wäre Probst zu Zoffingen an. 124z. Ludwig hat an. 126? die stadtlem Ölten und Waldenburg von Henrico Bischofs zu Bafel zu lehn mi- pfangen. Hermann wäre an. i;i? Abt zu St. Urban und Johannes ist an. i; 66 zugleich mit seinem stamm abgestorben. Überhaupt kan man von diesem hauß anmercken, daß es feyt denn» und 11 seculo so wohl in den gefchichten des Vchweitzerlands, als alten äipiumrtibus ieweilen als eines der vornehmsten Gräflichen Häusern Deutschlands vorkommt, und die Grafen von Froburg denen von Habspurg, Kyburg, Lentzburg rc. in den alten zeiten durchaus . .. .... ander Srifft besskH' / so lehen von der hohen eurem kreutz-wciß geviertheilten wäre an. 1428 berühmt,Massen er mit undÄnnÄ!^^ Herrfchafft in dem Suntgow krieg geführt! ch samt noch ic> andern dorffern verbrandt und gebrandtfthatzet hat. Siehe Mmr/o/e s- 1,, p. ^ öc 1.4 hernach burgerzu Sollothurn, erlernet , trat aber nachgehend" m knegs-drenste, und hielte sich sonderlich in der schlacht bey Cmfola m Piemont so wohl, daß er von Köniq Francssco I "^er feine hof-junckern aufgenommen und zu einem Capltam feiner leib-guarde gemachet wurde. «/-§». ckr » 18 ci-. Nelcienl,. ?. z p. rül. * . Aohburg/ ein adelicher marck-flecken und schloß an der Wiera ' ^gen die Altenburgifche grantze, eine weile oberhalb Bornagclegen. Es soll von denen durch GrafWipprechten von Groitzsch rn selbige gegend eingeführten Fränckischen cvi- n.s er- bauet seyn. An. i7i9.hatderort durch brand sehr grossen schaden gelitten. Vorietzo gehört er denen von Böse, vorher» aber haben ihn die von Born gehabt. co„f kroär. ivlim. p. 17 b. . ^roila I, oder Fruela /König zu Oviedo, Leon und Wunen, m Spamen, war em söhn Alfonsi I, fieng feine regierunq an. 7;?' an,und regierte n jähr und einige monate. Er widersetzte sich den einfallenden Saracenen, und schlug an. Jusaph, oder nach andern Omar, einen Prmtz der Saracenen,in Gallien, so, daß ^4200 Barbarn auf dem platze blieben. Er ließ seinen bruder Vimora- num hinrichten, weilen er in erfehung der grossen gunst, welche das volck so wohl wegen seiner schonen leibs-gestalt, als guter auffüh- rung zu ihme trüge, sich des Reichs wegen von ihme besorgte. Jedoch reuete ihne hernach die that, und solche einiger Massen zu buf- fcn, bestimmte er des gctobeten söhn Veremundum zu fernem Nachfolger. Erzwänge auch die priesterefeines Reichs sich der eher» enthalten, welche ihnen lang vorhero feit der regierung Witizä frey gestanden wäre. Sonsten soll er auch Oviedo erbauen, und das dortige Brßthum gestifftet haben. Er ward. von seinem dritten bruder Aurelio um das leben gebracht, welcher auch nach ihme d?n thron bestiegen, ohngeacht Froila beydes obgemeldten Veremundum an kindS-statt angenommen,und selbst einen söhn Alphonfum Castum hinterlassen hatte. * Froila H, zugenannt der grausame / unkeusche und aussätzige / riß an. 898 nach dem tov seines bruders Ordonii das Reich an sich, obfchon dieser söhne nach sich gelassen. Er hat nicht länger als 14 monate regiert, und sich durch nichts, als diejenige laster, wovon seine zunamen zeugen können, bekannt gemacht. Ob er schon söhne hatte, wurde doch das Reich Alphvnso IV des Or- donii söhn gegeben. ^«§«6 6 cc. n Froissard/ siehe Frossardus. Fromm / (Andreas) gebürtig aus der Marck Brandenburg, allwo unterschiedene von feinen vorfahren geistliche ämter bedienet. Um das jähr 1647 ward er ?rofessor jn dem gymnsgo zu Stettin,an. 1654 aber Probst zu Eölln an der Spree,und an. 1659 zugleich Lonsillorisi Rath daselbst, nachdem er zuvor den ß^ciuli» eines r.icent'isri 1'beoiofiiL angenommen. Als an. 1662 und in den folgenden jähren Chur-Brandenburg eine Vereinigung der Refor- mirten mit den Lutheranern stifften wolle,wurden hierzu Barthol. Stoschius und l-ic- Fromm gebrauchet, welche beyde deßwegen flüssig mit einander geheime briefe wechselten, die nachgehends Fromm drucken lassen. Dieser letztere correspondirte zugleich mit den berühmtesten Catholifchen i'K-oioKis. that auch eine reife in den Tönnigsteiner-sauer-brunnen, um nur m Cölln am Rhein, Mayntz , Coblentz und andern städten sich mir den Catholifchen 'rkcoiogi! zu unterreden,wiewohl man nicht weiß, ob er vorgebuchte Vereinigung auch auf die Catholifche kirche zugleich extendiren wollen, oder ob er schon dazumal Vorhabens gewesen, sich zu derselben zu bekennen. Als er nun wieder nach Colln an der Spree kam, aieng er immer weiter und weiter von der Reformirten feite ab; und als einige Lutherische Prediger den Churfurstlichen edicten wegen des sich zu enthaltenden elencki nomins i». vermöge der eingeholten juäiciorum von etlichen Theologischen facultaten, zu unterschreiben bedencken trugen, »ahm Fromm die parthey derselben mit solchem eyfer, daß er an. 1666 mit Barth. Stoschio m conss. Norm deswegen mit Worten hart zusammen kam, aufden tisch schlug,und sagte : Lcclelis vim psritur 6cc. worauf ihm das LonI, üor-um verbotten worden. Als er aber den folgenden tag in einer predigt in der St. Peters-kirche die Reformirten m harten renn,- n,5 angrieff, und sich einer schwären Verantwortung besorgte ,greng er den nacht mit seinen weide und ; klemm kmdern heimlich davon,und ließ alles zurück, ohne einige baarschafften. Er kam hier- aufnach Wittenberg, allwo er alsbald den resigions-eyd thun mu- ste, hiütÄda einige -»u-si- > und bekam auch von der Universität un erhalt, bis sie ihn anderweit versorgen konte^Er correspondirte un crdessen noch ferner mit den Catholifchen-rkc»!^. und war vor sich heimlich bemühet, eine unron der Lutherischen kirche m Sacbftn mit der Catholifchen zu stifften. Indem es aber an. 1668 dem war, daß er die vocation zum Supermterrbentewamt nach Altenburg erhalten solle, zog er in dem härtesten Winter mit seinem 4^4 sto werbe und kindern nach Präge , allwo er im gedachten jähre sich nebst den sinnigen öffentlich in der Iesuiter-kirche zur Catbolischen religion bekennete, und die Ursachen davon in einer schrifft, so er Wiederkehr nennet, heraus gab, welche Christian Niphanius und insonderheit Jacob Tenzel zu wiederlegen sich bemüheten. Es wurden auch von Johann Scheiblern, Friedrich Glffenio und andern viel schrifften darüber gewechselt. Es erhielt i-ic. Fromm zu Prag ein ; stin werd und kinder aber begaben sich ins klo- stcr. Nachgehends ward er Lanomcu; zu Leutmeritz, allwo er auch an. 168; im hohen alter starb. Lx,L-c. > ircm ex -r»^s/o^e^re«. Fromondus / (Libertus) ein Professor zu Löwen und vecsnug der co!ic!;iL!-kirche / war von Harcour, einem kleinen ort zwischen Mastricht und Lüttich / gebürtig, und brachte sich bey zeiten durch seinen steif, solche gclehrsamkeit zuwege», daß man ihm zu Antwerpen die Philosophie zu lehren auftrug. Von hier wurde er nach Löwen beruffen, da er die rede-kunst und theologie vortragen muste. Hierauf bekam er an. ,6;; die stelle Cornelii Ianfenn, welcher vorhcro die heil. schrifft ausgelegt hatte, und nun zum Bißthmn Ipcrn war befördert worden. Er war auch in den sprachen und mathematischen wissenschafften wohl erfahren / davon seine schrifften zeugen können, als da sind: msscrtzrio ckc c-'mc» aoni 16,8; ^nki-^riMrclius iivc cke orke rcrrx immobil! com^LI-Kiftppum p.inx- bcrgiiim; Vestr live Ami-Lriftsrctii vinclex; mcccroloßicorum l. ;; snzkomis Iiominis ; commenrLr. in sü» -c^olinl. öc:.. tftbl. Lelg. Ne tcri^s. lcc. 17. p'offi Ne scienc. mzck. Ücc. ffI(OXOff(II<8' oder Schleuderer/ wurden in Franckreich diejenige genennet, welche ein öffentliches Mißvergnügen über das Staats-miiMei-juio des Cardiuals Mazarin blicken liessen, und zwar rührte dicstr name daher, daß man inevntc, es würde dieselbe mißvergnügte parthie mit eben so gutem glück diesen premicr- rviiniiire stürtzen,als David vermittelst seiner schlendcrden Goliath überwunden. Diejenige Räthe des Parlaments, welche an. 1648, in abwesenheil der Printzen von, geblüle, wider das damalige mini- llcrium ihre stimmen gaben, cmvfiengen am ersten diesen „amen, und Menage sagt, das; bimss. cie Bachaumont, einer von besagten Räthen,diese benennung zu erst aufgebracht. Der Cardinal a« Retz aus dem hauß Gondy und damaliger Verwalter des Ertz-Bißthums Paris, so einer der ersten urbeber, der so genannten kaonoe gewesen, und also von dieser fach den besten bericht gehabt, meldet, es wäre damals offt geschehen, daß inngc knabcn und i-gum; aus muthwil- len sich in dcncn stadt-gräben von Paris mit einander herum geschmissen, und mit schleudern gemorsten; sie wären aber von denen /ri-cbl:^, (welche dergleichen Unordnungen zu verhüten beseht hatten) offt aus einander gejagt worden ; so daß es gemeiniglich von beyden theilen der fehlenderer an ein hefftigcs fliehen gegangen, wann sie einige Ockers von weitem erblicket. Davon hatte nun Bachaumont, welcher den feinden des Cardinal Mazarius nicht allzuviel Hertz und standhafftigkeik zugetraut, den anlaß genommen, sie mit diesen schleuderenden lrgus-z und bubcn zu vergleichen, und zu sagen , daß sie eben so leicht konten bcn erblickuna des starcken gegcn-gcwaltsden rciß-aus nehmen , als es diese forchtsame vrcm- klcu-8 auf ersehen der bewaffneten Ockers zu thun pflegten« ^ronhoven/ siehe Frauenhofett. ^ronsac / lat. prancircum, prsoci-num, pr-nclcnm, eine stadt in Guienne, welche den titul eines Hcrtzogtbums führt, und am stuffe Dordogne unter Libourne, ; oder 6 ,„eilen von Bourdcaur lieget. An. 1,98 ist sie von Hcnrico I V zu einem Herftogthum und pmrie erhoben worden, sttach diesem,st sie an die Candalische familie durch heyrath gekommen. Fronsberg/ siehe Frundsberg. (zrontcau/ (Johannes) Onomcm r--g„<-ri5 her congregarion der heil. Gencvieve und Cantzler der Universität zu Paris , erwarb sich durch seine wisscnschafft und frommkcit grossen rühm. Man nahm ihn an. i6;p unter die c^nonico; 8. Augustini auf. Er studirte die Philosophie in dem cnil-gio zuFlechs, allwo er an. r6;6 einige rll-K; vcrthcydigte, die er dem Carola Faure, Abt von 8. Gencvieve und Ovncmli der congr.'ßzcion, dediciret, welcher sich die gclchrfamkeit des Fronleau so wohl gefallen lassen, daß er ihn zu sich nach Paris beruften, und ihn, die Philosophie zu lehren aufgetragen. Hierauf studirte er auch die theologie,, welche er ,r jähr mit grossen, rühme der jngend vorgetragen. Im übrigen verstund cr nicht allein die Lateinische, Griechische, Hebräische, Syrische und Chaldäische Mache, sondern kontc auch die besten in Europa zierlich reden. An. 1648 wurde cr Cantzler der Universität , und nachgehends Prior zu Bencts in Anjou. Endlich wurde ihn, an. i66r eine pfarrey zu Montargis anvertrauet, welcher er mit so grossen, eyfer vorstund, daß er darüber noch das besagte jähr das leben enden muste. Unter seinen gedruckten schrifften sind: rcMario corum.gUL conrra ssb. kcmpvulis vmckicizs IcriMic Robertos (TuLkremLiro ckL )ob-mncs cke 1.30007 ; volumcn epitioisrum Ibcologicsrum Lcc. p. ftgiir l'sbbrege cke l- vie cku p. pronkcLU. Frontenac/ oder das korcFrontenac, eine cir-ckcii- in Neu- Franckreich, welche an. 167; von den, Grafen von Frontcnac, Gouverneur des landcs,wider die einfalle der Iroquois ausgebauet worden. Sie ligt an einer see gleiches namens in der gcgcnd , da der fluß 8. Laurence heraus kommt. IrontenHausen / ein feiner Bayerischer marckflecken im Biß-« thum Rcgenspurg und den, pfleg-gcrichte Lrißbach, nicht weit von fro Dingelsingen an der Viltz gelegen, hat einen guten aetravd'.bod^ Vorzeiten war es eine Grafschafft, und nannten sich deren zugleich von den Henschafften Medling/Rod und wasserbK sie waren aber von den Grafen von Wasserburg in Ober-Na«Ist unterschieden. Sie sollen von den Welphen abgestammet dem Kayser Friderico II, weil sie die Päbstliche pEy wwer ih^ gehalten, vertrieben wordei, seyn, nachdem kurtz vorher Fronten" hausen den Hertzogen m Bayern verkauffi gewesen. «L "/vs üsmt>. cle wigk. ßcnc. Melch. k. I. P. r9,. ^ sisO>ssI6s)8.(Kottofridus vonsvoÄor vencrzbüiz maman, war ein Franciscaner-Monch in Engelland, man weißt aber nick, I wenn er eigentlich gelobet. Man hat von ihm: w renrisrum; quocklibem; cic infzmia 8. Lckmuncki; öcc. w ätb" prsnc« öcc. Lrontignan/ lat. pronrmirnum, eine kleine stadt in Nieder Languedoc, an der see Magnettöne zwischen Agde und Montvel- lier, so wegen ihres muscalcn-weins berühmt ist. An. i6;r bela^ gerten sie die so genannten Hugonotten, aber vergeblich. An 1710 den 26 jul. ward sie von den Engclländern und Holländern einae- nommen, aber bald wieder verlassen. Es ist dieser ort neben dem guten wein auch wegen dem a- Lere. und den meer-trauben bekannt,welche daselbst an lange stcktgen gebunden,vom oberen Hoden bis auf eine manns-hohe von der gaffen gehängt, und also an der sonnen getrocknet/ hernach in küssen gepackt und verschickt werden. DaS Rath-hauß ist das merckwürdigste gebäu der stadt. 2"/,««». l, ;r. tntt. nouv. ckeker. cks Is krsnce I. 4 8». Frontinus / (Sertns Julius) wird nach dem titul einiger W8cr. Vir Lorftu>Lri8 genannt , als ob er die Burgermeister-würde getragen hatte,so aber aus vielerlei) gründen verworffen wird; Weilen ihne Nerva an. Chr. 98 zu einem aufseher über die wasser zu Rom gemacht,so ist es wahrscheinlicher, er habe den titul LonMMz squarum getragen, als welcher den, von ihmc würcklich gehabten amt schon seyt den zeiten Augusti ist zugelegt worden; dessentwegen aber wird niemand nach der alten und gewöhnlichen redens- art zu einem vuo OissMr, gemacht. Er hat währender solcher ck^ge ein buch von den Wasserleitungen, so in diese stadt geführet werden, geschrieben. Er wäre zuvor schon p-xinr um-nur, u, weichen, ckmtcr in abwesefthcii der Bürgermeistern nms jähr Cbr.?; diesen ihren gemalt würcklich verträte. Hierauf hat cr in Britannien commandiret, nnd die Lüures, eine streitbare und mächtige nation, liberivlinden. Er ist auch äuZur gewesen, in welchem anue ihm Arrianus succedircl. Seine angenehmste ME war zu Ter- racina. Er ist in der kriegs-kunst wohl erfahren gewesen, und hat 4 bttchcr ttrLr^^c„izrum geschrieben, (wiewohl cr in der vorrede selbst nur von ; buchen, Meldung thut,) auch noch viele andere wercke, als ckc NmmUux , und andere mehr verfertiget, wovon aber nur die kurtze schrifften clc LArorum ^uLlirzcib>,!8 und cks limirikur übrig sind; über das erstere hat schon vormals Aggcnus Urbicus eine erklärung gemacht, so auch noch vorhanden. Er ist auch ein grosser RechtS-gelehrcer gewesen, und als er sterben sollen, hat er vcrbottcn ihm ein grabmaal zu setzen. cks »ci-b. prxf. L l I. y ep. 19. t. in epigr. ckc rc milir. l. r c. z öe 8rcVvecb. gck li. I. coinmenc- in pün. I. 4 -p. » Fronto/ (!^l. Cornelius) ein berühmter Redner, welcher in seiner kunst die beyden Kayser, Aurcliunr und Lncium Vmm, unterrichtet, und dem erster» auch in der sirren-lehre gute anleitung gegeben. Aurclius ließ ihn, danncnhero nachgehends, zum zeichen seiner erkäntlichkeit, eine säulc aufrichten, und brachte ihm die Bürgermeister-würde zuwege, welche er aber nur r monat führte. Er hatte eine vollkommene crkäntniß der Lateinischen svrachc^mid in der wohlredcnhcit zeigte er eine sondcrbahre gravität. Seine Nachfolger, welche sich ihn zum muster in der bcredtsamkcit vorgestellet, nennete man Frontonianer. Man glaubet, daß diejenigen Rechts-gelehrten/so unter dem namen Frontoin den pandecten angeführet werden , aus seinem stamme gewesen. Einige halten ihn auch vor den Frontönen, Catinnm, dessen Plinius in seinen cpisteln gedencket, und vor denjenigen, von welchem Martialis mclduna thut. Gleichwie aber dieses schwär zu beweisen , also ist noch viel weniger zuzugeben, daß man ihn mit demFrontone,einem Bürgermeister zu Rom unter den, Kayser Nerva, vermische.,Einige machen auch den Frontonem,dessen zu erst erwäknunq geschehen, zum Luüvrv eines gesprächs Wider die Christen, welches von MlNiM Felice unter dem „amen eines Fronto angezogen wird. 1 »^- i» ^urclio c. 2 in p. Vcro c. r. in orskizr. 2Ä>one. ^ 4 «/. c-'eü. l. 2 c. 26 I. ,9 c> 8. I. 2 cp> 11 cs>,Zr. zS 1.1. i 1.1. in kservL. ^rolcgom. scl Xlinur. kclic. * (zroschckuer / (Christoph) von Oetingcn,wardan. ,;i 9 bi>M zu Zimch, allwo cr eine so furtrcfliche Buchdruckcrcy aufgcrlchtci, daß er sich dadurch weit und breit berühmt gemacht; hat aucy wider den Probst und das Capital zu Zürich das fleisch-essen m bcr fasten und an frcytägcn verrhädigt. Starbe an. izsg. ^ grosse / eine kleine stadt an der Elbe in dem Hertzogthum Magdeburg, welche an. ioir von Hcnrico II dem Ertz-ENfft cttivmei- bct worden. Vor alten zeiten ist hier ein Kayserl.cher Hofgch'Mck ivoraufdie Fürsten zu Sachsen, nach ablehrn Kaysers Ottoius un öfftcrs zusammcn gckoinmen und für die woblfahrt des Reims l w miteinander berathschlagt haben. An. 1278 ward Otto, Mam- fto stu ykafvon Brandenburg, in einer hierbey gehaltenen schlacht / von dem Ertz-BWoffgefangen. cvr. c. 16;. 0-»-»«« ciiron. 1.4, c 7. L/er^>o»r. 10m. r. re,. Qcrm. f. z?6. Lrossardus / (Johannes) ein berühmter nikoricus, und Fran- tzößscher Poet, lebte zu ende des 14 kccuii, und war von Valencien- ües aus Henneqau gebürtig. Er war c-nonicus und Schatzmeister des Stiffts zu Ehimay, und schrieb eine chronic von an. i;rs biß an. - zyy / darinnen ihm um so viel mehr glauben zuzustehen, ie emsiger er war, den Verrichtungen hoher Potentaten emweder selbst beyzuwohnen, oder doch von glaubwürdigen Personen sichere nach- richt einzuholen. Aus diesem hat nachgehends Sleidanus das nöthigste heraus gezogen. Von den Frantzösischen -unionen ist die beste , so Dionysins Sawage an. 1559 zrt'Lion in ko>. heraus gegeben. Den ansang dieses wercks hat Froissard der Königin Philippä, einer gemahlin Königs EdUardi lll iN Engclland überreichet, und im übrigen eine grosse anzahl von liebes-gedichten verfertiget, ob er gleich den geistlichen Ksbir immer getragen. Ue Uittor. i^-c. I. c. 4. rcclisrck. ae >L krance I. 7. c. p. 6ir. bltzl. xclß. 6 e/Ä„. /4 LkEe. öccr Fröthö / ist der name, welchen 6 Könige in DaneMarck geführt haben. Frotho I hat Wider die Engelländer und Preussen grosse kriege gefuyret, und ist von seinem schwager Regners, König in Schweden, erschlagen worden. Er lebte noch P. iVl. ;26r. Frotho II, beygcnannt Vegetus, ist ein söhn Dani II gewesen, und hak von U. ; 77 ^ biß ;8o> regieret. Frotho III kaciScus, ein söhn Fridlevi l, hat Schweden, Norwegen, Enaelland ünd Jrr- land inne gehabt. Wider die dicbe gab er ein gesttze, daß man sie an ein creutz nageln, und einen lebendigen Wolf dabey anbinden solle , welches so viel vermochte, daß sich keiner »ach fremdem gute schneie. Ek soll an. 15 von einer hexe, in gestalt einer kuh, umgebracht wvrben seyn, nachdem er 14 iahr derregierUNg vorgestanden. Fro- Iho I V, i->r§us, ein söhn Fridlcvi II, hat sich nebst seinem feinde Suertingo, einem Sächsischen Fürsten , den er unter dem schein guter freundschafft zu sich kommen lassen, an. 79 in seinem eigenen Mast verbrannt. Frotho V, schlug seinen bruder Haraldum - der mit ihm gemeinschafftlich regierte, todt, und ward zum lohn von des entleibten söhnen an. izi verbrannt. Frotho VI, ein söhn Canuti, ließ sich in Engelland tauffen, und gieng an. 89°, in dem 16 jähre seiner regierung,nut tode ab. lM.van. ksriez reß. Oan. X Fruart, ist eine wohlbewohnte, doch kleine stabt in Löthringew etwa» anderthalbe meile von Nancy, nordwärts, an der Mosel/ nicht weit von deren Vereinigung mit der Mcurtre, gelegen. Fruchtbringende Gesellschafft/ oder der fruchtbringende Palm-orden / ist an. 1617 den 24 aug. zu beförderunq und^co lirung der Teutschen svrache so wohl in gebundener als ungebundener rede, aufgerichtet worden. Die geleaenheit hierzu hat der damahlige Weymarische Ober-Hof-Märschall Caspar von Teut- lebcn. ein Thüringischer Ritter, als unterschiedene Fürsten und Edelleute auf dem alten schloß Hornstein (so nun nach seinem >e-- no^ Wilhclmsburg gencnnet wird) beysammen waren, an die Hand gegeben, darum 'er auch als ein gelehrter und wohlgereißrer Cavalier die erste stelle in diesem okden bekommen. Es wurde also von Johann Ernsten deichsüngern, Friorichen und Wilhelmen, Hersagen zu Sachsen, Johann Casimirn Fürsten von Anhalt, Dietrichen von Werther», Fridrichen von Kosvoth, Weyma- Mein Cammer-Rath , Christoph von Krosigk, und gemeldtem Caspar von Teutleben nebst andern anwesenden, FürstLudwigvon Anhalt zum hauvt dieser gesellschafft erwehlet, und ihni der name des Lehrenden beygeleget; denn es wurde dieses so mit eingeführet, daß ein jedes glied solchen ordens einen besondern namen bekommen muste. Als aber dieser gelehrte Fürst zu ende des 1650 jahres mit tbde adgienq, wurde Hertzog Wilhelin von Sachscn- Weymar, der schmackhckffte genannt, an. 1651 an seine stelle er- wehlet; aufweichen, als er an. 1662 den 17 may von der weit abschied genommen, Hertzog August von Sachsen, der letzte ^ sirmor des Ertz-Bißthums Magdeburg, genannt der wohlgeratene / an. 1667 folqete. Es blühete auch dieser orden dergestalt, daß sich fast 8 °o Edelleute (andere gelehrte männcr Nicht zu zehlen) 45 Barone, 6° Grafen, 19 Fürsten, 8 Pfaltzgrafen, 10 Landgrafen , 4 Marggrafen, 49 Hertzoge, z Churfürsten, ja selbst ein König (nemlich der Schwedische Carl Gustav) darein begeben. Allein er ist mit dem absterben höchst-ermeldteu Hertzogs Augusti gantz ins abnehmen gerathen, sonderlich nachdem einige gar kein wort in der Teutschen spräche leiden wollen, das irgend einer andern seinen Ursprung zu dancken hat, auch in der orthographie gantz was neues aufbrachten, sonderlich aber mit einem Haussen selbst wunderlich ausgedachler Teutschen Wörter sich bey andern riUicw machten. Wie denn biß sich niemand mehr finden wollen, der dieser anfangs so berühmten und starck zugenommenen, nun aber sehr herunter gekommenen und fast vcrgeßnen gesellschafft sich als Haupt und schutzherr annehmen wollen. ncu-st,roiienUon brum. von Uce frucl,kbrin^en6e,< Ze- kcllsclisffr vorksvöri > LucN Nero nsmen , Zemäkllli-unll wörrcr, in Äctzc- reiiißs -vow Aii/sTke-iNcker pLlm-tzaum. UillcrrLr. cle krarribus KLiencistilS cum nari; LlinNiani k^ncilci Naulini p. 5, 6. 7. Frumariuö / ein König der Suovorum in Gallicien, welcher an. 460 dem Maldra in der regiernng gefolqet, und noch in dem besagten jähre den thron zu verlassen genöthiget worden. Ihm succe- dirte Remismundus- >o ck-on. ^rumentius / Abyßinisch salama, ist der Aethiopier bmbekeMt^Erka^ ^bnstizum Christlichmglau- Aedesio, und mit e ne n Tmi^ andere für einen " kauffmann Meroplv, welchen verrichteten sie nach des Königs tode, wie vor, mit grosser treue, und machten sich dadurch so wohl als ihrer reliaion wegen bey allen beliebt. Frumenkius wolle diese geleaenheit nicht vorbey lassen, sondern reisete zu dem heiligen Athanasio, welcher AEopien Machte, woraufFriiinen- andern male dahin rer,ete, und einen glückseligen ansang a aubm machte'götzen-diener zum Christlichen aiauoen machte. tt. L. p >. c» 5. §0,7^,„ x,i.x. 7^,^. tt. L. 1.1. c, ^r. 1. r, lz. s». ^7. -Lrkioc,. i. c. r üc alilii. ' ^ Fronsberg/ oder Freundsberg/ ein sehr altes berühmtes Tyrolisches oder auch Schwejtzerisches geschlecht. Zussdie erjre dieser meymmgen wird angezogen, baß dieses ge- ^ ^ Freundsberg, so nachgehends Sig- u undsss iid genennet worden, besessen, solches aber bald darnach L'Oesterreich um die Herrschafft Pertersberg und Steitzlmg verivechselt. Die andere hingegen gründet sich auf ein schloß, und vormals mllf demselben seßhafft gewesenes geschlecht dieses namens , welches ohne Veränderung einiges duchstabens srundsverg geschrieben worden. Das Burgstal ist noch zu sehen, unfern Raperjchweil am Zurich-see, oberhalb dem so genannten Hlttcnberg. Nach dieser zeit hat es an. 148- Mindelherm in Schwaben an sich gebracht, daherö es auf den tnrnieren zu den Schwäbischen Rittern gesetzet wird. Sonstcn hat sich bereits an. 968 Uiricus von Frundsverg auf dem turnier zu Merscburg befunden. Ein anderer dieses namens hat an. 12S7 das Frauen - kloster Prediger - ordens zii Marienthal, genannt Vvldepp, erbauet. Und endlich hat Ulricus, welcher um das jähr 1492 gelebet, und Hauptmann der gesellschafft 8. Georgen Schilds, des theils an der Donau, gewesen, auch vor den urhebcr des Schwäbischen Hundes angegeben wird, sein geschlecht durch seinen söhn Georgium und enge! Caspar, von welchen beyden nachgehends mehr soll gejagt werden, m den höchsten stör gebracht. Sckwcir--. csiron l. v c. 8 Ng^eriicd llLmm-bocll?. 2 104 ieg. ü». gemmrt. ^srr. r. -r-o» 7)-7o/. elircü-xl-.in^- lein tzez l'^rol. -ltzlers ? II s,.;; lgz * Frundöberg / (Georg) Herr von Mittdelhoim in Schwaben, waren, ,ohn Ulrichs von Frundsberg, welchen ihm seine gemahnn Barbara von Rechberg an. 147? gedohren hatte. Gleich in semen jungen jähren wurde er zu dem krieg angewöhnt, dann er schon an. -492 dem zug des Kaysers und Schwäbischen bundes beygewohnt, durch welchen Hertzog Albrecht in Bayern, Regen» spurg dein Reich wiederum einzuräumen, gezwungen worden. In dem 24 jähr seines alters begab er steh in den Schweitzer - krieg, und an. 1504 erwieß er sich in der schlack» bey Regenspurg, welche Kayser Maximilian mit dem Pfaitzgraf Ruprecht am Rhein ge- hslten, so tapffer, daß ihn der Kayser zum Ritter schlagen ließ. Worauf dieser dem Kayser in den mit dem Hertzog zu Geldern, den Venetianern, dem Pabst Julis II und den Frantzösen geführten kriegen, ungemeine proben seiner treue und tapfferkeit abgelegt. Bey eroberung des Hertzogthnms Würtemberg commandirke er im namen des Schwäbischen bundes 20000 mann zu fuß. Kayser Carolus V ernennte ihn zu Worms an. 1521 zu seinem Rath und Feldherrn in der Fürstlichen Grafschafft Tyrol, übergab ihm auch das schloß Rungelstein samt der Burghnt. Solche gute meynung nun von sich zu erhalten, gieng er bey angehendem Frantzösischen krieg in die Kayserlichen erb-lande, Flandern und Hennegan, solche wider den besorgenden Unfall zu verwahren, allwo er auch bey dem starcken anzug der feindlichen rnacht seine schwache mann- schaffr mit grosser klugheit abgeführet. Aus den Niederlanden begab er sich nach Italien, und hatte an den daselbst vorfallenden schlachten und eroberungen immerdar grossen anthecl; wie dann ihme sonderlich wegen dem bey Bicoque erhaltenen sieg das gröste lob ertheilt wurde. Als Genua mit stürm an die Kaystrlichm übergieng, bekam Frundsberg das silberne scepter, die silbernen schiüffel, die Haupt - sahne des meers und einen kostbaren conipaß für seinen antheil, da er im übrigen seine Teutsche armee nach Möglichkeit vom rauben und plündern abgehalten. Im treffen bey Pavia umringte er die aufFrantzösischer feite hartnackig fechtenden Teutschen, welche man die schwachen sahnen nennte, neben Marx Sittichen von allen leiten, daß durch deren Niederlage ein grosses zu dem Kayserlichen. sieg beygetragen wurde, wovor er Königs Francisci schwerdt kriegte, so demselben ftm Marschall Galeacius von Sansi'vetino nach gewohnbeit solle vorgetragen haben, und welcher wenigst nächst bey des Königs Person m der schlacht umkommen, solchen nahm er auch mit nach TMschland. Daselbst Mete er den gefährlichen dauern - aufstand im Algow, ohn einiges blut - vergießen. Doch kmite er nicht lang m Teutschland bleiben; denn weil der Pabst Clemens VII dem Kayser an. 1526 den krieg angekündiget, auch mit seinen Mitten bereits wider die Kayserlichen anrückte, warb er in grosser eil von semen eigenen Mitteln, die er aus Versetzung seiner Herrschafft und seiner gemahlin kleinodien aelößt, 12000 mann zu fuß, wovon er einem reglichen einen gold-güiden auf die Hand gab, und mit ihnen ohne geld, geschütz und Magazinen, theils aus treue gegen dem Kayser , 4^6 ftu stu fuc theils seinem söhn zn lieb, der sich bey der Kayserlichen armer in Italien befand, den beschwärlichen marsch antrat, und unter- wegens den Päbstlichen General Johann -te Medicis zu weichen nöthigte. Dabey hatte er einen solchen zorn gegen den Pabst gefaßt , daß er einen strick im brisen getragen , und gedroht haben soll, ihn damit zu erhencken. Wiewohl er auch dabey das absehen mag gehabt haben , denen soldaten dadurch einen besseren rnuth und grössere Hoffnung des siegs zu machen. Jedoch hatte er kaum seine Teutschen zu dem Hertzog von Bourbon durchgebracht, als unter denselben wegen geld- und vorrath - Mangel ein aufruhr entstund/ darüber sich Frundsberg also erzürnte, daß ihn der schlag rührte / und er also zum cvmmando forthin untüchtig wurde / mmassen er sich denn nach Ferrara / und von dar einige zeit darauf nach Teutschland muste bringen lassen / woselbst er an. 1528 gestorben. Seine güter waren noch alle versetzt / und knnte er sie nicht wieder einlösen, weil er alles vermögen an diesen krieg ge- wcndet/und gleichwohl nichts zur erkänntlichkeit davor bekommen. Man beschreibt ihn nicht allein als einen tapffern, sondern auch als einen sehr starcken mann / inmassen er denn ungemein groß gewesen / und mit dem mittelstcn finger der rechte» Hand den stärcksten mann, so vest als er immer gestanden/ bewegen/ ein Pferd in vollem lauff erhalten / und ein schwär stück geschütz mit unter- kegten achseln nach belieben bewegen können. c>o§. bitt. I 4 errn Leorgcn unll tierrn <72tpsri, v»n krunllrbc-g rikrcriiclier Icricg 8 - rtirren. Lsyer. ftsmm - bucli ?. II p. lob. pkosopoßr. ?. IN p. 84 . * Dousa schuld gibt. bist. I. zz. . Si-utincken ist ein thal in dem Bernerischen ober-land / wff» Walliscr-AchGemmt/ der Lander nach / b l! Frundsberg/ (Caspar von) ein berühmter kricgS-held/ war «in söhn des vorhergehenden / welchen er mit seiner gemahlin Ca- rharina von Schrovenstain erzeuget hakte. Er wurde gleich in fernen jungen jähren zu den ritterlichen Übungen angehalten / deren er sich nachgehends in den kriegen glücklich bedienen kunte.An. 15-4 wohnte er dem krieges-zuge Caroli von Dvurbon bey/ welcher mit der Kayserlichen armee einen cinfall in Provence gethan harre/ ob gleich darinnen nichts sonderlichS ausgerichtet wurde. Aber da gleich daraufder König Franciseus I sich selbst für Pavia legte/ worinnen Caspar von Frundsberg mit noch andern Teutschen Befehlshabern und soldaten m besatzung war / legte er von an- 'anq biß zu ende der belagerung viel ehre ein; Massen er nicht allein das furchtsame und rebellirendekricges'volckzu Pavia wiederum muthig gemacht und besänsskiqet/ sondern auch durch einen tapffern ansfall in das Frantzöstschc lagcr dem von der andern seilen angreiffenden Kayserllchen Heer mit Nachdruck lufft machen hclffcn / welches dann in der thal auch nicht wenig zu dem allda Erlangten vollkommenen lieg beygetragen. Dahcro er auch bald daraufzn einem Hauptmann/und nicht lange hernach zum Obersten über das Teutsche fußvvlck gcsetzet worden. Nach diesem so rühmlichen sieg eroberte er die Margqraffschafft Saluzzo/ zernichtete auch der Italiänischen Fürsten bündniß / und zahlte seine soldaten/ welchen mau 2 mvnar soll» schuldig war/ von seinem ei- gencn gelde/ damit .sie desto milchiger fechten möchten. Wodurch Sann selbiger zeit würckiich die stadt Mayland erhalten/ odschon sie von aussen her mit einer feindlichen armee umgeben war/ auch darneben feindliche besatzung im schloß läge / und die bürgere der stadt sechsten gar nichts guts wider die Kayserlichr im sinn hatte. Der Kayser wolle deswegen seine erkänntlichkeit zeigen / und schenckte ihm eine Mayländische Grafschafft/ die er aber an den vorigen eigenlhnms-Hcrrn / nachdem er von der Kayserlichen acht defreyct worden/ überliesse / und davor die stadt und das land Monza / wie auch andere städte und Hcrrschafflcn in dcr kombar. die/bekam. Das jährvorhcro/ nehmlich an. 1527/ schlug er al. klein mit seinem volcke der Venetianer und des Francssci Sfortiä völcker bey Marlgnano / und bald darauf den Ioh. Jacob von ötc-mi». welcher mit einigem aus der Schweitz und anderswoher zusammen gerafften volck b,ß gen Carrara angezogen war. An. r ; ;o commandirte erin der belagerung der stadt Florcntz; allem/ weil inzwischen der Rcichs-tag zu Augspurg vor sich meng / trug «r das coiiimando einem andern auf/ und rciselc über Inspruck „ach Augspiirg. Doch/ als nach absterben des gedachten Hcrtzogs Francisci Sfortiä von Mayland an. i;;; König Franciseus I aus Franckrcich dieses Hertzogthrnn aufs neue einzunchmen suchte/ machte ihn dcr Kayscr/ nebst Francisco von Hembstenr/ zum General über daS Teutsche fuß-volck / welches durch Italien m Provence einbrechen solle. Allein Frundsberg siel auf der reise m eine kranckheit / und wurde qcnöthiqet / sich nach Hause dringen zu lassen/ da er dann wenig tage nach seiner ankuiifft m dem ;6 jähre seines altcrs gestorben / und zu Miirdclhcim bey seinen Voreltern -beygesetzet worden, unci LLlpsr von brunllsberg Lriegzetbsccii, Frustno / lat. bruimo oder rrulinum, ist ein kleiner ort in. -Compagna sti Roma / zwischen Vcroli und Plperno/ dessen Strabv/ Ptolcmäus/ Livms und andere alte scribenten gedencken. Fruterius (Lucas) war von Brügge in Flandern / und kam mit Iano Douza / Oberto Giphanio und Iano Lernukio nach Paris. Als er sich einmal im dall-schlagen allzu starck beweget hatte / und daraufeinen kalten trnnck that / siel er darüber in erne kranckheit/ daran er an. izüs/ darr kaum 2; jähr alt worden/ Hestorben. Im übrigen war er in buli>3m»r>bus vortrestich erfahren/ wie davon seine schrifften / die er auf seinem tod-bettc dem tkuphamo anvertrauet/ zeugen können / als da sind: vcrillmM. «V» " 8evcr>»r>> ss'moromsrs rkcrorlcer; vcrluz „Iliccll. ^c. Giphanius habe sich Frnterii arbeit über den Gellium vstd Lucrelium als seiner eigenen bedient/ welches ihm sonderlich ches sich von der Avamier-'/up Vcmmr / der Lander »ach / biß an den Lhuuer - sce in 6 stund lang hinunter ziehet; der Haupt-stecken ist Frukingen/ von welchem das thal den namcn hat; Die übrigen sind Kandelfteg / Kandcibruck/ Erlidach w. ES ward vor alters von seinen eigenen Frecherm beherrschet / welche einen schwartzen adler im weiffen schild gefuhm haben. Nach deren ab- gang fiele es durch heyrath an dieFreyherrn vonThmn in Wallst/ aus denen Antonius an. izS; gelebt / und der Stadt Bern viel ungelegenheit gemacht; Er gäbe aber zu ansang des folgenden se- culi der stadt das gantze thal um 6200 gülden zu verkaussen/ welches deneneinwohnern so lieb gewesen/ daß sie sich sechsten geschä- tzetrmd den kauff-schilling erlegt haben. Von dieser zeit an setzet dte stadt einen Castcllan in das schloß Tcllenburg bey Frutingen/ der solcher residentz nicht langer als 6 jähr zu gemessen hat. Das Land hat noch schöne freyheiten/ und ihr eigen lands-panner. Es waren vor diesem in dieser frey-.herrsch äfft 4 alieEdle sogmanme steur-fteye geschlechter/als Scharnachthall/ Stambach/ Uken- dorff und Mooß. Das schloß oder der alte thurn / darinn die Freyherren von Thuen ehemals gewohnt hatten/ stehet noch aufrecht/ und wird von den land-leuthen Fclsenburg genannt. l. 8. v> 14.7. b Äm/e»-. I. r p. 5;>. ik-gucss/rc. I-o-v-v. in /Vnnor. * Fuchs / ein eidliches und zum theil Freyherrlich, rancken / welches von einem in dem Fürstenlhum S> lcgenenst« reyherrlichesLeschlechtm chwartzcn. erg / nicht weit von Hohenlandsberg/ gelegenen stamm-grite den beynamen von Dornheim führet / und schon an. n 19 dem thlirmer zu Octtingen mit beygewohnet hat. 3u ansang des 16 ft« culi waren Jacvbiis und Apollinaris durch ihre gelchrsamkeit be- kandt. An. 1Ü2-. erhielt Johann Georg das Bißthum Bamberg/ und an. 17c; bekleidete Christoph Ernst/ Freyherr Fuchs von Dimbach/die stelle eines Kayserllchen Neichs-Hofraths undWürtz» burgischenOber-Cammerherrn/ ward luden Graftustand erhoben / und an. 1716 als Kayserlicher Plcnipotentiarius im Nieder- sächsischen crayß nach Hamburg abgeschicket. k»nc. r-ckv. snnrl Lrr. sctellp. p. 2. Fuchs / eine Adeliche familie in dem Fürstcnthum Anhalt, weiche mit denen von Fuchs in Franckew rc. einerley waapen, und in demselben einen fuchs zu führen pfleget^ Zu ihrem ahnherm seyet man Nicolaum/ der an. -?79 als Sladtmeister zu Straß, bürg / aüwo diese stelle eine der vornehmsten Adeliche» bedienun- gen ist, mit todt abgegangen. Sein mir einer von Wildern erzeugter söhn / Hans Nicol/ starb an. 1644 als Statthalter und Graf des landcs Haveln in Niedcr-SachstN/ und hinterließ von seiner gemahlin / einer Frcyi» von Puttitz / 4 söhne: der älteste starb als Wvlffenbüttelischer Stallmeister auf der reift in Franckrcich ; der andere wurde Cammcr-Iuncker au dem ost-Friesischen Hof, und hatte einen söhn, welcher an. 1709 unter der Dänischen Grenadier - Garde als Capitain stund; der dritte war Schwebn scher Lieutenant/ und starb ohne erben; der viecdtt/ Nicvlaus Christoph, war Stall-undIägermeistcr bey dem Fürsten zu Zeckst, und gesegnete an. iü8z das zeitliche. Ihm succedirte in den gedachten sich, eiiitzigcr söhn , Hans Christoph aufLidingek- wort, welcher seinen stamm mit 2 söhnen, Carolo Wilhelms und Friderieo Ludovico, fortgepflantzct hat. iull. 1.7. Fuchs von Fuchsberss/ ein Grästiche familie in Tyrol, welche von dein schloß Fiichsderg, nahe bey 8. Paul gelegen, den namcn führet, und an. iz8; den titul von Iauffendurg und Passeyer angenommen , weil Christoph die letzte von Passeyer, Barbaram, znr ehe gehabt. Georg hat an. 116; zu Zürich, Wolff an. 1:9? zu Nürnberg, Siegfried und Heinrich aber an. 12z; zu Würtzburz dem turnier beygewohnet. An. 1421 bekam Wolff das jchloß Lcbenbcrg mit seiner gemahlin Dorothea, der letzten dieses ge- schlcehts. An. 148; wär Diego Landes-Hanptmann an der Etsch. Christoph vertrat anfangs die stelle eines Commcndantcn zu Kuf- stcin, wurde aber nach seiner gemahlin tod c>„omcu?, und an.l;Z9 Bischoff zu Briren, woselbst er an. 1542 sein leben geendrget. Leonard ist bey dem Kayser Leopolde Cammer - Herr"gewesen. ^/!/r 686 nebst der cksrgc eines Kriegs-Nakhs das aircüonum der lehn-sachcn der Chur Marck und an.. -69z die Präsidenten-IM in dein (/»ntiiior,» nebst der aufsicht über die Resormirien gemeinden/ an. 170z aber dieCantziar-würde in Hinter-Pommern aiss- - gckragen.An. 168z qieng er an den Chur-Cöllnischcn/ingletchenan den Braunschwcigischen und tzüneburgischen Hof/ wie nicht we- suc fue p/ger zu dem Bischoffe zu Paderborn / zu dem Printzen von Oka» nienuttd zu andern / die vertrauliche Zusammensetzung mit den benachbarten mit-standen entweder zu erhalten oder zu befördern; und an. 168? gieng er abermals als Abgesandter zu dem Printzen von Dramen und zu den Staaten der vereinigten Niederlanden/ einige Mißverständnisse beyzulegen. Zu gleicher zeit bemnhetc er sich nicht allein in den nahe gelegenen / sondern auch in entfernten landen / die eommereien aufzurichten; wie ihm denn so wohl die Africanjsche als Amerikanische handels-compagnie ihr aufnehmen vor ander» zu danckcn hat. Hierauf entstund zwischen dem Könige in Dänemarck und der stadt Hamburg an. 1686 eine krieges-flam- me/ die aber durch seine wohlredcnheit wiederum qesttllet wurde. So legte er auch an. 1686 zwischen Dänemarck und Holstein-Got- torff/ gleichwie an. 169; zwischen Dänemarck und dem Hause Lü- „eburg die entstandenen weitlaufftigkeiten bey. Ja an. 1702 hat er beyletzgedachtem Hause es dahin gebracht/ daß nicht eine innerliche unruhe Deutschlands verderben vermehret. Der Kayser Leopold fand sich durch so viel rühmliche Verrichtungen dieses Ministers bewogen/ ihn an. 1700 in denFreyherrn- stand zu erheben. Im übrigen suchte er die gelchrsamkeit auf alle weise zu befördern; wie er denn / da er noch zu Jena studiret / rabeiUs -a irmimnones jm» mit schönen anmcrckungcn/ und nachgchcnds zu Duisburg Lcl iatticuriones imperiLle. herausgegeben/auch an. 1694 bey dereinweihung der Friderichs-universität zu Halle diedcschir- mmig derselben übernommen. Von seiner bcredsamkeit findet man genügsame proben unter den reden vornehmer Herrn. Er starb an. 1704 den 7 aug. im 64 jähre seines alters/nachdem er von - ge» mahlinnen ein vater verschiedener linder worden. Die erste war eine Frantzösin / und gebahr ihm die gelehrte Dame / so des berühmten Staats - Ministers von Schmettau gcmahlin worden. Die andere war eine Fridebornin / mit welcher er Johann Paul/ Frecherm von Fuchs/ Preußischen Hof- und Ravcnsbergischen apvellations-gerichts Hosrath/ rc. gezeuget. L in orarlon. psneAFr. Fuchsins / (Leonhardus) ein berühmter Meistens/ war zu Wembdingen in der Ober-Pfaltz an. izoi gebohren. In seiner jugend legte er den gründ zu den sprachen und wiffenschassren auf den schulen zu Hailsbrunn und Erfurt. Nach seiner zuruckkunfft gab er in seinem geburts-orte anderthalb jähre einen wt'orm-rorem ab; worauf er an. 1; 19 nach Jngolstadt gercisct / und daselbst sonderlich des berühmten Capnionis und Ecrporini coNeZi- besuchet/ dadurch er auch gclcgcnheit bekommen/ die schrifftcn Lu- lheri zu lesen/ und dessen lehre beyfall zu geben. Er wurde daselbst ÜN. 1521 IvlgßiAer pk'.IcilopkiL/ UNdDoÄOl- mecjiciNX, welche leH- tere wissenschafft er r jahr auf dieser Universität gelchret. An. i z -4 begab er sich nach München / und pracstcirte daselbst mit grossem rühme. Zwey Jahr hernach gieng er wieder nach Jngolstadt/ von bannen er an.iz -8 nach Anspach zum lcib-">->a>co . und an. izzz nach Tübingen zu der profcßion der anatomic beruften wurde/woselbst er auch an. i; 6 z gestorben. Seine tchrifftcn zmd: st,- «lEics ; 6e weösnUi mctkoöa ; cle 5ar.sr.ciiz iiumani corporiz malis; iollirutiones; paralloxa lNLliica; coirimencarii 6 7. Fuenleal Ramircz/ (Diegovon) war Bischoffzu Cuenza/ und in dieser -»«ccs an. 14^9 gebohren. Er lehrete mtt grostem rühme zu Salamanca/ und wurde darauf zu Grenada in Sevilien. Nachgchcnds kam er in die Niederlande/ ?md befand sich bey der müsse Ertz-Hertzogs Carolt von Oesterreich/ so nachgchcnds Kayser worden. Hieraus wurde er Dlschoff zu Malaga / und nachgchcnds zu Cuenza an. 1; 18. Nach diesem soll er «ils ämbLssL^ur nach Franckreich und Engelland gegangen,eyn/ t>nd sich an. 1522 zu Rom befunden haben. Bey der M-nckkunfft in sein Bißthum starb er an. iz;6. Er hat verschiedene schrlfften hinterlassen/ die aber nicht zum Vorschein gekommen. red. didl. äs (,'oncnent. vcc. Fuensaldackna / (Lion5o?crc2lZs Vi vero, Graf von) ein berühmter Spanischer General und Staats - Minister m der nntten des 17 seculi. Er stieg von den niedrigsten biß zu den höchsten rn.iir-r-ctigrgen. und ward wegen seiner lcutseeltgkett von seinen untergebenen sehr geliebt / war aber im übrigen bey dem damaligen schlechten zustande der Spanischen monarchlc nicht allemahl so glücklich/ als seine tapfferkeit und klugheit verdient hatte. In den Niederlanden diente er eine geraume zeit/theils unter dem General- Piccolomini / aufdessen Commando er unter andern Mardlck den Frantzosen hinweg nahm ; theils aber unter dem Ertz- Hertzoge Leopold Wilhelm / welcher die führung des krlegs chm bisweilen äantzlichüberließ; daerdennan. 1649 Dpernund 8 .Venantden feinden wieder aus den Händen riß. Bey der unglücklichen bclage- nmg von Arras an. 16^4 verhinderte er die feinde / daß fie dm er» langkcn Vortheil nicht nach ihrem wünsch gebrauchen klinken. Bald darauf ward er als Gouverneur in das Hertzogthum Mayland « Ka» Fuentes genannt, und durch gar viel andere dinge, welche eine begierde zu Neuerungen und unruhe bey ihm anzeigten, bey allen Italiänischen Potentzen, am meisten aber bey den Venetianern, tormillsbie und verdächtig. Er nahm sich, in ansehung seines alters, erfahrung und Verdienste, öffters die frey- heit, I>en befehlen des Spanischen Hofs nicht zu gehorchen, und zwar unter dem vorwand, daß stlbige nickt von dem willen des Königs Philippi III, sondern von dem Unverstand oder eigennutz seiner Ministers herrührten, welchem exempel nachgehends auch andere Oou vei-nems. zu grossem Nachtheil der Spanischen Monarchie , gefolget haben. Wider die der Jnfantin Jsabellä geschehene fchenckung der Niederlande setzte er sich vor allen Spanischen Staats - Räthen. Im übrigen war er von einer melancholischen compiexion, dabey aber von einem vortrestichen verstand, listig und kühn in seinen Unternehmungen, standhafftig dieselbige auszuführen , und in der kriegs - kunst nicht weniger als in der staats- wissenschafft fast unvergleichlich. Man tadelte an ihm, daß er allzu sehr zu der strenge inclinirte, auch wurde chm schuld gegeben, daß er wegen seines geringen vermogens bey stmen mmtanfcheu expeclirionen nicht weniger seinen nutzen, als seme ehre , zu befördern gesucht. Über den tod des Königs Hennci IV bezeugte er eine so ungemeine freude, daß er fast sich selber darüber vergaß» Er starb aber noch in eben demselbjgen rahr an. 1610 den 22 ml. im 8;sien jähr seines alters. wtt. sn. itzs; ö-c. tM Ven-kL. iur ces lerrres. i-lc- -lc un Irmcipe empres. 8->. -i- ^-7 comm-ms--. 5 °bre el Comineo «x. 19°. rü«/?,r per k.or. Lrrllo. «uentes/ (5°rr -ll) eine an den äussersten gräntzen des Her- koatbums Mayland, an dem Comer-see, gelegene vestung , mit ? aroffen bastionen. Zu ansang des 17 seculr an. i 6 °; hat sie ob- llebenber Graf von Fuentes, o°uv°rn°ur von Mayland, anlegen, auch in kmtzer zeit vollenden lassen, und zwar auf mein festen, 4«8 fuc fug fug der ungefehr eine Italiänische meile in seinem umfang hat. Die absieht war, nicht nur die Graubündter und andere benachbarte, dadurch in rclheü zu erhalten, sondern auch eine freye commum- rrrion mit der Grafschäfft Tyrol und anderen Oesterreichischen rrbländern mitten durch das Bündtner - land vermittelst dieses korrs zu haben. Seit derselben zeit ist diese vestung allezeit in gutem stand geblieben; doch wegen der ungesunden lufft ist es nöthig/ die Garnison össters abzuwechseln. Gleichwohl erlaubet man von seilen Bündtens Spanien oder Mayland den paß nicht / es wären dann besondere und niemand nachtheilige zufalle, üill. a. zor. * Fuentiduegna/ (Petrus) genannt FontidoninS / ein Cano- nicus zu Salamanca und ^rciu - Oiaconus von Alba/ war ein Spanier und gcdürlig von Seqovien. Er studirte zu Alcala/ und lehrte nachgehcnds die rede-kunst und theologie daselbst/ er gienge mit Pctro Gonsalvovon Mendoza aufdas conc.aum zu Tridcnt/ und zeigte m 2 reden / welche er an. 1562 daselbst gehalten / so wohl seine beredt- als gelehrsamkeit. Das folgende jähr hielt er König Philivpo ll zu ehren / eine rede/ darinn er dessen eifer vor die Catholische rcligion sehr hoch crhebke. Diesez stucke lind nebst einer Lateinischen schuh - schrifft für besagtes Concilium zu Tridcnt wider Johannen! Fabricium / zusammen gedruckt worden. Nach seiner zurückkunfft in Spanien wurde ihm in der ciiwccs Lala» manca die stelle eines Onvnici pcLnicenriLrn u»d -,rcüi VUconi zu Alba aufgetragen. Woraufer an. 1579 IM ü; jähre seines allers gestorben. u>ll. 1. zz. 0, t»t>!. Fueros/ werden von den Spaniern die fundamental - gesche und absonderliche Privilegien des Königreichs Slragomen und andrer Spanischer hindern genennct; und scheinet dieses wort von dem lateinischen yo-um scuicii Ursprung zu haben. Man Hai ein gewisses buch von den alten Gothischen gesehen/ welches insgemein cl vu-ro jurgo titnlirl wird / und an. ÜZ4 iiidemTolctaiilschm Coneilio soll publicirt worden seyn. An. 85 z sind >«« fu-r»s ' , der Kavscr Marimilianus aber zu seinem Rath, nnd ertheilte ihm und seinen brüdcrn zugleich den Adel. Eben dieser hat auch die ic >6 Häuser zu Augsvurg, so man die Fuggeren nennet, vor arme leute erbauet, nnd bey 8 . Anncn-kirchc die vortrefliche capelle sinnt dem gantzcn chor und dem künstlichen orgcl-werck, so über rüoooo gülden gekommen, gestintet. Georgius nun ist von seiner gemahlin Regina Jm-Hof der gemeine stamm-valer des noch heutiges tags blühenden Fuggerischen geschlcchtS worden. Denn diese gcbahr ihm nebst andern linderen Raimundum und Antonium , welche 2 Haupt - stamme , so von ihm den namcn bekommen, aufgerichtet. Raiinundus war ei» sehr gelehrter Herr, und bemühele sich, die vortresiichstcn anti- quitätcn aus Griechenland, Sicilicn und anderen orten anzuschaffen. Der Kayser Carvlus V machte ihn, gleichwie seinen bruder Antonium, zu feinem Rath, und erhub ihn in denFrenherrn-stand. Er crkaufftc an sich die dorffer Winterbach, Dicrlabingen, und andere mehr, worauf er an. izzz gestorben, nachdem ihm stine gemahlin Catharina Thurzonia n kindcr qebohren. Von diesen hat Johannes Jacobus den Pfnrtischcn äst, gleichwie sein bruder Georgius den Weißhornischen aufgerichtet. Johannes Jacobus ahmte seinem Vater in der gelehrsamkeit nach, und suchte auf alle weise die stuMs beförderen, wie er denn auch selbsten die ge- schichte des Haines Oesterreich in Teutscher sprach beschrieben. In der theilung mit seinen geschwistcrn bekam er die Graffchafft Pfyrt, die Herrschafften Altkirch und Jssenhcim nebst der Voqtey Senheim, im Ober-Elsaß, darzu er die schlösscr Bußnang und Wcinftldcn, Hohcnkrcchcn, nnd den schönest flecken Tauffkirchcn m Bayern, durch kauff an sem hauß gebracht. Zu AnOnra SÄ kleidete er die stelle eines Bürgermeisters, und bey Hertzosi M brechten V in Bayern eines Raths nnd Cammer-Präswenren Es zeugte mit 2 gemahlinnen 21 kinder, davon ibne, als er an. '157, gestorben, 18 überlebet. Von den söhnen wurde SigismunLus Fridericus an. 1542 gebohren, welcher sich uachgehends in dc» geistlichen stand begeben, und endlich Bischofs zu Regenspurq werden. Sein nächster bruder Carvlus erwählte das kriegs-icbcn, und diente dem Konig Philippo II in Spanien. Alexander,Victor Auqustus und Maxiimlianus folgten ihrem ältern bruder in dem geistlichen stand nach. Hingegen pflantzten Severinus, Alerius, Constantinus und Trajanus das geschlecht fort, und richteten besondere zweige auf, davon aber der Alexische und Trojanische eingegangen , und von dem Severimschen blieb nur Maria Johanna übrig, welche an. i6z6 den 11 jan. gebohrcn, und erstlich an Leu Freyherr» von Lösch, nach dessen tod aber an GrafFramiscum «Lebastianuin von Taxis vermählt worden. Constantinus hatte das glück, daß er in dreyen söhnen, Francisco Benuone, Constan. tino und Johanne Friderico, eine grünende nachkommenschafft erhielte. Denn Franciscus Benno I , Graf von Kirchberg und Weissenhorn, zeugte mit Engelburga, Frcyin vonFränckingen, Francilcum Bennoncm II , welcher von Anna Regina, Freyin von Hörwarth, ein vater Mariä Concordiä worden, die Ferdi, nando dem iüugern Baron von Puch sich vermählte; ferner Vi- tum Adamum, welcher an. 16,7 gebohren, und sich mit Maria Catharina, Graf Johannis Friderici von Fugger tochter, verhey- rathcte; und endlich Mauritium, nebst verschiedenen töchteren. Francisci Bcnnvnis I mittlerer bruder, Constantinus, wurde an. 1604 den oct. gebohreu, und zeugte mit 2 gemahlinnen n kin- der, beyderley gcschlcchts. Unter den söhnen ist Fridericus Ferdi- nandus und Carvlus Constantinus zu mcrckcn. Der erstere hat an. iüzo den 15 nov. das licht der weit erblicket, und mit seiner ersten gemahlin Maria Francisca, Freyin von Stein zum Nech- tcnstein, Annam Franciscam, Maximilianam Renatam und Rat, muntum Josephmn Antonium gezeuget, gleichwie sein bruder Carvlus Constantinus, der an. 1640 gebohrcn worden, von Maria Concordiä, Freyin von Ulm zu Erpach, ein vater Maximiliam Consrantini Äntonii wurde. Johannes Fridericus, ein sehn Confrantini und bruder Francisci Bennonis I und Constantini, kam an. r öoy den 14 oct. auf die welk, und vermählte sich mit Maria Jacobe, Freyin von Gumpenberg, die ihm an. 1S4; Jo- hanuem Paris, Grafen von Kirchberg und Weissenhorn zu Zi» mcnberg, Chur-Bayerischen Cammer-Herrn, und 2 jähr hernach Adamum Constautinnm gebohrcn, welcher sich an. 1072 mit einer Freyin von Fräncking vermahlet, und mit ihr, nebst andern linderen , Ferdinandum Carolum Antonium Fclicem, Canon,cum zn Negenspurg, und Maximilianum Josephmn gebohrcn. Raimundk anderer söhn, Georgius, ein sehr gelehrter und in den mathematischen wisseuschaffren erfahrner Herr, hat, wie bereits gedacht, den Weissenhoruischen äst aufgerichtet. Er war an. 1517 den rr nov. gebohren, und vermählte sich an. 1540 mit Ursula von Lich- tcnstein, die ihm 14 kinder beyderley geschlechts gebohren. Unter den söhnen haben Philippus Eduardus, Octavianus Sccundus und Autonius das geschlecht fortgeführet. Philippus Eduardus, von welchem unten ausführlich soll gehandelt werden, wurde von feiner gemahlin, Maria Magdalena, Freyin von Königseck, ein vater verschiedener kinder, unter welchen Hugo mit Maria Julian» Vöhlin, Albertnm Fuqger, Grafen zu Kirchberg und Missen born , Herrn zu Maurstetten, Pfaffenhoftn, Brandenburg Stcctcn, rc. gezeuget, welchem seine erste gemahlin Maria Francisca, GrafOttouis Henrici Fuagers von Kirchheim tochter, an. i6üi den i) nov. Franciscum Sigismundum Joscpdum gcbch- rcn, welcher sich an. 1691 mit Gräfin Maria Anna Theresia vo» Muggcntbal vermählet, und an. 1695 von ihr einen sobn bekommen. Alberti übrige kindcr aus erster ehe sind: Paris Georgius, Graf zu Kirchberg und Weissenhorn, so an. 1689 ohne erben von seiner gemahlin zu haben, gestorben; Maria Victoria; Anna Johanna Francisca, Canonissin zu Buchau; Tiberius Albertus „ Ritter des Teutschen ordens; und Margarethe! Elisabeth«! Julian» ; und aus der andern ehe Johannes Leopoldus Albertus, und AlbcrrusAntonius. OctavianusVecundus, Philippi Eduardi bruder, wurde des Kavsers Rudolphi II Rath, und stadt - Pftytk zu Augsvurg, und erlosch in seinen! enckel Octaviano, gleichnlic dessen bruder Antonius in seinem enckel Antonio Ferdinands Pi- dolvho. Ob sich nnn gleich der Raimundische Haupt - stamm zuu- lich ausgebreitet, so hat sich dennoch der Anwnische noch viel m ihr vcrgröffcrt. Denn Antonius, Georg» anderer söhn, so a». mi? den 10 jan. gebohren worden, vermahlte sich an. 1527 mit Anna, Johannis Rehlingeri von Horgaw tochter, die ihm, nebst and im kmderen, Johannen!, Jacobum und Marcum gebohren, welche allerseits besondere limcn aufgerichtet; Marcüs, von dem die Norndorfische linie ihren Ursprung hat, wurde an. 1529 dam« fcbr. gebohren. Der Käufer Rudolphus II machte ihn zu seunm Rath, und die stadt Äugspurg zu ihrem stadt - Pfleger. Er starb an. 1597, nachdem er von seiner gemahlin Srbylla, Graf Wedel mi von Ebcrstcin tochter, ein vater verschiedener kinder worvm. Unter den söhnen sind Philippus und Albertus gleich in dem a« sten glied wiederum erloschen; Antonius aber und Georgius dabei! sich etwas länger in ihren nachkommen erhalten; den» Am»- nins hinterließ 2 söhne, Maximilianum und Franciscum, daM dcr erstere an. 1669 gestorben, nachdem ihm sein soh» FcrbiiM- dus Jgnatius, welchen er mit seiner gemahlin Maria Francyca, Gräfin von Törring, gezeuget, bereits in dcr sterblichmt voran gegangen; Francifcus «der blieb au. rü-4 bey 8 . GvtllM , fug da er in dem treffen wider die Turcken dre aufsicht über die Artillerie mit grossem rühm gefuhret. Antonii bruder, Georgius, wurde an. i?6o gebohren, und hinterließ von Helena < Fortunati Barons Madrnzzi tochter, unter anderen Nicolaum, so mit Julian«, des Fürsten Gundakari von Lichtenstein tochter, keine erben erzeuget, und dahero mit seinem tod die Marcus - Fuggerische oder Norm dörfische linie beschlossen. Marci bruder, Johannes, richtete die Kirchheimische linie auf; er war an. 19zi gebohren, und starb an. i;-8, von seiner gemahlin Elisabeth« Sebastiani Nothhafft in Weissenstein tochter, Marcum, Christophorum und Jacobum hinterlassend. Jacobus, von dem unten mit mebrcrn soll gehandelt werden, begab sich in den geistlichen stand. Marcus, welcher zu Kirchheim eine ewige caplaney und ein neues kloster Misstet, auch zu Augspurg die Capuciner eingeführet, und die abgegangene brüderschafft des Fronleichnams Christi wiederum erneuert, hatte die Herrschafft Kirchheim in besitz, und hinterließ von seiner ersten gemahlin Maria, Graf Caroli von Hohenzollern tochter, unter andern Johannen:, dessen söhn Johannes Eusebius Kayser- licher Cammcr-Präsident zu Speyer worden, und in seinem söhn Francisco Leopolds wiederum verblichen. Der dritte bruder, Gristophorus, wurde an. i;66 gebohren; er bekleidete anfangs bey Hertzog Marimiliano in Bayern, und nachgehends bey Ertz- Hertzog Marimiliano in Oesterreich, die stelle eines Cammer- Herrn, und vermahlte sich an. 1589 mit Maria, Gräfin zu Schwartzenberg, die ihm Johannem Ernestum und Ottonem Henricum gebohren. Dieser letztere, von dem hernach weitlauff- tig soll gehandelt werden, wurde Kayserlicher General - Feldzeugmeister , und hinterließ unter andern kindercn Bonaventuram, Chur-Bayerischen Cammer-Herrn und Ober-Pfleger zu Lands» bcrg, weicher den Kirchheimischen neben-zweig aufgeführet, und ein. iüy; gestorben, nachdem ihm von feiner gemahlin Maria Theresia, Freyin von Mercy, Johannes Marimilianus Josephus an. 1661 den 7 oct. gebohren worden, welcher sich an. 1686 mit Maria Felicitas, Gräfin von Lvdron, Graf Francisci Joachimi ron Fugger - Wöllenburg Wittwe, vermählet. Ottonis Henrici anderer söhn, Sedastianus, wurde an. 1620 gebohren, und richtete den Wörthischen zweig auf. Er starb an. 1677, und hinterließ von Claudia Hundpißin von Waltrams verschiedene kinder beyderley geschlechts, von welchen absonderlich zu mercken Eustachius Maria, Graf von Kircbberg - Durenstein, so Oberster über ein rcgiment dragvner unter Würtemberg, und an. 170; zum Com- mendanten in Augspurg gemacht worden; und dann Marquar- dus Eustachius, Graf von Kirchberg und Weissenhorn, Herr von Wörlh,rc. welcher sich an. 1689 mit Anna Felicitas Johannes Ottonis Fuggers tochter vermahlet. Unter Ottonis Henrici übrigen söhnen war Paulus, Chur - Bayerischer oberster Hofmeister, stau. 1702gestorben. Dieser hat denGrönbachischen zweig ge- pflantzet mit seiner ersten gemahlin Maria Claudia Hußmännin, Freyin von Nomedy, die ihm an. 1674 Mapimilianum Paris Joseph, Kayserlichen Cammer-Herrn, und nach der zeit noch 12 andere kinder gebohren. Johannes Ernefrus wurde Kayserlicher geheimer Rath und Reichs - Hofraths - Präsident, und vermählte sich an. 1612 mir Margaretha, Freyin in Polwciler, die ihm nebst verschiedenen andern binderen ChristophorumRudolphum an. 1619 gebohren, welcher mit seiner ersten gemahlin Maria Anna Wal- burgis, Gräfin von Montfort, Fridericum Ferdinandum, so wenig monal erlebet; Mariam Margaretham Johannam, die an Franciscum, Freyherr» von Schwendi, vermählt worden, und Franciscum Ernestum erzeuget. Franciscus Ernefrus Fugger, Graf von Kirchberg und Weissenhorn, Herr zu Gloth, Hlllgaris- berg, Polweil, Weilerthal, Naßmünster, Stettenfels, Oberndorff und Elgau, Kayserlicher und Ehur-Pfältzischer würcklicher geheimer Rath, wie auch Statthalter des Hertzogthums Neuburg, wurde an. 1648 den 18 sept. gebohren, und vermählte sich an. 1679 mit Maria Theresia, Graf Friderici Wilhelmi von Oettingen- Katzenstein tochter, von welcher ihm gebohren worden an. 1680 Maria Agnes Magdalena; an. 1681 Antonius Ernestus; an.1682 Franciscus Jgnatius; an-168; Josephus Wilhelmus, c-nonicu- zu Cölln; an. 1Ü84 Johannes Franciscus, der aber gleich wiederum verstorben; an. 168; Philippus Wolffgangus; an. 1688 Ludovicus ssaverius; an. 1690 Maria Anna Francisca. Chnsto- phori Rudolphi andere geinahlin war Maria Johanna, Grasin von Rechberg, von welcher er ein vater Antonii Josephi Sigis- mundi, Domherrn zu Cöstnitz und Elwangen; Maria Anna, einer gemahlin Francisci Paridis, Grafen von Spauer und anderer worden. Jacobus, ein söhn Antonii, des Urhebers des Antonischen Haupt-stammes - und bruder Marci, welcher, wie gedacht, die Norndorsische linie aufgerichtet, und Johannis, von welchem die Kirchheimische ihren Ursprung hat, wurde an. ^42 den ;o wart. gebohren, und erbaute die Wöllenburgische lime. Er starb an>i;98, nachdem er mit feiner gemahlin Maria Jlsungin 6 söhne und; tochter qezeuqet. Unter den söhnen hat sich Georgius, der Kayser Rudolphi II und Matthiä, ingleichem Ferdinand;, des Königs in Ungarn und Böhmen, wie auch der Ertz-Hertzoge Marimiliani Lcopoldi und Caroli Rath, Land - Vogt in Schwaben , Hauptmann der Grafstchaffl Mitterburg, und Ritter von Calatrava, mit Anna Maria, einer Freyin von Toring, und ver- ivittibten Truchstfiin vermählet, aber keine kinder gezeuget; stme 2 bruder aber, Johannes und Hieronymus, haben sich in die Ba» benhausische und Wasserburgisthe zweige ausgebreitet: denn Johannes vermählte sich mit Maria Eleonora, Graf Carolt von Hohenwllern tochter, die ihm nebst andern binderen Johannem Franciscum, so sich Mariam Cordulam, eine Freyin von Voblm, beygelegt, gebohren. Johannes Franciscus wurde ein vater Slgts- RKAKMWKKchr Ä ^ XUtershauseu, Haimertmgen, Niederolsinaen und Meß. Johanms bruder, Hieronymus, so den Mass « zwem erbauet, und an. 16;; deni? apr. im 40 mbr stin^ Leopoldum, so von Maria Johanna, Graf Lrnesti Fuagcrs tochter, ein vater worden Francisci obue erben von zweyen gemahlinnen nach sich zu Theresia, die Graf Marimiliam.ur Fs« ?^iachslrein vermahlt worden, und endlich An- U von Kirchberg, Herrn zu Wasserburg, rc. AUV kam an. ,üz6 den 26 ,an. au, dre weit, und starb an.1694, ' u »«Nr gemahlin Maria Anna, Freyin von Neuhauß MsBaymi, Maxtinilianum Franciscum Aegidinm Fugger, und Weissenhorn, Herrn zu Wasserburg, Wöllenburg, Biberbach und Gablmgen, gebohren. i-usv. p. ; >. ^ c. 9. LLromca» c. l x. 700. gencslo;;. pzrc. r. dl. x. I. 7 c. r. ^.^UWer / (Jacob) Bischoff zu Cöstnitz, war ein söhn Johan« ms suggers,Freyherrn zu Kirchberg, welchen ihn, seine gemahlin Elisabeth Nvlhhafftm an. 1567 gebohren. Er begab sich anfangs nach Rom, allwo er sich durch seine geschicklichkeit bey Sirto V so beliebt machte, daß ihn dieser zu seinem Cämmerer ernennete. Hierauf wurde er in den hohen Stifftern zu Cöstnitz und Reqenspurg Domherr, und in dem erster» nach der zeit Döm-Probst, auch endlich an. 1604 gar Bischoff. Damit er nun seinem amte ein genügen thun mochte, suchte er seine clerisey anfalle weise in bessere disciplin zu setzen, und hielt deswegen an. isn einen 8vnosu», zu Cöstnitz. Allhier erdauete er auf eigene kosten den Capucinern ein kloster, und zu aufrichtung des Jesuiter-LoUegll an dem gedachten orte trug er nicht wenig bey, gleichwie er auch für das unter sein Bißthum gehörende uralte Benedictiner-kloster Reichen«» und des- stn kirchen wohl gesorget hat. Den hohen altar der Dom-kirche zu Cöstnitz hat er mit vielen silbernen und schönen gemählden beschencket, und hat sie über dieses gar wohl in seinem testamente bedacht. Er starb an. 1626 den24febr. und wurde in der neuen Capuciner-kirche zu Cöstnitz beygesetzt. conltamis. » Fugger / (Otto Heinrich) Graf zu Kirchberg und Weissenhorn , war ein söhn Christoph Fuggers, Freyherr« zu Kirchberg, welchen ihm seine gemahlin Maria, Graf Otto Heinrichs zu Schwartzenberg tochter, an. 1:92 gebohren. Er begab sich anfangs in spanische krieges-dienste, und befand sich an. 1617m der beia-- gerung vor Vercelli unter des Don Pedro von Toledo armee, da er dann Obrister über ein rcgiment worden. Als hierauf der krieg in Böhmen angieng, warb er in Schwaben zu dienst des KayserS einige völcker, die er an. 1619 nach Passau , und folgends nach Böhmen geführet, allwo er, gleichwie auch in der Pfaltz und an andern orten, den krteges-expcllir>o,iisus beygcwohnet. An. 1624 wurde er mit einigen trouppen dem König in Spanien zu hülffe in die Niederlande geschickt, da er unter dem Marqgrafen Spinola sich bey der belagerung vor Breda befunden. Bey seiner zurück- kunfft nach Teutschland wurde er General-Wachtmeister, richtete für die Catholische llga einige neue regimenter auf, und gieng mit in Hessen, um Landgraf Wilhelmen von der uni-m zu trennen. Er war auch anfangs so glücklich, daß er die Heßischen völcker aus dem Stifft Fulda trieb, und Vach wie auch Friediand einbekam. Er wolte noch weitere progressen in dem Stiffle Hirschfeld machen, allein die auf Kayserlicher feite unglücklich abgelauffene Macht bey Leipzig nöthigte ihn, sich mit dem General Lilly bey Fritzlar zu conjnngiren. Mit diesem fiel er an. 16; 2 in Francken ein, und eroberte Rothenburg und Windsheim. Hierauf bekam er eine eigene armee in Schwaden zu commandiern, da er dann , nachdem er Landsberg eingenommen, zum General-Feld-zeugmeistcr,und nach des Feld-Marschalls Altringers^ode an. 16)4 über die Chur-Bay- erische und Liaistische armee an dessen stelle zum Heerftihrer erkläret wurde. In dieser qualität gieng er das besagte iahr vor Reqenspurg , eroberte diese stadt, und wohnte nachgehends der Macht bey Nördlingen bey. Woraus er an. 16;? Augspurg einnahm , und darinnen den Lutherischen Rath ab- hingegen an dessen stelle den Catholischen einsetzte. Im übrigen war er Kaiserlicher knegs- und Chur-Bayerischer geheimer Rath und Ober-Canunerer. Der Kayser Ferdinandus II erhub ihn in den Grafenstand, und der Koni« Philippus IV in Spanien gab ihm an. 1628 den Mter-orden deS göldenenVlieffes.Er brachte auch dle Herrschafften Grunbach, Freweneck, Winckhausen und Mazenyß an flch, und starb an. 1644. Er hatte 2 gemahlinnen, davon die erste,Maria, Freyin und Mar- schallin von Pappenheim, welche er sich an. 1612 beygeleget , an. 1616 ohne kinder gebohren zu haben gestorben. Die andere war Maria Elisabeth, Freyin zu Walburg, die er sich 2 jähr nach seiner ersten qemahlin tode beygeleget, und mit lhr i8kmder gezeuget , unter denen Bonaventura, Sedastianus, Maria Johanna, Cbn- stMwrus Frobenius, Maria Magdalena, Maria Francrsca Renata, Johannes Otto und Paulus zu vollkommenen jähren ge? theil. Ftt Lusger/ 4IO fug füe Fugger/ (Pbilipv Eduard) Freyherr zu Kirchberq und Weis- seilhorn/ ein söhn Georgi Fuggers/ welchen ibm seine gemahlin Ursula von Lichtenstcin an. 1546 gebühren. Er war ein sehr gelehrter/ in der astrologie erfahrner/ und der Cacholischen religion sehr eifrig ergebener Herr. Er brachte es nebst seinem brüder Octa- viano dahin / daß die von Christoph Fuggers erbschafft dcputir« te ;oooo gülden zu erbauung des Fesuiter-covcxu zu Aügspnrg att« gewendet wurden- Er beredete auch seine brüder dazu / daß sie die aus gedachter erbschafft ihnen zugefallene Häuser zu Aügspurg/wel- che 12000 gülden werth waren / erstermcldter socictat schencklem Die bibliothec und vortreffliche antiqiiimten-kammer/ welche Raimund Fngger angefangen / und Johann Jaeob Iügger fort; geführet / hat er mit grossen kosten vermehret. Wie sie dann nach der zeit in 1500s stück düchern bestanden / und zooüv gülden ge- schätzet worden seyn soll; wiewohl sie dem Kayser Ferdinands lll an. 1655 vor loooü thal. überlassen worden. Erstarb am 1618 den 14 ang. nachdem ihm von seiner gemahlin Maria Magda« lcna/ Frevln von Könlgscck/ z söhne und 4 löchler gebohren worden. Die söhne waren Carolus/ Friderleus und Hugo / dictöch- tern aber Christina/ Barbara/ Anna Sophia und Justina/ da« von Christma jung gestorben / die übrigen aber sich vcrheyrathek. in rtierrr. Lugger/ (Ulrich) Freyherr zu Kirchbcrq / ein sehr gelehrter Herr/ war ein lohn Raimundi Fnagers/ welchen ibm Catharma Tbnrzonin an. 1526 den 26 april zü Aügspnrg gebohren hatte. Der Pabst Panllis II! machte ihn zu seinem Cämmercrz dessen ungeachtet aber schritte er nachgehends zu der Protcstirenden reli« gion. Er war sehr eifrig/ die älteste M^nErM 2 der besten ->Eo. rum znsanimeii zu bringen / und druckest zu lassen/ worzu er stets gelehrte lenke hielt / unter welchen sich der bcrnhmce Hknricus Stcvhanus befand / welcher sich auch verschiedene fahre auf den litnlnlcinergedrucktenbücheriNug-i vli, »„an i kurzes >.ps. ßrrpkun. gencunet hat. Solisten kanffre dieser Ulrich die sehr zahlreiche und wohl auserlesene Bibliothec des berühmten Medici Archillis Gassari; Allein mit solchen grossen kosten waren seine brüder nicht zutrieben/ und brachten es durch einen proccß dahin/ daß er für umsichtig erkläret ward / das väterliche erbaut zu verwalten ; darüber er in stätiqc Melancholie verfallen. Doch ist er nachgehends wiederum in seine guter restituirct worden / und hat noch darzn seinen brüder gccrbct.Jnzwischcn hatte er icinen auffeilt- hast den dem Churfürsten Fridmch III in der Pfaltz gesnchct/ welchem er auch bcn seinem an. 1584 ebsolgten todc seine vornefliche bibliothec vermachet. Desgleichen hat er auch vor 6 siü- denken / und sonstcn noch eine ansehnliche summa vor arme lenke gcstifftct. 8c> i»ii„.e>ntt/cn.cinon- eccici.I. 2 p. sto/). «log. cies liom.ne; st2V2»5t. 2 . p. zi>Zr- in rtic 2 'n. * Htthile / hciffcn die auf etliche Meilen an und zum theil in dem Fürsteiikhinn Anhaltsich erstreckende Moräste/ dahinein vorzeiten weder menschen noch vich kommest können / die aber nachgehends insonderheit durch den Haupt« und land« grabest/ dcr dic arantz- schclduiiq zwischen dem Sächsischen lande/ dem Hertzogthum Magdeburg und dem Fürstemhum Anhalt macht/ verbessert und zu wiesen gemacht worden. Es wird auch das aus diesem moraste hervorquellende wasser Fuhnb genannt/ so eines theils bey Stein- furt in die Müde/ andern theils aber bcn Drbbcl in biennale fliestet/ in welcher gcgcnd linfcrn Bcrnburg eine steinerne Drücke darüber gebauct worden, nccm. 4,m.uc. Krieger/ Füger/ Ficttcr/ eins uralte Adeliche nnh nünmehrö Gräfliche familie in Tnrol / w.elchc bereits an-1200 daselbst in am sehen gestanden /, und im 14 heul» das Rittcram Deyß besessen hat. In dem 15 siculo hat sie sich in die lütten von Hir^ebberez und Hncdbercf vertheilet. Die erstere / von welch r Bcne ttctus als Domdechaut zu Drircn und Ertz-Heryoqs Sigi^mundi Cantzlcr/ an. >480 zu Wien gestorben/ mag sich nachgehends aus Throl wcgbcgcbcn haben / wie Velin au. 1718 Johann SigimmV Freu« Herr von Ficgcr zu Hirschberg/ Ehur-Maysttzischer Cainmcr-Hcrr/ Hof-und ältester Regiments« Rath/ wie auch Commendamzu Erfurt/ aus seinem schlösse Doschütz verstorben. Die andere lmie hat Johann Ficgcr/ Kayserücher und Landcs-Furstlicher Rath/ welcher an. 1459 Friedberg/ Skcinach undCronburg erkanfft/ und an- 150z mit tvde abgcgangcn/au gerichtet- Sem söhn Christoph/ Herr der Lochten Friedbebg/ welchen der Kayser an. 15 ;6 zu einem Ritter des Heil. Röm. Reichs geschlagen / hinterließ Casparn/ der an. 1567 als Kayserücher wurcklicher Oestci reicht« scher Regiments-Rath gestorben. Dessen söhn/ Andreas Flieger von Friedbcrg und Cronburg/ Hoch-Natlurms und Cord/ stärb an. 1046alsOcstcrrcichischcr Regiments-Rath/ und hinterließ Johannen! Raymuuduni/ ersten Rcichs-Grafen Fncgcr/ Frey« Herrn von Friedbcrg/ der die Erbland«Obrist« Jägermeister» cliar^ in Tnrol erhalten / und aufsein gcschlecht gebracht. Volt seine» söhnen hat der älteste Domimcns Urban / Erbland-Obrist« Jägermeister/ seinenstaminfortgepflantzet/ derjüngstcaber/Gabriel Reymnud Matthäus / ist an. 170-l Kayscrlicher Haupt- mann gewesen. -L»-/,»//» ckrcninn. r. 2. Ler/cnrr gtinc»-ratet clicfes gclcltteciirr. Hüesili (Joh. Georg) aus cinem alten berühmten Züricher-geschlecht hcrstammend wurde an. l68z krL-ccgcon in der l2pic'2 zu Heydclbcrg und an. 1685 8. im-m. Oo». nachdcme cr eine gelehrte lNchnr. cie Immir^iinne co,aequ-nrl«ru.ii lNiiert 2 tagtU / seines dl- lers mehr nicht als 24 jähr aufgesetzt- An. 1688 wurde er Prediger zum H. Geist; kontc aber wegen damahligem cinfall der Jrantzosen in die Pfaltz / sein neues -m-Mcrium nicht fortführen/ für bekäme an. 1689 eine vocarlon nach Urticken an dem Knnck e^> und starbe daselbst schon den Lvjul. 1692 mitten in dem AmE» seiner fahren. Noch als hat er ein buch unter dmi.' der wldeücgte widerleget- / geschrieben / darinn er e nen Constam tzlschen Jesuiten / der m Mann pr«-e,v-i qlaubens - bekann t widerlegte/ refukteret. Man hat von ihnre noch weiter?V 012m ^mMrornni ei.l'. v-ocsrionein; Ojittnr. ge Mette Lc von MnM von dem bettel Dem. xv 4. Hunger-spiegel ; c-wettvi- ^ M2N2 r-tcr^c- und den tod junger kliider gläubiger Eltern Mn- harii/es / ein anderer dieses geschlechts/ wäre des reqimenks md Zeughen-an. i5»6zu Zm-lch/ und hat etliche streit-schriffim betreffend die Römische Arche wieder Hieron. Gebwyler geweM/ auch eine Eydgnofflsche Chronic zusammen getragen / welchenvck henk zn tag bey seinen erden zu sehen; starbe am 1518 Peter, sein brnder / wurde Capitain in. Hcrtzog Maxim. Sfortia in Mayland dienstcn/ Und hielte sich därinncn furtreM mhsi reisete daranfan. 152; nach Jerusalem / und sitzte diesen qaimn zug nachgehends auf das Papier; An. 15 n in dem erfolge,idm Cappeler-kricg (welchen er ebenfalls sehr artig in schafften versim wurde er schntzen-haripkmann / und starb an. 1548. Peter/ m anderer von dieser familie / wurde im-m. cgreeM-. am Pfarrer zu Sl. Peter/an. -ö-i. harte aber am >684 bei! 4 sibr das unglückliche von einem seiner blurs«freunden mit 2 m-- glfftckcn kugeln tod gc,che„cn zu werden. Es sind auch einigedar- von berühmte mahler m Zürich gewesen. v)»/r. xecckkc„rL * Fülach / war eine adeliche familie zu Schäfhäiisin in dsi Schweitz/ welche schon an. 1240 bekandt. Johannes wurde an »;86 zu Sempach erschlagen. Conrad ist an. 144s daselbst Bürgermeister gewesen. An. 1459 wurde ein anderer dieses geschlechis/ namens Cönrad/ biirgcr zu Zürich. Ihnen hal vor diesem die Herr,cha,sl Lanlen gehöret/ welche aber Hanß Wilhelm an. »54; dem Caiikon Zürichverkäufft. üemmzr.?. . * Hunm/ oder Fuhnen/latt kMni.-t.jst eine üi dem Beltgwischeji Seeland und Jutland gelegeneund dem Könige von Dcmemarck imterworffene instil, deren länge auf 9 bis 10, die beeile aber auf ungefähr 7 Teutsche, meilm,fleh erstreckt. Die haupt-siadt heiß Odcnsee. Von den übrigen öriern sind sonderlich zu merckcn Ny- burg, Sophigöddc.Midvclfari/ Affcns/Foburg und Schivinbnrg. Überhanvl zehlt mau darinnen 9 städte, 2i ämter, 264 kircheiv i84r ga»tzc und 281 halbe bauer-höfe. Der VSrnehmstc ßuß heist Milsiind/ welcher bey Odeusee vorbey läufft, >!»d eben daselbst rcst- dirt der über diesi iiisul gesetzte Bifchoff- Es wird zimlich viel ge- lrcyde daselbst erbauet / hat äüch ein grosscii vorralh vvn äpffeln. Hünfkrbchen/ lat. ttwingii- Lccicll.r, eisie stadt in Nieder-Ul!- garn,zwischen der Donau uuv Drab/ in dem Ba'cäwcr c--mira,jsi einer augeuchmen uuv sruchibaren gcgcnd, da insonderheit gutck weinwachs ist. Sie hat ein vestes schloß und ein Bißtbunl/wclcbcs untcr dcn Ertz-Bischoff zu Gbäii , gehöret. Bey den Ungarn heist sie Petse. Nach der schlacht bey Mohatz an. 1526 ist sie von den Türckemän. »54° von dem K.Ferdinandchund 154z von dem Tür; ckischcn Kayser Solymann erobert worden. An. 1664 wurde die stadt von den Kaysirlicyen eingenommen/ und alles in die afche gelegt / doch kumen sie sich wegen der unbequemen jährs-zeit und cin- gerisscnen stachen des schloyes nicht bemächtigen; Es glückte ihnen aber am 1686 besser/ indem sich alles an die siegreiche waffcn des Teutschen Kaystrs ergeben muste. Ler/e« L Xt-etv-r-Äi bs- tcyre b. r.N!;.irn; Hüiifkirchrn/ ein Freyhcrrlichcs und nunmehr Gräflichesge- schlcchr / welches stinen Ursprung aus Ungarn hat. Ulricus von Fnnfkircycn/ lebte an. i;ochund hatte einen söhn gleiches namens. Erasmns uitterstlmch an. 1597 dcn bricf Matthiä / Herrn in Lich» tenstem. als ceuge. Philippus nnierzcichnctc an. 1482 eine» con- trac!. so zwischen Bernhard isenginger und Robowne/ Ritter von Rostnbarl. anfgeriebtei worden. Johannes trug an. 1544 i»i na- men des Oesterrciclnsthen Land-Adels denen zn dem kriegs-westn verordneten commiittt,»; die nothdurffl dieses Ertz-Hcrtzog!hums vor. Leine söhne wären Marimilianus und Johannes Bcrnbgr- bus. Diestt letztere hinterließ Johaniiem Sigismundum/ deM sobn / Johann Bernhard/ würckilchcr Kaystrlichcr gcheimcrRaih, und inJen Grafcnstand erboben worden. Er starb an. »7°°, und ließ nach sich Eleonoren» Theresiam / Graf Jvhaäms Ioackßmk von Altbann / und CharlcMam/ Graf Gotthardi Henrici von Lvl- bnrg gemablin. An. 1)14 florirte Johami/Grafvon Fünfkirchcn, als Kaystrlichel Nieder- Oesterreichischcr Rcgierungs-Mth.I«- res Vlepnerit ÜcmmLr. ?. ^cnc.^I. -^uKr. p. 6-^. p.8i^ Hurst/ ein vornehmes AVeliches undFreyherrtichcs gcschlecht in Schlesien / welches nebst andern gutem Albrcchtsdorffin dem Brestlanisthen besitzet. Ihr'stamm-hauß Küpfferberg ligl in vem Jaurifchen- An. 1620 starb Joseph von Fürst und Kupfferberg auf Liebenstei» und Albrechtsdorff/ des Raths zu Breßlau unv Lckc,I.Jrum ?rÄ.'le§.' Un. 1674 gitNg S!glSMUIld brcclrtsdprffund Kältern / des Raths in Brcßlau und in wichrlgen Gestmdschafften Dcputirter / Mit tobe ab. Dessen fobn ^ohann Geolgk von Fürst und Kupfferberg / Herr auf Kupfferberg/ wuroe in den FrcpbcrrcnstaNd erhobctt/ starb aber ohne kindcr. Am isd florirte Marimilian von Fürst und Kupfferberg auf Albrechts-' dorff/des Räths zu Brcßlau. Sckiek cm-ioi. Hürst / (Conrad) vonZürich,clN Ritter und JhroKaysirlichm Maiestät Lcib-artzt z seine schrifftcn sind: o?u!culs 6 en«n >»c , irem ivI/iiyeinZiicL oblcrvsuon. dlslivic. krLncikci Nsrl« stör L«tsris Lkorri» ttlii Lc. * HÜkst/ für Fürst / (Walther) aus dem Canton Uri, einer der ersten Cyd- snoffen, welcher sich nut Werner Stauffacher von Schweitz und Arnold von Melchthal in Unterwalden, zu beschützung ihres Vaterlands freyheit eydlich verbunden , und hierdurch den gründ zu der Eydgnosslschm Republic gelegt. Fürstenberg / ein städtlein in Nieder-Lausitz an der Oder und hcr Mittelmärckischen grantze gelegen, zum Stiffl Neuzell gehörig. Albertus Ursus, Marggraf zu Brandenburg , wird gemeiniglich vor den Urheber des orls angegeben; allein Kayfer Caro- lus I V hat ihn in bessern stand gesetzet, und an. -; nach Hagecii bericht/ ein lchloß aufbauen lassen; nach diesem haben ihn die Schlesisthen Hcrtzoge zu Schweidnitz und Jauer besessen. An. 14; i ward der ortvondenHussrten in brand gestecket; an.i6;r und 16; 2 aber von den Kayserlichen ausgeplündert / anderer vieler kriegs-schäden zu geschweigen. Die Oder ist ihr böser nachbar/ die öffters durch Überschwemmung grossen schaden thut. Es bat eine ansehnliche Pfarr-kirche; und sind so wohl die imvohner des städtleins / als verschiedene umliegende dörffer, die zu dasiger pfarr gehören / der Lutherischen religion beygethan. Im übrigen brauet man allhier ein gutes bier / welches aufder Oder / an welchem fluß dieses siadtlein/wie schon vermeldet/liget/hin und her verführt wird. 1,-iuIirr.mLrcIc vv. k. z. Fürstenberg. Das uralte Hauß der berühmten Fürsten und Grafen von Fürstenberg, so den »amen von einem schloß und stadt dieses namens im Schwartzwald haben / jetzt die Land-grafschafft Baar/ vorzeiten aber Abnobia genennt / ist jederzeit unter die älteste und ansehnlichste Häuser in Teutschland / besonders in Schwaben gezehlet / und von denen meisten scribenten und genealogisten Ego I / oder Egan / vor dessen ersten stamm-vater / aus dem hohen und uralten Teutschen geschlecht der berühmten Agilolfinger, so von denen alten Fränkischen Königen abstammen sollen / gehalten und hergeleitet worden / welcher Ego / oder Egan schon ums jähr 670 berühmt gewesen. Vor dieses Egonis sodn oder enckel wird gehalten Lhuno / der zuerst den namen und würde als Graf von Fürstenberg/ und Landgraf in Stüblingen soll geführt / und noch ums jähr 748 gelebt haben. Nach ihm kam Graf Egon II/ zu Jürsienberg, derums jähr 801 lebte/ und aufdiesen folgte Graf Heinrich I zu Fürstenberg/ ums jähr 888 (welchen Hubner/ und andere / auch einen Grafen von Freyburg nennen.) Unter dessen söhnen / GrafLudwigen / und Graf Egon Urtheilte sich das Haus Firrstenberg das erstemal in 2 linien; nemlich in die Ludovicische und Egonische ältere / worinnen die .^ucvorc- m denen Zi-gllibur und generationen sehr disseriren. Graf Egon III / der stiffier der von chme also benannten älteren Egonischen Linie / lebte ums jähr 9)6 nach Rittershusiv/ der ihn,wie auch vpener einen Grafen von Freyburg nennet; Hübner aber und Bucelinus nennen ihn einen Grafen von Fürstenberg; und setzt jener / aber unrecht / und vielleicht aus einem druck-fehler/ daß er noch an. 999 und also n» jähr nach seinem vater Grafen Heinrichen gelebt haben solle. Mit seiner gemahlin Agnes, Freyin von Klingen / erzeugte er Graf Egon V, der ums jähr 978 gelebt / und von seiner gemahlin Agnes/ Gräfin von Falckenstein/ nach Ritterhusio, oder Gräfin vonHelffenstein, nach Hübnern/ hinterlassen Graf Egon VI/ dessen mit seiner gemahlin Judith / Hertzogin von Zahrmgen erzeugter einiger söhn, Graf Conrad / war zwar vermahlt mit Elisabeth, Gräfin von Nellcnburg ; er starb aber ums jähr io;o ohne Kinder, und beschlösse damit diese Egonische ältere Linie. Graf Ludwig zu Fürstenberg, der ältere söhn vorgebuchten Grafen Heinrichs I, stiffcete wie vorgemeldt, die Ludovicische Linie, und leistete Kayser Heinrichen I tapfferen beystand wider die Ungarn, an. 9;;. Er war aber in so grossem ansehen , daß er.Konigs Gre- gorii in Schottland Printzessin tochter Agnes, zur gemahlin bekommen. Bey dessen desceirdentz seynd die /^Kors? sehr differenter meynung, da einige, darunter Rittershusius, ihme 2 söhne geben, Graf Egon IV, und GrafHeinrichen, welche 2 linien wiederum sollen gestifftet, und die erstere, nemlich Grafen Egons linie, bis in die 7te generation gewähret haben, und erst im i 4 ten seculo ausge- lofchen seyn, welches aber in verschiedenen stücken mit der ckrono. logie nicht übereinstimmet. Hingegen halten andere mit besserem gründ, (darunter Bucelinus, Spencr, Hübner) diesen Grafen Heinrichen nicht vor einen bruder vorgemeldten Grafen Egons, der ums jähr 98-- gelebt, und mit Agnes, einer Hertzogin von Teck vermählt gewesen, sondern vor dessen söhn, der ums jähr 1000 fio- riret, und geben ihme init Rittershusiv znr gemahlin Verena, Gräfin von Habsburg,und zum söhn Graf Egon VII, der an. 1047 noch im leben, und 2 mal vermählt gewejen, erstens mit Berchla, Gräfin von Calb, und zweytens mit Mechtild, Hertzogin zu Zah- ringen, mit denen er sem Haus erhalten und fortgepflantzt, wie in folgendem zu sehen. Erstgedachter Graf Egon VII hinterließ von Gemahlinnen z söhne, nehmlich Graf Heinrichen, GrafOtten und Graf Egon VIII, welche so viel linien gestifftet. Der erste, nehmlich Graf Heinrich III, pjlantzte die Henricssche l,nie, durch seine gemahlin, Annam, Gräfin von Habsdurg, und hinterließ 2 söhne, Graf Heinrichen, der an. 12;? nochstoriret, und Graf Cuntzen, welche nach Hübnern beyde propagirtcn, bis aufdrehte generation, in deren urenckeln, die beyde Heinrich geheißen, ob sie schon vermählt gewesen, die Henricische lmie ums jähr 14°° wieder erloschen. Graf Egon VIII, der stiffier dieser linie, und z te sühn, vor-erwäbnten GrafEgons VII propagirte ebenfalls durch seine gemahlin, Hedwig, Gräfin von Habsburg; deren söhn Graf Egon IX 2 gemablinnen fucccll.vö hatte, nehmlich 1 eine Gräfin von Mach, und 2 Agnes, eine Hertzogin von Zähringen, mit deren er nach dem tod ihres bruders Berchtoldi V, des letzten Hertzogs von Zähringen, der an. 1218 ohne männliche erben gestorben, das Hu ZNsLrpMELL streff-vater Graf Eberhard V zu Würtenbera, ?welcber ^ Egons tod / mit dessen Wittib als erst- gedachter beyder Grafen Conradi und Berchtoldm Mutter vermahlt,) testamentlich vermacht, und sie daher den geistliche» 6!S«rw"hlt haben; dreweilen gedachter Graf Eberhard als ,h? stieff-vatcv, sie aus einer harten gefangenschafft, darein iie mutter bruder, Hertzog Berchtold v', derletzlezuZäimM als geissel unschuldiger weise gesteckt, mit einer starcken summa gelbes wieder ranzronrrt und erledigt. Graf Egon X,im Bart/ der mittlere söhn vorgemeldten Grafen Egons lX führte von seiner mutter her den titul als Graf zu Freyburg und Breysacki» und hatte mrt der stadt Freyburg schwäre Händel, welchejedoch in ^VP"^"neder beygelegt worden. Seine gemahlin war Adelheid, Gräfin von Neusten, welche ihme 4 söhne gebohren, darunter der rte GrafGebhard, Bijchoffzu Sveyer soll gewesen seyn. Der durch seine gemahlin, So- phiam Graf Friedrichs IV zu Zollern tochter propaqirt, dessen erster sobn, Graf Conrad Probst zu Costantz gewesen; Per jüngere Graf Heinrich, wurde Graf Rudolpho von Habsburg, folqends Kaysern , an. 127z im Baßler krieg als geissel gegeben, und hatte an dem schloß Mach einen theil, welchen er hernach Graf Ulrichen zu Wurtemberg mit dem Daumen./ theils kauffs-theils taufch-wers überlassen, an. 126;. GrafEgon XII,der mittlere Ahn erstgedachten Grafen Conraden,hatte gleichfalls mit der stadt Freyburg viel streitigkeiten, und hinterließ an. 1292 von seiner gemahlin Catharrna Freyin, oder Gräfin von Lichtenberg Graf Conraden II, der wcc-lr-ve 2 Hertzoginnen zugemahlinnen Hatte, nehmlich von Lothrmgen und Teck; milder ersten erzeugte er Graf Friedrichen,der ohne männliche erben gestorben, und mit sei» ner gemahlin Anna, Gräfin von Sausenberg, zu Freyburg im Munster begraben ligt. Der andere söhn Graf Conraden II Graf Egon XIV führte ebenfalls krieg mit der stadt Freyburg, welcher die von Bafel, Breysach, Neuburg, aus dem Kinzinger-thal Md andere zu hulff gezogen waren , da hingegen der Graf den Marggrafen von Baden und Hochbera samt den Grafen und Herren von Salm, Ochsenstein, Vinstingen oderFenestranges, Lrechtenberg, Leiningen, Zweybrücken, Ussenberg und andere zu helffern hatte. Anfangs zerbrachen die Freyburger das über ihnen liegende schloß , so damalen eines der stärckesten in gantz Teutschland geachtet ward. Als sie aber nachdeme sich mit ihren bunds» genossen für Endingen legten, sammlete der Graf ein grosses Heer, und da es den 18 ocr. izso zur schlackst kam , läge er fürnehmlich durch die mange seiner reisigen den städten ob , von welchen bey 1000 mann aufder wahlstatt blieben, gegen 400 im Rhein crtran- cken,und etliche 100 gefangen wurden. Nun ward die stadt Frey-- bürg hierdurch aufs äusserste gebracht,und hätte flch allem anfehe» nach an den Grafen ergeben müssen, wann sich nicht die beyde Hertzogen von Oesterreich Albrecht und Leopold ins mitte! geschlagen hätten, neben denen BWöffen von Costantz, Straßburg und Basel; da dann endlich ein sonderlicher vergleich geschlossen wurde,daß die stadt den Grafen für alle ihre rechte und ansprachen 2000 marck löthigen silbers, wiewohlen andere noch eine viel höhere summ setzen, auszahlen solle, welches von diesem an den kauss der Herrschassl Äadeweiler gewendet wurde; auch thun etliche noch über dieses zoo-r gülden hinzu, so die Freyburger jährlich aus ihrer stadt seckel für eine zimliche zeit dem Grafen hätten bezahlen sollen. Indessen zogen doch von dem allem die obgemeldte Fürsten von Oesterreich den grösten Vortheil, als welchen bey dieser gelegenheit die stadt Freyburg unter empfangender Versprechung, daß ihro an die dem Grafen zu erlegen habende gelbere eine erkleckliche summ sollte gesteuret werden, sich gutwillig ergäbe, und von der zeit an in des Durch». Hauses Handen geblieben. Graf Ego lebte nachdeme in seiner neu-erkaufften Herrschassl Badeweiler , allwo er auch mit seiner gemahlin begraben, welche war Verena, ein e tochter Heinrichs des letzten, Grafen zu Welsch-Neu- burg, von welcher mLrisxe das Hauß Fürstenberg auf erstgedachte Grafschafft ein recht und vrätension bekommen. Indessen ist init GrafEgons söhn GrafJohanne / die Grast. Egonifche jüngere oder Freyburgische linie wieder ausgelöscht» , welcher nach Hub- nern und vieler genealogisten meynung, mit Hertzog Leopolden von Oesterreich von denen Schweißern bey Sempach an. i z86 soll erschlagen worden seyn, dagegen aber Spener, Henmnges, Lucä Fürsten-saal, und andere mit besserm gründ melden, daß er erst an. 1458 gestorben, welches auch sonsten mrt der chronologre besser übereinstimmt. Er hinterliesse von ferner gemahlm, eurer Gräkn von 8. George aus Burgund kernen erben, daher ferne lan- 8und Herrsthafftenjals die Baselische lehen, im Drrsgow, rtem dre Grafschafft nWelsch-Neuburg und 8. George lernen, sck,Wägern, Maraaraf Rudolphen zu Baden-Hochberg, der Annam Graf NanSsM gemahlm Fürstenberg,der mittlere söhn abgedachten GrafEgons VII, lebte ums iabr 112°, wiewohlen verschiedene genealogisten, daruntte Denn nges und Rittershusius nichts von rhme wrsten wollen. Er wird aber von andern scribenten und genealogisten, als Hübnern, Svenern rc. vor einen stamm-vater gehalten , der durch seine ge- mablin Cunigundam,Gräfin von Rhernfelden, das Hauß Fursten- A fortgepstantzt, dessen söhn gewesen Graf Berchtold/der mrt 4l2 für stiner gemahlin Adelheid, Gräfin von Mach, nebst andern lindem gezeugt GrafHemrichen VII, welcher bey Kayser Rudolphen I von Habsburg in grosser Hochachtung gestanden, und ums jähr 1276 noch gelebt; seine gemahlin war Anna, Gräfin von Mönt- fort, der söhn aber GrafConrav III, der sich auch einen Landgraf in der Baar geschrieben,und noch ums jähr i; 6 ; florirr. Mit einer seiner beyden gemahlinnen, Maria Gräfin zu Feldkirch, und Adelheid, Gräfin zu Bitsch, erzeugte er einen söhn GrafHeinrichen VIII, wie nachfolget. Graf Heinrich Vlll, zu Fürstenberg, und Landgraf in der Baar,ein söhn vorgemeldten GrafConraden III, stunde schon au. 1400, oder noch vorher im flor und in der regiernng, und erlebte also den abgana der Henricischen linie, mit deren landen und Herschafften er befällt worden, starb aber bald darauf an. 144z. Seine gemahlin war Sophia Graf Friedrichs zu Hohenzollcrn lochte, mit deren er 4 söhne gezeugt, unter welchen Graf Heinrich der IX, gebühren 1405 als der ältere propagiret; er war 2 mal vermählt/erstlich mit Veronica Marggräfin von Röteln, zweytcns Elssabelh Gräfin von Lupfen, und starb an. 1411. Rittershusius und Bucellinus geben ihm ; gemahlinnen, von Röteln, Thengen sind Lupfe». Mit der letzter,, erzeugte er ; söhne, Unter weichest Graf Conrad IV propagirtc, welcher zur gemahlin hatte Ku- nigundam, GrafHeinrichs';» Mätsich tochter; er starb 1469, und hinterliesse 2 söhne und eine tochter namens Anna - die anfangs einen Grafen von Eonnenberg , hernach zu Schwartzcnberg zu gemahlen bekommen. Der eine söhn GrafHenmeh, den Rittcrs- dusiuseinen , Ertz-Marschalln nennet, starb an. 1499 »„vermählt, und ist eben derjemge, der nach Heu» uiiigcs als Fcld-Obrist Kayscrs Maximiliaiii I bey Dornach unweit Bafel wider die Schweitzer geblieben. Der andere fohn, Graf Wolfgang / geb. 1465 begab sich gleich bey angehender jugeud in den krieg, daraufer die stelle eines Obristcn und Feld- Hauptmauns bey dem Schwäbischen bund, an. 1499 verwaltet, und an. 150; auf dem zu Middelöura in Seeland von Philipps von Oesterreich Kaisers Marimiliani I söhn, und König in Casti- licn gehaltenen capitul zum Ritter des Güldenen Vliepes crciret worden. Er starb i;c>z oder i;io den z i oct. und hinterließ von seiner gemahlin Elisabeth, Graf Ottcn von S.olists tochter, die nach ibme an. 1514 den 24 ang. gestorben, 4 lochten, und 2 söhne. Von jenen blieben 2 unvermählt, davon die eine L-numiim zu Buchau wordene aber vermählten sich, nut einem Frey-Herrn von Mörfcöurg und Napvoltstcin. Beyde söhne aber erwarben sich wegen ihren schönen thaten einen unsterblichen „amen. Graf Wilhelm / der ältere söhn, GrafWolffgangs, gebühren 1491 ein tapfferer kriegs-held, bekleidete gleich seinem vatcr die stelle eines Obristen bey dem Schwäbischen bund. Nach endigung deffelbest begab ersieh inFranckrcich wider KayserCarln V in kricgs-dienstc, und legte bey den Frantzofen in allen feldzügcn ungemeinc ehre ein/ wie diese sonderlich eine grosse Verwunderung zeigen über das «nsthcn, welches er sich bey dcÄ nstter ihm in ihren dicustcn gestandenen Teutschen kriegs-volck allezeit zu erhalten gewust hat; so daß er solches, wann es ivcqctt ausstehendem folv, oder bey andern geleqcnhcitcn , aufs hcfftigste wütete , jcwcilen mit wenig Worten stillen und befänsstigen tonte. Nachdcmc ihm aber der Cardinal von Granvcl dcn weg zu der Kanferl. gnade wieder gebahnt, verließ ck die Frantzöfistche varthey , und wendete sich wieder auf die Kayserliche feite. Doch als er an. 1544 der erpedition in Chamvagne beywohnte, wurde er ben recogiwfcirung der über den fl»ß Marne, von denen Frantzost» gefangen, und init grossem -fronc nach Paris geführt, allwö er,weil er vorhin bey ihnen eine ansehnliche summa gelds erworben, sich mit zoovo crouen kanzioniren miiste. Endlich starb er an. 1549 ohne linder; seine gemahlin war Bona, Claudii, Grafen von Ncuschatc! und Heri- court tochter, wegen welcher er einige prätension aufdie Mompcl- gardische Herschafften, Vlamont/Hericoiirt, Clermout und Chatc- let gemacht; Dieweilen er aber wohl sahe, daß er vor seine vcrson wider die Hcrtzogc von Würtemberg, als souverainen über Möni- pclgard, wenig ausrichten würde, überliesse er feine präteusion dem Eru-Hauß Oesterreich, welche aber nachgchends geschlichtet worden. Graf Friedrich/der jüngere soh», Grafen Wolfgangs, geb. ,496, dienteKayftr Carln V im Italiänischen krieg, wie auch in Tcutschland wider die Protcstirendc, und ivurdc um seiner tapffcr- kcit und meritcn willen an. i; 4 > sti Utrecht mit dem Ritter-Orden des Güldenen Nlieffes von gedachtem Kaystr beehret. Er traff eine glückliche msriszc mit Anna,crb-tochtcr Ehristophori des letzten Grafen zu Lciligenbcrg und Werdenberq, mit deren er nicht mir ansehnliche Lande und Herschafften in obcr-Schwabcn an sein hauß gebracht,sondern auch dasselbe nach seinem wünsch glücklich vermehret und fortgevflantzt, Massen er mit derselben i; kinder gezeugt, worunter 6 töchtern aü vornehme Grast. Häuser, als Königseck-, Haiiau, Montfort, Truchfeß von Waldburg, Kor-Ncu- burg, und an das Freyherrliche Hauß von Galbcrstein vermahlt waren,unter welchen die zte tochter Elconora, durch ihren gemahl, Grafen Philivp IV von Hanau-Lichtcnberg,einc glückliche flamm- muttcr dieses hohen Hauses worden.^ z töchtcr giengen iiis klo- ster, und umer 6 söhnen waren ; berühmt; die 2 älteste opffertcn ibr leben in kriegs-diensten Kayser Carls V Heldenmutbig auf, als Graf Egon XVII,der an. 1;; z vor Metz,und Graf wolfgäng der an. i;44vor Carignan in Italien geblieben. Die z jüngste söhne waren vermählt', und zwar Graf Heinrich / der mittlere, so an. izzü gebohrcn, bekam in der thcilnng den grösten theil des Bäurischen Landgraftkums, darunter Fürstenbcrg, Wartenbcrg, und Don-Efchingen, und starb ohne männliche erben zu hinterlassen ; besten einige Gräfl. tochter Anna Maria, mit Graf Christoph für Tmchfessen zu Waldburg vermählt, eine stamm-Mutter der Grast. Scheer-Fnedberg ,md Trauchburgifchen linien wordm Dre andere söhne Friedrichs aber, Christoph, und Joachim Mte' ten 2 neue Innen,davon m folgendem ein mehrers. ^ Gmf Christoph zu Fürstenberg, ein söhn abgedachten Fch dnchs / geb, an. 1;;; ,m aug. ein stiffter der Kinzingerthalifche, lnue, starb frühzeitig, an. 1^9 m einem jähr mit seinem vater' noch ehe dle lands-theilung geschahe , dessen linie das Mzinaer tha , samt Blomberg und einigen andern Herrfchafften auf dem Schwartzwald erhalten. Seme gemahim war Barbara, eine tocl ' tcr Hugonis, Grafen vott Montfort, mit deren er nur einen M gezeuget, nemlich, Graf Albrecht, zu Fürstenbcrg, geb. » (7 Er brachte nach seines vaters bruders tod, abgedachten Graf Heim nchs, noch einen guten theil in der War durch erbschafft an sich, stunde auch bey Kayser Rudolphen II in sonderbahren gnaden fund vermahlte sich an. 1578 mit Jfabella, der tochter Vratislai,Herrn von Pernstein, Konigl. Böhmischen Cantzlers, denen zu ehren crsterwehnter Kayser auf dero Beylager z rag lang ein kostbabres rttter-ipiel halten lassen, aufwelches er iooo°o ß. aufgewandt. Er starb an, 1599 den iz fept. und hinterliesse von seiner gemahlin r söhne, und ; töchtern, die alle zu jähren kommen, und berühmt worden. Unter denen sohnen starb der mittlere Emanuel - an dem Hof Kayser Rudolphs II zu Prag, noch jung und öhnvermählt, Dls ; töchtern aber kamen alle in vornehme und stands-mäßiae ehtn, und zwar dre altere Anna Polyrena, mit 2 Fürsten, nemlich von Venofa in Italien, und Aguaviva, oder Caferta in Neapoiis; die lungere Elisabeth, mir GrafPopcl vonLdbkowitz, und die Untiere Francissa Hivpolyta, (welche Hübncr und Rittershusius unrecht vor Graf Albrechts schwester halten, ) hatte chm gemahl, Leon Bunan Berka - Graf von Duba und Lippa / mit dem sie einen enugen >ohn ,- Matthiam Ferdinand Francifcum gezeugt, der aber noch vor ihre an. 1644 ohndermählt gestorben, »nd ihro als mntcr eine reiche und ansehnliche erbschafft in Böhmen und Mähren hinterlassen, welche sie hernach ihres bruders Christophori jüngerem söhn, Fridrich Rudolphen zu Fürstenberg-Etühlingen u-r reNawencum vermacht; wiewolen die anderen Grafen von Berka und Duba, sich ensscrst darlvider gcsttzt, dahero die fach in einen jchwaren Proceß erwachst», der endlichen durch einen verglich beygelegt worden. Graf Christoph II, zu Fürstenbcrg, der ältere söhn Albrechts, geb. an. i;8o oder i;8; war ein tapferer und kluger Herr; wurde Kayser Matthiä Cämmerer und kriegs- Oberster, Und endlich von seinem vettee Wilhelme»!, Heiligenber- gilcher linie, an. 1614 den 2 jaw zu Link entleibt- Er hinterliesse von jenier gemahlin Dorothea, tochter Ottocars Hvliczky, Frey- Herrn von Slcrnderg in Böhmen, z söhne und 2 töchtern. Von kiesen »bar die ältere Albertina, z mahl vermählt, erstlich mit dem scldmarfchalln, Baron von Jllö, der an. 16^4 zu Egcr mit dcm General Wallenstcin getötet worden. Zweytcns mit dem Obrist Priamon, und drittens mit dem Baron Rizar!. Die jüngere toch- tcr aber, Elisabeth Eusebia, wurde die fünffte gemahlin, Marg- grafFridrichs V zu Baden-Durlach an. 1649, starb 16I. Unter denen ; föhncii Christophs, stach der mitlere Oltocar blödsinnig, die übrige 2 aber, der ältere und jüngere ffiffreten 2 linien, nemlich die Moykirchifchc, und kie Stühlingische, von denen folgcnds zu wiyen. Graf Vrativlaus I / zu Fürstenbcrg, ein fohn obge- dachten Alberti, und brudcr erst crmcldtcn Christophs geb. i;86. Ware ein Herr voi» hohem verstand, vortrefflichen qnalitäteu, und grossen mcriten, wurde Ritter des güldenen Vlieses,und Kay- sers Ferdinandi II, auch Königs Philippi III in Spanien, geheimer und kriegs-Rath, auch Neichs-Hofratbs-Präfident, und hatte f gemahlinnen,auß Fürstl. und Grast. häustrn,i eine von Croy und Arjchoic aus Niedcrlank, 2 eine Spanierin, Catbarina ocN-- vicrö-r rerr-5.; Lavinia Gonzaaa von der linie von Novellara, mit denen er 2 söhne, und eine tochter gezeugt. Jene waren zwar noch bey leben, als er an. 16) i den zo jan. gestorben, doch erlösche seine linie bald »vieder, dann beyde söhne blieben ohnvcrmahlt, unter welchen der ältere fohn Albrecht an. 1641 ill Kaystrl. kricgs-dien- stcn vor Hohen Twiel umkommen. Die einige tochter aber, Eleo- nora, geb. 1620 ward Frantz Wilhelms zu Hobcn-Ems-Vaduz, gemahlin, und dieser Gräflichen linie glückliche stamm-muter. GrafOralislaus II / voll Fürstenberg-Mößkirch, der ältere fohn abgedachten Christophs, welcher in der thcilnng von denen vätter- lichen landen und Herrfchafften,Blombcrg und anders in dcrLand- grasschafft Baar erhalten, und durch seine 2 gemahlinnen, als bcti- dc Gräfinnen von Hclffenstein, nemlich Jöhanuam Eleonoram, tochter Frobenii, und Franciscam Carolinam, Rudolphen des letzten erb-tochtcr, die Hcrr»chaffien siNößkirch und Gundelfingc», das schloß Wildcnstein, und städtlein Hayingen, samt dem dritten theil dcr Grafschafft Wisensteig an fein hauß und linie gebracht, und damit die Mößkirchische linie gestifftet. Mit beyden gemahlinnen erzeugte er verschiedene kinder , worunter folgende zu c,»>rcn, und zwar aus erster ehe, Maria Eleonora, Joh. Eufebir Fliggcrs zu Kirchheiin, gemahlin, der als Kayserl. Camillcr-HIu- dent an. 1672 ohne männliche erben gestorben.. Frobenius Maria, Afftcr-Dechant des dom-capituls zu Cölln, Domherr zu Straß- burg, uttd Reichs-Hofraths-Vier-Präsident, auch Kayftrl. geheimer Rath, der durch viele geiandkfchaffteN, die er im Namen Kav- scrs Lcspoldi an verschiedene Fürsten und Stande des Reichs mit grossem rühm verrichtet, sich sehr verdient gemacht, mid aii. 168; den 7 maj gestorben. Ferdinand Rudolph, aus zweyter ehe, Dom- Herr zu Cölln, und Stkaßburg,starb 1690 den 8 sept. GrafZrantz Christoph / zu Fürstenberg-Mößkirch, der ältelch sohn Vratis N, auß erster ehe, geb. 162z den 28 Nil. pflantzte feine lnne gl"ss"w fort, durch seine geinahlin Mariain Thercstäin,Fürstin von Arem- W, einer tochterMlrppr, Hertzogsvon Arschot-mit deren er M an. i6;y vermahlt, und nebst 4 der tapffersten und vörtrefflich- ren söhnen eine einige tochter/ als er an. 1671 den 22 stpt. gestorben-hinterlassen, nemlich/MariamTherestam/ geb. 16S7 Ca- Nonissin zu Buchau, so verstorben den 21 junii 1721. Die gemahnn aber - Maria Theresia, starb als Wittib - ;4 jähr nach ihres gemahls tod, nemlich an. 170; den i8 jan. Graf Fridrich Christoph / zu Furstenberg-Moßklrch, der älteste söhn Frantz Christophs,geb. den 8 may 1Ü62 war ein sehr gelehrter und tngendsamer Herr, studierte mit seinen nachfolgenden brüdern aufder'uttiversi- tat Prag, mit solchem eyftr, daß er an. 1679 däselbst sich zum crcirett liesse, Und zwar mit allgemeinem LppiLuM. und qcöstem rühm, absolvirte auch folgends stille studien und erercitien auf der Universität Loven in Braband; bekam hernach auch eine Werde sich durch tapferkeit in dem krieg zu llZnML-en, ulld zwar wider die Türcken in Ungarn, bliebe aber in der zweyten campagne jn der damahligen unglücklichen belagerung bey Ofen - an. 1684 den -8 jul. mit allgemeinem bebauten. Graf Frobemüs Ferdinand / anjetzo Fürst zu Furstenberg, Mößkivch; von welchem unten ein mehrers; Graf Cckrl Egon / zu Fürstenberg - geb. den L nov- a». 166; - ein vortrestjch und tapfferer kriegs-held, war Kaystrl. General-Feldmarschall-Lieutenant und Qouv-rneur zu Co- stantz, auch des Schwäbischen crayses General-Feld-Zeugmeister, und Obrist über ein Kayserliches und ein Schwab, crayß-regiment zu fuß, und uZnLiillNe sich so wohl wider die Türcken in Ungarn, als auch wider die Reichs-feinde am Rhein,in beyden letzteren kriegen, bey allen occasionen vortreflich, ist aber endlich an. 1702 den 14 oet. in der »eeio» bey Fridlingen, ohnweil Hüningen und Basel mit allgemeinem grossem bedauren durch einen unglücklichen schuß geblieben. Von seiner gemablin, Maria Francisca, einer tochter Ferdinandi, Fürsten zu Schwartzenberg, jetzt wiltib, mit bereit er an. 1699 den 9 stör. sich vermählt, 2 junge Gräfinnen hinterlassend , nemlich Mariam Eleonoram Amaliam, geb. 1699 den 2; nov. Canonisslü zu Buchau und Mariam Erncstinam Amaliam, geb. 170« den 10 dec. Graf Philipp Carl / Fürst zu Fürstenberg , Bischoffzu Lavättt; von welchem äuch^ unten ein mehrers. GrafFridrich Rudolvh / zu Fürstenberg-Stühlingen; ein bru- der oben berührten GrasVratislai II - von Fürstenberg-Mößkirch, und der jüngere söhn vorgemeldten Christophs II, bekam in der theilung die güter im Kinzinger-thal, wie auch Neustatt und Lentz- kitch anfdem SchWartzwald, und von feiner ersten gemahlin Mä- rimiliana Maria, einer tochter und erbin Märimiliani, Grasest von Pappenheim, Landgrafen,zu Stühlinaen, diese Landgraf- schafft, nebst der Herrschafft Höwen, und städtlcin Engen, und stifftete dabdurch die Stüdlingische linie; war darneben Kaystrl. Reichs-Hof-Raih, und Hof-Kriegs-Rath - üüch Cämmcrek, Ge- neral-Feld-Zengmeister, und Obrist zu pferdt und zu fuß. Er starb an. 16;-i, nachdeme er sich zum letsteren mahl vermählt,mit Anna Magdalena, einer tochter Johann Reinhardts,Grafen zu Hanau, von welcher er eine tochter hinterließ, Mariam Fränciscam, Fürst Hermann Egons zu Fürstenderq-Heiligcnberg gemahlin. Graf Hranciscus Maximilian / zu Fürstenberg-Stühlingen, eitt söhn erstgedachten Fridrichs Rudoiphen aus erster ehe geb. an., 16;2, erbte von seiner muter, Stühlinäett, HöwerOind Engen - war im ersten Frantzösischen krieg, Obrist über ein Schwäb. Crayß-regi- ment zll pferdt, hatte aber das Unglück, daß er bey dem einzug des Königs in Franckreich, zu Straßburg einen schwärm fahl die treppen hinunter gethan, daran er folgenden tags den 24 oet. 1681 den geist aufgeben. Seine gemahlin, Maria Magdalena, Freyin von Bcrnbauscn, machte ihn zstm vatcr einer tochter, nemlich Jsa- bellä Magdalenä, welche an. 1686 mit Graf Joh. Weikardt von Sinzelldorff- Ernstbrnnnischer linie sich vermählt - und distr lime stam-muter worden,wie auch ; tapferer söhnen, unter welchen der jüngste, GrafLcvpold Margnard, an. 1689 im stpt', in derbeia- gerunq Mayntz, nach erweisung vieler tapfferkeit sein leben verlohnn. Dessen 2 ältere brüder waren diese beyde folgende. Graf Anton Maria Fridrich / zu Fürstenberg-Stühlingen, geb. 1661 den 2 aug. bekam von denen vätterlichest landen das amt Neustadt und. Lentzkirch, das übrige aber überließ ek seinem jungem bruder, GrafPrvsper Ferdinands, mit vdrbehaltung seines Vo« aufdenen Reichs-und Crayß-tagen auf dem Grafen-bastck, und der xrLtcniion, auf oberwehnte Berkaische erbschafft. Darbest erwehlte er den geistlichen stand, und wurde Lrnomcus zu Cölln, und Dom- Dechant zu Aichstclt, wie auch Dömherr zu Saltzburg, wostlhst er den 28 jan. 1724 dieses zeitliche gesegnet. Graf Projper Ferdinand/ zu Fürstenberg-Stühlingen, der mitlere söhn, Frantz Maximilians, und Anton Mariä Fridrichs bruder - geb. 1662 den i sept. leistete dem Kayser und dem Reich nützliche Und getkeiie dünste in denen 2 letzteren Frantzösischen kriegen, Und war zuletzt Kaystrl. General-Feld-Zeugmeister, da er dann ist der belagerung Landau an. 1704 den 21 nov. als er eben in die Lppr»clles gehen wolle, durch eine canon-kugel sein leben eingebüßt- Seine gemah- Im war Anna Sophia, tochter Leopold Wilhelms , Grafen von Kvuigseck-Rotmfels,mit deren er sich an. 1690 zu Wien vermahlt. Die auß dieser ehe erzeugte Ander stund folgende: Graf Joseph Wilhelm Eberhards/ jetzt Fürst zu Fürstenberg-Stühlingen; von weichem unten ein mehrers. Maria Jostphä ANtvstia - welche im i9ten jähr ihres lügend vollen alters an. 1711 gestorben; Maria Elconora,geb. 169; dmii dec.,undvermahlt den 2; nov. i-r;, mit Josephs Wilhelme, Reichs-Erb-truchsässm, Grafen zu Fried- berg, Trauchburg und Schccr; Maria Angusta, geb. 169; den 7 waij. Vermählte sich 1718 mit GrcistnWellzel von Würben, Kay- - Wch zu Buchall^Tufo/!? best 28 febr. Canl?- 170" ßen?f?b "' m »ach des vaters tod geb. CraL6-r?gunenizuiüt " Obr.ster von einem Schwäbischen kommeNcko bmmäne Heiligenbergischm linien zst hatstlblge,wie schon gemeldt, ihren ursprunavon Graf Joachim u Furstenberg-Heiligestberg dem jüngstenMn obae meldten Friedrichs,geb. 17; 8 den Lz fchr.Jnchetladrvätte^ lichest lande siele ihm die Grafschafft Heilmmbera nch Herrschafften Trochtelfingen und Jllstgenau zu - worauf er 2 von seinem bruder, Hcknrich Dvn-EMingen in dey LandgA tmtz ; Maria Charlotta , geb. 1.697 den 10 maij Caiwnißist zu därunter kamen; zu jähren - und zwar 2 töchlern ssnchmlich Anna Constantia, verwählt erstlich mit Rudölphett dem ältern Grasest von Helffenstein, zweytens mit Cüstradm Hetrn von Bemmelberak und Eleonora, gemahlin Rudolphen des letzten, Grafen post HeA fenstemnvelcher an. 1627 verstorben. L söhne starben iinvermahlt, nehnstrch Jrobenrus, als,Spanischer Kriegs-Obrister an. und Egon an. r;86 zu Rvm. Graf Friedrich zu Fürstenberq- Helllgenberg- em lohn Joachims,geb. an. i;ü; den ; maj setzte N vortrefliche qualitaten- und hohe lneriten bey Kaystr Matthia in eine sonderbare , grosse gnade,. als dessen vornehmster Mlllister und geheimer Rath, auch Obrist-Hoffmeister er worden. Er war 2 malen vermählt, erstlich mit Elisabeth, einer tochter Alwichs, Grafen zu Sultz, und zweytens mit Maria, öder Anna,Gräftn von Arch,Wittib Wölffgangs,Freyherrn von Rumpf? von welchem sie die Herrschafft Weitra in Meder-Oesterreich geerbt hatte, und ihrem gemühl und dessen linie zugebracht - ohner- achtet er keine Ander mit derselben , Wohl aber mit der ersten gemahlin,welche an. iüoi gestorben,Mehrerdgezeugt- und fein Haust dardurch forkgepflantzt. Er starb an. 1617 den 8 aug. und hinterließ nebst ; tochtern,die alle unvermählt geblieben,; tapffere söhlle, von denen erstlich Graf Wilhelm zu Fürstenberg-Heiligenberg? der älteste,ohn , Grafen Friedrichs, geb. an. i;86 den 4 febr. ein vortrefllich kluger Und gelehrter Herr, daherö er bey Zeiten Kaystrl. Reichs-Hoff-Raths-Prasident worden, und es noch höher gebracht hatte, .wann er nicht gleich ein jähr nach seinem vater, im ; 2 jähr seines alters an. 1618 den 18 nov. frühzeitig gestorben wäre. Seine gemahlin war Polyxena - eine tochter Christoph Popels, Freyherr» von Lobkowitz- mit deren er keine Ander gezeugt, daher» seine lande ,seinen beyden jungem brüdern Egon und Jacob Ludwigen zugefallen., Graf Egon zü Fürstenberg-Heiligenber'g, der mittlere söhn Friedrichs? geb. an. 1588 den 2L mart. war anfangs im geistlichen stand, »nb Dom-Herr zu Cölln- äuch Prost zu 8. Gereon daselbst; nachdem aber seine beyde ältere brüder kurtz nacheinander gestorben, nehmlich vorgebuchter Wilhelm an. is-8 und Joachim Mich an-1617 im Losten jähr seines alters, und ihme durch des älteren tod, nebst der Grafschafft Heiligenberg - die Herrschüss- ten Weitra,Jungenau und Trochtelfingen ziiaefallensso vermahlte er sich an.1619 imrAmia Maria,GrafEitel-Friedrichs vonHohen- Zottern tochter, und begleitete in diesem jähr Churfürst Ferdinand zu CöllN nach Franckfurt auf den Kaystrl. wahl-tag, allivo er von Kayser Ferdinands II zum Ritter geschlagen worden. Hierauf begab er sich in Hertzogs Maximilians in Bayern Staats-bienste, bey welchem tapffem Herrn er die stelle eines Geheimen Raths lind Obrist-Hoff-Marschalln bekleidete, auch in dessen namen an. 162; auf dem Churfürstlichen c:oileg>Ll-taä zu Regenspurg die in'-ellirur der Chürvon Kayser Ferdinands II begehrte. An. 1629 gieng er mit der Kaystrl. und Ligistischen armee, bey welcher er anfangs Obrister, hernach General-Wacht-Meistcr, und endlich General-Feld-Zeugmeister war, nach Italien wider den Hertzog von Mantua, allwo er dann, an denen vorgegangenen so tapffem als glücklichen kriegs-vemchtullgen nicht wenig theil gehabt. Als er an. 16; i mit einem corpo von 12 bis 15000 mann alter auserlesener tronvpen zurück gekommen - zwäng er die Protestirmde ick Ober-Teutschland den Leipziger bund zu abandonniren, und nebst einer starcken contribution an geld denen Kaystrl. völckern noch freyes quartier und Proviant zu geben. Nach diesem coniungirte er sich mit dem Kaystrl. General Tilly, Und commandirte in der berühmten schlacht bey Leipzig den lincken flügel; endlich wurde er General-Lieutenant, und starb att. 16;; den L4äUg. eine gesegnete posterität hinterlassend, Massen von 4 töchtern; sich vermahlet,und zwar die mittlere Maria Fraucisca, erstlich mit Pfaltzgraf Wolffgang Wilhelm, zu Pfaltz-Neuburg, zweytens mit Maragraf Leopold Wilhelm zu Baden-Baden ;Elisabeth aber die älteste tochter mit GrafFerdinand von Aspermont,undAnna Müna die jüttqste Mit Graf FerdiNand Carl von Lowenstem - Wertherrm Diese beyde wurden 2 glückliche stämm-muttern, ime der Grafen von Aspermont, Reckheim, diese der jetzigen Fürsten von Lowen- stein-Wertherm. Unter denen 7 söhnen Graf Egons aber erlangten 4 die Fürstl. würde,davon unten ein mehrers, emet starb m des kindheit und L in det jugend, Nehmlich Leopold Ludwig Egon, geb. 1624 bliebe iü;9 vor DiedenhoftN, und Emest Egon geb. i6;i? verschiede 16^2. GrafIacob Ludwig zu Furstenberg-Don- GiMMaen, der iünaste söhn, Friedrichs, geb. 1,92 erhielte Don- EschingeN / und selbigen nniriÄ. und stifftete die ueue Don-Eschiu- aische iMie; er starb aber frühzeitig von semer geMchlm Eleonorck ^revin von Schwendi, einen einigen söhn hinterlassend? nehMlA Graf FrE Carln zu Fürstenberg-Don-Eschmgen? acb 1626 er beliebte ausser der ehessem leben m der stille und ruhe mmbAnaen , dahero er sein theil latides und Herrschaften,einem vater Fürst Hermann Egon zu Heiligenberg überlassen, und allein Don-Esthmgen r» seinem sitz, und die Md-gerechtigkeit sich §ff V0k-. 4l4 für vorbehalten/ woran er sich sonderlich belustigt / ohnerachtet er sehr vom podagra incommodirt war. Starb endlich an. 1698 den 19 iul. und endigte damit wieder diese linie. Bißher ist von den Grafen / so aus diesem geschlecht hergestamt, geredt worden. Nun folgen die Fürsten : Hermann Egon / erster Fürst von Fürstenberg-Heiligenberg/ ein söhn obgemelvten Grafen Egons/ geb. 1627 den 5 nov. war ein ausbündig qualificirter Herr; setzte sich durch getreue dienste nicht nur bey Chur-Bayern in grosses ansehen/ und ward Churfürst Ferdinands Mariä?rsmicE,niLrc, und Obrist-Hoffmeister, sondern erwarb auch durch seine hohe meriten Kaysers Leopvldi gnade/ dergestalten/daß er und seine Fürstl. linie vor sich absonderlich/seine nachfolgende brüder aber vor ihre person allein an. 1664 zur Fürstlichen würde erhoben/und an. »667 aufdem Reichs-tag zu Rcgen- spurg / neben denen Fürsten von Ost-Frießland in das Fürstliche Kollegium introduciret worden / dahero auch beyde Fürstl. Häuser mit einander alternircn. Er starb 1674 den ftpt.ain schlag-fluß, und hinterliesse von seiner gemahlin,Maria Francisca,einer tochter Friedrich Rudolphs zu Fürstenberg-Stuhlingen,6 kinder/ nemlich/ Anton Egon / gebohren 1656, verstärke 1716 den 10 oct. von welchem unten ein mchrers / GrafFclix Egon / geb. 1657 den rz nov. /rclmimttraroi- der beyden Fürstl. Abbteyen / Murbach und Luders, Qsnonicus zu Cölln, Straßburg / Speyer und Costantz, und Churfürst Maximiliani Heinrichs zu Cölln, Obrist-Hoffmeister / verließ das zeitliche 1686 den z mart. Graf Ferdiimnd Maximilian, geb. r 66 i den 24 oct. Dom-Herr zu Cölln und Straßburg / starb 1696 den 6 mal. zu Paris/ als Königlicher Frantzösifcher Brigadier/ und Obrist über ein ausländisch regiment. Graf Emanuel Franciscus Egon, geb. 166; den 2 mart. war anfangs cs-ionicu- zu Cölln und Straßbnrg, vermählte sich aber hernach mil Catharina Charlotta, Gräfin von Wallenrod, Frantz Antonii zu der Marck, Wittib / und versuchte den krieg / bliebe aber bey eroberung Belgrad im stürm als Obrist über 2 regimenter an. 1686 den ü sept. ohne kinder. Gräfin Anna Adelheid, geb. i6;8,gamahlin Fürst Eugenir Alexanders, von Thurn und Tassis, starb 1701 den i; nov. als stamm- mntter dieses Fürstl. Hauses. Gräfin Maria Francisca, war die erste gemahlin Wilhelms Hyacinthi, Fürsten zu Nassau-Siegen, und starb schon an. 1691. Ferdinand Friedrich Egon / der altere söhn Egons geb. 162; den 6 febr. leistete Kayser Ferdinande III und Kayftr Leopolden getreue dienste, und war Kayserlicher Rcichs-Hof-Ralh, Cämmerer und Trabanten-Hauptmann. Er starb i66;,ehe noch der Kayftr seinen brüderendie Fürstliche würde mittbeilete, und hatte zur gemahlin Franciscam Elisabecb, Gräfin von Montrcchicr aus Lothringen, mit deren er folgende kinder gezeugt: Maximilian Joseph bliebe 1676 den 14 aug. in der bela- qerung Philippsburg , als Obrister über ein Schwäbisch Crayß- Regiment zu fuß/in denen -prockcs als er all-zubegieriq nach denen belagerten aufdem wall geschossen, und als ein treflicher schütz viel erlegt, endlich aber auch durch eine feindliche falconct-kugel getroffen,und augenblicklich des lebcns beraubet worden , eine iunge gemahlin, nemlich Annam Mariam von Kokorzow aus einem uralten Böhmischen geschlecht ohne kinder hinterlassend, die nachge- hehends mit Gras Ernsten zu Waldstein sich vermählt ; Maria Theresia Eleonora, csnonilim zu Buchau; Eleonora, gemahlin Johann Frantzen, Grafen zu Bronchorst und Gronsfcld, Kayserl. Gencral-Feld-Marschalls; Maria Francisca,geb. i6;8eine v^me ^'ttonneur.bey der ehemahligen Königin in Pohlen/Eleonora Ma- ria,nachgchends Hcrtzog Carls zu Lothringen, gemahlin,gcbvhrncr " -- > zu Oesterreich. Fürst Frantz Egon zu Fürstcn- >crg, der andere söhn Gras Egons, geb. 1626 den 20 hlte noch iung den qeistl. stand, und ward bald nach einander Dom-Herr zu Cölln, Straßburg, Lüttich, Hildeshcim und Speyer, und kam hierauf nach und nach immer zu höheren würden; dann er wurde anfangs Weyh-Bischofs und nachzehends Dom-»ocnnu5 zu Cölln, auch Occzull5 des stiffts 8. Gereons daselbst ; Item Dom-Prost zu LildcsheiM/Und an. 166; den 19 ian. Bischoff zu Straßburg; auch zuletzt Gesurfter Abbt zu Murbach und Luders, wie auch zu Stavlo und Malmcdy, nachdem ihm solche Churfürst Maximilian Heinrich zu Cölln abgctretten. Endlich als ibm zu seiner grossen freude, nach eroberung Strassburg, von dem König in Franckreich die o-tz-m-M-kirche daselbst wieder eingeräumt worden, starb er bald hicraufan. >ü82den 1 apr. Fürst Wilhelm Egon zu Fürstcnberg, Graf zu Heiligenberg und Wer- denberg, Cardinal Bischoffzu Straßbnrg, ^minig^roi- der Ge- fürsteten Abbley von Stablo und Malmedy, Landgraf im Elsaß, D-c-»uz des Hohen-Dom-Stiffts und Probst zu 8. Gereon in Cölln,Lrnonicur zu Lüttich,c omm»nci«-ur des Ordens vom heiligen Geist, Abbt und Her: von 8. Germain ^ zu Paris, Abbt von Gor-e und 8. Vincent oct. auf der reise von Dreßden nach Leipzig, zu Wermsdorff, ohne männliche erben. Seine gemahlin Maria von Ligni, eine tochter Johannis Herrn ll-Grogne- vil, Ritters, mit deren er an. 1677 den i ; ian. sich vermählt, starb schon an. 17 n den 18 aug. zu Paris, allivo sie sich lang aufgehalten ; welche ihm nebst einem Printzen, der in der kindheit gestorben,; töchter gebohren,nehmlich Philippe Louyft,geb. -68°,wurde an. 1700 an den Fürsten von Jsenghien vermählt, starb 1706 an den kinder-pockcn; Louyft, vermählt an. 1704 an den Grafen von Noy; Maria, vermählt mit Joh. Baplista Colbert, Seignelay, an. 1708, der an. 1712 gestorben, letzt Wittib. Womit also die Fürstl. Heiligenbcrgische linie bey dem Haust Fürsteuberz erloschen , und die succession so wohl derselben hinterlassenen landen , als her Fürstlichen würde, aufdie Hoch-Gräst. Fürstcnberg» Möstkirch und Stühlingischeiinien gefallen, wovon hiernächstem mchrers. Nachdem nun vorgedachter Massen mit Fürst Anton Egon, der Fürstl. äst des haufts Fürstcnberg-Hciliqenoerg abgestorben, feynd nicht allein die hinterlassene lande krasst der vormalen in diesem Hochgräfl. Haufe gemachten vergleichen und iMci-commissen aufdie übrige beyde Fürstenbcrg-Mößkirch-und Stühlingischc linicn erblich gefallen, so daß jene die Grafschafft Heiligenberg, die Hers- schafften Trochtelfingen und Iungenau in Schwaben, und Wcy- tra m Nicder-Oesterreich,dieie aber die halbeLandgraffchafftBaar, der Wartcnbergische theil genannt, in der thcilung bekommen, sondere» es bat auch der Kayftr die Fürstliche würde aufdiese beyde linien extcndirt, und zwar so wohl in consideration der hohen meri- tcn Grafcns Frobenii Fcrdinandi von Fürstenberg-Mößkirch, damaligen Kayierlicbcn geheimen Rath und Cammer-Richters, als auch des vor Landau an. 1704 gebliebenen Grafens Prosper Fer» dinands von Fürstenberg-Stühlingischer linie,hinterlassenen sohns, Graf Joseph Wilhelm Eberharden, dergestalten prvssicirt, dax hinfuro von jeder linie der älteste, und wann selbiger vermählet und mit üic-clli»n begäbet, auch dessen erstgebohrncr söhn die Fürstliche llißnirät gemessen, und bende Häuser aufdem Reichs-tag ein gemeinsames Fürstl. vomm haben, die übrigen aber bey ihrer uralten Gräsi. würde verbleiben sollen. Diesem nach ist allbier am ersten zu bemercken Fürst Frobenius Ferdinand / zu Furstcn- berg-Mößkirch; ein söhn Graf Frantz Christophs, geb. 1664 blich aug. so eben das iahr ist, in welchem die Fürstl. wurde das er« mahl zu dem Haus Fürstcnberg in der Hciligcnbergischen linie kommen , deren zukünftige conunEon auch bey dem übrigen Haus aus Fürst Anton Egons Veranlassung und des Churfürstlichen cossch -ec-immcn^Lciuii bereits au. 1712 von dem Kayftr resolvirtgewejew folgcnds aber erst nach abgang der Heiligenbergifthen linie aufda» gantze hauß an. 1716 den 29 nov. gediehen ist. Dieser Fürst übte leine und erercitien mit seinen älteren und jüngeren mildern Graf Fridrich Christoph , Carl Egon und Philipp Carl am denen linivcrsitätcnPrag,Würtzburg und Löven mit gleichem ruym und eyfcr, welche sie noch weiter auf ihren reisen in fremde lanve getrieben, und sich darinnen ungemein fest gesetzt. Nach dessen wo tucccciirten dieselbe in der Gräfl. regierung, und in denen Furuen» berg-Mößkirchi'chcn landen an. >68; und wurden an. '687 M" ( 7 o!-c!,rc>tx->r bes Grast. Lollec;i>jn Schwaben,und an. 1688 .Wach Hof-Rath ; nach diesem aber Kayftrlicher geheimer Rath für 415 WchKays.Gesandter,fowohl aufdieSchwäb.Cravss-täae an andere Reichs-crayse, und verschiedene Fürsten und ,. --»"^Kch--NESE°««»N.KL M^MWMZZUZM- iung wieder ab,und wurden hingetzmnöchWbiäemiabrvM^ Otto- Graf»» r^wm» K-B- i»m Wt-r d-S MS«« Wi-ss-S «-» k- d» -» m« lolWm nach,» «mTind»r,°"d,- ,m 1722 zUMenbUrg persönlich empfangen. Dieser annoch lebende derer von Fürstenberq worden/ nachdem er sich in Wettvba^ und so wohl ausserhalb durchgehends m grossem an,ehen stehende - her Ruhr niedergelassen / und das schloß FuMnMa erbaue? Er alsvvm seinen eigenen underthane^iinlgkch geliebte Fürst ver- hatmttferner gemahlin/ einerschwesterHmnaal/GE?n^ wählte sich den 5 MN. am 1690 mttManaTheresia Feücttas - erb- Arensderg / geMget Neinoldum - Herrn zu Füsteubera/ der tochter JohannLudwigs - des letzten Grafen zu Sultz, und zeugte ün. eii? m der schlackt bey dem Welphshützi achl cbm/ uns von derselbigen Mariam Annam Therestam / geb. 1699 den 8 apr. Reinhardum hinterlassen / dersich gleichfalls m gedachter schlackt so aber den 7, ma> an. 17° / wieder aus dieser weit abgesthredeni befunden. Derselbe ward ein ober- altere väter Hermanns und Carl Frivrtch - geb. 1714 den 9 aug. der nebst seinem Vater m den Friderichs / welche beyde zu merckcn. Jener/ nemlich Hermann Fürsten-stand erhoben worden - und annoch im leben iss. Fürst von Furstenbergzu Fürstenberg/ zeugte Wilhelmum/ dessen nr- Philipp Carl / zu Furstenberg-Motztlrch - em bruder Furss Fro- enckel gleiches namens - ward ein väter Gottharts / Herrn zu Ne- be»ü Ferdinands, geb. 1667 den -s martn, Bischoffund Fürst zu lM/ Marschalls inWestphalen um das jähr 1446. Von inm Lavant ^!Ndc-no».-u8 zu Colln-SaliMirg und Mraßbutg, auch söhnen war Philipp/ Marschall bey deck Hertzoge zu Gld / Päbstlicher geheimer Cammer-Herr; ward am 1716 mn m den Carolo; Jöbst und Wilhelm begaben sich in den Teutschen ord n .. " . mLlefland; Wilhelm aber/ Herr zu NeheM/zeugte t/)Wilhel» Mum ll/ des Teutschen ordens Heermtistcr lnLleflälitz/ der am i; 6° von den Moscowitern gefangen / und in deni gefangniß gestorben. 2) Gottfrieden/ Dom-HerrN zu Riga; z) Jörgen/HerrN zu Nchem/ dessen enckel Jobst von FürstenberWinö Senden/ starb an. 1596 alsObrist-Ltcutenantzu Wien aufderrückreise aus dem Turckenckriege / als der letzte dieser linie. Obgedachter Fri- Verich zu Waterlapp ward ein grvß-vater Wmnemars / beb am i;86 als Chur - Cvllnischer Obrrstcr verstorben/ und; söhne hinterlassen l (i) Friderichm zu Wäterlapp / (2) Wmnemam zu Gorda/ (;) Ludolphm. Dieser letztere war ein änherr der ltniö in Hvllinckhofen / welche an. 1581 abgestorben; der mittlere war ein Urheber der Liefiändischen linie/ und ein ober-alter-vater Gott- hards/ Ritters mLlefland/ welcher gezeuger/ 3) Ottonem/der sich in unterschiedenen feldzügm wider die Türcken hervor gethan/ Und hernach der vereinigten Niederlande eouvc.ncut zu Jüücy worden; 8) Wennemarn / des Teutschen ordens Comtur zu Ma- rienburg. Letztgedachter Fridertch zu Waterlapp ward ein älter- vater Friderichs II / Chur» Evllnischün Raths und Möstms zu Werk/ der am ^4; verstorben/und unter andern Friderichen III hinterlassen/ welcher bey 4 Churfürsten zu Cölln/ Rath Und Drost zu Werla/ wie allch pfands-inhaber der ämrer Bitstein und Wal- denburggewesen/ und an. HS7 mittodeabgegangen. Seine kin- der waren i) Ottilia/ Aebtißin zu Olinqhausen- 2) Frrdericus/. Canomcus zu Mayntz und Paderborn. Theo'öorus/ Bischoff zu Paderborn/ von dem hernach; 4) Caspar/ HM von Bilstein/ Waidmbürg/ Fredeburg/ LeNne/ Fritzlar/ üüdNaumburg/ welcher bey z Churfürsten zu Cölln/ und; Chükfürstcn zu Mayntz geheimer Rath und Ober »Hauptmann inWestphalen qewesem Dieses letzten söhn Frivericus / Land»Dröst in Engern und West- phalen/ wie auch Chur-Mayntztscher Rath und Ober-Amtmann der Grafschaffl Königsiein / hat wichtige gesandschafftm verrichtet/ und ist an. 1646 gestorben. Weine söhne waren; i) Johannes Adolphus/ Domherr zu Hildesheim/ Münster und Padcrbörm 2) Franciseus Wilhelmus / des Teutschen ordens Cvmwr itt Bracke!. ;) Ferdinaudus / der am isst Bischoffzu Paderborn worden/ und am 1672 die nscierdorncniiL vermehrterher- aus gegeben ; von beme man äüch sehr gute lateinische verse hat/ weicheso wohl absonderlich/als in beutn also inritulltten poe----, ridu8 vii Mumm,» viroruman. 1672 bey DaNiel Elzevier in.Amsterdam züM andern Wahl gedruckt sind. 4) Wilhelmus / Weyh- Btschoffzu Trier/ und derPabste Alcrandri VII lind Clementts IX Cammerer rc. welcher sich durch wichtige gesandschafften befand t gemacht. 5) Frivericus / ErbMoigt und Herr nl Bielstem/ Waldmburg und Oberkirchen/ Kayserlicher CawmerHerr/ ww auch geheimer Räth zü Cölnünd Padirborn/ VEr GiE verstorben/ nachdem er an. issv die Frcyherrlrche wurde auf sew gcschlecht gebracht. Er hinterließ unter andern Ferdmandum/ Freyherrn von Fürstenberg und Herrn in Bilstein / Waldenburg/ Fredeburg / re. der als Domherr zu Mayntz und Paderborn re- stgnirt/ stutz Chur - Cölnischer Rath worden. Von fernen 9 söhnen waren an-1706 ihrer 5 Domherren. ?- 4° §/>ew. Uili. inlig». OMsnb. ckröii. Zsnesi. kllrLrnb. * ^üvstönbertt/ (EheotzsW von) Bischoff zu Patzerbörst/wäü ein söhn Friderrci von Furstenberg / welchen ihm seine gemahlin Anna von Wcstphalm an. - ^ gebv^ K/n schuldig es mit zöllen / und aufrichkung vor- alle Ä die Uotestanten zu. drücken / und hmgegeN j,,^,vs- .^ke ae>wuiiqen. Doch richtete man ewige Vertrags S'LLMKD-« An ZU „.-stand erhoben; starb am 1718 den i s scbr. in der Bischöflichen Resideütz zu 8. im Lavant-thal in Cärndtem Fürst Joseph Wilhelm Eberharde / zu Fürstenbrrg-Stühlingen ein söhn Graf Prosper Ferdinands / geb. 1699 den 11 apr. gelängte gleichfais mit der Mößkirchischen tinie an. 1716 den 29 nom zur Fürstl. würde, und bermählte sich mit Maria Anna / Gräfin vvnWaldstein an. 172 z den 6 junij. . Das Waapen dieser Fürsten und Grafen präsentiret einen M- denen schild / und am rand desselben / silber und blau gewölckte zie- rathcn - wegen erbschaffr auf Blumeneck / weiches andere aber als Sveneb vermeynen nur deßwegeir geschehen zu seyn / um die Frey- bürgische Grafen von diesen zu unterscheiden. In der mitte ist ein rother adler mit einem blauen schnabel / und dergleichen füssen. Anfdes adiers brüst ist ein quadrireer schild / im erste» und vierten Quartier siehet man eine; mahl gespitzte Mchen-fahne mit silbernen Matzen im rothen seid/ wegen Werdenberg. Im Lten und zten guartier gehet ein schwartze stiegen quer hindurch im silbernen selb j Wegen der Grafschaffl Herligenberg. Aufbem schild seynb ; Helm. Alifdem mittelstcn ist ein silbern ball oder kugel, auf einem rothen rissen, mit güldenen qüasten an den ecken, wegen Fürstenderg. Zur fechten hcMd ist der Werdenbergische gekrönte Helm und hat eine kotbe Bischoffs-mütze, mit einem Wersten rand. Der zte helln ist auch gekrönte, und hat einen hervor sthauendest silbernen brachen, an dessen linckem ohr ein schwartze fingen eingedruckt, und W das Heiligendergische waapen vorstellen. Die Helm-decke, welche den schild berühret - ist von rother und silber, die mitlere von goid und rother und die äusserste von silber und schwacher färbe., ^ Was dieses Hauses lande und Herrschaffte» betrifft, so seynd solche dermalen vornemlich in Schwaben, und bestehen; 1. In der Laiidgrafschafft Baar oder Fürstenbrrg. L. Grafschaffl Heiligem berg, so von dem Heiligenberg und Bergsthioß, in welchem die re- liquien des heiligen FclikErupcrantii und 8. Regülü aufbehalten werden, den namen führet, und ohnweit dem kloster Sallmons- weyl 2 stund vom boden-see liegt. Solches hat Graf Fridrich, der am i;?9 gestorben, mit seiner gemahlin Ännn, GrafChristophs Zu Werdenbcrg und HeiligeNberg iochter an ftin Haus gebracht. Z Die LäNdgrafschafft Gtühlingeii - Herrschafft Höwen und Engen, welche GrafFridrich Rudolph , der an. 16-;-; gestorben / mit seiner ersten gemahlin Marimiliana Maria,Marimiliayst Reichs- Erb-MarschaUen zu Pappenheim, Landgrastns Zu Stühlingen tvchter bekommen. 4 Die Grafschaffl Mößkirch - welche Johanna Elconora, Grafens Fröbenii von Helffensmn tochter - ihrem ge- mahl Grafen Wratislao zu Fürstenberg, der an. 1642 gestorben, zugebracht. 5 Die Frcyherrschafft Guudelfingcn, samt dem stadt- lein Hayingcn- welche durch eben dikse heyrath an Furstenberg gekommen. 6 Die Herrschafften JüNgenau und Trochtclsingen auf der Alp. 7 Die Herrschafft Hausen im Kinzinger-thal und Wolffach , welche uralte Fürstenbcrgische p»krimon,si und stamm-gütek sind. 8 Der drück theil der Grafschäfst Wiesensteig - so obiger Graf Wratislans mit seiner 2ten gemahlin Francisca Carolina- Rudolphi des letzten Grafen zu Helffensteir! tochter erheyrathet. 9 Die Ritter-güter Krumbach und Voll, wie auch Effritzweyler und Clufftern. ic> Die Herrschafft Wcytra in Nieder-Oesterreich an denen Böhmischen gräntzen, so GrafFridrich, .der an. 1617 gestorben , mit seiner 2ten gemahlin Maria, einer Gräfin von Ares erheyrathet, als welche sie von ihrem ersten gemahl Wolffgang, Freyherrn von Rumpfs geerdet hatte. ,Wegen welcher RMs- Landgraf-und Herrschafften das häus Fürstenberg in comnm tm- pcäi ein gemeinsames Fürstliches vorum. m dem Schwäb. Crayß aber 2 vor- auf dem Fürsten-und 4 äufdem GrafenbaNck, ohne der conciir-cnr zu dem Wiestusteigischen, führet. Prätensioncii Hai dieses Haus unter andern folgende 1. Auf Neuschatel, weil es vor diesem der einten Fürstenberg-Freyburgischen linie gewesen, und von selbiger über ioc> jähr besessen worden. 2 Alls die Grafschafft Such Nach abgang der jetzigen Fürstl. Schwartzeiibergischen liilie. z Auf die Herrschafft Weyrenwag/ so dermairii unter Oesterreich ist. annzl. ctiron. ylclv. mlc. clironic. Lalll. Le gencal. L«cc/. lletlimarogr. tvll. öc op.igcrLlcl. ^er/e^.^vpogr. 8uev. /-»bos. not. proc. Imz>. .V-2,0» Ictonarcii. uni v. Würc. lirmm-ung nsrn guc». I.«ccc Qrskenss3l,/,Ä/b»»r cpir. rcr. Lob. tMoMÄKF. Ne krinc. kurN. Ncrcnrione, Letter K Nirl'en- lev. Nuöuii. Ne Nes Nurclil. vvslr-itrallcs Lec, * 4^6 für 'Allein / als der Bürgermeister Libenus Wichard/ dem Bischöfli» chen Bevollmächtigten / so die vcrqleichungs-punete abgelesen/ selbige wegen besorgten eingriffs in die Privilegien der stadl / aus den Händen riß / dieser ihm aber eine Maulschelle versetzte / so kam rö zu einem ausiauff / worinnen der Bischoff mit seinen soldakcu sich dcrgantzcnstadt bemächtigte/ und denDürgermeistervierthei- len ließ. Hieraus stjsstclc er an. 1615 eine acadcmie in gedachter stadt/ und übergab sie den Jesuiten / denen er bereits io jähr vorher eine kirche / covcgmm "und „ovikisr-hauß gedauet. Sonsten war er auch bedacht/ die einkünsste der klöster in seinem Bißthnm zu verniehren. Endlich starb er an. 1618 im 71 jähre seines alters/ und hinterließ eilten grossen schätz / von welchem Hertzog Christian zuBraunschwcig/ DischoffzuHalberstadt/ als er nachgchends das Stifft Paderboril überzogen / ns°°c> thalcr soll gehoben haben. l. 2.;. s>. 17, Lk 176. >. >;>. »p. kerslll. p. 649. oe. ?. I. zc. 11 § 8. lcliLu-bülme all an. 1604 A: 1617, H-c. M Sophia... ^.... als tapfferkcitsolche Hochachtung zu wege/ daß man ihn an. i;;; zum Haupte dieses ordens crncmietc. Anfangs widersetzte er sich den Unternehmungen der Moseowlter in Liefland / und nachge- hends bekam er mit dem Ertz-Tisch.off zu Riga / Wilhelms von Brandenburg/ zuthun. Hierauf überfielen die Moscowitcrvon neuem Liefland / und eroberten verschiedene Plätze. Unter andern rückten sie auch an. i^üozn ende desinlii vor Vellin/ wohin sich Furstcnberg mit seinen kostbartcucu geflüchtet halte. Die g^nilon wurde wegen nicht bezahlten soldes schwürig/ und übergab die fe stnng den feinden aufaccord — ^ ^ . --- -<> für öfftern grosser eintrag geschehen. Wiewohl nun zu Maximilianil zeitcn das fausi-recht abgeschafft / den auSträgcn gewisse gräntze» gesetzt und den appellationen an den Pabst ziemlicher einhalt gethan worden / so hat doch fast zu gleicher zeit die auftichtung der beyden höchsten gerichte des Teutschen Reichs, welche den namen des Cammer-gerichts und des Reichs-hofraths führen, dcm elgeMch so genannten Fürsten-Recht gleichsam den letzten stoß gegeben, so, daß man , nach dem jetzigen zustande des Teutschen staats uns dessen grund-gesetzen, nicht wohl anders sagen kan, als , daß die fachen, so emes Fürsten ehre, leib oder lchnschafften betreffen, dcr'cntschcidung eines oder des andern von den vdmvehnten höchsten julliciis, oder in gewissen fällen der^ erkäntuiß der gestimmten Reichs-Stände übergeben werden müssen. LEi»z.llsjullic.L«ri>. r-err lpeciw. jur. publ. I. 6 c. I. lle lirr. illip. c. z § Lscccj. jur. publ. piull. c. rz h. 15. iinroll. jur. xubl. Le «m Fürstenwalde/ eine stadt, nebst einem amte, in der Mittel, marck, an der Spree, s meilen von Berlin, gelegen. Sie war vor r,ioa>.« ^ Haupt-sitz des Stiffts und Dom-capituls zu Lebus. An. i sie von den Hußiten, und in dem dreyßig-jährigen kriege von den Kaiserlichen in die asche geleget; an. iaber von einem von Birckholtz, und seinen gehüllten, dem von Minckwitz zu So» nenwalde und einem von Schlteben, geplündert, weil der erste mit dem Bischoffc in grosse streitigkeiten gerathen. gL-ar- geogi. k. >. p- ro;. Lax. FüristenzeU / ein reiches Cistercienscr-kloster im Bißthnm Pas- ». und dem Bayrischen pfleg-gerichte Grießbach, zwischenOr, sau ^ , cd. Den Furstcnberg aber/dem alle Hcinrich seine guter abgenommen worden / sühretc man nach Moskau gc- x. ,96. saugen/ allwo er auch gestorben. cenFö-v. cUru». iäv»n. Lsxo». stjst. 1.16 llc;6. colioogr. lle ^tolclioium bcllis. Fürstenbercter/ ist ein altes berühmtes gcschlccht/so von Cöln hcrstammet/ allwo Conrad I-u. v. des Kayscrl- Cammcr-ge- richts zu Spenr /ruvu»r und Ftirstl. Clcvischcr rath gewesen; dci- scn söhn Heinrich/ wäre glcichfals vEIui-. und sein söhn gleiches namens begäbe sich nach Müllhausen in das Elsaß/ erzeugte daselbst Jacob / welcher wcaeu sciuen mcritcn an gcbachlcm vrt zu einem Lcckcimcistcr und Raths-glicd angenommeu wurde; dieser hakte von Rosma Engelmännin nebe» ander» kinder» Philipp Heinrich und Josua/ von denen jener an. isz i ged. sich nachqchciids zu Basel gesetzt!/ und PhilippHeinrichdesgroffen/ samt Johannes des kleinen Raths/ so noch beyde im leben/ hinterlassen. Josua abcr dcr iüngere an. 164s geb. legte steh auf die Null,-, und Iieffesich an. 1671 zu Straßburg über seine gemachte pmgrcMu; m ju,c mit grosscin rühm epamiiiirci!/ zogevarauffwic- der nach Mlillhauscii / wurde an. 167z Etadtschrcibcr und an. 1699 Bürgermeister daselbst/ in welchem clEL^cr er sich auch bey der gesamten Endqnoßschasst wegen seiner klugen anfführung nicht wenig elli,nc clwörbcn. Er hat aus denen schrillten des Archivs die ftirnchmsten geschichtc der stadt/ ihre verträg / llswc.-> und andere wichtige vorfallenheitenseliicr posteritäl zum besten in ichöncr vrdmmg hinterlassen. Fürstcnfeld / ein schönes und reiches Bayerisches kloster im Bißthnm Frcyimgcn an der Amper / gehöret denen 0. n. des Ci- stcreimser -ordens. Es wurde von Ludwig dem strenctcn/ Hcr- tzvgin Bayern/ zli biissung des seiner gemahlin aus'ungegrün- detcm verdacht an. i r/r angethanen todes/ ausbefthl Pabiis Alc- pandri IV aufgebauet. Es hat eiucanmulhigclituatiou/ und noch heut zu tage au stattlichen cmknnffteu und guten frcyheilcu kciiicn Mangel. Valcvmarus/ein Abt dieses klostcrs/ warben Hcrizog Ludwig Rath / und schrieb ein Bayrisches cMoMcon. so m den Fürstlichen archivcn behalten wird/ und von Avemmo wohl gebraucht worden. Diesem kloster rst einverleibet die berühmte wall- fartzuSt.Lcouhardiii dcmficckcll Fmhofcii/ eine stund vvn dem Bayrischen stadllein Alchheim entlegen/ zu welcher so wohl aus Bayern als unter-Schwaben ein grosser zulauff geschiehet. Es wohnen daselbst 6 oder? Priester beysammen / welche den Gottesdienst zu versehen aus dem Fiirstenftldlschen Coiivent dahin abgc- schicki/ und wieder zurück beruffen werden. i. 7. c- 7. 1 1. rü. x>. idz. (.V/ngr. L. Lernli. * Alpssrn-Brcht / (das)lat. jullicium, jus. oder conii!ium?r>n- ripum, bedeutet in der khre des juiiz publici eine dem Kanser zukommende gemalt, m solchen fachen, die eines Reichs - Fürsten leib, ehre oder Ichnschaffl betreffen, einen endlichen ansspruch zu tbun. Gleichwie wegen dem eigentlichen Ursprung dieses rechts keine gewisse Nachricht vorhanden; also finden sich, was dessen wahre vcstchaffenhcit anlangt, unter den Pudlicisten gar unterschiedene imymingcii, insonderheit darüber, ob srlbiges der Kayser gantz allein, öder mir Zuziehung der übrigen Reichs - Fürsten, zu crercircn gebabt, ingleichcn ob es heut zu tage statt finde. Von den zeicen der Carolingischen Kayser biß auf Mariimliamim l trifft man in den Historien genug erempel an, daß es in Übung gewesen, und zugleich daß dabey die Kayser ordentlich nichts ohne Rath der ondern Fürsten geschloffen; welches letztere einige dem freyen willen , andre aber der schuldigkeit der Kayser zuschreiben. In währender oberwehnten zeit, vornemlich nach dem tode Friderici ll, ist dem ^rc.r.o des Fursten-Rechts theils durch das eingeführte stillstund kolben-recht, theils durch die willkichrliche auskrage, theils auch durch d>e an den Römischen Hof gerichtete xrw ocmiv»«, zum tenburg und Sarnbach gelegen, soll einen Passauischen Domherrn > namens Hardewig, zum stiffter haben, dem aber Hertzog von Bayern, Ottonis brnder, viel Vorschub darzu gethan. Furch / der relchs-hof-marckt, Iiegt in dem Anspachischen,ei. ne kleine meile von Nürnberg, zwischen der Pegmtz und Rednitz, von wclcherchn der berühmte Pirckheimer ULjectun, 30 benennet. Leinen Ursprung hat der ort dem Kayser Carolo Lst zu dancken, welcher cinsmals in selbiger gegend ftin nacht-lager ge. halten, und well er nebst des heiligen Divnyfii reliquien auch 8. Martini Ehor-kappe mit sich gefuhret, zum andencken des letztgc- dachten Heiligen, allda eine capclle erbauet, nach welcher hernach das gantze land wallfahrten angestellt, zumal da von dem Pabst- lichen Höfe sehr reiche und vollgültige inlluißemicn verwilligct worden , dahero man zu Verpflegung der pilgrimmc Herbergen angeleget , dadurch der ort nach und nach sich mcrcklich zu vergrößern be- gnute, wiewot ihn nachmals Lcuthclffein söhn Ottonis N. verheeret. Er hub sich aber bald wieder empor, und war dem Hause Bayern zuständig, von welchem er durch schenckung Kaysers Hcn- rici II an. 1007 an das Bambcrgische Hoch-Sliffl gelanget seyn soll. Die Voigtey über Fürth und einige benachbarte örter gehörten anfänglich den Grafen von Lasse!,von welchen sie an die Marg- grafen vvn Vohbnrg kainen, die zugleich Burggrafen in Nürnberg waren. Da nun nach abgang dieses Hauses erst 7 berührte Burggra- stn-würde an die Grafen vvn Hohcuzollern fiel, erhielten sie auch die Voigrey über Fürth. Gegen das jähr izo; hat BurggrafCon- rad seinen anthcil glcichfals dein besagten Hoch-siiffte Bambcrg geschencket, welches die einkünffte durch einen dazu verordneten Amrman» verwalten lässet. Immittclst bleibet doch Brandenburg- Anspach r-rricoriLl Herr, welcher daselbst ein geleits-hans aufgerichtet , und darein seine beamtc gcsetzet. Die ansticht über die kir- che, wir auch die crsctzuna der vfarr-uiid schul-dienste gehöret dem Magistrat zu Nürnberg. Im übrigen hat dieser marck unterschied-' liehe schöne frevhciten. Wie ihni denn Kayser Heinrich der IV, da vorher sein varer solchen jahrmarekt von Fürth aus andmvärlig hin verleget gehabt, das recht müntze zu prägen und einen zoll gc- sthcncket. Nebst diesen allen hat auch Fürth dieses yiivii-glum erhalten, baß, wann bey dem damals im schwänge gehenden fmisi- und kolben-recht ein kampff-gcrichte von dem lanb-gerichte des Burggrafthumö Nürnberg angesetzet gewesen, die streitende var- theyen nach Fürth gefordert, und dastlbst der kamvff-platz angewiesen worden, da denn die Fürthcr allezeit die sthrancken schlagen müssen. In dem drcnßigjahrigen kriege griff der König Gnsta» Adolph oynweit hiervon die Kayftrlichcn in ihrem vertheil an, wurde aber abgeschlagen, daß er in ihr lager nicht eindringen mochte. Nach abzug des Königs wurde Fürth von einer Kaysirlichen parlhey ausgevlündert, und in brand gesteckt, und was dieseetwan noch übergelassen, äscherten die Croatcn an. 1H4 gar ein. Doch nach erfolgtem frieden ist dieser hof-marckt nach uns nach wsem angewachsen; wiewol an. iü8o durch eine feuers-brunst deyelbcn gröster theil in die asche geleget wurde, so aber wieder anlehnlich aufgrbanet. Ausser den Christlichen einwohnern hat sich eine große menge Juden angehäufter, welche sich auf etliche tausend stelen oe- läusst, ohngcachtcr an. 1528 nur ein cintziger Jude aufeine gewM angedingre zeit sich aufzuhalten erlaubniß gehabt, an. izzsaver ein reicher Jude, der Michael Iud genannt, das erste mden-haW gebauel. Heut zn tage haben sie 2 haupt-und verschiedene hauß- » nagogcn, viel bauß-schulen, auch gar eine jüdische hohe sthule n«y und nach zu stifftcn sich unterfangen; wie dann bereits 2 anlehimaw sogenannte L' oder allgemeine lehr-häuftr voryanocn, auch die menge der studierenden Iuden-söhnen,die von vcelen ssem- dcn orten sich dahin begeben, ihr vorhaben genugsam eindecket. L? haben auch diese Juden ausserhalb Fürth , wo ehedenm der «> » schind-angcr gewesen, ihren begräbniß-ort nebst cincm daweo K bancten spilal, woselbst einige ihrer raritäten wegensehens-!vurc>» sind. 2k,/-X ö« ro^-ogr. priwran, bcricdc von lurr ful Fürth/ ein ftmes wohl-verwahrtes Bayerisches städtlein im Bißlhum Regenspurg und dem Straubingischen land-gericht Kö- tzing/ an dem wasser Chain, dem Bohmer wald zu gelegen, ist nach absterben des Abenspergischen Hauses an Bayern gelanget, und hat guten wiesewachs und getrayd-boven. p.zrz. Füssen/ eine kleine an dem Lech in Schwaben gelegene stadt, welche zu dem Bißthum Augspurg gehöret, und ein paß in Bayern und Tyrvl ist. Es ist hier eine berühmte Benedictiner-Abtey des heiligen Magni, so der erste Apostel der Teutschen soll gewesen seyn, wie auch ein Franciscaner-kloster, welches an. 1629 der Bischofs zu Augspurg, Heinrich von Knöringen, dem heiligen Stephane z» ehren gestifftet. Das Iesuiter - coUc^um ist an. 1627 von hier nach Kauffbeuern versetzt worden. Q. 3. Fulach/ (von) ein uraltes Adeliches geschlecht von Schaffhausen , das von 2 abgegangenen flecken den namen hat, und vormals viel Edel - sitze und Gerichts-Herrlichkeiten in poillll gehabt. An.i2yi wäre Hans desRaths, und ein anderer gleiches namens, ebenfalls des Raths, wurde an. iz 86 zu Sempach erschlagen. An. 14-7 wäre Conrad Bürgermeister; und an. 1 ;c>2 Wilhelm Abt zu Pfäfers. An. 154; verkauffte Hans Wilhelm das schloß und die Herrlichkeit Lausten bey Schaffhausen der stadt Zürich um 720° fl. An. i;; t wurde Itelhans vor Tunis in Africa von Kayser Carolo V zum Ritter geschlagen. An. 1579 verkauffte Wolfwalther der stadt Schaffhausen sein theil an derGerichts- Herrlichkeit zu Thiengen und Bartheim vor 20000 fl., und wurde bey einer belagerung in Ungarn erschlagen. An. 1594 wäre Hans Ritter des Teutschen ordens, und starb in dem Türcken - krieg in Lroatien, und endlich war Caspar Dom-Herr zu Chur. L« EL. Fulbertus/ Bisthoffvon Chartres, war wegen seiner gelehr- samkeit und frommkeit berühmt, und lebte zu end des io und ansang des n seculi. Er soll anfangs des Königs Roberti Cantzler gewesen seyn, worauf er an. 1007 zu der würde eines Bischoffs zu Chartres erhoben worden. Er war einer der berühmtesten Verfechtern der rechte der Frantzösischen Arche, und zugleich ein sonderbarer Verehrer der mutter GOttes; wie er dann der erste in Franck- reich gewesen seyn soll, welcher ihr geburts - fest gefeyret; hingegen wird auch vorgegeben, daß ihn die mutter GOttes mit ihren brüsten gesäuget habe. Seine epillois,, orsciäne» ,. snones sc versus in Iruäem isnüorum sind an. 1608 absonderlich durch die Vorsorge Caroli 6c Villiers, aber mit verschiedenen durch ihne fälschlich eingeschobenen Verfälschungen, zu Paris heraus gekommen , und nachgehends mit in die KiKKorKscsm pscrum eingerückt worden. Man schreibt ihm auch die Ic§-n 6 - von der geburt der heiligen Jungfrau Mariä, ingleichem das leben des heiligen Aut- berti, so sich beym Surio unter dem i; dec. befindet, zu. Nicht weniger hat ä'Achery in seinem 8picil. ir r. einen sonderbaren brief dieses Fulberti äs rebus Lcclell« religiöse 95 bis an. 1124. r>,.kill.kelk 8. l. 14, 89 Bertradam, eine tochter Simv- n , die ,hn aber wieder verließ, und sich an Philip- ^n-m M A RrEckrelch, vermahlte, nachdem sie mit ihm -Äv 2 Komg von Jerusalem, gezeuget hatte. Fulco hätte ^^Ü)t zwingen können, wieder zu ihme zu komen, Ük-! deßwegen den Konig Philipvum in bann that, aber er fragte nicht viel darnach, und als beyde an. 1106 ihm eine empsteng er sie gar höflich, ohne das geringste verlan- W nach Fr verengen. Siehe Bertrada und philippus I OZ/rve-' L ckron. Ü5c. Fulco V, ein söhn und ll-ccellkr Fulconis IV. Anfänglich war er unter der zahl derer, die sich wider den König Ludovicum crsllum verbimden hatten; nachgehends aber nahm er allezeit defl> stn parthey. Er bekam die Grafsthafft Maine mit seiner gemahliu Slbylla, dw eine tochter des letzten Grafen von Maine war. Weil er nun deßwegen dem König in Engelland Henrico I als Hertzog der Normandie den lehns-eid nicht ablegen wolle, und der Komg ,n Franckreich ihm beystund, kam es zum krieg, der endlich m favor Henriei I geendiget wurde. s. Ludovicüs VI Lrsllks. Komg m Franckreich. Hierauftrat Fulco seine länder seinem söhn Gaufrrdo Plantageneta ab, an. 1127, und begab steh aufdie creutz» fahrt nach dem gelobten land, woselbst er Melisendam, des KönigS zu ^crusalem Balduini II tochter heyrathcte, und dadurch seinem schwieger-vater an. nzi in dem Königreich succedirte, da er dann mit grossem muth den ungläubigen sich widersetzte; er büßte aber an. 1142 sein leben ein, da er einem haasen nachjagte, und mit dem Pferd sturtzte. Mit der andern gemahlin hat er Balduinum III und Amalricum gezeuget, so beyde Könige in Jerujalen, gewesen. r>-rn/. sä sn. 1127. I. c. nlt. öc I. ,4 c. r llgg. us-zue sä lln. 1.15. in Kill. urk. L regn. läierolol. ,96 llgg. ä« kill. ä>nj. äsc. Fulco/ Ertz-Bsschoff von Rheims, succedirte an. 88? Hinc- maro, und hielt ein concii-am wider diejenigen, so mit unrecht die Archen - güter an sich zogen. Bey den innerlichen streitigkeiten m Franckreich hielt er es mit Carolo simpiice. und hatte mit den Päbsten eine starcke correspondentz, widersetzte sich auch dein irr- thum der Nicolaiten, welche sich s wie man vorgibt, damals wiederum hervor thun wollen. Er wurde aber an. 900 den 17 jun. von einem Niederländischen Herrn getödtet, den er wegen des raubs, so er an den gütern seines klosters begangen, in den bann gethan hatte. Weßwegen er von Baronio und änderen unter die zahl der Märtyrer gesetzt wird. sä sn. ckr. 88r, 88; > llg. Kill. Kcnicns. 1.4 c. ?. Lsll. ckrill. rom. I. x. 489 L: 490. Fulco / war Prior zu Denil, welches; Meilen von Paris bey Montmorancy gelegen ist, lebte in dem i2seculo, und war em guter freund von Petro Abelardo. Er ist weiter nicht bekannt, als daß er einen tröst - brief an diesen seinen freund abgehen lassen, über dem unglück, das ihn wegen seiner ttetoill betroffen, der sich bis auf unsere zeiten erhalten hat, und bey Abelardi ox-rwus zu finden ist. Fulda / die Haupt-stadt des ländleins Buchau, zwischen Fran- ckcn und Hessen, liegt an dem fluß Fulda, von welchem sie ihren namen bekommen. Der heilige Bonifacius hataflhier an. 744 em kloster erbauet, und solches den Benediktiner- Mönchen eingeräumet, auch bey dem Pabst Zacharia l es dabm gebracht, daß besagtes kloster allein dem Rwnisthen stuhl und sonstkelnem Bsschoff unterworffen styl» solle. Zu gleicher zeit ist die schule m dew be- sagten kloster unter dem ersten Abt Sturmiv, welcher em.Bayerischer vom Adel gewesen, und auf des heckgen Bomfacil befehl durch den heiligen Wigbertum zu Fritzlar rn der E^istlichen rell- gion und guten künsten unterrichtet worden, in grosses aufnehmen aekommen, daß sich in einem,ahr 600 vornehme vom Adel dasewst aufgehalten, und sonst sehr viel gelehrte leute daraus entsprossen seyn Wie sich dann auch eine mit den raresten Ec angefüllte Klwthec ehedessen daselbst befunden , fo aber durch den bauren- und dreyßig - jährigen krieg sehr verringert worden. Ausser der Haupt- Arche oder dem Münster zu 8. Bonssacio genannt ^darinnen der heilige Bonifacius und Kayser Conradus I begraben lege», sind die pfmr-kirche zu 8. Florian und das Jesi'tter-c° - II. theil. Egg L'E- 4i8 ful xium, klrche und s-minsrium zu sehen. Ausserhalb der stadt liegen 4 andere prächtige klöster auf sehr hohen bergen / unter welchen das auf 8. Perri berq schöne eingegrabene bilder hat. Im übrigen ist der Abt ein Fürst des Heil. Rom. Reichs, und der Römischen Kayserin Ertz - Cantzler, auch durch Germanien und Gallien -n-s; dahero er zu verschiedenen zeitcn so wohl dem Ertz-Bischoff zu Cölln, als dem Ertz-Bischoff zu Magdeburg Vorsitzen wollen, «seine residentz ist Neuenhof, ausser welchem ort diese ansehnliche Abtey die stadt Fulda, Hamelburg, Biberstein, Rockenstul, Fürsteneck , Saleck, Schildeck, Haselstein, Brückenan, Mackencell, nebst den 4 ämtern am Vogelsberg, Ulmbach, Weidenau, Ho>en- stld und Heralds besitzet. Unter den berühmten Aebten dieses Stiffts sind neben bereits erwehntem Sturmio folgende zu mer- cken: Rabanus, weicherm,. 8r; die Abtey bekommen, und fon- sten so wohl in geist- als welllicher gelehrsamkeit überaus erfahren war; ferner Hildebraudus, Hertzog in Ost-Francken, welcher an. 92; Abt, und nachgehends Ertz-Bischoff zu Mayntz worden, deß» gleichen fein Nachfolger in beyden geistlichen wurden Hatto, welchen die mäuse sollen gefressen haben; Wernerus, welcher mit dem Kaystr Ottone in Apulien und Caladrien wider die Saracenen gezogen, und in einem treffen wider dieselben an. y8r umgekommen ; BertholdusSchlicks, welcher mit KayserLothario nach Rom gereiset, und durch der Kayserin vorbitre den rang vor dem Erlz-Blschoffzu Magdeburg erhalten. Wiederadns, Freyherr von Epstein, welcher an. 106z das bekandte blut-bad zu Goßlar verursachte. «siehe Goßlar und Epstein. Marquardus, welcher an. n-;o gelebct, hat Fulda mit einer mauer umgeben, und zu einer stadt gemacht; Henricus von Ertcll oder Ehrrall, welcher, nachdem ihm an. 1248 die Abtey zu regieren aufgetragen worden, fein land wohl bevestiget, und von den räubern befrenet, dergleichen auch sein Nachfolger Bertholdus gethan, welcher über dieses das schloß Haselstein mit den dabey gelegenen Höfen und Häusern an stine Abtey gebracht. Nicht weniger lob hat Henricus von Homburg verdient, welcher die dem Stifft entwendete güter eingelöset und neue darzu erkaufst. Weil er aber die kürzer nn zäum hielt, und ihnen nicht allen muthwillen verstattete, erregten sie an. 1;; i eine austuhr wider ihn, die aber 12 der rädelsführer mit dem köpf und Verlust aller ihrer güter bezahlen musten; deßgleichen Hart- mannus, Burggraf von Kreichberg, welcher voctor beyder rechten war; Johannes, Graf von Henneberg, ein lehr gelehrter Herr, welcher an. 1541 gestorben; Philippus «scheuet«: von Schweinsburg, welcher seinen Unterthanen das freye rcligions- -rLrocium gegeben, und andere mehr. Unter den Aebten Gotto- frido an. noz, Aleholfo an. 1140, Henrico III an. nyy, und Johanne von Merlawc an. i;y8, hat die stadt Fulda durch fcuer grossen schaden gelitten. cvr^>n. vulci. cvsmnZ. gncilzu. vuici. in gioris kuI^X. ,///,. clironol. monLll. I. z rer. tvlogunr. sa- tiguir. l'llurinA. I. z c. rz. Fulda / ein fluß in Teutschland, welcher an dem vorgebürge ber Röhn, 2 weilen von der stadt Fulda, entspringet, bey HerS- seld, Rolcnbcrg und Milsungen vorbey fliestet, bey Caffel die Ahna und Truscl zu sich nimmt, und sich bey Minden in die Weser ergießet. vclckr. p. ;8. Fulgentius / Bischofs zu Rttspa in Africa, war zu Lcvtis, einer stadt «n Astica, in der Provini; Byzacena an. 468. gebohren. Sein vater hieß Claudius, und sein groß-vater Gordianus, ein Rathsherr zu Carthago, feine mutler aber Mariana. Diese nun, da er in der kindheit seines vaters beraubet war, hielt ihn mit fleiß zu den llullüs, darinnen er auch so wohl zunahm, daß man ihn zum xrocurskore seiner vatcr-stadt, da er noch sehr jung war, verordnete. Doch wurde er der weltlichen geschäfste bald übcrdrüßig, und de» gab sich in ein kloster, welches Faustus , ber von den Arrianern von seinem Bißthum veriagt worden, sich erbauet hatte. Als an. 4yo aufs neue die verfolgung wider Faustum angicng, begab er sich in ein ander nah-gelegenes kloster, worinnen ihn der Abt Felix zu seinem c»-cljmnr annahm. Doch wurde er durch die strciligkci- tcn der Maurer bald gezwungen auch dieses kloster zu verlassen,und begab sich in das rcericormm von Sicca, woselbst ihn Fclir, der vormals ein Arianischer vicsd>rcr gemessn, sshr plagctc und nüt schlügen übel zurichtete. Da er nun wieder i» ssin klarer kam. entschloß er sich, die Mönche in Acgypten zu besuchen, nnd gieng bey Carthago zu schiffe, wurde aber unterwegs zu Syracufa von dem Bischofs Eulalio beredet, seinen schlug zu ändern, bey welchem er sich den winter über aufhielt, und im folgenden fahre 900 nach Rom begab. Von bannen kehrte er über Sardinien nach Afticain, und versetzte sein kloster in die Provintz Byzacena. Weil es ihm aber verdrießlich siel, andern vorzustehen, verließ er heimlich dieses kloster, und begab sich in ein anders, worinnen er dem Abte wolle unterwürffig seyn. Doch der Abt Felix und der Bischofs Faustus zwungen ihn, mit bedrohung des bannes, ssin voriges amt wieder anzutretten, er wurde auch, damit er nicht ferner aus dem kloster weichen dürfste, zum pricstcr verordnet. Hierauf cr- weblte ibn an. ^7 die rechtgläubige gemeine zu Vinlazum Bss schabe, er wolte aber solche würde nicht annehmen, und ergriff alw die flucht. Gleichwol da man ihn wieder fand, wurde er zum Bischvffe von Ruspa verordnet, ohngefehr um das jähr 514. Kaum halte er diese stelle angefangen zu bekleiden, so wurde er, aufbefthl des Dandalichen Königs Trasiünmdi nach Carthago gcführct, und ferner nach Spanien rclegirt, woselbst er in der stadt Caralis unter den üo Bischöffcn, die mit ihm rclegirt waren, ein sehr exemplarisches leaen führte, und wegen seiner gelehrsirmkeit von ihnen gebraucht wurde, in ihrer aller namen dricffe zu schreiben. Er ful wurde zwar noch in demselbigen jähre, wie es scheint, von dem Könige Trasimundo nach Carthago beruffen, mit den Arianernni disputiren, da er dann so wohl schufst - als mündlich die warl-eit tapffer soll vertheidiget haben. Er wurde aber wiederum nachSar- dinien rclegirt, woselbst er sein voriges Mönch - leben cvntmuirle' und ein kloster vor der stadt erbauete. Nachdem endlich Trasimun- dus um das jähr 52; gestorben, wurde er von dem Könige Hilde' rico wieder zurücke beruffen, zu Carthago mit grossen fteuden empfangen, und wieder in sein Bißthum eingesetzet, weichem er auch bis an sein an. ;;; erfolgtes ende treulich vorgestanden. Man hat von ihm unterschiedene schriffken, als: L6 xwmmumnn. m., prs-llelkinsrione, Lleenz bonvrum sll Zlorism, slrcra mLlorumrii pinsln, r - expollrionc illiub «liÄi . eZ- ir. 3llverlu5/erigno8 librum ; ir. sci Trsiimunffum lihroz III und andere. Dr-rcorr«» in vir. kuixent. 7/rÄar«- c. 14. L«. I. z c. 6 . c. -vr»«». 7«7r>E. L-röLe. , welcher an. IÜ12 des kulzemij op-r-i zu Paris heraus gegeben. e-ri-e. ck Fulginas/ oder cls Fulgmeo / (Sigismundus) 8ccrM-iur -polloiicns. welcher die Historien seiner zeit beschrieben, auchson» sten verse über den tod des Platina verfertiget hat. Er hat noch an, i; 11 gclcbet. waren völckcr in Italien, welche, nachdem ihr Vaterland r<-rum Nsminü ruinirt worden, die in dem Hertzoa- thum Spoleto befindliche stadt Fuligno oder Folignv gebautt. Se/rc. llc ktrsl. 11 ^>. H6. Fulgosus oder Fregosus/ (Raphael) ein berühmter Rechtsgelehrter, lebte um das jähr 14)8. Er war gebürtig von Pm- cenza, wie so wohl aus dem Zeugnisse der scribenten dieser zeit, als ssinem -pir-pvio erhellet, ob gleich die Genuesischen scribenten vorgeben, er sey in der stadt Genua gebohren. Weil er wegen seiner wissenschafft in geistlichen und weltlichen rechten, wozu er den gründ unter anführung Nicolai Spinctti, und Christovhori Ca- stelllonis geleget hat, sehr berühmt war, berieffihn Johannes Galeacius, Hertzog von Mayland nach Pavra, woselbst er 6 jähr das jus c-noiiicuiii gelchret hat. Von bannen kam er nach Piaccnza, und endlich nach Padua, woselbst er an. 1442 gestorben. Er hat auch dem Concilio zu Costnitz beygewohnt, und daselbst verschiedene proben seiner gelindigkeit und Klugheit abgelegt. Seine schafften sind: offers bul-urics, ieu controvcnisiu,n toreniiuin, üc <^UT- ffionuln prsAicarum, ülvertis kiÄoruiii äc coniiliorum lpc:isl>mcicci. tzruM clccsclcz IV; conliUa ffollbums, criminslia, kcuclrlia , kcils. mencaris; öcc. commcnrsrii in coclicem , ir. in primum öLtcnium vo. iumcn pLnciüL c. ^lu. Nachdem er an unterschiedenen örcen in Italien geprediqct/ ward er con^c^iion,; 8, vi-. xini5 zu Nom / und starb daselbst an. 16; z in dem 76 fahre seines alters. Erbatvv. Dcllarminj/ BernardiNcalini/PetriCanisii/ St.Eltsabethä Königin in Portugall/ wie auch BellarminieMa' las heranß gegeben. vmi. 8. giLr. l>iogr. Fülle/ ein altes adeliches Braimschweigisches geschlccht/welches sich in dem 17 seculo auch in Meisten ausgebreitet und die guter Marck-Klccberg/ Störmthal/ und Wolckwitz an sich gebracht. Ihr stamm-hauss Fülle ligt in Nieder-Sachsen unweitWals- rode in dem anuc Rathen an der Fulda. Otto von Fülle warum das jähr 147; Dom-Dechant zu Vcrden. Stativs Hilmar hat odbesaate unweit Leipzig gelegene guter theils durch heyrath au sich gebracht / und ist Chur-Sächsischer Kricgs-Rath und Ober-Land- OmmiiHriu-gewesen. Scincsöhnc waren 1) Stativs Friderich/ der an. 1699 Julianam Mariam / Grasin von Schvnbnrg / ge- hcyralhet/ und etliche jähre hernach als Chur-Sächsischer Obri- ster gestorben. 2) Stalins Hilmar/ Königlich - Polnischer und Chur-Sächsischer Cammcriuncker und Ober-Hof- qcrichts - zu Leipzig / der an. 1711 zu Franckfurt am Mayn/ aufdemKay- scrlichcn wahl-tagc zum Ritter geschlagen worden. Füller / (Nieolaus) ein denibmier Englischer vbllnio^, geb. an. i;;7 zu Southampton von Roberto Fullero einem Frantzofi. Nachdemc er in dem Griechisch - und Lateinischen seine wohl geleget/ ist er des Bischofs von Winchester und auf dessen tod seines Nachfolgers sccr-^rius worden ; wnl er am vielmehr Neigung zu den stuclli-, als dergleichen geschamm yattt, hat er jenes amt verlassen und die -llrcüion der studicn etlicher iM- qcr Edcllcuthen über fich genommen / mit welchen er bcchaweir an. 1 z 84 als i'uror „ach Oxford gereiset/ hieranf wurde er nici- nen 31 -iz-ii aufgenommen/ ^g-licr crcirk / und als er sich m vm orciincm lllcrum benebelt / einer kirche zu Aldingion illA>litMa aufseines Paironi Wallop rccommendarion hin vorgesetzet; hat er sich mil groffer application auf das llucllum fcrix,r. >. iind m- xu-sorientLics geleget / und solche progressus darmn gethan/ weiche selbiger zcitfür etwas ungemeines gehaltenwurden / obichoner wegen acrinacm einkommen mit der armuth zu kampsscu IM e, Es sind ihme aber Rvb.Abbot/ Bischosszu Salisbury uudvM. Slndrcivs Bischoss zu Winchester sehr wohl bcygestanden/ imo haben ihme erstlich einCanonicat zu Salisbury,/ hernach va» Ncctvrat zuWallham conferitt. Erstarbe zu AldMiMl W r; Dr. Er hatte vor unterschiedliche wercke an das kag-kiccht zustellen/ als LvncvröE tt-braic. verlirt und mit N»ki8 versehen/ und anders; es ist aber nichts hervor kommen / als sein berühmtes E'ck miscellilneoruin 1kso!»n>cvrum L iLcrorum . welches lhM mar viel ehr znwegen gebracht/ dabey über auch J.Drusii zom aeaen ihne erwecket; Dieser klagte rhn des Plagn / der undanck- barkcit und einiger andern fehlem an/ wurde aber vbn Fullero in dem Lppcnciice miccelir». Zimltch scharst abgefertiget- Lnt. Oxon. L ÄrÄe-/ misceNsn. * ?ul?o oder Gnapheus/ walcker/ (Petrus) ein bekandter ketzer in dein; seculo / war anfänglich ein Mönch und Nettester zu Chalcedon / und weil er gelcgenheit hatte mit des Kaysers Leonis schwiegcr-sohne/ Zenonc/ bekandt zu werden/ wüste er sich bey demselbigen treflich zu iminuiren. Dannenhero / als dieser Zeno c°m»on°n«s wurde/ und sich nach Antiochien/ als der Hauptstadt seines ßouvcrncmcm5, begab/ begleitete ihn Petrus. Erfand daselbst unterschiedene/ die der ketzerey Apollinarii zugethan waren/ mit denen er steh wider Martyrium / den Bischoffzu Antio- Kja vereinigte / wider welchen er den Pöbel aufbrachte / ihn unter dem verwände / als wenn er ein Nestorianerwäre/ nach Con- stantinovcl citircn ließ / und durch hülste Zenonis dessen Btßrhum an sich brachte. Er wurde zwar wiederum abgesetzt/ weil er bey dem Kayser Zcnone in unqnade gefallen/ indem er es mit dem re- bellen Basittsco gehalten hatte; doch blieb er in der stadt/ und wird beschuldiget/ daß seine anhänger den Bischofs Stephanum bey dem altar ermordet hatten. Ja er wurde endlich an. 482 von Kayser Zenone/ mit welchem er sich wieder ausgesöhnet/ und dessen Ncnoricum unterschrieben/ in diesem Bißlhnm bestätiget/ nachdem Calmdion von Antiochien ins elend verwiesen worden. Hierauf nun soll er seine ketzcren an den tag gelegt haben / indem er in dem gesangc-. heilig/ heilig / heilig/ ist Gott / der ftarcke/ unsterbliche/ rc. hinein rücken ttcß / der um unsertwillen gecrcutziget ist. Denn dicscs letzte legte man so aus / daß er ge« lehret/ als wenn die gantzeH.Dreyfaltiqkeit gelitten hätte/ und er sich dadurch zu den Valeminianem/ Sabellianern/ Eutichia- iicm und Äpollinaristen bekannt hätte. Die Orientalischen Di- schöffc fiengcn hierauf an / an ihn zu schreiben und wider ihn zu dtspnliren. Der Patriarche zu Consiantiuopel/ Aeacius/ verdammte ihn in einem st no-i-,, und schrieb an ihn/ deßgleichcn auch der Römische Pabst/ Fettr III / welcher; br:efe an ihn abgehen ließ/ und ihn in dem letztem verdammte. Allein/ dieses alles war vcrgcl'üch/ und kehrte sich Petrus wenig daran/ indem er sich auf die qcwoqcnheit des Kaysers verließ. Ja er unterstund üch die insnl Cupcrn unter die bottmäßigkeil seines Bißthums zu ziehen / und ordnete sscmtam/ seinen , zum Bischostc von Hterapo- lis / von welchem man vorgibt/ daß er von geburt ein selave/ auch nicht gemufft gewesen/ und da ihm dieses vorgeworssen worden/ soll Petrus geantwortet haben / daß d:e nöwLnon ihm anstatt der muffe dienen könte. Er starb endlich au 486. i. z c.-s. 1.1. i. i; L,6. ia Lnns!. !i>- ltor. ecclck. Icerrer- dick. ?. I.!. ? c. ;§ rr. l>ill. cis j'eßiill I. z r. ; ß j teqc;. Futtteck / eine kleine stadt, nebst einem vestett berg-schloffe und einer darzn gehörigen Hersschasst. Sie ligt in Mahren an den Schlesischen gräntzenstn dein Preroercrayß,i meile von Wagstadt, und gehöret den Grafen von Würben zu. Fulquinus oder Folguinus/ ein Mönch zu 8. Berlin / und nachgehcnds Abt zu Lob , war zu den seilen Kaysers Lothar» berühmt. Von dieses letzter« klosiers Achten hat er ein eigen werck geschrieben, gleichwie er auch die wunderwercke des heil. Ursmari, und das leben des heil. Folquini verfertiget. Einige wollen den Mönch Folquinum von dem Abt dieses namens unterschieden Wisse». ÄFed--,,. i» cLp. iz8. §2-2,«,,. in liillor. l.stin. I.; p. 760. Fulstein / siehe HerborS. Fulvia / eine Römische dame, welche dem Ciceroni die znsam- menschwörung des Catilinä entdecket,davon ihr <2^ Eunuch ihr ga- lan,Nachricht gegeben. in vcü. c^üm. Fulvia / eine gemahlin xi. Antonii, eine sehr hochmüthige und hcnjchsüchtige dame. Sie hatte bereits vorhero 2 männer gehabt, Clodium, einen geschwornen ftind des Ciceronis und Curionem, welcher aufCäjaris feite in Africa in der Pharsalischcn Wacht Las leben verlohrcn. Ihren letzter» mann, xr, Antonium, hatte sie dahin gebracht,daß er völlig nach ihrem willen leben, und ihr hoch- müthiges vorhaben auszuführen suchen muste. Doch entriß er sich dieser selaverey, als er nach dem über Caffium und Brutum erhaltenen sieg bey Philippis in Tbracien nach Asien gieng , die fachen daselbst in guten stand zu setzen; wiewohl er von der Cleopatra sich neue fesseln anlegen ließ. Damit nun Fulvia ihren gemahl, XI. Antonium, von Orient wieder zurücke bringen mochte, erregte sie durch seinen bruder, m Antonium, einen krieg,da zwar Fulvia sich selbst das schwerdt angürtete,die losung unter die soldaten austheilte , und sie zur tapfferkeit vermahnte; allein sie muste den siegreichen Waffen Octavii zu entffieben sich nach Griechenland retiri- ren, darüber sie in grosse gemüths-kranckheit fiel, welche noch unerträglicher worden , als ihr gemahl, xi. Äntonius, sie nicht einmal aufihrem todt-bette zu Sicyone zu besuchen würdigen Wolke, da sie dann bald darauf ihren herrfchsüchtigen geist L. v. 714, a. xi. Z944, ä. L. 40 an dem gedachten orte aufgab. Im übrigen müste jedermancher etwas begehrte,sich ihrer gnade versichern. In Wem Zimmer wurden gantze länderund Königreiche feil geboten. Ciceroni war sie so gram, daß sie ftinen abgeschlagenen kopffbespeyete, ' 47 48 . lti -VNL 0 N. ^»abw Damno Ruliaiw / und?rwarb ergrs,"I"v dwgedemuthigten Samniter,Wider welche ^ V. 4 Z 7 ;667, L. c. ; 17 als kisziiwr Lquitum, oder Obnster über die Reuterey unter dem via^ore l.. Aemilio Ma- ' nochmals tapffer erwiesen. Sein söhn, kl. Fglvius Cur- dnttnus,kam an 2.itk Mnmtii Augurini stelle, als dieser in sei- nem Burgermelsterthum erschlagen wurde, und käme L. v. 449, an dessen hohe stelle. Ein anderer, Ln.Ful- vms Patmus, lebte um eben diese zeit, und hinterließ » söhne, c,,. ^^"^Antumalum und ^.Fulvinm Pätinum., Der ersterö wurde mtt tt. Cornel. Scipivue, L. v. 456, /r. ;6gs, c. 208 (erlegte die Samniter bey Bovianum, und trium- 1 wie auch über die Hetrurier. Sein söhn, gleiches namcnsnvurde ^49°, /r. xi. ^ c. 264 Oiü-wr und L. v. 92^,,/c. z7; ^ L e. 22Y Bürgermeister. Er bezwäng die insul heut zu tag Corfu, und schlug die Iüyrier. Sein söhn L. v 542 ;772, L. c. 212 Bürgermeister, vi. Ful- mus, ob-verme!dten c n. Fulm bruder, wurde nebst T.Manlio Torquaco zu der Burgermeisterlichen würde v. 4;;,^. Li. -^8^ ^^^?f^derc. Er nahm Nequinum in Umbrien mit list ein. Sem enckel, 8er. Fulvlus Patmius Nobtlior, bekam mit ihm glei» che wurde v. 499 ^. z 729, c. 2;;. Dieser hakte sich durch viele rühmliche thaten, erstlich zwar M Sitilien, und bald darauf auch m Africa signaürt, als wohin er nach erhaltenem bericht von der Niederlag und gefangen-nehmung des Reguli samt seinem col- Aemilio Paulo überfchiffte, die Carthaginenser von der be- agernng Clupea abtriebe, und die Römische fachen wieder in zim- liche orbnung brachte. Allein, als er von dieser erpedition wieder zuriick nach Rom wollte, verunglückten bey nahe 200 schisse durch stürm, und er wlbst nebst seinem collegen, dem Aemilio Paulo, muste dabey das leben einbüssen. Diesen so häuffig von seinen Voreltern abgelegten proben der tapfferkeit ahmte sein enckel, Ful- viusNodilior,nach. Erwürbe -4. v. ; 6 i, .vi. ;79i, L c. i?x als nach Spanien geschickt , da er gar grosse d-mste seiner Republrc erwieß. rr. v. zs?, ä ,795, 189 gieng er M Bürgermeister,!» begleittmg des Borten Ennü, ividcr die Äetolier, eroberte erstlich die insul Ccphalenia, hernach die stadt Ambracien, und bekam darinnen die bilder der 9 Musen zur beute, welche er dem Hcrculi geweyhet, in dessen tempel er auch die von ihm verfertigte k-llos in Verwahrung gegeben. Seine beyden söhne, xr. Fulvius und (OFulvms, bekamen gleichfalls die höchste würde in ihrer Repnblic. Der andere äst der kalvlorum hat sich den zunamen Flactus beygelegt, xr. Fulvius Flaccus warv. 490, a. xi. ^720, /r. e. 264 Bürgermeister, welcher die Volsinienstr in Hetruricn besiegt, und über selbige triumphiret hat. Sein söhn , Cn. Fulvius Flac-> cus,wurde ins elend geschickct, nachdeme er in Apulien von Hanni- bal geschlagen worden, und iüooo mann verlohren hatte, er sich aber mit einigen 100 reutern durch die flucht salvirt hatte, doch kam so wohl sein söhn als enckel zur Burgermeisters-würde. Sein bruder, (^.Fulvius Flaccus, hat den rühm eines der grösten Capi- tains erlanget, und ist 4 mal Bürgermeister gewesen. I,«mittelst hat er die Gallier um Mayland und Boiwmcn lehr bart gezüchti- get, Massen er neben seinem coileZ« ie Manlio die Römische legio- nen zu erst über den Po wider die Jnsubrier geführt, und deren in einer Wacht gegen szoc-o mann erschlagen. Er hielte sich auch Nachmals gegen Hannibal sehr wohl, triebe ihne von der beiage- rung Rom ab, nähme hernach Capua ein, und weil er für nöthig erachtete, die treulosigkeit dieser stadt zu bestraffen, so öffnete er die ihme von dem Römischen rath gleich nach einnahm der stadt zugesandte brieffe und befehle (darinnen gnade enthalten wäre) nicht eher , bis denen von ihme zum tob verdammten Cäpuanischest Raths-herren die köpffe für die füsse gelegt waren. Er hatte; söhne , unter denen (LLulvms über die Celtiberier -k. V. z-74, ^ ;8«4, L.L. Igo und nachgehends über die Ligurier triutnphlret/ auch ist er das jähr darauf Bürgermeister worden; und W- vius,welcher 2 söhne hinterlassen, davon der erstgebohrne xr. Ful-> vius, v. Ü29, xi. ;8;9,^- o-12; Bürgermeister worden unS die Ligurier überwunden. Allein, als er mit c. Graccho dem Funfftmeister grosse zerrüttung in Rom anrichtete, es auch zue öffentlichen gewaltthättgkeit auf dem berge Aventmo ausbrechett ließ, wurde er nebst dem Graccho und einem söhne darbey gelobtet, und der andere seiner söhnen, welchen er etwas zu tracttren an den Bürgermeister Osmium abgeschicket hatte, und der von unge- mein schöner leibs-gestalt und grosser Hoffnung soll geweW ftyn, ins gefänanis geworssen,und hernach gar darin gelobtet. Nachgehends, wenigstens währendem freyen Regiment der Romeren haben wohl einige weiber dieses geschlechts von steh reden gemacht, von den Männern aber hat sich niemand Mderllch hervor gethan, biß unter den Kantern wiederum einige zu den höchsten amtern gelangt von welchen selbstm man doch nicht gewiß versichert,st, oE sie aus dieser alten familie herstammen, .sintemalen gleich nach Aiiauüo sehr viel Veränderungen in den Römischen »amen vorge- koinmeii. d""^. k/r-- 420 ful sirr Lrce^o. t 7 «iAa^o»'«<. -sal- monio Macrino, welcher dem Fulvio den „reiß zusrrach. Nur ist zu bcdanren ,daß man nichts als wenige stücke, so Rolandus Bcto- laus heraus gegeben, von ihm übrig hat. Er starb in seinen jungen jähren zu Polsters an. ,z62. Lamm/--//,, cio^, !. Fumcus / (Adam) Herr von Röches, Siegel-Verwahrer von Franckreich, von Tours gebürtig, war ein söhn Pauli Fumei, welchen König Ludovicns XI als -rmvsstsffcur nach Rom geschickt, und nach seiner zurückkunfft zunt Kouvetneur von Nantes gemacht, Er studirte die Medicin zu Montpellier, und wurde hierauf der beyden Königen, Caroli VII und Ludovici XI, Leib-^cci,cus, davon der letztere ihn auch um das jähr 1472 zum Regneten-Meister gemacht , und Carolus VIII an. 1492 zum anite eines Siegel- Verwahrers befördert. Er starb zu Lyon an. 14Y4, und hinterließ nebst andern kindeni Adamum ll, welcher in dem letzt-qedachkcN jähre ebenfalls Rcqucten-Meistcr worden. Sein enckel, Äntomus, wurde Parlamcins-Nath, i-r-Kacm sux cn^ck-ics und Regucten- Meister, und verfertigte einige historische schrifsten. r.« bibl. prsnc Nist. cic; N1s,c. lies 8.ccz»ec. <^c, Funccius / (Johannes) wurde in Wchrd, einer Vorstadt zu Nürnberg, an. iz,8gebohrcn. Nachdem er in dcn lmmz»i»,iku- gute vrogressen gen,acht, legre er steh ausdie theologie- und wurde Hof-Prediger bey Hertzog Albrecht in Preussen. Allein sein Hochmuth brachte ihn dahin, daß er sich in die weltlichen fachen mengte,und nachdem er den tttul eines Raths bekommen,sein geistliches anit gar fahren ließ. sonderlich wurde ibme sehr übel aufgenommen , daß er nebst Paulo Scaltchio einem Jtaliäner dem Fürsten gerathen,keinem Preussen zu trauen ; es wurden diese zwar darauf meistens von dem hoff weggeschafft, cs entstunden aber darüber so viel schwurigkeiten in dem land , daß der Fürst letztlich selbst in ge- fahr gcriclhe. Wcßwegen endlich auf anhalten dessen eydams Hertzog Albrechts aus Mecklenburg denen schlimmen Ratb 'cbern der Proceß gemacht, und nachdeme sich Scalichius ? e„ zeiten entfernet, sonderlich diesem Funccio zu Königsberg den :6oct. an. 15öS der kopff abgeschlagen wurde. Kurtz vor seinem tod soll er mit seinem eremvcl in 2 vcrstn iebcrman vön dem eüigmsse in ein fremdes amt abgemahnet haben. Man hat von ihin eine chronic von erschaffuug der well bis auf das iahr ,;6o; das leben Viti Theodor,, eines Nürnbergischcn Predigers, und seines Schwiegervaters Andrea Osiandri, dessen wunderlicher lebrc von der recht- fcrtigung er auch einige zeit deygepjlichtck ; in strichen aiimcrckun- gen über die offcnbahrung 8. Jöhannis. vlr. rkcc>.. Nist. I ,8. clc lcicnc. msrli. * Funchal / die Haupt - stadl auf der insul Madera, mit einem Bitzthum, so unter das von Lmabon in Portugal! gehört. Funck / von Scnfftenau, eine Adcliche familic in Schwaben, welche von Sigismundo, der an. izoo gelehrt, hergeführet wird, Von dessen nachkommen haben unterschiedliche in decReichS stadt Memmingen das Bürgermeister- amt besessen, und au. >676 lebten ihrer zwölffe. Carl Jacob Funck von Erdmannshausei, that sich zu ausgang des 17 scculi in dem Ungarischen krieg hervor, ob er aber von dieffm gcschlecht abgesiainmet, kan man nicht sagen. stemm. ?. 4, Orrc>,i>. Ist', p. 2« Fungerus/ (Johannes) von Leiden gebürtig, lebte zu end des ,6 'steilst. Nachdem er zu Löwen studirt, trat er eine reise nach Franckreich und Deutschland an, und machte sich in den sprachen zimlich fertig. Nach der zurückkunfft in sein Vaterland wurde er 8e mUMmum cMlcorum cx- plicsrioncs; clc conllsßrsrionc muncli; cc^mologlcum rrilinguc ücc. Niki. kclg, ssVXEss. ist ein arm der hohcnAlpen,zu obcrst in dem Walli- ser- land, bey dessen fuß einer seits die Aar, und anderer stits die Rhone entspringet; er hat den „amen von den hoben stluiec - ge- bürgcn, die sich allda gleich einer gäbe! mit 2 zinckcn zertheilen; es gehet eine straß darüber aufUrstlen in das Canton Ury, da man 2 starcke mcilen lang auf- und absteigen muß, in dem Winter aber beschlieffcn schuce und cyß völlig den paß. §"/. >. >> p. ,4, l>. §c^c»ct>Lc^ k. 8.. I'. ; z,. qc,. 6,,/ex. 8Ns:r. 1 .1 ; g. 20; b * ^uretiere / (Antonius) von Paris, Abt zu Cbalivoy, und istic»- vonCbuincs, war ein Mitglied der /,»clemie kran^nlie. Nachdem er so wohl in den gcist - als weltlichen rechten gute pi-ogrcsten gemacht, wurde er unter die zahl der Parlaments-Advocaten und für der K2. Mncick. LrciffM. ssmsZm. rnricz. Nom. p. 182 Iccz. ss(IK.IXss.' war gleichfalls bey den Heyden eine raach-göitin/ welcher ge'wisse tcmpel und Priester gewiesn,et worden. Doch hat man bereits zu Varronis zeiten kaum ihren Namen mehr gewußt. I. ; clc ling l.sr. L-ce-'o Nc nzrurL weor. Lc, Furius Antias / ein alter Poet / dessen Macrvbius unb Aul. Gellius gar rühmlich gedencken. Q- Lutatius Camlus hat das von ihn, verfertigte buch von seinem Bürgermeister - amt diesem Fnrio dedicirt- äs um. üc z-c-Lr. starm. jVI. furius nib-cuiu-, ein Lateinischer Poet, war von Cremonagebürtig, allwo er/r-V. 6z,,/,.xc. ;88>,^a. in; das liechr der ivelt erblicket. Er hat stine jähr - bücher in gebundener rede geschrieben, davon Macrobins einige stücke anführet. V,r- giliüs suchte mit grossem fleiß seine schreib-akt nachzuahmen. ^«c-'oK I. 6 iLruinLb c. 6cü. I >8 c. lo. äc Nist. 1 «. I. I c. ,2 clc pocr. c, I orar. inüilur. 1-4 c- 6 kcM. Is, Turins / (Fridericus) Cäriolanus zngcnannt, war von Vä- lencta in Spanien gebürtig. Er studirte zü Paris unter Hadrian» Tnrnedo und anderen berühmten Männern, und kam daraufnach Löwen, allwo er eine rhetoric heraus qcgcben, und Wider Bvno- Niam, einen ^rosciff,- her thcolögie, dehauvtet, daß man die heilige schristt in die landes- spräche übersetzen müsse, davon er einen tra» clat , unter dein titul : Noncinis 6vc clc libris sscr >5 in vormcwrm ccrnverr-näi.c , in 2 düchern in verfertiget, so an. i;z6 zu Basel von dem bekannten Oporino gedruckt worden. Hierüber kam er nun in eine gefährliche wcitläufftigkeit, davon ihm aber Kavser Carolus V wiederum geholffcn. Dieser schickte ihn zu seinen, foh» Philippo, da ihm uachgchcuds der titül eines stistorici bengclegt worden. Nach dieser zeit suchte er mit gröstem ciffcr un- verwerstiche proben seiner treue dem Könige darzulegen, welches er absonderlich in demjenigen pcojccst eines Vergleichs zwischen Lvaiüen und dcncn anfgcstandeiien Niederländischen Provmtzien an den tag legte, welches er au., z 7; übergab, mit kräffliqer Versicherung , daß Philivpus dasselbige gutheisscn üud bckraffligen wurde. Allein die Nicdetländek wolten nun nicht mehr trauen, und Priutz Wilhelm von Oralsten antwortete darauf, man käme viel zu spath damit; es starb aber Furius zu Valladolid an.-lyr unverhevrathel, und hinterließ ausser dem vorgebuchten tractat einen andern, unter dem titul: e»nNic>cc„acicm, welchen nachgehends Simon Schardins und Christoph. Warsewicius wegen seiner vortreflichkeit in das Lateinische übersetzt haben. 17 -««-° I. 60 üc 104. 6cöc>er. üc bibl lblisssn. L.>/«. * ^urnes/ Veurnen / lat. kurn.?, ein wohlgebautes städtlein nebst einer Abte», und grossen Castcllancy in Fländer», z weilen von Dirmüdcn, und 2 von Nieuport gelegen. Man si,gt, daß das schloß daiclbst von Balvliino l, Grafen in Flandern, repariret, und nachgehends die darben erbaute häustr von Philivvo dem gütigen an., 790 mit niauren umgebe,, worden. An. 1646 nahmen es die Frantzosen ein, denen cs aber 2 jähr darauf Ertz-kM tzog Leopold Wilhelm wiederum abgenöibigec. Doch ist cs bald darauf abermals an die Frantzosen übergegangen, und ihnen an. 1668 durch dcn friedens-schlnß überlassen worden, da sie dann die wälle und manren niederrissen. A». 1692 kam es aufs neue aus Franekrcichs bänden, worein es zwar das folgende iahr wiederum verfallen, allein durch den Rnßwickischcn frieden an. 1697 abermals von dieser crone abgetretten worden. Unter den geistlichen aebäuden ist absonderlich die stiffts - kirchc zu 8.Walpurg zu sehe». In dem Utrcchtischen frieden an. 171; wurde sie in savör des Hauffs Oesterreich an die General - Staaten abgetretten, und in dem Badischm frieden an. 17,4 den, Kayser übergeben. 6.'"-««--«». clelcrlzic. Ilclg. sä sn. 1646 öe 1648. I070Z-'. effc. ^urtenbach / eine Adeliche Bündtner- familie, deren stamm- vatec schon an. 1480 bekannt gewesen ist; von z söhnen, die er hinterlassen, habe» sich Hieronxmus und Erasmus in r aste zertheilet, und jener sich zu Leütkirch niedergelassen, allwo stme Nachkömmlinge sich in der gegcnd weit ausgebreitet, und viel wackere männcr gezenget; Erasmus aber setzte sich zu Vcldkirch, au- wo sein sohnpaulus, Herr ziiOsterdorff/Burgermeistenvorden; dessen brnder David ein Hauptmann ist auf dem berg Sinai au- i z ür gestorben; Facharias aber, Paust söhn, wurde Tbum-De- chant der hohen Stifft Augspurg, und David, dieses letzter» sM, Sät als Obrister in den Teutschen, Italiänisch - und Ungarischen so woN als sein , 4 ^! krieqen gedienet, bis ihn an. 1610 der tod wegnähme. Christoph leutbe aedientt Noch mehrere habe» als Haupt, st an -ü;° als Thum-Herr zu Amen gestorben, und sem bruder Fusta,"/istenb^^^ ^ > »«P-M wmd- Bmg-m«»-- I» IEch > chm «MS,»»fUchLLZ/L^^^ G. Dieser stumme buchstab wird zwischen e und ck ausgesprochen / und kommt mit dem Griechischen x überein. Er wird von den Lateinern, wenn von vergangenen Zeiten die rede ist / oder, wo man die vcrba aus dem prLtenri in das pr^rerirum verändert , in L. und bisweilen in 8 oder x verwandelte Die alten gebrauchten sich öffters des buchstäbens k an statt 6° - gleichwie die Spanier noch jetzo zu thun pflegen - da sie z.e. schreiben 8-»«,« an statt Scznor, und iaino an statt ruZno, Lc. Die Fkantzosen verwandeln v ist 6 - als o-llonz an stattVLlcon-L; o^slis in Engelland vor cVs»i8-, 6gp vor Vzmncum. Auch setzten die alten - absonderlich die Griechen, wie wir heut zu tüg ein ^ vor das o setzen, ebenfalls ein 6, als /rggelus vor >rnAc- lus, Wann dieser buchstab allein stehet, so bedeutet er in den alten Römischen schrifften ostus (so viel als L-yus) o-niu.«; Qc-Nus. o->u- liium, 6ES, öcc. Solisten ist stlbiger in der Lateinischen spraäch Neu, und erst in dem ersten Carthaginensischen krieg durch Sv. Carvilium aufgebracht worden, wie erstlich die alte stein - schufst ( so C. Duillio zu ehren noch in obgemeldtem krieg ist verfertiget worden , und an statt o durchgehends 6 hat,) erweisen käst; lind ein solches auch die älteste Lr^mm-nci ausdrücklich melden. libr. i snälo^. VroEt/. !. 2 cä^. lürers. ^ - ein altes volck in Gallien, so in der siegend wohnte, Wo anjctzo die Provintz i« Givaudan ist, unter dem Sevenner- gebürg, zwischen !- Velay, Vivarais, Rovergue und Auvergne. Ihre Haupt- stadt war vor zeiten Mimatum - so anjctzo Mende heisiet. u/r»,«- I. 4 c. ,9. «je 8. Q. üb. 6I6VI.I8. (i-ctomie lle) ist der tiiul eines bttchs- so vor einigen jähren gedruckt wurde, und von den geistern handelt, auch wegen der artigen schreib-art und netten Manier ein gespräch zu formiren von vielen gar hoch gehalten wird. Der autok hiervon ist der «je Villsrs. Siehe VIUI.AX8. * Gabato / (Sebastianus) welchen man wegen seiner wissen- schafft in der schiff- fahrt Nauclerum zugenannc, war von geburt ein Venetianer, hatte sich aber in Engelland niedergelassen, und wohnte zu Bristol. Hicronymus Bezon meldet folgendes von ihm r Nachdem er aus dem glvbo geurtheilet, baß die straffe Nach suden, welche Christophorus Columbus genommen, nicht die rechte wäre, und daß, wenn man nord-nord-west-warts segelte, man viel eher und mit geringerer mühe nach Amcricam, von danuen aber durch die engen, welche beyde b.LmilpM-ri« gegen norden vereinigen müssen, nach ost-Indien kommen könte, habe er von Hcnrico VII, König von Engelland, zu ausführung dieses enrwurffs, ; kauf- farthey-schiffe erlanget, mit welchen er in dem frühling des iahrs 1496 in see gegangen; sein vorsas sey gewesen, sich beständig nach nord-nord - westen zu halten, so lange - bis er auf die höhe von Catay bey der grossen Tartarev würde gekommen seyn; da er aber wahrgenommen, daß er zu weit nach norden, und von nordest nach offen gesegelt, habe er seinen lauff Nach der mittags - linie gerichtet, und diejenige insul angetroffen, welche die Spätster iiachgehends Florida genennet - von wannen er nach einem kur- tzen auffenthalt - weil es ihm an lebens-mitteln gefthlet, nach, Lm gelland zurück gekchket sey, allwo eben damals, wegen des berühmten Perkins, eine zimliche Verwirrung gewesen; Liese habe ihst veranlasset, in Spanien zu gehen - allwo ihn Ferdinandus und Isabella in den stand gesetzt, von neuem auszulauffen, da er denn in Brasilien und bis in die ländschafft u- L Plata gekommen sey. So viel berichtet Bezon, Allein Baco m Verulamio saget - daß Gabato nicht ost-Jndien - sondern Americam gesucht; daß er bis an den obsten grscjum Iscirulllnis gekommen, das land aeLabrador entdeckt, und in Engelland gantz vergnügt nach seiner schiff- fahrt wieder angelanget sey, weiter von dem andern o-m >->K«ei«, so wohl waffer als land gefunden. In der that nahm er eine gantz andere fahrt, als Columbus; denn dieser war imch den Canarlen- insuln, und nach denjenigen, welche ^oi-« heissen, gcjegelt, und von dannen nach dem süd - westlichen theil von America gebracht worden. Gabato hingegen vermeynte noch viel eher die nördliche gegend davon zu entdecken, und betrog sich auch nicht darinnen. Er versprach dieses reiche land für Henncnm VII itt besitz zu nehmen, und dieser König war entschlossen - ihn zumandernmal mit etlichen schiffen auszuschicken, als eben um dieselbe zeit Chri- stophorus Columbus ihm zst solchem end die dienste jeuies brnders- Bartholomäi, anbot. Nun war des jetzt - gedachten Christophen rühm so groß, daß Henricus VII ohne bedencken dessen bkstder dem Gabato vorzog; allein da Bartholomäus nach Engelland übergehen wolte, wurde er von see - räubern gefangen, und sticht eher, als nach 2 jähren ioß gelassen, innerhalb welcher zeit Christophorus Columbus für die cron Spanien dasjenige land einnahm, dessen sich sein bruder zum besten der cro» Engelland hatte bemächtigen sollen. cemerics. vir. ttenr. Vll. bist. rj'^nAler. rom. i ^ 49. VabeUus / ein fluß in der Lombardey, siehe Secchia. Gabrano / eine stadt auf einem Hügel gelegen,; messen unter lmEneti^ rcu cnlscrnel ril / M ven gränzen von Dlemont: schen Casal und Vercelli, wie Ferrarius vorgiebest ^ ^ ^ ein an Rvm gräntzendes volck, deren Haupt-stadt s-di! hieß, welche in stakio oder LsmpLßos «il ffomL, ,u der gegend, so ametzo LLMP« L.ibio genennet, wird - .gelegen. Dieses volck suchte der Römische Kontg Tarqmnms stnfanglich mit gewalt unter sich zu bringen ;da es aber also nicht angehen wolte - gebrauchte er die- sen list, daß er Sertum seinen söhn hinschickte j welcher sich stellen mußte , als wäre er Mit dem vater gantzlich zerfallen; als er sich nun da lN ansehen gesetzt, und sonderlich des gemeinen volcks gunst gewonnen, liesse er seinen vater heimlich um rath fragen, wie er nun die fach werters anzugreiffen hätte; dieser - der in einer so wich- Ucn fach dem botten nicht alles vertrauen wolte - und seines sohns scharfflinmgen verstand schon vorhero kandte - gietige mit selbigem M dem garten herum - und schlüge währendem discurs die höchsten kopffe vom magsamen mit einem stock herunter, ohne dem botten eine wettere erklarung hierüber zu geben. Der junge Targuinius - so bald er von diesem des Vaters verfahren vernommen, merckte seine mremwn alsobald, fände Mittel die vornemsten des orts nach und nach äus dem weg zu machen, und auf solche weis ohne wie- derstand dem vater den ort zu übergeben. Gabüi/ lm. Qsbinum. ist eine stadt in Groß-Polen indetz Womvvdschaffl Rava/ am fluß Bzura / zwischen Uladlslan und Warschau. oolon- Gabstnus / (Aülus) war Bürgermeister zu Nom/ eben m dem Jahr / da Cicero von w Ll«,«!,«, i„ das elend verjagt wurde/ worzu dann Gabinius ebensowohl / als sein damaliger k. Calpurnius Piso sehr viel geholffen / theils aus heimlicher am stifftung Pompeji / Cäsarls md Craßi/ deren kEn,«, sie anhien» gen/ theils auch/ weil Clovius einem jeden aus ihnen auf solchen fall eine ansehnliche Provintz zu verschaffen verheißen harte. ES wurde auch darauf eben dieser Gabinius Römischer Oouve-ncur in Syrien und Judäa/ kurtz vor Christi geburt. ErhalffdaHyr» dasso wiederum zu der Hohenpritsterlichen würde/ brachte ist In- daa alles in gule ordnuNg/ widersetzte sich dem Aristobulö/ nahnr ihn gelangen / und sandte ihn nach Rom. Darauf setzte er Mole- imimn Auleten wieder in sein Königreich ein / und schlug Alcran» drum / welcher sich der ober - herrschafft über Judäam anmaffcte; Weil er sich aber des PwleMai wider den ausdrücklichen befthl des rakhs aNgenomcn/ und auf seinen eigenen kopff mit seinem kriegs» Heer aus derProvintz gezogen/ auch/ wie jederman glaubte/ sich in diesem allem mit gelb bestechen lassen/ faßte der Räch Und alle ehrst- me nicht ohne schimpffaus derProvintz zurück/worzu mich Cicero- nis rede ö« provinciis consuisriku- sehr viel holffe/ als in welcher er so wohl an Gabiniö als Pisone eine grosse raach außübte. Doch wäre dieses denen eyferern für des stands ehre noch nicht genug / sondern/ so bald er nach Rom zurück gekommen/ geschaht wegen der aus eigenem gewalt vorgenommenen einsetztiüg Pwlemäi eins öffentliche klage wider ihne« Cicero/ der sich nun genug meyntL gerochen zu haben / und vornehmlich hierum dem Pömpejo einen gefallen erweisen wolle/ nähme sich zwar in diesem Handel des Ga- binii an / es konte aber weder wohlredenheit noch gunst etwas helf- fen ; Gabinius wurde von den Richtern verdammt/ und müste in das elend ziehen. Lrc. w o-sr. L e^mt-pLisim. iz c. II. Dro üb. zy p. 17. * . Gabinius / Kaysers Diocletiani Vetter/ bekannte sich zur Christlichen religion/ und wurde dahcro nebst seinem bruder Cajo Dalmata/ Römischem Bischoff/ und seiner tochter Susanna/ um das jähr Christi 28; zur marler gezogen. Es ist nviy ein an« drerGabtnius/etn Römischer «illoncu», dessen 8rrsbo bi-gedencket. Gablentz/ Gabelcntz/ eine alte Adelichefamilie inMerssen w in dertzaußnitz / welche vermuthlich von dem schloffeGablentz !y Krimmitscyau in dem Meißnischen ertz-geburae den uamen er- ssten/ wie denn Georg von der GableNß / der dey den Marg- -afen Friderieo m Mctssm in grossem ansehen gestäkNn/ am r2i darauf gewöhnet. Albertus ist an. 14 ;ö Abt des klostees zn ltenburg gewesen / und hat das kloster Pform mit rcrcyen em- infften versehen. Georg von der Gablentz aus Wendrschleube hak r. 1; 29 dem Churfürsten zu Sachftn dasBurglehn zuMmburg/ if welchem er und seine vorfahren gewohnt/ verkauffk» Christoph av Sebastian anfWendtschlcube flonrten amis/m JnderVaH- ltz und zwar in dem Görlitzischen crayse/ be,itzet dieses geschlechk je Rittergüter Heydersdorff/Spree und Hamchen/ ln der Herr- mfft Pforten aber Kalcke. Es hat sichschon zu ansang -es 1 ? secult 1 der Herrschafft Sorau in der Nieder-Laußnitz aus dem Hause riderichsdorff ausgebreitet / von welchem Hemrch an. 14; a lebsnus zu Sorau worden / der an. 144? St. Barbara zu ehren ne cavelle gebauet/ und dieselbe mtt gewissen elnkunfften vcrse- m hat. NachgcheNds ist einer von Gablentz Probst zu Droßkau/ w ttnanKr Probst zuDehnan/ ChristophFrantz aber/,Amts« kerweser zu Sorau worden^ Einer von diesem Hause entleibte am >z i einen gewissen vom Adel/ der ihn aus der straffe bey Sörau 422 gab angriff/ imd zog sich solches also zu gemülhe/ daß er sich selbst das leben nahm» ^4r-üc^2nnL,. 8sx. Oü/fe?' ULuf. merclcvv. 8orLujfcke ctu-on. Ä-r«/>r 8cü!cf. curiof. Gablkoven/ eine ansehnliche Adclichc lind nunmehro theils Frenhenüche und Gräfliche familie in Oesterreich und dem Für- stenthum Goch / hat vorzeiten den »amen Gablkover von Gabl- koven gesuhret. Ihren eigentlichen nrsprung hat sie aus Bayern/ wie denn daselbst ihr stamm-schioß Gabltoven ohnweit Dingeisin- gcn/ zwischen der Iser und Viltz gelegen/ welches aber an. 14:6 in den damaligen innerlichen kriegen zerstöret worden. Sie besitzet auch noch setz» einige dahcrnm gelegene Ichn-gnter/ welche sie bereits an. 122 z von dem gedachten schlöffe und ihrer sestung Frein- berg (wozu nachgchcnds das schloß Wildharn gekommen) verliehen hat/ und biß aus diesen tag von dem ältesten dieses geschlrchls empfangen / und wieder verliehen werden. Die gewisse stamm- reihe sänget man von Paulo an / welcher sich um das jähr 1480 aus Oesterreich / dahin sich sein vater Zacharias aus Bayern gewendet/ nachLoibcn in die Lcckycrmarck begeben/ und durch seine 4 söhne nachfolgende 4 linicn angeleget. Die erste linke stiffkcie der älteste söhn / namens Wolffganq/ welcher an. 1441 mit rode abgegangen / und unterschiedliche kin- der nachgelassen/davon sonderlich folgende 2 zu mereken. (i)Os- waldus/ der in Italien den rittst eines uoüons mcMcinL- angenommen/ und wegen der Lutherischen lehre Stcycrmarck mitdem nicken ansehen muffen / da er sich dann in Schwaben niedergelassen/ und an. iezy zu Memmmgen verstorben. Seine söhne waren Wolffgangus II und Oswaldus II/ davon jener voctoc wneo. l»w--- zli L sibittgen/ dieser aber ll.,vlc 6 ici».i,, wie auch in die;-- jähr istaih und Leib->i- 6 icu 5 bcv dem Heryoqc zu Wurtunderg gewesen. Dieser letztere hinterließ Hicronymmn/ s.u. u. Woiff- oangum III/ Wurtemberqischcn Rath und Leib-^cMcum/ welcher 6 cenlnricn curai. üc vbisrv--r. m.aic. geschrieben ; Johannen: Iacobum/ Fürstl. » 6 -imr>>cc,rium zu SlMtgardt; nndChristo- Vhorum). rv Bi'irgerineistcr zu Eßlinqcn/welcher an. lüzr gestorben/ worauf bald hernach dieser äst in Schwaben gäntziich verloschen. (2) Fraiiciscns pflantzcte seinen äst i» der Steyermarck jort/ und ward ein groß-vaierZacharia/ wcicherdiewurde eines band-und Hofgcrichts- wtc auch eines Land-Raths zu Grätz bekleidet / und an. >üzr die Freyhcrrliche würde erlanget hat. Er starb an. 1675 / und ließ 2 söhne nach sich; Der ältere/ HanS Siegfried/ so gleichfalls des Landes und Hofgenchls bcy- sitzer,/ wie auch Kayserlicher Rath und des Adclichen vormnnd- schafft-amts m-rb-Zc»! war/ gesegnete an. >707 das zeitliche, und hinterließ Ioh. Phllippum AMouimn/ und Iosephum Iguanum/ davon jener würcküchcrKavscrljcher Inner-Oestcrrcichischcr gc- hcimdcr Rast) / und an. 1718 m den Rilchs-Grafenstand erhoben worden. Der jüngere Georg Christian/ kayserlicher Rittmeister/ siürtztc an. 1686 mit einem pfcrdc / und büßte darüber sein leben ein. Sein söhn/ Hans Anton/ diente zu ansang des 18 seeuli dem Kayscr in dem Ungarischen kriege. Die andere linie legte Lconhard an / der sich zu Loibcn in der Steyermarck aufgehalten und an. i?44 das zeitliche qcjegnct hat. Sein cnckel/ Daniel/ brachte es in der aryncy-knnst so weit / daß er den timl eines o<>ü»-R zu Basel annehmen kontc / woraus ihm die ctiLrgc eines Kavscrlichcn würcklichcn Raths/ lind an. lüzc. die Freyherrliche würde zu theil worden. Er war ein großvatcr Johann Martins/ Herrn auf Syrowitz/ Altenbcrg/ Frauen« stein und Nnßperg/ welcher des land-rcchks Bcylitzcrmid an. 1632 Verordneter des grossen ansschusses in Kärndlcn gewesen. Erstarb an 1700 und hinterließ Martinnm Iosephnm Anlonunn/ Landes-und Hofgcrichts-»RM-nem/ ivclcher sich an. 1701 mit einer Gräfin von Platz vermählet hat. Die dritte linie hat ihren Ursprung von Rupcrto/ welcher sich an. 1 zyo an dcmDodmscc niedergelassen / und mit seiner gemahlt»/ Anna Litscherin von Rönscbach/ >o linder gezcugct/ worunter 2 söhne / Paul und Carl / gewesen. Die vierte liniesseng Zacharias an/ welcher an-izzr zn.Loi- bcnmittodcabgicng/ nachdem er mit 4.gcmahliniicn i> söhne und 9 töchtcr gezcnaet hatte. Von den söhnen haben die meisten ihr geschlccht fortgcpflaiitzct/ und zwar m Oesterreich und^rcycr- »larck/ woselbst sie die schlösset Pctzcnkirchcn/ Pnhel und Hclf- ftnbcrq / an sich gebracht. Das letzte / Hclffenbcrg/ liegt m der Grafschtffl Cillcy/ und hat es einer von gedachten 1 ; johncn/ namens Abraham/ welcher an. 1609 gestorben/ durch heyrath an sich gebricht. Derselbe war ein vaicr Georg Sicgjricds zn Lvcalls unweit Hclffendcrg/ der weaen der Lntherlschcn religion senw guter verlassen/ und sich in das Fürstcnlhnm Golha gewendet. Sen: cintzigcrsohn Johann Dalthasar begleitete an. 1688: Fnrstllche Sachsen - Esthnische Printzen ant der reise nach fremde landet als Hofmeister / woraus er die stelle eines gchcimden Raths und ober- - Pl'äsidcnken zu Golha erhalten. Er gab an. 1709 ^Liinriä f.'.MiÜL ill toi- / Uli!) lebte noch an. 1717 im 80 jähre seines alters. Sein mit einer von Hopfaarkcn erzeugter söhn/ Hans Sicgsricd/ ist Furist. Braun» schwcigischip Cammerjnnckcr worden. Gabon/ ein Königreich in Conao/ darinnen die Mosonles wohnen 7 hat eine stadi Maccira an dem flnß Gabon. Gabres / siehe Ghcbres. Gabrias/ siehe Babriao. Gabriel / ein Ertz-Engel / dessen namc so viel hcissek als Gottes starckc. Er ist dem Daniel erschienen / dem Zacharias / da er thu von der gcdurt Iohanms des räuffers versicherte/und der sich Itgen Jungfrau Maria / da er ihr das geheimniß dermenick^E düng des Sohnes Gottes verkündigte. c.p.8 ö- Gabriel/ ein Ertz-Bischoffui Philadelphia / mit dem men Severus. Er wurde von vereinm / einem Patriarche m Constanttnopel / eingeweihet; da er aber sahe/ daßerw Griechen m semer gemeine zu Pyiladelphien hakte/ wendete erki k nach Venedtg/altwo er der Griechen/ welche in dem Vene A schen gebiete lebten/ Bischoffwmde/ und seine bücher inGr ch' scher spräche drucken ließ/ als da stnd: ein kleiner iraciat von sacw» menren an. iüoo und eine schütz-rede an. 1604/ in welcher i m der einige Lakcriiische die ehrcrbietung / so die Griecken dem brodt und wem noch vor ihrer conssc^rion erwiesen / vertbR diget. Der Cardinal Perronius hat zuerst das gedachte buch Wi, dem abeudmahl angeführet/ damit zu erweisen/ daß die Grieche die rranxtuMtLmi-uioii ebenso/ wie die Lateiner glaubten / Mb daß sie auch gar das wort erfunden / welches eben so vlel helyek/ als irrm8lubtiL,ir,-!rio. Johannes Claudius hak in sei. ner antwort/ die er Antonio Arnaldo ertheilet/ dieses welch ich ein erdichtete« buch ausgegeben / weil er des Gabriclis buch nickt besaß / st.md dcr Cardinal Pcrronins die Ei iechischen werte dieseZ Ertz-Biseyosts nicyt angeführet hatte. Allen: Richard Simon l at zu Pans an- 1^71 diese schutzrede Gabriclis / darauf es hmwk- sachllch ankam/ in Griechischer und Lateinischer spräche/ E cmtgen andern tractaten eben dieses -ur«ris drucken lassen / worin er noch einige anmerckunqen gethan / in welchen er beweisen wollen/ daß man diesen Bischoff nicht unter die zahl der Grieche,!/ weiche sich nach der Lateinischen kirche gerichtet / setzen könne/ an» gesehen er wider das Concilium zu Florentz geschrieben/ welches er gleichfalls m einem zu Paris gcdruckien/und u crcrncc öe genennien buche erwiesen / f,O wider Thomas Smiih behaupten wollen. Im übrigen gebe,M dieses Gabriclis Marünus Crusins in semer rurco.cEis M rühinllch. Gabriel / (Aegidius 6c) i.iccntiLms aüfder UniversitätLöoen, Priester des Franeistaner-ordcns, vc6»,ror Ocnc>Ä,y und cü,mr>ir- tarius >ruuüoiicu! in den Niederlanden, war von Lüttlch gebürtig, und ließ au. 167z eine moral zu Brüssel drucken, unter dem limi r Lpccimir!^ LliriliiZiilc ä morsüs aisboücL. Dieser tlttti warb zu Rom verdächtig gemacht, und Miste der auwr deshalbeu dahm, „in von seiner lehre rcchcnschafft zu geben. Allein nachdem man befunden, daß an seinem buche nichts unrechtes sey,wurde es nochmals zu Rom 1680 gedruckt, jedoch mit einiger Massen verändertem tltul , und lediglich 8pccimina morziiz genannt. Man Hai es auch ins Frantzösische übersetzt, unter dem titul: >cs cüHr n- u m-o, moiLie. In dem wcrcke selbst konit er der strengen varthcy bee Moralisten näher, als der gelinden. Gabriel 6s Dasra / ein Syrischer scribent, hat in seiner spräche alle csttonc8 ivn>,6oi'um kürtzlich znsammcn getragen, und in zwey theile gctheilet, auch sein dedenckcn hinzu gethan. In cLiLlnAN Lnsi6. lcripr. Gabriel Sionira / ein gelehrter Maronit, und Professor des Syrischen und Arabischen spräche zu Rom, von wannen er auch nach Paris gcholet wurde, um an der bibcl des 1- sa/ mitarbeiten zu hclffen. Er brachte Syrische und Arabische bibeln mit sich, welche er mit seiner eigenen Hand von den mLnus'cripR in Rom abgeschrieben, und sind solche zuerst in des grosser bibel mit Puncten, den Engclländischcn Ui-P^ottis. mit einer Lateinischen Übersetzung , die er selbst mit unglaublicher mühe hinzu gethan, beygefüget worden. Dieses bedauern etliche, daß er die bcschaffcnheitder Syrischen und Arabische» KWcc. deren er sich bedienet, nicht an» gczciget, welches daher gekommen, weil er mit dem >- »»eins worden, und deswegen nicht weiter an diesem wercke arbeiten wollen. Sonst hat er auch noch andere Arabische bücher übersetzt, und unter andern eine Arabische Geographie, unter dem titul püis NuwciiM, zu Rom drucken lassen. wüuirc cruig. 6U VI-1W kesssiu. Xo-r/o/-. cic fcripr. ecük. c. zr. Gabriel: / eine edle und alte famile, hak ihren Ursprung voll Engubw in Umbrien, und schon im dritten seculo diesen »amen ge- führet. Nachmals hat sie sich in unterschiedene scitcn-mnc» gc- thcilet, welche sich zu Rsni, Venedig, Padua, Fans, und andcrsw» niedcrgclassci:, und sämtlich berühmte manner gczeuget haben. Faciuä wurde an. n >4 sonderlich hoch gehalten, und vcrferügie einige philosophische bücher, als 6- gumuor -ism-nus; üssopülL, öcc. Hugolinus ist an. 14)8 Groß-Vicsrlus des CardMM Ioh. Vitelleschi, ErmBischoffs von Floren!;, gewesen, m>d M einen tractat von sacramentcn geschrieben. Ludovicus vttbücmc an. i;ü2 einige wcrcklcin,darinnen von der Übung der gottesjuM gehandelt wird. Julius, ein Priester,hat die sprachen und m>m-- i>ic«-s gclehret, und ist ein piiiioiopMis, inglcichem ein O/E gewesen. Er war bey dem Hcrcule von Gonzaga, Cardinal von MN- tua, welchen er auf das Concilium zu Tndcnt begleitete, nllwo n » reden gehalten hat,welche im druck heraus Schaben worden. RW- mals übersetzte er xcuopllonris LvropL-Uism aus dem Grwwüwsis ins Lateinische; wie auch einige tractatc Plutarchi; ) reden wr^ aorii Nazianceni, und machte andere bücher mehr. Er lwsv zu Eugiibio in stincm Vaterland,dcn i2inay an. 1579. Hieronymus/ ein Consistonal-Advocat,verfertigte - bücher von der rechts-EM samkcit, das erste an. i; 7 t / welches er dem Pabst Gregmo XM dedicirle,und das andere kam an. i;8; mit einer zutchrmt on tun, V ans liebt. Er starb zu Romden 27 »ov. -;87-m74 aM seines alters. Diese Gabriel: sind Herren zu Eugubio und vvpam gab lern landschaffien gewesen. Jacobus ist an. i;i; po-lcllä z„ O>r- vietv/ai!. i?;; zu Florentz oo->L,»nicr. ferner Legat zu Bononien, und Gouverneur des kirchen-staats gewesen, hat auch noch andere ansehnliche ämter bedienet. Diesen kan man noch Iulium Gabrieli beyfügen, welchen Urbanus VIII an. 1641 zum Cardinal gemacht, und Gratianum Bischoff zu Ferrara an. 1070, Adonem Bischoffzu Placentz an. i i°z, Rudolphum, Petrum und Gabrielen^, welche aus Eugubiowaren, an. 1059, i;r6 und 1)77, Pau- lNM Bischoffzu Lncca an. 1 ? 7;. oriZin. Uclle csil.- cklc-I. still. stiorenr. )»co^,Lr -innsli stell» ^rovinci» stell» Uwstri» üc hibl. llmbr. U^e/. lt»>. Gabrieli/ genannt Gabriel 6! Gabrieli/ ein Cardinal, Bi- schoffz» Urbino, >var von Fano in der Anconitanischen Marck gebürtig. Er hielt sich an den Cardinal Julianum von Rovere, welcher, da er unter dem namen Iulii II Pabst worden, ihm das Biß- thum Urbino, und an. den Cardinals-Hut gegeben. Hernach ist er zu Perugia gewestn,und den 6 »wv. an. 15 n zu Rom gestorben» in )uj. 11. /» Nllwencl. L»rstin. I«- stlllor. stcs L^rstin. Gabrieli / (Antonius) ein Römer, war Consistorial-Advocat des Kci und der kammcr, und verfertigte ein zu der rechts-gelehr- famkeit gehöriges werck, welches einige scribenten den c»!epmum deriuri;pru>zsn2genennet haben. Marius Gabrieli, sein söhn, welcher auch ein gelehrter mann war,gab es an. 1570 heraus, da Antonios schon den 2; oct. an.1;;; gestorben. )«coL,Lbibl.Umstr. Gabrieli/ ein Prälat zu Rom,hielt es theils mit den Mahome- tanern, theils mit den Atheisten, und läugnere die Unsterblichkeit der seelen. Er soll unterweilen mit seinem anhange zusammen- künffte und abend-mahlzeiten angestellet haben , worbey sie jederzeit dem Mistel mit mcnschen-blut, allerhand ingredientien von Hostien,reliqmen und andern heiligen dingen geopffert; auch sollen sie viel kinder lebendig aufgeschnitten,und jungfrauen mit gewissen ceremonien an dem altar und bey dem creutz geschändet, und ein kleines bild von wachs gemacht haben, dadurch den tod Innocen- tiiXIzn befördern, damit ein vetter des Gabrieli an femen platz kommen möchte. Dieses alles wurde zu Mayland durch einen Römer, namens Franciscus Picchitelli, oder wie er sonst genannt wird, Checco Faligname, an den tag gebracht, als er von einer gewissen Person dahin geschickt worden, den guis st- Buffalo zu ermorden. Denn als er darüber ergriffen wurde, entdeckte er auf der tortur diese Letzcrey, und alle deren anhänger,als: Capra, Alfonsi, den voKor Mazzutti Oliva und Gabrieli, den sccrec»r,uw Pignat- la rc. Diese wurden miteinander gefoltert, und nachdem sie ihre lehre abgeschworen, einige zu einem ewigen, andere aber zu einem zehen-jährigen gefängniß verdammet. Gabrieli schob alle schuld aufden Oliva, welchen er für den erfinder ausgab, vorgebend, oaß ernur m compagnien hiervon discuriret hätte, um seinen guten verstand zu zeigen. Allein sein bluts-verwandter, der Cardinal Ai- ticri, brachte es bey Alerandro VIII unter andern conditionen, die er in den heyraths-contracten seiner muhme mit i) ,n Marco Ot- toboni sich bedungen hatte,auch dahin, daß sein vetter Gabrieli auf freyen fuß solte gestellet werden. Zu solchem ende schrieb gedachter Gabrieli einen sehr demüthigen brief an den Pabst und an die Cardinäle, worinnen er um Verzeihung bat. Dieses hatte so grosse würckungdaß er nicht gepeiniget wurde, auch liesse man die grösten beschuldigungen aus seinem procew- weg, und gab vor, er sey nicht wohl bey verstände. Diesem nach erhielte er die gnade, daß man ihn nicht weiter verurtheilte, als nur seine ketzerey öffentlich in der kirche von Minerva und denn in dem grossen saale des heiligen OKcl, abzuschwören, welches aber nachgehends nur heimlich in dem zimmer des u.,:i-i5 Lommi/ll-nl in gegcnwart von 4Cardina- len geschahe. Jedoch wurde er in eine zelle des klosters Monte Castno gefangen gesetzt, und ihm zugleich alle seine geistlichen be- nestcien, welche sich jährlich aufzooo scudi beließen, samt dem cammer-cleeicsr und dem amte des ?-uron<-csrii ^oiioljci parkici- ?->i>n5 genommen. Es erhielten aber seine freunde von Jnnocen- tio XII,daß er an. 1692 auf das castell von Perugia gebracht wurde. reise-oclcstreist. 6ssi;XIssssHL . ist eine besondere stete der Wiedertäuffer, welche in Mahren entstanden, und von einem, namens Gabriel Scherlmg, den namen führet, der um das jähr 1 ? zo, nebst Jacob Hütten, am ersten diese lehre dahin gebracht, nachdem man sie an andern orten nicht mehr geduldet. Er selbst ist von dar verjaget worden, und in Polen gestorben. stm-er-stillone x., 1.16 c. ri §. ;5. Gatrielle/ vvn Bourbon,Ludovicivon Bourbon I, Grafen von Mvntvensier,und der Gadrielle ste l» Tour von Auvergne toch- ter. 'Sie beyrathete an. 1458 Ludovicum -le >» Tremoullle II, welcher an. 1525 vor Pavia gestorben, nachdem sie mit ihm Caro- lum Printzen von Talmond gezeugt, welcher in der schlacht bey Marignano an. 1-151 geblieben. Sie war von ungememcm verstände,liebte die wissenschaffteiyund machte unterschiedliche bucher, starb aber endlich auf dem schlösse Touars in Poitou den; i dec. an. 1516. Ihre schrifften sind : InllruÄion stcs jeuncs pucelles ; le lsmvlestu 8. Liprir. ; le vo)-»ge stu ^enirem; les conremplsrions ste l Lme stevvre llir les m^lleies ste I'incsrnLtion öe ste l» ^slllvn ste stluz Lstnll. Lost». §»M- Gadrielle 6'Esteres/siehe Estrees. .... Gadrielle ste Jesus-Maria cl'Abbeville / ist eine stMerm des ordens der^l-mmsnim in Franckreich gewesen, und m ihrem ersten kloster zu Abbeviüeden; dec. an. iü;9 gestorben. ^brenvem Cai^totiWeii'kik- welcher in M« » 7 - LsM S° ist , (Johannes Maria) ein Cardinal, war in der omanischen stadt Zastello gebohren den -°jan an. Ä ne »'^tchur geringe, sondern auch sehr arme leute - dan- nenhero er, um seinen unterhalt zu finden, sich endlich, da er schon zimlich zu jähre» gekommen,in den orden der Feuillantiner von der rek°rme des heiligen Bernhardt begab. So bald er diese lebens- ^ ^Mgemeinem fleiß aufdas llullium der Philosophie, theologie, canonischen rechten, der »nriOchrum, und vornemlich der kirchen-historie, worinnen er es so weit brachte, daß man ihn hernach m unterschiedenen klöstern zum jecto e der nov>- vttwrdnete. Weil er neben solcher gelehrsamkeil auch einen sehr guten politischen verstand sehen ließ, so beförderte man ilm in seinem orden zu unterschiedenen ämtern, biß er endlich zum «K etliche jähre hernach gar zum General desselben erwählt ward. Rachdem er jn dem coiic^jo Ue llcls zum llu-i.orum gemacht worden, erlangte er des Fabronr absonderliche freundschafft, welcher ihn so nachdrücklich bey Jnno- U^m/'-andirte, daß derselbe ihm nicht nur auftrug, der, Ertz-Brfchoffs von Cambray, -l- i-> Mothe Fenelon, ,n emer öffentlichen schafft zu erklären und zu widerlegen, sondern auch durch feine vernunfftige und tugendhaffte auffuhrung meiner solchen gcwogenheit gegen ihn sich bewegen ließ, daß er ihn den 14 nov. an. 1699 mit dem Cardinals-Hut beehrte. Ausser dem ob» erwehnten tractat wider den Ectz-Bifchoff von Cambray hat er auch ein buch geschrieben , worinnen er die wercke des Cardinais Sfondratl vertheidiget. Er starb den 17 stpt. an. 1711, zu Capra- rola, nachdem er vorher einige tage daselbst an einem sicher und an stem-fchmertzen kranck gelegen. o/Lowo p.?,». . Gabrini / (Nicolaus) von andern Nicolao ' Rienzo genannt, em Romer, war eines wemschencken,oder wie andere wollen, eines muüers söhn, aber dabey kühn und beredt, welcher sich an. 154s, da der Päbstliche stuhl nach Avignon verleget war, mit gewalt die herrfchafft über Rom anmassete. Um solches in das werck zu richten , machte er, daß ihne das Römische solch nacher Avignon de, putirte, um den Pabst zu bitten, daß er seinen sitz wieder nach Rom nehmen möchte; und als er nichts als Worte von dannen zurück brachte, welche jedermannothwendig für falsch und betrügiich erkennen muste, wüste er dem versammlet«! volck so wohl nach dem mund zu reden,daß,als einige wenige von ihm darzu bestellte anfien- gen ihne zum n-vuno oder Obristen des volcks auszuruffen, aiso- bald der gröste theil der übrigen ihme solchen gewalt bestätigte; worauf er sich ohne Verzug des ^-min bemcisterle, den grösten theil des Adels aus der stabt jagte, und sich mit unaeweinem, aber an ernem solchen kerl fast lächerlichen Hochmuth - als einen alten Röm. Kayser aufzuführen ansienge, wobey jedoch dieses seiner Majestät nicht zum besten anstünde, daß er so wohl füvsich selbst aller orten raubte, als die ihm anhangende ihre räuberey treiben ließ. Er hielte hierauf feine Ambassadoren aller orten in Italien herum,so wohl den beystand,welchen man dem Römischen Räch schuldig wäre, zu begehren, als auch zu notificiren, wie er in dem begriff wäre, selbiges Reich wieder in seinen alten flor zu bringen ; er spräche auch schon von citirung der beyden damals um das Röm. Reich streitenden Kayseren Ludovici Davari und Caroli IV so wohl als der Churfürsten, von denen beyde waren erwählet worden, um von jedem theil rechenschafft zu fordern, aus was macht sie dergleichen ding unterstanden hätten. Das seltsamste ist, daß bey dieser so curicus-und närrischen Monarchie viel Italiänische städte sich zimlich ehrerbietig einstellen; wie dann sonderlich Florentz diesen Nicolo mit einer ansehnlichen Gesandschafft beehrte,und ioo Reuter zu dessen dienstenschickte, mit Versprechung noch mehrerer, im fall er es verlangte; Perugia aber einen neuen sahnen mit dem vorgebenden waapen des Jnlii Cäsaris zu sonderbah- rer ehre von selbigem annähme; ja selbst der damalige Konig in Ungarn Lndovicus , welcher eben um Neapolis durch seine reuter den krieg führte, schiene diesen neu-gebackenen wlcder-hersteüer des Römischen Reichs zu erkennen, beehrte ihne durch bottjchafft, und schloß mit ihme eine bündniß. Er wäre auch in der that sehr mach- tia in Rom, und um die stadt herum, und wüste nach austmbung des Adels die ruhe und sicherheit treflich wohl zu erhalten, wäre auch fcharff wider die, fo ihme nicht gehorchen wollen; wie er dann den Herm von Cornato, als er auf diese neue regierung um Rom herum plündern wolle, ohne viel cerenwmen aufdrucken ließ. Die Eolonnefer, da sie des nachts durch einen heimlichen anschlug in die stadt einbrachen, wurden mit Verlust zurück geschlagen. Der " glru- oder ftadtbalter, dene der Pabst zu M-ger M nach Rom sandte, vergliche sich mit ihme, wenigstens äusserlich und zum Mein aber in der that Meinet er wider dene gearbeitet zu haben. A s die von dem hauß Colonna emmals einen neuen versuch thaten, wolle sich W niemand bey dem Tribuno verssainlen, welcher N, dann in der st üe aus dem Opikoi.o weg machte,und ,m L-chei- K. 8 "m st lang verborgen hielte, biß er nach ankunfft des Könias aus Ungam in das NeapolitaniMe gelegenhell fand, sich -ttibme ui schleichen. Er soll vorher mftmen patenten sich folgender 8» geschrieben haben: 8p,r>-u- 8-E. m.i-,. k^.- «olsusSeverur ÜL cirm-"-, tibscsrsi uch.z, relslot Iisli«, smor »rw--. l i 424 gab triiwmi!-/Uißukm, Er wurde doch nach kurtzem wieder gefangm genommen, und nach Avignon gesandt, allwö ihn Clemens VI ins gesänqniß legen ließ. Er entkam aber an. i;5i mit list, oder wie andere wollen, mit conttnr Pabsts Jnnocentii VI , und wurde zu Rom mit allgemeinem frolocken des volcks angenommen , jedoch das folgende jähr daselbst,wegen seinen tyrannischen thaten, ermordet. 6c red. sgiri. c^itt. I.ir. ts-rr-c/e-«« Lcn. 4;. ös in ann. * Gabrinus Fundulus / schlug sich zu der Parthey der Caval- cabos, welches eine mächtige samilie aus Cremona war, die sich nach dem tode Iohannis, Hertzogs von Mayland, ums jähr 1411, Meister von Cremona machten. Hernach strebte er selbst nach der obcr-herrschafft, lud dannenhero Carolum Cavalcabss, das Haupt der samilie, nebst andern y oder ic> auf eine aasterey, ermordete daselbst alle mit einander,maßte sich also der höchsten gemalt in diestr stadr an, und unterließ keine gransamkeit, um sich in seinem stände vest zu seyen. Allein PHNippns Visconti, Iohannis bruder und Nachfolger, ließ ihn, nachdem er ihn gefangengenommen, nach Mayland fuhren, und daselbst enthaupten. Als er nun, da dieses geschehen wlre, von feinem bcichtwater zur busse angemahnet wurde , gab er mit einer frechen Mine zur antwort, daß rbn nichts gereuete, als allein dieses, daß er nicht Pabst Johannen, XXIII und den Kavstr Sigismmwum von der spitze seines thiirns herunter geschmissen, da er sie beyderseits einmal zu gaste gehabt, 1. 2 c. r. Gares Brulez / dem man den titul ivwnieigncur gab, war ein Ritter und guter Poet seiner zeit. Er lebte an. 12; 5, und war bey Theobaldo, Könige in Navarra , sehr beliebt. tz-tzi. tziLnc. Gachnang / ist ein dorff und Pfarr-kirche samt einem schlöß- Icin in dem Tdurgöw, eine halbe mcile von Frauenleiden gelegen, welches vor diesem seine eigene edellenth gehabt. An. lüioden 20 mai hat sich allhier bey einer Hochzeit zwijchen Jr. Hcctor von Be- roldingen, Landmann zu ttry, und etlichen perionen aus der Graf- schaffl Kvburg, ein so grosser zanck erhoben, daß man stürm zu leu- ten sich benöthiget fände; dem von Beroldingcn gienge es sonderlich übel; er wurde ziemlich blcssirt, seine capell und bauß wurden mir ungestüme durchrennet, und der Statthalter des Landvogts im Tliurgöw wurde sechsten , ohngcacht seines hohen tragenden carac- ters, nnt streichen und steinwmssi, ungebührlich mißhandelt. Als nun die Catholischc ort eine solche that, wie leicht zu erachten, hoch aufgenommen, ruheten sie nicht, biß bald darauf eine tagsatzung aufFraucnfelden ausgeschrieben winde; wie säur aber diestr Handel in der ersten hitz ausgesehen, wurde derstlbige doch nach einigen zu Luccrn und Bande» gehaltenen cvnfsrenrncn so glücklich geschlichtet, daß nichts als etlich weniger bcütel hierüber einen kleinen schaden erlitten. I. p. >00. b. Concin. Lulling. cliron. tvl8c. >. 6z. ?. r. ^>. 449. * Gad / scheint bey den Syrern und Chaldäern eine gewisse gott- hcit des guten glücks, oder zum wenigsten ein stern von, glücklichen einffnsse gewesen zu seyn. Lea hat bey der geburt ihres sohns von der Silpa gcrussn Ba-Gad oder Be-Gad,daraus einige gar Baal- Gad gemacht, und sind viel ausleger in den gedanckc», daß sie sich damit nach der bcn den abergläubischen völckern gebräuchlichen an- ruffung dieser gotthcit gerichtet. 6c 66- s>i>5 t- m. >. c. Gad/ war der name des siebenden sohns,den Jacob mit Silpa, der Lea magd, gczeugct, welcher 6. Kl. 2196,^. e. 1788 gebohren, und dessen stamm in der wüsten Sinai auf 45650 Personen, die geschickt waren ins Heer zu ziehen, gerechnet wurde. Weil dieser stau, einer von denen war,so das meiste Vieh hatten,so erhielt er von Most stin crbtbeil in der gcgend der Königreiche der Amoriter und Sihons des Königs zu Hesbon jenseit dcsJordans,von dem mcere Tiberias, bis an das tode meer, allwo 28 städle waren, und unter dcnstlbcndas Königliche Rabba. zo. z;.^«/». i öc zz. ,z. 26 2n. 2187, rsyl. Gad/ war der name eines Propheten zu König Davids zciten /.ki. 2y;8, c. 1026,zu welchen, er von Gott gesandt wurde, als derstlbige das volck hatte zählen lassen. Desgleichen war er auch einer von den dreyen, welche die Historie von Davids thaten verfertigten- > ir. 124. , z. 6c ttii^r. cccl. Gadara / oder Gadaris / nach heutiger bcnennung Gaddi genannt,war eine alte stadt m, gelobten lande im stamme Manasse, jenseit des Jordans, auf einem berge nahe bcn dem siussc Gadara, wo selbiger in den see Gcnezareth fällt, welcher zu Hieroiiymi zci- ten wegen der bäder berühmt war. Auf dem selbe um die stadt Ware zu einer gewissen zeit eine hcerde schwein, welche von den tcuffeln, so in den besessenen gewesen waren, aufzulassung Christi, in das meer gcstürtzcl wurden. Worden zu merckeu ist, baß der see Gcnezareth, welcher sonst das meer Tiberias und das Galilaische meer genennet wird, auch bisweilen der see Gadara heisst; wiewohl'einige ausleger den stc Gadara von dem Galiläischen mcere gantz untcrstheidcn wollen, denen aber alle genoss, und Hicrony- mus sehr widersprechen. Auch ist zu mercken, daß dicst stadt Gadara eine Griechische stadtwar, deren sich dre Juden mit gcwalt be- mcistcrt, ja sie gar verstärkt hatten, welche aber Pompems seinem frcngclassnen Demclrio zugefallcn/oer aus selbiger gebürtig wäre, wieder aufgebauet, und meörcntheils mit neuen Heydnischen crn- wobncrn anacfüllct, wie Jostphus und Strabo schreiben. Sie haben sich deßwegen von dieser zeit an Pompejanos Gadarenscs gtneilnct; und ihre müntzei, ,als welche zu präge», unter den Rö- nnlchcn Kaylern erlaubt worden, haben noch viel kennzcichen einer Heydnischen abgötterey. Dahero es gar kein wunder ist, daß sck fchweine daselbst gefunden haben, welche den Jüden verbvtenL ren, so gar, daß nach der Rabbmen meynung, sie auch nicht einmal schweme auftrziehen durfften. wc. Uebrsic. 5- »- 6c m,r 2 c. nsk. rcrr-e proni. c. io Lnnss Lsron. nummi in Lol. öc mun. xerc. Levßr. Lnr. *' Gadv/ (Henning) wurde an. I5°c> Bischsff zu Lincvvina. nachdem er vorher» bey Pabst Alexandre VI KtskkcmNicus, und des Schwedischen Reichs Gouverneur-. Stenonis Sturstem n Rom gewesen. Weil aber der König in Dänemarck mit dieser wähl nrcht zufrieden war, so konte er die Päbstliche confirmato» nicht erhalten, und ward endlich gar mit dem bann beleget. Hierauf that er denen von Stur so, wol zu Wasser als land trefliche diem sie wider die Danen, ward aber von diesen letztem gefangen, und an. 1520 enthauptet. Seine schafften sind orsrionez vrri« comrr Osno-; carnmemsrioues 6c Luriguiraribu- 8uscicis öc vcniciz. 6c epitc. 8ucc. csirou. vLN. com. 6,7. Lc/re/eri 8uec.lir.eua, UüIIcritivpvrrm, Gadd, / eine Florcntinische samilie, welche mit den samilie» 6 - Medicis, 6 Acciajouli und 6 s Diacctto verbunden, und jedmeik zu Florentz in grossem ansehen gewesen ist. Franciscus Gaddi sei» Cardinal, war Nicolai, dessen unten gedacht wird, vetter, welcher ihm das Ertz-Bißthum Conza und die Abtey 8 . Leonardo in Avu. neu abtrat. Er war so wohl in geistlichen als weltlichen rechten erfahren,und im mertz an. 155? machte ihn Paulus IV zum Cardinal, worauf er den 22 oct. an. 1567 starb. Jacob,,s Gaddi lebte im 17 scculo unter der reqicrung Urbani VIII und Jnnocentii X, und war sonderlich bey dem ersten wohl gelitten, wie er denn auch mit vielen gelehrten seiner zeit in freundschafft stunde. Er hat unterschiedene schrifften hinterlassen, worunter sind corollLrium xo-. ricum , sälocurinncs uild clogis ; corons poerica; elogi» >Moiic»,Lc. sonderlich hat er sich durch sein werck, 6- lcrixcoi'ltms non ecd-Lül- cis , bekannt gemacht , davon der erste tomu- zu Florentz an. 1648, der andere an. 1649 gedruckt worden, wovon aber die gelehrte» nicht gleiche urtheile fallen. Kitt. 1. rz. 8cr/>^^E4,«,. r«. ME i» cioA. Irsl. Lrmmarr/,. Lr!I. Tol'c. 6/,,/>»- ciieair. s>2rc. r. Lttl lesl. reZn.k.z. I. 4. votzkitt. ?. 11.1 c. ,6. Gaddi / (Mcolaus) Cardinal und Bischofs zu Fermo und Sarlat, und hernach Ertz - Bischofs zu Conza in dem Königreich Ncapolis, war gebürtig von Florentz, und des Tbaddäi Gaddi söhn. Er begab sich sehr jung nach Rom, woselbst er an dem Päbstliche» hofunterschicdcnc bevienungcn erlangte, bis ihn endlich Clemens VII an. ,527 den; mart. zum Cardinal gemacht. Jovius meldet, daß er einer von denen gewesen, welche die Kayser, lichen zu geissln verlanget, ehe sie den Pabst loß lassen wollen, Sonsten-Hielte er es mit dem König in Franckreich, Franciscv I, der ihn auch in wichtigen Verrichtungen gebrauchte, und ihm an, 145 z das Bißthum Sarlat gab. Er starb zu Florentz im anfanz des jahrs 1552. sK,tt. Gaddi/ (Gaddo) ein berühmter Mahler von Florentz, der sonderlich in Mostnckischer arbeit excellirt hat, und zu semer zeit hoch ästimirt worden ; er starb an. 15,2, seines alters 7; jähr. Angela sein söhn wäre in dieser kunst nicht weniger erfahren, und hat sonderlich die affcctcn wohl zu präsentsten gewiss; erhalte sich 24 jähr bey Giotto ausgehalten, und ihne endlich in dem kolorieren übertreffen; sein schönstes stuck ist die creutzigung Christi zu Arezzo; er war neben diesem auch ein guter Baumeister, wie er dann den schönen thurn ^iia 8. K4sris 6ei kioic, und die veste gewölbte brück über den Aruo (worauf 24 kauffmanns-laden stehen, welche jährlich 8°o cronen zinß ertragen) erbauet hat. Er starb an. i zzo nicht mehr als 50 jähr alt. /pcrä. x. ;8öc64. * Gadebusch/ eine kleine stadt in dem eigentlich so genannten Hertzogthum Mecklenburg, nicht weit von den gräntzcn der Graf- schasst Schwerin, in dem amt Schönberg, an dem kleinen ffuß Gäbe gelegen. Hierbey wurde an. 1712 den 20 dec. die Dänische armer von der Schwedischen, welche letztere der General Stein- bock commandirte, geschlagen. 8sr. i„ 5 . p-84. Gademes / oder Gadcmessa / eine zimlich grosse landschaist in Africa, nebst einer wüsten gleiches namens in Bilcdnlgerid, zwischen der wüsten Fczcn und Guerguela, worinncn auch die stadt Gademes an, stuß Capsus lieget. äkst-s. Gadendorp / ein Adeliches geschlccht in nieder - Sachstn < aus welchem an. ,z86 Detlef mit der stadt Lübeck grossen stmk hatte, und vermittelst einer conss»i-2kion den gantzen Rath umzubringen suchte, so ihn aber selbst das leben gekostes. An. ,;S 7 M dct man in briefschafften den „amen Gottrichs, und an. Clciiicntis von Gadendorp. An. 1592 haben die von Gadendorp ihre gütcr in dem Holsteinischen denen von Pogwisch verkauffl, und sind dazumal ihrer z noch am leben gewesen. Heut zu tage besitzen sie in dem Braunschweigischen das gut Schliestädt unweit Samtleben, auf welchem an. 1714 noch ein eintziger zweig viu- hcte. 6c liollLriL in 6elcripr. LIrsvir. p HsKcti-vcrrz,. 8clilctvv. ?. i c. z p. 17. tloltt. it6el - ckro«- ?- ^ 4 - Gadci,stadt / eine alte Adeliche samilie in nieder-Sachsen, welche heut zu tag in dem Gandcrsheimischen nebst andern gutem Eggelstn und Bockensen besitzet. Ihr stamm - hauß Gadensiadl liegt in dem Strfft Hildesheim in dem amt Pema. Berthold h«r .1 X gab gae 1272 5 cm land-tag zu Braunschweig beygewohnt. Ora- kcosrrl 9. l,;r. ^ll!. Lurop. 9. 676. Gaderoleben/ ein stecken an dem fluß Selck, in dem Fürsten- thum Halberstadt, an den Quedlinburgischen gräntzen, welcher einem dabey gelegenen zimlich grossen see den »amen gegeben, der aber nunmehro zu acker gemacht worden. Gadolus / (Bernhardinus) General des Camaldulenftr- or- dens, war gebürtig von Brescia , und lebte an. 1510. Er war in der rechts - gelehrsämkeit, theologie und anderen wissenschafften Wohl verilrt, und Ware willens, Hieronymi wercke heraus zu geben, dahero er von demselbigen, was er getont, zusammen gebracht. Sonsten hat er auch einen commsnrsrium über die gantze heilige schafft hinterlassen, und etliche andere tractate verfertiget, als: lle tugienllo lcculo ee., gewesener Chor-Herr zu Münster im Ergöw, wurde an. izyz Pfarrer zu Bulach, einem städtlein im Canton Zürich, starb daselbst an.iüio; und hat in derlei;« (darinnen er excellirte) sükkrestiche 59ecimir>2 gegeben, als : NrinMum 6erm2- ni«, ?rinci9ls ^ntiLlrini lluÄu, 2n. 1)91; ^viculse LlystieL; l'err«- moiüs 2N. 1601 llelcrchrio; Olle miliraris beUicam lliicchlir^m com- 9>sxr ex Deut. rc>. in cx9elliri»nein 2b Inc. 8,29. 1 >g. ^rßentor2t. 6c»- llcris 6u6cc'9t2m 2n. ; LMcllion in ooirum stolliL Ivlssleri; Lpi- tiiLlrmiL vsrir; Oonteltio llllei; tVlerZus 82 t> 3 ullus ü:c. 2Urick. Zekcklecllt bucd. * Gaesbeck/ ist der name einer zimlich grossen Freyherrschafst, und eines darinnen gelegenen kleinen orts, in Brabant, an den gräntzen von Flandern,und Hennegau, nicht weit von Brüssel. Die besitzer davon gehören in die zahl der Stände von Brabant. Eine brsnclie der Grafen von Hornes hat den Namen davon gesühnt. Gaeta/ vor zeiten Cajeta/ eine der vesteten städten des Königreichs Neavolis, in lern» lli Lavo,». auf einer halb-insiil an dem anhang eines Hügels, unfern dem Tostanischen meer. Wie ist ein Muffel des Reichs an den gräntzen des Archen - staats, zwischen Capua und Terracina. Sonsten ist sie wegen ihres alters sehr berühmt , und soll erstlich nur von äschern seyn bewohnt gewesen, bey welchen nachgehends Aeneas mit seiner säug - amm Cajeta angeländet seyn soll ; es wird auch dafür gehalten, daß selbige allda gestorben und begraben worden, daß Aeneas angefangen, die fischer-Hütten zu vermehren, und daß er dem ort den namcn der verstorbenen Caietä beygelegt. Wiewohl Strabo sagt, daß diese stadt von ihrem krummen meer-busen den »amen führe, weil dieSvarlaner alle krumme fachen also nenneten. Indessen ist doch noch eine andere meynung, daß dieser name von dem Griechstchen Wort , brennen / herkomme, weilen allda die Troia- uerinne von des Aeneä gefolg der ihrigen schiffe verbrennet hätten, um solche wider deren willen zu zwingen, einmal an dem vielen herum schwärmen zu Wasser ein ende zu machen; heut zu tag hat dieser ort einen herrlichen Hafen, worbey ein vestes schloß, welches König Alphonsus von Arragonien an. 1440 erbauet, und Konig Ferdinand mit hohen mauren umgeben. Nach der zeit hat der Kayftr Carolus V die gantze stadt mit hohen mauren umzogen, und mit 2 thoren eingeschlossen. Der Hafen, so von natur und kunst sehr sicher, ist von dem Kayftr Antonio ?-» wieder verbessert worden; es ist auch inwendig in der stadt noch ein anderer Hafen, so vor die kleinen fahrzeuge bequem. Man hat daselbst einen Überfluß an allerhand viÄuLNen und wohlgeschmackten fruchten; auch machen die einwohner grosses werck von ihrer treue gegen die cron Spanien. Die besehlshaber darinnen sind der Oouverneur von der vesiung, der OLstcll2n, der stadt-oouverncur, den der Neapolitanische Vicc- Us setzt, und andere. Vor zeiten war dieser ort den Päbsten unterwürffiq, jedoch als eine Republic, welche ihre Capitals, Hertzoge und Bürgermeister hatte, ließ sie muntze schlagen und galeeren ausrüsten. Nach der zeit ist sie unter die Könige von Neapolis gekommen, und hat an. 1450 König Alphonsus von Ar- ragvnien Alphonsum lle Cardenas zum v -e ch- daselbst gemacht. Vor zeiten gehörten den Gaetancrn die schlösser Sujo Setra, Corciano und Patria; heutiges tags aber erstreckt sich ihre ju"sll>- üion nur über Castellone und Mola. Die gegcnd da herum lst sehr lustig, und hat auch Cicero i» selbiger sein land - gut r»rm>2m>m gehabt, welches ietzo das geschlecht Laudato in Castellone bejitzet. Es finden sich daselbst unterschiedene in fclsen gehauene grotten, und über solchen schöne gärten; es hat auch gleichfalls viel kloster und Archen. In dem schloß ist der leichnam Hertzvgs Caroli von Bvurbvn, der vor Rom verwundet worden, und im bann gestorben , zu sehen. Das vornehmste, so daselbst gewiesen wird, ist der berg der heiligen Dreyfaltigkcit, welcher zur zeit des leidens Christi soll geborsten seyn, wohin auch viele wallfahrten geschehen. Das Bißthum daselbst ist von dem Pabst Leone IV angerichtet worden, gae gas Samcenm vÄ ^anfänglichwar,an. 8z°von dm wen mwnm?'Ai^w^en'vondemmsKÜnige^in " ter dem Maftn wsiL 7°n den KaysÄichen um angefangen an der 6orci6c2tion starck zu acheiten, und ein m nanmes Wasser-castell angelegt. ^L 5 Lp/.ll'^ pol,. l>.K dl-gMj. 1^,. ,1^ rteap. 9. 14. 8o^W^ llkliccs lle lNtalic- 9. 4^8. Gaetano / siehe Cajetano. oderLajetanus/ von Thiena, ein Stifflev bes Töeatmer- ordens, wurde zu Vicenza in Italien an. 148° ge- bohren. Sem vaker war Caspar von Thiena, dessen geschlecht so wohl wegen seines adels als der daraus entsprossenen berühmten Personen m amehen gewesen. Dieser Cajetanus, nachdem er seine llull.2 geendrget, wurde unter die zahl der nroconocariorum üoi.corum 92 rc.c, 92 nc,um aufgenommen; begab sich nachmahls nach Vicenza, darauf nach Venedig, und als er wieder nach Rom kam, faßte er den entjchluß , einen neuen orden, nemlich der Ll-ri» corumreMi-rium. aufzurichten. Jo. Petrus Caraffa, Bischoff von Chietl , lat. der hernach unter dem namen Pauli IV Pabst worden, hatte eben diesen schluß gefaßt, dahero sie sich nebst einigen anderen darinnen vereinigten, und wurde also an. 1524, dieser orden aufgerichtet, welcher, weil sie Caraffam zu ihrem ersten LU9°r,ore erwählten, der Theatiner orden genenner worden. Dem Caraffa, nachdem er z jähr dieses amt verwaltet, folgte dieser Caietanus, welcher nach verflossener gleicher zeit wiederum den Caraffa zum Nachfolger hatte, endlich aber den 17 aug. an. 1.-47 dieses zeitliche verließ. Er ist von Urbano VIII an. 1629 unter die seligen gezahlet, und nachmals von Elemente X canonisirL worden, »e Lr/M in SNN2I. oi'llin. in mari Ocean. vrll. rcüg. all an. 1)24. in llill. ecclci. tcc. ,7 öc 16 tvaffarellus./ (Jacobus) ein gekehrter mann, von Mans rn Provence gebürtig, welclzer sich durch seine zo jährige reisen nicht wenig geschickt gemacht. Er war in den Orientalischen sprachen und andern stucken der gelehrsämkeit wohl erfahren , insonderheit aber wolle er die Cabalistischen und andere geheime wissenschafften recht verstehen. Der Cardinal Richelieu machte ihn zu seinem Libi.ockecaric, , und schickte ihn nach Italien, die besten, sv wohl gedruckte,als geschriebene bischer zusammen zu kauften; woraufderFrantzosische Gesandtem Venebig ll° u n-iiicrie ihn bey sich zu haben verlangte. Im übrigen, da er das bekannte buch, curioiicar« -naull.ra: , in Frantzösifther spräche an. 1629 zu Paris heraus gab, konte er die censur der Sorbonne nicht vermeiden, und muste um so viel mehr einen wiedcrruss thun, weil er unterschiedliche geistliche llen-llcia besaß, die er sonst hätte einbüsse« müssen. Nach diesem ist Gaffarellus von dem Cardinal Richelieu in dem unions - ncZorio gebraucht worden, so gar, daß er ihne in vauMne wider das fegfeuer predigen lassen, um zu sehen, wie andere lehren, darinnen er den Protestanten nachgeben wolle, würden aufgenommen werden. Gaffarel hat auch würcklich ein werck, von Vereinigung der Religionen, in den druck gegeben. Ee hat auch sonst eine lange zeit über einer nistoria munll, llibrciranei gearbeitet, darinn er von allen hölen, grotten, Minen und grüfften handeln wollen, ist auch zimlich zum ende gekomemaber doch noch, ehe er es in druck geben können, verstorben. Er starb zu SigoncL an. 1681 im Losten jähr seines alters. Unter seinen übrigen schriff- ten sind folgende : avllira llivinL cabsia, m^ftcria coorra 8lees lle !a 61 !e lle 8ion, 61 k les rives ll'6u9krste, ou 92^96136: llu piesuwe; 619er 6umiv3 kab^» Innis; llies Oomini, 6ve lle 6ne rnunlli 8 Tlcbabcn Oavill conscri» 9mm, 2 Osstsrello vcro latine rcllllicurn ; niki! kere aillil minus in- tlllo, teu lle cnre non ence; qua:stio 92ci6ca, num llickillia in religions 9er 9lnlolo96»rum 9rinci9i3,L6risti2norum oriencaüuin snriciucis ri« tU2les libros öe propria 6«rericorum lloßmata com90ni 9otlinc, ürc. c7o/o»resr«s in ögllia orienc. 9. 260 ich. in muleo bist» Leo in apibus Urt>2n. L47/0. L-rl-rio,-« in Mus vika 9,2^ mista nana: cllicioni curiostrar. inaullirsr. ^ Gaffelford / siehe Camelford. Gafron/ eine adeliche familje in Schlesien/ welche vorjetzo m em Oclßmschcn die qürer Eichgrund und Mahlen besttzet. Von >r stammt vermuthlich der Rrtter- sitz Gafron rm Wartenberm- hen/ auch vielleicht das guth Gafron m dem Raudm,cyen Welch- ilde Wolauischen Fürstenthums her. Przibke von Gaveron wav n. 1;z 8 ein angesehener Cavalier bey dem Hechogc Conrado zu )elß / und verkauffte das guth Vuschkain dem WartenbergMm n Lhammcnvon Hayn. Hans Gaironzu JM^orffttnOelß- ischen lebte an. 1579. Hanßvon.Gafronund Vl^l^ckadom auf ieudorff starb an. -6or und liegt zu Domatschm rm Breßlam- hen begraben. Hanß von Gafron war an. 16°; Chur-Branden- ; Lrebliiüt- enWEdesS starb an. 'GzBarcholo- aus von Gafron aufJanschdorff waran. i6;4 des Oelßnlscheu aiAoMm.rran. iSzs desOelßnischen Fürstenthums Landes- ll theil. H h h Bestell- 426 gag gai Bestellter/ nachgehends aber Hcrtzoqs Sylvir zu Oelß Rath Und Land-Hof-Richter. Nach anfang des > 8 scculi war Balthasac Wilhelm Dom-Prodst zu McrscbUrg. Adam Abraham vonGa- fron von Hattanfüi demMünsterbergischenwardan. -7-2 Königlicher Dämscheroen>!r»>-^izjor, und ließ in dem Nordischen kriege seine tapfferkeit sehen. 8cMel. cutt»5. Gagnee/ (Johannes) siehe Gatter. Gaczo / ist eine grosse aber mit keinen Mauren umgebene stadt in Nigritien / cinerAsrieanischen Provintz zwischen dem fluffc Nr« ger/ welcher ihr gegen Mitternacht / und zwischen Guinea/ welches ihr gegen mittag gelegen. Es ist zwar solches die Haupt-stadt/ doch sind die darinnen gelegene Häuser / den pallast ausgenommen/ sehr geringe/ und wird daselbst starcke Handlung/ insonderheit mit tuche getrieben/ welches man aus der Barbarey dahin bringe! und den Schwänzen verkaufst. Dieser ort ist beydes mit getrayde und dich in ziemlichem Überflüsse versehen/ hat aber Mangel am wein / vdst und bäumen- Jedoch sind daselbst vtel Melonen/ citronen/ reiß und gut Wasser; desgleichen auch ein scla- vcn-marckt/von welchen die person/ wenn sie jung ist/ vor i6du- caten verkaufst wird. Die einwohner dieses Königreichs sind entweder schäserodcr ackers-lcute/ welche im Winter mit häuten von wilden khicren bekleidet sind / zu sommers-zcit aber nackend gehen. Sie sind grobe/ unwissende und ungelehrte lerne / und findet man kaum auf iao meil wcgeseinen einigen/ der schreiben und lesen kan. Sie müssen ihrem Könige gantz üngemeine grosse steuren erlegen. /-eo Gaguinus/ (Robcrtüs) ein General des ordcns der frllni. »ric>. u>n. war aus der kleinen stadt Cassine/ ausden qräntzen von Artois gebürtig. Er studirte anfänglich in dem kloster Provins/ gicng darauf nach Paris/ wurde i/u-rioi der rechten/ und endlich General seines ordcns. Er stund bey dem Könige Carola VllNind Ludovieo XII sehr wobl / und wurde in gcsandschafftcn in Italien/ Leutschland und Engelland gebraucht/ auch von Aidovno zu seinem bestellet. Er starb den 22 jul.an. izor/oder wie andere melden/ den 22 man an. izoi. Seine schnüren sind: conccprionc vir^inis vei^>^rL; clc miliirn Iioiriinis cnnUlri'ne ; 6e snc mcriiücLncti ; cpiß-smin^, <^c sonderlich abersilld seine Ukri XI lls g-lli; krgncorum bckandt. Ubcrdiß hat er unter andern das lebenNz-oli tvlsflni; die commi'inzi los iutii tNÄiis-ir, Lc, aus dem Lateinischen ins Frantzösischc übersetzt. c/c-ron in cLr^>. in cloZ. Neig- I. ) 6c NiiPi. 0t2n6i' -trk. Le>ß. in itineruin 6c>ic. ttoA 6clliti. Kar. I. Z c. il. bivl. kctx. 6c snnr. illnUr. vicor. Gajan / der 21 Dischoff zu Jerusalem im 2 sceulo / wird wegen seiner gottcsfurchl geruhmct. Er succedirte Juliano. 6JI4XI siJb)/ waren kctzcr in dem s seculo/ welche aus der secte der Entychiancr entsprungen. Sie folgten den Irrthümern Jultani von Halicarnaffo/ welcher das Haupt der mcc>rci,s>l.bl.iuiu und pNaniLiticoruin war/ und von Gaianv hernach den nämen der Gajaniten bekommen. Sie gaben vor / daß nach der Vereinigung beyder nalurcn in Christo / sein leib unvcrwcßlich gewesen wäre / und weder Hunger noch durst/ noch die übrigen schwach- heilen der menschen/ noch Nothwendigkeit der nalur/ empfunden hätte. ki-ev. c. 20. LEc»-«- ÜLi-. ,oy. NiN. ccc!. V tcc. I. I. >n 6cr wcrrcr-llill. 1 .8 >ss 6- Gajanus / das Haupt der so genannten Gafamtm im 6 sceulo/ wurde von dem volckc zum Dischoff von Alcrandrien crwalflet/ und zwar eben zu der zeit / als die Kanserin Theodora dem Mon- che Theodosw zu solcher würde vcrhclffen wolle. Dieses verursachte grosse zwistigkcilcn in Alcrandria/ biß endlich Ga,aiius ins elend versagt wurde, ellt-c/oe»- Mcv. c. »2. Lc/so/o/iic«. 6e cd 6t. 2/r.2,1. L>I. ;,1> Gaifcr/ siehe varfarlus. Gaiesneur / (Wilhelm >-) war von Angers und ein berühmter schrcsdmcistcr in Franckreich um die mitte des 17 scculi. I- ^ oycr hat dessen kirnst m seinen gedickten erwiesen/ und ihm den titul eines ^-.-cgi-i, bey dem brudcr des Königs beygeleget. Gaildorf/ einc Hcrrschafft/ nebst einem städilcin und schloß/ eine starcke weite vom Schwäbischen Halle und auf Schwäbischem bodcn gelegen / wird aber zumFräuckischen cräyse mitgerechnet/ und hat dein Gräflichen Hause bimburg gehöret. Gailmg/ von Althcim / eine alte adeliche familic an dem Nhcine/ von welcher Wcsscl an. 12-14 gclcbct. Don dessen nachkommen that sich sonderlich Christoph Heinrich / als Kavserlichcr Gcncral-Fcld-Marschall/ in dem zo iähngcn kriege hervor. Einer von seinen söhnen war an. 1S84 Amtniann zu Jngweiler und Pfaffenhofen. von U.V. ?i6clss>icgct p. 176. Gailius/ (Andreas) ein Rcchtsgclchrtcr/ war an. 152; zu Cölln gebühren- Er studirte zu Lövcn und an andern orten m Tcutschland/ Frauckretch und Italien/ und wurde dieraiisXM«. ben dcr kammcr zu Spevcr/ welchem amte er n jähr vorstund/ biß ihn der Kayser Marimilianus II unter seine Räthe auffnahm. Endlich wurde er Cantzlcr bey dem Churfürsten von Cölln / und starb den n-dcc. an. 1587- Seine schrissien sind : pr^tic.r obici-, KLkioncs; 6 c p-cc publicz üc pcolcrijiijs I'cu d.li,i 6 r >5 iMpcril; 6 c pjßiio- rsrionivus, Lcc. in viri-ILr. dibl. s'-'e/ierr« tiieskr. . Gaillad / (Achilles) aus Padua / trat an. i; 6 o in die Societätes» / und lehrte die thcologie zu Rom und Mayland. Er verfertigte aufverlangen des CardinalsVorromäi einen eatechis- gar Müm in Jkäliänischer spräche / und ein buch u- amipimz iiomi»-»- inrerioris ; öcc. csr tcri^c. 8. ^ Gaillärd/ eine Savoyische b->üUk;-. oder amk/ so mssb-n dem Hertzogthum Chablais /der Landschafft Faucigity/ dw, 2 Ternrere / dem Genffer- gebreterind dem Gmffec-see müim vm liegt. Der beste ort hcistGaillard / an dem fluß Arve gchge, zu noch ungefehr 16 klemere gerechnet werden. n-E. Gaillard / (Michael) Mathurim Gaillardssöhn wurde von Carolo VII/ Komge m Franckrelch/ an. 14;° zu den knän- zien gebraucht; nachgehcnds wurde er Rath und HofmeM b « XI/ 6ouvereieur tzösischen gaieatzen/ und endlich General der sinansien. Liidövüus Hertzog von Orkans / welcher nachmals zur crone kam/gab iim den Ritter-orden vorc Lipi-oder des stachcl-schwcins. Sein ss»n Michael bekam in der rheilunq die Herrschäfften Chaillyund Lona' lumaii / und diente erst dem Könige Ludovieo Xll. Da er aber sahe/ daß der König keine kinder hatte/ begab er sich zu Fm,,» ciseo/ Hertzoge von Angouleme/ als dem vermuthlichen crem erben. Nachdem er sich in dessen gunst gesetzet hatte/ gab ihm derselbe seine naturlkche schwester zur qemahlin / und ließ sie an -e?! zu Dijon legilimiren/ ihn aber begnadigte er mit dec c^iM wi-s Cammer-Junckers. Sie lebten biß an. i;;i. Der älteste svhn/der auch Michael hieß/ setzte das geschlechte fort / und kaufflc/ wie man sagt / die Pröbstey zii Lvngsiimau vvn Lheodoro Beza/ als selbiger die Catholische religion verließ. uinvir- ge vioiz. GaiUarde/ (Johanna) von Lion/ lebte im -6 seculv/ und war eine gute Poetin, KN>!. orli. Galllott/ ein schönes lust-hauß in der Normandie/ zwischelt Paris und üioucn/ liegt auf einem Hügel in einer sehr lustigen arge,rd/ und ist ungefähr eine kleine melle von der Seine entfernet Es gehört dem Ertz-Dischoffvon Rouan/und wurde von dem Cardinal George von Ambosse erbauet. Es hat auch ein sehr schön und reiches Carthäuser - kloster. Ehedessen haben sich dteKoniae von Franckrcich bisweilen daselbst aufgehalten. Gainas/ von geburth ein Gothe/ welcher es durch seine taps. fcrkeit dahin brachte/ daß er zum General über des Kaysers Ar- cadri armcc erwählet würde. An. ;y; lies er Ruffinum hinrichien/ weil er nach der Kayserlichen kröne strebte. Als der Kayser gegen Eurropium sonderbare gnade verspuhrcn ließ/ verdroß ihn dieses sosehr/ daß er durch hülste der Barbarn/ Arcadium nöthigte) ilnn seine favoritcn zu übcrlicffcrn / wie er aüch denselben noch ferner dahin zwang / daß er ihm Anrcüani/ Saturnini und Jö- hannis/ seiner treuen dicncr köpffe / einhändigen muste. Weiler eiu Arrianer war / so forderte er vor diese seine glaubens-genoffen in Constantinopel eine kirche/ und war willens / den Kayserlichen pallast mit feucr anzustecken/ sich selbst aber zum Kayser zu machen. Dieser unfugNöthigte Arcadium/ ihn vor einen seind des Reichs zu erklären. Daräufvcrwustcte er gantz ThracieN/ wurde aber endlich auf dem Hellesponto geschlagen/ auf der flucht ge- tödtet / und so dann sein kopst nach Constantinopel geschickt.^-. j. i. 8. 1.6. cllrvn. Ll-xzncli Garnier oder Gaineri/ (Ankonius) cin^--llcu 8 zu PE fionrlc um das sahr 1440/ und vcrseriigie unterschiedene wercke/ als Nü L-Arj-Utiine NomLctu ; cis tcvri; cis pleuriricic ; c!ü urNnilica m junLIuris ; Lcc. Er starb zu Pavla. cic scripror. ecclsL bivl. (-/--/»?» riicsr, -v«» 6s scripr. weg. Gainsdorough/ oder Gaincoburrow/ ist eine wohl-bö- wohitte marck - stadt m Lincolnshire / an dem fluß Treüi/ welche ziemliche Handlung treibt. Vor ailers haben die Dänen ilmschiffe allda liegen gehabt / auch ist Sveuo Thiügskege/ ein Dänischer tyrann/ daselbst erstochen worden. Indem -z seculv gehörte dieser ortWilhclmo 6cVzicnce, Grafcn von Pemdroke/ welchervon dem Könige Eduärdo I die frcyhcit eines marckts vor dmsclbm answürckke. AN. 1682 ist der titul eines Grafen von Gaiusbo- rough / Ednardo Nocl gegeben worden / von dessen familie kürzlich folgendes Zu merckcn. Zu des .Köuigs Henrici II zciicu hat Robert ein söhn Nocls / des stiffters vöü diesem gcschlccht/ das kloster Rantoii/ bey seinem bornchmstensitzEllcnhallin Siaffords- hirc/ fiindirct. Mit dessen ältesten sohns Thomä wchter/ Alice/ ist der gröste theil der großväterlichen crbschaffl an die familie derer Hätcourts qekömmcn. Dir männliche linic aber ist durch Wt- ltppum/ clneu jüngcrn sohn/ fortgcpflantzct worden / von welcher die Nocls von Wcllesborrow in bciccstershire/ iiigleichen die von Hilcoie Hardby / noch zu anfange des 18 scculi floriret. Von diesem Philipps stammte her der Ritter Andreas, Noel voii Dal- bi> / einer von dem Oi.-mtci»c,i. ucRnnci-s per Königin Elisabeiy. Dessen söhn Eduard / welcher zu Brook in Rmlaiid seinen ich hatte/ ward den 29 jun. an. 1611 zum Baronet/ und; jahrher- nach zum von Engellaud / mit dem titul eines k.oros Nöelvon Ridliiigton/ gemacht. Ferner gelangte er zu der würde eines v,--- Grafen Campdcn / nachdem seiner gemahlin Jrilianä vater Vap- tista/ Lord Hicks/ vor seinem/ ohne männliche leibes-erben erfolgten rode / denselben geführt. Er selbst starb an. 164z / und M von gedachter Juliana 2söhne/ Daptistam/ von dem alsbald/ und Henricum/ inglcichem2 töchler/ von welchen Eliflibeih an den Ritter Erasmum n- >- kounrain, und Penelope an Johannen!/ Vics Grasen Chaworth/ sich verhenrathet. Baptista/ deranme söhn/ hatte 4 gcmahltnncii. Die erste/ Anna/ Wilhelmt Ml- dmqs/ Grasen von Denbiqh/ älteste tochter/ gcbahr ihm z söhne/ welche jung stürben. Die andere/ Anna/ eine tochter des.Micro Robert gai gal Robert Met/ und eine Wittwe Ednardi/ Grafen von Bach/ae- bahr ihm euren söhn / welcher gleichfalls in seiner jugrnd starb. Mit der dritten/ Esther/ einer tochter ThvMä/ LordWottons/ zeugte er i) Evuardmn / von dem unten; 2) Henricum / einen vakerJulianä/ vermahlter Gräfin von Burlington;;) Mariam/ eine gemahlt» Jacobi/ Grafen von Norchampton; 4) Julianam/ vermahlt an den Lord Allmgton; 9) Elisabeth/ vermahlt an Ca- rolum/ Grafen von Berkley; 6 )Esther/ die in ihrer kindheit starb. Mit dervrerdten/ Elisabeth/ einer tochter Montagues/ Grafen vonLindsey / hatte er 4 söhne und z töchter/ von welchen folgende völlig erwachsen 0 ) Baptista / von dem unten; (2) Johannes/ welcher des Lords Erwyn wittwe heyrathete; (;) Cailja- rina/vermahlt an Johannem/ Lord Roß/ nachmals Herkog von Rutland; (4)Brigttta; (5) Penelope/ verheyrathet an einen r/quire. namens Dormer. Eduard/ der älteste söhn dritter ehe/ ward abgedachter mästen den 1 dec. an. 1682 von Carolo II zum Grafen von Gainsborongh gemacht / und starb an. 1639/ nachdem ihm von Elisabeth /, Thoma / Grafen von Southampton/ ältester tochter/ folgende linder qebvhren worden: i) Wriothesley Baptista/ von dem unken; 2) Francisca/ eine gemahltn des Lords Digby; z) Johanna / gleichfalls an einen Lord Digby ver» mahlt ; 4) Elisabeth / verheyrathet an einen Ltguire. namens Norton. Der söhn Wriothesley Baptista zeugte mit seiner ge- mahlin/ Catharina/ einer tochter Füll Grevils / Lords Brooke/ nur 2 tochter/ davon die älteste Elisabeth/ Henricum/ Lord Woodstock/ nachmaligen Grafen von Portlaud/ die jüngste aber/ Rahel/ Henricum / Hertzog vonBeaufort/ zum gemahl bekam. Als er nun 1690 im sept. mit tobe abgteng / fiel die würde eines Grafen von Gatnsborough/ aufBaptistam Noel/ dessen vatcr/ gleichsalls Baptista genannt/ ein jüngerer bruder des oberwehn- ten Eduards/ ersten Grafen von Gatnsborough/ die Mutter aber eine tochter des Ritters Lhomä Fanshav/ gewesen war. Dieser GrafBaptista hatte noch 2 schwestern / Elisabetham und Susan- nam / und vermählte üch mit Dorothea / der andern tochter Johann Manners/ Hertzogs von Rutland/ welche ihm einen söhn/ Baptista/ gebvhrm. A^l7»'-lietp lc>LnZl. lliüor? x>. zrr. e/ /. p Zk 9 > Gaisenhausen/ siehe Geisenhausm. Gaiso/ ein Franck von geburt/wac an. 410 Coms-und x. introcl. 36 lull. eccl. c. V> Galarza/ siehe Galatreza. Galata/ eine wohlgebaute stadt in Romania / an dem Hafen von Constantinopel/ welche unter die Vorstädte dieser stadt gerechnet wird/ und2 Italiänische Meilen in ihrem umfange hat. Die katholischen haben daselbst 9 klöster / die meisten einwohner aber sind Griechen. Vorzeiten gehörte dieser ort den Genuesern/welche/ da die Türcken bereits mclster von Constantinopel waren / einen grossenthurn/ so biß jetzo allda befindlich ist/ noch eure langezeit vehauptrten.Allhicr wurden an.1712 durch eine feuers-brunst 1800 Häuser und 8000 kramladen in die asche gelegt. Pera wird von diesem orte nur durch die Kirchhöfe geschieden. vo>-§s l.cvZnr. Galateus / siehe Antomus Galateus. Galalea/ eine Nymphe und meer-Götkin/ war eine tochter des Nerei und der Doris. mccsmvrpii. 1. iz. . Galathea / eine Königin der alten Celten / folgte im Reiche ihrem vater Celtes- Man sagt/ der Lybische Hercules habe sich m sie verliebet/ da er Sey seiner rückmse aus Spanren durch Franck- .. Aül 427 rech gegangen / und mit ihr einen söhn gezeuget. D-«^. 1.4. Iiero-ror.!. r. I. i;. oder Galathus / ein König der alten Celten/ folgte seiner Mutter Galathea im Reiche. Nachdem er unterschiedene volcker Überwunden / hat er ihnin den namen GalakS ma . dm/ALAL'M? »»w-kdmmmm Galatia / ist eine provintz in klein Asien, so von den Lurchen Gelas genennet wird. Sie hat diesen namen, weil sie von den Galliern ehedessen bewohnt worden, von welchen ein grosse amabl sich m denen alten zeiten / da sie an mehreren orten hernmgeschwermt, und wle auf einer feiten Rom und Italien, also auf der anderen Pannomen, Thracien, Griechenland rc. geplünderet und verheeret haben, über den Hellespont dahin begeben. Sie ward auch o-uo- Cr-ciL genennet, weil sich beydes Gallier und Griechen darinnen aufhcelten. Vorzeiten hat ein theil dieses landes zu Phrygien gehöret, und das übrige zu den andern benachbarten provintzen. Es grantzete vor zeiten ostwärts an Cappadocien, südwärts an Pam- phylcen, westwärts an klein Asien, Ponrum und Bithynien, und nordwärts an das Eurinische oder fchwartze meer. Ihre vornehmsten stadte waren Ancyra, Sinope, Amisus, rc. deren einige doch zu andern provintzen gerechnet werden. An. 19; 7 brachten die Tür- «en diese landschafft unter ihr joch. p««/«»-«-. 1. s. inkroguÄ. Zeogr. c. > 7 » * Galatrnus / (Petrus) ein Franciscaner-Mönch, florirte gegen das jähr 1920, hieß mit seinem rechten namen Colonna, und hat sich von seinem vaterlande Galatinus genennet. Er verstund die sprachen und theologie, und machte sich sonderlich durch sein buch, 6. Galaup / eine alte familie, welche ihren Ursprung aus dem Königreiche Neapolis hat, von bannen sie sich in dem i4l°culo, im währenden kriege der Königin Johanna I, nach Franckreich gewendet , und in Guieime niedergelassen. Antomus von Galaup I war Capitain unter dem : äs LLÜLnarL, eine genealogische Historie von Savoyen in versengemacht. Er thatdemStaat antedienstein währendem kriege der Ligisten, und starb an. 199- MN40 jähre seines alters. Johann von Galaup, Herr von Chateml, Generai-nrocursrocder rechnungs-steuer-und rent-kammerm Provence , verstllnd das jus civile und c-no»icum nebst den sprachen, und hatte sich eine grosse wissenschafft der antiguitat zuwege gebracht, daß ihn auch diegelehrtestenzu rathe zogen, absonderlich bey Inskriptionen und alten Medaillen. Er war beredt, machte gute verse, und ante inicripriories. Er starb an. 1646. Unter seinen söhnen hat Aranciscus, Ritter von Chateuil, Major des regmients 6 - >-cr°.x biLnck-von Savoyen, gute verst und uusebmdene redm gemachl/ auch den Petronium, ohne Nachtheil seiner annehmlichkeit , über-- M Er starb zu Vercelli an. 1678. Hubertus, General-Advocat bey dem Parlamente von Provence, al- ciZenerabll)roeurator bey der rechnungs-kammer, wie sem va- -"«'N »>» , auch wegen seiner gelehrsamkert gerühmt. ... — tiittoir. ix. lle ls xucrre civile llekrov.^ejfö-iS^rie ssinre.pd/- 5. m>ll. tllcol. ieoinr. LLr/cd,// öc vie cls krgnc. rle Osisup. Lo/omL)-. Galaup ->e Chateuil / (Franciscus) ein söhn Ludoviri Herrrr " Chateuil, gebohrenzu Aixden isaug. 1988, war vo^or,uri^ m der Philosophie wohl geübet- Er verstund auch die Hebrai» HHH» schk von.. und in 428 gal sehe spräche / ingleichen die inathemalic und astrologie, doch ließ er hernach alle andere wissenschafften fahren, und legte sich auf die theologie und erkantniß der heil. fchrifft. Daraufbegab er sich mit Nieolcw Claudio Fabritio von Peiresc, feinem freunde , aufs land, und machte daseidsi über den pcnkLreucKum 8^msricsnum, welchen Theophilus Minutius, o-ll. btiuimurum, aus Orient mitgebracht, sehr gelehrte anmerckungen. Dieselben schickte man dem Gabriel Sionita, daß sie mit in die poiyglor-a eingerückt würden; allem, weil die bücher Mosis schon gedruckt waren, tonte solches nicht geschehen. Endlich entschloß er sich, auf dem berge Libano ein eicha- mes bußfertiges leben zu führen, und reifete an. 16; i mit dem kLitäcicur XI. cie Marchevllle nach Constantinopel, allwo er sich Mit den besten Rabbinen und gelehrtesten lcuten unterredete, und da- raufnach Said, von dar aber nach dem berge Libano grenz. Er war den Maroniten fo angenehm , daß, als ihr Patriarche, Geor- gius Amira, gestorben, sie ihn baten diese wurde auf sich zu nehmen ; er schlug es aber ab, gieng zu Mav-Elisa in ein kloster der Barfüsser-Carmeliler, und führte daselbst noch ein strengeres leben. Er starb den l; may an. 1644. Sein leben hat Augery, unter dem »amen provcn^a! sobrsire, ingleicheu Marchety , ein Priester von Marstille, beschrieben. Galba/ (Servms Sulpitius) ein Römischer Kaystr, war aus dem berühmten geschlechte der 8uipicio>-um , und kam zu dek Kay- serlichcn würde/nachdem das gcschlecht der c^Mrum mit dem Ne- rone ausgegangen. Denn nachdem Nero sich bey allen sehr verhaßt gemacht, und die foldaten selbst an unterschiedenen orten re- bellirten, wurde Galba von ihnen in Spanien zum Kayser aufge- worffen, da er schon 7; jähr alt war. Es war ihiü durch unterschiedene zeichen zuvor angedeutet, daß er würde Kaystr werden, und soll Augustus selbst, da Galba noch ei» knabe gewesen, zu ihm gesagt haben : er würde dermaleinst die Kayserlicht wurde erhalten ; wiewohlen alle andere Römische geschicht-schreibere, äusser Suetonio, diese rede dem Kayser Tiberio zuschreiben, und zwar m einer zeit, da Galba schon etwas mehr bey jähren war, welches in der that auch viel wahrscheinlicher ist. Unter andern,da ihm ems- mals eben dergleichen angedeutet wurde, daß er, wiewohl bey hohem alter,zu dieser Hoheit gelangen würde,antwortete er: das wird geschehen, wenn ein maul-csel gebühren wird. Da nun dergleichen geburt eben zu der zeit erfolgte,als sich die foldaten wider Neronem empörten, ließ sich Galba dadurch am meisten anfrifchcn, sich des Reichs anzunehmen, wiewohl er solches mit grösser», vergnügen der Unterthanen und foldaten erlangte, als verwaltete. Vorhero hatte er unterschiedene ehren-stellen in dem Römischen Reiche bekleidet, und wurde von dem Kaystr Caligula anstatt dcsLentuli Gätulici in Gallien geschickt,die Römische armce zu commandiern. Er verwaltete auch Asricain r iaht als procon-ui, und legte unterschiedene proben seiner tapsferkeic , sonderlich auch einer grossen ernsthaffligkeit inwiederhcrncllung der zerfallenenk-iegs-zucht ab, worinncn er auch denen foldaten beständig mit seinem exempel vorgegangen. Wie ihm dann wegen seinen in Africa und vorhero in Gallien wider die einfallende Teutschen ausgerichteten thaten,nach der unter denen Kayferen üblichen gewohnheit die ornsmems rri- umpkali,. oder zicrrathcn und merckmaale des triumphs zuerkannt worden. Nach diesem hielt er sich sehr eingezogen,bis matt ihm die administrativ,, von tkiepauis I^rc^cuncull auftrug, wobey er letztlich der fache sich nicht sonderlich annahm, damit er sich, wie einige meynen, bey dem Nerone nicht möchte verdächtig machen. Im übrigen, nachdem er zur rcgicrnng gelanget, führte er sich zwar in etlichen stücken als einen löbliche» Kayser auf, versähe es aber darinnen , daß er stäts z Personen um sich hatte, von welchen er sich gantz regieren ließ, nemlich r. Vinium, Cornelium Laconcm und seinen freygclassenen Jcelum. Diese mißbrauchten die autoritat des Kavscrü zu allen, demjenigen , worzu sie ihre boßheit und list antrieb. Er machte sich auch durch seinen allzugrosse» geitz sehr verhaßt, und wolle den foldaten das von den Officirern ihnen versprochene gcschencke, da sie ihm abweftnd gehuldigt hatten, nicht geben. Da dieses die foldaten vernahmen, empörte sich zu erst die armee, welche i» Obec-Teutschland stund, mit welche», „amen man dazumaien die gegcnd an, Ober-Rhein , wiewohl zu Gallien gehörend,und auf der linckcn feiten dieses stroms liegend,benennete, schickte eine gestindtschafft an die leib-aarde, und ließ selbiger wissen, sie möchten keinen solchen Kaystr haben, der in Spanien wäre erwählet worden; sie sotten einen andern erwähle», welcher allen armcen anständig wäre. Galba,da er dieses erfuhr,hielt dafür,daß er weaen seines alters,und weil er keine kinder hätte, verachtet wäre, nahm also Pisvnem Frugt Licinianum zu seinem söhne an, und führte denstlbigen ins lager der p^ro-isnurum oder Kayserlichen teib-wacht ; wodurch er aber nichts weiter ausrichtete, als daß Kl. SalviuS Otto, der schon längst nach dem Reiche gestrebet, aber sich inmitlelst mit der Hoffnung geschmeichelt hatte, daß Galba ih- ne zum Nachfolger im Reich bestimmen werde, dasjenige zu vollziehen suchte, was er im sinne hatte. Dieser nun wiegclte die roriLlik» wider den Kaystr auf,welcher auf ein falsches gerächte,als wenn Otto qctödtet wäre,sich zu ihnen begab,undyon einigen aho- bald angegriffen und ermordet wurde, ohne daß von den gegenwärtigen sich jemand seiner angenommen hätte. Dieses gejchahe an. 69, ,m 7; jähr seines alterö, da er nur 6 mvnat regieret hatte. l, ;. llilloc. Oto. i>olo- 8 »-- Bey seiner abreiß aus Engelland übergab er seine mrnulcnp-r colleL-nca einem guten freund in Londen ; als er aber wieder zurück kam, sahe er die stadt in vollen stammen, und vernahm, daß die gaß, in welcher sein freund wohnte, aufden gründ weggcbrandt, welches ihm fchmcrtzlich wehe that, daß seine ro jährige arbeiten sotten zugleich zernichtet worden ftyn; als er aber weiter fort- gieng, berichtete ihn sein freund, wie daß ungefehr fein m-mulcnpc auch andern fachen, welche er aus den stammen gerettet, wäre beygelegt worden. Aus eben demselben msnulcripr ist hernach verfertiget worden sein fürnehmstes buch ills e»urc ok ru- o-mU» in 4 theilen in 4». Ferner hat er herausgegeben: i>uc 1-1-z of ^rntenitlii. of InllUclic^. Oiscvucse ok rUe Lommß of Ltirill. 8umm»r^ ok kkt r Lovcnznks. lUcsm l'bcologiL kam Lon. kemplLkiv^:, quain 2 üiv.o. Ptzilokopliiaw OenerLleiU öcc. kk-oil Oxoo. accoun. * Gale / (Thomas) ein hoch-gelehrter und besonders in Griechischer »lecaruc fürtrestich geübter Englischer 'kllcolozur, florirte biß zu ansang gegenwärtigen seculi; er war erstlich kocms cou-gii 'kr-. oirskis zu Cambridge, hernach vireLor der schul 8. Paul, wie auch mitglied der Königlichen societät, und neulich an. 1697 im styl. vec-nus von Fiork, dabey er verstorben den 8 apr. 1702. Derbc- kannre FraNtzösische Bischoff Huetius bezeuget eine ungcmeine Hochachtung für denselben: Er hat / sagt er,eine erstaunliche liesse gelehrjamkeit in allen Kumamkäts - studien; stine wnucii.c ist so groß / daß es das ansehen hat / als wolle er seine wissenschasst verbergen; kaum gestattet er/dag man die ersten buchstaben fernes namens für so fürrresiiche werck/welche er täglich heraus gibt / setze. Iw kenne keinen höflichern und unterdienstbarern mann rc. Die schnüren, welche er mit noiu und Verbesserungen heraus gegeben, sind: Lollcüio ktilloriL RriksonicL. Oputculs tävrUologicL kk;licL öc Likicr. Qr. öc kar. Ntickorez kclcAi 6r. öc UillonL UoeocL kcriokorcz 6r. öc kar. Ismvlicllus cle VI;lleriis Lr. öc km. kol. Oxon. 1678; der Griechisthe tert ist aus dem mrouscripw Js. Vossi, mit V 2 ri-nr. lettionen aus einem Parisischen und einem Baßlerischch Cociicc genommen ; die Lateinische Übersetzung ist Gales arbeit zusamt den anmerckungen ; änronini Irincr. cum cjus oor. öec. -Vrk. Oxon. I-Liki itnZI. p. 7- * Galea / (Augustinus) SclloiLtticus in der kirche zu Alessandria lleiiL Paglia,war gebürtig von Loano in dem Genuesischen. Cc hat um das jähr i6;c> gelebt, und einige predigten heraus gegeben. cllc^rruiT,. kcrikr. llells I.igur. Galeacii / siehe Visconti. Galeacius Maria / Hertzog zu Mayland, folgte seinem vater Francisco Sfortia I an. 1466. Er war 1444 gebohren, und waro Ludwig XI König in Franckreich wider die sogenannte nZu- t-icn Public zu hülffgeschickt , wobey er auch sonderlich durch einen einfall in das Bourboimische,(ba der Fürst sc-n -ic Bourbomemes der vornehmsten Häuptern des bunds war,) die wider den Wnig vereinigte Fürsten sehr schreckte, und nicht wenig zum gal beytrüge. Da er aber in Auvergne seines vatters tod erfuhr, eilte er in verstellter kleidung durch Eavoyen nach baust. Nachdem er -urregkrung gekommen, führte er sich,ehr »belauf, ent-weyete sich N!,t seiner mutrer Bianca Maria, ivelche sich doch auf alle weiß um ibne verdient gemacht halte, die auch bald darauf nicht ohne argwohn beygebrachten giffts verstürbe. Er liesse sich mit den Florentinern wider Venedig in bundniß ein, und wurde ru Flvrentz und Lncca sehr prächtig empfangen, richtete aber doch endlich zu deren Vortheil nicht viel aus, und schmälerte zuletzt sein ansehen noch mehr,, als er »eben den Florentinern mit ausschliessung Fer- dinändi Königs von Neapolis Frieden machte,welcher vorher auch in der bündniß wider die Venettaner gestanden wäre, und nun al» lein im stich gelassen wurde. Galeacius wäre im übrigen der grau- samkeit und Unzucht im höchsten grad ergeben, sogar, daß er die vornehmsten weider,wenn er sie zu seinem willen gebracht, hernach auch den boffcuten übergab. Durch diese laster ward seine liebe zur gelehrsamkeit, und was etwan sonst noch lobens-würdiges an jhm war,verdunckelt, daher denn endlich von gewissen mißvergnügten , (worunter Ioss Andr. Lampugnano, Hier. Olgiato und Carl Visconti u> Lanstanco die vornehmste waren, lediglich aus begierd ihr Vaterland von einem so schändlichen Mannen zu be- freyen,als worzu sie auch von ihrem lehrmeistcr Cola Montanis angesporet wurden) eine zusämmen-verfchwörung wider ihn geschmiedet, und er am weyhnachts-fest an. 1476 in der kirche ermordet ward. Er stellte eine sehr ansehnliche perfon vor, und war ein tresiicher liebhabet deriagd. Seine erste gemahlin Dorothea,» von Mantua ließ er 1466 vergiffren, und heyrathete die Savoyi- fche Printzessni, Bonam, mit der er gezeuget Johannem Galeaci- um, seine» nachfolaer; Hermannum, den Kayser Marimilianus I m gesimdtschafft zu Rom gebraucht; Blancam Mariam, die Käufers Marimiliani I gemahlin worden, Und Annam,die sich mit dem Hergvqe von Ferrara vermahlt. Unter den natürlichen kindertt waren sonderlich Octaviamis,Biichoffzu Lodi, und Cmharina von Riario, von der unter Sforza absonderlich gehandelt wird, merck- würdig. yiss. U!d. - 4 cUiol. I. tz. nilt. Acne-f Ical. öc 60^/0 IiNt. ilsnele. * Galechus/ (Nicolaus) ein Wiclefit im >5 stculö,und einer von denen, welche von den Böhmen auf das Lon-Mum zu Basel geschickt wurden. Galeczi/ eine adeliche familie in Polen, welche ihre guter rtt de Woywodschafft Kalisch hat, und aus dem baust Praw gick, so sch »im r2 stculo in ansehen gewesen,hcrstammt. Iohan - hat im namen gedachter Woywodschapt die wähl Königs Uiaowlai l V unterschrieben. Frantzwar Cron-Küchenmeister,hernach Castellan von Posen, und endlich an. 167; Woywode von Kalisch. Sein sokn gleiches namens ist zu atisgang des i? stculi Polnischer Gesandter in Schweden, Dänemarck und Holland gewesen, und an. r 700 Woywod von Invwlocz worden. orp pol. 7?. Galen / ist eine Freyherrliche, und theils Gräfliche familie in Wenphalm, welche einige von dem Römischen Adel, oder von Ca- rvii M. zeiten her ziehen wollen. Dieses ist gewiß, daß aus selbiger viele entlvrossen sind, welche sich in Westphalen, Liefland und an dem Rbcinstrom sonderlich hervor gethan, auch iU selbigen landen viel schlösscr und herrschassten, uno insonderheit die würde eines Erb.-Cämmerers des Stiffts Münster erworben haben. Henncus von Galen wurde an. 1;; 1 Groß-Meister des ordens in Liesiand. Theoooricus wurde von dem Lstffändischeri ordcn zu einem General angenommen, und erhielt wegen seiner Verdienste unter andern die schlösscr Lutzen und Cnrtzen, nebst dem Ober-Marschall,Amte in Curland. Dieser hinterließ einen sobn gleiches namens, Theo- doricum, welcher mit einem Freyherrn von Morrien, Herrn von Nortkirchen, wegen der iaglen in streitigkeiten gerieth, und denselben auf einem land-tage zu Münster erstach. Er wurde aber völlig absolvirt, und in vorige würden eingesetzt, auch nachmals in vielen Verschickungen gebraucht, bis er endlich auf seinem schlösse Lutzen in Curland im hohen alter starb. Er hinterließ 2 söhne, Christoph Bernharden, und Henricum, Freyherrn von Galen, Herrn von Assen, Bispingb, Roemberg, Hundelinghofund Ottcnstein, gebohren im nov. an. 1629. Dieser hatte von seiner ersten gemahlin Anna, einer tochter Henrici, Freyherrn Troßtens von Vischerinck, Erb- Truchstssen des Stiffts Münster, nebst 2 tochrcrn gezeuget, Thco- dorum Christophorum , welcher jung verstorben und Franciscum Guilielmum, welcher Ursulam Helenam, Freyin von Blettenderg zu Leenhauscn zur gemahlin genommen , und das geschlechte fortgesetzt. Aus der andern ehe hat er mit Anna Elisabeth, Freyherrn Ivhännis von Reck ältisten tochter, nebst einigen töchtern gezeuget Christophorum Henricum , Kayserl. Cammer-Herrn und Reichs- Hofrath, < snonicum zu Münster und Oßnabruck und Munstern schen Rath; Ferdinandum Bcnedictum, < »nonicum zu Mayntz und Münster,Probst und ssrdckckiaconum zu Bercheim; Ludgerum Henricum,Johanniter-Ritter,und Carolum Antonium. .Galenus / (Claudius) von Pergamo, einer stadt in Asten gebürtig. Er war eines gelehrten Baumeisters söhn,und ein vortref- licher artzt unter Kaysers >1. Aurelii Antonini regierung. Wiewol ihn andere zu Christi zeiten setzen, und vorgeben, daß er mit der Magdalena ein gespräch geführet, welches aber von Glyca widerlegt worden, und noch viel klärer aus des Galeni eigenen schafften der falschheit überwiesen wird. Sein vater ließ ihn alle secten der Weltweisen hören,und widmete ihn hernach wegen einiger bedenklichen träume, die er von ihm gehabt, der artzney-kunst. Nachdem er m seinem vaterlande, zu Smyrna, Alerandrien und Corintho st viel erlernet, als er hatte lernen können, gieng er nach Rom, und schrieb daselbst viel; daraufkehrte er wieder zurück in Asten,wurde mu dem lempel des fnedens, wo sie aufbehalten waren, verbrannt. Er wird von Cardand unter die 12 subtilsten und scharffsinnigsten geistere, so jemals in der Welt gelebt, gezehlet. Man sagt, daß er zur pest-zeit aus Rom geflohen sey, Weil er seinen darwider habenden artzney-mitteln nicht habe trauen dörffen. Allein er wurde eine zeit hernach von Rom mit gemalt weggetrieben, weil er beschuldiget wurde, daß er durch die schwache kunst zu curi- ren pflegte, welches gerächte daher entstanden, baß er einige mal das gluck gehabt, gefährliche flüste durch «verlassen zu vertreiben, und die fallende seuche dadurch, baß er dem Patienten eine Misten- wurtzel um den halß gehänget. Endlich starb er an. 140 im 70 fahre seines alkers. Es haben ibn einige Unter die Atheisten zehlen wollen, st aber von den meisten gelehrten widersprochen wird. Vielmehr sind andere,die ibn vor aMalättUiN-k - — - n meisten gelehrten Widersprochen wird. _...... ihn vor abergläubisch ausgeben,und ihm neben dem ein zänckischcs und praktisches gemüth beylegen. Sei- .^ 'lan. i;?8 in ; cowis bey Erawod,-» a. o->.> >..» juncrimics und pralerisches gemüth beylegen. Seine schützten sind zu Base! an. ;;;8 in; rvwis bey Cratandro, st dann m 7 rvmis an. 162; zu Venedig, und letztlich zu Paris an. IÜ8> in Is vol lc,!. zusammen gedruckt worden, in vlr» Q^icni opcddur pr^iniissi. in vir-i diLlenl, dvg^uio cllrnn»1n§. 6^Ieni. bibl. well. so»,ist, «je trrixr» st ist. pllll 1 .^ c. ,i. /e bist lle Is meciLLinü l, z c.t. * Galenus/ oder Ga!iön/(Matthäus) Probst zu 8» Amativon Douay und Cantzler der Universität in dieser stadt, war gebürtig von Wcstcapel, einer kleinen stadt aufder insul Walchern in See- land. Er ftudirte zu Gent, und nachdem er 8 -cL»uureus worden, predigte und lehrte er die thevlogic mit grossem zulauffe. Hernach da er den grallum eines ..icenrisi angenommen, folgeke er auf der Universität zu Dillmgen dem Äilhelmd Lindano. Drey fahr hernach empfieng er den Hut, und vermehrte den rühm dieser gc^cicn.»!, welche kurtz zuvor aufgerichtet war. Aufrecommenda- tion des volcks zu Douay verliehe ihm der König in Spanien die Probstey 8. Petri, und hernach die Probstey 8. Amati, ja auch die würde eines Cantzkrs dieser neuen sc-Urmie. Er schrieb einen LoMM.nr-r>uin oe Lkristisno Üc edLkkolico lsce-llvre; ste onitzinibur ; >tc kzcrikcio; ä-secul> ncritriekorcir.öcr. ErediktS noch an. l ; 6 z das leben des heiligen Dstnysti, welches Hilduin gemacht hatte, nebst ewigen andern stucken, Und starb an. l;?;. ck. veiß. blick. cke icripr iec. Galeot«/ st unter dem namen Fablus Capicius Galeot«be- kanm lsi, ein berühmter Rechts-gekhrter, war aus einer der edel- strn sanulicn in Neapolis entsprossen. Er kam unter Philippo IV, Könige m Spanien, nach Madrst, und wurde daselbst Regent des «rossen Raths von Italien, gieng aber nachgehends wieder nach Neapolis,und starb daselbst an. 1645. Er hat comrovertis-junr und ieii>»n>s nkgii-l hinterlasten. . ..e Zuflucht zur fabel genommen, und vorgegeben 7 der Name habe seinen Ursprung von einem gewissen Galeote, einem söhne deS ApEnMunv ^ Themiste, deren Stephanus Byzantinus qe- denckct. Man sagt, daß d,ese Wahrsager die stadt Telmessus in Lv- c>a, aus emrathen des vrscui, erbauet. 1. «üvin. 1.12« c. 46. Galeot» / (Albertus) aus Parma, ein berühmter Jurist, und Professor juns c-lwn>ci. Er lebte um das jähr 1240, und soll gegen an. 128; gestorben seyn. Unter seinen schafften befindet sich m»r- ALrikS gu«ss,oaum, und ein buch ckscl^tioollM. cii psr. w». porsser«, inlt. juris Kam. I. z. c.iL. prc^rss. Ir,I. Galeoto / (Raphael) siehe Riario. Galeotta/ (Jacobus) ein Neapolitaner, aus der familie derer von Capece, war ein berühmter General in dem r; ss-wo. In den kriegen, welche Renatus von Anjou, und dessen söhn Johannes , mit den Königen von Aragonien,wegen des Königreichs Neapolis , führten, hielt er es mit der ersten parthey, und erwies sich sehr tapffer. Nachmals gieng er mit dem erwehnten Johanne in Franckreich, und commandirte eine ziemliche anzahl Italiänischer troupven zu Pferde wider König Ludovicum XI, zum besten des bündnisses, welches >>gue cku Kien pubiic genennet ward. Nach Johannis tobe diente er dessen söhne, Nicolao, und nachdem auch dieser gestorben, trat er in kriegsdienste bey Carolo dem kühnen / Hertzoge von Burgund, welchem er in seinen vielfältigen cxMirio.. nen getreulich beystund,biß endlich derselbe an. 1477 in der unglücklichen schlacht bey Nancy gelobet ward. Nach diesem gab ihm der König von Franckreich , Carolus VIII , eine stelle unter seinen Generalen. Da er nun den -8 jul.an.1488 sich in der schlacht befand, welche den trouppen des Hertzogs von Bretagne, Francisci II , bey 8 . Aubin geliefert ward, halfer zwar einen völligen sieg befechten, verlohr aber selbst sein leben, und ward zu Angers in der capelle der Printzen von Anjou begraben. rirr,m «I» «enw illull» ». s. Ulk. «le k»ac« roiv. r. p. 7S7. ^ Hhhr 4?o gal Galeotus / (Martins) gebürtig von Nartti in Umbrien, soll anfangs zu Bononien von an. 1462 biß 1477 gelehret haben. Nachdem er in Ungarn gegangen, ist er Matthia Corvini 8 ecreisrius. auch über die auferziehung seines sohnes gesetzet, und bll,lpui gewesen wäre, und sich seiner angenommen hätte. -log, 60Ä. c. 44. icsl. 6e Iik. intc>. clc log I.sr 8 csr 4 . 6c reb. Usrsv. * Galerius/ (ValeriusMaximianus) mit dem Zunamen Ar» mentanus/ war tn dem so genannten Dacia Ripcnsi/ unfern Sardiea gebohren. Nachdem er von dem Kavser Dioclctiano neben Constantio Chlors zum c^-irgemacht worden/ verstießet' sein erstes eheweib/ und henrathete Daleriam/ des Kaysers rochier. Er führte erstlich für Diocletianum krieg ums jähr 294 wider die Gothen und Sarmatier / wodurch er insonderheit die Car- pos zwange/ sich unter die Römische bottmäßigkeit zu begeben. Als er in einer Macht wider den König von Persieu/ mit namen Narses/ gar schlecht glück gehabt / wurde er von Diocletiano zu Antjochia sehr kallsinnig bewillkommet. Dieses Unglück rechte ihn an/ daß er neue trouppen ward/ womiterscinen fand schlug/ desselben weid und kindcr gefangen bekam / den Königlichen schätz raubte / und ihn aus gantz Mesopotamien/ auch noch 5 andern Provintzcn mehr / jenseit des stusses Tigris / vertrieb. Nachdem Diocletianns und Maximianus an- ,04 die regierung übergeben/ theilten Galerius und Constantius Chlorus das Reich unter sich. Als er nun für sich allein Kayscr war/ übte er seinen alten haß wider die Christen mit desto mehr gravsamkcit aus / wozu ihnc sonderlich seine Mutter hefftig soll angestifflct haben. Mittlerweile machte er Severum und Manminum seiner schwester söhn/ zu , und suchte seinen anschlug/ deneraufConstantim antbeil hatte/ auszuführen. Nachdem aber Leverus von Ma- pcntio getödtet worden / setzte er Liciuium an dessen stelle/ und wäre willens Maxenttum zu bekriegen/ dergestalten/ daß er sich auch siellcle/ ob achtete crs nicht/ daß Constantinus fich in der stille von ihmc weggemacht/ und wider seinen willen die regierung angenommen hatte. Allein da brachte ihme hingegen Mariminus grössere hindcrmiß/ welchen es schmertzte / daß man mit vorbey- gehunaseiner/ der wurcklich <^->.^r wäre/ dentzicinium zum siutt» crninnct hatte. Dahero erbaun dem Galeno auf alle weise so viele hindernusscn machte / daß er endlich gezwungen/ so wohl ihm / als auch Constanlino diese höchste wurde mittheilen muste. Mit diesem allem nähme sein ansehen nothwendiger weiß sehr ab/ wie er auch nichts wichtiges ferner mehr verrichtete/ btß er an. ; 11 im may an einem geschwär / worinnen würmcr wuchsen/ und welches einen gräßlichen gcstanck von sich gab/ starke / als er 7 jähr nach seines schwieger-vätcrs abdanckung regieret hatte, r«- rrop,»« IN, 9. Orosi», I. 7 ^rce//. I. >6. I. L. 2 o- /im. >. r. §ocr^r. I. 27 -eo^. i. r. 6c morr. I'crll * Gales / (Johannes Ue) Galois / Gaules / Galen- sis oder Gäulen/ ein Enqclländcr/ wareinBarfüsscrMünch und voLtor zu Parts/ allwo er an. 127s prositirte/ und mit seiner wisscnschafft sich den Zunamen sri«>r erwarb. Man sagt/er habe in 20 v- i unterschiedene philosophische und theologische wcrcke über den tvlsglllrum lcnrcnkiLrum , über Lpocslxpliri, 6cc. verfertiget. ?-e/c«-6clcripk. ^nßl. in snnsl. 6c bibliocb. minor. a« bibl. krsnc. Gales / Galois/ (Johannes) ein alter FrantzösischerPoete/ lebte an. 1260/ und war von Aubcpierre gebürtig. FE/-cr6es ,nc>cn. poer. Vrsnc. i„l,I. »rsnc. Galesini / so unter dem namen Petrus Galcsinius bekandt/ war von Mayland gebürtig / und lebte zu ende des 16 scculi unter des Pabsts Gregorii XIII und Sirti V regierung. Er war »roro. N.'I-NU5/VP Uviicur, wurde auch wegen seiner wlsscnschaffk in den kirchen - antiquikätcn wärlh gehalten. Er gab das Ktsrt> roioZ.um krcmznum mit nolcn hcrauß/ übersetzte einige lraetatc Gregorii Nysseni und Theodorcli ins Lateinische/ n,gleichen stellte er die tiilioris,n 5 scrsn> §ulpicü 8cv-,ri , wie auch die ualorisin Uccictissti- -ZM i-l 3 >kccllLciicnt?r, nebst verschiedenen wercken der alten aus licht. Man hat auch von ihm einige reden/ wie auch eine Historie von den Pabsten/ unter dem titul: rkcskrum ponrlstcsle. ^->«,r an der schule zu Bourdcaur. Von dar begab er sich nach Flandern/ wurde aber entdeckt/ und von den Spaniern durch einen gal fchluß tzek'nquil:»«,» verbrannt. Sonst war er ein sehr aeleKr-W mann / und hatte unter andern guten buchern auch umersch Le m-nulcr,pr-, dahero Casaubonus und Cujacius seiner rükmM gedencken. Er hat auch emige schrlfften hinterlassen/ sintemal zu Genff crne schutz-rede vor Farellum und seine Collegen wid? Petrum Carolt publtttret. So hat er auch unterschiedene tractat- CalvrmmsLatelntsche übersetzet/ und von der Gottheit Christ wi. der die neuen Arianer geschrieben« in ärken. k-r. - Lo/o«e/-«r 6s». Oricnk. ' "" Galfredus mitdem Zunamen Arturus, /rrck>a,sconu8 zu Monmouth tnEngeliand/und nachmals Dislbvff zu Asaph / lebte um das jähr 11^2/ unter dem KonigeHenricoli Dleoenrur,Stores ^Sßcicburß.c, wollen/ daß er zu BedäZeitenac-' lebt / und daß er zum Cardinal ernennet worden; allein die gcllandische tcri pkores wissen nichts davon. Er hat eine Historie von Groß-Dritannien/ vitsm Xtcr!,n> und Zelts regt!. Lrruri, verfertiact/ wannenhcro ihn auch die meisten unter die fabelhaffte scribemm rechnen/ ausserdem PontiroVirunnio/ welcher des Galsredibü. cher zusammen gezogen hat. Sonsten hm cr auch geschrieben: a- exilio eccleststUcorum; cie corpore 6c ssnßuine vomini; csrminr äi> verößcncris-, commentsris in propsiekiss Berlin,, in trsßmem. Lüä. öc ä- 5cripc. 6ngt. Uc »ist. Isr. »b.r c » »ist. litt. '' ' Galfredus . siehe Gottfried. . 6HDIM8 / völcker in der landschafft Guiana in Süd «America / welche um die flusse Courbo und Guienne wohnen. Galigai / (Eleonora) des berühmten Marschalls von Anne gemahlin. Die familie, aus welcher sie sich schrieb, soll vor alters zu Florentz in zimlichem ansehen gewesen seyn. Es wird aber vorgegeben, daß ihr vater keines wcges aus derselben hergestammet, sondern Dost mit dem zunamen geheißen, und ungeachtet seines genügen Herkommens, durch das vermögen, so er zusammen gebracht, ein mittet gefunden, sich vor einen nachkommen derer Ea- ligai erklären zu lassen, auch folglich diesen namen, nebst dem waapen desselben gcschlechts, zu fuhren. Sie selbst, wiewohl ihre gestalt und ihr verstand ihr eben so wenig als ihre geburt, vor anderen einen besonderen vorzug gaben , wurde dennoch der Floren- tinsichen Printzeßin Mariä, einer tochter des Groß - Hertzogs Francisci, als deren vornehmste ehren - Dame zugeordnet. AIS dieselbe an. 1600 mit dem König von Franckreich, Henrico lV, sich vermählte, folgte sie ihr in solcher qualität, und wüste sich auf eine so ungemeine art in ihrer gewogenheit vest zu setzen, daß ße bey ihr alles in allem galt. Insonderheit zeigte sich solches,so wohl in staats - als privat-sachen, nach dem tode des gedachten Henrici I V, da dessen wittwe zur Rcgentin und zu des unmündigen Ludo- vici XIII vormünderin war erklärt worden. Wie nun das grosse glück der Galligai an sich selbst fähig war, ihr vielfältige feind- fchafft und Mißgunst zuzuziehen; also wurde dieses alles theils durch ihren eignen, theils aber durch ihres marines Hochmuth, und durch dieses letzten, allzu geschwinde und grosse erhebnng gar sehr vermehrt. Sie hatte nemlich nicht lang nach ihrer ankunfft in Franckreich sich mit einem edlen Florentiner, namens Concino Concini, vcrheyrathet; derselbe war angenehm von Person, geschickt in den Ritterlichen Übungen, und von einer guten conv-ck-. r«>ii, halte aber dabey durch ein zuvor geführtes unordentliches leben gröstentbeils seine gesundheit, und bey nahe sein gantzes vermögen verlohren, dahero auch anfangs die Königin ihrer vertrauten diese heyrath sehr widerneth. Doch, als dieselbe geschloffen war, überschüttete sie gleichsam den Concino mit gütcrn, ehren- stellen und andern bcgnädigungen, worunter sonderlich die würde eines «vlscqms von Ancre und eines Marschalls von Franckreich war. Ob nun wohl solcher gestalt Concino sein gantzes glück seiner frau zu dancken hatte, so lebte er doch mit ihr fast in stätiger Uneinigkeit, welches inzwischen keines Weges verhinderte, daß sie nicht beyderseits auf gleiche art, so wohl von dem gemeinen volck, als von den grossen, aufs hcfftigste wären angefeindet worden. Concino ficng zuletzt an, einen unglücklichen ausgang zu besorgen, und bat dannenkero öffters die Galigai recht inständig, auch so gar fußfällig, daß sie nebst ihme sich bey zcitcn nach Italien retiri- ren, und daselbst der erlangten grossen reichthümer in ruhe gemessen möchte. Allein weder sie selbst, noch auch die Königin, hatten lust darzu, bis endlich diese letztere, da das allgemeine Mißvergnügen wider diese 2 Personen allzu sehr übcrhand nahm, ihnen ernstlich ricth, sich aufs schleunigste fortzumachen. Einige wollen auch, sie wären im bcgriffgewefen, solches zu thun, als an. 16,7 den 24 april der junge König Ludovicus XIII , auf anstiften seines Favoriten Ne Luynes, den Concino in dem Hof des Louvre unvermuthet hinrichten , die Galigai aber eben denfelden tag in verhakst bringen ließ. Hicrbcy verfuhren die foldaten fo hart mit ihr, daß sie sich, ehe man sie in die b-ttiiie brachte, vor 50 stüver, Mk leinwand strümpffe Haussen, und hernach 1 paar hemdder leihen lassen muste, da sie doch kurtz zuvor zum wenigsten vor rooo-o thaler jubelet,, und vor 20000 thalcr silbcr-geschirr besessen halte. Aus der bsNilie wurde sie in die ordentliche büttcley geführt, und bey den, eingang in dieselbe vollends des wenigen gelbes, fo ffe bey sich trug, ingleichen einer dienern, und eines apothcckers, fo noch bisher bey ihr geblieben waren, beraubet. Endlich fiel der auA spruch des Parlaments da hinaus, daß sie auf einem karren nach dem richt - platz ä >- Qcevc gebracht, und daselbst enthauptet, ihr cörper aber verbrannt, und die asche davon in die lufft gestreuek werden solle, welches auch den 8 jul. an. 1617 also geschahe. So wohl in währender ihrer gefangenschafft, als auch bey der execu- tion, ließ sie eine ungemeine standhafftigteit, und eine so M gal Vorbereitung zu ihrem tod sehen, daß fast bey allen zusehern der bisherige haß sich in eM mitleiden verwandelte. Es erscheinet auch aus demjenigen / was Nnpartbeyische Personen von ihr aufgezeichnet/ soviel, daß sie zwar derjenigen fehler schuldig gewesen/ worein fast alle günstlinge bey Hof fallen, ( nemlich des übermuths / des geld- geitzes/, und der begierde ihre creaturen zu erheben/ hingeaen ihre widerwärtigen auf alle weise zu strichen) keines weges aber der zaubere» - eines heimlichen Verständnisses mit den feinden der crone, einer cowpllLricm mit demjenigen, welcher HermLum IV ermordet, oder anderer ausserordentlichen laster / so man ihr aufbürden wollen. Vielmehr ist davor gehalten worden, daß die rechte Ursach abgedachter ihrer Verdammung nichts anders gewesen, als die begierde, welche -l- Luynes gehabt, ihre und ihres Mannes con» Wirte güter (gleichwie hernach würcMch geschehen) von des Königs freygebigkat zu erlangen. Sie hatte mit dem Marschall von Ancre'cine tochter und einen söhn gezeugt» Jene suchten die eltein anfangs mit des Hechogs von Eipernon anderm söhne, dem kur- quis lle Ir Valette, und da solches nicht angehen wolte, mit dem jungen KlZlguir ue Villeroy, einem enckel des damaligen Staats- , zu verheyrathen ; sie,starb aber kurtz vor dem unglücklichen fall ihres vaters, der sie überaus sehr geliebt hatte, uUd ihre» tod als ein zeichen feines bevorstehenden Untergangs ansähe. Der söhn, welchen, bey nochwährendeM wohlstanssstmes Hauses - der dritte Printz vom geblüt, Carvlus, Graf von Sorssons, zu seinem schwieger - söhn anzunehmen willens war, würde, Ungeachtet sicher nnsichuldigen lugend, in eben dem urtheil, welches wider seinen entleibten Vater und wider seine Mutter ergienq, seines Adelstandes entsetzt, und vor unfähig erklärt, jemals erüige ehren-stel- lcn oder qüter in Franckreich zu besitzen. Man hielt ihn über dieses eine zeit lang auf dem schloß zu, Nantes gefangen. Nachdem Man ihn aber wiederum auf freyen fuß gestehet, begab er sich nach Florentz, allwo er von den geldern, so sein vater noch zu rechter zeit dastlbsi angelegt, 14000 tbaler jährliche cinkünßte soll genossen haben, bis er allda in dem jähr 16;: an der vest gestorben. Der brüder von der unglücklichen Galigai, welcher durch deren beför- hl'rung zu dein Ertz - Bißchum von Tours, und zu der Abtey von Marmoutiers gelanget war, auch bey nahe den Cardinals - Hut davon getragen hätte, wurde nach seiner schwester fall auf so vielfältige art beunruhiget, daß er freywillig abgedachte beyde K-neS- riz, mit vorbehält einer o-Won von 2000 thalcrn, resigniere, und sein loben in Jiaüen beschloß, 3s /s cc^sssc 3 s 3 c LZe 3 >cr,. 38 tz/z>ec»o». 3 e Mttocrc Äcr Niemori« reeünlljrs raai.q.. Liccc«7e , 3 e DesxeE» LleMo/c. 3 » 3 c kie/.icro» 3 c»»0^3« Lr«cec^4/3")^»crc. Le kill. 6s t-ouis X!il. 3 e t 7 o»cbr»i. Gaiiläa / eine Provintz des gelobten lands, welche in dem Nördlichen theil von Iüdäa gelegen, und in nieder- und ober-Ga- liläa eingetheilt wurde. Man nennte dieses auch der Heyden Ga- liläa, und zwar darum,weil es,wie Strabv bezeuget, die Aegyptier, Araber und Phönicier bewohnten. Beyde theile gräutzten westwärts an das mittelländische ineer, ost-wärts an den ste Tiberias, nord - wärts an Phvmcien, und süd - wärts an Vamarien bis an den Jordan. Qber-Galiläa begrejfft die beyden stämme Affur und Naphtali in sich; das niedere aber die stämme Sebulon und Jsa- schar. Die vornehnisten städte in Galiläa waren Apolloniä oder der thurn Strato, welche Herodes wiederum erbauen ließ, Und Cäsiweain nenUete, Capernaum, Tiberias , Nazareth und Cana. nk 17. Zo/c/>z>r,; Uk. z c. 4. isrr. IsnÄ. L/scrc«- tomm- in rZcncN c. 14. Galiläus Galiläi / von Florentz gebürtig - war ein berühmter ^rncmg'icus, und soll Dinecnlii Galiläi / eines Florentini- schen vom Adel, natürlicher söhn gewesen seyn. Nachdem er einige zeit zu Venedig gelcbet, gab matt ihm eine proteMoa zu Pa- dua, allwo er 18 jähr mit gutem Lppicusu lehrte. Hierauf wurde er von dem Groß - Hertzog von Florentz nach Pisa beruffen. Matt sagt, baß, als eines der fcrn-alästr, so Iacodus Metius an. iso8 in Holland erfunden, nach Venedig gebracht worden, er die gantze Nacht darauf gesonnen - und in der folgenden eben dergleichen zu staube gebracht habe. Er hat von den flecken der sonne, wie auch von dem zu fall des Saturni, da er bisweilen gantz vollkommen, und manchmal nur oval oder länglicht-rund zu seyn scheinet, und von den abwcchslungen der Venus, welche des monden gleich sind, unterschiedene mathematische schrifften heraus gegeben. Er entdeckte auch die QreiHres,/ovtt. das ist, 4 sterne, die er um den pla- ncten Jupiter erblickte, und die sterne von ^ellicis nannte; wiewohl bereits vor ihm der AUgsvurgische ^zrKcmLricuz, Simon Marius, in Teutfchland diese gestirne observirt. Michael Mast- linus hatte ihm des Coperrmi meynung beygebracht, daß die sottne unbeweglich, und die erde sich um selbige herum drehe, welches er mit so vcstcn gründen behauptete, daß es fast von allen gelehrten angenommen wurde. Doch Urbanus VIII verdammte diese meynung , als welche nach dieses Pabsts urtheil der heiligen schriffr zuwider wäre, und verbot ihm, selbige weiter fortzupflan- tzew Weil aber Galiläus bierwider handelte, und so wohl öffentlich solches lehrte, als in schrifften davon zeugte, kam er darüber in die incWtirwn, und muste 5 iahr gefangen sitzen, auch endlich im Koste» jähr seines alters dieselbe widcrrüffen. Er starb an. 1642 im 78irm jähr seines alters. epill. stt kLnlln. 6o3e>-r4 Kill, cie dkg!. tom. I liv. r x». rzo. 3 - Iliztke.11. c>4/fs elvA. ?. l. ^>in. 1 im. ;z. 6 /»/r -3 rkestr. invent. p. zrz > ;;i secz^ Galinderlaitd/ lat. oziinck-,. ist ein zimlicher strich kandes m dem Brandenburgischen Preussen, welcher an Pomcsanien, 6ü! , wir auch an die Pohlnische Wöywod. chMttn Warschau und Pioczko gräntzet. Die beste örteri so darl tnnen hegen, heißen Ortelsburg,Hass^nheim und Wildende^ ^btttrix),aus.Sa!amancä gebürtig - war eiflr an Jrancifuuu ^ Pastillen, und nachgehends au sranemum Namirez, Konigl. 8ccrersnum, verbevratbek e-ö-c wurde wegen ihrer grossen wiffenschafft in der La ein sch U Wr 2 ö genenuet, stifftete an. izos u Madrw ein W 3 e,UuM. ttllp. -nut-er. i.; c. 48. kill. LalgmzNr. I - c it» 4 c g-oriz immorrate öeUe Dünne I. K,KI. Galindö / oder. der junne rnaenmmi- dcwn, wahrer name Galindon ist, war ein Spanier, un^kam in Tranck- reech, allwo er Adelberco, B.schoffzu Troyes M Chamv 'ane su ' cedwte. Er wohnte dem Lnncillo zu PMs an. 84s ,döm zu Tours an. 849, Md dem zu Soissons an. 8;f bey. Er wurde zu vielen wichtigen fachen als schieds-mann gebraucht, Und Hmimarus selbsten verlangte von ihm die auslegnng vieler schivärer schrisst- stellen. Er starb all. 861, oder, wie andere wollen, an. 864. epill. L Hy. Kult wkem. I z c. n. V«»«/«-. sn- rig. Uc l'rozLs. L4-4K. «llveri'. I» 44. c. IA-. ü»u lle Kill. it.Lt. I. " Gaüsta/ vsn Gvrdön-Genvvillac- welchr von best ordens- leüten die mutier der heiligen Anna geneniwt wird, war eine toch- ter Ludovici von Gordon-Genovillac, Grafen von Vaillac, und Annä von Montberon, seiner ersteü frauen. Sie würde den ? Uov an. iz 89 gebohren, und ward in der tauffe, zum gedachtniß Jacodi Galiott von Gordon-Genovillac, groß-Stallmeisters in Franckreich , Galiote genennet. AIs ste z jähr alt war- that Mall sie zu den NonnLn des ordens Johannis von Jerusalem in dem kloster des Hospitals zu Brausten. Im 7dcn jähr empfieng sie den ordens- Habit- und ums i2te iahr that sie prollll. Im i? oder i6 jähr ward sie coLcijuttix der Acbtißin, und im 2-zstcn jähr ihres alters brachte sie den ördrn in diejenige verbesserte ordnung, deren sich die ordens - leute der heiligen Clarä bedienen. Sie starb an. isiL. 3 c O/te ciss Dames illullr. . Gatt / eine edle familie in Dänemarek - aus welcher Peter, Dänischer vice--rUmitLi, entsprossen - der an. 1644 m seinem hohen alter auf dem schloß - platz zu Coppenhagen enthauptet wurde, weil er die in den Kielerhafen geflohene Schwedische schiffe nicht angegriffen hatte. L«co/>. Llccc. x. i;r. Gatt von Gallenstein / ein Gräfliches geschlecht in Crain, von welchem Heinrich das 5 mcilen von Laybach gelegene schloß Gallenstein schon an. i z88 besessen. An. 1546 war Martin General der Croatischen gräntzen. Thomas befand sich an. 1^92 als Kayserstcher Major und Commendant in der vestung Wihitzsch in Croatien, als selbige an die Türcken übergieng. Wie UuU die feinde die bcjatzung bey ihrem auszug wider den gegebenen accord angriffen , wehrte er sich so tapffer- daß die meisten davon , worunter auch ein Agä war- auf dem platz blieben. An. 1S88 war Bernhard Obrister zu Ottoziz in Dalmatien; und um eben diese zeit diente Friedrich dem Kayser als Obrister und Commendant zu Werowitiza. An. 1660 war Cosinus Gall von Gallenstein Fürstlich-Hcßsscher Obrister und Ober-Forstmeister derGrafschafft Nidda, welcher sich vermuthlich der religiön wegen aus Crain weg begeben. ttrsin. llemm. ?. I. Gätla / eint Kayserin in dem 4 stkulo, war Kaysers Valen- tiniani l tochter, von seiner andern aemahlin Justin«, und ward von Theödösio N. in seiner andern ehe geheyrathet, gebahr ihme auch neben einem söhn, Welcher in der kindheit verstorben, die Gallam Placidiam, so erstlich an Ataulphum der Gothen König, Und nach diesem an Constantiuin, den Cäsarem, vermählt worden. Sonsteu wird die Galla von Philostvrgio für eine Arianerin aus» aeqeben, in welcher sect sie wenigstens von ihrer mutier Justina ist aufertogen worden. Sie verstarb.att einer geburt in Constanti- Uopel an. z.94. Übrigens darffman sie Nicht mit der Galla, Julii Coustantii, Constantlni V. bruders ftau, confundiren, welche deß- iemaeU Galli, so JUliamim-rpollLtsiu zttm brudcr hatte, mutter war Noch eine andere Galla, eine tochter des Symmacnri, an den Fiilgcntius etliche mal geschrieben, lebte im 6 seculo. Der ersten gödencket 20/E KK. 4. Kill. der dritten 1.4.3,»!. c. l?. * Galtanda/ ein berg in der Eydgnoßischen Land - Vogtey Sargans; soll einer der höchsten in der Schweitz seyn, und tupf- fer-evtz haben. LcksrrckLcc KK-1'. 1 p. Z4- * Gallandus/ oder Gatandius / (Petrus) das Haupt des-°i- lesii LoncuriLlii zu Paris, und Lanonicus zu unserer lieben grauen, mor oebürtia von Aire in Artois. Wegen seiner wiffenschafft m sv?!ch n ,^mLwonku-und der theoloaie stund er bey Franc.sco I n arossen gnaden - und bey den gelehrtesten leuten in besonderm ansehen. Erstarb an. i; 59, und hinterließ einigebucher, als dasind^ Wo Ue kcLncilli l i-u-llbm; ll- Lgroru^i UmmbM ; .-1 ^ nrLtio pioLriknceleLrLiilisiillllkc.lLcoli- t^L.smuw^EiNer von stillen vettern, Wilhelmus Galandus, der an ^6 2 gestorben, ist sehr gelehrt, und ebenfals das Haupt rm -ol- ? ' aewestn. 3 « Lk«-»e bikl. krLnc. lÄEk. LUvcrll I. ll-.w. ^.kikl. 3 «^/^ kill. UNIV» . Gallani / ein volck in Africa, welches nach emem geringe» ontknae mdlich einen grossen theil von Abyßlmm unter sich ge- brA Ae waren anfänglich nichts mehr als selaven bey^.mm 4?2 gal grossen Herrn in dem Königreich Bali. Als aber derselbe sehr übel mit ihnen verfuhr, wurden sie an. i?;- aufrührisch, und weil sie keine Hoffnung hatten, pardon zu erlangen, flohen sie auf das gebürg, allwo sie allerhand raubereyen verübten, bis endlich ihre an zahl durch solche leute, welche aus Hoffnung des raubens und plünderns sich zu ihnen begaben, dennassen vermehret wurde, daß sie grosse armem zusammen bringen kunten, und demnach aus räubern mächtige land - feinde wurden, gantz Bali unter sich brachten, eine eigne form einer Republic zusammen aufrichteten, und zu deren bestattigung solche gesetzt machten, welche sie zur Vermehrung ihrer nation vor dienlich erachteten. Ihre junge manns-personen durfften ihre haare nicht eher abschneiden, bis sie einen feind im seid erschlagen, oder ein wildes thier gelobtet hatten. Bey ihren gastereyen wurde der beste bissen in die mitte gesetzt , und wer denselbigen nahm, der muste der erste seyn, welcher sich in eine gefahr wagte. Um kund zu machen, daß sie eine» feind erlegt, musten sie die köpffe davon nach der schlacht mitbringen, und wenn das geschlecht in zweiffel gezogen wurde, so musten sie zurück geben, und das geburrs-glied holen. Ihr raub wurde gleich ausqcthcilt, um einen jeglichen dadurch aufzumuntern, vor sich selbst zu streiten. Ihre waffcn, womit sie auf ihre feinde loß mengen, waren fyeere und wnrss-pfeile, die sie in die ferne gebrauchten, desgleichen prügcl und vfahle, so an einem end gebrannt waren, und von ihnen gebrancht wurden, wenn sie den feind gani; nahe vor dem gesteht hatten. Ihre waffcn, womit sie sich beschützten, waren kleine runde aus büffel - häuten gemachte tartfchcn oder schilde. Sie säeten und düngcten nicht, sondern trieben ihr Vieh für sich hin über die fruchtbarsten selber. Sie äffen rob fleisch und truneken milch. Ein wohlgesittet volck, das in allem Überfluß lebte, muste vor ihnen erschrecken ; wiewohl sie hingegen bey ihrer ar- mnth vor allen feindlichen anfallen sicher waren. Wenn man sie von GOtt fragte, so antworteten sie, daß solches der Himmel wäre, der alle dinge umgebe. Nachdem sie sich also in Bali vest gefetzt und vermehrt, so sind sie viel jähr lang glücklich gewesen, und haben nunmehro Gcdma, Angota, Dawara, Wcda, Fatagar, Ifat, Cout, Damot, Bizamo, und einen theil von Sacwa, welches fast die helffte des Abyßinifchcn Kaysertlnims auslrägct, unter sich, und ist nicht geringe gefahr, sie möchten demfelbigen endlich den garaus machen. lull. -fftrlNvx. l,, c. ,6. Gallardum / insgemein Lhateau Galliard genannt, war vor zeilen ein sehr vcstes castell in Franckrcich, so auf einem Hügel stund, und von Richards, König in Engelland, aufcrbaut worden. Es lag an der Seine, nahe bey der inful Andelv,' und wurde von dein König in Franckrcich, Philippo Augusto, über; monat belä- gert, auch letztlich erobert. Anjctzo ist ein dorffdaraus worden, so nicht weit von Audely lieget, nr/c/,'«- »or. Lall. Gallars / (Nicolas flc«) lat. Q-li-ffus, ein Prediger zu Genf, hat dem berühmten gesvräch zu Poiffy beygcwohnct. An. 1^7 ließ ihn die kirche zu Genf der knete zu Paris auf ihr ansuchen über. Er und der Deputirte der Parisischen kirehcn, namens Nicolas -lu Rousseau, wurden unterwcgcns zu Diion angehalten, und weil man ben dem letztern verdächtige büchcr fand, muste er den tod leiden, Gallars aber kam davon. Um das lahr 1564 ist er zu Orlcans Prediger gewesen. Calvinns hat viel von ihm gehalten. Er hat verschiedenes geschrieben, sonderlich zur UcK-nilon Calvmi, wider Coebläum, und für Farellum und dessen Loiiegar gegen Pc- trnn, Caroli, auch etliche schafften von Calvins übersetzt, und den Irenäum cdirt. Nili. kcciel. e,'k/»c>, bibi * (Aallas / eine Gräfliche familie in Böhmen, welche aus dem Bißthum Trient hcrstammet, allwo sie schon vor alten zciten in grossem ansehen gewesen. Pancratius Gallas von Galasso that jlch zu ausgang des 16 seculi in den kriegen m Flandern und Italien hervor, und zeugte mit Annunciala Mcreanti Mallbiam Kallas, den berühmten Kansirlichen General, von welchem cui besonderer arlicul folget. Derselbe hinterließ 2 söhne, Franciscum, welcher den titul eines Hcrtzogs von Lucera erhalten, und Graf Antonium, welcher sich i» Böhmen niedergelassen. Des letzter» söhne sind i) Philippus Franeisius, Graf von Gallas, Herr in Ronow und Schön-Iohnsdorss, Kayserlicher Cämmerer und Landes - Hauvlmann zu Misse; 2) Johannes Wenceslaus, Kaysir- lieher Cämmerer und Statthalter, wie auch obristcr Land - Marschall in Böhmen. Er besitzet dieHerrsihassr Friedland nebst vielen andern gütern in Böhmen, und hat sich unter den Kayseru Ioscvho und Carola Vl durch seine wichtige -,->t>.uh>llcn inEn- gelland und zu Rom höchst berühmt gemacht^ Mit ftiner ersten gemahlin, Maria Anna Francisea, Philippi Sigismundi, Grafen von Dietrichstein tochler, hat er einen söhn gczengct, worauf er sich an. 1717 mit Erncstina, Gräfin von Dietrichjiein, seiner ersten gemahlin schwestcr, vermählet, die ihm an. 1718 zu Rom eine tochter gcbohren. Er verstarb als v>cc-Ke von Napoli an. 1719. Verllas/ (Matthias) Graf zu schloß Campo, Kavsirlicher General-Lieutenant , war einer von Adel, aus dem Vißthnm Tridcuc von grossen Mitteln, und der jetztaedachten familie. Anfänglich diente er einem Frenherm zu Baunremont , der Lothruigsschcr Ober-Cänuncrcr und Land-Obrister war, als . und nachgc- hcnds als Stallmeister. In dem Spanischen kriege,welcher wider den Hertzog Carl Emanucl von Savoven an. iüiü und 1617 gc- führet ward, gab ihm sein Herr das fäbnlein. In wahrendem kriege wohnte er der belagerung von Vereeui ben, resignirte aber bald. Hernach wurde ihm das commando von Riva, einer berg-vesiung, anvertrauet-, weiche er aber wegen einer mit einem Oesterreichischen Muusier habenden strcitigkeir bald wieder niederlegte, sich hierauf nach Deutschland begab, daselbst bey dem Kahstr Fernando II und der Catholischen Obrist-LieutenantaM 5b vielen glücklichen Verrichtungen in Böhmen, am Rheinstrvmund an andern orten,Obrist über ein regünent zu fuß wurde,da er denn gleich daraufdie Danen im Bremischen erlegte, und in dem treffen bey Steinfurt fast das meiste zu der vlctorie beytrug. An csra gieng er unter des Generals Grafen von Colalto armee als General-Wachtmeister mit rn Italien wider den Hertzog von Mantua Wegen Unpäßlichkeit dieses Grafen, ingleichem weil der Kavsec ihn zurück ruffte, ja auch wegen dessen letzlich gar darauf erfolgten todes, commandwte er nebst Aldringer die Kayserliche armee, und eroberte nach vielen andern ortern,auch unterschiedenen erhaltenen siegen, endlich die stadt Mautua, allwo reiche beute angetroffen wurde.Bcy dem Chierafcischen friedens-schlusse ist er als Kayserli- cher aevollmachtigter Abgesandter an. 16; 1 zu den erecutions- tractaten nach Chrerasco gesandt, und als erdaraufmitdenKay- serlichen trouppen nach Teulschland gegangen, General-Feldzeugmeister worden.Der Kayser machte ihn auch zum Reichs-Grafen, und gab ihm nach dem Schwedischen siege bey Leipzig an. lü,i das commando über die in Böhmen marschirende trouppen; da er denn die stadt Pilsen salvirte, hernach Prag wieder einnehmen halff, wider den König in Schweden bey Nürnberg seine lavffer- keit crivicse, mit i°ooo mann in die Ober-Pfaltz einbrach, sehr viel' orter nebst Greiffenberg,, Felde», und endlich Freyberg einnahm, auch der schlacht bey Lutzen beywohnte. In Schlesien comman. dirte er wider die Sachsen, und defendirte hernach Passau wider den feindlichen angriff des Hertzogs Bernhard von Sachsen. Wal« lenjteins gefährliche ccinlliiL entdeckte er dem Kayser, und wurde darauf der armee als General-Lieutenant vorgestellet. Nach Wal» lensteins tode, so noch in eben demselben monale zu Eger erfolgie, commandirte er die gantze Kayserliche armee, bis Ferdinanduslll, König in Ungarn und Bohmen, bey derselben anlangete; doch behielt er nächst diesem das oberste commando. Bey eroberung der stadt Regenspurg, und als die Ober-Pfaltz den Schweden abgenommen wurde, wie auch bey der den 28 ang. bey Nördlingen erhaltenen wctone legte er nicht geringen rühm ein, zumal da hierdurch der Schwäbische, Fränckische und Rheinische crayß wieder» um zur Kayserliche,, dcvotion gebracht wurde. Er bemächtigte sich der Unter-Pfaltz, ließ durch eine kriegs-lisi an. iüz 5 Philipxs- burg einnehmen, gewann Worms, Landshut und Kayserslautern, und belagerte Mayntz; wiewohl er diese belagerung wegen des ankommenden cntsatzes wieder aufheben muste. Den Hertzog Bernhard von Sächsin zwang er, daß er seine r-rsiLisi- j,, Franck- reich suchen muste. Allem da er selbigem in die längst verwüstete und ausgezehrte gegcnden von, Hnndsruckcn und Lothringen nachzöge , auch darauf den krieg im Elsaß herum schleppen wolle, ver- lohre er durch Hunger und pcstilentz dcn grossen theil seines kricas- volcks, und muste mit dem Überrest bald nach ansang des lüMen jahrs wieder über Rhein ziehen; da er auch im sommcr darauf in die prLiicKc-comrs einfiele, gicnge selbige neue armee ohne etwas wichtiges zu verrichten,auf gleiche weise zu gründ. Er kam aufbegehre» des Kaysers nach Wien, und als ihn der neue KayserFcr- dinandus III in seinemgeiier^c bestätiget,gieng erden Schweden in Pommern nach, undnachdemeihmci» gewisser cdelmami Küs- sow einen weg bey Tnbsecs gewiesen, so von den Schweden mcht zum besten verwahret wurde, überschwemmte er qantz Vor-Pom- mern, occupirtc die insul Uscdom, Wvlgast, und andere örter mehr, daß denen Schweden darin» aussert Stralsund, Grrwswald iind Ancklam fast nichts bliebe. Jedoch verfolgte auch da diesen General sem sichon vorher gespürtes Unglück, so daß dessen armee über den wintcr durch Hunger, kranckheiten, und ausreissnng von ir» rcgimcntcren bis auf 11000 reutcre und nur 4000 mann zu fuß zcrschmoltze. Daher» als Banier das folgende jähr aus Schweden vcrstärckct worden, Gallas nicht hindern konte, daß jener die Pommerlschen platze nacheinander wieder einnahm, und hernach vor deine immer weichen muste, biß ihne zuletst mehr der Mangel und dicchungers-noth, als die macht des fcindes bis in Schlesien und Böhmen zurück triebe. Hernach wurde er seiner Gcnera - Lientciianls-cn--!;- erlassen , weil der Ertz-Hcrtzog Leopold Wilhelm von Oesterreich die armee commandirte, und begab sich auf sinne güter zur ruhe. Doch als dieser an. 164; das commando me« derlegr.',wurde er wieder an den Kayserlichen hofbcrnffcnMd ihm seine vorige st Ale eingeräumet, die er denn mit verschiedenen rühmlichen thaten wi 'er die Schweden in Böhmen,Mähren und SA'« sie» fortgeführet, auch , da der General Torsiensohn von bannen unversehens in Holstein gicnge,um die Dänen mit krieg anzuMsi fen,folgte er selbigem nach, und nieynte ihne solcher maßen in Holstein einzuschliessen , daß seine gantze armee entweder durch schwcrdt öder Hunger sollte zu gründ gehen. Er nähme auch wura- lich Boizenbnrg ein, und verewigte sich mit dem Dänischen kricgs- volck. Aber Torstcnsohn gienge nichts destoweniger grad neben ihme vorbey aus Holstein weg, weilen Gallas keine schlacht wagen wolle,welcher dann nun den Schweden folgen muste,und licYMr bey Bernburg in einem vesten lager setzte, auch noch von mM- dcnen orten hülffan sich zöge; gleichwohl aber, da ihme der femo in kurtzem die zufuhr abschnitte , seine armee wieder nach M zcrschmeltze» sahe, daß endlich von dcrgantzen anzahl kaum ckliM 1000, erstlich nach Magdeburg, und sodann gen Wittenberg und m Böhmen entrannen; von welcher zeit an dieser General keinen fcld-zug mehr gethan , und Hatzseld an seine statt das coimnanvo bekommen hat. Dcr Kanser gab ihm nach Wallenstcins tobe oie Hcrrschafft Friedland, und verchrete ihm Schmichs. ErsilollM die andern Hcrischanten, Reichcnbcrg, Seydenberg und KlrcM«- berg an sich gebracht, auch bey eroberung der stadt Mama die! erbeutet. In dem Tridentinischen gebiete besaß er das schloß Lampo und Martarello. Endlrch starb er zu Wien den 25 apr. an. 1647, da er;y>ahralcwar. Die Ursachen seines todes waren der stein / und das podagra. Sein leichnam ist zu Trident in der Je- suitcr-kirche begraben worden. Vor seinem tobe verlangte er sehr mit dem Kayser wegen einer nothwendigen angelegenheit zu reden / da er aber solches mcht erlangen können / hat er sich ein bund brieft reichen lassen, und solche selbst verbrannt. Sein wünsch war / ein gewisses zeichen des annähenden tods zu haben / dessen er auch theilhafftig wurde, denn er spie einen zahn, welchen der barbie- rer des tages vorher vest genug zu seyn befunden, ohne schmertzen aus dem munde, und darinnen wurde ein schwartzes creutz gefunden, woraufer sich mit allem ernst zum tode geschickt. Zu Lrident hat er eine capelle erbauen lassen , und darzu viel intraden verordnet. Er hatte grosse liebe bey den soldaten, welchen er aber insgemein gar zuviel soll zugelassen haben,und dadurch meist veranlasset, daß bey der armee Mangel an lebens-mitteln sich ereignet. Sonderlich wüste er sehr wohl zu campiren, wodurch es dann geschehen, daß , wie sehr auch sonsten die unter ihm gestandene trouppen durch kranckheiten und anders geschwächet worden, ihne doch nie kein sieind zur Wacht genothiget hat; wie er dann würcklich nie- mal ist aus dem seid geschlagen worden. Mit seiner ersten gemah- lin Isabella, Graf vtgmunds zu Arch tochter, hat er keinen erben gezeugt; die andere aber,Dorothea,GrafPhilipps zu Lodron rechter,(welche sich nachgehends mit Fürst Johann Ferdinand zu Lichtechtem, vermählt ,) hat ihm 4 söhne und; töchrern gebohren, von welchen ihn aber nur 2 söhne überlebt haben , wie in dem vorhergehenden articul gedacht worden, icenz u'tniam. ill. OoFö eloZ. (Ii cspic. illuür. p. rro. lls reb. 5uec. Lep». Gallen / siehe 8. Gallen. Gallenberg / eine Gräfliche familie itt dem Hertzogthum Crain,welche mit den Grasen von L-cherffenberg einerley Ursprung hat,und die erb-Vogtey des klosters Muckendorff,wie auch das crb- land-Iägernieister-aint in Crain besitzet. Die ordentliche stamm» reihe fängt Bucelinus mit Ortolpho, einem söhn Ortolphi des ältern, Herrn von Scherffenberg an, der das schloß Gallenberg erbauet,sich davon genennet,unv um das jähr 1000 fforiret hat. Von seinen nachkommen stifftete Siegfried an. izoo das Clarisser»klo- stec zu Münckendorff bey Stain, und war ein älter-vater Nicolai, der an. izyi gestorben, und 2 söhne hinterlassen : 1) Albertum, berdie Osterbergische linie angefangen, so aber in dem lü seculo ausgestorben; 2) Acgidium, des Grafen von Cilley Hof-Marschall ; dessen enckel Johann stund dem Erk-Hertzoge Alberto wider den Kayser Fridericum III bey, und öüßte darüber seine schlösser, Gallenberg und Hohenwang ein. Er starb an. 1461, und hinterließ unter andern Fndericum,welcher das schloß Lueg an sich gebracht,und ein ober-ältcr-vaterIodstIacobs worden,dessen söhn, Ioh. Adam, an. 1664 als Deputirterdes Hertzogthnms Crain verstorben. Derselbe hinterließ unter andern Georgium Sigismun- dum, Grafen und Herrn von Gallenberg in Thurn, Rossegck und Gallenstein, edlen Herrn zu Ainsiede, erblichen Advocaten des klosters Mückendorff,Kayserlichen würcklichen CammerherrwLandes- verwaltcr des Hertzogthums Crain , Dcputirten der Stände und Abgesandten auf demReichs-tage zu Regenfpurg, dessen älterer söhn Wolfgang Weickhard an. 1702 Landes-verwalter des Her- tzogthmns Crain worden. ltemmsk. 6 er«. Osiri. Asnesl. liujus kam. Galler / eine uralte Adeliche/'nunmehr aber Gräfliche familie in derSteycrmarck/ welche mit den Grasen Gall von Gallenstein einerley waapcn führet. Bernhard war um das jähr 1 -4°.Probst zu Seccau / und an. 1442 bekleidete Christoph diese wurde zu Eurck. Johann Christian / Freyherr/ war an. -640 Kayserli» cher Kriegs»Raths - Sigmnnd Adam und Christian/ Grasen/ waren gegen ausgang des 17 seculi Kayserliche Cammer» herm/ Maximilian aber an. 171° Kayserlicher würcklicher ge- HÜMder Rath. üemm. ?. 4. r.eo/>. 0. Galesius / (Augustinus)so genannt Galesius nokaomLdi. sls. lebte an. i;7v. Er lehrte zu Pisa und Bononien die Philosophie/ machte verschiedene bücher/ und unter andern eins a- rerr« mmu. welches zu Vononicn an. 1571 heraus kam, lcript. Kanon. bMi. stonon. / hciffen die Priester der göttin Cybele/ einer Mutter dergötter. Sie haben ihren namen vondem flnffeGallus in Phry» gien bekommen / worauß sie / ehe sie zu opffem Mengen / zu trinckcn pflegten / da denn das wasser des flusses in ihnen einen göttlichen furorcm, wie sie ihn nenneten / erweckte. Sie feyreten ihre feste mit lausten / als wenn sie unsinnig wären / machten abentheurliche fignrcn/ und schlugen immer dabey ihre topfferne kleine trommeln. Sie schnitten sich selbst ihre heimlichen glieder ab / wenn sie aus dem flusse gctruncken hatten / weil die Göttin nicht änderst als von verschnittenen bedienet wurde. Dieses aber geschahe zum andrucken des Atys / eines favoritcn der Cybele/ welcher sich aus verzweifflung castrirt hatte/ nachdem er die keusch» Heu/ so er dieser Göttin gelobet/ durch Vermischung mit der Nymphe Sangaris/ nicht gehalten- Die Römer beteten gleichfalls diese oottin/ unter dem namen lctLL MLkr-oder msrerveüm, an/ opf» ferten ihr/ und hielten auch ihre spiele mit Römischen ceremonien/ erwählten aber Phrygische manns» und weibes-personen/ daß diese die Griechischen ceremonien halten sollen. Diese nun giengen durch die stadt/ zogen auch wohl auf dem land herum/ sprungen und laichten / schlugen ihre trommeln und spielten auf den flöten. Sie trugen auch die stame der Cybele / und bettelten allmosen / wie es ibWKAmer vergönnet hatten. Kein einiger Römischer bürge« oder ließ sich zum dienst dieser Cy» Äen«°,-i..^^vttlfalttge betrüge und schelmereyen hat son- tn semem güldenen esel meisterlich beschrieben» Ls/r». snriq. Kam. I,b. z CLP. 2l öc !L. 4 c. 4. r>nrL8«. snciq, R.010. ir> p. 6z;. * » v . / war bey den altm ein besonderes volck / wö das Heu» tlge Franckreich ist. Einige Luroreshiiden sich ein/ sie waren sonst die Gemerkten genenM worden von dem Gvmer/ Japhets ältestem söhne. Andere aber fuhren sie mit Divdoro Stculo von Galateo/ Herculls söhne/her.. Ammianus Marcellinus sagt/ sie waren wn einem rhrer Könige ceir« genennet worden / und von dessen Mutter Lsisr-e. mit welchem namen sie doch nur von den Griechen sind geheiffen worden. Hirrvnymus und Jsidorus fuhren es her von dem Griechischen worte . welches so viel bedeutet/ als milch/ weil sie weiss« leiber gehabt ; Cluverus von dem alten Celttschen worte wallen / welches so viel als reisen be« deutet. So viel ist gewiß/ daß dieser name sehr all sey. Sie waren nn anfange gute soldaten / und fielen tapffer an / liessen abee den murh bald sincken / und wenn es ihnen unglücklich gieng/ wüsten sie keinen rath zu finden. Sie waren sonsten gar auffrichtige leute/ und kontcn keine lügen/ diedstahl oder dergleichen laste« vertragen. In ftiedens»zeiten bedienten sie sich fleißig der jag»/ kunten auch keine faule leute dulden. Man beschuldiget sie einiges grausamkeik/ indem sie ihre gefangene feinde zu opffern pflegten» Sonsten waren sie stoltz / und im essen und trinckcn gar nicht voa- n-t. auch liebhaber neuer zeitungen. Sie waren aber abergläubisch / und Mercurtus hieß ihr vornehmster gott/ welchem sie die erfindung aller dinge zuschrieben / auch insonderheit die versorge des gewerbes. Nächst diesem dienten sie dem Apollini/ weilselbi- ger alle kranckheiten vertriebe; dem Jovi/ welcher im Himmel das regiment führete; der Minerva/ weil von selbiger alle handwer» ckerherruhretcn; dem Marti/ alsdem gott des krieges/welchem sie auch dasjenige/ was sie im kriege erbeutet/ mehrentheils gewidmet. Dabey verehreten sie den Hereulem/ und fürchteten den Samrnum/ dem sie auch menschen opstertcn/ welches sie manchmal auf eines andern gesundhcit thaten. Nachdem die Phocensee und Jonier jich zu Marseille feste gesetzet / übten sich die Gallier in der Griechischen sprach/ enllchncten auch die bnchstaben aus der» selbigen/ um ihre eigene Wörter auszudrucken. Wiewohl sie auch vielauffsätze/ ihre eigene aeschäffte betreffend / in Griechisch ver» fertigten. Was absonderlich Marseille angehet/ so kamen auch von andern orten fremde daselbst zu studiren an / wie ehemahls zu Athen. Nach diesem wurde nebst der Griechischen auch die Eelti» sche und Lateinische spräche allda gcredt/ dahero dieser ort 1°"° givttos. das ist drey-sprächig genennet wurde.Nicht weniger wurde daselbst die orawrie/ Philosophie und mathematic / rechtsgelehr» samkeit/ Medicin und theologie profitiret. Dahero auch an selbi» gen orten so viel gelehrte leute gelebet haben/ unter welchen L. Plo» tius mcrckwürdig / welcher zu Rom am ersten in der rhetoric un» terrichtet. Nach dessen reiten sind daselbst und in Italien viel be» rühmte redner gewesen/ als: Votienus Montanas von Narbvnne/ Vibtus Gallus/ Domitius Äser von Nimes/ Clodius Quicina» lis von Arles; und ob wohl die alte beredrfamkeit der Lateiner ztt Rom selbsteu nach und nach aufhörete / ist solche doch in den vornehmsten städten von Gallien fortgesetzet worden. Auch sind darinnen berühmte gewesen / als Marcus Antvmns Gm- phon / so Julii Cäsaris/ Ciceronis/ und einiger anderer berühmter Römer xr-c-xkoi war. Nicht weniger findet man unter lhneu berühmte poeten/als: Petronium/ SentiumAugurinum/ Au» sonium/ s. Paulinum/ s- Profperum/ Alcimum Avitum/ St» donium Apollinarem / u. d. g. Von berühmten findet man bey ihnen den Trogum Pompejum undWulpttnim Severum. Won piiüosopkis hat man anzmnercken den FavonnuM / und zu der zeit des Christenthums (welches Aon m 2 seeulo daselbst soll seyn geprediget worden /) viel nützliche scnbmtcn. IM A kriegen belangend/ so hakten sie zweyerlcy soldaten, etliche wm» den von dem worte , so eine artvon pleilen wm/ genannt V^-Lri, andere LoMurii. Jene waren geworbene soldaten / die Soldurier aber waren versuchte leute / die sich bey ememvvrney- »nen Herrn in dicnste begaben / damit sie an se>P-uPMe chell ya den möchten / und wenn selbtger umkam/ wollen sie auch mcht länger leben / und -Mordeten dahero ttmmdtt wohl stlbst.^Dw richtet. Em jedweder hatte 2 andere pferv.. ...... Herrn folgeten / ihm beystunden / auch so ein pfcrd unter ihm qe» tobtet oder verwundet ward / muste ihm einer unter ihnen das sei- nige geben. Diese anstatt wurde genennet Lrimarkisie/ oder die ordnung der drey pferden.Jhre leuchte reuterey war nur mit einem Helm und kürris versehen; allein ihre cLtgpKr-lSrn, oder rii, welche zwar erst in spätheren reiten bey ihnen anffkommen/ waren vom Haupt biß aufdiefüsse geharnischt. Sie fuhreten lange schwäre degen ohne spitze/ aber von schlechter schärfte/ daß die schneide aufden ersten hieb stumpff wurde. Sie fochten mehrentheils mit dem ober-leibegantz nackend. Die waffen der reuterey warm lantzen und arte/ des suß.volcks/ wurff-spieffe/ Piques, bö» gen und schleuderen- Vornehme Herrn fochten aus wägen/so durch 2 oder 4 Pferde gezogen wurden/ und an der achs mit sensen versehen waren. Ihre art zu streiten bestünde darinnen/ daß sie hin und wieder fuhren/häuffig mit pfeilen um sich warffen/um zu sehen/daß sie die feindliche ordnung mochten aus einander trennen. Manch» mal sttegmsie ab/ und fochten mit den degen. Die trouppen von ll theil. Itt jedee jeder Provmtz Meten sich in der Macht - ordnung beysammen. Wenn die armce in d»r->>ie stund/ hatte jeder soldat ein dund siroh oder ciiie^ciiine. darauf er sich indessen setzte. Sie verschantzten sich niemals in ihrem lager / welches denn nach der Macht bey Avance» / so heut zu tage nouiZc- qenennel wird / am ersten geschah / indem ste es den Römern nachthatcn. Wenn sie eine stadt belagerten/ so umgaben sie selbige mit allen ihren trouppen / und nachdem jie emc Wagenburg um sich geschlagen/ ssengen sie än stürm zu lausten /die schtlde über die köpffe haltende. Sie bedienten sich lc mor. vcr. Lill. LNrigmrc llc ts nrelott < 8 c cle la Irngue clcs (?e!le 5 . * eines der gkösten ärönigreicheit von Europa, so aber uunmchro Franckreich genennel w-rd. «selbiges land, so die Griechen Galaticn nenncten, wurde von den Römern eingetheilet jn o 5 ,!r>inLm und Jenes ist ein stück von Italien, weil es aber von < 2 tllir bewohnet war, wurde eS auch vcnen- uet, dieses aber das eigentliche Gallien. Nach der zeit,als die Römer cMripin-x das bürgcr-rccht gaben, wurde selbiges von der Römischen bürgcr Habit, benennet; aber,weil die einwohncr bastlbst lange haare zeugten,coms-a. Ein theil darvon gegen lüden,sonst genannt,bekam den «amen weilen sie Hosen trugen,bis noch heut zu tag an verschiedenen orten TeNlschlands brachen und bruchen geuemit werden, da hingegen solche kleidung bey den Römeren gar nicht üblich wäre. Das gantze Gallien, wie es jenseit des Alp-gebürgcs den Römern gehörte, erstreckte sich von demPyrenäischey gc'dürge zwischen 2 meercn biß an die Alpen und den Rhcinstrohm. Dieses wurde von Iulio Cäsare eingetheilet in c-iricam oder das eigentliche Gallien, so von deut Miste Rhone zwischen der Garomie, dem Occ-nn ultd Niederlanden begriffen, auch von der «Lchweitz bis an den Rhcinstrohm gicng ; nc>8>c,m, so von dar sich ausicng, üud den niedern Rbcinströhm begriff,nnd äqm»„ic-m,vo» der Garonne an bis an das Pyrcnäisthc gcbürge Und an Spanien. Der Kayscr Augustus machte noch eine andere ordnung, indem er ka-rkonc,,- 1cm Q^uirm beyfügte,und die qräntzen anders eintheilte. Nach der zeit wurde üali ,4 m 17 Provintzcn gctheilet, als Z Vicmic,ische, worunter auch k^zibonenils f>ri,r>z und «ccuixZ» ; z Aguitanijchc ; 5 Lionncsische, wenn die Sequanensischc darunter begriffen wird; und 4 Belgische,wovon 2 die Teutschen qcnennct wurden, weil sich in selbigen die Teutschen vcste gesetzt hatten. Eine icdwedc selbiger Provintzen hatte ihre Haupt-stadt, als die s Vicnncsischcn, Viemic, Narbonne, Air, Tarantaise und Ambrun; die; Aauilanischen, Bourgcs/Bourdcaur und Auch; die Liouuesischen, L-on, Roueu, Tours, Scus uud BesancoU ; die beyden Teutschen, Manutz und Cölln ; die bcndci. Niederländischen, Trier und Rheims. Untcr diesen 17 hanpt-städten stultdcn mehr als 100 wichtige städte, woraus nachmals umstentheils Bischöfliche sitze sind gemacht worden. Daneben hatten sie eine grosse anzahl anderer städte, welche of>p,cia genennel wurden, deren man 1200 zahlte, als die Rvmer Gallien einnahmen, welche sie aber meistenthcils riumrtcn. Das land ist allezeit vor sehr fruchtbar gehalten worden, wiewohl die einwohnet mehr auf dein krieg, als auf dem ackcrbau hielten. Julius Cäsar zog qrostc geld-summen daraus, daß er damit nicht allein seine schulden bezahlen, sondern auch das grosse wcrck der mouarchie ausführen tonte. Wie dann sonderlich durch Cäsarcin und sein kriegs-heer eine solche menge golds aus Gallien nach Rom gebracht worden,daß solches daselbst von selbiger wi! an in dem werth gegen dem silbcr um ein namhafftcs gefallen ist. Das volck in diesem land ist zu allen Zeiten sichr fruchtbar gewesen, und mehrte sich dergcstalt,daß sie sich genörhiget fanden, colonien in andere lande zu schicken, wie sie denn auch Italien überschwcmmetcn, und Rom selbst anariffcn. Sie zöge» sich auch in Tcutschland,Svameu,En- gcllanv,«Lclavouicn,Griechenland,Maccdonicn/ia gar biß über den Hellespont in klein Asien, woselbst sie eine Provintz, Galaticn genannt ,stiffteten. Vor Christi gcburt war das land in viel Staaten und völcker eingetheilet,wclche'thcils dcmocratisch, theils arisiocra- tisch regieret wurden, darunter waren die ScnoncsM Champagne, die ^crr,.,L zuordnete, einen in Franckreich selbst - einen in Spanien, und einen in Groß-Britalmien, welche regiekung also geblieben ist, biß die Francken nn ? seculo sich des qantzen landes bemächliaet. Von Kayscr Augusto an bis auf Galliemim sind diese lande nur L mal durch innerliche empörungen beunruhiget worden , mmlich an. HZ durch die rcvolrc dos 8»crc>vin und tlori , uud an. 70 des cd viiis 'I uwr,5 und Nach des vccii tode aber fienqen allerhand fremde völcker all in selbiges land ssi streiffell. Anfänglich waren es uur die Francken und die Teutschen, well» sie über den Rhein gicNgen. Nach diesem kamen die 8 »cvlch!zm,WG Golhen und Burgnndict, und riß ein jedes vottt ein strich landes zu sich, daß alw zu einer zeit 4 unterschiedene regierungcn in Gallien waren,die Römische,Fränckische, Burgundische und Golbische, bis zu ende des ; ftculi kein Römischer Gouverneur mehr dahin qe- schiat wurde, und die Franckcngantz Gallien unter sich brächten, auch solches nach ihrem namcn Franckreich nenncten. (Siebe Hrältckreich ) OL/lr-- Ich. 6 . TÄc-r»,. ?id ^/s. vckur. nokir. noriiw orb. Linicz. in ?i,Lrc> snliczuL O^II. Lc. * Gallia / (Lanciarotlils) ein Rechts-gklehrter, gebürtig aus Alessandria aciw Pualia im Mavländischen. Er starb den i°tec. an. i zyz, und hinterließ unterschiedene schrifflcn,a!s: >» c.,nlue-u. clmcM ^roi,jl>enrc>r> mariium ulrrz ccrcum mvöum uXliri rcünquere ; 6vmincnrLriu>n; t>Airoci»ium f>ro rejrut!. iNe- x^ncli'. coi,r -2 Xleginl. Nrruni; conllliorum stve rech. voiumcn; §(c. Sein sobi,, Antonius Gallia, war gleichfalls ein gelehrter Jurist, und wurde von Pbilipvo I V, Kömg in Spanien, zum Rath in Maylaild gemacht, cw-/,«- lllcsrr. cl'Iiuom. lecrer. (NckUicanus/ war mit dcm Basso unter Constantinö öl. au. z 17, und mit Svmmacho an. j Zo Bürgermeister zu Rom. Jn einer iuscriplion zu Rom wird erov-mus OLiUeLnur genemiet. 6rm. intcripr. Galiicion/ tat. o-iiA-ciL, eine landschafft in Spänien, welche gegen ostcn an Astuklen und Leon, gegen süden an PorlugaU,gegen Westen und norden aber an das Atlantische mccr siössct. Vorzeucii begriff ste noch vieles unter sich, welches jetzo zu Portugal! gehört, und war eine Provintz der Römer, biß sie rinkcr die Vandnlcn, Wcsr-Gothcn, Saraccncn, Und cndlich unter die Könige von Leon und Castilim gekommen, welche letztem ste zum öffrern ihren jüngsten Printzcn zur^-i^c gegeben. Nach der Zeit hat ste den titu! eines Königreichs erhalten, und führt denselben noch ictzo, ob sie gleich em theil von Leon ist. Die lnsst daselbst ist seuebt und ungesund, das erdreich bergicht, auch in der mitte unfruchtbar und wüste, gegen die ste zu ader brinac es gute wende und köstliche weint hervor. Man findet auch daselbst vortrcfliche Pferde, imglcichcn viel gold-kuvffer-blev-eiseii-imd zinnober-gänge. Die vornehmsten städte darinnen sind,Baiona,Compostella,Corunna, Lngo-Moiidw ncdo, Orense, «^alva Tierra, Tuv und Vigos. Einige sagen, d»t Spanier hielten die eimvohner dieser Provintz vor schlechte lente, und pflegten diejenigen,so sie beschimpffen wollen, Gallicierzu nennen» llciccipr. gic! ttcvno «> Osiicia, lilld. llc Orlicis. Iilst. llc OLÜcig. I. 6 c. 8. von L^snic» >8», ro>ci?.r 9, üo. Gallicieii / (neu) eine Provintz von Mexico oder Neu-Svw tuen in dem mitternächtlichen America, ligt- langst dce icc-jk! «', und ist eigentlich das so genannte Guadalajara. Ewige wvtzN deut Nimuc; Guzmau die ehre zuschreiben, daß er dieses laue funden, allein es ist Gonsalvus von Saudoval gewesen, der w am ersten entdecket, indem er von dem Cortestö dahin geschickt womn. Ralisco ist die Haupt-stadt darinnen, c. --- r--" - I. ü c. I. . / ein berühmtes Fm-slliches hanß in RME chcs leinen Ursprung aus dem Polnischen und Atlduuschen M! stbmh herleitet / und dcßwcaen auch mit der samllic von mo gar Her-Pgs von Lithauen söhn gewesen. Das hauß von Galliczin aber hat sich unter der regrerung des jetzt-lebenden CzaarsPetri Aleriewiez sehr hervor gethan. Unter denjenigen / so den namcn dieses geschlechts gefunret/ ist vor andern der vor wenig zeit gestorbene KnesBasiilus Galliczin zu mercken / ein Herr von sonderbarer klugheit und tapfferkcit / welcher in der jugend derer beyden Czaaren die Rußlsche monarchre fast allcine regieret hak. Er versuchte auch sein glucke im kriege / und möchte wohl sein absehen aus etwas hohers/ und der beschuldigmig nach/ gar aufbcstei- gung des Czaarrschen thrones gerichtet seyn. Allein dieses war der weg zu seinem falle/ worzu unterschiedeneunglückliche campagnen kamen/ mit deren widrigen ausgange es aber doch sehr natürlich zugegangen ist. Er war mtt emer mächtigen armee aufdem anzuge wider die Crrmmtschrn Tartarn. Diese kamen mit tonnen ducaten entgegen / unter denen aber viel rechen - pfennige sollen gewesen ftyn/ und bewegten den Fürsten / daß er friede machte und sich mit seiner armee zurück begeben solte. Indessen hatte Galliczin das dürre graß und dle dicke heyde in einer langen wüsteney von 100 meilen anzünden lassen/ unter dem vorwand dadurch den Tar- tam alle fourzZe zu benehmen/ aber unter wahrendem brande kam dcr ruff von unvermuweter annahcrung der feinde; andere wollen vorgeben/ als wenn dieses geschrey auf anstifftendes Generals wäre ausgebracht worden. Da nun die armen leute durch feuer und dampff ihre flucht zu nehmen genörhiget waren / so musten viel tausend in dem rauche ersticken/ und kam die armee ziemlich geschmoltzen zurücke. Die nation war diesem Fürsten sehr gehäßig. Als er einsmals auf leckem schliitcn nach dem Czaarischen schloß fuhr / überfiel ihn ein kcrl/ und wolle thm mit einem dolch den rest geben/ weil er aber denselben an dem gürtel gar zu feste gemacht hatte/ so verweilte er sich noch solange/ biß des P nutzen leute / so hinter dem schritten folgim/ herzukamen/ und ihn feste machten ; ja als ihm vieles beginnen «richt war angegangen / so stieß er noch diese worrc aus: Schändlicher wütterich / ist es mir nicht gelungen/dich als das allerschröcklichste ungeheuer/ wodl-verdtent hinzurichten/ so wisse/ daß es einer andern band doch nicht fehlen wird/ und unter denen dre>' hundert bürgern/ weiche mit dem von dir unterdrückten volck mitieyden haben / dir jemand ein dessers/ als ich/ versetzen wird; Er wurde augenblicklich jn das gcsäng- niß hingeschleppet/ und darinnen wegen emes besorgenden tumulls hingerichtet / nachdem man durch allerhand martcr das bekänt- mß/ wer die mitvcrschwornen waren/ herauß gepresset hatte. Bald darauf/ und etliche tage vor des Prcktzen abreise zur armee fand man an der pforre seines pakasts einen zugemachten sarg/ worinnen ein zettul folgendes innhalts lag: GaÜrczin! laussr zu gantzljcher erfüllung dieser prophezcyung; indcffeuficl Galliczi»/ und,die Lartarische ducaten waren die wahrscheinlichsten verrathet gewesen. Seine guter wurden eingezogen / und muste er etliche jähre in Siberien die zeit vertreiben / biß er endlich zurück bmiffen wurde/ und nachgchends aufemem gukh unweit Moscau lebte. Unter seinem eoufiftirten vermögen wurde viel frcmbd ge- muntztes gold gefunden / welches den argwohn frembder und verdächtiger rorrespondent; bestarcket hat. Iin übrigen ist er ein grosser liebhaber der fremdsten gewesen / und rühmen ihn sonderlich die Frantzosen; man will ihm auch viel von der glücklichen Veränderung der Rußischen nation zuschreiben. Den König von Franckceich Ludwig hat er so hoch geehret/ daß er desselben bild- Nlß seinen söhn in gestalt eines Malthcser - cmitzes auf dem kleide tragen lassen. Er war vice,«e vonCasan und Astracan / und des Rußischen Reichs siegel-.verwahrcr.Das ^onvernem-m bekam nach seinem fall sein bruder Boris Alcxicwicz Galliczin/ welcher ein grosser licbhaber der ncr-r-rur und insonderheit der Lateinischen spräche gewesen ; dahero er auch aus Polen in dieser spräche erfahrne leute kommen/ und seine söhne von denselben unterrichten ließ. Es hat ihm auch H. W. Ludolph die Rußische so zu Orford 1696 in 8 gedruckt worden / zugeschrieben/ und rühmet er daselbst die gewogcnheit / womit er denfrembdcn und sonderlich Teutschen zugethan gewesen; wie er denn selbst von den Schwedischen gefangenen einige gelehrte bey sich gehabt.Er lebte war ein licbhaber der-»-cKKEur. und hatte beständig Italiänische baumeister in seinen diensten. Jn der Rußischen reügion lst er sehr eifrig gewesen / wie er denn auch bey dem gemeinen volck den tilul Iohannis des täuffers bekommen/ indem er viel von den fremden beweget/ sich mmauffen zu lassen. Sein leibspruch ist gewesen: erhalte der Russen glauben/ der Teutschen klug- heit/ und die treue derTürcken hoch. Der Czar Peter hatte ihn sehr lieb / weil er mitten in dem gefährlichsten ttimult/ so die Prcktzeßin Sophia erreget/ den jungen Czar / so damals kaum das zwölffte jahr erreichet hatte/ aufstine arme genommen/ und in das klosier Trockoky / so 60 Rußische ineilen von Moscau entlegen/ in sicherheit gebracht. Sein rrancklicher zustand und das alter nöthigten ihn endlich sich der geschafften zu entziehen und in ein klosier Fralis Pustimna / wurste von Moscau gelegen/ zu begeben / und zugleich den strengen regeln der Griechischen klosier zu unterwerffm- Er starb den 10. oel. an 171, / und hinterließ einen eintzigen sohn Knees Wergius Bvrisowitz/ welcher des Feobor Alepiowitz Gallowtn gewesenen v--em .vy-i-st^s tochter geheyrn- thet/ zuni erben von Dubriwiza/ Jardinow und vielen andern bcrrschafften.Es leben auch noch umcrschiedene von seinen geschwi- flmen/ und ist das Gallicinische hauß ietzo eines der stärcksten in Rußland. Wie denn von den Galliczinischcn Printzen unterschiedene grosse xouvenicmeiuS uvch ietzund geführet werden / einige aber in dem jetzkwährenden Schwedischen kriege sich wobl hervor gethan / unter denen ein Printz von Galliczin einige jähre nach m Fmnlaw Gallienus / (Publius Licinius) ein söhn Kaysers Naleriani. Selbiger nahm ihn zum Consorten des Reichs an, mit welchem er auch ln die 8>ahr, und zwar, so lang er den vater noch m förchten hatte ,- zimliü^wohl und löblich regierte, wie er dann in diestr zeit sonderlich die deutschen zu verschiedenen malen sollgeschlaaen, und Gallien von deren emfahlen bestehet haben, daher ihm auch derttt gegeben »vurde. Er änderte aber seine sitten und lebens-art von der zeit an, da sem vater von der Perser Koniae Dapore gefangen wurde. Nach diesem wurde das Römische Reich den Barbaren zu theil, indem sich biß aufdie ;o tyrannen in ve 2 ichiedenen Provmtzen aufwarffen.Odenathus nahm im Or.enc das reglment, Macrranus ließ sich bey der armee zum Kayser machen, hccr und dar entstunden noch andere kleinere Herren. Da aber Macrranus erschlagen war, brachte Odenathus fast alles im 0r,-nr aufjerne feite, Gallienus aber, nachdem erden tvd des Macriam vernommen, bekümmerte sich um nichts mehr, sondern lebte m Rom gantz sicher und in allen Wollüsten. Mittelwelle fiel auch Aegypten ab, welches zwar nach Macriam tod wieder an das reich gekommen, aber gleich darauf unter Aeniiliano von neuem abgefallen ; am meisten gab es mit Gallien zu schaffen,allwo sich Postu- mus, nachbeme er diese Provintz lange zeit wol verwaltet und tapfer verfochten hatte, zum Kayser aufwarff, also, daß Gallienus auch deswegen mit Aureoto, der sich in Jllyrien zum Herrn aufge- worffen hatte, frieden machen, und seine völcker in Franckreich abfuhren lassen muffe. Gallienus wäre auch dabey in so weit glücklich , baß er Postumem, in einer grossen Wacht schlüge, hätte auch beme allem ansehen nach in kurtzem den garauß machen können, wo ihne nicht die bottschafft von empörung einer anzahl Thracr- scher joldatm, so die stadt Byzantz geplündert, dahin gezogen, Au- reolus aber in dessen abwestnheik dein Postumo, um sich wieder zu erholen, mit Riß lufft gelassen hatte. Jugleichen wurde Bithyaieu >0 wohl als Griechenland von 2 verschiedenen trouppen der Scythen lämmerlich verheeret, und die meisten und besten städte eingenommen , airwo jedoch zutetst die feinde tapster sollen zurück gejaget und grösten theils erschlagen worden seyn, und zwar meisteutheils durch des Gallieni kriegs-Odriste, wie auch zum theil durch ihne selbsten, wie er dann noch Riß soll angewandt haben, die zerstörte städte wider aufzurichten. Über dieses, daß die Gothen in Macedonieu eingefallen waren, wurde das land auch durch pestilentz und erd- beben hart mitgenw anen, wodurch viel lausend Personen ihr leben eingebüsset haben, und viel städte versuncken sind. Wo dein Tre- bellius Pollio zu krauen, so müssen wir glauben, daß GallienuS dieses alles wenig geachtet und nur gepflegt seinen spott damit zu treiben, wenn ihm der abfall einer prvvintz verkündiget wurde; iu den Wollüsten macht er ihne so ersoffen, daß er sich seines vaters ge- fangci,schafft gar nicht soll zu hertzen gezogen, viel weniger an seine befreyung gedacht, ja solches vielmehr gerne gesehen haben, weil er ohne dem dieses beschwärliche» Hofmeisters vorsängst gern wäre überhoben gewesen. Allein fast alle andere qeschicht-sthreibere rcdeu besser von iyme, und ist auch in der that nicht zu läugnen, daß dieser Kayser mehrmals selbst zu felde gezogen und vor dem feinde gar wunden empfangen habe ; und was seines vaters gefangnis betrifft, so ist es an dem tag, daß die in denen nächst an Persien gräntzendeu provintzen entstandene Empörungen ihne, wann er es auch noch so gut im sinn gehabt hätte, doch nothwendig wurden verhindert haben , biß dahin durchzulangen; wobey noch dieses getreu, kan, dass eben Odenathus immer habe wollen angesehen seyn , als ob er für Galliemim seine kriege wider die Persier suhrcte, und selbigem die von ihnen gemachte vornehme gefangene mehrentheils zugeschickt. Nachdem bann Odenathus die Perser ziemlich gedemuthiget halte, mit denen er wegen des gefangenen Valeriani angebunden, trug ihm Gallienus das halbe Kaysertbum auf; und als dieser tod war, vermeinte Gallienus die gelegenheit in acht zu nemmen, dre Mor- qenländische provintzen wieder unter sein gemalt zu bringen, und» schickte deßwegen Heraclianum mit einer armee dahin; dieser aber wurde bald von des Odenathi Wittib, der tapfferen Zenobra, geschlagen , und die bottschafft, daß nun auch Aureoius ,ich m Matten zum Kayser aufgeworffen, und biß an Mayland angerucket, zöge Gaüienum neben allen seinen trouppen und Generalen dahm. Er soll auch würcklich Aureolum überwunden und M Mayland selbst belageret haben, käme aber noch vor eroberung der stadt durch heimlichen aufsatz der seinigen um das leben, und zwar, wie ewige wollen / solcher Personen, welche Aureoius durch falsch erdichtete RRffealaubenamiachc, daß sie der Kayser töden wolle. Sonstm ist noch zu melden, daß Gallienus zimlich gelehrt , und von emem besten Lateinische verse geschrieben, wovon auch noch ewige sehr schöne muste" vorhanben>-^ m v.r-, , /^alömnush war des vorigen Gallieni söhn - macht, nachdeme >ener den t d s Postum, zu Cölln gerodet nick vernommen ,wech .h^fals nicht länger gemessen, als hamn; kon eab MArecheckais mm^ttrzu RMnd mnkommm, w,e davon m Rm vorigei- articu! uachZM- 4Z6 gal hen. ?o/Lo in vila. L»^o/>r«ö 1.9. ^«leLrn P9Ä0»'. GaUmicus / einLxarcdus zu Rcvenna, llicccdirte an. 898 Rv- mano. Er behielt das -xarckzr 4 oder 8 jähre , und überfiel ohnver- schens desLombardifthen Königs Aiguiphi eydani und tochter,welches einen krieg verursachte. <4^0^«- >. 7. ep. ,00. «<,»-->». Gallio / (Ptolemäus) Cardinal und Bischofs;» Ostia, Ertz- Bischoff von Sipoute, war zu Novocomo den 2 jan. an. i?oy ge- bohren, wiewohl Ughcllus seine geburt in das iahr 152; setzet In seiner jugend kam er nach Rom, da ihn der Cardinal Antonios Trivultius, und nach dessen tobe der Cardinal Thadäus Gaddius, zum Lecier^xn annahm, worauf er in des Cardinals Johannis Angelt n-Medicis dienstc trat,welcher ihn,als erunter dem »amen Pii IV Padst wurde, den iz sept. an. 1 züo zum B'ischoffzu Marto- rano imKömgreichNeapolisiind hicrauffdens jul. an. 1562 zum Bischoffzu Schonte machte, woselbst er einen H-n»Nu,i,, dessen con. tiiniliones er selbst geschrieben, und in druck gegeben, gehalten, auch 2 Bischöfliche residentzen zu Schonte und Monte 8. Ängclo erbauet. Eden selbiger Pabst creirte ihn an. 1 zum v-csi^reco La<-nsl,, worauf er sich, nach dem er das Ertz-Stifft Siponte resignirt, mit allein nach Rom begab, da ihn Gregoriüs XIII zum ?-MoÄo con. 8.ct->,>c>!ii > auch zum vrorcctore des Teutschen Oollcgii zu Rom machte. Er war auch Abt zu 8. Abanbio in Como, woselbst rr die kirche fast von gründ auf rciiLur-rte, und verschiedener allda gesnndener Bisthöffe von Coino gebeine an einen bequemen ort brachte; auch richtete er daselbst ein coücglum aus, so nach seinem namcn Gallium genennet wird, weßhalben man ihn den Cardinal von Como hieß. Er machte eine stiffcung von 100000 krönen zu aussteurung armer jlingfräuen, und kaüssre von Philivpo II in Spanien das Hertzogthiim Trevlclti im Mayländischen für seine familie. Er wohnte als Cardinal y cnncUvlbus bep, und halff so viel Päbste, von Pio V anbiß aufPaülüm V erwählen, war aber dem Cardinals-coN-zio gar nicht angenehm , wie man denn dafür hält, daß, weil er bey Bit V und Gregor» XIII rcglcrung i- iahr das Päbstliche ober-lecrciLn-r verwaltet, er sich viel zu feinden gemacht habe. -l'Avila schreibet, daß er Grcgorio XIII, bey dem er in grossem ansehen, sehr widerrathcn, die in Franckreich an. 1584 wider den Kömg formirte liguc zu beschütz.». Er wurde aus einem prcrbvrcco L^rclinalc 8. clc popu» an. t 887 CardlNal-B>schoss zuAlba, an. 1589 zu Sabina- an. izy> zu Tusculo, an. looo zu Porto, an. 160; Cardinal-VischosszuOstiafind Velim, auch Oe- c-nu- des Cardinals-coiic^ii. Nach Clemcntis V III tobe wolle ihn der König von Spanien und die Spanisch-gesinnten Cardinäle zur Päbstlichcn hochhcit befördert wissen, es war aber vergeblich. Indessen weil er besorgte, daß der Cardinal Bardnins mehr stimmen erlangen möchte - zeigte er im conc>.,c, cm schreiben des Vcc.kc von Sicilicii vor, der wegen des Baronii schrifftcn, darinnen er dem Könige von Svamcn zu nahe getretten, mehr foderte, welche lache doch diesem Cardinal Gallio, wie man in des Cardinals clc Perron lest» kan, wenig rubm brachte. Er starb endlich zu Rom den 24 ja», au. 1607,und ward m die kirche 8. Ma- riä clc Seala degräben. r»ccL. 4« iecirc5. liill. clc; L^cclin. Gallipoli / eine kleine wohl - gebaute und bcvcstigte stadt in der Neapolitanischen landschasst Otranto, am Golso 4, Taranto, nebst einem guten Hafen und Bsslhum, welches unter den Ertz- Bischoff zu Otranto gehört. eche treibt starcke Handlung, liegt auf einer crd-svitze, welche gantz mit da» mccr umgeben, und nur durch eine brücke, welche ein vestes schloß beschützet, an das land gehängt ist. Gallipoli / aufTürckisch o-lboie . eine stadt nebst einem guten Hafen in Romanicn, an dem Stretto ci> Gallipoli, hat; Welsche mcilc» im umfang, ist aber mit keinen mauren umgeben. An. 1707 wurde sie sehr ruinirt, als das feucr ein pulvcr-Magazin angriff. Ihre eimvohncr sind Griechen, Juden und Türckem «jc Lolpti. 'viir^c. Gallois^ (Johann) wurdö zu Paris den 14MN. an. 16)2 gebohren. r^ein vatcr war Ainbrosius Gallois, Advocat bey dem Parlament, und seine muttcr Francisca -lc Launay. Weil er den geistlichen stand erwählt, sich auch zum Priester weyhcn lassen, so waren seine vornehmste >Mc>^ auf die thcologie, kirche» - Historie, kirche»-väter, die heilige schafft an sich selbst, und auf die Orientalischen sprachen gerichtet. Dabey aber machte er grosse progres- sen in der pcoQn. Historie, in der Teutschen, Spaiiisch-Englisch- und Italiänischen spräche, den mathematischen wissenschafflen, der physic und in der Medicin, wie auch insondcrbeit in der cr- känntniß von allerley guten büchern. Die erste schrifft, so von ihm an den tag kam, war eine Lateinische Übersetzung des Pvreuai- schcn friedens-schlusses. Hernach, als llü e^alo, geistlicher Rath in dem Parlament zu Paris, ein jaucnai llcs tLvsn- heraus zu geben beschlossen, nahm er dabey diesen Gallois zu seinem ge- bülffen an. Die allzu grosse frcyheit zu censiren, welche sich r4,„a. «ie Salo bey dieser arbeit gab, verursachte, daß dieselbe nach den ersten z Monaten des jahrs i66z wiederum ins stecken gerieth; der Abt Gallois aber, welchen man von der Abtey n- 8. Martin -l- Cores, die er eine Zeitlang besaß, also nennte, nahm gleich das folgende jähr die commu^on eines so nützlichen wereks gantz allein über sich, und setzte es init eben so grosser mocicr»r>c», als ge- Mcklichkelt ganlze 8 jähr fort, nemlich von an. 1666 bis 167;. Hierdurch wurde er unter anderen dem berühmten Staats-Mini- ster Coldcrt bekannt, welcher ihm nicht nur an. 1668 bey der ncu- angehenden 4« scicnc« eine stelle gab, nebst der kunÄion gal eines Secretsrii bey derselben, so lange äi> Hamel abwesend seyn würde, sondern auch an. 167; ihn gar in sein hauß und an seinen tisch nahm; da er denn keine gelrgenheit versäumte, die Neigung, so dieser Minister zu den gelehrten hatte, zu deren bestem auf alle weise zu secundiren. An. 167; wurde er ein Mitglied der vrsn;»>sc. Nachdem an. iS8; Colbert gestorben, machte ihn dessen söhn, der Marquis äc Seignelai, zum Verwahrer der Königlichen bibliotbec, und als die ouhoiirivn über dieselbe in andere Hände kam, half er ihm, daß er in dem Königlichen coli-^o die pwklvü» der Griecheschen spräche, nebst einer absonderlichen v-nüon eni» pfieng. An. 1692 und 169; brachte er die mcmolrcz der neu - ein» gerichteten ^cicm.c der wiffenschafften in ordnung, und in einen reinern llywm. An. 1699, nachdem die jetzt-erwehnte »cz-Zcmis gleichsam eine gantz andere form bekommen, erwählte er für sich die stelle eines gcomcrrL, und nahm sich vor, die geowcme der alten zu untersuchen, insonderheit aber des Pappi mathematische Äwncs, mit dem noch niemals gedruckten Griechischen text, und einer bessern Lateinischen Übersetzung zu edwen; dieser gute vorsah aber ist ein blosses proM geblieben. Wider die von den neuen angenommene ßcumcccigm invnici, oder 'Hände parvoiuln, setzlc er sich öffentlich, und war überhaupt kein freichd dessen - was neu war, und in der gelehrten well ein .allzu groß aufsehen machte. Im übrigen war er von einer sehr gesünben conLrmion. von einem lebhafflen und munteren icmpcr^mcnc, von eitlem mulhigen geist, fertig etwas, das zu seinem zweck diente, aliszusinnen, arbeit- jam, wo seine ehre intereßirt schien, in seinem wandet ordentlich, und nichts weniger, als eigennützig. Die dücher waren seine ein- tzige beschäffttgung und Vergnügung; er halte sich deren über iLooo angcschajst, und die begierde, selbige zu vermehren, tzcrlohr sich nicht eher, als mit seinem tod, welcher den 19 apr. an. 1707 erfolgte. 4» 4e /4cs4. 4e, (Nallonius / (Antonius) pce-kvccc ocLwrii zu Rom, M einen sehr gelehrten tractat clc cruciLcidub msrr^rum geschrieben, auch l» seiuei» i>bc» LjioloZcclco pro sllecris in Lnoalibus cccistiällicir 8rron>L,>i. Uc moozcliLlu 8. OrcAvrH pLsiL den Cardinal Barommn wider die Benedictmer zu Monte-Caßino- und sonderlich Wider Constanllnnm Bclloltum, einen Mönch gedachten klvsieis, vertheidiget , der in seinem OccZ->r,ok1^nc> mitlimo iLnÄiliimi Lcncbicti reiiicurc, , wider des Cardinals meynung, den H. Pabst Gregorium zu einem Benediktiner mächen wollen. Ausser dem hat er Philippi Neri ( der die ?cc5b>rcro5 oraror» geslifftet) leben beschriebe», und ist an. iSo; gestorben. Gallonus/ (Iacobiis) ein Cardinal, welchen einige unrecht Galia nennen, ivar in der stadt Dccheria in derLombardie gebohren. Er begab sich unter die k-snonico- regulär« vhnwcil Pa- via, und wurde wegen seiner gelehrstrmkcit und guten Wandels zum Bischofs zu Vercclli erwählet; er schlug selbiges zwar ab- allem Imwcentilis III machte ihn an. 120; zum Cardinal, und schickte ihn nachmals wegen den Albigcnscrn in Franckreich. Er predigte wider selbige die crentz - fahrten, und pudlicirtt hernach einige i)nociL>.Verordnungen, welche man in dem 6tentheil der bibiiorbcc« PLINUN findet. Er yalff Nicht wenig z» dem frieden , welcher a»t. 1216 zwischen Franckreich und Engellünd, nach dem tod Johannis ohne land/ geschlossen wurde - und Honorlus III trug ihm auch die zu Vercelli auf, allwo er das klo- ster 8. Andrcä stifftcte. Hicruächst wurde er auch in Apulien zu Kavscr Fridericv II als Legat geschickt, und starb endlich an. irsz. Obgcdachte >>-no4L> - Verordnungen werden von einigen, wiewohl ohne gründ, einem andern dieses namens, welcher M zu vl. Quintm, Bischofs zu Beauvais, und hernach zu Paris gewesen, und um das jähr 1114 gestorben, zugeschrieben, 218. 24z. Lr. (Nälloway / lat. OLiiovillis - jfi cinc zimlich weilläusslige Grastchaffl m dem südlichen theil von Schottland. Sie liegt gegen Ulster in Irrland über, wovon sie durch einen emust, so iz incilcn breit, abgesondert wird. Süd-wärts gräntzct sie an Sol- wau Firth, ost - warts an Nidisdalc, und nord - wäriv an Carrick und Kyle. Cambbcnus meldet, daß sie ihren »amen von dem wort Gacl bekommen, welchen »amen ihr die Jrrländer in ihrer spräche geben; allein Buchänanus hält dafür, daß sie von den Gabis also genennet sey. Solisten ist die landschasst sehr bergicht, und besser zur vieh - znchi als zum acker - bau qcschickt; sie bat viel fern und flusse, daher sie mit vielen fische» versehet) ist, iusondcrbeil niit aalen, die wegen ihres guten gcschmacks sehr hoch gehalten werden , so daß die cinwohner grossen vrofit daraus ziehen. Kcßglci- chcn ist diests land wegen der zucht gewisser kleiner Pferden oc- rühmt, die Galloways genennet werden, lind wegen ihrer kleinen gestalt zwar unansehnlich, jedoch sehr geschickt zur arbeit sind. Die vornehmsten flusse in diesem land sind die Dce, Kcn, Crca, Fleet und Ria». Die besten städte sind Kircowbnght, MM und Whithern, unter welchen die 2 ersten sce- Häfen sind. D>esi Grafschafft hat bisweilen ihre eigene Fürsten gehabt, die aber nicht louv-c.i>ni gewesen. Nachgehends haben einige aus dem HM Douglas den Grafen-titul davon gebühret. Die so genannte Mnll of Galloway ist ein stück landes, welches sich hinaus in die sie ersckcckr, lind von den alten vromonwnum und cmcrN>,>M genennet wurde. Unter selbigen nord - wärts ist die grosse meer - krümme, so vor zeitc» Rorigonsus hieß, anietzo abre Loghrian genennet wird, uird viel insuln und Heringe hat. Gallo» gal Galloway, kat. vuscs oMcs, ist eine Grafschasst in dem westlichen rhcil von Jrrland, in der Provintz Connaughr, so nordwärts an die Grafschasst Mayo, ost-wärts an den fiuß Shannon, ivodurch sie von Roscommon und Kings-Connty abgesondert wird, süd-wärts an Glare, west-wärts aber an die offenbahre see stösset, und eine sehr fruchtbare landschafft ist, beydes an getrayde und Vieh - weyde. Sie hat einen see, der 22 meilen lang und ; oder 4 breit ist. Die Haupt-stadt darinnen ist Galloway, welche die dritte unter den vornehmsten stadten im Königreich Jrrland ist. Sie liegt nahe bey dem fall des secs Cordes, und ist ein sehr netter und vester ort, fast gantz rund gebaut, und mit/temeru mauren umgeben. Sie hat einen Bischöflichen sitz und emen schönen und sichern Hafen, the Bay ofGallway genannt, welcher eine grosse fistle beherbergen kan, und west-wärtö von 5 insuln beschützet wird. Weil diest Grafschasst sehr fruchtbar ist, so pfleget man 'viel guter aus selbiger anderwärts hinzuführen. Zu Cambdeni zeiten hatten es die cinwohner dieser stadt mit ihren schiff- fahrten sehr hoch gebracht, und sich zimlich bereichert- Weil sie sehr weit von Engel- land entfernet, und sehr veste ist, hielt sie sich zu ansang der Wider Carolum I erhobenen rebcllwn gleichsam neutral, und wolle weder die Jrrlander noch Engelländer hinein lassen; allein- Nachdem die ersten von dem grösteii theile der landschafft meister worden , 10 schlug sie sich zu ihnen, und ergab sich dein Grafen von Or- mond, des Königs deputirten. Als an. 1651 Jreton nach einer langwierigen belagening Limmerik eingenommen, so wurde äiso- baid darauf auch diest stadt von eben denstlbigen trouppen, unter Sir Charles Cvot's commsnll», wie auch auf der see-stire von des Parlaments kriegs-schisftn angegriffen, so- daß, weil keine Hoffnung zu einigem entsalze vorhanden war, sie sich endlich ergeben wüste. Bald darauf würde sie mir der pest heimgesuchet - welche in weniger als 8 Monaten bey 1200a einwohnerN hinweg riß. Die Jrrlander hatten diesen platz inne, und behielten ihn vor Jacobnm IIbiß aii. 1691. Uril2i!„i,>. Gallowin / dieses vornehme Rußische Haus hat den gründ seines Iliickcs in Moscau gegen ende des i^cui, unter der regicrung Baftlii Demetriewitz gclcger. Es kam Fürst Stephanus Basilie- witz Chonra aus seinem Vaterland Cafa und Mancüta- zweyen grossen und biß jetzund sehr berühmten siädten rn Taurica , nach Moscau, allwo er nicht nur nach seinen würden und verdienst mir hohen chrenstcllen, auskrägtichen gutem und stattlichen pn vN-g'm begnadiget, sondern auch sein söhn Stephanus in die zahl der Bojaren aufgenommen wurde. Dieser zeugete Joannem genannt Ga- lvwa einen anhcrrn und stiffter der Galowinischen samilie, der nicht minder als sem söhn Joannes und wiederum dessen söhne Petrus und Joannes Thomas die ehren-stelst der Bojaren bekleidet- Sonderlich rhat sich Joannes Thomas, durch seine lügend und rubmwürdige Verrichtungen hervor. Seine söhne Joannes Petrus und Michael hielten sich in dein Tarlarischen kriege, welchen der Groß-Fürst Joannes und sein söhn Czaar Joannes Basilides ge- führet, wohl, und wurden zu derselben zeit die bevden grossen Reiche Astracan und Casan den Tartarn abgenoinnien und dem Rußi- schen Reiche e noerleibet. Die einmahl erworbene ehren-stelleN wurden auf die Galowinischen nachkommen fortgepflantzet, unter denen Petrus I? ichael und Petrns Alerius gewesen. Dieser letztere ist ein vatcr -es zu iinsern zeiten berühmt gewesenen Groß- Cantzlers und Groß-Admirals Theoöori Alexiewitz Galowin gewesen, welcher sonderlich durch die grosse smKsllLciL an dem Kaiserlichen Hofe bekannt,und von Leopolds in des Heil. Nöm- Reichs Graftn-stand erhoben worden. Es hat derselbe den Czaar zu dem heytritt in die aUiantz wieder die Türcken bewogen- Er war der erste Ritter des ordens votr dem heiligen Andrea, welchen der Czaar Petrus aufgerichtet hat,und hatte!» seine Majestät so viel vertrauen in diesen Minister gesetzet, daß sie einigt müht in ihrer abwesenheit die regicrung ihrer lautiern und Reichen durch ihn führen lassen. Gallucio/ ein berühmtes Neapolitanisches geschlecht, welches in diesem Königreich ehemals das schloß Galluccio, Rocca lli Ca- meno, Rocca Moitsina, Caspoli, 8. Maria ci'Oltverö, Tora, Mar- zano und andere platze besessen. Die genealogic wird von Godo- fredo,Herm von Galluccio hergeleitet,welcher seinen Ursprung aus der Lsmbardie gehabt. Sein söhn Hugo, zeugte Rogerium, Herrn von Galluccio, Rocca a< Cameno, Caspoli, tc. welchem Sabba ö-ll'Aqmla, Richardum, Herrn vor, Galluccio, und PetrunrGal- luccio,Herrn uc i'ttospaal in dem pnUpLto oirrs, und Vice-Kü von Terra lli Lavoro unter dem Könige Carola I gebohren- Dieser Petrus heyrathete an-128; Catharrnam, /cng-u ff-Na-ttärr». der an- I2Z9 Vlce Le von Neapolis gewesen, tochter, so ihm z söhne gebohren. Des ältesten,Ludovici,pösterität, ist an. izor ausgestor- ben, und hat eine tochter die Baronie Galluccio an ein ander Haus gebracht. Ein anderer söhn des besagten Petri war Alphonsus von Galluccio,Herr ll- tHospital, welchem König Carolus II von Nea- voiis an. i;o8 das recht ertheilet, jährlich in seiner Herrschafft Hospital 8 tage einen jahrmarckt zu halten. Dieses Alphonsi söhn, Frideticiis von Galluccio,Grafen von Hospital,hak Mariam, eines Printzen von Tarento, (der Philippi, tirnis^Kaystrs von Constan- tinopci löhn, und Königs Caroli II von Neapolis enckel gewesen,) tochter zur ehe gehabt, welches Jacobus äel'Hospital, Graf von Cbvisi), in seinem buche, -komtzeLux llcs perlonncs -Nullres p. ;->2 bewiesen. Diesem Friderico werden 2 söhne zugeschrieben, Frideri- cus und Johannes. Der erste hat keine kinder nachgelassen; der andere, Johannes 6- «'Hospital, hat einen söhn gehabt, der gleichfalls Johannes geheiffen, und sich an. 1; ;o in Hranckreich gewendet , auch den namen ll- t'Hosprtal bis diese stunde glücklich fortge- pffantzet hat. Er war Herz von cwcwv ->ux , des Königs Jo- gal 4Z7 hannis Rath und Cammer-Heryward auch an. 1; z 6 von selbigem zum Großmeister der armbrust-schützen gemacht. Er heyrathete an. r z64 Johannam Vraque, D-moN-iix von Choisy, Nicolen, Herrn von ci-Lnllon wr io»iß (der Königs Caroli V Rath, Hof» meister und General der finantzen gewesen, endlich aber als llweur in Engelland gestorben) und Johanna äc Tremblay, V-- maii-llL von Choisy tvchler, die ihm bemcldte Herrschafft zugebracht. Die famille derer a- 1 'Hospital wird ünten vorkommen. lleli' overo integiiL c!e> noiM Lc tLniigliv Usl rcgno lli kgLpoii; k>i/k.1704 p. .'04. 6GI>CO8> wird vor einen jüWing ausgegeben,tcn keiar- sthx werth gehalten, und allezeit mit sich genommen," wenn er der vcn-ri eine heimliche Mke gegeben, damit eb unterdessen; da sie ihre liebes- händel mit einander trieben,auf der schildwäche stehen, und verhindern möchte,daß sie nicht jemand,und besonders die sonne darinnen verstörte, und vhnversehens überfiel. Allein da Gallüs einsmalä über seinem wachen eingeschlaffen, kam dit sonne ohnversehens, entdeckte ihb geheimniß, und that solches dem vwcL-.o fund, weicher sie darauf alle beyde nackend in ein künstlich netz zustimmen verstrickte, und den andern Göttern zum gelächter barsteüete. Dieses verdroß den dergestalt; daß eL älsofort seinen jüNgling in einen Hahn verwandelte, welcher hernack allereit ,w>- v--,- a-nn-.' .- Ivuettiiiig ver lonne und die sympathie zwischen diesem Planeten Und dem Hahne; Wiewohl andere haben wol- lechdaß dadurch angezeiget werde, welcher gestalt furcht und eifer- siicht allezeit böse thaten begleiten, wie auch, daß es gefährlich sey, dergleichen geheimnisse jemanden zu vertrauen - wenn es auch die besteir leute in der welt wären, oüM r Zs srre. U««ü!! taxchvb. I. r. Gallus / ein stuß in Phrygien, weicher aus den deHen cel«m- entipringct, und sich in den siuß Sänger ergeust. Das Wasser dieses siusses soll die tugend haben, daß es, wo es mässig getruncken wird, das gehirn reiniget, wo man aber dessen allzuviel zu sich nimmt, den menschen rasend machest Gällus/ (cc. vibius ttreboliisnüs) ein Mystr, gebürtig aus der insul Meninp, heut zu tag Gerbes, wäre erstlich Gouverneur in Mostest unter Decio ; verursachte aber hinterlistiger weist dessen niederlag und tod, da er ihme ini krieg wider die Gothen biethe, solche durch einen psul anzligreiffen, Mit Versicherung, daß Man ohne mühe durchkommen könte, und det feind leicht zu schlagen wäre. Wie nun hiedey Decius umkäme; liesse sich Gaüus von seinen unterhabenden trouppen,welche er mit fleiß gesparel,;um Kayser aus- ruffen, wurde auch Neben seinem söhn Volstsianö an. rz t von dem Rath bestätiget- Er nrachke darauf Mit dem feind einen schimpflichen frieden, ließ ihne mit aller beut nacher hauß ziehen, und versprach ihnen noch einen jährlichen tribust Doch kamen sie bald von neuem wieder, verwüsteten gantz Thracien und Griechenland, und setzten endlich gar in Asien über; worzu dann Noch eine Hess» tige pestilentz käme - welche fast aller orten im Römischen reich viel volcks hinraffte- Sonst wurden auch die Christen unter dieser re, gierung sehr verfolgest Als Mmilianus in Mosten sich aufwarff, und Gallns neben seinem söhn Volusiano wider ihn zogen, wurden sie, da sie kaum2 jähr regirthatten, um das jähr r;4 bey Lernt oder Jnteramna in Italien von den ihrigen stlbst umgebracht- l. 9 c. 6« Lsisr- I. r. 20»«^ c. i. * Gällus/ ein söhn Cönstäntii,eines brüders Cönstantini LI. und des Julmni LpoitarL bruder. Obgleich ihne die »illorici immer Gallum nennen, so heisset er doch aufden müntzen nie änderst, als Flavius Claudius Constantius- Er wurde mit grosser sorgfalt erzogen,vornehmlich aber in der heil. schriffr wohl unterrichtet, nahm auch nebst seinem bruder den geistlichen stand an, und vertrat die stelle eines i-eÄoris m den Versammlungen der Christen, war aber von gantz änderet humot als derjclbige. Es wird erzehlet, daß, als sie zusammen vorgenommen hatten, aufgemeine kosten dem Märtyrer MamMas zu ehren eine Arche zll erbauen, des Galli theil gar bald fertig worden - das andere aber niemals zugenommen. Der Kayser CoNstantius machte ihn an. zzi bey schlechten, zustande des Reichs zum c-e!Lre,und gab ihm seine schwestcstConstantinam, Anniballiani Wittwe- zur gemühlin. Bey antritt seiner regicrung bezeügte er seinen eyfer, indem er das or-culum ^poiiinis, so in der Vorstadt von Antiochien, Daphne genannt,befindlich war, aufhiib, und damiter solches desto leichter zu stände richten könte, die geber- Ne des Märtyrers Babylas dahin bringen ließ. Er verbrandte der Jüden stadte, die rebellirt hatten, soll auch noch sonst in Orient zim- liche ehre eingelegt haben-wie wenigstens einige Christliche scriben- ten,sö ihme wegen dem für dikReligion bezeugten eyfer sehr günstig sind, erzehlen; andere aber machen die fach sehr gering, und melden vielmehr- daß diestr Gallüs sonderlich zu Antiochien in Syrien,wo er sich am meisten aufgehalten, grosse grausamkeiten, auch gegen wohlverdiente männer,verübt, und also dem Constantto mehr als zu viel ursach gegeben habe, ihne zu entsetzen und zu todten. Die erstere aber wollen, Constantius wäre über das allzugrosse ansehen Galli jaioux worden. Sein tod erfolgte in dem 4ten jähr nach seiner Wahl an. z;4 zu Pola, einer stadt in Jstrien, oder zu Flanno, wie Jdacills will- I. I. I. z. I. 24. srst. r in ssalisn. in cliron. * Galluo/sCarolus) gebohren zu Arnheim in Geldern an. GG, ward Prediger zu Deventer in dem Hertzogthum Geve, und fol- Jii ; Mds 488 gal gam gends au. 1587 pkvkeüor tk-oiogis.' zu Leyden, allwo er an. 1616 gestorben. Er hat einen Lateinischen commsntsrium über die ossen- bahrung, und ein Teutsches buch wider die Anabaptisten geschrieben. k-Ä. Gallus / (Jacobus) ein Rechts-gelehrter, war aus einer edlen familie zu Neapolis entsprossen,und da er sich den rühm der gelehr- samkeit und frommkeit erworben hatte, brauchte man ihn einige jähre zum lehren. Nachgehends zog ihn die Republic Venedig nach Padua, allwo er 16 ,ahr?r»k.-iioc gewesen, und im maio an. 1618 seines alters 66 jähr, gestorben. Er hinterließ unterschiedene wercke, davon sein söhn Alexander Gallus einen theil aus licht gegeben. Derselbe warben ; april an. i57y gebohren, und studirte das jus civile und csnonicum. Da er in Franckreich und Italien reisete, hielt er sich eine zeitlang am Römischen Hofe auf, und gieng nachgehends nach Neapoli, daselbst ein theil von seines Vaters buchen! drucken zu lassen. An. i6zr ward er Bischofs zu Massa, und starb an. 164;. 7/,0,,-2/H, eloZ. p. >. Gallus/(Nicolaus) ward zu Köchen einem städtgen in Sachsen an. 1516 gcbohrcn, stndirte unler anführung Melanchthonis, und predigte nachgehends zu Manßfeld und anderswo. LonLer- lich ward er an. 1^42, als die stadch Rcgcnjvurg das Evangelium angenommeu, und Prediger aus Yachsen begehrte , von Luthers neben dem Hieronnmo Nopo dahin geschickt, und verharrele allda, biß man nach dem unglücklichen ausgang des Schmalkaldischen kricgs denen Protestirenden aller orten das imcnm aufdringen wolle. Er käme also wieder nach Wittenbcrg, und weil er da sahe, daß Melanchthon nicht alle articul des unsUms gleicher Massen verdammte, schlüge er sich alsobald zu Flacio Illyrico; und also machten von diesem an sie beyde ihrem frommen alten p^-ccpror, bis an stin ende viel Verdruß und quäl. («LieheMelanchthon.) Gallus käme nach etwas zeit gen Magdcdurg, verharrest allda währender belagerung dieser stadt, und halste an den berühmten ccimrüs mit arbeiten. Mau berieffihll nackigehends wieder nach Regenspurg; er ist auch um das jähr i;;8 Prediger in Ltenermarck gewesen, und hat die Evangelische kirchen so wobl in dieser provintz als anderswo in denen erblonden einrichten belffcn. Er hat aliliierckungen über die cpistcl Pauli an die Galater, predigten, rc. geschrieben. lull. I.ckron. biki. vit. ^Iclsnckr. kill, Vlt. rlicvl. * Gallus/siehe Asinius Gallus/und Gestius. Gallus/ (?oc^) siehe Cornelius Gallus. Gallutius/ (Angclus) gebürtig von Maccrata in Italien,trat an. >6oü ln die Societät Jesu,und war seiner verse und beredtiam- kcit wegen sehr beliebt , wie er denn die rhcloric zu Rom 24 jähr lang gelehrt hat. Er war über 8° jähr alt, als er den r8 fcbr. an. 1674 starb, und hat eine Historie von dem Niedcrlandi,chc>i kriege von an. 1 bis zum stillstände an. 1609, wie auch einige 0-^,0- nes geschrieben. Gallutius / (Johannes Paulus) ein gelehrter Italiänischer in dem lOstculo, hat ein besonderes instrument erfunden , die himmlischen pki-nomc»» desto besser zu obstrviren, auch verschiedene astronomische und medicinische schrifften hinterlassen. Er ist einer von den /rcLseinicis Vcieris gewesen. Gallutius / (Tarquinius) war an. gebohrcn, und trat an. 1 >yc> zu Rom in die Societät Jesu. Nachdem er daselbst die rhetoric in die 10 jähr, und die moral 4 >ahr gelehrt, starb er allda in dein Griechischen collcgio, wovon er -8 jähr DK-Lor gewesen. Seine schrifften sind lelch-lcrmo»c, und andere reden, 2 v»i v,,i- - lcg'o der Spanier das j>,s c>vHc und cLiinniciim , und wurde nachmals Portugiesischer Rath. Man hat von ihm äcciiwncs «up,cmj ienscus; rrLÜäkuni gll sscrLiiicnrir pr«lls»äis ukilnoiuppk- gam cio äamnaeiz sc äs tellamentls, snaromis, öc corum fepullurs x«- Gama/ (Vasco) ein berühmter Portugiesischer sec-.^->p!tlln der zu allererst Qst-^ndlen entdecket hat. siehe Emanuel/ Könia in Portugall. 0/o--r-L! äs reb. gell. Lmsn. I. I p. >6,rrLI. 2P. z. -x. killor. Inäic. I. l p. 29- 4,. Av. ' Gamachäus/ (Philippus) ein berühmter voskor der Tor- bonneund mo 5 . rl>eoloZ,L aufderacademie zu Paris/war an.i<«6 gebohren/ und starb den 21 jul. an. 162z. Er ließ sich sehr angelegen seyn/ dre rechte der Französischen Arche und seiner facultät zu behaupten/cdlrkeauch verschiedene schrifften / worunter s-m c»mmenr.->r>us über den äs ^(^uino, genannt lummLl'IiS!!, loZicL, hoch gehalten wird. Gamallel/ ein berühmter lehrer der Jüden/ war aus der schule des Htkels / und soll ein söhn Simevnis des ersten und en- ckelHtllels des altern gewesen seyn. Der secte nach war er ein Na- rffaer/ dem stände nach ein schrifftgelehrtcr/ im übrigen aber in grossem ansehen bey den Juden. Unter seinen jüngern war der Apostel Paulus gewesen/ ehe er bekehrt worden. Als die Jüden wider die Apostel wegen ausbrcitnng der Christlichen lehre sehr erbittert waren/ suchte er ihre gemüther zn besanfftiqen / und gab thuen den rath man wlle die Apostel gehen lassen/ denn wäredas werck aus den menichen / so würde es ohnedem untergehen / wäre es aber von Gott / so wurden sie es doch nicht hindern können/ welches auch von den andern damals apprvbirt wurde. Es haben hierauf einige Messen wollen / daß Gamaliel den Christen nicht unqeneigr gewesen / und andere fügen hinzu / daß er nachgehends sich wnrcklich zu der Christlichen rcligion bekehret habe. Gleichwie aber das letztere ohne genügsamen gründ behauptet wird/ also ist das erstere gleichfalls noch ungewiß / indem dieser rath Gamaliels mehr aus einer politischen klugheik als liebe zu den Christen km hergcstossen seyn, 5, ;4 tcc^. Komi!. 19 p.ikr. coä,cc 171. LMonr«« in snnzl. sä rn. Z4 »um. 82. mcrnoirez pouc i'crvir 2 I'killoire eccleliz»i.;ue c, 2P.'. in .wbrevigk. p. ^8,17z, 174. in komonvmo!copi?.p. rol. 20!, scl Ki». pkn. Lbr. p. 87. siehe von ihme bey Dnkelos. Gamaliel/ war ein Patriarch der Jüden/ um das jähr 41; unter dem Kayser Lheodosio II. Hieronymus handelt in einenr bricje an Pammachnm von seiner guten art dieschrisst zu eM, reu. Nicht weniger geschiehet dessen in u -r. coä. Heg. a- ^u^is Meldung. Gamanodurum / soll nach einiger meynunq Lamerdinus seyn/ welches eine kleine stadt ist/ im Dißthum Saltzburg gelegen / nahe bey dem Ursprünge des fluffes Ens/ an den Oestemi- chischen grantzen. Andere hingegen halten es vor Judenbnrg/ so eine stadt in Ober-Steyermarck ist/ an dem siuffe Mucr.LM,»«-^. .Gambacorta/ (Gerhardus) ein Spanischer General / gebürtig von Neapolis / aus einem vornehmen geschlecht/ welches vor alters dic Herrschafft von Pisa und von einigen orten in dc»k Florentinischcn gehabt / auch schon vorher einen gewissen Gerhar- duin Gambacorta hervor gebracht / der sich wider MilippM Maria Visconti von Mayland sehr tapffer gehalten. Dieser/von dem wir hier reden/ gieng nach zurückgelegten 1UMN5 in den krieg/ welcher in der Lombardie geführt ward / erlegte unter andern bey Casal mit eigner Hand 2 feindliche Officicrs / gieng hernach unter dem Hcrtzogc von Fcria nach Leutschland / entsetzte mit der n»räc die stadt Costnitz / und hielt sich nachgehends in dem treffen den Nördlingc» / da er die Neapolitanische reineren anführte/ ungemein wohl / bekam aber dabey 2 sehr gefährliche wunde». Nachgebcnds that er eine reise in Spanien/ von bannen ihn der König/ nach unterschiedenen gnaden-bezengungen/ in dieLM» bardic schickte. Daselbst hielt er den Frantzösischen Marschall von Crequn ab /, Valencia einzunehmen / schlug bey Scrano einen theil von dcycn trouppen/ entsetzte Rottosreno/ und richtete esso ein / daß er Meister in dem selbe blieb. Endlich da er an. iSzüint jun. sich den Loriiavento an dem flnß Lccino in eine aelion einließ/ woben alle beyde theile sich den Vortheil zuschrieben / ward er mit 2 kugeln erschossen. 7 >o clog. Ui c^pikLni iNulln p. l'.-!/- k!». zu Palermo/ im 61 jähre seines alters. Unter seinen schrifften sind m- Iicmlich bekandt / äs immunu^s -cclcliLrum Ilk. 8. ciclcrip'. Icc. >6- Gambara / (Hubertns) ein Cardinal/ gebürtig von Drescia. Sein valer Johannes Franciseus/ GrafvonPratalbnino/ hakte an. -509 nach der schlacht bey der Vcnekiamr par- thcy verlassen / nnd sich mit den Frantzosen vereiniget/ umb senl vatierland zu retten/ welches ihm bey dem Rathe zu Venedig M vcrdrnß machte; doch der Pabst Leo X/ welcher allezeit sein besonderer freund gewesen / schrieb für ihn an die Venctianer/nach» dein ihm die stadt Drcseia überlassen worden ; zugleich verlangte er den jungen Hubert Gambara bey sich zu haben/ welchen er auch mit einigen bcdiemingcn an seinem Hofe versähe / und hcmach als m Portugal sendete. Clemens VII schickte ihn an» 1527 in Enqclland / um daselbst wider den Kayser Carolmn V/ welcher den Pabst damals gefangen hielt / eine alliantz zuwege zu bringen/ und gab ihm hernach das Bißthmn Torma / wie auch gam die »g-mo» von Monomen. Paulus III machte ihn an.irzy mm Cardinal Und Legaten von Parma und Piacenza / da er den char- liefern / welche von diesen landem einen posseß nahmen / favori- sirte/ Und endlich zu Norm den 14 sebr. ami;49 starb. Sein leichnam wurde näch Brescia gebracht/ allwo man sein grabmahl und ep-rspliium in der kirche üeNs Qi-Zr-t- genannt/ siehet. Er war ein grosser hakte ein unvergleichliches gedächte niß / Und liebte die gelehrten- 1^1,4. unt.8 L w. Kilt.i. !2 öc 14 spick. 24. Nickor. i, r;. u^/-cü«ü Ik^Iir I'scnL. ^ttLe-^Llrclin. Gambara/ (Johann Franciftus) ein Cardinal und Bischofs zu Vimdo / war zu Lrescl-a an. 15;; den -7 jan. gebühren. Er warein sohn BrUnonis ti/ Grafen von Pratalbuino/ welcher dem Hause Oesterreich merMchedienste geleistet/ und einveuer des vorqedachien Hubertt Gambara. Seine mutker war Virgsi nick Palavicini. Seines vaiers bruver ließ ihn zu Perugia und zu Padna erziehen/ und schickte ihn nachmals an Kaysers Carolr V Hof. Von dar kam er nach .siom/ allwo er unter Julio 111 und Pio I V verschiedene bedkennngeN verwaltete/ auch von diesem letztem im fedr. an. 1561 den Cardinals-Hut bekam. Pius V gab ihm dcksBißthum Dtterbo/ allwo er j-ch ordentlich anffhielt/ und ein schönes lnst-hanß Dagnaja genannt/ üuifrihrke. Er verehrte nachmals solches lciner kirche zu Viterbo / worzu er auch verschiedenes sttfftete/ und die er mit grossem steige repariern ließ. Endlich starb er zu Rom den; may an. 1; 87/seines altere im ;4 jähre. ckclle nobiii ci IrL,. ,r> coiicin. Gambara/ (Laurentius) einer der besten lateinischen Poeten des 16 sccnli/ war von Brescia gebürtig- Er hielt sich lange zeit zu Rom bey dem Cardinal Aierandro Farnesio aus/und publicirte daselbst einige, welche Giraldus/ Manutius nnd Thua- uns Überaus loben/ dahingegen Muretus gar übel davon ratsom uirci. Man will versichern / es habe Gambara ein wenig zu frey und zu hitzig geschrieben. Als er nachmals Priester wurde / warst er selbiae im Anzeucht vieler leure ins seuer / ob gleich manche selbige zu sehen grosses verlangen trugen. Nach der zeit hat er bessere gemacht/ worunter sonderlich das ,c>e!naUs ,,»v, <>rv,z,nve,!r>c-„e gelobet wird/ wiewol noch zu zweifeln/ ob es würKch ewret ist. Insonderheit hat er cm werck verfertigt/ wie man die pocsie vollkommen machen könne/ worinncn er vor die Poeten unanständig hält/ soviel heydnlsche fabeln mit unter zu mischen- Er starb endlich zu Rom im 90 jähre seines altcrs an. r z86. »c po-ms Msl. z. !. 4 ep. 28 üc 4Ü. I. ijq. p. 76. Lnck- Usilltt cvmsr p. 9^ 77,i»F?rr elvß. tom. 2.9. 44. L^/e. Gambara/ (Vcronica) Frau von Corregio. Sie War des Grasen Jobannis Francisei Gambara wchler/ und des Cardmals Huberistchwestcr/ anGilbertum/ Herrn von Correggio/ vermählet/ aus welcher ehe Hreromimiisck-rulncnL a- Q<.n-Wlv entsprossen. Sie wurde wegen ihrer poestezu Correggio so hochgehalten/ als Victoria zu Rom / war auch von grosser lugend und rvis- scnschafft. Sie crcellirre in briescn und versen / wovon eimge zusammen gedruckt sind. -ie Lo/te Us> r.'2,«cL ul. Gambararo/ lät. ein schöner fleckest indem Pa- duanischengebiete / an den grünsten des Hertzoglhums Venedig/ bey dem stich Drenta. Einige haben davor schallen/ dahin gantz Italien kein flecken so starck/ als dieser/ bewohnt sey. r» t. p. ;;8. Gambaruti/ (Nikolaus) em Jtaliäner/ war aus Linek vornehmen samilic in der stadt Alessandna gcdohrcn / und legte sich hanpcsachlich nebst der iur.sp/ ucis,!2 aus die Moi-g? eie^aoriorcs. Der König Ludovicus Xll ernennte ihn zu seinem Nach in Mayland/ worauser an. i zc>r den 8 iul. starb. Er hat reruünl op«rs aus IlLt gcstcllet. Gambaruti (Tiberins) war aus vvrhergedachter familie/ein sohn Adnani. Jndemjur. civNi uud csnoni.ü, inglcichen ltt der xo>iu. und llum35>loribus hatte er es weit gebracht/ und diente den Cardinälen Z-miqusnro und a arcci, zu Rom als 8-crcc2nus. Nachdem er daselbst; 2 jähr zugebracht/ gicng er wieder Nach Alessan- dria/ und gab einige schuhten herauß/ worunter sonderlich nebst einigen tragödien und reden / seine mckori, Zu°^ ,0 dre belagerten ausgestanden, daß sie sich endlich den 14 jan. an. U89 mit accord ergeben musten. üur. Irb. 9z» 94'. 6 s j-räncc rom. z ^ 726, -4z. Güttachr/ (Francissavon Roha», Fraü von) warRenatr von Rohan, des ersten dieses namens, und Jsabellä von Aibret tochter. Der Hcrtzoq von Nemours hatte ibr die ehe versprochen, auch ,0 vertraut mit ihr gelebt, daß sie von ihm schwanger wurde; als man ihn nütt anhielt, sem Wort zll halten, trieb er noch seinen spott darüber, 00 er gleich wohl sahe, daß der König Antonius von Navarra, als erster Printz vom gcblüt - und dieser Francisca nächster unverwandter, macht Und anjehen genug hätte, ihn zu zwinge». Das ichiimmste aber war, daß der König von Nüvarm bald darauf an seiner in der belägerung Rvuan empfangenen wunden starb. Ob nun gleich bey ansang der damaligen troublei, silbiger Hertzog alls Franckrcich entwichen war, weil es heraus gekommen, daß er den Hertzog von Anjoli, Königs Caroli IX bruder, entsnhreii wollen, wurde er doch bald wieder zurück beruffen, und hernach wider die Protestanten nützlich gebraucht. Dieses und des Königs von Navarra tod bewogen ihn, bey dem Padst zu suchen- daß er von der von Ganachc möchte loßgesprvchen werden. Er erhielt es allch, und zwar bloß darum, weil sich selbige zu den Protestanten gewandt hatte, da sie denn geschehen lassen meiste, daß sich der Hertzog von Nemours Mit der witlwr des Hertzogs von Gmse vermahlte. Dieses emtzige blieb ihr übrig, daß Ihr söhn kriocc lic- Genevvls - sie aber ivl^Uzme c!e i<> Ganache oder vuciiells Ne Loudimois genannt wurde. rom. I!. 4 c. 6 x» 294 s, ro,r» I. l <-. p. bd. p-rr-ÜM hittoire lle lll I. 5 Pz. r8. * Ganderoheim / eine Braunschweig-Wolffenbüttelisthe stadt und ame, nebst einem so genannten Kaystrlichen freyen weltlichen Reichs - Stifft, L meilen von Einbeck und h von Braunschweig gelegen, bar den Namen von dem Gand - fluß, welcher nicht weit von der statt in die Leine fallt» Die gcgend selbst hieß unter den alten Dachsen Gandesemigou; wiewohl auch das gedachte Wasser Ettcherna und die gegcnd FlencchigoN geheiffcn., Den ersten anlaß zu diese,» Stissk gab in der Mitte des 9 stcult Hertzog Ludolphus zu Sachsen, indem er aii dem 0rt - wo jetzt das klvffer BruNshau- sen liegt - eine halbe stunde von GaNVersheim ein Stifft für stan- des - frauenzunmer angelegt, und mit den cörpern der beyden ca- nviiisirten Pabste, Jnnocentii Nnd Änastasii, als künfftiger Stiffts- parrouen, versehen. Doch wenige iahte darauf, ncmlich an. 8?6, als das gevaude zu BrunshauscN zu enge werden wolte, legte Hertzog Lnvolphus ein neues zll GaNveksheiin an, und überließ Brunshanstn anderen Nonnen Benedittiner-ordens, welches doch von Gandersheim dependirt, und noch an. 1694 von der dasigett Aeottkin HenrietteChristin», Hertzoqin z»Braunschweig, repa- rirt- und mit einer »omm- und 4 Liitherischen Nonnen besitzt, der Superinkeudens zu GreNa aber zum Probst darüber bestellt worden. Hertzog Ludolphus hat also, wie gedacht, das Stifft zü Gandersheim j da vorher nichts als eine capelle Und viel gebusch gestanden, angelegt, und reichlich dötirt, welches nachgehends besser ausgebaut worden. Ja, die stadt selbst ist bey solcher aele- aenheit entstanden, welche von einigen vor die älteste und äusserste stadt in nieder - Sachsen diffeits der Wesir gehalten wird. Das Stifft ist an. 97;, io 87 ,1172 und.V«us vorgenommen worden. Ja selbst die stadt Gan- dershcim ist von dem Stifft ehedessen zu lehen gegangen. Leuckfeld macht auch 15 kirchen und capellen namhafft, so dem Stifft lehn- bar, und 11 kirchen, worüber er das ju- psrronLms hat. Das Hospital zu Gandersheim stehet auch unter dem Stifft» Das Bar- füsser-kioster zu Gandersheim ist an. 1571 zu einem pL6^»gio von Hertzog Heinrich Iulio gemacht, und die daran gelegene Wil- hclms-burg zum -usirorio gcwiedmet, nach Verlaufs 4 jähren aber das werck nach Helmstädt verlegt, und in eine Universität verwandelt worden. Das Barfüsser - kloster wurde darauf dem Stifft wieder auf gewisse bedingungen abgetretlen; das Marien-kloster aber, so gleichfalls zur Gandersheimischen Abtey seit an. 940 gehöret , ist bey der religions-änderung eingezogen, und zu Unterhaltung des pa:llzgoxii zu Gandersheim nachgehends der Universität zu Helmstädt angewendet worden. Das kloster Ciuß, so im 12 seculo gcstifftet worden, und ebenfalls nach Gandersheim gehöret, ^ ---. .. . den, > stand . kommt in diesem Stifft durch canc-llwn König Ludwigs und der ; Ononum den Capitularen zu, welches sie auch beständig excrcirt, doch so, daß die Kayserlichc co» 6 rMLrion und belehnung darzu kommen muß. Die erste Aebtißin war Kathumoda, welche unrecht vvtt allde- deren Amadea und Habundis genennet wird, des Stiffters Her- tzogs Ludolphi andere tochter, welcher ihre schwester 2 Gernbergis gefolget, und dieser an. 896 die dritte schwester ; Christian«. 4 Roßwitha, Hertzog Ottonis N. tochter, und also des Stiffters cuckelin. t Lulbgardis, die an. 9-4 gestorben, war Kayscrs Henri« An- cupissthweseer. 6 Windelgardis, unbekannten doch hohen geschlechts, starb an. 959. 7 Gerbcrgis II, Hertzog Heinrichs in Bayern tochter, Kay- sers Henri« Aucupis enckelm, die lehrmeistcrin und Patronin der berühmten Canonißin Roswitha, von der ein besonderer articul handelt. 8 Sophia, Kaysers Ottonis III schwester, (Kayser Heinrich II vennet sie auch wegen der nahen freundschaffl seine schwester) hat jähr voller unruhe regiert, welche bey gclcgenheit des abgedachten priv,entstanden, daß die Stiffts-pcrsonen freyheit haben solttn, sich einkleiden und cinweyhen zu lassen, von wem sie wollen« Ihr folgte an. io;8 ihre schwester 9 Adclhcidiö I, die an. 1044 verstorben. 10 Beatrix, Kaysers Conradi II tochter, Henrici M schwester, starb an. 10;;. 11 Adelheids II, der vorhergehenden schwester, starb an.1087. 12 Fredeluntha,hohen doch unbekannten gcschlechts,st.an.iio4. 1; Agneta l, Kaysers Henrici IV schwester-tochter, muß in ihrem kindlichen alter Mutter-stelle bey dem Stiffts-fraucnzimmer vertretten haben, starb an. 111 z. 14 Adelheids III, Kaysers Henrici IV tochter, starb an. 112;. 1; Bertha, welche an. n zo gestorben, und 16 Lutgardis II, sind unbekannten geschlechts. 17 Adelheidis IV, Friderici II, Pfaltzgraftn zu Sachstn tochter, war auch Aebtißin zu Quedlinburg, starb an. 1185 oder 90. 18 Adelheidis V, eine Landgräfin von Hessen, kam bey Kayser Friderico I in einige Ungnade, weil sie Heinrich den Löwen aufs neue mit etlichen von ihrem Stifft gehabten lchn-stücken belehnet, und ihm die --lvocann über ihr Stifft aufgetragen,starb aii.119;« 19 Mathildis I, Gräfin von Wellenberge, starb an. 122;. 20 Bertha II, eine Heßische Gräfin von Nienborg, hat Hertzog Ottoni dem kind zu Braunschweig cimge lehn-stücke conserirt, dagegen er sich verpflichtet, dem Stillt und dessen Aeblißinnen treulich bcyzustchen. Sie starb an. 12z i. 21 Margaretha, ekle von Wessen, starb an. 1 zog. 22 Mcchthildis, eine Gräfin von Woldcnbcrge, (nicht eineHer- tzogin von Braunschwcig) starb an. iz is. 2, Sophia, eine Breiunschwcigische Hertzogin, starb an.i zzr. 24 Judith, gebohrne Gräfin von Schwalenberg, eine wittwe, hat sich zuerst eine weltliche Aebtißin nennen lassen, und ihr weltlich gemütb nicht nur durch weltliche klcidung, sondern auch unruhige aufführung an tag gelegt. Nach ihrem an. izz? erfolgten tod wurde der schluß gemacht, keine wittwe mehr in das Stifft aufzunehmen, so aber mit der 29 Aebtißin gebrochen worden. 21 Emergardis, eine Gräfin von Spiegelderg, starb an. i;;9. 26 Lulbgardis, Gräfin von Ebcrstein, starb an. 140°. 27 Sophia III, Hertzog Erichs von Braunschweig-Gruben, Hagen tochter, starb an. >412. 28 Agncta II, der vorhergehenden schwester, starb an. igzy. 29 Elisabeth, die dritte schwester, eine Pommcrische wittwe, die es aber nicht viel besser als die vorige gemacht, und mit ihrem exempel andere verführt, starb an. 14z 4. zo Sophia IV,HcrtzogAlbrechtszuBraunfchwcig-Grlibenhagen tochter, hatte viel Verdruß von »hrcr zugleich crwchlten gcgen-Aeb- tißin Walourgis von Spiegelderg, über welchen papettkrteg zu Gandersheim / wie es der gemeine mann nenncte, das Stifft sebrzu knrtzkam. Sophia viÄonsirte endlich an. 1468, und starb an. 1485. Von den meisten wird, odschon fälschlich, angeführt die zugedachte gan ; i Wälpurgis, die seit an. 1468 Aebtißin zu WunstorfameSest z2 Agneta III, Fürst Georglzu Anhalt tochter, hatdmSM von der bißherigen zerruttung wieder aufgeholffen. Sie iiard an. 1504. z z Gertrudis, Gräfin zu Reinstein, welche von einer üeaen. Aebtißin Carharina, Gräfin von Hohnstein, viel Verdruß ausae- standen, und sich dessentwegen an. 15 ;o zur Lo^jmricw geben iK ;4 Mariam, Hertzog Heinrichs des jüngern zu Braunschweia tochter, welche an. izzi durch der vorigen tod völlig Aebtißm ward, und an. 1;; 9 starb. °' z 5 Clara, der vorhergehenden schwester, resignirte die Abte« an das capitul an. 154-, und vermählte sich an Hertzog PWvv rn Braunschweig-Grubenhagen. ^ ^ ;6 Magdalena, aus dem Böhmischen geschlecht derer von Numeri oder Columnen, war vorher Aebtißin zu Wunstorf. Zu ihrer zeit hat Hertzog Julius die religions-änderung in der stadt Ban- dersheini vorgenommen, und auch, ihres und des capituis widerstreben ungeachtet, den Lutherischen goctesdienst unten in der Stiffts-kirche eingeführet, obschon das capitul den chor noch innen hatte. Sie starb an. 1577« ;7 Margarethall, der vorhergehenden schwester, ward von dem Capitul erwehlt, aber an dem besitz durch Hertzog Juliumvoi, Braunschweig gehindert, als welcher vorher von dem Kayser msriL! j-rcce- für seine Printzeßin Elisabeth heraus gebracht hatte. Diese begab sich zwar an. i; 82 ihres rechtes, und vermählte sich an Graf Adolphen von Schauenburg; es wurde aber dennoch die Abtey an eine andere Margaretha von Warberge, ohngeachtet der prurclt-rwn des Capituis, durch Fürstliche Commissarien übergeben , diese aber wurde wegen ihres recht schändlichen und unzüchtigen lebens, auf Hertzog!, chen befiehl, nach dein schloß Stauffen- berg in vcrhasst gebracht, wo sie folgendes jähr gestorben. Worauf endlich Margaretha von Clumen an. 1488 zum besitz der Abtey ge. hinget, welche sie aber gleich an. i >>89 mit dem leben verlassen imi- ste. Sie ist die letzte Catholische Aebtißin gewesen. ;8 Anna Erica, Gräfin von Waldeck, hat, wie oben gedacht, nach dem brand an. 159; die Abtey wieder aus ihren Mitteln bauen lasse». Sie starb an. i6n. ;9 Dorothea Augusta, Hertzogs Julii zu Braunschweig tochter, starb an. 162z. 40 Catharina Elisabeth, Gräfin von Oldenburg,starb an. 1649« 41 Maria, Gräfin von Solms, starb an. 166;. 42 Dorothea Hcdwig, Hertzogin von Holstein-Norburg, r-ll§- nirte an. 1678, ward Catholisch, und vermählte sich mit einem Grafen von Rantzau. 4; Christiane, Sophia, Hertzogs Rudolphi Augusti zu Braunschweig tochter, --«Knicke an. 1681, und vermählte sich an Hertzog August Wilhelm zu Wolffenbüttel. 44 Christ,ana, Hertzogin von Mecklenburg-Schwerin, starb an. 169z den zo jun. 4; Henriette Christiana, Hertzog Anton Ulrichs zu Braun- schweig tochter, welche an. 1712 diese würde niedergelegt und sich zu der Calyolischen religion gewendet hat; worauf 4ü Elisabeth« Erncnina Antonia, Printzeßin von Sachsen-Meinungen, geb- den; dec. an. isgi, istden2dec. an. 171; erwehlt worden. Nächst der Aebtißin war in diesem Stifft sonst auch eine Probst«, , welche würde aber nach der religions-änderung abgegangen, eine Decauißm aber ist auch nach der zeit geblieben.DcrCanonißin- neu waren sonst«, wol 24, welche aber bis auf; herunter gekommen. Der L-nonicorum bey diesem Stifft, die schon von üoo jähren her Wechsels weise mit deu Canonißinnen, doch auf besondern chö- ren, die singen inüffen, waren sonstcn insgemein ir, seit an. i66s aber sind nur 4 leii 4 >rende; die übrigen müssen sich mit etwas wenigem begnügen lassen. Die --jvocamr oder schutz-gercchtig- kcit. i«es Stiffts war hauptsächlich zwar bey den Kaysern und den alten Hertzog«, zu Sachsen, doch wurden auch im 12 i-c„>o die alten Grafen zu Winzcnburg, ingleichen die zu Sommerschcnburg, und die zuWoldendurg von demStissl dazu nach gutbcßndcn gleichsam zu Unter-Vögten crwehlck. Die Aeblißin Adelheidis aber nahm den aus dem cx,>,o zurück gekommenen Hcnricum Leonen, zu einem beständigen Stiffts-Advocalcn an, und belehnte ihn auch mit vielen städtcn und örtern, bey dessen nachkommen diese schutz- gcrechtigkcit allezeit geblieben und exercirt worden, ob schon einige geringere Herren, sonderlich die Woldenburgischc Grafen, über einige besondere Sliffts-gütcr auf kurtze zeit die L-lvoc„»r gehabt. Das stifft hat jonsten sitz und stimme aufdcm Reichs-tage gehabt, so ihm aber von dem hause Wolffenbüttel, welches sich die gänzliche hochheit zuschreibet, nicht zugestanden werden will. gnki^. Lar>llcr 5 ti. ?. l, ^>, 604. Gattdia / eine kleine stadt in dem Königreich Valencia, Mische» Laciva und Dcuia, am meer gelegen. Es gieb« einem gan- tzcn Fürstenthum den namen, so den, haust Borgia gehöret, deme es Konig Ferdinand V in Arragomcn, Pabst Alexander VI zu gefallen , än. 148z zugewendet hat. Die Jesuiten haben darinnenem berühmtes coiiegium, welches der Fürst davon,Franciscus Borgia, ums jähr 1445 gcstifftet, und sich selbst darein begeben hat. M leidige zeit haben auch die Jesuiten hier eine acadcmie aufgench ei, und ist Andreas Oviedus deren erster kector worden. von 8z,snicn j,. 517. 8. Lrsi 6e I'LssiLg. p. ,96. Ganejus/ oder Gacmejus/ (Johannes) Francisei I, Königs in Franckreich,oberster ÄUmoscn-pflegcr, und Cantzler der linweru« tar zn Paris, lebte um das jähr i? 4 t > Er hat anmerckungcn uder das neue testameut geschrieben, desgleichen die Psalmen m Lamm- gan fche verst, > undcomm-nrarior über 8. Paust cpisieln / auf Frarrcisci I sonderbaren befiehl übersetzet. ä» 4» Nbl. ktt nc. äs lrrixr. lcc. i6. /« Le,c>» ö- «-eoi oKc. äs I, comonne, Ganejus / (Johannes) der vornehmste Präsident des Parlaments zu Paris/ und nachmals Cantzler in Franckreich, lebte unter LudovicoXI, Earolo VIII und Ludovico XII. Er begleitete König Carolum VIII, als er das Königreich Neapolis einnahm, an. 149;, und starb an. ,z,2. eloK« ä«, ^remis« kre- iiäsnr. Ganerben. Dieses seinem Ursprung nach Teutsche Wort hak unterschiedliche bedeutungen. In dem Sächsischen rechte wird daffelbigc gantz anders gebraucht / als in Oder-Teutschland / und heissel die seitwärtigen nähern erben nach den brüdern und schwe- sicrn. Die Ursache dieser benennung kommt her von geben oder «ilen/weil deren erbfvlge näher und unstreitiger ist/als der andern. Sie werden auch gunst-erbcn genenner, weil ihnen das recht so günstig ist / daß sie ohne streit zu dem erbe niederwärts gehen / und gleichsam eilen. Wohin auch das Teutsche svrichwort zielet: was niederwärts kommt / das geht; was aufwärts kommt/ das steht. Dieserwegen nennet sie l-lmom-nnus Lrrcäe- sccclL- r-ntcr. und Wehner bezeuget/ daß ihm viel tthrkunden vorkommen, darinnen Gan-und Gunst-erben vor eins gebraucht worden. Andere sagen, das wort Gan heisse so viel als gemein / und habe man vor alters z. e. einen Ganschnitter genennet, wenn jemand einen gantzen Haufen oder gantze gemeinde schnitter gehabt. Und in solcher absteht werden in Ober-Teutschland Ganerben gencnnet/wenn eine gange anzahl geschlechter sich mit einander zusammen verbinden,ein gemeines schloß, bürg oder gut zusammen besitzen, und einander die erbfvlge versprochen haben; weshalben sie im Lateinischen conäomini heissen. Dergleichen Ganerbschafftcn sind nun gar viel in Teutschland,alsFriedberg/Gelnhausen in der Wettcrau, Haun im Fuldischen/Saltzburg an der Saale in Francken, Trach- stadt bey Römhild, Rotenburg bey Nürnberg rc.. welches letztere aber an Chur-Bayern gefallen. Die gelegenheit zu solcher Vereinigung vieler geschlechter hat das vor dem landfrieden üblich gewesene faust-reclst gegeben , welches den Adel und andere auch wohl höhere nöthigte, daß ihrer viel in gewisse schlösser oder auch sonsten sich zusammen thaten, und einander mit gesammter Hand wider alle gemalt bevzustehen versvrachen. Zu mehrerer anreitzung richteten sie unter einander zugleich die gemeine erbfvlge auf, krafft welcher die übrige Ganerden-gemeinschafft die verlaffenschafft erbt, wenn jemand unter ihnen ohne erben verstirbt. Eine solche Vereinigung wird nun ein burg-friede genennet, gleichwie die Ganerben selbst Burg-männer heisien, zumal wenn sie zusammen ein schloß besitzen. Wann nun zuweilen eine Gancrbschafft sich etwa» zu schwach befunden, der gemalt eines jeden zu widerstehen, haben sie sich auch wohl unter den schütz der benachbarten Fürsten begeben, und sind deren lebus-leute worden, wie jolches an den Ganerben des Bussecker-thals zu sehen, (siebe Busseck. Ja sie haben sich öffters gar in der benachbarten Ländlicheren begeben, daher nun nicht alle Ganerben eben dem Reiche unlcrworffen sevn, wie denn Hessen den Ganerben des Bussecker-thals stlche Reichs-fteyheit streitig machet. In eine solche Ganerbenschasst kan nun ein ied- r tretten,auch sein eigenthum dazu wiedmen. Ja es kan ein jeder iei- ne lebn-aütcr darzu schlagen , wenn er nur seinem nächsten lcbns- folgerund Lebns-Herm nichts präjudicirt, weswegen sie insgemein in solchem fall des Lehns-Herrn einwilligung ausbringen, worurch die übrigen Ganerben gleichsam zu mitbelehnten werben, und auf den abgang einer solchen familie auch die lehn-guter erben , wo es der Lehnsherr nicht ausdrücklich anders bedungen. Sonst tsicht es in jedemGanerbcngeschlccht also gehalten zu werben,daß der älteste desselben über die Ganerben-güter, welche, wenn sie nicht der gantzen Gancrbschafft eingeschüttet worden, dem Herrn derselben abgesondert verbleiben, die Verwaltung führet, wovor er ein gcwrsies zum voraus bekommt, das übrige aber mit den drutern theilt. gan 441 ige Gleichwie nun einem jeden frey stehet, in eine Ganerbschafit jich zu begeben, also bleibet ihnen auch frey wieder daraus zutreffen, nicht änderst als etwan ein vasall ftinemLebns-Herm das lehn aufgeben kan. So lange er aber darinn ist, genießt er alle der Ganerd- schasst anklebende rechte und priviieg,^, welche offters gar anjehn- lich sind, wie es denn viele Ganerbschafften gibt, welche von dem Kayftr mit allen regalien, auch so gar dem muntz-regal, wre solches bey Friedberg zu sehen ist, begnadiget sind. Über vieles haben ste gegen einander das nähere recht, welches ihnen durch die Hranck- furter-resormation ausdrücklich bestätiget worden. Viel derselben, als Friedberg,und ehedesten Gelnhansen, werden von einem Burggrafen und Beysitzern regiert, welche beyde sie zu erwählen freye macht haben. Durch solche Verbindungen sind nun die Admchen geschlechter öffters in groß aufnehmen gekommen, haben sich aber dessen überhoben , und ihre kräffte zu allerhand raubereyen und plackcreyen gegen die benachbarten mißbraucht. Welchem unyett abzuhelffen/Kayser Marimiltanus I an. i<;°° aufdem Mtchs-tage U Regensvurg bey der publicirung des land-fnedens den Ganer- oen genaue grantzen, wie sie sich zu verhalten, vorgeschrieben. Aus diesem allem erhellet nun, daß die Ganerben eben nicht gewisse bürgen oder schlösser haben, auch nicht blosse Edelleute seyn müssen; Denn da finden sich viel städte und dorffer, welche Ganerbjchafften seyn, es sind auch öffters Fürsten und Bischoffe so wohl mit Edelleuten als ihres gleichen darinn begriffen. Also wird Treffurtb in Thüringen noch jeizo von Sachsen, Mayntz und Hessen auf diese art gemeinschafstlich besessen. In der Haunischen Gancrbschafft ist der Abt von Fulda mit begriffen, und das dorffTrachstedt m Kranckrn hat zu Ganerben Sachsen-Altenburg wegen Henneberg, b SachstmGmba^Ä/»R''^^^^ Abtzu 8- Meichelberg jetzo Adel Nan Echter von Mcßpelbrun und viel andere von, mZEmKalkE R» 'i'ar ein gewisses von Asien gegen dem ausffusse ^ Ganges zu wohnendes volck, dessen Curtius gedencket. Die ge- , Qtuckilmeynung nach, das heutige Bengala seyn, wel. ches dem grossen Mogol gehöret. L«,,,«, l.y c. r. F-e-nLem,-«. Ganges/ ein siuß in Indien, und zwar einer von den grösteu und anieyiulchstenm der gantzen weit, welcher aufdem gebürqe Dalanauer entspringet, so ein theil von Jmaus ist, und seinen lauss gegen die grantzen der grossen Tartarey zu, durch alle Königreiche grossen Mogvls,nach Horduvare, Serenagar, Gouro,rc. nimt. Endlich, nachdem er unterschiedliche andere flüsse zu sich genommen , ergeyst er sich in den meer-busen von Bengala, durch 7 aus. stusse, die eben so viel insuln machen. Wo dieser fluß am kleinsten, «st er über 2 meilenbreit, dessen gröste breite aber träget z weilen aus. Es sind einige aufdie gedancken gekommen, daß er einer von den 4 fln'ftn des Paradieses gewesen, und zwar derjenige, dessen im ersten buch Mosis unter dem namen Pison gedacht wird. Allein dieses i,r gar nicht wahrscheinlich, inmassen ja dessen Ursprung über ,2vc>o meilen von des Euphratis entfernet ist. Jmmiltelst halten doch die Indianer davor, daß dessen Wasser eine besondere krafft in sich habe; wie sich denn deshalben die leute darinnen baden, ja auch Könige verkleidet dahin zu kommen, und andere über üoo meilen darnach zu schicken pflegen. Man findet darinn gold-sand und edelgesteine. i,K. z c. q. /i/E, gc, c.L,». /-bs, c. ,6. litz. siiu p-rsäig Ganges / einstecken inNieder-Languedoc, mdemSevenni- schen gebürge, nicht weit von Anduze. Gangria / Cangra oder Lastomoni / so, wie einige wollen, von den ^stecken Riengara genennet wird, ist eine Ertz-Bischös« liche Provintz in Paphlagonien,sv in klein Asien ligt. Allbier wurde um das iahr N4 ein LoncUium gehalten , und der Münch Eu- stachius Sebastenus verdamniet, welcher alle ledens-arten unter den menschen, die jeinige ausgenommen, improdirte, und allen andern,sonderlich den verehlichten, alle Hoffnung zur seligkeit absagte. Man hat von diesem c-oncilio 20 c»nones, welche Dionysius Lxi- xuus, und nach ihm Gantianus Hervetus ins Latein übersetzt haben. in concil. sänok. in Loncilii Q-ingisnsts rsnonss ro, Ganhay / eine volckreiche und wohlgebaute stadt in der land- schafft Fokien in China, nebst einem haven, welcher stäts mit vielen kauffardey-schiffen angefüllet ist. Gegen die östliche fette der stadt befindet sich eine sehr schöne brücke,, die durchaus von gehauenen steinen auf hohe und weite schwibbögen gebauet, und 2S0 schritt lang ist. äclcrffrion äs ls Ltiinc. Ganking/eine grosse und reiche bandels-stadt in der landschasst Lcalik.ng m China, welche über; städte zu gebieten hat. Weil die ; Provmtzen, Nanking, Huquang und Kiangsi daselbst zusammen stosscn, und dieser vrt sthr bequem zu krieges-expeditionen lieget, so hat der Kayser einen absonderlichen Vics.«.- daselbst , der von dem Vice LS der Provintz unterschieden ist , wie auch eine starcke besä, tzung in dem tb" Haymuen, welches über den see Poyang und den stuß'Kiang cvmmandirel. Man siehet in dieser stadt eine eherne faule, so gantz von einem stücke und 18 klassier hoch ist, auch eine« nach solcher höhe eingerichteten umfang hat. äelcr,z>r. äs ls <.liine,äsos le recusli äc öch- Hicvenor, vol, z. GttNttttt/ lat. L-NNZMIN und L-QNSPUM. ein flecken in dem ländgen Bourbonnvis, gegen die gräntzen von Auvergne zu, lieget an einem kleinen flussr, welcher jenseit Vrcha «n den fluß Aüler fället. . . , ^ . Gans/(Johannes) war an. izyi zu Wurtzburg gebohren und Qchm an, wie eres dmn dahin gebracht, daß alle Universitäten m den Oest rr ichischen erblanden sich mit emem eyde verbmdllch m?ck,7n müssdn, die meynung von derunbefleckten empfangmß der Mutter Gottes zu vertheidigen. Er ist an. ,662 gestorben,und hat, 2r etAen theologischen schrifften, Ovn----u-n ^,-«.,1.. m- attichen'rd»r-.cum8s»--'yß. herausgegeben. Ganvmedes / war Trois, eines Königs in Phrvgien söhn. Dw Poeten diäzten, daß ihn Jupiter geliebet, und m der gestalt ^nes adlers in den Himmel geholet habe, allwo er nach der Hede ÜndHÄ vermählt, zu der g^tttr mundschencken gemacht 1 / 44r gao gar worden. Wiewohl einige eine wahre Historie daraus machen wollen, und vorgeben, daß er würcklich von einem Printzen, der ihn ge- liebet,in Phrygien geraubet worden, ov-al/«- I. ,c> mersm. l. I c. u. Gaocfa/ eine Africanische stadt und Königreich inNigritien/ zwischen Nnbien und dem Königreiche Borno gelegen. Etliche nen- nen diese landschafft Kaqha. Die Könige stammen von einem Nc« gro oder schwartzen ftlaven her/ welcher/ nachdem er sich seines Herrn guter mit gewalt angemaßet/ pfcrde kauffte/ so dann in den benachbarten landschafften herum liest / und ftlaven für pferde einhandelte/ mit welchen er sein eigen volck anficl/und sich also des Königreichs bemeisterte. Ein theil davon sind Christen / wie in Aegyptcn / so aber wenig crkänlniß haben; die andern lind Ma- hometaner. )o2,. Leo. Gaoxa/ cineinsul an der küstc der Provintz Quantung in China/ woselbst man einen sisch antrifft / der von einer gantz un- gemeinen eigcnschafft ist / und von den Chinescrn ttoLNAcio^u oder gelbe sisch gcnennetwird; sintemal erden sommcrhindurch einen vogel absiebt/ und in dem gcbürgc herum flieget/ den winter aber ein sisch ist. -lc LUinz. Gap/ lat.Vapincum, eine alte stadt in OLuplilne, andcm kleinen flnß Bcnc / nebst einem b^in.,gc uiid einem unter den Ertz- Bischoffzu Air gehörigen Vißthum / welches 219 Pfarreyen hat. Sie wird durch das schloß Puymvre beschützet / und »st in den innerlichen kriegen östrcrs bald von den Catholischen / bald von den Hugenotten eingenommen worden. In dem kriege/ welcher zu ende des 17 «ccuil gcfnhrct wurde/ eroberte sie an. 1692 der Hcrizog von Savoyen/ und ließ die festungs - wercke niederreißen. Das umliegende land hctst ; darinn liegen Scrres / Orpicrrc/ die Hertzogthnmmcr Lcsdiguieres und Tallard/Deines/ Deiltavon / Afprcs/tc. L>»t Vll>e§ cle vrincc. §. 6sl- ÜL loin. I. Lo„c/,e>i,ll. lte vrovcnce. yitt, gcs Ovmles ,r hinrichten ließ. « in bitt. NompcjL lil>. circs sin. Garces/ (Martin) Großmeister von Malta / war gebürtig von Dalbastro in Araqonien/ und wurde Castellan von Ampvsta m eben demselben Königreich/ endlich aber an. izpz den 8 my des Malteser-ordens obcr-haupt. Weil sein Vorfahr/ NuZ« ll- Loutzcux Vcrtt^c. ingleichen dessen Vorfahr/ Johann cl- i-t CM-re, sich unter andern bey ihren untergebenen Rittern dadurch sehrver- haffct gemacht/ daß sie vorsieh zwey Galeren/ außer den 4 ordms- galercn eguippiert unterhalten/ so unterließ er/ dergleichen privat« galeren auszurüsten / und regierte im übrigen mit sonderbarer klnghcitnnd moclcrsrlon. Erstarb an. 1601 zu ansang des feb. in dem 76 jähre seines alters / und bekam zum Nachfolger Adolphum von Dignaeourt. Kitt. I. l;6. OA«/. Ickrr. 9, 16. Ä /« cizns ies nores lur lcr llncr Icnics. L>a/ic. ckron. Garcia von Salccdo Coronel/ein Spanier/gebmligveiiSe« Villen/ und Ritter von 8. Jacob / war Louvemcur von Eapua im Königreich Ncapolis/ und starb an. 16z 1 zu Madrid. Er hat über Lndovici a- Qorßa,» schrjfften einen cc»nmcniLn»m gemacht/ und 2 theile seiner Poesien hinterlassen. Er ist von einem andern gleiches namens unterschieden / welcher leib - me-Mas ben dem Könige von Portngall / und Ritter des ordcns Jesu Christi gewesen/ auch gleichfalls etwas geschrieben hat. bit>>. ttiffLmcz. Garcieo / eine stadt und Grafschafft in Andalusien/ im stifft Jaen gelegen / welche an. 1627 von König Philippo III zu Misten i). Hernando a- Quesada Mendoza Toledo errichtet worden. §. ktLl. (je! p. L69. * Garci-Lasso öe is Vecfa/ ein vornehmer Spanier/welcher zu ansang des 14 e-cuij unter der regierung der beyden Königen von Castilicn und Leon/Ferdinandi IV und Alphonsi XI/ in sehr grossem ansehen gewesen. Insonderheit brachte er es bey dem letztem / welcher noch bey gantz jungen jähren den thron bestieg/so weit/ daß er nebst einem andern Cavallier/ namens Alvar Nun- nczOsorlv/ und einem reichen Juden/ namens Joseph/ sowohl milden Rcichs-gcschäfftcn/ als mit derpcrsondes Königs/ nach seinem eignen gefallen verfahren kunte/ welches ihm noch leichter siel/ da er die wurde eines Cantzlers erlangt hatte. Indem er aber dem Könige viel heffrige/ ungerechte und eigennützige rathschlage gab/ auch vornemlich gegen die Grossen sich sehr feindseelig er- wtcß/ so kam es zu einem öffentlichen aufstande wider ihn/ und endlich ward er an. 1)23 zu Soria in einem Franciscaner-kloster/ als er eben messe hörte/ aufanstifften seiner feinde erstochen. Dem Könige gicng es zwar sehr nahe; allein er kunte es nicht rächen/ und muste noch darzu die andern beyden favvritcn von seinem Hofe hinweg schaffen, siehe Vsorio. Lr«»4»«t»tt.ge Lsp.l. i;c.!6,i/> 18, 19, 20. Garci-Lasso lleis Vega/ gebürtig von Toledo. Sein Vater gleiches namens, welcher bey dem Könige Ferdinande, und bey der Königin Jsabella in Lpanien Staats-Nath und /cmbMcaeur bey Pabst Alcrandro VI gewesen, hatte ihn mit Sanctia von G>H man, Frau von Batres, gezcugct. Er war mit Kaystr Carolo V erzogen, und folgte demftlben in Teutschland,Africa, und an. in Provence, allwo er ein tzstaitton ca,nmznajrte. Er wolle daselbst einen thurn, welchen einige land-lcute besetzet hatten, wegnehmen, wurde aber mit einem stein dergestalt getroffen, daß er 20 tage hernach in dem ;6 jähre seines alters zu Nizza sterben muste. Er war ein mann von gutem verstand und ansehen, und hatte eine besondere Neigung zu der poesie, wie denn seine gedichte, unter dem titul ob^s ljc 6.11c-Lsillo ») ein sehr gelehrtes ftauenzimmer, gebürtig von Paris , welches sich in dem 17 lecw», unter dem namen ber^^öLMti ijcs kiouiicrez, durch 2 volu,i>w>rica hat sie vor andern cxceisirt, und unter den comödien, so sie verfertigt, wird diejenige,, welche von Genserico, dem Könige der Wandalen, den namen fuhrt, am meisten hochgeschätzt. Sie war in den alten ->ucor>bu§ treflich belesen, und die aus denselben großen theils gezogene morsilZ. womit sie ihre wercke ausgeziert, machen deren durchlefimg nicht weniger nützlich , als angenehm. Sie liegt zu Paris in der kirche von 8. Roch begraben. Ihre toch- ter hat, unter dem namen von r^öcmon-ile ö-s «ouNcrcs > gleich- fals durch unterschiedene galante und sinnreiche schafften sich einen nicht geringen rühm erworben. Gardelcben/ Garleben oder Gardelegen / hieß ehedem , wie einige wollen, Iftnburg oder Isernburg / von der gleich dabey gelegenen ehemaligen vejtnng, nunmehrigem schloß, derer von Alselsleben, die es schon an. iZ4; besessen, so noch heutiges tags die eiserne ichnippe (das ist, k^uccs K,rrc.v) genannt wird. Es ist eine Cburfürstlich - Brandenburgische stadt in der alten Marck, an der Milde gelegen, die wegen ihren vortreflichen gärten und hopffen - baues sehr nehrhagt, wie denn ihr namen und waapen daher entstanden ,eyn ,oll, welches letztere nebst einem halben adler ; mit hopffen umgebene stanzen vorstellet. Sie soll an. 924 von Heurico Aucnpe wieder aufgerichtet, und hernach bis an. 1478 eine frey-stadt gewesen seyn. Weil sie seit an. 1547 etwas bcvesti- get, hat sie im zo- jährigen krieg viel erlitten, indem sie bald von dieser,bald von kner parthey angenommen worden. Von an. 164; bis an. 1647 ist sie von den «schweben aufs beste bevestiget worden; Churfürst Friedrich Wilhelm aber hat die wercke an. 1658 wieder niederreißen lassen. Die vielen feucrs-brünste haben gele- genheit gegeben, daß die stadt immer schöner aufgebaut worden, daber sie jetzo an gebäuden fast allen in der alten Marck vorzuziehen. Von ihr hat die Gardeleber-Heyde den namen, welche fast bis an die Elbe gehet, und viel ivoo stück wild ernähret. Das hiesige bier, der Garley genannt, ist sehr berühmt, tr. von clcr llscit Larclclegcn. Gardensee / eine kleine stadt in dem Pohlnischen Preussen, in der Landfchafft Pomesanien, zwischen Graudentz und Marien- werder, an einem kleinen see gelegen. Garder-see/ Italiänisch cogo
  • 3 prcvore rti- t'ttore! beygefügt wird. Die Csrcies ausser dem Couvre sind die compagnie der leichten reu- terey, das Französische regiment der e-rUer zu fuß vonzoeom- pagnien, das Schweitzerische regiment der o^rlles zu fuß von 12 cvmpagnien, 2 cvmpagnien 6r2nci-riioutguersires zu Pferd, und 100 Edelleute , genannt 2U Lee sind gewisse Officie- rer, welche des Königs Person wider alle diejenige, so ivider dessen leben etwas unternehmen möchten, zu beschützen bestellet. Man liefet in der Historie von Tours, daß Gnntramus, König von Or- leans, als er gesehen, daß seine 2 brüder, der eine König von Au- strasien zu Metz, und der andere zu Paris residirend, getödtet worden , seine verfon durch eine grosse anzahl Ofstcierer habe bewahren lassen, die ihn überall begleitet. Philippus Augustns, als er in dem gelobten land war, bestellte an. 1192 gewisse soldaten, seine Person wider allerhand Nachstellungen zu beschützen, welche man von dem selbiger zeit alldorten so beschricnen alten aufdem berg besorgte; wiewohl er sich nach diesem deren auch in feinem reich, und namentlich an. 1214 in der schlacht bey Bovines bedienete. gar 44; Carolus VII nahm verschiedene Schottländer unter seine garde, welche rhm der Graf Boucan und Duglas zugefübret halten, um dre Engellander aus Franckreich zu vertreiben. Sein Nachfolger Ludovicus XI richtete eine compagnie von loo Lanciereren zu seiner garde auf, deren ein jeder 2 bogen - schützen haben solle, wie er denn hernach aus diesen 200 bogen - schützen seine kleine leib» garde formirte. Eben selbiger Kömg behielt auch auf rccc,mmi-n- Uar-oa Caroli VII die Schweitzer in seinem dienst, und als er an. 1481 mit ihnen eine alliantz gemacht, nahm er eine compagnie von selbigen zu seiner ordinären lcib-garde. Carolus VIII richtete an. 1497 eine neue compagnie von der garde auf, und Francifcus I stellete eine compagnie von 60 bogen-schützen, welchen er ein jähr darauf 45 beyfügte. Endlich sind alle diese cvmpagnien von der garde auf den fuß, wie sie jetzo stehen, eingerichtet; nemlich die 4 cvmpagnien der OarUcs llu cvrps, so aus Schottländern und Frantzosen bestehen, und die 100 Schweitzer, so ebenfalls die ordi- nari garde des Königs ausmachen. Wobey gleichwohl noch in acht zu nehmen, daß, ob zwar der ersten compagnie der Frantzv- sischen Qsrcles ciu Corps allezeit der name der Schotten und der Schottischen compagnie bis anbeut geblieben, die Edellemhe davon dannoch schon feit langen jähren nicht mehr aus dieser nation, sondern alle von Frantzösifcher ankunfft und gebart sind. Der Capital« von der Frantzösischen garde, welcher die aufwartung hat, hält sich allezeit hinter dem König, er mag seyn wo er will, und ist niemand vergönnet, zwischen ihn und den König zu wetten, damit er selbigen allezeit im gesicht behalten möge. Er ist stats in des Königs gemach, und hat des nachts die schlüssel unter feinem hauvt-küssen. Wann der König einem srcmbden Abgesandten au- dientz giebt, empfängt ihn der Capitain bey dem eingang des saals, und führet ihn bis an dessen kammer, allwo er bey den schrancken stehen bleibt. Wenn die audientz ertheilet, führet er den n-ur wieder zurück bis an den eingang des saals der garUes. welche alsdenn ordentlich in glicder gestellet sind. Sie müssen täglich für der Königlichen -micN-aibre aufwarten, und des nachts bewachen sie die thore des cvuvre, oder eines andern pallasts, wo sich der König aufhält; wie sie denn täglich die thvr-schlüffel des vornehmsten Hofes im Königlichen schloß durch einen Schottländischen Lriß-äisr holen lassen, und selbige von 6 uhr abends an bis um 6 uhr des morgens behalten, alsdenn sie des taaes über von der o-rlle cie u porce abgelöset werden. Wenn der Konig reiset, gehen sie hinter ihm, und wetten auf beyden feilenderso bald der schlag aufgemacht wirb. Die garde von der Schottischen compagnie bewahret allein die kirch - thurcn, wvrinnen sich der König befindet, und wenn der König zu wasser reiset, so gehet keine andere garde, als allein die Schottlander mit in das schiff. 24 ,^ 0 ». l. 7. al» iMl ecsr äe Is prsucs. ?. r p.zr. ^ 6ssXM8 VL ?OK'H. oder thor - wache / sind Königliche Officiers, welche des tags über in dem u»uvi° oder einem andern Königlichen pallast die wache haben. Sie bestehet aus 50 mann, von welchen 12 oder 1; einander alle viertel jähr ablöfen; sie sind mit einem carabiner und bandolier versehen, worauf 2 kleine schlüssel gestickt sind. Sie führen einen blauen rock, so flammen - weiß mit silber versetzt ist. Sonsten trugen sie einen trabanten-rock, gleich denen von der oarclc ge i- ?,cvöcs u- I'ttocci. Sie werden durch einen Capitain cvmmandirt, welcher vier Lieutenants unter sich hat. LE n-Ee. r. - p. 5-. , vss ssVVVOffss ÖL I.II0H. bestehet aus 88 mann, ohne die Officierer, welche der g-snU ?-cvor com- mandiret, und thun sie nur ein viertel jähr wechstls-weise dienste. Wann der König aus seiner residentz gehet, oder mit 2 Pferden ausführet, so bleiben sie nur in 2 reihen auf der Parade stehen, bis der König vorbey ist. .Ihre Verrichtung bestehet vornemlich darinnen, daß sie die verdächtigen Personen aus den Königlichen häufern schaffen, oder aber nach gestalt der fachen, auf gegebenen befehl, gefangennehmen. 6^RDL8 - oder rcgimenr der . werden in die Frantzösischen und die Schweitzer - eingetheilt. Das regiment Frantzösifcher o-rUcs. als das vornehmste, bestehet aus ;-> cvmpagnien, und 2 cvmpagnien granadiers, deren jede in 120 gemeinen und 4 Sergeanten, ohne die ober-Osficiers bestehet. Sie werden alle zusammen von einem Obristen cvmmandirt, und haben allezeit die wacht auf der rechten feite. Ibre Haupt-leute tragen ein vergüldetes brust-stück, an statt daß der Officierer von der Schweitzer-garde nur übersilbert ist; auch haben sie ihren eigenen richter. Das regiment aber der Schweitzer-garde bestehet aus 12 compagnie». Der König Ludovicus XIV machte den Hertzog von Maine zum General-Colvnel darüber. Alle Officierer und gemeinen diefer beyden regimenter müssen sich von dem thor oder der aufzug - brücke an in 2 reihen stellen, nemlich die Frantzostn zur rechten, und die Schweitzer zur linckcn, wenn der König vorbey paßiret. Derjenige Capitain von beyden rcgimentern, welcher die wache hat, muß alle abend die p-roie von dem König holen. TÜtE-we- r-M-, M70P. ?. r p. ;r. Gardie/ (Pontus 6- is) war General-Feld-Marfchall über die schwedische armeen unter König Johanne III. Er war ein ge- ihrner vom adel aus Franckreich, und zwar aus einem guten gehlechte , wiewohl sich selbiges durch keine öffentliche bedicnungen n Reiche bekannt gemacht, und dessen männlicher stamm in ranckreich gantz abgegangen ist. Er ward zu Peircgoux , einer verschafft unter der diöces von Castres in Langucdoc gebohren, ld anfangs von seinem vater zum geistlichen stände gewidmet, Kkk r auch 444 gar auch in das kloster Montolku gebracht , so in der diöces des Bi» schoffs von Carcassone gelegen. Allein weil es wider seine neigung war,machte er sich bald heraus,und gieng in den krieg, dem er erstlich unter dem Marschall von Brissac in Piemont nachzog, und hernach unter den hülffs-völckern,welche Heinrich II der verwittib- tcn Königin in Schottland schickte, ein regiment commandirte. Nachdem selbiger krieg beygeleget worden , gieng er nach Däne- rnarck, und dienete König Friderico II widerEricum, Königin Schweden, ward auch von den Schweden gefangen, und gieng auf zureden des Schwedischen Generals, der sein landsmann war, nachdem er vorher in Dänemarck einen ehrlichen abschied erhalten, an. 156? in bemeldten Königs Erici dienste. Von selbigem ward er das folgende jähr in Franckreich geschicket, um von Konig Carolo lX crlaubniß zu erhalten, einige troupven in feinem Königreiche zu werben, welche auch dergestalt glücklich ab- licff, daß er in Schweden zooo mann cavallerie und so viel infan- terie mitbrachte. Als er wieder dahin kam, fand er zwar gantz Schweden, theils wegen der auswärtigen kriegen,theils wegen des Mißverständnisses zwischen dem König und seinem bruder Johanne/welcher gar gefangen gefetzt ward, in voller Verwirrung, und der Konig gerieth auch sonst auf allerhand tyrannische ausfchweif- fungen,aber Ne >2 Gardie wüste sich doch durch feine geschicklichkeit bey ihm in gnade zu erhalten. Hernach als Ericus Hertzog Joban- nem wieder befreytc und zum Statthalter in Schweden machte, gab er ihm diesen stets Gardie als einen guten Staats-mann und tapssern ssldalcn zu, sich dessen in wichtigen angclegenheiten zu bedienen. In dieser bedienung gab er Hertzog Johanni und seinen übrigen drüdern, weil der rnff gieng, als ob sie der König aus dem Wege räumen wolte,den rath, seinen anschlügen mit öffentlicher gemalt vorzukommen,wie er denn diese sache vornemlich bey Johan- nis gemahlin .getrieben. Er commandirte auch unter der armee, welche des Königs brüdcr aufbrachten , und ward bey dem unternehmen auf Stockholm, nach welchem man sich des Königs eigener verfon bemächtigte , in den arm verwundet. Der neue Konig Johannes machte ihn zu seinem Ober-Hof-Marschall, und schlug ihn bey der crönunq zum Ritter,weil er alle anschlüge, durch welche diese Veränderung war befördert worden,veranstaltet, und seinen fleiß und geschicklichkeit bey dem gantzen wercke gar sonderlich sehen lassen. Bald darauf ward er in einen, treffen mit den Dänen hart verwundet und gefangen, auch nicht eher, als durch den frieden an. 1571 wieder loß gelassen,da er nicht allein in vorige würden gefetzct, sondern auch zugleich zum Baron von Eckholm gemacht, und mit viel gütern von dem Könige beschcncket ward. Zu eben selbiger zeit wurde er in ambassaden gebrauchet an verschiedene Reichs-städte, sonderlich an Lübeck und Hamburg, den Bischofs von Münster, den Grafen von Ost-Frießland,den Hertzog von Albcydcn König von Franckreich,den König von Navarrcyden König von Spanien,und wenige zeit nach seiner zurückkunffr, nem- llich im aug. an. 157z wurde er inLieffand^eschickhum des Czaars in Moskau progresscn zu hemmen. Nach ; jähren würd er von König Johanne zurück bcruffen, um sich seiner wiederum in ambassaden zu bedienen, da er denn abcrmal an einige Reichs-städte, nach Stralsund,zum Hertzog von Sachsen-Laucnburg,zum Hertzog von Braimschweig, und hernachmals an des Kansers Rudolphi II bof geschicket wurde. Er gieng von dar nach Italien, »ttd nvar theils wegen der erbikhafft der Bonä Sloniä, so der Königin in Schweden mutter war,nach Ncavolis,theils nach Ronyallwo er den Grc- gorio XIII unterschiedene mal gehör hatte, und mit dem Cardinal Hosio viel Unterredungen pflog, doch weiß man nicht, ob es nach einiger Vergebung die unterwerffung des Königreichs Schweden an den Pabstlichcn stuhl betroffen. Nachdem er sich auf diesen reisen in die 19 monate aufgehalten, kehrte er zurücke nach Stock- holm, vermählete sich im ,an. an. 1580 mit Sophia Güldcnhielm, des Königs natürlicher tochtcr, bekam auch einige monate darauf «rNrc, alle trouppen, die in Finnland und in dero angräntzenden Provintzcn zu finden, zusammen zu ziehen, und damit in die Mosco- witischen Provintzen einzubrechen, welche» zug er mit grosser tavf- fcrkeit und glücke verrichtete. Denn er nahm in kurtzem die Pro- vintz Carelien ein, wurde in dem folgenden jähre Gouverneur von Liefland und Ingermanland,eroberte die vcstung Narvcyund einige andere, zwang auch die Moskowiter an. 158; einen stillstand auf z jähr zu machen , darinnen sie nichts von ihrem Verluste wieder erhielten; innert welcher zeit er nichts unterließ, wodurch die gemachten conqne,en besser versichert werden kontcn. Er wurde hernach als anderer Schwedischer i-ieniporensts-ius, bey den friedens- tractaten, welche zu Pernau mitdcn Polen an. 1585 gepflogen wurden, gebraucht/und da sich selbige zerschlugen, wurde hernach mit den Moskowitern gehandelt, entweder den stillstand zu verlängern oder selbigen in einen beständigen frieden zu verwandeln. Als sie sich aber nicht weiter, als auf einen stillstand von 1 5 tagen vergleichen tonten, und nun Pontus nebst den übrigen Schwedychen Gesandten den 5 nov. an. i;8; zurücke nach Narva zu wasser keh- retc, traten sie in ein altes schiff, waren aber unglücklich, als sie die strecke darauflösetcn, daß ein dret absprang, und das wasser hinein drang, worüber die schiff-lcute aus furcht alle aufdie eine feite des schiffs sielen,daß selbiges umschlug,und die meisten, so daraufbefes- sewertruncken,worunter auch der Feld-marschall war,dessen corver erst des andern tages gefunden,und darauf zu Nevcl begraben wurde, woselbst nran 4 jähr darnach ihm ein prächtiges mnnumem von marmor aufgerichtet. Von seiner gemahlin bat er gezcuget Bri- giltam, so Gabriel Orcnstirns, Barons von Töresiö und Gouverneurs von Stockholm dritte gemahlin gemessn; Iohanncm st- >2 OnrNic, Baron von Eckholm, der nur rtöchtern hinterlassen,davon die älteste,Beata,erst an. i66r verstorben,und des Fcld-marschalls gar Leonardi Torstensohns, Grafen inOrtala gemahnn, auch ssM-, gefchlechtes stamm-mutter, nachher» aber Petr, Brahe, 8a von Wisingsburg, Reichs-Drozets in Schweben andere aemaÄ worden. Die andere, Catharina, war Graf Friedrichs vm Km bock, Schwedischen Reichs-Raths gemahlin. Der ander^Ä war Iacobus steis Gardie, von welchem jetzo 8uec. t. 7 p. 4°;. vics ste ls Qsrciie. Gardie / (Jacobusst-is) war Ponti anderer söhn, aebobrev den 20 jun. an. 158°. An. 161; ward er Reichs, Rath, an 1,!,) machte ihn Gustavus Adolphus zum Grafen in Lecköo , und au 1618 zum Gouverneur von Esthland. An. ,6zz führte er einem' mee ln Preussen, dem 26 jährigen stillstand in Pohlen einen nack. druck zu geben. Endlich ward er Reichs-Marschall, und Lb am 165,7 zu Scara m West-Gotbland, allwo er sich in Königlichen a schäfften befand. Erverheyratdetesich an. 16.8 mitEbdaBrad Magni Grafen von WisingSburg, Reichs-Drozets lochter, von welcher er gezeuget Mariam Sophiam, Gustav Orcnstirns, Grafen m Croneburg und Schwedischen Reichs-Raths gemahlin, so a". verstorben; Cbristinam Catharinam, so an.-648 an Graf Gustav Adolph von Löwenhaupt, und zum andernmal an Graf Gustav Ottonem von Stembock, Schwedischen Reichs- Rath und Admiral, vermahlt worden; Magnum Gabrielen,- Jacob Lasimirn; Pontum Fridericum, von welchen dreyen ber- nach ; und Arelium Julium , so an. 1697 General-Gouverneur von Esthland, und General-Lieutenant der Königlichen troupven worden. n-/?o»-. ^»,«^.21.17009. zr.,. ^ Gardie / (Magnus Gabriel st-is) Grakin Lecköö und Arens- burg, war nacheinander Reichs-Rath, Schatzmeister,Ober-Lo5 Marschall und Reichs-Cantzlar, biß er endlich Drozet und General-justitz-ia,re-e und Rcichs-Drozctbisan sein ende,so an. 1686 erfolaetc, viel löbliches ausgeführet. Seine gemahlin, Maria Euphrosina, Pfaltzgrafin bey Rhein, und König Carl Gustavs leibliche schwestcr, die er an. 1647 grehlicbet, gebahr ihm Iacobum Augustum und Magnum Gabrielen,,fo beyde ssüh- rcitlg verstorben; Gustav,un Adolphum, Grafen von Lecköö, Präsidenten des justitz-raths oder Königlichen Hof-gerichts, welcher an. 1695 ohne erden verstorben ; Johannen, Carolum, undLudvvi- cum Arelium,welche beyde ohne erben abgegangen; Catharinam, welche an den berühmten Venelianischen General-Feldmarschall, Graf Otto Wilhelm von Königsmarck; und Hedwigcu,welche an Grast Carl Gustaven von Qxenstirn vermählet war. » 00 v. Gardie / (Jacob,is Casimirus ste is) Schwedischer Ralb und General-Lieutenant von der infantcrie, war Jacobi st- Gardie anderer sobn. Er hielt sich im Pohlnissben und Schwedischen kriege sehr tapsier, brachte an. 1655 das Bißtbnm VilnainLithanen unter Schwedische dcvotion, war an. 1656 bey der blocquakc von Maricnburg in Preussen , wie auch in der; lägigen schlackst bey Warschau. An. 1657 commandirte er die Königliche armee in Pohlen, auchbieraufdieimanterieden;ojan.an. 1658beydem marsch über den Bell nach Fükncn. Er wurde aber im oct. besagten lahrcs in der belagerung Coppcnbagen aufder iusul Amackvon einer Dänischen fregatte mit cmcr stück-kugel erschossen, und hinterließ von seiner gemahlin, Ebba Sparre,keine erben. lA 7'O p. Z24. Gardie / (Pontus Fridericus ste >-) ein söhn Jacobi, Schwedischer Reichs-und Königlicher geheimer Rath, war an. 1656 als General-Major bey der belagerung Cracau, und hielt sich an. >657 wider die Moskowiter, auch an. 1658 bey der crpedition über das riß sehr wohl. Nach diesem bat er viel höbe chargen verwaltet, bis er an. 169z zu Stockholm verstorben. Von seiner gemahlin Beata , Graf Johann Christophs von Königsmarck toclster, bat er Eb- bam Mariam gezcuget, die wegen ihrer gclchrsamkcit berühmt ist. 9. 5:4. Gardmer/ (Stephan) war Richard Woodswils, dcreinbrii- ' König Eduards IV gemahlin Elisabeth gewesen, "aturucistr m, uiid zu Edmundbliry in der Grafschafft Suffolck gcbohrei. ' studirtc zu Cambridge, allwo er sich absonderlich in den we m- m und geistlichen rechten eine grosse wissenssbafft zuwege vram- dabey aber auch der Kumsniorum nicht vergaß,gestalt er denn stve >bl das Griechische verstanden und zierlich Lateinnch reden uno reiben können. Er war unter dem Cardinal Wvizev > d machte sich durch seine geschicklichkeit, ledhaffrige und dcinuW Manieren so beliebt,daß er an. i?r8 nebst andern von dem Kom- Henrico VIII in gesandschafft wegen feiner ehciche,dimgs-M) gar mch N»m «-lihicki w«,d, da «-s s° w-jt bil»,m Wff, hak»« Pabst einen Legaten nach Engelland schickte, mit dem Gardmer zurück kam, darauf er an. 1529 Staats-Rath ward, und von neuem nach Rom gehen, aber auch noch in selbigem jähre zurück kehren nmste, weil er bey den berathschlagungen wegen der ehescheidung gebraucht werden solte, und zu Rom dem Cardinal Wolsey zur Päbstlichen würde zu verhelften, ohne dem nicht so viel mehr nütze war, nachdem der Pabst seine gesundheit wieder erlangt hatte. Seitdem setzte er sich in des Königs gnade immer vester, ward auch nach Marseille geschickt,der Unterredung zwischen dem Pabst und König in Franckreich beyzuwohnen, und zum Bischoff von Winchester gemacht; daher er denn des Königs parthey wider den Pabst ergrieff, soviel die Mprewscie anlangt, und deswegen auch ein buch öe vers L kkils ok-ciiemis schrieb. Hingegen war er der reforination in der lehre und der Protestantischen religion sehr zu wider, die er auch daher aus allen kräfften hinderte und Ursache war, daß die Teutschen Protestanten zu keiner Vereinigung mit Engelland kommen kunlen. Er widersetzte sich des Ertz-Bischoffs Cramers anschlügen auf alle weise, halftCromwell stürtzen, und machte, daß die lehren der Römischen kirche, ungeachtet man sich vom Päbstlichen stuhle absonderte, doch noch grossen theils durch einen öffentlichen Parlaments-schluß bestätigt wurden. Er hielt überall seine spionen, welche ihm die heimlichen Protestanten verrathen musten, und sahe, wie er sie aufden scheiter-hauffeu brachte. Heinrich Vlll hatte zwar schon zuvor eben wegen dieses seines eyfers wider die reforination einen verdacht aufihn geworffen, als ob er mit dem Kayser,der sich der unächt erklärten Arintzessin Ma- riä annehmen wolte, unter einer decke läge,und es waren auch von dem Frantzösifchen Hofe, an dem er sich als Gesandter befand, Nachrichten eingelösten,die seine treue sehr zweiffelhafftig machten,daher er auch zurück beruften ward; er wüste sich aber durch seine äus- ftrliche unterthämgkeit und schmeicheleyen noch zu erhalten. Endlich aber versähe er es, daß er sich in einen anschlug wider des Königs letzte gemahlin Catharinen Parr einließ, und dieselbe wegen ihrer neigunq zur Protestantischen,lehre in inquisition bringen wolte,(siehe Katharina parr) darüber er in völlige Ungnade fiel, aus dem Staats-Rath ausgeschlossen , und in des Königs testa- ment, darinnen er sonst unter den Regenten und Vormündern des jungen Eduards genennet war, ausgestrichen wurde. Unter dieses Hcrrn regierung mu ste er gleich im ersten jähre wegen seiner Widersetzlichkeit in religions-sachen gar ins gefängniß,. und wiewohl er das erstemal durch den Königlichen bald wieder loß kam, ward er doch auch kurtz darauf an. 1548 zum andernmal gesetzt, weiter in einer predigt nicht nach dem sinn der Reformatoren geredet hatte, und weil er sich gar nit ergeben wolle, setzte man ihn 1; e i gar ab. Hernach befreyete ihn an. 1 z 8 z die Königin Maria aus dem kercker, und machte ihn zu ihrem Cantzler, welche würde er Lurch den Kayser bey ihr herausbrachte. In dieser bedienung nun that er seinen möglichsten sieiß, den Catholischen gottesdienst in Engelland wieder einzuführen , ausser daß er der Königin noch eine weile rieth, das Haupt von der kirche zu bleiben, und solche dem Pabst nicht zu unterwerffen. So nahm er sich auch der staats- gefchäffie eyfrig an, und ob er gleich die heyrath der Königin mit dem Könige in Spanien Philippo machen halft, richtete er doch den heyraths-contract also ein, daß der Engelländer freyheit gegen die Spanische herrschasst verwahrt ward. Dem Cardinal Polo trauete er nicht viel, sondern hinderte denselben, so lange es nur möglich war, an seiner überkunfft nach Engelland. Er starb im nov. an. an einer kranckheit, die ihn eben den tag, da er von Ridleis und Latimers Verbrennung Nachricht erhalten, über der talel befallen. Er war ein mann, der sich ausser seiner gclehrfam- keit, zu siaats-gcschäfflen vortrefflich schickte, alle Höfe und deren angelcgenheiten , auch dabey seines Vaterlandes fachen sehr wohl kennte, sich sehr verstellen und andere gewinnen kunte, so daß man an ihm nichts, als fein hartes verfahren wegen der religion auszusetzen hatte, weswegen er auch mit dem Cardinal Polo, welcher zur gelindigkeit weit mehr geneigt gewesen, öffters streit gehabt. fek, c!e Icrlpr. Ln^Iis. öe esssc. /enkst. kill. llkism. kill. rekurm. Lngl- kill- ä'^ngl. r. i. I>rver os tks l.oillz LiiLnctillvrL. Gardingen / eine kleine stadt indem HcrtzogthumSchleß- wig , und zwar in dem Eiderstädtischen, eine meile von Tonningen und ; von Hustim, gelegen. Gardon / ein fluß in Niedcr-Languedoc, entspringet aus dem Sevenner-gebürge, läufst nach Alaix zu, und nimmt daselbst den namen Gardon an. Bald darauf vereiniget er sich mit dem Gardon -l'Anduze, nimmt fo dann noch etliche kleine stufte zu sich, und ergeust sich endlich gegen Beaucaire zu in die Rbone. Über diesen fluß baueten die Römer zwischen Aviqnon und Nismes, eine berühmte brücke, cic O»r-l genannt, zu Unterhaltung einer gewissen Wasserleitung, wodurch das waffer nach Nifmes folte gebracht werden, welche stadt sie in sonderbares aufnemmen zu bringen suchten. Dieses waffer wurde aus einem ziemlich starcken dach dahin geleitet, welcher auf einem Hügel, nahe bey der stadt Usez, zwey weilen von der brücke annoch zu sehen ist, und so gar die wühlen zu Usez treibet. Weil nun 2 sehr hohe berge daselbst auf beyden feiten des ffusses stunden, so liessen die Romer z reiben von schwlb- böqen, einen über den andern, von lauter gehauenen steinen aufführen , so ungemein dick und lang waren. Die erste untere brücke hat ü schwibbögen, die andere eilf, so zwar etwas kleiner , doch ebenfahls sehr hoch und weit; die dritte z 6, die aber, wie leichtlich zu erachten, weder so hoch noch so breit sind, als die andern- Die unterste brücke ist 150, die andere 276, und die dritte ;oo schritte lang. Oben aufdieser brücken ist ein canal, so mit breiten ausge- 44 ^ -LmEgtt" -«» Girret / ein- ... «. .. dem ^ zwncyen oem fluffe Mutvia / der sie von - c'nd dem Fusse Nocor, der sie indische Z^rdwarts flösset sie an das Mittel. ^udasgeburgevonNumidien. Die As. erste be?E diese Provintz in; theile: das Ke^^reifft die stadte nebst ihren rcrriwriis m sich ; das andere die NSnten geburge und das dritte die wüsten. Die vornehmsten ^darinnen sind Melila und Gasasa, so dem Könige von Spa- mengehoren; desgleichen Tezota undMeggea,rc. !. 4. c.is» osrZLno, ist ein gebürge in der provintz Apullen, im Königreiche Neapolis,ohnweit der Bischöflichen stadt ^iponto oder kioncs 6, 8sn.^ngelo. Die einwohner geben vor , es habe sich zu den zelten des Pabsts Gelasti I, der ertz-engel Michael auf selbigem sehen lassen, und den Bischoff von Siponto versichert - daß dieser orr unter seiner besondern xrocelllou stehe» tckrcibung Klespoks. p. Gargara / ein berg in Mysien, aufder spitze des berges Ida, nicht wen von der gegend, wovor zeiten Troja gestanden. Auch hegt gleich am fuß desselben eine stadt gleiches namens, deren um- liegenbes seid von Virgilio, Ovidio und Claudiano wegen seiner sruchtbarkeit gerühmt wird. 1. iz. 1.c. z„. orb. I.c. * Sargi / Mehemet Vezier, hernach Caimacan oder Qouv-rneur von Conltantinopel, welche cksrge er an. 1626 bediente; seine coi>° llu.re aber stund den Janitscharen und L-pahis nicht an, weßwegm sie von dem Groß-Sultan seinen kopff verlängeren. Selbiger, damit er nicht etwan eine empörung unter seinen trouppen erregen mochte, ließ sein siege! von ihm abfordern, und ihm, weil er ein verschnittener war, andeuten, sich in das t^r-ii zu retiriren, woselbst man ihn wenige zeit hernach im 68 jähre seines alters stran-- gulirte. Sein corper wurde an das grosse thor des lcrr»us gebrachte und der Janitscharen wüth überlassen, die ihm nase und ohren ab» schnitten, und ihn in 1000 stücken zerhieben. krsn;ois. Gargtlius Martialis/ ein Römischer geschicht-schreiber, welcher im z ll-uto gelebet, und das leben Alerandri Severi beschrieben. Es gedencket seiner Lampridius und Vopifcus, welcher ihn unter diejenigen rechnet, so das leben der Kayser mit größerer Wahrheit als anmuthigkeit aufgezeichnet haben. Sonderlich aber gibt Lampridius zu erkennen, daß dieser stribent gar zu viel kleis nigkeiten in dieses leben eingebracht. Palladius und Servius ge- dencken eines dieses namens, welcher von dem garten-bau solle geschrieben haben; es ist aber ungewiß, ob es eben der vorige sey, in ^.IcxLnllr. c. Z7. NAss«- kroko r. r. os c,tEeiits kkror cle! compenUii, ki- kosisl üc Isz ciom'css 7 univertLi killorig lle tollos los kieioos cis Lppsnns. Nachmals / als er zu Madrid war/ ließ er seine genealogische erklarungen drucken/ unter dem titul: illull,acio,-es genes. lvgicsz cls los cstkolicozKeycslle IsLssgnnss > 7 llelorlmpckLllorezlls LvrillantinnplL kslls cl 8.L7 Ü kilippc II 7 fus kijos. Er hatte Nöch andere fachen vor/ die aber nicht an das licht gekommen sind» Ue Icripk. llc 16. bikl. Garibertus/ stehe Aribertus II. Zarigliano / ein fluß in Italien/welcher das land m xavors dtzx Koma j'thttdet. (L'Msikt sich tndas >e meer/ nicht wert von den ruclenkus der alten stadt Minturna/ ,em orte/ welchen die leuke daselbst n-rcgöei Q-riZksno nennen, ufer dieses fluffes sind in den kriegen zwischen Franckreich und rnicn zum öfftern mit trouppen besetzt gewesen. Bey den altm i er l.irix genennet/ dessen Strabo und andere zum offtern mel- g thun. I. ;. l. z e. l. 9. c r;» Garittlianus / (Pompejus) ein c-nonicnz von Capua / zu s Pabsts Pauli V und Urbani VIII zetten/ war em mann vou iffer qelchrsamkeit/ und in der alten Philosophie wohl erfahren, kam um das jähr 161; nach Nom/ und wurde von dem Car» 446 gar ocns in seinem bette kod aefunden/da er gesnnd war zu bette gegang?. Er hat viel fachen geschrieben/wovon aber nichts gedruckt worden/ als ein tractat von dem Adel in Italiänischer spräche/und ein-om- nien»riu; über einige csi 3 iuf:okpi^c>,iiis, welcher aber so obi'curist/ daß der CardinalTcllarminns einsmals sagtc:cr verstündewohl et- was von/PIatonis texte / aber Garigliani comm^r-rios zu verstehen wäre ihm unmöglich. pi„sc. i. Garisenda/ ist der name eines gewissen thurns in der stadt Bononicn / welcher aufeinem freyen platze befindlich / auch von einer nnqcmcincn stärcke , über > ;o schuh hoch ist / dessen aber ungeachtet über y schuh in der höhe über ein fundamcnt herüber hänget/ dergestalt/ daß es das ansehen hat/ als wolle er über einen Haussen fallen. Man sagt / daß er im jähr i no von Ottone rmd Philippo Garifendi auf solche art gcbauct worden / da hingegen andere in den gcdanckcn stehen / daß ihn ein crdbcbcn also zugerichtet habe. Es melden auch einige / daß ihn derwcrcknmster nicht habe vollenden können/ weil ihn einige mißgünstige ermordet. Gantz nahe bey diesem thuen stehet ein anderer/ welcher ;?6 schuh hoch ist/ und iL torre ^tincill gcnennt wird. L 7 -/o» VOVÄZS Garissoles/ (Antonius)warnm das jähr 1487 gebohren/ und wurde im r; oder 24 jähre seines altcrs Prediger in der kirche zu Puylaurcns / an. 1617 aberv-»tcN»r liicoi.,--^zu Montauban in seinem vaterlandc. Er starb an. 1640 und hinterließ viel buchet'/ worunter einige gedruckt / die übrigen aber/ so in EL. gelegen/ sind mcistcntheils verlohrcn gegangen. Den tractat a, impur-lnon-: xcccari ^clL, hat er auf Verordnung des 8vnoc!i zu Charenton verfertiget/ und solchen den 4 Resormirlcu Cantons zugeschrieben. Er hatte groß belieben an der poesie / und gab ein s-oem- -m-um unter dem titul: hcrauß/ worinnen er Gustavi Adol- phi grosse thaten herauß strich / welches er der Königin Christinä «leMortc. An. 164; airi§,rte er den -isrwiiM-ssnoauui zu Charcn- ton. Garizim / ein berq in Palästina / ohnwcit Samarien. Auf demselben ließ Josua nach Mosis bejehl einen stciucrucn altar aufrichten / aufwclchem er Gott opffertc/ und durch die priester das gesetze publiciren ließ. Als Alexander iVI. Allen bezwäng / wurde Manasscs/ Jaddls des Hohenpriesters der Juden druder/ von den ^udcn vertrieben / weil ersieh mit einer fremden frau Sane- ballals 6 ouv^„cur 5 von Samarien tochter/ verheyrarhet hatte. Dieser Manasscs baucte mit hulffe scuics schwicgcr -Vaters cmcn tcmpcl aufdiesem berge / und wurde der erste Hohepriester. Die Samaritancr zogen diesen tcmpcl dem zu Jerusalem vor/ und vpffertcn daselbst / welches die vornehmste Ursache der trcnnunq zwischen den bilden und Samaritancrn war. Von diesem orte redete das Samaritanische weid mit Christo bey dem brunnen Jacobs / welcher an dein fussc dieses bcrqcs zu finden / und wo man hernach eine kirche baucte / die noch zu den Zeiten Hlcronymi gestanden. Der tempcl/welchen Manasscs hatte bauen laffcn/wurdc Loo jähr darnach durch Johanne,» Hyrcanum / welcher von Juda Macrabäo hcrstammclc / zerstört. Nichts desto weniger setzten die Samariter ihre opffcr und gebest auf selbigem berge fort/ biß zu des Kaysers Justiniaui zcitcn/ welcher viel zum Christ- lichcn glauben brachte / und den tcmpcl/ welchen der Kavscr Zcno Christo zu ehren hatte erbauen lassen / repariere / auch darben eine fcstung anlegte / um die Samarttaner / die noch immer gar schlimm waren / im zäume zu halten. >/»«». f1. ,z. 1 .;. Lcü«,. collcärncL Nill. 8-»iia,ir. ir. nor. ort>. anr. I. Z. c. >;. Garlande/ eineFrantzösischc familic/ so vor altcrs in grossem ansehen gewesen. Man hält davor/ daß sie aus der Provmtz Dric ihren Ursprung habe/ und von dem lande Garlande/ welches ein stück von dem a, >s nouaH, ist/ ihren namcn inhrc. Wll- -clinus/ Herr von Garlande und Livri/ ist unter Königs Phi- ippi l regicrung 8-,iccii2, von Franckrcich worden. (^) Seme ohne waren Gualtcrus / welcher an. 1096 eine reise ins gelobte and that; Ansclmus/ Wilhelmus l/ 8-nccNsi von Franckrcich/ Slcphanus und Gilbcrtus. Ansclinus/ 8c»cci>-l von Franckrcich/ lebte um das jähr 1 log/und hatte sich beydem Könige Ludovico VI o->n'o dergestalt ln gnade gcsctzet/ daß er ihn zu clncm scmcr vornehmsten bcdicntcn machte. Ervcrlohr an. m8 in der drillen bc- lagcrung des schloffes Pulset sein leben. Seine tochter Agnes war erstlich an Amauri lll/ Herrn von Montfort >, und nach dessen tobe an RobcrlumvonDrcur/ KönigsLudovici des dicken söhne vermählt/und starb an. 114;- Aniclmi brudcrLtcphanus/ ward Blschvssvon Bcauvais / nach diesem vcc^nuz zu Orlcaus/ und letzllch arcliiMscnnu; von Paris / nicht aber Dischoff/ wie ci- mqc wollen. Nach seiner brüder tod succcdirlc er lhncu in ihren stellen/ und wurde an. urosenccN»! m Franckrcich/ nachdem er vorhcro zu den zcitcn des Königs Ludovici o-ti, an. 1108 Cantzlcr gewesen. Ernussbrauchtc aber solche gnade/ gab der Königin nicht genug rcspect / und als ihn der König deßwegen des aims eines §ci,crs aufgenommen worden/ war HeneageFjnck/ d s Grafen von Nottingham/ welcher eben diesen nahmen M« andrer söhn/ der sich unter Iarobr II regrmmg sonderlich dadn ch bekandt gemacht/ daß er unter den Rechts-gelehrken sich desund n, so denen dainals lnhassllrten Dlschöffen mit rath an die Hand gangen. Mit Elisabeth/emcr tochter des Ritters Johann Dankes rwn Elssvrd / hat er folgende kinder bekommen : ih Hmeaö Finch / gebohren an. 168;; -) Johannem; ;) Henncum; 4) Elisabetham/ vcrheyrathctan Roberrum Dcnsvnvon Bramham- OAkarlam; 6 ) Annam / verheyrathct an Wilhelmmn Legg / Lord Darkmouth ; 7 )Marcham; 8 )Franciftam; 9)Effmam 7 t , , 4 Z. ' Garnetus / (Henricus) ein Jesuit aus Engelland / war ein gcbohrner vom Adel / und hakte,,-ch aus verschiedenen academim in studrcn wohl umgesehen/ ließ sich auch eine Zeitlang zn Dole in einer dlichdruckerey vor einen corporen, brauchen. Nach diesem nahm er den an/ und wurde ober- Vorsteher der Catholischcn religivn in Engclland. Er ward hierauf angeklagt/ als einer von den vornehmsten Urhebern des pulvcr-verraths/hatte sich auch / als selbiger entdecket war/ aus dem staube gemacht; man fand ihn doch nebst dem Hall/ sonst auch Oldcorne genannt in dem Hause Ablngtons / eines Edelmanns/ in einem loche/ zwischen 2 schornsteinen; Hieraufwurdc er auf dem rath- hause zu Londen vor geeicht gestellt! / und als genugsam überwiesen den ; man an. 1606 gehmcket und hernach gcviertheilet. Obwohl erubrigcns/ solang er nicht durch zeugen und seine eigene briefeüberwiesen war/ sich der LgunocäiNmen meisterlich bedient/ auch daß solches zu thun erlaubt wäre/ annoch nach der Überzeugung gegen seine richrcre behauptet; so hat er doch endlich vor seinem ende / sonderlich in gegcnwart Iacobi Montaigu/vcc,>ni der Konrgl. Capcllcn / und hernach Dischoffs zu Bath und Wells/ deS Oocto^ Neils / vecsni zu Wcstmünster/und bald darauf Dlschosss zu Llchtfield/undIohannis Overalvecsi» der 8. Pauls- kirche in Londen / welche thue samt dem Obersten von dem Lvwb besucht hatten/ über dasvorgegangcne/ und daß er an einer so schädlichen conssttzriv» und vcrrätherey theil genommen / mitschc nachdcncklichen Worten bcdaurct. Auf befragen: wann ihn seine kirche nach seinem tobe zu einem märinrcr erklären solle/ ob er alsdann die that billichcn und loben wurde ; gäbe er zur antwort: o qusicm ,11 irrvrcni I Ach welch ein Märtyrer ! mit dem beyfügen: Er glaubte nicht / daß die kirche solches thun wurde/ und bette zu Gott/ daß es unterbleiben möchte. Wann er lediglich wegen der Catholischcn rcliqion zu leiden hätte/ oder nichts von dem pulver-anschlag / als was er in der deicht erfahren/ gewußt hätte/ mochte er wohl des namens mies Märtyrers nicht unwürdig seyn; Nun aber erkenne er sein verbrechen und gestehe/ das wider ihn gefällte urtheil wäre gantz billich und recht, 7 >2k,. 7 ./?,,^. * Garnier :rcr-cirtt„i 8^oi,.77i!5e,^,. Lc, Garnier / aus dem Hause Rochcfort/ war vn<» und nachmals Abt zu Clairvall/ endlich abcrDischoffzuLaugrcs/ und lebte in dem 12 li-cMo. Seine mcriten machien ihn bey vielen vornehmen Herren gar beliebt / und vorncmllch den Richarde 1 / .sionige in Engclland/ welcher an ihn sehr gnädig zu schreiben pflegte. Er hat einige homilien verfertiget/ weiche der ?. Verwand Leiffier in feiner lnM>orlicc-tc)i--evLNc„ti ans licht gcstcllethat. Einige confnn- diren ihn mit Gothofredo/ so ebenfalls Dischoff zu Langres war/ wovon an seinem orte. in ckron. 14bibl. LUr. r. r z>. 7;. <-LlI. k. r. Garnier/ (Johann) war zu Paris an. 1612 gebohren/ mittat an. 1628 in die focietat Jesu. Nachdem er nicht ohne ruhm die Kum-e- «Zu rems. Garnier / (Robertus) gebürtig aus dem Hertzogthum Maine, war anfangs Königlicher Rath - hernach Lieutenant-General von Mns,und endlich geheimder Rath. Er lebte zu den zeiten der Könige CarolrIX, Henrici III und IV. Seine domestiquen nahmen sich einst zur zeit der pest vor, seine familie durch giffc hinzurichten/ und sein hauß zu plündern,brachten auch würcklich seiner frau gisst bey; worüber sie aber in gesangliche hasst genommen und gebührend abgestrasst wurden. Er begab sich daraufnach Mans / allwo er im jähr seines altcrs starb, und bey den Franciscanern begraben ward. Er war ein guter Poete, und liebte sonderlich Senecä tragödien, wie man denn auch 9 tragödien von ihm hat, welche grossen beyfall gefunden. eloz. 1. q.. tzilrl. Lall. I'e/F/'-eloZ. l. r. Garon / lat. Larons oder c-lsrons, ist ein kleiner fluß in der Frantzösischen landschafft Lionnois, welcher bey den örtcrn Vlin, Francheviüe und Nftron vorbey läufft,und endlich unweit der stadt Vienne in die Rhone fallt. Gewönne/ lat. 6->rumna, einer von den 4 grossen flössen in Franckreich,entspringet in dem Pyrenäischen gebürge an den gran- tze» von Aragonien, ohnweit der kleinen stadt Salarde, und Liesset durch das Arauische that,so noch Spanischen gebiets,nach 8.Beat, 8. Umrand Cominges, Valentine, Rieur und Toulouse der hanpt-stadt in Lanquedoc. Unter selbiger empfanget er den kleinen fluß Lers, nachdem er schon zuvor durch den einfluß verschiedener dache angewachsen. Endlich nimmt er auch unterhalb Moissac den Tarn zu sich , und hernach den Gers , welcher von Lectoure kommt, gehet ferner nach Agen zu,da er dritthalbe stund unterhalb bey Thouars die Baize verschlinget , und laustet von dar auf AiguiUon, da er mit dem Lot zusammen stöst. Voü dar fliestet er beyTonneins,Marmande und Reole vorbey,nimmt den fluß Drot zu sich, gehet auf Cadillac , fliestet an den maurcn der stadt Bour- Lcauc weg, dann verschlingt er 5 stund unter dieser stadt den fluß Dordogne, und bekommt den namen Gironda, gehet ferner auf Ulaye, fliestet längst bey der provintz Taintonge vorbey / welche dieser fluß aus der rechten feite berühret,und zugleich die örter Cosnat, Mmagne,Tallemond hat, aufder lincken feite hat er die provintz G»ienne,die stadt Pouilliac und Castillon, bis er sich endlich in das meer ergiesset. Sein ausfluß ist überaus breit zwischen Royan in Taintonge, und Souillac in Guicnne, allwo auch >s Tour -le Cor- dovan stehet, zwischen welchen und Taintonge auf der einen feite I-! P2S cles Nsnc;, und auf der andern zwischen dem thuen und Guienne die land-strasse ist, welche man >es pss-l-Grave nennet. Die Ebbe und Fluth des meers steigt aufdie messen in die Ga- rönne hinauf, bis an Langon und s. Macaire. «lelci-stt. kr^nciL. Garressio / oder Garrezzs/ eine kleine stadt in der Piemonte- sischen Marggrafschasst Ceva , nicht weit von den Genuesischen gräntzcn, an dem flnß Tanaro. Die umliegende gegend ist sehr bergicht,hat aber gute vieh-weide und einen Überfluß an castanien» Garst / eine Probsreyund ^rcl-i-äisconge her regulirten Cbor- Herren 8. Augustini, ligt nebst dem marck-flecken gleiches namens im Ertz-Bißthum Saltzburg und dem Bayerischen pfleg-gericht Neumarck, und soll um an. io;o von GrafCvnrad von Medling undFrontenhaufengestisistetworden seyn. LL«»--2r. p. ry?. Garstas I, König von Navarra,wurde zugenannt des Innigo söhn, Garsias Lnoconis. Er wurde nach stinem Vater Innigo Ti- menez, um das jähr 860 aufden thron erhoben, vermahlte sich mit Urraca aus dem Aragonischen stamme,und starb an. 870. Es sind einige, die verschiedene dieses namens noch vor ihm in Navarra setzen, allein andere halten davor, daß Innigo, Graf von Bigorre, Arisia oder Aristot zugenannt, welches in der landes-sprache so viel als kühn heisset, der erste König gewesen sey, daß also die erstem 6, so man vorihm anmerckcn will,fabelhafft sind. ckron. n>ss>. Nj/l. u!. (Michael Ritius nennet ihn übeli'emuicnkum) weil er bey dem anfange einer schlacht über den qantzen leib zu zittern pflegte, in der schlacht aber war niemand tapsserer als er. Von seiner gemahlin Cvnstantia zeugte er Sanctium m-jo-em, den Kayser von Spanien genennet. cliron. ttiss.sä -».9-7. Garsias IV, bekommt von einigen den zunamen 6- Nagern, weil er in einer stadt dieses namens gebohren und erzogen worden. Er halffanfanalich seinem bruder wider Bermondum, Konig von Leon, aber nachdem er sich mit ihm veruneinigt, kam er an. i°84 in einer schlacht um,als er 20 jähr regirt hatte. in,. Garsias V,nn söhn Ramiri, Herrn von Moncon, und ein en- cke! Ramiri, Herrn von Calahorra, welcher Sanctii IV bruder war. Er erlangte an. 1144 das Königreich Navarra , und muste deswegen mit den benachbarten krieg führen. An. n;c> stürtzte er ausder jagd mit dem Pferd , als er ohngefähr i; jähr regirt hatte. gar Lr-LUMSL-L LÄLL Sem bruder Ordo'nno^cS Garsias 1, ein Grafvon Castilien, sonst Ferdinandus n .^onfalvi söhn, wurde nach seinem vater an. 94» Graf von Castilien, und regierte 48 jähr. Sein söhn Sanctius rebellirte wider ihn, welches die Mohren so verwegen machte, dak sie,hn mit krieg überzogen; erwehrte sich zwar tapssr, verlobe abcran. 990 die schlacht mit dem leben. ^ Garsias II, ein Grafvon Castilien, succedirte an. 1028 seinem vater Sanctio, Garsia I söhn, welchen er mit der Urraca gezeuaet hatte. Er wurde den 1; may an dem tage seiner Hochzeit mit San- ctra, Werinondi III Königs von Leon schwester, ermordet. Seine schwester, welche an Sanctium III , den grossen genannt, Könia von Navarra, vermahlet war, brachte Castilien an selbiges hauß. k,k. N,ss>. IM. ss'LssLZnc. ° Garsias/ ein Rechts-gelehrter, gebürtig von Sevilien,lebte um Vllv Icihv 1290. durch jemrn comcnemsrium ÜböL die ä-cr-kLl« bekannt worden. ä- lcript. eccl. oib!. Marter / also wird in Engelland der oberste Wapen-Könia aes nennet, welcher einer von den 4 beamten des Garter-ordens, oder des vrdens von dem hvsenbande ist. Ihm kommt zu, die reqister dieses ordens zu halten, worein er den namen eines jedweden Rit- ters, nebst dessen wapen,aufzeichnet; ingleichem die streitigkeiten zu schlichten, welche über den wapen entstehen möchten. Er ordnet auch dre solennitatm an, welche bey den ordens-festen in acht m nehmen sind. Unter ihm stehen noch 2 andere Wapen-Köniae, deren der erne Clarencieux, und der andere Norroy, genennet wird. siehe Herold« Garter-orden/ siehe Hosenbands (orden des) Garthrus / (Helvicus) war von geburt ein Heß, gebohren an. 1879- Sein vater war Balthasar Garthius, Prediger zu Alsfeld, die Mutter aber Catharina Huischerin. Er studirte anfangs zu Marpurg, allwo er in r^LZissrum promovirte; darnach besuchte er Straßburg, und ward im -zsten jähre seines alters ooLor rKc.-io- gi-L zu Tübingen. Aeg. Hunnius , Nrok-ssor und Suoei-ink-riUenc zu Wittenberg, gab ihm seine tochter Sabinam, mit welcher er; kin-> der zeugete. Er wurde auch SuperinrenUenr zu Frcyberg, nachge- hends aber in der teutschen kirche zu Prag zu s. s-iv-ror Prediger und cnniiko^ii. Er starb den; dec. an. 1619, und hinterließ versthiedene schafften, als: sss invocsrione wnstorum; a« juciicc cunrinvcriisr^m; lexicon Lr^cum Lc. vitL rkeol. Gartz/ eine stadt in Vor-Pommern, an der Oder,die man hier passiren kan, ist an. n?8 von dem Hertzoge Barnimo I zur stadt gemacht, an. 1469 aber von dem Churfürsten von Brandenburg erobert, und mit einem vesten schloß versehen worden; welches doch die Pommern nicht lange hernach samt der stadt wieder eingenommen. In dem Teutschen kriege ist sie bald von dieser, bald von einer andern parthey erobert, verwüstet, und endlich an. i6;8 von dem Schwedischen General Banner gäntzlich, bis aufkircheu und schulen,geschleisst worden. Nach der zeit ist sie wieder angebauet , und in dem Nordischen kriege von den Moscowitcrn erstlich fortificiret, an. 171 z aber im mertz von denselben, unter dem vor- wand der repressalien wegen des von den Schweden zu Alton« verursachten brandes,abgebrannt worden. i>E»-. Gartz/ eine uralte Adeliche familie,deren stamm-hauß Rreza in der alten Marck gelegen , in welches land sie zu Caroli N. oder Henrici Aucupis zeiten an. 927 gekommen seyn soll. Sie hat sich auch in Schlesien ausgebreitet, und allda noch vor wenig jähren Brusewitz im Oelßnischen besessen. An. 1642 starb Hans Christoph von Gartz und Rieza auf Ober-Stradamb im Wartember-- gischen, als Landes-Hauptmann der freyen Standes-Her,schafft Wartemberg. In eben diesem jähre gieng Dietrich von Gartz auf Rieza, Raths-r^les zu Breßlau und vircÄor des Königlichen Burglehns zu Namslau, mit tode ab; er war an« iz8r zu Brcß» lau gebohren. An. 1664 lebte Carl Heinrich von Gartz auf Brusewitz , und an. 1718 war Carl Dietrich von Gartz und Riezen aus Langendorff, der freyen Standes-Herrschafft Wartemberg Land- hofgenchts L-rLe/5 klärck. ckron. x». 67. ckkon. 1.1 P.Z9. 8cjrleil cunoi^ Garzia / (Martinus) Bischoff zu Bareellona, war gebürtig vonCaspe,welches ein kleines stadtgen inAragonien ist,und lebte zu ende des i; und ansang des i6 seculi. Er studirte in dem Spanischen coliegio zu Bononien , und wurde hernach csnonicus zu Saragossa , nach diesem aber ^rcKilllLconus zu Daroca. Seine merkten machten ihn an des Königs Ferdinand» Hofe bekannt, allwo er Hof-Prediger und der Königin Jsabella beicht-vater wurde, welches ihm das Bißthum Barcellona zuwege brachte. Man hat von ihm etliche schafften, und unter andern ein v«ium-n predigten, welche Auaustinüs Oiivanus/Lsnomcu» von Barcellona,an. 1520 drucken lassen. Unterschiedene suAone; reden von diesem Prälaten mit sonderbarem cioZi». 1,11,1. »iss. Garzon / (Johannes) ein voKar m^icin«, war gebürtig von Bononien, und lebte zu end des i; seculi. Leander Alberte sagt, 448 gar gas sagt, er sey sem Praceptor gewesen. Er hat das leben 8. Domi- mcl, ö. Petn Veronenk; mzriyri- und Thoma ^uinmi; beschrieben. Insonderheit ist er wegen der Historie des Landgrafen Fride- ricl vonThnrmgen mtt.dem gebissenen backen bekannt, welches buch mit Erajmc Stelln vorrede zu Basel an. 15 -8 gedruckt, und von Reinecciv zu Franckfurt an. i;8o wiederum edirt worden. öelcripr. Usli«. LrLnH orix. Lrx. l. 6. stm fahr seines alters. Zu Venedig edirte er die opera Hugonis cle 8. Victore , und suchte, wiewohl ohne gründ , zu behaupten , Hugo sey Lanonic.iz cor>ß-eA->rio»ir Usre^nentis, und Abt 8. Victore gewesen. Er hat hiernächst verschiedenes in Italiänischer spräche geschrieben, so aber auch meistens in andere überseht worden, als : ^ chace cte toucer les 9 -ot'clIions ciu monlle; I'llopi»! llcs soiis incurstzles ; Icr vies 6» illullrer tje i'ecri- rurc. Daß er von lustigem kumeur gewesen, und sich mit allerhand schwancken, welche gleichwohl seinem geistlichen stand nicht allemal zum besten angestanden, gern divertieret, können eben diese bücher am klarsten zeigen. Joh. Rhodius mercket an, er habe auch einen tractat lle incsnrsmeiiiir öc mirscuijs l'piriiuum in 4; büchern beschrieben, welchen Strozzus Cicogna, ein Vicentiner, unter seinem namen heraus gegeben. rlleLc. voi. r. 6- tcript. lubpoii n r;. * »I 6^8Js.ID8 > ein berühmter Mahometaniscber 1'b-oloxu; nnd rbiioivpku- . dessen völliger name war: /ebu cgism-ll, >io- rk-mmell, Lbn. XaockLlum. ÖLiLii; mit noch mehreren ehren- lituln, als TLmvgöin, 483L. spull ttouing. in ss>rc. * Gaschm / eine Gräfliche familie in ober-Schlesien, allwo sie die gütcr Reichwald, Freystadt, rc. besitzet. Hans Georg, Reichs- Graf von Gaschin, und edler Herr zu Roscuberg, war um die mitte des 17 seculi Landes-Hauptmann in dem FürstenthumTrop» pau. Melchior, Schlcsischcr Lammer-Präsidenl, starb an. iSzo, und hinterließ ; söhne, die waren 1) Georg Adam Frantz, Kay- serlicher würcklicher geheimbder Rath, und Landes - Hauvtmann der Fürstcuthümcr Ovpeln und Ratibor, welcher gleichfalls etliche söhne gezeugct; r) Ferdinand Otto, der an. 1701 als ältister Landrechts - Beysitzer zu Oppeln das zeitliche gesegnet; ;)Ru- dolph, Landes-Hauptmann in dem Fürstenthum Troppau. 5ckl. clir. /m^os noc. t>roc. in MLnrilll Gascogne / lat. v-lconi-, eine Provintz in Franckreich, welche eigentlich zu reden nicht mehr ist als das dritte theil von Aquita- nicn, oder der alten k4ovemp»iiu>-niz, zum wenigsten nach Augusti Cäsaris eintheilung. Sie begreifst erstlich das eigentliche so genannte Gascogne, i- Chalosse genannt, oder c-p llc Gascogne, denn 6-Basqucs, le Biqorre, ic Cominge,rc. in sich. Man sagt insgemein, daß solches land seinen namen von gewissen völckern aus Svanicn habe, die Vascons oder Gascons genannt, welche ihr Vaterland Navarra an dem fuß des Pyrenäischcn ge- bürges verlassen, und sich an selbigen orten vest gesetzet haben, gas nicht zwar an. 8 r 8, zu den zeiten Ludovici p», wie einige wolle», sondern vielmehr in dem 7 seculo; wiewohl auch einige m den «- dancken stehen, als waren sie aus Franckreich gekommen Es lieak selbige Provintz zwischen der Garonne, den Pnrenäischen aebür- gen, der offenbaren see und dem heutigen Guienne, so, daß sie Querci, Rovergue und Languedvc, so durch die Garonne davon abgesondert wird, gegen morgen, Spanien und das Pyrenäische geburge gegen mittag, das eigentlich so genannte Guienne gegen Mitternacht, die offendahre see aber gegen abend hat. Das «gent. lieh so genannte Gascogne, oder >- Chalosse, liegt zwischen Bear», Armagnac, Guienne und Landes, und hat einen grossen übersüß an dunckel, an thiercn und an vieh - weyde. Diese landschgfft hat eine lange zeit den Königen von Enaeüand als Herkogen von Aaui- tanien gehöret, welchen aber der König in Franckreich - Carolas VII, um das jähr 1462, so wohl diese als auch alle ihre übrigen landschafften, die sie in Franckreich besassen, aus den Händen riß. Es ist hierdey merckwurdig, daß, gleichwie die Franbosen dir buchstaben v und m o zu verwandeln pflegen, als in den werten Galles für Walles, Gascogne für Vasconia; also insonderheit die Gasconier nach dem erempel der Spanier die buchstaben v und tz mit einander zu verwechseln, und einen wie den andern auszu. sprechen pflegen. Welches Josephs Scaligcr gelegenheit gab, in folgenden 2 vcrsen über ihren ausfpruch zu schertzen: I 4 on re.nerc Lntic;uL! mursr VÄtconis voccr, Lui nikil ell sbull vivere. bibe,e. Ins besondere ist von den Gasconiern zu sagen, daß sie gute solda. ten, und von gnter cour3Z- sind, auch viel vertragen können. Man gibt ihnen schuld, daß sie manchmal allzu ruhmräthig sind, und darinnen den L-paniern ihren Nachbarn nachahmen. Um das jähr 882 wohnten sie an den gräntzen von Cantabrien, allwo heut zu tag Biscaya und Navarra gelegen, zwischen den Frantzvstn und West-Gotheu, setzten sich auch bey allen beyden durch ihr stäüges auslauffen in schrecken; denn sie plünderten das gantze benachbar, te land aus, und retirirten sich endlich in das gcbürg. Um das jähr soo bedienten sie sich der gelegenheit sehr wohl, als einige zwistigkeitcn zwischen dem Frantzösischen Printzen, Clothariv II, Thcodoberto, König von Austrasien, und Thevdorico, König von Burgund, waren, daß sie sich in dem land von Oleron, Bearn und Soule vcste setzten. Diese Könige schickten trouppen wider ße, welche auch in der that einige hatten; man erachtete es aber verträglicher zu seyn, selbigen bloß einen jährlichen lribut aufzulegen. Es wurde dannenhcro über sie ein Oouvcrnem gesetzt, namens Genialis. Es währte aber nicht lange, daß sie wieder au« siengen zu plündern, und an. 6; z trieb man sie unter des KönigS Dagobert! I regierung wieder zurück in das gebürg. Sie hatten damals einen Qouv-rneur, namens Anghina, und auf dessen »er« anlassung suchten sie gnade bey dem König, welche sie auch erlangten. Um das jabr 66; gierigen sie in rgovem^opuiLnien oder einen theil von Aquitanicn. Die Aquitanier machten eine alliantz mit ihnen, und weil sie der vcrdrüßlichkciten, die sie durch die siäls- anhaltendcn kriege zwischen den descendenten des Clodoväi erfuhren , nbcrdrüßig waren, auch ihnen der unersättliche ehr - geitz der Xtsjuruw 6c>m»s, oder obersten Hofmeister in Franckreich, nicht gefallen wolle, erwählten sie an. 696 einen Hertzog über sich, namens Lupus, welcher des Königs Cbilderici bedienter gewesen. Die Gasconier aber, die in den gcbürgen wohnten, continuirtcn ihr voriges leben. An. 769 hatten sie einen Hertzog, auch namens Lu» pum, welcher Hunaldum, Hertzog von Aguitamcn, demCarvio iss. lieferte; und an. 778, als dieser Monarch aus Spanien zurück kehrte, nahmen ihm die Gasconier einen grossen theil seiner l-sx-gc, so viel sie im nachbauen erhalten kuntcn, und tvdleten viele von feinen besten lenken und vornehmsten Generalen, als sie über das gebürg Ronccval paßirten. Die vornehmsten aber des landcs, welche sich vor Carolo U. furchten, überlieferten ihm einen theil solcher räuber, selbige gebührend abzustraffen. Im jabr 817 mir. den sie wegen einer r-voire. die sie erregt hatten, von Lndovico?>» gar hart gezüchligct, biß endlich dieses land eben die t-rz als Agui- tarnen erfahren muste, nnd unter der Fränckischen Könige both« mäüiakeit kam. oil-c»--/ „or v^ic. 4 - Nili, c!c Lesrn. Suche auch Aquttanien und Guienne. * Gasconius / (Johannes) ein Engelländer, war zu ende beL 14 seculi ein gelehrter Jurist, und einer von den Doctoren zu Oxford , welche die lehre des Wiclefs verdammet. Er hat auch denselben in schafften widerlegt, und sonst des Hieronymi leben be« schrieben. bibl. lle tcripr. TMgt, Gasparinus von Bergamo, ein berühmter Mür klner von dktt rcliLursrorikus IjterLrum, gebürtig 6 Uv tillM geringen stecken des Bergamenischen gebiets. Er hat erstlich W Venedig, hernach zu Padua, und endlich zu Maylanb mit grossem appi-uku die tiumaniorL gelehrt, auch zuerst die-k-ll»l-z c,c-wm- -ä cr^krmrcm heraus gegeben. Er starb an. 1428. lcripr. cccl. lliat. u6,cono under sehr vielen zuhöreren, worunter jeweilen eine ziemliche anzahl alter und gelehrter leuthen sich emsanden, nach curtzem ein hesttiger husten und entzündung der lungcn; weswegen er zurück nach seinem valerlande verlangte,hielt sich auch beständig biß an. -6-;; zu Digne auf. Er kam in selbigem jähre zurück nach Paris, fiel aber gleich das folgende jähr in ein starckes fiebcr, wovon er zwar durch viele öffnungen der aber, welche damalen zu Paris sthr im schwang giengen, endlich befreyet wurde, doch so, daß er von dem an seine vorige kräffken und gesundheit nicht wieder erlanget, sondern bald hernach im herbst, an. ,6;z von neuem in gleiche kranckheit verfiel, und, als er da wiederum auf die vorige art tractiret wurde, nach der i ztcn aberlässe verschied; weßwcgen mehrere gelehrte außlan- der, mid sonderlich Petrus Borcllus sich über die Pariser art fieber zu curiren, bey diesem anlas? sehr ungehalten erzeigt. Man mercket an, das Gassendus selbst nach dem neunten mahl angefangen hierüber einen zweifel zu fassen, als aber der vornemste under den achten mit seiner Meinung bey den anderen durchtrange, solches endlich geschehen lassen, und am end gegen seinen v rtraucen ae is va- kene dieses urtheil gefallet: es wäre besser durch diese entziehung der kräfften sanft sterben, als durch die Heftigkeit des Übels, welche er, aufdas zureden der ächten, bey mehreren, gevlüt scheinet vermuthet zu haben, mi' grösserem schmertzen ersticken. Starb also den 24 oct. i6^z, in dein Hause des berühmten und um viele gelehrte sthr verdienten Henry Louis 6s Montmor, Requeten-Meistcr in Franckreich, welcher ihn sehr werth und gantze 2 jähr m seinem Hause hielte,hat ihn auch in der kirche von 8. Ntcola 6e§ ck.,,nps zur erden bestätigen,und ein prächtiges spirsptiiu,,, setzen lassen.Er war in der Lilxc>n«m>e vortreflich, legte sich darneben aufdie sprachen, und suchte Epicuri pbiiowpwc wieder hervor, weil ihm unter allen steten der alten keine besser anstund; wie er denn auch von selbiger Philosophie z bücher geschrieben, nebst 6 andern, worinnen er seine Philosophie weiter ausführet. Erbat auch Tychonis 6e Brahe, Nicolai Copernici, Georgii Purbachii, Joh. Regiomonkani und Ricolai Claudii, wie auch Fabricii Peirescii leben beschrieben, und andere schrifften mehr verfertiget, welche nachmals zusammen gedruckt worden. Fast alle gelehrte leute seiner zeit, sonderlich die sich aufdie natürliche wissenschafft und stern-kunst legten, waren seine freunde, und stunden mit ihm in brieswechsel, wovon der sechste band seiner schrifften, so wohl als auch der dritte und vierte, darinnen solche grasten theils annoch vorhanden sind,zu vielem nutzen der gelehrten ein sattsames zeügnuß ablegen können. 6- vikL Oslk-n6i sp. Wirren in memor. ptiiiof. 6ec. 4- letlur worruzlij pcrro 6s6cn6o crarsru;. vlrkerv- pli),f. me6. cent. z. obs. ii. * Gaffron/ eine berühmte Adeliche familie in Franckreich, davon auch einige in Aragonien und Engelland sich nievergelassen haben. Die Frantzöfische hat ihren Haupt-fitz in der Provintz Bearn. In derselben hat sich an. 1499^1-1131,6 6s oPtion sehr hervorgethan, indem er nicht allein die festung Sauveterre, wider die Spannier tapffer vertheidigte, sondern auch bey der Königin Catharina von Navarra einer von den vornehmsten Ministern war. Um eben diese zeit lebte Wichelmus von Gasston, Seaccll,i von Sauveterre Köniae^/vi^r' sthnJohannes in wichtigen ->^'ren von dem Und als?» 1 2-m-r-"I^Era.nach Spau.en ge,ch.ckl worvcm mttFrancisto 1 in derschlacyt ^ gefangen worden, und man ihn gegen crleauna dec abae- llon mcht loßlaffen wolle, bestach Johannes von Gas- da nnn^>a'?'"^ ^'fidm, daß er sich durch ein se.l befreyete, da mimittelst einer von fernen p-ig-n sich m das bett wate um die anderen von der gsr-6c, die nichl bestochen waren r» tergeheu. Dieses Johannis bruders-siihn, gleiches namens, ward me>uKomgcHenric0II in Franckreich, der Königin in Scholt- mit einem -»rpu zu hulffe geschickt, davon er zulem das gene,al-co,nm3nci«der csvs>!°r,e bekam, aber sein leben in einer sÄ,01, enibußte- Michael und Hugo von Gasston blieben in der barsMe zu 8. Quentm an. iz?8. Hugo derII war 6. u.cineur zu Nantes, allwo er auch den Grasen von Soissons gefangen bekam. Johannes ward von dem König Henrico IV in Franckreich, zur zeit, da die,er nur Konig in Navarra war, zum zweyten ten des Parlaments von Bear» gemacht, und weil er der Reformirtcn rellgwn beygethan war, folglich nicht erster werd n tonte, ließ der König ihm zu gefallen, die ersten ?>-rs,6c„ten-stelle ledig, wiewol andere melden, daß er würcklich erster prallen, gewestn. Sein söhn Jacobus folgte ihm in eben dieser würde, und zeugte mit Maria s E§claup; söhne: i) Johannen,, der nach ihm gleichfalls r-eiiNE lluksrierrient c?eks3rn,und nachmalsJntenvant inNavarra wurde,auch seinen söhn gleiches namens, in dessen Kv-m der König me Büronre Eümou ÜN. l66ozum unter dem titul Eüs- sion erhoben, auch wiederum zum Nachfolgerin seiner ymte. 2) Jsaacum,Herrn von Pondoli.;) Jacobum,Herrn von Bergcre, derals>4srccks! clu Lsmp an. 1647 starb. 4) Johannen,, Ie,3-Siii3i 6c vrsnce. von dem gleich jetzo ein eigener articu! folget. on,wie unter dem vorhergehende» articul zu sei, n, ward zu Pau, in der Hauptstadt der Provintz Bearn, den 20 aug. an. ,609 gebohren. In der jugend führte er zum unterscheid seiner brüder den „amen Hontas anstatt Ga?ffion, und ward anfänglich zu den Jesuiten , hernach zu den Barnabltcn nach Lecar geschickt , da er sich in den Kumsnioribus und der vKUolopMe zjmliche wissenschafft zuwege brachte.' Doch ließ er gleich in den jungen jähren eine gantz besondere neigung zum kriege von sich blicken; und weil eben dazumal in Italien wegen des Veltiins unruhe entstünde, begab er sich an. 1625 an den Savoyischen Hof,da ihm also- bald der >4arczui8 6s Vignoles, Feld-Marschall der Savoyischen trouppen, zu diensten verhalff. Als aber kurtz hernach friede wurde , wolle Hontas nicht länger an dem Turimschcn hos bleiben, ob ihm gleich der Printz von Piemont sehr gewogen war; sondern so, bald er hörte, daß der HLrtzog von Rohan in Franckreich in ts vcur der Hugonotten die waffW ergriffen, trieb ihn Nicht allein der reli, gwnseyffer, sondern auch vornehmlich die kriegs-begierde, basier an. 1627 sich zu seinen diensten anböte, welcher ihn auch als Lieutenant zu pferd annahm. Hontas bezeugte bey dieser cli^e j„ allen gelegenhciten so grosse tapfferkeit, daß ihm der Hertzog von Rohan selbst vor vielen andern den vorzug gab. Wie aber zu Alez mit dem Hertzoge friede gemacht wurde, hatten seine dienste wieder ein ende. Esslleß sich aber eben zu der zeit in Italien zu einem neuen krieg an. Dannenhero begab sich Hontas wiederum in Savoyische dienste. Bald aber muste er wieder nach Franckreich zurück gehen, weil es zwischen dieser crone und Savoyen zu einer ruprur kam, und alle Frantzosen unter den Savoyischen trouppen abgedanckt wurden. Er diente hierauf unter der Frantzöstschen armee gegen Savoyen als L<>-ns,rc, und ließ insonderheit bey der belagerung von Pignerol grosse hertzhafftigkeit blicken, welche er auch in einem 6„sii mit einem Officier, namens Marcony, zn erkennen gab. Zu allem „»glück aber ward zwischen Franckreich und Savoyen in gar kurtzcn wiederum friede; dannenhero wolle er zu den Spanier» achcn, welche in dem damaligen kriege in Teutschland dem Kanter beystunden. Weil ihm aber feine freunde abriethen, den feinden seines Königs zu dienen, ergriff er die resolution, unter dem Könige in Schweden, welcher eben damals in Teutschland äuge-, kommen, sein glück zu versuchen. Nachdem er auch mit noch einigen andern von seinen frkunben in desselben armee angelanget, ward er von den, K önige nicht allein sehr wohl empfangen, sondern auch in kurtzem einer grossen Vertraulichkeit gewurdiget, weil dem Könige seine Munterkeit und cau,.ixs sehr wohl gefiel, und er sich vermittelst der Lateinischen spräche am besten unter seinen reise- gesahrten bey demselben insinuiren konte. An. -s; 1 war er m der ersten Leipziger-schlacht mit gegenwärtig, und empfieng etliche blessuren. Nach derselben erlaubte ihm der Komg von Schweden eine eigene compagnie zu Pferd von gebvhrnen Frantzosen m Franckreich zu werben, weiter aus unerfahrenhcit der Teutschen und Schwedischen spräche in des Königs armee nichl wohl dienen kunte. Als er mit derselben bey dem Könige angelanget, ward er zugleich bey der belagerung der stadt Donawerth gebraucht. Er befände sich mit beyder psllsyc des Lechflusses, allwo Ttlly todtlich blessiret wurde Vor Jngoistadt ward er durch die erschutterung defferde 7 on eben der^Ai, die dem Könn; Gustav Atohh das vferd unter dem leib erschoß, medergeworffen , und beschädiget. Nichts destoweniger stund er eilends wieder auf,und war einer von den ersten, die dem Könige zu hulffe kamen; wodurch er sich derge- staltbey demselben in gnade setzte, daß er von solcher zeit an immer nm ihn st'yn muste; wie er dann zu München dre ehre hatte, daß II Heil. Lll ver 45 « gas der König ilm nebst einem Minister gantz allein mit fich nahm , als er mit den Jesuiten eine Unterredung hielte, da er ihn auch mit einem karcr in glaubens-sachen disputiren ließ. Er versprach ihm auch ein regiment zu schencken, und die crlaubiuß zu lassen , sich in dergantzen armer leute darzu auszusuchen, mit dem beysatz: daß er versichert seye, daß diß ein regiment seyn würde, wobey man sicher schlaffen tönte. Er bekam alsobald drey compagnien reuterey zusammen, mit welchen er den trouvpcn entgegen gieng, die dem Könige in Schweden von den Protestantischen Fürsten zugeschickt wurden. Bey dieser expedition hatte er unter andern 200 Croaten von den Kayserlichen gefangen genommen, gebieth aber nicht weit davon an ein starckes feindliches corp» , welches ihm zimlich bange machte. Doch erdachte er eme list, stellte sich in ?ollru-, und die gefangene nebst etlichen Teutschen Officiers voran, welche sich vor Croaten ausgaben, wodurch er sich und seine wenige mannschafft errettete. Nach der zeit gewannen diese gefangene Croaten eine solche liebe zu ihm, daß 2 Officiers derselben ihm ihbe töchter zur ehe anboten,und als er solches ausschlug,sich zu einem llue» atisfor- derten, weil jeder in gedancken stunde, daß der andere ihm darin verhinderlich gewesen. In währender zeit, als der König in Schweden und Wallensiein in ihren verschmitzten lagern vor Nürnberg einander im gesicht stunden, wagte Hontas einen kühnen streich, und nahm ein grosses convov. so von 400 reutern escortiret war, mit einer mannschafft von 500 reutern, vor dem angefleht der feindlichen armer weg, und brachte es in das schwedische lager. Nach diesem ward er zu der expedition gebraucht , da die Schweden des Wallensteins Magazin zu Freysiadt wegnahmen. Als der r»fentstandcn,daß Wallensiein dccampircn wolle,schlich er sich mitten in die feindliche armee,nm die Wahrheit davon zu erfahren ; weil man ihm aber bey seiner zurückknnffl nicht völlig glauben beymcssen wolle, gerieth er darüber in ein -lue > mit einem Schwedischen Officicr,ui>d wolte sich nicht zufrieden geben, biß der König selbst ihn bey der Hand nahm und zu ihm sagte: Ob ich gleich der einizige bm, dem ibr verziehen habt, will ich euch doch satisfa- ction geben, und sage also, daß ich euch ^oiMcui-Honias vor einen braven und aufrichtigen Cavalter halte, und solches vor der ganlzcn weit bezeugen werde; worauf ihn der König Noch mit seinem degcn bcschenckle. In einer bald hernach vorgefallenen action mit Wallensiein verlohr er Mehr, als den dritten theil seines regimento, und weil sein pfcrd unter ibm todtgestochen wurde, mu- ste er sich zwcn reutern gefangen geben. Doch währte dieses nicht längerals 2 stunden ; denn er nahm die gelcgcnbeit in acht, und stieß einen von den zweyen reutern, die ihn bewahrten , mit einem fvoriyden er an statt des degens in der Hand batee,nieder,nahm ihm seinen dcgc», und schwung sich auf iem pferd, auf welchem er sich mitten durch die feinde bis zu den Schweden salvirtc. Auf dem mzrclie nach Sachsen vermehrte ihm der König in Schweden sein regiment bis anfacht compagnien, und würde ihm noch grössere gnade erzeiget haben, wann cr nicht bcv Lützcn Um das leben gekommen wäre. Durch den tod dieses Königs wurde Gaiston in die äusserste bestürtzung gebracht. Der Hertzog Bernhard von Weymar versicherte ihn zwar seiner protection,recommendirte ihn auch dem Cantzler Orenstiriywelchcr sein regiment bis auf 12 compagnien vcrstärckie, und ihm geld auszahle» ließ, damit er solches j» dem Elsaß comoicr machen könte. Allein dieses anscheinende glück hatte keinen bestand , weil sich unter den Schwedischen Generalen und dein Cantzlcr gar bald ialonsicn und Uneinigkeiten äusserten. L-o bald Gassion seine 12 compagnien auf den deinen hatte,wolce er mit denselben zu dem Hertzog von Wenmar gehen ; der Cantzlcr Orenstirn aber hieß ihn in dem Elsaß bleiben. Der Hertzog von Lothringen verlangte ihn in seinen dicnsten zu haben , und schlug ibm sehr s-vvrgblc cuullirioiiLs vor, Gassion aber hatte keine lust darzu. Weil inzwischen Franckreich gleichfalls angefangen, sich in den Teutschen krieg zu mengen, so «commandiere der Hertzog von Wenmar Gassion an den Frantzösischen Hof, und gab ibm orchc, nur seinem regiment im Elsaß zn'dcin Marschall cie u Force in Lothringen zu flogen, wann es solcher begehren würde. Gassion nahm bey dieser gclegenheit eine reise nach dem Frantzösiichen Hofe vor, und ward von dem Cardinal Richelieu mit grosser Hochachtung empfangen. Au gleicher zeit erhielte er von des verstorbenen Königs in Schweden natürlichem söhne Gustavs unterschiedliche scbre>ben, darum ihn derselbe ersuchte, zu ihm m kommen, und ihm unter andern scbr favorablen conditioncu versprach, ausser seinem regiment noch eines von 1200 man» zu schencken. Knrtz vorher , als er dem Hcrtzogc von Würtembcrg in der belagernng Vil- lnnen bülffe leistete, ward er so gefährlich bleffirt, daß erstange zeit nicht wohl dienen kontc. Als er endlich sahe, daß die «Lchwedcn ihn kaltsinmg tractirtcn, entschloß er sich,in Frantzösisehe dicnstc zu gehen. Er fand aber noch allerley Hindernisse,bis endlich an. 1615, als Franckreich den krieg öffentlich wider Svanicn dc klar alle, der .Hertzog Bcrnbard von Weymar ihn an den Frantzösischen Hof schickte, um solchen dahin zu disponiern, daß der Marschall ll- m Force zu ihm stossen solte. Der Cardinal Richelieu tractirte ihn auch bey seiner ankunsst mit grosser distinktiv», und wolte ihn an die vornehmste Protestantische Fürsten in Teutschlaud schicken, um mit denselben wegen anwerbung 10000 mann und einer genauen Verbindung zu traccircn. Allein Gassion verdarb die gantze fache durchsein eigenes versehen ; dann als er mit dem Joseph, welcher damals an dem Frantzösischen Hof, und insonderheit bey dem Cardmal Richelieu in grossem ansehe» stunde, wegen der an- zahl völekcr - so man von dem Churfürsten zu Sachsen erhandeln wolte, conserirte, konte er nicht mit ihm einig werden. Der v^cr sagte endlich : Ich sehe wohl, daß wir nicht einerley glandens sind. (Dann Gassion war ein Hugenott.) Worauf Gassion antworte- gas te: Und noch weniger einerley handwercks, ihm heimlich vorwerffende, als ober dlekriegs-sachen nicht versiünde E^^ versetzte aber, es ist genug, daß ich des Königs intention weis ^ darbey muß es bleiben. Und hierauf wurden nicht «2 L schreiben und instructionen dem Gassion wieder abgenommen sondern er hatte nach diesem jederzeit an dem o Jostvi, eine« feind. Inzwischen nutzte ihm seine reise nach Paris soviel^ mit einwilllgung des Hertzog Bernhards von Weymar m U» tzösische dienste genommen ward, und zwar unter diesen voKn hälftigen conditwnen , daß er die völlige dispositivn von allen «« ciers,und die gemalt des lebens und todes über sein regiment bÄss auch sonst unter niemand , als unmittelbar unter dem Gcnew, s7 hen solte. Hierauf begab sich also Gassion nach der armee Marschalls ae Force m Lothringen, gieng bald aufparthev,, recommendlrte sich durch seine tapffere dergestalt bn, !,»> daß ihm die consiscirlen guter des Baronll?Sales, dernioem Hertzoge von Lothrmgen übergegangen war , und nicht lmia der. Nach,eme gratification von 20000 llvr-s gegeben würde. Der ss^ biüal Richelieu hätte ihn auch unter seine garde genommen, wann der i^re- Joseph- den Gassion von neuem beleidiget, es nicht gerindert hatte. In dem niertz an. i6;6 zerstreuest er bey Radon n Lothringen nebst dem innqen lle i» Force 2500 mann cavallme welche Coloredo nach den Niederlanden führen wolte, und bekam den General selbst gefangen. Zwey monate hernach ward er zu der belagernng der stadl Dole, und hierauf zu der belagernng von ist» die gebraucht. Auf dem marsch Nach diesem letzten ort, ward er durch ein fiebcr verhindert,im selbe zu stehen; da bann mittlerweile sein regiment durch cst Wert sehr mitgenommen worden Der Komg ließ ihm aber so gleich 50000 i.vrcs auszahlen, wodurch er seine voleker gar bald wieder ergäntzte. Kurtz hernach warb ihm sein regiment von dem Könige noch mit 2 compagnien vermehret, und zwar bey folgender gelegcnheit. Der Hertzog von Candale ließ dem Könige 4» der auserlesensten Spanischen pferde vorführen. Gassion war auch zugegen, und als ihn der König fragte,ob er sich nicht auch einen stall voll solcher pferde wünschte i antwortete er: Er wolce, daß sie dem feind zugebörten. Ais der König die Ursache wissen wolte, sagte er. Wann sie dem feind wären, könte ich sie wegnehmen. Dahingegen weit sie meinem General gehören, ich mir keine Hoffnung darzu machen darff. Wie aber, sprach der Kö» nig, wenn er sie euch scheuchtest Auf diesen fall, versetzte Gaff,on, wolte ich sie mit grossem danck annehmen, und mein regiment mit 2 compagnien dadurch vermehren. Hierauf antwortete der König, daß er «einem verlangen hierin wohl ohne Candale ein genügen leisten könne, und gab alsobald die benöthigte or-ste dar;» ; welchem der Cardinal Richelieu den solgengen tag noch r compagnien dragöner beyfügte. Durch seine meritcn brachte er es dahin, daß er zum Kl-ii-ccUaN cie Cämp gemacht wurde, Kurtz hernach an.i6z- ward er nach der Norntandie geschickt, um die daselbst entstandene rebcllion zu stillen; welches er so glücklich verrichtete,daß ibm deswegen die halbe» emkünsfte eines Königlichen Lieutenants der Provintz gegeben wurden. An. 1640 that er bey der belagernng Arras mit leinen streiffereyen grosse dienste,war auch einer von den ersten, welche auf der yoNv fasseten. Zu ende der campagne ward Gassion nach Hofe beruffen, weil ihn der Cardinal ausforschen wolle, ob er nicht etwa» von dem Grafen von Soissons,der eben damals seine imruhe anfieiigsin feine parthey gezogen worden. Er fand ikn aber nicht allein unschuldig, sondern als er ibm die stv- che vertraute , schwur ihm Gassion eine unverbrüchliche treue. Doch kontc ihn der Cardinal nicht bereden, daß er zum schein des Grafen von Svissons parthey nehmen, und hernach wieder davon abtreten solte; weil Gassion viel zu aufrichtig und zum ßimillrcn nicht geschickt war. In der folgenden campagne an. 1641 Haler das meiste zu erobcrung der vestung Aire beygetragen. Am >642 solle er nach Roussillon Marschiren, um dem'Marfchall m Brcze in belagernng der vcstunq Perpiqnan behülstich zu semi. Gaffon war schon aus dem marsch; so gerne aber als Richelieu ibn mitzunehmen wünschte, weil er einen getreuen clienten an ihm wüste, ward es doch von seine» feinden hintertrieben, und Gassion bekam oi^circ, wieder zurück nach Flandern zu gehen; allwo er unter dem Grafen von Hakcourt stunde, und sich sonderlich mit erobcrung einiger vestcn schlösscr, Clermont, Oye rc. hervor that. Knrtz vor dem tobe des Cardinals kam er nach Hofe, und besuchte denselben, ward auch niiter anderm mit 2 kostbaren ringen beschcnckt, nebst den Worten,daß der eine davon vor ihn,der andere vor seine zukiiiiff- tige gemahlin seyn solte. Aber Richelieu, der ihn mit einer von inner vcrwandschasst zu verheyrathen vorhatte, starb zu frühe, durch dessen tod Gassion zwar viel verlohr, nichts destowcnigcr aber knrtz hernach, wegen seiner, in der schlackst hey Rocroy und in der bela- gcrung von Dicdenhofen erwiesenen tapfferkcit, im nov. an. 164; den Marschall-stab davon trug. In dieser würde signalirte er W gleich im folgenden iahr in der belagernng von Grcvelingen, welcher nebst dem Marschall -i- is Meilleraye unter dem Hcrtzoge von Orleans commandirte. Es äusserte sich aber alsobald zwischen ihm und Meilleraye eine jaiouNc, ja der Hertzog war ihm selbst nichtK wogen; wie er denn auf seiner Lir-quc mit dem bcnölhigtcn mG genugsam versehen wurde. Gassion erwiese sich aber bey diesem allen mehr einen soldaten, als Generalen ; Erwartagmw nacht bey den arbeiten: zugegen; in allen stürmen und scharnm- tzcln auf den aussenwcrckm föchte er mit, wie ein gemeiner; cr stach das rer^ii, vor die arbeiter aus Mangel der ze oee ab; er begab sich aber dabey in solche gcfahr, daß er mcht «nun unterschiedliche male scharffblcssiret wurde, sondern auch der -ye^ tzog von Orleans ihm vorwärts, daß dergleichen auffuhrung einem Marschall von Franckreich unanständig ; worauf aber GatM gas antwortete: daß er den Mangel der rogemLsr-und anderer fachen genöthigt sty , drirch ferne gegenwart zu ersetzen. Als die stadr sich ergab, entstund zwischen ihm und Meilleraye ein heffriger streit, weil diestr das ^k>on > welche dre belagerten vor dem ausgang einräumten, mit seinen unterhabenden trouppen besetzen wolte, Gas- sion aber behauptete, daß weil er von solcher briiio» sich am ersten meister gemacht, ihm diese ehre gebühre. Er maintenirte sich auch Mitqcwalt dabey, obgleich der Hertzog von Orleans den ausspruch für seinen gegenpart gethan hatte. Nach der erobcrung Grevelin- gen nahm Gasston die Abtey Waten weg,und weil diß ein vorthcil- haffter posten war,werschantzte er sich daselbst. Meilleraye war deswegen mißvergnügt, daß man ihm diese expedition nicht anvertrauet,und begab sich von der armee weg. Aber Gaffion ward doch nicht allein gelassen ? fünden bekam den Herkoa von Elbeuf neben sich, welches aber wiederum zu vielen jaiousien anlaß gab. Doch war Gasswn nicht müssig,sondern that in währendem Winter streif- ftreyen bis unter die thore von Wem, und nahm alle veste posten weg, daß 8. Omer gantz erngesperret war. Die Spanier konten auch nichts wider das verschantzte lager bey Waren anfangen. Aber die Uneinigkeit zwischen dem Hertzoge von Elbem und Gas- sion nahm endlich dergestalt zu, daß sie sich beyde auf ein ducll aus- fordcrten, welche aber, wie die freunde des Gasston schreiben, verhindert wurde, weil a Elbeuf sich bey diesem buell nicht stellen wolle. Als man bey dem ansang der Campagne des jahrs 1645 bey Hof rathschlagte, wer unter dem Hertzog von Orleans in den Niederlanden dienen solle, war der Marschall UeGaßion allen vorgezogen. Das Haupt»absehen gieng damals auf Dünkirchen- Er torcirte zuerst die pLiiags über den fluß Colme, und zwang Picolomini, daß er sich hinter den canal, der von Dünkirchen nach Winoxber- gen gehet, setzen muste. Nach diesem eroberte er die schantzen Mardyck, Lincke und Bourbonrg. Weil aber Picolomini sich hinter obbesagten canal starck verschwitzet hatte, und man Dünkirchen nicht an,ireiffm konte, suchte man ihn durch eine -llvechon aus solchem posten wegzulocken. Solchemnach marschirte Gaßion mit dem rest der armee nach der Lys, und nahm ohne sonderlichen widerstand in kurtzer zeit Merville, 8. Venant, Lillers, Bethune, Armentieres, Warnewn, Comines und Menin ein- Er that hierauf einen verwegenen marsch von Menin bis an die Spanische linien zwischen Gent und Brügge, welche die Holländer eingeschlossen hielten; hatte auch das glück, daß er doch die linien und eroberte, die Holländer befreyete, und ihnen behülflich war, daß sie Hülst einnehme» tonten. Die Spanier suchten zwar diesen schimpff zu rächen, und weil sie durch ankunfst des Hertzogs von , Lothringen verstärckt worden, wollen sie ihn mit zusammen gesetzten kräffren in Menin überfallen. Gaßion aber erwartete ihre cunjunüion nicht, sondern griff den Grasen von Fuensaldagne bey Ppern an, und schlug ihn gäntzlich aus dem selb. Er fortificirte hernach die an der Lys eingenommene Plätze, setzte fast gantz Flandern in conr->kui'5Wand , aber seine uneuugkeit mit dem Mar chali von Raatzau wap ursach an dem vertust von Armentieres, an dem mißlungenen mychlag auf 8. Omer, und auf den entsatz von Andreres, welches die Spanier belagert hatten. Sie würben endlich beyde von einander abgesondert, und da machte sich Gaßion also- bald meister von l» Baffee, und Rantzau vvnDixmuyden. Gaßion belagerte hierauf Lens, wurde aber durch den entsatz der Svaniee davon weggetrieben. Er conjungirte sich hierauf wieder mit Rantzau, um Wen, wegzunehmen; aber die continuirliche uneimakeit die,er beyden Generals machte das unternehmen fruchtlos;. Gas- sion , um diese scharte auszuwetzen, belagerte hierauf wiederum Lens, wurde aber davor todtllch bleßirt, und nach Arras gebracht, woselbst er 4 tage hernach den r oct. an. 1647 den geht ausgab. Man muß ihm nachrühmen, daß er an Hertz und tapsserkeit wcma seines gleichen gehabt. Er war W.Um. und imanfbörllch m de- wegung. Wo es am gefährlichsten und UWei-ziclln aussähe, ließ er sich am liebsten gebrauchen. Aber zum ratbschlagen und grossem nachdencken war er nicht geschickt. Dannmherö unter seine« thaten viel l-mer-tat mit untergelauffen, welcher aber jederzeit das gluck k-vmillret hak. Um deßwillen haben andere von ihme geurtheilk, daß er zwar ein guter parthey-qänger, und Held unter den Croate» oder Huiaren gewesen, aber nimmermehr einen rechtschaffenen Capitain einer armee würde abgegeben haben; und der Hertzog von Enguien nennte ihn nur erourll, cW»-L>, cmm unbesonnenen Corporal. Darneben war er aus der Massen »mn rre in seinen Meynungen, und ließ sich offc von den allerklüqste« Capitains und Ministern Nicht eines andern bereden. Seine so!« baten liebten ihn wie einen vater, theils weil er alle kWues mit ihnen theilre, theils weil er ihnen jederzeit gute quartiere verschaffte , und sie meistens auf llckceri,,« leben ließ. In der lugend hatte er zimlich studiert, und nach der zeit ausser der Lateinischen die Teutsche sprach erlernt. In war er besser als mancher inZenieue. Gleichwie er aber von Natur zum krieg gleichsam gebohren war, also hatte er einen adschcu vor dem weibs - volck - und vor dem Hof- leben. Ein schönes pferd war idm lieber als die allerschönste dame, und man konte ihn niemals bereden, sich zu verheyrathen. Er hatte auch allezeit mehr vergnügen in seine« Winter - quartieren, als bey Hof, und kam niemals dabin, wenn ev Nicht expreß beruffen worden. Seine allzu grosse freyheit im reden und seine Unwissenheit zu stattireu machten thue nicht nur ungeschickt zu einem hok-mann, sondern brachten ihn auf die letzt i« das gröste Unglück. Er verdarb cs Mit den vornehmsten Minister« und Generalen, auch mit denen, die ihm zu feiner erhöhung ge- holffen, als dem Hertzog Bernhard von Weymar, dem Hertzog vo« Enguien und andern. Er warff sieh mir allen Marfchaüen ab, die neben »hm commandirten. Der Cardinal Mazarin wäre ihm anfänglich gewogen, aber durch »eine eigene schuld machte er sich denselben zum ärgsten feind. Der Graf von Paiuau wolte ihm einmal die cV^e eines Wesire cie Omp der csvzkriü ledere abkaus» fen, und weil er nicht genug Haares gell» hatte, bot er ihm jemand zur csutioii an. Als Gaßion Nicht damit zufrieden war, sagte dee Cardinal Mazarin, der dabey stunde: Ich will selbst bürge seyn. Aber Gaßion antwortete ohne bedencken: So soll ich mich betrügen lassen? denn wer eine mächtigere c-ucion anbietet/ als der creuiwr ist/ hat keine rechte tust zu bezahlen; ich muß einen bürgen haben/ den ich zwingen kam wann er nicht bezahlet. Er war auch so unbedacht, daß er offtmals in gegenwart desMazarin die grossen qualitäten desRichelieu erhöbe, welches jenen nicht wenig verdroß. Ja, er nennte ihn einen äffe« des Richelieu, der aber nur die rothe färbe mit demselben gemein habe. Als einsmals eine omre von hofkam, die ihm nicht anstünde , sagte er: Diß könte von niemand anders herkommen/ als von einem unwissenden pfaffen / oder von einem Italiänischen co/on. Weil er sich nun den gantzen Hof und alle Generals zu feinden gemacht, konte ihm sein Unglück nicht fthlen. Dann seine feinde brachten ihn in den verdacht, als wann er mit den Holländern in tractaten stünde, um ihnen Courtray zu liefern, und daß er mit der gantzen armee untreu werden wolte. Der Cardinal wäre deßwegen zweymai willens ihn arrestnen zu lassen; verschob es aber noch auf eine kleine zeit, bis er mehr erlauterung von der fache würde bekommen haben. Ob er nun wohl hierin« unschuldig befunden wurde, wäre der bofboch willens ihn abzusetzen , und wenn er nicht darzwischm gestorben wäre , hatte er fernem Unglück nicht entgehe» können; wie dann der Commmdant zu Arras, wohin er sich nach stiller letzten blestur begeben, berei s orcire bekommen, ihn zu arrestiren. ci°8 ^°cka, 6- kslllon, impr äk-ri; 3N. 1654. ^»»». billmrc llu^rrecliLl cis 6-s- 6on. ÄrrlelcrcurioUercmpico-renkiwm.io. llsFoV kllloike ren, jon- dcrn nur zu gewissen zciten dabin abreisen. Es liegen darinnen die städtc Utznach und Wescn/das kloster Schennis,wie auch Schmer- ckcn, Ammon/ Goldmgen rc. An. i;iy erhübe sich einiger streit zwischen denen im Gaster und ihrer lands-obrigkeit / angesehen jene behaupten wollen / ein Landvogt seye so wohl ihnen / als sie ihme, zu schwören schuldig; weil sie aber den miß ihrem lands-buch fur- gewandten articul mit keiner bewilligung der Oesterreichischen Herrschafft beweist» tonten / wurden sie von ihrem begehren abgewiesen. Als an. 15zl derjenige theil dieser einwohneren / welche bey erfolgtet Veränderung der Religion die Reformation angenommen hatten / in dem so genannten Cappeler-kricg denen von Zürich zugezogen waren / mußten sie ein solches nach gemachtem frieden/ (als von deme sie ausgeschlossen waren) übel entgelten / Massen ihnen der Canton Schweitz ihr land-panner/ bricff/ frcyheitcn und malefik-gcricht weggenommen; die p-rcicuiaren aber wurden theils des lands verwiesen / theils aber auch um geldt gestrafft/ und der Catholische goltesdienst wieder eingeführt; sie erhielten auch ihre vorige sreyhciten erst nach langen jähren wieder. Uctvcr. ver. §. 48. Lliron. tvlrc. ?. I. sn. iZor. p. r. all i;88 öc 140;. ?. z. scisn. 1426 A 14)8. Lkron- Llsron. ro>, Z7l, Lc 448. Kittor. I 48 c. I. 27. c * 6Ü.8DIXOI8/ lat. Vsttinium, eine landschafft in Franckreich/ zwischen der , iLkesucc, POrIo3no>5, Nei r) , oiivcr- nois, und la Lr^e gelegen. Es gehört zu dem Zouvcr- ncmcnider Islecie krsncc, und bcqrcifft das Hertzoglhum Nemours/ ingleichcn die Grafschafflcn Moret und Nochcsort unter sich. (Nafton/ (Johann Daptista) Hcrtzog vonOtleans/Chartres/ Valoisund Graf von Blois/w. nsir von Franckreich und Louvcrncur in Languedoc. Er war der jüngere söhn Königs Hcn- rici N. von Maria Medieca/ gcbohren zu Fontaincbleau den 2; april an. 1608. Er hatte erstlich den titul elncsHcrtzogsvonAniou und hernach von Orleans.Er führte eine knrtzc zeit das co„imL„6<, über die armcc/ welche an. i628 Rochellc belagerte/ und nach- mals an. iüi6 in der Picardie. Unterschiedene mal bezeugte er nch schwüriq/ und begab sich von Hofe/ wurde aber allezeit/ wenn er zurücke kehrte/ wieder angenommen. Er war Reichs - Statthalter inwährendcr Minderjährigkeit Ludovici XIV/ und comman- dirtc an. 1644 und 1645 die armem bey den belagcrungcn voll Grcvelingen/ Dethunc/ Dourbourg/ Armcntiercü/ Courtray/ Mardick/ rc. Nachdem es aber durch die innerlichen kriege cm anders aussehen gewann/ rctirirtc er sich nach Divis / woselbst er im scbr. an. 16S0 starb. Sein lcichnam wurde nach 8 v>.-n)5 gebracht/ sein Hertz aber in dcrIesuiter-kirche zu Divis beygesetzt. Er war ein überaus curiöscr Herr/ und hatte ein vortrcfliches ea- binet von Medaillen / cdelgestcincn / miZn-rurcs und andern raren stücken. Er vermählte sich an. 1626 mit Maria von Dourbon/ Hcrtzogin von Montpensicr / Hcnrici von Bourbon / Her- tzogs von Monpcnsicr/ Dauphins von Auvergnc/rc-cintzi- qcr tochtcr/ welche in dem kindbettcdcn 4 jun. an. 1627 im 22 jähre ihres altcrs starb/ mit welcher er gczcugct Annen Marien Louiscn von Orlealls/ Louvciaine von DoiNbes/ PriNtzcßlN V0N U-ockc-lur Von, DÄUptiinc a'äuvci-^nc, <8cc. An. 16)2 vermählte er sich zum andcrnmal zu Nancy mit Margarethen von Lothringen / Fran- klsci/ Grafen von Vaudcmont/ jüngerer tochtcr/ welche zu Paris in dem Pallastc von Orleans den ; apr. an. 1672 starb / von welcher cremen söhn hatte/ so an. iüzo gcbohren/ und an. 1652 gestorben; Margarctham Louisam / genannt ^Lciemoittiie a'or- i csn5, gcbohren den 28 juliian. 164z/ und an. 1661 mit Cosmo III/ Eroß-HertzogcvonFIorcntz/ vermählet; Elisabeth von ^icn^ gcbohren an. 1646/ vermahlt an. -667 mit Ludwig Joseph» von Lothringen / Heryog von Guisc /von Franckreich/ re. Fran- ciscam Magdalenaiii von Valois/ so an. 1645 gcbohren/an. 166; mit Carolo Emanuclc II / Hcrtzoge von Savoycn vermählet/ und den 14 jan. an. 1S64 verstorben; und Aniiam Mariam von Or- Icans/ t^Lllemoirciic von Chartrcs/ welche an. 1652 gcbohren/ und zu Dlois an. >/F 6 gestorben. Er ließ auch einen bastard/ Ludwig von Orleans/Grasen von Charny/ welcher an. 16)7 zuToursvon Louise Nogerin gcbohren worden. Kitt. «i« 1.0»» xm 1.2;. gas Gaston/ Phöbus III zugenannt/ Grafvon Foix und von Vearn. ErwareinHerr/.dersich durch seine siege/ muthigkert und herrlichen Pallaste/ die er aufgeführet / eima grossen namen gemacht. Er verfertigte unterschiedene schrillten E der lagcrey / und unterwandern eines/ welches den titu füki-t- . Ie miroir lle pk«bus. König Johannes ließ ihn in anest nehm n) well er ihm nicht huldigen wolle/ vertrauere ihm abernaMmmr dascommsn-to der armee. Er starb endlich plötzlich an. ir»i, als man ihm wasser auf die Hände goß sich zu waschen. ^ Fernere »onslez ciekoix. 0//-?^-rKitt. öe Foix. Ec« Gaston/ ein Edelmann aus ÖLupkine. bauete nebst seinem söhne/ Gucrino/ zu ende des 10 seculi ein Hospital vor die kran. cken / so den leib des heil. Antonii zu besuchen kamen/welchen^, eclinus in das Viennensische gebiete gebracht. Es gab dieses zu dem orden s. Anlomi anlaß / welcher durch den Pabst Urvanum N an.ioy; aufdem concüio zuClermont conkrmiret worden. kittor. /Vnton. Fall so. 109;. eLorre-' Kitt. äu vsuokins r . i. ir ttL. ir ö<:I. ^ tcctt. 1;. 6ss8V VI/ cin Africanisches volck/ welches um das gebüraS Laalem Gesulawohnet/ in der Provintz von Susin dem Könia. reiche Marocco in Africa. Die Cherifs von Fetz und Marvccs haben sie/ wegen ihrer treue und cou^Zc, zu ihrer leib-garde aus- ersehen. -etlica l. z c. Zo. Gatakerus/ (Thomas) gcbohren zu Londen den4sevk.M. 1574. Sem vater Thomas Gatakcrus / bey der kucke zu 8. Edmund / schickte ihn auf die Universität nach Cambridge, woselbst er m das collegium zu 8. Johannis aufgenommen/ und bald hernach i^-Zitter wurde. Er hatte eine ungemeine Neigung zum ttun.o der antiquilaken / und läse die schrifften der Griechischen und Römischen pkiioiopkorum, orLkorum und Poeten mit sonderbarem steisse.Zur theologie bezeugte er anfangs schlechte lull, zedoch erwahlcte er solches ttuMuai auf cinrathen v. Johann Sterns/ Bischoffs zu Londen. Denn als ihn dieser einsten bey v. Gutlielmo Agloso/ (dessen ältesten söhn er zu informiren/ und zugleich eine herrliche gelegenheit sich im Hebräischen zuübenhatte) den klndern und gesinde das i capitel der cpistel an die Epheser erklären horte/ und an ihm ein trestiches ing-mum verspürte/ versprach er ihm die herrlichsten mkttniL , wenn er sich zu diesem wenden wolle. Demnach begab er sich mit vorbcwust seines ihm gesetzten Vormundes o. Henriei Alvcji wiederum aufdie jetztge- mcldtc univenikät zu Cambridge/ und ward in kurtzer zeit vor geschickt geachtet/ jn privsr.coNeZiiz Kum3nior.l zu Nocwcn. SvNst hatte er gute gaben zu predigen, weßwcgen ihn die Bischöfliche stadt Lincoln zu sich in das predig-amt zog / welche stelle er -o jähr verwaltete. An. i6n wandlecr sich nach Rotherficld/ in verPm vjntz Susses / zu einer damals ledigen p-rockic. und stund derselben,;; jähr vor. Endlich wurde er nach Cambridge auf die uni- veriilat zu einer prz:feL1.ur bey dem caNegio 88. L!-ini»ri5 berußen, allwo er an. >6;4 starb. Es ist mcrckwürdig/ daß er sich nicht hat abmahlen lassen/ noch zugeben wollen/ daß man ihm nach seinem todc ein monumcm fttzete. Unter seinen schrifften sind die milcell^ne^UIid nor«:in V'irLm>l.-rurcIii dik V 0 rNehlllsteN. Lllvcrt^r. m> 5 ccN. pottk. p. 401 6^ Gatariä / siehe Guetariä. Gath / war eine stadt im gelobten iandc im stamme Juda all den gräntzen Dan. Sie war eine von den; Herrschafften der Philister/ welche zu Josuä Zeiten die Enakim oder Niesen inne hatten, von denen Goliath/ so von Gath gebürtig/ hcrstammte. Zu Davids Zeilen aber war es ein Königreich unterAchis reqierung / vor welchem David seine gebenden verstellte/ als ob er nicht wohl bey sinnen wäre. Nachgehends als David zurervne gelangete/ eroberte er Gath mit allen darzll gehörigen städten. Rehabcam befestigte diese stadt als einen arantz-ort; Hasael aber/ der König von Syrien/ riß solchen dem Könige von Juda/ Joas/ ausden Händen. Als er nun hernach von den Philistern erobert worden, bekriegte sie Uzia/ bekam Gath wieder/ und riß die maucen davon nieder/ oder / wie es nach dem gründ- tcxl änderst kan ausgelegt werden/ nähme die stadt mit geweilt ein. ,z. -.L-x. 12. 8. <85 2. Lkron. rü. 6. rkcskr. rerr. sLntt. P. 22. Gatra/ (c^roius llciis) Printz von Montestaraon/ indem Königreich Neapoli/ welcher/ gleichwie einer von dessen vorfahren / namens Wcnecslaus / unter Franciseo Sfortia gethan/ D durch die waffen berühmt gemacht. Er diente anfangs dem Könige von Spanien in Flandern und hernach in der Lombardie. In dieser letztem landschafft nahm er aufora-e des Marggrafenvon ke- gane; /dem Hcrtzoge von Parma / welcher sich mit den Frantzo- fen vereinigt hatte/ 6 sttel 8 Ln(iiov 3 nni, Lorcottellllo und andere örter in dem PiaeentinischeN ein- Nachgehends widerstund er dem Hcrtzoge von Crcqui/ als derselbe das Mayländischc angriff/ und eroberte Bremmc in der landschafft Lumellino. Bey den linkerney- mnngcn des gedachten Legane; wider Casal und Turin that er als Gcneralvon der Neapolitanischen reuterey sehr grossedtenste/ und . hielt sich wider die Frantzösische Generals Turcnne und Harcoutt sehr wohl. AIs er daraufnach Ncapoliszurück gckomnM/Wckte ihn der Hertzog von Arcos/ vi« -«.e daselbst/ nach Orbilelll)/ welchen ort er mit ungcmeiner tapfferkcit und nicht geringerm wider die Frantzoscn vertheidigte. In währender redellion/welche an. 1647 r-ls- /enicNa zu Ncapolis angefangen/ that er ein greises zu deren Unterdrückung/ und bekam das oberste comm^aoMe die Königliche trouppcn; da er denn die Frantzoscn/ welKeiiin- ter dem Hcrtzoge von Guise den rebellen zu hulffe kamen/ tiaw s. gak gau MsKiedeneil aetionen nöthigte/ nach^licU's^Lreäi 8^;«. und hernach auf ihre flotte sich zu retiriren» Der König von Spanien/ Wlippus lV/ belohnte drese seine dtenste mit einigen lehngütcrn und tituln/ wre auch intt der wurde eines csmpo oeocrsie in dem Königreich Neapolis. Endlich am t6;6 starb er an der sest/ in der Haupt-stadt besjetzt-erwchnten Reichs/ und ward da- ,'elbst in der kirche s--» oomc„,co ^lsggiore begraben» Er hakte sonst keine kinder/ alsemen natürlichen söhn/ welchen er in der belage« Mg von Okbitello vmohv. O/rFs elo§. öi capir. illu^r. p. 289» Gacta Nelatha / ein berühmter General in dem i; 5 -°- rui°. Er hieß eigentlich Erasmus / und war zu Narni von geringen eltern gebohren / Massen sein vater ein kecker allhier gewesen war. Als er von selbigem in wald geschicket worden/holtz zu hauen/ soll er seine art verlohren haben / und weil er sich deßwegen vor stinereltem zorn forchtete/ einem reuter/ deneer aufder straß angetroffen/ in den krieg gefolget seyn» Zuerst diente er unter dem General Braccio/ und hernach unter dessen Nachfolger/ dem General Piecinnino. Darauf trat er in dienste bey den VenmanerN/ welche damals mit dem Pabst Eugenio I V und mit den Florentinern wider Phjlippmn Mariam Visconti/Hertzog von Mayland/ jn einem bundnisse stunden» Weil nun dieser Hertzog Baptistam Canneko / welcher Bologna besetzt hielt / secundirte / so solle Galta Melata nebst andern diesen ort wieder einnehmen; allein die Mayländischetrouppenunter des Piccinnino commsna» schlugest bey Fmola die Venetianer und deren bunds-genossen» Gegen Ni- evlalim Fortebraccio / welcher den kirchen-staat sehr beunruhigte/ war er glücklicher / indem er ihn bey Camerino schlug und tödtete» Unlw dem Vestctianischen General / Carmstgnuola / half er Brcscia / Bergamo und Crema eroberst / auch so Wohl unter demselben/ als unter dessen Nachfolger/Johanne Francisco/ Marg- grasen von Mantua / viel andere rühmliche thaten Wider die Maylander ausrichten» Insonderheit legte er damit grosse ehre ein/ daß er einsmals/ da seine soldaten den fluß Adva zu paßi- M hatten/ gantz allein den angriff der feinde abhielk.Nachqehends erwehlten ihn selbst die Venetianer zu ihrem General» In solcher kunÄMn nahm er unterschiedene von dem Visconti eroberte örter wieder ein/ setzte der stadt Cremotta hefftig zu/ Und schlug bey Rovado mit den feindlichen Generalen Gonzaga und Piccinnino/ einen gantzen tag/ ohne baß sie mit ihrer weit stärckern armee best geringsten Vortheil hätten über ihn erlangest könnest; worauf er noch darzu einiger in dem Deronesischen gelegenen platzen sich wieder bemächtigte. Bey Calvatone muste er abermal Mit einer schwächer,! armee sich in ein treffen einlassen / und endlich / ungeachtet einer tapffern gegen-wehr/ den kürtzern ziehen» Er ersetztcsölches/ da er nebst Francisco Sfortia / dem General der oberwchntest zwischendem Pabst/ Venedig Und Florentz geschlossenen >-gu-» den General Piccinnino bey Ten schlagen/ Brcscia von der feindlichen belagerung befreyen/ und Verona wieder erobern halff. Zuletzt conjlingirte er sich mit Michcletko Attendolo / dem FlorentinischeN General/ und erhielt nebst rhm einen wichtigen sieg bey Anghiari widerden offt-erwehnten Piccinnino. Die hierbey ausgestandene starcke bcmuhung verursachte bald hernach eine so hefftige kranck- heitbey ihm/ daß er daran in dem jähr 1441 / bey einem noch mittelmäßigen alter in Padua sterben Muste; wtewohlen Corio diesen wd schon in an-14; y gleich nach der wiedereroberung Ve- ronä setzet / und die ursach desselben der dabey außgestanoenest rauhen kalte zuschreibet/ welche auch sonsten viel soldaten aus beyden armeen soll hinweg genommen haben» Man begrub lhn zu Padiia / ällwo ihm zu ehren / auf bcfehl der Rcpublic/ durch Donakum von Florentz eine ehren-stame zu pferde aufgerichtet ward. cLon'o kill. äe Ieii!anc>- ttrrscri ä> ccnro c-pir. illullri p. I» z c.z» LF»-r^.,.6c. 9.^ Gattinara/ eine stadt und Grafschäfft ist Piemont / soll vorzeiten Catuliara gcheiffcn haben / und ist des Kaysers Cantzler Mercurin a- Lib°r,o (von dem hernach) zu gefallen/ rurGraf- schafft gemacht worden. . > Gattinara/ (Mercurinat. roin. l ckcon. Lokcni» . Gäudentius/ Bischoffvon Briren, lebte zii ende des 4wcuii» Als er im Orient war, und sich zu Cäsarea in Cappadocien aufhielt , verstarb indessen Philastrius / Bischofs von Briren / daherö Gäudentius abwesend von Ambrbsio und andern Bifchöffen aus der Lotnbardey zn dessen Wcceworc an» ;8? ernennet würde - und damit diese wähl desto mehr bestehen solte, bekräffligte man selbige mit einem eyde. Als aber Gäudentius dieses vernahm, und sich dev Bischöflichen wähl zu entziehen suchte, wurde von obigen Bischöf- fen an ihn eine gesandtschafft abgeschicket, ihn zu ersuchen, sich die wähl gefallen zu lassen, welche auch commiwun hatte, auf den wei- gerungs-fall die Bischöfe in Orient zu bitten - ihn mit dem kirchen-- bann zu belegen. Dieses bewog Gaudentium - daß er in Italien zurück kehrte, die reliquiM der 4« Märtyrer, von des heil. Basilii muhmen, die sich damals zu Cäsarea aufhielten, mit sich brachte/ und das Bißthum zn Briren annahm. An» 40; wurde er, auf Veranstaltung des Synodi zu Rom und Kaysers Honorit - Mit den Gesandten Pabsts Jnnoccntii I zu Kayser Ärcadio nach Constan- tinopel geschicket, um selbigen zu ersuchen, Chryföstomum wieder in seine stelle einzusetzen/und ein LoncUium gei»c»->ie zu hallen. Wen er eigentlich gestorben, ist zweifelhafftig. Einige setzen das jähr 410- Labbeus aber 427. Er hat viel geschrieben, als wrmoncs iivc cra/ra- tus 1; cic vLrür Lr^umentis; tie viilicc, iiiicjuirLris; rcff>ongoi»es 4 c! 6er- miuium; viräm live encomium kkilLllrii LnccccNoris» cle scripr» eccl» cic scripr. lcc» »6- kom» 4» Irsl. tscr» /-»,« cic scripr- ecclM ?. i. p. zz8 litr- p. 167- Gaudentius / ein DoNatistischer Bischofs aus NuMidien, zu attfana des 5 wculi j war ein hefftiger und aufrührischer kopff, der alles nach seiner c^price richten wölke. Er wohnte einer coinerentz bey - die zu Carthügv zwischen den Rechtgläubigen und 2 Dona- tisten gehalten wurde - und schrieb att Dulcittum - Kaystrlichen Legaten in Asrica, 2 cpiüolss spologccicss, aus welche Augustinus geantwortet. LE kick-liner» . Gäudentius von Aufinium- ein Prälat - welcher im ? fecu » aelebt, war derjenige , welchem der Pabst Fesir III die macht zu ordmireN nahm - weil er selbige mißbrauchte - und die emkunsste seiner kirche übel anwendete» Dieses erhellet aus einem briefe- welchen er an die Dischöffe FlorentiuM- Cqultlum und Severum geschrieben. . . Gäudentius / (Paganittus) ein gelehrter Mäntt, von Pu- wbwnn einem kleinen ftädtgen in Graubundten, gebürtig-war kÄm ein Reformirter Prediger in seinem vaterlande, begab fich Ä u^Rom-wuch Cütholisch- und bekam von dem BM Äe p-n6°n. Er gieng hernach zurück nach Plsa, woselbst eränfängl'ch kr°k«-lbr hernach k.!Mr.».cum und ko.mc^ V 454 gau Mich vnÄnr tlleolnsssz; wm'de. Er starb an. 1649. Unter feinen schrissten befinden sich kalcbiL IcriuIIiancL, 6 « moribus Lbrillirno- rum «nie icinpora Lonll3»iiri>; 6e c2i>6ore pstilico in l'acitum; 6e evui^zriz Homani Iinpcrü 2,c2nis ; 6e prolliaiorum llgniüc2lione; 6c 6oAM3irim Ori^cni, cum ssillsiopniL klaconir compsrsrione ; 6c piii- iowolli»: 2pu6 Komsnnz orjzine öc progrellu; expoürionum juriäic». rum liirri - ; 6c 6c>gm2lil>u8 üc rilibus vcicriz ccctetlie; ollteivsiionum psrsprimL üclecun62 ; vcliiLiiuncs L6verlu8D2nic!cmL!i2iiiicrum ;6e kylbz^oics Lniinri-um irLrirmigrAiionL; 6c /irilloicleo vclerum con- tempiu ; 6c Julisni !mvcr2r»i>5 plliloto^Iiic; 6e LpcripÄio )uIiHL2,l2ri8 Lcali^cri; obllcicix liileiLric ; 6e cirore leÄLrinrllm siujus remporis >2- ir^rinriiso; 6e /uitiniZnei ieculi morikusnonnuNis; sc26cmicum iniirr; rii-rkL pLiÄnccz. In Italiänischer spräche hat man von ihm: I con- nni rs^olsri; reiniegr22!one 6 c 9<>ei> - >L VI12 6i Ltcopgirs; I tUri 6'/c!st- t2n6rc> il Or2n6e; 6ell2 pciegrinaiwnc 6Ioli>6cs ; >Lc26emi2 6itunii2. Den Jesuiten war er nicht wohl an, und schrieb wider selbige 6ei- I Lnno tccolsre lolcnncmcnkc celedraio in IcnmL 6slli?26r> 6el>2 coni- pngnig 6! Oicll, nel ,6^9 ; Icriera 6i Venr,6io OLnAL^Lnogcnrilliuomo 6c ^caclemic-, Licovraio 6ip26oi>2 : unter welchem IiameN Vcmicüo Qcingap^nn unser Gaudentius stecket. ^">r. ex. 90 6 c :ir. OK/e,"i,. r. 7. obi. 9» Gave ist der name zweyer stüßen in dem lande Bearn; Der erstere Gave von Bearn genannt, entspringet in denen das Ba eger-tbal in Bigorre umschliependen bergen, an den Aragonischen gräntzen, fliest durch das Lavetaner-thal herunter nahe bey in Bigorre und folglich an den mauren der statten Nay, Pa» und Ortbes vorbey , und endlich in den Adour-fluß. Dieses Wasser laufft vfft von dem Regen-wetter über seine ufer in das benachbarte lano aus , und thut grossen schaden. Der andere Gave von Oleron formirt steh wiederum von der Gave 6 'Ossanund Gave a' Aspic; jene entspringet/nahe bey dem dorf Scillan in dem hohen gebürge, und läufst zimlich schnell in das gebürg von Ossan herunter/ durchflicssct das unterwärts ligcnde thal/ und nimt von da seinen weg durch die statt Oleron. Diese hat ebenfahls ihren Ursprung von dem hohen gcbürge, so Aragouicn von Bearn unterscheidet / und pMl-ret durch das Aspen-thal / so ; stund lang ist / an den mauren zu Oleron vorbcv, und vereiudahrec sich ausserhalb dieser statt mit dem vorigen fluß / welche beyde nun ihren Namen von der statt empfangen, lausten also mit einander Nava- reins und Sauveterrc vorbey! unterhalb Sordcs komtdie Gave 6 e Bearn zu ihnen, und von bannen fallen sie zugleich in den Adour- fluß. Sie sind nicht schiffbabr, wohl aber fisch-reich, sonderlich an forellcn, salmen, sälmlingen und hechten, siehe Bearn. * (Navelkind / ein gewisses gcstl; oder gcwohnheit, so in Engel- land , und vornemlich in Irrland j im schwang gienge, wornach die verlaffenschasst der verstorbenen, und insonderheit solche lande- repcn, mit welchen der Lords-titul nicht vcrknüvfft war, unter die sämtliche söhne, auch so gar d,e unehliche nicht ausgeschlossen, gleich gethcilet, hingegen die weibliche nachkommenschafst ausgeschlossen ward. An. 160; ließ König Iambus 1 dieses gesel; durch die so genannte Königs-bauck zu sonden aufheben. Das lvorc Ga- velkind führen einige her von einem Engel-Sachsen, namens Ga- velet, der es soll aufgebracht haben,andere aber von drey Englischen Worten: 8"- lcinll.d. ,. gieb allen ohne unterscheid. Einige geben vor, daß es schlechterdings von denen odcr-lchen-Hcrrc» dieses landü seinen Ursprung gehabt, welche die gcwohnheit eingeführet, die länderenen ihrer Vasallen nicht nur unter deren hinterlassene linder , sondern auch unter ihre selten-verwandte nach belieben auszutheilen, O«a/-«l'r K«9ul,!ic.e Grasschaffr Cornwall, die sonst nur den Königlichen Prinyen zur gegeben ward,nebst der Jnsul Man, einer von den wichtigsten cron-gutcrn. Ja als er wenige zcitdaraufin Franckreich rehetc, um sich daselbst mit Königs Philipp, imicw, Prmceßln zu vermähle», machte er ihn indessen zum Reichs-Statchalter, milder aantz besondcreu gemalt, alle geistliche vcnetic.en zu vergeben, und in lehns-sachen des hohen und niedrigen Adels alles zu thun, was sonst allein der person des Königs zukommt. Beyden darausgefolg- ten crönungs-ceremoniengimg er unmittelbar vor dcmKonige her, und trug die crone. Die Grossen des Reichs tonten die,e grosse cr- hebung eines freinden nicht lang ohne ncid ansehen, und brachten es dahin, daß ihn der König nach Irrland rclegirte. Dieses geschahe aber so, daß er ihm zugleich die -Wioiule regierung, und alle ein- künffle dieses Reichs überließ, auch ihm noch überdlß z r,tadle und dörffer, und eben soviel schlösser in Guyenne, nebst vielen gcldsum. men schenckte. Er begleitete ihn auch bey ,einem abzuge biß nach Bristol; und weil er nicht lang ohne ihn leben tonte, beruhte er ihn wieder zurück,gienge ihn, auch einige tagc-reiicn entgegen, und ver- heyrathetc ihn mit seiner eigenen base,einer schivester des Dertzogs von Gloccster, eines der vornehmsten i^>rz des Reichs. Weil aber Gaveston bey dieser Hochzeit durch seine freye und ,copliiche reden die vornehmsten grossen aufs neue wieder sich erreget, brachten es diese bey dem König dahin,daß er ihn zum andcrnmal nach Euyen» ne rclegirte, welches jedoch wiederum dergestalt geschahe, day er noch mehr ehre davon hatte, indem ihm die regierung diester ganzen Provintz, welche eben damals mit einem kriege von Franckmch gau bedrohet ward, anvertrauet wurde» Der König berußte ihn aM bald wiederum zurück; allein die grossen des Reichs, mit denen e« auch die Königin selber hielte, wurden endlich in Harnisch aesekt und brachten einige völcker wider ihn auf, belagerten ihn n, dem schlöffe Scarborough, und bekamen ihn darinnen gefangen M der König erfuhr, daß sie sich seiner bemächtiget hatten, versäume er mit ihm zu sprechen , und er ward auch wurcklich dem Kniae zugeführct, allein der Graf von Warwick, der sich insonderheit von ihm beleidiget zu seyn erachtete, entführte ihn aufdem weqe, und brachte es bey den zusammen-verschwohrnen dahin, daß ihm der kopff abgeschlagen wurde. i. ,8. p. M ^ !M. 6'LnZlcrcrrc rom. i. p. 6-9 j-g.T'L- r. i. p. roi. lea. ^ rNavium/Gavi/eine kleine stadt in dem Genuesischen gebiete, bey dem flusse Lemo, an den Monlferratischen und Mayländsschen gräntzen, gleich an der helffte des weges zwischen Genua südwärls und Tortona nordwärts. Ihre devestigungs-wercke sind schlecht. Gaula/ (Johannes) ein berühmter ib-oioZus und Francisca- ner von Paris, war von geburt ei» Engclländer, lebte in der mitte des -z stculi, und war von solcher gelehrsamkeit, daß er aus dem steigreiff von jeder Materie zu discouriren wüste, auch wegen seiner besondern crullirion, rcr msximuz und 2,bor vikL genennet wurde Er soll lv grosse voiumins geschrieben haben. I» conturmil l2r,bus ki2niilcl. ccnr. i; c. 10. 6e dilt. I. 21 . I. - c. ;8. ilieLic. Ganiminus / (Gilbertus) Requeten-meister in Franckreich, und hernach Staats-Rath, war geringer ankunfft, gebürtig von Moulins aus Bourbonnois. Er war im Lateinischen,Griechischen und Hebräischen sehr erfahren , und darbey ein treflichcrLateinischer Poec,wiewohl er sich nicht allezeit an die quamitäk der svlben band. Als man ihn dessen erinnerte, fragte er: wer ihn zwingen wolle, solchen reguln so genau nachzuleben. Er hat eine vertrefli- chc biblivthec hinterlassen, welche die Königin Christum vor r°°os pf. gekaufft. Dem Cardmal Mazarini war er sehr zugethan, und machte dahcro wider das Parlament gar spitzige deren eines in pLrin, „p. 77 zu sehen. Er starb an. 1667 seines alias 80 iahr. Man hat verschiedene fachen von ihm, als die Lateinische Übersetzung des Griechischen Romans Eustathii, und des Tbeodorr Pwdromr mit »otcn; remgi-que-über den cLillllllcnc n, »ndW- lum lle opcririvnc 6a:mnnum; anch verschiedene Lateinische xs-. M212. ) Ouult/ (Johann Baptist») Bischoffvon Marseille, marzu Tours den 29 bec. an. gebohren. «scin vatcr war Jacob Gault, seine multer Margarctha Poitevin, bende aus den ältesten familicn zu Tours. Er wurde in der lügend als ein in das Iesuiter-coUcßium zu §yon gethan, allwo Eustachins, sein älterer bruder, welcher von Rom zurück gekommen war, die rbclo- ric nnl ihm crtebc.Von dar schickten die eltern bevde »ach >2 Fleche, um die Philosophie zu studieren. Ferner kamen sie nach Paris, allwo sie den 6u V2I und Gamachcs in der thcologie hörten. Weiter gicngen sie nach Rom, allwo dieser Johann Baptist» einige theologische rbcics in gegenwart vieler Prälaten und Herren behauviete. Bon danncn kamen sie zurück nach Tours, und als sie dastlbst erfuhren , daß ihr vatcr gestorben, fasteten sie den schluß, sich in die neue congregalion des »,aro,ii zu begeben, welche der Cardinal Berulle erst zu Paris gcstiffiet hatte. Johann Bavtista ward zu Troyes zum Priester gcweyhet, allwo er unter der direccion Zustacht,, seines ältern brudcrs stund,der daselbst Supciio, war. Hernach wurde er 8upe,ior in dem Hause zu Langres, auch nebst seinem dru- dcr in Svanien geschickt, um daselbst einige Häuser ihrer congrega- tion zu stifften. Nach ihrer zurückkunfft stifflete Johann Barnsta ein neues oraiorium zu Dnon,wurde 8us,erior zu Maus,und als em >lill'ic„2riu8 in Flandern geschickt. Nachdem er alles wohl ausgerichtet , sendete ihn der Cardinal Berulle auf beseht des Königs nach Montanban, um daselbst die „ncatholischen zu bekehren. Er gicng von dar zurücke nach Maus,allwo er zu reformiruna der Abte» 8 Julien 6u gar viel beytrug. Wenige zeit daraufbegehrte seiner der Erlz-Bsschoffvon Bourdcäur, Henrik Sourdis, mniir der streit-sache wegen seines vrimats richtcr zu seyn, und gab ihm die pfarrcy zu 8. Eulalia zu Bourdeaur, um ihn desto füglicher bc» sich zu behalten. Sein bruder hatte damals die aufsieht über das lewli>2rium selbiger stadt, allwo derselbe durch Vorschub bemeldtm Ertz-Bischoffs das Königliche össiom» erhielte, woriimcn er zum Bischofsz» Marstille ernennet wurde. Er starb aber den -; mark. an. iü;y,ehc er die consirmation von dein Padststrhalten. Worauf Qvurdis alsobald zu wegen brachte, daß der König an dessen Mt Job. Baplistam crnennete. Als nun die consirmarioi, von dem Pabst eingelauffen war,wurde er zu Paris eingewephet. Vo«M wandte er nch „ach Marseille, allwo er sich seinem anvcrlmucim amte wohl vorzustehon angelegen seyn ließ. Er starb aber n» ^ jähre seines alters den 2; may an. 164z. Die vcrsiunmlnng der gcistlichkeit schrieb an. 164z von Paris an den Pabst, ihinm'- rll be2i,6c2iivn dieses Prälaten zu ersuchen. llc- Zr2n«ier- vitcui; 6e l),cu. /e kill. 6e ^ouis XIII. ^ (Navre / ist eine Grafschafft in der Frantzösischen landschaA Gascogne,welche zwischen Gvcrcy,Armagnac, Estarra(Com>>M und ober-Languedoc mitten inne ligt. Sie wird ^irch oie Garomie, vave und Gimone,fruchtbar gemacht. Es bestnom but darinnen die kleinen städte und örter Grcnade, Gimoitt, ^aoun, Mas lle Vcrdlin, i'Ilc Jourdain, welches die Refommtc» cyc- mals sehr bevestigt hatten,und andere mehr. Egpre/ Gavre/ ein oü «»Flandern,zwischen Gent und Oudenarde,ätt der Scheide gelegen. Indem 15 ftculo war er sehr vest,und machte an. 14»? demHertzvge von Burgund, Philippodem gütiaen/ viel zu schaffen, ehe er ihn durch eine formale belagerung den auf- rührischcn Gentern entziehen kNnte. Diese letztern wurden bald „ach der erobcrung, nahe bey diesem ort, in' einer ordentliche»» Wacht erlegt. Der Kayser Carolus V hat nachmals dieses Gavre zu günsten des Hauses von Egmond- mit dem titul eines Fürsten- thums beehrt. x-r Lmsn. Sus^ro k>. Z7s tegg- . , , . . ^ . sind ein durch gantz Persien und Indien zerstreüetes volck, und haben eine gantz absonderliche religion, in welcher, was sonderlich die Verehrung des feurs anbelanget, klare reliquien des ältesten Persischen und Asiatischen aberglaubens sich bemercken lassen. Diejenigen,welche sich in Indien aufhalten, sind insgemein helffenbcin-drechsler; die von Carmanien aber, welche in Persien wohnen, allwo ihrer mehr als rvooo sind, treiben wöllene manü- sacturey. In derjenigen Provintz, wo sich ihr Hoherpriestrr aufhält, stehet ihr vornehmster tempes, wohin alle SE» einmal best ihren lebzeiten wahlfahrten muffen. Es giebetauch einige cr-uroz zu Ispahatt, der Hauptstadt in Persien. «Sie gebet» vor, sie hätten 7 bücher, die ihnen LbraNim ^sr-^reucNe aus dem Paradiese geschi- cket, sie in der währen religion daraus zu unterrichten, wie auch noch andere 7, wvrimten die auslegung aller träume stehen soll. Sie sagen, daß der vater ihres Propheten seiner nation nach ein Francke, mit namen Azev, und seiner handthterung nach ein kupf- ferstecher gewesen. Nachdem er nun sein Vaterland verlassen, und nach Babel gekommen,daselbst unter »hnen zu wohnen, habe er allda einweib geheyrathet mit namenDogdon,welche von einem engel aus dem Paradiese besuchet - und mit einem himmlischen lichte erfüllet worden,»voraus sie den Ldr-him-^sr-LreucKr empfangen und gebohren. Ferner melden sie, daß die damaligen nütur-kündigek diese geburt zuvor gesehen,und einem gewissen Könige, mit nainett Nenbrout , davon Nachricht ertheilet, welcher so dann gleich einen befehl ausgeben lassen,daß alle schwangere weiber in seinem gebiete umgebracht werden soltem Weil es aber Niemand in die äugen gefallen, daß des Propheten mutter schwanger gewesen, so sey sie der gefahr entgangen, und des Propheten zu rechter zeit glücklich genesen. Als hernach der König zu Babel ihre niederkunfst vernommen, habe er einige zu ihr geschickt, das kind abholen zu lassen, und es alsofort umzubringen; allein Gott habe zur straffe seinen arm verdorren lassen. Nachdem er nun hierüber gantz rasend worden, habe er das kind in ein schreckliches feuer geschmissen, wvrinnen es aber nicht anders als auf lauter rose» geruhet habe. Diejenigen nun, weiche diesen jungen Propheten zu verehre!» angefangen - sollen von diesem feuer etwas genommen, es heilig aufgehoben, und bis auf ihre nachkommen erhalten haben, damit dieses wunber- werck bcy jederman in frischem andencken bleiben möchte. Als aber endlich gar nichts den gottlosen König Pl überzeugen vermocht- habe ihn Gott seines Unglaubens wegen also gestraffet, daß er sein volck mit gewissen fliegen plagen lassen, deren stachel tödtlich gewesen , und da es nun auch geschehen, daß eine von denselbigen in des Königs ohr gestochen, sey er in der vaserey gestorben. Sein Nachfolger , Cha-Glochtes, soll anfänglich auch willens gewesen seyli- den jungen Propheten zu verfolgen, nachdem er aber gesehen, was derselbe vor wundcrwercke verrichtet,habe eL ihn letzlich gleicher gestalt angebetet, als wie das übrige volck. Endlich (sagen sie) habe sich der Prophet von der welt entzogen, oder wie anders wollen, soll er mit leib und seel gen Himmel geholet worden seyn, Noch andere sagen, daß er sich selbst in einen eisernen kästen nahe bey Bagdad geleget habe, worauf er von den engeln im triumph weggeführet worden sey. Sie glauben , daß noch endlich alle völcker ihres Propheten religion annehmen, und daß eben dieses die allgemeine aufcrstehung seyn werde. Man siehet hieraus leicht,baß diese ow>r» eine confule wissenschafft von den aeheimnissen der Christlichen religion müssen gehabt haben. Von ihren büchern geben sie vor, daß Äerander N. nachdem er ihr land unter sich gebracht, die ersten sieben verbrennen lassen,weil sie niemand auslegen können,die Übrigen aber zu seinem eigenen gebrauch mit sich hinweg gefuhret. Endlich setzen sie noch hinzu, daß die priester und lchrcr, welche bey den damaligen unruhigen zeiten, um ihr leben zU erhalten , sich in das gebürge rctiriret,nach Alerandri tode zusammen gekommen,ein neu buch verfertiget und alles dasjenige hinein verzeichnet, was sie sich noch erinnern können,in den vorigen gelesen zu haben. Dieses ist ein sehr groß buch, und mit gantz andern buchstaben, als etwan die Persische, Arabische oder Indianische sind, geschrieben, Ihre jetzigen Priester verstehen aber solches buch selbst nicht, ausser den commemsrüs, so ihre vorigen iehrer darüber geschrieben. Sie haben zwar einige veneration vor das stur, wissen aber sonst nur von einem einigen Gott, schöpffer Himmels und der erden. Ihre Priester , die sie nennen, theilen von solchem heiligen stur monatlich einmal aus, und sie nehmen solches zum zeugen an bey ihren eyd-schwüren, da denn sich niemand unterstehet, vor diesem himmlischen stur, wie sie es nennen, einen meineyd zu thun. S»e habe« bey ihnen die beschneidung nicht, aber gleich nach der geburt tauchen sie die kinder ins Wasser, »verein sie einige blumen gethan, da indessen der Priester einige gebete spricht,und dieses dienet ihnen att statt der tausse. Die ceremonien der trauung bestehen darinnen, daß der priester die stirne des bräutigams und der braut mit einem Wasser, welches er vvrhero durch einige gebete gesegnet hat, be- streichet. Ob gleich die o-mn fünffweiber nehmen können, so ist doch nur eine die vornehmste, welche auch über die andern zu gebieten hat. vo^ggss cis keric. siehe löhe- vres. NeWol?wÄ,8"^? Mali aus dem Königrüch sonderlwluE^w Er,war em berühmter niwowpvuz. und Moerllch m der »ftroioM,ug>c,zr>2 und nativität'stellen ertakivi, Thuanns versichert , es habe ihn Catharina Meditäa weaen ibres gemahls des Konrgs Henrici II gefragt, dä er denn geantwortet * derKvmgwurde m einem dnell von einer blessur am äuge siechem Wfangs habe man sich zwar darüber mocquiret, der ausqanq aber habe gezetget-daß Gcnmcus nicht gefehlet, wiewohl Gassendus das wider,piel versichern will. Seine prophezeyungen wurden auck in ^astfffiers falsch befunden,als z,ex., daß er Paulo Jovioew'n Cardmalschutchrophezeyet. Er Muste auch endlich über dieser kunst sterben; denn als er Johann, Bentivoglio prognosticiert, er solle von feinem Vaterland utid Hekrfchafft verjagt werden, wurde er von »hm ergriffen, an einen strick gebunden und -> mal vön einem hohen orte auf die erde gistürtzet- daß er den 6 markn am 1558 elendiglich umkam, da er 82 jähr n Monate Und 22 tage qelebet. Er hat viel ge,chr,chen, worunter vornemlich bekannt fein Ue conccxru iisrorum L leprimellri pgrtu; iuj,er llietzus üecrctoriir Uve criricir; libelluz issZogicus, llüce perllilceot Auen; juveoerque lenes^ue llviiz rerccmum cloßmars Zi-Lmmskics; grs töxllics cle c,uan. cicste ssllstiLrum ; UllsllrunomiL invenkyridus.militLte, Kuötu öc Isu- llibus; chliM, coelekis cleicriptic, ; cle ecliM miiALutofL in näMonü vominj; sind viel andere bücher mehr, m,. ^. j,,kor. p. 8s L lib. rr scl 6n. cle scrixk. 5 ecu!i 16 . äs «Ltbemari- cis! sppenllix »ll kieriam llö inklicitLre lm. 17. 27^,7 vibl. !«Iesp. LieMn- eloges rom. I P. 178 L lom. z. j>. «7. in julli.' cic> lle > Lrgano. .. Gäüri eüs/ (Pömponius) des obigen Lucä brllder, war ein berühmter Poet, hat auch verschiedene poetische »vercke ewret und geschrieben - als lle ArcllircÄur», pllylloZnomis und vir»s poec^runi «nLcomm. Auch saget man, daß er nicht ohne nutzen in der chvmie gearbeitet habe.. Allein um das jahr i;;o ist er auf der reift von Surento Nach Stadia,so über dem Golfs von Navoli gelegen,wegkommen,daß niemand erfahren können,wohin. Man will, er habe eine liebes-i-mißu- mit einer vornehmen stau gehabt, deren freunde ihn hinrichten,und seinen cöeper ins Meer schmeißen lassen. in elvZ. n. 75- lErn in apxenllice sä?isr. Vsisrisnum lle intsl. liccersr. p. rrr . Gaurus / ein berg in Catnpaniet», nahe bey dem berge Mass, sico, so von den einwohnern Gerro oder Garro genennet wird, und wegen des vortreflichen weines,so daraufwächftt,berühmt ist. Gautiers / lat. ouLiceesni. Diesen namen gab man gewissen in der Normandie zusammen rotttrten bauren/ welche dem Könige von Franckreich/ Henricv III/ eine weile ziemlich viel zu schassen machten. .Man nellnete sie also/ weil ihre empörung sich an.rzZ/ in einem flecken/ welcher LvnpeNe oam-erhjcß/.dlirch Veranlassung dörffern / endlich aber nach deren ercmpcl in der gantzen umliegenden gegend die einwohner zu den Waffen/ und zwar mit dem vorsah / sich von den örangsalcll / so sie beydes vosi den krttgs-lemen/ und von den einnehmen» der Königlichen gefallen ausstehen »nisten / mit gewalt zu befteyen. Ihrer waren zum wenigsten 1600» »nann/ welche auf ein zeichen/ so sie mit der. sturm-glocke gaben/ einander zu hülffe kamen. Ihre vornehmsten öner waren Bernay/ Dimouticrund Chapelle. Anfänglich hatten sie keine andere ober» Häupter/ als ihre Pfarrherren/ und die ansehnlichsten aus ihren gemeinen/ welche mit zuziehuug etlicher altensoldaten ihnen die kricgs--xcrcitia wiesen / ingleichcn wie man sich verschantzen und andere gute anstaltci» wider einen stind machen mäste. Hernach aber liessen sie zu ihrem Unglück geschehen/ daß etliche vom Adel sich zu ihren Hauptleuten auswarffen/ welche sie allgemach supo- n-rten/ daß sie sich zu den Ligisten schlugen/ und an. i»8sim ma») unter, der anführung des Grafen von Drisac gebrauchen liessen/ den Hertzog von Möntpensier att der belagerung von Falarse zu verhindern. Dieser Hertzog marschitte ihnen/ welche damals Mann starck waren/ mit seinen weit schwachertt trouppen entgegen/ fand zwar anfangs tapsscrn widerstand / drung aber doch endlich durch/ und brachte sie mdie flvcht. Hieraufentfmnd ern MUsa- mes metzeln ttnter ihnen/und in den dörffern Merresite und Llllces wurden deren bey zoc>o theils verbrannt/ theils aber mit dem schwerdk oder mit schieß-gewchr gelobtet. In dem dorssCommealw ergaben sich 1200 aus diseretlon/ und nebst denselben 25 Edelleute. Die letztern mustcn sich rantzioiiiren/dle andern aber wurden nach ihren Häusern zurück geschickt / biß aus zoo / »velche der Hertzog als schantz-gräber bey sich behielt. Daraufmarschme dieser wtde». die; abgedachte Haupt-örter der Gautters / Vimomler und Bernay; da denn dttiemgen / so sich vmmnm befanden/ nach einer schlechten gegen- wehr/ entweder getodwt/ oder zerstreuet oder mit einem eide angehalten wurden/ die Waffen nieder zu legen und ihrem haußwesen inskunsstige abzuwarten» Ä>,s d.ese att bl,eb vondicscr t-Ä welche noch grosse Unordnung hakte verursachen können / fast nicht das geringste merckmahl mehr übrig. »0.9;. n>ll. u- or»ncr wm. ,9.776. Güuvertrs / (Johannes) ein Carmctit aus Teutschland/lebte um das jähr 1440. "Er hat über rsiom« u- stmemiss. übe»: den Lxocium und colic«rö«nris:n eVÄNgeliorum geschrieben. W-«- äs tcrixr. -ccl. bibl, c»kme>ik° ^ Gaylan/'emMohrifcher Capitain/ ließ an den kopffeines Pov- tuglcse»/ den er in einer schlack)! gefangen/ einen kopff eines verstorbenen feste machen/ mit dem bedeuten / daß er solchen solange tragen solle / biß er durch die seinigcn würde rantzionirl seyn; Die seinigcn aber halsten ihm aus diesem elenden zustande/ so bald sie es erfahren, -tc i>in. a- «»rruZsi. Gayma»m/ eine Freyherrliche familic in Ober- Oesterreich/ welche die guter Gallspach und Tratencck besitzet. Conrad dc- scheuchte an. 1209 das berühmte kloster s. Floriani mit reichen Mtungen. Heinrich hatte schon an. izoo das schloß Gallspach in besitz/ und dessen nachkommen sollen auch die Herrschafft Roßitz ln Unter-Oesterreich erhalten haben. Johann war an. 150; Oder- komtur des s. Jörgen-ordcns zuMühlstadi/ Kayser Maximi- lianus machte ihn nachgehends znm Reichs-Fürsten und Groß- Hochmcister des gedachten ordcns / war ihm auch so gewogen/ daß er ihn zum cxccuroi-e seines an. 1919 verfertigten testaments zuerst mit ernannte. Johann Paul starb an. 164;; dessen ältester söhn gleiches namenshat Johann Ernst und Johann Paul gezeu- gkt. UM. inNgn. llemmsr. t'. Z. coNect. lliii. Acncsl. Gaza / (Theodorus von) ein gelehrter Griech/ war zu Thessa- lonich qebohrcn/ und begab stch in Italien/ als die stadt Constan- tinopel von den Türcken erobert wurde. Der Cardinal Befsarion nahm sich seiner an/ und brachte ihm ein geistlich benetzen,m in Calabrien zuwege. Er erlernte in gar knrtzer zeit die Lateinische spräche/ wurde auch darinnen eben so wohl gcübet/ als in der Eric» chischen. Er hat verschiedene bücher geschrieben / und als er deren eins Sirto IVofferirtc/ in Hoffnung/ ein grosses präsent davon zu tragen / solches aber nicht also beschaffen fand / wie er meynte/ warst er es aus Verdruß in die Tiber / und sagte im zorn / daß es ihm viel erträglicher wäre/ in seiner einöde in Calabrien zu bleiben/ als nach Rom zu kommen/ woselbst den fettesten escln auch das beste futter nicht anstünde. Er starb an. 1478 in dem 80 jähre seines alters- Er hatans dem Griechischen in das Lateinische übersetzt a.rilkorcli5 liistoriäin Liiim^ium 1°:«:<>niir»Hu,ii <1e ^>>rnci; ; ttis>pocr->ris sptinr>tmo5; in das Griechische übersetzte er Occronen» ^ciencsiurc. ^01,»«-eiog. c. 16. I.co ^ Gaza / anjetzo Gazera genannt/ eine stadt im gelobten lande/ im stamme Iuda. Sie war sonst eine von den 5 Herrschafftcn der Philister / dievonIuda erobert/ von den Philistern aber nach Icphtä tod wiederum weg genommen wurde- Limson trug die rhorc dieser stadt hinweg/ wurde aber hernach/ da ihm die Philister seine äugen ausgestochen/ dahingebracht. Alcrandcr iVI. nahm diesen ort ein/ und nach ihm Judas Maccadäus. Die Heyden haben den Christen darinnen/ auch zu den zeitcn der Christlichen Kayser/ grossen «^gethan/ und ihr götze/genannt Marnas/ war einer der berühmtesten in gantz Orient/ ist aber von dem dasigcn Bischofs Porphyrio zu den zeitcn Kaysers Arcadii an. 401 zerstöret worden. Anjetzo gehöret sseeinem absonderlichen Fl'n-stcn/ der sscvvn dem Türckischen Kayser zu lehrn besitzet. Sie ist zwar klein/ aber noch biß aufdiesen tag eine in gantzem >'->-^,"2 am besten bewohnte stadt / ungeachtet sie von den Christen zu zeitcn der in dem heiligen lande geführten kriegen östters geplündert und zerstöret worden. Constantlnus erzeigte sich gegen dicfcn ort so gnädig/ daß er ihn wiederaufbauen/ und mit einem Bischöflichen sitz zieren ließ. Die besten qebäude darinnen sind voii ilnausgeardcite- tcn steinen gemacht/ inwendig qewölbet / und oben gantz platt und eben; kein einiges ist sonderlich zierlich ober bequem gebancl/ wiewohl verschiedene mcrekmahlcvorhaiiden / daß der ort vor Zeilen ein wett besser ansehen müsse gehabt haben/ gestalten unterschiedene schlechte dächcr von schönen marmornen Pfeilern unterstützet werden/ deren einige gantz schlecht/ und andere künstlich ausge- haucn sind. Noch andere aber sind in stücken zerbrochen/ und dienen fast einer jeglichen bcitcl-hütie zur thur-schwcllcn. Die Cophtischc Christen haben eine kirchr an diesem orte/ gleichwie auch die Griechen. Ausserhalb der stadt sind unterschiedene schone mit marnior ausgezicrle Moscheen. Das castcll / welches die stadt beschützet/ hat 4 thuriie auf jedweder ecke/ und wird darinnen gute vrcirc gehalten. Nahe bey dem castcll ist das k-->icho> oder das Zimmer für des Dassä weiber. i w-cc»!,. ll L,;. >>k. 16. I. 4 c. 6. tziis S^rir c. , lsiir. r x>. ri;. Oll»?« nor. orb. srir. I. z c. iz. Gaze/ (Wilhclmus)CanonicusvonAlre. und Prediqerdcr krrche 8- Mmwalcna zu Arras in seinem Vaterland. Er hat ver. schicdciies m Frantzösischcr spräche geschrieben / als Klko-re cccic. sisffnue ciu r>2,-,-ba5; 1.2 bibliociieqnc tsicrec ci.'S Irincs, nenr»riu>,i darüber schrieb /, welcher bey den gelehrten approdativn findet- So schwach auch seine lcibes-eonstliulion war/ so unterließ er doch nicht mit grossem ciscr das scinige zu thun/biß er endlich im so jähre seines alters verstarb. Anstelln wurde im 17 jähre seines alters ein Jesuit/ machte sich unter selbigen durch seine poSm-r», deren er verschiedene / zumal in geistlichen fachen/ geschrieben/ am meisten bekandt/ biß er endlich an. i6;o in dem Jesuiler- c«m-L>-> zu Mich / rn welchem er der klaffen war/ vern»?« N-colaus der iimqstc/ gieng sehr jung unter die Francjscan«'/ bey welchen er sich durch seine predigten in gutes mischen Er hat allerhmw geistlicheffchristten °a-ret / und ist 1?LN: ftorben/ woselbst er wenige zeit vorftiiiem brudcr dinhJoM lehrte. b,bi. Gazelle/ Qnuverneu? von Syrien / war zuvor Fürst Apamea/ und Landes-Hanptmann über den strich des landes um den berg Aman- Er hielt es mit dem Sultan vonAeo«"^ wandte allen möglichen steiß an/ sich dem fernern einbruckeder TmÄen zu widersetzen. AIs er aber sahe/ daß Tomuw.day dm Sultan in Aegypten in verschiedenen schlachten überwunden/ imb daß er nichts ferners zu «erhoffen / mikerwarffer sich dem siegenden Turckstchen Kayser/ welcher ihn zum 6uuv»^urSimm machte. Nach dem tobe dieses Türckischen Kaysers revoltirte Gazelle/ willens die Mammelucken wieder empor zu bringen/ baie auch zu dem ende den Cayerbey / Louverne»? von Äegyptm / ihm beyzustehen; dieser aber/ an statt sein erbieten anzunehmen / ließ scuie geiandken hinrichten. Diesem ungeachtet ließ Gazelle den muth nicht stucken/ lieferte mit den wenigen trouppen/ dieerm- sammen brachte / dem Baffa Faraka ohnsern Damascus eine schlacht / und käme darinnen nach tapfferer gegen-wehr um sem leben. Keßum, krinc^ium, ücc. Gazzuolo/ einem dem HertzvgthnmMantua/ andemfluL Serioia «-> Pubcga / gelegener ort. Die Spanier haben ihn ehe. mals fortificirt; allein an. 1690 hat ihn derHcrtzogvvnManlua/ CaroluslV/ vermöge gewiffer tractaten/ aller festungs-wcrckee wieder berauben lassen. §--/-»,,/>/. 7?»/. Geannabius/ oder / wie thue andere schreiben / /ti ^nn-si, wäre ein berühmter Arabischer »igvricus, welcher in dem 16 scciilo florirt hat. Sein eigentlicher name / inii welchem sein geschlccht nach gebrauch der Araber zu erkennen gegeben wird/ heißt: ^ , L-dno! kkemi. ^icorsscki; er wird aber gemeiniglich müdem iilnl ü>. belegt/ und also von den 'gelehrten angezogen/ weil vermuthlich er oder seine vor-eltercn aus Geauuaba gebürtig waren/ welches ein städtlcin nicht weit von Schinis und Schires/ an einem meer-bnscn gelegen wäre/ und von Caramita / einem daselbst gebohrnen / und deßwegen ausgleiche weiß qenannien Gemmadi zerstöret worden. Er hat ein historisches wem biß aufa. 997 v-1. 1988 gesührei/ darinn er auch vermeldet/wie er 96; oder ä.Q 19^-ü eine wallfahrt nach Mecca und Medina zu dem grabe Mahomets verrichtet habe; viel gelehrte haben sich dieser arbeit mit nutzen bedienet/ wlebanudarauß auch deiulich wider die meisten ».llorico; erwiesen worden/ daß Aduifeda -e u-Z. 7iound nicht an.7;6zum Fürsten von Hama gemacht worden// und scliic reqierunq biß zu end seines lebcns / so/e-tt-k-7;; erfolget/ über 2r jähr gewähret habe/ nicht aber nur z jähr/ wie auch droben nach anleitiiiigvieler scribenlen indem Articul Abelphcda fälschlich ist vermeidet worden, ^ocsck.in /vdu iLr. oü«->n Litrr. ??rlle»«x Nitc u/XtsiioM. P yrset-in/rvuls. VNstor. * Geber / ist einer von den berühmtesten ckrmicis, welcher/wie einige wollen/ ioojahr nach dem Mahomet/ und also zu ende des7secult gclcbet. Er war von gednrt und rcligton cm Griech. Man sagt/ er habe die Christliche rcligton verlassen / um die Li:r- cklsche anzunehmen; andere aber sagen / er sey zu Sevilien in Spanien vonArabischen eitern gebohrcn worden. Leo AfricaiiuZ/ (wo er von den ci>> micis, die in großer anzahl sich in der stadt Fetz befinden/ handelt/) saget/ daß er vor den vornehmsten imtcc ihnen gehalten/ und gleichsam von ihme eine besondere sccte gemacht werde. Einige wollen ihn auch zum crfindcr der machen. Erhai in Arabischcrsprachc geschrieben/ und ist/wie es der ck) micorum tt)ius mit sich bringet / voller allcgoricn. llciubriiir. t>>bl. uikll. gc wLriiSM. c. ;s. con. tpestu cllym. §. 18. Gebhardus / Churfürst und Lrtz - Bischoff von Cölln, war GrafWilhelm Truchfcsscn von Waldvurg fohn, von Johanna, Gräfin von Fürstcnberg. Er wurde, nachdem der Cburfunr La- lentimis von Cölln frcywillig abgcdanckt, an. 1577 an dessen stelle erwählet. Allein er verliebte sich in eine schöne Gräfin von Mans- feld, namens Agnes, und vermählte sich mit ibr an. iztzr in geheim, gieng auch damit um, wie er die Lutherische religion in cem Ertz-Stifft Cölln einführen möchte, weil er durch der Lutheraner Vermittlung das Ertz-grifft zu behalten gedachte ; das Caoüil aber brachte es bey dem Pabstlichcn bof dahin, baß er aogcjctzt, und an dessen stelle Printz Ernst aus Bayern, welcher bereits Bischoff zu Frcysingcn, Hildesheim und Lüttich war, postnlirt wurde. Ob er nun wohl durch Vermittlung Pfaltzgraf Joh. Cäsiums sich zu wLinrcniren gedachte, Bonn nebst anderen vcstungcn wohl besetzt hielte, auch feine Vermählung zu Bonn solcnniter vollzog, wurde er doch durch hülste der Dvanier und Bayern gcnolhM, fein Churfürstenthum zu verlassen, zumal da Bonn an. >;84 durco empörung der befatzung, welche so gar ihren Commendanten, us Gebhardi bruder, Carl« Truchsessen samt übrigen Po^'Msim befehlsbabern gefangen genommen, in des fcinds Hände gesielm ward, und seine übrige trouppen unter den Grasen vonHoheWvk und Ncüenar gleich darauf bey Burg an der Jycl gantz M! W- schlagen und zerstreuet wurden. Er verfugte sich bi^am nm m- ncr qemablin i« Holland, allwo er endlich an. iSoi oim crv verstarb. Man sagt, daß ihm, da er noch zu Comi ^ wcsen, und den der Ertz-Hertzogin Anna von Oesterreich u/i werpcn gesetzten triumph-bogen genau betrachtet, das ' geb gcd mfche waapen davon auf seinen Hut gefallen sey, welches er vor eine Vorbedeutung seiner kunffttgen Churfürstlichen würde ausgeleget. Man gibt auch vor, daß ferner gemahlin Agnes prophezeit worden, sie wurde ihren gemahl um land und leute bringen. Ek. iMr cjs K-No Loinn. , war ein gebohrner Graf von Helffenstein, und hielte es bey den damaligen streitigkeiten, zwischen dem Kayfer und dem Pabst, mit diesem letzter» , erhielte auch wegen fernes erffers an. 10S2 von Alexandra II den titul eines e-gst, nar, 5 -ciis LpolloiicE, der hernach bey allen seinen Nachfolgern geblieben. Er stifftete an. 107; das Bißthum Gurck, war ein grosser ersterer wider die Priester-ehe, und baute wider den Kayfer drey veste schlosser zu Saltzburg, Friesach und Wersten, wurde aber von dem Kayfer Henrico IV an. 1078 verjagt, und an seine stelle Bertholdus ein Grafvon Moßburg gesetzt, der sich auch 9 jähr dabey erhalten hat. Nachdem aber der Hertzog Welch in Bayern die Waffen wider den Kayfer ergriffen, wurde Gebhardus an. 1087 wieder eingesetzt; er starb aber gleich im folgenden jähr. HleLFS!' Kill. 8L>isk. I.; c. r.7 legg. Dricke,, Lgltxb. «krön. p. 88. 2,0» p. 80, Gebhardus/ (Ianus) Professor der Historie und Griechischen spräche zu Groningen, ward zu Schwartzhorn, einem stabilem in der Ober-Pfaltz, allwo sein vater Prediger war, den 8 febr.an. i ;92 gebohren. An. 160; wurde er in das p-Lll-ZoAmm nach Heidelberg gethan, und daselbst an. 1612 unter die SIUMNO, coNcZü Qpienlia: aufgenommen. Als aber Hendelberg von den Spanischen soldaten viel leiden muste, retirirte er sich nebst anderen nach Marpurg, wurde von dar an den Landgrafen zu Cassel recommendirt, welcher ihm in dem coiicgio nobi>i»r,8 die vornehmste stelle larins: kngur gab. Indem er sich aber allda nicht sicher genug zu seyn dünckte, wandte er sich nach Bückeburg, und hielt sich bey Mel- chiore Goldasto, damaligem Holstein - Schauenburgifchen Rath, auf. An. i ö22 wandte er sich nach Rostock, weil er aber kein geld von hauß erhalten kunte, nahm er bey dem Mecklenburgischen Hof-Ralh zu Güstrau, OttonePreen, conllition an, und informirte dessen söhn r jähr. An. 1625 wurde er von dem berühmten Johann Scytte nach Upsal zu einer prof-ckion beruffen, kam aber daselbst als ein ausländer und frembder religions - verwandter in keine betrachtung, welches ihn veranlaßte nach Holland zu gehen. Weil es ihm aber auch daselbst nicht glücken wolle, kehrte er zurück nach Rostock, und laß daselbst privsrim, bis er an. 1627 zum Professor- eioquciniL ernennet, und von dem Hertzog Johanne Alberto confirmirt wurde; wiewohl man ihn nichts destowcniger wegen der religion wieder verwarff. Hierauf wendete er sich den i2may an. 1628 nach Gröningen, allwo er endlich an Ubbonis Emmii stelle Professor der Historie und Griechischen sprach wurde, aber bald hernach den; oct. an. i6;2 starb, «seine schrifsten sind: Lrcpuocüs in LsruIIum, ssikuUurn, propcrrium; sorigusrum i-Liio- num kkri lluo; exilium, live lluo likri cLrminum; orsuo in victo- r>LM Oucksvi ^ciolpki; fficilegium in dorn. dtepoteni. pro/. 6ro»i'»F. Fre/irri rkesrr. ppr/ro» vir. pkilof. Gebrstorff/ ist ein dorff in der Eydgnoßischen Grafschafft Baden, anderthalbe stund von dieser stadt, gegen Windisch und Bruck zu gelegen; es ist alldort in der mauren des Pfarr- Hauses eine Römische intcriprion oder grab'.stein an. 1698 bey dem zufam« men-ffuß der Aaren und der Reüs gefunden worden, darauf eines klcckci kez. XXI Meldung geschiehet. * Gebstett / eine Voigtey und dorff in Thüringen, zwischen Sultza und Buttelstett, den Hertzogen von Sachsen-Weimar zuständig. Ehemals soll sie den Grafen von Orlamunda gehört haben ; nachmals ist sie an die Landgrafen von Thüringen gekommen. An. 1640 ist diese Voigtey zum amt Weimar geschlagen worden, 8-ogr. ^1.2I7- 2NN2I. §ÜX. 6^o»r Lkür. p. 78. Gebweiler / ist eine kleine stadt kn dem Ober - Elsaß, zu der aefürsicten Abtey Murbach gehörig, zwischen den stadten Mur- vach und Ruffach gelegen. Die Aebte von Murbach haben m dem allhier sich befindlichen schloß zu verschiedenen zecken ihre residentz gehabt, als aber dasselbe neben der stadt durch die Schwedffch- und Frantzösische kriege gantz ruinirt worden, hat der letzt - gewe- (ÜommencjLrLire von , ^uon von LoivonstktN, das erstere sehr schön und prächtig wieder aufgeführet, obwohl er dessen einbau vor seinem tod nicht völlig zu ende bringen können. HFeT?«-?. lopoZr. ^ Gedalia / ein fohn Ahikam, wurde von dem Nebucadnezar zum Regenten über das in Judäa übrig gelassene volck gesetzt. Johanan gab ihm einen guten rath, daß er sich vor Jsinael, einem Fürsten von Königlichem geblut, vorsehen solte; als er aber diese ermnerung aus den äugen setzte, wurde er von demselben verrä- Iherischer weise ermordet, und zwar weil Jfmael hoffte, daß dw zerstreueten Jüden, die sich zu dem Gedaka hielten, sodann ihm anhangen würden, damit er durch deren hulffe mit der zeit mächtig werden, und den Chaldäern die spitze bieten konte. r 2;. 40,41. Gedalia/ ein söhn k. ssolcpk sseckis. oder rühmter Portuqesischer Rabiner, ist an. izoo zu Jmola m Italien , wohin sein vater wegen der religion aus Portugall geflohen, gebohren. Er legte sich auf die studien, und erlangte rn unterschiedlichen Münzen eine zimliche wissenschafft; doch greng lerne geb geh 457 welchen „ M WMLLsMZ sehr viel fehl trcks/tbuf^'^'?^ leyr vrel fehl-tritte thut, bediente er sich allerhand schlechter bkrn, nicken, darum ihn auch einige den grossen lugner qeheissen kblr ^ UttffeN. Gedtccus / (Simon) ist voLor tk-oloxi-, und Prediger m Magdeburg gewesen, und hat wider die kleine schufst, darinnen man beweisen wollen, daß die weibs-personen keine menschen wären , eine antwort geschrieben. ^/-. Gedrosia/ eine Provintz in Persien, so anjetzo Circa» und M^ia>ibegrufft,hat Carmanien gegen abend, die Herrschafft des grolssen Mogols aber nebst den ausflussen des Jndi gegen morgen, und liegt am indianischen meer. 1. ^ - > o. p/r»,«, 1. z. ^ *Aelmuyden/ oder Genemuyden/ ist eine kleine stadt m der Niederländischen Provintz Oder-Yssel, in der gegend, welche MwE wckd, zwischen Hasselt und Voüenhoven, wo der fluß Vecht m die Suder - see fällt. Geertsberg / siehe Gerhardsburg. Geervliet / ist ein schöner und mit vielen Privilegien versehener flecken in derjenigen gegend von Süd-Holland, welche das land von Putten genennet wird, an dem auslauffder Maaß m die Nordsee , der kleinen insul Blanckenvurg gegen über. Geest/ siehe Marsch/ Marschland. Gefall / ein städtlein im Voigtland, unfern Planen, im anst Planen gelegen,; ist schon vor langen zeiten zu solchem amt und Herrschafft gehörig, demnach auch bey dem Sächsischen Hause gewesen. Gehan-Abad/ die Haupt-stadt in der Provintz Dehlr, so vor zeiten den titul eines Königreichs führte, in dem Reich des gross sen Mogols diffeit des Ganges. Vormals wäre eine solche Dehli, sie ist aber gäntzlich ruinirt worden, seit dem Chagehan die neue stadt Gehan-Abad nahe dabey aufbauen lassen, und sie zu seiner residentz gemacht hat, weil die lufst an diesem ort viel temperirtee als zu Agra seiner vorigen residentz. Alle privat - Häuser haben grosse vorhöfe, in deren mitten das wohn-hauß befindlich ist, damit niemand alfofort zu dem ort nahen möge, wo die weiber verschlossen gehalten werden. Die meisten vornehmen Herren halten sich wegen der bequemlichkeit des Wassers ausserhalb der stadt auf. Des Königs paüasi hat eine gute halbe meile im umfang. Die mauren sind von ausgehauenen steinen gebauet, mit sinnen, und zwar dergestalt, daß allemal zwischen ic> sinnen ein thurn stehet. Die gräben sind mit wasser angefüllet, und auf dem boden mit gehauenen steinen gepflastert. Die ourk-s oder grossenHerren des Reichs halten innerhalb des andern Hofes wache; der vivso oder audientz- saal ist im dritten Hof, wird von 52 marmornen Pfeilern getragen, und ist mit allerley gemahltem blum-werck ausgezieret; zur lincken fette des Hofs, worinnen der viv-n jst, stehet eine kleine Moschee, nebst einem gewölb mit bley gedeckt, so über und über starck vergöldet ist, so gar, daß einige vorgeben, es sey von maßivem gold. Darinnen pfleget der König fein gebat zu verrichten, ausgenommen fteytags, da er in die grosse Moschee zu gehen pfleget, so ein unvergleichlich schön gebäude ist, welches auf einem hohem gründ stehet, als die Häuser in der stadt, und da man etliche stuffen aufzusteigen hat. Die Königlichen stätte sind aus der rechten feite des Hofs, welche mit den schönsten Pferden angefüllet sind, worunter das allergeringste auf;°°o, einige aber gar auf i°°°o rthlr. zu stehen kommen. Selbige pflegen nicht etwa» Heu und Haber zu fressen, sondern des morgens werden sie mit einer maas von wei- tzen-spreu, milch und butter gefüttert, und wenn die zucker-rohre und der Hirse gut sind, gibt man ihnen davon etwas gegen mittag, des nachts aber ein maas von geflossenen und in Wasser getauchten erbfen. vo^sZe lnllcs. Gehan-Guir/ ein König in Ost-Indien, siengstmeregie- runq an. 1S04 an, und starb an. 1627. Zwey ferner söhne, Koftou und Kourom, wurden seiner langwierigen regrerung uberdrußig, und suchten ihn daher» noch bey seinen lebzecken von dem thron zu stürtzen. Zu diesem end brachte Kosrou eine mächtige armee auf die deine, wurde aber geschlagen, und nebst den vornehmsten, so feine parthey gehalten, gefangen genommen; worauf »hm sem «al,r mil -m-m glürndm nst» Kosson, und ließ sich Cha-Gehan, oder einen Romg der tvelt/ ütullr n. D-^ranf marschirte Gehan-Gmr sem-"- soh. /entgegen, stach aber unterwegs, und r co enckel Bolaki dem Afoufkam, fernem o-E.kll. -cnerslillimo NNd VdrnehM» H^sskEinister. Doch dieser, an statt, daß er dem Bolakk belffm ffl /, war vielnwhr feinem schwieger - söhn, Cha-Gehan beförderlich, sich auf dem thron zu bevestrgen. DE»», v°7-s° «ics Infles. II theil. Mmm GehaU 458 geh gel Gehasi/ wareindiener des Propheten Elisä, und zeug mehrerer wunderwercken seines Herren / wie nicht weniger dessen, womit sein Herr den Syrer Naeman von seinem außsatz befreyete. Weil er aber dein letztern / ohne des Elisä wissen , geschencke abforderte , und solches nachmals leugnete, so ward zu bestraffung seines geitzes und seiner lügen, nicht nur ihm vor seine eigene Person, sondern auch seinen nachkommen die plage des aussatzes von Gott zugeschickt. 2 LeF. c. V. ir. öc c. 5. V. 20. (Nehmen / Gemen / ein flecken, nebst einem schloß und dazu gehöriger Herrschafft, in Westphalen, an dem fluß Aa, nahe bey Zütphen gelegen. Sie hat vor diesem eigene Herren dieses namens gehabt, nach deren abgang sie durch heyrath an die Grafen von Schaumburg / und von denselben auf gleiche weise an die Grafen pon Styruin gekommen, davon eine linke allhier r«68iret. H-e». vm. intiAn. I. c. 86. p. ^48. Or-ifens. 97;. (Nehülffenberg / siehe Hülffenburg. , (Neierus / (Martinus) wurde zu Leipzig, allwo sein vater ein kauffmaun war, an. 1614 gedohren. Als N. Zacharias Cramer, welcher ihn p-ivai,m informiren müssen / nach Torgau in die schule beruffen ward, zog er mit ihm dahin , um seiner unterrichtung ferner zu geniesseu. Nach diesem studirte er zu Leipzig, Wittenberg und Slraßburg, und trieb nebst der theologie die orientalischen sprachen, worauf er ?rot'cll'or rkeoloßiL , /rrcUl-Diaconui zu 8. Thomas , und bald darauf kattor und 8upcrinren8-„s in Leipzig , wie auch Ononiciis zu Zcitz wurde. Endlich erlangte er die stelle eines Ober-Hofprcdigers und K'irchcn-Raths zu Dreßden, und starb zu Freyburg an. iützo den 12 sept. Seine schrifften sind comm-nrLrius in ptslinos, proverbi^ , ccclcii^ikcn , llLnielern ; 8c luäku ^cbiLorumz zeit und ewigkeit; aflgegenwart Gottes, buß-predigten, rc. nieninr. rticol. Geiger / (Joh. Conrad) ein berühmter mahler von Zürich, hat die kunst erfunden mit öhlfarbcn ausglaß zu mahlen,oder ama- lirte trcfliche trinck-aeschirr, auch aufspicgcl, die er so herrlich ge- zicret, daß sie als besondere curiositäteu dem König in Franckrcich, Groß-Hertzog von Floren!; und der Republic Venedig ^icn-iret wurden. Er legte die gantze Eydgnoßschafft in gründ, welche hernach durch Conrad Meyer so pcrfect in kupffcr gebracht worden, daß darin» alle berge, thäler und wälder gantz nach der nakur gebildet vorkommen; so hat er auch andere Fürstenthümmcr neben dem Zürich-gebiet dergestalt«; qeniahlt, daß alle wcycr und stcege darin» crkantlich sind, wie zu Zürich aufdem rath-hauß zu sehen ist. .icz8cm. ?. r. I. z. p. 254. * Geiler / vonKaysersbera, (Johann) warb an. 144; den 16 inertz zu Schafhausen gebohren. Sein vater, Johann Geiler, war ein i4or-riu8, welcher sich nachgchends zu Ammerschweir in dem Elsaß gesetzt, und als er da einen baren, so die Weinberge verwüstete, jagen halff, von dessen biß soll gestorben seyn, nach welchem Unglück biestr sein söhn, der damals nur z jähr alt wäre, zu Kayscrsberg, ebenfahls in dem Elsaß, von seinem Ahnherren auf- erzogen ward, und daher den betauten zunamcn erhielte. Er legte sich aufder Universität zu Freyburg aufdie iium-niorL, studirte darauf zu Basel die theologie, und nähme darinnen gar die würde eines vuüvris an. Als er hieraufcrsrüch zu Freyburg im Breißgau gcprcdiget, hernach sich für einige zeit gen Würtzburg in Francken begeben, wurde er an. 1478 zu Straßburg in der Haupt-kirche zum predig-amt beruffen, welchem er )2 jähr vorgestanden. Er straffte der Geistlichen lasier scharff, und klagte über den verfall der from- kcit, daher er sich ihren haß aufden halß zöge, und dafür hielt, daß eben durch ihren haß Johann von Wcsalta au. 1479 wäre verdamt worden. Seine predigten soll er cx rempore, aber von wort zu wort roncisstrl haben, auch ein liebbabcr von guten düchcrn, und sehr freygebig gegen die armen gewesen seyn. Sein tod soll ihm vorher von einer ningfer von Augsburg, welche damals sich aller speise enthielt , schrigtlich senn prophcccnct worden, darüber er sich nicht entsetzet , sondern gewünschct haben soll, aufgelöset zu werden und bey Christo;» seyn. Er starb den lo mcrtz an. 1510. e^cine schrifften sind: ?oit,iu über die Evaugclia, samt dem guLwnZeiimLii; troft- spiegel; orrkivncs vsria: 28 cicrum ; scrmoncs ill orzrioncm 8umini- ram, 8c 8eccm pr»:ce^lis, 8e l'c^kcm pcccsrir morrzlibur; ngvicul, fs- tuorxm üc ^xLnilc»riun>; sr^xinciirz pwlionis lind andere. Einigt habe» auch nach gewohnheit seiner zeit etwas wunderliche titul, als: der Haas iin Pfeffer / welches predigten sind über den spruch i-rov. ;o. v. 2Ü. Er hat auch OcrioMs «pcra zu erst gcsamlct und mit einander zum druck befördert. vir. tkcol. cliLLir. * Geilmg / siehe Gailing. Geisenhauscti / Gevscnhauscit/ ein marckflecken in Untcr- Banern, au dem fluß Vils, welcher e»n Landsfürstlich vffeg-gcricht hat, und in das rent-amt München gehöret. Es ist vor diesem eine Grasschaffi gewesen, davon der letztere besitzer Hcnricus an. 97; Bischofs zu Augspnrg worden, und an. 98 - oder 982, als er dem Karger Ottoni tl , seinem verwandten von müterlicher feite in Apu- licn gefolgt, in einer unglücklichen schlacht wider die Saracene» sein leben vcrlobrcn. Er soll, wie einige vorgeben, die gantze Graf« schafft dem Bißthum Augspurg vermacht haben, wiewol andere versichern, daß solche llvliLtion nur von den zehcnden und geistlichen einkommen zu verstehen, und daß die weltliche gcrichtbarkcit erstlich an die Grafen von Halß, hernach an die von Ortcndurg, endlich aber an die Hertzogc von Bayern gekommen seye. -c8eiff>. ?. 1.1. 10. c. Iiig. ,nk. I. z. c. 40. k2;r. ÜLirimb. ?. l.Lx. 2c/, d 8. -rrlsi. * (Neispitzheim / ein uraltes Adelichcs geschlccht an dem Rhein, gek welches von dem - Meilen von Straßburg gelegenen schloß »M stadtlem gleiches namens, seine benennung hat. Abbovonm^? bodesheim, lebte um das jähr ioZ;. Von dessen nachkominenMM hat sich erne ltnre von Geispusch gcnennet, die aber an. i-ir°T Eberhard, Amtmann zu Bacherach, erloschen. Von dem and--, » äst war Wolf Bernhard an. 1667 geheimer Rath zu Simimrn und Ober-Hauptmann zu Crcutznach; sein bruder Georg Auaukm aber, Ober-Jagermeister bey Nassau-Weilburg. Reichard unk Georg Siegfried, des letztern enckel, haben beyde ihren stamm fort- gepflantzet. ^.»8.188,18s- ' Gciffelheringen / ein feiner Bayerischer marck-flecken imM- thum Regenspurg und dem pfleg-gericht Kirchberg, nicht weit von Straubingen und nahe an dem klein-Laderfluß gelegen, p. ,98. Geißenfeld / ein Bayerischer rnarck-flecken nebst einem Bene- dictiner-frauen-kloster gleiches namens, ins land-gericht Pfaffen- Hosen und Bißthum Regenspurg gehörig. Das kloster ist um das lahr 10Z7 von Eberhard, Grasen von Murach gestifftet worden. nicrroz,. Laiisb. voc. Ociicnk. ^>. ,6;. Geiffler/ eine ansehnliche Adeliche familie in Schlesien, von welcher ehemahls einige den Freyherrlichen titul geführet. Sie besitzet indem Furstenthum Liegnitz die guterNicder-Hermsdorff, Nieber-Stcinsdorffund Wiltsch; ihre elkeste stam-hämer aber sind Ober-Stonsdorffund Beiau in dem Lignikischen. Tbomas wai an. I288canon,cuz zu Breßlau, und au. i;26 starb Hedwlg des FürstlichcnStiffrsTrebnitz Aebtißin. George aus dem Hause Ober- Stonsdorff, welcher vocior, Thum-Probst zu Lignitz, auch zu Ol- mützundGroß-Glogau Domherr gewesen, und an. 14)2 gestorben, hatte 2 bruder, davon Nicolaus Maltheser-Ritter und «.-cepr»,. Albertus aber Obrister gewesen, und Johanncm Chrysostomum nach sich gelassen ; dessen eintziger söhn Christoph, so an. 149° gestorben, hat unter anderen gezeugt 1) Nicolaum, welcher seine väterliche güter Nieder-Hartzdorffund das antheil zu Kreiba verkauffte,luid hingegen Ober-Leu sersdorff an sich brachte- Er hatte; söhne, davon Christoph in Ungarn blieb, Anton unverehelicht starb, Georg aber, der erstlich Malthescr-Rittcr gewesen, Johanncm Chryso- stomum zeugte, welcher einen vornehmen Cavalier entleibet, und nachgebende! in Spanischenkriegs-diensten Obrist-Licutcnant worden , worauf, weil er nicht wieder nach Hanse gekommen, Ober- Lcuftrsdorfan den Hertzog zu Lignitz heimgcfallen. r) Fridericum, auf Niedcr-Stcinsdorff, welcher an-1;86 starb und; söhne nach sich ließ, i) Friedrich, der an. 161; mit tobe abgegangen, nachdem er; söhne gezeugt, von denen Heinrich an. 1616, Frantz Albrecht an. 161^, Adam aber an. 16; z gestorben- Der Ittstcre ver- kausste Obcr-Steinsdorff, ward Obrist-Licutenank, und nachge- hcnds Königlicher Ober-Mann-Rechts-Beysitzer und Landes Ael- tister in dem Bißthum Neiffe. Er besaßStarwitz undSchwandorff, und starb ohne männliche erben. 2) Christoph, Kayserlicher und Königlicher Truchsaß zu Prag, starb an. 1644, und hinterlies Gottfrieden, Kayserlichcn Capitain-Lieutenant, dessen söhn Christoph Fabian, ausOber- und Nicder-SteinsdorssSchnapauf und Kriebet an. 1677 die ausführung der Geißlcrischcn aufgesetzt hat. z) Ezecbicl Daniel, starb an. 1610 zu Nieder-Steins- dorff, Emanuel auf Mittel-Steinsdorff, hinterließ Hans Georgen/ dessen söhn Hans Fricderich noch an. 1677 gclebet. ;) Carl Gottfried blieb an. 1594 m Ungarn. Sonst sind in dem Lignitzischc» auch andere Edlen ausserdem Hause Stonsdorff,mit »amen Geißler/ aus dem Hause polsdorff anzutreffen gewesen, unter welchen sich vor andern hervor gethan Andreas von GcißlcraufPolsdorff, TscheschendorffundGolsdorff, Comes?2wri,n,s ccrQreus, Fürstl.Lignitzisch-Briegischer Rath, des Fürstenthums Lignitz Cantzlar, und der Stande in Schlesien Lands-Bcstcllter. Er starb an. 1624. Sein urenckcl Joachim An, drcas hat das gut Polsdorffverkaufft, und besaß an. 1719 Kadlevs in dem Oelsnischcn Fürstcnthum. LciNcL curiok. Geißler sibessULH^XHZ. ^ , Geifflingen/ eine Herrschafft und kleine stadt in Schwaben nicht weit von dem fluß Vils, an dem dach Rorach. Sie gehört zu dem gebiete der Reichsstadt Ulm, von »reicher sie z weilen entfernt ist, und hat gute Nahrung von der saubern gedrehcten arbeit von dein,die man allda verfertigt und sehr weit verführet. Geiffmar / eine von den ältesten und ansehnlichsten familicn in Hessen und Thüringen, deren siamm-hauß das städtgen Geismar sen» soll. Conrad wird an. 1159 als zeuge angeführet, da der ErK- BischoffAdelbert zu Mayntz der kirche zu Cattlcnburg einige schen- ckungen bestätiget. Ein anderer dieses namens ist an. nzrmder fundation des klostcrs Gcorgcnthal in Thüringen gleichfals als zeuge benennt. An. 1199 erhielt Bertholt» nebst seinen brudcrn von dein Ertz-Bischoffe zu Manntz die verwiüigungsthr eigcnthum zu Zoteustadte der kirche in Hußdörff käuflich zu überlassen. Curc war um das jähr 1591 Grafllicher Waldcckijcher Amtmann zu Wildlingen. Wilhelm Günther, ein urenckel des vorhergehenden/ ist Gräflicher Waldcckischer Jägermeister gewesen , und bat Wilhelmen, auf Homburg nachgelassen, welcher bey dem Landgrafen zu Darmstadt die ck^e eines Cammcr-Raths und HautzMw- mcistcrs bekleidet. Dessen söhn Hans Dietrich aufGle;na, FM- lichcr Weissenfelsischer Cammer-Rath und Ober-Jagermeuier, starb an. 170; und hinterließ 4 söhne, die waren 1) Hans Wilhelm , Sachftn-Wcissenfelsischer Obrister 6-s gaches 8u cvrgs. uns Amts-Hauvlniann zu Heldrungen, 2) Adolph Christian,Canmur- jliucker und Ober-Forstmeister zu Marpurg. z) Hans GchM Hofmeister bey den Printzen von Sachsen-Gotha. 4) weorg Dietrich. Von der Heßischen lime war Johann Friedrich, Hofmeister bey der Komgm in Dänemarck, und starb an. 1607 r» Frauckfurt amMayn, als er wegen seiner Königin zuCasselm Verrichtungen gewesen; Colestinus aber ward an. 1706 Abt zu Werten und Helmstadt. Mpiomsr. x. r p. 2,47. znrig. VV-Iclcearieci c. E//e»-r snnsl. 8-,x. k.r. Geißmar/ die statt,siehe Hof-Geißmar. Geithen / Geithayn/ eine kleine Meißnische stadt, eine meist von Rochlitz, in dem Leipziger-crayse gelegen. Sie ist an. 1700, und auch etliche jähre vorher, gantz im feuer aufgegangen. Einige meynen,es sey Gieta,die haupt-vestüng der Sorben-wenden,welche von Kaystr Henrico I zerstöret worden. proo, genennet worden, über welche bisweilen absonderliche Könige geherrschet. In der nachbarschafft ist ein see gewesen, welcher einen fast unerträglichen gestanck von sich gegeben, ingleichen ein brunnen,welcher fruchtbar, und ein andrer, dessen wasser unfruchtbar gemacht. Heutiges tages ligt die in dem Val 6 , orow befindliche stadt Terranuova an einem fluß gleiches namens,oder die nicht weit davon gelegene stadt Leocata an dem fluß L>alsa, an demjenigen ort, wo ehemals Gela gestanden. Es werden auch die um Leocata herumliegende selber noch jetzo Omp, Lei», genennet. Hn. I.; V. 70I. ?/r». I.z c. 8. Ä/. //»/. bell. pun. I. >4 V. riy. L/««, I. r cle izyru Yrolery. c^rin. v. z8. I. 6. Gelasius I, ein Pabst, aus Africa gebürtig, ein söhn des Bi- schoffs Valerii, wurde den r mertz an. 492, ; tage nach dem tobe Felicis II, zum Pabst creiret. So bald solches geschehen, schrieb Euphemius, Patriarch zu Constantinopel, an ihn, um gute freundschafft mit ihm zu pflegen, welches er ihm aber versagte, weil Euphemius Acacii namen aus dem kirchewbuche nicht austbun wölke. Er schrieb nachmals an die Beschösse in Dalmatien und in der Anconikanischen Marck,wegen der Arianischcn kctzerey, die sichda- selbst wieder hervor thun wolle, desgleichen an den Kaystr Anasta- sium, welcher den rechtgläubigen viel überlast that, hingegen die Eutychianer hegte. An. 494 hielt er einen ssnocium zuRomvon 70 Bischöfen, welche, nachdem sie einen schluß gemacht, was vor bücher heil. schrifft vor canonisch zu halten, setzten sie auch verschiedene bücher solcher suLtoru»,. die in den vorigen tecum gelebet hatten, unter die apocrypben, und verdammten viel li^ellä-cken. Insonderheit hat er die Manichäer aus der stadt vertrieben , welche sich bey dem »achtmahl des kelchs entzogen,und einllscrs, gemacht, daß niemand das nachtmahl anders,als in beyderley gestalt gebrau- chensolte. Er starb den 21 nov. an. 496. Er hat unter andern viel episteln geschrieben , einen cogiccm /sersmenrarium; librum con- ir» Lur^cbem öc kgclloriuni >le clusbur in Cbiilln nLkuri». Iil>. 94 lle icri^c. ecclek. ^>. 67. hihi. koniik. Lsus big. litt. Gelaftus II, hieß vorher Johannes, und war von Gaeta aus dem Königreiche Neapolis aus einer Adelichen familie entsprossen. Er gieng in das Caffinensische kloster, wurde ein Benedictiner- Münch,und nachdem er unter dem Abt Odevisio in lluckis und mo. ribus wohl zugenommen hatte, machte ihn Urbanus II, weil er ihm grosse dienste geleistet, erstlich zu seinem Cantzler, Paschalis II aber zum Cardinal-oiacono des tituls 8. Maria in Cosmedin.,Nach Paschalis tobe wurde er durch einstimmige wähl der Cardinale den ;i jan. an. 1118 zum Pabst erwählet, auch den 24 febr. dazu con- secriret. Cencins Frangipanus aber, Kaysers Henrici V General, welcher lieber einen andern Pabst auf dem thron gesehen hatte, ließ ihn, als er nach Rom kam,gefangen nehmen, doch wurde er durch das volck, welches sich Haussen weise zusammen rottirte, befreyet. Als Keystr Henricus nach Rom kam, muste sich Gelasius wieder Mimen,und geschehen lassen,daß ein anderer, namens Mauritius Lrzccrreniiz, unter dem namen Gregor» aufden Päbstlichen stuhl gesttzet wurde, welchen er durch eine bulle in den bann that. Er brachte zwar in Ärmsten eine zimliche macht von Normännern und Capuanern zusammen, und gierig damit aufRom loß, sahe aber wohl, daß sein gegen-Pabst von den Frangipanen allzu-nachdruck- lich toui-niret wurde, wannenhero er sich von dar in Franckreich m«',te, woselbst er in dem kloster zu Clugny den 29 jan. an.1119 starb. Er hat verschiedenes geschrieben, als virsm L^lm, Lpycop, Q-jerrni L msnyiiz; »sÄ-cum conrrs bleriricum; billvriam guorunclsm mgrr^rum csrminice; epillolss, üec. Sei» lebe» hat Pandulphus Aletrinus beschrieben,welches Constantius Cajetanus eillret hat, und Papebroch in cvnaru cbron. k.ll. sä caral. Lomif. p.'i; Baronius2äan.in8hat einen kurtzenevrsü heraus Mv» gen. still. st«. vonJÄak.nkrüNLfasareaausPalästina,war8. Cyrilli te demÄ^^bruders sohw^ Euzo.o an ;8°, und wohn- doretus lobet einmLL.^ke au^7r best^ Theo. Wuchst L ' L ' L^uffmi ins GriechisclLbeV. findet selbige ur den b.bi. » - ...As^^ub oder Gelasinus / war anfangs ein Comödiant, und Geldenacken/ siehe Iudoigne. Geldenhauer / (Gerhardus) war von Nimwegen qebürtiki, undrvrrd dahero ^ov-omsZu? genennet. Er lernte die Kum»nior» zu Deventer,dre phrloi ophie aber zu Löven,nnd machte sich mit vie» len gelehrten, sonderlich mit Erasmo bekannt. Erhielt sich einiae zeit zu Antwerpen auf, und war ein Münch des Creutzträaer- ordens , von dar er zum K-iinrioßi-LpNo und leNore gu den bofdes Ertz-Hcrtzogs Caroli von Oesterreich , der hernach Kaystr ward, bernffen wurde. Allen, weil er nicht mit in Spanien gehen wolte, druckte er ab, und begab sich an den hos Philippi von Burgund, Btjchoffs von Utrecht, bey welchem er 12 iabr Almosenier, >.cİr und Secret^iu- war. Nachdem dieser Bischoffan. i;-4 verstorben, trat er eben diese bedienungen bey Marimiliano von Burgund an. An. 1526 wurde er nach Wittenberg geschickt, daselbst den zu. stand der kirchen und schulen zu untersuchen, und ertheilte bey sei. ner ruckkehr solchen bericht: er könne nicht anders, als diese lehre, die mit der Propheten und Apostel schrifften conko,m wäre , billigen. Er verließ auch bald darauf die Catbolische religion,und qiena an den Ober-Rhein,verheyrathete sich zu Worms, und brachte sich daselbst und zu Straßburg mit informiren durch. Von dar wurde er an. i;;i nach Augspurq bernffen, woselbst er bey dem avmnsssa s. Anna die poesie prositirte, und endlich an. 19,4 nach Marvurq, woselbst er 2 iahr die Historie, und hernach bis an sein ende die theo, logte lehrte. Er starb den 20 jan. aN. 1542 an verpest im 6° jähre seines alters. Erasmus har wegen seiner religions - Veränderung sehr scharffwider ihn geschrieben , welcher ihn auch nur VuUurium, nennet; wie wohl doch, so viel man aus den stellen Erasmi abnen- men kan , ohne daß er ihn dadurch eigentlich befchimpffen wolte, sondern lediglich durch eine 211,160» auf seinen namen Gelden- hauer. Wegen seiner poesie crönte ihn Maximilianus I an. 1517 zum Poeten. Seine vornehmsten schrifften sind: iMoris »»»>, cum sppcngicc cie vcruüs ksravorum nobilicLre; virs kiiilippi s kur- Auncha kpiicopi UltrLjeüini ; csrsloßur Lpilloporum U1r-2je>llino- rum. e^>illolir. vir. rlicol. bibl. LeIZ. fftt, « seiner druckcrcn auftrug, auch demselbeu letztlich, zu bczeugung seiner frcundschassc und Hochachtung , izo dücaten im testaincm vermachte. Er vertrat die be<- schwarliche co,,ci,rion eines aufsehers der Frobenischen druckcrcy, als wo es viel Hebräische, Griechische und Lateinische büchcr zu corrigircn gab, bis an seinen tod gantze jo jähr, und ließ sich zugleich angelegen seyn, etliche Griechische zu übersetzen, und über andere zu -omm-niiren. Es wurden ihm zwar anderwärts bessere stellen angetragen, er war aber mit seinem glück zufrieden , und starb endlich zu Basel an. 1454 oder 155? im 97sten jähr seines altcrs, hinterlassende von stiner frauen, welche er in dieser stadt geheyrathct, zwey söhne und eine tochter. Er war groß von statur, eines vortrcflichcn gedächtnisscs und subtilen Verstandes. Unter seinen schrifftcn sind bekannt: llietionarium czim-lrllin- gue; nokL in Minium, t-iviuni, Xminirnum Xlzrccllinum, ^rnobmm, trLcluÄioncs I-Lkins: Lbr^svliomi, tzliilonir, Lvsgrii, Origcm5 contrz <7elllim, Oiunz lli ptrli-Linzg-nsss, praif. in^ppisnum. üb. iz sci Ln. 1)54. -log. rom. 1 6 c* Gclcsuinte / siehe Galouintha. Gelida/ (Johannes) ein Spanier aus Valencia. Nachdem er in seinem Vaterland die Philosophie begriffen, gieng er nach Paris, und weil er keine lust zu den Scholastischen streitigkeitcn hatte, und sonsten von herrlichem m^,»u war, legte er sich in dem 4ostcn jähr seines alters auf die sprachen, worinnen ihn Jacobus Faber LrLpulenlls wohl unterrichtete. Er machte sich über den Aristote- lem, und erklärte selbigen in dem coUes>> > des Cardinals le Movne sehr wohl. Von dar kam er nach Bourdeanr, allwo er in währen» der abivesenheir Johannis Goveani, welchen der König von Portugal! nach hauß beruffen, um die academie zu Coimbra u, die msscÄion über das coii-ß.um führte. Goveanus wo',? , i Gelidam, Buchananum, Nicolaum Gruchinm, Eliam N m- Arnoldum Fabrum, und einige andere mit sich nehme« als Gelida sich in Franckreich gewohnt hatte, L ,'ra.Nb,! nicht darzu bringen, daß er daraus gegangen wäre. Er bl- ü ^ hero zu Bourdeaur, und erwartete daselbst desGoveani rück > «4?' allein als selbiger aufder reise nach Portugall starb, wurde lW in diestr stelle bestättiget, welche er 7 'ahrmitguteu 7 rL waltete. Er starb den 19 febr. an. 1556 in grosser armmu ^ hinterließ eine frau mit einer eintzigen tochter. Man ineynte «Ä seinem tod viel verfertigte schafften bey ihme anzueffen ?^ fünde sich nichts, als einige briefe von ihm undUnoldA 5 welche Jacobus Businus an. 1^7- zu Rochelle drucken ' iitz 17 6 «. 6 c biblisch, tecu!. 16. 7 -rArec eloA. rom. I. 1 lcri^r. Gellhorn / ein uraltes Adekches und zum theil Gräflich geschlecht in Schlesien, welches aus Sachsen oder Thürchaenenr sprossen, und vermuthlich nach der an. 1241 mit den Tartan b« Lignitz gehaltenen schlacht in Schlesien gekommen ist. Man will daß es seinen Ursprung von einem iäqer habe. Derselbe soll um das iahr yz i bey einem Obristen in diensteit gestanden, und da dessen regmient in einer schlacht zwischen dem Kayser Lenriw I und dcnUngarn die flucht ergriffen,aus seinem iäqer-horn so tavffer geblasen haben, daß durch dessen schallen oder gellen die flüchtigen bewogen worden, sich wieder zurück zu ziehen, und den seind ams neue anzugreiffen. Zu dessen andenckcn soll er den Adel und b n namen Gellhorn erhalten haben. Georg von Gellhorn war -w 1470 Hauptmann zu Ohlau und Nimptsth in dem Brieaischen' Wentzel ist an. i-;;6 der Schlesischen Stände General-Stcucr- Emnehmcr gewesen. Melchior hat sich an. 1562 an dem Chur- Brandenburgischen Hof aufgehalten, und ist mit dem Churfürsten Joachimo aus den Kayserlichen wähl - tag nach Francksurk am Mayn gezogen. Hans von Gellhorn aufKuntzendorff und Kvm- merau war an. 1602 Hof-Richter zuSchweidnitz; dessen söhn Joachim kauffte an. 1622 das gut Oelße von seiner gemaklin brü- dcrn , Christoph und Hans Heinrich von Hodberg und Fürstenstein auf Oelße. - Friedrich von Gellhorn ausRogau, Altcn- Grolkau, Weigelsdorffund Gorau, starb an. 160;, und hintcr'jcß von Hedwiq, gebohrner Heydin aus dem Hause Seiffersdorff, einen söhn gleiches namens, von dem hernach. Christoph von Gellhorn, Kayscrlicher Rath, wie auch Dom - Prälat und sclwlMcm hm dem Dom - Stiffc zu 8. Johann in Breßlau, starb an. 1S24. Friedrich von Gellhorn und Alten - Grotkan, des obgedachüii Friedrichs söhn, Erb-Herr aufRogau, Weigelsdorff, Peters,val« dau, Mcrtzdorff, Pcißkcrsdorff und der Burg zll Schweidnitz, war Kayserlicher und Königlicher CaMiüer-Rath in Schlesien, wie auch der beyden Fürstenkhümer Schweidnitz undJauer Ober- Rechts - sitzer und Landes - ältester. - Er starb an. i6j6 zu Pcters- waldau, nachdem er bey damaligem krieg in commillionen und gesandtschaUen dem land ersprießliche dienste geleistet. Sein mit Maria, einer tochter Adami von Reibnitz und Rathen aufMrtz- dorff, Schmoltz und Peterswaldaü, gezeugter söhn, Ernst von Gellhorn auf Peterswaldaü, tc. Kayserlicher Cämmercr und Ob- ristcr, erhielt von dem Kayser Ferdinands III die Frehherrliche, und von Lcopoldo die Gräfliche würde. Er starb 011.1679, „ach, dem er mit der Printzeßin Augusta Sibylla zu Holstein - Sonder- b»rg2söhne gczcuqct. Seine andere gemahlin, Anna Maria, Georg Hermanns von Schwcinitz und Crayn, Cbur-Sächsischm Obristcn tochter, die er sich an. 167z beygelegt, gieng an. 1716 zu Liegnitz mit tod ab. An. 1717 starb Ernst Erdmann von Gellborn und Altcn-Grotkau aufBriese, gewesener Fürstt. Rath und Lan- dcs-ältester des Fürstentbiims Oclß. Ernst Julius Graf von Gehörn ward beyJem Kayser Carolo VI Cammcr-Hcrr und Obcr- AlUts-Rath iN Schlesiell. Lck cy cui-icss. Gellius/ (Aulus) ein Lateinischer Qrzmmzlicur, lebte zu Athen um das jähr i;c> unter dem Kaustr Adriano. Er hak ein wcrck, genannt 806-5 /(rri-L-, in 20 düchcrn geschrieben, eine sinnreiche zusammen - tragung unterschiedlicher crilischer und philo- sovhiicber anmcrckungcn in sich haltend. Es sind aber einige dieser büchek verlohren gegangen, und nur die innhalt deren ca- piltlcn annoch davon übrig. Einige, und sonderlich Voßius, behaupten , daß er Agellius heisse, welches Pclro Lamdecio Materie zu einer eigenen ckm-rrsiion gegeben, snrtiroxol. I. ,6. sn 1-8 ckc * Gellius / (Cneus) ein alter , welcher -««A-z r.z. ki«o5 geschrieben, und öffters von Aul. Gcllio und DionysioHa- licarnassäo mit rühm angeführt wird. 1.7 -. ;6. i. 1 tLlurs -. >-l, und hatte in seiner jugcnd nicht stubirt, brachte sich aber vmcv seinen grossen verstand und durch den hernach angewandten in solch ansehen, daß er vor einen von den vornehmsten M e r academie zu Florentz geachtet wurde. Er starb an. i;6z, oecr, ni Thuanus will, an. 1986. Er hat in seiner sprach den, auf die art, wie Lucianus, die wegen des darinnen hervorblickenden Verstandes hoch gehalten werden; auch Mlcm) Wenigen Hhlerenrem sind, welche man sonst an Luciano zu tadeln pfleget, als da sind die allzu beiffige, scharffe, und dann auch die gar zu freye, auch offtmalen sehr garstige art zu schreiben; Er hat auch einige bucher aus dem Lateinischen übersetzt; 1. §4 ÜII. elog. roiu. I p. rzi. * Getto/ war nach einiger Ulkoricorum Meynung, Rollönis, des ersten Hertzogs von Normandie- vetter, und der erste Graf von Blois, dem Thibaldus «en.m, sein söhn, succedirte. Diese mey- nuiig aber findet bey den gelehrten kein gehör, weil die Furores der Normannischen Historie von diesem Gellone nichts melden, und selbst Deniau, welcher die Kikonsm Rollonis genau untersuchet - gcdencket die>es Gellonis mit keinem wort. Er mercket bloß an - daß Franco, Ertz-Bsichoss von Rvuan, eine cvntcren- zwischen Rollone und Cärolo timpiic« zuwege gebracht, darinnen ausgemacht worden, daß NeustrieN und Bretagne Rölloni bleiben sotten , jedoch mit diesem beding, daß er ein Christ würde. Er neben- cket aber weder des Gellonis noch der Grafschafft Blois, welche „ach denen scribenten, so diesen Gello anführen, ihme damal sollen zu theil worden seyn; welches er nicht würde vergessen Haben- wenn jemand von diesen alten auraribu, davon Meldung gethan hatte. Sonsten,, wenn Thibaldus Gellonis söhn gewesen, wäre er nicht ein unversöhnlicher feind der Normänner geblieben, wie er war, und man hätte ihn nicht einen Fürsten vvm gediüt genennet; Lexmer tiill. clc Liois. -r Geinyausen / ist eine freye Reichs-stadt, voll nicht sonderlicher grösse, an dem kleinen fluß Kiutzig, in der Ober-Rheinischen landschafft Wetteran, z Meilen vött Hanau, nord-ostwarts gelegen; An. i Z4S ist sie von dem Kayser Carolo IV dem Graf Günthern zu Schwartzburg und den Grafen zu HvhnsteiN-Clettenberg verpfändet worden, welche daraufselbige, samt der bürg, an. Ködern Churfürsten in der Psaltz und den Grafen zu Hanau-Müntzenberg vor 8000 fi. wiederkäusiich überlassen. Aus diesem funbamenthaben die beyde letztgedachte Häuser bißhero gesucht, die stadt gantzlich zu eximiren, wie es denn an. 1708 so weit kam, daß sie von ihnen ordentlich bivquiret, auf imcrpoimon der benachbarten Stände aber wieder befreyet wurde. Ob NUN gleich diese einwendet, daß sie, der Verpfändung ungeachtet, eine Reichs-stadt geblieben, so hat sie doch, währenden dieses streits, dem Reiche nichts c»mr,bu- iret, ist auch der zu Nürnberg an. 1650 gemachten .Lpsrciiwn nicht inieriret worden. Es ist auch ein adeliches gefchlecht an dem Rhein, welches sich Forstmeister von Gelnhausen nennet. An. 1716 den ; aug. starb zu Breßlau Philippus Benedictus des Teutschen ordensMker UndRathsgebiethiger Lumm. nasi. k zu Mergcnlheim und Freudenthal, wie auch Groß-Teulschmeisterischer geheimer Rath und oberster Hofmeister, mca. «v,. 9. 5.7. bclcllr. x. l8» v. K. /I. Lvvrckri Meskri prstcnll p. 6^4- Gelnhausen / (die bürg) ist ein bey der stadt Gelnhausen in der Wetterau gelegenes Reichs-schloß, den Ganerben von Gelnhausen zuständig, welches der Kayser Fridericlls I erbauet, und um au. 1144 selbst einige zeit bewohnet hat. Als aber nachgehcnds gedachter Kayser nach Italien - und von dar ins gelobte land gezogen , ist diese bürg einigen Adelicheii geschlcchtern - als den Schelmen von Bergen < Forstmeistern von Gelnhausen - und Küchenmeistern von Gelnhausen ihre Wohnung darin» zu haben übergeben , und ihnen ein burg-friede ertheilet worden, wie sie untereinander leben, und das regiment so wühl über die bürg - als einige dazü gehörige Reichs-gerichte führen sollen. Welchem nach diese Gan- erben dergestalt zugenommen, däß vor dem ;o jährigen kriege eine grosse anzahl derselben gewesen. An. 1549 ist diese bürg samt der stadt von dem Kayser Carolo I V an das hauß Schwartzburg um den aus selbigem Hause Herstammenden Kayser Günthern zu befriedigen, zwar versetzet, doch bey allen freyheiteN gelassen worden. Nach diesem aber ist solche pfandschafft an das Haus Pfaltz und Hanau gekommen. Jnmittelst ist das burg-regimenk von den Ganerben oder Burgmannen anfänglich durch einen aus ihrem Mittel mvehlten Burggrafen, 2 baumeistern und 16 beysitzern also gesichtet worden, wie es bey der bürg Friedbera jedesmal Herkommens gewesen. Jnmassen gedachter Carolus IV an. 1; 66 die burg- mäiiUer zu Gelnhausen in allen freyheiten und rechten der bürg Fciedberg gleich gemacht - und war dazumahl diese bürg Mit ihren freygerichten bey solchem vermögen, daß sie hoher in dem Rerchs- nirrricui als die bürg Friedberg gestanden. So ist auch diese bürg so gar von dem Kayserlichen cammer-gerichte - besage eines cam- mer-gerichts-urtels von an. 1472, befreyet worden. Nachdem aber dieselbe in dem ;o jährigen kriege, weil sie Kayserliche besatzung inne hatte, von der Schwedischen armee belägert Und in gründ verheeret worden, als sind dadurch nicht allein viel Adeliche ge- schlechter in grossen abgang gerathen, sondern auch die zur bürg gehörig gewesene Reichs-gerichte davon entzogen worden, und wenig von den gerechtsamen übrig geblieben. Und weil die anzahi der Vurgmanner sich so sehr verringert, so wird nunmehr das burg-re- gimenl nur durch 2 baumeister und etliche regiMents-Burg-matl- uer gesühret. X. 7^. pL.r. ss>sc. conr. - skrk. ,7. stzd. z tortierx. r von n. 149. Kitz 1;;. tzelckr. von rjellcn p. i6o-l8z.-c»-^^. llc civ. imp. p. 720. Gelo/ ein söhn Dmomenis/vM geringer httkunfft. Erwarb V.-5z, 2 . ^-9'- VDN vökl Tyküs cusanern wegen seiner lügend und leutseeligkeit frevwillig zümFnr- sten angenommen/ward hernach denselben so wohl als der gantzett insul in allem sehr nützlich. Die Carthaginenser/ welche aus des Terris beständiges anhalten / unter Amrlcaris ansuhrung / ln Glcilien eingefallen waren / und allberett die stadt Hmera «n ^ . gel geM 46L lia ^ stchbächt hätten / überfiel er durch einen sonderbaren wcheAnn^ und also die seind^m^ trouppcn anmarschiren ließ- vernunffllg zu gebrauchen/ indeme er so wohl ^^^^^^EigM gchauett ansjierete; wodurch ihme v^b^Udkundmehr zufreunden gemachet wurde. Auch gab er auflegung zwey tausend talenten/ der gestalten freuete/ daß sie auch seinem weib der Dame» rete / eme güldene rron von hundert talent vereoretcn. Er balle nach deine vor/ den Griechen wider Xerxem zu hülste zu ziehen/ Niederlagen und gäntzlrcher verjagung auS empsienge. Wie keine gefahr mehr von frein- « ^^Ee Gels etwas / so keiner in einem zuvor herrschender /. ohne thne / ntemalen Unterstanden/ M?^? ic'uer guten und nützlichen verwaltung den klarestm be« kam Er liesse alles volck bewaffnet zusammen kommen/ begäbe >ich alsdann ohne waffen mitten unter sie / und legte von allen lernen Verrichtungen gleichsam eine rechmmg ab/ wobey dann so lern gewesen / daß jemand aus der gantzen zahl ihme begehret zu schaden/ daß, vielmehr alle mit freudigem Muffen ihme ihr sonderbares vergnügen über seine regierung zu erkennen gaben / dene einen gutthater und errettcr des patterlands »mimen/ rc. Aussol- che werft wäre sein regnnent glückseelig biß in seinen tod / welche«: gefttzet wird in v. r/s, o-zmp. 7,. z. z;os, 7^. L.478; . Gelvnt / ein volck in dein Europäischen Sctzthien / so an bis Agathyrsen grantzete. Sie lebten nur von milch/ worunter sie blut von ihren Pferden mischten/bemahlten auch ihre leider mit mancherley färben / und künten zu krixgs-zeiten lange hungern. SiS pflegten ihre ftmde zu schinden / und von ihren häuten sich rocke zu machen / damit sich andere volcker vor ihnen fürchten möchten- Lk/«. I. r c. 1. Geluchalat / siehe Äctamär. . Gelvtzs / eine stadt und alte Grafschafft in Andalusien nahö bey Sevilten gelegen/ welche erstmahis der Kayser Carolus V- zu gimstcnv. Georg vonPortügal/und hernach Kvuig Philipp II; zu grinsten 0. Diego Pimmtel errichtet hat; §. ^ p. 2,69. Gemaba / siehe Talmud. Gembicki/ eine Adeliche familie in Polen / von welcher Lau» renttus bey dem Könige Stephans Bathori in grossem ansehen gewesen. Sigismundus III ertheilte ihm den titul eines Groß-s-cre. und schickte thnätt PabstUrbanum VIII; Hernach ward eö Bischoffzu Chnlm /, daränfCron-Groß-Cantzler und Bischofszu Wladislau/ und endlich an. 1615 Ertz- Bischoff zu Gncftn und ?,'>>« 2. reg,>i. Seines bruders söhn Pelrus/Oecsirm zuCrarau ward Chron-Größ-Cantzler undBrschoffzuPezemisl/endlich aber Bischof zu CracMdejscn bruver Andreas/so anfangs ueg2cio,!..-Scc.cmriuL derPolnischcn gesandschafft an Päbstlichctt Hofe gewesen/ward an. i6;;Dtschoff znLutzko. An.i64oledtenStephair alsWoywodevou Lentzitz und Christoph als Cron - Lrnchftß und starost zu Gneftn- Donavenlura war an. 164.5 Haupimann fuStave. Johann/ dee um selbige zeit Lsnonicu; zu Cracau / wie auch obristee Reichs-s-- crecsriu-war/ tvürde am 1671 Bischoff ZU Plozko / in welchem fahre Stephan daselbst c-lr-NLn gewesen / Andreas aber als Dt» schvffzuLuzkow und Abt zü Tremesnen gellbellor-o.//.- o, v. ?<>i. r.». Gemblours / lau Ocmviacum j eine kleine stadt ist Brabant/ an dem fiuß Orne/ nebst einer berühmten Metz/ zwischen Namue und Ntvelle gelegen- Ehemals war es eine Grafschafft/ es hat auch noch der Abt sitz und stimme unttr den Brabanttscheü Land - standen/ und hat so wohl in den geistlichen als weltlichen in der stadt zu gebieten; Das kloster ist Benedimner-ordens von einem Lothringischen Fürsten/ namens Giilbertus/ erbauest Es ist selbiges sehe groß und mit prächtigen gcbäuen versehen/ hat auch vermalen eine treflichebibliothecgehabt/ deren sich unter ander» ErasmuS Rvttrodamüs fleißig bedienet. Wie denü auch verschiedene gelehrte leiste daraus entstanden sind / worunter Sigeberttis der vornehmste ist. Ohnwett dieser stadt erhielten die Spanier an. 1578/ unter anfuhruttg des Hertzogs von Parma / eine vi/tor-e wtder die vereinigten Niederlande / woraufsich viel stadtt ihnen wiederum er- gabeN»c/«i;ttÄ^,»r Lslg. p. r/z- ^er/e»cojio§r. «rc. Luiguntl. j,. Gemen/siehe GehMn; Gemes / ein Sultan, welcher wegen seinek söiiderbärcn zufalle sehr berühmt ist. Er war eilt söhn des Turckischen Kähsers, Ma- bötnet II> an. 1454 gebohren, und rm 8 iahre,emes alters beschnitten Erließ gleich voll feiner jnqend an eine besondere Neigung zunt krieae spührett, liebte aber bie bücher sthr dabey - jnmassen er Plu- tarchi ln seine spräche übersetzte lcbens-beschreibungcit berühmter lenke fast von wort zll wort auswendig wüste, auch sich in Tens- vboNtis schrrfften, welche er in Italiänischer spräche erhalten, fleist fia übete, und sich die geschichte der Oltomannischen Furstcn gab bekanntmachte. Weil mich jederzeit viel Jtalianer sich an seines Mmm z M 462 gem Vaters Hofe aufhielten, so verursachte das verlangen zu solcher spräche , daß er sie zimiicher Massen erlernte. Als er kaum 6 oder 7 jähr erreichet hatte/nahm ihn Mahomet in allen feldzügen mit/da er an. !4ür wider Uladum, Woywoden der Wallachey, auch an. 1468 in Caramanien zog, woselbst er der eroberung der vestung Culchiscar beywohnte. An. 147; war er so glücklich, daß er den Persianischen General,Jusufzesbeg,schlug. Nachdem aber Mahomet II an.1481 verstorben war, entstund wegen der nachfolge tm Reiche zwischen dem ältesten Printzen Bajazeth und diesem Genies ein innerlicher krieg, indem sich lener aufdas recht der ersten gcburt, dieser aber daraufberief, daß er, nachdem Mahomet die Kayser-würde erlanget,gebohren worden. Es war aber Genies so unglücklich,daß,ohn- geachtet er von dem Sultan von Alcair hülffe bekam, er doch der grossen macht seines bruders unterliegen muste. Weil er dannen- hero nicht wüste, wohin er sich wenden solte, setzte er sich zu schiffe, und gieng zu den Rhodiser-Rittcrn, wurde auch von dem Großmeister daselbst mit besonderer Höflichkeit angenommen. Weil aber Bajazeth den Rhodiser-Nittern grosse geld-summen versprochen, wofern sie den Gemes dergestalt beobachteten, daß er auch durch corrcspondentz ihm keinen schaden zufügen könte, so liessen sie ihn zimlich genau beobachten. Jedoch, daß er seiner heimlichen gesan- genschafft nicht überdrüssig werden möchte, vertrieben sie ihm die zeit mit der jagd,pferde-rcnnen, ball-spiele und bogen-schiessen, absonderlich aber mit der music,die er am meisten liebte. Weil Gemes grosses verlangen nach Franckreich trug, schickte ihn der Großmeister zum Kömg Ludovico XI,welcher ihn zwar wohl aufnahm,ihm aber als einem Mahometancr den zutritt verweigerte, es sey denn, daß er ein Christ würde. Weil nun Pabst Jnnöcentius VIII die von den Türcken den Johanniter-Nittcrn versprochene lährliche 75000 ducatcn gern an »ch ziehen woltc,so brachte er es durch einen Cardinals-Hnt, welchen er dem abgelebten Großmeister ertheilte, dahin,daß er nur 40000 darvon auflebens-.zeit vor sich behielte, das übrige aber dem Pabste abtrat, worauf es dieser bey dem jungen Könige Carolo VIII von Franckreich, dahin brachte, daß Gemes nach Rom solte geführt werden. Kurtz nach des Königs cinwilli- gung langte im jan. an. 1488 ein Türckischer Abgesandter zu Paris an, durch welchen Bajazeth Carolo VlII ansehnliche Versprechungen that,so ferne er den Gemes dergestalt verwahren liesse, daß er nicht wieder in Türckey kommen, und das Reich in unruhe setzen könre; allein Carolus VIII wolle seine zutage nicht brechen, und schickte den unglückseligen Gemes nach Avignon , von dar er nach Rom gebracht, und daselbst wohl empfangen wurde. Als selbiges Bajazeth erfuhr,schrieb er an den Pabst,und bemühcte sich selbigen durch geschencke zu gewinnen , absonderlich aber durch den speer, welcher die feite Christi eröffnet haben soll, vcrsvrach ihm auch die jährlichen 40000 kucaten richtig zu licfferwso ferne er seinen brudcr auf kemerlcy weise würde loß lassen. Als nun der König Carolus VIII an. 1494 einen mächtigen zug wider das Königreich Ncapo- lis vornahm, hatte er zugleich vor,sich des Königreichs Jerusalem zu bemeistern, wanncnhero er gesonnen war, zugleich den Groß- Sultan zu bekriegen, und darzu den Gemes zu gebrauchen, schickie daher an den Päbstlichen Hof, solches daselbst anzubringen. Allein es mißfiel Alerandro VI, welcher mit dem Könige Alphonsv von Neapolis befreundet war, und an Baiazeth einen rounnum, na» mens Giorgio Buziardo, schickte, durch welchen er des Königs von Franckreich anschlug zu verstehen gab, auch, daß solches zu hintertreiben , nur grosse geld-summen vonnöthen waren. Dieser Nun- l>u5 wurde von dem Bajazeth sehr gnädig angenommen , auch in kurtzcm wieder nach Hause geschickt, und ihm ein Abgesandter, namens Danutins, zugesellet, welcher mit dem Pabst viel geheime fachen abhandeln , und selbigem eine ansehnliche summe gelbes mitbringen solte. Allein, als die beyden Abgesandten auf der rückreise zwischen Sinigaglia und Aucona anländctcn, bemächtigte sich Johann lle 1» Rovere, welcher Her: von Sinigaglia und des verstorbenen Pabsts Sirti IV enckel war,dcr bricfschasstcn und der 50000 ducaten/so Baiazeth an den Pabst schickte,unter dein verwand, daß er noch viel an die Päbstliche cammcr zu fordern hätte. Unter den briefschafften waren 5 schreiben von Baiazeth an den Pabst,worin- nen er ihm zooooo ducatcn nebst dem ungenehtcnwck Christ: antrug , wofern er den Gemes würde hinrichten lauen. Hierdurch wurde Carl VIII noch mehr bewogcwdcn Gemes in seinen schütz zu nehmen, weswegen er auf Rom loß gieng, da denn vermöge des zwischen ihm und den, Pabst den 1; ,an. an. ,49z ausgerichteten fricdcns, auch der Sultan dem Könige eingehändiget werden, und der Cardinal,Cäsar Borgia, den König 4 monat lang als geisscl begleiten solle. Bey der ersten zusammcnkunfft überlieferte ihn der Pabst dem König von Franckreich,welcher ihn aufsemer reise nach Neavolis mit sich nahm; allein, weil ihm ein langsamer gisst beygebracht worden,und selbiger allgemach zu würcken ansieng, wurde er zu Tcrracina,welches die letzte stadt in dein kircben-gcbiet ist, mit einem nnhcilsamen hauvt-flnssc befallen , wcshalbcn der Cardinal Borgia, als er vcrmcrckle, daß es nicht gut ablauffcn wurde, sich zu Velctri von der Königlichen armce entfernte. Dieser unvermuthe- tc znfall nebst des Bajazeths aufgefangenen bricfen und der Königlichen lcib-wcibcormi gefälltes urtheil bekrasstigten den argwohn eines hergebrachten giffts, weswegen der Cardinal Brico- nebals des Kömgs vornehmster Staals-Mimster, sich zu dem Genres verfügte,ihn Caroli VIII beständiger gewogenhcit versicherte, und ibn wegen bcsorglichcr todes-gcfahr zum Christlichen glauben zu bekehren bemübete. Altem Gemes gab zur antwort: Er bete seinem alcoran zu folge, den einigen Gott, schöpffer Himmels und der erden,an, und weil er bey semer rcligion zu leben und zu sterben verlangte,so bäte er, ihm nichts weiter hiervon zu sagen. Wiewohl einige, doch ohne gründ, vorgeben wollen, er habe noch vor seinem gem tove die tansse empfangen. So bald der Cardinal von ihm ariden war, beklagte er sich mit sehr nachdrücklichen Worten u damaligen Römischen Hofes verrätherey, und starb nach r , tagen den 20 sehr. an. 149;. Nach seinem absterben schickte h? nig Carl,der r tag hernach, nemlich den 22 febr. seinen sieareinss» emzug zu Neapolis hielt, den Ertz-Bischoffvon Durazzo, eineÄ baneser von geburt,in Griechenland,mit dem Vorsätze,felbiaenati^ wider den Groß-Sultan aufzuwickeln, doch weil ihm sein alückw dem eroberten Königreiche gar zu bald den rücken kehrte, so würd» alle seine weit aussehende anschlüge zu Wasser. Hierauf wurde U Gemes corper balsamiret, und aufbefehl des Königswon Ferrari na nach Neapolis gebracht, allwo er ihn indem siLnst bewach?» ließ. Nachdem aber der vertriebene Ferdinand von Araavmen dem der Konig von Franckreich durch seine rerir» p. >105. keE/»i-«2n.'Iurc. 26 2». tteß.88;. e». ne^cl. ,0 Iib. 8 p. 5,7. ) o-i,,«-6s rcb. Hurc.inLsjsrstlis. 0«Ar».6cL-- Isr. in Lsjsr. II p. 68r. Ich. I. Loco/c-kiüor. 6c Qsms! Isbvrlnrk 6er reik x. >71. Gemielmk/ ein Ctilercienscr-kloster in Schlesien, so in dem Hertzoglhum Oppeln, die Landes-Fursten von diesem »amen und orl an. 1280 fundiret habe». Geminianus/ ein Priester aus Antiochien,hat in dem z secula unter Kayser Alerandro gelebt, und verschiedene fachen geschrieben. Hieronymus setzt ihn unter die fcrixcvrer ecclellawcvs, mw Baronius gedruckt seiner -6 »n. r--. Geminius/aus der insul Nhodis,ein berühmter lebte zu Ciceronis, nicht aber zu Thcodosii tsnivri^ zeiten, wie einige davor halten. Er hat verschiedenes geschrieben in der spks-rics und gcollickriL. ckron. msrksm. csr sllroi. not. »6 llewin. 6c tciem. mark. ' Geminius/ (Victor) ein Africaner aus dem z seculo, wurde nach seinem tobe von dem heil. Cypriano in den bann gethan, weil er einen priestcr zum Vormunde seiner kinder gemacht, und ihn dadurch in die weltlichen geschäffte verwickelt hatte. ex. 66. Gemisthus / (Georgius) mit demzunamen Plethon, gebürtig von Constantinovel, ein Platonischer k>K,>«chxbusund^chcw«i- cus.war an dem Florentinischcn Hof in grossem ansehen. Er wohnte dem concilio zu Florcntz unter Eugcnio IV an. 1458 bey, und brachte sich durch seinen verstand und gute co»6mrc in ansehen. Er schrieb einen rrattsc von dem unterschiede zwischen Arisiotelis und Platonis lehre, worinn er dem letsteren vor dem ersteren einen sehr grossen vorzuq zuschreiben wolle. Weil nun das ansehen Ari- stotelis selbiger zeit lehr groß wäre,verursachte dieseschrift ein unge- meines aufsehen. Drey berühmte Griechen,Georgius Scholarius, (so hernach unter dem namcn Gennadij Patriarch zu Constantino- pel worden) Theodvrus von Gaza und Georgius Trapczuntius, griffen Plctoncm hierüber auf das beffligste an, der ihnen aber ebenfalls nicht viel schuldig bliebe, wie dann auch Besiacion dessen lehr-jünger, als er sich die streitende zu vergleichen bemühcte, endlich imt eingcflochkn wurde; und was das allcrschlimmstc wäre, so warfst man,Bcssacion allein ausgenommen, von allen feiten mit grobea und harten schclt-wortcn um sich, ohne die fach gründlich und veenünfftig zu untersuchen. Solisten schriebe auch Pleihon einen comoisnisrium über Zoroastris Magie, und andere bücher mehr,worunter vornemlich kkri r 6c Zcllir Q-Lcnrum polt xeißinm 26 !c 42 nkinc 2 m. Wie sich Plethon durch alle diese bücher grossen rühm erworben, so vcrschertzte er denselbigen letztlich auf einmal durch eine schrisssworinen cr die lehren des'Platonis von der Religion , so in dessen wercken zerstreuet zu finden , gleichsam in cm V- ,Ikon» zusammen fassete, und nicht undeutlich zu billlchen mid zu loben schiene. Er hielte solches zwar zurück, so laug er lebte, hauptsächlich aus forcht vor Gcnnadio, der indessen Constantinopolilani' scher Patriarch worden war. Aber es ward nicht so bald nach Ple« thonis tode, welcher erst bey einem hohen alter in dem Pclopoiniefo erfolget, durch Dcmetrium Paläologum an das licht gegeben, da Gennadius mit seinen bann-stralen darauf loß schösse, und das buch als höchst ärgerlich zu dem feur verdammte, ohne daß icmand von des Ausonis freunden darüber den geringsten mißfallen bezeugen dorffte. Das buch selbst ist nicht mehr vorhanden, allein,)» man nach dessen auszügcn , welche sich in einem brief des offl- gemcldtcn Gennadij an Johannen: Erarchum finden,davon urtheilen darff, wie sie dann in der that nicht leichtlich falsch seyn kömmh so hat also freylich dicstr thorechlc eyfercr und liebhaber Platoms die Christliche Rcligion in ein völliges Hcydcuthum verwandeln, die Vielheit der Götter, so doch unter einem obersten Gott r-vl oder Jupiter stunden, einführen, allen gestirnt» seelen zu schreiben, und dergleichen absurditäten inehr approbircn wollen. ,nons;6e lVcs6.6s; kslls; Icrcres. l'ü//-», 6s Kilt. OrL-c. I. r. c. zo L-Ii IeÄ 5 xkilok. c. >6. 6. tziacribs 6c Lcorg. x ,8z. * (Nemma/ (Rcinerus) krillur genannt,weil er von Doccum aus Frießland gebürtig, war proksilor >»e6,c>n.s zuLöven , und epcelllrle daven IN Msckeil. Erwürbe zumöfftern an den hofKavtcrs iM roli V begehret, weil er aber die ruhe liebte, schlug er es ab. N starb an. 1555 am steine im 47 iahre seines alters, und war, c e» den Doinintcancrn begraben. k- Qr/keÄ«»«/ in vitis wc6. ^ 0^-7 6s tcient. mskk. vik. meö. ?e/« 6s 5cripc. krik. Ocsse/,^7 kik). Le!Z. Lts»cK»r«r ckron. mscy. Gemma/ (Cornelius) des obbemeldten Reineri eintziger söhn, war an.«;;; zu Loven gebohren,wurde oroksssor mcciicw-x daselbst, und starb den 12 oct. an. 1579 an der pest. Er hat verschiedene suchen geschrieben, zumal von dem neuen sterne, welcher an. 1572 in der Cassiopea erschien, weshaiben ihn auch der Hertzog von Alba rn stch nach Rimwegen kommen liest ; serner 6s narur« 6ivin>5 ckrrseicrismis ; 6e srte cvcloZnomicz und Lllroiakium.t/L«^»«,!. ^4, bibl.LclZ.L^r»'««-. v:r.mcöic.OÄ/?eÄL»,« invir.ms6. Gemnii / ist ein hoher berg in Wallis, darüber man aus dem Frutinger-thal aufLeuck und in das Leuckinger-bad gehet. Er ist mühsam zu besteigen, und sonderlich auf der Walliser-seiten sehr aäh,so daß er durch viel krumme, schmale, hier und dar in die felsen cingehauene, mit zwerch-balcken als mit brücklein belegte und auch hin und her mit maur-werck untersahrne wege, geraden wegs in die Höhe führet. Wer dem schwinde! unterworffen ist, darff solches steigen so leichtlich nicht wagen , sondern laßt sich in einem sessel durch sonderbar darzu bestellte manner hinüber tragen. Er soll Ger 1100 Geometrische schuhe Hoch seyn; zu oberst daraufist der Dauben-see, neben welchem der weg hin gehet. Kar. nae. Nelv. f-B. R. k. z x.izy. )->/. 6s AsplkuL p irr. ^ Gemmingen/ eine uralte Adeliche und nunmehro zum theil Freyherrliche samilie an dem Rhein/in Fraucken/ und in Schwaben/ welche ihren Ursprung aus der Römischen familic der 6c.w, worum herleite,. Aber da eigentlich in dem alten Rom nie keine sonderlich berühmte ZE, oder Haupt-geschlecht dieses namens gewesen/wohl aber einige g-mss, als die Veturia/ Rubcllia und sonderlich Servilia den zunamen Geminus gebraucht haben / und uvchferners bey einem so hohen alterthum Mangel an luSlcisoten proben ist/ so muß man dieses in seinem wärst) beruhen lassen/ sonderlich da dieses hoch - adeliche hauß so viel eigenen und gewissen rühm hat/ daß ihme gar nicht nöthig ist/ sichnmftemden und ungewissen zu bekümmern. Der altisie Herr von Gemmingen/ von deme man bericht findet/ ist Ulrich / der das schloß Gemmingen in der Untern - Psaltz / welches seine vorfahren vermuthlich zu ihrem stamm-sitz erbauet/ um das jähr 872 besessen / und das klostck Murhardreichlich beschencket. Nachgehends hm sich Bernolphus an. yüg zu Merseburg / Hcnriciis aber an- 116; auf dem thur- mer zu Zürich befunden; wann nur dieses falls des Rirnersrhur- nicr-buch wohl zu trauen wäre / als welches noch andere dieses geschlechts bey anderen thurnieren aufstellet. Aus gewisseren Urkunden aber kan man noch vor dem ansang der ordentlichen ocn-Mo- an. 1182 in den Herren-stand gesctzet worden / und in dem Mpw- msre dm r; May datirl O;'nsii-süc viri oobüs, genennkt werden. Gleich darauf an. IIYI wäre Gottfried von Gemmingen Abt zu Schönau. Johannes war um das jähr 1259 Kayserlicher Land- vogt zu Sinsheim im Creichqaw / und wird für den stamm - vater aller noch lebenden Herren dieses geschlechts gehalten. Von seinen hinterlassenen ; söhnen theilte sich das gcschtccht in ; Haupt-aste/ da zwar Albrecht der älteste das stamm-bauß G unmuigen selbst behalten / die übrige 2 brüder aber/ weil sie ihr recht darauf nicht wölken fahren lassen / nächst darben 2 andere schlösset / nemlich Schwacher/ zugenannk Mischer das untere schloß/ und Diether von Hovcn das obere erbauet; Doch sind diese 2 lästere aste inns sec. wiederum erloschen / so daß nach obgedachtem Johanne/ ftr- ners mich Albertus der Urheber des heutigen geschlechts zu halten ist. Seit diesem werden diese 4 folgende Haupt-linien gezehlet. (1) Die Michaelfeldifche / von einem Rittet-sitze alsö genannt / ist an. 161; abgegangen. Aus selbiger war entsprossen Hans von Gemmingen/ genanntReckhäns / Fauth zu Germers- heim/ welcher den Hertzog von Würtembcrg gefangen und am 1482 gestorben. Seine söhne warm 1) George), u. v. und Dom- ProdstzuSpeyer/ welcher an. i;n gestorben/ Undct!lche»>3- tinner 6e mscyini5 bslkcis, 6s rskione 6ueij> - 6c curs miktnm , Ac. geschriebene) Uriel/dcran. i?°8 Ertz-DischoffzuMayNtzwördm/ von welchem ein besonderer articnl unterer, urielzn lesen. ;) Erph/ f. v. v. Dom-Dechant zu Worms und Dom - Probst zll Sxeyer. 4)Orendel/ der an. 1420 als Chnr-Mayntzischer Rath und Vttzdum im Hennegau mit tode abgegangen- (2) Die HagenschießisHe hat Dietrich/ der an. 1^98 gebohren/ angeleget. Von dessen nachkommen war Hans Otto Bischofszu Äugspurg/ und starb an. i;y8. Hanß Conrad/ Bischofs zuAichstädt/ gieng an-1612 mit tobe ab / dcffm 2bruvcr/ Hans Bleickard und Wvlssgmig Dietrich / Fürstlich - Badsscher Rath und Obrist-Lieutenant/ haben unterschiedene söhne nachgelassen/ welche ihren stamm fortgepflantzek. Es hm aber diese linie von dem walde Hagenfchieß in der Marqgrafschafft Baden den namen/ als woselbst sie die Ritter-güter Licffenbrunn/ Hornberg/ Ho- henwarch / Dteincck und andere mehr besitzet. (?) DieGemmmgischehat von dem stamm-schlösse Gcnt- mingen den namen/ und ist von Johanne dem reichen/ der an. 1490 gestorben/ errichtet worden. Seine beyde cnckel/ Wolf- gang und Dietrich/ waren Statthalter in der Ober-Pfaltz / qe- riethen aber wegen derreligions-änderung Lntheri/ welche sie sich gefallen liessen / in grosse Verdrießlichkeit. Von jenem stammen in dem 4 grade her I) Hanß Dietrich / der sich an. 1698 mit einer von Lobenstein vermählet/ und mit derselben unterschiedliche söhne bezeuget hat. (2) Friedrich Christoph/ der an. 1702 in der Macht gem --l6l Ämh^miKK.? / söhne Fridericum Casim'irum DreÄ)lMam/^R 2 n^nn^'"^ s° die guter Bürck/ gefa^ / de/an 7 w u « ^dere besitzet / hat Eberhard an- W-Se7LL^ hard / beygenannr der gelehrte / hat feinen stamm k ^ buchern abgehandelt/ und an. 16;;/ als Chnr-Pfälkiscker Ratb/ das zettliche gesegnet., Vonsemen söhnen hat Wolffgana/des Än- serlichen cammcr-gertchks zu Speyer äL^°an. ^8 ms der ^^!kkeMafft lw Schwaben gevollmachtigrer Gesandter den Oßnabrucktschen frieden unterschrieben; Weivreckt aber/ war der Retchs-Niktcrschasst in Francken söhn« dre waren -) Uriel / so Joh. Adamum und noch emm mannli- lVeiprecht/ der erstlich Baden-Dur- lachlscher / nachgehends aber Hessen - Darmstädkischer geheim r Rmh und?r^6snt gewesen / und an. 1702 mit tobe abgegangen/ nachdem chm seine erste gemahlin/ eine Freyin von Eck/ an Ä; Ernst Ludwigen gebohren. ;) Reinhard/ welcher die stelle eines ^helmen Rmhs/ Hofmarschalls und Präsidenten zu Baden-Dur» ^^ckleldet/ und an. 1728 verstorben/ nachdem er mit einer von Neipperg4sohlie Remhardum/ Eberhardum/ Friderimm und Ludovtmm gczenget hatte. v. x. a. mdb. -x z-. 4,^. a6s!ss). k. r. LsceL». stemn'. ?.L«,xc»rer/?. von L. /«6cl,n6. -no» 6ez seikcin «orttbsrg un6 ^iMclselci QeMmilckei-Srg-nm. kaum in KI8c. * Gemünd/ Gmünd/ Geinünde oder Gemünden / ist der name unter,chlcvircher ortcr in Teutschland. Es ligt nemlich eine stadt dieses namens (1) an dem fluß Wohra in Nieder - Hessen / ; niesten nord-ost-warts von Marpurg; (2) in dem Hcrtzoachum Ä-lich^ a!! den grantzen des Ertz-stiffts Cöln/ und der Grast schaM Schlcyden; (;)ln Kärnbten/ nicht weit von den Satt » burglschen grantzen / welche mit einem schönen schloß versehen ist; (4) rn Ober-Oesterreich an den Böhmischen gräntze»/ bey dem stnß Traun/ welche dessaltzes wegen berühmt ist ; I) indem Unter-PsMtzlschen amtKirchderg an dem fluß Simmern/ zwischen den stadmi Simmern und Thaun/ welche dem Frecherm von Schmwberg gehöret. ( 6 ) Schwaben/ vbn welcher so fort. Gemünd/ (Schwäbischen) eine Reichs-stabt in Schwaben/ am ende des Rhermftr-thals / nicht weit von dem berühmren klo- ster Lorch und dem alten schlösse Hohenstaüffen gelegen- Den na- men mag sie wohl von dem Teutschen wörte Gmund haben/ wel- n)es eokdkilen so viel ciöhel^en / älZ oitium Anminlz, ovev ein üußs fluß eines fiusses; wie denn Gemünd eben in der gegenö ligt / wo sich viel bache in die Rhelms ergiessm. Zuvor hm Gemünde/ welches zum unterschied der andern gleiches namens Schwäbisch Gemeinde gcnennet wird/ Raysersreuth gchciffen/ vielleicht daher/ daß die Kayser daselbst die Wildnisse ansreuten / und eine stadt anlegen lassen. Wegen der menge des wildes ist sie ehedeffen der thier-garten gcncnnet worden / wovon der über den marckt fiieffende bach noch immer Thierreich heißt- Nach dem Reusnero soll der ort um das jähr 894 aufgekommen seyn / er ist aber eher nicht als um 1092/ und 1112 zu den zelten Friedrichs des alten/ und Friedrichs des einäugigen Hertzogs von Schwaben aus Ho- henstaufischem geschlcchte recht bekandt worden. Dieser letzte soll sie mit einer mauer umgeben haben / weil sie denn eine m»,.kip.,! stM der Hertzogevon Schwaden damals gewesen/ welche sie auch mit vielen priv.ii^os und dem stavt-rechte begnadiget. Nachdem aber die HoheNstaufische samilie in dem,nr-i7cgno mit Conradino zu ende gieng/ und deren Hertzomhum den nachbären zu theil wurde/ hat die stadt Gemünd ihr remp» abgesehen/ und sich in die Reichs» freyheit gesetzet/worinu sie sich auch biß hieher.m-,inrso,rt.Jhre ein« wohncr sind zu den zelten der fthden in Teutschland in ziemlichem ansehen gewesen/ so daß die Marggrafen von Baden/ Hertzoqe von Bayern und Grafen von Würtemberg sie zum öfftern in ihre bündniffe mit aufgenommen- So sind sie auch nebst andern Schwäbischen Reichs-städten gemeiniglich in dem land-jriedm und Schwäbischen blinde gestanden. Besonders aber ist vb» dieser stadt zu mercken / daß an. 117; Heinrich der Löwe / vbm Kayser Frr- derich dem IV allhier in die acht erkläret worden. In alten zelten sollen hier viel thucniere gehalten worden seyn / wovon der jchicß- graben / oder thntnier-graben unter dem Augustiner - kloster noch den Namen hat. Das regiment bestehet daselbst in dem rath/ welchen das volck aus seinem Mittel crwehlek/nachdem sie die ?->»,. cios vom regiment vertrieben. Es geschahe solches so gleich als dw stadt 1L48 nachdem zerfallenen Schwäbischen Hertzogthumchre freyheit ergriffe. Denn da mochten wohl unter den vorigen Her- tzvgen die von Adel und Uarriric» das regiinent der stadt an sich ge» bracht/ und das volck etwas über die gebühr gedruckcthaben. Woraus endlich ein auffruhr entstünde / m welchem die um diese aeqend herum gelegenen adelichenschlosserBrageberg/Ntederbach, Emclsbera/Wolffs-thal zerstoret/nnd deren besitzer/so damals die reg ernng annoch in Händen hatten/ ihres angemaßten rechts zum veaiment beraubet wurden. Zu ihren anstrag - rtchtcrn sind von B LieolV än '47; nebst ihren Reichs-Schul»eiffM 4 oder 6 Rathsherrcn aus Ulm/ Eßlingen / Halle/ Dnncketspiel/ Nord- linaen und Bbpfingcn gesetzt worden/ welches pr>va-Pum 1629 den der cammer zu Speyer >nllnu,rt/ und von derselben angenommen worden. An. 1946 ward die stadt von den Protesmendcn be- 464 gem gen an. 170;/ nachdem ein theil Crayß- trouppen unter dem General Janus im Neimscr-thal geschlagen waren/ denFrantzosen die schlüsscl entgegen bringen. Sie hat nicht viel Nahrung/ weil sie ausser dem wcqe gelegen/ wohin keine rechte gehet / auch über dieses nicht gar guten acker-bau besitzet. Daher die cimvohner ihr brod mit baumwollenen strümpffen / und kleiner silber- arbeit erwerben. Wie denn wohl etliche hundert goldschmiede darinn wohnen / welche solche arbeit um wenigen verdienst verfertigen/ aber auch silber von einem gar geringen halt dazu gebrauchen. Sie haben etwan i- dörffcr unter sich. Vor diesem haben sie mit p«cr nlMcrn, und beinern corallen/ welche sie weit verführt / gehandelt / welches sie in den damaligen Zeiten wohl genehm. Zuletzt ist noch zu mercken/ daß sie von Ulm und Halle jährlich etwas unter dem namen einer Reichs - steuer zu fordern haben / davon den Ursprung Knipschild erzehlct. An. 1415 hat Kayser Siqismund Conrado von Weinsperg mit bewilligung der Churfürsten die Ncichs-steuer zuHalle und Ulm versetzt. Als aber derselbe an. 14;» in des Kaysers ungnade verfiel/ und zu Nürnberg um zoooofl. gestrafft worden/ haben einige städtc sich seiner angenommen/und das geld vor ihn bezahlet / wovor er ihnen die steuer von Ulm und Hall verpfändet / welche sie auch noch erheben. Endlich von der stadt an sich selbst noch etwas zu gedcncken; so hat sie doppelte Mauren und gräben / und ist nach alter art in ziemlich gutem stände. Die gedäude aber sind schlecht/ jedoch ist das Münster oder die kirche zum heil. Creutz desto kostbahrcr / und maßiver/ davon der erste stiffter Heinrich von Schöncck der 44Dischoff;u Angspurg/ der an. m 68 allda gestorben/ gewesen. An. -497 sind an derselben die r thürne eingefallen/ doch ist das andere noch in gutem stände. Ausser dieser Haupt - kirche sind noch die kirchen zu s. Johann / 8 . Veit / 8 . Sebald / eine spital-kirche und 2 klöstcr. Angleichen auch einNonneii-convcnr. so der krancken pflegen. Die gantze stadt ist katholisch. Mit dem Hertzoge von Würtemderg hat sie öffters zu streiten/ der auch einmal 2bürger / so ihm ins gehege -gegangen / tod schicffcn lassen. Vor diesem stunde diese stadt unter dem Albrecht zu Lorch. ropogr. 8 uev-vocc 6 ioün 6 . L-r»/>- /cbi/ 66 c jm. civir. I. z c. 17. 6 c url>. imp. ?. r c. is. snn §ucv. I. 9 ?. 2 c. 4. Iss-stc?'. 6c uitzitz. 6crm. p- 70. Geinusäus/ (Augnstinus) eigentlich von Geschmaus genannt / und von einem alten guten gcfchlecht in Schwaben hcr- stammend, bekäme nach--btoivicrien lku6»8 einen Pfarr-dienst in der stadt Müllhaufen , wurde aber zu Verfassung der Schweltzeri- schen Lonfcll.vn an. i?;ü nachcr Bafel abgefertiget, allwo er den »amen von Geschmaus geändcrct , und sich Gemufäus zu nennen angefangen. Diefes Augusiini 6ciccn6cnren haben sich mehren- theils in dem Predig - anit hervor gethan / und ist unter anderen Hieronymus Prediger in dem städtlein Liechs-thal Baßler-gebiets gewefcn, welcher in der an. iü;z entstandenen bauren - rcbellion von dem land-volck viel^erlitten / und die ehre feiner Obrigkeit mit einem sonderbaren eifier, wiewohl nicht ohne grosse gcfahr beschützet hat; er starb an. i6;6, und hatte einen söhn, ebenfalls Hieronymum, welcher bis an. 1708, da er gestorben, aufdcr land- schafft in der kirchen zu Brücken als Prediger gcdienet. * Gemufäus / (Hieronymus) obigen Augustini jüngerer bru- der, kroikNor und voLtor in der artzney zu Bafel , ist ge- bohrcn zu Müllhaufen in dem Elfaß an. 150;, kam an. 1^2; nach Bafel, legte sich daselbst auf die iium-n-räten, und hicng sonderlich Hcnrico Glarcano an. An. 152? den ic> fcbr. wurde er als erster !vlLs;illcr -lrrium seit der rcformsrion promovirt , begab sich darauf in Franckreich, cxcviirte darinnen feine plliicssopliiLm und ^c6ici- NLW. und machte sich Aristolelcm und Platonem sehr wohl be- kandt. Zu Turin cmpfieng er an. 15?; die vo«»r . würde in der wecllcili, und wurde in dem folgenden jähr nach Bafel zu der Press. l-ti>-6cc5 beruffcn. Er war so begierig , allerhand studicn wohl zu verstehen, daß er in dem z zsten lahr feines altcrs noch anficng von Scbast. Münster die Hebräische spraach zu erlernen. Als er zu einem Fürsten in Italien beruffcn wurde, überfiel ihn eine kranck- hcitdaß er wieder nach Haus; kehren, und den 29 jan. an. 154t darüber fein leben lassen neuste, da er mehr nicht als z 9 jähr hatte. Seme 2 «ohne Polycarpus und Hieronymus begaben sich auf die drucker-kunst, und haben sich mit ausgcbung guter LuKmum einen namen erworben, sonderlich aber dieser letztere, welcher auch dar- bcy Ralhs-Herr zu Bafel worden, und erst an. 1610 in dem ersten jähr feines alters , mit Hinterlassung einer vermachtnns zum ge, brauch eines armen 8cKoUlk,c,> verstorben. Des urokciioris Gcmu- säi fchrissten sind : Lpitome Qcoßrapll. 8r-2bc>M5 in verQ ; Pi-ztllrionc8 i» Orleni Opcrs 6c prolomLi ^ImLgcii.; l'llcopkrslki Opcc- Or. cum pra:f. ; it- Comment, in /crillokclix gua:6LM 6cc. Fonlateon Prolog. vir. />4/- * Genap oder Geneppe / eine zu dem Spanischen Brabant gehörige, und wegen den vielen forsten zu dem sagen sehr bequeme mayercy, nebst einem kleinen und freyen städtlein, gleiches namens , ungefähr z Teutsche meilcn von Brüssel, an den grantzcn der Graffchafft Namur, bey dem fluß Dyle gelegen. An diesem vrt hat sich der König von Franckreich, Ludovicus XI, da er noch Drilln, und mit feinem vatcr mißvergnügt war, gantze 5 iahr nebst feiner gemahlin aufgehalten. Es ist.daselbst ein gewisses genetzte , >L tiLurc cour 6e Cotici- genannt , worunter 4 kleine stadte , I Ü4 dörffer, 12 Baronien und 8 Abteyen gehören. Von demselben Pflegt an die Brabantifche cantzeley appellirt zu werden. Genca / (Hieronymus) ein berühmter mahlcr, gebürtig von Urhino, hatte Pctrum Pcrusinum zum lehr-meistcr, und lebte zu Ziom, Florentz, und an einigen anderen orten in Italien. Fran- gm ciscus Maria , Hertzog von Urbino, ließ durch ihn berMeöme - stucke verfertigen. Er war zugleich in der srckir-üur wohl eiU ren, und starb an. 15 5 (,m,7;sten jähr feines alters, einen eintz am söhn, namens Bartholomaus, und einen fchwieger-fobn, namm« Joh.Baptlsta 8 .Marino, hinterlassend, welche beyde gleMM in der Mahlerey berühmt gewesen. L vi-s 6 c"pew- rres. ^ Gendre/ (Johannes) gebürtig von Orleans, ein berühmter klLrlicmLncus und ttittoricus > lebte lM 16 stculv. Er hat verfibi- dene fachen geschrieben, und unter anderen eine comwu»«««,» dem buch mer 6-8 biüo-reb, öcc. Er ist zu unterscheiden von einem andern, Johann >-Gendre von Paris, welcher auch etwas a schrieben. ^ c:^rx 4« 6» viki. krsn^ois-. Genebrardus/ (Gilbertus) Ertz-Bischvff von Air in Pro- vence, war von Rion aus Auvergne gebürtig, und wurde in der Abtey Mauzac ein Benedictiner, gieng von dar nach Paris, und horte daselbst Adrianum Turnebum, Jacobum Carpentarium und Claudium Sauctium. Er nahm in den sprachen und allerhand wisscnschafften dergestalt zu, daß er vossoc sscoioß^ zu Paris, und Königlicher Professor wurde, auch die Hebräische sprach pro- fitirte. Gleichwie er aber vor das Wohlseyn der Catholisthen reli- gion sehr besorgt war, also wurde er einer von den vornehmsten anhangern der i-guc, welche unter dem vorwand der religivn wider den Konig krieg führte, und erhielt durch deren Vorschub das Ertz-Bißthum zu Aix in Provence, welches er im sept. an. iz?; in besitz nahm. Er redete in seinen predigten sehr hefftig wider den Konig, und zog sich dadurch viel ungclegenheit über den halß. Als aber die fache nicht nach feinem wünsch gehen wolle, gieng er nach Avignon, und schrieb daselbst ein buch, unter dem titul: 6 ° l-cL rum clcÄionum jurc a 6 ccclciiL LcllicLNL rc 6 inrcgrLtioncm, wess ches, weil es wider die Frantzösifche kirche gerichtet war, von dem Parlament in Provence auf des Königs befehl an. 1 z 96 den rö jan. zum feuer, er selbst aber zum exiii» verdammt wurde. Jedoch vergönnet«: man ihm sich nach Semeur in Bourgogne zu retiriren, woielbst er prlor wurde, und den 1; marl. an. 1597 starb. Die , vornehmsten Cardinäle, B«schösse und Gelehrten waren seine be-' sten freunde, und bedaurctcn fein Unglück. Unter seinen übrigen fchrissten sind cc26u6rio und commcnkariur in pialmor; rriäsni! conirs liTrecicos aniirrinirarior; cb-onologis iLnssa; lirurgir ssa- ltolica; Lc. Er soll auch das buch, so unter dem titul: CÜiliclmuz ssosssus 6c juiks reis!. cllriliiüNL in re^cz ims>io8 Lc liTrericor ani. Ni26vcriione> heraus gekommen, verfertigt haben. I. I'y.' clog. I. 4 s>. ior. Tci/ster com. r 6c Z. «/n fcc. 6 öc «6 psrre z 6istcrr. n. Gmemuyden/ siehe Geelmuyden. Genep oder Gennep / eine kleine bevestigte stadt in dem Her- tzogthum Eleve, an dem fluß Niers, wo sich selbiger in die Maaß ergiesset, 2 oder; meilen von Eleve gelegen, und dem König m Preussen gehörig. Sie hat ihren namen von einem alten gcfchlecht derer von Gennep, (von welchen Wilhelm an. i s4y Churfürst zn Cölln worden) und ist vormals ein lehn von Geldern gewesen, nach der Hand aber an die Herren von Brederode gekommen. In deren an. 141z gemachten theilung fiel die halbfcheid an Margarethens, von Brederode, so an Johann von Jtinsberg vermählet wurde. Dieser hielt es mit dem Hertzog Wilhelm» von Berg,welcher mit Adolphs von Clcpc krieg führte, wurde aber in der Wacht bey Clcvessam von diesem letzter« gefangen, und gab die halbscheid von Gennep nebst aller gerechtigkeit für seine rantzion. Die übrige helffte erhandelte Adolphus von Gisbcrl und Reinhard von Bre- derodc an. 1441 für 70000 gülden, daß es also gantz an Eleve kam. In dem Niederländischen krieg wurde sie von den Spaniern, an. 1641 aber von den Holländern wieder erobert. bss-iir. ,°n LIcve c. 12. General bey den armeen wird eigentlich,derjenige genannt, welcher über dieselbe das oberste cc>mw3n6o führet, und dißsalls keinen über sich erkennet, als das louversinc ober-baupt eines lan- des, oder die vorsteherc einer freyen Rcpublic, so ihm dergleichen clisrgc aufgetragen. Es pflegt aber auch der Generals-titul den lub^irc-nci! Häuptern einer armec, und zwar nach dem unterschied ihrer staffeln oder funSionm, mit unterschiedenen beyfüguiM beygelegt zu werden. Bey den Kayserlichen armeen steigt man von demObristen i)zum General-Wachtmeister oderGeneral-Myor; 2) zum General-Feld-Marfchall-Lieutenant; z) entweder bey der iofanrcric zum Gencral-Feld-Zeugmeister , oder zum General von der CLV-Iieric, welche beyde den rang unter sich nach dem aller ihrer cll-rgc haben; 4) zum General - Feld - Marschall; ^ M General-Lieutenant, welches die höchste kriegs-bcdicnung ist, uiw nur einem allein confcrirt wird. Bev den armeen der TeutM» Reichs - Fürsten, ingleichem bey den Nordischen Croncn, W e man ordentlich eben diese gc->6u8, nur daß die wurde eines Gemra Feld-Marschalls die höchste ist, ingleichem daß man bey einM auch noch Brigadiers zwischen den Obristen und den Gemra Majors hat. Unter den Frantzöfischm trouppen find i) die schalle von Franckreich, (denn die wurde eines c°E»b°i°, ,0 M- dcsscn bey den armeen die oberste gewesen, hat man st» am - ausgehoben); 2) vier General-Colonels, nemlich der über di f-n,cr,c , welche von Francisco I in der Person des W nach dem an. i?4<- zu erst aufgerichtet, aber von Lu^ nach den, tod des Hertzogen von Efpcrnon, als des anderen 1 Hauses, so dieses amt getragen, seit an. 1661 ^im>rt ist, ser« der über die leichte reutercy, zum dritten der über die Seh und Graubündter, und vierdtens der über die Dragoner,^ gen General - Lieutenants; 4) die Feld-Marfchälle oder ^-cNsux 6 - csmp; 5) die Brigadiers , hernach die Obersten/ rc. Auch aufden Frantzösischen flotten ist das Wort General gebräuchlich. Denn nach den Admiralen und v,ce - Admiralen folgen unterschiedene Lieucensn» Leneraux clcs srmee; nsvales , auf welche hernach les cii-L ^'Licsclre kommen. Über dieses hat der König von Franck- reich einen General der galeeren / nebst einem unter demselben ste- hendenGencral-Lieutenant. Den titul eines Qeneraktt.mi, welcher so viel bedeutet als einen / welcher über alle andere Generals ist, ist für den Cardinal von Richelieu eingeführt worden / als er das c->mwsn6o der Frantzösischen armeen in Italien überkommen. Die Venetianer pflegen zu kriegs-zeiten einen oener-lillimum oder Capitain-General über ihre see - macht zu erwählen. Ausser dem haben sie beständig einen General-?roveK>, einen General der galeazzen, ingleichem einen ausländischen General / welchen ste Lener -,1 -ji -lisbLrco nennen, weil er die trouppen zu commandiren hat, so man von der flotte an land setzet / um eine oder die andere exp-llirion vorzunehmen. Sonsten wird auch noch das epikkeroii General zu einigen anderen ansehnlichen kriegs - bedienungen gesetzt / z. e. daß man sagt General-^ullicsur, General-Kriegs-Zahl- mcister/General-^HmLnt, General-Kriegs-commiilärius, General- Quartiermeister/ U.s.w. DrÄrow«u>e ste LE ste //r Lu», ste /-> ste Is llcp. ste Veoite. Lr/k. 4 « Laxst. ste Liei/eüe«. O-r»re/ kill. ste Is klilice kr. * General der galeeren in Franckreich, ist ein hoher bedienter der Crone / welcher auch sonst den titul tistmirsi s Louronnc, §o«2,e,si»e» 2/0» rr6. * Generals / von den geistlichen orden nennet man diejenige, welche die oberste aufsicht und stll-Äion über alle in Europa befindliche Mitglieder einer gewissen geistlichen loci-mt haben. Die meiste werden aufden allgemeinen Versammlungen ihres ordens durch die mehrern stimmen der anwesenden Deputirten erwehlt, und zwar theils auf ihre lebens-zeit, theils aber nur auf etliche zahre, doch daß jedesmal die Päbstliche bestatigung darzu kommen muß. Ordentlich residiren solche Generals zu Rom. Diejenige, so ihre rcsidentz in Franckreich haben / sind die von den Clsterc«ensern / von den Carthäusern, von den i-rLmnnki-stensern / von den ?srr,Kus OrLtoni.VVN der Long-egsrion cle Is Million , VVN deN keuiNgnrinerN, von 8 . Maur / von 8 . Rufst- Valence / von Grammont und von 8 - Antoine st- Vienne. orÄro». ste Genefius / ein Märtyrer von Arles / war ein cateckum-nu-, als Kavser Dioclenanus und Marimianus ihre Verfolgungen wider die Christen anfiengen , und bediente damals die stelle eines 8 °- cr«Lr,i bey der justitz daselbst. Als er einsten seinen amts-verrlch- tungen oblag / machte der Richter, auf Kayferllchen beseht , eme Verordnung / daß alleCbristen, welche den gottern mcht opffern würde» / sollen hingerichtet werden. Genesius wolle solches mcm zu papier bringen / ließ dannenhero alles ligen , und machte sich aus dem staube / indem er sich der martyrer-crone nicht unterwerf- fen wolle / weil er die taufst noch nicht empfangen hatte. Allem er muste dennoch darüber fein leben lassen / denn die bedientm des ?-Ltori» zn Arles verfolgten ihn, und als er durch die Rhone schwamm, paßten sie ihm aufdcr andern feite auf, und hieben ihm den kopss ab. com. 4 «»rczrolog. ^ gett zwar dieses blos darum, damit er dem KE ^ einsten ihre tausse vorstellen wolle, und er selbst des taustlngs perftn agwte, auch alles darzu angestellet war soll ev em gesicht bekommen haben, wod,,rcherbewoqenw?rden°daL ^ wurcklich anzunehmen. Wannenhero er sich ölstnts l ^ tnelle von gantzem hertzcn Christum anbellen und allen gotzen-dienst verlassen» Man hielt solches anfänglich vor em verstelltes wesen, damit er nur seine person besser spielen könre. Es wurden alle ceremomen gebraucht, er auch mit einem weissen rocke angezogen , hierauf kamen etliche soldaten, als wären sie von dem Kay,er ausgeschickt, um sich feiner als eines Christen zu versichem- und führten ihn vorden Richter aufdem tbeatro, allwo eine seule derVenusaufgerlchtct war, dw er anbellen solte. Allein GenesiuS ^^Eiatte sich abermals: er sey ein Christ, bete den wahren Gott an, nicht aber mit Handen gemachte gotzen. Als nun der Kayser sahe, wie Genesius solches aus rechtem ernst, als ein Christ, nicht adee als em comodmnt sagte .ließ er ihn vor allem volck wichtig abprü- geln, schickte ihn hierauf zu einem r>r-Lü». namens Plautianus, welcher ihn auf dle tortur spannm und gar übel zurichten ließ. Als er aber dennoch beständig blieb, schrieb er deshalben an den Kayser, welcher befahl, daß inan ihm den kvpffabschlagen solte,so auch Lei; 2; aug. an. zc>; geschahe. c«m. 4. m-r^r. «.om. 6LHsL8HL> rst der name eines Ritter-ordens, sonst der ordett . '1-Lossc cle Lcneke, genannt. Er ist durch König Ludvvtcum IX in Franckreich an. ir;4 nach seiner gemaylin crönung gestlfftetz worden. Dann was andere melden, der orden habe erst von Caro«> lo VI seinen Ursprung gehabt, wird durch das zeugniß Guillelim Na >x,§, der nur 15 jähr nach dem tod Ludovici, und längst vov Carolo VI geschrieben, vollkommen widerlegt. 6e,iEe ist eine kleine stände mit einer gelben blume und etwas langen hülsen, si> im früh-jahre und im herbste blühet, wird in ober-Teutsc!>land Pfriemen / anderwärts auch pfingft-blumen geheißen. König Ludwig erwählte selbige zum sinnbilde mit den Worten: exaicac vu- miics; wodurch er die deinuth anmercken wolle, wiewol dagegen Menetrier will, daß darinn das einige Wort j->mais ftye geschrieben gewesen. Das ordens-zeichen bestund aus den hülsen die,er pfingst- blume von schmeltzwerck, sb nach der natur gemacht; darzwischen waren goldene lilien zu sehen, mit durchbrochenen rauten umgeben , so mit weißem schmeltzwerck ausgefüllet waren; dieses hieng an einer eintzigen kette, an welcher unten ein göldenes lilien-creutz zu sehen war. König Ludwig empfieng dieses ordens-zeichen am ersten von Gnaltero, Ertz-Bischoff von Sens, den abend vor dee Königin crönung. Die Ritter trugen ein weißes Habit mit einem rothen darret. Ausser diesen; Ritter-orden erwählte auch König Ludwig 100 Edelleute zu seiner leib-Z-irUe, welche einen langen wa» pen-rock trugen nebst einem meisten trabanten-rock mit Wer besetzt, woraufvornen und hinten eine solche stände gestickt war, über weicher eine Hand aus den wvlcken eine crone hielt, mit dieser bey» schlifft : vcus exairar liumiics. Wiewol andere behaupten wollen^ es sey dieses nur eine stifftung vor die Königlichen wapen-träger, nicht aber ein Ritter-orden gewesen, und zwar, daß solches voir Carolo VI seinen Ursprung habe. 6«/. -l- in vira i»uu. ix- orig. Lurßuncl. f. isr. k-2/Ä rk arr. «l'lionncur äc ein alter Ritter-orden in Franckreich, welchen Carolus Martellus um das jähr 726 gestifftct..Die Ursachen werden verschiedenlich angeführet; denn einige führen es von Carole gemahlin Johanna her, die nach alter spräche auch Janetta genen- net worden; andere aber von dessen berühmter schlackst wider die Saracenen bey Tours, weil er daselbst viel feile von biesem-katzen, (welche auf Frantzösisch Qsncrr- heißen,) auch lebendige biesem- katzen gefunden, habe er zum andrucken selbiger schlacht diesen or- den gestifftet. Er machte 16 Ritter, deren ordens-zeichen waren ? göldene mit roth-amulirten rosen unterflochtene ketten, an deren ende eine solche göldene schwartz-und roth-amulirte biesem-katze gehangen, die ein mit den Frantzösischen lilien besetztes Hals-banb getragen. Allein neben deine, daß von keinem recht alten und glaub» würdigen scribenten dergleichen etwas gemeldet worden, so lst auch sonsten klar genug erwiesen, daß gar kein Ritter-orden vor denen züqen in das gelobte land aufkommen, und al,o alles falsch und erdichtet feye, was von älteren stifftungen derselben gesagt wird. Nr- rliesr. d'konrieur A ctieväi. e^usnr, ora- 90. ^2^-» p. ry. kÄ/?, ste, o,st,e, * 6 LXLVL. siehe Genff. 8 Genevieva/ oder Genovefa/warzu ö-dt-mews« weilen von Paris gelegen, um das jähr 4-9 gebohren, unter dem ayser Honorio und Tbeodosio jun,c>re, m welche zeit der ansang er regierung Pharamundi, ersten Korugs von Franckreich gefttzet ird Är vatter hieß Severus und ihre mutier Gerontia. 8 . Ger- ianüs? Bifchoffzu Aurerre, und 8. Lupes, Bischoffvon Troyes, s sie nach Engelland giengen,um daseist die Pelagiancr zu dampf- >n aienaen an. 429 durch selbige stadt, allwo 8. Germanus, nach- Är die sonderbaren gaben dieser jungcn person erkannt, sie er- ahMe sich Gott gäntzlich zu widmen, gab rhr auch em stuckkuvf- 'r. worcm die sigur des creukes gegraben, als em zeichen der alll- nk welche sie mll Christo machte. Nachdem diese beyde Pra atm m da? weggegangen waren, ließ sich 8. Genevieva meistens m der rche finden, welches aber ihrer mutter mcht zum besten gefitt , ,s welche ihr einsmals im zorn eine ohrfeige gab, daß sie zu häuft II theil. denn mewM 466 gen bleiben solle, davor aber mit blindheit gestrafft wurde, bis ihr die tochter selbst-I morlate darnach das gesichte wider gab, indem sie ihr die äugen mit brunnen-wasser auswiisch. Es war damals noch kein Nonnen-kloster zu Paris, welches von dem Pabst zu Rom «K- xcncüret hätte, wannenhero dieienigen, die das vvcum virZ.nirstis thun wollen, sich allein bey dem Bischoffanmeldeten, welcher sie mit gewissen ccrcmoriieii einkleidete. Dieses that auch die Gene« vieva, und steilete sich mildem damaligen Bischoffe, welcher 8. Marceüus gewesen seyn soll, dar, kehrte aber hieraus nach Raute- ke wieder zurück, von dar sie nach dem tobe ihrer eltern nach Paris gicng, allwo sie sich bey einer Dame - so ihre tausspatbin war, auf« hielt. Ob sie nun gleich daselbst einen guten Wandel führte, fo funden sich doch viel, die sie vor eine Heuchlerin halten wollen, auch solches bey 8. Germane,, als er ; oder 6 jähr nach feiner ersten reise zum andern mal durch Paris zog, um nach Engclland zu gehen, anbrachten. Dieser aber sahe wol, daß man es ihr nur fälschlich Nachsagte, wodurch denn ihre nur vermehret wurde. Als Attila, der Hunnen König, mit <00000 mann in Franckrcich einbrach, wollen die Pariser ihre stadt verlassen, und, wie die gefchich- ten dieser heiligen Melden, in Italien stieben; allein Gcncvieva versicherte , sie würden in ihren Häusern sicher seyn, wie auch geschahe; denn er kam aus Champagne nach Orkans, gicug von dar wieder zurück in ChamvagnL, ohne daß er nach Paris gekommen wäre, und wurde endlich durch eine herrliche victorie, welche die Römer, Franckcn und Gothen, die sich zusammen geschlagen hakten, wider ihn an. n 1 erhielten, zurück zu weichen gcnöthiget. Fünf oder 6 jähr darnach kam Meroväus, der dritte König in Franckkeich, vor Paris, machte sich nach einer langwierigen belagerung davon Meister, darwider aber Gencvieva nicht das geringste that. Nach diesem fand sich daselbst grosse bungers-noth, wannenhero sich Gcne- vicva aus der Seine zu schiffe setzte, von stadt zu stadt fuhr, und in kurtzcr zeit 12 grosse schiffe voll körn zusammen brachte, welches sie hernach unter die bürger, und vornemlich unter die armen austheilte , für welche sie ohnanfhvrlich brodt backen ließ. Meroväus, ob er gleich ein Hcyde war, erwiest chr, so lange er lebte, grosse ehre, und hielt sie wie eine Halde göttin. Eben dergleichen that sein söhn Chilpcricns, welcher chr so leichtlich nichts abschlug. In dessen adwesenhcit ließ sie um das jähr 460 eine kirche über die gröber 8. Dionysii < 8. Rustici und Elcutherii, seiner gesellen und Märtyrer bauen, bey dem dorne Chastcuil, r weilen von Paris gelegen, wo heut zu tag 8. Dcnys ist. Sie starb endlich den z jan. an. 499, und ward begraben in der umerirrdischen cavelle, welche 8. Dio- uysius sonsten Petro und Paulo zu ehren eingeweihet, ivoransauch Clodoväüs auf deren bitte ein prächtig gcbaude zu setzen angefangen hatte. Auf solches ist so bald auch der name dieser 2 Aposteln weggefallen, und so wohl die kirche, als die dabey gcstisstetc reiche Abte» allein von Genevieve genennet worden, worzu man hernach die Wörter ,>,onc gefügethat, weil sie aufeinem Hügel in der stadt Paris, welche man die Universität nennet, liegen; wie auch um selbige von der anderen kirchen dieser heiligen zu unterscheiden, welche nachgchcnds an die kirche von nücr- angebauet worden. Dann unter Ludovici Crassi regicrung wurden die Pariser uin das jähr il;i von einer gewissen kranekheit befallen,so die xw-Mci igncm kcrum zu nennen pflegten, woran viel lcute stürben, indem dagegen kein Mittel helffen wolle. Auf anhalten aber des damaligen Bi- schoffs von Paris, Stephane I, wurde beliebet, daß die kistc, wo- tinnen die rcliguicn der heiligen Genevieve verwahrt lagen, mit gehörigen cercmonicn in die kirche z verstarb, und von seiner gemahlin, Agnes von Cdalons, Allhel- mnin 1!I, Hngonem und Amatmn, Bischoff von Toul, hinterließ. Wilhelmus III, Grafvvn Genff, nmr des Dauphins GindomS Vormund , und lebte noch an. 1520. Seme söhne waren AmaSeus III, der ibm folgcte, und Petrus, der stainm-vaterderMarcniiscn von Lullins- Amadcus III, Graf von Genff, stund bey Kaysersia- rolo I V in grossen gnaden, welcher ihn auch zum Reichs-Fürsten machte. Sein söhn Aimon III, Graf von Gcnff, starb um das iahe i z 66 ohne erben. Amadcus IV starb an. i;68 zu Paris. Johannes GrafvonGenff, starb unverehllcht an. iz-o. Robertusnahm nach seiner Prüder tod den timl eines Grafen von Geneve an. Hmn- berruS von Villars folqte ihm, und weil er an. 1400 ohne linder verstarb, hinterließ er Odonem von Villars zum erben. Dieser trat vermittelst eines besondern tractats, weichenden; aug. an. 14m zu Paris geschloffen ward, diese Grafschafft,Amadeo VIII von Eavoncn ab, dessen nachkommende das meiste von dem zu diestr Grafschafft gehörige land Gencvvis annoch besitzen. 6c 8svo^c. verwahret. Die kisie stehet auf4 grossen senkn von Jaspis, lind wird durch 4 Cherubinen unterstützet. Robert u i-c«re ^,1»«, Abt von 8. Genevieve, ließ an. 1242 die kisie machen, welche man jctzo siehet; sie ist von vergüldctcm silbcr, anstatt, daß die alte nur weiß war, und es sind darzu lyz und ein halb marck silber, auch 8 und ein halb marck an gold gekommen. Der Cardinal a-1- tragen werden, wie noch hent zu tag mchrinals geschiehet, kaisscs nicht änderst, als auf beseht des Königs und durch ein decrer des Parlaments mit sehr prächtigen ccrcmonien geschehen. Dieses kau allhicr nicht vergessen werden, daß zwar alles bischer erzehlte auß den geschjchtcn und lebcns-bcschrcshungen dieser heiligen hergenommen seye, gleichwol aber sich gar viel darunter finde, woran theils viel gelehrte, auch selbst der katholischen Religion zugethane Frau- tzoscii längst gezweifelt haben, theils mich aus sehr 'wichtigen, so wohl critlschmls historischen gründen kan dispuriret werden; wor- vvn noch seit knrtzem Georgms Wallin der söhn, v«. und i c- üor p-imznur des 'zuHcrnösand in Schwede» in einer sehr gelehrten schritst gehandelt hat. k catuncr «te ts bib> «tc 8. Lcnevicvc. -le 8. Ocnovckg. * Genezareth / ist ein sce in dem gelobten lande, so insgemein das Galiläische mcer oder der sce Tabari genennet wird. Er hat i8 Meilen von norden gegen süten zu in der länge, 7 aber in der breite von ostcn gegen Westen. Die kleine stadt Tibcrias, sonst Ge- nczarcth genennet, ligt gegen Westen. Der Jordan fället nahe bey Capernaum hinein, gehet durch selbigen hindurch, und kommt end- Genff/odcr Geneve/ist eine stadtder alten Allobroger,nndm Savoyischen gränken und der Rhone gelegen, an dem ende des >-- cu81 cmLili, der Gcnffcr-see genannt. Von selbiger wird die qanke Provintz 1- Gcnevois genannt, welche jetziger zeit dem Herizoge von Savoyen zustehet. Sie hat das land Chablais und FauciW gegen morgen , die Rhone gegen abend und theils gegen mikicr- nachr, das eigentliche Savoyen aber gegen abend, rc. Die stM Genff macht eine Rcpublic aus, und war sonsten ein Bischöflicher sitz unter den Ertz-Bischoffvon Vicnne gehörig, jetzmid aber hnccr seine resident; zu Annecy. Es ist eine sehr artige städt, wohldcve- stigehund lre'flich gelegen. Sie ligt theils auf einem kleinen Hügel, und theils auf einer ebene, welche den see gegen Mitternacht hat. Die Rhone, so aus dcmstlbigen kömmt, siicssel für die siadt gegen abend, oder vielmehr »ord-west vorbey , und scheidet selbige von 8. Gervais,welches die kleinere stadt ausmachet. Amendedcr stadt nimmt die Rhone den fluß Arve zu sich, welches selbiger aufdec miltags-seite zur bevestignilg dienet. Die kirche zu 8. Peter ist die Haupt-kirche und stehet auf einem Hügel,an dem orc,wo zu dee Reineren zeiten,des Apollo tempel gestanden; sie ward vorn B»rg>i»- dlschcn König Gunlram an. ; 84 anaefangen, hernach vom Kaystr Otto III fortgeführt nnd vom Kayjer Conrad II mi. 102; volle» det. Es ist darinnen das qrabmaal Hcnrici II von Rohan zn sehen, welcher an denen in einer schlackst bey Rheinsclde» empfangenen wunden starb, und des Herrn ll'Anbign-, des groß-vatcrS der bekannten wag-mc -k Mamtcnon. Man findet darinnen unterschiedene schöneplätze,cin trcflichcs stadt-haliß,mit einer besondern treppe,ein sehr schönes zeug-ha»ß, grosse spatzier-gängcMd saubere gaffen,sonderlich langst dem see. Dieicnige,0 sie ncn,macht gleichsam; besondere gaffen aus, denn in der mitten ratet und fähret man zwischen den KomMen, welche von beyden nuten bis an die Häuser neue gaffen ausmachen, da man denn linree grossen dächcrn, so mit Pfeilern unterstützet sind, vor stürm und regen sicher gehen kau. Der neue Spittal ist sonderlich ftbens-w»r- dig. Es ist eine vornehme Handel-stadt, der Hoden auch da herum sehr fruchtbar an wein. Carolas IV bat an. 1 ;68 eine acadcnue daselbst gestmlet, welche nicht allein mit guten xrokNoribm vmc- W, gen W, fondem auch wegen der erercitien von dem Protestantischen Adel sieissig besuchet wird. Sie ist sehr alt, und zeugen verschiedene alte inkriprioiies,die man annoch findet/ daß sie zu der Römer Zeiten schon sehr conlläerakic gewesen. Damals gehörte sie zu der Römischen Provmtz 63iliL klsrbollcoü . und diente selbiger zu einer Vormauer wider die Schwerer / wie denn Julius Cäsar in einer zeit von 1? tagen von demGenffer-see bis an den berg Jura eine linie von ; weilen^ang ziehen/ und eine mauer von 16 schuh hoch führen sich um der Lchweitzer von selbiger feiten vorgehabten einbrach in das innere Gallien zu verhindern. Nach dessen tobe ist sie allezeit unter der Römischen Kayser gebiete gestanden / bis sie nach- aehends bey bem einbruch der barbarischen völcker in Franckreich viel erdulden müssen. Es wird auch vorgegeben / daß Crocus/ ein Teutscher General / sie an. 271 fast gäntzlich ruiniret / der Kayser Aurelianus aber viel zu ihrer wieder-erbauung beygetragen habe. Nach der zeit ist sie unter die Burgundier gekommen / die sich in Franckreich vest setzten; als aber Clodoväus deren Reich an Franckreich brachte / ist es dabey geblieben / biß es bey zertheilung der Frantzösischen monarchie unter Carola simpiic« an. 888 unter die neuen Könige von Burgund kam / welche selbigen ort in die 144 jähr besassen,bis Rndolphus II sein Reich Printz Heinrich/ seinem enckel / des Kaysers Conradi 8»l,ci söhn / durch ein testament hinterließ. Nach dieser veränderung/die sich an. io;r begab,mach- ten sich die meisten Bischöffe meister von ihren residentzen/die Grafen aber und Gouverneurs unterwarffen sich die Provintzen,welche die Teutschen Kayser ihnen zu lehn überlassen / von welcher zeit an auch die Bischöffe von Genffeines theils / und die Grafen andern theils die Herrschafft über die stadt gesucht haben. Es wird auch gesagt / daß der Kayser Fridericus Barbarossa an. 1162 dem Bi- schoffArdutio den titul eines Fürsten von Geneve verliehen habe. Da hingegen die stadt allezeit zu behaupten gesucht/daß sie mit eben denjenigen Privilegien und freyheiten versehen / wie andere stadte und Stände des Reichs,worüber aber vielfältig gestritten worden. Es blieb diese stadt in solchem stände, bis Carolus III von Sa- vonen, welchem Bischofs Johannes aus selbigem Hause all sein recht, so er in zeitlichen darinnen zu haben vermeynet, cedirte, an. iz2i meister davon zu werden gedachte. Wannenhero von den resolutesten bürgern ihre Deputirte nach Freyburg schickten, sich mit seidigem Canton in alliantz einzulassen , welcher auch das land Genevvis in seine protection nahm, und den einwohnern das bürger-recht zustünde. Diejenigen aber, die es mit dem Hertzoge von Savoyen hielten, deren auch nicht weniger in der stadt waren, wollen diesen tractat nicht annehmen, dergestalt, daß Genf in 2 factiouen getheilet wurde,indem die Savoyische parthey die andern Lizenws hiessen,so aus dem Teutschen wolle Eydgenvssen,wie man die Schweiger nennete, verstümmelt war; diese hingegen nenne- ten die gegen-parthey Mammelucken / oder abtrünnige. Indessen überrumpelte Hertzog Carolus die stadt; allein weil die von Freyburg zum succurs kamen , und sich des landesv-uä. so dem Hertzoge zuständig wäre, bemeisterten, kam es zu einem accord, in welchem geschlossen war, es solle der Hertzog wider die Genffer nichts mehr unternehmen, bis man die beydseitige differentien auf einer general-versammlung der Schweitzer würde untersuchet haben. Vier oder 5 jähr hernach machten die LiZenors eine neue alliantz mit dem Canton Freyburg und Bern, und jagten die Mam- melucken an. 1; 26 zur stadt hinaus. Dieses gab gelegenheit, daß die Reformirte religion daselbst eingeführet wurde, sonderlich weil sie die von Bern und Freyburg an. i;;c> wieder zu hülste rüsteten, weil sie dem Hertzog von Savoyen nicht traueten , auch von der voblcile des landes sehr mitgenommenwurden. Dieselben Berner haustten so wohl in den tLavoyischen landen, als auch in der stadt Genf feststen gar übel, zerbrachen die bilder, warffen die reliquien aufdie erde, und verübten noch mehr dergleichen dinge. In der Haupt-kirche zu 8. Peter liessen sie alle tage den Farel, welcher bey der religions-ändernng anderer orten in der Schweitz viel gethan, predigen, daß also selbige stadt dadurch in zwey parthchen, die Ca- tholische und Protestantische,getheilet wurde, welche; oder 4jähr in ihren ring-mauren mit einander krieg führten, dergestalt, daß auch der Canton Bern und Freyburg feststen fast darüber unter sich wären getheilet worden < weil einer seits die Catholifchcn der stadt die alliantz und alle freundfchafft aufkündigten, wenn sie die Catholische religion würden fahren lassen; ander seits aber die reformirten dergleichen droheten, wofern man nicht dem Farel und andern lehrern vergönnen würde, daselbst zu predigen; da indessen der Bischofs,Petrus ä-Baume, an. 1; ?4 aus der stadt gien- ge,von welcher zeit an die Bischöffe ihre residentz zu Anneey genommen haben, bis endlich der Rath von Genff den ausspruch that, es möchte ein jeder eine von beyden religionen nach seinem gefallen annehmen. An 15; 5 fastete ber Rath den schluß,die Catholische religion gantz abzuschaffen; jagte dannenhero mit hülffe derer von Bern die noch übrigen Catholischen aus der stadt,schaffte die messe ab,und formirte die äcmncrsrie.fo noch daselbst befindlich, ließ auch zum andencken dessen eine besondere inscription über das rath-hauß setzen. Das jähr darauf richteten sie mit dem Canton Verneinen ewigen vertrag auf. An. i;;8 schloffen sie mit diesem Stand ein ewiges Bürger-recht, und an. i;8z, wurde ein noch engeres bündniß mit Zürich und Bern getroffen, deren innhalt bey Waldkirchiv zu lesen ist. Es hat selbige schon öffters auf denen lag-satz,mgen nachwerbung thun lassen um in den Eydgnoffischen bund, als das XI V ort aufgenommen zu werden, hat es aber noch niemals erhalten können. Eigentlich ist das Regiment der stadt also beschaffen, daß der höchste aewalt bey ber allgemeinen Versammlung aller und jeder Bürgern / (Qrvyens öc diember 2; jähr alt sind,bestehet, welche jährlich-mal gehalten werden^ «N^"?E^uen Jahrs-tag, da die8mä!cs erwählet L6. genannt, wM-er an. 15;; bey geschehener Mliaionä rung eingeführet worden. Vor dieses alle wichtige Stands-und Policey-sachen, so nehmlich von dem EiE ^ allgemeinen Versammlung nicht dependircn. Dieses ertheilet den maleficanten gnade, und verhöret die revistonm der wi^ der dw gesatze und Migkeit beschwärten partheyem Es L ordentlich den ersten Montag eines jeden monats versammlet, und kau kemer darein gelangen, der nicht völlig seine 2z jähr hat - die ssa'ahlung dieser raths-gliederen geschiehet vor dem kleinen rath, und hat den^rocureur-o-nersi zu seinem Haupt. Ferner ist des Rath der j_X, als das Mittel zwischen dem kleinen und grossen ^ angeordnet zu ablehnung etlicher mißbränchm; bat aber keme sonderliche junsdiction, noch gewissen tag der Versammlung, sondern wird nur bey vorfallenden wichtigen geschäff- ten, von dem klemen Rath vvciret, damit nicht bey widrigem aus- Alag der fach ihme von der burgerschafft die schuld allein beygc- messen werde. Er bestehet aus dem kleinen Rath, den llL»c.dem Lieutenant, den 6 >wäikems,dem General-Prvcuratorn, denen beyden Gerichts-schreibern, denen cll>Lce!ü>i>s von? «cv und lully, dem Richter von 8. Victor und 20 andern aus dem grossen Rath, welche alle der kleine Rath erwählet. Aufdiesen folget der kleine Rath der XXV , vor welchem alle vorfallende geschaffte, wes namens sie immer seyen, abgehandelt werden; er erkennet über das malefitz,höret die letzten appellationen an,erwählet so wol die LQ als die VX und ertheilet das burgcr-recht; es können aber nur gewisse alte geschlechter in dieses e»n-Zium kommen. Endlich sind die IV 8u>ciicz. als die Häupter der stadt, welche in allen obigen Loill-Zii; prastdiren, deren ein jeder aber seine sonderbare Verrichtung hat. Dann der Erste Lmä,c ist eigentlich das regierende Haupt der stadt,gibt Au6ien2,nimt die memoriLUen an/und muß all6 rechts-sachen zuerst examinireu. Der zweyte ist in dem Rath gleichsam als des ersteren statthalter, hat die ansticht über den sptt- tal, korn-cammer und geistliche güter und präsidirct in der Avpella- tivns-Cammer. Der dritte hat das prsiläwm an der Rechen- Cammer, durchgehet die rechnungen der beamten, hat die austicht über das zoll-und saltz-wesin,wie auch noch über andere einkünfften der stadt. Endlich besorget der vierdte das kriegs-wesin, bat anflicht über die fortificationen, die stadt-garnison iindburger-com. prgnies. und ist mit einem Wort der Gmeral-Obriste, der 2 Platz- Majore»^ so des kleinen Raths gliedere sind, unter sich hat. Auf diese 4 Häupter folget deri'Krciorier-QcnelLi, dessen amt z jähr währet; derp-ocursur-Lencrai oder Anwalt des gemeinen Wesens, der auf der stadt und burgerschafft nutzen und freyheiten achlung zu geben, und das nöthige dem Rath fmzutragen hat; dessen amt ebenfals z jähr wahret z endlich der r.ieut«nsnc äs sullics oder Stadt-Richter, dessen amt nur ein jähr währet. So sind auch zu erleichterwig des täglichen Raths und beförderung sürfallender geschäfften annoch verschiedene commiffonen oder luv-ircr,-- Caifi, meren eingeführet, als da sind: Die Rechen-Korn-Lehcn-Fvrtifi- cations-Müntz-Cammer rc. Belangend das justitz-wesen, so ist 1. das Stadt-gericht/ darinn der Lieutenant den stab führet und die 6 ^uäikem -zu beysitzern hat; man ziehet dessen sprüche für die Appellations-Cammer. 2. Die Appellations-Cammer bestehend aus dem zweyten swä-c, 2 gliederen des kleinen und 4 des grossen Raths; von dieser appellirt man weiters an den kleine» Rath. z. Das conlillawc.oder Ehe-gericht / daran die Pfarrher- ren und die 72 Lnciens oder Elliste sitzen; man kan auch von dieser abgefaßtem urtheil in streitigen Ehe-sachen an den Rath appel- liren. Die stadt müntzet neben den Gold-und groben Silber-sorten, fünff-bätzner,vder 20'kreutzer-stück; item 10 krcmzcr, wis und halbe lois.Ein klo,ln thut bey ihnen; batzcn. Der Stadt-waapen ist ein abwerts getheilter schilt/in dessen rechtem güldenem theil ein schwartzer halber Reichs-Adler erscheinet; in dem lin- cken rothen aber ist ein aufrechter fchlussel. Das rerriionnm diefer Republic ist sihr klein und nur etliche stundenweit; sie sitzet einen LKgteUin oder Burg-vogt nacher Pency und einen nacher Jussy,wie auch einen lug- oder Richter nacher 8 Victor,welche alle die niedere jurisdiction haben und unter der stadt Appeüativnv- Camnier stehen, bey deren auch ihre Müsse examimrt werden können. Plantin ziehet folgende vers an, welche ein Landgraf zu Hess sen, bey feiner abreiß aus dieser stadt, darin er sich eine zestlang auf, gehalten,selbiger zu ehren soll hinterlassen haben r (zuisguis swsc vikLln csiism iobriamgue cusri I I-er^ictuü cito illi cslts Leuevs locus LPiisguis Lmst vitsm bene vivcrc, vivere öe lllsw - Illi irerum kuerir pulciur Lenev» locus. 8ic virs, invenies, guicguiä conäucit urriguö - Re!I-gio llic k-crs-a, äur-. ->Zsr 2kqu- l 3 cus. Carolus Emanuel, Hertzog von Savoyen / gedachte die stadt Genf zu überrumpeln; ä'Alvigny, sein General-Lieutenant bissen des qebürges und Gouverneur von Savoyen, brachte ihnanfLiefege- dancken, und Bernoliere oder Brunaulieu beförderte silbigs. Der erstere suchte ,200 mann aus, um fem llessem den 12 dcc. an. 1602 auszuführen, brachte selbige an die stadt-mauren, ließ imern von besonderer structur anlegen, undbewaffnete manner darauf steigen,welches inorgens früh um 2 uhr geschahe. Bernoliere überfiel die sihilbwache, nöthigte ihr die p->roi« ab, brachte hernach M Nnns biM 468 gen bige um,und stellet«: sich an deren platz,machte es auch mit dem/der die wilde hielte, also, ließ aber den jungen, welcher die laterne trug, aus unbedacht davon, welcher an dem corpz Ue g-rUe und in der stadt lermen machte, daß die bürger zusammen kamen, die < 2 a- voyer verjagten, und deren gegen 500 niedermachten. Wie denn noch alle jähre deshalben ein danck-fest gehalten wird, so sie lejour lie 1 'LicsUlle nennen,wvrbey ein besonders lieb gesungen wird, so die vornehmsten umstände dieser begebenheit in sich hält. An. 1670 den 17 jan. des nachts ist die brücke über die Rhone samt den daran gebauten häusseren meistens abgebrandt und viel Personen erbärmlicher weiß um das leben gekommen. Jacobus Gothofredus hat die Historie selbiger stadt beschrieben,woraus Jacob Spon vornehmlich die seinigss genommen. An. 1707 wurde hier den Lutheranern der öffentliche gottesdienst verstattet. >,«, ae««. o. kill. liilloircs cie üc <->^§2/0 I-e/i. I. r 6^.r. e^ic. ^ Genffer-see / wird von der stadt, so daran liget, also genennet. Sonsten heist er auch der Lausanner-see, und aufLateinisch >2-»- Von diesem see ist eine alte fabel, daß die Ndone mitten hindurch siicsse,nnd sich doch mit dem see-waffer nicht vermische. Es ist selbiger sehr reich von fischen , zumal an sorcllcn, davon einige von pfundc» gefunden werden, wie denn auch die fischcrey eine von den vornehmsten einkünfftcn des staals ist. Im winlcr, weil der see nicht zufrieret , wird viel feder-wildpret daraufgeschoffeii. Der Hertzog von Savoyen hat an diesem see nur eine meile von der stadt das lorr Belle-Rwe, welches doch wider den tractat von 8 - Julien ist/in welchem der Hertzog versprochen, kein lager,vestung und garnison zu halten,als zum wenigsten 4 weilen von Genff. Es hält selbiger so wohl als die Berner einige qaleeren daraus. Wie dann m krafft des zwischen savoyen und Bern an. «züg.zu Lausanne, wegen dem i^is Uc V^ici geschlossenen Vertrags eine durch die mitte dieses sces gezogene linie die gräinr-schndung zwischen beyder partbeycn -cr-ro-ium machet. Die länge dieses wie ein halber mond sich herum krümmenden sces ist von dem einsiuß der Rhone bis zu deren ausfluß y gute Teutsche weilen. Es ligen dar- on viel schöne städle, stecken und dörffcr, als ausder Beruerischen feiten nach Genf, Versoi dein Königin Franckreich zuständig, Co- pet,Rolle,Morges,Laulannc,Lutry,Cuill»,Vevai, >2 Tour,Chillon, Ville neuve; äufder Savoyischen leite abcr 8 .Gingonlt,Blonay, Evian,Rivaille,Thonon,Nvoire, Messerie,Hcrmance, Bellerive:c. Bey Genfsiehet man 2 aus dem see hcrfür ragende, oben etwas ausgeründete felsen, welche man vr-->eoc, oder a-- igcptuni) ncnttet, aufweichen vor altem die Hcvdnischc Genffer dem abgott eacpruno geopffert haben, wie dann diefischer an diesem ort mit ihrem netze eine priesterliche schlachbart (»ecu-i 5 ) und ein ovffer-oder zerleg-messer sScccffir») heraus gezogen haben, «^oust ist noch zu mercken, daß die durchlauffende Rbone 4 kleine meilen von Genff,zwischen dem korc a- i'Ecliifc und Mont-Credo sich über die höchsten felsen hinunter stürtzct, und ein stück wegcs fast gar unter die erde verlieret; daher» die paffagirer, so ausder Rhone von Genf nach Lion wollen, sich z» «Leissel unter dem wasser-fall, wo diestr fluß gleichsam wieder gebohren wird, c-mb-rquiren niüssen. QcncvL cellilucz. §/>c>» ciciccipr. Uc ic> viNc cie 6-ncve. * Gengenbach / eine kleine Rcichs-stadt in der Mordenau qe- M dem Rhein/ eine meile über Offendnrg an derKintzmg. An- wurde der ort von denen Schweden weggenommen. Das merckwürdiqste darinn ist die abtcy und Bencdictincr- kloster Gcn- genbach/ inderStmßdurgischen ll>«ce, gelegen/ besten Abt ein unmittelbarer stand des Reichs und Schwäbischen crayscs ist; wie cr denn die Rcqenspurgische Rcichs-adfchtcde von an. 161;/ >64,/ und i6z4iiiilerschrlebcn. Einige wollen/ Pirminius/ ein Bi- schoff von Straßburq / habe an. 742 das kloster erbauet / andere aber/ daß um das jähr 740 ein mächtiger Hertzog im Elsaß/ namens Ruthard/ den ersten gründ gelegt/ worauf an. 84z Hut. fried Grafvon Habspurq ei» mchrcrs gcsetzct. Unter den Achten hat einerDcrtholdus an. 1278 von dem KayscrRudolphdas gtt. vilcßium erlanget / daß kein Unterthan des klosters an ein hohes Netchs-qcilchk appettiren kan- Die Fiirstcn von Fürstenberg sind schutz-herren über dar kloster / und Graf Wilhelm von Fi'irsten- verg hat an. l?46in dem Schmalkaldischcn kriege den Abi Iride- rich von Kcppenbach deßwegen gefangen gehalten/ weil derselbe aus seinem kloster ein -«»--Mum weltlicher c-nonicorum zu machen am Römischen Hofe angcsuchct hatte. lun Luev. ? ;l.- c. rS. sä Vilri»riu-I, l. I. tik. i;. <-erm. llicc. ?. I. 6L>Mss8/einevon dciiHelidNtschen qotthcitcn. Der namc ist hergenommen von dem alten work oder g>g"o > weil davor gehalten wurde/ entweder daß dieser qott alle dinge hcrfürzubnu- gcn geschickt sey/ oder daß er insonderheit die zeugung der menschen zuwege bringe / oder daß er zugleich mit einem jeden menschen gleichsam gezeugt werde/ oder daß er die menschen / so bald sie auf die welk gekommen / in seinen absonderlichen schütz nehme. Daher hatte man zu ehren des 6e»ü bey Hochzeiten >c-E mit Die Vorstellung dieser Gottheit geschahe entweder unter der gestalt einer schlänge / oder unter dem bilde eines knaben oder Magdleins / oder auch unter der figur eines alten mannes / welche man mit blättern von einem p>»»no oder Maßholder-bäum Oec dem gcnio sonderlich gewidmet war) gecrönet. Dicopffer/ so man lhm/und zwar vornemlich an eines jeden gcbnrts-tag/brachtc/ bestunden m blumen und Honig; es wurde auch weyrauch und gen einspeiß-opffcr/ moi-rfsillr genannt/ dabey gebraucht. ubertz!'- ses soll man bißweilen ein schweln geschlachtet haben; m M Censorinus schreibt / daß inan dem o-m» kein blutige; vxsscr w bringen pflege / damit nicht an dem tage / da mau selbst das leben empfangen/andere ereaturen solches verlieren müsten.Das am der ciemorum sollte darinnen bestehen/ daß sie (aufeben die m/ wie eine jede wcibes- person eine jununcm um sich hätte) der manns- Personen beschützer und Wächter von der wiege an biß in das ab wären/ auch bey den hohem gottheiren gleichsam ibrcdvllmetscher und mittler abgäben. Weil sie nun bey allen menschlichen angcle- gcnhcitcn pc^i-airen sollen / so hat manne auch Es glaubten aber die Heyden / daß ein jeder mensch 2 cz-nisz mcr bey sich hätte / einen guten und einen bösen/ oder / nach dem Horatto / einen meisten und einen schwartzcn / deren jener zu der lugend / dieser aber zu den lasiern antreibe- Von >4. Bnuv wird rrzehlt/ daß ihm eine menschliche figur/ von einer ungeheuren gröste/und schwartzcn farbc/kurtz vor seinem unglücklichen ende er- schicnen/und aufbcftagen ihm geantworteter seye sein oder sein böser ocmu°, und er werde ihn bald in den Phüippjschen selbem scheu- Den guten cz-Mum nennen die Teutschen des menschen schutz-engcl; und unter den Christen finden sich nicht wenig/ welche glauben / daß Gott einen jeden menschen / gleichbcy seiner gcburk / einen absonderlichen engel zu seinem schütz zuordne. Von dem gedoppelten 6 cmo dcrHcyden scheinen die Worte des Virgilii: qwsque llior PSIIMUI msncs, zu verstehen seyn. Am übrigen ist noch dieses hierbey zu mercken / daß die Heyden nicht nur emtzelum Personen / sondern auch gantzen ländem / ihre o-Mm zugeeignet/ welche letztem nu-nins >occ,-um bey ihnen hiessen. Ja auch den Häusern / lhnren/ ställen und seuerherdm hat man dergleichen absonderliche schutz-götter gegeben. . 7. cv.ö- or. öc r cie invcnr. < 7 e»/o»'r». cie llic nLiai. z. 8. «7M. c. ulr. a>/»eo ir>LrzsvIo. in > 4 .Lruri vica , öe cie orsc. llek. ,r.seil. Sc Otir. lsr. z> 6. ?. r epill.r >. Z csrm. ccci. j. ?o/,c. mikceil. c. 8o. in LxiLk. 12 äe nupr. ^,1/. 1.1. 6, 7 Lneici. in 8)-minLck. psnld. mnk. Z). rrr llcz. * Gennadius I/ war erst peeskz-rkr. sticcedirle hernach an.4z; Anawlio/ und wurde Patriarch zu Constantiuopel. In dem folgenden jahrchiclt er einen ssnollum von 7k Bischöffcn züCvnstanti« nopcl/ um die strcitiqkcitcn/ so sich wegen des ChalcedonenMeu Cc-ncilii in den orientalischen landen geäußert hatten/ beyzulegen/ ließ sich auch angelegen seyn / die simvnie und andere mißbrauche abzuschaffen. Er starb au. 471. Die Griechen halten scm gedächt- mß in ihrem,nen«!»gic, den 2z aug. als eines Hcillgen.Gcnnadnis rcfcrirct ihn auch unter die lccwrncc; ecci-ii^llicoz, und meldet/ dass er verschiedene hoimlicu/ und einen commcnrzrmm über den Daniclem geschrieben/ so aber nicht mehr vorhanden. Nk. 1 p. -54.. IM. 15 c. 2z. lle llripr c. AZ. p. 1^4. Gennadius II / siehe Scholarius/ (Georgius.) Gennadius/ war NreM,-,--. nicht aber Dischoff von Marseille/ wie einige vorgeben/ lind lebte zu ende des z seculi. Es machen ihn einige zum Pelagtaner; allein er hat nicht allein widerPe- lagiumgeschrieben / sondern wird auch von dem Pabst Habrian» unter die m,ct tt.mos gcsetzct. Er hat ein buch geschrieben -i- >-np- roribus cccic-llLÜ,cis, wovon man glaubt/ daß die letzletilcapjlel von einem andern angefüget worden / zumal diejenigen / worin- nenHoiiorilkl-tt, icnL und seiner eigenen schriffkcn gcdachiwird/ welches auch um desto mehr glaublich/ weil insgemein dafürgehalten wird / daß er an- 4yr oder 49; gestorben. Man hält auch dafür/ das buch ci-vNc oder cie lloßMLtibus ccciellLlliciz, stxjchxz sonst dem Aligustino zugeschrieben wird/ sey von ihm gemacht worden. Lr-«pc> cic ciiviniz oll? c.2v. kill. keisg. Nb. I c. 10. tzitzl. eccl. cie llrixk. cccicf. rom. 1 z>. Z 4 Z. p. 266. Gcnoßammen/ also werden die theil/ inwelchcnderEnd- gcnoßttchc Caiiton/ Uri abgetheilet wird/ genennet/ müssen selbiger in lo dergleichen theil oder Genoßammen vertheilt/ inid cms deren jeglichem eine gcwjsteanzahl in den Rath gegeben wird. O'Pk(jV 1 L 8 / gehören unter des Königs in Franck- reich ß^rllc. Es ist eine compagnie zu pferdc/ welche aus 20° mann bestehet/ die von vicrthciljähren zu viertln!! sichren abwechseln. Es bestehet ihre g-igc jn 630 psund / und ihr cr-picsin ,st derKönig selbst / welcher einen L^ir^in l.i-uiensnr, 18ou - l.icuicnsM! und andere Ofsicircr untcrsich hat- Sleführeu in ihrerstandarlcbüße/ die pom Himmel fallen/ mitdcraufschrifft: qud jus» ic^ juxi- rec. Es gibt auch unter der armce gewisse compagnien von der O-N-I. -rmcric, welche aber dem König nicht zur lcid-.garde dienen. Soll che bestehen anjctzo m m cvmpagnien/ darunter 10 absonderlich ßcn; ci^rmes, die 6 übrige aber Lkec-Lux is^c -5 gcnennci werden/ und hat eine jede von ländcrcn oder Proviutzcn ihren besonderen uamen/ als Lcc>llo>-, ^Nßlois, Nourguignon«, cj'Anjou, lic Lerki, ci'Or. lean;, auch ci- >L R.cin- , r>LUf>Kin5, öcc. Jn der alten Französischen Historie ist nichts so berühmt unter den trouppen/ als diese ci^cmcs. lind bestunden solche auch damals in lauter vornehmen Edelleuten. Hingegen ist eine leib-wache von §-->8 cis-m» auch von dem König m Prensten anstgerichtet worden. ,ccv-rcli-- ctc I.I vr^ncc iik. 2 c. ,z. ,/« ^.167. liill llc >L miiicc krsnc. * Gensan/ (Hanquiqucn a--) war an Königs Caroli VlM Franckrcich Hofe wegen seines Verstandes und geschlcklMttk wom gen angesehen. Er erfunde das unglückliche ballet / genannt i-, mome- rie ö-»Li6ens, welches lMian.an. IZ9Z IN dem sale des Kölstali» chm pallastcs zu Paris von lauter menschen/, die in leinwand ge- kleidet/ und mit werck oder flachs als wrlde überzogen waren / ae- Mtzet/ und darüber derKomg/ als dereinst ungefehr jener unter die tantzer kam / gantz blodjmntg wurde / siehe Carolus VI. Gensan selber/ der mtt getantzt/ muste in 2 ragen darauf sterben. Gensericus / König der Wandalen in Spanien/ ein söhn des Gunderici/ von einer concubme gezeugek. Er gienq im monat may an. 428 mit einer armee von 80000 mann in Africaiü/ um dem Grasen Bonifariv / welcher ihn dahin beruhen/ deyzustehen; selbiger änderte sich aber nachmals / erklärte sich wider ihn / und ward überwunden. Kayser Theodosius jm^>r schickte wider ihn eine sehr starcke armee unter des berühmten Generals Aspar anfuh- rung/ selbige wurde aber gantz ruiniret/ die meisten Generalspersonen gefangen / und Gensericus blieb Meister von gantz Afrika- Durch dieses gluck wurde er fast unerträglich. Gleichwie er aber von dem Arrianijmo profefiion machte / also wolle er auch solchen in seinem neuen Königreiche einführen / wannenhcro er viel grausamkeit wider die orriioUnxos verübte/ die seinen Meynungen Mt beypflichten wölken. Unterdessen ward Carthago/ die Hauptstadt/ welche sich biß anhero gut gcwehret hatte/ an. 4; y überrumpelt/ da sich der Kayser Valentinianus dessen am wenigsten versehen hatte. Gensericus plünderte die stadt gantz aus/ und that den bürgern allen überlast an/ so gar/ daß, er auch der kirchen nicht schönere/ bloß damit er seine -urkorität dadurch fest fetzen möchte. Die meisten kirchen brauchte er zu andern dingen/ in der Haupt-kirche überkamen die Arrianerzusammen/ dergestalt/ daß nach Pauli Oi-coM ansspruch/ es schwär zu erkennen war / ob er mit Gott oder den menschen krieg führte. Er ließ sich aber hiermit nicht begnügen/ sondern segelte in Stellten über/ woselbst er erschrecklich hausete. Es würde auch selbige insul durch diese barbarn gäntzüch seyn verwüstet worden/ wsserne nicht die Zeitung einge- lauffenwäre/daßSebasiianus/ GrafBontfaciischwieger-sohn/ mit einer starcken armee in Asrrcam eingefallen wäre / welches ihn bewog / seine rückkehr zu nehmen. Er verglich sich zwar im ansang nm ihm / ließ ihn aber hernach hinrichten / weil er ihn nicht bewegen kontc/ daß er ein Arrianer wurde. Vaienlinianns wurde gcuöchiget/ frieden mit diesem Vandalischen Fürsten zu machen/ welcher bev diesem sonderbaren glücke sich von tag zu tag schlimmer bezeugte/ zumal wider die rechtgläubigen. Theodosius schickte zwar eure sec-armade wider ihn/ unter Areobindis/ Ananlis und Germani anführimg / es richtete aber seidige wenig aus/ weil sie sich auf den küstcn von «stillen allzu lange verweilest. Indessen da Valentinianus den i/mertz an. 4-15 durch Marimm» umgebracht worden / und dieser sich des Reichs bemejsterkc/ auch dessen hinterlassene wittwe/ Eudortam/ sich mit gemalt vermahlen ließ/ russke selbige Gensericum in Italien / um den tod ihres vorigen gemahls/ welcher Genserici alllirtcr gewesen war / zu rächen/ und sie aus der sclaverey/ darinnen jie unter Mapimostack/ zureiten. Dieser sammlete eine grosse armer/ gieng darmil in Italien/eroberst Rom/ und plünderte selbiges in 14 tagen gantz aus/ schonest auch der kirchen nicht / und schickte allen schätz in Afrieam / auch die gefasst / welche von dem Tito aus dem tempcl zu Jerusalem waren mitgebracht/ und biß anhero mit grossem fietß verwaistet wordm.Eurodia wurde mitihren beydentöchstrn Eudvria j,„»ore gen 469 schuß,GMtenberg die buchdruckerey vollends zu stände gebracht, und zey felbiger endlich / wegen vieler arbeit und vor aller blind wordcn- Die letztere meynung gkrndcl sich darauf/ daß dem Gensfleljch ni seinem-yllLptuo zu Mayntz die ersindungder buchdruckerey zugelegt wird / da doch bst Mayntzer solche sonst niemand als ihrem Faust zuschreiben. 44E/ a- rx^ogr. v»n erjwlluoß cier puckärucicerez- p. Ü7, Gent/ lat. Osn-jz odxx OLnllLvulii, dst Haupt-stadt der Grafschafft Flandern, nebst einem Bißlhum, so unter dem Ertz- Bischoffvon Mechet» stehet. Es ffieffen vstl flüsse hierdurch; die grosse Scheide, die Lis oder die Lege , die hohe Scheide / und sehr vieicanäle, welche die stadt nebst verdamm iieaendcn gegend in verschiedene insuln theilen. Der umfang von Gent ist sehr weir- läufftig, daher sie eine der grossen städten in Europa ist. Fünffzig- tausend einwohner haben sie wohl ehemahls zu des Königs Phüip- pi Valesii und Caroli VI zelten ins seid stelle,, / und sich dadurch bey den benachbarten so wohl als ihren ober-Herrn . machen können. Ihre anführer/ Iacobuö und hernach Phitippus CArteviüe / vater und söhn / waren mächtig in Flandern / auch ehemals überaus geneigt zu revo^iren. Sie geben vor / ihre stadt sey durch Jukum Casarcm erbauet / als selbiger zu Terv,saune gewesen / und halten einige dafür / baß die Gorduini / von weichen Cäsar redet / in selbiger gegend gewöhnet. Pabst Paulus IV stiffrece auf anhalten des Königs Philippi II in Spanien ein Bißthum allhiet, und Cornelius Janjenius / der erste Prälate / hielt an. ,>70 einen siriacium daselbst. Aus der Mlen8.Jvhamns wurde die Hauptkirche zu 8. Bavon / weil Carolus V an dem orte / wo 8. Bavon gestanden / eine cic-aea- bauen ließ, und davon den namen und die eülkünffte „ach 8. Johann verlegte; es wurde» auch die Münche secu>Lrisirt und zu gemacht. Ausser dieser haum-kirche finden sich daselbst viel pfarr-kirchen / viel klöstcr/ Hospitäler und andere Gottes-iindwaysen-häuftr/ die Abtey zu 8. Peter/ rc. Man sagt / sie wären durch die predigten Amandi / Bischoffs von Tongern / zum Christlichen glauben bekehret worden. Hertzog Johannes von Burgund hat daselbst an. 1409 die landes-regierung angelegt/ auch eine rechts-kammer vor die Vasallen. Der Printzen-Hof ist ei» altes gebäude / welches so viel gemächer als tage im jähr hat. Man verwahret da auch die höltzerne wiege Kaysers Caroli V, welcher daselbst gebohren. Der Beifort ist ein sehr hoher thurn, worauf ein „dr befindlich / welche nc-oc, pftmd wieget / und Roland genennct wird / worunter ein brache von vergülderem knpffer zu sehen, welchen Baldmnus IX von Constantmopel geschickt. An« izzy r-vc.inrten die Unterthanen wegen allzugrosser auflagen / und wollen sich unter Francisci I in Franckr ich proreetl»« begeben, wek ches er aber incht allein ausschlug/ sondern auch Carolo V zu wisi ftn that / und ihm an. 1540 sicher durch sein Reich in die Niederlande zu reisen / verstattete. Carolus züchtigte aber die stadt gewaltig/ indem er rz oder zoder vornehmsten bürger hinrichten ließ, einen grossen theil davon in die acht erklärte / ihre pukvguen gebäude einzog / sie aller privaten beraubte / ihnen alle «rr,'ller,e und ge- wehre »ahm / eine straffe von mehr als ,200000 thaler Meiste,auch damit er sie desto besser im zäum halten mochte / eine ckLckMc bau- ete, wodurch die stadt nicht wenig ins abnehmen geriethe. Ausser der otts-Nc hat sie feine wälle/ starcke bollwercke, breite graben, grosse aussenwercke nebst einer comre «,pe. König Ludwig XIV nahm sie den 9 mertz an. 1678 nach 6 tägiger belagerung ein. An. 1706 ergab sich dieser ort nach der schlackst bev Ramellies an Komg und Pfaüdla in Äfticam gefangen gesühm.'Dic allere ließ er mit seinem söhn Hnnnerico vermahlen/ und nach vielem bitten schickte Carl,, lil von Spanien, wurde aber an., 708 kurv vor ver - k.. „Mtter nach Conirantinopcl. Als er in - . y , ,cy acyk er die jüngere mit ihrer mittler nach Constanrinopel. Afticam zurücke kam/ fieng er wieder an/ wo er es gelassen/ gieng sehr grausam mit den o,rvolloxcn, und zumal mit den Beschössen/ um/ deren er viel hinrichten ließ- Zum öfftern ließ er auch schiffe auslauffcn / bald an die Italiänischen kusten / bald in Apulien/ bald in Dalmatien/ bald m Epirum/ bald in Sardinien. Nachdem er mit den Occidentalischen ländern fertig war / that er einen straff in Illyriemn/ Peloponesum/ Griechenland und andere insuln des Ar chipelagi / weiche er gantz verwüstete. Der Kayser Markianns kam im may an. 460 in Africam / um die Wandalen anzugrelffen; alleinGenserich verrückte ihm das concepr, jndcm er von zoo schiffen sich bemeisterte/ die er zu Carthago gelassen hatte/ um in Spanien zu gehen. Leo / sein nachfolaer/ schickte an. 468 eine armee von 100000 mann und eine fiottevon ,oor> schiffen/ mttcr Basilisci anführnng/wider ihn. Allein Genscrich bestach den General / daß diese grosse armee zu gründe gieng. Er brachte auch Olybrrum dahin/ seine parthcy wider den Kayser Anthe- mium in Oceident zu ergreiffen. Endlich starb er an.476. Die «i- korici preisen ihn sehr glücklich / daß er 2 städte eingenommen/ so damals die berühmtesten in der gantzcn welk waren/ nemlich Rom und Carthago. äe xcrlcc. VsnllLl. 1.1 öc r. bey Aubenarde von den Frantzost,,/ ohne vertust eines mannes wider mit llst erobert- aber noch zu ende desselben jahres durch den Printz Eugcnium mit accord ihnen wieder abgenommen. L-u-v. cjelci-.LeI§ii. to^o§r. circ. LurZuncl. p. ,7z. Gentile von Lionessa / ein Venetianischer . General in dem i s kccuio. Er war zu 8. Ängelo / einem kleinen ort in der Neapolitanischen provintz Abruzzo / gebohren. Dieses sein Vaterland verließ er wegen einer beleidigung / so dastlbst seiner familie wicderfahren, und welche zu rächen er damals nicht in dem stände war. Er er- wehlte das kriegs-Ieben / und ward anfangs ein gemeiner soldat zu fuß / unter Nicolao Piccinino / dem Päpstlichen General widee Franciscmn Sfortia. Weil er bey allen begebenheiten einen grossen muth und verstand sehen ließ / so stieg er immer von einer stuffe zu der andern, biß er endlich ein corp« von csvaNerie zu commandiren bekam, mit welchem er sich allezeit ungemein wohl verhielt. Nachdem aber Piccinino bey Monte Lauro eine grosse Niederlage erlitten / trat Gentile in Vcnetianische kriegs-dienstc wider Philippum Maria Visconti / Hertzog von Mayland. Gegen denselben erwiest er sich / sowohl bey Casa! / als in der gedoppelten bey Cara» vaggiv / sehr tapffer. In der ersten von den letztgedachten Ewnen erhielt er nebst andern vertheilen auch diesen / daß er einen berühmten feindlichen Officier / namens Manno Darile/ gefangen nahm; allein in der letztem siel er selbst in der feinden Hände. Nachdem ihn dieselbe wieder auf freyen süß gestellet / crnenneten ihn die Vene- ihrem General wider Franciscum Sfortia / welcher sich > nun Herkoae von Mayland gemacht hatte. Dessen land- lle v. VLnllsI. i. 1. Gensfleisch / (Johann) wird vor einen -lomelllqu-n Johann Mentcls gehalten / welcher nach einiger mcvimng die bnchdrucker- kimst erfunden. Diejenigen/ so es davor halten/ sagen/ daß Weilte! solche dem Gcnsflcisch vertrauet/ dieser aber ohne seines Herrn tianer zu 1, wissen solches dem Guttenberg offenbaret habe. Weil sie aber sok- an. ,4;° zum Hertzoge > che kunst zu Straßdura nicht zu stände richten können / wäre Gut- schafften griff er nnt so! tenberq und Gcnsflcisch nach Mayntz gegangen/ allwo man gar vieler wichtigen orter biß,... . bald eine grosse anzahl bücher gedruckt halte;Gmsfleisch aber wäre te, und bey Gottoleiigo den Sfvrtta zurück zu weichen nöthigte, darüber blind worden/ und eine Straßbnrgische chronick saget/ auch hernach an eben demselben orte zu der von chm angebvttenen daß solches eine straffe von Gott gewesen. Andere aber/ welche viel schlackst sich prasentirte. Als dieselbe durch em starckes regenwetter wahrscheinlicher diese kunstdem Johann Guttenbergerzuschreiben/ verhindert worden / gieng er vor das feste schloß Marerbio / und Wen / dieser Johann Gensfleisch sey kein anderer/ als der sonstcn brachte es / ungeachtet der tapfern gegemvehr Chnstophori Torelli / Johann Faust genenner wurde / welchem und durch dessen vor. welcher ün namen des Hertzogs darinnen commandirte, zur uber- Nnn; gäbe. iff er « i daß er nach einnehmung N ÄL L N» «i-»°« °°n d-- »M . » 470 gen gäbe. Ehe aber noch dieselbe erfolgte / ward er Mit einem wurffspieß in das knie verletzt / woran er zu Brescia sterben muste. Es geschahe solches an. 14;; in dem 4; jähre seines alterö. rl. tkLtti cii ccnro capirsoi illukri p. Gentilettus / (Jnnocentius) von Vienne aus dem Delphinat gebürtig/ hat im löten e-cuio gelebet, und sich mit seinen streit- schrifften um die Reformirte parthey verdient gemacht. Von pro- keMon war er ein Jurist / und wird bald vor einen Parlaments-Ad- vocaten zu Toulouse / bald vor einen Parlameuts-Präsidenten zu Grenoble / bald vor einen LyncNcum zu Genf ausgegeben. Man meynt / er stecke unter dem falschen namen / Joachimi Urstni ^nri. )eN>irL,und halt ihn auch vor den ungenannten surorem des ^Nti- j^sckisveüi, »hex librorum ; commenrariorum lleregno. -L/yle. Gentilis v» Fabriano / ein berühmter mahler / lebte in dem r; Kcui». Martinus V ließ ihn in der kirche 8. Johannis i^rcra. vengz arbeiten. Michael Angelus sagte von diesem Mahler / daß seine wercke mit seinem namen / welchen er führete / wohl überein kämen. Er starb an der gicht in dem 80 jähre seines alters. ke/röre». Gentilis / (Lucas) ein Cardinal und Bischofs von Luceria- kr war von Camerino aus Umbrien gebürtig / und machte sich durch seine rechts-erfahrcnheit sehr bekannt / daß ihm auch Urba- nus VI an. iZ78den Cardinals-Hut gab. Er wurde Louverneur von Umbrien / und starb an. i;8y zu Camerino. Einige suwres versichern / daß er daselbst Bischofs gewesen. Man siehet sein -?i- t-pNium in der Haupt-kirche allda / welches zeiget / daß er gar gelehrt gewesen. Gentilis ste OLI4HI.IKU8, genannt . r. p. rör. Dg)-/-. * Gentilis / (Albericus) Professor juri; zu Orford/ gebohren an. 1750. Er war aus einem Adelichcn geschlechte vonAncona, ein söhn Matthäi PZentilis, eines berühmten sts-clici, welcher aber wegen der Lutherischen lehre, so er annahm, sich mit seinen söhnen aus Italien gemacht, und an dem Hertzoglichen Hofe zu Crayn einige zeit als leib-kieöic»; aufgehalten. Albericus ward in seinem 21 jähre voNor jurir zu Perugia, und hernach Richter zu Ascoli/gieng aber mit seinem vater fort, und kam zu Hertzog Ludwigen von Würtcmbcrg, da ihm denn auch eine Provision z„ Tübingen und Heidelberg angetragen wurde. Er gieng aber nach Engelland; all- wo er sich durch seine schrifften dergestalt bekannt machte, daß er an. i;82 Professor ju/15 zu Orford, auch hernach der Spanischen Unterthanen in Engclland ^llvoc-ru; pcrxcruu- wurde. Er starb zu Londcn den lyjun. an. 1608. Er hat jurestelli;rinnibus; vi civiurn in Keßem Icmpcr iojulls; lle juris iiucrprcrilms; clc sllvo. rscione ttistisnics ; oini»n zurpoeste zeigte/ daß Mclissus/ welcher für einen der berühmtesten Poeten von Teutschland gehalten wurde/ sich unter ihm zu stehen vor eine ehre hielte. Hieraufgicng crnach Wittenbcrg / und von darnach beyden/ damit er seliiem vater desto näher seyn möchte/ welcher/ da er in Crayn wegen der rcllgwn nicht sicher genug war / sich in Engelland zu seinem ältesten söhn verfügte. Er prosilirte daselbst unter Hugoins Donelll und Iusti Llpsii anführung sehr wohl/ und gieng darauf nach Basel / woselbst er an. I;89 OeÄor wurde. Wenige zeit hernach wandte er sich nach Heidelberg/ allwo Julius Pacing / ebenfalls ein Jtalmner/ m j»r- pr,wr,rte- Es entstund aber zwischen beyden eine ^muisrinn. die ihn bewog / sich nach Altdorffzu begeben/ da er durch Vermittelung Donelli/ so damals kroktsor jmii daselbst war / an. I; 90 dessen «o"-L». Md nachdem PekruS Wesenbecius in Sachsen bernsten walt / der bsrnchmKi i-rok-Nor, auch confuiem bey der stadt Nürnberg wurde meMoac zu öociren und zu schreiben machte ihn dergestalt berühmt, daß er m Frankreich / nach Heidelberg und nach fendeiiim^ welches zu verwundern/ von Elemente VIII nach Donsnien/ 2 versprochener reltgtons - freyhett / zum Professor beruffenmiÄ Er zog aber seine damalige stelle allen andern vor / starb Altdorff den 7 aug. an. iüi6/ und hinterließ einen eintziamsM, Aegtdlum Albcricum. Gerne vornehmsten schrifften M: publico populi Komani; cts eonjurLrionibus listri äuo; äs rtonistuz iocer virum . Wirren in iLr,' p. r;. 4/r<-r//r mnncr Oenrilisni. Gentilis / (JohannesValentinus) ein bekannter Socinianer. gebürtig von Cosenza aus dem Königreich Neapolis. Er verlies sein Vaterland um die mitte des 16 seculi, und wandte sich nach Genf, allwo verschiedene Italiänische familien damals eine gemeine versammlet hatten. Es funden sich unter denselbigm einige, welche über das m^Nei-ium nini^tis ludriiitirten, zumal über die Worte esscntis, p-rtonL und coessentizliz, S/c. Gevrgius Blan- drata, ein ktcchcux. und Johann Paulus Alciatus, waren die vornehmsten, nebst einem advocaten, der Matthäus GribalduL hreß. Die fache wurde anfangs ohne weitläufftigkeit durch einige xsmculier - schrifften getrieben. Gentilis aber mischte sich mit darein , und halff nicht wenig zu vieler unruhe. Dieses gab zu einem glaubens-bekäntniß anlaß, welches den -8may an. i;;8in einem Italiänischen -nEon» aufgefetzt wurde, wvrinnen die reine lehre von der Drey-Einigkeit enthalten war, nebst dem anhang, dav diejenigen, so etwas darwider beginnen würden, vor meinev- dig sollen gehalten werden. Gentilis unterschrieb selbiges, ließ aber doch nicht nach, seine irrlhümer heimlich auszubreiten. Als aber der Magistrat von Genf hiervon erkundigung eingezogen, setzten sie ihn in ein gefängniß, und weil er überzeuaet war, daß er wider seine untcrschrifft gehandelt, suchte er sich durch feine ge- wissens - scrupel zu entschuldigen. Er gab dannenhers verschiedene schrifften ein, anfänglich zwar seine meynungen zu bescheinen, hernach aber, um Calvinum zu gewinnen, mit dem erbieten, seine irrlhümer abzuschweren, wannenhero der Magistrat zu Gens ihn nur zu einer gcld- straffe cor.dcmnirte, auch daß er seine schrifften selbst ins feuer werffen, und nicht ohne erlaudniß aus der stadt gehen solle. Diese scntentz wurde den 2 sevt. an. i;;8 vollzogen, und er wenige tage darauf aus dem gefängniß befreyet, auch ihm die dictirte geld. straffe, weil er die Unmöglichkeit vorschützte, erlassen, doch muste er schweren, daß er ohne besondere erlaudniß sich nicht von Genf machen wolle. Ohngeachtet dessen gieng er bald durch zu seinem cameraden, dem Matthäo Gribaldo, der sich in dem dorffFargia, des landes von Gex, aufhielte. Von dar kam er nach Lyon, vagirte von einem ort zum andern in Danphme und Savoyen herum, und weil er nirgend sicher war, gieng er nach Fargia zurück, so damals unter dem Canton Bern stunde. Er wurde aber bald kund und gefangen gesetzt; jedoch wenige tage darauf wieder befreyet, worauf er ein glaubcns - bekäntniß übergab , welches er durch etliche beweißthümer bestärckte, und wider 8. Athauasiuin mit verschiedenen invcüiven anfütlete. Er dedi- cirte selbiges dem amt - mann, welcher ihn gefangen setzen lassen, so ihn aber gar sehr verdroß. Um selbige zeit wurde er wegen seiner irrigen lehre zu Lyon in arrcst gesetzt; allein, weil er vorgab, er habe nur mit Calvino zu thun, ließ man ihn wieder loß. Blan- drata und Alciatus, welche damals in Polen ihre schwärmerch fortsetzten, verschrieben ihn zu sich, um sich seiner zu bedienen, und würden sie daselbst mehr unsug angerichtet haben, wofern sie recht zusammen gehalten hätten, und nicht König Sigismundus Au- gustus auf einem Reichs-tag zu Lublin an. i;66 alle frembde, welche dieser neuen lehre zugethan, aus dem Reich verwiesen. Gentilis wandte sich hierauf m Mähren, und gieng von dar nach Wien, in willens sich wieder in Lavoycn zu seinem alten freund, dcmGribaldo, zuwenden, zumal da sein vornehmster feind,Cal- vinus, gestorben war. Allein es gcricth solches zu seinem verderben , indem der Amtmann aus dem Canton Bern, welcher chn vormals gefangen setzen lassen, auch diescsmal, da er ihn anlprach, ihm eine öffentliche ciissursiion zu vergönnen, ihn den li jun.an. i;6L ins gefängniß führen ließ. Diese lache gelangte nach Bcm, und wurde daselbst vom ; aug. bis den y scpt. untersuchet, woraus Gentilis, weil er überzeuget, daß er wider seinen gethanen eyd das mylleriuiri I'rinik-ris angegriffen, zum schwerdt verdammt, nicht aber, wie Hornius will, verbrannt wurde. Er schätzte sich solches für eine ehre, daß er um GOttes des vaters willen leiden M, und beschuldigte seine ankläqcre des 8ätze>ysnismi. Seme mch- nung war gantz besonders, indem er glaubte, GOtt habe m m cwigkeit einen alleredelsten geist geschaffen, welcher in der stille der zeit mensch gebohren worden. lull- concl-mn. o-mu». tic orc. A progr. Iis/reit lib. r c. l6 z>. lyo. still, rctorm. ?olon. z>. 108. stibliolst. snki-Vrinir. ^>.-6. Lcici. sci 7toz>z>ii stistl- dtesp. zi. 24z. Icirciien-liill. I. 6 c. Gentilis/ (Jnnocentius) von Vienne aus Dauphins gebürtig , hat im i e seculo verschiedene fachen wider die CatholiM rc. ligion geschrieben, wodurch er sich bey den Protestanten lehr vr, liebt gemacht. Er war anfangs advocat des Parlaments zu Low louse, wurde aber nachmals Präsident in dem Parlament vvi Grenoble. Er führet auch selbst in einer xr«5>«on an, ball er u gen der religion willen ins -Alium müssen. Einige wollen, daß er 8vn. «jicus zu Gmfgewejen sey, auch daß er unter dem namen Joachi« Alls ttrsinus, ämi .jeiu.rz stecke. Solisten ist zu verwundern, daß man von ihm so gar wenige Nachrichten findet. ^L^bibUork^ue a Klvicrr cii Ocnou-I genannt, welche sich von dem flusse Var an, bis an den fluß Macra erstrecket, und ungefehr 160 Italiänische weilen in der länge, r6 aber in der breite auskraget. Gegen mittag stösset es an das mittelländische meer, gegen morgen an das GroßiHcrtzogthum Floren»,gegen Mitternacht an die Hectzog- thümer Parma,Mayland und Montferrat, und gegen abend an die Grafschafft Nizza. Das gantze land wird in I- Llvie^ ponen-e den westlichen, und ll, Lev-mrc den östlichen strich eingethei- !L. Genua, als die Haupt-stadt, liget recht in der mitten. Die in- aAruW?und"Li? ^e see-küste aber Überfalls den ander ^ übertrifft der westliche theil diß- men starck befleket ill ^ "'5 "tt-onen-und pomerantzen-bäü- str Genua vornehmsten stadte selbigen staats, aus- nua ist Albenga, No!i,rc. Ge- , daß die mittägige irrte an dem über des meers ,'5Fburge stossen. Es ist dre vornehmste handels-stabt in ^ 'at ohngefehr z ober 6 meilen im umfange, und ist nrauren, einem guten walle, und ? thoren gegen wcsten selche insgesamt mit grossen stücken besetzet sind. Der haven von Genua war vor Zeiten gefährlich; allein man hat zu dejjen veriicherung mit ^grossen kosten weit in die see hinein aedmi- dle anfurth sicher gemacht, und der gefahr gröstentheils brfreyet worden. Die gebaude der stadt find so prächtig und re- die stadt mit sovielen herrlichen pallästen angefüllet, daß sie allerdings den zunamen >» Luperbs oder die stoltze verdienet. p^ast des vornehmen gefchlechts Doria ist der alleransehn- Irchste, welcher sich von der see an bis an die spitze des berges crstre- .Die darinnen befindliche zimmer find überaus groß und prächtig,d,e meublirung kostbar, und alles, was man nur davon siehet,ist ein zeugmß grosser darauf gewandter kösten. Anden Mauren stehet diese ».sci-ipriun: durch Gottes und des Bönigs gnade gehöret dieses alles dem Herrn des Hauses. Es wird gesagt, daß diese Worte nicht bloß aus Hochmuth daraufgesetzt worden , sondern auch einen Gouverneur von Mayland schamroth zu machen/welchcv zu einer Königin von Spcmien/so darinnen logiren solle, sagte, die vornehmsten m-ubles wären nur zusammen geboret. Aufdernenenstrasse, welche die schönste in gantz Genua ist, stehen nichts als lauter pallaste und prächtige Häuser; die vornehmsten von publiquen gebäuden sind folgende: der pri^o rosic, oder der Königliche pallast , worinnen allemal der voZ- refidiret, Impcriziewas zeug-hauß,;2 pfarr-kirchen, worunter sonder- Ilch der Dom oder 8 . Laurentii kirche, merckwürdig ist, worinnen sich eme schussel von einem einigen smaragd befindet, von welcher man sagt, daß Christus das abendmahl darinnen gehalten; die kir- che nniioiicisciL; die kirche 8 Ambrofik , so den Jesuiten zustehet, und die kirche der Theatiner zu 8 . Cyr genannt, nebst einigen andern mehr. Die Anwohner find jedesmal gute see-leute gewesen , haben sich auch bey verschiedenen gelegenheiten wohl hervor gethan. Sie treiben starcke handelschafft und manufacturen, und man sagt, daß mehr als 20000 familien mit erosti-s und seidenzeug umgehen. Die Republique unterhält viel galeeren, auch haben viel pLnicuiLr-perjonen dergleichen. Es gibt darinnen zweyerley gat- tungen von Adelichen familien, die alten und die neuen. Der erster» sind an der zahl 28, unter welchen die 4 vornehmsten find, die Orimrlcli, kiclclchSpwcUs und »orig. Die24 übrigen sind, die c^Ivi, Lsrisnei.Lenturicmi, L>l,i,<7igs!s, kornsri, kr 2 :ici>i,Oiuüimsni, Qrilli, OsnlillistmpoNLli, Inleriam, I.ctcLri, l.omestini,dlegroni, pal- Isvicini,?ine!Ii, ?comontorii,8Lu>i, SLlvagi, V'vLiä, und Veto lll msre. Die andern Adelichen geschlechter, welche sich an der anzahl auf 4? 7 erstrecken, sind gleichsam ein anhang der vornehmsten 28, und haben mit ablegung ihrer voriger namen einige der erst-bcrührtee geschlechtern namen annehmen müssen,zu der zeit, da Andreas Doria in dem 16 seculo die alte freyheit wieder herstellte und das Stadt-regiment von neuem einrichtete. Es ward aber aljo für nöthig befunden um dadurch die eyftrfucht der geschlechteren wider einander, als die einige urfach aller bißherigen zerrüttungen und unruhen aus dem gründ aufzuheben ; hat auch in der tbat bißher eine zimliche würckung gehabt. Es finden sich unter selbigen etliche, die so reich und mächtig sind, daß man ihnen auch kein Zouvcrnc- menr anvertrauen will, aus beyforge, sie möchten sich gar darvon meister machen. Es haben sich indessen zu allen zeiten viel grosse Generale und Admirale unter dem Genuesischen Adel gefunden. Die stadt ist sonsten zimlich alt, und man findet deren vor mehr als 1900 jähren in den Historien gedacht; es ist aber gantz unrecht, wen» man deren namen von dem Jans herführen will, als welcher daselbst nie gewesen. Sie ist erstlich den Römern, hernach den Longobardern, auch einige zeit den Kaysern Unterthan, und vielen innerlichen unruhen unterworffen gewesen, dergleichen ma» wohl bey keinem lande von Italien sonst findet. In der regicrimg hat sie viel Veränderungen gehabt, zumal von an. 1494 bis 1528,indem ihre Regenten bald Grafen,bald Bürgermeister, bald kollcttä. bald Capitains und Gouverneurs, bald Lieutenants, bald «.cKo-cs des volcks,bald LllkLies des voicks,bald Letormawrcs, bald Hertzoge aus adelichen oder bürgerlichen familien gewestn. Heut zu tage ist es Ane Lnllocrrric, deren haupt Doge genennA wird,welcher aber solche würde nicht länger als 2 jähr nach einander besitzet. Es ist auch nicht zu vergessen,daß diese stadt viel zu den ereutz-fahrten beygetragen, und daß fie den Saracenen Cvrficam, Sardnnen und Cypern, nebst der inful Meteline und Cbio abgenommen; mglei- chem daß auS selbiger stadt z oder 4 Päbste, und sonsten mel vornehme leute gekommen find. Die Jtalianer sagen von Genua : Man habe daselbst keuche ohne treu und glauben , ein meer ohne fische,qedürge ohne hol!;,und frauen-ziinmer ohne fchamhafftigkeck. Die vorerwehnten Veränderungen in der regierung belangend, so dienet zu wissen, baß fie ohngefehr von an. -°99 bis an. 12?? durch Bürgermeister regieret worden , so lange bis Gmlielmus Bocca- neqra von dem volcke zum Präsidenten oder Hauptmann erwählt wurde. Er blieb in solcher wurde bis an. 1262 ,«da die nobles sich des eouvecnemens wiederum anmassete , welches bis an. iz;y währte. Es erwählete hierauf des volcks faction Simonem Boc- caneqra,unter dem titul eines Hertzvgs. Selbiger wurde an.; ;44 vertrieben, und an ferne stelle Johann ä- Murta erwählet, welcher 472 AM beyablauffdes jahreS iz^o verstarb. Johann 6 -Valenti wurde an seine stelle erwählet, danckete aber den 9 oct. an. 1 ; ab, und die Genueser untcrwarffen sich dem Johanni Visconti, Ertz-Bi- schoffvon Mayland gäntzlich, welchen sie schon vorher zum beschu- tzer angenommen, aber ohne baß der tractat sonderliche würckung gehabt hatte. Dißmal aber wurden die Genueser lzu diesem enk- schluß gebracht durch verschiedene grosse Niederlagen zur see, welche sie von den Venetianern erlitten, sonderlich in der letzten, die den -8 aug. vor denen Sardinischen küsten wäre gehalten worden. Ob- schon sie nun hierauf durch hülffe dieses Visconti, welcher ihnen den KlLrcVcte Guiljelmo Pallavicini zum Gouverneur vorgestellt, ihre fachen in besseren stand gesetzet, und fürnehmlich die Venetia- ner gleich darauf in einer grossen schleicht erlegt; so schüttelten sie doch nach einigen jähren, da der Ertz-BischossIohannes Visconti gestorben war, und zwey söhne seines bruders Bernabo und Ga- leazzo an seine statt regierten, die Maylandische herrschafft von sich, und restituirten den Simon Boccanegra. Dieser entwaffnete die aowcsse, relegirte die mächtigsten davon, kliegete mit den Visconti, wurde aber von seinen eigenen leuten auf einer Mahlzeit an. i;ü; mit gisst hingerichtet. Gabriel Adornus succedirte, und blieb bis an. 1)70 ; Dominicus Fregosus oder Campofrcgosus kam an dessen stelle, welcher die Republic in guten stand brachte, und an- r ;?8 vertrieben ward. Hierauf folgten 12 andere bis aufdas jähr i; 96, da sich Genua unter Frankreich begab, und Carolas VI daselbst seine Gouverneurs setzte, deren der letzte war Johann Main- gre, Boucicaut genannt, zu dessen zeit das volck die Frantzosen an. 1409 massacrirte, und sich von an. 1409 bis an. 141; unter den schütz der Marggrafen von Montferrat begab. Nachgehends erwählten sie gewisse Hertzoge, unter welchen Thomas sich den Her- tzogen von Mayland unterwarf!, welche gleichcrgestalt gewisse Gouverneurs über sie setzten. An. 14;; den 7 aug. gewonnen die Genueser für Pbrlippum Heryog von Mayland die grosse see- schlacht vor der insul Po»tia,worinnen Alphonsus,Konig in Arra- gonien, dessen bruder Johannes König von Navarra, sodann Hen- ricus ihr dritter bruder und Großmeister des ordens 8. Jacob, der Vicc-Ke von tsiclliell , und noch mehr als 120 andere vornehme Herren aus Sicilien und Aragonien gefangen worden. Wie aber Philippus solche also gleich zu sich bringen ließ, auch nach geschlossenem bündniß mit Atphonso ohne der Genueser die geringste rech- nung zu tragen, auch mit nachlassung aller ranzion ws liesse, verdroß es diese hcsstig, daß sie gleich darauf unter anführung Fran- cisci Spinolä zum gewehr griffen, Opicino Alzato des Hertzogs Gouverneur lödctcn, Ludovicum und Erasmum Trivulzi, deren lekstcr des Ovicini stelle zu bekleiden kommen war, gefangen nahmen, und sich von neuem in frcyheit setzten, mit hertzhaffter Verweigerung, die übrige spanische gefangene, so Philippus ebenfalls von ihnen abgefordert, herauszugeben. Von selbiger zeit an hatten sie ihre eigene Hertzoge bis an. 1458, da sie sich unter dem Könige Carolo VII den Frantzosen unterwarffen , welche sie aberan. 1461 wiederum vertrieben. Man zählet darauf 7 Hertzoge,bis 011.1464, da diese stadt sich dem Francisco Sfortia, Hertzoge von Mayland, unterworffen. An. 1478 verjagte man die Mayländcr,und Baptist» und Paulus Fregosius wurden nach einander Hertzoge. Ludwig XIII gewann Genua an. 1499, sie revoltirlen aber, und das jähr darauf wurde die stadt wieder erobert. Franciscus-ie Roche- Chouart,welcher davon Gouverneur war, wurde an. 1512 verjaget und den 29 junii erwählte man einen Hertzog /Johann Fregofum, welchen die Frantzosen den 2; may des folgenden jahrs absetzten. Hingegen liessen sie Antoninm Adorno zum Gouverneur zurück, welchen aber das volck den folgenden i° juu. vertrieb. Octavianus Fregosus, welchen man zum Hertzoge machte, untcrwarffdic stadt von neuem den Frantzosen, welche ihm das gouvernement davon liessen. Er gonvcruirte mit sonderbarer klughcit bis auf das jähr 1522, da die stadt von des Kaysers Caroli V armce, unter dem commando des Marggrafen von Pescara, geplündert, und Anto- nius Adorno wieder zum Hertzoge gemacht wurde. An. 1527 eroberte sie Franeiscus I wieder. Allein bald darauf, nehmlich an. r?28, schüttelte Andreas Dona das Frantzösische joch von ihrem halse, und brachte ihr wiederum ihre vorige freyheit zuwege. Da denn,wie schon droben gemeldet, nur 28 von den alten familien behalten , der übrigen und darunter auch der Adorncr und Frcgostr namen unterdrücket, die Personen unter die beybehaltenen gerechnet, adel und gemeine aber überhaupt mit einander vermenget wurden. Der pr-6eechadten rm gelobten lande bekamen; und als die abendländischen Kayser den morgenländischen Constantinopel wegnahnien, waren sonderlich auch die Genueser darinnen mit intcrcssirct, wie sie denn deßwegen Pera erhielten. Siebesaffen damals Lcsbos und Chio, nebst verschiedenen andern insuln aufdcm /rrciiip-i-go mehr, desgleichen Cassa an dem schwartzen mcere in der Crimmischen Tartarey. Allein, da sie an. 1207 den Venetianern auch Crcta wegnehmen wolten, zogen sie sich dadurch groß ungemach über den hals, welches so dann, nebst den innerlichen zwistigkeiten, ihren fall verursachte. Die Könige von Spanien haben stlbige Republic durch eine besondere xstzugue in »hr Interesse gezogen, indem sie von selbiger grosse geld-summen, und insonderheit Philippus N Millionen geborget, welche man aber niemals wieder aeaeben die stadt noch desto mehr zu ^Z--Z,ren. Eben selbige Köniae haben sie auch dadurch an sich gezogen, da sie ihnen verschiedene landeri» dem staat von Mayland, in dem Königreich Neapolis und cilien verkaufft,oder verpfändet,die sie zu GrafschafftemMaraaraL thumern und Hertzogthumern gemacht,. welches den Spanm» mehr Vortheil gebracht, als dleHerrschafft über die stadt «Aber U befindet sich daselbst eine 2c26em,2 6e Oli -vllormcnrati genannt' sV nig Ludwig XIV schickte seine flotte an. i 684 vvr diese!, ort, m ter dein furwand, daß sie die Neutralität zwischen Fraiickreich und Spamen nicht genug hielten über die galeeren, welche sie vorder für den König in (Spanien gehalten, noch mehrere zu der Svan v dlensten ausrüsteten, dem hauß Fieschi wegen seiner im Genu L schen gelegenen und langst eingezogenen Grafschafft von Lavam kein recht hielten, rc. und ließ ihn bombardiren. Durch diese act m wurde der Hertzogliche vallast, nebst vielen andern vortreilicken Häusern der stadt,in die asche geleget, und unglaublicher schaden a- than. Endlich nöthigte sie der König, daß sie ihren Hertzonchst- Raths-herren an «einen Hof schicken musten, um sich vor ihm m demüthigen. Die landschafft von Genua ist von natur überaus fruchtbar,und wird durch den fleiß der einwohner noch fruchtbarer gemacht. Man siehet darinnen soviel dörffer und schöneaebäude. sonderlich gegen Genua zu, daß es scheinet, als ob alles zusammen nur eine stadt wäre. öe u,». o-nucn6§. /«cc-M, ltrcrco 6cIIe Kilt. Qcn. 2nn. Oeiiucnses. Locro tzig. L«cc/,o/. krc« Kilt. sui rernpociz I. 4. 6c L. Lenueng T'l-ea- r. lr. 5 . 761. sclisu-plscr k. ;r;. Genua/ (Marcus Anton.) war aus der vornehmen familie der ?-5cr„iorum. die ehemals zu Mantua und Moden« die oberste gewalt gehabt, aber wie sie sich nach Genua begeben, den zunamc« Genua oder 6° )anu2 angenommen. Dieser Marcus Awonius wurde bey gantz jungen jähren ?5«fcssor pkiwiopk^ z>, Padua, da er der erste gewesen, der den Aristotelem aus dem Griechischen tcxt erkläret. Er zeigte so wol im lernen als lehren einen so herrlichen verstand und gcdachtniß, daß viel glaubten, er müsse einen ssirirum tllmMsrcm haben. Er hat die grösten nüiwiopko? gezogen; als er aber im alter wegen Mangel der zähne eine undeutliche «ussprache bekam, erklärte ihn der Rath zu Venedig zum Lmcnw . und vermehrte ihm dabey, wegen «einer grossen meriten, die besolduug. Er starb an. 1664 im 'rsten jähre seines alters. Man hat von ihm cc>mmeiN2cior in ^riiiorclir ükrc» 6 e 2nicc>2 , in likcor pkxiicowm,in üb rar 6 e ccelo öc gcncr2lione,in mec2pk>tic2m,conlc2 LmoniumLew. srclum XlirznilulLnum , likrum lle incellcÄus üumani immonzliwc. eloZ. virorum iliullrium. not«: Lcl c^iliolgz^rnull!. Genzeno / ein altes städtgcn in dem Päpstlichen gebiete, zwischen Rom und Veletri,an dem ftc Nemi,gelegen,davon die familie der ceQrini den Hertzoglichen titul führet. 8. Georg / war ein Märtyrer, welcher unter dem Kayser Dio- cletiano nach «chwärer gefängniß hingerichtet worden. Selbiger wird allezeit abgemahlet geharnischt zu pferde sitzend, und daß er einen brachen, den er unter sich hat, mit einem spcer umbringet, weil von ihm gcsaget wird, daß er durch dergleichen action eine jungfrau von einem brachen befreiet habe. Es scheinet aber, als wenn unter diesem gemäblde etwas anders stecke. DcnnBm- nius will unter dem drachcu eine stadt oder Provintz abgebildet wizssen , welche dieses Märtyrers hülffe wider den teuffel ausblickt. Andere aber führen es von den Ariancrn her, als selbige an. zzä Athanasium von feinem Bißthum Alerandrien gebracht, und einen andern, namens Gcorgium, mit gewalt eingesetzet. Es soll also der geharnischte Ritter diesen Gcorgium bedeuten , welcher mit bewehrter band Bichoff worden ; die iungfrau, darum er gekämpffet, die kwche zu Alerandrien; der brache, den er erstochen, Athanasium, welchen die Ariancr den brachen neimeten. Hen- schcnius, welcher die 2^2 8. Gcorgii zusammen getragen, willes daraus ziehen, daß zu des Kaysers Dioclctiani zciten einer das «ehr hefftige ccüÄ wider die Christen zerrissen, worvon auch Lactantius saget. Baluzius aber in seinen anmerekungen ividerlegct Heniche- iiium, und zeiget, daß dieses auf den Ritter 8. Georgen nicht tonne gezogen werden. Dieses ist gewiß , daß er von den alten zeiten her venerirctMid sei» gedächtniß aus den 2z avril verlegt worden. Absonderlich ist er bey den Angel-Sachsen in sehr großer venerallon gewesen, dahero ihn die Engelländer zum Patron ihrer gantzen na- tion angenommen. äc mori. c. I> mir. ccc!. I. 8 c. 6c lznüiz. 6e lellü. m2,,v, 26 rz 2pril. in cl/s-co Ü6ei. liill, ccc!es. »r. üon.c. s. 2ct. lllnü üor«» Kilt. ccclc«. v»t. iiou- ccc. Occm. I. r.c. ^ n. 6s- 8. Georg/ ein Rlktcr-orden/ welcher alt. 147 ° ^lil'ch dgl Kayser Friderieum III aus dem Oesterreichnchen Hause gest M worden. Man sagt / die Ritter seyn obltgut gewesen/ dieS '»' tzcn von Ungarn und Böhmen vor den Lurchen zu bewachen/mw daß selbige einen weiffen wapen-rock mit einem bothen creutzM a gen / auch dergleichen in ihrem schulde gefuhrct haben. Dei Kay scr Friderich gab Johanni Sledenhirler / dem ersten GivMlN! dcsselbigcn ordens / den titul eines Inrstcn/ und raMck llmi ss, den scmigen Mühlstadt in Carnkhcn cin/woM man « colleipum c2nonicocum rcsu«2rium 8 . ^u!-uttini stlifktte/ loktz , „ Dlschoffs 6iccA,on stehen solle/ welchen sie aus ihrem MMN wehlten. Es wurden ihnen auch der außgesiorbciien Heum ton Cramchberg schlösser und güter zu ihrem unterhalt angewliien. Mg aber Wg, er orden nach und nach ein. DekKayftkMaxiM. Kanus II wolle rhye zwar wleder rn stand bringen / wurde aber durch die vielen reltgions-knege daran verhindert. rc- rum Vicnn. kÄ-vr/r. rlicsc. U'Nonnsur S- «le ckevsl. «Zelic. vrä. cgu. p. 157- snnsl. Qsr. I.i c.;k.r; 6/--M iricr-r-orä-li. z.Georg/ (Ritter-orden) wurde von Alexandra VI an. I4Y2/ als er den Pabstlrchen stuhl bestiegen/ zu beschützung des glaübens «Met. Die Ritter trugeneme güldene kette um den hals / von welcher dasbildnrß 8.Georgir/ wie er den lindwurm ersticht / auf einer güldenen muntz herab gieng. Paulus III erneuerte diesen or. den gleichsam wieder/ und gieng sein absehen dahin/ die Abstiche see-küsten wider die damals herumschwermende räuber zu be- schützen. Die Rittet musten ein rothes creutz/ worüber eine güldene crone war/ tragen/ und zu Ravenna ihren sitz nehmen. Es ist dieser orden nach des letztgemeldeten Pabsts wde wiederum eingegangen. Lr4co»^r«^i/,. Ue orä.c^u. 8. Georg/ ein Ritter-orden der Republic Genua. Die Ritter tragen an ihrem halse eine goldene kette/ an dessen ende ein creutz von gold mit rothem schmeltzwerck hänget/ welches auch an den ermeln eingesticket. Weil aber weder n^rrus noch andere/ die von Genua geschrieben/ dieses Ritter-ordens gedencken/ so wollen einige gar daran zwetffeln. Doch ist gewiß / daß 8. Georgius vor den Patron und schütz-Herrn selbiger Republic gehalten wird. ^«/ttr/Ecieurcim. equeU,-. Xincc- orcicn. 8. Georg von Alfama/ ein Ritter- orden in Aragonien / ungefähr um das jähr 1201 von dem Könige Petro schifftet/ und nachmals bestattiget. Benedlctus XIII / welcher in Aragonien vor einen rechtmäßigen Pabst gehalten wurde / hat ihn mit dem orden von Monteza verknüpftet. Lrn». 8. Georg/ oder orden von dem hosenbande; siehe Hssenbünd. 8 » Georg/ sonst genannt/ ist ein orden c-nonicorum eeZuisrium, welcher zu Venedig gestifftet/und von Bontfacio VIII an. 1404 confirmirt worden. Bartholomäus Colonna / ein Römer/ welcher an. i;y 6 in Padua und einigen andern städken des staats von Venedig predigte / legte zu dieser con^-Mion den gründ. Antonius Corrario/ so hernach Cardinal wurde / einer von Gregorii Xll Sporen, und Gabriel Condelmeri/ so hernach Unter dem namen Eugenii IV den Pabstlichen stuhl bestieg/ waren die ersten dieses ordens. Stetragen einen weiften langen rock/ und darüber einen blauen mantel mit einer Mönchs - kappe über die schultern. Pius V obligirte sie an. 1570 profeßton zu thun. Ihr vornehmstes kloster ist auf einer insul/ so nur i viertel meile von Venedig ligt / und s. O,or§>«, kiZZZwi-e genennet wird. r.i conü- Lreg. rr. öc r. z ronlk- 92 Llem. VlII. LLr>/sr« KiU.viU, Uon. I. 1 c. 8-Georgen-Saunier/ siehe Lannier. 8 . Georgen-Gesellschafst/ Italiänisch eomMa cii s-ri eiorzio genannt/ ist ein absonderlicher zu Genua/ oder ein absonderliches ansehnliches coUeZium. welches sich an. 1407 angefangen / und der gedachten Republic grosse Dienste gethan hat. Denn als die öffentliche einkunffte zu crhaltung deS staats nicht zureichten / fanden sich etliche/ welche Mittel aussonnen/ diesem Mangel abzuhelffen / worunter hauptsächlich dieses war/ daß man von begüterten Personen grosse -spicsii- aufnahm. Damit aber ein jeder desto williger sein geld zu dem gemeinen besten vorschießen möchte/ zahlte man nicht nureinstärcker>mereNe, als sonsten gebräuchlich war / sondern verpfändete auch zu dessen Versicherung die renken und gefalle der stadt. Diejenige nun / welche dergleichen Pfänder besassen/ hatten den namen/ als wenn sie solche erkaufst/ und eben von dem Italiänischen wort compr-c- erkauften/ rst das wort camp--» entstanden. Man machte unter solchen creMwndu-diese ordnung/ daß/ sovielioo pfund einer geliehen/ so viel Plätze auch in der societäl ihm überlassen wurden; da.denn die anzayl der compsre» sich sehr vermehrt / und unter- schtedcne benennungen darauß entstanden / z> e. man hat eine sonderliche co-opsra ekrc>, eine andere M8zn i>zoio, u s. f. gehabt. Weil aber dieses allerhand Verwirrungen verursachte / so zog man endlich alle diese c»mp--en in eine ein- tztgezusammen/ und ncnncte dicselbtge 12 compers 8->n 6>or^ic>. Die macht derselben ist sehr groß/ indem gantze länder/ stadte undämteranjetzodarzu gehören/ und insonderheit das Königreich Corsica grollen theils davon ll-pen-nrt. Sie hat auch stattliche rechte undfreyhetten/ nicht nur von der Republic/ sondern auch von den Pabsten / Kaysern und andern Potentaten erlangt. Unter solchen pi-i viiexH; ist eines von den ansehnlichsten / daß sie keinem andern / als dem Doge und der Republic unmittelbarer weist unlerworffen / und daß keiner in die sißuon- auffgenommen wird / er habe denn geschworen / daß er sie beschützen / und bey ihren rechten handhaben wolle. Acht Präsidenten / die man oro- lstt»ri nennet/ und alle halbe jähre abwechselt/ sind der ^->8>sirzt. welcher dieser 8. Georgen-Gesellschafst vorstehet. Die wähl gc- sihichtvon der gantzen societät/ woraus erstlich 80 Personen/ und denn aus diesen wider ;4 durch das looß ausgelcsen werden- Diese letztem Z4 erwchlen durch balotiren die 8 Präsidenten / von deneit aber ein jedweder zum wenigsten 16 stimmen haben muß.Die weit» laufstigkeit und menge der vorfallenden geschaffte hat verursacht/ daß man an. 1444 diesen 8 Präsidenten noch 8 andere Personen jugevrdnet/ welche man von der gedachten jahrzahl -> co-mZiic, m quzrsnrs qusrro. oder den Rath von an. 44 zu nennen pstegt. Im übrigen ist noch dieses zu gedencken / daß sich die ..»wpers äi 8 ra vu-rs-o in einem weit bessern stände befinden würde/ wenn sie nicht geo 47z den fehler begangen hätte/ so gar grosse cspitsHsandieCron Spanren zu überlassen. Denn der König Philippns II / damit ex per inMreNum die Genueser nöthigen möchte/ seine und semex ^ nehmen/ hat von den vornehmsten Md grosten Genuesischen familien sehr grosse geld - summen ae» borgt/und ihnen theils rn dem Hertzogthum Manland / theils in Neapolis gewisse zölle und güter angewiesen /daß Ü"us denselben das-msrsm heben sollen. Den schaden / welche diese 8.Georgen-gesellschafftdavon hat/ kan man umrr andern» daraus abnehmen / daß nur unter der regierung Philivvi IV sie- benzehn tausendmahl tausend gold-gulden/ theils an zinsen/ theils an capttalten sollen seyn verlohrm gegangen. ^ p. 689. L NiU. QsnueiM «ts «4.^borgen-GeMschasst/ hatte die Franckische Rittrr- schafft rm 14 seculv aufgerichtet. Sre führte in ihrem Wappen den Rtktee8. Georgen zu pferb/ und unter demselben den brachen oder lindwurm. Ihr absehen damit war/ wider die ungläubigen m streiten/ und sich einander wider gewalt beyzustehen. An. nZ?. verenngte sich diese gesellschafft mit der Schwäbischen Löwen - und Mt der 8- Wtlhelms-Geftllschafst in Bayern/ welche beyde letz» tem aus gleichem absehen waren grstifftet worden. An-1422 begab sich diese gesellschafft mit in 8. Georgcn-schilds dündniß / und lst nachgehends zwischen der Schwäbischen und Fräncktschcn Ntt- terschaffk ein hefftiger streit wegen führung de5 8. Georgen - ban- nrers in den heerzugen wider die Reichs-ftinde entstanden. »rer/k. v. K. 4. p. ^ir. 8. Georgen - Schild / war ein dündniß/ welches die Schwäbische Rttlcrschafft an. i ;?2 unter sich anffrichkete. Es gieng ihr absehen dahm / den vorzug und die führung des 8. Georgen-ban- niers in den kriegen wider die ungläubigen und andere Reichs- ftinde zu behaupten; tngleichen eines jeden rechte und freyhetreN zu handhaben/ ünd sich einander wider angethane gewalt beyzustehen. Es haben sich in diesem dündniß gleich anfangs 457 Grafen/ Freyherren und Ritter befunden. An. 1422 hat sich mit demselben dje Rheinische und Franckische Ritterschafft vereinigt/ welche letztere hernach einen grossen streit mit dem Schwäbischen Adel wegen des vorzugs und führung des 8. Georgen-banniers gehabt. Es wurde hierauf dieses dündniß die vereimguna 8. Ge- orgen-Ichiides genennet/ und in; HauptmannAaffftn / als sm Hegow/ an der Donau / und am Neckar getheilet/ deren jede ihren besondern oiresor und gewisse Räthe hatte. An. 1488 wae von dieser Gesellschafft 8 . Georgen-schild und den Schwäbischen Reichs-stadten der Schwäbische vund aufgerichtet/ welchen einige mit der Gesellschafft 8 . Georgen-Schildes cc>nfu„.>,rem Nachdem publicieren land-frieden Kaysers Maximilian! 1 / da sonsten alle bündmsse aufgeboret / ist doch die Gesellschafft 8 . Georgen- Schild bey vorgehabten Heerzügen wider die Türcken etliche mal erneuert worden. v. L. c--«/» an», suev. -r. 2 lorrit conc. p. zr- Georgenzell/ war ehemals ein kloster m Henniberger lande- tine meile von Kalten-Nordhcim am waffer Roß / in einer aegend auf dem Sau genannt/ gettmen. Anfänglich ist es ein dorffgewe- ftn / und hak Roßlin geheiffen / welches Graf Wilhelm zu Hen- neberg und Berthoid von Wildbrechtroda auf erlaubniß Kayscü Ottcns an. iono in ein kloster verwandelt. Es ist aber daffelbtgS an. von den aufrührischen bauren verwüstet / und nach der zeit von den Grafen von Henneberg mit einem vermalter besetzet worden, VVürcrb. ebron. Lpuci p- 447» Georgia / wird heut zu tag itt den welt-befchreibungen vor das gantze land genommen, welches zwischen dem Caspischm meer gegen morgen/ dem schwachen meer gegen abend/ dem fluß Tanais gegen Mitternacht / und WnMien gegen mittag gelegen. Insonderheit aber wird Georgien genennet/ was die neuern sonst Guraistan heiffem nemlich was zwischen dem Easpischen meer und Mingrelien gelegen. Das eigentlich so genannte Georgien / welches sonst Jberien genennet ward/ begreifst nur 4 besondere stadte in sich / namentlich Teffis / Gory / Suram und AIy. Der andere tbeu wird genennet Mmgrelien/ und der dritte Zuirien. Das gantze land ist niemals völlig unter der Römer bottmaßigkett gewesen/ indem sie wegen der vielen gebürgem so sonst unter dem na- men des Caucasi bekannt sind / nicht wohl poko fassen tonnen. Einiae sucorcz bilden sich ein / daß das land diestn Namen von 8. Georgio habe / dessen bild sie in ihren sahnen führten; allen» diese meymmg widerlegt sich selbst, wenn man bedencket, daß schon von Plinio und Pomponio Mela ohngefahr rn eben tuest gegcnS neben die Cimmerier und das land der Amazonen em volck untev dem namen der Georgier (Qcorßi) gesttzet wird. Das licht des »NÄLSS« liche lehre, wie er solche von der magd gelernet, seinem volck soll aevreviaet haben. Die lufst daselbst ist sehr trocken, sehr warm m» sommer, im Winter hingegen sehr kalt. Die gute zeit fangt daselbst erst im may an, währt aber bis m den novembe^ Der erdbodm iNtebL fruchtbar, und das getrayd nebst den fruchten sind vortref- ffch M gibt schöne vieh-weyde, gut ftder-wildprat und viel wildä e^Nine daselbst. Das gemeine volck nähret sich am meisten von Nkferckeln DasCafpische meer und der fluß Kur geben fische, und der sttztere susses waffer. Man baut daselbst herrlichen wen» »theil. «rs 474 geo um guten kauff. Die wein-stöcke wachsen um die bäume herum, so hoch, daß sie fiel, auch an die höchsten äste siechten. Man bringet von Tcffis jährlich eine quantitat wein in Bersten und Armenien , und vorncmlich nach Ispahan, dem König zum mund- wein. Ein einspänniges fuder von dem besten wein kostet nicht mehr als 8 leichte gülden , der gemeine aber wird um die helffte bezahlt. Das besondere Georgien war vor zeiten ein Königreich, worinncn alles volck der Christlichen rcligion zugethan war. Allein von an. 16;y an hat sich die Mahoinrlanische init eMgeschli- chcn, und der König in Pcrsten, uachdein er selbiges land gewonnen, hat r Königreiche daraus gemacht, welche er zweyen Printzcn des laudes übergeben, so Könige genennet werden, wiewohl sie der Sophi nur Oouverneurs oder v>ce Le litulirt. Der mächtigste unter diesen Königen ist der von Teffis, welchen man nach der lan- des.sprache den König von Castele nennet. Ein jeder von dcnselbi- gen hat ordentlich eine leib-garde von zooTürckifchcn rcntern, die in seinem sold stehen. Wollen sie solche würde bey ihrer fannlie erhalten, so müssen sie bey der Türckischcn rcligion bleiben. Die Christen dieses landes sind in der rcligion theils den Armeniern, theils den Griechen gleichförmig, und es lässet sich mit selbigen unter allen Christen im Orient am besten umgehen. Es ist daselbst keine andere als Pcrsianische müntze üblich, aber die iustitz wird durch Christliche obrigteit verwaltet. Die Gcorgiancr sind überaus geschickt den bogen zu führen, werden auch vor die besten sol- daten in gant; Asien gehalten. Der König von Bersten nimmt aus selbigen den gröstcn theil ftincr cavallerie, und verlässet sich sehr auf ihre treue und hertzhafftigkcit. Es stehen auch viel in des grossen Mogols dicnsicn. Die cinwobncr sind roth vom gesteht, und die wcibs - Personen paßirc» vor die schönsten in gantz Asien. Wann eine tochter, sonderlich die etwas schön ist, zu jähren kommet, geschiehet es gar ostt, daß sie ihren cltcren weggestohlen, ja gar von den nächsten desreundreu entführet, und in Türckey oder Persien verkaufst wird, welches dann die eitern beweget, daß sie mehrentbeils bey guter zeit ihre töchter in ein kloster cinschliessen, worinncn sie sich die meiste zeit auf lcsung guter bücbcr legen, und ihre gantze lcbcns-zeit bleiben. Es wird gesagt, daß, nachdem sie prokdilion gethan haben, und zu einem gewissen alter gekommen, sie crlaubniß haben zu tauffen, auch das heilige öl zu avpliciren, nicht anders als ein Bischofs. Der grosse theil der mäuncr hat nicht studirt, ob sie gleich sonst von gutein natürlichen verstand sind, und zwar dieses darum, weil sie säst alle dem krieg nachgehen, oder sich auf den ackcr - bau legen. Sonsten sind sie dem trunck ergeben , wiewohl der brandte-wein bey manns- und weibs - Personen noch stärckcr im gebrauch ist als der wem. Bey st'lennen t-- itinr essen die wciber nicht mit ihren männcrn, und wenn der mann seinen freunden ein banquct gegeben, tractirt die frau den andern lag das frauenzimmer. Die gewohnhcilen des landes sind aus denen von den umliegenden ländern vermischet, nachdem ste mit verschiedenen nationc» commercien pflegen, und findet man in Georgien Armenier, Griechen, Iüden, Türckcn, Persianer, Tar- tarn und Moscowiter, welche daselbst leben und alle gewissens« freyhcit gemessen. Die Armenier befinden sich daselbst in grosser anzabl, daß sie auch die Georgianer übertreffen. Sie sind die reichsten, und haben die meisten geringe bedicnungcn. Jedoch ist unter beyden nalionen ein solcher haß, daß sie sich nicht zusammen verheyrathcn. Die klcidung der Georgianer gleichet dem fpohlnischen Habit, denn sie tragen eben solche mühen, in der untern klcidung aber kommen sie den Persianern bey, wie nicht weniger das frauenzimmer. Die pallaste und andere öffentliche ge- baude sind auf Pcrsianische weise gebaut. Die nollicikd- crercirt über ihre Unterthanen eine tyrannische gemalt, und mästet sich eines rechts über ihre gütcr, freyhcit und leben an. Die rcligion der Georgianer gleichet der Mingrelier , zumal sie auch zu einer zeit, nemlich in dem andern seculo, den Christlichen glaube» angenommen, und haben sie mehrenthcils der Griechen kirchen-gcbrän- che. Der König, ob er gleich anicyo von rcligion ein Mahometa- ncr, vergiebt die geistliche b-»c6c>si. und zwar meist seinen be- freundten. Die Georgianer haben die gcwohnhcic, daß sie ihre meisten kirchen auf die höchsten spitzen bauen, daß man sie von weitein sehe» kau ; sie komuicu aber gar selten hinein. Die vornehmsten unter ihnen sind äuyerlich der Türckischcn rcligion zugethan , theils, um bey bof --mpiovrl zu werden, oder pe--6onci zu haben, theils auch, daß sie die ehre haben mögen, ihre töchter an den König zu vermählen. >- <> c. iz. är-/« >- - c. -. i»ll. «ccl. >. > c. ro. §or.o,». U. L. l. c. 7 . 7» lle ?crlc. conciliLtion lle I'Lgliic wrincnlcnnc avcc ls wLino. ^ Veönig in Böhmen: (Neorczius / aus dem gesthlccht Podicbrad von Cunstadt, war an. 1420 gcbohrcn, und von seinem vatcr Victorino, einem Edelmann von Cunstadt und Podiebrad, von iugend auf zum krieg erzogen , worinn er auch so viel gcschicklichkeit nachmals erwiesen, daß er vor den gröstcn kricgs - Helden seiner zeit gehalten wurde. Er hielt es jederzeit mit den Hußiten, und gab auf dem an. 14z? nach Sigismundi tod, wegen der wähl eines Königs, gehaltenen land-tag, nebst denselben seine stimme Casimiro, dem Pohlnischen Printzcn, dessen parthcy er auch wider Kayser AIbertum II, den die Catholische gcwählet hatten, mit den Waffen glücklich vertheidigte , indem er in etlichen scharmützeln den sieg erhielt. Als aber an. 1440 nach Alberti tod ein mrc,r>M»n erfolgte, hielt cr sich an die Königliche wittwe Sigismundi, Barbaram von Wien, und brachte es durch allerley räncke und durch der Hußiten hülste dabin , daß er erstlich Landes - Hauplmann, hernach eincr von den Rejchs-Oubcrnsrolen, an stakt des vcrstorbenenPtaczeck vvnLcippa, geo und endlich, nachdem der andere Meynhard vvnM väuk . nicht ohne verdacht ernes von ihm empfangenen Ms gestoben ^qantz allein ReichS-Verwalk-r wurde,.welcher nach dem unter dem mngen König LadlÄao, r, solcher an. i4Zä nach Ungarn gieng - behielte. Als dieser König nach seiner wiederkunfft sich imt emer Frantzoyschen Pnntzchn zu vermählen enlschloffcn, beredete ihn Podledrad, das bey ager in , basten. Doch war cr kaum daselbst angelangt, als er un- LA L ,°d-bgi-n, ----- tods einem von Podiebrad z, und wird von vielen die ursach dieses d beygebrachten gisst zugeschrieben. Ben der darauf gcfvlgten Königs-wähl an. 1458 behielt er durch Uffe der Hußiten unter den vielen c»mpc-emen den platz, und weil er anfangs dem Pabst allen gehorsam versprach, wurde er auch von vielen Cakholiichen willig angenommen. Er machte sich auch den von Lavislao gefangen gelegten Matthiam Corvinu.n durch seine loßlayunq, den König in Pohlen durch ein bündniß, den Kayser Fridencum III durch den cntsatz, so cr ihm wider die Wiener-kärger, die denselben belagerten, leistete, und andere benachbarte F»r- stcn durch heyrathen mit «einen lochtern zu freunden, wiewobl ihm die meisten seine gutlhate» mit undanck belohnet. Er wurde auch genöthigei, viel stadle^so ihn nicht erkennen wollen, deßqleichcn Mähren, Lausitz und Schlesien mit geweilt der waffen zum gehorsam zu bringe». Als er sich an. i z sr von neuem durch den bey' stand wider die unruhige bürger zu Wen um den K'ayser Frideri- cum 111 verdient machte, ertheilte dieser zur danckbarkeit dem Königreich Bobinen herrliche ?nv,leg>->. darunter war, daß die Könige zu den Romer - züezen nur 1 zo soldalen, oder so viel marck sicher geben, die leben au„er dein Königreich, oder iz weilen von den gräntzcn, von dein Kayser zu einpfangen, oder ausden Reichstage», ausser zu Nürnberg und Bamberg, zu erscheinen, nicht schuh d,g ,eyn sosten. Doch »achgehends zerfiel er mit diesem Kayser befflig ; dann der Pabst hatte von ihm verlangt, daß er die auf dem Basier - co»c,i,o mit den Hußiten eingegangene mmpEslä, wvdurch denfclbcu der gebrauch des kelchs im heiligen Abendmahl erlaubt worden, uiustoffen,ölte, und weil er hierein nicht willigte, wurde er nicht allein in bann gethan , sondern auch das creutz wider ibn geprediget, und auf dem Reichs-tag ein zug wider ihn be. schlössen, worz» jedoch der Kayser nebst dem Päbstlichen »umi«, fast allein gestimmet, indem die meiste übrige Fürsten und Könige vor Pvdiebrad bey dem Pabst inrcci-llwet. Dieser undanck des Käufers verdroß Georgium Podicbrad dergestalt, daß cr ihm an. -4-7 einen fchde - brief zuschickte, und in Oesterreich einen feindlichen Anfall that. Sein grösster seind aber wurde bey dieser gelegen!,eil der obgedachte König in Ungarn, Matthias, welcher mit der creutz-armce und seinen eigenen trouvvcn iuBöhmen einbrach, und sich an. 1469 zu, Olmütz von dem Päbstlichen ku»cio z„m König in Böhmen cröncii ließ. Er richtete aber wenig aus, und Georgius blieb in dem besitz des Königreichs bis an seinen tod, welcher au. 1471 erfolgte. Kurtz vorher hatte er sich bemühet, die erb-folge seinem sobn Victorino, Hertzog zu Münsterberg, zuwege zu bringen; als er aber mcrckte, baß die Stände wenig Inst darzu hatten, sammlete cr sich einen schätz an gelb, den er seinen lindem hinterließ. Die iucceU-on im Reich aber kam nach ihn an Uladis- lanin, König in Ungarn, nsz-c. p. 79,. tz- c. 8 x. M. c^>ir. l. ; c. 4. - ,o. eiti/ceL. öec. I I. 7 lcA. g. c. I. Churfürst und Marggrafen zu Brandenburg: Georczius wilhelmus/ Churfürst zu Brandenburg/ward den z növ. an. izyz gebohren/ und an. isn von seinem valer Churfürst Johann Sigmimd anfdic Universität zu Franckfiirtan der Oder geschickt. Das folgende fahr aber gieng cr nach Franek- surl am Mayn zur wähl des Kaysers Matthiä. Als an. iSi; Marggraf Ernst / gewesener 6ouvernc«r der Jülichischen lande/ gestorben / begab cr sich auf väterlichen bessch! dahin/ und übernahm selbige rcgierung. An 1619 übergab ihm der valer wenige zeit vor ftincm ende auch die Chnrftirstlichc regierung/ welche er so gut es die damaligen elenden Zeiten verstatteten/ mwaltcie. Er muste ncmlich seines unglücklichcil schwagers Friderici V gar sehr entgelten / welchen cr bcy der flucht aus Böhmen aufnayin/ und ferner nach Holland schaffte / auch Hertzog Maximiliamiin von Bayern nicht eher als an. 1627 vor einen Churfürsten crkamtte. Unterdessen wurde ibm von den Spaniern/ die es in dem stiuM- schen lucc 1627 nachPreuffcn gegangen/wohin chin dlcmiordiiittMitte^ so durch den München und Schweb, ichen kneg dast ! ^ den/ indem beyde partheyen das land durch miartierc verderbten. 8ln. 1629 gediehe es svndctltch butw ^ II Vermittlung zu einem scchs-jährigen stillstände/ woben ledch O gen den Marienburgischm Werder/ so ihm in verwahMS S^ Sm wurde/ die veyden wich igen Hafen Meme! und Mau bis nn. -s,;; m Schwedischen Handen geblieben/ deren letz em d c Churfürst dem Kayser nicht vor gantz Schlesien / eben so wen a als das Hertzogthnin Preussen vor einige Mecklenburgische lande/ welche damal rn Kayserltchen Handen waren / vertauschen wollen In diesem zahr kraff der Churfürst auch einen interims. vergleich mit Pfaltz-Neuburg/ krafft dessen unter anderm diesem frey stunde/ das Hertzogthum Eleve oder Berg für sich zu erwchlen / weil aber die Holländer diesen nachbaue im Clevischen nicht haben wölken/ und erst m diesemjähre den Spaniern Wesel entrissen hatten/ brachten sie es dahin / daß m folgenden jähre einige Veränderung gemacht wurde. Nach diesem vergleich nun solle die nächst - kommende rz jähre über / der Churfürst das Hertzogthum Eleve und die Grasschafft Marck / Neuburg aber dieHertzogthümer Mich und Berg / samt den Herrschafften Runenstein und Breskesant gantzbesitzen/ die Grasschafft Ravensberg aberunzertheilt regiert und genutzet werden. Es ward zwar auch von abführung der frcm- den volcker eln und anders bedungen / so aber nicht zum stand gebracht werden können. In eben diesem 1629 jähre wurden dem Churfürsten/ vermöge des restitutions-edictes die stiffker Brandenburg / Havelberg und Lebus nebst vielen fecularisirten klöstern abgefordert. ^edeiinoch aber bemüheteersich/ seinen schwager/ König Gustav Adolph von Schweden/ den er übrigens schon an. 1624 zu bereden gesucht / sich der Teutschen unruhe mit ernst anzunehmen/ von lernen, zug in Pommern abzuhalten/ damit nicht das ohnedem von den Kayserlichen verwüstekeland noch mehr verderbet würde/ war.auch willens ferner neuci-ai zubleiben/ da an. i6zo der König wurcklich in Pommern angelanget war. Dieser kunte auch durch seine Abgeordnete auf dem Leipziger Conventan- i6;i es bey Brandenburg eben so wenig/ alsden andern Protestanten dahinbringen/ daß man sich öffentlich vor seine parthey erklärte/ sondern man begnugte fich/ wenn man unter Lv-ur der Schwedischen waffen steh in gute ?c>Lur wider den Kayser setzen könte / daß man allenfalls auswärtiger hulffe nicht nöthig hätte. Unterdessen machte der Konig in Pommern kurtze arbeit/ und nachdem er selbiges land fast gantz von den Kayserlichen gesäubert/ gieng er auch in die Marck / und jagte dieselben aus Löckenitz/ Prentzlöw/ Neu- Drandenburg/ Clempenau/ Treptou und Loitz. Lilly wolle der stadtDemmln zu hulffe kommen/ kam aber zu spät / und richtete wider den Konig weiter nichts aus / als daß er die besatzung in Neu-Brandenburg guten theils nieder hieb. Nachdem sich dieser zurück und nach Magdeburg gewendet/ gieng der König herunter/ nahm Iranckfurt an der Oder mit stürm / und Landsderg an der Warte mit accord ein; und damit er hinter dem rücken sicher wäre/ ruckte er mit der armee nicht weit von Berlin/ und brachte den Churfürsten dahin/daß er Schwedische besatzung in Spandau einnahm/ die doch wieder abgeführt werden solle / wenn der König das von Lilly belagerte Magdeburg entsetzt haben würde. Als darauf diese stadt noch vor ankunfft Schwedischer hülffe mit stürm Übergängen war / gab der Köniq zwar feinem versprechen gemäß/ Spandau dem Churfürsten wieder/ rückte aber augenblicks vor Berlin / und erpreßte durch harte bedrohungen einen vertrag/ daß der Churfürst aufs neue Schwedische besatzung in Spandau einnahm/ welche jedoch auch ihm dem Churfürsten/ gleichwie hingegen die Churfürst!, zu Cüstrin dem Könige / schwören muste. Der Churfürst entschuldigte sich dieser wegen durch briefe bey dem Kayser/ welcher nichts destoweniger glaubte/ es hätte sich derselbe gerne zwingen lassen. Die Schweden postieren sich darauf längst der Havel/ und legten / wo diese in die Elbe fällt/ die Werber- schantze an/ welche in den nächsten 10 jähren bald in Schwedischen bald Sächsischen Händen gewesen / biß sie Churfürst Fride- rich Wilhelm an. 1641 rasiren lassen. Weil nun Lilly mitgantzer macht aufden König loß gieng/ und ihn entweder zur schlackst nöthigen/ oder über die Elbe zurück treiben wolle / muste die alte Marck viel dabey ausstehen/ biß Lilly nach vergeblicher bemü- hung/ nachdem er noch dazu bey Wolmerstätt ; regimenter zu pferd durch eine unvermmhete üderfallnng verlohren / aus Mangel des Proviants sich nach dem Magdeburgischen zurück zog/ und der Marck in etwas lufft machte; aber durch hinwegnehmung Leipzig den Churfürsten zu Sachsen Nöthigte die Schwedische E. snce zu suchen. In diese begab sich auch unser Churfürst/ wohnte dem kriegs-rath zu Düben persönlich bey / und ließ nach dem glücklichen außganq der Leipziger schlackst/ wobey er sich wegen wichtiger ursach nicht mit befunden / seine trouppen unter com- Mando des Sächsischen Generals Arnhcim wider den Kayser in Böhmen und Schlesien agiren / wo aber nicht gar viel ausgerichtet wurde/ welches des von Arnheim heimlichem Verständniß mit den Kayserlichen/ und Widerwillen gegenKünig Gustav Adolphen zugeschrieben wurde. Unterdessen wurden auch allerhand wactake mit diesem Könige gepflogen / den man zu dem -lke^oria über alle Protestanten verhelften wolle / und dagegen eine Vermählung zwi- Mm der Königlichen Printzeßin Christina und dem Chur- Printz Friderich Wilhelm zu stifften suchte. Allein der an. 16; r in der Macht bey Lützen erfolgte tod des Königs / dessen leiche der Churfürst biß nach Wolgast begleitete / verrückte solche anschlägt/ wie- wol auch nach diesem fall/aber vergebcns/daran gearbeitet wurde. An. 16,zünd Z4 brachten zwar die Schweden und Hessen einen guten theil der Wcstphälischen landein ihre gemalt/ doch mit schlechtem Vortheil des Churfürsten/ zumal sie bald wieder von den Kayserlichen ausgejagt wurden/ und nur Livpstadl biß zum ftiedens-schluß beständig behielten. In diesem jähr 16;; nahmen die Kayserlichen Franckfurt und Landsberg wieder ein/ so ihnen un folgenden jähre wieder entrissen worden / in welchem jähr auch - ver Churfürst Spandau wieder emdekam/ weil die Schweden 47; """»-r'nviunil Mlinve,allen aufziehen müssen. Auch niVna unv '"den pamcularffrieden / den Chur-SachZ den Mlt dem Kayser geschloffen/ damit die Schweb wieder Mit guter mamer aus Pommern geschafft werden/ untz §rn kön eii 7 ^m selbigem Hertzogthum nicht hin- , ""Een/ wozu ihnen der von Komg Gustav Adolphen an. ^ ^ /o )UN. mit Hertzog Vogtskiro aem(lchLeverclletck nelts genhett geben kome/ und auch wurcklich nachgehends gegeben/ in welchem der König sich ausgcdungen/ daß^ sterben solle / ehe Chur-Brandenburg diese »uisi-ce rsrikciret/ oder bas femlge/ Pommern von der Kayserlichen macht zu befrenen? beygetragen / oder so diesem Hause ein anderer wegen der succeßion erregte/ der Komg und dieervn Schweden das recht haben solle / das Hertzogthum so lange m Verwahrung zu behalten / bis der streu ausgemacht/ und dre Unkosten des krieges ohne bcschwärde von Pommern wieder erstattet worden.Dicses bewog/wie gedacht? den Churfürsten/ daß er den abzug der Schweden aus Pommern st,eher,e lieber gesehen hatte. Doch gedachte er anfangs keine fund» selrakett wtder dieselben auszuüben/ sondern bemühete sich vielmehr zwischen ,hm und dem Kayser friede zu stifften. Wie denn auch der in diesem jähre zu end Muffende stillstand zwischen Schweden und Polen / sonderlich durch seine Vermittlung auf 2s jähre verlängert worden/ in welchem die Polen/ alles was die Schweden m Preussen besessen und der Churfürst bißher in Verwahrung gehabt/ dieser hingegen auch sein Memel und Pillau wieder be- kam.Er hatte wegen diesen landen an. i6;r seincGesandten auf den wahl-tag zu Warschau gesendet / welchen aber der verlangte sitz und stimme von den Polen nicht zugestanden ward; doch wohnten selbige an. 16;; der cronungdes Königs Uladislai bey/ und mengen m der ssrocelllon Mit dem ältesten Königlichen Printzen. Nachdem also Prllau und Memel wieder in des Churfürsten Händen/ rontmulrte er die von Schweden daselbst angelegte zölle/ die er doch die ersten 2 jähre den Polen gantz überlassen / nachgehends aber jährlich i00000 gülden davon abgebe» müssen. An. i M und in den folgenden jähren sahe es abermal sehr elend in der Marck aus/ rndem die Schweden und Sachsen einander darinnen herum ragten. Die letzter» nahmen Havelberg/ die Wcrber-schantze/ Ra- tenau und Brandenburg ein/ wurden aber an. is;6 bey Witstock von den Schweden geschlagen / welche hreraufihnen alles eroberte wieder entrissen / und noch dazu mit gewalt die winter- quartiere tu dem verwüsteten lande nahmen. AIs auch an. 16,7 der letzte Hertzog in Pommern Dogislaus XIV ohne erben adgjeng/ wurde der Churfürst von Schweden unter oben angeführten Ursachen an ergreiffung der poKM-on dieses seines erbthcils gehindert/ weswegen er an statt der bisherigen Neutralität die waffen wider sie ergriff / jedoch mit seinem schlechten Vortheil: indemdie Marck darüber vollends in den gründ verderbet worden / daß an etlichen orten auf viel Meilen Weges kein Mensch anzutreffen gewesen. Wie- wvl auch die bauren hin und wieder/ sonderlich in dem so genannten Lremmelinq den Schweden grossen abbruch gethan; wie sie denn auch in diesem jähre alle orte an der Havel wieder verlohren? und biß in Pommern zurück getrieben worden. An-16; 8 aber haben sie sich wieder erhöhtet und die Kayserlichen aus der Marck? und bey Werben über die Elbe sich zu --«ir-ren gezwungen. An-16 z - eroberten die Schweden Gardeleben / Driesen / Landsberg und Franckfurt / der Churfürst aber ließ die verfallene Oderburg wieder r^riM; reisele darauf in Preussen / und ließ daraus einige völcker über die Düna in Liefiand einfallen / welche biß unter Riga streifften/ aber mehr schrecken als schaden verursachten. Der Churfürst starb unter dieser unruhe zu Königsberg an. 164s den 21 nov. eüzleicunA kiiior. von 6ckvve6en. c!e rsdus Aeüis kricl. Wilkelrrü LleÄ. KrLnäend. inincr. Georgius/ Marggrafzu Brandenburg, sonst der fromme zugenanm. Er war MarggrafFriderichs, des stamm-vaters der Fränckifchen link, anderer söhn, gebohren zu Onoltzbach den 4 martii an. 1484, und von der mutier bruder, Ladislao, Komge in Ungarn und Böhmen, erzogen. Bey selbigem hatte er sich in solche gnade gesetzt, daß er ihm erstlich Warasdm und etliche verpfändete Herrschafften einzulösen erlaubte, nachmals aber das Hertzogthum Iägerndorff verehrte,und feinen noch minderjährigen lohn Ludo- vicnm nach seinem tobe zu erziehen anvertraute. An. 15 - § trat er in gemeinschafft mit seinem alteren bruder, MarggrafCasinuro, noch bey ledzeiten seines Vaters die regkrung an, reffte an. 152, nach Wittenberg,um Lutheri rath wegen der reformation mizuneh- men, und betaute sich hierauf öffentlich zu bcss/n sthre, suchte auch, seinen vater darinnen zu unterrichten, und stmen bruder Maragraf Casimirndarzu zubringen. An. 1524 erhielt er dem Kömge Ludwia in Ungarn die conllrmanon eines mit den Hertzogen Hans zu Oppeln, und Valentin zu Ratibor aufgerichteten erb-vertrags, daß im fall beyde ohne erben abgehen wurden / bisse sturstenthumer MarggrafGeorgen, und dessen bruder Casinnr zufallen sotten» Es hat aber der König Ferdinandus mit unserem M,rggraftnan. I;; l einen vergleich getroffen, daß er /wenn diese Hertzogthumee an ikn fallen wurden .dieselbe ihm dem Kömg, oder stmen erbengc- L? Lr sche gold-gülden mit vorbehaltung der rechten auf Beuthen und Oderderg abtretten solle. Bey der bauren-un- Metteß erst viel gelindigkeit, als sein bruder ernst sehen, indem er die aefangenen mit ihm theilte, und den stmigen allen das lebett stbenckte. An i z 26 zog er mit den Böhmen und Mahren wider die Lürcken in Ungarn, gieng aber nach der unglücklichen schlackst bey Mobatz , so schon vor seiner ankunfft sich, zugetragen, wider zurück. Nach seines bruders tödtlichem lstutritübernahm er dze Vormund- scbastt des hinterlassenen Printzen Albrechts, und besaß nntihmdst lande unzertheilt, bis durch einm zu Regenspurg an. i ;4i aufge- 476 geo richteten tractat Marggraf Georgen die Onoltzbachischen lande zugetheilt worden. An. 1528 wurde die Lutherische religion völlig eingeführet / und hielt er hierauf/ mit beytritt der stadt Nürnberg, einen convem zu Schwabach in selbigem jähre, aufwelchem er 17 articuls entwerffcn ließ/wornach man sich m der lehre künfftighin zu richten hätte, die er auch an Chur-Sachsen und Hessen gesendet, welche hernach der Augspurgischen coi>K-n,onzum fundamentge- dienet. Ais er auf dem Reichs-tage zu Augspurg vor dem Kayser Carola V bezeugte / daß, ehe er wolle Gott und sein evangelium verleugnen, er lieber seinen kopff sich abhauen lassen würde, antwortete ihm der Kaufen Nicht kopffab/ nicht kopffab. Er starb endlich den 27dec.an- 154; zu Onoltzbach, und ward zu Heilbrnnn begraben. Nrsnclei-burgici. 1/0» l» einer befonciern orminn. Georgius Fridericus / Marggraf zu Brandenburgs Geor- gii des frommen zu Anfpach und Aemyliä Hertzogm zu Sachsen söhn, ward zu Anfpach an. den ; april gebohren / und nach bald erfolgtem tod feines vaters unter der muter und MarggrafAlbrecht des kriegers vormundfchafft erzogen.Welche vormundfchafft aber ihm sehr hoch zu stehen gekommen; indem nicht allein feine Francklsche länder sehr verwüstet, sondern auch die Schlesischen Hertzogthümer Jägerndorff, Oppcln und Ratibor von dem König Ferdinande eingezogen worden. Iägerndorff zwar wurde ihm an. 1558 wieder eingeräumet / und die wahrender Minderjährigkeit gehobenen renten aus dem Fürstenthum Sagan wieder zu empfangen/ angewiesen. Aber vor Ratibor und Oppeln wurde ihm erstlich gedachtes Fürstenthum Sagan sinnt den Herrschafftcn Sara / Tri- vel und Friedland verschrieben; bald aber / und noch an. -; z8 haben die Vasallen in diesen Hertzogthümcrn izoooo gülden zusammen gebracht / gegen welche summa Marggraf Gcorgius die beyden Hertzogthümer an den damaligen Römischen König Ferdiiianbum und dessen erben abzuwetten versprochen halte. Ov nun schon dieses geld dem hauß Brandenburg nicht/ sondern etlichen Herren und Edlen der Marggrafschafft Dnrgan zu Handen gekommen seyn soll / so ist doch das land unter gedachte Vasallen nach p>c>p<>riwn des gethanen znfchusscs vertheilet / und das Hans Brandenburg von fernerm beste gantzlich ausgeschlossen worden. Mit der Frän- ckischen crbschafft gieng es unserm Marggrafen desto glücklicher / indem ihm nicht allein seines vaters / und Vetters Alberti lande gäntzlich eingeräumet / sondern auch den Nürnbcrgern und ihren AUiirten 17^000 gülden zu wiedererbauung der festung Plasscnburg an ihne zu bezahlen / von dem Regenfpurgifchen Reichs-c.o, auferlegt worden. Nachdem er also zum besitz aller dem hauß Brandenburg in Franckcn zustehenden länder gelanget/hat er nicht allein die kirchcn-und schulen-verfassnng in demselben aus den jetzigen fuß gesetzct / indem er die so genannten v-cz-E oder 8upcn5,rcnät.-,-!u- ren und jährliche zusammenkünffte zu den so genannten Capitnln auch 2 conkubcrnia pLupe-um zu Anfpach und Barcut jedes von 24 schillern /. nebst 40 c-ivi-l ckipcnll-ir von 1; biß 20 gülden angeordnet / nicht weniger an. cz82 das gymusiium zu Heilsbronn,wo 100 schülcr mit speiß und tranck / büchern und klcidcrn versorget werden / und endlich 60 llipcnciiL zc^ct-niic-r von 40 biß üo gillven ge- stifftet; sondern auch die restdentz-schlösser zu Anfpach lind Barcut/ ingleichem die festung Wiltzburg bauen lassen. Auch bat er au. i;8; zu Speycr eine favorable sentcntz wider Nürnberg erhalten / die an. >-;87 confirmirt worden / von welcher zeit die Marggrafen in xosseNorio der streitigen gerechtsame sind. Dergleichen aufnehmen hat ihm auch Preussen zu danekcn; denn nachdem ihm wegen anhaltender Haupt-blödigkeit seines vettern Hcrtzog Albrecht Fridrichs an. 1 >,'77 durch Polnische Gesandte die dieses landes aufgetragen / er auch an. 1578 / den 27 sehr. zu Warschau damit belehnet worden / und noch selbigen jabrs die Huldigung eingenommen / ließ er nach einigen wichtigen reisen nach Dänemarck und Stulgard an. 1581 den Prcgcl-siüß an der ost-see verstranden; zur beauenilichkcit der reisenden / von einer meile wcgcs zu der andern gasthösc anrichten / und die nioräste sonderlich um Marienwcrder auströckncn, wozu er sonderlich lenke aus Holland und Seeland durch grosse privil-gien eingeladen. Als an. i z8; der Naht zu Königsberg sich ihm widersetzte / muste er 20000 Ungarische gold-gul- den erlegen / und wurde nachgehends aller seiner güter beraubt. Das folgende jähr ließ er den ansang zu crbaunng des schlosses zu Königsberg machen / welches in 10 jähren zur Vollkommenheit gebracht worden. An. 1588 ließ der Marggraf/ ob er schon in Frauchen abwesend war / in Preussen z schulen aufrichten / eine zu Sal- feld vor die Teutschen, die andere zu Lück vor die Pollen und Ma- furcn / die dritte z» Tilsen vor die Lilthauer / denen er samt der Universität zu Königsberg einen guten theil der Bißthümer Samland und Poinesanieii ziuvendete. Als fei» netter/ Musggraf Johann Georg / nicht znm ruhigen besitz ftines Bißthums Straßburg gelangen tonte/ schickte eribm an. 1592 zoo soldatcn zu hnlffe/ und an. 1598 belehnte er die Grafen zu Castel und Schwartzenbcrg. Sonsten bezeugen ftine viele reisen / und die an ihn geschickte Ge- sandtstchastten, daß er in und ausserhalb des Reichs in gutem (Mieden gestanden, wie er denu a». 1598 eine» besorglichen krieg zwischen Dänemarck und Polen durch seine ,ncM.ic,on abgewendet, auch an. 1^99 Hernog Heinrich Iulium zu Drannschweig und Landgraf Moritzen von Hessen verglichen. Er pflegte zu sagen / er hätte seine amtcr mit Fürsten / Grafen/ Herren und Edlen bestellet/ (dann Pfaltzgraf Carl war fein Cammcr-Präsidcnt; 2 Hcrtzoge von Braunschweig und ein LaudgrasvouLeuchtenburg hielten sich auch lange zeit an siinem Hof auf) er hätte aber auch befunden / daß die schreiber,(so nennte er dieGclchrten,) die nützlichsten dünste thäten/ und die geringste besoldunq nehme». Endlich ist er an. 160; den 22 april gestorben / nachdem unterschiedene Vorbedeutungen seines to« geo des vorhergegangen, unter welchen M merckwürdia. daS ik«, wenige tage vorher gelraumel, es wäre ein Engels-büd mss L monumenr, so er sich ,m klvster Heilsbronn fetzen lassen , umH? len/welchcs auch folgenden tages also befunden worden Er da' m ? seinen 2 gemahliiinen Elisabeth, Marggraf Iohannis ru biÄ und Sophia/Hertzog Wi-helmsW LHebÄtLer^^L^^^^^^^ gezeuget / daß er al 0 die alte Franck„che linie beschlossen, und § blge «ander an das Chur-hauß zurücke gefallen. ^ Georgius Fridericus / Marggraf zu Brandenburg - An- spach / war ein söhn Marggraf Iohanms Fridmci/ von Elisabetha, Marggräfin zu Baden und Hochberg 7 ,, 2; april gebohren. An. 1690 den 2jun. nahm er mir vn» w»» bruder, Printz Christian Albrechten / eine reise nach Holland, Ew gelland und den Spanischen Niederlanden vor, allwodamÄe Allurten armeen unter dem König Wilhelm zu felde laaen dar reißten sie nach Eleve zu dem Churfürsten von Brandend!? und an. 1692 wenig tage nach des älteren bruders tvde, lan-ne Marggraf Georg Friedrich wiedrum zu Anfpach an, woranf ibm vcms/-^ertheilet, und die regrerung übergeben wurde. An w»- trat er die am ober-Rheinstrom an, wiewol als ein block ser VolonrMrc. nahm auch zu ende dieses jahrs eine reise nach Na- lien vor. In dem may des folgenden jahres gieng er abermals an den ober-Rhem, und daraus nach Berlin. An. 1697 besuchte er aufs neue die und trat nach geschlossenem frieden mit Marggraf Wilhelm Fridrichen, eine reife nach Paris an. Von dar kam er zwar an. 1699 zurück in seinen landen an, verließ aber selbige bald wieder, und gieng nach Venedig. Als der Spanisches--. cett,o..s-krieg entstanden, entschloß er sich, bey der Kayserlichen armee in Italien zu dienen, erhielt auch so fort den als Kay,etlicher Gcneral-Feldmarschall-Lieutenant, und kam den 18 sept. an. 1 7 °i "> dem Kayserlichen lager an, so zwischen Pomoglio und Ehlar, stund/woraufer den 4 jan. des folgenden jahrs Berftils dercnntc, und solches mit accord einnahm, auch unter dem vvrhcr- gedachten ctzrrsLter das commsnll» bey der belagerung vandail führte. An. 170; wurde er zu der expc-i cion wider Chur-Bayem ernennet, und verfügte sich zu dem Fränckischen c»w°, von dem er den lincken flngel commandirte, worauf man ihm das Reichs-ge- neralac über die Reichs-arinee auftrug. Eben darüber wurde er mit einem Reichs-cicc-c- versichert, gleich an dem tage, da er vog dem Grasen von Styrum das com>--z,>ci» bekommen, mit 8oc> man zu Pferde gegen die bey Schmidmühl gestandene Chur-Bancrifche volcker einen paß über die Vilß zu behaupten, welchen er auch im angesicht von 11 Chur-Bayerischen ---tmn- glücklich ewp-miret. Er ließ hierauf die abgeworffene brücke -e^riren, um den feind an- zugreiffen, welches aber durch anderes comma«cio nachblieb, da sich denn der feind verstärckte und der brücke näherte. Der Marg- graf halss in eigener pcrfo» dieselbe abwcrffen, und nachdem Las fug-volck eine halbe stunde im feuer gestanden, suchte er die ;u nehmen, indem er aber zu pferde stieg, wurde er mit einer inuf- quetcn-kugcl durch und durch geschossen. Daraufbrachte mau ihn nach Kuttensee, einem kleinen in das Bißthum Regenspurg gehörigen dorffe, allwo er sich zu einem seligen ende mit grosser gelassenheit bereitet. Wie er dann endlich den 29 mertz früh nach 8 uhr smileben , so er auf24 jähr, n monat und 7 tage gebracht, geendigct. Nebst vielen andern lugenden hatte er diese vor vielen Teutschen Fürsten besonders, daß er sich stäts der Mäßigkeit beflissen. 6-^-'-« in cpilkoi. MVNL-I. unrerrccl. zg LI-. Ic>9> L»^z>.ssu-<- psrw,--m-8, wie auch ober-und nicder-gerichtcn samt allen dazu gehörigen dorff- schaffrcn an. 1700 käuflich a» sich brachte. An. 1699 den 27 april vermählte er sich mit des Fürstlichen Brandcnburgischen Raths und Amtmanns Johann Peter Lutzens, ältesten tochter Regina Magdalena, und ließ sich dieselbe zu Künspcrg ohnweitEgervon Johann Löbersso-. collegü R.cLt»r-,zur rechten Hand antrauen, nachdem er bereits an. 1696 bey dem Churfürsten und bey den regierenden Marggrafen zu Brandenburg um die cinwilligung hierzu geziemend ansuchung gcthan.Vcrmöge der chepacten,welche von dem Bayreuthischcn geheimden Rath und Cantzlar von Rechenbuch concertirt, von beyden vermählten an. 1700 den mHn. unterzeichnet , und von dem regierenden Marggrafen Christian Ernsten confirmirt worden , solte die Marggräfliche ehe-conlom» ^ hns Mellthe NQMeN führen; und so wohl sie als ihre zu erwartende kinder von dem na- men und waapen des Chur-und Fürstlichen Hauses Brandenburg, ingleichem von allem anspruch und succesfion auf solche lande, wie auch »ach absterben ihres gcmahls von dessen Lpan-ß-nun nno zu ewigen Zeiten -Kittst-iren; dahingegen sie den namen des ^'gegangenen Adclichen geschlechts derer von Kotzau und folgcndes waa- pen sühren: nemlich, einen quadirtcn schild in dem rechten o- rrn und lincken untern selb, einen halben in die quer getheilten weiM adler im blauen selb, unter sich einen stern; in dem lincken ooe» geo und rechten untern seid einen rückwärts sehenden Widder im rothen seid; aufdem schild zwey Helmen, aufdem rechten den halben weif- sen adler,mit roth nnd blauen Heim-decken,auf dem lincken aber den zurück sehenden widder mit roth und weiffen Helm-decken. Gcor- gius Albertus starb den i4jan. an. 170;, nachdem erz söhne erzeuget 1) Friedrich Christian Wilhelm von Kotzau, gebohren den ; dec. an. 170°. 2) Friedrich Carln von Kotzau , gebohren den 9 M-an. 1702, und verstorben den z febr. 170;. z) Friedrich Anglisten von Kotzau, so den r6mertz an. 170;, und also 2 monate nach seines vaters tode gebohren worden. Hertzog in Bayern: Georgius / der reiche / Hertzog in Bayern, war Ludovici des reichen söhn, Landsbutischer linie. Er folgte an. 1479 seinem Vater in der regierung,nachdem er ihm schon im 1; jähre seines alters huldigen lasten, und hernach die regierung übergeben hatte. Nach seines vaters tode lösete er die Marggrafschafft Burgau von dem Stiffte Augspurg an sich, welchem sie von dem Ertz-HertzogeSi- gislmmdo war versetzet worden. Weil aber solche einlösung ohne vermissen des Kaysers geschehen war,so muste sie der Hertzog nachmahls gegen empfang des pfandschillings an das hauß Oesterreich abwetten. Er regierte gar löblich , und legte an. 1471 den gründ zu der academie Jngolstadt. Es legte selbiger vor seinem tode noch den gründ zu einem blutigen kriege zwischen den beyden Häusern Bayern und Pfaltz; Denn er war ohne männliche erben, und hatte mit seinem vetter Alberto IV zu München die abrede genommen, daß einer dem andern snccediren solte, damit das Bayerland wiederum möchte vereiniget werden. Allein er suchte nachmals die lande auf seinen eybam, Pfaltzgraf Rupertum, zu bringen , welcher mit seiner tochter Elisabeth vermählet war, und setzte daher selbigen im testament zum erben ein. Er ließ auch auf einmal z zoo briefe verfertigen, die man im gantzen lande herum schicken solle,damit jederman wissen möchte, daß er Rupertum zum erbe» eingesetzet. Jedoch machte Wilhelm von Rohrbach dem sterbenden Hertzoge weiß, es müsse der brief anders eingerichtet werden,und damit vergieng so viel zeit,bis er darüber starb. Er hinterließ einen grossen schätz von silber und gold zu Burghausen, welchen sein eybam Rupertus stich zueignete. inconlln. ckronici Oucib. L^var. Liinal. Lojor. elire lles iiLuicz Osüsrreicb I. 6. c. 6. Isbvrincb, p. »67. Hertzog zu Sachsen : Georgius/ der bärtige/ oder der reiche/ genannt,war Hertzog Albrechts des beheryten dritter söhn, welchen er mit seiner gemahlin Zedena,Königs m Böhmen tochter,den 27 aug. «».1471 gezeuget. Man schickte ihn bald anfangs auf die academie Leipzig, und wurde er so ein gelehrter Herr, daß er seines vaters thaten in Lateinischer spräche beschrieb,dessen sich Fabricius in seinen schafften fleiffg bediente. Er hatte eine heroische ftatur, und trug einen langen zipffeligten bart, daher er den namen des bärtigen erhalten. An. 1491 führte ihn sein vater mit sich auf den Reichs-tag zu Nürnberg,da er sich bey Kayser Friedrichen in sonderbare gnade setzte. Kayser Carl V zog ihn zu den wichtigsten Reichs-geschäff- ten, und gab ihm eine Raths-steüe, in dem damaligen regiments- Rathe des Römischen Reichs. Er nahm anfänglich den geistlichen stand an,und wurde Dom-Herr zu Mayntz, verließ aber nachmals denselbigen, und weil seine ältern brüder annoch bey des vaters lebzeiten verstorben , führte er schon in dessen abwesenheit die regierung. An. 1496 vermählte er steh mit des Königs Casimiri von Pohlen tochter Barbara. Nach des vaters tode theilte er sich mit seinem jüngern brnder Hertzog Heinrichen ab. Ob nun wohl dem letztem durch die väterliche drsposition die sämtliche Frießlan- de zugetheilet worden, so grauete dennoch demselben dafür, indem die Frießländer ihn eine zeitlang an einer ketten geschlossen hatten, auch stäts rebellirten, und also bekam Hertzog George nebst Frieß- land alle andere von ihrem vater hinterlassene erb-lande, hingegen Hertzog Heinrich erhielt mehr nicht,als die beyden amter Freybcrg und Wolckenstein. Hierauf wandte er zwar grosse kosten an,Frwß- land völlig unter das stch zu bringen, zog auch an. 1506 mit einer schönen armee dahin, und nahm Groningen ein; als er aber sahe, daß selbiges land zu erhalten mehr Unkosten erfordertes es nutzen brachte, trat er solches an. iz 15 dem Hause Oesterreich wiederum ab. Er war ein sonderbarer feind der Lutheraner, ließ auch durch seinen s-ci-eiLrium.Hieronymum Emscrn, wider Lntherum schreiben. An. 1 z 19 stellete er zu Leipzig das berühmte coNo^ium zwischen v. Ecken und O. Carlstadten an, wobey Lntherus auch Mit Angeflochten wurde. An. 1521 erhielt er nebst seinem brnder, Hertzog Heinrichen, von dem Kayser Carolo V die lehn zu Worms. An. i zrs that er eine reise nach Breßlan, und gratusirte dem Ertz- Hertzoge Ferdinands I zu der Ungarischen und Böhmischen crone. Bald darauf trat sein Vice-Cantzler, Otto Pack, aus seinen m Hessische dienste, nnd gab vor, daß verschiedene Cathoüsche pursten wider Churfürst Iohannem zu Sachsen und Landgraf Phl- lippum von Hessen einen band geschlossen hätten, darüber es bald zu einem krieg gekommen wäre , woferne nicht Packens betrug offenbar worden. An. 1^29 ließ Hertzog George verbieten, m Lepzig keine Lutherischen bücher feil zu haben,mit dem zufatze, diejenigen buchführer, welche hierüber betretteu wurden, in verhakst zu nehmen. An. izzo wohnte er dem Reichs-tage zu Ailgspurg bey. Das folgende jähr verglich er sich mit ChurfurstJohanne wegen einigen irrungen, welches man nachgehends den Grimmischen macht - spruch genennet. Weil sich aber auch darüber neue irrungen erregten, sind selbige durch Landgraf Philipps von Hessen inrerxolmon an. i;;ä beygelegt worden. An» rzzr wurde AM beebret^m REKtage zu Regenspurg mit dem goldenen Vließ Mauelit bey stinem leben zu übergeben, wenn er von der Lutheri- abstehen wurde; alleln selbige wurden unverrichteter fachen abgewiesen. Hierauf machte er ein testament, darinnen war sein brudcr He-mcus zu seinem erben ernennet ward, jedoch billig, daß dw Catholische religion in unverändertem stände gelassen winde, widrigenfalls seine gantze crbscliafft an land uuf ^uwn dem Nomrschen Könige Ferdinando I verfallen seyn solte. Mein well dw Landstande solches testament nicht eher unterschreiben wölken, als bis sie erst Hertzog Heinrichs meynuna darüber vernommen, schickten sie alsobald eine Gesandschafft an ihn nach Freyberg, welche aber selbigen nicht bewegen konten , die Lächerliche religwn fahren zu lassen. Ehe sie nun wieder bericht erstatteten, starb er den 17 apr. an. i z; 9 an der darmsucht, oder vielmehr vor betrubmy, weil erden tod seiner gemahlin und kinder erleben muhen, ist alick) nachgehends, auf seiner Räthe anordnung, zu Melssen rn dem Dom in einer von ihin neu-erbauten capelle beerdiget worden. Als er m den letzten zügen lag, wolle ihn der 1-2. Eisenberg aufsein eigen verdienst und die Heiligen weisen, wurde aber durch die Cammer-junckern aus dem gemache gewiesen, und hingegen sagte der Leib-v. Rothe, zu demkrancken Fürsten: Gnädiger Herr / sie pflegten sonst offt zu satten: geradezu/ gibt die besten renner/ diefes thun sie 7etzo auch/ und gehen gerade zu Christo / welcher für unsere fünde gestorben/ und unser einige feligmacher und vor- bttter ift / und lassen die verstorbenen Heiligen fahren» Worauf der sterbende Hertzog gesagt: Ey so hilffmir du treuer HeylandIEsu Christe! erbarme dich über mich / und mache mich selig durch dein bitteres leiden und sterben! Hicraufentschlicff er. Er hatte 10 kinder: Christoph I, gebohren den 8 sept. starb den 5 dec. an. 1497; Johannes, gebohren den 24 aug. an. 1498, vermahlte sich den 7 jun. an. r; 19 mit Elisabetha, Landgräfin zu Hessen, und starb den 11 jan. an. c;; 7; Wolsgang starb jung; Anna, gebohrenden 21 jan. an. i;oo, starb den dritten tag hernach; Agnes, gebohren den 7 jan. an. i^sz, starb wieder am Ostcr-tage; Friedrich, gebohren den 15 mertz an. 1504, starb plötzlich den 26 febr. an. 1^9 ; Christina, gebohren den 2; dec.an. wurde den n dec.an. 152z mitLandgrafPhilippe» zu Hessen vermählet,und starb den 15 aprll an. 1549; Magdalena, gebohren den 7 mertz an. 1^07, wurde mit Churfürst Joachim II zu Brandenburg den 6 nov. an. 1524 vermählet, und starb den 28 dec. an. 1^4; endlich Margaretha,gebohren den 9 sept. an. iz--8, starb im dritten jähre ihres alters. or-Z. s-xon. >,0.7. E/. /e» LNII. ckronic von Dresllen. lcli2u^>Isrs ller xeit p. 419. lrELe/, 82x0013 »umi!m2rica lrn. /clderc. ^>. 17. Hertzoge zu Braunsihweig und Lüneburg: Georgius / Hertzog zu Braunschweig und Lüneburg, war den 17 febr. an. i? 82 gebohren. Seine eiteren waren Hertzog Wilhelm zu Zelle, und Dorothea, Königs Christiani III zu Dänemarck tochter. ,An.icsi wurde er aufdie Universität Jena geschickt, und besähe hierauf verschiedene Höfe in Teutfchland. An. 1604 kam er in die vereinigten Niederlande, und von dar in dw Spanischen, wohnte der belagernnq Rheinbergen bey, begab sich hierauf zu dem Hertzog Albert nach Brüssel, welcher ihm an. 1607 ein regiment zu fuß antrug. An. 1608 begab er sich in Engelland lind Franck- reich, und von dar in Sicilien und die insul Malta. Nach vollbrachter reise gieng er in des Königs Christiani I V dienste, wurde an. 1611 Oberster zu fuß, auch hierauf General-Wachtmeister, und hielt sich sonderlich vor Calmar wohl, da er zweymal verwundet wurde. An. 1612 wurde er seiner ctisrZs erlassen, kam wieder in Deutschland, zog an. 1616 zu dem Kayser Matthla nach Prag, und brachte es dahin, daß die Grubenhagischen lande ihm und keinem bruder von der Wolffenbüttelischen linie musten abgetretten werden. An. 1619 wurde er auf dem creyß - tag zu Braunschwelg zum creyß-Obersten des Nieder-Sächsischen crey,es bestellet, re- signirte aber an. 1624, nnd sifeng mi. 162; unter dem General Wallenstein in Kayserliche dienste. Weil er aber auch daselbst ll-s- goukirt wurde, resignirte er an. 1628, trat an. 16z i n den Leipziger bund, und siel hernach dem König Gustapho Adolpho von Schweden bey, von welchem er das generLlLt lm Nleder-Sachil- icben creyß erhielte. Weil er sich mit dem Schwedisthen General Ake Tott nicht allerdings vertragen konte, forderte der Komg stieben ab und ließ den General Baudis bey ihm. Er nahm hierauf Meine und SMnbrückm ein, belagerte Kahlenberg, muste aber aufanmarsch des Kayserlichen General Pappenheims festigen ort Ättsten Er ruckte hierauf ins Eichsfeld, eroberte Duderstad, und belagerte Wolssenbüttel, aber vergebens; hierauf comun- "."0 veiagerw u Torgau, kurtz vor der schlackst L LÄ?,^ des Königs tod von dem Schwebt. -. V ^ wanbler Orenstirn das generaisr im Nieder-Sächsischen und Westphallschen creyß. Er schlug hierauf den Kayserli- cken Geneml Merode bey Oldendorff den 28 »in. an. 16;; , und AobeZe Lameln, Osnabrück nnd Petershagen. An. i6;4 wurde er aufs näw mm General des Nieder-Sächsischen creyfts ernennet und ihm der Schwedische General Banwr zum Feld-Mar- scha« zugeordnet. Er belagerte hierauf Hlldesheim, eomung.rte 478 gkö sich mit dem Hessischen General Melandev, nahm verschiedene orter in Westphalcn ein, schlug die Kayferlichen bey Höxter, eroberte an. 16)4 und 16;; Bückeburg und Neustadt, auch durch seinen General - Lieutenant Usler Hildesheim. An. 16,5 halff er die nach Hertzog Friedrich Ulrichs zu Braunschweig tod vorgekommene üicccliinnz- tractaten zur richtigkeit bringen, und bekam zu seinem antheil das Fürstenthum Hannover. In demstlbigen ,ahr nahm er den Pragischen friedens - schluß an, und überließ Churfürst Johann Georgen zu Sachsen einige regimenter wider die Schweden. An. 16; 4 trat er die regierung an, und brachte den 17 ftpt. an. >6,7 die stadt Lüneburg nebst dem Kalckberge, so der Schwedische Oberste Stammer aufgab, in seine gewalt. An.iszy nahm er die Neutralität mit den Schweden an; als ihm aber der Kayftr zumuthete, das Stifft Hildesheim, so der Hertzog oder seine familie von 100 jähren her innegehabt, wieder abzuwetten, stieß er wiederum zu den Schweden, und belagerte Wolffenbüttel, erkranckle aber hierüber, und starb den 2 apr. zu Hildesheim an. 1641. Seine gemahlin war Anna Eleonora, Landgraf Ludwigs zu Hessen - Darmstadt tochtcr, mit welcher er an. 16 >8 zeugte Magdaienen, so kurtz hierauf starb; Christian Ludwigen; Georg Wlbclmen; Joh. Friedrichen; Sophien Amalien, Königs Fride- rici lll in Dänemarck gemahlin; Ernst Augusten und Dorolhecn Magdaienen, Zwillinge. Er hatte vor,einem tod diese Verordnung gemacht, daß nach seinem Hintritt im Lüneburgischen 2 von seine» söhnen regieren sollen, nemlich der erst -gebohrne Christian Ludwig zu Zelle, und der andere Georg Wilhelm zu Calenberg, auch daß, wofern einer von den ältesten brüdern ohne erben verstürbe, alsdenn der dritte, und auf erfolgten fall auch der vierdte zu der regierung gelangen, und also jedesmal 2 regierungcn, eine zu Zelle und die andere zu Kahlenberg seyn, hierbcy aber der älteste allezeit die wähl haben solle. cMc»„. krunivic. ?. 2 p. q.ä,. null rcgcnccn trsum cier bjeriroge von Lrzunlctivv. commcni. lle rcv. 8uec. >1. Gcorgius Milhelmus / Hertzog zu Braunschweig und Lü- neburg, HertzogGeorgens, von dein der vorhergehende articul bandelt, und Anna Eleonora, Landgräfin von Hessen-Darmstadt söhn, war den >6 jan. an. 1624 gcbohren. Seine jugcnd brachte er mit studieren und auf der reife nach Italien und in andere län- der rühmlich zu.besvrach auch an.1660 den König i» Engelland zu Breda. Nach feines vaters und dessen brnders Hertzog Friedrichs tod bekam er das Fürstenthum Hannover oder Calenberg. Als aber an. i6üz auch fein älterer brudcr, Hertzog Christian Ludwig, crblos starb , ereignete sich wegen der 5uccclt>on vcrdrüßlichkert. Denn der dritte brudcr, Hertzog Johann Friedrich, der bey dein tod feines brnders gewesen war, führte sich als den einigen erben auf, und nahm derentwegen das schloß und die stadt Zelle sobald in psiichk, ließ auch unsers Hertzogs befehle, an der cantzlen, kirchen und rath - hauß abrcisscn, und zog die ämtcr, so unserm Hertzog schon gehuldigct hatten, gleichmäßig an sich. Wogegen sich der Hertzog auf das väterliche testamcnt von an. 1641 berief, nach welchem die beyden Fürstcnthümcr Zelle und Calenberg einander gleich gemacht worden, und zwar so, daß jedesmal bey ereigneten: erb - fall der älteste Hertzog in der ältesten linie freye wähl baden solte, eines von bcvdcn zu erwählen, oder mit dem, so er schon besitze, zu vertauschen; solch lestanient müste desto gültiger stvn, weil es durch den erb - vertrag der ältesten brüder und den cyd der jüngeren bestätliget worden. Der streit wurde nicht nur mit der feder geführt, sondern man fieng auch von beyden feiten an volck zu werben. Doch die benachbarten und unverwandten Fürsten, sonderlich der Churfürst z» Brandenburg, brachten durch ihre Vermittlung die jache an. >666 zu Hildesheim zu einem vergleich, Nach welchen: unser .hertzog Georg Wilhelm das Hcrtzogthnm Zelle nebst den Grafsclsafften Dievholt und Hova, Hertzog Johann Friedrich aber das Calenbergische und Grubenhagische mit gemisst» bcdingungen in besitz nahmen. In diesem jähr >66z schickte unser Hertzog,nebst seinem jünger» bruder Hertzog Ernst Augusten, den Holländern 12000 mann wider den unruhigen Bischofs zu Münster. An. >668 aber sendete derselbe den Ncnetianer» einige troupven in Candia wider die Türeken, und als an. 1672 der Reichs-krieq wider Franckreick angieng, zog er persönlich zu seid, schlug an. >67; die Frantzosen bey der Contzerwrückc, halffTricr erobern, und den Marschall cic Crcgun daselbst saugen. Als hierauf Schweden mit Franckreich in genaue alliantz trat, und eine 686 die Hcrtzoglichen trouppcn in derselben gebiet und die so genannten 4 lande einrückten. Die stadt muste um so viel nähern kauf geben, weil sich zu gleicher zeit die Dänische armee näherte; 1a es kam dahin, daß einige trouppcn des Hertzogs von der stadt gutwillig eingenommen wurden, wie er denn schon an. 167g wider Dänemarck, und fcrners hernach an. ,677 und 1698 wider die innerlichen uiirnbci: dieser stadt bey- gestandcn. In den: aufs neue angegangenen Frantzösischcn krieg haben unsers hertzogs völekcr, zu crobcrung Bonn und Mayntz, viel bcugetragen. ' Derselbe beförderte auch an. >688 die cietcc>cc des Königs Mlhelmi auf Emrclland, gleichwie er schon an. 1660 Carolo II bevgcstandcn hatte; und wurde an. 1691 von demselben mit den: Ritter-orden des blauen Hosen-bandes beehret, und an. >6y8 in stincr rcsidem; bestickt. Als an. >68y der letzte Hertzog von Sachscn-Laucnburg ohne männliche erben abgieng, war unser Hertzog unter den übrigen c»mpcrcnren der glücklichste, indem cr das land, so Chur-Eachscn schon in xollett>o» genommen hatte, mit, seiner, völckeren besetzt, und würcklich behauptet. Äu zerfiel er mit Danemarck wegen bevestigung der LauenburiÄ» stadt Ratzeburg ; doch als der König Christian V im begnffmr dieselbe zu bombardiren, kam es zu emem vergleich, nach die fort,Ncm,on damals geschleifft, nachgehends aber wiedtt em! r:rt worden. Auch hat sich der Hertzog an. 1677 mit Chu -Sach' sei, so verglichen, daß :hm gegen erlegung iioo°°oRbei:llL gülden d,e gantze erbschafft überlassen worden, doch so, daß M « nach abgang des gesamten Hauses Braunschweig-Lünebu:-g,mänu lichen stammes, wieder an Chur-Sachfen zurück fallen solle A -7oo,icßer einige volckcr zu den Schwedischen stoffen, und in das Holsteinische einrücken, wodurch der Travendalische friede bcför. dert wurde. Schon an. 1692 wurde unserm Hertzog von demKao- scrltchen Hof die neundte Cbur-wurde angetragen, welche er aber, weil er keine männliche erben hatte, seinem bruder Ernst Anau- stcn zu Hannover überließ. Er starb endlich den 28 aug. an. 172? Er war nicht nur von durchdringendem verstand, kluqheit und tapfferkeit, sondern auch in seinem hohen alter bey solchem vi. gucur des leibs, daß er sich noch wenige jähre vor seinem tod mit der pLr-Lrce-jagd zu divertiren pflegte. Seine gemablin war Eleonora, eine tochter Alcrandri -l'Esiuieres, Herrn zu Lolbroire und Olbreuse, aus einen: uralten Adelichcn gefchlecht in Poito», welche sich wegen der religion aus Franckreich nach Holland reti- rirt hatte, wo sie unser Hertzog zu sehen bekam, und sie erstlich xisll-ni-: tz Harbourg nennen, nachgehends aber von dem Kayser m den Teutschen Reichs - Fürsten - stand erheben ließ. Mit dersil. ben hat er eine eintzige Printzcßin Sophiam Dorothea»: erzeuget, die an. 1682 an den Churfürsten von Hannover vermählt worden. Nil,. Istzvi-i»!» n. 690 9. i;oy. rcmsrqucn 170; p. 27; 5c>. OcrmLnis Princip. 1.6 I p. ;4 5g. iSSz kam in 4-0 heraus: Bericht von dem Hertzog Georct Wilhelmen compcrWtMdeN jure nprioniz; krafft deMN Sk. D»rchl. des Herrn bruders Hertzog Christian Ludwigs Fürstenthnmcr, Graf- und Herrschanlen zu opuren berechtiget. Dieser bericht befindet sich auch in r.Zrunc! - velle LuropTis. kocenr. °c- rccbrl. 2 cllcil p. i;g lg. pph bey 7 mark. an. > 6 oz. Sein vatcr war Landgraf Ludwig V/ seine mutier Magdalcna / Churfürst Johann Gcor» gens zu Drandeuburg tochter. Erwürbe sehr wohlerzogen / und cmpsicng an. > 6 >; / als er nur 8 jähr alt war/ Marggraf Georg Fricderichzn Baden in Frantzösischer/ seine gemahlin aber in Teutscher spräche an den Hessischen gräntzen. Er lass die heil. schlifft in verschiedenen sprachen / war auch jnpoürici,, iMonc,?, °comc- rcicis. ßcc,g^pNlc, 8 , ingleichen in jurc civili lind andern Flirstliehen excrcikiis wohl unterwiesen. Er trat den r, junii an. > 6 ri cinerehe unter der aussicht Graf Johann Casimirs zu Erpach an / kam zn erst nach Drüssel/sahe sich in dcnNiederlandcn nm/qieiigvoudan- ncii in Franckreich/ endlich in Spanien / langte den >6 vct. an. 1621 zu Madridan/und gieng von dar nach Lissabon. Aleervon bannen aufdcmri'ickweqe begriffen war/ litte er auf der see stürm/ salvirtesich noch kümmerlich nach Marseille/ und gieng durch die Schwcitz wiederum zurücke/ erhielte aber zu Crailsheim die Nachricht/ daß sein vatcr von Graf Ernst von Mannsfcld zu Darin- stadt überfallen und gesanglich weggeführet worden / wamien- hcro cr nach Dressdcn gieng ) und ben dem Churfürsten von Sachsen desselben crlcdlgung »eZonwtc/ woselbst er auch bißan.lSr; verblieb. Jnselbigem jähre wohnte er dem co >^i»5taqc;u Regcn- spurg den/ besprach seinen vatcr wieder/ und gieng mit ibmabermals nach Dressdcn. An-1624 that er eine reise in Italien,/ kam nach Nom/besprach daselbst Urbanum V III/und im julio fand er sich wieder in Darmstadt ein. Er that hierauf nebst seinem vatcr an. 162z wiederum eine reise nach Drcssden/ und Verlobtem daselbst den 9 jan. mir der Chur- Sächsischen Printzcssin/ SoM, Eleonora; weil aber offtgedachtcr sein varer indessen den.r? an. >626 verstarb/ wurde das bcylager nicht eher/als nach seiner aiigctrettenen regierung den > april an. >627 zu Torgau vollzogen. In dcmsclbigcn jähre cclcbrirtc er das jutzNz-um der academie zu Marpurg/ richtete auch mit seinem vctter/ Landgraf Wilhelm v zu Casscl/ wegen den Marpurgischen landen einen vergleich aus/ und restituirte die in dem cammer-geeichte zu Speuer ihm znn'- kannte ämtcr in Nieder-Hessen / ausser Schmalkaldcu und der Nieder - Grasschafft Catzcnclenbogcn samt der stadt Marpurg/ !S er behielt. An. i6zo wohnte er dem coMssai. tage zu Rcqcnsomg bey/ auch an. isz i dem eonvent zu Leipzig. AIs nach der ven Leipzig an- >6z> erfolgten schlecht die schwedische armee sich h» neu landen näherte/ rcisste er in pcrson zu dem Kwmgc Gustave/ richtete den 19 nov. mit ihm einen gewissen vergleich auf/und im- langte die »-»r^iität / muste aber indessen in seine an dem BM- strome habende festung Nüssclshaim Schwedische bcsatzuna kimmz- mcn. Nach des Königs todc that er an. -6;2 eine reue »ach äM' den/ woselbst ihm von den Kayserlichen Gesandten vorliellmm- lhan wurde / um den Churfürsten zu bereden/ mtt dem KMM friede zu machen. An. 16,, schickte er seine Gesandten au den Schwedischen Reicks-Cantzler/ Graf Openstirn/ und ließ dein. selben einige vorschlage thun. An. >6,4 gieng er nach der Rmo » ger-schlacht abermals nach Dressdcn/ nmJenChursulsten zu-» frieden mit dem Kayser zu bewegen / so auch endlich am / r' Präge geschlossen wurde. Ihm wurden hierauf dmch Kam um bcgnadigung viel länder der Grafen / so ^Hwedljche parcheu » - ' ' die er aber bey dem Westphaltsche» len/ zugetheilet/ geo schllisserestituirenmuste/ jedoch behielt er den ütul eines Grafen von Ylenburg und Dudlirgen vor sich und sein hauß. Nach seines velters/ Landgraf Wilhelms zu Caffel/ an. iü;? erfolgten tödlichen himritt/ präkendirke er die vormundschafft dessen unmündu gcrsöhne/ wormneii ihm auch der Kayserlichchvfbeyfall gab/ des verstorbenen Landgrafen wlttwe aber/ Aemilja Elisabeth/ contcrvirte jich bey der rmei. An. 1645 geriet!) er mit selbiger in einen harken krieg / weil man auf Cayclischer feite den an. 1627 getroffenen vergleich vor erzwungen achten wolle / in welchem kriege auch Butzbach undMarpurg nebst andern örtern verjähren menge. Weil ihm aber dieKayscrliche armes zu hülffe kam / wurden selbige örker/ biß auf das schloß zu Marpurg / wovor der Kayserli- cheFeid-Marschaü/ GrafHoltzapffel/ abziehen mnstc/ und noch dazu/ tndeme ihn cm dalckcn/ welchen eine stnck-kugel aus dem schloß von seinem losament abgerissen hatte/ für den kopff schlug / gefährlich verwundet wurde/ wieder erobert. Indessen wurde das land / weil auch die Schwedische armee sich dahin zog / sehr mitgenommen. Nach ausdruch beyder armeen/ eroberte sein General- j-ieutenankEbcrstein/ Kirchhayn/ Rauschcnberg und Blanckcn- stein wieder/schlug auch dcuCasselischcnGencral-LicutenantGeysen beyZiegenhayn/der/als er sich mir demSchwed.Gencral-Major/ Graf Löwenhaupt / wieder couiunZu-et/ dieses Landgrafen voller devFranckenberg den 19 nov. erlegte. An. 1647 ward ihm Kirchhayn/ Kintzberg/ Blanckenstein/ Hohenstcin/ dieCatzund Rheinfelß wieder abgenommen. Dieser krieg daurete so lange/ biß sich endlich Hcrtzog Ernst zu Sachsen-Gotha ins Mittel schlug/ welcher an. 1648 beyde theile zu Caffcl mit einander verglich/ wobey er die Graffchafft Nieder- Catzenclnboqen / wie auch die stadl Marpurg vcrlohr/ welches nachmals indem Westphr-lischcn frie- dens-schlusse bcstattiget wurde. Er relNurivw hieraus den 5 may an. 165 0 unter gewöhnlichen solennitäken die von seinem vater fun- dirteund hernach auf einige jähre suspendiere Universität zu Gie- sen/ befand jich auch daffclbige jähr zu Cassel aus Churfürst Carl Ludwigs von Pfaltz dcnlagcr. An. i s;; wohnte er dem Reichstagen Regenspurg persönlich bey/ besuchte an. 1654 den Churfürsten zu Sachsen / ließ unterschiedene landcs-ordnungcn publicrrcn/ erhielt auch von dem Kayser das , daß unter der summa von 1000 gülden aus seinen landen keine spo-MLücm gültig seyn solte. An. i ü6c> verfertigte er sein testainent/ und nennte Churfürst Johann Georgen 11 / Hcrtzog Augustum zu Sachsen-Hast und MarggrafAIdrechten zu Brandenburg -Anspach zu dessen cxccu. wrcn, ward hierauf den n jan. an. iüüi früh morgens mit dem schlage betroffen / woran er auch 8 stunde darauf verstarb. Er hatz Priutzen und 12 Printzeßinnen gezcuget/ auch von solchen 24 kindcs-kinder erlebet. Ihm folgte in der regierung sein söhn Ludwig VII. clc red. 8ucc. !Ld)rintI>. Georttius/ Landgraf von Hessen / ein fohn Ludovici VI/ von Elisabeth Dorothea / Hcrtzog Ernstens von Sachsen - Gotha tochtcr/ den 25 apr. an-1669 gebühren- Als sein älterer bruder die regierung angetretten/ erwählte er den krieg / nahm die Ca- thvlische religion an/wurde hernach Kayseriichcr General-Wachtmeister/ und hielt sich in Irrland/ in den Spanischen Niederlanden / in Ungarn- und Piemont überall tapffer. Er meng hierauf in Spanien / und wurde Königlicher Ober- Stallmeister/ Cammcr-Herr/ umihag»- und Ritter des goldenen Vlieffcs / und zuletzt vice-ir,- von Cakalonien. An. 1097 erwarb er grosse rcpukation in tapsterer bcschützung der stadt Bar- cestona. Weil aber die Frantzoscn selbigem orte auf das äusserste zusetzten / und solcher von den Spätstem nicht entsetzt werden kome / mußte er endlich den lo.aug. capituliren. Nach Caroli II todc hat er sich des folgenden Königs von Spanten / Caroli III/ imereMe sehe angelegen seyn lassen / auch sich nicht allein bey der er» oberung von Gibraltar sehr tapffer erwiesen / sondern auch / als die Frantzoscn und Spanier selbigen ort an. 170; wieder zu erobern suchten/ dcnselbigen tapffer -i-m-i-met. Als aber Konig Carolas III in jetztgcdachtem jähre mit stincr armee vor Barcellona rückte / mustc dieser grosse General den 14 sept. in der besturmung von Monkjovy sein leben lassen. Denn als die mistigen schon m die conrrclczrpe hinein gedrungen waren/ schrie die feindliche besa- tzung/ vivs Oon Martris rercei-o. Der Pvintz näherte jich hierauf/ in Meinung / daß die feindseligkeiten nnnmehro völlig aufhören müsten; Allein ein Frantzösischer bauer schoß hcrauß/ traf ihm in den rechten fuß oberhalb dem knie/ und zwar zu allem ungluck m eine Haupt-ader. Hjcraufwurde er in ein hauß gebracht und verbunden/ weil aber das blut nicht zu stillen war/ rc-o-nmcnNrte er dem Lord Peterborough das hauß Oesterreich nicht zu verlassen/ und starb kurtz darauf. Marggraf zu Baden: Georgius Fridericus/ Marggraf zu Baden-Durlach/ war den lojan. an. 157; gcbohren. Sein vater war Marggraf Carl/ seine mutier Anna / Maltzgraf Ruprechts von Vcldentz tochter- Seinen varer vcrlohr er an. 1577/ und ward erstlich unter Vormunden/ hernach aber von seinem ältern bruder Marggraf Ernst Fridcrich erzogen. An. Mao zog er in Ungarn / und war bey dem entsatze von Canischa / wurde auch wegen se nes Verstandes und sonderbaren bcrcdsamkeit von dem Kayjer Ru- dolpholl nicht allein in sonderbaren gnaden gehalten/ sondern auch vom König Henrico lV in Franckrcich sehr geehret/ welcher einsten den Marschall Bassompiere in wichtigen fachen an ihn geschickt. Er begab sich an. moz in die der protesttren- den/ und wohnte än. 16.0 dem Convent zu Hall in Schwaben bey. Durch obbemcldten seiues brnders An. 1604 erfolgten tod bekam er alle Marggräfiiche Badische Reichs-länder/ indem schon K>n auch^E?.- bruders Marggraf Jacobs unmündiger Matthia wähl-und eronungs - läge zu Aranckstwk am ->)9ann/ machte auch ,n selbigem jähre mit demCanwZuichun?Uu ein bundmß/ und nahm einen veiker MarqgasM,!nv!.iN den/ welcher den Badlschen lai.vesmmtwll mstacwaN vm der D ast des Bckchoffa Churfürst Fnverich dem V ij^'U^s dhüippdburg genannt / zerstören. An. i6i?war erbey dem Convent zu Nürnberg / diente in dem Böhmischen kriege der lchd Zog sich m das Breißgau wider des Ertz-Hertzogs reu- poldtvolcker. Als aber an. 1Ü20 die u,»on getrennet/ überließ er seinem ältesten lohne MarggrafFriderichdie regierung/brachte ein c»-po zulammen/ undfuhrre dem vertriebenen Churfürsten von der An wider den Kayser Ferdinandum 111 die wagen. Er stundGraf ErnstvonMannsfeld rüdem treffen beyMingclleim ^"// wurde aber den 7 may an. 1622 von dem Kayserluhm Geue- geschlagen/ nachdeme der Lilly eine m der nachbarschastt gelegene höhe eingenommen/ und sich oeren zu seinem mercklichen vorcheilgebranchet / auch darüber z wägen mit pulver,n dem Marggrasischen lager durch einen unglücklichen jchuß in die lufft geflogen und bey dessen armee eine grosse Zerrüttung verursachet-. Der Marggraf wurde hierauf in die acht erklärt. Er hielt sichdahero zuGeuffinderSchweitzunv indem Savoylschcn anf/ brachte auch an. -626 mit hulffe der reformlr- ten Cantvns wieder eine armee zusamen / mit welcher er einen anschlug auf das Elsaß machte/ so ihm aber fehl schlug. An. 1627 greng er in Holland/ und als er daselbst keine hülffe fand/ in Dannemarck/aliwo ihm König Christian I V einige oölcker unler- gab/ mit welchen er in dem Mecklenburgischen agiren solle. Er mußte sich aber auf des Hertzogs von Frrvland annäherung m das Holsteinische ziehen/ da er von dem Kayserlichen General Graf Hcjnrich Schlicken abermals geschlagen / auch ihm; 2 stuck ge- schutz/ 4; fähnen und standarten abgenommen worden. Nach diesem brachte er die übrige zeit seines lebens meistens zu Genfs zu; käme jedoch / je nachdeme das kriegs-glück sich anliefe/ zuweilen wieder in seine lande. Er war sonsten ein Herr von ungemeinen gaden.Die Evangelische lehre bekannte und verthäbigte er cyfrigst/ und unterließ nichts / wodurch er dieselbe befördern kome. Er hatte die Bibel ;8 mal völlig durchlesen/ und zum z y mal biß zum beschluß des Psalters gebracht. Er war der controversien wohl erfahren/ und bewilligte auf verlangen Hcrtzog Francisu von Lau- demont an. 1612 ein cmioquium zwischen deydseriigen ru-omgis zu Carlsburg halten zu lassen. Es käme aber dieses nicht zum stände/ dieweilen man sich der cou-iMo„en darüber nicht vergleichen können/ zumahlen da des Hertzogs rMoioßi verschiedene Ecu,-» meistens neß-civ»; aus der ptötestirenden lehre zusammen getragen/ als unter anderem / daß die ehe kein sacrament seye / daß kern feg- feuer seye / daß die Catholische kirche nicht die rechte seye/ rc. und dabey prätcndirt/ man solte ihnen die stellen in der heiligen schriffc weisen/ worinnen diese articuls mit eben denen Worten und r^mi- ois enthalten / ohne daß man darüber discnrtren / oder einige folgen aus einem tcrle ziehen dörffe; Jnmassen sie änderst keinen be» weiß annehmen / und zum exempel das fegfeuer so lange vor war- hafftig halten wollen / biß man ihnen einen tcxt m der heiligen schriffk zeige / worinnen deutlich geschrieben stehe: Es ist kein feg» fcuer. Er war ein grosser liebhaber der gerechtigkeit/ danneuhero er sich nicht nur bey bereits angctrettener regierung von einem seiner gelehrten Räthen m jure i„5o-,iuren/ sondern auch weil er in seinen landen verschiedene ungleiche Rechten und gebräuche gefunden/ ein besonderes corxus von rechten und ordnungen fornnren/ die alte ordnungen verneuern/ verbessern/ und in druck aufgehen lassen/ welche in denen gesamten landen noch in mu find. Er machte auch in puMici8 viel heilsame Verordnungen/ theilte seinen Rath in gewisse colicZ.L. pr-rlMst-te meistens in Person in dem geheimen Rache/ läse die Processe und andere wichtige fachen fleißig durch / schriebe vieles mit eigener Hand/ und sahe alles sechsten ein. Er verstünde nebstdem Teutschen sein Lateinisch/ Frantzöstsch und Italiänisch/ und redte solche sprachen meistens fertig. Die --Musr,- verstünde er vollkommen/ und hinterliesse verschiedene cmnmem-ir-»s von der kriegs-kunst/ worein er alles / was zu dieser wtssenschaffr dienlich seyn mag / nicht so wol aus alten und neuen bnchern / als hauptsächlich aus denen -Mcou.se, 1 der vornehmsten krtegs- verständigen damaliger zeit/ auch allerhand ----i-m-men / -em-, und rissen nach eigener erfahrung zusamen getragen/Iumahlen aber leine eigene gedanckcn und anmerckungen/ eigenhändig beygeschmben/ und solches werck an. 1617 seinen Herrn söhnen m-nmei hal.-Le-ne erste gemahlin war Julian« Ursula/Frtderichs Wild- und Rhein- grafen tochter/ die er an. 1592 geehligetnnv an. 1614 durch den tod vcrlohren/ worauf er noch selbiges jährlich mit Agacha/Graf Wilhelm Ludwigs zu Nassau- ^ MarggrafFridcrich/ seinen Nachfolger; An. 1596 Philipp/ so an. i;97 wieder verstorben ; An- 1598 Carl»/ so an. -62; m somu^6o?mtt wdeabgangen;An. 160z Christoph/so in Schwedischen dienstenvor Jngolstadtan. i6;r erschossen worden;^ln. 48o gw i6°4 Armani Auqustam/ so an. 1S16 todes berbkichen; An. iSo; Sidyllam Magdalenam/ Graf Johann,s zu Nassau« Jdstem aenmhlin; An. lüoü Franciscam; An. GoyUrsulamMariam; An. löoy Franciscam Sibyllam; welche; nur kurtze zeit gelebt haben. An. 1610 Sophiam Dorotbeam/ und an. i6i2Ernestl» nam Sophiam/ welche beyde unverheyralhet gestorben. Alls der andern ehe zeugte er Agatham Annam und Elisabetham/ davon die erste jung/ die andere aber ausser ehe verstorben» Nach Wesen, schritte er zur dritten / aber ungleichen ehe/ mit Elisabeth Stotzm/ Thomci Stotzen/ eines Amtmanns tochter/ die ihm aber keine km« der gebohren. Er sechsten starb zu Straßburg den 14 septemd. an. l6;Z. Utrco/. inter Qco>g. vricie»c. öc krancilc. Ouc. I-ockär. inllir. iLb^riokli. 1,0» Grafen und ^ertzoge zu würtemberg: Georg/ Gefürsteter Graf zu Würtemberg Mnmpelgard/ verstorben an. i;;8. Georg/ Hertzog zu Würtemberg Mümpelgarv/ gestorben an. 1699. Georg Friderich/ Hertzog zu Würtemberg Stuttgard/Kay« serlichcr General« Major / verstorben an iü8z. stehe wur» temberg. * Fürst zli Anhalt. Gcorgius/ Fürst zu Anhalt/ war ein söhn Erstellt und Mar« garekha von Münstcrberg/ gebohren an. 1907. Er wurde in der jugcnd / nebst seinem bruder Joachims / zu der gottesfurcht und guten NuMiz angehalten / und im 12 jähre seines altcrs/ unter der i'üpcüinn seines vctrcrs Adolph, Dischoffs zu Merscburg/ auf die Universität Leipzig / allwo ihn Georg Held sehr weit brachte. Als er 19 jähr alt war/ starb sein jetzgedachter vettcr Adolph/ worauf er zu dem llulli» schritte/ und in dem 22 jähre seines altcrs von Alberto/ Churfürsten zuMayntz/ den Hofträ« thcn zugeordnet wurde. Der lehre Luchen war er anfangs sehr zu« wider/ nachgehcnds aber bekannte er er sich nicht nur öffentlich zu der Augspurgischen «mtclston, sondern suchte auch dieselbe nach allem vermögen fort zu pflanijcn und zu befördern. Insonderheit that er solches in den Anhaltifchen landen / und ward gcbclten/ wie aus Mclanchkoms eplstcln zu sehen/ eben dergleichen in dem Diß.'hmn Mersedurg zu thun. Er legte sich mit grossem steiß auf das lesen der heil. schrifft/ der kircheii-välcr / der co,ic,l..>,»,o und anderergeistlichen schrifftcn/ lernte auch zusolchem ende das Grie« chischc und Hebräische. Seine glaubcns-genossen rühmen über dieses an ihm/ daß eraufeine gany unqcmeineart/ andächttq/ fromm/ friedfertig/ gulthäkig / gcdultiq / mäßig und verstau« big gewesen. Den 2 aiig. 154? hat er sich von Luthers zum Prcdi» acr in Merscburg orU„>,rcn lassen/ den welchem stifftc man ihn vor« her zum co>ch»wr ernennet- Von solcher zeit an hat er selbst offt gcprcdigct/ auch andere geistliche verrichtet. Den der au. ,548 zwischen dem Churfürsten zu Sachsen Augusts und der Dänischen Printzeßin Anna gcstlffletcn Vermählung/ war er selbst zugegen / gab stein der schloß-kirchen zu Lorgau zusammen/ und hielt selbst dje Hochzeit « predigt. Mit seinen brüdcrn lebte er in grosser ciniqkcil / und war ihnen in regiernng ihrer ländcr auf alle weise denülflich. In seinen discurscn war er sehr angenehm. In juristischen c»mr»verstrii pflegte er sich mit Hie vonymo Schurffo und Ludovico Fachst» zu untmedm. Von medicinischen und cu« ricusen fachen redete er mit -Ledastiano Aurbachio / Augustino Schurffo und Jacodo Milichio. Von kirchcn - streitigkcilcn mit kulhero (ohnedessen wissenund willener sonst auch nicht die gering« sie änderung anffeng) Justo Jona und Johanne Bugenhagcn/ sonst v. Pommern genannt. In der Historie und brauchte erFoachiimimCamerarium/soihmdicallerfchwärflenvrovcrk»^ jnPcr heil. schrifft aus den a»riqu>täkcn und r,„bdervölcker ex. piic rcn mustc. Erstarb an. 144; und zwar unvcrhci)rathet.Von seinen hinterlassenen schrifftcn sind verschiedene predigten vorhan» den/ welche nachmals alle zusammen gedruckt worden, vitL rlicol. I>zr>3!. llc QcusZio /covalcino. kill. rcform. crlcri^k. Ocoig. ?r. ^nl>.iic. prooem. Fürst zu Ost-Frießland: Veoresius Christiainis / der andere Fürst zu Ost-Frießland, ein söhn Ulrichs, Grafen zu Ost Friestland, und Julianä/ Ludwigs Landgrafen zu Heffcn-Darmstadt tochter,war den s fedr. an. i6j4 gebohren. Als nach dem tode seines valers sein älterer bruder, En- iw Ludwig, so in den Reichs-Fürsten stand erhoben worden, die landcs-rcgierung a»lrat,wurdc er mit ftincni magern bruder,Graf Ferdinand Edzardt, unter der ansucht ihres Hofmeisters Johann Philipps von Cranne, anfangs an. 164 i m Brabant, hernach in Frankreich, und andere Provintzcn verschicket. Er befand sich an. i6z8 in Churfürst Maximilian Heinrichs zu Cölln comir^c auf des Kanstrs Leopoldi wähl «und crönungs - tage zu Francknirt am Mann, und als sein abgedachter älterer bruder an. 166a den 4apr. ohne männliche erben verstorben, succcdirte er selbigem, jedoch nur als ein Graf in der Ost-Frießländischc» rcgierunq, und weil er so fort einen land-tag ausschriebe, stellte» ihm die Landes-Deputirte für, daß er, nach den eoncordatcn die regiernng mit des landes be- willigung anzunemcn,und zuerst die abzuthun hätte. Er gericth so glcwh bey antritt seines rcqiments an. 1660 mit theils seiner Land-Stände (von denen die städte Norden und Aurich,und theils von der Ritterschafft und Haußmann-standcs mit ihme gehalten) in einen streit, und die Hausi-leuthe im Rcnder-lande gaben auf den Obristcn Ailva und dessen kriegs-völcker, so eine erecutivn thun sollen, zu Wenck, ftuer, so daß diese streitigkeiten an die m-i.« 2; nov.an.iüüo ein gewisses rthl. behandelte pir-l in 4 iabren bezahlet werden solte; weil aber der Fürst zu Ost- Fricsiland solches sein Fürstcnthum, als von welchem diese schulö Nicht eigentlich herrühret, zuin unterpfanb verschriebe, protestirlen die Land-stände darwidce, lind wie er mit der zahlung des ersten ke^m,n> verzöge,nahm die nacht zwischen deni 8 und 9 vec. an. iss; der Bischoff zu Münster die ihm zustehende Dieler-schause ein, und legte den Obristen Niclas von Everfeld als Commendänkm hinein, welche zu ,-cupc.jrcn die vereinigten NiederlandeFürß Wilhelm Friedrichen zu Nassan mit einigen regimentcrn dasi'ir rücken liessen, der ste auch dem Bischoff den rz mäy an. 1664 wieder abgriiommen hat. Endlich ivard den 26 wart. an. iSüz durch inrcrpoMb», Hertzog Eberhards zu Würtemberg diese fache dergestalt zu Wien verglichen,daß er 28-000 rthl. in 8 Wochen bezahlen, hierüber 4-°5>a rthl. in. io jähren und termincn abtragen, und 164000 rthl. so das Vermische "fm-i genannt wird,verzinsen solte. Mit Graf Anton Günthern zu Oldenburg verglich er sich im stpt. an. 1664 wegen beyder grantzen zu Slickhaustn,Friedeburg,Avers und Nicnburg, wie auch wegen der irrungen bey dem Garmersmh stifftcte und bcstättigte an. 1664 den zwischen obgedachtemGrafen und dem Freyherren von Gödens aufgerichteten vergleich wegen der Ellcnser cntrichtimg und dadurch genommenen länderen. Wenige zeit vor seinem tode, als es zwischen dem obgedachten BisiM zu Münster und den General-Staaten zum öffentlichen kriegaus- scblagen,lind diese letztere das Ost-Frießländische veste hauß Stick- huscn starck besetzen wollen, verlangte er von feiner landschaffl,um solchen ort selbst mit garnisonzu versichern, die bedürfftigen geller, so ihm aber verweigert wurden. Er verhcyrathete sich den 14 may an. 1662 mit Christina Charlotte, Hertzog Eberhards zu Würkm- berg und Teck, tochrcr, undum solche zeit erhub ihn dcrKayscrLeo- poldus in den Reicks-Fürsten-stand, dahero er auch in solcher Qualität an. 166; den Reichs-iag zu Rcgcnspnra durch seine Gesandten beschickt. Er starb den 6 jun. an. 1664 abends um yuhr. Seine gemabnn verliest er schwanacr, die nach seinem tode einen pE kumum stincn iucccllorcm, Fürst Christian Eberharden, den 6 oct. selbigen jahres gebobrcn bat, welche unter der vormundschafftseiner inlittcr und Hertzog George Wilhelms zu Braunschweig und Lüneburg erzogen worden, lind den ;c>oct. an. 1700gestorben>n. Seine mnttcr Christina Cbarlotta aber ist den 14 may an. i°-- zu Brughauseii im Lüncburgischen mit tobe abgegangen. Andere Fürsten und Grafen: Georczius III, Hertzog in Schlesien, zu Liegnitzund BriG war cin sobn Johann Christians von Liegnitz und Bneg, von 41 ° rothea Sibylla, Churfürst Johann Georgens zu Brandenburg tochter an. 1611 den 24 ang. gebohren. Er begriffdleLatenuM, Frantzöstsche und Italiänische spräche, ward auch nebststimm jüngcrn bruder an. 1620 auf die academie nach Franckfurl an mi Oder geschickt,und daselbst an. 162; zum k-üorc erwäblet, worbey er Public eine or»»«-» llc lexum ^ geo Von daniw-, ward er an. -624 von seinem vater abgefordert, hielt seiner muMPie an.,^ verstorben,eineLateinische trauer-rede.und trathierarv nebst seinem jungern bruder,HertzoqLudwig,seine reise an. Er hielt sich eniige zeit zn Paris auf, und als er sich in Franck- reich wohl umgesehen, meng er in Engelland, und wurde daselbst von dem Könige Carola I wohl aufgenommen. Von dar kam er in die Niederlande, und an. 16; 9 «dermal in Franckreich und Italien ; der damalige zustand aber, so wegen des Teutschen kriegs in Schlesien war, bewog ihn stinc reise über Bremen und Hamburg zurücke in Preussen zu nehmen,wohin sich sein vater retiriret hatte; Selbiger schickte ihn nach Brieg, und verordnete ihn an. 1699 zum Statthalter daselbst. Als aber gedachter sein vater den i9 dec. an. 1699 verstorben, führte er mit seinen brüdern, Ludwig und Christian , die regierung des Hertzogthums Brieg gemeinschafftlich, bis an. iü;; ihres vaters bruder, Nudolph, crbloß verstorben, wodurch ihnen die Fürstcnthumer, Liegnitz und Wohlau, zugefallen, welche sie gleichfalls einige zeit in commumon besessen. An. 1654 fiel ihm nach zuvor geschehener erb-theilung, durchs loß das Fürstemhum Brieg zu, dessen regierung er den 28 jun. würcklich antrat. Der Kayser Ferdinandus III ertheilte ihm an. 169; die stelle eines Ober-Hauptmanns durch gantz Schlesien, und bediente sich seiner bey verschiedenen Fürsten-tagcn , in welchem amte er von den Unterthanen grosses lob erlangte. Levpoldus bestätigte ihn nicht allein darinnen, sondern machte ihn auch zu seinem Cammer-Herrn und geheimen Rathe. Er war sonst wegen seiner frommkcit bekannt, und starb denMll. 1664. Seine erste gemahlin war Catharina Sophia, Hertzogs Caroli zu Münsterberg und Oels tochter, mit weicherer den 12 fcbr. an. 1693 zu Bernstadt vermählet wurde, aber nur eine eintzige tochter, Dorotheam Elisabeth, an. 1646 mit ihr erzeugte, die er an Gras Heinrichen zu Nassau-Dillenbnrg vermählte. Nachdem selbige an. 1699 verstorben, verheyrathete er sich zum andernmal mit Pfaltzgraf Ludwig Philipps zu Simmern tochter, Elisabeth Charlotten, die den 10 may an. 1664 ohne erben verstarb. Lclilcllcliroii. !sb)'rinck. Georgius / Hertzog von Clarence, ein Printz aus Engelland, und Köiugs Eduardi I V in Engelland bruder. Er wurde angeklaget, als hätte er der Hertzogin von Burgund, zum präjuditz des Königs seines bruders,beyspringen wollen; der proceß wurde ihm bannenhero gemacht, und er zu der in Engelland wider die des hohen verratbs schuldig erklärte gewöhnlichen straffe conllemnjret, daß ihm der bauch aufgeschnitten, die eingeweyde ausgenommen und ins feuer geworffen , hernach der kopff abgeschlagen, und der lcichnam geviertheilel werden solte. Seine mutter aber brachte es durch ihre verbitte dahin, daß diese sententz gelindert wurde, wan- nenhero er lebendig in ein faß voll malvasier gestecket ward, bis er erstickte, nachmals hieb man ihm den kopff ab, und wurde sein leib an. 1478 bey den Carmelitern zu Londen bey seiner gemahlin begraben. Einige erzehlen, Ednardus IV hätte gar viel auf die wahrsagere gehalten, und als ihme von einem bedeutet worden, einer seiner brüderen , dessen «amen vom buchstaben o. anfienge, werde seine kinder um cron und leben bringen, habe ers sogleich von diesem Georaio verstanden, und sich daher so leicht zu dessen tobe bewegen lassen; dannoch wäre hernach die Wahrsagung an dem andern bruder Richard Hertzog von Glocester erfüllet worden, als von welchem nicht zwar der tauff-name, aber gleichwol der Name des Hertzogthums mit einem 6. angefangen. ä' 4 l>ß>. 1.14. in vits nictisräi. L«»'- v«/. öcc. * Georgius / v-h-ot von Servien,war aus der familie der Bnl» covitzi oder Bulcogli, welches ein angenommener name der nach- kömlingen des Lazari Bulci, welcher an. 19 yo Despot in Servicn gewesen. Er brauchte sich seiner natürlichen deredtsamkeit mit grosser ernstbafftigkeit; und ob er gleich mit allen seinen legten der Griechischen religion zugethan war,wurde er doch beschuldiget, als hätte er aus dein alcoran viel mit angenommen, weil er mit den Türcken stätige freundschafft pstog. Servicn war damals die gemeine gräntze zwischen den Türcken und Ungarn , und diente beyden theilen zum schan-platz des krieges, ohngeachtet solches der Despot gerne abgewendet hätte. Von seiner jugend an wurde er unter Baiazethe I genöthiget, wider Tamerlan die Waffen zu führen; nachmals war er bald aufder Christen, bald aufder Tur» cken feite, wie es sein zustand leiden wolte. Endlich wurde er an. 1426 von Amuratbe II heimgesuchet, welcher sich mit ferner tochter,der Despotin Maria, vermählte. Dieser Sultan aber, well er einmal Servicn als ein heyralhs-gut wegen seiner gemahlin davon zu tragen meynte, ließ des Despoten söhne, Stephanum und Geor- gium, entmannen, und mit einem girrenden eisen blenden, wolte auch dergleichen mit dem dritten söhne, Lazaro thun, um sich selbiger lande zu versichern, welches er aber Nicht zum stand richten tonte , indem dessen vater ein mitte! fand, ihn davon zu bringen. An. 144; kam Mahometh II und belagerte die stadt Novogrod rn Ser- vien, und als er sich davon meisten gemacht, ließ er es dabey bewenden,weil die Despotin Maria an einem mit ihrem vater arbeitete, und ihn von des Hunniadis interesse, welchem er bisher» gefolgcthatte,abzog. An. 1496 zog der Sultan durch Serbien in Ungarn, besuchte auch den Despoten Georgium, welcher ihn zwar sthr herrlich empsieng, aber die unglücklichen folgen dieieS kriegs wohl zuvor sahe, wodurch er denn gantz von Ungarn abgeschnitten wurde. Er starb endlich an. 1457 von einer blestur,dre er in einem geftchte,welches er mit den Ungarn gehalten, an der Hand emvfangen , und hinterließ die Verwaltung seiner lande der zrena Cantacüzenä, seiner gemahlin, und Lazaro, seinem mngsten söhne. Die zwey andern, welche Amnrath hatte blenden lassen, wurden geo 481 von der successron ausgeschlossen. Als das qeschrey kam, der Su'- tan sey nnanzug sich des landes zu bemustern, qiena Georaius m demseldkgen lahre, nachdem er zuvor stine ^ damit er aüeine regieren möchte. Eberhardus /Graf zu Solms, war zuHohen- En si um-www 'w ^ebvheen. Seine eitern waren Graf st zu Solms, ,o m,. -590 verstorben, und Marqaretha, Graf Philipps zu Solms-Braunsels tochter. Er vermählte sich den 4 Eh an- -994 .mt des ^wstrten Grasen von Egnwnd lochter Sadma, mit welcher er aber keine erben gezeuget. ^ Er begab sich bey den Holländern in krlegs-dienste,und als dicst die vestuna HM eroberten, ward er Gouverneur darinnen, defendirteauch ftlbige an. 1996 Wider denErtz-HertzogAlbertum tapffer, bis er sich gezwungen sahe, sie mrt accord zu übergeben. An. ico? wohnte er der schlacht bey Tournhout bey, wurde auch hernach Genera! des Ober-Rheinischen cräyses ernennet, blieb aber doch dabey rn der vereinigten Niederlanden diensten,da er den» an. 1600 bw Alberts-ichantze vor Ostende den Spaniern abnahm,auch m selbigem lahre der tchlacht bey Nieuport beywohnte, in welcher er das mittlere corpo anführte, nnd viel zu dem siege beytrug. Als an. 1602 die vereinigten Niederlande neue Werbungen in Teutschland anstellen lassen wollen,ward ihm solches aufgetragen, und rei- sete zu dem ende m Westphalen, wurde aber zu Aremberg kranck, und starb den 2 febr.denelbigen jahres, seines alters ,6 jähr- >m SoimitcU-ii ttsram-reZlllcr. Nist. msr-!Iiqus äs Is ttollsncls p. 87. s- Georgius Fridericus/ Graf zu Hohenlohe aus der Langen- bergischen lime, der altere genannt, war den 6 fept. an. 1969 geboh- reii. Sein vater war Graf WolffgMg zu Hohenlohe,seine mutter, Magdalena,GrafWilhelms zu Nassau-Dillenburg tochter. Er bell abpch in den Niederländischen krieg, und war an. 19 99 Obrister desFranckischen crayses, dienete auch dem Kayser Rudolpho II einige jähre in Ungarn, und wurde von ihm als Kavserlicher c-,m- in den zwischen Hertzog Henrico Iulio zu Braunschweig, und der stadt Braunschweig schwebenden irrungen gebraucht. Er wohnte an. 1608 der Prvtestirenden Reichs-stände -onv-nr zu Halle in Schwaben bey, und bekam an. 1610 nach seines Vaters tobe Weickenheim zn seiner residentz. An. 1612 wurde er von dem Kayser Matthia nach dessen crönung zum Ritter geschlagen, auch von ihm zum Reichs-Hofrath und Obristen bestellt. Er wohnete an. iüi; dem Reichs-tage zu Regenspurg persönlich bey,und ward an. 16,9 als Kayser!jeher commiNÄnus zwischen Hertzog Friedrich Ulrich zu Braunschweig und der stadt Braunschweig gebraucht. Mit seiner ersten gemahlin, Eva von Wallenstein, vermählete er sich an. 1607, und bekam mit selbiger in Böhmen unter andermdie Herrschafft Coßmanos Jungen,Büntzel und Crülich. Alsan.1618 die unruhe in Bohmen angieng,schlug er sich zu Churfürst Friedrichen von Pfaltz,entsetzte an. 1619 die stadt Thabor,und wohnte an. 162« der schlacht aufdem weiffen berge vor Prag bey. Nach deren Verlust wurde er von dem gedachten Friderico an Churfürst Johann Georg zu Sachsen geschickt, um einen stillstand zn wegen zu bringen, so aber vergeblich war. Indessen wurden ihm seine Herr, schafften eingezogen, und dem Grafen von Pappenheim verliehen, er auch nebst andern in die Reichs-acht erkläret, und des Reichs- Hofraths-amts entsetzet. Nachdem er sich aber wbmimrt, wurde solches den 29 sept. an. 162z wieder aufgehoben, und er in seine Reichs-Hofraths-dignität wieder eingesetzet. Er blieb nachmals in seiner Grafschaffk ruhig , bis der König Gustav Adolph in Teutschland kam, welcher ihn an. 16; 2 zu seinem Statthalter im Schwäbischen cräyse ernennete. Nach dessen tobe besuchte er den von dem Schwedischen Reichs-Cantzler ausgeschriebenen-onvcnc zu Heylbrunn, hieng auch dem Schwedischen bund dergestalt an, daß ihn der Kayser an. 1699 von dem Pragischen friedens-schluffe ausschloß; doch ward er nachmals mit demselbigen ausgesöhnet, und brachte den rest seines lebens in ruhe zu. Von seiner ersten ge, mahlin hatte er keine erben; seine andere aber, mit welcher er sich an. 1694 vermählete,war Maria Magdalena, GrafLudwig Eberhards zu Oettingen tochter, und Graf Heinrich Wilhelms zu Solms wittwe,mit welcher er an. 16)9 Eleonoram Magdalenam zeugete, so den 29 jan. an. 1692 an ihren vetter, Graf Heinrich Friedrich zu Hohenloh-Langenberg , vermählet wurde. Er starb endlich den 7 jul. an. 1649 im 76 jähre seines alters. commcnr. rcr. 8ucc. Geistliche Personen: Georaius / Patriarch zn Alerandrien, 0. Georaius / Patriarch vonConstantinovel^kam an.678an Tb^don stelle, welcher deshalben, daß er den Monotheliten an- tziena, abaesetzet war. Er wohnte dem 6 Concil»- ßeELN bey, und stach an. 682 i nachdem er; jähr und; monate Bischoff gewesen. in cliron. 2N. 678. PPP Georaius X / I 48 r geo Georgius genannt / ein Patriarch der Maroniten auf dem berge Libano / war wegen seiner frommkeit und gelehrsam- keil berühmt. Erlebte in dem cc>u«gio her Maroniten zu Rom, und pudi.cirte daselbst an. 1596 unter dem Pabst Elemente VIII seineSyrische und Chaldäische zr-mmskic-m,welche von den,gelehr- ten hochgehalten werden. Als er wieder zu den seinigen zurück keh- rete / wurde er von seiner n-cion dergestalt «ttiMiret / daß sie ihn wegen seiner Verdienste zum Patriarchen machten. Wenige zeit da- rauf-'mi-cxjucirte er bey ihnen den Gregorianischen calender. Er ist sonsten eben derjenige / welcher Franciscum 6- Galaup ci- Ebateuil aufdem berge Libano aufnahm / welchen letztem auch die Maroniten ihm zum Nachfolger bestimmet hatten.. Er stund mit den innigen in währenden kriegen / welche die Türcken mit den Emirs hatten / viel aus / und starb endlich an. 1641. Er war ein mann / welcher durch seine deinuth und wissenschafft alle menschen zu gewinnen wüste. Siehe das leben Francisci .r. c.i; öc >4. >. r. c.rz. 1. 4 - c.ii. Georgius / ein Mönch von Constantinopel, lebte zu ende des 8 tccuil. Er wurde / weil er des Patriarchen Tarasii vic-rnii war / und mit ihm m einer cclle wohncte / Synecllus genannt. Er schrieb eine chronographie von ansang der welk biß auf Marimiui zelten / darinnen er zwar meistens dem Eusebio folget / jedoch zum öfftern auch denselben rcturwet. Vostius confundirct ihn mit Georgio »L- ma/ikoic,. clc Kitt. 6/Lc. I. s. c. iz. clc ttripr. cccl. Georgius/ tt-mL/iKolu; genannt / von geburt ein Grieche/ der würde nach ei» Archimandrit / hat um das jähr 842 gelebct/ und ein ciironicon geschrieben vom anfange der Welt biß auf den Kaystr Theophilum. -lc Levrxiis p. jrz. c<-7/c clc tt/ipr. Georgius / ein Mönch und c?K-l/ropK>>Lx zu Constantinopel/ nachmals Ertz-Bsschoffzu Nicomedicn / hat um das iadr 88» gcle- bet, und mit Photio grosse frcundschafft gepflogen. Er hat verschiedene homilien geschrieben / so Combefisius iii seinem -uAs/io lribliork, pskr. clllret» -ttÄ«//«- cic clsris d-cv/giiz. Loi/r cie ttripr. Georgius aus Cnpcrn, wurde an. 128z aufbcfchl des Kay- sers Andronici ein Mönch / und nachmals Ertz-Bifchoffvon Constantinopel/ danckte aber an. 1290, wenige zeit vor seinem tode, wieder ab. Er hat das -logmm 8. Georgli beschrieben / welches Bollandus cckret. 0«-//». tupplem. tcrlpr. ccclel. Georgius / Bischoff zu Laodicea, von Alexandrien gebürtig. Er war in der Philosophie wohl unterrichtet, und anfänglich ?/»- byrer zu Alexandrien / wurde aber daselbst abgesetzet / und weil er sich aufder Arianer seile leiicketc,bestellten ihn dicstlbigcn an Tbco- dori stelle zum Bischoff zu Laodicea. Er ist einer der schlimmstem ketzer gewesen / hat mich verschiedenen conciiHs wider Äthanasium beygewobnct/ als dem zu Tyro an. zz;, und dem zu Antiochia an. z4>- Er wurde beruach an. ^47 zu dem Loncistn Zz-cUceng bcruf- fcn; und als er daselbst nicht erschien/ mit allgemeinem conlcns verdammet. Man findet eine evistel dieses Bischösss wider den Aetium bey dem Sozomeno / und einige kragincnkr vikL Luttbii /rmlicnj bey dem Soerate» §c>r.o///e»r<» i. c. ,I. r. c. 9. tt>k. 1.1. c. i?. cncl. 85. < 7 »i/e . rr. Crrclin. llFl-cL«,. Georgius wurde also genannt von fei- r vater-stadt Treblsonde, ob er gleich aus Creta gebürtig, und daselbst au. izys gebohren war. Alserzuhausediekun-jrmcnrzwM geleget hatte, kam er zu Eugenii IV zeiten nach Rom, und lehr - daselbst verichiedene jähre dre rethoric und Philosophie. Nicolaus V / Eugenii tuccessor, machte ihn zu seinem Secrcrz/ic,. und von dar wurde er von dem König Alphonso in Spannten beruffen An 146; segelte er aus Creta nach Constantinopel, kehrte aber nach r jähren wieder zurücke. Er hatte unterschiedene fachen geschrieben, auch viele bücher aus demGriechischen übersetzet,wobey er der Aristotelischen Philosophie aufdas äusserste zugethan war. Man jagt, es hätten seine kindcr Johannem Regiomontanum mit gisst hinae- richtet, weil er ihren vater in einer schrisst angegriffen. In seinem hohen alter verlohr er dergestalt sein gedachtmß, das er auch schreiben und lesen vergaß. Dasselbe soll von einer gemüths-kranckheit hergerührt seyn, weil er dem Pabste alle seine fachen »Lrixet, in meynung, einen grossen rccompcnZ davon zu tragen, an dessen statt er aber nur 100 ducacen erhallen / welche er in die Tiber gemorsten, und dabey gesagt: perierc Ubores, pcrc.11 ü- inßrLiL mercer. Er starb an. 1486 IM 90 lahre seines alters. Sein eintziger söhn Andreas, welcher wider Theodorum Gazam eine apologie vor den vater schrieb, kam selbigen an wissenschafft nicht gleich, in -ioz. -. r;. tritt. i. ; c. 8 . cie Leorgitt p. c/n.« ttripr. Gera / eine stadt im Voigtlande, 2 weilen von Zeitz, an der Elster gelegen, und den Grafen Müssen jüngerer link zuständig. Sie hat ein gutes gymn-ttum, welches Heinrich der jüngere an. wo; aufgerichtet. An. 1450 ist sie von Wilhelms, Hertzoge zu Wey- mar mit stürm erobert und geplünderet; an. i6;ü und isgy aber durch brand sehr mitgenommen worden. Graf Wiprecht von Groitsch bat sie um das jähr an. i°86 zu einer stadt erbauet, da ste vvrhero ein dvrf gewesen, welches Geraha und auch Schwortz soll genennct worden seyn; welchen letzteren name» man von den Sorben oder Sworben, die in dieser gegend gewohnt, herführen will. Um das 12 teculum . da die Grafen Wiprechte in des Kay- sers Ungnade gefallen, ist sie an die Herren Muffen gekommen. Es stund auch vor diesem daselbst ein schloß / welches das alte schloß genennct wird, und von GrafWiprcchtcn erbauet, von den Böhmen aber an. i4>o gäntzlich ruiniret ist. Jedoch ist noch über der Elster ein berqfchloß übrig, Öfterstem genannt, woselbst die Grasen anieko residieren, cbron. p//» VIeitti. ckcon. lle pr-ecip. u,t>. Occmin. L«Lui. ttlie clirun. 7-tr-ü. siinzl. p. r 8 . ociß. 5sxon. Gera / ein vornehmes Freyherrliches geschlechl in der Sleyer- marck und Kärndten, welche einige von den Grafen Müssen, Her« rcn zu Gera; andere aber mit besserm gründe aus Ost-Francken herleiten. Denn es hat der BischoffzuBamberg an. 1471 Gevr- gium, Herrn von Gera, in Kärndten geschickt, und zum Stadt- halter der darinn liegenden Bambcrgischen güter gemacht; dessen nachkommen haben sich zu den zeiten Kayscrs Ferdinand! I in Oesterreich niedergelassen,und in etliche linien ausgebreitet.^«/«- coileÄ. Kitt. gencsl. ttcmmzk. ?. ; 2c»7e/< llinerrri- um p. iir. cic mig/sr. gcrir. Kitt. inttAn. I. r c. r§. Geraldi/ (Hugo) Bischoffzu Cahors. Clemens V erhubihn an. i z i2 zu solcher würde, und gab ihm noch darzu gvld- gulden. Nachqchends aber wurde er so vieler lasier überzeuget, daß Johannes XXII ihn an. i z i? öffentlich absetzte, und durch Bcrengcrum Fredolr, Cardinal und Bischoff zu Tuiculo, den weltlichen geeichten überantwortete, welche ihm so dan dieses ur- thel sprachen: daß er erstlich solle geschunden, daraufzum fcheiter» Haussen geschleiffet, und alsdann verbrant werden, welches auch im aug. i; 17 zu Limogcs geschehen. 6-il. Gerania / ist eine alte stadt in Mösien gegen Thracien und dem bcrg Hämv zu, welche vor alters, wo wir den Poeten glauben wollen, von einem geschlechl der so genannten Pygmecr ist bewohnt worden, von denen man vorgibt, daß die gröste perfon unter ihnen kaum einer eilen hoch gewesen; dergleichen auch, daß selbige von den störchen angefallen, überwunden, und aus ihrem land verjagt worden. Ihre weiber sollen im ;tcn iahr ihres alters linder gcbohren haben, und wenn diese lcute das,8te jähr ihres alters erreichet, sollen sie vor gantz alt und übelmögend gehalten worden seyn. Kitt. nsr. lik. 4 c. n. Gerau/ ist ein strich landes zu der Obcr-Grafschafft CaM ellenbogen gehörig, darinnen Darmstadt die Haupt-stadt ist- liegt zwischen dem Odenwalde, dem Rhein und der Wettem, und wird von dem städtlein Gerau, nahe bey Darmfladt am Schwartzbach gelegen, das Gcraucr-land genennct. Es ist loM» die Obcr-Rhingau genennct worden, und ist sehr fruchtbar. diesem hieß es die'Grafschafft Bringen von dem stadtlem B>W° gen, welches an. ioi; an das Mich «erledigt, und von dem reatz- scr Lcnrico II an das Stifft Würtzburg, zu beylegung einiger zw>- stigkeiten mit dem neuen Bißthum Bamberg gegeben woroen- Nach diesem haben die Bisthöffe von Würtzburg selbige GrL«r nor. eccl. Lclg. 8. dick. gencsl. cke krsncc. Gerbergis/ auS Lothringen, Caroli, Hertzogs von Lothringen tochter. Sie wurde mit Lamberto II, Grafen von Mons und Lösen, aus Brabantischem stamm, vermählet. Siehe Carolus von Franckreich, Hertzog von Lothringen. Gerberon / (Gabriel) war aus der Provintz Maine gebür- oris. jn den Niederlanden seine sicher- heit suchte. Als er daselbst viel jähre mit studieren zugebracht, wurde er aufbefehl des Ertz-Bischoffs zu Mecheln, der ihm längst gehäßig gewesen, an. 170; in ein hartes gefängniß gesetzt, das folgende fahr auf das schloß zu Amiens, und nach ; jähren auf das schloß Vmcennes bey Paris, gebracht. Endlich erließ man ihn an. 1710 seiner gefangenschafft, und schickte ihn in das kloster des heiligen Dionysn bey Paris, allwo er an. 1711 sein leben endigte. Seine schrifften find spoloZis pro Lupsrio Tulcienfi ; L/lsrir Xlercs- Lät» cum norir; 8. änlelmi Osnwsrienfiz cpitcopi opers, nec von Lsckmeri monsclii killoris novorum öc slis opuiculs; exsmen xensr»! cks rous I-s slsts öc conckikionz, Lc cks; pcciie^ c^us I on 7 peuc commsttre; kifioire cks Is rode sanr coumre cks norre 8signeur, gut t,l zzröcc cksnz le movLliere ck^rgenreuil, svec un skrege äs I' ki- koirs cks ce monLÜei-e; Is miroir äs Is piete clirscisnne. Ill dem von dem Ertz-Bischoff zu Mecheln wider ihn angestellten Processe, so an. 170; gedruckt worden, hat man ihm noch viel andere schrifften beygelegt; mit was vor recht aber, lässet man dahin gestellt styN. fcr. tzibi. Ucncck. Gerbers)? / lat. Osrbvreckum, eine stadt in der Provintz Beau- vaisis, 4 oder 4 weilen von Beauvais, an den gräntzen der Picar- die gelegen. Es ist eine Herrschaft, welche dem Bischoff besagter stadt gehöret. Sie ist berühmt wegen einer schlackst, so die Fran- tzosen daselbst wider die Engelländer an. 14z 8 gewonnen. Sain- trailles und is Hire, 2 Frantzöfische Capitains, wolten selbigen ort fortificiren, welches die Engelländer zu verhindern trachteten; sie verwirren aber 8°o mann darüber nebst dem Grafen Arundel, welcher an einer blessur starb. -i» recksr-pe ck'surig. Lwre- »«7 kill. äs krsnce. Gerdes / eine Africanische insul in dem Mittelländischen Meer, welche unter das Königreich Tripoli gehört, und von dem besten land nur durch eine kleine »wer - enge, über welche eine brücke gebaut ist, abgesondert wird. Von den Arabern wird sie Zerbi genennet, von Ptolemäo Lotophagilis, von^Plinio und Strabone Meninx, und von Polvbio Mirmex. Die Spanier waren meistcr davon, bis sie an. 1560 von den ungläubigen heraus geschlagen wurden. Die Türcken haben ein schloß darauf, "6 p. 5;/. Gerbeville/ ist eine kleine stadt in Lothringen,, an dem fluß Mortagne, ungefähr 6 Teutsche Meilen von Nancy, sud-ost-warts, gelegen. ^ gek starb Johannes) ein Carmelit, gebürtig von Lenden, / (zum) ein amt, mit einem flecken gleiches namens. an dem Thüringer-wald, bey den Hemiederäiicben Ilmenau und von Schwartzburg. Es stehet unter ^'""''lchEUtcher rLerung, und L L Gerenna oder Ievenna / ein Spanischer flecken, nlcbt weit Sevilien, in Andalusien, bey dem fluß Guadiana! Bey d-estin ort bewundert man sehr viel grosse steine, welche un- und halb In die erde hinein Sciws- u^nnd// man fast meynen solle, es wäre ein regen von der- gleichen stemm gefallen. Es soll aber durch ein hefftiaes erd-beben welches zu Sevilien und zu Cvrdova viel Häuser niedergertsten worden. ä-üc. g- i'wp. p. 44;. ' i., .Ein Metropolit oder Bischoff zu Arta, einer stadt pEpno- Er lebte rm -6 ,eculo, und nachdem er mit den Prote- commcrcmm gepflogen, verfertigte er in gemeiner Griechischen sprach einen catechlsmum, somit ihren lehr-sähen angefüllet war, welches den Caryophilmn bewog, solchen weit- laufftig zu widerlegen. Seine rekursrio,, ist in gemeiner Griechischer, auch zugleich in Lateinischer spräche geschrieben, worinnen auch der mnhalt des bemeldten catechismi zu finden. Solche ist zu Rom an. 16; 1 gedruckt worden. ^ Gergeau / Gergoleum oder Gergobeum / eine stadt in Franckreich an derLoire, 4 weilen über Orleans, wobey eine brücke über den gedachten fluß gehet. An. 1420 eroberten fie die Engel- lander; allem das nächst - folgende jähr nahm sie der Hertzog von Alen^on wieder mit stürmender Hand weg, und bekam darinnen den Grafen von Suffolck nebst anderen Engelländischen Generalen gefangen, vlllcs äs vrsnce, IliK. , Gergenthal / ein lust-schloß in dem Marggrafthum Anspach, m dem so genannten Munchs - wald, 2 stunde von Güntzenhau- stn gelegen, welches an. 170; von Marggraf Georg Friedrich erbaut worden. H/-- Gergenti / sonst Agrigentum genannt, eine stadt im Val cki Mazara, in Sicilien, nebst einem Bißthum, welches ehemals unter das Ertz-Bißthum Syracusa gehörte, jetziger zeit aber un» ter dem von Palermo stehet. Es hat ftlbige ihren namen von dem berg Acragas, dessen Virgilius Meldung thut, wie BochartuS weitläufftig dargethan , Bayle aber führet solchen von dem fluß Acragas her. Sie wird von Strabo für eine Ionische Colonie gehalten , ist aber vielmehr aus der stadt Gela, welche von den Do- riern herstammte, geführt worden. Aelianus versichert, Plato habe gesagt, die einwohner selbiger stadt hätten gebaut < als, würden sie niemals sterben, und gast-mahle zugerüstet, als würden sie eine gantz kurtze zeit leben; wordurch er ihren Pracht so wohl in dem bauen, als bey den Mahlzeiten zu erkennen geben wolte. Phalaris machte sich >r.v. 187, oiymp. ;i, 2^. Kl. ;4i?, L. o 567 zum tyrannen von Agrigent, und erhielte sich ohngefähr 16 jähr darinnen. Alcamon wurde meister über die stadt nach dem Phalaris , und hatte zu nachfolgeren Alcandrum, der en, frommer Fürst war, Theronem und Thrasideum. Nachmals ist selbige stadt in der 9; »I7MP. ä- v. ?47,L. rvl. z???, 4^7 von den Carthagi- nenftrn, da fie in Sicilien gelandet, unter ihren kriegs-obersten Imilco und Hannibal mit zmal hundert tausend mann belagert, und dannoch von ihren bürgeren, deren macht und reichthum da- malen am grösten war, so lang beschützet worden, bis sie endlich, nachdem sie durch zaghafftigkeit oder verratherey ihrer anfuhren verschiedene gelcgenhciten, dem feind noch in zelten abdruch zu thun, versäumet, durch Hunger gezwungen, den schluß fassen wüsten , sich unter begleitung aller ihrer streitbaren mannschafft mit weib und binderen, was nur immer folgen kontc, nach Gela zu re- tiriren; welches auch ohne weiteren anstoß geschahe^ und lind hernach diese einwohnere in die stadt und gegend der Selmuntlcr vertheilt worden. Die Carthaginenftr blieben hernach des orts meister, bis sie in denen Römischen kriegen daraus geiagt wurden ; wornach sich die Römer darinnen, wie in gantz Slcilren, vest fetzten. Juvvr war sie eine der vornehmsten stabte m Sicilien, schön/groß, und sehr volckreich. Der ort, so ihr i"^stmig diente, soll durch den berühmten baumeister Dadalum, nach zmJssrung der stadt Troja, seyn aufgerichtet und so wohl bevestiget worden, daß er durch z oder 4 mann können defendirt werden, welcyes auch den König Earolum bewog, daselbst zu refidiren, und leine ^äye dabin brumen m lassen Diodorus Siculns hat,n seinem i zdeii buch, eben da er dieser stadt Untergang beschreibet, dero un, aemrinen vrackit, Herrlichkeit und reichthum, sonderlich aber deren tempeln und anderer öffentlicher gehauen, Ausführlich beschrieben. Cicero redet von des Herculis tempcl, welcher daselbst rm hohen werkb aehalten wird, und von dessen statue, als einem der lchonften wercke, dessen leffzen und kinn aber wegen des haussigen kussens, so diesem bild aus vcncrsc.on widerfuhr, fast gantz weggeleckt worden Sonsten ist dieser ort auch durch die geburt des Empcdo- clis eines iMowpLi und Poeten, Carcim emes Tragischen Poe- ^ Ppv » ten, 484 M ten , Acronis eines r/tsfllc!. Metelli eines , und anderer berühmt. Es hat sonsten diese stadt durch die streiffereyen der Saracenen in Sicilien viel erlitten, und nachdem selbige aus der insul vertrieben, ist sie anderen rezenten unterworffen worden, so darinnen geherrschet haben. Ob sie gleich heut zu tag nicht so groß, noch auch so berühmt ist als sonsten, ist es doch eine ansehnliche stadt. Plinius redet von dem saltz daselbst, daß es im fener flieste, im wasser aber hart werde. Auch gibt es allda sonderbare seen von saltz - wasser, in welchen alle menschen, wenn sie auch des schwimmens unerfahren, als ein holtz obenauf schwimmen. ?-ch- I. 9 c, 7. > 4 n. v. 704. I. S. I. ZI c. 7. I. 6. DroÄoiM 1.1; 6c 15. I. 2 c. I. r;. «Zekcr. IiLÜL. 6e- tcripr. 8iciliT. liildor. 8icHiL. * Gerhard / (Balthasar) hat sich durch ermordung Printz Wilhelms von Oranien bekannt gemacht. Er war von Villefans aus der Grafschafft Burgund, und ließ sich durch die Spanische bann- schrifft, worinnen Printz Wilhelm in die acht erkläret,,und demjenigen , der ihn lebendig oder todt in Spanien liefern wurde, drit- halb tonnen goldes nebst einem adel-briefe versprochen waren, zu dieser that bewegen. Er kam hierauf an des Printzen Hof, nennete sich Franciscum Guion, und gab vor, scin vatcr, Petrus Guion ware ehemals in Franckreich um der reltgion willen hingerichtet worden, dabey er sich denn äusserlich sehr gottselig anstellte, fleißig in die bät-stunden gieng, und gemeiniglich ein psalm-buch, gebet- buch oder bibel in der Hand hatte. Er sagte ferner, daß er bey Peter Ernsten, Grafen von Mansfeld, geheimer kammer-dicner gewesen wäre, bey dem er aber der religion halber in solchen verdacht gefallen, daß er entweichen müssen, immiltelst hätte er selbigem Grafen einige geheime bnefe entwendet, die er auch überreichte. Als nun der Printz diese fchrifften durchsähe, fand er fachen von schlechter Wichtigkeit, doch sagte er, köntcn sie einem dienen, welcher aus den Niederlanden nach Cambray reisen müstc. Weil nun dazumal Schoncwall nach Franckreich reifen solle, wurde Gerhard mit dahin zu gehen bcfehlichet, um dein Biron, Oouvc„>eu- von Cambray, solche bnefe zu zeigen. Er nahm es zwar auf sich, langte aber bald wieder in den Niederlanden an, und brachte von der Königin einige bnefe an den Printzen, wegen absterben des Hcrtzogs von Alen- zon mit. Diese briete cmpsicng der Printz zu Dclfft, auf einem bette liegend, von dem böfewlcht, der seinem gcständnisse nach, gern damals seinen mord vollbracht hätte, wenn er nur eines dolchs mächtig gewesen wäre. Nachdem ihm nun derPrintz wieder nachFranck- reich zu geben beseht ertheilet, bath ihn Gerhard um einen zehr- pfcnning, der ihm auch so fort gereichet wurde. Vor dieses geldt kauffle er von einem trabanten ein paar Pistolen. Zwey tage hernach , nemlich den zo jun. i?84, als der Printz tafcl hielt, kam der mörder wieder zu ihm, und forderte einen paß, worben doch seine furchtsame und stammlcnde znnge seinen bösen Vorsatz fast verrathen hätte. Dieses bewog des Printzen gemahlin, zu fragen, wer doch dieser kcrl ware, dessen böses gcsichte nicht viel gutes von der perfon versichern wolle. Immittelst hielt der Printz tafcl, und dieser Gerhard stund so lange vor der tbür, biß jener aufgestanden war, und aus dein zimmer geben wolle. Hier gieng er ihm entgegen , und lößte ein mit; vcrgifftcten kugeln geladene pistol, welche dein Printzen unter der linckcn brüst hinein fuhren, daß er so fort zur erde sanck. So bald er den schuß gethan, warst er das pistol von sich, und eilte durch die Hinterthür über die gaste, dermalsten, daß er bereits auf den wall gekommen war, und in den wasser-graben springen wolle, zu welchem ende er sieb mit 2 blasen versehen hatte, um desto leichter über zu schwimmen. Allein die trabanten zogen ihn zurück, und brachten ihn zu erst in ein nahe gelegenes fchiffer-hauß, und so dann nach Hofe. Daselbst wurde alsoforl der Rath zusammen gefordert, und diesem der mörder vorgestellet, welcher also- bald jeder und dinke forderte, mit dem erbiethen, alles sonder zwang zu offenbaren. Diesem zu folge, gab er ein fchrifftlich bckändtmß von sich, wie er nemlich bereits vor 6 iabrcn den cntschluß gefastet, den Printzen zu ermorden, als aber ein falscher bericht eingclanffen, als sey ihm ein Gasconier zuvor gekommen, hätte er sich bey Johann Despr-s, des Grafen von Mansfeld s-c-crario. in dicnste einqelanen. In währendem solchem dienste hätte er erfahren, daß der Printz noch lebe, dannenhcro wäre er anfdie vorige gedanckcn gerathen, hätte oben bemeldte bricfschafften zu sich gestccket, und wäre im m-rtz an. 1584 zu Trier angelanget. Weil er aber noch sehr zweifclbasst gewesen , ob er den mord vollbringen solte oder nicht, hätte er sein vorhaben einem Jesuiten entdecket, welcher ihn nicht allein darinnen vcrstäreket, sondern auch ihm, so er sein leben darüber lassen müste, die gewisse seligkcil versvrochen, sa, daß sein name den Heiligen solte beygesetzt werden. Letstlich hätte er ihm auch gerathen, solchen anschlug dem Hertzoge von Parma zu offenbaren. Gleicher gestalt hätten noch ; andere Jesuiten, und Gcrion, ein Franciscaner-Münch zu Dornich, ihr äusserstes gethan, ihn in seinem mörderlichen vorhaben zu stärckc». Allein weil man noch gern ein mehrcrs heraus locken wolte, befahl der Rath, daß der hcn- cker den mörder auf die foltcr wcrsscn solte, da er denn ferner bekannte : wie er dadurch zu grossem rcichtbuin zu gelangen verhofft hätte, welches ihm auch der Hertzog von Parma, als welchem der vorsah trcflich wohl gefallen, versprochen, und ihn an Christoph Assonville -m^rctl.rel; nach diesem wäre er zu dem Prmtzcn gekommen , da er sich den vollbrachten mord so feste vorgesetzt gehabt, daß , wenn auch derselbe mit ;c>ooo trabanten wäre umgeben gewesen , er ihn dennoch hätte ermorden wollen; dabey er im geringsten nicht zweifelte, es sey ihm im Himmel eine herrliche bcloh- nung beygelegt; im übrigen möchten sie nach belieben verfahren, indem er sich bald anfangs die rechnung gemacht, daß er wieder ger sterben mäste. Erhalte sein vorgefetztes werck glücklichausgM- tet, nunmehro mochten sie gleichfals ihremamle nachleben-^ hätte sich einmal dem tod ergeben, und achte keine Marter, «ie mb- ge so grausam ,eyn wie sie wolle. Er ließ hierbey nicht die gerinafle reue über diese begangene Mordthat von sich spüren, sondern! es sich vielmehr halsstarrig vernehmen: er rvolte/wenn der vrinn lebte/ ihn noch crmorden/und solte er eines tausendfachen todes sterben müssen. Hierauf wurde er zum tobe verdammet und ein grausames urtheil über ihn gefallet. Da man ihm solches andeutete, entsetzte er sich anfänglich darüber, und sagte: es wäre mir nützlicher gewesen / ich hatte ein ehrlichhandwerck a^ lernet/ und mich dadurch genähret/ als daß ich grosse Herren gnade gesuchet/ und mich zu diesem mord verleb ten lassen. Bald darauf aber ließ er sich vernehmen: er hoffe und glaube festiglich , daß er, als ein strenger ritter und kämvfferdec katholischen kirche, den Himmel erworben habe, und daß er diese marter und lebens-straffe nur wegen feinen vorigen fünden leide» müsse; er hätte durch diese that nicht gesündiget, sondern vielmehr verdienet, daß er gerade gen Himmel führe. Solcher gestalt wurde er, dem gebrochenen urtheil zu folge, den 4jul.ru Delikt vor dem rathhause aufdem inarckte an eine» auf dem gerüste stehenden pfähl angebunden, so dann schlugen die henckers-knechte die Pistolen, mit welchen er den mord-schuß gethan, vor seinen äugen auf einem ambofe mit Hammern zu blechen,machten selbige qlüend, und druckten ihm die rechte band dergestalt zusammen, daßss: dazwischen gantz verbrannte. Kaum war dieses geschehen, so ergriffen 2 henckcr so viel glüende zangen, und zerrissen ihm alle fleischlicbte örtcr an armen, brüsten und waden aufs grausamste, und zwar; mahl nach einander, so dann legten sie ihn auf eine banck, schnitten ihm das männliche glied ab, rissen ihm das eingeweyde aus dem leibe, und warffcn es alles zusammen ins kcuer. Nach diesem wurde ihm auch das Hertz, so noch starck gezittert, ausgerissen, ihm um das maul geschlagen, der leib in 4 theile getheilet, an 4 stadt-thvre aufgehencket, und ihm letztlich der kopff abgehauen, welcher bey dem fchuld-thurne, allwo man ihn ergriffen, auf eine lange stanze gesteckt, kurtz aber hernach heimlich herunter gestohlen worden. In währender marter hat er nicht die geringste cmpsindlichkcit von steh spüren lassen, also, daß man meynet, es habe ihn bereits die sollen gantz unempfindlich gemacht. Nach feinem tode haben ihn einige biß in den Himmel erhoben, und zum Märtyrer gemacht - auch in allen Niederländischen Königlichen städtcn sonderbare srcuden-stste deshalbcn angestellet. bist. >,b. 79. >. 4. eck,-,««« l. >2. §/e, 4 . conrin. p. z. Lrro/ kilkoir. metLil. kiÄollLnclc. tchsu-plair:. Gerhardsberq / LkEENi, eine kleine wolgebauete stadt in Flandern, ; weilen von Oudcnarde an dem fluß Denver, gelegen. Sie ist von Balduino, Grafen in Flandern, an. 1068 erbauet worden. Es befindet sich allda eine an. 740 gestifftcte Bcnedictiner- Abtey, und weil man daselbst die reichujen des heiligen Adriani, Märtyrers von Nicomedien, verwahret, so wird dieser ort von einigen auch 8. Adrien gcnennet. 2--/. rox. circ. Lmg. L«cel. mon-ll. Oerm. Lelß. j). srl. Ertz-Bisthöffe / Blsthöffe und andere geistliche Personen. Gerhardus I , Ertz-Dischoff und Churfürst zu Mayntz, war ein gebohrner Freyherr von Epstein, und befand sich, als eiuordens- mann in dem Barfüsscr-klostcr zu Erfurt, als er an. 12; 1 erwehlet ward. Weil fein vettcr, Graf Dietrich zu Edelstein (andere setzen Conradum, Freyherr» von Epstein) an. 12z z mit dem Herme zu Braunfchwcig, Albrcchtcn, zu thun hatte, so zog er ihm zu hust- fe, hatte aber das Unglück, daß er in des letzeren Hände fiel, welcher ihn ein gantz jähr zu Braunschweig gefangen hielt. Er ward da- hero genötbigct, vor seine rantzion nicht allein das amt Gistmver- der abzutreten, sonderen auch 10000 marck silbers zu erlegen, welche cnnliciersbte summe Hertzog Richardlls von Cor»»blen, Königs Iohannis in Enqclland fohl! hergab, um sich dadurch einen weg zu der Kayscrlichen crone zu bahnen. Er ist an- irSo zu Erfurt gestorben, und in dem Francifcaner-klostcr begraben worden. 5 er/,, rcc. I. ; c. z6 84.2. bclclie. liell.g, 142 Luc« Ol sten!', p 2Z4. Gerhardus II, Ertz-Bisthoff und Churfürst zu Mayntz, war aus dem Gräflichen aeschlecht von Epstein entsprossen, und erhielt die Ertz-Bifchöfl. wurde an. 1288. Nach dem rode Kayserv M- dolpbi von Hadsburg erkundigte er sich genau, zu wem dsscr oder jener Churfürst nicht mc>n>irte, da er denn ihnen gleichsam »1 vertrauen zu erkennen gab, als wenn selbiger von den übrigen zu der Kayscrlichen crone in vorschlug wäre, und dadurch zuwege brachte, daß ihm die sämtliche Churssirsten vollmacht gaben, einen KaM nach seinem gefallen zu erwehlcn- Hierauf fiel cr über alles vermuthen auf Adolphum von Nassau, mit welchem er vollkommen zu frieden war, so lange cr dasjenige that, was er und andere geisl- liche verlangten. Da er aber anders sinnes ward, that Mryarcuo das scinige dabey, daß man Albcrtum, Rudolphi tt^ssur^jobn, auf den Kayscrlichen thron setzte. Als nun dieser aufdem WM tage zu Nürnberg darauf drang,daß ihm die geistlichen Cbursuruen den Rhein-zoll abtrotten sollen, zeigte ihm Gerhardus sein IM Horn, und sagte: hieraus köntc er, wenn cr wolte, einen neu.n Kayser blasen. Allein Albertus gieng ihm mit einer armec zu ie vy und brachte ihn dahin , daß er diese gedanckcn fahren Wen, uno um gnade anhalten musste. Nicht lange hernach, nemlich an. N 4, fand man ihn tod auf seinem stuhle, und wuthmaßtc, datz W schlag-fluß überfallen. tcü^uxl. x. 17;. ^ ckron.^. ^ ger Gerhardus / von Regenspnrg, aus einem edlen geschleckt entsprossen, ward anfangs ein Mönch indemkloster zu Clugny, hernach Prior daselbst, und endlich von Alexandra II zum Cardinal, wie auch ;um Bischofs von Ostia gemacht. Dieser Pabst schickte ihn an. -°72 als seinen Legaten nach Franckreich; da er denn auf einem ssnoöo die verderbte sttten der clerisey zu verbessern suchte. Gregorius VII sendete ihn mit einem gleichmässigen cksr-Äer nach Spanien, allwo er wider die geistlichen, die sich nicht recht verhalten, so stharff verfuhr, daß ihn der Pabst vermahnen muste, der menschlichen schwachheit etwas mehr eingedenck zu seyn, und glimpflicher zu verfahren. Nachgehends gieng er als Legat nach Teutschland, von wannen er aber,auf des Kaysers Henrici IV be- fehl, unverrichteter fachen zurück kehren muste. Nach erfolgtem kurtzen vergleich zwischen diesem Kayser und dem Pabst, ?---tm,rte er,als Legat, bey der zusammenkunfft zu Canosa, und in den folgenden zeiten verrichtete er mit gutem luccek noch unterschiedene ge- sandschafften an die Frantzosen, an die Teutschen (insonderheit an die Sachsen) und an die Mayländer. Auf diesen seinen reisen ließ ihn Henricus IV in arrrest nehmen,und drunge darauf, daß er sich vor den gegen-Pabst Clementem III erklären solte. Als er aber auf keine weise darzu zu bewegen war, und viel hohe verbitten vor ihn einlieffen, ward er wieder auf freyen fuß gestellet, worauf er zu Rom den 6 dec. an. 1077 starb. Gerhardus/Bischoffzu Hildesheim,war ein Baron von Bergen aus dein Stifft Minden, und bißhero Bischofs zu Verven gewesen. An. 1)64 erhielt er durch Päpstlichen Nachdruck das Biß» thum Hildesheim, als sich das Dom-Capitul wider seine wähl setzte. An. i;67gerietb er mit dem Hertzoge xiLZno loi-guLw von Braunschweig in einen krieg, und hatte niemand auf seiner feite; da hingegen sein feind sich mit dem Ertz-Bischoff zu Magdeburg, dem Bischoffe zu Halberstadt,den Fürsten von Anhalt, den Grafen von Mansfeld und den Grafen von Barby rc. in ein dündniß eingelassen. Bey Dinckler unweit Hildesheim kamen beyde armeen an einander,da that Gerhardus ein gelübde, daß er der heil. Mariä ein güldenes dach wolle machen lassen, wofern er den sieg davon tragen würde. Es war aber des feindes armee noch 2 mal so starck als des Bischoffs; dem ungeachtet erhielt derselbe den sieg, erlegte mcht allein i;oo mann aufder stelle, worunter in die 100 vornehme vom Adel gewesen, sondern bekam auch eine grosse anzahl gefangene,unter welchen Hertzog Magnus Torquatus selbst war, der sich mit einer grossen lummL geldes rantzioniren, und deswegen ; Herrschafften verkauffen muste. Es war auch der Halberstädtische Bischofs Albertus gefangen worden, und weil derselbe ein subtiler Logicus, Gerhardus aber ein guter o-->r»r war, so pflegte man damals schertz-weise zu sagen: Die l-oZic» wäre von der nncrorics überwunden worden. Aus den andern gefangenen lösete Bischofs Gerhard so viel qeld, daß er das Cartbäuser-kloster vor Hildesheim und die r schlösser Steinbrücken und Coldingen dafür konte bauen lassen. Er ließ auch das thürnlein auf der Dom-kirche zu unser lieben frauen mit Ungarischem gold zur erfüllung seines gelübdes überziehen. Endlich starb er an. i;-8. Lsciill kliron. läiläes. klccrop. Gerhardus Ll.L8Ltt8i8, Bischoffvon Angouleme, war von Bayeur gebürtig, und ein söhn Giraldi. Seine meriten bewogen den cieru.n und das volck zu Angouleme, ihn an ihres Prälaten stelle zu beruffen, welcher kurtz zuvor gestorben. Nach selbiger wähl gieng er nach Rom, allw Paschalis II das (üoncNium l.zrc,3ncnle an. 1112 hielt, und ließ so sonderbare zeichen seines Verstandes von sich blicken, daß, nachdem er ein gar leichtes Mittel vorgeschlagen, wie sich der Pabst von einer dem Kayser gegebenen p->r»!e. die wve- Knur der Bischösse betreffend, loß machen könne, alle Bischoffe, so daselbst versainmlet waren, einhellig riefen, daß solches der Heilige Geist durch seinen mund geredet. Dieses nun zu erequiren, weck es dem Römischen stuhl so verträglich war, wurde er zu dem Kayser geschickt, erhielt auch nachmals die legation von Aqnikanicn, welches eine sehr wichtige stelle war, weil ausser den dreyen theilen von Aquitanien auch i-> Tvuraine und la Bretagne darinnen begriffen; Gelasius ll, Calixtus ll und Honorins III confirmrrten ihn darinnen; aber weil ihm Pabst Innocentius II lolches versagte, wurde er sehr verdrüßlich , daß er auch deshalben dem gegen- Pabst,Petro 6 - Leonisssonsten Änacletus genannt,anhieng, welcher ihm die gedachte legation ließ. Nichts war ihn hiervon abzuziehen vermögend, sechsten Bernhardus that sein möglichstes, war aber vergebens. Es wird gesagt, man habe ihn todt in seinem bette gefunden , gantz gelb und geschwollen, und zwar um das iahr n; 5. Auch wird vorgegeben, er sey Ertz-Bischoff von Bourdeaux, und sein leichnam, aufbefehl des Päbstlichen r<-g.,n, wieder ansgegra- ben worden,welches von Bernhards,Abt von Bonneval, behauptet wird. Besly aber und einige andere widerlegen solches, weiches sich auch ausdie Historie der Grafen und Bischösse von Angouleme gründet, so Labbeus e-i-ret hat. o-li. ciinck. r. r x- ;»>. r. 2. nouv. - Gerhardus msgnus. oder de Groot zugenannt,war gebürtig vvn Deventer. Als er zu Paris in der borbonnc gute kunäaai-mL in der theologie gelegt hatte, wurde er zu Utrecht und zu Aachen Ononicus,verließ aber dieje geistliche benenciL.um ein besseres leben zuführen. Er fieng darauf an zu lehren als oi^conus, wolle aber niemals Priester werden , indem er sich darzu unwürdig schätzte. Er stifftete in seinem vaterlande eine communion geistlicher Personen, welche die fugend nicht allein in der Lateinischen spräche, sondern auch in guten sitten und in der gottesfurcht unterrichten sol- ten. Diese lebten vor sich, und zwar von ihrer arbeit, worunter die na .^er 485 muni?Äe2töE E- -om- UNd hinterließ prokellskwnem vsriäics äs w tscris Iivris ; cvncluta L propoiira, Welche ^ traLtate fitK unter den openbus des Thomä L Kemvis befinden. Sewe M "dch in den Niederländischen bibliothecken in ^l8co. äs origins csenodii öc coneres. VVin- tlesem. sbron. sä sa. »zSq.. vit» LllomL s Lempix r. 8 « 9. ^ Gerhardus/ Thom zugenannt, war aus der an Provence gelegenen instil Martingues gebürtig , und gieng ausäevocion nach ^erusalem,allwo er Ousräisn des Hospitals,nachmals aber Stiffter und erster Großmeister des Johanniter-ordens wurde. Die kauf- leute von Amalphi, einer stabt in dem Königreiche Neapvlis, nachdem sie von dem Bumansor oder Abumansor Caliphen von Aeqyp- ten und Syrien, die freyheit erlanget, den gottesdienst in der kirche zu Jerusalem zu halten, baueten um das fahr 10; 0 der junqfrau Maria zu ehren eine kirche, welche man die heilige Maria der Lateiner nennete, um selbige von den Griechischen kirchen zu unter- fAelden, weil daselbst alles in Lateinischer spräche gehalten wurde. Sie misteten auch daselbst ein Benedictiner-kloster, unter der an- stall, daß die Munche der fremden pilgrime pflegen sollen, und ein Nonncn-kloster zu 8 . Maria Magdalena genannt, um die weiber zu pflegen, welche nach dem gelobten lande reiseten. Nachdem nun die tzerorinn der gläubigen sich von tag zu tage gemchret, fand der Abt zu 8 . Marien der Lateiner, an. 1080 ein Mittel aus, ein Hospital zu bauen, um daselbst die armen pilgrime zu logiren, und der kraNcken zu warten, und übergab dessen sämioikr»«»,, diesem Gerhards, welcher wegen seiner lügend und seines eyfers wohl gelitten war. Die capelle dieses Hospitals wurde 8 . Johanni dem Täuffer gewidmet,weil dafür gehalten wurde, baß Zacharias Johannis va- ter,an diesem orte gewöhnet hätte. Als Gottfried von Bouillon die stadt Jerusalem an. 1099 einnahm, fand man diesen Gerhard, welcher annoch über das Hospital bestellet war , im gesängnisse, indem man ihm schuld gab, er habe den Christlichen soldateu geholf- fen, und ihnen brod gegeben. Einige schreiben, Gott habe um feinet willen ein wunder gethan, daß, nachdem inan befunden, daß er brod herbey getragen,um selbiges über die mauren den Christen zu- zuwerffen, man ihn vor den Gouverneur der Saracenen geführet, da denn die brote zu stein worden wären. Obbemeldter Gottfried, nachdem er ihn in freyheit gesetzet, besuchte das Hospital, und that demselbigen reiche prieme. Im folgenden fahre stifftete Gerhard den Iohannitcr-orden, schrieb eine regul vor, und nahm einen schwachen ordens-habit an mit einem weissen achl-eckigten creutze an der brüst auf der lincken feite, welchen Habit er allen denjenigen ertheilte, die sich in diesen orden begaben, und nebst den gewöhnlichen vori; auch dieses besondere gelübde thaten, den Christen Wider die ungläubigen beyzustehen. Guilielmus Tyrius und Jacvbus lls Vitriaco sagen, daß das Hospital, wovon Gerhard/r-iminim-ror gewesen, den »amen 8 . Johannis Lieemohn-rii geführet, welcher Patriarch zu Alerandrien gewesen. Es ist aber solchem irrthum leichtlich abzuhelffen,weil in den schenckungs-briesen, so diesem Hospitale an. 1099 ertheilet worden, ausdrücklich gesagt wird, daß es zu der ehre Gottes, seiner heiligen mutter und 8 . Johannis Bapti- stä Misstet sey. In der ersten bulle, worinnen dieser ort von dem Pabst Paschale II an. m; conürmstt worden, so an den Großmeister Gerharden gerichtet gewesen,lieset man diese Worte: x-no- äoctiium, guoä in civirsre ^erulslem, juxrs bssliZtttiLnnis Lsprill« ccclellsm inckiruilli. Was sein Vaterland belanget,so kan man nicht zweiffeln, er sey ein Frantzose gewesen, indem Hugo Carthusiensis, welcher um das fahr 1140 lebte, und Johannes äe Jndagine solches ausdrücklich sagen. Es geschiehet auch dessen Meldung in dem schenckungs-briefe Raimondl, Grasen von Provence, welcher kurtz nach Bouillons llsriret ist. Er starb endlich an. m 8 , nachdem er diesen orden -8 fahr regieret, und hatte zum Nachfolger Rai- mondnm von Poggio. Sein leichnam ist an. i?;4 von Rhodis nach Manosque in Provence gebracht worden, allwo er viel wunder thun soll» liili. äe I'onärc äs 8. )esn äc )eruLn. l. 7 - p- 7^6. leg. Gerhardus/ mit dem zunamen der grosse/Graf von Holstem, ein lobn Henrici,(von dem ein eigner articul,) vonemer tochter des Grafen Florentii von Bronchorst. In fernen ersten fahren stund es w schlecht mit ihm, daß er bey Rendsburg auf einem vorwerck fast schlechter, als ein armer land-Edelmann sich behelffen muste. Doch Hartwig von Reventlow, ein Holsteinischer vom Adel, griff chm anfangs unter die ärme,und nachgehends that er sich dergestalt hervor,' daß manihm den zunamen des grossen beylegte. Man. 486 rn; jctztgedachter Reventlow wegen empfangener grossen belei« vtgung Adolphum V I,Grasen von Holstem-Segeberg,umgebracht hatte, nahm er alsbald von dessen hintcrlasscnschafft den!;, und zerteil) dadmA) in den verdacht, daß dle crwehnte Hinrichtung nicht ohne sein vorwiffen geschehen, zumal weil Adolph vorher nach seinen landen getrachtet hatte. Doch Adolphi brudcr Johannes III widersetzte sich ihm nebst Graf Adolphen von Schaumburg und den Dithmarscn. Aber Gerhard bekam den Grafen von Schaum- vurg gefangen , erhielt an. i; ro einen merckwürdigen sieg wider die Dlthmarsen / und an. i;rr schlug er sie gleichfalls, erlitte aber in dem letzt'gemeldten jähre eine zimliche Niederlage von ihnen. Als au. i;r; seiner schwester mann Ericus II Hertzog zu «Lchleßwig uarb / und dessen hinterlassener söhn / Waldemar/ von dem Könige von Danemarek/Christophoro II,gar sehr angefochten ward, nahm er sich mit solchem Nachdruck desselben an / baß an. i z r6 Christo- phorus abgesttzt / und hingegen Waldemar an seine statt auf den Dansschen thron erhoben ward; da denn von diesem letztem Gerhard das Hcrtzogthum Jütland und schleßwig / nebst der würde eines Gouverneurs von dem gantzen Reich,empfieng. Doch da an. i;;o dcr Graf Johannes III von der Kielischcn lmie den vertriebenen Christophormn wieder in das Reich brachte, und die Dänen demelben wieder vor ihren König annahmen,muste Waldemar sich nach Schleßwig rctiriren , und folglich Gerhard ihm solches land wieder abtreten, wovor ihm in Fünen und Jütland , wie auch mit baarem gclde, einige 5 -itzKüion gegeben ward. Cbristophorus, um pch an ihm zu rächen, überzog ihn an. i;; r mit krieg. Allein der Konig zog den kürtzern, und verlohr nicht nur in dein treffen seinen Cron-Printzen, Ericnm, sondern auch nicht lange hernach seine selbst eigne freyhcit, indem ihn in der Provintz Laiand zwey Edel- leuthe unvcrmnthet gefangen nahmen. Wiewohl nun diese vornehmlich dem Grasen Gerhards dadurch einen gefallen zu erweise» gesucht,so befahl dennoch dcrstlbigc,de» König ohne Verzug wieder loß zu lassen, welches auch würcklich erfolgte. Nachdem Chri- stovborus II an. i;z; gestorben, und dadurch ein inrer-cxnum in Danemarck entstund,griff Gerhard so weit um sich,als er nur kante, und brachte sonderlich in Jütland unterschiedene örler unter seine botmassigkeit/war auch daraufbcdacht, wie er seiner schwester söhne, dem gedachten Waldemar, wiederum aufden Dänischen tbron verhelften, oder wenigstens Jütland, so er pfands-wcise inne hatte , gegen den erblichenen besitz von Schleßwig vertauschen mochte. Allein mitten unter solchen anstalten ward er,nebst seinem Capellan/und einem vom Adel,namens Heinrich von Wittichofcn, den r i mcrtz au. 1^40, mcuchclmörderischer weise auf seinen! bette ermordet. Der thäter war ein reicher Inländischer Edelmann, Nils Jcpsen genannt, welcher aus Verdruß, daß er ihn vor seinen Herrn erkennen solle, mit »nacfchr so mann, unter dem schein, als vb er die Gräflliche garde ablösen wolle, ihn überfiel,und gedachter Massen hinrichtete. Er hinterließ von seiner gemahlin, Helena, citier tochter Johannis III, Hertzvgs zu Sachftn-Lauendurg, einen solm, Hcnricum, welcher den zunamen des eisernen bekam, und seine erste sorge sey» ließ, den tod semes Vaters zu rächen; wie er denn noch in eben demselben jähr den 1 nov. den mörder, Nils Jcpsen, auf dem schloß (Haldingenburg gefangen bekam, und bald darauf Viertheilen, die stucke aber auf 4räder legen ließ. Ausser die, sem Hcnrico dem eisernen hatte er noch 2 söhne Nicvlamn, von dem ein,bciondcrer articul, und Johannem, von dem man nichts tnerckwurdiges findet. tzctzLuentzurg. ckron. I.;. c, 16. fol. ir;. c. r). tc>l. 14t. vänisclic R.cickr-clironicle. bitt. Oin. üb. v. 4r8. iliti.OLa. lilll. l)zn. e lor. vrnic. Gerhardus VI, Graf zu Holstein und Hertzog zu Schleßwig, der älteste söhn Graf Hcnrici II des eisernen/ hat jcin baust m grossen flor gebracht. Nach seines valers tobe an. r;8i stund er «ebst seinen brüdern unter dcrvormundschafft seines veitcrs sslico- lai, und ward erstlich an. i ;88 nach dem tobe Hcnrici des letzten Hertzvgs von Schleßwig aus des Königs Abcls stamme, mit dem Hertzogthum Schleßwig von der Königin in Däncmarck Margarethe! und ihrem Printzcn Olao VI belehnet, nachdem er hingegen Jütland, Füdncn und das übrige, so sein vater pfauds-wcise inne gehabt, abqetrettcn. Als hierauf an. M90 die linic der Grafen zu Holstein-Kiel mit Adolphe» VII ausgicng, fiel Wägern nebst Kiel an ihn, seine brüdcr, und seines Vaters bruder Nicolaum,, durch dessen an. 1400, und seines brudcrs Albcrti an. 140z erfolgte to- des-fälle, er endlich gantz Hollstcin zusamen, ausacnomnicn die dren ämler Pinnebcrg, Hatzburg und Bannstcdc, so an seine vettern, die Grafen zu Schaumburg kamen,ererbte. Doch als er an. 1404 den tod seines bruders Aloerti an den Dilbmarsen rächen, und diese völlig unter das loch bringen wolte, warb er auf solchen! »ug crschsirgcn. Von seiner gemahlin Catharina, Hertzvgs zu Braunschwcig tochter, hinterließ er als unmündige Linder Hcnricum III, Adölphum VIII, Gerharden» VII, und eine tochter Hcdwig, von denen allen besondere articul zu lesen. Nill. rcr. D^n. I. 9 z>. Zrr, irgg. Lcliauml). clirou. I. 4 c. I, i p. >71 icgg. Gerhardus VII, Graf zu Holstein, nach dem tobe seines Vaters Gerhardt VI an. i4c>4gcdohren, stunde seinen brüdern Hcn- rico III und Adolphs VIII, Hcrtzogen zu Schleßwig und Grafen zu Holstein, wider die Dänen ben, und ward von den Hansee- städten zum Obersten dabey gebraucht. An. 14z; heyralhete er Agnes, Bernhardt Markgrafen zu Baden tochter, die wegen eitles geschehenen falls fast um 2 monate zu früh mit 2 Zwillingen Henrico und Catharina nieder kam; daher Adolphus VIII, der vach Gerhards antbeit laudcs strebte, gelegenheit nahm, die ge- ger mahlin zu beschimpffen, wodurch er verursachte, daß sie k»i^,.a nach hause gieng , und Gerhard aufder nachreise zu Emerick^m Rhein an. i4N starb; der zwilling Henncus fiel ohnweitGo!°w ins wasser, welches wol nicht aus blossem versehen geschahe LckiumL. ctiron. I. 4 c. 14 9. loz. scgg. ^ ' Gerhardus tz-nicn^, ein Graf von Oldenburg / war Krak Theodorttt des gluckseliczen von Oldenburg söhn. Er bekam nach des vaters rode von seinem Misten bruder Christian» Grafschafft Oldenburg / womit er aber nicht zufrieden warNow dem wolle auch wegen seiner mutier etwas von Schleßwia und Holstein haben; doch ließ er sich nur ;4°°o gülden abfinden Er that den benachbarten / sonderlich aber den Hambnraischm Bremischen und Luneburglschen kaustemm viel überlast - all u Ertz-DischoffHenricus von Bremen eroberte an. 1481 Oldenburg / und nöthigte ihn / daß er in ein kloster gehen/ und die Grafschafft seinen kindern übergeben muste- ckwn. Oillenb. srtzorcr. gcnesl. Gerhard/ (Ephraim) war an. isga zu Girsdorffindem Fiirstcnlhum Brieg gcbohrcn / und nachdem er den gründ seiner studien zu Brieg und Breßlau gelegt/ gienq er an. 1701 nach Wit. tcnderg/ von dar 1702 nach Leipzig/ und alsdann nach Jena/an welchen orten er sich dcrnmerwcisung Schurtzfieisches / Olearii/ Lltil/ Hambcrgcrs/ Slruvcus und Lrcuuers mik gutem nutzen bediente. Nachgchcnds legte er sich auf die rechts - gclehrsamkcN/ und ward 1709 Hof- und Regierungs-Advocat zu Weymar/ und nachdem er zu Hall den woctor titul erhalten/ kurtz daraus ä-iv°. criu, v-cii,iL-ius im land-gerichtc zu Jena. An 1717 beruffle ihn der Rath von Nürnberg züm nevscNt>,c ingilukiunun, nach Aüvrf/ welche stelle er annahm / und die ihm zu Wittenberg angetragene pr»tl-li,on außschluq/ auch das jähr darauf/ ncinlich >7-8;» Altdorfan einer durch sein sieißiqcs studiren zugezogenen kranckhcit verstorben / ehe er noch die Hochzeit mit v. Johann Jacob Bayers tochter/ mit der er sich verlobet/ vollziehen konte. Erhatunlcr- schlcdcnc 6>st>uiLrione8 gehalten / als inlroNuKlunen, m NiüoriLM piiiliilopli.; cicliiicarionem zitzilotlipN. rziionslis; tze IcZ: kuria nini» ; cle kcrvirulibus in tlrcicnllo coniiUcniibus- >ls juclicioNuelli,L:c, Sonst hat er hcrauß gegeben einen unvorgreistichen begriffvoinvec» stände und willen des menschen; Uciincsc. jmn n-turLüs; einleitung zur staats - lehre ; cielincLcisincm jurji civilir 8 . 0 MLN 0 - Lerm,L:c> 1718 ?. r. * Gerhardus/ (Johannes) wurde zu Quedlinburg / all«» sein vater Dartholomäus Gerhard ein r-r-icim war/ an-1;8» den 17 ocl. gebohren/ und an. c c 99 aus die Universität Wittenberg geschickt. Als crhier 2 jähr die theologiestudirt hatte/ fiengeran. 1601 aufkinrathen etiilaer seiner freunde an/ sich ausdas stusium meclicnm zu legen; doch da er an. 160; auf die Universität Jena kam/ und sich seines gelübdes/ welches er im 1 z jähre seines allers gethan/ erinnerte/ kehrte er wieder zu dem Ku-Uo rNcoiogico. Nachdem er nun worden/ begab er sich nach Marpurg; von danncn er noch das folgende jähr wieder zurück nach Jena kehrte/ und zugleich die -ajunÄur bey der philosophischen faculläk bekam. An. 1606/ da er seine mccM-rion» am ersten an den lag gegeben / wurde er zu derHeldburgischen iupcrinlentzcmmuttd zu- gleich der theologischen?rokli,on auf das Coburgische ZymnaNum bcrupen; dannenhero er auch noch dasselbe jähr auf Hertzog Jo. haun Caümirs unköstcn Doüor worden. Nachgehend- wurden ihm viel hohe ämter aufgetragen; allein gedachter Hertzog wolle ibn nicht weg lassen/ sondern vertraute ihm nach unterschiedlich mit ihm gethanen reisen an. 16 ^ die g-ne-si - 5 up»mrcnckmur in dem Hertzogthum Coburg- Doch willigte er endlich in die demsc!» bigeil aufgetragene theologische prof-ii-onzu Jena/ und behielt ihn nur zu seinem Kirchen-Rath. Er hatte aber kaum daselbst sei» amt angelt cttcn / so bekam er aus Preussen vor»,--)» zu dem Ponie« sanlschcn Bißthum / auch wurde er nach Prag / Leipzig/ Willen« Hera/ Straßburg/ Rostock / Helmstädt/ Sora in Seeland/ Upsalin Schweden / inglcichcn nach Marpurg/Hamburg und Halbcrstadt berusten / und ihm die Wcymarische x-nerK- mx-i»"- tcnllcmur zum dritten mal angetragen ; er abcrölteb in Jena/ und machte sich um selbige academieso verdient / daß er ihr nebst andern ansehnlichsten dicnsten von den Sächsischen nmr.-onbu; die Hcrrschafft Rhenda und das Ritter - gut Apolda zuwege brachte/ um aus selbigen die der zu nehmen. Der CtM fürst in Sachsen selbst bediente sich off! seines raths/ und wurde er öfflcrs zu den zusammcnkünfften der thcologcn abgcschlckl.A11.lH9 verhcnrathete er sich mit Barbara / einer gcbohrncn Neumcyerin/ an. 1614 aber mit Maria/ Johann Mattenbergers/ mcs.ooA. und Bürgermeisters in Gocha / tochter/ mit welcher letzten er w kindcr erzeuget hat. Er starb an-1 sz7 an einem hltzlgcn ßcbtt / als er vorhcro seine cvNcxcn zur eiiiträchtigkeitvermahiiet hatte. war sehr freygebig gegen die armen / und hatte den rühm emer sonderlichen frommkeit. Unter seinen schrifftcn sind die vomcW» stcu: inchitsrinoes liic-ce , welche in die meisten sprachen udeiWt worden) 6c IcgirimL !. lcrijiru-^ imerprekskione ; ioci communer rlieviog ; cnckirillion coniolLlorium mvrr! opponcnllum; exercittum z-icrrri» ; sptiorittriikiicri; commcnrsr. mliarmoniLM Iiistor>«cvak>Z- tckolL contol-iroris; cx^licsiioncs evsnKcliorum äominic. ^ ltu8 llullii rlicol. ; NexLNecL? Nissur.; kLrmoniL 4 evZnZcliiirwm; ^ilhutLNones rkeologicL conr-a NuZmaca UaprliL ; ,^>Iiorilw> rnco 0. cvurroverllz? in Oencli k8loläicL occurccnkei, conrmcmcs; Lei- isiminus orrNoäoxiL'rcllir; cliff>u»iioncs Nzgoj-icL; contelllo ^ lics; sLcr«liomili.i,'in pcricoz-sz evaiißsl.; snnol. in?l0pl>c»m commcnr. in Sencsi«, snnoc. in cz-Ni. ^ukis; ger epM. »6 super, öc , epikolam?«ri. 1^^,« memor. kdcol. F/eZ-en ckescr. p. 467. vit. ckeol. ^ea. Gerhardus/ (Johannes Ernestus) obbemeldten Jobannis söhn/ war zuJena an. I6ri gebohrcn / und trat tm 16 lahre fernes alkers dre lluäcs -csäemics an / da er sich anfanas m Dilherrn/ damahligem krokekkre k,k. und «rsr. hielt/ darneben aberJoh.Tobia^-i°r,z Stahlir/ Bath.Cellarir/ Joh.Musst und Christ. Chemnttrr bediente. An. 164° gieng er nach All« dorff/ allwo er wnderlich in onenc-iibu, Hackspancn hörte. Dar« aufwendete er sich wieder eine Zeitlang nach Jena. Hiernachstchat «reinen klemmr»ur nach nreder-Sachsen/ Helmstädt/ Leipzig und ger , 487 lsrc der zwischen seinem groß - Vater und anderen berühmten män« ncrn gewechselten theologischen sendschreiben eMren. So hatte er auch ein »pus ?LkocLi- unter Händen / welches er fast vollendet; allein der frühzeitige tod hat die heraus - gebung dieser schrifften verhindert. in okjrum. LsirZirskäLNLlcuogs-ieäeöcc. Gering / (Ulricus) ein Teutscher Buchdrucker zu Paris/ war einer von den dreyen / welche die voÄor« der 8-,r>,<-nne zu Paris um das jähr 1470 kommen liessen / um die ersten bücher daselbst zu drucken. Die 2 anderen waren Martin Crantz und Michael Friburger. Nachdem er grossen reichthum zusammen gebracht, 2 Ü> ..1649allda r^pogr-pk. orjg. key'"bMun^ R°Mtz"mwdemLttp'E bidliothequen und erkantmß der verschledenen fetten m der religion Rochlitz. Vor diesem war ein bekanntes Nonnen - Äer daÄT wohl zu nutze. Kaum war er von seiner relse^zurück gekommen / fo so nun privat-Personen zustehet. Es scheinet den namen von ei- " ^ " nem Oerone oder Oc-XNA» zu habe»/ gllLÜ Leronis 5 cu Ocrvnsi lvlvs. proär. IvNsn. p. 177 . wurde er an. 1652 ?roteNor kikorisrum zu Jena / und das folgende jähr voüor tKeoiogiT. Mit Catharina Elisabeth/ des berühmten , Christophori Schelbammert/ wittwe/ zeugte er 2 söhne/Joh.Fridericum unJoh. Ernestum/(von dem infolg.art.) nebflr töchtern/ Sophia Elisabeth und Maria Elisabeth. An. iü;; wurde er in einem jähre profeNor ckeviog,« und ^sgnigcur. Er war in den sprachen und kirchen- Historie sehr wohl erfahren/ und starb an einem hitzigen lieber den 24 febr. an. ,668. Seine sthrjssten sind: kirmon. knguLr. orienrL>. ; äitputLrionum ckeol. tUci- rulur; locorum rkeolog. epicome; äs kpulcurs Ivl lis; conieolus 6c äklenlusreligionum pivtsnLrun,; äs scc cliL ( opric« orlu, progrekü öc cjaötri«». Dem. ckeol. k/'ede/'. rkesk. 2c««>e»' vic. ckeol. ^en. 8., ein Ritter - orden / jb in Palästina durch den Kayser Fridericum Barbarossam soll gestifftet seyn worden. Es wurden in seidigen nur Teutsche Cavaliers eingenommen / unter der regul 8. Augustini. Sie trugen einen meisten Habit mit einem schwartzen vollen creutz darüber; die aber / so diese sach genauer untersucht habe« / halten sie völlig für ein fadel-werck. r-r-v»» tkescre ä'konneur öc äe ckevsll. Lr/t. * Gerisau / ist eine in dem Canton Schweytz/ rechter hands des 4 Waldstädter-sees gelegener flecken / welcher gäntz frey ist / seinen ^ ^ ttn tobn des vorberae. eigenen Amtmann/ Rath / hohes und niederes gericht hat. Das Gerhardus / Nachdem Malefitz wird vor 27 Richte«»,, als dem dreyfachen Rath, abgehenden/ wurde an-1 ^ ^en 19 ftbr. zu I na h." handelt. Sonsten stehet der höchste gemalt bey der gantzen ge- ihm sein vater lm En und dw mutter rm 9t v ^ meind, welche gewöhnlich alle jähr einmal versammlet wird. Vor Johannes Andreas Gechardlis/^ und Rg g - Rath u er dem hauß Habspurg - Oesterreich zugehört, und ist Zerbst / seines vaters bruder / jemer an / uno ryai «yn a . 74 lesest nachgehends den Edlen von Moo»/ Bürgern zu Lucern, verpfändet, auch niemals wieder gelöstt worden. Endlich an. 1,9» haben diese Edle denen von Gerisau selbsten ihre rechte mit auslie- ferung aller äocumeocen um 690 pfund verkaufft/ auch Kayser Sigismundus an. 14;; ihnen alle ihre nr.vile^ zu Basel bestätiget; dessen ohngeachtet haben die 4 Waldstable, Lucern / Ury, Schweytz und Underwalden / das schirm-recht über diesen flecken , laut bund-bciefs von an. also/ daß dessen einwohne« verbunden sind/ allen 4 orten in dem krieg zuzuziehen / und zwar deme vor anderen / von welchem sie zuerst sind angesprochen worden / laut des an. 14; i geschlossenen Vertrags. Die 5 katholische orte halten zu zelten ihre ccmkerenrrien daselbst. ÄM'/ei' >, 2. p. 66r eäir. novilk äclcripr. Helvet, p. 402. cbron. r/ISL. k. 1 sä sn. iz^ 9 . * das ZymnLllum zu Gotha / und an. 1677 in das zu Gera / bis er endlich an. 1679 wiederum nach Jena gelangte / und daselbst seine llusis fortsetzte. Von da begab er sich nach Altdorff, und hörte Sturmium/ ingleichem Kötenbeccium. An. 168; wurde er ki-si- ker, disputirte auch ä- immsreri-llirzre me„cis. Ob er nun gleich entschlossen war / nachdem er sich von Altdorff wieder nach Jena begeben hatte / daselbst sogleich seine llu-l,» cbeoioZics fortzusetzen / so wurde er doch daran gehindert / indem er flch wohl ein halbes jähr wegen Unpäßlichkeit zu Hause hallen muste. Inzwischen hatte er doch bequeme gelegenheit / >n jure iEur« >rsrum > und >» jure Lcclellriii:o l^ynclcerum zu hören. Ferner hat er es auch an seiner geschlcklichkeit nicht ermangeln lassen / so wohl bey der LociecLke äiiquiremium m Jena/ als auch bey den bruäirorum l.ipiicnllbu5, das sernige beyzutragen. Ausser dem hat er / so bald er von seiner kranckheit r-ki- kui« wvrdeN/ in l'UeoloZicis Leckmnnni, Velcbemii, Nlid V 0 k anderen NLjeri i-eÄiones in 1'beo!ogin tkerics, pnlemicn und morsli fleißig besucht, und insonderheit zum öfftern gerühmt / daß er aus Lsjeri colic§ns p-gAic>8 vd« picrncis, so derselbe gN. 1685 Über Arnds wahres Christenthum gehalten / grossen nutzen geschöpffet. Seine gelehrsamkeit suchte er auch anderen in verschiedenen co»s.. 8»;, exercinir bibiiciz Ulld äiipursrionjbus publicis, darlNUtti tv sbN- derba« zeugnisse seiner eruciicion so wohl von Baiero als Bech- manno erlangte / wieder mitzutheilen. Zu mehrerer ausübung seiner geschlcklichkeit that er eine reise durch Sachsen / die Marck/ Pommern, Mecklenburg / Holstein / Lüneburg und Braunschweig. Er schrieb auch wider einen gewissen »uÄorsn,, der die Lutherische und Reformirte religion auf eine neue act zu vereinigen gesucht, und sieng schon damals am die brieffe/ so sein groß-vater mit anderen Dicoioßi- gewechselt hatte / zu coiiißiren. Wie er von der Gothischen Herrschafft zum reise-Prediger auf der reise dieses Hofes nach Holland verlangt wurde / hielte ihn eine nochmalige kranckheit davon ab. Nächst diesem fügte es sich / daß ihm fast zu einer zeit die mss>eÄion über die kirchen und schulen des Gotbaischen landes / und eine andere vocarion zu dar prok-llione iMon-rum zu Jena / an Sagittarii stelle / zu dergleichen er schon vorher» in Kiel hätte gelangen können/ angetragen wurde/ wovon er die erstere annahm/ und an. 1694 den gracium OoÄoriz erlangte. An. 1697 erhielt er eine vocsrion zu der piokessione ikeoloAiL oräinLria nach Giessen/ welche er denn auch endlich/ nach eingeholtem bedencken der theologischen facultät zu Halle / annahm/ dabey er auch bis an seinen tod verblieben; ohnerachtet er an Valentim Velthemii stelle von der sämtlichen Jenischen Universität allein ernennet wurde. Sonsten war er vonJehr schwacher leibs - conkimrion, führte ein exemplarisches leben, und bewieß alle sorge und treue so wohl in seiner prokelllo^ als auch in seinem dabey anvertrauten predigt- amt und crreckikrion, bis er endlich an. I?c>7 den 18 mart. verstorben. Seine schrifften sind: Kurtze Untersuchung eines Küchleins/ dessen titul/ der Lutherischen und Reformirren religions - ei- nigkeit; Oigercrrio cic juce tertii in cLllls regsli«, die er unter dem prLiiäio ^oksnni; Quiliclrni kajcri gehalten / und einige andere äig-rc-tiones. So hat er auch seines Vaters Johannis Ernesti Gerhardt 8/lIogcn äccLäuni l'keologicarum, dariNNM die vornehmsten conkroverii« kbeoioßi'cL abgehandelt werden / vermehrter heraus gegeben. Er wolle ferner seines groß - vaters ccv-Dwenksriuni über die z bücher Mosis continuiren / ingleichem ein s/m-zm» epiko- Aerlach / Ertz- Brsthoff und Churfürst zu Mayntz / war ein enckel Kaysers Adolphe von Nassau/ und wurde an. 1)46 wider Henricum III erwählt / konte aber nicht eher als bis nach dessen tod an. izzz zu dem besitz gelangen. Er gieng an. -z?, mit tod ab/ nachdem er Duderstadt an das Ertz-Stifft gebracht/ und die güldene bulle mit verfertiget hatte. -r-red. Gerlach/ (Stephanus) ward den 27 mn. an. ^-46 in dem dorff Knitlingen im Wurtembergische»/ so unter das kloster Maulbrunn gehörig / von ehrlichen eltern gebohren , und anfangs zü hauß / auch in der benachbarten schule zu Meckmühlm unterrichtet / im i2ten iahr aber seines alters in das Mmn-imm z» Stut- gard gethan / woselbst er Johann Wacker zum Präceptor hatte. Unter dessen anfuhrung nahm er dergestalt zu / daß er nach ver- lauff zweyer jähren in das gx-nnsiium nach Maulbrunn geschickt, und daselbst seinem bluts - verwandten / Jobanni Brencio, Probst zu Stutgard / recommendirt wurde. Von dar kam er den 2; nov. an. I?üz in das coNegium rNsoivgicum zu Tübingen / woselbst er unter Jac. Heerbrando und Joh. Brentto so weit kam / daß er in kurtzer zeit Laccsi-ui-eus, und hernach an. ^67 zu Eslingen / wohin damals wegen der pest die sca-i-mie von Tübingen war verlegt worden/ iviLZiller wurde. An. i;?? gieng er mir dem Kayftrlichen Gesandte»/ dem Baron von Ungnad/ als reise-Prediger nach Con- stantinopel / allwo er sich; iahr aufhielte/ und zu der Würkember- ger commercio mit der Griechischen kirche vieles beytrug; er hat auch ein äisrmm von dieser reist heraus gegeben. Nach seiner rückkehr wurde er an. 1578 so fort voAor und rdeoiog,- zu Tübingen / nachmals i"st>-ttor des coii-gü cK-oioZici und s». perinrenclens daselbst. In feinem alter wurde er vfft von dem schwindet überfallen / und verlohr sein gedächtniß gantz / bis er den 20 jan. an. 1612 starb. Er hat verschiedenes geschrieben / worunter stlNe äilputstioncs comrs ^eluicss 6c Lslviaisnoz äc conäcmnr- rions errorum cosn« Onmini; sclverlus v-nLura; epirome Nikon« ecciellskil«. vik« ckeol. HÄLe/rr cewplum Kon. Gertacus/ vonDevent«/ Petrigenannt/ einc-nonicu-r-- xui-ri- Augustiner - orhens / in dem kloster Windessem / wurde vor aar fromm gehalten. Er hat -s-Rum cum v-o coiioquium geschrieben / und ist an. i4" im ;;sten jähr seines alters gestorben. kikl. Neig, Germain / (Michael) gebürttg von Peronne, begab sich an. rS6, im l?den jähr seines alters zu Rheims unter die Benediktiner 488 ger uer von der con§rc§ztlan 8. Mauri. Er begleitete an. 168; den k. MabiUonilliu auf seiner reife nach Teutfchiand, und zwey jähr darauf nach Italien, da sie unterschiedliche didliokhequen dnrch- nichten / und den gesiimmleten schal; den gelehrten mittheilten. Er starb an. 16-4 in dem klvster 8. Germain llc- Man hat Yen thlN I killoire cic I'^NKsic rovsle lle norrc ÜLme^llc soiüuos Er hat auch aufMabiüonil ansuchen das 4te buch zu dem werck lle r- oiplomsr-cs verfertigt. K-m. Lenell. Germanicus / (Cäsar) ein söhn Drusi , und der jüngeren Airtoniä, Kayfers Augusti schwester - kochter von der Octavia. Er wurde von Libcrio, als feines Vaters bruder / jedoch hauptsächlich aufbefehl Augusti an kindes statt ausgenommen, daraufnoch ; jähr zeitiger, als es die gefetze zuliessen, zum (4i>Lliore, und bald hernach zum Bürgermeister erwählet. Als er in Teutfchland die armee commandiere, geschahe es, daß die legionen, nach erhaltener Zeitung von Augusti töb, an. -4 ihn, und nicht Tiberimn, aufden Kayserlichen thron erheben wölken. Allein er besanffligie ihre verbitterte gemükher, und verhinderte ihre meutercy. Bald darauf schlug er den feind, und erlangte auch in den folgenden feld-zügen, so ansehnliche siege wider die Teutschen, und vornemlich wider Arminium, daß die Römer des Bari niederlag dadurch genugsam gerochen achteten; wie dann auch Germaniens des Vari und seiner legionen zerstreute gebciner, als er bis auf selbige wahlstait sieghafft durchgedrungen, mit sonderbarer sorgsalt zur erden bestattete. Allein, ie mehr er dem reich dienste leistete, je hcffllger entzündete sich gegen ,hne des Tiberii neck und ciffer-sucht; daher er auch selbigen bloß darum, damit er ihne von denen am Rhein stehenden kriegs-völckcre» wegziehen ,, und der gclegcnheit, noch grössere ehre einzulegen, berauben möchte, unter dein vorwand, ebne ferner nach Orient zu schicken, zurück nach Rom ruffte; er kam also, und nachdem er über die Teutschen triumphiret, auch «um andernmal neben Tiberio das Bürgermeister-anst erlanget hatte, gieng er in Asien, gab den Armeniern ( so damals ohne König waren, nachdem Vonones schon vor Silano entsetzt wor» den) Zenoncm, Polemonis, Königs in Pomo söhn, zum König, lind machte Cavvadocien zur Provintz, iedoch alles ohne krieg oder schwerdt - streich, weil sich damals in Asien nieinand der Römern gemalt widersetzen dorffte. Darauf that er eine last - reise in Egn- ptcn, um die wunderbare und herrliche Antiquitäten dieses lands genau i» augenschcin zu nehmen, b.n welcher gelcgcnheil vieles den Römercn erst recht bekamst worden ist , so man ohne diesen Germanicum nimmer recht erfahren hätte. Kaum aber kam er von bannen wieder, so starb er an. iy im zmlcn iabr seines alters «u Antiochien an einer langwierigen und ihn allmählich verzehren» den krauckbeit, und zwar nicht ohne Vermuthung eines durch Pi- souis austiffteil und Tiberii zulassung ihm beygebrachten giffts. Mit seiner gcmahlin Agriopina, des Kayfers Augusti nefin, zeugte er z söhne, und eben so viel töchter. Nero, welcher der älteste war, wurde mit Drusilla Julia, des Kayfers Tiberii enckclin, vermählet , aber aus Vieles Kavsers besebl hingerichtet, wie nicht weniger auch Drusus, der andere söhn. Der dritte söhn war Caligula, so nachmals Kanser wurde. Unter den töchtcrn wurde Agrippina zum erstenmal mit Domitio vermählet, von welchem sie Neronem hatte, der hernach gleichfalls den Kayserlichen thron bestieg; zum cmdcrnmal mit Crispo Paßieno, und zuletzt init dem Käufer Clau- dio. Drusilla, Germanici zweyte tochtcr, heyrathete zuerst Lucium Caßium, und nachmals Marcum Lepidum; Livia aber Marcum NlNidlUM. ltÄcte. L^IiguiL. * Germanus / Patriarch von Coustantinopel, war ein söhn Iustiniani Pakricii, welchen Constantinus Pogonatus hinrichten lassen. Anlänglich wurde er Bischoff zu Cvzsto, nachmals aber kam er an. 715 nach Coustantinopel. AIs er sich dem Kayser Leoni Isaurico, welcher die bilder wolte abgeschafft wissen, gewaltig widersetzte, wurde er an. ?zo des Patriarchats beraubt, und neuste ins cxiiium . worinnen er um das jähr 740 verstarb. Das me„o- logium crrskcum und das rn!„xk„„ W.UM 4 NUM setzen ihn aus einen tag. Er hat verschiedene schafften hinterlassen) worunter einige in der Kikiiotkcc- befindlich, andere aber von Heii- rico Canisio und Combefis -llirt, wiewohl auch einige behaupten wollen, daß unter diesen schrifften etliche sind, so von anderen Prälaten gleiches namenS verfertiget worden. Pholius redet von einer »pok'gie. welche Gerinanus vor Gregorium Nnssenum, unter dein litulg s-rribuc»- inieNi,!;-»- geschrieben. Die wcrckc, so man unter seinem Namen hat, sind kkcorii rcrum ccclcsialdczrum ; commc»- trriolu- Lct oi^iivncm llominicam; llzgiriemum cx oi-rrion« cvnkrr ha-rcler ,6 ciicomium ll-iyzr»!; rrcr cpi>to>L. roll. r)?. in ckron. D»e/r kill. Lzrllin. k. > s>. 189. v>ki. L-Ig ?. > P YZ. in ckron. -ccl. QrLc« p. kr, 8;. < 7 .rvr kill. lirrcr. Gcrmanus II succedirtc Emanucli an. 1222 / und besaß das Patriarchat zu Constantinovcl ohngefähr 17 iabr. Er hatte viel mit dem Pabst Grcgorio IX zu thun, um die Griechische k>rcbe mit der Lateinischen zu vergleichen, allein es wolte nicht so gehen, als man »erhoffet hatte. Kll>, v i„ll»b. > 4 p. «»/«- »ix- »N NKMyyi (t)4>r>i cvron ecclcl. Lr.^c.'r p. riz kill. llrr. Germanus III, anfänglich ein Mönch, hernach aber auf ein jähr Patriarch von Constankinopcl. Er hatte zum Nachfolger «inen , namens Arienius, wiewohl Nicepborus Blemmides be» nennet war, ibm zu lxcceowen. Genebrardus redet von einem andern Germano, der im 16 seculo Patriarch zu Ierujalcm gewesen. cdron. in cliron. cccl. i>- 2lv, ger GevMünus/ DischossznAnrerre/ wara„ssMaersiabt4, diirtig / woselbst er auch dergestalt in der . st er auch dergestalt in der beredfamkestzünahm, daß man ihn vor den besten advoeaten hielt. Nachmals wurde Üm das Zouver»» der stadt anvertrauet/ und ob er gleich dem BissM Amato sehr zuwider war/ wutde er doch allein für mchüa üklwk ten / ibm zu a,ccca>ren. An. 42Y schickten ihn die Prälaten aus Franckreich mit Lupo Lricaßlno nach Engelland/ um dasM des Pclagii und Cvlcstini ketzercy zu widerstehen/welches steauch ülsiL lich ausrichtete,1. Gerinanus kara um eben dieser Ursachen willen zum andern mal dahin/soll auch viel wundcr-wetcke gethan haben Als er bey seiner letzten rückkehr durch Italien retseie / starb er an' 448 zu Ravenna. Constans Lyon Hai uns seines Er») Bischoffs bsrienr.- ansuchen dessen leben beschrieden/wetchesEry cns/ ein Mönch von Aurerre/ zu Caroli L.,>v, zesten / in hervj-' sche verse gebracht. >cNr»n. cbrill. r»m. r. UFc»"» k7,r. Gerinanus / B ischoff von Capua / wurde an. 467 mdstCrch como von dcm Pabste Auastano als Abgesandter nach Constanm nopel geschickel / um den Kayser Anastastnm zu bereden / die rar» they der kctzer zu verlassen- Hormisdas schickte ihn gleicher MM an den Kavser Iustlimm. Gregorius sagt/ er habe einen Q>,cv- „um von Rom aus dem feqseuer erlöset/ worein selbiger/ weil er es mrt den l'etzcrn gehalten/ gekommen seyn soll. Er starb an.;4». j>> ocr. r 4 llis!. t. Gerinanus/ Bischofs von Paris / und gebürtig von Anlm/ war ein söhn Elciitheril imd Emebia'. Sein vetker Sophiv,,/ ein ?,e vvicr . zog thu. mit arosser sorgsalt auf/ unb er nahm auch nn» ter ihm so wohl in maendeii als wiffenschaffen zu. Von dein Agrippmv / so Bischoff daselbst war / wurde er an. e; z znm vm. cnno rmd nachmals zum u>-°»vv7-r os.ii„ rct.De'ren nachfolaeraber/ Nectarius/ machte ihn zum Adk der krrchc s SymvbmM. Nach Llbanii tvde wurde er an.Bischoff zu Paris/ und der König Cbildedcn bewilligte nicht nur leine wähl/ sondern machte ihn auchzn seinem obersten Capestan oder Groß-Allmosm-PßM. Er that eine wallsahrt in Orient/ und als er durch CvnsiaiMo. vel rcisetc/ wurde er von dein Kayser mit vielen rcligmen bcschm. cket. An. z-;7 hat er dem dritten Coneilio zu Paris bcyaewvhmk. Er starb an. 576 im 8-> jähre seines alterS/ imd hinterließ eins evistei an die Königin Druneckildis / daß sie König Siqebmm von den, kriege / welchen er wider seinen bruder ekstlpericimi vop hatte/ abmahnen solle, ckrilk. -. 1 y. 404. kill. k-rer. Germanus / (Jvhanncs) Bischoff von Revers und nachmals zu Chalon an der Saonc/ war von Clugiiy qebürlig / und nahm ,n den wlssenschafflen dergestalt zu/ daß er aiifder acadmiezn A« ris Ooüo wurde. Durch seine Verdienste machte er sich bey W« llvpv Htttzvge von Burgund / gar beliebt/ welcher,hm auch obbcmcldtc beyde Bißihnnlcr zuwege brachte/ und ihn so wol zum Cantzier des ordcns von, güldenen vliesse / als zu seinem Gesandten am dem Coneilio zu Costnitz machte / allwo er seine grosse de' kdsamkci! sehen ließ. Er starb den 11 sebr. an. 146» / und war» in seiner Haupt-kirche begraben/ allwo man sein grabmahl siehet/ nebst seiner statne/wclche die Huqvnvtten in wahrenden innerlichen kriegen zerbrochen. Er hat verschiedenes geschrieben / als s- ceynonc K. MsriL ; Lviverku- k^kumcrLno- öc insiNsk-; LövcrkusLl. corsnum in iib. 4 llmcmirrum ; rkcsiruruw psupc-um; >rerc«!>, lc>» cle icgimine «cLictisllicvium 2: isicorum; rnrpprm munrli; Lc. 5. in mill kill. öc llc smiq. Ciski». / 4 EL kibl. kiLvc. )«. c«öi ciL scripr.
    ,ll. 0->I. Germaintö/ (Dominieus) ein Franciscaner ausSchlesim und ?rc>tc,t»s der Qrimtaltschen sprachen in dieses vrdens convenr zu Rom. Er hat daselbst/ aysiimoslen der propz. ^Lny^ KNc. an. lüzy ein Arabisches llicsionLiium unter dem timl: Qbnc- linßiiL ^rLMcL-; drucken lassen- DieseslliÄions-ium istvor- nemlich den mnbonrriis in Orient zum besten geschrieben/ und übersetzet die Italiänischen redens-arlen in die Arabische sprach. Germar/ eine von den ältesten Adelichen familicn in Thnrin« gen. Clirt gieng an. »461 mit dem Hcrtzoge zu Sachsen/ Wil- helmo / in das gelobte land / und war zu seiner zeit ein berühmter krlcgcs-hcld. Hans/ Land-V»,mur der Balley Thüringen / Hai an. 1454 den Naumburgischen vertrag zwischen dem ChurstirM Auqusto und Johann Friderich/ Hertzvg zu wachsen/ Mlerschm- ben. Ein anderer dieses namens / ,,o zu Gcbescn gewöhnet/ hat an 14 64 die stelle eines Chur - Sächsischen Raths bekleidet/ und ,u Jena einige milde stifflimgcn vermacht. Hcmnch that sich um das iahr ,640 als Chur- Sächsischer Oberster / ^vhann eonrad aber an. 1698 als Chur- SachlischerObrist^Lieiikciiant heMr. /-llcUst. r. r. ckion. Lii-Üe« Lnurl. LAX. ^e„ß 7 Zpk. jen. Germersbeim / eine kleine stadt und ober-amt in der nnm- Pfaln / wo der Qneich in den Rhein lallt. Vor zeilen war es nur ein stecken / welcher unter der Francken behenschnng «mm/ na mens Gcrmaricus/ zugestanden / daraus nach imd >>ach c l M worden. Andere aber ziehen den namen von des Drusi sohm/ Gtt mamco/ her / und vcrmevmn/ daß der erste bau von. Cawco »- liche iahr nach Christi acburt zcrlwrck/ und vonbcmKoi M Clodovao in Franckreich eine neue stadt erbauet worden / so e me kleine Neustadt qciiennct/ da hingegen die bürg oder vor Zeiten Germaiilshelin geheißen habe- Ehmia s wa h um stehe Neichs-stadt in gutem ansehen. Wte denn Kaz'ftrkndy n^^ ger Dauern Graf Georg von Veldentz wider Otten von Offenstem/ welchen der Kayser Frrderrch aus Oesterreich zum Landvogr gese- tzet/ am i;i; zum Statthalter daselbst verordnet hat. Nachge- hends aber ist sie von dem KayserCarololV dem Churfürsten Ru- perw vonderPfaltz gescheiM worden/ welchem und dessen nachkommen fie nach der zett staks eigenthümlich verblieben / mit allen ihren llcpcnöcmien / dre sich sehr weit erstrecken. Sie ist m den Teutschen kriegen sehr mitgenommen worden/ und hat an. 167; und i6yo von den Frantzosen viel erleiden müssen/ welche das ehemals daselbst gestandene schloß zerstöret haben. Sonst ist selbiger ort bekandt/ daß da herum das beste gold in dem Meine gewaschen/ auch daß der Kayser Rudolphus I an. 1291 allda verstorben. Die lufft ist daselbst wegen auslauff des Rheins und morastiger gegendmcht allzu gesund. or,Z. ?slsr. j>. »I. Gerinigny/ einstecken / in der 6i«cez vonOrleans/ obn- fcrn Fleuru / an derLoire gelegen. Er ist in der Historie wegen ei« ues stiom berühmt/ so daselbst von verschiedenen Bischöffen aus Fmnckreich an. 84; gehalten worden. Dieser «ynociu« ist biß vor weniger zeit unbekandl gewesen/ da Mabillonius solchen in dem leben der Heiligen des Benediktiner-ordens zum ersten zum Vorschein gebracht hak. Gerinigny/ ein flecken in dem ländgen Brie / an der Maine gelegen. Es lst ein sehr angenehmer ort/ allwo man des Dischoffs von Meaur prächtiges lust-schloß siehet. Es ist auch solcher ort in der Historie bekandt / weil allda die ordonantzen -. Ludo- vici an. 125; und Philipp! rmuir- an. 1^19 aarimsind. lle re ciiplom. Gerinonius/ (Athanasius) Dischöffvon Tarantaise/ war an. i;;i zu Turin gebohren/ und in der rechts-gelehrsamkcit wohl erfahren. Der Hertzog von Savoyen schickte ihn als in Spanien / allwo er den 4 aug. an-1627 starb. Er hat verschiedene fachen geschrieben/ worunter sich vornemlich sein a- iuiisllietionccccictiLNics; lls rcnum tscrarum immunirsrivus Md P2. rLMlL ili z libros llccrcraNum besiNdkN. in vir. r. Gern/ ein Bayerischer marck-fleckcn im Dißthum Saltzburg und dem pfleg - gericht Eggenfelden / hat ein schloß/ welches 1648 verheert/ nachgehends aber wieder erbauet worden. L/«--- x. -j/8. Gemler/ (Lucas) H. Schrifft wo/r. und?rofcüb-, wie auch drittes der kirchcn zu Basel / ist allda gebohren den 19 aug. 1625 von Johann / Pfarrherr bey St. Peter / und Maria Just/ einer tochlccund groß-tochterHenriciundLucäMorum. beyderPfarr- herren zu St. Peter. Nachdeme er an. 1642 -»reium worden / begäbe er sich aus das NuMum ^ , und wurde an. 164^ in die anzahl der ^iniNi-onimrecipirt/ that hieraus eine reiß durch Genf in Franckreich und Enqelland / von bannen in die Niederlande/ und käme durch Deutschland wieder nach hauß. Nach seiner wiederkunfft nähme er die voc^rion zu dem krrchen- dienst in Breosach von dem General-Lieutenant von Erlach an/ wurde aber nicht lang hernach wieder in sein vatterland bernffen/ undzwaran. lüzozudemvisconsrucommuni, an.iü;; zu dem -rcUi-lliacon-r, und an. 1656 auf absterben Thevd. Zwingers seines schwäher-vatters zu dem ^nriNirio der kirchen zu Basel/ wie auch der ?roscliione I'tieoloßics bey der Universität, hinter seinem keäokLtu äcLäcinico wurdedas lubilLurn als der eingang in das dritte lecuium derselben mit vielen excrcirns und ckiennllaten an. 1660begangen/ da er als Nestor eine schöne in druck ausgegangene Orsrion ae /rcsclcrniL Lsllleengz orixine öc xrogrcNu gehalten. Wie er ein mann von unqemeinen und sürlreflichen gaaben gewesen / so hat er allen seinen schwären ämtern mit grösser emsig- reit/ eyfer/ k-rull-n^undhertzhafftigkeit biß an sein end abgewartet/ auch einige seiner arbeiten in druck ausgehen lassen/ als: viel Mlxm-Itior,. rticologic. darunter sonderlich die IN conf-liio. ncmNeivericsm angefangene Lkunirt worden ; Lytl-bum c^oncrov. Ttieoloß.; OrLkion. sunebr. über den tod Seb. Ucclni und soll. Llix- wrüi, kilii; pest-predigtcn über I Sam. 24; leich-pt-edigken rc. hatte auch vor selsien commenrär. in vLnieiem, welchen er fast gantz -bsoivirt/ an das licht zu geben / wann ihne nicht der tob/ der thue schon in dem hornung an. 167; hinweg genommen/ daran verhindert hätte. Was von ihme schon in seinenchmgen jähren zu hoffen gewesen/ kan aus einem schreiben des berühmten c: t'ump«. reur an Joh. Vnrtorf an. 1646 vermercket werden / da er von ihme also redet: Ich muss bezeugen/ daß ich einen schöneren geift niemals gesehen; so eine grosse hoflichkeit/gulmrilhigreir/ geschicklichkeit / frommketr und mo-teNie mit allen übrigen lugenden vereinbaret leuchtet an ihme hervor; ich möchte wünschen/ daß ihmalle gleich waren. Seine beyde söhne Henricus und Theodorus sind in seine fuß-stapffcn getretten/ und haben sich ebenfalls dem NuMo gewidmet. Henricus ein tresiicher 'rvi-oingus ist nach etlichen geringeren bedienungen der kirchen an. 1709 zu dem usttorsr bey St. Peter beruffen worden/ undbatsich nicht nur seinem Vaterland/ sondern auch dem puMico durch sein in druck ausgegangenes bätt-buch und Catechismns-pre- digten rc. genugsam bekandt gemacht. Theoborus aber der jüngere/ ein guter ttMoricr-5, und ein wegen seiner beredtsamkeit/ s^virat und eyfer der gantzen stadt sonderlich beliebter prcdiaer/ nachdeme er erstlich zu Genf in der Teutschen kirchen / hernach in seinem vat- tcrland bey unterschiedlichen posten in dem predia-amt erbaulich gearbeitet/ wurde zu der gemeind bey den Baarfüssern und hernach bey St. Elisabeth beruffen/ dabey erden 19fcbr. an. 172; bey allgemeinem mitleyden in dem5 z jähr seines altcrs verstorben; Er hat herauß gegeben Abrahamsvpffer; Vorbereitung zurhetl. ger 489 Communion; Scherloc vom tsd ins Teutsche übersetzt; viel predigten :e. Sonderlich ist hoch geschätzt seine mit Frrd. Bauier puv icirre Blbel-arbeit. * Gernrode / ist ein Fürstliches Jungfrauen-stifft innerhalb des Furstenlhums Anhalt/ nahe bey den Quedlmburgischen gräntzen/ welches an. 960 von Gervne/ Marggrasen zu Laußnitz/ angeleget worden. Die Aebtißinnen dieses klosters haben ehedeßen die rechte eines unmittelbaren Teutschen Reichs-standcs genossen; allein seit geraumer zeit werden sie durch die Fürsten von Anhalt/ welche sich die Lanves-fürstltche Hoheit über sie zueignen / daran verhindert» Lnnst Oeroroci. Gemsprintz / ein fluß/ welcher in der Grasschafft Erxach entspringet/ das Heffen-Darmstädtische durchstreicht/ und nach deme er das amt-städtlein Diepurg und Bobenhaufen benetzet hat/ unterhalb Stockstadt in den Mayn fliestet. Er ist an diesen; orten wie auch oberhalb Diepurg zu Blbra mrt einer druck versehen. * Geroldseck/ (Hohen Geroldseck) ist ein berg-schloß in der Ortenau in Schwaben / zwischen den wassern Schulter undKm- tzig / nicht weit von Lohe gelegen- Es gehörte ebedessen einer besondern fämllie/ und ist nicht zu vermischen mit Geroldseck/ so im Elsaß im Wasgau gelegen / und die Pfaltz von Lothringen scheidet. Den namen soll so wohl/ der ort als die samilie/ von Geroldo/ einem Römer und Heerführer der Schwaben / haben / welcher zu zciren Caroli N. nach Lemschland gekommen / und dieses schloß erbauet. Sie haben ansehnliche guter besessen/ als nahe um Stut» gard herum/m>4ckp 6--- " ^ moemilavte- megzum erstm maiverlohrcn/ s. Die her: schafften Mahlberg und Lohr haben ihnen gleichfalls zugestanden / find aber von thuen an die Grafen von Mörs und Sarwerdcn gekommen/ nach deren absterben sie deßhal- ben mrr dem Hause Nassau / so sich zur Mörsischcn erdschafft angäbe/ tu sti elt gerathen/ darrnnen sie so weit obgesiegt / daß die Marggrasen von Baden gedachte örter/ als erben derer von Ge- roldscck/nochstetzo biß znm austrag in besitz haben. Dieser ihrer ansehnttchcn guter halber / find fie als ein Schwäbischer crälß» stand angesehen / und find in einem besondern anschlag gestanden. Esfiarbader an. 16,4 das männliche geschlecht derer von Gerolds- eck mtt ^acobo/ dem letztem seines stammens/ völlig aus / und er hutterluß 2 tochter. Die eine hieß Maria Magdalena/ welche Bucelmus vordre einige erbin ausgibt / und demMarggrafFri- derlch von Baden zur gemahlin beygelegt. Allein Schurtzfleisch bezeuget/ daß er nebstdicfer noch eine andere/ Annam Mariam/ verlassen / welche nach ihrer schwester wde anfänglich an Fridc- rrch Grafen von Svlms / und hernach an gedachten Marggrasen von Banden verheyrathet worden. Daher man sie wohl vor die einige hinterlassene / nicht aber die gezeugte tochter Jacobi ausgeben kan / well ihre schwester schon lange vor dem vater verstorben. Nachdem nun 16)4 ihr vater Jacobus von Geroldseck mit tobe ab- gieng/ suchten die Marggrasen von Baden die verlassenschafft an sich zu bringen; sie fanden aber darinnen nicht allein wegen Lohr und Mahlbecg Widerspruch von denen von Nassau / welche sich schon lange zuvor mit denen von Geroldseck darum gezancket/sondern es wurden auch die Grafen von Cronberg von dem Kansee mit der Grasschafft Geroldseck/ als einem »erledigten Rcichs-lehn/ bestehen/ und wird demselben als Grafen von Geroldseck schon an. 1641 in dem abschied des Reichstags zu Regenspurg gedacht. Zwar erhielten die Marggrasen von Baden/daß in dem Westphä- lischen srieden/der Frau von Geroldseck ihr recht inner 2 jähren zu beweisen vorbehalten wurde.Wcil aber an.i649dleseAnnaMaria/ Marggraf Frrderichs Gemahlin / ohne erben verstarb; so haben dieMarggrafen weiter nichts/als einige sNo-t-si güter/von derGe- roldseckischen crbschafft bekommen / da andere/ so lehnbarwar/ blieb den Grafen von Cronberg / welche es auch biß an-1704 besessen/ in welchem jähre ihr geschlecht gäntzlich verloschen/ und die Grasschafft dem Reiche wieder vermamm worden. Lre»«» poZl'. red. Ls«Z. ?. k. 4. sniisl. 8uev- ?. ZI. r p. lc>6. Gerolds-eck/ am WasichiN/ ein schloß und Herrschafftim Unter-Elsaß/ nicht weit von Elsaßzabern/ war ehemals der sitz einer Gerolds-eckischen linie. Nachdem diese linie abgestorben, ist diese Herrschafft an die Herren von Rappoltstein und Edle von Wangen gekommen. LUsti ckr. I. z. y. 19. Gerolds-eck / wird das schloß genennct, welches über der stadt Kufstein in Tyrol aus einem felsen ligt, und von unten hmauf nur schantzen wohl bevestigt ist. Der Churfürst von Bayern eroberte es an. 170z bey gelegenheit einer unvermuthet entstandenen feuers- brunst; es kam aber bald nach der Hochstadter-schlacht wieder an das hauß Oesterreich. Gerolds-Thal/ ist ein strich lands in der OestermchtK- Tyrolischen Grasschafft Sonnenberg/ welches das nmffer Lutz durch siieffet/ so unter dem schloß Blumen-eck m die^zü füllst. Es ligt darinnen der flecken zum Sonntag. «-lE. ick. 14. p. 22,^) ^ — Geroldus/ aus Schwaben gebürtig, war der Hildegardis,Ca. rvli M. gemahlin, bruder, welcher ihn an. 788 an des Thassüonls statt zum Hertzoge von Bayern machte. Gerolstein / eine kleine stadt in der Eiffel/ an dem fluß Kyll gelten/ wovon sich eine linie der Grafen von Manderscheld ^Geron/ ein Grafvon Stade, wurde an. 9;° Marqgrafvoa Laußnitz, bekam aber nachmals an. 9;? von Kayser Oltvne I dw III« theil« Allst 4yo Marck Brandenburg / und war ein mächtiger Herr. I. rZcZ srm-,1. 6 L^ 0 ^ 1 L 8 -waren gewisse Raths-herren oder älteste,so von Lycurgo, nach der weise der Areopagiten, zu Lacedämon verordnet worden. Es waren ihrer an der zahl 28 oder nach anderen scriben- ten ?2, und wurden vor dem 60 jähre ihres alters zu solcher würde nicht gelassen. Ehe die L°Kori aufkamen , regierten sie nebst den Königen, und beobachteten des volcks imcressc. Sie hatten eben so viel macht und freyheit als die Könige, und tonten nicht abgesetzt werden , woferne sie nicht eines sonderbaren Verbrechens überzeuget wurden, 1.6. in I^curAO. OlMiL Veru 5 . * c„- mcnren heist, c< mi^iijrl sey, weswegen sich auch einige nicht Gcr- storf,sondern Gicrsdorfaeschrieben.Grosserns erwebissdaßbie vielen dörffer,so in der Lausitz Gersdorf hcissen,ihrer ersten bencnnung nachGcrcndorffe möchten gebeissen haben,entweder weil der in dem ncu-gcstiffteten MaraqrafthumLariirk an.9; i von Hcnrico Aucupe ernennte Marggraf Gero solche platze erbauet, oder weil ein unter ihm in kriegs-dicnstcn gewesener Ritter, Geroni zu ehren, sein erbautes Ritter-gut Geronsdorf gcncnnet hätte, welcher name sodann seinen nachkommen beygelegt worden. Carpzov will behaupten , daß das wahrhafftige Vaterland des Gerstorsischen stammes bey Quedlinburg zu suche»,, (allwo das dorf Gersdorf noch befindlich) und am glaubwürdigsten dessen »r.anberrc» von den 6cr-^i- i-us herzuleiten wären, aus deren lendcn sic entweder entsprossen, oder die Adeliche zum gedenck-zeichen ihr waapen daselbst anmahlen und solchc» ' ger r6ik erneuern lassen ; wie denn die damahls aufgerichtete ge« schlechts-verträge noch vorhanden,nnd kanm6v jähr verflossen sind, daß man sie abermals erneuern wollen, wiewol das werck ins stecken gerathen. Von denen, so absonderlich in der Laußnitz floriren, haben sich hie aus dem Hanse Tauchritz im i4 i'ecuio gemeiniglich Gerhar- disdorf genennet. Die stamm-tafel dieser tzr^nckL wird von Carp- zvv mit Nicoin von Gernstorf um das jähr ny-- angefangen, und biß in das 18 recuium fortgesetzt. Das Ritter-gut Lauchritz aber hat Balthasar von Gersdorf an. 1611 an die von Warnsdorf verkaufft. Die stamm-reihc des Hauses Lautitz wirb mit Erasmo von Gcrsdorf um das jähr izoo angefangen. Dessen söhne waren i) Christoph auf Sohland, welcher den Heimewaldischen äst angefangen, so in seinem urenckel Christoph Ernsten an. 1667 erloschen. 2)ErasmusI1auf Lautitz,^vvn dessen söhnen Nicol dem kriege gefolget, und an. 1617 in Schweden unverehlicht gestorben ; Caspar, Joseph und Heinrich sind an. 1620 von den Böhmischen banren erschlagen worden, als sie aufdem meisten berge vor Prag glücklich entkommen; Michael ist in dem gedachten jähre zu Glossen im bade ertruncken, sein söhn aber, Nicolaus aufGlost stn, an. 164; zu Rcichenbach erschossen worden; Hans auf Kittlitz hat seinen stamm beständig fortgepflantzel; Peter hat Radmeritz und hernach Malschwitz besessen; seine j öhne aber, von welchen Caspar Ligmimd in einem -tue» umgekommen, haben ihr ge- schlccht nicht fortgepflantztt. Christoph ist ein groß-vater gewesen (r)Hans Ludwigs zum See, welcher an. i6;8in seinem Hause von einem von Zabeltitz erstochen worden. (2) Christoph Gvtklovs auf Lautitz, Königlichen Dänischen Obrist-Wachtmeisters. (;) Friedrich Ferdinands auf Kölitz, dessen enckel Christian Ludwig auf Glossen und Sclwpß, Königlicher Polnischer nnd Chur-Säch- sischcr Rath und des Fürstenthums Gorliy Landcs-ällester, lebte noch an. 1718, und hatte r söhne. Das dauß lNeffersdorfhat Wigand von GersdorfaufMeffersdorf, Stemkirche, Wallwitz, Grenizdorfrc. ein urenckel Nicols von Gersdorfaus dem Hause Linda < der um das lahr i; ;c> gelebt, aufgerichtet. Er vermahlte sich mit Catharina Magdalena von Gersdorf aus dem Hause Henne- walde , einer schwester des obgcdachten Christoph Trusts, und zeugte mit verfestigen i ) Maximilian Leopold, aufObcr-Gerlachs- heim, Königl. Polnischen und Chur-Sächs. Obrist-Lieutenant, der noch an. 1717 ohne Ander gelebct. 2) Christoph Ernsten auf Plißkowitz, Königl. Polnischen und Cbur-Sachs. Cammer-Herrn, und gegenbändlern des Marggraflhums Ober-Laußnitz, einen Vater von 4 söhnen. z) Carl Felix Ernsten, der als Obrister über em regiment dragoner in der schlackst bey Pintschow geblieben. 4) Wigand Adolphen aufOder-Gerlachsheim welcher an. 1706 alsLan- des-ältester des Fürstenthums Görlitz verstorben, und einen söhn hinterlassen.;) Christoph Gottlob aufWigandsthal, Meffersdorf, Grentzdorf, Bergsiraffe, Ncugersdorf, Straßberg, Heide rc. Königlich Polnischen und Chur-Sächsischen Obersten; von dessen söhnen Wolf Adolph Königlich Polnischer Obrister und inss>«c- tor von der cLVLiierie; Georg Adolph, Königlicher Polnischer und Cbur-Eächsischer Kriegs-Rath, und Carl Ernst, Dragoner-Capi- tain worden. Aus dem haust Horcka/ welches Bartholomaus von Gersdorfnach eintritt des 16 stcul, aufgerichtet, florirte an. 17.18 Georg Ernst auf Reichenbach, Landes-bestallter, und Gottfried aus Pauisdorf Oberster Wachtmeister, deren vater George Ernst auf Reichenbach an. 17m als Hauptmaim und Kriegs-LommiiH- rw- verstorben. Der Urheber des zweigs zu Zimpel ist Heinrich Sigmund von Gersdorf aufHaldendorf gewesen. Sein urenckel David aufRocklitz und Bischofs, wurde ein vater (1) Melchiors aufTaubcnhcim, dessen söhne waren Adolph Gottlob auf M-Ko- ten,Obrist-Lieutenant; David Heinrich auf Salga, der seinen äst forrgepflantzer, und Johann Christoph aufOppach, der Christian Gstlloden gezcugct, welcher Königlich Polnischer und Chur- Sächsischer Ober-Rechnungs-Rath worden. (2) Caspar Christophs auf Zimpel, Dauer, Geißlitz, Halbendorf und Tschome, Chur-Sächsischen Raths und Landes-ältestcn; von dessen 6 enckeln nach ansang des 18 stcuii Friedrich Gottlob in Rußischen diensten Nrjor. und David Gottlob CLpiiLin von der cLVLUcrie gewesen. Aus dem haust Rav florirte nm das jähr 1 ?9» George von Gersdorf; dessen urenckel Hans aufKay war Rittmeister, und hinterließ Hans Abraham aufKay,Kreusche, Gerkowitz, Weißig und Lösten, welcher als Chur-Sächsischer geheimer Rath, General- Major, Cammer-Herr und Amts-Hauptmann zu Torgau,Oschatz und Murschen,an. 1678 zuTorgau verstorben.Die linie zuriFalsch- wit; / so den Freyherrstchen cliL^Lter erhalten, wird mit Nicoln auf'Malschwitz, Amts-Hauptmann des Budißinischencrayses, um das jähr 1517 "angefangen. Dessen urenckel gleiches namens, Kay- strlicher Rath und gegenhändler in der Ober-Lausitz, starb an. 16; 1 und hinterließ 2 söhne: 1) Gottlob Ehrenreich auf Kaupe und Bolberitz, Chur-Sächsischen Rath, Cammer-Herrn und Ober- Amts-Verwaltcr, welcher an. 1688 gestorben, und Christian Fri- drich aufKaupe, Klüx, Rattwitz, Bolberitz,Salga,Dvbschk rc. nachgelassen. Derselbe war an. 17-8 Königlich Polnischer und Chur-Sächsisther Cammer-Herr, v>ce Ober-Hos-Richter zu Leipzig , Hof- Iuk,cien-Uiid appcl>Lk-o!oZ,L- i-rost-ffdr, des grossen Fürsten-LoUegü coiiegls- kus, nud an.,142; R.cÄoi>k!,tz„i6cus gewesen. Ernst von Gersdorf war Churfürst Moritzens zu Sachsen Kriegs-Obrister, Joachim aber dessen geheimer Rath, welcher letztere an. 1; 47 als gesandter nach Danemarck gehen muste, um die'Königliche Princessin Anna vor den damaligen Hertzog Augustum zu werben. An. 1718 florirte Hans Christoph als amts-Hauptmann zu Schweinitz in dem Sächsischen Chur-erayse« In Schlesien, asiwo man unterschiedliche alte Ritter-sitze, Giersdorff oder Gersdorff genannt, findet, hat dieses geschlecht auch von alten zelten her floriret. Albrecht von Gersdorff auf Thomaswalde, Gräbe rc. bediente in die ;8 jähr die stelle eines Hofmeisters bey der Fürstin Hedwig, und zeugte z söhne, von welchen Wilhelm Probst zu Magdeburg , und Franciscus Land-Vogt worden. Christoph, des Teutschen ordens Ritter, hat an. 1427 die stadt Schweidnitz wider die Hußiten tapffer beschützet. An 1414 waren Thomas und Hans mit dem Hertzoge Ludvvico von Brieg, aufdem c.oncüio zu Costnitz. Melchior wurde an. 1507 zu Leipzig voÄor jwis . und starb zu Breßlau an. i;;8. Christoph Waran. iüi6 des Grünbergischen crayses in dem Fürstenthum Glogau Landes-ältister und Rittmeister. Rudolph zu Weichau, Kaystr» licher und Hertzoglicher Oelßnischer Ober-Amts-Rath, starb an. 1629. Heut zu tage floriren in Schlesien die Freyherren von Gers« dorssaus dem haust Seichau, in dem Jaurischen gelegen. Deren ordentliche ftamm-rcihe wjrd mit Georgen, der um das jähr i;vl gelebt, angefangen, dessen enckel Hans zu Seichau, Walters- dorff rc. Kastrljcher Rath und Verweser der Fürstenthümer Schweidnitz und Jauer, starb an. 1644, und hinterließ Georg Rudvlphen, der gedachten Fürstenthümer Ober-Rechts-Beysitzer, hernach Kaystrl. Cammerherrn und Ober-Amts-Rath in Over- und Nieder-Schlesien, welcher den Freyherrlichen ci^iLter auf sein geschlecht gebracht. Von seinen 4 söhnen ist Christoph Ehren- reich auf Siebeneichen, derFürstenthümer Schweidmtz und Jauer Landes-ältester, Georg Rudolph aber, Kaystrlicher Rath, und in den Grafentzand erhoben worden. In Böhmen haben die Herren von Gersdorff wichtige guter besessen, die aber meistens an. 1621 bey damaligen unruhen c»n- Wret worden; doch haben sie Cholditz, Chemnitz und Neuhauß behalten, bis sie zu ausgange des 17 leewi daselbst gantzlich ausge« storben. In Preussen ist Grieben ihr stamm-hauß; denn Friedrich von Gersdorff auf Weigsdorff zog mit dem Marggrafen Alberto m Preussen, als Obrister über ein regiment Curaßirer, bekam allda Grieben geschenckt, und stiffcete daselbst eine neue linie. Die inDänemarck stammen her von Caspar Christoph von Gers-dorff, der sich auß der Ober-Laußnitz dahin gewendet hat. colinogr. I, Luropr p. 66r.k^ec«Oretcm. ckron. snosl. Lsx. procirow. rckikn, p- 507.?, in memor. ksinil. OcrsöorL in kuis ->kLt. ?. 1 p. 459 scq. ln6er8rL>liruiiicticn ckronicL pLsflin; i-. 1«mlcke orLiion von, Ursprung slren iieckcommens »»^ 4Y2 ger dienste als Hof- Marfchall getretten, der ihn in dem letzter« iahe feiner regierung zu einem Reichs-Rath gemacht hat. Er wurde auch Statthalter zu Coppenhagen, und Befehlshaber , hernach Amtmann der insul Bornholm, halff an. 1648 König Frideri- cum III erwählen, von dem er bey seinem crönungs - -Lu den 27 nov. au. 1648 zum Ritter geschlagen, und bey ihm vor anderen Reichs-Räthen in grosse gnade gelanget - auch an. 1651 an des öeZr-iciirten Cornifiz Uleftlds statt, zu einem Reichs - Hofmeister, und »bristen Reichs-Rath in Dänemarck gemacht worden. Nebst dem Königlichen Cantzler, Christian Thomßen Seestedt, und Otto Kraggen, war er an. iüz z Königlicher Deputirter, als der so genannte -ciciMons vergleich zu Coppenhagen mit der bereinigten Niederlanden Abgesandten Nanning Kaysern aufgerichtet, und der an. 1649 den 9 oct. getroffene vertrag aufgehoben, und es wieder auf den fuß des den m aug. an. 164? zu Christiaüopel aufgk» richteten Vergleichs qesetzet worden. Nebst gemcldtem Königlichen Cantzler und Nicolao Trollen schloß er in feines Königs namen die alliantz mit den vereinigten Niederlanden. Als es damals zwischen Engelland und gedachten Niederlanden zu citierst krieg aus- geschlagen, welche alliantz mit den Niederländischen Abgesandten/ den von Beutningcn, Vierfen und Amerongen / er nebst erwehn- tem Christian Thomßen den s aug. all. i6z6 abermals zu fchliest fcn verordnet gcwcstn. Als fein König den 1 jun. an. 1657 fein kriegs - mLnifcit wider König Carolum Gustavmn in Schweden xuMiciren lassen / war er abermals einer der Deputirten / die den 17 tun. crmcldten iahrs dieses bnndniß mit den genannten ; Niederländischen Abgesandten erweitert und erneuert; wie aber dieser krieg auf Schwedischer feiten dergestalt glücklich gefallen, daß König Carolus Gustavus unvermuthet über dcn^Mittels - fahrt- Sund und den Belt an. 1658 bis in die insul Seeland glücklich paßirt / wurde er nebst dem Reichs-Rath Christian Schel an solchen abgefertiget / den frieden zu «L-rirm / auch sie beyde mtt den Königlich. Schwedischen Deputirten Cornifiz Ulefelden undSteno Biclckeu zu solchen fricdens- tractaten bevollmächtiget / die sie zusammen / vermittelst der Königlich-Frantzösischen und des Englischen ar»rcÄo/>! Gesandten mi-ciEion, zil Costrup den i8febr. cntworffen / und hernach zu Rotschild den 26 desselben monats völlig ausgearbeitet haben. Als bald hernach der neue krieg zwischen Dänemarck und Schweden angegangen / befand er sich bey währender bclagernng Coppenhagen in solcher stadt an. 1659, und wurde nebst Magno Horick und Olao Pasperg selbigen iahrs zu denen wiewohl vergeblichen fricdens - tractaten / die im lagcr vor Coppenhagen sürgcnommen worden , aukibret; denn ob er wohl persönlich nicht hinauss gezogen, ui^girte er doch das negorium. Nach des Königs in Schweden todtes - fall an. 1S60 aber wurde der friede anderwcits geschlossen, und Bornholm sinnt Drunt- hcim wieder an Dänemarck abgctretten. Er war einer der vornehmste» , die dein König den der Veränderung des regimcnts in Dänemarck / da selbiges Königreich an. 1660 aus einem wähl - zu einem crd-Neich gemacht worden / an die Hand gierigen, dahcro er auch, als der uame eines Reichs-Hofmeisters -ximipilr rworden / an dessen statt zum Reichs-Drozct und Präsidenren im Lll^rs Lol- lexio verordnet wurde. Er erlangte auch die Hauvtmannschafft zu Kallingburg / und weil er bey der .>iocU»i2,inn solches neue» crb- Königreichs/ wegen kranckheit/ dieselbe/ als in sein amt lauffende/ nickn verrichten könne« / that solche zwar der Statthalter in Norwegen Nicolaus Troll, er aber ließ sich in einem stuhl auf das zugerichtete rvc^i-u», tragen / und leistete nebst anderen Reickrs-Rä- thcn dem König den cyd/ wohnte auch den 27 oct. gedachten iahrs dessen erb - Huldigung bey ; lebte aber nicht lange in solcher seiner neuen ciiawtät, sondern, nachdem er in seiner kranckheit von dem König und der Königin besucht worden , starb er den 19 apr. an. i6ü> zu Coppenhagen, seines alters 49 iahr > monat im^ 8 tage/ wurde auch daselbst den z iun. in der 8. sssicolai - kirche begraben. Er hat sich an. 1641 mit Oclgard Huitseld / Heinrich Hüitfclds aufBilör lochter/ vermählt/ die ihm 10 kindcr gebohrci,/ und vor ihm den r l mark. an. 165? im zzsten iahr ihres alters verstorben. 7>///c/iälo^ kill. arnli Lullavi. Lc/c/r» inlcripr. illsk nicnic; p. i;2, i;f, izü. Geösvckrff/ (Nicolaus) Frey - und edler Panner-Herr von) aufBarnth/ Breiting, Hauswalda, Hennersdorff, rc. Königlich- Pohlnischcr uild Cbur-Sächsischcr geheimer Raths- oi,cÄ<>- und Land - Vogt des MarggrafthUms Ober - Laußnitz, war ein söhn Nicolai von Gersdorss, Kayserlichen Raths und Gcgenhändlers, welchen ihm seine gemahlin Anna Maria von Löben an. 1629 den 9 in», gcbohrcn. Den vatcr vcrlohr er an. 16z 1, dahcro die Mutter sich um so viel angelegener scnn ließ, ihn bcn damals kümmerlichen zciten in der gottscligkeit iind guten wiss-nstl,äfften aufzuziehen. Im i4den iahr stincs alters nähme ihn sein schwagcr, der Cburfürstlichc Landcs-Hauptmann in der Niedcr-Laußnitz, Loth von Mmckwitz, mit sich nach Drcßde»/ um ihn von dar nach Da- nemarck zu schicken, allwo er auf des Cron- Printzen kosten dem studieren obliege» soltc. Allein der Cbur - Printz ^obann Georg verlaiigte ihn zu seinem Cammer- p»§cn, und also inuste er diejem befehl folgen. Hier wurde er aber, wie sonst wohl bcn Hof zu geschehen pilegel, von den llullüs nicht abgehalten / sondern es munterte ihn so wohl die inckn-rion seines Herrn / als ein natürlicher trieb zu erlernung der Griechischen und Lateinischen spräche auf. Nachdem er nun also in beyden svraachen guten gründ gelegt, wurde ihm an. 1647 erlaubt / nach Wittenbcrg zu gehe» / allwo er sich 4 iahr auf die Kum^ninr-, ingleichem aus das sss publicum und pn vacuni gelegt, und darauf eine reise nach Frankreich / Holland, Enqelland uni>Italicn gethan. An. iSzz wurde er von dem Churfürsten Johann Georg 1 zurück beruffen, und zum ^9-11»- t.ons-Rath ernennet, gleichwie er in dem folgenden jähr als ^ und Iustrtren - Rath verpflichtet worden. An. 1657 aiena er Churfurstlicher Gesandter an den Kayserlichen Hof, daAFwea» absterben des Kaysers Ferdinandi III die condolentz abzuN In dem folgenden iahr wurde er bey noch währender wah T poldi l von dem Churfurstlichen cou^w. nebst anderen, an bm Komg Carl Gustav in Schweden abgeschickt. Nach seiner zurück! kunfft ist ihm an. 1660 die stelle eines geheimen Rathsanvtwut worden - und 2 iahr hernach wurde er als Chur-SächsMer c->!-Gesandter aufdem Reichs-tag zu Regenspurg ernennet, all' wo er auch auf geschehenes Kayserlrches ansuchen bis an. -664 »"7 blieben. In eben diesem ,ahr führte er auf dem wegen den cken angestellten Ober-Sächsischen cräyß-tage das -llre^m und wurde li, wichtigen Verrichtungen an den Kayserlichen abgestndet. An. 166? und üs wurde er zu beylegung der Munster,,chen und Ntederlandtschen unruhen gar rühmlich gebraucht und an. - so?, nebst anderen, von dem gesamten Churfurstlichen coll-Z.o und vielen Fürsten des Reichs, so dazumal zu Cölln c ne Versammlung gehabt, nach Franckreich abgeschickt, da er denn das folgende iahr zu 8. Germain vor dem König die pr°pwlli°» im namen des gedachten convents in Lateinischer spräche gethan, die mcci,3ri«n zwr,chen beyden damals in den Niederlanden kriegenden Cronen Spanien und Franckreich »Knrt, und nachdem solche accepkirt worden, nebst seinen mit-consorten, (unter welchen er, als bey die,er v--pm2r,on „ach Franckreich Chur-Sachsens wegen der erste, das-l-Eo-ium gefübret,) mit Zuziehung der daselbst sich befindenden Engcll- und Holländischen Gesandten, eine so wichtige angelegenheit dahin befördern helffen, daß man die articuls des zu Aachen hernach ouk!,c-rten fricdens völlig und ohne einige erfolgte anderung zu Paris vorhero abgehandelt. Nachmals ist er ,n verschiedenen Reichs- Commißionen zu grossem nutzen der imere,!^. ten, bey den Häusern Hanau und Anhalt, gebraucht worden. An. 1672 führte er auf dem Ober- Sächsischen cräyß- tag «dermal dass chrcKorium, „nd halff die zwischen dem Kayser und Cbur-Sachsen geschlossene alliantz auf richtigen fuß bringen, da ihn dann der Kayser in den Freyherren - stand erhoben. In den nächst - folgenden iahren hat er so wohl bey Verschickungen als auf cranß - tagen neue proben feiner treue und klugheit abgelegt. An. 1679 befand er sich zu Lunden in Schone» als kacsi-wr von Cbur-Sachstn bey den friedens - tractaten zwischen den beyden Neidischen Cronen. An. iSZo wurde er zweymal nach Berlin, und einmal nach Dessau in wichtigen angelegcnhcitcn verschickt. In eben diesem iahr machte ihn Churfürst Johann Georg III zu seinem Ober-Cämmcrer, und an. 1686 zum geheimen Rakhs- OireAor. gleichwie ihn dessen Nachfolger zum gevollmächtigteir Land-Vogt des Marggrafthums Ober-Laußnitz an. 169, bestellte. An. 1689 bekleidete er bey der crönung zu Augsvurg die stelle eines ki-incipzi, Abgesandten, und ließ sich nachgehcnds zu mehrmaligen Verschickungen und auf angestellten crävß - tagen mit grossem rubm gebrauchen, bis er endlich an. i7°r den 2; aug. sein leben beschlossen, nachdem er, wie gemeldet, z Churfürsten zu Sachsen luccctl.vc in lnivern'icktcr treue bis an das ende seines lebens ge- dicnct. Er hatte z gemahlinncn: Die erste Hedwig Elisabeth, Vitzthümin von Eckstedt, gebahr ihm drey töchter und einen sobn. Zwey töchter sind in einem zarten alter wiederum verschieden, die dritte aber, Maria Sophia, sowem Königlich - Pohlnischen und Cbursürstlich - Sächsischen Rath, Cränß - Hauptmann und v!--. Steuer - Haiidold von Einsiedet verheyratbtt gewesen, ist erst an. 1700 verstorben ; der sobn aber, Johann Georg, auf Cbemnitz, Brelting, Kömglich-Pohlnischer Cammer-Herr, hat sich mit einer von Mezeradt, die an. 1715 gestorben, verbeyratbel, und mit ihr 2 töchter gezeugef; die andere gemahsin, Eva Calba- rina, gebohrne von Günterodt, machte ihn zum v wer drener toch- tcr, davon die lüngstc bald verstorben; von den beyden übrigen ist Christiana Sophia dem Fürstlich - Gothaischen General - Wachtmeister , Iobst Melchior von Wangenbein,, und Hedwig Catba- rina dem Königlich - Pohlnischcn und Cbur-Sächsischen General- Wachtmeister Adam Adolph von Utterod beygelegt worden; die dritte gemahlin war Henrietta Catbarina, gebohrne Freyfrau von Friesen, deren ehe mit 7 söhnen und 6 töchter» gesegnet worden, wiewohl 4 söhne und 2 töchter wiederum verschieden. Die enie lochter, Johanna Eleonora, Gottlob Ehrenreicbs Freyherr» von Gcrsdorffgciiiahliu, ist «».1702 gestorben. Die übrigen tocblercn sind: i) Charlotte Justine, eine in der Griechischen, LateMilchen, und heut zu tag florirenden Europäischen sprachen, wie nwht weniger in der pocsie und thcologic wohlgeübte Dame, ivclche cw- lich an Graf Georg Ludwigen von Zinzcndorff, Koniglich-Pohlm- schcn und Chur-Sachsischen geheimen Rath und Cammcr-Hcrrn, und nach dessen tod an den Königlich-Preußischen General-Hss- tciiant DubislüffGneomar von Nazmar vermahlt worden, ^ Rahel, welche Georg Christophen von Burgsdorffbeygclcgt worden ; und ;)HcnricttaSophia. Von den söhnen florirtenan.S» i) Gottlob Friedrich aufBaruth, Buchwalde, rc. der Komgl G- Pohlnischcr und Chur-Sächsischer Hof- und IiistitiemRalh,wle auch/rllklltzr des Kayserlichen Cammcr-Gcrichts zu Wetzlar , mw nachgehcnds Königlich - Pohlnischcr und Fürstlich - Merscburgischcr wurcklich-acheimer Rath worden; 29 ' Frenhctr auf Hennersdorff, Königlich - Pohlnischer u»d SU ' Sächsischer Hof- und Iustitien-Rath. io »n. 1672 blic. » Lcrrciorll' crlkciic vvorckcn. sn . - res gcll. kriiZ. Willi. I. 7 §. 66 l. 9 §. yr 1 .1) §- 4 > ' §-26.59,81, öc in i-ebus Lsroli Qullavi 1 .5 §- 54 ' ' 26 »n. 170; p. ; 68 . in cenmr. kemm. srullil. ^-44 4 ^ sn. 1701 m. jsn. p. ri. gek Gersoli/oder Jarson/ (Johannes) mit feinem rechten Zunamen Charlter genannt, von einem dorffe in Champagne nicht weit von Rheims/ woselbst erden 14 dec. an. gebohren,war zu seiner zeit wegen seiner frommkeit und gelehrsamkeit so berühmt, daß er auch OoL°r clir-k>sniii,mus genennet wurde. An. 1,77 schickten ihn seine eitern nach Paris, woselbst er sonderlich Petrum 4c Miaco, so hernach Cardinal worden, 7 jähr gehöret. Er war anfangs ein mitglied des Navarrischen coUsg.., wurde an. i;8- in die wcierat der der cKeo>»Zorum aufgenommen, und an. i;ys lollegli k-lLMk-r ,bald darauf Cantzler der kirche und Universität zu Paris,welchem amte er mit solchem rühm vorgestanden,daß er nur überhaupt Onceikrius ist genennet worden. An. 1407 widersetzte er sich mit grossem ernst Johanni ?-rvo, welcher die Mordthat, so man an Ludwig Hertzog von Orkans begangen, vertheidigte, wodurch er den haß des Hertzogs von Burgund und seiner parthey auf sich gezogen. An. 14°8 wurde zu Paris wegen der spaltuttg zwischen Benedicto XIII und Gregorio XII ein Concilium gehalten , da sich denn Gerson evsirig angelegen seyn ließ , es dahin zu bringen, daß Benedictus XIII sich der Päbstlichen würde begeben möchte; dergleichen er auch hernach bey Aiexandro V gethan- welchen man aufdem coucwo zu Pisa, auf welchem Benedictus und Zregorius waren abgesetzt worden - erwählet, jedoch dadurch das ickjzma nur vermehret halte. An. 1412 entstund zu Pakts, welche stadt damals noch sehr auf des Bürgundcrs feiten wäre- ein grosser tumult - bey welcher gekgenheit diese ksÄmn ihre mach an Gerson mit dessen tob wurde zu crsättigett getrachtet haben, wenn er sich nicht etliche ragd an einem verborgenen ort aufgehalten hätte. Doch wurden seine güter geplündert, und sein Hautz übel zugerichtet. An. 1414 begab er sich als Abgesandter auf das Concilium zu Costnitz, woselbst er sich sehr angelegen seyn ließ, den zustand der kirche zu verbessern, und well er sahe, daß durch die Pädsti die beförderung des guten verhindert wurde, schrieb er seinen rra- ctat-ie Lukeni)iiic2ce?spL- »k ccclelis. Er hatte fast das gröste ansehen aufdiesem Concilio, und müsse dessen 4ecrecs und äcimirioncs entwerffen; Doch hatte er diesen Verdruß,daß die censur der facul- tät zu Paris, die auf sein anstifflen wider Johannen: rmvum ergangen war - von einigen darzu deputieren Richtern Miss neue untersuchet, Lnnuliiret- und selbige sententz von dem Loneilio , an welches Gerson »ppeiiiret, bestätiget wurde. Über dieses hatte sich der Hertzog von Burgund Johannes , welcher den Hertzog von Orkans lödten lassen, währender zeit der stadt Paris bemächtiget- daß also Gerson nicht wieder dahin komen durffte,begab sich derowegen durch die Schweitz nach Lion, woselbst ihm der ErlMischvffund sein eigener bruder Johannes,?rio, bey den Cölestinern, aufnahm; da er denn die übrige zeit seines lebens mit Verfertigung allerhand schrifften, und unterrichtung der kinder im c^ecki-mu zubrachte. Erstarb plötzlich,indem er betete,den rr jul. an. 1429. Er hat sehr viel schrifften hinterlassen, als : 4s «Luclc liripcorum Lci CcLlcüinos; monoreg-ron leu k> 3 ,momLm ex 4 evLNZeliis; 4e poreksre cccleilL- üicL, leu 4e ociZine Hins 6 c legum litz-um; 4ec!LrLriünem cnmpen4io- s-Mile5-Äuun, eccIeliLk>corum , und viel andere, welche an. 1488 in ; romls zum ersten mal zusammen gedruckt , hernach aber zum öfftern viel vermehrter, sonderlich zu Paris an. 1606, auch noch letztlich durch die Vorsorge des k. e. -,u Pin wieder aufgelegt worden. Es wird ihm auch von einigen das bekannte buch 6- imirsrio- nc ckr-R beygelegt - welches aber ändere in zwciffel ziehen. Oesso»»opendus ejug 4e t4s L^r»e. 4« ?->. Lcc, * Gerson/ (Christian) ein bekehrter Jud- wär zu Stecklings- bausen im Ertzstifft Cölln, den i aug. an. i; 69 von Jüdischen Eltern gebohrew; Als er ohngefebt das neue testament, welches ihm von einem armen Weib versetzt gewesen,mit etwas aufmercksamkeit durchlesen, wurde er dadurch zu annehmung des Christlichen glau- bens bewegt, und ließ sich den 9 oet. 1600 zu Halberstadt tauffen. Als er eine zeitlang studieret, auch viel Christen in der Hebräischen und Talmudischen sprach, deren er sehr wohlerfahren war- unterwiesen , ward er hieraufvmconu» bey Bernburg im Fürstenthum Anhalt, und hernach zu Dröbcl. «sein leben muste er int Wasserlassen den 15 ftpt. 1627, als er von einet Hochzeit nach hauß fahren wollen, und die Pferd von einem berg in die Saale liessen. Von ihm hat man in teutsch: des Jüdischen Talmuds fur- nehmster inhalt und Widerlegung in 8. Das n capitel der c-m-rL 8snvc4rio,genannt Ckcicic, auf teutsch übersetzt in 8. Die gelehrten loben seine treu, aufrichtiqkeit und wissenschafft in hett vvrbringung und Widerlegung der Jüdischen irrthümern. Biß dahin war noch kein gantzes Tälmüdisches -spur in eine bekannte sprach übersetzet worden. /eoKLic. KiNor. tcUritkr. 04-^Lo2,. 8. ÄMS». Kid!. 8.2Kb. * Gerstenberger / (Markus) ein berühmter Rechts-gekhrter, Waran. 1;;; zu Buttstädt in Thüringen gebohren. Sein vater hieß Jacobus Gerstenberger, der daselbst Richter war. An. i;?; wurde er voskor juris zu JeNa, Und bald darauf Cantzler bey dem Grafen von Hohenstein. Nach diesem ward er aN. i z88 von dem Hertzog Johanne zum Cantzler nach Weimar betuffen,und weil er zu grossem reichthum gediehe,kauffte er sich viel guter an, worunter Dreckendorff, Schauerstädt ünd Leutenthah.und stifftete an. iSoü einen frey-tisch vor arme KucHoWs in Jena. Zu Weimar gerieth er in einige ungnade, und wurde von der Fürstlichen wittwe daselbst vkkr dinge beschuldiget, welche auch wider die bekhnung seiner güter prorettirte. Er wurde hierauf Cantzler in Altenburg , und letztlich Hof-Rath in Kreßden, woselbst er auch den rr aug. an, isr; verstarb, einen söhn gleiches namens hinterlassend, der Hof- gek 'E- --tsl. milk v.ror. SMBZZZ stzMMWZ kauff an Thurmgen gebracht, und seit dem ist esaickKn.?,», Hause geblieben. An. 167,-im mertz liessen sich allhk?2wö^ licher weise grosse schwartze vögel in der grösse eines schwans mit langen hasten iiNd Missen flecken äüfdcr bnist, in gcossZ mmaest- stehet unterdicftmamte auch dasamt-haußBeet- tenbach mit dem .städtlein Bercka an der Werra, so wel daran Sachsm- Elftnachisch ist - denn das städtkin und amt mit dem Hessiichen Furstenthum Hirschfeld c«mo,un sind, doch die Hoheit und steuren ausgenommen, welche SächseN-Eisenach alleine msie- hen. Der Hessische beamte ist zu Bercka. Lonai. vuiu; p- Zl7-zr6. Lr/-^,kop. 8-x.iup. Itniking. u^-^rtruv / war eine Nonrie BeneMM.ördens,aiis einem E"^EIdellchei,geschlecht in Teutschland-. Sie wurde an! Aebtissin des klosters Rodalsdorss. Als im folgenden jabre HeldelfeNse vL^pornret wurden - kaM Gertrudls gktchjäls mit dahin, und hatte ihre schwester Mechtdil- d"'MAeseIiin. Lue starb an. 1290, wurde hernach cLn>.,»,irh und zu der schutz-patronin vott Brabant angenommen. Sie hat aeist- liche andachten rn schrifften hinterlassen. bat. im. - Mrtruö/ Mysers Cönradi III gernahlin, (-) war eine tochter Bermgeri,Grafen vott Sultzbach,der an. 11 so gestorben. (K) Jh- re schwester ward aii den Griechischen Kayser Emanuel verheyra- thet. (.H 6,z>Iom.Lp.Ls4«W4ereb. Ultraj.s, ,6;öe>- 6 fb) 0,» c.„. pi 4.,... Ott-4-L L/Ä-»4 ka. Üö6 p. r°6. (c) Otto 8»). «l. I. 4c Kclli Qcr.i. ,6. c. 5uk 6n. " Gertrüdenberg / Gertsberg!/ 8.6crccu4is ^c?n-> vorzeiten >40N8 littori- genannt, eine kleine beseitigte stadt in Süd-Holland- an dem Meer-busen von Lies-Kos.L oder z mcilcn von Dördrecht, all- woviel lachje, störe und elsen gefangen.werden.. Die einMvhner glauben, jie habe ihren «amen von Gertruds, Pipini des vbnsten Hofmeisters in FraNckrcjch tochter, welche an. 645 in ein kloster ges gangen; wiewohl auch Nicht unglaublich, daß sie von 8. Gertruve- welche in dem 1; ktzculo zu Delfft lebte, benennet worden. Es hat diese stadt nach dem tode des Königs Wilhelmi III in Engeuand aus der Orangischen erbschafft der Printz von Nassau Erb-Slatt- halter in West-Frkßland bekommen-Die Holländer überrumpelten sie an. l?7i unvermuthet, nach welcher zeit sie zu verschiedenen was len bald von dieser,bald von jener partheh erobert worden.An. 17,0 wurden hier zwischen den Mitten und Franckreich iriedens-tras ctaten vorgenommen,welche sich aber fruchtlos zerschlügen; noc.eccl.LcIZ.c. 7;. Lsr-c-r r. pvZ,; cirü Llirx;uo1ioZnc,,nic und Mine etwas gutes befunden, ließ ihn in dem col. lexio von Navarra studiren, da er denn in der Medicin dergestalt zunahm,daß er Königs Caroli V erster r^e-licu- wurde,wie er denn auch c-nonicus der kirche zu Paris war, und an. 1 z?o ein -oü-Zi- owaufder Universität znParis gestifftet hat.. v^-Hcici» krsnce. GerviliUs/Gervillo/letzter Bisthoff zu Mayntz,»var ein söhn Geroldi, Ertz-Bischoffs zu Worms und Bischoffs zu Mayntz, welcher zuletzt dendege» ergriffen, und unter Pipino und Carolöman- no wider die Sachsen zu felde gegangen, aber in einer schlackst mit allen den feurigen todt geschlagen worden. Das Bißthnm Mayntz wurde hierauf diesem seinem söhn Gcrvilio von Carolo Martello, wegen seines vaters treu-gelcistetcr dienste, gcschencket. So bald er solches erlanget, gieng er gleichfalls unter Pipini ar- mee wider die Sachsen zu felde,um dcu tod seines vaters zu rächen. Als nun beydes die Franckischen und Sächsischen völckcr einander entgegen gerückct, der stuß Weser aber den angriff verhinderte, soll dieser Gervilius einen seiner bedienten in das Sächsische lagcr hinüber geschicket haben, um den Mörder seines vaters zn erforschen; Als der diencr hierauf von demjenigen , den er deswegen befragte, erfahren, daß er es selber wäre, hat er ihn im namen seines Herrn gebeten, daß er möchte ansein kurtzcs gewräch zwischen bcndcn lagern zum Bisehoffe Gcrvilio kommen; Dieser,so sich nichts böses versiehe,begab sich hin zum Bischofs,ward aber von demselben nach einem kleinen gcsoräch mit einem verborgenen schwerdl durch den leibgcstosscn; Dabey der Bischofs diese worte soll gesagt haben: ^ccipc jrm pLkrcm vinciico ck,,,um. Weil NUN »N de'M darauf erfolgten scharmützel die Suchst» ohne dem den ktirtzern gezogen, wurde von dieser mcuchclmörderischcn that des Bischoffs anfangs kein Wesen gemacht; als aber der heil. Vonifacius solches ersuhr.fieng er an darüber zu eyfern,und warffdem Bisthoffnicht mir vor,daß er dem jagen und Vogelfänge nachhicnge, welches keine Bischöfliche Verrichtungen wären , sondern er behauptete auch öffentlich , daß niemand ein Bisthoff sevn köntc, der seine Hände mit blut besudelt hätte. Diesem ausspruch untcrwarff sich Gervilius, gab an. 745 stin Bißthum auf, nahm mit einer prnvsilon j» der Grafschafft Svcmhem» vorlieb,und starb an. 759. Mit ihm »ahm das Bißthum Mayntz ein ende, und wurde auf anordnung Pabsts Zachariä an. 749 das Erl;-B»ßthum von Worms, we, qen bequemlichkcit dcs vrts,nach Mayntz verleget, und erwebnter 8. Bonifacius zum ersten Mayntzischen Ertz-Bischoff erwählet. in cliron. von Elvas, auf einer höhe, an dem siuß Guadiana, gelegen. An statt des ehemaligen schloffes mit 17 thlirncn, welches der König Dionysius I daselbst bauen lasse», hat man in den neuern zeitcn diesen ort mit einem dastion und mit 4 halben bastioncn bevestigt. Lo/mcoar. llelic. „,»jrten es in ihrer spräche dergestalt : biicca lcbcivtci, raube gcresicin , welches so viel heisset, er habe z köpffe ihrer einwohner geschlagen. Wenn man das letztere wort vor ein nome» proprium nnnmt, kan inan es also auslegen: er hat ; köpffe o-rconiz getödtct. Es wird aiich fabulirct, Gervon habe einen Hund gehabt, welcher oder ein schrecken der fremden geheiffen, welches Clcricus ebenfalls aus den Phönicischcn Wörtern g-re ciiirrb». auszulegen vcrmeynt, als die in obiger sprach eben dieses bedeuten; wiewohl doch gewiß, daß wenigst solche schling oder ordnung der wörtcren der Phönici- schen oder auch anderen alten Orientalischen sprachen gar nicht gewöhnlich oder natürlich ist. riicogvnis. ÄL/. rom. >. 9. ,7^. * Gesalricus / -Usrici bastard, wurde zu Narbonne an. 607 zum Könige der Gothen erwählet, regierte aber nicht länger als 4 lahr. Ein zeichen seiner geringen copscstät oder schlechten glucks ist, daß unter seiner regierung Narbonne von der Burgundier Könige Gundebaldo ausgeplündert worden. * Gcsellschafften / Gesellschafft-Voigt/ Gesellschasst- Romg/ waren bey der alten Teutschen lurnieren und Rilter-fvic- »en üblich. Denn weil der Adel nach den 4 ländern eingetheilet gss war, am Rhein, in Francken, Bayern »nd Schwaben, st die 4 ^ stllschafften genennet wurden,deren jede ein besonderes zeichen kL ret; so hatte auch jede ihren besondern turnier-Köniq, uliter me» chen ; Gesellschaffts-Voigte oder Gesellschaffts-KLniqe stundan daß also deren in allem 12 waren. Die Ritter oder Edelleute wm. den Geseüsthaffts-knechte genennet, welche das zeichen ihrer aekell- schafft an ihrem halse, an ihren kappen oder an dem Hut tränen muffen. Ei» Ritter führte es vergüldet, ein Edelmann aber weiß rurnicr-buck. ge luciis e-;uell. c. l. Gesnerus/ (Conradus) der weltberühmte xbvilcus und ?oi;ch,llor. der Teutsche plmius genannt, wurde an. iz is zu Zürich gebohren. Sein vater war Ursus, ein kürßuer; seine mnter, Barbara Frickin / so gar ehrliche leuth, aber von geringen mittlen waren. Die fundamcnt seiner studien legte er unter der anführung Thomä Plateri, Theodori Bibliandri, Petri Dasipo- dii, Oswald» Myconii und Ioh. Jacob» Ammiam, weichte letztere ihn wegen seines vortreflichen um ihme desto besser an die Hand zu gehen, in seine behausimg aufgenommen. Nach seines vaters tod,(welcher in dein einheimischen so genanntenCappeler-k'-ieq an. 15;r umkommen,) begab er sich nach eurer ausgestandenen schwären kranckheit nach Straßburgund trat daselbst bey Wvlf- gango Fabricio Capitone auf etliche inonat in dienst, um feiner un- terwciiung in der Hebräischen sprach, darum er bereits zu Zürich einen guten ansang gemacht, desto bequemer zu gemessen, worvvn er dann nicht geringen nutzen geschöpfet. Nach seiner zurückkauft wurde er von dem mit einem ttip-näw begnadiget und in gesetlschafft Johannis Frisii, den er biß in seinen tod als fein bruder gesiedet, in Franckreich geschickt. Zu Bourges in Berry hielt er sich ein gantzesjahr lang auf, und weil sein llipcnlliuw nicht völlig zureichte, halste er sich mit privsk-inko-msrionen noch besser fort. Von dar begab er sich nach Paris, daselbst den lluNm ebenfals obzuliegen ; die liebe darzu triebe ihn an, nicht nur die dortigen gelehrten , deren es eine grosse anzahl dainalen hatte, fleißig anzuhören, sondern auch alle Griechische und Lateinische Luw-»,diepo-, teil, or^ioi-e;, Uiiloricor, mMico;, pbilologos üec. zu durchgehen, weil er sich auf seinen guten kopfverlicsse und vermeinte, er wäre fähig alles zu fassen; indem er aber aus Mangel genügsamer anlci. tung keinen gewissen end-zweck hatte, und nur damit seine lust büs- sete, so erhielt er nicht die behörige frucht, wie er hernach solches m »eme» schrifften zur Warnung anderer junger leuten selbst aufrichtig bekennt; doch risse er sich endlich aus diesem >-b>-r>,ul> glücklich her» aus und bracht es mit seinem unermüdeten fleiß so weit, daß er von den gelehrten feiner zeit Orcr^um mir-culum genennet wurde. Von Paris g»cng er nach Straßburg, in der Hoffnung daselbst vermittelst seiner guten freunden eine it-cion zu erhalten und pubUctz oder plivsri m zu Uociren, indem er aber damit umgienge, wurd er vom schul-Rath der stadt Zürich nach Hause beruffen, in dem gywn-ii» die o--sn,M.n>c zu -loc.ren. Kurtz daraufvcrheyrathete er sich, daee noch nicht völlig das 20 jähr erreicht. Neben seiner schen arbeit legte er sich nun hauptsächlich auf die mccbcm, worz« er von »amr eine grosse Neigung hatte, welcher neigung auch Johannes Zriccius, ein in der L->r-n>c nicht unerfahrner Priester, seiner innrer brudcr,sehr wohl fortgeholsscn; in der schul wurde er nicht lang gelassen, sondern mit eben dem lH-rio, das er gcnoße, nach Basel geschickt, das lluciium mellicum glücklicher zu co»iiuuiren. Zu Basel »rbte er sich neben der mellicm auch in der Griechischen sprach und gab sein con 6-.rc»-i.Lkinuw ans siecht. Da er ein jähr lang daselbst gewesen, haben ihn die von Bern, welche zu Lausanne eine Lcrll-mic aufgerichtet, dahin zur der Griechischen sprach beruffen; in seinem drcyjährigen verbleiben lebte er beständig in vertraulicher freundschafft, mit Petro Vircto, Beat» Comite, Himberto ding. ttcbr. proKildre und Ioh. Ribitthderihin iucc llwct. Weil ihm seine t'rotcllion in anderen llucliis keine binder- nuß brachte, so gab er verschiedene zur mcllicin gehörige bücher in druck; von Lausanne gieng er nach Montpelicr, einem damalen der mnMci» halber sthr berühmten ort, um sich in der artzney-kunst noch besser zu üben; da er aber nicht fände was er gesucht, kehrte er wider zurück und gieng nach Basel, hielte sich daselbst etwas zeit auf, und hörcte die berühmtesten mcMcos, und unter denselben vor- nemlich Albumin Theorinum und Sebastian»»» Sinckcler. Als er einige Du^u»^»-, gehalten, und den grsllum angenommen,»vurd er nach Zürich beruffen, daselbst die mellickn, pk; i>c und c-wc zu lehren, welches er auch 24 jähr lang mit höchster treu und fleiß gethan. In seinen nebcnstunden war er nicht müßig; In dem ffuo i^inguLrum bezeugte er eine» unermüdeten fleiß, wie dessen ein öffentliches zeugnuß sein tckirbrillsccs , live ile llilldrentiu Uingusrum; weil das Teutsche seine mutersprach, so hat er auch aus liebe zu stillem Vaterland selbige sehr zu iiiullckren gesucht, indem er bedacht gewesen, was er auf die originc? der Teutschen worteren aus dem Hebräischen, Griechischen und Lateinischen m-llairt, und von be- dcutung der alten Teutschen nowmum propnorum gesamlct uns ihme von guten freunden mitgetheilt worden, an das licht zu geben, wann er nicht durch seinen frühzeitigen tod daran verhindert worden wäre. Zu der Griechischen sprach hat er von jugcnd auf eme sonderbare lust getragen und selbige so wol pnlUcstrk, daß er inan nur viel cr-minL und I-ivIÜL OrL-cL, Griechische pL-Lpn-UcrUNV lcboli^ geschrieben, sondern sich auch nebst Übersetzung vieler Griechischer smoru,r> , siillo-icorüM , mcciicorum und pbilolopno^w' durch herausgcbung der schrifften vieler altvättern um die ehr m Wahrheit »uckit »vciiig verdient gemacht. Als barer zwar in der gantzcn pblloiopkie cxcrcwet, jedoch ^Essach»cy > der pmLs. und vorneiulich in den psrribu? , so da hanoic von der» mcrgllis , planiir und 2nimLÜbu5. büllorism LNIMLIMM Y er zuerst elliret, und damit selbige ein vollständiges wem abgeo^ ne möchte/ Hüter sich Acht dauren lassen, alle-mtE 8k«eos, Lstl- -nos, k-rbsr»-. oblcuros . alte und neue / so darvon handlen, aufzuschlagen und die merckwurdlgsten lachen außzuziehen/ auch einige reisen anzustellen; wie er dann in Italien gereiset und sich zu Venedig einen monat lang aufgehalten / um die ihme zugebrachten fische zu betrachten lind abmahlen ru lassen. Nach Straßburg ist er mit dem vorsah gereistsauf dem Rhein nach democean-, z„ fahren,und die fische der nord-see samt andern vortrefflich? fachen in augenschein zu nehmen / welche resse rhme aber von guten freunden wegen damals entstandenem krieg mißrathen worden; und was weiters hierzu dienlich wäre,hat er sich nicht geschahet von gelehrten und unge- lehrten, einheimischen und fremden, (gestalten er in allen theilen von Europa freund und gonner gehabt,) lageren, fischeren, vogel» steileren/Hirten und anderen dergleichen leuten, einzuholen, und ist nicht zu zweifle«, daß, wann er einen Alexandrum N. zu einem r^irono gehabt, wie,Aristoteles, dieses schöne werck nicht noch voll» ständiger worden wäre. Von mek-iiis und edelgesteinen hat er zwar einen kleinen ri-aÄac außgehen lassen, doch von dieser Materie einen noch viel grösseren schätz gesamlet, angesehen ihm von guten freunden, die nahe bey den bergwercken wohnten, viel rare fachen zugeschickt worden, so daß er deßwegen von fremden und durchreisenden einen mercklichen zuspruch bekommen, die sein cimeii-rcveum oder raritäten-cabinet zu besichtigen verlaugten.Da er zu Lausanne war, hat er die Savoyischen gebürge der kräutern wegen öffters durchwandert ; zu Basel und auf seinen reisen in und aus Franckreich ließ er sich dieses lkullwm nicht minder angelegen seyn. Von Zürich aus, nachdem er daselbst 6xsm lell-m hatte, hat er dieser Ursachen wegen fast alle jähr eine reise in die Schweitzer-und Bündtnerische berge gemachet. Viel gelehrte leut, die hiervon Nachricht bekommen , haben ihm deßwegen aus Italien, Franckreich, Teutschland und Engelland hauffenweise vsris lcmina und pianrss, cum i-ecenr«, rum liccas zugeschickt, so daß er daher beydes durch seinen eigenen steiß und durch den fürschub guter freunden mehr als pflantzen gefamlet, deren beschreibung bey keinem der alten zu finden. Was er hiervon in zo jähren mit unbeschreiblicher mühe und fleiß gesamlet , war er gesinnet aus liecht zu setzen, doch hat er dieses schöne werck vor seinem tode nicht nach wünsch auszieren und zu end bringen können; damit jedoch diese arbeit nicht möchte verlohren gehen, hat er auf feinem todbette deren herausgedung dem berühmten tvlc- llico, Caspars Woiphio, der ihme lucceUwet, recvmmendiret. In seiner pr-ss. die er ohne absicht aufReichthum geübt, war er sehr glückhafftig, gestalten er viel schwäre kranckheiten glücklich geheilet. In Religions-sachen hatte er eine grosse wipenschafft, hat auch die Heil. Schrifft mit solchem fleiß gelesen, daß er von den wichtigsten contro veriiiz vortrefflich julliciren konte, wie solches klar bezeügen die viel Polnische gelehrten und edelleüte, so seine gute freund waren, und feine Meinung in der damals schwebenden streitigkeit 83 . ni. «ikslc, (damit die Polnische kirch angefochten wurde,) verlangten , mündlich und schrifftlich mitgetheilte juMcia und cnofliia . und dasjenige fürbündige schreiben, so das liecht zwar noch nie gesehen, doch aber noch wol sehen dörffte, welches er an Dalecampium / einen Frantzösischen sehr gelehrten tvle-Ucum, seinen guten freund, der aus zeitlicher absieht die Religion geändert, abgehen lassen. So war auch stine cor,e,pc>ncieutz, die er geführt, nicht gering, dann sie erstreckte sich nicht nur durch das g'antze Schweitzerland,sondern auch in Teutschland, Franckreich, Engelland, Italien, Polen und anderstwohin mehr, da neben viel andern fürncmlich Julius Ale- xanbrinus, Johannes Crato a Krastheim, und Adolphus Occo, des Kayserö Fcrdinandi Leib-r^ici; J»h. Culmannus^Leib-^ccii- cm desHcrtzogs zuWürtemberg/G-Parkurstus/Bischon zuNorwic, Theodorus Zwingerus, Felix Plaierus und Job. Bauhinus, ge» lehrte relcllici zu Bafel, seine ordinari-corrschonUenten waren. Fer- dinandus l (dem Gesnerus sein buch lle pilobun zugeschrieben,) «iclcÄlrte sich sehr an der Killo^r animaiium und nam darbey anlaß selbigen, nachdem er ihn vorher nach Angspurg bey einem daselbst gehaltenen Reichs-taq zu sich kommen lassen, um ihne als einen durch schafften so beraubten mann auch von angesicht zu kennen, und weil er keine kinder hatte, den 82 jährigen Andream Gesne- rum, seines vaters bruder, eine sehr ansehnliche und furnehme stands-person in Zürich, samt allen seinen so zahlreichen nachkom- lingen mit einem ansehnlichen waapen zu beschencken; in dessen in vier gleiche selber getheiltem schild zu sehen, 1 ein rother ausgespreiteter adler, als der König der vöqlen, 2 ein zum streit außge- rüsteter löw, als der König der vierfüßigen thieren, beyde in weis- sen feldern, z ein Delphin in seiner eigenen färb mit einer cron auf dem kopff, wegen der vellicanon von Sr. Kayst Mayestäf, 4 ein kriechender und vielfältig gekrümter Basilisc mit einem güldenen ring in dem mnnd, darinn ein smaragd eingefasset, als das vor- nemste unter den kriechenden thieren, beyde in rothen feldern; auf dem mit einem kräntzlein von eppich obenher geziertem Helm ein mit feinem halß und beyden flüglen in die ründe gebogener mit 9 ster- nen, darvon der yte das cenirum machet, aufden flüglen und der brüst gezierter schwan, mit der anzeig, was jedes dieser stucken zu bedeüten. Derbricssdarvonist aanrtben z apr. an. 1364. In diesem jähr Zwickte die pest zu Zürich, und weil Gesnero geträumt, es habe ihn eine schlang gebissen, hat er sich selber seinen tod vorgesagt, daß er an der pest sterben werde, welches dann auch im jähr daraufden iz dec. an. izüz indem 49 jähr seines alters erfolget, nachdem er nicht länger als z tage kranck gewesen, und fast biß auf die leiste stund gearbeitet. Auf seinen so frühzeitigen tod sind von den gelehrtesten männeren, welche selbigen wegen seinen so raren m-i iren hertzlich betrauret, viel zierliche Lpice6is gemachet worden, unter denenTheodori Zwingen wol das merckwürdigste gewesen, also lautend; . . . M 49; Ingenia vivens nitursr» vicersr omnsiL ^ kascurs viLtus conäitur tioc tumulo. klmius llic llruL cll Qermanus; dergs viacor, /-.r. .O^tneri rolo nvmen in orbe volar. seiner bitzliorke^ uaivesfaii; I. Henk Hotttngerl bwimru. Dgurwa. wie auch in seinem scnd-schreiben an Gustelmum Turnerum einen EnglsschmD,".und^/cüm"L gwl. ««/er. virs QeMer,. vir. Qermsn. lib. zS» n , llerNelveriscken le.rcken-lukori. in, kolytiik. TerFe, elo^esrom.löcrom.z. * ^ (Joh. Jacobus) von Zürich geb. an. I6;y thäte eis ne jchöne reiß, wurde darauss an. 1671 Diaconus zu St. Peter» M. cS8r ^rek>-i).»-°nuszum Grossen-Münster,undstarb an. ,704. Serne m druck gegebene schafften sind folgende: Lxercicari» a- «ris Oci narursli; viLiogus lle rerr«-mot»; Lierus paciücus, i. c. xuri-e.gmtzus Homsnus clerus concca Lekormsros in O«! -,L »rirur- H-x- tzens-seuffzer und wehemüthige klag der kirchen Gottes, an die iLvangel. hohe Stände in Europa; «.om» LvcrH, sUverk ö- mve.lg. trivus orslionitzus UemonUrsm; Ooxoloßi» nominis )eiü, i. e. Pr^ digten über alle »amen Jesu Christi,; Tom. in 8. Lüricl,. §ct'cn>eckr-buck. * Gesnerus / (Salomon) war zu Buntzlau in Schlesien den 7 uov. an. 1589 gebohren. Sein Vater, Paulus Gesnerus, war Prediger in Bohmen und Mahren, die muter aber, Anna, aus dee Cvnrader familie, welche von Ferdinande I war geadelt worden. Weil ihm sein Vater in dem 6 jähre seines alters durch den tod entrissen war, die muter aber wenig Mittel hatte, müsse er kümmerlich leben, und zu Troppau, aüwo er in die schule gieng, sich bey damaliger theuren zeit, mit kleyen und eichel-brodt dehelffen. Hierauf ließ er sich zu Breßlau bey einem goldfchmiede aufhingen, bekam aber nachgehends dessen kinder zu ink-rmixen, und konte seine ttu-ll« fortsetzen. Hier legte er sich besonders aufbie sprachen, und wartete zum offteren den vornehmen »>mrici,s und kaufleuten mit einem -sr- mine auf, die ihm auch verschiedene Vergeltungen reichten, so er an bucher wendete, und sich damit aufacademien begab. Zu Straßburg horte er besonders Johannem Pappum und die Marbachios, die ihn an reiche Edelleute aus Polen recommenUirten, bey welchen er einen Hofmeister auf einige zeit abgeben müsse,woraufer auch zu Srraßburg -virgiller wurde. Hernach wandte er sich wieder nach Breßlau,da ihn Andreas Dudithius, Kayserlicher geheimer Rath, als einen mkuimslorem seiner kinder bey sich behielt, und gute luv- iiu.L hergäbe, daß er über Ciceronis buch a- Lw einen commems. rium cäiren konte. Indessen ward er von Breßlau nach Buntzlan zum 8,eÄore vocixet; Als er aber daselbst einige m-se» äs r!s anschlug, bekam er mit den Predigern daselbst, sonderlich dem Conrado Dergiv, und Joachims Stygio, so der Refvrmirten re- liaion zugethan waren, viel comroveriien. welche so weit ausbra» chen, daß sie beyde von dem abcndmahl gewiesen wurden. Da nach- gehendsGesnerus sich mit ihnen wieder ausgesöhnet hatte,und zum abendmahle gieng, reichte ihm Stygius das gesegnete brodt mit der lincken Hand,nebst beygefügten Worten: der Herr sey richrer zwischen mir und dir. Bald darauf wurde Gesner nach Stral- sund zum Prediger und i^ofcallrc des Zymosiii beruffen,welche stelle er auch annahm, jedoch von seinen Widersachern viel Verfolgung erfahren muste, als welche seine fachen fast den gantzen Winter zurück hielten, wiewohl der Rath zn Stralsund solches alles reichlich vergalt, und ihn mit freuden aufnahm. Hier bliebe er eine kurtze zeit, weil er zu Wittenberg zum?rotcllöre MeoiogiT ernennet worden, wohin er sich auch den ,6 may an. 159; begäbe, daselbst in o«Ä»rcin p,»,„ovwte und sich in der cEwvers mit v. Samuel Hubern lle universal, omnium liominnn, prLciellinauone, nebst seinen beyden collegen O. Aegidio Hunnio und PolycarpoLy- sero, eifrig erwieß,auch den Refvrmirten sich sehrwider setzte,welche in der Ober-Laußnitz,sonderlich aber zu Görlitz, ihre lehre einzuführen suchten. In solchem zustand starb er endlich den 7 febr. an. iüo; an einer blut-stürtzung im 46 jähre seines alters. Seine schriff. ten sind: Mssmationcsin librum concorlliL; clichuracionesclc Oeo un« üc trino; cle conciliie; llilpp. in Qoncün; cowpeallium lloArin« cosle- Nis; allnionirorium all orllines 8>Iell«!. ür/tter« orat. psrenr. cie vita L obiru. Lec»,«». vir. tlieol. Oekosri. vir«. rliesrr. O-rw. sn. i ?°4 ?- -8z ör>7c>; P. 287. Gespanschassc/ lat. comirrrur, sind gewisse clillriA- oder Pro- vintzen im Königrelch Ungarn/ in welche selbiges eingetheilet/und davon jegliche ihr eigenes geeichte oder rr,l,i,nal hat. In selbigem stnd der Dber-Gespan/ 8ur>remus cow-s, der vics-oder Unter» Gcivan/Vice Lomes, ir^Llsor«, der Stuhl-Richter / juci-L nobiUum.die Geschwornen und dM°t-ricn.Sie haben auch ihre er» neue eonvcncus und zusamlnenkunsste/ welchen alle Prälaten/ Edelleute und Abgeordnete von den Königlichen frey - stadten beywoh» nen können/ und ihre stimme haben / manchmal auch bey straffe da» b y rschünen müssen. Die grosse dieserGe panschafft tftmchtetmr. lcv/ deßgleichen trifft ihre anzahl bey den scribenten nicht uberem, mmal da durch die Türckcn-.kr,eqe rhre anzahl manchmal vermeh. /manchmavcrnii auch an. -71? aufdem land-tage m Preßbura 1; Gespanschafften tn Sclavomen und an der Sieben» bumschen graAe / so zum theil unter den Turcken gestanden/ d« u laarischen crone erst wieder einverlelbet worden. Ermge senben» ten cherlm auch offrmal eine Gespanschafft rn 2 theile / und an» d rebegreffcn dieSiebenburgtschePrvvtntzen mttdarunter/ da» her setzet Bonfinius ihrer 57/ VerbezlUs 6 ; / Ranzanus 7;/ Uoinar 74 / (so aber Siebenbürgen mtt darunter rechnen/ SM -Yvani zehlek ihrer mit ausschlieffuns der Srehmburgrschm 496 gcs get undSelavonrschen mik48.Bey derKöniglichcn Hungarischen Hof« r-s! . rantzleu zu Wien haben sicnach dem land-tag zu Preßburg an. 171; ?7 Gespanschafften gerechnet/ und werden selbige in dicOber-Un- garischcn/ in die jenseits der Donau / in die diffeits der Donau gelegenen / und in die Croatischen Gespanschafften eingetheilet. Davon sind in Ober-Ungarn 21 die Ztpser/ Sarosienser/ Sza- boliser/ Ungwarer/ Ugocsenftr/ Zatthmarer/ Zarandier/ Zem- Pliner/ Torantalcr/ Kraßner/ Hercsienser/ und Ober-Zollno» ckcr/ Gömörcr/ Marmaroscher/ Caschauer/ Diharienser/Ke- keschir/ Borsoder/ Beregienser/ TornerundZeurieiiserGespan- schafft; in dem alllnÄ von Kövar jenseits der Donau sind 18/die Grancr/ Ncütracr/ Preßburger/Lrentschiner/ Thurotzcr/ Ar» venscr/ Liptauer/ Zvlncr/ Hvntenser/ Darsemburger/ Neo- grader/ Pestcr/ Piliser/ Soldter/ Bacscr/ Dodroger/ Cza» nader und CsongraderGespanschafft. Diffeits der Donau iz/ die Naher / komorrener/ Stuhlweissenbnrger/ Vespriner/ Ocden- burger/ Eiscnbnrger/ Wieselburger/ Zaladienser/ Simeger/ Aräder/ Darancr/ Sirmicr/Toluer/ Veröczer/ und Volcko- ner oder Walpowarer. Die Croatischen Gespanschafften sind die Warasdciner/Creutzer/nndAgramer. »ec. ,1.1. />.««». epir. in. 117 L llcc. z ?. 1 x>. sn. 171;, 10, 92. Gestenen / ein schön dorff und oberste pfarr-kirch ick land Wallls/ rechter hands der Rhone unten am dcrg Grimseln gelegen/ darüber eine straß ins Bernerische Haßlc-thal gehet. Au. 14>y ha» den die Berner / in dem damahligen krieg / den die land-leuihe in Wallis/ wider ihren BischoffWilhclm und seinen bruder Gui- schard von Narou/ Land-vogl in Wallis gesühret/ dieses dorff geplündert und verbrannt. «illvr. «civec. xiscr. z. 9 r. 18. L/ctt/e»'. N. 1.1. ; p. n6. * LLZDU-ILI^ / eine Schwedische Provintz in Nordland/ wcl» che gegen Osten an den Mnum noiii„>cii,n, gegen Westen an Dalc» carlien / und gegen Tilden an Wcstcrmanlanb und Upland gran- tzcn. Sie ist zimlich fruchtbar an geirciyd/ und hat gme eisen»und kupffer»bergwercke. Gesualdus/ (Alfonsns)cinCardinalund Ertz-Bischoffvon konza/ und hernach zuNcapolis/ war ausdeinKönigreich Nea» polis gebürtig / allwo sein geschlccht allezeit eines der vornehmsten gewesen / so den Printzen von Franckrcich zugethan verblieben. Er wurde nachmals unter dem Pabst Sirto V Legat in der Anconi» lanilchen marck- Clemens VIII machte ihn zum Ertz-Dischoffzu Ncapolis/ und starb er endlich den 14sebr.au. isoz als oc^nu; des Cardinals'coUcgü. Sein lcichnam wurde in der Haupt-kirche daselbst begraben/ allwo man sein qrabmahl siehet / welches Ca- rolus Gesualbo / Printz von Vcnosa/ sein vetter/ ihm sehen lassen. Ein anderer dieses gcschlechts/ auch Carolus Gcsuatdo/ Printz von Venosa/ hatgewisse neue lhöne in der Music erfunden, «,»»«» ckion. mLlsiem. lcc. 17. UF^e/. Us>. lic^. kill. IZt>. 27 c 1^. get gev dacht / weil er bey ihnen sein «liium ausgestanden. m» - oe rcous Lericis. ' -- Geth/ siehe Gath. Gethes/ ein König der Heruler / so an dem p-lug- wohncten. Er kam zu des Kaysers Iustiniani reiten nebst se,,,m vornehmsten Hof-bedienten nach Constantinvpel / um sich 2 lausten zu lassen. LLVDIJ^/N ein grosses land in Africa an dem flusse Niger, wo anietzo.em stuck von Biledulgcrrd und Zaara ist/ welches vorzeiten die ausserstegrantze der Römischen conqusicn ju Asrica war Ne N 2>,r»r«« I. ; c. O-ü-rr-- iwi. orb. zvk! 6L8D^/eine Provintz des Königreichs Marocco. Sie grün» tzet gegen morgen au die Provintz Dara/ gegen abend an das ge- bürge von Laalcm/ an dcngräntzen der Provintz Tiis/ gegen Mitternacht an die Provintz Maroc / und gegen mittag an Lessct. Die cinwohner meynen die allcrältcsten völckcr in Asrica zu seyn/ und geben vor/daß sie von den Gctulicrn abstammen. Man findet in der gantzen Provintz keine stadt/ und kein festes schloß/ sondern nur grosse dorffschafften von loooeinwohncrn und drüber. Es wird alle jähr in demselbigen lande ein marckk gehalten / welcher 2 mo- nat lang währet, In währender dieser zeit halten sie auf gemeine kösten alle kausscute srcy/ ob gleich deren fast 10000 sind/ es kömmt ihnen aber an den waaren doppelt wieder ein. Es sind selbige allezeit wohl gehalten worden/ so lange die Cherifs in Marocco regieren/ denn sie sehr getreu sind. Tie verstehen den bogen sehr wohl/ und sind die ersten / welche dieser orten gclchret/wie man eisen schmcltzen und kugeln daraus bereiten solle. "He- ut,. z. Geta / war des Kanscrs Scveri söhn / und Caraeallä bruder. Er halte auch von seinem vatcr Scvcro den Namen Ankoninus erhalten / damit er nicht von der iucceti><,„ ausgeschlossen würde/ weil er im träum gesehen/ daß ihm ein AntomnuS lucccMren solte. Er war zu Manland gcbohrcn/ und gleich von Jugend aufziem- lich wohl geartet/ doch dabcn dem trunck ergeben. Lein vatcr erklärte ihn nebst seinem bruder annoch bey seinen lcbzcikcn zum nach» folqcr/ und sie folgten ihm auch bendc in der rcgicrung. Weil aber Caraealla gantz conir-i^sitten halte/ so kuuicihn auch selbiger niemals vertragen / daher» er ihm so lang nachstellte / biß er ihn in seiner mutlerschoß umbrachte. Ob gleich ein theil der armee übel darauf zu sprechen wäre/ weil sie den beyden brudcrn geschworen hatten / so wüste crdoch solche durch gcschcnckc und andere Mittel bald wieder zu stillen. Nach Gclä tod »nistenauch scme freunde herhalten / und unter andern der berühmte .jc-'n-s . ja es solle bald seiner multcr und andern: fraucnzimmcr/ die über Gctä tod bekümmert waren / das leben gekostet haben. Dessen ungeachtet bat Caraealla des Getä tod nachgchcnds selbst / so offt als ihm dessen gcdachtniß oder bildniß vor äugen gekommen/ beweinet. in virL Lsrac»N.v. OLI^L/ ein Seythischcs volck/welches auf beyden feiten der Donau zwischen Mögen und Dacicn wohnte. An. zufielen sie in Maeedoiucn und Lhracien ein / und schlugen den Bürgermeister Sabiiuanum / welchen Anastasius ihnen entgegen schickte. Darauf gab ihnen der Kanscr eine grosse summa gclbs/ damit er ihrer nur loß werden möchte- Ovldius hat deren zum össtcm ge- ?. z p. rro. Gevalien/ eine stadt in Gestricien in Schweden/ wo der M Gesunda tn den Smum kmkmcum fallt. Nicht weit davon sind berühmte kupffer-bergwcrcke. Gevartius / ( Johannes) ein berühmter Rechts.gelehrier, gebürtig von Brüssel. Er war anfänglich emAdvocat/ undstmid wegen der gelehrsamkeit/ dre er nicht allein in den rechten/ sondern auch ln der Historie erlanget hatte / und anderer Verdienste halber in gutem ansehen. Von dem Ertz-Hertzog Alberto und dessen ge- mahlin Clara Eugenia/ wurde er an. 1607 ernennet/ den tracta» len wegen des zwolff-jährigen stillstandes mit den vereinigten Niederlanden mit beyzuwohnen. Nachdem seine srau verstorben, wurde er ctsnoincus und omciLii; zu Antwerpen/ allwo er auch den zoapril an. 1Ü2; verstarb/ seines aliers ö° jähr. Er hat» söhne hinterlassen / Carolum / n-cca-m« und c^onicum voin Turnhout/ undCasparum/ 8ecrc»s>,imzu Antwerpen. Erhell an verschiedenen zur Historie von Brabant gehörigen schriffken ge- arbeitet/ so aber nicht ans licht gekommen. >. >?». 1.1 a- »ici. n-tq. -IHN. Nc>L. r. z. Lt-rie«« äs lcripr. kc. 17 . DeAe/-«- bikl. Le!g. Gevartius/ (Caspar) ein söhn des vorhergehenden, geboh« ren zu Antwerpen / an. i;yz. Er legte auch daselbst in demJe- sliltcr- co gute funllLlnc,ir.i in den lluciiis. Vondarkanuc nach Löven und oouL>, gicng endlich nach Franckreich, und ^vLncirte dergestalt/ daß er mit unter die gelehrtesten seiner zeit gerechnet wurde. Nachmals wandte er sich wieder nach Antwerpen, und wurde 8ecrckäriu5 daselbst. Seine schrillten sind: I-Älonesk,. xiniLoc«; cieüa; rnulopIiuL/rullriLcus. ücc. bibl. j>. 1Z2. Gevaudan / ist ein ländlein im niederen Languedoc ui» Mende herum gelegen- Man haltet darfür/ es habe seinen NMM von scliicn alten einwohnern / Gavali genannt. Es wird abgetheilt in das obere und untere. Das obere ligl fast völlig im gebürgt und das untere ist ein theil von den s-v-nE, gleichfalls bergicht und wenig fruchtbar; Das volck im Gevaudan ernehrt sich mit dem schmieden und den wanuf^ren/ bie allhier starck gelrieben werden. Es hat einige kleine flüffe/ als die irucir-, der um und -enic-. Die besten örrcr darinnen find t4enuvcrZne. L«/>. um. u» <9nmr. cic krovcnc. Lo/«,. Uitk. cic loutouk. üc mcmoir.cte NsnAucs. ^0/,Uitloir. llc Nrovcnc. /b crh mbey Christians I die würde eines würckllchen Raths. Dessen sonn, Hans Philipp, war anfangs Gräflicher LvwemlelMlcha M mclster und Cantzley- p--.>kv-icnc. hernach Kayscrltchec HauplM » zu fuß/ darauf Schwedischer Kriegs-Rath und den Fränckffchen rräyß/ nach diesem Anhalttichen Rath/ »0 ^ Z Irr- Ä! S- ür S -ük rL Ü! S! geu gex Abgesandter aufden Kayserl. wähl- und orömmgs-tag zu Regen- spurg/ und Marggrafl.Brandenburglscher Rath/ wie auch letztens 6en-rsl.i^reÄor der gesamten freyen Reichs - Rttterschaffk m Schwaben / Francken / und an dem Rhein-strome. Er hat vor sich und seine männliche nachkommen das erbschencken-amt in dem stifftWurtzburg erlanget/ und ist an.-abgestorben. Vonseiner ersten gemahlin / einer Schottin von Hellingen/ hat er«, söhne/ von verändern aber / einer Rabensteinerin aus dem Hause Dclau/ keine erben nachgelassen/ doch haben seine nachkommen den titul und wapen dieser letztem / nachdem ihre linie ausgestorben/ an- genommen. Don den ietzt-erwehnten 4 söhnen war (1) Heinrich Adolph/ Cammer- Juncker bey dem Marggrafen zu Bareuth undOber-Hauptmann zu Bayersdorf/ (2) Philipp Carl / An- hälkischer Cammer-v--eÄor und geheimerRath. Dieser letzte starb an. 1694/ und hinterließ Johann Georg / welcher an. 1712 die väterlichen ck-rg-» bekleidete/ und sich an. 1708 zum dritten mahl mit einer 8-roncNe von Lettmatt vermählte, Lob. v,n. ?. 7. Geuharius oder si der berühmte Arabische i.exi-o. xrzplius, hleß Mit seinem volllgen namen : Lbuoasir, Itms-I. Lbn ck-mm-a. -I /Lunzri, und wäre ein Türck von-istion. geb. in derstadtFarab/ heutiges tags Othrar genannt. Erlebte eine zeit lang m Mesopotamien und Syrien/ hernach in Chorasan/ da er sein grosses werer äactiactiol l.oZLti , (d. i. inceßrirss ImAure) um /i. ttcg ;so. L. c. aber 1000 herauß gegeben. Es ist ein vollständiges DiLion-i-ium der Arabischen spraach / welches den nutkorea, in ein solches ansehen gesetzet / daß er bey den Arabern gemeiniglich Lmrmoii.oß-, d.t. lermonis^ncillss, genannt worden. Gleichwie Giggejus inseinem I'^suro ling. Lr-8. sich bcstiffen dem Alfi- rusabadiozu folgen / so hatJ. Golius sein Arabisch t.-xic--o meh- rcncheils aus dem Geuhari hergenommen/ obwohl beyde Christi. i.exic.'Zrzpk> noch muhe genug gehabt / die unkommliche ordnung der Arabischen zu verbessern / und eine bey den Christen gewöhnliche darein zu bringen. Geuhari starb 4. zs§ und L. 1007 nach Abulpheda bericht / nach anderer aber «eg. z-r. 60L«» Zu bex. Lrsb. /'ococt- ipecimen Lrsb. * Gevio/ ist der Haupt-flecken in der Eydgnoßisch»Italiänischen land-vogtey Maynthall/ an dem Maggia - fluß gelegen. " Geulinck/ (Arnoldus) ein berühmter Niederländischer kk>- lolüxliusjndem I7seculo/ gebürtig von Antwerpen. Redendem üo-iio der pKNoiiipNic legte er sich auch auf die lesung der alten Römischen-urkorum. und erlangte dadurch in der lateinischen spraach eine sonderbahre fsciinät. In seinen jungen jähren lehrte er die pMlns-ii'Mc bey ir jähren zu Löven/ und zwar die 6 letztere jähr aufdem ersten catheder mit grossem zulauff; Als er aber ( wie er redt) schiffbruch aller seiner fachen gelitten/ begäbe er sich nach Leyden/ und lloc>rte allda dtepkiioiopkis privslim. Seine ar» muth aber wäre so groß und seine Widersacher / ( welche ihn auf alle weiß/ auch unter dem vorwand / er rede allzu schlecht Mein/ zu trucken suchten/) so hefftiq / daß er entweder hätte betteln/ oder Hungers sterben müssen/ wann nicht einige guthertzige Männer/ sonderlich der berühmte A- Heidanus sich seiner in treuen angenommen/ und ihne den c»^!«xi8ux Univergrstis so nachtrucklich rccommencicht hätten/ daß ihmc die vrokelli«, vkiiol. daselbst anvertrauet wurde/ da er dann auf die pmioic-pli. csrceüLnsm mitgros- sem ruhmund scharffsinnigkeit öffentlich biß an seinen tod/ so an. 1669 erfolgte/ gelehret. Seineschrifften/ in denen viel tubc,i,tät und nachsinnens befindlich/sind: Sscurnsiis; t.oß,cs mis kuna-- mcnrizrestirurs; i^lccspiiysicL vers L sä mcnrem pcripsretic.; ?by6cs, welche auch mit Langcnherti nolis herauß gekommen. Sonderlich hat ihme sein oder LrlU cs viel lob erworben. /cxr/,. üc vsriirücc. * Gevres/ ein kleiner ort in der Frantzösischen landschafft Maine/ welcher den titul eines ^i-quissc-und endlich cmes Her- tzogthums bekommen/ wovon die familie derer nou-rs äe rrSmei sich zu schreiben pflegen. Geusau / eine von den ältesten Adelichen familicn in Thurm- gen. Hans hat an. 144; einen crb-vergleich der Grafen von Mansfeld/ als zeuge/unterschrieben/ und an .,1448 nebst andern vom Adel die gräntz-scheidung zwischen Churfürst Frlderl.ch und Hcrtzog Wilhelm zu Sachsen zu stände bringen helffen. Hellwtg ist an. 1; 62 als Heßischer Rittmeister/ den Reformirten m Franck« reich zu hülffe gezogen. Levin/Hauptmann zu Sachsenburq/ begab sich an. 1591 in die von den Hertzogen zu Weymar wider das fluchen gestifftete gesellschafft. Carl/ Furstl. Sachiffchcr Ober- kand-comm,ss»riu!; flomte an. 1690. btsn-k. ckron. ,k. Läslsi,. 6x7^» 8.. O. p. 299. sonst 8sx. geogr. P. 160. MX/ eine kleine Herrschafft/ so zu «ugev. einer FrantzöMei, Provintz gerechnet wird. Sie hat gegen norden die Graflchafft Burgund / gegen osten das ländgen v-uä m dem Canton Beriv gegen westen nuscy, und gegen süden wird sie von Savoyen durch die Rhone/ und zum theil auch durch den Genffer-see abgesondert. Esligteinc stadtgleiches namens darinnen/ welche nebst ihrem amte weiland dem Hertzoge von Savoyen gehorete; In dem Savoyischen krieg aber an. 15^/ da die Werner das ci- v^,ä eingenommen / hat auch diese stadt und Herrschafft o» sich ergeben und den Bernem schuldiget/ welche sie auch biß an. i;ü4tnn- gehabt/ da sie selbige in kraffl des Lausanner-Vertrags demHer- tzog regiruirt. An. 1589/ als Franckreich mitBernund Genffwl- ten die Savoyer mit 4 biß z 000 gey 40 ^ sie darinn mit brennen/ rauben/ morden und weiber« eEenschlich hauseten/ ja4jahrdaraufvon neuem eine gleiche raserey verubten;An.i6oi wurde endlich bey erfolatem krie- k^^^Et an Franckreich abgetremn/ unter des» vw dlseinwohner eine Zeitlang in zimlicher ruhe lebten/ biß endlich den,Evangelischen nach dem bißherig-freyen Religions- die Konigl. über den halß kamen / da ihnen son» -»Ü^^'.^/Eter anderem auch dieses verbotten wurde/ ihre todten bey tags-zelt begraben zu lassen. Hierauf nun wurden sie genothlget/ anderstwo hulffzu suchen/ -ällreMrten sich derowe« gen an die Evangelische Cantons/ welche sich auch ihrer so kräff- tlg annahmen / daß sie nach vielen >nltgnrr>en von dem Frantzösischen Hof endlich dieses erlangten/ daß sie zu Sergy und Ferner zwo ktrchen erbauen dorfften. Solche freude aber hat nicht langer gewahret/ als biß in den martium an- 168;/ da der Herr von Harlay/ inr-na-m im Burgund nebst dem Bischofs zu Annecy mit 50 Dragonern und i->o zu fuß in die Herrschafft «cx gekommen/ das Evangelische Re!lgions--xercirium zerstöret/ und die obge- dachten 2 kirchen niedergerissen / welches auch ohngeachtet aller furbrtt der Evangelischen Camons und der Repudlie Genff denen kirchen zu Moin und Rußin wtederfahren. settLx ?. -1.; p. -,l l -7 ?. zq-7öc >. 8 p. ;;. 8 p. 640. L-Le»-. ttik. Uclv. i^IScr. I. ;i. 4 iill. I. 96. «L/r» /rnn»I. sä vor Lnn. ^>. lorl 1106. kilk. univ. r. zI. 5 c. ir. * Geyer / eine kleine stadt in dem Meißnischen ertz-gebürge, eme meile von Annaberg, welche an. 1)9; ihren ansang soll genommen haben, > 4 eiknilcks berZ-cbr. j,. zo lg. xroär. räiln. Geyer / eine ur - alte Reichs - freye Adeliche familie in Francken, welche vermuthlich von dem in dein Marggrafthum Anjpach, eine meile von Weissenburg gelegenen schloß und flecken Geyer den namen dekonnnen. Sie hat an. 9)8 zu Magdeburg, und an. 942 zu Rotenburg den turnieren beygewohnt, und sich vormals sonderlich in dem Würtzburgischen hervor gethan. Sebastian war in dem i z seculo Bischöflich - Würtzburgischer Rath und Amtmann - welche cks-gen auch fein soh» Philipp besessen. Dieser war ein vater Johann Heinrichs, welcher dem krieg gefolget, und Hemrich Wolffgang aufGidelstadt, nachgelassen, der an. 1640 gestorben. Seine gemahlin, eine Smfftin von Suhlburg , brachte nach seinem tod den 18 dec. des besagten jabrs einen söhn zur weit, und ließ denselben gleichfalls Heinrich Wolffgang nennen. Derselbe wurde an. 168; in den unmittelbaren Reichs-Grafen-stand erhoben, und an. 1689 darinnen bestättiget, auch an. 169; zu Nürnberg auf dem crävß- tag unter die Fränckische Reichs-Grafen zu sitz und stimme imroäucirt, unsacht die Fränckische Ritterschafft solches zu hintertreiben suchte. Er hat von seiner gemahlin Helena Julian« von Wolmershausen keine erben, daher er alle seine -Ms- llisl-guter, Unterthanen, deren bey 251, und gerechtigkeiten an. 1704 dem König in Preussen evemum morcis übergeben und huldigen lassen, welcher auch noch bey lebzeiten des Grafen seinen cantzley - äireüorem bestellet, ob schon der Graf sich auf seine leb- zeit die säminikrsnon > uluin kruLium und das votum vorbehalten. Die drey Vogteyen, so derselbe besessen, heissen: Goldbach, nicht weit von der Schwäbischen Reichs-stadt Halle, wo die Gräfliche residentz; Gibelstadt im Würtzburgischen, ohnfern Ochsenfurt; und Rheinsbrunn im Anspachischen, ohnweit der stadt Rotenburg« - FS0FI'. ?. I p. ;^6. Geyersberg / eine Gräfliche familie in Oesterreich, welche von dem jetzt - erwehnten geschlecht von Geyer abstammet. Vitus Geyer hat an. r;7° das nunmehro ruinirte schloß Geyersbcrg bey Cvburg in besitz gehabt, und sich zugleich davon genennet. Barthel und Dietrich Geyer von Geycrsberg sind des Kaysers Friderici IV Räthe gewesen. Kilian Geyer hat um diese zeit als Dom-Dechant zu Würtzburg, /uäcx in lpikitusiitzus, Probst zu Warstadt, und als proco - käorsrius äpollol. Scäis gelebet, und in dem Fränckischen städtlein Rechts-hochheim seine wohnung gehabt, allwo er auch in Neu - Münster begraben liegt. Johannes Geyer, Kaysers Fn- derici IV vertrautester Rath, Obrister Schatz - und Land - Baumeister in Oesterreich, (dahin er sich «11.1482 soll gewendet haben) hat im namen des BischoM von Regenspurg die Herrschafft Pech- lar verwaltet. Mit seinem vetter Simon Geyer, Nieder - Oesterreichischen Land-gerichts-beysitzcr, erkauffte er an. 1 ? 14 die Herrschafft Osterberg oder Osterburgm Nieder-Oesterreich, da- hero sich auch deren nachkommen zugleich von Osterburg genennet. An. 15 z 9 florirte Christoph Geyer zu kNtzersdorff, Edler Herr von Osterburg, der ein enckcl war von Adams Geyer, Mari- miliani I Stadthalter in Ober-Oesterreich. Dieser Christoph hinterließ Wolff Christoph, von dem hernach, und Johann Adam, Frey - und Edlen Herrn von Osterburg, desten encke! gleiches namens den Gräflichen «l,s»Ä-r erhalten, und sich Graf und Herr von Geversberg und Osterburg auf Wolffstem, Windpasing, rc» aenemiet Er l?b e noch an. 1689 als Kayferlicher geheimer Rath. ^baebacbter Wolff Christoph hinterließ Maximilianum Adam, brassn undHerrnvo^ Dessen söhne sind: i)Hector Marimiüan, welcher V -4 geistliche betrachtungen über dre Echmste E in versen heraus gegeben, und zu Reaenspurq lebet; 2) Johann Ehrenreich, der bey dem Komg ch Poblen und Churfürsten zu Sachsen Cammer-Herr und R»tt- memer worden. k-mw. HE, ^ / (Thomas) vi-conu; in dem Münster zu Basel, ..nnkeförderer der «.-/--rmstton, war gebürtig aus 8. Gregorlen- tbal, in dem Bißthum Bafel; sein namen soll von denen m dt^ II theil. Rrr M 448 gey gcz af» ftn gebürgen vomials nistenden raub-Vögten, welche als Geyer und -'nicken auf die guten bauren loß aicngen, hergekomcn seyn. Gcyrfilck aber legte sich aufeine viel bessere beut, und jagte von jugend auf mit gröstcr bitz den studien nach, nähme auch zu diesem end den orden der Augustinern an. Da aber Ivh. Oecolam- padius auftrat, und die irrthmnen der Römischen kirche bestraffte, Ware dieser sein getreuer beystand, trüge auch das sinnige den zu dem icn^ro Lpoiozctico- darinnen die ^liliissr, zu Basel dem Rath die Ursachen vorstellten, mannn sie dir Päbstische meß auf öffentlicher cantzel einen greucl genennet, welches auch so viel ausge- würcket, daß noch in selbigem jähr 1527 die gewiffens - freyheit in diesen Puncten gestattet wurde, worauf 2 jähr hernach die völlige KeforiiEisn erfolgte-; er wäre damals Prediger bey Elisabeth, und Heister in dem Münster, da er beyderseits sein amt treulich bis in seinen tod, so in das -;;9stejahr fiele, verrichtete. Ict/«/ cliron. * Geysa I, König in Ungarn, ein söhn des Königs Bela, welcher den zuname» des ersten oder auch des hinckenden führte, und an. 106z mit tod abgieng. Hieraus erklärten die Ungarn den jungen Printzen Salomon vor ihren König, dessen vater der König Andreas, des erst - gcmeldten Bela I ältester bruder, gewesen war. Geysa rttirirte sich deßwegen mit seinem bruder Ladislao in Poh- lcn, erregte aber unter der Hand dem König Salomon so viel Händel, daß diesir endlich in Teutschland entweichen, und zu dem Kayser Henrico IV seine zuflucht nehmen mnste. Durch dessen beystand gelangte er wieder zu dem besitz seiner cronc, verglich sich auch mit Geysa, welcher ihn; die stadt Griechisch - Weissenburg einnehmen Kais. Allein , wegen der daselbst eroberten beute entstund zwischen ihnen eine neue Uneinigkeit, worüber Salomon übermal das land räumen meiste, auch endlich ein Manch wurde, und z» Pola in Istrien an. 1077, oder, wie andere schreiben, an. 1091; starb. Geysa hingegen, welchen man an. -o-?> zum König ausrief, behauptete den Ungarischen thron; doch nicht gar lang, indem er an. 1079 oder -ogo dieses zeitliche gesegnete, und seinen bruder Labeslauni zum Nachfolger bekam. lle r-tz. ilung. p-o/acer-nr». I. 8. Geysa II, König von Ungarn, ein ur-enckel des nächst-vorhergehende» , und ein söhn des Königs Bela II, mit dem znnamcn dks blinden. Als dieser an. 114- mit tod abgegangen, succedirte ihm Geyja II, welcher den rühm eines sehr verständigen, tapfferen und glücklichen Regenten erwarb. Mit dem Hertzog Henrico von Oesterreich verfiel er wegen den gräntzen in einen krieg. Wiewobl nun dieser anfangs grosse prog-cNen machte, auch die stadt Pres- burg einnahm, so wurde er doch zuletzt an. 114; aufs Haupt geschlagen ; da denn der übcrwinder eines, grossen theil der beute zu bereicherung der kirche» anwendete. Mit den, Kayser Conradolll, wie auch mit dem König von Frankreich, Ludovico VII, unterhielt er eine beständige frenndschcmt, und war diesen beyden Potentaten bey den zügen, so sie in das gelobte land vornahmen < auf alle weife beförderlich. Auf dem ruckweg aus Palästina kamen viel Teutsche, und insonderheit vielfachst,,, nach Ungarn und Siebenbürgen, welchen dieser König viel sonderbare ertheilte. Er starb endlich an. -- 6 -, und hatte zum Nachfolger seinen söhn Stephan,,,» III. Geysing/ ein berg - stecken allernächst Altenberg, unter dem hohen gebürg des namens, an der Mdglitz im crtz - geburgischen cränse gelegen. Es wird der ort durch den back) getheilt, also, daß, was auf der einen feite ist, Altcn-Geysing genennet wird, und in das Churfürstlich - Sächsische Ann Altcnbcrg gehöret; was aber an der andern feite des bachs liegt, hcisset Neu-Gcyszing/ und ist denen von Bünau zu Laucnstein zuständig. v,^i,r, und nachmalS p«nik--nn^-i„5. Hierauf wurde er Bischofs zu Tivoli, und endlich von Urbano VI an. 1,78 zum Cardinal gemacht. Er war einer der gelehrtesten Prälaten seiner zeit, wie er dc,m einen commen»,,um über Nri- stotelis p>,) 6 c-m hinterlassen. Er starb an. 1584. üc in Urtzrnn VI. OsrUm. (Ffucz/ Gesuche/ eine ansehnliche und zuM theil Gräßiche familie m Schlesien, welche in dem Fürstcnthum Brieg schone guter besitzet. Anton Gcfnge >var an. 14)8 bey der Hcrtzogin zu Lieqnitz Rath, und kauffte Lübcnau in dem Lignitzischen. An. > zo7 reisest David Gefng zu Lübena», in der >>->«- Hcrtzogs Friderici III zu Lignitz, in das gelobte land, und wurde daselbst samt dem Hertzog zum Ritter des heilige» grabcs geschlagen. Nachgehends war er bey dem gedachten Hertzog Hofmeister. Friedrich Geluge verkaufst«: an.l;2oLübenau. Heinrich Gesuge beherrschte Gassen- dorffin dem Lignitzischen, und war an. 1578 Hertzogs Henrici XI zu Lignitz Eommendant auf dem Grätzberge. An. i) 9 ) starb Adam von Gfug und Follerdorff zu Neudorff, des obgcdachtcn Davids söhn, als Lignitz - Bricgischer Ratb, nachdem er diesem Fürstlichen Hause 6, jähr qedicnet. Er hinterließ 2 söhne, Adam und David, und so viel töchter. David von Ging und Follerdorff «ufIenckwitz, ein söhn Adams, war a». -6-; Landcs-alttster deS gve gyl Fürstcnthums Brieg. Hans Georg von Gfng und Schollendm» war an. 1717 der freyen Standes - Herrschafft Wartenberc, Land Hos Gerichts-/-.UcUo,. Christoph Heinrich von Gfug auf Lofmck ,m Brieglschcn, em gelehrter Herr, hat noch an. ,72° «eN und einen schonen vorrath von Schlesifch - Adelichm ^' gesammlc. An. i?-°florirte auch Carl Christian, Grafvsn Gsua auf Ma„tze,rc. welcher sich an. 1697 mit Eleonvra CaroL Graf Iohanms Hennc, II von Hohbcrg tochter, vermählet An--7-c wurde e,n Graf von Gfug Obrifrer über das Köm> ^ Pohlnische leib - regiment. scy-e cu-ioc . GMLIW.OELs. oder6.4UE„ ist der name derjenigen ernwohneren m Persien, welche annoch die ur- alte religivn ZZ landes behalten und beschuldiget werden, daß sie das feuer anU tcn. Thomas Hyde handelt von ihnen in feinem tractat one vererum berlsrum. Stehe auch OLV8LI. * Gheneoa/ ist ein Asricanisch Königreich oder Provintz m N,gr,t,en, gegen dem einfluß des Nigri gelegen. Diese landiclE war unter der Herrschafft der Lumpt,wen, und erstgst j nen?L gewissen tribuc unter Soni Hel, reqierung. Allein sein nackfolaee Psch,a überwand den König von Gheneoa um das Z -A n führte ihn nach Gago gefangen, allwv er starb. Nachgehe, ds wurde dieses Kon,greich zu einer Provintz gemacht, und der «rosse marckt, welchen man jährlich zu Gheneoa hielt, nach Tombut ver- legt. Es ist in dem gantzen land weder einige stadt noch castelst der Qouverneur halt sich nebst den Lifnguls oder regiments-verso- neu und den vornehmsten einwohnern in einem grossen dorff auf Der fiuß N,ger, welcher gleich dem Nilv sich crgiesset, machet im jnl. aug. und sept. aus diesem dorff eine insul; und wenn das Wasser anfangt zu wachst,,, so laden die kaufleute von Tombut ihre guter auf schiffe und kahne. Die Provintz Gheneoa hat einen grossen ubcrßuß an gerste, reiß, schaafen und fischen, deßaleichen bringet ste auch viel bäum - wolle hervor. Die einwohner vertauschen ihren catun für Europäische wöllene tücher, wie auch für kupffcr, zmn, Waffen, und dergleichen. Die Haupt -stadt ist Gheneoa an der Senega. a-lc,. LtUc. Gherardo / (Maffäus) ein Cardinal und Patriarch von Ve» nedta , war aus einer Adelichen familie selbiger stadt gebohren In seinen jungen mhren retirirte er sich nach Camaldoli, bekam hernach den ordens - Habit von Paulo Venen», Abt von 8. Michael ctc Murano, succedirte ihm auch nachmals. Er wurde an. -466 Patriarch zu Venedig , und Innocentius VIII machte ihn an. 1480 zum Cardinal. Er wohnte der wähl Pabsts Alerandri VI bey, und als er „ach Venedig zurück kam, starb er zu Lernt den -4 sept. an. 1492. Ghetaldi / (Marinus) ein Ki-rlicmrrlcu- von Ragusa, lebte an. -607. Er hat verschiedenes geschrieben, wodurch er sich viel lepulLrion erworben, als: Lxolioniuin refllv-vulo; LvlleÄwn« ^rotzlemskum, Lcc. cis 5 cienk. markem. Glfil öWX- die Türcken geben diestn namen allen denen, welche sie als Hcyden und ungläubige ansthen, und nennen insgemein die Christen also. Der Ursprung dieses Worts kommt von den Persianern her, welche dieienigen, so die alle rcligion der Perser mit anbälung des feuers behalten, okiscurr. c^i-bers oder o-vr« nennen. >brum cx-mpiorum owniu« lccuiorum. rli-Lkr. Il^I. rbezkr. p. 8ir. GlffUni/ (Hieronymns) war ein gelehrter Italiäner in dem -6 und -7 leculo Sein vater war Johannes Jacvbus Ghilinh ein p^r-iriur von Alerandricn,und g-creiLi-iu,;,, Mayland, seine Mutter Victoria Homata, cinc von, Adci. Er wurde zu Mayland auftrzo- geinnnd den besten lcnten untergeben. Insonderheit erlernte er die , die rhetoric »nd die Philosophie , nebst dem llu-jiojuw von den Jesuiten. Nackigcbcnts wurde er nach Parma auf die Universität geschickt, mnste aber wegen einiger zugestoßenen kranck- heit sich zurücke nach haust begeben. Als er nach wieder erlangter gcstmbbcit sich auf acadcmien begeben wolle, kam es mil/emcm vater zum sterben,weshalben er sein vorhaben änderte, und sich mit einer Alcrandrinischcn von Adel, mit „amen Hiacynlha Baliana, vcrhcyrathete. Als aber diese seine frau verstorben war, nahin er den gcistlichcn stand an, wurde ein Priester, und legtefich insimder- hcit auf die moral-tbeolvgie. Er bekam hernach die Abthey von 8. Jacob zu Cantalupo in Abruzzo, wurde auch Pabstliclicr tzww- Hieraufwandte er sich nach Mayland, woselbst ihm der Erb-Bisch off Ccsarmonli ein canonicn, ,,, der collegi^l kirche o. Ambrosi, ccmkcijrre. Er hab sich durch verschiedene fchriylcn bekannt gemacht, worunter stiu rc-cro cktiuom„ü lctt-^ki; nnd la occicjenc^jc ; PI caiuum conieienNL selolucionss nebst andern werckcn sind nicht ans tages-licht gekommen, worunter sein ccm^>>uii! tosmmsru« iiri-sAk^rulll. Löck»»». rlic-lr. ght Ghiiii oder Ghilmi Malpiggi / (Andreas) ein Cardinal, WarvonFlorentz gebürtig , kam aber sehr jung nach Franckreich, allwo er aufder Universität zu Paris studirte, und nachmals Lano. nicm zu Tournay,Schatzmeister der kirche zu Rl)eims,und um das jährn 24 bey dem Konig Carolo?McKro Almofenier wurde, um eben dieselbige zeit, als er die 8. Andreas-capetle in der Carthauser- kirche zu Paris stifftete. An. i;;; wurde er Bischoffzu Arras,und 2 jähr hernach zu Tournay. Durch seine Verdienste setzte er sich bey dem Konig Philippo Valesio in grosse gnade, der ihm auch den Cardmals-but zuwege brachte,welchen ihm Clemens VI an. 1,42 ertheilte. Selbiger, nachdem er bey Ghilini einen herrlichen verstand gemercket, schickte ihn in gesandtschafft nach Spanien, er starb aber in wahrender reise an. i;4;. um. i co»/-» inm 6c k-ÄLe, Nist. eccl. 6u6»II. biN. cios Lärci. snticzu. 6eNsriz. Ghinuccius / (Hieronymus) ein Cardinal, gebürtig vonSie- ya. Er kam anöden Römischen Hof, und wurde Luäiror undI^scetus iizn-cu,-^ t>r.-viumunter Julio II und Leone X. Dieser letzte gab ibm das Bißthum Ascoli, und schickte ihn auf die con- serentz zu Calais , allwo man vergebens von dem frieden zwischen Franckreich und Engclland redete. Hierauf bekam er»r6r-, als Päbstlicher dc-mru-s nach Engelland zu gehen , allwo er von Hen- rico VI l l das Bißthum Worcester bekam; fo hatte er auch das zu Cavaillon. Paulus III machte ihn an. , zzz um der grossen bimste willen, die er dem Römischen stuhl geleistet, zum Cardinal, schickte ihn auch an. i;;8 wegen der rcligion in Deutschland an Kayser Carolum V. Nach seiner rückkehr starb er zu Rom den ; julii aN. i?4i. 1.16. Iral. Iscr. §Ee Ghlotto / siehe Giotts. Ghisleri oder Lonsigliari/ (Joh. Baptista) ein Cardinal, war von Rom gebürtig. Veine ministe stammte aus Bononien her, und war durch die innerlichen kriege zertheilet worden, indem sich ein äst davon nach Boschi, woraus Pabst Pius V entsprossen, der andere aber nach Rom wendete,allwo sie den namen congZü-ll annahm. Sein vater hieß Balthasar, die mutter Mariana Sati. Er verheyrathete sich gar jung, als aber seine frau starb, nahm er den geistlichen stand an. Er hatte einen bruder, namens Paulum, welcher einer von den 4 ersten stifftern der Theatiner war. Paulus I V machte ihn zu seinem Cammer-Herm, und gab ihm ein canonicrc zu 8. Peter ; als er ihm aber den Cardinals-Hut aufsetzen wolle, bat er selbigen vielmehr seinem bruder zu ertheilen, wodurch denn dieser Joh. Baptista an. 1557 darzu kam, welcher auch unter der regierung Pauli I V verschiedenes bedienet, und ihm am 1460,8 tage nach seinem tode, in der sterblichkeit gefolget, troö in vitL ?LuI. e'onlig!. liiss. äcz ret, als: comnienrarium io canriculr» cznricorum; «rrensm vcrsrum OLtrulv Ok^corum in )ccemlam <5, kLkucll Lcc. -"E clc lcriptnr. lccul 17. in Lpibur vul. v. >9). Ghistelles/ (Petrus Freyherr von) war aus einem vornehmen Adelichen qeschlechte aus Flandern, und ein söhn Cbrnelii, Frey- herrn von Ghistelles, von Antonia Pcnelope, Frauen von Brede- rode. Er diente den vereinigten Niederlanden viel iahrc, warb unter Graf George Eberhard von Solms regnnentOdrister-Lieute- nanl, und folgends Obrister. Printz Moritz von Oranien machte ihn, nachdem er sich unter demselben bey eroberung^der stadt Meurs befunden, an. 1597 zum 6»uverncur daselbst. Er wohnte an. iüoo der fchlacht und dem sieg bey Nieuport in Flandern bey, befand sich in der belagerung von Nieuport , und als Ostende von den Spaniern belagert war, ward er nach des Obristeii Uchtcst- brücks tode Louvcrnsur über solche vestung, vcrlohr aber darinnen den 21 martii an. 1604 durch einen schuß fein leben, und wurde wegen seiner tapfferkeit von iederman sehr bsdauret. Seine ge- mahlin war Anna Cloet, Friedrich Cloets, Obristen und o^uver- oeurs zu Neus,der sein leben durch einen jämmerlichen tod beschlossen, tochter, mit welcher er aber keine Ander erzeuget. Nach feinem tode hab sie sich mit Adrian von Schweter , tz-- >ik von Reinland in der Holländischen Provintz/verehlichct. 8- Arnblphus soll Wvifahrt von Ghistelles, der an/i roo gelobet, zum Christlichen glauben gebracht und getaufft haben. Johannes, Freyherr zu Ghistelles , Jngelmünster, Reigersvliet und Bevern, war Hertzog Jo- hannis von Burgund Rath, Obrister und oberster Jägermeister, und lebte um das jähr 1407. Die herrschafft Ghistelles kam an. N4zvon seiner familie durch kauffweg, so, daß sie das geschlecht u- Enis heutiges tages besitzet; den Namen aber haben die von dem gefchlccht Ghistelles behalten. Lnnsl. LciZ. snnslss. GIss?>JKI'ID8, oder l^nnkiiLZ, ist eine gewisse stete unter den Mahometanern, welche glauben, daß alle thaten und Handlungen der menschen durch ein unvermeidlich 5rwm regiert werden. Diejenigen aber ,.so dieser stete zuwider, nennen sich ic-llares, und behaupten,der mensch müsse nach seinem gefallen leben. «le I'kmpire Orcnmzn. Giambullari / (Petrus Francifcus) ein c-nom-usvon 8. Lo- rentz zu Florentz in seinem Vaterland, war in den elexanrioribus, der theologie, der mathematic und den sprachen wohl unterrichtet. Er hat vieles geschrieben, zumal zu Verbesserung der Italiänischen spräche , als il Ocilc, »eile Keflolc; inkcrno 6i Oscire. Er sieng auch die Historie von Europa an, tonte aber selbige nicht weiter, als bis aufdas jähr 1200 cunrinujren, indem er an. 1564 starb. l>;; p. 714. 6/-,/,», rNcscre ckliuom. lecrer. z>. 2. le-Mer elo^. r« I. k-rm. ^. Alb E wiNnsckaff/!n^R?^Eus) l!at sich durch seine frömMkeit und 8^L?der FeAlKo^ Er war anfänglich . gsschzuComo trellM^^^w^ ^ stinem Vaterland, ob mau ü>m EN ci.zi^um geschrieben, ingleichem Du«.? V ,«? ^^ ^ kloremins. so aber nickt -ckrt sind. Endlich starb er an. 1572. 84. lud Nn.jc«/Sn etogez rom. 1.9. 410. " Gianvilla/ (Johannes Nikolaus von) Graf von §. -rnecin- und em anverwandler des Königs Caroli II von Neapolis, ward Groß-LonnetLbie dieses Königreichs, zuletzt aber aller weltlichen hbrchchkeit überdrüssig, worauf er feine guter unter die armen austheilte, und auf eine sehr eLsmpisnsche art sein übriges E? Augustinern zubrachte. Er starb an. 1449. ..A'lanusovius / (Johannes) ein Buchdrucker aus Pohlen, gebürtig aus Cracau,em ,ohn Lazari, welchen der König Siqismuii- dus in den Adel-stand erhoben hatte. Er war anfänglich verlsty- rathet, nachdem er aber seine frau verlohren,wurde er ein Priester, und zwar nrcbiäiLconus zu Sandech und Pfarrer zu Svlcch. Er fuhr nichts desto weniger fort, bücher zu drucken, und ?ubNssrte verschiedene wercke, die er selbst verfertiget. Er starb endlich am I6lO'z-rlr»- rtiSLrr. cl'kuom. lecker. §,sro-vo//rr»r gs scripr. volon. (Nianuti / lat. vianium, eine dem Groß-Hertzog von Florentz gehörige,und aufdcm Toscanischcn meer,demHertzogthum Castro chstgegcnuoer, gelegene inful. Sie hat ihren umkrävß ungefähr» Teutsche Meilen,und ist wegen den see-räuvern fast gantz wüste. <3IV(WL8, oder OLk.k.L3, ein volck aus Äfrica in Monoino- tapa. Ihr land hat den Nilum, gegen abend, das Königreich Mo- no-Emugl gegen morgen, und Abyssrnien gegen Mitternacht. Sie sind wegen ihrer starcke, und wegen der conquscen , die sie in den Abyssmischen landen gemacht haben, berühmt, siehe Abyssrnien und Gattes. Giattinüs/ (Joh. Baptista) war zu Palermo in Slcilien am iäoi gedohreil/und trat an. 1614 mit seinem vater, Vincentio, und seiner schwester, Antonia, m die soc.Erstlich c!»cirte er ick feiner geburts-stadt die rhctoric, hernach zu Rom die Griechische! spräche und mark-ssn, endlich aber 11 iahr die theologie. Er war nicht allein in der Griechischen, Hebräischen, Chaidäischen, Syrischen und Arabischen spräche, sondern auch in der Uhrmacher-kunst und andern wissenschafften wohl erfahren. Er ist an. 1672z» RoM gestorben, und hat dem daselbst befindlichen coMg o stj„ gantzes vermögen vermacht. Seine fchrlfften sind: i-oß'c-r.pbML, rr«L cieküroloß. com-Lkli^ öc rrLßoscj. Hiernächst hat er Cyrilli UexLn. ärini I. 6. in Lv4nZ. )ollrnn. aus dem Griechischen in das Lateinische, rclstionom 6c inons cliis 8 „srum aus dem Pvrtligiesifchen !!t das Italiänische, und ?2!^vicini kik Lonc. ^r,6snc. aus dem Italiänischen in das Lateinische übersetzet. -4/SF. bwl. 8 ). 6ILHDIXI - ist der name einer benissenen f.'Ä, on, deken ist der Historie zum öfftcrn Meldung gcschiehÄ. Selbiger waren die QueloKi entgegen , und beybe haben Italien über roo jähr zimlich zrrrüttet, indem die OueipK, die Päbstliche, die oin-llmi aber die Kayscrliche parthey hielten. Von dem Ursprünge dieser t'rÄ,»ncn sind mancherley meynungen. Sigonius will, daß solche unter dem Kayser Friderico I entstanden , und aus Teutschland herrühren,' Blondus, Platina und Cuspimanus setzen den Ursprung unter Friderico II , und führen solchen von 2 brüdern aus Teutschland herberen der eine Gnelff, der andere Gibel geheißen, davon der ältere es mit dem Pabst Gregsrio IX , der jüngere aber mit dem Kaysev Friderico II gehalten. Aventinus und andere führen solches von 2 mächtigen familien aus Teutschland her,welche untcrHenrico V bekannt gewesen, deren die eine, woraus die Nenn« entsprossen, die Wibelingische, die andere, woraus mächtige Hertzoge entsprosscn- die Quelfifche von Altdorff genennet worden. Die Jtaliäncr wollen es gerne aus ihrer spräche herführen, und sagen, daß die Oueik von Lu-ü-llLtorl 6i L, weil sie den glauben dek Arche vertheidigten tz Qibcllini aber aus c-,uiüs bell, cio e Luillzkori cli kLkLßlis herkamen. Am wahrscheinlichsten ist, was Andreas prssi^cer anführet i es hübe sich Pabst Jnttocentius II dem Kayser Conrado III widersetzet, und Wider selbigen Henricum luverbum nebst dessen bruder Welffone aufgehetzet, zu welchen sich auch Rogerms - der Hicilic« eingenommen, gesellet, um dem Kayser in Teutschland w viel Handel ;n machen, daß er nicht nach Italien kommen mochte. Alle diese rrouppen habe JJelffo commsnNiret, die Kaysernchen hingegen Friöericus, Hertzbq in Schwaben. In der ersten Macht , ,o bey dem Benedictiner-kloster Nernsheim unter die Augspurgische 6i«ce- gehörig,gehalten wurde, war FridMus glücklich, daß er dm feindliche armec aus dem selbe schlug,und Welffo selbst kaum nrbst etlichen wenigen entkam- Als sich aber dieser erholte, kam es zum andern mal bey Winsberg im Würistnirgischm zur Ma , bey welcher in Welffonis armee dle losung war: hye welff, da denn Fridericus seinen soldatcn die losung gab t hye Oiebelmgm/und. zwar dieses von dem orte Giebeliligen, Augspurgischer auf dem Hertfelde ohMern dem fchlosse Hochberg gelegen, an welchem orte Fridericus nach seiner gebart war gcHuget worden. A.s nun die Fta iäner,FraNlloseu,Lombarder und Sicilianer, die bey dresev scklÄ uaeqen wattn,solches nicht verstunden,und sich dieft worte auslegen Neffen, wurde ihnen gesagt, daß durch Weiss die Pabsill- cken, durch Gibelinen die Kayserlichen verstanden wurden. Woks aus nachmals die «amen dieser gcMrlichen k-LAonen entstanden- 500 gib die zumal unter dem Kayser Friderico II viel unruhe gemacht haben. siehe WaldUng und Lonradus III Kayser. ctiron. n.ivür. p. 2;. §rzo»i«; 1.1;. L/s»ri«5 l. r. llcc. 7. ?/-rcr»-l vica Q-cgo-. IX ^ 4 "vc». ^. c. yz. GibeUinus / ein Patriarch von Jerusalem und Ertz-Bischoff von Alles / iucceciirte in diesem letztern Blßthum um das iahr,io6o Richards von Marseille, weichen Hugo llc vi<-, i,-^c des Päbsili- chen siubls, abgesetzt hatte. Pabst Urbanus 11 / und nach ihm Pa- schalis II, machte ihn zum hauvte einer vornehmen gesandkjchafft, welche sie wider den Ebrcmar, der sich in das Patriarchat zu Jerusalem eingedrungen, in Orient schickten. GibeilinüS hielt einen Hnoclum, auf welchem Ebremar abgesetzt, und er selbst an dessen stelle erwählet wurde / welches an. >107 geschahe. Er war damals bereits sehr alt, und weil die -itt-i-eu in Palästina zimlich kützlich waren, wünschte er lieber die übrigen tage semes lebcns zn Arles in ruhe zuzubringen, er tonte aber dieses glück nicht haben, sondern starb im dec. an. 11 > 1. Arnolphus «ucccUirte ihm zu Jerusalem, und Adon von Beziers zu Arles, ob gleich Sarins einen andern, namens Ariver, nach ihm setzet. c/E-/?»»- ?) x-»- !»tk. beul ill-r, i. r, 17. Osll. cb-,U. k. i. j,. ;o. ?<-„ris. -Irelgr. Gibello/ ein schloß an dem iifcr des Po,dein Hertzog von Parma zuständig , ligt indem so genannten LksrosiatUvic,»,., und ist von der bekannten 5 rSion der Gibeliinen erbauet worden, nachdem vorhin die Guelphen das castell Guelfo an dem flnß Taro aufgerichtet hatten. Etliche leiten den namcn her von dem Italiänischen Wort 8>»lcllo ein kleinod. I/»/. p. 4;,. 6I8KOXIH > waren die einwohncr von Gibeon, so eine stadt in Palästina in dem stamm Benjamin gelegen. Sie war sonst den Amoritcrn unlcrworffcn , und die Haupt-stadt der Henker, unter welche Capbira, Becroth und Kiriath-Jearim gehörten. Diese keuche, als sie sich vor dem Josua fürchteten, schickten ihm Gesandte,die sich stclleten,als kämen sie aus fernen landen, mit dem volck Gottes alliantz zu schliessen, welches ihnen auch sehr wohl von stalten gicng; als aber der betrug offenbar wurde,wolte man sie todten , allein Josua und die Obersten nahmen sich ihrer an, um des eydes willen,den sie ihnen einmal geleistet, jedoch wurden sie bestimmet , boltz zu hauen, und Wasser zu tragen zum Hause Gottes. Als nun Adonizedcck, König von Jerusalem, hörete, daß Gibeon friede mit Israel gemacht hatte, zog er nebst Zobam, dem König zu Hebron, Piream, dem König zu Jarmutb,Japhia, dem König zu La- chiS und Dcbir demKönig zu Eglon wider sie,woraufsie Josuam zu hülffe rufftcn, welcher diese Könige in einer schlackst erlegte, woben die sonne, als sieden feinden nachsetzten, zu Gibeon stille stund. Weil Saul viel von den Gibeonitcrn wider-rcchtlich hinrichten lassen, verlangten sie den tod der 7 söhne Sauls, so ihnen auch David gestatten mustc. >0. , Sam. c.rt. m. r;S4 n. ly, 1.0. rllearrum rccr. ianA. p. 17. Gibichenstem / ein altes berg-schloß an der Saale, nahe bey Halle, welches dem König in Preussen zustehet. Normals hat es den Römischen Kaysern gehöret, welche ihre vornehme gefangene daselbst verwahren lassen, als an. 104; den Hertzog Gottfried von Lothringen,und 1070 LandgrafLudwig von Thüringen. An. 1104 hat es der KcwserHenrieus II samt der Vogtcy dem Ertz-Bischoss Baqano von Magdeburg geschencket, und haben hernach die Ertz- Bischössc einige zeit daicdst Hof gehalten. Von diestm schlösse ist der LcwdgrafLudwlg von Thüringen, als er wegen des mords, so rr an PfaltzgrafFriedrich von Sachsen begangen, daselbst gefangen gesessen, an. 107; herab gesprungen, und durch die sischcr von Weisscnfels aufgefangen worden. Jctzo ist daselbst ein aml-hauß, darunter z städte und 72 dörsser gehören. 0/-«»- vig ticr ffring,?. Gibraleon/ eine kleine,aber gar artige stadt,auf einer höhe,an dem flnß Odicrstn der Spanischen landschafft Andalusien,nahe bey dcm g-'lko von Cadir, gelegen. Sie sübrt den titul eines Marg- grafchums, und gehört den Hertzogcn von Beiar. ä-lic. «jcl'Lff. z,. 447. Gibraltar/ eine stadt in Andalusien, ligt längst der berühmten meer-cngc zwischen Europa und Africa , welche die Spanier LlkrcclK- llc . die schiffcr aber die Strasse zu nennen pflegen. Die stadt hat einen guten haven, und die mecr-enge ist in dem südlichsten theil von Spanien, 14 mcilen von Cadix sud-west-und n von Tanger nord-ost-warts. Sie ligt auf einer haib-i»siil, ist klein,aber wob! bevestiget, bat einen geraumen bavcn, aufdcr höhe ein vestes castell, und bey dein west-und östlichen ende 2 ko-rs, von welchen man den haven und dst darinnen liegende schiffe bcsirci- chcn kau. Obugeachict aber dc„cn,qieng gleichwol Jacob Hcems- kerck, der Holländische Admiral , an. 1607 hinein, und ruinirte in dem haven die Spanische flotte. Die Frantzoscii wagten sich im ,7 etc»!» gleichfalls dahin, und verbrannten einige Engcll-und Holländische schiffe unter den canonen von Gibraltar. Die mecr- enge in dieser gcgend ist der ciinzige paß, wodurch man aus dem mittelländischen in das Atlantische mecr kommen kan. In der breite soll es nach einiger rcchnung ö Frant;ösischc,odcr, wie andere wollen, rr Italiänische, oder 2 bis ; Teutsche weilen, in der länge aber 20 mcilen haben. Sie ist eine von den berühmtesten Meerengen in der welk, die sehr offt besucht wird,und schon von gantz uralten zciten bekannt gewesen. Die Mobren kamen durch diesen ort in Spanien, unter änsührung eines Fürsten aus ihrer nsric»,, namens Tarif,von welchem auch die stadt den «amen bekommen, der ss vicl hcisset als ein berg des Tarif. Sie wurde an. izor von dem König in Castilicn, Ferdinand» II,wieder erobert, aber nach ; i jah- gib gic ren aufs neue verlohren. Der Printz von Marscco eroberte M- ge wieder, welcher sich hernach König barvon, und von Aa-r schrieb. Daher, als Konig Henricus IV selbige an. 14S2 wied r eroberte, setzte er sie als eine neue conqu-r- j„ seinen Köniql titul An. 1704 wurde dieser ort durch die Engelländische und Holländische flotte unter dem Admiral Nook eingenommen, und der Prink von Hessen-Darmsradt, als Commcndant daselbst gelassen, welcher sich wider den Spanischen General w-, gu>s ge Hierin M den Frantzösischen Marschall >l° Thesse ein halbes iahr dergestalt vertheidigte , daß diese endlich zu ausgang des wart. an. 170; die be- lagerung aufheben musten. An. 1710 jm nov. »inPstrien es die Spanischen r-ouppen aufs neue,allein die Englische besatzung steckte das cLmpemem der feinde in brand, und nahm sie meistens gefangen. Indem zu Utrecht an. 171z geschlossenen frieden ist dieser platz anfewig an Engelland überlassen worden. vÄgnc. Gibraltar / ist eine grosse stadt an dem ste Marecaye, in der Provmtz Venezuela. Sie ligt gegen die küste des südlichen America zu, altwo der Spanische taback gemacht wird, genannt,weil er in selbige stadt gebracht,und von darin Euro- pam rr»n-p»riirt wird. Es wächset daselbst auch viel cacao,welcher der beste ist, so in West-Indien zu,luden, auch machet man daselbst viel zuckcr. Sonst ist diese iand,chnfft mit flüssenwohl versehen,hat auch so grosse cedern, 4c.,juux genaiml, daß die wilden aus einem eintziqen stamme einen kahn machen können, welcher in dietonnen schwär träget. Die lufft ist ungesund, und sonderlich bey rc- gcn-wctler, iv daß allein gemeine arbeits-lcutc sich allda aufhalten, die reichen aber sich als. enn nach Merida oder Maracaido begeben. biU. cles Mac; occictciir. Gideon/ der söhn Joas des Einten,aus dem stamm Manaßb drasch wcitzcn, als ihn ein Engel des Herrn aufmunterte, mit dem titul eines streitbaren Helden, das volck Jstacl aus der Midianiier Hände zu erlösen, und so gleich mit einem wunder dessen göttlichen dcruffbestätigte. Er zubrach hieraufin der nacht den altar Baals, und hieb denen hayn um, ward daher auch Jernbbaal gencnnet. Bey dem neuen einbruch der Midianiter und Amalekitcr, brachte er eine grosse menge der,Jsrae!itcn gegen sie zusammen; damit aber sich dieselben nicht rühmen möchten, ihre band habe sie erlöset,so ließ er auf göttlichen befehl ausrüsten, daß wer blöde und verzagt sey, sich nur wieder nach Hause begeben solle. Als nun 22°°° wcggclaussen waren, daß nur 10000 überblieben, so dünckte Gott doch, noch des volcks zu viel, welches Gideon wider die Midianiter anführen solle, dahero er durch eine angestellte tränck-vrobe der soldatrn nur ;oo mann behielt, welche er in; Haussen theilte, jeglichem soldaten eine posaune, und ledige krüge und fackeln darinnen in die Hand gab, und also des nachts einen Anfall in das Midiamli- sehc lager that, auch solches glücklich in die gröste Verwirrung und flucht brachte; 1; zooo mann wurden erschlagen, nebst den r Fürsten der Midianiter Orcb und Seb. Nach diesem sieg übete er harte mache an den leuten zu Succoth und Pnuel, die ihn bey dcm nachjagen verspottet hatten; und als etliche in Israel ihn über sich zum Herrn und König machen wollen, schlug er solches großmüthig aus,und sagte: Gott der Herr solte Herr über sie bleiben; Jedoch begehrte er von ihnen die goldenen stirn-bande, so ste geraubct hatten, welche ein gcwicht 1700 ftckcl goldes machten, welches von seinem geitz zeuget. Von dieser beute machte er einen götzcn und setzte ihn in Ophra, woran sich gantz Israel zum grasten ärgemß vcrhurte. Er lebte darauf 4° iahr, und hoben die Midianiterjbr hauvt nicht mehr empor. Nach der genauesten iabr-rechming M die zeit seines richtcr-amts in w. 27^-y, L 124z , 1«^. 6.7- K Usic-tt H.iinsl. V. 't eil. in biU. tsc-. >. ?. 11. 81. * Giech/ein Gräfliches geschlccht,welches aus Fransten entsprossen, und sowohl daselbst,als auch in Böhmcn, Preussen, Tbünngen und Psali; von viel bundert mhrcn her bekannt geivestn. Wie denn einer,namens Heinrich von Gicch bey dcman. 948 zn Cosimögehaltenen turnier,auch verschiedene von dieser familie Dom-Hcircn und Doin-Pröbstc zu Bambcrg und Würtzburg, iiigtcichcm Ritter des Teutschen ordens geivestn , unter denen sondertich Gccrg von Giech bekannt,der als Würtzburgischcr Dom-Herr,von dem PM Alexandro VI an. 1404 eine sehr gnädige cNffcnlii>ion wegen «rügen geistliche» vcncücieu erhalten. Heintz von Gicch machte an. 1480 eine erb-theilung inner stineii bendcü söhnen Veü und bic- org von Gicch, wovon der erstere Land-richter des Suffs Bam- berg geniest». Diese erb-theilung haben Heintz, D>etz, BaMar und Georg, Dom-Herr und Land-richter zu Würtzbnrg, ivoaim Otto und Veit von Gicch unterschrieben. Den letzten hiervon begnadigte Kavser Fridcricus III an. 1482 mit einem verbeMten waapcn, auch der freyheit mit rothem wachs zu siegeln. An. 162» setzte Johann Eberhard von Giech, welcher ohne männliche «bcn war,seine vettern, Joachim, Brandenburg-OnoltzbachitchenMo und Amtmann zu Schönberg, Wilhelm, Hans Chrsiwvb M WolffAchat) von Gicch zu erben seiner guter ein. Von JMWM erben ist Carl Gottfried, ein vater des ersten Grafen, ChriM Carls von Giech, bekannt, welchen der Kaystr Leopold»» mit «um seinen absteigenden erben, bcnderlen geschlcchts, an. 1Ü9GU 01«« würde erhoben. Gemeldter Graf Cbristian Carl von Giech Hauptmann des Ritter-orts Gedürg in Francken und kontt bey stillen lebens-zeiteu zu st» und stimme im Rcichs-Graflichen gra»- cklschcn cotlccho Nicht gelangen, weil seine im Fräncklichen «ai« gelegene güter dem c-n-U-« des Ritter-orts Gebürg lleucrbar >n ' das Gräfliche Fraiickische coii-giun- aber an. einen rcccß errichtet,krafft dessenReichs-Grafeu-siands-mastige V ter pr«cn 8 iret werden,wenn einer in dasselbe r-cwjret werden win Seinem söhn, Carl Gottfried , heutigem Grafen vonGiechund dessen vetrcrn/Grafcn Carl Maximilian und Christian Carln,wur- dezwar an. 17°° auf dem Grafen-tage zu Rothen-burg an der Tauber hofnung zur »Ltu-ien recepao» in das Gräfliche Fräncki- fche coilcgmm gemacht, es ist aber selbige nicht erfviget, und an ,707 relcnbirte Kayser Josephus wegen felbiger fo wohl an die ausschreibenden Fürsten im Franckischen cräyß, als auch an das Gräfliche c<-iic§,um; man findet aber nicht, daß diefelbiqe vor sich gegangen. Solisten schreiben sich die Grafen von Gicch, Herren anfThurnau, Buchau und Besten, wovon das erstere ehemals denen Fortsetzen gehöret. ue« remlck. iksil. Iiancon. reckviv». jus publ L kteKus iUukr.k.l. Gi° / Marschall von Franckreich; stehe Rohan. Viel / von Gielsoerg und Glattbura / ein Adelichesge- schlccht in dem Tburgow und Toggenburg, welches schon an. 817 floriret, und von dem in der Schweitz gelegenen schloß Gielsperg den »amen bekommen hat; sie waren auch gutthäter des stifflü Einbrach, und etliche derselben bürgere zu Zürich. An- 1169 lebten Arnold,Heinrich,Eberhard und Rudvlph. An. 1 944 wurden 2 dieses gefchlcchts samt ihren dienern auf dem schloß Rosenderg ermordet. An. 140° lebte Hans Giel Ritter ; an. 1427 Rudolph burger zu Zürich ; an. 146° wäre Rudolph bey dem Abt zu St. Gallen Hof-Mar,chall, und hatte folgende Kinder 1) Amaliam, Acbtissin zu Meggenau; 2) Volkhard Abt zu St. Gallen;) Jo- hannem und 4) Rudolphum. Der letztere erzeugte unterschiedliche söhne, und ward neben feinem bruder Johannes von den Schwaben erschlagen. An. 1486 verkauffte Werner das schloß mid herrschafft Glatburg; an. 1491, wurde Gvtthard der 54 Abt z» St. Gallen; an. 1548 Christoph Ober-vogt zu Clingnauw ;an. 1499 wäre Peter (ein bruder Johannis und Rudolphi, so von den Schwaben erschlagen wurden,) Obervogt zu Romißhorn; an. 1640 wäre BernhardChristoph,nachgehends Romanus genannt, Abbt zu Kempten, sein Bruder aber, Joh. Christoph, erwählte das kriegs-leben,und hinterließ Romanum Chriftophorum. Ücmm. p-4- getckleckrb. * Gien/ eine kleine Frantzösische stadt in Gastinois, welche den titul einer Trafschafft führet. Sie ligt an der Loire, worüber daselbst eine steinerne brücke gehet, unter dem canal von Briare, und etwan ir weilen über Orleans. An. 1690 hm sie in den innerlichen kriegen viel erlitten, da denn auch die steinerne brücke daselbst abgebrochen wurde, a« arm» ou K07. Giengen/ eine kleine Reichs-stadt in Schwaben an der Brentz nicht weit von der Donau gelegen. Es wird ihrer schon an. 1290 als einer stadt gedacht, und an. 1; 07 trifft man sie samt andern Reichs-Städten in dem bündniß mit dem Kayser Alberto I an. Carl der IV aber hat sie an. 1; 94 den Grafen von Helffenstein zu einem erb-lehn gegeben. Doch findet man sie schon i;8i wieder unter den Rheinischen und schwäbischen bunds-städten,und Kayser Wentzel hat ihr an. 1)87 nebst andern Reichs-städten die -m- meciic-ät bestättiget. Woraus zu schließen, daß die stadt etwan durch gelb sich wieder von den Grafen loßgekauffet, als selbige wegen abgang ihres Vermögens ihre meisten güter an die Würrem- berger und Ulmer veräußern müssen, stehe Helffenstein und Hetdenheim. Nach diesem ist die stadt beständig bey dem Reich verblieben, und ist fast in allen Schwäbischen städt-bündnissen mit gewesen. In alten zeiten hat das kloster Herbrechtingen das ju- xrrronLwL allda gehabt. Es haben aber die bürger zu zeiten des Abts Heinrich Hltzlers von Mergelstetten das kloster geplündert, weswegen sie von dem Pabst Ricolao nach Rom gefordert wurden, bis endlich der streit an. 145; durch Pfaltzgraf Ludwig verglichen worden. In dem ;o jährigen kriege ist der ort besonders nach der Nördlinger schlackst von den Kayserl. auf den gründ verheeret worden. Die einwvhner sind allesamt der Augfpurgifchen conkeltion zugethan. ?. I. p. 762. LNN-I. x z. р. 7Z. I. s, 19. Le/ö/^. cliell xr. 677. L-rr/^cLr/«l 6e civ. imx. I.z. с. ,9. n. z. Lc I. r. c. ;i. Gienger/ ein Freyherrliches geschlecht in Oesterreich, welches von Jacodo, der an. 1^24 Schultheiß zu Ulm gewesen, hergeleitet wird. Dessen enckel gleiches namens zeugte mit seiner ersten ge- mahlin 16 Ander, davon sich etliche söhne in Oesterreich niedergelassen. Von einem derselben stammte her Georg Kaysers Ferdi- nandi I geheimer Rath. Dessen söhn Jacob aufWolfsegg starb an. i;68 als Kayferlicher Cantzler,und hinterließ Nicolaum,ersten Freyherr« von Gienger, welcher der löblichen Landschafft in Nieder - Oesterreich Verordneter worden. Leonhard Freyherr von Gienger war Ertz-Hertzogs Ferdinandi Ober-Küchenmeister; und Antonius ober-bau-vlreÄvr zu Wien. Cosinus Herr in Wolfsega Kayferl. Räch, ein bruder des vorgedachten Jacobi hat feinen äst mit etlichen söhnen fortgesetzt. Von seinen nachkommen waren folgende zu ansang des 17 a-cuii bekannt: Wilhelm, Cammer- Rath von Ober-Oesterreich; Joh. Aeorg, Commendant aufdem schlösse Petschach und Bartholomaus Kayserlicher Ober-Falcke- nier. 8/e». üjst. inllgn. I r. c. Gieselaw / oder Schnittelaw / ein kleiner fluß in Holstein, entspringt an der gräntze von Ditmarsen , welches er von dem eigentlich also genanten Holstein scheidet, und fallt in die Eyder. 8>elvv. unU Itolll. k. z c. j p- >8z. Giessen/ in alten llhrkunden Giezen/ Gyezen/ lind von Lritbemio zum Giessen genannt,ist jetzveine Hessen-Darmstadtt- sche stadt und festung in dem oberenZurstenthum Heßen, 6 mei- . glg gie 5OI len von Franckfurt,und; von Marpurg in einer lustigen gegend ge- Anfänglich sind aufdiefem platze z dörffer, Seltzer, Gröp- pach und Astherm gestanden, von welchen noch das Seltzer-chvr, oasso genante Groppacher seid vor dem Steinstädter thor, und die gaffe,der Asterweg genannt, übrig seyn. Zwischen diesen dörffern ist eine bürg oder schloß gestanden, jetzo noch die alle bürg genannt, welche wegen deS damals morastigen Hodens sehr feste gewesen ,und von Burgmannern, deren man in allen uhrkunden gar vffters all- h,er gedacht findet, bewohnet worden, wie solches das adel'iche wohnhanß derer von Schwalbach noch ausweiset. Jetzo ist in sel» blger die 8upr.-rinre,Mur, und die Fürstliche cantzlcy,das conlittonum und amthaus. Aus diesen z dörffern ist hernach eine stadt erbauet worden, welche wegen der ergieffung der zusammen geflossenen was» fern Giessen mag genennet worden seyn. Mit der zeit sind noch einige Vorstädte darzu gekommen, welche Landgraf Otto an. 192; mit eben den freyheiten, welche die stadt sechsten genieffet, begäbet. An. 1; 20 wurde die stadt von dem Ertz-BischoffMatthia zuMayns mit stürm erobert, und fast gäntzlich zu boven gerichtet- Sie hat damals schon 2 Archen gehabt; eine ausser der stadt zu 8. Petri in Selizern oder Seltyrse, von dem daselbst gestandenen börste, genannt , wie solches unterschiedene Päbstliche dahin abgelassene schreiben bezeugen; die andere aber in der stadt, so dem heiligen Pancratio und 8. Mariä zu ehren erbauet. Wegen der guten läge hat Landgraf Philipp an. 1 9 9° einen starcken wall und liessen graben herum führen lassen. Als aber selbiger in Kayser Carls V gefangenschafft geriekh, ist alles aufKayserlichen beseht an. 1947 von Graf Reinhard zu Solms geschleiffet worden. Doch sind die wercke an. 1960 wieder aufgeführet, und von Landgraf Ludwig an. 1 8 7 r noch mehr verstärcket worden, biß Landgraf Georg II sie mit ravelinen und aussenwerckern versehen, und bestehet der bezirck nunmehro in eilff boüwercken, einem hohen wall, liessen grüben - und aussenwerckern. So ist auch ein arm von dem vorbey strömenden Löhn-fluß durch die festungs-wercke und stadt geführet worden, so daß es vor eine starcke festung geachtet wird. Das schöne zeug- haus daselbst hat LandgrafLudwig der ältere an. 1989 erbauet und angefüllet. Die Universität daselbst ist an.iüo; von LandgrafLudwig dem 9ten angelegt worden, worzu ihm gelegenheit gab , daß die Landgrafen Caffelischer linie die TKeoiogos Augspurgischer -<>»- Lllion auf der gemeinfchafftlichen academie zu Marpurg abgedan- cket hatte, welche er nach Giessen beruffte. An. 1607 würbe sie von dem Kayser Rndolpho II bestätiget, und ließ gemeldter Landgraf Ludwig das trefliche coiieZium, so durch eine brücke an dem alten schlösse hanget, zu Lullic»r,is und Wohnungen der kigenäimen aufbauen , auf welchem ein sehr künstlicher giobus verwahret wird. Als aber an. 1629 Darmstadt am Kayserlichen Hof em urtheil erhielte, daß Caffel die aufder Universität zu Marpurg von ihrem ersten Ursprünge an eingeführte theologie Augspurgischer allein und vor sich nicht abschaffen könne, wurde die Universität daselbst von Landgraf Ludwig wieder aufgerichtet, und die prntellorc, von Giessen meist dahin gezogen, wodurch diese letztere gar eingieng; biß endlich die Landgrafen beyder linien einig wurden, baß ein jeder eine besondere Universität in seinem lande anlegen solle, da denn Landgraf Georg an. 1690 die academie zu Giessen besonders wiedcr anrichtete,von welcher zeit an sie in gutem florgestanden. bclclir. klellenl. p. 109 Lc 492. chcpogr. p 4;. Giessenheim / eine kleine inful mitten in dem Rhein, indem Unter-Elsaß, Hagenau gegen über, woraufdie Frantzosen an. iS86 Fort-Louis angeleget haben. Sie begreifst - 2so klassier in die lange , 600 aber in die breite, und ist an den ufern mit einer linie versehen. Gießhübel/ oder Berg-Gießhübel / ein städtlein in dem Marggrafthum Meißen, an den wassern Gottlenbe und Bora, im amt Pirna gelegen. Es ist ein alter und berühmter berg-ort von kupffer und sonderlich dem besten eisen, als fast auf Teutschem Hoden gefunden wird; Wie es denn auch den namen daher zu haben scheint, weil fürnemlich eiserne öfen und dergleichen daselbst gegost sen werden. An. 1699 haben sich die Kayjerlichen nut den Chnr- Sächsischen trouppen wider den Schwedischen General Bannier allhier conjimssrt. ropogr. 8sx. Iuj>. ji. 88. xroarom. Ivliln. p. >78 le^. Giestina / oder Gißing / ist ein flecken in Nicder-Ungarn, an den Steyermärckifchen gräntzen, nicht weit von Furstenfeld, mit einem festen schloß, auf einem hohen festen gelegen. An. 1929 schenckte König Ludwig diesen ort dem General BaMam. 2^7. ropvgrspli. Gifanius Hubertus / siehe Giphanius. eKiksbsrn / ist ein feines städtgen in dem Luneburgstchen an ; mir cmrm ov«>-» walle und t erbämn'lassen- Es gehört hierzu^em grosses tzog zu Braunschweig Luneburg, welcher seinen sitz allda gehabt, ein feines schloß mit einem hoben walle und liessen graben daselbst erbauen lassen. Es gehört hierzu ein grosses amt, welches aus 2 Grafschassten und; Vogteyen bestehet. In dem drcyßig-jährig kriege hat die stadt durch einquartirung viel leiden müssen; alle das schloß ist allemal ohnangefochten geblieben, In dem brcyßig-jährigen - alkm p. 90. " Gigäa/ siehe Gygea. Gigas/ (Johanes) waran. 1914 in der ThüringischeMeichs- stadt Nordhausen gebohren. Er studirte zu Wittenberg, lehrte in verschiedenen Teutschen stadten, wurde nachmals Prediger zu Frey- stadt, und starb den 12 jul. an. 1981 im 67 jähre seines alters. Er war gar glücklich in der poesie, hat auch einige schrifften hinterlaß sen» -ÄkE» vir« lksolvgor. Rrr z GigaE 502 gig gil Gigault / (Bcrnardiii/Klsrquis sie Bellefonds) Mavsichass von Frankreich, Ritter der Königlichen orden, LLpirain von Vlnccn- nes / und anfangs eine zeitlang erster Klirre 6'ttowi des Komgö. Er starb an. 1694 den 5 dee. als vecanus von den Marschauen. Gige / (Margaretha) eine Engeüänderin, ward in Thomä Mori Hause zugleich mit seiner rochier Margaret« erzogen. Sw war sehr gelehrt, und weil sie durch ihren guten verstand und Vollkommenheit Johannem Elementen:, voLtorcm i»c-z>c»-L, und des Mori kinder prLceptnrcm einnahin , hielt er um sie an , bekam sie auch zur ehe. Damit sie aber der verfvlgung, die sich in Engeuand zu Henrici VIII zeiten erhub, entgehen möchte/ wandten sie sich m die Niederlande. Sie starb zu Meclwln an. 1570. >. 7. sie viiiv. monsixsii. 5 ^-»/-/eco»r^! in vic3-vlori.n-//c»«- lcripr. ;6?. Gigeri / eine Africanische stadt in der Barbarey, in dem Königreiche Algier / und zwar die Haupt-stadt in der provintz Bulgia am Mittelländischen mecre/zwischcn der stadt Bugia west-und Bo- na ostwärts. Die Frantzosen thaten an. 16Ü4 einen versuch daraus so aber unglücklich abliest. Gjggejus , (Antonius) 8. Ibeol. vo/i. und NiMiorticcaniM zu Mayland in der Ambrosianischen bibliothcc fiorirte bey ünfang des 17 5 -cuii, und wäre rrcflich in den morgenländischen, sonderlich der Arabische» sprach erfahren / hat auch R. Schelomo und andere Rabbiuen über die »--»verblein,"-»»; in das Lateinische übersetzet/ und zu Mayland an. 1620 an das licht gegeben. Er ist beynebcn suror des grossen in 4 kniimiten bestehenden I)»:iM,>Lrii /»rüMco-l 3- tini. darin» er sonderlich dein Alkamus uachgcfolgct/ tvic Golius dem ob-angezogenen Gcuhari. Er bat sich fürnemlich bearbeitet / die bedcütung der Worten und redens-arcen mit geuugsainen exem- peln zu versehen / worinn er es auch Golio vorgcthan hat. * Gigicr / oder Gion / ist eine kleine stadt m Asturicn / an dem ufcr des meers von Biscaya / nahe bey dem vvrgebürge Cabv sie re„n-; gelegen / welche mit einem sehr geraumen haft!» verleben / und »8 Spanische meilen von dem Cabo sie Ortcgal entfernet »st. Giglio / lat. Lßliium. ist eine zu dem so genannte» k-ko si-in prcnail gehörige / und in dem Toscamsthcn meer / nicht weit von xorco Lrcoie, gelegene insul, »velche in ihrem nmkreyß etwa»; Teutsche meilen hat / und »venig bewohnt ist. Gihon / der namc eines fiusses aus dem Paradeis. Jostphus meyner / es sey der Nilus; Sanson suchet ihn in Groß-Armenien, und lagt / daß er sich in das Caspische mcer crgiesse, welches denn nnt der mcvnung derjenigen ubcrcin komint, so ihn für den Äraren halten, .öuecius / nachdem er verschiedene mcymnigcu augeftihrct/ will nebst dem Bocharto behaupten / daß es der Tiger sey,und zwar von dar an, da er sich von dem Eupbrate scheidet, und in das Pcr- sianische meer fliestet. Johanne,- Clericus hält ihn für den flußOron- tcs in Syrien. sie P3s3siii» rcrrcttri. §3/. v-!?r 77A sie üru x>3- r3cl>i>. in big. r> 3 - 3 siisi. c 7 /«xi/rt- comm. in Ocnciin. Gübertliicr / siehe Gilbertus von Scmpringham. Gilbertus / genannt der grosse oder der trsicoiogus, ein Eister- cicnscr-Abr, war ein Engclk'mdcr / und machte sich durch seine gute wistenschafft und frommkerr nicht allciii bey seinen» orden, sondern auch aufden berühmtesten academien von Eurova / zumal auf der zu Paris und zu Tonlose, bekannt. Man sagt auch, daß er daselbst gelehrt habe. Er war Abt zu Orcamv, in der si>«ce5 Novon, und nachmals zu Cistcaur/ welches das bauvt der Cistercicuser-klö- stcr ist / ohnsern der stadt Bcaulac in Bourgoguc, allwo er auch an. 1 iü6 verstarb. Er hat über die Psalmen und andere bücher heiliger schrisst/auch öiltinet-«,!.» tl,«>ios>ic-r» rlotioruin collcÄLoe» Lc. gest, rieben, in 3,ostcrc. sie I-'i/c/.'. Nojstvr»««. Lrc .ck-rrlt/e. Gilbertus / genannt von Sempringbain, ivar von Lincoln gebürtig. Er stifftctc an. 1148 einen neuen orden, von dem man sagt, das, er eine r-kornisr/nn von der Augustiner regul gewesen. Die ordcns-lcuke wurden nach ibm Gilbcrtiner gencnnct, und hatte der ördcn das sonderliche, daß insgemein mäuiicr-und lveidcr- klöstcr beytammen gcbauet wurden, doch also, daß die erstere ihre regul verband, die weibcr nie im gefleht anzuschauen, und wann sie sich ic wegen geistlichen Nothwendigkeiten mit einander unterreden mußten, diese ihren schlcycr vor dem gefleht hätten. Es hat derselbe unterschiedene convcnte in Engclland gehabt, ist aber doch „ach der Hand unterdrückt worden. Gilbertus soll an. n8y im »--üteii jähre seines alters gestorben si'yn,und wird wegen seiner frommkeit, cyfcr, vielem allmoscn und strenger lebens-art sehr gerühmt. Es werden ihm verschiedene bücher zugeschrieben; als N^nir» oasic-ri, noenm cxsik-fr.irione- 3-1 t>3kecz; Lc. Einige wollen dafür halten, daß er ein Cistercicnser gewesen, so aber nicht ist. Denn obwol 8. Bernhard viel von ihm gehalten, hat er ihn doch niemals in seinen orden angenommen. /»-re^/e/si kikoe. /wflüc. cciitur. ,r. c. Z7. sie »ch-V,. kibl. cailierc. ?//,cre- sie lcrchr. /.«rxe)- bitt. si'-4»g!cc. k. p. zso. -/er oesi. * Gilbertus oder Giselbcrtus / ein Bencdictincr, in dem klo- ster zu Wcstmünster in Engclland, ivar zu ende des 11 und ansang des > 2 iccul. „1 grostcm ansehen. Man sagt, er habe eine reise nach Tcutschland und Franckreich gethan, auch in seinem klostcr gcleh- rct, und sey an. 1127 gestorben. Einige sagen, er sey Bischofs in Irrland gewesen. Er pflog »reit dem heil. Änshelmo grosse srcund- schastt, denen -lncipul er geiveftn, und an welchen er verschiedene briefc geschrieben. sie tceipr. cccl. k-N'-o» in t,L,>v vNL. gil Gilbertus/ (Nikolaus) genannt Gabriel Maria/ ein^M» rlscaner und erster i-Npecto- des ordmsa- l'/»n,wnci36-. Erm, von der Johanna aus Franckreich / damals Hertzogin von O le- ans und Mayland zu ihrem beicht-vater und Oir-aor- anaenom' men / begleitete sie auch nachmals in Berry / als sie ihr aemM,' Komg Ludovicus XII/ von sich geflossen. Als ernach Rvln kM empsteng er daselbst den doctor-hm/ und wurde zum «en-r-a-com 7 'st ,77 s"nes vrdcns in den Provinym diffeit des gebürges erl wählet. Er war derjenige/ welcher die regul aussetzte/ „nd d e Lpprc>k3N»n von dem orden cie r/»nno»c/3ae erhielt/ welchen ^rn« Hanna aus Franckreich/ Hertzogin von Berry/ stlfftete/wvkuder er von Alcrandro VI zum inkpEore ernennet wurde. Er that dar. von in die Hunde obbemcldter Printzeßin hch,',. dennoch beständig den Franciseaner-orden/ welche beyde er aar genau oluei-virte / und trug über seinem Habit ein rothes seavulier Nach der Königin Johanna tob brachte crcsdahjn / daßdiekir» che '-»nn-/nci3ae zu I) -urge;, welche die erste des ganren ordens ist / elnqcweyhct wurde; Wie er denn auch zu verschiedenen eon« venten dieser neuen den gründ legre/ wobey ihm Labst Alerandcr VI den »amen Gabriel Maria gab / weil er sich sehr angelegen seyn ließ/ diesen ordcns-schwestern eine besondere vor das der Verkündigung Maria einzuprägen. Er starb zu Rhodcz den 27 aug. an. »5,2/ als er aus eine generasiver» sammlung seines ordens reisen wolle, -i- c.'s//s mNvire a-s komme» <8c clzmcs iliuit-er. Gilboa / ein gcbnrge in r3i3.st>n3. ehemals zum stamme Jsa» schar/ nachmals zu Galilaa gehörig. Es wird verschiedentlichqe- theilct / und noch heut zu tage das Gedürge von Gilboa gcnennet. Es hat ohngesehr 10 oder 12 meilen im bezirckvon der stadt Jezrcel an bist an den Jordan. Im übrigen ist es sehr rauh/ und fast gantz mit steinen bedeckt. Einige glauben / daß es von einer dabey gelegenen stadt Gilboa den namcn führe / allwo man auch noch ein zinrliches schloß/ Gclbusgenannt/ siehet. Auf diesem gebürge hatte sich Sani wtdcr die Philister gelagert / und ward nebst seinem lohne/ dem Jonathan/ allda gelobtet. m»rr. rer-'L iänÄL. Grlcken/ (Petrus) von Nnremond aus Geldern / trieb seine studlcn zu Loven und zu Douay/ und als die Niederländischen unruycneinfielen/ bciuchtecrdie Italiänischen academien/ wo er zu Padua Mcnaginm/ Pancirolnm und Maltheacium/ zu Bononiei» Marescvttum / zu Perugia Ravualdnm und Alfanum/ und ruMaccrataSfortiamOttonem hörle.Nach7 jähren kehrte er wieder in sein Vaterland / dem er nunmehr / weil die mmikc sich einiger Massen gelegt baue/ zu dienen beschloß; Allein er hatte sich kaum etliche jähre in m-ixi hervor gethan/ als sich die fachen in den Niederlanden wiederum dermaßen verschlimmerten/ daß Gilckcn sein Vaterland mit Tcutschland vertauschte / in welchem ihm zu Wurtzburg eine Raths-stelle den dasigem Bifchoffe/ und eine juridische protzt,on bey der academre angetragen wurde. Wir haben von ihm oommcmrrium äs rcrum cüvisiunl!; irä/t. . 7 c. Gilead/ war eigentlich der berg/ worauf Laban einen bmib mit Jacob machte. Nachgchcnds aber wurde von dciistelblgm die stads Gilead und die gantzc dabei» gelegene landschafft beuenntt/ welche / weil sie znrvieh-zucht sehr bequem war/ die stamme müden und Gab ihnen von Mose ansbatcn- Sie lag jenseits deZM« danS / »vovon anfänglich die eine hechte der Konig Sihou und die andere Og besaß/ und wurde Most von Gott/ als der Miste und nächste prospcct des landcs Canaa» / auf der spitze des berge» Ncbv gczeiget. ^4 v. 1. lkc^cr. rsrr«iLnK^. EukM kz ss lk h k "'c /»h lÄ »Ätz» L! Ins, I^»I . ^ °Et . IÄ I«lio I/iöÜ>! t» M N'Le I"^s» liKinl ßiüiül I Ik» IikiB ia>« esit sM s» ...r« ^nlelk L' t»^ OL jei«' K-- s !- Si Memme/ (Petrus em gottloser Priester / welcher / nachdem er sich aufdlL »>-iZ>c gelegt/ diekunhett hatte / sich bey Ca- rolv VI in Franckreich anzudlctcn / um selbigen zu heilen. Es wollen damals einige Höflinge zuvor sehen / wie weit sich seine kimst erstreckte/ und nahm sich auch dieser teuffeis-banner vor/ durch vermittlung einiger werte / 12 männer / die in ketten und banden geschlossen waren / zu lösen; Allein es wölke ihm solches Nicht angehen / und er gab vor / daß es darum Nicht geschehen könne/ weil stc sich mit dem zeichen des creutzes gesegnet hätten. Dci'Nrcvor zu Paris/ als er hiervon Nachricht erhalten / conttcn- mrte ihn nebst seinem anhange zum feuer/ welches auch den 24 mertz an. 140; excgmrt wurde. sE»»/. y-kotr. s- !2. 7, lo. 1, iz,i;. i. j sur. c. 1. lMslr. rerrs: lznLtae ß>. 17. Gilgen/ (zur) eineAdclichefamilie in demeydgnoßischen Can- ton Lucern/ welche man von Ulrich/ der an. iz;z gelcbet/ her- fubrct. Sein söhn Jodocus hat sich an. i; 86 in der schlach> bey Sempach wob! verhalten; von dessen ur-enckeln ist Melchior/ Eydgnoßischer Abgesandter bey Padst Julio II gewesen/ und aufeiner nach Jerusalem gethanen reise / allwo er an. iz 19 zum Ritter geschlagen worden/ gestorben. An. 1686 ward Aurelianus Schultheiß zu Luccrn biß an. 1696/ da er gestorben/ und hinter- lassenJosephum/Abl von 8. Urban/der an. ifoü/und Casparum/ cukoäcm des Adelichen Stiffts Münster/ und Ritter 8. Maurüii und Lazarrordcns/ der an. 1711 gestorben; Bonisacium/ der seit au. 1707 Abt des Fürstlichen klosters Pfäfers ist; Johannem Jacobum/der des kleinen Raths zu Lucern gewesen/ und an. 1711 gestorben/ auch einen kochtermann Josephnm/ derannoch des kleinen Raths ist. ttcm-nsr. Mgenberg/ ein lustiges Sollothurnisches schloß/ ligt an dem Baßler gebiet ohnweit Ramstcin / oberhalb dem dorff Brei» tmbach/ weiches mit denen dörffern Nouningen/ Meltigen und Zuiiwvler vor diesem den Freyherrn von Ramslein / als ein Bischöfiich-Baßlertsch lehen zuständig gewesen; Es ist abersolches schloß neben 60 andern beydem vfftmaligen erdbidem zerfallen/ doch gleich wieder erbauet worden; Es hatte vormals seinen eigenen Adel gleiches namens/ von welchen Hanß Jmber an. 1496 Bürgermeister zu Basel/ und zwar der letzte aus dem Rttterstand wurde/ welcher auch dieses schloß und Herrschaffl an. 1527 um t9°° fl- an den stand zuSolochurn verkauffet hat. cm»». sirs. 1.1 p. ,r. I. 12 p. z8z k>. t. r v- l'iieLcr. Loloö. ?. r p. * Gilgenburg/ Poln. Dabrownow/ eine kleine stadt/ nebst einem schloß in dem Drandenburgischen Preussen / in demGadm- ger-Iande/ zwischen Lauterburg und Hohnstem gelegen. Sie ist an. 1410 von den Tartarn/ und an. 1578 durch eine feuers-brunst in die asche gelegt worden- Nicht weit davon llgen die dorsser Lannenbcrg und Grünwald/ zwischen welchendtePvlenan.i4lc> den 1; jul.über die Crentz-Herren/ in einer blutigen schlacht die oderhand behielten. Man hat an dem ort/ da das treffen vorgegangen/ eine capell erbauet/ darinnen jährlich eine straf-predigt LkhültM Wll-'d. P. Zvt'. I. Tilimer/war ein sohnGenzonisll und enckel KöntgsGenserici vderGtzertci/ hiemtt ein veiterdesHuneriei oderHttderici/ Ko- nigsder Wandalen in Aftica. Diesem solle er lucceawen / aber da er sahe/ daß dessen rcgierung seinem ehrgeitzlgen genutthe zu ang werden motte/ stürtzte er thu gar von dem thron herab / und ätzte sich an.; z - an seine statt darauf/wodurch er der me. Wanda- lsche König in Afrika ward. Weil nun Justmlanus Asttcam gerne wieder unter sich bringen wolle/ welches fast loo iahr von dem Römischen Reiche abgekommen war/ schrieb er an Glumern/ zum besten desHuncrict. Da aber Giltmer seinen bries verächtlich hielt / so nahm er hierauß gelegenheit/ üch milden Persianern zu vergleichen/ und ihn mit kriege zu überziehen/ Wcktedahero/ unrer ansührunq Belisarii / eine starcke armee m Mrlcam. So bald Giltmer dessen ankunffi vernanie / liesse er den Hlldeuch und widere Printzen A'öntgl. geblnks durch seinen druder Ammata zu 5Eb^vtod/damtt nicht die Römer/ wann sie solche bcfreyet/ Indessen verlob» ü schaden gebrauchen mochten, mutz iln b'de , Ä/ünL sUUhiernach in-emem kleinen schar- aÄ» lnO / so.gar/^ daß die m 7 .- ..streich welche der tyranney Etttmers " langst uberdrußlgwaren/ die stadt Carthago/ ^ an-gantz AfrtcamM- m desKayselsJustinianr a-vorion, verfolgte auch den Eilimer von einem ort zum andern; welcher sich zwar dierechming machte/ dieHunnen/ welche unter der Römischen armee waren/ und mehr gezwungen/ als sreywillig dienten/ auf seine feite zu bringen/ hatte sie auch schon m geheim gewonnen/ daß sie versprachen/ im gefecht das gewehr wider die Römer zu gebrauchen; Bettsarius , dskamewlnd von der fach/ und vermeidete deßwegen eine schlachk / brß er die Hunnen durch gute worl und versprechen wie» der umgekehrt; Worauf er dann auf Giltmer von neuem loß gehend thue aus demfeld schlug? und sein lager eroberte/ dessen anderer bruder Zazon dabey umkam; Giltmer aber flöhe auf den derg Papua ohnfern Htppona / und wurde da endlich durch Hunger gmothlget sich zu ergeben; Als Deltsarius nach Constanitnö- pel zurück kehrte/ führte er ihn im triumph ein; da er denn / als ervor Instimanum gebracht wurde/ und denselben inKayserlicher Maiestat aus dem throne sitzen sahe/ die abwcchslungen des glucks bey sich überlegte/ dabey aber nichts sagte/ als daß er die Worte Salomonis wiederholte: Es ist alles gantz eitel/es ist alles gantz eitel. Darauf gab ihm Justinianus etwas zu seinem unterhalt in Galatien/ woselbst er allezeit der Archaischen ketzerey zugethan gewesen; Aftica aber wurde mittler weile zu einer Römischen Provintz gemacht / wie dessen zustand vor der Wandalen er» vberung gewesen war. im., öe 2 a« s. vollst. * Gilt/ (Alexander) ein EnglischerScridsm geb- zu Lincoln den 28 sedr. an. - / wurde hernach um seine aum-i zu proic^uiren nach Drsvrd gesandt / da er an. i; 8) in corp»« c iiriltt coUe^ium ausgenommen und ULccr^urcw ^rriuMgemacht wurde. Obschon ec in'l'tteoil^ (.'nncis und beydenspraachcn wohl geübt wäre/ wendete er doch seinen besten flciß in Unterweisung der jugend an/ wie er dann auch zu dem in der schul zu 8. Paul bestellet worden/ und vor anderen Schuldienern seiner zeft^Lmwet wurde; Er starb den 17 nov. an. 16^7 / und ward zu Londenin Eccrs OiLpx- begraben. Von ihm hat man in Englischerspraach: 'Hlnik^ce>n unirarc; ^ommenrar. in ?ki!c,iol)kv ofrlic ^ 3 cripturü Ac. und ttl LüttlN, l ogonomisn» ^-' 8 ^ csm in 4. Sein söhn gleiches namens war zu Londen an. 1597 gebohren/ und in dem coUcZio s. nimmu; zu Orford in denttuNur erzogen/kame nachgehend? an. 16,7 zu der theologischen gr-iellM» in Ot'fnrt / und wurde eben wie sein vater zu dem /ci-dii-am-ilcLia kcboi r psuM,-e c>-c>rt. Er war ein gutet Lateinischer und Griechischer Poet/ weicherm dieser kunst die alten glücklich >.nic>rt/ wtesolches seine ober c»NLtU5 ?c>ecici zu Londen an. IÜZ2 gedruckt/ an den tag legen / sonsten auch ein guter freund des bekandten Th. Farnabti; Er starbe um die zeit des einheimischen kriegs und ligt zu Londen begraben, smi-;. oxon. m * Gtlleiß / eine Freyhcrrliche familie in Oesterreich, welche allem anfehen nach von dem bey Hertenstein gelegenen alten schloß Gilleiß den namen bekommen. Sie ist fchon an. 1)48 in Oesterreich bekannt gewesen, Massen Alberti Gllleiß ehe-stifftung mit Dietrichs von Hundheim tochter im ->-cMvo n-mum vorhanden. An. 1480 florirte Johann Gilleiß; dessen ur-enckel Wolffgang hat den Freyherrlichen titul erhalten, und ist an. 159; gestorben. Des letztem enckel Wolffgang Georg hat seine familie mit drey männlichen erben fortgepffantzt, von denen Georg Frantz Anton, Panner- und Freyherr aufSonncnberg, Kayserlicher Cämmerer und Nieder-Ocsterreichifcher Land-rechts-Beysitzcr, noch an. 1716 florirte, in welchem jähr auch Sabina Christinn, verwittibte Freyin von Gilleiß, des Ertz-Hertzogs von Oesterreich und Prin- tzen von Asturien Leopoldi, ^72 oder Hofmeisterin und Qouve--. NZiile worden. colleü. tiift inllgn. Gilles/ (Printz von Bretagne) stehe Aegidius. Gilles/ (Petrus) derReformirten kirche an dem ort is tour jn dem that von Lucern, hat ausser etlichen streit-fchrifften, auf befehl seiner oberen, eine kirchen - Historie der Waldenstfchen gemeinen verfertiget, welche auch zu Genf an. 1644 m 420 aus licht getretten, zu welcher zeit er in seinem 7;sten mhr gewesen. Gillon/ (oder Aegidius) flehe Aegidius. Gillus / der i zde König in Schottland , succedirte Eveno I , drllrn natürlicher fthn er war. Als Durstt söhne, Dochamus und Doraallus deyderft s nach der crone strebten, unterhielt Gillus Ne zwistigkN >E, und als er mit den Edelleuten ,M versammlet hatte, unter dem sthern, den entstandenen streit zu entscheiden , bestellte er immittelst einige dose bilde», daß sie anen tti- mult erregen sotten, in welchem besagte 2 comp-r^e» ermordet würden - wie sich nun Gillus stellte > als wenn man ihm gKicher vM nach dem kben stimde, so rief er alle, die gegenwärtig wa- !?n, um hülffe an, und flöhe mit einem theil des Adels und amgen böfl vichten, die zu seinem vorhaben abgerichtet waren, nach Evo- „ium, einem von Eveno toruüc>rten castelle. Nachdem er stchmi ZO4 gil giM diesem vesten ort in stcherheik gestellt, hielt er von einem hohen ort des castells eine lange rede zum volck, worinnen er auf die Hartnäckigkeit der gedachten zwey brüder schalt, und die Meuchelmörder verfluchte, letztlich aber meldete, daß ihn Evenus so lang, bis ein neuer König erwählt würde, zum beschützer des Königreichs gesetzt hätte. Als das volck solches hörte, glaubten sie es ihm zwar nicht, jedoch weil sie sahen, daß er an einem wohl - beve- stigten ort war / neusten sie zu abwendung eines desorglichen grösser» unheils etwas thun, und erklärten ihn daher» zum König. Weil er sich aber nicht vor sicher achtete / so lang als jemand von Dnrsti nachkommen im leben wäre , so beschloß er alsofort seine rnckel umzubringen, und ermordete demnach 2 von ihnen, einer aber entflöhe. Solcher gestalt verfuhr er auch mit allen, so von dem Königlichen geblüt noch übrig waren. Darauf schlug sich der Adel wider ihn zusammen, so, daß sie ihn mit seinem anhang er» legten, und nach Irrland zu fliehen nöthigten. Von dar aus erneuerte er zwar den krieg, allein er wurde bis dahin wieder verfolget , überwunden, und von Cadovallo, des Königs Eveni General, erschlagen, welches im dritten jähr seiner angefangenen rcgie- rung, und ohngefahr im 4°sten jähr vor Christi geburl geschahe. kill. Lcor» Grlols / eine von den Moluckischen insuln, auf dem Indianischen nieer, welche ost-wärts das land Papons und west-warts die insuln Celebes hat. Sie liegt gleich unter dem Lqu-rore. und hat eine gantz irreguläre gestalt. Es gehen von ihr ins meer hinaus 4 land - spitzen oder zungen, die verschiedene wege dazu machen, deren einer ohngefäbr 20 und der andere 50 weilen in sich hält. Die Haupt - stadl der insul ist Gilolo, nach welcher auch das Königreich qcnennet wird. Die ührigcn sind Cuma,Maro,Tolo,re. Siehe Moluckischc insuln. Gilopdlo/ (Caspar) ein Spanier, lebte im is seculo, und continuirte das buch, welches diese überschriffl führet: uiana cie )<>rßc «je Ktonre , unter dem titul : Diana cn-mora^-la. Barthius hat selbiges ins Lateinische übersetzt. Er hat auch verschiedene andere büchcr in jurc geschrieben. tzll>i. », 5 p. penlnclillatcalus. Gilpinuö / (Bcrnhardus) war zu Kendal in der Grasschafft Wcstmorland an. 1517 gebohrcn. Im ,6 jähr seines alters wurde er nach Orsord auf die Universität geschickt, woselbst er besonders in der Hebräisch - und Griechischen imer-mr so treflich zunahm, daß er znm Prediger bev der neu - aufgerichteten Catholjschen gemeine beruffen wurde. Hier sicng er anfangs an wider Johannen, Hooperum, und nachmals mit Chcdsäo, Morgano und Westono, wider Pctrum , ( der von Eduard» VI nach Orsord, die tbeologie daselbst zu lehren, beruffen worden) mit grossen, ciffcr zu dispuliren; doch, als er seinem jetzt - gedachten all»cr5ai>o desto besser zu begegnen, die heilige schlifft und p-n« flcißig laß, entschloß er sich, die rcligion, welcher er bisher» zugethan gewesen, zu verändern. Indem er damit umgicng , wolte er, auf cinrathen seines nahen anverivandten, Cuthberti Tonstall, Dischoffs zu Duinblain, eine reise m frcmbde lande thun, die kirchcn - Ceremonien bey anderen nationcn in augenschein zu nehmen, zu welchem ende er sein amt ftcvwillig rellxwrte. Ob nun gleich der Bilcboff damit nicht zufrieden war, ließ er sich doch durch dessen drobun- gen nicht abwendig machen, sondern begab sich durch die Niederlande nach Franckrcich, da er dann in seiner meynung bestattiget wurde, mit den gelehrten lcutcn hierüber disputirle, und seines Vetters des Bischosss buch , cle vcrlrare corporir üc languiniz (Ulli in cucli»rilli2. „ciwke. Hierauf kehrte er nach Engclland zurück, da unter der Königin Maria die Refvrmirten viel aiisstcbe» mu- stcn, und predigte nach erhaltenem p-llor-r zu Esington so eifferig, daß ibm sein vckter, der Bischofs, der wegen seiner srommkcit und gclchrsiunkeit ihn sehr währt hielt, wider seine Widersacher kaum bey cbrcn erhalten kuntc. Hierauf wurde ihm die p-rockie zu Hougtbon aufgetragen. Indessen hatte die Königin Elisabeth das regiment angelretten, da sogleich, die kircbe zu besetzen, viel 8-«-- i>a„a gcsiifftel wurden. Ein solches hatte auch Gilpmus aufge. richtet, dabin viel Grafen und Herren ihre kinder schickten. Gegen die armen aulllloi-cs crwicß er sich sehr gütig, und unterhielt sie nachmals auf Universitäten von seinen eigenen Mitteln, wodurch cr sich einen so grossen ruhn, zuwcgcn brachte, daß ihm auf befchl der Königin ein reiches Bißcbum angetragen wurde, so er aber aus beschcidcuhcit anzunehmen wegerte. Die übrige zeit ,eines lcbcns brachte er mit unterrichrung in feinem lcmmario zu, und starb an. N84. K-rre/r«- rlicar. vll. lUullr. p. rA4. Giminor / ist ein bcrg in dem Appenzcller-land, auf welchem sich zwey ,0 genannte weiter »löcher befinden, das eine fast mitten in demsclbigcn, das andere oben auf den, gipfel, aus welchen ein ncbcl und weiter entstehen soll, so bald etwas darein gemorsten wird, wann je der sendeten bericht hierüber zu glauben ist. ckron. ^ppcnacll« p. 15- in rownicnk» all Pomp. lvlciam I. k. p. ,4. * Gimnich / eine Frevherrliche und zum theil Gräfliche familie an dem Rhein, deren stamm - schloß, gleiches namens, in dem Ertz- Stifft Cölln an den Iülichischcn gräntzen bey dem flnß Erpa gcle, gen. Mcchtild von Ginuuch hcyrathete um das jähr i zoo Siegfried von e^teinkallcnfelß. Nach ansang des ,6 seculi flonrte Adolph, Herr zu Gimnich und Vsschel, welcher 2 söhne nach sich gelassen: ,) Werner, Fürstlich - Iülichischen geheimbden Rath, Land-Drost und Amtmann zu Ich ich, der seinen äst bis auf jetzige zeiten fortgepflantzct; 2) Hermann, Herrn zu Vischcl und Wald, Chur - Collnischen Marschall. Don demselben stammte ab Otto Ludwig von Gimnich, Graf zu Vischel, Chur-Pfältzischer gehet- gln glo »e,W ,-fuhr-t, Md sich m dem hak. Von demselben war nach ansang des 18 B-rlram B-sir,l, Gimnich, silmr-B-r-usch d- c-«»— / ist ein Adelich hauß in der Provintz Utrecht, ;wi- Men Rheenen und Amersfort, fast in gleicher weste gel« Komg Wilhelmus III erhub an. 1692 den 20 fchx. den besiker die» sts Hauses, Herrn von Ginckel, zum Baron von Agrim ukd « Grafen von Athlone m Jrrland, weil dieses Königreich vornem" E ?"^re und kluge aufführung dem gehorsM Iacobl II war entzogen worden. ' Ging« / eine Königin von Angola, einer zwischen den Könia- reichen Congo und Vcngala gelegenen Africanischen landschM Sie rachete den tod ihres von den Portugiesen enthaupteten va^ tcrs dergestalt, daß sie derselben lande mit feuer und schwerdt verheerte , und weder alter noch geschlecht schonte. Sie aß menschen- ffeisch , und gieng allezeit in einem manns- Habit, von 600 u/er« oder Schwartzen begleitet, unter welchen ;oo männer in weiber und zoo weiber in manner verkleidet waren; wurde auch von ihren Unterthanen auf das äusserste verehret; nichts destowemaee ließ sie endlich von ihrer grausamkeit ab, und weil sie in ihrer lugend bereits getaufft worden, so bekannte sie sich zuletzt noch zum Christenthum, und ließ an ihrem end sonderbare merckmale der busse von sich jpüren. Kill. ist ein flecken, schloß und Herrlichkeit in dem 6- v-ull, in dein begriff der Land-Vogtey Nyon, da an. 1; z; die von Bern, Neücnburg und Viel, nicht mehr als mann starck, wider 4000 Savoyer einen tapffcren sieg erfochten, und deren 500 meistens von, Adel niedergemacht; worbey sich sonderlich eine weibs-pcrson llgnriillrt, indem sie 4 der feinden mir eigener saust schlaffen gelegt. Es ist dieses sonsten das stamm - hauß des alten edlen geschlechts von LlnZm, welches noch dato Komet, und neben dieser noch andere Herrschaffien besitzet, als: 5a8ara,Or. nicrs, ksclepcns, ( liivUI)-, ?ompapie, Vikars, öec. Äei-rer llckcripk. »elv. p. ?. r I. Z p. 72. * Grnnasio/ (Dominicus) ein Cardinal und Setz - Bischofs von Manfrcdonia. Siehe Gymnasrus. Giö / (Mcttea) eine Adeliche Dame in Dänemarck, welche nicht nur in vielen sprachen, sondern auch in der poesie wohl erfahren war, und o-lrrum:raglc. volumen hinterlassen. Ihr Vater war Otto Giö, ihre mutter aber Brigitte, Tottia, welche Senecä und andere schrifften von unterschiedenen sprachen in das Dänische übersetzet bat. Der letzte dieses geschlechts, Marcus Gio, Herr zu Brghesbcrg, war Ritter von dem Danebrvgc, Dänischer gcheimbder und staats-Rath, wie auch prs-ll, der Rittcr^ci-Km,- zu Eovpenhagen, und starb an. 1698. llckcripr. van. cum > 4 oII. kv'pomn. Gioia / (Johannes) gebürtig von Amalphi in dem Königreich Neapolis, welcher, da er von der lügend des magnets gehört hatte, sich dessen in den schiff- fahrten bediente. Er erfuudc auch, und brachte durch verschiedene cxp-rienacn den compaß zur Vollkommenheit ; zu zeigen, daß dieses insirument durch einen Neapolitanischen Unterthan erfunden worden, deren Könige damahls Grafen von Anjou aus dem Frantzösischen hauß waren, bezeichnete er Mitternacht mit der Frantzösischen listen, worinn ihm auch alle andere nationcn gcfolget. Die erfindung wird in den ansang des 14 seculi gesttzct. ^ ^ ^ 8si»mon. ttVoü«, >v ^ licht und schatten wohl vorzustellen, wurde sich auch noch viel geschickter gemacht haben, wenn er nicht in dem zrsten labr alters an. ,51, gestorben wäre. Er hinterließ 2 berühmte disciM Sebastianum von Venedig, welcher zu Rom gencnnel wurde, und den berühmten Titranum. v». x Vener. Giorgi/stehe Zorzi. Giotto/ oder Ghiotto/ein berühmter mahler,war ausewem flecken nicht weit von Florentz gebürtig, und von MNgcr anw N- Als ihn Eimabue aufdem selbe antraff, da er der ichaft hur^ns selbige, wie ffe weideten , auf einem Ziegelstein abriß, bekam er eine solche neigmig zu ihm, daß er ihn von seinem vater verlängere, und unter seine lehr-junger aufnahm. Seine repuiÄuon breitete sich bald durch gantz Italien aus, und vornehmlich, was porrE- anlangte. Benedictus XI schickte jemand nach Siena und Florentz, um die geschicktesten mahler daselbst zu sehen, und von einem jedweden etwas von ihrer arbeit mitzubringen. Derselbe kam auch zu Giotto, der sich lofort einen Pinsel nebst einem stücke papier geben ließ,und ohne einiges anderes -nsirumenk einen cii-cui darauf mahlte, welchen er demselbigen menschen mitgab. Man fünde selbigen recht vollkommen, und noch heutiges tages pflegt man darvon im sprüchwott zu sagen: ku iez piu ronllo cke i'o§ Lambini über Lucretium, worüber sich Lam- binus selbst in sehr harten Worten beschwüret, und endlich auch mit einem exempiLr PrudenlüM dessen rand von Gifelino viel anmerckungen geschrieben wäre, und welche er auch, nachdei.ie ihm Gl- selinus das buch geliehen,für die steinige gebraucht und ausgegeben. Erlebte über 70 jähr,und starb an. 1604 zu Prag. Seine schrissten Hnh coIIeALnerr in!,ucrermm; comrnent 2 riu 5 2Ä inülicunones, Scioppius sehr rühmet; cecnnomia ju,is; sminomis: jurir civilis; leöiurL ^It0,vLn.v, commenkL-ius tillrte. Costar aber schrieb eme avo- logie des Voiture wider den Girac, aufweiche zu antworten Girac sich genöthiaet fand,worvon denn nach der zeit verschiedene schriff- ten entstunden, unter welchen des Giracs die letzten waren. < 7 o/o«-r-, bibiiorllegue ckoille. Girace/eine stadt in Calabria »i-r- auf einem Hügel,nicht weit von dem Zolko cii Girace gelegen. Es ist der alten l.oci-1, dre Haupt-stadt von Or«cis NENÄ , so nachmals den nennen OinLcum oder ttcracium erhalten. Der daselbst befindliche Bllchoff gehöret unter das Ertz-Bißthum Rheggio. M"«- 6-- tcripk. IrsIiL-. Giraldus/sSvlvester) ein Engellander,wurde von seinem va- terlande Cambrensis genannt, indem er auf dem schloß Mamarpa in dem südlichen theil von Eeunbrjg aus vornehmem gejchlechte go- 6 ^ Vaterlands legte er in der Philosophie te ihn seme"r als er erwachsen, beförder» -ossak m ' Davrd/Buchoff zu Man, zum vornehmsten academien von w eder nack^ sich meistens zuParis auf.Als er aber ii Eam, vermochte er viel bey dem König Henrics uedei aab Printzen Johannen?aufzu- ^ Nachdem er diesen letztern, welcher mit einer armes in ^rrland gieng, beg eitel hatte, gab ihm solches gelcgenheit, eine be» sthreivung von Inland drucken zu lassen. Es ivurdmchmauch die und Jochelin angetragen, die er aber nit ep Ul stände gebracht, gieng "Os s'rd , allwo er in grosser krcqu-nr gelehrter leute seine . nach einander rec,-irte , und darnach seine zuhöret ^/'rlhete. Wegen seiner gelehrfamkeit und anderen guten quali« taten wurde er sehr beneidet, so gar, daß ihn auch ein Cistercienser- Munch als reum angab. Als Balduinus, Ertz-Blschost von Canterbury,in Palastinam gieng,zog er mit ihm. Ast-r 1 s8 wurde er Bischofs zu Man, und als sich deshalben einige gieng er an. 120° nach Rom, um sich dem u/bule des Pabsts zu unterwerffen; weil er aber zu Man die alten Ertz-Bischoflichen jucz wieder hervor suchen wolle, wurde er des Ertz-Bischoffs Huberti von Canterbury seines Btßthums gar entsetzet. Er starb im 70 jähr seines alters, wie ewige wollen an. 1210 oder 1214. Er hat unterschiedenes geschrie- 0M/ülv: ropoAi-LpkiLm LritunniL ; expuZnationcm ^iberniL; iri- nei-si-ium A lleici-iswvncm LLmbriT, Ac. cie icnpr. yp. , x kitt.Iilc. ^. Ettaldus / von andern Gerand und Geronde genannt, war Patriarch m Jerusalem, in dem i z ceculo. Einige meynen,es / weicher Abt zu Moleme gewesen, dessen Albencus Meldung tbut. Dieser letztere lucceüjrte Humber» tv von Miribe'l an. lazo. m cllrunico. köiraldus / (Lilius Gregorius) ?-->ronoezriu§ ^oollollcu;, ein guter Poet und m den ->-'ngu,räten sehr belesenermann, warben iz um. an. ,479 zu Ferrara gebohren. Nach zurück gelegten llu- ll„s wandte er sich zu Alberto Pio,Fürsten von Carpi, und Johanne ^rancuco Pico,Fürsten zu Mirandola, aus deren bibliothequen er sich einen grollen schätz zusammen laß. Hierauf horte er Dem» tnum Chalcondylam ein jähr zu Mayland in der Griechischen jprache,und wendete sich von dannen nach Modena zu den Grafen Rhangvnns. Von hier gieng er nach Rom, da er an dem Cardinal Hercule Rhangonio einen grossen Patron fand, durch dessen frühen tod aber, wie auch durch den schaben, welchen er bey der von den Kayferlichen geschehenen eroberung der stadt Rom, gelitten, sahe er sich gezwungen, seine Zuflucht wieder zu dem Pico zunehmen. Als dieser von seines bruders söhne dem Galeotto umgebracht wurde, konte er kaum vor den zusiimmengeschwvrnen sein leben erretten. Er gieng dannenherv in sein Vaterland Ferrara, da er sein leben in grosser armuth und beschwärlichkeit von der gjcht zubringen muste. Seine dürfftigkeit wurde zwar durch die freyae-- bigkeit Renatä,Fürstin von Ferrara,gelindert, seine kranckhcit aber nahm so uberhand, daß er sich stäts in dem bette aufhalten muste. In solchem zustande verfertigte er seine tuKoriLmv-r rum gsmilluca <ÜL pos srum lui rem^oris Ors-Cl>ru,ll r.Lkin»,um , dahero man die fehler, so in dem erstem buche von Johanne Jensio bemerckt worden, seinen hefftigen schmertzen zuschreiben muß. Er starb an. 1552. Sein von ihm selbst verfertigtes artiges cpicäplvum findet man in 8cb,Lclcn manum. Ic»!. Ausser abgedachten zweyen Historien sind von ihm vorhanden : ss-ncsgML Ue rvlulls; blstoris ttercu- liz; libellus, llc vLiio lepellenlli rttu ; Ill-cllus llc rs NÄucicr ; llilkoriK poeksr, A l.sri». ciial. ro; sllverius lirc^ss 6L iueruros; 1ll>cllu;,!ii guo Lnißmscs plersgue soriguorum explicsncur; ssmbolorum ?)-tbsgor« inrer-rrcrikio; ?2rLnellz sllv. ingmios; ll- beilus.guomollo gui, lnZr^ei nomen 6e crimcn etkuAcre poilir; lle sn- nis , mcnllbur ccrerisgue temxorum uns csm c3icnll»ric> Lom. öe Qr.; vsi-iL cririca ; carmins; cpillolL lle lmirsri'ons. prolsgom. sll nov. eclir oper. Lir^Icil. l. lr, zcj k)lsu- llisn. p. Z89 eciic.sn. iLir. monum. ir^i. kol> 46. Giraldus/ (Joh. Baptist«) Christophori Giraldi söhn, und Wi Gregor» naher anverwandter, war zu Ferrara an. 1504 gebohren. Er studirte unter dem Calcagnino, und wurde mc/cn>L vnÄo,-. Nachmals erwählte ihn der Hertzog Hercules von klle zu Ferrara zu feinem Secrek-r-o. und bediente er solches amt gantze 16 jähr, bis an des Hertzogs tod. Er behielt zwar diest stelle noch » jähr unter des Herculis söhne,Alphonso II; allein einige misigunstk- qe brachten es dahin, daß er sich von dem Hofe weg machen mime. Er oieng von dar nach Mondovi in Piemont, und daraus nach Turin,allwo er sich so lange aushielt, bis man ihn beruhte, die rhetoric zu Paviazu lehremda er in die u- Zu .-umirr, aufgenommen wurde, und verschiedene schrissten k-utMcirte. Die gicht plagte ihn grausani, welches bey selbiger familie erblich war, »nd Lilium Giraldum gleichfalls ins grab brachte. Er bildete sich ei», dieMt in seinem vaterlande würde viel zu wieder erlangung seiner ge,und- heil beytragen, und ließ sich dannenherv nach Ferrara bnngen, allwo er aber 2 ober; monat darauf an. i;?; starb. rbesr. sslluom. Ictcer. Giravetra / eine kleine stadt in Canbiasso durch ein vierecklch- tes tütt Nk-nckret wird. Die der alten stadt bestehen in ess niaen alten dicken mauren und viel stücken oon/mlen. Gmterns Göret einige iiucttprioncs hiervon an. Ptolemaus nennet sie Hie- rapetra. Tv«?»-/-" vo)--re u» r.cv3ne. lll. theil. SsS Girard, Girard / (Bernhard lle) Herr von Haillan , ein Frantzösischer vorn Adel, aus einem alten geschlecht von Bourdeaur um das jähr i;; > gebürtig. Er ward vonHenrico III , bey deme er/ als er noch Hertzog von Anjou wäre, Secretarien-steüe verwetten, aufeinra- then des Cantzlers Chiverny zum geheimen- und Staats-Rath gemacht/ unter einer jährlichen besoldung von 1200 thalern/ damit er der ckLrZe eines ttissorioßraplli, (wvrzu er von seinem vorfahren dem König Carolo IX schon an. 1571 ernennet wurde) desto besser abwarten könte / wann man seiner m öffentlichen »KUres nöthig hätte; er ist auch würcklich an verschiedene ort verschicket worden / hat auch neben andern derjenigen gesandschafft beygewohnt/ welche der Ertz-Bischoffvon Acqs / Franciscus von Nomlles / in Engclland und zuVenedig verrichtet hat.Er hat unterschiedene buchet geschrieben / und machte den ansang von einigen poetischen sa- chen/fieng daratifeinige Übersetzungen an / und verfertigte hernach allerhand historische wercke. An. 1576 gab er am ersten die Französische Historie von PharamNndo an bis auf Carolum VII in selbiger sprach heraus/und wäre willens/ solche bis auf seine zeiten zu vollführen / so aber nicht geschehen; neben deme hat er ein buch unter dem titul : llc I'e-Lr <üc iucces llcs iitüircr 6- krsnce geschrieben. Man kan von ihme dieses urtheil fällen/ daß er sehr wohl verstanden . was zu einem ttillocico gehöre/ viel alte rr-cHrioneu der lugen überwiesen / auch von vielen Puncte»/ sonderlich dem mägdlein von Orleans sehr frey geschrieben; jedoch hat er sich selbst nicht allezeit vor fabeln gehütet / des Pauli or-rinn» ausgeschrie- bcn/auch seine beqicrde, gelt und ehr durch seine schrifften zu erwerben, allzusehr blicken lassen. Er starb den 2; nov. an. 1610. Grrard / (Petrus) Cardinal,Bischoffvon Puy,war ein Fran- zos aus der Provintz Forcst. Er -Uci-eliirte sich an den Pabst Cle- mentem VII, welcher sich seiner in wichtigen angclegcnheiten be. diente. Am 1409 den 29 oct. empfienq er den Cardinals-bul zu Bcancaire, als er bereits Bischofs zu Puy war. Er verließ Pabst Bencdictum XIII, und wandte sich nach Pisa, allwo das Concilium , so daselbst versammlet war, ihm seine geistlichen würden cc>n- 6rnsirle. Er war auch der Römischen kirche, und starb um das jähr 141z,ob gleich Contelorio behaupten will, er habe noch an. 1417 gelebt. Man sagt, sein leichnam sey in der Hauptkirche zu AviglwN begraben^ vira cklcm. Vlll. Oo»,«/o-rs. Girärdinüs / von Amiens, hat um das jähr 1 r6° gelebet, und bers-wcisc einen ronian geschrieben, unter dem titul kl-isMui. L» Oo/> ^ 4 />//ie öc l-'c/H/' bll,!. Osll. Gitgio / ist eine Asricanische stadt in ober-EgYPten, und zwar der vornehmste ort der Provintz Can.f m cirgic, , an dem flussc Nilo zwischen Barbanda und Laib. vo^gc llu i.cvs, r. Girmgbomba / ein Königreich in der landschafft Biafara in Nieder-AelblopieN. Giron / eines der ältesten und vornehmsten Häusern in gantz Svamen, woraus die Hertzvge von Offuna entsprossen. Vor uralten zeiten hat es den »amen Cisueros aesührel. An. 1096 war Rodcricns Cisncros mit in der gesellschafft Gottfrieds von Bouillon , und warb zu dem damaligen crcutz - zug eine Compagnie von ;c> mann, die er auch auf eigene koste»'unterhalten. Am meisten aber hat sich aus dieser familic Don Rodcricus Gonzales von Cisncros berühmt gemacht; Massen ihm König Alpbonsus VI von Castilien seine tochtcr vicrdtcr ehe, die Donnam Sanctiam, zur ehe acgcden, und ihni den titul l tt-rc» ttiss»ni.irum, der Held von Spanien/ beygelegt; denn als bcmeldter König durch eine parthe» Mohren war gefangen worden, griff dieser sein schwieger- sobn mit go unter sich habenden soldatcn die ungläubigen an, und bcsreycte ihn, welches den König so sehr ersrcuete, daß er den bord voil feinem Königlichen kleid schnitte, und denselben dem Rodcrico verehrte; weil nun dieser aufSvanisth Ol-on gcncnnet wird, so geschahe es hernach, daß er an statt Cisncros sich o -c>n nennen ließ/ Eben selbiger ist der stamm - vater aller Hertzvge von Offuna, starb an. 1141, nnd hinterließ 2 söhne nebst so viel töch- rern, von welchen eine grosse anzahl grosser Herren in Spanien entwroffcn. Im i<; seculo war Don Pedro Giro«, der erste dieses namens, bekannt, welcher an. 1466 verstorben, mid viel Hcrrschaff- tcn besessen, auch den titul eines «->cc» i-iomkrc gcführct, welcher damals der eiutzige gewesen, den die Könige von Castilien ausgegeben , indem die titul xl-rcbcic, Vicomkc lind N-irno erst an. 1469 ausgekommen. Im r6 seculo war DoN Pedro Giron, erster Hertzog von Offuna, und fünffter Grafvon Urcna, berühmt, welcher an des Königs Philiovi II Hof verschiedene vornehme amter verwaltet , bis er endlich an. >z8r Kc und General - Capitain des Königreichs Neavolis worden, allwo er sich aber einen grasen baß des volcks auf den balß gezogen, indem er eine solche menge gctraid nach vpanien geschickt, daß darüber in Neapolis eine tbeurung, und aus dieser ein anfruhr entstanden, dessen vornehmste nrbcbere der v,c- -, auf des Pabsts Sirti V anreiben, am leben bestraffc, welches ihm bey den Neapolitanern den titul eines tMännen erworben, dahcro auch der Konig ihn von dar zurück bcrusscn, ehe die jähre seines Oouvccnemcnrz zn ende gegangen. An. 1 z6o erlangte er den Lertzoglichen titul, und verehlichte sich mit Donna Elconora von Cfnzman, des Don Juan Alfonso von Guzman VI, Hertzogs von Mcdina Sidonia tochtcr, von welcher er unter anderen gczeugct Don Juan Tellez Giron, andern Hertzog von Offuna, und ersten Margqrafcn von Pennaficl, der ein friedfertiger, aber zu hohen fachen nicht sonderlich geschickter Herr gewesen , auch daher in der Historie wenig rcdcns von sich verursachet, welches aber sein in dem nächsten art. folgender söhn, den er mit der Donna Anna Maria von Velasco, des Gros-ck»«« stabels von Castilien , Hertzogs von Mas, mch tochtcr erzeuget, reichlich ersetzet. ^ Ä von I-icrro Qiron. sn. 1^2, p. 22. ^ ^ Giron / (Petrus) Hertzog von Offuna, des erst-üna«^ neu Johann Tellez Giron, Hertzogs von Offuna so^ an. i; 79 , wurde von seiner mutter selbsten gesäuget, mid voE nem groß - vater nachmals erzogen. Dieser, als er vermerckte daß er von natur etwas unfteundlich war, gab ihn unter die auM einer ningenAdelichen stauen, daß sie ihn etwas aufmuntern sM Als er zum studiere« geschickt schien, wurde ihm Andreas Sav^ mus zum pr-c-k>r°c gegeben, welcher ihm die Lateinische spracht gantz spielend beybrachte, wodurch er von jugend auf zu einer schertzhamcn art angewohnt wurde, daß er solche auch m seinem alter me lassen können. Er gieng darauf mit diesem seinem ccprore auf die -csllcmie zu Salamanca, allwo er die Zeoer-pili- m-rkelin und Lrcilirc/tur am meisten trieb. AIs er aber daselbst an' derthalb jähr zugebracht, wurde er nach hauß bernffen, und ihm ein adelicher Hofmeister gegeben, unter dessen anfuhrung er stck mfonderheit in der Historie wohl übte. Er that hierauf cme reist in Franckreich, und hernach in Portugall, gieng aber zum andern- mal in gesell,chafft der Gesandten, die zu dem Vervinischcn frie- dens - schluß,geschickt waren, in Franckreich. Nach seiner rück- knufft vermahlte er sich mit Catharina aus dem Hause Ribera , Ferdinandi Henriquez von Ribera, Hertzogs von Alcala Printzes- sin, und folgte kurtz daraufdem vater in dem Hertzogthum Offuna Ob er nun gleich an dem Spanischen Hof anzukommen vermeynie, so waren ihm doch viel Grosse im weg, weßhalben er sich in Flandern begab, um unter dem Ertz-Hertzog Alberto kriegs- bleuste zu thun. Er rei,ete eben damals durch Franckreich, und begleitete den c»nnc»bie von Spanien bey dem König Henrico IV zur au- dientz. Da nun der König den LonncrrMc sich decken ließ, setzte auch der Hertzog, als ein Grosser von Spanien, seinen Hut auf, ob gleich die anwesenden Printzen vom qcblüt alle unbedeckt warm. Diese cmiatztcn sich über einer solchen kühnheit nicht wenig, und hielten es vor eine beschimpffung, verbargen aber doch ihren Unwillen aus cclpeA gegen den König bis auf den andern tag, da sie dem König vorbrachten, was ihrem rang vor ein grosses Nachtheil durch des Hertzogs von Ossuna verfahren zugefügt worden. Da- hero ließ besagter König, um ihnen ein genügen zu thun, das c-i«. momLl cxL»i>n>ren; da sich denn gefunden, daß in den vorigen zeiten die Printzen vom geblüt sich bedecket, so bald der König den Abgesandten solche Freyheit gegeben, bis endlich Franciscus I solche gewohnhcit abgebracht. Auf dieses verordnete der König, daß man den alten gebrauch wieder solle in schwang bringen. AIs er in die Niederlande kam, hielt er sich bey der beiagmmg von Ostendc und anderen gelegenhcitcn wohl, wurde auch in den kriegs - rath gezogen. Er gieng aber, nachdem er sich 6 iahr in den Niederlanden aufgehalten, wieder zurück in Spanien, woselbst er alsbald zum Königlichen Cammcr - Herrn gemacht wurde. Man zog ihn zu den wichtigsten rathschlägcn, da er denn unter anderm treulich mißriet!), die Mohren völlig aus Spanien zu verjagen. An. i6i i wurde er >ce u- in Sicilien, und bekam noch einmal so viel xagc als seine vorfahren, nemlich 4000 ducatcn monatlich. Daselbst machte er sich insonderheit sehr verdient, baß er das verfallene justitz - wesen wiederum in guten stand brachte, und die Türckischcn see - ränber von den kästen vertrieb. Als er seine drey iahr daselbst vollendet hatte, wurde er zum v>cc - ks jn dem Königreich Ncavoli bestellet. Ehe er aber solches Qouvei-ncuicnr antrat, hielte er zuvor einen Reichs - tag zu Palermo, darauf er von den Reichs - Standen mit herrlichen ll-cr-ien vergehen wurde. Er nahm sich aber auch im Ncavolitanischcn der rcgierung wohl an, indem er nicht allein den Türckcn grossen abbrrich that, sondern auch die Venctianer gar von dem Adriatischcn meer treiben wolte, worzu er desto mehr gclcgenheit fand, da ihm sein Louver- ncmcnk auf z jähr verlängert würde; ja er stifftete mit dem Spanischen Abgesandten, Älvhonso üh- ret den titn! eines Hertzoqthnms, und hat in der rmgmaur ein befe« -Vr., tu Gaittaa cominancUrw/"und Änen Merovrrung der Provintz durch d;e Römer cMeüd! nähme ^ Ä warffe sich JohMnes znnl bauvt der widcrspcn- Äs ASadtan -r-imm nicht übergeben wvlren. M- W-rTim« durch v«chMg sich MMmvoU'N'W ^ für den Sabbath / an welchem lag jener für die stM geruckt/ einen stillstand begehret hatte) md retirirte sich nach ^ernststem/ allwo erdir --w, der Zeloten aus seine leite zog/ mit welchen er den tcmpel einnahmr und"durch mörderey und 'atm schändlich entheiligte/ auch in denen zu gleicher seit entstandenen innerlichen tnndftligkciten der Juden grosse E«'!8^Een verübte; Massen er zugleich mit Eleazar/ der den tnnetsteinmohöchsten theil des tempels inn hatte/ und mit Simon/ welcher drc stadt in seinem gewalt hielte/ fast in stätem krieg bcgnffen wäre / und bloß / wann dre gefahr von dem äusserlich^ ftrno scor nberhanb nähme/ sich auf einige rett wieder vergliche. Den murrn tempe! eroberte er zuletzt an dcmOster-.tag / da er er- tttge der lernen uiiter dem zum opffer gehenden volck mit verdeckten wachen hlncm gejandt hatte. Wider die Römer hielte er sich sehr tapfer/ und fände unter anderem ein mitte! ihre grosse iE-ri» f-WZH) rn brand zu bringen / in demeerunter den stadt-mauren hcrmlW durchprobend solche nntcrhölre/ mit höltzernen dalcken unterlmme / biß alles fertig war / diese hernach mit pech beschmieret anzündete/ und zugleich einen hefftiqen ausfall thäte/ weiches dann so glücklich aditesse/ daß diese bmcccie?» worauf die Römer ihre grösie Hoffnung gefttzek / endlich gantzvon dem feuer verschlucket wurden/ und sie die stadt einzunehmen fast alle hofnung verrohren. Indessen als sii zuletzt übergrenge/ käme auch dieser Johannes rn der Römer Hände und wurde im triumph geführel / hernach aber zn ewiger grfangnrß verdammest us u. iuUsico llb. 4 , ^ ü. IÄerr«« liitk. I. ^ ^ Grseon/ ein seyn des Himilcon- eines rrarlhaglnensssa-«. Capttüms. Dieser / nachdem er m Slftjea mit gutem glucke krieg gefuhrck / wurde durch seine Mitbürger / welche wegen seines erlangten ruhms über ihn cyftrsüchtig waren / angeklaget/ daß er seinen brnder Amilcar unrechtmäßiger weise hinrichten lassen/ unter einen! falschen p: -,-rsxr, als hätte er nach der kyranney gestrebett Erwürbe aber wieder zurück in sein Vaterland beruffen / und ihm seine winde/ aufbefthl des Rarhs zu Carthagoselbsten/ auf-iitcre. rion übergeben. Er ließ sich aber begnügen/ daß sie sich vor ihm rastet, ausser demselben aber; andere, welche auf ; nahe gelege- Uon übergeben. Er ließ sich aber begnügen/ daß sie sich vor ihm neu Hügel,! stehen. Vormals führten von diesen! ort die Erb-Brin- zur erden niederbücken müsten / und er sie mit dem fusse fließ / wo- tzen von Arragonien den titul. Es befindet sich darinnen eine schö- durch er zu verstehen geben wolle/ daß es die beste räche sey / seine tM von Arragonien den titul. Es befindet sich darinnen eine schöne cirche, welche Carolus ssl. soll erbaut haben, ingleichcm e,n seines Jestüler- coU^iu-n, auch werden daselbst die reiiquien 8.Nar- eissi verwahrt. Nicht weit davon sind berühmte saltz-gruben , welche man vor unerschöpflich ausgibt. An. 1684 rückten die Frantzosen vor diese stadt, meisten über mit grossem Verlust davor abziehen; doch an. 1694 eroberten sie selbige mit accord, traten sie aber «11.1697 in dem Nyßwickischen frieden wieder ab. In dem Svanischcn mo-eil-ous - krieg wurde sie au. 1H06 unter die both; Mäßigkeit des Königs Caroü III gebracht, welcher an. 1710, als er sich allda mit derchosstatt aufhielt, eine neue Universität daselbst aufrichtete. In dem lem-gedachten iahr wurde sie im dce. von den Frantzosen wieder belagert, und das folgende tahr zu ausaang des jan. init accord eroberst Im ausgang des i7i2ten jahrs mu- sien dic Kavserlichcn davor abziehen , nachdem sie selbige eine zeit- lang bloquirc und belagert hatten. Das Concilium zu Girona wurde durch die Spanischen Bischöffe an. ei? gehalten, Juan von Tarragvna prästdirte darinnen , und machte man daselbst 10 Crnone?i nm die kirrhen-lla'cipün in gute Verfassung zubringen. Man ll-crcrwte auch die stätige obic>v^ci»n der zwey litaneyen, darvon die eine vor der auffahrt gebraucht wurde - und in allen kirchen gemein war; die andere aber im nov. vom donnerstag an bis aufden sonnabend, da sie des abends mit der messe sich endigte. Gabriel Albasvinäus, Bischoffvon Orleans, bat über den ästen Ononem dieses Lonciiü anmerckungen gemacht. nor^ vrb. L.-ir. I. 2 c. r p. 146. -2-0» 0. 470. 1.4. p. i; 67 - Gironde/ last 6>runlliÄ. ist der name/ welchen die Frantzosen dem finß Garonne geben / «achdeiu sich derselbe unterhalb Dvurdcaur mit der Dordoane vereinigt hak/ nemüch von dem kleinen ort Dourg/.biß an den thurn/ ^ l ourNc crorlloüau genannt» Girp / (Lndovicus) ein Mitglied der Frantzösischm academie/ von Paris gebürtig / war Advocat des Parlaments und Königlichen raths. Er starb an. 166; / und hat man von ihm viel Übersetzungen/ unter denen sonderlich eine von des Tertulliani .apoio- dem Cardulal ll-Kicke!!.:,, so wohl gefallen /, daß er deren Urheber gleich darauf der academie zu einem Mitglied vorschlagen liesse. M'llcure cie k/lcücicmic. * Msaldis / Gisala oder Gisela/ welche man für des Chil- dcrlci ill/ des m>mc»ftau halt/ soll sich mit ihrem mann m ern eloster haben Wessen lassen, -v» r., ,-i-rig. lull. u- France p. 7 y;. . Giscala/ (Johann von) ein söhn Levia/ wurde also von der ßadr Glscala in Galiiaa genannt. In der emvorung der Juden feinde zu bobcn zu werffen / und ihnen hernach zu vergeben- Wenige zeit darauf wurde er zum General einer armer in Sicilien ernenne!/ und als er daselbst angelanget/ machte er mit Timvleonte/ General der Connkher / friede/ mit der cuncürio», daß alle die siädlc/ welche Griechische colonien waren- frey seyn sollen. »--- ssar»« Nb. !<-. rn liuroleuurc. Gisela/ die eintzigeschwester Caroii N. solch M des LoNao- bakdischen Königs Desiderii Printzcn vcrhcyrathck werden; weil aber nichts daraus wurde/ gieng sie ins kloster / darinnsie auch zelt lebens geblieben» in vil. Lsroli L4. äs >vro>c Lar. /.I, Gisela / Königs Carvli RmpücL iochter/ wurde än. hir äst Rollonem/ Hertzog derNormandie/ vermahlet/ starb adervok ihrem gcmahl ohne erben, siehe Carolus si mpw--und Rollo» Gisela/ KaysersConradiII-/ sonsien Galiei genannt/ ge- tnahlin/ aus Carvli N» stamm» Ihr vater war Hermanuus - Hertzog von Alemannicn; ihre Mutter Gerbirga / Königs Conradi in Vurgundien tochter. Anfänglich war lie mit Hertzog Bru- none von Braunschweig vermählet / von welchem sic Ludolphum hakte; hernach mitHertzog Erncsto aus Schwaben/ nüt welchem sie Ernesium und Hermann um zeugke.Nach vcsscn wde aber wurde sie mitKayserConrado II/ ihrem nahen dlms-fmmd/ vermählet/ von Krantzio mit cruLi- ll- vV-u- emer Dandälischrn Printzeßm/ verwechselt/ ist aber nach der bewährtesten meymmg/ wohl zu unterscheiden» i» vir» LnncLä> s-i-ci p. 4-8. I. 6 c. 2.22 Äu. 1012 , Laxon. t. 4 c» spolog» pro Olkode V. Gisela/ KönigsHugonis Capcli in FranckmchtochMnch Hugonis l Herren von Äbeville gemahlii?» Giselarius/ Ertz-Dischsff zu Magdeburg und Mschvff zu Merseburg / war einer vom Avcl/ sein geschiecht aber wird Nirgends genennct. Bey Kayscr Ottone II stmw er m gM- sen gnaden / welcher ihm an» 974 auf anst Gen des Bi- schoffs Annonis zu Worms das Mmiim Merseburg verliehe. Als am 982 Othricus/ erwchlierErtz-Dlschosszu Magdeburg/ die bestakigung seiner wähl bey Layftr Ottonr llsuchenwMke/ trug er diese fache Giselario auf/ welcher darauf das Ertz-Biß- tbum vor sich selbst ausbctte/ und durch geschencke es dahin brachte/ da« idm Benedrctus VII nicht allein das Ertz-Bischofliche !'-»v,u,n aab/ sondern auch darneben das Sttsst Merseburg ließ / welches ^ Sss 2 damals damals etwas unerhörtes war. Anfangs vermehrte er das SM Mersebnrg mit der stadt Zwencke/welche ihm der Kayser geschenckl hatte; allein nachgehends gienq er mit demselben sehr ungetreu um; denn nachdem er des Stiffts güter theils zu Magdeburg geschlagen/ theils nach Halberstadt/ Zcitz und Meissen verkaufst hatte / so machte er aus dem Bißthum eine Abtcy / und fetzte einen Mönch zu 8. Johannis/ namens Ortradus/ zum ersten Abt ein. Diese Zerrüttung des Bißthums gab gelegcnheit/ daß nach- gehends viel tausend Wenden von dem Christenthum abfielen/ und an. 98; einen einsall in die Stifster Zcitz / Havelberg und Brandenburg thaten- Gisclarius zog hieraus alle benachbarte Bifchosfe und Grafen an sich / erschlug von den Wenden auf einmal ;o794 mann/ und zwang sie/ daß sie die Sachsen musten unangefochten lassen. Nach diesem wurde er so wol von Päbstlichcr/ als Lächerlicher seile/gar ofst erinnert/daß es unrecht wäre 2 Bißthumer zusammenzuhaben; ja weil bckandtwar/ wie er zu dem Ertz-stlflt Magdeburg gelanget / ward er der idnoMo angeklaget ; allein wenn er sich stellen solle/ war er kranck oder bestach die Gesandt«!/ odel'a^pcUil'te an ein ^-oncüilim lind dergleichen. In wie endlich Kayser Hcnricns II mit gemalt darauf drang/ daß er das Ertz- Dtßthum Magdeburg ausgeben/ und das verwüstete Slifft Mer- scburg wieder zu recht bringen solle/ bat er auf etliche rageauff- schub; ward aber an. 1004 vom tode dahin gerissen / ehe der angesetzte rcrmi,, zu ende war. Lxo/ttFZ kle-Ick. ckro». Äc-e-cxL/o-F'lki oiLkus Lsrsl. -zrckiey. 2»c. XtLAll. Glscldertus / Hertzoq in Lothringen / ein söhn Nagincrii und Aldrada; (-) ward nach seines vatcrs tod an. y:6 von Carolo Llmpii c. König in Franckreich/ der dazumahl gantz Lothringen in seiner gemalt hatte / in dem Hcrtzogthnm Lothringen / so sein valcrgehabt/ bestäitiqet. (t>) Er fieng aber gar bald an/ nach höher» dingen zu trachten/ und suchte sich vonLothrlngcn -ouve^i,, zumachen/ worzu ihm die innerlichein franckreich sehr bequem waren. Zu dem ende hlcny er sich anfänglich an Hcnncum weil ihm aber Earolus 8,„> zu geschwind aul den halß kam/ und sich hernach an- 921 mit Henne» ^ucu^c versöhnte / mustc er eine zctilang stille sitzen. 0) So bald aber Robcrtus neue »»ruhe wider Earolum mmpi. crrcqke und zum König wider denselben gemacht wurde / nahm Glscldcrtus seine parthey / woraus Carolas ihn zu Chcvrcmont vergebens belagerte. 0 ) Als aber Robcrlusumgekommen/ und Rudolphus König worden/ auch Carolum gefangen bekommen / ficng er an. 92z wiederum au zu rebellircu / imd ergab sich Hcnrico -rucupi, der sich hierauf gantz Loihrmgen bemächligte/ und Gisclbcrto seine lochte» Gerbergam zur ehe/ und gantz Lothringen unter dem nlul eines Hertzogs überliesse. c ) Don dieser zeil an hatGiselbertus imt eben dcr >u-ontäl/ als die n'brlgcii Hcrtzogc ln Lclltschland rcgicrck/uud nachHenrici todcivldcrQlloncm I an.yzocnic neueredcllion crrcgt/und sich Ludovlco Lrausmarino in Franckreich untcrworsscn / welches grosse u wurde gehabt haben / wann nicht Eiselberius in eben diesem jähr/ da er über den Rhein setzen wollen/ erlrunckcn wäre/ (»'woraufHcnrlcuS/ OllviilS ssl. brudcr/ Hertzog in Loihrim gen wurde / die huiierlalfenc wittwe Älselbeni/ Gerbcrga/ aber steh mit Ludovlco Lrausmarino vermahlte, (s) 2». ni Nclgic. 1.1 c. 19. Üc R kicn^ico/ruc. p.ßoo. (b! L/sxon. Le cnnf. cl. kn. p. 69 leg. (c) k/o-Zoorit. ckron. 2n. 9»,. (g) Icion scl 211. 922. (c) Ici. 2». 92z L: 919. 1.1 . I. 4 c. 14 <;, >6- clc »cll. Oiroiiiz^l. Giseldertus/ ein Dcncdictiner/ sieheGildcrtus. Miselinus/ (vier»-) ein^-ll cus, war zu Sanlfort/ einem dorffohufcrnOstcndc/ in dem Drügglschcn ^riror»>, den 2; mcrtz an. -;4Z aebohrcu. Er studirlc anfänglich zn Brügge und Lövcn / und nachmals m Franckreich / allivo er in den Kum2,i»>r,- d.» sehr zunahm/ auch zu Paris 2 fahr die Medicin trieb / biß er wegen innerlicher unruhc sich von dar weg zu begeben gcnöthlgct wurde. Hierauf hielt er sich einige zeit zu Löveu auf/ und wurde zu Dole iweto- mecijcj,i.r.wvraui er zu Wlnorbcrgcn einige >ahre pr2et>c>rct. Er ist an. i;9> gestorben/ und Hai sich selbst«! den tag und die stunde seines todcs zuvor gesagt. Man hak von ihm co,„- n>cnr2->»m >n Nruclonriuni «oi.lr ch.cli-onc,log>2,i, ,» c-2- 2cl,i»m cie k)ci- 25 g)ri uiu. ciog. Lci^. ^/>/omr in vir. mell. kwi. Lcir;. (yivl'va/ (Georg) ein berühmter General/ war in Böhmen in der stadt Brandciß von geringen eitern qcdohrcn/ brachte es aber durch seine lapffcrkcit so weit/ daß man ihn vor andern er- wählte/ die Ungarn / welche Ladislaum Posthumum vor keinen König erkennen wollen / zu paaren zu treiben. Er hatte auch das glück/ daß er nicht allein einen ansehnlichen theil von Ungarn unter dessen gehorsam erhielte / sondern auch m einigen schlachten über die widrig - gesinnte viÄ-rMrte/ vor welche gule dicnste ihm die vcrwitkibte Köniain/ des Ladislai multcr/ unterschiedliche stadtc m Ungarn und Böhmen vcrehrte.Erward hicraufan. 1446 nebst andern zu dem Kayser Frldenco sll abgeschickt / um in beim namcn der Böhmischen Land-stande anzuhalten/ daß er ihnen den jungen Ladt-laum / welchen sie zu ihrem König erwählet hatten/ abfolgcn lassen möchte. Ob nun wohl hierauf eine abschlägige antwort erfolgte/ so ward doch dem Giskra erlaubt/ mündlich mit Ladislao zu sprechen / da er denn unter anderiu die gcfahr/ so er feinelwegen in Ungarn ausgestanden / init erwchntc. Worauf der junge Konig / derdamalS 6 jähr alt war / zu lächeln anfieng/ aus dem neben ihm ligcndcn dcutel ein 6 pfennig-stuck heraus langte/ und ihn damit befchcnckte/ welches dieser nachgehends so werth hielte/ daß er es in die güldene kette/ so er Mich um kch nen hals zu tragen pflegte / mit einfassen ließ. Einige haben Mev Glskra vor einen vom Adel des geschlechtsBrandeis auAm M lenz welches aber keinen gründ hat. ^Ä.eplt.r-r. k°k ?-v' Ir. miic. regn. Lok. 1.7 ti-'ct. z p. roo. ös rck.liuns.äec'?, cic vir. illulL. ?. r. fjulkc. !cr. r. Gislip/ siehe Islip. Gisors/ die Haupt-stadt in der Grafschafft Vermin der Nor- mandie/ ligtan dem kleinen flusseEple/ - 4 meilmvonAn und fuhrt den titul emer v>comr«. Von den Lateinischen LmkvnSus wird „c Casortlum / Casarotium und Gisorium genennet Nickt weit von hier/ nemlich zwischen Gisors und Triez hielten M. lippiis Augiistlis und Hcnricus König von Engelland / nachdem Saladln^erusalem erobert/ au. --88 eine Unterredung/ und be! fchlossen / den Christen im gelobten lande mit einer armee zu lnilffs zu kommen. Zum wahr-zcichen dessen richteten sie ein creuk in ib- rem lagcrauf/ und versprachen einander/ alle ihre streitiakeüen unterdessen/ biß sie wieder zurück kämen / bey seit zu legen An 171° ward dieser ort nebst andern landschafften dem vuc a'e L„rv zur 2P-M2gc eingeräumt. «oFe»-. in Pkiiipp. /iuZuy. -i« Gissa/ eine kleine insul auf dem x->>ko m vencriz gegende» Croatifchen qränycn/ nebst einer stadt gleiches namens/ soder Ne. Public Venedig gehöret. Gitschm/ Gytschrn/, eine kleine stadt nebst einem schönen schloß/ in dem Königs-gratzer-crälß in Böhmen / lo meil von Prag an der Czidlina / allwo der ^u Eger ermordete berüime General Wallenstein in einem Carthauser-kloster begraben worden Sie gehöret anjetzo den Grafen von Stcrnderg. DleJesuilen ha-' ben daselbst ein Loliegiuin. Ller'cttx. ji. 96. Ig. p /olle,«. ^>. 29. Lr/z>Ä. müceN. clec. rl. zc. 7§. jcirt Ickenilcs Lokm. si. ys. ' Givalius / ein Märtyrer aus Afrika / lebte untc-r dem Kayser Diokletians / und wird in den LÄiL msr-xrii SLcumim erwehnk. MAitxruin. Givaudcui/ siehe Gevaudan. Giudeca/ oderZueca/ lat. , ist eine insiil/die aus s andern zufammeu gefügt worden. Sie ligt in der form eines halben monden, der stadt Venedig (und zwar derjenigen feite, wo der 8. Marcus-platz sich befindet) gerade gegen über, und wird davon durch cincn^caiial abgesondert / welcher / wo er am breitesten ist, etwa» eine Teutsche viertel mcile austragen mag, so, daß man ste als einen theil der gemeldeten stadt ansehen tönte, wenn es sich nicht gar zu offt zutrüge, daß wegen des Windes die gondoln nicht sicher hin und wider paßiren können. Es sind aufderfelben sehr viel schöne garten und lusthänfer, ingleichcm S biß 7 kirchen und ein Nonnen-kloster vor unzüchtige weibs-bilder, die sich bekehrt haben. In der breite hat sie durchgehcnds ohngcfchr zoo schritt. Vor al- tcrs ist sie durch Juden bewohnt worden, daher sie auch ihren na- mcn bekommen hat. V/Ärc?' viilc üc rcpubi. cis Vcniis p. w, r/e, >» ir/,/. p. DeLc. ^ I, 1,6. (Nivet / ein ort in den Spanischen Niederlanden, welchen die meisten zu der Graffchafft Namur rechnen. Er ligt an der Maaß gantz nahe bey der festung Charlcmont. Seit dem die Frankofcn an. 1680 sich von diesem letzter» ort meister gemacht, ist Gwetvon ihnen korcMcirt worden« An. 1696 den 16 martii bombardirte es der Holländische General Cohorn mit gutem luccek. Giula oder Gpula/ lat. suii», eine feste stadt in der Ober- Ungarischen Grätschn»! Bihar, an der Siebenbürgischen gränbe, wo der fluß Feyerkercs in den sec Sarkad fällt. Sie wurde an. 1 zsä von den Türckcn mit accord erobert; als aber die befatzunq aus- marfchircl gewesen, ward sie eine meile von der stadt von den Tür- ckcn unvcrmuthct überfallen, und biß aufwenigc niedergemacht. Der Commendant Ladislaus Kcretfchin, ob er gleich die festung aus vcrrälheren übergeben, ward dennoch mit nach Consrantnio- pcl gesührct, bey dem Sultan wegen feiner verübten araufauM gegen die Türckcn angeklaget, und endlich in ein mit fcharffen nageln durchschlagenes faß gewindet, und von dein höchsten berge herunter geweiycl. Nachgehends wurde diese stadt dem Fürsten von Siebenbürgen verpfändet, und ist allezeit mit Türckischcr be- satzmig beleget gewesen, biß an. >694, da sie die Kayscrlichcn erobert ; sie ligt 20 weilen von Waradin süd-und eben so weitvonSe» gedin wcst-wärls. Einige halten sie vor der alten Ziridava. AnnM. L^rincv. p. 1^4. jncicx ckronol. Oiulap / ein fluß in Mesopotamien, siehe Aboras. Giuliaiio / oder Zuliano / eine reiche und vornehme fanM unter den alten Adelichcn gcfchlechtcrn zu Venedig. Sie hat unterschiedene grosse lcute hervor gebracht. Unter andern ist einer, namens Paulus Giuliano, Doge in Candien gewesen; eben demclben crwehltc man an. 1410 zum i-rocurarorc von Marco; allein er schlug solche würde aus. Zu ausgang des 17 iccuii jst von dicfer gantzen familic nicht mehr.als eine eintzige mans-person übrig gewesen. ccott/s kili. llu gouvcrn. ge Vcnile r>. ;z8. G ivry / (Annas von Anglure, Baron von) war aus dem vor« nehmen geschlccht derer von Escars entsprossen, und so tapstr- daß ihn einige des Königs Henri« IV von Franckreich liilcken (gleichwie den Marschall von Biron desselben rechten) arm genennet. Den 20 ja», an. izpz heyrathcce er Margarctam yurault, der Cantzlers von Chivcrny älteste tochter, und eine wittwe des Herrn clc i2 V2I, Marggrafen von Ncsle, welcher in der schlackt bey Ivw 1; wunden empfangen hatte, und einen monat hernach daran gestorben war. Mit ihrem andern gemahl war diese Dame noch un- gilt g?a Mlicher; denn derselbe hatte sich in die Printzeßin von Guist, Ludovicam Margaretam von Lothrmgen, heffüg verliebt, wäre auch in ziemlichen gnaden bey ihr gestanden; da sie aber angefangen einigen Unwillen oder eine kaltsinnigkeil gegen ihn spüren zu lassen , ward er darüber so verzweifelt, daß er an. 1594 in der bela- aerung von Laon sich mit fleiß dergestalt unter die feinde wagte, daß sie ihm nothwendig, wre auch wurcklich erfolgte, das leben nehmen müßen. Kurtz zuvor hatte er solchen seinen entschluß nebst dessen lirsach der gedachten Prmtzeßm rn einem kurtzen und sehr beweg» lichen schreiben offenbahret, <70/0^ bili. 6 ekis„ 6 . 1.7. nor. lur les Isttres 6'Ollst t. p. 140. Giussano/ (Joh. Peter) war von Mäyland gebürtig, nutz studirte die mcclicin, verließ aber nachmals dieses llucüum. stm sich der kirche Gottes zu wiedmen. Der heil. Carolus Borromäus, welcher ihn wegen seiner Lügend sehr werth hielt, both ihm ansehn- Ijche bcneSciL an, welche er aber ausschlug. Er weigerte sich auch ein Blßthnm, so man ihm antrug, anzunehmen, und lebte einige reit in gesell,chayt der ordens-leute, gieng aber hernach aufs land , gllwo er auch starb. Einer von seinen anverwandten ließ sein grab- mahl an. 1628 erneuern. Er hat verschiedene fachen, und unter anderin das leben 8. Caroli geschrieben, ckeacr. 6Ruom. letrcr. Giustandil/ eine stadt, nebst einem festen schloß auf einem festen, in der Turckischen landschafft lservien, bey dem ansang des grossen geburges, Klone« LrZslicsro, an den gräntzen von Macedv- nien, gelegen. OIOff-LIIOiff - heist in der Türckischen spräche so viel, als ein leser des alcorans , deren in jeglicher Königlichen Moschee zo sind, von welchen ein jeder ein capitul aus dem alcoran lesen muß. Weil nun selbiger in so viel capitel eingetheilet, so wird er alle tage einmal durchgelesen. Dieses aber geschieht)» dem ende - daß die seelen derjenigen, die deswegen gewisse Vermächtnisse gemistet,wohl ruhen mögen ; wannenbero auch gedachte leser gemeiniglich bey den begräbnissen derjenigen stehen, für welche sie beten. Ll-E 6s. kcmpire OttowLn. Giustimani / siehe Iustmiani. Gräber/ (Rudolphus) ein Mönch aus dem kloster 8. Germain ckAnrerre, und nachmals zu Cluny, war unter des Königs Roberti und Henriei!, seines whns, regierung berühmt. Er hat eine Historie in 5 büchern an Odilonem, Abt zu Cluny,von an. 900 biß an. >045 ; ingleichen VIISM 8. Luii.cllin wkriiz 8. L-nigni vionenilz geschrieben. LeSör'M. 6s lctt)>r. scci. 6e KM« 4sr. 1.2. c. 44. L-ve still, ücccc. Glabris/ siehe Aorlier/ ^ciiiLpsmißz. Glabrio / wurde unter Kayser Domitiano wegerl des Chrr- stenthums angeklagt und coiMslunirt. vlonis in vo- wttizno. Gladbach / eine stadt in dem Hcrtzögtbüm Jülich, z meilen von Neuß, an dem finß Neres, gelegen. Es befindet sich hier eine berühmteBenedictinez-Abtey,welche von demGrafenBalderico von Jülich gestifftct und von denUngarn «0.954 verwüstet worderi.Hie- raufhat sie Gero,Ertz-Bischoffzu Cölln,durch Kaysers Otton-S II hülffe, dem Märtyrer 8 . Wo zu ehren, an. 974 wieder aufgerich- Wt. U»ce/. rnonsll. Qsrm. 77 lg- Gladebeck / eine Abeliche familie in Niedek-Sachsen, welche schon in dem io lscuio floriret, wie denn Ertatz von Gladebeck seine tvchter an Comadvon Schwauringcn an. 950 soll vermählet ha» ben. Ihr stammhauß, wovon sie den naincn führet, ligt ist der Herrschafft Pleß in Nieder-Sachsen, ist aber schon in dem iü tscui» in den Händen derer von Pappenheim gewesen. Au. 1698 warBö- do von Gladebeck, Chur-Brandenburgischer würcklichet geheimer Staats-Rath, Hof-Cammcr-l^Ellllenc, und Amts-Hautmann zU Fürstcnwalde. ^,4^' snr,^. Gladiß / insgemein Glatz / ein Ädeliches geschlccht in Schlesien , dessen stamm-haus Gladrsgorb oder Gorb in dem Fürsten-» thum Sagan gelegen. Hans von Gladiß soll um das jähr 12^2 bey der heiligen Furstm Hedwig Caminer-Iuncker gewesen seyn. An. 1627 lebte Seyfried von Gladiß aufGrosscn-Borau, im Freystät- tisch-Glogauischen, gewesener Hauptmann zu Carolath- Fabian von Gladiß aufKlein-Kauer und Dauer, hinterließ bey seinem an. 1621 erfolgten tode unter andern Fabian aufWengcln im Sprot- tauischen, des Glogauischen Fürstenthums Königlichen Gerichtsbeysitzer. An. 1720 floriere Sigismund Fridrich von Gladiß auf Groß-und Wüsten-Dobritsch, des Saganischen FürstemhumS Landes-ältester. 8cNlsll curioll Glärnisch / ist ein hoher berg bey dem flecken Glaris, welcher allezeit mit schnee bedecket ist. * . Glamorgan / (Grafen von) in Engellanb. Mit diesem titul beehrte zu erst der König Carolus I an. 1645 Eduardum Sommer» set, Lord Herbert von Chepstow , Ragland und Gower, noch bey lebzeiten seines Vaters, des Marggrafen von Worcester. Er starb den; avril an. 1667, und hatte zum Nachfolger seinen söhn Henri» cum, welcher an. 1682 auch zum Hcrtzoge von Beaufort gemacht ward. siehe Beaufort. » Lagutti stikvrx p.; Glamorctanshire/ lat. o>.i»io^-„iic,>6s c:«mNsku5, ist eine am meer gelegene Grasschafft in 8«u6-Sie soll diesen Namen haben entweder von dem alten Britannischen Worte kwr. welches so viel heißet als die see, daß also damit auf deren läge gedeutet würde; oder von einem ihrer Fürsten,MorAan.Sie grantzet nvrd-wärs an die Grasschafft Brecknock, sud-warts an den so gekannten carral von Bristol oder 8. George, ost-wärts an den fluß Uymne>),welchersie von der Grasschafft Monmouth absondert/ van na-stErts an die Grasschafft Caermarlhen. Inder längs br Ue "ch bey nahe auf4o und in des von norden gegen suden ohngefehr in die 26 Eitgelländischs ' Dw gantze Grasschafft wird in 1° bundreds eingetheilet / b kirch spiele und n marckstädte sind. Vor alrers wurde diese gegend von 8>!uriUus bewohnet, welche Soud - Walles vatten; aryetzo aber gehöret sie unter die diöces Landaf. Die > ^ ffchend oiejer landschafft ist sehr bergicht, und gibt wenig getrarde; dre südliche aber sehr fruchtbar, und wird von einigen als ein liist-garten von Wallis geachtet. Ausser dem Rhymney , welcher die,e Grasschafft von der Grasschafft Monmouth absondert/ und dem wisse Burra oder Loghor, welcher ein stück von Caer- marthen aMnetdet, findet man allhier die Tave, Ogmore, Avon, Äceath, nebst einigen anderen geringern mehr. Was anlanget das wunder des brunnens zu Newton, wie auch eines gewissen festen m der Jnsul Barry, so zu dieser Grasschafft gehöret, davon kcM unter den worteren Newton und Barry nachgelesen werden. Die marckstadte sind: Caerdiff, welches der vornehmste ort ist , sodann Cowbridge, Bribgend, Äberavon, Caerhily-Castle, Causing,Lti- trlffent, Landwyt, Neath, Penreks und Swansey. Unter diesen hat Caerdiffallein das pr,viieZiu,n, ausser dem Ritter von der Graf- schafft ein glied mit in das ParlemeM zu schicken, uelc. u- i- rsnniL. Glan/(Johann Bapt. Glano, von Lüttich gebürtig, kam in seiner jugenv nach Rom, aüwo er den orden der Augustiner annahm, und als ihn fein General nach Paris geschicket hatte, wurde er vör tüchtig erkläret, daselbst zu unterrichten, und ooewr aufseibiger academie zu seyn- Nachmals wurde er ?r<>vi»clLl seines ordens in den Niederlanden, und starb zu Lüttich an. iS-z. Er hatte verschiedene fachen geschrieben,als i liMurizm vontiticu.o K.omsnc>rum j lleconü- MILM OUriltiLNLM; LuropLM > teu 6s ^rimrrulii kurapL provincia- rUm ricibus, ceremoniis ö^ vellibus; 6s otllcio pusIlKrum. LEr«,6s Vir. illulls. A.k>Al. in bist!. , GlMdeves/ eine siadtin Provence an dem Var gelegen, nebst einem Bißchum, so unter Ämbrun stehet. Es ist der alten Glande- va, Glauata oder Glannatica, dessen in der »«rms «-rovincisrumj Meldung geschihet. Robertus Cenalis, Moretus und andere haben geglaubet, baß Glandeves Glanum sey, dessen Pompvmus Meia , Plinius , Ptolemäus, icins.srium Lmonini ÜL rAnmL?eu» ringcri erwehnm. Allein andere, als Merula, ocklltireN diese Meynung , indem Ptolemäus dieses Glanum unter die städre der Saliek setzet, der vrt aber, von dem hier die rede ist / ligct an den . Alpen. Es war vorzeiten bey dieser stadt eine Grasschafft. Sonst, habest seit dein 9 l--cuw die häussigen Übergießungen des flüsses Var die meisten Anwohner dieser stadt genöthiget, sich anders wohin zst wenden, und vornemlich nach Entrevaux < welches nur eine viertel welle davon gelegen, wohin aüch die Haupt-kirche verlegt worden. Fratcrnus ist der älteste Bischofs, den man weiß. Er hat die sMo-. der Bijchöffe des Königreichs an den Pabst Leoneist unterschrieben. Von dieser stadt hat Das vornehme geschlccht Glandeves,eines der berühmtesten inPrdvence, woraus viel vornehme lenke entsprossen, seinen namen. Es ist auch wahrscheinlich / daß die von diesem geschlechte das Bißthum, so durch die Saracenen ruiniert, ohngefehr indem io tccuw retskiiret haben. Qäll. cbrill. r. r p. §9 ksg. L bitt. 66 Provence liv. 4 ch tcgg. .. . Giandilauah / lat. Qien6siscumj ist sonst eine Bischöfliche stadt in Jrrland gewesen / Und zwar in der Grasschafft Dublin / jeyo aber nichts mehr, als ein schloßt Mr««; gcogr. -cc>. Glannenberg / ehemals eine bett Hekren von Regensperg zuständige , Und nicht weit von Zürich in der Schwntz gelegene / kleine städt, welche Rudolphus , Grafvon Habs,purg, an. ^ mit kriegslift eroberte, und ist einest stemhauffen verwandelte. Der platz, wo sie ehemahls gestanden, wn-d heuttges tages der Lan- tzett Rein genannt. Är.M7/cUron. tteivst. l.ütol. 44;. Glävhstra, Archelai/ der Bellöna obersten Priesters zu Cö- ma»a in Cappa-ocien, ehefrau. Sie war zu Marci Antonn zettcst sehr berühmt,um) brachte durch ihre schonhett ihren beyden soonm 2 Königreiche zuwege. Es reden die.alten stttyrores nicht zum kesi^st von ihr, insonderheit daß sie mit N- Antonio gar uNgebuyrlich äelcbet, und hierdurch alles bey ihm erhalten können. Fulvia, An- benAuausto, wurde aber von demselbigen hohnllch avgewjeyn.^cy ttäwre äber vermochte GlaphM keine ,o!a-e guust, Me bey Anton ou erlegen/indem er Lycomedem an Arche!« statt zu der UlloL Priester .Nachte.6-f)Ov.p.zs-..49. Glävhyrä / eine ellckelin Zer vorigen, und des Komas Arche- SMLW Herodis g^chlm und ^ener jg« v ^ ^.Juchten sie in dem von« darinnensie E erhalten hätte, wordurch siedenn mchk wem une n gkeit in Herodis familie erregte, sondern auch ihrem Kahl deL beförberte. ^nn sie machte ihn gantz verha^, Wv brachte es dahin, daß man ihn durch Verleumdungen stürtzele. Als Herodes seinem söhn Alexander den prncek machen ließ, als wenn er ihm nach dem leben getrachtet, wurde auch sie angegeben, daß sie von solcher conc-irzc!on einige wiffenschafft gehabt. Nachdem Herodes Alexandrum hinrichten lassen, schickte er die Glapbiram ihrem vater Ärchelao wieder;», und behielt ihre r söhne. Josephns will, daß sie sich ;um andern mal mit dem Könige Iuba aus Libyen vermählet, und als sie auch selbigen vcrlohren, sty sie wieder zurück zu ihrem vater gegangen. Es haben aber andere weitläufftig dargethan, daß selbiges nicht wohl seyn könne, so ferne man den dekandten König von Mauritanien unter diesem namen verstünde, weil derselbe noch gelcbet, als Glaphyra sich zum dritten mal mit Ärchelao vermählet. Denn dieses ist gewiß, daß Archelaus, He-, rodis anderer söhn, dergestalt von ihr eingenommen wurde, daß er auch, um sich mit ihr zu verinählen, seine vorige gemahlin verstieß. Man sagt, Glaphyra habe nicht lange nach dieser Vermählung, welche den Jüdischen gesehen zuwider, gelobet. Ihre beyde söhne , die sie von dem ersten gemahl hatte, verliessen bald die Jüdische religion, weil sie ihr groß-vater mütterlicher feite zu sich nahm, und vor sie sorgete. Der eine davon hieß Alerandcr, der andere Ti- graues. Li,r. I. >6 c. >6 öc !. -7 c. !. r c.II. I. 6 ^>„ iy 8 . llc v>k 3 öcgcllis lieroclum p. N/r^-Ze. Glapion / (Johannes) ein Frantzos, gebürliq von Fcrte- Dernard in dem Hertzogtbum Maine. Er nahm den Franciscaner- orden an, und machte sich darinnen wohl bekannt, hatte auch das erste --npioy in den Niederlanden. Erasmus hielt viel von ihm, und schrieb ihm öffterS; jedoch sagt man, daß er nachmals srine Meynung geändert. Er wurde letztlich des KaysersMarnmIiam I bcjcht- vater. Als er in Svanien geschickt worden, soll er daselbst in grosser Hochachtung gewesen, auch zum Ertz-Bischoffvon Toledo seyn beruffen worden, da er zu Valladolid an.' 1522 gestorben» n<- c.'c>«r- bitt. clc 5 cle kttans. bibl. yrsnc. Glareanus/ siehe Loritus. Glaris / Glarus / lat. L'arons > ist der achte Evd-gnoßjsche Eanton, der seinen namen von dem Haupt - stecken Elans hat; Die alte cinwohner waren Rhäticr. und obne zwriffcl auch viel Römer, als welche ihre quartiere um den Wallenstäkter-see gehabt lhaben. Es ist dieses land mit rauhen und hohen gcbürgru umschlossen, und nur gegen norde» offen, da es sich gegen dem Gaster, der Liinmat nach, herunter ziehet; gegen osie» flösset es an Sar- gans, gegen wessen an Schwi tz und Üry, und gegen südcn an Graubündten. Die grosse des landS kan wegen denen hohen gc- dürgcn nicht wohl ausgemeffen werden, die länge aber demjenigen theils, so sich von südcn gegen norden ziehet, erstreckt sich obngcfahr auf4 Schwcitzcr- Meilen. Es theilt sich hinter schwanden in 2 lbcsondcre thäler, deren das einte das grosse/ das andere aber das kleine thal genennet wird; wiewobl noch verschiedene andere Heine neben - lbälcr sich in die berge hinein stucken, da aber mch- renthcils nur Leu» - Hütten anzutreffen sind. Neben dem Wallen- ssättcr - see, daran das land gräutzet, sind noch einige andere, als: der Clönthaler - see im Clönthal, welcher eine gute stund im bc- zirck hat; der ober-Vlegi-see/ welcher auf einer bohrn Alp üget, und etwa» eine halbe stund im nmkrcvß bat. Solcher bcrg - fern hat es noch verschiedene, als: der «Ober-see / der Hasel-see / :c. An flüssc» findet man darinnen die Sernfft/ welche oben im Scrnfft-thal entspringt, dieses thal durchsticssc, und oberhalb Schwanden Elm, Matt lind Engi vorbey, in die Linth riniiet; die Cöntsch ist der aiislaiiffaus dem Clou - tbalcr- scc, so sich unterhalb Gans in die Linth stnckct; die Linth / so aus der so genannten Sand-Alv entspringt, nebst anderen fisch-reichen dachen von klarein brunn - wasser, dergleichen der dach den Näfels ist. Man findet auch verschiedene gesunde wasser und bäder, als: das wihlcr- nieder- Urner- Luchsingcr-Molliser-Nattlauer- ilnd das kalte Hatz in her Alp Krauchthall, rc. Übrigens ist das land und der bodcn etwas kalt, daher auch kein sonderlicher wcin- noch frucht» wachs darilincil ist; hingegen sind die alpen und lbälcr sehr reich au graß und wand für das Vieh, darum auch die Nahrung und geivcrb der ciiiwobiieru bestehet. Unter anderen lands - ssbric,»--,, dieser Natur, so den freiiibdcu zugeführt werden, ist der sonderlich bekannte grüne Scbab-ziger/M' wegen darunter gemischtem pulverten garten - stein -kiees iiicht nur dem gc- schinack sehr lieblich vorkommt, sondern dabcn auch sehr gefimd ist. Es ist ciiic jede alpc oder bcrg im land tarirt, wie viel flösse, das ist, stuck viehc, darauf getrieben werden soll, und wer darüber tbnt, der wird gestrafft; es sind aber deren, die 8 oc> stuck sömmeren. Die sömissernng des Viehes währt vom ansang des brach - inonals bis auf 8 . MichelS - tag. Man trifft auch in denen alpen, absonderlich auf Mieren am Weiggis, Fcßis, Guppen, Brach, rc. verwunderlich liess in die fclsen himnitcr gehende grüffte, höhlen und mind - löchcr an, aus welchen beständig ein kleiner wind heraus gehet, der den nächst-darben gefallenen neuen schnce sogleich schmeltzct. «^ousten wird das land in i; theile oder gcgcnden eingetheilt, die yian Tacswen ncnnct, deren jede verbunden ist, brücken und sieg, straffen und weg zu erhalten und zu machen. Es sind folgende: Glarus, Elm, Match, Ennetlinth, Linththall, Bett- schwandcn, Nitsuhrcn, «Schwanden, Mitlödi lind Sohl, Enncda, Nettstall, Mollis, Näffels, Ober - und Nieder-Urnen, Bitten und Kerentzen. Der Haupt - flecken des lands ist Glarus/ schön, groß, und einer stadt ähnlich. Es ist darinnen das Rath-Kauß, wo Land- amman , Gericht und Rath sich versammle», ein rcjchcr Svtttal, und auf der bürg 8 . Michels - Capell, welche nach etlicher mey- kuuuz von 8 . Felix und Rcgula soll erbaut worden semi. Nach Glarus »st der flecken Schwanden / oberhalb da die Sernfft in die Linth fällt, und Nafftls unterhalb. Die land-leutbe c.w theils Evangelisch, theils Römisch - Catholisch, jedoch swd hie ersteren uoer z viertcl/narcker. Der Evangelische am'vei dös lands niü be,ondere/ivird wiederum abgetheilt in den hintersten/ darinnen Elm / Bettschwandm/ rc. mittelsten/ darimin Glarus/ Schwanden/rc. und untersten/ darinnen Moll s/ Nieder - Urnen / rc. Die Häupter des lands sind der § and. aminan und der Statthalter/ welche von beyden Religionen -i^r-uren-, also, daß der Evangelische Land-amman drey, und der Catholische zwey jähr am amt bleibet, und wann eine religion den Land - amma» hat, so hat die andere den Statthalter, der in denen verjammlungen seiner religion p^ii^rt, und auch solche convocirt. Aufdiesc folgen die Länds-ämter/ als da sind - der Panner-Hcrr/ Lands-Hauptmann/ Seckeimeister/ 3 eua- Herr/ rc. deren jegliche religion ihre besonderen Hai. Der höchue gewalt ist bey der gantzen Lands-gemeind von beyden reliqjo. nen, dabey alle mauns- bilder, die -6 jähr alt und drüber sind, sitz und stimme haben. Solche beruffet der Land-amman gewöhnlich ane jähr am ersten Sonntag im Mayen gen Glarus. Auf dieser werden alle das gaiuze land gemeinsam angehende siichen abgehandelt und beschlossen, als krieg, frieden , bündnussen, lands- ordnungen, steur,rc. Acht tag vorher, nemlich am letzten Sonntag im april, haltet eine jede religion ihre sonderbare zusammen,infft, und zwar die Evangelischen zu Schwanden, und die Catholischei, auf einer Matten, zwischen Naffels und Nettstall. Auf diesem wird der neue Land - ümman und Statthalter, wie auch die übn. gen Amt - teilte, Land-schreiber, Land-vögte, Richter, rc. erwählt, und zwar durch eine gattunq looß. Nach der lands-gemeind ist der tand-Rakh / so aus denen lands - amtcreu und 62 Raths-Herrch aus denen 1; Tagwcn dcS landes (nemlich von jedem 4, und von Glarus 6) bestehet, welche jede Tagwcn selbsten erwählet. Es können auch die kriegs-Obriste undHanptmänner, die sich im land befinden, diesem land-Rath beywohnen. Er wird zu Glarus gehalten, so offt es dem Land-amman nöthig bedunckt- So kommen auch die Land - Rathe von jeder religion absonderlich zusammen. Offt wird auch zwey- und dreyfacher Land - Rath gehalten, da nemlich eine icde Tagwcn die anzahl vermehret. Das Malefitz verfuhrt eine jede religion über die ihrer religion zugethane Übel- thäter. Des lands waapen ist ein schwarcz- bekleideter ptlg- rain auf grünem wasen im rothen schütz / welcher 8. Frid- 1 m bedeuten soll. Des lands ehren - färb ist ein rother Mantel / vornen mit einem weiss- und schwartzen band. Der erste anlaß, wvrbcy des fieckens und landes Glarus gedacht wird, ist die wZencl yvn 8 . Fclir und Rcgula, welche meldet, daß sie lil das land Glarus gekommen, und sich eine zeitlang bey dem flecken Glarus ausgehalten, unter dem hohlen fclsen desjenigen bühels, so beut zu tag die Burg genennet wird, weil ehedem ein land-Hett daselbsicn einen lhurn erbaut hatte, der aber nach der Hand ge- schleifft worden ist. Etliche schreiben, 8 . Felir habe mit hülffe etlicher frommen land - lcuthcn an diesem ort eine kirche zu ehre» dem heiligen Ertz- Engel Michael erbaut; aber Henricus Lenins, zugenannt Glarcanus, meldet gläublicher, die Capell sey erst nach der Hand 8 . Felir und Rcgulä z» ehren aufgebaut worden. Dieser zeit nun gehörte Glarus zu der ersten Rhätischm Provmtz, und stunde unter dem Römischen Land-Vogt. Nach zcrfallimg aber des Römischen Reichs in denen westlichen landen dckamen die Fräncklschen Könige dieser enden die ober-Hand, und unter ihnen entstunden die kleineren Lands-Hcrrcn, Grasen, rc. solcher gcdencket 8. Fridlins (dcr um das iahrgelebt hat) ssgc»» zween, nemlich Ursus und Landolf, welchen Glarus damals zustanden, von denen Ursus seinen halben theil dem 8. Fridlin Moments - weiß vermacht haben soll, welches tcstament aber Landolf nicht wolle gclcen lassen, sondern die fach für dc» Königlichen Land-Vogt auf Ranckwyl gezogen, allwo dem 8- Fridlin auferlegt worden, seine fach und fürgeben mit lebendigen zeugen zu beweisen. Er sey darauf ohne saumnuß gen Glarus gekehrt, M alldortcn den Ursus von den todte» auferwccket,, solchen mit sich nach Ranckwnl für gericht geführt, nnd selbstcn zcugnuß sage» lassen; darüber Landolf also erstaunt, daß er nicht nur den M- ccß vcrlohren, sondern noch seinen antheil am land dem 8. M- lin dar;» gegeben. Dicieinnach wäre 8. Fridlin aus eincm mn- schweiffenden Pilgram ein Lands-Herr zu Glarus worden, weichet hernach solches dem neu - gebauten kloster «^cckmgcii imterwori- fen, wiewohl dcr älteste beschrciber dieser >cgcn-i meldet, es öaoe der Land-Herr Ursus selbsten solches gethan. Also gerietb Garn» unter die Hcrrschafft der Aebtißi» zu Seckingen, gab deren M, zchnde» und stenr. Jedeimoch hatten die land - leule viel »rcM- ten und gemalt, land-satzungen, gcbott nnd verboth unter sich jclo- sten zu niachen, auch an ihren lands - aemcindcn fricd- und krieg-- s fachen, richtiing und bündlilissen zu verhandlcn und zu Die Römischen Kavstre ivaren des lands Kasten - Vogte / wcM dcmsclbigen besondere Reichs - Vögte verordneten, die über oa» blut richteten, und die c»n 6 lc»cio,cn bezogen. Aber an- n?» wurde die Käst - Vogtcy des lands Pfaltzgraf Otto ( der ci» lob» Kanftr Friedrichs I war) übergeben, und nach abgang lrmcv geschlechts ist sie auf das Gräsiich-Habspurgische haust gckommcn/ imd endlich auch aufKaystw Albertüm l, weicherseinem tb'rrsa- süchtigen absehen zufolge, viel Neuerungen nnlerfieng, »»d u, land - leule seinem joch lediglich zu imterwerffen trachtete, au«! dicscin end die von «seckingen -ic-p-nclireude Mcycrey zu G>anu an. - w 8 an sich gebracht bat; darauf that ihnen dessen lohn Ntz- Hertzvg Leopold einen einariff in die Land-amman - stelle er an. i; i; Graf Friedrich zu Toggenburg, a» statt eines Laue- ammanr, zum Pfleger über das land gesetzt. Die Warner warm Müder sthr mißvergnügt, und sahen wohl, daß dieses verspiel ihre freyheit gelten solle, deßwegen viel ansehnliche lenke und c>e- schlechter aus dem land darvon gezogen, und sich zu Ury,Zürich, rc. Niedergelassen, und die land-leute an. izr; ein drey - jähriges schütz-bündnuß mit dem land Schwytz geschlossen haben, jedoch M vorbehält des Gottshauses Seckingen, und des Ertz- Hauses von Oesterreich.rechten. Dessen aber ungeachtet war der Ektz- Hertzog fast erzornt, muste es jedoch geschehen lassen, setzte aber dem land an statt des Pflegers einen Vogt an. 1-129 auf den hals, der seine wohnung in der bürg zu Näffels nahm. Dieses unfreundliche und harte tractament, zumalen dasjenige, was unter der regierung des Ertz-Hertzogs Otto furgeloffen, vermehrte den haß und Widerwillen der lano-leuten gegen die Oesterreichische regierung nicht wenig, und flammte die degierde, zu wieder - Herstellung der alten untergedruckten freyheit, nicht wenig an, zumalen da an. izzaLucern, und an. i;zo Zürich, dem ewigen bund der; Länderen beypflichteten. Die fache brach endlich in offenbare klägten und beschwarnuß - articul aus, also, daß Oesterreich wohl sahe, daß der Handel nicht mehr gut thun wolle, derohalben wurde das land mit kriegs - völckern belegt, in dem absehen, die z verbundene länder zugleich auch von dar aus zu beschädigen. Es wollen aber diese, solches merckende, denen Oesterreichern so viel zeit und gelegenheit nicht lassen, zugleich auch die bedrängten Glarner von solchem tyrannischen joch befreyen, kamen deswegen herbey, nahinen das land mit gutem willen der land - leuten ein, und diese an. 1;; i in ihr ewiges bündnuß auf, jedoch mit vorbehält der rechten des Gottshauses Seckingen, und der dem Ertz- Hauß schuldigen steur der 200 pfund, als welche die Glarner immerfort leisteten und entrichteten. Dieser bund ist ihnen hernach an. i4?o in vielen articuln verbessert worden. An. 1)9; hat das land Glarus mit der hochwürdigen Frau Anna Clara von Hohen- klingen, Aebtißin, und dem Herren- und Frauen-conv-m zu Seckingen, einen auskauff getroffen, um alle pflichten, zinß, gälten, rehnben, obere und niedere Herrlichkeiten, so dasselbe in diesen landen gehabt hat, doch ausgenommen das Pfarr- lehn zu Glarus, und mit vorbehält 16 fl. jährlichen Zinses. An. 14°° wurde ein ewiger bund mit dem oberen grauen bund im hohen Rhätia geschlossen. An. 141;, zur zeit des Costnitzers Lonciü, gabKay- ser SigMUNd dem land Glarus das Privilegium äe nun cvoc^nllo den blut - bann, und sprach es loß von aller gerichtbarkeit, Zinsen, sehen, rc. damit es dem hauß Oesterreich verpflichtet wäre. Dieser Canton bevogtet für sich allein die Grafschafft Werdenberg und zum theil die Herrschafft wartau alle drey jähr, und zwar laut Vertrags von an. iü;8 aus der zahl der Evangelischen land - leuten; gemeinsamlich aber Mit dem Canton Schwytz, Utznach und das Gafter / aus der zahl der Catholischen land- leuten; mit Zürich und Bern die Grafschafft Baden und das untere freye amt; mit denen 6 alten orten das obere freye amt; mit denen 7 alten orten das Thurgöw / Rheinthal und Sargans; und endlich mit denen 1i orten die 4 Italiänischen Vogteycn, Locarno, Lugano, Mendrisio und Val Maggia. )->->. ckron. Qlsron. blovilll I. 6 z>. l;r icqq. 9.198. * (Nlasco/ oder Glasgow/ Qisscum und olsicovium, eine stadt in Schottland, in der Provintz Clydesdale, nebst einem Ertz-Biß- thum und einer Universität. Es ist die andere stadt des Königreichs auf einem Hügel gelegen , welcher sich bis an das Ufer des Clyds nach und nach verlieret, und wird durch selbigen fluß / welcher schiffreich ist, das commcrcium erhalten. Der läge nach ist sie zimlich vcste,und hat in den Schottischen Unruhen öfftcrs zum krie- ges-rk-mr« dienen müssen. Sie hat grosse und schone gassen, schone märckte, und eine vortrefliche kirche, auch verschiedene andere coNs. x>s. Die Universität wurde an. i4?4durch Vermittlung desErtz- ' li>ü. Scoc. 1.18. äe Orebro samt einigen viipurar. Md Oral. i an das tag-liecht getreuen ovitum. * in ob», liier. NLukiniz Orrc. irt cjus Glas-Hütte- ein berg-stadtlein ander Möglitzlim Ektz-gebürgir sthen cräyß, unter des amts Altenberg bezirck gelegen, -> Glasenapp / eines der ältesten und ansehnlichsten Adelichen Häuser in Pommern, ailwo es unter die sogenannte Schloß-geses- sene gerechnet wird. Johann Glasenapp ist zu Hertzogs Ottonis I Zeiten Dom-Herr zu Stettin, und /trcbi^coni» zu Pyritz gewesen. Henning war an. i;6<- Dom-Herr zu Stettin. Michael und Rüdiger Otto sind Hertzogs Philippi I geheimde Räthe gewesen. An. 1610 bekleidete Paul die stelle eines Land-Raths in dem Stiffte Camin,undum dasjähr i6;i machte sich Joachim aufGramentz, in der fruchtbringenden gesellschafft der erwachsende genannt, durch seine poetischen schrifften , als den evangelischen lweinberg; neue wein-lese rc. bekannt. An. 1709 diente N. von Glasenapp dem Könige in Polen als Obrister , welche auch an. 1718 Caspar Otto in Preussischen bimsten besessen, komm. ciiron. Glaser / (Joh. Henricus) >ien ^erribu! erlangt, begab er sich auf das lluciium meciicum, und reisete zu dem end nach Heydelberg , von bannen auf Paris, Sedan und Lyon, und liesse sich nach seiner ruck-kunfft in Basel an. 1661 zum DoÄ. !9lec!icinL ci--iren, legte sich auch so gleich mit allem fleiß aufdie praxin mellicsm. An. 166; wurde ihme die kroieis der Griechischen spraach, und an. 1667 /insr. und korLnic^von der anvertrauet, deren er auch mit grossem fleiß und nutzen der Liuciiosoruw bis an seinen tod abgewartet. Die ll-Änr-würde bediente er an. 1672 und ward in eben diesem jähr als Gesandter der Universität zu I. Conrado,Bischofs von Basel,abgeschicket. Er starke den; febr. an. 167;, und hinterließ unterschiedliche zum truck Plcwrdo stlber-zmn-und eisen-bergwercke entstanden, die dermassen reich gewesen, daß man auch gediehen silber unter dem rasen, oder am tage (wie der bergmann bebet) gefunden. proä" k>- >7y. ^ Glassenbury/ oi-ssoM oder ^sloni-. wird von der misst Avalon, wormnen sie ligt, also genannt. Es ist eine marck-stadt ohngefehr rn der mitten der Grafschafft Sommerset gelegen ussd ehemals wegen der allda befind llchen reichen Abtey, so Henricus VIII eingezogen, berühmt. Die Mönche,so darinnen waren, gaben vor , daß der leichnam Josephs von Arimathia daselbst beara« den wäre, weil selbiger,als er von Nerone ins exiim.» geschickt worden,von Arvrrago,Könige in Britannien, erlaubniß bekommen, daselbst eine capelle zu bauen. Lucius, nachdem er gemusst war, zierte selbigen ort wohl aus. So ist auch zü merckett, baß er den Bntan-- mern m den letzten zeiten der Brittischen kirche, da sie von den Heydmschen Sachsen aufs erschrecklichste verfolget worden,zur flucht diente. Ja wie SMinqflet meldet, jo muß er bey den Bri- tanniern noch inweit grosserm ansehen gewesen seyn, weil ihr berühmter Komg Arthnrus daselbst begraben war,dessen cörper man allda unter Henrici II regierung,nebst einer Lateinischen »uriprioa aufeinem bleyernen creutz, sehr tiefin der erde fand. Inas, König der West-Angeln , welcher sein Königreich dem stuhl zu Rom an. 740 zinsbar machte, ließ daselbst ein treffich kloster aufbauen, welches die Könige aus Engelland nachmals mit grossen einkünfften versorget, und dessen bezirck das erste land der Heiligen genen- Net. lliKoris tciii.5 zu legen, hörte er dabey i). Gryphiandern in po i, c,s, hielt auch eine und ändere llispmsrjvncm pKiwlopKicLm. Hierauf begab er sich nach Wittenberg, legte sichäufdie theologie,unv hörte Hutterum, Balduinum, Franzium und Meisnernm. Hier konte mgn ihn Nicht dazu bringen,weder noch in predigen sich hören zu lassen, bis er endlich durch stätiges einreden eines seiner guten freunden es wagte, und die erste predigt am tage 8. i nm^ris w einem dorsse, wiewohl init schwacher und zitternder stimme hielt. Nachdem er sich wieder nach Jena gewendet, vermehrte seine Hochqräfliche Herrschafft ihm nicht nur sein schon einige jähre genossenes llis-encllum, sondern ertheilte ihm auch besondere rscom- wcnä»cions-schreibett an v. Johann Gerhard,bey welchem er über 5 jähr an den tisch giengMd sich dessen inkormsno» und bibliothee bediente. An. 1617 wurde er bey dem jubii«o ^Zillen, und hatte unter Candidaten die oberstelle. Zwey jähr darauf bekam er die stelle eines ^cijunAi lÄcuitLris plii>olc>9vicL,und endlich muste er auf befehl seiner gedachten Herrschafft, welche die Unkosten darzu gab, den voeror titul annehmen. Nachmals wurde er L lingu« krokellor zu Jetta; an. 162; aber Sup-ttntcnrlens M Sondershausen. Nach r>-Gerhards tode wurde er an dessen stelle nach Jena beruffen, allwo er aber nur 2 jähr blieb, indem ihm der, Hertzog Ernst das amt eines 8upe,inrenllcnim in Götha auftrug. Bey dem Weymarischett bibel-werck ist er neben anderen v»eLoe und Oiosssror gewesen, hat auch verschiedene controversien Mit den Weigelianertt und Stifelianern gehabt, wiewol ihn nichts desto weniger etliche des vVeiAeliLmimi beschuldigen wollen. Er hat jich dreymal verglichet, erstlich mit Eiisabetha, gebohrner Steinman- nin,hernach mit Catharina Maria, gebohrner Mylm, und drittens mit Maria gebohrner Cottin, welche letztere ehe aber unfruchtbar gewesen. Er starb zu Gotha den 27 jul. an. i6;6. Seine schrifften sind: piiNoiogiL sLckL; onomsroioßiL x>rox>k-r>c» ; LkrlUo- logi- v-viciic» k rvloigics; pollilU proptzetics S-c. p. ;§>o. mem. rkcoi. vir. rkeoloß. )en. Glatt / ist (l) ein flüßlein im Thurgöw, welches theils in dw GrafschafftToqqenburg, ob demdorffTagersheim, meiner wilden geqend,In Glatt genannt, theils im Appenzeller land unwert ^erssau enlsvrMaet. Beyde Ursprung vereinbaren sich unter dem korffSchwL "eben dem kloster Mackmow, und den dörffern Oberqlatt und Flohwyl vorbey , und bey Buren in die Tbur. (2) Ein flüßlein im Zürich-bieth , .so aus dem Gryf- fen'see, bey dritthalb messen wegs, durch ein fthones, fruchtbares und ebenes land, neben dem Slädtlin Bulach vorbey, unterhalb Klattfelden in den Rhein laufft. Es ist sehr reich an Forellen, und ttägt kleine schifflcin. >-; ?- ^ >- 6- ?- s. * / ist ein schlößlein im Thurgöw, aufder lincken sei- « rK M-» «Vt 512 sla die Thür einrinnet,) gelegen. Ist vor diesem an das kloster St. Gallen von dessen besitzern Werner und Nudolph Gielen, verkauffl Morden. i.; p. z/. * Glattfelden/ ist ein dorffim Zürich-gebiet,unterhalb Bülach, rechter hands an der Glatt gelegen, hat vor alters ein schloß und eigenen Adel gehabt / dessen waapen ; zwerch-ligende Hirschhörner gewesen. An. 1540 ist es im damaligen heiffen sommer abgebrannt. 1. s. 1-9. * Glatz / böhm. RIadsko/lat. Llaclum.die Haupt-stadt einer zn Böhmen gehörigen Grafschafft gleiches namens/ligt an der Misse/ 21 weilen von Prag, an den Schlesischcn gründen, und hat den na- men von dem Slavischen Worte RIada/ ein Holtz-hauffeii. Das vestc schloß, so dabey auf einem felsen ligt, hat im dreyssig-jährigen kriege viel gelitten,wird aber doch noch vor das vesteste in Böhmen gehalten. Die gräntzen der Grafschafft, welche 8 meilen lang und ; breit ist, sind oben und zur rechten Schlesien, unten Mähren, und zur lincken der Königs-gräker cräyß in Böhmen. Sie begreifst y städte, darunter Glatz und Landest die vornehmsten, verschiedene schlösser,und über hundert dörffer,und ist vornemlich an holtz reich, dessen jährlich viel tausend klassier anfdem Wasser ausgeführt werden. Es wird heut zu tag durchgchcnds Teutsch darinn gcredt. Wegen der herrschafft derselben ist vor diesem zwischen den Böhmen und Pohlen sehr gestritten worden. Eigentlich gehörte es zu Schlesien, und folglich zu Polen. Als an. 1164 Uladislai II söhne Schlesien theilten, gehörte Glatz den Hcrtzogen zu Brcßlau, von denen es etliche mal an die Könige in Böhmen, und endlich an die samilie von Bcrka,an die von Wartembcrg, und so dann wieder an König Ottocarum von Böhmen gekommen, unter denen Nachfolgern Johannes an. izzi dieselbe dem Hertzog Hcnrico VI zu Breßlau mit dem beding zu lehen gab, daß solche nach seinem tod nebst seinem lande an Böhmen zürnst fallen solte, welcher fall sich dann an. begeben. Carolas IV gab hierauf die Grafschafft Glatz an. i;4i dem Hertzog Boleslao I zu Münsterberg ausgleiche conUirionen; dessen nachkommen aus der samilie Gcoraii Podiebrad sie erblich besassen, bis an. 1 zoo, da sie es an die Grafen von Hardcck verkaufften, von denen es Ferdinandiis I an. i;;? wieder ciulößte, hernach an Iobannem von Pernstein versetzte, von dem es mit genehmhaltung der Land-stände Ernestus von Bayern, Bischofs zu Passau, und hernach Ertz-Bischoff zu Saltzburg einlötete. Da aber dieser bey seinem absterben sem recht an den Her- tzogAlbertum von Bayern verlassen wolte,dru»geu die Stände darauf, daß die Grafschafft unter Marinnliano II au. 1 >67,eingelöst, und unter Rudolvho II an. 1579 dem Königreich Böhmen auf ewig incospnnrek,wurde. In diesem stände verblieb solche, bis an. 162 z nach der Böhmischen nnruhe Ferdinandiis II sie erstlich seinem bruder Carolo, Bischoffzu Breß!au, schenstte, nach dessen absterben aber zu einer besondern landschafft machte, die seit dem ihre eigene Land-Hauptleute, rechte und geeichte hat. Den littst einer Grafschafft mag das land dazumal erlanget haben, als es an die Hertzoge zu Breßlau gekommen. Sie gebort unter das Ertz- Bißthum Prag. ölscvzgrLpkis. . 9t- lopngr. kolicm. ^>. zr. mikccll. stcc. > I. z c. ; x.z8 k-qg. Glaubitz / eine Adeliche und zum theil Freyherrlichc samilie in Schlesien, welche sich daselbst in unterschiedene Häuser vertheilet, und auch in Polen ausgebreitet bat. Sie besitzet ansehnliche guter, wie denn unter andern den Arevherrcn in dem Drcßlauischen das städtlcm Dnbrcnsurt an der Oder, Ganschcr, Gloschke und Wahren, dem Abstichen geschlechte aber in dem Ligmtzischcn Pantzkau und Dobrschau züstebct. Ehemals haben sie auch grosse guter in der Grafschafft Glatz besessen, welche der Ertz-Bistboss Ernestus zu Prag an. 1 z-n käuflich an sich gebracht. Peschko Glauditz war an. izzz ein angesthcucr Cavalier unter dem Hcr- tzvg Boleslao zu Lignitz. An. i z8l räumten ; brüder von Glau- bitz dem hosvital zu .öabelschwerda die müble ein, und zwar vermöge des väterlichen' tcstaments. Werner von Glanbitz kauffce an. 1468 die belfftc der Vögten Beuchen, verkauffte sie aber an. 1 zoz wieder Christoph von Glanbitz zn Brieg. Caspar Glanbitz von Damrau kausste an. das gut Mudorff im Stcinan>,chen. Ehristovk von Glanbitz :u Brieg sioriric au. 1 z 10, gleichwie Hans von Glanbitz zu Gläsersdorss an. i;i8. Beyde waren Königliche nimmer, und des Fürstcnlbums Glogau »epufirte in wichtigen «ommlstMncn. Hans von Glaubn; war an. 1591 Kayserlicher Obristcr und Coinmendant der vestung Copranitz in Croatien. An. 1-19 lebten i) Christoph Franl;, Frcyhen von Glanbitz, Erbherr anfDvhrensort, Wahren, Gloßkau, Ganscheran und Schrien, Kavserlielier Cämmercr, und des Fursteiithums Breßlau Königlicher Mann , w>e auch des Fürsteuthums Glogau Landes-altister und D-puürtcr in Breßlau. 2) Hans Christoph von Glaubistz auf Langenau und Großwalditz, Landes-ältestcr der Fürstcnthumer Schwcidnitz und Iaucr jin'Leinbergischen Wciehdilbe, welcher 4 söhne gezcugct. z) Arantz Erdmann von Glanbitz aufPantzkau, Rcv uiid Sstilatzdan. des Fürstentbnms Lignitz Landes-v-pu-irtcr, dessen söhn Friedrich Erdmann ein gelehrter Her: , ist bey dem Marggrafen Carl zu Badcn-Dnrlach Cammer-nmcker. An. 1718 ow-strtc er stincm Hern, daS aus dem Frantzösifchcn übersetzte traner-sviel, >-i»^riu8 genannt, welcher ihn daraufmit den von ihm vor wenig iabren gestifftctcn orde» begnadigte, derselbe bestehet in einem auf der brüst zu tragenden sternc, aufdesscn einer leite ein grosser felsen mit der überschritt stgclirsre uns der andern aber das Marggräßiche waapen zu befinden. Übrigens ist noch zu merken,daß sich die Herren von Glanbitz in die ezebundcncn und ungebundenen theilen. Diese bcnennung rühret daher: es soll ei- gla gle ncr dieses geschlechts, da ihm ein König von Böhmen frey aeffE eme gnade auszubittcn, verlanget haben, daß er die rothe bind n er nn relde getragen, nn waapen führen möchte. Diesem nach ba. bei, zwar die von G aubitz aus dem Hanse Mengabel im Gloqaui. sehen, eben so wohl als die aus dem haust Brieg einen karvstn m waapen; doch ist dieser unterscheid dabey, da« gedachter fisch in dem waapen der letzter,, mitten mit einem rothen bände umbund u lst. Lr» 6 />,r Scklck. curiok. ' kvcyier. (Lee wurde von Iasone geliebt, welcher Medeam verließ, um sich mit selbiger zu vermahlen. Diese gab der Glaucä in der Hochzeit-nacht einen bezauberten rock, welcher sie dergestalt entzündetedaß sie sich m em wasser werffen muste, um solches feur zu löfchcn; allein dieses pesrilentlaluche fieber quälte sie bis in den tod, und der brunnen wurde davon vergifftet. in Lorimh. Maucha / eme kleine stadt in dem Voigtlande, etwan 2 meilen nordwärts von Zwickau, nahe bey den Meißnischen gräntzen, an der Mulda,gelegen. Sie gehört,und zwar als ein Relchs-lehn, den Grafen von Schonburg, welche daselbst ein schloß haben, die schöne Burg genannt. Sie ist an. 1712 den 24 vct. fast gantz abqe- brannt. Eli, ander Glaucha ligt gantz nahe bey der stadt Halle m dem Magdeburgischen, so, daß es eine Vorstadt derselben zu seyn scheint, wiewol es ein absonderlich dorffist, welches durch das von August Hermann Franckcn daselbst angerichtete stattliche wav- sen-hauß sonderlich berühmt worden. Glaucus / war König in Epiro,und ein Vater des bey den Poeten berühmten Helden Belleropdontts, welcher letztere Hivvolo- chum, einen vater eines andern Glauci, zeugte, siehe Lelleco- Phon. Glaucus / Bellerophontis enckel, ist daher bekannt, weilcrben der belagerung der stadt Troia seine göldene waffcn mit des Dio- medis , die nur von kupffer waren , vertauschte, woraus das sprichwvrt entltanden : Lisuci ss-nilrt, und an. 1240 m seine Herrschafft zurück gekehret, da die Saracenen von seiner gemahlin sehr wohl aufgenommen , und alle; zusammen in grosser Vertraulichkeit gelebet hätten. Es ist auch auf dem wüsten schlösse Gleichen ein grosses ploch-bette zu sehen, worinnen dieser Graf mit seinen beyden ge- mahlinnengelegen, worvon die letzte an. 1259 gestorben; nicht weniger siehet man sein bearäbniß auf dem Peters-.berge zu Erfurt, da er nebst beyden gemahlinnen aufdem leichen-steme abgebildet ist. Einige zweifeln an der gantzen fache, weil bey keinem alten Mvrlcv hiervon Nachricht zu finden. Andere wollen, es Habesich an. 1196 unter Kayfer Heinrich VI zugetragen; andere,daß es mit bewilligung des Sultans selbst geschehen sey, daß sich also bey diesen verschiedenen umstanden schwärlich etwas gewisses wird Wessen lassen. Mit der Saracenin soll er kein kind gehabt haben , aber von seiner andern gemahlin wird angeführet, Sigis- mund, der wunderliche genannt, oder wie ihn einige nennen, der Erfurter oder Thüringer teufel/welcher mit den Erfurtern und Thüringern viel unruhe hatte, so aber nachmals durch Ertz- BischvssWernern zu Mayntz beygelegt worden. Sein söhn war Ludwig VII , welcher wegen seines grossen staats der hoffärtrge genennet wird. Dieser stund Landgraf Albrecht dem unartigen/ wider seine söhne bey , wurde aber an. 1297 von denen von Nort- haustn und von den Grafen zu Weimar in die flucht geschlagen, daß er sich noch kümmerlich in den Thüringer-wald retiriren kun- te; erwürbe aber an. i;i2 durch Vermittlung des Grafen von Schwartzburg bey dem jungen Marggraftn von Meisten wieder ausgesöhnet, und starb an. 1; 19. Um diese zeit und unter der re- gierung Kaysers Rudolphi, ist einer, namens Adolph, berühmt gewesen,welcher, da der Kayfer an. 1290 einen Reichs-tag zu Erfurt hielt, anf welckem die Zerstörung der raub-schlosser beschlossen ward, solches aufbefehl des Kaysers mit grossem ernste verrichtete, da er denn auch viele von solchen niedergeworffcnen Häusern und darzu gehörigen dölssern, inglcichen den Neichs-zoll in Erfurt erhielt. Auch gedencket Dubravius eines Grafen Sigismundi, welcher in der schleicht bey Nicopoli an. N96 die blut-falme gebühret, und nachdem er sich ritterlich gehalten, erschlagen worden. Ferner wird eines Grafen Heinrichs gedacht, welcher mit Landgraf Heinrich in Thüringen viel zwistigkelt hatte, von dem auch an. 12z 4 das Gleichische schloß Wieselbach, weil sich dastlbst allerhand strassm- räuber aufhielten,erobert,und darüber der Graf in,die acht erkläret wurde. Es hatte aber Ludwig der hoffartige 2 söhne, Hermann, so an. i;2; ohne erben verstarb, und Heinrich, den milden / weicher mit den Erfurtern gute nachbarschafft hielt, auch gegen jeder- man sehr gütig war, ins besondere ein thor, welches die Grafen in Erfurt zu allen zeiten eigen gehabt, dadurch tag und nacht unge- sperret einzuziehen, um ein geringes erblich abtrat. Dieser Hcin- Ach hat viel Ander hinterlassen, die sich hernach in 4 Innen, als Gleichen,Cranichfeld, Rembda und Blanckenhain getheilt haben, unter denen Hermann Bischofs zu Camin worden. Der andere, Sigismundus III , folgte ihm in der Grafschafft. Dieser brachte durch Vermählung die Herrschafft Tonna an Gleichen. Nach dessen gie 51; wde psiantzten ferne r lohnen Wen, der ältere, Heinrich, die Glei« chrsche, der jüngere, Ernst aber, die Tvnmsche. Heinrich bekam zu fernem anthcil Blanckenhayn, und hatte 2 söhne, Gras Ernst, von welchem die Ernestische linie, aus welcher Erwin an. -42s dem unglücklichen treffen bey Außig beywohnte, worinnen die Hußrteu einen herrlichen sieg erhalten, und vielleicht derjenige ist, dessen in einem Rhejnharls-brunnischen m^nusl gedacht wird, daß er an. 14V von dar nach Tours in Frankreich zu begrädniß der heil. Marthe gezogen,ferner soll er eine wallfahrt nachCvmposte! gethan und durch Spanien und Portugall sich zurück begeben haben. Ernst hat das gcschlecht fortgepflantzet, starb an. 1447, und hinterließ Graf Adolph , so auch Herr von Krackendorff genennet wird. Dieser hielt es mit Hertzog Wilhelm zu Weimar wider Churfürst Friedrich zu Sachsen, worüber aber sein schloß Blanckenhayn belagert,das hauß Rembde geschleiffet, und der flecken Blanckenhayn verbrannt wurde. Ihm chlgte sein bruder Hector, Graf zu Gleichen, Herr von Schonen-Vorst, welcher zwar 4 Ander erzeugte, Ernst, Gebhard, Hector und Joachimnm, so aber alle frühzeitig verstorben. Der dritte bruder Ernst Me das geschlecht fort, und zeugte mit Margarethe», Freyin von Tautenberg, Johannem I. Dieser vermahlte sich mit Hedwig, Frcyin von Muffen, und zum andern mal mit Anna von Tonn«, und hatte zu bindern Elisabeth, Acbtißm zu Gernrode,Margareth,Christophs von Messe gemahlin, Annam Magdalenam, Georg Schencks von Tautenberg gemahlin,und Johannem II, welcher mit Catharina, Dietrichs von Messe tochter,zeugte Elisabeth,Georg Rndvlphsso an. 15 96 in der kind- heit starb; Ürsulam,erstlich Wolffgangs,Grafen zu JstnburgMd darnach Grafr„ .- V-.,1.1,111t, ciivigce. evraf errnstS anderer bruder war Ludwig, von welchem die Lndwigische linie hcrstam- met. Dieser hielt es mit Churfürst Friedrich von Sachsen wider jmren brlider Hertzog Wilhelm , wurde aber an. 14;^ von Hertzog Wilhelms leuthen gefangen. An. 1461 reistteermitdemselbigen nebst andern Grafen und Herren zum heiligen grab nach Jerusalem. Sonic erste gemahlin war Ursula,Gräfin von Schwartzburg, und nach »hrem absterben, Catharina von Meldenburg, mit wel. eher er zeugte Graf Georg zu Gleichen, so aber keine Ander hinterließ , und Carl, Grafen zu Blanckenhayn und Cranichfeld. Dieser zeugte mit feiner gemahlin Felicitas, gebohrner Gräfin zu Brich« fingen, Christophorum, Adoiphum, Sigismundum, Catharinam, Aedtlßm zu Vredcn,Wolfgang, Grafen zu Gleichen, Blanckenhain und Eberstein, welcher mit Magdalena, Burggräfin zu Dona ge- Mgct Annam Magdalenam,Graf IMS zu Hoya gemahlin,und Margaretham/GrafGebhards zuMansfeld gen>ablin,unb Ludwig, Grafen zu Gleichen-Blanckenhayn, welcher mit Magdalena von Neusten zeigte Christophorum, fo in der kindheit starb, Ludwig, so mit Anna Burggräfin von Kirchberg keine Ander zeugte; Wolfgang Sigismund, welchervon stiner gemahlin Dorothea, Gräfin von MansfeldMr einen söhn erzeugte; Graf Gebhard,welcher zu Jena studirte, und an. 1564 LeLtor!vl!!ANl6cLM!!liMus wurde, aber frühzeitig und ohne erben starb, und Carl, Grafen zu Gleichen, Herrn zu Blanckenhayn, Cranichfeld und Rembda, welcher zur ersten gemahlin hatte Walpurgin, Fürstin zu Henneberg, so an. 157s verstarb; zur andern Felicitas, GrafGeorg zu Hohcnlohe rochier, welche a». 160 1 verstarb. Von diesen 2 gemahlinnen hatte er Catharinam, Graf Johann Albrechts zu Manßftld gemahlin; Magdalenam,vermählteGräfin von Hardeck; AnastasianyCanvnis- sin zu Gandersheim; Wilhe!m,so in der kindheit starb; und Vol- rath, welcher an. 15748.-S01 LiLZniK-enriGmu! zu Jena war. Dieser hatte zur Gemahlin Dorvtheam, GrafPhilipps zu Hanau tochter, die ihm gebahr, Dorvtheam Snsannam, GrafGeorgs zu Mörsburg gemahlin; und Friedrich Wilhelm, mit welchem dieser Blanckenhaynische äst abstarb. Die andere stamm-linie ward die Gleichen-Tonnaifche, welche von GrafErnst, SigismundiIII anderm söhn adstammete. Es wird selbiger der streitbare genannt, wohnte auch an. 1426 der unglücklichen Wacht bey Außig bey. Er hatte 2 gemahlinnen; die erste war Anna,eine Gräfin von Schwartzburg; die andere Margaretha, Gräfin zu Henneberg, mit welcher erzeugte, Agnes, so mit einem Herrn zu Querfurt vermahlet war; Annam,Brunonis zu Querfurt gemahlin,und Sigismundum. Dieser setzte das geschlecht fort, und lebte erstlich üidce ehe mit Agnes von Querfurt, heyrathete hernach GrafHeinrichs zuSchwartzburg tochter,Catharinam,und zeugte mit selbigcrMar- garetham,Wilhelm,Ernst und Sigismundum. GrafErnst hielt es an. 1447 in dem damaligen kriege zwischen Churfürst Friedrich und Hertzog Wilhelm mit dem Churfürsten, Graf Sigmund aber mit Hertzog Wilhelm. Sigismundus lag in seiner mgeud den studier, ob, besuchte die Universitäten Leipzig und Straßburg, und ward Churfürstlicher Statthaltern, Coburg, welches amter auch mit grossem vergnügen führte. Er hatte mrt seiner gemahfin Elisabeth , GrafLudwigs zu Jstnburg tochter-, Annam, so an Hcrm Schenckm zu Tautenburg vermahlet; Margaretham,Dorvtheam, Ernst, einen guten fo!darm,der an. 15 77 ohne erben verstarb; Sr- gismundsso an. i556 verstarb,und Johannem,fo an. 1542 an einer stein-lc-fiion starb. Der älteste söhn war Philipp , -welcher das geschlecht fortpflanze. Er war an. 148° gebohren, vermahlte sich Mit Margaretha, Ernesti von Schonburgtochter, starb an. -555, und hinterließ Georg, von dem hernach; Chrmophorum, welcher c-n°mcu- zu Straßburg ivarMargaretbam, Christophs von Messe gemahlin; Catharinam,GrafJ°hann Albrechts zuMansje d gc- mabkin- Agnes,GrafGunthers zuMansfeld gemahfin; Martham undDo'rotheamsso inder kindheit gestorben.Grcgorius abermebvh- re>, an. 1507, war anfänglich ein L-mmigr zu Colln am Rbeni, II theil. Tlt strvbm, ! 5'4 gle strohm, sagte der geistlichkeit ab/ und wurde Lutherisch / weshalben ihm auch anfänglich die lehn gefperret war; erhielt aber feine lande , und führte die Lutherische religion am ersten in feiner Graf- schafft ein. An. i;;2 vermählte er sich mit Elifabeth / Dietrichs von Plesse tochter,welche an. i;;6 verstarb. Hieraufheyrathete er WalpurgiN/ Graf Friedrichs von Spiegelberg und Pyrmvnt toch- ter/ durch welche er auch obbemeldte beyde Graffchafflen erhielt, denn ob sie gleich der Difchoffvon Paderborn in anfpruch nahm/ l» wurde sie doch mit gewaffneter Hand an Gleichen gebracht. Er starb zu Tonna den 24 fept. an. 1570. Aus der ersten ehe hatte er Wolffgaug/fo in derjugend/lind Sigismund/der an. i;?8 als em bräutigam zu Arolfen m der Graffchafft Waldeck verstarb; Elisabeth / GrafHeinrichs zu Eiftnberg gemahlin; und Margareth, so an. 1578 an Graf Günthern zu Waldeck/ darnach an Burggraf Georg zu Kirchbcrg vermählet war. Aus der andern ehe hatte er Graf Philipp Ernst / so mit Anna Agnes / Graf Wolffgangs von Hohenlohe tochter/vermählet war; Graf Georg,welcher,nachdem er sich in Ungarn wohl verhalten / ausser dem ehestande an. 1599 verstarb; und Johann Ludwig, welcher alle feine brüder, die ohne erben starben, überlebte, und die gefammte lande erhielt. Dieser wolle sich anfänglich in Palästmam begeben, weil es ihm aber wi- derrathcn wurde, zog er allein Griechenland, Evirum, Illvricum, Italien und Ungarn durch,vermählte sich bey feiner rückkunssc mit Ecdmuth Juliana, qebohrncr Gräfin zu Hohenstein, endete als der letzte den gantzen Gleichifchen stamm, und starb den 11 ian. an. 16; 1. Es sind aber die Gleichifchen lande sehr vertheilt worden, weil die vorigen Grafen viel erd-vcrträge gemacht, die übrigen lande aber ikren lehns-Hcrrn heimfielen. Das schloß Gleichen nebst der Henfchafft Blanckenhayn, dem dorffe Wanderslebcn , dem grossen fee bey Gleichen, dem grossen renn-bcrge, 14 Hufen landcs zu Ninckhoffcn,dcm geeichte zu Hochheim, und dem dritten vfennig ain stabs-gerichtc daselbst, wurden an. i6;y von Churfürst Auicl- moCasinürozuMayiitz, als Mayntzifche lehen,an GrafMelchior und stillen bruder Hermann von Hatzfeld verliehen. Diese, weil sie vorgaben, als wären sie mit der unmittelbaren Graffchafft Gleichen und den freyen Hcnfchaffien Blanckenhayn und Unter-Cra- nichfeld bestehen,maßten sich auf den Reichs-tägcn zu Rcgcnfpurg an. 1641 und 1654 indem Gräflich-Wettcrauifchen cou-g,o und stimme an, worwidcr aber das Fürstliche gefammte hauß Sachstn gesprochen, weil nur eintzclnc stücke dem lchu-hofe zu Mayntz folgten, im übrigen die Grafen von Gleichen jedesmal die Sächsische Hoheit erkannt auch als Sächsische Landfasscn angesehen,und von Sachstn cximirt worden,ia si-lbsten vermöge des Leip- ziger-i-cccild-s die Mayntzifchen lehn unter sächsischer Hoheit stünden. Ohngeachtel dessen, hat man aufChur-Mayntzifchc Veranlassung , die Grafen von Hatzfeld auf der Wettcrauifchen Grafen- banck aNmiriiret, jedoch mit vorbehält des sächsischen rerri:ori»>- unv --xcmlion;.rechts. Es stehet aber diese lache bey dem cammcr- gcricht aufdem fpruch, da indessen Chur-Sachstn die »Sur der Hoheit s-gucUUret.und sie durch die cräyß-Hanptmaimschafft in Thüringen und das cräyß-amt zu Tcnnstädt cnm,mist»,15 weist versehen lässet. Ordrnff nebst den darzu gehörigen 5 dorfffchafflen bekamen die Grafen von Hohenlohe Neustädrifcher und Langcnber- gil'cher linie, und wurden damit von dem haust Sachstn belehnet. Weil auch Hcffen-Casscl, wegen des lcc»Urst;rten Stiffls Hirsch- feld , darauf prLrcnciirle, crbiclt stlbigcs einige erb-zinst im Or- drussifchcn, sonderlich zu Pfertingsleben. Blanckcnhavn erhielten zum theil die Grafen von Mörfebcrg aus dem baust Gleichen. Die Untcr-Hcrrschafft Cranichfeld kam an die Grafen zu Mörfebcrg und Grafen zu Hohenlohe, 4 Gleichstehe dörffer erlangten die Grafen zu Schwartzburg, das städtgcn Reinbda fiel Hcrtzog Friedrich Wilhelm zu Alfenbnrg heim, so an. i6zo der Universität Jena verehret ivurde. Die Her.'fchaffc Tonna behielt die Gräfliche ivitt- we,Erdmuth Juliana zu ihrem lcib-gcding, so aber iclzo dem haust Gotha ztigehörct. Spiegclberg und Pyrmont erhieltest die Grasen von Walöeck. rkcarr. 8»x. p. I cäs,. 16. L„ce/-/r- Ncmm- Ocnn. 9. 1. lic^Icl. l. i c. zr. gckckickrc cjcr Llltirin-en c rr p. rz8. 144. T«- //cxo/ 4 . p. 4Z;, 614. c-»«,rc/>e clas Uül-iili- clic IiLus 8»cl>tcn ru rcastumkion cicr vorltmgff ^cencZiizrcn, gtzcr von niucin evrcgicn Olcicliitclicn excmjrrionr-lliclic nlclit gcllLlrcn, 1681 L-g/e. Gleichen/ eine Adcliche familie / welche in dem Sachsen-Go- thaischcn die guter Tannrode und Jnqcrsiebcn bclitzct / und von -ein vorher-crwchnkcn Gräflichen gcschlecht von uralten zcitcn mag abgestammt seyn. Curt von Gleichen zu Tannrode Und Inqcrsle- den florirte zu ansqanqdes izseculi/ und ward ein groß - vatcr Asmi/ dessen söhn/ Haus Wolf/ Fürstlicher Wcymarischcr Land-Rath/ ; söhne nach sich gelassen/ von welchen Fridcrich Wilhelm ein groß-vatcrHans Wilhelms zu Tannrode gewesen/der an, 1Ü62 gelebt. 6ocb»ä>plomLr. Ltüll-xi annat. Gleißberg/ Glitzberg/ einnähe bey Jena auf einem hohm bcrg gelegenes wüstes schloß/ wobey das waffer Glissa oder Gleissa sich in die iLaal ergießet. Es halte vormals eine ansthiillche fa» inilic davon dcn namcn/ welche anfangs den Herrn-tttul führte/ wie denn in solcher gualität Erich an. 9^8 zu Merscbnrg und Gott» hard zu Vraimschwcig auf dem thurnier erschienen; nachgehcnds aber in den Reichs-Gräflichen stand versetzet wurde. Htldebradus/ odcrHildcbrccht/ war an. lozo Dischvff zu Zcitz/ und verlegte seinen sitz von dar nach Naumburq. Kurtz hierauf/ nemlich an. ioz6/ soll dieses gcschlecht in Walther/ der an. 102z oder iozi in Erlurl das kloster zu 8. Jacob oder zum Vchottcn gcstifstet/ erloschen/ und dessen guter durch hcuralh an Ebcrtum/ Grasen zu Olkroda/ nachgehends aber auf gleiche weise andre Herreu und gle srss mdesKansersHenricr IV diensten/ und bcfochte b y einen vollkommenen sieg wrder Rudolphum aus Schwaben W 1268 lebte Heinrich Borgt zu Glrßberg / und stiffte e nM c-m?' 2söhnen das jnngfer-kloster zu Capellendorff. Indem gelangte diese Graffchafft an die Landgrafen in Thimngen/ und von selbigen an. 1429 gegen erlegung 4000 Rheinischer fl /nÄ Churfürsten zu Sachsen Fridericum II/ worau fsi! § Wilhelmo lll Hcryog zu Sachsen denen von Ditzthum zu UxL und Christian Witzleden rn lehen gegeben ward/ mit deÄ,^ gung/ daß sie das seit an. 129° zerstörte schlo w.edttM- st bauen / und ihm wider seinen bruder / den abgedachten CburD sten / beystehen sollen. Nachdem aber diese brüder sich mit emnn' dergcsetzet / und chevon Vitzdum Apoldischcr l,n,e /; wol Thunngm als Metffen verstessc»/ kam es dahin/ daß mm das gedachte schloß gantzlich zerstörte und ein am darauf „M welches an. 148z dem amt^ena einverleibet worden.^-Ä 6c; Vru 5 cs8zclii>:,i p -76. /viLiisf. ctiron. c. 192, -o,. t-rsf. las! p. 970. ßeo^. teil. Gleispach/ eine Gräfliche familie in der Steyermarck/ k» von Rudolpho /der um das jähr -209 gelebet/ hergeführet M, und unterschiedliche hervor gebracht hat / welche ihre avff r e>« wrder den Türcken sehen lassen. An. -s;°war Sig^ rich Kayserltchcr Kriegs-Rath / und erhielt den FreyhmWen tmil/ welchen nachgeyends Kayser Leopoldus I mit dem Gräfl . cheu verwechselte.. An. 17°? waren Georg Friderich und Maximilian Ernst Kayierliche Cammcrherrcn. ttemm. p. ;s Gleit / (Balduinus von) ein Lsnonicur rcgulLris des Augusts ner-ordens von Arras/ war von Hennin-Lictart in der von Arras an. 1^62/ nach dem tode seines Vetters Francisci von Glen, Abt/ und starb im dec. an. 1594. Verschiedene »Eures reden viel gutes von seiner frömmigkeit und von seinem herrlichen verstand. Er hat die t,>iiori»l»^b8zrum c«nobü ttcnniLcentis; mo- üc rcZum »ist/Lni»! und 6-!mc»kioncm Lcizicsrum provinci-rum geschrieben. bwi. Glendover/ oder Glcndowr/ eigentlich Glyn-Dwr/ (Owcn) das Haupt einer in dem Fürstenthum Wales zu ansang des 1; sceuli entstandenen rebellion. Weder sein vermögen / noch leine unverwandten/ waren so beschaffen/ daß er in seinem Vaterland vor andern einen sonderlichen vorzug verdient hätte. Nichts dcstowcntgcr/ da seine lands-Icutesich vornahmen/ ihre alte frey- hcit wieder zu erlangen/und das Engelländischejoch abzuschütteln/ erwehlten sie ihn zu ihrem Fürsten und General / weil er ein sehr tapffercr und kühner Edelmann war / auch wider den damaligen KonigvonEngcUand/ HcnrieumIV/ ein desto grössere seind- schafft trug / weil derselbe seinen ehemaligen Herrn/ Richar- dum II/von dem thron gestoßen hatte- Der erste ansang des durch ihn erregten tumults ward an. 1400 wider Rcginaldum / vorä Qr»v von Ruthen / gemacht. Denn weil derselbe ein stück landcs/ so Glendover eine Zeitlang besessen/ durch rechtlichen ausspruch erhalten/ so griff dieser jenes güter und imlertbanen nur scuerund schwcrdt an / und bekam ihn endlich selbst in seine gemalt. Wiewohl nun der Lord Gray sich nachmals zu einer hcyrath mit seines übcrwinders tochker bequemte / so müsse er doch dessen ungeachtet sein leben in der qcfangcnschafft beschließen. Die von Wales wurden durch den ersten sieg so kühn gemacht/ daß sie bald darauf einen cinfall in Hercfordshirc thaten/ und in derselben Provintz schc übcl hausctcn. Dieses bewog Edmundum Mortinier/ Grafvon March/ von den benachbarten Edelleuten und deren Unterthanen/ so viel er nur kuntc/ zusammen zu bringen/ und mit den Welschen ein treffen zu wagen. Es war dasselbe sehr hitzig und zweiffclhafft/ endlich aber/ durch Glcndovers muih und klughcit/ vor scine parihcv glücklich. Der Grafvon March fiel selbst in der feinde Hände/ welche ihn mit schwären fesseln belegten/ und in ein schlim gcfängniß wurffcn / auch sonst dieser victvric auf eine ,schr barbarische art/ und insonderheit mit jämmerlicher Verwüstung aller westlichen gcgcndcn an dem fluß Scvcrn/ mißbrauchten. Der König Hcnricus IV marschirtc endlich an. 14°- mit einer armce wider diese rebelten; allein sie zogen sich bey Suowdon-Hlls / m Cacrnarvanshirc/ in solche gcgcnd zurück/ da ihnen unmogncy beyzukommcn war / und alles / was der König wider sie thun kunte/ bestund darinnen/ daß er ihre Wohnungen verheerte/ auch einen grossen theil ihres viches als eine beute zurück brachte. Am 1404 ließ Glendover aufs neue in dem Englischen gebiet / die reichen seiner noch anhaltenden cmpörung/ mit vcrübung unzahllcher grausamkcit/sehcn. Dabey bemächtigte er sich unterschiedener ca- stelle/ befestigte dieselben / und fand / wegen Henrici IV naV- läßigkcit/ oder wegen vielen andern verdrießlichkeltm / 1 » derselbe auf dem halse hatte / sowenig widerstand / daß jcinau- hang von tag zn tag stärckcr ward / auch unterschiedene vornehme Engelländcr ihm zufielen. Unter diesen letzten waren sonderlich M mcrckcn / Johann Trcvor / Bischoff von 8 . Asaph / der 1 ffcircy. unb dcr oberwchnlc Grafvon March / dessen bcsrclMg zu befördern der König aus nichtigen Ursachen sich gcwcgerl hMic.W. 1409 qicng der Englische Cron - Printz / nachmals Hemmis v / wider die aufrühret' zu sclde / und zwar mir so gutem Meß/ raff er 2 blutige schlachten / die eine den iz mertz bey Hußte / mw o r andere den 14 mag / wider sie gewann / auch in der ersten wm, , dovcrs sohn/ in der andern aber dessen Cantzler / gefangen ve^ kam/ welche hernach beyderseits in dem Tower zu komen ve^ wahrt wurden. Dieser vertust veranlassete die rebellen/am g' wÄiige hülffe bedacht zu seyn / und als sie noch in eben demselben quem fallet. Die straffen sind jähre/ unterdes Marschalls von Montmorency anfühmny/ ei- auf einem etwas, die !ö^ und die stadt „cn succurs von 120°° mann aus Franckrcich erhielten / sahen sie derRmmrMwsi^nNL'n^n Lsebanet. Zur zeit belagern/ von wannen sie einen ansehnlichen raub davon brach tcn. Der König Hcnricus IV that einen neuen zug wider sie; allein er vrrlvhr den grosten theil der mitgenommenen kriegs - muni- i««i durch einen auf der Hinreise entstandenen hcfftigen stürm / und hernach retirirte sich Glendovcr mir seinen lenken abermal in das gebürge/ so daß jener unverrichteter fachen sich zurück begeben/ auch noch barzu einen theil seiner in dem stich lasten muste. ^ Indessen / weil die Welschen des kriegs überdrüßig wurden/ und vorher sahen/ daß ihr gäntzlicher ruin erfolgen würde / eheste ihr vorhaben / von den Engelländern sich vollkommen frey zu machen/ würden bewcrckstelligcn können/ so verliessen sie allgemach ihren bisherigen General/ welcher darauf aus beysorge/ daß man ihn gar dem Komge von Engelland in die Hände liefern möchte/ m das gebürge und ingantz wüste örterflöhe/ allwo er theils aus Mißvergnügen/ theils aber aus Mangel nothwendiger dingen/an. i4is sein leben beschloß. In Worcestershire/ 7 Meilen von Le- mebury/ siehet man auf eurer höhe/ Woodbery-Hill genandt/ ein altes r-crency-mcm , welches von diesen rebellen den namen Ovvcn Otensiovvr s cam^> bekdMMeN hat. krirrnnis. /-///. 0/ vul. i. !il>. 4. P'e-Z. kill. angl. lib. ro. Glenner/ ist ein fiüßiein in Graubmrdten/ welches in dem gcdiirg gegen dem Hintern Rhein / obcrhalb dem dorff Frein ent eure starcke mauer gehabt / von welcher noch diese stunde an lti sehen find / woraus sattsam erhellet/ wie mw feste sie müsse gewesen seyn. Als König Richard li l/ welcher Hertzog von dieftr Provlny war / zu der crone aelanate/ ^"st/chufft darauf/ und zwar dergestalt/ daß er uochrvel babey gelegenencentenenoderhundreds darzu that.Der darmncn befindliche Dom / so anfänglich eine Adtcu- lstrche Ech'Bischoffe von Yorck und Btschvffe von Worcester / erbauet/ nachgehends aber re,i»viret und von ver» schledenen Aebten so vortreflich ausgeputzet worden / daß er noch U/F?lEstunde eines von den schönsten gcdäuen dieses Köni^ retchs ist. dieser breche ligt unter einem grad-nahl von aladaste -- stein der unglückliche König Eduardus ll begraben/ welcher durch seiner gemahlm ^sabclla grausamkeit zu k-rcic!«-> - ermordet wurde. Daß Glocestcr zur zeit der Britannier ein Bischöflicher sitz müsse gewesen seyn / erhellet daraus / weil in den lvnoclai. arten der damaligen alten zciten man eines c.icv.Vm Meldung stlldet / welcher bcy-name mir dem wort Clevidübereiu kommt/ welches der alte Britannische name dieses orrs ist. Solcher Bischöfliche sitz rst durch die heydnischenSachsen ruinirt worden/ und die emwohner dieser stadt haben den christlichen glauben unier der automat und regiernug der Dlschöffe von Lichfield/ und hernach derer von Worcester angenommen. Unter Henrici VIII regiernug jpringt/ durch das Lugnitzer-thal(vmi» Ueßunst») herunter / bey wurde dieser ortvon bemeldter diöces abgerissen/ und von dem Ilantz in den vordem Rhein laufst. »«-»/>/. ny. ?.; ay. n. » belagtei! Könige zu einem eignen Bischöflichen fitz gemacht/ auch (Nlentner/ (Jacob) eines ehrlichen t^c-mien-geschlechts in Zürich/ ward an. 1414 Bürgermeister daselbst; an. 14r; Gesandter an Kayser Sigismund / wegen Verpfändung Baaden/ Wremgartcn / Meningen und Surfte; wurde auch sonsten zu viel andern Eydgnoßischen gesandschafflen gebraucht; starbe an. 14;;. ^ Glesia/ (vüis ste) von einigen auch Iglesias oder Dglcsias genannt/ ist eine stadt an der mittägigenIüste von Sardinien/ etwa» 10 Teutsche Meilen von Cagliari/ gelegen. Man halste mit einer absonderlichen -i-anem befestigt. Gletscherberg / haben den namen von dem wort gletscher odcrfim/ welches in der Eydgenoffenschafft auf den allerhöchsten bergen eigentlich heiffet die in gestalt hoher bergen von etlichen 1000 jähren angewachsene eiß-sammlung/ welche durch die länge der zeit eine cyristallen-härte und färbe empfängt/ und auch m der wärmsten sommers-zeitkaum zuschmeltzenkommt/ von zeit zu zeit auch mit erschrecklichem gepraffel/ stein/ erde und anders auswirfst/ und sich gleichsam säubert/ davon die hierdurch verursachte offuungcn theils unergründlich / theils etliche hundert klassier ticff seyn. Es gibt dergleichen verschiedene in dem Graubund- ner land / in dem Rheynthal / wie auch in dem Wämser land; sonderlich aber ist berühmt der so genannte grosse Gletscher i» dem Griudelwald und dem Caisson Bern / an den grantzen gegen Wallis ob Untersten gelegen / welcher seit etlichen nach und nach so fortgewachftn / daß er nicht nur die nahgelegene erde/ wiesen und bäume weggeschoben / sondern auch die benachbarte emwohner ihre Wohnungen anderswohin zu setzen geiwthtget. §ckvveitrsr - ckronictl. Gleichwitz / siehe Glerbitz. Glielmus/ (Antonius) Priester des orE,', zu Reapolis/ welcher an. 1644 im 48 jähr seines alters starb. Er war ein guter Prediger/ und hat verschiedenes geschrieben. cwg. Glmski/ siehe Linsr't. Mifcemi / (Fabius) ein imiiolopkuz und KicM'cuz. gebürtig vvnVestone/ einer kleinen stadt in dem ländgen Dresse. Er hat verschiedenes geschrieben/ und ist zu Venedlg um das jähr 1620 verstorben. iNcsc. ci'nuom. Icne!-. Gliß / odcr Glyß/ ein dorffin dem land Wallis/ unterhalb Drig/ aus der lincken feiten des flüßleins Saltina/ in dem Dn- ger-zehndcn/an einem sehr lustigen orr gelegen; Es ist der geburtS» ort des in der Historie so bckanblen Georgs ab der Fiu/ welcher die dortig der wallfahrten wegen berühmte kirche erweitert und mit einer capellen vermehret. vmos x. 1;. n. * ' Glrtzberg/ siehe Gleißberg. Globick/ eine Adeliche Meißnische familie/ welche heut zu tag in dem Sächsischen Chur-cräyft die guter Wustermarck bey Schlieben und Großwlg bey Schmiedcberq befitzet. An. 1292 lebte Conrad. An. i;2z wird Ruprecht in einer vclehnuny Ru- dolpht und Wencesiai/ Hertzogen zu Sachsen/ wegen der in der Marck Brandenburg gelegenen stadt Raum / von der Aebtißm zu Ouedlinburg als zeug angeführet. Andreas und Cuno haben an. au dem Hof zu Lobe verzicht gethan. An. -7-L bekleidete Göttlich die eines Hauptmanns unter den Chur-Sachsischen vvlckem/ und Gottlob auf Großwig florrrte noch an. 1716 als Chur-Sächsischer Ober-Steuer-Einnehmer und Hofgerichls- Essor zu Wittenberg. ckrvn. p. /Glocester/ tat. oMeellriL, 6!evnm. jst der vornehmste ort in der Graffchafft Glocestcr/ und ein Bischöflichersitz unter Can- terbury gehörig- Sie ligtohngefähr 8° Meilen west- nord-warts vonLonden/ ist eine sehr feine und nette stadt/ welche in einem fruchtbaren thal am östlichen ufcr der Savcrne gelegen/ und einen sehr geraumen Hafen hat/ der zu ihrer Handlung uderauß be- darinnen ein capitul von einem und auae- ordnet/. und denselbigen sii ihrem unterhalt die meisten zu den hiesigen klostern gehörige guter und ländereyen eingeräumt. Die biöees begMt allein die Graffchasst Glocestcr in sich / worinnen 267 kirch-sptelc sich befinden / unter welchen 12; lehnbare präden» den find. Sie hat nur einen eintzigen /rrcttilliLcvnum, welchersich auch von Glocestcr nennet. Ausserdem aber/ daß Glocestcr die ehre hat / ein Bischöflicher sitz zu seyn/ haben auch personell aus der Königlichen familie den Hertzoglichen titul davon geführet- ^ekr. LrirsnniL. ^ Glocestershire / lat. cssocekrienffs comirztun, jst eine weit- läufftige im land gelegene Graffchafft von Engelland/ welche gegen norden die Graffchafft Worcester und Warwick/ gegen ftidcn Sommerfttshirc/ gegen ostenOrsord und Wilcshtre/ gegen Westen aber denfluß Wye und Herefordshire hat/ so / daß sie in des lange von norden gegen süden 48/ und m der breite von ostcn gegen Westen 28 Meilen austragt. Die gantze Graffchafft wird m hundreds eingetheilet / worinnen 280 kirch - spiele und marck- flccken lind / deren emwohner zur zeit der Römer nebst denen in der Graffchafft Oxford Dobuni gencnnet wurden. Zur zeit der m-o- rarctiie war diese Graffchasst ein stück von Mercia/ gleichwie sie anjetzo gantz die diöces von Glocestcr ausmacht. Sie ist durch und durch mit wasser wohl versehen/ denn ausser der Saveme / welche dadurch von norden gegen Süden zu fließt/ sind hier auch noch folgende flüsse-. dcrnord-nnd süd-^von, Wye/Windrnsch/ Colne/ Churnc/ Stroud/ Frome und andere geringe ströhme mehr / welche durchgehends sehr fisch - reich find. Insonderheit führet dle Savcrne viel lachse bey sich. Allhier ist auch der so genannte ioesir- t-orett zwischen der Saveme und Wye / welcher wald auf messen lang und 10 breit gerechnet wird/ wovonaber schon ein gut theil durch die eisen- hämmer weggenommen worden. Deßgleichcn sind auch hier die Cvtwold-Hills oder Hügel/ die wegen der wolle berühmt sind/ welche den fchaafen / die darauf in grosser menge weiden / abgeschoren wird. Gleichwie die lufft in diesen landen angenehm und lieblich ist / also ist der dodcn unvergleichlich fruchtbar; gestalt er denn nicht allein viel qcireyde und gras hervor bringet / sondern auch alle andere gegenden von Engelland an der gisse und menge der baum-srüchte udemisst. Sonderlich wachsen hier von sich selbst sehr viel bim- und äpffel-baume/ wovon überauß viel bim - und apffel - wein gemacht wird / dessen man noch mehr vcrfcrtigcnkönie / woferne nichtbißweilen eine gewisse art vögel in grosser mengehieher kämen; Dieselben find etwas grösser als sperlinge / und haben einen schnadck / der zu ende creutz-weiß über einander ligt/ worum sie die apffel burchvemm/ und ftlbigenin 2 stück zertheilen/ jedoch nichts mehr/ als den kern daraus nehmen/ und also mehr verderben/ als fressen. Sw pflegen um die emdte-zeit zu kommen/ wann die apffel anfangen retffzu werden- Daß allhier vor Zeiten sehr viel Weinberge muffen gewesen seyn / solches bekrafftigen diejenigen orier/ dre noch biß auf diesen tag die Weinberge gmennet werden / wie denn mjoiider- heit ein sehr erhabner ort nahe bey Glocestcr ist / wesiyer laut der alten archiven / einige städtc in diezcr Graffchafft,'akrsich mrt einer ziemlichen quantttät von renten-weln versehen. Allem m den nächst-folgenden letztem Zeiten find selbige gantz cingegangen/ thei s/ weil man weit bessern wein/ und rwarvrcl woylfesier von jenseit der fte allhier haben kan / theils auch / weil dt- andtt n ae- träncke dieses landes dergesimdhett wett d-eiilrchcr find. Keiner wuchs mich allhier der tadack krefllch wohl/ dessen sehr M um Wiuchcomb herum gepflantzet wurde/ wodurch ihrer Viel sich an grosses vermögen erwarben ; Allein nachgeycnds tst dessen pflau» kung durch eine Parlcments-acte vcrdossm worom. GiclPwle Eiraelland die besten eich-baume in der wclt hat / was rhre festig- keil anlangt/ also sind die besten Engellandychen eichen rn dem obbemeldten - r»rciianzutreffen/ bicemcsolarehaneyaoen/ wennsie trocken smd/daß man sagt/ fieseyn alsdenn so hart als 516 glo «isen. Diemetalle belangend/so hak man allhier eisen / desgleichen auch stahel. Unter andern merckwürdigen dingen/ so diese Graf» schafft hervor bringet/ findet matt öffters um Alderley herum auf den Hügeln steinerne anstern und schnecken / von eben der gestalt/ welche die in dem meer lebende thiere dieses namenS haben; und werden solche von den gelehrten entweder für zu stein gewordene/ und durch die Sünd.flut auf solche höhen getriebene/ oder für also formirte und aus ihren gleicher Massen gestalteten saamen/ eben wie die pflantzen der erde/ gewachsene steine/ oder endlich/ wiewohl das letzte ohne einige Wahrscheinlichkeit/ für ein blosses spiel der natur gehalten. Was die manüfacturen betrifft/so machet man hier so treflich tuch als irgendwo in Engelland / so wol in anse» hung der qualitat/ als der färb. Denn gleichwie allhier die beste wolle auf den Cotwold»Hils fällt/ also hat man auch hierselbfl ein vortreflich Wasser/ womit man die tücher färbet/ nenillchin dem flusseArowd. Diestädte stndfolgende: die stadt Gloccster/ wovon die gaNtze Graffchafft ihren namen bekommen / so dann Darkley / Dlakney/ Bristol/ Ccltcnham/ Cbipping-Campden/ Chipping-Sodbury/ Cirennester/ Colford/CreanDean/ Dur» fley/ Fairforv/ Harten/ Horwood/ Letchladc/ Marchficld/ Minching-Hampton / Newent/ Newnham/ Northleach/ Stau» ley/ Stow/ Slroud/ Tetbury/ Tewksbury/Thonbury/ Wick- war/ Wmchcomb und Wotton. Unter diesen haben Gloccstcr/ Cirencester und Tewksbury das priviie^um, ausser den Rittern von der Graffchafft/ von jeglichem orte r gliedcr ins Parlament ;u schicken. Es wird auch offt Bristol zu Somersetshire gerechnet / wiewol sonsten diese stadt für sich allein eine Graffchafft ausmachet. Die allhier gewesene klöster/ die Henricus VIII der Mönch bc» raubet/ find Glocester/ Cirencester/ Tewksbury / Deorhirst/ Minching - Barklcy / Kingswodd/ Winchcomb und Hales. LrikLuniL. * Glöß / eine Freyherrliche familie in Tyrol / welche von dem auf dem Nonsbergc gelegenen marck- flecken Gloß den namen hat. Wilhelm ist an.i iS; zu Zürich, und Reinhard an.i z yr zu Schaff- hausen auf dem turnicr gewesen. Ziugclin wird in einem zwischen Graf Albrecht aus Tnrol und Bischoff Conrad zu Trient geschlossenen contract als zeuge angeführt. Bernhard war Bischoff zu Trient, Cardinal, ^clmi,iiii-3ror des Stiffts Bricen, und Kaysers Ferdinandi I geheimbder Rath. Er starb an. 1 ? zy, nachdem er das erd-Cämmerer-aml inTyrol auf sein geschlecht gebracht hatte. ebrcn - kr. Glogau / (Groß-) lak. Qingovis >ssjor. ein grosses Für- stenthum m Nieder-Schlesien, liegt an der Oder sind stössc an Pohlcn, das Fürstcnthum Croffcu, Sagan, Iauer, Lignitz und Wohlan, hat eine ansehnliche und zahlreiche kwblclle, und wird in s cräyse abgetheilt: den Glogauischen, Freystädtischen, Guhrini- schen, Lprottauischcn, Gründcrgcr und Schwibusischen. Die hauvt - stadt ist Groß-Glogau, eine der besten und griffen städt ein gantz Schlesieu, so zuin unterscheid des städtlcins Glogau im Ovyelischen Fürstenthuin gelegen, Groß-Glogau gcnennet wird. Curäus halt sie für des Ptolemäi l.uxlvar Zu Neapolis an. 1572 gebohren, und erwarb sich durch seine wtssenschafft eine grosse repur»r,on, vornemlich auf den uni. verdaten, auf welchen er -locirte, als zu Padua. Er starb den 8 >an. an. 164;. Man hat von ihm cx-rcitsciones mrrkemsnM. cliNcrcrrionem sllronnmic-m; xk>6csm 6- comekis; ücc. TL-M-L« «log. p. r. Ox-zjjö cloz. ll'kuom. lercer. ^ Gloß / ein Cardinal, siehe LIesms. Glücksburg / eine stadt und schloß in dem Hertzoqthum Schleßwlg, in Angeln, nahe bey Flenßburg gelegen, war vor diesem ein kloster, und wurde Ruhe-kloster/ «.us k-Zium, genennet - anjetzo aber residirt daselbst ein -psn^girtcr Hertzog von Schieß! wig - Holstein aus der Königlichen linie, so daker die Glücksburgische genannt wird, davon unter dem art. Holstein. 2»/^, wp». gi-Lpk. clcs kaicclc- 8Lcliiliclicn p. 99. p , p.«o. Lclilelvv. uncl ttolll. ?. r c. 7 ^ isi. Glücksburg / ein lust-und jagd-schloß in dem Sächsischen Chur - creyse in der Seidischen heyde, so von dem Churfürsten Augusto an. 1576 angelegt worden. Siehe Seide. Glückstadt / eine Dänische stadt und vestung in Stormarn, liegt an dem wasscr Ryn, so daselbst in die Elbe kommt, 7 weilen von Hamburg. Der König Christianus IV von Dänemarck hat stlbige gantz von neuem an einem vormals wüsten ort mit grossen lösten zu bauen angefangen, ihr den namen Glückstadt gegeben, und sie wohl bevestigen lassen. Sie ist mit starcken wallen und breitem Wasser - graben wohl versehen, auch mit einem herrliche» Hafen und mit block - Häusern, womit so wohl der Elb - strvhm als die stadt selbst wohl verwahrt ist. In dem an. 1625 zwischen dem Kayser Ferdinands II und König Christians IV geführten krieg wurde dieser ort von den Kayserlichen vergebens belagert. Hierauf fieng bemcldter König an. 1629 an, densclbigen zu erweitern, und mehr zu bevestigen, ertheilte auch allen denjenigen, so sich allda niederlassen würden, herrliche m-vli-ßis. An. i6;o legte derselbe, mit co„lcn5 des Kayscrs, aufdie vorbey fahrende schiffe einen neuen zoll an, worüber sich aber die stadt Hamburg beschwärte. Es entstunden hieraus verschiedene streiligkeilen, welche aber an. 164; abgethan, und der zoll abgestellt worden. In dem zwischen Schweden und Dänemarck hierauf erfolgten krieg geschahe den Schweden aus dicsein ort grosser abbruch. An. 164; hat der König den Glückstädtern ihre bisher gehabten Privilegien nicht allein erneuert, sondern auch selbige vermehrt, daneben sie von alle» be- schwärdcn und auflagen, auch licentcn und zöllen in Norwegen und Dänemarck auf 10 jähr lang befreyct. 6 s- rebuspubl. bl^nie-r. fol. i!. Lttxo/». r. 8- Gluel/ (Johannes) gebürtig von Aapen, war Prior des Carmeliter - klosters zu Cölln, allwo er an. i;49 starb. Man bat von ihm eine Historie seines ordcns; Sermones öcc. Lncru-, Glurens / lat. Olorium. ein städtlem in dem Tyrolischen Etschland, lincker hands der Etsch gelegen. An. 1499 m dem Schwaben - krieg, als die Graubündter nach erfochtenem sieg auf der Malscr - heyd in das Etschland eingebrochen, haben sie auch diesen ort geplündert und verbrannt, i. >-> ?. z»> b. " Glustan / oder Graf Glustan Casate / ein Cardinal, gebürtig von Mayland, »v-ncwle durch seine gelehrsamkeit an dem Römischen Hof. Nicolaus III bediente sich feiner zum offtern in wichtigen angclegenheiten, und Martinus II machte ihn an. 1281 jum Cardinal. Er starb den 8 apr. an-1287. Der Cardinal, Jacob Colouna, sein freund, ließ ihm in der Lateranischen kirche ein grabmahl aufrichten, welches man nebst seinem exirLxm» noch sehen kan. LraccoM«». Glvcas / (Michael) ein Griechischer ttlllorlcus. gebürtig a«S Sicilien, lebte um das jähr Er hat -nn-ics geichneben, welche er in 4 theile getheilt, und worinnen er nebst der Historie viel pliffcs und rlicoloßics vortrüget. In dem ersten theil handelt er von den sechs tag-wercken; in dem andern gehet er dasjenige durch, was sich von dem ansang der weit bis auf Christum zugetragen ; in dem dritten gehet er bis aufConstantinum m.; m dem vierdten bis auf den Kayser Alcxium Comncnum. Leunclaviur bat den fünfstcn theil beygefüget, bis auf die crobcrung von Con- stantinopel. I. r tlL iiist. c. 27- eUve luü. >m. Glvcera oder Glycerin/ soll ein Sicyonisches frauen-zimmet geheißen haben, ivelche zuerst erfuudcn, kränke von blumen zu machen, wodurch ibr liebhaber Pausias, ein berühmter mahlcr aus eben derselben stadt, veranlasset worden, gleichsam um die wette den grossen unterscheid der blumen auf eine recht kunstlM art durch seinen Pinsel vorzustellen. 1. z; c. Glycerius / (Flavius) ein mann von grosser geschicklichkeff welcher in verschiedenen wichtigen bedienungen gestanden. Er ucs gna grie -ich, auf antrieb und durch den Vorschub des ?»tricü. Gundibali, der von geburt.ein Bnrgundier, zu Ravenna den; mart. an 47 r zum Kayser cronen , da nach Olybrii tod ein -merresnum von 1 monaten und 2 Wochen gewesen. Funffzehn monat nach dieser cronung setzte chn Julius Nepos, des k-c-.cii Marcellini schwerer söhn, ohne grosse muhe wiederum ab, und wurde er daaeaen sogleich au dem ort, welchen man damal pv-mm Nom^num nennte , zum Bischofs von Salona in Dalmatien eingeweyhet, allwo er an. 480 verstarb. ric regn. 6- temu Mccess. 1.1 snici begangen. Vicie /n-ers». kopogr. LucviL voce (Futenzell. Jenes das kloster Gutenzell ist eine stadt des Reichs, Gnadenzell aber nicht. Lr«/,«, ,nns>. 8uev. r. r I. Z c. 8. Lc/o/ 4 . dlvnum. L 0 oc»w. virz. l»rr« k 49 ° olonl2. IiiN. ?ol. Gnidus / eine stadt, siehe Cnidus. Gninski/ eine Adeliche familie, siehe Träch. Grtoim/ ein amts-städtlein in der Herrschafft Rostock, zwischen Sulte und Dargun ohnweit den Pornmerischen gränsen a» einem kleinen wasser gelegen. 8ar. inf. p. 10,. Gnossus / war vor zerren die berühmteste stadt in Creta, und zwar sonderlich wegen der fabel von Minoe und dem Minotanro; heut zu tage aber ist es ein elendes dorff, Ginosa genennet. 6 X 081 "!GI > sind gewisse ketzer der alten Archen, welche sonderlich im andern s-culo viel unruhe anrichteten. Sre führten diesen namen daher, daß sie sich einer grossen wissenschafft und erkänt- niß rühmten, und deßwegen nicht allein andern vorzogen, sondern auch eine freyheit dasjenige zu thun anmaßten, welches andern nicht erlaubet war, wodurch einige unter ihnen die grösten lasier und fünden unter diesem deck-mantel zu begehen, anlaß nahmen» Die unterschiedene meynungen der gelehrten von dem Ursprung der Qnollicorum entspringen daher, daß dieses Wort bey den alten nicht auf einerley art gebraucht wird, sintemal einige, als Theo- dvretus mit diesem namen alle ketzer, die aus der schule Simonis des zäuberers entstanden, beleget, wie denn auch Epiphanias und Augustinus dieses wort, wie einige wollen, dann und wann in dieser bedeutung nehmen. Bißweilen wird eine besondere fecte der Eimonianer, als der Nicolaiten, der Basilidianer und anderer mit diesem namen bedeutet, und ist wohl kein zweifel, daß allen diesen secten gewisser Massen derselbe könne beygelegt werden, das hero einige auf die gedancken gerathen, daß keine besondere stete der Qnokicorum jemals zu finden gewesen. Allein andere behaupten das gegentheil, und verstehen uniev dem namen der ökion.corua, diejenigen, welche zwar die irrthümer des Simonis, Menandri, Saturnini, Basilidis, Carpoeratis, Valentini und anderer behalten , dabey sich aber einer grossen und sonderbaren erkantniß be- rühmt, wodurch sie von allen andern secten unterschieden waren. Ja es wird auch von einigen der alten dieses wort in einem guten verstand genommen, und den wahren Christen beygelegt, als wel. che durch die heilsame erkäntniß der göttlichen Wahrheit ihr Hertz von aller boßheit reinigen, und also mehr und mehr nach der Vollkommenheit streben. Dannenhero sie zu einem solchen Quoll,c°; stücke erfordert, erstlich, daß man die fache wohl erkenne, zum andern, was man weiß, vollbringe, und drittens ruMch. darlege« könne, was in der Wahrheit auf göttliche art verborgen ist. Doch diese Qnollici sind von den ketzern, so diesen namen fuhren, sehr unterschieden. Im übrigen ist aus vielen gründen sthr wahrscheinlich, und erhellet sonderlich aus dem Jrenao, daß sich zuerst des Carpo- nicht entgegen, daß er auch einigen, so nochvorlhnen gelebet, von den alten gegeben wird, sintemal daraus mchtfolget, daß sieden- selben gefuhret, sondern, daß sie wegen gleichhelt der lehr-puncten nur von den alten also sind benennet worden, und ist also uicht zu nun ausser zweifel gesetzet ist, daß hin und wieder gegen die falsche« Lv und ihre wissenfchalst, damit sie sich groß machten, geredet wird > daß aber der name der Qnolliwrum bereits zu Derselben zeit w te gebräuchlich gewesen seyn, ist daraus nicht zu beweisen. Was nun die lebr-vuncten der Qnollicorum anlanget, so werden ihnen irrthümch beygelegt: daß sie 2 cktter, eme« ;>8 gn» goa Huten und einen dösen, geglaubet , davon jener der Ursprung alles guten,dieser der Ursprung altes bösen ; daß Christus durch die jung- frau Mariam nur den menschen gezcüget, nicht aber von derselbi- gcn wahrhafftig gebohrcn worden, anch keinen wahrhaffligen leib gehabt hatte; daß sie den cngeln fremde und entsetzliche uamen beygelegt , und so wohl von Gott als der natur aller dinge viel wunderliche und heydnische fabein vorgebracht; daß sie das wesen der see- len für das wesen Gottes gehalten, und daß sie mit andern lufft- scclen begleitet in die leider der menschen kämen, worzu noch einige hinzu fügen, daß sie die aufferstehung der todten geleugnet. Hierbei) sollen sie alle ersinnliche lasier und greuel in ihrem leben ausgeübet haben. Die unzucht, so man ihnen beymisset, ist entsetzlich. Sie haben von Mäßigkeit und ehrbarkeit, wie man berichtet,nichts gehalten, das fasten verworffen, und diejenigen vor thoren angesehen , welche sich um der Wahrheit willen martern oder todten liessen ; Desiderius Heraldnö aber will,daß man ihnen viel ohne gründ schuld gegeben. Man hat ihnen noch unterschiedene andere namcn meist zu ihrer bcschimpffnng beygelegt; denn sie sind LsrSonrs: oder L-irstunsni, ksillcliurs:, Lsllsiisni, ln>it>ionir.r, 8r^sri»iici, Xscllsll ürc. gcnennet worden. I. I c. ll.Lr. r; ll-lj. 1.1 IiL'r. tsk>. c. IZ öc iiomil. >8 >» i cpiti. sll tpimvrll. 7?,,^ ^irLtcri^t. sllv. lls:rell c. cle l,s.'rei. c. 6. 7e, snnsl. L(l. sn. ,6 s, roo Lc slibi. in ickcclisi'm. llllk. llc ciclln. pllilliioxll. §. Zv. scl cp. Üsuli. )oa,i-^iu specim. coistcÄ. »cl lucs qua:cl. Ori^enis. oe nriginc Iiccrcli c. r, z. lle IiLrcllzi-cllis c. 9. Icccxcr-llill. p. , I. r c. 4. Gnure / ein König in Scythicn, welcher, so viel man abuch- men kan, kurtz vor der Tomyris regieret, wicwol unter dessen mc- rciiorcn diese Königin nicht gesunden wird, welches entweder von den unterschiedenen theilen von Scythlen her kommen mag, über welche dieser oder jener regieret, oder von der schlechten wissen- schafft, welche die sucro-cr von den alten Königen der Lcythen gehabt. So viel soll gewiß seyn, baß Gmire er» söhn des scher gewesen , welchem er in dein Königreich der Lcythen »«Zairer. Seine ; söhne waren, Saulias, Caduibas, welchen einige suLrorcs mit seinem ältesten confunN.re», und ANacharsis, der weise pllllowpll»- . welcher zu den zciten Solonis und Crösi in Griechenland kam, wo- rauß man sehen kan, baß sein vatcr Gnurc vor der Tomyris regieret habe, weilen diese nach gemeiner erzehlung der alten le-Wcuten Eyrum den übcrwinder Crösi geschlagen und gelobtet haben soll. Goa / eine der cron Portugal gehörige stadt in dem Königreich Decan, in Ost-Indien, auf einer kleinen insul, welche 2 fluffe Mondoua und Guari machen. Sie ist groß, hat an statt der Mauren 6 citadellen, und einen der besten Hafen am canal. Sie hat einen Ertz-Bischoff, der?r„n 25 von Indien ist, eine Universität und ein scharffes owcium in^uillrionis. l^ie ist der vornemste ort unter allen, welche der König von Portugal! in Ost-Indien besitzt, der auch einen vice-Kc und das Raths-Loll-Zium von Indien daselbst hat. An. 15 io eroberten sie die Portugiesen unter anführung Al- phonsi von Albngiiergne, welche sich nach der zeit so feste darinnen acsetzct, daß, ungeachtet sie ihre nachbarn ziemlich beunruhigen, es dennoch fast unmöglich scheinet, sie daraus vertreiben zu können. Das allda besindlichc Hospital ist eines der schönste» in der gantzcn welt, welches das so genannte Hospital der Heiligen zu Rom, und das iiillrm-riu.n oder trancken-hauß aufdcr msul Malta noch weit übertrifft. Die kirchcn zu Goa sind sehr kostbar gczieret, unter welchen eine von Paulo I V zu einer Dom-kirche gemacht wurde, als er das Ertz-Bißchum daselbst sichtete. Die fcnstcr in der kirche sind »nsaemcin von perlen-muschcl. Ausser derselbigen gicbls auch allda 7 psarr-kirchen und unterschiedene clöster. Der pallast des v.ce.xe ist sehr prächtig, auf dessen sälcn verschiedene gcmahldc zu sehe». Wenn die stadt von den bergen nicht so enge eingeschlossen wäre , so würde sie noch weit mehr bewohnet, und solcher gestalt die lusst weit gesunder seyn; aber so verhindern die berge, da» die lussl nicht bcykommcn kan, woraus denn eine allzuhefftige Hitze entstehet. Ob gleich die stadt am ufer des mecrs gelegen, sind doch die fische sehr rar, man hat aber allda trcstichc coi>llru-cn. Die Jesuiten und daselbst unter dem name» Paulistcn bekannt, sie tragen keine hüte oder mützen mit Hörnern wie in Eurova, sondern andere mütze», welche wie hüte aussehen ohne rand. Sie haben darinnen z bauser ,das Collczium 8. Pauli, das 8c,ni„sr,um, das Profeß-.tzlaus, das chio- viri^r und das von Kon ^clu5. Die gemählde dieser letzter» kirche sind vortreflich. Sonst war die stadt eine von den schönsten posten «n der ivclt vor einen v,co K- von Goa. Derselbe harre 5 gouvcrm:- niL„; oder Provintzen unter sich, woraus er so viel einkunssle zu Heden hatte, als man aus den ansehnlichsten §ouv>-r„ciic,>!5 in Europa ziehen konte. Selbige waren das s^uvc-ncmcni von Mozambigue in Africa z das von Mascatc an den Arabischen küstcn ; das von Ormus an der Persianischcn küste; das von Ccvlan gegen das vor- gebürgc von Comori zu, bey der spitze der halb-insul des Indi, und disscit des meer-busens von Bengala; letztlich das gm>vcr,»:,ncnt von Malaga gegen die südliche gegcnd dcr^halb-insnl des Indi zu, aufder andern feite des mccr-buscns. Ausser dem hatte er auch viel stellen, so wohl in Goa, als auch in andern Indianischen sladtcn zu vergeben. Allein, nachdem die Holländer und Engellander ihm einen grossen theil der vorigen Handlung abgeschnitten haben, sind die Portugiesen bey weitem nicht nrehr so mächtig ni Indien, als sie sonst waren. Man sagt, daß der leichnam 8. Thomä in selbiger stadt verwahret werde, und findet man cinwohncr von allerhand rcligion; die einheimischen sind götzcn-dicncr, und viel von ihnen tragen eine grosse ebrerbietung gegen die anen, daß sie ihnen zu ehren p---oUcu oder tempel bauen, lind sie anbeten. Alcriuö Menczcz, Ertz-Bischoff dieses orcs, und vrim-s i„ Indien, hielte daselbst an. goa gob 1584 ein Concilium. In einem andern, so an. iz 8 y oder izvo ... halten wurde, thaten die Christen, welche man von 8 . Thomas nennet, prokest.on von der Römischen religion, und gaben ibr? l->, chcr alle dem Ertz-Bischoff selbiger stadt zu corrigiren, damit er ab les austhun mochte,was etwan nach dem Nckori^umo schmecket^ icin. p. 148. /e p. 1 c. 7. -is 604. Oll-Mäisnitclle reit bclckr-ikung. betcllr. öer IvlLlsb. reite. Goad / (Thomas) ein Englischer Itkcolsxuz. welcher zu ansang des 17 iecuk, und hernach lloiiret. Er warePfarrherr zu üad- lcigh in der provintz Suffolck, hernach p-Lcemor j„ der Cathedral- kirchen von 8. Paul in Londen, und Heil. Schrisst voL und vwk. in welcher gu-llrät er auch von dem Englischen Kvnig Jacobe I auf den bekandten ss n» nosto zugehöret, so bald er aber wie. der in Engelland angekommen, seinen sinn verändert, und öffentlich ohne hindernnß die von dem noll» »crworffene Arminianische lehr getrieben. Dieser hochgeschätzte rlleoloxuzstarke indem aua. an. >ü;8. Srimuluzoikkolloxus.llve ste Is Qr. Lrersgne V. ; L: 10. L» Keve xzki 7r«x>. * 8. Goar / war aus Aquitanien gebürtig, speisete täglich vielar. me, und ward daher der schwelgerey beschuldigt. Als er deßwegen nach Trier eurer ward, und seine anklägcr mit ihm giengen, so wurden sie unterwegs so hungrig und durstig, daß sie verschmach« len wollen. Der heil. Goar aber rüffle aus dem Walde eine Hindin , die gab ,0 viel milch von sich, daß sie alle dadurch gesättiget wurden. Zu Trier brachte er den Ertz-Bischoff durch wunderliche cntdeckung seines unehlichen kindes,von demErtz-Bißtbum. Siehe Rusticus.Es solle auch der heil.Goar an dessen stelieErtz-Bischoff werden ; allein er bath Gott um eine kranckheit, damit er sich enl- schnlbigcu tönte, und bekam auch alsbald ein sicher, welches gantze 7 iahr angehalten , unter welcher zeit das Ertz-Bißthnm besetzt worden. Nach diesem hat er sich zu Lrichere im Trachgau in Hessen aufgehalten, und daselbst an. 600 eine kirche gebauet. Es Hot gedachter ort nachgehcnds den namcn von ihm 8 . Goar bekommen, allwo dessen bildniß noch heut zu tage in einer kirche in stein gehauen, nebst dieser bcyschrifft: 8 . Luar ^on^ckus OaNm otzm Hc.xi, soll zu sehen seyn. Seine wunder-wercke sind von Wandel- bcrto, ibt. Gysone von Nastätt an. 1489, und von Surio ff-k. link. >. rz c.beschrieben, vr-c/ef. I-. 4 1,^. k.z ck°- l0Zr o-rm. c. 6. Uelll bctclircillunb. Goar/ (Jacobus) ein Dominicaner von Paris, wurde als kliliionLriui m Levante geschicket, worbcy er alle gewohnheiten der Griechen aus dem tunllLmenc crlcrncte,welches er nachmals indem xucMllotzio Qr^co dargethan , das er so wohl nach den gedruckten ercmplaricn als ^88rcn,so er mit grossem steiß zusammen gesuchei, zu Paris an. 1647 in Griechischer und Lateinischer spräche drucken lassen. Er hat diesem wcrcke gelehrte anmcrckungcn beygefüget, woriuncu er die lehre und gewohnheiten der Griechen wohl erläutert hat, ist aber ietzo sehr rar. Er hat auch einige mimor-s ui. ttvriä: L>22ncinL mit anmcrckungen ccllret, allein die c^i-ici huben angemerckct, daß er nicht alle xailligcn wohl verstanden. Lic/,^ Gobat/ (Georg) war in dem Stifft Basel an. 1600 gebohren, und begab sich an. 1618 in die 8 >cic.-ät l-uu, darinnen er r° iahr die tllcoloßi-m gclchrcl. Er starb gegen ausgang des 17 te- cuii zu Costnitz, nachdem er an unterschiedenen orten ss-äorgcwe, seil. Seine schrifften sind : expcrilli,-ui.itir rllcolog^; quin-riui kraellarus tllcoloZico juriäicus; Llj>liLk>. gusclrujilcx; wii,lrrc. §sk2,2,e/ llibl. Gobbo/(Petrus Paulus) von Cortona, einer Florentinischen stadt, gebürtig, war cm berühmter mahler, der vortreflich schöne landschäfften,sonderlich aber recht natürliche früchle mahlen kontc, so, daß er es hicrinnen auch dem Zeuri zuvor gethan haben soll, indem dieser nur die vögcl mit seinen gemähldcn betrogen; da hingegen des Gobbo gemahlte früchle jederman vor rechte natürliche angesehen, vier llcs j-ciuircx. 60 MHIX 8 - ist ein bekanntes haußinParis in der Vorstadt 8. Marcel, welches vor diesem berühmte wollcn-farbcr besassen. Unter denselben ist der vornehmste Gilles Gobelin, der nnlerFranci- sci I rcgicrung gelebt, und das geheimniß dcn stharlach zu nirbm erfunden haben soll, welchen man nach seinem name», den Gobeli- ncn-scharlach genennet. Auch das haust bekam von ihm stn>"^ nennung, inglcichcm der allda vorbey lauffcnde fluy, so ehemals Bicvre hieß , und dessen wasser zu solchem gebrauch überaus geschickt ist, hat leyuud daher den »amen : xivicr- ll-- 6ob<-ims. Die Holländer haben sich äusserst bemühet, solch geheimniß zu erforschen , aber vergeblich, weil sie dergleichen wasser nicht haben. Anictzo ist dieses hauß mit den vortreflichstcn lapezercn-maaM, gold-schmicdcn und solchen Personen, die in kostbaren steinen urbm tcn, und Frantzösisch holtz schnitzen, angefüllet, die immerfort alin- hand zicrratheu vor die Köinglichen häustr machen,uno om ober-aufsther der gebäude, künne und m2nui2ctu>cn dicies xomg> reichs zu ihrem ><>if>e^ore haben- siehe Bievre. a-lMxM clc Is vllle lle?srir. ^ gob goe Gobelinus/(Johannes) mit dem zunamen Persona, vlcsrtus bon Bonn,und Pii II 8-crcl-»nuz. welcher auch schon vorher» lang am Römischen hole bekannt gewesen,ehe er die letzt-gedachte-Karge erhalten. Man findet unter seinem «amen commemsriorum öe rcbus - ?>c> II Nspa. 5 su pocius Mb illius kaparu ab an. ,q .;8 Ln .1464 ecllsrum libros ir, welches werck vor das hauß Piccolomini gar vortheilhafflig geschrieben. Es halten zwar einige darvor, Pins II habe es selbst verfertiget, und unter Gobelini «amen -airet. Es hat aber Guilielmus Cave aus dem Platinawohl dargethan,daß zwar Plus II das werck zu schreiben angefangen, weil er aber darüber verstorben, habe selbiges Gobelinus übersehen, vermehrt und herausgegeben. Es kam durch Vermittlung Francisci Bandini Pic- colominäi, Ertz-Bisthoffs von Siena, am ersten zu Rom an. 1584 ia 4, und nachmals mit einem commentsrio gacobl ?iccolowin^i zuFranckfurtan. 1614inf. heraus. ^oF«öcleKlli. t.sun.1. z c.io. kill. lircsr. app. v. 96 . Goblerus / (Justinus) ein bekandter Rechts-gelehrter aus Teutschland. Es haben zwar unterschiedene vorgegeben, daß er nicht nur zu Goßlar den gründ seiner studien gelegt, sondern auch von bannen gebürtig gewesen; allein es bezeugen nicht Nur Ges- „erus und Simlerus, daß er in der Heßischen stadt 8. Goar geboh- ren worden ; sondern er selbst nennt auch öffters in seinen schriff- ten diesen ort sein Vaterland, und sich selbst Goarinum. Nachdem -.. .- " ,— -- verschiedenes geschrieben worunter 1 e 1 u tractat ae o!xiin.' juaicia.io ° ipecuium juris. prolopo- xrapkUru-i- l-br- 4; vica ?ecri kloll-II-ni; concinusrio 8!e,6ani; bre- vis narrat«, cie bello ttilclcskemienü ßcllo imcrLricuii, Vucem LruN- tviceiU-m L stoksnnem kpilc. ttiläesk. eju^ue complices an. isiA. Welche lN 8ckarclli LolleAion I . r. p. 949 üc leq. eingerücket ist', UNd die vertcurichte Novellen. prolbpogr. KWI. VIIE I Li. Ä«r/er. ^ Gobrias/ einer von den? Persianern, welche mit Dariö-on- chinrten, die MLgo,- zu vertreiben, die sich nach Cambysis tod der höchsten gewalt in dem Königreiche angemaßet hatten. Er hat durch seinen guten rath das werck am meisten zum stände gebracht, war auch zu des Vaterlandes besten bereit, sein leben zu lassen. «--- 1. z. 1. z c. 2. n. 2» Goch/ eine stadt, nebst einem amk in dem Hertzogthum Eleve, an dein fluß Niers, dem König in Preussen zuständig. Sie gehörte ehemals den Hertzogen zu Geldern, ward aber an. 14-; dem Hause Eleve eigenthümlich überlassen, weil dieses in dem damaligen kriege,welchen Adolphus mit seinem vater Arnolpho führte, viel Unkosten gehabt hatte. Es ward damals ein castel! allhier angeleget,weil sich die bürger zu der Huldigung nicht verstehen wollen , welches aber heut zu tage wüste liget. Nahe hierher, stehet das kloster Ma- rienwater / ingleichen das von GrafOttone III in Geldern erbaute Nonnen-kloster,Cistercienser-ordens, Grafenthal/ welches jetzo insgemein Nienkloster genennet wird. bcllkr. cies «er- rrogk. c^i^ve. Gochsheim / eine Würtembergische stadt und amt an den Bfältzischen gräntzen gelegen; wie sie denn anfangs dem Churfürsten zu Psaltz geboret, welchem aber solche Hertzog Ulrich in der ihm von dem Karger Marimiliano an. 1504 wieder Cbur-Pfaltz aufgetragenen execurioo abnahm, und Graf Bernhard von Eber- stein zu einem manmlehn gab. Nachdem aber die Grasen von Eberstein mit Casimir dem letzten ihres gesichlechts ausgestorben, fiel Gochsheim an Würtemberg, und wurde Hertzog Friedrich August von Neustadt überlassen, der mit seiner gemahlin Albertina Sophia,einer tochtcr des letzten Grafen von Eberstein, die übrigen Ebersteinischen silo^a auch ererbte. Gedachter Friedrich August hat eine kirche zu Gochsheim bauen lassen. x/Z-ber. von Würtemberg all 1)04. Lttxop. Lexo/4. Goclenius / (Conradus) war in der Grafschassc Waldeck voll sehr geringen eitern gebohren, und wurde in dem rriUnZm zu Löven,welches Hieronymus Buslidius angestellet, der erste?rc>- keaör l.srin« UnguL, woselbst er gantze 20 jähr gelehret. Er war auch c^iionicu? zu Antwerpen,und starb den r; ian. an. wie es Melchior Adami, und nach ihm viel andere,setzen; noch andere aber, denen hierinn besser zu glauben, belieben das jähr 1;; 9- Es sind noch briefe von Erasmo an ihne von dem 2 sept. 1; z 5, ia gar von dem28jun. i;;6 vorhanden, in welchem letstern auf einen kurtz vorher empfangenen brief des Goclenti geantwortet wird; es geschiehet auch Goclenii als noch lebend doppelte Meldung in Erasmi testament, so ebenfalls gegen die zeit des letsteren briefs geschrieben ist, als worinn er demselbigen beydes ein silbernen bechek (aus dessen decket ein bild des glückes stunde) vermachet, und darneben die austheilung einer zimlichen deme sonst hinderlegten summa gelds,(worüber Erasmus eine besondere Verordnung aufgesetzt, welche in der LoücÄwn x. Scrivers zu erst -ckret ist) anbefohlen hat. Den klarsten beweiß dessen aber geben verschiedene eben wegen der obigen Verordnung Erasmi nach Goclenii tod an Bonist Amerbachiüm aus Löven, und von diesem wieder dahin geschriebene briefe,so alle das jähr 1^9 klar erweisen. Es wurde aber da der gute Goclenius nach seinem tod angeklagt, als hätte er die hinter lhn gelegte gelber Erasmi (welche sich über ryoo ducaten belieffen) dessen doppeltem testament zu wider, grösten theils immer hinter sich behalten,weßwegen solche auch von der Universität Löven, und zwar nicht ohne conssns des Haupt-erben Amerbachs, angesprochen wurden, um sie nach Erasmi vorhaben sll ssos ua,s anzuwenden ; Die erben hingegen, und deren von Hertzogl. Clevisch-und Grast» M goö M X Johannes Ältenanus be- ost"0 0ten, Erasmus hatte diese gaNtze summ dem Goclemo durch eme cion2c>onverehret, brachten auchzu dessen beweiß des ersteren N"^audsil,riffc mtt dessen prttschafft bekräffligrt, vor; Worwi- llogenthei mchc ohne grossen schein und starcke gründe vorbrachte, daß solche -lon-cion aus gewissen Ursachen nur 6 -uukrt gewesen. Das mehrere wird vielleicht der gelehrten und cm,euren welt inden crneccioriz Lr2üuiau,8 bald communic>rt werden. Unter seinen schafften finden sich s-koii- in luiin «Kcm; ciÄM IiermocniiU8,6v6 läs pliilotopliorum, in romLno fi. 18. ie. episs. üb. 17 u. 7. eloZ. LelZ. ^»^7. dibl. LeIZ. vii-- pkilos. 4 tken. Lelg. 179. ^ Goclenius / (Rudslphus) war zu Corbach in der GrafschaffL Waldeck 1547 gebohren, und erhielt nachgeheNds die xrok-ü.oncm loZ.ces zu Marpurg, die er beynahe zo jähr lang mit grossem ruhlN verwaltet. Er war dabey ein sehr lustiger und aufgeweckter mann, auch ein guter poet, weßwegen er sich bey dem gelehrten Landgrafen zu Hessen-Caffel Mauritio sehr in gnaden zu setzen wüste. Er starb 1628 im 8rsten jähre seines alters, nachdem er mehr als 606 Personen den tssaMcr-tllul ertheilet hatte. Seine schafften sind: mifceNsncL pkHol. „keotoßicL Ü5 rkeoloZico-pkilosoxKicr; pkilolo- xkis PNicricL ktLuriri-ns; icica pliilollopkiT PIslonicL; lnlliiutionez logics:; Praxis logics; problcmacs logica; proklemsra elkica; me- cliraiione; etkicB; conclliaror pkilvlopkicus ; rliefes apologciic« contra Lastrsrem kinckiiim; lexicon pkilosopkicum; -malvlis in exer- cirgtiones LcsIiZcri; allvcriaria exorericss sliguor exercitLtiones 8cLligcri,öcc. rksstrum. bibllorkecrN P'p'rree ckarium. biküotkecr posrics. Govan/eine falsche Gottheit,siehe Wodan. 8.GodardusV Ertz-Bischoffvön Rouen, war unter Königs Merovai regierung in dem dorffe Salence,so eine weile von Noyon in der Picardie gelegen, gebohren. Sein vater hieß Nectarius, ein Frantzöfischer vom Adel, einer der vornehmsten am Hofe, und aus einer alten familie der Römer entsprossen, die sich in Franckrcich niedergelassen. Gödard,als er seine studien -Kio!viret,empfieng von den Händen des Bischosss zu Vermand, so damals die Haupt-stadt von Vermandois war, den Prediger-orden, und wurde einige jahrd darauf, zu ende des; t'-cuii, zum Ertz-Bischoffzu Rouen erlvählet» Als er daselbst angelanget, allwo es damals viel götzen-diener gab, arbeitete er mit unvergleichlichem eyfer an deren bekehrung , und brachte fast alle züm Christenthum. Insonderheit aber ist er durch drey stücke in der Historie bekannt worden: Erstlich, daß er nebst 8. Remigio, 8. Vagst und 8. Medard seinem bruder zu Clodöväi völliger bekehrungviel beygetragen; zum andern, daß er an. <; 11 deut ersten c^oncilio zu Orleans, welches eines der berühmtesten m Franckrcich wäre, beygewohnt und unterschrieben; und zum dritten , daß er den 8. Lo zum Bischoff zu Coutance coEcnrct, ob er gleich nur 12 jähr alt war, weil selbiger viel offenbahrungen hatten Wenige jähre daraufstarb er den 8 jun. um das jähr ? zo, und wurde in der Haupt-kirche, so heut zu tage nur eine pfart-kirche ist, und zu 8. Gotthard genennet wird, begraben. Seine reliqnien sind nachmals in die Abtey 8. Medardi zu Soissons, und daselbst bey ansang der regierung Caroli Calvi in die neue kirche gebracht worden. Es wird angemercket, daß die zwey brüder, 8. Gsdard und 8- Medard, an einem tage gebohren, an einem tage getauffet, zu Priestern o,Hret und zu Bischöffen eingeweihet, auch endlich all einem tage gestorben,ob gleich nicht in einem jähre,denn 8. Godard starb um das jähr 5;--, sein bruder 8. Medard aber um das jährt ;6o. Hübe cie 8. Klguicr kill, I- z. Godeäü/ (Äntönius) Blschoffvon Grace, und nachmals zll Vence, war eines beamten von der stadt Dreux söhn, und einer der ersten und wenigen,welche die stifftung der Frantzosischen acadenne in Paris veranlaßten. Anfangs wolle er sich verehlichen , weil er aber klein und ungestalt war, bekam er abschlägige antwort, welches ihn bewog,sich zu Paris einkleiden zu lassen. Sein vatter Con- net machte ihn mit Cbapelaiu bekannt, welcher ihn überall rccommenckrte, daß er auch bey dem Cardinal Richelieu sehr beliebt , und von ihm an. i 6;6 züm Bißthum befördert wurde. Sobald er in sein BUHum eingesetzet war, ließ er sich dre darinnen verfallene kirchen-disciplin wieder in gute« stand zu bringen angelesen seyn. Er brachte die stadt Antlbes wieder unter sein B-ß- thum, welche von der zeit an, als der Bischöfliche stuhl von Vence nach Grace verleget worden,nnter gar keiner gestanden. Ob ihm nun gleich Jnnocentins X eine bulle ertheilte, um das Biß- tbum Vence und Grace mit einander zu vereinigen und m emcs zu rieben,auch solches, da sie beyde von gar schlechter Wichtigkeit, sonst einander sehr nahe gelegen waren, gar wohl angieng, 10 ließ er , beyden diöcesen nicht darein stim- erauchstim -mt v-Lc mache,,, predigen, lesen oder Mribnz'Er wurde auch von den Standen rn Provence an die M gin Anna, ch damals Regentin in Franckreich war, gesch.s? «m ikro vorzustellen, wie selbige Provmtz die ihr aufgelegte geld- um iyro vorzuueuei , vermochte. Er brachte unter andern m stine?red?vo ^ so arm wäre, daß sie nichts an- 8als jaimin und »r-ngen-bäume trüge, man sie fugüch eme par- ders ais ^ Eönte. Er legte sich insonderheit aufs er denn verschiedene geistliche gedichte, worinnen er , L» m «« d-,D»ss°t jonocriiw a.vv,,nt?r dem titul'. Ooclellus ucrum poer»? an- w"«aEbend, er habe kein nsrurcl zu der Poesie gehabt, so warell doch sehrÄldeshalben aufden Vavassor und den Voiture,(nE ^20 god ihnc aus cyfcrfuchtchaß er bey den berühmten^le--le.und rcksllsmois. . rv). * Godelbertus / ein Römischer Priester, lebte zu ansang des 6 «cculi unter der regicrung des Kaysers Anastasii. Er hat vcrs- wcisc einige allegorien über die gantzo heilige schrifft, und einige andere suchen geschrieben. §-Fcz,e>si», cic Icr,4>c. c. rz. Qr>/r/t/ttr Ilili. xoet. Godelmamms/ (Ioh.Georg) ein Rechs-gclchrter, warben 12 inay an. 1 z >9 zu Dutlingen , einem stabilem an der Donau / ; «neilcn von Costnitz, gcbohren. Sein vater war Ieremias, Wür- tembcrgischer Aiiitmaun daselbst, seine multer Maria Holdschue- rin. Er legte den gründ seiner studien anfänglich zu Stntgard/und riachmals zu Tübingen, allwo er an. 1^74 »accaisu-cu- und an. i;7ü ^giücr wurde. Nachgehends legte er sich auf das ckacilum jun->, und that nebst Iacobo Andrea eine reise nach Lachsen, allwo er zu Wittenbcrg Matthäum Westubecium und Ivachimum von Beust hörte, laß auch einigen vom Adel privsnm „der die mllckum. Von dar gieng er nach Rostock lind Eoppenhagcn, kchrtc aber zurück nach Rostock, cx^ncirte daselbst die und Missm-rtc wöchentlich, reiscte hierauf in das Elsaß und in die Schwcitz, und «vnrde im2i jähre seines altcrs zu Bafel Doct»r j„ns. Von dar gieng er in die Grafschafften Mümpclgard und Burgund, und kehrte endlich über Basel und Tübingen zurück nach Rostock, woselbst er an. > z8i Urotbndr j„r^ wiirdc, und sich mit David Cbvträi tochter verehlichte. Hierauf wurde er als Hos-rath »ach Dreßdcn beruffen, und in verschiedenen Verschickungen, sonderlich an dem Kaysielichen Hofe gebrauchet, da er auch einen waapcn-bricfnebst dem cliplom-re eines Oomiri; erhielt, bis er endlich an. 1611 eben zu Dreßdcn verstarb. Unter seinen schnitten ist vorncmlich bekannt sein tractat clcm-csi-, vcncllcii Sc lL/nilz, clcgu- tu» rcäse coguolcsnllis üe punienglz. Lxi-ss«- annsl. 8uev. tclicclirr- Godeschalcus/ ein solm Udouis, Königs derObotritcn, ward in dem kloster 8. Michaelis zu Lüncburg in der Christlichen reli- gion erzogen, verließ aber selbige nach seines vaters lobe, und that in dem Holsteinischen grossen schaden. Er bezeugte zwar uachge- hcnds aufs neue lust zu dein Christenthum, ehe er sich aber öffentlich dazu bekennen tonte, fiel er den Sächsin in die Hände, welche ihn eine zeitlang gefangen hielten. Nachdem er seine freyhcit wieder erhalten, begab er sich in Dänemarek, bis seines vaters brudcr Ratiborius, der sich unterdessen der rcgierung angcmassct hatte,an. 1042 in einer schlackst von den Dänen .erleget war. Hierauf ließ er sich eifrig angelegen seyn, die Wenden zu dem Christlichen glauben zu bekehren, gewänne aber nichts darmic, als daß sie ihm an. ic>66 das leben nahmen, und seine gemahlin nackend zu dem lande hinaus peitschten. Er hinterließ 2 söhne, Butucn oder Bucconcm lind Hcuricum,davon der letztere die crone erhalten,der erstere aber erschlagen worden. Vanci-i. 1.;. Godeschalcus / viaconu; lind Lsnamcu; der kirche zu Lüttich, lebte an. 770, und schrieb aufbegehren Agilfridi, seines Prälaten, virrm 8. Lamberti, welcher auch Bischoffzu Lültich gewesen war. lcchi!. iielg. De/si/i,,, blbl. Nclg. (Nodeschalcus/mit dem zuuamcn vuig-niius.cin Benedictiner- Münch in der Abcey Orbay, so in der m«ccr von Soissons ligt, hat in kein kloster Rcichcnau unter dem Abt Tatone die tmi-u. «iciira zu seinen lluNliz gelegt, und darinnen dergestalt zugenommen, daß erden nennen luig-mw- erhalten. Insonderheit hatte er 8. Augusiini opcrz so fleißig gelesen, daß er ganize bläckcr aus denselben hersagen konre. Als »ach des Ebbonis absicaing der Ertz- Bischölliche sitz zu RhcimS vscs», >pgr, ivnvde er von dem cllo^- «pli^op», Rigboldo , zcnn prcibvrcru oralnipet z wicwvl solches der Bilchoffvon Soissons, ZcotbaduS, gar übel aufnahm. Damit nun Godeschaleus allen Verdruß von sich abwenden »wehte, that er an. 847 eine reise nach Rom, lind nachdem er m Italien, Dalmaticn und Pamionien herum gereisit, kehrte er in folgendem iahrc in sein Vaterland wieder zurück. Auf selbiger reise hielt er sich den einem Grafen Eberhard in Italien eine zeitlang auf, woselbst er in einem nes von der prLUcllm^rion, dem libci-o zrbttNu, ablud,:» ciccrcio u. 8-3tlL vc> vorbrachte, so etwas hart waren, indem er vorgab, Gott habe alle auserwäblten vor der weit ansang zum ewigen leben auserse- ben , und alle verdammten von der ewigen siligkeit ausgeschlossen, Christus sen au cd vor diese leisten! nicht gestorben; woraus nachmals viel streitigkeiken entstunden, indem es Remigius, Ratram- mis, Prudentnis und andere, mit ihn, hielten ; da hingegen Ra- ba»us, Hinemarus, Jobanncs Scotus und andere wider ihn waren. Au. 848 im oct. wurde durch den Ertz-BisihoffRabanum zu Mayi»; ein iviiuciu- angestellet, mifwelchem Kodeschaleus Augu- stini lehre in gewisse capitel versauet eingab, und darinnen zeigen «volle,daß Rabani meiuunig den kirchen-vätern gantz entgegen wäre,wurde aber aufsclbigcni <^nnc>>io als ein kctzer cn„6emniret, und dein Hincn'.aro, Ertz-B>lchoffzu Rheims, als seinem rechten . zu eichten übergeben I muste auch zugleich einen eid schworen, nicht wieder in Teutsihland zu kommen. Hinemarus hielt hierauf»». 849 einen ,c,g»»i zu Chiersi oder der alten stadt Caristaco, von welchem Gvdesihaleus abermals conllcmmret,seiner god priefterlichen würde entsttzü, gegeisselt, und seine schrifft, dsi rewl« der Rabanum verfertiget, ins feuer gcworffen wurde. Damit er auch seine lehr-fätze nicht weiter unter die Icute bringen möchte, «vurde er in einem kloster im gefangniß gehalten, fand aber doch gelegenheit an viel vornehme leute zu tchreibeugvelcheseineparthm hielten. An. 85? hielte Remigius, Ertz-BischoffvonLyon, einen ^noclum zu Valence , in weichem einige csnoner m Lv-M desGrv defchalei gefetzec waren,die zwar in dem 5 unl. tilliw.'.ticimi-'ns. Lbro». all 3,1.848. clc prLltsÜinLiioiie. Spill, raw, 8 csncl. liorum. in vinllic. prrrllellinLr. L ArLUL, rom. ; ?3ri;.3g. 1650 ecllr. vi/sirr»- in IiMocka (tollelcliLlci L,i. ,6zi Dublin. 4 egir. üzrln» cler nurui Oocl^lciialcuin kehr ctekenclirc. l7e//ock«- liig. Ooai- lctirlci. p's/ssttick: hikoris ?cli>L>rn3. LMo». row. rs ss so. 848 öc 8;;. criricL in Lsron. rom. z scl all. 848, 84.9. N; 6 lcg^. 8>s n. 7 tegg. 8^ n. ! tcg. Llsöill«» in pr^ssc. sä ?. r. Lc. 4 L-aea. c. r.. Iiill c«cl. p. 1 tcc. 9 Lc 10 cliNerr,;. M. lirrcr. p. ;/>. iiirrvcluök. ug lull eccl. 970. Godfrey/ (Edmrind-Dury).ein Englischer Ritter midFriede- Richler von der ProvintzMidleicr. Als an. 1678 Dockor TjmL^ Oratcs cinc conssirL-in» emdeckic/ welche von der Calholischm pfulhcy wider das leben Kvmgs Carvlt II/ dieProtestamW rellgion / und die Englische regierungs-form / loste formn mr» den seyn / nah», der Ritter Godfrey nicht nur dessen aussage an / sondern erwiest stch auch sonst sehr cyfrig/ denjenigen pttsoiien/ so man wegen solcher ziisainmeiiwerschwehriiiig vor vecdachlig hielt/ an den tag zu bringen. Den 14 ock. des gedachten jahrs mangelte man ihn in seinem Hause/ und etliche tage hernach ward sein cor- xer aufdem srlde in einem w affer-graben ligend und mit seinem ei» gencii denen / der ihmenoch in dem leib stack/ durchstochen/ an- gcrroffcn. Bald darauf fand sich einer/ namens William Bedlvn/ welcher behauptete / daß dieser Richter nicht/ wie ewige vorgeben wollen/ sich selbst entleibt / sondern vielmehr aufanstiffkenderer/ so an der oberwehnten coust»rrc,on theil gehabt/ ermordet worden ; welches auch der rörper selbst klarem,-! zeigte/ weil es ibme unmüyUch gewesen wäre/ noch einige schritte zu gehen/ mdm das waffcr zu springen/ nachdeme er sich selbst allberetts durch und durch gestochen hatte. Eben dieses bckrafftigle em andrer/ namens Milcs Prance/ und auf dieser beyden aussage/ wie auch wegen andrer anzeigungen/ mustcn dreh/ namens Green/ Hillund Bcrry/ im scbr- an. 1679 durch den sträng ihr leben verlieren/und ungeachtet sie insgesamt beständig dabey blieben/ daß sie diese ihnen schuld gegebene Mordthat keines, wöges begangen. An.iM widerrieffobgcdachker Miles Prance öffentlich das Zeugniß/ so er vorher wider diese Personen abgelegt gehabt. rom. z p-Z. ZS4. z6-, 4;2. /.»rxe/. * Godin / (Wilhelm Peter) ein Cardinal und DischoffvonSa» bina/ war von Danomie gebürtig/ allwo er ein Dominicaner wurde. Er machte sich durch seine nmm bekandt/ daß er daher- zu verschiedenen cl^rx-n befördert wurde/ und nachdem er Pro« vincial von Languedoc auch ucctor u-cri pziscH worden / bekam cr von dem Pabst Elemente VI an. iz«2 den Cardinals>h„t. Er wurde nach diesem Blschoffvon Sabina / und an. i;2i gieng er als Legat in Spanien / allwo cr zu Valladoild ein conclimm ccl-, brinc- Er starb zu Toulouse den 4 jun. an- i;z6/ und ward begraben in der kirche seines ordcns/ welche er wie die zu Bayomie iind Avignon wieder aufdaucn lassen, ulllor. »lss. 1. ix Godolphill/ eine vornehme Englische familie/ welche also geimmct wird / von einem in der Provintz Cornwall/ imweit Mounsbay / zwischen Helston und 8. Ivcs gelegenen und wegen der allda bcßndlichm guten zinn - bergwcrckc sonderlich bernhmlcn hugcl/ dessen ietziger nanie Godolphl,! ist/ der vorige aber Godol- can gewesen. In der Cornwallischen spräche heißt Godolphiu so viel / als ein wcisscr adlcr/ dergleichen auch die von dieser familie beständig in ihrem wapcn geführt haben. Es ist dieses geschieht sehr alt/ und hat viel vortresiiche Icute hervor gebracht. Das meiste zu dessen aufnehmen hat beygetragen Sidiicy Godolphm/ der andere fohn des Ritters Fraiicisci Godolphin. An. -678 machte ihn der König Carvlus II zu einem von den Lords der schatz-kammer- An. -684 erbub ihn derselbe/ an des Ritters Leo- lin Jcnkiiigs stelle/ zu der würde eines Staats-8-cr-»r,'i, welche cr aber bald hernach dem Grafen von Middlewn überließ/ wogegen er zum ersten c »mmiiillno der schak-kammer / und den 8 si'Pt. des letzk-gcdachtcn iahrs zum von Engelland/ mir dem liml eines Barons Godolphin von Niallon in Cornwall/ erklärt ward. An. iü8z gab ihm der König Jaeobus II die stelle eines Lord-Cämmcrers bcv seiner gemahlin. Auch behielt ihn dmclbc m der zahldcr Commissarlen von der schatz-kammer / und nach der landung des Pmitzen von Oranlen ließ er durch ihn mit selbigem tracu» god göd Uactiren. Wilhelmus III bestätigte ihn in dem eSMüssamr von , der schatz-kammer / nahm ihn unter seine gehennde Ifäthe auf/ und erneume ihn viermal zu eurem von den Lord-Richtern von Engelland. Die Konigin Anna machte ihn an. 1702 zum Lord» Glvß-schamneistcrvon Engelland / an. 1704 den s jul. zum Ritter des hosendandes,/, an. 1786 zu einem von den Commissarien / welche an der Vereinigung des Königreichs Schottland mit Engelland arbeiten musten/ und endlich im december des letzt-ge» meldtenjahrs zum Vtce- Grafen IAalton / und zum Grafen von Godolxhin. Er vermahlte sicy Mlt Margarctha / welche damals bey Caroli II gemahiin hof-sraulem / und tue vterdte tochter Thomä Blague / von Horringer / Obersten von einem regimenk von der garde zu ftiß / und oouv-rncurs von Darmouth / war. Mit derselben zeugte er erneu eintzigen söhn/ Franciscum/ welcher bey feinem leben Lord Vlcc-Graf Rialton gcnmnet / und bey der Königin Anna zum c , das ist privat - Schatzmeister / wie auch von der GrafschaftOrford znm Parlaments-Depmirren gemacht ward. Er bekam zur gemahlin Henriertam Churchill/ die älteste tochter ^acodt/ Hertzogsvon Marlborough/ welche ihm Wiihelmum und Henrrettam gebayr. ung!. biltok)- f>. zor. s/ f , p. ^7,. Ms ds/t. 0/ vo!. z. Godricus / ein Eremit aus Engelland/hatum das jähr ^70 gelkdet/ und ein buch Ne vit>z 6c vulonwus o^n.r geschrieben. öc illll. ae lciipr. ^ngi. Godwin/ , Graf zu Kein / machte sich unter der regisrung Canuti FI. Königs m Engelland und Dänemarck / durch eine kühne/doch glückliche that sehr berühmt. Denn als die Wenden Laneinarckanßclen / und Canutus denselben eine schlecht zu liefern beschlofsen/ gieng Godwtn/ der die Englifche rronjnpün com- w^wwte/ des abends vor dem zur schlacht bestimmten tag heimlich auf die feinde loß / und erhielt durch deyhulffe der nacht einen vollkommenen fieg / ohne daß die Dänen und der König sich weiter einige muhe geben dorfften. 0 ) Der König liebte ihn hierauf so sehr / daß er ihm seine eigene schwcster zur ehe gab/ welches aber hinwiederum bey Godwin einen solchen ehrgettz erweckte/ daß er/wie einige davor halten/ (denn die geschicht-schreibet'sind in diesen zciicn einander sehr zu wider) an. 10;; nach dem kod Ca- nuii nach der crone strebte/ und zu dem ende wider Haraldnm/ Canm! Nachfolger/ mit den Prinken des an-1016 verstorbenen Königs Erheiredl/ Alfred» und Eduard» / die sich in der Nor- mandie aufhielten/ conwirirte/ wiewol er nichts ausrichtete. (l>) An. 1042 nach dem rode Canuti II / der Canuti I söhn/ und also sem schwagcr gewesen/ und mit dem die Dänischen Könige in Engelland ausgcstorben/ führte Godwin die reftcrung mit solchem ansehen/ als ein würcklicher König. Einige sagen / er habe dm obgemcldken Alfredum damals umbringen lassen. Diß ist gewiß/ daß er dessen brudcr/ 8. Eduarde» > auf den thron gchoiffcn/ welcher hingegen seine tochter Edith heyrathete/ und ihm anfänglich alle gewalt ließ. (H Nachgehends aber an. 10; 1 kam Godwinin seine Ungnade/ weil er ihm widerrieft/ die ein- wohncr zu Canlerburi/ die fich an des Grafen Eustachü von Don- logne lenken vergriffen hatten / als rebelten zu tractiren. Er wölke sich erstlich dem Könige mit gewalt widersetzen / endlich aber begab er sich sreywillig ms exim.m nach Flandern/ zu dem Grasen daselbst/ Balduino m»> dessen tochter Godwins sohn Tosto ge- heyrathet hatte. (>H Weil aber gantz Engelland dem Godwin mehr als dem Könige selbst geneigt war/ knin jener gleich im folgenden jähr wieder/ und wäre willens den König feindlich anzu- greisscn; als man aber ihm und seinen söhnen alle guter wieder gab/ versöhnte er sich mit dem König in der gute. (<-) Weil auch die Normänner/ bey denen sich der König vor bestcigung des thcones auffgehalten / am meisten an seinem ---"»> schuld gewesen/ der Hertzog der Normandie Wilhelm auch inzwischen sich lehr um die Englische crone bey Eduardo bemühet/ brachste es Godwin/ der selbst vor seine familic sich nach Eduardi tod hossnung znr crone machte/ dahin/ daß die meisten Normannische bedienten aus dem Reich verwiesen wurden. (Y Erstarb aber nicht lang hernaa) an. 1°;; an einem schlag-ssuß; wiewol einige fabuliren/ daß / als er an des Königs tasel/ sich mit diesen Worten von dem ihm schuld gegebenen tode Alfreds reinigen wollen: wenn es wahr sey/wolte er an diesem stricke brods ersticken; halte die betheurung ihre würckung gckhan.(O Er hinterließ s söhne:Swenon/der im gciob- ten lande gebljeben/Loston/von dem ein eigener articknl/ Harald/ der nach Eduardo König worden/ Gyth/ und noch 2 änderst. 0>) t,4i. N'rr-ißickcrreror. (ü) 7 -/.>.c. p.rov. com- r.! p. 74- (c) p. 75, 76. ^7^ N. I. x. icc;. (N) p. -14 scq. ci. !. p. 77. (0) Lc p. 78. -l6. (k- /-rsto-7 p. 97. r./r-'-'ö)- k- 2>7- (g) r-t. p. r,8. co--r^/. Lrst. p. 7^. (I>) 215. Godwin / (Thomas) ein Engekänder von Sonunerset gebürtig/ war anfangs ncüoc der schule zu Abcndon in Barkshirc/ nachgehends ciwoi. von. und ?rof. zu Oxford/ endlich aber Pfarrer zu Trightwel/ und starb den 20 mark. 1642 im; z jähr seines alkers. Er schrieb ->oric;u>:stori> iiomLNLrum k 4; Äml-oloß'.ilo kl- llorlL wvoiLNL; -/loten 6c Lsroncm n snri^uilLtcs l-wkraicss 6c 61L- rrs; kriuM^-ium Lllei; inckemen» Zräii/e, 6cc. Göden/ (Henning) gebürtig von Havelberg aus der Prig- nitz/ war Nl-ofessor juris zu Erfurt/ auch der Arche II. Maria 5 ct!o>Lrt / das Nath-hanK der stadt Pfortz- heim zu ihrem Hof gehabt und das schloß Tieffenau (davon sie auch den namen gcführet) besessen; Ais aber Werner von Tieffenau/ Herr in Wsrdcnderg zu so grossem reichthnm gelangte / daß man inn deßwegen gemeiniglichGöldlin nanntc/und dieses sein ansehen ihmeder benachbartenFürsten haß un verfolgung aus denhals zöge/ Hafer sich anfangs nach Wtraßdurg / und von dar an. iszonach Ziirich begeben / allwo er in gemeldkem jähr burgcr worden; Seine gemahlin war Lucia Freyin von Gultcnberg. Don seinen nachkommenden war an. 141° Heinrich Chor-herr zum grossen Münster; damals lebte auch ein anderer Heinrich/ der in dem Crentz-garken zum grossen Münster eine Capell erbauet / und darben eine Caplaney-pfrund gestiffket/ allwo er auch für sich und seine nachkommen das begräbniß erwählet. An. 144; wurde Pan« lus Göldlin des Raths in dem streit zu Wolran erschlagen / deß- gleichcn sein brnder Jacob/ ein Ritter; Sein söhn Heinrich hielte sich wohl in denen Burgnndischen schlachten / wurde an. 1476 zu Granson zum Ritter geschlagen/ und eben dieses jähr Bürgermeister zu Zürich / wie auch an- -492 Gesandter auf den Bund- schwur nach Bern / Freyburg und Solothurn; Seine söhne,waren 1 Hieronymiis / Chor-herr zum grossen Munster in Zürich an. i;c>i. 2 Carvlns / Dom - Herr zu Chur/ und Chor-herr zu Zürich / Zofingen und Solothurn. ; Ruland / Dom - Herr zu Costantz/ Probst zu Lindau/ Chor-Herr zu Zürich/ Zofingen und Solothurn/ und Gesandter von den gesamten Eydgnosscn an den Röm. Pabst/ um bey ihme die Freyheit/ alle lasterhafte geistliche nach verdiene» abzustraffen / zu erhalten. 4 Renward wurde an. 1507 von König Ludovieo XII in Franckreich zu Genna zu cmem Ritter geschlagen/ und wegen seiner tavfferkeit köstlich r<-gL-,rt; Ee zöge bey abändern»« dcr Äteligion nach Lncern/ und legte alldort den gründ zu der noch dißmals in Lucern siorirenden adelmM fa- i6fo Abt zu 8. Urdan; Joh- Düring um das jähr 167° Nenner zu Lucern; Nievlaus an. i üZ6 Abt zu Wemngcn / und erst noch an. 1718 Heinrich Ludwig des Innern Raths zu Lucern und Christoph Zacharias L»»oöicu 5 in dem Munster. ; Georg des Raths und Bau-Herr in Zürich/ wäre beyneben Hauptmann über einFähnlein Eydgnosscn zu dünsten Pabst LeomsX und an. 15 ;i Hauptmann indem Cappelerckrieg; dieser hiuterüeßaucheillche söhne. 6 Caspar ist znm zwölften mal mit der stadt Zimch ms fckd gezogen/ wäre auch des sslaths und^Relchz-vogt/ Mglechen Fianvtmanst in dffnsten Kaysers Maximrliani I wider die Fran» Kit vön Maftand / und wurde ,n dienstcn Pabst Leoms Aum Ritter geschlagen / hatte etliche söhne/zöge aber wegenHet Resor- Llph/ Ze?ig-He?rund des Piments zu Zürich/ dieses geschlechts daselbst der letzte / starb an. 1677. ?. z. I. 2 c. 14 von I»I. tcriegen. Ocscklecmk. Göler von Ravenspurg/cineAdeliche familie an dem Rhein/ welche von dem -Rvinischen geschlecht der co-v>n->rum hcrstammen soll/ gleichwie sie auch einen raben mi waapen fuhrt. Radau von Göler lebte an. 940und hatte e«nm söhn/ namens Carl/welcher II theil. Uuu den 522 göl gör den beylia«nm Ravenspurg von einem in der Untern-Pfaltz bey dem städtgen Snltzfeld gelegenen schloß angenommen / nachdem er solches vermuthlich selbst zu seinem sitz erbauet/ und eigentlich Rabenspurg qcnannt gehabt. Seine söhne waren i) Ulrich/ welcher dir familievon Helmstadt ti-nnwet. 2) Hugo/ von dem das geschlecht von Mentzingen abstammet. ;) Heinrich/ welcher den stamm der Göler von Navenspurg fortgcpflantzet. Von seinen nachkommen starb an. rz; 4 Bernhard/ Wurtembergischer Rath Und Ober--Voigt zu Vaibingen; dessen enckel/ Engelhard auf Sultzfeld / ist Dadischer geheimder Rath/ Ober-Vogt zu Mortz- heim / ttndein qroß-vater gewesen i)FriderichJacobs/ geb. an. iü6s/ und 2) Johann Bernhards/ welche beyde mit erben gesegnet worden. v. L. L. c-b. 19,. kemm. ?. Göllnitz/ vorreiten Goldenen / eine Adeliche familie in Schwaben / welche aus der Marck Brandenburg herstammt. Es ist aus derselben ein Fürstlicher Wurtembergischer des Kay» serlichen Cammer-gerichts zu Speyer/ und ein Wurtembergischer Rath entsprossen gewesen. Der letztere hieß Georg Christoph/und lebte noch an. 1660. Heinrich starb an. 1632 als Wurtembergt- scher Hof- und Justitien. Rath» vom sctiw. /rn°i p. r8o. Göltzsch/ siehe Jeltsch. Göpvingen/ ist eine kleine stadt/ nebst einem schloß/ indem Hertzoglhum Würtemberg/ an dem fluß Vils/ 5 biß 6 meilen vst-wärts von Stuttgard/ gelegen. Gantz nahe dabey befindet sich ein berühmter saucr-brunnen. Goeree/ lat.L^eL, eineklcine insul zu Süd-Holland gehörig / an dem einfluß der Maaß. Daselbst ist eine kleine stadt gleiches namens / welche wegen ihrer weitläuffugen und sichern rhcde/ 0orc5Lc OLI bekandt ist. ,Gocrre/ ist eine kleine zu dem Königreich Ale in Nigritien gehörige insiil / nahe an der küste des Atlantischen mccres / ; meilen von dem grünen vorgcbürgc / oder dem L-tz-- Die Holländer hatten sonst darinnen das f°-r Nassau; allein an. 1677 nahmen es die Frantzosen / unter des Grafen ckLibrs-s anführiing weg / rasirten es / und bauetcn ein anders / welches noch biß ^0 in ihren Händen ist/ und den Holländischen commercien an dem Obo verllc grollen schaden gethan. Görgin/ ein vestcs schloß in Siebenbürgen, an dein fluß Görgin, auf einem seifen gelegen. An. 1703 neuste es sich auf «jilcrciion an die Kayferlichen ergebe». Göritz oder Görtz / genannt Schlidsee / eine Frcyherrliche familie, welche in dein Stifft Fulda das Erb-Marfchall - anit besitzet , und unter den unmittelbaren Rheinisch. und Fränckifchen Reichs - Adel gczeylt wird. Sie hat ihren Ursprung von dem ehemaligen Grafen von Görtz in Kärndten, und sich vor zeiten in dem ländlein Buchau niedergelassen, allwo sie das schloß Schlidsee auf- erbaut, und den namen davon angenommen, welches schloß von an. 812 bis ietzo bekannt ist. Bcrtochus, ein söhn Ottonis von Schlidsee, genannt Göritz, war an. uz; Abt zu Fulda, und stund bei, Kayser Lotbario in grossem anseben. Sein drudcr Heinrich hat das geschlecht fortgepflantzt. Constantinus that sich als kriegs- Hbrister hervor, und war der erste auf den mauren, als der Ertz- Dischoff Adolph an. -46z die stadt Mayntz unter sich brachte. Hans legte gleichfalls in dem krieg ehre ein, und starb an. 1589. Sein brudcr Eustachius war Statthalter des Stiffts Fulda, wie auch Würtzburgischer Rath und Ober-Hofmeister. Von dessen söhnen bat Wilhelm Balthasar, Chur-Mavntzischcr Ober-Amt- mann zu Alßfcld, zuerst die Frcnhcrrliche würde geführt, und an. i das zeitliche gesegnet. Seine; söhne waren 1) Georg Sittich, Kayserlicher Obrist-Lieutcnant; 2) Johann Volprecht, vi--- üor der Fränckifchen Reichs - Rittcrschant, und Ritter - Hauptmann, welcher den seinem an. 1S77 erfolgten tod2söhne nach sich gelassen z der älteste, Johannes, war anfangs Würtzburgischer geheimbder Rath, hernach Hessen - Casselischer gcbeiindder, auch kricgs-Rath, Cammer-Prasident, Burggraf zu Fricdberg, und Ritter-Hauptman» der Ritterschafft an dem Mittel - Rbein in der Wettcraü. Er starb an. 1699, und hinterließ unterschiedliche söhne, von welchen Wilhelm Baltbasar Hcsscn-Casselischer kriegs, Rath worden, Der lüngste, Friedrich Wilhelm, wurde Cbur- Hamwvcrischcr geheimbder Rath, Cammcr- und kriegs-Prästdcnt, wie auch Ober- Hof- Marschall, und hat ebenfalls unterschiedene kinder gezeugct, von welchen der älteste Johann die ctzgrge eines Königlichen Groß. Britannisch - und Chur- Braunschweigischcn Cammer - Hcrrns und Ober - Schcnckens; der andere aber Ernst August an eben diesem Hof die stelle eines kriegs - Raths erhalten; ;) Otto Hartinann, Hessen - Darmstädtischer geheimbder Rath und Statthalter, hatte 2 söhne: der jüngste, Georg Ludwig Sittich, war Hcsscn-Casselischer Gcncral-Maior, undan. 1692 Oou- vc^-ur zu Nbcinfelß, als die Frantzosen selbiges belagerten; der älteste, Philipp Friedrich, war Dom-Herr lind v,<-c onminu- zu Halberstadt, wie auch lailds-^onlli/cew- dieses Fürstenthums, und Rittcr-Hauptmann der Fränckifchen Ritterschafft. Er hatte ; söhne: r) Georg Heinrich war anfangs Holstcin-Gottorsfischer und hernach Königlich-Schwedischer Etaats-Minister, nachdem er unterschiedliche Gcsandtschafftcn in Franckrcich, Holland, rc. verrichtet- An. 1717 wurde er auf ansuchen des Königs von En- gclland von den General - Staaten zu Arnheim gefangen gcnom- men, nach einigen monaten aber wieder frey gelassen. Nachdem dev Komg von Schweden an. 1713 in Norwegen geblieben, wurde er beschuldiget, daß er demselben zu des Königreichs verderben gör diglich sich zu bereichern getrachtet, wie er daün in L e.L ungememen schätz hinterlassen, wurde auch deßwegen den an. 17-9 zu Stockholm enthauptet. Er hat mit Lr GMn n n Reventlau, so er sich an. -7°4 beygelegt, 2 töchter gezmA und einer jeden i°°ooo thaler, seinem bruder Otto Friedrich ab r , so rn einer jährlichen rente von zooo rtblr bestek" «m testament vermacht; 2) Otto Friedrich war an.i7°sHostT Gvttorfsischer Cammer - Juncker und Obrist - Lieutenant von Garde; ;) Eustachius blieb an. i?°6 als Kayferlicher L Adiutant in der belagerung Turin. .Ä Ex. x.iLr. Lknen-tLiel ciieier iLmuie. " Görlitz / eine von den s städten in der Ober-Laußnitz, an der Misse gelegen, ist von langen zelten her vor die volckreichste st Z rn gantz Laußnitz gehalten worden. Wei sie auch die vocnebmll- stadt in dem Görlitzer - cräyse ist, welchen Car^s IV an zu einem Furstenthum erhoben, so besitzt sie bey den land-'ta un tue nächste stelle nach Bautzen. Es wird auch an diesem ort von den .land - Standen dieses crayses jährlich nach dem fest der "heil" ; Konrge em land- tag, und zu verschiedenen zeiten des jahrs auf dem daselbst befindlichen Vogts-Hof das land-zeucht gehalten, worinnen der amts- Hauptmann selbigen cräyses das führet, und die 2 ältesten, wie auch die Deputirten der städte Kör- litz, Zlttau und Lauban zu ^lll-nt>ren hat. Jedoch -lcxc-xlgt das Görlitzische amt von dem Bautznischen ober-amt. Vor dem 8. Niclaus - thor wird das heilige grab aezeiget, welches Geora Emrich, Ritter des heiligen grabs, und Bürgermeister der stadt Gorlitz, bey seiner wiederkunfft von Jerusalem an. 1481 aufdiese art, wie er es an. 1460 selbst zu Jerusalem gesehen, mit grossen kosten hat erbauen lassen. Es ist auch ein D'mn-tmm daselbst, welches auf Kaysers Maximiliani l Vergünstigung an. igüz in dem Franciscaner- klostcr angelegt worden. Die 8. Petri- und Pauli - kirch ist ehemals gar kostbar gewesen, als welche von dem 8 may an. 142; bis den i? aug. an. 1497, und also 74jähr,; mo- nat und 7 tage gebaut worden, so aber an. 1691 nebst einem grossen theil der stadt ini brand aufflog. An. 1716 hat sie gleichfalls durchs feuer ein grosses erlitten. Eine halbe weile von der stadt ist der hohe berg, von welchem man gantz Ober-Laußnitz übersehen kan, und der gemeiniglich die länds - crone genennet wird. Vor altcrs sind allhier zwey starcke fchlösser einander gegenüber gestanden, welche an. 112? vor die Haupt-vestung dieses lands gehalten, und durch der Sächsischen Fürsten lchns - leute besessen worden. Weil aber nach der zeit etliche räuber ihren auffmihalt darinnen suchten, hat sie die stadt Görlitz um 600 marck an sich erkaufst, und mit crlaubniß Kaysers Sigismundi an. 1422 ge- schlciffet. Nach Hagecii bericht hat die gegend da herum ^,i«rlro geheißen, und ist solches ohne zwciffel von den kni-ii;, so ein stla- vischcs volck gewesen, hergerührt, wie deim auch eine kiil-L vi- genennet, wider sie voin Teutschen Reich, geordnet gewesen. Nach diesem ist die gegend um Görlitz warcwL ei-Mc-mis geheißen worden, und unter die cron Böhmen gekommen; zuerst aber hat die gegend , „ach dem Wasser Ncissc, woran sie gelegen, gchcissen. Der stadt Görlitz namen fclbcr ist Wendisch, und bedeutet so viel als brandstadt. Denn vorher» war an diesem ort nur ein dorff, so Drebenau dieß, welches der Böhinische Hertzvg Sodieslaus I in einen marck-flecken verwandelt, worzn er noch aus der höhe, wo ietzo der so genannte Vogts-Hof lieget, ein vcstes haust erbaute; es brandte aber dieser flecken an. 11; 1 ab, daher legte gedachter Hertzog nachmals dafür eine stadt an, welche den namen irol-rii- ober Brandstadt bekam. vill. D-,«-,« ci>wn. Xtcrlcbu-g. I. 4 ckron. lcrixrorc 5 tzuizilc. ßeoßrLxkis mcllii Lvi x. 496 nomenclsror urriurguc I-u- t 4 ri.x. commcnr. rer. l.uszr. LNliLlc! Lorli- centz l mcrclcvv. ck,cn-lcmxcl. clc §. 8. x. 24. Görne / eine Adeliche familie in der Marck Brandenburg. Christovhorus, üeninn Mid Lsnonicus zu Magdeburg, war ein sohkl Tbomä, und hinterließ Christoph Georg, der Marckischen Rittcrschaffl, und Dom - Dechant zu Brandenburg. Von demselben stamt her Friedrich von Görnc, Herr aufGollwitz, Kemnitz und Lünow, der noch an.1714 als Königlich-Preußischer gehcimb- dcr Amts-Cammcr-Präsident, General-kin->ncie„-Rath, oircüor der Chur-Märckifchen landschafft, und Dom - Dechant zu Brandenburg florirte. ex Lttcl. Görtschach / eine Hcrrschafft nebst einem schloß in .Ober- Crain, zwischen Lanbach und Crainburg, welche der Kayser den Bischöffen zu Laydach an. 1461 geschencket, auch NachgchcndS demsclbigcn die ober - gerichtbarkcit und das darüber eingeräumt. Das neue schloß, so die gedachten Bischoffe angelegt, ist ein prächtiges gebäude; von dem alten aber, welches einer mmmchro erloschenen Freyherrlichen familie den namen gegeben, sind auf einem nahe dabey gelegenen bcrg nur noch die nimm zu sehen, ekr. öcs 14 , Lrzin I, !l. Görtz / eine gefürstete Grafschafft an den gräntzen von Friaul und des Hertzogthums Crain gelegen. Es gehörte selbige z» oer alten ProviNtz iilvi-uw. und wäre an besondere Grafen aus vcm Andcchslfchen gcfchlccht gefallendie >nan auch ehemals PtE grasen in Käriidtcii, ingleichem Pfaltzgraftn in Pusterthal mw Kärndten genennet- Der erste Graf ist Albertus I, Grafen von Andcchs söhn, so um« jähr n;° gelebt. Dimm gor goe Mte sein söhn Henricus um das jähr 1190. Diesem Alberto N, welcher mit seiner gemahlin Mechtild, Hertzogin von Meran, ttvgte Mcinhardum / Grafen zu Gortz und Tyrol, welche letztere Maffchafft er durch eine Tyrolische Printzeßin erhielt. Er hinterließ Adelheid Friderici, Grafen vol^Ortenburg, gemahlin; Main- radum, der mit seiner gemahlin Elisabeth« aus dem hauß Bayern Wsabetham , Kayftrs Alberti I gemahlin, zeugte; Henricum , Grafen von Tyrol/ so an.izo; ohne erben verstarb; Ottonem,der Amiam/ Churfürst Rudolphi von derPfaltz gemahlin hinterließ „edst Elisabeth«, Königs Petri II aus Sicilien / gemahlin; und Albertum, einen vater Margaretha, BurggrafFriedrichs zu Nürnberg gemahlin. Mainradi anderer söhn war Albertus / der mit Offinia, Gräfin zu Ortenburg, zeugte Albertum, Henricum und Minhardum III. Dieser vflantzte das gcfchlccht fort / und hatte von seiner gemahlin, einer Gräfin von Pfannenberg / Johannem Minhardum, Johannem Henricum, Mainhardum und Conra- dum. Die übrigen stürben ohne erben / allein Johannes Henricus hinterließ Leouhardum, Johannem und Henricum. Dieser hatte mit seiner gemahlin / Catharina von Cilley / Feidericum und Udal- ricum/ so unverehlicht stürbe» / und Ursulam, GrafHeinrichs von Schaumburg gemahlin. Johannes aber hinterließ Henricum, der von Elisabeth« / Hertzogs Leopoldi zu Oesterreich tochter, Leonhardum hinterließ / und dieser wiederum einen söhn/ Leonhar- dum genannt, welchem / weil ,er an. i;oi unverehlicht verstarb/ Kayftr Maximilianus I / vermöge einer alten mir den Grafen von Tyrol aufgerichteten erb - Verbrüderung succedirte, welches auch in den von den Kaysern Marimiliano I und Ferdinando II mit der Republic Venedig aufgerichteten Verträgen bey dem hauß Oesterreich bestätigt worden. Die vornehmsten örter dieser Graf- schafft find Görtz an dem fluß Lisonzo gelegen / z oder 4 meilen von äquiliL-c>rsäilcr. oder Gradisch / welches eine sehr starcke vestung / und von den Vmetianern zum öfftern vergebens angegriffen worden / worgegen sie aber die vestung Palm« erbaut / ferner Canlae / GeiNÜnd/ic. lpis^el cler ciirei, l.z eiv. Lerm.üeram. j>, z p. zo. Lttrs/-. Z/eroÄ. ?. i p. 401. Görtzke / ein »r-altes Adeliches geschlecht in dem Magdebur- gischen und der Marck Brandenburg. Walther verschrieb an.i;?8 Fürst Johanni I zu Anhalt das jus p-won-irus über den altar 8. Theobaldi in 8. Nicolai - kirche zu Zerbst. Heinrich war an. i4;o Abt zu 8. Cornelii - Münster / welche würde daselbst auch Johann von Görtzke an. 1620 besessen. In dem zo-jährigen krieg war ein Schwedischer Obrister von Görtzke bekannt. Jacob Melchior lebte zu derselben zeit als khnr - Brandcnburgischer Generalkriegs-CommiitLriu». Joachim Ernst stockte an. 1680 als Chur- Brar.denburgifcher gehermbder kriegs - Rath/ General-Lieutenant lind Louvcrneur zu CÜstriN. bist. Lerm. kacr. Lclivv. Kriegs - gclcb. Goes / ist 1) eine grosse und feine stadt aufder Seeländifchen insul Sud-Beveland/ nebst einem Hafen, an dem östlichen auslauff der Scheide / wovon bisweilen die gantze gedachte insul das land von Goes genennet wird. 2) eine mittelmäßige stadt in der Portugiesischen lanbschaffi Beira / z bis 6 Teutsche meilen von Coim- bra ost-wärts gelegen / und zwar an dem fluß Seira in ernem zwischen zwey hohen gebürgen befindlichen that. ;) eine Nonnen- Abtey Benedictiner - ordens in der Steyermarck / nicht wett von Leuben, an der Mura gelegen / welche von Adela einer Gräfin von Leuben gestifftet / und von Kayftr Henrico II mit ansehnlichen einkünfften versehen worden, lleiic. Ue ?orcuz-t p. 752. big. Lallst,. I. 6. Goes / (Damianus) wurde in dem flecken Alenquer in Portuzall gebühren / und an des Königs Emanuelis Hof erzogen / allwo er auch nebst seinem bruder Fructv von Goes / Königlichem Cam- mer-Juncker, in bedicnung stunde. Der Konig brauchte ihn m den wichtigsten angelegenheiten / und schickte ihn in Frankreich, in die Niederlande, nach Teutschland und in Polen / auf welchen reifen er 24 jähr zubrachte. An. iz;4 gieng er nach Padua, und studirte daselbst 4 jähr, machte auch mit dem Cardinal Bembo, Sadoleto und Madruccio freundschasst. Er vermahlte sich mit Johanna von Harzen aus dem Haag, und setzte sich zu Löwen. Als die Frantzosen diesen ort an. 1 Z4r belagerten, leistete er seines vrtS gute dienste, halfst zur gegenwehr verschiedene auffalten machen , führte auch die Studenten an, und da man von einem vergleich zu sprechen anfienge, ließ er sich mit anderen darzu llepm,- ren; allein, da der Hertzog von Longueville, so die Frantzosen cvminandirte, bey der Oepunrten anderer herauskunfft die ltadt selbst forderte, und nur eine halbe stund zeit zur bcrathschlaguug ließ, bliebe Goes, alldieweil die andere deßwegen m die stadt zurück kehrten, draussen bey dem Hertzog, in der meynung, wie er sich hernach entschuldigte, denselben desto leichter zu befanfftigen. Wein, alldieweil er also bey deme war, geschahe es, daß die von Löwen an statt einer antwort aufdie Frantzosen, welche ohi;e sorg unter demgeschütz der wallen stunden, feuer gaben, wovon sie zwar alsofort zerstieben , und Goes wider ftinen willen bey ihnen verbleiben muste. Wie sie sich nun mit zimlichem schein beschwarten, daß man unter währendem stillstand auf sie gefeuret, nahmen fie diesen vepucirten in ihrem abzug mit sich, hielten ihne zu^aon in der Picardie hart gefangen, und ranzionirten wne zuletzt um 9220 st.; wobey er noch dieses Unglück hatte, daß dre von Löwen, an statt diese summ für ihne zu bezahlen, ftlbigen noch der coiiu- 6on mit dem feind anklagten, weil er ohne befiehl bey deme draussen verblieben, und so gar einen vornehmen allda studierenden Frantzosen, welchen des Darniani freunde gegen dene gefangen zu halten, und nicht änderst als nach dessen befreyung loß zu lass , goe göt 52z cutsckllmen'" vorwand der universitäts - freyheiten schreibung und klag an den Kayftr Carolum V aufaeftnt seinen »puscu!,s?al?>n 8cI,-,E darinnsoLerL^ ^e>> behauptet, und also auch von ihro die erfttzunq seines scha- dens forderet) einer grossen Unfreundlichkeit. Endlich, da er schon bey zimlichem alter war, erhielt er «rcire, wieder in Portugal! m vmme-i, und die Historie deffelbigen Reichs zu fthreiben U ^sondere ehre , H er allda genoß, machte ihm viel neider, welche es letztlich dahin brachten, daß er in arrest kam; da man ihn denn todt m fernem Hanse fand, ohne zu wissen, ob er am schlag gestorben , oder ob rhn ftme feinde erdrosselt. Er hatte einen söhn, namens Emanuel. Man hat an schrifftcn von ihm: llöem. rciig/o- ncn, morxsgue Lkliiopum ; cieplorsrioncm llsppisn« Zeiiris; com. kncntsri» rerum ßegsrum in Inclia L l^ullkLni; »n. i^z8 ; lle i-ebus iMporio l.rilir«>noruin; urlliz clescripillonem, äc llilll. ttissrn. I)E ä I. c. Goes / (Johannes von) Cardinal und Bischofs zu Gurck, war aus einem vornehmen Niederländischen geschlecht, welches von dem vorher gedachten Damiano herstammet, an. >ün geboh- ren. Durch seinen ioi.-len verstand, wissenschafft sehr vieler sprachen, und absonderliche geschicklichkcit zu n^on/rcii , fttzte er sich an dcm Kayjerlichen Hof in gutes ansehen. Der Kayftr Ferdinan- dus III machte ihn zum Reichs-Hof-Ratb, und Leopoldus schickte ihn an. 1662 wegen vorstehendem frieden als Gesandten an den Aly Bassa nach Temeswar. Als dieser mit ins seid gieng, folgte er der Turckischen armee, und hatte an. 166; bey dem Groß-Ve« zier audientz. An. 1664, nach der bey 8. Gotkhard erhaltenen victone, tractirte er mit der Ottomannischen Pforte einen stillstand auf24 jähr, und da solches erfolgt, trat er in den geistlichen stand; worauf ihm der Kayftr an. 1676 das in Kärnthen gelegene ,Bißthum Gurck verliehe. Nachmals war er Kayserlicher ?"-><:!- p2>. Bevollmächtigter bey den Niemägischen friedens - tractaten mit der cron Franckreich. An. 1686 den 2 ftpt. erhub ihn der Pabst Jnnocentius XI zu der Cardinals-würde. Nach dessen tod empsteng er , das inreresse des Hauses Oesterreich in dem concisvs in acht zu nehmen; er kam aber eben denselben tag nach Rom, da Alexandre VIII erhebung publicirt wurde, von dessen Händen er auch den Cardinals - Hut emvfieng. Nachgehends sind ihm eine lange zeit die angelegenheiten des Kayserlichcn Hofs bey dem Pabstlichen stuhl anvertraut gewesen, wobey er sich einen allgemeinen rühm erworben. Endlich starb er zu Rom an. 1696 den 19 oct., und vermachte in seinem testament dem Kayftrlichen seid - spital 70200 scudi. kü-llen-ij,. z>. zrc>,0?,er. conr, ?. r p. 24s. vcrvv. Lurop. ?, 8 -A. llisrium I.eopo>lli Lc. Goes / (Johannes Petrus Graf von) Herr zu Carlsberg/Kay- serl. und Königl. Spanischer würcklicher geheimer Rath, Cäm» merer und Landes-Hauptmann in Kärnthen, war dcs vorhcrge- dachten Cardinals bruders söhn. Er wurde an. -sgs „ach vollendeten reisen und lluciill von Kayftr Leopolds zum Reichs-Hofraht gemacht, und nachgehends in wichtigen angelegenheiten nach Rom geschickt, allwo er etliche jähre verbliebe. An. 1698 muste er als Gesandter zu den General-Staaten gehen, da er nachhero nebst dem cKsr-Äer als cxcl-->c,rcij„srj-Gesandter, auch den als Spanischer -rmbsli-äeui- bekommen , nachdem er schon zuvor an. 1701 Kayftr!. geheimder Rath worden. Allda bediente er den König Carolum III bey seiner anwesenheit in Holland, te die gcschäffte iu den eroberten Niederlanden mit, und wohnte den verschiedenen srie- dens-handlungen bey. Insonderheit handelte er an. 171; aufdem friedens-co,iZ,ell zu Baadcn als erster Kayserlicher Bevollmächtigter alles ab, und unterzeichnete nach ankunfft des Printzen Enge« nii von Savoyen, als anderer?-«-nssotenc>srius, den frieden. Hie, rauf ernennte ihn der Kayftr zum Landes-Hauptmann in dem Hcr- tzogthum Kärnthen, da er den mertz an. 1716 gestorben. An. 169; den 14 oct. bat er sich zu Rom mit Anna Apollonia, Rudolphi Grafen von Sintzendorss tochter, vermählet, und ist auch von deren mit-erben beyderley geschlechts gesegnet worden. * Gösgen/ ein schloß, flecken undHerrschafftan der Aar, eine stunde über Arau in dem Canton Solothurn gelegen, hatte vor diesem eigne Freyherren/kam hernach an die Freyherren von Bcch- burq und Falckenstcin; Thomas aber verkaufst solche an. 1458 um 8202 fl.und letztlich an die stadtSolothurn/welche emenLand-Vogt dahin fetzet. Ikezr. Solocl. ?. r. p. ;7-. * Goetius / llc /Win,IMS, siehe Vattaglm. ^ Göttfahrt / Gottfarch / eine uralte Adeliche familie in Thu« rinaen, von welcher Hans, Dietrich und Leutolph an. 1457 bett Caspar, Rath und HosMarschall zu Gotha, war der erste von den 60 Personen, so an. 1 zü7 eben rn der stadt an den Churfürsten Augustum ergeben mustc,auf Grumpaü s anstifften sollen enthauptet werden. Hans Caspar hat an. 1 (97 und Valentin an. 16;; ebenfalls die stelle eines Raths und Hof-Mar- Walls zu Gotha erhalten./?ans Christoph und Hans George, fürstliche Weymarische Rathe, haben an» 1590 die bruderichasst wider das fluchen mit unterschrieben. Christian Heinrich war an. ^°2 Cam!nmuncker zr. Weymar, und hat das geschlecht fortgc- pflantzet. Elle» Lnnal. L. o. Göttintten/ eine Chur-Braunschweigifche stadt und festung in dem Fürstenthum Calenberg,welche von an. 1279 biß ^emer 524 besondern linie der Hertzoge von Braunschweig den namen gege» den, deren land auch das Fürstenthum Oberwald genennet worden. Die stadt ligt an der Leine, welche 4 Meilen über Eimbeck durchfleußt , hat ihren namen entweder von der fruchtbaren gegend, (wie sie denn in alten briefen auch Gutding genennet wird) oder von den Gotben, welche samt den Ungarn Kayser Henricus I an. 9)2 um diese gegend überwunden, und daraufan. 9;; allhier das erste turnicr gehalten. Aber , wie wenig man auch an dem sieg und thurnier zweifeln will, so lasset sich doch der bericht von den Gorhen nicht annehmen , weilen deren unter den Ungarischen geschichten dieser zeit gar nicht gedacht wird. An. 1119 hat Lvtharius, Her» tzog zu «Lachsen , der darauf Kayser worden, gleichfalls ein turnicr allhier gehalten, «voraus abzunehmen, daß der ort schon damals in ziemlichem stand gewesen seyn muß. Ja sechsten die Kayser Hen- rirus I und II, ingleichem Otto III und IV, wie auch Lvtharius haben zum öfftern theils hier,theils auf dem daran gelegenen schloß oder bürg Grona ihr Hof-lager gehabt. An. 968 ist die Neustadt ge- gen abend zu bauen angefangen, an.«; 19 aber die stadt wieder um ein merckliches erweitert und befestiget «norden. Weil sie auf den gräntzen von Hessen und Thüringen ligt,habe«) die sächsische Kayser sich derselben wider ihre feinde, und die (sächsische Hertzogc wider die Schwäbische» Kayser zum öfftern bedienet; es ist ihrer auch im dreyßigiährige» kriege nicht verschont worden. Doch hat sie an. i6;r sich wider den Grafen von Pappenheim und an. 1641 wider den Piccolomini tapffer gewehret, wie denn das andencken der letztem belagcrung und erlösung jährlich geschert wird. Die stadt «st im übrigen so groß als Lüneburg, und braucht man eine stunde sie auf dem wall zu umgehen. Es sind ; pfarr-kirchen allhier, und ein an. 1586 von Hertzog Julio gestisstetes welches die nachfolgenden Lertzoge in gutem stand zu erhalten gesucht, und noch an. l?>8 hat es der König in Engelland und Churfürst zu Hannover mit einer biblothec zu versehen angefangen. Die stadt har ehcdeffen sonderlich grossen tuch-handel getrieben, so daß sich an. 147; 800 mcister des tuchmacher-handwerckü daselbst befunden; welches zwar ziemlich abgenommen, doch so, daß die stadt sich nichts desto weniger wegen des fruchtbaren bodcns, und gelegen» heit zur kauffmannfchafft in guten« stände befindet. rop<>^. LrunlVvic. p. 9». leg. priiclcst. r-iuinpiiz!. rvm. 1.1.1 kol, I. Hlü/- /exl akbiltzmiß cicr Ürtzc Qöciingen. prollrom. monumcnr. Lürkinzcnll (Nöye/ (Georg) war zu Weimar ohmveit Jena an. «6«; den 1 - «un.'gebohrcn. (sein valer gleiches naiiicns, «var bey den Herren Scheuchen von Tautcndurg inund-koch. In seiner fugend «vard er dein «.-stör Mitternacht zu Naumburg, und nachmals Bergern zu Halle untergeben. Er studirte darauf zu Jena, und ward von dein Wemnarischcn Cantzlcr zum Hofmeister seiner söhne ange- nomcn.An. l üü; gab man ihm die p-ofell,oncm ertiiccr zuJcna,und vcrhcyrathcte er sich mit Johannis Musäi tochter, mit welcher er 6 töchter erzeugte. An. 1672 ward er nach Erfurt bcruffen, kam aber bald wieder nach Jena, und ward an. 1681 nach Hildesbcim zum r-liv-L ?rimario vocirct. An. «684kam er nach Jena zurück, wurde und 3us>erinrc,»t-nz, „aoligehends Fürstl. Eise- nachischer Kirchen-Ralh, Ober-Hof-Prediger nnd Gencral-Su?cr. inic,ict-n5. Er starb an. 1Ü99 den ; april. Man hat von ihm com- mcnlLrium über I.is>lii nionir. L: cxcmpia poblicz ; scsioigz 8z>LNL,; lcich-abdanckungen ek rticroric-m ccclcll^liicsm.^iaw^. lle Ln. 1699 ?- r68. meinor. tzcc. 6. Götz und Schwailensiiest / eine Adeliche familie i» Schlesien , welche sich sonderlich bey der Republic Breßlau einen unsterblichen ««amen erworben. Sie ist auch in dem Oelßnischcn begütert, und schreibt sich aus dem Hause Laubske im Dernstädlischen Wcich- bildc. Hans von Götz und Schwanenfließ auf Hüfichcn, Pcl, schütz rc. war auä Brircnstadt in Franckcn gebürtig, wurde zu Breßlau an. 164; ein mitglied des Raths, undan. «ü^i »r». lc,, wie auch Kayserlichcr Rath. Er starb an. 1677. Sein ältester söhn, Magnus Antonius, wurde glcichfals an dein gedachten ort kr-tc, , und starb an. 1714. Levlc» cu->o» Götzen / eine Reichs-Gräflichc familie in Böhmen und Schlesien , welche ihre ankunffl aus dem Lüneburgifchcn hat, allwo sie, gleichwie auch in Sachsen und in der Marck Brandenburg von un- dencklichcn zeitcn her in grossem ansehen gestanden. Peter von Götzen aufZehlcndorffundZütlsdorffhmterlicß2 söhne: i)Petriun, welcher an. -6,8 in der Wacht beyFloth, als Kayscrlicker Ge- ncral-Feld-Wachtmcistcr und Obrister zu fuß geblieben, 2) Johan- ncin, Kanserliche» General-Fcld-Marfchall, welcher die Gräsiiche würde vor sich und seine llciccnll-mcn erhalten. Von ihm handelt der folgende articul. Er hat sich 2 mal vermählt gehabt: die erste gcmahlin Elisabeth von Falckcn, qebahr ihm i) Sigismundum Arider,cum, welcher sein geschlccht in Böhmen sortgepflantzct hat, und in einem absonderlichen articul beschrieben wird. 2) Johannen« Georgium, von den, so fort. Die andere brachte ihm die in dem Lignitzischcn Fürstenthum gelegene Hcrrfchafft Kaltwasscr zu. Jctztgedacht"r Johannes Georgius erbte von seiner sticff-muter die jcyt-crwehnte Hcrrfchafft, und that nach seines vaters tobe als Rittmeister unter den« Gcncral-Montccuculi dicnste. An. 1649 wurde er Kayserlichcr würcklicher Cäinmerer, und an. 164; bekam er die Lands-Hauptmannschafft zu Glatz. An. «6;? ernennte ihn Kayser Levpoldus zum würcklichengeheimden Rath, und an. iüSi wurden ibm die lehn-gütcr Scharffencck und Tuntschendorff ---«fern t. Er starb an. 1681, und hinterließ von seiner ersten gemahlin, einer Gräfin von Hoditz, nebst ; töchtcrn ; söhne: 1) Johannen« Ernestum, von dem hernach. 2) Johannen« Jgnatium, anfangs Dragoner-Hauptmann, und hernach Landes-äitesten in dem Für- welcher in Ungarn ln emem -tue,, geblieben. Seine andere lin «var eine Gräfin von Nostitz, die sich nachmals an den Grast» von Sedlmzk« vermahlet. Obgedachter Johann Ernst, KayM eher Cammer-Herr, und Mannrechts-Beysitzer der Grass^» Glatz, hinterließ von emer Gräfin von Lichtenstein-) SZ Francrscam Antonmm, welche an. 1714 an Georg Oliver fen von Wallis, Kayserlichen Cammerer und General-Fe dmm- schall-Lieutenant, vermahlt worden. 2)Johannem Francistum Antonluin Bonaventuram, Grafen von Götz, Erb-Herrn auf Scharffencck rc. welcher mit einer von Stillfried an. 1716 Johannen« Carolum Jo,ephum gezeuget. Ä»«/» 8clil-k. curiof. Götzen/(Johann Graf von) Kayserlichcr General-Feld-Marschall, war ein söhn Petri von Götzen aufZehlendorffund FüUs- dorff,und Evävon Samleben, geböhrenan. 1 z99. An. isizariff er von den büchern zu dem degen, und diente anfänglich den Böl^ mischen Standen , hernach aber unter Graf Ernst von Mansfeld alsObrister-Lieutenant. An. isrWat er in Kayferliche dienste, ward Obrister über ein regiment zu fusse, und stund unter des Her- tzogs von Friedland armee in Pommern, wo er auch Gouverneur der iiisul Rügen ward. Die stadt Passewalck wurde ihm zu seinem quartier altizmrt, weil aber die bürger indessen die Schweden eingelassen , ruckte er vor selbige, und eroberte sie mit stürm, allwo so gleich entietzliche grausamkeiten verübet wurden,welche doch in der that den Kayserlichen inehr schädlich als nützlich waren, und nur die Verbitterung der Protestanten vermehren musten. An. i6;r überfiel er den Schwedischen Obristen Bodcck in der Niedcr-Lauß- nitzzu Cotbuß, undrmnirleseinerwuppengäntzlich. An. ,S;;er- hub ihn der Kayser Ferdinandus III in den alten Freyherrn-stand, und ernennte ihn zum General-Major, da er sich ein regiment cü- raßirer anwarb. An. 16,4 ward ihm das cummLn-j» über die Kayferliche armee in Schlesien anvertrauet, wo er in kurtzer zeit fast gantz Ober-Schlesien r-cup-sirte. Hierauf stieß er mit'semer armee zu König FerdiuandolV, «md com mLntzirtc den rechten Hügel in der Wacht bey Nördlingen, allwo er den feindlichen lincken flügel in Unordnung brachte, und zu dem siege den ansang machte. An. 16; ;, da er den Reichs-Grafen-stand erhalten, nadmerdie stadt Würtzburg ein, und tziogurte den Schwedischen General- Maior Ramsay in der stadt Hanau. An. iszü ward ihm die bisher von dem Grafen zu Gronsfcld geführte armee untergeben, um damit wider Landgraf Wilhelm zu Hessen zu agiren, da er dem Lemgau, Bielefeld, Hirschfeld, Homburg, Paderborn, Dortmund, Lingen, Werle und Hamm eroberte. Bey Torsten schlug er den Hessischen General Melandcr aufs Haupt, und nöthigte Landgraf Wilhelm, gantz Wcstphalen zu verlassen. Von dar begab er sich in Thüringen , coi-iui-Z rle sich mit dem Kayserlichen General Hatz- feld bey Treffurt, schloß den General Banier bey Torgau ein, und verfolgte ihn, als er durchgebrochen «var, bis in Pommern. Von dannc» begab er sich zurück in Hessen, und «volle nach Landgraf Wilhelms tode Landgraf Georgen von Darmstadt als Vormund des Caffelifchen antheils einführen, so aber beygelegt wurde. An. iü;8 wurde er Feld-Marschall, und comm^ntzirtemit dem vuc- -U Savclli die Reichs-armee, wo er beordert war, die von Hertzog Bernhard belagerte stadt Brysach zu entsetzen. Er brachte auch einigen Proviant m die stadt; den zo jul. aber, als der vucz -u So- velli Mit der Lv-mx-rtz- ohne einige kundschafft zuweit voraus gieng, wurde derselbe überfallen, und in die flucht geschlagen; mit dem Überrest der armes hielt sich Götze sehr tavffcr, conjungwte sich mit dem Grafen Lamboy,fiel die Weymarifche schantze an,eroberte eine schiff-brückc,und erlangte anfangs einigen Vortheil, muste aber endlich, weil er zu schwach, weichen, und vcrlohre so wohl in des vorgegangenen treffen, als durch ausrcissung in den beschwärlichen Marschen fast seine gantze armee , da man ihm dann einiges versehen ober vielmehr Verständniß mit den Frantzoscn und Schweden bcymessen wolle, und deswegen nach Jngolst'adt in »"«ir brachte. Er bekam aber an. 1641 nicht nur seine freyhcit, sondern erhielt auch an. 164; das commsnllo über die Kayferliche armee m Schlesien,welches er bis an. 1644 höchst rühmlich führte. In dem letztgcdachten jähre comm-nciJte er auch eine armee wider den Fürsten Raaozzi in Siebenbürgen, und nöthigte selbigen die bela- gerung von 8. Andreas mit Verlust aufzuheben. An. 164z, als der Schwedische General Torstensoh» in Böhmen einbrach, ward er aus Ungarn bcrussen, stieß zu dem Kayserlichen General, Grafen von Hatzfeld, und vcrlohr den 24 ftbr. bey Jancow durch eine sal» conct-kugel sein leben. Von seinem ehestand siehe den vorhergehen« den articul. comarem. rcr. Auec. /e E. ail Xlär. cle Quedrisnc, * - Götzen/(Sigmund Friedrich, Grafvon) ein söhn des vorhergehenden , «var anfänglich unter des Freyherr» von Sporck reE mcnt Rittmeister, wurde hieraufObrister-Lieutcnant, undendlicy Obrister zu pferd. An. 1648 halff er die von den Schweden be a« gcrte stadt Prag llef-n-twen, ward auch aus derselben an Mltz- grafen Carl Gustav in das laqer gesendet, und Kanftr Ferdmari- dus III «nachte ihn zu seinem Cammerherrn. An. iS; 7 wohnte er unter dem Grafen von Hatzfeld der eroberung Cracau bey, un» stund nach dessen tode unter General Montccuculi als Gencrai- Wachtmeistcr. Hierauf diente er Churfürst Friedrich WflhelM von Brandenburg wider Schweden, bis er nach erfolgten« sneoei« wieder in die Kayserlichen erblandc gegangen , und hieram vem Kayser als General-Feld-Marschall-Lieutcnant in Siebenbürgen gedienet. Er starb aber den 1; jan. an. 1662. Von feme» söhnen florirte noch an. «700 Sigmund Friedrich, Grafvon Gotzen^ws M' ,!Mti lÄ^i» listiv ti»Di »«ckl» W d » Zog gol LaMicher gcheimder Rath, Cammer-Herr und Statthalter in Gog und Magog /werden zum öfftern in heiliger schrifft angeführet, und zwar, wie Iosephus will, die Scytifchen völcker dadurch amumercken. Hleronymus über den Ezechiel behauptet, man müsse selbige m verblümtem verstände nehmen.Einige andere rk-ologi halten davor, daß die prophezeyungen Ezechiels, Daniels und der offenbahrung von diesem Gog vornemlich auf die Türcken gehen, welche m diesen letzten zeiten den Christen sich widersetzen, gleichwre zuvor die Asiatischen und Syrischen Könige unter diesem narnen verstanden worden,weil sie die Iüden verfolgten. jn pkL>cg. Goga/ eine kleine Ost-Indianische stadt nebst einem schönen haven in den Herrschafften des grossen Mogols im Königreich Gu- Zurate,und bey dem meer-busen von Cambaya. - Vogmagog-Hills / ist ein Engelländisch gebürg, so 2 Meilen iud-ostwarts von Cambridge ligt, aufdessen spitze ein Wald zu finden , der vor zelten mitgräben so bevestiget war, daß man ihn vor unüberwindlich hielt. Man glaubet, daß es eine von den vestungen der Dynen gewesen. Gohorri / (Jacob) von Paris, zugenannt Soiirsnur, ein kliiio. lopiiur und ?-otellor kisMcliirruiii, hat cie lwu s,L> Gojam/ ein Königreich in Abyßinien, ist so wohl deswegen, weil darinnen der Ursprung des Nili entdecket worden, als auch wegen seiner läge berühmt, indem es fast um und um von dem flus- se Wo wie eine halb-insul umgeben, und nach Godigni erzehlung, r8 Provintzen haben soll. kill. -L-kiop. l-5 6018 > waren metzger von Paris, welche der Graf von 8 . Paul in t^v-ur des Hcrtzogs von Burgund werben ließ. Eigentlich waren es ; brüder aus Paris, von Lhoma ie Gois, gleichfalls einem metzger, gebohren, und harten unter Königs Caroli VI re- gierung zustimmen die fleisch-banck zu Oen-v-evc in Paris. Franckreich war damals in zwey klonen getheilet, die von Or- leans,genannt von Armagnac, und die von Burgund. Diese metzger,zu welchen sich noch andere gleicher art gesellten,nahmen,nebst einigen henckers-knechten und schergen, die parthey des Hertzogs von Burgund an, und Mieten viel unsug in Paris, indem sie alle diejenigen, welche sie r>on der parthey des Armagnacs zu seyn hielten, plünderten und tödteten. U-/-W kill-»,- cje Lksr- l» VI. (Noito / eine kleine, aber sehr lustig gelegene stadt in dem Her- tzogthum Mantua,an dem fluß Mincio, dritt-halb messen oberhalb der stadt Mantua. Es befindet sich daselbst ein gar artiges schloß, nebst einem lust-und thier-garten. Es ist auch, zumal in dem Spanischen lucccliions kriege,dieser ort zimlich bevestigt worden, s-l,««- Golain/ (Johannes) ein Carmelit,gebürtig aus der Normau- dic,lebte in dem 4 llcuw, wurde v->-llor zu Paris und ?rovinc,s! seines vrdcns,auch ?->or zu Rouan. Carolus Sapiens liebte ihn sehr, und bewog ihn, Ourancii rscionLle clivinorulN oillciorum in die Frantzöfische spräche zu übersttzen. Er hat auch andere fachen geschrieben, als luper msgillrum lenrencisrum; luper oillcio lnilH ; guLÜioner vLnaz. cicllript eccless Golconda / ist ein Ost-Jndianisches Königreich in der halb- insul disseits des Ganges gelegen, welches sich langst der ste, die ostwärts ligt, ausbreitet. Der fluß Guenga, welcher nord-wärts ligt, scheidet es zum theil von dem gebiet des grossen Mogols. Gegen abend hat es ein groß gebürge,wodurch es von dem Königreich De« can abgesondert wird; süd-wärts stösset es an das Königreich Bis- nagar. Das Königreich Golconda hat ein stuck von Bisnagar unter sich, wie auch die küste von Cvromandel bis an Coloran. Vor zeiten gehörte es zu dem Königreich Orixa, welches von dar an nord-wärts, unmittelbar aber auf der südlichen feite des flusses Guenga ligt. Aus den heutigen reise-beschreibungen erhellet, daß der grosse Mogol Herr über dieses Königreich ist,als welches er an. 1680 unter seine gemalt gebracht. Die stadt Golconda ist eine der «rösten und schönsten in gantz Indien. Sie wird insgemein Hei- der-Abud, und verstümmelt Hidrabaud genennet Sie soll von Heider-Scha erbauet worden seyn, der sie nach seinem namen genennet. Sie ligt am fusse eines berges , aufweichen eine vestung erbauet ist, mit namen Golconda. Über dieses machet noch der Königliche pallast gleichsam die dritte stadt aus. Die andern stad- te sind: Masulipatan, Narsingapatan, Petrapoli, Pahor, Virno- patan,rc. welche allesamt an der see liegen, und Cordipoli, welches ein unvergleichlich vester ort ist; auch finden sich in diesem Königreich noch verschiedene andere wohl beseitigte platze. Das Königreich Golconda ist wegen der darinnen befindlichen diamant-gruben sehr berühmt. Ausser dem ist es auch sehr reich an stütz , eisen und stahl. Die einwohner sind überaus vermögend, und dastand tragt sehr viel reiß, ungeachtet es über alle Massen bergicht ist. Der König ist ein Mahometaner von der Peruanischen secte. Man hat in Golconda die prächtigste psZoü- in gantz Indien, welcher tempel aber noch nicht gantz ausgebauet ist; insonderheit muß man sich über die grösse der steine verwundern. Der ort, wo man offters zu bäten pfleget, ist ein gantzer felsen von einer so ungemeinen grosse, daß 5 biß'600 männer 5 gantze jähr daran haben arbeiten müssen, ihn von einem orte zum andern und in eine rechte form zu bringen; gol 02s er eines von den wunderwürbigsten gebäX Drey E» E dieser stM stehet auch eine übeS An/mch !Ae/allwo der Konrg von Golconda begräbniß zu sehen, und täa» sich um 4 Uhr Nachmittags allen atmen, die dabin kommen alnin» werden. Wenn der König einen gerichts-tag hält, last er sich in einem ercker sehen, welcher auf den marckt hinaus ae- volck aber, welches daselbst etwas zu schaffen hat ^stehet ^"^'n gerade gegen dem throne über. Zwischen dem ercker und crd- r rechen stangen aufgerichtet, an deren ende seile angemachet find, die kreutz-wels uber einander lausten, welche reihen die gantze lange des marckts einnehmen. Wenn nun der König jemand herzu rüsten last, so wird das seil gleich gegen den ercker über herab gelassen, unter welchem em Staats-8°c,er»riu5Mt, der die bitt- schreiben anniwmet. Wann er dann deren ; oder ü überkommen hat, ,0 thut er sie in einen sack, zu welcher zeit gleich ein Kämmerling,der bey dem Komge in dem ercker stehet, ein seil herunter lässet, damit den sack m die hohe ziehet, und also die bitt-schreiben überreichet. Die vornehmen Herren des Reichs ziehen alle Montage nach der reche auf den leib-wacht, unter welchen einige sind, die; bis 6n>° reuter conimandkren, und unter den zelten um die stadt herum sich lagern. Wenn sie aufdie wacht ziehen, gehen sie aus ihren Häusern -um ; wenn sie aber fort Marschiren / lassen sie sich lN guter ordnung sehen, und ziehen in ihrem marsch gar prächtig auf. Erstlich kommen 10 oder -r elephanM, darauf oder 4-, camele,denen unterschiedliche carossen folgen, um welche herum die laqueyen und diener zu fusse gehen; darnach kommen die Handpferde , und letzlich der Herr, dem die eguippsZe zugehöret, mit lo oder 12 courriknen, die vor ihm her tanken und springen , und sodann folget seine cavallerie und infanterie. Es giebt in Golconda eine unzehliche menge huren , welche gehalten sind, ihre namen bey dem Daroga oder Stadtrichter in ein buch einschreiben zu lassen. Sie geben dem Könige keinen zinß; jedoch muß alle freytage eine gewisse anzahi von ihnen samt einer ßouvcrn-mjn mit music vor seinem ercker erscheinen, und vor ihm tantzen, ist aber der König nicht zugegen, so wird ihnen von einem eunuciw ein zeichen gegeben, daß sie wieder fortgehen sollen. Diese weibs-bilder können ihre glieder so künstlich auf alle weise drehen, daß, als einsten der regierende König die stadt Masulipatan gerne sehen wolle, nenne von ihnen sich so eng in einander schloffen, daß sie einen Elephanten vorstelleten, dergestalt, daß ihrer viere die 4 füsse prLlemireken, 4 den leib, und die letzte den russel. Aufdiesem vermeynten thier nun saß der König als' auf seinem throne, und hielte also seinen einzug in die stadt. Unter der regierung des Indianischen Königs Äbkar, welcher des Gehan-Guir vater war, erstreckte sich das gebiet des grossen Mogols nicht weiter,als biß nach Narbeder, allwo der fluß, welcher dadurch fliestet, sein Reich von dem gebiete des Raja von Narsinga, welches biß an das vorgebür» ge Comorin sich erstreckte, absonderte, so, daß alle andere «,->j-» einiger Massen seine Unterthanen und Vasallen waren. Dieser Raja war so mächtig, daß er 4 armeen zu fuß unter eben so viel Generalen auf den deinen halten konte, unter welchen der vornemste sein quartier in denjenigen landschafften hatte, woraus jctzo das Königreich Golconda bestehet. Der andere hatte die provintz Visapouk in»; der dritte Dultabat; und der vierdte Brampour. Als aber endlich der letzte Raja von Narsinga ohne erben verstarb, so maßten sich die Generals-personen die ihnen untergebene Provintzen eigenthümlich an, und liessen sich, nachdem sie einen herrlichen sieg wider Abkar, Den grossen Mogol, erhalten, tnuvcr-i-w Könige tikuli« ren. Gehan-Güir aber, Abkars söhn, brachte bald die lander des Königs von Brampour unter sich; Chagehan, des Gehan-Gmrs söhn, eroberte Dultabat, und Aurengzed, des Cha-Gehan söhn, den qrösten theil von Visapour. Was den König von Golconda anlanget , ließ sich der grosse Mogol mit ihm nicht in krieg ein,sondern als er sich zu einem jährlichen tribut von 200000 pagvds oder 40000-, krönen unserer müntze nach, verstünde, blieb er im frieden. Heut zu tag ist der mächtigste von diesen k-st-» der von Velou / welcher fern gebiet biß an das Capo von Comorin erstreckt, und eines theils m dem lande von Narsinga succe-llret hat. -je- m-ie-. Gold von Senffteneck, eine Adeliche und nunmehr Freyherr, liche familie, ist eine der berühmtesten und ansehnlichsten m dem Ertz-stifft Salyburg. N. lebte an. 146° und ward ein groß-vater Haimerani, der des Bischosss zu Passau, Urbanr von Trembach, schwester zur ehe gehabt, und dessen Hauptmann zu Mautern gewesen. Sein enckel Johann Ulrich,Ertz-Bisthvfllcher Obnster und Schloß-sbauptmann zu Saltzburg wurde i» den Freyherren-stand erhoben, und hatte unterschiedliche söhne, Paris Rudolph Ritter des Elephanten-ordens worden. Itemwsk. ?. 4 P. YA. Gaidneker / ein Adeliches geschlecht in Thüringen , davon cm» n Tbü^ einen söhn, namens J°hn; d,efe- ZAKch? rhü-i»,«-» ---»AU hinterließ z söhne. Aoristen findet man ausser dieser linie in dem Sachsen-Golhaisct?en von diesem geschkcht folgende: i »ermann, der in einem kauff-driefe über Piesel von an. 1444 als zeuge ange, führt wird. 2) Haus / der an. 149; von den Herzogen zu Sachsen mit Craycnburg belieben worden.;) Hartmann, welcher als Chur- Brandcnburgischer Obrister an. 1650 bey Röbcl in dem Mecklenburgischen über etliche Schwedische compagnien einigen Vortheil erhalten. 4) Hermann , welcher in eben demselben jähr Chur- BrandenbnrgischerCommendant in der festnng Peil; gewesen. /«X, Lnn.,1. !>.ix. /-»/e»-/. 8c!ivv. kricgs-^clcli. 6ox/,r war er noch zu Genff/ es gicng ihm aber gar schlecht; doch wandte er sich noch in selbigem fahr nach b'ausanne. weil er daselbst nur leichtern kosten leben konic. Kurtz daraufkam er wicdernach Genff/ da erden» aufbceiii rcc»ni.,^,Marion bey dem Hcrtzog von Bouillon secxcc-»-,», wurde/ welche stelle er aber nicht lang bekleidet/ wie man denn findet/ daß er bereits im fcbr. an. 160; zu Franckfnrt gewesen/ und an. i6o4cmeco»Mr,n,i zu Forsteg gehabt. An. 160; hielte ersieh zn Bischoffszell auf/ allwo sein zustand nicht der beste war / sonderlich wegen der rcligion / welche ihn auch bey seinen nächsten freunden verhaßt machte. An. -üc-6 war er zu Franeksurt/ allwo er sich verehlichtc/ und biß an. 1610 aufhielt/ wicwol er sich daselbst mehrcnthcils milbüchcr-schreiden «rnchrcn mnste. Ob er gleich Hoffnung an den Chue-Psältziscken hos zu kommen halte/ gienq es doch wieder zurück / hingegen bekam er den timl als ^achscn-Weimarischer Rath/ und machte vor dasselbe hauß einige cieyu^t>->„c», schrieb auch aufbefehl dcntractal «le m-jor.liu. Aus der vorrede des gcmcldtcn tractats siehet man / daß craii.161; an Graf Ernstcns von Schaucnburg Hof gekommen sey. Er starb endlich zu Gicsen / allwo er kurtz zuvor die Eantzlcr-stcNecrhaltcnhatte/ undzwarlmaug.an. ,6z;. ZuBrc- men ist seine biblischer befindlich. Scioppluä/ welcher ihn hastete/ weil er glaubte / daß der meiste bericht von seiner Person / welchen die von beyden in dem e-iunN-ro nngedracht/ denselben durch Goldastum wäre zugesandt worden/ hat viel dinge fälschlich von lhm ausgegeben/ und unter andern/ daß er sey gc- rädert worden / welches aber nicht ihn/ sondern seinen bruder Sedastianum dciroffen. Man gibt diesem mann den dillichcn rühm/ daßerdas llucimm der Teutschenanliquitatenund sonderlich des jur>- s'ubiicl von den ersten aufgebracht/ und IN hcrvorsll- chung der dazu nöthigen Urkunden und bcweiß - gründen einen uu- gemclnen siciß angewendet; wie dann fast alle seine schrifficn oder vielmehr ausgaben von anderen und alteren wcrckcn/ lediglich dahin ihr absehe» haben. Es sind solche 4tcm4,iicu, um xc> um kcrij-cu- rcs vcculii Z. voi.; mu»3xclu.i i.x^cxu womzni, lcu clc jusizciiülonc < 5 c ^>olcllrrs Im^c-Lk. nllimr>o»um imsicriHium ; xckcxiPlz impcxiatiu; Rkichs- handlungcn ; Rclchs-satzlIIIgeil ; c^illolicou rs, moncr-xi.i:; öißctka rcgia scu cons^irulioncs cuclfuriln^ ^ norsk in p.»r.r:ncrico5 Ic^i^cnres vccercr; ^cn^lco IV ; cenruri^ c^it^,I^su>n rum; öcc/ Diesen sind noch beyzufügen: vi.oxum cMr.illmorum L llo/Zvrum sc! Klei.»««!-. illlsituu, suuiui.s, cx tut> iuriicc .1 !4cn- ric> cmnrkcr, Ll,»^M.,-n ,488.4. Das meiste/ so man hieran auszusetzen/ ist / das: er hin und wieder verschiedenes aus seinem kopjf geändert/ und dcygcsügel/ als ob er es also in denen alten schrillten gefunden; Er hat auch unler Iusti bipfu »amen und um thue nach seinem adfall von der prolestlrciidcn Religion zu bcschimpffen/ eine c-xinuu Nc llupyci cuu-oxUi.1 0: ici^lumr an. löoo zu Zürich drucken lasten/ welche Lipsius den Zl jul.an. 1574 zu Jena solle gehalten haben / da doch bipsins nicht nur an eine solche schl ifft niemals gedacht/ sondern auch schon > gaiitzcr moiialh vorher/ nemlich dcn > mart. von Jena weggezogen wäre; wiewohl den diesem allein nicht genug gewische» da ist / ob hierum Eoldast selbst der bmiiger gcwestbi / oder/ ob er von anderen zuvor betrogen worden sehe. L/H/0/4 z-^li,m. /c/,x^«,- m v,r^ i.i^lu. «cmi. I.,/-/« rjwtol.L. Lo»x/»^ in 'Hii. llc inos. Oci-m. 6vc ü»//-«''. in (Aolddacki / ist ein bach in dem buccrner - landlein Entlibuch/ der auf der alp Goldzvtcn culspringl und bey bangnau in die große Emmen fallt; Er führet ein reiches gold-sand um sich/ und findet man da vfft gvld - körnlein so groß / als die gusen knopffe sind- 8. 1'oni. r * " Golddach / eine uralte Adeliche familse in Thüringen/ von welcher Hclwig an. i;oy des Teutschen ordens Landmeister in Preussen worden. Georg Chur« Sächsischer Amts-Hauplmann zu Quersurk/ mustc dieses schloß an. -642 den Schweden übergeben. Lirrcr. orüsii. Goldberg / ein stadtlem m dem Mecklenburgischen thum Wenden / an einem sce/ vhnweitKragkowgelegen/ vor alters versitz cuiiger Fürsten zu Wenden. ^ Goldberg/ ist cm bcrg über dein bekandien VMmischm siner-bad/ allwo ein stem-brnch ist/ daraus: manbaveqai/ steinerne koch-geschirr drehet; Man grabet auch daselbst viel lckö. nen und lautem Crystall/ so in Italien verkaufst wird. üE Nks.r. I. !2 ^>. ,k8 b. * ' Goldcgg/ eine Frcyherrlichefamilie/welche das EMwi. ckcn-amc m dem Ertz-slrfft Saltzburg besitzet / hat ihr altes staL schloß Goldegg in Lyrol auf Jcnesicn / und daselbst in der aeacnd Lang unterschiedene guter gehabt. Arcius und Goldecarus von Goldegg / sind an-12; 1 bekandt und der Grafen von Ultcn A^ ltche lehn-leute gewesen. Christoph hat an. 144z seinen stamm in Tyrol beschlossen / und ligt in der von denen von Goldegg erbauten pfarr-kirch auf Jencsien beyraben.Vorhcro aber hatte sich eine linie von diesem geschlecht in Bayern niedergelassen/ welche das odgcdachte Erb-schencken-amt erlanget. Von derselben war um das jähr 1660 JohannMatthias Freyherrvon Goldegg als Kav- serlicher geheimer Rath belandr. ckrcnur.». -. Goldenberg/ ist ein schönes schlößlein zu oberst in demFlaach- thal/ nicht weil von Andelfingen in dem Thnrgöw gelegen/ denen Junckern Schmieden von Zürich zuständig. * Golden-Traum/ ein staoilein in dem Marggrafthum echer, Laußnitz an der «chlejischen gräntze/ unweit dem stußQueiß/ oberhalb Marck-Llssa gelegen und zur Herrschassr Tzschocha gehörig / stehet denen von Uchtritz zu. Es hat wegen der aus Schlesien sich dahin gewendeten Protestanten gar einen feinen anwachs gehabt. Nsutirr. mcrclcvv. Goldingen/ eine stadt nebst einem feinen schloß in Churland/ an dem flusse Window/ 15 mcilvon Mieiow/ gehörte vorzeiten vemLenlschen orden/und wurde an.i 5 üo wegen der m dem Mosco-. wilischcn kriege aufgewandten unkösten/ den Polen abgetretten/ uachqehends aber dem Hertzog in Curland wieder eingeräumet. cinl. üui LcvvveU. lull. Gold-Rüste von Guinea / siehe coll- 6'or. Goldmann/ (Nicolaus) zu Breßlau an. 162: gebohre»/ hat erstlich die bau-kunst aus den besten scribenien aufcine sonderbare deutliche art in ein wcrck ziffamincn getragen/ welches Lcom hard Christoph Sturm zu Wolllenbüttel an. 1696 unter dem titul: Anweisung zu der der civil-bau-kunst Nicol. Goldmanns; herauß gegeben/ darzu er selbst viel fiqurcn gerissen/ die kosten aber Georg Böse / ein Rathshcrr in Leipzig / so ein grosser liebhaber dieser wissenschafft war/ vorgeschossen. Er hat auch des Villalpandi beschreibt,»« des Salomonischentempel-bancs vermehre!/ welche er aber gleichfalls nicht hcranß geben können. An. isür kam sein Lateinischer und Teutscher traetat/ -!° NyMm-lri-, oder gebrauch der ban-stäbe nach den 5 stillen zu Amsterdam hemuß/gleichwie bereits vorher» settic-rMircAurLiwnrzrix, und an. 1656 sein buch/ lle ulll proporrioosiorü circuiss gedruckt worden. Er starb au. 166; zu Leyden/ allwo er sich zu unterrichtung der jugend gebrauche» lassen / und den bcriissnach Venedig ausgeschlagen. ,p. llu-vir^, welches obgcdachlcr anweisung zu der rivil-bau-kunst pracmitliret ist ; ill rr^iäk. lle Iirrur» 715 als Kayscrlicher geheimer Rath und Groß- O'm-u- des Tcnischen ordens in Oesterreich; in welchem jähre auch ein Grafvon Gvldstein/ als Chur- Pfältzischer Ober- in dm Hertzogthümern Iüllch lind Berg fivrirte. All. 1718 war ein Grafvon Goldsicin Chnr-PfältzischerLnvo)« an die Gcneral-Slaaken der vereinigten Niederlande. In der Provintz Utrecht hat von langen jähren her eine ansehnliche Adcliche familie von Gvlstcin oder Goldsicin storiret/ welche ein zweig von dein in dem Inlichischcn florirendcn gcfchlecht iß. Nenicr von Golstein / Domherr und Staats - Rath zu Utrecht/ besaß nach ansang des 17 stculi die Herrschaffi Doorn/ fo heut zu tag die Grasschafft Buren heißet / und von Phlllppo von Gol- stcin/ des jetzt-gedachten RenierS söhn / an. 1644 an CaM Bcrtrand von Dockdorf verkaufft worden. krE. r-mv. I'x/i-tte sse /-» »ok/esse i/'U/xec/-< 8. Goidstcin / eine Adeliche familie in Oder- «nd Nieder-Sach- stn/ welche eigentlich aus Franckcn und von dem Züss'iN lrom er stammt/ und von der vorhergehenden Grastlchcil familie st wo dem Ursprung als wapen nach gäntzlich untcrsiylcdcn ist. ^ic M sich in vorigen zeitcn nicht von/ sondern nur die GEenw U schrieben/ wie solches auch noch von verschiedenen dGes geWK geschiehet. Die in Sachsen befnMiche lime sulm von Hans Golstein des Blfchoffs zu Wmtzburg ^os- Masick . her/ welcher ohngesehr in der mitte des -4 stculi selebet / u M rLÄ ya-st nkm »IlflV ÄL-- P.M ^'k2Ik .»./W ^ ss>>Zt .V»" .B ZM .»«>» i dessen söhn Man sich ,n Sachsen gewendet. v.Kilian Gvldstem/ so an. i4y? zu Mengen «n Francken gebohren / war ein berühmter Rechlsgelehrter./ wre auch Sachsen-Weimarjscher Rath und Cantzler. Dieserhinterlreßr söhne: i) Kiliandentüngern/wel- chec ebenfalls ein berühmter Rechtsgelehrter gewesen/ und an. 1622 als Fürstlicher Sächsischer Rath und coEorml - prallem im Hennedergischen/ gestorben. Er hat encllirillion und prEic-nj processu? herauß gegeben. 2) Carl Goldstein / auf Dolckau und Hohen-Prießnietz/ gebohren an. 157--/ welcher sich anfänglich irr Kayserlichen / Polnischen und Churlandischen diensten in den damaligen Ungarischen und Schwedischen kriegen / sonderlich in acknllonderfestungCalmar/ als Königlich-Polnischer Odrist- Lieutenant wider die belagerung des damahligen Hertzogs von Sundermannland/ nachhero aber Königs in Schweden Caroli IXohngeiehran. 1601 bekandt gemacht/ indemerdiefestung in der äussersten Hungers - noth / da die Z-rnison jn die; Wochen kein brod gehabt/ sondern sich mit rohen vchsenchäuten/ darzu sie noch einen vorrath von butter und etwas wenigs von Pfeffer gehabt / erhalten muffen / dennoch in erwartung des verhoffien luccuffes biß auf das letzte a-senUiret/ biß sie sich endlich bey zu- ruckbleibung desselben auf «lilci-skion ergeben mustM/wobey ek gleich andern Officierew fast sein leben verlohren/iedoch durch eine besondere begebenheit seines namens Carls und dabey geführten wohlvcr- haltens halber armoch psräonniret worden; welches ihm anlaß gegeben die Verordnung zu machen/daß alle seine nachkommen Carl heißen sollen. Nachhero hat er sich an den Chur-Sächsischen Hof begeben/ und ist vondem Churfürsten Christians II so wol in hof- als kriegS-bedienungen gebraucht worden; wie denn derselbe ihn an-1609 zum Stiffts-Hauptmann zu Quedlinburg / ferner zum würcklichen Obristen gnädigst bestellet / auch einige zeit.das -»m. m^ncio in der reiidentz Dreßden anvertrauet / wobey er so wol bey Weiten höchst-gedachten Churfürstens / als auch hernach von Churfürst Johann Georg bey damaligen Böhmischen und Teutschen unruhen in vielen wichtigen Verschickungen Und Verrichtungen/ sonderlich an denDraunschweigischen hof/ gebraucht worden. Er starb an. 1628 den i4iunii. Nachhero hat sich sein söhn Carl Albrecht/ nebst einigen andern dieses geschlcchts / das uralte gemcinschafftliche waapen der Goldsteinen mit einem stern und Königlicher cronevon Kayser Ferdinande III vermehren lassen- Unter denen nachkommen dieses Carl Albrechts ist bekandt Carl Albrecht auf Dölckau und Passendorf/ anfänglich Cammer-Juncker bey des Herhogs zu StUttgard gemahlitt/ hernach geheimer Rath zu Weissenftls und vic« - >-»»-Äor der Ritterschafft im Stifft Mcr- seburg; endlich bey dem Hertzog von Sachsen-Lauenburg geheimer Rath Und Skadthalter im lande Hadeln- Er starb den 19 oct» ün. iö§t in Hamburg- Jn dessen noch lebenden 2 söhnen und deren fämilien bestehet fetziger zeit die in Ober-Sachsen und zwar int Stifft Merscdurg befindliche linic. Der ältere davon heißet Carl Gottlob von Goldstein auf Passendorf/ gebohren den 6 apr. aiu 1678 / Königs Polnischer und Chur-SächsischerHofrath / wie auch Fürstl. Sächsischer Hofmeister zu Forsta. Der jüngere heißet Carl Christian von Goldstein auf Klein-Liebeliau/ gebohren dett 18 dec. an. 1679. Nebst diesen hät sich auch einer von des obge- meldten berühmten Oboisten Carls hinterlassenen söhnen in deck Braunschweiqischen niedergelassen / von dessen nachkommen an» 1718 Carl als Fürstl. Draunschweigischcr Hauptmann florme» Oben gedachter v. Kilians Goldstein naher, anvcrwandter odek drudek war des Churfürsten Joachimi ll vonBraNdenburg Rath/ und kän es seyn/ daß von demselben die von Goldstein in Preussen abstammen / diesich auch in Polen ausgebreitet haben/ und daselbst KossowKiqcnenmt werden. Aon demselbigenwar Arnd entsprossen/ der sich in dem; «jährigen krieg / als Schwedischer o-- hervor gethan/ und an. Iü;4 zu Königsberg gestorben. /'«/es-/-»/. Uitk. 8uec. I. 4 §» 6; I- 6 §. 71 i» 7 §. 86 i» iz §. 67 I. >7 6. rom» r ö:2. LNNLl» 3 sx.» ins. ciirori. icttsUbüküc r» r I. 4; c» j §. 87. äisr-» llioßr» Goletta/ siehe Gouiettk. > Golfs / bedeutet den arm eines meerS - welcher liess in ein land hinein gehet , und deren jeder seinen naMen von dem daran stoßenden land bekommet; man weiß aber noch bis auf den heutigen tag Nicht, was die Meer - buse», welche das meer aufdek Mitternächtigen feite der Tartarey forMirt/ für Vornamen haben- weil die länder dort herum noch mebrentheils unbekannt sind» Der vornehmste Golfo von dem Ocesno onentsü ist der von Nan- quin , welcher Chinä gegen osten lieget» Gegen mittag desselbigen Königreichs liegt der Golfs von Cochinchine» Die vornehmsten meer - bustn des mittägigen Oceani, oder des Indischen meers / sind die von Bengala, Persien und Arabien ; der von Bengala liegt gegen mittag von Indien / der von Persien scheidet Persci - land von Arabien / und der von Arabien, sonst das rothe meer genannt/ scheidet Arabien von Asten. Die vornehmsten meer-bissen des Mittelländischen meers sind das Adriatische meer / oder der Loik-m Vcncrir; das Tarentinische / oder der omso cii M-nro; der von Thessalonich / oder crmk» u, 33>»nicbi; oder .^re 61 Marmors; zrnntUs ^uxinus § dü6 AHtVÜkHö MLkk / völt pzlus XlLotis. In dem ocesno occillüNtsIi ist das LsNNicum » tönst sinus Lall-lnur genannt/ oder die ost - see, st) zwischen Tentsth- land, Schweden und Dänemarck ist. Das weiffe meer oder der 6 oiko ljj 8. dlicolss ist das vornehmste in Moseau / und in AMeriea der VVN Meriev. liiü- orb. terr. c. z 4 .6 8 e s«gg. x>. 16. M-LWLWWZ D-MMWNNZ-M«» dieser gelegcnhm den 14; psiUm gemacht/ wie denn aUch telbiaec dn,e uberschrlfft führet : ein Psalm Davids wider Goliath» c^' ^ IuUL,L. t. 6 r. ,o» Le-v-r«- U l Golius / (Jacobus) war gebohren im Haag an. i;ö6 aus einer vornehmen samilie. Sein Vater war Theodoricns / /»KuLi-mr dem Hollandsschen lehn-Host / Welcher zu erhaltung der stadt Levden / als sie von den Spaniern belägert war, viel beygetragen Auch von der Mutter feite ( so Anna Hemelar hiesse ) ist seine L ^ ^ gewesen/ Massen Johannes Hemelar/ Qwonicur zu Antwerpen / em gelehrter und m der muntz-wisscnschafft sehr erfahrner mann, derselben bruder gewesen. Er hatte eine gantz be° ?stJum studieren/ legte sich auch nicht allein auf die sprachen, Philosophie, Griechisch- und Lateinische a»>«guitäten, sondern auch auf die theologie und Medicin, Und trieb mit grossem eiffer die mathematw. Jn seinem rosten jähr verließ er die academie zn beyden, er unter Thomu Erpemö grosse k)ro^r -En gemacht, und begab jich aufs land / mit dem Vorsatz, zwey gantze jähr nichts zu thun / als zu studieren - allem durch sein allzu vieles studieren siel er m eine kranckhest, und wurde sein vorhaben unterbrochen» Hierauf that er mit der Hertzogin voll Tremouille eine reise nach sranckrelch / welches auch gelegenheit gab / daß er nach Rochelle beruhen wurde, daselbst im Griechischen zu insotmireü. Er bediente selbige stelle nicht lang/ weil ihn die innerliche kriege, die sich endlich mit erobern,,g selbiger stadt endigten/ nöthigten, wiederum zurück in sein vaterlaNd zu dencken. Wenige zeit darauf meng es an. 1622 mit dem Holländischen Abgesandten zum König vöit Marocco, bcy welcher gelegenheit er sich Erpenti gegebenen raths, sich in der Arabischen spräche zu perk-Ä,»niren / bediente» Er E- nrte daselbst dem König Mulei - Zidam den grossen Atlas und das neue testaMent in Arabischer spräche, welche ihm Erpenius Nebst einem schreiben zuschickte. Wenige zeit darauf präsentirte er deM König ein m-mon»!. welches in Arabischer spräche und Wo ckri- tlisno, welcher in selbigen landen etwas besonders war / aeschriss beN, worinnen er um die ex?ec>ition der ->L,ren des Abgesandten anhielt, weiches dem König dergestalt gefiel / daß er solche seineti gelehrtesten leuteN zeigte / auch selbst init dem Gvliö zu sprechen verlangte, welcher ihm aber, weil er das Arabische nicht Wohl nach der art der gebohrneü Arabern oder Mauritanier misspre- chen konte, in Spanischer sprach antwortete. Indessen halff dieses so viel, daß der Abgesandte sofort seine exWmon bekam. EL durchsuchte daselbst viel schriWn / so bey den Europäern unbekannt sind / und sonderlich die sonsies von dem alten Königreich Fez und Marocco, welche er übersetzen wolle. Er trug ciuch viel zusammen / so die Historie der scerik betraf» . Solcher gestalt brachte er die treflichsten fachen mit sich hergns / welchö ddm Er- penio wohl hätten können zu statten kommen / woftrNe er nicht durch eine ansteckende kranckheit wenige zeit darauf verstürben». Indessen hät Golius nichts gescheuet/ lind die gantze, kraNckheik über bey ihm ausgehalten, ist auch an. 1624 ihm in der Arabischen proknl.oii züm lucccttori: bestättigt worden, wie ihn Erpenius selbst vör seinem tod hierzu vorgeschlagen. Weil er aber immer Noch mehr Nachrichten aus Orient holen wölte / nahm ev von seinen oberen urlaub, um eine reise in Levaüte zu thun/ kam Nach Äleppö? NNd hielte sich daselbst anderthalb jähr auf/ that aiich eine reist iN Arabien und Mesopotamien, Und gierig von öat zu land nach Cott- stantinopel» Seine gelehrsamkeit und kluge aüfführung thäten ihm auf der reist gute beförderung, daß er auch von dett Turckett in ihre bibliothecen L-tmirr>rt wurde / NNd sonst überall freyen zus gang bekam» Über dieses brachte er, sich durch seine glückliche euren Viel gescheNcke zuwege / und ließ eitteü so giikeN nainen im Orient zurück/ daß solches noch seinem brüder/ welcher einige zess darauf eben diese reise thät/ grossen nutzen brachte» Räch Verlauff von 4 jähren kam er äN» 162^ wieder nach LehdeN, und brachte nebst vielen besonderen Nachrichten auch die herrlichsten KWtett mit sich / und weil er indessen nach Willevrödr Snellti töv Zuick ?rokc5orc MLckem-ttüm war erwählt worden / vertrat rr hrrnüch beyde stellen mit gLössertt flöiß fast 46,jähr. Er hatte Mit PM ge- leh^teslen ieüten corresponcjsn^» juchik 6ÜÄ) die tvMüsiPüffk sElnei^ sprachen wohl anzuwenden / indem er sich bemühete, dir Unglan- bigen zum Christlichen glauben zu bringe»/ daher Er den Misten, die unter dem Türckischen loch seusszeten, zum besten die » den catechismnm und die würgte der Refdrmtrten lNs Arabische übersetzte» Er war sonst von einem guten remper-Ent und von guter gesnndbeit; starb endlich, nachdem er alle academrsthe ebreN-stellen durchkosten, den 28 seht- an. i66W Nnd hinterließ L söhnet Theodorum, der als Burgermeist-V ZU Leydenan. 167- verstorben, üNd Matthaum, emen sehr geschickten und redlichen mnnn, DecÄNUM LIII-IM i^oNänciicL, deb im Haag aN» 1702 im septs aestorben. Unter seinen Missten sind bekannt r i».con ^ikrLkLnt Mronowia -prab. ü- 1.2c. cüm notis , sö etNe grosse Wissen- schafft von der Mörgenländische» geoßrspkie in sich halten, aber Mcbtru end «Macht worden; 6r-l,6ÄclL virslzmerlsni» -r»b,cs« davon aber seine verheissene Lateinische Übersetzung Niemals an tag lind anders. Llmacini ttikonsw LsrsLemcsm cum verL romnmy m, ^ ^ ^^Aolius auf dessen absterben aus licht gege- beü'an. 162z / und ebenfalls / doch mit einem grossen jusiitz 6r,mmat. ^rak». »n. 1656. 6x»»/>i/rr orstio kun. 6s/,»e/»»-r melan- zcs IMori^ucs. /i/HÄ. ^ Golius / (Petrus) Jacobi bruder, wurde bey seiner mutier bruder Jvannc Hemelario erzogen/ der ihn in seiner ersten kindheit zu annehmung des Catholischen glnubenü bewöge. AIs er erwachsen war, nahm er den ordcn der Carmcliter - Barfüsser an / und nennte sich k. Lwl-Ümiim llc 8 . l.,illvvin2. Er befand bey sich eine gleiche begierde den Orientalische» sprachen obzuliegen , und den östlichen theil der weit zu besehen, wie er sich denn lange zeit auf dem bcrg Libanon aufgehalten hat, nachgehends aber zu Rom proN-wc-s der Orientalischen sprachen worden. Er hat den Tho- maui von Keinpis ins Arabische übersttzt / und in dcns 74sten jähr seines alters noch eine reise auf die Malabarischen kusten vorgenommen / um an der bckchrung der ungläubigen zu arbeiten. Die beyden bruder haben einander Hertzlich gestehetdoch hat es Jaco- bus ihrem Oncw dem Hemelario nie vergessen tonnen , daß er ihm ftincn bruder den Petrum zu der communM» der Röniischen kirche gezogen. . Volius / (Theovhilns) ?rv5:ssor morLiilim zu Straßburg, ist an. i;r8 gcbohren, und an. 1600 verstorben. Er hat ein c»-u- xcnciium der 10 büchcr /criUoreUg sst k4ico>n»cstum, inglcichem seiner post-icorum. und eine Griechische Orsmm 2 iic geschrieben. (Nollnow / eine siadt in dem Stcttinischen gebiet inIZor- Pommcrn, so durch verschiedene feuers-brünste und die Teutschen kriege sehr ins abnehmen gerathen, von,Eilest- -stivnic. Golowin / siehe Gallowin. (Noltz / (von der) ein Freyhcrrlicbes gesthlccht in Pohlen und Bobinen / welches von Androclo aus Dacien / einem leib - eigenen des Römischen prvconium in Africa / seinen Ursprung haben soll. Man crzehlt »on deinselben, daß er sich wegen des harten kracta- ments von seinem Herrn entfernet, nachgehends aber deßwegen ju Rom vcrurtheilt worden, sich mit einem löwen in einen kämpf einzulassen / da es denn geschehen / daß derselbe den Androclum, als welcher sich auf seiner sucht eine zeit lang in dessen hölc aufgehalten / erkannt, und ihm keinen schaden zugefüget. Tuest bcgc- denheit soll den Rath zu Rom vermocht haben, ihm nicht allem das leben, sondern auch das bürgcr - recht zu schcncken / mit der Verordnung, daß er in seinem waapcn einen löwen führen solle. Einer von seinen nachkommen nahm eine aus dem geschlecht der Mäniner in Hctrurien zur ehe, und fügte deren waapen/ welches eine rothe inaur vorstellte/ dein stinigen bey. Von diesem nun soll das edle Teutsche geschlecht von Dicnhcini, alS welches eben dergleichen waapen führet / entsprossen seyn/ davon sich Andreas an. ii 1; m Pohlen begeben / und den »amen Prawda angenommen / nachdem er Iohannis Prawdä, Grasen von Sczawm und Trombki / wie auch Land-Richters von Gostinien / cmtzige tochter geheyrathet. Mit derselben zeugte er z söhne / welche sieh von den ; ihnen zugehörigen Grasschaffte» Trombki/ Golczcvo undScza- win qenennet. Der mittclste erbte Golczcvo / und >st der ahn-Hcrr der Golczilchen familic worden / welche sich nachgehends in unterschiedliche zweige ausgebreitet, die so wohl den »amen als das waapen verändert / und sich nach ihren Herrsch anten und Ritter- sitzen benennet haben. Von der linst/ so den namen Goltz behalten / sind ; leidliche brüder nach einander Bischöffe zu Plotzko gewesen / ncmlich Nicolans I an. M67, Stamslausl an. izüs, und Dobislaus 1 / mit dein zunamcnSowka a- Golczcvo/ an.i;7i. Paulus c!e Golczevv/ Woywod von Plotzko/ liebte die jagcrey der- masse»/ daß er die vorwcrckc Kopipki und Matwice / so zoooo tblr. währt wäre»/ vor 2 Hunde hingab. Andreas war gleichfalls Woy> wod von Plotzko/ lebte an. 1460/ und hinterließ einen soh»/ welcher seinen namen so wohl als seine cl>2r^c„ erhielt / letztlich aber U2I2- rinu5 von Bcltz wurde / und mit einer von Ovorowska^z söhne zeugte / die waren i) Nicolaus, p2i2ii„uz von Bell; / und Slaroste von Rave; r) Bartholomäus/ der Hcrtzogen zu Plotzko Cantzler; ;) Johannes; 4) Petrus, ein Staats-crsahrncrHerr / der noch an. 1591 gelebt; und z) Cbristovhorus / beygcnannt Niszczychi. Dieser letztere wurde Staroste von Czechanov und Prasnic / unter König Stephans aber Feldherr/ und hat an. >>88 die wähl Königs Sigismundi III unterschrieben. Andreas und Feist/ 2 leibliche bruder/ nennten sich Sicrgscii Golczcvo; iciicr war p-u. rlnuL von Ravc und Staroste zu Plotzko / dieser aber Castcllan zu Riv. Günther von der Goltz >var Kavserlichcr ocncr.mist.E unter Rudolpbo II / Mattbia und Ferdinands 11 / wie auch Statthalter in Böhmen und Mähren. Er besaß unterschiedene Graf- schafften und Herrsthafftcn, in Ungarn / Böhmen und Mähren / degebrie aber den Rcichs-Fürstlichen titul nicstt anziincbnieu / womit man stine vortrefliche dem baust Oesterreich erzeigte dienste belohnen wolte. Martinus Marimilianus war Kaystrs Ferdinandi III General-Fcld-Zeiigmeisier, und best in dem ;o-iährigen krieg seine tapfferkeit sehen. Er ateng obnc erben ab/und hinterließ seine «ommandirte, und bald darauf im hohen alter starb. Nach fang des i 8 ten secull tyaten sich solac.zde vor anderen Lv? 1) Henricus, welcher anfangs den, König in Preussen, be aber dem König in Pohlen gedienet, und etliche jähr b's an ' Z Ober-Commendant m Dantzig gewesen. Hzerauftrat er in Kssu sche dienste ws General-getd-Mar,chaU-Lieutenanr, und hielt M bey unter,chledücyen gelegenhesten wohl; allein nach der schÄ bey Pultava maßte man ihm bey, als wenn er nicht am M voruchtigkeit gebraucht / den marsch der Schweden zu verhi w n da sie sich unter dem General Erassau aus Pohlen in Psnumm gewendet. Er kam darüber in arrest, setzte sich aber wieder m freyhest, und starb an.1717 zu Vilna in Litthauen in hohem a t-r - 2) sridericus war anfangs Eammer-Herr bey dem Kcwser Leu' pvlbo, hernach aber Pohlnisch - und Chur-Sächsischer geheimer Rath, wie auch Reichs-St-nLiu! in Pohlen; z) Franciscus Joachi- Staroste von Sl Sächsischer Geiu General - Major. In dein -6 stcülo hat diese Mnli'e unter V rcii rn Pohlen die Grachchasslen Golczcvo, Arnskrohne, und die Hernchaffc Draheiin; in der Marck Brandenburg aber die Lerr- schafften Dramburg und Arnswalde besessen. Es ist auch wabr- N, der Oder in dem Ledusischen crävse gelegene schloß Goltz von leidiger stmeii urwrung habe. 0^/1« »rk. Pol. vir. epilc. tHocens. lZL rcl). ßcli. k. W'. es Goltzcn / ein offener flecken, aber alter ort an der Chur-Säcb- stich- und Malerischen gräntze in der Niedcr-Lausitz, an dem M- lein Goltze, ,0 unweit dem dorff Ledelbcben i» die Sprce fällt In dem 17 icculo hat der ort dreverlcv Herren gehabt, indem ein theil denen von Breda», ein theil denen von Schlichen, und das übrige denen von Stutterheim zugestanden. Vor alters sind all- hier besondere Burggrafen gewesen, die aber abgestorben. Hec- mann Burggraf zu Golsyn ist um das iahr -z-8 umgebracht werde», hat aber »och söhne hinterlassen. An. 1 zy; hat es Mnrggraf Wilhelm der emäugigte eigenthümlich besessen; nachdem haben es die von Minckwitz gcbabt. Im Hußitcn - und dem Teutschen zo - jähriaen krieg hat der ort viel schaden erlitten, vls. ü-/. lc/ipc. com. 4 lli>>Io„>rc. p. 18;. l.Lu- siiristliL merctrvv. ?. z. tz-lclii-. 7/. Goltzius/ (Henricus) ein berühmter Mahler/ Waran, izz! zu Mulbracht, eincm kleinen städtlein >u dem Hertzogtkum Fiilich, gebohren. An. i z9- gieng er in Italien, und nachdem erssich einige zeit zu Venedig und Neavolis ausgehalten, zeichnete er die treflichsten wercke der berühmtesten meistere ab, welche er bev seiner rückkehr in kuvsser stach. Er starb im 59sten iahr seines alters an. 1 ü 17. Sein vatcr, Johann Goltz, war sehr geschickt auf glaß zu mahlen. Lmrci.ciij Nil- Ic5 v>es clcs pciinrcr. Goltzius / (Hiibcrtlis) ein berühmter Niederländer, war zu Nenlo, allwo sich sein vatcr Rogerins, ein mahler von Würtzdnrg, damals aufhielt, den zo oct. an. 1526 gebohren. Er halle'nebst der Mahlerey eine sonderbare neigung zu den llullu-, alten mlm. plionibus, trbullü, me.ta/iicn und anderen Liwoistäten / in deren erkänlniß er sich sehr übte. Er hielte sich in die 12 iahr zu Antwerpen auf, bis er an. 1 z;8 nach Brügge gieng, allwo er 1 bruder, Marcum und Guidonem Laurinum, antraf, die ibm grosse dienste thaten. Er rcißte hierauf durch Frcmckreich, Tcutschland und Italien, und bekam die allerschönsten cabineter zu sehe», wurde auch zum Live «.omano crncnnet. Nachdem er wieder zurück in die Niederlande gekommen war, legte er sich mit grossem fleiß auf die crklärung der müntzen, und starb zu Brügge den 14 may an. 1 ; 8 z. Er hat verschiedenes ausgegeben, als: viv^s vmmuw im- pcräioruin lmagincs 2 )uliu L2:>2,e L 2 -o!um V ; s2gc>z maAilira- tuum Lc eriumptzorum iiomLnorum; c^r^lciAum consiilum; c!e vrl- ^i»c öc Ü2iu populi Komsni; llietäui-um ici Lnciauaria:; vi/2m lulii (tLssrii, ^ugulbi öc wikc/ii ; Licilism 6r.i/ci2m cx num- mis; itincrarium IrL>i2m, 6crm2/>l2m sc 02>lizm; W0V0N ie- docki meistentheils mir die sammlungcn und abrisse deren müntzcn von Goltzio, die bcschreibnngen aber und anslegungen von ankeren gelehrten sind; Es ist auch Goltzio von einigen ichuld gegeben worden, daß er viel müntzen, so nie in der well gewesen, erdichtet, und deren abschildcrungcn, als waren sie würcklich von allen mün- tzcn, in seine bücher cingesichobcn; von welcher anklag ihnc doch viel andere, eben von denen, welche man für Goltzcns ecflndung geachtet, und deren gleichwohl noch seithcro mehrere stücke zum Vorschein kommen, und aus der erden hersür gegraben worden, den guten mann scheinen ledig zu sprechen; welchem auch über das den seinen vielen reisen und beständig hierauf gewandtem steig noch wohl gewisse eintzelc stücke von müntzcn haben unter die äugen fallen können,und also von drmc zu seinem küufftigen gebrmich abgerissen werden, welche nachgehends verlohn» gegangen n»d. tzibl. tzclg. p. 2i!ien. p'?4b^ ^>IiiIoso^tz. 141. o's.'/,/// vol. L ^ LO!. ?. I cle 8. 8. n° Nil , Rüdiger ist nebst seiner gantzen samilie, wegen lcincr der cron Franerrcich gclcistcien kriegs - dienste, von Lndvvieo XIV in den Freyherren-'stand erhoben', und ihr waapcn mit z listen vermehrt worden. Nach diesem wurde er General über die Chur-Brandcn- burgische infamene, hierausGencral-Feld-Marschall-Lieuteliallt den dem König in Daneinarck, Christiano V, und letztens Gene- Lal-Feld-M^rschall bey dein Chur-Fürsten in Sachsen, Ioh.Geor- gio II, da er denn dessen armcc den dem entsatz der statt Wiest Reformirte religion, die sie angenommen hatten, sicherer re», und liessen ibn, nachdem er in seinem vaterlandc lamsiv schule besuchet, zu Straßburg unter Jodanne Swrimo stuviu - Er war daselbst z iahr, gieng aber von dar nach Neustadt, stine lkusti2 zu treiben, weil ble Resormirtcii protÄt«-» von Hchduuig sich dahin rctiriret, und hatte vor andern Franciieum ^ gom moncm Steniüm, Zachariam UrflUuÄ und Dan. TossanuM zu prLccpco^n. Von dar that er an. 1582 eine reise in Engellanb, hörte zu Oxford Ioh. Raynoldummnd zu Cambridge Guilielmnm Mitakerum, wurde auch daiclbst an. 1^84 im in!, i^ccaig-cur- Folgende 2 jähr brachte er zu Heydelberg zu, aliwo man die ->c^e- miö „ach des Churiuruen Ludovici tod wiederum ausgerichtet hakte. An. 1487 wurde er von der Niederländischen gemeine zu Franckfurt zum Prediger veriangt/welche stelle er auch bis an.i^-z bediente / da dieselbigesich durch verfoigung gantz zerstrcuete. An. i;94 wurde er/-- t-iior kUcoiogi^. zu Leyden , zuvor aber voctor zu Heydelberg. Selbiger prc>f-iüoi> wartete er fleißig und ruhig ab, bis er an. 160z Iacvbum Arminium zum colleMi bekam. Dieser machte ihm mit,einen neuen lchr-sätzen viel zu schaffen , welche er nicht allein auf dem angriff/ sondern auch in beyseyn der Staaten von Holland zweymal darwider äistuiirte, einmal sie beyde allein an. lüoZ in der Versammlung der Staaten von Holland, unb zum andern mal im folgenden jähre fünff gegen fünffe. Es fruchtete aber weing, und wiewohl Armimus kurtz darauf starb, tonte doch Gomarus dessen lehre nicht dämpften. Wannenhero er aus Mißvergnügen, zumal da er vernahm, daß jenem Conradus Vorstius iucceNiron lolte, an. IÜII die scgNcmit: zu Leyden verließ; von bannen kam er aufMiddclburg in Seeland,und wurde daselbst und l und !u»8- bis an. 1614, da er zum rbenivZiL nach Saumur berussen ward , woselbst er auch 4 tahr lehrte, gieng aber an. 1618 von dar nach Groningen, aliwo er der oberste protüUtzr in der theologie und Hebräischen spräche wurde. In solchem amt soll er so fleißig gewesen seyn, daß man iemer m 22 jähren nur 2 mal im -ruNiwr,-- vermisset hat, das erste mal,als er an. 1618 nach Dordrecht der Arminianischen crovc, !ien halber abgefertiget,und das andere mal, als er nach Ley- dcn zu üdersehmig des übersetzten alten testaments gefordert worden. Er hat sich z Mal verehlichet, aber nur von der andern frait kinder hinterlassen. Seine vornehmste arbeit war, daß er die biblischen bücher,sonderlich das neue testament mit coinmenrLrM erläuterte. Im übrigen war er der lehre der LomrL-Lsmonü-rsiilen sehr eifrig zugethan, und ein scharffer Uisturzro,-; welches er sonderlich aufbem «vuoäo zu Dordrecht sehen lassen, da er auch seine Handschuh aufden tisch warff, und Martinio einen kampff anbot, weil er ihm nicht beypflichten wolle. Er starb den 1 > ja», an. 1641. Seine sthrifften sind an. 164; zu Amsterdam zustimmen gedruckt worden. c,>s>rr»^ p. 79. Lib. L-ir. p. I7Ü. 6ro- n«, cp. ;z. Lerü», NiltoriL ^ srciculoruin ; prLllsmium vie. llircken-unU ickul-llLLt k. 2 c. 4 p. .09. L^/e. Oen-M kslcic * Gomatrudis / Königin aus Franckreich, der Bertrudis und Brnmilfis schwester , wurde an den König Dagoberten» I in Franckreich zu Clichy ohnfern Paris vermahlet. Er verließ sie aber nachmals unter dem verwand der Unfruchtbarkeit um das jähr 629,oder wie andere wollen,6z z. Gombaldus / (Joh. Ogier) zu seiner zeit einer von den vov- nchmstcn Poeten in Franckreich, war zu 8. Inst UeLussac ohnweit Brouage in Raintonge aus einem Adelichen geschlecht gcbohren, aber ein ' sUcr, und der Reformirteli religion zugethan. Zu Bour- deaur legte er den gründ seiner studicn, kam aber zu ende der regie- runq Königs Henrici IV »ach Paris, und bey der Maria Mcdi- cis in sonderbare gnade, daß er nicht allein einen freyen zutritt zu ibr holte, sondern auch eine jährliche penllnn von > 2vo Reichsthlr.. erhielt, welche man hernach biß auf8dd, und endlich gar bis auf 4°o vermindert,die ihm bis an stiu ende gereichet worden, wiewohl auch solches znr zeit der innerlichen kriege untcrwcilen ins stecke» gmeth. Er ist einer von den ersten Mitgliedern dcr Frantzösischen -cgNcmii: gewesen, und zwar von denen, welche schon zuvor ihre EmMec bey kir. Courart an. 1629 hielten, woraus die sc^Ucmie ihr WnllLmenr genonnnen. Er war einer von den dreyen, welchen an. >6;4die llsicurz dieser angehenden -c-w-mie zu cxLininireil aufgetragen ward. An. 16z 5 den 12 martii hielt er einen 6Wcur§ in der L-LNemie, welcher einer von den ersten war, so darinnen gehalten worden. Er starb endlich an. 1666,da er fast 100 jähr alt war. Er hat verschiedenes geschrieben, als: sein , so grossen sp- pttuium gefunden; ein hirten-gedicht, -rm-rs-ne genannt, ein vo. !umen pvemstumvoiumen e^ilio^srum') volumen epiArLMmrNum; OäNAi'fies; UNd rr 3 §icomoe^i 3 m welche V 0 N den meisten hoch gehalten worden, wlioi e i^cscjemiL j). Zz9; A lerrres ^vlonlr. OomkrLU^i Gomberville/ (Marina le) siehe Ro^. (Nombs / ist einer der 7 theile oder so genannten Zehenden odev Land-gerichten , daraus das Walliser-land bestehet , und zwar der oberste von dem Ursprung der Rhone, welche 6 pfarr-kirchen in sich begreifst,und barmn Amen der Haupt-flecken ist. (Nomer / des Javhets söhn. Einige halten ihti vor den vater derGomeriten oder Llmmcriorum,eines nicht >veit von Syrien sich aufhaltenden Asiatischen volcks; andere hingegen vor den Urheber der Gallier oder Galatier, die auch Gomeriteu geucnnek ivurbcn. Allein die erste mcynung ist nach dem ;8 cap. des Propheten Eze- chiels die wahrscheinlichste, a»r,q. i. >7 c. 7. L«- m-moir. clcs OLuic-s I. I c.p ks!e§. I. z c. 3 . Gomera/ eme insul anfder Africanischen see, und zwar eine Von den Canarischen. Sie ligt zwischen der instil Teneriffa ost- imd zwischen der insul Fero west-wavts, hat eine stadt gleiches namens, wie auch einen haven auf der feite der insul Teneriffa zu. Carolus V hat sie zu einer Grgffchaffl gemacht, m» r>- Wilhelm . WM ;ry Perasa Ayala Herrerä. Es heist auch in dem Königreich D>r tt» der Prvvmtz Errifdie Hauptstadt Gemera. s. Li. «i« G<-meres/völcker aus der Barbarey; siehe BereberLs. ^ ) Sein Vater Ludövicus com. b m ^ ^ ' weichet es mitdet iißu- h eit,!» der stadt Ha>n m der Ptcardie, und ließ sich durch die Sva- mer überreden, ünfchre seile zu treten, auch izoo mann von ihren, u> die stadt einzunehinen. Es ge. aber bald,und zwar so sehr, daß er darüber starb. Obge« dachker ^zacobus, welcher sein ältester söhn war, und ihm in dem ü-cc° 3 i'et hatte, brachte es dahin, daß er mit seinen Krantzssischen trouppen der starckste in dem schlösse blieb, gleichwie hingegen tue Lwanier solches in der stadt waren. Er ließ sich aber m> vater ver- üblichen brü» ^ !!»!, IN vci,c,! vas schloß seiner milttcr und Antonio lle Vieuville clDrvilliers, welcher sein Halbbruder war.. anvertraute. So bald er nach Brüssel gekommen, brachten ihn dre Spanier theils durch drohungem, theils durch ver- hcmungen dahin, daß er an sie beyde schrifftliche °>-circ schickte, den Spamern das schloß zu übergeben. Der letztere schrieb zurück, daß er es niemand,als ihm selbst, oder auf seinen befehl, wenn er ihn jn völliger freyheit sahe, ausliefern könte. Der Grafvon Fuentes ließ daram der mutter entbieten, daß er ihr die köpfst von ihren z söhnen zujchicken wurde, ivofern sie nicht ihren vierten söhn, bett erwähnten ssOrviüiers,aufandere gedanckeu brächte. Dieser,weil er anfalle weise von dem schlösse meister zu bleiben suchte, hatte im dessen mit den, Herrn von Humieres, des Königs Henrici IV Lieutenant in der Picardie, abrede genommen , daß er dessen trouvpen einen freyen durchzug durch sein schloß verstatten wolle, damit sie hernach die Dpanier aus der stadt vertreiben tönten. Dieses letztere geschahe auch, und dem ssOrvilliers wurden hernach 4 gefangene «spanische Hanptleute ausgeliefert, damit er sie als geißeln für stine z drüder behalten möchte. Einer von des ältesten bru- ders, Iacobi Gomeron bedienten, vermeynte seines Herrn frey« heil ain gewissesten zuwege zu bringen, wenn er das fchloß zu Ham den Spaniern in die Hände stielen könte, machte daunenhero mit den gedachten 4 Hauptleuten und 6 andern einen aNfchlag, sich fo wohl des fchlsß-chors, als der Person des -l'Orvilliers zu bemächtigen , und bewercksielligte auch beydes m der that. Dock) weil der spanische succurs, den er von ^ Fere erwartete, zu lange aussen blieb, nahm ber Herr Plainville, welcher Mit einem FrMtzosifchen vegiment in der stadt lag, das schloß-rhor wieder ein, und rek-rusttt den ö'Orvilliers in feinen vorigen stand. Weil aber dieser zu allem nnglück vorher den oberwähnten 4 Spanischen.hauptlcnren ihre freyheit versprochen hatte, und durch den Plainville solches zu halten genöthigt ward, so gebieth seine Mutter' nunmchro aufs neue in todcs-angst wegen ihren ; gefangenen söhnen,und in gewisser Hoffnung, daß u'Orvilliers durch Übergebung des schlosses dieselbe» von der gedrobeten Hinrichtung befreyen würde, so bald er nur eMe genügsame Spanische macht in der nahe sähe, schrieb sie an den Grafen von Fuentes, daß er mit seiner armee heimlich anmarschieren, und das schloß in besitz nehmen solle. Dieser kam zwar; allein u'Orvilliers war auf keine art durch seine Mutter zü bewegen, daß er ihn mit seinen trouppen eingenommen hätte; vielmehr trug er das cvmmsnclo von dem schloß dem obangeführten Plainville auf, welcher die Spänier so empfieng, daß sie sich gezwungen sahen, zurück zu inarschiren. Die mutter kam War selbst zu dem Grafen von Fuentes,erwieß,daß ihre absieht redlich gewesen wäre, und bat flehentlich um ihrer kinder leben; er wolle aber keine entschuldi- gungen annehmen, sondern ließ augenblicklich ihrem ältesten söhn, welchen er mit sich führte, den Proceß machen ; da er denn verur- theilt ward, als eiü verrätheb und beleidiget der Maiestat (weil er ziemlich den anvertrauten platz denjenigen zu übergeben sich geweigert - von welchen sein Vater und er selbst solchen empfangen) im angesichts der armee und der vestung Ham enthauptet zu werden, welches Man auch ohne Verzug all ihm bollzbg. Die Fräntzoseit waren hierüber so erbittert - daß sie an 6 Spanischen Hauptleuten, welche sie in der stadt Ham ehemals gefangen und Nach 8 . Quen- tin geschickt hatten,reprcMMen gebrauchen wollen z allem der Mar- schall von Bouillon verhinderte es iwestimd zwar Um soviel Mehr, weil der Hingerichtete Iacodus cle Gomeron es niemals recht Mir ihrem Könige gemeynt. Der Ertz-Hertzvg Albrecht ließ Nachge- hends des Ue Gomeron 2 bruder auf freyen fuß stelle», Mw »On- villiers, weil man auf dessen treue sich nicht recht verlassen runte, ward durch den Grafen von 8 -Paul äistE, das von dem schlösse zu Ham einem ander» abzutreten» >"». cie krsnce r. z p. 1,47. Lc-. (Komet LiudaV-Rerrl/(Alvärez) ein Spänier, gebürtig voll G^Mrara, unter die ^ce. von Toledo gehörig, war emer vvm Adel,und wurde anfänglich ?->8- bey Carolv/weMm hernach Kam kLSdKW^ beschreibung IEsu enthalten ist,welches er dem Pabst Adriano VI 2 icirte. So bat er auch die ^'^Paull; ^keyrachW eine nis: und die 7 bnß-psalmen in verse gebracht. Er yetiratvere eine natürlichetochterdesHertzogsvonJnfaMadd, nndstarbdeni4 ttstön. izzs un jähre seines alters. L 8 .b>. ll theil- Xtlt Ws» M gom Gomez 6- Luna .-er,r,3m publies m inLuZursrionis IVl-rrini 8>Iicci , ^rcliicpiscopi ssoletsnl öe Ill^lli». ssz,»/r»«< 6r>. bid>. 6/^tzibl. 9"e,//H7 clog. tom. ,. Gomez / (Ludovicus) Bischoffvon Sarno in dem Königreich Neapolis, war gebürtig von Origuela, in dem Königreich Valencia. Er studirte zu Padnaamd machte sich daselbst in den civü-und e.inomschen rechte» dergestalt geschickt, daß er bald andere darinnen lehrete/woranf er nach Rom beruffcn, und daselbst zu wichtigen be- öiemmgc» in der cantzeley gezogen wurde. Es brachte ihm auch seine gclehrsamkeit nachmals das Bißthum Sarno zuwege, allwo er an. 154z starb. Man hat von ihm commen^rium in re^uiss eDziiccllLriL sspoll»Iic.i: ; llccillonum rok« litzroz r; 6c pocell-ie ör st; lo osscii lkcr« pwnirentirria:; c!c lincris grLli.v >?cc. cls clzr. !cg. inrcrpr. I. ; c. 54. ör tzibl.blist. Gomittnies / ein kleiner ort im Hennegau, welchen Ertz-Her- tzog Alberstan. 16,4 zu einer Graffchafft erhoben hat. * Gommern / ein städllcin, schloß, 8uperintcn6cnr,und amt zwischen dem Hcryogthum Magdeburg, der Grafschaffl Bardy und dem Anhalt-Zerbnischen gelegen. Es begrcifft die ehemahlige äm- tcr Gommern, Elbenau, Ranis, Plözkan und Gottau,worauf das Burqgrafthum Magdeburg f»ng,ret ist. Lud. Persona vermeynct in seiner or-iinn van Wittcnbcrg, Gommern habe den nanien von Gomer Iaphets söhne; andern kommt es nicht unglaublich vor, daß es von den Ombrst gleichsam Emuliern qencnnct sey; doch ist es wahrscheinlicher, daß Gomcrn einen Wendischen naincn habe, wie viel andere örtcr dahcrum, und Gomcrin gehcisseii habe. Durch den vergleich von an. 1579 zwischen Augusto Churfürsten von Yachsen und Joach. Friderico, Marggrafeu von Brandenburg, behielte sich der letzte, als/isministr^ror des Ertz-Sttffls Magdeburg, aufdie ausserdem Ertz-StiffcgelegeneänncrGom- mern, Elbenau, Ranis, Plötzkau rc. seine >urL als eine Reichs- Stand-mid lehnsthaffc vor,r-ss-r- >rtc sich auch den titul und waapen davon. Sonst bat der Churfürst Augustuü das schloß daselbst fast aus dem gründe erhoben, und Gommern au. 1578 mitfchöncn gebunden zieren lassen, p-rt-cn/?»» rlicucr. 8äX. ?. r, p.2-,/er, ko- p»xr. 8zx. >up. p. 7. sscicki-^rcliiv tom. I stcc. p. III. fub Lzclssc» 9. 109. bild. >em 3 ^g. cl. zu,1701 p, Z4 fq. Gomora von Cope; / (Franciscus) ein Spanischer Priester von Scvilla gebürtig, lehre um das iahr 1550, und schrieb eine uni- verfalchistorie von Indien in r theilen,welche ins Frantzösifche und Italiänische übergetzet worden. Bcruardus Dias scl Castillo spricht ihm vielfältig den glauben ab. b,tzl tt»p. Gomorrha/ war eine von den städtcn in Iudäa. Es sollen sie die Eananäcr um das iabr der weit 1870 erbauet haben , sie wurde aber nebst 4 andern durch fcuer vorn Himmel verzehret, allwo anie- tzo der Ucus /sspli^ltirc- oder das todte mccr ist. sie halte zu Abrahams zciten ihren eigenen König. 6-"-/ "p, 19. 1.1 L,nig. Zucl,ic c/7r^o7. kist. Uzn-st. i s,< iz. Gondebaldus / ein König in Burgundiem war der älteste von Gundwchl oder Gundcuchi 4 söhnen. Er lhciltc sich an. 47; mit seinen brüdern in semes vatcrs Herschafften , machte aber nachge- hcnds mit seinem bruder Gondegisilo einen anschlag, den andern bcndciynemlich Chilperico und Gondemaro, das ihrige zu nehmen. Allein er wurde an. 476 den Antun geschlagen , und hielt sich eine gute weile im verborgenen auf, bis man mennte, er wäre gar todt. Hierauf gicng er, ehe mau sichs versähe, wieder zu selbe, überrumpelte feine brüder in der stadt Vienne, richtete Ehilpcricum hin,und verbrannte Gondemarum in einem tburn, verübte auch viel grausamkeilen an der gantzen Königlichen familie, und ließ Vienne durch die soldatcn ausplündern. Darnach brachte er jeine Unterthanen wiederum in einen friedlichen stand, und machte vortref- liche gesetzt. Nichts destowcnigcr wurde er von Gondegisilo, seinem länger» bruder, (welchem Clodoväus bcysti»id,der bey solcher gelegenheit seines schwieger-vatcrs Chilperici tod rächen wolle, als dessen tochter Chrotildis mit ihmc verbei,rathet war;) an. ;oc>an dem ufcr des flusses Onche ohnfern Düon gesthlagcn; worauf er sich aufs neue ermanncte , und nach Avignon begab. Als er uun dasilbst von Clodoväo belagert wurde,machte er durch Vermittlung seines Raths Arcdii friede. Nachgehend«, plünderte er Vienne zum andern mal aus, gerieth abermals mit Clodoväo in streit, und gieng in Italien, daselbst Theodoricnni um hülste zu ersuchen; allein er erhielt seinen zweck nicht, und muste noch darzu in Italien als ein Arianer an. ;»8, oder wie andere sagen,an. 516 seinen gcist gon aufgeben. Es ist selbiger der von den l-Z-'l-u; so Lmdenbrog seinem collici legum Lnriqusrum iktcriret bnl Mich ?7sKe7S-M«,. in climu, 6^7, c. r8. 1.1. big. Lurzunö. I. r. » ^ " Gondebaldus / ein König der Wandalen in Africa, war ein söhn Genzoms, und mcce6,rte seinem Vetter Hunnerico um ^ ,ahr 488 . Zu ansang ftiner regierung erzeigte er sich geM?die rechtglaubigen sehr gnädig, nachgchends aber verfolgte erstem i nicht geringerer graufamkeit, als seine vorfahren gethan Halms Er starb endlich an. 49 5 , und a-c-eclirteihm sein bruder Trasimun' dils. proco/>r«, clc bxtio VLNilrl. I. 9 ör lo. Gondebaldus / zum spott Ballomer genannt. Er aab stck vor Clotarii I söhn aus, welcher ihn aber durchaus nicht dafür erkennen wolle, auch nicht vor seinen , sondern vorwand, er sey eines mullcrs söhn, oder wie Gregorius lumncnsts will, eines beckers, der zugleich wolle gewebt. So viel ist gewiß, daß seine inuter, als sie der, Clotario I in ungnade gekommen, mit ihm ni dem König von Paris Chilberto I geflohen, und von demselben zuerst lehr wohl aufgenommen, hernach aber Clotario wieder ausgeliefert worden, der ihm die haare abschneiden ließ. Nach Clotarii tl)de nabln ikll bbcinkei^lls tz'mii.i r,l dann an. 54; welker nach Constantinope! begab, allwo er von dem KaystrTiberio aufs allerhöflichste lractirt wurde. Bald daraufkam Gviitrail-Bofon einer von den Grouen in Austrasten, an des Käufers Hof, und beredete Gondebaldum, die Francken verlangten seiner , indem sie niemand wüsten , der sie regieren könte, als ihn Nachdem sich nun Gondebald hierdurch hatte bereden lassen, und von dem Kayser Tibcrio fecunöjrt wurde, kam er zu Marseille an, allwo er von dem Bifchosse Tbeodoro und von dem psmc.o Muni- mulo wohl empfangen wurde. Allein daselbst setzte Aontran-Bofon von ihm ab, beraubte ihn feiner schätze, tracrirte feine f^ontm sehr übel, und nöthigte ihn dadurch, daß er sich heimlich muste auf den iusulu bey Toulon aufhalten. Aber endlich nach Chilperici todc beredten ihn die vornehmen Herren des Reichs, und insonderheit Bruiiichilv, den titul eines Königs anzunehmen, wocaufer einige pingr-ssen machte, aber weil der König von Ausirasien wider seine Hoffnung ihm nicht beysiunde, bald in die enge getrieben, in dem casicll zu Comminges belagert, aber von si'incn LUli-renicn, die ihn doch zu diesem unternehmen allein angefrifchr, verrathen, übel tractirc, und von Bosone, der ihn von Cvnstaminopel geholt hatte, selbst an. 58; mit einem steine zu tobe gemorsten wurde. I,l>. 7. Dgftiel kill. nicht, daß nicht er und stine Unterthanen von seinem bruder hätten gcsetz^annchmcn sollen zwei! er aber seinem bruder nicht mehr unterwürffig seyn wolle, wiegelte er Clodoväum wider ihn auf, und beredete ihn, m feine Herrschaff« ten einzufallen, welches auch an. 500 geschahe. Allein nachdem Gondebald mit Clodoväo friede gemacht, überfiel er Gondcgifllum in Vienne, in welche stadt er durch ein wasscr-lcilung, die ihm cm bruimen-meister zeigte, kam, allwo Gondegisilus in eine Anaisische kirche flöhe, und daselbst a». 500 erschlagen wurde. L /«. in cllron. 67^07. ss» 7 o», I. r. tiilioll. llc kourgoAnc. Gondeinarus / ein König der Wcst-Gothen in Spanien, 5 ucce 6 irte an. 610 Vitenco, und regierte 2 jähr und lomonaic. Cr war mit auf dem an. 610 zu Toledo gehaltenem concsso, und machte daselbst ein beeret zu bcstätigmig des vorzugs derselbe» kw- che. Gondeinarus / war Königs Gondiochi von Burgund vierter fobn. Er verbünde sich mit feinem bruder Chilverico wider Gen- dcbaldum, ihren ältesten bruder, wandte sich aber nachmals wieder von ihm, und lebte gantz geruhig in denen ihm in der ihcuung zugefallenen landen. Gondebaldus suchte sich aber an ihm und an seinem bruder Chilperico zu rächen, und belagerte sie zu Vmim, allwo Gondcmar an. 477 in einem thurne gctodlct ward. IM Gondebaldus. Gondeinarus / Gondcbaldi, Königs der Biwgimdicr, jung» ster söhn, und sigismundi bruder,führte mit den Fraiitzojen Mtg, und zog allezeit den kürtzcrn. Nachdem er zu Boston eine mcoerläge erlitten , und darauf Antun durch Clotaniuii und tum vcrlohrcn hatte, wurde er von deuselbige» gefangen Memmen , und in ein casicll gcworffen, woriimcn er um das >avr z; stiucn gcist elendiglich aufgeben muste. 70 »e»/r-. Gondi/ eine berühinte Frantzösifchc familie, hat rbM »k- sprnng von Florentz, wostlbssssic von dem -- an b^ wcstn, und vor diesem eine lange zeit den dhillpv M . bat. Sie hat sich auch mit den voriicimien fmmlstn."'H freundet, und die wichtigsten chren-stclle» m stlbiger Nttiw . seist'». Fortis von Gondi war Beilicosi söhn, lebte a». " 4, 8 jatk einen theil mit an Der regierung. NeneruZ Gondi schloß an. ir;S den frieden mit den Pisancrn. Baldus bekleidete an. 17.90 die wichtigsten bedienlingen iin kriege- Julianus Gondi schlug eine ^)en6on auö, jo ihm Alfonsuö / König von Aragonien, anbot / mit diesen Worten: Es woll: sich nicht geziemen / dass ein bürger aus einer freyen Republtc von einem auswärtigen Potentaten p-nNon nähme. Bernhsrdus , Caroli söhn, war oberster Loak-Iomer der Republic. Gendo von Gondi gelangte zu den vornehmsten stellen daselbst / nnd Simon that der republic Florentz in dem kriege wider den Hertzog von Mayland an. 1; 91 grosse dunste. Er hinterließ Bernhardum, Bernhardt II vater, von welchem Antonius I, der Antonium II hinterließ. Es wurde aber selbiges geschlecht in Franckreich bekannt, als Johannes LspMs.Hiero- nymus und Antonius Gondi mit der Königin Catharina lle Me- Licis sich dahin wendeten. Johannes Lzpr.cu war bey selbiger oberster Hofmeister, welcher auch den pallast Gondi zu Paris erbauet hat, der jetzv der pallast Conds genennet wird. Hicronymus, dessen bruders söhn, wurde von dem Könige Henrico III und IV in verschiedenen wichtigen Verschickungen gebraucht; wie denn dieser letztere ihn ZUM lmroguÄeur 6c; LmkzlU-jeur; machte, Ulld ihm hernach die stelle eines c>v»lierz bey der Königin Maria von Medi- cis gab. Dieser hatte die Vermählung des Königs mit selbiger Prin- tzcßin in Vorschlag gebracht, welche auch, als sie nach Paris kam, in seinem pallast am ersten abstieg. Antonius von Gondi, Herr von Perron, setzte das gcschlechte fort. Er war bey dem Könige Henrico II erster Hofmeister, und vermählte sich mit Maria von ?>e» rs vivs. Caroli, Herrn zu Lezigny tochter, so der Königlichen kin- dern oouvcrngnre war, mit welcher er Carolum von Gondi, Herrn von Tour, General der galeeren und obcr-aufseher über die Königliche g-rcle, zeugte, so den 15 jun. an. 1574 zu Paris ohne erben starb; (von diestm will gesagt werden, als habe er König Carolum IX mit gisst hinrichten helsscn; allein,weil das von der vergifftnng selbst aufgegangene gerächt ohne zweifel falsch ist, (siehe Carolus X König in Franckreich) so fallt auch die dißsals dem Gondi zugestoßene schuld von sich seldsten weg;) ferner Albertum von Gondi, und Perrum Cardinal von Gondi und Bischoffvon Paris, von welchen beyden hernach. Albertus aber zeugte mit Claudia Catha- rina von Clermont Dampiere, verwittibten von Rels, Carolum, von Bellisle j welcher an. 1596 umkam; Hen- ricum, den Cardinal von Rets,von dem hernach; Philippum Ema- nuelcm, von dem hernach; Johannem Franciscum, welcher der erste Ertz-Bischoffvon Paris war. König Ludovicus XIII machte ihn an. iSz; zum Loma-ancleur seiner orden, wobey er sich sehr grosse rcpursrion erwarb. Er starb zu Paris den 21 mertz an. 1654 im 70 jähre seines alters. Carolus, der älteste, hatte von seiner ge- malstin, Antoinette von Ocleans, Henricum von Gondi, Hertzog von Rets und Ritter der Königlichen orden, welcher aber nur 2 töchter hinterlie; ßPhilippü's Emanuel aber zeugte Petrum von Gondi, Hertzog von Rets unv General der galeeren, welche stelle er aber aufgab, und nur 2 töchser hinterließ; und Johannem Franciscum Paülum von Gondi, Cardinal von Rets, mit welchem das gesthlechte ausstarb. Xexxrm üb. ?- klor. iUullr. Lkr>r kill. VIor. vr/n. Q-». ccl» !li. lle MusciL 6c llmbr. tamil. Lo««»' lle kawil. Lonlli. Lall. gcn. p. 179. Gondi/ (Albertus)Hertzog von Rets / pLir undMarschakl von Franckreich/ Ritter der Königlichen orden / ältester Cam- merjuncker und General der galeeren/ war Antonil von Gondi söhn/ gebohren an. 1528 zu Florentz/ und stund bey der Komgin Catharina von Medrcis / nicht weniger auch bey dem Könige Ca» rolo IX in gar grossen gnaden. Er befand sich an. 1554 rn der Wacht bey Renti / an. 1567m der schlacht bey 8. Denys / und an. 1569 in der bey Moncontour. Carolus IX brauchte ihn auch/ um die Vermählung mit der Ertz - Hertzogin Elisabeth von Oester» reich / Kaysers Martmiliani II tochter / zu schliessen. Nach diesem schickte er ihn an. 1566 als Abgesandten in Engelland / und machte ihn im folgenden jähre zum Marschall von Franckreich. König Henricus III -onrinulrte diese gnade/ und muste er bey seiner cronung die stelle eines conne-Lbiez vcrtretten. Er machte ihn auch zum General der Königlichen galeeren/ zum Hertzog und Pair von Franckreich/ zum oouverncur von Provence/ mgleichen derstadk und schloß zu Nantes rc. Er diente diesem Konrge sehr treulich / und riech auch selbigem / sich mit dem Komge voy Na- varra wider das unternehmen der ligue zu verbinden. Nach dem tode dieses Königs hielt er sich zu Henrico IV/ bey dessen cronung er an. 1594 den Grafen von Toulouse r-^Ls-mwen muste / und diente demselbiqen Könige / biß er an. 1602 starb/ worauf er in der capelle von Gondi/ so hinter dem chor der kircyen norrc- o-mczuParis zusehen ist/begraben ward. 2-/, gen. Lsll. Gondi/ (Petrus) Cardinal und Tischoffzn Paris/ warAn- tonii von Gondi sohnnnd des obigen Alberti brudcr/ an. 1;;; zu Lyon gebohren. Er studirte zu Paris/ wurde zu Toulouse/ und hierauf Almoscnier/ wie auch bey Königs Caroli IX gemahlin Elisabeth Cantzlerv Er wurde hierauf Abt zu 8 ^ean von Vignes/ zu Soisson/ zu 8. Aubrn/ zu Angieres/ zu 8. Martin/ zu Pontoise / zu 8. Maria von Campama und zu 8. Espalo imStiffteMans/ auch an. 1562 Bstchoff m langrcs/ und dadurch Hertzog und Pair von Franckreich / endlich an-1571 Bischvff zu Paris. Carolus IX machte ihn auch zum Grafen zu Coigny und Herrn zu Pctrosa. Henricus III gab ihm an. 1576 den orden des heil. Geistes. Er wohnte vielen Reichs-convemen/ sonderlich an. 1577 dem zu Paris / an. 15 88 dem zu Moi.-/»nd an. 1596 dem zu Nouen/ auch verschtedenen Versammlungen der V)' ssM P87 ZUM prcsbyrcrc, c srUinzli C Snwesiri M-ickt- / chen tttul er hernach mit einem andern ^ ' machte / Wels veem-üi^it w!» vstvern 1 nnir^rls >r! monrs Nincic» ^^'^ben / zum frieden nicht bewegen. Weil er sich ^ liguescike nicht schlagen wolle / wurden ihm seine Bi» schöflichenelnknnffke zurück behalten. Erließ sich htcrauj von Tem r co iv tnemerGesandschafft an den Pabst Ci m« viil a brauchen/ bey welchem er aber/ weil Henricus IV noch r fo^ ?lch cmchnichts fruchkbarlichesaus. ttchkm konke. Als aber der Kömg an. iz^dre stadk Baris cinae» Mmen hatte/ begab er,ich wieder in diese seine Bischöfliche re. diente dem König getreulich. Er war sonst em fried- fttttg.r mann / welcher den armen sehr viel gutes that / und stark ^^^rahr semesalters/ seines bruders söhn/ Philip, pum Emanuelem/ zu seinem erden hinterlassend. I,b. 2 Us l.oui-XIIl I>l>. 18. ÄSN. Lall. Gondi/ (Henricus) Cardinal und Bischofs zu Paris/ war ^8; von Alberto von Gondi / Hertzog von Rets / und Clan- via Cakharma von Dampierre gebohren. Sein vekter/ obigee CarPinal/ Petrus Gondi/ machte ihn anfänglich zum zu Paris / und nachdem er auch Abt zu 8. Johann zu Soiffons mid zu Buzay gewesen/ i--a»n,rte er ihm an- 1598/ mit Königs HeimcrlVbewrlliglmg/ das Dißkhum Paris. Er brachte die Uacres con^cAgkioms orarnrii an. i6ic>/ auch verschiedene andere vrdensckeute m diestadtParts/ that Henrico IV an. iSic, bm lerch-scrinon/ und wohnte an. 1Ü14 dem Rcichs-eonvenl zu Paris bey. Als Paulus V einem aus der Frantzösischen clcrisey den Car» mnals-hut geben wolle/ wurde dieser an. 1618 darzu befördert. Er erhielt an. 1619 den orden des heil. Geistes/ riech dem König den krieg wider die Hugenotten/ zog an. 1620 wider selbige zu seid/ und brachte es dahin/ daß ihnen die geistlichen in Bear» genommen wurden. Nach des von Luyncs tod wurde er oberster kimMer bey dem König/ und nahm hierauf seinen brudcr/ poh. Franciscum Gondi/ zum Loschmorc an. Er wurde in der belagcriiug Monkpellier mit der feld-kranckheik befallen / starb zu Beziers ben24jul. an. 1622/ und ward in der capelle Gondi zu PMs vegl'ÄM» 1. rr. Gondi / (Philippus Emanuel) Graf zu Joigny/ von Is!« ci'or, Generaider galeren in Franckreich/ war Alberti von Gondi / Hcrtzogs von Rets / dritter söhn / an. 158-- geboh- ren.Er bekain von seiner mittler wegen die Hcrrschaffk Dampierre/ und von seines vaters bruder/ dem Cardinal Petro/ Btschoffzu Paris/ die GrafschM Joigny/ besaß auch das ^quilsr a- ri-i- a'or und dteHerrschasst v >»s pr-ux. Er wurde an seines vaters statt General der galeeren/ wie auch osncrsi Liemenam des Levanti» schen meers und «ouvecncur der Provintz Auvergnc / wohnte an. 1602 dem berühmten csrouiei zu Parts bey/ erlangte an. 1619 die Königlichen Ritter-orden des heil. Geistes und8.Michaelis/ schlug an. 1621 den berühmten Corsarn/ Solimann Nais/ wie auch andere meer-räuber von Algier und aus der Darbarey/befcmd sich an. 1622 in der see-schlacht bey Rochelle/ auch an. 1627 bey dem enisatz der insul ke. und bey der niederlag der Engclländer/ woselbst er mit einem musgueten-schuß an der schulter verwund! würd. Nachdem er nach seiner gemahlin absterben sein am eines Generals der galeren seinem söhn/ Pelro Gondi/ r-'Hmle/ nahm er den geistlichen stand an / und gieng unter die con^cZLnon <-rm- nis orsrorii. Er gerietst an. 1640 wegen einigen mit GrafLudovico zu Soiffons/ der sich wider den König auflehnte / gewechselten schreiben/ in Ludovici XIII ungnade/ so/ daß er arrestirtwurde. Er muste sich hteraufin das gebürg von Auvergne als in ein exiiium rcririren/ kam aber nach einiger zeit nach Paris / woselbst er den 19jul.an.1661 tm8i jähr seines alters starb. /«L-/. gen. OaU. Gondi/ (Joh.Franc. Paulus) Cardinal von Rets und wecanus der Sorbonne/ hatte ein herrliches -ngcmum, und nahm den voSor. ttnil in der Sorbonne an. Er genoß vlei geistliche beaeüci», und wiewohl er vor diesem stand einen grossen absehen hatte/ und um seine verwandte zu zwingen / daß sie lstne m rrncn andern stand weiten liessen / in der jugend verschledene mahl «Zuellirte / so wurde die fach doch jedes mahls unterdrückt/ und muste er wider seinen willen ein Geistlicher bleiben. Hernach wurde er von seinem Vetter zum Lt>onen geneigt sahe/ auch ohne zweifel den alten grollen wider ihne noch stats im hertzen hatte/ wurde er kurtz " Lxx r darauf 582 M darauf m dem kouvre/ da er sich dessen am wenigsten versähe/ gefangen genommen/ und nach Vincennes gebracht/ von dar aber nach Nantes. Er entflöhe aber/ und giengnach Rom/ woselbst reAlerandri Vllwahl beywohnte; weil sich aber dieser bey dem Frantzösischcn Hof seiner nicht so wohl annehmen wolle / wie es Innoccntius zu thun angefangen/ so grenze er von dar zu den Spaniern in die Niederlande. Als er am i6üi in Frankreich zu» rück kam / gab er das Ertz-Dißthum Paris/ welches er von sei» nem vettererhalten / freywtlllg auf/ und erhielt dargegcn vvn dem König die Abtey 8. Dcnys. Von der zeit an lebte er gantz still und ruhig/ schickte auch ClementiXan. 167; den Cardinals, vut wieder zurück/ welcher ihn aber / solchen zu behalten / nöthigte / biß er endlich den 24 aug. an. 1679 verstarb. Er hat von allen seinen begebenheiten memoirc- in5 rom. geschrieben / die erst kurtzlich an das taq-Ircht gekommen/ darum er von seinen fehlem frey genug schreibet. >. 7 rer. Lrii. 7«^/. Z-». L-r-ni. äu sse Ks/L. * Gondiochus/ sonst Gundicariug oder Gundecus / erster König der Burgundier/ setzte sich in Gallien fest/ und brachte alles unter sich von der Rhone an biß an die «aonc. An. 4)4 vcr- lobr er20000 von seinen Unterthanen/ welche in neig, eingefallen waren/ worauf er Aetium/ den Römischen Stadthalter/ um friede bitten muste. Nachgehends wurde er an. 4)7 von Octavio/ der Hunnen König/ mit dem gröstcn theil lcincs volcks erschlagen; wiewol andere sagen / es sey von dem Anita geschehen. 7->s//>-^ III Lllwa. tiitj. Nurx. c. z tz. 2. * Gondiochus/ des vorigen söhn/ oder vielmehr (wo man des Prosperi Chronick folgen will / welcher diesen Zeiten am nächsten gewesen/ und versichert/ daß dergantze stamm des vorher gehenden Gondiochi von den Hunnen sene auffgericben worden / wie- wohlcn alle diese qcschichtc / da die Burgunder selbst keine »Moi-i. co- gehabt/ so verwirrt erzchlct werden/ daß man nichts gewisses sagen kan) der Urheber dischcn Königen/ sm dien. An. 44) bekam.... er Lhcodonco/ dem König der Wcst-Golhcn/ wider Rcchla- rum/ den König der Schwaben in Spanien bey. An. 4;; machte er sich der Römer mißhelligkcit zu nutz / nahm Vieune und Luvn weg/ und brachte einen theil von Gallien unter sich. Endlich starb eran. 47;/ und hinterließ 4 söhne/ Gondcbaldum/ Gondcgcsi- lum/ Gondcmarum und Chilpericum. 6^0««, 7-»^». 4k». lug. Nu Osu^Iuiic. Dc/dr-ne liill. Lu^unci.* Ooridioda/ warClodomiri/ Clodoväisohns/Königs von Orlcans gcmaylin/ und des Thibaldi/ Guutheri und 8 . Elodo- vai Mutter. Clotarius tödlete die beyden erstem/ und ließ nur den dritten übrig / welcher ein Priester wurde / und als ein heiliger starb. Einige Gencaloqisten versichern / daß nach Clodomirt tod an. 524 eben dieser Clotarius I dieseGondiodam gcchllchet/ aber mit ihr kciiic kinder erzeuget habe. nick. ^ciiCL>»Z. lic la mrison oc >>2ncc. Gondomar/ ein ort und Grasschafft in Galicien nahe bey Tuygelegen / welche König Philipp lll an. 10,7 zugunsten v. Diego Sarmicnto n- Aucuna errichtet hat. Lcsc a- IL 5 p. 269. * Gonet/ (Ioh. Baptista) ein Dominicaner/ gebürtig von Bezicrs/ war DnÄn-- der Universität zu Bourdeaur/ und lehrte daselbst die theologie / zog sich aber dadurch der Jesuiten haß über den hals / weil er Urc^z p-ovwciUcs von der lini- «crsität Bourdeaur ^piobircn machte. Bey seinem alter wandte er sich wieder nach Bezicrs/ und starb daselbst den 24jan.au. isgi. Erhat cst'pcum li,cu!c>Ai.r Hioimidic«; äiNcrr^iioncm itzeuIoyicLm 6e proksbilittle UNd manusIc'I'tiomlNLrum geschrieben- 4 » chn. 1665 p. »64. kNo^faitON/ ist cin sahne/ welcher in verschiedene stücke zcr- schnirten/dlc herum hängen.Es rühret solches von demTemschen alten wort sahne her/und werden annoch heul zu tag die allen haupt- tiiid kirchcn-fähnen also benennet/ welche durch die Gonfalonieri gcfiihrct werden/ wenn nemlich zu deschützung der kirchen und kirchen-gütcrcine armecauszurichten. In den Versammlungen des Königreichs Icriisalcm wird qcsetzct/ daß der und der Marschall/ein jedweder ein vor dem König / wenn sei- biger in procetiion guSrittc/ führen solle- Wiewol man auch den hanpt-sahne eines RcichS 6o„f-nv„ zu nennen pfleget. Zu Florcntz wurde das Haupt der Rcpublic QonQiomc- gcnennet; Wie es denn auch noch heut zu tag ) OonKioMerr zu Sicua gibt / deren ein jedweder in einem der z quartieren der stadt cv,».n^»airet. Auch wird der Hertzog von Parma LuickLiom» der Römischen kirche gcncnnct.ir 7 »nkr»'»e-. llc I'vri^iucci^-r-inciiricz. tzerM. oö- verillo imxicrü. nor. cl>Kn. I. 8 c. 2 h. 6. Goitgora/ (Ludovieus) ein Geistlicher von Cordoua/ war Francisci a- Arqvtc und Elconorävon Gonqora söhn- Wegen seiner gcdtchtc war er bey seinen lands-lcutcn sehr berühmt / und starb den 2; may an. iä;8 im ? z jähr seines altcrs. Seine schrifften sind in ein volumen in 4 unter dem titul: »K-LS c!c v. Nuis cie 6vnxor- y ^rxorc zusammen gebracht worden. tzibl. Gonncsse / oder Goimcche / ein dorff nahe bey Paris/ welches vornehmlich deswegen berühmt ist / weil das daselbst ge- backcne brod vor allem andern in Paris vor gut gehalten wird. Man sagt/ daß der König von Franckrcich/ Franctseus I/ da der Kaysec Carolus V in einem an ihn abgelassenen schreiben feine gon gantze Mttlauffttge tsiulatur gebraucht / sich dagegen m seiner ant« wort bloß einen Kontg von Franckrcich / wie auch Herrnü», Gonncsse und Vanncs geschrieben. Dieser letzte ort ist qleicksMr ein blosses dorff/ 2 weilen von Paris/ allwo sonderlichwM. schmeckender dritter gemacht wird. 2»/. mnersr. 6,». ' Gonneville/ ein Edelmann aus der Normandie/ welcher an. 150; aus der stadtHonfieur ausreiset- / um mOst-Indien m gehen/ aber durch stürm an das unbekandte land gegen süden verschlagen ward. Nachdem er nun so wol die gelegenhen deSiandeS/ als auch der cinwvhner sitten wohl erkundiget halte/ faßte er die rciöiution. in die Normandie zurück zu gehen/ und damit er diese entdeckung desto mehr versichern mochte/ nahm er einen von den Priestern des Königs im lande mit sich; hatte aber das Unglück, daß er im zeucht der tnsnl ^erscy an den küsten vonNvrmandie in die Hände eines Engellandischen Corsaren fiel/ allwo er bey der Admiralität sich beschwarte/und eine beschreibung von seiner reise einlegte/ so den iy)ui. an. -;v8 datirer ist. Diese enthält verschiedene kEicuiir,taten/ und unter andern / daß dieses land / welches er das mittägige Indien nennet / sehr fruchtbar sey/ daß die einwohner eben nicht gar wild / und zimlich gesch'ckt scyu/ und daß ein jcdcr.Canion seinen Konighabe. /lra/c gedruckt zu Paris an. iLüz. Gonsalvus/ (Martinus) ein Spanier/ lebte an.izzo Er war/ wie man vorgibt/ so närrisch/ daß er von sich ausgab/ er wäre ein bruder des engels Michael / nnddaß Gott ihm diesestelle vorbehalten/ welche Lucifer durch seinen fallverlohren. Er riiblnke sich/ daß bey lhm die rechte Wahrheit und Icicer zum Himmel m finden / und er derjenige sey / welcher den antlchrist besiegen solle DcrErtz-Bijchoffvon Toledo/ als er ihn Nicht komc zu rechte bringen/ co,m-:mmrkelhnzumfeuer/ weil er glaubte/ daß dieses Mittel mehr wurckuuq als alle seine ermahnungcn haben würbe; odwvhlcn einem solcheinn dem Hirn verrückten menschen em narren-hauß viel bester würde angestanden haben. <7. izrs ».4- Gontaut / (Armandus von) Herr von Viren, Ritter von den Königlichen orden und Marssball von Iranckreich. Er war ans cmcin sehr alten Hause entsprossen , und hat sich insonderheit unter Henriei 11 , Franeiici 11 , Earoli IX, Henrici III und HenricilV regicrung bekannt gemacht, älter vater war Gasion II von Gonlaiil, welcher Catharinain von Lalignac beyratlicte, von welcher er verfchicdrnc kinder erhielte, worunter Armandus Bischoff von Sarlat, der an. 14) 1 starb; und Johann, Königs Earoli VII vorschncider, welcher zu Biron eine schöne kirche erbauen ließ. Dl-stc vcrchlichte sich zum erstcn mal mit Margarelha von Mn- ferrant, von welcher Johann von Gontaut, welcher an. i;;7m den wunden, so er in der schlacht bey 3 . Quintin empsangcii, starb. Er hinterließ von Anna von Bonncval, Frau von Chcboutonncs, 2 söhne und 4 töchter. Der älteste war Armandus/Marfchall von Franckrcich. Dieser diente anfänglich an der Königin Margare- thä von Navarra Host als p-g-; nach diesem ersähe ihn der Marschall von Brissac, die standartc murr seiner conwagnie zu führen. Er hielt sich hierauf in Piemont sehr wohl, bekam daselbst eine wunde in die hnfft, daß er seine übrige lebcns-zcit hincken misse. Bey dem anfange des ersten bürgerlichen kricges war Biron mißvergnügt über den Hof,weil man ihm in ertheilnng der Königlichen orden andere vorzog,deswegen er auch nach haust ziehen wolle, ließ sich aber doch endlich durch seine freunde und der Catharinä von Medicis versvrcchen bewegen,der armec zu folgen. Er hielt sich in den bürgerlichen kriegen so wohl, daß er an. i; 6 y Grosnneisterdce artillcrie ward. Jedoch hatte er mit dem damahligen Hertzog von Anjon Henrico immer etwas zu theilen, dessen Widerwillen er sich sonderlich zuzog, weil er die bclagerung von Röchelte fortzusetzen rielh, die der Printz, der gern zu annehmung der Polnischen crvn gecilct hakte, auf alle weist aufheben wolle. Als er auch nachgc- hends unter dem namen Henrici III König ward, begegnete er ihm das erste iahr über sthr kaltsinnig, ließ sich aber doch durch seine grosse gaben endlich gewinnen, daß er ihn an. 1 ;77 Z"m Marschall von Franckrcich machte, und wider die Hnaonotten in Guicune schickte. An. i; 8 i ward er ein Ritter vom oiwen des heil. Geistes, und dem Hertzog von Alencon mit einigen völckern in die Niederlande zur hülffe geschickt, von dar er aber bald nach dem vergeblichen anschlug auf Antwerpen unverrichteter fachen zurück kehren mnstc. Nach der Hand hätten ihn die Häupter der >> 8 »- gern mit in ihren rath eingestochtcn, weshalbcn sie ihm ;oooo rthl. versprachen ; er blieb aber in seiner treue gegenchem König beständig. Nach dieses Königs tobe war er einer der ersten, der steh vor Heu- ricum IV erklärte,und davor zwar anfänglich die K>uvcr2»mat von Perigord begehrte,steh aber halb weisen ließ, daß er ihn ohne bedm- gung zu seinem Her:» annahm, und demselben hernach bey allen gclcgenhcitcn die wichtigsten dicnste leistete, wie er es denn insonderheit verhütete, daß der König, als er an. 1; 89 durch den Hertzog von Maicnne fast gantz eingeschlossen war, sich nicht nber die see zu flüchten begehrte. Als er den 26 jul. an. i;yr Esvmray in Champagne belagerte,und rcc»gnukc>rcn wolle, wurde er durch eine canon-kugcl gctödtct, welches ihm von einem Lfl-viogn war zuvor gesagt worden, und crzcblt man dabey , daß ob er gleich jonst nlM viel aufprophcceylingen gehalten, diese gleichwohl w viel cnwriiff bey ihm gemacht,daß er bey icdcin eanon-sthnsse vor schrecken in o>c höhe qcfpriingc», wie er denn der kugel, die ihn getodret, lewst 00- aeanct, als er selbiger durch beugnngdcs leides auszttweickMgi- iiieynt. Er war ein vortreflichcr soibat und ungemem guter Gcns- ral, der absonderlich sthr wohl verstund, wie eine armec vorW- hafftig zu lagern sey. Er hatte viel Hitze, die ihn oyters Zum M K! 'sss X gon ü. -'.-Ll E--c- zöm verleitete, war dem trunck einiger Massen ergeben, liebte die Akidkkr?/ gut den krieg. Im Umgang war er freundlich , höflich und schertzhafft, in seinen Verrichtungen aber frey und ein feind von allen hof- schmeicheleyen. Seiner geschaffte nahm er also wahr, daher, so . bald er erwachte, einem pageu ein mcmonai von alle dem, was den tag über zu thun wartete. Er hat auch die geschichtc seiner zeit beschrieben, und ein buch von verpflicht eines Feld-Marschalls verfertigt gehabt, die aber beyde verlohnen gegangen. In der religion war er so gar eyfrrg Nicht, denn ob er es zwar mit den Catholischen äusserlich Hielte, verdachte man ihn doch als einen Hugonotten, daher es nicht vrel gefehltt hatte, daß er nicht in der Parisischen blut- hochzeit nebst andern waremEcnret worden, wofern er sich nicht in die bastille retinret hatte; da er denn einig geschütz aufführen ließ,und dadurch die anschlage, so man bey selbiger gelegenheit wider ihne mochte in dem sinn gehabt haben,bald verschwinden machte. Er hatte von Johanna, Frau von Ornesan und 8-Blancarc z söhne und 5 lochter. Die söhne waren Armandus, Herr von r. Uaiicart, welcher an. r;8; in dem anschlage auf Antwerpen umkam, und von Hippolyta von Lauzieres einen söhn, namens Johann Carolus/Hinterließ; Johannes, der das geschlecht fortgesetzt, und Earolus von dem hernach. j. eisge llu larrecdLl cle Niron. äZeLer^-. 0 « 2 /e-L IM. ästtenix III. zezo«,/»-. * Gcmtaut / (Carolus, Hertzog von Biron,) war des vorigen Armandi söhn, und einer der grosten kriegs-helden seiner zeit. In seiner ersten jugend ward er in der Reformirten religion bey seines Vaters schwester, ä« Bcisamdourg erzogen, bezeigte aber nicht die geringste lust zum studiren, daher ihn sein vater zeitlich zu sich nahm und ihn so wohl zum kriege als zur Catholischen religion anhielt. Er brachte es auch in den Waffen bald hoch, inmassen er denn an. 1580 im 1; jähre seines alters, als sein vater aus einem gewissen zuge mir dem Pferde einen unglücklichen fall gethan hatte, mit bewillignnq der andern anwesenden Officirer das ober-com- mancio über dessen völckcr kriegte. An. 158s halff ihm sein vater, daß er General-Feld-Marschall ward,und, weil er in dieser Verrichtung noch nicht recht erfahren war, that er selbst vor ihn eine reit- lang die gehörigen dienste. Er setzte sich indessen durch seine sonderbare tapsserkeit, die er in den meisten Haupt - geiegeuheiren er- wieß, bey dem König in solche gnade, daß er ihn an. 1592 zum Admiral von Franckreich machre, wiewohl er an. 94 diese stelle dein von Mars abwetten muste, welcher selbige schon vor deine unter Henrico III gehabt, und nun unter dem beding seinen frieden mit dem König geschlossen, und mit Übergebung Äonen von der nZus ru dessen parthey getretten war. Wiewohl nun Biron zu ersetzung dieses Nachtheils KlLreclizi von Franckreich und Gouverneur ist Burgund ernennet ward, bliebe er doch immer mit diesem Wechsel sehr übel zufrieden, sonderlich,als ihm der König auch das Oouver- «cmem von Lavn versagte. Derselbe fuhr aber dennoch fort, ihm grosse proben seiner liebe zu geben,gestalt er ihn an. 1598 zum Hertzog und von Franckreich machte, auch nach Brüssel in Ge- sandschasst schickte, daselbst von dem Ertz-Hertzog die beschwörung des Vervinischen friedens anzunehmen.' Gleichwohl ließ sich das einmal aufgebrachte gemüth des Biron nicht bändigen, sondern ward vielmehr durch die listigen schmeicheleyen der Spanier auf dieser reise noch mehr verdorben,dergestalt, daß er von derselben zeit an allerhand anschlage wider den König schmiedete, öffentlich von seinen eigenen grossen thaten redete, und hingegen des Königs Verrichtungen niederschlug. Diß alles ward bey der anwesenheit des Hertzvgs von Davouen in Franckreich an. 1600 vermehrt, indem dieser verschlagene Herr den Biron durch ziitragiing einiger vcr- kleinerlicher reden des Königs immer in grössere Verbitterung setzte, und es zuletzt so weit brachte, daß Biron mit ihirmmd den Spaniern ein heimliches dündniß machte, vermöge dessen das Königreich Franckreich zergliedert werden , und er davon das Hertzog- thum Burgund nebst einer Spanischen oder Savoyischen Prin- zeßin, und zu deren mitgifft die kiLncy..-,Lomre haben solle. Wiewohl er nun in dem kurtz darauf erfolgenden Savoyischen kriege dem Könige aus eigner rubm-begierde noch gute dienste leistete, auch dereinst demselben, als er merckte, daß Henricus einigen wind von seinen anschlügen habe, solche mit verstellter reue frey bekennte, und davor völlige Vergebung erhielt, setzte er nichts destowemger sime verrätherischen Handlungen mit den feinden des Königs in möglichster Heimlichkeit fort, zumal er abermal darüber, daß ihm der König das Zouvernemem von Bourg cn Bresse nicht geben wolle, mißvergnügt ward, und das ansehen des bey der armee befindlichen Lesdlguieres mit schelen äugen ansähe. Wahrender zeit schickte ihn Henricus an. 1601 in Gesandschasst an die Konigm m Engelland, wegen des Vorhabens, so sie beyde zu erniebrigung der Oesterreichischen macht im sinne hatten. Er ward von der Königin sehr prächtig unterhalten, was aber hier einige geschicht-schrel- der melden, als ob ihm die Königin den aufdem i»»? aufgesteckten kvvffdes Grafen von Essex, zum Vorspiel seines kuilfftigen falls gewiesen,ist allen umständen nach falsch, weil Elisabeth die gantze zeit über, als Biron in Engelland gewesen , nicht nach Londen gekommen. An. 1602 gieng er als Gesandter in die Schwatz, allwo er das bündniß der Cantons mit der cron Franckreich erneuerte, und sich noch zu guter letzt sehr prächtig ausführte; Aber bald nach ferner rückkunfft gieng sein Unglück an. Sein vertrauter Lasin war ihm untreu worden, und hatte sich mit verschiedenen schafften von Birons Hand,welche die vorgehabte verratherey betroffen, zum König begeben , dem er den gantzen Handel entdeckt, dabey sichJenn Biron so sicher machen ließ,daß er meynte, Lastn könne unmöglich etwas vffenbahrt haben,daher er sich auf erfordern/ ungeachtet viel. gon 5!^F-warnungen seiner freunde, nach'hofbegab, auchdastlbst ^E.^M,der chm gerne gnade erweisen wolle, und ihn mit deren dreyen unterschiedenen malen gantz allein befraa- te, nicht nur nichts gestehen wolle, sondern sich nobb mnM zürnt anstellen durffte. Deswegen ward er endlich, als er das letzte mal aus des Königs cabinet gieng, zu Fontainebleau in verbalstae« N°UE und m d-e NMU- gesetzt! Me er nun dmch eigenhäL ge brwfe und viele zeugen jattsam überzeugt gehalten ward, sich HE, unbeständige aussagen selbst vc? dachtrg gemacht, so mochte ihm die spate zuflucht zur Königlichen , und dre entlchuldigung, daß sein verbrechen nur in Worten bestehe und zur that niemals gekommen,ingleichem,daß er alles aus Übereilung und lachzorn,gethan,und seit der ersten Königlichen verjüng , dw aber der König ietzo wiederruffte, zum wenigsten nach des Dauphins geburt, seme vorigen anschlage gäntzlich fahren ias- ssn,mchts helffeu,sondern er ward zum tode ver»rtheill,und diesem-- nach den zr im. an. 1602 in dem Hofe der n-llwe enthauptet, be» welcher Vollstreckung des Urtheils er sich halb rasend angestellt, und noch viele drohungen von sich hören lassen. Er worein überaus ehrgertzlgcr mann, der aufallc andere, die was rühmliches thaten, auch so gar aufden König selbst eyffersüchtig war, von demselben off: mit Verkleinerung, und von sich mit vieler ruhmräthigkeir redete,wiewol man nicht laugnei, kan,daß er in tapsserkeit wenig seines gleichen gehabt, deswegen ihn auch der König, in dessen dünsten er ;; wunden empfangen, sehr hoch hielt. Von der religion hielt er nicht viel, stellte sich aber doch, wie man meynt, den Spaniern zn gefallen und des volcks liebe zu gewinnen , bis zum aberglauvm eystig in dem Catholischen qvttesdienste. Dem spiele war er sehr ergeben / gestalt er wohl ehe des jahrs ? tonnen goldes verspielt, auf andere Wollüste des leides hingegen hielt er desto weniger, n,««- mcmorrez, WIt. univ. kill.-le I'aix. lls ttcnrici lV. cbrniin-. loA. Ic^rca. jiill, Qallic« ^. 8 r. memoirer r. 1. Gontran/ ein General, siehe Boss> «Zsntranus. Gonzaga / ein kleiner ort in dem Hertzogtvum Mantua, nicht weit von Guastalla, den man vornemlich deswegen merckt, weil er den gcschiechts-namen der Hertzoge von Mantua führt, und wohl gar, wie einige davor hallen, das stamm-haug dieser fairnlie ist. Gonzacka / ist eine alle und berühmte familie in Italien , woraus viel vornehme Herren entsprossen. Es wird deren Ursprung von einem vornehmen Italiänischen Herrn, namens Hugo, hergeführet, weichen einige zu des Königs Lothar» enckel und des Kaysers Lothar» vorenckel machen wollen. Dessen gemahlin ist einegedvhrne Gvnzingin, Lvngvbardischcr nmion, gewesen, daher» auch der zuname Gonzaga dem Hause erblich worden. Hügonis söhn, Gerhard Gvnzingi, oder Gonzaga, hat an. iooy,als ein unmittelbarer Vasall des Äeichs, die lehn erlanget. Von diesem Gerhard stammet im eilssmi grad der niedersteigenden linie Ludovi- cus Gonzaga her, welchen Kayser Carolus 1 C bey der an. i;r 8 , durch ermördung Rainaldi Passarmi Bonacolsi,erhaltener Haupt- mannsthafft in Mantua an. i;4y bestätiget, und zum Vibrio des Römischen Reichs verordnet hat. Von selbiger zeit an ist die Gon- zagische familie beständig in dein besitz der stadt und des gebiets von Mantua verblieben ; Denn von seinen söbnen ward Petrünis stamm-vater der Grafen von Novellara. (siehe iJovettara.) Der andere aber, namens Guido, wccsllirte dem vater in seinem amte, und wurde ein vater Ludovici, der an. i;62 seinen ältern bruder Ugolinum, vieler in der familie erregten unruhe halber, aus dein wege räumte, und ein groß-vater war Francifti, welcher ebenfalls die Kayserliche Haupt,nannschafft verivalret, und die Grannen vertrieben. Er bekam von dem Kaystr Wenceslao grosse freyheiten, halff den Venetianem Verona und Padua wieder erobern , that auch einen zug in das gelobte land, und machte sich da. selbst durch unterschiedene thaten sehr berühmt. Er starb an. 1407, und folgte ihm sein soh» Johann Frantz von Gonzaga, welcher sich durch seine tapsserkeit grossen rühm erwarb. Er war unter Johanne XXII General über die kirchen-trouppen, hernach der Ve- netianer General wider die Maylander, und erhielte von selbigen grosse »v-n» 8 en. Auch hatte er sich bey dem Kayser Smismundo so wohl verdient gemacht, daß er ihm an. 14z; die wurde und dm titul eines Maggrafen zu Mantua und immerwährenden Stattbalters des Remis in Italien canleriret. Er starb an. 1444, und hinterließ von seiner gemahlin Paula Malatesta 4 söhne, budovi- cum III, von dem so fort; Carolum, Herrn von Bozzuvlo; Aleran- drum, Herrn von Eastiglione, Eaneto und Eastel-Giosredo; und Johannem Ludovicum, Herrn von Rvdigo und Capnana. Ludo- vicus III aber,Margqrafvon Mantua, war einer der berühmtesten Keneralen^ welchem die FlorcntinerPie Vene!,auer und Er emvsiena den 27 may an. 1459 Pavlt P^um ri, wci« ck,er den 1 i n die onferentz so daselbst angestellet war,anfieng, um uan dem Türcken kriege zu ll-vb-riren. Er empfimg auch allda Äst Frckeckcum Nund den König von Dänemarck. Er starb . „nd binterließ von seiner gemahlin Barbara aus dem baust Brandenburg verschiedene söhne, worunter ^rancsscus Cardwal, Ludovicus aber Bisthoffzu Mantua ward; W 2 bade. ; besondere Imieu gestlfftet, uidem von dem >ung- llrn wbn RuÄ die Fürsten von Castigllvne; von dem nutt, ' ^bE Franc sco , die Fürsten von Bozzuvlo und Hertzoge derälteste söhn aber,MarggrafFr.de- rllAhät den stamm der Marggrmen von Mantu« fortgepflantztt. ?Z4 gen Er war auch General über die Mayländischcn trmipven , lind bat bey den inao^cis ein grosses lob. Er starb den i4jul. an. 1484/ und hatte von seiner gemahlin Margarctha , Hertzogs Al- bertides frommen in Bayern tochter, Siglsmundum, Cardinal , Bischvffvon Mantua, und Francii'cum II, der ihm mcc^rte. Dieser hatte an den Italiänische» kriegen / so z»! ansang des >ü scculi gefschrt wurden, grossen theil, wie in einem besondern artieul »u sehen. Er starb aii. 1»19, und hinterließ von seiner gemahlin Elisabekba von Est- Herculem, so Cardinal war; Ferdinandum, Hertzog von Malsctte, Printzen von Ariano und Gliasialla, v>ce- Ke von Sicilicn, und Onuvcrueur von Mayland, von welchem die Printzen von Mclpho undGuasialla abstammen. Der älteste aber, Fridericus II, erster Hertzog von Mantua und Montferrat, setzte diese linie fort. Er starb den 28 ju». an. 1540, und hinterließ WÜ- helmmn; Ludovicnm, Hertzog von Ncvers; Fridericum, so Cardinal war, und 'Alerandrum. Der älteste, Franciscns III, vermählte sich an. 1549 mit Catharina, des Kanters Ferdinandi I tochter, starb aber ohne leides - erben, und folgte ihm sein bruder WilhclmuS von Gonzaga. Er vermählte sich gleichfalls mit des Kansers Ferdinandi I Printzeßin, namens Eleonora, und dieses halff dar»,, daß ihm an. 157; der Kayscr Marimilianus II, als seinem schwager, das eines Hertzogs von Montferrat ertheilte. Er vermehrte sein gebiet um ein anjehriliches, hat auch irooooo rthlr. erspähet, die aber sein Nachfolger auf bevestigung der stadt Casal mcistcnthcils verwendet hat. Er starb den 14 aug. an. 1587, und hinterließ einen soh» Vinceniium I, der ihm folgte. In den Ungarischen kriegen hat er sich wider die Tüecken tapsser gehalten. An. 1582 ließ er sich von seiner ersten gemahlin Margarethe», Alepandri Farnesii, Hertzogs von Parma tochter, deßwegen scheiden, >veil sie unfruchtbar war, und vermählte sich hingegen an. ^81 mit der Printzeßin Eleonora, Francisci, Groß-Hcrtzogs von Florentz, tochter. Er stifftcle an. »üog den Ritter-orden des heiligen bluts, starb endlich den -8 fcbr. an. 1612, und hinterließ ; söhne, Franciscum IV, Ferdinandum und Vincentinm II, die einander in der rcgicrung gefolget haben; Wilhclmus aber, der vierdle, starb gar jung. Sein ältester söhn, Franciscns I V, folgte ihm. Er vermählte sich an. 1603 mit der Printzeßin Margarethe», Hertzogs Caroli Emanuelis von Savoyen tochter, starb aber den n dcc. an.i6lr. Ihm folgte sein bruder Fcrdinandns. Weil aber Franciscns eine Printzeßin, Mariam, hinterlassen, so wolte deren groß-vater, Hertzog Carl Emanuel von Lavoyen, behaupten, daß zum wenigsten in dem Hcrtzoglbun» Montferrat die luccctlio» eher auf sie, als auf Ferdinandum fallen m äste. Allein dieser behielt die obcr-hand, und nachdem er den Cardinals-Hut, welchen er an. 1605 empfangen, quittirt hatte, wurde die fach durch den tra- ctat zu Ast» an. »6»? auf eine zeit beygelegt. Allem der krieg gieng bald wieder an, bis auch selbiger durch die zu Madrid und Pavia gepflogenen tractaten an. 1617 völlig aufgehoben wurde, und er in beydeHertzogthümer succcdirte. Erstarb den zoocl. an. 1626 ohne leides - erben. Qeinc erste gemahlin war Camilla Reticina, die er aber an. iü»6 verstoßen, ohngcacht sie ihm einen Printzen, namens Hyacinth»»»», gebohren. Die andere war Catharina, des HM Printzen von Matts und Güastalla, söhn, von der Capua u»,d Baux, und Johannis Vincentii bruder, »velcherun^ Pabst Gregorio XIII den CardinalS - Hut empsicng. Er »vurdo von jugend auf zu den ttutzns. und insonderheit zur rechts-aM,-. samkeit gehalten. Pins IV, welcher mit dem hauß Gonzaaa verwandt war, gab ihm die Aötey Aquanegra, ui»d machte »im ,,, febr. an. i;üi zum Cardinal. Einige zeit hierauf ernennte er ilm zum Legaten in komanL, und gab ihm hernach dar Ertz-Bißthum Conza m Avulien, auch hiernächst das BMum Mantua. Man machte sich zwar grosse Hoffnung von deme, was er noch ausrichten wurde; allein er starb der» 6 »an. an. »?66, j,n rSsten jähr seines altcrs, wenige tage nach Pio IV. - c. ,2. bist. Oon^sg. UFbtl. cie Lpjkcox. iiiii. cler Lsrtzln. Gonzaaa / (Hercules von) Cardinal von Mantua, war Franc»,c» II söhn, und Friderici II Hertzogs von Mantua bruder Durch seine meritcn uns geburl wurde er zu der Cardinals-würde erhoben, und Pins I V machte ihn zu seinem Legaten, daß er auf dem Loncttiv zu Trident prL-üciwen solle, allwo er auch den 2 mach an. »?6; starb. Er führte in »nährender minderiädrigkcil seines vetlers Francisci III, Hertzogs von Mantua, die regierung, und zwar nüt grosser klugheit. Er war gegen die armen sthr mildthätig, und den gelehrten sehr zugethan, Goilzaga / (Lndovicus von) Ferdinandi von Gonzaga söhn, wurde den 9 mart. an. 1 -168 zu Castiglione gebohren, und, als er kaum 8 »ahr alt war, nebst seinem »ungern bruder Rudolvho, von seinem vater nach Florentz gebracht, daß sie daselbst an dem Hof sollen erzogen werden, woselbst er sich gar eingezogen hielte. Obn- gcfähr 4 iahr hernach verließ er Florentz, »im sich »ebst seinem bruder Rudolpho nach Mantua zu wenden; allein er safte bald darauf die --toll,«»». in den geistlichen stand zu tretlen. Weil er aber solches nicht so fort zu stände richten konre,gieng er wiederum nach Castiglione zurück, allwo Carolus Borromäus bey seiner durchreise eine besondere liebe auf ihn warf. An. i;8> führte ilm sein vater mit sich in Spanien; als er aber kaum daselbst angelangt , »nachte ihn König Philippus II bey seinem Printzen zum Mitten mitcr der hos- unruhe erlernte er die Philosophie, und als er das 16 jähr seines alters erreichet hatte, suchte er vc»» seinem vater crlaubniß, in den Icsuiter - orden zu tretten. Selbiger verlangte, er solle zuvor zurück in Italien kommen, und als solches geschehe», schickte er ihn an die benachbarten Höft, um ihn weltlich zu erhalten; endlich aber willigte er darein, daß Ludovi- cus nach Rom gehen, und in selbigen ordcn tretten möchte, welches er nicht allein mit freudcn that, sondern auch alle sein cck- schaffts - recht den» jünger»» bruder Rudolpho abtrat. So bald er zu Rom angelangt, trat er an. 1585 in den Icsuiter-erden, dach kaum »8 jähr alt war. Er muste hierauf eine reise zu sinnen ellem antrettm, um einen schwären proccß, welcher zwischen dem v«. ckclc von Castiglione, seinem bruder, und dein Hertzog von Mantua war, wegen des staats von Solferino, beyzulegen, welches ek auch glücklich vollbrachte. Von dar kehrte er an. »59» wieder nach Groß - Hertzogs ferdinandi 1 von florentz tochter. VZeil er aber Rom, allwo er erlanbniß bekam, denen, die mit der pest befallen waren, dcyzustehen, welche er sich darüber selbst an den halß zog, Dinccntllis II. Er »var den 28 dcc. an. 159; gebohren, und hatte an. iüi 5 die Cardinals - würde empfangen; allein er verliebte sich in Isabellan», des Fürsten von Bszzuolo wittwe, die gleichfalls aus dem hauß Gonzaga »var, und verließ also den geistlichen stand, um seidige zu heyrathen. Er wurde aber ihrer bald st»tt, und verstieß sie, unter dein vorwand, daß sie nicht tüchtig »väre, linder zu zeugen; hingegen suchte er sich mit seines bruders Francisci IV tochter, Maria, zu vermählen. Dieweil aber solches wegen der nahen aiiverwandtschafft nicht angehen »volle, so ließ er seinen nächsten anverwandlen, Carolmn von Ncvers , in aller stille aus Franckreich zu sich kommen, und denselben mit gedachter Printzeßin den 2; der. an. 1626 beylager halten. Er starb hierauf den 16 der an. 1627, und folgte ihm sofort sein vcttcr Carolus I. Er hatte einen söhn, den obbemcldten Carolmn II , »reicher ein Herr von guter Hoffnung »var, aber an. »6;i noch vor seinem vater starb, und einen söhn Carolmn III hinterließ, welcher dem grvß- vater succcdirte, an. »629 gebohren »var, und den »6 aug. an.»66; stach. Er ließ einen söhn Ferdinand Carl, der Carl IV hieß, und an. 1709 ohne erben abgegangen. Von diesen vier Carlen sind die besonderen articul an ihrem ort nachziisthen. Es stammen aber aus diesem hauß Gonzaga noch sonst»» ausser vor benannten verschiedene feiten - linicn ab, als die dicken,,, 8, Palazuol», die von Gazuolo und Dozuolo, die Baronen von 8. Stcfano, und die Herren von Nefcovado, die aber theils schon abgegangen sind. Laccr inli, Xlznr. L ü>m. ^cn. wucum »UL. orig cicUi tamigl. ll'llLl. dick gcnc^i ll-traiicc. kill. xcne^l. llc 8 svv)e. 4 - c>^> llcrckll. ?. I/cc. 1.1 c. 29. Z-e^o/4 ?. 2 9. 756. Gonzaga / (Ferdinand»- von) siehe Guastalla. Gonzaaa/ (Franciscns von) Cardinal von Mantua, war Lndovici If Marggrafen von Mantua ningster söhn, von bcr Barbara aus den» hauß Brandenburg. Pins II machte ihn an. »46» zum Cardinal, und wenige zeit darauf wurde er auch Bi- fchoff von Manrna. Er wurde in vielen wichtigen Verrichtungen gebraucht, und starb an. 148z. »M. Qvnrzz. Goirzaga / (Franciscns von) »var Cardinal, Ertz - Bischofs »on Gonza und Bischof von Mantua. Er »var Ferdinandi, und ob cr, gleich daran curirt »vorbei», blieb doch ein laiMmcs sicher zurück, »voran cr z monat darauf an. 1592 starb. Grcgo- rins XV versetzte ihn an. 1621 unter die Seeügcn, und gab den ordens - brüdern gemalt, seinen todtes - tag zii fcyren, welches auch den 21 jun. an einigen orten geschieht. vw stu s. komr llc <»on2L^ur. Gonzaga/ (Pyrrhus von) ein Cardinal und BWoffvon Mantua, »var des Marggrafen Johannis Francisci von Mantua enckel, und Ludovici von Gonzaga, Rodomont zugenannt, beider. Er harte herrliche /und »veil cr sich zu Elemente v II hielte, machte cr ihn an. 1527zum Cardinal. Erstarbaberm maio an. 1528.^0^^»«- in gen. Oon22§. lici«>c. I. 6. Gonzaga/ (Scipio)ein Cardinal, in dem 16seculo, war c-clsris, von Gazuolo, söhn, ein Herr von gutem verstand , welcher dabey in der Griechischen und»Lateinischen ipracP sehr »vohl erfahren »var. Muretus stund bey ihm sehr wohl, we icher ihm auch einige seiner orLrioncn cic4ic>ret. Er selbstcn hat etliche Italiänische pocsicn geschrieben, welche nebst andern gedrucl» sind, wie er denn auch die scL^cmiLm .«bcriorum zu Padna gestiftet, und selbiger, so lang er daselbst gewesen, in eigner Person vorgestanden. Er nahn» aber hierauf den geistlichen stand an, und wurde Patriarch von Jerusalem. Als er einsten «achRom kam, und sich auch Hertzog Wilbclm von MantuadaielbsiaW- hielte, ließ cr ihm aufder straffe wegen eines streits, so er über einige schlösser mit ihm hatte, eine sckmfft einhändigen. Der.ycrtzog dcschwärtc sich dcßhalben bey dem Pabst, welcher, um den Hertzog zu befriedigen , Scipionem ins gefängniß ivcrffei» ließ. MM Sirlns V befrcyetc ihn nicht allein, sondern machte ihn auch l» fort zum Cardinal. Er starb knrtz daraufam podagra. chn. 2 >m3ß. illullr. c. II. Gsnzaga / (Sigismnndus von) war des Marggrafen Friderici III von Mantua anderer sobn. Julius II machte ihn am izo; z„in Cardinal. Er war ein tapfferer Herr, welcher auch, da er bereits Cardinal »var, die Waffen annoch führet»'. Er starb an. 1 >2» ZU Mantua. liilkvr. Lon^ag. Gonzaga/ (Caciliavvn) ein gelehrtes m»d tugendhafte» fraueujiimner aus dem i z seculv. Sie wurde dttrch Wckonmml gon Feltmim in den kuäiis wohl unterrichtet, und von ihrer mutter Paula Malatesta zu allem guten erzogen. Diese beredete sie auch den geistlichen stand anzunehmen, welches ihr vater nicht zugeben wolle, doch endlich sich mit vielen gründen darzu bewegen ließ. iiocio-xor. p. Z4> LoF«, . Wiewoblcn jedoch nicht kan verschwiegen werden/ daß der seit einigen jähren aus licht gekommene Florentinische geschicht-schrciber Varchi als eine seiner zeit unstreitige und jcdcrman dekandte lach erzchlet/ diese Julia Gonzaga wäre von dem jungen und sehr galanten Cardinal Hippolyko von ^cNicis geliebt worden / und hatte selbiger deswegen von Jtri/ allwo er sein lust-gut hatte/ sehrofft- malige reisen zu ihr gen Fondi gethan / wäre auch letzlich auf einer derselben im augstmönat an. i;;; von seinem cammer-dimer Gw- van Andrea Borgo / den der damalige Fürst zu Florentz Alexander von I^egici? hierzu erkanfft/ mit gisst vergeben worden. Wiewol im übrigen/da Varchi nicht weiter gehet in der erzchlung/ als daß er sagt/ sie wäre von dem Cardinal gesiebt und offt besuchtworden/ es auch nicht von nöthen/ daß man den argwohn weitcrs hinaus erstrecke. Sonst wann man sie nach ryres ersten ehe-herren tod zu einem andcrwärtigen verbündniß nöthigen wolte/ sagte sie: sie könte sich dazu nicht entschließen / denn bekäme sie einen guten mann / müste sie nur in stätcr furcht seyn / daß sie ihn wieder verlieren möchte; bekäme sie einen bösen / wurde es ihr nur um desto schwerer fallen / weil ihr erster gut gewesen/ für beiseit gedächtniß sie lieber alle gewoqenhett aufheben wolte/alsdatzsie dieselbe mit gefahr theilen solte. Es sind viel der Meinung gewesen/ daß sie es heimlich mit den Lutheranern gehalten habe. I. Z9 ^6 r p. 96, 97. lti. bio?. !. 14. ^ Gonzaga / (Lucretia von) war Pyrrhi von Gonzaga tochter/ lind eine der berühmtesten weids-personcn. Sre hat mit vielen gelehrten leuten brieft gewechselt/ wurde aber in dem 14jähre ihres alters wider ihren willen an einen reichen land-mann vcrehttchct; Selbiger aber/ weil er eines und das andere versehen / wurde von dem Hertzog zu Ferrara gefangen genommen / auch nach gemachtem proceß zum tod verdammet/ jedoch fand er gnade / daß es nur bey einem ewigen gefängmß bsieb.Lucretia bemuhete sich zwar aufs alleräusserste/ ihren ehemann loßzu machen/ schrieb dcßhalben einen beweglichen briefan den Hertzog von Ferrara/ und als leidiger nichts verfangen wolte/ ersuchte sie Pabst Paulum III / und nach lhm Jusium III / nicht weniger das Cardtnals - cmicx„,m. den Kayser/ den König von Franckreich und andere Christliche Potentaten/ um vor ihn zu imLrcecNl'en; Da auch alles nichts vor- fangen wolle/ schrieb sie einen gar demüthigen brief an den Lur- ^ goo gor -n inneii^mE, selbigen, die f-stung anMreiffen, Ivor. innen tyr mann gefangen gehalten wurde / jedoch den Christen im^si"kdm Es war aber alles vergeblich/ !u wrecken/ erlangen / ihn im gefängniß. ^eiunneiivor ungedult rasend ward/und Mtv. Nach dessen wd trug man chr zwar andere benracken an/ wot-zu iiesich aber memais verstehen wolte. Don4kindern hatte sie Nicht mehr als 2 tochtern übrig / die sie in ein kloster that/ Ihre b"efesi»d "tttgr°ffe!nfieißgesammlet / und zu Zmedig an. ^ Zusammen gedrucktworden. -/e Goodtttatttt/ (Christophsrus) ein Engelländer / war der Reformirtenreligion zugethan.Er wandte sich unter der regierung Zana / Komgs Henttet VIII ältesterPrinceßin/ an. -522 nach drucken/ in welchem er bebaup-> ru der regierung nicht tüchtig waten. AIs aber die Elisabeth/ welche seiner reltgionwar/ zu der crone kam/ wolte er gerad das gegen-cheil darthun. rrr. Niü. retorw. .->ngvc« Goodmantt / (Johannes) ein gelehrter lind frommer'rh-o- loZu- des letztem secusi/ wurde/nachdem er seine studten->br°i. v,rt/ und geringere bleuste versehen/ heil. Schüfst Ooü. und wle auchKoiitgl. Prediger. An. isßüden i; jun. erlangte I das von Middlesex. Als König Wilhelm III bald nach bcstelgung des Englischen throns/ auf anratym Lillor- sonS eine von ;ogelehrten und friedfertigen ineon-zi!- ernennel/ welche trachten sotten die Presbyterianer zu der ktrch zu bringen / und oeßhalden die Liturgie / und kirchen- ordnung von neuem übersehen/ und wo nöthig / verbessern sotten/ wareGood- mann auch m dieser anzahl/ starb aber bald hernach an. 1690. Seine an das licht gegebene und wohl ausgearbeitete schrifften sind ! 'Nie I-enicenr prriioneä. oder ctttcours VVN NatUt' der ft'lNdL und wurckung der büß ; Winker- iLvening e ontscenc!:, darinn die fnndamente der Reltgion gesprächs - weiß ausgelegt werden; I sis ölst Nel^ion in irr krincipies snci ?,Lct!cej Lnc;ulry inro rke csutes okcks pretent nezlE nfkrotcÜLnr Lsvgion snst Cliurct, osi Lnglsnst; 8ekmonb. L« gpolne. LccI. LnZl. L« ksst. * Goodwitt - oder Godwltt - Sands/ sind gewisse gefa'hr» liche sand-dancke/ an der östlichen küste von Kent/ die von den berühmten Grafen von Goodwtn diesen nahmen fuhren / welche drefe gcgend im dejitz hatten/ ehe sie von der see überschwemmet wurde. Lrirsnn. psß. 7;,. Goorecht / ist der name von einem strich landes in der Nieder« lanvtschen Prvvintz Groningen/ um deren Haupt-stadt herum gelegen. Goranus/ Gongalli I/ des 48 Königs in Schottland bni- der. Er regierte das Königreich nach dessen crcmpei/ und rciscte darinnen allenthalben herum / um die übelthäter zu straffen- Lo« thum/ der Puten König / beredete er seine alttantz mit den Wachsen zu brechen / indem er ihm die unmenschliche grausamkett zu gr- müth sührw/ die sie an den Dritanniern ausgeübet/ wie auch ihre schändliche verrätherey / da sie den grösten theil des Adels / nachdem sie selbigen zu einer Unterredung versammlet/ Hingebracht. Er brachte ihn also dahin/ daß er mit Utero/ dem König der Bri» tannier/ wie auch mit ihm sich in ein bündniß ciuilcß. Dieses wurde hernach mit dem König Arthurs / Urici söhn / einem sehr tapffernPrintzcn/ abennal erneuert/ weicher den Sachsen Lon- dcn und Uorck wegnahm/ selbige mit des KönigsGoraviund Lothi beystand fast biß aufs Haupt schlug/ und sie endlich gantz und gar untersem joch brachte- Nachdem Goranus ?4 jähr lang regiert hatte/ soll er von seinen eignen Unterthanen hingerichtet worden seyn. iiiito-. L»r. Gorav vvn'Rrasnick / eine Adeliche familie in Polen, welche von dem geschlecht Korczack, so mit dem haust Carassa m Italien einerley Ursprung hat, u»o schon zu des Königs Attila zeiten bekannt gewesen,hergeleuet wirb. Zu ihrem anherrn setzet man Cvrk-- stinum, der bey dem Könige Uladislao II in grossem ansehen gestanden. Jvonius, Land-richter von Chelm, legte in des Königs Casimiri II namen eine Gejandschasst in die Tartarey ab, und zeuatc Demetrinm , welcher die ctiarge eines Eron-SchatzmeisterS erhalten. Desselben söhn, Demetrius II, ward Crvl,-Mar,chaU, und hielt sich so wol, daß ihm der König die Herrschafft Szebrz aus ewig schenckte, welches auch nachgehends ver Komg^agello be. stättigte. Adam vertrat an. i 6 ;o die stelle eines Reichs-Raths- Dessen söhn, Sbigneus, unterhielt anfseine kosten ; fahnlciinvl- der die Türcken, und hinterließ einen söhn, "Eens Raphael. 3 .E diesem geschlechte führet auch eine lsine den itamenLipstt, welchen sie von dem Vornamen Lipsko zu ibmii stamin'-nainm gemacht. Von derselben war Andreas anfangs Blschoffzu Lnckow, hernach zu Leßlau, und endlich an. 1624 zu Cracau; Cwistannnus aber befaß an. -687 das Ertz-BißthumLeinberg. 0^°rb.i°i.p. Gorckum / eine feine stadt an der Maaß zur rechten fette m Süd-Holland, sie ist volckreich, hat einen haven, und ist nach der muen manstr wohl bevestigt. Wie sie denn an. 1072 Ludov cs XI V König in Franckreich eine grantze gewesen / worüber er Nicht können. Sie ist die 8te IN der ordnung dmcnigew städtt, wetthe Npukirte zur Versammlung der Provintz Holland Deriluk Lingnefliesset hier in die Maaß. Sie wurde an. 1Ä0 voÄha^ Arkcl,erbauet,nachdem er das castell auffübr s asseu, welches noch n>tzo zu scheu ist , indem er den em- ^Nvnern des lluffes Wolfcrt gebot, ihre wohnnngew zu verlassen, LanstLKhstL anzubauen Da nun solches häuMge,am- 5Z6 gor he, ließ Johannes von Arckel solche mit mauren und grüben umgeben. So ist sie catch berühmt wegen der von den Holländern ausgestandenen belngerung, ehe sie sich derselben bemächtigten. Man sagt/ daßmanaufdcr spitze des kirch-thurns zn Gorcum 22 mit nianre» uinschloffene örtcr nebst einer grossen anzahl anderer kleinern stadte und dörffer sehen könne, unk. -l-Ti.ilL,Me. lletcripr. Lz-sv. clelcr^r. Lclxii p. l>-6. siehe auch Heinrich von Gorcum. Gorcao/ein König der Humrcn,welche an dew.Bofphoro wob- nelen. Er kam zu dem Kaystr Iustiniano / um den Christliche» glauben anzunehmen , und nachdem er gemusst und wohl gehalten worden, kehrte er mit vielen präsenten wieder zurücke. ?. Or--com». Gorddäus/sJohannes) cinRcchtsgclehrter,war erstlich Bürgermeister in seinem Vaterland zu Svcrda, nachgchends aber ?ro- tbNbr zu Herborn, und endlich zu Marpurg. Er hat coma-enr-ri- unr äcj rir. cjü v.rk. cie i^i^u^rionilrur;, cic nuicuv, me^uüam ju- riü tcucl^lts geschrieben, und ist an. lü;; gestorben. bibliolk. clcr surcu-i Ue 6-<„r. c. ,. Gordianus/ der ältere,genannt tvl. Antonius Gordianus,war Metii Ältarull, und Ulpiä Gordianä söhn. Er stammle von väterlicher seile aus dein staunn der Q-»cci»'rum . von mütterlicher linie aber aus eben dem geschlecbl her , aus welchem Trajanus her- gcstammet. Sein vater, groß-nnd älter-vater waren Bürgermeister zu Rom,er selbst bediente gleichfalls diese stelle, und wurde auf befehl des Raths c-oconw, inAsrica. Er war ein großmüthiger, beredter,gerechter u.dcschcidenerHerr,daß man in Verwaltung aller hohen Römischen ämtcr, denen er vorgestanden, nicht den geringsten geitz, nnbescheidenheit oder sonsten etwas unanständiges an ihnssspühren können. Nachdem er zum?roc.',at>! ui Airica, und bald darauf sein söhn zum >-eg-ro erwählet worden, machte er uch durch sein gütig regiment soviel fteundc, daß er endlich wider Ma- riminum,der bcn iederman verhaßt war, an. 2;ü im 80 >ahr seines alters in der stadt Tysdruni, ob schon wider seinen willen, und nicht ohne gewalt,dciie die soldacen gebraucht, um ihne zur cinwilligung zu zwingen , für einen Kahser aufgcworffen , sein soh» aber zum Obussen über die arincc gemacht, und kurtz hernach nebst seinem vater vor Kavser erkläret wurde , welche wähl der Rath auch be- kräfftigte. Dieses alles geschahe durch Veranstaltung Maurilii, eines Kriegs-Obristen, welcher bev den A«mauern in grossem ansehen stund. Allem bald hernach geschahe es,daß Capcllianus, Lou- vc-ocui- in Mauritanien, welcher von Gordiano wegen unterschiedenen verübten unbilllchkeiten seiner würde war entsetzt worden, und daher» wider ihn einen heimlichen groll ben sich hegte,eine rotte von Manritaniern , auch vielen alten soldaten, die es noch mit Marin,ino hielte», zusammen brachte, und damit nach Carlhago zu marschirle, um den neuen Kavser auszusuchen, welcher ihm seinen söhn entgegen schickte, der zwar ein guter ehrlicher mann, aber kein sonderlicher soldal war, und daher» gar leicht erleget und von Cavclliano geschlagen wurde. So bald Gordianus Nachricht hiervon bekommen, crhieng er sich selbst, nm Marimino nichl in die Hände zu fallen. In seiner iugend war er der pocsie sehr ergeben, und schrieb Antonmi Pii und Marci Antonini leben in büchcrn in zierlichen verseil, welche den titnl führen: >nrun>n>z-, Alles volck liebte ihn, da er c^llo-war, wegen feiner srengebigkeit, und wegen den von ihm veranstalteten prächtigen fchau-fpiclcn. Er war etivas fett voin leibe, und in feinen letztem jähren verursachten seine zierlichen grauen haar, fein freundlich gesteht, feine majestätische äugen und feine crnsthafftc stirn und mund bey allen denen, die ihn «mähen, eine grosse chrcrbietigkeit gegen ihm. 1«/"" lolrnM in vicr diorlliini. h 7. I. c.viZ-. * Gotdianuo/des jetzt-gcdachten Kanfers söhn,war von ansehnlicher gestalt,trcsiichem gedächtniß,und von so gutem gcmücbe,daß, als er einen von seinen schul-gcscllen stäupen sähe, er sich des wci- Nens nicht enthalten konte. So bald als die zeitung erschollen, daß er nebst seinem vater zum Kayfcr erwählet worden , erkannte ihn auch der Rath davor. Wie er umgekommen, stehet oben. Erhielt sich sthrnett und köstlich in kleiden,, lebte gerne dclicat, hielte viel concubincn, und hakte von selbigen viel kindcre, da er sonsten nie in den ehcstand getrcttcn; wurde im übrigen von seinen dienern, wie auch allen,die ihn kannten.unvergleichlich geliebt. in viir Onrlli.>ni. >. 7. * Gordianus i-rriuz oder junior, wurde an. 2z8 aufanhalten hes volck? und der armer ausdcm rath-haust zu Rom mit den Kay- ftrlichcn kleiden, angelegt, und z»n, Oll>rc erklärt, ohngeachtet er damals »och nicht über >ü ,abr alt war. Die meisten gcsehicht- schrcibcr saacn. daß feine mutter des ältern Gordiaiu tochter gewesen. Er dämpsste Sabmiam aufrubr in Afriea mit bey stand des Kandvflcgcrs „, felbiger Provwtz, und brachte die rebelten darzu, daß sie um gnade bitten inusten. Er vermählte sich „ül Misithei, eines sehr gelchric» Mannes tochter, that einen seldzuq in Persien, schlug Savorein, bekam Antwchien. Car:ba?, Nlsibin und andere zuvor verlvkrenc plage wieder cm , und zwange die Perier, daß ue nmstcn um friede bitten. Alle,,, diese glnckseltgkcit währete nicht länger, als so lange Misitbcus lebte, dessen klugen rath? er „ch zu dcdicncn psiegte. Dem, w bald dieser durch Pbilivpi (welchen man Araber nennte) heimliche Nachstellung, ober, wie andere schreiben, durch kranekbeil , hingerissen war , und selbiger darauf zum Hauptman» über die Kavserliche leib-garde gemacht worden, trachtete er „ach Gordiani leben, und fuehte gclegcnbeit, sich felbst den weg zu den, Lächerlichen throne zu bahnen. Z,i diestm end veranlaßte er belrüglich, daß die provianl-schiffc au, dem Euphrat gor weit von der armee entfernet wurden, auch diese an solche örter ko men, allwo ne grossen Mangel an lebens-milteli, litte M e die kricgs-leure sich hierauf sehr ergrimmet erzeigten, mach g- Dbilippus glauben, Vaß alles von Gordianieigensmn heckänm unk brachte es bald dahin , daß er Gordiano zum coUcgr an der ww? rmig zugenölhiget wurde,wassere sich aber gleich fo viel qewalks an daß Gordiano kaum der schatten des Myftrthums üdttbN Dieser thäte zwar einen verweh bey der armee, sich dieses,Manch baren coiiegen zu entfchutten , wäre aber zu fpath, und hielten es fast alle mit Philwvo. Daher, als Gordianus endlich nur ei, geringes theil an, regiment, ja auch nur ein anderes anu in der armee für d,e kunfflige zeit begehrte,gar nichts zu erlangen war, sondern er muste in dem lager felbst auf des Tyrannen befehl an. 244 sein leben verlieren. c^o/rE. ch Gordianus / em m der Griechischen spräche sehr geübter Rö. wer,wurde em Benedictiner, in dem kloster von mon-c LM,„o und schrick nachmals , auf des Kanfers Justiniani befehl, das leben Placidl und feiner gesellen, welche in Siechen an. zry durch die stc-rauber waren gemartert worden. Lipomannus führet solche lebens-be,chreibung in dem 4 wmo. und Surius unter dem c vct an. Sie stehet auch in denen LÄ15 8?. om. 8. Benedicti best-' Mabillvn ; muß aber nothwendig für ein nach den zeiten Gordiw ni gar sehr verändertes werck gehalten werden, wo je etwas davon von Gordiano oder einem andern mltgefellei, Placidi, wie Gor- d,a»ns,oll gewesen seyn, zu erst aufgefetzt worden. Baronius ae- dencket auch dessen m dem >oi->gio Nomsno. * GOKVH.ssXEssl ?i-( 0 N 0 X 20 I 2 IGN > oder -ii monce l -lcone, ist ritt vvrgebürge an der westlichen küste von Sar- dinien, gegen norden zu, welches sich etwas gegen die inful Alinarg zu erstrecket,und kaum 20 weilen von Argentara nord-wie auch eben fo weit von Sassari west-wärts entfernet ist. Gordium / eine stadt in groß-Phrygien,an dem flusse Sanga- riogvar wegen des fo genannten »o-u o»r 6 ii. oder Gordianischen knotens berühmt, welcher daselbst als ein heiliqthum verwahret wurde. Man gibt vor, daß Gordius ein armer Pbrngifcher »ck«. mann gewesen,der 2 kuppeln ochsen gehabt, mit deren einem er sein land gcpflügct, mit dem andern aber feinen wagen gesubrct habe. Als er nun einsten gepfiüget, habe sich ein adlcr an das ioch einer seiner ochsen gehänger, und sen daraufbis an den abend sitzen blieben. Wie er nun hierauf die Wahrsager um die bedeutung solches Zeichens gefragt,fo habe ihm eine jungsrau des landes befohlen, dem Gott Jupiter unter den, lilul eines Königs zu opffern; woraufcr selbige gchenrathct, und Midam mit ihr gezeuget. Mittlerweil habe sichs begeben, daß die Phrygicr von demorsculo crmabnetwor- de„,die erste pcrfon.die ihnen aufeinem wagen begegnen würde, zn ihrem König zu erwählen. Weil ihnen nun gleich Gordiu? mit seinem weide und sodne auf solche weife begegnet, fo sey er von ihnen alfosort auf den Königlichen thron erhoben worden. Hierauf soll Midas dem Gott Juviter vor diese von ihm empfangene gnade seines Vaters wagen gewidmet haben. Ferner wird vorgegeben, daß der knoteiywomit das joch an die dcichfel angeknüvffet, aus das, so künstlich ineinander geschwungen gewesen,daß man die ende daron nicht habe finden können ; wobey zugleich die Weissagung im schwänge gieng, daß derjenige, welcher diesen knoten wurde auflösen können, Herr in Asien werden würde. Als dabero Alexander „ach Gordium kam, und den knoten nicht aufzulösen wusle, hieb er ihn mit seinem schwcrdt entzwey,, und rühmte sich, daß er solcher gestalt des »racull Weissagung erfüllet hätte. LE-», 1. z c.>. I I Lc r. Gordon / ein altes und vornehmes gcschlecht in Schottland, welches diesen „amen von der Frcyhersiichcn Hertschafft Gordon in der Grafschafft Berwick oder Mcrs, im südlichen theil des gedachten Königreichs, so das alte crb-gut dieser fanülie war, bekommen. Der Hcrtzvg von Gordon ist der erste dieses namens und gc- schlechts , welches leine vornehmste residentz viel loo iahr lang m dem nördlichen theile von Schottland gehabt, da der Haupt-sitz der morastigtc ort Gigt gewesen. Sir John Gordon, einer aus dieser faimlie, hinterließ zur crbin seines grossen vcrmögens eine einige tochter, welche a» Sir Alcrander Sclon vermählt wurde, der so bann durch des Parlaments anssprnch den namcn Gordon am nahm, um das gcdächtmß dieser samilie zu erhalten, und an. 144- von den, König Jacobo II zmi, Grafen von Huntlu gemacht wurde. Georg Gordon, Graf001, Hnntln, wurde von den, König 2 m cobo V mit seiner eigene» samilie wider die Engelländer ,ausconi- mandirct, um zn verhindern, daß sie nickt in die Schottläudischcn gräntzcn einfallen möchten, da er denn selbige durch des Lords Hu- me beystand wieder zurück trieb. Nachgehcnds commandirte er 10000 mann widcr sie,und bracbtc sie in grosse Verwirrung,welchen Vortheil aber er sich nicht zu nutz machte, und dadurch in des Königs „„gnade fiel, der gleichfalls aufdle meisten von, Adel übel zu svrechen war, weil sie zu selbiger zeit gar nicht geneigt waren, mit Engelland krieg zn führen. Zn der Königin Mariä zeiten bediente man sich feiner, die vornehmsten von den so genannten ^-c ke>- nzlck, die an ihren Nachbarn grosse räubcrcycn verübet, wieder zum gehorchn, zu bringen, wobey er aber unglücklich war, und dahcro übel beredet wurde,wiewohl noch mehr deswegen,weil er Wrilmw, das Haupt der fo genannten clE-inc-i-n hinrichten lassen, weicht samilie sich feiner Herycbafft nicht hatte unterwerffcn wollen. 2t- doch widerfuhr dein Grafen nichts mehr, als daß er geMM ge- sttzt wurde,und einige feiner regalien müsse fahren lasse». Weil der Adel nicht gerne,volle, daß die Frantzoscn, welche dajumai unter her Königin , als Mgentin, alles nach ihrem gefallen regierten, in diegewohnheit kommen selten, der Schottischen Edelleute blut u, vergiessensso gab Gordon der Konigin den Rath,diejenigen -n^^en an ihrem Host, die viel einbrachten, den fremden zu vergeben, um dadurch sie und den Adeln, mißhelligkeit zu bringen. Er widersetzte sich sehr der relrqions-anderung, und bemühete sich zu der Königin Maria zeiten die nördliche gegend wieder unter den gehorsam der Römischen kwche zu bringen. Weil nun der Pabst und die Guisen wohl wüsten, daß er ein viel-vermögender mann war, suchten sie ihn durch grosse Versprechung bey ihrem i-u-reNL -» erhalten, worunter auch diese war, daß der Guisen muhme, die Königin, sich mit seinem söhn Johanne vermählen solle. Dieses machte chm einen solchen muth,daß er sich vornahm,den Grafen von Muv- ray, ihren unachten druder, welcher einer der vornehmsten Protestanten war z aus dem Wege zu räumen, desgleichen auch die Königin selbst zu überfallen, wenn sie sich in der nördlichen gegend befände, allwo seine macht sehr groß war. Mittler weile hatte sein fohlt rooo reuter zusammen gebracht, die er commandirte. Allein, da die Konigin auf dem weg nach seinem schlösse Strathbogy war, beleidigte sie der Gräfin seinem discurse, und verursachte dadurch, daß sie nicht mit ihm gehen wolle, und also seinen anschlag zunichte machte. So kamen »hr auch die so genannten Highlandclans, besonders aber die Mac Jntoshes nebst den Frazers und Monroes zu hülffe. Nichts desto weniger wurde Hnntly durch seine freunde, die um die Konigin waren, noch immer angefrischet, seinen anschlag wider den Grafen von Murray zu wercke zu richten, worauf er denn nicht zweiffelte, den zweck seines Verlangens wegen der hev- kath zu erlangen. Allein,nachdem solches durch aufgefangene brie- fe ruchtbar worden, sahe er sich gezwungen, eine fchlachtzu wagen, worinnen ihn der Grafvon Murray, ohngeachtet jener diesem am volck überlegen war, schlüge, und nebst seinen söhnen gefangen bekam. Darauf starb der alte mann, der sehr corpulent war, mitten unter ihren Händen; sein söhn Johannes wurde enthauptet,Adam aber p^onjrt, und der älteste begab sich unter Hamiltons seines schwieger-vaters schütz. George,Graf von Huntly, Herr von Gok- dvn und Badenoch , stund bey dem König Jacobs VI in grossem ansehen, und ward von demselben zum Marggrafcn gemacht. Von dem König Carolo II wurde diese familie mit dem Herzoglichen titul beehret,in der Person des Hertzogs,der Edenburg an. 1689 mit gantzer gemalt für den König Jacobüm II zu erhalten suchte. Weil er sich aber gleichwohl in währender belagerung so bescheiden aufführte , und, ohngeachtet er von dieser vestung der stadt sehr grossen schaden hätte zufügen können, solches dennoch unterließ, so wurde mit ihm eine sehr reputirliche cLpimi-cwn geschlossen. Allein, da er uachgehends in Franckreich übergegangen , und von dar nach Teutschland wolle, wurde er unterwegs ertappet und gefangen nach Edenburg gebracht. Ausser dem Hertzoge gibt es noch viel andere Personen,weicht diesen edlen zunamen führen, z. e. die Grafen von Sutherland, die Burggrafen von Kenmuel und viel andere ansehnliche Herren mehr. Man will durch eine beständige rr-m- livn behaupten, daß die Rivpaths mit den Gordons einerley Ursprung seyn, welches so wohl durch die alte waaven-büchcr bekraff- tiget wird, als auch aus den heutigen waapen beyder familien erhellet , welche nach den hauvtstücken überein kommen. Die gemeine meynung von der Ursache ihrer verschiedenen zunamen scheinet sehr fabelhafft; die vernünfftigste muthmassung ist wohl diese, daß sie ihren namen von den verschiedenen benennungen ihrer unter sich habenden Herrschafften nach der damaligen zeiten gewohnheit genommen. Aus diesem gründe lässet sich auch schließen, daß die Nesbits mit ihnen aus gleichem stamme entsprossen. Gordon / (Catharma) eine tochter des Grafen von Huntley - und eine nahe anverwandtin des Königs von Schottland, Jacobi IV. Sie war nicht weniger wegen ihrer tugend berühmt, als wegen ihrer allgemeinen schönheit, hatte aber das ungluck, daß abgedachter König sie in dem jähr 149? an den bekannten betruger Per- kin, oder Petrum Warbeck, verheyrathete, welcher sich vor den Printzen Richardum von Yorck und folglich vor den rechtmäßigen r-Lk-nllenten zu der cron Engelland ausgab. S«e folgte diesem ihrem eheqatten sowol nach Jrrland,allwo er einen grossen anhang fand, als in Cornwallien, in welcher Provintz ihm gleichsals nicht wenig zufielen. Allein als der König von Engelland, Henncus I V, an. 1498 diese rebellen zerstreuet, und den Perkm selbst bey Ercester gefangen bekommen, ließ er auch diese seine gemahlin von dem gebürgt 8. Michael in Cornwallin, allwo sie derselbe zurück gelassen, abholen und sie nach ihrem eignen stände, nicht aber nach der be- schaffenheit ihres unwürdigen Mannes tractwen. Er ftlbst empsieng sie mit der qrösten Höflichkeit, und bewunderte ihre schönheit ( die ihn nicht wenig soll gerührt haben) noch mehr aber ehre tugend , da sie bezeugte, daß sie ihren mann mit eben solcher standhaffttgkeit in seinem elende begleiten wolte / als sie ihm auf dem throne wurde haben gesellschafft geleistet. Er vermochte sie glerchwol dahlN/ day sie ein zimmer bey der Königin annahm, allwo sie auch blieb, und von dem gantzen Hofe (unter andern wegen der wnssen färbe ihres gesichts) vor würdig gehalten wurde, den Utul der weissmrose, welchen ihr der gedachte betrugliche Hertzog von J)orck mit unrecht beygelegt hatte, in der that zu führen. Sre hat noch eine zeitlang unter der regierung Henriu VIII gelebt. ^ ' Gordon / (Georgius) Marggrafvon Huntly in Schottland. Sein Vater war Graf George, der m der Koiugin Maria von Schottland Minderjährigkeit in demstlbigen Reiche gnugjam bekannt gewesen, und an. i?6r, nach dem vertust einer Wacht gelobtet worden. Dieser George war vonsehr grossem vermögen, und einer von denjenigen, die an. r;8; Jacobum VI m Schott- wohl mss E sich zögen/und ob er sache be üa-n ^ ^ üvar durch des Königs autorttär die L jyKMSK- «s« König vor einen feind des Vaterlandes erklär sein anhang meistens verließ, und er also um gnade biss M< "^ ^"'Konige zu fusse fallen muste, zuletzt aber doch »ach st^anglich führet ward. Ob man ihm nun wol bey- messen wolte, daß er von dem Könige von Spanien geldt qenom- men, so leugnete er es doch beständig,und der König nahm ihn wie- der zu gnaden an. An. i 5 9° hatte er mit dem Herrn Graut, dem Athol und Murray deystunden, streit, worüber sein ^Enn TAarm Gordon, erschlagen wurde. An. 1491 stunde er mit A'ssrtm - Grafen zu Murray, in irrungen, überfiel ihn in < lleßlhnumbrmgen und sein hauß anzünden, wor- durch er sich mel feindschafft aufden halß zog. Es meisten auch seine drener zum theil diesen mord mit dem leben bezahlen - und er selbst sich rer,r,rm. Doch ließ König Jacobus die fache durch Wilhelm Duglas, Grafen zu Angus, beylegen» An» 1^92 Miether in neue ungelegenhert, denn weil er den Catholischen zugethan war, sen- deteereuwn, namens Joh. George Carr, mit anderer einstimuna nach Spanien,um daselbst etwas wider des Königs in Schottland inrsrcire, zum Vortheil der Catholischen religionzu suchen- welches aber durch Carrs arrestirung in Jrrland, als er allda zu schiffe gehen wollen, entdecket, und seiner scliiLrenten einer, David Gram, enthauptet ward. Hierauf rückte der König wider ihn zu selbe - und ob gleich Gordons gemahlin, Henrieita Stuart, Amati Stuarts, Hertzogs zu Lenox tochter, bey dem Konig vor.sich und ihre kinder einlge schlösser, und einkunffte erhielt, er auch an. i; 9z unvermuthlich bey Fala zu dem Könige kam, und einen fußfall that, war doch die cleriseh in Schottland über ihn dergestalt erbittert , daß, ungeachtet ihn der König llj,i,icrirt,er gleichwol an» i; 94 »n einer zu Perth angestellten inquillnon verdammt - des landeS verwiesen, seine guter conlllc.rr, und sein wapen öffentlich zerbrochen ward. Er ruckte aber hierauf vor die stadt Aberdeen, und machte einige von des Jacob Gordons, seines Vetters gesellschafft - die daselbst gefangen waren, loß, wagte auch mit der Königlichen armer unter dem Grafen von Argile, ein treffen, wüste sich aber in das gebürge retirireN, und ungeachtet der neuen verbündtniß miß dem Grafen zu Angus Und Bothwehaus Schottland weg begeben» An. 1596 kam er wieder hinein- wurde auch, wiewol mit der cleri- sey nochmaliger harter conr-sUierioi», bey dem Königs wieder ausgesöhnet , und an. 1597 in den vovigen stand gesetzt, wie er denn auch noch selbiges jähr dem König bey dem Reichs-convcnr den scepter vortrug, Und nachdem er sich zu der Reformirten religivn gewendet, an. 1599 die Marggräfliche würde erhielt. An. isot verglich ihn der König mit des durch seine vermitretung entleibten Grafen von Murray söhn, so, daß dieser des Gordons tochter zur ehe nahm» IM. 8cr>r» I» 17» Gordon / (Georgius) Marggraf von Huntly in Schottland- war gebohren von George Gordon dem ersten, und Henrietta - Amati Stuärrs, Hertzogs zu Lenor in Schottland, tochter. Er vermählte sich mit Caleni Cambel, Grafen zu Argile, tochter, wurde Königlicher Stadthalter in den Nordischen landen, und blieb bey den innerlichen unrühen dem Könige Carvlo I allezeit getreu. Deßhalbett wurde er durch ein besonderes öecrec des Parlaments an. 1644 unter diejenigen gerechnet - die keinen gemessen sollen» Er ergriff aber, als ein mächtiger Herr und ein Haupt des geschlechts Gordon, dem Könige zu dünste die Massen wider die conLellerirlen Stände in «Schottland, daherb der an. 1644 zu Edenburg versammiete ssno-lus wider ihn den bann vublicirte. Der Marggrafzu Argile aber, seiner gemahlin brudcr, rückte Wider ihn mit einer armee, wodurch die seinigen Meistens aus einander liessen , und er sich nach Strathnavern zu renriren genöthiget fand. Hierauf wolte er sich zwar nicht wieder zu einem feld-zuge ent- schliessen, commandirte aber doch an. 164; eine armse persönlichste! in die Grafschafft Murray ein, eroberte etliche Lrter, belagerte das schloß Lethen, und eroberte an. 1646 die stadt Aberdeen - wolle sich aber unter des Marggrafcn von Montrosse,(welchen der König zum Ober-General in Schottland ernennet,) commsv-lo gar Nicht geben. Nach des Königs gefangenschafft suchte er M allerhand liive-Kvn zu machen - und sich mit dem Alexander Macdoüald zu coniungiren - allein der General Lesle und Midleton ruckten wider ihn, und nahmen ihm an. 1647 stine schlösser weg - woranfer sich in das Lumantische gebürge--kiriren muste- dahm chn Mldtetou verfolgre. Er ward endlich von seinen eigenen ieuten verrathen- und von einem - namens Dönaldo BuyaMg - des Marggrafcn von Argile Obersten-Lieutrnant in die Hände geliefert - nach Eden- bura gebracht, und an. 1649 auf besthl des Parlaments enthaup- elenclii mocuum. memolrcs. L--- MeLirv kriwnii!, Gvrdon nuxn/k-us. (Jacobus) Mär aus der gedachten familie derer von Lrmtley entsprossen, und begab sich an. V6; zn Rom in die lbci° 4 t Jesu, allwo er an. 1569 vM°r wurde. Er hak in die co jabr die Philosophie, kheologle - und die HebräischeWachs m Aont ä Mousson, Paris und Bourdeaux gelehret, «st mwcwi in Jrrland, und Vice-Provincial tn Guienne gewesen» ß-naelland und Schottland kam er m ketten und banden, wärt m öb darinnen umgekommen, wennihn nicht seine vornehme an- kunfft w der seinen willen davon befreyet hatte. Er Lurchreistce auch Teutichland, Dänemarckünd andere lattder Eüropä zu friß- «theil» Dvy 5 UM um die katholische angelegenheiten in Schottland, deren Million er vorgesetzet worden, desto mehr zu befördern. Er starb an. 1620 tu Paris im 77 jähre seines alters, und soll im tode nichts mehr bedauert haben, als daß er nicht in Schottland um der lehre willen gehenckt worden. Man hat von ihm exirom. comrov. Lllsi Llicitk. tzitzl. 8. ). Gordon c.x 8 ^ok.-kU 3 , (Jacobus) war aus der Schottischen familie der Marggrafen von Lamore entsprossen , und zu Aberdeen gebohren. Er trat an. 157; zu Paris in die K>ci«at Jesu , ward IkcolvßiL OoÄor, und Kcetor der Lollegiorum zu Bourdeaur und Toulouse, und endlich Königs Ludovici XIII in Franckreich deicht- Vater. Er starb an. 1641 im 88 jähre seines alters. Seine schrifften stnd! Opus ciirnnoloA.; OouiculLZ cllrouoi. geogr. A tzittor.; Libl. 8. cum comwcnr. t. ;; Oo rctzus Lritsnni« vo>.; Oiarritzc äe csrliol. veri- ksre. Libt 8. ). Gordone / ist ein schönes und grosses dorff / in der Bündt- nerischen Grafschafft Clavcn, welches gegen dem Meyra-fluß , auf einem hügelein eine kirch und schlößlein 8. Catharina genannt/hat/ so von Bonifacio einem Bischofs von Como gebauet worden. Obn- wcit darvon hat es einen schönen steinbruch / daraus man schifer- blatren nimt / die dächer der häuseren darmit zu decken / wie solches in der stadt Cläven zu sehen ist. c-»/cr. «.tzs-r. i. ,z.p. 199. tz. * Gorgias / Leontins genannt / weil er von Leontium gebürtig/ so jetzo Lentini beissct/ einer stadt in Stallen. Er war ein berühmter Advocat / welcher aber svwol schlimme als gute fachen führte. Als dieLeontiuer mit den Syracusanern einige streitigkeiten hatten/ schickten sie ihn mit dem Tisia an die Athemensir, um succurs von ihnen zu suchen / so in der 88sten oi> mp. u. z r? geschehen seyn soll. Gorgias erhielt/ was er suchte / und man sagt / er habe ic>8 lahr gclebet. Lrce/'a cie!/,/. I. r. c. I. L/o/lo/'«- I. II. Gorgona / lat. dl-rg-in», eine insul aufdem Gennesischm mccr / zwischen den Florcntinischen küstcn / und der insul Corsica. Sie gehört dem Groß-Hcrtzoge von Florentz. Gorgoncs oder Gorgades / sind die insiiln deS qküncii vorgeburges auf dem Atlantischen meer, gegen Africa und de- siigtem gruneni vorgebürgc oder Latzc, v-rcl- zu. Es sind deren ic>, und gehören dem König von Portugall. Siehe lies?---. L/,«^/,»-/. Gorssoncs / werden vor ; schivestcrn gehalten / des Phorci und Ccta töchtcr / deren namcn Medusa / Euriale und Stheno gewesen. Lie hatten ihre Wohnungen bey den Hesperischcn gärten / und verwandelten alle lcute/ die ihnen in das gesicht sahen/ in stein. Pcrscus aber überwand sie / und tödtete die Medusam durch der göttjn Minerva beystand. Alles dieses soll nach der mMowgorum erklarnng seine absichh auf die, würckung der tapfferkeit haben / als welche auch die grösten gefährlichkeitcn überwindet. 6 Lncill. mcism. I. 4. Dro/to»'«» I. z. ilc orix. Oeor. I. r p. 74. Lomer 1.7. Gorczonius. Man findet z Märtyrer dieses namens : der erste wird in dem c-icntzz-i-, uom-ao angemercket; der andere von Enfehio / der dritte von Basilio. lull. ccci. I. g c. e. r. i kom. 20. Gorgonsola oder Gorgonzoia / eine kleine stadt im Hcr- tzogthum Mayland/ welche dem Fürsten von Trivultio gehört. Gorgophone/ war Perfei tochtcr/ von der Andromeda. Nachdem sie ihren ersten gemahl überlebet / vcrheyrathete sie sich znm andernmal an Cebalum / und war die erste weibö - pcrson/ die sich zum andernmal vermählte / weil solches sonst damals noch nicht üblich gewesen. Aus der ersten ehe hatte sie 2 söhne, Apha« reum und Lcucivpum ; aus der andern eine» söhn / namens Tyn- darum/ eim'n vater der Helena/ und eine tochtcr, namens Arcnam, welche des Avharei fran war. Avhareus ließ einen söhn neben sich zu Mersiua regieren/ behielt sich aber die oberste gcwalt bevor. Er baute eine stadt / die er nach seiner stau Arenam nennte, Gorgophone aber wurde in ihrem Vaterland zu Argos begraben. ?/>////>////>/ I. r. Gorham oder Gorran / ( Nicolans) ein Dominicaner / war durch seine schrifften berühmt. Pitscus behauptet, daß er von gcburt ein Engclländer gewesen, Posscvinus aber und andere wollen ihn zu einem Frantzosen machen, und zu des Königs Philippi deicht - vater, sagen aber nicht, ob es Philippus puicU-r, oder Pbilivvus lang!» , oder aber Philippus v-><-i,„s gcwe,en. Der erstere dieser; Monarchen hatte noch einen deicht-vater gleiches Vornamens und ordcns, allein es war Nicolaus Farinula von Roucn, einer von den i°Frantzö,Ischen Cardinalcn, welche Clemens V an. i;o>- crclrte. Liicrans folget nun, daß man die eigentliche zeit nicht wissen kan, wenn er gclebet, indem ihn einige an. izo4, andere aber i;zo, izyo nnd 1400 sitzen. Dieses ist gewiß, daß er verschiedene commcnrsrioL über einige buchcr der heiligen schnfft, als über die evangclia, cpistcln Pauli, und dergleichen, ge- schnkken. cje icri^>r. ecelü^. c!e vir. ülutrr. pr/rci. vnrvvcrpiLu^s in 9 büchcrn geichliemi/ als i ; öliloichp/um; Lronls; !nso-8c)'- tkicL; 8.>xnnlca', l8orbo-I)rnlc» ; VcncricL Li bii/pciko- rez; ivorzil nach seinem tod gekommen sind : UcrmLlllcnL ; ^I^pliics; Vcrniminis; <8»llic^; tzräncicL ör vilsi>LnicL. e!og. Lelgic. tzitzl. * Gsrräus / ( Johannes) sonst Gorris genannt, gebürtig von Paris, war cin söhn Petri Gorräi, >iec!ici von Bcrry, und nicht allein in der mcwcw, sondern auch in der Griechisch - und Lateinischen spraach sehr geübt. Als er cinsmals sich auf der sanffce tragen ließ, und ihn bey den damaligen Unruhen die jvl- datcn anpacken wollen , starb er vor fchrccken an. iz? 7 , als er 72 jähr alt war. Er hat unter anderen 5 r. Lall, I, z. Gorrevod/ (Ludovicus von) Cardinal, Bischoff z" 8- Ich" von Moricime, Reichs-Fürst und Abt z» Ambronai, war aus einem alten geschlccht in der Frantzösischen Provintz Breße em- sprossen, ein sohn Johannis von Gorrevod und Johamia aHof- riol. Aubery meldet, sein vater habe Laurentius geheissen , es m abcr dcrfclbe fein bruder gewcsin. Alexander VI machte ihn am 1499 zum Bisihoff zu 8. fc»n von Morienne. Leo X, nachdem er an. 1 z 1 z ein Bißthum zu Bourg gcstifftet hatte, gab ihm ches zu verwalten, da ihn der Hertzog von Savoyen als Wc Abgesandten znm concliiol.sr«rLn-aü geschickt hatte. Clemens ^ gor gos ernennte ihn an. »n» zum Cardinal und z i^sre in aantz Savoyen. Er starb an. r^;?. o,^c°M«k §» kill. ll-sLaräin. Qr!tiL< 7 krill. 6«rcLc»i>s Kill. llevreffe. Gorrevod / sPhilippus Eugentus, Hertzog von Dontdevaux) war aus dem vorgebuchten geschlecht in der Frantzösischen Pro- vintz Bresse entsprossen. Sein vater, Carl Emamiel, Graf von Pontdevaux, war anfangs des Ertz-Hertzogs Alberti von Oesterreich Ober - Lämmer -Herr, Statthalter des Hertzogthums Lim» bürg/ und Ritter des goldenen Vlieffes; erhielt abersda er wieder in Fcanckmch gieng / von seinem König die Herzogliche und von dem Kayser die Reichs-Fürstliche würde. Er selbst war einer von den berühmtesten Generalen seiner zeit / und legte an. 1646 durch die eroberung des vesten schlosses Mardic / wie auch in der schlacht bev Lens an. 1648 sonderliche ehre ein. Er starb an. 1Ü81 unver- mahlt in einem hohen alter, und setzte, als der letzte seines qe- schlechts, den Marggrafen von Thianges aus dem Hause Damas, ungeachtet ihm derselbe mit keiner bluts - freundschafft verwandt war, zu seinem erben ein. Sein bruder, Carl Emanuel, von Marnay, ist Ertz-Bischoff zu Besannen gewesen. xc- Gorskius / (Iacobus) ^rebi-viscoE zu Gnesen, rdsnonicus und vornehmster Priester zu Cracau, wie auch Vice. Cantzler und I>ro 5 -Nor auf der gcsücmic daselbst. Er war in einem flecken der Provintz Masovien in Pohlen gebohren, und machte in den sprachen , in der riieologic und in der jui-ixpruclenü grosse progcellen. Seine Verdienste brachten ihm verschiedene wichtige amter und gute b-n-6c>L zuwege, auch war er einer der berühmtesten auf der gcsci-m>- zu Cracau, allwo er die jurz lehrte, und daselbst den 17 jun. an. 1585 starb» Er hat geschrieben! 6c ulli Icgirimo cucks- kilii« ; 6 e zrzllorc ; cle b^pciimci prs:6cll>NLl0rum ; Lrusium teu »mmLÜvergonem in ckcolozor VVürtsnberj;.; prs/munikionem 36- Verkus inlänum 60AMS pr-nclccr, ^rriani; vi/iorism KcZir Lrexksoi; z>i«llLmi(Iimorum Nnlonnrum epilloizr öcc. in'cioß. kolon. p. z6. 6E« tbeatr. ch>t. Gory / eine kleine stadt in Georgien, liegt auf einer ebne zwischen 2 bergen cut dem fluß Knr, wobey zu nächst ein etwas erhabener Hügel ist, auf dessen spitze eine vestung stehet, die von ge» öohrnen Persianern bewachet wird. Sie wurde in währenden Georgianischen kriegen um das iahr 167V von Rustam Kam, der Persianischen armee General, erbaut, und von einem millicmsrio Augustiner - ordens, so sich eben daselbst aufhielt, der gründ - riß darzu gemacht. Weil sie beydes von natur und durch kunst vest ist, so liegen nicht über iso mann zur besatzung darinnen. Die ein- wohner find allesamt kaufleute, und sehr reich. Man kan daselbst alle zu dem menschlichen leben nothwendige dinge sehr wohlfeil haben. V0).1^S 6c kerle. Gosen / war der name eines zu Egypten gehörigen und sehr fruchtbaren landes, welches Pharao, in ansehung des Patriarchen Josephs, den Andern Israel einräumte, und worinnen dieselbe 4?o jähr, nemlich bis auf das jähr der weit 24; ;, geblieben. Goten hieß auch eine stadt und gegend in dem gelobten land, welche Iosua einnahm, und hernach zu dem erblhetl des stamms Iuda schlug. c. 4;, 46, 47. L-cs6. c. 8, r>» ir. c. Ik» V.41, c. II 16, «. 15 V. 51. Gossen / oder Rußische kaufleute, werden zuweilen von dem Ezaar in wichtigen Verrichtungen gebraucht, weil sie durch den Umgang mit frembden nationen vffters eine besondere geschicklich- keit erlangen. Vor zeitcn durfften sie ohne des Czaars ss-sci-i- erlaubniß nicht ausser landes handeln. Gosius/ (Martinus) ein rechts - gelehrter von Bouonien in Italien, welcher des berühmten Irnerii discipel, und einer von den ersten gewesen, welche über das ju? civttc glossen und commen. r-irie» gemacht. Er war des Kaystrs Frideriei Rath, und erwarb sich um das jähr 1150 einen grossen rühm, zu eben selbiger zeit, als Buigarus berühmt war, mit dessen lehre er nicht uberem stimmte, dahero auch die meisten rechts - gelehrten getheilt waren, und, die es nut ihm hielten, wurden Gosiani gencnnet, wle Cynus bezeuget, welcher auch anführet, daß Gosius nebst seiner fanuüe, weil er es mit den Gibellinern gehalten, aus seinem Vaterland vertrieben worden. 6 o«. koivgn. 6 i!sZ. csn. e civ. Goslar / eine freye Ncichs-stadt/ in dem Braunschweigischett gebiet an dem fluß Gosa / bedeutet so viel als ein lager an der Gosa. Sie ligt an dem bergeRahinn / so der Nammels-berg gc- nannt wird / welcher an bley und silber reich ist. Es soll vor zelten an diesem ort ein alt jäger - hauß und eine mühle gestanden seyn. KayserHenricusI halste hernach zu bauen angefangen/ die Kaufet Henricus II und III aber haben sie zu einer rechten stadt gemacht. Hernach hielten sich die alten Kayser daselbst zum offtcrn auf/ und ist ste unter die Teutschen Pfalk-stadte mit gerechnet worden / wie denn daselbst eine Königliche bürg und etliche geistliche collcgiz zu finden sind. Sie ist wegen des in den Historien also genannten Goßlarischen blm-baves bekandt. Denn als Kayser HcniieusIV a». 106; diePfingstenzn Goßlar hielt/ zwickte stch der Bischoffvon Hildcsheim und der Abi von Fulda/ welcher am nächsten bey dem Churfürsten von Mayntz sitzen solle. Darüber kam es unter den bedienten zum Hand-gemenge/ und ward w viel blut vergossen / daß es zur kirch-thnr hinauß liess. Der Kayser geboth zwar friede/ muste sich aber selbst aus dem staub machen. Der Bischofs Hezilo von Hildeshcim soll lich auf einen erhabenen ort in der Arche retiriret/ und seinem volck zugcruffcn haben/ ue sollen brav zu schmeiffcn und sich ntchtdran kehren / daß die Arche entheiligt würde / er wolle sie schon als ein Bischofs wieder stimm-«fs» 'welches letztere aber nicht genügsamen gründ hat An r uuv Lunvgras Pyk» stm.», ltch fuhrien. Wlewoi hernach an. 1552 durch einen gewissen vcr- Hertzog von Braunschweig derzehnde des berg. wercks/ ""d andere jura abgewetten wurden. An. i6r i ÜÜ^s-^bon dem Hertzog Wilhelm von Weimar vor den König von Schweden erobert/ kam aber bald wieder an das Reich Seit an. 1624 sollen alle bürgere durch einen beständigen eysemeü biiess lhre gläubiger geücherr seyn. Sielst Evangelischer Religion. SIie 6 e,tLck 5 . craz-les p. 101. kill. Qoslar. * ^ ^aurentlus) Bischosszu Posen in Polen/ und Königlicher Gesandter. Er hat seine jugend auf der Universität zu Cracau zugedracht/daer^Nllc!- pKiMiopKiL wordcn/und sich »6 1 neoiu^-im gewendet/ dabey er in -ellionomicis wohl geübt und ein guter o^mi- in der Lateinischen ftwach gewesen. Er begab sich hernach in Italien / da er zu Padua ein buch 6c oprimo 5ensk»rc geschrieben. Er ward Königs Stgismundi Augusti Probst zu Cracau/ und Dechant zu Plotzko / auch Abt zu Clara Lumba/ und von Königs Stephani Baihorii in Polen wegen an. 258; Gesandter än König Iohanncm in Schwülen / auch ein andermal an Hertzog Iulium zu Braunschweig / und an. i?84 aderinal wegen der Braunschwergischen erbschaffk/ die wegen Her- tzogsIuliistieff-mutterSophia/ KönigsSigismundiIlochter/ das Reich Polen pi-r-cnMrte / nach Magdeburg; solgends Ti- schoff zu Caminiecz in Podolien/ in welcher zeit er an. 2587/0- er schon ein eifriger Catholischer gewesen/ der Lutherischen und Ne« sormlttenbunbiliß/ ihrereligions-freyheir zu erhalten/ unterschrieben/ von welchem Bißthum/ als Adam Pilchovms Bischoss ru Chelm an. rzsy verstorben/ er nach gedachtem Chelm / mich ftrner zum Ditzthnm Premisl und zuletzt an Graf Johann von Jarnow statt/ zu dem Bißthum Posen vom König Sigismundo IH an. i6ov iiLnzfcrirek worden- Er war an. i<;8? einer von den vornehmsten Unterhändlern/ zwischen König Sigismundo III in Polen/ und Ertz-Hertzog Marimiliano zu Oesterreich / da dieser letztere bey seiner gefangniß/ seiner piMniion an die Polnische cron sich begeben hattc/welchenErtz-Hertzog er anch milNicolao Zebrzi- dowsky biß an die Schlefische gräntze zurück brachte / und em» pfieng vorhero an. 1587 gedachten König Siaismundum bey seinem einzug zu Cracau rm namen der Polnischen Reichs-stände/ mit einer o^cic-n. wie er denn auch dem Pabstiichcn'.ex-ro dem Cardinal Cajelano und Kaysers Rudolphi ll Gesandten an. 1596/ als sie ein bündniß wider die Türcken suchien/ tm namen des Königs und Reichs mit grosser beredsamkeit geantwortet hak. Endlich ist er/ da er über 70 jähr alt gewesen / undAndream von Bnin Opalmsky zu seinem cost6ju>,»,c angenommen haue/ den letztem oct. 2607 zu Ciazin an einem um sich fressenden geschwär/ so er an dem rechten fuß bekommen/gestorben. llripc. I'olonic. (^enruris n> 8. manumeiirs ZrrMLrLiu« p. 44!, L-LemeLkr» kerics Lpifc. koznsn. pr/r/cc» ckroN. öcc. Gossaw / ein schönes grosses dorff/ in des Abis von 8. Gallen alter landschafft / auf halbem weg zwischen Wyl und 8. Gallen gelegen. An diesem ort hat der Graf Friderich zu Loggmburg an. 1428 die Appenzeller in einer schlacht überwunden/ und deren 82 niedergemacht/ worbey das dorff in brand gerathen. Schon hun- dert jähr vorhero / wurde allhier ein frieden geschloffen / zwischen Abt Hiltpold von 8. Gallen und denen Grafen zu Toggenbura. Hernach hat eben dieser Abt den ort dem Freyherr» von Konigs- rck / Oesterreichischem Land-vogt im Thurgow / versetzt; aber an. 157; ist er unter Abt Georg von Wildenstein wieder an das Gotts-Hauß erlöset worden, sr-mx/. !>k. z p. 18 b. sc 88 b. * Gosselin/ ist eine kleine stadt mit einem alten schloß in der Frantzösischen landschafft Ober - Bretagne / m dem oistnek vott Vannes/an dem fluß Ouste. ^ . Gssselirms oder Gcktzelinus/war Bischoffvon Mans/ em hnRogerii/so ^ertzoglhum Ma poijEi^vondemErtz-Bi'schöffzudlömc.>nsccnren iaffen / wurde er auch / ohngeachtcl sich die gantze clcrisey und das volck widel- setzte/ mit gewassneter Hand in das Bißthum eingeführet. Er hatte kaum diese würde angttretteN / als er schon allerhand Ungerechtigkeit übte Er lebte dergestalt einige jähre/ wurde aber nachmals von dem König Pipino seiner Bischöflichen wurde entsetzt. Allem er bat einsten denjenigen/ so an seine stelle gekommen war/ zu gast/ und als er erschienen war/ riß er lhm seme beyden äugen aus dem kopff/ schnitt ihm die nase ad/ und ließ ihn hernach durch bewaffnete le te aus dem land fuhren. Als er nun sich wieder in sc nem N ließ rhn Minus bey dem kovff nehmen / und ihm die äugen ausrelssen; doch schickte er ihn auf lnstanvlges anhalten seiner befmindten wieder zurück m scm Bißthum. Erbekam hierauf einen (»Lüjurorem. welcher vor ihn das amk verrichten muste / weil er blrnd war. Indessen führte er Iyy 2 tem 540 gos gvt sein voriges leben fort/ und starb an. 770 am schlag. oe§ eveques oisc6iret/ darinit «raber/ nach Bocharti darüber verfertigten anmerckungen/ sich vielfältig geirrcl hat. . (Nosselinus / (Johannes) Königlicher kibiiolilcc»rius zu Pakts / unter der Könige Caroli IX und Henrici III regierung/war von Vire aus der Normandie gebürtig / und in den sprachen wohl erfahren / am meisten aber legte er sich auf die astronomie. Er starb im hohen alter/ indem er in das camin-seuee fiel/ darauß er sich / weil er allein nnd darzu von alter gant; entkräfftet war/ nicht helffcn konte/ und also verbranntet Man hat von ihm m. NoriLm imLgirium coeleliium nollro lccuio sccominvllLrsm; Is mLin kiarmonigue, c>u les Principes 6e mullgus snrigue 6c mollsrnc; epkeineriäes ou 6Imsnac 6u jour 6c cle Is nuir pour cenr sns commcn- ;sns en I'sn 1^-1. bibl. krrnc. p° 708. -/« 0r-ri»s p- rzo. Oosseliiius/ (Julianus) gebürtig von Nom / seinem ge- schlecht nach aber stamte er aus dem Montscrratischen von Nizza «lcN-Paglta her.Er wurde in dem 17 jähr seines alrcrs/Fcrdinandi vonGonzaga/ Vice-Königsvon Sicilien/ s-crer-rius, zog auch mit ihm/ als er Qouvcrncur von Mayland wurde. Er hatte nachmals eben diese kMEion be» dem Hertzog von Alba und den dem Hertzog von Scssla/ welche nach des Gonzagätod oouvc-ncurs zu Mayland waren. DerHertzog von Sessia führte ihn mit an den Spanischen Hof/ allwo Gosselinus sich durch seine geschicklich- keil und kiuahcit so angenehm machte / daß man auch dem Hertzog rieth/ er wurde wohl thun/ wenn er in seinen -L,ren/ die er an dem Königlichen hofhalte / keinen andern brauchen würde/ als ihn / daher er auch eine jährliche p-wion von 200 rthln. bekam. Der Marquis von Pescara/ des Hertzogs von Scssla Nachfolger/ hielt von Gossclmo ebenso viel/ als seine vorfahren; allein als der Hcrtzoa von Albuqucrquc oouvc-ocur zu Mayland wurde / hätte csnichtviel gefchlck/ Goiiclinushättc zugleich ehre und leben verlobrcn. Allein er wüste sichso heraus zu wickeln / daßihmdiese Verfolgung noch zu ehren gereichen muste. Gleichwol wurde er m seine stelle nicht eher eingesetzt/ als unter dem KMrgms von Aya- monte und dem Hertzog 6c Lerranova / welche Gouverneurs zu Mayland waren/ denen er in seiner Secretariats - stelle insmerion gab. Unter andern guten cigcnschafftcn wird von ihm gernhmet/ daß er streitige fachen beyzulegen gar glücklich gewesen. Er starb endlich zu Mayland den ir fcbr. an. i?87 im 62 jähre seines al- tcrs. Er hat verschiedenes geschrieben / als: rime; Ui5cor,i; icc. ecrcj rLgioiizmeitti ioprali componimentl 6el Norgkcl'c; clickiarsri- vneüi alcuni componiwcmi; v>cL 6i Don kerrZinLnclo Qoiixagr; rrs rongiurc, cios 6c'I-arxi s LslviH concrs i meciici » 6c> Conrc Oiovaii I-rußi 6c kictclii contrs I2 rcpublicr 6i OcnovS 6c 6'alcuni NiLcenrini «onrrz il loro Ouc» ?icrro I^uigi kMrricls öcc. 6/u/r/r» rkeLlro 6'kuom. Icircr. p. 7 p. 7^4. kibl. Kom. r6. Gosselmus/ (Wilhclmus) gebürtig von c-vn. lebte in dem lü ftculo/ und that viel in der mathematic. Er hat geschrieben: 6e srrc nizgnz, Icu 6c occuicz p^rcc nunrcrorum, gua: 6csiAcbr^ 6ici- lur, libros quatuor. p. 47?. 8^7/e. Gossenprot oder Hosseitprot/ (Sigismund) ein Vene« dicliner/ lebte um das jähr 148z in Lcmschland/ und schrieb «ine chronic von Augspurg / welche Joh. Pistorius mir unter setzten lcriproribus rcrurn Qcrnr. pukiiciret. 6c k,ik. l,Lt. l. ; c< 6. Gostinin/ cinestadt und Castellancy in Nicdcr-Polen/ in der Woywodschafft Nava/ nebst einem guten castelle / 2 oder; Meilen von der Messet / und eben so weit von Ploezko gelegen- Der Groß-.Hertzog von Moscau / Basilius Snski / welchen seine Unterthanen in Etanislai Zolkiewski / des Generals über des Polnischen Königs ^iqisimnidi trouppen/ h.mdc geliesert/ wurde an. 16 -1 nach Gostinin gcführel/ und starb daselbst kurtz hernach. I-olonia. in kolon. 6c!cr. Uolon. poll. p. 6,. Gotha / etiie bekannte stadt in Thüringen an derLeina, ist die residcntz einer sächsischen linie aus dem Erncsiinischcn Hause; daher auch ein besonder Fürstenthuni den nainen hat. Die stadt Hahnach Tcnzcls mcynung, ihre dcncnnnNg von demGuthaa oder guten wasser.so dahcrum zu finden. Andere wollen den »amen von den Gothen herleiten, die auch dcnort erbauet hätten; es ist aber sicherer zu sagen, daß sie zu Henrici I Zeiten aus einigen umhegen« den dörffern zu einer stadt erwachsen, und von Meingotho, Abt zu Hirschfeld/vollends zu stände gebracht worden. Anfänglich soll sie den Grafen von Schwaryburg, und nachmals denen von Arns- haug zugehörct haben,so aber schwärlich zu beweisen. Gewiß ist es/ daß sie bald anfangs den Landgrafen von Thüringen zugehörct. Zu Alberti vcgenc-is zeiten hat sie viel ausstehen müssen. An. 2412 den ;c> jul. wurde sie von dem Landgrafen Friedrich dem streitbaren erobert,weil dessen vcttcr,LandgrafFriedrich der ein- sältige/solchc an fremde zu bringen bemühet war. An. 144; kam sie in ber landes-theilung an Hertzog Wilhelm den tapssern. An. 248z kam sie an Churfürst Ernsi , und nach Churfürst Johann Friedrichs tobe an Hertzog Johann Friedrich den mittlern. Es war ehemals daselbst ein vestcS schloß,Grimmcnstein genannt, welches schon in dem 6 icculo z„ der zeit,als die Sachsen und Francken sich in das Königreich Thüringen gethcilet, gestanden haben soll, so aber nicht glaublich. Wahrscheinlicher ist es, daß es um des letzten got Landgrafen von Thüringen, Henrici K-lpoms, e den. An. i;8o hat LandgrafBalthasar selbiges mit einiam w?!' cken versehen. An. 1478 ließ Hertzog Wilhelm den Grimm ^ mit graben und basteyen bevestlgen. An. wurdeÄ!."» schloß auf Churfürst Johattnis befiehl von ncuciu mit tM l«E wercken fortlficwet,und -1 ,ahr darüber Zuqebxachhdaß es naÄ selbiger zeiten für eine der besten vestungen paßirte , derqM?d§ als an. 1446 Hertzog Mauritius von Sachsen das gantze landÄ' herum eroberte, er doch Gokha und Grimmenstein unanaeÄ^ ließ. Als der ChursurssJohann Friedrich an. 1547 bey «8 s gefangen wurde, muste er nicht allein die stadt Gothä dem siaÄ übergeben, sondern es ließ auch derselbe die vestlmqs-wttcke8 schlaffes durch den General Lazarum Schwendi Meder- un k cheutz durchreissen. An. 1^2 vergönnte Kayser CaroluZ V Ch fürst Johann Friedrich , als er aus dem gefängniß kam , di 7 e stungs-wercke ivieder aufzubauen. An. 1 züü wurde diese yell.m^ von Hertzog Johann Friedrich, als er Wilhelm von Grumbacl, nebst fernem anhange aufgenomen hatte,noch bester fortifichtt uns mit nöthigem Proviant, mu°iti»n und starcker besatzuna versebeö Nachdem nun besagter Hertzog sich auf keine weise von der Kru m bachischen parthey wolle abwendig machen lassen, wurde er in d - achterklaret, und die cxccunon Churfürst Augusto von SallM aufgetragen. Selbiger ruckte mit seinem volck und gcschütz am rr dec.au 1566 vor die stadt Gotha und das schloß Grimmensteib, Nnd bekam sie den -; april a». 1 <167 ein, da denn Hertzog Johann Friedrich gefangen nach Wien gefuhret, Grumbach aber nebst seinem anhange bestraffet wurde,und muste die stadt und land Hertz»» Johann Wilhelm, Johann Friedrichs bruder, huldigen; doch erhielte» nachmals des unglücklichen Hertzogs Printzen in der zu Erfurt errichteten theilung den s nov.an. 1572 diese stadt wieder. Als diese aber ohne erbe» abgicngen, fielen ihre lande an. iSzz an die Altenburgische und Weymarische Häuser, und kam Gotha an- 1640 erstlich an das Weymarische hauß, hernach in dieses Hauses besonderer theilung an Hertzog Ernst den frommen; dieser ließ auf Kayserliche perm-Mo,, an des schlosses Grimmensteiu stelle, eine widerwärtige Fürstliche residentz unter dem namen Frieden- stein bauen, und den ersten grundstein zu der Fürstlichen schloß- kirche in «einem beyscyn den 24 oct. an. 1646 legen. So hat auch die stadt unter seinem söhn Hertzog Friedrich nüd jetzt-regierenden cnckel gleiches namens, an lcuten, Nahrung und Zierlichkeit so zugenommen, daß sie jetzo wohl für die schönste stadt in Thüringen pas- sircn kan. Das Furstenthum Gotha bestehet in stadt und amk Eo- tha,amt Tcnnebceg und städtlcin Waltershauscn,kloster-amt Reiu- dardsbruim, kloster-aint Georgenthal, amt Sckwartzwald oder Zeliaä. Blasii, klostcr-amt Jchtershausen,amt Wachsenburg,klo- ster-amt Nolkerode, amt und schloß Friedrichs-werth und einigen andern stücken,hat auch sitz und stime aufNeichs-und crayß-rägen. Kill. capk.c Oork.v?. snri. Lax, Äe<4-7?I7^ comi». ckron. Lax. rer. Lcrm. Xcr/e« ici„. EFexs ann. Lax- vonl'küriiiZenp.M. kill. (Lork. lupplciii. Gothaisches hauß. Der stiffter dieses Hertzoglichen Hauses ist Hertzog Ernst der fromme/von welchem an seinem orte. Er hat sich an. l6;6 den 24oct. mit Elisabeth« Sophia , Hertzogs Johann Philipps von Sachsen-Altenburg tochter, so den zo dec. an. iü8o gestorben, vermählet, nnd mit ihr 18 kinder gczeugek, davon ihn 8 überlebet. Die tochter,Elisabeth Dorothea,gebühren an. 1640, wurde an. i66ü den 1 r nov. an Landgraf Ludwig von Hes- fcn-Darmstadt vermählt, und starb an. 1710. Die söhne waren Fridericus, Albertus, Bcrnbardus, Hcnricus, Christianus, Erue- stus und Joh. Erncstus. Es hat aber Hertzog Ernst unterschiedene ckipoiiiioncs gemacht; denn an. I6Z4 hat er sein testament verfertiget , an. 1672 die regiments-versassung und an. iü74die crläu- tcrung oder ciecwi-Li,0,1 davon ; nach welchen 6iipoimonen crkcine primvßcmiur, zu folge des ewigen pack, 6, L. 1629, einführen wollen, sondern verordnet, daß alle seine lande, wo möglich, beständig, oder doch solange, bis selbige entweder vermehret, oder die zahl seiner söhne und nachkomme» vermindert seyn würde, daß jeder eine Fürstcnmäßigc landes-porrion cum vmo caiiMiLk haben könte, in communiviic unter regier, und clln'gwung des jedcrzeitigen ältesten in den ordentlichen und geringern ncgoms, mit concmrcnx aber derer übrige» s öhne und ihrer llcllciMcmen in ausserordentlichcn und wichtigen dingen, beysammen verbleiben, alle seine söhne einen Hof bey dein ältesten halten, oder von den jüngern einer zaoorthl. her- gcgen der älteste 12000 rthl. zum gewissen 6cpi>rat aus der gemeni- schaffrlichen cammer oder darzu -n-gnirten ämtcrn zur l-p-rsien hoftstatt zu gemessen, die überschießende einkünffte aber, die enl grosses außwurffcn,gleich theilen solten.Solte aber solches nichtangehen und eine crbtheilung unumgänglich fallen, ehe mehrere lande dazu kämen, oder die zahl der söhne und 6 c 5 ccn 6 cmen vermMt würde, so sollen sich deren 2 oder; in cinFürstcnthum mit NcichH und crayß-vom unter gleichmäßiger regicr-und 6irigirung des altern in puklicis und andern hohen jurikus, wiewol ohne prLcipuoaii rcvcnuen, zusämmen schlagen, und die übrigen jurL und Ulf, csoviel ohne zcrreissung der Fürstenthümcr möglich,in gleiche Hose thcmn, gewisse wichtige fachen aber M communionc Mb 6ircÄionc des ältesten unter allen lassen. Wegen dieser väterlichen 6>ssoMioncnve!l- haltung, verglich sich an. 107z den rinn. Hertzog Friedrich ;deM ältester söhn, mit seinen brüdern , nahm auch die laiidcs-bulMM vor sich und seine brüder von den gesummten eingesessenen -ano- stänven und unterthanm des Fürstcnthums Gotha den "siin. a>>. 167;, Altenburg den y iul. Coburg den 10 ftpt. genieldtcn MS, und an. 1676 wegen drsHennebergischen antheilsden »i iun< zu Meynungen ein, empfieng diebelehnung, und machte feinet regierung einen vergnüglichen ansang bey gesammter Hof-Haltung auf dem schloß Fnedenstein. Als sich aber diese letztere bald hernach wegen der Vermahlung seiner brüder so vergrößerte, daß selbige nicht Mehr prsüicn-lich schiene - so wurde an. 1676 jedem sei,, abgedacht gewisses und den Haupt-vergleich an. tü8l die Fürstliche Hennebergische Schleusingische lande (so viel Esthnisch gewesen) eo-jsm jure erhalten; dasCoburgische Reichs-votum haben Hertzog Albrecht und Bernhard zugleich gesnhret; das Hennebergische Reichs-vocum aber führte Hertzog Friedrich vor sich und im namen seiner 4 jüngern brüder. Also theilte sich der Lmchstn-Go- thaische stamm damals in 7 neue äste, den lp-cisl-Golhaischen, 2 Coburgischen,; Meinungischen, 4 Römhildischen, 5 Eisenbergischen,oEißfeldischen odcrHildbürghausischen und 7SaalfeIdischen, wovon aber die Coburgische, Römhildische und Eistnbergische äste ohne weitere Fürstliche sprossen in ihren aNfangern schon wieder ausgegangen, und durch ihre ledig gewordene erbschafften den bekannten lucccMonz-streit im Hause Sachstn-Gotha verursachet; ha ohne dem in demselben nach obiger theilung noch viel strupel, MeecntiLN und zwistigkeiten entstanden. Den lpecisi-Gothaischen äst stifftete Hertzog Friedrich, von welchem ein eigner articul Nachzulesen. Es trüge ihm sein vater Eenestus ?ius wegen hohen alters den 18 oct. an. 1674 die iandes-regiemng in seinem namen zu verwalten auf, welche er auch bis an dessen tod etliche monate über ge- fühket. Hernach aber hatte er bey der erfolgten commu,Mn die m- rcÄinn, bis endlich, wie abgedacht, ein anders verglichen worden, und er seine eigene lande nebst der ciireÄorisi-sllmuMrLrion derer xublicorum, in dem mit seinen 4 jüngsten Herben brüdern cünlti- kllirteN corpore bekommen. Sonsten führte er auch noch als Senior nach absterben Hertzog Johann Georgs von Eisenach den 19 sept. an. 1686 das auf ihn öevolvirte haupt-clircÄorium in der gantzen Ernestiuischen linie. Mit seiner ersten gemahlin Magdalena Sy- billa, Hertzogs Augusti, ^Umiliiürrroriz zu Magdeburg tochter, die an. 1681 verstorben, bat er etliche PrintzeßinNen und s Prin- tzen, mit der lektern Christum aber, einer Marggräfin von Baden- Durlach undMarggrasAlbrechts vonAnspach wittwe,die an. 170; gestorben, keine erzeuget. Hertzog Friedrich der jüngere war an. 1676 den 28 iul. gebohren, stunde also nach des vaters tod unter vormundschafft Hertzog Bernhards und Hertzog Heinrichs, seines vaters brüder, erhielte aber an. 169z von demKayser ver»- sm srsriz. da er die regierung selbst angetretteN; sein brüder Johann Wilhelm suchte seine formn in Schwedischen, hernach Kay- serlichen kriegs-diensten, worinett er zwar viel rühm und die cN^s eines Kayseruchen General-Feld-Marschall-Lieutenattts, und bey dem König in Engellanv auch den General-Staaten der vereinigten Niederlande die stelle eines General-Lieutenants erwarb, aber durch einen schliß den tod aufdem berg s. Catharinä in der belage- rung Toulon an. 1707 den i; aug. fand. An. 1696 den 7 mn. vermählte sich Hertzog Friedrich mit Magdalena Augusta, Fürst Carl Wilhelms von Anhalt-Zerbst, und Sybillä von Sachsen-Halle einiger Printzeßin, mit welcher er unterschiedliche Printzen und Printzeßinnen gezeugt,unter weichender Erb-Printzauch Friedrich heissesund den i4apr. an. 1699 gebohren ist. Der jetzt-regiercnde Hertzog zu Gotha besitzet die beyden schönen Fürstenthumer Go- tha und Altenburg meistentheils, nemlich 1 stadt und amt Gotha. 2 Amt Tenneberg und städtlein Waltershausen. ; Kloster-amt Reinhartsbrunn. 4 Kloster-amt Georgenthal. ; Amt Schwartz- wüld oder Zella s Blasn. 6 Kloster-amt Jchklershausen und amt Wachsenburg. 7 Kloster-amt Volckerode. 8 Amt uns schloß Friedrichswerth. 9 Amt, städtlein und Herrschafft Tonna. 10 Stadt und Herrschafft Altenburg. 11 AMt Leuchtenburg und stadt Kala. la Stadt und amt Orlamünde; wozu nuttMehro auch diejenigen ämter, so aus den Coburg-Römhild-und Eisettberglschen anfallen an Hertzog Friedrichen gekommen, welche Hertzog Christian zu Sachsen-Eiftnberg, der ohne kinder gestorben, Hinterlassen, und zum Fürstenthum Altenbuch gehören; als 1; stadt und amt r e stadt und ämt Rönne» EMWW- von Lurops p. ,041 kch) ^ Gochani / ist ein dörffin Ruscliff-WaveNtake. in d-p gegend der Grafschafft Nottingham. Es ist weM«M art steme, so daselbst befindlich, berühmt, die zw^ stdr rauk a- R- hen, aber vvrtrestich schone ädern in sich haben, und den märmow sternanschonhertweitübertreffen. ^ wie--/- ft) klüI als eilt itiaiirt von Osthatn ; ist ein jprüchwort - worum man in Engelland einen narren zu beschreiben pfleg? " . Gothen / croTw. waren ein Mächtiges volckffo zu allen zeitek gar berühmt gewestn. Von ihrem Ursprung und ersten sitz sind mancherley gedancken § indem Cluverius selbige in dem a M Teutschland und dem heutigen Preussen und Cassuben suchen will, undsollen sie langst der Weichsel drs an dessen einlauff in das Bal- thische meergewöhnet haben. Andere sagen- daß es die Q«« aus Asien gewesen,welche, Um ein besonderes land zu suchen, aus ihrem Vaterland gegangen, sich in Bosnien, Thrakien und Bulgarien niedergelassen - und von dar bis in Skandinavien ausgebreitet häbem Es M aber sicherer Jornandi zu glauben, welcher selbige aus Schweden führet, weil Noch in selbigem Reiche die Provintz Esthland gelegem Ihren namen will Petrejus von einem ihrer Regenten , namens Guthi, herfuhrem Weil aber ihre menge dergestalt anwuchs, daß sie in dem lande nicht sattsameii unterhalt finden tonten - schickten sie, damaliger gewdhnheit nach, rinezimliche Parthey von sich - um sich anderwärts niederzulassen. Da sie sich dann anfänglich in West-Gvthland, auf der insul Börnholm, und in der insul Gothland, ferner in Esthland, auch in dem Europäischen Scythien/sworinnen diegrosseWsllacheyHm Mö sie»,Siebenbürgen , und endlich in Teutschland ausgebreitet. Einige jähre vor Christi gebnrt haben sie eine neue «iZrsuwi angestellet, und sich M Pommern und Preussen, theils auch M Sachsen niedergelassen, zu welcher zeit sie in die Ost-und Wesi-Gothen eingetheilt gewesen, und zwar nach ihren ersten sitzen, die sie in Schweden gehabt, welcher unterschied aber Nachmals beständig geblieben. Unter dem Kayser Decioum dasjahrazo begunten sie von Thracien her M das Römische gebiet einzufallen,und wiewol sich Decius ihnen entgegen setzte, kam er doch in selbigem krieg um. Unter dem Kayseö Galieno brachen die Gothen in Thracien, Griechenland und Siebenbürgen ein» Unter dem Kayser Claudia aber erlitten sie eine grosse Niederlage bey Martianopel in Mösien , worinnen Lereü ; 20000 mann sollen geblieben seyn, daher» auch der Kayser deck namen QorUicuz erhalten. Die wenige, so noch in Jllyrico übrig waren, thaten den Christen unter Constantino N. grossen w»c an. Unter des Kaysers Äalentis regierung wurden sie zwar Christen, nahmen aber den Arriattischen irithum an, welcher Kayser sie auch inThracien wohnen ließ.Allein sie wüste» ihm schlechten danck dafür weil sie ihn mit krieg überzogen, da er denn in z schlachten wider sie glücklich war,in der 4ten aber unterliegen muste, und als er sich itt ein hauß rctiriret hatte, steckten sie selbiges an, und verbrannten ihn darinnen. Der Kayser Theodosius K. trieb die Gothen anfänglich aus Thracien,nachmals gab sich Athanarikus, der Gothen König,unter dessen schütz,»nd als selbiger verstorben, untecwurffen sie sich sämtlich unter dessen regierung. Als aber nach Theodosii tobe das Römische Reich zertheilet wurde, stetigen sie an in den Römi» scheu Provintzen gar übel zu Hausen,da denn RüffMus, des Kaysers Arcadii Vormund, aus verrätherischem abseyen, Alaricum, dev West-Gothen König,in Griechenland rieff, welche nicht allein selbiges land nebst Ungarn, sondern auch an. 41) die stadt Rom selbst eroberten. Nachdem die West-Gothen durch die Wandalen aus Italien vertrieben waren, brachte Theodoricus, der Ost-Gothen König, als er zuvor Odoacrunyder Hcruler Hertzog, au. 49; überwunden, Italien unter sich; von welcher zeit an die Gothen Volt Italien metster geblieben sind, und ob gleich Rvm ihnen abgenommen war, eroberte es doch Tottlas an. ;46 und ;4S wieder. Allein der Kayser Justinianus machte durch seine Generale, BclisariuM und Narsetem, als er Lotilam und Teiam überwunden, der Gv- then Reich in Italien ein ende. Die West-GotbeN aber erhieltest von dem Kayser Honoriv Spanien, woselbst sie unter ihrem Komg Aistulpho ihr Reich anrichteten, welches allch bis aufRodericuM an. 71; gewähret,da die Saracenen sich des Königreichs Spamest bemeistert. Auch richtete Aistulphus das KönigreichdevWest- Gothen in Aquitanten an, welches noch ietzo das Gothische Marg« grafthum Misset. Sie hatten ihre besondere gesche , ^ aewohnheiten, und rühren von ihnen meistentherls die lehUschafftest y-x Qc>rk. Lorkics. lo/?'. iM. 8uüc. «le Ivla-ck. üorli. illullc, res Zucco-Ouw. oriß. Liwbr. öc Oorlio- rum. smi.ciuvsriusi LtlLMics» ?e^r»F^rot-j tior-e sll LocblLUm lls vics ^tticoLlorici. ^ M L Gütbenbura / lat. ootkol-urZum, eitie berühmte handels-stadk Und kestuna an dem Linu Locisno, mit einem schönen Hasen. Slä lwt in West-Gothland, 2 oder j meilen von Bahus. Allhler starS an! i6ä°CarMs Gustavus, König itt Schweden. ^ GötbMvürq / eine Nörd-Ämericanische stadt in Neu-Schwe-- den, welche von den Schweden erbauet worden» Anfangs bewach- tigten sich die Holländer derselben, nachgchends aber die Engelländer. S'c. . ». f-OHIIHll - ein altes volck in Teutschland / welches sich gegM demWüßiu, und gegen dienstliche feite derMarcomanmr 542 got aufhielte. Einige wollen zwar, es sey eine Gothische n-üo» gewesen ; allein es ist wahrscheinlicher / daß es einige reliquien der Bojen seyn, als sie aus Böhmen vertrieben worden. Heut zu tage gehört ihre landschafft theils zu Schlesien, theils zu Mähren. cle «NOI-. Oecm. comrocnr. 8itell c. > §. 16. 8cktcs. ckron. z,. Gothland / lat. Qoriits, oder das land der Gothen, ist eine Provintz von Schweden, welche zwischen dem eigentlich so genannten Schweden / Norwegen und dem Bclth ligt, und in West-Ost- und Süd-GothlanV unterschieden wird. Die Provintzen von Wcst- Gothland sind: Westro-Gothland, Dalia und Wer'meland; von Ost-Gothland, Ostro-Gothland, Smaland/ Oeland und die insul Gvlhland; von Süd-Gothland / Schonen / Halland und Blekin- gen. Diese ; letztern verpfändete König Christophorus II in Dä- nemarck dcm Hcrtzoge in Hollstein, welcher sie an. ig zo dem König in Schweden vor soooo marck silbers verkanffte. An. izgi nahm sie der König in Dänemarck wieder ein, an. iü;8 aber mu- sten die Dänen nn Rothschildischcn frieden selbige den Schweden wieder überlasten, 8ucci-e. iovenr. 8uec. ^ci/cx. llcllr. 8ucc. Gothland/ lat. oorkisn^ia, eine Schwedische insul aufder vst-see, welche von norden gegen süven zu 12 mcilen in der länge/ und von ostcn gegen westen zu 5 mcilen in der breite auscrägt / und zu Ost-Gothland gehöret. An. izüi ward diese insul von den Dänen eingenommen. Nach diesem maßte sich Albertus König in Schweden derselben wieder an / und versetzte sie den Crentzherren in Preussen vor 20000 Englische noblen; nachdem aber der König gefangen war / kamen die Ritter übel zu recht. Denn erstlich ward diese insul von einer art see-räuber / die sich Vitalianeinienntcn / eingenommen. Hernach inaßte sich Erieus X König in Schweden und Dänemarck der insul an / und legte auf Schweden eine scha- tzung v damit den Crcutzhcrrcn an. 1408 das cavital tonte abgetragen werden; sie niusten aber nur mit ioooo,,oblen vorlicb nehmen. Von selbiger zeit an ist Gothland nicht zu Schweden / sondern nach gedachten Königs Erici X / der sich ic> jähr hier aufgehalten / ab- »ugc nach Pommern an. -449 zu Dänemarck geschlagen / und allererst a». 164; im frieden zu Brcmstbroe den Schweden rcllirmret worden. Es ligt daraufdic eintzige stadt Wißby / stehe wißby. invcnr. 8ucciL. Gothofredus / (Dionysius) ein berühmter Rcchtsgclchrter, war zu Paris den i7vct. an. 1549 aus einer vornehmen fainilic gebohrcn / und studirle zu Lövcn / Cöll» und Heydclberg. Nach der Pariser blut-hochzcit gclraucle er sich nicht länger in Franckreich zu bleiben / und cntivich dannenhcro nach Genff. Als sie ihn daselbst zum ?rofcllcire jurir machten / nahm er an. 1579 zu Orleans den xr-ilum voctoris an. An. 1599 wurde er von dem Könige in Franck- rcich dreyen am gcbürge Jura gelegenen ämtcrn vorgesetzet / und zum außerordentlichen Parlaments-Rath gemacht. Aber auch hier wurde er von den Savoyern vertrieben / welche ihn »m alle seine haabe und schöne bibliothec brachten. Weswegen er sich / mehrerer stcherhcit wegen / in Teutschland begab / und erstlich von Genff auf Basel gieng. Von bannen wurde er / auf cinrathcn l>. Phiüppi Glasen, ziir proll-lllonc p-incic^cum »ach Straßburg bcruffcn / welche er an. 1591 antrat. An. iüoo bcrufftc ihn ,Hidcricus IV / Churfürst in der Pfaltz naci) Heydclberg. Nach anderthalb jähren kam er wieder nach Slraßburg / doch wurde er an. 1605 anders finnes / und gicng wieder nach Heydelbcrg. An. isoz bekam creme vocarion nach Bvurges an die entledigte stelle Iac.Cujacii/an. I üc-9 nach Amou / und an. rsio nach Valence / da so gar König Henri- cus IV selbst um seine cl,miit>v>> anhielt. Es begehrten ihn auch die Staaten von Wcst-Frießland an. 1603 durch einen eigenen Abgesandten; er schlug aber alle diese vocacioner ab/ob ihm gleich >000 biß zu 1200 cronen zur jährlichen bestallung versprochen wurden. Endlich / da auch in Teutschland die unrnhe reckt angicng / und zwar mit gäntzlicher Verheerung der Pfaltz / begab er sich an. 1621 wiederum nach Slraßburg / allwo er sich bey Matthia Berneggcro aufhielt / und an. 1622 starb. Er war in feinem alter noch von >ol- chcm gedächtnisse / daß er die vornehmsten stellen aus allerhand -n>- ,or,Ku5 zu sage» ivuste. Er hatte zwey söhne / Theodornm / so .Königlicher ttiltoi-icur wurde/ und JacodliM/cinen berühmten Rcchls- gelcbrlen. Er hat sich durch seine jnristitch-und philosophischen schrifftcn sehr berühmt gemacht / unter welchen sich befinden: cor- z>i >5 juriz civüiz ciilr, nuriz; consuckuclincz civiraium öc z-rovinci/irum Lrlli«!; ni-Lxik civilir cx iguir öc ccccncioiikur suskoribuz; llc kucelii «IcKocLlikur rellamcurscii», notir in V4. 7°. Liccroncm; llsrukL rcgni 6ZIÜL, jnxr/l I r-ncornm , kurz;unclionum, Oorliorum öc ^ngtocum« xcntium (8crm»nicLrlim in es üoniinsnlium, coiiluerullin«, cumjurc cominuni coll-itL ä: commcMLriir iltullr/lkL. v>i>)Lc> iu,nrniu 0 bu;.Hicralifwiirde er Prof-N'or zu Genff / und nachmals Nalhsherr daselbst. Nachdem Petrus Cunäus an. - 6 ;/ zu Lcydcn verstorben war/ wurde er zwar an dessen stelle bernffen / folgte aber nicht. Er starb endlich an. 1652/ und hat vieles geschrieben/ als: »orsr in ?hi. lollocgium; lZi 2 n>; Ilillorirm jurir; konter czurtuoc jurir civilir llc llse» pLKLnoruni; cle NonrillcLku m»- ximo ; üc pr/rccctenci/c; cle velzncliz rnulicribu;; Ultd tilieN herrlichen rommenr/iriun, ühxp hcN ! ncliccm l'liencloliznuni, welche» Anl0- riiris Marvillius/ ein Jurist von Valence/ erst nach Gotho- sredi tvd ccllpet hat. t'tÄ/e clisrium irioxrL^liic. scl LN. i6;r in notir. Luetur. jurigi-sr. ljzccirn. r, n. L 6c T'rtt/cx. css. ?> 45 - 4 <^> gor Gochvicus/ (Gottfried) Köniq in Däncmrck/ Mei» sohn Gormoms l/ und kam an. 76; zu der regieruna. Er sE. Mit Carolo V. blutige krieg/ als dieser die Sachsen zu der Ms Uchcn rcltgion zwingen woltc/ und soll denselben auf«»« herausgefordert.haben/, welches aber nicht vor sich aeo»nam Nachgehends bugckc er ln dem kriege mit Schweden eln , ,i^ ward an. 8-o von seinen eignen trabanten umgebracht. HsM i. nennet thu auch Siegfried / da hingegen andere melden/ das d s selbe Gothric, bruder gewesen / und vor ihm nur ein jähr realem habe. Eva oder Gcva/ eine gemahlinWiltekindiU. soll sein schwester oder rochier gewesen seyn. ^ O/r/rL/r/r kill. Uzn. ?. Z. ' . Gotis/ (HcnrieusAntoniusllc)vonVicen;a/ warm das fahr iz i; ein berühmter Rechts-gelcyrtcr zu Venedig.DieKüdea rn dieser stadt sollen ihm ducaken gegeben haben/ m »ue ein witzig mal sie vor gcrichl zu rechtfertigen. Er hat verMedM rechts-tractate und eine Historie von Vicenza geschrieben. I. 6kill. Vicrnr. 7in ,nuls:ol>ill. ücc. Gottesberg/ ein ort und bcrg im Schlesischen Herkvachnm NKZM» Gottesgabe/ eine kleine berg-stadr in dem Meißnischen crs. geburge / hart an den Böhmischen grantzen/ i meilvon Koa. chiins-thal/gelegen. ^ Gotteschal/sonsten gemeiniglich Geiffenstein / ein Wer» "cnscrssloster nt Nteder-Oesterrcich / unweit der stadt Jpß/ n-ch ches Eberhard von Wald,ce an. i;4<- gestifftet. Gottes-Zell/ ein Cistereicnser-Nonnen-klostcr in demM rhum Ncqcnspurg/ und jenem theil von unter-Bayern/ o ins. gemein Wald gcncnnet wird/ 4 stund von Deggendorffan der Donau gelegen. Es hat zum ersten stifftcr Heinrich von Pföllina gehabt / welcher an. 1285 seine» Mayerhof Droslach samt der muhle / mchcrcy und waldcrn zum unterhalt zweyer Geistlichen vergäbet hat; Hernach an. 1237 hat sein schwager Heinrich A. schoffvon Rcgenspurg diese stiffiung mit ubcrlassüng der zehenden von etlichen Pfarrcycn vermehrt. Es wäre anfangs nur eiurrim» dem closter Alder>pach anhängig / es ist aber an. i zro zu einer Abtei) erhöhet worden/ und hat zu dem ersten Abt BeclhvldiU gehabt. ckcono-ropozc. Qcmgr. Lill. 8. L-rnk. x. SS. * Gottfartb / siehe Göttfarth. sättig von Jerusalem: Gottfried von Bouillon/ der ChristllcheHercuIes genannt/ ein lohn Tustachir 11 / Grasen von Boulogne m der Pieardie und dcr.eda/ die eineschwcstcr war Godofredi oikboü, Hertzogsvon Niever-Lothringen oder Drabant / welchem unser Gottfried/ von Bouillon in dem Lurcnburgischen zugenant/ nach dessen wdmit des Kayiers Hcnriei IV genehnihallung n,ccc>z,rle. Nachdem er semc tapffcrkcit untcrdcm gedachten Kayscr / welchem er mit sonderbarem gluck in Deutschland und Italien diente / durch vielerlei) proben sehen lassen / wurde er zum General über eine armee erwählet / wornilt die Chrisren an. 1096 in dem ersten creuk-zug/ das gelobte land wiederum einnehmen wollen. Er vcrkausslc deßwegen >em schloß Bouillon dem BischoffOtderto von süttich/ und wandte solches gcld auf den vorhabenden krieg. AIs die Griechen sich dem marich seiner armee widersetzten/ zwang er den Kavser Alcrium Comncnum mit gemalt / ihm eilten freyen paß zu verstatte»/ und scmerarmec Proviant zu liefern/ dagegen er versprach/ ihm die eroberte plake zu lassen. An. 1097 schlug crSolymamnim/ den Tlirckischcn Sultan/ eroberte Nicäam nach einer monatlichen bclagcrnng/ und daranfAntiochiam/ und brachte timerhalb 4 sichren Lycaoniam / Ciliciam / Syriam und Mesopolamiam Comagenam unter sich / welches den Saracenen ein solch schrecken einjagte/ daß dcr Caliph von Egypten durch seine Abgesandten um frieden bitten mnste. An. 1099 den 15 jnl. eroberte er Jerusalem / und wurde 8 tag hernach mit allgemeiner gcnehmhallung der Kriegs-Obersten seiner armee zumKönig vomJüdenland erwehret/ wolle sich aber keine goldene cron auffsctzen / noch einen ..Heiiland s» «>u» vucu- I..>c 1/ccccil vLj-ccuciunc» ucmcc jim»cy kttllilllvor- dcn/ und fast bis aufaoooo mann zerschinoltzen war/ wolle der Aegyptischc Sultan sein heyl versuchen/und schickte dahero ivoooa rcnter nebst einer gleichmäßigen anzahl infanlerie wider ihn zu seid/ welche aber allesamt geschlagen / und mehr als 100000 mann auf feindlicher feite erleget wurden/ so/ daß durch diesen sieg Gottfried von Bouillon das gelobte land biß auf 2 oder; platze ruhig innen hatte. Allein er besaß seine conquecc» eine sehr kurtze zcit/m- massen er an. 1100 dieses zeitliche gesegnet / woraufihm icin vru- der Balduinlis tucc-ci zic. Sein anderer bruder setzte die lum der Grafen von Boulogne fort. siehe Creutzfahrten. lib. I üc 2 lle bello lllcro. 6e//^ I-cr Grafen von Anjou/ Bretagne und andere: Gottfried 1 / Graf von Anjou und 5 encckA von Frauckreich/ war Fulconis ll/ des nuten / söhn. Es wurde ihm der zunanit Grifegonellc bcyqclcgt/wcil cr/als er sich einsten Mit cniem ricstu »n einen kampff einließ / über seinen waffcn einen grauen rock trug/ welchen man damals Sonett- ncnncrc. Er that zu des Koiugs ko- tharii Zeiten dem staat von Franckt eich grosse dicustc/ wmiiienhtt» er auch vor sich und seine erben zum 8 cnecKK von Iranckreick macht wurde. Er starb den 21 jul. mr- 987 vor dem schloß zu M«r- got M- rindwar-in 8.Aubini«kirche zu Angers begraben n.. die collegmttkrrche zu Loches Misstet. Don der Adelkeit -nMo-s hatte er Fulconem III/ Grafen vonAnm; MaMmmI Weicher an. roi- ohne erben starb; Ermengardin/ welch, anEonanI/ Grafen von Bretagne/ vermahlet war - Äd^iom oder Vlancam/eme gemahlin WilhelmiM/^ vencc; und Gerbergam / eine gemahlin Wilhelmi^II/ Grafen M^osouieme. m ckron. kill. 6'Lnjou. Gottfried 11/ Martellus genannt/ Graf von An,'o„i,nk vornehmster Staats-Minister in Franckreich / unter dem^2 got 54Z men war , wurde in arrest genommen, seiner äugen beraubt, und m dre Abtey 8. Gallen, nachgehends aber nach Prüm gethan. Le§r»o. LleLe,«,. Gottfried / Graf zu Holstein, der erste, von dem man gewisse Nachricht hat, wiewohl es unbekannt ist, aus welchem geschlecht er gewesen. Als die Wenden an. i ioü in Holstein fielen, wolle er sie vertreiben; indem er aber auf mehrere mannschafft wartete, begegnete ihm ein baur, dem die Wenden sein weib genommen. Weil ihm nun dieser als einen feigen General ausscholt, gieng der ... ... vrm Lvnig Graf vhnerwartet seiner armee mit wenigen auf die feinde, kam A^ö''"ErwarFulcvniNerräsohn/ vonderHildegards/ und aber imscharmützel um. Nach seinem tod wurde dieGrafschafft Gottfrieds enckel / gebohren an. 1006. Seme Mutter bere« Holstein an Adolphum I aus dem Schaumburgischen geschlecht / Wilbelmi V / Hertzogs von Gurenne wtttwe / Agne- gegeben, «etmott. ckron. Lisvor. >. i c. zx> zs. L!onBvurgoqne/ zu chltchen. Ob er gleich noch ,ung war/ Acer doch wider Wühelinum VI/ Grafen von Guimne und Poitou den krieg gar glücklich/ indem er ihn an. lo;^ überwand. Er tödtete Eudonem/ Hertzog von Gascogne/ vor dem schloß Muze in dem land von Slunis an. 10; 9 / und gewann über Lhi- baldumIII/ Grafen von Champagne/ an. i°44 eine hmliche viclorie. König Henrlcus 1/ als er ihn in seine dicnste genommen/ vertraute ihm alle seine »s-iren. und bediente sich seines raths. Es mlten ihn zwar elmge mißgünstige bey dem König verkleinern/ allein er wüste sich durch seine klugheit wohl herauß zu wickeln/und diente ihm allezeit treulrch.Endlich/da er der welt überdrüßig war/ gieng er in die Abtei) 8. Niklas zu Antwerpcn/und starb darinnen an. 1060. Er hat verschiedene geistliche Häuser Misstet / als die Abteyen von der heil. Dreyeinigkeit zu Vendome/ Nouzieres und 8. Peter zu Angers. m ckron. öc tiiil. ci^njou. kill 6es min. 6'stsr. Gottfried V/ genannt platttügenet/Graf von Anjou/ mrFulconisV/ GraMvon Anjou und nachmals Königs von Jerusalem / söhn/ von seiner ersten gemahlin Erenburga/ welche andere Sibyllam nennen / Hertzogs Eliä von Marne crdin. Als sein vatter an-1127 nach dem gelobten lande gieng / trat er ihm dieGrasschaffien Anjou und Marne ab. G) Nach diesem ward er auch Hertzog in der Nsrmandie / durch seine gemahlin Macht!« bis/ Königs Hcnrici I aus EnMand eintziqe Printzeßin / Kay. sers Henrici V wittwe. tk) Eben wegen dieser gemahlin wolte er nach dem tod seines schwiegerwaters / der ihn überdiß auch im te» stammt benennet hatte/ in Engelland ruccccch-m / ward aber von Stexhano/ Grafenvon Bouloyne/ davonverdrungen/ (stehe Stephanus König in Engelland) und starb den 7 sept. an. 12;i j,n 41 jähr seines altcrs/ hinterlassend HenricumII/nachmals König in Engclland. I) Gottfried der VI / sein anderer söhn / starb ohne erben; wie auch Wilhelm/ welchen einige mit Hame« lino contunciiren/ der nur sein Natürlicher bruder war. Gottfrieds leben hat ein alter Button beschrieben/ welchen Laurentius Bou« chkllus cll>rt hat. (H 26 LN. 11-7. (k) s6 ,n. in? ^e OiMo gtzbrev. ctiron. 508. 26 ,n. 114z. (c) ,>6 Ln. i2;>. -ic Drce,o ^>.; 0. /e s6 6. Gottfried der 1/ Graf von Bretagne/ war Conani Isohn/ welchem er an, 992 lucc-ckrle. Er nöthigte Bcrengarium/ Gra- fen von Nantes/ ihinwegenftlbigerGrafschafftzu huldigen/ stiff» tcte die Priorey zuLivre/ und starb/als er nach Rom gehen wölke/ den ro nov.an. 1008. Er hakte Richard! 1/ lemori-, Hertzogs in der Normandie/ älteste tochter/ Hedwig genannt/zur gemahlin/ aus welcher ehe entsprossen Alauns II / genannt a- Rebru / Graf von Bretagne; Eudo/ v>comrsvon Porhoeek/ welcher nach sei« nembruder Bretagnegouv-mirte/und 7 söhne/ diezich in den Historien bekandt gemacht/ hinterließ; und Adclheit / Aebtiffin von 8. Georg zu Rcnnes / so an. 1067 verstorben. 6»,'/./e kill. 6e ^Ivrmsii6. Gottfried der II, aus Engelland, oder der VII unter den Grafen von Aniou, zugenannt der schöne / Königs Henrici II aus Engelland und Eleonorä vonGuienne söhn, gebohren an.n;8. Er wurde durch Vermählung mit Constantia, Conani IV tochter und erbin, GrafvonBretagne, starb zu Paris den 19 aug. an. 1 -86, und liegt in der kirche 6- viäcrc-Ozme begraben. Er hatte einen i-ollliumum. namens Artus , welchen sein vetter , Johannes ohne land/elendiglich hinrichten ließ, und eine tochter, namens Eleo- nvram, so an. 1184 gebohren, und an Leopoldi, Hertzogs von Oesterreich söhn, vermählt war. Sein vetter, Johannes ohne land/ hielt sie eine gute zeit gefangen, und stieß sie nachmals in ein kloster zu Bristol, worinnen sie an. 1241 starb. iMM». L^e- Gottfried der Däne oder Normanner / war Siegstieds bruder, und hatte mit selbigem grossen schaden in Franckreich gethan. Carolus c»/n-5 aber nöthigte sie zu retiriren. Slegftted gieng mit 40000 mann wieder zurück, Gottfried aber verlangte entweder aus interesse oder aus cievoeion getaufft zu werden, da denn derKayser anfalle weise ein pathe seyn wolte, und «hn darauf mit einer natürlichen tochter des Kaysers Lothar» von der Valdrade vermählte, mit welcher er zum heyraths - gut vfimd goldes nebst dem Hertzogtbum Frießland bekam. Nachgehends aber geschahe es, daß der Kayser auf ihn höchst ungnädig wurde, weil er feinern schwager Hugoni in feinen auf Lothringen beystunde, und daher» seiner gern loß seyn wolle. Zu solchem end lockten ihn der Hertzog von Sachsen, Henricus 1, md Guillebertns, Ertz-Bisthoff von Colln, unter dem vorwanv einer conkerenr auf eine im Rhein gelegene insul, und crmordeten allda beydes ihn und alle andere Personen, die er bey sich hatte. allda beydes ihn und alle andere Personen, me er vey um ym^. Ml«eu klvsters, beschrieben worden. Hugo aber, welcher auf treu und glauben nach Jommlle getom. e»nem Mvnch ,eivkMN Lardinale/ Bischoffe/ Aebre/ und andere berühmte leure. Gottfried / zugenanm vinNocinentzz» war aus einem hm-- Wen geschlecht von Anjou gebohren. ErwurLemRmSeM Mönch zu Vendome in dem Benedictiner-kloster der heiliaei! Drey-Enngkeit, daher er Vinaoc>ne,>L genennet wird, nacbnmis v.-c°nu- daselbst, und endlich von Jvone ZNe. An-109; that er eine reise in Italien, und brachte dem Pabst Urbano II, welcher sich damals wegen des GmbertikEion. verbergen muste, einen beytrag von gelb, wodurch er sich den Pabst dergestalt verbünd, daß er ihn zum kresll^cero, und hernacd rum Cardinal des tituls 8. Priscä machte. An. lö^ wohnte er dem co^c.iw zu Clermont bey, war auch bey Urbano II so wobl als bey semem Nachfolger Paschali in grossen gnaden. Er ist , um die Pabstliche auwritat zu erhalten, i2mal über die Alpen acreitet. auch von den Pabstiichen widersächcrn dreymal gefangen worden. Er hat verschiedenes geschrieben, als: eMo!--; krmonn; »pü tcui» 18. weiche alle zusammen Jacobus Sirmondus eä-rt hat. 6c lcripr. cccl. in virs ejus. §. Lslt clirill. r.; p. §;z. ^rr.s». ÜLlI. LE kill. lirr. Gottfried oder Giofrtdi/ (Johannes) ein Cardinal und Blschoff von Aldi, war eines kauffmanns von Lureul in drv kruncke Lomte söhn. Anfangs wurde er ein Mönch in der Abtey 8. Denys, hernach I'nor 6c ^ör,-e. osme des schlosses tur 8sHns, hierauf Abt von 8. Peter zu Lureul, und endlich zu 8. D-mys. Philippus bonuz. Hertzog von Bourgogne, schickte ihn M km- l)LiU6cur unter dem Pabst Nicolao V nach Rom, und verschaffte ihm bey seiner ruck - reise das Bißthum Arras. König Ludovicus XI, als er an. 1461 zur crone kam, brauchte ihn in gar wichtige» Verrichtungen. Pins II war damals Pabst, und bemnhete sich äusserst, daß die llmLUo p^m-rics m Franckreich möchte abgeschafft werden. Weil nun Gottfried es dahin brachte, daß der König im nov. eine 6ecUmon heraus gab, wodurch er selbige abschaffte, so ernennte ihn der Pabst aus erkenntlichkeit an. iM zum Cardinal. Er gieng so fort nach Rom, um den Cardinals-Hut zu empfangen, und weil das Ertz - Bißthum zu Besauen und daS Bißthum Älbi vscanr waren, verlangte er von Pro II alle beyde; allein dieser gab ihm zu verstehen, daß es den c-snonivus zuwider liesse, 2 Bißthümer auf einmal zu haben. Doch stellte er ihm frey, sich eines von beyden zu erwählen; worauf er das Bißthum Albi nahm, weil selbiges am einträglichsten war. Weil nun die Vorstellungen der Universität zu Paus und des Parlaments vermochten , daß die 6ccl»rslion des Königs wider die lLnÄioncm prZZML- ticsm ohne eck-Ä blieb, so schickte der Pabst ihn als seinen Legaten m Franckreich, um solche fache zum stand zu bringen, und bey Paulo II hatte er an. 146; eine gleiche Commission; allein eS war alles vergebens. Man nahm die brieffe bey dem Parlament zu Paris zwar an, aber Johann von 8. Romain, Generas-procui-Lroe desselben, widersetzte sich mit aller macht, und die Universität that dem Cardinal zu wissen, wie sie an das nächste Concilium -xM-rte, welches auch gerichtlich registrirt wurde. Obgedachter Ludwig der XI schickte ihn zu seinem bruder, und nachmals in Castikien. An. 147; gab er ihm das Commando über seine armee wider Jo, hannem V, Grafen von Armagnac, welcher sich der stadt Lectoure bemeistert hatte, aber darinnen nach der wieder-eroberung getöd- tet wurde. Es wird gesagt, daß man eine cspimi-tion aufgerichtet, die aber dieser Prälat nicht gehalten. Einige zeit daraufwur- den selbige trouppen in die Grafschafft Roussillon commaiidirt, um Perpignan zu belägern. Der Cardinal aber befunde sich nicht gar wohl, kehrte also zurück nach Baris, und starb endlich in dem rrior-k Ruüi, so in der 6i«ce5 Bvurges gelegen, den n dec. aN. 147;» 6oöeü»«« in Comment, kü III. rr. 1. ro. rom. z, Lall. purp. liill. 6es Or6in. Gottfried/ Bischoff zu Amiens, war anzüglich ein Benedictiner - Mönch in dem kloster 8. Quentm von Arone, nMmM Abt des klvsters 8. Mariä zu Nogent, und endlich Bstchoff, welches Philippo I und den übrigen Bisthoffen fehr erfreulich war. Es erhellet seine sorgfalt vor die kirche aus dem bnef /welchen ee an den Bischoff Baldericum von Noyon geschrieben, darinnen er ihn crsMt , er möchte doch die Historie stmer kirche be,Amben, wie er die von der kirche zu Cambray und Terouane beschrAen. indessen, qleichwie er eine besondere nergung zu der emjamkelt hatte, also retirirte er sich auch nach Ctuuy, und gieng nachmals ru den Carthäusern. Allein der Ertz-Bischoffvon Rhenns okvg.rte ihn sich der ihm vertrauten heerde wieder anzunehmen. Er starb endlich in dem kloster 8. Crispini zu Soissons an.m8, lmd findtt l-ven be» dem Surio den 8 nov., wie es von Nicolao , ä.S 54-5 got el. 8 nov. LköL»»«» in §8. xclg. Lo 5 «»?. L: Oall. «lirilk. rom^r p 97, 98. Gottfried von Langres, wurde ein Mönch zu Clairvaur, und an. my zum ersten Abt zu Fontenay in der ö-o-ces Autun ernennet. Nachmals erwählte ihn die kirche zu Langres an. n;8 ,zu ihrem Bischofs. Aus liebe zur eiusamkeit kehrte er an. 1161 zurück nach Clairvaur / allwo er an. n6; verstarb. A«»»- Gottfried / Abt von Clairvaur, lebte in dem ir seculo. Er war anfänglich bey Bernhards Lccrcrarius, hernach Abt zu Igni in der 6,«ce; von Rheims / und endlich zu Clairvaur. Er hat die drey letzten bücher von dem leben Bernhardt geschrieben , und um dieser Ursache willen wird er von einigen mit Gottfried von Au- xerre conkunst>rt, weil selbiger einen lractat von Bernhardt wun- derwercken verfertiget. Solisten werden ihme zugeeignet: com. nienrariur in canricum csinicorum ; vir».- aliquot marc^rum; über 5 epuicrorum cl-ir-evLiiis. Baronins führet unter dem fahr 1446 eine epistel an, die Gottfried von dem concilio. welches Pabst Eu- genius III zu Rheims wider Guilielmum Porretanum hielt , soll geschrieben haben / auch eine andere stc rransmolbaniiatione --quX inixk-e vino in liinguinccu Ollcilkl. L/r/'s/rr/Ll. Gottfried von 8. Aumer/ oder 8. Omer, gesellte sich zu dem Hugone Pagano, und noch 7 anderen / und stisttete mit ihnen an. 1118 den Tempel-Herccn-ordcn. Diese y Personen wicdmeten sich aufdie weise der L-nonicoium rcAuiarium. GOtr zu dienstc, und thaten proketlMn. die z vorr manLiilca zu halten, so unter des Patriarchen von Jerusalem llircüion geschahe. Balduinus II gab ihnen auf einige zeit ein hauß ein / so nahe an den« tempel Salo- monis war / worvon sie den namcn der Tempel-Herren bekamen. Wenn aber dieser Gottfried gestorben / ist unbekannt. killor. L. lacri l. ir c. 7. )L8; librum cle miraculü 8. Lcrnliarcli, 6cc. c->pronku! befindlich. Martinus Polonus hat, wie er selbst gestehet, viel daraus genommen. Sein i?c. »ulum k.cgum, icu clc gclicL>»giL omnium Kcgum Imzicrzronim , cliluvü kcmporc scl ttcnricum vi, liegt in der Kayserlichen biblio- thec zu Wien in XkSLco. üc cic lcripc. ccclcll lle bilt.ULr. I. r c. clc bibl.Vinllob. I. r c.^. Gotthärdt/ 8ummL^ipc;, ist das höchste gebürge, welches die Schwcitz und insonderheit die Urncr von Italien unterscheidet. Er hat lincks und rechts sich außstreckendc arme^ auß welchen die fürnemsten flüssr Herfür quellen. Dann gegen vüdcn, durch das Liviner-thal fliesset der Testn; gegen norden lauffet die Rüß; auß Lein Crispalt crgicsset sich der Rhein, anfänglich gegen osten, und hernach bey Chiir gegen westen z auß dem Furckhci« entspringet die Rhone; auß dem Grünste!, die Aar z auß dem Valdäsch, die Etsch. welche meistentheils von brunnen-wasser entstehen, so sich allda sammlet. Es meynen einige, es habe dieser berg seinen namen von dem Hildesheimischen Bischofs 8. Gotrhardt, welcher an. nzi »om Pabst Innocentio II c-noni6rt worden ist. 0 ) Allein es er- got zeigt sich keine Wahrscheinlichkeit, und der name des Heras ill^r alter. Andere führen ihn her von den Gothen, welche der Justinianus I um die mitte des 6 ,ccw, durch seinen General»,, tenant Rarstes auß Italien hinaus gejagt hat, uNd welche überdies se geburge, in die Urner gegne sich gezogen, und allda hin und w e- der niedergelassen haben. Es gehet über diesen berg der Hauvt-M aus der Schweitz in das Hertzogthum Mayland und Italien ,2 werden die waaren auf maul-thieren und saum-roffen darüber ae fuhrt. Die reyse gehet von Alrorff in Ury, ; stund weit biß;nm stcg , da der Gotthardt und das ob sich steigen anfangt. Dieses ist theils lustig und annemlich, in demc man dann und wann klein- ebnen antrifft, theils wild, rauch und förchterlich, bald komm mau sonderlich in denen untersten theilen des beras, durch anmü' thige walder; bald siehet man durch eine dunckele, natürliche»»' chen.vc vieler bäumen , die in der liesse rauschende und schäumende Muß; bald die von denen felsen abstürtzende bäche, welche bald ein angenehmes, bald ein forchterliches getöß verursachen. Mb gens findet man sich gantzlich eingeschlossen zwischen hohem mit im. merwahrendem schnee bedecktem gebürge, und im Winter und früh. ling ist die straß gefährlich wegen dem vielen eyß, liessen schnee und denen von den höchsten berg-glpflen entsetzlich herabstürkenden und alles überdeckenden lauwinen, wie dann schon der poct Claudianut geschrieben - - - - Quitos hzulerc protunllz- V^gs mole nivcs, cum^ue Ilez-e juvencls cgnllcnti mc-Zimrur plsukra bsrarliro. Wann man vom steg eine halbe stund gestiegen, so kommt man in das dorflem Riebt, folgends auf Meischligen, von dar in einer stund auf Weiler und noch in einer stund gen Wafen,ferners in einer stund nach Gesinen, da man crystallen grabt. Eine stund wei- ters kommt man zu der sogenannten teufels-bruck über die Reuß und dann gleich in das Urselcr-thal,darinnen von natur keine bäum mehr wachsen, wegen kälte und räuche des orts, ausgenommen ob dem dorff Ursere», allwo ein dreyeckicht gepflantztes tann-wäld- lein ist. Eine halbe stunde weiter oben das dorff Hospital, allwo die reysendcn gemeiniglich außruhen und übernachten; von bannen kommt man in zweyen stunden zu den Capucinern auf die völlige bewohnte hohe des Gotthardts, von welcher dannoch höhere gipfle! empor steigen, dahin aber niemand kommet; von bannen steiget Man wieder abwerts gegen Italien, und kommt erstlich aufAnrol, und gelanget endlich durch das Liviner-und Palenser-thal, aufM- lcntz und folglich an die Lchweitzerischen Lanbvogteyen. Oruncii-. clcr Okbol. VVclr.I.ic.6 p.;i;. ^o/. qe^ssil,.j>.,oi. ilo. L-rZr. kam. I p.18 var) gegebene p-»oic demSchwäbischen bund eingeräumt. Lk«n,/zs. I. ; p. 69 lr. * Gottolanus / (Raymnndus Albertus) ein Cardinal, gebürtig von Barccllona, allwo ihn seine Gräfliche eitern, Albertus Ro- mäus und Artalda -lc Puejo, gleich nach seiner geburtdem geistlichen stände widmeten. «Lein flciß in den studien war so groß, daß er in dem 21 jähr seines alters den g-rllum eines ooLoiir juri 5 erhielt. Indem ;o jähr trat er m den orden der'innir-norum, und als ihn hernach seine Obern 4 mal absendeten,um die in der Saracenischen dicnstbarkeit steckende Christen zu befrcycn,rantzionirte er deren über 600. Nach Dominica L 8. ?crro muste er das knor« überfeinen gantzcn orden annehmen, und an. izi? wurde er zu Valencia, nach absterben Arnoldi Roffiniol, zum ersten geistlichen General-Ordcns-mcister durch 114 gegen 76 vorr erwählet. An. i;; i soll ihn (nach dem bericht der scribenten seines ordens) Johannes XII zum Cardinal ernennet haben. Er starb aber noch in eben demselben jähr den 18 nov. und ward in der kirche -l- k°su>, 6 mcilcn von Valencia, begraben. Er hat -cci-mLiioncs cacliolica- circa ccclcliLÜicor bcmorcs , wie auch etliche andere geistliche stachen, geschrieben. Über dieses ist er von Iacobo II, Könige von Arago- nien, an den Päbstlichen und an den Sicilianischcn Hof gesendet, Und zu beylegung einiger streitigkeiccn zwischen dem gedachten Könige und andern Potentaten gebraucht worden. Sein frommer Wandel, nebst unterschiedenen wundcrwercken, so man von ihm berichtet , haben zuwege gebracht, daß sein gedächtniß von vielen, als eines Seeligen verehret wird. tzc vir. karrum öc Nagm-or. Qcncral. üvc in occan. omn. rclig. a- T-ri,» in viriclar. mcaioi. icc. r. c-„,me 7 Ä». bild. >» vir. V.Xkaria:. Gottorp/ die HcrtzoglicheresidentzinSchleßwig/ligtlnauer überaus angenehmen gegcnd, mitten in einem see, der Borgstee genannt, und «st mit einem wall und starcken bollwerckcn verleben, deren knnclsmcnr, weil alles im Morast gelegen,auf pfalen stehet; wie dann sonderlich das eine bollwcrck erst lange nach den übrigen erbaut worden, nachdem man der« morast durch die erde des naheLe- legenen Hesterbcrges, so dcßwesten abgetragen worden,verltoM. Das schloß ist sehr prächtig gebaut, mitiust-gärren, zeug-hauM, MckawiMMuntz-Mner, und biblwthec,dle alle Hertzog Friedrich III angelegt, versehen. Aus der counme der vestmig geht eine brücke über den Borg-see, darauf eineslle- von ulmen-baumen bis an das nahe in einem luftigen thal gelegene neue werck, wordey eine grotte/und pommerantzen-hauß befindlich, gepflantzetift. Dieftadt ist auch sonst Mit schonen gebauden, und vornemlich mit vorweist» chen gärten gezieret, hat in der nähe eine nutzbare holtzung, den fischreichen Schlieftrommnd die ftadt Schleßwig. Dieses Gottorp wurde vor zeiten Klein-Gottorp genannt, und nachdem das schloß Groß-Gottorp, welcher ort noch heut zu tag Alt-Gottorp gencu- net wird, von dem Statthalter zu Schleßwig, Claus Rast söhn,'in den damaligen unruhcn zerstöret worden , haben daselbst die Bi- schvffe von Schleßwig zu Königs Woldemari I zeiten,und vielleicht lang vorher, einen schonen pallast gehabt. Es hat aber Bischoff Nicolaus II diese seine residentz in Klein-Gottorp an Hertzog Erich von Bralurschweig vertauschet. Hertzog Fridericus I, welcher hernach König in Danemarck wurde,hat das jetzige schloß zu bauen angefangen,welches Hertzog Adolph noch weiter ausgeführet,auch die bcvestigung in bessern stand setzen lassen, welches über anderthalb Millionen gekostet. Im Nordischen kriege haben sich an. 171; die Dänen dieser stadt nebst dem gantzen Hertzogthum bemächtiget. Das amt Gottorp begreifst sieben Harden,oder Untergerichte: Ärens- Strucksdorff- Schließ- Crop-Berg- oder Hütten- Hörner- Harde und das landlein Stapelholm. b-sckrelb. 8clilszvv. unci -iolkein ?. r c. 9 9, 108 legg. Lns», lisZVA. Gottorp/ist eine besondere Holsteinische linie. Derselben stiff- ter ist Hertzog Adolphus, Königs Friderici l in Dänemarck, und Sophiä , gebohrner Hertzogin in Pommern jüngster söhn, geboh- ren den 25 jan. an. 1526. Er theilte mit seinem bruder, dem König Christians III,an. 1544 die Holsteinischen lande. Er liebte den krieg, und diente dcm Kayscr Carola V in der fruchtlosen belage- rung vor Metz; an. 1559 halffer die Ditmarschen bezwingen,that an. 1; 68 den Spaniern wider die Niederländer dienste, wurde an. I; ;6 Bischoff zu Schleßwig, und starb an. 15 86. Er hatte von seiner gemahlin Christina, Landgraf Philipps zu Hessen tochter, 4 Printzen, davon der älteste Fridericus ein gottsfürchtigcr und gelehrter Herr,so den 21 apr. an. 1568 gebohren, Bischoff;» Schleßwig wurde. Er folgte an. i z 86 seinem Vater in der regierung,starb aberden i;jun. an. 1587. Sein anderer Printz Philippus, so den 10 aug. an. 1^70 gebohren,folgte in der regierung,starb aber, nachdem er kaum; jähr selbige geführct, den 18 oct. an. 1; 90 unverhey- rathet. Der He Printz, Johannes Fridericus, gebohren an. 157?/ war Ertz-Bischoff zu Bremen und Bischoff zu Lübeck. Er muste in dem Dänischen krieg von den Kayserlichcn viel rrdulten, trat deshalben an. 16; 1 in den Leipziger bund, ergriffdie Waffen wider den Kaystr Ferdinandum II, und starb den ; sept. an. 16^4. Der dritte Printz aber, Johannes Adolphus, führte die regierung am längsten. Er wurde an. 1585 Ertz-Bischoffzn Bremen, und an. i;86 Bischoff zu Lübeck, trat aber an. 1597 beydes an seinen bruder , Hertzog Johann Friedrich, ab. Er empfieng den ;o oct. an. 160; nebst dem König Christians IV die Huldigung von der ftadt Hamburg, richtete an. 1606 zu Gottorp eine vortrefliche bibliothee an,und starb den ; 1 martii an. 1616. Er war ein gottsfürchtiger, gelehrter, sanfftmüthiger und vieler sprachen kundiger Herr. Von seiner gemahlin August«, so König Friedrichs II in Danemarck lockter war,hatte er 7 kinder, worunter 4 tochter. Die älteste, Am na,starb an. 162; ohnvermählet; Hedwiq war PfaltzgrafAugusti von Sultzbach gemahlin, so den 12 martii an.16;7 verstorben ; Dorothea Angusta wurde an ihren Vetter, Hertzog Joachim Ernst von Plön,vermahlet,und starb den ;i martii an. 1682; Elisabeth« Sophia war an Hertzog Augustum von Scichsen-Lauenburg ver» wählet,starb aber an. 1627. Nächst dem hatte er ; söhne,der mittlere,Adolphus, gebohren den sept. an. 1600, ward den 2 sept. an. 16; l in der Leipziger-schlacht tödllich verwundet, und starb 2 tage darauf. Der jüngste,Johannes, gebohren den 19 martii an. 1606, war der erste unter den Hertzogen von Holstein, der seine erb-por. von vor eine jährliche spsnsgs fahrenließ. Er wurde an. i6;4 Bischoff zu Lübeck, und nahm seine residentz zu Eutin. Er war ein gelehrter Herr, hatte wohl gereiset, bekam aber viel ungelegenhert von dem zipperlein. Er wendete nebst seinem ältern bruder Fride- rico IV grossen fleiß an , daß das Bißthum Lübeck in dem West- phälrschen frieden nicht 5ecui3n6ret wurde. Deswegen auch das capitul zu Lübeck an. 1647 zur danckbarkeit gegen das hauß Got. torp einen vergleich aufgerichtet, daß nach diesem noch 6 Bischöffe nacheinander aus dem Gottorpischen hauß solten erwählet werden. Derselbe vergleich ist an. 1700 in dem Travendahlischen frieden bestätiget worden. Er starb an. 16?;, und hinterließ von seiner gemahlen, Julia Felicitas, Hertzogs Julii Fnderici von Wur- tenberg tochter, einen einzigen söhn, Johannen: Augustum, gebohren den z aug. an. 1647. Dieser war blöden Verstandes, lebte unter seines Vetters,Hertzog Friedrich Augustens zu Eutin, vormund- schafft, und starb zu Hamburg den 29 jan. an. 1686 ohne erben. Johannis Adolphi ältester söhn aber, Fridericus I V,folgte dem va- terin derregierung, und starb den aug. an. 16?9. Er hatte von seiner gemahlin, Maria Eli,«beth, Churfürst Johannis Georg» I zu Sachsen tochter, 4 Printzen, worunter die beyden ältesten iung verstorben. Fridericus, gebohren den 17 jul. an. 16;?, starb den L aug. an. 1644 zu Paris; Johann Georg, gebohren den 8 oct. an. -6;8, war cosäjuwr zu Lübeck, und starb den 2; febr. an. 165; m Italien; der jüngste Printz, August Friedrich, war den 7 ,rmy an. 164s gebohren. Er wurde an. 1666 zum /rämi»>llr,kor des Stiffts Lübeck erwählt,und residirte zu Eutin. Er starb den; oct. an. 17°;, und hinterließ von seiner gemahlin, Christum, Hertzog August» zu 844 sept» undLwurd^ i6zr, wurde an Hertzog Gustav Adolph von Mecklem an. *6" vermahlet: Maria Elisabeth, gebohren den 7 just Darm^r/nnv k"' an Landgraf Ludwig von Hessen- gestorben den 17 mn. an. 166;; Hedwiq Eieono- w, gebohren den 2; pct. an. i6;6, Königs Caroli GiMM w Schweden gemahlin; Anna Dorothea, gebohren den 1; febr. an. stiffts Quedlinburg; Augusta Maria- gebohren den 6 febr. an. 1649, wurde an. i 67 °MarggrafFrides V Badeu-Durlach gemahlin; der älteste Printz aber- Christian Albrecht, setzte das geschlechte fort. Er starb den 24 dec^ ÄL I^4, und hinterließ von seiner gemahlin, Friderica Amalia- Königs Friderici III in Danemarck tochter, Sophiam Anmliam- gebohren den 19 jan. an. 1670, so den 7 jul. an. 169s des Erb- Pnntzen von Wvlffenbuttel/Augustini Wilhelmi, andere gemahlin wurde ; Martam Elisabetham, so den 21 wart. an. 1678 gebohren,und noch unvermählet iffnebst 2 Printzen, Friderico und Chris stmno Augusts. Jener setzte die regierungffort, und wurde den ia lul.an. 1702 ,n der schleicht bevCliffov erschossen. Er hinterließ von ferner gemahlin , Hedwig Sophia, Königs Caroli XI von Schweden tochter, einen eintzigen Printzen, Carl Friedrich, geboh- den 19 apr. an. 1700,0« indessen des vaters bruder,Christianus AugUstus, joden 11 jan.an. 167z gcbohren,dlesämimllrsnondei: regierung geführct. An. 172z hat sich Carl Friedrich Hertzog von Hollstem m:t einer Moscowitischen Printzeßin, des Czaaren Pekrr altister tochter aus letster ehe zu Petersburg vermählet, ist auch nach des jetzt-gedachten Kaysers tod zu dem ersten Regierungs- ilsZogs 9. -55, Hllogc. nor- yroc. I, 4, c- 9. * , Gotts-auer/ ligt nicht weit von Durlach, Und war ehebesseN ein Reichsckloster, welches nachgehends an die Mavggrafen von Baden gekommen. In den Frantzösischen kriegen aber ist es dergestalt ruinirt worden- daß es nünmehro gantz wüste ligt. Doch weisen die noch da stehenden mauren aus, daß es ehedessen ein sehr kostbares gebäude müsse gewesen seyn. Gottschee/ eine stadt neben einem schloß in dem Hertzogthunt Crain, 8 weilen von Laybach, gelegen. Sie ist an. 162; in der Person Hans Jacobs von Khysel zu einer Grafsihaffl erhöben,nachgehends aber den Fürsten von Äuersperg käusiich überlassen worden. Die gegend da herum heist die Windische Marck/ und sind die einwohner, an der spräche und kleidung sowol als an Wen von den andern Crainern unterschieden, ekre aes u. ersia. Gottshüußbund/ist einer von denen dreyen bänden im höhest LliLci», von dem Gottshauß, oder der hohen Stifft zu Cbnr also genannt. Er ligt zwischen dem Granen-und X gerichten bund, wie auch der Herrschafft Worms und dem Veltlin, und begretfft XI grosse Hochgericht, welche in XXI kleine oder halbe Hochgericht abgetheilt werden. Die XI grossen sind (1) die stadt Chur» (2) die 4 dörffer, nemlich Zizers, Jgis, Trims und Untervatz. (z) Ortenstein. (4) Obervatz. (;) Oberhalbstein. (6)Bcve,odev Stallen. (7) Pragell. (8) Ober-Enqadin. (9) Unter-Engadin. (10) Mnnsterthal. (n)Pttschlaff. In diese sind die XXI kleine also eingetheilt. (1) Die Stadt Chur allein. (2) Die 4 dorffep auch allein. (; ö- 4) OrtenstcM und Fürstnaw. (? s-s) Obervatz und Bergün, oder Greiffenstein. (7,8 6 - 9) Tintzen ,, Reams und Tieffenkasiel. (io)Beve. (m) Avers. (i2)Renms. (iz) Schlims. (14 A 1;) Prägel ober - Porta und unter-Porta» (i629. ropogr. cnc. kurgunll. p. i;j. Gouda/ (Johann von) war zu Utrecht an. 1571 gebohren, und begab sich an. 1588 unter die Jesuiten zu Tvnrnay. Er hat auch unter ihnen die Philosophie zu Dovay und die rlicow^m mo. r-iem zu Antwerpen gelehret, nicht weniger gantze r; jähr das volck zu Antwerpen und Brüssel in predigten unterrichtet. Er starb zu Brüssel den 18 dec. an. i6;o gar gählings. Er hat in Niederländischer spräche geschrieben: vcrs in vc». «uctirritkiL lLcrLmenro lvLniUikiiLMiHoric conkrs branc. ä: 8»m. I.LNibci'gios; viÄricem rrLnzsukllLnriLtioncm; exzmcn krrnc. Oo- nirri, ^0. V^renbogLrlli ä: Oan. LLitcllLni; ü-c. bibl. Lel- Ac. llc lcripkor. 8. GoudimeI/(Claudius) ein berühmter^u6cu-,war (wieBayle mit gutem gründ aus gewissen vcrsen des Mclißi muthmasset,) aus der fi-Lncli--c»m-e gebürtig,wurde aber nach der bekannten Parisi- fchen blut-hochzejt'um der religivn willen zu Lyon an. 1 8 7-, als viel städte in Franckreich dem abscheulichen erempel der Variier folgten, m-ll^c-irct, nicht aber zu Paris, wie ll'Aublgne saget. Va- rillas con 5 ,»c!irt ihn mit dem jungen Claudino. Er hat vornehmlich die music zu der Frantzösischen Übersetzung der psslmen des Clementis Maroti und Theodori Vczä con,pon>rt , und jclbige in Melodien gebracht. 1. s- p- koa,. r I.i c.4 p. 547 procelk. I. m k. 747. Ickc-liLlmr- kuln religui-r. big. LliLrl. IX p. 47-- * Goveanus / (Andreas) aus einer vornehmen familie von Beja aus Poctugall, war m dem 8. Barbara zu Paris , und erzog daselbst z seiner vettern, worzu der König von Portugall die kosten herschoß. Martialis Goveanus,dcr ältere von diesen ; brüdern,wurde ein guter poet, und pubbcirte zu Paris eine Lateinische ZrLmm-ric; Andreas Goveanns, der jüngste, clocwte erstlich die gr-mmLtic, und nachmals die Philosophie in dem coUe. vlu s. Barbarä, wurde auch endlich an seines vctters stelle krincip»! desselbigcn coUegü. Weil er selbige wohl vcrsshe, berie» man ihn um gleicher Ursache willen nach Bvurdcaur, um das cobcglu.i, von Gnienne zu ciirissren. Er gieng an. dahin, und weil er der studierenden iugend sehr nützlich war, wurde er von dem König Johanne III aus Portugall zurück in sein Vaterland bcruffen, um zu Coimbra ein coilcglum nach dem von Guicnne zu stifftcn. Er meng dannenhcro an.-1547 »on Bourdeaur, und nahm einige gekehrte mit sich, welche die jngend zu unterrichten geschickt waren, brachte auch das collcgwm daselbst in stand. Als er willens war,nach Bourdeaur wieder zurück zu kehren, starb er im jun. an. ,-48 im zo jähr seines alters. Er war Priester und Prediger, hat aber nichts drucken lassen. Der mittelste unter diesen bruder», An- tonius,war der berühmteste,von welchem in dem folgenden articul. kibl. p 6,8. Goveanus / (Antonius) von Beja aus Portugall, des vorgc- dachlcn Andreä und Martialis bruder , war in der Lateinischen spräche unv in der Aristoteliichen pNHoiopNie, welche er wider Rn- mum ci-f°"ll,rtc,wohlgcübt. Au. i;;y studirte er die,ura zu Bour- dcaur,auch hernach zu Avignon unter Aemi.w -lerrcto. An. i?42 lehrete er zu Paris, kehrte aber nach clniger zeit wieder zurück nach Bourdeaur zu seinem bruder, und blieb dajelbst, als leidiger nach Coimbra gegangen war. Er wurde hernach von Aennlw -rcrreto nach Avignon bernffen , daselbst die wra zu pr»H>rcn, welches er nachmals zu Toulouse,Cahors,Valence und zu Grenoble auch that, wie denn Cnjaeins sich bald durch ihn von dem zu-,§ hatte abwendig machen lassen,weil er sich besorgte,Goveanus mochte ihn §ov übertreffen. An. 1559 verchlichte er sich zu Grenoble, wurdet wegen innerlicher kriege genothiget, aus Franckreich sich «-7 mont zu retiriren, attwo er bey dem Hertzog Philiberto von voyen geheimer Rath und Regncten-meister wurde. Erstarb Thuanus will,an. i;6z daran,daß er zu viel melonen gegessen, mo- wohl andere seinen tod weiter hinaus setzen. Es haben ihn emi^ vor einen Atheisten halten wollen, sonderlich Calvinus, und der suLor der b.bborkegue cil, versichert, daß man ibn !>, Valence einst beschuldiget, als habe er von Gott übel qesvrocbe« dagegen, er sich aber in einem vortrefiichm -l-scourz hat. Er hat vieles geschrieben,als: v»r,--ieLtw!i-s comm-arLriu!» «le lubll,lurionii,u5 ; cie jurisgicrlon,: librob 2 ; -g I.. cizllus Lqüilluz - cle ju-e Lccresccng,; 2-l lcgcm IUcigisin; LNIML-Ivergonum libruw- cslligLriancr in Virgilium L 'percnrium ; enrrrrtion-z in Cicero,,^ or?.r>unes conrrs V^rinnim-, Lc- I. .5 gn. ron,., p. 77. x.-L-r, 848. ^>. ,97. cloger com. 1 p 289 L wm. z p. 180. Goveanus / (Manfredus) von Turin, war sehr geschickt, wohl in ver,en als in zu schreiben, nicht weniger auch m'j«- civil, und c-n,-n>ca. Er warHertzogs Caroli Emanuclis vv» Sg- voyen geheimer Rath,starb an. i6, ;,und hat geschrieben: nors?LcLNlm 3 ave-iioncs,nos>e-!i^uli>e.lL»; und orLklcmcm func- brem in morcem ?bil,p^j II. rb-zr,-. ?. r ^ ,8,,. cloz. tom 2 p. ^c>s. Libliork. biüori^ue - s---- clü I'cripr. -r-iß!. I. z cle llillöc. r.Lkinir c. 8 p. Governolo/ lat. ^crove,>!u,„, eine stadt unter Mautuanischer Hcrrschafft am Po gelegen, mid zwar in derjenigen gegend, allwo dieser siuß den Mincio zu sich nimmt, zwischen Mantiia und Cvn- cordia. Er ist wegen der imterrednug, die der Pabsi Leo mit dem Attila, der Hunnen König,daselbst gepflogen, berühmt. llclicc; cie I'l»Iie. Gouffier / ist eine vornehme familie in Franckreich, aus welcher viel grosse lcute entsprossen sind. Ihren Ursprung führen einige von Galfierio, Hertzoge in Aquitanicn her, welches sie aus einiger gleichhcit des namens Galfier mit Gouffier schliessen wollen. Bvn- chetus aber will selbige von einem vornehmen Herrn aus dem Bonrbonischen herleiten, welcher zn des KönigS .Hmrici I zeitcn gclebet, und Deam, Humbaldi, Herrn von Urlel töchter, zur ehe gehabt, von welcher Hnmbaldns I, und von diesem Humbaldus II gezeuget worden, welcher zn Philipp, I und Ludovici cr--M zcitcu gelebet. Von^Johanne Gouffier, Herrn von Willy, Bonnivel und u "ro,,- L-avary gehet eine richtige Acnezi-'ß,- selbigen Hauses an. Dieser zeugte Thcobaldum Gouffier, welcher von Margarcla von Harcoukt; söhne halte, Phjlippum, Wilhelmum und Emeri« cum, der das geschlechte fortsetzte, und einen söhn, namens Wil- helmnm, hinterließ. Dieser war Herr von Boifi, Bonnivct, Oi- ron und Maulevrier, 8->icci>2i von Saintongc, und Königs Caroli VIII ältester Cammer-Herr, vorher aber dessen Hofmeister. Er hatte sich an. i4;c> ,isit Louise von Amboise, Petri, Hccm von Chaumont tochtcr, vermählet, mit welcher er einen söhn unb r töchter gezeuget. Der söhn Petrus, befand sich an. i;i2iii der schlacht bey Ravcnna, und kam an. izi; in der Wacht bey Ma- rignano um. Er vcrheyrathere sich aberzmn andern mal uut Phi- lippa von Montmorcncy, Caroli von Welnn, Herrn von Nan- louillel wittwe, mit welcher er Arlum zeugte, von welchem hernach ; Wilhelmum, Herrn von Bonnivct, so eine besondere knie sichtete, von welcher hernach; Adrianmn, Cardinal von Bvisy, von welchem auch insbesondere; Aimarum, Bischoffzu Mi, und hernach Abt von Cluny und 8. Denus, :c. so den y oct. an. i;r8 verstorben; Ludovicum, Abt von 8. Mareutii; Petrum, Abt von 8. Denys, nebst 2 töchtcrn. Artus zeugte mit Helena Dangest, Clandium Gouffier und Helenam. Claudius Gouffier, kUrqm- von Boifi, Graf von Caravas, rc. war Hertzog von Rouane; und Ober-Lrtallmeister von Franckreich. Er hielt sich unter andern in der schlacht bey Pavic wohl, wurde auch darinnen gefangen, welches ihme auch hernach an. i;;? bey dem lctstcn einfahl Caroli v in Provence zum anderen mal geschahe, da er Heben dem Heeren von Montejan mit iso pferdten und zoo zn fuß von dem großen theil dec -vE ga-lle des Kayjcrs, nnferii Brignolles angegriffen und lctstlich umringet wurde, daß er sich nebst Montejan, obwol nach einem gefecht von mehr als ; stunden endlich ergeben muste. Er starb im hohen alter. Er hatte mit feinen 5 gemahlinne» viel kinder, als Gilbertnm, Artum, Trafen von Caravas, so ohneer- bcn starb; Clandium, von welchem die Grafen von Caravas; Ca- rolum, Maltheftr-Rittcr; Ludovicum, Baron von 8. Loup; Pau» lum, Hcrrn von Voussagcs; und Clandium, so unvcrchlicht W. Gilbertns Gouffier, Hertzog von Rol!anez,Marggrafvon BoiI"c. wurde in verschiedenen Verrichtungen gebraucht. Er starb an. i ;8) und hinterließ Ludovicum Gouffier,Hertzog von Rouancz, welcher den 2; nov. an. 1578 gebohren. Er vermählte sich an. iSoo« Claudia Eleonvra von Lothringen, Frau von Beaumesnil, um welcher welcher er zeugte Hermann Ludovicuin, welcher den geistlichen stand amiadm; Artum; Carolum, Grast» von Cvnnvr; und Ar- mandum Ludovicmn / Graftn von Earavas. Henricus GouKer setzte das geschleckte fort. Er war an. rüo; gebohren, und kam in der schlackt bey Iberquerque den 24 aug. an. i6;y um. Er hatte von seiner gemahlin , Anna Maria Hennequins, Frau von Paras, Artum Goufsier II, Hertzog von Rouanne;, welcher Oo»v-rn«ur von Psitou war, und sein ßouv-rnem-m dem Hertzog von Vieu- ville überließ. Die andere linie stammet her von Wilhelmo Gouffier, Wilhel- mi söhne ^ welcher insgemein der Admiral von Bonnivet genennet wird. Dieser zeugte mit seiner ersten gemahlin, Bonaventura von Poidmvl!, Ludovicum Gouffier, Herrn von Bonnivet., der sich in den Italiänischen kriegen wohl sehen ließ. Bellay sagt von ihm, daß er an. 1527 in der belagcrung Neapolis dergestalt dleßiret wor. den, daß ihm Las eingewcide zu dem leide heraus gehangen, sey aber wieder geheilet worden, und 2 jähr darauf an einer andern kranckheit gestorben. Mit seiner andern gemahlin, Louise von Cre- vecoenr,zeugte er Franciseum Gouffier, welcher an. 1;;; an einer wunde, die er in der belagcrung Vulpian in Piemont empfangen, «nverehlicht starb; Franciseum, von dem alsobald; und einen andern Franciseum, so Malthesec-Ritter war, und an. 1547 zum Bißthum Beziers ernennet wurde. Er starb aber im folgenden jähre, nachdem er zuvor «xrr»or-iin-tlr-Lmi,Lil-,^gc eines Großmeisters gab, verkramte ihm auch die wichtigsten fachen. Ergab ihm an. I; 16 das Zou vcmemcn- voll Dauphine, und schickte ihn als Abgesandten an die Fürsten von Teutschland. An./; iü schloß er zu Noyon zwischen dem Könige Fxancisco und dem Könige Carolo von Spanien, so hernach Kayser wurde, einen tractat, wordey auf Spanischer feite Wilhelm von Croy mit war; weil aber durch selbigen tractat noch nicht alle streitige Puncten aufgehoben waren, und sich immer etwas neues äusserte, versamleten sich diese beyde ^>">- ll-i noch einmal zu Montpelier, um allen streit vollends beyzulegen, allein des Gouffiers tod, welcher im maio an. iziy erfolgte , verhinderte den völligen schluß. Kitt. kram. 1 .15. gen. Ortl. p. r4>. Gouffier / (Wilhelmus) ist unter dem namcn des Admirals von Bonnivet bekandt. Er war Herr von Bonnivet/ Crevceour/ Thois und Querdres/Ritterdesordens 8. Michaelis / Admiral von Franckreich / oouvcrne« von Dauphine und Ernenne / Wilhelm Gouffier jüngster söhn / und des Großmeisters bruder. Er hielt sich bereits in seiner jugend bey verschiedenen geiegenhetten wohl/ als in der belagcrung Genua an. 1507 bey Gmncga in der so genannten sporen-schlackt an- i;i;/(allwodieFrantzoiische armee von Henrico VIII König in Engelland geschlagen wurde/ und sonstcn überhaupt keine gar zu grosse ehre einlegte) und bey andern begebenbeiten. König Franciscus I schickte ihn an. 1; 19 nach Teutschland/ da er wegen der bevorstehenden Kayser-wahl zuerst heimlich an den Churstustlichen Höfen herum reisele/ hernach auch verborgen als ein bedienter des ordentlichen Frantzossschen Gesandten sich zn Coblentz auffhielt/ und offk mit dem fell - eisen nach Irancksurt gieng. Nach diesem sendete er ihn als ex!r-l»rss,.»>r- Abgcsandten in Engelland / und hielt ihn nach dem tod des obigen Arliiri in grossen gnaden/ wiewol er seinem bruder Arturo an verstand nnd geschicklichkeit nicht bey kam. Der Konkg hatte ihn schon zum Admiral von Franckreich gemacht/ und gab ihm hieraufdaS8«uv--liell>-,i von Dauphine/welches sem bruder gehabt. An. iz2i gieng er mir cmerarmce an die Spanische gran- tzen/ und unversehens aus Fonlarabia loß / welches sich den - 8 oct. nach außgestandenem ersten stürm ergab/ da denn der Admiral aus eitlerruhmralhigkeitursach war/ daß der vrl nkcht geschiersst den von Bourdon Älgm?w^ c er sen wäre. Er commänss,,.,-" >eM gern oonnc»Lbe> belagerte ^ 2 ^ 2 ? .n Italien /^ und und die pest mitcrseine armee iahr war/ heben genöthigt. Worauf jkn Belagerung aufzn. Italien trieben/ uE schöne vollends gar aus WMdM an ... M ^hr bedauert / als er in der Wacht vor diesem ort Eml/ w»münd-mRüchÄ getrieben hatte / nuü zu einem so uiiwiederbrilimm ln ausschlugen / theils aiis forcht der grossen sst-uld/ so man ihm deswegen nach seiner ruckkunfft ins Kömar/m! wurde aussgebürdet haben/ zumahl da ihm nun seine bisiber ae! hadte erntge und starcke stütze durch des Königs gefangenschM em! «wa^stinen tod mitsseiß gesucht haben / und als? mtt garetam / des Hcrtzogs von Aleipon wittwe / zu machen/ und da / dasgantzeaesichtrerkrakte/tnknö »r mcyr yaoen woue/ lichte er ste mu gemalt zu seinem willen zu nöckraen / kam aber dergestalt übel an/ daß ihm die H chog ,/ um sich seiner zu erwehren / das gantze gesicht zerkratzte / so daß r sich garitzer; Wochen innen halten müsse. mcm. kisnc. I. tw/sof ^en. Q-il. x. ti 4 ere?'-rr. * --, ,v vup mcm. />. 0E«/l,ik.äe kr»ac. Gouffrer/ (Adnanus) sanften der Cardinal von Boisi ae. nannt. Er war Wllhelmr dritter söhn / und des Großmeisters un!» Admirals magerer bruder / Cardinal / Bischoff von Coutance und hernach von Albr/ Groß-Almosenier von Franckreich uns Abt von nouiZ, -iie». Seiner bruder grosses ansehen brachte ihn auch empor/ und anfänglich führte er den tttul als ?r«ro„o»rn!- vonDossi/ nachmals aber wurde er an. 1->09 Bischoff von Cou» tance. Franciscus I batvor ihn bey Leone X in der conferenk ;u Bonvrneu selbst den Cardinals-Hut aus/ welchen er auch den -4 dec. aii.iziz erhielt/ woraufer an. r;i9 zum Päbstlichcn Legaten m Franckmch ernennet wurde- Er starb den 24 jun. an. 152? auf dem schloß Villendern. Mss. ö-s c»röin. r.r. gcn. Qall. x. Goulams in Persien / sind die sclaven oder söhne der sclavcn von allerhand nationen / und insonderheit der Renegaten von den Grorgiancrn / welche das andere -orpo von der armee des Königs von Persicn formiren. Er hat deren allezeit ,4°°o m seinen diensten. Ihr General wird genennet Koullar-Agast/ unter welchem viel andere grosse Herren stcheli.r'Le-v«»ot vo^»°-aut.evLm r. Goulart/ (Simon) gebürtig vonSenlis/ war Predigerzn Genff. Er war in der noruU ticrsrrri-i treflich erfahren/ daß auch/ als StephaniIunil Bruti vinöiciLconrrsryrLnnos herauß kamen/ König Henricus III / als er den -uÄorem selbigen buchs wissen wolle/ -xprekjemand an ihn abschickte/ um solches zu erfahren; allein Goulart/ ober gleich alles wüste/ wolle doch niemand verrathen. Er hat seinen namen mehrentheils unter diesen duchstaben s o s. verstecket/ welche Simon Goulart LenNgus bedeuten/ und seine meisten aeLc-k-ouez z„ 8. Gervais -isr-ret/ welchen namen der kleinere theil der stadt Genff zur rechten der Rhone führet. Er lbcce«lirle Calvmo an. 1564/ und starb im hohen alter an. 1628. Er hat einen commenrsriull» über Vartasii ,cssumrn«s; tummln, in kg>cetL cl>oni2tLL»nsIc5; NV!LS, lummsris PL-Lltels in ?iuisr- ck! virss; bissoires Lcimii-Ldles öc memorsblcs lls norrc rems jn 4 theilen; und verschiedene geistliche und moralische bücher geschrieben; ins Frantzösische aber übersetzt s-necL opera; Lsmer»tt> mean-nn. ncs liittoricss cum sclclirionikns, Otorii iiisso-ism Umsnuslir N.?orm- ßslliie; clironicon LLrionis; Vvicrium llc ^>r«llißiis6LM0nuni; <8:c. öc kibliodb. kr»n;oils. 7 '-»»c^r»r orscio tune. brir. L<^/s. ^ Goulart/ (Simon) war des obigen söhn/ und Prediger bey -r Walonischen kirche zu Amsterdam. Weil er dem ^-M-m-n.Nn«, hr ergeben/ und daher den ssnoäu.n zu Dorvrecht nicht unter» ,reiben wolle/ wurde er abgesetzt und vertrieben. Er meng hier- if nach Antwerpen/ und nachdem der stillstand zwischen Holland nd Spanien zu end gegangen/ von dar in Franckreich/ allwo sich einige zeit zu Calais aufhielt/ endlich aber m Holstem derb/ da er zu IriderichstM gestorben. Er hat geschtteden: en ci--s»°in,o°.-I°^.k,I'ri-- U-L-ourr, com-nu« en lün Uvr-ll- ipurcs, iniimie; eieÄioa -rerncll- ll-?°n6rnc-s. L/>rF. Lcc/e/. , 4,4. iit-x. Lii iiilto.. Olle-i. Limbr. p.rrz. Goulette eine ststung auf einer insul in dem Mittellandischm eer an dem Lunetanischen gebiet. Anfangllch war daselbst nur n viercckigter thurn/ welcher an dem ausflußdes ranals gelegen, irch welchen das mcer sich in die sce ergiesset. Dieser eanal ist einen chscn-schuß lang/ abersoeng / daßeme galeere mit rudern mchß rcbkommen kan. Die sce ist ohngefehr; messen lang und 2 breit, tt aber viel sand-bäncke, dergestalt/ daß man mir mittuen irchbiecsnale/ welche gemacht sind/ wo der stuß gehet/ durch- 2 tr» kvm» 548 qvu kommen kan. Der Turckische see«räuber/ Barbarossa/ als er sahe/ daß Tunis nicht wohl ;u befestigen/ indem es an verschiede« um orten leichtlich konte beschossen werden/ ließ Goulette K>-rillci- ren. Mein CarolusV eroberte es an. 15;; mit stürm/ und über« gab es dem König von Tnnis Muleyhassen wieder / welchen Dar« baroffa abgesetzt hatte / wiewol die Türcken den ort an. 1574 aufs neue eroberten / und daselbst einen bequemen Hafen machen lies» lenz welcher viel schiffe in sich halten kan / wobey sie auch ein zoll« hauß/ 2 kirchen und einige gefängniffe vor die Christlichen sclavcn MllegtkN. §ec. in tupplem. 8 akell. I. 19 p- 4^8. Diarium eic^eiZirionlL l'uneranL. 6 . Goulu/ oderGoulonius / (Nicolaus) eines wein-gärmers söhn/ ohnfernChartres gebohren/ wurde anJohannis Daurat/ dessentochter er zur ehe hatte/ stelle/ an.i?67Kvnlgllcher?r»teNor der Griechischen spräche zu Parts. Er hatte Gergenm a>spuk2k,<-n wider den Gilden Herbanum / aus dem Griechischen IN das ratet« Nische übersetzet/ welche Slegidius von Noailles/ Fr«rntz0sifcher -rmkassalleur in der Lvrckey / mit von Eonstantmopcl gebracht/ welche vcrsion nebst dem Griechischen tcrt und einigen noten des Gonln an. i ;86 zu Paris gedruckt ist/ wie denn auch einige andere fachen von ihm zu Paris an. i; 8 o zusammen herauf gekommen- Seine fran war in der Griechischen/Lateinischen/ ^taliainichen und Spanischen spräche wohl erfahren / und gedahr ihm r söhne/ JohaNIieM UNd HieroUYMUM. «.em. sur Ir vic 4 /c>rsuc P. rz, L 501. Goulu/ (Johannes) des obigen söhn/ warben 25 ang. 1576 u Paris gebohren / und wolle anfänglich einen Advocaren abge« icn/ sicng auch bey dcmParlamcnt zu Paris zu --lvociren an. Weil cr aber gleich die erste such verlohr/ nahm er an. 1604 denKeu,»Ln- tcn-orden an / und brachte sich in solches ansehen / daß er in dcm- selbigen verschiedene ckarß-n bediente / biß er endlich davon General wurde/ da er den namen >ean 4° 8. vr-n^oi; bekam. Er war in der Griechischen spräche wohlqendet/ wannenhero eranch ^ ü-r> m das Frantzosische übersetzte / nebst des Arrianl comm>.-»»rio > inglcichen einige traetatevon Dalilio und Dionylii Areovaqitä »pc---', welcher lctziern ve-sson er eine ->sr>!oßie bcewcr» cke Dionysii beyfügte. Er hat auch wider Molinai buch 4- vnca. rivne niinillconioi, viram er»ncill> V0N Salks/ Disihoffs ZU Geilff/ und Nicolao Fabro eine leich-rede geschrieben. Er bekam an. 1627 mit dem Balzac zu thun / wider welchen er / unter dem namen von ptivllac^us, 2 voluminL cs>i>ro>2rum puvlicirte / darinnen er ihn heutig angriff/ worauf aber a- xiorc-- /ugr„n geantwortet hat. Der Ursprung dieses strcitS war folgender: von -ni».lnr. hatte eine sammlunq von gcdanckm gemacht/ von denen crglaubtc/ daß sie Balzac von andern cooiret habe. Wider diese schrifft/ die Balzacs feinde überall geschrieben herum trugen/ machte sein freund Ogicr eine apologie/die dem P. Goulu/ damahligem General seines ordcns / in die Hände siel/ und zu den beyden vowminibui von briefcn gelegensten gab / die Goulu unter dem namennb^Usi-que wider Balzac cmrte/und die milder grossen hesttigkcit angefüllet waren. leimig»- heisset so viel/als Fürst verzweige / womit Goulu auf sein Gcneralat gesehen hat/ Massen denn diese ordcns «lenke deswegen runzos genennct worden sind / weil in ihrer ersten kirchen ein Marien «bild zwischen vielen zweigen abgemahlet stunde. Er starb den 5 jan.an. 1629/ und ward in dem cstor ocn,u,n? zu Paris begraben / allwo ihm der Hertzog von Dcndome nebst seiner gcmahlin ein sitzen ließ. eloZ. )ok./I»r.Lo?/,tt4/4<«« llircs. ck-on. s 4 so. iSry k»bi. (llllcrc. 9. r'-o. L^/e. ^ Goulu / (Hieronnmus) des vorigen jüngerer bruder / wurde an seines vatcrs statt Königlicher p-ofcuöc der Griechische» spraach zu Paris / und zwar an. ,59; in dem >8 jähr seines altcrs. Er trat aber selbige orof.-n,»o seinem jünqcrn bruder ab / und kam endlich in die mcdicinische facultät daselbst. Er hatte von seiner frau/ Charlotte von Monanthevil/ nebst andern kindcrn Nico- laum Goulu/ welcher der Goulu beschrieben; Jaeobum/ Königlichen Hofmeister/ undMarlham/ Nenali Labitti ehe- weid. t»b>. Llllerc. p. rro. Gourgues / (Dominicns von) gebürtig von klont clr kistssn in «Lico»;,».-, war von grosser reiMu-ion. Als die Spanier ihn in dem um Siena herum in Italien geführten krieg gefangen be» kommen / und auf die galeercn gebracht bauen / suchte er sich dcshalbcn zu rächen / und zwar zu einer solchen zeit / da Franck« reich unter Carolo IX nicht mit den Spaniern brechen wolle / ob gleich diese eine gantze Frantzösische colome / >0 sich unter Johanne Rtbaud an den küsten von Florida fest gcsehet / und daselbcham ende des paffes von 8. Helena ein so« gebauct/ welches dem Konig zu ehren Charlcfort genennct wurde / erwürget hatten. Gourgues verlangte einen theil seiner guter / und nahm von seinem bruder/ von der Generalität von Gnicnnc/ eine summe gelbes auf/ cquippirte ein schiff mit 200 soldaten/ landete in Florida an/ allwo er mit hülff dcr einwohner/ so den Spaniern ohne dem nicht gut waren/ selbige gar hitzig angriff/ und nicht allein Charlcfort/ sondern auch 2 andere focr« eroberte. Es lagen darinnen mehr als 8o° Spanier/ die sich alle in das holtz salviren wollen / aber meistens von den Indianern tod geschlagen wurden; auch diejenigen/ so sich auf lluc 7 cci»,> ergaben/wurden nicht besser tractirt/ weil Gourgues vermeynte/es wäre wider die ehre von Franckreich/wcnn er solchen leuten quartier gäbe/ so die Frantzosin aufhangen lassen/ unter dem pr.vrcxr, als wären sie Lutheraner/ worauf er alle vestunqs-wcrcker schleiffte/ und die stuck und kriegs-dcrcilschafft mit sich nahm. Bey seiner rückkunfft wurde er an statt des recom- venses/ daß er die Frantzosin so wohl gerochen/ angeklaget/ und amr eSverlangteder Spanische Abgesandte seinen kopff mit solcher kwss- tigkeit/ wurde auch durch den Cardinal von Lvthrinaen/ Än schon damals gut Spanisch war/ so krafftig beym Koma unter- stützet / daß sich Gourgueb für eliuge zeit bey seinen freunden verborgen halten muste. Man hat sonst von obiger seiner krieqs- ver^ Achtung eine sonderbare beschrelbung im druck. Lksrtes IX. * ' Gournay/ (Maria 4 - . vemoilliie 4-) hat sich durch ihre gelehrsamkeit berühmt gemacht. Sie war Wilhelmi von j-" Herrn von Neufoi und Gournay , und Johannä von Haccmcville tochter. Von jugend auf hatte sie ungemeine bist zum studiren, legte sich auch mit solchem ernst darauf, daß sie in kurtzer zeit selbst ihre pr-ecepcorer übertraf,wiewol Maresius will, daß sie ihre wisse, - schafft ohne lehrmeistere erlangt. Sie verlohr ihren vater in noch gar jungen jähren, bekam aber einen andern an Michael von Montagne, welcher sie wegen ihrer gelehrsamkeit liebte, und als tochter hielte, daher sie dessen tod nicht allein sehr beklagte, sondern auch sein buch, Lllius genannt, verbessert wieder heraus gab, und selbiges dem Cardinal Richelieu llewc.rte. Sie hatte mir den gelehrtesten leuten grosse curresso,Menr. Sonsten war sie nicht schon, hat sich auch niemals verehlichet, dahero sie von einigen durchqe-o- gen wurde. Sie bekam eine jährliche, aber gar geringe o-nil»,, dem Hofe, war auch bey standes-personen in ansehen. Dominicus Baudius nennet sie die Frantzosische Sirene und die zehende Muse. Sie starb den 1; jul. an. ,64.^, und es wurden ihr von den gelehrtesten leuten emr-pbi» gemacht. Bey ihrem leben ecdrte sie noch einige schrifften, unter dem titul: prs/cm u-1- vewoiAie g- Oournay, aber nach ihrem tobe wurden alle ihre schrifften zusammen gedruckt unter dem titul: l'Nmbrc Uc Iz oemoiÄIc Quu-, 11L7. ckrel. kill. r.;. cn Is bib!. llez femmcs stzvgnffr. 4 c Lo/e cloz. cics I)Lmes illullr. Hkrre/- t I ep 2z. 4er e- ? 7;o p. -47. cie Lem. eruö. x. 98. Lderer g-I-siir. si-Lucnx. GousiainviUe/(Petrus) ein Frantzose aus der Provintz Nor- mandie gebürtig. Ev hat die smiquicsics ccciciiLllic^s fleißig tra- ctiret, und die «per» wes-nss. und 6r-gorH XI. mit I-öüNmbuz vLriLnribus und NUNZ eciwet, wobey er sich verschiedener gelehrter leute hülffe bedienet. jugem. 4-5 lizrvLnz. Goux/ eine alte familie in Franckreich. I--Boulaye sagt,daß selbige zu der zeit,als die Sachsen in Britannien eingebrochen, aus Engelland gekommen sey,und sich anfänglich in Bretagne,von dar aber in der Provintz Anjon,Flandern, Bourgogne und Languedve niedergelassen habe. Der eine äst dieser familie, l- L-rctssrc genannt , war in Flandern bekannt, aus welchem Johann >- Goux, Herr von Taumiraymn Philippi des kühnen / Hertzoas von Burgund hofavar, als sich selbiger an. i;69 mit der Gräfin Johanna von Flandern vermählte. Er verhcnrathete sich an Jvhannettam von Vienne, und zeugte mit stlbigcr Johannen! i- Gour II, Lerm von Taumiray, rc. Dicstr war an der Hertzoge von Burgund Hof in grossem ansehen, heyrathete Beatricem von Ruvt, und zeugte mit selbiger Johann Goux III und Pctrum Gour,welcher wegen seiner multer den namen Rupt annahm. Diesen letztem machte Philippus der gütige / Hertzog von Burgund, an. ,§6, zu seinem Cantzler, ivelchc stelle er mich unter Carolo dem kühnen behielte. Als König Ludwig XI an. 1468 in dieses Hertzogs land kam, um sich mit selbigem in tractaten einzulassen,waren zwar einige , welche dem Hertzoge riechen, er soltc den König arrestircn; allein der Cantzler l- Gour widerrietb solches aus der ursach , daß er seine ehre dem nutzen vorzuziehen hätte. Er hinterließ ciniac vosic» rität, die aber mit Philippina ic Gour, so an Marimilianvon Honchin, Herrn von Gulfin, Obrisien über ein reaimcnt Walonen, vcrheyrathct war,ausgieng. Johann Gour III, Herr von Ber- chcre, hatte unter andern kindern Philippun, Gour, Herm von Berchere. Dieser war ein guter soldat, und wurde Lmncrncurzu Nuis. Sein söhn war Johann ic Gour IV, Herr von Berchere, Corboin, Curlcy, Concoeur und Cl-arconduit. Er hinterließ Hum- bertum l- Gour, welcher in dem 27 jähr seines alters starb, und einen soh» hatte,Johann Baptistam!- Gour,Herrn von Berchere. Dieser war obrister lli-L-iiciem jn dcm Parlament von Burgund, und ei» vater Perri, (von welchen beyden bcrnach) und Diounsii >- Gour,Herrn von Berchere, xi-ir^ui-von Sautenay, Staals-Rath, Regneten - mcister und obristen urL-lliicnrcu des Parlaments in Dauphine. Sein söhn war Johann Baptist« >- Gour von Bereitere, xi-rquis von Jnleviüe, Graf von Rochepot, Baron von Toisi, rc. Königlicher Rath und Requcten-meisier. Dessen söhn Carolus <>- Goux von Berchere, Fronherr von Povilli, Onücv der 8orbonnc, und ehemaliger Almosenier des Königs, wurde den rr april an. 1678 zum BischoffzuLavaur eingeweihet, undmachte sich durch seine wissenschafft gar berühmt. poln. che gnade, daß er nicht allein alles von dem Parlament qar gnädig aufnahm, sondern chn auch ernennete, daß er mit den Devutirtcn des Königs von Spanren wegen der gräntzen, lande und lehen des Hertzogthums Burgund, der Grafschafft Auronne und der kranckc Lomi-, tracttren solle. Der tractat wurde nicht allein gut geschlossen, sondern auch im april an. 1612 durch König Lüdwm XIII isciüciret. Nach Nlcokal Brulard tod wurde er den 21 ian an 1627 zum obristen rrLlläcnien des Parlaments von Burgund verordnet. Er starb im jun. an. 16; 1, und ward in der Franciscaner- kirche zu Dljon begraben, allwo man fein grabmaal von weissem Marmor stehet. ^Lroc biti.6u?sr!em. 6e LoucZogne. 6s Goux/ (Petrus >e) Ritter,Herr 6-1- Berchere,Boncour,Vos- ne,rc, -u-rqms von Jnteville, Graf von Rochcpot, Baron von Toisi und Cipiere, obnster ki3.66ent in dem Parlament von Burgund und nachmals in dem von Dauphine, des obigen Johann Bapti- stä >e Gour söhn. Er wurde anfänglich ein mitglied des grossen Raths,und luccestirte nachmals leinen: Vater. Kömg Ludwig XIII gebot ihm zwar an. 16;? sich nach Saumur zu retiriren; allein weil die Provmtz Burgund sich seiner gar ernstlich annahm, wurde er an. 1644 völlig restmmret; wie denn das aipwma seiner rekiru- lio», so den 1 jul. ä-r>ret, vor ihn gar tllvomb-l ist. Ludwig XIV schrieb auch seinethalben an den 6ouvcrn-ur und an das Parlament von Burgund gar gnädig. Wenige zeit darauf wurde er zum obristen?rL66cmen des Parlaments in Dauphine ernennet. Er erhielte selbige Provintz in gutem ruhestand, ob gleich alle übrige Provintzen voller unruhe waren. Er starb den 29 nov. an.iS;; zu Grenoble, allwo er auch begraben ligt. Dionysius ie Goux 6- Berchere, sein bruder /erhielt seine stelle den 16 ock. selbigen jahrs. still, 6u ksrlem. 6e Louigognc. 6s L, 6s Gower / (Lords) in Engelland. Diese familie der Gowers ist seit viel ic-° jähren eine von den ansehnlichste» in Yorckshire gewesen , allwo sie ihren Haupt-sitz zu Slittenham gehabt. Als in dem 11 l-cuio Wilhelmus I den Englischen thron bestieg, war der Ritter Allen Gower von Slittenham, Sherif von Yorkshire. Von dessen nachkommen sind die meisten des Ritterstandes gewürdigt worden. Unter andern aber ist in gerader linie von ihm abgestammet der Ritter Thomas Gower, welchen der König Jacobus I den 2 jun. an. 1620 zum Baronet von Engelland machte. Dessen söhn, Thomas Gower, war an. 1642 und an. 164; Ober-Sherif von der Grafschafft Bork, auch bey den innerlichen kriegen, nebst 6 brüdcrn , vor den Konig Carolum I in den Waffen. Er heyrarhete erstlich die älteste schwester des Ritters Richard Levcson von Tren- tham, und nach deren rode Elisabetham, eine tochter des Ritters Wilhelm Howard , dessen älter-vater, Thomas Howard, Hertzog von Norfolk gewesen. Von der letzter» hatte er kein kind, von der erstem aber 2 söhne. Der ältestevön denselben verlohr sein leben in dem lager bey Dundalk in Inland, und der eintzige söhn, welchen er hinterlassen, starb bald nach ihm. Der jüngste söhn, Wilhelm, lucceöirte solchergestalt seinem Vater, und zugleich seiner Mutter bruder, welcher ihn an kindes-statt aufgenommen hatte; weswegen er sich auch Wilhelm:»:: Levefon Gower zu nennen pflegte. Er vermählte sich niit Johanna, der ältesten tochter Johannis Graiwille, Grafen von Bath,und hinterließ von ihr 1) Johannem, von dem alsbald; 2) Catharinam, verheyrathet an den Baronet, Eduardum Mndham; :)Johanna»:, verheyrathet an Henri- cum, Lord Hyde, einen söhn und erben Laurentii, Grafen von Röthester. Der söhn Johannes ward den 16 mertz an. 170; zum:^>r von Engelland gemacht, und zwar mit dem titul eines Lords Gower, Barons von Stittenham. Hiernächst nahm ihn auch die Konigin Anna in die zahl ihrer geheimden Räthe auf, und erklärte ihn zum Cantzler des Hertzogthums Lancaster. Er starsszu ausgang des aug. an. 1709, und hinterließ von Catharina, der ältesten lochte:' Johann Mannors, nachmals Hertzogs von Rutland, folgende kinder: 1) Johannem, seinen tucc-Nor in der wurde eines Lords Gower; 2) Wilhelmum; ;)Thomam; 4) Baptistam; ;) Ca- tharinam und 6) Johannam. s/L^»6 u, p. 44. Goyland/ :st der name von einem strich landes in Holland, an der Süder-see,wo die stadt Naerden ligt. > Gozo/ eine insul auf dem Mittelländischen meer, gantz nahe bey der insul Malta, von dessen nördlichen theil sie durch die kleine insul Cumina abgesondert wird. Sie hat in ihrem »mkreiß ungefähr zoooo, in der länge 12000 und in der breite 6000 schritte. Sie ist fast rund umher mit hohen felsen umgeben, und auch inwendig sind fast allenthalben gebürge. Indessen gibt es sehr viel gegenden daselbst, welche überaus fruchtbar und wohl gebauet sind. Absonderlich hat sie solche örter, welche sich zu der gartnerey und zu allerley obst-bäumen treflich wohl schicken. Hier und da findet man schöne brunn-quellen, und die lufft wird durchgehends vor sehr gesund gehalten. An den nord westlichen kusten ligt em schloß, welches den namen Gozo führt, und an den nord-ostlichen ist ein anders,Scilendo genannt. Innerhalb der insul ligen 2 kleine orter, namens >3 Douere und Mugiaro. Der Kayser Carolus V hat diese insul, zugleich mit Malta,den Rhodiser-Rittern, als ein lehen von dem Königreich Spanien geschenckt, von welcher zeit an sie beständig bey dem gedachten orden geblieben. m-sire 6» rvon6e p. 4 p. 279. Gozon / (Deodatus) der 27 Groß-meister der Johanniter Ritter zu Rbodes, wurde an. i;4<> zu solcher wurde erhaben, da er zuvor Groß-Lommsncjeur der spräche von Provence gewesen. Nach des Elion 6- Villenenve tode wurde er nebst andern ersehen, einen andern Groß-meister zu erwählen, da er denn rhm sechsten das vo- 2 flugel, d e oben schwartz lind unten gelb Mit gründlicher W ausgesehen, darneben einen schwank,der sich am leibe m verscyiedenen malen umwickelt, sonsten sey es überall mitickuvnstt gantz bedeckt gewesen. Solch ungeheuer ließ sich öffrers in Rdvdis an ernein orte, Maupas genannt, sehen, und vergifftete die lufft in der nahe bey seiner hole gelegenen landschaffc. Wann er aiena, ,0 pflegte er die flugel zu schwencken, feuer aus befugen zEiessen, und ein erschrecklich gezische zu machen.. Nachdem sich nun Gvzon vorgenommen, ihn aus dem wege zu räumen, ließ er in Provence zubereiten,der dem lebendigen ähnlich sahe,gewöhnte fern pferd,daß es davor nicht scheu ward,und 2 grosse Hunde, daß sie selbtge '"--wne anfielen. Hieraufkehrte er nach Rhodischarnischte sich vom kopss b:s auf die fusse, und machte sieh in degleitung eini» ger von seinen bedienten zu der hole, ließ nicht weit davon seine die. ner stille halten,mit gegebenem befehlsthm,wo es die noth erfordern wurde, zu hülste zu kommen. So bald der brache feiner ansichtig wurde, ließ er sich m seiner gewöhnlichen grausamen gestalt sehen, da denn Gvzon mit seiner lantze wider dessen brüst rannte, dst aber zerbrach,ohne daß dem ungeheuer der geringste schade widerfahren; allein die Hunde, wie sie abgerichtet wareu, packten den brachen unten an dem bauche an, und gaben dadurch dem Gvzon zeit von dem Pferde zu springen,welcher dem brachen den degen durch die qurqcl stieß, daß er darvon zur erde fiel, aber den Gvzon zugleich im fallen unter sich warfst Seine diener, als sie sahen, daß der brache todt war, zogen ihren Herrn hervor, und brachten ihn wieder zu sich selbst. Gvzon setzte sich hierauf zu Pferd,und kehrte als ein sieoender wider nach Rhodis, allwo er vor dem Groß-meister Villeneuve den gantzen verlanfferzehlte. Der Groß-meister, ob er sich gleich hierüber sehr erfreuete, und des Gozons coumZc lobte, tonte doch nicht anders, als weil er wider befehl gehandelt, sein mißfallen zu bezeugen, ihn nach derstrenge ihrerdisciplin abzustraffen, ins gefängniß zu setzen und seines ordens-habits zu berauben. Allein weil dieses nur zum schein geschahe, bekam er nach wenig tagen seinen Habit und fteyheit wieder, wurde auch in sein altes recht und commen- thnrey von neuen eingesetzt. Nachdem er 7 jähr als Groß-meister glücklich regieret, starherimsept.au. , und wurde aufsein grabmaal gesetzet: 6r3c»r»8 -xnnLur Diese Historie oder fabel, findet man noch in alten tapezereyen des ordens, und der Ritter Foran schreibet, daß in des Gozons familie der älteste allezeit einen stein behalte, welcher aus des brachen Haupte gekommen, so in der grosse einer olive und von verschiedenen färben seyn, auch eine besondere kraffr wider allerhand gisst haben soll. Er führet dabey an, daß dieser stein den Uguarcm, worein er gethan wird, aufsieden mache, und daß solcher der stein des Hoch-meisters gmeunt werde. Ls/r«s bild. äci'orclre äs 5 . )can 6c)erulll!em. (Nraatanlettere / oder Grettaaleen / ist ein flecken in Engelland , auf Latein Lr3ic>c3 genannt. Er ist von einen: Lunciko berühmt,so daselbst an. 928 von dem Könige Athelstan gehalten worden. A: cvilcÄ. Loncii. L^s/«. conc. LritLno. c. i j-, z-6. L-we Kill,, iiccer. Grabe / (Johann Ernst) war zu Königsberg in Preussen den ic» jul. 16Ü6 gebohren, woselbst er auch nachg/hmds studirt und Kleister worden. Er war von fugend aufbemühct, die gründe der religion zu untersuchen, ward aber durch die erempel verschiedener Königsberger.gelehrten den Römischen lehren geneigt, und da er in dieser adsichr die laß, meynte er vieles darin:: zu finden, sonderlich was die äusserliche ceremonien und kirchen-verfassungm antrifft, aufweiche er sehr starck sahe, das mit der Protestantischen religion nicht überein käme; weßwegen er eine schufst verfertigte, die er dem Samländifchcn ccmllüurin „bergab,darin,: er dcnEvan- aelischen die Ursache der trenmmg aufzubürden suchte, und sie mit den Simoniauer», Novatianern und andern alten ketzern verglich, auch darauf nach Wien gieng, um zu der Rvm. religwn zu trctten; als aber seine schufst an. 169? von v. Spenern, 0 Bernardt von Sanden und v. Jvh. Wilh. Bmern aufbefehldes Churfürsten von Brandenburg wiederlegt wurde, gerieth er auf andere gcdancken, und aiena durch Schlesien nach Sachsen, und von dar nach En- aelland, da er sich zur Englischen kirche bekennte, als welche er eben wegen ihrem kirchen-reqrmenl und ceremonien der aittli Chrlstll- chen kirchen unter allen protestierenden am meisten ähnlich zu seyn fände; daselbst hat er viel iahr lang ohne dienst gelebt,und sichdurch allerhand gelehrte schrifsten hervorgethan, aber dabey eine lahrliche pentiun von 100 pf. sterling von der Kbmgin Anna genossn. Er mar klein von statur , melancholischen temperaments , und dabey sehr ach tsam bessß auctz m-e gross gelchrfamkut und belesti,he, in den 7 -°'.du-, und starb zu Londen den ; (:;) nov, 17". Scuw schrifften sind: SpicileZmm P 3 rruw öc iiLr-ricorum prim.. Lcun6< ü- crM 3 cllMo „ 5 ° lLli; -poioß.r pr.m- cum - Ircn^-i libri sclvcrsus i'-crclcs cum nokis; 6ec>rg„ LuIIi vpers cum nun/; Lsröii v3ubur 6ekc-,sio c-llimonu ssoisgk, 6- Lkriko. cum m7l3-l<,u-; cpillol3 36 )°b. 6c -°6.ce Llex-uänno 7o,mcr. p -mm; öilKn-m-' 6c v-rii- vi°ü- 7 ° n 5^-vum i-l3N5 L r-m-äii- 3 b -sso,n ttcx-pl-r, -6.nonc 36k.btt,-. 6c. nuc kuius -6i-iuni-r-Iiguii^ °3m EllL.quam pr«I-> excull-; lkp->u'F>n.. w 7 c ° c c- c v-mMI-mo cn6ice /1!-X3n6nno. davvN der andere UllV Ik-il ccll nach seinem tode heraus kommen; än eN>7 upon ; ausführlicher bericht von neuen büchern. ;;o gra Grabau / ist eine mittelmäßige stadt und ehmalige resident in dem zn Mecklenburg gehörigen Fürstentbiim Wenden gelegen. Lrie wcrr die rcsideiitz Heryogs Fnderici, so an. 1688 verstorben. stehe / Hee^Oge. noric. ^>roL. Qerm. L'sr^ ve- r^-re-r Graden/ eine Adeliche familie in Tyrvl,welche schon an. i;z-> floriret hat. Andreas ist an. 142; Hauptmann zu Orcenburg, Ulrich aber zu ausgange des 1; Nccu>i Landes - hauvtmann in Steyer gcn'ese». Carllebte um die mitte des 17 llcwi. und hatte 2 söhne, Ottonem Henricum und Johannem Sigismundum. Die x-neLlngic der Grabner von Schlickesborff findet man bey dem lkeinm. p. 1 6c Z. F^r. ekrenicr. k. 2 x>. 6 -, Grabenau/ ein HeßistHes amt und städtlein unter dem alten vesten schloß Hertzbcrg, an der gräntze des niedern Furstenthunrs Hessen, ist an. i6o; von Landgraf Ludwig dem jüngern aus einem dorff zu einer stadt gemacht worden. Nächst daran llgt ein altes steinernes nunmedro fast zerfallenes kloster, welches den Johan- niter-Rittern zugestanden, an. 1526 aber von den Landgrafen ein» gezogen und denen von Pleß nebst zugehoc zu lehn gegeben worden, nach deren absterben an. 1 es wieder an denLehu-herrn gefallen. kctcn-. j,. 204. Grabes / (Ritter des heiligen) ein geivisser Ritter - orden im gelobten land, welcher bey nahe ein Apostolisches alter prätendirt; er ist aber, wenn man die fache genau untersucht, erst an. mo aufgekommen. Denn als die Saracenen Jerusalem inne hatten, waren die so genannten «.-zull-c- ononlci des heiligen Augustim Verwahrer deS heiligen grabes. Als nun hernach die stadt von den Christen eingenommen worden, gab Gottfried von Bouillon diesen Onomci.° grosse geschencke und Privileg, und erwählte ihre kirche zu seinem und seiner Nachfolger begräbniß- ort. Valduinus, bemeldten Gottfrieds brudcr und Nachfolger in der regieruug, schlug diese verwahrer des heiligen grabes zu, Rittern, und setzte den Patriarchen von Jerusalem zum Haupt über sie. Allein, da hernach die Saracenen Jerusalem wieder einbckommen hatten, begaben «ich tuest Ritter erstlich nach Plolemais, und hernach nach Perugia in Italien. An. 1484 vereinigte der Pabst JnnocentiuS VIII diesenorden mit den Johanniter - Rittern, welche Vereinigung aber nicht lange daurce. Denn Alexander VI erklärte sich an. 149Ü selbst vor den Großmeister dieses ordens, den aber der cwnvcniu^Hum machte er zu seinem Vics- rio Oen-r^ll, und dieser hat die macht, entweder selbst, oder durch die von ihm verordnete ctommiiiLrios. Ritter zu machen. Sie tragen ein wcisses kleid, und auf der brüst ein rothes creutz, welches von 4 kleinern gleicher färbe umgeben wird, und, nach einiger mennung, die z wunden unsers Heylandcs vorbilden soll. Sie geloben die eheliche keuschheit, den gehorsam, die besehirmung des grabes und glauben« Christi, sind auch verpachtet, allmosen zu erlösung der von den ungläubigen gefangenen Christen einzusamm- len. In Enaelland hatte König Heinrich ll um das jähr 1174 dergleichen Ritter-orden gestifftel, und demselben vortresiiche guter eingegeben. Es waren die Ritter insonderheit verbunden, sich zwey fahr lang zu Jerusalem aufzuhalten, und das heilige grab zu hüten; es ist aber dieser orden zugleich mit der Catholi- schen religion in Engelland erloschen. »r^m. m>>a. i. > c. >6 öe ri. rlic^cr. ll'iiomm. A: lle ckevrl. Kirier- «rllcn. Grabfeld / ist ein strich in Francken, wvrzu man dir stadle unddörffer Königshöfen, Meinungen,Aichsfcld,Nordheim,Stock- heim , saltzach und Waldorff rechnet. Den namen hat sie gleichsam von Grafenfeld, weil etwa» daselbst die Grafen von Henne- berg in uralten Zeiten gewöhnet, und die ersten oft - Fränekifcheu gräntzcn am Thüringer-wald wider die an. 4 i 4 aufstehenden Thüringer geschützet. ck-011. vfü-crb. p. 4-4- Gradic / eine Adeliche familie in Pohlen, welche zu des Königs Wenccslai I zelten aus Böhmen dahin gekommen, und sich bey Petrikow zu Wola niedergelassen, welcher ort bis auf den heutigen tag von dem ersten bescher Grabina Wola hcissen soll. Sie hat sich nachgchends in dem Siradicnsischen, Lublinisch- und Kio- wischen ausgebreitet. Andreas Grabie, Groß-Cantzler in Pohlen, und Bischofs zu Cracau, starb an. 16 z 0 sein bruder Adam,Haupt- mann zu Larnagorow, hat seinen stamm fortgcpflanlzt. Von diesem geschlecht führet ein äst, der in der Woywodsthafft Belcz seine güter hat, den namen Live Lipski. Suantislaus Lipe Lipski war an. i z90 Land-Richter zu Belcz. c. kol. l. I. Grabon/ (Matthäus) ein Dominicaner aus Sachstn, behauptete an. i4>8, daß weder die geistliche noch weltliche die Gelübde der keuschheit, der armnth und des gchorsams halten, noch dadurch etwas verdienen könten. Der Cardinal a'Ailli und Johannes Gcrson bckainen von dem Pabst Martins V orck-e. dessen propoliiionc- zu untersuchen, da denn deren 25 conllemmrt, und Grabon genöthiqet wurde, seine irrthümer auf dem zu Costnitz vor dem Pabst abzuschwören, allivo er gestund, daß er diese lehr aufdie bahn gebracht, um denen gemeiniamlich bey einander lebenden geistlichen Nachtheil zu dringen. r»,».,. » Grabow / eine stadt in der Poblnischen Wovwodsthaffr Belc^ «n den qräntzen der Wonwodschafft Chelm gelegen. Sie bat nur von hoch erbaute Häuser, und um sich herum eine grosse ebne. Das castell ist von natur so beschaffen^ daß man schwärlich darzu kommen kan, auch durch die kunst einiger Massen bevestigt. gra Grabow/ eine uralte Adeliche familie in Pommern, „llw, sie in dem Wolgasie sehen das Ritter-gut Pennow an sich qebracbt Sie hat sich auch in dem Mecklenburgischen und Hvlsteiniiclem ausgebreitet. Dietrich wird an. 1260 in einem owLrc herkoaL Barnimi in Pommern, so eine dem Stifft Coßwick imAndalri' schen geschehene Uunsr-o,, betrifft, als zeuge angeführt. Ein ande. rer dieses namens war an. -zrS Hertzogs Ottonis I in Pommem Küchenmeister. Bäum und Ernst befanden sich an. 1492 bey der bejagerung der stadt Braunschweig. An. 1496 haben sich ikr« z dieses geschlechtS in Holstein aufgehalten. An. 171s st«b eM Dänischer General von Grabow. Lk-c^/. xommcri. llclii. 6.llcl. ckrvn. /riiliLlt, kill. ?. ; Gracchus / ( Tiberius Lcmprcmms) ein berühmter Römer aus Vene geschlecht der s<-,nor<>niorum. §x war zweymal Büchermeister , das erstemal mit L.Claudio?u!ckr» 577, '807, (l. 177, und das andere mal mit kt. Juventio 7.v. ;82I, /r. e. 16z, einmal (ch» 5 »r mit e. Claudio^ V. z8z,Lnf ;8i5, c iüy, und genoß zweymal die ehre zu triumphiern. Als er war, brachte er Gallien unter Römischen gehorsam. Zur zeit, als er zum erstenmal Bürgermeister war, wurde er in Spanien gesandt, und brachte daselbst die Celtiberier wieder zum gehorsam, eroberte ihre stadt Murcis, ließ sie überaus prächtig re^ren, und damit sie ein denckmahl seiner tapffcrn thaten seyn mochte, so gab er ihr den namen Gracchuris. Als er zum andern- mal Bürgermeister war, eroberte er die gantze insu! Sardinien, und brachte eine solche menge sclaven von dar mit sich nach Rom, daß daher, weil selbige sehr lange zeit feil stunden, und nicht für eine allzu gute waar geachtet wurden, das svrüchwort entstund: vcn^i-?. Seme liebste war Cornelia, die aus der Sti ionum geschlecht entsprossen, und wegen ihrer sonderbaren keuschheit und gelehrsamkeit sehr berühmt war. Und ist merckwürdig, daß dieser Gracchus vorher lange zeit ein hefftiger Widersacher dersckpmnum. und vornemlich des älteren Lcipjonls^kricLni, seines nachmaligen schwahers, gewesen, aber gleichwohl, da die iribu», yiebis de» l.. 8 ciploncm Maticum nach seiner zurückkunfft vom krieg Wider äni.oclium -4., „iid gehaltenem lriumph, in den kercker führen wollen, Graechus denselben durch seine imerceslio» hefreyet, daer zugleich vor dem verfammleten volck eydlich betheuret, er wäre im übrigen mit dem geschlecht der «cipionum nicht verglichen, thäte aber dieses für die ehre des standes, weilen es eine döchst- fchlmpfliche und unwürdige fach wäre, wann man nun 8 c,,»o. ncm in eben das gefängnuß wcrffen solte, worein kurtz vorher die unter seiner anfuhrung gefangene Heerführer der feinden seyen gelegt lvordeil. Schon vor Livii zelten war eine gemeine red irr Rom, die verlodnuß dieses Gracchi mit Africani tochter wäre eben an demselbigen abend, da gleich der Rath eine Mahlzeit im c^pirovo hielte, auf anhalten der vornehmsten dabey anwesenden Naths-gliederen geschehen; aber dieser geschicht - schreiber hält es incht für glaublich, und achtet vielmehr, die ehe seye erst nach scipioms tod gestifftct worden. Nun mit dieser Cornelia zeugte Gracchus r söhne, Tiberium und Cajum, beyde von unvergleichlichen gaben und vortrcflicher beredtsamkeit, die aber daneben ss heffrig nach des gemeinen volcks gunst strebten, daß sie des Raths parthey verliessen, sich zu dem gemeinen Haussen schlugen, die >- 8 -r von austhcilunq der gemeinen oder oberkcillichen äckeren unter das volck, woraus nichts als aufrubr entstehen kunte, wiederum erncurlen, und nicht eher nachliessen, als bis der Adel zn ihrem Untergang die Waffen wider sie ergriff. Tiberius wurde ^ V. Ü2I, !vt. z 8 ;i, 4. <^. IN , von Nasica geiödttt, als er, um noch mehrere vorhabe» auszuführen, sich auch fürs folgendcchhr zum ir-Sum, ?.cb,- wolle erwählen machen. Als er den grossen gegen - gemalt sahe, hatte er sich des c^icoN, bemächtiget , und durch öfftcres weifen auf sein hauvt dessen bcschntzimg und crhaltung dem gemeinen volck rccnmiö>rt, welches aber seine feinde dahin deuten wollen, als hätte er durch solches MN die cron begehrt. Scipio Nasica, welcher sich da zum ann'chrer wider Gracchum an die spitze stellte, auch, nach dem zeugnuß Dw- dvri Skull, (welchem aber von andere» widersprechen wird) selchen mit eigner Hand gelödtet, hatte die ältere schwester der Mutter dieser o^ckorum zur ehe. Cai»s Gracchus trat in eben die fußstapffeii seines bruders, so viel das ll» Äßr--,» betrifft, wolle ss gar das Königreich Attali in klein-Asien, welches dieser kurtz vorher dem Stand vermacht halte, dem vvlck preiß geben, und that darneben dem Rath und gesammten Adel sonderlich grossen schaden durch sein gcsatz von den öffentlichen geeichten, welche er dem Rath entzog, und den Römischen Rittcren, als den vornehn sicn des volcks, Übergabe; wodurch es dann, wegen damals vbschwe- bender heffligen ciffcrsuchl zwischen dem Adel und dem gememm volck, geschehen, daß eine zeit lang fast alle Raths-gliederr, welche verklagt wurden, und darunter verschiedene sehr wohl verdiente männer, die härteste urtheile empfiengen, auch meistens ins elend wandern musten. Allein auch dieser Gracchus lag zuletzt unken, und nachdem er sich ebenfalls, wie sein bruder, in dem zu retten gesucht, gicng der Bürgermeister c. OvimiuH und vach einigen auch dessen , ». Jrmius Brutus, diests Eracchk schwieger - vater, so hefftig auf chnc loß, daß er dabey das leben verliebrcn meiste. Etliche sagen, er habe sich «elbst getödtct, andere aber, es wäre von einem seiner knechten auf seinen befehl hm geschehen; dieser wd fallt nach der gemeinen Römische» ssit-- rechnung in V. üzz, ; 86 ;, ^ c:. I 2 l. ll-n, I 4 ' c ÜL in Lpir. I 58. ,6. z. I. zz c. r c-eü. >. c. iz. clü bell. civ. I. r c. 14 6c ?. L/»/, io Lrccrpr. V»I«. in L»rr«iki«. ll« gra . 7 ä: 8. L. Del ' I.z c. 24- * Oracchus/ (Semproniüs) war aus eben ftlbiaer fanulie entsprossen, und lebte unter des KayserS Augusti reqierunq. Er war ein verschlagener und beredter mann, der aber solche seine beredtsamkeit zur boyheit mißbrauchte. Er trieb es mit des Kaysers tochttr, so an Marcnm Agrivpam vermählt war/ gar übel/ und als leidige nachgeheuds an Tibcrimn vermählt wurde / be- gieng er aufs neue mit ihr ehebrnch, und verhetzte sie gegen ihren gemabl. Um deßwillen wurde er in die insul Cercinam verwiesen/ wostlbst er sich -4 jähr im elend aufhielt / und nachdem Julia in der insul Pandataria auf Tiberii befehl ermordet worden / ließ dieser ihm gleichfalls durch einige soldaten den kopff abschlagen. IÄcr/> sniisl. Grace / siehe Grasse. OIIssLIss^ 1 ) 108 . eine stadt und vorgebürg in Honduras/ einer Nord - Amerrcamschen Provintz in Neu-Spanien. In den nahe dabey gelegenen gegenden gibt es eine grosse anzahl Indianer/ welche die Spanier i-m-os kr-vo- nennen / weil sie tapffer und großmüthig sind, und noch niemals unter ihr joch gebracht werden können. Jedoch vertragen sie sich gar wohl mit den Engelländern und Frantzoscn/ und haben kein bedrucken, sich aufihre schiffe in dienste zu begeben. Wenn sie nun darauf; oder 4 jähr gedient, und ihre spraachen reden lernen, kehren sie wieder nach hauß, und begehren vor ihre arbeit keinen lohn an geld oder kleidern, sondern nur einige eiserne werckzcuge. Ihre rcgierungs - form ist fast so beschaffen, wie in einer freyen Republic, denn sie sind weder einem König noch Fürsten Unterthan. Wenn sie in krieg ziehen, machen sie den behertztcsten und erfahrensten unter ihnen zu ihrem Obersten ; wenn sie aber wieder nach hauß kommen, hat dieser General keine grössere autorität unter ihnen als die übrigen. Die land- sthafft, in welcher sie sich aufhalten, erstreckt sich ohngefähr auf weilen, und wird etwan von 1 ; oder 1so-> menschen bewohnt. Sie sind in 2 Haussen getheilt, deren einer sich bey dem vorgebürg 6-rcir L Oio;, und der andere bey kioulliqux vest gefetzet. Sie haben keine religion, ausser daß man sagt, daß sie vor diesem götzen- diener geweicn, und einen sclaven, den sie nach der gestalt ihres götzen ausgeputzet, ein gantz zahr lang angebetet und verehret haben. Er hatte allezeit 12 Wachter um sich, ihme aufzuwarten, und zu verhindern, daß er nicht davon liesse. Er hielte sich im tempel auf, und wurde daselbst verehret. Wenn er sich öffentlich sehen ließ, begleiteten ihn die vornehmsten Herren und die Priester, und trug er in der band eine kleine flöte, auf welcher er zum öfftern spielte, um zu verstehen zu geben, daß er auf der straffen wäre, und so bald brachten die wciber ihre kinder zu ihm, seinen fegen zn empfahen, das übrige volck aber warff sich vor seine füsse, und betete ihn an als einen Gott. Des nachts über verwahrten sie ihn mit weit grösserer sorgfalt in einem vestcn gefangmß. Allein nach verflieffung eines jahrs wurde er mit vielen ceremonien geopffert, und an dessen stelle den Priestern ein anderer ftlav überlieffert, auf das folgende jähr den götzen abzugeben. Kill. siehe Gradisca / ist eine dem hauß Oesterreich zuständige vestung im Friaul, welche am fluß Lifonzo lieget. Sie ist die Haupt - stadt von einer besondern Grafschafft, welche der Kayser Ferdinandus III an. ir-4l zu einer unmittelbaren gefürsteten Reichs-Grafschafft machte, und dem Fürsten von Eggenberg überließ, damit er in ansehüng dessen sitz und stimme auf den Rerchs - tag erhalten konte. Es ist fonsten selbige ein stück von der Grafschafft Görtz, so im Hertzogthum Crain gelegen. An. 1717 ist sie nach abgang der Eggenbergifchen familie dem Grafen von Althan von, Kayser gegeben worden. kclckreikung von Lrsln. in ko- pogr. in clelcrchc. tiunA. p. 217. Gradisca / ist eine stadt in Ungarn, welche die dadurch flies- sende Sau in alt - und neu - Gradisca theilet, und liegt jene in Boßnien, diese aber in Sclavonien. Sie wurde an. isüi durch den Hcrtzog von Croy eingenommen. Einige wollen, daß sie bey den alten s-rvmum sey genennet worden. Gradier von Grätz / Freyherren aus Steyrmarck, waren gewaltige lands-Hcrren, welche neben Gvgeiiwitz und Faustetten auch die Frey - Herrfchafft Eglisau besessen. Als Vigllius und Bernhard, beyde Freyherren, von Hertzog Sigmund von Oesterreich vertrieben wurden, nahmen sie an. 146° bey der stadt Zürich ihre zuflucht, und crkaufften von ihnen die stadt und das, schloß Eglisau, samt der zugehörigen Herrfchafft, zogen milder Züricher hülffe für Winterthur, Frauenfeld, Diessenhofen, Sonnenberg, Brägentz, rc. und nahmen alle diese orte ein- Vtgilrus starb an. 1467, und liegt bey den Augustinern in Zürich begraben; Bernhard aber hat, laut eines in ertz gegossenen schonen Lx-rsxku, seine ruhstätte zu Eglisau. * Gradlitt/ eine Herrfchafft in Böhmen, im Königgratzer crayß, ,4 meilen von Prag gegen Schlesien an der Elbe gelegen, zwischen Jaromirsch und ässönigshof, hat einen >^ck - flecken gleiches namens, nebst einem schloß auf einem felfcn, und gehört dem Grafen von Sporck. In dieser Herrfchafft, eine halbe stund von dem schloß Gradlitz, liegt das Kuckusbad oder Kurbrunn aufemem abhängigen mit wilden bäumen bewachsenen berge. .Als man die krafft dieses Wassers erkennet, ließ der GrafFrantz Anton Sporck den weg dazu räumen, an. 1692 den brunnen umgraben, und v,e gellen einfassen, hernach in folgenden zahren capellen, wirthr- bequeme Wohnungen vor die bad-aäste, und sonderlich an. 1704 ein prächtiges bad - hauß aufführen", und viel andere iustbarkecken vor die bad-gäste anrichten, hat auch allda ein howlta! vor 100 presthayte soldaten, und eine sehr prächtige Arche mit künstlichen grufftcn, und ein klostcr vor die Jungfrauen des vrdens -nnun-mtL erbauet. p- 4; eine stM jm Friaul, zwischen den morastigen vrtern an dem Venetlamschen meer - bissen gelegen. Vor zeilen war sie ern patnarchalilcher ytz, der nachgehends nach Aguileia, und von dar etwan vor -<-o mdren nach Venedig verlegt wurde. Dieses ist der yrt, astw»8. Marei catdeder oder predigt-stuhl verwahret wird, als welcher von dem Kanftr Heraclio hicher geschickt wor- den. An. 1276 crneiirte Pabst Alexander IV die p-ivüe-.-, welche der hiesige Patriarch an. von Leone IX empfanqcn, und vermehrte stlbige. Der patriarchalische sitz wurde von Nicolas V nach Venedig versetzt, und Laurentius Justinianus war der erste, der solche wurde genoß. Um das jähr sor hielte ein Bsschvff, namens Ellas, daselbst einen iynoNum. Anjetzo ist die stadt Grad» m k-mem sonderlichen ansehen, und liegt ungefähr ir meilen von Aguueja. Os/r-lo/r in ckro». sä »n. 6c>r. Gradonigo/oder Grademgo / eine von den ir ältesten edlen familen zn Venedig/ so 4 Dogen hervor gebracht. Der erste war Pmus/ welchen mel auwr-8 an statt Grademgo fälschlich Lradomco nennen. Er ward an. 8;s nach Johanne Particivaiio crwehlt/ und reglerle mit sonderbarer kluqheit. Dem Griechischen Kayser Lheophilo / welcher ihn auch mildem kiml eines Nrorosps- »ri, bechrt / halffer mit grossem Nachdruck wider die Saracenen/ gegen welche er aber einsmais so galeerm verkehr. VondemOcci- dentaiischen Kayser Lndovico II erlangte er unterschiedene ansehnliche priviiegi- vor seine Republic. Endlich ward er an. 864 bey einem aufstand des vslcks / und zwar in der kirch m s»n LLcvrn-,. ermordet; worauf ihm Nicht sein söhn/ welchen er sich noch bey seinem leben als einen collegen -HunM hatte/ sondern Ursus Daduero I in der Herzoglichen würde nachfolgte. Von dem andern und dritten Doge aus der Gravenigischen familie/ ncmlich Pctro II / und Darchvlomao sind 2 absonderliche articuls zu lesen. Der vierte aus diesem geschlecht/ namens Johannes / ward an. i;;4 an des enihaupteken Marini Falter stelle zum Doge gemacht; Er war sehr Mich vongesicht/ und dabey mit einer so grossen nase versehen/ daß man ihn deßwegen >1 ^»lkne nennete/ allein sein verstand wurde durchgehends gerühmt. Gleich in dem ansang seiner regierung schloß er einen frieden oder vielmehr einen stillstand mit den Genuesern. Hernach bekam er mit dem König in Ungarn/ Lndovico / wegen dem Königreich Dalmakien einige streitigkeilen. Nach seinem an- i;;S erfolgten tod tucccäirte ihm Johann Delphino. Me Gradenigische familie ist noch heutiges tags zu Venedig in großem fior/ und hat zu allen zelten solche leme hervorgebracht / welche in LMdLkLne,, gebraucht/ und zu den ansehnlichsten ehrcn-stellen der Republic gezogen worden. An. 160s befand sich Vincentius Grademgo als Venetianischer LmbsiLä-ur zu Grätz bey dem beylager Kaysers Ferdinandi II/ welcher damals nur Ertz-Hertzog war/ mit der Bayrischen Printzeßin Maria Anna/ bey welcher solennitat er den Pfältzischen über sich soll haben die oderhand nehmen lassen; wiewol von den Ve» nctianern solches beständig geleugnet wird. Bon Francisco Grademgo ist angcmcrckt worden/ daß er an. 1; 82/ da er einer von den c»pi ll-iis qu-r-intiscriinin-is gewesen/ sehrstarckaufdleab» schaffung/ oder zum wenigsten auf die erniedrigung/ des allzu- macytiaen Lo-Mgli» «n »isci gedrungen. Die von dem edlen ge« schlechfder Delfini geben sich vor einen neben - äst, des Grademgr- schm geschlechts aus. Doch führen sie unterschiedene waapen/ nemlich die oeiüni z Meerschweine / die Gradenighl aber eme lei« ter/ womitaufdasLateinische wort8»aus gezielt wird- kM llucL!. L-Se// ;or. Gradonigo / (Petrus II) wurde an. 129° zum Hertzog von Venedig erwählet. Er entdeckte durch seme klughelt dle von Ba,a- montc Ticpolo angesponnene c.-,mp,rsri->n, und verhinderte also das Unglück/ welches der Republic darauß hatte wiederfahren können? Damit nun das andenckm dieses ihres erhalters allezeit in ehren bllebe/ so verordnete die Republic/,daß der 8- Catharl- nenckag/ an welchemdieser Gradonigo erwählet worden/ seyer- lich begangen werden solle- >. z c. k aal/ wo sich der Adel be'y erwehlrmg der Magistrats - Personen «^I'wmmlcl/ erbauet. kill. Ven. a-c. r kk. r. .ine Adeliche familie in Lhurmgm/ von wcl. um das jähr 1490 gelebek. Dessen enckel/ KrWoiffmssK ainm das M^9 , Wolff Wolff Caspar am em Wachtmeister gewesen/ und an. is;/ Conrads / Milchet Er hatte; söhne: ^-lvonM chttlstadlan^ terschtedcneklndcrgeVW Ernst Quirumm/ we!N?e stelle ^kleidet, Gräftch 552 grä Gräftnhazmiche»/ bißweilen HäMiche» qeNällNk/ ein stadt« ttlnund amtlm Cbur-Sachsischen eräyse zwischen Wtttenderg und Bttterfeld/ von jedem ort 2 messen gelegen- Es ist im dreißig» lahrigcn krreg verbrannt worden. mpogr. ssx. wx. p. >o<. Gräfing/ ein kleiner Bayrischer marck-fleckctt im Bißthum Freysingen und demMünchtschen land-gericht Schwaben i meil von Ebersbcrg gelegen. Der ort ist sehr alt/ und sollen daselbst im 6 seculo die troupvenderConstantinopolitanischenKaysernJustini r!nd Jnstiniani eine gedoppelte niedcrlag von dem Bayrischen Hertzog Lhcodon iVI. erlitten haben. ^nnsl. Uoj. I. * Grätz / lat. Qrsjscum , 6r«cium und Lsvsris , eine prächtige siadt in Nicder-Steycrmarck. Sie ist die Haupt - stadt des landes/ nebst einem schönen schloß/allwo vor Zeiten Kayser Ferdinandusll/ eils er noch Ertz-Hcrtzog von Oesterreich war/ zu residiren pstegte. Sie ligt am fluß Mure/ ekwan ir oder i; weilen von Wicn/und r Meilen / wo die Mure und Dräue zusammen fliehen. Der ort ist zimlich fest/ und mit einem wall und doll-wcrcken/ auch schönen festen thoren versehen, sonderlich aber wird das ober-schlvß fast für unüberwindlich gehalten/ weil es auf einem berg gelegen/ so uni und um frey und festigt ist / und dem gantzcn lande herum gebieten kan. Die landschafft hat allda tlirland - hauß / und ein» nehmer-amt/ und es werden die land-tägc daselbst angestellet. Es ist auch die Jnncr-Oesterreichlsche rcgierung daselbst / dahin alle ÄppsiUriolies aus Sicycr/ Kärndten/ Cräin/ Windischmarck und Görtz gehen. Dahero stets ein grosser Adel da wohnet/ auch jährlich 2 vornehme märcktc oder messen/ zu mit-fasten und 8. Ae- gidii/ deren jeder 14 tag wahret/ allhicr gehalten werden. Es sind daselbst viel kirchcn/ auch ein ansehnliches Jcsuitcr»cM!cgm>i,, nebst einer hohen schul und viel schöne Hcrrschaffssiche Palläste. bclctircit,. llngsrn. Grätz/ Böhm.Hradecz/ ist der name einiger städte in Böhmen/ darunter eine nebst einem schloß im Bcchlner-cräyßohnweit Dudweiß ligt. Von Nönigin Grätz ist ein besonderer acticul- Lei/e,-. looox;-. kotiern, 9. Grätz / im Voigtland/ siehe Graitz. Gräve/ (Johann Georg) ein berühmter ffrokcllor xollrica:, Iiillnrisrum Ulld e!oquenri.r ZU Utrecht / war dttl 29 jaN. an. i6;r zu Naumburg gebohren. Sein Vater war Georg Gravc/ Stiffts-Daumeistcr zu Naumburg/dicmutter Catharina Plrelsch, nenn. Anfänglich wurde er in seinem Vaterland unterrichtet/ bald aber in die schul-pforte geschickt. Daselbst warcrsonderlich fleißig/ und gewehnte sich dasiiacht-sitzenan/ welches er auch biß an leinen tod getrieben. Insonderheit brachte er die meiste zeit der nacht mit lesnng des Homeri und Hcsiodi zu/ und setzte sich dardurch im Griechischen fest. Darmit zog er nach Leipzig / und wurde von AndreaNivino wohl unterrichtet. Ncchst dem horte er Johannen: Slrauchium/ welcher damals villor. und °>oc,. vrofeUur zu Leipzig war/ welcher ihn auch zu der juri^ruäcnr anreihte/ worzn er aber keine sonderliche tust hatte. Er machte sich auch mit Thoma Rei- riesio/ der damals noch zu Altenbnrq war/bekandt. Jndesien schickte ihn sein vater nach Ost-Fneßlanv / den dem Grafen eine grosse und alte schuld einzutreiben; Als er dieselbe aufgebracht/ kam ihn die lust an / Salmasium/ Hcinsium und Gronovium/ kennen zu lernen / kam derowegcn zu diesem letztem nach Deven- tcr/ wclchcrbald merckte/ woran es dem Grävio fehlte/ fragte ihn dcrohalbcn/ ob er auch Latein reden und schreiben komc? Grävio kam diese frag sehr fremd vor/ und gab ziir antwort / daß «r diese spraach wohl innen hätte. Gronovius fragte weiter! oder denn die e?>lloi.^(.'>ccro„jz wohl verstünde? Grävius nULrwte sich in einer prob. Dieser hieß ihm die erste unter den s^mNisr epistcln auslegen / und da Grävius solche von work zu Wort in das Teutsche übersetzte/ spürte Gronovius / daß er zwar die qrammatic wohl verstünde/ aber darum die alte Römische spraach und rechte krafft der rcdcns-artcn / welche allein aus. gründlicher crkanntnuß der Römischengcwonhcitcn und s,wqi»täten gesammlet werden/ noch den weitem nicht ponrmrte; ficng dcrohalbcn an von dem rechten verstand und Nachdruck etlicher Worten mit ihm zu handeln / und ihm solche zu erklären/ daß Grävius seine Unwissenheit sreywillig bekennen muste/ mit dem erbieten/ untercincm solchen lchrmeister von körnen anzufangen / wie er denn auch das meiste seiner --ruäicion Gronovio zu vcrdancken. Zwey jähr brachte er also bcv ihme zu / darnach gienq er in Holland / und weil Salmaffus und Heinsius inzwischen zu Lcydcn verstorben waren/ wandle er sich zuAlcrandro Moro und David Blondcl nach Amsterdam. Aufderen einrathen übte er sich in der Historie und thcologie/nahm auch die Rcformirte rcllgion an. Nachdem er da,eldst fast 2 jähr gclebct/ wurde er an Johanuis Schullingii stelle nach Duisburg/ und als Gronovius nach Lcydcn kam/ an. i6z8 nach Dcventcrbe» ruffcn; von dar wurde er an.i ss i nach Utrecht vociret/ wohtn er die ausländer/ auch viel Fürsten und andere stands-personcn/ in grosser menge/ hinzog. Erhalte auch Utrecht so lieb/ daß ob er gleich viel voc.irio^-,> „ach Amsterdam/ Lcydcn/ Venedig/ auch von dcmKönig in Preussen und dem Fürstcnlhum von Pfaltz hatte/ er sich doch auk keine weiß von dar wegbegcbcn wolle. AIs er nun daselbst mit grossem rühm viel jahregelcbet/ machte ihn der König Wilhelmus III von Engclland zu seinem mllorio^pko. An. 1702 wurde er mit dem schwinde! / schwäche der äugen und andern zufallen bchafftet/ worzu noch seiner frauen tod kam/ mit welcher er viel jähre glücklich gclebet. An. ,70z den n jan- hatte er früh den Printzen vonOst-Fricßland und die Gasen von Jscnburg in- vrnnret/ undgiengum den mittag aus; unterwegs überfiel ih» keruberlcbet. Seme schnfften sind: »-llo-iuscumnoch; ciceronj» epillo!« sä ksmilisr«; sä Lcricum; vKcis; orsrioncz cum noäri stukinus; 8 uctonius; klorus; wucisnus cum noris; rlielsurui smj' quirsrum Komsnsrum; rkelsuru 5 smilzuirsrum Icslicsrum, orsric, xsrenrslis. sSS-- , 70 ; x. i3x. T'emLeü cmisuL bibl. p. 4 -ir * Grave/ (Gottfried) ein bruder des vorigen/ ward an iss, ln Naumblira gebohren / und legte den gründ zu seinen -iuäü- derland-schtssezu Pforla.An. 1661 zogeraufdieuniverfitätnack Leipzig / da ihm sern vettcr Johannes Schilterus guten vor« that / blfi er sich an. 166; zu seinem bruder nach Holland beaab/ bey dem er sich 2 jähr lang aufgehalten/ und in den darin- nm er exc-i„rte/ so geschickt gemacht/ daß er sich nicht weniaer ehre als sem bruder wurde erworben haben/ wann er nicht zu an. dem Verrichtungen gekommen wäre; Er wurde aber an 167t zum Ober-Sladrschrciber in Leipzig erwehlet; an. 1681'mit m den Rath gezogen/ und an. 1698 s^äicu-; in welchem amter durch seme-p?i>cstion. rrfahrung/ und geschickte feder/sich einen besondern rühm erworben/ auch darbeyder öffentlichen Ratbs. bidttothec grosse dienste gethan. An. 1709 übernahm er das ihm auffgetragene Burgermeister-amk/ ohngeachtet er es schon das jabp vorher bey einer andern vsc-m- ausgeschlagen. An. 1719 den r« oct. überfiel ihn ein schlag-fiuß aufdem rath-hauß / davon erdest andern tag mi 78 jähr seines aiters verschieden. Gräventhal/ eine mittelmäßige stadt / amt nnd Herrfchaffi an dcr Zvple / und dem ende des Lhüringer-walds gelegen/ wo. durch die grvste aus Thüringen und Francken gehet. Sie hat ihren »amen von den Grafen / und jst die rrsäMo». daß nach Überwindung der Sorbcn-Wenden das gerjcht von dem sogenannten zwischen hier und Salfcld gelegenen dörfflein zur Hvheneich/ welches nur in einer kirche/ pfarr-und jäger-hauß bestehet/ wohin die umliegenden orler in die kirch gehen / woselbst man auch annoch cmcn ort zeiget / der insgemein der Ressel oder daswen- dischc gcricht gencnnct wird / hichcr gelegt worden / welches umiotstel wahrscheinlicher ist/ weil die von Pappenheim/ als sie Gravcnthal gehabt/ deßwegen absonderlich vom Reich mit dem Hals-gericht geliehen worden / hätte also diesen ort von den Gra. fen solches gcrichts die benennung erhallen. Das gleich ander stadt aufeinemhohen berg gclegcneschloß heist Wespenstein/ vielleicht weil daherum viel wcspen zu finden. Nach der zeitsoll dieser äillnÄ von den Hcrtzogcn von Meran beherrschet worden/und nach deren männlichen stamms abgang mitOltoncan. 1248 Her- tzog von Meran an GrafOtto von Orlamünde/ der die ältere Meranische Printzcßüi Beatricem zur ehe gehabt/ mit andern lau- den gekommen seyn. Bey lebzeitcn Graf Sigmunds von Orla, münde aber/ der an. 1447 gestorben/ ist Gräventhal an die Her« tzoge von Sachsen gefallen / und von Hertzoq Friderich und Wil. heim von Sachsen an. 1-N8 Conrad von Pappenheim damit belie» hen worden / daher auch eine besondere linie derer von Pappen- heim da icitäwt hat. Aber an. 1S21 erkauffkeHertzog Mam Philipp zu Sachscn-Altcnbu rg vor sich und seine brüder diese Herr» schafft Gravcnthal von dem Reichs-Erbmarschalln/ GrafMari» milian zu Pappcnhciin/ vor 102089 fl. und 7°° gl. zum reu-kauff. Nach derAltenburgischen linie abgang kam sie an dashauß Gotha/ und im gedachten hauß durch den Haupt- vergleich vom 8 jun. an, 1681 mit andern landen an den jüngsten söhn Ernesti Pii/ Her, tzog Johann Ernsten. ^7«^» proärvm. nill. Grafen / waren zu alten Zeiten des Königs und des Reichs be« amre und Land-richter; denn weil das gantze Königreich der Teutschen Francken in Govett / oder Grafschassten eingetheilel war / wurden selbige darüber gesttzct. Der nanre scheinet ursvrimg« lieh von dem Teutschen work Grau herzukommen / und diesen be» amteu in ansehung ihres alters zu gefallen zu seyn, eben wie die Römer auß gleicher ursach ihre Raths-Herren Scnslore- undr-"-« gcncunet; mästen dann in der that die meisten alte gcschichtfchrei« dcre, welche der Teutschen Meldung thun, von Vcllejo Paterculo und Tacito an biß zu denen zelten, da der name und das anff der Grafen durchgehends im gebrauch gewesen, uns viel beweißlhüm- mer und crempel an die Hand geben, wie unter diesem voick das alter in fonderbahrem ansehen gewesen, und alte männer sürnenM zu solchen ämtern gezogen worden, da viel zu schlichten und zu rathen wäre. Dieser ältesten und ersten Grafen Teutschlands amt nun bestünde gantz auf der justitz, daß sie in m-ickm-und bürgerlichen fachen, so wohl in geist-als weltlichen, in der Grasschajfl, darinnen sie gesessen, recht gesprochen, und gegen die überirettcr, nach ausweisung der Reichs-gesätze und ordnungen, mit gebührender straffe verfahren. Dahero, wenn die Könige neue gesätze ausgehen liessen,wurden solche den Grafen von dem Königlichen Cantz- lcr zugeschicket, welche sie alsdenn musten abschreiben, und in ihren Grafschassten verlesen lasse». Auch musten sie zuweilen bey einem allgemeinen aufbott die Edle und Frcybürger zu kricges-zciten auf- mahnen, sie als derselben Obriste dem Königlichen Heere zufuhren, und des kriegcs endfchaffk auswarten. Damit auch die Grafen em gewisses Haupt hätten, dem sie in abwcstnheit der Könige folge leisteten , so wurde insgemein über etliche Grafen, deren ein jeder über einen , oder eine stadt, oder beyde zugleich zu gebieten hatte, ein Hertzog gcsetzct, und also aus unterschiedenen Grass schafften ein Hertzogthum formiret. Jedoch waren einige Grafen welche keinen Hertzog über sich hatten. Bißweilen ist es auch durch der Könige belieben dahin gekommen, daß einem Grafen 2,) uns gra mehr GraMMen untergeben worden; wlewol doch solches nicht so wohl unter den allen Francken, als unter den jünger», und ferner aus vachlischem stamm entsprossenen Königen zn geschehen pflegt. Hmgegcn ivenn einp-- 8 w gar zu groß, und also der Unterthanen m demselben gar zn me! , day ein eintziger Graf die qerichts- «nd-andere fachen nicht füglich bestreiten können, oder sich auch rindere wichtige Ursachen funden, ist derselbe in unterschiedene Grasschafften getheilet worden. Es besassen aber die Grasen ihre Grafschafften n-cht eigenthümlich , sondern im namen der Königs oder Kayscr, und hatte ein jeder Graf gewisse land-güter von dem Könige zu lehrn, darvon er sich und die scinigen ernähren, und seinen stand fuhren konte. Es waren ihnen auch sonderbare Königliche leib-eigcne angewiesen, die solche guter der Herrschafft zu nutz erbauen, bestellen und handhaben mußten. Darneben bekamen sie und ihre beysitzer im genetzte insgemein den dritten theil der dem Llto heimgefallenen straffen. Zum öfftern hatten fle auch ihre erbauter darbey, oder wenn sie ihren, amtc wohl vorstunden, bekamen sie dergleichen in oder ausser der Grafschastt. Es waren selbige nicht erblich, und wurden der Grafen söhne nur junge Herren genennet. Jedoch, wenn der erben einer nach des vatcrs tod fähig war,dessen stelle zu bekleiden, wurde er andern vorgezogen. Es waren aber der Grafen mancherley art: die Frey-Grafen waren über die heimlichen gerichte bestellet; die Holtz-oder Wald-Grafen / beobachteten die Waldungen, forste und wild-bahnen; die Marg-Grafen bewahrten die gräritzen; die Land-Grafen waren die obersten Richter über eine gantze Proviutz; die Pfaltz-Grafen waren Kay- serliche richtcr in den landen, wörinnen die Kauser ihre palläsic hatten , und welche sie ihnen ins besondere vorbehielten; die Burq- Graftn waren über eine Kayserstche bürg oder gewisse festung des Reichs bestellet; die Heer-Grafen fübreten das kriegcs-hecr. Anch sindnoch dieBach-Ding-Gav-Haust-Rhein-Revers-Rug- Saltz- lmd Zent - Grafen nach der zeit aufgekommen, und über gewisse gerichte bestellet worden. Mit der reit, und da die Fürsten sich bey ihren Fürsteuthümern erblich machten, und zu der iandes- hohcit emporschwangen, haben auch die ReichS-Graftn dergleichen in ihren Grafschafften und landen gethan, und sind theils aus gnaden, theils wegen ihren meriten, mit ihren Grafschafften erblich belieben worden; theils haben sie auch selbige eigenthätig an sich gezogen, und sind also zu eigener regierung gekommen. Wie denn, was die unmittelbare Reichs - Grafen anbelangt, sie in ihren unmittelbare» gütern alle landes-herrliche Hoheit zu crcr- ciren haben. Es haben auch sclblge sitz und stimme auf dem Reichs-tage, jedoch daß sie insgesamt nicht mehr als 4 v«z m dem Fürstlichen ccnießio nach ihren 4 bäncken ausmachen. Vor dem Reichs-tage zu Reaenspnrg an. 1641 waren nur zweybäncke der sämtlichen Reichs-Graftn und Herren. Sie sind aber damals nicht allein zu dem dritten, namentlich dem Fränckischen vo ». gelassen worden, sondern es ist auch auf dem Reichs-tage von an. 1654 den Westvbalischen Grafen ein vmum eingeräumet worden; daß solchem nach anietzo aufdem Reichs-tage 4 Rcichs-Gräfliche als das Wetleranische, Westphälische, Schwäbische und Fränkische Lamirruet, und wegen der sämtlichen Grafen und Herren aufder weltlichen Fürsten-banck 4 ' absonderlich ansgeruffen, und wie fle sich dcshalben in ihren coliegw verglichen,abgeleget werden. >. r. tzv mor. Qcrm. noci'r. Osll. ouc> loco i wisse» nicht» esLk^Kl'EmoderSchwaben rechnensolkn. DochgeK es bMr zu Schwaben,, weil noch jetzo die freue Rittcrschäfft im Grarchgau znr iL-chwabischen Ritterschafft gehöret. Den namen hat das land von dem stnß Greich, wiewohl Chyträus in einer be» von Gralchgau denselben von den Griechen herfüh. ren wlü, welche steh daselbst sollen niedergesetzt haben. Die haupt- rst Heydelberg. In alten zelten war der Graichgau Mt stuck des p^-r.obotzun°»tzs, heutiges tages Ladcnberg, davon »reber,e!nen besondern trE-c geschrieben. Von demselben M».^'^d'bert e,n gut theil dem 8. Ainando Bischofs zu Wolms geschencket, davon dessen nachkommen den Graichgan ih- Hertzogen von Francken, nach der zeit zu lehn gcrem-et,welches ^reincus in die zelten Ottonis I setzet. Nachdem aber Hertzog Conrad von Francken den Kayserüchen thron bestieg, gab er seinem söhn Friedrich das Hertzogthum Francken, den Gralchgau aber seines bruders söhn Conrad , welcher nachmals Pfaltzgrnf bey Rhein wurde, und diesen strich landes, worinn die Grafschastt Stahlbühl gelegen,an die Pfaltz verknüpffte, wre denn noch heutiges tages der grostc theil davon dem Churfürsten vo» der Pfaltz zustehet, welcher von dem siifft Worms in einigen stücken noch die lehne erkennet. 14 . A cvcl. käl. 2". r. ö- epjsc. Qerm. c. 7 p. los. LNN. I. 9 p. ; p. 484. Gmham/ Gram» / (Jacob) Marggrafvon MontrostMao aus etnervornehmen Schoktiändischen familie qebohrcn, welche von Granio, emem schwager Königs Fergusii II in Schottland,, der zu zeiten der Orientalischen und Occidentaiischen Kayser Ar- cadii und Honorii gclebet,ihren Ursprung,und in den folgenden zelten den Marggrafllchen titul von der städt Montrost erhalten hat. Zu zeiten Königs Caroli I in Engelland, war er General von Schottland zn wasser und land, muste aber bey damaliger unruhe von den rebellen sich; mal in ein hartes gefängniß werffen, und so vielma! aus dem vateriande jagen lassen ; nichts destoweniger blieb er seinem König getreu, eroberte an. 1644 Perth und Aber., deen,schlug den Grafen von Ärgste, und nöthigte verschiedene Prv- vintzen zum gehorsam, worauf:r sich auch der stadt Edenburg bemächtigte. An. 1646 schlug er die feindliche trouppen. Nachdem aber Carolus I bald darauf gefangen genommen und enthauptet, wurde, flüchtete Grabam aus Schottland nach Franckreich; von dar wendete er sich in Teutschland, und ward Feld-Marschall übee dieReichs-vöicker. An. i6?oberieffihn Carolus II, welcherdm todt seines vaters rächen wolle, zu sich, gab ihm das crin-msn-lo sei« ncr armee, und machte ihn zum Ritter des hostnbandes. Er hielt sich auch eine zeitlang bey demselben in der instst Jersey auf; als er aber in Schottland anlangete, und es am 7 may des gedachtem jahrs zwischen ihm und dem feindlichen General David Leslie z« einem treffen kam, schlug er dermassen unglücklich, daß seine armee gäntzlich ruiniret wurde, und er sich mit genauer noch durchs schwimmen rettete, da er sich denn 4 tage in einem liessen morast unter dem schilff-rohr verborgen gehalten, und vor Hunger genolhi- get worden, anfangs seine Hand-schuh, nachmals aber sein fleisch an den ärmen abzunagen , bis ihn ein daselbst vorbey-gehcndcr baue entdeckte, und hernach vor das Parlament zu Edenburg brachte, da er denn kurtz darauf folgender Massen hingerichtet wurde; Erstlich wurde er an einen galgen gehänget, wieder herunter genommen, und ihm das Haupt abgeschlagen, und solches vor dem Königlichen pallast auf einen pfähl gesteckt, hernach wurde ihm das Hertz aus dem leibe gerissen, und der cörper gevicrtheilet. Nachdem aber Carolus II auf dein thron bevestigt war,ließ er an. 1661 dessen gebeuie wieder zusammen suchen, und ihm ein prächtig leich-bLgangmß halten. 6- rede!!. Liißlic. D« i»itoi,e universelle r. 6 öe 9. Graillv / (lea» ste) CepkLl oder Herr von Buch in den so genannten t.Lucles, oder der sandechten gegend von Bonrdeaur, aus dein Hanse Foir, war einer der berühmtesten Generalen semer zeck. Er commandirte an. i;64 Caroli Komgs von Navarra trouppen wider den König in Franckreich , Carolum V, bey der unweikCo- cherel in der Normandie gehaltenen schlacht , allwo er von Ber- trand^u Gncstlln^ , und nicht eher,a sän. -^nachdem erfolgten fttedens-schlmD, den ^stlbst vennittelt yatle. MwLM Fmnckrcsthljab ihm hierauf aus si-iner tavsserkcit das schloß Mmvurs zu lehn; dre 8 aber gchm Engelland war so groß,daß er hernach solches lehn tz-wsi wieder aufqab , und den Engellandern wider Manckreich d,e- nett Nachdem er sich bey vielen gelegenheittn sehr tapffer erwie- tz-uwnrdc er an. - ,72 vor Sonbize abermals gefangen, und luden kirch-thul'N Parjs ^setzet / woraus ihn der Äonig in Engelland anfalle weise wiederum zn crlojen suchte, auch die fache oahm brach tt,daß er,wofern er einen eyd lhnii wurde, dw Waffen Niemals m bk gegen Franckreich zu fuhren,wiederum auf freyen fuß gestel- II theil. Aaaa let 554 M !et würde. Allein, er erwählte lieber im gefängniß zu sterben/ welches auch geschahe / nachdem er 5 jähr gefangen gesessen. still. AencsI. ste Zgvoxe. ßenesl. tsw. Qsll. p. irl. M-Ler/r/ IM. r. r. v«»re/ t. r kub Lsroio V. s xiii, in welchen viel merckwürdige dinge enthalten. §0^/ bibiiork. krznx, Graindorge/ (Andreas) aus der stadt Caen gebürtig/war der erste/welcher leinen-zeug mit allerhand siguren zu würcken erfände/ es aber nicht in solchen stand setzte / wie wir es heute zu tag haben/ indem er anfänglich nichts hinein brachte/als muten und dlumen; allein sein söhn Richard / welcher 82 iahr alt wurde/ perkeüionirte es vollends/indem er erfand/ wie man allerhand arten von thieren/ auch andere sehr schöne fiquren darein würcken könte. Er machte auch allerhand tafel-lücher von solcher galtung / und steilere an verschiedenen orten in Franckreich dergleichen manufacturen am so wohl als Michael dieses Richards söhn; so daß man dieses ge- werd/ von deme sich nun so viel tausend Personen in-und ausserhalb Franckreich ernähren / diesen z Graindorgcs vornemlich zu ver- dancken hat. L/-F. nv. » Graitz/ Grätz/eine stadt in dem Voigtlande,zwischen Planen und Germ an der Elster gelegen, gehört den Grafen Reuß / welche zwey refdentz-schlösser / nemlich das obere auf einem hohen seifen/ und das untere in der stadt daselbst haben / deren jedes von einem absonderlichen Grafen bewohnt wird. Gramaye / (Jo. Baptist«) Päbstlicher ?rocon»rsriu5 und Probst zu Arnheiny war zu Antwerpen, aus einer familie, die aus Geldern hcrstammte,gebohren,und studirte zu Löven,allwo er auch in der rbetoric unterrichtete. Nachmals wurde er iMoriog,»pyus in den Niederlanden,und that eine reise inTeutschland undJtalicn. Er wolle hierauf in Lrpanien gehen,wurde aber durch die Corsaren zu Algier gefangen, welche ihn in Afticam führcten, bey welcher aelegcnheit er viel länder sahe, welche er nachmals beschrieben. Als er in die Niederlande zurückgekommen, that er eine reise in Mähren und Schlesien, allwo ihm der Cardinal Dietrichstein die anflicht über ein coii-gium auftrug. Nach einiger zeit kam er zurücke nach Antwerpen,und als er wieder in Schlesien gehen wolle, wurde er zu Lübeck an. 16); kranck,und starb daselbst. Er verstund die sprachen wohl/war auch ein guter poet und iMoncur. Man hat Von ihm lEorism Lrsbrncis: ; snvgnirrcezstuczm; K-Lbsnri«; s/i- tiguirLkc8 klrnstri« ; dt^murcum;, LtHc« illullrsk« libror 10 ; stigri- um Lrgelcnke. biirl. x.4;r. Lelg. Lstr««« ste kcri^c. tcc. 17. Grami/ siehe Graham. Grammanus / (Nicolaus) gebürtig von Helmeritz, einem städtlein in der Marck Brandenburg , war an. r?4l gebohren, und hatte zum vatcr, Iobanuem, einen schuster und Raths,berni selbigen orts. Weil ihm selbiger frühzeitig abaieng , und wenig Mittel hinterließ, kam er anfänglich zu einem kuh-hirtcn ; als aber der Pfarrer stlbigen orts ein gutes mge,»'um den ihm mcrckte,wurde er in die schule geschickt / und daselbst in der grammatic informiret. Im 1; jähr seines alters kam er in die schule nach Hof, woselbst er sich bey einem bürgcr kümmerlich hinbrachte. An. 1^64. als der Marggraf von Eulmbach dem Supcrwrcnst-nccn daselbst befohlen, einen jungen menschen, welcher zu einem tüchtig, nach Anspach ms-x-men zu schicke», wurde dieser Grammanus darzu ersehen, welcher daraufnach Wittenberg geschicket, und der erste Marggra'fliche Kipenstiar daselbst wurde. Als er an diesem ort 5 jähr den stustiis obgelegen, wurde er an. 1567 durch Vermittlung seines Patrons,Paust Eberi, trister, und an. 1^69 zum vis-on» «ach hofberussen. An. 157z wurde er Diaconus zu Culmbach, und an. 1 ;?7 zum Supcrinrenstsnk daselbst verordnet/welche stelle er auch gantzer 24 jähr verwaltet hat. Er starb zu Culmbach den 2 apr. . biß zu der stelle des Connestables von Burgund M gestiegen ist. Wilhelm Baron von Gränze, ein söhn des Huaiienln st- Gränze,welcher schon ums jahr 1120 Comis-Lkic von Burgund gewesen, bauete auf einem derg nicht gar weit von Granae e n neues schloß, samt einem dorffam fluß desselben, nennete es Grand- mont, und schlüge auch viele seiner daherum liegenden güteren dazu. Erhalte z söhne, Theodulum, der zum BißthmnmSittmw Wallis gelangt, und wegen seiner Heiligkeit von, Pahst worden; Guy, welcher drekaron,- von Gränze ererbt, und Wilhelm, deme Grammont zugefallen. Wie nun die einige tochier des Guy namens Alix, sich in das Haus Montbeillard verheyrachet, und demselbigen!den grösten theil der ksronie Gränze zugebracht, Wilhelm aber,so den stam allein fortpstantzte,die herrschafftGram- mont, als seine vornehmste besitz,mg ansähe; so nähme er auch solche »amen davon an, und vermehrte selbige mit ansehnlichen qü- teren; wiewohl im übrigen das waapen des Hauses Gränze,so wie es die c-gcr-zu führen pflegten, annoch eine zeit lang unter seinen nachkommenden bliebe. Dieser Wilhelm starb an. 1240 als Qrzng Lsiiick ober Ober-landvogt von beyden Burgundien, nachdeme er von Margaretha st- i» Verre, eines hoch-adelichen geschlechts in den Niederlanden, einen einigen söhn namens Guy erzeuget, welcher das heutige Grammontische waapen aus anlaß seines in öffentlichem zweykampff wider einen Englischen Ritter erhaltenen sieges soll angenommen haben. Er lebte noch an. 1258, in wel, chem sein annoch vorhandenes Testament st-mt ist. Seine gemah« l,„ war Beatrix von Monkaaut, deren vater Eudo von Mvntagut, die Mutter aber Elisabeth aus dem hauß Courtenay hergestammet; Die gebühre ihme Guillmume II st- Grammont, und Guyvt -l- Grammont, welche beyde stämm nach sich gelassen. Guillaume II hatte von Gillemette st- i» Guiche Guillaume III und Henry,einen Rhvdiser Ritter. Guillaume III ererbte zu Grammont, und deme in der kawiii- noch übrigen theil von der karom- Gränze, annoch die seiner fran Mutter zukommende Herrschaft Vellesou, und wäre mit unter denen Herren , welche frcynnliig und als verbündete Eduardo Grafen von Savoyen wider Guy Dauphin von Wen« „ois zu hülffe zogen. Er starb an. 1 ;66, hinterlassende von Margarethe, st- Fallen , welche ihme die Herrschaften Fallen und>, KocUe lur zugebracht, einen einigen söhn Iacobum Anto- nium. Dieser bekäme zur ehe aus dem hauß Coligny und deren Mutter Guye st- Ch->tillon noch ferner des in den Frau« tzösischen geschichlen berühmten Gny Chatiüvn tvchter war, jo unter Philippo 1.ongo Qranci ge krsncs gewesen ist, welchem amt das heutige vom Orsng m-nr- g- >zr. liilcric gefolgek. Obige jc-mni- öc ec-Ngny vermehrete das hauß Grammont beydes mit reicher erbschafft, als worein sie die LtiäriUon Ou^okce , samt den herrfchassten Lkaucle-konrrine , Mr- cliLur, ?«uNlonei> vursnr, ^loncey, Lc. gebracht, WobeyßeiM übrigen andingte, Laß fürohin dicfes hauß von Grammont sein waapen mit des Hauses von cmgelor coligny seinem verschräncken sollte,welches bisher also geblieben ist, und dann auch mit einer ansehnlichen pMericät, welche in 4 söhnen und z töchtern bestünde. I. Ltienne „ahme den Ritter-orden von Rhodis an. 2. i-gnne ö« Grammont ward erstlich an Guillaume -lc s. Loup, und hernach an Simon Lrio über alle trouppen in den Burgundischen landen ernennet, und zu mehrerer belolmung der von ihme und seinen Voreltern dem Hause Burgund geleisteten diensten wurde seine Baronie von Chatillon Guyotte mit denen zugehörigen orten, an. 1517 von der Ertz-Hertzogin Margarethe,, zu einer freyen vogtey samt hoher, mittlerer und niederer justitz erkläret. Er vermählte fich am izoS mit Guillemette-le Fettigni/ welche ihme die herr- schaffkenFettigm, Bournay und 8. Germain zubrachte / undge- bahre 1. H-n II / so den ästcrn stamm fortgepflantzt, wie jetzt gleich soll qemelder werden; -.Leonard , weicher des grossen Cantzlers Nicolai Perrenotti tochter Margaretha Perrenot zur ehe gehabt, dabey Caroli V Cammerherr gewesen, und an. i;sü starb, mit Hinterlassung einer ewigen tochter, so erstlich an einen Herrn von Falleran und Grandchamp, nach dessen tod aber an Henry 6c Vi- semal Ritter und Herrn von Frontcnay verheyrathet worden; z.Humbert, welcher die von ferner mutier in dieses hauß gebrachte Herrschafften nach der von ihro gemachten lubkitmion und mit cinwilligung der 2 alteren brüdern allein geerbt; so daß,als er eine einige tochter Claudine nach sich gelassen, und diese an Claude «e i'Aubepine verheyrathet worden, selbige ansehnliche gütere für einige zeit von dem Hause Grammont wegfielen, aber jedoch bald wiederum durch die heyralh Lnn« 6s i'Aubepine, einiger tvch- ter der obgemeldten mit ihrem verwandten Claude Gabriel 6- Grammont an selbiges zurück gebracht wurden. 4. Guy, der in einem feldzug in Italien m,verheyrathet gestorben. Claude,welcher erstlich ein Benediktiner zu 8. Claude,hernach Abt des kkosters sux rrois kois. und letztlich nach einer ins gelobte land gethanen reise Abt 6e!-cksrike worden. 6. Guillaume, Qr,n6 x,evüc des thum-stifftszuGenff. 7.mit dem zunamen der jüngere, hat den äst von Grammont Chatillon angefangen , welcher sich mit deme von Grammont 6« Jour vereiniget,wie hernach wird gezeigt werden. 8. Anne, welche in erster ehe an Claude 6e Clairon, Herrn von l'Affre,und in der anderen an einen Herrn von Velleroi ies b-ttr, Lc. vermählet worden. 9. Claudine Aebüßin zu Chareau Chälvns. II von Grammont, hatte für sein antheil bekommen die herrschafften von Lerisiandey, Bugey, und Brevant, zeugte von Adrienne 6'Hache 4 söhne und so viel töchteren 1. George, wurde geistlich. -. Charles, Malthcser-Ritter. ;. Claude, anfangs Abt der Abtey 6es rrois «.als, und hernach 2 is Charitt, welches letsteren stiW einkünfften er gar ansehnlich vermehret hat. 4. Marc, so hernach den ältesten stamm fortgepflantzt, wie in folgendem angezeigt wird. Anne, Stiffts-Dame zu Remiremont. 6. Elisabeth Stiffts-Dame zu Espinak. 7. ca. vermählet an den Herrn von Freyney aus einem vornehmen hauß in Lothringen. 8. n. i§. so erstlich an einen Oesterreichischen Herrn, und anderen mals an Friedrich Herrn 6- i'Ammillerie c>hat alv einer cmnp-Zms zu pferd, welche er auf eigenen kosten angeworben,in Flandern gedient, und legte sich an. i;6i beri, Adrienne 6s Grammont aus dem stamm der Grammonts von Joux /welche ihme alle gütere dieses Grammontischen stammens wieder zubrachte , und gebahre i. Antoine, welchem beyde eltern die gütere des jetztgemeldten asts von Joux zutbeileten, mit dem anhang, daß er auch desselben waapen von neuem führen sollte. 2. Is»»nc, erstlich an Jacobum Antonlum von Reynach Ritter und Henn von Montreux, und hernach an krsn^ois 6u vLilms Ritter des Grossen Savoyischen Ordens und K4»rgu>s 6s Riran vermahlet worden. j'Aunc getraut mit Ferdinand 6'Andelsf, Ritter, Baron von gra Magnot, Herrn von Olans, Ertz-Lerk^l Ouuvc iiti-ur von Grev, und ' rl^Hossmeister, beschlossen haben. ^ 'vE wrr zu erst von dem älteste» jugcnannr von ^oux, als welcher durch den Md d-s Gabriels 6s Grammont ohne männliche erben der älteste und nächste an dem Urheber des stammens inner allen ward , mw erhielte an. is-o vön Phillp- po lll Komg ln Spanren die bestättigung der schon vormahls ae^ schehenen aufnchrung der Herrschafft Chatillon Guyotte n ett e L-r°ms. Er heyrarhete seine baaß jeaans L2p-,ll- cis Grammont "ne tochter von Theodule 6-Grammont, und zeugte mit ü i Claude Gaspar, denn Spanischen diensten an. rü-s unverehlicbt gestorben. 2. Claude Antoine, Dom-Herrn bey der hohen Stifft welches er zwar nach seines älteren brubers tod ableast, -vn ch Spanische krtegs-dienste gienge, aber darinn noch unversucht stäche. z. L6„cnnc welche üi erster ebedem Grafen vmr Ntarcoussan, und in der andern Louis 6- Chambre, Rit- Hissw ^ Chambre, 6'Aix und Montreal rc. berge- legt worden. 4. 6alpLrins Ivlsrßuerice, das erste Mal an einen Ba- rp-nn dKorstmvurel, und nach dessen tod an einen Herrn von Baron von Mouconnys, vermahlet. Claudine,eine oe- mah m Charle äUgny, Baron von Varey rc. 6. jc-n krasAb, welcher den stamin allein fortgesetzt. Dieser diente von lügend auf der cron Spanien, legte sonderlich grosse ehre ein in der belagerten stadt Dole an. iü;6, und commandirte den ansfall durch welchen die aufhebung der belagerung veranlasset ward, empsienae abev dabey zwey gefährliche wunden. Er nähme zur ehe an. 1647 krLnzoits cksttmce 6e I- , eine stchstr V 0 N lssri 6s I» ?3>Iuc Ritter-Herrn 6 e Meilly rc. Ludovici XIV Cammer-henn, und al§ diese tin ersten Ünd-bett samt ihrer frucht gestorben , Adrianns Therefe 6 -Bmam, tochter und erbin von Guillaume 6 - Binam, Herrn vonChamberia, Sancia, Meßia, Montieuvant, und 8 Sul- p»ce m Bresse, welche ihm zur weit brachte i. Peronne Alexandri- ne,vermäl)let mit Ferdinand von Jfelin Ritter, Baron von Langn, Herr von Roulans, Bounot und Pouligny. 2. Philippe Eugene- der unverehlicht gestorben. krsn^ois , Dom-Herr unlZ Ober-vscLnus des Stiffts Bssan;on, Bifchoffvon Arethufa, Ab» von s. Vincent, rc. 4. Guillemette Marguerite,Stiffts-Dame zu Beaume. 5. Lnne ki-sn^oiie, kloster-frau 6«lL VikkLnon zu Dole. 6 . Gabriel Philibert, von deme folgt 7-Theodule, starb jung. 8 . eisu6s hrsncoiz, ward Maltheser-Ritter. 9.1-2N Lsipgr, trat in den Benedictiner-Orden in der Abtey s. Claude. i s. Rey- ne Helene, Stiffts-Dame zu Remiremont. n. Eina- nuel Gaspar, auch Ritter zu Maltha, kam um in dem versuch auf Cremona; und 12. I^n(tt,rc!ss. zugenanntvoncliLinh-nL. Der 6te aus dieser zahl Gabriel Philibert, welcher in gegenwärtiger zeit den ersten äst dieses alten und Hoch-Adelichen Hauses erhaltet und fortpflantzet, besitzet den meisten theil der schon oben vielfältig angezogenen Karoneyen und Herrschafften. Nun dann auch auf den andern äst dieses Hauses zu kommen, welcher in den Grafen-stand erhoben worden, aber allbereit wiederum erloschen ist; so ist schon angezeigt, wie solcher aus dem jetzt gleich gemeldten,stamm durch Antoine 6° Grammont, einen söhn Gaspars, und jüngeren bruder des I«sn L»roiae6s Grammont 6e Joux, abgestammet. Er befasse die Herrschafften Grammont- Fallen, Mervelise, Gorwillard, Fondrement, Saunot, Dillers K>u-. LLuoor. Bere rc. samt noch einem theil der alten ksronie Gränze, diente dem König von Spanien schon in der belagerung Osten« de, wurde auch vom Ertz-Hertzog Alberto zu verschiedenen nsZa»». klonen in Engelland und bey den vereinigten Provintzen gebraucht- commandirte auch zu Grey an dem platz seines gedoppelten schwa- gers Ferdinand 6'Andelot, als dessen schwester Adrienne er sich an. i; 98 beylegte; aus welcher ehe gebühren worden, neben Madelei» ne6s Granimont, verheyrathet an Elion 6'Andelot Qouvernsur von Dole, und Beatrix einer gemahlin s-sn Claude 6s Beaujeu, ein einiger söhn Claude Fran?ois 6- Grammont, Ritter, Herr von Grammont und theils i- Grange, Fallen, Mervelise,rc. Dieser ist in die jabr in Spanischen kricgs-diensten gestanden, und von der stelle eines Capitains, und Obristen von der Reuterey bis zum commLn6o verschiedener Lorps 6'<-rmss gestiegen, hat aho vielen schlachten und belagerungm beygewohnt, auch mehrrnalen gefährliche wunden empfangen; es sind ihme auch allerhand wichtige staats-geschäffte st wohl vom Spanischen Hof, als von dem Cardinal Jnfant anvertraut worden, vornehmlich beym Kayser, Ertz- Hertzog Leopold,auch an den Bayerisch-und Lothrmglschen Hosen. An. 1646 gebrauchte ihne der- Loi,v-c„cur »n den Niederlanden Castel Nodrigo, die nach der niederlag desH!»rclic 5 s Caracena zerstreuest Spanische armee wieder zusammlen, mit beseht an alle dani unI) Venkvnlen/ lhmLzugeyvkcheu. Au. i6;i ernennte ihne Philippus IV zum Rttstr seines Hofs. An. i6;6 richtete eben dieser König dessen herrjchafft Grammont zu einer Grafschafft für alle seine nachkommenden männlichen und weiblichen acschlechts auf. An. 1664 ward ihme die Verwaltung dVs wichtsten kMi^^s von Dole überlassen, und kurtz darauf noch in eben dem jähr machst ihne der König zum Louvscncuc von Ar- ois und der stadt Arms. Er hatte sich schon an. 1626 v°c°ekL- ttenricrre 6u LllLrsis-, eine tochstr VVNLcne 6u ck-rsl-r , kouvers.neN pwrm von Lk-ullon. Baron von Thons und Chauvway, Herrn von Senayde und Champigneule, und dessen vater fchon an. 1 ;8S Ritter vom heiligen Geist-Orden gewefen, wie seine gemawn den Cardinal Philippe 6« Lenvncour, auch Rilterm dieses Ordens 556 M zum Oncle gehabt, beygelegt, welche ihme einen söhn und eine toch- ter gebahre. Diese letstere namens Beatrix erwählte den geistlichen stand. Der söhn war ste-m Gabriel II Grafvon Grammont, Ritter, Herr von Grammont, Fallon, Mervelise, Conflandey,rc. diente erstlich unter dem ^si-ckelc 6- Caracena in Mayland, ward Obrist von einem Spanischen terz oder Regiment, hernach General und LrsnU kLiiiik zu Dole an. 166z; wäre sonderlich bey König Carolo II sehr beliebt, welcher ihne auch in staats-geschässten «mpio^rte,bliebe auch selbigem, nachdeme die 5ranci,c-c:omle schon zum andern mal von Franckreich erobert war, dannoch so getreu, daß er sich durch die Frantzöstsche abmahnungen, wiederum auf seine gütere zu kommen, keines wegs wollte bewegen lassen ; welches dann den König Ludovicum XIV zuletst dergestalten erbitterte, daß der imenUsm der Provintz befehl bekäme , dessen län- dere zu verwüsten, und ihne des Ober-Herrn zorn und nngnad auf alle weise empfinden zu machen. Doch, als diß eben zu unwiederbringlichem schaden des Hauses Grammont solte ins werck gerichtet werden , geschahe es, daß dieser Herr in einer wichtigen Verschickung von seinem König an den Kayser Leopoldmn eben durchs Elsaß reisete, und sich bey der Teutschen armee befände, da am 4 vct. 1674 das treffen (welches die Frantzosen von dein tag, an welchem es gehalten worden,die schlacht von 8. kran^ois.dw Teutschen hingegen gemeiniglich die schlacht bey Illkirchen oder Ensheim nennen) unfern Straßburg vorgienge; bey welcher er sich frey- willig mit einliesse, und nach verrichteten sehr tapffercn thaten sein leben verlohr. Wie nun solcher tod eines theils seinem Hause sehr schädlich wäre, indeme dieser Herr wegen seinen sonderbaren qua- litätenMid der grossen gunst, welche er am spanischen Hofe hatte, allem ansehen nach in Vieler cron diensten noch sehr hoch würde gestiegen seyn; also wurde dock durch selbigen der obschwebcnde ruin seiner herrschafften und gütereu in Burgund abgewendet; Massen auf den hievon erhaltenen bericht nicht nur der obige befchl aufgehoben, sondern auch der imenctam von kranckc c»mie ausdrücklich vom Frantzösischen hofbeordcrt wurde, des verstorbenen Wittib alle gefalligkeit zu erweisen. Diese wäre stit 1667 »ciene äiw-e 6c Montagu, des Ritters Marc 6c Montagu, Barons von Bouttavant, Herrn von Gcvigny, tochtcr, und hat dadurch grossen rühm verdient, daß sie nach so vielfältigem Unglück und langem -xMo ihres ehchcrrn, auch bey denen vielen schulden, welche er aus cyfer für seinen König und zum besten dessen bleustes aufnehmen müssen , dannoch durch ihren verstand und gute Haushaltung es dahin zu bringen gewust, daß die meiste herrschafften bey dem Hause verblieben. Mit dieser gemahlin hat Gabriel 6- Grammont gczcugct einen einigen söhn Prospcr Ambroise, Grafen von Grammont, welcher noch ledig als Obristcr eines Frantzösischen Regimennts reutcrcy in der schlacht bey Castiglione 6cNe eslivere an. 1707 umkäme, und den männlichen stamm deren Grafen von Grammont wieder endigte; sodann eine tochtcr Marc Beatrix Octavie, welche an. 1698 an Reinhard Carl von Rosen, Ritter, Grafen von Bollwcilcr, dißmaligcn Lieutenant-General der Fran- tzdfischen armeen,und Cc>n>man6curbcs kriegs-ordens von!>. Louis verheyrathet worden, und so wohl als ihr eheherr, durch ihre un- emeine qualitäten aller, die sie kennen, Hochachtung und rcix-Ä ' zuwegen bringet. Nachdeme bißher die ältesten stamme und äste des Hauses Grammont in kranckc-eeom-s erzehlet worden, ist annoch der übrigen so wohl alten als neuen abstammungcn zu qedcnckcu, aus welchen ebenfalls viel ansehnliche lemhe entsprossen sind. Von dem ansang und ende des ersten und älteren asts derer Grammonls 6- Iour ist schon oben gercdt worden bey gclcgenhcit der zeit und Personen,in welchen selbiger aus dem Haupt-stamm ausgegangen, und wieder mit demselben vereiniget morden. Die gantze nachfolg davon aber verhält sich kürtzlich also: Antoine 6- Grammont, Herr von Fallon und Brevant, der andere söhn von Gun II heyrathete Marguerite cle Vcllefaut, und zeugte mit dcro 1. Nicolas, der zu §. Claude in den Benedictiner-Orden getretten. 2. Marie, an veoa. Herrn von s. Maurice vermählet, z. )can. Dieser Ictstc war Ritter, Herr von Fallon und Brcvant, nähme zur ehe scanne 6c Jour, welche ihin die Herrschafft Joux und Chateauvillain zubrachte, und gebahr 1. Claude, so in den Carthäuser-Ordcn getretten. 2. Anne Aebtißin von 8. Claire zu Besangon. ;. Humbcrte Gaspe- rine vermählet mit daea. 6c Pontaillier Herrn von Chatillon e„ Barrois. 4. Marguerite Aebtißin von Migctte. 5. Adrian, welcher ansehnliche Herrschafften theils ererbt, theils erlangt, und aus der ehe, welche er mit Claudine 6e Pontaillier vollzogen, nur 2 töch- tcren hinterlassen 1. Anne, so erstlich mit ihrem anvcrwandten aus dem älteren stamm,Marc 6- Grammont, von dem schon oben, und nachmals mit Nickas Ue Watteville vermählet worden. 2. Adricn- ne, welche sich ebenfalls an einen nahen anvcrwandten Adrian 6« Grammont verehlichet, und selbigem,wie schon oben angedeutet ist, den gröstcn theil der gütereu und herrschafften des Hauses von Grammont 6- Joux zugebracht hat. Unter den jüngeren oder unteren ästen dieses Hauses zeiget sich schon an. 1 ;4-> derjenige, welchen Gunot cic Grammont, Ritter und Hcrr von Vellcchcvrcux der andere söhn von Guy I gcstifftet hat. Guyot tratte in ; eher,, 1. mit Agnes ll'Arcey, 2. mit Elisabeth 6e Vayte, z. mit )-Lnnc 6s Vczet. In der ersten ehe zeugte er i.sssan 6c Grammont, der von seiner gemahlin Guillcmette 6c Lambrcy keine linder gehabt, und seine herrschafft seinem bruder Thomas vermacht; 2. Thomas, so den stamm fortgepflantzt, wie hernach folgt; ferner in der andern che z. Marguerite, so einen Herrn von Meillcroncour geheyra- thct; endlich von der dritten gemahlin 4. , der den äst derer Grammonts 6- Vezet angefangen , wie an seinem ort folget; und;. Marguerite, zum unterscheid ihrer schwesterzuge- gra nannt la jeune. welche an Pierre 6c Grachaux getraut worden Thomas der andere aus denen jetzt-gemelkten vermäbleteU zwey mal, erstlich mit Mx 6e Quingey , welche ihm aebal, 1. Huguemn, der unverehlicht gestorben. 2. Thicbaud, K sen nachkommenlchafft folget , und z. scanne. die an einen Herrn von Montureux «n Ferrette in die ehe gegeben worden Das andere mal verheyrathete sichThomas mitMarie ckia Cbaur, von deren er ferners zeugte. 4 Guyot, der den äst derer Gramonts von Vellechevreur oder 6c ia Röche qestifftet. 5 Thiebaud, welcher mit Jeanne 6c Grenant, erbin ihres Hauses, hatte Percerat, auch der Urheber eines besonderen asts worden; und ü Jean, verelMiet mit Jeanne cie Courbessein, von deren ihme ein söhn gleiches namens gebohren worden; welcher also auch einen neuen äst anfienae, der aberbald wiederum verdorret, masicn der von ihme mit Clan' dme 6- s viiirar.on zu Dole gierigen; 4 Frawchis Ferdinand, von deme bald folget. 5 Marie Antoinette, Aebtißin von Battau zu Besauen; 6 Henrich welcher als kriZa-lisr unter den dragonern sein leben im krieg eingebüßt. 7 Michael, von dessen nachkommm- schafft sogleich nach deren, welche sein älterer bruder hinterlassen, soll gesagt werden. Dieser wäre Frankens Ferdinand 6c Gramont, Ritter Baron von Melizey, Hcrr von Corbcssein, (saucy rc., ward Lieutenant General der Frantzösischen armeen und 6->uvcinem jn der krancKc.Lomrc. Seine gemahlin Ware Susanne ciuBellaye, und die kinder folgende: 1 Anne Josephe Ferdinande, vermählet mit Henry Franchis 6c Tenard, Ritter, d-lacquir 6- Mommain, Lieutenant General der Königlichen Frantzösischen armeen, und zugleich Lieutenant unter den g->r6c-6u ; 2 Louis Theodule,de» lung verstorben; ; Antoine Pierre, welcher, nachdeme erals Oberster über ein regimcnt reuterey viel feldzüge gethan, zuletst in den geistlichen stand getretten und anjctzo Thumhcrr der hohen stisst Besanco» ist, so daß auch mit ihme der äst von Grammont Mcli- sey absterben wird. Michael 6c Grammont, Ritter, 6- Villersnrcel, Lieutenant General der Königl. armeen,und jüngerer bruder des Francisci Ferdinandi, dessen nachkommende setz erzehlet worden, ist in den ehestand getretten mit Barbe 6- Berby, vam- und erbin von Tracy, von welcher ihme allbercit gebohren worden 1 Framois Joseph Theodule. 2 Marie Elisabeth, z Pierre 6- Grammont. 4 Claude Ferdinand. 5 Antoine. 6 Eugene. 7.8- drey junge töchtercn, welche noch keine namen empfangen. Alle sind noch würeklich in leben. Guyot 6c Grammont, der andere sobn Thomä 6e Grannnont, so stammen nach sich gelassen, hatte für sein antheil bekommen die Herrschafft Vellechevreur, und gebcy- rathet Agnes 6c Domprcl, wäre also Urheber des astcs derer Grammonts 6c Villcchevrcur, oder 6- >a Rocke. Seine kinder sind her- nachfolqende: 1 Alir, trat in geistlichen stand. 2 Louis, von deine jetz gleich, z Thomas nähme zur ehe Marguerite 6e Monttorbhm» verließ aber keine kinder. 4 Hcnrictte, getraut mit Florcnt 6c Vau- drc». 5 Simonnc, welche mit Leonard 6c Mouchct, Ritter, und Herren von Avillen verehlichet worden. Louis 6- Grammont / Ritter und Herr von Vellechevreur vermählte sich mit AnneBn» auß einem vornehmen hauß in Picardie, welche ihme zween söhne gebahr. 1 NN. 6c Grammont, welcher sich in Picardie gesetzt uno verheyrathet. 2Antide, Ritter, Herr von Velicchcvrcllr midst« Essarts, welche letstere Herrschafft ihme sein o»cic, Thomas u- Grammont im testamcnt vermachet. Dieser Antide erzeugte nur seiner gemahlin Cathcrine 6'Anglure einen einigen söhn, namen» Simon, welchem widerum auß seiner ehe mit Jossme 6-bo« gebohren wurde. Claude Antide, der sich zwar Huguette 6 Ov em zur gemahlin beygelegt, aber ohne daß ihr beyder chestand MM- bar gewesen. 2 Claude, der unvcrheyrathct gestorben. , uauve Henry, dieser erbte seine beyden älteren gebrüdere, und vermahne sich mit Anne 6Öyselai der abgedachten Huguette schwester, zeugte mit deren vier kinder , wovon aber nur Claude Antoine zu manm < baren jähren kommen; dieses letsteren gemahlt» wäre Adnenne Hautois, von welcher er, da er an. i6;6 in der belagerung Dole tapfer fechtend sein leben verlohr / ein eimgen söhn nachlieffe; selbiger söhn hiesse Claude Fran^ois 6s Grammont, von seiner muter zugenannt 6c Plaine, als welche ihme mit diesem bedingnus die Herrschafften Röche und Gonans überlassen , daß er zu dem väterlichen geschlechts-namen auch den ihrigen setzen solte. Er hinterliesse von Catherine 6c Berbis i Claude Catherine 6e Grammont / aufweiche nach dem tod ihrer zwey folgenden brüdern alle güter dieses asts gefallen; doch, da sie selbst von ihrem gemahl Eleonor rL»rquis 6° Poictiers keine kinder gebvhren, müssen solche künftighin nach ihrem tod wieder zurück gehen. 2 Pierre Felix 6e Grammont , 6c Plaine / käme um als Dragoner-Capitain in der belagerung Namur an. 1695. ; Louis 6- Grammont 6e Plaine/verrohre das leben in gleichem jähr und verdorrcte also mit denen beyden dieser äst wiederum. Antoine 6-Grammont / dritter söhn des Perceval 6e Grammont/ Rittern und Herren von Gezans und Grenans von Marguerite 6s Montmartin / hatte für sich zum antheil die Herrfchafft Grenans / und zeugte mit Ieanne 6- Eicon / Fran^ois 6s Grammont; diesem gebahre Bonne 6e Meligny / auch nur einen söhn Antoine / welcher zwar in zweyfacher ehe gelebt, 1 mit Anne 6c Chissey; und 2 mit Iaqueline 6-, Champs; auch von der ersten gar keine kinder gesehen / von der anderen nur zween söhne / so aber beyde noch jung und vor ihme gestorben; so daß auch diese linie nunmehr verblichen. Nun ist von denen neben-ästen dieses Hauses Grammont nur noch übrig einer der ältesten / so den zunamen Vezct geführet. Guyot 6 s Grammont / der andere söhn des Guy 6 « Grammont,welcher schon an. 1296 verstorben / heyrathete in dritter ehe Ieanne 6 e Vezet / er- bin der Herrfchafft Vezet. Die gebar ihme Jean 6 s Grammont/ Rittern und Herren von Vezet / welcher von Marguerite 6 'Arguel zeugte 1 Etienne / der unverheyrathet gestorben, und 2 Guillaume. Diestr letste war Ritter, Herr von Vezet, Tresilly und Pont 6 - Planche / vermählte sich mit Ieanne 6 'Almange; ihre kinder waren 1 Claude / Thumherr der hohen Stifft Bcsaryon. 2 Jean Ni- colas. z Claude / welche beyde in Spanischen kriegsdienften ohne erben gestorben. 4 Bernard / welcher mit Marguerite 6 'Aachey den stamm fortgepflantzt / und erzeuget 1 Franks/ Thumherrn zu Be- sancvn / welcher auch zum Ertz-Bifchoff dieser stadt und Provintz erwehlet worden/ aber noch vor dessen antrettung todes verblichen ist. 2 Guillaume / von deine folgt, z Hugues / ward krieur von Marast. 4 Pierre / Commenthur des Maltheser-ordens. ; Anne / mit einem Herren von Valangin und Malhay verheyrathet. Der andere aus diesen / Guillaume / an welchen alle güter des astes derer von Grammont Vezet gefallen / verehlichte sich mit Franzoise 6 s Citey/ und zeugte einen einigen söhn Thcodule / welcher von seiner gemahlin und Baase / Anne 6 s Grammont, vams von Con- flandey nur 2 töchteren erzeuget; 1 Ieanne Baptiste, die ihrem nahen anvcrwaudten Iaques Antoine 6 c Grammont / 6 s Ioup/ Herren von Chatillon Guyotte; und 2 Benigne / welche an Claude 6 e Seroz / Rittern und Baron von Cboir zur ehe gegeben worden; und haben also nach absterben des Vaters die allein von dem stamm übergebliebene töchteren die Herrschaften und guter/ so bißher dabey gewesen waren / nach denen gewohnheiten der Provintz in die Häuser ihrer beyder ehe-Herren gebracht. §. wonLlserioruiiwucA. öctLmll.OrLmmoric. --rs»r///r. //?/>* Grammont / ist eine andere/ alte und vornehme familie aus dem Königreich Navarra. Sie hat ihren namen von dem schloß Grammont / so in Nieder - Navarra oder dem land Labour an dem fluß Bidouse / zwischen 8 . Palais und Bidache gelegen. Es hat sich solches geschlecht in den Navarrischcn kriegen sehr bekannt gemacht; denn als Bianca/ Königin von Navarra/ Königs Caroli III des edlen cintziae tochter und erbin / sich zum andern- mal mir König Johanne II von Arragonicn vermählte / und selbige einen söhn / namens Carolus / hinterließ / suchte dieser junge Printz, nachdem seine Mutter an. 1441 verstorben/ selbiges Königreichs so ihm aber von seinem vater abgeschlagen wurde. Als es nun hierauf zum krieg kam / hielte es das geschlecht Grammont mit dem vater / das geschlecht Beaumont aber erklärte sich vor den söhn / und machten sie beyde gar mächtige szsrionen. Die Grammonts aber musten sich/ als Ferdinandus c^rboiic,;, König von Arragonien / Johannem Albretanum aus Navarra vertrieb/ gleichfalls aus selbigem Reich machen / und sich nach Franckreich wenden/ woselbst sie wohl angesehen waren. Rogcrius von Grammont war unter dem König Ludovico XII in grossem mischen / welcher ihn als Abgesandren nach Rom schickte / und zum sencckai von Guienne machte. Dieser hinterließ von seiner gemahlen Eleo- nora von Bearn / Franciscum / welcher in den Neapolitanischen kriegen starb; Ludovicum / vicomie von Chatillon; Carolum / Bischoff von Conserans / und hernach Ertz - Bischofs von Bvur- deaur / so an. 1544 verstorben; Gabrielem / Cardinal von Grammont/ von welchem hernach; und Johannen^ Herrn von Roquefort. Ludovicus setzte das geschlecht fort/ und hinterließ nur einen eintzigen söhn Johannem, welcher aber an. 15)4 ohne erben starb/ und eine tochter Claram , so an Menaldum / Grafen von Aure / Vicomre von Ester/ vermahlet war; daß also der titnl Grammont durch die Grasen von Aure fortgesetzt worden. Es stammen selbige von den Grafen von Cominge her, so ehemals in Guienne sehr berühmt waren / indem Johannes Bouchetus / welcher die zsusüloßis dieses geschlechts in gute ordnung gebracht / Dodoni Bernhards, Grafen von Cominge / 2 söhne zuschreibet / Bernhar- bum und Guidonem. Von dem ersten stammen die Grafen von Cominge her. Der andere nahm Bertrandam/ Graf Odonis von M« und Vicomrs von Larboust eintzige tochter / zur gemahlin, mit "st'"/" der Grafen von Aure führen solte» Ass^dleser ehe ist Rannundus entsprossen / und Odo / Vicomcs von L^boust. Dieser zeugte Sanctium Garsiam / von welchem Ar- H Wilhelmi vater. Odo II zeugte Odonem undWilhelmum, welche unverehlicht stürben; undGeraldum, Grafen von Aure/ vicomre von Larboust, von dem dieses geschlecht hergeführt wird. Er hinterließ Sanctium Garsiam II , Graftn von Aure, v-comes von Larboust, und Geraldum, Bischoff von Cominge. Jener zeugte SanSium Garsiam III, Grasen von Aure, welcher bey der belagerung einer stadt in Navarra umkam, und Jorbanum, Bischoff von Mirepoix. Sanctius Garsias hinterließ Johannen, I, Grafen von Aure, und Vicomre von Ester, nebst dem Tnstano , so Bischoff von Conserans war. Johannes 1 zeugte Johannem II , so v-comre von Ester war, und ohne kinder st(U.'l); Jacoburn, ?roronor2num Zpoliolicum z Menaldus aber, der mittlere, setzte das geschlecht fort, und brachte mit seiner ae- mahlln Clara die Herrfchafft Grammont an sich. Er zeugte mit selbiger Antonium I , v-comrc von Ester, Herrn von Grammont und Bidaine. Er diente dem König bey der eroberung von Calais, bey der conguere von Bonlonnois, und bey verschiedenen anderen gelegenheiten, nach diesem erklärte er sich vor die Hugenotten, und war einer ihrer vornehmsten Häupter. Er befand sich an. izSs bey der ausplunderung von Poitiers und Angouleme, erhielt das ßouvernemenr von Bearn, und war einer von den dreyen, welcher Carolus IX an. 1572 bey der Parisischen blut-hochzeit verschonte. Er starb endlich an. 1576, und hinterließ von seiner gemahlin, Helena von Clermont, Frau von Traves und Toulongeon, Fran- ciscr von Clermont und Helenä Gouffier einstiger tochter, Phili- bertum; Johannem Antonium, welcher jung verstarb; Theo- philum/ Herrn von Mucidan, der ohne erben starb. Philibertns von Graminont und Toulongeon, Grafvon Grammont, Vi'comcs von Ester, rc. hielt sich bey verschiedenen gelegenheiten sehr wohl, und starb bey der belagerung 6 s w Fere an. i; 8 o. Seine gemahlin war Diana, genannt Corisande von Andoins, v-comkeNs von Louvigni ; selbige wurde von König Henrico Ih^ sehr geliebt, welcher ihr auch unter seinem blut eine handschrifft, sie zu ehlichen, gegeben. Wie denn auch die Grafschaffc Louvigni durch sie an dieses geschlecht gekommen ist; wiewohl sie hernach des Königs stLKio» gantzlich vcrlohren. Von dieser war Äntonius II, welcher Anto- nium III zeugte, von welchen beyden hernach; Rogerius, Graf von Louvigni, welcher unverehlicht starb; Henricus, Graf von Toulongeon, Königlicher Lieutenant in Navarra; Philibertns, Grafvon Grammont. AntoniuS III zeugte Armandum, Grafen von Guiche, und Antonium Carolum. Armandus von Grammont, Graf von Guiche, Lieutenant-General der Königlichen armem, Waran. i 6;8 gebvhren, und so wohl von einem herrlichen verstand als von einer sonderbaren geschicklichkeit. Er hielt sich an. bey der belagerung von Landrecy, an. i6;8 bey der von Dünkerken, auch bey verschiedenen anderen gelegenheiten sehr wohl; auch erwieß er sich den 12 jun. an. 1672 bey paßinmg des Rheins ohnweit dem Tolhuis gar tapffer. Er wurde aber hierauf mit einem fieber befallen, und starb im dec. selbigen jahrs ;n Creutznach. Er vermählte sich den 2; jan. an. i6;8 mit Marga- retha Louisa von Bethune, mit welcher er keine kinder zeugte. Sein bruder aber, Äntonius Carolus von Grammont, Graf von Louvigni, erhielt gewisse Hoffnung zu dem gouvernsmenc von Navarra, Bearn und Bayonne. Er vermählte sich den 2; may an. 1668 mit Maria Charlotta von Castelnan, Iacobi, r^-n-quitsn von Castelnau und Marschalls von Franckreich tochter, von welcher Äntonius, Hertzog von Grammont, von Franckreich, Hertzog von Guiche, dreckst 6s camp der Königlichen rrouppen / und klaitrc 6 s csinp, General der dragoncr in Franckreich, 6ouvec- vour von Navarra und Bearn. Seine gemahlin ward Maria Louisa, Hertzogin von Noaillcs, von welcher Ludwig Äntonius Armandus, Grafvon Louvigni, den 20 wart. an. 1688, und Louis von Grammont, Graf von Lescun, den 29 may an.1689 gebvhren. kiU. üb. rp. k-rvr». bitt. Ue dtavurr. 0 c bitt. 6 ek 4 LVLrr. Iiitl. Lst/sM Hz. /e As,i. LL». x. roq. p. 275. Grammont/ (Äntonius II) Graf von Grammont, Guiche und Louvigni, souveräner Herr von Bidache, rc. Ritter der Königlichen orden , Vice - «.oy von Navarra , und Louverneur von Bayonne, rc. war GrafPhiliberti von Grammont söhn, von der Diana, genannt Corisande von Andoins. Er diente anfänglich in seinen jungen jähren der »Zue und dem Hertzog von Mayne, beschützte auch an. izyr die stadt Chartres tapffer, bis er endlich selbige durch sccor8 zu übergeben genöthiget wurde. Er wurde von demselbiqen Hertzog einsten an den Konig Henricum IV.dee friedens - Versicherung halber geschickt, diente hierauf dem Konig wider die Ligisten, befand sich an. 1594 bey der belagerung Laon, und an. 159; in dem zng in Burgundien, wie auch in dem treffen bey Fontaine krs^olk, in welchem er grossen rühm erwarb. Ev bekam hierauf das xouvcrnemcnr von Bayonne, und war Groß- Lenecli-I des landes Bearn. Er continuirte unter Ludovico xm seine dienste mit gleichem eiffer, wurde aber an. i6i; bey selbigem in verdacht gezogen, als wenn er es bey dem damaligen innerlichen krieg mit den cook-sUeurten Printzen und den zu ihnen geschlagenen Hugenotten hielte. Er stieß hierauf mit 1000 zu fuß und io<- zu roß zu dem Hertzog von Guise, und halff die nach Spanien gesendete Königlich-FrantzösischePrintzeßin Elisabeth sicher begleiten. Als an. i S2v gedachter Konig den zug in Bearn that, und solches land nebst Unter«Navarra der cron Franckreich einverleibte, wurde er zu Einrichtung der neuen Verfassung, als damals Aaaa; schor? ;;8 gra schon gewestn«v!ce-».kiv von Navarra nnd6o,iver>,eur vonBearn, gebraucht, und setzte an statt der 6 Obersten über die 6 theile, worein Bcarn eingetheilt war, mit Königlicher genehmhaltung , 40 Catholische Capltains ein. Er erlangte an. 1619 von dem offt- gedachten König den Ritter - orden des heiligen Geistes, da er den Ritter-orden 8.Michaelis schon zuvor gehabt, befand sich an. I6ra in dem Hngonotten - krieg, und sonderlich in der langen und vergeblichen belagerung von Montauban. Ais man an. iü;2 dem König von ihm abermals eine böse machte, als ob er mit dessen brnder, dem Hertzog von Orleans, in einem geheimen Verständniß stünde, und selbigen in sein gouvsmcm-nr aufnehmen wolte, erwieß er durch seine prob und bcstandigkeic das widerspiel. Als an. i6;6 der Admiral von Castilien mit einer Spanischen armer die stadt Bayonne belagerte, führte er die Frantzösisehe armee, und nöthigte ihn die belagerung aufzuheben. Er befand sich an. i6;8 unter dem Printzen Heinrich von Conde bey der belagerung von Fontarabien, wurde auch an. i6;y unter dieses Printzen armee , nebst dem Marggrafen von sourdis, von dem König zum General-Lieutenant verordnet. Er wurde nachmals von selbigem Printzen mit einigen troupven, die gräntzen von Bayonne zu bewahren, zurück gelassen, da er dann den Marggrafen vonMor- tara, welcher in Franckreich einbrechen wolte, glücklich repoumrte. Er verinählte sich zum erstenmal mit Louisen von Roquelaure, Antonii, Marggrafen von Roguelanre, Marschalls von Franckreich tochler, nut welcher er Antonium III zeugte, und Rogcrium, Grafen von Louvigui, der bey seines vaters leben an. 1629 von dem Herrn . Grammont / (Antonius m) Hertzog von Grammont, pslr und Marschall von Franckreich , louve^iner Herr von Bidache, Grafvon Guiche und Louvigui,V/ce-Lo,' von Navarra undBearn, Ritter der Königlichen orden, Louv-rncur von Bayonne, rc. Er war an. 1614 zu Hagetmeau gebobren, und gieug sehr umg in den krieg, worinnen er sich auch sehr wohl hielt, zumal au. i6;o bey der beschützung von Mantua, woben er auch verwundet wurde. Wenige zeck darauf gieng er in Teutschland, befand sich an. i6;z bey etlichen schlachten, und im folgenden jähr den dem succurs von Colmar, schletstadt und Hagenau. Er wohnte hierauf der belagerung Landrccy bey, und an. 16;? der schlackst bey pom a- v,u». In dem folgenden jähr gieng er in Picmont, halff Dercclli entsetzen, und diente an. i6z- bey der belagerung von Chivas. Er wurde nach diesem Oberster über ein regiment von der garde, und diente in solcher qualitat an. 1640 bey der belagerung Arras. Er nahm als General-Lieutenant der armer an. >641 den Spaziern Aire, i- Bassee und Bapaumc weg. Endlich machte ihn der König den rr sept. dcsselbigcn lahrs zum Marschall von Franckreich. Er wurde aber in der schlackst bev Honnceourt im may an. 1642 geschlagen. Hingegen hielt er sich in der schlackst bey Frcy- burg, auch an. 1644 bey der erobcrung von Philivpsburq wohl. Er wurde an. 164? in der schlackst bey Altersheim ohnfern Nörd- liügen gefangen, that aber nach seiner loßlassung an. 1647 gute dicnste bey der belagerung von Lerida, und an. 1648 in der schlackst den Lens. In währenden innerlichen uuruhen bcwicß er grosse treue. DerKönig schickte ihn hierauf an. nH8 als Abgesandten auf den wähl - tag nach Francksurr, woselbst er aber nicht viel ausrichtete; 2 jähr darnach wurde er in «Spanien ge. schickt, nm wegen der Spanischen Maria Theresia, die Werbung zu thun, worinnen er auch gar glücklich war. Der König gab ihm hieraufau. 1662 den Ritter - orden, und in dem folgenden sahr wurde er zum Hertzog und i'.„r von Franckreich aufgenommen. Er folgte dem König an. 1667 in die in Flandern, und starb endlich am stein zu Bayonne den -2 sul. an. 1078. gcn. Lall. p. -40. illulir. ,. 2 p. 67. Grammont / (Gabriel) war Cardinal und Bischoff zu Tar- bes, hernach aber Ertz- Bischofs von Bourdeaur und Toulouse. Er war des Rogerii von Grammont söhn, von der Eleonora von Bearn. Er succedirte einem seiner drüber, namens Carolas, in dem Bißlhum Conscrans, und weil er einen sehr guten verstand lhatte, wurde er in wichtigen Verrichtungen gebraucht, wornmcn er auch gar glücklich war. Von dar wurde er Bischoff zu Tarbcs, unter welchem namen er lange zeit bekannt wäre. Er machte sich durch seine meritcn an des Königs Francisci I Hof beliebt, und war einer von den Abgesandten, weiche an. 152z in Spanien geschickt wurden, die befreyung des Königs zu befördern. An-1527 schickte ihn der König Franciscus in Engelland, die mit dem König gra Heinrich VIII obhandene bündnissc mit dem Kayser zu stände» bringen, worauf er noch in eben selbigem iahr nach Spanien » Gesandtschaffc geben misste, um dem Kayser, wofern er die qeik-k neu friede,is - Vorschläge nicht annähme, den krieg anzukündigend woselbst er nach gehabter audientz gefangen gesetzt, bald aber wieder befteyc wurde, weil man in Franckreich mjfdem Kayserlichm Ge,andten eben also verfahren. Von dar gieng er in seines Könias Verrichtungen an. - 529 zu den Italiänischen Fürsten und zuqlejck nach Rom, allwo ihin Clemens VII den 8 juu. an. iz;o den Kardinals- Hut aufsetzte. Endlich trug er eine hcyrath zwischen dem Hertzog von Orleans, so des Königs anderer söhn war, und der Calharma von Medices des Pabsts muhinc an, beredete auch Elementen! nach Marseille zu kommen, welches im ocl. an. izzr geschahe. Hierdurch setzte sich der Cardinal Grammont bey dem König in grosse gnade, welcher ihm auch daher» das Bißthum Postiers, und hernach die Ertz- Bißthümer Bourdeaur und Toulouse gab. Er wurde endlich mit einem langsamen sicher befallen, wovon er auf deinschloß Balma ohnweit Toulouse den 2ü wart. an. iz;4 starb, sein leichnam wurde nach B'-dache gebracht i und daselbst in das Grammoistische erb - begräbniß beygesttzl» meinoirc; stc Äs Grammont/ (Scipio-le)Hcrrvon8. Germain/ warKö- mgllcher Cammer-und aus Provence gebürltg. Er sahe Peirescnlm zn Rom begraben/ und starb eintge zeit darauf in Venedig. Seilicschrlssiensind: ksic llsz cotttc-gueiices; llcisnälme, czualire, öc prcro§Lr>ve!>LciM>rLdIü5 llu poinLt; LdreZs k acnixr Lovrl, rrsirre curieux oc !'ar üc lle!'il,Aenr. Grampound/ oder Grampond / ist eine kleine stabi in der Englischen iaiidschafftEornwall/ an dem stutz Balle/ gelegen/ welche das recht hat/ zwey Dcpulirtezuden Parlaments-versM, Itingen abzusenden. v,icsnn,L wirk «ciainovs. Gran / lat.6---nuz, ein fiuß in Ungarn/entspringet aus dm gebürge in der Liptauer Gespanschafft in Ober-Ungarn / flicht die bekandtcn bcrg-stadte Neusol und Altsvl vorbey/ und fällt der stadt Gran gegen über iu die Donau. mMsti. Ucc. r ?. I p. ,2V. Gran / lat. üirtgonium. eine Ertz-Blschöflichestadtin Nieder» Ungarn an der Donau / ligt 6 Lcmsche Meilen von Eomorn/ und eben soviel von Ofen/ auf einem ebenen und sehr fruchtbaren ho« den / m dem colE-!. so von ihr den namen führet. Das daselbst befindliche castell ist ein sehr fein gebäude / und die residenh des Ertz- Tischoffs gewesen/ welches am ufcr der Donau auf einem sehr rauhen felscn stehet. Die stadt ist dreyeckigt / und hat r grosse thürne/ deren einer gegen dem Thomas-berg/ der andere aber gegen die Donau gleich gegen Barckan über stehet. Sie ist in r theil unterschieden / in die oder-und unter-stadt/ so beyderseits beve- siiget/ jedoch sehr nimm sind. Der 8. Thomas-berg ist muh forderet / weiter der stadt sehr nah« ligt/ und solcher gestalt selbige von bannen beschossen werden könte. Es gibt allhier überaus tcmperirtePäder. Vorzeiten war diese stadt der vornehmste orl in Ungarn, sie hatte viel prächtige gebäude/ als die 8. Slcphans- kirche/ desErtz-Dischoffs pallastu.a.m. Als sie aber uiuerTur- cklsche bottmäßtgkett kommen/ hat der Ertz-Bischoffsckneii sitz mich Preßburg verleget. König Slcphanus ist allhier gebohre» und ge- taufftwordcn. Die da herum gelegene landschafft bringt vortrcfll- chen wein hervor/ baß es demnach nicht zu verwundern ist/ daß die anmuthigkclt der hiesigen gcgcnd und die ftuchlbarkeit des Hodens die alim Könige in Ungarn angercitzet/ allhier ihre residmtz aufznschlagen. An. 1^29 belagerte der König in Ungarn/ hanncs/ diesen ort vergeblich. An. 1444 eroberte ihn SollMM. An. 159s brachte ihn der Graf von Mannsfeld wledminnintcr des Ertz-Hertzogs Matlhiä llevokton. Nach der zeil ist er vielmal bald von dieser / batd von jener parthcy erobert / und envlichan. i68z den Tnrckcn wiederum abgenommen worden. Der Ertz-Al- schoff allhtc ist zugleich vrimss rcgni, r-exaius NLW. U!id5ummuk Lccrc»,-- us L: O-'c-N-riiis s„ UllgarN/ Ulld NN. 171 4 . dtN S dck. hat derKayser CarolusVIpublicimi lassen/ daß hinführo die Erh» Dischöffe allhier auch die würde eines Reichs-Zursten gemeM sollen, in liilior. belHir. Un§Ll-n. Grana / «in ort in Montferrat / so den titul einer Mars- rafschafft führet. Granacci/ ein mahler von Florentz. Man brauchte um hetz :n zterralhen / die man bey tzconis X cinzug daselbst verftttigm eß. Er machte auch verschiedene arbeiten zn mascaradcn/ und war Minnen sehr glücklich. Insonderheit verfertigte er eine aus deM :s Laurentii st- xi-mn;, so der erste ersinder hiervon war / wo - iflauler heroische und scricuU- LLt.oncn vorgestellet waren/ wen es die von Florentz Canti nennen. Der triumpb Pauli Acm m ente ihm hierzu / und erlangte er damit grosse --^1-00. s 'beiteteunter Michael Angelo und starb an. 1^4;- Granada / lat- i^rum , rcgnum n Königreich in dem südlichen theil von Spanten- Osti wa"- äntzct es an Murcien/ nord-wärts an Neu - Castilien/ ww arts an Andalusien / und süd - wärts an das mcer. Es M fähr 80 meilen in die länge/ und wo es am breitesten "P'' s ist zimlich fruchtbar/ und hat starckcn seiden-Handel/ u nn der Köniq von den mauldeer-blatter» jährlich 4 °°°° «sm heben hat. So finden sich auch viel acsiind-brniinenimd wnum lber darinnen. Die berühmtesten darvvn sind kn dem srdmg^ gra kkich. llsr xn'szer §/>Mre». Ls/me-rot äslices äs t'L, lxsZne.! Granada/ oder das neue Königreich Granada/ ligt in dem. jenigen theil von dem südlichen America / welches die erd-besrhrei» der Neu-Castilicn/ oder das goldene Castilien/ nennen-Diese land» schafft ist i;o weilen lang / die breite aber erstrecket sich / wo sie am grösten ist/ auf;°/ und wo sie eng wird/ auf20 meilcn. Das land ist durch und durch mit dicken Wäldern angefüllet/ und hak viel weide vor das vieh/ weswegen es eine grosse menge voa Pferden und andcrm viel) hak. Es gibt auch gold-bergwercke/sma, ragde und andere edelgefteine darinnen. Die lufft tst sehr tempertet / und findet man daselbst wenig unterscheid zwischen wintec gra 8 Meilen von der Haupt-stadt Granada zu sehen. Sie sind in einen ftlsen eingehalten/ und befinden sich voll siedenden Wassers. Dar» neben ist diese Provintz an den grantzen wohl verwahret/ daß also den feinden zu lande der eingang treflich schwär gemacht werden tau. Am meisten nrmmt man dieses an der feite ia Manch« wahr. Denn allda hat es nur einen hohlen und in die felsen ge» hauenen weg/ der nicht breiter als ;klafftern ist/ und ; starcke Meilen währet- Die berge / durch welche er gehet / sind sehr hoch/ und hangen so eingebogen / daß man sich fast an einigen orten furchten muß/ unter den herabfallenden felsen-stücken begraben zu werben. Man weiset auch noch den fremden in 2 kirchen stücke von grossen eisernen ketten / mit denen die psLZe unter der Mohren regierunq gesverret worden. Dieses Königreich war lange zeit in der Momen handen/welche die st<^ "' - - > besonderer stiffter Dedis /des Aben- gelebt/ gewffen seyn soll. Aus den Arabischen jähr»vnchern wer» ghgn«», giZU'" 21 ie den ww benchtet / daß von gedachter zelt an ine Köinge der Moh- n-W. M von Neu- Granada sind Bogota und Tuma / renindieser stadt regdiret/ blßaufAben-Hul/ welchcrdieAlmo- ^dleWildenallshalien/welche ü!an( Hades aus Svamen vertrieben. Dieser schlu ' ^ Almcrien auf/ wurde aber daselbst getödtet. derjhmsucccdirle/ kam mit seiner Hof-statt nada/ woraufdiestadt dermassen zunahm/ daß/ wie einige scri- bemen versichern / sie aus 60000 Häusern bestanden. Deßgleichen wird berichtet/ daß Bulhar/ der König vonGranada/ solche prächtige gebaude darinnen auffgeführet / daß seine Unterthanen von ihm geglanbet / er wüste die kunst gold zu machen. Zwischen WM und Muley s A§en wül'en!O lkicceliurLL. Endlich vtt'll'leben Ferdmandns und Isabeüa den Mahomet Boabdilr / Chiqutto oder den klemm genannt / des Mutey-Afiev söhn/ und machten der Maumanismen Herrschafft in Svauren an. 1492 ein ende. Zuderselblgeii zeit war dieses Königreich wert volck- und geld - reicher/ als es anjetzo ist. Die gelegcnheil der meisten darzu gehört- wescn. Die Bogots und Tunians sind lang vonstatur und hurtig von leid; ihre weiber sind schon und weiß. Sie bedecken sich mir Manteln von verschiedenen färben / die sich um sie zu gürten pflegen/ und tragen auf ihren köpffen eine gewisse art von geblümten büken/ so von bäum «wolle gemacht/ und überaus schön gesärbet sind / so daß sie dem gesichte sehr anmuthig vorkommen. Sie sind dem tanken und singen sehr ergeben. Diejenigen gegenden/ welche an dem fluß / «.lOZ-snäs ä- la ziLäsiens genannt / stossen / werden von den wilden Lsngpe>es bewohnet/ welche in die kruks und clo!)-mss unterschieden werden/ und 2 sommer und -winter haben. Ihr erstersommer sänget im dec-an/ und währet big m -nv- wer/ gib es an,ei;o l,l. Luc gelegcnyen ver meiilen oarzu geyorl- bcs febs : dei- r.tvc gen stadle und die gestalt der thurne kommt mit denen in des Inlii -ny- des man - 5"^ """ "'störet biß Cäsarisc»mm-nt»Nsdavongegedmenbeschreidungen uberein.Die und aug dür^ / undssu-andeÄmimÄ^ ">!» vornehmsten stadke nebst Granada find Alhama / Almeria/ Nickt war ildit-ses^ m >,ov. Anieqnera/ Baca/ Guadir/ Malaga/ Monda/ !c. 0 ,^«» diMM mid reuen /s rcr. Asll, canrrL Lrsn. g!o>-. 8cscc. äslij T unterschieden/ sondern der un» t^sr. Loei-o äs!ss colss nor-dl. äs QrLn. llilk. äs ls ciuä- äs Lrsnzäz. M/to-ro» äc Is conq. äel rezno äs Qrsn. äclcr. koprz ia äl OrLll. irill. l. IZ. I. 40. rks»-»-- «ic/cr. läis^Zn. iiill. !. 48 Lo/vrs-rot äsNcez äc I'Lffsgnc. Granada/ lat.iumsrir. die Haupt-stadt in dem jetzt-gedachten Königreich. Sie soll den namen von dem Puniscken wort gar. welches so viel ist/ als eine höle/ und von der Nymphe Nata/ oder von den granat-äpffeln/ so sie im waapen führet / haben. Sie ist wegen der reinen luffr und darinnen befindlichen brunn.qnellen sehr „ ..... angenehm / so daß die Mauren zu sagen pflegten/ man müsse das denk; des L»uv-iE!r->. und hat einedom»kirche/ deren Er>;-Bi» Paradeiß in demjenigen theil des Himmels suchen / welcher über schoffme Bißthumer von Carthagena/ 8. Martha und Papayan dieser stadt wäre. Es haben die Maure» selbige erbauet/ und Mtersichhat/ wie nicht weniger2schöneeonveiite/den einender durch ihren Konig Bedis/ des terscheid bestehet darinnen / daß es im Winter regnichk und rm sommer schön wetker ist. Es pflegt aber gemeiniglich bey nacht- zeit und gar selten am tag zu regnen. Die qröste ungelegenheit haben sie von den schrheffligen winden/ die insgemein mit donner und blitz begleitet werden. In diesem lande der cs gibt es nur 2 Spanische eolonien / deren eine in derstadt ä« ik iciruäLä. und die andere in dem flecken 6- u ist. Die Spanier besitzen die haupt-ftadts-nr-rs. 8. Michael/ Toeayma/ Trinidad/Lunia/ Pampelvna/ Merida/ Beler/ Marequiia/ Ypagve/ Witoria/ re. Diese stadt Srnrats äcvsgorz ist der sitz dcsParlamems und die reff- --— . - wird dafür gehalten/daß dieses . , Adeiihabus söhn/ so ohnqesähr im ic> serulv lebte / geichehen. Sie ligt zwischen z bergen / «HeilsausHügeln/ chetts aus einer ebne/ und wird von dem fluß Darro benetzet/ welcher nicht allzuweit von bannen den fluß Ant! nebst verschiedenen andern strohmen zu sich nimmt. Sie ist sonst mit guten mauren versehen/ zwischen denen iozorbürne gezählct werden / ohne die 18 grosse stadt - thore/ und hak 4 gute stunden im umfang. Sie wird thrcm lagcr nach in 4 theil gelheilet/ davon der erste/ so auf der ebne in einem thal liqt/ Granada heisset / worinnen die vom Adel/ die geistlichen und die reichsten kauff-leme sich niedergelassen. Darin» tst die grosse kirch/ so von den Mauren augefangen/ aber nicht gar ausgebauet worden/ weßwegen dic Spanier an. 1672 selbtge zu vollenden angefangen. Sie ist von grossen steinen/ tind hat unker an.» derm eine grosse capelle/ in welcher Ferdmanduö esrNoiicus und dessen qemahlin Isabclla begraben Ugen. Nicht weniger gibt es daselbst viel andere ttrchen. Der andere theil der stadt hält in flch das so genannte schloß/ sisrrsäcis-ugenennet/ weil es auf einem mittelmäßigen gebürg gegen der soimen auffgang gclcgcn ist/ oder auch Alyambrä. Hierinnen wird die alle Königliche residentz gc- zeiget/ welche einen so grossen umfang bat/ daß man in die 40000 mann darinnen soll logiren können. Es sind darinnen noch viel schöne und herrliche säle zusehen/ aberalle aus die alte Manier gedankt. Nahe darbey stehet noch ein anderer pallast / welchen Carl der V angefangen / aber nicht völlig ausgebauet hat.. Über dieses gibt es allda noch viel andere prächtige gebaude / verschiedene klo- fler und schöne märckte. In dem dritten theil der stadt/ dessen na» mm -! kvegm, weisst Ulan ein vermaurtesthor / vvirdcm man sagt/ daß der letzte Mohren« König/ Chics/ als er Ferdinands c-irkoijco die stadt ghqclrclten / sich bey selbigem gnsgcbetten/ daß man es/ damit kein Mensch nach ihm weder aus noch eingehen mochte / vermaurensolle/ welches auch allofort geschehen/ und allererst nach 200jähren hat man ein neues bvllwcrck darvvr ange» legt. Der vierdie theil führet den namcn ^m^ucruiL. En ligt in einer ebne / und wird daselbst viel carmesin / damast und andere verqlcichenwaaren gemacht. Indessen hat es allda gar elende Häuser / und werden in der gantzen stadt über 2 palläste nicht seyn/ die etwas besonders haben / auch ist die stadt heut zu tag nicht gar zu vvlckmch. Es ist auch daselbst ein Ertz-Bischöflicher sitz/ da,der Eeh-Blschoffjährlich 40000 ducaten emkvmmens hat/ nebst einer academie. So ist auch das »rl-nLi sehens-würdig / welches eines der besten ist in gantz Spanien/ undkan man darinnen Manri« M boaen/ eingelegte kostbare feucc-röhrc und vtel andere selten- yklkkN jkykN» «Zs Iji ciuc!. «äs QrsnL^L. Domimeaner/ und den andern der K-anciscancr. Nahe bey der stadt ist der see Huatama/ an dessen uftr die Wilden ihren gvtzen zu opMn pflegten/ und zwar gold und andere kostbare dinge. tttNoii'. »ovi orbir. D'es-c. Granada/ eine stadt in Mexico oder Neu-Spanien in Nord- Ammca/ m Nicaragua/ in dem amle Guatiniala / gegen die nord-see und dem meer - busen von Nicaragua zu. /.-»er mkori» nvvi ordlz. Granada / eine Nord- Amerikanische insul / und zwar eine von den Caraibes / welchen namen ihr die Spanier gegeben. Anjetzo sind die Frantzosen Meister davon. Sie ligt zwischen den in» suln IH-MS > und usrbLäos. ist durch den Herrn karguec von den Wilden erkaufft und an. i6;r x-upiirt worden. dilioirc äsr LarLlbcs. Granada/ eine stadt an der Garonne in dem gonvernsm-nc von Guienne/ ; Meilen unter Toulonsc. Sie war im 1; sceulo zur zeit der Albigenzischen kriegen berühmt. 0« eL-/»- väi« a- krsuce. Lote/ Kilt. äes Lomce; äe 1 ou>, 6c - 4 e,n. äs l-snAueä. Granadus/ (Paulus) war zu Cadix in Spanien gebohrcn/ und begab sich an. 1586 in die soc. Jesu/ darinnen ernachgehcndS die Philosophie und theologie lehrte. Er starb an. i6;2zuGra- nada in Spanien indem 60 jähr seines alters/ und hinterließ nebst dem rühm eines heilig-geführten lebens/ re. äs concepk. U. virZiiiir, wie auch Lomment. in IMeoloZi« tummsin 8. Itiom« in 8. kow. ^L/exo»räe tzibl, 8. ss. Grand / (Nikolaus >e) Königs Henriei II ^eMcu,. starb den 24 sept. an. is 8 ; im 6 ; jähr fernes alters. Er hat verschiedene wercke und groß gut hinterlassen, bim. kesnc. Grand / (Nikolaus >°) ein Franciftancr und woSoe von Paris/ welcher an. i;;? dem König Franciseo I seme comm-msr,« über die rpisteln Pauli an die Römer und Hebräer äsä,«ret. Grand / (Petrus >--) gebürtig von Dieppe / und ein berühmter /lv-mmricr in America. AIs er ein grosses Spanisches kriegs- schiff/ nemlichden vics-^ämi»;, sovonden Spamschen gallw» nen angekommen war/ ander westlichen knste von der insul 8. Do. mingo ansichtig worden / spannete er alle segel aus / um selbtgeS zu erreichen / ob er gleich nur ein Wff hatte/ so mtt4canonm md 28 mann besetzt war- Als er an se bigeskam / stieg er darauf init seinen lenken / versehen mtt - prstolen und einem sebel / begab sich in des Capltains kammer / setzte chm dtt Pistole an dre brüst/ und verlangte von ihm/ er solle sich ergeben. Indessen bemachttgtm sich / 560 gra sich seine lenkeder mifdcm schiff vorhandenen munickon, und^rach- ten die Spanier ausdes schiffe? Hoden/ daß er sich also des Mitten schiffes/ so mit;4canoncn/ einer grossen menge lcbens-Mittel und andern schätzen versehen war/ bemächtigte. Er kehrte an. 1640 mit diesem schiff nach Europa / und machte nch diese miw wohl zu mitt/ ohne daß er jemahls solte seyn gesonnen gewesen / wieder m Americam zurück zu kehren. o-E/»» nar. i ,mcs occiae,». Grand/ (Pctrus)HerrponPouset/ war aus dem Hause de- rer Grands in Lourainc. Er diente lange zeit in den kriegen/ und that sich darinnen unter den besten Capitalen hervor. An. 1622 hatte er das comm-nck über das regiment ^ nouroeMe bey der be- lagerunavon >2sorcc, undsaqtman/ daß er bey behaiipliing et- ncr brücke widerden Marschall gantze 7 stunden hinter einander-"mmLnMret/ ob ihm gleich seine benden arme gequct- schct gewcsen.Er f-cn^irte aber hierdurch die croderung des Platzes. Au. >6r; gab ihm der König eine cuMmiilMn. eine m> ul4,u.-rLirc, aiifzunchtcn/ und eine carabtner»c»"m»6E unter Lein des Marschalls cic c2Mf> cteUvurtteilie, Oouvcrn-urs don Pcrigord. tlilloin. cje l» nobicül: 6 - 1°our2>iic. äXOL8 / in Spanien / sind die vornehmsten Herren in Lemsclbigen Reich. Es soll König Hcnricus / zugenaiml der da- stard / diese wurde eingcsührct haben. Es werden selbige in zwey« «rlcy classcu eingetheilet/ indem einige dlcscn ttkulauslebensttaiig besitzen/ die andern aber auch am ihre nachkommen fortpsiaiitzcn. Der erstem ist keine gewisse zahl/ sondern es stehet in dcSKomgsbe- lieben / deren so viel zu machen/ als er will. Der erblichen sind in Spanten 9z / jedoch ist die zahl der von dieser art Viel kleiner/ indem offt in einem qeschlccht unterschiedliche kcn zu finden. Ja man hak zuweilen erbinnen gehabt/ weiche denen / so sie hcyrathen / 6 bis 7 mitgebracht/ dahero «s nichts neues / daß die Männer wegen den Hcrrschaffrcn ihrer qemahlinnen o-^nci^ werden Wenn der König dergleichen erd-' tiche «machet / so benenuci er zugleich den rittst von derieiu» gen Herrschafft/ an welcher das hänget / z. e. Hertzog vo»i X. bedecket euch vor euch und die euriqen.. Llirbl denn ein solcher / so erbet sein erst-gebobrncr die Herrschafft und dasß^ng^. und so keine söbiic aehr vorhanden/ c-c.ea rcn die röchtern/ und bey deren ermangli »q die nächsten erben; wenn aber der König nur sagt: bedecket euch / ohncrlwas weiiers nili bim ru zu siigen/ so erstrecket sich dasnicht weiter/ als ausdic xcrson und derselben leben. Wedlest' »a-r haben unteranderm das daß sicvordem König ihre huue auisctzcn dörf- fen / wiewol hicrinnen ein drcyiacber unterscheid ist. Denn einigen befiehlt der König / sich zu decken / eheste zu reden ansangen/ und diese reden und hören den König allezeit bedeckt an. Andere decken sich nicht / als wenn jic gcrcdt/ und der König ihnen qe» antwortet. Die dritten thun solches nicht eher/ als biß sie von dein König abgctrcilen/ und an die wand oder mauer zurückkommen; jedoch/ wenn fic alle ihre öffentliche aimer verrichien / oder mit dem König in der capelle jiud/ so stehet man unlcr ihnen keinen unterscheid/ indem sie sich insgesamt vor ihm niedersetze» / und sich bedecken. Sie haben auch unter sich sclost keinen gewissen rang/ sondern wenn die jüngsten mit dem König m die eapelte gehen/ setzen sie sich gleich vor ihm aufdic banck/ an der seile / wo dar evan- sclium gelesen wird/ (welches die vornehmste stelle in der kirche ist) und wenn schon ein älterer nach ihm kommt/ uud sie demselben aus Höflichkeit ihre stelle anbieten / so nimmt er solche doch nicht an / sondern setzet sich gleich aus den unterstell platz. Wann der König an siescyreibet/ werden sie als Fürsten träum/ und ihnen der tittst k.>-ce 2 acacben. Wenn die aemahlinncii dero^-Mc; der Königin auffwarteu/ pfleget sie dieselbe stehend zu cmplaiigeu/ uud an statt daß die andern dämm aus der erde uud aus tcppichen sitzen / wird diesen ein küssen hinaelegt- Bey lisch lassen sie sich kniend bedienen/ und x^rcnmrc» rwn rang über des Königs nalür- ltchckindcr. Milden Q-gnNc.-kommen die so genannten Titulados fast übei ein/ die ihren Ursprung gar weil hcrhohlcu. Jnmasse» sie vor alte» zciten die ersten Köniac von Ovicdo/ Legion / Gallirien und Wunen erwählet / auch sousten die nächsten ^„zrcn der ver- Wordenen Könige ausden ihron erhoben / und grosse freyheiicii genossen. Nachdem aber Ramerns/ Alfvnsi otck nachfolge,'/ cme andere Reichs« Verfassung gemacht/ find siezimlich herunter gekommen/ und ob sie gleich annoch grosse frevhcitm und einen zim- lichenrang gemessen/ ist selbiger doch von der würde der Lr-ug-z tnlseruet. rillt. 8 c. 1. vonSx-n'cnc. ,6. i/ol x. is4- /?«/-»/rc>.ti«:ic!i. cie» Lranä; cillttxsgne. Grandicr / (Urbanus) ein Prediger bey der 8. Peters - kirch und cs»omc„5 bey der kiräic nun h.il. crentz zu Lolidim / war eines Könialichcn >eor^,i von Lmblc söhn / gebohren zu Boverc/ so «hnfcrn Sable gelegen. Er predigte wohl/ welches ihm bey den Mönchen z» Loudnn anfänglich ciuc Mißgunst / nachmals aber/ als er einmal gar hcfftia acprcdigt hatte/ daß ein jedweder schuldig wäre/ aii dcm Ostcr-fest seinem beichttvattcrzu beichten/ gar einen bittern haß erweckte. Erwar ein feiner mann/ artig in verisricn. und w'N'rc aber dabey sehr hvchmüihig und geil. An. 1629 winde er angeklagt/ daß er mit einigen weidS-personen in j einer gemeine zuhielte/ dahe-o ihn auch der 'Amtmann zu Polsters «onacmnst'te/ daß er semer acistlichcn würde verlustig seyn und xs-mren-l.hu,,solle. Allein hiervon ^ alle er/ als von einem unrechtmäßigen Richter/ und wurde durch einen ansspruch des Parlament? au das v-et>m->i zu i-^icr.-znlrick geschickt/welches idn Dor unschuldtg erklärte. Drey jähr darnach wurden etliche Urse» gra kiner-Nomen zu Loudun von dem gemeinen vo'ck vor besessen g» halten/ da denn des Grandiers fcmdebald ausbrachten / es käme von ihm her/ und ihn der magie beschuldigten. Anjänglich cicnqe die fach denen windendes Grandiers gar nicht wohl ab/ und kome man aus verschiedenen zeichen / sonderlich aber darauß/ daß die besessene fast niemanden/ als ihren bestellten bcschwöhrcrcn in fremder spraach antworten wölken/ fast mit Händen grciffcn / daß es lauter betrug und ein angestelltes wesen seye. Den Capuemern seW antworteten sie offt in so schlechtstem/ und verschossen sich so sehr m denen paß viel tm gcspötk sagten: Dicke keufel wären kam» biß in die dritte claß der schulen gestiegen. Der so M Beelzebub nennte / entschuldigte sich einmahl/ er wäre gar jiiM und verstünde deßwegen das latein noch nicht. Auch der saubere be» schwöret wurdedahm gebracht / daß er sagte: es gäbe tenfel/ so nicht geschickter wären/ als die bauren. Als man auch endlich für selbiges erste mal dmErtz-Vtschoffvou Bourdeanx/ Svurdis, dle iachzu uMersuchen crnanme/ welcher nicht so geartet war/ daß er sich leicht solte betriegen lassen / hörest die besitzung noch vor seiner ankunfft aus/ und ward alles still/ biß man sich durch bessere anstalten vorgesehen hatte. Der vornehmste streich war / daß die Capiicincr zu Loudun / welche dem Grundier besonders feind waren / sich durch einen ihres ordcnS / den Ich Joseph / an den Cardinal Richelieu machten/ und vorgaben / Grundier habe das buch gemacht/ so dentistil führst: CmUmim-re a- m>u>ttmg-r, welcherjcwcilender raachgier beffigergeben gewesen/ undson- derlichdie wlderihnohne unterlaß ausfliegende lasier-schrtffkeii/ nicht vertragen konte/ ließ sich bald cniuchmen/ schrieb an dm Slaats-Rath/ Ue ttLuoLiMemom, und befahl ihm/ die fache mit den Nonnen genau zu untersuchen / gab auch zur Mac zu verstehen / daß er den Grandicr gen, aus dem Wege geräiiimwiffm wolle. Uc tti»uk^-ttcmnu! ließ ihn imdcc. all- iHzinarrest nchmeil/ und nachdem er sich versuche wohl erkundiget halte/ that er eine reise zu dem Cardinal. Es wurden dahero den 8 ml.an. I6;4öffcmllche bricfe ausgefertiget / daß dem Grandicr solle der proceß gemacht werden/ und selbige an -te l.Lui>z,gcmon-rmd 12 andere Richtete oder welche man mit fleiß aus- gelejen/ gerichtet. Den i8aua. an-16^4wurde Grandicr/auf abgelegtes zeugniß de§ Astarölhs/ weicher der vornehmste teuft! sevn wolle/ von den besessenen/ oder vielmehr auf der besessenen iionncn aussage / durch die hierzu verordnetenCnn-miiHri-n, der magie schuldig erkläret/wie nicht weniger/ daß er verursachet/daß die Urseliiier- Nonnen und andere waren besessen worden/ mich beshalbeii zum seucr coiMc-iinlll / und solten mit ihm alle magische schuhst» und so bey den acten befindlich/ wie nicht weniger ein mumm, welches er wider den co-Hbäi der Priester ver» fertiger/ verbrannt/ und die asche davon in die liijsl gestreuet wert m. Er wäre auch daneben so scharff gefoltert worden / daß lyni die bcuie an den füssen zerspicllen/und das marck durchdränge. Grundier/ als er biß strenge urtheil angehöret/ verlangte den der Franciscaner zu Loudun zu seinem bcicht-vater/ welcher voLtor rKcoioxiL von der faeultät zu Paris war. Man schlug es ihm ab / und ordnete ihm einen wccoiieÄ-,- zu. Weil mau ihm nun keinen andern deicht-vatter zulassen wolle/ that er seine deicht zu Gott / und gicng mit grosser standhafßigkeit zum gericht. Wie lyn der zugegebene Capuciner anfalle weiß hinderte / daß er nichts verständliches zudem vvlck reden möchte/ und ihm letzlich/ da er von neuem wolle anfangen einige Worte zu sagen/ gar um den halt siele und ihn küssest/ sprach Grundier zu den umstehenden: Das ist mir wohl ein Judas - kuß. Als er bereits auf dem scyeltcr-hauffcil war/ kam eine grosse wespe/ und flog zum össtem umsei,icii kopffherum/ welches ein Mönch/ so bey der -ü°-uUon war / sehend/ sosorlausrieh/ eS wäre der Beelzebub/ welcher des Grandiers sccle abholen wolle/ worüber denn auch ein gar kurtzwctligeS ltcd gemacht wurde. Dieses teuffels - wcrck aber zu Loudun währte noch ein jähr nach des Grandiers tod/wobey dann die besessenen nicht ermangelten / dem nun todten Grandiec selbst einen platz unter den leuffcln/ und zwar in der claß der6r-n> tj-u-,. anzuweisen / indem sie in der erzehlung verteufeln hernach gar fleißig auch den Grandicr -st- nennest». Lheopbra- tms Renaudot/ ein berühmter ^ecllcus und emidci'dcr-H-"-» in Franckleich/ Hai dieses Grandiers gemacht/ welch » man in einigen bögen zu Paris acdruckt. Menage hielt glcrchfAs des Grandiers varlhcy / und diese deseffenheit der Nonnen zu Mi- dun vor einen betrug / welches auch nicht nur die RcformüM/ welche in»und um Loudun.damahlcn in grosser menge waren/ sondern auch / so bald die erste wind vorbey/ und der Cardnim von Richelieu tod war / alle vmiimffttge Catholische geglaiw! haben; so daß schonffcit mehr als «0 jähren kcinFrantzos änderst/ at» niit gröstcni gkspötk von diese» besessenen redn- p. I x. 9. roi». ro x. 748. sLmarqucs türm vic lle Ouil. x. 540. /» ^witcr. «zLM Ln.lSsz in i-, so auch ins Lcmsche übersetzt lind zu Hall an. 1704 in 4 gedruckt worden. ^/-. /- iu>t. 4- »vu,. xm -- Grandmonk / siehe Gerhardsberg. Grandmont/ ist der Haupt on eines geistlichen Ritter-ordens/ welcher durch 8. Stephanum qcstifftet war/ in der vcm Liinvges. Dieser Stephamis hielt sich anfänglich zu Murel au / abernach seinem tod kamenseincOrdcns-Rittere nachGMwwom/ und es thaten verschiedene Potentaten daselbst grosse inssluMm Dieser ordcn wurde um das jähr 107Ü gestifftet. Er hatte attsa w sich seinedlwr«hjßaufdasjchrizir/ daWsthelmBeMUchm M Mt emennet/ und von Nicolao/ Cardinak vonOstia/ darjü invellstel ward. 8-e O^U. Llirill. Grandval/ (Bartholomaus 6s diniere-, Ritter/ Herr von) gebohren zu Linieres in derPicardiean» 1649/ ward/ nachdem man ihn zu Evndhoven bey Hertzoqenbusch gefangen genommen / in dem lager bey Hall/ unweit Brüssel/ den r; aug.an. 1692/ auf einer schiciffe nach dem richt-platz gebracht/ daselbst aufge» henckt/ und halb-lebendig abgeschnitten; hernach eröffnete man seinen leib / verbrannte sein cingcweid / steckte seinen kopff auf einen pfähl / und henckte die vier theile seines leibs an vier unterschiedenen orten auf. Sein verbrechen/ dessen er vor dem grossen kriegs-rakh/ohne vorhergegangene matter/ geständig gewesen/ bestund darinnen/ daß er/ auf anregen einiger Grossen an dem Frantzöstschcn hof/ über sich genommen / den König von Großbritannien/ Wilhclmum IIl/ hinterlistiger weise zu ermorden/ welchen anschlug aber Antonius 6uki,„>t . und Friderich Albrecht von Leefdael/ welche beyderseits davon gcwust/ noch zu rechter zeit geoffenbahret, z,r/^o,/^»eclc n. lüyr p. rrß» Granello oder Spighetto/ (Ambrosius) aus dem staat von Genua gebürtig/ lebte in dem 14 Er hat den krieg - welchen die Venetianer mit Alberto und Mastino «scaligero wegen der stadt Trcvzso geführet,vers-wetst beschrieben. Dieses werck war ehemals in Petrarchä bibliokhec befindlich / heut zu tag aber ist es in der b-blio-tiscs 8. Marti zu Venedig. bibl. VenekL. icilfik. clellL Granfeld/fGottfried) ein Augustiner-Münch aus Engelland/ war ein vortreflicher Prediger, und sagt maii/daß er nach Ävignon gegangen,und daselbst eines Cardinals uomcll,c,ue gewesen, daß ihn Pabst Benedictus XI zum Bischoffgemacht, und daß er an. i;4-, verstorben. Es werden ihm einige wercke zugeschrieben, als: iLr. inonez 6omlnicLles; tzetermieiLriolics; IsÄur« cticologl»:; Ac. ^ 0 - Orange/ eine alte Adeliche fa-milie in der Provintz Berry, aus welcher viel vornehme lcute entsprossen, führet ihren namen von einem strich landes, >- Gränze genannt, so in selbiger Provintz gelegen. Es stammen aus selbiger die Marggrafen von Espoisses, Arquien und Breviande, die Grafen von Montigny, Herren zu Montigny,Vicomren von Soulanges und Freyherren von Air her. Jhrstamm-vater ist Johannes,Herr 6e Gränze, welcher um das ,ahr 1440 lebte,und von seiner gemahlin, Helena 6- Rivierc, Go- thofrcdum 6s l-> Gränze,Herrn von Montigny und Arquien, hatte. Dieser verheyrathete sich an. 1474 mit Johanna von Guitois, Roberti, Herrn 6-1, Prebenderie tochter, mit welcher er Fran- ciscum 6- iz Grange I zeugte, der an. izzo lebte. Franciscus ver-' henrathete sich mit Anna 6- ir Marche, und hinterließ Carolum und Franciscum,Herrn von Puymauron,rc. Carolus 6- Gränze, war Herr von Montigny, von Arquien rc. Ritter von 8- Michael, und Königlicher Frantzösischer Oouve-nsur 6- Charits- Er vermählte sich zum ersten mal an. 1541 mit Louise von Rochechouart, Wilbelmi, Herrn von Jars rochter, und zum andernmal mit Anna von Brichanleau. Von der ersten hinterließ er Franciscum II, von dem hernach; Antonium 6s Grange, Herrn von Arquien, o»u. verneur von Metz und Calais, von welchem die Marggrafen von Arquien, Breviande und Espoisses herkommen, auch war er ein groß-vater der verwittibten Kbnigin in Polen; Franciscum, welcher zu Brouage gestorben; Johannem, so bey der belagerung Jssoire geblieben und Carolum, Herrn von Vesure, Qouv-rneu- von Vierzon und Jssoudun. Von der andern gemahlin hatte er Franciscum, Abt von Fontmorigni und Primicerium zu Metz; Carolum Stephanum, von dem die Herren zu Villesdonne und Dom» premi herstammen. Franciscus 6« i-> Grange II hinterließ Hen« ricum Antonium 6s 13 Grange, Herrn von Montigni rc. Louvci- n-ur von Verdun, welcher ohne kinder starb, Kistolr. msmvir. 6s ls writon 6e la LrgnZe. Orange / (Franciscus 6c I-) Herr zu Montigny und Seri, Marschall von Franckreich,war an. 1554 von Carolo 6e Grange und Louise von Rochechouart gebohren, und anfänglich als edel- knab bey Henrico Valesio, so hernach König in Frankreich wurde, welcher ihn zu seinem Hos-iunckcr, zum Capitain über ic>o edelleu- te seiner Hof-garde und zum Ober-Hofmeister machte. An. 1574 reisete er mit selbigem in Polen, und diente ihm bey seiner wieder- kunfft in Franckreich wider die Hugonotten , befand sich an. i ;87 unter dem Hertzog von Joyeuse in der schlackst bey Coutras wider den König Henricum von Navarra, in welcher er eine compaZnie von der führte, ward zwar damals gefangen, aber von seinem Könige loßgemacht, und ihm seine damals verlohrne stan- darte wieder gegeben. Er befand sich bey dem König Henrico III an. i;89in dem lager bey Tours, als solches der Hertzog von Mayenne mit den Ligisten stt-<,mrte,da er sich wohl verhielte, auch verwundet ward. Nach dieses Königs in demselbigen jähr erfolgten tvdtlichen bintritt,begab er sich in des Königs Henrici I V dien- ste wider die Ligisten, entsetzte nebst dem Herrn von Entragues an. i^yidie von solchen unter dem Herrn belagerte stadt Aubigny cn Berry, schlug auch noch selbiges jähr das regiment der Herrn von Coudray, und die ihm aus Orleans zu hülffe gekommenen bürqer bey Bourg «-> Chapelle, befand sich hernach bey dem Konig, als solcher an. 1592 die stadt Rouen in der Normandie belagerte, und dem Hertzog von Parma, welcher die Spanischen trouppen commandirte, entgegen rückte, wie auch in dem scharssen gefechte bey Auinale. Von demselbigen König wurde er an. izy; zu der »svt-r-»r mit den Deputieren der Ligisten nebst andern ge- M f!nd stch ^vttrichtsre h-erauf an. den zug in Burgund, be- öer sÄ.on bey WNtame Fran^orse, wohnte an. 1596 der belagerung von stere, und an. 1597 der von Amins bey. Als er ^l^.^uach Paris, kurtz nach eroberungdieser stadt gekommen, Henncus IV etliche Ichritte entgegen aiena, auch ihn umarmte, cmpfieng der König von Johanne Castello ei! mund. Um jerner guten dienste willen machte ihn Henrikus iV zum Louvcencur von Berry, Biois, Dunois, Ven» dome und G-en, zum Ritter des ordens des heil. Geistes, wie auch zum steld-Marschall und General über die leichte reuterey. Als selbiger Konig an. 1S0; eine reise nach Metz that, machte er ihn zum Lieutenant-General von Metz, Tul und Verdun, und feinem druder,dem Herrn von Arquien,gab er die aussieht über die m-stelic U-tz. Er bekam auch von diesem König die zusage eines Marschall-stabes von Franckreich, wiewol er bey dessen leben nicht darrst gelangen tonte, sondern solchen erst an. iSichm aug. vonLudo- vico XIII erhielt. Dieser König überließ ihm folgends bey dem innerlichen kriege wider die mißvergnügten Fürsten das comman- do über,eine armee, womit er ClagnyssDonzy, Antrain und Cla- messy einnahm, und die stadt Revers belagerte, welche ihm auch übergeben wurde. Er lebte aber nicht lang hernach, sondern starb m selbigem fahr an. 1617 dm ;o aug. Er vermählte sich an. 158» mit Claudli von Crevant, Herrn zu Beauvais Touraine tochter, und zeugte mit derselben Antonium Henricum 6s 1.1 Grange; Jacqueline,Honorari von Beauoilliers,Grafe» von 8. Aignan,gemahlin, auf deren söhn, Franciscum von Beauvilliers, Hertzog von §. Argnan, die Her-schafften Montigny, Grange und Sery, so dieser Marjchall besessen, hernach gelanget sind. L» tnuz !e regne 6s ttenr/ j V. ^ 4 . Orange / ( Johannes 6e is) insgemein der Cardinal von Amiens genannt , aus einer Adelichen familie des landes Beau» jolois entsprossen , nahm bald anfänglich den Benedictiner-orden an. Nächst dem wurde er Abt zu Fescamp, auch schickte ihn Pabst Jniiocentius VI in Spanien , und bediente sich seiner in verschiedenen Verrichtungen. Hierdurch lernte ihn König Carolus V in Franckreich kennen, und machte ihn zu seinem StaatS-Minister, und ober-aufseher über das finantz-wesen. Hieraufaab er ihm das Bißthum Amiens, und brachte ihm bey Gregorio XI den Cardi» nals-hut zuwege, welchen er den 20 dec. an. 1erhielt. Er erwiese sich aber in allen stücken hart und geitzig,und merckek Man als etwas besonders von ihm an , daß er ohnerachtet seiner hohen staats-cvrrxen und würden dennoch zu proceß-sachen sich gebrauchen lassen. Nachdem aber Carolus V verstorben, veränderte sich das glück dieses Cardinals, indem sich der junge Printz, Carolus VI,zu erinnern wüste,daß >-> Grange ihn einsmals bey seines Vaters lebzeiten sehr hart gehalten. Weshalben er einsten zu Petro von Savoisy, seinem Cammer-Herrn, sagte: Nun wollen wir uns auch an dem Pfaffen rächen. Als der Cardinal solches erfahren, machte er sich an. 1 ;8o nebst dem grossen schätz, den ev gesammlet, heimlich zu dem Pabst Elemente VII nach Avignon, welcher ihn hernach zwar so weit wieder mit dem König versöhnte, daß er wieder nach Hof kommen dorffte; weil er aber nicht groß mehr geachtet wurde, begab er sich wieder nach Avignon, und starb daselbst den 24 april an. 1402. cr-egör. XI Kill. 6s Ltzzrier VI OaH. purpur. LrmM 6 „p, 0 Li!.Llirlli. lnlt. 6es Largin. LkeLe,«/. lrilt. 6« vr-nc« l - p. 7 Z 6 . Orange/ (Henricus 6e I2) Hertzog von Arquien, Herr von Beaumont und Montigny rc. war an. 1608 aus einer Adelichen familie in Franckreich gebohren. Als er noch in dem weltlichen stände lebte,war seine gemahlin, Kl-Uemoilciie 6e i- cuLree. mit welcher er unter andern Andern gezeuget, Mariam Casimiram Loui- sam 6- u Grange,erstlich des Printzen Zamoisky,hernach an.166; des Königs Johann Sobiesky von Polen gemahlin, welche den jun.an.1716 zu Blois in Franckreich als wittwe gestorben. Ee hielt sich eine geraume zeit in Polen auf, biß er in den geistliche» stand trat, und an. 169; von Jnnocentio XII zum Cardinal gemacht wurde. Hierauf reisete er nach Rom, da er den 2; may am 1707 im 0 9 jähr seines alters verstorben. Granicus/ ein Asiatischer fluß in klein Phrygien,hat seinen Ursprung aus dem bcrg Jda, und crgiest sich in den Propontidem, oder das M»r6i , ohnfern Lainpsaco. Sonderlich ist er wegen des sieges berühmt, welchen Alexander N. in dor 111 olym- p,L6c oder im; Z4 jähr vor Christi geburt wider Barium dabey erhalten. lupplcm. I. r c. I not. orb. LNk. Granius/ (Petronius) war in Rom zum cru-ll«,- oder Schatzmeister ernennt, diente aber in dem Bürgerlichen krieg dem c^l-ies, und wurde noch vor antrcttung seines amts von Sttplone, welcher des Pompeji parthey hielt, in Africa gefangen. Als ihm dieser das leben schencken wolte, wegerte er sich , solche gnade anzu. nehmen, sagend: des c.rtz-ris soldaten waren nicht gewohnt, sich das leben schencken zu lassen , sondern es vielmehr andern,zu schencken ; durchstach sich auch alsofort mit seinem eigenen jchwerdt. vi» * Gransen / eine kleine stadt in der MittebMarck,i6 meilen van Berlin,ist an. 1712 bis aufden gründ abgebrannt. Oranson / eine stadt, schloß und ehmalige Grafschaffk in der Schweitz an dem Neuburger-see, zwischen Neuenburg und Werden gelegen, nunmehro denen beydm Cantons , Bern und Frey« burgstzemeinschafftlich zuständig, welü,e alle e jähre abwechslungs- weis einen Land-vogt dahin setzen. .Der ort ist Milch all, und auf einem gegen der see abhängenden bnhel erbauet, ist auch wohl zu II theil. Bbbb Mest 1^2 M schliesst, baßer vor altem grösser gewesen / wiewohl der eigentliche «rbauer unbekannt ist. Die Ehronicken des tz- Vaud melden zwar / daß das schloß zu Granson an. 8 l; von einem, namens Fa- vins / erbauet worden / weilen aber solche schrifften nicht so gar -u- »Kcnrisch sind / kau man einem gcwissenhafften lescr leichtlich erlauben,einen solchen umstand in Zweifel zu ziehen. Es haben allda vor leiten eigene Grafen regiert/aus welchen Lambertus an. -ogy Bi- schoffzu Laufanne / Amgdeus von an. 1219 bis 1260 Bischofs zu Genff/ und Otto an. izo; Bischoffzu Bafel gewesen/ und Kayser Albertum I zu Bafel meuchelmörderifcher weife erstechen wolle»/ wann nicht die fursichtigkeit seines damaligen fürfprechs und doll- rnetschen Hugens zur Sonnen , solchem frevelen beginnen vorgekommen wäre. In der vormaligen Barfüsser-kirche ist noch in der mauren zu sehen die bildniß GrafOttonis von Granson / welcher der letzte von dem geschlecht gewestU/UUd an. 1400 von einem Ritter,Gerhard von Stäffis / in einem -tue» erlegt worden. Nach dieser Grafen abgang käme Granson als ein heimgefallenes leben,an die Hertzoge von Burgund / dahero, als der krieg zwischen Hcrtzog Carl und dcn Eydgnossen ausgcbrochen, sind diese an. 147; für Granson gezogen/haben das schloß aufden 1 may erobert, diebe- satzung zu kriegs»gefangenen gemacht / und unter Hauptmann Brandolff von Stein das schloß besetzt. Zu ansang des folgenden jahrs solle so wohl Averdun als Granson durch verräthcrey dem Hertzog in die Hände gespielt werden; als aber der anschlug ain ersten ort fehl geschlagen, begäbe sich der Hauptmann von Stein in die stadt, um die burgerfchafft zur qegenwehrauzufrischci!, und alle nöthige Vorsehung zu thun; er wurde aber allda angehalten, und samt seinen dienern gefangen genommen, auch mit einem strick an dem hals für das schloß gcführesiind der besirtzung solche droh-wort jugeruffen,daß, wann sie das schloß nicht von stund an übergeben wurde, man ihne vor ihren äugen aufhencken, und auch mit thuen allen nicht viel gelinder umgehen würde; die besatzung aber wolle von keiner übergab nur das geringste sprechen , so daß dic gegen- parthcy den Hauptmann in das Burgund führte, und endlich nach einer zimlichcn zeit, als der zor» sich allgemach gelcget, dcne gegen den Herrn ^ >« Tour auswechselte; Bern und Freydurg aber besetzten hierauf Granson mit mehrcrcm volck. Der trotzige Hertzog Carl liesse sich durch solche austasten der armen Schweitzcren wenig abschrecken, sondern ruckte mit einer macht von §0000 mann für Granson,willens ihnen allen in kurtzcm den garaus zu machen; der in Iverdun gelegene Bcrnerische Commendant aber, so bey einem so ll-ssc-Lrcn anzug das sicherste Mittel zu crgreiffen für nö. Ihig achtete, steckte seiner empfangenen zu folg diestn orc in brand, und begäbe sich mit seinem volck und allem kricqs-vorrath naher Granson, da indesseu Bern und Freydurg die gesamte Schweitz bey einer so grossen noth zudem entsatz aunnahneten. Die Burgunder grissen indessen ihre arbeit an , demcisterten sich des stadtleins im zweyten stürm , und trieben die besatzung in das schloß, welchem so bald hart zugesetzet, dem Connestabier der kovff «bgeschosscn und das meiste pulver durch darein gefallenes feuec in rauch und dampf vere hret worden; bey diesem allem behielte die besatzung einen bertzhafften muth , und thäte eine reioime gegcn- wehr; die bcy Murtcn versammlcte Eydguossen thaten auch das ihrige, und schickten den Hauptmauu Heinrich Dittliger mit üoo mann in einigen schiffen den Ncuenburger-see hinauf,»in wo möglich etwas wccuiics in daS schloß zu werssen; es wolle aber nicht angehe»; hieraufhielten sie fürrathsam , die belagerten , wie sie konten, in ihrer standhaffliakeit zu erhalten, liesse» derowcgen die tromlcn und andere dergleichen zeichen bis in das schloß erthvnen, dabey sich die noch willige Verfechter ihrer frenhcit eines baldigen luccui-ieS getrosten könten; sie nahmen auch solches alles, als gute kennzeichen an, und wollen noch weniger, als iemaleu, von einer aufgab etwas mercken lassen; der Hertzog, der inzwischen an svio- neu keinen Mangel hatte, vernähme zu seinem nicht geringen schre- eken,daßdie Schweitzcr allbercits auf 20000 mann angewachsen, und sich in Murtcn zu einem abzua auf Granson fertig hielten, machte derowcgen alle ersinnliche austasten, das schloß vorhcro in seinen gcwalt ;n bringen,ehe er mit diesem neuen corp» cine scblacht wagen solle ; zu diesem cnd erdachte er folgende list: Er schickte einen Teutschen Hauptmann zu der besatzung, um sich zu stellen, als käme cr aus mitleiden gegen solche dapffere soldaten, und ihnen dabey zu rathen, sie sollen, da keine Hoffnung der errcttuug mehr übrig wäre, einem elenden tod vorzukommen, sich ohne weitere,, widerstand dein Hertzog ergeben; cr solle ihnen hierbey mit ma- nier erzchlcn, daß der Hcrtzog dieser tagen allbereits die stadt Frey- burg eingenommen, und alles niedergemacht hätte; nun gehe würcklich ein starckes coi-p» für Bern, welcher stadt es nicht besser ergehen werde, und die bey Murtcn postirt gewesene Endgnossen seyen», grosser Uneinigkeit zurück gezogen, so daß sie auf nichts wci. ters, als des Hertzogs gnade, einige rechnung zu machen hätten, welche ihnen auch nicht fehlen solle, so ferne sie sich ohnverwcilt zu ergeben lust haben würden ; solche und dergleichen andere Vorstellungen machte» die guten soldaten so verwirrt, und nach einigem bedrucke» so willfährig, baß sie nach überreichtem von 100 si. dem Hauvtmann die Versicherung thaten sich zu ergeben, welches auch in der that an dem Aescheu-Mittwoch an. 1476 geschahe. Sie wurden aber gantz treulos; tractirt, und so bald sie für das schloß heraus waren, gebunden, mit grossem spott in dem lager herum geschleppt, den folgenden tag auf antreiben des Grafen von Romont deren zoo an bäume aufgchenckt, 200 an ein langes seil gekuüvfft, in den see gemorsten, und darum so laug herum, gezogen, biß sie alle elendiglich ertruncken. Aber gleich darauf am Vamostag vorder alten Fastnacht kamen die von Murtcn aasige, brochene Bunds-gnonen herbey, griffen.die Burgunder mit sol» gra chem grimm zu dreyen verschiedenen malen an, daß, nachdeme lieh d,e Reuterey untern, Hern, von Chateauguyon übern Haussen gemorsten worden, auch das fuß-volck in Verwirrung Miethe, wor. auf einerseits das tod-schlaaen, anderer seits aber eine allgemeine feld-siucht erfolget, also daß denen Eydgnvssen alle stuck, VN8--8- und übriger grosser reichthum des lägers zu theil worden' Von den Burgundern blieben über 1000, „„d von den überwin. dern ;o auf den, platz. Die gefangenen wurden meistens zur raa. ehe der erhanckten und ertranckten hingerichtet, stadt mid schloß wieder gesäubert, besetzt und die reiche beut vertheilt, so sich über eine Million beloffen. An. 1484 wurde in dem zu Münster im Er. gow,wegen denen eroberten Burgundischen orten GrandsbwMur. ten und Eschalans, oder Tscherlitz, ergangencm Rechtspruch er. kannt, daß diese orter denen beyden städten Bern und Freyburqae, meinschamlich verbleiben, hingegen diese, denen übrigen zu hülst gezogenen Eydguossen, 20000 st. bezahlen sollen, welche bezahl»»«, an. 148; aufLichtmeß erfolget ist. Bey Plünderung des Burgun. buchen lagers, hat.ein gemeiner knecht einen sehr grossen diamant lnit daran Hangenden zwey grossen perlen, unter einem wagen qe. funden,selbigen einem pfaffen gewiesen,der ihme einen gülden bar. um bezahlt, heruach seiner Obrigkeit um ; st. wieder verkauftet. Folglich hat Bartbolome May von Bern denselben um zooofl. sich erhandlet,und einem Genuesischen kauffmann wieder verband« let um 7°°c> st. diesem halber Hcrtzog von Mayland nooo dnca» ten darfur bezahlt, und endlich solle ihn Pabst Julius II um 2022» ducaten au sich gebracht haben. An. -7,6 haben beyde Stünde Bern und Freydurg das schloß neu gcbauet. Die in diese Vogtey gehörige orter sind Moutagny,Ficr,Gicr, 5. Manns,Champagne, Bonvillard,Onneiis,Provcnce,Cvncise rc. >. 8 . c. >; L ?. I. 6. cbron. bleiver. Nist ttciv. >18cr. I. ir. c. 14. ibcair. Loloci. ?. 1. ^>. Lbregs x. 7zy. * Grantham / eine stadt in der süd-westlichcn gegend der Gras« schasst Lincoln am flnffe Wicham,welcher von dar nord-wärcs nach Lincoln zuläufft. Sie gibt der dabey gelegenen gegend den namen Grantham-Wapentake. Es ist im übrigen ein ansthnlicher orlavo. hin viel volcks kommt, weil cr gleich an der nördlichen land-steasse ligt. Der daselbst befindliche kirch-thurn bat etwas merckwnrdlges an sich, daß cr »emlich krumm und als gebogen anzusehen. Diese stadt hat auch eine freye schule, und ist 104 meilen von Londcn entfernet. r. 1. llcicr. Lriran. Grantham/(Grasen von) in Engell«md. Diesen titul bek«,m zuerst von dem König Wilhelmo III au. 1698 den 24 dee. Henri- cus von Ouwcrkerk, der älteste söhn Heurici von Nassau von Ouwcrkcrk nachmaligen Holländischen General-Fcld-Marschalls. stehe Vuwerkerk. n-ip ro LnZUstz tz>K. x. Granvelle/siehe Perrenot/Cardinal von Granvclle. GranviUe / lat. 0rrn6,sv,i!», eine stadt in der Normandic, zwischen Comances nord-wärts, Avranchcs und ^»nr 8 . Michael süd-wärts an der sec gelegen , 7 meilen von der üssul Jersey, und theils aufeincm seifen, worauf mau schwärlich kommen kau, theils auch auf einer ebne,da sich ein havcn eröffnet. GranviUe / Grencvil / Grandville. Von diesem ge» schlecht in Engelland wird Hamon v-nr^rus ;„m urheber gesetzt, welcher des Nordn,aims RoUonis,(so die proviutz Neustriam, welche nachgchcuds Norniandie genannt worden, zu ausgang des - s-cul> eingenommen,) »aber bluls-freuud, Graf von Carvoil, auch Herr von Thorigny und Grandville in besagter Proviutz gewesen, und 2 söhne nachgelassen Nvbertum und Richardum. Jener, so den zimamci, Fi; Hamo» gcführct, soll Glamorg«,m in Sud-Walles durchs schwcrdt erobert, und endlich den titul eines Graftn von Gloccster erhalten, seine linic aber mns jähr n8z gcendiget haben. Richarbus bryzeiiauiit Grandville, als des vorgebuchten Hamoms Dcnr«n anderer söhn , hat von seinem brudcr, vor die bey einneh- mung des landes Glainorgam erwicstne dienstc die stadt Math zur Vergeltung erhalten, worinn cr ein kloster gefristet, die smdt den München übergeben, »nd in Engelland, bannn er viel guter bcse>» sen, daS qcschlecht Grandville gepstantzet. Von seinen kiachkviil- incn bat sich unter der regieruug Elisabeth ssiichardus GranrM berühmt geinacht, der an. 159, bey den Azvrischcn insiiln als Commendant auf dem vicc-Admirals-schiffe sein leben bejchloßcn. issachgehcnds >var Bcvill von Grandville bekannt, welcher an. iüz8 auf seine eigene unköstcn ein regiineut reuter warb, und dein König Carolo I im krieg wider die Schottländer diente, auch her. nach zur zeit der innerlichen »nrube in unterschiedenen sclMlMi, als das Haupt der Cornwallicr bey Bodmic, Lanceston, StratM rc. gcsiegcr, zuletzt aber bey Bath sein leben eingehüllet. LM tziacr söhn und erbe Johannes nahm hierauf, ungeachtet er nur ar jähr alt war, das commando über seines vatcrs regimeut an; er commaudirte auch nachgeheubsals Genera! von 6 regimcnlcrn ii» allen wichtigen scharmutzclu und schlachten , und empficng adW- derlich tu dem treffen bey Newbury viel gefährliche wunden. Nachgchcuds ist cr Carolo II in seiner flucht in ^rasickreich der», Holland und in die insul Jersey gefolget, und ist ">»>>"1 verneur über die Lillcy-insttln gemacht worden, welche er wicer z Engelländischc schiffe vcrtbeybiget, und sich nebst sttian nuy auverwaudtm, dem General Monck, eyfrigst bemühet, gedacht Carolum II aufden thron zu erheben; vor welche dlenste er a. 1661 zum Lord , zum vicomw von Landsdown und zilm Graic von Bath gemacht wurde, nachdem er schon vorher svo uw w Cammcrherr und 'nss-ctor über die zinn-bergwercke m der w schafft Devon und Eornwaüien worden war. Bey der -rosten v^ Änderung in Engeliand Mächte er sich um dmKonig William Ms dient, und brachte Pieymduth unter dessen gehorsam. Er wurde «uch von der ciraciciiL dastibst, mgleichem von den Provmtzen De- donshire und Cornwall, Lauvern-u-. Wein an»i 694 wurden ihm von dem gedachten König alle seine aMter genommen. Er starb zu London den 1 ftpt. an. 1701. Seine gemahlm war Johanna/ eine rochier des Ritters Petri Wich, des Königs Caryli I Hauß-Mak- schails und co-nroücm-.so»>1.1692verschiede»/ nachdem sieihm iö kinder gebohrM, davon aber 10 in der fugend verstorben. Die übrigen sind Caroius Geanvil, Baron oder vn-ounr vonLands- down und Baron Granvil von Kilkhampton / welcher sich aber den rü ftpt» an. 17sI aus st-sscracion selbst erschossen; von seiner ge- kiahlin von Onwerkerk/die im andern jähr der ehe an. 1692 gestorben , hinterließ er einen söhn Hcnricum Wühelmum, Graf von Bath / der aber an. 171! den 28 may mit tode abgegangen; Johannes; Bevil; Johanna / William Gowers, genannt Levessch gemahlin; Catharma und Gratra, Georgir, Barons von Cartcrer, so an. 169; gestordeN/gemahliu. //»ös/, Asaesi. Qm. LttrLnn. «Isnck. mol, Grapäldus / (Franciscus Marius) ein gelehrter Jtaliänee im ansang des 16 ftcnli, war von Parma gebürtig. Nachdem sein Vaterland von dem joch der Frantzosen bcsteyet, und wieder unter des Pabsts Iulii II gehorftm gebracht worden / gicng er nebst anderen als Haupt einer zu dem Pabst, wozu er wegen seiner sonderbaren beredtsamkeit und guten mine ersehen würde. Er that eine herrliche rede an den Pabst / brachte auch selbige in verft, wcßhalben ihn der Pabst mit eigner Hand in dein v-ricano bey grosser solennität zum Poeten gecrönk ; welches denn Grapaldum bewog, sich desto eifriger aufdie Poesie zu legen. Am allermeisten aber hat er sich mit seinem buch -l- .-Mum (worinnen er eine grosse erkanntnuß der alten und neuen Hau-kunst so wohl als der amiguiräten überhaupt gezeiget hat) berühmt gemacht. Er starb endlich, als er gegen ;c> j-hr alt war, an einer Harn-winde, stör--«««>«§.c.6r. » Grapen / vor zeiten Gropen / eine von den ältesten und ansehnlichsten familien in Pommern. Nicol stund um das jähr 1291 bey dem Hertzog Bogislao II in grossem ansehen. An. izoy wird Gerhard in einem Stettinischen privNegio als zeuge angeführt. Hermann war um das jähr 1;21 bey Hertzog Ottone wohl gelitten , und Heinrich bekleidete bey Hertzog Bogislao V die stelle eines Hof- Marschalls. l. 6. Orapendorss/ eine alte Adcklche familie, von welcher einer an. 1714 als Königlich-Preußischer Cammer-Herr florirte. Ihre stamm - tafel findet man in gc»c. 6 . SceintzerA. un 6 rvv^r in llcm s^pcuNlce. Graphäus/ (Cornelius Scribonius) ein Poet und tttullcu,, gebohren zu Alost, starb aber als s-cr-rsrius der stadt Antwerpen den 19 dec. an. 1558. Er hat verschiedenes geschrieben, als; pomp-m iffeÄsculorum in sutce^ri'one II; ciclcriprioiien, pa- r>5 inker krancilcuin I. K. LslliL öc (l.'srolndec. an.iviz. Er hat sich fümemlich aufdie erkanntnnß derHebräischen spraach, darin» er treflich v-rstrt war, und auf die auslcgung der Weissagungen heiliger schafft -ppli-stt, wie solches seine hinterlassene schafften bezeugen, als da sindcommemrriuz m ^pocri. r>z. 1-,0 iN 4 ; ttilloriL ^ncicNrilH Illius mrgni ; Ulcinis vcrb^; 0 »rlo 6e linzuL 82NÜL Lci-; Vcrllo I.Lr. tunciLmsnc. Lslig. )u6»>cL ss. »ltza, öcc. Iliiior. Lccled. 8 lavon. Lo^/. * Grasse / ors-s, eine reiche wohl bewohnte stadt in Obcr- Prvvcnce auf einem vortreflichen bodcn gelegen. Einige halten dafür, daß sie ihren namen von dem Römischen Bürgermeister L.c^ilo bekommen. Das Brßthum daselbst gehört unter den Ertz-Bischofs von Ambrun. Der Bischoffliche sitz zu Antibes wurde um das jähr 1250 von Jnnoeentio IV lstcher verlegt, weil Mier vrt eine sehr böse Mist hatte, und den streiffcreyeir der fte- tauber unterworffen war. -Zicscei. osii. IM. üe Nrovence. Lsü. l. 2 z>. 600. xeozr. ecclell IVM ecclcd. t. I I. r. Grassier/ (Joh. Jacob) gebohren zu Baftl an. 1570 den 21 Kbr. von Jona Grosser, Prediger bey 8. Clara, und Ursula von niaischach, wurde, nachdem er sich für etwas zeit in die Schweitz, und hernach in Zranckreich begeben, Königl» i/roteiMr zu Nimes, welches amftdr in dre z iochr bediente, und dabey gute aeieqenheid fand, den Römischen smiquitMen mit AM nattiruforAMn - auf reißte er nach Montpelier, Marftille , md endlich, in daselbst diese schöne wissensthafst um ein mehrers zu beförderen, wurde auch zu Padua an. 1607 von FerrandoAmadi, Kavserlichem zum Lom-re 5 I^i-rü L cionMo-n Impcr.M., Lou.i« suraro und L.ve bestätiget; von bannen kehrte er wieder zurück m Franckreich, und letzte von dar über das meer in Engel- land; als er wieder nacher hauß kam, wurde er an. rsw Prediger >!'?a^?ottt Bemvyl, Ba,el - gebiets, käme aber; fahr darauf in die stadt zu dem Predig» dienst bey 8. Clara; diesem seinem dienst wartete er treulich ab, Und wandte seine übrige zeit an äusserte gung allerhand buchern und empfahung vieler ansehnlicher Visiten, wie dann fast keine adeliche Person nach Basel kommen, die nicht Sertzrg nach rhme gefragt; Gustavus Adolphns, König in Schweden, hielte von ihm so viel, daß er ihne zu beschrerbung seiner Historie vor allen anderen ersehen, und durch seinenGcsandten Joachim Cratz, Ritter 8. Marci, rhme dre hierzu nöthige acten M-nrm lassen, so er doch wegen kranülicher leibs - aMMr-o» und anna- hendenr rod nicht über sich nehmen tonte. Er starb den 21 mark» an. 1627, nachdem er geschrieben: spoeuium ikeoir-ZiL myittc«; Oilterrsrionem Nnrig. kgemautMAtzus; Lemm polonicaruin row- xenciiotLm gclciMrioncm; Icincrzriuin Iiittorico - poülicum, Lc. gtksLtr. 6. ES-»- orgk. Mnetzr. in otzirum OnLÜLri. * Erassir / (Achilles cis) ein Cardinal, Bischoff von Vononieü und Ov-rs cll cMci!c>. ein sobn Balthiffars tzs Grassi , eines Bo- lognr„schen vom Ndel, machte in den NucHiz, vornemüch aber in der iur.zpruäenL, sonderbare progretzen, dergestalt, daß er dadurch zu Rom^u-iuor LorL iivmsnM. Und Nachmals Btschoff zu e ivirL <»> cM-No wurde. Julius II schickte ihn als Numium in Franck- reich, nachmals in die Schweitz, und endlich an des Kaysers Ma- ximssiani I Hof. Hierdurch erwarb er sich eine grosse , daß ihn auch der Pabst an. i; 11 zum Cardinal, und hernach zum Bifchvff von Bononien, Leo X aber zum Schatzmeister über das ronciave machte. Er hat solchen angegeben, daß'man einen solennen leichen--dienst vor die verstorbenen Carbinäle halten solle. Er starb zu Rom den 22 nvv. an.izrz im ckosten fahr seines alters. UFöeL«,. Grassis/ ( von) war Cäremonim-meister bey Pabst Leone X, und gehört unter die gelehrten berrüger. Er machte ei« epMpliium eines maulthiers, ließ es in stein hauen, und grub es in die erde in seinem Weinberg. Nach einiger zeit befahl er, an selbigem ort einige bäume zu seyen, und als man ihm andeutete, es sey eine solche >Mr>>ion gefunden worden, nahm er es als eine Wahrsagung von feinem maulthier auf. Anfänglich wurde nur darüber gelacht, und wolte man kein groß werck daraus machen / nach vielen jähren aber gaben sie viel vor eine smi-zwtät aus, dergestalt , daß Thomas Porcacchi solche unter andere alte M -?!>>- mit qefttzet hat, und noch lang hernach der Pabst Alexander VII) der solchen für gelehrt wolte gehalten seyn, in seinem tag-buch, als etwas gar denckwurdiges aufgezeichnet, man hätte diese grab- schrifft des maulthiers nahe an 8. Peters kirch gefunden, mus. Itsl. tom. l 176. ex LvIIcA. lalcr» Änt. IVIZL. * Graöwinckel / (Theodorus) ein berühmter Rechts-gelehrtee von Delfft aus Holland, bediente verschiedene stellen in demHaag; insonderheit aber war er ^vocsru- »>c> der Drovintz Holland, und wurde von der Republik zu Venedig, weil er vor selbige geschrieben, zum Lqui-e 8. Marci ernennet. Er starb am schlag zu Mechel« den 12 oct. an. 1666 im ossten jähr ftincs alters, und wurde in der- haupt-klrche im Haag begraben, allwo sein evirLpinum zu sehen ist. Er hat geschrieben i liberrsrem Vcneram, conci-L suüoreir, Icruri,,,, ^ 6c juee mLjcllLiir; 6e jure prTce6enriX intcc l-kenilll Vcaecsm rcinj,» öc Oucem 8Lt>»u6iL; rnrriz libcri vin 6 ic ,38 s6v. vetruni kspr. Nuc- gum.; 6s piMullUr juNins- <8e juris, 6e 66s IiLrecicis öc rebellitzuS ler. Vsn6s ; commönrarium in Lrlluüium 6o tz. Lstin. bib!,Ko!g> Lpillols:. (Nratarolus / ( Wilhelinus) ein gelehrter bV6lcus, dessen vater ebenfalls dieser prok-liion gewesen, war zu Bergamo in Italien gebohren, und verließ sein Vaterland, damit er in Teulschland die Protestircnde rcligion annehmen tonte. Nachdem er sich einige zeit zu Basel aufgehalten, wurde er nach Marpnrg zum nic6>c,nL beruffen , woselbst er aber nur ein jähr blieb , weil ihm entweder dieHcßjsche lufft nicht wohl bekomm wolte/vder weil ihm solchen Basel lieber war; allwo er auch in ansehung seiner wissen, schafft- und Verdiensten in das MieZu»» der ärtzten ausgenommen wurde; die zeit seines tods, welche sonst von den gelehrten so gar ungleich gesetzet wird, erhallet klar aus seiner zu Basel in dem Munster befindlichen grabschrifft, welche ihm von seiner ehefrauett Barbara Nicolai, auch aus Bergamo gebürtig, Wetzt worden , vermög welcher er den i6 apr. an. i;68 verstorben , wie es aus so vielen/welche diese sterb-zeit andeuten walten, allein Tbuanus und Bucholzerus recht getroffen haben; er hatte sein leben auf;2 jähe gebracht. Aus seiner stauen grab-mahl, die ihmc das jähr hernach tm tode gefolget, lassen sich ; fachen schliessen, so der Historie dieses gelehrten Manns ein mehreres licht geben können: 1) daß er sei« Vaterland schon an. i8 49 verlassen, weil von seinem eheweib, so an. 1569 verstorben, gemeldet wird, sie hatte selbiges ro jähr lang bis an ihren tod um der reinen lehr des Evangelii willen gemistet; 2) daß sie beyde keine kinder nach sich gelassen, weilen deren nicht nur in keiner der beyden grab-schrilstm gedacht wird, sondern auch Vbbbr -ex ;64 gm der Barbara Molai das grab - mahl von ihrer bris«. Elisabeth Gratarola, ist aufgerichtet worden, als welche der verstorbenen den »amen ihrer -mic-r beyleget; z) endlich, daß Gratarolus bey feiner des Evangelii halben genommenen flucht auch einige feiner verwandten nach sich gezogen. Man hat von ihm viel gelehrte lchristten, als » 6e rnemoris repLi-LNils, augen6s, conscrVLNclz > ac 6e remini/ccmiz ; 6s yr«6iistilrne worum nxkursrumgue kominum ksciii »x inspeÄione ^zrti'uw corporis; 6e litterLroruw üc eorum, <^ui ML- Iistrsribus tunßunrur, conlcrv-ln6s pr^lervLn-l^que vLieku6ins; 6e vini nLrurä, srribcic» 6c uiu, 6c«zue oinni re poksbili; 6e rcgimine ikcr Aßcnrium. vel e^uttum, vei pc^iruru, vei n-»vi > vei curru ieu rlieclz libri 6»o; progn»üicL nscurslis 6e rempocum miik-itione s-cc- peru«; «je rbermiz Kk«cicin nmss in vomyonsrium 6s bicLnrLtioni- !»ui; 6s viribu» , ulu 6c niixkione squ.v s-6enu'r; 6e nocis snrickkisti. bb. 4z Ln. -v»» 6ex l.<-r6e» 6e stripr. ,ne6. k>s^«r» kliSLtrum. kow. i p. ?44. L«>/s. L»/ * Gratien oder 6Xkä1?IL > nach der Griechischen bcnennung cbsrirer. wurden vor des Jupiters und der Lvnnc»n-e, oder, wie andere wollen, vor jovis und Vcncris töchter ausgegeben, deren an der zahl; waren, nemlich ^Zisiz.ruybcossne und ib-si-, worunter der erste name fo viel hcisi, als: ansehen/ der andere feölichkeit/ und der dritte schönheil und artigkeit. Alles dieses hatte feine absteht auf die fruchrbarkeit der erde, und aufdie vielen fruchte, so selbige hervor bringet. Denn durch wurde die anmu- Ihige blühung der bäume angezeiget; durch die fchönheit der fommer-zcil und durch bu^bi-otyn-n die freude, welche der land-mann empfindet, wenn er eine reiche erndte hat. Einige ziehen die bedeurung dieser fabcl auf die empfangene und erwiesene wohlthaten. Solcher gestalt soll durch -ssgl^Lm die erwiesene wohlthat angedeutet worden; durch Lupkroiync,, die pcrfon, fo sie empfanget und durch Hil-m diejenige, fo sie erweiset. Danncn- hero wurden sie allezeit nackend und lächlcnd vorgestellet, weil sie ihren freunden ohn alle Heuchelei) und gemüths - Verstellung gutes erweisen sollen. in rbcogon. V.907. ^c-rcc 4 >>b I 6c bcne. Lciis. 6c 6corum ocig. Iib.Iib. ll m^iliol. Ls«s,. Gratianus/ Kayscrs Valentiniani vater, von Cibala, einer stadt in Pannonicn gebürtig, und von geringer ankunfft, wurde von seiner ersten lügend an geneunet bun.„-ii,-. ober mit dem strick/ weil in seiner sagend, als er einen strick zu vcrkauffen herum trug, z foldaten, die ihm solchen nehmen wollen, seiner nicht tonten meister werden. Hierdurch machte er sich bekannt, und stieg dergestalt im krieg, daß er Oberster wurde, und nachmals die w- Ipeäion über die milch in Africa unter dem damals gewöhnlichen titul?<-LtceH pl-kocio -ct>icL erhielt. Als man ihm aber schuld gab, als wenn er nicht gebührend hauß gehalten, gieriger da fort, und bekam ein gleiches -omm-n6o über die armee in Britannien. Nachdem er daselbst feinen abschied erhalten, kehrte er wieder nach hauß, und lebte daselbst in der stille, muste auch erfahren, daß ihm seine güter von Constante contmirt wurden, weil man ibn beschuldigte , daß er Magncntium aufgenommen, da er durch seine güter gercifet. Obwohl dieses nicht verhindern tonte, daß er nicht allezeit von denen armeen sehr währt gehalten wurde, so gar, baß auch sein angedencken eine nicht der geringsten Ursachen soll gewesen seyn, daß sein sodn Valcntinianus nachIovjani tod von den kriegs- reuten zum Kayftr gemacht worden, >n L^ir. » Gratianus / Valentiniani I söhn, den er mit seiner ersten gemahlin Scvera zeugte, wurde von seinem vater bey der stadt Amicns an. ;6ü den 4 aug. im 7dcn sahr seines alters zum erklärt, und succcdirte ihm an. 17;. Sein jüngerer brüder Valen- linianus aber, aus des Vaters anderer ehe mir Justina erzeuget, wurde nach den: tod ihres Vaters Valentiniani von dem in Pamio- nien und Jllyrien stehenden kriegs - Heer ebenfalls zum >cu^-,sto ernennet, welches zwar Gratianus gern gelten ließ, unterdessen aber wegen des brudcrs jugend das gantze Occidcnlaliiche reich immerfort allein regierte; da indessen ihrer beyder Oncle Kavser Valens den Orient beherrschte. Sonstcn wird Gratianus wegen seiner grossen tapfferkeit, klugbeit, bercdtsamkcit, bcscheidenheit, L'uschhelt und ciffer wider die Priscillianisten, Arnauer, auch andere ketzcr, ftbr gelobt. Nach Valcntis tod setzte er die Tifthöffe wieder ein, so Valens, ein Arriauischcr Herr, verjagt halte. Den Poeten Ausonium, gegen welchen er eine sonderbare gnade trug , beförderte er zum Bürgermeister - amt. Er besorgte auch die Reichs - geschäffre sehr wohl, brachte an. z?6 die <^6«; und LxrmLri; zum frieden, schickte Valcnti hülffe Wider die Gotben, welchen auch mit sonderbarem Nachdruck sein kriegs Ol nster Fri- geridnS einen streich verletzte; letztlich wolle er dem Valeuti bey zunehmender,nacht der Gothen in eigner person mit einer starcken armer zu hülff ziehen, wodurch vielleicht dessen niederlag und tod hätte verhütet werden können; allein der einsall, den die .4 cmsnni I.ciri-ntcr (aus dem Lintzgöw in dem heutigen Schwabenland) über den zugefrorncn Rhein in das obere Gallien thaten, zwang ihnc wider seinen willen sich dabin zu wenden, da er dann, nachdem seine lenke anfangs durch die menge der feinden erschreckt, etwas zurück gewichen , endlich in dem Elsaß bey Argentuaria einen grossen sieg wider selbige erlangt, daß gegen zoooo auf dem platz geblieben, weßwegen ihme auch der titul ^l-mLnmci beygelegt wurde. Weil aber unterdessen Valens von den Gothen erschlagen worden, und es in Thracicn, Griechculand und dem gan- tzcn Orient sehr verwirrt aussehe, auch Gratianus, der kaum das aoste jähr seines alters erreicht, solcher grosse» last unmöglich gewachsen seyn konrc, nähme er an. ?79 Tbeodosum zum Luii^i «n, und überließ ihme, die Morgenländische Prvvintzien in ruhe M zu bringen , da er immittelst selbsten in Occident gute aM machte, davon annoch die meisten vorhanden, auch, so bald einige feinde sich in den dortigen Provinhen regten, solche tapffer zurück schlüge; wie dieser Herr in der Christlichen reljgivn sehr eiffma gewesen, so wäre er auch der erste, welcher den titul und Habit eines i-onriLcir m-ximi , welchen die vor ihme regierende Christliche Kaysere allezeit aus einer staats- m-xime behalten hatten, nicht ohne grosses murren der noch übrigen Heyden ablegte. Weil er aber dem jagen und anderen lustbarmtcn gar zu sehr ergeben war, und die ausländischen foldaten seinen eigenen Unterthanen vorzog, wurde er den 2? aug. an. z8; zu Lyon, als Marimus erstlich m Britannien den Kaystrlichen titul angenommen, und bald her, nach sich durch aantz Gallien einen grossen anhang gemacht, auch dem Gratiano seine meisten kriegs-leute abgezogen, diesem tyran- nen zu gefallen von Andragathio meuchel-morderischer weift hin. gerichtet. 21. 4 r. L zs. >. j» c. rä <üc r/. Oxsss«« I. 71 c. zr öc Z4> I. ; c. X. LsLOMe»« I. 7 c. >r. * Gratianus / ein Tyrann, war nichts als ein schlechter soldat, welchen aber die Engelländische foldaten an. 407 wider Honomnrr zum Kayser erwählten; nachdeme sie eines gewissen M-wci, Vene sie schon vorhero aufgeworffen, überdrüssig wurden. Wem, nachdeme 4 monat verlosten waren, machten sie es ihme nicht besser als seinem vorfahren, setzten ihn nicht nur ab, sondern nahmen ihm auch das leben, und brachten an seine stelle einen, namens Constailtinum. I. 6 c. r. * Gratianus / gebürtig von Clusi, in dem Groß-Hertzogthunr Florcntz, war ein Denedictincr m dem kloster zu 8. Felle und 8. Nabor zu Bologne. Es wird vorgegeben, er sey Petri Lombards und Petri Cmuciton, leiblicher bruder gewesen, und dessen mnler habe selbige, jedoch von einem ungewissen vater, zugleich geboh- ren. Es scheinet aber ohne gründ zu seyn, und vielmehr daher zn rühren, weil er mit beyden freundschafft gepflogen. Er schrieb zu Bononien ein buch, welches von ihme 6scr-mm 6^6».,, gcncnmt wird, oder wie es anfänglich hieß , concorcii-6ilcor6-nkium csno. num. weil er sich bcmühete, die crnonc! zu conciiiren, die einander entgegen zu seyn schienen, worzu er sich der sthrifftcn der heiligen väter, der 6«crcren, der conciiiorum, Päbstlicher briefen, lind weit» sicher gesetzeu dediencte, auch vieles anß Leone und BurcharLo,ss schon vorhero dergleichen angefangen, genommen. Das gantze werck bestehet aus ; theilen, worunter das erste in ncz eingetheilet ist. So bald selbiges buch an. 1151 fertig war, wurde es von Pabst Eugenio III fo fort -pprobs» ret, und auf der academie zu Bononien öffentlich darüber gelesen. Man hält davor, er habe gantzcr 24 jähr daran gearbeitet, nemlich von an. 1127 biß 11cl, es sind aber doch sehr viel fehler darinnen geblieben , weil er sich mancherley schrifften bedienet bat, und s» wohl von einer rechten crilic, als anderen zu solchem werck nöthigen wissenschafften eine sehr schlechte erkantnus befasse. Pabst Plus I V lind V brauchten viel gelehrte lcute, dieses werck zu comgiren, worunter steh auch Grcgörius XIII befand, da er noch i'rctcilor der rechten >var; als er aber Pabst wurde, ließ er es rsviswen und drucken. 6e scr>^>r. cccies. p. X74. 6s emenli. LrariLni, cum nc>ti5L»!uri>. 6c iccipr. ccci. jurir c.non. vo-» bist. jur. eccl. n. zik, z>§< bist. lllisr- ^ Gratianus / (Antonius Maria) war aus einem vornehme» Florenlinischcn geschlechtc an. 1545 zu Borgs 8. L-puicm indem Florentinischen gebohrcn. Der Cardinal Commendon, welcher seinem häuft wohl zugethan war, rieth seinem bruder Aloysto, daß er ihn in den stu6m solle unterrichten lassen. Als er nun r, sahe all war, wurde er in eine schule eines kleinen städtleins in Friau geschickt, wormncn er die Lateinische spräche in kurtzer zeit wohl erlernte. Der Cardinal Commendon nahm ihn hierauf zu sich ss kar hauß, liebte ihn als seinen söhn, und weil er sahe,daß er zu grossem dingen geschickt war, nahm er selbst die mühe, ibm den Aristole- lem 6c riicrocica , 6c rsfiublica öc 6e mo-ibu zu erkläre». Er würd» hicraufdrs Caedinals Scercr-rius, welcher sich seiner in allen Ge- sandtfchaffren wohl bediente. Als ihn auch t er Cardinal bey semer abreise in Polen zurück ließ, machte er sich durch seine kluge c»»- 6mrc bey Heiirilo Valesto dergestalt beliebt, daß er ihn iftrnc IN seu neu dienste» hätte; allein weil er von dem Cardinal nicht aMUU wolle , schlug er ihm solches ab. Dcr Cardinal, als er nachmals des Gratiani dicnste zu vergelten suchte, wolke ihm 4000 thlr. zahl«« lassen, welche aber Gratianus gantz großmüthig ausschlug- vorgebend , er wäre jenem weit ein mehrees schuldig; welches denn vm Cardinal bewog, daß er ihm die reiche Abtey von Saroftraw astral , welche er auch, wiewol ohngcrne , annahm. Nach des Kardinals todc wurde er bey Pabst Sirto V 8cc,eksnus> und bekam o>e -Xpc6ic,on im Lateinischen. Nachmals erhielt er gleiche lu>sst>onvcy dem Cardinal Montalto, welchem er in dreyen ^ncl-vw-ir pem nct war, wie denn auch Clemens VIII bekannte, daß er diesem Gratiano die Päbstsiche croue am meisten zu bancken, weMioc er ihn auch zum Bifthoff zu Ammen machte, und nachmais a kaunrium an die Christlichen Potentaten schickte, um solche ' kriege wider den Türcken zu bewegen. Hernach sendete er ihn an - nach Venedig, allwo er in einer besondern schriffk das reche v Padsts auf das Adriatische mcer behaupten wolle, auch an- verhinderte, daß die gedachte Republic sich nicht nach MHW Hcrtzvgs von Fccrara, tode vor den Cäsarem von Ejss emar , sondern vielmehr dem Pabst hierum bcystunde. Clemens wolte "^ zwar zum Cardinal machen, wurde aber von dem Caromai ch vrandilw allezeit daran verhindert, welcher nicht zugeben w ^ i daß ein Mentinifcher Unterthan den Cardmals-hüt Sarvsn tragen solte. Allein da er alt wurde, und von dem podagra viel anfechtung hatte, auch die Venetianische lufft ihm nicht wohl zuschlagen wolle, erhielt er von dem Pabst, daß er nach seinem Bißlhum Ame- rien zurück kehren durffte, woselbst er auch an. i6n verstarb. Er hat das leben cks Cardinals Commmdvn beschrieben; über das bello Lyprio; cis csllbus virorum üluücium , öcc. IcsI. lscrs. pin. r. imsx» illukr. vic. c. 6r. Gratianus / (Balthasar) ein berühmter Spanier, zu Cala- tajud in Aragonien gebohren, begab sich in die soci-rsit Jesu, und wurde ktttor ihres coüeZn zu Tarracona,woselbst er auch an. i6;8 im ?4 jähre seines alters gestorben. Seine schrifften, die er mit ei- nem sehr hohen kyio geschrieben , und darinnen er ein vortrefflich jagenium hat blicken lassen , sind mit grossem »ppisulu aufgenommen worden. Er hat aber die meisten unter dem namen seines bru- ders Laurentii heraus gegeben, darunter sonderlich folgende bekannt sind: cl tteroc. das ist, Neros» welches Gervasius ins Fran» tzdsische übersetzet; ei polirico kernsollo, das ist , kcräinsriäuz p»!i- ticm, welchen der Herr von Lohenstein ins Teutsche verkiret; sgu- ij-A, das ist, scumeo, welchen rr-ÄLt ein gewisser Genueser ins Italiänische gebracht, und unter seinem namen heraus gegeben: «I ciiicrcro, ingleichen criricor, , welches letztere sowol ins Frantzö- ßsche als ins Teutsche übersetzet ist. Sonderlich aber ist bekannt sein orsculurn oder okLcuia , x srre rmcloc 6-1» NoulLie in das Frantzösische. oib>. r. r p. z. ^,»e/or prctsce sur I'llommc ÜL cour. LN. IÜ8;. crico!. fsbr. p. 89. Gratianus / (Caspar) Wovwode von Moldau, war zu Grätz in der Stcyermarck gebohren, und wurde von seinem bruder, welcher einen grossen Handel mit edelgesteinen trieb, und sich zu Con- stantmopel gesetzt hatte, zu gleicher Handlung aUmic-irt. Er kam einst in Italien, und verhandelte dem Grvß-Hertzoge von Florentz viel edelgesteine, kauffte auch, als er wieder nach Constantinopel reisen wolte, zu Livorno 8-- Türckische sclaven, unter andern aber einen, der zu Neapolis auf den galeeren, und eines der vornemsten LM vetter war. Diese Eion brachte ihn an dein Türckischen hose in grossen cr-mr, er ward auch von dem obigen Türckischen dem Groß-Oultan dergestalt cecommcnUirt, baß er ihn zum Her- tzoge zu Naxia und Herrn der insul Paros machte, auch ihn an. iSiz an den Kayser Matthiam, zu befestiguug des friedcns, absendete. Als an. 1616 auf ansuchen der krön Polen Stephan Tom- ha, Woywode in Moldau, abgesetzet ward,setzte ihn der Türckische Kayser Achmet an dessen stelle; er war aber hiermit nicht vergnüget , sondern trachtete Moldau erblich an sich zu dringen, auch Servier, und Bulgarien anzugreiffcn, und schickte zu dem ende leinen freund Monralbanum an verschiedene Christliche Höfe,um sich ihres beystandes zu versichern. Als er aber einige driefe des Fürsten Bethlen Gabor in Siebenbürgen ander. Groß-Sultan Oß- man aufgefangen Hütte, darinnen selbiger die 'Türckcn wider die Polen verhetzte, sandte er solche dem Könige von Polen zu,welcher durch seinen v.ce.Cantzlcr dem Bethlen Gabor solches verweisen ließ; worüber selbiger dergestalt crgrimniete, daß, als er Gratia- mim nicht mit list könte hinrichten lassen, er es dahin brachte, daß Ekinder Bassa mit einem grossen Heere in Moldau geschickt wurde, mit dem befehl, einen andern Woywodm, namens Alexander Ra- dul, einzusetzen; da hingegen der König von Polen an. i6rc> seinen ZeldHerrn Stanislaum dem Gratiano zu hülsse sendete, welcher zwar anfänglich glücklich schlug, aber nachmals eine grosse Niederlage erlitte,worinnen der Polnische Feldherr aufder flucht umkam, und Gratianus sich kümmerlich salvirte. Er soll von seinem kam- mer-diener, welcher seinen schätz zu entwenden gesucht, oder wie andere sagen, von einem Moldauischen wirrh, bey welchem er sich verbergen wollen, aufder flucht umgebracht worden seyn. Gratianus / (Didacus) ein Spanier, aus dem i6 s«Mo,war lccr°»rius und dollmetschcr unter Carola V und Philippo II, und erlangete durch einige Übersetzungen der Historie Tenophontis und anderer wercke desPIutarchi in seinem vaterlande grosse rexur-mon. Man sagt, daß er 90 jähr alt worden sey. Er hatte zur ehe Johan- nam Dantisco , Johannis eines Polnischen von, Adel tochtcr, welcher bey dem Kayser Carolv V war, und zeugte mit ftlbiger 4 söhne, Antonium und Thomam, b-crec-num des Königs Philippi II; Lucam Gratianum, welcher Ll o-uckeo xistsnno! geschrieben; und Hiervnymum, von welchem in folgendem artieul. Gratianus / (Hieronymus) des Didaci söhn, studirte auf der »crüemle zu Alcala , und wurde ein LLrmclitt tzUczlccLm;, bey welchem orden er sich die stelle eines viitrLkorir erwarb; als er aber in demselbigcn einigen Verdruß gehabt, wolte er sich in einen andern erden begeben, gierig dannrnhero nach Rom, gab sich bey den Car- thausern, Dominicanern, Observatinern und Capucinern an, und lebte unter ihnen mit gutem vergnügen. Seine Obern befahlen ihm m Sicilien zu gehen, und als er sich deßhalben zu schisse gesetzet, wurde er von den see-räubern gefangen und nach Tunis geführer, wo er gantze 2 jähr in seiner gefangenschafft aushalten müsse, biß er endlich von seinen freunden etwas gelb bekam, daß er sich loß- kauffen konte. Als er zurück nach Rom karr,, hatte er bey Elemente VIII audientz, welcher ihm in den orden der alten Carmeliter zu ketten erlaubete, so er schon zuvor gewünschet hatte, aber daran verhindert worden. An. 1600 kam er in Spanien, aber nach 4 lahren wurde er in ordens-geschäfftcn in die Niederlande geschickt, ll^d starb zu Brüssel an. 10,4 jm 70 jähre seines alters. Er hat verschiedene fachen geschrieben,so hernach zusammen gedruckt wvr- »kN, -inken. cis lcrixr. üissisn. in Vsrmrl, (Hieronymus) Graf von Sarzana/ war von Pergola/ aus dem Hertzogthum Urbrno gebürtig/ seine famil e aber stammte von Perugia her- Sein vater war Antonius Gra- ttanr/ welchen Ls-lar M-nlis. Hertzog von Modena / ru seinem Staats'Rach machte. Er studirte zu Parma und Bologna/ allws wurde / hatte aber grössere neigung zur poesie; Wenige zelt daraufxubi.c>rte er sein von der Cleopatra/ und ein anders von eroberung des Königmchs Granada. Franciscus/ Hertzog von Modena / machte ihn an. 1647 zu seinem Staals-s-cr«^ "o-und gab tym nachmals die Grafschafft Sarzana. Er wohnte nebst dem Cardinal gleiches namens/ dem conci»vi bey/ worinnen Alexander VII an. 16;; zum Pabst erwählet wurde. ews. ct tiuum. Ictrer. ^>. r. ^Tckatiosa / oder Gracissa / ist (i) eine von den Azorischea oder Flandrischen rnsuln auf dem Atlantischen meer / welche den Portugiesen zuständig / und zwar klein/ dennoch aber sehr fruchtbar und wohl angebauet ist; (»einevon denCanarien.insuln/ welche gantz nahe bey der kuste von Maroeco ligt/ und de« Spaniern gehört / denen sie unter anderm wein und zucker hervor brrngt. Gratms/ etnLateintscher.Poet/ zu Ovidii zeiten / aus der stadt Falcrn m Hetrurien gebürtig / hak ein geschrieben unter dem titul c.>neZslicoo, oder von der jagercy mit Hunden. Dieses hat 8 mcerus 8LiwaLsr-us am ersten in Frankreich gefunden/ und so dann ans licht gebracht/ von welchem an verschiedene gelehrte /.sonderlich aber CasparBarthius undJanus UlikiuS nvten darüber gemacht haben- Derletste hat auch behaupten wollen/ das gedickt »sveuricon, oder von den fischen / davon nur noch ein stuck übrig ist/ hätte diesen Gratimn zum Urheber; ES ist aber ein solches ohne gründ / weilen schon Plinius >. zr--r>. »!r° dasselbe dem Ovidio zugeschrieben hat. b,d>. lac. p. 4°. * Gratius/ (Orminus) von Münster aus Westphalen gebürtig? wurde o^veiirrieniis genannt/ weil er von Alcxandro Heglo/ einem berühmten Q^mnsllLrcKs zu Deventer/ in unterrtchretwar. Er -lo-irre ru Cölln/ und war der vornehmste von den »d- 5 curorum virorum , mit welchen Rkuchltnus zu schaffen hakte. Ee starb auch daselbst den ,8 may an. 1542/ und hat geschrieben tLtcicuIum rerum expetenä-rum Lc t'uAienciLrum; triumpkum L. ^obi propkcrL; Lpoloßiaw sllv. ssoli. Leucvlinum; critico-mrlligeu pers^ ßrinrriom 5 ?erri Usvennsris. tzitzl. cis lcripk. scc. 16. Gratus/ Btschvff von Carlhago/ befand sich nebst andern Btschoffen seiner Provintz bey dem Conciiio drraeoll. Als er nach Africam zurück gekommen war/ hielte er an. ,48 ein gemeinden haben/ aber alle zusammen ein regimmt ausmachen; DeM obwohl eine jede gemeinde ihren eigenen Ammann/ gericht und recht hat / stehet doch dte meiste gcwalt bey einem gemeinen bunds» tage / dahtn die gemeinden ihre Gesandten schicken/ und alle gemeine stanbs« geschaffte verhandlen lassen/ weiche auch ->i cin3i>m> in allm drey Bündtei, gehalten werden / bcnamlich zu Ylantz m dem Oberen»zu Chur in dem Gottshauß- und aufDavaas in den» lo gerichlen buNd/ und zwar jederzeit unter dem prLllMo, jedwedes bunds da des Grauen bunds/ Landrichter/ dee Gottshauses bunds/ Bunds->"-«68^. und der l° gerichtet» Bunds-Land-amman genennet wird. Die gemeinden in reglichen» bund sind folgende/ daraus auch die vornehmsten stadte/ stecket» und dörfferin diesem lande zu sehen. Im obern bund: 1. Diffen» lisdas Fürstliche klostcr. 2 WÄlienspurg.Obersachs. 4.Lugnitz ;.Vals./.Ulantz. 7. Schlöwis. 8. Dre Freyen ob dem wald Laax. y.Thancn. iv.Flims. n.Lruns-ir.Vasia.Netzunh-. 14. Dumlaschg. Schvpina. 16. Schamps. 17.Splng.en. i8>Masox. -9. Rüsten. An dlcsen orten florltt dte Cathoiisch« religion mehr als die Reformtrte / und in den folgenden 2 Bündle» befinden sich mehr Reformtrte als Catholische. Im GoMhauß- Bund r. Vte stM Chur- die vier börffer. z. Bergün. 4- Teuffel» Bbhbr Castez, 566 gra gra kastei. 5. Bebt oder Stallen. 6. Tintzen und Neams. Ober- Batz. 8-Furstmau. y.Ortrnstein. 10. Summaden. n. Sutz. »L. Anmtz. iz. Scknls. 14. Remüß. az. Bergell Ober-und Nleder-Port. 16. Puschlaf. 17. Brusch. 13- Münsterthal und Mals. Im zehm - qerichtcn bund aber i. Davaas. 2.AIvencn. z.Churwalden. 4.Langwiß. ;.8.PetcrinSchanfick. s.zumCIö» sterli inBräktrgow. 7-Castcls. 8-Schines. 9. Malantznnd ic>. Meymfcld- Diespraachin diesem land ist verschieden. Was gegen Tcmschland und die Eydgnoffenschafft ligi / redet Teutsch/ die andere aber gegen Italien und Tyrol eine aus verschiedenen andern vermischte so genannte RomMscheundChnr-wetsche spraach. Diese; Bündle beherrschen die stadt Meyenseld / das land Veit» lin/ die Grasschafft Eleve und die Herrschaft Worms oder Bor- Ulio, t. z siiitor. n-rc. c. ro. KiiLcir snticzus öc /el- INUM. NtiLkl/cke ckcon. §r,«/e^ ttelvec. S«ce/-»r «.karis. Grckudentz oder Grüdzanek/ lat. or-uä-mium. eine kleiire stadt in dem Polnischen Preussen/ in der Woywvvschaffi Cnlin gelegen / allwo der kleine flnß Ossa in die Weirel fallt. Sie ligt 8 weilen von Thoren/ ist wol forüficirt/ und hat ein gut castell. I-vIonia. ciclcc. Nolon. Gratn.'/ lat. , eine nach der neuen manier befestigte stadt in dem Holländischen Drabant/ und zwar in der fruchtbaren landschasst Kuickcland / auf der linckcii feite der Maaß/welchc auch die graben ausfüllet. Es befindet sich daselbst ein colleZmm «Änonicorum, so der heiligen Elisabeth gewidmet. An. i;r; überlieferte Hertzog Johannes III von Drabant diese stadt Oliom/ Herrn von Cuick und Hevcrle / welcher solche an. n-g wieder zurück gab. Hernach ist sie an Marimiliannm von Egmont/ Grafen zu Vüren/ gekommen / und solgcnds an den Printzcn von Oranlen/ der des Grafen einige tochter zur ehe gehabt / vcrkaufft worden. Nachgchends gab sie gclegenheit zu den grossen kriegen zwischen den Hertzogcn von Drabant und Hdlland / welche beyderseits darauf m«rcn>;on machten. An- lü/r wurde sie von den Frantzoscn erobert; Mein an. 1677 übergab sie Chamilly/ des Königs in Franckraich Qnuvc^-ur.Printz Wilhelm vonOranien/ nachdem sie eine Zeitlang von dem Niederländischen General Na- benhaupt war belagert worden. 6«rcc-<,^-». LeiZ. 2»/-« roxuZc. circ. Nurg. Graveline / von) ein Cadct ans dem alten Hänse clc n.oque Nucio 5 in Luicnnc, war ÜI fcinerjugend ä-cksMp, und hatte ein regimcnt infantcrie. An. 1642 schickte ihn Ludwig der XIII/ König von Franckreich/in Portngall/ daß eb die-roupp-n commLn-jiren solle/ so dem Hertzog von Draganzä zum succnrs geschickt worden/ als man ihn auf den Portuqesischen thron erhaben. Er hielte sich daselbst so wohl / daß ihm der König den ti- lul eines xiärqMr gab. Nicht weniger erwieß er sich in Catalo- nicn tapffer/ wie auch in der schlacht dcyPens unter anfuhrung des Printzen von conä-, und starb im hohen älter an. »68;. Gravelincken / oder Grevel,liefen/ lat. or-v-iin-, eine kleine/ aber sehr feste stadt in dem Fräntzösischen Flandern an der see / und an dem stusse Aa zwischen Calais und Dünkcrckcn/; weilen von einem jeden dieser örter/ und 2 von Bourbourg gelegen. Sie ist von den Normänncrn ruiniret/ nachgchends aber/ wie man sagt / von dem Grafen von Flandern / Diekerich von Elsaß/ der daselbst an. nüg starb/ wieder erbauet worden. An. izrz wurde auf Caroli V anordnunq ein rastet daselbst auffgcführct. An. i;;8 ist allda die berühmic schlacht zwischen den Burgundern/ unterdes GrafenvdnEgmond anführung/ und den Frantzoscn zu Nachtheil dieser letztem vorgefallen. An. -6<8 wurde sie von den Frantzoscn eingenommen / auch ihnen nachgchends durch den Py- renälschcn friedcus-schluß überlassen. n-iZ. x. -46. in VIsnäriL. Lnn. klrncir. 2cr/. circ, LurZ. GravenM/sind Reichs «Drafcn / deren Grasschafft im Schwäbischeircräysc gelegen. Sie führen ihren stamm von Con- rado von Gravcncgq licr/ welcher um daS jähr 1232 geledet/ dessen söhne Henficus und Ebcrhardus um das jähr r zoybckandt gewesen. VonHcnrieo stammen her Albertus und Henriens/ Grafen von Gravcnegg. Alberst söhne/ Albertus und Eggerns/ ncnu- rcnsich noch Grascn/aberHcnrici nachkomen ncNnien sich bloß von Gravcncqg. Hierauf wurde Udalrieo und Wolffgango / Wolff- gangi des ältern söhnen/ der name der Baronen von Gravenegg beygelegt. Ulriei gcschlecht hat gar bald auffgeboret; Wolssaang aber zcugetcFrcyhcrrn Fridekich/ von dem Sims/ welcher2 söhne / Fridcrieum und Johannen! Lndovicum hinterließ. Dieser reuqtcGcorginm /Adt und Fürsten von Kcmptcn/ der an. 1571 Verstorben; lllricum/der nur eine cintzige tochtechaite; und Wil- cheuuum/ Ferdinändi vatcr. Jeder aber setzte das gcschlecht fort/ Und hinterließ Iöachimum/Abr von Fulda; Wilhelmum; Er- ncstum und Philippum/ welche die alte Gräfliche würde wieder hervor gesucht haben. Ernestus hinterließ Graf Joachimum Go- thofredum/ welcher von zweyen grinahlmnen/ Maria Ursula Frcyin von Frcyberg / und Maria Spathin von Zweyfalicn/ als erden;ojnl. an. 1634verstarb / viel kinder hinterließ/ worvon Ernestus Joscphus Fraiieiscns an- 16-4; Fridericus Albertus Nicolausau. 1680; Johannes Wilhclmus Nortgerus au. 1637 verstorben. Christophorus Joachimns Bcrnhardus aber / welcher den i, may an. 1670 gebohrcn / ward Domherr zuAugspurg und Negcnspurg. Eodofredus Autonius Dominicus/ gebohren den ; aug. an. 1674 als regierender Graf/ resibirtzu Eglrngeu. Seine gemahlin ist Martä Anna/ Caroli Philippi Gustav, / Grase» vonPappcnheim tvchker.Sle gehören zu dem Schwäbischen lMe/ und besitzen Eglingen/ Moslingen/ Kaltenburg/ Burgberg unb Omerhofen. Uerslä.?.,x.45;. 6E/. x. Gravenwerth/rin städtlcin im Bayrischen Reut-am! Am. berg und Bißthum Regenspurg / hat sein eigen pfleg- gerichk nebst einem schloß/ und ligt am waffer Crensen/ zwischen der Nad und Vils in eurer feinen gegend. x,. z^. Grauerus/ (Alberius) ward zu Mesicou/einem städtlcin in der Marck Brandenburg / allwo sein vater Joachim Prediger wär / den 1; apr. an. 1^7; acbohrcn. AIs er"sich in der schul zu Pcrlenberg und ^«Hausen in seinen jungen jähren aufgehalten/ wurde er an- -587 nach Rostock geschickt / allwo er seinen anvcr. wandten/ Ist. Nicolamn Willcdrandum/ so nachmals i-wgMr dafelbst wurde / zum pra-ccpwr halte. An. 1591 gieng er nach Franckfurt an der Obcr/ an. 159; nach Jena und Wstkenberg/ woselbst er den -r sept. an. 1594 die Philosophie zu lehren anfieug/ und wurde- LlusAegrdiiHunmi r-commengLuon wurde er an. i?9; Kcätoc des xv-'u-LM zuScepusin Ungarn/und an. i ;97 bekam er eben diese stelle in dem zu Caschau / weh- nett auch daselbst dem I-wcio zu Lcuischau bey/ worauf man die tormE concc-rciiL annahm. Alsdie Lürcken an. i?99Erla eroberten / kehrte er nach Wittenberg zurück/ von dar ihn die Grafen von Mannsfeld znm nach Eislcben berufften-An. 1Ü07 wurde er Occanus zuMannsfeld und a aissor des c.'01-Mnn, zu Ejz, leben. An. 1609 erhielt er auf der Grafen von Mannsfeld kosten den ooetor.hiit zu Jena/ ward an. ,6i l vrokessor rks«!^. und an. 1616 6cne^i-8iipcr,m!:nc!snt zu Weimar/ woselbst er dm>» nov. an. 1617 ohne erben starb. Er war ein eifriger mann/ und hat lNpoiem.cu viel geschrieben/ wannenhero er auch ci^p.,,- und o>Lcvu5 l-urii-rzni/mi gcnennct wird. Unter seinen schrifftm find (juöetiionum rlieoloAlcLrum; rrL^ärus cis unicL öc iimpNci verirrte; rbäirär gbluräorunr Lbtur-Vtsimr Lrlvini. tlicr ; ^rL'IeAioncr in ^uAuti. ccnkcg, ; ^nki-I,uo!nu!, L/»rc- rempl. tionoris z,. ltierkr. rncw. rbsol. cei-r, rcnov. p. 849. Gravesand / eine kleine stadt der Grasschafft Kent an dee Temst/20 mcilcn von Londen. Es ist daselbst ein guter davcn, welchen König Henriens VIII auf beyden selten mir guten wercken versehen lasien. Lrirrnn. /rngl. p. r^8. Gravina/ ist eine stadt in Neapolistn der landschafft Bäri nn- ter dem litnl eines Hertzogthums. Das hiesige Bißthum gehöret unter das Ertz-Bißthum Matera. Von dieser stadt führet eine stille des Hauses Orsini den Hertzoglichen titul. siehe Ovsinische fa« INlilie» Zeugt, ccclel. ' Gravina / (Domiuicus) ein Prediger-Mönch, und u-cri psirrii zu Rom, woselbst er den 2Ü aug. an. 164; im 70 iahe seines alters starb. Er hat unter dem titnl a- criNoticis gr«5crixuo- nibu5 verschiedene theologische rractate c-strct. Gravina / (Janns Vincentius) ein berühmter Italiänischer Rechts-gclehrrer/ war von geburt ein Neapolitaner/ fand aber sein glück in Rom/ wo er in dem /rr-Ki-Z^mn-lio dic stelle eines vcüc> » ä-cceii OtLtiLni init rühm vertrettcn hat. Er war vor langer zeit ein Mitglied der academie 6eZii , trennete sich aber hernach nebst einigen andern von derselben, die auch anfangs zusammen den na. men der ^tc-Num gebrauchten, endlich aber durch rechtlichen Proceß denselben abzulegen gezwungen worden; da sie denn nach die- scm in dem vallast des Cardinals Eorsini ihre ziisammenkünfftc gehalten. Er starb an. 1718 den 1; jan. nachdem er sein leben uoer jähr gebracht. Seine schriffren sind oxukcuis s- orgr>on-5,rlc im- xcrio Xomrno,cic!>e /rniicke f.tvoIc.cicNL rLZion poccica, ttSgccüs ; UM die jutliptuäenr aber bat er sich mit seinen lidris z ori§inum jutt-ci. vilis sehr verdient gemacht. Gravina / (Petrus) ein Italiänischer Poet, dem geschlccht nach von Capua, der geburt aber nach von Catanca in Sicilien, wurde wegen sanier vocsie und schrifftm von den Printzcn von Araqonim, auch von dem berühmten General Gonsalvo unb M- spcrö Colonna sehr hoch gehalten. Er starb an. i z r? zu Concha ohnweit Tiana, in Terra m Lavoro gelegen. Die Ursache irincs todes war diese: Als er einstens auf dem lande war, und »nur einem eastanicn-baum schlieff, fiel ihm eine aufgesprungene braune castanien-schale auf seinen backen, und ritzete ihn; als er nun erwachte , empfände er, daß ihn die haut von solchem stechen inaele, welche er daher» so hcfftig zu kratzen ansieng , daß endlich an g-- schwür hervor käme, und dadurch sein tod zuwegen gebracht wiic« dc; wicwol Pierius Valcrianus behaupten will, er icy rnIeom an der Pest gestorben. Man hält dafür, seine meisten schnfilcn lewi damals verlohrcn worden, als die Frantzoscn an. i;°i umec Uuo- vico XII Ncapolis innen hatten; Scipio Capicius aber hat ue übrigen oudliclret. so2,,'«§ in eloZ. c. 74. p's/e-'rÄ»«- äe mtsl. ur t- - p. Gravius/ (Henriens) von Lövcn gebürtig, ein gelehrter Bnck- drucker, war ein söhn Bartholomäi Gravii. Er war ^nkam,a" DoLilor ckeoIo§lL und protcÜor ;n LÜVtN / kmN bey Siüo V in so grosse gnade, daß er ihn zum >"ss°"or- über die bi^- liothcc und die buchdrnckerey iniH^no „rächte. Er Mv : 1491 sehr jung zuMom, und hatte die ehre, daßjbm der Caunn Baronius ein evir-piiium maclffe. Er hat "m-s über /VuZuilini geschrieben. ü>kl° LeIZ. Llken« Lclz. ctiL»cc.rÄ^re etoZ.r, r iLL. Gravius/ i Gmvius / (Johannes) ein gelehrter; Lsstds-nsMr, ward an. r§or zu Colmor , einem städtlein in Hampshire, gebohren. Sein Vater gleiches namens ward Prediger daselbst, welcher ihn in dem 16 jähr seines alters nach Oxford sandte/allwo er hernach an. 1624 in dem coUegio r^LrtoncnN als locius ausgenoinmen wurde. Hier legte er sich besonders aufdie msrlieiw und pkvllc, und kam darüber mit den gelehrtesten msMewscicis in genaue bekanntschafft , welche ihn anmahnten,auch die alten Griechischen, Persischen und Arabischen -moi-cz zu lesen. Erwürbe darauf an. i6;o zu Londen in dem coUegio von Gresham zum ?rokcss»r llckj-niret. Der Ertz- Bischoffvon Canterbury W. Laud, bey welchem Gravius sehr viel gegolten, und andere seine freunde liessen es sich sehr wohl gefallen, daß er um seine wissenschaffk zu vermehren, auch fremde länder besuchen wolle, brachten es derowegen init ihrer recommeullarion dahin, daß er für eine zeitlang anssert landcs gehen dorffte; zu solchem ende reisete er in Franckreich und Italien,und begab sich hierauf nach Constanlinopel, da er durch hülste des Englischen Abgefangen,Petri Wich«, mit dem Patriarchen Cyriüo Lucari bekannt wurde, welcher ihm nachmals auch verschiedene Griechische ^3-s verschaffet. Nachdem er sich hier etliche monat aufgehalten,gieng er noch weiter fort in Egypten, nach Alexandrien und Alkair, da er gelegenheit bekam, die alten Pyramiden und statuen selbst zu fehen; crkauffte auch viel alte m-nutc-ipir von den einwohncrn, und was er sonst nur von antiquitäten bekommen konte, und kehret damit zurück nach Florentz. An. 1640 langete er wiederum in seinem va- terlande an, woselbst er aber einen verwirrten zustand antraff, indem man seinen grossen Patron, den Ertz-Bischoffvon Canterbury jämmerlich hingerichtet, und er dahero, als dessen creatur sehr übel angesehen wurde; doch kam er endlich an. 164; nach v.Bain- brigs tobe, an dessen stelle zur proLliione sU-onom,« 8rviiisna zu Oxford,worbey er auch zugleich die stelle im Mertonensischen coiw- gio behielte. In diesem seinem amt war sein vorhaben unter andern! auch den Julianischen Calender zu verbesseren, hielte deßwegen für rathsam, daß man die ro tage nach und nach auslasten solle,welches geschehen könte, wann in 40 jähren alle schall-tage aus- gethan würden; doch wurde aus diesem vorschlug nichts, obschon er dem König sehr wohl gefallen. Als man ihn nach dem schmählichen tod des Königs Caroli I samt seinen andern collegcn von der Universität gcjaget,und zwar darum, weil er dem König, da es auf das äusserste mit ihm gekommen war, einige gelber des coiieZü vorgestrecket, hielte er sich eine zeitlang zu Londen auf, und schrieb viel gelehrte schrifften,so zum theil, Massen viel derselben durch die Englische unruhen zu gründ gegangen, in Thomä Smiths bibliotyec in Kl3L. ligen. Mit vielen der gelehrtesten leute corrciponllirte er, besonders mit Usserio und Seldeuo. In solchem zustande starb er endlich an. 1656. Gleichwie erin verLcis und 6r«c,5 treflich erfahren wäre, also hatte er viel astronomische, geographischere, schrifften in das Latein übersetzet und zum truck beförderet, unter andcrm auch das gantze werck al-uif-llL, davon er vorher ein stuck, betreffend die beschreibung und heraus aegeben; es sind von ihme noch über das folgende fchrifften bekannt,als! ?yrLmi6oßrsplilL; l/ncsAML lle pelle 8.o>-nLno L llena- kio; floksnnis Lsinbrigii cLriicuiaria; elemsnta Imgu« ; cpc>- rli« cclcbriorss; gliron->mics quLllrm ; lemm-ira Lrcliimellis, und viel andere, so noch in Er« befindlich. v-ra Qesvü sn. röpy in 4. l.lpg LN. 1700 p. 514. * Gravius / (Thomas) ein in den Morgenlandischen sprachen treflich erfahrner Engelländer und jüngerer bruder Johanms, von deme der vorige articul; war aus Hampshire gebürtig undSociuL co»-A. Lorporiz Lkriüi, hernach Lsnonicuz zu Petersburg, wie auch H. Schrisst volltnr. Seine grosse gelehrsamkeit in Orlenr-Iibus hat er durch seine Orsrinnem lle ÜiiguL uriljkLrc öc tis> so zu Oxfort an. i6z 7 gehalten und gedruckt worden, wie auch durch seine anmerckungen über den u-nr-reuckum ?eri>cu,r, und Lvsnßelir xerllcz, welche beyde in dem 6 lomo Liblior. kol^ßlorror. l-onciinent. vorkommen, der weit bekannt gemacht; Dahero dann alle diejenige sehr thorecht gehandelt, welche diesen mann wegen seiner etwas unansichtbarenstgur in Verachtung gezogen. Er starke an. 1676. Sonst hatte er neben vor-angezogenem Johanne noch 2 gelehrte brüder, Nicolaum, welcher Socius c»>eZii om„ium snimLruM zu Oxford, und /icsciemj« ?iocu-2kor . hernach Vccsnu? der ürche zu Dromore in Inland gewesen, und die ihme von seinem bruder Johanne hinterlassene inürumcnre >xzrbcmLr. mit gutheiffen Thomä , dem Musäo Serviliano übergeben ; und Eduardum, eben desselben coiießjj 8ocium, „nd Mitglied des Loii. t^ellici zu Londen, welchen König Carolus II zu seinem oi-llinsri leihMellico angenommen, und zu der käi-nncr. würde erhoben hat. Dieser schriebe mo-bum occumenicum und eine l« ll,s mcmnriL llicaro, gehalten an. 1661 und starbe an. 1Ü80. ixb. Lmr,/, vir. )c>b. ürsvil. Lcllen. Oxon. ?o^/. ^ Graus / ist eine kleine stadt in Aragonien, an dem ffuß Essera, zwischen Balbastro und Ainsip gelegen. Man sagt, daß von dem thau,welchen man in der umliegenden gegcnd sammlet,vortreflicher balsam gemacht werde. lleUc. ll- i'Lss,. p. L58. Gray / lat. oraum. eine stadt in der kr-ncke-oomts, an der Savne, etwan; oder 6 messen von Dole, war sehr veste, und hatte ein gut castell; allein,da sie Ludovicus XIV an. 1668 eroberte, ließ «xdie konillcsrion und das castell niederreißen. Grav/ (Henricus) ein Schotkländischer vom adel,welcher seinen geschlechts-namen Douglas, änderte, als er in die Niederlande gieng. Er gab sich zu Cölln vor einen Engelländischen ämK-Lllcur «us, und ward anfänglich wohl angenommen; als man aber er» abergevtertheüet. .. ^.crwaym r au widersetzte sich selbiger wähl. Nachmahls wurde er vr-e-ke von ^rrland/ und starb an. 1216. Man hat von ihm eine chronic, evi* stelN/rc. Sc Nt/E 5 crixr. A.NZU k-'oFrrÄ l. r c. ;6. Grebel/ ein alt adelich Züricher-geschlecht, welches auch son. stenzu Costantz, St. Gallen, Lucern, Rapperschwyl und Kayser- stuhl das Bürger-recht genossen. Schon an. 142s wäre Lüthold des Raths zu Zürich; Conrad und sein bruder Johannes , ebenfalls des Raths daselbst, wurden in dein streit zu Moira» erschlagen. An. 148; starbe Johannes des Raths und Zunfft-meister, welchem sowohl als seinem bruder Ulrich von Kayftr Friderico III ein schöner waapen-brief geschencket wurde; Felix des Raths und Reichs-vogt, ward an. 1 zog zum Ritter geschlagen, und zöge an. i ^ r8 gen Rapperschwyl. Hans Georg, Stadt-schreiber und des Raths an. 1615, ward in vielen ansehnlichen gesandfchaffle« verschickt, als an Kayser Rudolphum II nach Prag, an Henricum IV in Franckreich, zweymal an Hertzvg Leopoldum von Oester. reichen Georg.Fridericum Marggrafen zu Baden,an Carl Ema. nuel Hertzvg von Savvyen, anden Grafen von Mansfeld und an. dttswohin mehr; Er starb an. i6;o. Conrad ward an. 1624 Seckelmctster; Hans Heinrich ward an. 1612 neben anderen Gesandten an den Marggrafen zu Baden auf den Bund-schwur verschickt , und käme an. i6;o in den Rath; Dessen söhn Hans Con. rad wurde an. 1646 Land-vogt zu Wadeschwetl; unter ihm hatten die dortige dauren eine schädliche ausruhe erwecket,sie wurden aber durch Veranstaltung der Obrigkeit mit einigen rrouppes z« waffer und land überzogen, und also zur rsilon gebracht; Er ward an. 1669 Bürgermeister und starbe an. 1674. Es ist auch noch heut zu tag in Zürich dieses geschlecht in einem guten sior und ansehen. Züicweclic-bucli. * Greemvich / eine stadt im Black Heath hundred in der nvrd. westlichen gegend von Kent, 2 messen von Londen, ist ein netter und gesunder vrt,!igt sehr lustig auf einem sandiqten Hoden am ufer der Temse, und wird von den Edelleuten fleißig besuchet. HumphrednS Hertzvg von Glocester hat allhier ein lust-chauß angelegt, welches hernach König Henricus VII ausgebauet. Henricus VlII und die Königin Elisabeth sind hier gebohren, Eduardus II aber da ge- storben. Das alte hauß bis aufdie capellsso auch zimlich verwüstet aussieht,ist niedergerissen, an wessen statt Carolus II ein ander Kö. niglich hauß auf Italiänische Manier anlegen lassen, so aber noch nicht ausgebauet ist. So hat man auch ein besonder hauß vor bis Königin gebauet. Die Königin-Anna ließ allhier an. 1708 em grosses inv-iillen-hauß vor die bleßirten soldaten anlegen, m LricanMÄ. /tnglis p. -97. Greenwtch/fGmferi von) in Engelland. Mit diesem titul ist am ersten von der Königin Anna den 26 nov. an. 170; zum Englischen v-iir gemacht worden Johann Campbel, Hertzvg von Argyle in Schottland, (siehe Argile.) lleix r<> LnAlisll llikorx Greffsmölen/ Greiffsmölen/ein städtlein mit einem amt iir dem eigenssich genannten Hertzogthum Mecklenburg, zwischen Lü» deck und Wißinar, ohnwcit Buckow, an einem see gelegen. 2-/-- p. 106. Gregersdorf/ eine Adcliche familie in Schlesien, welche di» guter Kurtzwitz,Zordans-mühle und andere mehr in dem Fürsten. thum Brieg besessen , und an. 1719 mit Johann Heinrich ausge» storben ist» Ä".?» 8ct>I. curioll 8ctil. cvron. Römische päbste r Gregorius N. oder der erste dieses namens, aus einem vok» nehmen Römischen gcschlcchte, von Gordiano einem Raths-herr« daselbst gezeuget, und Pabst Felicis III urenckel, wurde bald an- fangs in seiner iugend in der Arsmmstic, llisleSic und ikeroric wohl unterrichtet, gab auch einen guten Redner ab. Als er zu seinen jähren gelanget, wurde er Raths-herr zu Rom, und an. ;8r von Kay. ser Justino dem jüngern zum Stadt-vogt oder?r«k-Äo Urb.z ernennet. Weit er aber mit weltlichen dingen nichts zu schaffe» haben wolle, und grosse lust zu dem kloster-leben hatte, so bauete er von seinen Mitteln 6 klöster m Sicssien,und das yde stifstete er z» Rom in seinem väterlichen Hause. Über dasselbe letzte er Valentt- um zum Abt, welchen er aus einer Provintz Hatte kommen lassen, ja er verkauffte alle seine übrigen guter, theilte das ge d unter die armen, und begab sich unter des bemeldten Abts disciplm. Ob ey nun wohl meynte,seine zeit in selbigem kloster rn ruhe zuzubrmgen, so machte ihn doch Pabst Pelagius II mm v.--°^,unb schickte ch»r als Päbstlichen oiunssuM an Kayser Tlberium nach Constantlno- pel, um von ihme wider die Lombard» hulffe zu suchen. Er richte, te dieses wohl aus, hielte auch daselbstan. ;86 mit Eutychio, dem Patriarchen von Constanlinopel, eine ll.ffEwn von der austrste. hunq der todten. Als er daselbst; tahr zugebracht,auch verschiedene wercke tbeis angefangen, theils vollendet hatte, wurde er zurück berMn und ein anderer an seine stelle zu dem Kayser Mauriti» acschickt. Erwürbe anfänglich von Pabst Pelagw als Sscr«-«»« aebrauchl,bekam aber nachmals erlaubmß, wreder m sem kloster z» aeben, darinnen er diejenigen schrifften, so er zu Constanlinopel an» ^sanaen hatte, (worunter sonderlich seine commenrar» mor-lles iv> lobüm ) zu ende brachte, verfertigte auch auf des Pabsts beseht ^ ^ einig« 568 gre einige andere Wider die Abendländischen Bischöffe, welche sich von der Römischen kirche abgesondert. Nach Pelagü absterben,wurde er von der Geistlichkeit, dem Rath und voick zu Rom an dessen stell zum Pabst erwählet. Er suchte aber solches auf alle weise zu verhindern,schrieb dcshalben an den Kayser,und bat selbigen,daß er die wähl nicht bestättigen möchte,suchte auch sich in einen wald zu verbergen,worinncn er sich solange aufzuhalten gedachte,bis ein neuer Padst würde erwählet seyn; Er wurde doch hervor gezogen, und den z scpt. an. 590 zum Padst mcimiret. Als in demsildigen iahr eine grausame Pest zu Rom regierte, stellete er die sieben-sache lita- ncy an, hielt auch eine grosse p-oceMon nach 8. Petri k.rche, wobey er selbst das Marien-bild trüge , welches 8. Lucas soll verfertiget haben. Einige geben vor, daß, als er nicht ferne von dein moic «->, >Ani gewesen, sich ein Engel habe sehen lassen,welcher ein schwerst in die scheide gesteckt ,woraufdie pest nach und nach abgenommen, und weil an eben demselbigen orte ein schloß erbauet worden, man solches dabcro die Engel-burg gcnennet habe. Er beiuuhelc sich darauf,das zerfallene kirchen-wcsen durch verschiedene «vnollor und hin und wieder geschickte briefe in bessern stand zu setzen, auch die Mönche zu einer bessern lebens-art zu gewöhnen; Nicht weniger bemühcte er sich,das ,0 zwischen den Bischöffe» von May- laiid,»nd von Istrien,wie auch dem Staat von Venedig wegen der so genannten dreyen cMruiorum.sp die Römische kirche vertheydig- tc, entstanden war, beyzulegen, setzte die unruhigen Bischöffe, und unter selbigen Demetrium, Bischoffvon Neavoii, nebst andern ab, und suchte'die kctzer zu besiegen. Insonderheit bemühele er sich,wie er des Patriarchen Johannis von Constantinovcl Hochnnith dämvffen möchte, als welcher sich den titul eines allgemeinen B>- schoffs anmaßte, worüber erden» sehr übel zu svreche» war, und solchen titul nicht nur stoltz, svnden auch ketzerisch , gottslästerlieh, antichristisch und teuflisch hiesse; in welchen, stuck man dann gestehen muß, daß sich die sachen und gedancken seither zu Rom sehr geändert haben. Er schrieb auch dcshalben an Kavser Maurilium und an die Orientalischen Patriarchen, bat selbige, diesen Johan- nem aufbessere gedancken zubringen , und hielt an. ?9; zu Rom einen isnall,,,», worinncn er Johannen,, nicrb-ierum von Cbalce- don, der wegen der Marcionilischen ketzerep von dem Patriarchen Johanne war concicmnirt worden, »tzlolvirle. Eines seiner wichtigsten dingen ist, daß er sich die Engelländer zu bekehren vornahm, wesbalben eran. zyü einige Mönche aus seinem kloster, unter ihres Abts Augustini ansührung, dahin schickte. Sie fanden bey Bertha Königs Elhclredi, so damals i» Eugelland war, gcmablin, und Königs Ehariberti von Franckreich tochler, gut gebor, welche ihren gemabl nicht allein beredete, diese von dem Padst geschickte Mönche anzuhören, sondern es auch dabin brachte, daß ihnen der König vergönneie, das Evangelium in seinem Reich zu predigen. Ja er bekehrte sich zuletzt selbst zu dem Christlichen glauben, und folgten ihm die meisten Engelländer nach. Als nun der ansang glücklich gemacht war, ließ er nicht nach, das werck weiter fortzusetzen,und schickte an. 601 I„st„m,Pauli»»m,Laurentiiim und andere dem Augustino zu hülste, daß sie den Christlichen glauben noch weiter durch Eugelland ausbreiten soltc». Nicht weniger suchte er auch die Tbcodelindam, Königin der Lombarder, welche von der Römischen kirche abgewichen war, wieder zu deren gcmcinschaffl zu bringen,und arbeitete an bekehrung der Juden und einiger Barbarischen völcker in Sardinen. An. 60; gratulirte er dem Kayser Phocä, welcher sich aufcine grausame arc deu weg zu dem Kavserli- chen throne qebahnct, und zwar nicht ohne verschiedene harte a»s- druckungen wider den unglücklichen Maurilium, so von dem ungetreuen Pboca der cron samt dem leben wäre beraubet worden ; hauptsächlich darum, weil derselbe sich vor ihn wider den Patriarchen ron Constantinovel erkläret. Das lob , welches er der lastcr- hafften und blutdürstigen Brunehild gegeben hat, da er so gar die Franckcn glückselig preiset, daß sie eine solche Königin besässen, ist auch nicht viel besser zu achten; und erscheinet aus allem klar genug , wie der cigennutz aar zu grossen theil bey diesen lobsprüchen müsse gehabt haben. Es wird von ihm gesagt, er habe die herrlichsten alte monumcmL zerbrechen, aucb verschiedene Heydnische bücher,und darunter insonderheit Livii schriffteu verbrennen lassen, damit die lenke eher auf heilige tmge und schriffteu acht haben möchten; wiewohl daran noch sehr zu zweiffech, indemc solches bißher lediglich auf das zeugniß des Johanms ^arisberiensis au- kommtmnd auf das, so man überhaupt weiß, daß Gregorius in der Hcydcn büchercn,wic gelehrt auch die gewesen, nie viel studirt, und solche nachdcmc immer gehastet, auch deren lesung an andern gescholten habe. Er hat insbesondere das psalmcn-singcn , die colle- clen und die lieber in gute ordnung gebracht; wie er denn auch ein besonders der cgmo,u»i zu Rom angestellet, und ist, laut dem zeugniß des Johannis Oisc--,» noch in, 9 llvcui« zu Rom sein bette gezeiget worden, auf welchem er in seiner kranckbcit melvdicn cu!sgeso»!>en,und die cinrore; unterrichtet, ingleichem die rulhe,womit er die jungen lebrlinge gezückstiget. Es ist von einigen vorgegeben worden, er habe des Kaysers Traiam seele durch sein gebet aus dem fegfcuer erlöset,welches aber heul zu tage auch von den gelehrtesten unter den Catbolischen vcrworffen wird. Sein TwcM»,'irrn,,,, ist bekannt,und hat auch das Gregorianische gelang von ihine seine benennung. Er starb an. 604. Er bat viel geschrieben,als cx- p>oiiri»ne» in!il> I ; in sink; inplitlmns pcLnirei>l,Llcs; in csn- kics cLNlicorum; tioiniürs in Kreckucleni; iitzriinr psllnrzlcm ; cliillo- jßor lle viril öv >mr->culiz pscruni Ikälicnruin; Lnripllonärium ; tzLneN,- Ltionsic; - c>um. auf welchem die Verehrung der bilder gebilliget, des Kaysers llecrec verdammt, und Leo selbst in den bann gethan wurde. Deß» gleichen verbot auch Gregorius den Jtaliänern, dem Kayser tribut zu geben, bemühete sich, alle westliche gegenden von dem gehorsam, den fle Leon, schuldig waren, abwendig zu machen, und ließ sich mit Carolo Martello in Franckreich in ein bündniß wider ihn ein. Dieser streit zwischen dem Pabst und dem Kayser verursachte viel beivegungen zu Rom und Ravenna, allwo der so genannte Crar- chus, welcher des Kaysers recht zu behaupten suchte, umgebracht wurde. Endlich starb Gregorius den 17 jan. an. 7; i, nachdem er is jähr, 8 monal und 20 tage gesessen. Man hat von ihme LpUkolLS 1H und liturgiLrn. vir. ?onc cle vir. iUutir. crp. 74. H/Trconi-r. Iiilk likrer. tzitb pzp. Gregorius III, ein Syrer von geburt, Johannis söhn. Er war anfänglich der Römischen kirche, und wurde ; tage nach Gregor» II tod den 22 sehr. an. ?;i zum Pabst erwählt. Er nahm sich der bilder - fache bald anfangs gar eifrig an, und schickte dahero an den Kayser Leonem Gesandten, welche ihm wegen seiner bilder - stürmerey zureden sollen, allein selbige wurden von dem Kayser übel abgewiesen. Dieserhalben that er den Kayser in den bann, und weil sein Gesandter, Gregorius einen brief, welchen er dem Kayser übergeben solle, nicht übcr- lieffert, hielt er an. 7;i einen ssn-Mm wider ihn, und häkle es nicht viel gefühlt, er wäre abgesetzt worden. Jedoch wurde er zum andern mal mit einem neuen brief nach Constantinopel ge- lchiekt; allein er wurde auf des Kaysers befthl in Sicilie» ergriffen , und, nachdeme man ihm die brieffe abgenommen, ins clcnd gcjchickt. Als dieses zu Rom kund wurde, hielt der Pabst an. einen neuen ff noctum, auf welchem 9; Bischöffe versammlet waren , und die bilder - stürmer in den bann thaten. Es wurde auch von demselbigen Constantinus als llckntör nach Constantinopel geschickt , welcher ein ermahnungs - schreiben an den Kayser bringen solle, und im folgenden jähr Petrus als lleLnkor, sie hatten aber mit dem prc 5 k>rer Gregono gleiches glück. Als an. 7i9 Rom von dem Longobardcr König Luitprando bclägert wurde, rieff dee Pabst Carolnm Martcllum aus Franckreich zu hülffe, und damit er selbigen desto eher bewegen möchte, soll er durch seine Gesandten zugleich mit dem brief auch die schlüffel 8. Petri geschickt haben. Er war vor die armen gar sorgfältig, erneuerte verschiedene kirche», und starb endlich den 28 nov. an. 741. Man schreibt ihm zU i lcprein epilloirs; exccrpr» ex prrrum lliüis öc cZnonuni semen- tiis; üec c!c vic. kam. lls vir. jllullr. c. 76. I, ir x 1,0, tzivl. ?vnr. < 7 « 2 -e k>ill. lirrcr. p.Z4r. lull. ksx»k. Gregorius IV, ein Römer, war Johannis söhn, und anfänglich t-r^tzvr-r des tituls 8. Marci. Er ivurde nach Valentin» 1 tod den 24 sept. an. 827 zum Pabst erwählt; allein, weil er keme lust darzu hatte, verbarg er sich ; doch ivurde er entdeckt, >md den 26 jan. an. 8r8 zum Padst ordinirt. Er gieng an. 8;c> in Franck- reich, und suchte die streitigkeiten, so zwischen Kayser Ludwig dem frommen und stincn kindern waren, zu heben, welches ihm aber nicht so wohl von statten gieng, als er gemevnet. Er bat verschie- dcnc kirchen gestisstet, auch das fest aller Heiligen, sv bis dahin nur zu Rom gefcyert worden, durch die gantze Christliche kirche eingeführt. Er starb den 2; jan. an. 844, und wurde zu 8. Peter begraben. Man hat von ihm cpillviss >r», und « mo- l^toiizcünii, acrezns Irr!. milc. rom. r p. 14;. Niki. licc. p- Z67. Gregorius V, ein Teutscher von geburt, sonst Bruno genannt. 'Er war des Marggrafen Ottonis von Verona lohn/ Mw des Kaysers Ottonis cnckel Er wurde den 16 jun. an. 99^ uu us, Pabsts Johannis XVII stelle von dem Kayser Ottone 111 M Pabst eingesetzt,welchen er hingegen in dem folgenden Mir erom - Als aber der Kayser wieder zurück in Teutschland gegangen um, erregten die Römer, unter ansüdrnng ihres Bürgermeisters c. sccnlii , einen tumult, setzten Grcgorium , weil er von dein ^ayi cinge,etzt worden, ab, und Johannen;, Bischoff von P an dessen stelle. Dieses nöthigte Gregorium, seine ME derum zu dem Kayser Ottone in Teutschland i» nehme»/ >M ^ tk zuvor auf einem zu Pavia angestellten tynoUo Crefcentium in den bann gethan hatte. Als der Kaystr Otto mit einer starcken ar- mee nach Rom kam, nöthigte er nicht allein die Römer, sich ihm zu ergeben, sondern setzte auch Gregorium wieder ein. Er hielt bald darauf einen i>noUu>i> zu Rom - und suchte die verfallene kirchen-M'cipiin wieder in guten stand zu bringen, befahl dem Ertz-BifchoffAdrlberto von Prag, sich nach seinem Ertz-BifchöA lichen sitz zu begeben, drohete an. yy8, auf ansuchen Abb'oms, dem gantzen Königreich Franckreich mit dem bann, wofern sie nicht ArnulphUm, Ertz-Bifthoffvon Rheims, welcher unrechtmäßiger weiß abgefetzt worden, wieder annähmen. Er starb im febr. an. 998. Man hat vön ihm: epiirolLz4; 6e ssj-ivUegiiL 2b- bLrum monkis w-joris. Ue qüsruor 6reZ. cie regn«, lrsl. I. 7. tni- Iccll. c. 4. Uili. litten, p. 4,5. Gregorius VI, sonst Johannes Gratianus genannt. Er war anfänglich, der kirche 8. Johannis ^rcin-presb^cer. Es war damals das gefährliche lcNilmL in der Römischen kirche, daß drey Päbste zugleich waren, deren einer zu 8. Peter, der andere zu 8. Maria m-xZiore. und der dritte Benedictus IX in der Lateranen- sischen kirche saß. Gratianus ließ sich das werck angelegen seyn, meng zu einem iedwedern ins besondere,und brachte sie dahin, daß sie der Päbstlichen würde absagten. Diese kluge sAion gefiel den Römern so wohl, daß sie ihn deßhalben an.1044 zum Pabst machten. Er ließ sich gleich anfangs angelegen seyn, die von dem Päbstlichen stuhl veräußerten guter wieder herbey zu bringen, und die täuber, welche sich damals häuffig merckcn liessen, abzustraffen. Nichts destoweniger wurde er wegen der . I. ; c. ult. L<^o-rrtt, Ne reAN» itLÜ-r. ; ch-L. Gregorius VII/ sonst Aildebränb genannt. Er war von Siena/ oderwle andere wollen / von Sowie/ einem kleinen stabilem in dem Floreminischcn gebürtig, «Lem vater hies Bo- ni.ru» / und war ein schlosser/ oder wie etliche schreiben/ ein zim- MerMann. Er diente anfänglich seinem valer in der werck-stadt; weil er aber einen herrlichen kopffhatte/ bekam er zu lchrmeistem Thcophylactum/Laurentinmund Johannen! a» norra NLtinz.ukikcr denen Theophylactus und Johannes Päbste / jener unter dem mimen Beiiedikti IX / dieser aber unter dkm namen Grcgorii VI wurden / welcher letztere ihn auch znm mmmscon» machte. Als Kayser Heinrich IV zu dem Reich gelangte / jagte er an, 1047 Benedictum aus Rom / Gregorium Vl aber schickte er samt sei« Mm djscixu!/ dem Hildebrand / in das -x>»umnach Lcutschland/ welcher auch daselbst bald verstorben/ und Hilvcbrand znm erben semer guter hinterlassen hat. Er kam hierauf in Franckreich / aimg in das kloster Cinni/ und wurde zum daselbst erwählt. Indem nun nachgehcnds abcrmal neuc Unordnung mir dem Pädst- lichenstuhl entstanden/ wurde Drmio/ ein Cardinal/ von dem Kayser als Pabst nach Rom geschickt/ unter denen gefolgt auch Hildebrando erlaubet war / wieder dahin zu kehren / woselbst ihn Bruno zu einem Hüter des altars Petri machte. In diesem seinem am bereicherte er sich sehr; dannenhero machte er sich mit einem neu - gctaufstcn Juden/ ingleichem Gerhards Vrayuto bekandt/ lind ließ durch diese mit fernem geid viel lerne erkanffen / daß sie gut von ihm reden möchten. Doch konte Hildebkand nach Leötiis tob noch nicht zum Päbsilichcn stuhl gelangen/ dahero trachtete er nur anfalle weise ^--cbi-cHLcon.,5 c>rch,Mi.? zu werden; zu welchem end er (wo denen hemachmals wider ihn ausgestreuten beschuldi- gungen zu trauen) seine» »och lebenden vorfahren soll erstochen/ und den Pabst mit allerhand list endlich zu cinränmung dieser stelle vermocht haben. Nach heonis IX rod wurde er an. io ;4 an den KayserHenricum geschickt/ Um bet) demsclbigen diebcstellüng der Padjllichcn würde zu suchen. An, 10;; sendete ihn der Pabst Victor II in Franckreich /daß er als dessen Gesandter das c oncNwm ruLyon wider dies>mo,N2cns. und das zu Tours wider Verengn» rium halten solle. An. 1058 schickte ihn Pabst Stephamis X an die Kayserin Agnes. Nachdem der Pabst Nicolans II verstorben/ und die Cardinäle des Hildcbrands ehrgcitz wohl kannten/ ruff» ken sie den Kayser um hülste und schütz an / damit sie ihren einmal erwählten Pabst Benedictum X behalten möchten. Hierauf hielt es Hkldebrand öffentlich mir des Kaysers feinden / und machte mit denselben nebst den Normativem / Anshclmum / unter dein na» nien Alerandri ll/ ziun Pabst/ welcher ihn auch zum Calltzler bestellte. Doch konte auch dieser von ihm Nicht unangefochten bleiben/ sondern er ließ denselben emsmals/ als er in einer messe zu demvvlck sagte/ daß er ohne des Kaysers dewiliigung nicht Pabst seyn wolle/ von dem altar beysciks in eine kammer führen / stchlug chlr/da er noch in dem Päbstlichen Habit war/ hart mit fausten/ und schalt ihn / daß er bey dem Kayser gnad suchen wolle. Wie er demaych verordnetc/daß man von selbigerzett an ihm nicht mehr/ Wtäglich etwas gewiffcs/retchcn soltezdie übrigen elukmifflenahm tt vor sich. Als Alexander II an. 107; den 2; may verstorben war/ treff er sich ,n eben derselben stund / ohne beyfall des den und des volcks/ zum Pabst ausrüsten; Ja man wolle gar sagen/ als habe er Alekandrum so wol/ als einige vorige Päbste mit giffthinge» richtet; Weil er aber die macht in Händen hatte / meisten ihn endlich die Cardinale annehmen. Als er sich nun ein wenig fest gesetzt / stellte er sich bey dem Kayser/ als habe man ihn wider seinen willen zum Pabst gemacht/ und erklärte sich/ er wolle sich nicht eher krönen lassen / als biß der Kayser in seine wähl gewilliget. Die Dtschvffe aus Teutschland riechen zwar dem Kayser/ diese wähl zu verwerffen/ allein weil Hildebrandsich gegen den Kayser» lichen Gesandten alles guts erklärte / ließ er es geschehen. Als ell nun auf solche arides Kaysers beyfall erhalten hatte/ drohete ev an. 107; dem König Philipps aus Franckreich / weilman chmdec simonie schuld gab/ mit dem banne, An. 1074 hielt er ein c ->ci- lium zu Röm/ verneuerle darauf die alten ciecrs^ wider die niäcos. wolle die ehe an geistlichen Personen durchaus nicht gestatten/ welche sonst zu selbigerzett unter denen weltlichen prtestem in Teutschland und Franckreich noch sehr gemein war/ und that diejenigen sowohl/ welche die Bischöfliche Investitur von weltlichen Potentaten erhielten/ als auch die / welche solche ertheilten/ in den bann. Dahero auch die Pädstliche Gesandten/ die in Teutschland geschickt waren/ und den Kayser zu Nürnberg antraffcn/ sich ntchtehermit ihm einlassen wollen/ als biß ervon dcm bann -t>- viel wäre/ welchen er durch die simonie / deren er bereits untell dem vorigen Pabst beschuldiget worden/verwürckct hatte. Deii Kayser that/ was sie wollen/ suchte die swulurMn, und versprach dem Pabst schrifftlich/ ihm allezeit gehorsam zu seyn. Indessen vergönnete erden Gesandten nicht/ cmconcümmzn beruffen/ behielt auch diejenigen/ welche der Pabst namentlich in den bann gethan halte/ bey sich. Um dieser und anderer Ursachen willen ließ ihn der Pabst an. i .,ra -l.omsc-'ixr v,ra Vtv»-!ci I V. Ovvo N- /.ko Nv gelb- ^n^i. ckiro». 8s>irc,'tc. 6o/-/ vte,,ric» IV. Q'V- xorii VII- oivltcr iio^n. 1»^,'-. (7.,2-e tiNk tierci'. inirocl- ay u td. ccvicl. ^>. 6ii^. in bitt. p-zpal. ^crincl. 4 §. 74 leg- * Gregorius VIII , von Bencvcnto gcbürt g. Er hieß anfänglich Albertus von Mora, und hatte gär gute qualitätm an sich. Adrianns lV machte ihn an. > i-:z zum Caremal des titulo 8. Lau- rcntil, Alerander lll aber zum Cantzler. Dieser Pabst irliierte ihn «n. 1172 als Gesandten in Svanien und nachmals in Engellanv, daß er ivegcn Beckets Hinrichtung einige Untersuchung anstellen solle. Nach Urbani III tode wurde erden 21 occ. an. 1187 zum Pabst: erwählet, und den 21 darauf eingesetzet. Er suchte gleich anfangs die Christlichen Potentaten zu einem zuge ms gelobte land zu bewegen , starb aber bald darauf zu Pisa den iü der. selbigen jahrs. GreezoriusIX / sonstHugolimis genannt, war von Anaania aus Chainvauicu gebürtig, von den Grasen von Segni enlsvrosscn, welches geschlechtF-ridericuS II aus Siechen vertrieben hatte. J11- nocciilins lll machte ihn an. 1198 zum Cardinal und Bischofs;» Ostia. Hieraufwurdc cr als Gesandter in Teutschland geschickt, und naeb diesem in wichtigen geschafften in Italien gebraucht. Als Honorins III verstorben, 'wurde er an dessen stelle den 21 mcrtz an. 1227 Pabst. Er war gleich anfangs dem Kavftr Friderico II zuwider , und weil er dessen gerne aus Italien !oß sevn wolle,ermähnte er ihn, »ntcrIer bedrohung des bannes, einen zug ins gelobte land wider die L-araccnen zu tbiin- Fridericus versprach zwar solches , vcrsammlete auch seine völekcr zu Brnndis, weil er aber er- kranckte, verzog es sich länger, als es dem Pabst lieb war, dabero that er ihn in den bann. Nach einigen soll auch der Kayser wurck- iich zu schiff gesessen, aber auß argwohn, der Pabst möchte währcn- gre der seiner abwefenheit thme feine Provintzen ausivicklen, bald wie-' derum zurück gekehrt seyn. Indessen ist doch gewiß, daß FridericuL knrtz hernach an. 12; z den zug für sich selbst vorgenommen, ebne sich mehr darüber mit dem Pabst zu berathschlagen, auch ehe er vo» deine Ll-ioiurto-, erhalten. Indessen fiel dieser in die Kayftrlicke» lande in Italien eyn, erregte auch Friderici ll schwieqer-vater. Iohannem von Brienne, Konig,von Jerusalem, daß er aleichsals in den Kayftrlichen landen gar übel hausete. Ja, als der Kauft,: wider die feinde glücklich war, befahl er der armee in Syrien dem Kayser keinen gehorsam zu leisten, suchte die Tempel-Herren wistr ihn zu erregen, schrieb auch an den Sultan, und ermähnte selbigen , den Käyler an dem Jordan unversehens zu überfalle». Mein der Sultan ichickte dem Kayftr den briefzu. Als Fridericus nuir an. i2;c> glücklich wieder in Italien ankam, sühnte er sich mit dem Pabst zu Anagnia aus, und verehrte ihm 120 untzen goldes. Nach diesem erregte Hamübaidus eine in der stadt Roin, welche aber bald beygelegt wurde. An. i^gftng diemmihe ausK neue an, indem Gregorius Fridcricum wieder in den bann that, und nicht allein die Italiäner, sondern seinen eigenen söhn Henri- cum wider ihn erregte. Weil ihm aber der Kayser zu mächtig war, muste er sich bald mit ihm vergleichen. Als dieser kaum wieder m Deutschland gekommen war, stieß der Pabst alles über einen Haussen , that den Kayser abermal in den bau», und stellte an. 1242 ch; Loncii.um in der Laterancnsischen kirche an. Hierzu erforderte er nun alle feinde des Kaystrs, welchen aber selbiger untersagte, ftl, ches conc>i„i>n zu besuchen. Jene zogen eine fiolte von 26 schiffen zusammen, und meynlen damit aufRom m segeln, wurden aber durch den Käyftrlichcii Admiral Enzium ergriffen, und nach Nea- polis geführet, allwo die meisten im gefängiiisse stnrbcn. Die Kay- serlichc armee rückte selbst vor Rom, und setzte Gregorium in solches schrecken, daß er die Häupter der bevdrn Avosiel Petri und Paust in p-»cctsivn „ach dem Lateran bringen ließ, und öffentlich das crcutz wider den Kayser predigte, auch bey Franckrcich und Engelland bülffc suchte, wiewo! vergeblich. Weil nun der Kaystr immer glücklicher ward, und die Teutschen Bischöffe ihn von dem banne wßsprachcn, bekümmerte/r sich so sehr darüber, daß er den 2i aug. an. 124, starb. Er har Francistum, Dommicum und Eli« sabetham c^nonillrt, und verschiedene chrissten hinterlassen, als: eziilio!sr; coIIcckivxcM . conti>rur,»ncM vro Lsnecilötmii; e^iliolrrn pm cznonl^zrinnc ltliüikücliL. §zxovr«-. »nnsl. uiin. r»m. I. Lc«".',-«. tzikt. ?onr. licrer. * Gregorius X / sonst Tbcobaldus genannt, war von Piaccnza gebürtig, aus der Viscontischen familie, und wurde /wcliiw>,com>z zu Lüttich. AIs er mit Eduardo, Printzen von Walsts, in Palä/j- »am gereiset war,wurde er indessen zu Dktcrbo den 1 sept. an. 1271 zum Pabste erwählet, und nachdem er in Italien angelanget, den 27 mertz dcs folgenden iahres eingeweichet. Er hielt an. 1274 cm LoncMuM zu Lyon, wohin der Kavftr von Constantinopcl, Michael i'-l.v-oioZus, ftine zuflncht nahm , in Hoffnung, daftldst zur Vertheidigung des unrechtmäßiger weift an sich gebrachten Kayftrtbums, bcnstand zu finden , zu welchem ende er bewilligte, daß die Griechische kirche dem Pabst untcrworffen seyn solle. Allein die Bischöf- fe in Griechenland verwarfst» vas beeret mit solcher vcrächlllchkcit, das; sie dcnicmqen, welche sich dem besagten vergleich unterworffcn, nicht einmal ein Cbristlich bcgräbniß verstatten ivollen. Der vor- ncmstc zweck aber des besagten Loncü,,, wohin sich der Pabst bearbeitete , war dieser, daß er einen krieg zu eroberung des heiligen lau- dcs möchte befördern Helffen, unter welchem verwände er vo» der clcrisev die zchendcn von alle» ihren präbendcn und einkünfflcn auf c iabr lang forderte; defigleichcn ermähnte er auch die Teutschen Hürnen / öey welchen das mrcrrcßnum annoch währte, einen Käv- ser zu erwählen, und drohetc ihnen dabey, daß, wostrne sie es nicht thu» wollen, er selbst vor sie einen Regenten zu finden wisse» wurde. Darneben bearbeitete er sich hesslig, die Gveist» und Gibc!!,- nen mit einander zu verlohnen. Er starb aber bey seiner rückkunifc in Italien zu Arczzo den io ian. an. 1276, nachdem er etwas lauge? als 4 iahr gesessen. Man hat von ihm einige cpiNot^. 31111. mw. LL02,»«-. dit>I. ?onk- ki- Knr. lirrcr. Gregorius XI / sonst Petrus Rogerius genannt, Wilhelms, Grafen von Bclfort söhn, war von Malemont, in dem lande Li- monsin gelegen,gebürtig, und einer vonPabsts Clemcntis VI Nepo- ten, von seiner schwcstcrIobanna Rogeria.Scin vetter machte ihn un 17 jähre ftinesalters zuniCardinal-vi-cono des tikuls8 Maria nova-, und schickte ihn z» Baldo, welcher damals;» Perugia lehrte , um die rechte von stlbigcm zu erlernen, dessen er sich hernach m wichtigen fachen bediente. Hieraufwurde er »nur zu Rate in Angers , -Lvcl>i6>-conu->i zu Veits , Dechant zu Bayenr , und Lsnomcu! zu Paris. Nach Urbani V tode wurde er im jähre seines altcrs den 29 dec. an. i z 70 zum Pabst erwählet, den 4 ian. zum PneM ordinirct, und am heiligen drey Kömgs-abcnd an. N71 Zum Mit e.ngcwcuhet. An. i;?; that er die Königin Iohaimam von Nea- poiis und Sicilien in den bann, weil ftlbigc auf ftine mlerccM«n einen verrätber nicht parclonistret hakte. In eben demselbsgcn iahst that er die Florentiner in den bann, schickte auch einige volcker wider sie, weil sie den Römern, als sie die Päpstlichen Gesandten jaget, bcygcstanden. Allein selbige kehrten sich nicht daran, sondern nöthigten ihre geistlichen, des gotkeSbienstcs ferner zu pflegen, v» ließ sich dieser Pabst, aliscinratken 8. Brigittä alis Schwcbcnun» 8- Catharmä von Siena , bewegen, daß er den Pabstlichcn iih, welcher biß anhero zu Avignon gewesen, wieder nach Rom rirte. Wir er denn den rz sept. an. r;7S zu Marftille sich gre fetzte, und nach ausgestandener grosser gefahr znr ste, den folgende,, r; scpt.zu Rom anlangte, und von den Römern mit ungemei- ner steude aufgenommen wurde. Er starb aber bald hernach den 27 mertz an. i;?8 aus Verdruß, weil er sich von den Römern und Florentinern gantz verachtet sahe. Er wurde in der kirche 8. Ma- riä nov« begraben, woselbst man stin grabmahl annoch sehen kan. snnLl. min. in virs LceZorii XI. jiiü. litte,. in vir. ^venion. Gregorius XII / sonst Angelus Corraro genannt, war ein gelehrter mann, und anfänglich Bischoffzu Venedig, Chalcis,und dem titul nach, Patriarch von Constaminopel. Bonifacius IX schickte ihn als oiumium in das Königreich Neapolis, und Inno- centius VII machte ihn an. 14°; zum Cardinal. Im folgenden iahre wurde er an dessen stelle im jähre seines alters von den Cardinälen zu Rom zum Pabst erwehlt, jedoch mit dem bedinge, daß, so bald er die Päbstliche würde erhalten, er den gegen-Paost, Beiledictum XIII solle trachten zu bereden, daß sie beyde die Päbstl. würde niederlegten, damit dem gefährlichen lckiiwzti. so damals war, da ein Pabst zu Aviqnvn, der andere zu RoM saß, möchte abgeholffen werden. Gregorius versprach es zwar, ließ aber keinen ernst darinnen spüren, und sahen vielmehr alle vernünfftige gantz klar, wie sie sich heimlich mit einander verstunden,under dem schein, als ob sie sich über die addanckung vergleichen wollen, allerhand hindernussen einzustreuen, damit indessen jeder an seinem ort lebenslang Pabst bleiben möchte. <20 hatte auch Gregorius versprochen, keine Cardinäle zu machen, weiches er aber gleich fals nicht hielt. Weil er nun über diß an den König in Neapolis Ladis- laum viel verscheuchte, um sich seiner hülsse zu versichern, so wurde a„. 1409 von den Cardinalcn ein Concil»,« zu Pjsa angestellet, auf selbigem alle beyde Päbste abgesetzet, und an deren stelle Alexander V erwählet. Gregorius wurde zwar auch zu diesem concilio berußen, schützte aber vor, daß es nicht den Cardinälen, sondern dem Pabste zukäme, Concils zu beruffen. Er gieng hierauf nach Mnini, machte neue Cardinäle, und wolle beständig vor einen Pabst gehalten seyn; wie er denn auch iuFriaul ein ander Concilium anstellete, darinnen er die Manischen Cardinäle, nebst Alexandro und Benedicto, in den bann that. Als er aber sahe, daß sein ansehen immer mehr und mehr fiel, und er die Päbstliche würde nicht länger behaupten konte, danckte er in der 14 i-ck>o» des Concil» zu Costnitz den 4 jun. an. 141; durch stiue Gesandten, Iohannem, Cardinal des tituls 8 . Sirti, und Carolum Malatestam, Herrn von Rimini, ab. Darauf wurde er von dem Conciiio zum r>ec»»c> des Cardinals-collcA», und beständigen Gesandten der Anconita- nischen Marck gemacht, wodurch er dann, wenigst was die weltliche Hcrrschaffl anlanget, fast allen seinen vorigen gemalt behielte, weil er eben diese länder als Pabst besessen hatte. Er starb zu Re- canati, vhnfern Loretto, den 4 jun. an. 14-7, rurtz vorhero, ehe Martinus V zum Pabst war erwählet worden. Man hat verschiedene episteln von ihm. -I tlcmus Union!;. in Ottßo,. mir>. big. litte,. sziz,. in lull. Urp. öcc. * Gregorius XIII , sonst Hugo Buoncompagnus genannt. Er war von Bvnonien gebürtig, sein vater hieß Christo- phorus, die mucter 'Agniola Mercscalchi, von welchen er den 7 jan. an. i;i2 gebohren. Er wurde bald anfänglich zum studiren angehalten , und weil er sich am meisten auf das üuN»,m juri- legte, an. i;zo im i8den jähr seines alters 0oKo, zu Bononien. Im folgenden jähr kam er in das coiicßium civil« daselbst, und an. 1; z; in das cLnonicum. An. i;Z4wurdeer würcklicher o,ot«No, ju,,8, auch an. i;;6 Richter über die kaufleute, nicht weniger im jul. und aug. zum andern mal vo-i«, s»kiÄno,um. Weil es ihm aber zu Bvnonien nicht nach wünsch ergehen wokte, gieng er im sept. «n. i;;8 nach Rom, und wurde daselbst .abbrevi-to, „„d «.ek-,-». ^,,m. Zu Pabsts Pauli III zeiten reißte er auf das conciiium nach Tridcnt, kam an. 1549 zurück nach Rom, und wurde v>c»,>uz aucliroriz cLme,«:. Julius IIl Machte ihn ZUM 8ec,ccsrio, UNd NN« i;;; wurde er unter dem Cardinal Cicada v.ce- CegLc des Römischen ttrriror». Nach verlaust zweyer jähre wurde er zum vicc- Regenten der kammer ernennet, auch bald darauf von Paulo IV zum Bischoff Vck.? und zum Priester a,cii,»rt. An. i;6r wurde er zum andern mal auf das co»c»ww nach "rricien, geschickt, woselbst er bis zu ende blieb. Als er wieder zurück nach Rom kam, wurde er von Pio IV den 12 wart. an. i;ü; zum Cardinal des tituls 8. Sixti ernennet , und in demselbigen jähr als ce-arus s lsrere in Spanien geschickt, mich ihm die liZ»--»,, der Päbstliche» b,s- vium anvertraut. Er blieb aber bis nach Pii IV tod in Spanien. Als nun Pins V zum Pabst erwählet ward, konte er anfänglich nicht wohl mit ihm überein kommen, weil er seine strenge nicht zu ertragen vermochte. Nachdem aber Pins V verstorben, würbe er an. i;?2 an dessen stelle erwählt, womit es gar geschwinde, jedoch unter mancherley i»c,igue». zugicng, und wurde er darauf am Pfingst - tag zum Pabst einqeweyhl. Er ließ sich gleich anfänglich angelegen seyn, wie er der Türcken macht, welche damals auch um die Italiänische kästen segelten, dämpffen mochte, schickte zu dem ende an König Carolum IX in Franckrcich, um selbige» mit m die alliantz zu ziehen, bekam aber abschlägige antwort. Er seines orts unterließ zwar nicht, eine ssotte wider die Türcken auszurüsten , weil aber die Venetianer mit den Türcken einen stillstand machten, ließ er sich, die Protestanten zu verfolgen, angelegen seyn. Wie er denn zu dem ende dem König Carolo IX in Franckrcich 4c>°o°o ducaten zuschickte, um den krieg wider die Hugonotten desto eifriger fortzusetzen. Als an. i;?2 die Parisische blut - Hochtal vorgegangen, freute sich der Pabst dergestalt darüber, daß er gre fremden - feur anzünden, und schau - Pfennige prägen ließ auf ein wür^InÄ» dem »amen, auf dn andern aber M Fehen, welcher m der lincken Hand ein creutz, degen balt, und damit auf etliche lcute -Ä uill / mit dieser ausschrigt , UgonorAru,» Er stifi- ' .um die Catholifche religion desto ^ ^ schickte auch enuge gelehrte Geistliche in Ac- a». 1; 7; em jubliLum zu Rom, und suchte die Protestanten durch ausgejchickte viunrios wieder zu der Catholi» »>^ tt,Eu'che zu brmgen. Jnglejchem demühete er sich äusserst, die unuchen in den guederlanden zu stillen, und daselbst die Catholifche religion zu erhalten. Au. i;8c> ließ er das corpu? >»,>? canonick emcnlllven und drucken. Als an. i;8r ein neuer stern in dem llä«,s der csliwps, erichien, gab selbiges gelegenheit, daß der Pabst durch feinen klecllcum, Lii.um, und andere berühmte ^LkliemL- ttco8dascalender - wesen untersuchen ließ, welcher dann den alten Iuliamschen m etwas verheuerte, aus dem october auf selbiges lahr,;82 zehcn tage nahm, und den ansang des frühlings nach dem Nicamfchen c»»cn,o richtete. Der Pabst ,ecowme,wivte zwar diesen neuen calender allen und jeden, es wurde auch selbiger von den Cathoilichen wohl aufgenommen, aber nicht von den Protestanten. An. i;8; machte er 19 Cardinäle, und baute ein Jesui- ter - coließlum zu Rom. An. I;8d den 22 mart. kam eine solenne icMioa von Japan zu Rom an, welche sehr wchl empfangen wurde. Er starb aber bald daranfden 10 apr. an. 158^, m>d richteten ihm die Römer eine ehren - faule von marmor auf. Er hak emen natürlichen söhn Jacobmn Buvncompaqno hinterlassen, der General der kirche, Hertzog zu Sora und Margqraf zu Vi» gnuola worden. Siehe Buoncompagno. Me,. kill. «s- venn. Leo Io>L,. 0 ,LAc>r. Cre^eeü^. ISe-rerr eloZ. Oregorii XIII. j-eoLi tzitzl. konciL liilloris OreZorü XIII. NerÄe^e,«- llill. Gregorius XIV ,, sonst Nicolaus Sfondratus genannt, war von Mayland gebürtig, und hatte Franciscum Sfondratum zum vater, welcher daselbst Staats-Nath, und letztlich Cardinal war. Erwürbe den n sehr. an. 1;;^ gebohren, und war noch etwas nnzeitig, als er auf die weit kam, wurde aber mit grosser sorgfalt erzogen. Als er ein wenig erwachsen, wurde er nach Paris, und von dar nach Padua geschickt, um die juri; - x,ucl«nü zu erlernen , an welchem letztem ort er auch in o»Än,sm p,o,»ovirte. Anfänglich wurde er Raths-Herr zu Mayland, erwählte aber hcr- nach den geistlichen stand, und hielt sich zu Carolo Bvrromäo. Pins I V machte ihn an. i;6o zum Bischoffvon Cremona, in weicher quäl,tat er dem conc.iio zu Tridcnt beywohnte ; Gregorius XIII aber den 12 dec. an. i;8; zum Cardinal. Nach Urbanr VII tod wurde er den ; dec. an. 1590 zum Pabst erwählt, ob gleich viel andere darnach strebten.Bald daraufhielt er ein jubüLuw,und verlangte , daß jederman bitten solle, daß ihmc GOtt Weisheit und verstand geben mochte, die Päbstliche würde wohl zu verwalten. Er hat unter den Catholischen ein gutes lob, zumal deßhalbcn, dass er wider die Protestanten gar eifrig gewesen, auch grosse geld. summen den Ligisten in Franckrcich zugestellt. Er starb dem; oct. an. i;9I. Lrc^eLv,. LowLr»,. Hdo»adr»«-. Qsco»,'«,. Gregorius XV, sonst Alexander Ludovisius genannt, succedim Paulo V den 9 ftbr. an. 1621, da er 67 jahr'alt war. Er pubiicirte eine bulle, die Päbstliche wähl, so durch geheime stimmen geschiehet, betreffend, und cs»o»illrte an. 1622 Ignatium Loiolam, Franciscum Xaverium, Aloysium Gonzaqam, Stanislaw» Coskam, Philipp»», Nerium und die Theresiam. Er trug zu dem krieg, welchen der Kayser Ferdinandus II wider die Protestanten zu führen ansicuge, und welcher hernach so lange zu grö- ftem verderben Tculschlands gewähret hat, gar viel bey. Maxi» milianus, Hertzvg von Bayern, schenckte ihm die im krieg cro- berte bibliothec zu Heidelberg, wcßhalbcn er Lconem Allatinm irr Teutschland schickte, selbige abzuholen, wiewohl er dessen rück- kunfft nicht erlebte, indem er den 18 jul. an. 162; verstarb. in vics Lregorii XV. I'rLrM. LLovr«,. LLr«. Gregorius / gebürtig von Rom, ein Cardinal, worzn ihns Pabst Calixtus II an. 1122 gemacht hatte. Er hielt es mit dem falschen Pabst Anaclcro II , und nachdem selbiger verstorben, wurde er von dessen anhang an. n;8 unter dem namen Victov zum Pabst erwählt. Weil er aber sahe, daß er von aller weit verlassen war, iudmicrirte er sich Innocentio, worzu 8. Bernhardus nicht wenig beytrug. sp. z-o. Bcönig von Schottland: Gregorius / der 7; König von Schottland, Dongalli söhn, wurde an dessen stadt auf den thron gesetzt, und nachdem er alle diejenigen, so wider seine wähl gewesen, gewonnen, auch die alten gesätze von der frcyheit der kirchen - bleuer wieder in schwang gebracht , gieng er wider die Picten zu selb, die von den Dänen in Fift gelassen worden, weil selbige mit den Engellandern in krieg verwickelt waren, und trieb sie von bannen, gleichwie auch aus Lothian und Merch, und nachdem er bey nächtlicher weile in Ber- wick gelassen worden, machte er die gantze Dänische garm,on nieder , marschirte nachgehends in Northumberland, hielt eine glückliche schlacht mit Hardicnut, und riß dieselhige landschafft gantz-, lich wieder aus ihren Händen. Darauf kehrte er seine Waffen wider die Britannisr, welche einige von den Schottlandischen Herr- schafften unter sich hatten; machte aber, als sie ihm das land einräumten, und versprachen, ihm wider die Danen, wenn sie wieder kommen würden, beMstehm, bald friede; sie liessen sich aber Eccer / 572 grc grc dieses aufgerichteten Vertrags bald gereuen, und thaten einen doch weil der ort gar geringe, ungesund, auch unangenehm war. feindlichen einfall in Schottland. Da sie nun gleich auf dem rück- wolle er solche stelle nicht einmal annehmen. Da man ihm aber marsch begriffen waren, und eine grosse deute mtt sich hinweg führ- anlag, daß er seinem vater, welcher wegen hohen alters gar schwach ten, begegnete ihnen Gregorius bey Loch - Maban , und erlegte wurde, in dem Brßthüm zu Nazianzo an die Hand gehen möchte, beydes sie und ihren König Constantinum. Auf solche schleicht er- ließ er sich hierzu bereden, dünge sich aber dieses darbey auß, daß er folgte ein beständiger friede, und die Schvttländer behielten das- nach des vaters tode die Bischöfliche würde länger zu behalten nicht jentge, was sie den Dänen abgenommen hallen. Kurtz darauf möchte angehalten werden; dahero Hieronymus, und andere, so fielen die Inländer in Galloway ein, und führten einige beule ihm gefolget, fehlen, wenn sie sagen, daß er würcklicher Bischoff mit sich hinweg, unter dem vorwand, daß die von Galloway etliche daselbst gewesen, indem er nach seines vaters tode sich wegerte, an ihre kästen getriebene, und den emwohncrn von Dublin aehö- solche stelle anzunehmen. An. 178 wurde er von dem Antrocheni- rige galeeren angefallen und geplündert hätten. Darauf folgte schen L»nc,1,0 nach Constantinopel geschickt, daselbst der rechtqläu'. thuen Gregorius mit einer starcken armee in Jrrland nach, und bigen fache wider die Arrianer zu führen, welches er auch, »bM nachdem er ihre trouppen geschlagen, die Briennus und Cornelius, ungerne, übernahm, und alles wohl ausrichtete, dergestalt, daß zwey von den mächtigsten Edelleuten, (welche in währender min- sich die rechtgläubigen mehr und mehr häufften. Hierdurch setzte er deriährigkeit des Königs Dunachi das gantze land in 2 partheyen sich bey Kayfer Thevdosio N. in solches ansehen,daß er ihn am m zerrissen) coinmandirtcn, nahm er Dundalks Drogheda uud Dub- zum Patriarchen von Constantinopel machte, in welcher würde er lin ein. Als er nun daselbst die aufsieht über den jungen König, auch von dein daselbst gehaltenen Lcmclli» bestätiget wurde; weil er als seinen bluts - verwandten, denjenigen unter semen alten Rä- aber sahe, daß ihin Timotheus, Ertz-Bischoff von Alerandrien, then, die er vor seine getreueste diencr erachtete, anvertraut, und deßhalbcn schwierigkeilen machte, begab er sich dieser würde frey« von dem Adel einen eyd gelodert, daß sie weder Engelländer noch willig, gieng nach Hause, und lebte daselbst in ruhe. Wie er denn Dänen, noch Britannie'r, ohne seine crlaubmß, in die msnl lassen seine meiste zeit mit gottseligen und poetischen Übungen zubrachte, sollen, zog er triuinphirend wieder heim, und führte üo geiffeln biß er endlich an. ;8y im 6 ; jähre seines alters starb. Seine schriff- mit sich / die er zur Versicherung, daß die eingegangene tracraten ten sind: vs> j«; pvemsrs und u- ,cri^. unverbrüchlich gehalten werden möchten, mit sich genommen, ccci. c. 117. cp. ,4,. §,„^1. vir» Oi-gor. Endlich starb er an. 892 m dem i8de» jähr seiner regierung. illtt. n-c. Dr, um-r Lc. L,bild. 5 cok. Lardittäle/ Bifthöffe/ und andere berühmte lcute: Gregorius / nachdem er in dem Benedictiner - ordcn eine Zeitlang gelebt, wurde Abt zu 8-Cosmä und Damiani, zuletzt aber, m ansehung seiner gelehrsamkcit und sonderbaren goltesturcht, von Benedicto VIII an. ioz; zum Cardinal - Bischoff von Ostta, auch das nächst-folgende jähr zum mbbolbecsno brr Römischen kirche ernennet. Als einige zeit hernach die ciuwohner des Königreichs Navarra Gesandten an Bcnedictum abschickten, und denselben ersuchen liessen, ihnen ein Mittel an die Hand zu geben, wodurch sie von den Heuschrecken, welche viel jähr nach einander in unbeschreiblicher menge ihre früchte verderbet, bcjreyt werben könten, soll so wohl dem Pabst, als auch einem Cardinal, durch eine absonderliche vffcnbahrung gezeigt worden seyn, daß man den Cardinal Gregorium als Päbjtlichen Legaten dahin abfertigen solle. Als nuii solches geschehen, soll derselbe mit dein blossen zeiche» des creutzcs die Heuschrecken auf einmal vertrieben, viel kran- cke gehcilct, und durch seine predigten sehr viel gutes gestifftec haben. Endlich ist er allda den 9 may an. 1044 gestorben, zu Lo- gronno begraben, und von der Cacholischen kirche als ein heiliger verehrt worden, vir. imluur. «oacion. com r. c!e rcb. btiffi. Gregorius von Arimino oder Rimini, war ein Ita'iäncr, und wurde rbcviogiL zu Paris. Er lehrte mit gutem ^p- pi-ulli, und war einer der berühmtesten ^r>.,!»n>cnrum seiner zeit, wiewohl er mehr der Noimnalisten als Realisten stete zugettian war. Nachmals wurde er ein Augustiner, und nach des Thvmä von Argentina tod von selbigem orden den 24 may an. i;;7 zu Montpellier zum General erwählt. Er starb an. 1; ;8 zu Viennc. Er hat geschrieben: commcnrariL in m>iglUrum Icur-„cis>um; com mcmilris ui cpNiol^! ?Luli ejc j^cobi; listrum cle torimd; cr^ctsrum moribu? Vcncrarum; llc conllikionibus p!orcnc,»ocum. mr«». in clog. bild. lirrer. Lpp. L^-/k. Gregorius L/k-ricus, von der Spanischen provlntz Baetica also benannt, war Bischoff zu Illiberis in Spanien. Einige wollen ihn mit dem Gregorio, so m.xsectu8 j„ Gallien war, dessen Sulpitius und der Pabst Innocentius gcdencken,vermischen, allein ohne gründ. Er war ein sonderbarer feind der Arianer, mu- ste aber deßhalbcn von Hosio und andern vieles erdulden , weßhal- bcn der Kayscr Theobonus an Cyneginm bcfchl ergeben ließ, diesen Gregorium wider alles unrecht zu beschützen. Er starb >m boben alter zu ansang des ; tccui, > nachbeui er verschiedene traetate geschrieben,als cic sillc contra ^rian»s <ücro». cie Icr,. r. ccclcl. c. >c;. l. i lle lumiu. ccck-ö c. vir. illultr. r. i. Ae//axm,/r. cic icri^r. ecclct. ll ck.ir. iurcr. Gregorius ein berühmter kirchen-vatcr, wurde von Nazianzo, einem kleinen städtlein m Cappadocien, also benennet, indem er zu Arianzo, einem land-gut, so ohnsern davon gelegen, zur zeit des Nstämichen c«r>c>m, gebohren ivar. Sein vater hieß gleichfals Gregorius, welcher imt der Hypsistcrianer irrthüminern befasstet wäre, die nmter abcr,Nomia, welche ihren eyemann zum rechten Christlichen glauben brachte; worauf er Bischoffzu Nazianzo wurde. Dieser sein söhn stndirte anfänglich zu Cäsarca in Cappadocien, kam aber nachmals nach Cäsarum in Palästina zu dem berühmten redner Thesvesio. Hieraus that er eine reise nach Alerandrien, und von dar nach Albcn^ allwo er nebst Basilio und Julian» den studien mit grossem steige oblag. Als er von dar wieder zurück geben wolle, ersuchte ibnc die siudirenbc iu- gcnd, daß er noch eine weile dastwst verbleiben, und sie unterrichten möchte. Allein er lehrte nicht lange daselbst, sondern gieng in sein Vaterland zurück, allwo er von seinem vater zum ?r^Nv,cr eingeweichet wurde. Nach diesem legte er sich gantz aufdie poesie, und nahm darinnen wohl zu. Weil er aber der weltlichen unrube übcr- drußig war, gieng er zu Basilio, welcher sich in Ponto in einer einübe aufhielt- Als nun Basillus an. ^70 Ertz-Bischoff in Cappado, «en wurde, machte er diesen Gregorium zum Bischoff zu Sasima; Gregorius / von Neocasarien. Wird also von seinem ge« burtsort benennet/ sonst hieß er Theodor»? / und wegen den vielen wundern/so ihm zugeschrieben werden laum-mr^. Seme eitern waren Heyden / welche ihn auch in dem Hendnischen wesen aufferzogcn hatten. Erwürbe bald anfangs zumstudircnangchal- ten / und als er den ersten gründ hierzu in seinem vatterlanb gelegt hatte / gieng er nach Alerandrien / von dar nach Athen/und letztlich nach Berylus/ woselbst man damals die Römischen gesetzt fleißig trieb. Um das jähr 2)4 begab er sich nebst seinem drüber Athcnodoro zu dem Origene / welcher damals zu Cäsarca in n-ckv- ttinL öffentlich lehrte/ erlernte auch von dcmselbigen die logst/phy» sie/ mathcmatic/clhic und andere theile der Philosophie; wie er sich denn auch in der geistlichen lehre unter ihm fest setzte. Als er z jähr bey Origene dergestalt zugebracht / kam er in sein Vaterland zurück/ und wurde von Phädimo/ Dischoffvon Amasea/zuNco. cäsarien zum Bischoff bestellet. Denn als Gregorius die Bischvsss- würde flöhe/ und sich deshalben in eine einöde verbarg/ begab sich Phädimus in dic kirche/ hielt sein gebet zu Gott / wandte sich hierauf zu dem Gregorio/ nicht anders/ als ob er gegenwärtig wäre/ und orllimrtc ihn also abwesend zum Bischoff. Ais Gregorius solches vernahm/ ließ er sich/ nachdem er zuvor richtig «Mmret war/ bereden / solche stelle anzunehmen. Erfand bey stiller ankunfft zu Ncocäsarien alles voller Heyden/ und nicht mehr als 17 Christen/ durch seinen angewandten flciß aber brachte er es dahin/ daß er bey seinem tod nicht mehr als 17 Heyden hinterließ. Als unter dem Kayser Dccio eine scharffc Verfolgung der Christen angieng/machte er sich / seiner kirch zum besten / bey seit- Da nun dieselbige vcrbey war/ kam er wieder zurück/ und müsse von den Golhen und andern barbarischen völckern viel erleiden. An. 26; wohnte er dein concMo zu Antiochicn/ so wlder Paulum s-mo^num „chal- ten wurde,/ bey / und starb dcin/nov. deistldigen jahrs. Seine schrifftcn sind: pLncg) ricus ilvc orarin vslccllüori^ Lä ollßen,.».; i» cccicilällcn; brcvirsilleicxposirio; epilloirLanowc» lle iis, czui Ns-llLrorum incurlli iLpsi tunk. vnr öe inirsc. Lregorii Vtcoc-vH-. llc icrjpk. scclcs. c. 6s. kH»- >,l>. 6 c.-z. c. llillor. litter. 7. 67. * Greqorius/ von Nnssa/ war aus Ponto gebürtig/ des Da« stlii ?.l./ Pctri Dischoffs von Scbaste in Armenien/ und der heil. Maerinä jüngerer drudcr. Er legte sich anfänglich gantz auf die oratorie/ wurde aber von Gregorio Nazianzeno darvon abgezogen / und auf die heilige schufst gefuhret. Er verheyrathetejich an eme srömme frau / namens Thcosebiam / welche eben zu der zeit/ da sich Gregorius dem kirchen-dienst widmete / gleichfalls in den geistlichen stand trat/ und eine Diaeonißm abgab / wegen deren tod letzlich Gregorius Nazianzcnus einen herrlichen tröst- brich an ihn geschrieben. Er wurde um das iahr z7° Bischoff zu Ryffa/ welches an den gräntzcn von Cappadocien gelegen; weil er aber das Niecnischc S»ncN,umgarscharff verföchte/ wurde er deshal- bcn von rincin geringen menschen angeklaget / und auf des Ka»- scrs Nalentis bcsehl in das ex,i„,m geschickt; aber nach 7 jähren / als er indessen von den Arrianern viel erlitten hatte/ wieder in seine stelle eingesetzt/ und an. z/8 von dem ssn zu Ankiochlen/ welchem er nebst andern Dischöffen beywohnte/ die Arabischen nr- chc» zu visitircn / abgeschickt. Bey dieser gclegenheit gieng er naa> Jerusalem; Weil er abersahc/ wie übel es daselbst zugieng/wandte er sich bald wieder zurück/ schrieb auch wider diejenigen / die »acy Jerusalem wallfahrten/ eine cpistcl. Als er «11.7,81 al!spen'v"°- nm bey dem co.,ci>io wohl gelitten war/ wurde er von den bastM vcrsammictcn vätcrn erwählet / Mclctio Antiochcno und des fers Thcodosii Printzcßin Flacillä/ welche beyde in wahreiwcin conciim gestorben waren / zu p^rcullren. Wie ihm denn auGpas iVmKoium auszusetzen angetragen ward/ und daß erdasMge/ was in dem ffmbolo fehlte/ darzu bringen mochte, um selbige zeit wurde er nebst Helladio / Bischoff zu Casarcen^mr gre Tasllii Nachfolger/ den Bischöffen Pontischer ch'«--- znm Richter bcMet. Er starb um das jähr;96. Seine fchrtfften sind -. Kcx-e- weron; clc lioininis opikcio über; cls virs Ivloliz; in eccleiislkeii; ja cLnrics csncicorum ; cle kuZicngs tornicscions ; vitz Qrsgnrü "t'ksü- inrru^i; sc! LuiiLtkium 6e 5 . "prinitrte , Lc. L^/r/r«2 ep. 4z. 6-e. xoE ILrr.iÄ«Le»»F sp. 4; L 9;. üre-or». cle stripr. ceclcl. c. >29. Socket Ssr.on?e»r„. Iii>. I c. >29. dt,/-/>/,--»-0«//rss«,Iik. 11 c. 29. Le»e»/r;. < 7 «-l,e nist. litter. * Greüorms ^roncnUs. einer der vornehmsten geschichk-schrei- bcrii seiner zeit/ war aus einem Welschen geschlccht der Provintz Anvergne. Sein valer hieß Floreniinus/ die mittler Armamen- taria / von welchen er an. 544 gebohren. 8 - Nicclius vonLyon / als erihn noch in der wieaen liaen sahe/ recomm^nairle ihn seinen eltern als ein kind/ welches Gott noch grosse dicnste in dertirch thun würde; wannenhero seines vatcrs bruder / Gallus / Dr» schoff von Clermont/ ihn in allem guten unterrichtete/ welches auch dessen Nachfolger Avitus that. An. 5 66 kam er nach Tours / woselbst er an. 5 69 visconus wurde; und nachdem Euphronius / Ertz-Blschoffvon Tours/ verstorben/ kam er an. 57; an dessen stelle / und wurde von Aegidio/ Ertz-Blschoffvon Rheims/con. iccrirel/ wiewol Baronius will/ man habe ihn darzu nöthigen müssen / wie denn des Königs Siqcberti und dcr Königin Brnne- childis authorikät am meisten hierzu ben ihm vermochte. In dem folgenden jähr stifftete er eine kirche zu Tours/ worein er viel reli- quien der Heiligen brachte. An. ;77 wohnte er dem <»'c.n-> zu Paris be»/ und vertheidigte p^rsü^rmn, Dischoff von Rouan/ welcher von dem König Chilperico angeklaget war / auf das äusserste. An. wurde er von dem Grafen Leudaste ben dem König Chilperico fälschlich angegeben / als solle er die Königin beschuldigt haben/ sie lebte mit Bertram/ Dlschoffvon Bourdeaur/ garnngedtihrlich/weshalben cr vor den ftnoclumzu Braine be- rnffen/ aber nachdem er sich durch einen eyd pnrqirte / ^loiviret/ und sein ankläger in den bann gethan wurde- Auf demseldigen ft- ni>a» brachte er den König Chilpericum / welcher zu der Sabellia- nischen ketzerc» incü^irte/ zu bessern gedancken / hielt auch zu selbiger zeit mit Agilane einem Arianer/ welcher von dem König der Goihcn in Spanien Leuvigild als Gesandter an Cbilpcriei Hof geschickt war/eine scharffe^M^ion . worinnen er selbigen gar ernstlich widerlegte. Wie er denn dergleichen clüpmsrion mit eben dieses Königs Gesandten dem Opvila/ als dieser an. 584 durch Tours reiseie/amOster-tag hielte.An.585 verthetdigte erTheodorum/Bt- schoffvonMaßilien/welchcm König Guntram schuld geben wölke/ als habe crChilpericum hinqerichtet/zuOrleanS sehr wohl.An.588 wurde er von dem König Ehilbcrko an den Guntram nach Metz geschickt. An. 590 hieltet' mit einem seiner me^r-roi-um, welcher die aufferstehung läugncte/ eine , welchen er auch zumerkäntniß brachte. An. 594 that er eine reise nach Rom / um den Padst Gregorium N. daselbst zu sehen. Als er wieder nach Haus kam/ starb er den 17 nov- an. 595. L-eine schafften sind: lviioris live sniiLlcs drsncorum; mirLccilcrum »bri 7; cic vittuii- bmöcm irsculir 5 . r-larcini; «Zcglori» marc^rrnn; 6-Zioris conteMr- rum; cle virir pattum; clevivr morre leerem ciormicittium; «sil- kvma cle rcbus A-llis keancorum. in HrcnpsZ in vilz 8,k.emigii, lik. i c. 18. Üb.; c. Ä« Qsü. clirick. tom. 1. cle Kitt. 1 Ll. i. 2 c. 22. still. litt. Greifs/ Greiffen/ eine uralteAdclicheund nunmehro Frey- herrliche samtlie in Schwaben/ ist von den Marschalln / genannt Greiff/ im Coburgischen zu unterscheiden. Nicot wird an. 1284 und Iunqhans der Greiffan. 1596 zu Regcnspnrg unter die thur- niers-genvssen gezählt. Um diese zeit hat sich dieses geschlccht auch in Tnrol ausgebreitet gehabt/ es ist aber daselbst schon vorlangst wieder ausgegangen. An. 1709 wurde ein Freyherr von Greiff Kanserlichcr Ober-Oesterreichischer gcheimdcr Rath / nachdem er vsrhero Marggraflichcr Baden - Ba-ischer Abgesandter zu Wien gewesen. ss^rol. estcenlcr. ^Greiffenberg/ ist(1)eine indem Schlcsischen Fürstenthum Hauer / bey den gräntzen der ober-Laußnitz / an dein siuß Oueiß gelegene kieme/ aber wohl- erbaute stadt / allwo sehr schöner lein- wand verfertigt wird. Sie hat an. 1242 ihren ansang genommen/ und gehöret seit an. 1599 den Grafen von Schafgolsch/ welche da- selbst ihre bcgräbniß haben- u»cLScul.cii-c>n. p. L;y. Esligtauch (r) eine kleine stadt dieses namens in hinter - Pommern / an dem stuß Reqa. poinm. (;) Ein schloß im Zürich-gc- biek ob Berenschwyl. * Greiffenbercs/ eine alte Adeliche und nunmehro Freyherrliche familie in Cram / welche sich um das jähr 1290 aus Kärndlen m Tvrol begeben / aber daselbst an- 1531 wieder abgestorben. An. >675 lebte Hans Rudolph von Grciffenderg / Freyherr von Seis- Mgg/ und Calharina Regina / Freyin von Sciffcnegg / welche sich durch ihre geistliche lieber und andere schafften bekandt gemacht. cstrenlcr. Greiffenclau von Vollrath/ eine Freyherrlichc familie an dem Meinst! om/ welche von dem ; mcilen von Mayntz in dem Aheingau gelegenen schloß Vollrath den namcn führet/ und schon 19 durch Werner» in ansehen gekommen. An. -5:1 erhielt -michard das Ertz - Bißthum Trier / von dem ein absonderlicher Micul zu lesen. Georg Friderich ward an. 1616 Bischofs zu Awrms/ an. 1626 Ertz-Dischoffzu Mavntz / und starb an. 1629. bruder/ Heinrich/ war Chur-Mayntzischer Ober-Amtmann zu Bischoffsheim/ und hinterließ i) Fridertcum/ Ehur- ^ gre MayntzlschengcheimdenRath undVitzdom indem Rheingau/ 2) Gevrgium Phrlippum/ Chlir-Mayutzischen geheimden Rath/ und obcr - AINlmann zll Konigstein / welcher die meisten stamm« tafeln des Rheinischen Adels / so Humbracht herauß gegeben/ zusammengetragen. Von des letztern söhnen ward Johan Philivv Dtlchvff zu Wurtzburg ; Johann Erwem aber Erd- truchscß des Ertz-Stiffis M ayntz / wie auch Chur - Maylib,scher gehciinder Rath und Vtcedom m dem Rhingau. Seme; söhne hiessen Lar Phrlipp Hclnrrch / Frantz Erwein Ferdinand/ und Lothartus Gottfried Hernach. v..r.; Grerffenfeid/ (Petrus) ?r-mi-r-!e,injttre und Reichs-Cantzler in Daneiuarck. Er hieß fausten mit seinem rechten namcn Schumacher, usid war den 24 aug. an. 16; 7 zu Coppenhagen gebohrm» Sein valer war Joachim Schumacher, ein weinhandler daselbst, von gutein vermögen und ehrlichem stände , die mutter Maria Modzfcldichvon gutem gefchlecht,welches annoch in dem Lünebur» gischen bekannt ist. Weil er bald anfangs viele zachen eines guten Verstandes von sich blicken ließ, wurde er auch von femcn eitern mit aller svrgfalt erzogen. Als ben 10 nov. an. -646 ein theologisch «MAoi-sr zu Coppenhagen war, und der gewobnheir nach ein junger knabe die guM,on p«,poi- ren muste, wurde dieser Schumacher wegen feiner Munterkeit hierzu ersehen , welches er auch mit aller Verwunderung wohl ausrichtete , ohngcachret er erst 9 jähr alt war. Als er aufdie academie kam, legre er sich auf allerhand wifi ftnschafften,sonderlich auch aufdie meöicimauf tue Lateinische und Morgenlandifche sprachen. An. 1648 diwutirte er ; mal öffentlich mit grossem rühm , daß ihn auch der Canyler Seested zu sich kommen ließ,und ferner aufmumerte. An. 1650 disputirte er abermals unter Thoma Bartdotmo a- „ei-.ix nächst diesen! unter Olao Wormio und Müllers, jedesmal mit sehr grossem rühm. AIs er nun die academie verlassen wolle, ließ er sich m, ja», an. i6;z von der theologischen facultät erammiren, hielt hierauf der gcwohnheit nach eine öffentliche predigt, und erhielt alsoenn ein gutes ^eiLir. Hieraufbegab er sich ausreifen, besuchte die vornehmsten Höfe von Europa, und machte sich mir vielen vornehmen Ministern bekannt. Als er sich nun hierdurch zimlich -w-ii6crt gemacht, wurde er nach seiner rückkunfft Königlicher wrckivarius und ttidiioMecsrius. Als Fridericus Ulan. 1665 das Dänischefundamental-gefttze, worinnen die t'uccett.oo und regierungs-form ausgemacht wurde, (so die Dänen Konge-loven nennen,) verfertigen ließ, muste dieser Schumacher die feder führen. Er setzte sich hierauf bey demseldigen König durch seine geschicklichkeit und guten verstand in solche gnade, daß er ihn anfänglich zu seinem CaiUzIen-ä-ci-c^» . und an. 1667 zu seinen! Cabinet-8-crcrsno machte. Es wird gesagt, daß, als zu selbiger zeit einem fremden Abgesandten in Lateinischer spräche hatte sollen geantwortet werden, sey solches diesem Schumacher angetragen worden, welcher solches mit Vergnügung des gantzm Hofes verrichtet. Woraufihn der König an. 1668 zu feinem Cantz- ley-Rath gemachet. Nachdem Fridericus III verstorben war, überreichte er den 12 febr. an. 1670 auf dessen hinterlassenen befehl/obiges von dem König besiegelte fundamental-gesetze dcm sim- gen König Christians V in einer geheimen audientz, uiid brachte sich hiedurch hey demseldigen in sonderbare gnade, welcher ihn auch zum geheimen Nath,vorhero aber zum Staats-und Cabinet-Zccre- rsrio machte,wie er denn auch bey dessen crönung an. 167, das ge- fäß mit dem heiligen öl hielte. Zu ende deffelbigcn jahrs machte ihn der König den 12 nov. zum Ritter von Danebrog , und gab ihm den namen Greiffenftld, worauf auch eine besondere mea-iiie geschlagen wurde, und es scheinet, daß er eben damals sein neues prächtiges waapen erhalten. An. 167; machte ihn der König zum Grafen und Reichs-Cantzler, gab ihm auch den elephanten-orden; an. 1674 aber zu seinem Groß-Cantzler und zum patron der academie zu Coppenhagen, worauf abermals eine sehr grosse geschlagen wurde. Im folgenden jähre machte ihn der Kayser zum Retchs-Grafcn, und eben in demselbigen jähr solle er sich mit der Holsteinischen PrintzeßiN/Lourse Charlotte, Sunberburgischer linie vermählen, welche auch bereits, um solche zu vollziehen, zu Corsoer angelanget war. Als sie aber erfubr, daß etwas darzwischen gekommen , gieng sie wiederum über den Bell zurücke. Warum es aber nicht vor sich gegangen, kan man so genau nicht sagen, indem einige wollen, man sey an dem Königlichen hofseldst anders sinnes worden. Andere aber meynen, weil die Printzeßin schon bey jähren, habe sie ihm nicht angestanden, und er gegen eine Frantzösische öame mehrere zuneigung spüren lassen. Die academie zu Kiel halte bereits eine g^tuiscivn aufdiese Vermählung drucken lassen, so aber bald l'uppiim-ret wurde. Um selbige zeit bestehe ihne auch der Churfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg mit der insul Wollin, welche aber nach seinem fall dem Churfürsten wiederum heim fiel. Als fich bald hierauf der krieg zwischen Schweden und Dane- marck ansponn , bekam der Hertzog von Hoistein-Plon das com- mando über die Dänische armee. Die,er aber, weil er vielleicht nicht leiden kunte, daß eine privat-person neben ihm in so grossen gnaden bey dem König stehen solle; oder weil ihn verdrossen hatte , was mit der Holsteinischen Printzeßin vorgegangen, bcmuhete sich, selbigen bey dem König in Ungnade zu letzen. Ob nun wohl der König in der belagerung Wißmar ihm annoch sehr grosse gnade erwieß,dergestalt, daß da Greiffenftld erkranckete, der Konig ihn in eigner persv» besuchte,und da er aninercktc,wie an einem orte der wind ei»strich,er solches,elbst mir seinem schnupff-tuch oerstopffele, so fanden doch seine feinde nach und nach gehör. Greiffenftld merckte zwar solches, allein weil er sich vor unschuldig achtete, keh- rete er sich nicht daran. Dasjenige, wodurch ihn seine feinde meistens in unanade brachten, war, daß man ihm schuld gab, er härte Cccc; miV 574 M mit den Schwedischen und Frantzosischen Abgesandten verkokkene corresponcient-! gepflogen,und ihnen versprochen , es bey seinem König dahin zu bringen / daß selbiger entweder wider Schweden gar keinen krieg führete, oder wofern'es ja darzu käme, jedennoch den Schweden von Dänemarck kein sonderlicher schade zugefüget würde. Was ihn dißfalls am meisten verdächtig machte, war, daß er stäts zum frieden rieche, wiewohl ihn andere entschuldigen wollen, daß er als ein kluger Staats-mann wohl zuvor gesehen, daß Dänemarck an einem zeitigen frieden mehr Vortheil haben würde, als an fortfetzung des krieges,welches auch der ausgang gelehret hat. Da» durch aber machte er ihm die Generals sehr zuwider. Greiffenfeld suchte sich zwar zum öfftern bey dem König zu entschuldigen, fand aber keine gelegenheit, selbigen allein zu sprechen. Als er den 11 mart. an. 1676 morgens früh nach Hofe kam,fand er in der Königlichen Eecksaivre, den General-Lieutenant Arensdorff, welcher ihm zu verstehen gab, daß er bcfehl hätte, ihu in die bibliothec zu bringen, wostlbst er biß i» die nacht aufbehalten, und hernach in einer l-srquc auf dieciracicUe gebracht wurde. Indessen hatte man sich aller feiner fchrisstcn versichert, so wurden auch gewisse Com- missarien ernennet, die feine fachen untersuchen folten. Wenige tage darauf ließ der König den degcn und das ordens-zeichcn von chmabfordern. Den 14apr. erschien er zum ersten mal vorbei: Commissarien, da er denn wegen beschuldigter lastcr, als der sinio- niechestcchlingen, und dergleichen, rede und antwort geben »niste, Greiffenfeld verlanget:', daß man ihm einen p--oci,r.ikor vergönnen, und zu feiner a-f-ntlon etliche tage zeit lassen solle,welches man ihm auch in der andern lclilon.so den 1; maji gehalten ward, vcrgönne- te, da er denn den 22 maii feine ll-Kniion eingab. Allein es wolle nichts helffen,indem den z jun. das urtheil puMicwct wurde, darinnen ihn die hierzu verordnetenrichtcr zum tode verdammten. Die Ursachen waren,er habe sich bestechen lassen, viele ihm anvertraucte fachen nicht sattsam verschwiegen gehalten, Königliche ordren, fbcmder Potentaten schreiben und suppliqnen untergeschlagen,einige Provintzcn zu alieuircn gerathen, untüchtige vor gelb zu ämtern befördert,verbottcne corrcssonUsnrr gcpsiogen, und was dergleichen mehr. Greiffenfeld vermennte zwar dieses urtheil dadurch zu ver. nichtigen, daß er vorgab, er als ReichS-Cantzler könne von niemanden als dem König gerichtet werden, so aber wenig verfangen wolle , indem ihm die Commissarien die bey dem König gesuchte aiidi- rnt; abschlugen. Indessen wurde ihn: wenig zeit gelassen, sich zum tobe zu bereiten,bis erden 16 jun. aufpen richt-platz gcführetwur. de, woselbst er das -cii-Ln,k gantz schwach bekleidet fand, nebst einem sarg, der inwendig weiß ausgeschlagen war. Es wurde ibm vergönnet, eine rede an das volck zu halten, welches er mit grosser beständigkeit that, und darinnen vorstellet«:, wie er zwar unschuldig wäre,indem er allezeit das gemeine beste gcsuchet hätte,aber dcshai- ben dillich litte, weil er dem König mit grösser,:: cyffer gcdicnet, als Gott. Hierauf wurde sein waapen durch den hencker zerbrochen, worzu er sagte: Der König hat mir es gegeben, der König nimmt es wieder. Ferner ermähnte er den hencker, sein amt mit solcher standhafftiakeit zu thun, als er aushalten wolle, siel hieruachst auf die knie nieder, und gab den: hencker ein zeichen, daß er zuschlagen solle. Als aber derselbe bereits den arm zum schlage aufhub, ricss der General-Adjutant, Lchack, gnade; da er denn wieder in sein voriges gcfängniß, und von dar in die insul Munckbolm, ohnfcrn Drontbcim in Norwegen, geführet wurde. Er erlanqete endlich de» 28 sept. an. 1698 die srcvheit, daß cr sich zu seinem schwieger- sohn, dem Baron Kragk,i» Iütland verfügen könte, da cr sich indessen , bis es das wctter und seine gesundheit leiden würde, in Drontheim aufhalte» solle; allein cr starb bald darauf daselbst am stein den 12 mart. an. 1699, und hat man vor seiner bcerdigung den stein aus der blase geschnitten, welcher 7 loch gewogen, und zum andencken in die Königliche kunst-kammer zu Coppcnhaacn gebracht worden. Sein Unglück trug cr mit ungcmeiner bcstan- ugkcit, und erkannte in seinen: gesängniß sattsam die wege göttlicher providcntz. Weil ihm auch dinte und vapicr verbottcn war, ließ cr sich zum öfftern schreib-tafcln ins gcfängniß bringen,»vorauf rr allerhand moralische lehren schriebe. In das fenster schrieb cr mit einem diamant bald in Hebräischer, bald in Arabischer spräche viel sententieu, und weil man nicht wüste, ob etwa«: sonstcn was darunter verborgen, muste v.PctcrKrog, Bischoffvon Dront. heim, solche auf Königlichen beschl erklären. Beyden gelehrten war er in sthr grossem «asm. wie dcun Thomas Bartholinus in bcr academie namen an. 1674 einen eigenen p»n-8>r>ci,n, auf seinen gcburts-tag hielte, auch selbiger sowol als andere gelehrte ihn: ihre büchcr -lcclicwte». Er hatte eine vortrcfliche bibliothec, welche der König stincr tochter überließ, aber dicsclbigc brannte den 24 mart. an. 1679 mit des Johann Nansen Hause ab. Er vcrmählcte sich den 2 nov. an. 1670 mit Karen Nansen, des Michael Nansen tochter, und des berühmten Johann Nansens, welcher am meisten zu des Königs louvcrAmität beygetragen, enckelin, welche aber den 17 maii an. 1672 starb. Er hatte mit selbiger eine cintzige tochter, Charlotten Amalicn, welche an den Baron Friedrich Kragk per. mähtet worden. ep. m-llic. cenr. r cp. 82,8k, 8>, 96. n», »caci. H-fiiiciNi. ep. 269, zrk, ;4i, ^64, z/I. siilb. IH6. Ouil. I. kr Lc 14. mullrum rcßium. r. ik. mcmor. !>b. 8 p. 97. lal>)kin«li p. 627. mem. pouc lervir ä l'bili. cle Is psix cle Lisvvlc r. 4 x. 170- Greiffmhagen/cine stadt an der Oder in Vor-Pommern und zwar in dem Ltetinischen gebiet,gelegen. Sie ist ein guter paß,und von der Cron Schweden an Brandenburg überlassen worden. gre Greiffensee/ ist ein Zürichisches städtlein nebst einem schlosst dem see gleiches namens gelegen, der etwann schritt lang M halb so breit ist, anbey ein gar liebliches geländ ringsherum hak. Die Aa verstecket sich darein. Es wäre vor altem von seinem eige» nen Adel beherrschet, welcher einen von gelb und schwach aevier- theilten schild und darauf zwey auch so bekleidete ob sich gestreckte ärme geführet hat. Nach dessen abgang ist die Herrschasst einer linie von Landenberg zu theil worden, die deswegen den zunamm von Greiffensee angenominen. Von diesen käme sie in der Grafen von Toggenburg Hände, auf welchen Graf Friedrich sie mit dem see, an. 1402 der stadt Zürich zu kauffen geben hat, welche eine Landvogtey daraus gemacht. An. 1444,als die Eydgnossssche orte sämtlich wider Zürich kriegten , machten sie einen anschlug auf Greiffensee, worinnen Wildhans von Breiten-landenberg mit 8« mann läge, zogen darfür, belagerten und umschlossen den ort von allen fiten; die belagerten,als sie sahe» daß das städtlein nicht zu« erhalten wäre,steckten solches, ungeacht ihrer weiber und kinder, m den brand,und legten sich ins schloß; die armen weiber retteten sich und ihre kinder, über die maurcn und zu den löchern hinaus so guh als sie kunten, welche die Eydgnossen auch mitleydentlich aufnah« men, unverletzt in das nahe gelegene dorss Usteri ziehen, und mit etwas spciß versehen liessen. Sie wurden aber über die im schloß sehr ergrimmt, und schwuren ihnen, (sonderlich die von Schwech und Uuterwalden) den tod , verfertigten darauf etliche schirm- dächer, näherten sich dem schloß, und setzten demselben mit schießen und untergraben so starck zu , daß die belägerten an der crhaltmiz verzwciffelten, und am Mitwochs« abends, als den 27 maii, wehr, loß aus dem schloß heraus giengen, und sich also aus gnad uud mi« gnad,an der zahl annoch 72 mann, ergaben; die liesse man binden, folgenden morgen deichten, und um den mittag 62 darvvn, neben den: schloß unter dem dörfflein Nänickhon, aufder matten, nach« einander enthaupten, und wurde der ansang an dem von Landenberg gemacht, die übrigen :o erhielten theils ihres alters, theils ihrer »igend wegen, gnad. Solisten hat diese Henschaffl zchen Edelsitz gehabt, als namentlich, Uster, Fallenden, Nänickon,Mnr, No- sickou, Heanau, Schaleren, Hard, Gfenn und Tösseck, darvon die dörffcr noch übrig sind und zur Vogtey gehören. An.izro jst das heutige schloß wiederum gebauct worden. >. a p. rs ckxon. Kl8c,. ?. ; p. m. 6or. ibgg. »6 Ln. >444. b«ll. ^ 48 ck. tib. XI. c ,4. merclcvv, ^>. bz Lr 129. ^ Greiffenssein / ist (l) ein schloß und Herrschasst in dem Schle« sischen Fürstcnthum Jauec, anbei: gräntzen der Oder-Laußnis- zwischcn Greisscnbcrg und Fridberg gelegen , dem Grafen von Schafgotsch gehörig; (2) ein altes berg-ichloß in Nieder-Oesier- reich, ander Donau, nicht weit von Stockerau; (;)ein Umschloß in der Wettcrau, nicht weit von Wetzlar und von dem sich Lohn, einem Grafen von Solms gehörig. (4) ein Bstchvjlich, Churischcs schloß in Pündtcn, ob Fiiisur gelegen. Greiffsholm / siehe Gryphsholm. Greiffsmölcn / siehe Greffsmölen. Greiffswalde / siehe Greyphswalde. Grrmau/ Grynau/ist ein alt stadtlcin, oben am Zürich-ste, in der SchweitzerirMiwch, an derLimmat gelegen. An. iz;7de>l 21 sept. geschahe allhicr ein treffen zwischen Graf Hansen von Hao- spurazu Rapperschwnl, und denen Zürichern, weilen der Gm der Zürichern banditen allda underschlauff gäbe. Tue Züricher wurden anfänglich geschlagen, und in ihre sthiff zurück getrieben, auch ihr Obristcr GrafDiethelm von Toggenburg gefangen mid schnellen flucht entkommen kunte, niderge- «:cht worden, worunter dann der GrasHans selbsten wäre, dene ^ ^^B'"chlebcii die burger zuRappcrschwyl den gefangenen Graf x^-^oggcnburg aleichfälö in stucken. Grcinan fainehcrimch ni» ^'-ssaus Oestermch, welches solchen orth dem GrafFr,brich pftndvwcis eingeräumt hat. Nach dessen an. l4fS ...m , ^bfgbl / haben Schweitz und Glarus das städtlein ein. und dre burger m rhr iandrecht genommen. 6. v. i. I. . Grciningen siehe Gröningm. von Imigmgm / eine Mlichef-r- erb-ianden/ welche absonderlich m ca^ und Römischer anktmfftschü soll. Mde- !!., war nm das jähr 9-° AbkiiiKcmp« .. von Zustorffimd Mlcrinaen ieblean. nz°. ^^vtltch von Miertngcn und Hasenstem Hchrachetc;» ü m « 's smili die letzte des geschlechtsvon Iungingm/ ^b'uuilcli ^sitngkngen an. Jacob / Comkiir der ordens zu Mainau/ lebte an. 1670; dessenbmber/ 0'^/'usBtttcl,chlcß / hat sein geschlccht mit 2 söhnen sock gepstailtzet. Nemm. N. ,oS. >r. Ocrm. 8 . p. I. ..^vemplus/ (Ludoviciis)einRechts-gelehrter/warznSlllk« nÜ- ^ von ehrlichen eitern acbohren/ von dar kam er auf Tiibliigen/ und wurde voÄorjuris daselbst/ vacymalsan. 8>2znStraßdurg. An.is48wM'l?L b" l"vcr «.cpukiic nach Angspurg zum Kayser wegen bes>^ ^ sonsten in verschiedenen wichtigen geschafften endlich zu SkraWrg an. lzzz/MM machte ferne btbltochee der arademie zu Tübingen. .. co,2- wear, i I l , gre «s«k. l. rr P. 64K. z>rükoz>0Ar. 6r«/K LNN. 5 vev. vic-r ki'.'rri'ir rllcxri'. Grmeille/ (Frnnciscus von) gcdohrcn;u Userche/ einer stadt in der landschasst Limosin an. 1616. Anfänglich wurde er ein Mönch zu Bourdramv legte ader hernach zu Agcn den geistlichen Habit von sich/ und wurde des Hertzogs von Orkans nilivrioZ^- ptius. Erwürbe einsten crimm-s i«lL v.Lj-a.i-i5 beschuldiget / wüste sich aber herauß zu wickeln. Er hat viel bücher geschrieben/ als: rboonÄL til!o; l'Uom-S-l: gar^on; t'liannece veuve; l^ionnece würiL- Ze; Lc. die abernicht groß geachtet werden. Lo-'ö-rr«»-- p. ,o> Erenoble / sonst ousro oder ormi-nopolls, genannt/ die Haupt-stadt in vsupdms, ligt an dem fluß Jsere/ und wird durch » steinerne brücken an die stadt 8. Lammt gehänget. Sie ist von mittelmäßiger grosse und wohl gebaut/ aber nicht sonderlich vest. Innerhalb stehet eine ci^ueUe, und auf einem hohen bcrg ein WoK/ weiches die stadt Mmm-lnUixt. Es stehet oberhalb ein Non- newcloster ue i^ genannt zu der heil. jungfrauen Maria. Greneüe ist der schone Haupt-platz der stadt/ darauf das Rathhauß ist. Der Bischöfliche vallast ist das schönste gebaut» der stadt/ und ihm folgt an prachl der Lcsdiguierischc. Es befindet sich in dieser stadt (i) ein Parlament / welches anfangs vom König Ludwig XI/ als ernoch vLupMn wäre/ an. 14?; auffgerichtct / und her» nach von König Carl VIII bestättiget worden/ und wurde k»n>;oiz koirier der erste urL-üUcnr; Es hat dieses Parlament ie> ?r«l-tl-n. ten/ ;? Raths-herrm / ; Lenerst- advocaten und ein o-nei-m- rrocurLroi-. Der Oauv-rneur und LensrLt- Lieutenant haben den rang vor dem obersteni-n-i-llemen. Alle Ertz - und Bischösse in Franckecich stnd beysitzer dieses Parlaments / es hat aber keiner em gültiges vow-K. als der Bischofs zn Grenoble. (2) Eine Re- chen-cammer scit an. isiz / dann vorher wäre sie eines mit dem Parlament. Sie bestehet aus 6 . i8 meistern / 2 eor. i-ÄoiM/ 6 ÄuMwren/ einem Advveaten und einem o-nerLi-t-ra, nennet / auch theil an denen grrichten mit dem König und 20000 . Pfund jährlich einkommen hat. Es gehören darzu ;°4 Pfarrcyen und das Nonnen. closter a-, »-y -s Cistercienser -ordcns / welches an. na; von der vLupbin- Margamha gcstisslet worden ist. Siehatdenvorzugunkrallen/ auch den berühmtesten stävten m L-»>r kaLiM nenk. Nach Ottelii Meynung ist ste des Ptvlomät Acusio/ welches aber aus verschiedenen Ursachen gar nicht glaublich ist. Vielmehr wird ihro in verschiedenen alten mscr-pnanibur der name Cularo gegeben. Nachdem Maximilianus von Diocle- liano in Gallien gesandt worden/ tarcMcirte er die stadt; worauf sie der Kayscr Graüanus erweiterte / und eine besatzung darein legte; daher sie den namen 6rrri,nop->ü; bekam/ woraus man hernach Grenoble gemacht hat. Der erste Bischofs daselbst war/ fo viel man wissen kan/ 8. Domninus/ welcher an. ;8i demo»---:,. n° zu Aquileja beywohnte. Jsarnus vertrieb die Mvbren / und welche deren aderglaubcn anhiengcn / aus seiner a-«ccs um das iahr 967. 8 . Hugo lebie an. -08° / und zu seinerzeit wurde dre velffte der Grafschaffl Salmorcne zudem BißthnmGrenoble geschlagen. Die grosse so genannte Carthausc/ welche das vornehmste closter ist/so dem Carthäuser-orden gehöret/ aüwo auch der- selblge anfänglich gestiffket worden / ist ein überaus herrlich ge- baude/ ligt; metlen von dieser stadt/ und hakvortrcfliche etn- knnfste. Fremde Personen werden darinnen 2 oder; tag umsonst ri-LÄirl. Nicht weitvon Grenoble ist ein wunderbarer allezeit brennender brimncn/ welcher/ oder vielmehr/ der daraus immer emporsteigende schweftl-ounst bey jedem hinzu dringenden licht in eine helle flamme ausbucht- Solcher quillet ohnfern dem flrche Drac/ und ergieffet sich in die Jsere/nicht wett von Grenoble. Lsji. clirill. t. r p. 6oz. -/« Lde,-rc snri^. cies vllies. NiN. cie Oaupliui. /--Fs-rro/. cow. 4 p. rr. öc 42. ^ , Grensau / Greny / ein schloß nebst seiner Herrschafft auf dem Wester-wald/ eine weil von Jsendnrg/ gelegen. Vor diesem hattees eigne Herren / gelangte ader in dem 14 seculo durch hey- rath an die Grafen in Niedec-Jsenburg/ nach deren an. 1664 er- folatem abgang ward es von Chur-Trier eingezogen. H-"--'- /»- vo/. Grenwich/ siehe Greenwich. . Vresham / (Thomas) war seiner pi-oE-on nach eigentlich emkauffmann/ jedoch baden mit dem titul eines Ritters beehrt/ und aus einer sehr guten familie aus Norfolck entsprossen. Durch 2dingehat er sich einen unsterblichen namen genracht/ (1) daß er die so genannte Königliche börsc zu Londen an. i;6ü erdmict/ welche gleich 100 jähr hernach durch sener verzehrt/ ader noch viel prächtiger zum andern mahl auffgcsührt worden. (O daß er in- nerhÄd der gedachten stadt ein gewisses . welches beständig von ihm den namen behalten hat / Misstet / und mit ansehnlichen einki'mfftm begabt. Es stehet dasselbe unter der cMeÄ>«n des Lord xr-irc und dersciden-händler-societäk zu Londen / von welchen jener nebst den Aldermännern 4prMcii>ttne«, uemlich in der theologje/ tn dcr geometrie/ in der astronomte und in der music/ die letztem aber; andere/ ncmlich in den rechten / in der Medicin und in der rhetvric / zu vergeben habem In eben diesem cMZlo versammkt sich die unter Cärolo II mistgerichkete weit - berühmte Königliche soctttäk. Der Ritter Gresham starb in dein jähr i?79. In vic. Llif. edsv-ös»-/«!». «!- /.«-'-'er Kitt. ä'A.nßl. c. 2 1-4. Grestvaudan / ist ein nicht allzuweit von Grenoble entferntes thai in ü»uxMnc. Man hält dafür / daß sich allhier die so ge. gre 572 ^^^n anssgehalken / und daß der nams Gteiwaudan fo me! herffe / alsdcr w eg der Griechen. Nachge«- hends wurde er dle Provmtz von Grenoble genenncl / ob er wvhk vorhin jenre eigne Herren hatte. LLor-e-- a- 1. ^ Grttser/ (Zaeobiis) war zu Marcdorf/ so unter das StiffL Costnrtz gehörig / gebohren. An- 1577 im 17 jähr seines alter- wur-de er ein Zesmt / hernach ?rok-m>r zu JnMstadt / akwo er )jähr die Philosophie/ 7 jähr diechsotoi-j-m mocsiLw, und r4. jähr vte ctieMoZiLm I'ckoizttlcam proLirte /"starb auch daselbst den Man. an. 162; . Seine glaudens-genoffen loben ihn Legen ftmce besondern modestre / daß auch/ als die von Marcfeld einstms sein verlanget/ erdarübergantz ungehalten worden / und ih. Mgesaat/ sie wurden nichtehcrsem bildntß bekommen/ biß sie emen esel abmahlen liessen. Er war heffrig gcgeu die Protestanten/ und hat viel geschrieben / als: a« tan/tL cruc« ec-mos;; 62 ncriz x>crcZriniiijoniduz IMi-os 4 ! Ns jure A5 morc protiidencli tibros »oxior z conriovergsrum Lob. LellLriniiu oefevkoneo,; krixicoks iir b 4 s!ct>. QoMstto OLlv-nilis rccilvivi versm oncm ; norss ir, Leorßiuc!, LiMinum, fotiLaasln UNd lieg ihN torcMciren. ?. i p. ;8r. Greve./ (Johannes) ein Arminianischer Prediger zu Heus, den / gebürtig aus dem Hertzogthum Eleve. Er wurde/ weil ee dem kl«Mu zu Dordrechtnicht unterschreiben wolle/ abgesetzet/ lind aus dem land getrieben. Da er sich nun wieder einsund/ und gehetme versimmlung zu Lampen hielt/ um den seinigen zu predigen/ wurde er zu ewiger aefangniß conäsmoiret. Endlich/ nachdem er anderthalb jähr gesessen/ kam er wieder loß/ und -mrte sein buch / welches er im gefängniß zu schreiben angefangen/ un, tkk vk!N tlku!: tribunsl retvrmscum - rejeÄÄ öc fußrcs corcurs» Levr«» Ouvciui'. lüullr-1, 6 äi6. . 6R.LVL ist einer von den mrrckwürdigen platzen der stadtPa» Ns / an dessen einem ende das rathhauß oder rvä-ci a- vn-e. stehet. Den abend vor dem Johannis-fest/ ingleichen so vfft die Frantzosen einen wichtigen Vortheil über ihre feinde erlangt haben/ pflegt man aus diesem platz sreuden-feuer anzuzünden/ und andere vMitltche lust-bezeugungen anzustellen. Auch geschehen daselbst ordeimtch dte exccuuon-s der zu dem tod verurtheilren übelchäter. Der name tst vermuthlich von dem fände (auf Französisch s^v-er) enistanden/ welchen vormals / ehe man aufbte fetzige ark da- Pflaster erhöhet/ dte vorbey fliegende Seine bey ihren öffkern er» gressungen zurück gelassen. Grevelingen/ stehe Gravelingen. Grevenbweck/ ist (i) eine kleine stadt an der Erfft/ in dem Hertzogthum ^ülich / zwischen der stadt Wich und Zons / gele» gen; (2) cltt festes schloß in dem stifft Lutttch/ an dem flnß Ton» gerley/ nahebeyHamont/ nicht weit von dergegend / wo da- Holländische Brabant an das Hertzogthum Geldern gränkt. Der morast/ worimen es ligt/ verhindert/ daß man ihm nicht wohl bekommen kan. An. 1702 ward es von den Mitten Engellän» dem und Holländern eingenommen. Grevenmacheren/ ist einestadt in dem Hertzogthum Lurem» bourg/ an der Mosel/ etwan ; Teutsche Meilen von der stadt Lurembourg/ nord-vst-warts / und 2 metkn von Trier wcst- sud« warts gelegen. (Rremle / eine vornehme familie in Engelland, welche zu Campoen in Glocestersbire schon zu des Königs Eduardi III zelten florier. Ebuard Grevile von Milcotte in Warwickshire, ein Ritter/ hatte zu des Königs Henrici VIII zeiten das glück, daß er die vor« mundschasst über Elisabeth«»; bekam / welche nicht nur die älteste lochtet und nachmals die emtzige erbm Eduardi, eines eintzigen sohns Robcrti, Lords Willoughvy von Brooke war, sondern auch wegen ihrer mutier Elisabeth/ einer tochter Richards Lords Brau» champ von Powyck und Alcester, an dieses letztem veclassenschafft theil hatte. Diese reiche erbin heyrathete des besagten Eduardi Grevile jüngsten söhn Fulconem/ einen Ritter. Dieser nahm seine» sitz zu Beauchamps-court / zu der Herrschafft Ältester in War« wickshire gehörig, und starb an. 1559, zwey söhne hinterlassend, Fuiconem und Rodertum. Der älteste wurde an.i;6r zum Ritter gemacht, und starb an. - 6o6 / nachdem ibm seine gemahlin Anna, e;ne tochter Ralph Nevils, Grasen von Westmorland, einen söhn und eine tochter gedohren. Die letztere, namens Margaretha, hey- ralhctc den Ritter RichardVerney von Campton-Verney in Warwickshire , und ihrer beyder -l-.-:cc,m-n-en haben an. 16s; durch einen ausspruch des Parlaments die bestättigunq des prätendirtm tilnls Lord Wilioughby von Brooke erlangt. Der söhn, namens Fulco, befand sich viel jähre nach einander an dem bofdcrKonigin Elisabeth, und wurde von deren Nachfolger Jacobs I, bey dessen crönung zum Ritter des bades gemacht, auch an. iM mit dem verfallenen schloß zu Warwick, nebst denen darzu gehörigen wüsten ländereyen, deschenckt, welches alles er nachgehends in sehr guten stand setzte. An. 1614 machte ihn letzt - gedachter Konig, da er schon unter - Schatzmeister und Cantzser von dem excllequ-e war, zu seinem geheimdcn Rath, und an. 162.0 erhub er ihn zum Pair von Engelland,nur dem tirul eines Lord Brooke vonBeauchamvs- court. An. 1621 resignierte er das amt eines Cantzlers von dem excheauer, und ward dagegen einer von des Königs Camer-Herren An. 576 gre An. i6rg ward er in seinem Hause zu Landen von einem, namens Haywood / welcher ihm viel jähre gedienet, nnd keine genügsame belvhnung davor empfangen hatte, in seiner schlafkammer dergestalt verwundet , daß er sterben muste , woraufder Mörder mit seinem eignen schwerdt sich entleibte. Man begrub ihn zu Warwick und setzte folgende Worte aufsein grab: Fulco Grevile,em diener der Königin Elisabeth / ein Rath des Königs Iacobi und ein freund des Ritters Philipp Sidnep. Weil er niemals verheyrathet gewesen , so folgte ihm in der würde eines Lords Broock (vermöge einer absonderlichen Königlichen Verordnung) seines vatern bruders Robert! enckel Roberlns / dessen vater gleichfals Fulco geheissen. Dieser Robertus war ein Herr von sonderbaren gaben; als er aber die trouppe» des Parlaments, welche Litchficld Close belagern sollen / commandirte , verlohr er in einer ->sion sein leben. Seine gemah- lin Catharina, eine tochter Francisci, Grafen von Vedford , ge- bahr ihm 5 söhne, von welchen Eduard und Algernoon in ledigem stände stürben. Der älteste, Francistus, luccecsirre ihm / starb aber unverheyrathct. Hierauf kam die würde eines Lords Broock auf dessen jünger» bruder, Robertum / welcher mit der tochter nnd ein- tzigen erbin des Ritters Wilhelm Dodington von Bremer / sich verehlichte/ und r töchtek mit ihr zeugte i) Annam, eine gemahlin Wilhelmi / Grafen von Kingston; r) Dodington / eine gemahlin Caroli, Grafen von Manchester. Weil er also keine männliche lei- bes-erben nach sich ließ, so succ-Arte ihm sein jüngster bruder, Fulco, welcher Saram Dashwood/ eines Aldermanns von Londen tochter, heyrathete. Die mit ihr erzeugte kinder waren (,) Fran- cifcus / fein Nachfolger, welcher von Anna Wilmot, einer tochter Johann Wilmots, Grafen von Rochcster, ein vater Fnlconis/ Wilhelmi, Elisabetbä und Catharinä wurde; (2) Algernoon; (;) Dodington; (4) Robert, welcher in der fremde starb; (;) Calha- rina, vermahlt an Baptistam Noel, Grafen von Gainsborough, und nachmals an Jokannem Sheffield, Hertzog von Buckinghain; (6) Anna; (7) Elisabeth; vermahlt an Franciscum, Lord Guil- ford; (8) Sara; (9) Maria; (10) Diana; (11) Hcnrietla, vek- heyrarhec an den Ritter Jacobum Long von Draycotte in Wilts- hire. //, 66. Grevin/ (Iacobns) war von Clermont rn Deanvaisis gebür^ tig. In seiner jngend .legte cr stch sehr auf die pocsie/ trieb aber dabclssunter Ioh. Gorräo das NucNum ,iicN>c,nL. und wurde heid- rne-Uc»? bey sscs Hcrtzogs Philibcrti Emannclis von Savoyen ge- mahlin/ die ihn auch gar werth hielt. Er starb an-157°- Man hat von ihm Pältium corpon's bumsin b-cvc.n eiuci>^rio> c,n ; und verschiedene po-m-ia. auch andere biichcr / so er in das Frantzö- stschc übersetzt hat / worunter Ioh. Wierii «Ze »L- monuM. Vetslli LnsromiL iiv. 4z Nivl. kr-nc. Tesi/re/'eic-Z, rom. 1. Greyphswalde / oder Griphöwckldk/ ist eine vornehme stadt in der Pommcrischen Grafschafft Gutskow gelegen. Sie hat ihren namen von der waldigten gegend / den Ursprung aber von dem klostcr Eldenau. Sie bekam ihre maurcu allererst an. 12;;/ und hierauf nahm die Handlung milden Niederländerndcriiias» sen zu/ daß die stadt den Mönchen/ welchen sie eigenthümlich zustünde/ fast allen gehorsam versagen wolle/ biß es lersttch dahin gediehe / daß sie Uratislaus III / Hertzog in Pommern / vermin telst eines hierüber anfsgcrichtcken Vergleichs von dem Abt von Eldenau zu lehn empficng / welches aber durch Veränderung der zeit nachmals abgethan / nnd der ort dem Hertzoglichcn Hause eigenthümlich übergehen wurde. Die Universität ist von Hertzog Ura- tislao lX an. 14^6 Misstet / wiewol sie erst an. > >47 durch Hcrtzogs Philippi I Müdigkeit in rechtes auffnehmcn gekommen. An. 16z; istsic Mit den ctnkünfften des klostcrs Eldenau bcschenckel/und »mter König Carola XII von «chwcdcn in bcffcrn stand gebracht worden. Der Cantzlcr dieser Universität ist sonstcn der jcdcemallge Bischofs von Camin gewesen. Zur dcqucinljchkcik.dcr Handlung dienet der an der einen feite der stadt gelegene grosse sec / aus welchem ein canal in das mccr gehet/ durch den man zwar nicht die grossen schiffe/ doch aber die waarcn selbst hin und wieder bringen kau. An. 16; 1 muste sich die Kayscrltche besatzung / welche den einigen jähren her den ort zu einer - sestung acmach, hatte/ au den König von Schweden ergeben/ welcher die stadt auch im Wcst- phälischcn frieden behalten. An. 1078 ist sie von Churfürst Fr,de- rich Wilhelm eingenommen / aber in dem darauf erfolgten frjcden wieder an Schweden abgctrctken worden. An--7 >; ist die stadt von den Russen übel zugerichtet/ und fast gäntzlich acoant worden; darairk bekam sie die Preußische besatzung/ welche an. 171c zwar von den Schweden a->"8>rt wurde/ doch musten diese noch in diesem jähr gantz Pommern/ und also auch diese stadt den Nordischen Alliirten überlassen. Greussen/ eine feine stadt an dem wasscr Hclbe iuThünngell/ dem Fürsten zu Schwartzbura«Sondershausen gehörig. In dem zo jährigen krieg ist sie 2 mahl von den Kayscrlichen geplündert/ und an. 1687 durch eine feucrs-drunst eingeäschert worden. o/E. tvnr. rcr. IMur. t. i p. i;8 l'q. > 4 LN§fc>ci. cbroii. gre Hlir. rcr. Unir. t. i p. ,;!i lg. Greuth/ ist eine Freyherrliche familie in Schwaben; Sie waren sonst alte Edellcuthc / ehemals die Stoffel genannt / hatten jhr stamm-hauß vhnfern Clingnau/ an einem ort genannt im Greuth/ daher auch ihr name geführet wird. An. 1005 hat einer von diesem haußaufdemAdelichen kampffzn Schwäbisch-Hall den sieg davon getragen. An. 1184 war Ita Clostcr- Irau zu Lce- dorff; an. 1461 Christoph/ Abt zu 87 Blasn/ an. !>>8Joa- chtm/ untcrschrciber in Zürich / an. 1121 kricgs« 8ccec»nu; zu Nom unv an. Gesandter anPabst Adrianum VI wegen ausstehenden solden; dieser hat sich wider Zwinglium in M—- fachen hefftig ereysert /. zöge darauf aus Verdruß nach Perschwvl/ und bald Wetters auf Rom/ da er zum Ritter oÄ gen worden / und an. 1527 nicht ohne argwohn hchgebeack^ glffts gestorben; dessen söhn Christoff ward Abt zu Mu -i. Von dessen nachkommen,ist Agnes zu Seckmqcn/ und Maria CäM bey ansang des 17 sec. zu Schanis Aedtißin gewesen; Aeaid üs aber sctt an.17,0 blß auf gegenwärtige zeitKayserl. Abgesandter in GrauSündten. ?. z p. ^ ttelv. Lirciien-gescli. k. - n. Zclivv. li.. /iciei. 281-^84. Greursch / siehe Groitsch. Grerv / (Nehemias) ein sehr berühmter und 1 Englischer ^,^ m>d pkn»l°pNu5. storirte zu end des secnss Er war ern söhn Obadiä Grew/ eines ?----t>yrerianjschen wmi! weleyetsich durch sein guten Wandel und etliche prEisch " schrjfftm bekandt gemacht/ und an. 1L89 gestorben. Nehemigs lasier lugend auf einen sonderbaren Inst mit Philosophischenunkersuchun. gen dernamr/ und orachtc es durch seinen durchdringende,! och darinnen sehr hoch; deßwegen er nichtmireine grosse medlcinMe prsx-n in Londcn hatte/ sondern auch in dem -»mZi» der^'cü. rum . wre auch m der Königlichen societat ein angesehenes Mlk- gltcd war. Ob er gleich vrel zelt aus das ku«m.m L-aicum M verwendete/und darinnen schöne neueecffndunqengehabt / ließ er sich doch zu dem noch das Nugium bey Religionimv Bibel sehr angelegen seyn; wie davon zeugen kan sein l^cra, welche zu Londen an.. 17°l in fol-heranß gekommen/ dar- limen er oie warhelt und furtrcfiichkcit der heil. Bibel aufemebe- sonderc art darthut. Sonst hat man von ihm auch in Englischer spraach: k.1ulLU,a tocietÄcis lieg.; LEomen vciltriculorum L Ilircttiiiorum Lmm»Nun1; Lnzkomism plLnkRruii,: vielobss^vgtionxz, als a- morbom Ncne und andere/ welche in den ttLmEonLuj toc>«. /rn§i. gefunden werden. Er starb nicht lang nach dem ansang des i 8 !cn sttuli. o 5 ctz'Ltcg lMniM. r'l-asä. scsipr. * Grey / ist eine von den ältesten und vornemsten stmnlicn A Engelland, deren Ursprung und namc von Rollone, oder, wie ihn andere ncimen, Fulberto, a- Croy, einem Cämmcrer des Hcrtzogs von Normaiidic, Roberti, und einem vater von des Englischen Königs Wilhelmi 1 mutcr, Arlctta, hergeführt wird. Von des gedachten Rollonis männlicher nachkommenschafft haben unterschiedene zweige fiorirt, von welcher die Lords Grey von Rotherßeld/ die Grey von Codnovre nnd die Grey von Willen nach etlichen ß-,ic> sti«,>e„ wiederum ausgegangen. Von denen, welche sich erhalten , sind sonderlich zu mercken die Grey von Ruthvn, und die Grey von Groby, deren jene den Gräflichen, Marggräflichen und znleltt Hertzoglichen titul von Kcnt, diese aber den Gräflichen rilul von e^lamsord erlanget. Alle beyde haben ihren ursvrung von Rogens n^Grey, einem jüngern söhn Iohannis, LordsGm von Wilton. Dcrstlbe machte sich in dem 14 Ncuio, unter dem Könige Eduards II, in den Schottischen kriegen berühmt, und Zeugte mit Elisabeth, einer tochter Iohannis, Lords Hastings von Äderga- vmny, und einer von den erbinnen Wilhelms von Valence, Grafen von Pcmbroke, (1) Johannem, welcher nach Verrichtung vieler tapffcrn thaten, noch bey des vatcrs lcbzciten, unvcrheyrathek starb; (2) Neginaldum. Dieser Mccccürte an. i;e4 seinem vater/ diente in den Frantzösischen kriegen, besaß nebst vielen andern län- dercyen, das castcll Riilhyn in Denbigshire (welches zu Eduardil zeiten von Rogcrio n- Grey gebauet worden) und ward biß an seinen tod, welcher an. 1 z 89 erfolgte / z» allen Parlamenten bernffen« Sein söhn nnd Nachfolger / Regmald/ hatte viel streitigkciten mit dem berühmten Jrrländcr / Oivc» Glcndover/ und muße sich von demselben / nachdem er in dessen Hände gefallen, mit einer grossen summa gcldcs rantzionircn. Im übrigen diente er den KönigeN Hcnrieo IV und V in ihren kriegen, beydes zu wasscr und zu lande , und starb erst an. 1440. Von seinem söhn erster ehe / Johanne/ welcher Ritter des hoseiibandes war, und noch bey seinen lebzeiten mit tod abgicng, stammen die Grey von Kent her; hingegen von dem älteste» söhn andrer ehe Eduards die Grey von Stamford. Des gedachten Iohannis söhn / Edmimdus, lucceMe. seinen! großvater, und stund in sonderbaren gnaden bey Henrieo VI / den! er kriegs-dienste leistete/ wie auch bey Eduardo IV. Daher geschahe es, daß er nicht nur sein vermögen / sondern auch seine ehren- tttul um ein grosses vermehrte. An. 146; ward er zum Lorv- Schatzmcister von Engelland,und an. 146;,aus einem Baron Ha« stings von Wcysford lind R»tbyn,zum Grafen von Kcnt gcnmcht, welches letztere die Könige Richardns III Und Henricus Vls öe- srattigteii. Er starb an. 1489 und hinterließ von Catharina, einer tochter Hcnrici Percy , Grafen von Northumberlaud, Georgwin. Dieser war einer von den vornehmsten, welche mit Caspar, H,e» tzog von Bedford, einen zug in Ftanckrcich thaten, auch hielt erM an. 1497 sonderlich wohl wider die rcbcllen aus Coniwal. Hr zeugte mit Anna, einer tochter Richard, Widvile, GcaftliRwcrs, Riebardum, und hernach mit Catharina , einer tochter WlM» Herberts, Grafen von Pcmbrocke, Henricum, mit dem zunamen Grey von Wrcst, »nd Antonimn, mit dem Zunamen Grey vo Branspeth. Nach ftinem tod an. i;c>; weceHM ihm sein alsilw söhn Richard. Dieser begleitete Heilrictim VIII bey der mag- rung von Tcrouanne, »nd ward zum Ritter des bostnbandes g - macht. Von seiner gemahlin Elisabeth, einer tochter des Mi Wilhelm Huste, hinterließ er an. 1541 (andere sitzen i;rr)v starb,keine lclbcs-crbcn,auch fast gar keine Mittel, indem erbev d alles mit spielen durchgebracht. Um dieser ursüche willen drauw X gre stm Lccsgör und jüngerer bruder, Henricus Grey von Wtest, kei- nesweges den titul eines Grafen von Kent / und eben also that dessen söhn,Henricus. Allein dessen mit Margaretha, einer schwester Ölivier SLinr Johns von Bletsv/ erzeugter ältester söhn? Reginal- dus, brachte durch sein gutes haußhalten die ehemalige güter seiner familiegrossen theils wiederum an sich? und rcgstlluurte daraufan. i; 71,mit eimvilligung der Königin Elisabeth,den Gräflichen titul, war auch bald hernach einer von den , welche in öem geeichte wider den Hertzog von Norfolk fassen. An. 1572 Lcceckrte ihm sein bruder, Henricus, welcher an. i;86, nebst andern k-ir-, die Schottische Königin, Mariam, vernrtheilen Halssund von Maria, einer tochrer des Ritters Georgii Corton,und einer wittwe Eduardi, Grafen von Derby,kein kind Hinterließ. Also st-c-c-tirte ihm an. 161; sein jüngster bruder Carolus, welcher mit Susanna, einer tochter des Ritters Richard Cottonmur einen söhn und eine tochrer zeugte. Diese letztere heyrathete den Ritter, Michael Longueville aus Buckshire. Der söhn, Henricus, ward an. 1618 sein luccendr, und vermählte sich mit Elisabeth, einer tochter Gilberti Talbots, Grafen von Shrewsbury. Er starb aber an.i6;y ohne leibes- erben. Hierauf-fiel die würde eines Grafen von Kent aufAnto- nium Grey,damaligen Pfarrer zu Burbache in Leicestershire, weil dessen vater Georgius,ein söhn des oberwehnten Antonii Grey von Bcandspeth,.dritten sohns des an. 150; gestorbenen Georgii, Grafen von Kent, gewesen war. Den titul eines Lords Grey von Ru- thyn musst er au. 164--, vermöge eines ausspruchs von dem Parlament,an Carolum Longueville,einen söhn der vorheraedachten Susanna, von dem Ritter Michael Longueville, überlassen. Er zeugte mit Magdalena, einer tochter Wilhelms Purefoy von Caldecote 1) Henricum; 2) Johanncm ; ;) Job; 4) Theophilum; 5) Na- thanael; 4) Gratiam; 7) Magdalenam; 8) Christianam; y) Pa- tientiam; 10) Priscillam. Der älteste söhn, Henricus, lucccckrte ihm an. 164;, und hinterließ an. 1649 von Amabella, einer tochter des Ritters Antonii Ben, eine tochter Elisabeth, vermählt an Banaster , nachmaligen Lord Maynard, und Antonium. Dieser bey- rathete Mariam, eine emsige tochrer Johannis, Lords Lucas, Barons von Shenfield , welche von dem König Carolo II an. 1662, vor sich und vor ihre erden, zur Baroneßin Lucas von Crudwell in Wiltshire gemacht ward. Von ihr war an. 1702, da er mit tobe abgieng.ein eintziger söhn, Henricus, am leben. Denselben machte die Königin Anna in dem jähr 1704 zu ihrem obristen Cämmerer, zumLord-Lieutenant von Herefordshire, und zu ihrem geheimden Rath. Den 14dec.au. 1706 creirte sie ihn zum Marggrafen von Kent, zum Grafen von Harold, undzumv-c° Grafen Goodrich. Endlich erhub siechn an. 1710 , daerdieOber-Cammermeister- stelle r- 5 Zmrte, zum Hertzog von Kent. Von seiner gemahlin, Je- mima, der ältesten tochter Lbomä, Lords Crew von Stcne, sind ihm gebohren worden 1) nn febr. an. 1696 Antonius, bey seinem leben Graf von Harold genannt; 2) jm apr. an. 1697 Henricus; z) Amabella; 4) Jemima; ;) Henrietta; 6 ) Anna; 7) Johanna. Was die Greys von Groby oder von Stamford anlangt, so ist derselben stamm-vater Eduard , der andere söhn des an. 1440 gestorbenen Reginaldi,Lords Grey von Ruthyn. Er vermählte sich mit Elisabeth, der eintzigen tochter Henrici, eines sohns Wilhelmi, Lords Ferrers von Groby. In ansthung dieser gemahlin empsieng erden titul eines Lords Ferrers von Groby, und ward in solcher Qualität an. 1449 zu dem Parlament beruffen. Als er an. 14z? starb,hinterließ er 1) Johannem, von dem alsbald; 2) Eduardum Grey, Lord Lisle; zssReginalbnm, welcher an. 1460 in deni treffen von Wakefield blieb; 4) Annam, verheyrathet an den Ritter Eduard Hungcrsford. Der älteste söhn,Johannes, ward an-1461 in der schlacht von 5. Albans erschlagen, und hinterließ von Elisabeth, der ältesten tochter Richard Widvilles, Grafen Rivcrs (welche nach seinem tode den König Eduardum IV zum gemahl bekam) 2 söhne,wovon der jüngere,Richard,zum Lord Grey erhoben, an. 148z aber zu Pomfret, auf befehl Richardi III , enthauptet ward. Der älteste,Thomas, ward an. 1472 von Eduards IV zum Grafen von Huntingdon, und an. 147; zum Marggrafen von Dorsetgemacht. An. 148;,nachdemfemhalb-bruder, verjünge König Eduardus V, von Richards III heimlich aus dem wege geräumt worden, stellte dieser letztere ihm gleichfalls nach dem leben. Allein er entflöhe in Franckreich zu dem nachmaligen König von Engelland Henrico VII, welcher ihn anfangs,nebst Johann Bour» chicr, wegen einiger gcid-schulden zu Paris als einen geissel hinterließ,bald aber zurück berief, und in alle vorige ehren-stellen einsetzte, auch zu seinem geheimden Rath machte. Wiewohl nun letzt-gedachter König nachgehends einigen argwohn auf ihn warf, so ließ er doch denselben bald wieder fahren , und ernennete ihn zu einem bon den Generalen,welche hernach den Lord Audley zu Blackheath Überwunden. Mit seiner gemahlin,Cäcilia, einer reichen erbin und tochter Wilhelmi, Lords Bonviie, zeugte er 7 söhne und 8 tochter. Der älteste söhn,Thomas, a-cc-ll-rte ihm in der würde eines Marg- grafen von Dorstt, und ward an. 1512 mit 10000 mann, welche seinem ober-commando untergeben waren, nach Spanien geschickt, um von bannen mit Ferdinandi c^Uollc, trouppen einen einfall in Guienne zu thun, Henricus VIII hielt sehr viel auf ihn, bis er an. -zzomit tod abgieng. Von seiner gemahlin , Margaretha, einer tochter des Ritters Robert Wolton, und einer wittwe Wilhelm Medleys, hinterließ er (1) Henricum, von dem unten; (2) Johannem Grey von Pirgo, von welchem gleichfalls nuten; (;) Thomam, welcher den 7 apr. an. i;;4, weil er an Wyats conchj- rL-ion theil gehabt, enthauptet ward. (4) Leonhardum, welcher unter Henrico Fiz Roy, Hertzog von Richmond, statthalter von Mand war, und wider die rebeüen, o-v»--si und o.rt«n>i, grosse dienste that, beben jedoch ungeachtet ihm Henricus VÜI , auf unterschiedene von seinen feinden vorgebrachte beschuldigimgen, deck r; jun. an. i;4°, aufdem Towerhügel, den kopffabschlagcn ließ. Der älteste söhn, Henricus, erlangte die würde eines Hertzogs von Suffolk, nebst vielen andern grossen Vortheilen, beschloß aber stick leben den 2; febr. an. 1; 54auf einem schavot, wie unter dem ar- ticul Suffolk mit mehrerm zusehen. Alle würden, welche ehemals seine familie besessen / gierigen zu gleicher zeit verlohren, und in solchem zustande blieb es bis an. 160;, da Konig Jacobus I deck Ritter, Henricum Grey vonPirgo, einen söhn des oberwabutm Johannis Grey von Pirgo (von Maria, einer tochter Amonii Brown, vice-Graftn Mountacute) zum Baron Grey von Groby machte. Dieser Henricus zeugte mit Anna,einer tochter Wilhelmi, Lords Windfor, Johannem und Ambrosium. Jener lucccllirtL ihm an, 1614, und hinterließ von Elisabeth, einer tochter Eduard! Nevil,Lords Abergavcnny,Henricum und Philippum. Den ersteck machte Carslus I an. 1628 den 26 wart. zum Grafen von Stamford. Er heyrathete Annam, eine tochter Wilhelmi, Grast» vvck Ereter, welche ihm 4 söhne und ; töchter gedahr. Die söhne waren Thomas,von welchem unten,Anchitel, Johann und Leonhard- Von den töchtern ward Elisabeth an Gcorgium , Lord Delamer, und Diana an Robertum, Grafen von Ailesdury, vermählt. Der älteste söhn, Thomas, starb noch bey seines Vaters leben, hinterließ aber von Dorothea,einer tochter Eduards Grafen von Bath, Thomam. Dieser lucccllstte an. 167; den 21 aug. seinem groß-valer in der würde eines Grafen von Stamford, und ward von dem König Wilhelms III an. 1697 zum Cantzler des Hertzogthums Lan- caster, von der Königin Anna aber zum geheimen Rath gemacht. Er vermählte sich mit Maria,einer tochter Joseph Maynards vock Gnnnalsbury, dessen vater Johannes unter dem König Wilhelme» III einer von den Commiffarien des grossen siegels gewesen war, von welcher er aber kein kind lebendig behielt. Von seinen 2 schwestern wurde die älteste, Elisabeth, an Henricum Benson vvck CharstonMd die jüngste,Anna,an Jacobum Grove, einen Rechts« gelehrten, verheyrathet. Lrir-nniL. r't-e ^,/r. 0/ cks L^-eytilst. ck 4 uglecisre. 72 - 7 ^»'- Uclp ro LnZiisb Iiistor^; 7 , p-147, rzA. Grey/ (Henricus) Marggraf von Dorstt und Hertzog von Suffoik. Sein vater war Thomas Grey, und sein groß-vater gleiches namens,hatte von seinem stiestvater,dem König Eduards IV, (der Thomä mutier geheyrathet hatte) den titul eines Marggrafen von Dorstt erlanget, siehe den art. Grey. Henricus vermählst sich init Francista, einer tochter Caroli Brandöns, Hertzogs vock Suffolk,und Mariä,verwittweter Königin von Franckreich, welche letztere eme schwester Königs Henrici VlII. war. In ansthung dieser heyrath machte der König Eduardus VI diesen Marggrafen von Dorstt an. 15 ? 1 zum Hertzog von Suffolk. Er hatte; töchter, welche insgesamt in dem may des jahrs i;;; vermähltwur- deir uiid zwar die älteste,namens Johanna, an den vierten söhn des Hertzogs von Northumber!and,Mylord Guilford Du-dley; die andere an Mylord Herbert, den ältesten söhn des Grafen von Pcm- broke,(von dem sie hernach geschieden ward, woraufsie Eduardum Seymour, Grafen von Hertford, zum andern gemahl bekam) und die dritte, welche ausgewachsen war, an einen blossen Edelmann bey Hofe, namens Martin Keys. Seine älteste tochter ward noch in eben demselben jähr den 10 oder n jul. durch die imnßuen des Hertzogs von Northumberland nach Eduardi VI tode als Königick von Engelland procUmiret. Der Hertzog von Suffolk, welcher weder einer von den klügsten noch sonderlich chrgeitzig war,verhielt sich hierbey fast nur palttve, und gleichwie er geschehen ließ, daß man ihn zum General der armee machte, welche wider Eduarde VI schwester,Mariam,sgLen solle, also überließ er auch gleich darauf gantz willig solches commando dem Hertzog von Northumberland. Als nach wenig tagen die jetzt-gedachst Maria den Englischen thron wrder seine tochter behauptete, ward er nebst dieser letzter« in den Tower gefangen gesetzt, aber von der neuen Königin, die ihn als einen einfältigen Herm mehr verachtete als fürchtest/ alsbald wieder auf freyen fuß gestellet. Allein zu ansang des folgenden jahrs ward entdeckt, daß er an der conchir-rion des Wiat theil genommen,welchen verdacht er nicht wenia dadurch vermehrte,daß er sich ohne wissen des Hofes in Warwickshire retirirte. Daselbst machte er anfangs anstatt zu einer empörung, ward aber durch den Grafen von Huntingdon, welcher mit einigen trouppen wider ihn anmarsthirte, bey zelten daran verhindert, und hernach durch einen seiner Pachter , bey dem er sich in einem holen bäum versteckt gehabt, dem gedachten Grafen, welcher ein alter ftind seines Hanfes war, in die Hände geliefert. Dieser schickst ihn gleich. nach Londcn, allwo ihm der proceß gemacht, und wenig tage nach stiner tochter enthauptung, ncmlich den 2; febr. 1; ;4, gleichfalls der kopffabgeschlagen ward. -vÄE,. le kick. L mb inir. snii. rer, ^«gi. kiff. rctor. -c«gi. «-?- P. 7 -. Gribaldus / (Matthäus) ein berühmter Rechts-gelehrter von Padua, verließ Italien, damit er die Protestantische religion desto bester annehmen köntc; jedoch begab er sich bald nebst andern unter die Sociuianer. Er war einige zeit?roteN'»r jun- zu Tübingen,danckte aber nachmals ab, aus bcysorge,seine irrthumer möchten kund werden, und er darüber gcfahr leiden. Als er hier- aufeine reise nach Genfthate, suchte er niit Calvino zu co,>fc«ren, es wurde ihm aber abgeschlagen ; jedoch ließ ihm dieser nachmals viiiffen, de ß er eine confercntz beliebte, welcher seine collegen und ; von den ältesten von dem coniillorw beywohnen sollen. Gribaldus stellcte sich zwar an dem bestimmten ort eiiykehrete aber eiligst wiederum zurück, weil ihm Calvinus nicht die Hand bieten wolle, und zwar barmn, weil man nicht wüste, ob Gribaldus im gründe des glaubens richtig wäre. Er wurde hieraufvor den gefordert , von seinem Christenthum rede und antwort zu geben, und als man mit seiner antwort nicht allerdings zu frieden war,wurde ihm auferleget, die siadt zu räumen. Hieraufwnrde er zu Bern in ar- rest genommen,und würde ihme daselbst übel ergangen seyn,wofern er sich nicht gestellet hätte, als suchte er zu rcvocwen. Als er aber auf seine vorigen wege verfiel, und denjenigen öffentlich K vorwrte, welche man von Genf vertrieben, vorneinlich aber dem Gentili, welchem er auf seinem land-gut, so er dort herum besaß, ausenthalt gab,würde man auch seiner nicht verschonet haben,wofern er nicht um das jähr izü; an der pest verstorben wäre. Er hat geschrieben rommcnrsrio 5 in legeiu cts reruin in>tiu-2 üc jure tllci ; in jurir; in sliizuor litujos jui-ii ; liilloriLM brLncitci Spi-Lclü mcivollo »c rrcione llullcncli in jurc. cpiii. rzy. vibiiolb. ?.nri- Irinirsr. p. 17. Griechen / eine bekandte Tursväische n-rlon. si> „jcht weniger wegen ihrer tapferkcit und kriegerischen thaten, als wegen ihrer ge- lehrstnnkcit berühmt ist. Von dem ersten zeugen die treflichm thaten der Athenienser und Lacedämonier, da fie unter Mllciadis, Themistoclis, Pausaniä, CimoniS, Agesilai und anderer anfüh- rung die groffen mächtigen kricgs-hcere der Perser zernichtet. Angleichen wie Alexander N. mit zoooo mann gantz Asien bezwängen, und sich innert wenig zahren fast zum Herren des ganlzen O- rients gemacht. Von dem andern zeugen die menge der gelehrten, so Griechenland hervor gebracht; denn es sind nicht allein von den alten zciten her die 7 Griechischen weisen, Thales Milesius, Pit- lacus ^ticvicn.rur, Dias brienenlir» Solon, Cleobulus, Perian- der, Chilo, und deren weise gesetz-geber, als der Athcnieiisr Ce- crops, Draeo und Solon, dcr Lacedämonier Lncurgus, der Lo- crcnstr Zalcncus, der Thurier Charondas, der Cretcnser Mmos, der Mantineser Nicodorus bekannt; sondern es hat auch unter ihnen viel gelehrte Philosophen gegeben , als da sind Pythagoras , Socratcs, Heraclitus, Democrituö, Zeno, Plato, Aristoteles, Tbcophrastus und viel andere berühmte scribenten, als: Herodo- tus, Thucydidcs, .Lenophon, Plutarchus, Diodorus iLiculus rc. Ja es haben sich einsten mehr als zoo scribenten gefunden, welche die cintzige schlacht bey Marathon beschrieben. An sürtreflichcn rednercn hat dieses volck, und insonderheit die stadt Athm viel hundert iahr nach einander einen grossen Überfluß gehabt, wie dann Pcriclcs, Thucydides, Jsocrates, Demosthcnrs, Acschincs, Ly- sias, Hnverides und mehr andere sich dadurch einen unsterblichen rühm erworben, und zum theil durch die in schussten hinterlassene proben ihrer unvergleichlichen berebsamkcit, auch unter anderen nationen biß aufdie heutige zeit eine gute anzahl beredter männcrn gleichsam WWrmirt und unterrichtet haben. Insonderheit wurde Athen vor den fit; der weißhcit gehalten, wohin sich die lenke von allen enden der weit einstanden, um die weißhcit daselbst zu erlernen ; wie denn auch die Römer solchen ort häMg zu besuche» pflegten , und von den Griechen ihre gcsctze entlehnten, woraus die gesetzt der 12 tafeln entstanden. Daher Aristoteles, als er zwischen den Asiatischen und Europäischen völckern eine vergleichung angestellet , gesagt: die Griechen hätten der Enroväcr tapfferkeit, wären aber von weit subtilerem verstände; sonst hätten fie eben den flelß und cl-iicLr-mt- »sie die Asiatischen völckcr, wären aber nicht so weichlich. Dieses schreibet er der des landcs zu, als welches weder zu warm noch zu kalt ist. Cicero sagt, daß in Griechenland an den orten, wo die lufft subtil, es auch leute-von subtilem verstände gäbe, als zu Athen ; an den orten aber, wo es grobe lufft gäbe, fänden sich auch tummc kövffe, dahero er auch die Böotier und Arcadier vor tnnnne leutc halten will , welches auch >0 weit gekommen, daß wenn man dergleichen menschen beschreiben wolle, man ihn einen Böotier oder arc-cHcum nenncte, weil es in demselbiaeii lande viel esel gab. Allein es ist solches nicht allezeit eingetroffen, indem Pindarns, Ccbcs, Hesiodus und Plutarchus aus Böotlen gewesen, Polybins aber aus Arcadicn, wie es denn auch in selbigem lande gute >-»>oco, und pocten gab. Hingegen waren die Griechen überaus abergläubisch, und die meisten fabeln von den Göttern sind bey ihnen ausgekommen. Darneben waren sie dem trunck sehr ergeben, leichtsinnig, lügenhafft und delrüglich; dahero man auch ihren Historien nicht allezeit sicher trauen kam Ob fie gleich zu dem Christlichen glauben gebracht'waren, ließ sich doch ibr naturell zum vfftern sehen, imnäffcn ben ihnen die abscheulichsten ketzereyen allezeit gewesen. Dem aberglaubcn, bilder-dienste «nd dcn falschen gesichlcrn find sie ungemein ergeben, und haben M ehre belrügkichkeit gegen die Europäer in den creutz-zügen zum öss> tern Puren lassen, da sie ihnen gips unter das meel gemischet, mi» zum-öffrern stlbsten fallen gestellet. Jetzt stehen sie unter dem soll, der Türcken, und haben ihre vorige gelehrsamkeit und tapfferkeit gantz verlohren, jedoch haben sie von einiger zeit her mit den Ita- liänern, Frantzosen und Teutschen cowmercis gepflogen, auß welchen man so mel gar leicht hat bemercken können, daß sie noch wie vor, treffliche gaben von natur haben, und worauf sie sich mit -eiß und nachsinnen legen wollen, darinnen fürtreflich wohl fortkamen. Orffir Ncurco-O-Lcis. rer Or^corum. L^>»»inkrE!ol>^>ourkI,i. koire. Lrech ecsc prelent clcr nLiionr öc egliker Orec^uer * Griechenland / lat. ist ein groß land von Europa, welches theils unter Türckischem gebiethe gelegen, theils aber von den Venetianern besessen wird. Es wird in das feste land, und in die herum liegenden insnln eingetheilet. Das feste land stößet an Dalmatien, Bulgarien und Thracien, und wird von den Venelia- nern Levante genenner, weil es Italien gegen morgen ist. Das meer, worauf die zcrstreuetcn in,»in liegen, heißet Lrcliip-iLgur oder das Aegeische meer. Man sagt, daß es solchen namen von einem gewissen Köm-ge bekommen, der Gracus geheissen, und in dem Arheniensischen reich dein Cccrops solle nachgefolget seyn; wiewol sonsten dieser andere König aus Aitica durchgehcnds CranauS ge. nennet wird; so dann - daß noch ein anderer König mit namen Helle oder Hella, den Anwohnern den namen Hellenes gegeben. Der name Ora,ciz aber wird in unterschiedenem verstände gebraucht. Denn anfänglich wurden dadurch nur 2 kleine landschafften angedeutet , unter welchen eine Thessalia und die ankere Hellas oder <3 s-cU in dcm eigentlichen verstände genennet wurde. Nachge- hends einpsicnqen auch Macedonien nebst den südlichen prvvüMN, Achaja, Peloponesus miv allen daselbst hcruni gelegeucn insuln'dm namen eder Gricchenland. Ferner wurde auch der name Ll-Lc.z der instt! Sicilien und dcm untern theile von Italien aege- ben, w man das grosse Gricchenland nennete; weilen sie mit Griechischen pflantz-.städten besetzt waren , und allda die Griechische spraach in Übung war; >a es breitete sich auß eben dieser ursach gar aus biß in das feste land des benachbarten Asiens, welches 6 ,«,, genennet wurde. Alles nun, was dißfals unter Griechenland verstanden worden, war zwischen dem Aegeischen meere ostwärts , dcm Ionischen westwärts und dem Marianischen und Jl- lyrischcn gcbürge nordwärts eingeschlossen. Dieses Griechenland hat verschiedene theile, die aber vornemlich Epirus, Peloponesus, OrL-ciL im eigentlichen verstände, Thessalien lind Macedonien sind, Hellas oder in genauem verstände genommen, so zwischen Epiro, Thessalien, dem Aegeischen meere und dem meer-busen vor Corintho lieget, begreifst in sich Aetoliam, Doridem, Pbocidem, Atticam, Mcgaricam,Böotiam und das land derLocrenser. Das so genannte Asiatische Griechenland begriffin sich Mysien, Pdry- gien, Aeolicn, Jonicn, die Dorische landschafft, Lydicn und Ca- rien; aber, oder GrossGriechcnland, Calabrien und Sicilien, und zwar dieses darum, weil die Griechen ihre colonien in selbige lande geschickt hatten. Macedonien, Thessalien und Evi- rus nebst emigen andern Provintzen sühnen den titul als Königreiche , die andern Staaten aber waren freye Republiquen, worunter Alben und Laccdämon die vornehmsten; ausser diesen waren die vornettisten städte Argos, Cvrinthus, Theben, Sicyon, Me- galopolis, Megaca, Mncenä. Sie bauelen ihre städte nicht so gar nahe an das meer, theils, damit sie nicht von den ste-räudern gcfahr leiden möchten, theils auch, damit ihre sttten nicht möchten verdorben werden, «sie stritten zwar lange zeit mit nicht geringer tapfferkeit vor ihre frcyheit, mästen sich aber doch endlich den Ko« mcrn ergeben, nachdem sie sich bereits vorhero unter das joch Ale- xandri A. beugen müssen. Nachgehends waren sie den Kayscrn von Constantinopel iinterworffen fanietzoaber stehen sie unter dem Türckischen loche, unter welchem alle ihre städte ruinirt und wehrlos gemacht worden. Mau theilet Griechenland noch heutiges ta» gcs in 6 grosse Provintzen, nemlich in Makedonien, Manien, Epirum, Thessalien, Achajain und Moream, die allesamt ihre alten namen behalten, biß aufAlbanien und Morea. Gleichwie aber aus dem bißherigen ihre ehemalige tapfferkeit und liebe zur gelelir- samkcit erhellet; also ist im gcgcntheil heut zu tag ihr zustand weit anders beschaffen, als er vor altcrs war. Denn sie sind von d«> Türcken so untcrgcdrückt und schüchtern gemacht, und dcydev ihre Priester und laycn leben in einer solche» Unwissenheit, daß nicht allein sehr viele aus ihnen gar ossc um eines geruhigen und bequemen Hebens willen zu der Mahometanischen religion übertretten, Andern es lst auch glaublich, daß, wo es die vielen Christlichen feste »nd fasten nicht thäten, welche sie sehr hoch hallen, sie auch wol dcN schein der Christlichen religion schon längst aus ihren landen gal und gar möchten verlohren haben. Weil sie aber diese ftycrtage mw feste noch beständig behalten, an welchen ihr gottesdienst; stunden nach einander, und auch bißweilen , ob wol gar Men , 7 nunom währet; so haben sie noch immerfort den schein der Christlichen religion unter sich, und lassen sich dißfals von einem Pnmarchcn, von Bischöffen und von Priestern regieren. Ihre vornemste stM ist heut zu tag Janna odcr Jannina in Thessalien, woselbst eliic academie ist. . Dm«» re-p- OrLciL. incmone billonclic. »ellr mcmoircs llillor. lls ia ^lcirec. tleüsAr noc. orb. ankilz. I- r c. lz. Griechische religion. Es nahmen die Griechen die lehre des Evangelii bald an, wie hiervon die Avostel-geichichle zeugei < und daher eine grosse menge von kircheu - lehrcrn unter ihnen finden, als: Jgnatiuö, Origenss, Clemens Alcrandemu-, Erb» bius, Athanasins, Gregorius Nazianzmns, Geegorius Nyssenus, Amvhilochius, Basilius, Chrysostomus, und andere. Allein, es ist selbige durch verschiedene bey ihnen entstandene ketzereyen sehr zerrüttet worden, und durch der Mönche ohnzeitigen eiffer in grossen abfall gerathen. Anfänglich zwar glaubten sie mit den kirchen im Öccident einerley, nachgehends begunten sie nach und nach in einigen stücken andere lehren anzunehmen, welcher unterscheid sich noch mehr hervor that, als sich in dem 7 secnlo der Pabst zu Rom über den Patriarchen zu Constantinopel zu erheben suchte, woraus denn immer mehr und mehr eine trennung zwischen derGriechisch- und Lateinischen kirche entstund, welche in dem 8 seculo durch den bekannten bilder- streit vermehrt wurde. Sie erkennen dahero den Pabst nicht vor das ober-Haupt der kirche, wie die Catbolischen thun, sondern halten ihn nur vor einen Patriarchen der Lateiner. Unter sich aber haben lsie 4 Patriarchen, den zu Constantinopel, welcher der vornehmste ist, den zu Aiexandrien, den zu Antiochien, und den zu Jerusalem, welcher der geringste ist. Der von Alexan- drien hält seine ordinäre residentz zu Groß - Cairo, der von Antiochien zu Damas. Die Christen aber, die in dem eigentlichen Griechenland wohnen, erkennen niemand anders, als den Patriarchen von Constantinopel, welcher durch die Ertz-Dischösse erwählt, und von dem Groß-Sultan bestätigt wird. Alle ihre Patriarchen und Bischöffe haben 8. Basilii oder 8. Chrysostomi orden. Die Griechischen Prälaten und Mönche zeugen lange haare, tragen auch gantz andere klcidungen, als die in der Römischen kirche, indem sie keine oder - röcke und viereckigte Mützen, sondern allein alben, stolen und meß - gewandte tragen. So haben sie auch keine creutze in ihren Händen, sondern allem ein klein creutzlein, so mit helffen- bein oder perlenmutter ausgezicrt ist. Der Priester - rock, worin- nen sie meß lesen, ist nicht so offen wie ein meß - gewandt. Der Patriarch aber, wenn er meß liesst, tragt einen langen gestickten rock mit dergleichen ermeln, und an statt der mütze eine Königliche crvne. Sie brauchen keine andere dibel als der 7° dolmetscher und in der lehre von der heiligen Drey - Einigkeit haben sie dieses besonders, daß sie nicht zugeben, daß der heilige Geist von dem söhn so wohl als von dem vater ausgehe, doch tanffen sie in dem namen der heiligen Drey-Einigkeit. Im heiligen Abendmahl sind sie unter anderen von denCathölischen darinnen unterschieden, daß sie gesäuert brod brauchen, auch den läyen das Abendmahl unter beyderley gestalt reichen. Das feg - ftuer glauben sie nicht in allen stücken, jedoch geben sie in ihren rollen vor, daß die besudelten scelen durch einen brennenden pfuhl gehen, und also ge- reiniget werden müsten, halten auch davor, daß weder die seelen der frommen zur himmlischen sreude gelangen, noch der gottlosen seelen in die Holle qestürtzt werden, bis nach der aufferstehung der leibcr und dem jüngsten tag; aus welchem gründ sie dann auch für die verstorbene zu bäten pflegen, auch secl - messen für diesel- bige halten. Einige unter ihnen glauben, daß nicht alle ewig in der Hölle sitzen würden; worinn sie also dem alten lehrer Origeni folgen. Sie verwerffen auch die letzte öhlung so wohl als die firmnng oder collürmLrion. Sie halten die vierdte ehe für unrein und verbocken, so gar, daß auch Kaysere von ihnen sind in den bann gethan worden, welche, da sie nach dem tod ihrer drey ersten gemahlinnen keine kinder hatten, sich gemüßiget achteten, zur vierdten ehe zu schreiten. Sie feyren neben dem sonntag auch noch in etwas den sabbath oder sambstag, und essen an selbigem durch das gantze jähr fleisch; sie enthalten sich auch des bluts und erstickten. Sie lesen die meß nicht allezeit in der kirche, sondern haben ihre beweglichen altäre, worauf insgemein Joseph, Maria und JElus zu sehen, welche sie überall mit sich herum führen, und wenn sie gottesdienst halten, aufschlagen. Sie machen das creutz von der rechten zu der lincken, und zwar darum, weil sie davor halten, es sey des HErrn Christi rechte Hand am ersten an das creutz gehefftet worden. Sie brauchen keine erhabene oder in stein gehauene, sondern nur gemahlte oder auf kupffern - oder silberne platten gegrabene bilder, sind aber dem bilder - dienst dergestalt ergeben, als sonst keine na- tion. Sie brauchen in ihren kirchen keine mustc, auch haben die Weiber ihre besondere stellen in der kirche, daß sie nicht können gesehen werden. Zu Constantinopel brauchen sie insgemein den rssen-krantz, aber an anderen orten wissen sie nichts darvon. Ihre csioy-rr oder Mönche führen ein sehr strenges leben, vornemlich aber auf dem berg Athos. Es liegt selbiger auf einer halb-insul an dem Zoiko öi Lsiom'cki, und finden sich nichts als Griechische Mönche darauf, weßhaloen man selbigen den heiligen berg zu nennen pfleget. Es befinden sich 24 klöster darauf, woraus die gesamten Prälaten der Orientalischen kirche genommen werden, wie denn auch die Türcken selbige in grosser venerarion halten. Ihre weltliche Priester börsten wohl in der ehe leben, wo sie sich vor ihrem eintritt in das Priesterthum verheyrathet haben; aber nach selbiger zeit ist ihnen verbocken, weiber zu nehmen. Es gibt auch unter den Griechen allerley steten, so ihren besondernBischoff und Patriarchen haben, als da sind die Maroniten,, die Armenia- uer, dieGeorgianer, dieJacobiten, dieNestorianer und dieCophten. Diese verschiedene steten kommen alle jähr in gar grosser anzahl nach Jerusalem, allwo eine jede in der kirche des heiligen grabs ihre besondere cavelle, auch ihre besondere ceremonien hat. Der Patriarch der Maroniten und der Jacobiten führen alle beyde den tllul eines Patriarchen von Antiochien. Der Covhten Patriarch nennet sich Patriarch von Alexandrien, und der Armenianer Patriarch ist gemeiniglich zu Constantinopel. Es sind aber die Griechen auch in andere lande zerstreuet, und findet man deren in der Moldau, und anderswo gar viel. Von dem fassen der Griechen: Dre Griechen halten des jahrs 4 grosse fasten, worvon dir erste und große um Ostern gehalten, und die grosse fasten gencnnet wird, welche gantze 8 Wochen währet. Die erste Woche haben sie freyheit, fische, bier, milch und käß zu essen, dahero nennen sie diese woche lyrai, von dem neuen Griechischen Wort -rvg« , welches käß heißet. Die übrigen 7 Wochen können sie von dem allen nichts essen, jedoch sind ihnen gewisse fische erlaubt, diejenigen nemlich, welche kein blut haben, als austern, black - fische, meer- spinnen, meer-sthnecken, Muscheln und eyer von einem fisch, Moroni genannt, der aus dem schwachen meer kommt. Im übrigen brauchen sie nichts als zugemüß, reiß, Honig, oliven und kräuter. Auf der insul Zante wollen die meisten Griechen picht einmal öl brauchen, well selbiges dick ist, wiewohl sie kein bedenckcn tragen, oliven zu speisen. Die andere fasten wird der heiligen Apostel genannt ; selbige beginnt 8 tage nach Pfingsten anzugehen, und hat keine gewissen tage, denn manchmal wahrt solche drey Wochen, manchmal noch mehr. Sie essen in dieser fasten fische, aber kein milch-werck oder anders, welches dem fleisch gleich kommt. Die dritte fasten ist der heiligen Jungfrauen, fangt den i aug. an, und dauret 14 tage, in welcher zeit sie weder fleisch noch fisch essen, aussert an dem tag der Verklärung Christi; doch den 0 aug. ist ihnen vergönnet fische zu essen. Die vierdte fasten wird auf Advent gehalten, welche sich 40 tage vor Weihnachten anhebet, und bis auf selbiges fest wahret. In selbiger können sie allezeit fische essen, ausgcnvmen Mittwochs und freytags. Ihre oder Mönche haben ausser diesen noch; fasten. Die erste vor dem fest 8. Deme- trii, welche 26 tage dauret die andere vor dem fest creutz - crhe» bung, welche den 1 sept. angehet, und 4 tage dauret; die dritte 8 tage vor dem fest 8 . Michaelis. Indessen fasten alle Griechen auch des Mittwochs und freytags; einige, die gar streng leben wollen, auch des montags. Die woche nach Ostern und die nach Pfingsten essen sie die gantze woche fleisch, auch gantze 12 tage nach Weyhnachtm, und eine gantze woche vor dem grossen fasten. Seel-messen halten sie dreymal im jähr; die erste den heiligen abend vor H. drey König, weiches sie psrsmone nennen, wobey sie das meer mit vielen ceremonien taussen. Sie binden nemlich ein kleines schiff an eine grosse stanze, worüber ein creutz ist, tauchen selbiges ins meer, und ziehen selbiges, wie sie sagen, voll süssen Wassers heraus. Die andere wird auf Johannis - tag gehalten , und die dritte auf creutz - erhebung, an welchem tag sie gleichfalls weder fleisch noch fisch essen. Also haben sie in dem gantze« jähr nicht mehr als etwan i zc> tage, darinnen sie fleisch essen mö» gen, und weder alte leute noch kinder und krancke sind von diese« fasten befrcyt. Dahero sehen sie auch gar mager und bleich aus, sind aber zum zorn und dabey zum fluchen und gotkslästern sehr geneigt; worüber sich »m so weniger zu verwundern, weil dergleichen lasier bey solchen leuten, welche übrigens in der lugend und gottessurcht nicht allzu wohl bevestiget sind, unter anderem auch durch diese ausmärglung des leibs, und erhitzung des geblüls, so das allzu viele fasten verursachet, nach der natur - verständigen urtheil, nur noch mehr können erweckt und angestammt werden. Von den kirchen der alten Griechen: Der alten Griechen kirchen hatten ausser dein xorricu oder ein- gang z abtheilungen: Die erste nennten sie , dasselbige theil war erhaben, daselbst stund der altar, worauf man die sacramen- ten ausspendete, und es wurden nur nebst den Priestern diejenigen hinein gelassen, welche man zum gebrauch der sacramenten ließ. Es war selbiges theil mit einem gitter umgeben, worinne« ; thore, ein grosses in der initten, und die 2 kleinern zur rechten und lincken. Die andere abtheilung wurde n-r--, genannt, allwo sich der chor oder die singer aufzuhalten pflegten, die bey dem Gottesdienst waren, auf dessen rechter feite der Kayseriiche thron, und auf der lincken die cantzel stund. Diese war in die runde gemacht, und mit einem gatter, wvrzu; thore waren, umgeben. Die dritte abtheilung hieß , worinnen die layen zu sitze« pflegten, die weiber aber fassen in gewölbten gallerien, die rings um die kirche herum gebaut waren. In dem bczirck des Kayser- lichen pallasts zu Constantinopel funden sich auch verschiedene schöne kirchen, wovon die vornehmste die Kayseriiche Hof-capelle war. An solennen fest-tagen giengen die geistlichen, so den Gottesdienst halten solten, vor das Kayftrliche gemach in proceßion, holten daselbst den Kayfer ab, und begleiteten ihn in seinem ordi« nari Habit bis auf seinen thron, daselbst wohnte er ihren llorir csnonici! bey. Nach diesem zog er den Kayserlichen Habit an, und wohnte in demselbigcn der messe bey. Von trennung und Vereinigung der Griechischen mit der Lateinischen kirche: Der ansang zur trennung zwischen der Griechisch-und Lateins scheu kirche wurde zu ansang des 7 ftcull gemacht , da der Pabst Bonifacius III zu Rom das Haupt der Christenheit seyn, und sich dahero über den Patriarchen zu Constantinopel erheben wolle. Selbiges wurde durch den bilder-streit vermehrt, da die Griechen ansiengen die bilder, wider der Römischen kirchen sinn, aus den kirchen zu thun. Ob nun gleich die Griechen nachgehends eifrige bilder - diener wurden, so blieb doch die trennung beständig, da sie den Pabst nicht vor das ober-Haupt der Christlichen kirche erkennen und annehmen wollen; und, was die bilder betrifft, vor denjenigen, welche aus holtz, stein rc. geschnitzt sind, immer ein ab* scheu behalten haben, und nur allein die, so auf holtz, tuch, oder an die mauren gemahlt sind, dulden wollen. Worzu noch die strei, tiskeit wegen des ausgangs des heiligen Geistes von GOtt dem Dddd» Sohne, 580 gri Sohne/ wegen des gesäuerten brodts, so die Griechen im abend- mahle brauchen / und wegen einiger anderer lehren und tirchen- ceremvmen kamen. Ob nun gleich zum ösiteru versucht wurde / ob Nicht diese gefährliche trenuung könte aufgehoben werden / und sich dieses Pabst Jnnocentins lll, Gregorius lX/ Jnnocentms IV und andere gar ernstlich angelegen seyn liessen / auch zu dem ende das L»nci!,u-n I,3rcrLnenle IV, kugounenic II und verschiedene andere Voncili.-! gehalten wurden / war es doch alles vergebens. Es Aattirtcn sich zwar die Römer / als wäre auf dem an. 1449 M Flo- rcutz gehaltenen s nocio eine unton getroffen worden / weil Johannes 11 Paläologus / der Patriarch von Constantinopel / Beffmon und andere Griechische Abgesandten mehr nachgaben / als ihnen war erlaubt worden / so wollen doch die Griechen daran nicht gebunden seyn / wie denn Marcus Lokciinus auf dem conciuo selbst hefftig widersprach. An. 1629 suchte der damalige Patriarch von Constantinopel / Cyrillus Lucaris / mit den Reformirten einige ge- meinschafft / bekannte sich selbst zu der Reformirten religion / und übergab dem Holländischen Abgesandten seine conk-Mon, die auch nachmals gedruckt worden. Weil aber solches von allen übrigen Griechen nicht gebillicht wurde / es auch die Cathoiischen verdroß / daß er es nicht vielmehr mit ihnen hielte, muste er mancherley ver- folgung ausstehen / biß er endlich gar strangulirt wurde; wovon mehrers in dessen eigenem articui nachzulesen, Vurcu OrL- ria. contetti» ccci. Orsc«:. ckronicon. en- «kiriciion uc ckscu kockieiiior. Oi'/rcor. Leo cis Ijkr>8 öc rekus cc- rlcg 6e^:c. üc gc lcinplis OrLc. cmickttio. I^c/ro- ^do/r/L gcle^ cccleck Oricnc. 6o»r-- euckoloZiuin. ^cr/e/rr o^.ero. Ho/r. vo- )lLge. Lls/Mso»«'- kick. Ucs icssscläckes. kielet ste ccclcs. QiLcL. tle ecclek Oisrc. kockein. ckaru. cie I'crLrUes ci>!icks Orecguer. n. ,4. L. KMoire cler LroiiLclcr. rer. memorsk, lik. r »tr. 19 zrj K. I. Griechisch weissenburg / siehe Belgrad. Griers/ Gruyere/ ist eine kleine stadt und schloß im Saner- thal an der Lauen / dem Caukvn Frcyburq zustehend / da jic einen Land-vogt hat; es war vor diesem die resident; der Grasen von Griers. Grieshcim / sonst die Griesenvon Griesheim genannt/ eine alte ansehnliche Adcliche fanulic in Thüringen/ deren stannn-haus gleiches namens in dem Furstcuthum Schwartzdurg au der Jlm/ eine halbe stund von der stadt Jlm/ gelegen. Sie hat sich in vorigen zeiten auch an dem Rhcinstrom niedergelassen/ und vermachet man dahcro / daß sie der zwischen Franckfurt und Höchst bcsindli- chcn kleinen stadt Grieshenn den »amen gegeben; Andere meinen/ sie habe den »amen von dem berühmten flecken Gricßhcim m der landgrafschasttClöggöw gelegen; sie werden unter die gutlhalc: des rlosters Rhinau gezehlct/habcn sonstcn auch die schlösset' und Herr- schafften Alticon/ Wilden und Nüforn in dem Lhurgöw besessen/ sind auch burger zu Zürich und Lchashauscn gewesen. Der erste/ dessen von diesem gcschlccht gedacht wird/ hat Witulius qcheiucn/ und um das jähr 10,-0 gelcdct. Wttclo wird in einem dem clpster Eeorgcnthal an. n;r gegebenen als zeug angeführt. Ein anderer dieses namens war an. 12,-9 Gräflicher Schwachen, burgischcr Rath. Hermann der kurge bcygcnaimt/ hac alL Kay- scrS Rudolphi I Krieqs-Obristcr / mit hülste der Erfurter 66 raub- schlvffer eingenommen. An. i,8; wäre Wetze!/ Hugonis sohn/ in dicnsten Hcrtzogs Leopoldi in Oesterreich/ und an. 146° diente Johannes der ältere Hertzog Sigismundo. An. 144; wäre Johannes in dem zusah zu Zürich / und zugegen in dem streit zu gki ttr andern r söhne 1) Christoph Heinrich aufTindeiMk/der am fanqs prvckssor zu Rütteln/ nachgchends MaqdsbnrgischerNatb/ endlich aber Chur-Mayntzlscher geheimder Rath und Ober- Amtmann gewesen/ und seingcschlecht mit / söhnen vermehret bau 2) Wolf Melchior/ Gräflicher Schwartzburgischer Räch und Ober-Amtmann zu Arnstadk. Dessen söhne waren O Curt Heinrich/ Dvm-dcchant und Stiffts-Rath zu Mersebnrg/ wie auch Chur-Sachsischcr ^?pci!2c,ol>8-Rarh / der um das jähr Es IM und unterschiedliche kmder nach sich ließ. 2) Günther ausübe» thau / Fürstl. Sächsischer gcheitnder Rath und Dom-Probst;» Naumburg / der 6 söhne gezeuget/ die waren 1 - Christian/ Festlicher Sächsischer Elsenachischer geheimder Rathund mttrc. 2) Johann Ernst/ welcher an., 170; als Hauptmann in Italien geblieben. OAugustus/ Fürstlicher Sächsischer Hof. rathzuZeitz. 4) Philipp Günther/ FürstlicherMerseburMw Cammer- juncker. O Johann Heinrich/ EisenachischerOder- austseherder Grafschastt Sayn. 6) Amon Carl/ Fürstlicher Eise- nachischcr Hof - rath und Amts - Hauptmann zu Jena. In dem dreyßig-iährigcn krieg war Johann Christoph/ Kayserlicher Obigster und Commendant zu Dauderstadt / hatte aber das Unglück/ daß er den ihm anvertrauten ort den Schweden übergeben/ widm die gesangenschafft gehen muste. Nachgchends ward er Cannncr- herr den dem Konig in Polen / und als dessen Abgesandter in Teulschland geschickt. 60^ jicmm. ?. I. 0v»'- /?c/. ^Lt'cklückrk. * Griespach / ein Bayrischer marck-flecken im Bißthum Passnu zwstchcn Pfarrkirch und Orte,iburg / Harem eigen pfleg-zeucht und zerstörtes schloß. , L p.-yy. Grieswärtel / wurden bey der alten Teutschen tnrnieren gebraucht / und aus guten alten gcschlechten erwählet. Sie hielten sich Zwilchen den seüen und schrancken/ damit/ wenn es etwan m turnlcren zu scharffhergicng/ tic dic Ritter mit langen stanzen von einander scheiden konten. Selbige hatten unter sich gewisse dimer/ die man stäbler nennte / so mit laichen versehen waren. 6s/./-,si- Lcicks-Qrrunßcn ?. 2 n. 1. cle iuäis c^ueckr. c. 4 is L: 16. Grifo/ siehe Gripho. Grignan/ eine stadt und Grafschafft in Provence/ in den landen/ die man-sch»ce ,-!8 nennet/ 2 oder z mellen von derRboiis gegcii 8 . Paul und Montclimar gelegen. Grignan führte vorzeiten den mul einer Freyherrlichen Herrschassk/und hernach einer Grafschafft um das fahr i;zo. Es ist daselbst eine Dom - kirche / die an.i;i2 gestifftct worden/ neben einem tastest/ welche zeigen können/ m was vor einem herrlichen zustand die alten Herrn von Gri- gnan vorzeiten müssen gewesen seyn. k,n. a- i-rovr^c. Grignan/ ein bekandtes Adcliches geschlechtinFranckreich. Ihren namen fuhren sie von einer alten Herrschafft/ welche sie mit aller wuv-c 5 !>mitakbesessen/ jind auch sonstcn unter dem na- mcu Adbcmar von Monkcil bekandt. Lelbige haben auch die stadt Momelimar in llLupKi„o gestifftct/so auf Lateinisch En§oder Xtcincaium geuennct wird. Don dem Ursprung dieses ge- schlecht kan man eben nichts gewisses sagen / jedoch ist es bereits im loinw 11 ftrulo bekandt gewcscn.Nostradamus redet von Ger- hard Adhcmar/ Herrn von Grignan/ welcher an. 1164 bey Aai- niundo Berengario II die lehn über seine Herrschafft empfmig. Kalsicr Fridcrich I hat ihm verschiedene pUvtieZjz ertheilet/ und ist lcldiger der allgemeine stamm- vacer des geschlechts von Adhemar/ ver Freyherren und Grafen von Grignan rc. Taucher Adhemar von Monteil/ Baron von Griqnau/ Apt/ Marsanne/ic.heyra» thcteDiancn vonMontfort/ Nicolai/ Grasen von Campcbasse/ Tremoli/ Alkcbalteund Langio tochter/ und zeugte mit selbiger nebst Girardeii / so unvcrehlichct starb / Ludwig Adhemarn von Montcil/ welcher zum ersten Grafen von Grignan gemacht wurde. Er war zu KöniqsFrancisci 1 reiten in grossen! ansehm/und wurde von selbigem als Abgesandter in Tcukschland geschickt. Erwohnte an. i? 4 i dem Ncichs-tag zu Worms bey. Nächst dem wurde er k>e,,rci>L«r-6c,ici-2t jn dkil gouverncmcns V 0 N ProveMe/ Ll 0 N- nois/ Forets und BeauiolDls/ auch Ritter des Königlichen or- dcns/ rc. Er heyrathete an. iz 57 Annam von 8. Chamont/weil er aber ohne erben verstarb / folgte ihm seiner schwester Bianca söhn/ Caspar von Castellane / in den gütern/ namen und waapen voir Adhcmar. Dieserstarb an. 1,-7; / und hatte 2 weider/ Annam von Lournon/ und Lucretiam von Grimaldi. Sein anderersvhn/ ms Adhemar von Castellane/ stifftcte die linie vonMonlo- -Noxoiii, der älteste aber setzte das gcschlccht fort. Dieser ldwia Adhcmar von Monteil/ Graf von Grignan/ rc. All» Antonius . . licu >c2 . . , _ _ Jreycnbach. Ani 1462 wäre Hermann Ritter / an. 1470 Ächatin war Ludwig Adhcmar von Monteil/ Graf von Grignan/ Abt zu Murbach. Au. 1477 wurde Sigfricd zu Grauste zum Nit- ter der Königlichen ordm und o-nc^i. ki-m-n-mr des 8°uvcr,>°- ler geschlagen/und an. 1484 wäre Conrad Abt zu Rhinau. An. 1450 florirtcn Curt von Grieshcim zu Griesheim / und Caspar/ welcher den Landgrafen in Thüringen wider dievon Bitzdum ge» dienet. Beyde haben ihren stamm bis aufden heutigen tag fortgesetzt. Denn Curt wurde ein groß-vater 1) Caspars zu Elckslebcn/ von desseneiickcln ist Ludwig Gräflicher Schwartzburgischer Forst- uieister zu Franckenhaiiscn/ und ein vatcr Friderich Heinrichs / Gräflichen Stollbcrqischcn Forst - undJägcrmcistcrs gewesen. 2) Heinrich Wolssgangs/ von dessen nr-cuckcln Jost Heinrich/ Fürstlicher Ost-Fricßländischcr Hof- Marschast und Ober - Jägermeister worden / der unterschiedliche söhne gezeugt / von welchen Bertram Christian die Ober« Jägermeister- Ei-e an dein gedachten Hof soll erhalten habcn.Obgedacklcr Caspar von Griesheim wurde «in vater Hans Georgens/ der um das iahr i; 6 ; Amtmann zu ^lm und Paulmzell gewesen. Sem söhn Curt Apel hinterließ un- mcnrs von Provence. Er wurde in währendem innerlichen krieg sehr starck gebraucht/ that auch der Cathoiischen parthcy gisse dienste- Er heyrathete an. 1; zp Ellsabctham von Ponteves-Carces/ und starb den 1 aug. an. i90. Seine söhne waren Ludwig Fran- ci>eus/ von dem hernach; Johann Ganchcr starb im 2; jähr m- nes alters vor dem vatter; Ludwig Adhemar von Castellane/yey» rathete Annam von Bouliers/ Frau von uicuc- m-, von welchem die Herrn von mcrre-rüc abstammen; Johann Ludwig / Ritter von Malta / ckommLiiNcur ZU Usckicu cn (Zucicc. Der älteste / Ludwig FranciscusAdhemar vonMonteil/ GrafvonGrl- gnan/ heyrathete den 4 jun. au. 160; / Johannen, von E-Mn- cte Vencizn, und starb an. 1620. Dessen söhne waren/Ludwig Ganchcr/ von dem hernach; Rostamg/ welcher an. 1621 Zu r.om lousc verstarb/ als er von der belagcrung Montauban zurück wm, Franciscus/ Abt zu Algucbelle/ BischöffvonL-Paul/undn«ä> K HO 7 ,!^ PO: Lrr. L2> !>>. ^ Hc -ll-:! i^si: :r:c- cp" --Ä2 it-p/ SL>' . 5 L^ .-pc- L"' "z-x^ '/il> F- ..^ n Ä ^1 grr Aals Ertz-BischoffvonArlcs / eomm-nä-ur der Königlichen erden: Johann Baptist« und Carolus starben jung; Phiiippns warOberster-Lienkenant nnker dem Regiment a- l^ r»r-»-i<-c, nachmals cspiwi» bey dem regimcnt von der g^-ie, nnb kam an. 1657 in der delagernng Mardick um; Jacobus / Agent der clccifty m Franckreich/Abt von Fontdouce und 8. Georg in Anjou/Bischoff von8. Paul und nachmals zu Uftz/starb den 1; ftpt. an. 1674 zu Grignan. Ludwig Gaucher Adstcmar von Monkcil/ Graf von Grignan/ rc. war Oberster über das Adhemarische regimcnt/ c-ipirum über eine cvmpagnie von der leichten rentercy/ Feld» Mrschau / rc. und starb den 4 aug. an. 1663. Seine söhne waren/ Fcancsscus Adhcinar/ von dem so fort; Angelus / Abt von Aiguebelic/ co^jmo^ von Arles / welcher im 26 jähr seines al- tersstarb; Johann Baptist« starb jung; ein anderer Johann Daptista/ Ertz-Bischoff von Ciaudwpolis/ Lozcijurorvvn Arles/ Abl von Aigucbelleund Larivour/ rc. Joseph/ Oberster über ein regjment rcuterey / wurde an. 1677 Feld - Marschast; Carl Philipp/ Ritter von Malta / starb an-1672 zu Paris; Jacob starb gjmem von Champagne von der leichte» rcuterey der verwitiibten Königin / und nachmals Königlicher Oenera> - r.i-:ur-l!-wr m Lau« guedoc/ nach diesem aber in Provence. Er heyrathekc zum ersten mal an. i6z8Ange!icam Claram von Angennes/ Caroli von An» gennes/ ^rqu>« von Rambouillet/ rc. tvchker/ von welcher er 2 Mtcr halte. Nachdenr selbige an. 1665 verstorben/ verhcyrathetc er sich zum andern mal mit Maria Angelica «u Mi? - «u. von weicher er einen söhn erzielte/ der an. 1667 gcbohren/ und «11.1669 gestorben. Zum dntten mal verheyraihete er sich mit Francisca Margarctha von 5ev^->- , von welcher Ludwig Adhemar von Mouteil und Grignan au. >67» gebohrm. 6- kill. 6e vrovcrice. Li-or'iee kill. lls OLupkiiie. Grillmburg/ ist ein Chur« Sächsisch amt/ schloß und jagd- hgnß in Vckisicir/ an den qränycn des ertz»gcbürgischcn crävfts / zwischen Pirna und Freyberg/ ungefehr r Meilen vonemerjedwe» dem dieser r stadte entfernet. Grimaldi / ist eines der vornehmsten und ältesten geschlechtem in Italien, welches seit dem 10 iccMo das Fürstenthum Monaco besessen, und sich in verschiedene linien getheilt hat. Man hält dafür, daß es von Gnmoaldo, (welcher des Königs Pipini in Austra- sim söhn, und des Königs in Franckreich Cbiweberii oberster Hofmeister war,) seinen Ursprung habe. Dieser wurde an. 714 ermordet,und hinterließ Theobatdum oder Thibalbum,welcher Hugonem zeugte, und Ramirum, welcher in Spanien den kcieg wider die Maurer führte; wie er denn auch das schloß Grimalbv erbauet, und die Grimaldische linie in demftlbigen Reiche gestiftet hat. Hugo, Herr von Antikes in Provence, lebte au. 800, und es wird versichert , er sey einer von Caroli II. Generalen gewesen. Er hinterließ Passanum, Thibaldum oder Thadonem, Ertz-Bischoff von May!aud,und Angilbertumssoan. 890 verstorben. Passanus, Herr von Antibes, zeugte Grimaldum I. Dieser soll zu ansang des 10 leculi gelebt,uno bey dem Kayser Ottone I sich in so grosses ansshen gebracht haben, daß er von demselben das Fiirstenthum Monaco bekommen, nachdem solches kurtz zuvor den Saracenen entzogen worden. Er zeugte mit seiner gcmahlin Crispina, Guidoncm I, Crisvinum, Ansgot benannt, welchen man zum stamm-valer des Hauses Bec Crispin machet; Gibelinum; Wilvelmum I, Grafen von Provence. Gurdo I, Fürst von Monaco, lebte an. 98°, und hinterließ Grimaldum II, Älphantum, Buchoffvon Apt, und Bo- rellnm,welcher sichln Languedoc veste setzte. Grimaldus II, Fürst zu Monaco, erklärte sich vor den Pabstlichen stuhl wider den Kayser Henricum III, und hinterließ verschiedene Ander,worunter Guido II,Carolus, Bischofs von Sisteron,und ThibaldusPer Cardinal war. Guido II , Fürst zu Monaco, war dcs Kayftrs Henri« I V Admiral. Er hinterließ Grimaldum III , Lucam und Guidonem, welche beude Cardinäle waren; Humbertum, Bischof von Fre» ins ; ManfreduiM/Bischoffvon Antibes; Bozonem,Abt vonLe- rins; und Albertum, 8 Johanniter-Ritter zu, Jerusalem und ccimmL.Mcuv zu Puimoisson. Grimaldus III, Fürst zu Monaco, war der Genueser Admiral, lebte an. 1160. Er hinterließ Oberinn, ; Raimundum, Bischof von Antibes; Peirum, Bischof von Vencep.c. Obertus,Fürst zu Monaco, war des Kayftrs Friderici I oberster Hofmeister und Abgesandter in Franckreich und Engelland. Er hinterließ Grimaldum IV; Nicokaum, von weichem die' Grimaldi zu Carignan in Piemont herstammen; Obertum, von welchem die Herren von Chateauncuf und Gattieres in der Graf- schaft Nizza ihren Ursprung haben, und Jngo, dessen Nachkömmlinge sich zimlich vermehret haben. Denn von ihm stamme» die Hertzvge von Eboli; es starb aber dessen linie an. r6;9 mit Nico- lao ab, und fielen dessen guter an die Häuser Svinola und Dona, weil z seiner muhmen an selbige Häuser vermählt waren. Polixe- na Grimaldi an Philippnm Spinola , von Venasro , von welcher der berühmte Ambrosius Spinola herstammct; Eii- sabetha war an Sinibaldmn Doria, Herrn von Cremorino, vereh- lichet; und Aurclia an Nicolaum Doria; Borcl, des Jngo jüngerer sehn, ist ein stamm-vaker der Grimaldi zu Genua, so von Castro genennet werden; und Gabriel, einer von seinen Nachkömmlingen im ; grabe,stifftete die linie der Grimaldi,so Eavalkroni zu- benannr werden,und Freyherren zu Mvme-Pelouft und San-Feli sind. Der Cardinal Grimaldi,Ertz-Bischoff von Aip, ist von dieser leistern linie. Grimaldus fV,Fürst zu Monaco, war General über m Genueser armer bey der belagerung Dannata. Er hinterließ AN Franciftmn,Devotum,Bifthvffvon Grasse; undLuchetum; wek. cher den Gwellmern Vimimiglia abnahm. Von dAn stammm d,e..^rquilm von Vivdumo m dcmKomgreich Neapolts, die Ba, wnen von Beausvrt und die Grimaldi, welche zu Sevilien ch der. Srancrftus, Fürst zu Monaco, hielt es mit dem Paost unb den, Konrg Carolo I von Neapolis wider die Gi« belünen , starb abrr um bnö jähr 127^ Er hinterließ unter andern nudern Rarnerum I, Andaronem, von welchem die Freiherren und Grafen von Bueil herstamnien ; Antonjum,welcher dem Kv- mg Carolo II von Neapolks dwnete, rc. Rainerius I diente eben dennelb-gen Komge, starb um das Jahr i;oo, und hinterließ unter andern Andern RameriumII; Bertoninm oder Bartholomäum, welchen Robertus, Konig von Neapolis, zum Qouve, „eur in Eala, brien gemacht hat, allwo die Herren von Missimerio in Sicilien von ihm abstammen ; und Franciftum II,welcher denen von Spi, nola die vestung Monaco, welche sie an sich gezogen hatten, wieder abnahm. Namerius II, Fürst zu Monaco , Herr von Cagnes und Villeneuve rc. war Admiral in Franckreich, und starb um das iahr i;;o. Er hinterließ Carolum 1; Antonium, welcher viel erben hatte; und Luclanum, Herrn von Ville-Franche, so bey der Königin Johanna von Neapolis oberster Hofmeister ward. Carolas Grmmld, I, der grosse genannt, Fürst zu Monaco, Herr von Ven. tlimgna und Cagnes,rc. war 6ouve-neur von Provence und Ad» mir«! von Genua. Er commandirte auch die Frantzösische flotte, rüstete an. i; ;8 zwantzig galeren aus, dem König Philivpo Valesio zum mccurs/und an. 1)46 dreystg andere schiffe. Er wurde aber in der schlachc bey Crecy gefährlich verwundet, starb an. i;6;, und ließ viel erben nach sich. Sein ältester söhn , Ramerius lll, war Fürst zu Monaco und Menton, Freyherr von Vence, rc. Senechal von Picmvnt, Königlicher Cammerherr und Admiral in dem Mittelländische!! meer. Er starb an. 1406, und hinterließ unter andern Andern Johannem, seinen Nachfolger; Henricum, Königlichen c^wllianiichei, Rath und Cammerherrn, von welchem die Fürsten von Catharme in demftlbigen Königreich herkommen; und Ambrosium, welcher wider die Florentiner krieg führte, aber ohne erben verstarb. Johannes Grimaldi, Fürst zu Monaco, hatte theil an den Genuesischen kriegen,starb an. 1454,und hinterließ verschiedene Ander, wovon der älteste Catalanus an. 14;? starb, uns nur eine einizigc tochtcr nach sich ließ, namens Claudiam, welche an Lambcrtum Grimaldi,ihren Vetter, der von obbemcldtem Rainer,» II herstammete, vermählet war. Indem dessen jüngerer jodn, An. tonius Grimaldi, die linie der Herren von Antibes und Cagnes, lind ^iLrquisen von Cordons, rc. stifftete. Er war Herr von Pra» ta,rc. und der Königin Johamiä I von Neapolis Rath, vor welche er auf seine kösten 6 galeren ausrüstete. Er hinterließ Lucam, Herrn von Antibes, Cagnes, rc. Dessen söhn war Nicolaus, von dem dieser Lambertus und Caspar, Herr von Antibes, rc. Von diesem Antonio stammet im ;ten grad ab, Johannes Henricuö Gri- maldi, xr.irquis von Cordon, rc. welcher sich durch seinen verstand und gelehrsamkeit in grossen «Kim gesetzt. Er war Königlicher General-Lieutenant, zu Monaco, und bearbeitete sich nebst seinem vetter dahin, wie er dieses Fürstenthum unter Frantzösische pra- rcS>o„ bringen möchte. Lambertus Grimaldi aber llicces'wte in demftlbigen Fürstenthum theils vor sich selbst, theils aber wegen ftiner gcmahlin. Der König von Franckreich, Carolus VIII, auf dessen feite er sich geschlagen , ernennete ihn zu seinem c-ouv-Eur von der westlichen seile der Riviera cli Genoua. Er starb an. 149;, und hinterließ Johannem II,Lucianum und Augustinum, von welchem hernach. Johannes il diente den beyden Königen von Franckreich, Carolo VIII und Lndovico XII. An. 1 gerieth er mit seinem brnder in einen zanck,und ward darüber von ihm ermordet. Luciamis wardcs vorigen brnder und mörver. Er war anfänglich bey dem König Lndovico XII lind Francifto I Cammcr» Herr. Er widersetzte sich den Piftmern und Genuesern,welche Monaco belagert hatten, nahm diesen letztem Menton und Roquebru- ne ab, wurde aber an. 152; von Bartholomäo Doria umgebracht. Er zeugte mit ftiner gemahlm Anna von Ponteves, Honoratum Grimaldi I ,Iwelcher auf seines vetters, des Bischofs von Grasse, zuratben, die Frantzösische parthcy verließ, und die Oestcrreichische davor erwählte,wovor ihn, Kayfty Carolus V das MarggraMim Campagna und die Grafschafft Canossa in dem Königreich Neavo- !is verehrte. Er starb an. 1 ;8i,>md hinterließ Carolum II, welcher an. 1589 ohnvermähltstarb; Franciscuin, der an. i;8; in Spanien starb, und Herculem Grimaldi 1 .^ Dieser solle ein Geistlicher werden; da aber der todeö-fall ftiner ältesten brüder erfolgte,nah- me er die regierung an, und schützte sich eineMlang darbey, ob- schon ihm selbige die Frantzoftn sehr schwär machten. Endlich ward er an. 1604 von etliche» seiner Unterthanen ums leben gebracht ; und ob gleich Venaftine schreibet, daß dieses aufanstifften etlicher auswärtiger hoher Personen geschehen, so berichten doch andere, daß ein bürger zu Monaco, dessen frau dieser Hcrtzog miß. brauchte,diesen tumult erreget. Er hinterließ von seiner gemahiin, Maria Lands, Honoratum II, von dem hernach. Dieser hatte einen söhn,namens Hercules,welcher aber nicht zur regierung kam, sondern sich an. -651 aus Unvorsichtigkeit erschoß.. Also folgte an. 1662 seinem groß-vater, Ludovicns Grimaldi, Fürst zu Monaco, Dcrtzog von Valmtinois,?^ von Franckreich,von Beaur. Er war den 21 jnl. an. -642 gcbohren, und wurde im namen deS Königs von dein Grafen von Alets,o»uv°rn°ür von Provence, aus der Muffe gehoben. Er folgte König Lndovico XIII in dem Nie. derländischen kriege, hielt sich auch daselbst bey verschiedenen gele- genbciren wohl. An. 1S89 ward er Ritter der .Königlichen erden in Franckreich. An. 1699 ließ er sich in gnalität eines Franyöff- schen Abgesandten nach Rom verschicken, woselbst er mit dem Car- Dddd; dmals- ;8s gri binals-callegio viel Händel hatte, und starb auch daselbst mit diesem ,1,-^Äei- den ; jan. an. 1701. Er hinterließ von seiner gemahlin, Lharlotta Catharina, Antonii, Hertzogs von Grammont tochter, (welche zu Paris den zojun.an.1678 verstorben,) Antonium Gri- maldi, seinen Nachfolger im Heryogthum von Monaco, geboh- ren den 27 jan. an. 1661, welcher an. 1684 Frantzösische kriegs- Lienste, und zwar als Colonel von dem regiment -le Soissons angenommen , und sich an. 1688 mit Maria, Lndovici, Grafen von Armagnac tochter vermählet hat. Beyde haben gantze 5 jähr von einander abgesondert gelebt,bis sie sich an. 1697 wieder mit einander vereiniget; sie sind aber ohne erben. Sein bruder,welcher an. 1669 gebühren, wird gemeiniglich der Ritter von Monaco genen- Net. «ke ßenesl ör kill. Qrim. xcntis srkor. r-lo. Le kill. llc llrovcnce. §/-c»er. op. Ueralg. I. r c.;?. L-r. ?. 2 p. 774. ,/e, ^»^4 r„ ^>. 716. Lr'ccr'o/r epirome genesl. Orimsill. genlis. Grimaldi/fAugustimis) Bischoffvon Trasse,Abt von Lerins, Königlicher Rath und Almosenier, war Lamderti Grimaldi, Fürsten zu Monaco jüngerer söhn, von seiner gemahlin Clandia, so selbigen Fürstenthums erbin war. Er brachte sich durch seine quali- talen in gutes ansehen, vorneinlich an Königs Ludovici XII und Francisci I Hof,verstund auch die wissenschafften und theologie sehr wohl, und war des Cardinals Bembi und Sadoleti besonderer freund. Als Lucianus Grimaldi, Fürst von Monaco, an. 152; ermordet war, verfolgte er den Mörder bis vor das Kayserliche cam- mer-gericht zuSpcyer, und weil er in Teutfchland wohl aufgenommen wurde, erklärte er sich vor den Kayfer Carolum V, spielte auch demfelbigen, weil er feiner jungen vettern Vormund war, die vestung Monaco in die Hände. Dieses verdroß aber König Frau« cifcum I dergestalt, daß er ibn aller feiner guter, die er in Franck- reich hatte, beraubte. Carolus V gab ihm hiervor das Bißtbum Majore» und das Ertz-Bißthum Oristan, und brachte sthm den Cardinals-Hut zuwege. Allein Grimaldi starb kurtze zeit darauf an. iz; 1, nicht ohne Vermuthung von beygebrachtem gisst. ^-r^s ÜLll. e brist. 5crl!. llclla bigur. Grimaldi / (Dominicus) Ertz-Bischoff und vic-.r.cßzk von Aviguon , Abt von Xlomm-j-ir Icr /erlcr. ü-c. war Iohanuis Ba- ptistä, Herrn von Montaldo söhn und Ritter des güldenen vliesses; er erhub sich aber durch feine meritcn zu allerhand geistlichen würden. Paöst Pius V ernennte ihn zum L-»"m,ll-r>o der kirchen-galeren, auch befand er sich an. i;7i in der schlackst bey Lepantc. Nach diesem wurde er an. iz8i unter Gregorio XIII Bifchoffzu Savona, welcher ihn nach diesem zum Bischoffvon kavillon in der Graffchafft Venaissn, und wenige zeit darauf zum Ertz-Bischoffund vlcs l.cg.->rcn von Avignon ernennte. Er bewieß sich daselbst gar eyfrig wider diejenigen, die es nicht mit der Calho- lifchen kirche hielten, und starb an. 1592. Er hat ein vwumen vo» briefcn hinterlassen, welche nie gedruckt worden. zu«-,/-- Lall. c?krill. Irsl. lscr, <74-o/«i eur z>, Nizza, und Julia, Nicolai Picamilii, nnes Geuuestrs tochter. Er war allbereit bey des vaters lebzeiten Savoyifcher oberster General der galeren, und succecl>rte feincin Vater in dem Ottuv^'nemL»! eines General-Lieutenants der Graffchafft Nizza. Gedachter Hcrtzog von Savoyen machte ihn auch zuni Ritter des ordens 2"n>»icistio,>>8 ^riL, j„- aleichem zu feinem Slaats-Rathe. Wie er denn auch selbigem in den Französischen kriegen gute dicnstc that, und als 8. Esticnne in der Grastchafft Nizza 2 mal nach einander von den Frantzofcn eingenommen worden, eroberte er es beyde mal an. i?9; und 1597 wieder. A». -6oo that er mit dem Hertzog von Savoyen zu Hen- rico IV eine reife nach Paris, und als in demfelbigen jähr der krieg zwischen Franckreich und dem gedachten Hertzoge abermals an- gieng, auch der Hertzog Carolus von Guife mit der Frantzösifchen flotte die vestung Nizza angriff, llckcnllirte er stlbige tapffer. Er ge- rieth aber nach einigen jähren bey dem Hertzog in verdacht, worein ihn feine mißgünstigen, der Oouvcrncussz» Villa Franca, Badatta, und der Commendant über die schiffe, Martin, gebracht hatten, welcher dadurch vermehret wurde, daß er in dem Mantuanifchen kriege dem Hcrtzog eine starckere garnifon in Nizza zu legen wider- rathen hatte, daher der Hcrtzog auch stlbst nach Nizza reifete, und unter dem scheine, als wenn er den folgenden tag feinen auch dahin kommenden Printzcn entgegen ziehen wolte, ihn mit aus der stadt führte, und nach Villa Franca nahm, da er ihn an. 161; arrestircn und nach Turin führen ließ, doch endlich gegen einräumung seiner schlösser bey Nizza und Überlieferung feines fohns auf freyen fuß stellte, feines xouvcrnem-n» aber zu Nizza entsetzte. Sein söhn entkam nach einigen monaten, und begab sich zum vater, welcher au. 1617 mit dem Hertzog in neuen Unwillen gcrieth, deren Ursachen zum theil gewesen, daß er von etlichen landen louve-sin sey,,, „nd solche nicht unter Savoyifche Hoheit ziehen lassen, auch sich in König Ludwigs des XIII von Franckreich schütz begeben wolte. Es gab ihm aber der Hertzog schuld, daß er mit den Spanischen Ministern zu Mayland, Gcinia und Monaco gefährliche anschlage gepflogen, um die stadt und Marggraffchafst Nizza in Spanische Hemde m liefern / ward also der Oouverncu^ zu mit Lvoo mann und einigem geschähe ausgeschickt, sich so wol des Grafen perfon, als stmer lande zu bemächtigen, so auch an. 1620 erfolgte, da denn die Graffchafft coEc.ret, «ndohngeachtet vieler verbitte, solche dem söhne zu lassen, andern dieselbe gegeben, und der loch ausgeschlossen ward. Weil er auch hiebevor gesagt baden solle daß er lieber sich von einem Mohren erwürgen lassen wolte, als dein Hertzog von Savoyen sich üwmimren, verordnete dieser, daß ibn ein Mahometanifcher Mohr,auf einem stuhl sitzend,den 27 dcc an 1620 ttr-nguiiren muste. Er war anfänallch mit Franeisca, Antonii von Provana,Grafen von Leinio tochter,vermählet, und nach deren tod mit Catharina, Johann Friedrichs, Freyhmn zu Man- Seine linder waren, Graf draz,Marggrafen zu Soriano tochter. Andreas Grimaldus und Ludovicus, so jung verstorben stener aber ward hernach in dem innerlichen Savoyifchen krieg,da er auf des Cardinals Mauritii Emanuelis feite wider des Hertzogs Vi- ctoris Amadei wittwe war , durch gedachten Cardinal an. i6zo wieder in seine väterliche guter gefetzet. Als aber an. 1641 der friede erfolgte, konte der Cardinal ihn nicht darbey mrimemren, weil die Hertzogliche mutier diejenigen, so diese conüllffte güter erkaufst, sattsam verträte. Endlich wurde es also vermittelt, daß die Hertzo- gin Andrea Grimaldo zooo cronen zahlte,er aber sich aus dem lande begab,und die fache zur erorterung auf des damals unmündigen Hertzog Carl Emanuels II von Savoyen «»Hören»»»! ausgestellet wurde. gcnesl. srnmonii. an. 1Ü28M 6ouve,ncur der stadt Rom/ und an. löZ4 ZUMOouvs^cmM Pcrouse und Urbino. Er war auch raunn»; in Tcutschland / und hernach inFranckreich. Eben ftlbigerPadst UrbanusVIII machte ihn an. 1642 zum Cardinal. Durch Hintritt des Cardinals Facht- ncltl wurde er ^ecsnus des Larclinüis-coiic^ii, allein er wolte seine kirche nicht verlassen / und nach Rom gehen. Erlhat den armen sehr vtcl gutes/ und starb in seinem Ertz-Bischöflichen xallastden 4 nov. an. 168; im 90 jähr seines alters. xur. gcncsl, kill. Qrim. gcnr. rrkor. Grimaldi/ (Honoratus II) Printz von Monaco undHerßog von Valentinois in Franckreich. Er war an. i?97 von Hercule Grimaldt/ Printzcn von Monaco/ und Maria Landi/ desFm- sten von Valditaro tochter/ gebohren. Sein vater starb an.1604/ aljo wurde er unter der vormundschafftfeiner Mutter bruders/Fri- derlei Landi/ Printzcn zu Valditaro gehalten. Dieser ließ sich bewegen/ rn diefcstung Monaco Spanische bcsatzimg einzmiehmen/ daß also auch dieser junge Prrntz in Spanischer behalten/ und als er erwachsen/ von dem König Philippo IV zum Ritter des goldnen vliesses gemacht wurde. Weil aber die Spanier noch immer seine fcstung besetzt hielten/ dergestalt/ daß er selbstnicht Herr in seinem land war / so suchte er in geheim mit Francrretch zu rractiren/worzu ihn denn Johann Henricus Grimaldus/Herr zu Courbons aus Provence / »och mehr animirte/ und von Fran« tzosticher feite alle ^lim-uirr versprach- Endlich schloß er den rs >un. an. -641 mir Franckreich einen geheimen tractat.Es bcqunte Mp der Oouvesneu in demMahla'ndischcn/derGrafzuSirvella/elNtge vnibrzxc zu fasse,, / und befahl dem Qou vclucur zu Nizza/ wenn er etwas mcrckcn würde/ den Printzcn nebst seinem söhn zu arrestiren/ und nach Mayland zu bringen; allein die bliese wurden >-Ei- p ren Nachdem er hieraus durch eine listige erfindung einen theil der Spanischen garnison aus der festung gelockt/ und viel von leinen lernen helmlich hinein gebracht hatte/ überfiel er unversehens die übrigebcsatzung/ und brachte sie dahin/ daß sie den ort gaW ltch verlassen mnsten. Er wurde hieraufso fort von den Frantzosen imt »lchrcrm volck versehen/ und ob gleich die Spanier alles anwendeten/ ihn zu bereden/ Schwcitzcrische bcsatzung einzunehmen/ ergab er sich doch unter des Königs von Franckreich Sion. und nahm Frantzösische bcsatzung ei». Wiewol thmnim der Koiug von Spanien die ehemals verehrten landlchafften in dem Königreich Neapolis entzog / so machte ihn doch der König von Franckreich / welchem er in Person auffwartete / zum v»- und r--- von Franckreich/ und gab ihm an. 1642 verschiedene andere lanv- schafflen / ncmlich das Hertzogthum Valentinois und die Baeonie Duis rn w-uc-KinL; ferner das Marggrafthum Dank und oll Herrschafft 8. Rcmy in Provence / endlich die Graffchafft Carda- lcs und Herrschafft Calvimont in dem gouverncmenr von M»- Weil er auch den Ritter-orden vom güldenenvlieffe zurück gesckM gab er ihm seine beyde Ritter-orden des heil. Geistes und s-W> ch aelis. Daneben machte ihn der König zum General über 4 M'' tzösiiche galeeren / fo in dem haftn von Monaco aufFranWM Unkosten allezeit nntcrhalken werden solten/ und gab ihm das^m- w^ncic, über die 400 Frantzosen / so in Monaco zur bcsatzung wurden- Im übrigen ließ er ihm die völlige >Eem,mtat/ uns fernem söhn ward eine Frantzösische compagnie nebst 9°°° wm jährlichen emkommens zugestanden. An. that er eine "nc tzirch Pari? / m seiner abwefenheit aber starblhm sein sühn- M, i66o wohnte er der zufammenknnfft beyder Könige von Franckmch Und Spanien auf der sasanen»insül bey/ und erhielte durch den Pyrcnarschen frieden alle seine in dem Spanischen gebiete gelegene guter wieder. Er starb endlich den i r dee. an. iS6i. Seine ge» mahlin war Htppoltta Trivulkia/ Lhcddori Trivultii/ Grafen zu Mcltzo tochter/ mit welcher er einen eintzigen söhn zeugte/ Her- eulem/ Marggraftn zu Daux und Campagna/ der sich aber an. -sei aus Unvorsichtigkeit selbst erschoß/ daß also dem groß-vater dessen söhn Ludovicus kuccenirte. um. g-urs-. c-rimaiu. -/er r» Grimaldi/ (Lucas von) ein Genuesischer vom Adel/ hat verschiedene verse gemacht/ so unter den Pro vincialen befindlich/und soll sich an. l;o,, selbst umgebracht Haben. vi-u-t xoer. provc»;. jähr alt war. Marinus Grimani / desselben Cardinals Vetter/ war an. 1517 Coschuror des Patriarchats von Aqni- leja. Clemens VII machte ihn an. 1527 gleichfalls zum Cardinal. Er wurde in vielen Verschickungen gebraucht/ und starb endlich im sept.an.1546. Sein bruder/ Marcus Grimani/wurde an-1529 Lorlljucoi- zu Aquileia/ und starb an. 1545. Der Cardinal trat endlich das Patriarchat Johanni Grimani ab/ welcher an. 159» starb. Ein andrer/ Marinus Grimani/ war an. 159; vorder Republic/ und starb an.-600. Antoniüs Grimm«/ Dt- schoss von Torcello in dem staat von Venedig / wurde an. 1613 Hcrmolai Barbari co-njuwr in dem Patriarchat von Aquilcja. Er a,cce<ürte ihm an. 1622/ und starb zu Venedig an. 1623/ da er über 70 jähr alt war. unf. a ^u,i. «-/. LllriLnlcUcr tövve. Grimani/ (Dominicus)von Venedig / Cardinal/Bischoff von Porto und Patriarch von Aquilegia/ Anton« Grimani >ohn. Er wurde von fugend auf in wichtigen Verrichtungen gebraucht/ wie er denn auch unter den vieren vom Adel war/ so von der Re» puvlic ernennet waren / Kayser Fridcricum III durch ihr gebiet zu geleiten. Alexander VI machte lhn an. 149; znm Cardinal. Er hak sich ins besondere durch seine grosse liebe / die er an seinem Vater/ Antonio Grimani/ erwiesen/ bekandt gemacht. Seidiger- war^ocur-ror von 8. Marco und General über die Denetianische fivlte/ weil er aber die s»->ren derMpublic wider die Lumen nicht zum besten geführet/ und die stadt Lepanro verrohren/ wurde ergefangen gesetzt/und sehr hatt gehalten. Der Cardinal/ srin söhn/ otLnrtc sich an seine stelle ins gefängmß zu gehen; als er aber solches nicht erlangen konte/ erwteß er seinem vater allen ge» horsam/ brachte es auch dahin/ daß er völlig wiedereingesetzt wurde. Der Cardinal Grrmani that hierauf der Republic Venedig grosse dienste/ und starb den27auq.au. 152; im 6; fahr seines alkers. Er warein lrcbhabcc der studien/und hinterließ eine schone bibliothcc. Er hat etliche homilien Chrysostomi aus dem Griechischen ins Lateinische übersetzt/ auch andere wercke hinterlassen. t. ; A ü. I.-L vi«. Ven. Lr-coo«,«-iutz^icxsn- teripr. Icc. i6. Grimani. (Johann Baptista) Nachdem er von seilten ersten jähren an sich in den Waffen versucht, wurde er in dem Candiam- schen krieg von den Venetianern als vroveNicoe von der armr-i- dein berühmten Thoma Morossni zugegeben; da er denn an dessen glücklichen -xp-ciitinnen, sonderlich wider den vice Rs von Algier, kl-k-m-t cel-bi, grossen antheil hatte, auch mit 2 gallionen demselben zu hülste kam, da er mit einem eintzigen schiffgegen 4 <- Tür- ckische galeeren sich so lange, bis er getödtet worden, tapffer ge- wehrct, worauf Grimani diese grosse anzahl der Türcken zurück zu weichen nöthigte. Nachdem ihm seine Republic zum General- Capitain gemacht, that er den Türcken in den insulu, so sie auf dem äccliipciLZc, besassen, grossen schaden, legte sich auf eine so vottheilhaffiige art vor die Dardanellen, daß die stadt Constanti- nopel in grossen Mangel an lebens - Mitteln geriety , bloquirte hernach die Türckische siotte in dem Hafen von Scio, und da ihm solche durch Unachtsamkeit seiner spionen entwischet, bemächtigte er sich bey Scisme vieler mit v» 5 tu-iiien beladenen llüguc,,. welche nach Canea hatten segeln sollen. Nachgehends gieng er vor da-pc,« ä, XumznU. und ivürde solchen ort unfehlbar erobert haben, wenn er nicht die Albaneser, welche denselben zu land belagerten, vor starck genug, damit fertig zu werben, und hingegen sich selbst Vor rühmlicher gehalten hätte, die Barbaren in der ins,st Scio Wligreiffen. Allein, indem er allzu viel thun wolle, richtete er die- sesmal gar nichts aus, und muste vernehmen, daß die Albaneser durch die Türcken vor der oberwehnten vestung hinweg getrieben worden. Er selbst, da er einige zeit hernach aufs neue nach den Dardanellen stgelte - würde in dem gemäßer vor Pfakä durch einen hefftigen stur»« überfallen, wvrmnen er Nebst seinem und rt» ÜlMll ündeken zu OMs elosu caprc* jLIuLrrli p- Grimani / (Vinccntius) ein Cardinal , gebMen zu Venedig den 26 may an. 1652. Sein vater war ein kwone daselbst, sein« mntter aber aus dem Mamuanischcn Hause derer von Gonzaga. Damit er die bisher bey seiner familiegewesene, und absonderlich von dem Cardinal Dominics Grimani hinterlassene benMci, erlangen möchte, trat er gar zeitlich ist den gerstlicheN stand, und weil er in seinem Vaterland wenig deforderung vor sich sahe, so gieng er nach Mantua, allwo er eine schwester hatte, welche eines Marggrafen von Guastalla gemahlin war. Daselbst half er zwischen FerdinäNdi III, Hertzogs von Guastalla jüngster Printzeßin, Maria Victoria, und Vincentiv Gvnzaga, einem Fürsten von einer neben - linie eben dieses Hauses, und zwar mit sehr vortbeil- hafftigen bedingen vor diesen letztern, eine heyrath stifften. Davor wurde ihm die von dem jetzt-gedachten Vmcemis zuvor besessene Abtey von Lucedia in dein Moniferratischen gegeben, deren jährliche einkünffte auf 25000 stuw gerechnet werden, und wovon er nur 50-00 als eine rei'ci-virte jährliche p-mi«n sich abziehen lasse« durffte. Hierauf fand er gelegenheit, bey den ergötzlichkeiten des Venekianischen carnevals die absonderliche gewogenheit des Hertzogs von Savoyen, und nach einiger zeit, durch frühzeitige ent- deckling der zwischen dem Frantzösischen und dein Mantuamschen Hof vorgehenden -ncrigu-n, auch die grinst des Hauses Oesterreichs sich zuwege zu bringen. In dieser letzten letzte er sich noch vester- als er selbst eine reist nach Wien that, und unter anderen ei« grosses beytrug, daß an. 1690 der Hertzog von Savoyen mit in die grosse alliantz wider Franckreich trat) Die pMenlwn dieses Hertzogs aufdie nomwiicw» der in seinen landen befindlichen Biß- thümer und Abteyen, stcnndirte er mit grossem Nachdruck; dagegen man an dem Savoyischen hos die Vermählung seiner schwestep sohns, des jungen Marggraftn Gonzaga, mit einem reichen Gräflichen Fräulein von Trorti, beförderte. Der eiffer - den er nach- gcyends aussvielfaltige art vor das Oesterreichische Interesse er« wicß, bewog endlich den Kayser Leopölbum, ihn zu der Cardinals» würde zu nomw ren, die ihm auch an. 1697 den rr jul. Inuo» centius XII würcklich ertheilte , worauf er den 7 apr. des folgenden jahrs den Hut persönlich empfieng. Eben dieser Pabst, desse» parthey er bey den damaligen streitigkeiten mit dem Kaystrlichett ^mbsKÄöeür > Grafen von Martinitz, zu nehmen schien, versahs ihn mit einer ansehnlichen Abkey in dem Mayländischen. Er gab aber in seinen folgenden Handlungen noch so viel wichtige probe« von einer wahrhafftigen Neigung vor die einmal erwählte Parthey, daß ihm eine geraume zeit die Kayserliche angelegeüheiten an dem Römischen Hof aufgetragen wurden f da er denn vvrnemlich zu der an. 1707 bewerckstelligten eroderung des Königreichs Neapolis mit rath und that sehr viel, ja wohl das meiste contribuirte z dahero man ihm zu ehren folgendes-liltiction machte l Lermsm vivcuoc Lcwis, l^u menre triumz>iiäs^ Iltis llsbcrur pLliiiÄ» corovs l'lbi. Als es bald hernach zwischen dem Päbstlichen höf lind dem Kaysee Josephe zu öffentlichen feindseligkeiten kam, that ek aufs neue dem letztern so gute dienste, daß er zUM Q--L»ciL von Spanien,' wie auch zum c >ce. ns von Neapolis erklärt wurde. Diese Wn- Äion trat er den ; jul. an. 1708 würcklich an, und verwaltete sie Mit grösserer Vergnügung seiner Principalen, als des Römischen Hofs und vieler Unterthanen, bis den 24 stpt. an. 1710, da er an einer verhaltung des nrins zu Neapolis mit tod abgieng. Sei« cörper wurde nach Venedig geführt, und daselbst in der kirche w 8. r^nccfco U-ÜÄ v-!gn-> begraben. Er war ansthnlich von Person, sehr wohl in den ftaats- angelegenheiten, bingegen sehr wenig in anderen wiffenschafften erfahren, ein guter Hof-mann» auch folglich kein ftmd von ausserltchem Pracht uns von ergötzlichkeiten, dabey von einem sonderbaren pwegEe, und überaus geschickt, weit-aussehende eonsiu» so wohl zu fassen, als zu ende zu bringen. Diejenige, so ihm nicht wohl gewollt, haben ihn injondetheit eines allzu grossen Hochmuths beschuldiget, ingleichem daß er mit allzu viel absieht auf seinen eignen nutzen > und mit allzu wenig aufrichtigkeil diejenige dinge traciirt, wodurch er sich empor ge- bracht. 0/ Lome pt 591. Meec«ee /,r/rorrz^e. /» L/c/ c-i/mo, ries Lrr-sce,. Grimberae« / ist eine. alte Baronie, welche an. 162; dasp--«. Uicar einer Grasschasst von König Pbilivp I V in SvamenbekomeN, inBbabant nahe bey Brussei noro-wartö geirgcn.Dic eMe belyte ge. hört dem hauß Oranicu,die andere aber der famckc von G'ameö.Es ist etwas sonderliches,baß Nicht die eyr-gebohrne,-andern olc lungst- aebohrnc darineü succediren. Der vornehmste or c m derjelben helft gleichfalls Griitchctgl-'tt, ivobey sich eitle schone ^Mev besinnet. cttriinmä/ eine stadt, schloß Und amt, im LeipMer cranß des ÄW-»»» s—>»--! V AL stn zuständig. Sie ligt ai, der Muida,; meiienvoi! Lem'g, weiche stadt aus den Grimmischen meA rMächstn; den« Sachsen keine stadt bat. Ihren nameü kan m-M,o«bl ach bc-im aus der Wendischen spräche herleite«; obgte.ch solwrm Remee- cins und Dresserus eine vecwaudschafst mit den, Itm-awschek Cremona zuschreiben wollen. AufdeM Glosse haben nuttrschirdr liche der alten Marggraftn von Meisten rc. auch Churfürst^, und Fürsten ;84 gri Fürsten refldirt, wie denn Churfürst Ernst und Hertzog Albrecht von Sachsen darauf gebühren worden, und deßwegen sich sonder, lich gerne des orts aufgehalten. Das ehemalige Augustiner-kloster hiefelbst haben die Churfürsten Moritz und Äugustus samt allen rinkünfften zu der von Merfebnrg dahin irLnul-rirten Churfürstli- chen land-schule gegeben/ welcher land-fchulen; in Churfürstlichen Sächsischen landen sind; nemlich diese, die zu Meisten und die Pforte bey Naumburg / welche 2 letzter« gleichfalls von gedachtem Churfürsten gestifftet worden. Es ist eine 3uperi»ren6ur zu Grim- ma / unter welche 29 pfarren gehören. Die bürgerliche Nahrung bestehet im feld-baii/bienen-fchaf-und vieh-zucht/ bier-brauen, boltz- tuch-nnd zwirn-handel; vor diesem aber ist eine grosse Niederlage und kauffmannfchafft hier gewesen. Die stadt hat viel durch das feuerund waffer,sonderlich «11.1429 und 157; erlitte»,auch im ;o- jährigen kriege viel ausgestanden. copogr. 8äx. 5 »^. x,. 99. pmcir. Uiüi. p. >8; ig. Grimmenstein / ein Frauen-kloster Reformirter fchwestern des ordcns ä. Francifci ; in dem Canton Avvenzell gelegen. Es ist an. >408 gestifftet, an. 1668 aber schön aufgebauet und erweitert worden. Vriinmenstein / siehe Gotha. Grimming / ein Freyhcrrliches geschlccht in Kärndtcn und dem Ertz-Bsscvmn Oaltzburg, welches schon an. i;;o bekannt gewesen und sich um die mitte des i; i-rcui, i„ die noch florircnde Häuser Nieder-Rain und Stall vertheilet hat. An. 1499 war Balthasar Grmmüng von Stall Hof-Marschall bey dem Ertz- Dischoff zu Saltzburg und hinterließ 1) Carolum, der anfangs Dom-Probst zu Gurck und hieraufBischoffzu Cremona gewesen. 2) Iohaniicm, welcher die väterliche cK^-Zc- erhalten, und unterschiedliche kinder gezeuget,von denen Hieronymus Hauptmann zu Dietenberg,und Balthasar Landrath m Kärnthen worden. llcmm. ?. I üc;. Grimnitz/ein schloß und iagd-hauß in der Mittelmarck an dem see und fluß Welse, ist wegen des an. 1528 (nicht an. 1529) zwischen Brandenburg und Pommern endlich getroffenen erb-ver- glcichs berühmt. Nahe dabey ligt das kloster Ioachims-Thal/ wo Churfürst Joachim Friedrich an. 1607 den 2; aug. ein gym-ia- Lum gestisster, so aber nachgeheuds »ach Berlin verlegt worden. krcull. »nä LrLniicnk. llasrr gccigr, Icon. co LlcÄ. krLuci. x. ;r. jnr. puki. I. z- c. 7 n. 98. Grimoaldus/Hertzog von Bcnevento,wurde an. 662 oder an. 66; nach Ariperti tobe zum Konig der Lombarder erkläret. Denn als dessen beyde söhne, Godcbert und Pertharit, sich mit einander um die crone zancketen, nahm Grimoaldus die gelegenheit in acht sie allen beyden aus den Händen zu reisten. Dann narhdcme er sich gestellt, als wolle er Godcberto hülff leisten, und deswegen mit seinen trouppcn zu Pavia eingenommen worden, erstach er ihne unter dem schein eines gcsprächs mit einem heimlich zu sich gesteckten dolchcn. Pertharitus aber nahm ssine Zuflucht zu Chaaano, der Avarer König, oder, wie andere sagen, in Franckreich, Grimoald. war ein überaus kluger und wüthiger Herr, schlug die Francken durch eine krieges-list, indeme er, wie vermalen Cyrus, in seinem lagcr alles voll aufließ, und sich stelle,als ob er aus forcht vor ihnen davon flöhe; aber da sie nun mit wein und speisten überfüllt, ausser stands waren,sich zu wehren, solche unvcrsthcns überfallen, und fast ohne gegenwehr tod geschlagen, daß kaum etliche wenige davon kamen. Auch triebe er den Griechischen Kayser Constantem von der bclagerung inner stadt Vnievcnto ab, schlüge ihne zwcnmal, bey Capua und Nola , und machte seinen gantzcn feldzug unfruchtbar. Als der Hcrtzog Lupus sich meistcr von Friaul gemacht, vermochte Grimoaldus Chaganum dahin, daß er ihn aus der Provintz trieb ; jagte aber Cbaganum durch seine imNguen bald sclbsten fort, und schreckte ihne sonderlich dadurch, daß er in angesicht dessen Gesandten seine kriegs-lemc verschiedene tage nach einander musterte, und, da er deren an der zahl wenig hatte, immer die vorige, aber mit andern Waffen nnd kleidungen, erscheinen ließ; woraufjcne ihren Herren versicherten,daß GrimoalduS gar eine grosse macht auf den deinen hätte. Sonst brachte er auch lctstlich die Franckcn aufscine feite, welche sonst willens waren, Perlharito hülste zu leisten, und starb an. 67;, nachdem er 9 jähr regieret hatte. rc^»o lrLÜL I. 2 9. 4;. llc O. knngok >. 4 c. 5; >8: I. 5 c. s. cic 6. krsnc. I. 4 c. Zi. Üiöüo,/,. * Griinoaldus / Hertzog von Bencvento, ein söhn Aragisi. Ob gleich sein vater so offt wider Carolum VI. r-voi-ixt hatte, gab ihm Carolas doch das Hertzogthum nach dessen tobe wieder. (») Er war auch anfangs Carole» VI. getreu , und wolle mit Adalqiso, des Lougobardischeii Königs Desidcrii söhn nichts zu thun haben, (b) Auf die letzt aber ccir,cls>»i»i lrte er mit den Griechen , ward aber von Pivinö zur gebracht, siehe Pipinus König in Italien. (2) in ckron. (c>) LF,»/,. 2»»2>. 2ci 2. 788. Grimoaldus / Pipini von Landen söhn, luccccb'rte dem Vater als ^joi- gnmnz in Austrasien. Otto, welcher Sigcberti vfleg- vatcr war,suchte selbige stelle, und machte ihm auch solche aautze ; jähr streitig, biß ibn'Grimoaldus durch Leutarium , Hertzog in Schwaben,hinrichten ließ. Hierauf nahm seine gcwalt und Herrschsucht dergestalt zu, daß er den König Sigebcrtum bewog, seinen söhn zu Satiren - wiewohl der König bcssd daraufstlbst einen söhn zeugte, (siehe Sigebertus II.) Nach Sigeberti tob ließ er best sen söhn Dagoberts eine platte scheren,schickte ihn nach Inland in ein klostergmd gab vor, daß er gestorben seye, woraufer die s-topri. »n des Königs Sigeberti kund machte, und seinen söhn unter den gn namen CWeberti zum König von Austrasien pmcl-mlrte Alle!» er ward bald von seiner gcgen-parkbey gestürtzt, von dem Nn 2 Clodovao in Neustria nebst seinem söhn gefangen genommen unS hingerichtet. -LrMor»«« I. 4 c. r. 86, L8, L in kill. Llovis l r. ^ Grimoaldus / Pipini Heristalli in Franckreich söhn. Er war unter dem König Childeberto II und Dagoberts III k tich im apr. an. 7-4 über dem grabmaal s. Lambekti. Er hinterließ einen natürlichen söhn, namens Thibaldum, welcher bey Dagoberts III klaZiller ?2>2tii war,und an. 741 ermordet wurde. L-. lla krsnccirum. Hnnalss ^Ltensex. Grimoard/ ist eine vornehme und Adelicbe familie in Fmnck- rcich. Wilhelm von Grimoard, Freyherr von Grisac, Versml, 8. Privat und Bellegarde hinterließ ; söhne,deren der älteste, Wilhelm,unter Urbani V »amen Pabst wurde, Angelicus wurde Cardinal , und noch einer,dessen »amen unbekannt,setzte das geschlecht fort. Er besaß 12 dörffer, welche König Johannes durch des Pabsts Urbani V Vermittlung von allen anlagen und dunst«, be- freyete. Jacobus Grimoard von Beauvoir,Grcssvon Roure, kr-r- guiz von Grisac rc. beyrathetc Jacauclinen von Montlor,und hatte unter andern kindern Scipioncm Grimoard von Bcauvoir, Grafen von Roure, ru-i-guis von Grisac, rc. Dieser war Königlicher General-Lieutenant in Languedoc, Oc-urerncur zu Pont 8. Eivrit, und Ritter von den Königlichen orden. Er starb den ifl ian.an. 1669 zu Paris, und hinterließ einen söhn , welcher der Graf von Roure gencnnet ward. in noc. Lcl vir. Urb. V. kNL«». 6ä!l. ziurj?. O2II. ckrill. Griinoardus / (Angelicus) gebürtig von Grisac in Franck- rcich, war Cardinal und Bischoffzu Avignon, einer der vornehmsten Prälaten des 14 L-cuii. Er war Wilhelmi söhn, widmete sich gar jung dem geistlichen stände,und begab sich unter die Augustiner- mönche. AIs sein älterer bruder, Wilhclmus, unter dem namen Urbani V Pabst wurde, machte er ihn anfangs zum Bischoffvon Avignon, und den 18 fept.an. i;66 zum Cardinal und Tischest von Albg. Nach diesem wurde er an. i;68 Lcncrs>-vic-mu>. jg Romandiola, und der Anconitanischcn Marck, muste aber nach des gedachten Pabsts tode dessen Nachfolger Grcgorio XI darvon tt- chcnfchaffr geben. Er hielte nachmals Clcmentis VII parthey, und starb den 1; mart. an. 1; 87 zu Avignon. Er wandte feine meisten einkünffte auf gute stifftungen an. 02!!. cimll. 4». kill. cie, Larclin. Grimsby/ eine stadt an der ste-feite in der östlichen gegend M der Grasfchafft Lincoln, 24 Englische weilen von Londe» gelegen, wird von einem oder Bürgermeister und 12 Aldermämiem oder Raths-herren regieret. Vor Zeiten ist sie ein guter bandels-vrt gewesen,ehe der dastge haven verschlemmet worden. Sie hatte ein- castell,und 2 kirchenwon welchen nur noch eine übrig ist, die wegen ihrer grosse mehr einer dom-ais schlechten pfarr-kirche ähnlich stehet. L-imsienr klirrn». Grimsel/ist ein Alp-gebürq zwischen dem landWallis und dem Berneristt,en Haßle,that,aus welchem man über diesn berg rgrvf- fe weilen zu gehen hat, hiß man aufGesiilcn in das Walliscrfland konunet; Im winter ist er versehiieyct, und auch im fomiucr selb- sten hat man grosse müh dene zu psckwcn; Er ist ein arm des Gvlt- hardls, ans welchem die Aar entspringet. Hertzog Bcrchwld IV von Zäringen ist darüber gezogen , als er an. 118° feine rcbcllilche Walliser zu paaren treiben wolle; Er konte sich aber ohne schaden kümmerlich darüber mkmen. Man findet schöne meiste und rothe Crystallcn darauf, se«,?,//. >. » x. 542. L.«. 1. p II-. Uc /rlpik 0 . ir. * Grindall/ (Edmundns) ein Engclländer, welcher an. iziA gebohren. Er war anfänglich Capellan bey Ridley dem MHE zu Londcn, und wurde durch ihne an König Eduardum Vi acom. mk»cliret. Allein, als dieser Herr kurtz darauf starb, gierig Grmeau in Tcutfchland, damit er der gefahr entgehen möchte, welcher die Protestanten unter der Königin Mariä rcgicnmg unterworne» waren. Als er au. i zöo wieder zurück kam, gab ihm die KomM Elisabeth das Bißthum z» Londen. An. i; 7 ° wurde er Crtz- Bilchoffzn Dorck,nnd; jähr daraufzu Canterbury. Er stardan. i;8;. Grindclwald / ist ein dorff samt einem beyliegenden thalsir dem Berncrifchcn oberland, zwischen dem Bncntzcr-mid Thrmer- fce,darinnen Uspunncn und Eichi liegen. Es sind dämmen r ec- rübmte Gletscher; der einte und kleinere liegt hinter Interlaam/ zwischen den bergen Eigen und Mettcnberg , und hat an snnm rücken den hoben fchneeberg Ficfchhorn. Der andere und grMrc füllet das zwischen dem Mettenberg und Schreckborn oder chn tcrhorn gelegene that. Diese leuth gehören zu dem klostcr lacke», welches dieses that an. 1270 von Walther und Gerpar von Efebibach um marck stlbcrs crkaufft hat, ivle siedannnM) heut zu tag dieser Land-vogtey einverleibet sind. Sie haben m. 1 z 28 der Religion halber eine anfruhr erregt, und ihren v> eoigc c Jobanncs Holtzmann, verjagt; als ihnen aber die stadt 44r!>m einigen ri-»u^pcs zuzogen, krochen sie alfobald zum Crrutz, un neuerten den vorigen gehorsam. l- 8 ?- 247 l>- ziogrgsik. l4c!v p. rk. kill. p. r4' * n- ^ Grinstead oder Greenstad / ist eine marckstadt in der Grat- schafft Sllsser in Pevenfty-Rape, welches das recht hat ments-glieber zu erwählen. Bißweilen wird allhier em pwv.nc.,! gerichts-tag gehalten. Es hat dieser ort eine schöne kirche, und li- gct den gräntzen von Lmrrey zu. Lri^n,,. Griphon / ein Franciscaner aus Flandern, undnrokcüor rkea- zu Paris. Er wurde von dem Pabst Sirto III in Orient geschickt , damit er die Griechen und Maroniten von dem berge Li- bano zur Catholischen kirche bringen möchte. Calirtus III ernen- nete ihn hierauf zum Patriarchen der Orientalischen kirche. Er starb an. 147; / und hinterließ itinerarium rerr« tsnÄL; er soll auch einiges in Syrischer spräche geschrieben haben. Lrlien. krsnc. cie INN. Nac. 1. z c. ü. ciü fcri^r. orll. tvlin. x. irS. Gripho / war Caroli Martelli dritter söhn von feiner andern gemahlin der Sunichilde. Sein vater hatte ihn anfänglich in der theilung Übergängen / hernach aber ihm eine kleine porno», so von seiner brüder Pipini und Carolomanni ländcrn abgenommen ward, gegeben. Nach des Vaters tode entstund deßwegen ein krieg, entweder weil Gripo mit seinem antheil nicht zufrieden seyn wolle, oder weil ihm seine stieff-brüder das seinige nicht gönneten. Sie giengen demnach insgesamt auf ihn loß, und als er sich auf die K>r. rrcsse Lavn rccii itte, wurde er daselbst von seinen brüdern gefangen genommen, welche ihn zu Chateauneuftn Ardenne eingesperret. (->) Pipinus, sein anderer brudcr, setzte ihn nachmals wieder in die vorige freyheit, hielte ihn sehr wohl an seinem Hofe, und räumte ihm zu seinem unterhalt einige Grafschafften ein- (i>) Allein gleichwie die ->mt>üion dieses Printzen durch seine gefängniß nicht zu dämpffen war, also konte selbiges noch weniger durch wohlthaten geschehen. Dannenhero als Pipini bruder Carolomannus steh ins kloster begeben, suchte er dessen gehabten antheil, nemlich Austra- sien, an sich zu bringen, und beredete die Sachsen, ihm beyzutret- te». Aber Pipinus gieng ihm entgegen, und schlug die Sachsen. Weil aber eben damals Odilo Hertzog von Bayern gestorben war, iMnte stch Grippo dahin, bekam des Hcrtzogs sohn Thassilonem mit seiner muler gefangen, und weil er von seiner eigenen muter Sunichilde, die eine Bayrische Printzeßin war, p,L-c.nii<»i tormi- ren tonte, machte er sich selvst zum Hertzoge. Allein Pipinus gieng wiederum auf ihn loß, bekam ihn gefangen, und -^Niimi-te Thassilonem; doch tractirte er Gripponem abermal mit grosser gelindig» keit, fübrete ibn in Frankreich, gab ihm die stadt Mans und dar- bey noch 12 Grafschafften in Neustrien ein. (c) Doch Grippo machte sich auch zum dritten mal darvon, und gieng zu dem Hertzoge in Aquilanien, ward aber von Pipmo, der inzwischen König worden, bald wieder verjagt; woraus Grippo sich zu den Longo- barden ---'«-im, wolte, aber an. 75; aufdem wege nach Italien in dem Maurienner thale von Pipini leuten ermordet wurde. (6) zc! Ln. 74(bzci ,111. 7^7. (c7 Lnasl. ( als er aber solche nicht erhielte, citirte er besagten Gris vor das Parlament zu Paris, welches so dann wegen crmanglung zulänglicher bcwnß- gründen verordnete, daß beyde partheyen ihren streit durch einen ducll schlichten sollen; dieses geschahe auch an.'1287 zu Paris auf dem Catharinen-platz hinter der kirche, in gegenwart des Kö.ugs und einer grossen menge volcks. In demselbigen duelle behielte nun Johann von Carouge den sieg, und bewog alle zuschauer zu glaube» , daß er eine gerechte lache hätte, und die dame unschuldig wäre ; damit also die Ungerechtigkeit seines widersächers recht erem- plarisch abgeflraffet werden mochte, so wurde des -le Gris cörper dem hencker übergeben, der ihn nach Montfaucon schlechte, und daselbst an den galgen knüpffce. i. z. c. 4;. Grisant / (Wilhelm) ein Engellander, war,ein berühmter ktZiticmLrNus in dem 14 li-cu!c>. Die meisten Engelländischen ssrip- rmer. als Baläns, Pitseus, auch Vossms und andere betrügen sich, wenn sie sagen, daß er in Franckreich gekommen sey,;» Montpellier -^ciwt, und sich zu Marseille gesetzet habe, allwo Wilhel- mus, Abt von 8. Victor, so hernach unter dem namcn Urdani V Pabst worden, von ihm gebohren worden. Allein alle andere res selbiger zeit versichern, daß Pabst Urbanus V, der Wilhelmus Grimoardus, Baron von Grisac gewestn sey. Er bat geschrieben lle gusclrzcurs circuli; cls <;uslirsritzu8 ; Ue ll^n>Ucäiion>dus eorum; cle mzgnicucline tolis; chsculuin ; Uo caulU ignorsn- NL, Lc. L4/E 6c cls script. LnZI. siehe Mich (FriMSNrdUS und Urbanus V. Grisler / von andern Geßler / war Qouvern-ur des landes von Schwytz und Ury, welchen Kaystr Albertus I dabin gesetzet. Allein, als er sich durch seinen Hochmuth und strenge regierung verhaßt machte, und seiner autorität mißbrauchte, so gar daß er befohlen seinem auf dem marckt aufgesteckten Hut eine gleiche ehre wie ihm zu erweisen , und zu Altdorss ein schloß mit dem namen Zwing Ury unter die stägen: erbauen lassen, gab selbiges dem Wilhelm Tell und andern aelegenheit zn rev« nren , welcher auch diesen Grisler mit einem pseile tödtcre. lle rez>. tt-lver. 1.1 » 8. 4;. Grissau / lat. «rissovlum, eine Fürstliche Abtey in dem Schle- ssschen Fürstenthum Schweidnitz, eine meile von Landshut, inn- nrm schonen thäte, unweit der Böhmischen grantze gelegen. Sie 9 " ist ehemals Benedietiner-ordens gewesen, an. ir-r aber von dem Hertzoge Bolkone und Boleslao zu Schweidnitz den Cistcrcieniern emgeraumet worden. An. 1426 ist sie von den Hußiten verwüstet, und 70 geistliche umgevracht worden. In dem jährigen kriege ward dieses rloster, nebst der unvergleichlichen bibliothec, verbrandk, es ist aber an. iü;8 und in den folgenden jähren wiederum aufgebauet worden, worzu an. 1692 die neue K-,ici„te 8. Josephs kirche gekommen, so völlig mit des berühmten Willmanns gemahlden ausgezieret. Scki. -Krön. ulk. mo»»n. Lillcrc. II. Gnttr / eine von den edlen Venetianischen familien der andern classe. Sie hat einen Doge hervor gebracht, namens Andream, von welchem m dem folgenden articul. Eben derselbe ist der erste seines geschlechts gewesen, welcher die würde eines von 8. Marco an. 1509 erhalten. Der andere, welcher an. 1578 dann gelanget, war Alexander Gritli. Es hat auch einer aus diesem Hause das Ertz-Bißthum von Corfu besessen, und in dem jähr 1474 wird eines Generals zur see, namens Tridano Gritti, crwehnt, welcher den Türcken Scutari abgenommen, und dessen lcichbe- gangniß durch die gegenwart des Doge und des Senats beehrt worden. An. 1622 hat sich Petrus Gritti als NmbLiUclsur an dem Kayserlichen Hofe befunden, 4, gu gouvcrn. gs Veniie p. 9 , „8,140,;4Z. kiii. v-ner. I. 4. Gritti / (Andreas) Hertzog von Venedig; er kam durch seine Verdienste zu den wichtigsten bedienungen der Republic,hatte in den damaligen kriegen der Venetianer stäts einiges cnmmsncio, ward auch von den Frantzosin einst zu Brescia gefangen und nach Franckreich geführt, aber wie die Republic sich mit dieser Crone vertrug, wieder erlassen. Endlich ward er nach Antonii Grimani tode an. zum Herkoge erwählet, und regierte mit grosser klugheit sast iü jähr zu einer für Italien sehr schlimmen zeit. Vor seiner wähl hielt er es beständig mit den Frantzosen, nahm sich aber ihres Vortheils im geringsten nicht mehr an, nachdem er Doge worden. Er starb an. 15; 9 in dem 8c> jähre seines alters. r,k,alki llicassr. p. ior. Gritti/ (Ludovicus) war von dem in dem vorhergehenden articul erwehnten Venetiansschen Hertzog / Andrea Gritti/ als der. selbevor seinererhöhungsich zu Constankinopel befunden/ mit einer Lurckischen sclavin / ausser der ehe erzeugt / und hernach mit großer sorgsall aufferzogen worden. Insonderheit hatte er sich/ ausser der Italiänischen / die Griechische und Llirckische spraach/ vollkommen bekandt gemacht/ auch zu Padua in andern wissen» schafften einen guten gründ gelegt. Weil er zu Venedig kaum vor einen blossen cuk^mo oder bürger würde haben paßirenkönnen/ so trieb ihn die chr-degierde/ zum theil auch das verlangen nach seinem gcburts-ort/ in die Lürckey/ allwo er durch seinen verstand/ wie auch durch die in unterschiedenen begebenheiten erwiesene tapf- ferkettdermaffen empor kam / daß er / ungeachtet der Christlichen Religion/ worzu er sich bekenneke/ des Lürckischen Kaysers So« lymaniii II/ wie auch seines liebsten Ministers / des Groß-Veziers Ibrahim / Hertz gleichsam in seinen Händen halte. Dieses bewog so wol die Turckcn/ als auch auswärtige/ zu einem grossen rcUeÄ gegen ihn / und die Republic Venedig trug kein bcdcnckn / ihm das pr«a>cLi durchleuchtig zu geben- An. 1529/ als der gedachte Sultan die stadt Ofen erobert/ ließ erden Gritti mir zooo Türcken zurück/ um dieselbe wider den Römischen König Ferdinan- dum zu beschützen. Der Ungarische gkgen-König/ Johannes a« Zapolia / harke ihm den schütz / den er von der Olromanischeir pforte genoß/ grossen theils zu dancken; dannenhero ihm derselbe nicht nur die würde eines Ungarischen ertheilte / sondern auch die verwaltung des gantzen Reichs mit dem timl eines c-u». verneurs anvertraute; wobey er sich mit grossem Nachdruck lnainre- nirke/unddie/ so ihm zuwider waren / am leben oder auf andere art bestraffte. An. i-;n that er eine reiß nach Constankinopel und beförderte einen stillstand zwischen dem Römischen König Ferdi» nando und Johanne-l--Zapotta. An. izz4 gieng er mit etlichen 1000 Janitscharen und Spahis/ wozu hernach noch viel andere tcouppcn stieffcn/ durch die Wallache» und Moldau/ allwo sich die Hospodarcn selbst vor ihm demüthigen musten/ wider das Für- stcnthum Siebenbürgen/ welches er vor sich selbst zu erlangen gesucht haben soll. Ja es sind etliche der meynnng gewesen / baß ee Johannem ->- Zapolia umzubringen und die Ungarische kröne sich äuffzusetzen vorgehabt. Allein er that gleich zu ansang der Sieben» bürglschen expeckrion seinem rühm und seinen absichten sehr grossen adbruch dadurch/ daß erden Bischoffvon Waradcin/ Emericum Cidacum/ welcher über Siebenbürgen gesetzt und dem Lüi ckischen ince^iN: zuwider war/ auf eine unverantwortliche art ermorden ließ. Dieses verursachte eine so allgemeine Verbitterung wider ihn/ daß er in wenig tagen biß 5000° mann gegen sich in den Waffen sahe. Er rckirirtesich in die stadt Wegies oder Medwisch/ und alZ man ihn darinnen belagerte/that er einen sehr tapffern widerstand. Als aber endlich der ort mit stürm übergieng/ und er mit der flucht sich zu retten suchte/ siel er in der Wallachen und durch dieselbe in der Siebenbürger Hände/ welche ihn den 23 sept. an. i ?;4 öffentlich hinrichten liessen/ und zwar so/ daß ihm erst beyde Hände / hernach aber der kopffabgehauen ward. Einige melden / daß man ihm früh die arme / mittags die füsse / und abends den kopff abgehauen habe- So wird auch berichtet / daß seine scharffrrchtec in seinen betn-Neidernvor400000krönen edelgesteinegefunden/ welche sie aber aus Unwissenheit sich nicht zu nutz gemacht. Seine zugleich mit ihm gefangene söhne Antonius und Andreas (von welchen der älteste durch Johannem -i-- Zappolia eine reiche Abte» bekommen hatte) wurden dem Moldauischen Fürsten Petro aus- II theil. Eeee geltes» 586 gro gelieffert/ welcher sie beyde/ ungeachtet ihrer Unschuld und rühmlichen eigcnschafftcn / aus haß gegen ihrem vatcr/ gleichfalls aus dem weg räumen ließ. Johannes uc Zaypolia bezeugte/ daß er an allen diesen proceciu-'en nicht den geringsten antheil gehadr / und entgieng dadurch der schwären räche / womrr ihn der Lürckische Kayser Solymann II deßwegen bedrohet. ciu xouvern. u- Venile. llill.!. lk. <^>cio,n. pfnrie !. 4 . Grob/ (Huidrieus) von Zürich / Pfarrer zu Schcrtzingen/ Obcrglatt und Stein am Rhein/ war ein furtrestichcr Poet / der rimge pockische iLdoreJn druek gegeben; Seme meiste fachen aber sind hin und wieder von seiner eigenen Hand/ auch etliche gantze -am, anzutreffen / sonderlich das leben und thaten berühmter Männer/ gcist- und weltlichen stands/ vor und nach der Reformation/ m kiirtzen und schönen lateinischen versen deschrieben.Er schriebene- ben deine : Oarmcntcculacü ; iic- cemc-a,»a-Zr,r„ci>nu,i> in otsicio paikv- raii; kuncdcia in ovicuiii kiiilippi Laronu all .alco - 8axc> öcc. LottrÄZ. lcllola D'g. * Grobbcndonek / ist cincVaronic mit einem schloß inBra- band/ zwischen hier iindHcrenlals/ an der kleinen Neethe/ gelegen. Zu den zelten des Kaysers Caroli V florirtc einer von Grob- bcndonck als Baron von Wcsemalc und nrctor,ec ocncm, der Königlichen finantzen in den Niederlairden. Dessen söhn Conrad von Grobbcndonck Königlicher Rath / - o,nm,nllcu>s und Ober- Auff- sehcr der Finantzen in der Grasschafft Flandern ward an. i soo zum Freyherr» von Hobvckc gemacht. Anron von und zu Grob- dendvnck / Königlicher Spanischer Kricgs-Ralh / Ovuvcrncur zu Hertzogenblisch rc ist an. i6or in den Freyherren - an. i6-,7 aber in den Grasen-stand erhoben worden / und hat auch den Ritter - ordert von 8. Jaeod erhallen. Grocinius/ (Wilhclmus)war cin Engclländcr/ welcher in Italien die Griechische spraach von Demetrio Chalcondvla / und die Lateinische von Angclo Polikiano wohl erlernet/ auch selbige am ersten zu Oxsort zu lehren angefangen hat. ucic. i'.r,- lann. p. qi-l-i-s/mr»- (iccroi,. p. 172. Orssttt- Oermano-Oraicia p. rz;. « p'l'o:, lliid. Oxon. Groddeck/ (Gabriel) war an. 1672 zu Danhig gebohrcn/ wo sein vatcr Albert Groddeck ein kauffmann war. Nachdem er in seiner juqcnd die stcißig gelricbcn/gieng er nach Leipzig/ und ward daselbst an. 169; r^-iguic-. auch bald darauf c-mg^- Nü coNe^ü L. leizria.- vic^iiii«, und dabey brachte er durch seinen steiß der Preußischen '»cd», jhvc fast verlohrnc mivvcgia wieder. An. iüy5 reifte er nach Holland und Engelland / von da nach Franckreich/ und hielt sich eine Zeitlang in Paris auf/ allwo er von vielen gelehrten grosse sreundschafft genoß / und sonderlich beiden! Lndovico llc Uongliccue gelegcnheit hatte / sich in der Arabischen spraach vollkomincn zu machen. Nachdem er die vornehmsten städte des Königreichs besehen/ qicng er über Genua nach Florcntz und Rom/ von da kam er endlich wieder nach Leipzig. Daselbst ward er an. l698Nrurcl1oc iirecaluca- 1'2l,„ullic.c: öc uu. OkicmLi. An. -üyy berief ihn die stadt Dantzig zum pcot-m-rc pvi- Io5opI>,L pcim-r llnd praÄica.-, und trua ihm dabey das MMiorlieca- ri-r auf. Kurtz vor seinem lod ward er zum NkoscM ce iioguac. Ocicm ernennet/ konte aber diese bcdtcnung nicht antretlen/ werl er an. 1709 durch die zu Dantzig graßtrende pcst hingerissen ward- Er war ein mil-glicd der Preußischen socictat der wissenschafftcn. Ausser etlichen ctaicrr^iion,du? , als : llc)uci.ri5 prap»r,„m arrcalicn- tibu»; cio lcriproriduslilltoc. Polo,,. ; cic co, c,u»ci jutlum ctl circa ror- rncnra vclNca; c>vlcrvario»u,n tnigiiiarium rrizz ex Iiitkoria Nicraria, hat man sonst nichts von ihm auffzuwciscn/ dascrn er nicht etwas in Kl5t. hinterlassen. In den »cUs crulliwrum sind von ihm um das jähr 1693 viel -«rase verfertigt worden- L-Lüo,/-ec kom. I. Grodicius/ (Johannes) ein c-anonicu; aus Ermland in Polen / war des Cardinals Osii aomctUquc. welchen er nach Rom und auf das Concilium zu Tridem begleitete / allwo er Cyrilli vlicrotdiymicani caicckcscsaus dem Glicchischcn in das Latein übersetzte/ undan. 1564 puMicirle/ welche hernach Johannes/ Ma.- pokrui von Dourdeaup/ an. 1608 von neuem c-c!>rct hat. L/aro-c-c,- ^circk in clog. Uc>Lt- Not. /-lirLtci cic ,'cripr. i'cc >6. Grodno/ ist eine der vornehmsten städte inLitthaiicn/ in der WoywodschafftTroki an dem fluß Niemcn/ romcil von der Hauptstadt Vilna gelegen. Zum theil ligtsic auf der ebne/ zum theil auf der höhe/ woselbst sie auch ein schloß hat. Der König Stcphanus pflegte allda zu resibiren. Sie ward an. 1659 von den Mvsco» wittern eingenommen und ausgeplündert. Zu Zeiten werden die Polnischen Rcichs-täge allhicr gehalten- Es gibt daselbst ein schönes Jesuiter-coNcZium, auch viel kirchen und klöstcr. kolcin. I-o>on. cictcr. ?o!on. öcc. Groben/ ein Adcliches gcschlecht/ welches in der MarckBran- denburg das Erb-Jägermeister-aml besitzet. Es wird unter diejenige gczählct/ woraus die alten Sachsen die 12 v,c- Herren ihres Königreichs erwehlct/ und soll sich an. 926 in der Marck niedergelassen haben/ nachdem die Wenden daraus vertrieben worden. Henning hat einen strcit/wclchcnJohann vonQnizan mit dcmAbt In Lehnin gehabt / an. 1409 entschieden. Ludwig aufKotzcband/ Mcsederg und Dabergotz war an. i?8o geheimder Rath und Obcr-Cämmcrcr an dein Ehur- Brandenburgischen Hof. Dessen söhn Johann Ludwig/ Chur-Brandcnburgischer geheimder Rath und Dom-Dechant zii Havclberg/ lebte an. -ssi. Otko Friderich gleng an- iü8z / als capir-m vöy der Afrikanischen compagnie zu Embden / um r kricgs« schiffen auf die aold- küste von Guinea in grd Africa. um diese zelt war einer von Groben Königlicher NM. scher General-Lieutenant. An. 1711 war Wilhelm Dom P- M zn Havelderg/ Preußischer geheimer Rath / Ober-Unmainc,'. kpEor, Ober-Kirchen-und Schul-Rath und Landes-Hamt« mann zu Lotdus und Peitz. Zu welcher zeit auch Otto von Groben/ Herr in Marienwcrdcr und Ricfenburg/ aufNeudorf/ Rosinen Königlicher Polnischer und Chur-Sächsischer Lcnecm- uemccE und Albert Slgmund von Gröben aufBaßlick als Obrister mr der cavaücne florittt. ctiron. .VIKrctc. cüwn. Groningen / siehe Grünmgen. Groningen^ eine von den sieben Provintzcn dervercinintm Niederlanden. Lte ist zwar in West-Frießland gelegen/macht aber ctncngantz besondern Staat aus/ welcher seine eigeneMne und gebiethe hat / und worzu Omland mit gerechnet wird. BoMten war es ein Burggrafthum/ und gehörte dem Bischofs von Utrecht, welcher solches von Kayser Heinrich demIII gcschenckt bekommen- Kayscr Maxim,iiamis I setzte bey den damaligen innerlichen m- ruhen der Setermgcr und Vercoopec Hertzog Albernim von Sachsen an. 1494 Zinn erblichen Sladthaiter in Frießland und Grönin- gen. Selbige wider,ctztcn «ich aber dem Alberto / imd beaabensich an. i z°ü unter des Grafen von Ost-Frießland / an. -z 14 abermi. ter des HertzogS von Geldern schütz. Als nun der Hertzog Geor- giuS/ Alberti lohn/ dem Kavscr Carolo V sein rechtwiedmm cc-t-rle/ wurden auch dre Grüninqcr an. iz;s genothiaet/ sich demselben zu nntcrwcrffen/ biß endlich die stadk an. 1594 von dein PruitzenMaurttio erobert/ und selbige Prvvmtz in der vereinigten stetederlandedündniß mit auffgcnommen wurde. Diese Pro- Mutz hat die letzte stimme in dcrvcrsamtung der General- Staate». Sie hat euren grossen Überfluß an schöner vieh-weibe / weil sie mit einer großen anzahl von canälenve,fthen/weiche von Delsziel nahe bey dem außstnß der Eins hergeleitet sind. In dieser Provintzinid, ausser der Haupt-stadt Groningen/ WinscholenmidDam/ keine fonderliche städte mehr zu finden. uc,c,. vc gH p.171. ropoxc. Nclxii p. c»c>. NiU. m-kall. ci'ttoNa„g° p.8o. Groningen/ eine lustige/ mächtige und feste stabt/ unddas Haupt der Provintz dieses namens. Ihren „amen soll sie von den herum liegenden grünen wiesen und düschen bekommen haben; wicwol Zeilcr »inthmassel/ daß solcher von Grnuo oder Gr»»o, dem Herrn oder erbaucr dieses orts / der doch kein Trojaner/ auch nicht des Frisonis aus Indien encke!/ wie etliche gedichtet/ so», dern ein gebohrner Friese gewcseit / herrühre; wie denn dieKie. scn diese stadt noch Grinse nennen. Sic ligt an dem sinß Aa/ der durch dic stadt laufft/ und sich ausserhalb der stadt-maner mitdcm Hnncso vereiniget / so beyderseits schiffe tragen. Sie hat 8 thore/ etliche schone und grosse vor-städte / lustige gärten/ trcflichegc. bände/ breite und schöne gaffen und Häuser/ reiche einwohner/ und herrliche sreyhciten. In der Haupt-kirche/ welche 8. Martina gewidmet ist/ findet man cinc trcstiche orgel/ welche Rudolphus Agricola verserkiget/ und einen grossen starcken thiirn. Anfänglich gehörte die stadk den Dischöffcn von Utrecht/ iiachgebcndsdm Hcrtzogen von Geldern / endlich Kayser Carl dem V. Än.i;;- richtete Pabst Paulus IV daselbst einen Bischöflichen fitz auf/ der aber nicht lang bestanden. An. 1 ? 63 ward sie von dem Graf Ludwig von Nassau vergeblich belagert- An- 1579 brachte der Graf von Renncberg die stadt in der Staaten gemalt. AIs er aber bald daranj zu den Spaniern abfiel / gienq auch Groningen mit an die Spanier über/ biß an. 1591 Graf Moritz von Nassau sie belagerte / und den 2; jul. mit accord eroberte. Von selbiger zeit an ist sie beständig unter der General-Staaten gemalt geblieben. An. 1672 muste dcr Bischofs zu Münster / Christoph Bernhard von Galen / nach einer schwären bclagenmg unverrichtetersache davon abziehen. Es ist daselbst eine berühmte nniversilät/ welche deil2; ang.an. 16,4 von drr stadt und den Omländem angerichtet worden. Der erste «.-Lor ist der berühmte Friesische «Mark»-, Ubdo Emmins/ gewesen/ so an. 162; verstorben. 6,0. ropvAc. p. ys. lopogc. cicc. Äxoe big. m.rall. ci'ddollaiillc. LEdemx Vjl-N. tciccllcn- Ulill lcliutcn-Ü2Ä. ör/k. an. 1701 p. rry. Grönland/ ist dasjenige stück landes/ welches von suden nach osten zu ligt/ und sich nord-wärks von dem vor-gebürqe Farenrel an in das Caledonische oder Schottländlsche mccr ausdehnt/ und gegen Spitzderq und va->va 2-,nK!a z„ erstreckt. Einige haben vorgegeben/ daß es an die grosse Tartarey stossc; allein solches hat keinen gewissen gründ. Ost-wärts hat es das ciß - mecr/ snd-warl» die Caledonische oder Schottländlsche sce/und west-wärts diemeer- enqc/ genannt Christian/ und das so genannte ma--crKriManum, wodurch es von America abgesondert wird. Wie breit es gegen norden zu sey / ist unbckandt. Die Dänische ehronic berichtet, daß es das äusserste theil der welk gegen norden zu sey / und daß werter hinaus keine andere nördliche geqend mehr gefunden werde. Es gibt einige/ welche davor hallen / daß Grönland cjiiswckoolv dem festen land von America scn/nnd zwar solches aus dem gründ/ weil die Engclländcr/ als sie durch die mecr-enge Davis zu schM gesucht / um einen weg nach osten anzutreffen / befunden haben, daß dasjenige / was Davis vor eine meer-enge angegeben/ ein mccr-busen sey. Allein Munck/ ein Dänischer si-vira,,,. welchee durch die nord - westliche feite von desDavis meer- bissen ost-wam zu segeln getrachtet/,ichet m der meyiiimg/daßGrönIand von Am^ riea gany mid qar abgesondert sey. Es sind 2 chronjcken / imnllch dic Jßlandisch« und Dänische/ welche berichten/daß einer/ mit namen Forvaldus/ und sein sohn Erricus/ nachdeni ße in Noriveses eine mord-chgf begannen / nach Wand BoM M §IZ daselbst Cmeus aufs neue einen erschlagen/ fo habe er sich vorgenommen/ ein gewiß land zu suchen/ welches einer von seinen freunden gegen das westliche theil von Jßland zu entdecken Dieses land habe er gefunden / und sey zwischen svorgebürgen bahrn gekommen/ deren eines auf einer insul gegen dem festen lande von Grönland über/ das andere aber auf dem festen land sechsten gestanden/ wovon das erste Huidserken/ das andere aber Huarfge» nennet worden. An bemcldter insul nun habe er zu erst angelandet/ und sie nach seinem namen Erricsum genennet/ sey den qantzen Winter über darinnen geblieben/ und den nächsten frühling hinüber nach Grönland gegangen / welches er wegen der daselbst befindlichen grünen wiesen und bäume also genennet- Nachdem er nun also in einem Hafen/ Erricsforden genannt/ angelandet/ habe er nicht weit davon eine kleine wohnunq qedauet/ und solche Ostreburg genennet; von dar sey er westwärts weiter hingegangen/ habe eine andere Wohnung auffgerichket/ und selbige Westrcbng genennet; den nächst-folgenden sommer darauf habe er sich nordwärts wieder fort gemacht / biß zu einem stein-selsen / Snesiel »derSchneefclsgenannt/ und einen andern Hafen entdecket/ welchem er den namen Ravenssiorden / oder Raben - Hafen gegeben. Hierauf sey Erricus wieder zurück nach Jßland gegangen / und habe eine grosse menge von den Isländern beredet/ mit ihm zu gehen/ welches sie auch gethan. Fast eben um selbige zeit habe Leiste/ Erriet söhn/ in Norwegen geseegelt/ sich daselbst zu Olaus Trug- ger/ dem damaligen König von Norwegen / begeben / und ihm von der güke des landes / welches sein vaterentdecket/ Nachricht ertheilet. Daraufhabe ihn der Konia von Norwegen lausten lassen/ und nebst einem Priester wiederum zurück zu seinem vater geschickt/ um so wol denselvigen / als auch das bey ihm befindliche volck in der Christlichen religion zu unterrichten. Die Dänische chronick berichtet/ daß Erriet nachfolget' / nachdem sie sich vermehret/ in das land weiter hinein geganqcn/mid unter den bergen sehr fruchtbare Hügel/ wiesen und stüsse gefunden/ Grönland indasost- und westliche eingetheilt / und in jenem eine stavt mit namen Garde/ gebaut/ welche nachgehends zum Bischöflichen sitz gemacht/ und mit einer dem heil. Nicolao gewidmeten ktrche sezieret worden. Nachgehends hätten sich ihre nachkommen noch weiter ausgebreitet/ und noch eme stadt gedauet/ unter dem namen ' Albe. Die Jßländische chronick gedenckek noch einer stadt in dem östlichen theil von Grönland / Skagcforb genannt / desgleichen einer kirche/ unter dem namen Korskirk/und 2 oder; klöster/ anbey meldend / daß die Grasschafft Wesirebug oder West - Grönland/ von gewissen wilden leinen/ Skrcglingres genannt/ bewohnet worden. Als dergestalt Grönland unter den Königen von Norwegen stund / »nisten sie einen jährlichen trjbut geben; allein an. ir;6 wegcrten die Grönländer dem König Kl.ßn» solchen zu zahlen/ welcher eine see-macht in selbiges land ausrüstete / und es unter seinen gehorsam brachte. Nach aller bekänkmß ist dieses gewiß/ daßGrönland einen grossen Überfluß an vortrMcher waydc/ unzählig vielen pferden/ grossem und kleinem vieh/ Hirschen/ renn- lhicren/ wölfen/ fuchsen / schwachen und meisten bären/ u.d. g. wie auch eine grosse menge von wilden vögeln / und sonderlich grauen und weiffen salckcn habe. Ferner bcmercket auch die Iß- iändische chronick / baß die liiffl in Grönland viel lemperirrer als in Norwegen gewesen- Allein es scheinet/ daß an. N48 eine grosse pestileritz/ die schwache pest genannt / alle Norwegische und Dänische schiffer und kanfleuke anffgerieben habe/ aus welchen dazumal die Grönländische compagnien dieser Königreiche bestanden. Dieses hat ohne Zweifel verursachet / daß nachgehends die schiffarthen nach Alt-Grönland lange zeit unterblieben/ und darüber das land gäntzlich verlohnen worden. Nach der zeit sind verschiedene andere theile von Grönland durch Martin Forbiffer und Hudson / so beydes Engellänbec / Johann Muncken aus Dane- rnarck / und andere mehr aufs neue entdecket worden / welche an . verschiedenen orten lente angetroffen / die aber so wild und unbändig gewesen / daß man sie durch keine geschcncke noch caresscn hat höflich und sittsam machen können. Die manner sind fett und hurtig in ihrem thun / haben oltven-färbige gesichtet'/ und brauchen zu ihren Waffen kurtze bögen und schleudern. Die weibs - Personen binden ihre haar hinter die ohren / um ihre angesichker vollkomm- sich sehen zu lassen / welche gemeiniglich blau und gelb gemahlet sind. Ihre kleider sind von sisch - häuten gemacht/ und milden nerven- oder sehn-ädern der fische künstlich zusammengenähet; und die hemder / beydes der männcr und weibcr/ sind aus den eingcweiden der fische zubereitet/ und auf gleiche weise genährt/ sehen aber sehr garstig und unflätig aus. Einige von den Dänischen see - fahrem haben verschiedene Grönländer mit hinweg ge« führet; allein / ungeachtet man sie an dem Königlichen Hofe sehr freundlich tractiret/ so ist doch die begierde nnd liebe zu ihrem vat- terland bey ihnen so groß gewesen / daß sie sich darüber / daß man sie nicht wieder dahin ziehen lassen / zu tod gegrämet / und gleichsam Zusehens verschwunden. Besiehe die von Grönland / welche dem i» zugeschrieben worden. )->»« spccimkn iNgnU, pcrllsniicüc reils. kcicNreibunß Nt>. r csp. 4. civilis üb- 6 z §. 8. in cliron. 6r«nlLn6. 47 -»',e«, itineiLiium Zpirrbcißsni vessus ücc. Grösbeck / (Girard) ein Cardinal und Bischoff von Lüttich, war aus der familie der Baronen von Grvsbcck in dem Hertzog- ibum Geldern, welche an. 1674 zu Reichs-Graftn gemacht worden. Seine eitern liessen ihn wohl erziehen, und wurde er anfänglich < 7 snc>nicus, nachmals vccznus, und endlich an. 1546 Bischoff U Lüttich. Er war den Protestanten sehr zuwider, weßhalben ihn wregomis Xlü an. 1578 zur danckbarkeit zum Cardinal machte. gro 587 TrsIarbdenrFdec.an. i;?y, und wurde in der Haupt-kirche m ^ rouces les rerrcs cju Zrstränr. ^^5^(EirE/Greutsch/ ein ehemaliges vestes schloß mrt dem tltui einer Grasschafft, so an der Elster in dem Leipziger crayß Pegau gegen über gelegen, und dem tapffern Helden Graf Wiprechten zugestanden, dessen geschlecht an. n;6 ausgestorben. Nachgehends ist es von dem Abt zu Pegau, deme es der Kayftr übergeben, zerstohrt worden, doch führt der dabey gelegene und den Freyherren von Rechenberg zuständige marck-siecken noch jetzo diesen namen. Noch ein vestes schloß dieses namens lag vor diesem an der Mulde auf einem berg, eine halbe meile von Erlenburg, welches den Pfaltzgrafen zu Sachsen und Herren zu Sommcrse- burg gehöret, nachgehends aber an Marggraf Dietrich zu Landsberg und Laußnitz kommen, der es an. 1184 seiner andern gemah- lin Cunigundä zu einem leib - geding verordnet. Heut zu tag befindet sich an dessen stelle ein adestch hauß, denen von Güntherod gehörig. procir. tViisn. Isnll rtir. ciiroik. L-rr>r>L kill. yslmvv- Äm. küent». riiron. Grolaye 6- Villiers / ( Johann >») ein Benedictiner aus Franckreich, und nachmals Cardinal, war Bischoff von Lombes, Abt von 8. Denis, rc. Er bediente verschiedene wichtige in Franckreich, und verrichtete 2 amb-ss^en. Ludwig XI schickte ihn als Abgesandten in Spanien, allwo er an. 1477 mit Ferdinands friede machte; König Carolas VIII aber schickte ihn nach Rom, allwo er an. 1490 starb. Er hat einen cominenc-num über den mLznirum fenrenriscum hinterlassen. Groll/ Groenlo oder Grolls/ eine kleine aber veste stadt in der Grasschafft Zütphen an dem fluß Sling, gegen die West- phalischen grantzen und dem Bißthum Münster zu gelegen. Um das jähr 160; eroberte der Marggraf Spinola diesen ort, die Holländer aber nahmen ihn an. 1617 wieder weg. An. 1672 bemusterte sich dessen der Bischoff von Münster, muffe ihn aber bald darauf wieder hergeben. ve.Z, vviill. Lkoils. Grollerius / (Johannes) war gebürtig von Lyon aus einer guten und alten familie. Von seiner jugmo an hatte er sebr grosse Neigung zu den , machte mit Gutlielmo Budäo, der schon all war, gar genaue freundschafft, und ließ, als er kriegs-Zahlmei-- ster bey den Französischen trouppen in Mayland war, dessen buch sile zu Venedig an. 1522 bey Aldo Mcmutio drucken, und erlangte durchgehends bey den gelehrten in Italien grosses ansehen, so, daß ihme auch Cölins Rhodlginus seine snrigu-L ieü»-oe, zu» schriebe. Als er nachmals wieder in Franckreich kam, und daselvst die stelle eines Schatzmeisters bekleidete, sammlete er eine vor- lrefliche bibliothec und ein incdaillcn - cabinet, worvon die erstere nachmals zertheilt, das letztere aber von dem König erkauffc, und dem Königlichen einverleibt worden. Ob nun qleich'Grollier gantz unschuldig lebte, wurde er doch durch seine feinde angegeben, und es hätte nicht viel gefehlt, er wäre um all das siinige, ja so gar um sein leben gekommen, wofern ihne nicht der berühmte Advo- cat Cbristophorus Tbuanus bey dem Parlament zu Paris inik Nachdruck deftndirt hätte. Er starb endlich zu Paris den 22 oct. an. i;6; im 86stcn jähr seines alters. Es ist auch aus selbiger fa« misteN Servieres, ein lreflicher!^eci,»n,cus. berühmt, welcher ebenfalls in Lyon ein sehr schönes cabinet von allerhand raritäten, darum insonderheit viel von ihme selbst verfertigte oder angegebene stücke sehenswürdig zusammen gelegt hat. ssss 1. z8. «/k t»Vl. Irrnc. cicr bibl. eloZ. cic l.ion. »nciq. cle elogss r. i 9. ,96. * Grona / siehe Grünn. Gronaw / ein fluß in Schleßwig, entspringt in dem Llmd- torfftharde des amts Tondern, und fallt ohnweit der stadt Tendern in die Widaw oder Tonderau. l-ss-Kr. voa Lcblclvv. unll ?. 2 c. Gronovius/ (Johannes Fridericus) ein berühmter koly- stiko-, war an. 1611 zu Hamburg gebohren, und ließ in stinrr an- noch zarten jugend eine unbeschreibliche lust zu dem studieren von sich blicken. Als er zu jähren kam, legte er sich aufdas ju§> »-s/xle auch die -miguitäten fleißig. Nachgehends durchzog er Deutschland , und wendete sich von dar nach Italien und Franckreich, allwo er die gelehrtesten lente seiner zeit gesprochen. Endlich begab er sich nach Holland, und ließ sich zu Deventer nieder. Hierstlbst rccommencstrte er sich durch verschiedene schrifften , daß er endlich an des Daniel Heinsii stelle zum krokir«,,- stillorisrum und elv- ljuenriL „ach Leyden beruffen wurde. Er lehrte daselbst mit grossem lob, bis er «0.1671 den 28 dec. verstarb. Er hinterließ 2 söhne, Jacobum und Theodorum Laurentium, deren jener anfänglich Professor zu Pisa, und nachmals zu Leyden worden. Seine vornehmsten schrifften sind : lli-lrib- IN Srsrium; libri oklerv-rionuii, rres; monobiblo; obf-rv-riooum in k-ripror. ecclsf; I-ber cte kellere rüs. Ferner hat er viel tcripwrez cisllicos mit Noten ellirt, worunter Livius und SmecaTragicus. -?>ss s6l. Gronovius / (Jacobüs) war an. 164z zu Deventer gebohren. Sein vater, der berühmte Johannes Fridericus Gronovius, nahm ihn mit sich nach Leyden, und unterrichtete ihn mit grossem fletß in den kum-woribus und der rechks-gelehrtbeit, tieß ihn auch darauf nach Engelland reisen-' In diesem Reich machte er sich die bibliothequen zu Oxford und Cambridge wohl zu nutz, und Eeee -» zzeriech 588 gro geriet!) in der gelehrtesten lcute , als Pocockii , Pearsonii, Merici Rasauboni, und anderer bckandtschafft, wie denn der letzte in seinen armen gestorben ist. Nach seiner zurückkunfft gab er den i'oss- bium mit seinen und derer oi-ubonorum anmerckungen heraus, dahero man ihm in seinem rosten jähr eine urok-iinr- stelle zu De- venter antrug, die er aber, weil seine begierbe zu reisen noch nicht gestillet war, anzunehmen sich weigerte. Dahero gieng er mit dem Holländischen Gesandten Paabs das folgende jähr nach Spanien, und so dann nach Italien. Daselbst wurde er durch vorspruch des Kardinals von Medices und des Magliabecchi an Chimentelli stelle zu Pisa ?rnki.-ss»r, allwo Norisius sein cou-Zs war. Allein er tonte daselbst nicht lang bleiben, sondern gieng nach r jähren nach Venedig und Padua, und von dar nach Teutschland, um daselbst von seinem vetler eine reiche erbschaffl zu holen. An. 1679 wurde er als ?rokeNör nach Leyden beruffen, und seine antritts - rede wurde daselbst so wohl aufgenommen, daß man seine besoldung gleich um 400 fl. vermehrte. An. 1702 wurde dieselbe wiederum erhöhet, und da erhielt er auch das amt eines Q-ogr-plit der Leydischen academie. Er hat unterschiedene vocsrloncs, als nach Padua und nach Kiel, ausgeschlagen, und ist an. 1716 aus betrübniß über den tod seiner jüngsten tochter zu Lcyden gestorben, da er eben noch zu rechter zeit mit dem nciw, den hernach nach seinem tod sein söhn heraus gegeben, fertig worden, Sein ältester söhn ist DoLior me- tlicinL, der andere aber, der ein sehr gelehrter und geschickter mann ist, hat sich der rechts-gelehrtheit ergeben, und wird die von seinem vater hinterlassene c-llnon-i von Griechisch- und Lateinischen scribenten ans licht stellen, bat auch allbereit sechsten eine gar währt - geschätzte ausgab des Iustini drucken lassen. An Jacobs Gronovw ist hauptsächlich sein gantz unerträglicher stoltz,zu tadeln, und die bittere, beißende art, womit er allen gelehrten überhaupt, sonderlich aber denen begegnet, mit denen er streit gehabt, als : Fellero, Perizonio, Js. Vostio, Fabrelto, Blancardo, Clerico, Küsters, und anderen. Die von ihm heraus gegebene bucher derer alten ruro,um. und die von ihm selbst verfertigte schrifften bc- lauffen sich bey nahe auf 4°, und kan deren verzeichne in seinem elogio, so in den aÄis eruciilorum von an. 1716 eingerückt worden, nachgelesen werden. 171s. * Gronsfeld / ist ein kleiner ort, mit dem titul einer Grafschafft, in dem Hertzogthum Limburg, eine Teutsche messe von Mastrichc, gelegen. Er ist in dem 15 seculo durch Catharinam, die letzte dieses geschlechts, an die Grafen von Brouchorst gekommen. An. 164; wurde er durch die Hcßischen völckcr eingenommen, durch der stadt Lüttich trouppen aber bald wieder recuperlrt. Le/e». sse magn. Loloii. 1.2 ^>.16,. Gronsfeld. (Grafen von) Diesen titul führet eine kr-nclie aus dem Gräflichen hauß von Bronchorst, wie oben schon gemeldet worden. Als Jodocus, Graf von Bronchorst, den der Kayser Rudolphus II zum Grafen von Gronsfeld gemacht, an. i?88 ohne kinder mit tod abgieng, so nahm sein brudcr Johannes diesen titul an. Er vermählte sich mit Sibylla, Gräfin von Eber- stein , und erhielt dadurch einen theil von dieser Grafschafft. Er starb an. 1617, 2 töchtcr undz «ohne hinterlassend, davon der älteste war Jodocus Marimilianus, Graf zu Gronsfeld und Eber- stein, von welchem ein eigner articul; er starb im sepr. an. iüsr. Die mit Anna Christina von Hardcnroth erzeugte kinder waren 1) Otto Wilhelm, Graf von Bronchorst zu Gronsfeld und Eber- stein, rc. 8»L'2SZncur und Gcneral-r'icsriu! des Bischoffs zu Osna- brügg; 2) Johannes Franciscus, des Heil. Röm. Reichs Graf von Bronchorst zu Gronsfeld und Eberstein, Freyherr zu Dattcn- burg, Anholt und Rhimburg, Kayserlicher gehcimbder Rath und Cämmerer, General-Feld-Marschall, Inner-Oestcrrcichischer Kriegs-Präsideut , und Obrister über ein regiment couraßir-rcutcr, hat in dem an. 1699 gecndigten Türcken - krieg viel ehre eingelegt, an. 170; und 4 commandirteer in Bayern, qerieth aber wegen übergab der vestung Paffau mit dem Cardinal von Lambcrg in großen streit. An. 1716 ernennte ihn der Kayser Carolus VI zum Gouverneur von Luxemburg, dahin er sich auch heruachmals begeben. Als seine erste gcmahlin Eleonora, Ferdinandi Fridcrici Egonis, Grafen zu Fürstenberg tochter, gestorben, hat er sich mit Maria Anna, Grän» von Töring Jltenbach, im febr. an. 1706 im kloster zu Jltenbach vermählt; ;)Erncstus, so an. 1678 in der belagcrung Freyburg, 4) Johannes Philippus Felix, so in gleichem jähr in der belagcrung Philippsburg geblieben; ;) Anna Justiua, und 6) Clara Sibylla. Gronsfeld/ (Jodocus Marimilianus, Graf von) Chur- Bayerischer Gcncral-Fcld-Marschall. Sein vater war Johann, Freyherr zu Gronsfeld, Battcnburg und Bronchorst, so an. 1617 gestorben,seine mutier, Sibylla, Gräfin von Eberstein. Er sechsten aber wurde von dem Kayser Ferdinands II in den Rcichs-Grafen- stand erhoben. Nachdem er von iugend auf in Baycrijchc» und der Catholischen issguü diensten gestanden, stieg er von einem oiNcio zu dem andern, bis er endlich Obrssler wurde. An. isrz gieng er unter dem General Tilly in Nieder-Sacbscn, und ward von dem- felbigcn auf den crayß-tag zu Brauuschwelg geschickt, um die ab- vanckung der Nieder-Sächsischen crayß-völcker zu nisten. An. 1626 ward ihm von demselbigcn General die belagcrung der stadt Cassel aufgetragen, auch diente er in dem Nieder-Sächsischen kriege,und halffan. 1629 den mit König Christians IV in Dänemarck vorhabenden frieden zu Lübeck beschließen. Er wohnte an. 16; i der belagcrung von Magdeburg bey, nicht weniger der schlacht bey Leipzig, und ward nach deren Verlust von dem General Tilly commandiert, den Weser-stxom zu beschützen. Er hielt sich daselbst sehr wohl, nahm Verben und andere örter ein, -«->jm>x>rte sich mit dem gro General Pappenheim, und wvlte Calenberg entsetzen, wurde ^ von Hertzog Georg mit schaden^-pouffret. Er oicng hL c ^ Westphalcn, und nöthigte den schwedischen General Bandit zurück zu ziehen. Er entsetzte hierauf die von Hertzog Geor. ich lagerte stadt Wolffenbuttel, und commandirle »ach-na-s wieder der Weser. An. 16); litte er von dem gedachten Hertzog Geo-a als er ihm den paß über die Weser vergeblich disputiret hatte, eim gen Verlust,confimZirte sich hierauf mit den Generalen Böniaska, '. sen und Merode, und wolle mit ihnen die stadt Ha,nein entsetz n worüber er es aber zwischen ihnen und Hertzog Georg den 2«, bey Oldendorffzu einer schlackt kam, in welcher die Kgyserlicl m unten liegen musten. Als hicraufzu ende des jahrs an wn PfaltzgrafWolffgang Wilhelm zu Neuburg das kriegs-ckreA«, um übernommen, und folge,Ids der Graf Johann Götze an. Isis das Generalat m Westphalcn anqetretten , kam er aus würcklicbe kriegs-diensten, hielt sich mehrentheils zu Tolln auf, und ward an 164z sein stamm-hauß Gronsfeld von den Hessischen völckern cni genommen,durch die Luttichischc völckcr aber bald wieder erobert' Er selbst aber wurde, als er von Brüssel nach Bonn zu dem Churfürsten von Colln rcilele, von den Casselischcn völckern an. 1S4- gefangen, von der Landgräfin aber bald wiederum ohne entqcld los- gelassen. Er wurde hierauf Oouv-rn.ur der vestung Jnqolsiach und von Churfürst Maximilians in Bayern nach Paris geschickt um mit dem Konig von Franckreich die Neutralität zu schlieffen Nach seiner wiederkunfft wurde er Bayerischer General-Feit- Marschall, -«„juniore sich mit der Kayserlichenarmee in Böhmen unter dem Grafen Holtzapffcl, und halff die Schweden aus Böhmen vertreiben. Er begab sich hierauf nach einigen sÄl^en in Hessen m die Winterquartiere, muste aber aus selbigen rücken, als die Schwedische und Frantzösischc armee auf das Bayerland Ivß gieng, und so wohl über den Lech als die Jser setzte. Den 24man ward er aufChursurstlichen beseht in arrest genommen,anfänglich nach München, und nachmals nach Jngolstadt gebracht, und ihm schuld gegeben, das erden Lech-strom zu zeitlich verlassen, welches er aber durch vorgezeigte Churfürstliche julsslic-rte, daß er an. 1649 losgesprochen ward. Er begab sich hierauf an den Kayserli. chen Hof nach Wien, und von dar an. 1 üz; auf den Rcichs-tag zi. Regen,vurg, woselbst er auf der Westfälischen Grafen-banck m- r-ociuciret wurde. An. iüüo ward er als Kayserlicher bevollmächtigter geschickten dendreyenNeichs-städten, Aachen, Colln und Dortmund die Huldigung einzunehmen, auch an. 1661 gebraucht in denen zwischen dem Vischoff von Münster und der stadt Munster obschwebenden streitigkeiten, welche er auch nach übergäbe der stadt zum vergleich bringen halff. An. 1662 ward er in abermaliger zwischen der stadt Hamburg und dem General-Rcichs-Postmcister, Grafen von Taxis, gebrauchet, gieng aber im sept. selbigen jahrs mit tobe ab. Seine gemahlin war Anna Christina von Harlhirölh, mit welcher er gezcuget GrafOtts Wilhelm; Johann Frantz; Ernst, und Johann Philipp Felix,samt 2 töchtertt,A»liaJust,na, und Clara Sibylla. L.Lucc. tmdoff 14. ?. Groot / (Gerhard) siehe Gerhardus i^Znus. Groote / siehe Grote. Gropalus / (Joh. Franciscus) war ein p^ricim von Genua, und daselbst an. iz8o gcbohren. Er bezeugte von iugend an eine gar besondere neigung zum studieren, zumal zu der maik-t-und den sprachen, sammlctc auch eine schöne bibliothec, und laa stäls den llucliis ob. Als aber die stadt von den Frantzosen angegriffen ward, zog er sich solches dergestalt zu hertzeu, daß er darüber crkranckte, anth endlich an. I62; starb. xuiLc. z im-g. wullr. c, s;. Q',scrir. I^igur. Gropperus/ (Johannes) war an. 1401 zu Soest gcbohren, und brachte es durch leine gclchrsamkcit sv weit, daß cr i)°,İr der geistlichen rechte zu Cölln ward, und auch viele reiche prabendm erlangte, gestalt er denn an. 1541 2 bis z tausend gülden jährlicher einknnsste gehabt. Er stund bey Churfürst Hermann zu CouN sehr wohl, und hatte grossen theil an den retormLNE-handeln, dae unter diestm Herrn im CöUnischen vorgicngen. Denn aufangnÄ war er von der gelinden kirchen-parthey, und unter denen, die „cli der Protestanten ihrer rctormzrwn eben nicht widersetzten, MW vielmehr bemüht waren, zwischen beyden Partheyen friede zu M- ten. Er setzte an. r z zs das formular auf, nach welchem Cbunms Hermann sein Ertz-Stiffl rctormae» wolte, so aber weder den katholischen noch den Protestanten gefiel. An. i?4> ward crem» darum, weil man ihn vor einen glimpflichen vernünfftlgen mann hielt, von dem Kayser nebst andern zu der Unterredung, je amm" nen defchl zivischcn beyden parthcycn gehalten ward, attserleyen, dabey er den Lutheranern gute Hoffnung von sich machte, un? wegen bey den Catholischen, absonderlich bey Eccio sehr vertgMg war, wiewohl ihm der Kayser das zeugniß gegeben, das cr l,cv ow der Unterredung treulich aufgeführt. Einige wollen ihn gar vor den Verfasser desjenigen buchs halten,das der Kayser den collogm - tcn als eine vorsthrifft künffliger cinigkcit vorlegen ließ, w "der ra neu genügsamen gründ hat. Indessen hatte Gropperus bey da r gelegenhcit mit Buccro eine genaue sreundschaßt gelNMi, m>, weil sein Churfürst dem Regenspurgischen Reichs-lags-lchlM Z folge den ansang zur reform^cion machen wolte, schlug er >W 0 - selben,als ein tüchtiges werckzcug dar;» vor, und war urlarve' . L Buccrus nach Bonn geholt und ins öffentliche lebr-mirt W gefitzt ward. Bald hernach aber änderte Gropperus scm visy ges bezeigen, und ficng an,sich der Cburfürstlichen r-t . V allen kräfften zu widersetzen, schrieb im namen der umverli ar , geistlichkeit zu Cölln das so genannte rvücktjsxa», lies M »uw s -rauchen, an. ic4? aufdem Reichs-tage zu Worms den Churfürsten bey dein Käufer zu verklagn. Nachdem nun dieser seine wurde niedergelegt , seine anbänger auch aus dem capitel weichen mrff- ftwward Gropverus an Friedrichs,Grafen von Wieda,statt ci.äconus und Probst zu Cölln , in welchem stände er im mertz an. izz8 gestorben. Denn ungeachtet ihn Pabst Paulus IV an. 1^5; zum Cardinal erwählet hatte, weigerte er sich doch solche wurde anzunehmen. Sonst ist noch von ihm zu mercken,daß er mit jeinem Churfürsten an. 1 ^ 1 auf dem Tridentinischcn conciiw gewesen, auch demselben zu gefallen, ob er gleich ein Jurist war, mit zum stimmen gelassen worden,dabey er aber wegen seiner heffligkeit und schmähungen auf die gegenparthey zu beschwärungen anlaß gegeben. Zum zeugniß seiner keuschheit wird erzehlt,daß er einsmahls dazu gekommen, als die magd sich unterstanden,in abwescnheit des fzmuu ihm das bette zu machen, worauf er sie nicht allein eiligst aus dem zimmer geiagt, sondern auch die better alle zusammen auf die gaste gemorsten. bist. lle Nurkerso. liiü. l.utkerLn. cie scripr. tec. 16. Grosbeck/ siehe Grösbeck. 6K08I.IsslJ - war Ritter des ordens lle nöcre llsme von dem berg Carmel und 5.Lazari,und wegen seiner tapsscrkeit gar bekannt. An. l6üü ließ dieser orden zu dienste dcsKönigs von Franckreich wider die Engelländer einige teilen ausrüsten, darvon eine narre 6u wunr.csrmei genennet , welche nur mit 80 mann und 12 stücken geschütz versehen,diesem Ritter zu commandiren übergeben wurde. Dieser tapffere Capitain segelte von s. Mako den 1. aug. ab,wurde einige tage hernach an die küssen von Engelland verwors- fen, odnfern dem Cap -le Lesart in Monsbay, und weil ihm zu verschiedenen zeitcn 4 feindliche kauffarchey-schiffe ausfliesten, die aber wohl versehen waren, eroberte er eins nach dem andern. Hernach keß er 2 von denen,die er austrieb, auf die kiippen treiben, und fieng an wlder r Englische tregruen hefftig zu fechten, wurde aber nach einiger -vsnu>Z>- durch die nacht von ihnen geschieden. Alle diese; schonen geschahen den 9 selbigen monats. Den andern morgen stießen ihm z andere ii-cg-umi auf, mit welchen er sich in ein gestecht einlassen muste, worbey er sich lange zeit sehr tapffer wehrete. Er legte sich zu zweyen malen an tue feindlichen schiffe, und tödtete aufdem einen 24, aufdem andern aber 17 Personen, wurde doch endlich nach tapfferm widerstand an dem born seiner kregs«- gelobtet. i/r- 24 aa. l666. Groß von Trockau / ein Adeliche familie in Francken , welche schon an. 9Z4 den thurnieren beygewohnet. Denbeynamen von Trockau mag sie von ihrem sitze dieses namens angenommen haben, um sich dadurch von der Ädelichen familie Groß genannt Pstersfelder, so ehemals auch in Francken fforirt, zu unterscheiden. Zum ersten Anherrn wird Günther Groß gesetzt,welcher mit Gott- fticd von Bouillon wider die ungläubigen zu selbe gezogen, und sich endlich in Francken niedergelassen. Heinrich Groß von Trockau Waran. 148z Abtzu Bantz. Ein anderer dieses namens war an. izoi Bischvffzu Bamdera; WolfPhilipp lebte an. 1614 alsLan- des-Hauptmann zur Neustadt an der Aisch, welche letztere an. iü8z Adam auf Zeilenreuth gleichfalls besessen. Christoph Adam war anfangs Bayreulhischer Cammcr-juncker, hernach Unter-Lands-Hauptmann zu Neustadt, ferner Ober-Hofmeister der Marggräflichen gemahlin, und daraufBayreuthischer Abgesandter an unterschiedlichen Höfen. An. 1692 ward er Ober-Oirc- üor der neuen colonie zu Erlangen, und stifftete aus seinen eignen Mitteln eine Ritter-sc^-le-we .deren „evenuen sich jährlich auf 4000 Reichs-amden belauffen. Mit seiner gemahlin, einer von Linters- heim und verwittibten von Stein hat er viel guter bekommen. Carl Sigmund war an. 1710 Fürstl. Bambergischer Rath und Pfleger zu Milhauß. ücmiii. Qcriii. ?. I. krsnc. resiv. Grosse / eine uralte Adeliche familie in Missen, woselbst sie Ober-und Nievcr-Altenhayn, Goltöritzsch rc. bey Grimme von sehr langen zeiten her besitzet. Friedrich Grosse wohnte an. 996 dem khurnicr zu Braunschweig bey. Heinrich Grosse, der um das jähr i;89 gelcbet, hat von dem Marggrafen Wilhelm die stadt Mitweide ihren zubehörunqcn und 6c> fl. an der Bleiche zu Chemnitz auf seine lebens-zeit erhalten. Christoph Grosse, Ckmr- Eächstscher Hof-Marschaü, halff an. 152; die leiche seines Churfürsten tragen , und an. 1 ?;; muste er die kirchen und schulen in Meisten mit villinen hclffen. Donat Grosse, Onüor und Domherr zu Namnburg, wurde von dem Pabst Leone X schrifftlich ermähnet,sich Luthers zu widersetzen, und andere darzu anzufri,chen. Eva Großin entwich nebst andern adeliche» Jungfrauen zu Luther! zeiten, aus dem kloster Nimvlch. Sigmund Grosse aufAI- tenhayn wurde an. 1^72 von Eustachio von Honsberg auf dem marckt zu Wurtzen in einem duell erstochen. Carl Heinrich Grosse war an. 1716 Königlicher PolnischerObrister. prollr.raun. VVüttxk. liili. Grosse Haf/ lat. slnu? m„gnu^,ein grosser see,welchen die Oder bey Uckermünde in Vor-Pommern tormiret, und allwo der ffuß Ucker hinein fliestet. Er ist 8 weilen lang und 2 breit, anbey sehr fischreich. Grossenhavna/oder Hayna/eine Chur-Sächsische stadt,amt und 8u^er>„ien6cnr: in Mefffen an der Röder, und bey nahe) niei- len von Dreßdcn an den gräntzen der Chur Sachse» und der Lauß- nitz gelegen. Den namen hat sie von Hayn, welches ein gehegter Wald heisst, und sollen die götzen Swantewitz und Zuttiber dieses orts von den Wenden seyn vc«e->ret worden. Peckenstem mey- net,daß allhier ein Böhinischer Königlicher Burg-Vogt vor alkers, als er noch umer der cron Bohmen llevorio» gestanden, feinen sitz gehalten, auch d,e Marggrafen von Missen, sonderlich Fridericus Admorius, rhr Hoflager daselbst gehabt halten. Vor den beyden Zu Meisten,so mit vanr Alberto kriegen müssen, soll die stadt nicht sonderlich bekannt gewesen seyn, bis der Churfürst von Brandenburg Johannes, wecher Alberto w-der die söhne hülste that, von Caspar von Mltttz tapffer von diesem ort abgetrieben worden. Folgends ward sie wieder von Woldemaro,Marggrafen und Churfürsten zu Brandenburg belagert, aber von den bürgern abermals tapffer beschützet. Als aber Friedrich der freudige oder nclmorws gefangen worden, so bekam Woldcmar einen guten theil von der Lausitz und viel Mtßniiche stadte, darunter auch dieses Hayna, so aber nicht lang hernach, als Fridericus ledig worden, wieder in seine gemalt gekommen ist, Um das jähr 1429 sollen die Hußiren die stadt eingenommen , verbrannt und grosse tyranney verübet haben, es ist aber nicht erweißlich, sondern vielmehr gewiß, daß die Böhmen Hayna nicht gewinnen können. An. izz8 oder 1540, soll sie durch brand grossen schaden gelitten haben. Im so genannten dreyßig» jährigen krieg hat Grossenhayna an. 16)7,1642 und 164; von den Schweden anfechtung gehabt, doch ohne eingenommen zu werden. Unter die dasige supennrs-wu- gehören die stadte und flecken Riessa, Muhlberg, Eiflerwerda, Mückenberg,Finsterwalde, Senfflenberg, Crakau und Radeburg nebst 49 pfarreyen. sccursce geogr. Deü»e-r,ro» llci" Lupcrim. LrollcniiL^n. ropogr. 8sx. kiip.p,ioo. ik-g. lliff. ?. e p. ;>7. k liest-. 8 sx. ?. r p. 2z ?. j p- 51- lbigue flöt,, coirimenr. lle relig. vcc 8 c>rgb. Grossen-Rudestätt / ein Sachsen - Eisenachisches dorff mit einem zugehörigen amt, wozu noch das ehemalige amt Rinckle- ben, die Vogtey Schwansee und die cammer-güter Bechftett und Marck-Vippach geschlagen worden. Sie liegen in Thüringen, ungefehr zwischen Erfurt und Weissensee. Es hat sonsten dieses dorff Grossen-Rudestätt den Erfurtern gehöret, denen es aber Churfürst Johann Friedrich von Sachsen an. iz;; gewisser Ursachen wegen eingezogen. Zwar solle durch einen vertrag dessen relUmrion erfolgen , aber es findet sich, daß an. 166; das hauß Sachsen solchen ort in potielUon gehabt, und im selbigen jähr Cbur-Mayntz durch einen rccvNdem Erfurtischen recht daran renumlrthat..Vici. ce/- 6. »11. 166;. sp. lNeicks-srcIi. c. 1. ss>ec. küd Lbur-IvlL^lir. Lnns!. 8sx. p. 90 sn. iz;z. Großmann / (Caspar) sonst auch nach dem Griechischen^-. 8-"wer genannt, an. 149; zu Zürich von ehrlichen eitern gebohren, ließ sich zu Basel nach daselbst akloivirten itu-iii»,,, xt ^ntrum pro. moviren, und wurde an. 1520 der erste Pfarrer der kirchezum H. Geist in Zürich; bey welchem dienst er dem Zwinglw in dem werck der Reformation getreülich an die Hand gegangen; als er hernach auf Bern vocirr wurde, ist er daselbst biß an. 15 ;8 geblieben, und hat die teüionLs tkcoiogic^r , so er sechsten eingerichtet, alldort mit lob versehen. Bey entstandenem Luc-ramln-o zöge er von Bern hinweg , und wurde Lrcillciisconus zum grossen Münster in Zürich / starb auch allda den 18 aug. an. c;48. Er hat hinterlassen Lom- losnrsr. in -cÄa Lpolt. ; in Lpill. sll QsIskLs; Lpllclins; Tkimorbeuin ü- limm, welche alle im trnck,hat auch der Berner-kirche zum dienst einen Lsceckiimum gestellt. Conrad Großmann / seines bruders söhn, ward an. 1591 Bürgermeister der stadt Zürich, und wurde zu etlichen Gesandtschafften gebraucht, als wegen Burgund an die Fcantzösische Generalität, auch an ben Kbnig selbst naher Dijon, wie auch an den Frantzösischen Ambassadorn gen Solothurn, wegen einer näheren verbindnuß mit Franckreich, welche jedoch Zürich nicht eingehen wollen. Er starb endlich an. 1609, nachdem cr in zweyter ehe mit des berühmten ^mifficii Bullingeri tochter gele- bet. kcllols li^nr. ki7.14s!v. LirctiLN-gelck. ?.z. llciclcnbuck. ckron. >48cr. Zckclllscllrb. * Großmeister / siehe Malta. Grosseto / lat. Qrowcwm oder Lolecum . eine stadt mit eine» festen citadelle in dem Florentinischen gebiethe. Das allda befind-. liche Bißthum gehöret unter Siena. ^«"«clck-r. ir»i. grspb. ecclek. Großschlag von Dieppurg, eine alte Adeliche, nunmehr» Freyherrliche familie an dem Meine, welche von dem im Ertz« Stiffte Mayntz gelegenen städtlein Dieppurg den beynamen führet. Anheim von Großlog oder Graloch lebte an. 1254. Dessen uren- ckels söhn Oswald, der an. 1; 8° gestorben, hat sich zuerst von Dieppurg beygenannt. Von dessen nachkommen starb einer gleiches namens an. 1; 18 als Chur-Mayntzisther Marschall und Vitz- dom zu Aschaffenburg. Johann Phllipp Ernst, der zuerst die Freyherrliche würde aufsein geschlechtgebracht, war an. »710 Amtmann zu Gernsheim, sein söhn Philipp Carl aber Domherr zu Mayntz. icxWbr. V. Kli. ?WL> r. 160. Grosso/ ist ein schön dorff und gemeind im Deltlin, rechter hands der Adda gelegen, macht die zweyte gememd un oberen/ss-r- - darzu gehört Ruvelee, so darob im berg llegt - hinter welchem sich ein thal gegen der Herrschafft WorM, Davoste genannt, erstrecket, aus welchem das bergwasser Roaschga herfur rauschet, und oberhalb Groß in die Adda laufft. 6«/-»-. m,-«. 1. n p. 17z- Grossuto / ist ein schöner grosser flecken und diedritte gemeind des Veltlimschen Ober-leders, eine halbe stund unter Grosso gelegen. Zwischen Grosso und Grossuto lieget die alte bürg Venosta, ein stamm-haus deren von Venosta, welches ein der enden ansehnliches nnd berühmtes geschlecht ist, so wol als der Robusteüen, die Eeee; z« 5 yo gro «u Grossuto wohnhasst sind. Es gehören zu dieser gemeind auch die dörffer Piazza und Pradsa. r.x. 17;. b. Groß-Vezier / siehe Vezier. Groß-Waradein / eine berühmte stadt und festung in Ober- Ungarn , an dem Köres-flusse. Sie liegt in dem Biharer-Comitat an den Siebenbürgischen gräntzen, in einer fruchtbaren gegend, und hat gegen aufgang ein verwachsenes gehölye. Der Konig La- dislaus8.hat sie erbauet/ein Bißlhum hier angerichtet, so unter Colocza gehöret, und ist in der Dom-kirche begraben. Zu des Komas Belä IV zeiten haben sie die Tartarnz mal gäntzlich ruimrct. Konig Ferdinandus I hat sie der Printzeßin Jsadellä, Stephane n- Zapolya, Fürstens in Siebenbürgen muter, abgetrctten, nach deren tode sie aber wieder an die cron gekommen ist. Worauf das schloß noch stärcker befestiget worden. Der Kayser Rudolphus II trat diesen ort, nach vorher ausgestandener sehr langen belagerung, an. 1606 an den «Liebcnbürgischen Fürsten Botzschkay ab. Endlich ist sie den 17 aug. an. iü6o von den Türcken erobert worden, aber an. 1692 wieder in der Christen Hände gerathen. o-comsnn. kkorr. I. ,4 f.com. 9 f. zS. llolcr. ttunZ. ^>. rq8 iecz^. inikce». Großwin / eine alte stadt in Pommern, siehe Anclam. Grote / eine Adcliche und zum theil Frcyherrliche familie in Nieder-Sachsen, welche bey die 800 jähr anfangs unter dem na- men der edlen Herren von Wolffenbüttel, nachgehends aber zu den zeiten Henrici Leon». unter dem nainen und titul der Grasen von Schwerin in grossem ansehen gestanden, «sie schreiben sich nicht von, sondern bloß Grote, welchen namen sie von Ottone, den man wegen seiner länge den grölen oder grossen genennet, sollen bekommen haben. Thomas Grote starb an. 1492 als Bischoffzu Lübeck , welchen man wegen seiner eingezogenen lcbens-art insgemein Hudewinckel genennet. Otto Grote, der um das jähr 1509 Fürstlicher Zellischcr Land-Rath gewesen, hatte unter andern 2 sohne: i) Jacobum, welcher sich in Ost-Indien mit einer Mohn» vcr- heyrathet. 2) Thomam,ber an. 156; als Fürstlicher Braunschwei- gischer gehcimder Rath und Ltadthaltcr zu Zelle verstorben, nein lohn Otto, Erb-Herr anf Brcscn, StiUhorn und Falckenfelde, zeugte Ottoncm, Erb-Hcrrn auf Brest rc. Fürstlichen Land-Rath und Hauplmann zu Vatlerslebcn, welcher; söhne nach sich gelassen i) Inlium Erncstum, auf Brest, dessen söhn Augustns an. 1700 als Lüncburgischer gehcimder Rath und Land-vircotvr.Ober- Aufsther des Rilter-coi>-§i> zu Lnnebnrg und Landdrost des Hcr- tzogrhums Lauendurq gestorben, nach sich lassend Ernestum Ioa- chimum, welcher erstlich gehcimder ncs^iE-Rath, nachgehends aber Königlicher Groß-Britannischer und Cbur-Braunschweigi- scher Land-Rath worden. 2) Thomam, Erbherrn aufFalckcnfelde und Wcdesbüttcl, Brannschweigisthen Lüneburgischcn gehcimden Rath und Groß-Vogt zu Zelle, dessen söhn Otto die Frcyherrliche würde erlanget, wie in dem folgenden articul zu sehen.;) Iohan- nem, Schwedischen Obersten, von dessen cnckeln Dietrich, Königlicher Preußischer Amts>Hauptmann zu Lieher, Thomas August aber, Königlicher Preußischer Gcneral-Klsjor und Cammcrderr worden. --- EN. Grote/ (Otto) Reichs-Freyherr zu Schauen,Braunschweig, Lüncburgischer gehcimder Rath und Cainmer-nrLiiac-ir. Drost zu Friedland, Hauptmann zu Knestdeck, Erbhcrr auf Wedcsbüttel und Iübnde rc. war ein söhn Tbomä Grote» und Catharinä von AHIefcld, gcbobren an. i6zübeii2; dcc. An. iszi ward er nach Lüncburg auf die Ritterschnlc, und an. is^z auf die Universität Helmstädt geschickt, allwo er bis an. i6z6 blieb, und darauf-; >ahr mit reisen zubrachte. Nach seiner ziirückknnffl ernennte ihn Fride- ricus III König in Dänemarck zum Hofmeister seines Printzcn Georgii, welcher bcdienung er; jabr vorstund. An. i6üz erklärte ihn derHertzog zu Draunschweig-Lüneburg, Johann Friedrich, da er nach dem tode Hertzogs Christian Ludwigs die poik-cilo,, des Fürstenthums Zelle ergriffen, zu seinem geheimdcn Cammer-Rath, schickte ihn an den König in Franckreich, und gebrauchte ihn bey der gedachten WcccU.ons fache. An. i6üs muste er den confcren- tzicn, welche zwischen der Cron Schweden und der stadt Bremen m Nienburg angestellt waren, beywohnen, an. 1668 aber nach Franckreich gehen, und feines Hertzogs Vermählung mit der Printzeßin Benedicta Hcnriclta Philippina, gcbohrncr Pfalygräsin am Rhein, vollziehen, welches auch aufdem schlösse zu Chäntilly geschahe. An.i67Z ward er nach dem Elsaß zu dem König in Franek- rcich, an. 167; und 1676 an den Bischofs zu Münster, ingleichen an. 1679, da die Frantzösische völcker an der Weser stunden, an den Churfürsten von Brandenburg und den Kaystrlichen General- Lieutenant Montecuculi abgefertiget. In dem letztgcdachten iahr, da es wegen der damaligen »nruhe und belagerung der stadt Hamburg zu gefährlichen weitläuffiqkeitcn zu kommen schiene, hat er die ihm aufgetragene Gesund,chafft an den König in Dänemarck glücklich verrichtet, und überhaupt von an. iüü8 biß an Hertzogs Johann Friedrichs an. 1679 erfolgten tod das clircSorium,n pukliciz geführt. So bald Ernestus Augustus die regierung ange- trettcn, bestätliqte derselbe ihn nicht allem in den bisher geführten bedienungen, sondern verordnete ihn auch zum Landdrosten des Fürstenthums Grubenhagen. An. 1681 wurde ihm von dem ganzen Hause Braunfchweig- Lüneburg die Gcsandschafft auf den Reichs-Nepuk-rionz-tag nach Frwlcksurt am Mayn comm,cr>rt, welcher er auch bis das folgende jähr abgewartet,da ihm seinChur- fürst die Cammer - ?-.rllcic,>ien - stelle nebst dem aireetorw in der kricgs-cantzelcy auftrug. An. r68; trat er mit den Dänischen und Brandenburgischen rmnillris ^ Hamburg in caut-rsor, und gicng gro darauf zu dem König in Dänemarck nach Rensburg, und folgends an den Chur-Brandenburgischen Hof. Das folgende jähr muste er abermals an den letztgedachten Hof gehen, bey welcher gelegenheit die heyrath zwischen des damaligen Cbur-Printzen Fridcrici III, und der Chur-Braunschweigifchen.Printzeßin Sophia Charlvt- ta incaminirt wurde, wie er denn auch der bald daraus erfolgten heimführung gedachter Printzeßin mit beywohnte. An. 1S8; rei. fete er abermals in wichtigen angelcgenheiten nach Berlin,und an. 1636 wendete er allen möglichsten fleiß an, daß die irrungen zwischen dem König in Dänemarck und Hamburg beygelegt wurden. An. 1688 ward er wiederum nach Berlin gesandt, und 1689 hielt er sich eine geraume zeit zu Hamburg auf, um in der Holstein- Schleßwigischcn fache zu neZmiren. In eben diesem jähr ward er an den Kayserlichen General-Lieutenant, den Hectzog von Loth- ringen , der dainals Mayntz belagerte, abgeschickt, um mildem» selben wegen des benötbigten luccurs eine Unterredung zu pflegen, woraufer seinem Churfürsten in die Niederlande folgte/ An.ich, wurde er 2 mal zu dem Churfürsten von Sachsen Johanne Geor- gio IV, und gleich darauf nach Wien geschickt, allwo er im namen seines Principalen die inveM^r der Chur empfienq, und wegen des Chur-negoii, einige dinge ausmachen muste. Eben dieserwegen trat er an. 169; abermals eine reise nach Wien an,und wie er nach seiner zurückkunfft die Sachsen-Lauenburgische unruhe wegen der stadt Ratzeburg in güte beyzulegen begriffen war,starb er zu Hain» bürg den z sept. des gedachten jahrs. Mit seiner gemablin, Anna Dorothea von Ahlcseld, hat er 7 söhne und 4 töchter gezeuget, auch zuerst die Frcyherrliche würde auf feine familie gebracht, und zwar unter andern mit dieser conNirlon , daß allemal der älteste von seinem gefchlecht und cl-kc-ncienren den Barons-titul, und in dem waapen ein vferd ohne zäum führen solle z dahingegen die übrigen von der Grotischen familie ein Pferd mit dem zäum führe». ex 707LL?. Grotius / (Hugo) Bürgermeister zu Delfft, war von vaterlh chcr feite aus dem vornehmen gefchlecht derer von Cornetz entsprossen, von mütterlicher feite aber führte er den namen Grotius, und hat also diesen namen am ersten in die Cornetzische familie gebracht. Denn als Dietrich von Groot, Bürgermeister zu Delfft, um das jähr 1 zzo der letzte dieses namens und ohne männliche erben war, wnrde seine tochter Ermgarda von Groot an Cornelinm von Cornetz mit der bedingung vereylichct, daß die kinder männlichen geschlechts, so aus dieser ehe gezeuget würden, den namen von Groot führen sollen, und wurde dieser Hugo aus solcher ehe Menget. Er hatte von seiner frau, Esselingen von Heemskerk, r söhne, namentlich Cornelium und Johannem, von welchen hernach. apuci »Lkeiium qr.o. Grotius / (Cornelius) aufNiederländischGroot/wurdezn Delfft den 2z jul. an. iz44gebohren, und legte daselbst den gründ zu den ltuciii-, wurde aber nachgehends nach Löven geschickt, allwo er 4 jähr die Philosophie studirtc, und sich am allermeisten im Pla- tone umsähe. Er lernte auch die Griechische und Hebräische spr» ehe, wie nicht weniger die Indem 20 jähr seines allers gieng er nach Paris, tractirte daselbst nebst den KumLnionbu; die Philosophie, und hielt mit dem Königlichen Motcllor, Johanne Daurat,gar genaue freundschafft. Von dar gieng er nach Orkans, um die jura zu treiben, und da man ihn würdig erkannte voüor zl! werden, ließ ersich bloß mit dem titul eines i,ic-nri--enbegnügen. Als er wieder zurück in sein Vaterland kam, legte er sich auf wurde von der stadt Delfft zu ihrem coniuwnren und 8-gl-wo erwählet , und weil er von seiner erucimon herrliche proben sehen ließ, machte ihn der Printz Wilhelm zum Reqncten-mcister. Er bediente selbige stelle bis ansdas jähr rz 7z sehr wohl,und wurde nachmals zu andern tm,Lianen gezogen,sonderlich aber auf die neu-aufgmch- tetc academie zu Leydcn deruffen. Er lehrte daselbst einige jähr die Philosophie,und nachmals die jurispru-l-,,?. Es wurde ihm zwar zs verschiedenen malen eine stelle in dem grossen Raths-coli-Zi» angetragen , er ließ sich aber mit seiner p«>kelllc,n begnügen, und starb an. lölo ohnc kinder. Er hat hinterlassen comm-msnumss miti- cur,,cluos r»mo5 vblcrvLriom-m t>.'ucjL>ium,öcc. p. 7». -rilicn. Latzv. p. roz. Grotills/ (Johannes) Hugonis anderer söhn. Er legte den gründ seiner studicn zu Delfft, und trieb die Philosophie »erst cer juriij.i'uclcnr zu Dvvay. Bey dein ansang der academie zu Leyde» kam er zurück in Holland, und blieb daselbst bey seinem bruder hör« nclio bis an. i>82. Nach diesem wurde er Scsbmu;, hieraus Bürgermeister , und endlich Lursror der academie zu Leyden, anal e» Mals Oveior juris. Lcbcn. Lclg. Grotius / (Hugo) einer der gelehrtesten und kmihnikstm männcrn/war an.i;8l den 10 apr.znDclfft gebohren/undelnsM des ictzt-gcdachlcn Johannis. Gleich von kindheil aus spurte M» an ihm ein herrliches wZ-nium, und im yken jähr kirnte er icvon vortreflichc ffecimins j» der vocsic ablegen / so daß er alldettii» von den gröstcn criricis clogiL erhielte. Kurtz vor dem 12 jähr degad er sich nach Leyden / und sieng zugleich an / die plnlosophle/lheo» logic und junisp,uclcnr zu excoliren / auch unter Sealigeri aniep tung in pliilowgicis etwas zu thun / und pubiice in der phllosoM zu-llchuciren. An. 1598 gieng ermttdem Holländischen ämk^ cl-ur. Johanne von Oldcnbarncveld/ in seinem iz M liE Franckreich / und ward daselbst >n jure voüor, genoß auch NM allein die ehre / daß er von König Heinrich dem grossen M Hand kuß gelassen / und Königlich bcschenckt wurde / sondern ch auch der gelehrtesten manner gcwogenhell erwarb. Nach lemer rück-reise sieng er an -m«« nzu -w. gro m/ und in einem-am menrarin darüber gar viel zu verbessern/ hätte auch noch ferner / nach Scaligeri räch / die in.».-...».- cx ,:xco»rt/ wenn ihn nicht dervaler hiervon abgehalten/ und in dem 17 jähr seines alters in Haag unter die Advocaten ein» schreiben lassen; worauf er denn das ss-spr^xt übte/ und die tu-msnivrL stärs dardey tractirte. Zu solchem ende fieny er an mit dem ältern Jano Dousa eine vertraute freundschafft auffzunchten/ und die Historie der kriege/so die vereinigten Niederlande mit Spanien seither gesichert hatten/ auf hohen beseht ausführlich zu beschreiben. An. 1607 wurde ihm vas amk elneS ^avocsc, v-ic. von den General-Staaten in Holland/ und an. iüi; das-Hnaic-r zu Rotterdam anffgetragen / welche stelle er aber nicht anders annehmen wolle / als biß man ihm versprochen/ ihn niemals abzusetzen/ und zwar dieses darum/ weil er wegen der sich bereits äus- sernden theologischen streitlgkeitcn wohl zuvor sehen kvnte/ daß es viel unruhen geben dorffke. In demselbigen jähr wurde er auch nach Engelland geschickt/ die mit den Holländern entstandene streitigketten wegen den Indianischen rommercien/ davon er knrtz zuvor selbst ein buch geschrieben/ in gute beyzulegen / bey welcher ge- legenheit er mitIstiaeo Casaudono/ an des Königs Jacobi l Hof/ der ihn auch selbst hoch ^rim.rte/ genauer bekandt wurde/ da er ihn zuvor nur durch bricffe und schrifftenhatte kennen lernen. Biß» anhero war Grvtius in allen seinen Verrichtungen zimlich glücklich gewesen/ und hatte in einem vergnügten zustand gelobet; nun- mehro aber grenz das Unglück hauffen - weiß an. Denn so bald er sich in die Arminianische Händel allzutieffversteckte/ und dem obgcdachren Iohanni Oloenbarneveld/ ingleichem Aeqidiv Leben- berg/ 8<-crcr-nic> der Staaten zu Utrecht/ und Hogcbertiv zu Rotterdam beyffcle/ kam er bey seinen Patronen in grosse unqnad/ weil er nach ihrem vorgeben den ll-rum ueuZionik in Holland nicht allein mrbwct/sondcrn auch -ormn--, so derRepublie und derRcfor- mirtcn kirchesehr nachtheilig wären/ so wol heimlich als öffentlich in schrifften und in orLriowkus gegeben haben solle / daher an. 1619 das urtheil wider ihn und seine anhänget- gefallet wurde/ daß sie in einem ewigen gefängniß bleiben sollen. Hicrbcy war nicht zu längnen/ daß beydem damastgen unruhigen zustand in Holland manche minien mituntergeloffen; worauf er denn auf das schloß Lövenstein gesetzt wurde / und fast 2 gantzc jähr daselbst aushalten muste/ innert welcher zeit er aus vottll KiKt-orK-c dir herrlichsten bücher entlehnen ließ / und sich mit stätigem studiren belujtigte / auch etliche theologische tractätlein von der Chriiili- chen rcligion und Christi liebe gegen die menschen zu schreiben willens war/ wenn nicht die ungleichen juMc,-der leute / und Dos» uns selbst ihn hiervon abgehalten hätte. Indessen war von vielen Haupt - gelehrten Männern/ besonders dem Zrantzvsischen s-ur Maurcrio / um seine a.mittiou bey den Staaten angehalten worden; weil es aber nichts verfangen wollen / entledigte ihn endlich seine eh-frau Maria / cinegebohrne Rrigersbevgmvon vornehmem stamme/ mit list/ und schaffte ihn in einer grossen ktste/ unter dem verwand/ als wenn Arminianische bücher darinnen lagen/ gantz ohnvermerckt/ wiewol mit grosser gesahr/ nach Gor- cum/ und von dar nach Antwerpen/ da er in bancrs-Neidern zu schiff durch viel umwege nach Franckreich entkam / und von dem Königlichen siegel-bewahrer/ Wilhelm» v-ir. gar wohl gehalten wurde/ als welcher ihm des Königs frcygebigkctt sreywillig antrug. Hier sseng er an in seiner Htv- -a 1 lw-uum seine erlcdi- gung cL-mu>icü. und den gar artigen umstand / der ihm dabey begegnet/ da er vor grosser angst / als er hatte in die küste steigen wollen / das neue testamenk hinein gelegt/ und sich deffen zum Haupt«küssen bedienet/ auch die treue seiner stau / so mittler zeit stattseiner im gefängniß sitzen müssen/ pathetisch vorzustellen- Ergab hierdurch zugleich Hcinsio/ Rutgecsio/ Schmeltzingio und Darläo anlaß/ die artigenauf setne befreyung heraus zu geben/ im'mtzen varaufschlaqen zu lassen/ und ihm wegen glücklicher crledignng zu 8»rui.ren. Es wurde ihm jährlich eine ansehnliche gegeben / und hatte er an Clandio Pcireseio zu Air einen wichtigen patron / der ihn zu Paris offtermals besuchte/ und ihm gelegensten gab/ nach der edirunq seines Lp»l»8»lli. daS buch cie jure kein L p-rcii vorznnehnren/ und dadurch den gründ zu besserer excnkrung des natürlichen rechts zu legen. Zwar anfangs waren dieHolländer übel damit zu frieden/ weil es ihnen schien/ als ob die großen staars- axi-.mL» ihrer Republic den Spaniern zu gefallen/ darinnen entdeckt worden / undsuchlen es dahero auf allerhand art zu unterdrücken; doch in währender zeit / da er sich m Franckreich anffhielle / kunre er sich so wol wider den neid der Mosten Ministers/als besonders seiner lands-lenle/ so sich an dem» selbigen Hofinsachen/ dieStaaken anlangend / auffhiclten/ und denen er doch / mit grosser Verwunderung des Königs selbst / daß er das böse also mit gutem zu vergelten suchte/ vortrefiich ihre 2«Listn beförderte/ bey hoher gnade m-im-mm!/ so / daß kein mensch ihm beykommen kvnte / und er noch darzu m solchem rühm lebte/ daß ihn dievornehmsten des Reichs in wichtigen fachen -onMi- mten. Endlich ward er in Dämmnarck/ und von Gustavo Adolphs in Schweden beruffen; doch weil er mehr lust hatte/ wegen vieler in Franckreich/ so wol heimlich als öffentlich / zu denzeiken des Cardinals Richelieu entstandenen rr-uMeu, in sein Vaterland iuruckzu kehren/ welches er nun in 10 jähren nicht gesehen / und darinnen sich nach Printz Moritzens tod unter dem regiment Fri- dsttch Heinrichs von Oranien / der viel mit ihm cnrrcsponciirek/ me gar grosse Veränderung zugetragen; beqad er sich nach Am- sierdam/ woselbst er abcrviel mehr feinde/ als er sich eingebildet/ Eaff/ welche den guten Printzen sehr eingenommen hatten. M er nun vernahm/ baß er in Schwedischen oiensten sötte gebraucht werden/ begab er sich nach Hamburg/ und hierauf nach grs Franckfntt am Mayn/ um sich mit dem Cantzker Qxenstim/ so ihm hernach hie LmK-Mirie an den Frantzösischen hos im namen sei» Nttnderiahttgen Königin Christ!!! ä auffkrug / zu unter- reden, ^n diesem -t.3rsctcr begab er sich nach Paris/ allws ev über 10 ,ahr dieie kunÄm» , wrewol also verwaltete/daß man wok erkennen kome/ wte er fähiger wäre / einen gelehrten/ als einen staats-mann abzugeben/ oder wenigst zu dem erstem weit mehr tust als zu dem letztem hatte. Denn ausser dem / baß er in tt;-o!o. 8'c's mtt benstSvcmlaiier Crelllo und Nweto zu Leydcn/ auch m mit-svh. Seldenom Enyelland/ schriffien wechselte/ s» fieng er nun auch an die bibel zu erklären/ und über alle büchee heiliger schrrstt allen und neue tcstaments zwar mit grosser gelchr» samkeit / doch wenn man auf gehet/ nach vm Arminia» Nischen auch wol Socintanischen principi.« z„ commemiren / und das buch a- verirgke reii^iou.z ' .kriNianir zu eckren / so nunmehr iir 8 spraachen/ nemlichm die Teutsche/ Frantzösische/ Englische/ Griechische/ und Schwedische/ hernach von den Jesuiten in bis Perflschc/ mgleichen von Poeokto/ annoch zu Groliilebcns-zei» ken/ und nachgcyends von dcm Watson/ beydes mal in die Arabt,chespraach/ denCopbtenzn gefallen/ und die Mahomcmnev zu bekehren/ auch letzterzcit aus des Boyle ansuchen/ die Indianer zum Christenthum zu bringen/ von den Engl. Oricntall csin» vagiucn nebst der schnfft neues testammts/ in die Malaischo spraach ist übersetzt worden. Rechst dem nun/daß er in der imsi s- rur so sehr exceNirtt/erivarb er auch den rühm eines unpartheyischew ttillorici . eines geschickten Rechtsgelchrkcn/ und eines herrlichen Poeten. Den Nym.» betreffend / liebte er eine nervöse und kurtze schrclb.art. In den anliquitäken war er wohl beschlagen- Aussev deni Latclliischen/ Griechischen/ Hebräischen und andern Orien» tallschen/ kvnte er sehr viel fremde spraachen/ als neben seiner Holländischen muttcr-spraach das Frantzöstsch / Teutsch/ Italiänisch und Engelländisch. JusiimÜiaHlmie^ÜMmLsten und wiffmschafflen eine genaue erkäntniß/und da er sich aus so viele kuci.r zugleich gelegt/ war er doch in einem jedwedem theil der gc- lehrsamkeit so vortreflich/ als wenn er solches allein -xcourt hätte. Nurmderreligion war er unbeständig/ inmasscn er in etlichen es mit den Cache tischen/ in etlichen aber mit den Lutheranern / Ar- Mlnianern und Phottnianem qehallen. Aus Franckreich begab er sich/(nachdem dieKöniginCbnstrna selbst Regentin worden/Mee Holland / Hamburg/ Lübeck/ Wißmar und viel andere orter/ allwo er überall vor ein m,rs-ui bey den gelehrten gehalten wurde/ nach Calmar/ und ward von dar zu schiffvondem GeneralWran» gel zu derKönigin nach Upsal gebracht/dero er von seiner smbsM-a» rechenschafft gab. Nun war er zwar bey den gelehrten in grossem slllru . dw Konigin aber kvnte ihn wegen seiner caumwe nicht wohk leiden/ weßhalben sie ihn zivar beschenckte/ doch mit einigem Mißvergnügen von sich ließ. Worauf er denn bey grossem ungewiktee und rauher nord - trifft/ aus grossem verlangen zu seiner familre/ oder wie etmge wollen/ nach Franckreich wiederum zurück zu keh» reu/ und daselbst eine llZanon an dem Königlichen hofnach Polen anzunehmen/ zu schiff gieng/ und bey sehr ungestümmem meere nach erlittenem schiffbruch an dem Caffubischen üfer kranck anlän- dcte/ jedoch noch 60 meil biß nach Rostock reiscte/ und daselbst/ als von I). Stockmann mit artzneyen/ wegen abaegangcner lei» bes-kräffte/ nichts konte ausgerichtet werden/ in gröster schwach- heit v. Joh. Quisiorpium zu sich fordern ließ / welchcr/ nachdem er unterschiedliches mit ihm geredet/ seinen gegenwärtigen zustand betreffend/ und Grotius sich selbst vor einen grossen sünder erkannt/ ihn allein auf Christi verdienst wiese/ worauf er in grosser a-voc»-» den 18 aug. an-164? starb. Dieses hat Quistorpius in einem brief an Calovium berichtet/ woraus also zu schlicffen/ daß / was andere von seinem ende vorgeben wollen / und hiermit nickt übereiir kommt / falsch und ohne gründ sey. Der cörper wurde bald darauf balsamirt / und in sein Vaterland nach Detffk gebracht / auch daselbst mit gröster pracht beerdiget/ sein eingeweid aber zu Rostock in einem küpffemen gefaß beygesetzt. Er hinterließ; söhne und eine lochter. Der älteste und jüngste begaben sich in kriegS-dienste/ und starben ausser ehe. Der miltclste / Pekcus / machte sich berühmt / von welchem so fort. Die lochtet- aber wurde an einen Frantzösische n vom Adel/ namens Mombas/ verehlichct/ welcher eine ziinliche zeit in Holländischen diensten als - eiemenant von der L-v-alerit. gestanden/ aber an. .672 mit keiner gar grossen ehr daraus weggekommen; wovon er aber in seinen dicftrwegen heraus gegebenen mcn»,i.ez die ursach schlechter dingen ansdenienigen haß werffen will / welchen der Printz von Oranien/ und die dessen parthey zugethan waren / eben wegen seiner heyrath mit Grollt tochter auf ihn sollen gemorsten haben. Seine schrifften sind: Us jure vcIN är pLcix ; llc veritäce reNginnis eNirilliLU,^ , welche bkydL vielfältig gedruckt/ auch in andere spraachen sind übersetzt worden; Lru.Llez A MNuciL cie revus Nclgicis; c!c Liir-guirs.e iLru lieipuvi. Nacliv.ckronicun laciNsnNia:, -is V/oÜÄNciorua, Le^. L retm» gellir. con.meursrü ; ovgcito OruN.-e; rrs^ais 5opt.unmp-i.eL8 ; rrL^iLcÜL Qvrikus psricns ; Uuripiciis pIuLuiN-: ; excerpca ex como-lliis öe ira- ^oeciÜL k-r-icis, rum guz: cxtLnr, cum gu«perier.mk; pkilniopi.or.iux iimrenciL: cic ti.ro ; iiitinri- Qorkorum . ViiiM-Iorum L Imnj-ukLrciy- rum, psrriu. vcrüu pgrrim in creinem ciigellL; ducLui Nk-riLliscuur noriz; killoris okllciioniz Nrecia?; ckiterrLticines cie ttuciiis reötr inlii- ruenciis; rie imperin iiimniLrum porcllurum circa iacra , curn sckniiiz kloiicieili; marc likerum ; Üoriim ipariio icu nor-e krcve; Lci jus ^ulli- niLneum; nnrie öc emcnciLcinnes all Maciruiri ; Lpolngericus eorum» gui itoNaucliL- Woll - triiiicguc L: ciciniZ nrrrionibus ex iexikus prie. tucrunc Lncc murLrioi.cn., gua. evci.it an. ,6-Ü icripriL; cpittnlir; poe- msks; variaguc-lis opers rkcoloAicL ; cHNsrr. clc origiiie genriun» ^inaricLNLrumj nvl« jn ivt-rrciLui ikllnm kcllcir (ÄpsIIa,- tar^rico»; Lc» 592 gro spologeticns. fs. mulsum. ?»/,»«- ep. 7 - laieäerl. gesckickre ?. r I. ;; k. 759 - rke-ttl-. k. Iioz. Lkerr^/rr ^rk. L.ir. insmoircs. mem. pliilos. p. 554. Oö/e^. Fi»ü. t. 7 p. ;zc> teonsrius zu Roterdam. Bald darauf gienq er als Abgesandter nach Frankreich, wobey er sich gar wohl aufzuführen wüste. AIs an. 1672 der krieg angieng, kam er wieder zunicken sein Vaterland, wurde aber bey der damals in Holland entstandene» »»ruhe von seinem nensionzriLr abgesetzt. Er wandte sich hierauf nach Antwerpen, und von dar nach Colln, that auch bey den daselbst gepflogenen fricdcns - tractaten fein möglichstes vor die Niederländer. Nichts desto weniger wurde er bey seiner zurück- kunfft in Holland wegen begangenen Majestäts-fehlern angeklaget, jedoch, da man die fache untersuchet, absolvirel. Er lebte nach diesem auf einem lust-hauß, und starb im 7°sten jähr seines al- tcrs. Lttioni 6c k»n6tic>l>s cicz AmbsUÄäeucs I. r ^>. 4)4- Grotta OL^U-GII^I. siehe Agnano. Grotta cll Napoli / lat. dieapoiirLna, ist durch das unterste theil des bergs Posilipo auf der land - straffe, so von Nea- polis nach Pozzuolo gehet, durchgefchnitten. Dieser hole weg, so ohngefähr 1000 schritt lang, 12 schuh hoch, und eben so breit ist, kan vor ein wimderwürdigcs kunst-stück paßircn, und ist zu dem ende durch den berg gemacht worden, damit der weg von einer dieser beyden städte zu der andern desto näher seyn möge. Es ist darinnen gantz finster, allein den eingang und ausgang siehet man als zwey gerne scheinen. In der mitten ist bey einem altärlein ein immer - brennendes licht. Auf dem berg an der rechten feite, da man aus der hole komt, gegen Neapolis zu, ist ein grosser leichcn- stein eiugcmauret, mit 4 marmorsteinerncii stützen, welches vor Virgilii bcgräbniß gehalten wird. Gleich darüber ist ein alter grogcr lorbecr-baum, welcher von sich selbst herausgewachsen. Wer selbigen berg also durchgraben lassen, darüber sind verschiedene MeyNUiigcN ; deilN einige, die den locum Vsrrvnis I. ; cle re rukics c. 17 nicht recht verstanden, schreiben es I.. I uculia zu; Lcr-tzc, , eocccjo. Das gemeine volck da herum bedient sich des alberen gcdichts, von welchem sthon Petrarcha meldmig gethan , Virgilius habe diese öffnung durch m-Asschc verfe zuwege gebracht. Aber mit viel grösserer Wahrscheinlichkeit wird dafür gehalten, daß die alte Griechen, welche diese gegcnd bewohnt, in der zeit, da ihre fachen in dem gröstcn flor stunden, diesen weg also durchgebrochen haben, um von Cuma bequem nacher Neapolis zu kommen, ohne über den hohen und beschwärlichen berg zu steigen ; aus welcher gleichen ursach auch andere um diese gegend befindliche Grotten oder durchbräche scheinen gemacht zu seyn. gcogr. I. 5. ex>. 77. oz>. I.sr. 6c Lmickirä cll korruolo c. Zl zi. 188. dies- xolis s>. 77. * 6 K.ODH llu-I.^ 11 ', ist eine berühmte hole, 200 schritte von Bethlehem. Ihr eingang ist, sehr niedrig, und muß man 7 schritte hinunter steigen. Das gewölb wird durch drey jaulen unterstützt, welche Verbindern, daß es nicht kan einfallen, indem nicht allein die Cbristcn, sondern auch die Türckcn und Mohren stäts erde daraus holen, weil selbige die cigenschagt haben soll, die sicher zu curircn, und die weiber milch - reich zu machen. Die cinwohner geben vor, es komme diese krafft daher, weil die Jungfrau Maria darinnen dem kind JEsu die brüst gereichet, und etliche trovffcn von der milch auf die erde fallen lassen. In der mitten selbiger grotte findet man einen altar, worbey die Mönche aus Bethlehem zum öfftern meß lesen. Auch hat man daselbst eine kirche erbaut, so dem heiligen Nicolao gewiedmct war, worvon mau aber nichts mehr als die ru^rs siehet. In die 250 schritte davon siehet man eine kleine eingefallene capclle, welcher ort sonsten dem Joseph in währenden 40 tagen, die er sich zu Bethlehem aufgehalten, zum zimmer - platz gedient haben soll. Einige wollen auch behaupten, daß die Jungfrau Maria darinnen sich mit dem kind JEsu aufgehalten , und daselbst die weifen aus Morgenland empfangen. voysgo lle1» I?crre - lsiiue. Grotta Tragonara/ besser Dragonara/ ist ein grosses unter - irrdifehes gebäu, an dem Tyrrhcnischcn mecr, so mit sehr vielen jaulen unterstützt ist. Vor zeitcn ist es eine Wasser - cistern gewesen. Und weilen solche nahe bey dem ort, wo vor zeitcn der kostbare und lustige Meycrhof ka. Luculli gestanden, so wird insgemein dafür gehalten, dieser habe sie zurichten lassen, um darinnen wasser zu sammle», woraus er seine in einer niedrigen gegend am ufer des mecrs gelegene brünnen und bäder speisen möchte. kerrnn,« cki 2>enrco Hnrictiirä 6iI-orruolo. L/sLsSa Lncicbikä 6i c. r/ z>. loS. bcsckrcid. von blzpoli z>. 84. ^ Grotte» / (Ludovicus) war von Adria gebürtig, in dem Ve- nctianifchen Staat gelegen, und wird daher» von den Jtaliänern gemeiniglich it cieco ci'^anz, der blinde von Adria / genannt. Er verlohr 8 tage nach seiner geburt das gesicht, nahm aber in den spraachen, in der Philosophie und in den freyen künstcn ringe. gru mein zu, und zeigte sonderlich in seinen Versen und gedichtet,, ren er sehr viele in Italiänischer spräche verfertiget, einen „nae. meinen geist; wie er denn Konig Henricum III, als er durcd Venedig reifete, mit dessen grosser Vergnügung bewillkommete Als er sich in selbiger stadt vest gefetzet, stifftete er die 6cgli iiiutir-ri. und starb daselbst den zi dec. an. iz8;im iosleil jähr seines alters. Er hat einige briefe und Poesien hinterlassen rkesrr, * ' Grubenhagen / ein altes zcrstohrtes berg - schloß in dem da. her benennten Chur-Braunschweigischen Fürstenthum, eine kleine mcile von Eimbeck auf einer gewaltigen höbe gelegen. Es war ehcdessen ein wohn - und ganerben-hauß unterschiedener Adelicher gefchlechtern, als der Gruben, Helden, Bönickenhäuser, Heger. Scelfcr,und mehrere. Doch haben auch die Hertzoge zu Braun- schwcig ein sonderlich bürg - hauß und bürg - vogt darauf gehabt An. 1270 hat Hertzog Albrecht der grosse Cunoni von Gruben um einiges verbrechen willen sein hauß genommen, und an. 1272 eine Hofhaltung daselbst angelegt, worinnen ihm seine nachkommen,: gefolget, so, daß das schloß bis an. i;2i zum öfftern eine residentz einer besondern linie gewesen; in gedachtem jähr bat Hertzog Philipp der altere angefangen, unten an dem berg ein bequemer residentz - hauß zu bauen, so nach und nach verbessert, und von einem kleinen kirchlein, so vorhin da gestanden, Rotenkirchen genennet worden. Von dieser zeit an ist das alte schloß wüste gelegen , und im- jährigen krieg vollends ruinirt worden. Der thurn auf diesem schloß ist besonders vest gewesen, sintemalen er au. 1448 von dem Landgrafen zu Hessen und dessen bunds-genossen 28 tage lang auf das hcfftigste, doch vergebens bestürmt und beschossen worden. OLileliiciie unä Limbeck. cdron. I.; c.z 6c I. 4 c. 3. topogr. p. 179. Das Fürstenthum Grubenhagen/ so mit dem Hildesheimischen, Wolffenbüttelisch-und Calenbergifchen theils untergeben, theils vermijchet, ist zu erst aufgerichtet worden, da an. 1279 das Hertzogthum Braunfchweig unter Hertzoqs Alberti N. söhne getheilt wurde, in welcher Heinrich der wunderliche das schloß Grubenhagen, nebst der Haupt - stadt des Fürstenthums Eimbeck, Ostcrroda, und den berg - städten,Clausthal,Andreasberg,Altenau, ingleichem Elbingenroda und Hertzberg bekommen. Der gründ und boden dieses landes ist meistens gut, sonderlich aber ist Kassel, de mit herrlichen berg - wercken gesegnet. Die namhafftesten W sind die Leina, Jlme, Innerste, Rume, Ocker, rc. Das geschlecht der Hertzoge zu Braunschweig - Lüneburg, Grubenhagischer linie, so sich, wie gedacht, mit Heinrich dem wunderlichen an. 1279 angefangen, und an. 1596 mit Philippo II gecndigct, wird unter dem articul Braunschweig erzeblet. Hier ist nur zu mcrcken, daß nach dem tod gemeldeten Hertzogs Phisippi, Hertzog Heinrich Julius, Bischofs zn Halberstadt, so bald posseNion von dem Furstenthum nehmen lassen. Nachdem aber die andern Herren vettern zu Felle, Harburg undDanncbcrg, hiemit nicht zu frieden gewesen, ist die fache zum proceß gediehen, und dieses Fürstenthum an. 1617 den letztem vom Kayferlichm Hof zuerkannt worden. Zelle fand mittet, sich mit den anderen beyden häufercn abzusinken, und das Fürstenthum gantz an sich zu bringen ; dahero es auch mit zu dem neuen oder Hannoom- schcn Chur - cräyß gehöret. Grucchius/ (Nicolaus) ein scharffcr Lrinc,,;. ffammete ans einer Adelichcn familie in Rouen her, und war in den sprachen und allerhand wlsscnfchassten sehr geschickt. Er band mit Joachims Pe. rionio wegen Aristotelis rechter crtlärung am ersten,nachmals aber mit Sigonio wegen der alten Röinifchen Lommorum, sonderlich aber deren, welche man genennet,an; worinnen Grucchius in der that die fach weit klarer gemachet, als es vor ihme von Si- gonio in feinen büchcren lle sntiguo jure civium LomsnoruM geschehen war, auch bey gclegenheit einige dessen gcdancken widerlegt harte. Es wurden von beyden feiten verschiedene schrifften gewechselt, in welchen Sigonius des Grucchii, so lange er gelebt, mit grosser vc,ierauc»> crwehnet , aber nach seinem tode ihn heffrig angegriffen hat, und dannoch nach dem allgemeinen urtheil der gelehrten , den prciß diesem seinem gegncr überlassen müssen. Grucchius hatte zu Paris und nachmals zu Bourdeaur, allwo er -ioclrte, einen sehr grossen Lppi-mdm. Einige zeit darauf wurde er von dem Könige Johanne aus Portugall anfdie academic zu Coimbra berußen. Nachgchends gieng er nach Röchelte, allwo ein coti-Zmm soltege- stifflct werden, darauf die Philosophie zu lehren, starb aber daselbst gleich bey feiner ankunfft im jan. an. 1572. Er hat verschiedenes geschrieben, als lls comiciis Komanorum ; ctisleoUcLi xrKcexlloo«; rcltzonllonciri LL7. Zißonium lle tzinis msgillrarumu cvmiriis 6cst? lege cliria»; auch tkcritlnLnlli t.oz>ctii IittioriZM Inlli^in das Fran- tzösische übersetzet, re. 1. 54 6n. coc«,?,.- tzll-i. kr»»c. eloß. I. r p. 77.I -le scrixr. 8.0W. p. rr-. AMk eloZ.k. i 9 . 41 z. ^ Grudius / (Nicolaus) sonst Nicolaius genannt, war von Lö- vcn gebürtig, des vr-rliaenten Nicolai Everhardi söhn. Er war ein Ritter, Caßircr der Stände von Brabant, s-cr-r-riu! bey dem erden des göldcnen vliesses, auch des Kaystrs Caroli V und desW- nigs Philippi ll 8 ecrel 3 riu 5 , ein berühmter Rednerunv Pvet. d.r starb zu Venedig , wohin er von Philippo II an. i; 7 i ward» Er hat cpigfLinmLkL »icuum criuinxllLÜum; spowcolm oo,rum!^Isx>mil> 3 ni Lirkgmonlls; pöäairculii z>iorum libros2z«c. geschrieben. ditzl. Lel^. 62,2,-72» Lrli-n. L-IZ. Grünberg/ eine in Ober-Hessen auf einem Hügel, >ele-ene stadt mit grossen Vorstädten, wie auch emem lchws^ grü amt, wo sich dos gebürge,der Vogelsberg genannt . befindet. Sie ist anderthalbe meile von Giessen entfernet, und stehet dem Hause .Darmstadt zu. Vor diesem soll sie eine Reichsstadt gewesen ,eyn, und wird ihrer schon um an. ny? in uhrkunden gedacht. So lst auch ein freyheits-brief von Heinrich dem binde aus Brabant von an. 1272 vorhanden, darinnen sie ansehnlich pnviieA-rt. Das allda befindliche Antoniter-wll-s'um ist an. 119; erbauet/ nachgehends aber von Landgraf Ludwig dem altern zu einem schlösse gemacht worden. Vor dem zo jährigen krieg hat die stadt gute Handlung und Niederlage von Polnischem vich gehabt/und ist wegen der zweyten zahl bekannt / indem sie 2 kirchen / 2 rath-haustk/ 2 klöster, und 2 Vorstädte hat. kN-»c-tc/«.kctckr. ticken. Grünberg/ eine kleine stadt in dem Schlesifchen Fürstenthum Glogmi/an den gräntzen des Hertzogthums Crossen, allwo man gute tücher verfertigt. Grünhayn / eine kleine stadt/ nebst einem schloß und amt / in dem Meißnischen Ertz-gebürge / zwischen Annaberg und Schneeberg / welche ehemals eurem Adelichen geschlecht von Uttenhöfcn zugehöret. Es war vorzeiten eine Adtey daselbst / welche bey gele- genheit der häuffigen zu der kirche 8. Nicolai angestellten wallfahrten entstanden, zu Lutheri zeiten aber in ein Churfürstlich amt verwandelt worden. p-oclc iVlikn. Grüningen/ Groningen/ oder Greiningen/ ist eine kleine stadt mit dem titul einer Grafschafft / an dem fluß Reims / etwa 4 Meilen von Stuttgard gelegen/ und dem Hertzog von Würtemderg gehörig. Diese Grafschafft sollen erstlich die Grafen von Grünalgen aus Würtembergischcm stamme besessen haben/davon der erste Werner geheißen. Ob aber dieser ein söhn Ulrici II von Würtem- berg/ ober ein bruder desselben gewesen/ ist nicht ausgemacht. An. 129z find die Grafen aus dem Hause Würtemderg davon vertrieben / und die Grafschafft ist an. izoi von dem Kayser Alberto 1/ Graf Eberhard von Würtemderg wegen vielen wider den Gegen- Kayser Adolphum aus Nassau geleisteten diensten vor die versprochene 16000 pfund Heller verpfändet worden/ welche aber Kayser Friedrich an. 1 z 16 wieder einaclöstt/ und dem Reich ^lil-uirt hat. Hierauf hat Ludovicus der Bäyer Conradum von Schlüsselburg wegen seiner treuen dienste dannt belchnet/welcher selbige an. - z ;6 unter genehmhaltung des Kaysers vor 6000 pfund Heller an Graf Ulrich von Würtemderg verkaufst. Wie davon sowol des Kaysers Ludwigs conlen5 als lehns-brief beym Lünig zu lesen. Von dieser Grafschafft leiten die Hertzoge von Würtemverg ihr erstes recht zur Reichs sturm-fahne her. Nach dem tode Graf Ottonis zu Wittelspach, der solches amt zu den zeiten Friderici I gelühret/ soll solches an die Grafen von Grüningen Würtembergischer linie erblich gekommen seyn/ als die mit denen von Hohenstauffen einerley Ursprungs von den Gibellinern gewesen. Allein selbst die Würtem- berger geben es vor eine muthmassung aus / welche sie nicht erweisen mögen, auch dem g-nic selbiger zeit gar nicht gemäß ist. So ist auch noch nicht ausgemacht / daß Conrad von Schlüssclburg mit der Reichs sturm-fahne belehnet worden; angesehen in dem lehns- brief, darinnen er die bürg Krüningen von Kayser Ludwigen zu lehn bekommt/ nicht mehr stellet / als daß er wegen treuer suh- rung der Reichs-fahne wider die Türcken nunmehr solle mit der bürg und Grafschafft Groningen belellnet werden. Man wird auch in keinem nachfolgenden lehns-brieffe / des Kayftrs Ludwigs/ Maximiliani I / und anderer / womit die Kayser denen von Wür- temberg die Reichs sturm-lahne verliehen , finden / daß solches in ansehung der Grafschafft Grüningen geschehen / sondern es wird allemal die belehnung der Reirbs sturm-fahne vorher gellen , ehe der belehnung der Grafschafft Groningen gedacht wird, welche letztere öffters gar ausgelassen / und der sturm-fahne nur allein erwähnet wird/ so nicht geschehen könte, wenn es ein snnexum von Gru- ningen wäre. Dergestalt mag man billich schließen,daß die Grafen und Hertzoge von Würtemderg des Reichs sturm-fahne nicht we, gen der Grafschafft Grüningen/ sondern als ein besonders Kayserl. privHcgium, von Ludwig dem Bayer her erhalten. Was aber unter solcher Reichs sturm-fallne zu verstehen, davon siehe Ban- nier des Reichs. c^-le die streit-schriffren von Reichs-pannier spuk Unicclium eleÄ. jur. pukl. 2W4NL-F kkcsrrum I. 4 c. z 7 Lurop. Ker. ?. i p. 4S7. ic. Le zra. snnsl. Suev kt. L. Grüningen / Groningen / eine stadt nebst einem schloß / in dem Schweitzerischen Canton Zürich gelegen , ward vor alten zeiten eine Grafschafft genennet, darinn ehemals auf ;4 schlosscr und edel-sitz gestandenj die meistens abgegangen, darunter 4 Freyherren gewesen; Item das kloster Ruthi und Iohanniter-hauß Bubikon, so noch im wesen. Sie führet den ritul einer Herrschafft, und hat ein gebieth, welches in der lange 2,in der breite aber eine grosse Schweitzerische meile austräget. Ihre ehemalige Herren find nach einander gewesen, die Grafen von Rappersweil, der Abt von 8. Gallen, die Freyherren von Regen sperg, die Grafen von Habsburg , mithin das hauß Oesterreich, und letztens die Edlen Geßler, die sie an. 1408 der stadt Zürich verkaufften, welche noch heut zu tag einen Land-vogt dahin setzet. An. -44» und 144; ward das schloß, städtlein und gantze Herrschafft von den Eydgnos- sen eingenomen,und der Züricher-Landvogt wider gegebenes geleit »nd sicherheit vor dem schloß erschlagen. An. 168; verbrämt das städtlein meistentheils. ttclv. lcirckcnZ. ?. II. Grüningen / oder viel mehr Groningen oder Groningen/ eine kleine stadt im Fürstenthum Halbcrstadt an der ost-serte der Bode, in der gegend, die vor zeiten Hartingowe geheißen. Es »st gm gm 59z wahrscheinlich dieser ort die bürg oder vestung Krona oder Gruo- na, in welcher sich Henncus I, ehe er Kayser worden, aufgehalten, und von dem Kayser Conrado I . belagert worden , und welche er nachmals zur Pfaltz gemacht. Heinrichs söhn Otto hat vermuthlich unter andern auch diesen ort dem Bischoff zu Halberstadt Hil- üwardo abgctretten,als er gewilliget,das neueErtz Bißthum Mag« deburg anzulegen, und dessen gantzen a, «iriet der Halberstädtischen -l'wccs zu entziehen. Der ort ist an. 1179 von Heinrich dem S ö- wen abgebrannt, daraufzwar wieder gebauet, doch verpfändet, und an. iz;; von dem Bischofs Alberto II vergebens belagert worden. An. i; -?- hat Albertus II! ihn wieder eingelöst, zur stadt gemacht, und seine residentz dahin verlegt. Ihm haben unterschiedene Büchoffe hiermit gefoiget, und das so genannte schloß Grö- ningen sehr wohl gebauet, dergleichen sonderlich Hertzog Henrieus Julius von Braunschweiq an. i;8o bis an. 1594 gethan. In diesem schloß ist die kirche noch sehcns-würdig, n-cht nur wegen des schonen gips und mahlwercks, sondern fürnehmlich wegen der or» gel, die die große in Teutschland seyn soll, und ohnqesähr aus zooa pfeifen bestehet, und ohne rrcmwsm und koppel an msnuskenz- register hat; -rcm.das grosse Weinfaß so 16 r fuder,; obmen und z viertel, oder 966 ohmen und ?2 stübigen hält, und von eben dem Michael Werner verfertiget worden,wetcher das grosse Heydelber- gische vorher gemacht hatte. Der König von Preussen hat ein forst» amt allhier. Mit d eser stadt und schloß oder hauß Groningen tnuß nicht conkllnllirt werden Güd-Gröningen / so wie eine Vorstadt, und nur durch eine gaffe von dem erstem unterschieden wird, noch auch das verwüstete und gantz vergangene Norddorf-odee Nord-Groningen / noch weniger aber wester oder Lloster- Groningen / welches jenseit der Bode aus 2 bis zoo schritte ligt, und um die zeiten Heinrich des Voglers von Siegfried, der vermuthlich ein Graf von Groningen oder Hartingvw gewesen, ge- stifftet, und dem Abt zu Corvey übergeben worden, der sich auch noch damit belehnen läst, ob es schon im Westpllälischen frieden von dem Capital ab, und an das hauß Braunschweig gekommen, welchem es Cvurfürst Friedrich Wilhelm zu Brandenburg wieder abqekauffl; doch hat es mit der stadt nichts zu thun. P,eut1itckc unn Krsiigenkurgilckc Nsscz- ZcoZrspIiie p. :88. Lc«c^/eÄ satiguicsrcs Q-öningenie, , (^uecllinb. »710, 4. i«». Kilt. insiZn. c. 4;. 3ckl. ckror,. kernn,. p. z. Grüt / (von) waren wohlhabende Edelleuth, so auch dem hauß von Grüt den namen gegeben ; sie sind cisro noch in ek-, „nd von Schafbausen um der Religion willen,wie es scheinet, weggezogen» An. 1461 wäre Christoph von Grüt Abt zu s- Bläsy. Lx EL,. « Grütlin / Reutlin / ist eine runde Wiese, mit holtz umgeben, nicht weit von Milterstein und Brunnen an dem Waldstätter-see in dem Canton Schwejtz gelegen, auf welcher die z erste Eydgnof sen Walther Fürst von Uri, Werner Staufacher von Schweiß, und Arnold von Melchthal in Unterwalden sich eydlich mit einander verbunden, die freyheit ihres Vaterlandes auf das äusserste zu beschirmen, und hiemit den gründ zu der Eydanoßischen Republic geleget; allda haben auch die Cantons Uri, Schweiß und Unter, walden zu zeiten, sonderlich in wichtigen geschäfften, ihre zusam- menkünffte gehalten. vlercur. »civer. Grumbach / (Wilheln von) ein Fränckischer vom Adel, aus einem guten geschlecht, das hernach im 17 lecui-, abgestorben» Dieser Wilhelm hat sich durch die Unruhen, die er in Teutschland angesponnen, und die gemeiniglich die Grumbachischen Händel genennt zu werden pflegen, bekannt gemacht. Er war au. - 50; go» bohren, legte sich aber gar zeitlich auf allerhand aufrührische anschlüge , gestalt er sich zu Marggraf Albrechten von Brandenburg begab, den er in seinem unruhigen sinn stärckte, und ihn nicht allein II theil. Ffff wider 594 gM wider seinen vettex, Marggraf Georg, sondern auch nachgehends zu dein krieg wider die Teutschen Bischöfe verhetzte. Well er nun auch so gar wider seinen Lehus-Hcrrn / den Bischoff von Würtz- burg, unter ihm föchte, wurden ihm feine lehns-güter eingezogen. Er deiangte deßwegen den Bischoffvor dem Cammer-gericht - und als er daselbst nicht fortkommen kante, ließ er den Bischoff an. 58 durch etliche Meuchelmörder ermorden, und weil dieselben unerkannt davon kamen , setzte er den Proceß wider des ermordeten Bischofs Nachfolger fort , und wurden darüber von beyden Partheyen heftige jchrissten gegen einander gewechselt. Mittlerzeit machte sich Grumbach einen anhang unter dem Fränckischen Adel, worzu er leicht kommen kante, weil er noch viel kennte, die es nebst ihm nur Marggraf Albrecht gehalten. Seine vornehmsten gesellen waren, Wilhelm von Stern, Albrecht von Rofenberg, Ernst von Mandclslo und Jobst von Zetwitz, mit deren hülfe er den Adel durch gantz Teutschland aufzuwickeln gedachte , unter dem schein, sie von der vder-herrfchaffl der Fürsten zu erretten und so fern in freyheit zu sitzen, daß sie niemanden, als allein unmittelbar dem Kaysir, unterworfen seyn sollen. Weil er aber einen mächtigen rückhaltcrbrauchte, machte er sich an die beyden Herizo- ge zu Sachsen, Ernestinischer lurie, Johann Wilhelm und Johann Friedrich den mittlern, davon jener ihm kein gehör gab, dieser aber sich so ferne von ihm verführen ließ,daß er denselben mit seinem anhange aufnahm ; da dann von einigen , ,edoch ohne genügsamen beweist , hat wollen vorgegeben werden, als ob dieser Fürst Lurch sie zur Cbur-würde,auch wohl gar zurKaysirlichen cron,;u gelangen »erhofft hätte, (siehe Johann Friedrich der mittlere Her- tzog zu Sachsen.) Als Grnmbach dtesi Zuflucht erhalten,und wohl merckte, daß es mit seinem Würtzburgischen vroceß nicht zum besten auslauffen werde, wolle er sich selbst hülfe schaffen, versamm- lete demnach in dem Eißfelde in die 800 mann und überrumpelte damit an. 156z den 2 oec. die stadt Würtzburg,plünderte die klösrer, und drang dem Dom-Capitul einen vertrag ab, dadurch sie ihm seine guter wieder zu geben, alle gegen ihm schwebende rechts-hän- del aufzuheben, und einigen von seinem anhang eine grosse summe ge'^es zu geben versprechen und zu bezahlung seiner Mannschaft auch ihm etwas willigen muffen. Wegen dieser that warb er vom Kaysir in die acht erklärt, dabey es aufdcm-l-pu^rwns-tag zu Worinü 1564 blieb, wiewohl Grnmbach seine fache durch eine besondere schutz-schrifft zu rechtfertigen gesucht hatte. Er hieng sich hiernächst ie mehr und mehr an Hertzog Johann Friedrich , begab sich auch in person zu demselben, hielt sich forthin beständig zu Go- tha auf, zog viel andere seines gleichen an sich, und verübte sonderlich auf den strafen gegen die Cbur-Sächsischen lande vielfältige räubereycn. Hierüber ward auf Kaysics Marimiliani II ersten Rcichs-tag an. izüü die acht wider ihn geschärft, und Hertzog Johann Friedrich durch den Kaysir,Fürsten und Räthe ermähnt, die ächter von sich zu schaffen. Es nahm aber Grnmbach diesen Herrn, gegen dem er sich,wie einige wolle», gar zauberischer Mittel soll bedient haben, dergestalt ein, daß er ihn, dessen allen ungeacht, zu schützen übernahm. Damals machte Grumbach anschlug, den Churfürsten von Sachsen, Augustum , um das leben zu bringen, und ward em von ihm ausgeschickter mördcr crtapt und zu Dreß- den gerädert. Als aber in der von dem Churfürsten vorgenommenen belagernng des schlosses Grimmenstein, die einwohner von Gotha sowohl, als die bejatzung des bemcldte» schlosses schwürig wurden, bemächtigten sie sich zuförderst Grumbachs, der sich in des Hertzogs schlaf-kammer in ein schnb-bett versteckt hatte, darauf er denn nach erfolgter übergab nach urtheil und recht lebendig gcvier- theilet wurde an. 1567. Man crzehlet, daß der Spanhcimische Abt Trithemius, als er dereinst Grumbach am Hofe zu Würlzburg gefehen, aus feiner gesichts-bildung geurthcilt, er werde seinem Vaterland einmal entweder sonderbaren nutzen sihaffen, oder grossen schaden zufügen. r-lÄdc/m 7/ca 3 p. 8cl>2rcllum rcr, r. 4 s>. ;4 lgg. conrin. ?. l l. 8,9 A,I>. r !. 2, z. Liinsl. cbinii. Grumdkow/eine von den ältesten Adelichen familien in Pommern, welche sowohl daselbst,als an dem Chur-Branvenburgischcn Hofe jederzeit in grossem ausihcn gestanden. Christian Stephan aufGrumbkow, Erbhcrr anfRunow, Vangerskerc. Cbnr-Bran- denbnrgifcher Obristcr, zeugte an. iS;? mit Anna Margaretba von Crockau,Joachim Ernst,ivelcher in Hinter-Pommern Grumd- kow,Runow und Luvostir der Marck Brandenburg Nieder-^chön- haufen, Blanckcnfeldc, Panckow und Summetdoltz, in dem Mag- deburgifchen aber Charow befessen, und an dem Cbur-Branden- bnrgischen Hof die wichtigsten bedienungen bekleidet hat. Er stu- dirce anfangs zu Rostock, bejahe daraufFranckreich und Italien, und nahm nach feiner rückkunfft unter dem regiment des Grafen von Dohna dienste, da er denn halb eine comx^gme bckam. Nach- gehcnds ward er an den Hof gezogen, und an. 1671 zum Amts- Cammer-Rath ernennet. Als hierauf an. 1672 zwischen Franck- rcich und Holland ein krieg entstund, muffe er eine dra» gvner aufrichten, da er sich denn an. 167; beyder Chiirfürsilichen Hof-statt und arniee in Francken befand,und das folgende jähr eine cigusäron vragoncr von 402 mann auf die deine brachte, welche dem Churfürsten znr leib-garde diente, und von ihn» als Obristen- Lieutenant commandirt wurde. An. 167; erhielt er das Ober- Sehenckewamt, und die ckarg- eines Kriegs-Raths, wobey er zugleich das General-Kriegs-commitHriLc verwaltete, und die abgedachte leib-garde, welche auf ein regiment verstärckt wurde, als Odristcr commandiere. An. 1678 ward er geheimer Kriegs-Rath und Schloß-Hauptman» zu Berlin, an. 1679 General-Kricgs- «smmlüärii» > und an. lsL» würcklicher geheimer Staats-Rath. gru Nach diesem miste er nach Hanover gehen, um im namen des da. maligen Chur-Prnitzen, wegen der Printzeßm Sophia Cbarlotta die Werbung zu thun, worauf er an.- 68 § die stelle eines Hof-Marschalls davon trug. Nach dein tod Friedrich Wllbei'ut des grossen schickte ihn dessen Nachfolger an die Repichlic Lck. land und den damaligen Printzen von Oranien , um demselben ui der exp-clirio.1 auf Engelland 7 regimcnter zu psird,; zu fuß und I von dragonern zu überliefern. Er wohnte hierauf den feld-riMn welche der Churfürst an dem Rhein und der Maaß vornahm der! und crwieß bey den geheimen kriegs-und staars-berathfchlaounaen nützliche dienste. Endlich starb er den 26 dec. an. - - - zwischen Scharenbeck und Wesel,da er feinen Churfürsten aufder reife nach den Clevischen landen begleitete, und wurde in fein erb-beqräbM nach Pommern geführet. Er hat auf seinen gutem ein stifft für 6 adeliche und 6 bürgerliche arme jungfern tmm-rc, und dazu ein ansehnliches vermacht. Seine erste gemahlin, so er sich an. 1672 bcn^ legte,war Lucia Dorothea von Wrech, welche ihm Ötronem Chri- stianum und Annam Louysen gebohren. Nachdem dieselbe an 167; gestorben, vermählte er sich an. 1678 init einer von Graten, und zeugte mit derselben 4 söhne, Friedrich Wilhelm, Carl Ernst, Friedrich Ludwig und Philipp Otten. Friedrich Wilhelm war an. 1718 Königlicher Preußischer würcklicher geheimer Staais- und Kriegs-Rath,General-Lieutenant, OlEossvom mitllicksc. Dom-Prost zu Brandenburg und Amts-Hauptmann zu Witstock; vorhcro, nemlich an. 1714, starb einer von Grumbkvw, als Holstein-Gottorsifcher Obrister, Otto aber war Königlicher Preußisiher Cammer-Hert, General-Maior, Dom-Herr und Re- gierungs-Rath zu Halberfradt, wie auch Ritter des Johanniter- ordens. Gnma/Grün / (von der) eine Adeliche familic in Meisten, welche zn ansang des iü kecuii aus derPfaltz dahin geksminen. Fritz war um das jähr i;üo Chur-Sächsifcher Cammer-Jmicker, Heinrich aber Amts-Hauptmann rn Haynigen. Hans Christoph bekleidete an. >716 die stelle eines Königlich-Bolnifche» undChur« Sächsischen Obcr-Forssund Wildmeisters zu Aimcberg. An dem Chur-Pfältzifchen Hofe war an. 1620 Johann Christoph von der Grün aufWiedersperg geheimerRath und Cantzler. «»E mock. Aikn. Gruna/ Grona/ eine ehemalige Hauptstadt und fesinng der Sorben-Wenden, ander Mulda, zwisihenEilenbnrg undDü- ben, welche an. 4z 1 erbauet, au. 927 aber von dem Kaysir Hen- rico Lucupe, nachdem er z Wochen davor gelegen, erobert nnd zerstöret worden. Heut zu tage stehet man davon noch einen sehr hohen steinern thnrn, woben das dorff Gruna, nebst einem denen von Dießkan gehörigen schlösse, gelegen. An. 1678 fand man in dieser gegend unzchllch viel grosse und kleineoder todten- köpffe, welche nach Leipzig, Dreßden, Hamburg, Amsterdam rc. in die bibliothecken verschicket wurden. OxeA-x»- ?.; 0« urb. o-n«. ^L/tr-rr stelln. iLnll-cliron. snnal. >. i 5.16. 3 rr. I. Z c. 7. ÄW0-!» Lücnb. cllron. Grunati / ein ehemaliges Benedictincr- klosier in der Niedern- Graffchaffc Catzenelnbogen, ist an. > z;; in ein fraucn-hospita! von LandgrafPhilippen dem großmüthigen verwandelt worden, und wird zu den 4 hohen Hospitalen des Hessenlandes gerechnet. ticNl bctck-. p. 126. Gruß / ein dorff in dem Tyrolifchcn gebürge, der Brenner genannt , nicht weit von Jnfvruck, welches feinen »amen und rnbm daher bekommen - daß daselbst der Kaysir Carolas ss mit feinem brndcr, dem Könige Ferdinando, eine ziiiammenkmiffl gehalten, zu deren andencken man in selbiger gegend, wo sie zuerst einander umarmet , eine grosse marmorne raftl mit einer Lateinischen über- schrifft aufgerichtet. Gruszcuski / eine Adeliche fainilie in Polen. Sie hat den lia> mcn von den Ritter-gütern, Klejn-iind Groß-Grusizie in der Doy- wodfchaffl Chelm gelegen. Ihr anherr ist Matthias, ein berühmter kriegs-Obrister, dem König Uladisiaus Jagetto Liefe gütchge- schenckct, und die würde eines Cron-Fähnrichs verliehen. Osiit söhn Andreas, der sich in den kriegen zu den zelten der Könige v>- gismundi und Stephani hervor that, ward von einem seiner vettern ermordet,und hinterließ Perrum,einen vater von 8 fohncnM- von ihrer 6 in unterschiedenen schlachten geblieben,der 7 aber Bru- nislans, bevgenannt Szumilist, Hanptmann von Czerniewom, hat nebst dem 8ten feinen stamm fortqcvflantzet. An. war einer dieses gefchlcchts Ober-Küchenmeister des Groß-Hcrtzogthnms Litthauen. Sonstenist beyden Polnischenfcribentc« auchs"^' namens Johann Gnisizynski, bekannt, der an. 140; Bsichoitzli Cracan, nachgehends aber Ertz-Bifchoffzu Gncsin gewe,e», mo an. 147; in der rasirey verstorben. Dlugossus leger ihm wegen iu- nes geführten lebens ein schlechtes lob bey; ob aber dcrsilbe zu oie- fer chmilie gehöre, ran man nicht jagen, mb. - r. iiilb. ?oi. co»i. 2 1.» Grutcrus / (Janus) war zu Antwerpen den z dec. gebohren. Sei» vater hieß Gualterns Gruterus, ern wohlbeimr- tclter bürger daselbst von vornehiuem stände, die mutcr oder tharina Tishcmia, aus gutem gefchlechte. Als jein vater, unu regierung der berühmten Margaretä nch mit vc kannten comproimis zu Breda unterschrieben hchtc ., NIW es aut ! - tcn der Gueufen übel ablieff, rcririue er sich mit weid und und na 1 Eilgclland , von bannen er nach etlichen iahrcn nach DuKem I in Seeland, und nachdem das glück den Staaten von st' ser favorisirte, wieder nach Antwerpen gieng. Jki wahlmo^z war der junge Jauus Gruterus ein wenig heran gewachst», l» ) , i r es zeit wär - ihm einen inkorm-wr-m zuzugeben. Anfangs wolle ihn sein vater nicht studiren lassen; seine muter aber, so ausser dem Frantzösischen, Italiänischen und Engellandischen nicht allein La» rein sscrleÄ verstund, sondern auch im Griechischen es so weit gebracht hatte / daß sie den 6-Nenum >-> käme verstehen konte, lehrte ihn das Griechische und Lateinische lesen und schreiben. Hierauf hielt man ihm die besten privat intormsrores > biß er aufdie acade- ,nie zu Cambridge konte geschickt werden , von bannen er nach etlichen iahren aufdie Universität Leyden zog. Er legte sich vornemlich auf die rechte - worinnen er auch in voüorem prömov-cte, -xcoür- te jedoch die criric am meiste», und darneben die Teutsche Poesie dergestalt, daß er die sinnreichen redens-arten der Jtaliäner, Fran- tzosen und EngeüäNder zu imwren suchte. Er verfertigte auch sehr nette , welche Ianus Dousa besonders Litimstte. Mit ^ Jacobs Arminio und Hogenbertio hielte er vertraute steunvsthafft. Er sahe sich hierauf in fremden ländern um / und als er sich in Preussen aufhielt, trug ihm Christian Churfürst von Sachsen die xrvtrli.oi, der Historien zu Wiltenbevg am Weil aber derselbe wenig moNate diwaufstarb, Und von allen nrokeill-rwus verlanget wurde , sie sötten das cöNcordien-buch unterschreiben - oder ihre prollw. L-n fahrenlassen, danckte er ab. Hierauf lehrte er einige zeitzN Rostock, und begab sich von dar nach Heydelberg, allwo er aisobald r-l-i.U'sir»- und bib>iorke^r,u8 wurde. Als Ritcobonus zu Padua mit tode abgegangen - liessen die Venetiancr durch Velftrum und Pr- Nellum bey ihm anhalten, oder diese stelle bekleiden wolle. Sie versprachen ihm pr-i iLi->riu 1200 ducateN und das freye cxcrc,t,»m seiner religion ; doch diesem ohnerachtet blieb er in Heydelberg Als er sein werck, a- inmipttoiiwus «.»msnis, dem Kaystr Ru- dvlphö II ll-ll,c>rte, und es derselbe sehr gnädig aufnahm, auch durch L hohe bediente, Wackerum und Barvitium, sich gegen ihn be- danckte, darneben aber den Adel-stand oder eine summe gelbes zur Wahl both, ichlug er beydes aus, und versetzte, daß er feststen einer vorn Adel ,aus einem alten geschlechte aus Flandern gebürtig wäre. Weshalben ihn der Kayser, weil er gar nichts bitten wolle, zum Lc-Mlre x.iisnno llellgni te, auch priviie^i» ertheilte, daß niemand seine bücher anderswo, gleichwie seither geschehen war, nachdrucken durffte. Seine schöne bibliothec wurde nach evoberung der stabt Heydelberg, au. 1622 von den soidaten zerrissen und den vferdten vorgeworffen, die cocllces und ^88. aber auf Päpstlichen beseht Nebst der Churfurstlichen bibliothec (welche er die zeit über, da er verfestigen vorgestanden, mit den raresten Hebräischen,Chal- däischcn, Arabischen,. Griechischen UNd Lateinischen büchern vermehren helssen) nach Rom gebracht, da er denn, als er sich den soidaten nur rill wenig widersetzet, bey nahe wäre umgebracht worden. In solchem elenden zustande begab er sich von Heydelberg nach Breiten, gicng von dar nach Tübingen, bald aber wieder zurücke nach Breiten, allwo er von den schillern der Jesuiten täglich beunruhiget wurde. Dannendero er sich wiederum nach Heydelberg re- Ullrte, und von dar, nachdem die Catholischen auch daselbst über- hand genommen, auf sein land-gut Bcrnhold. Hier erhielt er kurtz vor feinem ende eine vocacwn nach Groningen zur protewoac liiko. ri.irum und LrL-cL i.ink;,!L-. Nächst diesem hätten ihn auch sowvl die Frantzoseryals besonders die Däne»,sehr gerne bey sich gehabt, und zwar solle er eben nicht auf academien c> ->>en / sondern nur ein vriiLmenr im lande seyn. Doch alle diese gelegenheitcn schlug er aus, und blieb auf feinein land-gut sehr vergnügt, allwo er endlich den ao sept. an. 1627 gestorben, und den ; oct. zu Heydelberg in der Peters-kirche begraben worden. Er war überaus arbeitsam, Und lag stets dem studiren, sonderlich aber der -riric ob. AIs er zuletzt auf feinem land-gut lebte, bekürnerte er sich auch um die hauß- Haltung, säete, pstantzte bäume, und war überall gar emsig. Sonst hatte er mit Dionysio Gothofredo und Philipps Pareo einige strei- tigkeiten, wiewvl er zu c.»i!.overl>eii gar nicht geneigt war. Man rühmt von ihm, daß er fromm, freygebig, leutseelig, und mit wenigem vergnügt gewesen. Seine vornemsten fchriffren sind: lll>rj luHucionum; Lnirnacive lionez in ZenecLM ^ cnessmus intcripcionum ; tliesLurus cridrcus; ^iccronis oj)erL; cutir nodis; bi!)!iorkecL exü- ium;Lc. vics S-Lcriptis Qi-meri. in ^LricZ^riev ^ Lrutero Ä^ittLN. Gruterus / (Petrus) war aus der Pfaltz gebürtig, wohin sich sein vater Thomas Gruterus, w-oktUor zu Duisburg, wegen der Protestantischen religion, so in den Niederlanden verfolget wurde, geflüchtet. Ee erercirte die medicin in verschiedenen Flandrischen städten, als zii Dirmuyden, Ostcnde, rc. An. isLdgiengervon Osiende nach Middelbnrq, zog von dar an andern orten herum, biß er sich zu Amsterdam fest setzte, allwo er auch au. 16; 4 verstarb. Er hat 2 ccinurlLr epin-irrurn geschrieben, und stch darinnen insonderheit beflissen, alte Wörter und formulen zu gebrauchen. Man kan leicht in acht nemmen, daß er stch vorgesetzt habe, den JUstum Livflum nachzuahneu, es ist iymc aber solches nicht zum besten gerochen ; und wann man schon an Lwsio,>mgeacht seiner grossen ge- Wcklichkeit und unvergleichlichen qeistes, dannoch viel gezwungenes findet; so aedec es qewiß bey Petro Gruterö noch viel schllm- mer; wiewvl im übrigen auch disem letstekcn der rühm eines gelehrten Manns nicht streitig gemacht werden soll. Swertius gibt vor, er sey zu Ziricksee in Seeland qebohren. Er hat noch z bruder gehabt , die allerseits gelehrte gewesen. Jacobns Gruterus war um das jähr 1604 ylofcNch, lull, -riL-iim zu Middetburg; Reinhard Gru- terns war cooiiexH in Heidelberg, und Johannes Gruterus ist auf seiner Italiänischen reise gestorben ,wo er zu Nea- polis baib in die Hände der 'nguillcivn gerathen wäre,weil er von dem heiligen Abendmahl zu frey gesprochen, wenn er sich nicht noch bey nacht aus Neapolis falvtret hätte. bwi. Lrix. x. 741. svi/Mrr« Lrll. Lcl§. x. äi8. . GrUttschreider/ eine alte Adeliche und nunmchro zum check ^reyherrliche famcke in Schlesien, welche aus Nieder - Sachsttt ??E"^o-i?^^ff,^bkeiber lebte an. 1420, und Zeugte mit einet vsk vater »n grvs,em angehen gewesen; 2) Wenceslai; dieser letzte zeugte Wenzeln aufZopfkcndors und Hassendvrf, und Hans auf Wil- ckan und Hchonbäch. , Jener.hatte 2 söhne: 1) Hans Georg auf Stabelwitz, dessen söhn Ernst, des Breßlauischen Fürstenthums Ober-Steur-Einnehmer und Lands-bestellter, und an. 1609 bey dem secslz. den die vlreÄm« der ; Stände in Böhmen, mit den Schlenfchen Fürsten und Standen gemacht, Abgeordneter gewe- sm; 2) Sebastian aufMarschwiö, welcher an. 1566 dem Kayser MarlmMano II wider den Türcken gedienet, und an. i?94 gestorben. Obgebachter Hans auf Wilckau tc. erkaussre an. cf;? das gut Michelau, und hernach Taschcnberg in dem Briegischcn - baute an. die kirche zu Michelau von gründ aus, und starb an. 1 z87.. Er zeugte mit einer von Barnth nebst 2 röchtern 4 söhne, die waren 1) Friedrich auf Taschcnberg, dessen linie in seinem enckel an. 162-- erloschen; 2) Heinrich auf Rosenan, welcher 2- sohne gezeuget, doch aber gleichfalls ohne männliche erben abgegangen ; z) Ulrich auf Grüttingen, Kmelwitz, Schirckwitz Und Chamnitz, Fürstlicli-Briegischer Hof-Juncker, dessen sokn HanS Ulrich , Chur-Sachsischer.Rittmeister , und hernach Fürstlicher Munstcrberg - Oelß - Bernstädtisther Räth und Hofmeister, hak gleichfalls an. 164z seine linie besthlvssen; 4) Adam, Fürstlicher Lignitz - Briegischer Rath und vollmächtig»verordneter Aus- schuß, Land-Hof-Richker,rc. war Erb-Herr aufMichelaN, welcher ort aufsein ansuchen zu einer stadt erhoben worden, und starb an.i6iy. Seine zwey söhne haben zwey unterschiedene linien aufgerichtet : (i) Hans Adam, der stifftet der alter» linie / war Furstlich-Briegischer Hof-Richter und Oi,eÄor der landes - caffä, starb an. 16;;, und hinterließ, nebst unterschiedlichen töchteren, 2) Georg Friedrich, aufOber-Michelan, welcher an. 1677 starb. Sein mit Evü Maria von Vtudniz und Schönau erzeugter fohrt Hans Adam aufSiMmelwitz , Böhmwitz und Woitsdvrf, war an. i7>s des Oelßnischen Fürstenthums Landes - ältester, und hatte ? söhne und 2 töchtern , welche ihm eine von Skal gebohrem V) Carl Ludwig, welcher Adam Friedrich gezeuget, der in Italic» geblieben., (2t Hans Heinrich, der stiffcev der tüNchernlinie? wär des Fürstenthums Brieg Landes-ältester, und starb an. 1607. Sein söhn Adam Friedrich, Kayserlicher Regierungs - Rath m demFursteNthum Brieg, wie auch Amts-Verweser und Land- Hof- Richter, wurde an. rsyü in den Frcyherren-stand erhoben, und starb an. 1709. Er hinterließ von Snfanna Elisabeth voll Fcstenburg, aus dem banst Münchzell, nebst 2 töchtern so viel söhne: 1) Adam, Freyherr» von Gruttfchreiber, und EdlenHerM von Zopffendorf, Königlichen Regierungs - Rath des Fürsten- thNMs Brieg , UNd Ospurstum sll convemus publicos M BkeßlaU ; 2) Anton Heinrich, Freyherrn von Gbnttfchreiber, und Edlen Herrn von Zopfkcndorf, Erb-Herrn zu Ober- und Nieder-Michc- lau, welcher Unter der Kaystrlichen Cavallerie als Hauptmantt gedient. Sie lebten noch an. 171p, UNd hatten beyde männliche erben. 5-«^» 8cN!es. cunoll Troers/ Omveres. ist ein städtlein und schloß in dem Canto» Freyburg, an der Sana gelegen. In dein schloß wohnet der Land- Vogt, so alle; jähr von FreybNrg dahin geschickt wird; vor altem Ware es der sitz der Grafen von Grycrs, deren Graffchafft zimlich roß gewesen, und sich bis an Vivis und den Laufanner - ste erwecket hat. Wilhelm stifftere die Prvbstey 8. ClugNy zu Rouge» mont bey Satten an. 1080. Peter wäre Abt zu Altenryß an. 12^. An. 1286 ist der damalige Graf von Gryers dem Freyherrn von Weissenburg, und an. 1291 dem Adel wider Bern beygestanden, ist auch mit den übrigen an dem Donner-Bühel geschlagen worden. GrafPeter lebte an. 1)41; Anthonius aber (welcher Man- ttenberg Heinrich von Bubenberg, Schultheißen zu Bern, zu lehn gegeben) an. 1Z52; Frantz, Herr zuOron, an. i;?4; FraNci- scus, Marschall in Savoyen, und Freyherr zu Sauen, an. 1448; fein söhn Ludovicus, so zugleich Herr zu Aubonne, Cvrberes unv Pallcxeul gewesen, an. 147?; Franeistus, Baron zu Oron, an. l4?y ; Michael wäre der letzte dieses stamMens, welcher durch sein schlechtes haußhalten endlich alle seine Herrlichkeit Und ge- rechtfame feinen L,clliron8u§ aufopffern müssen / welche auch ihre anforderung denen beyden Ständen Bern und Freyburg c-llg-t , die hernach diese Gräfliche länder also getheilet, daß Oron, Pal» lereul und Giesseney an Bern, Gt'andvillars aber, Sot , Albe- gue, Monthoven, ic. an FreybNrg gefallen. »brcgL x. 461 üc 641. I. L p. 274 b. ÄM/ö»- p. lzo L- ;Z9 ellir. äovill. Gryllus / Lenophontis fohtt. Er wurde nebst feinem bnidek Diodoro gefchickt, sich mit den Athenienstrtt zu conju»tz,ren, welche den Lacedämoniern wider die Tbebaner zu hülffe gefchickt wurden, und beyde dienten unter dem Aqesilao, König der Svartaner. Gryüus, als er hierauf in der sthlacht bey Mantinea tavffer föchte, wurde tddtlich bleßirt, worzu einige Noch setzen,, er habe nach dieser Verwundung so viel courage gehabt, daß er Evaminonda, der Tbebaner General, diejenige wunden beygebracht, an welcher selbiger gleich nach der sä,lacht verschieden; es ist aber solches Nicht allzu gewiß. Siehe Epammondas. TeUophon erfuhr die zei- Kfff2 tUttg 5d6 gry jung von seines sohns tod, als er eben opfferte, da er dann den blumen»krantz / den er trug, vom kopff nahm, als man ihm aber sagte, daß er vor seinem tod noch den feindlichen General gelobtet hätte, setzte er den krantz wieder auf den kopff, fügende: man habe sich mehr darüber zu erfreuen / als zu betrüben. -0--FE e.E. Gryllus / einer von des Ulyßis geführten. Als die Circe nach der Poeten vorgeben unterschiedliche von denselben in thiere verwandelt hatte/ und sich auf Ulyßis bitte entschloß / ihnen ihre gestalt wieder zu geben - wäre Gryllus / so zuvor in ein fchwein verwandelt worden/ der einige / welcher weigerte wiederum ein mensch zu werden. L>o stellet die fach Plutarchus in dem gesprach zwischen Ulysse / der Circe und Gryllo vor / worinnen er zu erweisen trachtet / daß auch die thiere eine vernunfft haben. ^isl. * Gryllus / (Angelus) war von Genua / und Abt der conZre- xrrion von Mont-Caßin. Vein Vater war Nicolaus / Herr von Montefcagioso in dem Königreich Neapvlis / feine mutlcr aber aus dem hauß Svinola. Er war anfänglich zu grossen dingen bey der Republic gcwicdmet, allein er hatte nicht lust darzii/ und wurde ein Benedictiner/ wobey er sich mit ernst aufdie legte, auch viel in der Poesie that, welches ihm denn Torquati Taßi, Bapttstä Guarini, Io. Bapt. Marmi / und anderer freundschafft zuwege brachte, von welchen er sehr geliebet, auch von viel acadcmien begehrt wurde. Die Lca6emig ttumonstsrum zu Rom machte ihn zu ihrem vircÄorc. In feinem orden wurde er zu den vornehmsten pellen gezogen, und damit ließ er sich begnügen; Denn ob ihn gleich Alexander VIII zum Bischofs von Aleria in Corsica, und nachmals zu Albenga in dem Staat von Genua machen wolle, nahm er doch solches nicht an. Er starb an. 1629 in der Abtey von 8. s»r> lle? 3 rwe, und hinterließ 2 v»imn>NL exiltoUrum; le rime lnorkrli; Iscrime llcl pcnitente; z>ompe ciclls morrc; ücc. K: kcrivt. ren. Er wurde hierauf nach Bern beruffen, allda die Lateinische und Griechische spräche zu lehren. Als er aber an diesem ort r i jähr zugebracht, und sich einige theologische strcitigkeiten zu äusser» begunten, kehrte er wieder nach Bafel, und trieb dastlbst feine lluUis in der stille. An. 1547 wurde er dastlbst xtsMer und rrotcssor. Als er nun mit llociren so wohl als predigen auch an den benachbarten örtern feinem amt ein genügen that, und Marggraf Carl von Baden in feinen landen zn reformiren anfieng, berief er ihn zum Pfarrherrn nach Röteln, allwo er den 2 aug. an. 1564 an der pest starb, und 4 söhne, Tbcophilum, Simoncm, Io. Ja» cobum (von dem der folgende articul) undTobiam hinterließ. lib. z Prolog. vlt. rticol. xi. 191. Grynäus / (Ioh. Iacobus) H.Schrifft voSor und?rof-itor, wie auch drittes der kirchen zu Bafel, ward gebohren den i octob. an. 1540 zu Bern, allwo der letst-angezoqene Thomas, fein vatcr, damals lehrte^ (der erstere «Limvn war seines groß-vatcrs Iohan- nis brukcr) Er käme schon in seiner kindheic nach Bafel, und tric- ve cllldn so wohl in kiumanioi'ibus, nlä der rlieolo^ie» biß er in jeincm 19 jähr von Sim. Sulcero, als Diaconus zu Röteln, >«»uguriret wurde. An. i;L; zöge er nach Tübingen und hö. gry rete daselbst Andreä, Heerbrandum rc. Als ihme der erstem feine Tti.ekes von demH.Nachtmal öffentlich zu cleldnchren übergab, wurde er von I. Scheckio also in die enge getrieben, daß er an Lutbm lehr, deren er bißhero beygepflichtet, zu zweifle,, anfienge; doch liesse er sich nach abgelegten ipLc>m,mku- von Iac. Heerdrand daselbst zum voÄ. rKco!vZi.-e creiren; hierauferfolgte an. i;6; nachabst-'r- ben feines Vaters die vocs-ion zu dem nach Röteln, welche er auch angenommen und sich an. 1569 mit Lavinia a- c^onisz von Bononien verheyrathet. Weil nun seine zweifel betreffend das H. Abendmal und ubiguULt sich je mehr und mehr vergrvssmen, und er keines wegs die damals aufgekommene cvoccra ^ unterschreiben wolte, geriethe er in vieler haß, und nähme deß» leichter die ihme an. 157;zu Bafel aufgetragene ?r»M,on des A Testaments an, welche er bey 9 jähren verwaltete; dabey aber hatte er auch von dem Badischen Marggrafen Carole die instE»-» der Marggräfl. kirchen mit jährlicher befoldung von 20 ff. empfangen Als er nun wegen geänderter meynung in dem Sz-^mcnts-streit auch hier viel widriges erlitten (wie ihme bann 8 . Sulcecus ziemliche Verdrießlichkeiten verursachte) ward er auf ansuchen Cbur- fursts Ludovici von dem Bayerischen nach Heydelbera ^'m,ir,rt, da er bey 2 jähren die theologie und Historie mit großem Sppisuku ciocirte. Auf Sulceri absterben wurde er an. i;8t mit sonderbarem verlangen zu annehmung des /wMmi der kirchen m Bafel und der des N. Testam. begehret, welche beyde äm- ter er auch das folgende jahr,nachdeme er wohl besthencket von dem Churfürsten erlassen worden, anzettelten und darin,, sein leben be- fchlo„en. Er liesse sich feine gefchäffte treülich angelegen seyn, und wie er Gott jederzeit gedancket, daß er ihne von denen irrthummen, in welchen er in stiuen jungem jähren gestecket, befreyet, sods- muhete er sich die Bayerischen kirchen bey der alten reinigkeit der lehre, sonderlich betreffend das H. Abendmahl und die person Christi zu erhalten. Die schul halff er wohl reformiren, und hielte jährlich zu aufmunterung der jugend 2 feyrliche promocio»» kckoissti. c-'. Neben seiner theologischen ?ro5etlion hielte er auch, und »vor ohne einige besoldung, historische lectionen,welche auch von Fmßl. Grast, und anderen adels-personen besuchet wurden- Er wurde 4 mal «.eotnr der universttät, öffters aber der rk»-o>. saculkät. Er verrichtete auch mehrmals kirchen-gesandtschafften,als an. 1^7; wegen der SZc-g-ucn-jer-fach nach Mmvelgard; an. i;88zwey mahl auf befchl seines Magistrats nach Müllhausen, um die dortige schwürische bürgere zum gehorsam, und das reim,llertum meine bessere ordnung zu bringen; in eben diesem jähr wurde er nachBem gesendet, „in die streitigkeiten mit Sam. Huber und Claud. Albe- rio neben anderen beyzulegen, und an. 1592 nachHeydelberg,um in dem „amen der 4 Evangelischen Cantons dem neuen Churfürsten Friderico IV wegen des vorigen abschied zu congoHren,und ihme zu seiner angehenden rcgierung glück zu wünschen. In der that wäre er ein mann von schönen gaben und rügenden, fteundlich, aufrichtig, gutthätig, friedfertig, mäßig, gedultig und gottselig, und deßwegen bey hohen und niederen, auch sonderlich vielen änlichen Häusern sehr beliebt, wie er dann fast immer eine grosse an- zahl fürnehmcr junger edelleutcn von allerhand narionen an seiner tafel hatte. Wie wenig er bey diesem allem nach ehren gcstrcbet, kan fei» gewöhnlicher fchertz über sein voüorLt zeügnus geben, wann er offt hernach bezeuget,le Xtcrciu frro Ooüorcm crcsmm.d.i. es seye ihme mit feinem voLkor^r ergangen, wie den ktcrellb zu Rom nut dem Burgcrmeisier-amt, als welche ohn ihre» verdienst durch blosses glück zu dieser ehre gelanget; er siimlete eine schönebi« bliothec, darinnen die besten , «illorici, o^cl und rsiim, alte und neue, , Or^rorcs, kvlccHci, 8ci!0,allici,nnd neuere lcm. ssiicol.; Vcwcinti»,. LvanZel.; Olssiur. Ilicolog; LommonckLÄio c!c »Kcin pivrum ö:c» Lpillolür. über L 8culrcro eclirsr.; Lpitiola: 66 sl> Lssno csir«, scc. Er hat auch noch viel andere wcrcke heraus gegeben,und mit nme« oder vorreden versehen, als Scripror. ttillor. Lcclck; Nvnumemr Onbocloxogr.; Ircn.ri ozier» ;LrL5mi(7lliI>2c!. öcc. Bon seinen dreyen unter ihres vatcrs art. angezogenen brüdern haben sich durch ihre geschicklichkeit sonderlich Thcophilus und Simon hervor gethan. Thcophilus studirte unter Melanchtone, und excrcwte sein Prcd,g- amt nachgehends erstlich zu Röteln, und dann zu Sissach BaM- gebicths, allwo er auch an. i;8; den 28 scpt. seines altcrs 49 E gestorben; Simon, zu Bern gebohren, studirte zu Bafel und oar- aufzu Hcydclberg,allwo er auch an. 1564,als er zuvor den titul angenommen, zu der xtgclicmzrum, wie auch zu vmm- tung des coUegü, befördert wurde. Allhier verfertigte er mit cW- ner hand ei„8ceiccon,u„d k>rL,cnt>rte es dem Churfürst MeouW von deine es auch gnädigst aufgenommen worden ; er triebe am die prsxin vicciicLm, wie er dann an. IZÜ8 darum die de empfangen. Weil er aber bey entstandenen, Re/igionschreu o'r Lutherische meynung nicht annehmen wolte, verlangte er M » abschied,und begabe'sich an. i; 8» nach Bafel,da er die kro>.r ' gry NvrLl. erlangt > und dieselbe biß in seinen tod, si) in dem sept.an. r;82 erfolgte, versehe»/ da er sein alter nicht gar auf 4; jähr gebracht. « vica s. )sc. O-xnLi'. Lle/c/>. vll» Illeol.; Lpi- liol/e 6r^oLi sb e-Zic-r. leiciireil. Is»ro/« wonu- menr. tepulcr ^ Grynäus / (Samuel) /. u.v und vrokeM zu Basel, wurde allda an. i 5 t 9 von Simone dem ältern gebohren; Er legte die kunciümenc stiner studien zu Basi'l / Straßburg und Tübingen / begäbe sich für eine zeit bey damals starck sr-llstender Pest nach Daten in Burgund / vondannen er an. 1969 wieder zurück käme / und nach Welch. Adami bericht / die vrof. eioq. mit ungemcinem ap. s>>,uL)ui-IcHcrfindet sichs/ daß er ; 47 Oocl:or-s und l-iccnt>.iw 5 ),in 8 cr-stet habe; andere schreibenihmeüber; 6 o zu,wie man dann insgemein dafürhält, es seyen deren so viel gewesen,als tage im jähr. Er starb an der Wassersucht im apr. an.1999 seines alters nicht gar so jähr. Von dessen nachkommen hat sich sonderlich wohl verdient gemacht dessen groß-sohn (Samuel Gry. näus, ein gelehrter und nützlicher rv-olagus, zu Basel an. 159; gebühren , welcher, nachdeme er eine zeit lang den vstcon^r bey St. Lconhard bedienet,an. > 6 ;1 zu einem n-iko«- dieser kirchen erwählet worden, und sich neben seiner seel-sorg durch die vielfältige Lot. Iczir und! rivak tnllirucivuen I so er einheimischen und fremden gehalten, durchgehends einen grossen nanien erworben. Er starke an. 16,-8. Adrianus Paust von Dantzig hielte ihm eine vLrc„»non, so in druck ausgegangen. virL jurirc, L/rss/. Ivlonum. Lepulcr. Orsc. * Gryphiander/ (Johannes) sonst Grypenkien genannt, war aus Oldenburg gebürtig, kam an. iSir „ach Jena, und wurde an Eliä Reußneri stelle krot-stör stillorirrum und possto8. Au. 1614 promovirte er in OoÄ-ii-cm juris, als er aber zum Rath und Richter nach Oldenburg beruffen wurde, gicng er den 4 jun. an. iüig von dar weg, und starb an. 16;r. Er hat geschrieben 014. kre/rerr rtzc^truin. Gryphius/ (Andreas) Land »S^n-licus im SchlefischenFür- fienthum Glvgau/ war den 2 oct. an. iSiS gebohren. Sem vater war Paulus Gryphius / srck,cll»conus zu Glvgau/ seine mutier Anna Eberhardina. Den ansang seiner studien legte er zu Frauen- stadt in Schlesien / wurde aber an.4S;4 unter Johanne Botsacco rn das gymn-Kum zu Dantzig gethan. Als er an. iSzs wieder nach hauß kam/ wurde er durch den berühmten jc-um, Georg Schön- borner/ zu seiner kinder stsorm^me ersehen / welcher ihn auch/ als Lomes rsisrinu-, an. 1697 zum Poeten und znm>as?iste!-crcirLc/ auch ihm ein neues waapen/ ja so gar den Adler ertheilte. An. - sz 8 gienq er nach Leyden/ und wurde daselbst von Saimasio/ Hcinsio/ und andern/ wohl aufgenommen. Au. 1644 reisest er mit einigen vom Adel durch Franckreich und Italien / hielt sich nachmals einige zelt zu Straßburg auf / kam aber den 20 nov. an. 1647 wiederum nach Franenstadk / da er zwar nach Heidelberg / Franck- furl an der Oder/ auch in Schweden zum verlangt wurde/ aber solches alles ausschlug/ und das 8 >m-llcLr beyden Glo» gallischen Land-ständen annahm. Er starb den is jul. an. 1664/in den armen der vornehmsten Land - stände auf damaligem Fürstentag als Lon-tepo-ÄN,8. Er hat viel?osmL^ hinstrlaffen/ worunter vornemlich sein v-rn-K. sreudcn - und trauer- spiel/ und andere. -st clsris Lrvplliis p. si. Lese/rr 8üek. renov- cgj,. ?. Gryphius / (Chrisiianns) warzuFrauenstadtin Polen den rysept. an. 1649 gebohren. L-ein vater war obiger Andreas Gry» phiiis / die mutier Rsstna Deutschländerin. Er wurde in seiner kindheit nach Groß-Glogau gebracht/ indem 7 jähr seines alters aber kam er wieder nach Frauenstadt/ woselbst er seiner Mutter bruder / Jonä Deutschländer / Königlichem Polnischen Leib- ^-a,co, anvertrauet war. Nach dessen tode kam er nach Glvgau zurück/ und wurde von seinem vater daselbst wohl unterrichtet. Hierauf kam er an. iss; nach Gorha auf das ßvmn-mum. und an. 1668 aufdie acadrmie Jena/ lebte daselbst bey Erhardo Weisest»/ und besuchst Joh. Andrea Bosti coNegis stcißig. An. 1670 gicng er nach Straßburg / und hörte daselbst Böclcrum und Obrechtum. Als er wieder in sein Vaterland zurück kam/ wurde er an. 1674 bey dem ssülstzect>8no prokcllor OrLc-L öc l.2- tML ÜnZUÄ!, und an. iSZS bey dem ff^mnLtio tteÄor und prof-ikor, auch an. 1699 bey selbiger kirchen- btblivthtt mtzHo- wecLi-iuz. Er war ein berühmter rstc-r^or, ein sehr gelehrter 0r«cu;. und schrieb einen lreflichen Teutschen Vers. Er starb den 6 mertz an. 170s an einem schlaq-fiuß/ und hatte eine eintzige loch» tcr. Er hat verschiedene schrittst» hinterlassen/ als sein buch von dem Ritter-orden; seine poetischen wäldcr; -st p-st-ic-8 pui-pu-a- »>-> Lc. ausser denen / so bey seinem leben nicht --mret sind. ^-2« menst MLji an. 1706 z>. 2.^9. >706 ^r. rzz. Gryphius/ (Sebastian,!?) gebürtig aus Reutlingen/ war kln berühmter Buchdrucker zu Lyon in dem »s seculo. >seine cr. gedruckt sind; wie er denn auch von den gelehrtesten leuten selbiger zeit warth gehalten wurde. Eines seiner besten wercke ist die cllirion der LMmischen Bibel. Bailstt will/ Julius Scaliqer habe ihm seihe» tractar«!- »»uL, >,nxu« äelliciret/ ist aber darinnen irr/ gry gua 597 und wird von Menage aus denen Worten selbst des briefs Seali» sonv-rbap-dieser anbey freylich dem Gryphio eine lynoetbare yschEtung erzeigt hat. r 55. F/r-'/e. cZe clari^ 6r)'pküs ^ Gryphius/ (Antonius)Sebastiani söhn/ setzte die von sei- nem vater empfangene buchdruckercy glücklich fort / und druckst Nicht allem dre herrlichsten bucher / sonderst war auch von gelehrten sehr gellebet- lls clsrir Ll^xtiiis ri. Grypsholm / Greifsholm / eine kleine stadt / nebst einem Woß m der Schwedischen Provintz Sundermannland / an dem Meler-see zwischen Stregnes und Telga gelegen. Sie gehörte vorzeiten dem Rkichs-Qouve/neur Zrenoiu Lrur dem ältern / welcher sie mit einem Carthäuser - kloster versähe / so aber nachgchends eingegangen. Nach dessen an. izo; erfolgtem tod kam sie mit seiner schwester Brigikta an Johanncm von Wasa/ welcher sich darauf von Grypsholm nennest. Endlich ist sie wieder an die crone gekommen/ nachdem die von Wasa auf den Schwedischen thron ge- Htzt worden. ein!. 2ur 8cnvv. mv. äusc- Gryphswalde/ siehe Greyphswald. Grzymala/ eine Adeliche familie m Polen / von welcher z« erst Surdgerus angeftihrel wird / der von geburt ein Teutscher gewesen/und an. 1129 Bischoffzu Grußwick worden. Domaratus I war an. 1242 Bischoffzu Posen; und Preclaus an. i244Bischoff zu Wroclau; Domaratus II starb an. nro als Bischoffzu Posen; Johann Cron-Gross-Cantzler/ ward an. 1,72 Ertz-Bischvff zu Gnesen / um welche zeit auch Domaratus III als Hauptmann von Groß-Polen gelebet. Johann war an. iz8i Castellanvon Kostrzin. Um diese zeit hat sich dieses geschlecht in unterschiedene Häuser vertheilet/ und von ihren Ritter - sitzen den »amen angenommen. Eine linje hat den namen Grzymala fortgesetzet/ von welcher Johann an. 1667 Polnischer General/ Chmostomus an. 1670 Casteüan von Posen/ und Christoph an. 168; Woywodevm Posen gewesen, »rtz. ?oi. e, i> Nist. ?o>. r. Guadagne/ eine alte Adeliche familie in Franckrcich. Sie hat ihren Ursprung aus demFlorenümschm. Thomas Guadaqne aber setzte sich zu Lyon in Franckrcich fest. Er hat einen bruder/ namens Philipp,is/ von welchem Johann Baptista/ der Abt von Gnadagna genannt / gezeugt worden/ dessen Avila so offtgeben» ckek. DieserThomas kauffst viel guter in Franckrcich / und that Kvnig Francisco I gute dienste/ streckte ihm auch nach der schlachk bey Pavia 90000 rthl. vor / wanneuhero ihn derselbe zu seinem Hofmeister machst. Ein anderer Thomas von Guadagne war Königs Henrici III Hofmeister, sein sohlt wäre Wtlhelm/von dem s- sort. Thomas von Guadagne III war Balthasars und Claudii / Herrn von Deanregard/ vater. Balthajar hinterließ von seiner ge- mahlin kc'ste cte c.!oz, Thomam und Wilhclmnm vonGnadaqne/ welcher sich bey verschiedenen gelegenheiken im krieg wohl gehalten. Iti»,«»«««. eiogc llilloriizue ctettion. * Guadagne / (Wilhelm von) Herr von Dotheon/ Verdun/re. war Q-'uverncur von Lionnois/ und Ritter der Königlichen orden. Im 18 jähr seines alters gicng er in den krieg/that mit dem Marschall von 8./rnarL eine reise in Teutschland/ befand sich an. 1994. in der stadt bey Renkt/ und beyder belagcrung von Thionville/ an. 1998 bey der eroberung von Calais und bey andern gelegen- Kelten mehr. König Heinrich II machte ihn zuletzt zum 8-neckäi, znm Königlichen Lientenant von Lionnois / und zu seinem Cam» mer-juncker. Unter Caroli IX reqierunq hielt er sich bey eroberung der städke Blois/ Tours/ Ambosse/Poitiers und Bourges/ auch an. i9S2in derschlachk bey Dreux wohl/ und comm.„^irie unter dem Hcrtzog von Nemours die armec in Lionnois / und unter dem Marschall von Briffac bey eroberung ttsvr«.- ae e^c-. Hierauf warb er vor den König eine com^giae pon 200 mann/ und wurde darauf znm Ritter gemacht. KönigHem icus III schickte ibn als Abgesandten in Tentschland/ ingleichm nach Venedig/und machst ihn bey seiner rückkchr zum Staats-Rath und znm Q uv-r- ncur in Lionnois/ Forets und Deanjolt is. Henrieus iv ernennte ihn an. 1997 zum Ritter des heil. Geistes/ und brauchte sich seinee in vielen wichtigen geschäfften. Er starb kurtz daraus aus Verdruß/ daß einige schnap-hahnen seinen eintzlgen söhn / Caspar von Guadagne / ermordet hatten. Dein enckel von der ältesten tochkce Diana/ Balchasargenannt/ nahm den »amen und waapen von Guadagne an. cloge kistoritzue cie 1 ton. Guadagnolo/ (Philippus) r.cüor der Arabischen und Chal- mischen spraach in dem con-gio Kpie-MT zu, Rom. Er war einer »er ersten / welchen man zu der Arabischen Übersetzung der heiligen chrifft brauchst/ nachdem in der conZrcZLrio,, -st pmpsZ-ni-st 6-ts olches war beschlossen worden / als einige um das jähr 1624 des» »alben Urbanum VIII ersucht hatten. Diese Übersetzung wurde >em Ertz-Bischoffvon Damasco und diesem Guadagnolo auffge- ragcn/ wiewol dieser letztere eine Zeitlang allem daran arbeitete/ >iß Jnnocentius X Pabst wurde / da ihm nur die corr-Lur ftlbj, >er v-rllon oblag. Er starb zu Rom den 27 mertz an. 1696. Erbat .ingUL Lratzic« inkirucionss geschrieben/auch apoloßism clii-istiLn« eliginnis concrs objeÄioves /-ctiwell Lcn 2in -rlsbe-lln, sy Hackspa» L'stim>ret. Guadalajara / eine Nord-Amerikanische Provintz in Neu. Sallicien/ zwischen den Provintzen Zacateca/ Mechoacan und ialssco. Die lufft daselbst st schr temperirt/ und der erdboden so cuchtbar/ daß er hundertfältige frucht bringet/ wie denn auch llle Europäische fruchte daselbst m grossem Überfluß wachsen. Die arinn befindliche stadt gleiches namens / welche einer aus dee öutzmanmschen familie an. 19; i erbauet hat/ ligt auf einer iustr- Kfff; sm 598 g„a gen ebene/ so mit verschiedenen strömen und bnm-quellen ange- füllet / nicht weit von dem fluß Daranja. Es befindet sich daselbst ein hofier Königlicher gericht-flufil und ein unter Merico gehöriges Dißthum/ welches erstlich zu Compostella aiiffgcnchtct/ an. 157° aber dahin verlegt worden. Die übrigen städke sind Zaporaco / Chlitiqnipaque/ Quaracailan/ rc. o/d-iHK.7. //-rrer--. Guadalajara/ eine feine stadt in Neu- Castilicn/ 4Meilen von Aleala gelegen / unfeinem niedrigen Hügel bey dem fluß He- nares. Sie ist zwar mit alten Mauren / aber mit feinen Häusern und pallästcn versehen / und ins besondere wegen des daselbst befindlichen pallasts des Hertzogs von Jnfantado berühmt. in UilpLN. clclicss ci'LspLZnc. k 7,7. Guadalentin/ ein fluß/ der im Königreich Granada enksprin« gcnd/ durch diestadt Guadir/ neben Sora vorbey in dasKonig- reich Murcia laustt/ und nachdem er die stadl Almacaron benetzet hat/ sein waffer in das mcer ausladet. * Guadalete / ein fluß in Andalusien/ der durch diestadt Leres sicM vo,>,-rL, sich in den mcer-bnsen von Cadix ergiesset. * Guadaloupa / eine von den Antillischen insuln / welche von vielen unter die Caraides in Nord-Ameriea gerechnet wird / und seit an. i6;5 den Frantzosen gehöret. Die einwohner nennen sie Caraeucira auch Carucueira. Sie hat die insui 8. Dominqo süd- und Marigalanta ost-wärts. Die Castiliancr gaben ihr den na- men Guadaloupa von einem ort gleiches namens rnNeu-Castiiien/ so wegen den vielen pilqramen / so dahin wahltarrhen/ sonderlich berühmt ist. Die insul wird in r theil oder halb stichln unterschieden. Die gröste ligl ost-wärts/ wird das große land gcneiincl/ und ist das rechte Guadaloupa. Die andere aber ligt gegen abend/ oder vielmehr halb gegen wessen / und halb gegen süden / und wird wiederum in r Herrschaffken eingetheilet. Luc ist fruchtbar an zucker-röhren. Die Frantzosen ficngen an. 16,5 an / sich darinnen niederzulassen/ so/ daßsiranjctzo mflich wohl bewohnet ist. Es ligt eine stadt darinnen gleiches namens/ und an dersce- küste sind etliche Lrrx auffgcbauer worden. L->cLe/or, Nut. L,i- killcs. L-iN/o», clelcr. cle I'/rmrri^ue. Guadalquivir / lat- n-rrl,, ist einer von den berühmtesten fiüssen in Wpanicn/ wie denn der namc/ welchen ihm die Alan- ren gegeben / so viel heißt / als ein grosser fluß. Er eiusvringct aus den Castilianischen gcdürgen/ an den qräntzen von Murcia / kaufst durch Andalusien nach Sechsten zu / geht bey Cordova vorbey/ und ergcußt sich endlich bey 8. Lncar n-: Barramcda in den uieer-busen von Cadix. /ue/4. /e/cr»/». Lcü«»«- nor. orb. 2nc. Guadamena / ein fluß/ der in Neu- Castilicn hinter Alcaraz entspringt / und sein wasser dem Guadalquioir in Andalusien zuführt. * Guadel/ eine stadt in Persien in der Provintz Kyrmann/ ligt sn dem 8»>t'o von Ormus / und hat einen sehr schonen Haien. Gnadiaua/ Ana oder Astas / einer der gröstcn flüffen in Spanien / welcher in Neu - Castilicn bey >2 OL. in dem leide Lsmpocie xionrj-N genannt/ entspringet. Ein wenig weiter hinunter unterhalb Calatrava / nahe bey 82,112 om?. verstchm er sich fast 10 mcilcn lang unter der erde / und kommt unweit Arqa- masilla wieder hervor. Daher» pflegen die Spanier zu rühmen / Laß sie eine brücke hätten / worauf 10000 scyaafcweiden/ und worüber eine gantzc arince in geschlossener schlackt - ordnimg mar- schircn könte; wiewohl nicht wenig daran zwclflcn / daß er sich so weit unter der erden verschließe. Der name welcher ihm von den allen gegeben wurde / und eine endte bedeutet / zeiget an/ daß sie diesen fluß mit derselben verglichen. Die Mohren / ben denen Gnad ein fluß heißet / haben ihn ou-m 21,2 gcncnnet. Er stieflet durchCastilien/ Calatrava/ Medclstn/ Mcrtda/ Badajozund Elvas vorbey/ und ergiesset sich endlich / nachdem er verschiedene kleinere fiüffe zu sich genommen / ohnfcrn Ayamont zwischen Al- garbicn und Andalusien in den mccr-busen von Cadix. im. Zt Iib. z c. I. v/o-ri«-IN cicicr. !a,2i„ uac-ra. «ensts und -guL- auracu- geführt/ und ist ausser ehe zu Cracau an. 1614 seines alters 76 jähr gestorben. Er hat barmsriam Luroo^am heraus gegeben / welches buch aber Matthias Wtrykovski sich zueignet/ siehe Strz/kovski. incentur. stlustr. poloo. tcripror. p. ,01 1^4. Guajaquil/ eine stadt in dein südlichen America/ in dem nördlichen lhcN von Peru / am uferdes stillen meers / hat einen weiten haven/ sigt gegen der insul Puna über/ und ist;» Spanische Meile» gna von Quito snd-wärts entfernet. Der dabey gelesene meer-bM wird die von Guajagnil genennet / und erstreckt sich von c-p» S.HeleNÜ bis zUM Lapo blsnc. ^ I.E America. ^ Guaira / eine Provintz in iüd-America, in der landschafft Na. raguay, nicht weit von dem fluß Parana / fo sich bis in die sie hinaus erstrecket. Die Haupt-stadt darinnen ist Ciudad Real/ sonst auch Guaira und Oliveros genannt. Die Spanier sind Meister davon. Gualata / ist ein Afticanisches Königreich in Meisten aeaen das Atlantische meer zu. Die Haupt-stadt darinnen führet gleichen namen; Die einwohner aber werden Benais genennet. Ausser der Haupt-stadt gibt es darinnen noch eine andere stadt, mit namen Hoden, die ohngefehr 6 tag-reisen von cr-iiokianc entfernet, und den Arabern und Caravanesi, welche von Tomdut in die Barbaren reisen , zu gute erbauet ist. In dem qautzen übrigen lande findet man nichts mehr , als flecken oder grosse dörsser. Der erdbvden trägt nichts als reiß, Hirsen und gersten, und ist mit einer grossen menge pülm-bäume versehen, deren datteln sehr gut sind. Das fleisch ist überaus seltsam, ausgenommen zu Hoden, wo die einwohner eine gute Viehzucht, wie auch sehr viel camele und siegen haben. Desgleichen gibt es auch straussen, Lere» eycr zut zu essen, jedoch thun dre lowcn und leoparden sthr grossen schaden. Die einwohner sind iM Handel und Wandel zimlich frey, aber darbey dumm und von ichlcchtcm verstand. Beydes mann-iind weibes-personen haben die gcwohnheit, einen theil ihres gesichtes zu bedecken. Zu Hoden tragen die mäimer einen kurtzm weissen rock, die weiber aber bedecken nur den bauch. Als die Senegues meister von diesem »nd den benachbarten Königreiche» waren, wäre zu Gualata des Königes residcntz, wohin viel kauffsscüth aus der Barbarey ihre Handlung trieben; allein unter des voni-Hcli regicrung,welcher sehr mächtig war, zog sich der handcl nach Gaoga und Tombut. Nichtsde- sto weniger treiben die einwohner zu Hoden noch bis 6»«, eine zim- liche Handel,chasst unter sich; denn weil sie viel camele haben, so bringen sie kuvffer, sicher und andere waaren nach Tombut, und Nehmen von bannen gold mit zurück. Um das jähr izrä eroberte der König von Tombut diests land, gab es aber nachgehends dem rechtmäßigen Fürsten gegen erlegung eines gewissen triduts wieder. Das einheimische vvlck redet die Zungaifche spräche, und bätet das feucr an ; Die einwohner zu Hoden aber, fo von den Arabern herstammen, sind Mahomctaiier, und der Christen todt-stiilde. bel'ckireibunZ von Africa. 8. Gualbertus/ (Johannes) war ein stissterdes ordensss VLiic OmKruili. von Florentz gebürtig. Man sagt, er sty bey einer sonderbaren gclegenbeil gar übel tractiret worden,habe aber seinem feind mit solcher großinüthigkeit verziehen,daß ihn Gott deshalben mit sonderbaren gnaden angesthcn,nnd ein crucifix, vor welchem er gebötet, das Haupt gegen ihn geneigt. Endlich verließ er Leu weltlichen stand,wurde ein Benedictiner,lind gieng in das kloster s. M> nat der von Clnni. Von dar begab er sich in eine wüsten , woselbst er seinen ordcn stifftete. Vor dem hatte er sich einige zeit zu Camaldoli, ohnfcrn Rvmuald, aufgehalten, nachmals gieug er an. 1040 »ach Val Ombrose, und legte daselbst das vornehmste fundament zu seinem orden. Padst Alexander II -ons,. n'irte ihn an. 1070. Er starb endlich an. 107;. m /rl.x.inclro II, in cliromcv. rkron. tik.z. Lsxonrrt- 3 si, 107Z. Gualdrada / eine Florentinischc dame, so wegen ihrer kenfch- beit berühmt ist. Ihr Vater war ULMncian Lcrii sei Kavignsni, ans einem alten gcschlecht zu Florentz, so ein äst derer ^simLri wäre. Dieser otknrte sie Kayser Ottoni IV aufeinem tcsiin, als er sahe, daß sie ihm gefiele, zum kuß, so sie aber höflich ablehnctc, mit dem vermelden, sie liesse sich von niemand küssen, als von ihrem rechten bräutigam. Dieses gefiel dem Kayser dergestalt,daß er gleich einem seiner Baronen, Guido genannt, auflegte, selbige zu ehlichen, auch ihr das Cassentimsche gebiet, nebst einem theil von Romagiia zmn heyraths-gut mitgav, den Guido aber zugleich zum Grafen machte ; aus welcher ehe die in denen Italiänischen Historien berühmte familie derer Conti Guidi hcrgestammrt ist; wie bann aus r söhnen,so Gualdrada gebahre, der ältere Guilielmus den con-c Guido novciio.der jüngere Ruggieri, oder Rogerius aber den Lome Guido Guerra, dessen o-inr- in seinem intdri>-> Meldung thut, gezeuget hat. I-6-rrirno A ex eo commenrsire tur Is LüLiir is 6c 1'ciitcr 6e Danrc i8r» ^ Güaldus/ (Galeatins) , ein berühmter «ilisricw. ward zu Viccnz an. 1608 auS einer alten Gräflichen familie geboh- kcn. Weil sein Vater ein erfahrner soldat war, ward er in der lugend so wol in wissenschafften,als kriegs-übungen unterwiesen. Ck gieng noch gar jung nach Teutschland und Flandern, und »ahm daseibst kricgs-dienstc, dabey er zugleich sehr in der polltiichen klug- beit zunahm. Nach seiner zurückkunfft in Italien, machte er sich über die bcschreibung der Historie seiner zeit, die er auch so asisgcführct, daß er damit grossen rühm erlangt hat. Er lebte zu Venedig, und stiind der Repüblic mit gnten rathschlagcn bey, wurde auch endlich Kayserlichcr »Moncu;, und starb an. 1678. vcmc schrissten sind t UUluriL »eile ßverre lli kcrc!lN2nUo II A kcrÄM2N- ci» lli, 6s> l6;o, üno 2»' 2N. i6;6; vit2 ckalberw Valsssin ; Kino' r>2 2 cleliL revolurjoni 6i kr2nc>2 ^>2tte prima; iiisioris Ueiie zverl ckLurop» clalk Nn. >6Fc> 21164k; relLriovi-
  • o ioito i! cii I-uigi 6;;, 620 al 1 ?> ««l Ml' Iarp«i»l»cs äa LN»ciriä » dchlsao; Mvolur'on! ttes^oli LN. 1647 A: 1648 z liillorls »!; iccnL ci'iiuomini itlullri ci lc-iiiL ; ii LN'srriero pruclence; il I^inegA-o cleli' Lrmi; Is gloiie ciegll incognitt. öi^rium. Gualdus / (Paulus) wurde aus einer alten Adelichen familie zu Vicenz an. 1548 gcbodren /-und war sein vater Iosephus Gual- vus-ein berühinter Jurist. Nachdem er einen guten gründ in llu- niLn-oribu- zu hauß geleget/ schickte man ihn nach Padua / allwo er sich so wol aufdie theologie als rechte legte - und in beyden OoHor wurde. Er begab sich hierauf nach Rom, und war so glücklich/ daß ihm daselbst die stelle eines Ertz-Pristers im dem Dom-Capitu! zu Padua beygeleget wurde. Er kam also wieder an dieftn ort zurück/ und machte sich bey dem damaligen BischofsMarco Cornelio dermaßen beliebt / daß ihm dieser etliche zahr lang seine amts-verrich- tungen anvertrauete. Seine meiste zeittvertreib bestund in lesung der alten , und Umgang mit gelehrten leuthen; und lebte er insonderheit mit ViNcentio Pinello und Pignorio in grosser Vertraulichkeit. Er beschrieb auch des erstem leben / welches man vor ein Meisterstück in seiner art zu halten pfleget/ und starb endlich an. 1621, nachdem er zuvor seines bruders söhn Josephs das Ertz-Driester- amt abgetreten. eiogla, kEin s-uä ja lticsrco. Gualdus/ (Iosephus) obgedachten Pauli bruders sobN/war zu Vicentz den 25 jan. an. 1994 gebobren. Sejn vater war Aeini- lius Andreas/ein seine mutter Margaretha von Borghiano. Den ansang seiner studien machte er zu hauß / wurde aber nachmals zu den Jesuiten geschickt. - An. 16,0 gieng er nach Ronp wurde ein ciLricu» daselbst/ und studirte bey den Jesuiten. Nach seiner mutter tod gieng er nach Perugia / studirte die j ^ daselbst/ und wurde au. 1619 vaSo,. Er wurde hierauf von seinem Vetter/ dem Paulo / nach Padua berussen, welcher ihm/ wie oben gemeldt, das Lr-ki.preskxterlum daselbst übergab, so er auch mit grossem ffeiß verwaltete / biß er den 26 oct. an. 1640 starb / seines alters 46 iahr. Nom^äs!,sbe« fiudennch in der dwu»m. ??; auch hat man zu Paris, in der Abtcy zu d>- Victor, unterschiedene msi,ur. sm/sl. koiv». Gualterius / mit dem bcynamen 6ns r-zbere.Frantz. o^utE 6,n., svmr, oder s-lNLsrecnr. wegen seiner armuth / war ein im krieg sehr erfahrner Frantzosifther Edelmann, und ward deßwegen an. 109Ü bey dem ersten crcutz-zuge nach dem gelobten lande über eine armee zum General gemacht; hatte aber das Unglück, daß er noch m leidigem jähr in der ersten fchlacht mit den Türcken ohmveit Ni- cäa umkam. tütt. bitt. Qcr. j. 2 c. 4. 6«r/r,/«. !. I. c. -Z. ieqc;. Gualterus , König von Sicilien, der dritte dieses namens, aus der familie von Brieline, war Erardi II, und der Agnes von Montbelliard söhn. Er that eine reift in Orient, und hielt sich in befthützling der statt Ptolemais wider die Saracenen an. 1 - 88 lehr wohl. Er wurde nachmals durch seine gewahlm Maria Alberie, welche Wilhelmi III schrvester, und des uuächtm Tancredi tochler war, König von Sicilien und Hertzog in Apuiien, unterließ auch nichts, seiner gemahiin rechte zu behaupten; als eS aber zum treffen kam, ward er an. 12-^ verwundet, daran er auf dem schlösse-sarno in Apuiien starb. Er hinterließ nur einen ein- tzigcn yollkumuw, von dem der folgende articul. ue reb. 8ic. I. 7. clc tzcllo iscro. Gualterus 8KiLoek4Loe8i3, der grosse zugenannt. Sein Vetter Johannes war sein' Vormund, welcher ihm die Grafschafft Brienne an. i22i übergao, woraufer in das gelobte land gieng, und Graf zu Joppen wurde. Er bewiese seine tapfferkcit bey verschiedenen gelegenheiten wider die Saracenen, welche ihn letztlich gefangen nahmen, und auf eine grausame art hinrichteten. Sann« tus mercket seine gefangenfthafft unter dem jähr 1244 an; Matthaus ?sri6-nii; aber setzet seinen tod auf das jähr 12z,. Er hat' Mariam aus Cypern, des Königs Hugonis tochter, zur gcmahlm gehabt. LrL/ü»,-. L-r««,«/. Gualterus e«.iLi 9 texi 48 i 3 , Hertzog von Athen und Reichs» Marschall in Franckreich, der sechste dieses namens, aus der sa« miste von Brünne, ein söhn Gualteri V, und Johannä von Cha- tillon, wurde an Roberti Lon>, Komas von Neapoüs und Sicilien Hof erzogen. Carolus, des jetztgedachten Roberti söhn, welcher Hertzog in Caladrien war, schickte ihn an. 1 ;2ü als seinen General- Lieutenant nach Florentz, und an. 1^27 sendete ihn eben dcrseibige König wider Kayftr Ludovicum Lavarum, welcher in das Königreich Neapvliö eindringen wolle. An. izzi suchte er das Hcrtzog- thum Athen zu rccupcm-en, und als er wieder zurück in Franckreich gekommen war,diente er dem König Philippo Valesio von an. 1 )4<» biß 90 in dem krieg wider die Engelländer. Als er an. 1)42 zum andern mal in obiger qualität zu Florentz war, bediente er sich der damaligen Uneinigkeit und regier-sucht der bürgeren zu seinem Vortheil, und als er so wohl die vornemste geftblechtere als den geringsten theil des volcks (welche beyde denen guten bürgerlichen fanu- lien das ansehen, so sie im regiment zu der zeit hatten, mißgönne- tcn) auf seiner feite hatte, wurde er für lebcns-lang zum Herren von Florentz crwehlet; er mißbrauchte aber sogleich diesen gewatt, verstärckte sich mit vielen Frantzosen, befestigte das rath-haus, fienge an die bürgere zu entwaffnen, liesse den semigcn viel ausge- lassenhciten mit weibcrn zu, verführe sehr grausam mit denen, auf welche er einen argwohn hatte, und erpreßte bey diftm allem so viel gelb, daß die Flsrentinischc ttillottci versicheren, er habe in zeit von 10 monaten und etlich weniger tagen, alldieweil er meister von Visier statt gewesen, über 400020 ducaten darauß gezogen, ohne zu rechnen, was das land noch her schienen muste. Dieses verursachte einen allgemeinen haß wider den tyrannen, daß auch die, so zuvor am meisten wider einander verbittert gewesen, sich mit einander verstunden und gesamter Hand dcn ftbluß faßten, ihne zu flürtzen. Der ansang menge wider seine eigene perftn, welches er zwar entdeckte , zugleich aber auch vernehmen muste, daß viel und vornehme bürgere theil daran bätten. Wie er nun damwch die gröste fthärffe zu gebrauchen vermcynte, und von verschiedenen orten schon hülste beschrieben hatte, achteten sich die Florentiner gezwungen, damit sich dessen tyranney nicht um ein mehrers verstärckte, das äusserste zu versuchen, und Vene noch vor ankunfft der beschickten hülste zu unterdrücken; sie bedienten sich nun hierzu dieses lists: sie liessen einige schlechte kerls um die zeit, da das volck von der arbeit gicnge, zum schein ank dem marckt unter einander Händel anfangen, und daraus mit grosser ungestüme lärmen schreyen , welches dieje zuvor schon abgezielte würckung hatte, daß die bürgere durchgehends zu den Waffen griffen, ohne daß noch der mehrere theil wußte, was da vorgegangen wäre, oder warum es geschehe. So baw aber das volck mit dem gcwehr s>i-,ic»ntte, fiengen die zusamengeschworcne an freyheit und es sterbe der Hertzog von Athen außzuruffen, welches so dann Lurch die gantze statt in einem augenblick wider- hvlet wurde, obschon mau es zuvor mit den wenigsten abgeredt hat- 6vv gua 1 e. Alle bediente des Brienne , sonderlich aber die / welche sich zu cintreibnng der gelberen, oder außübung seiner vielen gewaltthätig- keiten hatten gebrauchen lassen , so fern sie das Unglück hatten dem erbitterten volck in die Hände zu fallen/ wurden allesamt jämmerlich hingerichtet. Der Hertzog hatte zwar eine starcke leib-wacht so wol zu pferdt als zu fuß bey sich / welche anfangs den platz vor dem pal- last tapffer wider das volck beschützte / aber doch zuletst mit verlurst und Hinterlassung der pferdten in den pallast hinein gejagt wurde; dessen ohngeachtet «leten-dtte sich der Hertzog an diesem wehrlosen ort mit ihnen biß an den neunten tag / da er sich endlich den z aug. an. 1)4; glücklich schätzen muste / daß man ihn und seine leute mit accorb ohnbeschädigt abziehen liesse / nachdcme er vorher alles über die Florentiner bißhero erlangte recht risset und eydlich versprochen das letst bejchehene nimmermehr zu rächen. Er hielte sich hierauf einige zeit in dem Neapolitanischen auf / und gicnge von dar in Franckrcich. Durch die guten diensie aber / so er allda gethan/ erhielt er den? may an. 1)56 die ck-rge eines connersbels, wurde, aber bald daraufin der blutigen schlacht bey Poitiers den iy sept. umgebracht/ und hinterließ weder von der ersten gemahlin / Mar- garttha von Taranle, noch von der andern/ Johanna von Brienne/ linder. Sein leichnam ligt in der Abtey Beaulieu in der Grasschafft Brienne begraben / allwo man auch sein grabmahl mit einem rzpliio sihct. I. ir. -/« still. llcla msilon //cL-r. siehe Brienne. Gualterus kki.u6Ltt3is, wurde also genennet/ weil er von Brügge aus Flandern war-Er wurde einMinorit/nachmalsPro- vincial der zu Tours gehörigen Provintz/ und endlich durch Pabsts Nicolai III Vermittlung Bischofs zu Poltiers. Man lobet ihn/daß er vor dic ordnung und rechte der Mera-ciiis sehr besorgt gewesen / welches er auch bewiesen / als zu seiner zeit zwischen den Ertz-Bischöfen zu Bourdeaux und Bourqes wegen des Primats ein streit entstund. Er hielt es mttdcmErtz-DischoffvonDonrges/ Acgi- dio Nomano/ und aufsein veranlassen wurde Bcrtrandus/ Ertz- Dischoffvon Dorirdcanx/ in den bann gethan- Als aber dieser unter dem namen Clemcntis V zu der Päbstlichcn würde gekommen/ setzte er ihn ab/ und schickte ihn in sein kloster zurück/ worinnen er aus Verdruß starb. Man sagt / er habe auf seinem tod - bett noch einen brich geschrieben / welchen er auch nach seinem tod in seinen Handen behalten / in welchem er von dem Pabst an das nächstfolgende Concilium oder an Gottes gcricht 2ppe>iirct. Man setzet noch hinzu / daß / als es der Pabst erfahren / er an.i;°8iiach * Poitiers gekommen sey/ und als er das grab eröffnen lassen/ habe man selbige gefunden / welches ihn dahin vermocht/ daß er diesen leichnam an einen bessern ort legen lassen- AIs an. iüc>4 der Franciscaucr General daselbst hinkam/ ließ er vor sich dessen grabmahl eröffnen / worüber sich der Bischofs Gothofredns von 8.Dlin sehrbeschwarcte/ als über eine fach/ die eineingriff in die Bischöfliche )uri;lliLt>on wäre/welches man bey demThuano und Spondano weiter nachsehen kan. Er hat geschrieben >n i>bro§ magillri lcncenri2rum; guollllbecorum librum unuin; rulluiicnr2 pro concionsroribuz, öcc. . ciiron. p. z kir. 14 c. 9. §vr,e» 7 i«- Listen. Neig. llill. üb. ,;r. L/>o»^»»«ö 26 an. IZ°8. Llejerr« lib. i> 2nn. kl2»clr. L1o/-r»r« in 0212!. L. 5 . Lelgii rr )2nuzrii. §. /c/-rrr/>e 62II. Lstrill. bibl. Neig. * Gualterus cod 48 'r^la'i'!Lk 48 i 8 , aus Enqclland/ oder wie einige wollen/ von koutanre/ einer stadt in Normandic/ ward anfänglich rciiilliaco,»,? zu Oxford / nachmals Difchoff zu Lincoln in Engelland/ endlich aber an. 1184 Ertz-Bifchoffvon Roucn. Er trat mit König Philippo August» aus Franckrcich/ und Hen- rieo/ König von Engelland/ eine crcutz-fahrt an / schrieb auch eine rci2rion darvon/ nebst einigen andern tractatcn. «-For-/«-still. kkilippj L»Z. §4-»-»«rr/»>». Lall. Lllrill. k'o^r«. cnri 2ll Lr?cam veric2tem ; orrliociox? Nllci llo/krin? conketlio per Hgurin« seriell.? minillror ; sp daNN annors- tioncz in Liccronis oracionez Vcrrinss <üc etc lege/egraris unter dem Namen Lduü Oz'nareri ; cle r2rione lz-iiakarum ; das in Latein übersetzte vnomallicon flulii ValtuciiUNd verschiedene epicellir und andere car- mi"2. Er hat sich durch 5 publicirte predigten von dem Anti-christ klncn grimmigen haß der Papisten auf den halß gezogen/ so daß thme deren viel den tod geschworen / und thue zu crmördcn sich vorgenommen/ wofür er aber durch einen auf dem kirch-weg ihme auf eine zeit erschienenen Engel soll gewannt worden seyn: Huldr. Grodnis hat sein leben sehr schön in lateinischen verseil beschrieben; gua Er hatte einen einigen söhn gleiches namens von guier hvffmM/ der nach besuchten academien in Teutschland und Engelland / 0,/ conur der kirche bey 8. Peter in Zürich worden / aber an. 1577 in dem 25 fahr seines alters/ und also vordem vater gestorben/ und etliche gelehrte eicZiss. cpicecüa und andere carmma hinterlaffui. v:c? clleol. p. L8r. elog. pr?Ü2nr. tkeol. p. rllcacr. p. 267. e!n§. rom. 2 p. ;s. djbf ligur. p. 115. Ike« HsIvcrickli.lcirclienZ. Llrtüerr pr?k. M lud loeli- Lki/r. ÜN/F. * ^ ' Guamanga/ eine Bischöfliche stadt in Peru/ bey 80 Fegn. tzösischer meilen von Pisco/ ligt an dem fuß eines hohen gebüras/ in einem sehr gesunden und fruchtbaren land. Ihr vornehmster Handel besteht in leder und eingemachten fachen. >072-- ^ >2 mer clu Lull. c. r p. zrZ. Guanahani / ist eine Amerikanische insul/ und zwar eine von den Lucayischen/ welche gegen das östliche theil von Florida zu. ligt / und die erste landschafft war / so an. 1492 von Christoxhors Columbo entdecket wurde / welcher ihr den namen s.Äivräor gab / weil er durch diese entdcckung sein leben rettete. Denn die Spanier/ nachdem sie durch seine vcrtröstungensich nicht langer wölken begütigen lassen/ droheken ihn über das bord zu schmeißen/ wofern er ihnen nicht bald einen ort zeigte / an welchem sie anlanden könten. Weil man gleich gold bey den einwohnern sahe/so gab solches grosse Hoffnung von dieser erfindung. Die insul war dazumal sehr wol bewohnet / und die Spanier erzeigten sich anfänglich gegen die einwohnersehr höflich; allein hernach brachten sie einen grossen theil von ihnen ums leben/ und führten die übrigen mit sich hinweg / um sie in ihren gold-qruben in 1--^ kern» z„ gebrauchen. Der crdbodcn in der insul ist sehr fruchtbar und zur vich-zuchl geschickt/ inmaffen sich mitten darinnen ein see befindet/ welcher 5 Meilen im umfang hat. um. ko». l/crxer« llill. gen. llcg vo^-ages rühmt wegen des vielen queck-fildcrs/ so daselbst gegraben wird. Es ist auch daselbst ein brunn / dessen wasscr geschwind zu stein wird / und find die meisten Häuser dieser stadt davon gebauet. kfeLrer vo)'2Ze lle I2 mcr llu 8ull c. 2. p. ;rl. Guanuco/ eine Süd-Amerikanische stadt inPeru/ ligt bey dem see Chmcaeoca/ und gehört den Spaniern- Guarda/ lat. Luarllia.jst eine Bischöfliche stadt in Portngall, in der provintz Beira, unter dem Ertz-Bischossvon Bmga gehörig, sintemal das Bißthum von Jgadita, welches vor alters die ErS- Bifchöfliche stadt von Braga war, dahin versetzt worden, />/4kL 1,0» llcticcL cle ?ortug2>. Guardamar/ eine kleine stadt,in dem Spanischen Königreich Valencia, an dem auslauffdes flusses Segura in das Mittelländische mccr, zwischen Alicante und den gräntzcn von Muma, gelegen. In dem allda befindlichen haven pflegten die Holländer zu friedens-zciten viel stütz abzuholen. co/»,c»4r aciic.cic Guardia Alftres / oder Guardra Alftria / eine kleine und zimlich wüste stadt in der Neapolitanischen Grafschaffl Molise, nebst einem Bißthum unter das Ertz-Bißthum von Benevcnto gehörig. ic/e^//exr I4c2poli5. Guardra/ ein ort in Andalusien,nahe bey I-en,welchem König Philippus II den titul einer Grafschaffl beygelegt hat. * 6lJJ.ROIF.Hs. von dem Frantzösischcn Wort garll-r,bewahren, wird in den Franciscancr-klöstcrn der?arec 8uperi»r geneimct, welche würde einer ordentlich nicht länger als z jähr an einerley ort verwaltet. 6 OFRILH!'!' - ein sehr ansehnliches Adeliches geschlccht in Tyrol, von wannen es sich auch in andere Provintzm der Erblan- den ausgebreitet, hat seinen Ursprung aus Italien von Verona, allwo die Kkarckcll von Luarienri noch anietzo in sehr schönem flor stehen. Was die ältere zelten betrifft,so findet sich zu gemeldtemVero- na,in der kirchc 8 . Enphcmia derer?.?. Eremiten des ordens s-Au- gustini, grad gegen dem hohen altar über ein grabmaal von rothem marmor mit einer überschrifft, darinnen Petrus c>- ou-mc,»-, (der an. 1404 verstorben,) ein vornehmer vom Adel/ und helfen in geineldtem jähr verblichener söhn , ein sehr angesehener Ritter / sillenllicius Lquez, genennet wird. Auch der berühmte Purist Ludovicus Menochius hat um das jähr 1566 diß,als eme wichtige ursach,angezogen,warum ein gewisses che-versprechcn Michw Eamillo Lu2ricntjz und V>enii2 V 1 I 4 . könte aufgehoben werden, daß Camillus aus einer hoch-Adelichcn familie entsprossen, dessen vater auch einer der vornehmsten kerricim in Verona wäre, M zugleich sehr grossen reichthum besässe, dergleichen vorthellyaM umstände sich bey der prL-,ei»!>rten verlobten nicht finden liessen. Der erste, welcher seinen sitz von Verona ins Tyrol verlegt, w»» Petrus, der an. 1440 gelebt ; Sein söhn Simon hatte zur ey Beatrix von Caldcfi, aus einem sehr alten gefchlecht, dessettgmcr hernach durch hevrath an das hauß von Thumm gefallen. Simon bekäme von dem Bischoffund Fürsten von Tribent das fthwß losco milden davon abhängenden gutem zu leben, diestm geschlccht ist; Der von ihnen beyden erzeugte fvhn Mr nymus, Obrisier in Kaysers Caroli V dicnstm, ward für ssch » seine nachkommenschafft in den Ritterstand von Tyrvl aUMNo men. Sein bildniß in lebens-grösse von weissem marmor um an weitläuffigen inlcriprioo ist annoch in der kirchen unser L- ür»l zuCiverzano, r weilen von Trident, zu sthen; wie er denn auch in selbiger gegend das grosse schloß L-eregnauo, eines der schönsten gehauen, welchedaherum zu sehe» sind/ von gründ auferdauel hat- Er hinterließ einen söhn,namens Joh.Baptista,dessengemahlin Faustiua aus dem Haus deren Baronen von Prato, und welche eine aedohrne Gräfin von Thienne zur, Mutter gehabt, ihme gedahr Franciscum von LuLri-n» dieser vermahlte sich mit Ursula von Roccabruna ebenfalls aus einem hoch»Avelichm und weltberühmten Haus. Deren beyder groß - söhn, welcher anjetzo lebet, und den stamm sortpflantzck, ist Carolas Iofephus, Graf von 6u-ri°nr , Herr zu Malosco, Ihr. Röni. Kayseri. auch Kön. Cath. Mai-Ober-OesterreichischerRegierungs-Rath,welcher mitJosepha Maria, Gräfin von Altha» von Grusbach, des vor kuryem verstorbenen Kayseri. Obrist-Stallmeisters Graf Michaels von Althan baaß, verheyrathet ist. Noch mehrere fürtrefliche Personen dieses ge- schlechts,welche bey beyden innen desDurchläuchtigsten Ertz-Hauses in Tcutschlanb und Spanien in vornehmen bebienungen, und sonderlich in kriegs'ämtem, gestanden, erzähle! die zuschritt eines buchs, fo an. 1697 zu Brunn in Mähren von i'- Martins » s. Brunone unter dem titu!: )ullsx , heraus gegeben worden» Es wird auch von Burchlehner in dessen befchreidung der Lyrol.sachen bezeuget,was Massen ein und anderer diesesLuLrienü. schen gcfchlechts den vor alten zciten durch die Ertz-Hcrtzogliche Land-Fürsten in Lyrol gebabcenRittcrlichcn thurnieren beygewoh- net und mitgehalten habe. Jene von LuLriem betreffend, welche in Oesterreich angesessen, wollen einige glauben, daß selbige wegen glcichheit des namens,auch zum theil gleich führendem waapen von vbbefchnebenem gefchlecht ausTyrol hcrstammen; Die vor kurtzem iM leben geweste zwey drüdcre, Frantz Antoni und Christoph Jg- natius,waren adsonderstch berühmt, Massen wner Land-vlce - K4sr- scb-li in Nieder-Oesterreich , dieser aber Kayseri. extrsorglusri- Abgesandter an den Moseowltischen, und nach dem zu Carlowil; geschlossenen frieden auch an demTnrckischmHofzu Constantinopcl gewesen. conlll. in clccill üe lleclv. 1; 11. in Llirss ssill. in mznuicrlpc- * Guarimondus/ein Frantzos aus der lllwc-s von Amiens,folgte den Christen in ihren creutz-fahrten, und nach dem tod Arnul« phi setzte man ihn an- m8 ausden - sitz zu Jerusalem. Er verwaltete selbige kirche gantzer 10 jähr, und starb an. 1128. 1 .12. ckrcm. sä sn, inS. Guarmius/ (Guarinus) ein Theatiner-Mönch,gebürtig von Modcna, des Hertzogs von Savoyen war in dem 17 seculo bekandt. Seine xl-cirs pUiiowxiiicL sind zu Paris au» IÜ66, und seine c«isliis msrllcmsclcs an. 168; gedruckt worden. Guarinus / ein Cardinal, war aus dein edlen gefchlecht derer Foscarhoder nach andern,derer Guarini,voliBonomen entsprossen, und trat, wider den willen seiner angehörigen,welche allbereits eine reiche heyrath für ihn ausgemacht hatten, in gedachter seiner ge- burls-stadt in den geistlichen stand. Einige zeit hernach begab er sich unter die tdanonicos lcxulsrci 8. Augustini, und erlangre den rühm eines so heiligen lebens, daß ihn deshalb«, Lucius II zum Cardinal» Bischoff von Palestrina erhub. Wie er nun zu anneh- mung solcher würde änderst nicht, als durch zwang, gebracht war, also blieb er deren ungeachtet bey seiner strengen ledens-art, ver- kauffte auch heimlich die kostbare wowiien, womit ihn gemeidter Padst dcschenckt, und theilte den werth davon unter die armen aus, mit vorgebet,, daß Christi diener, so hoch sie auch in der weit wären, ihrcin meister, welcher sich selbst um ihret willen von allem entblös- srt hätte, nackend nachfolgen mästen. In seinem Vaterland stifftete er ein Hospital,unter dem „amen des heil. Hiobs,nnd wegen der damaligen unruhe in Italien --c-irirte er sich nach seiner Bischöflichen rsücl-nx. allwo er nach vielen löblichen thaten den 6 febr. an. n?9, in dem no jähr seines alters sein leben beschloß. Sein erden feyret, mit Päbstlicher bewilligung, sein gedächtniß,als eines Heiligen. rom. 7, cic epllc. i?r«nelk. 2>tt- in vira cjus. U^be/lr. Guarinus/ gebürtig von Verona, war Emanuelis ckrylolor« discipul, und einer der vornehmsten, welchen man un i ; seculo die relliwiion der wuciien zu verdancken hat; wie er denn in der Griechischen und Lateinischen spraach sehr cxccii,rte,und selbige anfänglich zuVenedig,hernach aber zuFerrara öffentlich lehrte.PadstNtco- laus V befahl ihm den schönem ins Latein zu übersetzen, welches er auch that, nicht weniger übersetzte er einige virss und andere wer- cke Plutarchi, schrieb LrRcLm; orStiones; exiltoiss; versus Lc. in eloZ. n. >,o. in kibl. Guarinus / (Baptlsta) des obigen söhn,machte sich durch seine gute wiffenschafft in spraachen sehr berühmt. Er lehrte mit guter rspmLcioi, zu Ferrara , und schrieb einige bücher , als -l- leets Lpicures; lle orcims üocencü; cie regn» Lciminillranclo; in fglloz Ovlllii; in LaluUum ; orLtioncs U. a. M-C,' hat auch einige orari»- ncs llemolkiieniz, OrSAorii dssxisnxsni UUd etwas von deM^cno- xkonre ins Latein Übersetzet. lls icrij-r. sccies. x. z 86 . pr.es. in Lusrinurn cie orciine llocenlli. Guarinus/ (Baptista) war zu Ferrara an. ic;8 gebohren, und lehrte anfänglich die Griechische und Lateinische spraach, hernach aber die mvrsvphilosophie zu Ferrara. Nachgehends machte ihn sein Hertzvg Alphonsus II zuni 8scrcrzr>», und schickte ihn in Teutschland, Polen und nach Rom, allwo er vor Gregorio XIII gua 6or eme schone Lateinische rede hielt. Zu Venedig brachte er sich durch eme Italiänische rede an den Räch in ansehen, wiewohl bey Al- phonso nachmals die vorige gnade etwas nachließ; Nach dessen tod wurde er von den Ferrarienstrn nach Rom geschickt, Paulo V wegen ,etner erhebung auf den Päbstlichen stuhl zu s-skullren» Von dar kam er zu Vincentio Gonzaga, Hertzoge von Mantua, hernach M dem Hertzvg Ferdinanbo in Fioreutz, welcher ihn zuin Ritter 8.Stcphanl machte, und endlich an HertzogsFran- cllcl Mar.a von Urbino Hof. Er wurde von den vornehmsten Italiänischen -cscismien als ein Mitglied angenommen, von bep.cissm- ?>cis zu Vicenza; von den Liev^is zu Ferrara; von der Lru/cs zu Florentz; von den Imiominscis zu Parma und von den Humoristen zu Rom. Als er aber des hos-lebens müde war, gieng er nach Pa- dua, und von dar nach Ferrara , allwo er auch in staats - fachen fleißig co-Mü-rt wurde. Erstarb endlich an. ,Si; zuVenedig, wohin er wegm einem procc/rgereistt war, in einem wirths - hauß. Er hat geichneben lercere; sonecki öe rnLcirißkrü ; i! Äß-ttLno; uns comellia i'UäropicL; öcc. absonderlich aber durch leine rrsgo.come- clle, il pLlior köo, (welche anfänglich StatiusAckermann,' hernach aber mit viel besserm succ«i Hofmannswaldau und der von Ab- schatz in Teutsche verse übersetzt,) einen grossen rühm erlanget. c!oZ. ci'kuom. Icr-cr. p.r.(7/,,/,»r cpcLu-. p.i.Lk^Lwi tlclcrixr.wc. 16. 7«-/>e-r>L mu/Lum liill» p. 129. in ^,in. ini. illulir. n. ;i, tNesrr. Guarne!/ (Alexander) ein berühmter Redner und Poet von Rom aus dem ,ü seculo. Der Hertzog von Savoyen machte ihn zum Ritter 8. Mannt» und 8. Lazaci, und der Cardinal Alexander Farnesius/Pabsts Pauli III vetter, zu seinem 3-cre^r>o. Er wurde endlich mit dem niecen-stem so sehr überfallen, daß ihn die ivlclllc,' aufgaben. Da er nun seinen tod vor äugen sahe, gieng er bey sei. neu freunden herum, und nahm von ihnen abschied, warffstch auch zu Gregorii XIII füssen,und suchte von ihm ablaß, welchen er auch unter vielen thränen erhalten; Als er kaum wieder nach Haus gekommen war, starb er, und ward in der kirche zum heil. Geist begraben. z>m. i n, 67. Guass / (Ludovicus Berengarius äu) der vornehmste favorit Henri« III,des Königs von Franckreich. Er war tapffer, m-rgn-llc, freygebig,sehr -ncercllirt vor seine freunde, und ein grosser liedhaöer der Wulllen und gelehrter leuthen. Dabey aber hatte er einen ailzu- hohen geist, und war allen denjenigen, so um seine gewogenheil sich nicht bemüheten, aufeine unerträgliche art verdrießlich, indem er entweder Händel an sie suchte, oder durch Verleumdung oder auf andere art ihnen zu schaden trachtete. Den Marichall von Bclle- garde brachte er um des Königs gnade, und ward an seine stelle bey dem regiment von der Königlichen c^rllc, kiciire a- c-wx. Die Königin Louyse selbst setzte er bey ihrem gemahl, Henrico 111 , in üblen cregil, und bey eben demselben verkleinerte er anfalle art so wohl dessen bruder,den Hertzog von Alencon, Franciscum, als auch dessen schwester, die Königin MargarethaM von Navarra; Dan- nenhero diese hohe Personen und deren creaturen, worunter der tapffere Busst von Ambosse der vornehmste war, ihm wieder nach Möglichkeit Verdruß zu thun sich bemüheten. Endlich fügte es sich, daß des Cantzlers au Prat söhn, Wilhelm Viteaux, Ankonium Allegre-Millaud,welcher ungefehr 6 jähr zuvor seinen druder,Nlco- laum Ancienville, entleibt hatte, zu Paris auf öffentlicher straffe erschießen ließ. Weil nun llu Guast mit dem Millaud in absonderlicher Vertraulichkeit gelebt, so suchte er anfalle weiß des Vi-> teaur begnadigung zu verhindern, und da solche dennoch erfolgte, schwur er, seines freundes tod an ihm zu rächen. Dieser umstände bediente sich die Königin Margaretha, den ohne dis hitzigen Vi- reaux anzureihen, daß er dem -s» Guast zuvor komme» möchte. Dieser letztere hatte zwar des tags allezeit eine sehr starcke gesell» schafft bey sich, die er von des Königs freygebtgkeit aufs prächtigste zu rrEiren pflegte; allein abends, da er gewohnt war, von einer vornehmen .visilrelle heimlich besucht zu werden,hatte er ordentlich nur etliche wenige von seinen leuthen um sich. Indem nun Vi» teaux dieses und andere umstände genau ausgeforscht, kam er den i nov. an. 157; mit noch 7 oder 8 andern unvermerckt bis in des ciu Guast zimmer, und da er ihn mit einem buch in der Hand in sei. nein bette ligend antraf,versetzte er ihm, ehe er an einige gegenwehr dencken kunre, wohl 20 wunden, bis er ihn völlig tob sahe, da indessen seine ieuthe einigen von denen, die sich nahe bey ihm fanden, gleich falls den rest gaben. Da sie nach vollbrachter that die treppe wieder herunter stiegen, begegnete ihnen des . s,, 78. llilk. cic krance rom. ;p. zoz, z;-k, Z84, ZL>S. LreMor,. lle 1s K.eine ivlsrAucrice. GuastaUa/ ist ein besonderes Hertzogthum in Italien,welches zu dem Hertzogthum Mantua ehemals gehöret bat. Es ligt sclbi» qeS in der gegend, wo der fluß Crostola m den Po fällt, innerhalb II theil. Gggg des 602 gua des Hertzogthums Mantua, an den gräntzen des Hertzögthmns Reggto. Die gantze gegend des landes ist beydes lustig und fruchtbar,worzn die ; flüsse, der Po,dieCrostola, und die Gagna ein gross ses beytragen. Der vornehmste ort darinnen heisset gleichfalls Guastaüa, welcher ein mittelmäßiges städtiein ist an dem stuß Cro- stola. Zu ausgang des 17 feculi ließ es der Hertzog von Mantua auf Frantzösifche unkösten starck bevestigen, allein an« 1690 nöthigten ihn bieLpaiiier, daß er alletorc>6c2rion-.werckc wiederum muste clemoUren lassen. In der kirchen-historie ist diefer ort wegen zweyen concMemdie unter den Päbsten Urbano Hund Pafchali II dafelbst gehalten worden, berühmt. Nächst Guastalla ist der beste ort darinnen Dofvlo, ein fchloß an dem Po, zwifchen Lnzara und Sabionetta. Die andern örter sind gantz gering, >»>. FM:«. < 9 ,:,c^r/r^,»r ciclcr. IkLl. ciciic. cie i'lkslis. «t» r" p. ?;,« Guastalla/ ist eine besondere linie, fo aus der Mantuanifchen entstanden, iudemder Maragrafvon Mantua,Frauchens I,zu erst diefen strich landes feinem jungem fohn Ferdinands, und zwar unter dem titul einer Graffchafft gab. Diefer Ferdinandus war ein treflicher kriegs-hcld, und versuchte sich dermaßen in dem Neapolitanischen, Florentinifchen und Africanifchen krieg, daß er von Kayfer Carolo V anfänglich zum vicc-R.e in Sicilleu, und nachmals zum vouvettieur von Mayland ernennet war. Nicht lang -araufbekam er von dem König Philipps II das comm^ncio über seine armee wider die Niederländer. Er starb aber in diefer cilkion an- iz;7 von einem unglücklichen fall. Sein fohn Calat eommandirte in Italien die spanische reuterey als General, und hielt bey diefer miiitsrlfchen proN-Uion sehr viel von den gelehrten« Erstarb zu ausgang des iü feculi- Sein fohn Ferdinandus II fieng an sich einen Fürsten von Guastalla zu schreiben, und war nicht nur Ritter des göldnen vliesses, sondern auch gultin-m,-m dem KönigreichNeapolis,und starb an. i6;r. «Lein fohn Cäsar II bemühete sich nach des Hertzogs Vincenlii II von Mantua tod, selbiges Hertzogthum zu erlangen, aber vergebens. Er starb, und hinterließ einen fohn, Ferdinandum III, welcher an. 1678 ohne männliche erben verstarb. Von feinen beyden hinterlassenen rochiern ist die älteste, Anna Jfabella, an den Hertzog von Mantua, Carolum IV, die jüngste aber, Maria Victoria, an Vincentium Gonzaga vermählt worden, welches letztem vater, Andreas , des vorgedachten Ferdinandi II fohn gewesen. Nun pr.?ce„wrte diefer Vincentius, als der nächste ^g^r, nach Ferdinandi III tode dem- feldigen zu luccccdren; allein der Hertzog von Mantua blieb fo lang in pock-llMn. unter dem verwand, daß er imt des verstorbenen Hertzogs ältester Printzcßm vermählet, bis Vinccmms von dein Kayfer die bclchnuug, und auch endlich an. 1692 den würcklichen besitz erlangte, welcher an. 170; verstorben. Er hatte nebst ; löch- tern,davon die jüngste an. 1709 an den gewesenen Cardinal Franc. Mariam 6- Medices vermählet worden, 2 söhne Antonium Ferdinandum, gebohren an. 1687, und Jofephum Mariam, davon der älteste, so dem vater MccccHrte, sich in dem SpanifcheinucceNlu,,;- krieg zu Venedig auffhielt, und an. 1708 die Hertzogthümer Sabionetta und Bozzolo erbte, den28avr. an. 17-4 aber am schlag starb. In dem Königreich Neapolis haben selbige Hertzoge unterschiedene länder bekommen, welche sie auch thc-lS annöch besitzen, ncmlich das Hertzogthum Arriano, die Fürstcnthümer Molfc'tta, Giovennazzound Campobasso, das Marggrafthum Lpecchia, und die GraffchafftenAlcssano und 8. Paolo. /-crott?. rp. 7^. -/e- triebe- r» 7Z7, Guatimala/ ein groß Oouv-lnemenr von Neu-Spanien in Nord-Amenca, welches von Guatimala, der vornehmsten Pro- vintz darinnen, also gcnennct ist. Es gehet von der Provintz tzhiäva an, erstrecket sich bis an den nlkmum von Panama, und begrciffl in sich die Provintzen Vera-Paz, Soconnsco, Guatimala, Honduras, Nicaragua, Costa-Nica und Vcragua. Die Provintz Guatimala wird in der Indianischen fpraach cfuL.nc^zl^c genen- net, welches fo viel hcist, als ein verfaulter bäum / und ligcl gegen die küsten der füd - fee zu. Der boden darinnen ist fruchtbar am getraydund hat einen grossen Überfluß au bäum- wolle. Es regnet darinnen sehr festen, wenn aber ein regen fället, fo ge. schuhet es mit grossen waper-glissen, und dieses vomemüch von dem april an, bis gegen dem oct., da die winde von lüden oder norden herwehcn. Dieser letzte wind währet hier gemeiniglich nur 14 tag, ist aber sehr ungestüm, und bringet eine ziinliche käste. Das land ist mit vielen bergen und Wäldern angefüllet, und hat hier und dar verschiedene flüsse, welche es beydes zum jagen und fischen bcguem machen. Es gibt darinnen vortrcfliche vicd- wäyde; allein die luffc ist nicht allzu gesund, auch wird dafelbst das fall; gar mühsam zubereitet. Man bat darinnen dienen, welche weiß Honig und wachs machen. Desgleichen findet man auch balsam in diesem land, und vortrcflich oder wäyd, fo zum färben dienlich , und insgemein p-nkci von Guatimala gcnennct wird. Die einwohner sind noch zimlich gclchrsam; allein, wenn sie gleich einmal den Christlichen glauben angenommen, fo pflege» sie doch gar leicht wiederum in ihren vorigen abcrglaubcn zu verfallen, wofcrne man nicht disfalls ein sehr wachsiuncs aug aufsie hat. Indem thal von Sän - Jago findet sich ein bcrg, welcher zu gewissen zeiten feuer und glüende afche ausqefpcyct, fo auf dem land herum grossen schade» verursachet. An einem gewissen ort, welchen sie die Hölle zu nennen pflegen, findet man eine quelle von siedend heissem wasser, fo an verschiedenen orten hervor qnillet, und von unterschiedener färbe ist. Aus diefer quelle sammlet sich ein kleiner fluß, so der warme genennct wird, weil er feine wärme von feinem Ursprung an fast eine gantze meist behält. Die Hauptstadt von Guatimala ist L.Iagö a, Guatimala, wortnnen eine gua gub Luälemia ist, deren gerechtigkeit sich über 7 Provintzen erstreb, »„gleichem eine Universität und ein Bißthum, fo unter den ^°' Bischofs von Mexico gehöret. Sie liget mitten in einem D durch welches mitten hindurch ein schöner fluß laufft zwischen, » feuer-fpeyenden bergen, wovon der eine, fo selten brennet L an der stadt, der andere aber, so unterweist» feuer auswirffr weilen darvon liget. Der erdboden da herum bringt vie frD so m den besten feldern mehr als hundertfältig trägt, und dieÄ nachbarten gegenden sind mit vielen fruchtbaren bäumen beiek, welche die landfchafft sehr angenehm machen. Es q-.bt um selb,/,- stadt gute viehaväyde, und die lufft ist sehr gesund , ob es qle ch starck donnert und blitzet. Die bedienten des Könios wohnen mu! rentheils dafelbst, auch werden allda alle metallen qeschmvlken Deren einwohner treiben starcke handelfchafft mit den völckem von Veragua, fo gegen dem illbm» von Panama zu wohnen wodurch sie grossen reichthum überkommen. An. i?4i wurde fle fast gäntzlich durch ein erfchröckliches ungewitter ^i»>ret, welches durch eine grosse wasser- fluth einen grossen theil der Häuser über einen Haussen fchimß, wobey viel einwohner, und unter anderen auch bie gemahlm des Qouvcrnellrs. der allda residirt, und unter keinem v.cc-König stehet, elendiglich umkamen. Vo^^ge. biikanL America:. Guaxaca / eine Provintz in Neu-Spanien zwischen demm-r Uel und m-r cle! rur gelegen. Sie hat die Provintz Tlafcala gegen abend, und die von Chiapa gegen morgen. Die Provintz hat die form einer raute, worvon jede seile ohngefäbr ü; weilen ausmachet, worinnen Antequera die Haupt-stadt ist , da ein Bifchvff feinen sitz hat , welcher unter den Ertz-Bifchoffvvn Merico gehöret, darneben 5 . Jldephonfo, 8 Jagd und Lssinm liget. Das thal Guaraca ist sonderlich deswegen berühmt, weil Ferdinandus Cortesius, fo das land eroberet, daher den titul eines Marggrafen -iel Vaiic bekommen. Es gibt in diefer Provintz ver, fchietene gold- und silber-bergwercke, nebst vielen crystaU-selfen, und einer grossen anzahl maulbeer-bäume, welche verursachen, daß der feiden-bandel dafelbst sehr hoch gestiegen- Der erdboden tragt viel geträyd, wie auch einen grossen Überfluß an cacao und Cochenille, und es wird gejagt, daß ihnen das cacao an statt des grlds diene. Es gibt in dieser Provintz; ansehnliche städte, dorffer, 26 Dominicaner-klöster, und verschiedene geistliche coii-. Guazzi / (Marcus) von Padua gebürtig, sonst aber feinem gefchlechl nach von Mantua. Er hat sich so wohl durch feinen de» gen als seine schriffteu berühmt gemacht, bis er endlich an. iz;6 verstarb. Er bat beschrieben Caroli VIII gefchichte, eine Historie femer zeit, nebst einer chronic der gelehrten leute. elies». Gubecius/ (Matthäus) war das Haupt der an. i;7;in Ungarn rebellirenden bauren. Der aufang zu diesem auffstand ward zwifchen der Culp und Sau gemacht, und als die zahl der rebellm bis auf 10000 angewachsen, erwählten sie diefen Gubecium zu ihrem anführer. Er häufele mit dem Adel und dessen gütern sehr übel, und meng damit um, wie er die Kärndter und andere benachbarte völcker aufseilte feite bringen möchte. Allein der Adel, und was von rcßuiwten rrouxpen m der nähe stunde, kamen ibme zu bald aufden hals, da er zwar die feinige tapffer auftischte, und »eben ihnen eine Zeitlang vcrzweisselt föchte, aber endlich durch die reutterey und das kleine gefchütz des feinds zertrennt undgefan« gen, auch, nachdem man ihm eine eiserne glüende crone aufgefetzt, mit zangen zerrissen, und geviertheiiet wurde. lilll. «unZ. I. 24- ckroii. 699. * Gubel-Hamcrit/ eine Herrftchassc im glückseligen Arabl'eit, gegen die Arabische see zu, hat eine stadt gleiches namens. äetcriprio Guben/ eine der grossen städte in Nieder-Lausitz an der Neilst, 0 die Lude hinein fällt, gegen die gräntze des Braüdenburgifchen crtzogthums Crossen; sie gibt dem Gubenifchcn cräyß den na- en, und gehöret, wie die übrige Nieder-Lausitz, dem Hertzog von iachfcn- Merfcburg. Zur zeit Kayfcrs Hcnrici ^ucupir ist der t noch gar gering gewesen, und hat allererst zu Marggraf Con- di ÜI. zeiten von Müssen angefangen zu einer stadt zu werden, i solcher und fein fohn Dietrich neue einwohner aus Sachse», mnckcu, Ost-Fricßland und Geldern, dahin gebracht. Mit mau- n ist es erst um das jähr i;;i, unter dem Böhmischen Komg ohanne, umgeben worden, dic im Hußiten-krieg an. isr; von n cinwohncrn icp^nrt worden; doch dem ungeachtet eroberten e Hnßiten den ort an. 14; 7 , dauferen darinnen gar übel, und rm- rten ihn. Au. 1476 und folgende jähr wurde er von Hertzog ohaun von Sagan öfftcrs feindlich angegriffen; fo erlitte er auch »1 des Königs Matthiä nach der Marck geschickten völckcrn an. »89 grossen schaden. An. iszi wurde Guben von denen bey üpzig durch die Schweden geschlagenen Kayserliche» volcker» isgeplündckt; so halte es auch nach der band in lolchem krieg cl ungemach, sonderlich, da an. 1642 der Schwedische General -tallhanzsch die Sächsische darinnen bey ; Wochen belagerte, uns ldlich zwang, die stadt zu verlassen, und in aller stille sich pn-m-- n, darauf der ort brandschatzung erlegen muste. An. mlllrte die hier ligcnde Sächsische besatzung den davor gerum n Schwedischen Obrisi en Peter Andersohn. Ehemals war auch isserhalb der stadt ein berühmtes Iungfrauen-kloster, welcheM u conlirmwlen priviießii'z KayftrsWenceslai an. 1411, 7^ smundi an. 1414, als ein Lands-Ltand nngejuhrt wirb; e»» er solches an. 14z? in gedachtem Hußiten- krieg gantz zerlrov , id nunmedro mit feiner ruaebör so wohl zu pus cLuiu. ais m gilb gud LaM-HerrfchaWchen amt angewendet worden. Denn Hertzog Christian von Sachsen-Merseburg hat hier ein saltz-amt angelegt, „nter dessen obstchk aus dem im waffer zeriassenen see-saltz rein saltz gesotten, und durchs gantze land verführet wird. Der ort hat eine hübsche pfarr-kirche, deßgleichen die Wendische kirche vor Lem kloster - thvr, ein ansehnliches Rath-hauß; sonsten besteht die Nahrung der stadt in bier-brauen, wein- und acker-bau; die vorbey fiiessende Misse dienet auch zimlich beladene kähne nach Franckfurt an der Oder zu bringen. mcrc^vv. ?.^»->- l.Lullc 2 ilclie belcNrcjsulig p. 6 ?, Guber / ein Africanisches Königreich in der landschafft der Schwartzen, zwischen dem fluß Nils und der landschafft Guinea, welches verschiedene wohl bewohnte städte in sich hat, worinnen sich ; bis 6000 familien aufhalten. Die Haupt - stadt heist gleichfalls Guber, allwo der König rcsidirt, der über sein land ein K>u. versiner Herr ist. ^^0/. 6eNk. äkric^, Gucheu / eine grosse stadt in der Provintz Quangst in China, welche in einer landschafft gleiches namens der vornehmste ort ist, und y andere städte unter sich hat. Insonderheit ist dieser ort wegen des guten Handels, so daselbst getrieben wird, sehr berühmt, worzu verschiedene zusammen lauffende stüffe sehr bequem fallen, unter welchen der vornehmste Takiang genennet wird. Das land hat einen grossen Überfluß an zmnober, welcher aus den darzu gehörigen bergen gegraben wird. Man findet daselbst schlangen, welche, wie die Mneser berichten, 10 ruthen in die länge ausmachen. Es gibt auch darinnen kl»nocsi-oieii und äffen mit gelben haaren, menschlichen gesichtern und kleinen durchdringenden stimmen , fast wie die weider zu haben pflegen. Unweit Bolin, so eine von den stadten dieser Herrschafft ist, liget der berg Hau, welchen man den kalten berg zu nennen pfleget; denn ob er wohl in der 20NL rsr,iciL liget, so ist es doch nichts desto weniger oben über alle Massen kalt. Nicht weit von der stadt Pelieu liget der berg Ho, oder der so genannte feuer-bevg/ welcher diesen namen daher hat, weil man darauf alle nächte l-echt zu sehen pfleget, gleich als ob kertzen darauf brenneten. Vermuthlich mag solches von einer gewissen art grosser Iobannis-würmer herrühren, so etwan auf dem berg zu finden sind, oder noch vielmehr von starcken dünsten, welche aus der erden aufsteigen können. Gegen das östliche theil von Gucheu zu liget der kleine see Go, wo der König von Pegao vormals 10 crocodiüe hielt, welchen er alle diejenigen vorwerffen ließ, die einiger verbrechen beschuldiget wurden, da denn, wie man vorgibt, die unschuldigen unbeschädigt geblieben, die schuldigen' aber also fort aufgefrefien worden. 6elcr>^. 6- u Ldinc. * Gudaviri/ ein Königreich / siehe Andragiri. Gilde/ Dänischer Tkaats-Rath und ein berührn« 1er vol>-K,«l(>r. warvon Rendsburg aus Holstein gebürtig/ allwo sein vater/ Hans/ die stelle eines Nathsherrn bekleidete. Den gründ seiner studien legte er in seiner gedurls « stadt/ von da meng er nach Wittenderq und Irancksurt an der Oder / endlich aber reifere er in Holland/ allwo M an. «szy der Rath zu Amsterdam/ da er noch zimlich jung war/ mir Versprechung eines grossen g^n-iis/ ja gar eines öffentlichen dahin bewegen wolle / daß er Nlc>n6c!il snimgclv rllone» in Nzronii snnzle5 in ordNUNg bringen und cciiren solle. Allein Gilde trug belieben/ die welk zu erst weiter zu sehen / deßwegen er auch / da ihm der ältere Gronovnis eine Hofmelstcrs'^ilgc bey einem vornehmen vom Adel aus Holland/ Samuel Seiassen / verschaffte/ diese ortendes Raths abschlug. Jetzt« gedachten seinen untergebenen brachte er nicht nur glücklich von der reise in Italien wiederum in sein vattcrland zurück/ son- dern es trug auch derselbe gegen Gudmm eine so sonderbare liebe/ daß er mit ihm in Holstein gienq / und als er nach etlichen jähren daselbst verstarb/ ihn gar zu seinem erben einsetzte. Dadurch fand er sich nun in dem stände / rare und buchcr sich anzuschaffen/ auch sonsten schöne wscripnones aufzusuchen- Bey der zurück» kunfft in sein vattcrland wurde er anfänglich aiK>>mliL^r,u>nber die Gotwrplschc biblischer / und nachmals Staats-Nath des Königs in Dannemarck. Er starb an. 1639/ da er noch etliche stunden vor seinem tod norm über Clemenrem Alepandrinum geschrieben. Bey seinen led-zeitm hat er nichts c6,ret/ ausser einem kleinen tractatHippvliti 6c welcher in Griechischer spraach zu Paris an. 1661 gedruckt ist« Petrus Durmannus hat seine eptsteln mit des Sarravii zu lltrecht an-1697 heranß gegeben; eben dieser hat auch Phädrr fabeln mir Gudu noten c6irt. Sonsten hat Gudins auch vorgehabt / Qrursri ob"«>"lcriptton„m, mit noch vielen andern-ntcriprioriwus. deren er4^'oi,-m>k>3 in 4 zusammen gebracht/ zii c-brm. Allem diese sind nach seinem todGravio zugeschickt worden/ welcher davon 2 rom. - in fol. zusammen gebracht/ die übrigen aber Dnrmanno zu pcrs^o„,rm hinterlassen/ welche auch zu Amsterdam an- 1707 an das licht gekommen. Dieses Marquardi bruders söhn/ Heinrich Ludwig Gude/ hat sich durch unterschiedene kleine historische schrisslen/ worunter sonderlich die Staaten von Europa sind/ bekandkgemacht. Erhalte die meisten Europäischen länder durchreiset/ und war Konigl. Dänischer Regierungs- 8-cccrsriu-! zu Coppenhagen worden/ wcl- chestelle er aber aus liebe zu einer freyen !ebms«art wieder aufgab/ und sich nach Leipzig/ von dar aber nach Hall wendete/ allwo er unterschiedene schrisslen übersetzet/ und vorgebuchte Staaten geschrieben. Kurtz vor seinem end vcrlohr er alle seine ferttgkett/nach» dem er sich durch den rrunck ruiniret / und starb daselbst an. 1707. Äc»r, HiMrir. UM. ?. I in e^imdris NterLkL. in 6u6>> L 8zrrsvii epiN. i>6 sn. 1697. »nrcrrerl. ^>. 80Z ^ol^liitt. gud gue tzoZ «NudeUmis, (Petrus) ein berühmter NiederltindischttRechlS. gelehrter/ war zu Athm Hennegau den 8aug. an. 155a gebvh» rm. AIs er seme tuaULmcnrL m Vaterland gelegt/ kam er in dem 14 jähr seines alters nach Löven / und stndirke m dem covcZio rsu conenübie Philosophie/ hierauf legte er sich auf das kl- 8 , wurde auch an. ^72 l.iccurisc darinnen. Hieraus gieng er nach Mecheln/ und prsÄic.rte daselbst vor dem hohen Rath / wurde hernach von Wamefio und Zuerro nach Löven gezogen/ woselbst er ;7 jähr leh» rett/ biß er endlich an. 1619 starb. Er hinterließ 2 söhne/ Phi« lippum und Petrum Paulum. Man hat von ihm rum 6c jure novittirno libros ü; 6e jure feucloruai; 6e juke csgmL regulsi-um juris; refponfiones all L ; norss öc lckaliL s6 6ecre- tsiej; 6- lccksmentis; s6 intkicutt. bivl. L-vVe-'/r» -tcUen« ksl^. rk« 2 ». virs^Lt. p. ;ü. in kpony- mol. Lrir. Guebriant/ (Joh. Baptistafi-kua^. Grafvon) Marschall von Iranckreich / war auf dem schloß Pleßis-Budes in Bretagne den 2 ftbr. an. 1602 gebohren. Sein vater war Carl von Dudes / Herr von Hirel/ Baron von sac«; die mutler aber Anna von Dudes / Frau von Quatrevaur. Erstlich diente er m Holland / und als er nach Iranckreich zurück kam / wider die Hugoiwttcn/ da er in der belagmmg Alais und Mgvn gar gefährlich an dem backe» verwundet ward. An. iö;o wurde er Oberster über das regiment von Piemont/ und 2 jähr hernach über das von der garde. An« i 6 zz diente er unter des Königs armer in Deutschland/ hielt sich bey verschiedenen gelegenheiten wohl / wurde in dem folgende» jähr zum Feld-Marschall gemacht / und führte die armer aus dem Veltlin in die krsncve. cowts, um sich mit dem Hertzog von Lon» gneville zu coojungiren. Nachmals miste er sich zu der Weymari» scheu armer in Deutschland unter Hertzog Bernhard begeben / da er zu der victorie/ welche derselbige an. - 6;8 über dieKayserliche» am Rhcinstrom erhielte/ wie auch zu der eroberung von Brisach nicht wenig beytrug. Das folgende jähr nahm er verschiedene örtee in der lrsncks - Lomte ein / versicherte sich auch nach des HertzogS von Weymar tod der stadt Brisach/ und entsetzte Dingen. An. 164, beförderte er den glücklichen n-ccek der schlacht bey Wolssen- bü.ttel. Ein jähr darnach / als er General - Lieutenant von des Königs armer ward/ gewann erden 17 jan. die schleicht bey Or- dingen ohnfemCvlln/worbey derKayserlicheGeneralLamdoy nebst dem Mercy gefangen wurde. Nach dieseni eroberte er Ordingen/ Ncus/ Kempen/rc. und erhielt den folgenden 22 mark. den Mar- schalls-.stab von Iranckreich. Allein er genoß diese würde nicht lang; denn als er den 7 nvv. an. 164z Rotwell belagerte/ wurde er den 17 nov. mit einer falconet-kugcl getroffen / woran er den 24. nach» dem er die stadt gewonnen / starke. Sein lcichnam wurde zu Paris in der krrcd a- Kiorrc-vamü mit grosser Pracht begraben. Ec hinterließ vvnscmer qemahlm/ Renata -tu Dec/ keine erden. Sei» bruder Ivon hinterließ eine rechter/ Renata von Dudes/ welche durch ihre heyrach mit Sebastian / von Rosmadec und Molac/ o.>uverncur von Nantes / die crbschassr von dem hauß Gucdriank an. i 6 ;z an das von fliosmadec gebracht. v>c ciu Hiiebrisnc. conim. 6c rcb. 5uec. Guebriant/ (Renata a>, Bec/ Marschallin von) war eine tochtcr Renan von Bee/ Xtarquir von Vardes/ Ritters derKö» nigllchen orden/ Q 'uverncur» von >s L-^cNe und dem Hertzvgthum Lierasch/ und eine schwester Renakl von Dec/ welcher sich mit einer Gräfin von Morek/ Königs Henrici IV mEcMc. vermahlte. Sie harre auch noch einen bruder/ welcher in Italien durch die Banditen ermordet worden. Ihre eltern wölken sie anfänglich mit einem sehr reichen mann vermählen/ sie stieß aber solches wieder über den Haussen/ und nahm den bemeidten Grafen Gue- briam/ ob er gleich ein c- 6 cr war/ weitste wohl sahe/ daß er im krieg s^ncgen würde; wie sie denn auch durch ihre »>rnAucn ihm den Marschalls-.stab zu wegen brachte. Als dem König Uladislao IV von Polen an. 164; diePrintzeßin Lomsa Maria von Gonza» ga / (dre er fich durch einen Abgesandten in Iranckreich hatte ver» mähten lassen) solle zliqefuhrcl werden/ wurde sie ersehen / selbige zu begleiten / und zwar unter einem neuen als Mice exnLorfiinsice und oberste Hofmcistcrin / legte dabey auch grosse ehre ein / undwurde aller orten in sonderbarer -ume gehalten ; sie bekam aber deshalben mit Klr. 6e Bregi / Frantzösischem in Polen / viel streit/ wiewol sie ihren ciiLraÄer wohl zu bekleiden wüste. Aus Polen nähme sie ihre ruck-rciß durch die Erb-lande/ und Italien/ wosiebiß nach Romfortgienge/ und ihren weg weiters durch das Ilomitinische und Genuesische l» Iranckreich nähme / bey welchem allem ihro von den Fürsten und k-pubi.que dieses landes/ gar eine sonderbare ehre widerführe. Sie war eine frau von grossen qualitaken / aber darbcy von unge- meinen wrrixuen - wie sie denn den Oouve, ncur von Brisach/ Char» levois / durch list in arrest brachte / und seldsten gern solch Jouver. nemenc an sich gezogen hatte. Endlich wurde sie von der Königin/ Maria Theresia / zur ersten 6'tionneur neiixmrt/ starb adelt aus der reiß zu Perigueux den r sept.an. 1659. Barclajus nennet stein ru^Nocmione LsünLM. v>c 6c OuekriLnr, 6c>L R.eine 6c?o>»zne, üc L66ilic>ns sux roemoirc; 6e LLNelnsu k. » p. 500. 6c rcb. Lsll. I. z p. ,76. 6e rcs. OsII» I. rc. 6 öcI. 8 c. 8, eo. 149 6c izi. r8. * Gueguere/ eineAechiopische insul in dem Nilo/ wird noch heut zu tag nach ihrem alten namen Meroe genennet; s. Meroe. Guei/ des Kaysers Dienki in China favorit/ war ein verschnittener/ welcher durch die bey dem gedachten Potentaten erhaltene gnade so mächtig wurde / daß er das gantze Reich regierre/ und von dem Kayser selbst mit dem titul eines valers beehret wurde. «sss» Aller» 604 gue Allein dieser ihm angetragenen gemalt mißbrauchte er sich gar sehr/ tndem er alle diejenigen/ die er nicht wohl leiden tonte / um geringer Ursachen willen hinrichten ließ. Als Tienki an. 1623 mit tod abgieng / suchte Guei dessen brnder Zunchin/ so der nächste kron-erd war / an der tucccu.o» zu hindern. Allein es gicng ihm nicht von starten/ und so bald als Zunchin die rcgierüng überkommen/ schasste er diesen hochmüthrgen djencr von dem dos hin« weg / war auch ansein mitte! bedacht/ ihn/ ehe man sich dessen versähe/ hinrichten zn lassen. Zu solchem ende besah! er ihm/ die Käliserkichen gräberzu besuchen/ um zu sehen/ ob daran was zu verbessern wäre/ welches an sich selbst eine ansehnliche Verrichtung war. Mein so bald er weit genug weg war / überreichte man ihm an dem von dem Kayser bestimmten ort eine goldene buchst / wor- inncn ein seidener strickwar/ mit welchem er sich selbstauffhcnckcn Musst. Kett» Hrrsrico j,. 8r- Guelphen / oder weifen. Der Ursprung dieses berühmten geschlechts / aus welchem nebst andern vornehmen samilien auch das Braunschweigische hauß hcrstammer / ist / wie der meisten Häuser ansang/ ungewiß/ und durch viele unqegründete/ theils auch ungereimte/säbeln vcrdunckelt worden.Htcher gehöret alles/ was von diesem geseblecht vor Welfonc I / der zu Caroli stk- Zeiten gelebet / erzehlet wird / worbey wir uns also nicht aufhalten/ ausser daß wir die erzehlung von Jsenbard/ der für dieses Welso- nis Vater angegeben wird/ in einem besondern articul anführen wollen. Dieser Welso nun hat/ wie gedacht/ zn Caroli öl. zeitcn gelebet/ und wirddald ein Graf/ bald ein Hertzog von Bayern gencnnekzwobey er/als ein Fürst von dem altcnBaynschcn stamm/ viel -u»ckLi. gsiwr in Bayern und Schwaben/ sonderlich aber am Boden-see besessen. Mitsciner gcmahlin/ einesvornchmen andere gemahlin gewesen/ von der ein besonderer articul handelt. Es werden ihro von alten stridentcn noch 2 brü» der beygelegt/ Rudolphus/ Abt des heiligen Nicharii/ und Con- radus der altere / Mit-Rcqenl der Fränckischcn Könige/ von dem unterschiedliche Durqnndische Könige herstammcn; siiitcmal seines sohns Conradi des jüngcrn sohn Rudolphus 1 / der erste König in nui-gunMr 'rrrns-^us-inz gewesen / von welchem und dessen polwn'tär an seinem ort gehandelt wird. Ethico/ Welfonis I söhn/ der Kanstnn Judith brudcr aber hatte einen söhn Heinrich / welcher widcrdcs vatcrs willen an den Kaystrlichcn Hof/ vermuthlich seines schwagers Ludovici k>n, gicng/ und sich von demselben bereden ließ/ daß er ihm den eid der treue leistete/ und ein groß stück landcs in Bayern von ihm zu lchcn nahm. Ethico kranckce sich über diese einschränckung der srcyhcit seines stammes so sehr / daß er sich vornahm / den söhn nicht mehr vor seine äugen kommen zu lassen/ ja gar mit 12 seiner freunde nach Ambergou in die einsam- keil gieng / wo er eine zcll gebauct/ gestorben und begraben worden. Sein söhn/ der jctzl-gedachte Heinrich/ hat den Zunamen mit dem güldenen wagen / welches daher gekommen seyn soll: Heinrich / als er sich vo>f seiner schwesstr bereden lassen / seines schwagers Vasall zn werden / hat sich unter andcrm ansgedungen/ daß ihm derselbe so viel land eigenthümlich geben solle/ als er in dem längsten sommer-taq mit einem güldenen wagen umfahren könne- Als dieses der Kayser eingegangen / hat er sich / wie dst Historie sagt / auf einen ordentlichen und leichten wagen gesetzt / einen kleinen güldenen wagen in die Hände genommen/ und ist mit unterlegten Pferden um den so genannten Mcrsborg/ oder wie andere reden/ um den strich landes / der zwischen dem Lechz der Glvn / und Ampcr ligt / gefahren. Gewisser ist / daß er seinen vaterzu bcsänfftigcn/ ihm die nächst-gelegene landcreycn untergeben/ und nach dessen tod die AmderqouischcMünchc nach alten Münster versetzet/ auch ein klostcrzu Alidorff gcstifftet/ so nun unter dem namcn Weingarten bekandt ist / und hart au der ischwa- bischcn Ncichs-stadtNavcnsburg ligt/ und Bcncdjctincr-ordcns/ auch sonderlich in der Guclpbischen Historie mcrckwurdig ist/theils weil daselbst unterschiedene dieses stammes begraben ligcn / theils weil hier von einem ungenannten Mönch das daher genannte ci,rc,»icc,n Wcuigarrciiii: am ende des 12 oder ansang des iz steilst geschrieben worden / woraus man das meiste hat/ was mit einiger gcwisshcil von den alten Wclphen gesagt werden kan. Hcimct gemahlin Bcata oder Hatta / eine Gräfin von Hohcnwart m Baycrn/gcbahr ihm8. Conradnm/ Bischofs;» Costnitz; Elches- nein l I/dcn stach vater etlicher Adclichcn familien in der Schwell;/ von welchen beyden besondre articuls handcln/un -Rudolphum/der die linie fortgepstantzct; Denn er zeugte mit Jka von Ochnmgcn/ (welches nun ein Bischöflich Costnitzisch dors und Probstcy am Doden-sce ist) drey kinder: Heinrich / welcher in seiner jngend aus der iggd umgekommen / Richardam / Adalberoms des letzten Grafen von Ebcrsberg gemahlin / die nebst ihrem gemäht an. 104z gestorben / und Welfoncm II / den einige auch Wclhardnm Nennen. Dieser ist der erste / bey dem der haß der Guelphen und Wciblinqer oder Gibclliner sich gcäusscrt / wovon unter dem artt- rnl o>k-:N,ni Nachricht zu finden; indem er sich von Kaysers Con- xadl Zaiici vekter unl> Lvmxsrenren , CDNl'ado odel'Chunone dem jüngern / anstiffken lassen/ als der Kayser in Italien war/ unterdessen Brunoncm / Bischoffvon Augspurg / des vorhergehenden Kaysers Henrici brudcr und Conradi vertrauten freund / in seiner rcsidcntz zu Augspurg zn übersallcn/ die stadt und den Bischöflichen schätz zn plündern / und das land iiiiffcucr und schwcrdt zu verheeren / dergleichen er auch dem Bischofs von Frcysingen gethan. Er muste aber bey des Kaysers wicdcrknnfft nach dem Reichs-tag zu Ulm an. 1027 nicht nur das genommene gue wieder geben / sondern auch eine zeitlang im gefängniß gMam« Ob er zu Welfhofen einem klsster an derGlonbeyMettdÄ gehalten / ist nicht ,0 gewiß/ als daß er gegen das end seines«»! das ehemals an den Dischossen zu Augspurg und Freysn A gangene unrecht durch Überlassung eines grossen theils sein r amw zu buffcn gesucht / und von serner Lupenburgischen gemahlin /8 dmeilkochrer/ Amengarde oderJmiza/ !inensohnWGL III / und eme tochter Cunizam gezeuget / welche beyde merckL dig. Denn Welso ward an. 1047 aus dem Reichs - tag zu Svener von Kayser Hcnrico III nm dem Hertzogthum Kärnihen n« belehnet / womit damals das Marggrasthum Verona vcrknüxffk zu seyn Pflegte. Welso nahm sicy so viel herauf/ daß er auch ae- dachten Kayser nöthigte/ das geld/ so erden Vcronesem M . presset/ wieder herauf zu geben. Er starb an. 105;/ und huuer» ließ / weil er unverehltchet war/ alle seine pscrimoniai-nüter/ y-m 8 .Mattins-klostcrzi! Alkdorf/ weiches crem einen andern ort ae- setzk / und mit dem nainen Weingarten belegt hatte. Doch die noch lebende Mutter Jrmcngard ließ ihrer tochter Emma mit MarggrafAzzonem-;ialten erzeugten söhn/ WelfonemIV/ als des verstorbenen schwester söhn / und nächsten erben aus Flachn kommen / und das lestamentumstossen. Weil aus dieser else Ano- niS und derCuniza das hauß Braunschweig entstanden/ wollen wir von den übrigen Guelphen linker dem articul Braunschwei- gisch geschlecht handeln. Wie dernameGuelph auchgewiffer mästen gemein worden/und die feinde dee Gidelliner angezeigt/ist wie gedacht/ unter dem articul angeführet wvrdcn. ßcneM. big. clcs Nrzunsckvv. I.üneburZ. bauten GuelfusVI/ Hcrtzog von Spoleto, Fürst zu Sardinien, Margarets in Tnscicii, Hai sich durch seine kriege sehr bekannt gemacht ; denn als Kayser Conrad III seinen brudcr, Heinrich den ftoltzen / in die acht erkläret, hielt er dieses letztem parthey, La- hero auch diese parthey / so dem Kayser zuwider war, von ihm den namcn der Gneisen führet. Er wurde an. 1147 in der schlacht bey Winsberg geschlagen, muste auch sich und den ort aufMr-iloa ergeben. In eben demselben sahre folgte er Kayser Conrado ini-L- iLlkinLM. erkranckte aber bey Damasco, und reifete nach Hause. Inzwischen hetzte Rogerius, König von Sicilien, Guelphmn anfs neue wider den Kayser an, er wurde aber vor dem schlösse Floch- berg abcrmal geschlagen, und durch Vermittlung Hertzog Fridrichs von (Schwaden mildem Kayser wieder ausgesöhnet. An. iwz stellte er in der stadt Zürich einen sehr prächtigen thnrnier an, weil er aber seinen Printzen überlebte, verkauffte er Kayser Fridrich dem I , was er in Hctrnrien , zu Spoleto und in Sardinien besaß, auch seinen autheil in Bayern und Schwaben an seinen vetter Hcn- ricum. Er starb an. nyi zu Memmingen, und ward zu Steinga- den in seinem stiffte beerdiget. Seine gemahlin war Jtha, Graf Gottfrieds zn Calw tochter. ckron. 8-vsr. M SNI1. Nojor. Lgiiolf. vüriten-sgLl x. Z67. Guelvas / ist eine kleine stadt in der Spanischen provmtz Andalusien , an dem Meerbusen von Catch, zwischen dem auslanffder beyden flüsse Tinto und Odier. Sie führt den titul einerGrafschajft. Gueniens , siehe Guimen-. Guenegaud/ ist ein altes gcschlechte von Franckreich, so von des Gadrielis zeircn am meisten bekannt worden. Dieser hey- rathete an. 1604 Mariam a- >L Lr»ix, Claudii / vtcomrc von Se- moine cintzige tochter und crdin, aus welcher ehe er; söhne und 4 töchtcr halte; der erste war Heinrich, von dem hernach; verändere , Claudius von Guencgaud, Herr von Plessis, rc. ehemahls Königlicher Rentmeistcr, welcher sich an. 1647 mit Claudia Alfon». ffna Mattel vermählte, und mit derselben verschiedene kinder zeugte ; der dritte, Franciscus von Gucnegaud, Herr von LoiM/ Par- laments-Rath zu Paris, und prLllöcnr bey dem mguM-ms-Mb, oder der sogenannten gc? Lnqu-r-s, welcher ohne erben verstorben. Die töchtcr waren Renata, so an Claudium Louv, Herrn von Plotard ; Maria, so an Clandium Loup, Herrn von Bcllcnave / verehlichct; Johanna / so Priorin des hosvitalszn Pom toise; und Magdalena, so an. 164; an Cäsirrem Pböbumund AI- hrrt, Grasen von Mioffens, Marschall von Franckreich, verhey- ralhet worden. NNk. ci>: mLilon clc krLnce. Guenegaud / ( Heinrich von ) von^ Plancy, tzraf von Montbrison / vicomre von Semoine, Baron von l- Inst, Hcvr von Plessis und Freche, Staats-s-er-»"»; und icgcl-bewahrer der Königlichen Ritter-orden. Er war GabrmiS on Guenegaud, Königl. Rentmcisters söhn, und diente bey der cift, so der Hof an. 1H2 in Languedoe that, da ihm der Cardmat Richelieu die iurv>v»ncc von seines vaters cl,A5ßc verschache, wen her bald darauf den 6 febr. an. i6Z8 verstarb. An. 1642 heyra- hcte cr Jchbellam von Cboiseul, Caroli, von Prasnn, Mtters der Königlichen orden, Marschalls von Franckmch, uns Ilaudiä von Caztllac jüngste tochter, und zeugte nnt selbiger wo- wiel, Grafen vonMontbrison, so den 24 nov. an. i668vork.a»- ),a durch eine granate verwundet wurde, woran er den roMNem , dec. starb; Rogerium, Klsrgms von Plancy, so an. 1047 Eocen ; Cäsarem, Vlcomrc von Semoine, so an. starb; >>.NM mcl von Guencgaud, Ritter von Malta ^Claram BeNledictan / >n. 1646 gebobren, und an. 166 z an Justum Jvstphiim Frm cn nun von Tournon cle Cadar -t'Ancczane, Hertzog von CadcroM, wrheyrathet war, und Anqclicam, Francistl, . Icurs,General-Lieutenants bey dem 8»uvern-mc„r lle > isn- as -- Hinterbliebene wittwe. An. 164; bewilligte der König . Vrafvon Brienne in dessen Lveur seine ^kaats-8ccr-»r -! riederleate. Der Könia gab ihm hierauf an. stme Rm«- - s gue den , nachdem ihm war verstattet worden, die csi-rZe eines Siegelbewahrers zu erlangen. Man obUgirtc ihn endlich, die staas-iecre^ rrrisi-siellc nieder zn legen, und starb er den iö mark. an. rüyü im >67 iahre seines allcrs. UMuir. rtcs Secrer. cl'Lcae. Uiü. cio ls ws,s. Ue krsnce. Guenga / ein fluß in Indien disseit des Ganges. Er cntsprin- tzet in dem Königreich Decan, und läufst von wesien nach vsten, fällt so dann in das Königreich Golconda, sondert ftlbiges von den Herrschafften des grossen Mogols ab, und ergieß steh endlich in den Meerbusen von Bengala, nicht weit von dem Ansse Ganges. Guerande / eine stadt in Bretage, in der Grafscbafft Nantes , nahe an der see gelegen , zwischen den aus flössen der Vilaine und Loire, 14 ober r; meilen unter Nantes, an einem ort, wo es einige saltz-brünnen gibt. l« Guerchin / ein berühmter mahler, gebürtig von Bonönien» hieß mit dem rechten namen Francesco Barbiert u- Cento, wurde aber -e Guerchin zugenannt, weil er mit beyden äugen schielte. Ais er 8 jähr alt war, gab er schon einige n>-rcju-.--i seiner neigung zu der Mahlerey von sich, und weil er nur solche meistcr in seinem vater- jande hatte, die selbst nicht viel verstunden, hat er das meiste seinen» eigenen fleiß zu daneben. Er exceUi-fe sonderlich in völliger cinrich- tm:g aller zu einem gemählde gehöriger stucken, daß sich die theile desselben wohl und genau zusammen schickten, welches die mahler die cnmpoiicion nennen. Auch waren seine gemählde daurhasst und frisch gemahlt, welche art ihm besser gesiel, als der berühmten Mähler Guidonis und Albani. Er starb an. 1667 im 70 jähr seines al- ters, und weil er sich niemals verheyrathet hatte, setzte er 2 seiner vettern zn »niveiUai-erben ein. Er hat viel capellen und aüäre gehaltet, auch herrliche stifftungenzu Bononicn und anderswo gemacht. Man sthet von seiner arbeit zu Rom und in dem Königlichen pallastzu Paris, auch an verschiedenen andern orten etwas davon. keÄtt» cmrcr. lur les vier Uez pcmttüs ?. 4. * Gurret / die Hauptstadt in der landschafft Ober-Marche, welche mit einem Hof-gericht, einem Königlichen kammex-gcricht, einer cantzley, und emem Marschall-amt über die u,«ce» Limoges versehen. Gueret / (Gabriel) ein Advocat des Parlaments zu Paris, hat sich durch seinen verstand, geührsamkcit und Herrliche schrrfften in gantz Franckreicb berühmt gemacht. Er war an. 1641 zu Paris gedohren, und machte von seiner jugend an viel verse, welche er aber niemals drucken ließ, sondern nur seinen guten freunden zeigte. Er sieng aber auch an einige fachen zu schreiben , als einen tractat von den 7 weisen aus Griechenland; üs emrsM'ns 6>r i'eioqu-nc- u« is ckai-c Üc llu ksrrcau; >c ?->rnLÜc neforme, st> eine 5sl>re ist, Ulld sehr -üimjrt wurde, wovon der andere theil unter einem besondern titul; Is gueri e cies L»>c-ur5, gedruckt worden. Seine andere schrifflcn sind von der jun.'pru-l-nr, aufweiche er sich nachmals eintzig und allein legte. An. 1672 nahm er sich nebst Claudio Blondello, so ebenfals Advocat bey dem Parlament war, vor, alle die vornehmsten clecillo. ii-s der Parlamenten und hohen geeichten in Franckreich zusammen zutrage», welches auch hernach unter dem titul: jsurnLiauraiLü. heraus kam. Er hat auch die vornemsten srre» des Parlaments, jö Gautier und !c Urerre zusammen getragen, an. 1679 vermehrter drucken lassen, und nvten beygefügt. Er ?^Lc> welche der Wt-l'Aubignac angerichtet. Guericke/ (Johann von) Schultheiß und weltlicher Richter zu Magdeburg,war aus einem alten Braunschwciqischen ksirmen- geschiecht an. 1; 55 gedohren. Sein vater war Msrcus, Bürgermeister zu Magdeburg, dessen beyde brüder, Georg und Jacob, in den Magdebnrgischen Historien sehr wohl bekannt sind. Als er etwas zu jähren gekommen, begab er sich in fremde lande, und kam an. 1578 bey König Stephans von Polen als Hof-Juncker in dünste, da er meistens in Verschickungen nach Dänemarck, Schweden und Mvscau gebraucht wurde. Ob gleich der Czaar Basilo- witz, an dessen hofer ein gantzes jähr gewesen, zuvor die Polnischen Gesandten gar schimpflich r^ci-ret, hat er sich doch so wohl gehalten, daß der Czaar keine Ursache an ihn finden können, wodurch er sich bey dem König in Polen in solche gnade setzte,daß er ihn adelte. An. i;88 besuchte er seine eitern, es wolle ihm aber in Magdeburg nicht gefallen, wannenhero er zurück in Polen gieng, da er zu,dem Türckischen Kayftr nach Constantinopel verschickt, aber bald wieder zurück beruffen wurde. Hierauf kam er zum andernmal wieder nach Magdeburg, und brachte viel rare fachen mit, die aber in der Magdeburgischen zerstörung vom fcuer verzehrt worden. Er wurde daselbst anfänglich Raths-Cämmerer, und den ir jan. an. i6°8 Schultheiß oder weltlicher Richter des Kayserlichen schöp- pen-stnls. Erstarb den 4 sept. an. 1620. Ncds. ^02,« ütt,'. kiamk. sn. 1704. p. ZsA. Guericke / (Otto von) Chur-Brandenburgischer Rath und Bürgermeister zu Magdeburg, hat sich durch seine sonderbaren wissenschafftcn und neue erfindungen sehr bekannt gemacht. Sein vater war obiger Johann von Guericke, die Mutter Anna von Zweydvrff, welche chn den 20 nvv.cm. lüor gebvhren. Er wurde anfänglich durch privat. ?,.vc--prore8 unterrichtet , bis ihn seine eitern an. 1Ü17 auf die Universität Leipzig , hernach an. 1620 nach Helmstädt geschickt, von da er wegen seines vaters erfolgten tvdes zurück gefordert wurde. Hieraufwandte er sich an. 1621 nach Jena , und legte sich daselbst insonderheit auf das llnuium juris. In. r6rz gieng er nach Leyden, trieb daselbst fremde sprachen, die ms. »drillt, und sonderlich die koruücscion . xcometrie und «rcksnische gue 605 künste. Folgends that er eine reife nach Franckreich und Engel» land. Nach seiner rückkunsst verehlichte er sich an. 1626 mit Mir» garetha, Jacobi Alemanns, des schöppen-stuhls zu Magdeburg obersten ^üess»ris, auch Brannschweigischen geheimen Raths und Haiberstädtischen Cautzlers., wehte?. Als aber an. iS;i dü stadt Magdeburg zerstöret wurde, hätte es ihm auch fast das leben gekostet,biß er endlich nebst den seinigen von dem Gcneral-Krügs-com- wlUärio, Freyherr» von Wallenrvth, gegen Versprechung ;o» Rcichsthaler,rantzion errettet, und nach Schönbeck gebracht worden , allwo ihm, weil er gantz ausgekleidet, Fürst August von An» halt, einige geid-mittel zugesendet, davon er sich wieder kleiden und nach Braunschweig begeben können. Da legte er sich auf den ve- stungs-bau, und nahmunter Hertzvg Wilhelm von Sachsen-Weh- mar, welcher damals Schwedischer General-Lieutenant war, zu Erffurt als einOber-ingüni-u, dienste an. Von dar wurde er durch bemeldteu Fürsten von Anhalt,als welchem der König von Schwe» den das Swdtha!ter-amt in dem Ertz-stifft Magdeburg aufgetragen,in dergleichen -Karge nach Magdeburg befördert. Der damalige Schwedische Feld-Mnrschalt Baunier bot ihm hierzu eine freye compagme nebst seiner tafel an, allein, er wolle nicht mit zu selb gchen^Jn diesem dienst ist er so lang gestünden, biß der Churfürst von wachsen an. i6;6 selbigen ort einnahm, da er denn gar vfft hinaus in das laqcr geschickt wurde. Hierauf erhielt er feinest guten abscheid von Schweden , und wurde von dem Churfürsten von Suchst» wieder in selbige bestallnng genommen. Die stadt Magdeburg schickte ihn auch an. 1642 und 164; an den Churfürsten wegen einigen wider den Commendanten geführten beschwer» den, da er denn allezeit mit guter Verrichtung wieder zurück kam. Als die schweben die stadt hart Mogu-rten, wurde er bald zu dem Churfürsten von Sachsen, bald zu dem ^llmimürarore Augusts nach Hall , bald auch zu dem Schwedischen Feld-Marschail Leon- hard Torstensohn nach Leipzig und Eiünbura geschickt, da er es endlich so weit brachte,daß die bwgusös aufgehoben, die Churfürst- liebe besatzung den 14 apr. an. 1646 abgeführet, und der stadt ihre eigene gsrmwn zu halten verstattet wurde. Um solcher guten dünste willen wurde er den 5 sept. selbigen iahrs aus einem Raths- Cämmerer zum Bürgermeister gemacht. Er wurde hierauf zu den Oßnabruckischen srüdens-tractaten geschickt, und weil er viel der stadt zum besten daselbst ausrichtete, wurde ihm und seinen nachkommen durch ein besonders Mpüma den ia jun. an. 164h ein excmriE-brüfertheilet,, daß sie auf ewig von allen und jeden cnnrribmionen, anlagen, acciscn, wachen und dünsten befreyet seyn sollen , welches auch Churfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg an. iü66 bestätiget. An. 1649 wurde er zu den -xccimons. rraÄsren nach Nürnberg,und von dar an Kayftr Ferdinande»» I!I geschickt, woselbst er sich über 2 jähr lang aufgehalten , und zn vek» schüdenen malen audientz gehabt. Als er wieder nach Hause kam» hat er sich den i z may an. 1652 zum andern mal mit Dorothea, des Bürgermeister Stephan Leutkens tochter, verehiichet. In selbigem jähr ward er an den Kayserlichen Hof nach Prag, an. -6§4 aufben Michs-tag nach Regeuspurg, und an. 1659 wieder nach Wien geschickt. Er oUe-irte aber auf dem bemeldteu Reichs-tage zu Regeuspurg Kayftr Ferdinand» III seine neu-'nvcmirte mathematische -xpLnwems, worüber er von demftlbigen nicht allein, sondern auch von allen anwesenden Churfürsten gar gnädig angesehen wurde; Wie ihm denn auch Kayftr Leopoldus viel i-nvUegj- ertheilte, ihn von neuem in den stand des Teutschen Adels fttzte, auch sein waapen mit einer Königlichen crone über dem Helm vermehrte. Insonderheit wurde dü >nvcnr>rte schöne maclNne, das vscuum genannt , von allen standcs-persvnen hoch L-Kimiret, dahek auch der berühmte mmKemÄnc!,; x. Schottus mir ihm correspon- dentz gepflogen. Als er nun bey zimlichen jähren war, that er am 1681 zu den seinigen eine reift nach Hamburg, weil aber die kräffte bey ihm sehr abnahmen, muste er daselbst verbleiben, bis er endlich allda den 11 may an. >686 verstorben, daselbst in der kirche zu 8 . Nicolai beygesetzt, und von dar nach Magdeburg gcführet worden» Aus der andern ehe hatte er kerne kindcr, aus der ersten aber z genüget »worunter Anna Catharina nur2 mvnat, Jacob Christoph aber ein jähr und 4 wochen alt worden. Otto von Guericke aber, von dem hernach, hat ihn überlebet. Seine mathematische exp-. rimcnrs sind nach seinem tode zusammen in druck heraus gekommen. Otto». 2,0» Att. 1724 p. ;;6, Guericke/ (Otto von) Preußischer geheimer Rath und Resident zu Harnburg, war den 2; oct. an. 1628 zu Magdeburg von dem obigen Ottvne von Guericke gebohren, und müste in seinen ersten jähren bey der zerstörung seiner geburts-stadt viel Unglück erfahren. Er wurde anfänglich in den sprachen und nöthigen wissenschaffteudurch privrc-n^c-pv>rcs wohi unterrichtet, und von Christophoro schulten, welcher Cantzler zu Halberstadt war, und dessen groß-mutter in der andern ehe hatte, wohl erzogen. Als ee aber etwas erwachsen war,nahm ihn sein vater mit sich nach Münster, Osnabrück, Nürnberg und Wien. An dieftm letzter» ort hielt er sich z jähr auf, und studirte daselbst in den rechten , wäre auch willens, mit dem Kayftrl. Gesandten,Freyherr» von Schmidt, eine reise nach Constantinopel z» thun,welche ihmaber sein vüter nicht gestatten wollen. Jedoch that er an. iü;i eine reise über Oteyer- inarck und Frianl nach Venedig, hielt sich den Winter über zu Pä- dug ausbesähe Fcrrara, Bologna, Lorctto, Anconwund verharretL einige monate zu Rom. Von dar gieng er über Florentz und Venedig zurück nach Jnspruck, besähe Angspurg und Ulm, und llilssu- k>rte zu Straßburg. Er war zwar gesonnen, eine reift in FraUck- reich zu thun, wurde aber durch die damalige Frantzösische unriihs und von Hause erhaltene briefe gcnökhiget, sich auf den rückweg zu begeben. Da er sich denn anfänglich nach Prag verfügte, allws Gstgg z ehest 6v6 gue eben damals von des Römischen Königs Ferdinand! I V wähl gehandelt wurde/ gieng auch darauf nach Dreßden, um selbigen Hof zu besehen. Als er nach Magdeburg zurück kam / wurde er e.»no-»- «us bey dem Stifft 8. Nicolai / und bald darauf bey dem Fürsten von Anhalt-Köthen Hofrath / welche stelle er auch bis an Fürst Wilhelm Ludwigs tod getreulich verwaltet hat. An. -66; ernennte ihn Churfürst Friedrich Wilhelm zu Brandenburg zu seinem Rath und Residenten bey dem Nieder-Lächsischen crayse, bey welcher tunAion er zum öfftern an die Hollsteinischen Höfe und nach Lübeck verschicket wurde/ wie er denn auch an. 1670 denen wegen dcrOldenburgischen luccelüor, angestellten tractaten beywohnte,und zu zweyen malen in den zwischen dem und der Burger- schaffl zu Hamburg schwebenden streitigkeiten zum ernennet wurde. An. iS8i wurde er von dem Churfürsten zum Hof-Rath und an. 1690 zum geheimen Rath und vrcünsr,.Residenten des Nieder-Sächsischen crayses ernennet. Er starb den 26 jan. an. 1704 zu Hamburg / sein leichnam aber wurde nach Magdeburg geführet/Uird in der Iohannis-kirche daselbst beygesetzt. Er verehlichte sich zum ersten mal zu Ratzeburg den n oct. an. 165; mit Catharina Dorothea von Bunsow/ aus welcher ehe er nicht mehr / als eine cintzige tochter Julianan,/ hatte, so jung verstarb; znm andern mal zu Hamburg den 11 febr. an. 1662, aus welcher ehe er 6 kindcr gezeugt / worunter Lebrecht / Königl. Preußischer Hof-Rath im Hcrtzogthum Magdeburg worden/ der jüngste/Friedrich Wilhelm aber/ in Preußische kriegs-dienstegetretten. o«E ^0» psrcnr-iliL. sr>. ,704 p. zzy. Guerin/ ein Johannitcr-Ritter von Jerusalem/ und von gcburteinFrantzösischcrvom Adel/ brachte lich durch seine Verdienste bey dem König Philippo Augusto und seinem söhn Ludo- vico VIII dergestalt empor/ daß eraus einem Staats-Rath ein Siegel-bcwahrer/ nachmals Cantzlcr in Franckeeich/ und an- 12 i z Bischofs von Scnlis wurde. Er Ng-^urte stch bey verschiedenen gclegenhciten/ insonderheit aber in der schlacht bey Dovines/ da er die schlacht-ordnung machte/ und die »nuppc» c,>cour2Zirte. Er brachte es dahin / daß ein Cantzlcr von Franckrcich gleich andern bedienten von der rron seinen sitz unter den haben solle. Endlich übergab er König budwig dem IX seine Cantzler-stelle/und begab sichln die Abtey von Chalais/ allwoer um das jähr 12,0 im 70 >ahr seines alterS ein Mönch wurde. «-§07«/«- in vnL nbiiippi I. 10 Nliiiipp. ^»re„i/t>ilk. clcz minist. 63N. ckrist. c. 2 p. loiy. /ekexo». Guerinus/ der iü Großmeister derJohannitcr-NiltcrzuJe- rusalcm/ deren conv-nr damals zn Plvlemais oder 8. Jean von Acre war / wurde an-1240 nach Berlrand Text erwählet. Die Corasmicr / ein aus Scylhieu entsprossenes volck/ nachdem sie aus Persien verjagt waren / zogen durch gantz Arabien/ und belagerten endlich die stadtAscalon in so durch die Tempel-Herren verwahrt wurde. Guerinus kehrte sich nicht daran / daß die Tempel-Herren seinem ordcn zuwider waren/sondern sahe darauf/ was zur gemeinen wohlfahrt der Christen diente/ co„. jungiric sich mit Güaltertt/ Grafen von Jaffa / des Königs von Jerusalem drudcr / und lieferte den Corasmiern eine schlacht/ welche nach einem sehr harten gcfecht in die flucht getrieben wurden. Als sich aber die Christen über dem beut-machen sehr zerstreuet hatten/ setzten sich die Corasmicr wieder/ und msii'icrwten selbige. Der Großmeister nebst dem Grafen von Jaffa wurde gefangen/ und dem Sultan von Aeqyptcn zugeschickt. Guermus starb an. 1244/ wiewol man nicht weiß/ ob etJioch in der ftlavcrcy gestorben/ oder rantziomrt worden sey. L>cln Nachfolger war Der- ttMlduA 6e CvtNps. iiitioireilc 1'ort.lre 6eä. ^cruialem. cje 1'orcjse. Guerinus / ein Dominicaner / hielt sich zu Avignou auf/ und brachte daselbst an. 1 ;4° das leben 8. Margarcthä/ einer Ungarischen Printzeßin/ in einen kurtzen exc^t, so man unter dem 28 jan. bey Surio findet. Guerinus / (Wilhelmus) General- Advoeat bey dem Parlament zu Air in Provence/ war einer von den dcputirlcn Commissa- rien/ welche das urtheil/ so an. 1540 wider die Waldenser von Mcrindolc publicirct war / zur cxccurm» bringen sollen. Er be- wiß darinnen einen fast rasenden cifcr/ und ließ nicht nur sie/ sondern auch die in den benachbarten gcgcndcn elendiglich hinrichten. Eben diesen cifer ließ er auch nach der croberung von Cabricres von sich spi'ihren. Allein als unter Heinrich II das Parlament von Air wegen dieser grausamkeil für das Königliche geeicht gezogen ward/ kamen zwar die übrigen schuldigen durch gunst des Hofes loßzGue- rin aber/ der keine freunde hatte/ mustc es mit der haut bezahlen/ und ward ihm an. > zu Paris der kopff abgeschlagen. Man sagt/ daß eben den tag und die stunde/ dajolches geschehen/ leine stau zu Air die sigur von ihres Mannes kopff auf der Hand gebildet gesehen, siehe Oppede. instone llu LLlviniime. i. b. Guernscy / eine insul siehe Garnefey. >rte hiervon an das Parlament zu Toulouse/ allwo man grosse schwürigkeiten fand/weil von beyden chch len zeugen da waren / die entweder vor / oder wider ihn aussaa- ten. Endlich kam der rechte Guerre eben zu der zeit/ als der'aus- spruch geschehen solke/ und wurde/ ob er gleich ein höltzern dem Mitbrachte/ wettihnidas rechte in der schlacht vor 8-Quintin abgeschossen worden/ gleich vor den ehemann erkannt/ Tilh aber als ein betrugcr/ ehebrccher und mcineydiger zum sträng verkamt/ und hernach verbrannt/ welches zu Artigat in Languedoc in der clinsccs Rlcnr lm fept. an. i;6o vor des Guerre Hanse geschehen. Caspar Varlaus hat hierbey anlaß genommen/ das fürtrefijch ia- telnljche gedicht/ /rmpkirruo i'oiol-iws zu verfertigen. les impostcurs inst^nes. * Guerrero Alvarez/ (Alfonsus) ein OoÄorj»r>!m Spanien, war ein Königlicher Rath und Nr-rtla-m in der rechen-kammer m Neapolis , und nachmahls an. 1572 Bischoffzu Monvpoli in eben demselbigen Königreiche. Er hat verschiedenes geschrieben, als st-. krurum LlinstiZna: rcligioniz; speculum tuinmorum NonrNicum ; Im» pcrsrorum ; Kcgum öc 8. Lpilcoporum; cis mocio öc orciine ALneirlir concilii cclevrzncii; clc sllminist,3rionc justiriL; clc bello justo öc inju. sto. Lc/ior/«- 6c b>bl. I-jilff. Guerry/ von Paris, insgemein der Capitain Guerry genant, hielt sich in dem kriege wider die Hugonotten an. 1G7 sehr wohl, und ast-dncijrte nach der schlacht bey 8. Denys eine wühle von gehauenen steinen, wider ihre gantze mf-mr-nc, dergestalt, daß die feinde, als sie viel von ihren besten leutcn davor verlohren, genö- thigct wurde», sich nach 8. Denys zurück zu ziehen. Diese mühle ist von ihm des Guerry mühle gencnnet worden , und ihm gab der König darnach die vorncmstcn ctEZen bey seiner armee. tiiliolre clu LLlvinilme. Guesclin/ (Bcrtrandus von) conn-rnbls von Franckrcich, Hertzog von Molina, Graf von Burgos und Longueville, aus Bretagne, Guilielmi von Guesclin, Herrn von Broon und Johanna von Malemains und Srace, söhn, an-1; 14 gebohren. Er trug im 16 jähre seines alters auf einem lurnier zu Reimes, wor- bcy er sich wider stines vatcrs willen befunden, den preiß davon. Von selbiger zeit an hat er sich stäts in den waffen grübet. I» den kriegen unter dem Könige Johanne II in Bretagne zwischen Carola von Blois und Johanne von Montfort, hielt er die parthen des erstcrn, und ward von den Engelländern, die dem letztem beystun- den, sehr gefürchtet. Er überrumpelte das schloß zu Fougerin^ nöthigte den Hertzog von Lancasier die belagerung von Reimes aufzuheben , überwand auch zu eben selbiger feit in einem scharmutzel Wilhelm von Blambourg, einen Engelländischen Cavalier. Nach diesem, als er zu Dinanc war, überwand er Thomam von Can- torbie, der sich in einem fclde verschwitzet, weil derselbe mitten im stillstände des Vertrandi bruder, Olivicr Guesclin, gefangengenommen hatte. Er nahm den Engeliändern verichiedene platze ab, und erhielt das gouvr-nemem von Gliiiiguant. Als der Könlg Johannes nach der schlacht bey Poitiers an. 1; z 6 gefangen war, arbeitete man an einem frieden in Bretagne, worden er einer von den geiffcln war < die dem Grasen von Montfort gegeben wurden. AIs sich diese tractaten zerschlugen, und die geiffcln wieder gegeben wurden, behielt Montfort den Guesclin zurück, der aber bald aus der gcfangcnschafft entwischte, und dem Dauphin Carolo , Her« tzog i» Normandie, und damaligem Regenten in Franckreich, M hülffe kam. Gleich anfangs that er ihm grosse dicnste, als er M- lim und verschiedene andere örtcr den Engclländern wieder abnahm, und die Seine frey machte,weßhalben ihn Carolus, als er an. i ;^4 zur regicrnng kam, znm Oouvcmeur von Pontorson machte, ^n eben selbigem jähr den 2; may gewann er auch die schlacht bey Co- chcrel, wider den berübmten Englischen General, Johanns Grailli, Captal von Buch in Gasconienmnd ward davor zum Grafen von Longueville, und Marschall der Normandie gemacht. Nachmals commandirte er die sv3»rg-r-lc in der schlacht bey Auray den29ftpt. wurde aber darinnen gefangen. Als er wieder, durch eine rantzion von 100 tausend Francken,welche der König in Mna- reich, der Pabst, Hcnricus von Castilicn und andere nach und nach für ihn bezahlten, los kam , führte er die hülffs-volcker, welche Henrico, Grafen von Trastamare, wider Petrum crulle>-m, z>o- nig von Castilien, zugeschickt wurden, und hielt sich sehr woyC wurde aber durch den Printzen von Wallis, Eduardum, welch» Petri Crullcils parthey hictt, an. i;6? geschlagen und gefangen. Er wurde endlich gegen eine sehr grosse "mion, welche wssderum von andern, auch so gar seinen feinden selbst, aus grosser ihne bezahlt wurde, loßgclassen, worauf er sich wieder zu ftlde begab, und an allen Vortheilen , welche Heinrich wider Petrnm erhielt , theil hatte. Das wichtigste war der sieg bey Mental den-4 mertz an. 1 ;S9, darum Petrus crun-lir selbst umkam , und weiw» Henrico die crone versicherte. Dieser, um seine erkäntlichken zu oc- zeugcn, machte hieraufdefl Guesclin zum cona-»t»le von / > M» Hertzog von Molina, And Grafen bdn Kürgos. Als der König in Franckreich Carolus V in eben diestm jähr mit den Engel- ländern wiederum in krieg verfiel bernffte er ihn nach Hause , und machte ihn an. n?-- znm conn«Lb!e in Franckreich. Räch diesem wohnte er allen seldzügen Arider die Engelländcrbey, und that viel darzu - Laß ihnen die Prsvintzm Poitou-, Rovergue und LiMvsin , nebst verfthredenen andern platzen in der Rormandie und Bretagne Wieder abgenommen wurden. Als er an. i ;8o das neue schloß zü Randon in Brttagne belagerte, erkranckte er, und starb den ; jul. im 66 jähr seines alters. König Carolus V ließ ihn mit ungemciner pracht in der Königlichen arufft zu 8. Denys neben seinem eigenen grabe beysetzen; Carolus V! ließ ihm gleichffts an. i;8y ein sehr prächtig begängniß halten; es findet sich auch zu 8. Denys eins lampe / so den »amen von ihm hat / und stäts drennet. Er hatte zur ehe Tiphanam Raguenel , und nach deren tode Iohaimain von Lava!, hatte aber mit beyden keine Ander / hinterließ also nur einen emsigen natürlichen söhn,namens Michael von Gucselin. vieNsrte, wurde derFönig genothiget, sich nach Chartres zu retiriren, weshalber das Parlament, welches wider die urheber solcher unruhe sehr ungehalten war, diesen Präsidenten an den König abschickte, um ihr mißfallen darüber zu befugen ; welches er auch sehr wohl ausrichtete. Allein weil er den daraus erfolgten innerlichen krieg leichtlich zuvor sehen konte, begab er sich in sein hauß Laureau in der provmtz Beausse, obnfern der stabt Espernay, und starb daselbst an. 15 89 etliche monat darnach., Er hatte von Maria Poiret, Frau von Laureau, rt.; söhne. Der älteste war Jacob t» Guesle, krocursror beydem Parlament zu Paris,welcher den; jam an. 1612 starb,und 2 töch- ter hinterließ, Mariam 6-!»Guesle, Henriü -ie l» Chastre, Comrs Nangy, gemahlin, undMargaretham, Kiai-gmte cko- si> an Pe- trum Signier, Herrn von Sörel, vermählet. Der andere war Franciscus ae i- Guesle, Ertz-Bifthoffvon Tours, welcher den ;o oct.an. 1614 z» Paris m wahrender Versammlung der geistlich, keil verstarb. tiikoirs ?r-66. Nist. clu äs gourg. c. l LsII, kliirlll. 6- ^rcli. lukon. io elog- Lrll. «!oü. Guette/ (Gerard »ela) gebürtig von Clerinont in Auvergne, war von geringer Herkunft!, wurde aber unter Königs Philippi Longi in Franckreich regiernng vder-aufseher über das finantz- weftn. Er erpreßte viel geld, und führte schwäre auflagen ein; wannenhero er bey ansang der regiernng des Königs Caroli Pul- chri auf die tortur gelegt wurde; weil er aber solche matter nicht ertragen.konte, starb er darüber, da denn sein leichnam durch die gassen geschleppet,und hernach zu Msntfaucon aufgehenckt »vurde. sn. Guevara / (Velez »-) eine von den ältesten Spanischen fa- milien, deren stamm-hauß Guevara in Biscaya ligt, und den titu! einer Marggrafschafft führet. Zu ihrem stamm-vater wird gesetzt Latro Guevara, der um dasjahr ic>;; in grossem ansehen gelebet, und den titul eines Fürsten von Navarra geführet hat,welchen ihm der König von Navarra, Garsias, aus danckbarkeit, daß er ihn zum König erwählen hclffen, soll beygelegt haben. Daß er aber diesen König aus dem leibe feiner Mutter , da dieselbe von den Mvhrett auf einer reise tödtlich verwundet worden, geschnitten, und daher» den namen Latro erhalten, scheinet einer fabel ähnlich zu seyn. Er gab seinem liebsten söhn Vela,Grafen von Navarra,die Herrfchafft Onnatessamt dem stammffchlosse Guevara, und machte die Verordnung, daß alle seine nachkommen diese guter denenienigen von ihren söhnen,so sie vor andern siedeten, voraus geben sotten. Beltra- Nus oder Bertrandus erhielt von dem König Henrico II die in der Grafsthafft Onnate gelegene Herrfchafft Leniz, und hinterließ ; söhne, die waren i) Carolus, Bischofs zu Salamanca; 2) Bel- tran, welcher die linie der Herren von Eftalante angefangen, von dem unten; ;) Petrus, welcher den äst der Herren von Onnate fortvflantzte, und z söhne nach sich ließ, von denen der mittelste, Jnnigo I, ein urheber der Grasen von Äriano und Potenza in dem Königreich Neapolis worden, siehe unten. Der jüngste stifftete den zweig der Herren von Morata, welche Herrfchafft unweit Toledo telegen; es ist aber dessen xosisrimt bald erloschen, und ihre guter, als Monteagudo und Tenti, durch heyratö an das harrß FajardK gelanget, wiewohl henk zu tag das hauß Grizman den Marggräflo» chen titul von Morata führet- Der älteste, Petrus II, zeugte Innig» II, weicher zum ersten Grafen von Onnate ernennet ward, und an. i;oo mit tod abgieng. Von dessen ; söhnen stifftete Pe. trus III die linie der Herren von Scckmllas; Carolus und Victor aber setzten den äst der Grafen von Onnate dw an. 179; fort, worauf deren guter samt dem titul mit des letztem Grafen tochtee Catharina,an ihren gemahl Innig» III, Herrn von Salimllas, gekommen. Dieftr zeugte unterschiedliche Ander, (wie aus folgendem articul zu ersehen) von denen ihm Innig» I V Mc^öa-te. Derselbe erbte zugleich wegen seiner großmucter, Mariana a.- Taris, die Graffchafft Villamediana, und das damit verknüpfst» General- Postmeister-Amt in Spanien, nachdem 6s Tassis aufKö- nigliche or6so ftjn leben durch einen prsiol-sthuß an. 1622 cinge- büffet. Er hatte auch die ehre , daß ihm der König die ckssße einet Vice-8.6 in Neapolis anvertraute , worauf er an. 1658 ohne männliche erben das zeitliche gesegnete. Seine älteste tochter,Catharina, heyrathete Beltrannm, ihres vaters leiblichen bruder, wodurch derselbe Graf von Onnate und Villamediana wurde; er erhielt auch den titul eines Marggraftn von Camporeale, welcher aber nach- gehends mit der würbe eines Marggraftn von Gnevara verwechselt worden. Von seinen beyden söhnen ward der jüngere,Beltra« EmaNNel , Cowll»<:.icht 0 s äc tos b.Ntim-mvi ciel 6- .Vsooriek in dem Mter-orden 8. Jago , General über die Spanischen ga- ieren, und durch heyratd Hertzog von Najera. Er hinterließ nuk eine eintzige lochter , welche nebst ihrer mutler unter Philippi V regiemng , wegen allerhand besthuldigmigm in ein hartes gcfäng- niß geleget wurde, darinnen die letztere an. 1710 ihren geist aufgegeben. Der ältere söhn,Jlimgo Emanuel,«r-"ä von Svanien und Ritter des güldenen vliesses, starb an. 1699, und ließ nach sich Diego Casparuin, welcher noch an. 17« 4 , als der eilffte Graf von Onnate und Villamediana, Marggrafvon Guevara, und General-Postmeister in Spanten, wie auch Ritter des güldenen vliess fes,gelebet. Die sinie der Grafen von Escalante sieng obgedachter Massen Belttam von Guevara an. Dessen encke! wäre» 1) Antonius, Bi» schoffzu Mondonedo, von dem ein absonderlicher articul zu finden. 2) Johannes, ein grvß-vater Josephi, der an. 1591 als v>ce-L- und «snsrsl^spNLM von Navarra gestorben. Dieses Josephi enckel, Ludovicus, erster Graf von Eftalante, hat seine sinie beschlossen, worauf seine güter und titul durch seines bruders tochter Aloysia an das hauß Savedra gelanget sind. Ladron, des kurtz-vorher gedachten Josephi bruders söhn, war Ocnersi ?rorur»tor des ordenZ von 8 Jago und LowwsnllLwr von Villa. Sein Sohn, Ludovicus Phisippus, ward durch seine erste gemahlin Herr von Fueure, Ul- mexir,Castro, Scrna rt. und durch die andere Herr von Efpiuardo, von welcher letztem Herrschafft sein söhn, Johannes, CamMechett bey dem von Juan ä NiMri-und Capital» über öenen ZE , deitz Marggrägisben titul nnaem>mni!>». N'M er» lassen, . gen naher anverwandzchafft, _ ___ Herrn von Palaznela,gemahlin aus dem Hanse Zmsiga gelanget. Die Grafen von Arsimo und Potenz« in dem Neapolitanischen,stammen,wie oben gedacht,von Junigo I her. Derselbe starb an.1462 als s-ns-r-Ai des Reichs,und vinterließ 1) Petrum, welcher die Marggrafschafft a-l Vasto erhielt, und zu einem Ritter Armellino erkläret ward- Weil er aber an der co^ju»uon wider den König Ferdinandum II theil hatte, und unterdessen ohne erben mit tod abgiena, so verkaufst« die Königliche cammer die MarMafschafft Vasto dem Hause Piftara und die Graffchafft Äriano dem haust Caraffa. 2)Antonium , Grafen von Potenza, welcher Johannem, des Kolilgreichs Neapolis, gezeuget, der zu Neapolis mit Francifto Avals, Marggraftn von Piftara, in eine rencomrs getteth, und etliche tage hernach au den dabey empfangenen wunden sterben wüste. Er halte 2 söhne Antoninm nnd Carolum; jener blieb in der jetzt-gedachten auf dem platz, da er seinem vater zu hülffe käm; dieser aber zeugte Alptzon- süm, welcher keinen männlichen erben nach sich ließ, dahero W Graffchafft Potenza dnrch seine köchtek an das hauß LaNuoy, Nnd von demselben an die faimsic Lvffrcdo gelangte. Die andere noch jetzö in dem Neapoliranischtn florirendt linie aus dem Hause Guevara, hat Guevara»-- Guevara gestifftet, dessen eitern die ftribenten nicht anzugeben wissen. Er war bey dem Ar- ragonischen Könige Alphonso Rath, Ober - Hofmarschall und Ober-Cammerherr, auch hernach Ritter cicNMmellino. König Ferdrnandus überließ ihm die Herrschafften Vonalbevgo, Sa- vignano,Arpaja u. a. w. Er hatte 2 söhne,die waren i^Jnnigo. welcher ein ältcr-vater Johannts worden,den der König Philivmis zu eiriem Marggraftn von Arpaja erklärte. Von dessen söhnen hat sich Petrus, Bischofs zu Theano, dnrch feine theologische fthnfflen hervorgethan; die übrigen sind Franc. Junigo II, Ferdinandus und Alphonstis. 2) Johannes, vs» welchem die heutigen Hertzvge von Bovlno abstammen; denn desselben enckel gleiches namens, so die würde eines Statthalters in Calabrien bekieidete, kauffre am i;6; die stadt Bovino, und erhielt davon den Hertzoglichen cks. rsst-r. Sein söhn, Jlinigo III , brachte nach abganssder Grafen von Potenza die sens-mm würde in dem Königreich Neapolis unfeine linie, begab sich aber nach seiner gemahlin tob in die 80c. sclii, und überließ beydes seine ll>rte demsclbiqen seines Königs wegen in dem gefährlichen zustande in Ungarn, Böhmen und den Kayftr- licben crb-ländern. Dem Wallenstcin war er sehr gehässig, und soll zu dessen fall und MmiMon an. i6;c> nicht wenig beygetragen Haben. Durch den an. 1622 erfolgten crblosen lodes-sall seiner Mutter bruders sohn,Iohannis von Tasss, Grafen zu Villamedia- na,erlangte er dessen erledigte Grafschastt, als nächster erbe, inglei- chem daß er den namen und waapen von Tassrs führen solle. Es ward ihm auch an des Hertzogs von Alba statt das Ober-Hofmeister-Amt an des Königs Philipp, IV in Spanien Hofe zugedacht, wiewohl der damalige ksvor,-, Casar von Guzman, sein nicht geringer feind gewesen, nach seinem fall aber kam er in bessere gnade, so daß man meynte,cr würde an dessen stelle kommen. Weil er aber für sich und seine söhne allzuviel prLrcnMrte, wendete er des Königs gemüth wieder von sich ab, und wurde von Louis 6- Haro Staats-Minister. Selbiger König ließ ihn an. 164z auf seiner reise in das Königreich Aragonicn bey seiner gemahli» zu Madrid, daß sie seines' raths pflegen solte. Er war sonst ein verständiger Herr, aber den Frantzosen sehr gehässig, blieb auch bis an sein ende in hohem ansehen, als Königlicher geheimder und Staats-Rath, auch Präsident der Königlichen ordcn. Er hatte von seiner gemah- lin Petrum Velez von Guevara,Grafen von Villamediana,dcr bey seinen, leben durch einen fall mit dem pferde zu Mayland umkam ; Innigum IV , der ihm luccc^sttc; Johann Velez , so in den geistlichen stand getreten; Philippum Emamielcm, Königlichen Spanischen Obristen,so an. 1642 bey Perpignan umkam,und Beltranum von Guevara, Marggrafen zu Montcreale, und Königlichen Spanischen vice-xL in Sardinien, wie nicht weniger, Mariam Annamsso dem Marggrafen zu Alisera vermählet ,; Ma- riam Angetan,, Catharinam und Annam Mariam,welche sämtlich geistliche jungfraucn in dem kloster s. Erucis in Spanien worden. Er starb endlich an. 1644 zu Madrid. Seinen leichnam wolte sein söhn Jimiqo IV in der kirchc §> Philippi zu Madrid mit allzu grossem Pracht begraben lassen , welches aber der König vor eine romperenü mit der dasselbigc jähr seiner auch abgelebten gemahlin angestellten llpuimr deutete, die angestellten trauer-zierrathen aus der kirche hinweg nehmeii/und dem gedachten Grafen 4000 croncn zur straffe Mai-ren lassen. L" -ncm. ro-r>. Guevara/ (Johann Deltran) ein Spanier/ gebürtig von Medina a- is.°Torres/undErtz-BischoffvoliCompostcll/war >n sehr wohl erfahren / und wurde in vielen Verrichtungen gebraucht. Nachmals wurde er in das Königreich Ncapolis geschickt / war auch zum Bißkhum Bari llcnommimrt; allein Padst Paulus V gab ihm das Ertz - Bißthnm von Salerno / weil er für ihne ein buch wider die Venetiancr geschrieben / unter dem titul: ?ropuA- nsculuiri ccclellsllicL i-bercac-s gllverlli§ lege; Vcicrist izts-. Nachgk- hcnds wurde er Bischofs zu Badajoz / und endlich Ertz - Dischoff von Compostcll. Er starb iin man an-1622 über 80 jähr alt/ und hat verschiedene fachen geschrieben / worunter auch ein buch wider den Cardinal Baronium/ wegen der Sieiliamschcn ^ire. Er war sonstcn zimlich auffgeblascn. kwi. Guevara/ (Antonius) ein Franciscaner/ ttMono§?gpbus Kaysers Caroli V/ dessen Hof-Prediger und nachmaliger Dischoff zu Mondonedo / gebürtig aus der klemm Provintz Alava / so in Eastilicngelegen/ ward am hofauffcrzogcn/ aber nach dem tod der Königin Jsadellä von Castilien wurde er cinFranctscancr/und brachte sich unter demsclbigen ordcn in grosses ansehen. AIs er auch nachmals bey hofbekandt wurdc/machtc ihn Carolas V zu seinem Hof-Prediger/ da er sich denn durch seinen verstand/ beredsam» keil und gute aussührung in grossen credik setzte. Eben dieser Kay- ser machte thu hernach zu seinem ttillor-oß-spNo; allein er hat we» nig chrc eingelegt/ indem er nicht allein in seinem H i-, >chr--ü-/tirt/ sondern auch zum öfftern Historien aus seinem kopff erdichtet. Petrus a- Rua / ein gelehrter mokmbr zu Soria/ hat ihn wcgcn ftt» nen erdichteten fabeln scharffcrikillrct/ dagegen kr die einfältige ent- schuldigunq gebrauchet: es wären alle Historien/ die in verheil, schrifft enthaltenen ausgenommen / allzu ungewiß / als daß man ihnen völligen glauben bcymcffen solle. Indessen hat er in des Kay- scrs miw pch gröstcn theil von Europa durchreiset/ und wurde endlich Bischofs zu Guadir in dem Königreich Granada / nachmals aber Dischoff zu Mondonedo in Gallicien. Er starb den io apr. an. i-; 44 /.ist aber nicht c»nonMet worden/ wie einige vorgeben. Er hat verschiedene schrifflcn hinterlassen / worunter sein v->co>o. ßiul» krincipum; epilloiL surea.-, proioßo loicune , cn Slitor «rcL luucliss llilloriss; uns Mcslls lle Is, lls I»i X <^LÜ>rsi Llll- gUl persclores Lomsnos, 6cc. n gknen»el>Mdm. I. 4 c. 17. 1. 4 lull. c, rü. Lcüg»',«- not. orb. Lnt. I. r c. Z p. Guiana/ oder Guaina/ cine landschafft in Süd-ÄMW/ welche die nord-sec nord-imd ost-wärts/ das Königmch der Amazonen süd-wärts und das goldene Castilien nebst dem M Orenogne wcst- wärts hat. Der Cariber landligt mittenm Lnni» na/ gegen der nord-seezn. AlsBelaleazar an. izzi einWande um Papayan entdecken wolle/ welches er ihm unterwmW gc« macht/begeqncte ihm ein wiidcr/wclcher sich vor einen/ der aus der Provmtz Coudirumarca gebürtig wäre / ausgab / auch d« meldete / daß solche laudschafft in Guianc gelegen / und mit Mv und andern schätzen angefüllet wäre/ so gar/ daß auch die cinwob« nersich Harnische von gold-blechen machten. Dieses gabdcnLN» niern anlaß / solches land -i zu ucnucn. Als GonMs W zaro von seinem brudcr Francisco das gouv-rno über die PMW Quito erhalten / suchte er selbiges land zu erobern/ tonte am me stadt nicht finden. Es wird gcsagt/daß au. ,540 ein Spaniels W haun Martine; genannt / welchen man wegen begangenen thateu auf einen kahn gesetzt und fortfahren lassen/ vondMM wohncril des landes sey gefangen worden / da MNMinc, - grosse stadt gebracht/ so dem Jnca oder Kayser MJ'ePdentz Me, net. Dieser/ als er zurück gekommen / rcllnrle/ daßseivMstic Manoa gencmiet würde/ und daß sie sehr groß und reich !«)/ > übrigen aber an dem gcstad eines meers/so 200 mellcn iungM^s sey; allein die neuen rcise-bcschrcibimgen wollen hiervon nM. "y scn. Die ansehnlichsten eimvohncr in Guiana sind die Caum/ Araqucr / die Daos und die Galiber., Die Cariber iiem krieg / weil sie sonst von keiner andern ubung wissen/ und we» sie wider thre fcmde zu seid ziehen / sind sie so vorsichl>gm>dbchl sam/ um nicht ctwan unversehens überrumpelt zu weroels/ as sie ihre seid-undschild»wachen eben so sorgfältig rmoriiW^ Mi'rrnaiSdkEuropaek. Dre .. , -- - keigt/ und fangen nicht leicht einen krieg an/ sie mustert denn se!w seyn beleidiget worden / welches geschlcht/ wenn etwa» ihre Nachbarn ihre täntzr nicht tantzen/ noch ihre gelange singen wollen. Ihre gewöhnliche waaffen sind psetlr und bogen; diejenigen/ so am der feiten wohnen/ haben von den Spaniern mit feuer-rohren umzugehen erlernet. Die einwöhner dieser landschafft sind Wohlgestalt/ von einer mäßigen gröffe/ und zmlicher starcke. Sie sind mehrentheils schwartz-braun und gehen nackend / wiewol es einige gibt / welche vor der schaam eine decke von federn haben/ die da künstlich in einander gewürcket sind / und auf ihren köpften eine lonll oder sehr artige mutze von vogel-federn/ tragen/ so ihnen sehr wohl aufsteht. Man hält davor/ daß die Cariber aus demselbigen land ihren Ursprung haben/ die andern einwöhner aber aus der in- sulder heiligen Dreyeinigkcit/oder den Provintzen vonOrenoque/ wegen des grausamen Verfahrens derSpanierftch dahin gefluchtet; Denn es ist ein stättger krieg zwischen den Ländern / die mitten im land oder an der feite / und den übrigen wilden/ so andem ufer des mcers wohnen. Sie stehen alle unter der Caeiquen gehorsam/ welche aber über sie keine louver-w- gemalt haben. Sie machen aus der religion kern werck/ sonderlich die Cariber/ die gantz ohne ge- fttz leben; jedoch haben einige ihre Prediger / die sie i^c-jo- nennen / und glauben die unsterblichreit der seclen. Wenn ein Caciqur oder Oberherr stirbt / tödten sie auch ihre sclaven / damit sie ihm in jener weit auffwartcn können. Ihre speise ist Caffave und Oza- ron; Jenes dienet an statt des brods/ wird von einer gewisses wurtzel gemacht / die sie schaben / und das wasser herauß drücken/ welches ein vollkommener gisst ist / jedoch seine schädlich keil verliere!/ wenn es eine zeitlang yekochct hat; Dieses aber ist ein gewisser teig / welcher von den feigen des landcs gemacht wird / die sie ins wasser stecken/ um daraus einen tranck zu bereiten / so wie eine milch aussihet. Der gröste theil der Cariber fressen menschen-fleisch am feuer gebraten. DieGaliber sind arbeitsam / und pflegen so viel zu bauen / als zu ihrem nothdurfttigen unterhalt genug ist / nachdem ihre familien groß oder klemsind» Sie achten weder gold noch silder/ sondern vertauschen ihre Hamacks oder baumwollene bekter / ihr aloe- holtz / ihre äffen und papegayen gegen Messer / spiegel / und andere dergleichen , sonderlich aber gegen grüne steine/ die sie sehr hochschätzen/ und vor ein unfehlbares Mittel wider die fallende seuche halten/ als welcher sie hefflig Unter» worffen sind. Die lufft des landes ist sehr temperirt / und dererd- boden dringt sehr viel may; hervor. Fruchtbare bäume sind darinnen sehr gemein/ und die so genannten Ananas und Plantins tragen feigen/ die so dick sind als ein ey / und so lang als ein finger/ auch dabey einen sehr anmuthigen geschmack haben.Die vornehmste waaren des landes sind aloe-holtz/ brasilien/ balsam/ baum- wolle/ sejde und specereven. An einigen örtern wächset ein bäum/ welcher eine gewisse frucht trägt / die überauß schön aussiebet/ wir ein kleinerapffel/ aber dabey so giffkig ist/ daß man alsobald davon hingerichtet werden kan/ wenn Man nur ein klein wenig da- vvnkostet. Ihre affenund mcer-katzensind sehr groß/ mit breiten uasen und langen schwäntzen; die welsche Hühner bey ihnen haben lange büsche von fchwartzen federn auf den köpffen / fast wie die Guide / (Robertus) ein Cardinal und Bsschöff zu Rensies in Bretagne, war Abenets von Guide , eines Edelmanns in Bretagne , und der Olive von Landois söhn. Diese letztere war eine fchwester des Petri von Landois , der ein schneider war, aber sich Nach und nach bey Francrsco II Hertzog von Bretagne also einzsi, schmeichle« wüste / daß er endlich dessen vertrautester xu-Mer abgäbe. Es genoß auch dieser Robert solches glück mit , und erhielt durch Vermittlung seines Vetters die BißtyümerTreguier, Nantes sind Reimes. Nach besagten Hertzoas tod kam er an der Königin Ailnä Hof/ welche mit Carolo VIII vermählt war, und diente hernach König Ludwig XII. Dieser letztere schickte ihn in -»1,7 KErls nach Rom / allwo er das Frantzösische Interesse gegen die Engelläuder behauptete; wie ihm denn auch eben dieser König den Cardinals - hüt zuwege» brachte / welchen ihm Julius II an. ertheilte. Dieser Pabst hatte einige für ihn, und nahm ihn dergestalt ein, daß er auch seinem König selbst zu. Wider handelte: wannenhero verteidige ihn seiner geistlichen ocve- ilcien in Fkanckreich beraubte, so / daß er kaum mehr subiMren konte / bis er endlich an. i;i; verstarb., in,. 9 üc lo. iiilb. cic Lrec. I. zo. 6sll. pur^r. LsrNin. Guibertus / ein wider Gregorium VII von dem Kayftr Herr« rico IV eingesetzter Pabst / war von Parma gebürtig / und des gedachten Kaysers Cantzlee. Er hielt es beständig mit ihme / wurde Mich durch dessen Vermittlung Ertz-Bischoff von Ravenna, und als auf dem OncMo zu Briren im jun. an. 1080 Pabst Grego, rius VII abgesetzt würde, karn dieser unter dem Namen Clemens III an feine stelle. Er crönte Henricum an. 1084 am Oster - tage, und starb an. 1100; fein leichnam aber wurde zu den zelten Pa- schalis II ausgegraben / und in den fluß / der auf RavenNa zuflies- set / geworffen. ctiron. cie regn. ItLÜ« tib. y. . Guibertus / ein Frantzösischer vomÄdel aus der Nörman- die, war erstlich Abt von 8 . Maria -te Vogent zu Loudun. Er hat verschiedene fachen geschrieben / und unter anderen auch s-M- vei per kr-ncor. Seine schrifften hat Lucas Dacherius zu Paris an. rs;i drucken lassen. Ut. p. 444- G«icciMdini/ (Franeiscus) ein berühmter »ikori««;. ««s Wem bess vorneWsscn gesthlechte zu Florentz Entsprössen, WL ' ? ^ k>n. 1482 gebohren, und fieng in seinem rzften jahs unter Philrppo Decio und Carolo Ruino an die jur- zu studieren/ wurde auch darinnen voSor, hatte aber mehr tust zur pe-xi, darinA nen er dergestalt berühmt wurde, daß man ihn vor tüchtig achtete/ staats - sksiren zu/r-Ä>ren. Er wurde im jan. an. 1412 als am- dsiisllellr an des Konlgs Ferdinandi von Arragonien Hof geschickt / da er sich bey 2 jähren lang einen grossen rühm erwarb. Nach ei? Niger zeit trat er in des Pabsts Leonis X dienste, welcher ihm daS Louvernewsnr von Modena und Rcggio gab. Nach dessen tod «le- «-nöirte er Parma gar glücklich, wie er denn auch unter Hadrians VI und Elemente v II obiges Qouv-rncmear behielt. An deneri wichtigen Händeln und grossen Veränderungen, die sich unter CleL mente in seinem Vaterland zugetragen, hatte er einen grossen theil» Als zu ende des apr. an. 1527, auf erhaltenen bericht von dem an» marsch der Kaystrlichen armee, unter dem von Bourdon- gegen Rom, die Florentiner für das erste mal zu dem gewehß griffen, durch die soldaten derer Medicis aber bald wieder aus einander gejagt, und die vornehmste davon in dem Pallast oder Rach- hauß belagert wurden, halffe sonderlich dieser Guicciardini erneu frieden zwischen beyden theilen vermitteln, durch welchen eine all? gemeine vergessung des vorgegangenen beschlossen, und rm übrigen des Hauses Medicis gemalt wieder hergestellt wurde; weil eö sich aber einbildete, diese seine so grosse dienste wären von keinem theil genugsam erkannt worden, erzeigte er sich mißvergnügt, und enthielte sich einige zeit in der stille aufseinem land-gut > da inzwischen in einem neuer diNgs erregten aufstand die Medicis gäntzlictz aus Florentz verjagt wurden; nähme auch an denen folgenden Loniiiiii und anstellten nicht den geringsten antheil. So bald die Kaystrlich - und Pabstliche armee unter dem Printzen von Oraniert sich näherte, um Florentz zu belagern, schliche er sich davon, unS wurde deßwegen nach vergeblich, eraangener cit-ricw, neben anderen , so ihr varerland in der grösten noth verliessen, für ein rebelt erklärt, und seine güter conütcirt. Er nähme auch öffentlich die parthey derer Medicis, und erzeigte sich für selbige so eifrig, daß er nach eroberung der stadt fast alles zu öiriZiren hatte; wobey ex bann, in verurtheilung einer grossen anzahl bürgern, so wohl zum tod als in das elend, eine sonderbare strenge soll erzeiget haben» Die einige liebe, so er noch seinem Vaterland bewiesen, wäre, daß er so wohl als noch verschiedene andere seiner parthey durch all« list und räncke des Pabsts nicht konte darzu gebracht werden, uM aus sich selbst den Vorschlag zu thun, einem aus dem Hause Medicis die völlige Souveränität zu überlassen, weiches zwar jener mir hefftigster begierd wünschte, aber dennoch - selbst öffentlich zu begehren oder zu suchen, hedenckens trüge; indessen hatte er doch den Guicciardini zum Vouverneur von Bononien gemacht, und das nicht ohne Widerwillen der einwöhner, als welche gewohnt waren einen Prälaten zum Haupt zu haben - und sich durch vor» steüung eines Regenten von weltlichem stand, geringer als vorher/ tractitt achteten. Er war auch zu gleicher zeit einer der 12 so genannten «.ctormÄwren, welchen die einrichtrrng des Flormtini- schen Regiments übergeben wurde, erlangte noch andere wichtige ämter, und behielte durchaus in allen berathschlagungen ein grosses ansehen. Clemens VII gebrauchte ihn auch an. i;;z bey dee anweftnheit Caroli V zu Bononien, um neben noch 2 anderes mir; Ministern des Kaysers, wegen den bediNgnussen des zwischert ihnen beyden vorgeschlagenen bunds, in confereur zu tretten; sonderlich aber hatte er bald hierauf die ehre, in dem eirrzug Caroli irr Florentz, deme zur lincken zu reiten. Bey erfolgtet» tod des obde» meldten Pabsts hatte er in Bononien genug zu thun, daß er sich in währendem iar-rreZno wider seine feinde, die er sich durch strenge justitz zugezogen, msincenirte. Der neue Pabst aber gab diese- «ouverncmenr jemand anders, wodurch Guicciardini bewogerr wurde, sich wieder nach Florentz zu begeben, allwo er auch bis art seinen tod verblieben. Er that dem Hause Medicis, und sonderlich Alexandrö Mediceo, dessen Rath er war - grosse dienste, wolte auch Pabsts Pauli III c-L-tten keines wegs annehmen, der ihn doch gern in seinen diensten gehabt hätte- Als endlich dieser Alexandere von Medicis durch seinen nächsten anverwandten, LoreutzMedicis/ ermordet wurde, und viel, auch von denen, welche bishero für das haüß Medicis gewesen, ernstlich riechen, eine so schöne gclegerrheit, dem Vaterland die sreyheit zu r-Kim,ren - nicht aus der acht zrt lassen, hinderte Guicciardini solches gute vorhaben vor allen anderen , und brachte es dahin, daß Cosinus von Medices, so dem letzt-verstorbenen nur von weitem verwandt, und damals noch sehr jung wäre, dennoch zum Nachfolger Alexandri erklärt wurde» wobey man deutlich sahe, daß der eigennütz und ehrgeitz ihne hierzrt gantz allein bewogen, indem er hoffte den neuen Hertzog alleine zu regieren, und in Florentz alles nach seinem willen zu thun» Aber zu seiner verdienten straffe schlug ihme dieses nicht wenig fehl, indeme Cosinus gleich in dem ersten ansang der regierung eine ungemeine fahigkeit erwiese, und dem Guicciardini bey weitem nicht so viel gemalt und ansehen liesse, als er sich anfangs eingebildet hatte. Er hatte eine fraü, aber keine kinder, daß er als» lieber aufseinem lust - hauß in ruhe leben wolle, allwo er auch ari seiner Historie arbeitete. Als er in selbiger zimlich weit -vsncirt, wurde er von einem hitzigen lieber befallen, woran er im mag an. 1540 starb. Er befahl, daß man den leich - proceß so viel möglich einziehen, ihme kein epitgpkium aufrichten, noch eins leich - rede halten solle. Seine Historie hat sein landsmarm, Johann Baptista Hadriani, cominum, und ist selbige aus dem Italiänischen in das Lateinische, Frgntzösische und Teutsche übersetzet «ül«i>» LiL?> §b. yUvP -k Lzp» lit Ll lei»r«ors. * «HW M Gm'cciardink/ (Ludovicus) ein Florentiner, Hieronymi söhn, und Francisci vetter, wurde in den studien wohl erzogen, lebte meistentheils in den Niederlanden , und starb den r i wart. au. r;8s zu Antwerpen. Er hat eine beschreibung der Niederlande eret, so in Italiänischer spräche beschrieben/ aber durch Fran- ciscum -l- Bellesorest ins Frantzösische, und durch Johannen, Brantium und Rainerum Vitcllium ins Lateinische übersetzt worden. 6c i'crchr. lcc 16. tlicsirum. Guichard / (Claudius) Herr von Arandas / Atgit «ndTo- vey / war von 8. Rambert ,n Bugey gebürtig, allwo er auch ein eoiicxium gcstifftet, welches zum heiligen Geist gencnnet wird. Er wurde Skaads-5ccrecLniis, treczucken , Meister / Groß - kckercn- ^Lliu5 und UiüoricuL von Savoyen. Er wird wegen seiner eru6>- »ion so wohl als wisscnschafft in staats - sK>»en sehr gelobet / wie uicht weniger / daß er ein sehr guter Poet gewesen. Er starb an. 1607. kildoire 6c Lrcüc p.t»t>I.br2nc. ,8l. clirvn. ,7 tcc. Guichard / (Simon) der 15 General der Franciscaner / war zu Etampes aus ehrlichem stamm gebobrc». Nachdem er ein Priester worden / nähme er den Franciscaner, orden zu Nigeon rhnfern Paris an, welches klosters Mönche» sonst unter dein »a- men der Kcmr iinmm-r bekandt sind / und wurde hierauf zu deren General erwählet / wolle aber den gewöhnlichen titul Hochwür- -r'gster / welchen man den ordens-Gencralen insgemein zu geben pfleget / nicht annehmen / vorgebend / es wolle dergleichen titul de- rien / so sich vor die allergeringsten menschen hielten / nicht geziemen. Er wohnte in währendem seinem 6cne-g>Lc dem Tridentini- schen L»ncNio bey / woselbst er eine rede hielt/ die von allen s6,ni> rwt wurde. Allein / weil sein zu ende lief/ tonte er das Concilium nebst anderen nicht mit untersicgeln. Er war in der Lateinischen / Griechischen, Hebräischen, Chaldaischen und Arabischen spräche erfahren,auch in den theologischen conr-overgen wohl Mibt. Er wurde an. 1574 zu Air in Provence von eines gewissen Vlschoffö Edelmann mit dein dcgen - knopff dergestalt geschlagen, daß er daran starb. Die ursach soll gewesen seyn, daß er dem Bischofs, welcher die Catholische religion z» verlassen gedachte, einige uemonitrLrion gethan, um selbigen von seinem vorhaben abwendig zu machen. Nist. crrk. 6c- liomciici öc 6saici jllukr. * M^cvn, und Pierretten oder Pewonru l»o« Gmche, soanrudivig, Herrn von Pompaddur, vermahlet. Phtllbert, Herr von Guiche sind Chaumont, HM sich bey verschiedenen gelegenheiten zu Host und im felde wvhl. König HenrrcuslII machte,hn an.i;78be, ver ersten cccmion -um Ritter des heiligen Geistes, und in eben dem win-e ernennte er ihn an statt des Marschalls von Biron zum oder. isseber über die Frantzösische artillerie. Zuvor war er schon L°»> vLkr zu Aon, von Lvonnois, Forets und Beamolvis Er dien. te Koma Heinrich dem III und Heinrich dem IV , und starb an. Vc-v-s Jn der ersten ehe halte er Eleonoram von Chabanms, sra, 6- Balice, und in der andern Antoinette von Daillvn6-Lude, „üt welcher er Henriette 6- u Gutchr erzeugte, trau von C'rau- mont, so zum ersten an Petrnm von Matignon, Grafen von Thv- rwni, vermählet war; zuin andern mal aoer au.LudwigEmaMl von Valois - ^ertwa von . - »«»>« Guiche, Heinrichs von Schomberg, Grasen von Nantevil, Mar. schalls vvn Franckreich, andere gemahiiii. Claudius 6-1, Guiche, Herr von 8. Geran, Ritter, vermählte sich mit Susanna von Sew pcns, Ludwigs Herrn von Chitain und Jacqueline von Thaust tochtcr, mit welcher er Joh. Franciscum erzeugte, der hernach folget ; nächst dem Gottfried, Herrn von Chitam; Franciscum, W von8. Sarur; Franciscam, so an. 1584 an Caspar von Cvliani, den I dieses namens, Herrn von E-aligni, vermählet war; Mm- garetham, Philiderti von Serpens, Herrn von Gondras, gemab- lin; und Claudiam, fo mit dem Herrn von Linas -»Limosin mr, Guiche / eine alte und berühmte familie aus Franckreich. Wilhelm, Herr von Guiche, lebte an. i;4°, und hatte von Jsabclla von Nanton Johanncm, der sich an. i ;ü; mit Maria 6c i'Espinace vcrheyrathcte, und von selbiger Girard, Herrn Amtmann von MKou, Ritter, Königlichen Z Herrn von Guiche, Oder- Rath, und des Her- tzogs von Burgund Cammerberrn zeugte, welcher an. 1406 in dem krieg wider die Lültichcr dienste that. Er heyrathete an. 1402 Ma- .riam von Poguicres, mit welcher er Claubium zeugte; Johannein, der in des Königs diensten starb, und Catharinam, Roberti von Damas, Herrn von Digvinc frau. Claudius aber, Herr von Chau, rnvnt und Martiani Lomr-, heyrathete an. 145 5 Claudiam 6, i« Baume, ClaudüII 6e i- Baume, Herrn von Montrevel, tochtcr, mit welcher er 4 töchtern zeugte. Nach deren tode vcrheyrathete er sich zum andern mal, und hatte aus stlbiger ehe Philiberlum, ?->vrn von Sancillanges; Antonium, c^nonicu« von dN-Ksu; Johanem, Priorn von Lo»e; Johannein,welcher Caroio Audaci, dem letztem Hertzoq von Burgund, diente, hernach den Königen Carolo VIII und Ludvvico XII, endlich aber ausser ehe starb;Petrum; Girar- dum, Herrn von Martigni >- <7omr-. welcher von seiner frau, Johanna von Jaucourt, nur 2 töchtern hinterließ; und Eatharinam, so an Philip» von Vienne, Herrn von Clervaut, verehlichet war. Unter diesen hat Petrus, Herr von Guiche und Chaumont, Königlicher Rath und Cammcrderr, Ober,Amtmann von Antun und MKoii, das geschlecht fortgepflantzet, auch den Königen Ludovi- co XI, Carolo VIII, Ludvvico XII und Francisco I viel dienste geleistet. Er wurde cM Abgestaubter nach Rom, in iHpanicn, En- gestcuiv, und zu den Lchweitzcrn geschickt, welche »n>t»sK6en er auch mit grosser rcpmsnon führte, biß er in dem 8° iahr seines al- tcrs starb. Er hatte zur ehe Franciscam von Chascron, Anlonii, Herrn von Ehasero» und Annä von Amboise tochtcr, von welcher er Jacobum zeugte, der in dem 16 iahr seines alters starb; Pelrum, eine ordens-per/on von Cluny , und Priorn zu Löne, der edenfalü gar ilmg verstarb; Johannein, welcher a». ij» der schlacht bey Bicvque blieb; Gabriel, von deni hernach; Claudimn, welcher l-rio,- von L«ne, und nachmals von 8. Peter zu M->con, Abt von Daubcc und Hautccoinbe, Blschoff zu Agde und Mircpoir, hernach -,m!>sgH6cuc in Portugall und zu Rom war, allwo er an. starb; Franciscliin, ärch>6>rconum von Tours, Probst von Sn- rene, Abt von Luzerne und 8. Satur, Dechant und ononicum zu M-Kon; Philiberlum, eine ordcns-pcrson von Cluny, Priorn von Sancillanges; Gcvrgium, von welchem der Oivignoniiche äst her, stammet, von dem hernach; Carolum, Herrn von 8. Anbin und Perriere, Ritter der Königlichen orden, welcher an seinen wunden, die er in der schlacht bey Moncontonr an. 1569 bekomm, ohnvcr- bunden. Joh. Franciscus 6- Guiche, Marschall von FrM. reich, von welchem in dem folgenden articul, batte zur ersten ac, mahlin Annam von Tournvn, Justt III von Tvurnvn tochtcr, und zur andern Susannam sux Epaulcs, Henrici Roberti, Herrj, von 8. Marie 6u Mont, Königlichen Lieutenants in der Norm«», die, cintzige tochtcr und erbin. Von der ersten hatte er Claudiim Marinülianum, der hernach folget; Mariam Gabriellen, so zum ersten mal mit Gilben, Baron von Chascron, und zum andern mal mit Timoleon von Espinay, von 8. Luc, Marschali W Franckreich, vermählet war; Jacqueline, Renati, M Boville, gemahlin: Dtanain, Aebtißin von Cusset;und z anbcri töchtcr, so in das rlvster zu Marcigny gegangen. Aus der andern ehe hatte er Mariam von Guiche, so an. 164; an Carl von Levi, Hertzog von Vencadour, Oc>uve>-neu- von Limosin, vermählet wur» de; und Susannam, so unverehlichet starb. Claudius Maximili«, nuS 6c u Guiche, Graf von 8. Geran 6- m Piistce und Ialiani, Louvcrncur, 8-neck-i und Marschall in Bourbvnnvis, vermahlte sich mit Susanna von Longaunay, Johamns, Herr» von Amigny, welcher zu Moulins den ;i jan. an. i6;6 starb, eintziger tochtcr und erbin. Sein söhn war Bernhard 6c m Guiche, Grafvo»8. Geran, gebohren an. 1641. Die geschichr, wie er gleich nach der geburt seinen eltem weggestohlen worden, ist sehr merckwi'irdig, doch haben ihn selbige lang hernach wieder gefunden und erkannt, da er dann auch durch einen Parlaments-außssruch den ly julii an. iüü; für deren rechtmäßiger söhn ist erkläret worden. Er war Odrister des regiments von Anivu, und General-Lieutenant der Königlichen armem. Er vcrheyrathete sich an Mariam Magdale- nam Jordanen Carbonel, des ^rquis von Montfteville cmtzige rochier, mit welcher er keine Ander gezeuget. Der äst der Grafen von (Hlvignon stammet von George 6->r Guiche, des Pctri achtem söhn, her. Er war Capital» des ichlosscS Semur, Oder-Amtmann von Chalon, der Königin Eleonorä aas dem Hause Oesterreich Hof-Juncker,Herr von Sivignvn unL Ra«- ton. Er hatte von Margarethen von Beauvau, die er an. izg-ge- ehlichct, Antonium, so als Lieutenant von der >nf-mrerie an. 1574 seines alters 24 jähr bey 8. Lo in der Normandie sein leben verlohr; Jo. Bavtistam, csplrsm unter dem regiment von Languedoc, so bey Montpclier umkam; Jo. Gabriel, comm-ns-ur von Malta, welcher aufden Maltesischen galceren blieb; Pctrum Calais,Herm von Nanton, so ohne erden starb; Jacobum, der jetzo folget; Fraa- ciscam; so an. 1578 an Wilhelm von Amanze verheyralhet wurde, und zwey andere,weiche gar jung verstorben. Jacobus 6-1- Guiche, Herr von Sivigno» und Nanron, rc. wurde au Rcnatam von hha» leau-vieur vermählet, von welcher er einen söhn, namens Claudium hatte, der an. iszü verstorben, und von seiner gemahlin Dcle R>e, Christophs, kl-c-zu,.. von Varembon tochtcr, Henricum Frau- ciscum, der da folget; Ferdinandum, den Ritter von Sivigmm genannt, und drey töchter hinterließ. Henricus Franchcus u-1, Guiche, Graf von Sivignon, vermählte sich mit des Grafen von Montpcrou schwester, von welcher er kindcr halte. L ZNLigi,. 6c ^46con. l. ;. ehlichet starb; Scbastianum, Priorn von Löne; Johannain, Ja- cobi Palatini von Dyo gemahlin; Margaretham,so an Antonium, Herrn von Montmorin, verehlichet, und Susannam, eine Nonne zu Marcigny. Gabriel, Herr von Guiche, Chaumont und 8. Geran , rc. war Ritter der Königlichen orden, oouvcrncur und Ober- Amtmann zu Mäcon. Er that sich bey verschiedenen wichtigen ge- legenhciten hervor, und zeugte mit Anna, Caroli Sorelli Herrn von 8.Geran eintziger tochter,Philibertum,von dem hernach; Clau- d ium, welcher das geschlecht fortsetzte; Johanem,Priorn vonSau- eilianges; Franciscum,Abt von!».Satur undProdst »on8. Peter zu dj s iß! vc« SÄ Äi ff!>! iÄ Ä'f!I K» liio Äl A»r> iiH iÄ Ätz Guiche / (Johann Franciscus) Graf-l-l-Palice, Herr von 8. Geran, Ritter der Königlichen orden, Marschall von Frankreich und Luuvemcur von Bourdonnois, war Claudii söhn von L)Ufanna von Serpens. Er diente dem König Henrico IV und nachmals Ludvvico XIII, weicher ihn an. 1619 zum Marschall von franckreich und Ritter der Königlichen orden machte. Nach- mals commandirte er die Königliche armee bey der bclagerung von Cicrac, Moutauban, 8. Antonin und Montpellier. Er hatte groß sen theil an den-Lrii-en selbiger zeit, und starb endlich aus stimm schlösse 6s is Pgjjce in Vourbonnois den 2 dcc. an. iszr, als er 6; jähr alt war. ^cin leich nam ward begraben in der pfacr-kirche von s. Gtmn, die er hatte rLnv vimr icrj^en. 6c iclNcon. vuioir. 6c 3^vo)S. Guichenon / (Sanniel) einer der berühmtesten Moricorum, gebürtig von M^con, war Advocat zu Bourg, der Hauptstadt de« landeS Bresse, Er z-ubllcirw an. «s;« die Historie von Brcsse, im» - 4 » !2,!> ^!i gui nachgehends arbeitet« er an einer Kikc-n- §en-,loFe, von dem Hanse Savoyen, welche er zu Lyon in 2 folianten drucken ließ, wofür er diesen titul davon trüge, daß er sich nennete Herr von Painessuyt , Sr. Königlichen Majestät und Königl. Hoheit Rath und l-Moric,- xrspiius, Reichs-Hof-Pfalkgraf, -mr-ms, auch des ordens 8-Lazari und Mauritii. Varillas will ihn zum xi-s-ano machen. Es ist gewiß/ daß er anfangs reformirt gewesen; aber nachgehends hat er sich zu denzPapisten bekannt / woran man um so weniger zu zweiflenursachhat/ weil man findet/ daß 1--»Leger in seiner Ki. ttoire Zcneraie 6es LZIiiLs VLu6oifcs , ihm solchen umtritt mit klaren, aber harten Worten vorwirfft. Er ist den 8 sept. an. 1Ü64 gestorben, «nd hat ausser der Historie von Bresse, und der von Savoyen, auch biiriiotk-csm 8sbu6-nrm geschrieben, welches eine cuUeÄioa von a>- plomvidus ist. g66ic. sux memoires 6e Lsllelnsu c. i 7;,. xrsk. 6u; tom. 6e i'biNoirc 6c i'berelle. l° Guide/ ein berühmter Mahler aus Italien, war Danielis Reni, eines,berühmten mullci söhn, und erlernte seine Mahlerey von dem berühmten Niederländischen mahler, v-on^Ko e^iv-rc , gab sich nachmahls bey den Caraches au, und verfertigte unter ihrer anführung verschiedene wercke. Er hatte eine art zu mahlen, welche des ktt-bL-iz 6° /»ng-n Csr-v-Z- schnür starcks zuwider war; Denn dieser stellete alles im schatten vor >e Guide aber mahlete alles ins licht, um seine kunst desto besser sehen zu lassen, welches denn anlaß zu allerhand ungelegenheiten zwischen diesen beyden gab. Erssammlete viel geld, und wurde stäts bey grossen initteln und ehren geblieben seyn, wenn er sich nicht in seinen letzten jähren dem spielen ergeben hätte, wodurch er nicht allein um alle das »einige kam, sondern auch seine -cputsrioa. »vorauf er vormals so viel gehalten, verlohr; denn als er durch grossen vertust ins armuth gerieth, wendete er nicht mehr so grossen fleiß auf seine stücke, als zuvor, sondern mahlete alles geschwind weg, damit er nur desto eher geld gewinnen möchte- Er »rarb an. 1642 seines alters 67 jähr. ke/l/rc» vie» 6er peincres, 4 . Partie. Guidiccione/ (Bartholomäus) Cardinal und Bischofs von Lucca, »var aus einer der vornemsten famtlien zu Lucca, und machte sich durch seine wissenschafft und frommkeit sehr bekannt. Er nahm in allerhand wissenschassten zu, und kam bey dein Cardinal Farnesio in dienste. Dieser vertrauete ihm seine gröstcn Heimlichkeiten, »nachte ihn auch zu seinem General-vibrio m de»n Bißthum Par»na, »nd als er unter dem »»amen Pauli III Pabst worden, sorgte er für diesen seinen treuen 6c>mciHc,uen- Er hatte sich aufs land gemacht, und lag ohnfern Lucca den Ku66r ob. Der Pabst aber beneffihn nach Roin, und ernennete ihn an. i;;9 zum Cardinal, gab ihm die Bißthümer ci'w6 , und Lucca, machte ihn auch zum Qouvern-,,,- von Nom, zum und Groß-?«n>renc>Lkio, Lc. Guidiccione aber übergab die beyden ersten Bißthümer dem Pabst wieder, und das letztere trat er seinem vetterab. Erstarb den22.aug. an. 1589 seines alters 80jähr. Sein leichnam wurde in der kirche zn Lucca begraben, allwo man auch sein grabmahl sihet. Er hat verschiedene fachen geschrieben. Iialis lsers. nomenci. Orrclln. Guidiccione/ (Johannes) Bischoffvon Fossombrone, lebte unter Paulo III umb das jähr 1540. Durch seine verdunste erhielte er viel bedienungen an dem Römischen Hofe, und hinterließ verschiedene ?aSnfthe schrifften, driefe und reden. Er »var aus eben selbiger familie als Cardinal; »voraus auch Lälius Guidiccione entsprossen, welcher um das jähr r6;; lebete. Er wurde von dem kardinal LorZKeic sehr ^Nimiret, und nachmals von dem Cardinal Antonio Barbarino, welcher ihm ein -^nonicsr zu 8. Maria Maggiore gab. Er hat des Pabsts Pauli v leben beschrieben, und andere schrifften, die in ein voiumen zusammen gebracht sind. c-z-r- rberrr. 6'buoivmc,? Icctcr. 1. in »b- kirb. L», 6e tcripr. 17 lec. 2. c. 40. Guido/ Guy/von Lusignan, »var der 9te König zu Jerusalem aus Franckreich gebürtig. Er hatte des vorigen Königs Ba>- duini V mutter Sibillam, die eine schwester Königs Balduini IV zu Jerusalein war, nach ihres geinahls Wilhelmi von Montferrat tobe gehe»,rathet, und aus begierde selbst zu regieren , an. n86 seinen stiesssohn durch gisst hinrichten lassen. Er besaß aber das Königreich nicht lange, in dem jahrs daraufder Egyptische Sultan Salabin, ihn von land und lenken verjagte, hernach gefangen bekam, und ihn zwang, daß er das Königrrich Jerusalem verschwören und angeloben muste, unverzüglich nach seinen» vater- lande zu kehren. Allein nachdem er hiermit seine freyheit bekommen, und von den Bischöffen von seinem eyd-vtoivirt wurde, be- mühete er »sich widerum sein verlohrnes Königreich zu erlangen. Zu dem ende zog er zu Tripoli einige trouppen von den einwohnern und den zerstrcueten Creutz-brüdern zusammen, und belagerte an. n88 die stadt Accon oder Ptolemais, »vorüber aber die Saracenen sich so hönisch bezeugten, daß sie auch nicht einmahl die,stadt-thore schließen liessen, es »var auch die besatzung in Accon viel starcker als Gnidonis armee, welche aus 8ono man zu fusse und 700 zu Pferde bestünde; doch dein ungeachtet ließ Guido den muth nicht sticken, begicng aber dennoch gleich anfangs diesen fehler, daß als er sich der offenen thoren bemächtigen und in die stadt dringen wolle, mitten in solcher Verrichtung aber ein falsches geschrey auskam , als wenn vorerwehnter «scuadm mit einer starcken armee ibm aufdem rücken wäre, er gleich abblasen ließ und sich auf einem bügel verschantzte welches versehen er aber nachgehends verbesserte, als es darauf Wischen den Chrstien und Saracenen zu einem blutigen treffen kam, Massen ihm und Jacobs 6'Avcsne Sioß zuzuschreiben war, daß Vie Saracenen nicht einen völligen sieg gm 6ir erhielten. Nach diesem wurde die Belagerung zwar Mit allem ernst fortge»etzt, es verzog sich aber dieselbe dennoch, aller guten anstal« ten ungeachtet, b»s in das ;te jähr, da endlich König Richard in Engelland und Philrppus Augustus König inFranckreich mit ihren flotten ankamen, und die stadt mit accord erobern halsten. Es kom te aber Guido dennoch nicht dadurch zu stincm endzweck gelangen, sondern we»l sowol zeit wahrender delagerung, als auch nach erode- rung der stadt sich ein grosser streit zwischen dem Könige in Engel* sssnd und dem Könige in Franckreich, wie auch zwischen dem Marggrafen von Montferrat, welcher auch mit einer flotte im lager angekommen war, und dem Guidone ereignet hatte, indem cm jeder Konig zu Jerusalem seyn wolle, wurde die fache endlich W ausgemacht, daß Guido von dem Könige in Engelland das Königreich Cypern, welches er in währender reise nach dem gelobten lande erobert hatte, vor eine gewisse summa gelds erkaufste, und sich dahin begab, woselbst er an. 1196 in seinem pallast aus ei» nem fenster herunter gesiürtzet und den halß gebrochen, und von seiner gemahlin keinen erben hinterlassen. Er war sonst der letzst» Konig zu Jerusalein, der das gantze gelobte land würckitch besessen, und obgleich Konig Richardus in Engelland nach eroberung des stadt Accon einem Grafen von Champagne, (einige sagen dem vorerwehnten Margraf von Montferrat, ) das Königreich Je- ruialem überlassen, so hat dennoch Guido beständig den titul al§ Kviiig von Jerusalem zugleich geführet. mir. Mcroloi. -oiluis lscra. tiilkoire 6er OoiilLcies. Guido oder wido / ein söhn Lamberti, Hertzogs von Spole» to, welchen er mit Pipini, Königs von Italien tochter, gezeugetz hatte. Er suchte sich unter Carolo o-itc, an. 88; zum König vor» Italien zu machen, ward aber von dem Kayftr daran verhindert. (?) sthe Bcrengarius I König von Friaul ) Als an. 887 EaroluS criissus abgesetzt »vurde, und gleich hernach mit tobe adgieng, machte er und Bcrengarius Hertzog von Frianl xr-cen6on, weit beyde, wiewohl nur durch das weibliche gefchlecht, von Carolo M. herstammeten, und niemand sonst aus achtem geblüte vorhanden »var. Sie verglichen sich also mit einander, daß Guido Franck- reich nebst dem Kayserlichcn titul, Berengartus aber Italien haben »ölte. (b) Guido gieng auch würcklich nach Franckreich und ward an. 888 zu Langres gecrönet, er fand aber wenig anhang, und weil er etwas zu lange verweilete, die Frantzosen aber inzwischen Eudonem zum König gemacht hatten, muste er unvemchte» ) ^nnsl. Ltec-i?/. s6 sn. 888. L«r//»-s-r 61 .1 c. 6. (c) 66. II. k/060«,^. I. 4. Lpig. kÄ/cs- -ri-. (6) Los,« 6c Isu6. kerenALk. s^>. iiiikor. l-onZob. so. 88S. 6.1. L LeF,», a6 Ln. 888. 0^. ctiron. LLisin iens in Daciierij toiciicA. t. 5 z? 7 . conf. k. 10.snns!. Lcciek. 26 sn. 888 n. z. (e) ^nns!. LtL. s6 2n. 894. ^„0». cir. Leo O/iie»/ Lkron. Lriin. I. 1 c. 64. rvnk. 6e reAno »ral. I. 6 p. rjy te^« Guido / Marggrafvon Thusclen, ein söhn Adalberti, Marg* grasen von Thuscien und Berthä, Königs Lotharii II von Lothringen tochter. Nach dem tobe seines Vaters an. 9-7 führte seine Mutter die vormundschaffk; weil sie aber Berengarii I, damaligen Königs in Italien abgesagte feindin war, und allerley -n^iguen wider denselben anspönne, nahm sie Berengarms nebst Guidone aefangen, muste sie aber bald rvieder loß lassen, (siehe Bertha.) Nach dem tobe seiner mutter an. 926 heyrathete er Marosiam, seines leiblichen Vaters hinterlassene Wittib,die wegen ihrer unznchb und feindschafft mit den Päbsten sich einen grossen namen gemacht- (siehe Marosi'a) und ihn auch anhetzte, daß er an. 928 den Pabjr Johannein X aus Rom verjagte. Er starb aber bald hernach, und hatte seinen bruder Lambertum zum Nachfolger. 1.; c. 4, o6o«7^. in ckron. s6 s«. 928. conk. S,Fo^r«« 6s reg»». lmÜT i. 6 p. is;,i;6> 157. Guido / von Amiens, Gualteri II, Grafen von Amiens söhn, u»»d Fulconis brnder, beme er in dem Bißthum selbiger stadt um das jähr io;8a>ccc6irte, »vohnte des Königs Philippi I crönung bey; man findet auch seinen »»amen vor verschiedenen acten. Nichtz rveniger hat er sich auch durch seine schrifften berühmt gemacht, worunter vornemlich seine eroberung von Engelland durch Wil» helmum Lvnqucllorem. Er starb um das jähr 107s. cm-üe/n 1. 7 bilk. 6 e zek. dlormsnn. I. Z üüi. Lall. ckrill. r. r p. 96- Guido / von Boulogne oder von Auvergoe, war ein lohn Ro- berti VIII, Grafen von Auvergne, und Mariä von Flandern. Einige sliLorcs contunäiren ihn mit einem andernGuivo von Auvergne , der Roberti VI und Eleonorä von Baffie söhn, und um das jähr »28; Bischoff zu Tvlirnay und Cambray war. Dieser aber wurde an. i;4° Ertz-Bischoffzu Lyon. Clemens VI machte ihn 2 jähr hernach zum Cardinal. Er wurde in verschiedenen Verrichtungen gebraucht. Clemens VI hatte das jubii«um auf jähr gemindert,schickte also an. i; ;o ihn und den Cardinal Ceccan nach Rom, um daselbst die heilige pforte zu öffnen. Sie stifteten auch daselbst einen tumult,der um des Wuchers »Villen entstanden. Kurtz darnach wurde er als r.s8«m Ungarn geschicket - und nach seiner Hhhhs rück- 6l2 gm rückreise gieng ex in Spanien. Auch wurde er in Franckreich gesendet, und weil er sich bey allen seinen gesandschafften wohl aufgeführet / schickte ihn Pabst Gregorius XI zum andernmal in Vpa- nicn, um den König von Castilien und Portugall, die wider einander in krieg verwickelt waren, zu vereinbaren. Er brachte auch iel- biges glücklich zu stände, und als er mit gutem rühm nach Avignon jurück kehrte, starb er zu Lerida den r; nov. an. 1)7). Scin lcich- nam wurde nach Franckreich gebracht, und in der Abtey Val. Luisant begraben, aliwo auch seine vorfahren lagen. Das Ertz- Bißthum Lyon hat auch unter seinen Prälaten einen andern dieses namens gehabt, welcher an. 12;; erwählet wurde. Lo/§»c/1,, vic» Llem. VI. Nist. ll'/Luvergnc. Os!I. ^>ur^>. liill-cier LLrclin. §E/e Guido oder Gmgues I, Cartusianus genannt, weil er der tte General dieses ordens war, wurde in dem schlösse zu 8. Romain in Valcntinois gcbohren. Er wccccürtc um das jähr 1109 Johanni I, regierte in die 28 jähr, und machte viel neue Narvw. Bernhardus hat die 1 itc und irte von seinen episteln an ihn abgehen lassen. Er starb an. 11)7. Er hat Hngonis, den man unter die Heiligen zahlet,leben beschrieben; Man schreibt ihm auch Scsism und andere schriften zu. c. r. vor/«»,/ l. 4 c!,> on. c. o- rr'e»' skÄt cle OLU^IÜN-. Läi,e big. lirr. p. 4;;. Guido oder Guigues II, General der Carthättser, wegen seines herrlichen Verstandes der enge! zugenannt, lucccll>rte an. i 174 Basilio, legte aber solche würbe nieder, nachdem er selbige in die 2 jähr geführt hatte, lebte auch noch bis an. 1188. Er hat ein buch geschrieben , cle qu2llri^>2rc,co cxercicio ccÜL , so Petrus Franciscus Chissletius clliret hat. vor/6»^. ?„rrcj« ?ki>. I. * Guido/ ein Burgundicr,war anfangs Abt und hernach General des Cistercienser-vrdens, endlich aber wurde er von Urbano I V, welcher seine klugheit, exemplarische aufführung und wisscnschant sehr hoch schätzte, mit der Cardinals-würde beehrt. Clemens IV schickte ihn als scxsc in Dänemarck. Nachmals p^llcHrte er mit einem gleichmäßigen ciwwctcr an. 1267 auf dem zu Viennc in Franckreich versammletcn Lo„cii>o. Ferner verrichtete er noch unterschiedene lexriioncn in Pohlen, Schweden, Teutschland und Franckreich, bey welche» allen er grossen rühm erlangte; und zuletzt starb er an. 1272. O/^or/r. in vic. Urb. IV. SN112I. k. 14. k>iLo». icric/,02,. «je reb. kolv». >» pur- ^>ur2 l). Lcriiti. LIsco». U^/-cü». Guido von Perpignan oder von Tcrrena,war von Perpignan, aus der Grafschaft Roussülon. Er wurde auch Ormciiw gcncii- net, weil er ein Mönch dessclbigen ordens war. Er wurde voLoi- zu Paris, und an. i;i8 zum General der Carmclitcn zu Bonn deaur erwählet, auch nachmals zum inguillmre ocnewü gemacht. An. i)2i bestätigte ihn Pabst Johannes zum Bischof zu Majoren , und nachmals zu Elvas. Er starben Avignon den 21 aug. an. izzo, wiewohl das jähr sogar gewiß nicht ist. Der gedachte Johannes XXII hielt sehr viel von ihm. Er bat ihm auch ein buch llelliciret, lle pLitLÄinnc vlr« LrilloNcL ; sonst hat er geschrieben, luper lemcnciss; guoclllbers; gU2-lHonL8 orclin2ri2s; clcconcor- ^12 Lv2iigclili2rum ; correötorium üccrcil. r. eccl. in bibl. LLrindit. ^2-26,10 L^rmcllr. acl. 14 c. ;8. kill. lirccr. 2yy. p. 19. Guidonis / sonst genannt cle ls Guionie,(Bernhard) war Bischof von Tuy in Svanicn,und nachmals zu Lodcve in Languedoc, Dominicaner-ordens. Er war in einem kleinen dorffbes landcs Limostn, ohnfcrn Rochc-Abeille von geringen eitern gebohrcn. Als rr an. 1280 oder 128z in den Dominicaner-orden getreten, wurde er eine der grösten zierden in Franckreich, und stieg durch alle clw--, gen seines ordens. Er lehrte mit gutem llicc-us. predigte mit sonderbarer beredtsamkeit, und schrieb verschiedene bücher, die von allen geliebt wurden. Pabst Johannes XXII brauchte ihn in verschiedenen wichtigen 2Lires. und gab ihm das Bißtbum Tuy in Gallium,nicht aber das zu Tülle in Limostn, denn er Tudensis genennet wird, nicht aber Tutelcnsis, wie andere wollen. An. 1)24 wurde er in das Bißthum Lodeve verletzt, welches Lurch des Jo- lhannis von Terandria,eines FraneiscancrS von Cahors, tod v2C2nt worden. Eben dieser Pabst machte ihn auch zum inq„i6core wider die Albigcnser, so noch in Languedoc übrig geblieben waren, fragte ihn auch zum öfter» um rath. Er hat viel andere jachen geschrieben,als: lle conciiü;; lle ollicic, N1ÜI2-; eine chronologie der Bischöfe von Toulouse und Limoges; einen c^iugnm derer von Lodcve, cie vili- llinLiorum; Lc. Er starb den I) nov. an. I); I im iahre seines alters,und sein leichnam wurde in dieDominicaner- wche zu Limoges gebracht, wie er befohlen hatte. «!« äe Lxnlc. I.oäsv. 6!lll. Liirlk. 2«!^. Guienne / eine Frantzösische Prvvintz, welche den titu! einer Dertzoathums führet. L-re wurde vor zeitcn Lqu-tünia genennet ; wiewobl sie heut zu tag nicht so viel lander m sich begreift, als das alte Aquitanieu. Plinius gibt ihr den »amen Aremvrica. Das insonderheit so genannte Guienne in eigentlich die lans-vogtey M Bourdeaux; was aber insgemein die;en »amen führet, stößet wessivärls an die offenbare see, sud-wans an die sogenannte i.-n. und Gascogne, ost-wärts an Perigord und Quercy,und nordwärts an Saimonge. DaS land ist anmucdrg und fruchtbar, die luffc iieblici, und icmpenrt, und das volck sinnreich ; doch oesch,,!- diaet man sie, daß sie allzu verwegen und unbedachtjam seyn, und gewaltig Sradlen, wann sie die oberhand haben. Diese lanbschaA faffct in sich Bvnrdclvis, Medoc, Bazadvis, Agenois und ConLo- mois nebst der zwischen 2 secn iigenden gcgend, i'Lmre a-ux acnennet. Die Haupt-stadt ist Bourdeaur, jvoselbst auch der Ertz- Bischöstiche sitz und das Parlament ist,die übrigen sind Agen,London,,Bazas,nebst Marmande, 8. Foi, Libourne, Bourgandersee, Nerac, rc Die Römer gaben dieser Provintz den namen AMa- nien wegen ihrer waffer. Sie erstreckte sich vor Auguki zeiten nicht weiter als was zwischen dem Oceano , dem Pyrenaischen gedürge und der Garonne gelegen ; selbiger Kayscr aber fugte noch einige völcker bey. Die West-Gvlhen nahmen es den Römern ab,bis der Könia Clodovans sie von bannen vertrieb. Nachmals hat dieses land seine eigenen Hertzoge gehabt, (sonderlich reden.die lmxio. r--L von einem gewissen Basolo, welchen Clodovans zn Sens ms aefänamß bringen lassen. Aimoinus redet von Willichario, und Greaorms Tuconeusis gcdencket des Regnovaldi und Eimodü. Man findet nachgehcnds von dem Sadrcgiselo, Brrtrandv, Bugi- so, Aaalfio, Abbone und Rivino, man kan aber nichts gcwißes vou ihnen sagen. Von den Hertzogm von Aguitanien ist an seine!» ort gehandelt worden ; die aber von Guienne oder Aquitania le-Ms- stammen von den erblichen Grafen von Poitou her. Renaldus, Graf von Herbauges , wird Graf von Poiliers und ^-^von Bretagne genennet. Er schlug die Normanner den 2° aug. an. 8 ,c,iiiid wohnte an. 841 der schlacht bey Fontenay bey,und erhielt nachmals die Grafschafft Nante, so dem Lamberto genommen war, der ihn aber den 2; jun. an. 84; umbrachte. Seme söhne waren Hervcltus, welcher an. 844 oder 84^ durch eben den Lam- dcrtum hingerichtet ward, und Bernhardus, Graf von Poitiers. Dieser vermählte stch nüt der Bilichilde, Gostclini, Bischofs von Paus,schwcster,mir welcher er zeugte Ranulphum I,von dem hernach; Bernhardum,Grafen von Auvcrgne; Einenonem,welchen Pabst Johannes VIII in den bann that, weil er sich mit dem ba> siard Hugone, des Königs Lothar» söhn von der Valdrade, ver» bundcn hatte; und Gosbcrtum. Raniilphus I war Graf von Poitiers und Abt zu 8. Hilaire. Unterschiedene neuere 2uSor« melden , daß der Konig Carolus Calvns ihn zum Hertzog von Gu- iemie gemacht. Er wurde von den Normannen! den 6 nov. an. 882 bey Brillac geschlagen. Ein jähr hernach schickte er eben dem- selbigcn Carolo Calvo den jungen Pipinum wieder zu, welchen er gefangen bekommen. Als er aber nebst RobertoForti mik ldcn Normännern in einem dorff, Bisertc genennet, in Äniou gelegen, abermals schlug, cmpficng er eine wunde, an welcher er im iul. an. 887 starb. Er hinterließ Ranulphum II, von dem ietzo; Gosber- tum, dessen Regino gcdencket; und Eblonem, Abt vvn^Dcnys, von 8 Hilaire in Poitiers,rc. wclcher Paris wider die Normanner Uci-ncla'te,, und an. 8y) bey belagerung des sthlosses Brillac in Poitou gctödet wurde. Ranulphus II bekam mit dem König Enden: zu thun, welches den krieg in sein land zog,und nachmals, als er selbigem folgte, wurde er an. 894 mit gisst hingerichtet. Man hält davor, daß er sich mit Adelheid, so man vor des Kaystrs Ludo- vici Balbi tochter ausgibt, vermählet habe, mit welcher er Eblv- ncm, Grafen von Poitou und Hertzog von Guienne,zeugte. Sei» vatcr rccommc,wirke ihn auf seinem lod-bett dem Grafen von §- Gerand, Herrn von Anrillac. Dieser schickte ihn Wihelm dem fromincii/Grafen v0!iAiivcrgne,z»,dcr auchHcrtzog von Guienne war. Edlo vermählte sich mit 'Arembnrgc, nachmals mit Acmilia- na, welche an. 912 lebte, undzum dritten mal mit Hedwig, Königs Eduardi des ältern aus Eugeliand tochter, mit welcher er zeugte Wilhelmmn, der wegen seines wciffcn Haares der flachs-kopffge- nennet wurde, und Eblonem, Bischoffvon Limoges, Abt zu xent, so um das jähr 97; starb. Wilhelm, Graf von Auvergnennb Bourgognc, der I dieses namens,Hertzog von Guienne, rc. -i-t-»- lllrte sein volck wider den König Nadnlphum, schlug die Norman- ncr, stiftete und celUurirte an. 9 iodie Abtey Cluny, die PrMy Saucillaiiges,an. 916, und starb ohne erden. Seine gemahlm war Jngelbergis. Ihm luccetzirte sein vetter,Wilhelm II, von welchem die alten genealogisten nichts wissen. Die neuern aber bcweM aus einigen Urkunden, daß er den König Radnlphum an der Loire, aliwo er zu ihm gekommen, vor seinen König erkannt, und an. yr? gestorben sey , seinen brudcr Alsredum zum erben hiiitmaffeno. Wilhelm III, auch der flachs-kopff genannt, war Hertzog von Guienne. König Lothanus ließ sich durch seinen vetter Huavnem den weisen bereden,daß er ihn mit krieg überzog, vertrug 1>ai aoer wieder mit ihm, daß er ihm auch an. 96) in der belagerungPchy benirilnd. Als er von dar wieder zurück kam, faßte er die rclilluiiün, sich in ein kloster zn begeben, gieng auch in die Abtey 8. Cypriam M Poitiers,und darauf zu 8. Marclit,all>vo er in demsclbigen labr vcr- starb. Dieser Hernog erbaucte wieder die Mey von ^cil. so durch die Normanner ruinirct war. Er vcrmah.tc ilch M Adelheid aus der Nermandie,GerIoc genannt,RollvnistochM vm gm der Pope,mit welcher er Wilbelmmn IV zeugte; Jozelin, welcher unverzagte genannt, konte sich anfänglich, Hugonis Capeti und Roberts parlhcy zu ergreiffen,nicht bequemen,ob gleich der eine sein schwager, der andere aber fein verter war. Endlich sccommollirte er sich, und schlug Gottfried, genannt Grifegonelle, Grafen von Anjou, und gieng endlich nach feines vaters exempel in das kioster s. Maxent, wvrinnen er an. yy; starb. Sein söhn war Wilhelmus V, zugeuannt der grosse. Der König Robertus, die Könige von Spanien, Navarra und Dänemarck, inglejchemder Kavfer Heinrich hielten gar viel auf ihm. Er that alle jähr eine wallfahrt nach Rom oder nach 8. Jacob in Galligen. Er sichtete die Abcey Mail- lezais, so nachmahls eine zcitlang ein Bißthum in dem untern Poiton gemessn, gieng auch in selbiges klostcr, und starb den z i jan. an. io;o. e^eine söhne waren, Wilhelmus VI, der ihm folgte,aber bald darauf starb; Eudo, Graf von Gastogne, ivelcher nach seines ältern bruders tod das land in besitz nehmen wolle; kam aber vor Mauze, einem schloß, so in dem land Aunis gelegen, den i7martiian. 1059 „m; und Thibaldus, der jung, starb. Wilhelmus VI hatte von stmer gemahlin, Agnes von Bourgogne, Pe- trum, genannt Wiihclmum VII; Guidoncm; Gottfridum, genannt Wlldelmum VIII; und Agnes, Kaysers Henrici III andere gemablin. Wilhelmus VI, genannt der dicke / führte krieg mir Gottfried Martcln, Grafen von Äniou, welcher sich mit seines vaters dritter gemahlin Agnes vermählet, und starb an. ro;/ ohne kindcr. Seni bruder Petrus, genannt Wilhelmus VII, folgte ihm, starb aber a«. >o;8 an der rothen rnhr in der belagerung von Sau- mur ohne erben. Guido Gottfried, genannt Wilhelmus VIII, folgte ihm. Er leistete dem König Henrico I in Franckreich hülffe, halffauch die Saracenen in Spanien schlagen, thäte verschiedene stiffrungen,und starb an. 1086 im stpt. anfdem schloß Chize. Seine erste gemahlin war Audeberti Grafen von Perigord tochter, von welcher er sich wegen naher verwandschafft schied, und sich mit Martha vermählte, die er aber ebenfalls von sich ließ, ob er gleich eine tochter von ihr hatte, welche an Alpbonsum VI, König von Lastilien, vermählet war. Er verheyrathete sich zum dritten mal mit Aldeardc, Roberti von Franckreich, Lertzogs von Bourgogne tochter,und zeugte mit ihr Wilhelmum IX, von dem so fort; Hu- gonem den Grafen, und Agnes, Petri SLnüü, Königs von Arago- nicn,gemahlin. Wilhelmus IX regierte gar lang,stund dem König Alfonso aus Aragonien wider die Mohren bey, und starb endlich den 10 sehr. an. 1127. Seine söhne waren, Wilhelmus X, von dem so fort; Raimundus von Postlers; Henricus, Prior zu Clu- ny,nebst 5 töchtcrn. Wilhelmus X bekam seiner mutter wegen die Grafschafft Toulouse, wiewohl er auch darüber viel Händel hatte. Er hielt des Pabsts Petri Leouis partbcy wider Innocentium II, und starb aus einer reise nach Compostell an. n;7. Seine söhne waren Wilhelm der behertzte/ welcher aber vor dem vakcr starb. Richard, genannt Löwenhertz/ Grafvon Poitiers, welcher ohne kinder starb; Gottfried hinterließ einen söhn Artus, Grafen von Bretagne. Dieser wurde von feines vaters fchwestcr söhn, Johanne ohne land/ssincr guter beraubet und getödtet. Dieferhalben wurden Johaimi durch einen ausfpruch des Parlaments zu Paris alle guter, so er in franckreich befaß, genommen, und Guienne zu des Königs Philippi Augusti zeiten der crone einverleibt. Ludovi- cus IX trat zwar a». 12^9 den Engclläudern ein stück von Aqui- tanien unter dem »amen des Hertzogthums Guienne ab; allein König Pdillppder schöne zog es wieder zu sich. Jedoch wurde es ihnen wieder abgetreten, bis sie unter Carolo VI gäntzlich daraus vertrieben wurden. König Ludovicus XI gab an. >469 Guienne seinem bruder Carolo zur svLnZgc. Allein, als selbiger an. 1471 ohne erben verstarb, wurde es zum letzten mal der crone Franckreich einverleibet. in onciri^ss. cls iüuiir. vir. A^uir. )o- ^ünLLl. clüL Oucs cle OulLnnL. Guiffrev/ (Guigo) Herr von Bouttieres/ ein Edelmann aus vgupi»nL. sind berühmter General. Er that zu Königs Ludovici XII Zeiten unter dem Ritter Bayard seinen ersten seid - zua in Italien/ als er noch nicht 1; jähr alt war/ hielt sich aber gleich anfänglich wohl. Nachmals diente er in allen Italiänischen kriegen/ wurde auch in der schlacht vor Pavia gefangen. Er lleLnMrte MarseillewiderdenKayserCarolmn V/ und that an. i;44 viel zu der victvns bey Cerizoles/ aiiwo er die cnmmLnllmte. Ein jähr darnach comm-nöstte er; 6 schiff von der flotte / welche König Franciftus l wider die Engellemder schickte. Aus dieser fa- milie sind auch viel andere vornehme leute entsprossen- Guignard / (Johann) von Chartres gebnriig / ein Jesuit und in der theoloqie in dem coiicZio von Clermont/ ein abgesagter fcind von allen Protestanten / welches ihm aber den tod brachte.Denn als man die papiere desJohannis Chastellaufsuchte/ nachdem er die Hand an den König Heinrich I V gelegt hatte/ fand man unter andern auch eine schrissl von unserm Guignard/ darinnen unter andern höchst-verfänglichen dingen/ der tod König Heinrichs IH/den er von dcmJacobiner-Mönch Element erlitten/ Sedillichet/ und daß ein gleiches an dem Bearner/ wiecrihnnen- nete / vorzunehmen sey / mit allen kläfften gerathen ward. Die that des Chastcls war allzu straffbar und allzu neu/ und also ward Mser Jesuit verdammt/ daß er vor der Haupt»pforte der k'irche zu Paris im blossen hcmbd/ mit dem strick um den hals/ und einer brennenden kertzeinber Hand Gott und den König auf den knym mn vergebuna bitten/ und darauf äM6,Lvsan einen besondern salgengehenckt/ und wenn er verschieden/ mitsamt dem galgen gül 6iz verbrandt werden solle. Zu dem ersten/ nemlich zu der Mitte / war er mchi zu dringen / dem ohngeachtel wurde das übrige von dem urtheil an ihm vollzogen. Zu Rom Hai man ihn unter sie Märtyrer fernes ordens gesetzt / weiches aber ohne genehmhalttmg des ordens von etlichen privat- Personen soll geschehen seyn. nl,»». Guigo / siehe Guido. Guigo - A ndrs / von Bourgogne/ siehe Bourgogne. Guigo Dauphin / siehe Dauphin-. Guijeno odcr Siliceo/ (Joh-Martine;) Cardinal und Ertz-Dischvffvvn Toledo / war von Villagarcia aus Castilim/ ein söhn eines armen baners-manns/ Johann Martine; Gutjeno genannt. Er verwechselte nachmals seinen „amen/ und nannte sich Silieev oder Bois/ so alles einerley. Er fieng an die ZrL«w^ric zuLerena / einem kleinen städllein vhnftm Villagarcia gelegen/ zu erlernen/ da erden» allesonnabendnach hasß gieng/ ninvoc die gantze woche drodt zu holen. Man saat auch/ daß er m seinem dorff das knsier-amt versehen/ weil seine eitern nicht so viel gehabt/ daß sie ihn erhalten können. Er fand aber nachmals Mittel nach Scvilien zu kommen/ allwo er die Philosophie trieb / und von dar nach Rom zu gehen vor hatte. Er machte sich vamicnhero auf den weg/ als er aber durch Valencia retsete/ mnstc er sich aus ansuchen eines vom Adel / der ihm feine kindcr in bis i-rtor«Ärinw gab / daselbst einige zeit aufhalten. Er machte an diesem ork genaue frcnndlchaffl mit einen! gewissen ordcns-druder/ der ihm den rath gab/ lieber nach Paris/ als nach Rom zu gehen/ welchem er auch mit gutem vorcheil nachkam. Denn ausser dem/ daß er daselbst zulängliche mittet zu lukMren fand / wurde er zum gillergemacht/ und nahmindertheologiewohkzu. Als crwio der zurück in Spanien kam/ wurde er i'rofMorpliUvwpwLzu Salamanca und u zu Cvria / auch endlich bey des Kay» sers Cai oli Vjungem Printzen Philippo zum wf-.'^cor ernennet. Darneben war er des obbemeldtcn Printzen Almosenpfleger mir» Beicht-vater/ welcher ihm das Bißthum zu Carthagena zu wegen brachte/ und ihn an. 154; nach Badajo; schickte/ um daselbst seine braut/ die Mariam/ Jnfaiitm aus Portugal/ anzunehmen. Eden dieser Jnfant vder Philtppus II machte ihn hernach zum Ertz-Bischvffvon Toledo. Er that nachgehends an semckirche grosse präsente/ und stifftete daselbst sHäuser/ eines 00x40 junge knaden / so zu dem gottesdienst in der furcht Gottes sotten erzogen werden/ und das andere vor eben so viel arme Mägdlein. Paulus IV machte ihn an. 1 z ?; zum Cardinal/ er starb aber den; r mark. an. iz?/als er sastgojahr alt war. Er hat nebst einigenphtloso». phlschcn schrtffren/ als über etliche büchcr des Artstotelis/ -r. »nw- in-rics rllevrerics 6- pr-lÄic», auch eine crklärung über das t-.Trer »ottcr und über das -rve xlÄN.1 und andere fachen geschrieben. Die von seiner familiehaben gleichfalls diesen namen Silieeo angenom- men.Sein bruder Lvrrntz verheyrathete sich in das hauß Caravatal/ und nahm zur ehe Franctsram/ Frau von Mediana-Suerte/starb aber ohne erben. Er halte auch 2 schwestern/ deren die älteste einen söhn hmkerließ/der esnymcus von Toledo und Abt von 8. Leocadia war. iM. clesLarclin, btkl. r-tisic,. Ouilandlirus / (Melchior) ein gcbohren zu Königsberg in Preussen / studiere in seinem vatterland/ und weil ce sich in den Gmiis wohl umgesehen/ auch vornemlrch sich auf die er« käntniß natürlicher dinge und wlssenschafft der kränker gelegt hatte/ gieng er nach Venedig/ retsete mit einem kauffmann daselbst/ namens Martnus Cabullus/ durch Griechenland/ Asien und Asrt- ram/ kam endlich in Indien / war aber auf seiner rück-reise so unglücklich / daß er unter die see-raubcr fiel/ und von dcnsclblgen aufdie galeeren geschmiedet wurde. Er machte sich aber dieses sein Unglück wohl zu nutz/ indem er viel darbey von kräutern und Medikamenten crlernete. Als er wieder in srcyhett gesetzt wnrde/gicng er nach Padua/ brachte daselbst den kEum mecücum zu stand/und wurde zum vrok-Nors meMcinL bestellet. Mit Matlhiols konte ep sich nicht vertragen / wie denn beyde wider einander schrieben. Eben dieser Makchiolus sagtvon Guilandino/ daß er in Sictlien und zu Rom in solcher armulh gewesen / daß er genöthiget wor, den / wurtzeln zu sammlcn/ und selbige zu verkauften. Erstarb endlich an. 1 ;8y/ und vermachte seine bücher der Republic Venedig. Er hat verschiedenes geschrieben/ als: co-nw«.-» mm i» vn. nium lle üi>pibus epi!ioiL 5 Piin-jue; Lpotogis! allvcrlur Hvkatriiiolum Iibrum lib. 96-^4«- vir. mcllicorum. bibl. mcll. elog. r. r. Güldene aue/ ist ein strich landes in Thüringen an demHartz von Nordhanscn bis Sangerhausen / der wegen seiner frucytbar- kctt also gcncnnet wird/ und die städkc Kclbra und Heringen nebst unterschiedenen dürffern in sich degreifft.Er gclwret theils den Fürsten zu Schwartzdurg / theils den Grafen zu Stoübera / mewof die letztere ihre hellste an den beyden vorgedachten stadten denen Fürsten zu Schwartzdurg versetzt und sich nur den Adel undNtt- ttriwafft gemeinschafftlich/ die bestellung der Archen und schulen aber Wechsel-weiß vorbehalten, o/----. ss->c. rcr. rdur. r.. ,7-.. jctLt-Üor. 205» Güldeneren/ ein Cistercienser-kloster im Königreich Böhmen/ konllen Lateinisch , und auch ss>»°» -orona , heilige oder dörneme crone genannt / welches der Kömg Ottocarus nach dem an 1260 wider vie König in Hungam echalkcnen herrlichen sieg / eine stund vo» Böhmisch Crummau / nahe an dem fluß Moldau/ erba ct. Der namen Güldeneren lst diesem klostcr wegen den schönen gutem vorzeiten beygelegt worden / welchen es auch »och führet / obschon durch unglückselige zufalle/ und besonders durch ' ^ Hhhl) ; dtf 614 gül die Herren von Nossenberg / so unter dem pr«ee« des schütze? dem kloster viel entzogen/ dieser güldene namen meistens verblichen. An. 1278 wurde es von dem feindlichen kriegs»heer des Kaysers Rudolphi angezündet und verheeret. In der Hußitischen unruhe Miste es an-1421 ebenfalls / nebst grausamer msliacre der Geist» lichen/ die brand-fackel fühlen. Güldenhelm/ (Carl Carlson) Freyherr zu Barquara/ Reichs-Admiral in Schweden. Er wurde von dem König Carola IX aus Schweden / als er noch unvermählct und ein junger Herr war/ ausser ehe erzeuget / und an. 1572 gebohren. Als an. 1597 sein vater Joachim Scheelen mit 8 schiffen nach Dantzig sendete/ um den Konig Sigismundum von Polen in Schweden zu fuhren/ wurde er ihm mit zugegeben. Des gedachten Königs reise erfolgte aber damals nicht/ sondern vielmehr kam es zwischen beyden Ko» uigen zu einem krieg / da denn dieser Güldenhelm der schleicht bey Stangebro/ so an. 1598 gehalten wurde / beywohnete. Ergleng hierauf nebst Samuel Claussohn vor die stadt Calmar/ um selbige »ubelagern / welche auch/ als seinvarerdavor gerucket/ sich nach s monaten ergeben mnste. Erbcfandsich an. 1601 in dem Lieflandi- schen kriegs»zug / da dem König in Polen Pernau/ Felin/ Leise und andere örrer abgenommen wurden. Damals kam ein vcrra» ther zu ihm/wclcher ihmBorcka in seine Hände zu liefern versprach. Als er sich aber mit ;c>o mann auf den weg begab / führte er ihn in des Polnischen Generals Georg Fahrcnbachs armce/ von wel» chem er geschlagen wurde.Dcr König Carl belagerte hierauf diesen festen platz Borcka/und gewann ihn. Als er bald hierauf Kocken» Hausen Mlt Proviant und andern Nothwendigkeiten versorgen wol» te/stieß er unterwegs auf den Polnischen Obristen Lißkowitz/ den er umringte und mit 400 mann in die flucht schlug. Ein andcrerPol» nischerObrister/ Wicinsky/ überfiel ihn kurtz hierauf/ da er flch denn in das schloß Oellen salviren müssen. Er brachte aber ;c-o mann wieder zusammen / und suchte darmit Kockcnhausen zu entsetzen/ worüber er mit den Polen unter dein Fürsten Ianuschio Rabzivil und odbemcldtemSicinsky an. 1601 in ein treffen gerieth/ welches er/ nach etlicher strinden gegen-wchr/ verlvhr/ worauf das schloß Kockcnhausen flch an die Polen ergeben mustc. Dieserwegcn muste der König Carl mir neuer macht in Liefland anrücken/ wel» eher diesen Güldenhelm und Jaeobum a-1» o-rciie in die stadt Wollmar legte. Allein als der Polnische Feldherr/Johannes Za» moysky/dicscstadt belaqerte/mnsten iie sich an. 1602 auf gnad und Ungnade ergebcn/und schreibt Piasecius/daß gedachter Zamonsky/ als sie beyde vor ihn gebracht wordcn/zwar den Herrn a- LarcNe höflich traetirct/ diesem Herrn aber nicht einmal diehand bieten wollen. Er sendete ihn auch anfangs nach Marienburg inPrcuffcn/ und folgcnds auf das schloß Raven in Polen/ da er in einem Übeln gefängniß/gantzvon allen menschen abgesondert/von an. 1602 biß an. 1614 gesessen/ da mittlcrwcil sein vater an. isn verstorben. In dieser gefangcnschafft hat er kckolam cspnvirLtis geschrieben/ darinnen er die gründe der Jesuiten/mit welchen sie ihn zur Catho» tischen rcligion bewegen wollen/ zu widerlegen sich bemühet/ es ist dieses buch an. lözr und an. 1644 zu Stockholm in Schwedischer und Lateinischer spraach gedruckt worden. Ais er endlich an. 1614 gegen den Fürsten Carolum Korccki/den die Schweden auf einem schiffgefangenbckommen/lind noch einen andernPolnischenHcrrn/ Andream Sborobski / ausgewechselt worden / und in Schweden zurückkam/ machte ihn Gustav Adolph an. 161; zu einem Frey» Herrn von Darquara und Sundlyholm/ gab ihm auch ein neues wapen / und ernennte ihn nach Georg Güldenstcrns absterben zum Reichs-Admiral in Schweden. Als auch an. 1615 derSchwe» dlschc General Eberhard Horn vor Pleßkau in Moftau umgekommen / derieff lhn gedachter König dahin/ und vertrauet«: ihm seine armer/nist welcher er die belagcrung vor Pleßkau conrmuirte- An. iü2> schjyte er mit dem König in Liefland / da die stadt Riga bcla» Lcrt und erobert wurde/ thatauch mit ermcldtcm König an-1627 einen zuq ni Preussen/ und besetzte mit einer flotte den Hafen zu Dantzig. An. 1628 langte er bey fortsetzn»«! solches kriegs mit io schiffen zu Pillau an / führetc auch an. i6;o den König nebst seiner armee per sönlich aus Schweden in Pommern. Er selbst aber begab sich wieder nach Schweden/ da er nach des Königs an. lüzr erfolg» 1cm tod die Nctchs>vormundschafft und aiE>on> nebst den andern vier Obcr.Ncichs-Näthcn / in währender minorci-nttäl der Köni- Lin Christina gcführet hat- Er brachte auch dieHcrrschafft Casseby an fich / war o^llclcu im cou-gi« der Admiralität / und Oder- Landrichter in Smaland. Er vermähltesich mit des Schwedischen Reichs-Vchatzincisters/Sieward Nibbings tochtcr/ Christina/ von welcher er aber keine erben verlassen- Endlich starb er den 9 mark. an.iü;o/jm 78 iahr seines alters.Er stifftete den 5 dec. an. 1629 ein ttipenginm vorzwey tkttgioi'os, aufdcr Universität zu Upsal/ die man die Güidenhclmischc aiumno; nennet/ und darmit selbige köntcn erhalten werden/ gab er 2vor»werckezuOlanda/ dritthalb vor» werck zu Hogbhy / und eines zu Maron darzu. Lucc. Üb. 8. ckron. Lusci« lirer. Güldenhorn/ siehe Horn. Güldenlöw/ werden der Könige von Dänncmarck natürliche kinder gencnnet, und führen den titiil hohe excellent;. Der erste dieses namens war Ulricus Fridericus Güldenlöw,Grafin Lärmigen ; Jahrlsberg und Hertzhorn,Königlicher vice Kü in Norwegen, geheimer Rath, General. Fcldmarschall, obrister Cänunerer, 6c>u- vcrneurder Provintz und stadt Bergen, Ritter des elephanten-or- ^ns. Er war des Königs Fridcrici III in Dänncmarck natürli- cher söhn, und wurde von demftlbjgen so wärth gehalten, daß er ihn zum Komg m Norwegen wolle krönen lassen. Er hat sich aber an. 170« aller gehabten hohen stellen einschlagen, um zu Ham- gül bürg fein leben ruhig zu beschließen, allwo er auch den 17 avr M 1704 verstorben. Er vermahlte sich erstlich mit c-ciick Grub'dfi so aus einem Adelichen geschlechte war, und als er sich von de« ben scheiden lassen, nahm er an. 1677 ämon>Lm Lugul^m, Lmo/j Grafen von Altenberg, tochler. Diese hat ihm unterschiedliche kin- der gebohren, von welchen zu mercken: i) Fridericus CH-istianuK Graf von Larwig, Königlicher Cammer-Herr, der an.-isz, bohren, und aufdcr reise an. 1696 zu Cölln am Rhein gestorben' 2) Ferdinandus Antonius, welcher an- 1688. gebohren, und sich an. 1711 mit einer von Ahlefeld vermählt hat, die aberdasjabr daraufmit tobe abgegangen. Ausser diesen beyden hatte er noch einen söhn, Woldemarum Ulricum Grafen von Löwenthal an 1660 gezeuget, welcher an. 1707 Königlicher Pohlnischer und Chur-Sachsischer geheiiner Rath und Cammer-k^ga-nt, auch an 1712 Ober-Hofmarschall worden. An. 1711 commsnwrte er mit gutem glück in Norwegen, und bekam ben elephanten-vrden Nachdem seine erste gemahlin, eine von Brockdorf gestorben, hat er sich an. 171° mit einer von Rantzau- vermahlet. Christianus V Konig in Dänncmarck zeugte mit Sophia Amalia Mottin eines Leib-^cUlc, tochter, welche nachgehends zu einer Gräfin von Samso-erklärt worden, 2 söhne: 1) Christianum Güldenst«, welcher an. >671 gebohren, und an. 170; gestorben. Er war Qsn-r-i-Lieutenant der Königlichen armem, Ritter des elephan- ten-ordcns und v>cc-Stadthalter in Norwegen. Nachdem seine erste gemahlin Charlotta Amalia von Danneskiöld, Gräfin von Larwig , an. 1699 gestorben, vermählte er sich an. 1701 mit deS Barons ä-nu^uei, Königlichen geheimen Raths witwe, Dorothea Kragge. 2 ) Ulricum Christianum, General-Admiral von Dänncmarck, gebohren an. 1678. Er vermählte sich an. 1708 mit Charlotta Amalia, des geheimen Raths von Krabben tochter, büf- sere sie aber das folgende jähr durch den tod ein. Diese letztere werden nach Königs Christiani V an. 1694 gethaner Verordnung, Danske Skiold Güldenlöwe genannt. verdick i>.si--c.d z. c, ,2. §. Z7- 7 ^,/,s/i dt. ?. I. 4. c. 9. von Lurvxz p. Güldcnstirn/ ein berühmtes geschlecht in Schweden. Es kommet selbiges von einein Dänen, Eric», her, dessen söhn Nicolaus Reichs-Marschall in Dänemarck gewesen. Dessen vor-enckcl, Ericas von Foglewig genannt, war schloß-Hauptmann zu Borgholm, hatte des Königs Caroli Cannti in Schweden tochter, und starb an. 1470. Dieses Erici cnckel war George von Foglewig, Herr zu Lindholm, Rcichs-Rath in Schweden, und soll nach einiger mey- nung den namen Güldcnstirn am ersten gcführet haben. Wiewohl von andern solches seinem söhne Nicvlao Güldcnstirn zugesehn» ben wird - eben dieser Nicolaus zeugete mit Ebba , Herrn Axel Biclcke von Heresator tochter, George Güldcnstirn, Schwedischen Rcichs-Admiral; Johannein; Ericum; Areln; Nico- laum; Elisam, Graf Abrahams zu Wiefingsburg; Gonillam, Graf Johansenzu Bogesund; und Cbristianam, PctriRüuiiigs gemahlinnen. Canutus von Güldcnstirn, ein söhn HenriciauS Dänemarck, wardan. 1527 VischoffzuOdenseeinderJnsulFu» nen; er war der letzte von Catholischerreligion. An. izzrwarber von dem Könige Friderico I mit einer flotte m Norwegen wieder König Christicrnum II, welcher Aggershusen belagert hatte, geschickt, welches schloß er auch glücklich entsetzte. Als er aber ohne vorwissen seines Königs mit Christierno friedens-cr-ALren vfioge, und denselben nach Coppcnhagen brachte, wurde er seines Biß» thumsentsetzet. Er erlangte solches zwar an. ic;; wieder, mnste sich aber iahrs darauf nebst allen andern Dänischen BischoM auf befcbl Königs Christiani III in ein hartes gcfängniß werffen lassen. Er ist nachgehends wieder loß gekommen, und hat aufsei» »einschlösse vor§»r-l ein privsr-leben gcführet. w«.?. cliron. l)Lo. ik. in cllron. cpilc. Osn. p. 44. Güldcnstirn / (Nicolaus) Freyherr zu Foglewig, Rath und Reichs-Drozcr in Schweden; Er war des abgedachten Nicolai söhn. In seinen jungen jähren zog er nach Deutschland, studierte anfänglich zu Wittenberg, da er sich Pbilippi Mclanchlyo- nis Unterweisung bediente, und hernach zu Löwen in Madam, woraufer Engclland, Schottland und Spanien besähe. An- machte ihn der König Johannes aus Schweden zum Freyherr», und schickte ihn an. 1570 zu den friedens-tractaten, welche zu Stettin zwischen Schweben, und dem Könige Friderico III m Dänemarck gepflogen wurden. Er gieng hierauf als Gesandter zu dcin Kayscr, zu der Königin von Engelland und zu dem Lam- Grafen Philipp von Hessen. Nach diesem wurde er Reichs-RM, Reichs. Cantzler, und endlich nach Graf Petri Mähen todeam 1590 Rcichs-Drozet in Schweden- An. 1^92 erklärte er nebstch nigen andern senLwren des verstorbenen Königs bruder, HrrW Carolum von Sudcrmannland, zum Reichs-6ubcrnzw,e m Schweden ob er wohl nachmals Sigismundi crönung in L»M» dcn beywohnte, so bcrieff er doch nebst andern obbemew- ten Hcrtzog Carolum an. 1594 von Nicöping nach Stockvo>m, um das Rrichs-reqiment zu übernehmen, und war der vornehm!», der ihn auf dem Reichs-tage zu Sudercöping nachmahls zu einem OuKcrnLkorc des Königreichs 2rirte. Ob nun gleich an- viel Rcichs-Räthe und andere Schwedische Herren, vig>DE zufielen, blieb er doch Carolo getreu. Er wohnte an. Reichs-coxveiir zu Arbo, oder viel mehr Sudercöping, am » > i ?99 einem andern zu Jöncöping bey, und r-,nttic>rte l dem Könige Sigismundo allen gehorsam. Als sich nun der Kon g Carl in Schweden feste gesetzt, brauchte er ihn wieder dleU-0im zur see, und an. 16 n wider König Christianum IV von L'ai- marck. Der König Gustav Adolph ernennte ihn an. ivi» zu 1 nem Reichs-Admiral, und brauchte ihn im Dänischen inM, v er an. 1619 starb. Lo«k»»«Lmigmr. 8»«» D B y! ß -A «ö s:is Ki '-lch i Gülden Vließ/stehe Vließ. Guilford / die hauvt-stadt in der Graffschafst Durrey/in Wo- king hundred gelegen, welche - glledcr in das unter-hauß abgeschicket. Sie ligt sehr lustig an flusse , und hat; volckreiche kirch- spiele in stch. Die Sächsische Könige hatten hrerselbst ein Königlich schloß, zu deren zeiten dieser ort einen weit grösser» umfang hatte. Man sibct noch bis dato bey dem flusse die ru-t^L von einem grossen castell. An. iüLo ernennte König Carolus II Elisabeth-»!,, Burggräsin von Kimclmacky in Jrriand / zur Gräfin von diesem orte auf ihre lebens-zeit. An. 1672. wurde der citul eines Grafen von Guilford von eben demselben Könige IohanneMaitland / dem letzten Hertzoge von LantherLale inIrrlano,gegeben. Nachgehends wurde der letztverstorbene Lord Francis North von gedachtem Könige zum Baron Guilford ernennet. Dieser ort kgl zo messen von Landen, siehe rssortt). LÄ«!i/,rrr L^itsun. NricLnn. Guilielmini / (Dominicus) wgr zu Bononien an. 165; ge- bohren. In seinem 22 jähre gab er ein cc»c»>-u,!iL cle gsmmL voiL». r- heraus , und ward das >ahr drauf und meclicinL- vo, üor. Hernach wurde er i»cadr bey den anatomien, legte sich aber zugleich aufdie -krono-we, „nd ließ ein neues lMxnz der cometen drucken. An. 1686 wurde ihm die general-ober-aufflcht der flicssem den wasser im Bouonischen gebiethe anvertrauet, und das folgende jähr erhielt er eine stelle in der Bononischen Lcaci-m,» piivb-L cxpe- des Grafen Marfigli; woraufer auch in die geftllschafften zu Paris / Londen und Berlin / lind in das coliezma, nstur-L cui io- lomm komen. An. 1689 wurde ihm die profcisso mLkiielso, zu Bo- iwuien anvertrauet, und zugleich aufgetragen, die Verfertigung eines "lcn-Uni Lkrolozico-Meci.ci zu besorgen. An. 1690 machte er eine neue erfindnng bekannt, wie man die bewegung der fließenden wassr ausmessen könte, und bekam bey den streitigkeiten wegen des flusses Reno, gelegenheit, stine besondere geschickltchkeit zu zeigen, woraufan. 1694 eine x-Mt-ilio ny-trom-criie zu Bononien aufgerichtet , und demselben gegeben worden; wie sich dann auch öffters andere Fürsten iiudRepubliquen stiner hülffe bey Achtung und leitung der lauffenden wasseren bedienten. An. 1698 bekam er die kcoK-5- gonem .-nstk-leoz Padua, dabey er zugleich den titul eines ?rc>- Lüoris zu Bononien, und die besoldung wegen des csle^cirrli Lkro. logici behielt. Die an. 1702 erhaltene vrosctiio meöic, zu Padua, veranlaßte ihn, auf Verbesserung der medicin und phyfic zu dencken, davon er auch verschiedenes geschrieben, aber die beyden grösten wercke, von den fiebern und von der m-ciioci- zu curiren, nicht können zu stände bringen; Massen ihn der tod den 12 jui. an. 1710, in dem iahr feines alters, hinwegraffte. Kurtz vor seinem tobe hat ihm noch Pabst Clemens X! die stelle eines ehren-cämmerlings nebst einer jährlichen besoldung von rooo ftudi antragen lassen. Seine schrisslen sind: llull 6- comecsi-um nilturL öc orcu ) obkervstiy soisrir eciHi), sn. ,6^4 ; AguArum ttucnrium menturs novä orsrtioclo inguiiirs ; cpütolL ssua- li/äroltgrlcL ; ons öc ulu »ci inguirsirssam morbc»- rum nrrursm ; 8e prlncipio tui^iiureo; reüctiione äessocts clLltc Lgurs ä« lzss. /Ä«/. Guilielmius/ (Janus) Waran. 155? zu Lübeckgebohren, und als er feine llucii, auf verschiedenen Teutschen academien wohl gefübret, that er mit etlichen vom Adel eine reiß in Franckreich. Anfänglich hielt er steh zu Paris auf, von dar gieng er nach Bvur- ges, um Cujacium zu hören, starb aber daselbst an i;84 an einem hitzigen sicher, welches er sich durch einen trunck soll zugezogen haben, da er in grosser hitznnd hefftigem durst eine oyngefthr vor sich gefundene kanten wessis ohn absetzen außtranck, als er noch nicht zo jghr alt war, und wurde von Thuano nebst andern gelehrten sehr bedauret. Er hat verschiedene fchrifften hinterlassen, als: ul,r»s veroLmssit»»; ssssrnonern sciv. 8'Zonii confi>,Lcionsin; -zuiLÜionss xisurinrs; er hatte auch den Ciceronem mit vielen ^3ris contcriret, wie bey Jacobi Gronovii und anderer außgaben solcher wercken zu sehen. I. 80. vic. ptulolllllli. Ls/rc^ü bilrl. xosr.!. 4 p. 115. eloß. r. r ^>. 7. * Guillard / (Claudius) des Parlaments zu Paris, tvar Iohannis Guillard, eines Edelmanns aus Poitou, söhn. Der »mar der Historie vom Gastinois gibt vor, daß die aus dieser fanii- lie von dem Hess. Hubert» herstammen wollen, und daß sie durch dessen inrercellion die macht haben , diejenigen , so mit der raserey befallen sind, zu heilen. Dieser Guillard war ein so treflicher Ad- vvcat, daß er an. 1482 zum Parlamems-Nath, und nachmals zum K^ue-en-üleisicr erwählet wurde. Er that denKönigcnCarolo VIII und Lubovico XII grosse dienste, daß er auch von diesem letztem an. i^°8 zum Präsidenten des Parlaments erwählet wurde, wor- bey er sich wohl aufzuführen wüste. An. i-N4 danckte er ab, weil er die verkauffung der ämter nicht billichte, und begab sich auf eines seiner lust-.hänser, worauf er auch wenige zeit hernach starb. Er hinterließ 2 söhne, Andream, Königlichen Staats-Rath, und Ludwig, Bischofs von Tonrnay und nachmals von Chartres. Dieser war ein Prälat von grossen Verdiensten, bewiest einen grossen eifer vor die kirche, und starb an. i;6;; Andreas aber hinterließ einen andern gleiches nqmens, Andream Guillard, Königlichen Rath und ersten ?r«gcjcnren des Parlaments von Bretagne, welcher nach kroffnung des concHH zu Trident als ^mKsK>8eur nach Rom geschickt wurde. Sein bruder, Ludwig Guillard, war Bischofs zu Chartres nach seinem vetter Ludwig, schrieb einen tractgt ss- prin. ripm gllei, und starb an. 1572. -tu Osssin. lrill. llcr krcticicnrz cics ksrlemencs. Guillemette/ aus Böhmen, war das Haupt einer heßlichen lrcte,die in dem rz lccuio jnItatien entstund. Sie wüste durch eine äusserlich angenommene ssevoeion vor der welk ihre fache wohl zu spielen, daß iie nicht allein unter einem grossen scheine der Heiligkeit starb, sondern auch noch einige zeit nach ihrem tode als eine heilige verehret wurde. Sie starb aber an. 1282, und wurde aufden kirch- hof zu 8. Peter in Mayland begraben. Sechs monat darnach wurde sie in das klvster Caravalle gebracht,allwo man ihr auch ein grab» mahl aufgerichtet, wovon man noch die reliquien siehet. Ihr fest wurde drey mal im jähr bey ihrem grabmahlc gehalten, einmal am tage 8. Bartholomai, als an welchem sie gestorben; zum andern mal an dem tage, da ihr leichnam nach Caravalle gebracht worden, und das dritte mal an demPsingst-tag.AUeinnach ihrem tode sollen ihregrobe heücheley und unterm schein der sromkeit verübte schand- thaten erst an den lag gekommen seyn. Sie wäre nebst ihrem buh- ler, Andrea Seremita, nach Mayland gekommen, da sie denn, ihren, vorgeben nach, um die göttliche straffe abzuwenden, einen neuen gvttesdienst angefangen, welcher darinnen bestanden, daß bey dunckler nacht anfänglich nur die wittwen, hernach auch die verehlichten weids-bilder in einerunter-irrdischen hole, so vor der stadt Mayland gelegen, und zu diesem ende nebst dem darzu gehörigen platze erkaufst, auch mit einem gebäiche versehen war, zusammen kamen, ihrer vermeynten andacht zu pflegen, worzu auch vor tag junge lenke mit gelassen wurden. Allen, die sich hierzu verstunden , wurde die plane geschoren, und weil bey ihrer versanssung allerhand Üppigkeit getrieben wurde, funden sich immer mehr leute darzu. Bey ihren Versammlungen trat eine weibs-perfon auf im priesterlichen schmucke, trat zu dem altare, der in der höle war, that ein gebe», wendete sich nachmals zu dem gesamten Haussen, und rieff darbey aus: gehet zusammen, verstecket das licht, da denn ein jedweder die, so ihm ain nächsten gesessen, ergriffen, und nach seinem gefallen mit ihr umgegangen. Einsten aber ist ein reicher kauffmann, namens Alexander ss-Coppa, seiner stau, als sie des nachts aus ihrem bette gestiegen, nachgegangen, und hat sich unter verstelltem Habit in der Versammlung zu ihr gesellet, auch ihr einen ring abgezogen, nachmals ein herrliches gastmahl angestellet, und diejenigen zuförderst, deren weiber er bey der Versammlung gesehen, hierzu mit erdetten; als nun nach der Mahlzeit allerhand lustdar- keiten getrieben wurden, hat er gleichsam im stiel geboten, daß ein jeder seiner stau die Haube von dem kopffreisten solts, worzu er den ansang gemacht. Als man sie nun mit geschornen platten fünde, hat er die gantze fach entdecket, welche denn so fort an den Richter gebracht worden, welcher den Andream nebst seinem anhang bey dem kopff nehmen und verbrennen ließ, wie denn auch der Guillemette leichnam ausgegraben und an. i;oc> verbrannt wurde. Den männrrn aber wurde frey gegeben, ihre weider nach gefallen abzu- straffen, wie solches die ccripw-es i-eiA-iren, wrewol andere noch an einem und dem andern zweifle» wollen. Qr/cL«, jM. xis- ssiol. 1 .18 sll AN. izoo. Ulk. klsrliolrn. 1 .1 p. 49;. §/-o»r/-r- sä snn. IZLJ. »in. Irsl. ?. k p. 19, ro. 6VIUXNI1L8 - ein gewisser orden, welcher auch der weißmäntler genennet wird. Einige sagen, daß Wilhelmus X, Hertzog in Aquitanien, solchen Misstet, und indem er von sich ausgeben lassen, daß er auf einer wallfahrt nach 8. Jacob an.n;6 gestorben sey, habe er sich in das Florentinische rctiriret, und darumen bis an. 1157 aelebet. Die «uÄor<» aber selbiger zeiten sagen das gegentheil. Dieser orden folgte der regul 8. Augiistini. Albertus und Renaldus, oder wie andere sagen, Johannes der «Ute von Mantua, soll selbigen gouvermrt haben, nachdem ihn Wilhelmus gestifftet gehabt. in ciironico. GuiUim / (Johannes) ein sehr berühmter »er-iRcu! in Engelland, ist gebohren zu Hereford an. i;6;, hat studirt in Orfurt m dem coli-gio-Luc, käst, und gute kiogrcüen in vbiiolopb. gethan. Weil er sich hernach insonderheit auf die »srA^c gelegt, wurde er in die Societät der SKccrs -,f aufgenommen, u»d bekam zum titul korrsmouri,. und hernach rou§<- croix, starb an. iü2i; und hat heraus gegeben zu Londen an. 1610 für das erste mal vistiL)' ok ttersiäry in toi., oder ttersläic. welches werck sehr wohl aufgenommen, und offt aufgelegt, auch von anderen als lge,. * Gültlmgcii / eine Adeliche familie in Schwaben, welche das Erb - Lammerer- Amt in dem Hertzogthmn Würtemberg besitzet , und schon an. n6z dem tburnier zu Zürich mit beygewoh- net hat. Zu des Kaysers Friderici III zeiten that sich Hans durch seine lapfferkeit vor anderen hervor. Balthasar liebte so wohl die wassen als die studien, wie er denn nicht allein bey Hertzog Ulrich von Würtemberg Rath, und aufdem an. 1146 zu Regensturg angestellten religions - gesprach äNAH gewesen, sondern auch in dem Schmalcaldischen krieg ehre eingelegt, und nicht wenig comribui- ret, baß der Kayscr sich mit dem jetzt-gedachten Hertzog wieder ausgesöhnet. Er starb an. 1556. Balthasar Friedrich bekleidete an. 1671 die stelle eines Raths bey dem Hertzog zu Würtemberg. Lllclst- k. 2. kemm. k. j x. 267. voi» 5clivv. U. Guimaranes/ oder Guimacaens/eine stadt in, Königreich Porluqall, „nd zwar in der zwischen dem Duero und Minhv gelegenen Provintz, welche den titul eines Hertzogthums führet. Sie ligt nächst bey Braga an einem fluß, der von den Portugie- stn Aves genennet wird. p. 794. Guimaranes / (Bernhardus) ein berühmter commen-Uwe von den Maltheser Rittern, in der mitten des rs fteuli. Er war aus einem vornehme« Spanischen geschlecht entsprossen, und hatte m seinen ersten jähren mehr als ;c> see-gefechten mit solchem muth Und mit so grosser klugheit beygewohnt, daß ihn der Großmeister seines ordens, l- Valette, vor anderen erwählte, mit dem König von Spanien, Philippo II, gewisse tractaten wider die barbarische see-räuber zu schließen; zu welchem ende er unterschiedene mal als LmdsilzUeur seines ordens nach Madrid gieng, allwo er durch seine geschicklichkeit in »eZoriren sich nicht weniger, als vorhin durch seine tapfferkeit, in ansehen brachte. Er gieng auch an. i;6o selbst mit zu schiffe, um dasjenige, was durch ihn geschlossen worden, bewerckstelligen zu helffen. Wiewohl nun anfänglich (woran vornemlich der eigenfinn des Hertzogs von Medina - Celi, Vice-Königs vonNeapolis, schuld war,) der anschlug aufGerbes sehr unglücklich abliess, auch das unternehmen wider Susa nicht von statten gieng, so wurde dennoch das schloß Monistero, in- gleichem die stadt Africa, den Barbarn abgenommen, zu welchen Vortheilen, insonderheit zu dem letztem, die gute anfuhrung und saust des Guimaranes ein grosses beytrug. Als nachmahls der Türckische General, Sinan Bassa, und der berühmte see-rauber Dragut, einen versuch wider die insul Maltha thaten, conrrwuwte er viel zu deren schlcunigennviedcr abzug. Allein 2 jähr hernach, da er als General von den Sicilianischen galeeren auf dem mecr von Sicilien creutzte, ließ er sich ( ungeachtet der vorher gegebene» Nachrichten, deren inhalt er entweder nicht geglaubt, oder vor nicht gefährlich angesehen ) von dem erwehnten Dragut, welcher nur mit 2 galeazzen zum Vorschein kam, hinter der insul Stom- doli aber n andere starcke schiffe verborgen hatte, in einen schädlichen Hinterhalt locken, worinnen, nach einem langen und blutigen widerstand, seine 7 galeeren in der ungläubigen Hände fielen, er selbst aber mit vielen wunden gelobtet wurde. ^ ä' Orions lli kricno Hzlnaictiini ?. i z>. 6z. Guimen- / oder Guemen- / ein kleiner ort in der Frantzösi- schen Provintz Bretagne, zwischen Blavet und 8.,Brieux gelegen, hat an. i;7o von König Carolo IX, mit beygefügter vcr-tic-rion des Parlaments, den titul eines Fürstenthums bekommen, und ist den Hertzogcn von Rohan zuständig. Gümenen / in alten schafften Oomsmin» genannt, wäre vor altem ein städtlein nebst deygelegencm starcken schloß, so zusammen eine sonderbare starcke Herrschafft ausmachten, welche Kay- ser Richard a». 125- dem Gras Peter von «savoyen geschencket hat; ist aber heut zu tag ein geringes dorff, jedoch gehet die land- . , . , l zi> ^ .. ... . .. . straß von Bern aufMurtcn uver die allda gebaute brück. An. 128;, als Kayser Rudolf mit einer starcken armee in dem Uchtland wäre, Übergabe ihm GrafPhilipp von Savoyen, kragt eines zwischen ihnen zu Petcrlingen getroffenen friedcns, diese Herrschafft; hernach käme sie in die Hände der Edlen von Wippingen, Bürgere zu Freyburg in dem Uchtland; als nun an.i;;2 zwischen dieser stadt und der stadt Bern ein krieg entstünde, haben die Bemer das schloß und städtlein Gümenen erobert und zerstöhrt; jedoch bliebe die Herrschafft folgender zeit der stadt Freyburg bis an. 1444, da abermals die beyde städte gegen einander zu selbe lagen, und die Berner diese Herrschafft zu ihren Händen nahmen, auch solche in dem an. 1448 erfolgten sriedens - tractat behielten; bald darauf aber bekäme sie Freyburg wieder, und besaffe sie bis an. 1467, da zwischen beyden städten dieser accord vorgienge, daß Bern Gümenen und Mauß, Freyburg aber alles land jenseit des «Sensen - flusses, samt dem recht eine brück über die Sensen zu bauen , und allda den zoll zu entheben, sich vorbehielte. An. 1468 hat Bern die brück zu Gümenen (welche bis auf etliche joch abgebron- sten) wiederum bauen lassen. An. 1476, als Hcrtzog Carl aus Burgund das städtlein Murten mit 100002 mann belagert hielte, hat er die brück zu Gümenen mit 6000 mann besetzt, um desto besser den annähenden Eydgnoßischen entsatz auszuhalten; sie sind aber von denen Eydgnoffcn männlich angegriffen und zurück geschlagen , hiemit der vaß erobert und geöffnet worden, cliron. Lein. ^ GuindanS / (Sigismunb) ein Poet von Cremonä, machte rin gedieht von Kaysers Caroii V thaten, welches er ihm aber zu unrechter zeit überreichte, als er eben in den schwären Teutschen krieg verwickelt war. Weil er nun keinen Heller dafür erhielte, ergrimmte er dergestalt, daß er sein gedicht ins feuer schmiß. ?. l c. 27 p. r;7. Guinea / ist ein Afrikanisches Königreich, welches Nigtitien nord-wärts, die Königreiche Congo und Biafara ost-wärts, und den berg Sicrra Lcona, wie auch das grosse mecr, süd- und westwärts hat. Das land ist sehr groß von ostcn gegen Westen zu, wie man dann die länge aufund die breite aufi;z weilen rechnet, und die Europäer treiben einen starcken Handel darinnen. Die kaufflcuthe theilen es in ; küsten, als i) die ksrn - kuste / welche von der oder den Paradis-körnern den namen hat, und sich von dem Lspo Us Naixvz bis an das Lzpo llas erstrecket. 2) die zahn - küste / von den Elephanten - zähnen genannt , welche allhier verhandelt werden; diese gehet von, dem Opo ULS krinirz bis an das Läpo c.Lkös. ;) die guagua - kuste / so von dem grüß quaqua, womit dasige einwohner einander anreden , also betitlest wird; diese erstrecket sich vom l-^Koe bis zn dem c-po i^ianguio. 4) und ;) die gold - kuste / von dem gold-staub, der allda in den stüssen und bergen gefunden wird; sie langet bis an hat in sich gegen die meilen. Die lufft dieses landcs ist sehr heiß und ungesund, so, daß sonderlich denEuropäcrn grosse lange würme zwischen haut und fleisch wachsen. Der Winter fallt in den apr. may und jun., da dann das seid voller fruchten ist, auch starcke donner- lind regelt «7« Ed«,, «M. d-x",d LL hochst-schadllch ist, darum sich auch die emwohnere mit valm ^ b-l-hmiE ZU . „II i, d-i ft,d,Mtz L 2 L "z gewöhnliches getranck ist der Palm-wein/ welcher wieL Wasser aus den bircken-baumen heraus aezäpffet, und in einen L gesammlet , aber nach 24 stunden zu eßig wird. Es gibt in dem lande lchlangen bis 2; sparinen lang , auch nach r>wx-,m«n M dick, welche aber nicht gifftig sind, sondern von den einwohnem Mit grossem appetit geessen werden. Die Frantzosen warm d^ ersten, welche es um das ,ahr 1Z46 entdeckten, und einige colvM dahin sandten. Nachdem aber die einheimischen kriege in Franck- reich unter Carolr VI und VII reg.erung die Handlung unteM chen hatten, wurden sie von den Portugiesen, Enqelländern,L°l- landernv Dänen und Schweden aus dem land vertrieben Ä Portugiesen waren vor zeiten meister von 8.GeorqiodellaMma. allein anjetzo gehört dieser ort, nebst dem ko«. Nassau, Asstne und Cormentin, den Holländern. Die Engelländer besitzen CaboCarso, u»d Enlacham, eln neu - erbautes schloß; die Dänen aber Fried- richsburg und Christianburg. Der Konig von Preussen hatte sonst Groß -I-nedrichsburg. Der erdboden ist fruchtbar, aber di bis unerträglich. Die vornehmsten dinge, welche dieses land herm bringet, sind bäum - wolle, reiß, zucker - röhre, gold, elephanten. Pfauen, äffen und elffenbein. Guinea begrcisst drey theile in stcb welche und das eigentlich so genannte Guinea, Malagetta, und das KonlgrelchVenin. Das erstere theil hält in sich die gold-küste- das andere die kuste von Malaguette; das dritte die zahn-Wel 4 - reist. von Ouinca. Lssrics. vo^aZe 6 e Ouinse. ^ Guinea dMV^' sind gewisse landschaffen gegen das östliche theil von Ost-Indien zu, wovon aber noch nicht gäntzlich kund ist, ob es eine m,lil ober ein vestes land von -srra auürLll st». Dieses stuck landes wird durch eine kleine meer-enge von dem lanb Pa- pous abgesondert, welches eine insul ist gegen das östliche theil von Ceram und Gtlolo zu, und sich bis an den ersten und füMrn grad Isriruciims lenieit des LguLkoris erstrecket. Guines/eine kleine stadt in der Picarbie, in dem ?L«-re-°n. gu>5.,velche 2 meilen von der see, und eben so weit von Calais,auf einem morastigen bodeu ligt. Sie führt den titul einer Graffchaffc. Die Grafen von Guines sollen einen Dänischen Herrn, namens Siegfrid, zum sianim-vater haben, welcher mit den Normannen! in Franckreich gekommen, und daselbst bey der Abteys. Berti,,diegegend, wo heut zutage dieGrafschafft Guines ist, eingenommen, auch ein fort erbauet haben soll- Andere aber sa. gen, daß, als Wilhelm, Graf von Ponthicu, das land Boulon- nois, Guines und 5. Paul dem Grafen Arnulpho von Flandern abgenommen, habe dieser letztere die Normänner zu hülste geruf- fen, und da sey durch «siegfridum, welcher des Königs von Dä» ncmarck anverwandter gewesen, das land Guines wiederum erobert worden, so ihm nachmahls Arnnlphus zu lehn gereichet, dabey aber eine seiner töchter, namens Elstrudem, zur gemahlin ge. geben. Siegfridi lohn war Abolphus, erster Graf von Guines, so um das jähr 996 lebte. Dessen söhn war Radulph, der Eusta» chium zeugte. Dieser hinterließ, nach Bucelini bericht, ; söhne, als Ramclinum, von welchem die familie von o-coui herstammen soll, worinn aber andere scribentcn nicht mit einstimmen;W« helmum, Herrn in Bournonville, der ein stamm - vater der Fürsten von Bournonville worden, siehe Bournonville / und M- duinum l dessen söhn Manasses Robertus genennet wurde, weil Robertus Frlson, Graf von Flandern , sein pathe war. Er lebts um das jähr na«, und hinterließ nur eine eintzige tochter, Sibyl« len, so an Heinrich, Herrn vsn Bourbourg, vermählet worden, aus welcher ehe nur eine eintzige tochter entsprossen, so aber ohne erben verstarb- Es folgte also Manassi seine schwcster Gisia von Guines in selbiger Grafschafft- Diese war an Wenemart, Burggrafen zu Gent, verehlichct, und hinterließ Arnnlphum I, der an. nsh in Engelland starb. Selbiger hatte nebst andern Andern Bglduinum II, von dem Arnulvhus II, GrafvonGuines, Herr von Atdres und Bourbourg. Er ließ nebst andern kindcrn Baldninum III, von dem Arnnlphus II VNiescr wurde von Gras Wilhelm von Holland, so damals Römischer König war, gefangen, und weil er grosse Unkosten machen muffe, genöthigck, seine Grafschafft GuineS au. 1282 dem Könige Philippo III, genannt dem kühnen zu verkauffen. Seine söhne waren Balduinus, von dem so fort, und Enguerandus V, Graf von Couci, von ivelchem die andere linie der Grafen von Couci fortgesetzt wurde- Baldup nus von Guines, Herr von Bourbourg und Ardres, siichte zwar die von seinem vater verkauffte lande durch einen prvccß wider zu erlangen, so ihm aber durch einen ausspruch des Parlaments an. 128; .abgesprochen wurde. Er hinterließ nur 2 töchter, dere» die jüngere Bianca ohnverehlicht verstarb; die altere , Johanna von Guines, war an Johannen; von Brienne II, Grafen von Eu, verehlichct, der an. 129; die Grafschafft Guines wieder erhielt. Sei» söhn war Radulphus von Briene,Grafvon Eu uno Guines, cionnccable von Franckreich, welcher in dm; an. i;4» bey dem beylager Hertzogs Philippi von Orleans zu Pam gM. tcnen turnier umkam. Sein söhn war Radulphus, glelwM rZonnc»b>L von Franckreich, dem aber wegen begangenen law. beleidigter Majestät an. i;;i der kopffabgeschlagen,uttb hicw l die Grafschafft Guines zur crone Franckreich gezogen waro. 4 König Johannes trat selbige Grafschafft durch den an. i; s Bretigni geschlossenen tractat dem Konig? Eduardo IU von gestand ah; allein König Carolus VI brachte selbige wsik ^ gut güll die crone Ftänckreich. -i« c/-ö/»ekik.äe6um. cü^Ä«»sieäomtn. I.z-c.rr.ß.ro. ciroirs cluLoi. Guinomandus/ sonst Guyemann/ des Königs Childericj I getreuer Rath / welcher desselben elend mit grossem Mißvergnügen ansehen muste/ alt ihn seine Unterthanen an. 4?8 wegen einiger eneNL verjagten. Damit er aber selbigem wieder auf den thron vtthelffen möchle/trat er »um schein in Gillons oderAegidii dienste/ welchen man an Childerici statt erhoben/ und gab ihm hefftige anschlage/ welche ihn bey den Franyosen sehr verhaßt machlen. Nach. mals schickte er dem Könlq dte helffte eines goldstückes zu / welches sie/als sie von einander schieden/ getheilt halten/ und riech ihm seine vorige stelle wieder einzunehmen/so auch glücklich von statten gieng. Wiewol der ?. Gabriel Daniel in seiner Nilloire lle kranc. p. i llinir dieses gantze werck/ was von Chtlderici absetzung gesagt wird/ vor eine sabkl hält. 6 ^ 07 . ^,»-0». !>b. 2. Ltzcse^r«-. 6«tk- sjhc auch Lhildericus. Günterodt/ Günterode/ eine Adcliche familie/welche sich m Muffen/ Holstein/ Rheinland/Thüringen/ Voigtland und zu Francksurt am Mayn ausgebreitet hat. Dtetzmann Günterove hat an. izzy MarggrafWilhelm zu Meisten die geeichte zu Bothen» abgekauffk.Jonas von Günterodt soll an-1476 mit demHcr- tzog Albrecht von Sachsen zu dem heiligen grab gereiset seyn. Tile- mann von Günterodt H u. 0. und des Landgrafen zu Hessen Pht- livpi Cantzier / hat in den damaligen rcligwns - und staats- ange- lcgenheiten seine geschicklichkeit sehen lassen/ und ist an. gc» sterben. Er hinterließ 4 söhne / von welchen die von Günterodt zu Francklnrt am Mayn und im Rheinland herstammeu sollen. Von seinen enckeln sind zu mercken 1) Otto Moritz/ welcher an. 1649 Obrister und Marschall zu Hessen-kassel worden/ aber seinen stach nicht weiter fortgesetzt hat. 2) Hector Wilhelm / welcher das lehn zu Schotten/ so sein gcmeldter groß-vater erworben/ besessen/ und Rejchs-gerichts Schultheiß zu Franckfurt am Mayn worden.Dieses letzten söhn/ Philipp Wilhelm zu Schotten/ hat ebenfalls die gedachte bedienung zu Franckfurt bekleidet / und ist an. 1636 gestorben. Von seinen söhnen ist Johann Achilles an. 1701 als Gräflicher Jscndurgischcr Rath und Hofmeister zu Meerholtzen; Art» derich Ludwig/ an. 170; als Hauptmann unter den Ober-Rheinischen/ Johann Adolph aber an. 169s als HeßischerHauptmann mit wd abgangen / nachdem sie ihr geschlecht fortgepflantzet. Von der linie in Müssen lebten um das jähr 1; 69 drey brüdcr: Hans auf Zigra/ dessen vorfahren Runenstein und Lengefeld besessen; Heinrich/ Kayserlicher Hauptmann/ und Albrecht. Der erste hinterließ Casparn/ auf Hercda und Bertewisch/ dessen söhn Hans Heinrich um das jähr 16,9 Hessen- Casselischer Hof- Marschall gewesen/ und Wilhelm aus Groß - Ballhausen in Thüringen nach sich gelassen/ dessen söhn Wilhelm Heinrich in Kayserlichen kriegs-diensten umgekommen. Vvrgemcldter Heinrich war der an» Herr desastsin Holstein/ und ein groß-vaker Ernst Christophs/ welcher um das jähr 164; als Obrister und Ober-Stallmeister/ nachgchends aber als Obrist- Hof- Marschall an dem Fürstl. Holsteinischen bof florirt. Sein söhn Fridcrich auf Fogge/ Bül und Froßmarck/starb an. 170; alsHolsteinischerHof-Marschall/Land- Rath/ Obrister über die zu pferd/ Ober-Jägermeister und Anits-Hauptmann zu Appenrade/ ohne kinder/und gieng mit ihm diese linie aus. Obaedachtcr Albrecht hinterließ folgende söhne i) Albrecht/ Fürstlichen Zwcybrückischen Amtmann zu Lichtenderg/ welche auch dessen söhn Friderrch Casimir/ und dessen en- ckel Johann Heinrich/ der diesen zweig fortgesetzt/erhalten, 2) Heinrich/ welcher anfangs dem Kayser alsOdrist-Lieutenant in Ungarn/und hernach dem König in Engelland uudFranckreich als Obrister/gedient. Endlich ward er Kayserlicher Obrister Kriegs- Rath und Gesandter an die Ncichs-Fürsten / hatte auch die ehre / daß ihn der König von Engelland an. 1620 zum Ritter schlug/ der Kayser aber in den Freyherren.stand erhob- Erstarb an. 1624 als Gesandter in Dreßden/ einen söhn Jacob Christian hmterlassend/ welchen die Kayserlichen aus irrthum bey Hamburg erschossen. ;) Ernst auf Goldbach/ der an. 1644 als Chur-Sächsischer Obrist- Lleurenank und commenU-nr zu Senfflenberg gestorben. 4/ Chri- stoph/Neußisch - Plantschen Rath und Hofmeister zu Grätz/ dessen mckel Nicol Ernst aufVolgstedt an-1706 als GräflicherSchwartz- bui'gjscher Nach/Ober-Hosmeister und Hauptmann zu Nndclstadt mittod abgegangen/ und männliche nachkommen hinterlassen, s) Gvktschalck aufWcißtropp/ Cbur-sächsischen Cammerjuncker/ dessen sohnAlbrechtaufWeißtrvpp/ Groitzsch und Debitzsch an. 1671 als Chur-Sächsischer Oberschcnck und Cammer-Herr gestor- bell. Sein sohnHeinrtch AdamaufWetßtropp/KönigllcherPol- nsscher Cammer-Herr und Amts-Hauptmann zu Rossen/ hat seinen stamm mit etlichen söhne» fortgepflantzet. «.eio. ^llct YI. kill. l.urkci'. o-!LC/,. Güntersberg / eine alteAdeliche familie in Pommern/ von welcherJoharinesumdasjahr 128; beydemHertzogDogislaolV m großem ansehen gestanden. Werner war an. 1409 und Caspar an. 1461 Heer-meister zu Sonneburg. Henning/Claus und Marktn von Güntersberg haben an. 1460 im namen des Hertzogs Erjci tn Pommern der stadt Stelln den krieg angekündigt. Matthias MReichcndach undLeveno lebte um das jähr 1562/ undhinker- W Heinrich aufNeichenbach/FürstlichenMecklenburgischenRitt- mcmerund Amts-Hauptmann zu Rhene/ dessen söhn Matthias mis Reichenbach / war bey unterschiedenen Pommerischcn und Mecklenburgischen Fürsten geheimdcr Rath/ Hanptmann und Dechant zu Camin / wie auch Burg-richter zu Pyritz / und zeugte Mntz aiifÄlützowund Muschrein. Derselbetst um das jähr 167z gÜtt Chur - Drandenburgischer Rath / Dechant zu Camin undAmtS» Hauptmann zu Rugenwald gewesen/ und hat seinen stamm fvrp gepstantzet. komm. cdrsn. Güntersblum / eine kleine stadt in dek Unter-Pfaltz/ zwischen Oppenheim unFranckenthal/allwo einGraf vonLeiningen-DachSs burgresidiret. An. 1621 ist sie von den Spaniern angezündet und gegen ausgang des 17 seculi von den Frantzosrn gantzlrch ruinirß worden, Hle-'c. Letz. ci»ü. tom. Ij l. z. Güntersthal / eine Adcliche Benrdictiner Nonnen-Äbtey bey Freyburg in dem Breißgan/ welche von den Grafen von Frey» bürg mit hulff des umgelegenen Adels und der burgerschafft zu Freyburg an. 1221 gcstiffket worden. L«c-t. o. s. ?. r. Güntherus/ Graf von Schwartzburg/ nachmals Römisches Kayser. Er war an. 1)04 von Henrico / Grafen von Schwach« bürg gebohren/und halte sich unter dem Kayser Ludovico Bavar» sonderlich hervor gethan/weshalben er nach dessen tod an. i;49 M Franckfurt am tag der reinigung Maria von den Churfürsten zum Kayser erwählet wurde. Er wölke zwar anfänglich diese würde nicht annehmen/ zumal Carolas IV schon von einigen war erwählet worden. Weil aber die Churfürsten ihm anlagen/ und das Reich vor vacsm erklärten/ ließ er sich hierzu bereden. Anfänglich wolle ihn die stadt Franckfurt am Mayn nicht annehmen; allem als er sclbtge 2 monat belagerte/ muste sie sich endlich ergeben. Als Carolus IV dieses vernahm / suchte er bey dem Churfürsten von Trier und Colin/ bey dem Bischofs von Lüttich/ bey den Hertzogen von Dradant und bey einigen Nerchs-stadten hulffe/und versamm- lete seme.armee bey Castell/ ohnfcrn Mayntz gelegen/ da sich denn GrafGünther nichts anfechten ließ/ sondern indessen ein turnieL und Ritter-spiel anstellte/ worbcy sich eine grosse menge Ritteü befanden/ und etliche tage mit grossen srcudcn zugebracht wurden» AIs nun Carolus mit krieqs-macht wider ihn nichts vermochte/ suchte er es auf eine andere weise anzugreiffen/ indem er/ weiter ein wtttwer war/ des Churfürsten Rudolphi von Pfaltz etntztge Prin- tzcßtn zur gemahlin nahm/ damit er seinen schwieger-varer dadurch auf serne seile bekommen möchkc.Weil aber Günkhcri macht wuchs/ beschrieb Carolus einen Reichs - lag nach Speycr / und verlangte von den Fürsten/ sie sotten Günther» schreiben/ daß er auch darbey erscheinen mochte/ da man sehen wölke/ wie diezwistigketten tönten gehoben werden. Ob nun gleich verschiedene Fürsten auch Gesandten der stadte zu Speyer sich emfandm/ blieb doch Güntherus aussen / und eroberte indessen die stadt Iriedberg in der Wetterau. Als er aber hierauf nach Franckfurt zurück kehrte / wurde er mit einiger schwachheit befallen/ und als der Nassautsche ^ c„° FA- dangus ihm einen tranck reichte / welchen er vor sonderlich gut ausgad/befahl Guncherus/der r-i-llicm solle ihn zuvor kosten / und als solches geschehen/tranck er das übrige vollends aiid.Dw^-llcur erbleichte bald darauf/fiel zur erde nieder/ und starb den dritten tag daräuf/ welches dann eine sattsame anzeige war/ daß in diesem tranck gisst gewesen. Güntherus bracht das meiste von sich/ jedoch bließ ihm der zurück gebliebene gisst den leib gantz auf.Es wird vor» gegeben/daß des r/waici diener/welcher hierzu mit geld bestochen gewesen / den gisst unter die artzney gethan- Carolus berieshieräuf seine armce nach Mayntz/ indem die Mayntzer/ so ihrem Ertz-Bi- schoffnicht gut waren/ Carolum baren/ daß ei das schloß/ so der Ertz-Bischoff am Rhein gebauet/ niederreissrn solle. Als Güntherus selbiges vernahm- kam er mit seinem volcksso schwach als er auch war/dahin/und als Carolus über den Rhcrn gicng/setzten ihm 20a remernach/ welchedle scimgen in die flucht jagten / und Carolnm bald selbsten gefangen bekommen/wofecn ihn nicht Graf Eberhard von Win temverg annoch errettet hätte. Nach diesem bot sich der Churfürst von Brandenburg zu einem schieds - mann zwischen Carole und Günther» an / und als beyde seine arku r^ annahmen/ that er diesen ausspruch/ Carolus solle Kayser seyn/ hingegen dem Günther» und dessen erben 22000 marck silbers den folgenden monat zahlcn/auch zugleich 2 Thüringische Reichs-städte einräumen» Graf Günther war zwar hiermit nicht zufriedm/iedoch/weil er sich gar kranck und schwach besand/muste er es endlich geschehen lassen» Indessen beschwärte er sich sehr über die Churfürsten / und zumal über das hauß Bayern. Carolus verpfändete ihm inzwischen die stadt Gellnhausen mir der durg/dcn zoll zu Oppcnheim/die Reichsstädte Rordhausen/ Mühlhausen und Goßlar vor 20000 marck silbers / und wieß ihm so lang / biß er in berührte städte eingewiesen / die stadt Iriedberg und die Reichs-stcuren zu Franckfurt zum Unterpfand an. Es hat aber Carolus diese 20000 marck silbers deir Juden zu Franckfurt abgedrunqen/ und Graf Günthers erben erlegt- Güntherus starb bald darauf tmaugusto an. V^/ und ward mit grosser Pracht zu Franckfurt in 8. Bartholomal ktrche bkiMbett / woselbst fern monumenr annoch zu sehen. cliroulLv. 6untI^>ero. r-, OünrKerQ LLtrvvLcrrkurA. /i. K. L. in hncsZrüi NÄoc» cic Qünrkero5cjrvvarr2k)ur§. Lernen kranclcf. ckron. Güntherus I, Ertz-Bifthoffzu Magdeburg/ war ein Graf;» Schwalenberg aus Westphalen und an. i»?8 erwählet worden. Obwohl einige Domherren Ericum / Marggraftn zu Branden-, bura,andere aver Bussonem,Herrn zu Querfurt/zum Ertz-Bifchöff erwählet hatten, behielt doch Güntherus den platz. Er ward aber von den Marggraftn zu Brandenburg / derer damals gar viel waren, sehr beunruhiget; ja sie kelen endlich gar ins Ertz-Stifft eich und liessen sich vernehmenchaß sie drc pftrde bald in die Dom-kwchS zu Magdeburg einstallen wollen. Güntherus aber gewann die schlacht/und bekam nicht nur zoc> vom Adel, sondern auch zugleich Marggraf Ottonem IV gefangen. Der Marggraf ließ durch still theil- Litt y, 6i8 gun «e gemahlin einen Domherrn nach dem andern mit geld besteche«/ vnv erlangte dadurch / daß er um 4020 marck silbers loßgelassen wurde. Als er das geld gezchlet hatte / lachte er und sagte zu den c-nonicir: Ihr wisset nicht / wie ihr einen Marggrafen von Brandenburg schätzen soll,eine w-zu- hättet ihr solle» aufrichten und den Marggrafen draufsctzcn/darnach hättet ihr so viel geld um die >«->- ekine sollen lassen herum schütten / biß man den Marggrafen davor nicht mehr hätte sehen können. Als nun Ertz-Bischoff Guntherus darhinter kam/worauf sich diese worte bezogen/ und wie untreu die csnonici mit ihm umgegangen waren/ sagte er zu ihnen : Weil ihr mir und dem heil. Mauritio so untreu gewesen, so begehre ich auch nicht euer Ertz-Bischoff zu seyn. Er danckte also ab, ehe noch das erste jähr seines regiments zu ende gegangen war. n-d-»-,» pr>- «»r. felSAllcb. cllron. Lntig. k-lLgclctz. csr-ll. ^rclii-kpitc. Xlagcli/b. in Qcrm. 5 . Guntherus Is, Ertz-Bischoffzu Magdeburg/war ein bruder Heinrichs, Grafen zu Schwartzburg, bisheriger Dom-Probst zu Mayntz,und c^vLcijuivr z„ Magdeburg,an. 140; aber ward er Ertz- Bischoffdasclbst. Bald anfangs gerieth er mit dem Hause Anhalt in einen schwären krieg, wclcyerwon an. 1404 bis 1407 geführet worden; die meiste Ursache darzu hatten die Zerbster durch ihre raubereycn und spott-redcn wider die Magdeburger gegeben. Es wurden aber erstlich zu Mersebnrg, und hernach zu Zörbig Handlungen gepflogen, und alles in gute beygelegt. Au. -4-1 und 14-2 halte dieser Ertz-Bischoff nebst seinen biindes-genossei, miterobc- rung und Zerstörung des raub-schiosses Hartzburg, so drüder von Schwichelde inn hatten,zu thun. Als auch im letzt-gedachten jähre die-zu Halle den Saltz-grascn HansHcdersleben unter der saltz- pfanne verbrannt hatten, aus Ursache, weil er sich von dem Ertz- Bischoffe zu ihrem p-wjullix mit demSaltz-grafen-anit hatte belehnen lassen,wolle Guntherus solches mit fester und schwerdt rächen, Lr ließ sich aber durch Vermittlung der Grafen von Mansfeld mit igooo gülden versöhnen. Um das jähr 14z l gerieth er mit den Magdeburgern in Widerwillen, welche die stadt besser bevestigen wolten; es brachten auch die Magdeburger durch hülste der benachbarten Fürsten und städte die vrter Tuchem, Ummcndorff, Calve,Stasfurt, Saltz, Ottersleben, Schönbeck und andere unter ihre bothmäßigkeit, und obgleich das jähr draufdas cnnclilum m Basel bev straffe der acht und ober-acht der stadt anbefahl, daß sie dem Ertz-Bischoff alles ---mm-iren solle, so kehrte sie sich doch nicht daran,gieng aufs neue wider ihn zu selb, und nahm unterschiedene andere örtcr ein. Als hierauf die Magdeburger mit der stadt Halle ein bündniß machten, so qienq dcrErtz-Bischonmil dein Churfürsten zu Sachsen, mit dem Landgrafen in Thüringen und in Hessen, wie auch mit den Grafen von Mansfeld,Stolbcrg und Schwartz- burg mit einer ansehnlichen armce vor Halle; es kain aber gleich anfangs zu einem vergleich, vermöge dessen dem Ertz-Bischoff alles abgenommene wieder eingeräumet wurde. Günlherus starb an. ,44; am schlag auf dem schloß Giebichenstcin. in p-im. »nrig. telagllcb. mcrros?, ^tLnrtclcl «stron. Guntherus/ ein Münch von 8. Amand, der conZretzLkion Clr>- ny in Hcnnegau , lebte um das jahrnüo. Wiewohl andere melden, daß dieser Münch 8. Amant i von dem poeten Günthero zu unterscheiden. Er war nach den umständen 'selbiger zeitcn ein guter Lateinischer pvct, und schrieb ein gedieht von des Kaysers Fri- dencieLrtzrrollL- Italiänischen kriegen , welchem er den titnl l-igu- rinur gab, worüber Iacobus Spigelins und Eonradus Rittcrshu- stus anmerckungcn geschrieben haben. ci- ,c-,pr. cccl. c. ,S6. in CLtaj. wo//,«- llc Nilt. tzihl. 8cl§. Guintherus/ (Johannes) ein berühmter Teutscher "c Sor m-cUci/'-L und bey dem König Fraucisco I Leib >tcllicu5 wurde. Es nöthigten ihn aber die innerlichen kriege Franckreich zu verlassen; da er denn anfänglich nach Metz, und nachmals nach Straßburg gieng , allwo er auch anfangs lehrte , hernach in den Rath gezogen, und von dem Kayser Ferdinande» geadelt wurde, bis er daselbst den 4 oct. an. 1 ;?4 im 84 iahr seines alters starb. Er ließ unterschiedliche Übersetzungen alter scribcnccn hinter sich , als des AalenhOribasti, Paust Acginctä,rc. nicht weniger auch unterschiedliche tractate c!e rnclli:inz vcccri öc Nova; cic dalnciz ; lle plMc ; öec. i.zy in vica Luinrllcri. vic. mcllic. rlieakr. p. 1269. e!og. k. 1 p. 45». Güntz/ist eine kleine stadt inNicder-Ungarn,nahc bey den grän- tzen von Oesterreich und von Sleyermarck. c^ie wurde an. 1710 von des Ragoczy parthcy eingeäschert. Vordem dabey befindlichen schloß musten die Türcken an. rzzr, nachdem sie i? stürme darauf gethan, ohnverrichteter fache abziehen. Nahe bey der Vorstadt ligt ein thuen, welchen man Ält-Güntz nennet, und für den ort hält, wo die alten volcker xvar-s ihre Königliche Hof-statt gehabt. Es soll auch ehemals ein Gräfliches geschlecht sich allhicr aufgehalten haben , welches sich von Güntzing geschrieben. >- ;-> bitt. orre/ P.I ckron p. 60 tcg. 1 .11 tritt. /w«^»/»nrir>.Lsrir>rk. 2 »/.Unß. Güntz / heisset auch i) ein fluß,welcher bey jetztgemeldter stadt vorbey laufst, an den Nieder-Oesterreichischen gräntzen entspringt, «nd bey Crackenthurn sich mit dem fluß Raab vereinigt; r) ein gui fluß, welcher in der Abtey Kempten In Schwaben, bey einem «rk Guntzberg genannt, entspringt, und nach einem lauffvvn „na K ,r weilen, unweit einem andern ort, welcher gleichfalls heißt, und in dein Marggrafthum Burgau ligt,in die Donau M? Güntzburg / eine kleine stadt an dem fluß Güntz,in der Mar^ grafschafft Bnrgau , z weilen von Ulm, die ein feines schloß bat welches Kayser Leopolduö an. 169; dem Marggraf Ludivia von Baden eingeräumet. ^ Guionie/ (Bernhard tz- >->) siehe Guidonis. Guipuscoa/ eine kleine Spanische landschafft, gehörte vm. zelten m Navarra, anietzo aber zu Biseaya,welche west-wärts dar an sto„et, gleichwie Alava gegen suden, und das Aquitanische, ^ gegen norden nebst Navarra und einein theil von Fralickreicb , von ste durch den fluß Bidassoa abgesondert wird. Das and m wohl bewohnt, und hat unterschiedlichx schöne städte in sich, welchen Tolosa,8. Sebastian, Fontarabia rc. die vornehmsten sind Gürtier/(Nicolaus) ward den 8 dec. an.iLzg'.,, Basel aebob- ren,unb in dem e; iahr seines alters unter die kucko/o- aufdortiaer Universität aufgenommen, auch an. 1672 mit der ^.ir-r-würde beehret; woraufer das tkuckum cllcoioßicum unter Wetstein M renftlü, Germer und Zwinger eifrig fortsetzte, und an. 167s unter die Kirchendiener aufgenommen wurde. An. 1678 that er eine reite nach Genf und Sauurur, und kain nach einein iahr wieder „ö ruck nach Baiel, va er die jugend in rlleoiozic.z, plMoloßicis und 1/- itoriE unterwiesen, bis er an. 168; zur MoKll.onc pMlolo-ckiL ^ c,ogu-nn^ nach Herborn beruffen worden, und an. 168Ü aufdem j»k„Lo zu Heydeiderg die Oocr°r-würde in rKsi-ioxiL erhalten. An. IÜ87 ward er l-i-otc-üo, rkeoMZiL . pllüotoplliL L iiilloria: m HaNill! und an. 1696 Professor rlleologi-r iM von Pcrigord, in den kriegen von Gascogne. Mau kan aber nicht vor gewiß sagen, ob er vcrbeyrathet gewesen und kmdcr gehabt. Bernhard von Guiscard IV, Hcrr ll- ia Coste und ac U Laune,vsmoa'-zu.heyratbete den 28 apr.an. izi;Helisvon Montalgll/Lcrnhardi von Monraign, Herrn von Montcnc tochlec und erdin. Lein schloß 1-, Coste wurde für eine zimliche vcstung gehalten,dahero Galors llc ta Bamne,Herr von Valsin, welcher damals den krieg in Languedoc führte, und zu Cahors ivar, ihm die ausstcht lind cavitaiilschafft darüber ließ, damit er ibn in Königs Carolr V diensten behalten möchte. Er gab ihm auch zu besserer sicherheit dieses schlosscs ü cüraßircr und 12 fuß-kncchrc z», welches er sonder zwciffel wohl llcssnciwet, indem er daselbst den 27 avr. au. rzz; sein testanienl gemacht. Wilhelm Verwand von Guiscard II beyrachete den z oet. an. 141; zum ersten mal Margamham vo» Veirac, GuidomS von Veirac, Herrn von Merk und Cossac, so i» dem Bißlhum Tnlgelegen, tochtcr; znm andern mataberHclrs von Landore, Bernhardt von Landore, vicomcc von Cadars in Ro< vergue, lvchter. Antonrus vvn Guiscard, Hcrr ll-, l.> Coste und ZKöiikcuc, verheyrathcte stch den 16 oct.au. 1492 mit Isabellavon Lomagne, Iohannis von Lomagne, Herrn von Monlagu, tollster. Johann von Guiscard I, Königlicher Cammcr-juucker, welcher uch den 11 aug. an. 1528 mit des Johann von Ricard, ziigeiiannkM- nouillac, Ritters, Barons zu Gourdon und Herrn von Gmoutilat und Vaillac tochter vcrhcyrarhete. Johann von Guiscard, M söhn, war einer von den 100 Edelleuten des Königlichen han>es- Er heyrathece den 12 nov. an. i ;;4 Franciscam ll-w BartU, Mallhäi >se i- Barthe, Barons von Montcornel und Wo- rac, lvchter. Dessen anderer söhn, Johann von Guiscard, .per. von Pui)-ie Sirccts, hcyrathctc den ; jan. an. 162; Agnes von Themincs. Insonderheit aber theilte sich diese Inste zu ende des w fcculi in die stille der Herren von Puy lle Sirects, und die mne 0« Herren von Cairou und -ic !,> Bourlie. Der stiffter der ersten w»i Iohannis von Guiscard II anderer söhn, es ist aber selbige dem » verloschen; der andern aber war Gabriel von Guiscard, Herr ° Gardelle, von Cairou und lls iL Bourlie, Iohannis von Gnmm II dritter söhn. Dieser Gabriel halte 8 söhne, darunter der sta)! war Georg von Guiscard, Hm >i,i» Bourlie- Jhm war bw d Mutig auf die insiff 5. Maraarcthä und Z- Honorat das dein durch eine musqueten-kugel zerschmettert, auch in der schlacht bey Rocroy der arm durch eine pique zerbrochen worden, wie er sich denn ferner in der schlacht bey Leus, in der belagerung von Arras und bey andern gelegenheilen sehr wohl hielt. Er wurde zum 8er. xenröe brcsil!-gemacht,.und an. 1647 zum Oouverneur von Cour- tray. Im folgenden jähr wurde er .von der verwittweten Königin von Franckreich zum Unter-Hofmeister des Königs Ludooic, XlV ersehen. An. 1649 wurde er Staaks-Rath, an. 16; 1 Marschall l!onz ciskLcliiret war, UNI das corpo des Marschalls von Crecquy, welches bey Thionville stund, zu verstärcken, wohnte er auch der schlacht an der Cuntzer-brücke bey,und nachdem die Fran- tzofen geschlagen waren, brachte er den Überrest von der mtsiirens und dem regiment von Normandie und Bourlemont glücklich nach Metz. Er diente in folgenden jähren in Teutfchland, und befand sich bey der belagerung der stadt Freyburg und des tur« Kehl, wie auch an. 1684 bey der belagerung Lurenburg. Er hielt sich dabey überall sehr wohl, dergestalt, daß ihn auch der König an. 1689 zum über die inkamsric machte,und ihm gemalt gab,in Dinant zu commandiren,nebst einer g-ncralen anflicht der lröuppen,die daselbst wie auch in Charlemont, Rocroy, Beamnont und Philivve- ville in gsrnilon lagen. Im folgenden jähr machte ihn der König zum Feld-Marfchall, gab ihm das commando über Rocroy und Charlemont, mit orgre,sich in Philippeville zu werffcn, im fall selbiger ort solle LttL-zui'rt werden. An. 1692 erhielt er das gnuverne- von Sedan, nachdem sein vater solches niedergelegt hatte, wurde auch bald daraufzum Qm>vs,„sur z„ Namur bestellet, und erhielt den mertz an. 169; die stelle eines General-Lieutenants. Der König vertraute ihm hierauf ein besonders corpo, um damit Huy zu berennen,damit er die belagerung von Furnes, so durch den Marschall von Bouflers geführet wurde, desto leichter machen möchte,welches auch glücklichvon statten gieng, indem dadurch ein grosses theil feindlicher trouppen,so durch den Grafen von Athlons commandirt waren,zurück gehalten wurden. Er u-ke^irte sich bey einem convo?, so er von Maubeuge zu des Hertzogs von Lurenburg armee führte,dergestalt, daß er mit r; e5c»ä-c>!>s.die er bey sich hat- teMr. Dupuy,General-Lieutenant der Spanischen armeen,mit -8 -lcLtirons und 2400 M. fuß.vvlcks von der Zarmion zu Charieroy in die flucht schlug,daß die meisten davon aufdem platz blieben oder gefangen wurden. Er wohnte der schlacht bey Neerwinden bey, und that grosse dünste,cisk-Qren, tractirch durch briefegvelche er über Portugal! gehen liesse,von seiner zurück-» kunfft,und machte sich noch von mehrerem verdächtig. Wie er nuck deßwegen nach einigen aufgefangenen briefen in Engelland ge» sanglich angehalten wurde, und ihn einige Uepunrte des Staats» Raths cxam.nirten, begierige er diese verzweiffelte that, daß er miß einem schneid-messer,welches er unvermerckt von dem tisch genommen , und in seiner Hand verdeckt gehalten hatte, dem Grafen vor» Orford einige stiche versetzte. Dieses erregte nun einen grossen tu» mult, die draussen stehende Staats-borten wurden hinein geruffery und hatten grosse mühe dene zu überwältigen, und recht vest zu machen, worbey er aber in dem hefftigen ringen so hart an einen banck gestoßen wurde, daß ihme in dem leib eine ripp zerbräche x Er empfienge auch von Mylord Bollingbrook einen stich in den. schcnckel, und also befreyte ihne der bald daraufersolgte tod von des me,so er durch richterlichen fpruch zu erwarten hatte. Diese schwerster der odgemeldten drey brüdern Genevieve Catharina von Guij- card, wurde den ,zc>oct. an. 168; mit Camillo csavari, Grasen von Breve, vermählet. Das »vaapeu dieses Hauses ist ein weisseü schild mit einem rothen queerstcich, und haben aufdem Helm einen hervor-ragenden güldenen löwen, und L solche löwen zu schilds Haltern. Lassen gsncslo^. cle Is maikoli 573 Cardinal/ und nebst seinem bruderHen- rico »u Blois an. 1588 umgebracht; AntoniuS war den 15 apr. an. 1557 gebohren/ starb den i6jan.an. 1560; Franciscus / so den ri dec.au. 155Y gebohren/ starb an. 157;; Marimilianus/so den25 oct. an. 156» gebohren/stard an. 1567. Der andere Printz/ CaroluS/hatte von seiner gemahIm Henrira von Savoyen/ Hen» ticum/Hcrtzog von Aiguillon/sihe Hcnricus; Carolum Emanue» jun. an. 1572/starb den iz aug-an. 1574; kudovicns/ warden22jan. an. 1575 gebohren/ wurde an. 1615 Cardinal und Ertz» Dischoffvon Rheims. Er folgete dem König an. 1621 in der cxpegmun aufPoitou/ und erzeigte sich in bela» gcrung von 8 . Jean als einen tapffern soldaten. AIs er aber erkranckete/ ließ er sich nach Sainles dringen / woselbst er den 21 jun. an. 1621 starb; Carolus war an. 1576 gebohrcn/und starb alsvbald; Claudius/ anfänglich Fürst von Ivmvtlle/ nachmals .Hertzog von Chcvreuse/ that dem König Henrieo IV und LudovicoXIII gute dienstc. Er war den 5 jun> an. 1578 gebohren/ starb aber am schlag den 24 jan. an-1657/ und hinterließ von seiner gemahlin/Maria von Nohan/ Caroli Alberti/ Hertzogs von kühnes wittwc/ nur; töchter/ Annam Mariam/ Aedtißin «>> >'onr -ux D2mcr> so den 5 aug. an. 1652 verstorben; Carolam Mariam/ gebohren an. 1625/ verstorben den 7 nov. an. 165 - / und Henri- «am/ Aedtißin von Lovanc. Franciscus/ gebohren den 14 maj an. i58i/starddcn29sept. an. 1582; AlerandcrParis/einywUiumu?, von dem ein eigner articul folgt. Die töchtern waren Catharina/ so an. 157; gebohren und gestorben; Maria/gebohren den - jun. an. 1577/ starb an. 1581; Christina/gebohren den 21 jan. an. »58--/ und noch eine/ so jung verstorben; Louisa Margarethe wurde an Franeiftum von Lourbon/ Printzen von Coiny/ an. 1605 vermählet/ und starb den ,0 apr. an. 1641 ; Renata/Aeb» tißin von 8 . Peter zu Rheims; Johanna/ Aebtißin von Rovarre. Der älteste/Carolus/ war den 20 aug. an. 1571 gebohren/ und starb den ;o scpt. an. 1640 in Italien. Erhalte von seiner gcmah» tin HenricaCatharina/Henrici/Hertzogs von Ioncuie tochter und «rbin/ Hennci/ Hertzogs von Montpensier wittwe/ Zwillinge/ ,0 bald nach der gcburk an. 161z stürben; Henricum II/ welcher den 4 apr. an. 1614 gcbohrcn.Er nahm anfänglich den geistlichen stand «in/wUrde Ertz-Bischoffvon Rheims / hernach aber Hertzog von Gnise/ und starb den 2 jun. an. 1664; Caeolnin Ludovicum/ welchcran. 16;-? zu Florentz starb; Ludovicum/ von dem so chrt/ lind Noaerum/ welcher den 21 mark- an. 1624 gebohren/eni Mal» trscr.Ritler wurde/ und den6ftpt.an. 165» starb/ nebst2 Prui- tzeßinnen/ Maria/ so x^zclcmoilcNe von Guije genannt wird; und Francifta Renata / Aebtißin von 8 . Peterzu Rheims / nachmals zu vionr- m-rrrc; Ludoviciis/Hertzog von Joyensc/o-u-undOoer- tzammerhcrrin Franckreich/ war denai sepk. an. 1622 gebohren/ und starb den 27 ftpt.an. 1654z» Paris an einer wunde/die er vor Arras empfangen. Seine gemahlin war Francifta Maria Da» lesia/ Ludovici Emanuelis/ Hertzogs von Angoulcme/ tochter und erbin. Bon welcher eine tochterHenrica/ so an. isri gebohren/ sut und jung verstarb/rind ein söhn/ LudvvicusIoftphiis/von kochst.,. gen/Hertzog von Gulse/Ioyeuft Und AngouIeme/?->r von reich/ Printz von Ioinvllle/ Grafvon Aletsund Ponthieu/ 7 aug. an. 1650 gebohren war/und denjul. an. 1671V Serne gemahlin war Isabella/ von ai-««« Ä Gafton Johann Bapristä/ Hertzogs von Orkans/tochter/' Lall. r. l m Guise/ (Alexander Paris,oder, wie ihn andere nennen, Fran. ciftus Paris, Ritter von) ein jungerer söhn des an. 1588 z» Bleis Hingerichteten Henrici, Hertzogs von Gnise, und Catharina von Cleve, einer toa-rer Franelftc, Hertzogs von Revers, welche ibn an. 1589 etliche mvnare nach dem unglücklichen tvde seines vaters auf die weit gebracht. Er war ein anfthnücher, geschicktcr und großmüthiger Herr, und erhielt nebst dem Mallhesische» Rarer, orden das >;uuve-n<-iuenr von Provence. Als an. 161; der Baron von Luz, Rirccr der Königlichen orden und General-Lieutenant in Burgund, sich unbedachtsamer weise verlauten lassen, daß er, wen» er gewoll, die abgedachte Hinrichtung des Hertzogs von Guise, mit leichter mühe hatte verhindern können, fastete der Ritter von Guise den fehl »ß, sich deswegen an dem Baron, welcher es auch noch auf andere art mit dem Guisischen Haufe verderbt hatie, zu rächen. Zu solchem ende mr-qmrte er ihn den 5. im. des gedachten jahrs 1611 zu Paris in der straffe 6- 8. Honor-, Und brachte ihm gleich mit dem andern stoffe eine so tödtiieve wunde bey < daß er augenblicklich seinen geist aufgab. Der Ritter von Glitte fiel deshalbcn umso viel mehr in der damaligen Re- gentin, Mariä Mediccä, Ungnade , weil dieselbe auf dem Baron von Luz viel gehalten, und sich seiner in ihren angelegt,1HM-» bedient hatte. Allein der--recht der Guisischen kLÄ-on war ivr so nöthig,, daß sie ihm nach wenig tagen völligen vardon ertheilte. Den nächstfolgenden 18 febr. empfieng er ein cartel von dem jungen Baron von Luz, worinnen derselbe aufeine sehr ehrerbietige art ihn ersuchte, daß er ihm wegen seines vaters entleidung mit d-m dcgen in der saust lLrir 5 -«ion geben möchte. Der Ritter von Guise begab sich c lsbald mit Monsr. von Grignan an den angedeuteten orc vor dein 8. Antonius-tdore zu Paris, und fand daselbst denjuu» gen Baron von Luz, dessen te-unü-nr Mons. L xm. >. 4- Guise / (Iacobus von) ein Franciscaner-Mönch, gebürtig von Bergen im Hennegau. Er wurde Doctor rk«o!ogi.r. und ilehrete darinnen, wie auch in der philosophle und mathematlc gantze -5 jähre in seinen ordens-conventen. Er bemühcte sich gar sehr, die Historie seines Vaterlandes, und dessen antiqnitäten zn beschreiben; allein er glaubte allen fabeln, indem er auch versichern wolle, daß sein Vaterland durch die Trojaner anfänglich sey angebauet worden. Es ligt solches werck noch in; ro»>i; in >68»- zu Mous, wiewohl Bayle versichern will, daß solches in der letzten belage. rang von MonS, nebst der Franelseancr bibllothec verbrannt sey. Man hat nur einen kurtzen begriff darvon in Frantzostscher spräche eci-ret. Er starb den 6 febr. an. 1598 zu Valencicnnes. bibl. Neig. clng. Nc!ß. (Nuisius / (WilhclmuS) ein hochgelehrter Engelländer, gebürtig auß einer guten famille von Glocestershirc, florirte gegen dem end des 17 iccuii. Er wäre an gelehrsamkcit für ein wunder Mcr zeitcn gehalten, und hatte Hroffe stachen zu befördernng der g-L Qc.-L- und der Morgenlandischcn ü-r-rLinr, noch in stinen i»n- gen jähren vor. Er hat die Historien, m»iiicmrr>c, ptilwiopwe nn» ciieulozic wohl besessen, Ware der Europäischen spracht trcfstlch erfahren, und bat es in der Hebräischen, Cbaldäischcn, VMM», Arabischen, Armenischen rc. so weit gebracht, baß ibme wenig zu vergleichen waren. Er wäre willens die xlifchnsm mit einer eigenen sauberen Lateinischen veri.o» und anmcrcklmgm gantz hcrauv zu geben, hat aber seine arbeit mir biß in die hclsite 8cKcv,>s.oder de» tractats von den rechten des siebenden jähes / zum siande gc- bracht, welches hernach Eduard Bernhard an. iSyo an das IM gegeben, und auch dem Larpuri xl-inico des Surenbuln ist enwer« leibet worden; in den noch erläutert er viel Jüdische ceremome», wort und rcdens-artcn besser, als die Rabbiner ftlbsten, mmmem seines scharffen geisies und grossen wiffenschafft in Griech>B-u»o Arabischer spraach; doch ist sein allznstharffe c-nü-r, die er osit uo» grosse männcr ergehen laßt, nicht sonderlich zn preisen- Waw wm nicht in der mitte seiner besten iahren der lcbens-faden abgejaM» worden, /wie er dann an. 168z noch jung an den pocren vmrorou-, so hätte die gelehrte well von ihm ein l.-xicnn 4-m-num ^buIfcsL Kcc-zcspiiirm, und anderes mehr zu hoffen gehabt; unter sti freunden und gönncrn zchlte er sonderlich den BWoffFeU, ' Marschall - die beyde Eduardos Pocock nnd Bernhard rc. Lpiib. sö. tg-rr. eju« lkttÄ« d^achmcir.^^,^ güs gul Guislaitt/ eine kleine stadt, nebst einer Benedictincr»Abrey,r Mcjien von Mons i» Hennegau, an dem fluß Maine, gelegen- Sie wurde an. 1709 nach der Wacht bey Bieaugies von den Mieten mit dem degen in der faust erobert, nachdem sie selbige an. 1708 mit list einbckommen, aber auch wiederum verlohren hatten. Ihre festmigs-wercke sind an. 1677 von den Frantzoftn geschlcifft worden. Güß von Güssenderg/ ein Freyherrliches gesthlecht in Schwaben, von welchem Fridrich an. 942 zu Nottenburg an der Tauber, Johannes aber an. ic-80 zu Augspurg thurnier- König gewesen. Theobaldwarumbie mitte des 16 tscuii des Teutschen vrdens Comthur zu Veldkirchen, und hatte einen bruder, namens Georg, welcher sein gcschlccht fortgepgantzet. L»««, 6- m,gr. geiit. PÄAE Atz. itewm. p. I, Güßing/ siehe, Gießing. Güstrow / eine Mecklenbur gische residcntz, und Hauptstadt des Güstrowischen anrheils, in dem Fürstenthum Wenden, an dem fluß Nebel gelegen, hat em sehr schönes schloß, auch eine feine kir- che, der n. eLc,>i»gewiedmet, so ehemahls eine ftisst-kirche gewesen , welches Stifft Henricus Burewrn II Herr zu Mecklenburg an. 1226 angerichtet, '/o/>s^. -»/. p. ,08. Güstrow/ geschlecht. Als ari. 1^2 der Hertzog zu Mecklenburg/ Heinrich der friedfertige (so mit seinem bruder Albrecht Vldem schönen/ die väterliche landegecheilet hatte) mittodab» gieng/ und sein söhn Philippus/ der blödes Verstandes war/ auch wenigcjahre hernach folgte/ohneerben zu hinterlassen/ so entstund zwischen gedachten Albern VI beyden söhnen Johann Albrecht 1 / und Ulrich ein streit wegen der theilung / der endlich dergestalt beygelegt wurde/daß die gesummte lande unter beyde gleich gethei« lelwurden/ worausIobann Albrecht I zu Schwerin/ und Ulrich zu Güstrow ihre sitze nahmen. Jener verordnete nachmals in sei« nein testament/ daß da dcr Güstrowische anthcil an seine poNentat verfallen würde / derselbe gleich allen übrigen landen jederzeit dem ersr-gebohriien allein verinög des p-imo^ewrur-rechts verblei» ben solle. Doch Hertzog Ulrich und sein jüngerer bruder Carolus hakten nicht darein gewilliget/ und da der letzte jenes anthcil hernach erbte/ aber selbst keine kiuder hatte/ folglich der Gustrowi- sche theilan die Dchwerinische liniefallen solle/ bewog er des ob« gedachten Öfters dieser iinie Johann Albrechts I zwey enckel/ Adolph Friderich I und Johann Albrecht II/ die unter seiner vor. muiidschafft stunden/ das, sie es bey der bißhcr eingeführten zwtefa« chen regrerung in Mecklenburg verbleiben liessen / und an. 1609/ jüii und 1621 solche dergestalt verglichen/ daß Adolph Fnde- riÄ den Schwerinischeu / Johann Albrecht II aber den Gustro« wischen theil bekamen. Au diesem letztem nun gehörten die stadte: Güstrow/ Tetrow/ Malchin/ Brandenburg/Friedland/Woldeck/ Aöbel/Lage/Krakow; und die ämter: Güstrow/Schwan/Rlb» nitz/ Gnöycn/ Dargun/ Neukalden/ Stavenhageiu Stargard/ Broda/ Felkdcrg/ Wesenberg/Boitzenburg/ Plaue/Strelitz/Fur« stenberg/Goldberg/Werdenhagen/Wantzke und Jvenack. Es wah- reke aber diese theilung gar nicht lang. Denn an. 1695 gieng.des stiffters dieser Güstrowischen linie Johann Albrechts II emtger sohn/Gustav Adolph ohne männliche erden/ als welche noch vor ihmverstorben/ mittodab; woraufwegendererbschafftzwischen den agnaten aus der Schwrrinischen linie/ Friderich Wilhelm und seines vaters bruder Adolph Friderich II ein streit vorfiel/ der um so viel schwärer war/ weil zu eben der zeit auch wegen der lucc-mon in demSchwertnischen «nlheil selbst wegen des testaments Adolphs Friderichs 1 6- an. i6;4/darinn auch ev-nrusiirervon dem Gustro- wischen anfall lliff-onirt worden / und wegen der gultigkeit und dem rechten verstand dieses testaments zwischen denselben gestritten wurde. Endlich verbind der Güstrowlsche theil / die m dem Für« stenthumSrargard gelegene amteransgcnommen/der ältesten linie Hertzog Friderich Wilhelms zu Schwerin/vermög eines zu Hain» bürg an. 1701 getroffenen Vergleichs/ davon in dem artlcut Meck» leaburg ein mehrers. chii.^. ?. 7-.;. er. ?. 1.4 5 § 7 Al8. p.! 4 Iq. gnslLÄ. Lulirvv. d 7 p- M- Guler von weinegg/ ist ein sehr alt und berühmt Adeliches hauß in Bündren/davon allbereits von an. -;22 in der landschafft Davas/ Lucas gedachter Landschafft Hauptmann bekandt und r-nowmirlgewesen/ welcher GrafRudolph von Montfort/ Bt- schsffen von Cvstantz/ und vermaltem des Vißthums Chur/ (als er besagte landschafft/ so damals unter den Freyherr» Donatum von Vatz gehörte/ mit kricgs-volck überfallen) geschlagen/ und sich also sonderbar 6 §n»!< 6 rt; der ort/ wo dieses treffen geschehen / wird noch aufden heutigen rag die Rriegs-Matte genennet. Aus die« sem hauß stammen weiters 4 Feld-Obriste her/ und zwar/ welches nicht wenig merckwürdig/ da jeder weilen der söhn auf den vatcr gefolg-t ist/ welche sich alle in wichtigen begebenheiten und »Ä>»nen für das vattcrland hervor gethan / die fürnehmste amter rühmlich bedienet/ und viel gesandschafften zu Kavscm/ Königen/ Fürsten und Republiquen zü ihrcin und des Vaterlands grossem rühm ver» richtet. Der erste/ namens Peter/ erster einführet des X gertchten- bunds / wäre Fcld-Obrister in der scklacht auf der Malserbeid rn dem Vinst.göw an. 1499/ als die; bund wider Kayser Martnu« lian II einen rühmlichen sieg erlangt und die freyheit fest gesetzt ha« ben.Derandere/namens Häns/diente in solcher qualitakan. 1,?2;/ als die z bünd wider Joh. JacobMedicis krieg geführt und rühm. nch gesieget. Der dritte gleiches namens/ nach der rebellion lm Veltlin an. 1620/ und als die; Catholische ort der Eydgnoßschafft »idie z bünd eingefallen / welche er durch seine kluge auWrung taMr zurück geschlagen; Er wäre beygeben ein kluger Staats« ^ SUN 62 ! ZMWWK«'!!' «-M«- <*>* - v^lron Franckrelch (als er lm namen der; bunden wegen rott.ru. ^es Veltltns an dteselbrge abgesandt worden) mit dein Ritter» erden beehret worden re. An. 1619 wurde ihm zu Zürich das bur, gerrecht gcschenckt/ da er denn bald darauf nächst bey der stadt das ^^'"^usenberg erbauet. Der vierdte Hans P^ ter hat sich von an. 16ro blß is;8m unterschiedlichen ernsthaffim -Ä.°ncn so wohl rn dem land/ als in dem Veltlin / ondeN dem dekandten treffm an dem Fläschcr«bcrg tapffer gehalten und beruhmt gemacht. Nebst dreien hak sich einer Johannes bekandt ge. macht/ welcher der erste ?oss-ntz-- des schlaffes Weine«« / 5von deme sie sich scikhcro verschreiben) gewesen; wie nicht weniger sem Mer Andreas Hauptmann in Franckreich und Abgesandter gm ^silpruck/als der auskauff der 8 gerichlen von dem Hauß Oester-. rech glücklich zum chmd gebracht wurde; Es hat auch biß auf drese relttn solches hauß storiret/ und allezeit mit Männern gepran» get/welche sich so wol m dem land als tn kriegs-diensteneine rcnow- ">-e gemacht; dißmahlen beruhet es eintzig und allein auf Joh. Lucw/gewcsenem Hanptmann in Kayserl. dtensten und dessen; söh, nen. - I « Gulpen/ (Henricus) ein Benedictiner, Abt von 8. Aeqidii aus Nürnberg, welcher an. 1418 dem Costnitzer-coaciito beyqe» wohnet, und verschiedene wercke hinterlassen hat, als -l- Ue p^tlione vomini, ret, welche im Ec. pee bibliolhec zu Wien zu finden, und da er in dem erstem theil den fabeln des alten rkronogr-pdi klsntiLi von den ersten Heidnischen, Jüdischen und Christlichen Marggrafen in Oesterreich gefolget; in dem andern den Ursprung des Habsburgischen Hauses von den /utt- «üs Ncrieombuü biß auf den Ertz-Hertzog Sigismundum I fortgeführet ; in dem dritten aber die thaten gedachten Sigismundi erzeh- let; so hat Lambecius allein diesen letztem theil würdig geschätzt, ihn nebst desselben anhang . c. l. Los snnsl. 1.1. ^>. 19. bidl. Vinäol». I. r. c. 6. x. 47 otcq. Gundelheim / eine kleine stadt in der Unter-Pfaltz am Neckar. Gundelsheimer/ (Andreas von) ein berühmter r^ellicus. wurde zu Leutwangen bey Anspach, allwo sein vater Prediger war, an. i668 gebohren. In seinen ttullns war er so glücklich, daß er zu Altorff bey gar jungen jähren in voÄorem mecNcin« promoviren konte. Hier ereignete sich eine gelegenste«, daß er mit einem reichen kauffmann nach Venedia gieng, allwo er sich in die 5 tahre bey ei» nem berühmten Chymisten, namens Böhmen, gleichsam mcoZmro aufhielte, biß er nach erlernter glücklicher cur des -errisn-und qusr- rsn-fiebers von dar sich weg begab. Hieraufsuchte er die m obM dachter fieber-cur erlangte wisscnschaffr bey seiner ankunfft m Parts zum eUeÄ zu bringen, welches ihm auch in so weit gegluckt, daß er nicht allein dadurch einen grossen namen erhielt, sondern auch ein gutes stück geld zu erwerben gelegcnheit hatte. Hier fugte sichs, daß er in qesellschafft des berühmten Klr- Tournefort, auf beseht und Unkosten des Königs von Franckreich, zu ansang des 18 l°cu>. eine reiß nach der Levante thäte, welche ihn nicht wemg genutzek, und wovon man die vornemsten begebenheiten in der herausgegebenen reiffbeschreibunq des öe Tournefort antreffen wird. Zu Con- stantinopel schiede er von seinem oberwehnten reiff-gefebrten, den er doch nachgehends bey seiner ankunfft zu Paris allda antrafst Nachdem er hieraufso wol in dem fcld-zuge in Piemont und Trabant, als r» Berlin seine erfahrende« und treue an den tag gelegt, Ziii z wuchs 622 glitt wurde er an» i-e>; zum König!. Preuss. Hof-Rath und Leib-^ecllcc» angenommen - und hernach wegen seinen besondern Verdiensten um das hohe Königliche hauß, von dem König in Preussen in den Adelstand erhoben/ und zum geheimen Rath «l-cisriret; wie er dann auch ein merkliches zu errichtung des Berlinischen -deai" Lnscomici beygetragen. Bey dem Pommerischcn feldznge an. 171z begleitete er feinen König / Und starb den r? jun. zu Stettin an einem hitzigen fieber unverheyrathet. Er war ein scharffstnniger mann / der aber wegen seiner beißenden zunge von vielen gefürchtet wurde. Gundis / ist ein flecken in dem Unter-Walliser-lande / darzu annoch; andere örter gehören/ welche ein sogenanntes Panner oder Vogtey ausmachen/ so von den Ober-Wallisern beherrschet werden. Daselbst war vor diesem ein grosses und schönes schloß / den Freyherren von Thun zuständig / von welchen es an das Bißthum Sitten / weiter an das hauß Savoyen und 147; wiederum an das land Wallis gekommen und hernach verstört worden. Gundischweil/ ist ein dorffin der Bernerischen Grafschafst Lentzburg gelegen / allwo an. 1640 ein köstliches Heil-wasser gefunden wurde'/ welches gantz ungemeine euren gethan haben soll; es ist aber die quelle gleich in dem folgenden jähr wider versuncken/ und bißhcro in dem buncklen geblieben. 2^-". r. 4. p. ,69. * Guitniitg / ( Petrus ) ein gelehrter Englischer Bischoff/ ward ju How in Kent den n jan. an. iüi; gebohren. Nach erlangten xrsöibus wurde ihme die krofcttlo KeZis IkcoloZiL zu Cambridge anvertraut/ welche er auch mit gutem lob versehen/ gestalten er viel gelesen und für einen feinen disputirer / der alle Sopiollische kunst wohl besessen / pswrte. Er wohnte an. 1660 der Unterhandlung in der Savoye bey / in welcher man an einer Vereinigung der Englischen kirche mit den Presbyterianern arbeitete; daselbst disputirte er mit Rich. Wärter über die streitige Puncten, und liesse darbey alle seine kunst sehen / obgleich nichts damit ausgerichtet wurde. Nach diesem wurde er zu dem Bißthum Ehichester / und darauf zu dem von Ely erhaben/ bey welchem er biß an seinen tod/ so an. 1684 den 6 jul. erfolget / verblieben. Er wäre ein guthertzigcr mann / darne- den lehr aufrichtig und liebreich gegen die armen / trachtete die schuld der abgötkercy / so man den Papisten zuleget / anfalle weis von ihnen abzulehnen/ und unterhielte gegen ihnen nichts als frie- dens-gedancken/ wodurch er bey vielen in den verdacht kam, als ob er lust hatte zu ihnen hinüber zu gehen, wovon er doch weit entfernet wäre; er wüntschte, daß niair sich in allen dingen den reglen der alten Christi, kircheu gemäß auffuhren möchte, dahin auch sein werck von der 40 tägigen fasten zielte, und vermeinte, es solle das gebält für die verstorbenen, der gebrauch des öhls und andere dergleichen gebräuche mehr wieder eingeführet werden. Er war sonst ein mann von schönen qualitätcn , doch fehlte ihme bißweilen an genügsamen kräfftc» eine fach wohl zu beurtheilen und au nöthiger klugdeit in außführung seiner geschäfften. Man hat von ihme in Englischer spraaeh: vilcours ok l.enr, oder von dein 40 tägigen fasten/ worinn er behauptet, daß solches auß dem Apostolischen alterthum herfliesse , in 4 an. 1662. 8c>iitn,L -ti-rcLtum Lc. Lttr/rct Hittor. »f Logt. /rrkcn, Oxon. Le Uei/e ksti. * Guntharius / Clodomiri, Königs von Orleaus anderer söhn, wurde nebst seinen brüdern, Thibaldo und Clodoväo, bey seiner großmuter Clotilde erzogen. Ihr vetter, Clotarius 1, als er sie auf «ine listige weise ihrer großmuter entrissen hatte, m-aUcrirte die bey, den erstem an. z(flehe Llodomiruö und Clotarius I) 6". xorr«« D-ro». I.; c. >8. Guntharius / des Königs Caroli c-ivi Ober - Almosenircr, wurde an. 8; 1 Ertz-Bischoff von Cölln, und erlangte grosse r-pu. tgrlon. Allein sein grosser ehr - geil; brachte ihn frühzeitig zum fall. Lotharius II, König von Lothringen, liebte Valdradam, und damit er selbige hcyrathcn köute, suchte er seine gemahlin Thietbcr- gam zu verflossen. Dieses desto leichter zu vollbringen, brachte er Guntbarium, als welcher vor anderen in dem Reich viel vermochte, auf seine feite, beredete aber denselben, wo er einmal von Thict- lbergen loß wäre, seine des Guutharii m-cc zu heyralhen, welche aber eine gantz andere person als die Valdrade war, und von gewissen scribenten bishcro sehr unrecht mit derselben ist vermischet worden. Guntharius, durch solche Hoffnung angesporrct, triebe die fach sehr hcfftig, gäbe unter anderen fleh selbst zum zeugen an, als ob ihme Thietbcrga verschiedene grobe Missethaten frevwillig bekannt hätte. Worauf er dann nebst Thietgaudo Ertz-Bischoff von Trier, und anderen für Lotharium gewonnenen Bischöffen, meist aus Lothar» Provintzen, auf den conciiHr zu Aachen und Metz die Königin als eine iin ehebruch befundene person verdämmere , auch Lotharium von ihr loßsprach, und ihm erlaubte, zu einer neuen ehe zu schreiten. Jedoch empfienge dieser treu - lose Geistliche seine verdiente straffe bald, Massen erstlich der König, so bald er seinen zweck mit der schcidung erhalten, die Valdrade öffentlich zur ehe nahm, und Gunthar» Baase mit schimpff, auch gar, wie einige siegen, entunehrt, von, Hofzurück schickte. Sodann unterließ Thietberga nicht, ob fle schon anfänglich, um den ausgestandenen trangsalen zu entgehen, in die scheidung gewilliget, Wider die ihr aufgebürdete lästere sich zu befchwären, und durch ihre brüdere bey dem Pabst Nicolao I hülffe zu suchen, welcher auch, da er befunden, daß Guntharius und Thietgaudus an allem schuld wären, dieselben absetzte. Siehe Lotharius / König in Lothringen. Thietgaudus gab sich endlich gutwillig darein; aber Guntharius schrieb einen piguanrcn bricf an den Pabst, und verrichtete sein amt, ohngeachtet der Päbstlichen excommunicLcion. hieng sich auch gar an Photium, den Patriarchen zu Constantino- pel , und vermehrte durch sein anhetzen das lcllirms zwischen der gur Orientalischen sind Occidentalischen kirche. Endlich abek, da Lo; tharius selbst genöthigeswar, in seine absetzung zu willigen, lud- -incürte er sich dem Päbstlichen stuhl, und wurde an. 86? von Adrians II von dem bann erledigt, empfieng aber nur die nm- munionem iricLln; und da er den 8 jul. an. 874 starb, wurde ihm das »achtmahl auch nicht änderst gereichet. 4«//. Lrrrr», äs llivorr. Lorlisr. K Ilicuckerß. L/>r/k. /. * Guntharius/ Bischoff von Regenfpurg an. 9Z0. Er war anfänglich ein Mönch in dem kloster 8. Emerani, und erhielte odiqes Bißthum auf eine gantz sonderbare weise. Denn es wird gesagt, daß, als das Bißthum erlediget worden, der Kayser Otto 1 ein qe- sichte gehabt, er solle solches dem ersten Mönch, der ihm bey dem eintritt in selbiges kloster begegnen würde, geben. Des andern morgens gieng er da hinein, und Guntharius war der erste, der chm begegnete. Da sagt man, daß der Kayser diesen guten bruder ge- fraget, was er daruin geben wolle, wenn er.Bischoffwürde, da er denn mit lachendem munde gesagt, er gäbe seine schuh darum. Als nun der Kaysir sein gesichte den Mönchen und der gantzen clerisey entdecket, wurde Guntharius darauf zum Bischofferwählet. roetrop. 8rli»b. Guntraiimuo / König in Burgund, ein söhn Clotarii l, Königs in Franckreich, bekam in der theilung mit seinen brüdern an. ;6i das land Burgund und Orleaus, ( siehe Clotarius I) und als sein bruder Charibertus, König zu Paris, starb, fiel ihm auch ein theil von dessen landen zu. (siehe Lhilpericus l.) Als die Longodarden unter Alboino nach Italien kamen, thaten sie auch einen einfall in Burgund, und schlugen erstlich den General Guntramni, Amatum, wurden aber hernach von Mummulo wieder zurück getrieben, der auch den Dachsen, welche sich mit den Longodarden vereiniget hatten, und nun durch Burgund nach hauß wollen, auf der reiß aber alles verheerten, an der Rhone aufpaßte , und sie zwang mit grossem geld sich zu ran-lo-iiren. Als die Longodarden nach diesem «dermal in Burgund einfielen, wurden sie von Mummulo wieder geschlagen, worauf Guntramni anderer General Chramuichis in Italien bis nach Trident eindrung, aber auch bald zurstck getrieben wurde. 2) Mittlerweile hatte Sigcbertus, König in Austrasien, sich der gelegenheit bedient, und seinem bruder Guntramno Arlcs weggenommen; als aber Gun« tcamnus dargegeuAvignon eroberte,machten beyde wiederfinde, s) In die kriege seiner drüder mischte er sich gar wenig; als aber an- 484 Chtldedertus starb, nähme er sich seines hinterlassenen unmündigen Printzen Clotarii an, wider den König in Austrasien Childebcrtum II , und wider Gondebaldum Ballomer. (siehe Clotarius II und Gondebaldus.) Er fieng hierauf einen krieg an mit Leovigildo, der Gothen König in Spanien, war aber in allen cxpc6iljoiicn unglücklich, dahero er gezwungen ward, friede zu machen, c) Gleich darauf an. 587 gieng er auch einen vergleich ein zu Ändlau mit Childeberto II in Austrasien, krafft dessen er ihm die lucccllMn seiner länder versprach, weil er selbst keinen söhn hatte. 6 ), Endlich starb erden 28 mark. an. 59;, und Childeber- tus II König in Austrasien erbte seine länder. e) s) 0-«. cic gcli. t.on§ob2rä. I. Z c. i urizue c. 9. t>) !. 4 c. zo. c) I-t. I. 8 c. zo. in cliron. 1 .9 c. 10. e) c. >4. I. z c. >8. Guntzenhausen / eine Brandenburg - Anspachische kleine stadt an der Altinühle, wo ein Ober - Amt und occsnm oder 8»- ^crinrencicoiur. Guplo / ein ste in Groß-Pohlen in Cujavien, zwischen der stadt Gnescn und Brzestie, welcher 6 weilen lang, und eine halb» meile breit ist. poioms. Gurck / eine Bischöffliche stadt in Kärnthen, war vor diesem nur ein Marckflecken, und ein Nonnen-kloster, welches 8-.Hcnuna, eine Gräfin von Bcilstein, stifftete, die selbst allda die erjte Nonne war, und von dem Ertz-Bischoff von Saltzburg Balduino um das jähr 10^-0 eingesegnet wurde. Sie vermachte »ach ihrem tod da. kloster dein Ertz-Stifft Saltzburg, worauf einige zeit hernach an. 1072 der Ertz -'Bischoff Gebhardus, mit bewilligung deS PMS Alexandri II und des Kayscrs Hcnrici IV, aus dem Frauemklostcr ein Bißthum machte, und Guntherum vonKrapfenftld Z«m ersten Bischoffeinsttzte. (siehe auch das wort Saal.) Drenamm und ordnung feiner Nachfolger sind etwas ungewiß. Doch M»» folgender carsiogus der beste: 1 Guntherns, an. 1072. 2 Hildebaldus; andere setzen Henricum I. ; Romanus I, an. nzo. 4 Henricus I, wird von einigen ausgelassen. 4 Romanus II, an. 117;. 6 Hermannus I, bis n8o. 7 Theodoricus I, bis 1192. 8 Werncrus. Nach dessen tod findet wem bey den grsch W schreibern zweyerley listen, die wir ohne entschetdung, weiches die beste ist, hier beysetzen. y Otto. 10 Henricus II. 11 Udalscalcus. 12 Wcnccslaus. i; Udalricus, au. 14 Theodoricus II. i; Johannes I, war zugleich Bischoffzu Chiemsee. 9 Henricus II , an. irr», io Udalricus, an. 1219. n Paulus I, an. ir;°. 12 Henricus III. i; Theodoricus II. 14 Johannes I, an. 127s- i; Hartwicus Ü, an. 128°. ,ü Hertl'üdus. 17 Henrieus III. 18 Geroldus. gur ryLaurentinSI, zugleich Bisch off zu Lavant. ,2 Conradus. Li Udalricus. i6 HcrmannuslI, an, 1-8^ i7HenricusIV, an. izi8. 18 Paulus II , an. i; ;8, ward hernach Bischoff zu Frey- singen. Johannes II. 2o Georgius. Li Conradus, an. 1410, wurde hernach Bischoff zu Freysingen. 22 Erncstus. 2z Johannes HI, wohnte dem Cvstnitzer-Lonciiio bey. 24 Laurenttus, an. 14)8/ war vorher Bischoff zu Lavant. 2; Lconhardus, an. 1454. r 6 Sixtus, an. 1459. sr Paulus. 2; Johannes II. 24 Johannes III. r; Johannes IV, war auf dem concilio zu Costnitz. r6 Conradus II. 27 Ernestus. 28 Laurenttus II. 2Y Johannes V. ;o Udalricus. ; i Laurenttus II!, vorher Probst zu Gurck. zr Raymundus ös Perandi / wurde hernach Cardinal. ;; Matthäus Langius , wurde hernach Ertz-Bischoff zu Saltz- burg. Es ist von ihm ein besonderer articul. ;4Hieronymus Balbus, an. i;4<-, von dem unter dem Wort Dalbuö ein mehrers. ;; Antonius 6- Hoyos / ein Spanier. ;s Johannes VI, von Schönberg. Z7Urbanus. )8 Christianus Andreas von Spaur. )9 Johannes Jacvbus von Lamberg. 42 Sebastian. 41 Franciscus von Lodrost. 42 Sigismundus Franciscus, ein Ertz -Hertzog von Oesterreich, war zugleicbBischoff zu Angspurg, und MZmrte an. 1064. 4) Wenceslaus, Graf vonThun/und zugleichBischoffzuPassau. Von i66; bis 167;. 44 Polycarpus Wilhelmus, Graf von Khüenburg. 4; Johannes VII von Goes , bis an. 1696. Siehe von ihm den art. Goes / (Joh.) Cardinal. 46 Otto, von 1697 bis 1708. 47 Jacvbus Maximilianus, Graf von Thun. Die Bischöffe zu Gurck leben gantz abgesondert von dem Dom« Capital; denn jene residiren in dem städtlein Straßburg eine viertel meile von Gurck; der Dom »Probst aber nebst dem Capitul zu Gurck selb-. Es sind auch die einkünffte des Stiffts unter beyde getheilet, und gehören dem Bischoff das schloß Aich, samt der Dechantey Altmarck; der Marck und das schloß Grodas; Halbeck; Pöckenstein, rc. Der Dom-Prodstey hingegen: Glied- iiitz, Mannsperg, rc. Die Onanie, sollen dem Bischoff für die residentz nur einen ducaten in geld reichen, und dieses um zu zeigen, daß sie doch einen Bischoff über sich haben, weil sonst der Dom-Probst das meiste zu sagen hat. Der Ertz-Bischoff zu Saltz- burg machte sonst dem Capitul die freyheit der wähl - gerechtigkett streitig, und es ist auch in dessen savor von dem Pabst der aus- spruch geschehen, daß er das recht haben solle, einen Brschoff zu Gurck zu wählen und einzusegnen. Es ist aber hernach wegen des jun; pr«l°mLnlli wiederum zwischen Oesterreich und Saltzburg gestritten worden, weil nemlich der Bischoff zu Gurck ein Landsaß von Oesterreich ist, und darneben auch dem Ertz-Bischoff zu Saltzburg den eyd der treue und Huldigung schwören muß; doch haben sich beyde theile endlich so verglichen, daß bey einer vscE Oesterreich allemal zwey Bischöffe nach einander, und Saltzburg den dritten nach denselben lleaamimren solle. Der Bischoff zu Gurck darff keinen vMium von dem Ertz-Bischoff zu Saltzburg annehmen, sondern ist so wohl in seinem Grifft, als auch in denen zu Chiemsee, Seckau und Lavant, vicsriu?. wcrrop. Kill. 5 L>irk. ÄE -von Nr/n-rss? topoxr. Lsnnrli. tzlcic. jur. pukl. c. ry n. 14. Gurckfeld / eine kleine stadt in Crain, an der Sau, eine meile von Laybach in der Windischcn Marck gelegen. Das allda befind, liche schloß nebst der darzu gehörigen Herrschafft ist in dem 17 se- culv an die Grasen von Strasolbo gelanget. Man hält davor, daß ehemals das alte ocoviollun-im > wo Kayser Constantinus resi- dirt haben soll, allhier gestanden, wiewohl andere das lager der alten stadt Quadrate daselbst suchen. In dem 17 seculo hat man, nebst anderen Römischen Lnkiqmtäten, etliche tausend stuck heyd- »ischer müntzen in dicstr aeqend gefunden. Es hat vor diesem auch ein Frcyherrlich geschlecht florirt, welches von abgedachtem schloß den »amen gehabt, und in dem 14 seculo ausgestorben. ellre cicr?I. Lrsin. reff,. 8.0m. I. ir liÄ. 5 c. Gurdon / (Adam) ein Englischer Ritter, von ungemeiner Ms-stärcke, und von nicht geringern Muth, ließ sich in der em- pönmg der Engelländischen Baronen wider den König Henricum III vor anderen gebrauchen, weßhalben das Parlament ihn nach- gehends in die acht erklärte, (wovon der ihm beygelegte zuname Out-law entstanden) auch alle seine guter ccMiiirte. Hierauf lebte er, nebst einigen anderen -lesp-raren leuten, von straffen-raub, und machte sich so kormlllLbei, daß niemand sich an ihn wagen wolle. Weil er aber vornemlich denjenigen zu schaden suchte, ... aur gns 62; weiche dem gEldten König die liebsten waren, so ließ besten Cron-Priich Eduardus, damit er zugleich seine eigne kapfferkeik prüfen mochte,sich m einen absonderlichen zwey-kämpf mit ihm nöthigte ihn, daß er sich ergeben muste. Er war aber so gnädig gegen lhn, daß er ihm nicht nur das leben schenckte, sondern auch völligen pardon, nebst der erstattung seiner güter, zu« wegen brachte. , p. ,9,. ° » / (Bertram-ie) befand sich in dem schloß Cbaliis- Nahe bey Llmogestn ^ranckreich, als solches an. 1199 von dem Engelländischen Komg Rlchardo I belagert wurde, und schoß demselben einen psest m den arm, woran er, durch Ungeschicklichkeit des wund-artzts , 11 tage hernach mit grossen schmertzen sterben muste. Vorher aber wurde das gemeldte schloß mit stürm erobert, und alles, was die Waffen führte, massacrirt, bis aufden eintziqe» Gurdon, welchem man aufdes Königs ausdrücklichen befehl scho. nen, und vor ihn bringen muste. Aufbefragen, was ihn bewogen, den Konlg in ernen solchen stand zu setzen ? gab er unerschrocken zur antwort: Du hast meinen vater und zwey brüder mit deiner emnen Hand gelobtet, und wilst nunmehro auch mir das leben nehmen lassen; räche dich an mir, wie es dir gefallt z ich will gern die gröste marterÄnsstehen, nachdem ich dich, der du dieses und so mel ander urtheil in der weit gestifftek, dem tod aufgeovffert. Rlchardus I befahl, ungeachtet dieser trotzigen rede und der vorher gegangenen Verwundung, daß man ihn auf freyen füß stellen, und mit einem aeschenck von 102 schiüingen begaben solle. Allein, kaum war derKonig den 6 apr. verschieden, so ließ dessen General von den Brabantischen trouppen, namens Merchard oder Mäk» kadcy, den Gurdon gefangen setzen, und hernach lebendig schinden, zuletzt aber den cvrper an einen aalgen hencken. ^ vol. 1 p. 157. ckromclss. Gureigura oder Guregra / ein berg in Afrita, r; Meile» von Fez, gegen das Atlantische gebürg zu. Die einwohner sind sehr reich, wer! sie einen grossen Überfluß an weitzm und gerste» haben, gleichwie auch an grossem und kleinem vieh. Sie habe» verschiedene wohlbewohnte dörffer,aber weder städte noch schlösser, noch mit mauren umgebene flecken, indem die rauhen wege und schwären gange zinhnen sie ohne dem genug beschützen. Sie habe» eine grosse anzahl lowen unter sich, die aber so zahm und furchtsam sind, daß die weibs - Personen sie mit stecken fort treiben können, als wie die Hunde. Vr,c. 1.4. Gurgistan / siehe Georgrä. Gumigel / ist ein gesundes bad in dem Bernerischen Oberland , und zwar in dem land - gericht Seffigen, auf einer hohe» Alp gelegen, dessen wasser bey schwachheit des magens und deL gliedern eine gute würckung haben soll; es ist am geschmack säur» licht, und wird so wohl zu dem trincken als baden fleißig gebraucht. IM. N. p. ,io. * Gussoni / eine von den alten Adelichen familien in Venedig. Andreas Gussoni wurde ?rocur3ror V0N 822 an. 1422, und Vincentius Gussoni erkauffte diese llißm'tät in währendem Candia« tischen krieg. So sind auch aus diesem geschlecht, welches mit unter die reichen gezehlt wird, ^mbMcieurs, uolleMs, und andere ansehnliche manner hervor gekommen. bitt. llu gouvern. cic Venite p. 97, 46;, 544. Guftavus I König in Schweden, gebohren an. 1494. Er war Erici Wasa von Riddoholm, Ritters und Schwedischen Reichs» Raths, welcher den 7 nov. an. i?ro in dem Stockholmischen blut- bade enthauptet worden, söhn, von Cäcilia von Eck, daher man ihn nach schwedischer art ins gemein Gustav Erichsohn genennet. Er war an. 1; 18 mit unter den geißeln, die der König Christianus II von den Schweden wegen seiner sicherheit begehrte, da er sich stellte, als wolle ,er persönlich nach Stockholm kommen; wiewol er seine zusage nicht hielt, sondern die geissel auf seinen schiffen mit in Dänemarck nahm, und sie hier und dar in Verwahrung setzte, da denn dieser Gustavus seinem verwandten, Erich Bauer auf Kalloe, zu verwahren gegeben wurde, bey 6020 Reichs-thaler strafe, wenn er ihn davon kommen liesse. Allein im folgenden jähre entwischte Gustavus, und weil damals gleich die Inländische ochsen heraus getrieben wurden, so hielt er sich zu der fuhrer com- pagnie, und kam mit solcher maxier nach Lübeck. Unterwcgcs gieng es ihm schlecht genug, und muste er es vor das höchste gluck schätzen, daß er einstens auf einem elenden bauer-wagen unter etlichen bunden stroh verhüten können, daß man ihn nicht wieder ertappet. In Lübeck würbe es ihm nicht viel besser ergangen seyn, maßen ihn Erich Bauer dahin verfolgte, und wieder ins gefangmß ziehen wolle. Allein der Bürgermeister Gröms nahm sich seiner treulich an, und hielt ihn etliche monate verborgen, bis er nach Schweden überkommen kunte. Als nachgehends sein vater m dem bemeld- tem blut-bade sein leben lassen müssen, und stine mutter m Verwahrung gesetzt worden, hielt er sich bey den Dalekerls, welches die Schwedischen berqleute gegen Norwegen zu sind, Nicht ohne gefahr auf. Denselben wüste er Christiani grausamkell, und was rhr va» terland ferner zu gewarten hätte, dergestalt vor äugen zu stellen, daß sie ihn zu ihrem Haupte aufwarffen, und gut und blut vor dlL freyheit von Schweden bey ihm aufzufetzen versprachen. Aus diesen bekam er einen ziemlichen anhang, der von vielen, so Chrtstia- nus rur strafe aufzusuchen befohlen, vermehret wurde, darbey hm andere mit geld und sonsten vor,chub thaten- Wiewol nun Cbristianus um Gustavi vorhaben wohl wüste, achtete er doch tzl. ches, als ein Herr von dreyen Königreichen, und der alle schlösser von Schweden in seiner gemalt hatte, sehr geringe, und schickte k24 gus den seinen unter Sören Norby nur einige wenige völcker, und zwar allzu späte, zn hülffe. Hiedurch bekam Gustavus bessere gele» genheit, daß er an. i? 21 die beyden kupffer-berge, und so ferner die in Helsing, Gestrick und Angermannland samt Medeipad an sich ziehen kunte. Nach diesem wendete er sich gegen Westmannland , Nerick und Wermcland, da zwar sein voraus geschickter Hautptmann, Peter Ugla, zu Köping mit den seinigen von den Dänen überrumpelt wurde, jedoch gieng Gustavus mit ->000 mann auf Westeraas loß, und schlug den Dänischen lehens-mann daselbst, Heinrich von Melen, zum andern mal in die flucht, von bannen er seine zugethane nach Nericke, Südermannlanv, O- ster-Goth-und Upland ausschickte, die überall grossen zulauff bekamen, ohngeachtet sich der Ertz-Bischoff, Gustav Trolle, mit allen kräfften widersetzte, und das Reich den Dänen erhalten wolle, was mich Gustavus ihm vor gute Vorschläge that, ihn auf seine und des Vaterlandes feite zu bringen. Aber der Ertz-Bischoff suchte ihn vielmehr zu Upsal zu überrumpeln, und hätte ihn bey nahe ertappet, wo er nicht in den wald cntrunnen wäre. Jedoch bezahlte Gustavus den Ertz-Bischoff wieder, da er sich nach Stockholm zurück begab, so, daß er kann, den sechsten theil^einer leute mit sich dar- von brachte; und wicwol er dieses mal Stockholm nicht erobern kunte, sondern sich mit schaden von bannen zurück ziehen muste, so verstärkte er sich doch indessen so wohl durch die Lübecker als andere im Reiche. Dieser fortgang schmcrtzte den König Christian»», dermassen,daß er Gustavi Mutter und 2 schwestern von Stockholm nach Coppenhagen bringen, und ungeachtet seine gcmahlin darvor bat, sie allda in ein schlimmes gefängniß werffen, auch elendiglich zu tobe quälen ließ. Den andern gefangenen Schwedischen weibcs- personen ließ er leinswand ins gefängniß werffen, daraus sie möchten sacke machen, worinnen sie bald sollen crsäuffet werden. Doch ließ sich Gustavus dadurch von leinen, vorhaben gar nicht abschrecken, sondern bericffdie sämtlichen Stände nach Walsrena, welche ihn den 24aug.an. ,52, cinhälig zum Reichs-6»uves,ic»-.erklärten, ihm treue schwuren, auch Hoffnung zur crone machten, und alle hülffe zu des Vaterlandes befrcyung zusagten. Hieraufbelager« te er Stockholm abermals vergebens, als welches im folgenden jähre entsetzt ward, wie denn auch Sörei, Norby Gustavi lcutcn nicht wenig schaden that- Diesen zu ersetzen, belagerte Gustavus mit neuen völckcrn Stockbolm, erhielt auch von den Lübeckern einige schiffe, welche ihm gute dienste wider die Dänen thaten. Weil hierauf die Dänen selbst Christians allen gchoriam aufsagten, bediente sich Gustavus dieser gelegcnheit sehr wohl, bemächtigte sich des Königreichs Schwcdcnvollends, ließ auch durch LarßSiggc- seu Wyck eine Provintz von Norwegen einnehmen. Daranfwnrde ein Reichs-tag zu Strcgneß gehalten, da Gustavus den Reichs- Nath, so durch Christiani morden gantz verringert war^ ergantzte, hingegen wurde ihm den, 17 jun. an. 152; von den Standen die Königliche würde aufgetragen, und beyderseits eine eydliche Pflicht abgelegt. Nach diesem forderte er Stockholm auf, so nun keine hulge mehr zu gewarten hatte, da denn zwar endlich die desatzung, die stabt und das schloß sich an die Lübecker ergab, in Hoffnung, selbige würden es den, neuen König Frtdrich von Dänemarck liefern; diese aber übergaben es ohne schwürigkcil an Gustavum, der allda mit grossen frcudcn seinen cinzng hielt. Diese dienste aber rechneten dieLübecker vor 60000 marckmnd weil man sie „ichtglcich bezahlen kunte, so bewilligte man ibncn sehr grosse freyhcitcn in Schweden, wiewol es in die länge keinen bestand hatte. Weil auch die Reichs-c ->72 gantz crschövffet, legte Gustavus der cleriscy scarcke schätz,»,gen auf, um die soldaten davon zu bezahlen, und suchte also ihnen ihren überflnßigcn rcichthun, zu nehmen, indem sie nicht allein die besten einkünffte des Reiches, sondern auch die besten schlösser innen halten. Dieses verdroß die Geistlichen sehr, und sonderlich den BischofsBrask von Lincövmg, der die andern wider den König anhctzte, und ihn bey des Pabstes neu-ankon,inendem Gesandten Johanne Magno, wegen ge-tzes und kctzcrcn verklagte. Der BisthoffPeter zu Westeeaas suchte dieDalckerls und berglcüte wider den König aufzuwiegeln; allein dieser kehrte sich nicht dran, danckte die fremden soldaten ab,behielt aber die besten, und schickte ein auserlesen Heer nach Bleckingcn, nahn, selbiges land, ein, schickte auch König Fridrichen von Dänemarck 17 schiffe zu hülffe, um Vorholn, einzunehmen, worauf er selbige in Finnland sendete , da sie vollends alle platze unter seinen gehorsam bringen mustcn. Damit er nun auf selbiger feite sicher sein, möchte, machte er mit den Russen auf etliche jähre stillstand. Um selbige zeit hub die Lutherische lehre in Schweden an sich mehr und mchrauszubrcite». Selbige war anfangs durch dieTcutsche kaufleutc nachStockholm, Süderköping und Calmar gebrach^ worden, wie auch Lurch die Teutschen soldaten und verschiedene Schwedische studcntcn, welche zu Wittcnberg stndirt,worunter w.Olaus Petri aus Neuen,der einige iahreLutherun, gehöret,der vornehmste war. Weil nun der vor - nehmste ^rcKiciisconiir.Lars Andersobn,selbiger beyfiel, ließ sich Gustavus von ihn, unterrichten, und machte ihn zu seinem Hof-Cautz- ler. Da er auch innen wurde, wie einige Fürsten in Teutschland solche lehre angenommen, und vor sehr gut hielten, daß man den Geistlichen den allzu grossen rcichthnm beschnitte, gieng er damit um, wie er dieselbe in Schweden einführen möchte. Hierwider setzten sich die Bischöffe aufs äusserste, unter welchen Johann Brask zu Lincöping der hcfftigste war, so die andern Bischöffe stäts anreitzctc, des Lutheri lehre zu widerstehen ; auch schickte der Pabst beshalben seinen Gejandteu,Johannen, in Schweden , um diese neue lehre auszutilgen, und zugleich des Ertz-Bi- schoffs Gustav Trolle, und der enthaupteter Bischöffe fache eigentlich zu untersuchen. Dieser verlangte von dem Könige, er solle die alte religiou nicht verlassen, die Lutherischen nicht hegen, die k-rchen chker schätze mcht entblößen, und ein Nest unterschreit. darinnen den Schweden bey verlustlihres guts und lebcns »ert ten wurde, Lutheri Meynung anzunehmen, und seine bi-cber sen. Weil aber dieser Johannes dem Könige durch dLl ger zu sehen schiene , machte er selbigen zum Erh-Bischvff, unu beiM überall dsi stellen mit Lutheranern. Nachdm, A nu,,T Bischöffe auf der art abgemietet,, nahm er sich vor, Gob land wieder an Schweden zss bringen, aus welcher insu Sörei, Norby , Komg Christians beständiger anhänge,-, den see-fabm," den grossen schaden that, so, daß dieLübecker dem KönigG - stavo sehr anlagen, solchen zug vorzunehmen. Dieses nun au - zufuhren wurde Bernhard von Melen verordnet,welcher auch das platte land bald eroberte,und die stadt Wisby nebst dem scklo-r belagerte , daraus sich Sören Norby tapffer wehrte. Als er aber sahe , daß er der Schweden gemalt in die länge nicht widerstehen kunte , ergab er die msul an König Friedrich von Dänemarck mit den, beding, daß er selbige als ein lehn von ihm besitzen, und wider die Schweden schütz gemessen möchte. Dieser wolle zwar mit Gustavs nit öffentlich brechen,hatte aber auch gerne Gothland gehabt, brachte al,o zu wegen,daß wegen selbiger insul eine zusamminkuuff zu Malmo mochte gehalten werden. Als Sören Norby von diesir zusammenkmmt Nachricht erhielte, beredete er Bernhard vsn M- len, seinen alten bekannten, daß er die belagerung aufhübe, und mit ihm, ohne wissen Gustavi und mit grossem Unwillen der Schwedischen armee, einen stillstand ausrichtete. Allein König Gustav, nachdem er zuvor mit seinen Räthen zu Jencöping die jachen überleget, und sich ,atlsame geisse! geben lassen,erwiese zu MalmL,daß die Vereinigung der z Reiche den Schweden zum höchsten Nachtheil gereiche,und das Gothland,Blcckingen,Schonen,Lüster,lbueu und Hailand den Schweden zukämen. Als man sich aber hierüber nicht vereinigen kunte, wurde endlich beliebet, daß die bansee-.stadte schlichen,welche vielen unfug anficngen; die Catholisch-gesinuetcu sitzten sich ihnen nicht entgegen,und die Lutheraner sahen durch die fingcr. Weil aber der gemeine mann einen aufstand erregte, machten sie die Dalckerls aufrührisch. Allein der König ließ, als -r nach hauß gekommen war, die vornehmsten von dicsiu leuten, Melchior Rnig und Knipperdolling, bey dem kopssnchmcn , und aus dem Reich -cicgwen. An., 52z machte ihm Bernhard von MLu viel z» thun,welcher ihm Calmar vorenthielte, auch erregten sich die Dalckerls und die Bischöffe, welche nicht zufrieden waren, daß der Pfarrer in der grossen kirche, Olaus Petri, sich öffentlich träum von den streitigen lehr-punctcn angestellet,in welcher auch die Übersetzung des neuen tcstaments , so Olaus gemacht, angenommen wurde. Der König legte hierauf du-, Geistlichen schwüre gelb- summen auf, worüber es grossen tumult gab, und ob gleich der König eine andere ansetzte,wollen sich doch dieCalholischm nicht einlassen. Die Geistlicheuhmgegen wurden sehr übermüthig, wie denn auch der Ertz-Bisihoffron Upsal bey einem bsE-auf einem gleich hohen stuhl mit dem König saß, auch besser sildcr- geschirr als der König samt eigenen munb-jchenckcn und vorschim- deru hatte, und im zu-trincken sich oiesir redcns-an gegen dem König gebrauchte: unsere Gnaden / bringen es Eurer Gnaden ; worüber denn die Hofleute ihren spott trieben. Mau hetzte aber eines baurcn söhn,Hans genannt,auf,der sich vor Stccu Stures söhn, Nils Sture, so vor einem jähr bereits verstorben, ausgab. Dieser fand bey den Dalckerls groß gehör, und machte dem König viel unruhe, zumal ihm auch der Bischofs zu Druntheim in Norwegen unterschlauffgad. Allein, weil der Rath au sie schrick,. daß keiner aus ihrem mittet dem erdichteten Sture anhangen würde, gaben sie sich zur ruhe. Jedoch hatte immittelst der fälsche Sture, den man insgemein den Dahl-Juncker ncnncte, bey den Norwegern ziwlichen bcyfall bekommen, denen er zusagte Wyckwiederzu geben, wenn er durch ihre hülffe das Königreich Schweden erM gen könte,welche ibm auch einige völcker gaben, und solche zu erhalten versprachen. Der König Friedrich von Dänemarck sahe hierzu durch die fingcr,weil er »erhoffte,nicht allein Wyck,sondern auch gantz Schweden darvon zu tragen , wenn Gustavus mit innerlichen kricgcn verwickelt würde. Als indessen Pabst Clemens V 11 von des Kaysirs Caroli V völckern auf der Engclsburg zu Rom belagert wurde, nahm Gustavus der gelegenhett wahr, und suchte der reichen clcrisey mitte! zu beschneiden, und ihrem um-ubigeu sinn zu stcuren, setzte auch zu dem ende einen Reichs-tag zu Mllcraas an. Der gemeine mann war zwar durch die Catholischen tz-hr m- gewickelt,als welche grosse beschwärde sühreten; allein als der Ko» nig dein volck der Geistlichen ungebührliches verfahren und »vermuth vorstellcce, gaben sie sich zu stieben. Indessen stcllete der König den Ständen vor, wie alles unhcil von den Pfauen berruMc, und daß silbigc die besten cron-gütcr an sich gezogen hatten, verlängere also, daß die clerisey, was über ihren nöthigen nntcrM wäre, wieder an die Cron geben möchte, auch daß dkeiemgeilMw- güter, so nach König Carl Cnutsons an. -454 gehaltenerliiitmu- chung an die Geistlichen geschencket worden, andrerem cn ewen wieder zurück gegeben würden; versprach hingegen , dem vomm schatzungen zu verschonen; barbcy forderte er die lchlssservolio Biscböffen ab, und verboth, die conllrmsrion geistluher dieM dem Pabst zu begehren. Allein,weil der cleristy dieses nicht anil de, auch die weltlichen theils sechsten keine lust darzu hattm, m uu es dem König dergestalt, daß er ausstund, und sich von dem k guf stchen amt absagte,mit begehren,man solle ihm die dott stillen eigenthümlichen gütern angewendete Unkosten zur befreyung des Reichs wieder abstatten,alsdenn wolle er gerne aus Schweden ziehen, und nie wieder kommen. Er verfügte sich damit aufs schloß, und machte sich 4 tage mit seinen kriegs-leütcn lustig. Die Stände wurden darüber sehr bestürtzt, bis aufden Reichs-Marschall, Thuro Jo-> hanson,welcher vorgab,man solte ihm doch nicht Luthers lehre auf- zwingen. Als nun die Stande mittlerweile diesen Handel überlegten,funden sie auf zusprechen des CantzlersM. Lars Andersens,und ri.Mäns, Bischoffs zu Stregues, kein anderes Mittel, als sich nach des Königs willen zu bequemen. Man beredete auch den Reichs, Marschall, sich in die zeit zu schicken, und die Stockholmer erklärten sich vor den König. Als nun die Stände sich nach desselben willen beqnemeten, und ihn zum öfftern um gnade baten, kam er von dem schloß wieder zu ihnen herunter;!»« wurden nun alle guter, so von an. 1454 an die Geistlichen geschencker worden, rcöuciret,die kostbaren mobilien aus den Archen und klöstern an die cron gezogen,die überflüssigen glocken von den kirch-thürnen genommen, und die Lübecker damit bezahlt; die Bischöffe musten ihre schlösset her, geben,die heilige schlifft muste in den schulen vorgelesen, die Archen mit Priestern versehen, und die cLno»,»te ohne des Königs wissen nicht vergeben werden, die layen sollen nicht mehr unter der Geistlichen gemalt stehen, und im gantzen Reich solte Lulheri lehre gepredigt werden. Hierdurch nun hat der König die Königlichen eiukünjste nicht wenig vermehret. Zwar waren viel von den vornehmen übel damit zufrieden , daß sie nicht auch eine oarrion von diesen gütern bekamen, und stellten deßwegen dem König öffters nach,deren anschlage aber allezeit mißlungen. Mittlerweil empörten sich die Dalekerls auf der Bischöffe verhetzen wiederum, deswegen ließ der König ihnen durch seiner mutier schwester, so des rechten Stures mutter war, zuschreiben, und sie zum frieden ermähnen Weil sie aber an diesen brieflich nicht kehrten,schickte er eine grosse armee gegen sie, worauf sie eine stillstand begehrten,und dL König gehorsam zusagten, wofern er ihren aufstand verzeihen, dem Iuncker Nils einen sichern abzug verstatten, Lutheri lehre ihnen nicht aufdringen, keine bunten und zerfetzten kleider mehr an sich und feinen bedienten brauchen, auch bewilligen wolle, daß, die am freytag fleisch äffen, möchten verbrannt werden. Mein der König bewilligte nur die 2 ersten stücke, und der falsche Sture packte sich nach Norwegen, von bannen nach Rostock, und ferner zu andern anhäagern Cbristiani. Unterdessen hatte der Ertz-BischoffJohan- nes kUZnus M Pohlen wegen des Königs Sigismundi lochter, Hedwig, vor König Gustavum geworben, in welche heyrath endlich der vater nebst einem braut-schatz von 100200 ducaten gewilli- get, iedoch, daß König Gustavus Lutheri lehre absagen und die alte Cathslifche religion behaupten solle; welche vedingung aber Gu- siavus rund abschlug. Weil auch dieser Sigismund wegen der mutter von dem König Waldemar adstammete, trugen sowohl dieser Ertz'Bifchoff als andere mißvergnügte Herren in Schweden ihm die Schwedische cron zum öfftern an , die er aber wegen entle- genheit ansschluq. Hierauf ließ sich Gustavus den la'febr. an. i?28 zu Upsal crönen, bändigte die unruhigen Dalekerls, zog darauf in Helsingland, und straffe die vornehmsten um geld, ließ auch die ansehnlichsten von der clerisey zu Orebro zusammen rnffen, auf welchem Onvem des Königs Cantzler das MrEonum führte, und wurden hiestlbst die meisten Catholifchen lehren abgeschafft, und die Lutherischen hingegen eingeführet, auch verordnet, daß bey jeder Dom-Arche ein Lutherischer viofeN»- 'KsoioffL solle bestellt werden. Als aber derjenige, so nach Skara verordnet war, mit erklä- rung des Evangelii Mattbäi anfangen wolle, ward er aufdes Bi- schvsss lind der vornehmsten voin Adel aus Wester-Gothland an- stifften fast erschlagen. Damit nun selbige den gemeinen mann wider den König aufrührisch machen möchten, beschuldigten sie ibtt öffentlich der ketzerey und anderer mißbräuchen, weßhalben er von dem thron zu sioffen , und die neue lehre abzuschaffen wäre. Unter diesen aufrührern war Thuro Iohanfon der vornehmste, so auch seinen söhnen in Upland zuschrieb, und sie ermähnte, daselbst einen aufstand wider den König anzufangen , beredete auch die Ost-und West-Gotheu zu einem gleichen tnmult. Allein die Königlichen Commissarien vermochten das volck, daß sie dem König von neuem gehorsam zusagten, jedoch, daß der alte glaube möchte beybehalten werden. Dieses bewog den Bischofs bn-gnum von Skara und Thuro Johanson, daß sie sich nach Danemarck begaben, allwo sie dem König Gustavs grossen schaden zufügten. Zu diesem schickte auch der König Friedrich Gesandten in Schweden, die Wyck gar trvtziglich wieder forderten,, welche aber der könig Gustav dergestalt abwieß, daß er sich erklärte, er wäre zum krieg und frieden bereit, hielt auch an. i z ry einen Reichs-tag zu Stregüeß, da er einige anfrührer hinrichten ließ, und den andern ertheilte. Als aber die Dalekerls sich unterstunden 12 manner aus jeder Provintz aach Arboga zu beruffen, um von des Königs Gustavi absttzung zu berathschlagen, ruffte er, dieses vorhaben zu unterbrechen, den ae- meinen mann und die sämtlichen stände nach Upsal, dahin er sich mit einer starcken armee verfügte, »nd ihnen die Ursachen, warum «solcheäusserste mitte!brauchen müste, vorhielt. Als sie sich noch storrjg erzeigen,machte er mine,aufsie fcuer geben zu lassen,dadurch sie erschreckt zu fusse fielen, und durch verbitte der Räthe p--- sich gleichfalls mit auswärtiger freundschaff zu verstärcken , Und hierzu fand er niemand bequemer, als den König von Franckreich» Anfänglich schickte er Nur seinen 8-cicrsi-ium dahin , UM einen commercien- ri-3Ä»>r zu schließe», daß die Schweden die Frantzöflschen Waaren, sonderlich salb und wein, hinführo nicht aus der Holländer, sondern unmittelbarer weise aus Frankösischen Hände» erhalten sollen. Dieses war den Frantzosen sehr angenehm - zu dessen zeiche« der König Franciscus I ihm eine parthey stütz zollfrei) auszuführen verehrte, und folgends einen commercien-rr->Äsi mit ihm aufrichtete. Hierauf,als sich Franckreich von dem zustand der Schweden wohl erkundigt hatte, schloffen sie den 11 in!, an. 1542 bis auf 2;ooo mann und 50 schiffe im fall der noth eine lleKnllv-M-nr mit einander, so aber keinen nutzen gehabt. Nachdem nun Gusta« vus die innerlichen unruhen mit grosser mühe gedämpffet, beredete er die Stände auf dem Reichs-tag zu Westeras, daß sie den 1; jan. an. 1544 das erb-rccbt auf die cron Schweben seinen männlichen erben auftrugen, und zu dem ende seinen Printzen von 11 jähren ihm zum Nachfolger erklärten. Wie sich denn auch Gustavus auf demselbigen Reichs-tage eydlich erklärte, bey der Lutherischen reli- gion vest zu verbleiben, selbige mit gantzen krafften zu schützen, uns keine andere im Reiche zu leiden. Hierauf beflisse sich Gustavus, das land mit nützlichen gebäuden zu zieren und zu bevestigen, auch die Unterthanen anzuhalten, daß sie selber schiffe bauen, und bis schiff-fahrten aufdiewest-see anstellen solten. An. 15?; fielen die Russen in Finnland ein, belagerten Wiburg vergeblich, und machten bald im folgenden jähr friede. Als seine andere gemahlt« Margaretha verstorben, vermählte er sich den 16 aug. an. i;;r zum dritten mal mit Catharina, Gustav Olassons ebenfalls oou» verneuis in West-Gvthland tochter. Nachdem er endlich zu emem hohen alter gelanget, gedachte er auch sein hauß aufs beste zu versorgen. Danncnhero er dem ältesten söhn Erich indessen bl« er zuk cron gelangte,Smaland und Oeland eingab; dem andern,Hertzog Iohannsen, gab er Finnland; dem dritten, Hertzog O- ster-Gothland und dem jüngsten, Hertzog Carl, Sudermannland, Ncricke und Wermeland.Weil nun sein ältester söhn ein absehen auf die Königin Elisabeth von Enqelland hatte, um selbige zu heyrq» ihm, hielt er den r; iun. an. 15 meinen Reichs-tag zu Stockholm, um selbiges werck mit den Ständen noch ferner zu überlesen. Hier- ll theil» Kkkk M 626 gus selbst wurde die erb-vcreinigung nochmals, wie auch das tekamcnt von den ständen conllr-iüret. In die Englische heyrath bewilligte endlich der König und die «stände,wiewoi gar schwärlich. Jedoch starb Gustavus darüber schon den 29 sept. nachdeme sein Cron- Printz Erich von der reiß nach Engelland auf sein begehren hin wieder nach hauß käme, von welchen! er eben so wohl als den übrigen Printzcn mit einem schönen nachklang abgeletzet, und ihnen allen so wohl das exempel eines rechten Regenten, als guten Christen hinterlasten. UiüoriL Qulluvi I. Locce»» biüoris 8ui.c. Lr« üiNoNLOuirävi I. concin. einicir. sn. 1702 p. iy;. bilb. Nes revvlurionslle Zuccle. Gustavus Adolphus / der Schweden/ Gothen und Wenden König/war den 9 dcc. an. 1594 früh um 7 uhr gcbohrcn.SclNva- tek war Hcrtzog Carolus von Südermannland/ so nachmals König wurde/ die Mutter Christinn/ Hertzoqs Adolphs inGonorp rochier.ES prophezcyete ihm der berühmte Tycho von Brahe gleich bey seiner gcburt eine crone/ ob gleich sein vaicr/ wie gedacht/ nur noch Hcrtzog war. Er wurde anfänglich vvnIohann Skytte/wel- chcr nachmals Schwedischer Reichs - Rath wurde / in den unterrichtet / aber von seinem valer noch gar jung mit in den krieg gcnommen/anchdeu24apr. an. i6n ausdem Rcichs-tagzuOre- bro von demselben wehrhafft gemacht. Hieraus hielt er sich m dem Dänischen krieg wohl/und überrumpelte mit 1500 reuternAvescher rnVlcckingen/ so nachmals Christianopelacuennetworden/ wo« selbst er grosse beut machte; Uberdiß bemächtigte er sich den 20 sept. mit hülff der cinwohncr der insul Oeland / griff das schloß Bor- cholm an/und bekam es ein- Als sein vater au- isn gestorben war/ führte indessen seine Mutter Christinn und der noch lebende velter/ Hcrtzog Johannes von Ost-Gothland/ von den Rathen aber/ Brahe/ Iticls Diclcke/ sewcdh Nibding/Iöran Gülden- stern/ HansUlfsvare und Axel Ochsenstirn die vormundschafft; es währte aber nicht viel über ein jähr/ so erreichte er das 18 jähr/ und trat also dicregierungan. iüi2selbsten an; doch wurde ernichl eher/ als den 12 ock. an-1617 zu Upsal gccrönct. Er hatte von sei» nein vatcrsonderlich diese2 femdeererbcl/ König Christianum IV in Däncmarck / und König sigismundum III in Polen. Erstlich führte er den Dänischen krieg / welcher aber nicht allzu gluck ich war/ indem die Dänen den Hafen Elfsburg/ Iencöping/ Gnlberg und Westerwyck nebst der insul Oeland cinbekainen/ ja so gar mit einer flotte bis in die schcercn vor Stockholm giengcn / biß endlich durch Vermittlung des Königs Jacobi aus Groß - Britannien den i9ian.an. iüi; zuKliärödh friedegcschloflen wurde/ in welchem Calmar/ Elfsburg / und Oeland gegen eine Million geldcs an Schweden renn» ret/ Soimeburq inOcscl/ dem König vonDäne- marck nebst einiger gercchtigkcit an die an Norwegen qrantzende Lappländer überlassen/ und darzu eine Million rldl. in etlichen ler- Minen gezahlt würde/ wie denn selbiger friede nachmals durch beyderseits Deputirte zu Helmstadt erneuert worden. Hieraus wandte sich der König Gustavus Adolphus mit gesaimcr macht gegen die Russen / mit welchen man wegen Lieflaud und Jngcrma,»stand noch immer zu streiten hatte. Nun war selbiger krieg durch den berühmten GeneralIacobum n- bißhcr mit guter acführet worden/indem dieschwcden an- lünKerholm/uudbald darauf die berühmte fcstung Neugart erobert/ auch da die Russen in Neuqart sich erkläret / des Königs bruder / Hcrtzog Carolum Philippum zu Südermannland / zum Groß fürsten von Moskau tu machen/ nahmcndieSchweden Noleburg/ Coporic/ Jama/ Augda und Jvanogrod weg- Weil es aber lang währte / ehe der Printz hinein kam/ und die Schweden Jaeodiun a-- sehr beneideien/wurdcn dlcMoscowitcr verdrießlich/ und erwählten einen andern Groß-Fürstcn/ namenllich Michael Födcrowltz. Hicr- auf beschloß er/ auf dem Reichs - rag zu Orebro sich in gute Verfassung zu setzen/ gicng an. 16,4 selbst wider die Russen zuseid/ machte mil erobcruug der stadt Narva den ailfang/ und belagerte an. 161; Plcskow/abcrvcrgeblich/da indessenJacobusa- 8000 'Russen bey Brunst; geschlagen. Weil aber der zustand von Schweden des Königs gcgenwarl nicht lang entbehren koute/kchrte er wieder nach hauß. Es ward auch an. i6i4Mttden General- Staaten der vereiniglen Niederlande eine.a„f ^ zahr/ so wol die Handlung als beyderseits hiilffssteistiing betreffend / geschlossen. Indessen arbeitete der Engclländische Abgesandte an einem frieden/ und wurden die zu Glebova / der häupt-tractataberzu Stolbova den 1; fcbr. an-1617 geschlossen/ wodurch Schweden die Provintzen Kcrholm undIngcrmaiinland bekam. In demselbigeu jähr liess er mit 18 schiffe» wlder die Polen in Lieflaud ein / und eroberte Pcrnau nebst der Dünamünder- schantz/ es wurde aber den 1 nov. an. 1618 ein stillstand auf 2 jähr geschloffen. Nach deren endiqung gicng er an-1620 mit emer ar- mce von 24000 mann vor Riga/ und eroberte solchen ort durch -cca-g,wandte sich hierauf gegen Curland/un nahm die Haupt-stadt Mitau ei»/ die er doch/ nachdem er auf ein jähr stillstand mit Polen gemacht/ wieder einräumte. An. 162; zog er abcrmal mit ;; schiffen aus Schweden/ lagerte sich bey Weichselmünd/ und ließ es sich zu einem krieg in Preussen ansehen/ es w«ud aber an. 1624 ein stillstand auf ic> monat biß zum letzten mertz an. 162; geschlossen. Bey ablauff des stillstandS segelte er mit 7^ schiffen nach Lieflaud/ bemächtigte sich daselbst Kockcnhauscn/ Dörpt und anderer geringen örtcr/ gicng hierauf in Lithauen/ nahm Bussen ein/ und von dar in Curland / schlug auch unter dem General Graf Gustav Horn und Grasen von Lhurn die Lithauer unter dem sapieha in einem harten treffen bey Walsou in Semigallien. Als sich nun dcrKonig Siqisinuiidns in Polen aufkeilte ivcise bequemen wolle/ kam er unversehens mit einer flotte von 80 schiffen/ so 26000 mann aufhatte/ in Piliau an/ allwoervon dem Commendamen willig gus auffgcnommcn wurde; eroberte hierauf Braunsberg / berg/ Elbrugen/ Martenbnrg/ Mewe / Dirschau/ Tu ^ Chl lstburg samt dem grossen und kleinen Werder ohne imM Di- Polen wurden mit Verlust4°o° mannvonMarienburq wegM la. gen.Sie belagerten hleraiMewe/wurben aber edenfallSmltW abgetrleden.Er glcng nach diesem zurück inschweden/kamabeim! - 627 mit mehrern rrouppen wieder an/ -o-ni,n.rwde,i Preusi w» kneg/erobertedle kleinenWerder beyDantzig/wurde aber/indr m -r selber die zugange r-cognodcwen wolte/ mit einermußgueten-kiMl m den bauch/ und rn dem treffen bey Dirschau in den arm M ob sen. Hierauf wurde zwar durch Vermittlung der HollandD Gesandten in dem lager bey Dirschau an einem lähtlge, 8 stand gearbeitet / welcher auch schon aus dem schluß stund > all in dle ailkunfft der Spanischen Gesandten/ welche dem König von Polen alle hulffe versprachen / und mit 24 kriegs. schiffe,, «M i2°o° mann m schweben übersetzen wollen/ war ursach/ daß man selbtge abbrach/ wiewol sie das versprochene Nicht leisten kom-ii An- 1628 kam er zum dritten mal in Preussen / nahm auch die stadt stralfund m Pommern wider den Kayser Ferdinand»«,!! rn fchutz/ und cominmrw den Preußischen krieg mü gutem M/ odschon die Polen durch den Kayserlichen succurs unter dem Gene. ralWaUknsteinundArnheimstarcker wurden. Er legte hieraus« seiner kriegs-schiffe vor der Dantziger Hafen/ welche aberdieDan. tziger wegschlugen/ erhielt hingegen zu land einen herrlichen sieg/ daß zooo Polen auf der stelle blieben. Er überrumpelte hierauf Neuendurg/worlnncn die Polen ihren meisten und i-^-s samt emer summa gelds von 6 tonnen golds hatten/ welches aber die Polen wieder cindekamcn/und fast alles wieder «hielten. Die letzte war an. 1629/ da schlug erstlich der Schwedische General Hermann Wrangcl bey Gotzno ;ooo Polen wd/ und nahnnhrer 1002 gefangen. Bey der Haupt--Äion aber/ djezwl. scheu Sturm und Marienwerber vorgieng / war der König seldji zugegen/ schlug die Polen; mahl nacheinander/ gerieih aber da. deyinlebcns-gefahr/ dergestalt / baß ihn ein Pole schon bey dm degen-bchcnck halte/ welches er aber über den kopffstreiffle/ und nebst dem Hut im stich ließ; ein anderer faßte ihn bey dem am/ ward aber von einem Schweden von dem pferd geschossen. End. sich wurde durch Vermittlung Königs Ludovici XIII in Fran^ reich und Caroli 1 von Engclland der sechs-jährige stillstand biß m dcn jun. an. i6z; geschlossen/ krafft dessen der König in Schwe. den den Polen Brodnitz/ WorndiS/ Mclsack/ Stuin und Dir» schau wieder einräumte/ Meine!/ Pillau/ Eldingen und Brauns, berg aber/ nebst dem/was sie in Liefland hatten/ behielte. Marien, bürg wurde dem Churfürsten von Brandenburg in Verwahrung gegeben/ dergestalt/ daß er die reuten desselbigen Werders in deß Königs von Polen raffe liefern/ und das schloß und die stadt samt Dirschau / wo mmittelst nicht völliger friede geschlossen würde/ den Schweden wiederzustellen solle. Nachdem er wiederinSchwe. den zurück gekommen war/ und wohl sahe/ daß KayserFerdj. nandus II sich indessen anderost- sec suchte festzusetzen / und er dereinst eine vtirc von demsclbigen zu gewarten hätte/ reioivirle er den krieg in Deutschland/ that incozMcü eine reise dahin / und machte sich selbigen zustand bckandt/ versuchte aber indessen/ ob die such zu einem vergleich zu bringen wäre/suchte banne,ikero auch den zwischen dem Kayser und dem König vonDäneniarckan.iSr- zu Lübeck angesetzten tractatcn durch Gesandten mit beyzuwohnen/ wurde aber abgewiesen. Es wurden zwar an. i6;o zu Dantzig neue tractatcn gepflogen/ sie zerschlugen sich aber vergeblich. AIS er sich indessen mit Franckrcich / Engclland und Holland in-m-°- cingelaffcn/ setzte er seine gemahlin zur Regcntin des ReichS/ und erklärte seine lochtet' Christinam/ wenn ihm etwas menschliches begegnen solle/ zur rechtmäßigen cron-crbin. Hierauf segelte er mit 92 compaguien zu fuß und iscompagnien zu pferd in Tcutschland. Über die infanlerie war Johann Bannicr General/ und Leonhard Torstensohn Feld-Zeugincister; jedoch wurden diese völckcr durch die rcgimcnter/ so in Preussen und an andern orten geworben waren/ sehr vermehrt. Er kam also den 241'uu. an- 1H0 glücklich unter'Rüden an/ und setzte das volck aufUsedom aus land/worauf/ wie auch auf Wollin dic Kayserlichen ihre umhabende schantzen verliessen. Hierauf segelte er mit gutem wind über das hassvor Stetin/imd ob gleich dcrHertzog Bogrslaus von Pommern schwu- rigkcit machte/ ihn daselbst einzulassen / muste er doch nach vorher gepflogenen tractatcn in stetin Schwedische besatznng einnehmen. Unter andern! hatte sich der K önig vorbehalten / daß im fall ihm/ dem Hcrtzog/ etwas menschliches zustieß/ der König und die croii Schweden recht haben solle/ das Hcrtzogthum so lang in ic-mciim zubehalten/ biß der streit ausgemacht/ und bieunköstendes kriegs ohne beschwärd von Pommern wieder erstattet worden. Nachdem er nun die Kayserlichen hin und wieder in Pommern geschlagen/ und sich dieses Hertzogthums demcistert/ brachte er den krieg.m das Hertzoglhum Mecklenburg/ bcfrcyctc selbiges von denKM» lichcn völckern/und setzte die beyden vertriebene!! Hertzoge/ Adolph Friderich und Johann Albrecht/ wieder ein. AIs er von danneii zurück kam/schlug er dieKayserlichen aus Grciffenhagen imdEiarh/ und jagte ihnen einen solchen schrecken ein/daß sieHinker-Pommem und die neue Marck verliessen/ und sich in Landsbcrg und Mlicr- fürt an der Oder zogen. An. 16; 1 schloß er den i;jan.die^>»^ mit Franckrcich / woran lange zeit war vergeblich gearbeitet worden/ vermög welcher er jährlich 402000 rthl. siibsidieii-geldei' o ; kam/ gleichwie er auch hernach mit Engelland gethan. Hierauf machte er sich nach und nach von gantz Pommern meister/ u»o °o ihm gleich der Kayser den General Till» mit seiner armee cniciGN schickte/ koute er doch nicht viel ausrichten. Titln/ damit erden König aufs ebene feld lockte/da er ihm vermeynte überlegen zm M siens Zurück/und belagerte Magdeburg. Allem der Kömg/ der sich zuvor den rücken frey machen wolle / gütig vor Franckfurt an der Oder/ und eroberte es mit stürm/ bekam Landsberg mit Lccma ein/ erhielt von Brandenburg die paffe über die Havel und Oder/ Svandau und Cüstrin/ suchte sich mit dem Churfürsten vonSach- sen an der Dcffaucr-drücke zu c<>,>iunZ>ren/ und alsdenn Magde- bürg zu entsetzen; weil aber der Churfürst nicht wölke/ muste er es geschehen lassen/ daß dieselbe stadt den :8 may an-16;, mit stürm erobert wurde. Ergieng hieraufzurücknach Pommern/ nahm Gryphswald ein/ siel des Tilly vvr-"ouppe„ bey Wolmcrstadk an/ und ruinirtc ihm z regimenter zu Pferd. Darauf lagerte er sich bey Werben/ und rückte zwar Tilly wider ihn/ konte aber nichts aus-, richten. Als aber Tilly mit 40000 mann in die Chur-Sächsischen lande emsiel/ bath der Churfürst/ der mit seinen völckern bey Torgau stund/ den König um hülff/ welcher nach vorher geschlossener aiiisn- seine armec/ so aus 1 zooo mann zu fuß und fast 9000 mann rentern bestünde / bey Wittcnberg über die Elbe führte/ und sich uitden Sachsen bey Dieben conj-wg'rte. Hierauf kam es den 7 ept. an. i6z i bey Leipzig zur schlacht/ in welcher derLissy aufs jaupt geschlagen wurde. Nach selbiger schlacht nahm der Kö- ÖMiiheim/ Mayntz/ Hanau/ Franckfurt am Mayn nach einander ein/ nahm auch die stadt Nürnberg in schütz/ verglich sich mit Ulm und Straßburg/ und bemächtigte sich unterschiedener ör- ter/ worunter auch Wißmar/ durch seine Generalen/ dergestalt/ daß er von allen platzen biß nach Coblentz und an die Mosel mejstcr war/ wie denn auch Speyer/ Landau/ Weiffcnburg und Mannheim in seine gemalt kamen. An. iüz 2 vergönnet«: er Chur - Trier die »smrLMät/eroderte Creutznach/ Braimftlß/ Bobenhausen und Kirchberg/ jagte den General Tilly aus dem Dtlfft Bamberg biß an die Donau/ eroberte Douawerth / und als die Libyschen und Bayerischen volcker ihm den paß an dem Leck-fluß wehren wollen/ schlug er sie daselbst/ nahm Nenbnrg an der Donau/ Freysingen/ München und andere örter in Dauern ein / konte aber Ingolstadt nicht erobern/da ihm durch eine stück-kuge! das pferd unter dem leib tod geschossen wurde. Angspurg ergab sich ohne besondern widerstand/ und der König ließ selbiger stadt bürgersschafft sich und der crsn Schweden sschworcu/ wodurch er groß aussfthen im Reich machle.Er wandte sich hinmächst nach Nürnberg/und bestürmte des Wallensicms lager / muste aber mit verlast 2000 mann wieder abziehen. Er wandte sich daraufwteder nach Bayern/ weil die ve- siung Rain verlohren worden war/die er aber bald wiederum ein- dckam. Weil ihm indessen der Churfürst von Sachsen einen -ou, »i-r nach dem andern schickte/ indem Wallenstetn mit seiner gan- tzen macht auf ihn angerückt war/ kam er demselbigen zu hülff/ da es denn den 6nov. an. i6zr bey Lützeu im stifftMerseburg zu einer Wacht ausschlng/ darinnen erstlich die schwedische infanterie des fetudes t>rrzii>on- mit grosser kapffcrkcit über den Haussen gc- wvrffen/ und die feindlichen stücke erobert. Als aber die rcuterey so geschwind nicht über den graben kommen konte/ ritte der König vor das Schmaländische regimem/ und vermahnte selbiges / ibin zu folgen/er selbst aber setzte nebst Hertzog Frantz Albrecht von Sachscn-Laucnburg und ein paar leib - knechten voran / und verrohr sein leben/ ehe seine leute nachkamen. Wie er eigentlich geblieben/ wird auf verschiedene art erzählet- Von einigen wird gemeldet/ daß ihm besagter Hertzvg Frantz Albrecht in der conüMon von hinten her den rest gegeben / welchen die Kayserltchcn darzn vermocht. Von einigen neuem aber will angeführt werden/ daß/ als er im -ccc>F,iol'cg>en sich allzuweit gcwaget / sey er bey dem damaligen nebel/ entweder aus versehen/ oder/ wie andere meynen/ aus verräthercy einer Person/ unter denen/ so ihn begleitet/ auf einen lroupp Kayserlicher enraßirer qestoffen / da denn der Obrist-Lieutenant Moritz von Falckcnderg ihn zuerst mit dem pistvhl durchschossen/ aber sofort selbst wieder erlegt worden. Ein anderer aber/ namens Johann Schnecberg / aus dem Paderbornischen von Bockendorp gebürtig/ soll darauf den! König den degen durch den leib gesioffen/ ihn vom pferd gemorsten/ und eine güldene kette/ so seine nachkommen noch heut zu tag zum andenckcn auffheben/ von dem half gerissen haben; wiewohl noch immer dahin stehet/ ob nicht diese ketten anfallen fall einer andern vornehmen Person scye abgenommen worden. Eine viel gemeinere und von niedrem be- siattigteerzchlungist/ daß/ als der König die geringere wunde Empfangen/ und sich gedachte gegen seine lenke / welche nach und nach über den graben setzten/ zurück zu ziehen / wäre ein Kayserlicher curaßterer auf ihn zugermnt/ hätte ihm seinen carabtner an den leib gehalten/ und ihn also durchschossen; woraufer von dem vftrd gefallen / und hernach noch auf dem bodeu ligend (als diese post sich von beydcy feiten angemeldet/und um seinen leib ein ernstliches gefecht entstünde) noch mit vielen stichen/ obwohlen allem ansehen nach schon tod dnrchstossen worden; die semige/ so seinen leidigen znfall anfangs darauf schlichen komm / weil sein pferd iml gelösten Pistolen auf sie zurück käme/ wurden deßwegen nicht verzagter/ sondern nur grimmigcr/daß sie den feind mit desto grösserer fürte angriffen / und endlich den völligen sieg darvon trugen. Sein lelchnam wurde anfangs nach Naumburg und Wittenberg/ fvlgcnds nach Wolgast m Pommern / und von dar in Schweden nach Stockholm gebracht/ woselbst er den -2 jun. an. i6z4 in das nutz vor seiner abreise tnTcuisckliMd ünfseinc verordmmg auffge- ttchletc nme begräbniß eingesmcket/ und ihm folgendes cpMMum gesetzt wurde : in -wAuli/is ink-avic, tioüos prollravif > piocscem smzvlr, re^ttum (HIztLvir, Suecns exLlksvir, oppreNns I tzersvik, n,c>- ricns rrmmpiiLvi't. Ex hgt die btbcl aufs neue in Schwedischer Maach übersetzen lassen / die Universität zu Upsal mit vielen ein- kunfftcn verbessert/ auch mit sti?e»-iils reichlich versehen. Nicht mc- Dörpe in Liefland eine neue hohe schule - wteanch in Lappland eine schule und 4 gvmnLllL, als zu Srregnes mWestermannlano/ zu Abo ist 8 u"dzu Lliicop!NHtnOst-Gothlandauffgerichtet/ auch das Schwedische recht e.«-°mre,l lassen. Jngleichm hat er die; coMgm des Reichs/ als der jusutz / des kriegs / der admiralität - des eaneellarra^ und derkammer eingeführt/ daß also die höchste au orttat mz Obcr-Rathcn / als dem Reichs - Drozet / Reichs» Feldherrn/ Reichs- Admiralen/ Reichs-Cantzlern und Reichs» Schatzmeistern bestchen solte. Er vermählte sich den 2° nov. an- 162° imtChurfutstJohannis Slgismundi zuBrandenburq Prin» tzeßm/ Maria Eleonora/ mit welcher er erzeuget Christinam / sss an. 162; gebohren / und tu selbigem jähr wiederum verstorben- Die andere tochter/ so ebenfalls Christtna genennet wurde/ kam den 8 dec. an. 1626 auf die Welt/ und hat ihrem valer in der re» gierung Mcc«-c!>ret. Jngleichcn hat er einen »Nächten söhn / Gu- siavum Gustavsohn/ Grafen zu Nicstadt und Wasaburg / hinterlassen/ von welchem hernach. Erhalte eine breite stirn/ ein schon und rochllch antlitz/ ordentliche >ine»menten und funckelndß äugen/ womit er aber nicht allzu scharstsehen konte. Daneben wül' el.' Iclng VON stfltln.* / schiMl und wo! Seit" ge» berden waren majestätisch/ sein leib starck/ und zur arbeit ausge- härtet. In semem wandci bezeigte er sich wachtsam/ freygebig und andern zum exempel gottseclig. Er ließ jederman leicht vor sich / und war ein feind der ceremonim und complimente». Nebst diesem hatte er einen vorkrcflichen verstand / wüste von allen dingen wohl zu urtheilen/ eine scharffc einbildungs-krafft und ein unvergleich- ltch gcdachtniß. Solche natürliche gaaben wurden bey ihm ferner sezieret durch die erkämniß unterschiedlicher wissenschafften / als der mathematir/ poltkic nnd Historie. Insonderheit laß er c>cuz. als Kriegs-Held. Sein lager war allezeit so wohl «orritzcirek und verschantzet als eine feste sind,/ nachdem es die geleqeuhcir des vtts leiden wo!te/so/daß er allezeit in einem vorthellhafftigm stände; sich befand / den feind entweder anzugreiffen oder sich zu wehren« Sciiie armec lebte so gar auch des winters über in zelten/ und damit sie die kalte möchten ausstehen können/ hatte er ihnen gewisse mit beltz-werck gefilterte rocke in Schweden machen lassen/ deren sie sich zur winters-zeit bedienten. Sein gmitzes quartier war von sei» ner cÄvsUcn-! umringt/ weiche die >nkEl>e im rücken hatte / und beyde waren in so gürc ordiimig gestellet/ daß man sie unmöglich nöthigen konte zu schlagen/ wennsie nicht wollen. Deine srümr,- konte man leicht fortbringen / und war allezeit an einem bequemen ori gcpfiantzei/ seine leute zu bedecken. Gehorsam/Mäßigkeit und statige arbeit würd unter seiner armee unzerbrüchltch beobachtet / und hingegen gottslästcrung und trunckenheit aufs härteste gestrafft. An seinen fähnen und standarten/ worauf sein waapcn gemahlt war/ stund mit göldencn buchstaden geschrieben: Gusta» vus Adolphus / Rönicz von Schweden und beschützer des Evangelrschen glaubens/ oder auch: Ist Gott für uns/ wer mag wider uns seyn? Und an den fähnen/ worinnen ein schwei dt und scepter abgebildet/ waren diese Worte zu lesen: Mars führet das schwerdr / und Themis das scepter. Die besorderungcn unter seiner armee mengen bloß nach würde und nicht nach grinst. Gleichwie nun seine Officirer zuvor selbst y."-ren mußten/ ehe sie Mengen zu befehlen ; also hielten sie auch stäts eine ernstliche und ßenane kriegs-zucht/ und wenn bißweilen bey einer schleunigen Überrumplung die svldaten in Unordnung geric» thcn/ wüsten siegarletchtden mängel wiederum zu crsetzen/und die pvsten/ welche sie beschütze» solien/arifs neue zu erobern. Im übrigen war dieftrgrosse König sehr kühn und verwegen/ auch btswilen ohne noth. Erließ sich manchmal in kupffer-gruben hinab/welche in die 70 klafftcrn tieff warcn/da öffkcrs die von den seilen herabfallende steine vtc arbeiks-Icute in stücke zerschmissen. Insonderheit achtete er im krieg sein leben sehr gering / und verrichmesast noch mehr die pflichten eines gemeinen soldatm/ als eines Generals. kiji'. eccj. ))uec. dcllo tielclir. Lclivvcö. lcneges. ?u'K. it.conrlnujro einleirunA. kjH. <§L monum. ?Acieik. Gustavus / Gustavs - fohu / Graf zu Nicstadt und Wafa- bnrg in Schweden/ war Königs Gustavi Adolphi natürlicher soh»/ gebohren an. 1614. Als bemeldrer König an. i6zi die schlacht bey Leipzig erhalten, sandte er ihn nach Wittenberg / um den stu- dicn daselbst Willigen. Nach des Königs tod begab er sich zu Hertzog Georg von Lüneburg, welcher die Schwedische armee m Wcstphalen commandirte, und bekam das Licstandische regiment« An. iüzz übergab ihm die Köniqliche vormundschaffts - reglerung durch gewisse commiM-nei, das Bißthum Osnabrück, weßhalben ihm auch von einigen Dom-Herren und der Ritterfchafft schuldiget wurde. Es wurde darauf den z - jan. desselbigcn jahrs in der Iesuiker - kirche Lutherisch qeprediget, und v. Gisenius von Nm- teln, die kirchen und schulen in diesem Bißthum zurefomuren, beruffen. I» demselbigen jähr begab er sich zu der Scliwedifchm von Hertzog Bernhard geführten aryiee, wohnte der schlacht bey Nördlinqen bey, und kam hernach wiederum zu der armee in Wesipbale». Als an. 16z 6 die Kanstrliche armee unter Graf Johann von Götzen die stadt Oßuabrück belagerte, zog er selbiger nebst dein Felb-Marfchall Leslie zu hülffe, und nöthigte die feinde, KkkkL dk 628 gus die belagerung aufzuheben. Hierauf führte er fein regiment unter des Feld-Marschalls Banniers cor^o einige jähre. Nach dessen tod befand er sich an. 1641 bey der Kinqu^öe der veftung Wolssen- büttel, weil er aber mit seinem Obrist-Lientenant Jordon in streit gerietst, regZmrte er sein regiment, und wandte sich wiederum nach Oßnabrück. Bey dem Westphälischen friedens - schluß ließ er sich zwar sehr angelegen seyn, selbiges Bißthum zu behalten, muste aber, weil ihm der Frantzösische Gesandte, Grafvon Avaur, zuwider war, und die Königen von Schweden ihn gleichfalls »>rte, solches wieder abwetten. Als er an. 1646 eine reise in Schweden that, machte ihn gedachte Königin zum Reichs-Rath, und zum Grafen von Niestadt und Wasaburg. Aus Schweden that er an. 1648 eine reise in Pommern, und ferner in Deutschland, gieng aber nach erfolgten: Teutschen frieden wieder zurück in Schweden, und pr«rcncstrte die Reichs - Admirals - . so aber dem Grafen Gabriel von Openstirra conckr-rt wurde. Er suchte sehr, sich bey der Königin Christinn in gnade zu setzen, meynte auch einsten nach ihrem tod zu lucccMren; es soll ihm aber selbige nie recht gewogen gewesen seyn. Nachdem er eine andere reise nach Teutschland gethan hatte, starb er daselbst an. 165z, noch nicht 4° jähr alt, und ward sein leichnam zu Wisimar zu schiffe gebracht, und nach Stockholm geführt, woselbst er auch begraben ligt. Von seiner gcmahlin Anna Sophia, Gräfin zu Wied, hinterließ er einen söhn, Gustavum Adolphum, Graftn von Wasaburg , welcher kurtz vor seines vatcrs tod gebohren worden; über seine fernere pockerität lise den art. wasaburg. cuu>. wcnr. rer. Lucc. Gustav Larlson/ Graf von Borringhen, Herr von Lind» Holm, u. s. w. ein natürlicher und legickmirler söhn des Kömgs von Schweden, Caroli Gustavi, gebohren an. >648, ehe noch ietzt- gedachter sein vatcr den Königlichen thron bestiegen halte. Derselbe beschenckte ihn mit ansehnlichen ländcreycn und einkünfften, welches ihn in den stand setzte, an den vornehmsten Europäischen Höfen eine grosse figur zu mächen. Er brachte 10 gantzc jähr mit reisen zu, und erlangte auf denselben nicht nur eine genaue wis- senschafft von den meisten in Europa gebräuchlichen sprachen, neben welchen er gleichfalls die Lateinische überaus Wohl verstund, sondern auch die erkäntniß vieler andern studien, und zuförderst der politischen angelegenhciten, welche er über alle Massen wohl xoN-llwlc. Nach endigung seiner reisen blieb er eine zeit lang in Holland; als aber an. 167; König Carolus XI, dessen natürlicher bruder er war, in einen krieg mit Dänemarck und Branden» bürg verfiel, gieng er zurück in Schweden, und erwicß bey unterschiedenen gelegenheiten seine tapfferkeit. Als nach geschlossenem frieden der letzt-gedachte König eine allgemeine r-llnetion der veräußerten Cron-güter vornahm, kunte er nicht verhindern, daß sie nicht auch ihn betreffen solle, welches ihn bewog, sich wieder in Holland zu begeben; da er denn die frcundschafft Wilbelmi, da» maligen Printzen von Oranien, erlangte, auch an. 1688 denselben bey seiner exWckion nach Engellanb begleitete. Nach diesem wohnte er auch der ersten c-mprgnc dieses Printzen in Jrrland bey; als aber dieselbe geendigcl war, beschloß er seine übrige lebens- zeit in einer ruhigen einsamkeit zuzubringen. Zu solchem ende ließ er sich in Frießland auf dem schloß rcr Hoorn nieder, und lebte daselbst mit Sophia Amalia, einer gebohrncn Frcyberrin von Schwartzenberg, mit welcher er sich an. iü8; vermählt halte, auf eine gantz eingezogene art, wobey die auserlestne bibliothec, so er sich angeschafft, eine» grossen theil seines zeit - vcrtreibs machte; er zeugte mit ihr» kein kiud, und starb auf dem erwehn- ten schloß den I jan. an. 1708. lle s an. 17öS »ux moir lle )gnv. üc kevr. p. Ily, hcrtzog zu Mecklenbttrg: Gustavus Adolphus / der eintzige söhn Hcrtzogs Iohannis Albcrti II zu Mecklenburg-Güstrow, von dessen dritter gcmahlin Eleonora Maria, FürstcnsChristiani zu Anhalt-Bernburg toehter, den 26 sehr. an. 16; z gebohren , ward nach dein tod seines vatcrs an. i6;6 von seinem vclter, Adolph Friedrich, Hcrtzbg zu Schwerin, in der Lutherischen religivn aufcrzogen , jedoch Widerwillen seiner mutter, die ihn gerne in der Reformirtcn, welcher auch der vatcr.beygcthan gewesen, erzogen hätte. Anfangs war er zur -n- miniffrLiion des Stiffts Ratzedurg cl^lgnirt, begab sich aber, um der Verordnung des Westphälischen friedens willen, seines rechts, und erhielt dafür zwey c>no»,'cLiz in dem Magdeburgischen und Halbcrstädtischen Dona - Capitul. Als sein vctter zu Rostock die Huldigung einnahm, begab er sich gleichfalls dahin, um daran vermog der erb - Verträgen theil zu nehmen. An. 166; proceckirte er nebst den übrigen vetteren wider des Hcrtzogs Cbristiani,zu Schwerin vorgenommene eheschcidnng und projeKirte Vermählung. Er selbst vermählte sich den 28 nov. an. 1674 mit Magda- lenaSibylla, Hcrtzog Friedrichs III von Hblstein-Gotlorp tochter, mit welcher er a1 kinber zeugte: 9 Dnntzeßinnen, darunter Maria an Hertzog Adolph Friedrich II zu Strölitz; Sophia an Hertzog Christian Ulrich zu Würtemberq in Bcrnstadt; Christina an Ludwig Christian, Grafen zu Stolberg; Hcdwig Llcdnora anHcrtzog Augustum zu Zörbig; Louise an König Fridcricum IV in Danc- naarck; Elisabeth an Hertzog Henrieum zu Sachsen - Mörseburg in Svrcmberg vermählt worden; und 2 söhne, Jobanncm, der im zten jähr seines alters au. iüse> gestorben, und Carolum, ge- bobren den >8 nov. an. 1604, der sich an. 1687 den 8 ang. mit Maria Aemilia, Churfürsts Friderici Wilhclmi zu Brandenburg tochter, vermählt, aber kurtz darauf den V mart. an. -688, ohne kindcr zu hinterlassen, mit tod abgegangen. Zinn folgte der vater den rü oct. an. 109;, und hinterließ seinen vettern eine streitige gus gut erbschasst, davon unter dem Wort Gustrow Nachricht zu iz,UoZ. >>. 1-4 c.; ,z. Lej.ß k- ? 4 » - 569. '' Marggraf von Baden: Gustavus Adolphus / Cardinal und Marggrafz» Bade«, war em söhn Marggrafs Friderici V zu Baden-Durlach, und an. iü;i von dessen andern gemahlin Eleonora, Gräfin von stis, sibbohrcn. Nach zurück gelegten reisen diente er der Re. pnblic Venedig, und hernach der Cron Schweden im damaliaen Bohlmichen krieg, und war eine zeit lang der Preußischen vestung Morungen. Nach diesem krieg bekannte er sich an. 166; in Rom zur Catholischcn religivn, welche er schon ; >ahr vorher in dem kloitcr Hcrmolsheim unweit Moltzheim in dein Elsaß heimlich angenommen hatte. Bald darauf wurde er Kayjerlicher General-Major in dem damaligen Türcken-krieg, als in iveichem er sich absonderlich in der Wacht bey 8. Gvtthard wohl verhalten, wie er denn dazumal im gesteht hart verwundet worden. An. >6ü8 begab er sich in den Benedictiner- ordcn, und nahm den namcn Bernhard Gustav an. Er wurde hernach Lo-i!- juw- der Aebtc» zu Fulda und Kcmpten, welchen er auch c»«-. cin-te. An. 1672 erhielt er den Cardinals - Hut, und an. 1677 überfiel ihn auf dem weg nach dem schloß Hammelburg eine heff- tige kranckheit, welche ihn nach wenig tagen wegnahm. noc. proc. imp. I. 4 c. 8 §. zz. st-N. Nick. Gustedt/ eine Adeliche familie in Nieder - Sachsen, welche schon in dem 10 seculo bekannt gewesen, wie denn um diese zeit Rira,,Arno!di vyn Gustedt tochter, an Danielem von Westerhoftn vermahlt gewcjen. Man will auch vorgeben, es sey einer von diesem geWecht mit Hcrtzog Hcnrico dem Löwen nach Engelland gegangen , und daselbst geblieben, von welchem der Englische Ritter , Philippuä ll- Bonavilla, entsprossen, der Kayfer OttvmIV viel jähre getreue dienste geleistet. Rasche hat an. izyi sei» in dem Stlfft Hildesheim gelegenes stamm - gut Gustedt dem klostcr Ringelheim übergeben, und dafür eine tägliche messe zum gedächiniß seiner und seiner eltern seelen, wie auch aller seiner vorelteren von Adam her, aesrifftct. Nachgehends ist er nebst Bninen an. i4°S von dem BisthoffRudolpho zu Halbcrstadt mit einem bürg-lehn zu Schwanebcck, wie auch denen dvrffern Derschen und Bereu, st beständig bey seiner p«ttcntät geblieben, bestehen worden. Johann Joachim war an. 1628 Ober-Hauptmann der ämler Schöniugen, Hessen,rc. und nach diesem bey dem Ertz-Slifft Magdeburgund Landschaffts-vckeccknr. Erzeugte aus 2 eben 2z kinder, von welchen 1) WolfHildebrand, Cdur, Sächsischer Cammcr- Herr und Hauptmann der Teutschen leib« garde, an. 1691 ohne erben verstorben; 2) Erdmann Wilhelm aber, Chur-Brandenburgischer Hof- und Regierungs-Ralh, wie auch Ober-Land- undKriegs-commissarius in demFürstentbum Halbcrstadt, hat sein geschlccht fortgepflantzct. Seine söhne sind Ernst und Johann Wilhelm, davon jener anfangs bey Sachsen« Weissenfels, an. 171z aber bey Cbur-Braunschweig die stelle eines Hof - Raths erhalten, und mit erben so wohl als sein bruder erfreuet worden. LlUiy. Llsncckenb. icrijir. xea. 6»- Gutenberg/ ein geschlccht in Francken, siehe GultenberZ. Gutensteiit/ ein geschlccht in Vöhinen, siehe Guttenstcin. GutenzeU/ ein Stifft in Schwaben, siehe Guttenzell. Gutherius/ (Jacobus) ein berühmter Parlaments csr zi, Paris, war von Chaumont in Vaßigny gebürtig, und hak sich durch seine gelehrten schrifftcn in gutes ansehen gebracht. Denn er verfertigte an. 1612 vier bücher von den zu der Religion und dem Gottesdienst gehörigen Personen, gesätzcn und gebrauchen der alten Römer, oder -Ze vcrcri jure sionnscio. Solches wurde zu Rom so wohl aufgenommen, daß der Rath daselbst, zu dczcugung ftiner danckbarkcit, ihm und seinen nachkommen bis ehre des Römischen bürger - rechts mittheilte; welches von,dem König in Franckreich, Lndovico XIII, anfcinrathen der König» lieben mutter, Maria llc Mcdicis, krafft eines öffentlichen patcnts, bcstättiget wurde. Als er in die 40 iahre mit L-lvoc>ren zugebracht, verfügte er sich aufs land, setzte sich zur ruhe, und lag mit grossem flciß den büchcrn ob, bis er endlich an. is;8 starb. Seine übrigen schrifflen sind t cie jure Minium; cie ockZciiz clomus/zuAuckL; enco- mium ckrciigti; ; LKLartiu; msjur, stve lle nrbikL'e rolciLnsz; es findet sich darinnen viel gcschicklichkcit und grosse lcÄur. doch nicht allezeit ein sattes lind vernünsstiges urtheil; es sind auch seithcro viel von denen stachen, so er kractirt, besser erlauterl m>? bewiesen worden. llc ckripr. rcrum 8.0MLN. * Gutrere;/ (Johannes) ein Spanischer Jurist um das M i?9v. Er war von Placcnz gcdürtig, und »llvocirte danv eine zeit lang, nachmals wurde ee MeollW zu Ciudad-Real. Er hat verschiedene stachen geschrieben, welche an. 16S1 z» von in 8 romiz sind zustimmen gedruckt worden. Ein anderer uejes namens, Johann Gutierez, von Godoy gebürtig, ist ein SM>» scher gewesen, und hat an. 1629 einige schrifften E, als d pvitwlle iic in i-^Iickniium urjni; cLNss parvos ßü^crsri ; iN. Mt. cp. 78. »»ro». VÄenc. ttir«/. Nick- eccl. i- c. 17- O-/- Gutta oder Guta/ein befestigter ort in Ober-UNgarn, an der Donau, zwischen Neuhäuset und Comorra, auf der grossen Schütt iiisel gelegen. Zu ansang des 18 >ccui, hakten ihn die Malconten- ten noch mehr roriiNctt; er ward aber an. 1706 durch dckKay- strlichen eillgmommcn. Z/kLn«/. t. r8. rer. tt.ing-r. Guttenberg / eine Adeliche und theils Freyherrliche familie in Francken, weiche an. 968 zu Merseburg und an- ic-8« zu Äugspurg den thurnieren beygewohnt. Achat;muste sich an. i;rr verschreiben, daß er sich wegen zerstörung seines schiosses an den Ständen des Schwäbischen blindes nicht rächen woice. Gottfried Wilhelm war an. 1667 Bamberoischer Rath und Pfleger zu Bodenstein. Iohauii Gottfried gelangte an.1684 zu dem Bißthum Würtzbnrg, und an. 1697 bekleidete Wilhelm Ulrich die würde eines Dom- Probsts zu Worms. Philipp Valentin Freyherr von Guttenberg Waran. 1709Dvm-Prodst zu Bambcrg und Chur-Mayntzischer geheimer Rath. »lÄiic. reciiv. u. -c. park. l^cc. coiir. 8- ». ir;. Guttenberg/ (Johannes) wird von den meisten vor den er- findcr der blichdrucker-knnst gehalten. Von ftiner anknnffr melden die stribenten fast insgemein, daß er zu Straßburg gebohren , und hernach bürger zu Mayntz worden; allein Humbracht will, daß er aus dem nunmehro Freyherrlichen geschlrchce zum Jungen entsprossen gewesen, sich von seiner wohnmig zu Mayntz Guttenberg genennet, und noch ums iahr 14;; gelebethabe. Erwirb auch in einer alten Cöllnischen chronick, so an. 1499 in Nieder-teutscher spräche bey Johann Köihoss gedruckt worden, Iuucker Johann Gutenburch genennet. Trithemius sagt, daß dieser Guttenberg zu Mayntz im Hause zürn Jungen gewöhnet. Es werden sonsten von ihm wegen erfindung ver buchdruckcrey viclerley erzählung gemacht. Denn die Straßburger, die ihrem Johann Mcntelm diese erfindung zuschreiben,sagen, daß Johann Genßfleisch solche kunst dem Mentelin abgestohlen, welcher solche dem Johann Änttenberg offenbaret, der darauf bücher zu drucken angefangen. Allein weil man lange vor Mentelin bücher zu Mayntz gedruckt findet, kau diesem wvhi nicht also seyn. Den Guttenberg mag wohl Laurentii Cvsteri neue erfindung, da er an. 1440 anfieng bücher aufhöltzer- ncn formen und zwar gantze feiten auseinmal abzudrucken, bewogen haben, der fache besser nachzudencken, damit er eine bessere und leichtere art, bücher zu drucken, erfinden möchte. Allein, weil er alle seine haabe bereits daraufgewender, und die sacke doch nicht zu stände gebracht, und es nun an dem war, daß er das werck gar weite ligen lassen, verglich er sich mit Johann Fausten, einem reichen bürger zu Mayntz, dergestalt, daß selbiger zu fortfttzung des wercks auf halben gewinn und verlust geld herschiesseu soltc, und wurde endlich durch dessen Vorschub die erfindung vollends zu staube gebracht. Anfänglich zwar haben sie die duchstaben auf höltzerne formen ordentlich cingeschnitten, und ein worter-buch, c-tnusicon genannt, gedrucket. Weil sie aber auf diese formen nicht mehr drucken komm, griffen sie es nachmals subtiler an, erfunden eine art, die formen oder matriccn aller duchstaben des Lateinischen alpha- bets zu verfertigen, und darinnen die buchstaben von ertz oder zinn zugiessen, so viel ihnen von uöthen war. Es hatte aber auch dieses im anfange grosse schwärigkeitcn, indem, da sie die bibel druckten, schon 4020 gülden ausgelegt waren,ehr sie den zwölffccn bogen zu en- degebracht.Da es aberendlich im stände war,gieng alles weit besser, sonderlich als Peter schäffer eine leichtere an von schrifftgieffen erfunden. AlsJohanFaust sahe,daß von dteserkunst ein guter »rollr zu machen, suchte er selbigen vor sich allein zu behalten. Die jache kam war zur klage, allein, weil Faust mittet hatte, und also einen bessern Nachdruck geben kunte, fiele der spruch für ihne miß, und schei- net dieses wohl die Ursache seyn, daß auf den erstgedrucktcn büchern nicht des Guttmdergs, sondern des Faustens name befindlich, weil jener die mitte! nicht hatte, die druckerey für sich fortzufttzen. Wie es mit dem Guttenberg weiter gegangen, und wenn er eigentlich gestorben,kan man nicht finden; es scheinet aber,daß er nachmals in zimücher armuth geledet; wie er den von einigen mit dein Johann Genßfleisch, welcher vor alter gantz blind worden seyn soll, vor einepersv»gehalten wird.Serrarius führet von ihm ein monumcnc ün,welches in dem Juristen--»»-^» unter derinnern dach-rinne zu Mayntz befindlich, von einem »wkeüo^ daselbst gemacht seyn soll, und also lautet i Ivsi-nni ttutrsnd-rACnli !>4c>ßunrmv, cjlli PNmm omnium lirrer-s ä:re imp^imenciss invenir, kLL srce 0 schon an. 1403 hinter Le» zu MaviK (ZUV5 LmdoS j ui dä ^rotoelisrSAmsticos; Jedoch lasset sich ein solches noch wohl vergleichen, wann Man an- merctct, daß der amor diejer versm sich an den, ende derfelbiqen für einen A-rantzosen außgidt, der bey Schäster car-ecror geweftn, und zwar zu einer zeit, da so wohl Gultenderg als Faust allberens tov waren, und also sich leichtlich ohne genügsamen gründ hac einbilden können, Guttenberg wäre an dem ort auf die well kommen, wo er znletst Sorirt und gestorben; ohne der Poetischen freyheil zu gedmckeu , deren sich der sursior bedient baden kan , als deme es nicht so viel um das Vaterland dieser ersten erfinderen, als um ihre Personen und ersonnene nützliche arbeit zu thun wäre« 2. Daß der dieser letstern stadt, darin» er seine wvhnung gehabt, stye beygelegt worden, ist schier nicht zu zweifle», daher sich umso viel desto weniger zu verwunderen, daß einige auf die gedancken gefallen, der,euige Johann MenreliN, welcher die kunst zu Straßburg soll erfunden haben, wäre eine perso» mit Johann Guttenberg, und halte, als er sich nachwärts in Mayntz besetzet, von seinem wohn- hauß, nach einer in leidigen zelten sehr üblichen gewohnheit, auch Noch den z-»namcn Guttenberg empfangen, und weilen die Mäytt- tzcr mehr diesen leisten - als seinen vorigen und ersten namen Men-- telm von ihme gebraucht, so habe er ihnen hierum endlich selbst ge- folget; dergleichen auch sonsten von viel hundert andern mehr geschehen ist; worzu noch ftrncrs kommt, daß die stribeNteü, welche des einten von diesen beyden Meldung thun, den anderen gemeiniglich verschweigen; jedoch kan man es darum noch nicht für sicher halten, weil so wohl Mentelin- als seine ehestau, laut unwider- sprechlichen Urkunden, zu straßburg verstorben sind, sie zwar am 14-z, er aber erst am i4?8, da er in dem sogenannten sibro puiLum lvorruoru»! (barmn rnan die todten, bey deren leichdegangniß matt die glocken geläutet, verzeichnet findet) üümwu 8 )osiLEs^i«e^ Ilus iMliressor genennet wird.; Eben diese zeit des tods dieses Men- telins samt dem titul l-r^cssor, Drucker / scheinet bey nahem eine prob wider ihne abzugeben und zu erweisen, daß er kaum der erste erfinder habe seyn können, weil er sonsten zu einem sehr hohen alter mußte gekommen seyn, und gleichwol, welches wohl zu bemercken, kein einiges abgedrucktes buch, darauf sein name stuhnde, jemals gesehen worden. 4 Auß allen obigen umständen siHcmet das glaubwürdigste zu seyn, daß, wie nach denen einmal in Übung gebrachten holtzcrnen tafeln des Laurentn Küsters von Harlem und anderer mehr, ohne zweifel mehrere leüle, die etwas von dem stechen lind graben verstunden, auf eine bequemere art bücher zu drucken müßen bedacht gewesen seyn, auch Mentelin unter solche zahl gehören könne, wiewo! er in dem übrigen weder der erste davon gewesen , noch auch die kunst vor denen von Mayntz in stand gebracht hat. Wer einer noch nicht öffentlich bekannten kunst nachgrübelt, und um deren außfindung bemühet ist, ja mich wohl einigeöbschon Noch unvollkommene proben davon sehen läßt, oder endlich, wer eine solche anderwärts erfundene kunst in seiner stndt zuerst aufbringet , der kan von seinen laiids-leuten, die immer für den rühm ihres Vaterlands eyferen, leichtlich für den ersten erfinder ausgegeben werden. Die Buchdrucker-kunst sechsten, ohne weiters zu gehen, gibt uns dieses fals sattsame proben und exempel an die Hand; Massen dann auch die Jtaliäncr einen und den andern Teutschen, ja so gar den Frantzosen Mcolaum Janson, nur weil fle die erfindung zu erst über das Alp-gebürge gebracht, eine zeit lang für die erste urhe» berc dieser kunst angesehen und gerühmet haben. ; Ob ein es-NoM co» auf die in obgemeldtem articul beschriebene art würcklich gedruckt und ausgegeben worden, wird sehr gezweifelt; das aber ist gewisser, daß die dritte durch Faust und Schäffer gedruckte außgab, welche nach den Lateinischen Psalmen Davids von an. 1457 Und dem viirLnci, des jahrs I4;9, erst an. I4öc>zu ende gebracht worden, eben die von dem LLlNollcon gewesen, welche aber so wohl als die beyde vorhergehende nicht mit höltzernen formen oder buchstaben, sondern, wie es noch heut zu tag geschihet, mit zinnernen nußqedruckt ist. S Von dem streit und rechts-Handel zwischen Faust und Guttenberg wünschte man einen klareren beweiß z» haben, ehe man die fach für gewiß ansitzet. Das von Faustens tochtermann und einigem Nachfolger oder erden in dem gantze» druckcr-werck zu end der mehrgemcldtm inttirueionum all. 1468 abgelegte zeugnuß, worinn Guttenberg schlechterdings, wie Faust, ohne diesem letstern den geringsten vorzug zu geben, für einen der zwey ersten erfinden, dieser kunst außgcgeben wird, scheinet solches nickt wohl zuzulassen, und machet vielmehr glauben, Guttenberg seye vor gäntzlich zur Vollkommenheit gebrachtem werck to- des verblichen, weilen ja andern fals, und da dieser wider seinen willen nach dem zu stand gekommenen werck auß der gemeinschafft wäre geflossen worden, Schäffer wider seinen fchwicger-vater, ja auch wider sich stlbsten wurde gezcüget haben. vvrmkcm wllel rom. 47. snn. liirlLu^. L csiron. LjEliLln. /««-»» öc -Itei-iu« ckron. Lrz. » 18 cr.; -vr/. c!e orru Lum. ÜÄtzstz. öc in ?LNLZ. LstülinÄd in cNironoZr. Qsrm.; LIHK. cklon.; Ni<5r. öc memor. 1.8. c. n. Nc rcr. invcnc. f < 7 occ. Lrt-eL Lnncs ausgestvrden) gestifftct worden seyn, welche ans liebe und begierd des geistlichen stands aus ihrem erbtheil, mit beyhülffihrer brndercn,das kloster zu bauen angefallen, und zwar auf dem nächst-gclegcnen bcrg; Es soll aber nach em bericht der kloster-chronicken sich eine solche t>^i„ät dabey erzeiget haben, daß man des folgenden tags alle die ba»-m»r^,->!,en an dem fuß des bcrgcs gesunden, so man des tagS zuvor mit grosser müh hinaufgeführet hatte, daß endlich das über ein solches sthick- sal bcstürtzte frauenzimmer sich -eauviren muste in der niedere eine Wohnung zu pflaiitzc» und das kloster in dem sthal auszurichten. Inzwischen ist es von Kaustr Rndolpho I an. 128; mit herzlichen frcyheiten, von den Grafen von Aichheim aber um das jähr 1; ;o mit so austräglichcn gütern versehen worden, daß es bey 202 srands-persohnen,ohnc die geringeren sthwestcrcn zu rechnen, erhalten tonte; Nachqebends aber ist cs durch feur und krieg also herunter kommen, daß kaum 8 Onvemu.tt„me und lo kiöster-iung- sraue» darin» ihren unterhalt finden können. Die Aebtißin gehöret nicht unter die Gefürstcte Aebtißinncn, sondern unter die stände des Teutschen Reichs, und heisset die jetzige Maria Franc,sta. llc IIIOIILÜ. 6^,IN. ciiron. 9. 6n,6l. ge orig. NN-II. p. rc>8. t-rskens ^>. 829. 7-se« Long^. c.ig. 8. Lernst. * Gutzkow / ist eine stadt in Vör-Pommern. Sie ligt zwischen Loitz und Anklam an der Pcrne, und i,i das Haupt einer Graf- schafft, die von ihr den nainen führet, und zu welcher vorzeiten Gryvswalde, Loyze und die Abtcy Eldenov gehöret haben. Zur zeit BischoffOktonis von Bamderg hat diese stadt auch den Christlichen glauben angenommen, nachdem ihr GrafMicislaus von Gutzkow sich allbereit auf dem land-tag zu Usedom hatte tansseu lassen ,'wie denn auch der BisthoffOtto die erste Christliche kirche daselbst erbauet bat. Zu des Kavlers Friderici I zeiten wurde diese stadt von den Dänen und Rügianern gewonnen und ausgeplündert. Als zu zeiten Bogislai X Hcrtzogs in Ponnnern , der lehre Graf von Gutzkow,Johannes der jüngere, ohne lcibcs-crben verstarb, fiel diese Grafschafft den Hcrtzogcn von Pommern als Lehns- Herrn anbeim. Es war ehemals eine berühmte stadt, seit dem aber das schloß an. i ghS von den L-tralsinidern zcrstöhret worden, ist es nur ein geringer ort. ,>. L;. orsken-lbLi xlk-g. Guyctus / (Carolns) war an. 1601 zu Tours gcbohren, trat an. >62', in die Societät Jestl,lernte I iahr die stxmLi'iorz.und 2 jähr die moe-u-rstcningic hierauf legte er sich aufs predigen, und war insonderheit in den kirchcn-ceremonien wohl erfahren. Er starb zu Tours den ;o mart. an. 1664. Seine schrissten sind: vtllageoe. r^Iisöc perpecuns üivini oüicii »ecir-tiicii, und ücorroloZiL, llvc cle te- lkis proptiis locorum. stistl. Guyelus / (Francijcus) einer von den gelehrtesten ctiiicll.war an. zu Angers ans einem guten und alten geschlccht gcbohren, vcrlohr aber noch bey jungen iahren seine eitern, deren öerlas- scnschasit nicht allein gar schlecht war, sondern noch dar;» durch stiiie Vormünder übel verwaltet wurde; allein dieses bewog ihn, sich desto emsiger auf die studien zu legen. Er begab sich an. , 599 nach Paris, und machte so fort mit Claudii Puteani söhnen bekanntschasst , bey welche» sich stars die gelehrtesten leuthe Haussen- g»>) weis einfandess, zumäl selbige in des Thuani hauß waren, ch.» Thuani tod setzten die Puteani solche versammlunqcn ernM fort, wobey sich denn Guyetns fleißig einfand. An. iSoz cha » eine reise nach Rom, und nahm in der Italiänischen sprach-dergestalt zu, daß er einen netten Italiänischen vers zu schreiben wul sie. Er vcrneuerte daselbst die zu Paris angefangene freundsidM mit dem Regnier, welcher ein berühmter Frantzösischerpvttwa und sich damals bey dem Cardinal von Joyeuse befände Mcb weniger setzte er sich bey dein Cardinal Perron und Gabriel Alba- spinao, welcher Bischoff von Orleans war, in grosse Lkim-, mch chem letztem er auch viele schwäre stellen sowohl.ineydnischer M Christlicher icribenren erklären half. Er kam hierausüber Teutschland nach Parts zurück, und wurde daselbst von dem Hertzva von Espernon aufgenommen,daß er die llucln des Abts von GranM, welcher nachmals unter dem »amen des Cardinals a-uValltte berühmt warching.ren solle. Nachdem nun selbiger Cardinal worden , fuhrete er ihn mit sich nach Rom, und brachte ihm zwey ante geistliche be-iellcien zu wegen,worunter eines die Priorcy von 8.A,„ drade, ohnfern Bonrdcaur war. Als er aber wieder zurück nach Paris kam,wolle er lieber vor sich leben, als bey dem Cardinal Valette, schlug dannenhcro in dem coNe^io von Bourgogne seine Wohnung auf, woselbst er bis an seine,, tod dem studiren emsia oblag ; icdoch wartete er dem Cardinal, wenn er zu Paris war/Affig auf. Jmonderheil aber ließ er sich bey den öfflers ßn- den. Er wolle viel an den tag geben, ic'dvch ist bey seinem leben nichts heraus gekommen. Insonderheit arbeitete er an einem grossen iverck,darinnen er beweisen wolle,wie die Lateinische sprach ihren imprung aus der Griechischen hätte, und wie alle dieser letztem nur auS einer sylbe bestünden. Weil er auch der er. ste, welch ein diese gcdaneken eingekommen waren, so wolle er niemand davon etwas zeigen. Allein seine grosse mühe war vergebens , indem man nach seinem tode nur 2; buch vavier fand, worauf eine grosse menge Griechischer und Lateinischer Wörter verzeichnet stund, aber alles ohne ordnung und ohne vorrede, woraus man seine eigentliche absieht hätte sehen können. Rächst diesem aber war ,em Horatius, Virgilins, Lucanus, Plautus, Martialis, Philorcims und Hesychius voller critisher -cm^uen, die er am rand beygezeichnel, wicwo! er sich hierbei, auch grosse ftcyheii heraus genommen, indem er verschiedene verse, die ihm nicht nach stillem kopsse waren,vcrworssen,lind für awpoMrl halten wollen. Er war svnsten frey, aufrichtig »nd von treflichem gedächtniß, nicht weniger überaus sccurac, und ficng nicht eher an ein neues buch z» lesen, als bis er das alte mit gutem bedacht gantz ausgelesen. Am meisten liebele er die alten, und unter den neuen die historim und relß-dcschreibnngcn. Im schreibe» war er sehr acc,„3t. und kante es hicrinnen ihm selbst nicht recht machen, uulersiichle auch alles gar genau. Er fürchtete sich vor dem Salmasto,welcher ihm einstens bey dem Putcano gcbrodet,daß er ihn retm-renwolle, wkin, er stine gedanckc» von alten seribentcn -lliren würde. Solisten war er sehr hitzig, wenn man ihm widersprach. Er starb aber an einem stcckfluß den 12 apr. an. 165;, und cs waren bey stimm tobe Jacodns Pmeanns und Aegidius Menagius zugegen,welcher letztere auch dessen an, rand beschriebene bücher erkauffetc. Seine noten über den Hesychimn sind nachmals heraus gekommen, wie denn auch Grävins die über den Hcsiodum ecvrct hat, und die über den Tkrentimii Böclerus. Johannes Albertus PortnernS, ein berühmter Rachsher: von Regenspnrg, hat unter dem namen,Wo- nius Pcrianber Rhörns,seiü leben beschrieben. ( 811 ) 7011 / (^erniiL XSsriL Luiivicres üc tL Rlorks) WN auSki- ncm edlen gesthlecht von Rion in Auvcrgne, und henrathctc einen reichen mann dieses namens , welcher die llircttion dcs canalS von Briarc auf sich hatte. Dieser hinterließ sie als witlwe mit z ändern und treflichen gütern. In ihrem wittwen-stand ergab ne D gantz und gar der , unter der össeÄll»,, eines Reliziojen des Barnabiter- ordens, namens l- Combc, woben sie aber wegen vielen von boßbanken und neidischen wüthen wider ihrer bcM genaue grmcinschasst ansgestreiitem argwohn, sonderlich, ttssie drnselbrn in ihrrm rcisrn so lang mit sich herum sichrem, bitzcr durch höheren besieh! gezwungen ward, sich anderswohin zu begeben , nicht wenig ausznstchcn hatte, csie hatte sich anfänglich nl die gcgciid Genff begeben, wie sie selbst tagt, in denen vesten gcdam ckeii, diese stadt zum Cacholischen glauben zu bekehren; Allanoli sie dahin kam, stehet man nicht, auch aus ihrer eigenen belchm- bung, daß sie dißsalls den geringsten versuch gethan, und bcikmivc alles daraus, daß sie allda in der capellc des Frantzösische» MM- ten nieß gehöret, welches von allen nach Genffkömmendcn CaW- lischcn geschiehet. Vielmehr wurde sie von dem Bischoff zu A»>!^ cy,unter welchen die gcgcnd um Genff gehöret, auf allerhand wast angefochten,und muste'vielfältig spüren, wie demselben ihreaMch ten lind aiifführnngcn nicht ziim besten gefielen. Nach allcrhM ausgestandenen Widerwärtigkeiten zu Ger, Anne« und TlMM wovon fie einem gewissen geistlichen schuld gibt, welcher den P - schoff von Genf oder Anneci, a'Aranthvn durch falsche bmcij- tc wider ste und den n. Combe soll verhetzet haben, begäbe »c M nachcr Turin, davorhcro der», lz Combc wieder zu ihr mniun war, aber sie bald verlassen und fiel, nach Verceil begeben ham . Jedoch nach einiger zeit käme er von dorten wieder zu ihro genrn- rin und brachte, wie er sagte, einen Göttlichen befthl mn nw ,'0° sie gleich des folgenden tags die rück-reise auf Paris voriieW solle, wohin er selbst aufgut-befindm des^r«vinciL!s iclbigc 0 - gleiten muste. Doch wolle so wohl er, als eine gcwisie gom-W wittib, derGnyonfreiiildin, in Grcnoble andcrecriM!M">»^ empfange-,i haben , daß sie in diestr letsten siadt eunigc i« P- v s bleibe» hätte, woranf bcr ?. nach Verceil umkehrte; M>!">^ darben wie anderstwo grosse Verfolgungen ausstehen muste, gienge sie nacher Marseille, so dann zur see aufNice, ferners nach Genua, und dann gen Verteil, welches orts Bischofsste schon vorhero eingeladen hatte, und nun auch sehr freundlich empstenge; diß wäre gleichsam der einige ort, da sie ohne sonderbare Verfolgung und böfe nachreden bliebe; Allein eine fchwäre zugestoßene kranckheit nöthigte sie auch diefenort zu verlassen, da sie dann endlich an. i sgü nach einer; jährigen abwefenheit sich wieder nach Paris begäbe, obschon ihro, wie sie meldet, die allda auf sie wartende drangftchle vielfältig angekündet und vorgezeigt worden; wie dann bey diesem anlaß nicht zu vergessen ist, daß Guyon durch ihr gantzes buch von vielen offenbahrungen, gesichtern, Weissagungen, Göttlichen träumen , von klarer erkenntniß und Unterscheidung der menschlichen hertzen und geistern, von wunderwercken in veilung tödllicher kranckheitcn und bekehrung verstockter sünde/n, vom gemalt über den Satan und dergleichen mehr, als von gar gewissen und unfehlbaren fachen erzchlet. Indessen wäre ste kaum nacher Paris gekommen, da so wohl der ?. is Combe als sie, auf alle weife angefochten wurden. Man beschuldigte sie beyde des worauf endlich ^ Combe die Kleine, Guyon aber das kloster i-l vm-Ltion in der straf; von 8, Antoine, zum gefängniß bekäme, woraus sie nach 8 monaten und einer abgelegten erklärung, wie sie sich der kirchen in allem unterwurffe, und niemals das geringste wider selbige zu lehren vorgehabt hätte, wieder frey wurde. Gleich nach deine solches geschehen, käme sie in bekaimtschafft nut dem äbbs ll- Fenelon, nachmaligem Ertz-Biftboffen zu Cambrai, gegen welchen,sie,nach ihrem vorgeben, eben wie vorher gegen viel andere auserwäblte seelen, eine grosse innerliche neigung verspüret hatte, worauf bald (also lautet ferners ihre eigene erzehlung) obwohl nicht ohne einigen widerstand von feilen des ätztze, eine innigliche Vereinigung ihrer beyder geistern erfolgte. Sonsten genösse sie selbiger zeit von teisci. Maintenon sonderbare gunst, empstenge auch von kwml Nicole, dem Abt Boileau,ja von Bossuet, dem Bischofs von Meaux sechsten, deme so wohl verschiedene ihrer büchern, als insonderheit ihr von idro selbst beschriebenes leben zu lesen gegeben worden, wie sie nicht ohne anziehung vornehmer zeugen versicheret, ein sonderbares lob. Jedoch gienge auch da die verfolgung bald von neuem an; Bossuet so wohl als die beyde obgemeldte, und noch viel andere änderten sich, und fiengcn an viel und grobe irllhummen in ihren fchrifften zu finden; es schlugen sich auch viel darzw, welche von neuen, wider ihr leben grosse crlümwen aussties- sen; Bossuet, der sonderlich befiehl hatte, solches alles wohl zu untersuchen,c»mmunic,'rte erstlich mit dem Herrn von Fenelon, so anfänglich der Frantzösifchen Printzen prL-emo-, und hernach Ertz- Bischojsvon Cambray worden,kunte aber so viel schließen, daß derselbe von der Guyon gantz eingenommen wäre. Das meiste käme aufden so genannten ->m<üem s>urum an, wodurch man Gott ohne die geringste absieht aufdas gute, sovonihmezu hoffen ist, liebet, welche arl der liebe gegen Gott alle mvllic, und unter solchen für- nemlich der vormahls berühmte Gensfer-Bischoff Franciftus lls Saügnac nicht ohne gründ jeweilen gelehret, und von wahren gläubigen erfordert hatten; wobey jedoch Bossuet nichts desto we, niger behauptete, daß Guyon die fach viel zu weit triebe, da hingegen Fenelon gantz das widerfpiel hielte. Guyon erhielte hicraufvon dem Könige, daß ihre meynungen einigen eKeMogis zu untersuchen möchten übergeben werden. Hierzu wurden nun Bossuet, Ludwig Antonius von Noaiües, damaliger Bischofs zu CPlons, und hernach Ertz-Bifchosfvon Paris, nebst demTronson, Lu^ericir der conß-cA-rian 8. Lulpiru , verordnet. Diese untersuchten der kl-ci. Guyon schrifften, und zogen einige articul daraus, wodurch ihre lehre solle über einen Haussen gestoßen werden, und liessen selbige durch die Guyon unterschreiben, welche sich den iz apr. an. 169? dahin erklärete, daß sie nichts,so wider die Catho- lische, Apostolische und Römische kirche wäre,schreiben wolte. Als sie aber sich nicht in allen stücken nach des Bossueti gedancken richtete, muste sie viele Verfolgungen ausstehen, und wurde endlich aus dem Nonnen-kloster zu Vaugirard durch einen cxempren und einige gerichts-diencr gehvlet, hingegen in das schloß von Vittcennes und hernach in die d-MUs gesühret, woraus sie doch endlich ledig gelassen ward, u nd darauf ihr leben in stille und cinsamkeit, anbey auch unter vielen schmertzen zugebracht hat, wie sie dann ihre le- bens-beschreibung erst mit dem jähr ,709 beschließet. Obwohlen sie di« meiste zeit ihres lebens mit beständigen kranckheiten zu kämpffen hatte, hat sie doch jederweil ein frölichcs Hertz und gedul- tige seele behalten ; Merckwürdig ist, daß sie bey so vielen harten zufäüen ihr leben auf ein so hohes alter gebracht, da doch bey ge- lchehener cröffnung ihres cörpers alle theil des leibs von der faule verzehret waren, und das ledige Hertz und Hirn ohne schaden befunden wurden. Sie wurde von verschiedenen gar hoch gehalten, zumal von dem Herm von Fenelon, welcher sie in allen stücken vertheidigte , daß ihre meynung gantz gut wäre, ob gleich ihre redens- arten manchmal etwas hart lauteten. Indessen als der Pabst endlich wider die zu strecken gekommene lehr-fätze gesprochen, unter- warffe sich dieser alfobald ohne Weigerung, und schriebe den Pabst- ljchen sprach in feinem Ertz-Bißthum selbst aus; wodurch er auf einmal das mitte! fände, allen verfolgungcn, so aus anderen Ursachen wider ihne zubereitet schienen, glücklich zu entgehen. Ihre schrifften sind nachgehends zusammen gedruckt worden, unter dem titUl! recueil ciivers rrLitter rjiso!o§ie in^kique , WVvbey ÜUth etwas weniges von ihrem leben zu finden; wiewohl sonsten eine besondere lebens-befchreibung, bis auf die zeit ihrer letzten widerwärtigen begebenheiten von ihro sechsten aufgefetzt, im druck vorhanden ist, NeA seine xar eile m6ms. lelsuoa tut!s (jUicrrtme. .^.rcküVs^ue 6e LambtSv. §^no söhne also verliehren solle, gieng auch ohne Veränderung nach Hause. Als hierauffeine befatzung, welche des jungen Guzmans todt mitleidig ansähe, ein groß geschrey erhub, kam er zwar eilends dazu, aber wie man ihm die Ursache sagte, antwortete er nur so viel: ich meinte, die ftadt wäre verlohren; und setzte sich daraufunterschrocken zur tafel, worüber die Mohren an eroberung dieses Platzes verzweiffelten und die belagerung aufhüben. Der könig beehrte ihn deswegen mit seiner zuschrifft und befahl , daß man ihn hinführo nonum, den getreuen / nennen solle. Er blieb endlich in der belagerung Gibraltar den y. sept. i;c>y. xcncsl. viginti itluttr. in liilp. ksmil. p. 1^4. Guzinan / (Alphonsus Perez) war Hertzog zu Medina Si- donia, dem man wegen seines grossen Vermögens den Zunamen des reichen/und wegen seines gemuthes des guten gegeben.Er warJo- hannis Claros von Guzman, Grafen zu Nicbla, der bey ledzeiten seines Vaters gestorben ist, söhn, von Eleonora von Zuniga und Locomsjor. Er war bey absterben seines Vaters nur 7 jähr alt, und lucccciirte seinem groß-vater Iohanni in demHertzogthum Medina Sidonia, der Marggraffchafft Caloff, derGrafschafft Niebla, und andern landen. Er diente 'dem Könige Philipps II von Spanten als LLpicsin-oener-1 von den kästen und gräntzen von Andalusien, und ließ an. 15 t" den Hertzog Theodostum von Barcclos, des Hertzogs zu Braganza söhn, als er aus dem gefängniß des Königs von Marocco zu 8. Lucar de Barameda anlangete, -rreliire», weil damals der Hertzog von Braganza nach König Heinrichs von Portugal! tobe selbige crone an sich zu bringen suchte, muste aber selbigen aufdes Königs befehl wieder loß lassen. Er ward hierauf zum Oo„ve-neur des Hertzogsthum Maylands ernennet, wiewohl er hernach nicht dahin gieng. An. i;8i wurde er Ritter vom goldenen Vließ, dessen i-Ngnir ihm der König sclbsten angehänget. I» dcmselbigen jähre wurde er mit einigen kricgs- völckern in Africam gesendet, den Hafen Larache einzunehmen,und wider diejenigen, die es mit v ->n Antonio von Portugal! gehalten, zu ->g>ren,vcrlohr aber in diesem kriege seine meisten völcker. Nach dessen zurnckkunffl machte ihn Philippus I zum Odcr-Ocne^i über die grosse flöte, so er gegen Engelland ausgerüstete hatte, und gab ihm Johann Martine; von Ricoldo, einen erfahrnen kriegs« mann zur ste, als Admiralen zu. Er segelte mit selbiger flotte an. 1 z88 im majo von Lissabon in Portugal! ab, ward aber durch grossesungcwitter angehalten, daß erden ri. juliivonCorunna in Gallicien erst weiter segeln konte. Er hielte den 21 jnlii das erste seegefcch le mit den Engelländischcn schiffen, so der Admiral Carolus Howard commz-Mirte. Den 21. jul. geschahe eine anderweitige -Ltio» ohnweit Porkland. Die gröste Niederlage aber geschahe den 29 julii, also , daß durch der Engelländcr glück und tapfferkeit, und durch verschiedene mit einem starcken entstandenen wind auff die für Dünkirchcn vor ancker ligende flotte abgeschickte Brandcrs, noch mehr durch die bald darauf erfolgte mcers-gewitter dieser anschlug zernichtet, und die Spanische flotte meistens^uiniret wurde. Ob er nun wohl bey seiner zurückkunfft in Spanien die meiste schuld aufAlexandrum Farnesium, Hertzog von Parma, legen wolle, daß er ihn nicht in rechter zeit mit denen transvort- schiffen, und Land-trouppen isom^rt, und dadurch dem feinde ru obigem unternemmen alle nöthige zeit verschafft hätte, muste er sich dennoch des Hofes enthalten, und in seinem Hertzoqthum bleiben. Alsan. izyö Graf Robert zu Esser mit der Engelländischcn flotte Cadir in Spanien einnahm, setzte er, als Königlicher Admiral, sich demselben entgegen. Er vermählete sich mit Anna Sylva und Mendoza, Rui Gomez 6- Sylva, Hertzogs von Pastra- na in Spanien tochtcr, mit^welcher er erzeugt Johannem Ema- mielem Hertzog zu Medina Sidonia, seinen Nachfolger; Philiv- pum von Guzman und Aragon, so ohne erben verstorben; Rodcri- cum, Marggrafen zu Saltcs; Alphonsum, Patriarchen in Indien ; Wilhclmum, Grafen zu Villaverde, nebst einigen tochtern. Er starb im jul. an- i6i;. 1,8.89. i/r. Ln». Lelx. l>8.1. pLg. 116. Guzman (Henricus) Graf von Olivarcz in Spanien, war Petri Guzmans, welchen der Kayscr Carolus V zum ersten Gräfin von Olivarez gemacht, ältester söhn. Er lucceäirtc seinem vatcr in gedachter Graffschafft, war ^ic-^cic des Königlichen pallasts zu Sevilicn, Ritter des ordens von Calatrava und Lommcngzror zu Bivora. Er diente von seinem eilfftcn iahrc an dem Kayser Carolo V nnd dessen söhn Philippo II, mit welchem letztem er auch an. eine reise nach Engclland that, als die Vermählung mit der Königin Maria vollzogen wurde; so befand er steh auch an. iz>7 in der schlackst bey 8. Quintin. Nachmals wurde er Präsident der Königlichen Rechen-Kammer von Castilicn, und des Königs Phi- lippi II Hofmeister. Ferner wurde er als cxrrLoräin-ir- Gesandter nach Franckreich geschickt, auch als mst/nrir. Gcstmdtcr nach Rom, allwo er mit dem Französischen Gesandten wegen des vor, gangs streit bekam, auch sonst mit dein Pabst Sirto V viel zu schaffen hatte. Nachgehends war er an. 1 ;y2 vice- von Sici- licn, zu einer solchen zeit, da in dcmselbigen Reich grosse theurung war, und solches von den Banditen unter des Randazzo anfüh- rung sehr mitgenommen wurde, welche letzter» er auch dämpffte, und den Randazzo zu Meßina durch 4 von einander fahrende ga- leeren'zerreissen ließ. Er stillte nachmals einen wegen neuen auflagen entstandene ausruhe zu Meßina, und als sich an. 1594 eine Türckische schiff- auf den Sicilianischen see - kästen sehen ließ, machte er hierwidcr alle anstatt. An. 1595 wurde er aus Sicilien zum vic--«.- des Königreichs Neapolis beruffen, und als «r zu Pozzuolo aus dem schiff stieg, rieff ihm das volck mit diesen guz Worten zu: Or-cn,! LraM,! dadurch eine wohlfeile zeit sende. Er tteß von dein in Sicilien erkaufflen g!t?Ä n!a M menge nach Neapolis bringen, verdiente aber den verlangten 2 nicht damit. Er stcng an einen neuen Hafen zu Neapolis z» bauen, weil der vorige bey stürm und ungewitter nicht sattsame lchecki gab; da aber ,chon 6°°°° ducaten darauf verwendet waren?» der Komg damit mn halten. Er war sonst ein verständige I arbeitsamer Herr, der fast immer die feder in der Hand hatte. hero ihn auch die Spanier un pap-iigz nenneten derhett war er ein fiind der schalcks - narren, und verfolgte die Banditen. Als er aber einiger vornehmer Herren und des Ad haß auf sich lud, auch einigen Genuesischen kaufleuten, Salmü genannt, ,n Neapolis einen wunderliche» Handel, den man 2- Lroriam nennele, zulassen wolte, und den Hertzog von Vietri M tractirt hatte, beschwärte sich der Neapolitanische Adel bey dem König Philippe III darüber, welcher ihn auch an. 1598 vonNe^ polis abforderte. Er lebte hierauf noch einige zeit in Svanien. und erlangte die Versprechung des c>L„-i^z von Spanien, starb aber, ehe es zum stand kam. Seine gemahlin war Maria M mentel von Fonseca, Hieronymi von Azevedo und Zuniga, Grafen zu Monterey tochter, mit welcher er gezeuget Hicronymum, so vor ihm gestorben ; Caspar von Guzman, der Hertzog zu 8. Lucar rici Guzmans söhn, von Maria Piementel von Fonseca den 6 jan. an. 1587 zu Rom gcbohren, woselbst sein vater eben Abgesandter war. Er hielte sich bey demselbigen bis in das i2te jähr seines a>» ters auf, da er auf die Universität von Salamanca gesandt, und von selbiger zum «.-störe erkohren wurde, woselbst er sich auf dir rechte legte. Nach seines vaters tod «ucceciirte er demselbigen, weil der älteste bruder Hieronymus bereits zuvor gestorben, in der Grafschafft Olivarez, ward Ritter des ordens von Calatrava, und c.om,o-nULr»r zu Bivora, erlangte auch das von seinem Vater be» sesscne^amt eines oder Qvuvcrn-urr des Königlichen schloß ses zu Sevilicn, und weil fein vater, ehe er den versvrochcnen titul eines von Spanien erhalten, verstorben, ward diesem von dem König Philippo III die zusage widerholet, er auch zum or-ii- nr,r - Gesandten an den Päbsllichen Hof bestimmet. Nachdem er sich aber hiervon loß gemacht, und dem jungen Königlichen Prin. tzenPhilippo IV eine eigene Hof-stadt kormwet wurde, erlangte er bey demselbigen die stelle eines Cammer-Herrn, befand sich auch an. isiz bey dessen beylager mit der Printzeßin Elisabeth auS Franckreich. Er hatte verschiedene widerwärtige, welche auch einige mcuchel - mörder wider ihn bestellet, denen er aber glücklich entgieng. Jedoch brachten ihm seine widerwärtige in gemeldtm Printzens ungnade, daß er sich auch, als Philippus IV mit seinem vater in Portugal! rciscte, indessen in seiner Grafschafft aufhielte. Nachmals kam er wiederum nach Hof, und in bessere gnade, dergestalt , daß bey dem an. 1621 erfolgten tödtlichen Hintritt Königs Philippi III, als dieser Grafllmuiwte, er wolte sich nach Sechsten retiriren, und nicht eher als nach eingerichteter regierung wieder kommen, er nicht erlassen wurde, sondern nebst von Balthasar von Zuniga die vornehmste stelle in der regierung erhielte. Nach des Zuniga tod blieb er allein der vornehmste Minister, ivardOder- Cämmerer, Groß-Cantzler von Indien, General-Schatzmeister von Arragonien, obrister Staats-Rath, Ober-Stallmeister, General - Capilain aller Spanischen cavallerie, und oder 6ouvc»neur der Provintz Guipuscoa. Er wurde auch zum 6-2>ch- von Spanien, und den 29 dec. an. 16)4 zumHertzog von 8.Lucar ci° Barameda gemacht, von welcher zeit man ibn cons- Du» nennte, wie er denn auch Marggraf zu Acicolle wurde, und-llli- 8>rte über 22 iahr die Königlich-Spanische Reichs-fachen mit grosser autorität. Durch seinen rath wurden auch verschiedene, so bisher» in Ungnaden gewesen, wieder an den Hof beruffen, andere aber sehr gedrückt; sonderlich verfolgte er den Cardinal von Lcrma und den Hertzog von Uzeda, der bey des vorigen Königs regierung viel gegolten, gar hart, ließ den Hertzog von Ossuna ar- rcstircn, und Don Rodericum von Calderona enthaupten. M der Groß-Britannische Prink Carolus mit der Maria aus Spanien eine hcyrath zu treffen sich geneigt erwicß, auch zu solchem end eine reise nach Spanien that, ward solche seiner rian übergeben. Allein, weil sich selbige zerschlug, gab es zu einem krieg zwischen Engelland und Spanien anlaß. Er Halff an.-6-; zu Monson in Arragonien den frieden zwischen Franckreich und Spanien vermitteln. Durch seine besörderung sind einige fluffeM Spanien schiff- reich gemacht, und etliche bergwercke in stand gebracht worden. Als an. 1S40 Catalonicn, und an. 1641 PortiM von dem König in Spanien abfiel, wolte man ihm die meiste schuld bcymesscn, weil er selbige einwohner zu hart gehalten, wie dieses aus selbiger Provintz bcschwerden, so in des Mono SM andcrm theil befindlich, erhellet. Man imM>rte ihm auch, daß er an des Infamen von Spanien an. i6;r crfolgtcm tod »rsachgewesen , und den andern Königlichen bruder, den Cardinal M' nandum, der ihn in ftinem an. ,640 aufgerichteten restament z« einem seiner k-it->ment3ncn eingesetzet, in den Niederlauden M Oouverneur bestättigen lassen, damit er die autoritat am Königlichen Hof allein haben möchte. Er hatte aber ausser Didaco von Guzman, Marggrafen zu Leganez, und Emamiel von guz Grasen von Montercy , fonsten wenig gute freunde am yof. Weß- halber es auch dahin kam , daß, als seine conSiL etliche iahre hinter einander unglücklich gewesen, Portugall und Catalonien durch seine schuld abgefallen, Brasilien und Ormus verlohren gegangen, die kriege wider die Frantzoseu und Niederländer nicht gar glücklich geführet, über roo schiffe nach und nach eingebüsset, und unsäglich geld aufgewendet worden, Philippus IV auf ihn ungnädig zu werden begunte. Hierzu mag nun die Königin, als welche er nebst seiner gemahlin, so bey ihr Ober-Lämmer-Frau war, zjmlich verächtlich gehalten, nichtwenig beygetragen haben. Auch die Printzeßin Margaretha von Savoyen hat viel darzu geholffen, als welche bis anhero vice-Leins in Portugall gewesen, und wider seinen willen ohnvermuthet zu Madrid anlangte, aüwo sie den König von dem wahren zustand des Portugiesischen abfalls wkormirte, auch viele dinge, so verborgen gehalten worden, entdeckte , indem der Hertzog den König niemals weit von Madrid kommen lassen. Nicht weniger soll auch der Graf von Castrillo und des Königs amme, Anna von Guevara, so dem König deßhal- ben einen fußfall gethan, nebst dem Innig» von Guevara, Grafen von Onnate, und dem Cardinal Borgias, welchem er in dem Ertz- Mßthum Toledo den Ertz - Hertzog Leopoldum vorziehen wolle, viel darzu beygetragen haben. Wanneuhero der König ihn durch ein eigenhändiges uuict beurlaubte, und ihm zwar äunoch au- dientz verstattete, doch aus Madrid zu weichen befahl; welches denn mit grossem frvlvcken des gantzea Reichs geschahe, worauf seiner schwester söhn Ludovicus von Haro, Marggrafvon Carpio, an seine stelle kam. Er selbst aber muste sich anfänglich nach Lochen , so ihm zuständig, und folgends nach Toro in Alt - Castilien begeben, und von seinen Mitteln leben. Er ließ zwar durch einen Jesuiten anhalten, daß ihm an einen andern ort sich zu wenden möchte erlaubt werden, konte aber nichts erhalten. Seme ge- mcchlin, welche nach seinem fall noch eine zeit lang als Ober-Cam- mec-Frau bey Hof blieb, muste sich folgends auch retiriren. Man wolle ihn nach diesem in viel andere dinge mit verwickeln, und ihm beymessen, als wenn er mit HieronymS'von Villanova, welcher der n-crum»m>e halber zu Toledo gesanglich gehalten wurde, und mit einigen zäuberifchen Nonnen des klosters 8. Placibi corre. si-on-lenr gepflogen. Auch beschuldigte man ihn, als wäre er der schändlichen stete, welche man in Spanien los nennet, beygethan gewesen, weßhalben die in^u-i-cioo wider ihn zu verfahren anfieng; daher einige davor gehalten, daß sein tod, welcher den 12 jul. an. 164; in der stadt Toro im zgsten jähr seines alters erfolget, durch gisst, so ihm seine nahen anverwandten beygebracht , bannt sie ihn vor fernerer schmach bewahren möchten, sey befördert worden. Er trug vor seinem end seiner gemahlin auf, seinetwegen ein testament, und seiner stelln halber gewisse geistliche Verordnungen zu machen. Es ward sein leichnam in die Domuiicancr - kirche zu Lochen, welche er nebst dem kloster er« bauen lassen, begraben. Vor seinem absterben soll er dem König beweglich haben rathen lassen, friede mit Franckreich zu schliesst«. Er hatte von den z aw.tern eines Ober - Cämmerers, Ober- Stallmeisters und Groß-Cantzlers 200002 cronen an einkünfften, und von einigen kommenden in den orden von 8. Jacob, Calatrcwa und Aicantara 4?c>oo cronen jährlichen emkominrns. Er war sonst nicht eigennützig, und hat kein geschcnck genommen. Wann er wichtigen fachen nachsinnen wolle, hat das gemach, darinnen er sich befunden, gantz finster styn müssen. Er gab gemeiniglich audientz, wenn er auf der carosse fuhr, oder wenn er sitzen konte, und dieses darum, weil er wegen seines ungestillten Nickens im gehen und stehen etwas ungeschickt aussähe. Er vcrheyrathete sich mit Dunes von Zuniga und Velasto, Casparis von Azevedo und Zuniga, Grafen von Monterey, seiner mutier bruder tochter, und hatte von selbiger eine emtzigc tochter Mariam, welche, als sie an Raimundum von Guzman, Herrn von Toralva, so nachmals zum Hertzog zu Medina lle i»- r»rrsz cr-g-t worden, solle vermählt werden, vor" dem beylager starb. Vor seiner Vermählung zeugte er an. iüio mit Margaretha Svinola ausser ehernen söhn, In» lianum, welchen Franciscus Valazar, als er die Vvmolam, da sie mit ihm schwanger gieng, heyrathete, vor sein kinb annahm, auch gantze z i jähr davor hielte. Weil aber dieser Hertzog sich ohne männliche leides - erben befand, erkannte er ihn nachmals vor seinen söhn, ließ ihn isgicimiren, und zum Marggrafen zu Mayzena machen. Nachdem er seine erste gemahlin verstoßen, vermählte er sich mit des Connestabels von Castilien tochter. Obbemeldter sein lcgllimirter söhn starb an. i6;o, und das Hertzogthum 8. Lucar von Barameda bekam sein 6ecis>-irter eydam, der Hertzog von Medina lls!->§ lorres, die Grafschafft Olivarez aber seiner schwe- ster söhn, Don Luis lls Haro. Er hat ohnfern Madrid einen treflichen garten angelegt, welchen der König bekam, und dergestalt vergrößerte, daß es etliche Millionen gekostet. Es wird derselbige jetzo kuen reriro genannt. opere ielcÄiL. kl. iiilloics cies kLVoris. Guzman / (Caspar Alphonsus Perez) Hertzog von Medina Sidonia in Spanien. Er war Ioh.Emanuel Perez von Guzman, Hertzogs von Medina Sidonia in Spanien, und Johann Francisci Gomez I von Sandoval, Hertzogs von Lerma, Marggrafen zu Denia tochter söhn. Er führte annoch bey feines Vaters lcbzeiten, nach seines ältesten bruders Alphonsi tod, den titu! eines Grafen von Niebla. Als Philippus II in Spanien an. 1624 eine reise aus Castilien in Andalusien that, tractirte er denselben auf seines Vaters lustigem baust zu Donnana, und beschenckte den König, dessen bruder, den Infamen Carolum, und die vornehmsten bedienten, mit allerhand gL>,msrien. Als sich die Engelländifchen kriegs- sivtlln an den Spanischen küsten sehen liessen, begab er sich nebst «Mren Herren und Voloacslls dahin, um das landen zu verhin- 6zg deren. Nachdem fein vatcr an. 1 sz 8 verstorben, erbte er das Her- Sidonia, die Marggrafschasst Cacaza und die Grasschafft Nrebla. Der Konig machte ihn hierauf zu seinem Cammer-Herrn, ferner zum Capitain-General des Oceanischen meers an den kusten von Andalusien, und zum vouverneur in Andalusien. Als der Hertzog Johannes von Braganza, der diefeS Hertzogs schwester Louystn zur gemahlin hatte, zu einem König ln Portugall pmcinmwt wurde, befahl der König diesem Guzman, daß er so viel mannfchafft, als in Andalusien aufzubringen, an die grantzen von Portugall senden solte, erklärte ihn auch zu seinem General wider Portugall. Der neue König von Portugall abeö ließ unter der Hand puvUcren, als pflöge er heimlich Verständniß mit ibm, ließ auch einige briefe, die er ihm durch einen Mönch nach Lissabon zugesendet haben solle, öffentlich zeigen, wodurch er ihn bey dem König von Spanien verdächtig machte, daß er sich an. 1641, um seine Unschuld darzuthun, an den Königlichen Hof begeben muste. Gestalt er denn auch durch ein öffentliches csnel den König ss» Portugall zu einem duell aussonderte, und den ort an den gräntzen zu Valencia tagen, vom 1 oct. bis den iy dec., und zwar die letztern 20 tage seine ankunfft persönlich erwarten wolle. Im fall er aber nicht erscheinen würde, versprach er demjenigen, welcher den König von Portugall umbringen würde, seine vornehmste stadt 8. Lucar llc Barameda, im Hertzogthum Medina Sidonia gelegen. Wie er sich denn auch gegen den König von Spanien erboth , sein aufgetragenes Oene-s^c nieder zu legen, und auf seine kosten mit 1020 pftrdten bey dessen armee wider Portugall zu dienen , und demjenigen Qouverneur, welcher eine wichtige vestung von Portugall an Spanien übergeben würde, in feinem eigenen land gewisse guter zu fchencken,, worüber aber mancherley fielen. Er brachte mit grossen lösten viele kriegs - völcker zusamen, so, daß er auch seine prerioH angreiffen und veräuffern muste, und wartete an dem bestimmten ort des Königs von Portugall vergeblich. Bald darauf ließ ihn der König von Spanien zu Arroyo llei Puerco in der,Provintz Estremadura, einem dem Grafen von Benevento zugehörigen vesten orte, arrestiren, und aufdas castell zu Vittoria in Biscaya führen. Man wolle ihm, als wenn er sich zu einem König in Andalusien hätte procismiren lassen wollen, zuschreiben, auch feinem eigenen vetter, dem Grafen von Olivarez, beymessen, daß er zu dieser gefängniß vornemlich rath gegeben. Es wurde auch würcklich die Provintz Andalusien über diesen feinen Unfall in nicht geringe detcübniß gesttzet, so daß man selbige, als wenn sie es mit ihme gehalten, in verdacht zog. Von gewissen! Königlichen Ministern wurde hierauf der >nquitiriuns- proceis wider ihn formiret, und weil er dem König die versprochenen io«r mann zu pferd nicht gelieffert, sondern noch 8 compagnien mangelten , deren Werbung man auf 140000 cronen anschlug, wurden ihm feine einkünffre eingezogen, und ihm samt seiner gemahlin kaum der benöthigte unterhalt gelassen, er auch von Vittoria auf das castell zu Coccas gebracht. Er salvirte sich aber, wurde von neuem arrestirt, und erlangte endlich an.i66o seine völlige erledi- gung. Er brachte die übrige lebens-zeit in ruhe zu. An. 1664 er» kraiickte er im nov. aus einem zugestoßenen schrecken, als ein Hund ein armes weib grimmig anfiel, worüber er, als er aus dem sen« fter gesehen, in eine ohnmacht fiel, und hierauf mit einem lieber befallen wurde, woran er starb. Bey lcbzeiten seines Vaters wurde ihm die heyrath mit des Favoriten, Caspars von Guzman, Grafen zu Olivarez cintzigen tochter und erdin vorgeschlagen; dieselbe wurde aber hernach mit Ramiro Philippo von Guzman, Hertzog von Medina a- !ss Dorfes, versprochen, worauf er AunamMariam von Guzman hevrathete. Er hat mit selbiger verschiedene kinder, und unter denselbigen seinen Nachfolger in seinem Hertzogthum, Aiphonsum Perez von Guzman, und Johannen», Marggrafen von Vedevillarde, gezeuget. Er hatte noch einen »»ächten söhn, Fran- ciscum Dominicum, der an. 1676 Bischofs zu Leiria in Portugall worden. Weil an. i6ü i sein älterer söhn, Hertzog Alphonsus, als er zu Valladolid sein Haupt im ball - hauß wider eine wand hart gestossen, eine viertel stund hernach, seines alters 2; jähr, verstor» den, hat demselben sein bruder, obbemeldter Marggraf zu Vede» mllarde, gefolget, welcher mit Johanna, Alvhonsi Ferdinande; von Cordoua, Marggrafen von Priego tochter, sich vermählt,, und mit ihr eine erbin gezeuget hat. Guzman / (Didacus von) Cardinal und Ertz-Bisthoff von Scvilien. Er war ein Spanier aus dem allen Hause Guzman, und wurde bey dem Könige Philippo III und Philippo IV Almoseniek und Präsident im Rath a<-1» Cruzada, bediente auch noch viel andere wichtige cd^rgen. Nach diesem wurde er Patriarch von Indien , Ertz-Bischoffvon Tyro und an. i6;c> von Scvilien,, starb aber wenige zeit darauf. Er hat das leben Margaretha von Oesterreich, so Königin in Spanien war, in feiner Muttersprache beschrieben, vibi. 1-issosa. Guzman / (Ferdinandus Nunnez von) war sonst unter dem namcn Ferdinandus Nonius Pincianus bekannt. Er war von Valladolid gebürtig, und ein söhn des Ferdinand» von Guzman, so Intendant der finantzen im Königreiche Spanien war. Er hatte voa seiner jugend an sehr grosse tust zum studiren, und erlernte die svra- chen zu "Bologna in Italien. Bey seiner ruckkunfft aber in Spanien lehrte er selbige aufder academie Alcala, woselbst ihn der Cardinal Ximenes hingezogen. Er lehrte daselbst auch die rhetoric, und erklärte Plmii nmureiem. Er hatte verschiedene berühmte discipuls, worunter Leo ts Ximcner. bib!. Illilp. LÄ-'s«« cle tcripk. lcc. ,6. ^4»/o». lrikl. GuZman/ (Ludovicuä) ein Jesuit aus Castilien, welcher bey stinem orden in gutem ansehen war. Er war «.-.-Aor in verschiedenen cobeZicn seines ordens , und zuletzt Provincial von Sevilien und zu Toledo. Er starb den 10 jan. an. 160; zu Madrid, und hinterließ 14 bücher von der Jesuiten progressen in Indien. » «sc. llripk. loc. Guzurate / siehe Cambaja. Gvac / Königs Caroli VII in Franckreich oberster Camerhcrr Und lsvant. Er mißbrauchte der gütigkeit dieses Herrn, und weil er das finantz-wesen unter seinen Händen hatte, ll.ipon.rte er damit nach seinem gefallen. Allein der conner-bie. Artus von Richemont, nachmals Hertzog von Bretagne, tonte dessen insolentz nicht länger ansehen, weßhalben er ihn ohne des Königs wissen, aus seinem bette holen und nach oun ic-reoy führen ließ. Nach diesem hieng man ihm einen stein an den halß, und warst ihn in das wasser, so an. 142; geschahe. Seine gemahlt» wareIohannis, Hertzogs von Burgund, inLicrcsse gewcstn, und halte sehr treuloser weis das meiste beygetragen,selbigen einzuschlaffen und sicher zu machen,als Carolus VII damaliger Dauphin ihne hinterlistiger weis in das gärn zu locken und ermorden zu lassen suchte , wie auch geschehen ist. -vELo, 2,-- nslsz ll'^qulläine. Ilill. lls trLncc. * Gyarus/ siehe Ioura. Gyas / ist der name eines Trojaners, welcher den Aeneam begleitet. Ln. I. I. rr» 6c 6,6 1 . 5. V- I>8 le^u. ingleichen eines Thebaners, von welchem Statius schreibt n-cv. i. r>. und >-; V- rrr. Ein grosser theil der um Syracusa herumligcnden, und dein Tyrannen Dionysio zuständigen gcgend hat gleichfals Gyas geheis- sen. in Oinnc. Gygäa / eine tochter Amyntä I, Königs von Macedonien. Sie ward' dem Bubares, einem Persianischcn Herrn, zur ehe gegeben, welcher aufo-ckoe des Mcgabyzi, so bey dem Könige Dario aus Per- sien General war, geschickt wurde, den tod der Peruanischen /rmbLs. Qllcurs zu rächen,welche Alexander Gygää brudcr, durch einige junge Macedonier, die in weibs-klcider verkleidet waren, an der rafel hatte töden lassen, und zwar dieses, weil sie gegen die Hof-damen einige insolenz verübet. Bubares, als er die Printzeßin Gygäam ansichtig wurde, verliebte sich in selbige, welches denn Amyntas gerne sahe, bannt er sich aus dem kriege wickeln möchte, und gab selbigem seine tochter, fand auch von demsclbigen schul;, >. 7. <-.z. Gyges / wird für einen Hirten des Kömgs Candaulis in Lydien ausgegeben, der in einer unterirrdischen hole soll einen ring gefunden haben, durch dessen unterschiedliche Wendung er sich bald sichtbar bald unsichtbar zu machen vermögend gewesen; und will man serners, daß ihn dieses an den Hof des Königs und unter dessen lcib- bediente gebracht, dessen gunst er auch völlig besaß; wieivol eine un- nöthige Vertraulichkeit den unbedachtsamen Candaulem, wie bey seinem »amen ist erwehnet worden, um leib und leben durch diesen Gygem brachte. Der Urheber dieses gcdichrs, Plato, will , daß er durch Verleitung seines wunderthätigen ringes, schon zu mchrmalen des Candaulis gemahlin ungeziemend bedienet, und danncnhero sich desto fertiger entschlossen, odgedachten Candaulem, unter dein vor- wande der stiner gemablin zu unchrcn verletzten sehamhaffligkeit, umzubringen, und sich hernach aufdcn thron zu setzen. Indessen ist ausser zweifel daß dieses alles falsch, und von Platane nur zu den; ende erdichtet worden,damit er die wichtige frag,ob nicht ein mensch schuldig wäre, sich der lugend zu besteigen und alle übelthalen zu meiden, wann er schon sicher wäre, daß ihm alles ungestraffc hingehen wurde, desto klarer vordringen möchte. Gygcs hat lediglich durch die im articul Candaulcs erzehlte weue und Mittel den Lvdi- schei, thron bestiegen, exinc z8 jährige regierimg ist durch nichts als durch den reichthum, so er besessen, und durch die ansehnlichen geschencke, die er als der erste unter den Barbarn nach Delphos geschickt, sonderlich bekanntworden. Die zeit, da er gelebt, fällt in die Olymp. l;,4, v.c?. z7,/e.kl. §267, H.c. 7,7. 1.1 c. ykcg. L'/s/o pollc. I. r. Lic. cic otllc. 1.14. V. L/errc. cowp. bitt. rmiv. p. * G^lippuo/ ein gewisserLacedämonischcrGeneral. Erwürbe Olymp. 91,2. V. L. zzy, 6. Xt. ;-;ü9, 6. c. 4l>, den Syraculern in Sicilicn zu hülffe geschickt, woselbst er in verschiedenen schlachten die Athemenrsche Generalen Niciam, Lamachum, Eurymedon- tcinund Dcmostbeneiii schlüge,so dasiLamachus und Euriimedon dabey umkamen, die übrige zwey aber,nach verstohlener florren und tem grösten theil der land-trouppen sich mit dem noch in sieben tausend mann bestehenden Überrest gefangen geben mustcn. Als hierauf zu Syracusa berathschlagt wurde, was mit den gefangenen zu thun, und verschiedene vornehme Syracusier zur gclindigkcit riechen, giengc im gegenthcil Gylizipi rath sehr ernstlich dahin; daß man mit selbigen die allcrgröste schärffe zu gebrauchen hätte; wie bann auch geschahe, und die Atheniensische bürger in die stcingrnben verdamt, die Feldherren aber, samt denen übrigen geworbenen soldaten gctö- det wurden. Er diente hernach noch ferner wider die Athenienser, und halffsonderlich linder Lysimdro zu deren niöcrlag bey mc>8 Als ihmc aber dieser General alles gold und silbcr anvertraute, so man bey selbigem sieg in den feindlichen schiffen gefunden, und sich auf i;c>Q r.iicm2 brlieff, so in cine anzahl sacke, die man oben znsigelte, gethan wurde; wolte Gnlivpus seinen theil auch davon habe», ließ dahcro die sacke unten aufmachen, und nachdem er biß auf;oo talcnt heraus genommen, dieselben künstlich wieder zune- hcn. Da nun die Lp«ur, oder der Magistrat zu Lacedamon ctivas von der summ vermißte»,welche in denen vonLysandro ohne wissen §YN1 deS^Gylippi oben in jeden sack gesteckten briefen bezeichnet war, rri-il Tjl! .L:- liessen sie die fache fleißig untersuchen, und nach dem urdeberÄ diebstahlö forschen. Inmittelst geschahe es, baß Golivpi d mes welcher um den Handel wüste, und gleichwol seinen Herrn nick öffentlich verrathen wolte, einstens bey gesellschafft sagte - daß mel ersten unter seines Herrn Hauses ziegeln begraben wären. Wei nun die Atheniensische muntze die figur einer eule aufdem gepräae fübr- te, so erriethen sie die Meinung alsobald, schickten daher» bin li s' sin bey Gylippo hauß-suchung thun, und fanden auch das aeld Dieses jagte demselben eine solche schäm ein, und schmcwte ihn dermaßen, daß er die stadt verließ, und seine übrige lebens-zeit im lande der Thurier in Italien zubrachte. -.or-r- I. -I- 4- * Gvllrus / (Petrus) war von Alby aus Languedsc gebüttia, und legte sich / nebst der Lateinischen und Gricchischen sprach- hauptjächllch auf die aimquckaten. Nachdem er Italien beschul, begab er sich nach Paris/und bekam daselbst in kssrtzer reu eineW chc Hochachtung / daß ihn der Konig Fcanciscus I nach Gckchm. land/ Asien nnd Aftrea zu gehen bcorderle/ um einen vorralh von guten Griechischen buchten einzusammlen/ und die beschaffeM derselben länder genau zu beschreiben. Unterwegs fiel er den er» räubern von Algier in die Hände / welchen er aber glücklich wiche« rum entkam/ und seine reiß in die 9 jähr fortsetzte. Nach des ge. dachten Königs tod gieng er gleichsam in der rrr herum / biß er bey dem Cardjnai Armagnac zu Nom freye llslwn bekam. Wem er aber bemühet war / dasjenige in ordming zu bringen/ mscr auf seiner mühsamen reiß angeschaffet hatte/ riß ihn ein hitziges fiebcran. >;;;/ indem özjahr seinesalkers/weg. Obgedachier Cardinal ließ hleraufcmigevon desselben in Franckreichdru« cken/ die meisten aber soll Bellonius untergeschlagen haben. Die vornehmsten schafften/ welche man von ihm hat / sind nebst der Übersetzung 1. ,6 ste snimal. Oelcr. Lvzpkori Lkrrcicl, und LoMianriiiop. still, sst sn. i;;y. rkestr. pruösa!, in st^stl. p. ?4?. wurde der ort genennet/ wo sich die M. chjschc lügend im lausten/ ringen/ fechten / werffcn/ „ndallerhand arten des kampffs/cine daurhaffte stärcke des Icibs zu erhalten/ übte. Auch hielten da gemeiniglich die gelehrten und weit-weisen in denen vorhandenen svatzier- gängcn oder angebauten Wachem ihre Unterredungen. Aus Griechenland kam dieser namemd auch mit demselben die fache selbst in Italien; wie denn das n-lmm Neronis/ Lrajani und anderer bekandt ist. Wer vviidai bcgülerten etwas rühmliches stifftcn wolte/ ließ ein solch xymn-üum ausbauen / nnd zu den zelten Trajani that solches Sura Licinius. Sluch die grossen Herren in Rom liessen auf ihren land-gütern solche gvmnzst- ausbauen. Daß es dlßweilen zu einer stonorrlW «rx! grabs-stclle hat dienen müssen/ ist aus bcerdigung TimolwntiS lind HI. Marcelli zu sehen, cstac. casron. ch"rrzjW». ?/<„. !>b. r cpill. 17. Lp. scl Lic. käm. 1 .4 ep. 12. Lo?»»/. vlk. T-mol. arre Qymnsll. * Gvmnasius / (Dominicus) Cardinal und Ertz-Dischoffm Mansredoma/ war von Csllei Loioasse. einem kleinen städlicill ohnscrn Vononicn. Sein vatcr war ein berühmter daselbst/ und hinterließ ihm grossen reichthum. Er legte sich aber hauptsächlich aufdie civil- und ceylonischen rechte/ ingleicheiuiuf die heil. schnfft. AIS er nach Rom gieng/ kam er daselbst gar bald in grosses ansehen/ daher ihn Gregorms XIIIzum kell-cn-i-r>o beyder signaluren machte.Sirtus V gab ihm das Bißthum Wi!!- frcdonia '/ und Clemens VIII schickte ihn als seinen rst>.-icwm ui Spanien. Hierauf wurde er an. 1604 Cardinal/ letzlich vE« dcssclbigcn coUc^ii und Bischofs von Ostia / und starb an. iHp bey einem hohen alter. Er hat verschiedene stiffnmgen gemachl/ auch einen commeniLnuin über die Psalmen geschrieben. rstczrr. Leo sp. Urst. LTylLT-L-t- pin. I c. 99. Gpnmosophistcn / ist bey etlichender name/mit welchem der Indianer pstNoistpst, überhaupt belegt werden. Doch öfsters pflegen unrer derselben bcncnnung die psti>ust>?i>- der Aeiblo« pier/(welchc sich ansIndien nach des alkcnIndischenKvWMii- ais/ durch sie verübten mord weggemacht/ und sich um den -Mim niedergelassen haben sollen) vorziikommcn/gleichwic man der W diancr mehr unter dem namcn der Drachinanncn (sihe marics) und Kermannen anfi'ikrct. AIs Apollonnis H-in-nL!>e besuchte / traff er sie nicht weit von des Nili nscr auf enM N' gcl wonhaffr an. Ihr auffenthall war meistens unter dem IG Himmel; für die "ankommenden fremdlmge aber hauen M E schlechtes nnd unausgczicrtcs hütklcin auffbauen lassen / als wc » chcs sie für gnugsam achteten / den leid zu beschützen nnd sich M« holen. Ihre kleidung betreffend / so deckte solche den wemM theil ihres leids/ nnd werden sie mit den in der jonne W E' hallenden Alhenicnsern vcrglichen.In ihrer gantzenlebens-attM- tcn sie eine strenge vcrachtrnig aller Zärtlichkeit/ lind smMNm warheiten/ um den namen in der that zu haben, bloß und M gesuchte wunder vorzustellen. Die Verehrung gegen die W er om volck einzuprägen / erdachten sie unterschiedliche dlldmlic, ma welchen sie auf was verborgenes sehen wollen. Was weder lob« straff verdiente/ hielten sie vor keine tugend; recht UM, mw Huten/ daß andere nicht unrecht thun/ hielten sie M dmuM« der meisten lugenden. Was die Unsterblichkeit der scclen imdd » natur antrisst/ änderten sie wenig die Pylhagorllchen mcnnM Solisten war ihre weißheit trefiicher als dcrSIegyptter/ dchM sie» sie den Indianern hierinncn weichen. Daher» ^ ß, kommen seyn mag/ daß sie derselben pviiocopluc. wen l e M Zärtlichkeit an sich hatte/ gegen die ihrige zu verklemm« W - In Aftica niachtcn iic keine gemeine aus/ opfferten ancy M meinschafftlich/ wie die in Indien/ sondern em jeder M ^ ich kÄ "lc. W..! gangen hatten/ musten sich bey ihnen angeben/ und sich eine straft auflegen lassen/ ehe dorfften sie nicht in ihr Vaterland zurück kom» men. Die vornehmsten unter ihnen hiessen Hylobier / weil sie in den wäldern wohnten/ da sie sich von blättern und wilden flüchten ernährten/ desweins und beyschlaffSenthielten/ denKönigettauf ihre fragen durch boten antworteten/ auch in der Könige namen die götter verehrten und anrufften. (sihe «viob.Ln,) Die vornehmsten nach diesen waren die Klellici, welche in den Häusern herum gierigen/ und sich rühmten / daß sie so gar die Unfruchtbarkeit vertreiben tonten. Andere legten sich aufs wahrsagen. Insgesamt nahmen sie ihren respect in acht / so daß auch Alexander/ der sie gerne wolle kennenlernen/ eine^puiLnan an sie abschicken muste. Ihre schüler speiseten mit ihnen / und dabey hielten sie die gewon- heit / daß ehe die speisen aufgetragen wurden / ein jeder von ihren schulern ausstreuen/ und erzehlen muste/ was er von früh morgens biß zu kisch-zett gutes verrichtet habe/ da denn einer erzehlte/ wie er zwischen zwey streitigen parkheyen schieds-richter gewesen/ ein andrer/ wie er dem beseht seiner elrern gehorchet habe/ der dritte/ wie er vor andern was gelernet/ der vierte / wie er durch eigenes nachsinnen etwas erfunden habe/ und so weiter; wer nichts dergleichen anzuführen wüste/ muste ungesseN wieder an die arbeit seyen. vir. ^poü. üb. rc, i üb. z c. 20 I- 6 c. 7 N-r/le. E?" stEinAsien/ entspringetäus venArmkmicyE grnmet werden/lausstmitten durchDardanicir hindurch/ und ergießtsich endlich ln den Tiger-stuß. Ais einsten pftrdcn m diesem stuß ertrunckett war / und sahe / ^"Eer lauffden marsch seiner armee zur belagerung deß stadtBabylon hinderte/ wurde er darüber dermaßen entrüstet/ daß er ihn in isc> ranale zertheilen ließ. . Gvvn oder Gion / ein schlechter ort in der Spanischen Pro» vrntz Mimen / nicht wett von Avila ost-wärts/ aufeiner klemeit haid.!nsnl / welche das Blscayische Meer daselbst formirt/ gelegen. Vor alters ist es die haupt-stadkvon gantz Wunen/ und zu ansang des 8 seculi die resident des berühmten Pelagii gewesen/ welchen am ersten die monarchie der Christen in Spanien gegen die Mob» reneriieuert.. Es haben auch/mach dessen exempcl/die nach'st-fol» gende Christliche Könige sich Konlge von Gyvn zu riluliren pflegen/ biß endlich zu ansang des 9 seculi Alphonsus II den kilul eines Konlgs von Oviedo zu brauchen angefangen. Nach der Hand hat Komg Heinrich II diesem ort den mm einer Grafschafft beygelegt» S. Lr. äe i'klp. p. r6y. üeüc. cis l'Lch. p, „4. Gytschtn/ eine stadt in Böhmen/ sihe Gitfchim Wird vielmehr für eine-ss-i-stion oder anhau» chung / als vor einen duchstabcn gerechnet/ wie es denn Priscianus aus der zahl der buch» staben auswirfft/ welchem auchVossinsfolget ; Bccmann aber will solches unter die duchstabcn gerechnet wissen. Die Lateiner haben es von den iplniibus der Griechen entlehnet. Es beschwüret sich schon Gellius darüber/ daß man es vielen Wörtern ohne noth beyfüge. Heut zu tag brauchet man es vor vo»!en und cc>,iü>^,iten/ wiewol Cicero es nicht weiter/ als vor den erstem gebraucht haben will/ und das andere vor einen fehler hält. Die fache kommt daranfan/ wenn es vor einem v<,c.ui gantz alleinstehet/ so verursacht es/ daß selbiger mit einer Aspiration muß ausgesprochen werden / daß ist/ etwas stärcker und härter/ als wenn kein« dardcy stünde / wie in den Worten bsbst«:, Horror, ö-c. Wenn n bey n stehet/ so werden beyde duch- staben zusammen wie r ausgesprochen/ als: ubLnomenon, i-mio. sopbus. Nach dem «.wtrd es wenig gehört/ als inrcvcnus, nüeto- ric-,, Scc. Die Niederländer sprechen viel Wörter mit einem n aus ohne noth/ darüber schon Catuüns über cincn/namens Arius/spot» tet. Vaugelas hat in seinen anmerckimgett über die Frantzösische spraach gezeiget/ wenn das ^ als eine L!p>r-r>on oder als ein con, 5on»ns anzusehen. Manchmal / sonderlich in der Spanischen spraach / wird « vor r und dieses für jenes gebrauchet / als für sirbL , kskz ; borcieum, tturbeum. Es ist über dergleichen fth 0 N vor etlich 1000 jähren unter den Griechen in Übung gewesen / Massen daandece für einen voc-r^m einen spin-um nEerum, ft die krasst und würckling unsers « in der aussprach hät/ gesetzt/ allda die Aeolier und welche solcher mund-ärt gefolget/ ibr so genanntes das ist/ nmer k hingethan haben; Daher dann die stadt der ruiscotum in Italien/ in den ältesten zeiten von diesem namen ihres ersten stifflers ttsieü,- genennet worden/ bald darauf/ weil der Aeolische-üLi-'Ä in Italien üblich/ Faiesus/ und die ein» tvohner Falisci und Falcrii geheißen haben. Also meldet Plinius/ die stadt Formia auch in derselben gegcnd hätte vor alters den namen Hormia getragen; und Servrus/ man hakte ehemals an statt k-bri;. Nevri; gesagt. Wann sonst dieser buchstab in denen alten Römischen stein-schrifftcn allein stehet/ so bedeutet er mc, ll-c, üo- llonor. ÜLrcs, llors und anderes mehr. c»cs»-o IN orstor». br. a.I.-c. LplZr. 8,. I. Ns oirüagrz- pkiz. I. ; c. Oi-r-t. I. z äm. ei. IZ. in ^neici. 7 69;. * 6aab/ (Johannes) von Zürich aus einem alten aeschlecht her- stammend/ wurde an. 1542 Bürgermeister daselbst / gab aber diese ansehnliche würde wiederum aus/ als er selbige bey 18 jähren Mit rühm begleitet hatte; Er hat etliche hohe gesandschafften ver. sehen/ als an. 15; 6 anFranciscum l König in Franckreich betreffend die Evangelischen / und an. 1; ;r an Henricum II seinen söhn und Nachfolger/ wegen Verlängerung der Vurgundischen n-m, sü. tat/ wie auch an. i;4o an Ulricum I Hertzog von Wurtemberg/ starb an. i;6l. Oeiclllcckrü. * , ^aag/ Gravenhaatt/ lat.ttLZ-comllum, der schönste und lustigste flecken in gantz Europa / liqt in der Grafschafft Holland/ eine halbe stund von der nord-see/i stund von Dclsst/s von Leyden/ und; von Roterdam/ in einer sehr angenehmen geltend/ da man an der einen feite die nahe sie/ an der andern die schönsten wiesen / und an der dritten einen lustigen wald hat. Er ist mit keinen mau- ren/ sondern nur mit wasser-gräben umgeben/ und mitMg-bru» ckm verschen/oebct aber vielen ansehnlichen städten an grosse/schön- yeit und reichrhum vor / ist auch mit stadt- gerechtigkeit versehen / und von alters her von den Regenten von Holland den anlagen nach unter die beschlossenen städte gerechnet / und mit vielen frey» betten begäbet worden. Es haben auch jederzeit die Haaqhchen Dexmirtm den Versammlungen der andern Holländischen stadten M beygewohnt/ bis endlich dieser ort in der Spanischen unruhe sehr ins abnehmen gerathen ; nachdem er auch schon vorher an. rzrz von Martin von Noßen/ des Hertzogs von Geldern Kriegs» Obersten/ war ausgeplündert und verwüstet worden/ welches biß «ufdasjahrizL; gewähret/ da nachdem er sich wieder erholet/ ihn bre Staaten von Holland und West-Krießland m seine vorigf frcvheiten gesetzt. Worauf er an menqe der einwohner und schön» heit der gcbaudc sehr zugenommen/ sich auch noch täglich mehr ver» bessert. Sein umkreiß ist bey r stunden/und begreisstauf ic-o gas- sen ohne die ranäle / davon einrac sehr schön und mit bäumen be- pflantzct sind. Ferner sind 6 öffentliche plätze/ vortrcstiche pro »cn-,. ben/darnnter sonderlich dasVorhoul berühmt/un über dem wasser» grabenein schöner thier-gartm-DieHolländisch-Reformirken haben hier; kirchett/ darunter die so genannte grosse kirchan. i;ys voir Hcrtzoq Albrecht von Bayern gebauet/ un mit unzehlichcn waapeir svnderlichin dem chor von den waapen derRitwrvom göldeneoließ/ ausgezieret ist/welchcs einige veranlasset zu qlaubcn/daßdicseNittre ehemalsihr capiwl darinen gehaltcn.DieFrantzosen haben die Hof» capell innen/und dieHoch-teutschen nndEngelländer haben eine kir- chc zusammen. Die Lutheraner haben gleichfalls ihre kirche/und die Calholischen verrichten ihren gotkesdienst bey den Abgesandten/ sonderlich im Spanischen Hof. Von westlichen gcbänden ist das vornehmste der Hof von Hotland/ welcher die rcsidentz der allen Grafen von Holland/ und nachgehcndsder Printzen von Ora- nicn gewesen. GrafWilhelm vonHolland/ der auch Römisches König worden/ hat solchen/ als er aus Leukschiand zurück gekommen/ an. 1749 bauen lassen / und darinnen residirt. Es ist ein weiklänfftiges gebäude/ mit cinkm grabkn an; seilen / und an dec 4ten mit einem grossen vier - eckichten reich umgeben. Allhier wer» den die Versammlungen von den gesamten Ständen der vereinig» tcn Provinyeil/ und auch der Stände von Holland und Well» Frießland gehaltcn.Dic vornehmste Versammlung ist der Gen-'.al» Skaaten/welch« die höchste Obrigkeit der / vereinigten Provmtzctt sind/ und durch dicDepritirte/so jedi Provintz darzu absendet / ; coliegir machm/ das von den General-Staaten/ das von E Staats-Nath/ und das von der rechcsi-cämmer. Ferner sitzt hier der Generalität müntz-eaminer/ der Rath und lehn - hofvonBrg» baut/wie auch des landes von Over-Maase/und der hohe KriegS» Rath. Nachaehends versammlet! sich hier die Staaten von Hol» land und West-Frießland/ und ihre coM-rmarte Räthe/ der hohe Rath von Holland / der Land - Rath oder Hof von die rechnungs -kammer von den 6om-»ncn der Grafschafft Holland / die cammer zur audientz von gemeinen lands-rechnnngen von Holland / die hvltz - förstcr und weg - mcister von Holland und West- Fricßlandund das coUegmm dcr kocictät/ welches ans4andem roiicgiis bestehet / als aus den DeputirtM von dem hohen Rath / von dem Hof von juttikie. von der rechnüngs - cammer der Hoüän» dischen tzo-oLinco, und von dem Haagischen »a-lAiNkLt. Nächst aw diesem Hof von Holland stund der kostbare pallast/ welchen Graf Moritz von Nassau/ Qouvonour in Brasilien/ von dem/ waseu in diesem land gewonnm/ hat bauen/ und mit den besten Indianischen raritäten auszicrcn lassen / der aber zu end des 1704 jahrs abgebrannt ist. Ferner ist der fo genannte alte hofcin feines ge» bände mit einem schönen garten / darinnen die verwittidttn Prin- tzeßinnen von Oranjen zu rcsidlren pflegten / und ncklcher seit deut tod Königs Wilhelm von Engelland dem Koniq in Preussen znge» höret. Das stadt-hauß soll vor dresem der Hof der Herren von Bre» derode gewesen seyn. Weil in demHaag/ wie vor gedacht/ dlg General-Staaten sich versammlet!/ so haben alle Abgesandte von ausländischen Potentaten allda ihre rcsidentz / und pflegt sich auch der gröste Adel von den vereinigten Provmtzm daselbst aufznhal» ten/ daher man die prächtigsten Häuser und alle andere begnemsich. keilen an diesem ort findet. Rrngs um den Haag sind lustige dorf» fcr/ daruntersonderlich Schevelingcn sehr besucht wird / welches eine halbe stund vom Haaq hark an der see ligt / dahin man durch einen breiten und mit gcbackenen steinen gepflasterten/ auch mit bäumen besetzten weg kommt / welcher mtt groficii kosten durch d«? Duinen oder sand-berge geqradm worden. Auf dem halben weg ist Sörgvliet/ aüwo der Graf von Portländ einen schonen gartm und angelegt. Ferner sind an den andern feiten von dem Haag die; tust - Häuser Königs Wilhelm von Engelland / welche nunmehr der König von Preussen besitzet/ als Honslaerdvck/ daS hauß zu Ruswick/ (woselbst man an. 1697 den frieden geschloffen) und des Königs hauß tut dusch/,sonst das printzeßin-hauß ge-» LlUs nannt/ 6z6 haa hab >ant/weil eS von der Printzeßin Slmalia von TolniS/PmitzFride- rich Heinrichs vonOranirn grmahlin/gebauet wordm.Es liqk nur «ine kleine viertel-msil von dem Haag/ in einem dusch/ und ist be. kandt wegen dem grossen saal/ darinnen die thaten Printz Friderich Heinrichs von den besten meistern abgemahlet sind. Gantz nahe da» bey ist Elingcndacl/ ein lnst» hauß mit einem sehr schönen garten/ dem Herrn von 8. Anneland zugehörig, a-ucr. »eix. in kLtLV. p. ci>c«ü /^r/sö»r leitö-be- kckr. 6e Is lisye. 6«rag/ ein feiner Bayrischer marck-ffecken nebst einem Chur- kürstlichen ober-und unter-schloß in dem Bißtdum Freysingen und dem rent-amt München am Jnn gelegen, hat ein eigenes gericht und kasten-amt, und ist der fürnehmste platz der schönen Graf- schafft Haag. Ihre erste bescher sollen die Herren von Hurren ge« Wesen seyn , daher sie auch in alten Urkunden Gurmhaag genen- «et worden / nach deren abgang um das jähr >225 selbige die von Frauenbcrg / so sich daher züin Haag bcygenennet , geerbet. Der letzte dieses stamms war der unruhige Ladislaus, nach dessen an. rz6S erfolgtemtod Hertzog Albert von Bayern die Grafschasst Haag samt der Herrschafft Hohen-schöngan als Heimgefallene leben, oder weil Bayern durch Kayser Carolum V und Ferdinan- dum I die anwartschaffl darauf erlanget, an sich gebracht , nachdem er einige darauf pr^-rcotzwende Grafen mit geld abgefunden. Dieser Grafschasst halber führt Chur-Bayern aus crayß-lägeu ein besonderes vorum, vertritt auch selbige bey dem Reich auf der Wet- terauischen Grafen-danck. An. 1709 gab sie Kayser Josephus seinem obristen Hof-Cantzler, Philipp Ludwig, Grafen von Sintzen- dorff, zu lchcu ; sie ist aber an. 1715 an Chur-Bayern i-cllnuirt worden. Sonst ist davon merckwürdig,daß Churfürst Maximilian Emanuel in den Niederlanden einen jungen Herrn gezeugt,welcher den titul eines Grafen von Haag führet, und daß Kayser Carl V den ort mit einem besondern begnadiget. r 1. „ p. 27;. Lsyr. Nsmmv. I 1 p. 67. Lllctr gesclllcclir «ler Lite» OrLllin ru liasgru Lnc!-n. p. l 63 . Maaren/ eine Adeliche familie in Nieder Sachsen,welche von Radano herstammct, der sich in dem 11 tc-uio aus Geldern dahin gewendet, und um dasiahr 1080 ^llvocLtu5 der kirche zu Müllen gewesen. Dessen enckel,RabanuS II,hat dasamt eines Cämmercrs bey der Abtey Heerfordcn verwaltet. Um das jähr -6zo war Johann i^llilem zu Oldenburg, und hatte einen bruder, namens Adam, welcher der Cron Schweden als Rittmeister diente, und von feinern diener erschossen ward. Noch an. > 670 lebte Rabanns III, und halle; söhne, die hiessen Christian Wilhelm, Johann Dietrich und Herebord Daniel. Es ilorirct dieses qesthlecht auch noch in Geldern, wie denn an. 1679 Wilhelm, als Deputirtcr von Holland und Frießland, den Niemägischen frieden unterschrieben. Lk/,7.3PP. llcr gcneLt. kLb. V. Lreinb. z^aarsee/ist ein see,oder vielmehr Weyer bey Hcnekhart in dem Thurgöw,mitten in einem seid. Es fließt kein wasser weder darein, noch daraus; Wann er im maio austrocknet und versieget, so machet der leichtgläubige land-mann sich das angenehme Prognostikon,es werde eine reiche erndt erfolgen, gcschicht aber das gcgen- theil, so muß nach ihrer cinbildnng nothwendig eine theurungcin- tressen. k. n. 1.2 p. >2. ^ ^abacuc/ ist unter den kleinen Propheten der achte. Die heil. schlifft bemcrckct nicht die eigentliche zeit,wenn er gclcbct hat, noch aus welchem stamm er gewesen. Allein weil er von dem Unglück, so durch die Chaldaer über die Hüben kommen solte, weissaget, muß er nothwendig noch vor Zedekia rcgierung gelebet haben, und also entweder in den ersten jähren des Königs Manasse, er. kt. zagü, ^r. c. 698, V. c. 56, Olymp. 20, z, da recht und gcrechtigkeit, nach des Propheten klag, aus dem lande vertrieben worden, oder zu den zcitcn des Königs Ammon, welcher den götzcn diente, denen sein valer Manasse zu ansang seiner rcgierung angehangen. Gestalt wir denn auch sehen , daß Habacucs Weissagung zwischen die pro- phczeyung Nabums, welcher zugleich mit Manasse gclebet, und des Zcphaniä gesetzt ivorden, welcher unter Josia gelehret hat. IN 1)3». Lc. >^abacuc/ ist ein anderer,dessen in der Historie vom Bel z» Babel gedacht wird, welcher durch einen cnael aus Judaa nach Babylon soll gcführet worden seyn, um daselbst den Propheten Daniel in der löwen^nibe mit demjenigen essen zu speisen, welches er für die schnitter t'rtig gemacht hatte. Es kan demnach dieser der vorbedachte Habacuc nicht styn, welcher vor der Babylonischen ge- fängniß gelebet hat, und der aus dem stamm Simcon gewesen , da diestr hingegen ein Lcvtt wäre. Allein wann die gcschicht vom Bel zu Babel eine pure fabel ist, wie heut zu tcm fast kein gelehrter, auch so gar unter den Catholischcn daran zweisselt, so fält dieser scrupel von sclbsten hin. »» D-r»rc/. Ujs«7. Lnnsl. ^ Rabatz cmc Africanische Provintz in dem Königreich Fez, und folglich ein stück von 1'inqitLNL. Sie ligt am Atlantischen meer zwischen dcmgebürge Errifnnd dem fluß Ergaile,gegen dessen ausfluß nach der mecr-cnge von Gibraltar zu, und macht in der länge 100 messen, in der breite aber 8° aus. Das land ist mit aller Nothwendigkeit versehen,und beydes in der ebne und auf dem qebürg wohl bewohnt. In vorigen zeiten war es mit viel schönen städten angefüllet, so von den Gothen, Römern und alten Africani- schen Maurcm erbauet worden, anjctzo aber ist es durch die kriege sehr verheeret und wüste gemacht. Die vornehmsten örter darinnen sind Arzilla, Ceuta und Tetuan. Allbier stund auch Tanger, hab ehe es von König Carolo II verwüstet wurde, r-« » Mo/. erf-ic. l. 4. ^abdanck/ ,st em zuname der Polnischen familie von bek, dessen Ursprung daher gefuhrct wird. Als Kayser Henrik v mit Konig Boleslao aus Polen an. 1109 friede gemacht 2 V den Gejandten dieses Königs einen grossen schätz vvn qvld und m ber, sagend, hiervon hatte der krieg mit Polen sollen qefübre m r den ; Johannes vcarbek Grafvon Gora , einer der Abaesandtm zog seinen rmg von der Hand, und warssihn auf den Hausse , ch o? sagend: Ew. Mar. vergönnen mir/ daß ich dieses bim» thue. Der Kay,er ließ sichleidiges nicht verdrießen,sondern iaa?- habe danck. Woher dem Haufe dieser name entstanden in ckron. Lr«r,/,Lr« Mk. ?oi. I. z c. 9. in a ?ol. I, 2 p. orv. pol. ?. 1 p. r lg. ' ^abelschwerd/eine stadt in Böhmen,in der Grafschasst Wak, m, der Reiß, 2 meilen von Glatz gelegen , hat an. 1; 19 von Könio Johanne ihre pnvN-Z^ bekommen. An. 15;; funden sich M Anabaptistcn allhier ein , welche man aber um das jähr l«c»vie. derUM fortjagte. mUccli. bo!>. Olsr. cbmn. p.nS. ^aberrorn / eine von den ältesten Adelichen familien in FW- cken, allwo ne vormals Zellingen ibr altes stamm-hanß besissn L-ie hat gn. - 2; z dem turnier zu Würtzbnrg beygewohnt, ist auch vor 4°° zahren in der grossen Fränckischen Vereinigung gestanden, und hat auch sou,r denen crayy-und land-tägen beygewohnet Um dle imtte des iü w-ui, aber halste durch die innerlichen mmihen, insonderheit durch den bauren-krieg, viel güter eingebüßet, worauf sich cnilge ln die Wetterau und Hessen, einige aber in die LaujM gewendet, wo,elbst „e nicht allein bey der Ritterschafft willig ana^ nommen, sondern auch zu den höchsten Adelichen bcdienunqe» gezogen worden. Anna von Haberkorn starb an. 1429 als AcWn des damaligcn^ungser-klostcrs Unrerzell, am ufer des Rheins,M bey dem ichloß Roßberg gelegen. Margaretha Haberkormn von Zcllmgcn war um das jähr iü°o Florians von Hütten erste qe. mahlin. Nach ansang des 18 lccull florirtcn aufdenen in derNie« der-Laußmtz unweit Luckau gelegenen Ritter-gütern Hohendorff, L-ellendorff, Schoneich und Bohrau unweit Guben, Heinrich Beter von Haberkorn, vormahliger Fürstlicher Mecklenburgischer der regierung Gustrauischen antheils, so hernach in Fürstlichen Merseburgilchen diensten als qegenhändler in der Niedcr- Launtz verstorben, und dessen söhn Hartmann Peter von Haber, körn, Hochfursilichcr Mcrseburgischcr vicc.rr^llllenc bey der ober- amts-rcgierung und Oder-Lo,niUoriLl-h, der Nieder- Lausitz. v. Lwein. Lclel r. 167. krsnc. rclliv. cotmoß-zpk. p. 1075. «..ärcliiv. c-p. vonll-kfrevea Lcicks-Kickc-scliuiU in krancllcn. Lerm. srcra p. 16g. Lü- rom. 4 p. 491 ig. ^aberkorit/ (Petrus) einer aus der vorhergehenden familie, warben 9.mayan. 1624 zuButzbach in Hessen gebohren, und wurde anfänglich in der schul daselbst unterwiesen; an. 162° aber zog er auf das ßy-nnallum zu Ulm,und im 22 jähr feines altersauf die Universität nach Marpurg. Hierauf besuchte er die Sächsischen aeademien, und die zu Straßburg, und wurde bey seiner riickkuufft an. IÜZ2 vrotoipor piiyllc-r. nach Verlaufs eines jahrs, da er zuvor- hero Oottoi-lk-olozis: worden, Hof-Prediger, und nach 10 jähren iiilpeLor der wo-cez Giessen. Nachdem selbige academie in stand gerichtet war, wurde er zugleich i-row-nör r!>soioz>.v. Er hat verschiedenen coüoguür,welche man der rcligion halber angestellet,beygewohnet , lind ist im april an. 167s gestorben. Seine schriffim sind: vlnllicLkio l-ulker 3 i>L llclcj cooera ijclvicum ttlricumssuoni- UIII; lynkggmr liilldrr. tllcolo^lc^rum ; Lnci.v^icriznu?; icttliozÄo. ruin collo^uii te.iiciow'lLni; lleprss cliipucLcionuor Lmi^Wäll-ndui' xic3-um,6ec. mcmor. kkco!. p. ,8^;. Labert/ eine Frantzösische familie,die wegen unterschiedlichen daraus entsprossenen vornehmen leutheu berühmt ist. Herman Ha. bcrt, Abt von Cerisy und >lc Röche, war ein bruder Philipps von dem hernach. Er war ein mit-glicd ber Frantzösischcn academie, und hat verschiedene wercke hinterlassen, als das leben des Cardi« nals Verulle, und einige poemara. Jsaac, e^oonicuz zu Paris, und nachmals Bischoffvon Vabrcs, wurde von dem Cardinal Richelieu ersehen,Janfenium zu widerlegen, da er denn insonderheit in; lcrmonen vorstellete, daß Jansenius Augnstinnm nicht recht verstünde. Antonius Arnaud, v»Äo- von der 8«rva»nc, antwortete ihm zwar an. 1640; Jsaac aber blieb einer der vornehmsten feinden der Janscnistcn. Unter seinen schrillten sind die vornehmsten r ll- ßrälia ex pärrjbus Or-ELls; <1ü conLeut'u IiierärcliiL'monsrcliis.'; oL czrkccirs wu pri'mLru 8. ?ceri 6cc. <§r hat auch das circmooisl dek Orientalischen kirche ins Latein übersetzet. Heinrich Ludwig, Hm von Montmor, Königlicher Rath undRequetcnmcister, warn» Mitglied der Frantzösischcn academie, und starb den 21 jan-^> 1679. Er hat sich durch stine aufrichtigkeit, wie auch durchJst liebe,so er zu gelehrten leutcn getragen,sehr bekannt gemacht. LM' ner wird in dein leben Gassendi- gedacht. »Lnc. /'e/rf/ö» vill. cie l'Lcsllewie kr^nc. -in -/e Labert/ (Philivpus) ein mitglied der Frantzösischen acadeM, zeigte von seiner jugend an grosse lust zu den studicn, als er aber fähige zu ende gebracht,wurde er allgemach in den krieg gezogen, mw zuletzt Lommitl^-iu- von der srrMeri-. Er war bey den vornehiu- sten -xpe-lirionen selbiger zeit, als in der schlachtbey Avcin, !ind N! den bclagerungen 6e ir Mothe, Nancy und Landrecn. Ais ober an- ri;7 einige rrouop-e or«irc erhielten, Las schloß Einer! hab Mons und Valeuclenner zu belagern, worbey er auch die aufsicht über die munmon harre, ließ ein soweit seinen innren in eine Pulver» tonne fallen, welche ein stück mauer über den Haussen schmiß, wor» unter er gelobtet wurde. Er hat verschiedene poi-mrcs geschrieben, und unter andern w remple 6mürirten; Weilen er aber noch länger aufder sc-»lcmie studircn wolte,bediente er solchen Posten mit zimlicher Unlust, so daß seine eitern grosse mühe hatten, ihme denselben beliebig zu machen; Er wurde aber bald weiters vocirtMd svlte an. 16;; das schul-K-Äorzrund den kirchen-O-^cooN zu strelitz annehmen, welches er mich thäte, jedoch für eine sehr kurtze zeit, sintemal er 2 jähr darauf beyde bedienungen aufgäbe, und sich wieder nach Rostock begäbe,da er in pliüoiopwc^ Wse und Miomirte, auch au. i6;8 sich zu einem und gekrönten Poeten crewen liesse; bald darauf legte er sich fürnemlich aufdie «isoinßie, und wurde darinnen nach kurlzcr zeit kroK-Nor in gemewtem Rostock; Ehe er aber selbige antratt, nahine er eine reise vor, und gierige das jähr darauf an. 1664 nach Grypswald, da er innert 8 Wochen 4 rksoiogische Vilhmanvnss 4 Concil. O-cnmen. gehalten; Man wolte ihme auch daselbst den gc-clun, i.icemi-vü? ertheilen, er wolle ihn aber nit annehmen, sondern gienge weiters nach Heimstatt, Rütteln, Mar- purg und Giessen, an welchem letztem ort er unter dem des gelehrten Habcrkornii 6- Berengarianismo Mlhmirte. Hierauf durchreisere er einen schönen strich Deutschlands , die gantze Schweitz und käme endlich durch das Schwaben-Bayer-und Sachsen-land anfangs des iü6; iahrs wiederum aufRostock. Da er nun seine pmkitiooc.i, ikcoiur;. antrctten wolte, und deßwegen feine zu Grypswald und Giessen abgelegte Sp-cimms vorwiese, ver» langte man von ihme, er solle eben dergleichen auch zu Rostock ablegen , hielte derohalben eine MlpmLüon -x i.Corinth. XI, 2;. 26. dessen aber ohngeackttet wurde dieses mal nichts aus seiner befor- dcrung, sondern er käme an. 1666 zu vr. Suanten / damals Frcbl- öiscono zu 8. Jacob als vi-Lc-oroc clocnett. seines sohns, nachmaligen Leüocis des zu Lübeck. An. i66c> bekäme er von der t-lcuie,'rkcol. die frcyheit coilcgiL 1'ücoi. zu halten; an. 1671 hielte er zu Gryvswald eine äiü,ur„r. über alle XXI articuls der Aug- spurgischm LookÄtton, und nähme darausven gracium r-icenriLlü; an. Er hat auch eine zeitlang das getrieben. An. 1672 bekam er endlich zu Rostock die OraronL, hielte aber anbey coücgis l'K-oi. und Und obwohl ihne nachmals der Hertzyg von Mecklenburg-Schwerin zu der ibcoi ?roL vocirre, erlangte er doch wegen vielen ihnie in den weg gelegten hindernussen solches glück nicht. An. 1679 wurde er zu Grypswald »>ct»>-. „ad hielte darauf ; cllss. Hmi-Päoilric-I?, welche er Hertzog ChristianoLndo- vico (so Catholisch worden) 6eöi->rte; dieser Fürst aber nähme ein solches so ungnädig auf, daß er ihne von der krofeitton für einige zeit llch-nciwte. An. 1686 p>Lic,>c>rte er Kayser Leopolds zu Wien feine iemi-ccnruriao, ^NL^l-Lmmsrum, dannnauch viel denAayser selbst angienge, worauf er ihme in eigener Person in Lateinischer spraach das gcgcn-compiimenk machte. Bey seiner zuruckkunfft wurde er prok. cklicol. und Loiaittocii und an. >6yz Zenior der ibcol. l-scuir. An. 1694 thäte er eine reise nach Dantzig; zu seiner leisten abreist aber wurde er von dem tod genöthiget im aug. an. 1704. Seine schriffren sind: allerhand ecnsZrsmroLrg und Lpi- NLmmLtL; kirsviarium kormul-e OoncoräiL; Lottocliium ürrcrs- rum- öcc. wcmor.rlieolog. p. i;,8. * ^abran/ eine kleine stadt in dem glückseligen Arabien,in einem thal gelegen, deren einwohner von unterschiedlichen orten aus Ara- bren sich dahin versammlet haben. Sie ligt 48 meilen west-wärts vonSaada. Labsal / eine stadt inLiefland, in dem gebieth Wycke, an dem Finnischen meer-busen, welche ehemals die residentz der Bischöffe vsnOesel gewesen. An. i;6; machten sich die Schweden davon «erster,und legren eine Teutsche besatzung hinein, welche diesen ort hüb 6Z7 fo wo! als Lobe und Lea! an. 157; vor 8200V fl. den Dänen einhändigten, weil sie lange zeit keinen sold bekommen. In dem fol- Enden jähr aber ward sie von den Dänen ohne dringende noth den Russen übergeben, worauf sie die Schweden an. 1581 wiederum mit gemalt unter ihre borhmäßigkeir brachten. s^x. 2er/. ^Zbsburg / ist der name eines schlaffes, welches den Grafen von Hadsburg zu einem stamm-hause gedienet. Man findet aber verschiedene dieses namens. Das erste soll Otbertus I, Graf zu Hadsburg, an. 6üo indem Breißgau erbauet haben, so Lveocü c»- ttrum. Habentiimsburg, Habcnsvurg, und hernach Habsburq ge- nennet worden. Es »st aber nur zu gewiß, baß was von diesem ältern Habsburg schon aus dem 7 iecuio gemeldet wird, den geringsten gründ nicht hat, und ohne einigen beweiß von solchen senden, lenzn erst vorgebracht worden, welchem derHabsburqischenhi- storie nnd genealogie schon langstiallen glauben verlohren. Das emige und wahre Habsburg im Aergöw, oberhalb Bruck oder Windisch, hat Graf Ratbot im n ücuio auf einem Hügel erbauet, und solches, als eine vestung, da er seine haab zu sichern und zu verwahren getraute, also genennet; wiewol andere diesen „amen ohne gründ von einem Habicht/ oder von dem bcrg Aventino zu Rom, oder, weil der Grafalle seine haabe aufden hau verwendet, herführen wollen. Es ist selbiges aber an. 141;, alsHertzog Frideri- cus von Oesterreich Tyrolischer linie von Kayser Sigismmido in die acht erkläret worden, an den Carrton Bern gekommen, welcher selbiges zerstörte schloß annoch besitzet. Unterhalb diesem schloß ligt das berühmte Schintznacher-bad,davon siehe den art.Schrntz- nach. Es wird noch ein ander zerstörtes schloß dieses namens,nahe bey Lucern angeführet, so vielleicht nach der zeit erbauet worden. ciiroii. Lerm. F«FFe-ekrci>-tpiegeI I., c, Z öc <;. hadsburg / eine alte Teutsche Grafschafft, woraus das heutige hauß Oesterreich herstainmet. Es soll seidige, nach Fuggers, Lazti,unb anderer crzehlung, ihren namen und Ursprung von einem, namens Romulpho, haben, welcher ein crvuverneu.- in Alemannien gewesen, aber von den Fränckischen Königen ein thal - gelände in dem Breißgau am Schwartzwald, von dem Ursprung des fiusseS Nulnäg an bis zu dessen einfluß in den Rhein, eigenthümlich erhalte» haben, welches er lein Adenthum genennet, und er selbst sey dahero Omes n.ven«z> benennet worden; Otbertus aber habe an. 660 in dem bemeldten thal zwey berg - schlösser gegen einander über aebauet, und das eine, weil seine vorfahren daraufgewohnet, Altenburg, das andere aber ^v-nL e-ürum geheifjcn, und sey dahero nachmals Graf von Habsburg genennet worden; wie wenig aber dieses gründ habe, ist schon bey dem vorigen arr. zu sehen. Was den Ursprung dieser Grafen anlanget, sind darvon verschiedene meynungen. Gebweiler und andere wollen sie, jedoch ohne gründ, von den alten Trojanern herziehen. Albertus Lr^mors- c-nlls und Lambecius führen sie her von zweyen brüdern zu Rom, rerieonü genennet, so aus dem geschlecht der >rnlc>->rvM zu Rom an. H44 vertrieben gewesen, welche sich in selbige gegend gemacht, und daselbst das schloß Hadsburg, von Habichten also genennet, erbauet. Man will solches desto mehr behaupten, weil Caroles V, als er zu Rom gewesen, nachgefraget, ob noch jemand von diesem geschlecht übrig sey. Welche meynung aber von dem Fugger und Guillimanno widerleget wird, zumal die Grafen von Habsburg schon lang zuvor find bekannt gewesen. Manims, Gundelfiug, Piespordius, StabiuS und andere, führen sie von dem alten König Slgeberto von Austrasien her, so aber von Gmllimanuo, weil es mit den wahren umständen der Historie nicht überein kommt, (oder wenigstens auf gar keinen alten urkund gegründet ist) weitläusstig widerlegt wird. Am wahrscheinlichsten scheinet, was Guilliman- nus behauptet, daß sie von den alten Grafen von Windisth her- stammcn, die schon zu der Römer zelten bekannt gewesen, und alS enmikc-s bey der Römischen armee waren. Als aber die Burgun- dicr nachmals dieses land erobert, haben sie die würde behalten, bis sie selbige erblich überkommen. Ob nun gleich anfänglich die gräntzen dieser Grafschafft nicht gar groß waren, so sind doch durch heyrathen, erblchassten, und dergleichen, viel andere in der Schweitz gelegene guter darzu gekommen, darneben die Land- Grafschafft Elsaß und Brysach, welches sie ehemals nur verwaltet , aber um das n oder ,2 tecuiu,« zu ihren erb-landen gemacht. Dahero sich ihr gebiet über dem Rhein gegen abend, durch das Elsaß und Sundgau bis an Burgund und Lothringen, gegen mittag aber am Läöcr- und Bötzberg hinauf ins Aergöw und in die Schweitz hinein erstrecket, worzu auch endlich Turgöw, Zürich- ;öw, Hegöw, und andere lande, oder vielmehr in einenneden der- ,elben gewisse stücke undHerrschafften gekommen sind. sonst werden sie auch von ihrer ersten und ältern residentz die Grafen von Altenburg genennet. Der erste Graf von Altenburg soll Otbertus gewesen seyn, welcher um das jähr 66o Habsburg erbauet, und an. 667 das kloster 8. Trutbrecht gestifstet. Seme gemahlm soll, nach Lazii meynung, Luitgardis, Hertzog Gimzoms von Schwaben tvchter gewesen seyn, die ihm tue Grafschafft Numagen, und andere örter an dem Schwartzwald zugebracht. Lazius gibt ihm auch einen eintzigm söhn, namens Babvnem. Andere aber geben ihm 4 söhne, Babvnem, Ottobertum II, Remberkum und Schobert,im. Manlius eignet ihm deren nur 2 zu, Amprmctum und Rotbardum. Jener soll Anwringsberg, dieser Rvkherderg, wovon die «och übrig, erbauet haben. Amvrrnctv folgte sem söhn Hettobertus, welcher in dem krieg umkam, und r söhne hinterließ, Gebbonem, der Elsaß bekam; Hettonem , welcher em Beneblet!- ner wurde; und den ältesten, Rarabertmn, welcher dem vater folote. Dieser hat das kloster zu 8. Trutbrecht, welches in den bisherigen kriegen viel erleiden müssen^ Eiert, und ist an. 771 ver- ?- ezg hab Korben / hinter sich lassend seinen söhn Guntranuni. Selbiger, als er um das jähr 8-4 verstorben, hinterließ Luitfridum, der die Grafschafft Altenburg, Elsaß und das übrige erhielte; und Luit- hardum, der Brysacy bekam; der dritte soll Lancelinus, Ertz-Bi» schoff von Trier gewesen seyn. Luitfridus starb an. 855, und him terließ r söhne, Luitfridum II, Grafen von Altenburg; Hugo» nem, der Elsaß und Brysach überkam, nebst einer tochrer Ermen- truda, so an Conradum, Grafen von Burgund, vermählt wurde. Luitfridus II starb an. yor, und hinterließ Luitfridum, Grafen in Sundgau; Hugonem, Grafen zu Egesheim; und den ältesten Hundfridum, Grafen zu Altcnburg, der ihm folgte, welcher 8. Trutbrecht mit mauren umgeben. Er starb an. y> 8, und hinterließ nur einen eintzigen söhn, Guntramum II, den reichen zuge- nannt, von welchem diese stamm - rechnung gewisser wird, oder, so man die fach recht sagen soll, welcher der erste ist von allen bisher erzehlten, von deine man sichern und gewissen bericht hat, daß er würeklieh in der weit gelebt, und cm stamm »vater des Durchläuchtigsten Ertz-Hauses gewesen; Massen dann bekannt, daß in denen letzt-verflossenen 100jähren 2 gantz andere 8, üke- mrcr von OcneLiogien über die vorfahren dieses OunirLmi aufkommen sind. DaS erste ist Hieronymi Vignier, welcher den Ursprung dieses Herrn von denen ältesten Grafen und Hertzogen Elfasses, und H dann weiter von Leubesto, oder Leutherio, Archinoaldo und Ega, fo alle drey majores llo.nus bey dreyen unterschiedlichen Frantzostschen Königen aus der Merovingcr stamm gewestn, auch endlich von dem n^icio Ricimer, des Egg vater, hergeleitet bar. Das andere erst noch vor kurtzem hierüber aus licht gegebene ist des Herrn Eckhardt s und steiget zwar auch von diesem Euntramo erstlich durch die Eifaßifche Grafen und Hertzogen hinauf , gehet aber hernach von denen letzteren weiter zu denen Alemannischen Hertzogen Leuthario und Bucclino, die schon in der mitte des scchstenjahr Hunderts gestanden haben. Wiewobl es im übrigen auch denen für den rühm ihres Vaterlandes cifferndcn, und diesen edelsten und heut zu lag allervornehmsten und angesehensten stammen in der gantzen weit, bis auf die älteste zeicen bey sich zu erhalten begierigen ^chweitzeren, wo es nöthig, an bcweiß- thumcn nicht mangeln solle, zu behaupten, daß eben Guntramus keines frcmbdcn stammens, auch gar nicht ausser seiner reichen Grafschafft von Windisch und Altenburg gebohren gewesen, sondern vielmehr er Graf Guntram ansehnliche Grafen und Lands» Herren derjenigen gegcnd, darinnen er selbst gelebet und «herrschet , zu vor-elteren gehabt habe. Allein, da diese «danckcn und bewcißrhume bisher noch nie vorgebracht sind, so ist es hier der ort nicht, es leydcts auch der äuge jedem articul des gegenwärtigen t.exici vorgeschriebene räum keines Wegs, daß man sich damit aufhalte. Von GrafGuntramo nun, zugenannt dem reichen/ gehet dieser ur-alte und höchst-edle stamm gantz richtig fort, Massen man darum die berühmte cli^m xm-icwLm aus denen alten stifflungs- briesse» des klosters Muri schon vor mehr als zoo jah, ren zusammen gelesen , zur lcitcrin hat. Gunrram soll also Kanscr Heinrich dem I wider die Ungarn bcygestandcn, auch dessen erstem turnier zu Magdeburg beygcwohnet haben. Nach Lazio und denen übrigen hätte er seines vettern Luitfridi ländcr geerbt, welches zwar eben nicht unmüglich ist, aber dannoch keinen gnugfamcn beweiß hat. Er starb an. 946, und soll von seiner gemablin Jtha, Graf Albrechts zu Kalbe tochtcr, 4 söhne hinterlassen haben: Betzonem, welcher das gcschlccht fortgepflantzct; Guntzelinum, Grafen zu Ergow ; Bertiloncm oder Birchthilonem, Herrn von Straichderg und Scharpfenstein, und Gebizonem, Bifchoff zu Basel; wiewohl Guillimannus aus den monumenmi des klosters Muri ihm nur einen eintzigen erben gibt, Landolum oder Lance- linum, welcher auch Bezzclinus gcncnnet worden, sonsten der ältere , wegen seines sohns gleichen namens, oder Magnus Avus, weil er der stamm-vater derHertzoge von Zehringcn undTeck, ingleichem der Marggrafcn von Baden und Hochbcrg ist. Wic- , wohl er nicht läugnet, daß er vielleicht auch einen bruder Bmi- lonem gehabt. Allein cS ist weit gläublicher, daß dieses alles von dieses Lancelini groß - söhn von seinem söhn Lancclino zu versieben seye. Dieser erste Landolus aber wohnte dein turnier zu Costnitz an. 948 bey, brachte die Grafichafft Rora an sich, starb an. 991, und ward in der alten c-pimi-r - kirche zu Saltzberg begraben, welches kloster er gestiffict harte. Ihin werden bald z, bald 7 kin- der zugeschrieben; in den m»mE,>ten aber des klosters Muri findet man deren 4 benennet: Rathbodum, fo die Windisichc Marck und Grafschafft Altcnburg; Rudolphum, der Elfaß und Burgund, was nemlich davon dem hauß Habsburg damalen zustünde; Landolum, der Brufach erhielte; und Werncrum, der c^nonicus und nachmalen Bifchoff zu Straßdurg war. Wider Rathbodum rcvoirirten diejenigen, die sich unter feines vaters schütz begeben, und von ihm völlig unter das joch gebracht waren; >ie wurden aber bey Marbach zurück getrieben, und mustcn von der zeit an das land räumen, daß hernach weder ihrer noch ihrer erben nicht mehr darum gedacht worden. Er vermählte sich bieraufmit Jtha, Hertzogs Theodorici an der Mostl tochtcr, und bekam einige gütcr mr mitgifft. Selbige bat das kloster Muri qcstifftet. Als aber Ratdbodi bruder, BifchoffWerner zu Straßburg, nebst anderen Fürsten, wider Kayfer Conradmn II rebcllirte, und er also wohl sahe, daß der Kayfer auf ihn ungnädig war, suchte er sich und seine brüder vcst zu setzen. Wanncnhcro er ihnen verschiedene schlösser, Bischöfliche lehne und andere gcrechtigkcite» übergab, auch, weil ihr land nicht sonderlich bevcstiget, indem die siadt Windisch wüste lag, das schloß Altenburg auf der ebne, und nur auf der einen feite bevcstiget, auch gar baufällige mauren hatte, Arau, Bieberstein, und das schloß Rvre aber von keiner sonder- hab Laren Wichtigkeit wärest, massungen als gewissen Urkunden gesagt wird, mästen de 7 ei«, liehe zustand der drey letzt-genannten örtern zur zeit CvnrM ts gar nicht sattsam bekannt ist) gab er dem beweibten R-MM eine summa gelds, daß er auf einem über Altcnburg «leaen,» Hügel, Wulpelsberg genannt, welcher sich von der Aar h,s m die Urfam erstrecket, ein schloß erbauen kunte, fo er, weil er seine haab allda in sicherheit zu setzen vermeynte, Habsburq «nenn Dasselbe, ob es gleich keine äusserlich« pracht hatte, war bock sckr vest, und wegen der felsen, worauf es gelegen, kunte man nur durch einen eintzigen zugang hinaufkommen, welcher auch mit doppelten graben, und wie es die stein - Haussen noch zeigen, mit wallen wohl verwahret war, wie denn das innere theil des schlos, ses noch theils erhalten wird. Allein, damit er auch möchte mann- schafft haben, welche bedürffenden falls selbiges schloß vertheidigte, sahe er zu, daß er mit vielem geld und anderen Versprechungen den meisten Adel aus dem Aergöw, Turgöw, Frickgöw, Hegöw, Clet, göw und der Schweitz an sich brachte, daß sie ihm und seinem bruder im fall der noth gegen jedermann mit gewaffneter Hand beyzustehen versprachen. Als nun sein bruder Werner einstens selbiges schloß zu besehen kam, in der meymmg, weil er darzu viel gelds hcrgefchossen, nicht allein ein vcstes schloß, sondern auch grosse schätze von gelb anzutreffen, fragte er nach besehenem ge» bäu seinen bruder, wo er nun auch das übrige geld hingethan, der ihm aber morgenden tags rechenfchafft deßhalben zu geben versprach. Er hatte aber schon vorher, als derbiß alles leicht vorsähe , dem von ihme besoldeten Adel zu wissen gethan, Laß fle ßch von allen orten her mit ihren lernen, gleichsam als zum krieg gerüstet , bey nächtlicher weil in der ebne unter dem schloß stellen mochten. Wie nun der Bischofs früh morgens zu dem sensier hinaus sahe, und so viel leute ansichtig wurde, meynte er nicht anders, es wäre von den feinden umgeben, und hätte Kayfer Conradus, der sonsten da in der nähe mächtig genug war, diese aelcgenheit ansgefpührt, ihnc unversehens und ungerüstet zu üderlallen. Er erfuhr aber von feinem bruder, daß es die Vasallen wären, die er ihnen beyden durch das übrige geld hätte verbindlich gemacht, welches dann dem Bifchoff sehr wohl gefiel, solche alle gnädig aufnahm , und mit vielen gefchencken wieder auwim-te. Rathbsdus aber starb an. ,027, nachdem er ein jähr zuvor seine gemahlin verlohren, auch starb bald darauf Wcrnerus zu Constankinopel, wohin er von dem Kayfer konrado ll geschickt war, aber mit heimlicher bitt an den Griechischen Kayscr, daß er diesen Herrn, als der für Conradum gar gefährlich, nicht wieder zurück in Tcutjchland möchte kommen lassen, dahero er auch nach einer alten Chronick des klosters Ebershcim Münster in eine insnl de§ Egcsischcn mccrs geschickt, und allda mit gisst vergeben seyn solle. Rathbodus hinterließ Ottonem und Adelbertum, welche iung verstorben; und Werncrum, der das «schlecht fortgeführet, Graf von Habsburg, und Landgraf zu Elsaß war, der fromme M- nannl, auch am ersten Graf von Habsburg benennet wird. Er hat allen seinen rechten auf das kloster Muri beständig abgesagt, und sich und seinen erben Nur die Vogtey darüber vorbehalte». Er starb an. 1096, und hinterließ von feiner gemahlin Regnlinda Ottonem und Adalbcrtum I, nebst einer tochtcr Jtla, so an Graf Rudolphum von Thierstein vermählt worden. Otto II folgte in den landen, wurde aber an. 1109 von dem Freyherr» Heffo von Uffcnbcrg auf dem schloß Buttenheim erschlagen. Er hinterließ Werncrum II und Adelheid, welche an Graf Emiconcm von Hnncnberg vermählt wurde. Dann daß Gerhard« «- Mo und nach ihme Vignier auch einen zweyten söhn Rudolphum beyfüge», hat nicht genug beweiß. Wcrnerus II folgte dem vater, starb aber an.ii4t, und hatte von seiner gemahlm Jtla, Grasin von,Horn- bcrg, Rudolphum, der bald nach ihm verstorben, und den ältern, Werncrum, der ihm nachfolgte, und an. n6z verstarb. Dieser bintcrlicß von feiner gemablin Gcrtrudc 2 töchter, Gertrnbani, so an GrafTbcodorum von Montbelliard, und Richensam, so an GrafJohannen« von Fcrrcta vermählt wurde, nebst einem cni- tzigen löhn, Adalbcrto III. Doch nach genauerer Untersuchung scheinet sehr gläublich, daß diese zwey also nach einander WM Wcrneri nur eine Person gewesen, die von zwey gcmaftstnnen alle hier genannte kindcre «zeuget habe. Dieser dann that mit dem Kayfer Friderico I einen zng in das gelobte land, leistete cem Bcrchtoldr wider die rebellischen Burgundier gute dünste, zog unter dem Kayfer Hcnrico VI zum andern mal in PalastuM, starb aber nach seiner rnckknnffc an. 1199. Er war ein tamcrcr Herr, und von unerschrockenem «müh, dergestalt, daß er.tMUM thor niemals znschliessen lasicn, und dabey von grosse!» mcklM- Er hat unter anderen auch die stadt und das schloß Walt» oben am «Lchwartzwald erbauet. Von seiner gemablin Ila, Gräfin von Pfiillcndorff, hatte er eine tochtcr, ebenfalls Jta genanm, so an Graf Heinrich von Leiningcn vermählt, und emen M' Rndolphum I, der ihm folgte. Diestr wird von vielen scridenM ausgelasscn, da er doch des Kavsers Rudolphi von Habsburg gro, vater unstreitig gewesen. Denselben nahinen, bey den damE" innerlichen unruhen, viele städce und gemeinen zu «MU LM! Herrn an, mich setzte ihn Kayfer Otto IV, als er in Italien og, zu einem Reichs - Vibrio und Land - Vogt in Ober - -r.ruW Über dieses erbielt er vor das land Uri von dem Kayfer die M schafft Rkeinselden, und ertheilte dem coiieg»- Bern grosse frcvhciten. Er starb endlich an. irzr, und M« / von seiner gemahlin Agnes, Gottfrieds, Graten von .Hohen» > fcn tochtcr, Adalbertuin III oder Alberkum, wie er auch W r wird, Rudolphum II, Werncrum, welcher gar ,iing vM °r° ^ und zwey töchter, Hedwig und Gertrud, so an zwey i s .st l>' iÄ l'üil hab hac Httmannum und Ludovicum, Grafen zuFryburg, vermählt worden. Diese theilten nach des varers tod bieffande unter sich , da denn dem ältesten AdelbMo die Grafschafft Wrndisch, und der gröste theil von der Landgrcksschafft Elsaß , dem andern aber Ru- dolpho, die stadt und schloß Lauffenberg, stadt und schloß Waidshut , nnd um den Schwartzwaid jenseit des Rhein - strohms die Grafschafft Kletgöw zufiel , dahero die 2 limcn kommen, ivorvon die erstem sich Grafen von Habsburg und Landgrafen von Elsaß schrieben, woraus nachmals die Ertz - Hertzoge von Oesterreich entstanden, die andern Grasen von Habsburg und Lauffenberg / von welchen an seinem ort. Adclbertns setzte auf sein waapen einen halben löwen / und Rudvlphus zwey schwanen - Hälse. Dieser war annoch bey des Vaters leb-zelten (als Hertzog Berchtoldus von Teck, verschiedene Grafen und 12 Elsirßische Reichs-städte wider den Bischoffvon Basel krieg führten) zum General ersehen, schlug auch die feindliche armee, und beförderte dadurch an. ir;o den stieben. Als er in der regierung war, that er mit dem Kaystr Frideriw II einen zug in das Königreich Neapolis, und nach seiner mckkunfft zog er mit anderer! in das gelobte land, da er auch, als die stadt Ascalon wieder erbauet wurde, darüber erkranckte, hac 6zy oder l2z r. Sem groß-sohn Hcnricus II stunde bey Kaystr Rudol- pho tn besonderem ansehen, weicher auch auf anhalten des Marg- grasen das gesätz gemacht, daß niemand befugt sey» solle, in einiger Grafschafft cme vestung,,ohne eriaubnus des Gr hört eÄ''S» ' selbst in dem darüber . z solches geschehen mit ,7 vcs Svien Herren von Gottes gnaden Marggras Heinrichs ^ Hachderg, der ein iand-richter ist ia Brißgau. Er fcheuckte dem hanniter-orden die höbe >. »5eltcrSdeim, und be ..V seiner stadt vernlitteln, urmassen der Kaystr ertheilten a«- an., 289 bekennet, l hülff des Edlen Herren von Gottes von Hachderg, der ein ,_ Iohauniter-orden die hohe j--- -sN^tiou über H .. gäbe sich selbst in den Teutsche» orden, worinn er an. izär gestorben. Von seinen deyven s öhnen Henrico nnd Rudolpho, hat jener die Hachbergische iinie fortgepstantzet, dieser aber die Saustnber- gische angefangen. Henrrcus 111 der nrhever der Hachbergische» Imie starve an. izi;, und verliesse neben anderen söhnen Henri- cum iV, welcher an. iz zr die nidere Herrschaffl Kentzingen und Kürndcrg von Fridrich, Freyherren zu Ustnberg samt verschiedenen dörsstm und ginern an sich gebracht, wsewol jhme an. 1758, auf .^ " die klag Hertzvg Rudoiphs von Oesterreich in einem mann-gmcht, 7. «, r,.« üai-b . dabero dasjenige, was von einigen weil die Halde Herrschaffl Ustnberg für ein letzn gehalten wurde, und daselbst an. 1242 starb, vayerv vavie.a^, . abgesprochen worden. Er hatte zur gemahlm eine Freyin von vorgegeben wird, als solte er in einer schleicht in dem Maylänbi- schen gefangen worden oder geblieben seyn, nichtig ist. Er hatte von seiner gemahlin Hcilwig, Grasin von Kyburg, Rudviphum, Mertum, so an. 1252 starb, und Hartmannum, welcher jung verstorben, und zwey töchter, Elisabetham, so an Graf Friedrich von Zöllen: vermählt, von welchem die Burggrafen von Nürnberg und das heutige hauß Brandenburg abstammet; die andere Bcrchtham, so in der ersten ehe gehabt Emericum, Grafen von Straßbecg, in der andern Ottonem, Grafen von Ochstnstein. Dieser Rudvlphus ist der stamm - Vater des heutigen Durchläuch- tigsten Ertz-Hauses Oesterreich, von welchem an seinem ort. Es sins aber selbige nicht geringe Grafen gewesen, sondern sie haben die Landgrasschaffl Elsaß schon von Kaystrs Rudolphi Anherrn, oder, nach einer gewissen nrkund, von seinem ur- Anherrn her rn besitz gehabt, und ob gleich, nachdem LandgrafHeinrich ohne erben abgienq, wegen der luccellwn zwischen den Grafen von Oettin- gen, den Marggrafen von Hochberg und den Grafen von Habsburg ein streit entstanden, so ist doch solches von dein Unter»Elsaß zu verstehen, welches ein lehn von dem Bißthum Straßburg war, dabero auch die Bischöffe sich solches angemasset, und den tilul als Grafen von Eisaß angenommen. Die Grafschafft Kyburg, Lentzburg, Baaden und andere, sind durch des Rudolphi mutter Heilwig an selbiges hauß gebracht worden. Nicht weniger werden sie schon in alten 6c>cume,,ren gefürstete Grafen genennet. Guillimannus ist in dieser geneckte am richtigsten, von welchem andere in vielen stücken abweichen. Es sollen die Habsburgische Grafen die besondere gaab gehabt haben, daß, wann sie einen kröpf- haiß angerührt, oder einen siammler geküßt haben, selbiger geheilt worden. kiilor. t^ro-r in l>KNv Vir-L. srk,, Lnicisns. ßenesl. )o. Hcn.Dom. aullr. ^uilris. tlemniL ^uilriLc. 6«Ä,M-r-r-ir ktsbrbu-A. chiegel ocr einen lil>. ». Zcne»Iog. ä: Orig. tisbsbur». Lullr. Uclver. Icirclicn. gelcii. * >6absen / Habichsheim/ ist ein flecken in dem Suntgow; Meilen mikr Baftl gelegen. In dem krieg, welchen diese stadt an. 1409 wider die OesterreichMe Herrschaffl in dieser gegend geführet hat, wurde auch dieser ort geplündert und verbrandt ; an. 1468, als die Evdgnosscn der stadt Müllhanftn zu hülffe zogen, und an. 1499, als sie wider Kayftr Maximilianum I zu selbe waren, muste dieser ort abermals ein hartes außstchen. * ^acachan / ist ein Königreich des grossen Mogols in Indien, welches gegen die westliche gegend von Multan zu liget. Die vornehmsten Plätze darinnen sind Chutzan und Uche. ^ ^acha^odciRL »/ectiL, ist eine Provintz, stadt und fluß in Ca- . züp. Unter seinen sehnen b>ie-° e Otto an. i;86 m der schiacht bey Sempach, Heß aber pflantzte as geschiecht fort, und bekäme von Anna, einer gebohrenen von Ustnberg, und starbe um das jähr be Otto an. das guck) .. ...... Ustnberg, (welche sich erstlich an einen Herren von Hornberg, und hernach an Hertzog Reinhold von Urßiingen vermählet) so wohl ihren antheu an der vestung Höchinaen, als auch die HerrschM Lriepern und übrige Ustnbeegische Erbschuffl, theils kauffs-weis, theils durch vermächnus, wodurch er also den rest der Usenbcrgi- schen gürern erworben, als wovon er bereits einen theil von seiner murcr ererbet. Er starb an. 1410, uns verirrst neben anderen Otto- nein , den letzten der Hachbcrgischeu iinie, welcher diese Marggraf- schafft an. 141; an stmen vettern, Marggras Bernhard zu Baden, mit dcwllligung der näheren Saustndergischer iinie ver« kaufft, jedoch mit dieser von ihme erhaltenen Versicherung, daß er ihme, wann er sich stands-gemäß verheyrathen wurde, um den kauff-jchilling solche Herrstyafft wieder abwetten wolle; er starb aber an. 14-8 ohnverheyratbet, und also bliebe selbige bey dem Badischen hauß. Der Sauftnbergischen innen Urheber wäre, wie ob- gedacht, Rudolph, welcher vermuthlich eine tochter von Röteln zuv gemahlm gehabt, und an. 1)14 gestorben. Er hatte; söhne, Heinrich, Rudolph und Ottonem, weiche die Herrschaffl Rötelen an sich gebracht, nnd schon bey ledzeiten Lüthhowö des letstern von Röteten, Dom-Prodsten zu Basel daran theil gehabt, wie dann verschiedene drtefe vorhanden; worum Marggras Rudolph sich gedachter Herrschaffl neben Lüthold gemelnsaniilch angenomen, und ein und anders bannn lliihonjrr, biß endlich an. -; i; mehrgemeld» ter Lüthold seinen antheil Marggras Heinrich vor dem OLcUl zn Basel vollends verschrieben. Heinrich und Otto starben ohne leibs- erben, nachdem dieser tetstere die Herrschaffc Rötelen mit vielen dörffcrn und gutem vermehret; Rudolf aber pflautzle die sausen» bergische, oder nunmehr» Rötelische linie fort, und starb an. i) ;o. Dessen söhn gleiches namens wurde an. 179z von seinem schwager, Graf Conrad zu Frydurg, die Landgrasschaffl im Breißgau, welche schon seit an. izi8 bey denen Grafen von Frydurg gewesen, widerum aufgegeben, jedoch hat an. 1417 Graf Conrad solche Landgrasschaffl von Marggras Rudolph widerum zn lehn empfangen, und ihme dagegen zu re-ogmrion der lehnbarkert jährlich einen blauen Habich zu liefern versprochen. Rudolphns starbe an. i4r4, und hinterließ Wilhelms. Dieser wurde an. 14;?. von Hcrtzog Wilhelm auß Bayern zum schirmer und Verweser des Baßierischcn co,icii-j bestellet. Er fand das land mit vielen schulden beladen, begäbe sich derowegen in Oesterrcichische dienste, und trat an. 1441 die regierung seinen noch unmündigen söhnen ab, welchen er Graf Hans von Frydurg zum Vormund gegeben, damit sich nicht nur die eramtte lande bey aeringerer Hofhaltung besser erholen, sonderen s cic 1->ro klonst c-rr- genannt) iin südlichen America, auch um der kriegen willen, so er in gedachten Ocsterreichischen Gle cbwiödie stadt ihren »amen von dem flusse bekommen, also ist bimsten mit Zur,ch, Ba,el und anderen benachbarten fuhren muß- Gicicywie eie naor iyren »amen — - - - te, keinen seyabm nemmen mochte; er lebte hernach noch lang, und die gantze Provintz nach der stadt genennet worden. Sie ist völlig den Spaniern unterworffm, und auf2 feiten mit der offenbaren fee, aufber dritten aber ostwärts mit einem grossen arme von der sie, Onw, ctc Venerucis , umgeben. Die stadt ist gar klein , ligt auf einem kleinen berge, und ist öhngesehr 1 messe von der see entfernet. Der erddoden daselbst herum ist sehr reich und fruchtbar an allen orten, deßgleichen auch mit saltz-euiellen, gold-adem und einigen sehr köstlichen und kräffligen edelgcsteinen wohl versehen. Der Hafen aber ist nicht von den besten, weil die nord-windc darein wehen können. Es ist dieser ort öhngesehr 8 messen von Neu-Salamanca und -8 von (Kilo ckc lz Ve'-I entfernet. An. 1599 wurde er von Fran- cisco Dracke überfallen und geplündert. )->- ^ L-nerica. ^achberff / ein uraltes schloß in dem Brißgau, dem Fürstl. hauß BadewDurlach zuständig, soll von einem Herren, Hacho genannt , der zu zelten Caroli M. gelebt, erbauet worden seyn; die darzu gehörige Marggrafschafft hat den Fürstl. und diese Marggrafen deßthalben noch ein besonderes Fürstl. vmum. Verschiedene von dencnalten Kiilvricis haben dieMarggrafen vonHach- berg mit denen Grafen von Hochenberg wunderlich vermischet, welche doch gantz verschiedene Häuser sind; wie oben unter dem Wort Baden gemeldet, so hat MarggrasHeinrich, MarggrafHer- rnannö des dritten zu Baden söhn Hachberg zu seinem Erd-theil bekomm ; er schriebe sich auch davon Marggras zu Hachberg mit auslaßung des Badischen titiiis, wird aber gleichwol von andern noch zuweilen Marggras zu Baden genennet; er starb an. i»r« starb erst an. 1468. Seine söhne waren Rudolph und Hugo, von weichen aber der letztere frühzeitig gestorben; jener bekäme Baden- weiler und Welsch-Nmenburg von seinem vetter GrafHans von Frydurg, wie schon oben unter dem Wort Badmweiier gemeldet worden. Er zöge mit Kayftr Friderico III nach Rom, und bekäme von ihme wichtige priv,ieg,T In den Burgundischen kriegen hielte er sich so klüglich, daß er von keinem theil angefochten worden, pflantzte auch allezeit mit den Eydgnvsscn eine gute nachbarschasst. Er starb an. 1487. Sein söhn Philippus der letzte der Hachbergi- schen iinie, starb an. - ohne männliche leibs-erben, und hinterließ von seiner gemahlm Maria von savoycn eine eintziqe tochter Johannam, welche sich an Hertzog Ludwig von Longucvssle vermählet,und ihme die GrafschafftWeisch-Neuburg zugebracht. Von seinem erb-verglich mit MarggrasChristoph von Baden und denen daraus entstandenen streitigkessen ist oben unter dem Wort Baden» weiler/ wie auch unter Marggras Christoph zu lesen. 8)4- Ing. ßLNLL 0Z. kitlor. 7>. 612 igq. i?» 77 oF 1 >ur. pi nc. 7>. 187 leq. cke rcd. kackenf. t iiiileo.iiial x. 179 Lc * 'oacha / stehe Apt. -6achenderg / (Paulus) war an. iszr gebühren, und brachte sich durch seinen verstand dergestalt empor, daß er v»Äor juns zu Heydelberg, und hierauf vrotickor l-lilorigrum und eioqusnri« daselbst wurde. An. i68c> that er eine reise in Engellaud; bey seiner rückkunfft aber machte ihn der Churfürst Carl Ludwig zu seinem geheimen 64s hac bae Heimen Rath. Er starb bald daraufim dec. an. 1681.Seine schriss« ten stnd OermLniL meciis, und verschiedene -lissertzriones, worunter seine origiiicz 6ermLN0rulN ÜL ZueUorulu. in pr-cf. sll ttsclic-ibcrßii orig. 6si-wLN. Kachelte/ (Jeanne) ein großmütiges frauenzimmer vonBeau- vais aus der Picardie gebürtig. Als die Burgundier an. 1472 Beauvis hart belagerten und bestimmten, trieb sie nebst andern weibs-pcrsonen, deren anführerin sie war, die feinde zurücke, da die Männer aus Müdigkeit und schrecken sich würcklich in Unordnung auf die flucht begeben hatten, indem sie dieselben durch steine und ein gewisses aus bley und hartz gemachtes kunst-feuer abhielte. Einen Burgundier, der die gemachte Lre-we erstiegen, und seine «gancUrre daselbst aufstecken wolle,schmiß sie von der Mauer herunter, und nahm ihm die e!i»n<ä»ne. Wegen dieser sonderbaren that wird ihr gcdächniß in Beauais währt gehalten, wie denn ihr bildlich aufdein rathhause stehet, und ihre nachkommen noch bis auf diese stunde von allen auflagen frey sind. Der tag dieser erlosuug, nemlich der 10 iulii, wird jährlich, durch eine doicnns proccision ge- feyerr, in welcher die weiber den Vorgang haben. Als Hachette noch am leben war, gicng sie bey dergleichen Wiennität mit ihrer 6s»c vor denselbigeu her,welcheanjetzobey den Iacobinern dastlbst aufgehoben wirb diese geschieht überhaupt wird von allen niltoncir dieser zeit erzehlet, doch nennen nicht alle die Jeanne Hachette mit aufgedruckten Worten. Kill. 3ß. ;c>6. XtsozL ctzrou. öc/etzci-fpicgci. N. r. Hacke/ eine uralte Adcliche familie in der Marck Brandenburg, welche daselbst das Erbschencken-amt besitzet, und an. 926 dahin gekommen seyn soll. West sie mit denen Hacke» in Thüringen und Missen einerley waapcn führet, kan es seyn, daß sie zu gedachter zeit von denselben abgestammet. Einige geben vor, wiewol ohne gründ, sie hätten vorzeiten LIissen oder Blissel gehcissen , und den »amen Hacke von einer besondern bcgedenhcit erst zu Marggraf Waidemars zelten erhalten. Joachim Hacke hat an. 14;-- die Rittergüter Stansdorff und Stvlp an die von Strohband vcrkauffet, Und zu Svandau gewöhnet. An. i;88 war Otto Hacke aufBer- gen und Briefen , als Chur-Brandenburgischcr Amts-Verwcser zu Cotbus bekannt. Wiegand diente an. 1614 dem Chur-hause Brandenburg als Obrister. Au. 1690 besaß Heinrich die cb-rg- eincs Cantzlers bey dem Fürsten zu Anhalt-Köthcn,und Ernst Ludwig auf Machcnow, (unweit Berlin gelegen) gicng an. 171z als Königlicher Preußischer Os»ers> und commcnösnc zu Berlin mit tobe ab. Man findet auch, daß vorzeiten Adcliche qcschlcch- ter dieses namens in Holstein, Schwaben, und andern ländcrn flo- rirt. Von denen in Schlesien, stehe den articul Hocke. ctzron. p. Z), 46, rio. klicari-. 8äX. Vlifn. snnsl. Lucv.p.z- Hackeborn/ eine von den ältesten und ansehnlichsten Adclichen familicn in dem Magdeburgisthen, deren stammhauß dieses namens i incilc von Grüningen unter Crvppcnstadt nach dem Hackel- waldc zu gelegen, hat ehemals zum theil den Gräflichen und Frey- herrlichen titul gcfübret, und sich von Gottes gnaden geschrieben. Ihre resident; hätte sie zu Helpede bey Eißlcbcn, und besaß zugleich Wippra; anietzo aber besitzet sie in denGNagdeburgischen in dem so genannten holtz-cräyse Bahrendors, Stasmrl und Suhldorf,rc. Schon an. 979 wird der Edlen Herrn von Hagen oder Hackeborn gedacht, welche den Hackeborn zu Halle erbauet. Ludolph von Ha- ckcborn ließ an. m; in der fchlacht bey dem Welphs-holtze stine tapfferkett sehen. Bruno florirte an n;z. Vondessen nachkommen haben an. 12z; Albrecht II und Ludwig das in dem Fürstenthum Halbcrstadt befindliche CistcrcienscrJungftr-stifft Hadersleben ge- siisstet.Ludwig zeugte mit seiner ersten qemahlin Albertum, nut der andern aber, so Hertzogs Boleslat c-ivi zu Liegnitz tochter wargind an. 1278 starb, Fridericum. Jetztgedachter Albertus zeugte nebst einem söhne Johanne, eine tochter, namens Beatrix, welche an Bolconem I zu Schweidnitz vermählt worden. Um das jabr1280 lebte Mechtild von Hackeborn, welche das buch geistlicher gnaden und offenbahrung geschrieben, und c^noniiirt worden. An. nss4 ward Elisabeth Äebtißin zu Quedlinburg, und starb an. i;7;; Fri- derich hat umdas jähr gelebt, fund zuletzt den Grafen-stand geführt. Um eben diese zeit waren Albin und Ludwig bekannt, die an. i ?78 das schloß Bcyer-Namburg in Thüringen vor 8°>°o breite schock an die Landgrafen Fridrich Baltyasar und Wilhelm vcr- kauffhund nur den Adel-stand geführt haben. An. 1418 warMech- MnburZ. Albrecht Fridrich und Hang 42s tild Pröbstin zu Quedlinbur Hackeborn aufSorn und C anspruch aufdas schloß Pribus ünd gebethenüsweqen,nit^m Hertzoae zu Laganin strettigkeit. An. -711 war einer vonüL born Königlicher Preußischer und L,.vo(/anL Rußischcn hose, und wurde an. 1712 0/^ p. i;i. smic,u. sssllcnborn. p,°s' 5cbLuo!st2 p-z ii'- ttzui. merclcvv. p. i p. ' c^ueUiintzurg. llsmmb. p. ' ll> Hackelman/ (Leopoldus, wurde an. i^ZzuStadeanb^M. be m dem Hertzogthum Bremen gebohren. Nach^me "die ersten n '^ulgelegt hatte, schickte man ihn naher hL stadt aufdie Univ-rwat, allwo er eben wie zu Leipzig die?ln>°ai Pwc- getrieben, nach der Hand aber sich zu JenaauMe L worinn er unter gelehrter mannern anführung vermittelst dsm ^nen gaaben gesetzten natürlichen fleisscs trefiich zugenommen- Sobald er nachgehendsvEorworden, hat er solang dersiuch' renden zeigend coiiegis gehalten, bis er an. i;8;die?r°k. lmll » tr2orci.mid iiach absterben Danielis Eulenbecii die bei kommen. An. 1 >89 wurde er als Magdeburgischetr Rath von ss na nach Hall beruffen, und hat solche stell zum grösten veEm stilles Fürsten 14 jähr bedienet; inzwischen wurde er von ssem Chur-Lach!>,chen Hof an Petri Heigii, eines berühmten Jurist n platz beruffen, >chluge aber solche vvczcionaufeine höflichemanier auß, und nähme an. 1612 anderen stell die ihme von Leipzia auf. getragene n-oli )ur>5 an, wurde auch daselbst bald darauf Ess°c curiL?rovi.'cisl,s üisir-m-e UlidLsnoincus zu Merfebura - Er flarl,. an. lSl9 und hinterliesse folgende schriffcen: (LuXllionc'ziuri! E ttriorcr ; czULlsioner fcicÄioccL ex jure puntik. Lc Histiurslivn» vsriäj in NmilleS. L ),i5 ?2rc-!»t.)enL tizbilz. Hacker / (Jacodus) war Professor- rbeoloziN zu Freyburg im Bnsgau zu ansang des 17 fecull. Er schrieb einen krsÄLk 6e or-ro-. ü.nzi.one, wurde aber von einem Minvriten, Andrea Urciano, unter dem „amen Dan.Neidingeri angegriffen, wiewol er sich hiench der wohl zu cletenriiren wüste. Er hat auch 2 voiummL stder dm ssliomrio ge 4 qmno geschrieben, Hacket/ (Wilhelmus) war ein schwärmer in Engelland aus dem 16 leculo. Anfänglich diente er einem von Adel,namens Puffet, welchem er seine treue durch eine sehr bru^i- Ewn crwieß/ indem er einen von seines Herrn feinden hinterlistig anfiel, ibm die nase abbiß, und damit sie nicht wieder könte angeheilet werden, solche hinunter schluckte. Er hcyrathete nachmals eine reiche wiklwe, brachte aber ihr gut bald durch. Er hatte nichts studiret, war aber von vortreflichem gcdächtniß, welches er dergestalt mißbrauchte, daß er bey lustige» gclagm die predigten wieder hersagte, welche er zu keinem andern ende anhörte, als nur feinen spott zu treiben. Er liebte den wein und die weiber gar hefflig, und schändete eine jung- frali^ die zu ihm gekommen war, feines raths zu pstcgen. Endlich warffer sich vor einen Propheten auf, und verkündigte, daß Engel- land mit z land-plagen , krieg, Hunger und pest würde heimgesucht werden, wofern nicht die kirchen-difcivlin daselbst wieder eingeführet würde, und daß es mit dem Pabst nichts mehr würde gemein habe». Den ansang feiner prophezeyungen machte er in dcrpro- vintz Aorck und Lincoln, wurde aber deswegen öffentlich gcstäupet und ins elend verwiesen. Es kam ihn gar leicht an, aifofvrt ein gebat mit den auserlesensten Worten zu Gott zu machen, welches denn bey dem voick glauben machte, es sey eine gäbe des heil. Geistes. Er machte so viel Wesens von seinem gebät, daß er auch zn sagen pflegte: wenn gantz Engelland um regen, und er gantz allein um gut werter bäte, würde es doch nicht regnen. Er betrog mich durch solche falsche wege und seinen scheinheiligen Wandel deii Ed- mond Coppinger, und Henricum Arthington / welches ein paarge« lehrte männer waren,daß sie sich zu ihm schlugen, der erste zwar unter dem titul eines Propheten der barmhcrtzigkeit, der andere unter dem titul eines Propheten des gerichts. Arthingtoii wolle versichern, daß sie von Gott aiisserordcnllich geschickt wären, unddaß nach Jesu Christo niemand eine grössere gemalt hatte, als HaM; Coppinger aber ivolte behaupten, Hacket wäre der eintzige König von gantz Europa, nie giengen endlich gar so weit,daß sie ihn mit Christo vergleichen wollen, wvrwider sich Hacket nicht sctzte,,so!i- dcrn vielmebr also zu bäten pflegte: Vater) ich weiß/ katz dii mich liebest/ wie dich sechsten. Als sie ihn aber salben wollcn, gab er es nicht zu, vorgebend: der heilige Geist habe ihn schon nn Paradiese gesaldcc. Indessen erklärten sie sich, ihm allen gehorsam zu leisten,wcßhalben er ihnen den iü jul.an. i zyrbesahl,durch alle gaffen der stadt Londen zu gehen, und auszurüsten: daß Ichs Christus gekommen wäre, die weit zu richten, ,logirte in einem gewissen wieths-hause, und würde ihn niemand todte» könne». Welchem befehl sie auch in solcher geschwindigkeit nachkamen, daß Ar- thiiigtoii sich nicht einmal zeit nahm, seine Handschuh zu holen , sie setzten auch noch dieses hinzu: Engelland thue busse, Eiigellano thue buste. Sie brachten durch ibr geschrey einen solchen MM von dem volck zuweg , daß, als sie äufden grossen platz gekommen waren,sie nicht weiter fortkommen tonten, sondern anschien leeren wagen steigen misten, den sie eben antraffen, allwo sie ihrecomm,!- iio,' ausrichteten. Als sie wiederum zu ihm kamen, und ihn MN, schrie Arthington vor allem volck: das ist der Kömg der erben. Sie gaben von ihm vor, daß Christus dem gcist nach «» dem sacket mit weit gröffecer Masse als bey einem andern wohnte; oasi» der natur verklärter leider theilhafftig wäre; er sey der enget, >M chcr vor der welk ende kommen sollen; er fubrc den H>rlen-MM die schafe von den böcken zu scheiden; er würde den M'.n mn» die süsse tretten , und das reich des Antichrists von gründ au» zer. stöhren; wer ihn sehen wolle, würde ihn in dem wirths-hansi r-i ss.'N den/ hac den,und wer diesem König von Europa nicht gehorche» würde,solle umkommen , und die Königin Elisabeth von dem thron gestossen werden. Hierauf wurden sie insgesamt vor den Richter gefordert, und ihnen ihr proccis gemacht. Das urtheil brachte mit sich, daß Hacket solle gehangen und geviertheilt werden, so auch den 28 jul. an. - ?yr vollzogen wurde,wiewohl er sich vor dem Richter gar ungebärdig stellte,auch vor seinem tobe viel gottslästerliche reden aus- stieß. Coppmger hungerte sich im gefangniß todt, Arthington aber erhielt gnade, weil er sich seine böse thaten gereuen ließ. Hacket war der Königin Elisabeth im geringsten nicht gut, daß er nicht allein vor sie nicht bitten wolle, sondern auch sein vorsah war,ihr mit der cron das leben zu nehmen, und die gantze form der regierung zu ändern. Er gestand vor den Richtern, daß er der Königin Hertz mit einem eisernen griffe! durchstoßen, und sie niemals vor eine Königin erkannt, wünschte ihr auch kurtz vorher, ehe man ihn aufhenck- le,alles böse aufden halß. L->n. all an. 1791. ilrr, L>. NS»LrikLnn. mini», l. L r. 6. Jackett / (Johannes) ein Englischer Bischoffzu Litchfield und Coventry, wäre zu Westmünster an. 1592 von Andrea aus einer alten Schottländischen familie gebohren, und daselbst so lang zu der schul gehalten, bis erzuCamdridginirinicyCoUsZio aufgenommen wurde. BijchoffWilliam,damals Sigel-verwahrer,nähme üine in sein hauß auf, woraufer Königs Iacobi I Caplan, und Prediger zu 8. Andrews Holdurn,wie auch an. i6zi -cr-vi-llLconu; von Bedford gemacht worden. Seine fast zerfallene kirche s. Andrews trachtete er auf alle weiß wieder in guten stand zu bringen, cs wurbe aber durch den entstandenen krieg die hierzu gesammlete conrriburinn etlicher 1000 Pfunden gäntzlich gillipwt. Als das ParlamentdasBischössche Regiment sünt allen einkünfflen abschaffen und an sich ziehen wolte, wäre Hackett von den Bischöffen beordert, dargegcn in dem Untern-Hauß eine Vorstellung zu thun, welches er so gründlich und nachtrücklich verrichtet, daß man damals von diesem beginnen abgestanden, wiewohl hernach bey über- hand nehmender rebellion,daü gegentheil erkennet wurde. Hierauf wurde auch Hackett von den gesanglich angenommen,und muste sich hernach aufdas land --enr-ren. Bey einfetzung tzaroli II wurde ihme das Bißthum Litchfield und Coventry con- k-r>rt, bey deine er, mehrentheils aus dcm seinigcn 2000c, pfund zu repscariun seiner c-rveUrLi-kirchen verwendet. Er seuffzete über den an so vielen armen kirchen-diensten seiner clla-ce; begangenen kirchen-raub, und psiegte zu sagen: daß, gleichwie die Papisten höchstens zu tadeln wären < als sie ihres ledigen mc.r-is halber von keiner retorm-iion hören wollen, von den Reformirten noch gröber gefehlt wäre, als welche mehr aus geitz und geltsucht, als gewissen, reformirt hätten. Obschon er die Christliche kirche gern vereiniget gesehen, hielte er es doch für unmöglich, so lang die lebr von der Unfehlbarkeit und lupremar von den Papisten behauptet wurde. In dem streit,betreffend die ? articuls zwischen den «.--monllcLnien und conri-LKemonttrame», führte er sich sehr Nioll-I^r und gelinb auf, wiewohl er für seine Person es hierinn mit Calvins hielte. Er wäre sonst ein mann von schönen gaben, treflich belesen, und neben seiner theologischen wissenschafft auch in vkiiologio's wohl geübet; dabey liebreich, freundlich, tapffer und recht exemplarisch, und sonderlich gegen den armen höchst gutthätig. Er hat dem irwi^-colleZio zu Cambridq 1200 pf. und der Universitäts-bibliothec die seinige, welche pf. geschätzt wurde,vermacht, starbe endlich an. 167-,/ seines alters 78 jähr. Seine schafften sind : L onrurll of Sermon; on kvsral remsrlcallle sttlljeÄ;, welche einen grossen band in lol. wohl-ausgearbeiteter predigten ausmachen ; 1°»- /vrclr. bisliyp VViNlLmz, oder Scrinia Lefersr» in toi. l.ikc of O. kkaclcett vor leinen lcrmon;. * tgackluit / (Richard) ein ikeologu; unter der Königin Elisabeth regierung in EnMand , war aus einer alten und berühmten familie in Hcrefordshire entsprossen, zu Orford in Christchurch als ein student erzogen, und nachgehends zu einem?r.rbenllario von Westmünster gemacht worden. Nebst der theologie hatte er auch grosse lust zu der Historie,und sonderlich zu derjenigen, die von schiff- fabrten handelt. Er gab eine beschreibung der alten, mittleren und neuen see-fahrten heraus, welche theils aus privat-schreiben, theils aber aus gewissen kleinen tractätgen heraus gezogen war, die auf ewig wären verlohren gegangen, wofern er sie nicht durch seinen fleiß erhalten hätte. Er starb endlich zu anfange der regierung Jacvbi I» 1^00^ ann<^. oxon. hacqueville / eine Frantzösische familie, welche aus Artois entsprossen seyn, und sich in dem 14 le-Mo nach Paris gewendet haben soll. Johann Hacqueville war an. 146; einer der Deputir- ten von selbiger stadt an König Ludovicum XI, welcher zu Plessis K« Tours war. Er harte Märiam Vivlam zur ehe,mit welcher er Jacobum erzeuget, und Dionysium von Hacqueville, Herrn von Vaires, von welchem die Herren von Vaires, Garges, Attichi und Pvmponne des Zunamens Hacqueville herstammen. Iacobus von Hacqueville hatte von Gilette Hennequin, Radulphum von Hacqueville, Herrn von0„;-en welcher von Anna Mistercolle hinterließ Petrum von Hacqueville, Parlaments-Rath von Paris und pcLilijsiir der regueren, so an. i;6; verstorben. Dieser letztere hatte von seiner frau, Maria Burgensi, des berühmten Ludovici Bnrgensis,Königlichen Leib-^ecllci tochter, Andreamvon Hacqueville,Parlaments-Rath zu Paris, und nachmals Requeten-meister. Er war unter Caroli IX und Hcnrici III regierung berühmt. Der Hertzog von Mayenne nöthigte ihn, an. 1591 die stelle eines krrliu-nren von dem Parlament anzunehmen,die er aber, nachdem die stadt Paris vom Henrico IV zum gehorsam gebracht, wieder niederlegte. Er starb den i; may an. 1610 im 78 jähr seines al- had ters. Erhalte zur gemahlin Annam Hennequin, von welcher er Hieronymum hinterließ, von dem hernach; Carolum, Bischoff von Soissons, so den 28 >an. an. 162; verstorben, und 2 tochter. liiüoir. «je; ?rem. vlellci. äe ksri;, öc cles jdlsitr. Ne; re- gucter. hacqueville / (Hieronymus) Herr vonons-en-kmv, oberster des Parlaments zu Paris, war des Andreä Hacqueville, Herrn zu 1» Morlaye und Marconville, Königlichen i-rs-iillencen ,m grossen Rath, söhn, von der Anna von Hennequin. Er war anfangs Parlaments-Rath und hernach über die requeten des pallasts. Endlich machte ihn Ludwig XIII an. 1627 zum?r.-xiillenren des Parlamens. Er starb den 4 nov. an. 1628 ohne erben. hacspan/ (Theodoricus) war den 8 nov. an. 1607 zu Wey. mar gebohren. Anfänglich wurde er auf das gvMNLiium zu Ros- leben geschickt, und nachmals auf die Universität nach Jena und Heimstatt. An. iszs gjeng er auf die academie zu Altdorff, und setzte sich folgends in den Orientalischen sprachen veste. Er wurde nach Schwerter! tod an. 16Z6 krok-K-r der Hebräische» sprach daselbst,und an. 1654 ?rv5essnrkKcoloAis.'. In den letzten jähren wur» de er starck mit dem podagra und einer c-cNexi- befallen, und starb endlich den 18 jan. an. 1659. Seine schrifften sind: locmionc; cr^; tf-Uo^e clilpurstionum clieologicarum ü: pllUolvgicLi um ; ülles L lege; Xludsmellis; lurudrsriones krsnclccnrliLlenl'e; ; rllsolngis 1'kslmullics ; lider vcixxscdan; misceÜLNLL fscrg; nolL in locs icripmrL- lliKcllis. Wco/« prvArsmms tun. cemp!» llonoris. ekescr. mem. ckeol.ilec. 10 . hadad / siehe Adad. hadamar / lat. »sclemLeum. eine kleine stadt aufdem Westcr- wald, an dem fluß Els,4 ineilen von Coblentz, gelegen. Es residirte sonst daselbst ein Fürst von dem Hause Nassau , und zwar von einer besondern linie, welche Johannis des ältern , Graf von Naffau- Dillenburg,längster söhn,Johann Ludwig,gestifftet hat. Selbiger tratt zn der Catbolischen religion,und stund bey dem Kayser Ferdinands II und III in solchen gnaden, daß er als Kayscrlicher?>-»>- xurenciari!»; den Münstcrischen frieden schliessen muste , weshalben er auch in den Rt ichs-Fürsien-stand erhoben wurde. Er war den S, aug. an. i;9° gebohren,starb den s mart. an. 16z;, und hinterließ von seiner gemahlin Ursula, Graf Simonis von der Lippe tochter, nebst 2 Printzeßinnen, Mauritium Henricum, Fürsten zu Nassau» Hadamar; Hermannum Ottonem, Chor-Bischoss von Cölln, so den n dec. an. 1627 gebohren, und den 2s jul. an. 1660 gestorben; und Franciscum Bernhardum, welcher den 21 ftpt. an. >6;- gc- bohren , und den z sept. an. 169; gestorben. Mauritius Henricus setzte das geschlecht fort. Er hatte von seiner ersten gemahlin Er- ncstina, Gras Johansen des jungem zu Nassau-Siegen tochter, 2 Printzeßinnen. Von der andern, Maria Leopoldina, Fürst Johann Frantz zu Nassau-Siegen tochter, hatte er Franciscum Ale- xandrum. Von der dritten,Anna Ludovica, Graf Salentin Ernsts zn Manderscheid-Blanckenheim tochter, eine Printzeßin. Jetzt- gedachter Franciscus Alexander ward an. 1674 den 27 iun. gebohren , und starb an. 1711 den 26 may plötzlich. Weil er von seiner gemahlin Elissbeth Catharina Felicitas, Landgraf Wilhelms zu Hessen-Rotenburg tochter, keinen männlichen erben hinterlassen, so ist die residentz Hademar dem Fürsten zu Nassau-Dietz zu theil worden. in llsr ^sllsuilcticri ckrvnic. kg. ?. I.; c. 6 n. 5 ^. hadamar / ein Teutscher von vornehmer ankunfft, ward Abt von Fulda, und an. 946 von Agapcto II unter die Cardinäle aufgenommen. Der Kayser Otto N. hat ihn sehr werth gehalten, und vornemlich auf sein einrathcn die ungläubige Sclaven mit krieg überzogen, auch den Ertz-Bisthoff Fridericum von Manntz genöthigt, die feindseligkeiten zu verlassen, womit derselbe Hada» marn züm öffrern angefochten. Dieser letztere gieng an. 949 nach Rom und brachte von bannen vor den heiligen Brunonem , Ertz- Bischossvon Cölln,nicht nur das psMum, sondern auch den cörpee des heiligen Märtyrers Pantaleon,zurück. Er starb endlich zu Fulda an der pest an. 956. In der geschriebenen chronick 8. Ulricr von Augspurg wird diesem Hadamar die Verfertigung einiger ge. lehrten und gottseligen schafften beygelegt, in ßell. Oit^n. ktt. LrAeöe,/ in cliron, snnal. tom. > 0 . r^addon/ (Walter) war Requeten-meister unter der Königin Elisabeth regierung in Engelland,und aus einer vornehmen familie in Buckinghamshire entsprossen, zu Eaton aber auferzogen. Er Wurde darauf LolleZiLr des Kötligl. coUegii. nachmals VEor jur,;. und endlich Königlicher urnfeNdr jn solcher facultat. An. i s z» wurde er zum v>ce-Cantzlcr von Cambridge gemacht, und bald daraufzum vr^llcienren des Magdalencn-coii-gH inOrford, welche stellen er unter der Königin Maria ausschlug,und dafür ein Privatleben erwählte. Als hernach Elisabeth zur cron kam,machte sie ihn zum Requeten-meister, und bediente sich seiner in verschiedenen ge, sandschafften. Als sie gefragt wurde, welchen sieder gelehrsamkeit nach, höher hielte, Haddonem oder Buchananum? gab sie diese antwort i LueUansnum omnidus Lntepvno, tgLlllloncm nemini pvll» pono Gewiß ist es,daß er ein über alle Massen beredter mann war, u. einen pur.Ciceronianischen lHium schrieb,wie aus seinen schriff- ten erhellet, und sonderlich aus seinem buche wider Osorium. Er und 0. Walton richteten den Handel zwischen den Engellandem und Niederländern auf, und versetzten die messe nach Londen. Beyde stnd wegen ihrer sonderbaren Verschwiegenheit berühmt >-» punöto «llccetlioni;. so sie bey sich allein behielten , ohngeachtet ih. II theil. Mmmm nm 642 hab "en der Graf von Leicester deshalben sehr zusetzte. Haddon starb an. 1572. tadeln / oder das Hadelerland/ ist ein altes land in Nieder- Sachsen, von olmgefehr z meilen lang und eben so breit. Es ligt an dem gestade des äussersten ausganges der Elbe, oder an dem ge- stade dersüder-Elbe, zwischen der Herrlichkeit Neuenbauß und dem Hamburgischcn amte Ritzenbüttel. «eg,»o nennet es Adulo , und schreibet, daß Kayser Carl der gwsse <111.797 durch ungebahnte und morastige wcge, nachdem er in Sachsen gekommen, in Adulo gegangen wäre,und sich des landes bemächtiget häcre.Einige alte scri- venten nennen dieses land HadulobwauchHattuloga,zum vffternA- dulohohe oder Hadelia. Otterndorfvor alters Atercndorv oder Ar- terndorfan dem Medeme-fluß gelegen, ist dessen Hauptstadt. Dieses ländlein soll derErtz-Bischoss ÄdelbertUs zuBremen von der Kayse» rin Agnes um yoo inarck Lübisch goldcs erkauffet habcn dieHcrtzoge von Sachsen haben in den kriegen nach und nach einige örter davon an sich gezogen,bis endlichHcrtzogHeiiricus,der ziiBreinenErtz-Bi- schoffwar,iind an. 158z vcrstorbe,dauelbe völlig an sein vaußLanen- burg gebracht; nachdem aber dasselbe an. iü8y ausstnrbesso wollen die bende hinterlassene töchtern,iuid der König in Schweden dieses ländlein erben; jene wollen erweisen, es wäre siloM«!, dieser aber wendete ein, es hätte vorzeiten zum Ertzstisst Bremen gehöret, und müste nunmehr» demselben wieder einverleibet werden. Es ließ aber der Kayser dieses ländlein bis zum austrag der sache durch die Nider-Sächsische cräyß-völcker in besitz nehmen und ren. p^o/ke» Krem. ctzron. urslrer Orgien-<24! p. 119. Lei,/» 2,0» 8zcklcn-I.2ucnl>urAisclier snkHI. fädeln / eine Adeliche familic, welche an. i ic>6 mit Hajo aus Frießland in das land Hadeln gekommen seyn soll. Von desselben nachkommen sind unterschiedliche daselbst Landvögte gewesen. Als sie aber gegen ausqang des 14 dcc»l> von dc» Hertzogen zu Sachsen vertrieben worden, habe» sie sich in dein Kedivger land niedergelassen , und sich die Hadeln genennet. Zu ansänge des <8 l-cuil diente Canut der Cron Dänemarck, als Obristcr- Lieutenant, in Norwegen. nutz. Lremenk. ^aderslcbcn/ist cine stadt im Hcrtzogthum Schlcßwig, Dänischen anlheils. Sie ligt an der osr-see gegen der insul Iimen über 7 meilen von Flensburg. Ihren namen führen einige von ihrem vorgegebenen ersten erbauer Hader, andere aber wahrscheml ichcr von dem worc water oder wasser, so nach Dänischer Mundart in harte bo>-mlrt worden, her. Den» sie ligt mitten zwischen einem «,,ui der osssee, und einem andern grossen see, wird auch durch einen ström in 2 theile, die Alt-und Neustadt, welche letztere auf emer in- sul ligt, abgesondert. An. 1292 hat sie Hrrtzog Woldemarus zu Schleßwig mit dem stadt - recht begäbet. Das alte schloß harbey hat Hcrtzög Johannes der ältere, Königs Christin»! 1 in Dänc- marck so:», abbrechen, und nicht weit davon ein anders bauen lassen, welches er nach seinem namen Hanßburg genennet. Gedachter Hcrtzog hat auch ein schönes m„2ii<>>,> und armen -hauß daselbst gestiffret, König Fridrich II hat das schloß mir schönen gemächcrn, auch mit einer capelle vö marmor geziert.Es wurde diese stadt nebst deni schlösse in den vorigen kriegen von den Schweden zu zweyen malen erobert, durch den an. i6z8 geschlossenen^iothschildischen frieden aber den Dänen wiederum abgetreten. Sie ist die Hauptstadt eines der grösten ämtcr in Schleßwig, Königlichen theils, und die resident; des Köiugl-Statl-Hailers ist voNScgeberq dahin tc >rei wordrn.Die in solcliemamt begrlssciicHardeii sind: Haders- leb-Instrup - Gramm-Fröß- Kaßlmld-Guiddlngmnd Norderrang- storv-Harde. Die fünff letzlern werden äuch zulammen Süd-Iüt- land-Snssel, oder kurtz Südcr-Iütland genennet. (siehe Süder- Iütland.) Desgleichen gehören dahin die beyde inftln Mandoe und Röm, von denen besondere arliculs. Uelb.ttulb. /»ciir.ni- 0 ro^ogi-. Siolk. ^aderslcben/ sieheAdersleben. ^aöhrainut / ist eine stadt und Provintz in der ssid-westlichkn acgeud von dem glückseligen Arabien. Sie ligt 80 Teutsche meilen vu.wärts vonAte», ist em von natur unfruchtbarer ort, welcher gleichwobl einige alocn hervor bringet, die aber nicht so gut sind, als > i. von Socbtora. Die Provintz hat Säger gegen morgen, Thema acgc» abend, und die offenbare see gegen mittag. Von Dolfar, welche die am weitesten gegen osten zu gelegene stadt ist,biß nach Aden sind 100 niesten, so die breite von dieser Provintz ist. L/»/>«-«/» ^ des/siehe Adco. ^adi igton/odcr Haddingtoii. lat. ttsllinz.ist eins mittelmäßige stadt in dcr ProviNtzLochian an der Tync in der südlichen gegeiid von Schottland. Sie hat sitz und stimme in dem Parlament. Als sie unter Eduardi IV regierung^von den Engcllänbcrn eingenommen, und nachgehends von den Schotten hart belagert wurde, steckte die gorna.»,, weil sie keine Hoffnung zuni entsatz hatte , die stadt in brand, und marschirte den i oct. an-1549 nach En- gclland. Mein noch vorher» waren die Frantzostn unter des Kl--. ä'Lüe com,n.„'8n mitgrossem Verluste, gleich als sie in die stadt, welche sie obnverschciis überrumpelt, hinein ziehen wollen, wieder zurückgeschlagen worden , und zwar durch list und fertigkeit einer Englischen compagnie, welche ein canon, so man ohngefähr am thor fand, loßbrandte, die unter den Frantzostn, welche gleich davon» ordnung stunden, einen grossen riß machte. t^adley/ ein marcksiecken in Cosford-Hundred, in der südlichen gegcnb von Suffolk an der ost-stite des flusses Breton gelegen, war vor zeiten berühmt wegen des luches, so man daselbst verfertigte. Dieser ort gehört unter den Ertz-Bischoffvon Zanterbury, hat ei- had haf ne schöne kicche, und ist unter andern wegen des todes v fern-kioster/ davon die,es m den Groningischen amts - cräyfgÄ' rek/,enes aber dem Dom-Caprttilzu Magdeburg zustehet. Sieb. vor diesem eigene Herren oder Grafen gehabt/ von welchen N-in hard Bischvss zu HalbcrstM gewesen/ und das daselbst nös, ?.! Endliche ^ungfer-kloster/ Benedickiner-ordens/ an. -Si qM-,. An. 1262 war Werner in grossem ansehen/ undvermädiL mtt einer Printzestin von Anhalt. AIs aber an. - ;6? Hans 2 schlacht bey Dmcklar/ welche der Ertz - Dischoffzu Magdebur/ und die Bischoffe zu Hildeshelm und Halberstadt einander l ese/. M mipcrcrbt sein leben verlohr; so nahm der letzt-gedachtes Dtschoff dcn dritten tag hernach von seiner Grasschafft 22 . Ob nun wohl die Herrn von Egeln/ (vielleicht als mit- belebn,eZ sich dawider setzten/ so kam es doch endlich in vergüte dahin/ bat dem Ertz-stjfft dieselbe auf ewig überlassen ward. z,,.,? QrUi,. c-n-on. ^alc. v. 6i. ^adran/ sihe Adran. Madras / werden von den Africanischen Arabern diejenim von ihrer .>2ie das vieh denjenigen überlassen hatten / die auf dem land wohnen solkeii/ sichindiestädtegesetzet/ ihrem gewerblich, gegangen/ auch sich auf allerhand Wissenschaften gcleget/wodiich sie sich denn den den übrigen Arabern gar verächtlich gemachl/M sie die vorige lebeus - art geändert / und sich mit andern nationen verhcyralhcl haben. /ckr/cLi. 1. ^adria/ sibeAdria. tzsadullan oder AduUam/war eine alte und prächtige stadt in dem gelobten land / so von Iosua eingenommen und zerstöret/ nachgehends aber wiederum auffgebauet/und zu dem stamm Juda geschlagen wurde. Zur zeit der Maccabäcr wurde sie von dem Hohenpriester Joiialhaii sehr erweitert. Es ist heut zu lag ein kleiner stecken, c/e». z8. je/ rr. ,ir. A/ceo». in ioc. licbr. ^äw.merlin/ (Felix) lat.^eile-,!«! genannt/ aus einem ölten Zürichischen pnrriricn.geschiecht/ hak gelebt an. -4Z8; Erw>ire ein qclehrternnd wohl-belesener mann/ und Chor-Herr zn Zürich/wie auch Probst zn Sollokhurn; Er hat sich mitsc« wider die Cleriscy und die Endgnossen allzu freyen schrifften bereit haßundauffsatz auf den halst geladen/ und ist auf seiner eigenen lands-leutcn anstifften dem Bischofs zu Costantz übergeben/ und zn Lucern in ein Darsüsser-kloster gesteckt wocden.Er warsoiistennuih Chor-herr zu Zosingen/^ acc-isu-cur P,ri-zu Erfurt/voüor Pädst. sicher rechten und Marggräfl. Daadjscher Rath/ hat auch bist nn. 1454 mehr als 24 büchcr ausgehen lassen/ welches damaiselwnS gantz unqcwohntcs wäre; Das meiste davon ist an. 1497 zu Dost! gedruckt worden; In dem übrigen wäre er sonderlich hitzig Mr die München/ hielte es indcmarltcul des fegseuersuichlM- dliiqs mit den Papisten / und hat unterschiedliche Mangel des Ä- mischen Hofs gantz offenherzig beschrieben/ so / daß sich nicht zu verwundern / wann alle dessen schrifften aus ihren bibliothM äußgemusiert worden, LibUorii. Tpizur. L/19Ä. tt-iv. Icil. cken - ?. 2 ^ ^ämus / sihe Aemus. Händel/ Hendl/ eine alte Adeliche und nimmchro FreysM» lichesamtsic inLnrol/ woselbst sie Goldratn/ Iusahl und M- röhsch besitzet/ hat sich vorzeiten von Impft gencimci/ undistmll Dertholdo an. i z oo auS der Schweiß dahin gekommen- Christoph Sigmnnd hak von vorgedachten Herrschafften den FreyberrltchM c'.a-Läics crhaltcn/lind Franciscus ist an. i z 8r LandS-Haiiptmnnn in Tyrol gewesen. Zu ansang des 18 seculi florirte Johann,stn- spar alsKaysei Ilcher Cammerherr/ und Hemrtch als Kaisserllchtt Reichs- Hosralh.Anjetzo lst würcklich einer dieses gcschlechlsM serlicherGencral-Fcld-Zcugmeister. Es hat sich ein äst von dieser samilie in vorigen Zeiten in Oesterreich ntedcrgclaifcn / von welchem Matthias an. i>98 gestorben. Dessen söhn Hicronymns von Händel auf Gabelspurg/ n>nc der landschassl Nieder-Stcyermarck Ober- Duchhallcr/ wltE Hof- und Landrechts Beysitzer/ nachgehends aber muste crlich wegen der Lutherischen religion nach Regenspurg rcltriren/ wvfM er an. 1652 verstorben. Sein söhn/Hans Matthias / nahmeM Freyherrltchen timl von Gabelspurg an / und wurde wegen stln» rilter-guls Stemhard unter die Reichs-freye Ritterschaft u- Francken aufgenommen; erstarb aber an. 167; ohnemannM erben/ und erlosch also mit ihm diese linte zu Gabelspurg. ro!. ciirenlr. * ^afenreffc'p/ (Matthias) war an. i;6<- zu Lorcha/ einm iürtemdergischcu dorff/ qedohrcn. Nachdem er zu TublWn uc ttu-liL vollendet / wurde er zu Etningen , nachgciM- Stuttgard Hof-Prediger und cong,ic,<-i-l - Eiior -„strner lor rlxoivßiL und Lplioru; des Hertzoglichen isipcnsil zU-k,l!W u/ auch endlich canceUsrius seidiger Universität., Er lst an. Idl» starben/ und hat unter andern folgendes geschncbm: 3§ in nÄtivirLrem djirilii; jocos r!ico«o^ico§; cem^!um ^cn> e in IX potireniL proj?lictL cL^rira commeMLrium; revclLcokesa vixilLnülljruum, ü. c. ^rLce^noner novL meclioao plwAsnlll rMoksm ^ Aktiüciulli in 8ebr«s UnZuL expIi'SÄNt«; eom- nicmLNL inNropkersm d^Lkum 6cHak2cuc; orsrjnnein 6e pr-ellanris L utikucc kullii proplierici; Ilranis M eiNLk predigt erklärt; cairlle- jzbrum Lureum, vom bernff und aml Christlicher Obrigkeit/ aus dem Vorbild des goldenen leuchters/ aus dem r buch Mos. c. 2;; l^noxiin locoruni kkeologicoriim, 6cc. llsc. I. io rtisurr. Haffner von waßlenheim / eine von den ältesten Adelichen familie» im Unter-Elsaß/ allwo ihr stamm-schloß Waßlenheim zwischen Zabern und Straßburg bey Wangen gelegen ist / welches aber minmchro dem Rath zu Straßburg gehörn Sie wohnet heut zu tag zu Noßheim / Jngweiler undWcsthosen. Wilhelm ist an. iro- aufdem thurnierzu Worms gewesen- Dieterus hat an. 1^7/ und Hans 1 ;yozu Dlraßburg dem thurnier beygcwohnet. Der« thold zog an. 140; mu Kayser Rupert in Italien/ ward aber von den Wahlen vor Prsa erstochen. Hans und Georg waren an. 1488 mit Pfaltzgraf Philipp/ als dessen rckmNri, m der belagerung von Geroldseck. Nicol/ Jacob und Fridertch lebten an. 1; 96/ und ha» den das geschlecht fortgepflantzet- Lisas. ckron. 1. s. gcogr. 8/VssILI/ »E2E oder HasizIer/ sind diejenigen unter denTürcken/ welche den gantzen Aleoran gründlich verstehen; sie werben dahero von dem volck als heilige Personen angesehen/ wel» chen Gott sein gesetz vertrauet/ und solches gleichsam bey ihnen niedergelegt hat; Denn n-Lci bedeutet in Arabischer spraach diesem» gen/ so etwas verwahren/ oder in ihrem gebächtniß behalten- Air««- tze t'LmpirL Orcomann. Haganon/ ein mächtiger k-voric Königs Caroli ÄmpMK in Franckreich/ beyneben von schlechtem stand / daher die mißver» gm'iglc unter den Grossen im Reich / und insonderheit Robertus/ einen verwand, nahmen / Carolum verhaßt zu machen / und zu MKwmiiren- fsihe Larolus III simxisx.) Hagar/ eine Egypterin/Abraham und der Sarä magd. Als ste mit dem Jsmael von Abraham schwanger gicng / flöhe sie in die wüsten/ weil Sara wegen ihrer Widersetzlichkeit sie demüthigen wolte/ ward aber von dem cngel des Herrn beordert wieder umzukehren / und ihrer frau zu gehorchen. Als nach der zeit Sara Jsmaels spöttcrey nicht vertragen konte/ bewog sie den Abraham/ daß er die Hagar mit ihrem söhn / da er etwan i; oder i<> jähr alt war/ aus seinem Hause trieb / welche dann in der wüsten Dersaba herum irrete/und fast vor durst mit ihrem söhn hätte verschmachten müssen/ wenn ihr Gott nicht einen waffer-brunnen/ woraus sie ihren lechzenden knaben geträncket / gczeiget hätte. 6^/ c. 16 6c ->i. I. 10 c. 1 Ü: 12. 6c cr. 2:246c rirs- Hagarener/ Hagariter / sihc Agarener. Hagecius / (Wenceslaus) Probst zu alt»Duntzel in Böhmen/ gieng an. den 19 mart. mit lod ab- Er hat eine Böhmische chronic in seiner mukter» spraach geschrieben / welche von Johann Sandeln m das Teutsche übersetzet/ und an. 1596 zu Prag ge» druckt worden ; Er soll auch unter anderm "mi>- Amonii Rampipolli aus der Lateimschen ln die Böhmische spraach übersetzt haben. Man beschuldiget ihn / daß er in der cllro,><>ioZii:mcht gar zu accurat gewesen. 6rle ftirnemlich in landichaffien/ in fürbildung der abend»und morgcn-stunden/wie auch in Historien und bildern / so daß er das glück hatte dem berühmten Eltzheimer von Franckfurt hicrinn wenig nachzugeben. Als aber der Schwedische krieg angefangen / ist er in Kayserl. dienfle / alsNrovisnc-LoinmiMnius, gekretten/ undan.iüzz zu ündüu k. L j. ^ ^ 1 . 296. ^ Hagen in Bayern/ sihe Haag. Hagen/ eine Freyherrlichefamilie im Rheinland/ von wel- wec Thoring an. 960 gelebct. Von dessen nachkommen werden Mderjch und Heinrich u« wa-ginc jn den Lateinischen Urkunden M das jähr i;c>; qenencnet. Des ersteren urenckel Johann/ Herr zu Motten/ wurde ein großwater FriderichZ Amtmanns zu Pfal» dessen ältester söhn Johann Ludwig an. 1547 alsErtz-Bi- Ichvss und Churfürst zu Trier verstorben. Der ;te söhn Heinrich/ Herr zu Motten/ Eppelbrunn/ Sassenheim/ Hollenftllß und Brandevllle/ hinterließ unter andern söhnen Johann Ludwig/ Kayserl. Stadthalter zu Trier/ und Lothringischen Amtmann zu Schamburg/ der an. i e89 verstorben; dessen bruderssöhn Georg Heinrich / Herr zu Eppelbrunn/ Sassenheim/ Motten/ Clottm und Holknfelß / Ward an. izpo durch Lothringische solvaien Mgebracht. Um diese zeit florirte Philipp Daniel als Nassauischer vver»Amtmann zu Saarbrücken/ dessen söhn Johann Bernhard ^E^^^^Er geheisttder Rath worden. Hans Heinrich erster Freyherr von Hagen/ ein bruders söhn des vorher gehenden/ Lsöhnen fortgepflantzet/ davon der älteste/ ^ Ludwig/ Chur«Lrleriicher Ober »Hofmeister wird einer dieses namens Königl. Polnischer d^E^^OachstsHer wurckltcher geheimer Rath genennet. ««w. ^^agen/ cineuralteAdcliche famrliein Nieder-Sachsen/ von Würg abgestammet sind.(sihe AsseburgHZum stamm »vater derselben gibt Svangenberg dem «n den vorhergehenden artreul erwehnten Thoring an/ und meldet dabey / daß seine nachkommen Hadmerslcben im Halberstädtischen besessen-. Ernennet ihn einen. Kayserlichen Oboisten/ der an. 909 auf dem thurmer zu Merseburg die Däncke ausgetheilet; kan also seyn / daß ernervon seinen söhnen seinen stamm im Rheinland/ und der andere söhn ferne familie in Niedcr-Sachsen fortgepflantzet. Von dessen nachkommen ist Johann an. 14z-> Abt des klostcrs Bursfeld gewesen/ welcher sich durch seine retormsnons - lk^ucL, woraus h^nach die grosse roi-Zicg-m« nu-skeiaentis entstanden/ berühmt ge» N^cht; Wrrstoph auf Hadmersleben / Ritter und , war Ertz»BtschofllcherMagdeburgischcr Hofmeister-Sein söhn Adolph hat es durch ferne beredsamkeit und klugheit dahin gebracht / daß "N. m dem damaligen bauren-krieg/ dem kloster Hadmersie- ben verschont geblieben; er war ein vater Christoph des jünger» auf Hadmersleben / von welchem vermuthlich abgestammet Sig» mund / der an. 1620 als Ertz» Bischöflicher Magdedurqischer ge« hermcr Rath/ Obcr»Cämmerer und Hofmeister; und Busso/ der um das jähr 1690 als Fiirstl- Braunschweigrschcr ecn-rai. und per Ikib-g-u ac fioriret- In Holstein ist auch eine alte familie von Hagen bekandl/ von welcher Nicolaus auf Rubel an. 1500 in dem krieg mit den Ditmarschen umgekommen. Nach» gehends ist Henning Herr zu Rubel/ Hauptmann im Lünen»Notier gewesen ; um das jähr 159° hat diese familie noch 4 schlvffec und guter in Holstein besessen. In Pommern werden die vonHagen unter die ältesten vomAdrl gezehler/ allwo sie in beyden regiernngen guter haben/ aber nicht mrcrlcy waapen führen/ und von dar mögen sie sich auch in dem Mecklenburgischen ausgebreitet Haben-H^e»^ -eu-Nx. x. x. t4vIU. ^6et - cvroii. NoMmert^nct 1. 6. Hagen/ sonst Geist genannt/ eine Adeliche familie in Nieder. Sachsen/ von deren Ursprung man nichts gewisses weiß- Es schei» nct/ daß sie sonst nur Geist geheisscn/ den namcn Hagen aber an» genommen / nachdem sie etwa nach absterben eines astes derer von Hagen ihre guter milder conMrion geerdet/ daß sie ihren namen fortpflantzcn solle- Gottiieb von Hagen sonst Geist gcnannk/so an. i;9;.zu Hanshagen im Mecklenburgischen gebohrcn/ istnachge« hends Dänischer residircuder i-cg-lr am Spanischen Hofe zu Brüs» sei / und endlich geheimder Rath und commiLrius zu Bremen worden/ allwo er auch 16;8 verstorben. Er gab Lamiciotoßmn» ^»sbonenti:^ und svnsten einige kleine schrifften heraus. An-1614 war Bernhard von Hagen/ sonst Geist genannt/Königlicher Da» Nlscher Gesandter am Oldenburgischen Hof/ und scheinet er des vorhergehenden vater gewesen zu seyn/ von welchen auch abgestammet Bernhard Levin / der an. > 697 Königl- Polnisch»und Chnr- Sachsischcr geheimder Kriegs-Rath / und an. 1711 Abgesandter auf dem Kayserlichen wahl»tag zu Franckfurt am Mayn gewesen/ zu welcher zeit auch Mauritius als Dom - Dechant zu Havelberg florlrek- An. 1699 lebte Erasmus Grafvon Geist und Hagen am Chur-Psältzischen Hof als geheimder Rath/und PfaltzgraftCaroli odristcr Hofmeister; ob er aber zu der vorhergehenden familie ge» höre / kan man nicht sagen. omeno. ckron. Hagen/ eine uralte Adeliche familie in Meisten und Thüringen / welche mit denen von Hayn einerley waapen und Ursprung haben soll. In Meisten ist Badrin im amt Delitsch/ und m Thüringen Alten«Göttern ihr alter stammffitz. Sie soll die Hayner- burg bey Muhihausen um das jähr erbauck/und hernach lang darauf gewöhnet haben. An. 9Z8 wird eines Sächsischen Ritters vonHagen gedacht. An. 1280habendievonHagenmilderstadt Mnhlhauscncinefchde gehabt/ woraus ein grosser krieg entstanden/ und aufbeyden feiten übel gehausetworden. Heinrich von Hagen ist um das jähr i z/s Landgraf Friderjchs in Thüringen Obrjstcr im krieg wider den Abt zu Fulda und Hertzog Albrecht zu Draunschweig/ und ein vater Rüdigers gewesen/ der den ritter« sitz Alten» Göttern auf seinen stamm gebracht; dessen nr» enckel Christoph soll es bey Churfürst Friderich zu Sachsen dahin ge» bracht haben/ daß die Universität zu Wittendcrg gestimet worden-. Slgmund Hermann ist an. 1600 Chnr-Sächsischer auffseher in der Grafschafft Mansfeld gewesen. Ein anderer/ namens ChriWph/ wird an. 16; 9 als geheimder Raths»und Cammer-Rath angeführet. Adolph Georg hat noch an. 1649 aufdem haußAlten- Gottcrn florlrek. Aus dieser familie soll auch der berühmte Car- thäuser-Mönch zu Erfurt Johannes ? K der an. 147; gestorben / und über ;oo bücher geschrieben haben soll / entsprossen gewesen seyn- (sihe Joh. Hagen) Seit ansang des iL seculi ist Heinrich Reichard/ Freyherr von Hagen/ als Sachsen-Gothar» scher bevollmächtigter Gesandter auf dem Reichs» tag zu Regen» spurg bekandt; derselbe kam vormals aus Sachsen - Quedlinbur» gischen diensten nach Bareukh/ ward des jetzt - regierenden Marg» grasen/ damaligen Erb»Printzens/ Hofmeister/ hernach am sei» bigcn hofHof-Nath/ weiter geheimder Rath/ und endlich geheim» der Raths-pl-reUNem > welche -karge er aber an. 1695 / nachdem ek unterschiedene Königliche/ Cbnr- und Fürstliche hohe dedienun- genllecllniret/ mitdemgehelmden Raths» rrslläio zuCoburg ver» Mmmm A mchsch 644 Hag wechselte; er ward aber gleich jahrS daraufnach Gotha als Fürstl. gehermder und geheimderKriegs-Nath/ wie auch General.KnegS- c?vmm,6iirius der gesummten Sachsen-Golhaischkii und Weyma» rischcn linicn/ bcrustcn/ und nachgehcnds als i^en.p»lenciä-,us nach Regenspurq geiendct. Es gehöret aber dieser Freyherr von Hagen / ob er gleich aus Nieder-Sachsen/ und zwar aus dcmHal- berstädtischen hcrstammek/ zu keiner der bevorstehenden famrlic von Hagen / und weil er unvermählct ist/ so gehet sein stamm mir ihm Üb. Xn/ittr prollr. Xlilli. klic-rr. 8->x. Xlgnzf. ckr»n. 41>u,. ckron. ckirnn. ^achenau/ eine alte berühmte stadt im Unter-Elsaß, 4 Meilen von Slraßburg, und 2 voin Rhein, so eine der 4 dörffer des Reichs geschrieben worden.Ehemals war siedie vornehmste der ic> Reichsstädten Colmar/Schletstadt,Landau,Weissenburg/Türckheim,Käy- strsberg,Münster imGregorie-thahOber-Ehenheim nnd Rvßhcmy welche unter dem namen derLandvogleyHagenau beysamen gestan- den.Der^uror derllelluAion derLandvogteyHagenau sucht den ansang dessen unter dcmKavser Friderico II.AUei» ein anders find die Landvögtc der Landgrafen/ so sie über ihr antheil gesetzt/ ein anders dieKayscrlichen Landvögte im Elsaß, ein anders die Landvögre gedachter 10 Reichs-stäbtcn ins besonder. Von den Landvöztcn der Landgrafen findet man schon an. 112; Heviloncm in einer Urkunde. So trifft man auch von an. 1258 da Kayser Richard dem Bi- schoffHeinrich von Straßburg das gantze Elsaß anvertrauet, biß an- irSi Landvögte an, welchedie Bischöffc gesetzt. Alleindassel- be hat aufgehört, nachdem der Kayser Rudolvh dem Bischofs Wal- thcr die im incerr-x«» theils durch Übergebung des Kavstrs Richar- di, theils durch anmassuna eingenonmtene Rcichs-städte wiederum abgezwungen. Von solcher zeit an haben die Kayser selbst ihre Landvögte über dasElsaß gesctzt.Dieselben aber köiicn nicht Land» Vögte von Hagenau, sondern im Elsaß hciffcn, theils weil ihre gemalt sich weiter erstrecket,als der folgenden Hagenauischen, welche nur über die 10 stäbte verordnet gewesen; theils weil zu solcher zeit viele derer 10 städte noch nicht einmal stadt-recht gehabt. Endlich siehet man daraus, da Colmar, Schletstadt, Hagenau, Ehenbeiin und Roßheim an. iza; den Handvogt des Kaysers Ludwigs IV angenommen, und die von dem Kavscr an den König von Engelland verpfändeten städte Kaysersderg, Münster und Türckheiin mit gemalt erobert, daß die ic> städte damals noch nicht unter die Hage» nauische Landvogtey müffen zusammen geschlagen gewesen seyn. Daher Odrecht gar recht dafür hält, daß die Landvogtey Hagc- nau erst unter dem Kayser Carolo I V die gestalt gewonnen, so sie vor dem Münstcrischen frieden noch gehabt.SolcheLandvogiey sosi erstlich halb vom Reiche dem Bischoff Bcrchrold von Straßburg pfand'wcisc überlassen worden seyn, welche helffte er an. >406 dem Churfürsten von der Pfaltz frey gegeben, damit er ihni wieder Hagenau helffen solle. Dieser hat an. 142; die andere helffte von dem KayscrSigismundo auch pfands-weise erhalten. Als aberChurfürst Friedrich der I von dem Kayser Friderico III in die acht erkläret worden, hat dieser die Landvogtey Graf Ludwig dem schwartzen zu Zwcybrücken gegeben. Allein des Churfürsten Nachfolger Philipp hat selbige bis auf den Bayerischen krieg an. 1 zog, behauptet. Denn obwol Marimilianus I ihm solche nebst vielen andern zuvor eingenommenen örtcru durch,gewall abgenommen gehabt, so hat doch der Kayser deni Churfürsten die Landvogtey in dem vergleich wieder überlassen, bis der Kayser Fcrdinandus I an.i z zg solche von der Pfaltz gelöst und an Oesterreich verknüpftet. Bey demselben ist sie verblieben bis auf den Münsteriseben frieden, da alle dem banse Oesterreich über Elsaß zustehende rechte an die Cro- neFranckreich durch den ?s und 87 articul abgctretten worden. Ob nun wohl Franckreich in dem 87 articul versprochen hatte, daß es die in der Landvogtey begriffenen städte in ihrer Reichs-freyheit lassen wolle, auch geschehen liesse, daß diese städte ihre stimmen auf dem Reichs-tag fortführten,und zu den Reichs-coNcÄcn concribmr- tcn; so verlangte es doch an. 16620011 ihnen den hnldigungs-eyd exczpire tupcriorikLrir .welches der Lclvocsri.i: anhängig zu seyn vorgegeben wurde. Zwar beweisen die städte in ihrem bericht, daß solche -civoc-ria niemals einige oberhcrrschaffk mit sich gebracht, sintemahl sie an. i?g2 und nachgehends beständig dieReichs- abschiede unterschrieben. Worden „e vorgestellt, daß sie jedesmal die rechte freyer Reich-städte gcübct, und die vcrurtheilte begnadiget. Sie hätten schon seit an. 1 zzz von dem Kayser Ferdinands I an, dergleichen streit mit Oesterreich gehabt, welches aber von seinem ansinnen durch vergleich abgestanden. Die Oesterreichischen Landögte hätten allemal geschworen, daß die Landvogtcy den städ- len an ihren pßichtcn, damit sie dem Reiche als ohngezwciffclle Stände zugethan, ohncrbrüchig seyn solle. Oesterreich hätte die Landvogtey nicht als Ertz-Hertzog, sondern im namen des Kaysers besessen, von dem Oesterreich solche nicht allein zu lehn empfangen, sondern sie hätten auch solches jedesmal ausdrücklich in ihren eyden bekennen müsscn.Dcm allem ohnerachtel blieb Franckreich in dem .besitz, und wurde darinnen im zwantzig-jährigen stille-stand gelassen,auch im Ryswickischcn frieden bestätiget. ( siehe Eiferst.) Die stadt Hagenau nun ins besondere betreffend, so hat Hertzoa Friedrich der einängigte aus Schwaben an. mz nebst den Edelleuten, so man noch die Burgmänner nennet, und die ihrewobnung in der bürg noch jetzo vom Reich zur lebn haben, die bürg in stand gebracht. Hierauf bat sie der Kayser Fridericus l an 1164 zu einer stadt gemacht, da sie zuvor nur ein körst oder Wald gewesen, um welchen ein Haag oder zäun gegangen, wovon die stadt den namen führet- Gedachter Kayser hat einen kostbahren pallast von marmor daselbst erbauet, dessen rull-r- man noch siehet, in welchem sei» Vater Hcrtzog von Elsaß und er sich gerne aufgehalten, und des Caroli K crone, scepter, Neichs-apfftl und schwerdt verwahren lassen, bis Hag vhmvissend der bm. ger nach Triefels gcschaffet worden. So haben auch die Kanter n,« rent-amt des gantze Elsaßes daselbst gehabt.Svnst hat die stadt un. lcrschiedene > riv.ieß^ von den Kaysern erhalten. Fridericns l d » lhr 12 Schopssen aus allen geschlechten geordnet, aus welchen U den Schultheißen erwehlt. Als aber dieselben zu Caroli IV ,e t n ihre gemalt mißbrauchten, sind ihm von den handwcrckeru rl bei. gejellet worden, und bezeugt Knipschild, daß noch zu seiner -A die,e vcrfassn,ig gewesen, und alle jabre aus den Lcib„ien ein v-r- ror erwehlt worden, dem man aus den vier und zwaritziaen einen Mar,ehalt zugesellet, welcher das stadtwestn versehen. An 14°, hat rhr der Kayser Maximilianus das pr.viieZium gerben, daö man von dem Kayserl. land-gericht zu Hagenau auf der Landen nicht soll an die cammer »ppeinren können, welches aber den der cammer nicht angenommen worden. Kayser Richard hat ihr an 1257 das ertheilet, welches ihr Carolas IV an irx, bestätiget, daß sie vom Reiche nicht solle können veräußert werden , welches aber durch den Westphälischen frieden, da der Kayser ver- lprechen munen, baß alle pr,v>ieg,L llc »>,„ nichtig sey» sollen, lind hernach in dem Ryßwickischcn seine kraff verlvhren. Endlich hat auch die stadt unterschiedenes schicksal gehabl.An.iri, hat sie Kayser Fridrich II belagert und erobert, weil sie Kayser Öl« ten demIV geschworen. An. 1)74 hat sie mit Straßburg, awizyi mit Vene» von Fleckensieiii, und an. 1451 mit den Grafen von Lü- tzclstein zu thun gehabt. An. i6;2 nahin sie Schwedische besatzung' ein, und an. 16)4 unterwarft sie sich dem Frantzösischen schütz. Ar. 167; wurden ihre wälle und mauren von Franckreich niedergerissen, aber an. 1674 wieder erbauet. An- 167; bclagcrkcn siehst Kayserlichen vergeblich. An. 170z eroberte sie Printz Louis von Baden, sie kam aber an. 170Ü wieder in Frantzösische Hände, und ist es in demRastädtischen frieden wegen Eljaß bev dem ÄyßMi- schcn frieden gelassen worden, (s. Elsaß.) S- p- i 47 ->i'- prall. rer. Xls. p. ^17. in prxt. spal. ^6, ;. illsktp. I.i. c. ry. cllwn. Spsnx.jA- in ckron. p N.6. ^ 4 »»«/. ?. 1. p. iz. ?. 1 p. llc jur. civ. I. i.c. ir. n.179. sA.publ. k. S. >.;. c.^s. lle ltsr. Lurop. c. c>e ss ?. I. Z. c. ri.n.S I, 7. c.rr. X/ock conlli. tlicskr. pr.rrcns. I. llc urk>. Lerm. Xlcrrs,», ropogr. Xllnt. in punLdo jursmenri ülllli- rslir excLpice lupremi llaminii reZi Qrliin: in pr^tcodurrm compeicn. ei, »rbirrio rc^iz crkibiis. Sagenbuch / ein stabilem und schloß am Rhein in der Unter« Pfaltz, zum amt Germersheim, und dem Churfürsten von Pfaltz gehong. An. 848 hat Lndvvicus Q-rmsnicu; den ort dem Bischest von Spcycr geschenckt, nach der zeit ist er wieder an das Reich gekommen, Kayser Carl aber hat ihn dem Churfürst Rudolphen gegeben. tll. ?. p. Sagenbuch/ eine ansehnliche familie, welche schon vor der kt-karm-rion von Müllhausen gen Basel kommen, und viel ehren« ämter in dem Rath, der Archen und hohen schul daselbst bedienet hat. Frantz zog an. 1522 und izr; alsHauptmann Franciscol zu hülff in den Mayländischen krieg. Jacob, Kicll. vostor, war erstlich l-oß-ces. hernach LMicer ?ro 5 clior, starb ohnverheyrathel den 1 jun. an. 1649, und hinterließ in seinem testamciitderunim' sität seine bibliokhec und tterbarium, „eben unterschiedlichen schönen 1 -Y2ti- der studierenden jugend zum besten. Seit einem l-culo haben sich folgende in dem regnnent bekannt gemacht; Lucas kam in den Rath an. 1604. Frantz an. iüz4. Lucas an. i sSo, wurde nachgchcnds Depurar. Isaac und Christoph an. lüsi; von denen der lelstere neben andern ansehnlichen ehren-ämtern die kriegs-w«. miNdrien-stelle vertretlen, und endlich Lucas, welcher seit an. 17^ ein Raths-glied ist,und das hoch-wichtige breyer-amt seitan.l 7 if bedienet. L/,70». k^LL. L 445c. * toagenbach/ (Petervon) ein Ritter, wurde an. 14HM dem Hertzog Carl von Burgund zum Land-Vogt oder Couv-rn-ur über die von dem Ertz-Hertzog Sigismundo von Oesterreich ihm uocr oic von ocm errtz-^crtzog^iglsmiii verpfändete landschafflcn geicyt, welche waren die Psirt, Sundgau, Brisgau, Elmß, der Schwartzwald und die wer Waldstädte. In diesem amt führte er sich gegen seine untergebene dermaßen übel auf, daß man ihn des landcs ruthe nennte. Auch hielte er sich gegen alle benachbarte, sonderlich die stadt Baßi sehr feindselig, ließ seine lenke bis vor die thore derselben raube- reyen treiben , ohne auf die beschehene klägten die geringste uw- L-üioi, zu geben. Diß alles verursachte, daß so wohf veM Sigmund, dessen verpfändete lande und lenke durch diesen kvran- nijchen Amtmann gantzlich verderbt wurden, als die angrantzenoc Stände schlcünige sorg trugen , dieser beschwärlichen nachM' schafft loß zu werden. Deßwegen vergliche sich erstlich der MW von Oesterreich mit den Schwcitzcrcn, so, daß zugleich MM beyden, zusamt Pfaltz, Baden, den städte» Straßburg und Balm auch so gar Ludovico XI, dem König in Franckreich, eine alliantz aufgerichtet wurde, wo sich der Burgundier nm E nicht wolle weisen lassen. Auf solches wurde der Pfand- MM wofür die obgedachte ländere versetzt waren, Hertzog von den städtcn Straßburg und Basel vorgeschossen, in den Wechsel zn Basel gelegt, und Carolo durch 2 Herolden bettum, solche summ zu erheben, unv die pfandschajst>vicder zurück den. Als er aber solches unter geringem vorwand nicht thun m. ke, käme es zur thätlichkcit. Die Elsasscr, als dieser mmen > sehr harten regierunq überdrüßig, nahmen Hertzog SiM" ihnen zugesandten Land«Vogt, Hermann von Evlingm - " Baslerischen Edelmann, mit freuben an. Die stadt Er>l>x schloß Hagenbach ihre thore, nnd als er, sich zu rächen, am-u Hag tag morgens, alldieweil die lecke L« der kirche waren, die mauren mit leiteten zu ersteigen vermeynte, wurde er mit Verlust wegge- fchlagcn. Diß machte auch den Bryfachern einen muth, welche dieser Land-Vogt am meisten gedruckt/ und stinem Burgundischen kriegs - vvlck den grösten mulhwillen allda zugelassen hatte/ daß sie/ als er sich von Ensisheim dahin gewendet / auf ein ergangcnes gc- schrey, als wolle er die stadt durch seine soldaten plünderen lassen, auf einmal zum gewehr griffen / die besatzung theils ausjagten, theils erfchlugen, und Hagenbach selbst gefangen nahmen. Diß geschahe an. 1474. Hertzog Sigmund verfügte sich alsobald selbst gen Brysach / und ließ ihn folteren / da er viel schlimme suchen, sonderlich von einigen fürs künffiige gemachten anschlagen solle bekannt haben. Hieraus wurde durch den neuen Oesterreichischen Land-Vogt, den von Eptingen/ ein blnt-gericht gesetzt, worzu von den städten Straßburg, Basel, Colmar, Schlettstadt, Kenzin- gen, Freyburg, Neucnburg am Rhein, Solothurn und Bern, je zween mann zu richte«» erbätten, zu welchen ferner noch acht aus Brysach, samt dem Schultheissen von Ensisheim, als Präsidenten gesetzt wurden, daß sich die gantze zahl auf 27 Personen erstreckte. Auch wurden zwey aus dem Rath zu Basel, einer dem Oesterrcichischen Land-Vogt als klügeren, der andere Hagenbach äls dem beklagteii, zu fürsprechen bewilliget. Hier wurde nun wegen den vielen verübten gewaltthätigkeiten, brechung der bey schliessung der pfandschafft beschlossener vertragen, rc. hcfstig ge- klaget, worwider sich der gefangene auf nichts anders als seines Herrn befehle zu steüren wußte. Es wurde aber diß von den rieh. leren nicht angenommen, und fiele das urtheil, daß er wegen vielfältig-verübter grausamkeit, geilheit, und anderer Unthaten, ge- köpfft werden solle, weiches auch den 9 may des nachts bey brennenden facklen öffentlich erfolgte, als ihn vorhero ein Herold seines Ritter - standeä mit gewöhnlichen ceremonien entsetzt. Der Hertzog von Burgund suchte hernach wegen dieser cxccmion an dem Ertz-Hertzog Sigismundo sich auf alle weife zu rächen, und wäre dieses in der that die vornehmste ursach des kriegs, welchen er bald darauf wider die Schwerer angefangen. Auch wäre des enthaupteten bruder, Steffan von Hagenbach, in eben diesem hier- auferfolgtem krieg einer der Burgundischen Obersten, oe- üerreick. eckcn - ssricZsl l.;. Scllvveürer - rliron. 1.8. llrsti- örlel - cllron. * Wagenburg / ein flecken, schloß und amt in der Graffchafft Schauenburg in Westphalen , dem Grafen von der Lippe zuständig. ^agen-srff/ ein schloß in dem Satzer-cräyß in Böhmen, in einer lustigen ebne, nebst einem marck-flecken, Kralupen genannt , allwo ein köstlicher säur«brunnen zu finden. Sagenow/ ein geringes städtlein in der Mecklenburgifchen Graffchafft Schwerin, gegen dem Lauenburgischen zu, ohnweit Redevin, an einem kleinen wasser gelegen, ist wegen der heyde bekannt, die von demselben den namen hat. -»/ k-eri. 6ager / eine von den vornehmsten und ältesten Freyherrlichen familicn in Oesterreich, allwo sie die Herrschafft Alentsteig oder Allensteig besitzet, und sich davon genennet. Conrad, der an. i;c>6 verstorben, ist im Minoriten - kloster zu Wien begraben worden. Heinrich hat an. e;;4 floriret. Sigismundus, em sohn Tbomä Hagers von Arnödt und Poxau , wurde an. 148-- Unter - Land- Marschall von Oesterreich. Nach ansang des 17 seculi hat Sebastian sein geschlecht mit r söhnen, Sebastiano und Frantz Sigis- munden, fortgepflantzet, welche beyde Kayserliche Obristen, und der altere zugleich Landschaffts-Verordneter in Oesterreich worden, und an. 1628 verstorben. Sein söhn, gleiches namens, hat ebenfalls die stelle eines Kayscrlichen Obristen erhalten. rolleÄ, tick. gen. tiill. intign. m llemmsc. Lern,. r.;. Hasses/ von mehreren-uckaribur und in den besten pten Agis genennet, ein Poet, gebürtig aus der stadt Argos, welcher sich, ungeachtet er fönst einer von den schlimmsten seiner pru- 5 -ckon war, bey dem grossen Alexander sonderlich dadurch in un- gemeinen credit gesetzet, daß er denselben noch bey seinem leben vor einen gott ausgegeben, und göttlicher Verehrung würdig geschahet. Als er sahe, wie Alexander einem gewissen schalcksnarrcn grosse geschencke gab, erzeigte er sich sehr unwillig darüber. Als aber der König sich deßwegen erzürnet bewiese, machte Agis die fach durch eine aus dem stagreiffersonnene flattirung wieder gut, indem er sagte: Wie solte ich nicht verdrüßlich seyn, wann ich sehe, daß ihr andere göttere gemeiniglich eure gröste lust an den schlechtesten und liederlichsten kerls habt ? dann wie Hercules die Cercopes, und Bacchus den Silenum so gerne um sich gehabt, so machest du es mit diesem, 1.4. c. -. 6« llilcrimine söul^r. ch smici. I. 8c.;. * ^aggai/ der ordnung nach der zehende unter den kleinen Propheten. Die heilige schafft bezeuget, daß er im andern jähr des Königs Dar« zu weissagen angefangen. Was aber dieses vor ein Darms gewesen, ist nicht eben so gewiß. Einige ausleger halten vafur, daß es Darms Hystaspis söhn gewesen, welcher im jähr der weites;, und also 520 jähr vor Christi geburt zu regieren Wrangen, welche meynung in der that die wahrscheinlichste ist, vv schon andere Darium Nothum wollen verstanden haben. Was Juden vorgeben, Haagai habe noch zu den zeiten Aleran- m geweissaget, kan auf keine weise angehen, wann man schon ckr Darmm den söhn Hystaspis den DarinmNothum setzen wolte. Magen von dem zweyten jähr der regierung dieses letzteren, in Hag hah 64; welchem Haggäns zu weissagen angefangen, bis zu des Alexander seid - zug in Asien fast 90 jähr verflossen sind. Die 7° dollmetschev schreiben einige von den Psalmen diesem Propheten und dem Za» charia zu. Haggai war von GOtt gesandt, der Jüden nachläßig- keit in dem tempel - bau zu straffen, welcher, um sie darzu anzufri- schen, unter anderen auch diese verherssung thal, daß die Herrlichkeit des letztem Hauses grosser seyn solle als des erster», s. >- «icmvrckr. evsn^. I. 8 c. r. snr. >, , c. 4. clsL. I). !. >8 c. 41. Lerckx» in ciicliirck. tzidl. I. , c. zz> Lr/,«r». ockc. blbl. Uj/e»'. /iooaler. * -sagiar/ ist eine stadt in dem schichten Arabien riebst einem schönen schloß, welche anfdem gebnrge und in der sandichten wü» stency liget, und nur einen wasser-brunncn hat, Thomub genannt. Sie ligt gleich an der land-straffe zwischen Damasco und Medina, 40 mesten nocd-wärts von dem letzter» vrt und ;c> ost-wärts von Mabian am rothen meer. Man hält dafür,daß dieser ort der alten Petra sey. Es sind noch 2 andere städtc dieses namens in dem glückseligen Arabien,die aber von keiner Wichtigkeit sind. Hagiaz/etne Provintz in dem glückseligen Arabien,welche westwärts an vas rothe meer, nord-wärts an das felstchte Arabien, ostwärts an Iamana, und süd-wärts an Tehama stösset. Mediana und Mecca liegen beyde in dieser Provintz. ^ahn / eines der ältesten und vornehmsten Adclichen Häuser in den Hertzogthümern Mecklenburg und Pommern, welches auch seit an. 1409 in dem erstem,und zwar in dem Stargardischen cray» se das Erv-Land-MarschaU-Amt,und die güter Basedow, Küchel- mieß,Wargentin, «.besitzet. Juden alten zeiten wird sie insgemein mit dem Lateinischen namen ocklu« benennet. Um das jähr i2Z7 wird Eckhard Laiius oder Hahn, Hertzog Johannis beyge» nannt des Ideolog, Rath, bey der ckickLnon des klosters zu Ratzeburg, als zeuge angeführt. An. 1266 war Nico.'aus gleichfalls Mecklenburgischer Rath, welche würde nach ihm noch unterschiedliche bekleidet haben. Tesse Hahn ist am Hofe Hertzogs Bogislai IV in Pommern,der um das jähr 1290 geiebet^ewesen. An.izo» gieng Heinrich mit tod ab, nachdem er seinen Fürsten, Henricum Uierowixmicsnum, so wohl in Liesiand als in den Orient begleitet hatte. An. commandirte Nicolaus die Mecklenburgischen vvlcker in demPommerischen krieg, hatte aber das Unglück, daß er bey Loytz gäntzlich geschlagen ward. Um das jähr 1486 siorirte Claus, Marckgräflicher Brandenburgischer Statthalter oder Vogt in der Uckermarck, und hatte seine residentz zu Boitzenburg. Sein söhn gleiches namms zeugte mit Dorothea von Blanckenburg aus dem Hause Veltheim folgende; söhne: i) Reimar,ward an. r;;» Probst und äcimckckraror des Stiffts zu Schwerin, nachdem er vorhero /rrcck^conus zu Wahren und obrister Kirch - Herr zn Stralsund gewesen. 2) Heinrich hatte 2 söhne Friedrichen und Achim, davon jener die -Keck em studiret hatte, und der fromme Fritz genennet wurde. ;) Joachim ward Mecklenburgischer Land-Rath und ein vater Werners , der anfangs bey dem Hertzog zu Braunschweig, Henrico, nachgehends aber bey Alberto!, Her» tzog in Mecklenburg, die stelle eines Hof-Marschalls und Land- Raths bekleidet. Von seinen nachkommen starb an. 1680 Vincent Joachim, Königlicher Dänischer Ober-Jägermeister, in dessen jüngstem sohn,Alerandro,an. 1707 diese linie erloschen; die rechter aber ist an den ehmaligen berühmten Dänischen Grvß-Cantzlae Graf Conrad von Reventlau / vermählet worden. 4) Rndecke, der Urheber der noch allein florirendcn linie, zeugte mit Mette von Quitzan aus dem Hause Stavenou Cunonem, Mecklenburgischen Land-Rath, welcher an. i;?4das schloß und amt Seeburg in der Graffchafft Mansfeld von GrafChristophoro vor i;4vc>o rthl. wieder käuflich an sich gebracht. Von dessen urenckcln stürben Levin Dietrich an. 1710 als Preußischer Obrister, Christian Wilhelm an. 1707 als Odrist-Wachtmeister,und Achatz an.i7iialsObrist- Lieutenant. An. 171; aber florirten von gemeldeten uhrenckeln annvch -) Ludwig Stütz, Dänischer geheimder Rath, Ritter des vrdens Danebroge und Ober-Lanb-Drost der Graffchafft Oldenburg; b) Werner Achatz, Chur-Pfältzischer Cammer-Herr und Obrister über ein regimcnt dragoner; c) Günther zu Seeburg ; ii) Levin Ludwig, Mecklenburgischer Obrister über das keib-regi, ment zu pftrd, welcher die Erb-Land-Marschalls-wurde verwaltet, und die güter in dem Mecklenburgischen angenommen hat.-) Christoph, der jüngste von den ; söhnen des obgedachten Clausens, ward ein qroß-vater Christian Friedrichs, Mecklenburgischen geheimden Raths, in dessen söhn, Wedige Christian, dieser äst an. 1707 erloschen. ckr -o komiueri. l. 6. ci,/- 8»x. --ravn / eine Adeliche familie in Missen,welche von langen zei- ten her auf den Häusern Mein-Zschocher und Ringenthal ilonret, auch in Thüringen, in dem amt Weissensee, Nieder-Toppsiadt, Grüningen und andere guter mehr an sich gebracht. Sie scheint mit dein vorhergehenden Mecklenburgischen geschlecht von Hahn nickt einerley ursvrung zu haben, wie sie denncm ander waapen führet auch sonst in kemer lehns-verwandniß mit demselben stehet. ^n den alten lehn-briefe» wird sie bis in das r; s-cuium von Hayn geschrieben , und ist allem ansehen nach mit der familie von Hayn, von welcher an seinem ort nachzusehen, einerley Ursprungs, wie denn auch bey denen allen Meißnischen scribenken derer von Hahn nicht gedacht wird. Wolff Gottfried auf Klein-Zschocher, war gegen ausgang des 17 '--ick Dom-Dechant zu Merscdurg, und bat seinen stamm in etlichen söhnen unterhalten. Mmmmz I» 646 hah In Tyrol hat vorzeiten auch eine Abstiche famitie Hahn von Hahnenberg storiret, so schon an. I z 27 das schloß Hanenberg bey Brixen besessen. Jacob,der letzte dieses geschlechts, hat in den Portugiesischen kriegen sich so vortreflich gehalten, daß ihm das Königliche Portugiesische waapen dem seinigen beyzufügen erlaubet worden. proür. Iviilii. 1 >ioi. cklrco-lLrllorx- Icin p. 6s. ^ahnekam/siehe Hanekam. ^ahnius/ (Henricus) war zu Hildesheim,allwo sein vater ein Raths-herr war, an. 1605 den 28 aug. gebohren. Nachdem er in seiner geburts-stadt und zu Goßlar den gründ gelegt,zog er an. 1619 aufdie Universität Helmstadt. An. 1625 gicng er wegen der peft und kriegs-unruhe von dar nach Hause, hernach aber aufRostock. Indessen da sich der krieg auch in diese gegcnd zog,begab er sich wieder nach Helmstädt, fleug an sich in der p>^xi zu üben, und aufer- laudniß der juristischen sacultät zu lesen, biß er an. 16^9 promo- virte, und an. 1641 an statt Joharmis Weckst prok-llioncm inkim- kionum, hernach prmNcötsrum.und letztlich collicix bekam. Von seiner doppelten ehe hat er nur eine tochtcr gehabt, die ihn überlebet, und an den berühmten.loum, Joh. Eichelium, ist verheyrathet worden. Er starb den 2; fcbr. an. 1668 an einem rothlauff, so er am rechten arm bekam, und hinterließ viel bücher, unter denen wol das beste: odicrvLkL cheorctico-^LLtics 6igeiiL 26 ^lsick, v^ckcn» becium, von welchem schon die sechste e-lirion herauskommen. Im übrigen bat er geschrieben : 6c jure rcrum L juce in re ; cic 6»,nnis; tle poUeilionc ; 6c pignoribus bsporliccis; Icgsm impccii cic iorle L: ukurir; 6c 6illercntii; juri 5 civilix 6c csnonici, wie auch sshr viel 6iilcrrLcionen. kllezkriim. mcmor. )Ctorum. Lncev. vier öc icrchr. )Ltor. 171 9.74. * ^ai Ebn Jordan / ist ein Arabischer, aber erdichteter pliilnlc,- xbu-,dessen Historie von Jaafar Ebn Tophail in Arabischer spraach beschrieben, und bey den Morgcnländcrnlsehr hoch gescbätzct wird; siehe den art.Abu Jaafar. Dieser Morgcnländische Roman stellet (wie droben schon vermeldet worden) einen menschen für, welcher bloß durch den guten gebrauch seiner vernunfft, mit zuzichnng allerhand cx^st-nrien, ohne eines einigen menschen bülffes dabin gebracht, daß er sich nicht nur eine exaLc erkannmiß der natürlichen dingen, als der sn^comic, plivlic, sstrcmomill Lc. sondern auch der mck-rpbvlic und natürlichen Religion nach und nach angeschafft hat. Ebn Jocdan, gebohren von einer Indianischen Pmitzeßin, ward in seiner kindheit in eine einöde und lare insul geführct; Eine geiß, deren eben ein raub-vogcl ihr junges weggeführt, käme auf dieses kinds weinen herbey, und reichte ihme ihre brüste; Er nähme also den dieser Nahrung eine zcitlang an ftarcke und grosse zu,und gescllete sich indessen immer zu der schaar der griffen , verwunderte sich anbey,daß,da die übrige rhicre so wohl bekleidet wären,er allein nackend einher gehen müßte, merckte doch bald, daß ihm seine vcr- uunfft, äugen und bände an statt der waafcn und kleider wären. Seine murtcr käme zu sterben; cr ruffte ihro vergeblich zu, kein glied wolte sich mehr regen; Er betrachtete,ob etwas an den äugen oder ohrcn wäre, welches den gebrauch derselben an seiner geliebten muttcr hinderte; weil er aber auch allhicr nichts fand, schlöffe er der Ursprung ihres lebcns und bewcgung müsse innerhalb dem leib, und dißmal durch etwas innerliches gehindert worden seyn, schnitte derowegen mit einem scharffen stein den leichnam auf, betrachtete alle innerliche theil , und käme endlich nach langem nachsinnen zu einer genauen erkantnißder-nacomic; und also wurde er chey unterschiedlichen av'ässcn auch zu anderer icicmien Untersuchung verleitet. Aus betrachtung der bewegung und 6690660,, der co-po- r„m käme er aufdie gedanckcn,es müsse ein mächtiger, unendlicher und weiser meister seyn, der alle ding in eine solche gebracht habe,und dies' betrachtung gicngc ihin so tief zu hcrtzewdaß er sich damit fast einig und allem occupwte; Diß einstige kome er nicht wohl fasten, woher es ziemlich komme, daß dieser allmächtige und gütige Schöpster so wenig vernünfftigc creaturen, die ihne erkennten und verehrten, gemacht hätte, (dann Ebn Jocdan von an« dcrn menschen gar nichts wüste,) und scrncrs, warum er doch diese unsterbliche seel mit einem zerbrechlichen leib, der immer die Vereinigung mit Gott zerstörcte, vereinbahret hätte; Doch machte er endlich diesen schluß: diß leben müsse ein stand der unvollkommen, heit seyn, und ein besseres und vollkommeneres auf dasselbige folgen rc. Als er nun mit solchen gedanckcn nmgienq , käme öbuge- sedr ein cinsicdler, namens Asaistn der insul an, machte mit ihme bekanntfchaffc, lehrte ihn seine spraach, legte ihm die Mohamedi- sche religion aus, und berichtete ihne von dcro ceremonicu und äus- serlichcn Übungen. Ebn Jocdan liesse sich diese religion in allem tresiich gefallen, konte aber nicht begrciffcn, warum fo viel leibliche Übungen darum gcbotten und bürgerliche gesetzt und strafen gefetzt wären, vermenncndc, es würde solcher äusserlicher banden bcn den menschen keines weqs nöthig seyn, wann sie alle nach seinem crem- pel durch vcrnünfftige miEn-m-»- auferzogen würden. Aial - trachtete ihme zwar dielen zwciffel zu benehmen, konte aber nichts ausrichten. Endlich wurden sie beyde schlüssig sich in die menschliche gcstllschafft zu begeben, da Ebn Jocdan seine kunst recht vro- bicren solle; Sie kamen anfangs an eines benachbarten Fürstens Hof an,da dann dieser letztere sobald mit grosser Verwunderung aufgenommen und angehöret wurde, als er aber ansieng sein vorhaben , die leuth durch vMiolnpliische gründe zu der erkanntniß und ausübunq ihrer Erbten zff vermögen,in das wcrck zu stellen,muste er zu seinem grossen leid sehen, daß die menschen durchgchcnds viel zu tumm waren, als daß sie die geistliche natur Gottes,die verläng- nung stincr selbsten, Verachtung des zeitlichen rc. begreiffcn tönten ; und schloß daraus, es seyc wohl nichts vernünfftigcrs, und Hai zu des weit qrösten theils der menschen zcitlich-und ewiaew i stand nothwendigeres, als das gefetz Mochameds, welches«z c scharffes cxsmen der lehren gestattet,dazu die meisten leuth untücb" ü tig sind,sondern einen blinden glauben erfordert, und etliche äussr- >' liche cercmonien und Übungen, fo unter die sinne fallen, lind von ie- derman könten beobachtet werden, anbefehlet. Dieser ^ sche und scharffsinnige Roinan ist von dem Urheber in dem -r i-c f Arabisch heraus gegeben, hernach von vielen Arabischen scribenten com„,cn6rt,und endlich in allerhand andere fpraachen, Latein, Le- s bräifch, Englisch, Holländisch re. übersetzet worden. Ein mehms § siehe in dem buch selbst, oder dessen auszng in EiE. Unsim. ^ 1. Z- * ' I lss/llLHI > ist eine besondere secte unter den Türcken. Die- ^ jenigen, so sich darzu bekennen, halten davor, daß Jesus Christus ^» einen wahrhaftigen leib an sich genommen habe,wie sie den» in ih- rem glauben auch dieses haben, daß Christus am letzten tage kom- W men werde, die weit zu richten, «sie beweisen solches aus einem M tcxt des Alcorans, allwo gesagt wird: Mabomet, du wirst sehen M' deinen Herrn in den wolcken wiederkommen. Denn, ob sie gleich p? solches nicht offenbar von Christo wollen verstanden wissen, sobe- --- Häupten sie dennoch, daß dieses von dem Meßia zu versieben, und ^ bezeugen in ihrem besondern discurs, daß solches kein anderer seyn könne als selbiger. Auch sagen sie, daß er im fleisch wiederkommen werde, um die welk zu richten, daß er 40 jähr werde über der erde herrschen, und den Antichrist umbringen, und bieraussollc das ende der Welt kommen. bitt. 6c llL-Erc. I. r c. r. >8 /oe Nil,!, »rienr. 7 . l^aigerloch / eine in dem Schwäbischen Fürstenthum Hohen- ' ' zollern, an dem fluß Deyah, zwischen Tübingen und Rotweil,gelegene kleine stadt, nebst einem schloß. Sie hat ehemals den iltul ch einer Grafschafft geführct, und den Grafen von Hohenburg zuge- standen. Nachgchends kam sie an das hauß Oesterreich, welches selbige zu ausgang des i > iccuü, gegen die Herrschafft Räckunz an "c das hauß Hohenzollern vertauschet, von welcher mmmehro ein äst von der Sigmaringischen linie daselbst rcsidiret. nvi. ?. I. s ' Hailbronner / (Jacobus) ist an. 1548 zu Ebertingen, einem dors in dem Würtembergischen amt Vaihingen gebohren, allw» i-.? sei» vater Hicronymus 8upcn„rcn6cnc gewesen. Er gienae an- ^ ^ sangs zu Entzweihingen, hernach zu Vaihingen und endlich zn Sluttgard in die schul. An. izs, nähme ihn Hcrtzog.Christoph unter die Alpirsbachischen Nip-nNi-wu auf, von dar er r jähr her- A nach nacb Maulbrunn unter die mchcLio,, v. Valentiui Vanni käme; allhicr hörcte er auch das Kolloquium an, so zwischen Cduk- fürst Friedrich aus der Pfaltz und Hertzog Christoph von Wür- dj , temberg,wie auch den beydcrseitigen riicologll über das H. Abend« - 7 ' mahl und die pcrson Christi gehalten wurde. Nachdeme er umios- H worden, erhielte er das Hcrtzogl. ümcnclium, wurde zu Tu- Ä! hingen kisgillcr, und legte steh darauf hin auf die Ideologie. An. 157; giengc er aufWicu, und wurde bey dem GrafvonHarket, auf dem schloß Ricggcrspurg, eine zeitlang Hof-prediger; vondan- neu wurde er nach Sintzendorf deruffen, allwo er der kircbcn so lang vorstünde, bis ib» an. 1^7^ Johannes Pfaltzgraf am Rhein rc: in Zweyhrücken zu seinem hosprediger bestellte; zwey jähr daranf 8!i wurde er iu Tübingen voskor "pkcoiox. Folqends kaine er auf die r: Pfarrcy zu Bcnsheim, und wurde Supcnmcnll-nr in dem Star- ho: ckcnburgiscben 6i5triei; Als er allhicr nicht über 10 monath gear- bcitct, wurde er OcncrLi-8upenutcn6enr in der oberen Pfaltz , wcff ree wegen er naher Ambcrg gieuge; Er muste aber an. i;8; anchm -s; hier wciters, und die Hossprcdigers.stelle zu Nenburg annchmcii, welche er bcn zo jähren ivobl verwaltet, und an. 1601 bey den! j.,, loguio zu Rcgcnsvurg denen Röuiisch-Catholischcn einen stamm widerstand gethan. Au. > 6 >; wurde er Prälat des klostcrs Au« ^ Haussen,und kurtz daraufobcrster Abt des Hertzogthums Wmtcm- berg zu Bcbeubansen, wie auch Q-nerzi-Supcrmicuö-nr; Erstark aber an. 1618 den 6 nov. Seine fürnchmste schrifften sind: vr- 7« monomsiiis ?ik»ri»ns; /cmillokum in O^monom. ?ilkor.; äao. , ' l'snncrus ; Ulicalholisches Pabslthum: «ynovll voür cbnll.; tlsrnillcins Lllruiiics öcc. nicmor. Ibcolog. 9. irr ^ O Lio^r. 26 3 n. 1618. ^ -Haillan / siehe Girard/ Herr von Haillan. z^aimcrslcben / siehe Hadmersleben. iHai»an/eine insul an der stitc der vrovintz Quangtung in W a, nahe den Tonqnin. Die Haupt-stadt, Kiuncheu genannt, gehorr cbst 12 andern städten, so an den feilender insul gelegen, dem :r von China. Das innerste des landcs hat seine eigene emwoym/ aclchc darinnen qantz frey leben und von niemand ll-?--'ö«n; k andcln aber mit den Chinescrn, von welchen sie vornemstch ihrM nd ihre kleider bekommen. Diese msul ist mit bergen undwamm ngefüllet, dock, bat sie an allem einen Überfluß. Es gM ^selbst w cm gebürge gold-nnd filder-bcrgwcrcke,werden aber nicht gevauw wem die wilden sich bloß damit begnügen lassen, das gold, n>»» cn flüssen in den, fand gefunden wird,zu sammlcn. EsDM M nch an keinem ort mehr perlen als an dcn utcrii dcr iniul von nim crnächtlichcr feite. Dasrvsen-holtz, eben-holtziiudbraMeN'M oächst daselbst auf den bergen. Mau findet daselbst ^ ianische nüssc und eine frucht, welche vor die groste d» " ehalten wird,so man in Indien Jaca nennet. Luc da»W a' lamm des bauurs lind nicht an dcn asten, als waren st W i chwach die frucht zu tragen. Man öffnet sie mit cmcrart, n« chale sehr hart ist, und findet inwendig ein gelblicht st/M/ st §.. inc baut in viclfältiae kleine häiißlein abgetheilet, lvnst akr nu d,' Me und angenehm zu geniessen ist. Wenn sie recht reiff, und auf warmer asche gebraten morde»/ hat sie fast den gefchmack/ wie gebratene castanien. Es bringet die insul auch viel andere früchte hervor/ welche in ftlbigem lande gar hoch gehalten werden - auch gibt es daselbst viel Hirsche Und feder-wildpret. An der mitternächtlichen seile der insul sänget man walisische von eben der art, als die Holländer umGrönland fangen.Es wächset daselbst ein sonderlich kraut / welches sie ckwung nennen/ und so viel heisset / als das HeW wind zeigt/weil die leut/so am meer wohnen/sich dessen bedienen/ um zu erkennen/ ob es ungewitteb geben dörffte / und zu welcher zeit sich solches ausser» möchte. Auf dem gebürge Kium wird viel rother marmor gegraben. Die Jesuiten haben in dieser insul viel kirchen. Lkins. Ker,/,-/- Lviii. reite p« ,44' ^ainlin / (Joh. Jacobus) ein Schwäbischer xiLtttemschus und ^KcotoZus, ist um das jähr 1588 in dem Würtembergischen gebohren. Nachdeme er zu erst LpNoc« der schulen zu TübiNgen gewesen / wurde er an unterschiedlichen orten Diaconus und vskorr darauf?rot'. zu Tübingen - und endlich Abt zu Adelberg und Bebenhausen. Er machte ein grosses aus seiner neuen Chronologischen erfindung/ betreffend die «sskico- . welche darinit bestünde: Die sabbarische und jubel-Mr sollen weder für /-ttroUo. mssche noch burger-jahre gehalten werden,sondern haben eine gantz befondere m^tt-schc form/welche aus der «uicipilcLr.on her 7 tagen der Wochen immer durch 7 entstünde; daherö,gleichwie 7 tage eine Wochen ausmachen/ so machen 7 Wochen einen «Mischen wonach/ 7 solcher Monathen ein «Msschesjahr, bestehend aus ?4l tagen- 7 solcher jähren ein «Mssches sabbath-lahr/ und 7 sabbath-iahr ein manisches jubel-jahr / und so fortan. Er schloß endlich / da er sonst ein bescheidener mann wäre / mit grosser coiw-isn?, seine aufdiese art eingerichtete ck>-onoio§ie wäre so vollkommen/ daß seit dein ansang der weit nicht ein einziger tag davon ober dazu gesetzt werden köntev ohne eine gäntzliche cooMNon aller zeiten und geschichtM z doch fände dlese feine'erfindung. bey den gelehrten keinen solchen beyfall/ wie er wohl gehojst / gestalten Reinh. Franckenbcrger solche auf eine zimlich harte weiß / öbwohlen ohne sonderbaren nach- trnck, widerlegt / daraufaber Hainlitt mit aller sanfftmuth geantwortet. Es har die schwachheit dieses neuen gebäudes besser uNd mit geziemender mnaeit/e entdecket sein vorhero gewesener lehr« jünger Petr. MegerliN/i^of. kvlzrttcs zu Basel/in seinem om«en- »r. Lbrcinol. in l'/w, ttikonco tvlstllem. c. 2. HainliN starb deN rz sept.an. i66o m dcm 72 jähr, nachdeme er folgende schrifften puk>lic>rt: Ll^vcn, und hernach Lote« 1 empor, oder Lkronoiog. Xiylliczm; Vinclicisz pro Lkronolog. mMics ; Propslicion. Lkrono- log.; 8>nopiin msckemLticsm. KestirLk. rscionum j guikus Nonüilcii vrrbcxjoxrm relig. l'mpugnLnt. purere Di^r. t»ogr. i?. 1besrr. llivin. regim. * ^aintz / (Joseph) ein berühmter und kunstreicher mahler aus der stadt Bern gebürtig, wurde von Kayser Rudolpho II seiner kunst halben sehr werth gehalten/ deßwegen auch auf seine kosten in Jtalien/Und sonderlich nach Rom geschicket, die raresten gemähldö daselbst abzuzeichnen/ welches er auch sehr wohl verrichtet/ und bey seiner wiederkunsst/ da er für geMelvten Kayser unter anderem L fürrrestiche stücke/als die nackende Leda mit dein schwanen in einem verschlossenen Zimmer/ und das bad Diana gemah- let hatte / ein jährliches gnaben-geld auf lebens-lang empfangen bat. Seine meisten stücke sind von den berühmten .kupffer-stechcrn Aegidio und Johann Sadeler, Lur Kilian und Jssac Mayor in druck außgeqcben worden. Er ist endlich zu Prag gestorben, einen söhn hinterlassend, der die gleiche i-rofellion getrieben. -icztz. piA p. 286. * ^air / ist eine wüsteney in Libiett, die lob weilen lang ist,an der südlichen gegend von Nigntien,und an der östlichen feite der wüste Jgni gelegen. HÜ.IKLRHL8. ist eine besondere sectL unter den Türcken, welche von allen dingen zweiffelhafft sind, und niemals etwas gewisses schliesscn,daher sie auch ihren Namen führen,als die zweifler. Sie sage», man könne die lügen von der Wahrheit Nicht unter« scheide»/U»d sey es undienlich, viel zu UcmonMiren. Wenn etwas streitiges vorkommt, wissen sie nichts anders zu antworten, als t Gott weiß es, uns ist es unbekannt. Es sind manchmal einige voll dieserfecte zu der würde eines Muffti erhoben worden, und wenn sie alsdenn eine stntentz unterschrieben, pflegten sie allezeit dabey zu sagen: Gott weiß, was am besten ist. «--E lle i'Lmpire o-rom. Y r c.,!. ^akeldama/ oder Äkeldamä/ ein strich selbes bey dem that Tophet, gegen mittag des thals Josaphat und des berges Zion, ward zum begräbniß-platz für die pilgrim, so zu Jerusalem gestor- ben/gewidmet. Er heisset so viel als blut-acker,weil selbiger vor die z° silberlinqe, dafür Judas Christum verrathen hatte, erkauffet worden. Zuvor war es eines töpffers ücker gewesen, oder ein seid von solcher erde,baraus töpffe gemacht worden. ^alabas / eine grosse stadt im Reiche des grossen Mogols, welche auf einer spitze landes ligt, allwo der fluß Gemins oder GeMMa in den Gangem fällt. Sie hat ein schön castell von ausgehaucncN steinen nebst einem doppelten graben, worauf der Gouverneur re- llcliret. psrt. 1 p. 52. , Saläm/(Robert) ein Engelländischer Cardinal, welcher unter Henrici lV unb V regierung lebte. Er war in, Oxford erzogen, und wurde an. 140; zum Cantzler der Universität daselbst erwahs let. Aus einem Lr-Kwiscono von Canterbury wurde er zum Bl- schoff von Salisbury/Und an. 1411 zum Cardinal gemacht. Daß ck müsse ein geschickter mann gewesen stW- ist daraus zu ersehen- weit er änf die doorss» zN Pisa und Costnitz mit gesendet wör- fen / da>elbst die Engellandische elerisey pcLlcniircn zu helf» ; eine stadt in der Nördlichen gcqcnd von ^sßland, unterDanciparck gehörig. Sie ist zwar klein und ohne maurcn,jedoch ein Bijchöflicher sitz unter dem Ertz-Bischoffvon Dronthenn stehend. ^albe / Haibau/ ein städlein oder mürck-flecken Und schloß litz und Sorau; es gehöret den Grafen von Prömnik. Es Hai eins Gräfliche wittib dißhero ihren sitz allhier gehabt. . ^alberstavt/ eine Ädeliche fämilie ist an. 926 in die Marck Brandenburg kommen, nachdem die Wenden daraus vertrieben AdsdeN. Johann wurde um das jähr iziö ein Münch iN dem Anbaltischen ktoster Neublirg. Christoph wohnte am i;y8 dem ieichcN - proceß Churfürstens Georg zu Brandenburg bey. Joachim Friedrich Dritte an. 1680 als Fürstlicher Obrist-Lieutenant und Cammer-juncker zu Weissenfelß. viSrcic. ci-rov. Fs-rbis/. nob. ^alberftadt/ eine BrandeNbürgische stadt im Nieder-Sächsi- Wen cräyß, die Haupt-stadt des von ihr benennten Bischöffs und FurstenthuMs, an eitieM kleinen fluß, die Holtztine öder HoltheiM genauur. Wo der name herkomme, ist unbekannt; wem mit einer menge ungewisser ckc-v-rion-n gedient, kan sie bey LeUckselden ünß Abein nachlesen. Die stadt ist sonst zimlich groß, volckceich - und angebauet, mfondcrheil die Vorstädte, so im dteyßigiährigen kriege abgebrochen worden, gantz Neu; da hingegen die damals angelegte t«c, 6 catt»,i gantz eingegangen. Ausser ist die Preußische regierung- das Dom-Capilul und ; andere «Vtissrer - deren Archen Nebst L andern pfarr-und einigen geringen Hospital-kirchen die Lutheraner Mn haben i ingleichen ; Catholische Münch-und 2 Nontten-clöL ster. Die Neformirte Teutsche gemeine verrichtet ihren göttes- dienst in der kleinen Hof-kirche an der alten Bischvfl. resiventz, des Peters-Hofgenannt- die Frantzösische aber in der alif dem so sogenannten Tönnishofe neu erbauten kirche. Die Lutheraner haben auch ; schulen, des Döm-Capituls, Rathes, und der so genanten Johannis-gemeine. Der marckt ist zimlich groß, und siehet man an dem rath-haüse unter einem dächlein den grossen Roland mir eisernen klammern aNgehefftett Das sö genannte Loms , ein bequem wirlhshauß, so Bischoss Heinrich Julius voit Braunschweig erbauet, ist eine zeitlang Wallensteitts quartier ge» Wesen. Es halt sich eine grosse menge Juden hier auf. Die stadt hat von ihrem guten breyhan die gröste nahrUng, und gehöret ein klein amt von 4 dörffcrn darzu, so MaN die Majorey nennet, welches auch über die gantze Feldmarck der stadt, und sonderlich über die Vorstädte zu befehlen hat. Das dorff Wehrstctt, so gleich unter des stadt ligt, und fast aus lauter gärten oder Höfen vornehmer letzte bestehet, kan wohl als eine Vorstadt angesehen werden. Die vornehmsten D« der stadt gehören zwar guten theils zur gletchfolgen- den Historie des Bißthums, doch kän hier so viel angemerckt werden. Sie ist an. ioüc> samt daM Dom abgebrannt, an. üiz voti Kayser Heinrich dem V, und an. 1179 von Hertzog Heinrich dem löwen angesteckt worden. Vorher an. 1 >z4 var Kayser Lotbarius einen Reichsrag hier gehalten. Ätz. i Z47 ist sie von den Grafen zu Remstein «>d Mannsftld unversehens überfallen, und an. 142c» und folgende >ahre durch einen innerlichen lumult beunruhiget, an. 142; „nd 1486 aber von ihren eigenen Bischöffen emgenommeu- und endlich an. iz > z von MarggrafAlbrechten von Brandenburg gebrandfchatzel worden. Im dreyßigjährigen kriege hatbie stadt sich bald an die Kayferlichen, wie an. i6r> und 41, bald:an die Schweden, wie an. 16; 1 und 4; ergeben müssen, welche letztere die obgedachte wercke aufgeworffe», und bis auf den Westphälischeit frieden besessen, da sie nebst dem Bisthtzm an das Haus Brandenburg erblich übergeben worden. An. i68i hat die pest zimlich aufgeräumet, im übrigen aber die stadt sich wieder zu erholen gute ge- legenheit gehabt, ^-02, ^alberstadt/ eMBißthuM, UNd nachdem Westphälischen frieden ein Furstenthum im Nieder-Sächsischen cräyß gelegen, so gegen nord-vsten mit dein Magdeburgischcn, gegen stzd-west aber mit demBraunschweig-undHilbesheimischen umgeben; gbhorte um das 6 und folgende jähr hundert noch zu dem grossen Thüringischen Reich, insonderheit zu Nord-Thüringen, welches nachge- hends gantz unter das BißthuM Halberstadt gezogen, und in deck Nordthüriügau, Hartingau, Darlingau, Hasingau, Suevon oder Schwabgaü eingetheilt worden. Der andere von diesen Gmien begreifft sonderlich was jetzo das BißthuM Halberstadt heist. Dieses Bißthum sott an. 770,777,780 öder 8i vdn Carolo M. zu Se- ligenstadl/so nun Osterwick heisset, gestlfftet, von dem ersten Bl- schoff Htldearim aber am 819 nach Halberstadt verlegt worden seyn, wiewol ssescs alles auf sehr schwachen küssen stehet, und vielmehr gewisser, daß die erste WncUtion von Carott sohü Ludovico Um das jähr 8i4 gleich zu Halberstadt geschehen, und zur Mayntzi- schen cll^ces geschlagen worden. Erltacdacht-'r Hildegrimus/voit dem ein besonderer articut han- dech war ein FriKaiider und 8.Ludgeri,ersten Disch°ffszu Mün- sterbruder, und soll in feiner regierung kwchen gestifftet haben. Er starb an. 827 den 19 jun. 2 Thiagrinus, des vorgehenden bruders söhn, starb att. 84 « best « k-»'. , 648 hat ; Haymo, von dem ein besonderer articul handelt, starb an. 8;; den 27 merk. 4 Hildegrinus II, des ersten schwester söhn, hat den Dom ausgebauet, starb an. 888 den 21 dec. - , ; Euilpus, der auch Ejulphus, Enüpiis, Egolt, Ermlpus, Emundus, am besten aber, Agtuiphus geschrieben wird, starb an. Sigisnmndus I, erhält ein Kayserlich ölpivms, daßinskünff- tige die wähl eines Bifthoffs dem Capitu! zukommen sötte, welche sich bißher die Kayser vinöicirt hatten. Er that den L-ächsischen Printzen Heinrich, ber nachgehendes unter dem namen des Voglers Kayser worden, wegen seiner gemahlin Haceducch, die sich als eine junge wittwe in das kloster begeben hatte, an. 9/2 in den bann, welchen aber Kayser Conradus I durch seine -mittat aufhub: doch drung Sigismanens endlich durch, daß Hateburch, nachdem sie schon ein söhn mit diesem Printz erzeuget, wieder ins kloster gienq. Dieser Bffchoss verdiente durch sein zierlich schreiben sich und du, seinen so viel, daß er dem Stifft mit seiner ernehrung nicht beschwärlich seyn dnrffte, und starb an. 924 den 24 jun. 7 Beuwarbns I, von Labmersleben, verhinderte,so lange er lebte die aimlchlung desLrtz-Stiffles Magdeburg, und that ru. dessentwegui in den bann, welches letztere aber Leuckfeld nicht un- billich in zweiffel ziehet. Er starb an 9 -8 den ; febr. 8 Hiltwarbus, crdanete den unter seine» vorfahren „„vermuthet eingcwllencn Dom von neuen, und vergönnte Ottoni das Ertz- Stifft Magdeburg anzulegen, wodurch er viel von seiner verlohrcn, halst auch an. 982 die Wenden aus dem lande zchlagen, und starb an. 996 den 2z nov. 9 Arnulvhus, imiste dem Kayser Henrico sznüo, der dem Stifft das marck und müntz-recht gegeben, gegen eine i^ist/Eion von 100 Hufen landes verstatten, die bisher seinem Bißthum unterworffene Abtey Merftburg in ein Bißthum zu verwandeln. Unter ihm hat Halbcrstadt angefangen das ansehen einer rechten stadr zu gewinnen; ibm ist auch Iifeburq am Hartzwalde geschcnckt worden, woraus er ein kloster gemacht. Unter ihm soll an. 100z, 12,20 oder 2i der so genannte Veits-tantz psit-rt seyn, da zu Coldeck i8män- ncr nnd iz weider ein gantz iahr um eine kirche herum gctantzet, weil sie ihres Pfarrers in der Christ-nacht gespottet. Pabst Bene- dictus VIII c»n«lrmirte und bestimmte zugleich an. 1012 feine cc§,wie groß sie seyn solle, welches bey Leuck,eldcn nachzulesen. Der Bischoffstarb an. 102; deii7scpt. >0 Brantho, Branhag, Branhag, rc. bisheriger Abt von Fulda, sost an. 1026 eine wahlfarth m das gelobte land gethan, und an. das 8. Johannes-kloster auf dem verg vor Halberstadt erbauet haben. Er starb an. io;6dcn 27aug. 11 Burchardus I, ein Bayrischer Graf, und des Kaysers Conra- di II Cantzlcr; hat die 24 curicn vor die Domherren, inglelchen den Pctershof znr Bischösiichcu rcsidentz erbauet, auch den ansang zum klosterHuyscburggemacht. Erstarb an. 1059den i8oct.andem er auch qcdohren und Bischoffworden. 12 Burchardus II, auch Bugo oder Buco genannt, hat das kloster Huyseburg zum stände gebracht, dagegen ist den > 8 april an. ioüi die stadt samt der Dom-kirche abgebrannt. Er hat sich dem Kayser Henrico IV sthr widersetzt, und i; mal wider ihn im freyen selbe sehen lassen, ist aber an. 1088 zu Goslar in einem tumult erschlagen worden- Von seinem leben handelt ein besonderer articul. 1; Dietmarns, saß nur 16 tage, da er von der parthey, die Kayser Heinrich dem I V zuwider war, mit gisst hingerichtet, und die treppen hinunter geschmissen worden, als wenn er sich den hals entzwey gefallen. 14 Hierauf waren zugleich 2 Bischoffe, Herrandus von Groningen, der von dem Pabst, und Fridrich, der von dem Kayser lourcn.rt worden; der dritte Ditmar hat sich bald zu tobe gefallen. Die 2 erst gedachten nun hatten einerley mit ihrem Principalen, doch war Fridericus meisten theils in dcr poNdMon, har auch Herrandum überlebt, als welcher ohngefehr im ansang des no; jahres im cxii.c. gestorben, und einige schristien hinterlassen ; Fride- ricus aber hat sich bis an. 110; mLnu-nirt, da er vor dem Päbstli- chen 8v»o^o zu Northausen sich ci-!'">m-rc>i miissen, und bis auf weitere Verordnung buxencl rt worden ; nach welcher zeit nichts gewisses mehr von ihm zu berichten vorkommt. 15 Reinhardus, Grafvon Blanckenburg, siifftete daS kloster Hamerslebcn, erklärte sich feindlich gegen Henricum V, worüber an. m; und mz Halberstadt wieder verwüstet und abgebrannt worden. DerBischoffwohnte an.n i z dem treffen beym Wclphes- holtze bey, und conrribwrte viel zu der seinigen sieg. Er starb an. i i22 den 2 mcry. ^ 16 Otto, ist von dem Kayser wider der Dom-Herren willen eingesetzt, und an. 1124 auf derselben angeben von Pabst Honorio r-movirt; an. 11; 1 aber, auf Kaysers l-ockzi-n verbitte r-Miruiret, jedoch an. 1, zz wieder abgesetzt worden. 17 Rudolphus/ Probstzu8.Johaiims/ starb an. 1149. 18 Ulricus/ Probst zu unser lieben fraucii/ that eine reise nach i-ÄiLiiin-i. unterdessen ward an. 1160 Gero vom Pabst zumBlschoff geinachl/ der ihm aber an. 1177 wieder weichen muste. Hernach bekam er streit mit Hertzog Henrico i , den er etliche mal in den bann that. Dieser über eroberte und verbrennte an. 1179 Halberstadt/ und nahm den Bischofs gefangen/ den er aber bald wieder loß gab. Erstarb an. 1 >81 den 20 jül. 19 Dietrich von Croscck ließ sich gleichfalls wider HcrtzogHein. dich von Draunschwcig gebrauchen / belagerte auch nebst dem Bischofs von Hildeshelm diese stadt vergebens/ nahm hingegen Plan- ckenburg mit gemalt ein/ und starb an. 1194. hal 20 Bercholbus oder Gardolphus von Hochreck / des i vec-nus, starb an.1201/ nachdem er an. 1196 eine reist m ss, lobte land gethan/ unddie8.Marlms-kirchcinHaldcrsiMm bauen angefangen / welche nachgehcnds der Rathund biegeniM 21 Conradus von Croseck/ Dom-Probst/ wohnte an. iro.d.i. eroberung von Constanttnopcl bey/ welche reise er voraenomm >, sich von dem Päbstlichen bann loß zu machen. Er brachleOsN ledeir wieder an das Stifft/ rellZn-rte endlich und gieng in dass ster zu Slttlchenbach / an. 1209. 22 Friderttusl/ von Kirchberg oder Sommerschmbura/bich es mtt Kayser Ottone IV / weswegen er/ wtc sein dem Pabst in den bann gethan ward / und weyhele an- irri neuen Dom ein/ starb an. 12; 6. 2; Ludolphus 1/ GrafvonSchladenund Domherrzu-siildeS- hcim/ führte krieg mit den Brandenburgern/ wovon in der Mas. deburgjschen Historie / starb an. 1241. " . -4 Mainardus von Kcanichfcld/ erstlich Mönch zu Walken, «cd/ nachgehcnds Probst in Halbcrstadt/ fvll auch mit denBran» denburgeru krieg gcfuhrct haben/ stard an.-2;°andere;z. 25 Ludolphus ll/ Grafvon Schladen/ward wegendWM ner oder garzu grossen lügend abgesetzt/an. 12,-7 oder irö, 26 Volrad von Kranichscld / Mainardi bruder/ dem Weae. leben verpfändet worden/ starb an. 1297. 27 Hcrmanmis/ Grafvon Reinstein oder Blanckenburg/U. tete das Darfusser-kloster in Quedlinburg/ und versetziediesiM Ermsleben an Graf Heinrich von Reinstein/ starb an. i zoz. 28 Albertus 1/ Fürst zu Anhalt/ brachte durch Grase» Ol'o. nisan. iziz gcmachies icstameut/ wiewol mit cvmrscHÄwa Fj'mj Bernhards/ Aschcrslcbcu zum Stifft/ starb an. N24. 29 Albertus II / Hertzog zu Brauuschweig/ wider fudwigvon Neindorffund Giseconcn von Holstein erweblcl / hat endlich daS selb erhalten / aber viel kriege mit den Grafen zu Reinstem und Mannsfcld/ Fürsten zu Anhalt nnd Margqrafen zu Wissen/ wie auch seinem eigenen Capiml geführt/ und 20 feld-ziigegethan / auch einen gefangenen Grafen von Reinstem mii eigner Hand erstochen- Dabey hat er Ermsleben/ Quedlinburg/ DM/ Gaterslebeu/ Falckeustein/ Wilperode/ Wevclingen/ Schls,!- stctl und Grottorffuntcr seinen gehorsam gebracht. Sein leben siehet auch in einem besondern ariicul. Er starb an. 1; z 8. ;o Ludovirus/ Marggrafzu Meiffeu/ brachte Homburg wie- der zum Sllsftund rcil§ -irtcan. izsa. ;i Albertus III / eines bauren söhn aus Nickmersdorff/er. warb Dercuburg und Hcckstadt/ ward von dem Hildcshcimischeu Bischofs Gerhards in einer schlachi gefangen/ und gegen einer summa gelds loß gelassen; er hat Grüningen wieder eingelöset/ und daselbst . clla.rt. Als seine Mutter in prächtigen kleibem ihn zu besuchen kam/ hat er sie nicht erkennen wollen/ in ihrem gewöhnli- chenhabit aber mtt kindlichem ieheüaufgcnommen/stard an.i;s°. ?2 Enicstns I / Graf zu Hohenstciu/ sühne krieg mtt bm Her. tzoaen zu Draiinschwelg/ und ward wegen mord-khal/ die er an seinem zum frieden rathenden Dom-Pröbst begangen/»commum- clrt/ in welchem bann er an. i;99 gestorben / und erst 7 jähr dar» nach Lbkoivirt nnd begraben worden. Er hat sich zuerst einen Wcnh-Bischoff und zugelegt/ welches die Dom- Herren durch annchmung ihrer vicar-en nach gemacht / und sich nachwerts gute tage gegeben. ;; Rndolphus,- Fürst zu Anbalt/ starb an. 1406. 14 Henricus/ Freyherr zu Warbcrg/ starb an. >411. Albertus IV/ GrafzuWcrnigeroda/ halst die HaOur- zerstören/starb an-1418. Johannes von Hoym/ erlebte an. 1420 den schrecklichen tumult/ darüber au. 142, die stadt von ihm mtt Braunschmig- und Magdcburqischer hülffcingenommen/und dleuiirnkemittul- hauptung der radels-führcr/ sonderlich eines krämers/ der lange Matthias gcnanyt/qcstillckwordcn.Der Bischoffstarb an. mtt- ;7 Burchardus III vouWarderg ver!icrerHeckstiidtwicver/linS starb an. 1418 an einer wunde im krieg wider den Grafen von Hohnstcin. ^ ;8 Gerhardus von Hoym / r-llxnirtc wegen de: stadtHaM stadt gegen ihn bezeugten Widerspenstigkeit / und andern vielen m- ruheii/die er zu stillen nicht vermögend war/starb an. -478 vber/y- ?9 Erncstus II/ Hertzog zu Sachsen/und Ertz-Bischoll B Magdeburg / machte sich die stadt Halbcrstadt gänhllch mm' wurstig / verrichtete die Kcr» wieder selbst / wcihcie an. >4S°och Dom ein/ der schon200 jähr uneingcweihet gestanden/schMvie roncudjncn der c>ericc>rum ab/ und starb an. isi;> . 40 Albertus V von Brandenburg/ Churfürst zu MW M Ertz.Dischoffzu Magdeburg; unter lhm iscdic lchcheWe M' gion auch in diesem Stifft aufgekommen / wozu er erstlich M » seinen andern landen zimlich sauer sahe/dahcr diePrcdiger bald m bald abgesetzt wurden; doch ließ er uachgchends mtt M HE"/ und verstatte vor gelb wie vorhin den Maß/ also nun das M religions > exercicium. 41 Johannes Albertus. 4? Sigismundus II/ alle; Marggrafen zu Brandenburg und Ertz-Bischöffc zu Magdeburg. , . 44 Henricus Julius/ 'Hertzog zu DraunGwelg/ ward/ » 2 jähr alt/ an. 1566 zum ^NrninittrLrore des Lrllssts?. " mit in seiner Minderjährigkeit das Stifft sich der schwären sM» entledigen möchte. An. 1478 erlangte er venizm^t,-.uwn die säminittrarinn an / ließ daraus das schöne schloß zu Grimms bauen/ und daS morastige stück landes/ der Bruch senam»/^ bat Er war mchk allem der Lutherischen religron zugethan/ sondern hat sich auch 2 mal vermählet; doch verstattete er auch den Catholischen ihre religions. freyheit und Ke->e6ci-. Von ihm handelt ein besonderer articul. Was unter seiner regierung mit den Graffchafften Hohnstein und Reinstem paßtet / sihe an seinem ort. Ihm folgte an. 161; 4; Sein söhn Henricus Carolus/und nach dessen tod an. 161? Dessen bruder Rudolphns/ und als auch dieser das folgende jähr mit tod abgieng / der dritte bruder 47 Christianus/ der im dreyßig-jährigen krieg sein Dißthum eingebüffet/ aber auch seinen feinden genug zu schaffen gemacht. Es handelt von ihm ein besonderer articul.Währenden kriegs ward 48 Lcopoldus WilhelmuS/ Ert?-Hertzoq von Oesterreich dem Sliffk anffgedrungen / welches er aber niemals gesehen/ sondern durch Johann Reichard von Metternicht eine Zeitlang u-lmwittri. ren lassen/ biß er es im Westfälischen frieden an. 1648 dem hauß Brandenburg unter dem titul eines Fürstenthums überlassen müs- sen/wovon in Churfürst Friderich Wilhelms leben gedacht worden. Das land ist sonsten mit körn/ flachs/ holtz/ und stein - kohlen zimlich versehen/ hat aber weder berqwcrckenoch fischereyen. Es sind darinnen; städte/ die auf land-tägen erscheinen / gstädklcm/ ohngefthr so viel flecken/ und über 8° dörffer. Auch sind noch 1r CacholischeMdnch-und Nonnen-klöster vorhanden/ ausserdem über nicht viel Catholische / und fast noch weniger Neformirte im land. An.i698sind 47; getrauet/ 2190 gemufft/ und n;r begraben worden; au. 1710 aber 62; getrauet/ 2222gemufft worden/ und iziü gestorben/ wobey die Grafschafft Rheinstein nicht mitgerechnet/der grossen menge Juden/ diesich imlandauf- halten/ zu geschweiaen. Die lands-regierung ist zu Halbcrstadt/ wohin auch die Grafschafft Hohnstcin gewiesen ist.Die Landstände bestehen aus den Prälaten/ (wohin sonderlich das Dom»Capital und andere 4 Collegiat-Stisttcr/ davon; zu Halberstadt/ und eines in dem flecken Walbeck besindlich/ wie auch die gedachten n klöster gehören) der Ritterschafft/ (davon Adel einen »rsiogum gibt) und den gedachten; städten Halderstadt / Aschersleben und Osterwick. Nächst diesen sind auch noch merckwürdig Hornburg/ Oschersieben/ Grüningen/ Croppcnstädt/ Weferlingenrc.Ohne die scrsscores ^cnerslcz. ir. krLnäenkuc^icos, vvorunkcr soncierlick ?reuM unci Lr-ncisuburZ. stsstr - Kitt. unä ßcoZr. ßsbrLuctlt Vvoiäcn, ic. clis scripr. Kisgäcburglcor.viiZ. liitl. ttslbcrka- üie,i 5 . icles Klitoris: ttsIkerltsN. Von clcu 15 crtlcn Liickok- ten iisnclsle sm »Her Lccucscsstcu in äsm crilsurkeilllcr 1-Mtcken Liicic^uit. ktLtblllüsci. unci von rü!cn. sbcr nur Kurts: in llcn snkuzuic. LröninZ. Lines -xnon/mi ckronicon klslberttsci. ilt tonl, r script. Lruntuicsns. t>c6nlllick. )ok. von unßcllruckreLcutlcke ckronick llcrklLlbcrÜiiatiscken Nitckok- 5e, ill klir corrupc unö fsoeiksitc. edenfslls nur ge- sclirisdcns vielleickt von eben llcr b-icrunA. in csrkslogo epi- tcoxorum ttsIberitscHeiiguni in Hein,leben verten; üerßlcieben auch eciirr, 6n6 tekr Kurt/. haldanus. Diesen namen haben; Könige in Dancmarck geführt. Der erste warein söhn Frothonis l/ und regierte von Z2S; biß z;i9/ nachdem er alle seine bruder und anverwandken aus dem weg geräumet hatte. Haldanus II/ ein sohn.Haraldt 1 / kam in dem jähr r; i aufden thron / und führte mit seinem bruder ein gemeinschaffklich regiinent/ biß derselbe von den Schweden an. 141 erschlagen wurde. Er bekam nachgehends den Konrg m Schweden/ Ericum lV/ gefangen/ und ließ ihn von den wilden thierm zerreißen/ worauf ihn die Schweden zugleich zu ihrem König annahmen. Erstarban. 14;. Manerzchltvonrhm/daß er einen Schweden / Sivaldus oder Grimmon,gcnannt/ nebst 7 söhnen/ welche sämtlich so fest gewesen / daß sie weder stahl noch eisen geachtet/ mit einer eichenen keile getödtet habe. Haldanus III regierte vonan. 241 bis 261.5^0 a-rE.W. Kill.vLn. Halden/ (vondcr)einAdelichcs/ nunmehro zum theil Frey- herrliches/ geschlecht in Schwaben und Tyrol- An. izzi lebte Burckhardk/ welcher an. izz; gestorben/ auch samt scmem söhn Conrad/als ein n-ucksAor, in des Reichs Gotts-Hauß Wettenhau» sen hauß-capelle begraben ligt. Nach diesem haben sichemtgein das Wallgäu begeben / allwo Ankoniiis von der Halden um das jähr 1490 florircl. Marcus oder Merckh/ genannt Gabriel/ lebte an. i;gl / und war Landvogt der freyen Reichs-Herrschafft Blu- menegg; ihm succeälrte in diesem amt sein söhn Johann Rudolf von der Halden zu Haldenegg und Neidberg/auch diesem ebenfalls sein älterer söhn Johann Rudolf / welcher zugleich Oesterreichr- scher Regiments". Rath gewesen / und sich zweymalverheyrachek hat/ erstlich mit Veronika Freyin von Schonstein/ mit welcher er unter andern Andern erzeugte/ Frany Rudolph / welcherden Freyherren-stand angenommen/ und Kayserl. Oesterrcichlscher rcgiments- hernach aber an. 1691 Oesterrcichlscher Gesandter aus dem Ncichs-convem zu Regenspurg war. An. 1697. hat er rn solcher guttat den fricdens schluß zu Nyswick unterschrieben/ endlich aber/ als Oesterreichischer geheimer Rath und Hvf-vice - Cantzler/ zu Jnspruck den 24 jun. an. 1707 das zeitliche gesegnet/ nachdem er das4meiieunterJnspruck andemJnn gelegene schloßTratzderg an sich gedracht/davon sich seine nackkommene schreiben/und sichdaher die Tratzbergische linie nennen. Zur andern gemahiin hatte vvrge» dachter Joh. Rudolph / Claudiam vonPyrmvnt/ Frey-Frau von Payrsperg/wrlche ihm unter andern kindcrn gebohreJoscfAnkon Euscbium/ so ebenfalls in den Freyherren - stand erhoben worden/ und an. 1692 als verschiedener Fürsten und Ständen des Reichs Gesandter bey dem Reichs-Loovi-nr zu Regenspurg gestanden ist/ «ichdemsriedmS-schluß zu Nvßwrck an. rös/ beygewohnet/ und hal unterschriebe!! hak. An. 1704 ist er/ doch mit vorbehält seiner snbn",!' ^ch^nheit gedachten seines bruder- sohN/t-oquLm tubkirucus collegitimsrus, versehend alsLück-Ktti'tttk, Hauptmann der Hcrrschaffk Laackh/ m Cram gezogen/ allwo derselbe sich etliche lahir ^ ^ solcher zeit als Chur- Pfältzischer CämmereL das I srcnr an.i 711 kempore vics-lLtus imperii erlangk hat. An. 171» wurde er von dem Ertz«BischoffzuSaltzburg/ zum Cämmerer / wurckltchem geheimen Rath/ undvil-eAorisi.Gesandten zudem allgemeinen Reichs > Lon venc zu Regenspurg «tccisrirt/ wohin der« selbe auch in besagtem iahr wiederum gekehrt/ gegen ende des i? i e lahrs aber / mtt vorbehält vorgcmeldter oir-Lori-l. gesandschafft? als v-ce.Hofmarschall/ und Hof-Raths v-c-.r«.-i;a-nc nach Saltzburg beruffcn. DlescrJoseph Anton Eusebius hat sich wie. dcrum tu Schwaben gesetzt / und besitzt daselbst diezwischen Aug- spurg und Ulm gelegene Frey-Adeltche ritter- guter Nuttenriedt, Anhoffen und Oxenbrunn/ davon seine a-r-enaemeii sich schreiben/ und dieses dahero die Nuttcnriedttsche linie genennet wird. in Oerw. üemm. r Lc , ^aldmstein / ist ein schönes schloß, dorf, und Freferrschasft m Graubundten/ eine halbe stund von Chur jenseits / und auf der lincken fette des Rheins gelegen, deren besitzen daselbst die hohs und niedere geeichte, hat. Es war selbiges ehemals dem Adel glei« ches namens zuständig. Nach des letztem / nemlich HerrnLichten- sterns von Haldenstein, zu ansang des 19 t-cuii erfolgtem tod ist es nach einander an die von Greiffenste, Ammann von Grüningen e die von Marmels / von Castion, von Hohenbalcken, Heintzel von Dagerstein, und endlich an Thomam von Schauenstem, Rittern, gekommen, welcher von dem Kayscr Matthia in den Freyherren, stand erhoben, und unter anderem auch das müntz - pnvii-Zium, erhalten, dessen nachkommen diese freye Herrschafft besessen, bis sie^mit ansang des 18 tecuii an Johann Lucium von Salis ge« komen.Der damalige besitzet istGubertus vonSalis. ^aldesleben/ Nerren-Halleiisleben/ eine stadt nebst einem amt, an dem fluß Ohra und dem Garleber-wald, 4mcilen von Magdeburg, an den gräntzen der alten Marck gelegen. An. 1 ißr hat der Ertz - Bischoff Wichmann selbige dem Hertzvg zu Sachsen Henrico Leon, abgenommen, und das schloß zerstört. Nicht weit davon liegt ein Nonnen, kloster, Ait-HaUensIebm genannt. 6ale / (Matthaus) ein söhn Roberti Hale, Ritters und Ad- vocaten in Lincolns - inn, war den i nov. an. 1609 zu Alderney in der Grafschafft Glocester gebohren. Er wurde an.iörö ein glied oder von Magdalen - Hall in Oxford, woselbst er in die ; jähr lang blieb. An. 1629 wurde er als ein student in Lincolns« inn üämircirt, wofelbst er viel jähr lang des tags über 16 stundet! studierte, und sich gantz schlecht in kleidung hielte. Einige jähre vor ausbrechung des innerlichen kriegs wurde er zu --lvociren beruften, an. r6;z aber zum L-rgesur St Isvv. und bald hernach zum Richter der gemeinen rechts - fachen ernennet, in welchem amt ee sich über alle Massen gerecht und aufrichtig erzeigte, wiewohl bisweilen mit einigem mißfallen des kroceLoris. Bey wieder einst» tzung des Königs wurde er zum obersten Schatzmeister gemacht, und dabey zum Ritter geschlagen, an. 1671 aber nach John Kuee- lings tod zum obersten Richter der Königlichen banck erwählet. In diesem amt blieb er bis an seinen tod, welcher an. 1676 im dec. erfolgte. Ausser seiner unvergleichlichen rechts - gclehrsamkeik hatte er auch das lob eines guten MeoloZi und tieffstnnigen pkiio- lopw. Er wurde unter den Puritanern erzogen, machte sich aber durch seine aufrichtigkeit beyden Partheyen gefällig. Unter seinen schafften ist sonderlich berühmt sein tractat von dem Ursprung der Welt und der menschen, welchen Heinrich Schmettau aus dem Engelländischen ins Teutsche übersetzet hat. Buruet hat eine kur» tze, aber sehr nette lebens - beschreibung von diesem mann aufge« setzt, darin« er seine tugend, frommkeit, güte gegen den armen, und wissenschafft so wohl in der Religion als Rechts-fachen höchstens rühmet« im LnZoll. kirclien- unll schulen - ssssc. * Malenderg / ist ein stück des bergs Calenberg, welcher bey der Donau in Nieder-Oesterreich angehet, süd-wärts bis an die Drar» reichet, und Ungarn von Steyermarck und Kärnthe» absondert» ^alep / siehe Aleppo. t^alerius / ein Römischer Redner, siehe Acherius. p^ales/ (John) ein Englischer rke°i°gus. gegen welchem seme ids - leuthe wegen seinen hohen gaaben, verwunderungä - Würger gelehrsamkeit, und liebreichem unigang, immerdar eme gantz »gemeine Hochachtung haben sehen lassen , ward von I. Hales, wm Verwalter der Homerischen fannlle in Sommerstt zu Bath, 1. 1?84 gebohren, und allda in den anfangen der stutzten aufer- gen. In seinem izden jähr käme er nach Oxford, und wurde kolsr in dem Loiiegio Corp. Lkritti. Henr. Ssvlltus, welcher zerzeit guten wgcniis ausgehvlssen, brachte ihn hernach in seit! zllcsium klertonense . darein er als Socius an. 1Ü09 nach abge. lten socciminibus aufgenommen ward; er bediente sich auch ner bey der herausqebung der wercken Chryststomi. An. lüis mde er zum krof-tior der Griechischen svraach bestellt , und hrelke , jähr hernach die ksr-manon auf absterben Th. Bodley, des Hebers der Bodlejanischen Libvorkec. An. 1618, als der ^nollu. lbLtiLiiors, ' »»»v Gesandte seinem Köm- Jacob genauen bericht über dir ?;<,«- llkyeir» Nun« «iurM 650 hal ^uren des erstatten muste , recommendlrte er Hakis dem Präsidenten desselbigen, Ioh. Bogermmm, und anderen angesehenen Männern, durch weiches mittet Halcs nicht nur einen freyen zutritt zu der Versammlung hatte, sondern auch dessen geheimste berathschlagungen erfuhr; dahero er fast täglich durch brieffe (welche nach seinem tod sind gedruckt worden) den ^mb-ssä-loren von dem zustand und abgefaßten a-crett? des SynoM gant; eigentlich berichtete; mau kan auch seine treu und aufrichtigkei't hierinn um so viel weniger in zweisscl ziehen, weil Carlton und Haies damals den cvnn'Ä-rc-rioiMrsnreii eifrig zugethan waren. Nach seiner zurückkunfst in Engelland wurde er durch rcc»mmenU-cion Carltons und hülff Qavnii zum k-ilow oder 8oci» des coUeZü zu Eton aufgenommen, dar;» er noch an. 16^9 ein cLnonicLl zu Windsor erlangt, doch verlohr er bey entstandenen Englischen Unruhen und rebellion wiederum beydes, weil er beständig bey des Königs parthey bliebe; derjenige, so seinen platz in dem on-gio erlangt, wäre von dieses manns mcriren also überzeugt, daß er in person zu ihme qicng, und ihm dessen reilgEion z>, stine» gunsten o!L,irte; Hales aber wolle es nicht annehmen. Hierauf gerieth er in eine solche armutb, daß er gezwungen wurde, seine kostbare Nikuorkcc. an die er alles ersparte verwendet, und die ihne auf 2;c>o pfund Sterling zu stehen kam, dem Buchführer Corn. Bec allein »>n 70-, pfund Sterling verkauffen muste; weil er aber den armen, sonderlich studierendci, und vertriebenen .vüiMM, reichlich davon mittheilte, und ins besondere dem berühmten Faringdon tresiichen Vorschub that, wurde auch diese summ bald aufgezehrt, und ob ihne gleich ein reicher Edelmann i» stin hauß zu nehmen sich ervothe, konre er sich doch nicht darzu entfchliesscn, sondern wolre lieber die aufferziehung eines jungen menschen über sich nehmen , käme deßwegen nicht weit von Eton; aber auch da wäre er nicht sicher, indem ihne die regierende partbey hinweg triebe; begab sich deßwegen nach Eton selbst, und logierte bey einer wittib, Dero ehcmann vorhero fein diener gewesen. Hier lebte nun dieser edle geist zu schand selbiger zeiten in gröster nothdurfft, und hatte bisweilen nicht 6 schilling im vermögen, wie solches sein betrübter wlcours mit Faringdon erweiset, und an diesem ort starb er auch den 19 inay an. 1656, in seinem 7rsten jähr, und wurde daselbst in der kirch - erd begraben, wo ihme auch letztlich ein monu- mL,ic mit einer überschrifft von P. Carwen ist aufgerichtet worden. Daß ihne einige für einen Dociniancr und frey-geist gehalten, ist nicht nur ohne gründ, wildern das gegcnlhcil erweißlich. Der «Maß diefcs falschen gefchreys wäre theils feine grosse degicrd des sriedens, und weil er die nothwendige stücke des Christenthums von den neben > fachen fo vcrnünfftig zu untcrichetden wüste, welches einige unverständige köpffe einen 8nci„iL,iiimu,n nennen; theils aber auch, weil ihme sälfchlich etliche fchrifften der Soci- nianer sind aufgebürdet worden, wie dann die b-cvü Mlquiücio, sn ÜL czuumlicto LvL,igc>ici puliite -ckiirsre pollinr, zum Urheber Ioach. Stcgmann, und die viikd-tzrio cle pzce L: cvncor Ui- cccleiiL Sam. Przipeovium hat, welche ihme doch beyde sind zugelegt worden. So hat es auch keines wegs seine richtigkeil, daß er in seinen jüngeren jähren ein abfcheu von der Englischen kirche soll gehabt, und derselben gewalt allzu sehr eingcschränckt haben wollen, von welcher meynung ihne endlich der Ertz-Bischoff Land abgeführt habe. Es gründet uch ein solches lediglich auf das ungewme zeugniß Heylins, und die falsche deutung einiger orten seiner fchrifften; gewiß aber ist, daß er in der meynung von der gnaden - wähl und anhang, in seinen magern jähren es mit Calvin» gehalten, und in solchen gcdanckeu »och gestanden, als er dem 8vl>oci» zu Dordrecht bcnwohnte; als aber Episcopius den vrt Ioh. III, iü. sehr scharst wider die , omrz. rcmi,nc„wrte ihne nicht weniger, als seine andere gaaben; so, daß er in der that ein erstaunlich mustcr eines durchtringenden geists, unendlicher wissenschafft und des aller- schärgsten urtbeils wäre; aber hätte er auch keinen buchstabcn von der gelehrsamkeit gewust, so wäre er doch mit noch so viel anderen gualitäten begabt gewesen,,daß ibme dieselben allein eine sonderbare Hochachtung und liebe hatten zuwege» bringen können; so liebreich, sanfftmüthig und demüthig wäre er; niemand verstünde besser die natur und den zweck der Evangelischen lehre, als er; er gäbe sich zwar die sreyheit von allem zu urtheilen, allein für sich, nicht über andere, und wann ie einem in Rcligions- sachen für sich zu urtheilen erlaubt ist, fo muß ein solches ihme zugestanden werde» , als der eine so lange zeit stine fachen so klüglich überleget, und nicht das geringste weltliche absehen in seinen schlüssen vor äugen hatte; in seinem Umgang mit den lcuten wäre er nicht nur ein muster der gcrechligkeit, wahrhasstigkcit und dc- muth, sondern auch so gnthcrtzig, daß er alles, was er hatte, anderen ausgetheilt, und sich nichts, als seilte büchcr, vorbehalten, welche er doch endlich, zu seinem unterhalt und zu fortsttznng seiner barmhertzigkeit, auch angrcissen muste; in keiner fach wäre er härter, als ii, dem bücher ausgeben, dann ob er wohl von allen orten her darzu getrieben wurde, so erzeigte sich sein in dem übrigen ss sanfft- «nd williges gemüth hierinn sehr halßstarrig, rc. bal doch ist ihme noch bey leben etwas erpresset oder entrücket, ad-r «ch s-m-m ,°d «°» «-W-S S-M-» LNL sich : Golden Remams, bestehend aus predigten, brieten von S/noU» zu Dordrecht und ^ilcellsneis; vier Lmom. MerL 2 von vorigen an. 167z ; 8evcrsl IrE; an. 167?, darinn lich ein tractat von der fünde in den heiligen Geist; ein ander von dem heckgen Abendmahl; em über das ir cv, Malthai; vom gewalt der schlüßlen und der obren - deicht- von kirchen - spaltungen; darzu letztlich noch gekommen: die EM an den Ertz-Bischoff Land, in deren er diesen tractat von d » 8cwlm-te clekenU-rt. In Latein hat man nichts von ibme, als die o^c.on. funeM. IN nwtuM 1Ü. öoöky. welche auch in k-t« V!ti- lclcÄorum virorum vorkommet, NNd nvc. in Lii^koikom. bitt. scacl. Oxon. L /crken. Oxon. ?rekLc- L l>c 5 ors rlie 8„x.' cimen ot'an ülilior. DiLtionzrij. » ^ ^algrain / siehe Johann ci'Mbeville / Cardinal. H,äI.I^ > war ein i-ü-nnes fest der Nhodiser. Es wurde W dem Griechischen Wort also benennet, fo in dem Dorischen ciiLlcÄ die sonne bedeutet, als welcher selbiges volck göttliche ehre anthat, und welcher zu ehren der wunders-würdige Colossus auf. gerichtet wurde. Man hielte an diesem fest öffentliche kamvss- spiele, darinnen fo wohl männer, als junge knabeu, jede mit ihres gleichen um den preiß stritten, welcher in einem krantz von pa». pel - zweigen bestünde. Die jahrs - zeit, in welcher dieses fest geschert wurde, war der r4ste tag des Modischen monats c-vriä, welcher mit der Athenicnfer LoeMomion. und also mit mistrein stunio überein kaine. 1. >z. in oivm», Oci. 7. in orst. Küocl. * ^ali - Basta / siehe Ali - Bassa. Äali - Leg / siehe Ali - Leg. Halicarnassus / anietzo Nesi genannt, ist die Haupt-stadt in dem Königreich Carien an dem Meerbusen Ceramis. Sie iß soitderlich wegen des daselbst befindlichen prächtigen kUrulolLi he. rühmt. Artemisia hat solches ihrem gemäht erbauen lassen, und wird unter die 7 wunder der weit gerechnet; auch wird der brun- nen Salmacis als etwas besonders da angemercket. Man wird wenig siädte von selbiger seile des meers finden, die sich dem Ale- xandro so widersetzet hatten, als diese, weil selbige wohl war beve- stiget worden ; wie denn Vitruvius von ihrer erbauung vieles meldet, zumal aber von ihren thoren. Alexander wurde endlich genöthiget, die stadt zu verbrennen, als die soldaten in der vestüng sich noch cleü-,Mixten. In dieser stadt sind auch Herodotns und Dionysius, (so daher n->icLrn,LniiL zugenannt) r berühmte Historien - schreiber, gebohren worden. Dieser ort ist 106 weilen süd - wärts von Epheso entfernet. 1.14. 1. rs. ch». 1 .1 c. iS. I. r. c. 8. supplem. in Lutts l. r c. 9 öc 10. L-x/e. Halicz/ eine stadt, nebst einer castellaney und vestem schloß, auf einem berg an dem Dniester in Rotb - Reusseii in Pohlen, allwo vor zeiten die vornehmste Rußifche Fürsten residirt haben. An.i >8r ward Wlodomir,Fürst zu Haliczieu, von den Pohlen vertrieben , und fein bruder Miecislaus an stine steile gesetzt. Als diesem bald darauf von den Russen mit gisst vergeben wurde, ward jener aus Ungarn, dahin er sich in schütz begeben, wieder geruffcn. Es setzte ihn aber der Ungarische König Bela III gefangen, und ließ feinen söhn Andrem» das schloß und Fürstenthum Halic; in besitz nehmen, mit vorwenden, daß Wlodomir bald »achwlgcn würde. Nachdem Wlodomir nach r jähren aus,dem gefängniß entkommen , bemächtigte er sich wieder durch hülste der Pohlen dieses Fürftenkhums. Nach dessen abgang ohne erben bekam dee Hertzog von Wolodomiricn Halicz, welcher, um sich desto mächtiger zu machen , den vornehmsten Adel von Haliczien auf das grausamste hinrichten ließ. Nach dessen tod an. iro8 erwMen te, und auf ewig der Cro» Bohlen einverleibte. Der König Ludo- vicus IVI. hat an. M7; ein Ertz - Bißthum hier angeleget. Bandrand und andere melden, daß dieses Ertz-BußwE nach Lemberg nachgehends sey verlegt worden. Wie aberDWl- ,us lib. y p-Z. uz, berichtet , fo ist das Lembcrghche Ertz-VM schon an. i;6i gcstifftct worden. ^atidowiuHill/ oder Hallidon HiU/Ist eine erhabne gc- gend an den gräntzen von Engelland und Schottland, unweli Verwirk an dcm flnß Tweed, allwo den 19 ml.au. iznmm der anführung des Englischen Königs Eduardi III, und Lduam Baliols, die Schottisthe armce, welche es mit David Bruce chic, gäntzlich geschlagen ward, so, daß von derselbe» (Ecc setzen gar; 2000) gemeine soldaten, 7 Grafen, " Baronetö / und 400 L^uü'e» oder Lcuvcrs nuf dem vlüy Mvt-11. vol. i p.214. Halifax / eine stadt, so weiland Horten geheißen, mderwäu lichen gegcnd von Jorckshire in Eiigelland, am cmem rcn boden eines Hügels gelegen. Es ist ein groher uud wölbtw ^ ter ort, wicwol nur eine pfarr-kirche dminnenzu Mangel aber durch die vielen kleinen capellen erjetzct wlw. -v wobner sind wegen Verfertigung ihres guten tnchs mid andeur nufacturen, so unter der rcgierung Hcnncl L III aufgcucv , ruffen, sonderlich wegm des strengen gesttzes, welches l>e vor ^ hat dtckk sich hatte«, trafst dessen sie die tuch-diebe aufdas fchleumMe abstraffeten. Hierauf beziehet sich das sprüchwvrt der Englischen bettler und heruniläusser: krom llcN, liuii2n6 liLiitar > Qc>u6 I.oix!, Oliver m, das ist: von der Hölle, Hüll und Halifax erlöse uns, lieber Herre Gott. Nachgehend- ist dieser ort sonderlich dadurch berühmt worden, daß Georg Lord Savtl den Marggrafen-titul davon bekommen , welcher anfänglich von dem Könige Carolo II zum Baron von Wand und vi-c-Grafen von Halifax, hernach zum Grafen und endlich zum Marggrafen von Halifax ernennet worden. 2««- '»er«/ 6-1.6c >L grLn6e Lret. p. rc>z. ^alitgarius / Dischoff von Cambray und Arras, tuccenirte an. 8 - 6 dem Hildoarvo. Der Pabst Paschalis, als er sahe, daß er nebst Tbbone von Rheims den Dänen düsEvangelium zu predigen gieng, gab ihm alle autoritat, so hierzu vonnöthen. Ludovicus ?>us schickte ihn an. 828 an den Kayser Michaelem Balbum nach Con- stantinopel, und bey seiner rückkehr starb er den 25 jun. an.8;o. Wie er denn auf anhalten eben desselben Ebbonis von Rheims einen crsörsc schrieb 6 s virmribuz 6c vilüs. 6e remelliir peccsrorum, ÜL pcenitenci«, pocniremisle. ÄS-öe-?«- c. irr 6e vir. illullr. l. l ciiron. Lsnier. 1. r llili. 8.K-M. c. IA. 1.4. /!»- !>ll>I. Lelg. Ls». cbrill:. ^all/ (Joseph) Bischoffzu Norwich in Engelland, wurde den i jul. an. i?74 zu Aschby 6- is Zouche in der Grafschafft Leicester gebohren. Sein Vater war Amtmann zu Aschby unter dem Grafen von Huntington. Er nahm in seinen Null»; dergestalt zu, daß er gar frühzeitig auf die Universität ziehen kunte; und so bald das Ema- liuei-coii-Zmm zu Cambridge aufgerichtet wurde, war er einer der ersten, die man darinnen aufnahm. Seine erste bedienung war das pfarr-amt zu Halsted in Sussolk, wiewol einige melden, daß er vorher ?rof-llor rkccorices auf der Universität zu Cambridge gewesen. Nachgehends wurde er Pfarrer in der Abcey Waltham in Esser, und weil er voLor liiso>„ß,L war, schickte ihn König Iacobus I auf den ssno6um zu Dordrecht. Nach diesem wurde er erstlich o-c-nu- zu Worcestcr, so dann Bischofs zu Exeler, und endlich Bischoffzu Norwich. Bey der Veränderung des Engelländischen regiments unter Carolo I, müsse er viel leiden, indem er zwcymal in den cowr gesetzet, auch alle seine güter biß auf seine kleider l-qu-kriret und sein palläst geplündert wurde. Er starb an. i6?6. Von seinen schrifften sind unterschiedliche in die Teutsche spraache übersetzet worden,worunter sich befinden: biblische geschichte; feurige pfeile des satans in Versuchungen; gebrauch der heiligen fchrifft; gerechter Mammon ; Vortheil der frühzeitigen gottseligkeit; balfam aus Gilead, und viel andere. Sonderlich ist dessen Lateinischer rrsÄLi: Lom- irreconciüMli;. berühmt. Seine merckwürdige epistel, die er an Marcum Antonium 6- Dominis geschrieben, darinnen er ihn gewinnet, sich nicht wieder zu der Catholischen kirche zu wenden, befindet sich unter denen, welche Paulus Colomesius nebst andern mit des Clementis Episteln, heraus gegeben hat. in bli-i. in 6isr. llio^r. öcc. ^all / (Richard) ein Englischer 'rk-oiogu-, aber der Catholi- schen religion zugethan/ ist vermuthlich einer von denen gewesen/ die wegen den/ unter der Königin Elisabeth Legierung / wider die Catholische ergangencn p°-n-n-gesctzen/slch aus dem land ---m-i. ren müssen. Sein-ftluw sind die Spanischen Niederlande gewesen/ und hat zu Douay eine proLliion. zu8.Omer aber ein c-- iromcLt erhalten. Er ist an. 1604 gestorben/ und hat geschrieben lls tribuz prilll^ri» cLulis rnniulrunin öslßicorum 6c conltL corlirionSnz mulrrrum rslißionuni, qua« Iibccsm reliAloncm vocrnr, darinnen er sich aber sehr partheyisch erzeigt hat; pro 6eLn6ane regi-r wp«-lLke 6c v-üiLiio monLcllorum sliisgue s6 koc viciu« exliir- prnllum nccellzrjjz. ^alläus/ (Petrus) zu Bayeux in der Normandie den 8 fepk. an. 1611 gebühren / studirte^ jähr zu Caen die Philosophie/ die rechte und die theologie / übte sich auch fleißig in der poesie/ wozu ihm sein besreundter / AntoniusHall / so ein berühmter pvet stl- ner zeit war/ gute anleitung gab/ wie erjich denn bey selbigem m guten crcvit gesetzt/ da er einige p»-n»k, heraus gab. Er brachte es endlich dahin/ daß er in dem poetischen wetl-streit zu Caen und Nonen / so alle jähr daselbst angestellt wird/ den preiß/ und ob er gleich noch sehr jung war / die prokeliio»-m rk-roric« auf der Universität zu Caen erhielt. Einige zeit darauf/ als er n-Äor der aca- demie war/ hielt er im namen der academte dem Cantzler Se- guter eine lob-rede/ welche ihm davor den voÄor - Hut >," jurc in dem hohen Rath den i8mart.an.1641 gab/ da er vor dieser ver- sammlung vorher einige rk-i-r behauptet hatte. Er folgte dem Sc« guiernach Paris/ und that sich daselbst durch verschiedene schrifften hervor/ daß man ihm auch zu einer zeit in ; verschiedenen rollegien profeßionen auftrug / und ihne den 14 aug. an. 1641 aufferordemlich/ als ein mit-glied der academte zuParis auMhm. Er trug mehr belieben in dem -oii-zio zu Harcourt zu lehren / als meinem andern/ und hatte ungemeinen zulauff. Seme Lateinische Poesien/ die er von zeit zu zeit heraus gab/ vermehrten feine rspmrtion. und gaben feinem Patron gelegensten/ ihn zum Königlichen Poeten und zum ?rok-llör der Lateinischen und Griechischen spraach in dem Königlichen coiiesio den 18 vec. an. 1646 bcstalti» gen zu lassen. Weil er aber durch sein emsiges studiren die gesund- heit sehr mitgenommen hatte / wurde er genöthiget/ um sich wiederum zu erhohlen/ gantze 2 jähr auszuruhen. Hierauf nahm er sich vor/die Juristen-facullät wieder in die höhe zu bringen/ als welche sich in einem elenden zustand befand / indem nur noch ein einstiger krot-vor übrig war. Er erhielte also die prokcttioncm ju, ,L welcher er auch «olvvrstunde/un- brachte den krokikrm hat vAe. bSrchel!e zliwegen/ ob es gleich viel Hinderniß gab. Er starb endlich den 27 dec. an. 1039/ und hinterließ verschiedene schrifften / Mv ! inliitutionüs cLnonic-s tje conciliis - tvMmi?omi6cis rüste; 6c r-ßal>bus; gellmonis; 6e usucis; 6- csnluris: 6c r-LuIr. nbus, . Lc-l-Lios» Zcapli. !vl8cr. * ^alle/ eine Reichs-stadk in Schwaben zwischen den Pfa'ltzi» schen/ Franckischen und Würtemdergischen landen am Kocher gelegen/ welcher mitten durch fliestet. Sie ligt zwischen bergen/ daß man ihr nicht leicht bcykommen kan/ und ist in z theil getheilt Der eine heist die alte Halle/ worinnen die kostbare kirche zu 8. Michael ist. Der andere über den Kocher hat die Johannis» kirche / und der dritte heist die Gelbinger-gasse. Dahero auch di« Bürgermeister die Stadt - Meister genennet werden/gleichsam als wenn sie über z stadte regierten; wiewol sonsten dleser name auch anderer orten in Ober-Tcutschland vor alkers her gebraucht wird/ allwo man zumal mehr als eine stadt gezehlct hat. Den namen hak sie von der saltz - quelle/ weiche man im Teutschen die Halle nennet/ und vielen Teutschen saltz-städlen den namen begeben/ so daß man nicht nöthig hat aufdas Griechische wort zu fallen» Und obwohl der Griechische g-o^rsptius Ptolemäus einige saltz« quellen am Kocher / und eines orts Alisum oder Halizvn geden» cket/ so ist doch dadurch noch nicht bewiesen/ daß die Griechen den namen hergegeben haben; sondern es ist nur so viel dargeihan/daß unsere stadt Hallschon zu diesen reiten bekandt gewesen. Wiewohl zu glauben ist/ daß gemeldtcs Alisum/ wovon narcrcuiu5sagel/daß es eine harte belagerung ausgestanden/ nach diesen reiten gantz wieder eingegangen seyn müsse / Massen Crusius und Merian voe gewiß angeben/ daß vor 800 jähren an diesem ort eine blosse wüste« Ney gewesen/biß dieGrafen vonWestheim daselbst wegen den saltz» quellen einige Häuser angelegt/ worzu sich nachgehends des ?rc> 6 r» halber unterschiedene vom Adel geselle) / und in die 40 schlösset' da- herum angebauet/ davon man die Überbleibsel noch siehet. Sieben derselben sind so nah beysamen gelegen/ baß sie unter dem namen Siebenbürgen vor einen ort gehalten worden/ welcher nachgehcnds/ da noch andere/ büracrlichen standes / sich hinzu gethan / einen theil der stadt ausgemacht / davon die khürne noch daselbst befindlich sind. Anfänglich haben gedachter Massen die Grafen von Westheim den ort besessen/ von welchen er an die Tempel- Herren/ und nach deren auslilgmig an. 1 ;--6 an die Barfüßer- Mönche ge. kommen seyn soll. Wiewol aus dem-liptomsr- beym 0211. 1/ ?,/ 29 zu ersehen / daß die stadt an. i zc>7 als eine Reichs - stadt M dem Kayser Alberto I in bündniffen gestanden / und von der zeiS fast in aller Schwäbischer stadten Vereinigungen anzutreffen, sey» Bey dem noch üblichen faust - recht ist diese stadk ein ordentltcher kampff-aerichts-platz gewesen/ woselbst der Adel seine Handel durch den degen ausgemacht. Die Verfassung davon / und wie es dabey hergegangen / erzehletKnipschild ; den Ursprung aber führt Limnäns aus / und zeuget / daß es nicht vom Kayser Caracallck Herstamme/ sondern erst von Carolo I V angeordnet worden. Das regiment der stadt beruhte anfänglich, auf dem innern und ausser« Rath / deren jener aus p-r-icüz, dieser aber aus gemeinen bestünde. Als aber der Adel / welcher vom ersten ansang her/ um und in dieser stadt in grosser menge sich auffgehalten / so daß dre» selbige die Adel - stadt genennet worden/ alle gewalt mlk ausschftes. sung des ausser» Raths an sich ziehen wolle / brachlen es dle bur- gcr durch gewalt dahin/ daß der Kayser Ludwig an. N 40 durch Graf Ulrich von Wurtemberg statt des innern und ausser» Raths ein neues regiment verordnete / so aus 6 na».-,,! und 12 gemetne« bestehen solle. Diese Veränderung machte/ daß der meiste Adel sich nach ttlm/ Nürnberg und Augspurg begäbe; dceandern aber/ so daselbst verblieben/ waren bey nahe wieder zu ihrem vorige« ansehen gelanget / wenn sie nicht an. 1542 durch einen neuen anff- stand davon verdränget worden waren. Dergestalt stehet heut r« tag das regiment in der burgerschafft Handen / und beruhet auf 24 Personen/ davon z die funff Herren heiffen/ und von dmgen urtheilen / die keinen aussschub leiden. So ist auch allhier noch jetzo ein Reichs-Schultheiß/ welcher die kleinen bürgerlichen fache« Nnnn -» voy 65: hal hal «orstch/ die wichtigen aber mit einigen beyfitzem aus dem Rath / welches das Einiger - gerecht hclsiet/ abthun mag. In peinlichen fachen verkündiget er den übcllhätern die todcs - straff/ hat auch die leibeigenen der stavt unter sich. Sonst ist der orl von dem Käufer Marimiliano i und Carolo V an. >;r> dachn gefreyer / daß er vor keinenl andern «crichl/ als dlsscm Schuilheisien belanget werden kan/welcher 5 oder? des Raths aus den; nächsten Reichs» stadten zu sich nimmt/ von deren spruch ausser dem fall der verwel» gertcn jutHx nicht -p-u-ret werden kau. So ist anchdieses was son» derdares / daß die stadc noch jctzo einigen Rerchs»stadten euie Reichs - stener abtragen muß. Denn als der Kayser Siglsmnn» dus an. -41; Conrad von Wcjnspcrg die:stclchs-stenrenvonU!m und Hall versetzt hatte/ und nachgehend«! dicker Conrad in eine grosse gelb - Misse verfiel/ so haben einige Reichs-stadke >olche ffip ihne crlcgt/wosüj' er denselben die ihm versetzteRetchs» ficuervon Hall und Ulm abgetrctten. Es hat auch diese stadt ehemals in den Heer-zügen des Schwaden - landeS hanptffahne gesnh» ret/ welcher vorzug nirgends anders / als von den vormals häuf- fig in der stadt wohnenden Edelleuten ursprünglich herrühret. Sonsten ist um das Hallischc gebiet ein graben und lebendiger raun/ (gleichwie auch an den strassen schlag - bäume und thurne sind) auf weichen wache gehalten wird / welches alles wegen der zwischen Schwaben und Franckcn ehemals gehabten krieg gemacht worden/ dahero Kayser Ruperms dieser stadt das pn viicZmm über hecg und schleg ertheilet / jedoch istes nur von dem allen gebiet zu verstehen / Massen es nach der zeit grösser worden ; Dann da besitzen sie jetzo die schlösscr Ettershofen und Limpurg/ so sie an. ngo an sich geknufft :c. Iltzhasen/ 1 meil von Kreilsheim/ Vclberg und Hohewart. Die meiste Nahrung ist von gesottenem saltz / welches weiß und schon/aber nicht zulänglich ist gantz Schwaden zu »(liehen/ daher sehr viel aus Dauern dahin gebracht wird. Es sich diese stadt auch das müntz-recht/ wie denn behauptet werden will/ daß die häller eine von den ältesten Teutschen müntzc» am allerer» fien zu Hall in Schwaden geschlagen/ und hernach durch gairtz TeulschlmH dieser' uauie bevdchallcn worden / doch findet man glich lhaler/ so selbige stadt schlagenfassen. urd. o-r- 1VLN. 3 NN. Siicv. e.r,n?r^.r» ci^ jur. putzi. 1.4 >. 7 c. 14. k>,c/c» müntr- ipießcl. kop. 8ucv. Zt»r/>/c/?rÄcIc jureciv. Im^>. I. z c> ir. Halle/ isteine wohl-gebaute stadt an dem flnß Inn zwischen hohen bergen in der Grafschafft Tyro! gelegen. Wie hat vorreiten wre eigene Herren gehabt. Dieser ort war anfänglich nur ein stecken/ und den Grafen von Wasserburg zuständig. Hertzog Otto von Meran aber hat selbigen an. - ror zu einer stadt gemacht. Es befindet sich daselbst ein grosser Fürstlicher pallast/ und au dcmsel» den eine sehr schöne kirch / welche beyde stücke samt dem fraucn-klo- -er/ so das Königliche stisst genenbek wird/ Ferdinandus I an. 15 ;r aufansuchen seiner PrintzeßinMagdalcnäcrbaucthat.Ohn» -efähr i weil von der stadt m dem qcbürg ist ein saltz» bcrgwerck/ in welchem die saltz»steine wie eiß herauß gehauen / und in grosse darzu gemachte gruben gemorsten werden / worein hernach masser gelassen / und wenn solches diestcine zerbissen / in die stadt gelassen und gesotten wird. Welches saliz-werck jährlich von grossem ertrag ist. Es ist auch allhicr ein grosses münk-werck/ Id durch wasser getrieben wird. Indem krieg zwischen Oesterreich und Bayern an. 1411 hat sie vitt erlitten / wie auch verschiedene mal durch erdbe» ben. ULvci'. ItLinlnb. sn». Loj. ?. e-e»-. -/» Xo» ilill. Xultr. I. 4. k'XFF»»'» evrcn - s^ic^-cl I- 4 r- 4- in dicrc. krollicio. ^röc»-. lle re moucesr. 1'iroi. cb^cn - Icr. ?. r p. rz2. Halle/ eine stadt iuOber-Sachstn, zum Hertzogthum Magdeburg gehörig. Sie liget an der Saale auf einer lustigen ebene 5 weilen von Leipzig und n von Magdeburg. Ihren »amen hat sie von den saltzbrüuncn / ivelche daselbst von den tt-^nuncim is, einem Schwäbischen solche , erstlich erfunden worden; und weil man solchen , gleich als den goldgrubcn, starrk nachgesetzet, haben die C-lni kurtz nach Christi gebärt die ttermu»cinch,< mit krieg angegriffen, von denen sie aber überwunden worden. Mit der zeit haben die Wenden, die sich hin und wieder ausgebreitet, sich auch hie- her begeben, die »ermuncluros vertrieben, und diesen ort OovrcvorL odervoKerll-lL, das ist, ein gutes saltz qenenuec. Kayser Carl der grosse hat an. 8<-6 diesen ort der Grafschafft Wettin an der Saale, und GrafWittikindo dem jünger», den er zu Zörbig den Wenden »um ober-haupt gesetzct, zugeeignet. Kayser Otto der grosse aber hat stlbigcn, samt den firltz-brüiiiie», dem von ihm aufgerichteten Bisithuin Magdeburg gewidmet. Dessen söhn, Kayser Otto II, hat dawlbst an. 981 eine freyssradtzu baue» angefangen, den Wendischen namen abgethan, und, daß der namc Halle ihr forthin gcge» ben werden solle, verordnet. An. 1042 ist hier ein tlmrnicr gehalten worden. An. n ;o ist diese stadt von dem Kayler Lothario II belagertamd erobert, auch die rädclsführer, so stine Gesandten wider aller völcher recht umgebracht, hingerichtet worden. An. ,264,1426 und 14N muste selbige von den Ertz-Bischöffen von Magdeburg viel ausstehen, bis Ertz-BischoffErlist aus dem Hause Sachsen, um die stadt besser im zäum zu hallen, an statt des so genannten schwachen schlosses an. 1489 ein schloß an der Saale zu bauen anfienge so die Moritz-burg geneiinet wurde. Dieses war ehemals zimlich feste, hatte au den ecken 4 starcke thürue, ist aber an. iü4«> durch Verwahrlosung der befirtzuna mehrentheils abgebrannt, daß nur die alten gemäuer anjetzo noch übrig sind. In dem drcyßig- läbrigen kriege hat diestr ort viel ausstehen müssen; indem er bald von den Kaystrliche», bald von den Schwedischen besetzet gewesen, bis an. 7 der Churfürst zu Sachsen das schloß durch eine .rieges-list eroberte. Ehemahls war daselbst der Bischoffs.hof, .vorauf die vorigen Bischöffe zu residiren psiegten, welches ado» borjetzo der kühle brunnen genennet wird-Sonste» war zu M,,». an Halle ein Jungfranen-kloster neben der Mönche-klvster, weil g- aber in verdacht einer gar zu vertraulichen convcriimonq^nMen sind dw Nonnen in das a». ir;i qestiffcete 8. Georgen-klvsier m Glaucha an. 124; rr^fcrwet worden. Es hat diese stadt bald an sangs die Lutherijche lehr angenommen, und ist der Catholische aoi. les-dienst daselbst an. 1541 durch ssuw.m sonsm abgeschafft werden , ob gleich der Cardinal Albrecht sich sehr dawider legte Win dcmWestphäiischen fnedens-schlusse das Ertz-BisthumMaqLebnra secu!Lr„w-el,und dem Hause Brandenburg erblich überlassen wurde, jedoch, daß der damalige des Stifftes Maqdebura Augusius ans dem haust Sachsen, die Magdeburgischen lande U an ieiiicn tod besitzen solle, und selbiger an-rü8° verstorben,läßlich Churfürst Fridrich Wilhelm daselbst huldigen. An. 1-94 wurde -hierieldst durch den Churfürsten von Brandenburg eine neue Universität angerichtet,und de 1 iul.wLuzjrii.-tt.Es ist auch allba ein berühmtes saltz-werck mit 4 saltz-brün»en,derTeutschebrl»u>,GuiW, Metrltz,undHackedorn genant,in deren begnffi» einem lha! herum an dien; saltz-kothe stehen, davon der vierdte theil den Landes- Herrcn zugehöret, die übrigen aber von dem Hertzogthum Magdeburg lehens-weise an gewisse Personen ansgethan werden, wie denn auch ein besonders saltz-oder lhal-gerichte darüber gesetzt ist, und werden alle iahr bey 11000 lasten saltz gesotten. Die stadt ist mit feinen Häusern wohl erbauet, auch wirb die hochteutsche spräche daselbst wohl geredt. Der schöppen-stuhl ist ehemals gar berühmt, und der nächste nach dem Magdeburgischen gewesen. In der kirche zu s. Moritz, so schon an. nzügcbauet, find ehemals in einem überstlberten sarge der cörper und das Haupt des Bischosss Marina , mchr weniger der cörper und das Haupt Rabani Mauri gels. gen, ivelche der Cardinal Albrecht, Ertz-Bischoff von Magdeburg, au. 1; 15 in besagte kirche gebracht. Solches ist aber mist andern heiligthümern durch eben diesen Cardinal nach Aschaffe», bürg qeführel worden. An-1709 den 10 jun.lst das weltliche Fräu- lein-stisst reformirker religion, so aus einer Aebtißi», einer s-m-rm und 8 LonvenruLiin-icn bestehet, und von dem ohne erben verstorbenen Cantzler des Hertzogthums Magdeburg, Gottfried von Jena, gestlfflec,ltzicnniier inrro-Zucwet worden. Der König von Preussen hat selbigem die privüexi-, wie auch ein ordens-zeichen ertheilet, und exerciret darinnen das jus p-imsrium precum. Die einkünffls des stiffls werden aus dein amt UmmendorffimMagdeburgischen erhoben. Das andere schloß, welches anjetzo die Residentz genen- nct wird, hat der Lll>i>,„illrLcor Augustus anlegen lassen. Ferner findet sich aufdem marckte in einem besondern haußlein einRvland, vor welchem die peinlichen Hals-gerichte gehalten werden. Inder Vorstadt Glaucha ist das berühmte wayjenhauß nebst einem 8«8>°- welches von ansang des 18 l-cuii in guter aufnähme gewesen. Nicht weit von Halle ist das berühmte schloß GiebichensteinK«"« IZ LIIN. Oerin. cjc urtz. ciiroa. stall, ckron. O/kÄ»» irin. Oe-m. SLx, i-u kiicltc.tzuch. I.z ia- LuZur. scsllelii. l 4 zl!cnL tzekclircih. llcs iLlrr-vvsrclczru IZrllc. bepcllr. llcr isltrvv. in lislle. Halle/ eine kleine befestigte stadt in der Provintz Hennega», an dem fluß 8cE,; messen südwärts von Brühst in B'rabantgelegen- Zu ende des 17 >ecui, ficng man mr selbige zu kaniliciren, gleich als die Frantzösische armee an. ispo im april davor kam, welches m L-irn>inn bewog, heimlich heraus zu macschircn, weil der ort damals noch nicht haltbar war. sonsten ist diese stadc wegen der vorgegebenen wundcr-wercke der lieben Frauen von Halle berühmt, wövon Lipsius eine besondere Historie geschrieben, der aber von dem suctorc des buchs, imiculirt: Itzoium biäUsniS, nicht zum besten hierüber empfangen worden und durch solche schrlfft überhaupt nicht allzu grosse ehre eingelegt bat, auch selbst bey denen, welche sonst die beütige wunder-wercke gar nicht durch auß verlaiM». Es ist sonst noch bekannt, das Lipsius zugleich seine Mrue fcoer sirmmt dein beltz-rocke, den er gemeinlich bey dem studieren gclra» gen, hieher verehret habe. Es ligc selbige kirche mitten in der statt, und ist ein schönes gebäude. Auf dessen lincker ftirc, wem; man hinein gehet, ist eine kleine capeile mit einem altar,und ausjolMin ein Mariembild zu sehen, welches vor zelten die IungfchDffaM gehabt, und viel wunder-wercke gecban haben soll. Es m öhngefehr zwey schuh hoch, und von holtze, aber mit feinemgmo- überzogen. In einem arm hält sie ihr sohnlem, in dem andern am vergöldetclillcn-vllime,auf der brüst hat fies grosse perlen, unom der mitten einen rubin-stein, aufdem Haupte aber cinc crone vm purem golde. Alle iahr wird den ersten somllag des hcrdst-iuoi-a» ihr zu ehren ein grosses fest gehalten, dabey von ir stadten «M ordnete erscheinen, welche auch das bild, wenn es in prmswM getragen wird, mit tragen helffen.pe/vL« -log. k->g 6-->cc, äivs virZoblaleniis. 2cil«» cox>og^. circuli Lurguncl. * Haller von Haller,stein/ ein Freyherrliches geschlechtMlchei sich aus Bayern in die steycrmarck, von dannm aber "> ^. begeben, und 6 meilenvonLaybachdas schloßHnllerstttnn"'^ bauet. Andreas war um das iahr i;?4 bekannt. Hermann , kleidete um das iahr 1420 die würde eines Probstcszu veccnm hatte einen bruder, namens Clemens, dessen söhn,Georg, " Albin, ist an. 1; 60 m Crain gewesen, und be>l d>« . stn 1) Iostphum, Landes-deputirtc» von Crain, r) Iaw"^ Hauptmann der Ritterschafft in dem Hertzogthum Cram , v hann Keorgium, Landes-verwalter und Deputirten von Lrmw . auch Ertz-Hertzoq Carls in Oesterreich Rath und Erb-Lan^O, cke-nmoister in Kärndlen. Bon des letzter»; söhnen ward ^.'ii ha! cob des Teutfthen Ordens Ritter, und Commrnthm'zu MStllnj in Crain; Georg Siegmund ober Erb-Falckenmeister und Land- schasss-Beysitzer'ittKärndten, c-l-brirte an. 1682 zum andernmal mit seiner gemahlin, einer Gräfin Paradistrin, die andere Hochzeit nach funzig-jähriger ehe. Er war ein tresticher und in Lateinischen versen glücklicher pset,und ist an. 1686 gestorben. Von seinen söhnen ist Ferdinand Jgnatius Land-Rath in Karndtett worden. Pa- storius zehlet auch eine familie Haller von Hallerstein, unter die Adelichen geschlechter in Francken, und meldet, daß sie schon an« 1198 dem thurnicr zu Nürnberg beygewohnet, gleichwie fie auch hernach daselbst sich aufgehalten. Er berichtet/ daß fie an« 127s bey Nürnberg die kirche und Hospital zum heil. Geist den reisenden zum gebrauch erbauet. Conrad Halter hat sich an Marggraf Albrechts zu Brandenburg Hofe befunden, und dem an, 14; 1 von seinem Herrn zu Nürnberg angestellten tburnier mit beygewohnet, auch mit seinen Fürsten ; mal ledig gestochen. Aus dieser familie war vermuthlich Barthel Halter von Hallerstein entsprossen, welcher des Kaysers Ferdinandi Kriegs-Obrister und Rath gewesen, nachgehends aber sich zu Franckfurt am Mayn niedergelassen, und daselbst an. 15; i alsschultheiß verstorben. Es kan seynPaßdievor- gemeldete Halter von Hallerstein zu erst ausFrancken inBayern gekommen. Es floriren auch dieHaller von Hallerstein in Siebenbürgen, ob sie aus Francken oder aus dem Hertzogthum Crain dahin sich begeben, findet man keine Nachricht. Gabriel, Fürstlicher Sie- benbürgischer geheimder Rath, ward als Abgesandter an. 1660 an den Türckifchen Hof geschickt, zu Ofen aber von dem Ali Bassa an ketten und banden geschlossen, weil er den tribut nicht mit sich brachte,doch ward er endlich loßgelassen. Von seinen nachkommen waren an. 1703 Georg, Mit-Statlhaiter, und Johann Schatzmeister des Fürstenthums «Siebenbürgen. llcmm.fp. Lrsin. krs^con.rccliv.^r^oü klLrclc- cbron- §/>«»« ^clelss. ?. r. Waller/ (Johannes) ein sohn Johannis von Amseltingen in dem Berner-gebiet und nachgehends Pfarrers zu Bülach im Zürich-gebiet , st in der schlacht zu Cappcln umkommen, ward erstlich Prediger zu Jlnau in dem Canton Zürich, an. 1545 Pfarrer zn Augspurg, 2 jähr darauf ^rcKi-ckscoE zum Grossen-Munster in Zürich, und endlich an. 1948 oberster Pfarrer m Bern, starke an« -57;. Er hat den rühm eines gelehrten und frommen manns, worvon auch seine so stattliche beförderungen genugsam zeugen können; Er hat neben andern fachen die Psalmen Davids in ge- bätter verändert. Wolfgang, dessen bruder, nachdeme er anfangs einen schul-dienst bedienet, wurde an. 1952 Pfarrer zu Messe» an dem Zürich-see, bald darauf Prediger zum Grossen-Munster m Zürich und Probst der stiffl daselbst. Er hat etliche stuck »»nspon'rt, auch stlbst den Ursprung der stisst zum Grossen - Munster samt einer verzeichniß der Pröbsten, Chor-herren,Leuch-priesternrc. hinterlassen. Er wäre in der Lateinischen Poesie wohl geübt und starbe an. 1601. Sein söhn Hans Jacob ward an. 1996 auch llisconu- zum Grossen-Münster und schriebe ein Teutsches l-e-il- r,n Liblicum; Johannes/dessen söhn, ein Negiments-glied der stadt Zürich,hat eine wcitläuffige conriauLrion der Bullingerischen chro- nick,Zürich betreffend,zusammen getragen. oibiloM. ^/,/e,, Zc/clileckrb. * hallermund / war vor alters eine der vornehmsten unter den Sächsischen Grafschafften. Es hatte selbige ihr lager zwischen der Lein« und der Weser,oder zwischen Hannover und Hameln. Mor« gsnwärts gräntzte sie mit der Grafschafft Poppenburg; mtttag- wärts mit der Grafschafft Spiegelberg ; abendwärts mrt der Grafschafft Schaumburg, und gegen Mitternacht streß sie an das Lalenbergische Fürstenthum. Es waren darinnen unterschtedene ftine Aäörgen,Hallerdurg,Hallerspring, Eldagsen,Hallerbrug, und dergleichen. Unweit Eldagstn auf dem burgwege, bey der Steiger Grund genannt, findet man noch mauren und gewolber, und es wird berichtet, daß allhier der Grafen von Hallermund residentz gewesen. Wenn eigentlich diese Grafschafft ihren ansang genommen, kan man so genau nicht wissen. Der erste Graf, st viel man weiß,ist Wilbrandus der ältere, welcher um das ,ahr i i;c> gelebet. Er stiftete unter Kaysers Friderici I regierung em Cisterclenser- kloster zu Lockum, zwischen der Leina und Weser, woselbst er auch begraben ligt. Seine Ander sind Wilbrandus der jüngere, welcher an. 1181 Hertzog Heinrich dem löwen wider den Ertz-Blschoff von Cölln beyst'unde. Er that auch an. n 88 einen zug mS gelobte land,starb aber bald nach seiner heimkunfft; Ludolphus zog gleichfalls mit in das gelobte land, woselbst er starb, und zu Antwchlen begraben ward; Burchardus bekam in einem turnier, st m der ßadt Nicnburg angestellet war,eine gefährliche blessur,woran er zu Bentheim starb; Adelheid , so mit Graf Gottscyalcken von Pw- mont vermählet, und Beatrix, so an einen Grafen von Oldenburg verchlichet. Ob die folgenden Grafen von einem der; zetztgedach- ten brüder, oder aber von besagter Beatrix herstammen, ist ungewiß. Unterdessen werden erzehlet Egilmarus, Dom-Probst zu Münster; Wilbrandus,Bischoff zu Pabcrborn,und nachgehendszu Utrecht, starb an. 12;;; Henricus blieb im treffen gegen die Ste- dinger an. 12^4; Burchardus der letztere setzte den stamm fort« Es kommen aber noch z brüder, Grafen von Hallermund, vor, unter denen, wie Meibomius erweiset, Albertus von an. 1209 bis I2;z; Hildebrand oder Willibrand von an. I2Z6 bis irz; Ertz- Bischoffzu Magdeburg, der dritte Liidolphuü aber, e-noincu- in diesem Stiffk gewesen. Vorgebuchter Burchardus nun, der an. ir;i gestorben, pflantzte sein geschlecht fort, und zeugte mit semer gemahlin Jutta, Wernerum und Wilbrandum, dre ohne Ander stürben,Ludolphum,der als L»rronicus zu Hildesherm an. r»sr mit hal 6;; tobe abgieng, und Gechardum den ältesten, der bis an. r; n gelebt, und neben Ludolpho und Gerhards, die ohne erben gestorben, Ok- tönern hrnterlreß- Dieser Otto wird wegen seiner Redlichkeit ae- rühmt. Er hatte cm nanren Hertzogs Magni Torquati von Braun- fthweig ewigen Luneburgischen Rathsherren sicher geleit verspro-- chen; als der Hertzog dem ungeachtet, dieselben aufdrücken lassen wolte, erbot sich unser Gräser wvlre lieber sterben, als seinen crebit auf solche art krancken lassen, wodurch er auch den Hertzog auf andere gedancken gebracht. Er hinterließ einen söhn Wilbrandum, dessen söhn gleiches namens zeugte Oltonem, der ohne erbe» verstorben,und Wilbrandum, Abt zu Corbey und Bischoffzu Minden, mit dem das geschlecht an. i4?4 ausgegangen. GrafPhilipp m Spregelberg, der Ottoms und Wilbrandi schipester zur ehe hatte, wassere sich der Grafschafft an, weil er aber die straffen unsicher machte, giengen ihm die Hertzoge von Braunschweig auf den hals, und nahmen ihm diese Grafschafft als ein Braunschweigisches lehen an. 14; 9, von welcher zeit es bey diesem Hause geblieben, und an. ,70g GrafFrantz Ernst von Platen , Chur-Braunsthweigi- schern?remi«-Ntn,6re,zu lehen gegeben worden. Nachdem derselbe an. 1709 mit kvd abgegangen, ist sie an seinen söhn, den Oder. Hofmarschall zu Hannover, gekommen. -iier x. 974 tgq. aok« 26 t/orctiolli oriAiner tvlsrc3nS5 t. I. rer. Lerm.p. ^.1;. Fallersprtttg / eine stadt nebst einem schloß und amk, in dem Furstenthum Calenbera,; weilen von Hannover, wo der fluß Haler entspringet. Sie hat den ehemaligen Grafen von Hallermund gehöret, ist aber schon an. 14;; an das hauß Braunschweig gekommen« 2er/. rox. Lrunlv. haUewin/ein schön Vorfin Flandern, gantznahe bey Menin, an dem fluß Lis gelegen, und zu der Castevaney von Ryssel gehörig. Es schreibt sich davon eine von den ältesten Edlen familien in den Niederlanden. Hallidott-HM/ siehe Halitzowtt-HM. halloix / (Petrus) von Lüttich gebürtig, trat in die Societät Jesu. Man hat von ihm illullritiw, ecclell« oricnrsiis lcriptorum, qui prillio Lc fccunllo teculo üoruerunr, monumeors; clekenflonSm civil, OttZcnis L- ciogm-rurn ejur; tkiumpkum L8. Icrentiani 6c locii lorrt^tum; vitLM 6c llocument, 8. ; vitar» k. Lsmilli cis Tcl« i»;6-c. Er starb-zu Lüttich den jul. am I6;S, bibl. Lelg. 8.). l^alluin / eine alte Adeliche familie in Franckreich, hat den na. wen von dem schloß Halluin oder Maignelay, so in der Picardie ohnfern Noyon gelegen, und den titul eines Marggraftbums oder Hertzogthums führet. Walter von Halluin lebte zu Königs Phi. lippt August, zeiten an. 1200. Roland wurde an- iZzfwurch die Engelländer erschlagen. Von ihm stammen die Herren von Pienne, die Klarqmien von Maignelay,die Hertzoge von Halluin, die Herren von Eclevrcq, Ouali rc. her. Die älteste linie dieses Hauses endigte sich mit Anna, so an Carolum von Schomberg, Marschall von Franckreich, vermählet war , und an. 1641 an den blättern starb. Carolas von Halluin,von dem hernach,heyrathete Annam Chabot, Philippi, Herrn von Brion, Admirals von Franckreich, jüngere tochter,von welcher Florimond von Halluin, ciarquiz von Maigne. lass, Qouverneuccie Is Fere , allwv er an. 1591 durch denVicc-8s,ie- clirl von Montelimar,namens Coulas, mit hülffe eines Lieutenants von der Z-rä- des Hertzoqs von Mayenne,umgebracht rvurdr. Er hatte von Margaretha Claudia von Gondi Robertum, Herrn von Roussoy, welcher an. ie 87 in der schlacht bey Contras umkam; Leonor, Gouverneur von Dourlens, allwo er bey erobcrung selbigen ortes mit seinem bruder Carolo, Grafen von Dinan, umgebracht wurde, und Louysen von Halluin, so an. iz 77 an Frantiscum von Brouilli, welcher an. 1589 in der schlacht bey Senlis umkam, Carolum , rvl-rquis von Pienne, rc. hinterlassend, verchlichet wurde. Dessen söhne warenAntonius von BwuilliM^ms vonPicnne,rc« Oouverncuc von Pignervl, Ritter von den Königlichen orden, unss Ludwig von Halluin, Herr von Pienne, Qouvcrncur der Picardie, dessen jüngerer söhn Johann, Herr von Eclevecq, die heutige linie der Herren von Halluin fortgepflantzet hat. 6-s msiL illllllc. 6e lull. I. zi. srewoir. psrr. i» k>o, halluin/ (Carolas von) Herr von Pienne, ^»rquis von Maig« nelay,Lc>uvc!-»-ur von Metz und des landes Messn, nachmals Her. tzog von Halluin und Ritter von den Königlichen orden. Er war Antonii lohn, und that sich in den kriegen, welche zu seiner zeit in Franckreich geführet wurden,sehr hervor. Er hielt es mit den Protestanten , und dienete unter dem Printzen von Cond-, allein an. i;ü2 grenz er nach eroberung von Rouen wieder auf des KönigS feite, und that hierauf den Königen Carolo IX und Henrico III grosse dienste, welcher letztere ihn auch an. i;?8 zum Ritter der Königlichen orden, und hieraufnoch in dem jetzt-gedachten Mr zum Hertzog von Halluin machte. Mmstadt / siehe Helmstadt. -6aloander/ (Gregorius) oder Hoffmann / ein berühmte, Rechts-aelehrter, wurde zu Zwickau in Missen gebvhren,erler»ete in seiner jugend die Griechische und Lateinische spraache, legte sich aufdie historische wiffenfchafft, verband selbige mit den Römischen rechten, und wieß also seinen lands-lenten zuerst dememgen weg, welchen Alciatus in Italien und Budäns in Franckreich angetret. tenhalten. Nachdem«in Italien voöiorworden, kehrete er wie. Nnnn r d« 654 hal der zurück nach Teutschland, und gab an. 1529 zu Nürnberg die heraus,welche er aus den besten und ältesten mLnullripcis von den bißheriaen fehlern der vuiZsc« ellirionis gereiniget hatte. Es ist wahr ., daß ihm hierinnen die v-ri-mer i-Mone? des Ludovici Bologninisso dieser von Angelo Politiano erhalten, welcher sie aus dem Florentintschen erempiLi- gezogen,wol zu statten kommen sind, ob zwar, weil er dieses herrliche mLnulcripr selbst niemals gesehen, vieles nach eigenem gutdünckcn geändert, von welchem nachge- hends die Taurelliana abgewichen. Indessen ist die Haloandrina jederzeit in grossem ansehen gewesen. Hierauf hat er ein gleiches «u dem c-,6ice und den so genannten Novells gethan, welche letzter» er zuerst in Griechischer spraache ans licht gestellet, und mit tiimmsrien versehen hat. Das gantze Lorpuz ^ulliniancuniist nach- gehends an. 1;; 1 zusammen in druck gekommen. Contius hat ihm ,n ckronoloßicis unterschiedene irrtbümer gewiesen, Er war willens , ein buch von denenjenigen stücken, so zu der wahren rechts- -elehrfamkeil gehörig, und von den Mitteln, wie man dazu gelangen könne,;» schreiben,und weil ihn die buchführer in Teutschland Hierinnen übereilen wollen, begab er sich das andere mal nach Italien , um daselbst in besserer ruhe seiner arbeit abzuwarten. Als er aber in Venedig war, starb er im sept. an. 1 z; 1 an einem heffrigen sicher, wiewohl einige die schuld seines todcs einem «»erfahrnen Polnischen icl-llic» bcymessen wollen. Petrus Buncllus,so damals in Venedig bey dem Frantzösischen Gesandten sich aufhielt, und mit Haloandro sehr vertraut umgieng,berichtet diesen zeit-umstand in einem schreiben an Aemilium Perottum,wordurch die mcynnng des Phylandri und anderer, welche seinen tod in das jähr -; z 2 ft. tzen,widerlegt wird. äc libri; juris civ. c. 1. «Menci. pr-et'. I. ; c. r,; 6c I. 4 c l6. cpiliol«. HciliiilcliclLncj-ckrcin. p. ; 4 z. in vir. p. r8. Salß / eine Reichs - Grafschafft mit einem dazu gehörigen Marckflecken, gleiches namens,in Unter-Bayern, an den Oestcrrei« chischen gräntzcn, welche nach ergangener Reichs-acht des Churfürsten zu Bayern, dein Grafen von Sintzendorf, als ein unmittelbares Reichs-lchn, an. 1710 übergeben, aber 171; rclu-niret worden. Sie hat vorzeiten eigene Grafen gehabt, welche des Biß- thums Passau oberste Marschalle gewesen, und an. r;?; mitLuit- poldo ausgestorben sind. Hierauf ist sie an die Landgrafen von Leuchtcnberg,a». 1485 an die Herren von Aichstädt, an. 1; 17 aber «n die Hertzöge von Bayern gekommen. x.,. ^alstead / ein marck-flecken in Hinckford Hundred in der nördlichen gegend von Essex, ligt an der nord-seite des flusses Coln, über welchen sich daselbst eine brücke befindet. ^allenberg / ein altes Churfürstliches Bayerisches schloß-und lust-hauß am Lech, wird zum Bißthum Augspurg und dem Mün- chischen gericht Landsperg gerechnet, und ist wegen eines dicken thurns,engen zugangs,doppelten inauren, langen brücken, und weil «s über dieses etwas hoch ligt, vor dem anlauff noch zimlich verwahret. Wegen der unmuthigen aussieht, und zur raiger-baitz sehr bequemen gegend pflegen sich die Churfürstlichen Herrschafften hier öffter mit fairen zu ergötzen. p. 171. halweil/ ist ein schloß in dem Aergöw,an dem lustig-und fischreicher darvon genannten Halweiler-see gelegen, und das stamin- hauß der Edlen und Grafen von Halweil, welche erstere sich seit sehr langen zeiten in dem lande bekannt gemacht haben; Ob sie aber von den Römern herstammen,wird nicht undillich gezweiffclt, so wohl als an deine, daß das Wort /rlsvnu (worvon einige Halweil herleiten) Latein seye, oder ein solches geschlecht jemals zu Rom gewesen. In der Historie wird ihrer öffrers gedacht, und sind sie in dem Aergöw mächtig und reich gewesen,haben die schlöf- ser und herrschafften Halweil,Farwangen,Schäfisheim,Wartberg, Trostburg, Rhenach, Endtfelden,Rubischweil, Äildcck rc. beses- stu, welche aber nach und nach in andere Hände gerathen. Diese Edlen von Halweil wurden bey abgang der Herren von Eschen- bach Cast-vögtc des klostcrs Capveln im Zürich-gebiet, dessen mir- slisftere und gutthätcr sie auch waren. Schon an. n6; wohnten Philipp Wilhelm und Heinrich, beyde brüdcre, dem thurnicr zu Zürich bey. Dietcrich ivare Probst zu Bcrons-münstcr an. 1272. Dicterich und Hans Rittere,wurden in dienstcn Hcrtzogs Leopoldi von Oesterreich an. r; 8 S zu Sempach erschlagen. An. 1415 lebte Thüring von Halweil, welcher den Bcrnern von Halweil und dem schloß Wildeck grossen schaden verursacht, als sie zur zeit des Cost, nitzer-Loiicilii aus befehl Kaysers Sigismundi des Hertzog Fried, richs land in dem Acrgöw einnahmen, weswegen sie ihme sein schloß Halweil verbrandt haben. Johannes wäre der Berncrn General in der Murtcr-schlacht, und thäte dabey den tapffern angriff wider Hertzog Carl in Burgund. Dieterich wäre Kayserl. Land-vogt zu Lanser und Ensisheim. Rudolph wäre an. 1527 zur zeit der «.ckormrrion Bischoff zu Basel. Es hat sich diese familie nachgehends bin und wieder gefetzet, als zu Wien, in Böhmen, Schwaben und dem Elsaß. Walther wurde an. i;;y Herr zu Salenstein und Blideck in Teutschland. Joh. Georg gelangte am 1601 z„ dem Bißthum Costnitz, und stellte die propheceyung, daß er in dem dritten jähr sterben wurde,welches auch erfolget, in deme er durch allzu lang anhaltendes fasten seines eigenen tods künstler worden, und um die abgeredte zeit dem Bißthum und dem leben vsleMcirt. Johann Hugo wäre Kayserl. General in Ungarn, und bliebe an. 1684 bey Gran in einer action mit den Türckcn. Ferdinand Leopold Graf von HallweihKaystrl. Cammcr-Herr, wurde den ic> aug. an. 1696 nahe bey Wien in einem wald ermordet, und fiele der verdacht auf den Portugesischen ^mbLtiscl-ur Carl Joseph w. cllron. k 7 p 171. k. I,;. k 4 . x. in msnriss. I-Ln. jetrleb. Lurop. 7-7^^ ckron. XlLLr. 2-l an. 141; k>. r. stzreßd p. 4;;. LeL-e-r. Zescklec^tsd. ^ ^ ^alydown / eine stadt in Northumberland, an dem «luk Tyne, allwo Oßwald,der König besagten landes, durch auruffun« des namens Christi an. 6;g. Edwalln, den König der Brilanmer schlug, weswegen die stadte,wo dieses geschahe, himmels-feld genennet wurde. Dieser sieg bekräfftigte Oßwald m jeinem Christenthum,und verursachet-, daß er Aidam aus Schott- land holen ließ, um sein volck in dem Christlichen glauben zu »„ier.- richten. in kric^nn. ^alys / ist ein fluß in Lydien, welcher auf dem berge AntitW ro gegen den Syrischen gräntzcn entspringet, durch Paphlag«» und Cappadocien läufst, und sich endlich 20 meilen von der sM gleiches namens in den Pontum Euxinum ergiest. Er ist sonderlich berühmt wegen des Crösi niderlage, welcher durch ein zweydcuW or-culum betrogen, den krieg wider Cyrum anfieng, und deßwegen über diesen fluß paffirte, als der zu selbiger zeit die gräntzcn zwischen dem Persischen und Lydischen reich machte. Er wurde aber geschlagen , und als ihne darauf Cyrns in fein eigen reich verfolgte, lcist, sich bey eroberung seiner Haupt-stadt Sardis gefangen L, ^40, L.L. ^44, V.L 210, OI71119. ^9, r. Libero. Lr-c-mi«, c. li. I. ; c. I. nok. arb.ank. I. r ioalysia / oder Alpzia / heut zu tage Alcipo. Es war em stadt in Acarnanien, üngefehr halb weges zwischen dem ort, wo der fluß Achclous ins meer fallt, und der stadt Leucas gelegen, woselbst die Achenienser eine» grossen sieg zu Wasser wider die Lacedä- monier erhielten. Es gibet hier verschiedene alte ?/-». Occro. i,i cpilt. * Äam / lat. «.IIINIM, eine kleine befestigte stadt in der Picardie, m dcr landschafft Vermandois, aufeiner ebne am ufer des fl>W Svmme gelegen, 4 meilen von 8. Quintin, zwischen Nvyon und Peronne. Louis von Lurembourg, insgemein der conneuvic von 8. Paul genennet, ließ hieselbst an. 1470 eine citadcllc mit 4 basteyen und einem viereckichtcn thuru aufführen. Die Spanier eroberten den ort nach der Wacht bey 8. Quintin an. i;;?, und gaben ihn durch den auf dem schlösse Cambrcsis gemachten frieden wieder. In wahrender liguc gab derHertzog vonAumale das ßc>uvcr,i-m-iiidon Hain Louis tleMoüiGomeron. Dieser nähme Spanische bcsatzung in die stadt ein, und behielte nur das schloß für sich; doch gereue» ihn die that bald, daß er vor kummer an. 159; starb, und darauf gieugen leine; söhne nach Brüssel, um dastlbst dasjenige cimchr« Lern, was man ihnen schuldig war. Die Spanier hielten sie an, um sie dadurch zu obligiren, ihnen das schloß einzuhändigen. Dar- villiers aber, ihr halb-bruder, wolle nicht darein willigen, sondern rieffdcn Adel aus der Picardie zusammen, welchen der Humierei führte samt dem comre gc 8. Paul und dem Marschall von Bouillon. Diese griffen dann die stadt von allen feiten an, und machten sich deren nach einem hitzigen gesteht, worinn Humicrcs selbst sein leben einbüßte, meistcr, da dann die gantze Spanische besatznng, wenige oKcicrz ausgenommen,erschlagen ward. Das mehrere und sonderlich den ausgang dieser jach mit denen; Oomcronz, welche in der that sehr mccckwürdia, siehe im articul Gomeron. Der ort iß an. 1711 mit neuen beststigungs-wercken versehen wvrden. Ramadan / eine ansehnliche stadt des eigentlich genanten Pastells oberParihiens,gegen wcstcn Iigend,und ohngefehr i;°Fca,lj. meilen von Jspahan, in dem z; oder;6 grad l-»riru-i. Mil d» gegend lieblich, die luffr gesund, und ein Überfluß an allen köstlichkeiten daselbst ist, haben die alten Könige hier in der soinmcr-hch ihre resident; gehalten; dahcro einige aufdie gedanckcn geratbcn, es möchte diß wohl der alten Lckzcznz , die Hauptstadt in Mecun gewesen seyn, weil der name aufnuterschiedliche weis von den scribcntcn gebraucht worden. Sie hat ; llirion-ninter sich, deren eine jede stadt und dörffcr in sich hält. Schemschid, ein Konig in Pcrsicn soll sie erbauet, und mit einer ansehnlichen maur umgeben , wie auch mit einem schloß versehen haben; ob sie gleich UM ges tags dieser maur entblößet ist, so ist sie doch noch grou, reich, und treibet starcken Handel. Hamadan ist auch der name cuier ve» rühmten ArabischclUntzusausdcmgeschlechtKabtan.^t'»^»^. Libl. oricnt. in ^iferAZn. * - wäre» Nymphen der eichen und rer bäume, von welchen der berühmte Sci-nvatt» Apollomus, au» einem alten historicn-schreiber, Charonte von Lamptaco, eine n- stige geschicht erzehlct. Als einer, mit »amen Rboeus, warnam daß eine gewisse eiche umfallen wolle, befahl er seinen kneclM-> ' bige zu uliterstützen. Die Nymphe, welche zugleich mit dleM bwu mc hätte sterben müssen, erkannte dieses vor eine grosse wolMM sie ihm erschien, und befahl, er solle von ihr bitten, was er wone, mit versprechen, es ihm zu geben. Dieser gab zur antwort, oas ! grösstes verlangen wäre, ihrer liebe zu gemessen. Hssrein mmgie'-. Nymphe, jedoch mit der bedingung, daß er mit keiner andern >v. bes-person etwas zu schaffen haben solle. Allein et trug M M 0 8 sich Rhöcus einstens von einer Versuchung überwalllgen lletz, > von eurem knabcn, der sonsten einen botenIäufferzwlschen Mc >o, den abgab, auf frischer that angetroffen wurde, welcher lich u.U ' nahm, seinen Herrn deßhalben zu schelten. Ais nun » r k- ->U .kill i- Mfetwas zornig antwortete, wurde die Nymphe gleichfals entrüstet, und beraubte ihn seiner mannheit. Die Poeten vermengen Ksfters die und unter einander. Eine andere züthertzigkeit von denen «Lm-itzi-ysaen hat Arcas,dcr söhn des Jupiters von der Caltisto, erfahren. Als er auf der jagd war, sahe er, daß der Untergang einer aus den nahe sey, weil ein vorbey stressend - reifendes wasser an ihres baumes wuryeln grossen schaden gethan hatte. Auf der Nymphe bitte ließ Arcas den ström anderswohin leiten, und die wurtzeln mit frischer erde beschütten , bat sich aber davor die leiste gunst aus, die er ohne weiters wegern erhielte, auch mit dieser wald-göttin, die genen- net ward, 2 kinder zeugte. Unter allen sterblichen «atmen haben nach der heydnischen theologie die »Lm^ryscieL das höchste alter erreichet. Denn nach des alten Hesiodi Meinung übertrifft der men, sehen alter, das leben einer krähe neun mal, das alter einer krähe der Hirsch einmal, das leben eines Hirschen der rabe dreymal, die tage eines rabens der Phönix neunmal, eines Phönix alter aber das leben einer kinmztzryLs zehnmal. ov-Ä. * 6aman / ein Amalekiter, war des Königs Ahasveri in Persien ksvorir. und ein grosser Verfolger der Jüden. Allein, nachdem Abasvcrus von der Königin Esther verstanden, wie sehr Haman der Königlichen autoritat mißbrauchte, ließ er ihn au eben denselben galgeu hencken, den er vor Mmdochai zubereitet hatte m ; 52;, a. c. 4^9, V. c. 2y; , Olymp. 80,2. Was serners von Haman in denen Apocrvphischen stücken in Esther aemelder wird, derselbige wäre von anrunfft ein Macedonier gewesen, und hätte der Juden undergang hauptsächlich auß der ursach zu befördern gesucht, damit der Persier reich dadurch geschwächt denenMacedoniern desto leichter zum raub wurde, ist eine handgreifliche falschheit. Dami neben dem/daßHamün in dem wahren buchEster ausdrücklich einAgagiter oder Amalekiter genennet wird,so fällt auch diese geschicht Hamans nothwendig in eine solche zeit, da das Macedomsche reich noch in so schwachem und elendem zustand war, daß es seine eigene, damals noch gar enge gräntzen nicht zu beschützen vermochte, will geschweige»,an die eroberung von gantz Asien gedenckendurffte. Noch mehrere fabeln untermengen hievon die Juden in ihrem «im Esther und verschiedenen orten des Talmuds, als ein weit» läuffiqes geschlecht-register Hamans, daß er anfangs ein sclav des Mardochai gewesen, und von deme um ein stuck brodts erkaufst worden; daß der dem König wider die Vasthi gegebene rath von ch- me herkommen, und er geyoffet durch verstossung dieser Königin seine eigene tochter aufden thron zu bringen; daß er eigentlich 208 söhne gehabt, die in der schafft gemetbte zehen aber die vornemsten unterder zahl gewesen, damahls den höchsten gemalt m den provin- tzen des reichs gehabt, und andere solcher possen mehr,welche der er« zehlung nicht iverth sind. ^amath/ war eine stadt im gelobten lande in dem stamm Zabu- lon. Es wird von selbiger das dabey gelegene land Emath oder der Amathiter genannt. Es war eine gräntz-stadt gegen Syrien zu, unten an dem berge Libanon gelegen, so von Hamach,dem 11 söhne Canaans, erbauet worden. Sonst ist ste daher berühmt, daß die von Most ausgeßmdten knndschaffter dahin kamen; ingleichen, daß sie von David frieden erhielte. Sie wurde von den Syrern eingenommen, und von Jerobeam wieder erobert. Nach der zeck brachten sie die Assvrier unter ihre bothmäßigkeit, welches des sennachmbs hvchmüthige frage veranlassete, da er sprach: wo sind die Götter V 0 !I HaiNath ? 2 c- 8. 2 La». c. rz.4 L, Llo/ c.'j. ^amarobii/ ein gewisses volck, so an Scythien gräntzte. Sie wohnten in ledernen zelten, die man auf wägen umher führen tonte, und liessen ihre tapfferkeit sonderlich wider Cyrum,Darium und Alerandrum sehen. rß-c, Hamberger/ ( Georg Albrecht) ?Kvllcos und krotswo^ pudi. zu Jena. Er war den 26 nov. an. 1662 zu Bajer- berg in Francken gebohren. An. iSgr zog er von Heübron, wo er den gründ seiner studien gelegt, auf die academie nach Altdorff, und von dar an. 1S84 nach Jena. Daselbst nahm er den grrtzuM teilten g!,, und ward an. 1689 bey der philosophischen facnltät Au. 1694 erhielt er die prokeilion, m-ützcsewz exrrsortzins. «sm, und 2 iahr daranff orcliU^m. zu welcher er auch noch an. die prokeckion. ortzin-rism pliyllces bekam. Er hat diese stellen bis an sein ende sehr wohl verwaltet, und ist vornehmlich seiner deutlichkeit wegen bey seinen zuhörern sehr beliebt gewesen. Sein rslciculus öiLecrruionum ?Ii^iico--^LtIiLMLc!c3rum , so ZU AlM 6N. ' 7°8 heraus kommen,wie auch seine übrige tzilhurLnonez sind gar wohl ausgearbeitet.Er starb an einem sicher den 1; febr. an. 1716. Hamburg/ eine berühmte,grosse, reiche und volckreiche hansee- handels-und zreye Reichs-stadt, im Hertzogthum Holstein, 7 Meilen von Lüneburg, 10 von Lübeck und 18 von der see gelegen.Gegen sü- den wird sie vö derElbe, gegen osten von derBiüe,gegenNorden aber von derAlster benetzet,welche letztere der statt,sonderlich mit treibung der mühlen grossen Vortheil gibt,und sich nachmals in jene ergeussl. Dtc ebbe und flut des meers wird allhier sehr wohl wargenomen,; ßehat e Haupt-kirchen, 1 Dom-kirche und 7 neben-kirchen, 84 brücken, zz wasser-mrrblen, 6 schleüssen, 6 wind-mühlen,6 grosse inarck- Platze; berge,und ; wasser-kunste.DasRaths-Ooii-gium bestehet aus 4 Bürger-meistern, z 8yn6ici5,20 Rathsbcrren, deren ic> Gelehrte, io aber Handels-Ieute sind, und; Das ivlwickerium beuchet aus 29 gliedern, deren Haupt der s-nior ist. Sie wird in die alt-und neu-stadt getheiler, ist mit einem wall und 2; bollwerckcn, wie auch liessen und breiten wasser-gräben wohl befestiget, und ist vas neue werck vordem stein-lhore, ingleichen die stern-schantze zwischen dein Altonauer-und damm-thore sonderlich . hat ham 9)5 6 thore und; Anfahrten zu wasserten ober-ba-M, der niber-baum welcher dergroste haftn der stadt ist/darinnen die grösten ichiffe lege, und dreAistcr.Umer andern gedauden sind das rarh-hauß,die börse, -av ichone zeughanß/und die bLNLo,nedst dem proviant-zucht-unk> wayftn-haujcrn seheus-wurdig. Sie hat ein grosses gebiete, dazu das amt Ritzebutel, das stattlcin Bergerdorss, 2 meile» von Harn- burg, nebst den 4 Maschländem, welche letzter« sie mit Lübeck ge- mernschasstllch dentzel,ingleichen im Holsteinischen der Biüwcrder, Ochsenwerder, Eppendorffer-kirche nebst noch 4 andern dörffern, wie auch Neumühlen unweit Ottenfte gehören; so hat sie auch einen austraglichen zoll, der Tollenspicker oder Zollenspicker genant, dey der überfahrt der Elbe unweit Würfen, welches ein paß, 4 Meilen von Hamburg. Sie ist Lutherischer religion, doch hat sie auch Reformrrte, Mennonisten und Catholicken zu eimvvhnern, wovon die erstere und irisiere ihren Gottes-dienst bey den anwesenden Residenten ihrer Religion, die Reformirte jedoch vornemlich zu Aitona ihre rechte gemeind haben. Es ist auch ein Dom-tzapitul daselbst, weiches der Lron Schweden zugehörec, und aus dem Probst, Dechant und rr eano,i-c,z bestehet, über biß hat sie auch ein Oimn-Uium Mullre, und auf der Johann s-schule eine sehens-würs dige öibl-ocbec, welche täglich 4 stunden geöffnet wird. Jhr name wird von einigen von den hammen oder schlucken hergeführet, weil die venachbarten solche hänffjg dahin gebracht,und den schiffleuten verkaufft haben- Andere leiten solchen her von dem /ov<- n «e. desftn btibnuß der Kayser Carolus .vi. allda soll zerstöret haben» Theils vermeyneu, daß sie von den Oambrivi» übrig sey, und vorzeiten OAlybrivium geheifftn, daraus Hamburg worden. Krantzms llsckv.rct den namen von einem alten Sächsiichei, Helden, Hain» genannt- Am sichersten ist es, den namen von dem nahe daran gelegenen wa!d,Hamma genannt, zu führen. Es wird gesiigter,Kay- str Carl der grosse habe an derAlster eine ftstung Hammasdurch oder Hohbuoch genannt,; an. 808 wider die Wenden anlegen iaft stn als sie aber an. 8 -o gantz zerstöret worden, habe sie in dem folgenden jähre gedachter Carolus X wieder erbauet,sein sohnLu» dovicus n-u- aber zu einer Haupt-stadt gemacht, und ihr riu,n um das jähr 8 ;) zum ersten Ertz-Bischoffe gegeben, an. irckx aber ist solches Ertz-Bißthum nach Bremen gekommen; Wftwok andere sage«, es habe der Bischofs Bezelinus an. 1046 diese stadt mit einer mauer umfangen, und daran 12 thürne aufgeführet r sein Nachfolger Albertus aber habe zum ersten mie steinerne kirche allda gebauel. An. 1072 hatKrako, der Wenden Heerführer,solche damals schon reiche stadt gantz zu gründe gerichtet.' Es ist dieselbe ehemals unter derSachsen gebiete gestanden,weiche sie durch gewiss st Vögte verwalten liessen; wie denn Kayser Lothar«,s Graf Wol- phen von Schaumburg als^ einen Vogt dahin setzte. Jedoch hak Woldemarus, Hertzoa zu Schleßwig, mit hüisse seiners brnders des Königs Canuli VI aus Dänemarck, diese stadt dem Röuri» scheu Kayser Ottoni IV durch krieges-macht entzogen, und selbige nachmals GrafAlbrechten von Oriamünda gcschencket; Diesee aber hat gegen erlegung 1500 marck löthigen siibers die stadt im freyheit gesetzt, und all sein recht der stadt verknustet. An. izr; kanfste sie GrafGerhardo, Johanni und Adolphs die müntze ab, wurde auch an. i;z9 von dem Kayser Carolo l V in seinen und des Reichs schütz aufgenommen; hingegen aber an. i;?; durch ebm dieses Kaystrs ausspruch zur gehorsams-lcistung gegen die Grafen von Holstein angewiesen, und ihr aufgerichteter Roland niederge« morsten. Ob nun gleich die folgende Grafen und Hertzoge von Holstein der stabt ihre freyheiten bestätigt haben, sind sie doch durch gewisse verlrägedenselben verbunden gewesen, haben sie auch, als nach absterben des letzten Grafen zu Holstein-Schaumburg selbige lande ausKöuig Chnstianum I in Dänemarck gekommen, auf gewisse masse mit ihm verglichen. Wie denn diese stadt den Hertz»- gen von Holstein, Oldendurgischen ftammcs, die Huldigung, wie- wol nicht vermittelst eydes, sondern durch Handschlag orLlliret/lmd noch an. iüo; an den König Christianum I V von Dänemarck so- thane Huldigung geschahe. Weshalden man von Dänischer ftitm auf selbige prsacnilon machet; fielst aber an. r^isund 1618 durch einen ausspruch des Kayserlichen cammer-gerichts vor eine freye. Reichs-stadt erkannt, auch hierauf an. 1641 zu dein Neichs-tage zu Regenspurq beschrieben worden, ob sie gleich wegen Dänischer und Holsteinischer oEit-won „och nicht würcklichen fitz und stimme erhalten Hai. Man hat. von Dänischer feite die rev-sicn- wider obigen außspruch gesucht und erhalten, auch haben die Dänen etliche mal, wteivot vergeblich, etwas darauf rem,ret, undson- derlich an. 1686, da einige mißhelligkeiten zwischen dem Rath und bürgerschafft entstanden, und ein reicher bürger Hieronymus Schnittgcr, die stadt den Dänen in die Hände spielen wolle», welcher auch, nachdem durch Vermittlung der Häuser Brandenburg, künedurg und Dessen dieDänrsche belagerung aufgehoben worden, nebst seinem cameraden, Conrad Gasiram, enchauptet wurde» An. 1712. hat Dänemarck seine pr«rc„iivnen erneuert, und solche in 6 bögen starck durch den druck bekannt gemacht. Worüber die stadt sich mit deiienKönigl.vLpunrten in eine Mandlung eingelassen, und endlich dem König 2zoooo. thaler zugestanden,woraufdie Dänische Völcker sich von der Stadt wiederumb entftrnethaben; daß sie aber noch bis ULw ihre freyheit behauptet, haben sie nicht so wol ihrer eigenen stärcke, als den benachbarten Fürsten zu verban- ckcn,deren inccreK- erfordert,daß sie diese stadt vielmehr in dem jetzigen zu stand erhalten helffen, als zugeben, daß sie unter eines mächtigen und zumal auswärtigen Potentaten bothmäßigkeit falle. Es haben auch dieRuffe an.171; Der stadt eine forderung von zooooo, und der Sächsische General Feld-Marschall Grafvon Flemming eine andere von ; 00000 thalern unter verschiedenen prExtea mit bedpobung der ftindseligkeiten gethan, weiche abzuweichen, 6z6 ham die stadt, dem Rußischm Fürsten Menzikoff, rosooo thaler ausgezahlt hat. Es hat diese stadt neben andern Privilegien von dem Kayser Friderico I die freyheit von allen Elb-zöllen bis in die offenbare see erhalten/ jedoch/ daß sie schuldig seyn solle/ den Elb-strobm von allen see-räubern zu befreyen/ welches xr-vüegwm Kayser Frideri- cus II bestätiget. Von dem Kayser Friderico III hat sie das stapel- recht/vvn dem Kayser Sigismundo aber recht/ göldene und silberne müntzenzu schlagen erhalten. An. 1703 entstünden Wischendem Rath und der burgerschafft grosse mißhelligkeiten / welche zu stillen ein corpo vvn Nieder-Sächsischen cräyß-crouppen 12000 mann ftarck anrückte /und der stadt mit einer belagerung drohete.Hierauf wurden nach gepflogenen tractaten r;oc> mann eingenommen/ und eine grosse Kayserliche commiMon die sache zu untersuchen aufgerichtet. Unterdessen gerieth der bekannte ksllor 0. Krumholtz in arrest / und bekam von der univ-rlstät Tübingen dieses urtheil: daß er von seinem pLitor-u solle abgesttzt werden; daß er dem Rath und andern coücZlir, die er beleidiget/öffentliche abbitte thu«/ und die unkösten des proceNes bezahlen solle; endlich daß er sich reverilrcn solle/ sich weder clireÄe noch zu rächen. Die 2Äen wurden hierauf nach Wien geschickt / von dar man den endlichen ausspruch erhalten/ und ist crmeldtcm 0. Krumholtzcn am 1; > febr. an. 171 l dasend-urtheilauf dem rath-hause xuKKciret worden / krafft dessen er aller seiner ehren entsetzet,,zu ewigem gefängnisse verurthei- ket, und zur rcllirurion der Unkosten cnncl-mniret worden. Man hat ihn hieraufdes andern tages über die Elbe nach Harburg gebracht/allwo er von dcnLüneburqischentrouppen angenommen/ und von dar nach der Hannoverischen festung Hameln, um daselbst ewiges gefängniß zu halten/ gebracht worden. Es sind auch nach- gehends die commiillo/15-troüppen sämtlich aus Hamburg abgezogen/ und hat also der streit sein ende erreicht. x/ELffmorop, x-r- tik, ; L/z-i/e-". Ocrm. /Vnc. 44 IS41. Daniel / ( Jo. Baptista ) ein berühmter Frantzösischer Geistlicher und nkitosopku; , war an. 1624 in der Normandie von Nicolao 6u Hamel / einem Advocaten / gezeuget. Den ansang seiner studicn legte er zu Caen / die rk-tvric aber und pkiwiopkie erlernte er zu Paris. Insonderheit legte er sich auf die mrrkciin. und schrieb in dem i8dcn jähr seines alters einen kleinen tractat/ worinuen er des Thcodosii bücher von der chk«,-/- erklärte/ gleich, wie er auch bald darauf eine rngonom-rri- c-K'rte. Im lyden jähr seines alters gicng er in die conxrcß.icionc-2 o»rorü, worinuen er io jähr verharrete / bis er nach diesem eine Prediger-stelle in dem dorffNeuiüy an der Marne bekam / und an. 1656 machte ihn der Groß-Almostnier von Franckreich, Cardinal AntoniusBarbarini/ zmn Almostnicr des Königs / da er nicht allein die bücher fleißig laß/ sondern auch an. 1659 einige fachen zu schreiben anfieng. Als Colbert an. iö6ü die Lcrllcmic der wissenschafften stisslete, wurde er zum 8ccrc»ric, darinnen verordnet. Weil er auch einen saubern Lateinischen kyium schrieb / wurde ihm das buch von den rechten der Königen von Franckreich auf die Niederlande in das Latein zu übersetzen aufgetragen / welches an. 1667 unter dem titul : iicgin« LkrilliLnillima: jura in clucsrum KrLkznriL , üc slior ^iiionis tiissanic« vrincipsw; heraus kam. Als Colbert von Croissy an. 166z zu dem Attischen friedens - schluß geschickt wurde, nahm er ihn als 8ccr-rLrium mit sich dabin / und von dar in Engelland. Er kam über Holland wieder zurück in Franckreich / und schrieb viel jachen / zumal an. 1678 sein ffllKcmL pkiwiopkicum oder ?Ki. tolopkism vcrc/cm öe uovZiri »cl uiuni 5cko>« sccomrriogLtLM in rcgi- »urgunctis p-rrcL^rLin. welches sehr wvhl aufgenommen wurde / und an.läyi sein ffllk-ms rkeologicun, oder Meolvßirn, tpcculsrriccn, öc prLÄicsm juxr-, L8- ?Liruni llogmirs pcrcrLötLrsn,» in 7 rnmis. Er starb endlich den 6 aug. an. 170S. Seine übrige schrissten sind : sll/cmomiL pkvkcs ; mereorir öe tollstiku5 ; üe conleniu vcteris öc novL pkilotöpki/r ; ciillcri. lle privllcßüz monall. 8. ücrinLni ksriiicnlls; lle corporum sllcÄlonibur; lle wcnce ku- »NLN 2 ; lle corpore snimrco; Oper» pkilolopkics öc sllronomic» ; über irpienri« ; rkeologi.i: clericorurn leminsrüs sccomwogLcL tliimmrri'um; inltiruriones kiklics: ; commentzrii in pHImos, libror L^Iornonis L LcclclrLlticu,» ; regiL sciencirruin scLilerniL kiitori» ; bikü» 5 -cr/l vul^-kL ellikionir. "Seine philosophische wcrcke sind an. 1681 zu Nürnberg in vier bänden in 4 zusammen gedruckt. bto2/<, ü//cr. tepcccnbrii 1707 p. zoo. bist. «Zu re- nouvcll. go allda beruffen wurde/folgte er ihme dahin. Hierauf begab er sich auf academien / und als er sich in der theologie vest gesepet, fieng er an Lutheri lehr zu Camcn vorzutragen. Als man rhn aber von dar vertrieben / nahmen ihn die Lano,ii-i zu Bilefeld auf/ woselbst er die jugend in den Psalmen und in dem catechismo Lutheri unterrichtete. Allein weil er auch allhier viel feinde fand/ muste er sich an. r??4 von dar nach Lcmgou verfüge» / und als sich daselbst gleichfalls einige urwuhen erregten / wurde er durch Vlatennm / den Cantzler von Düsseldorfs/ genölhigct / sich von dar weg zu begeben. Er wandte sich dannenhero nach Rostock / um nach des Magistrats zu Lemgou verlangen in OoÄor-m rKcoiogiL corum, Augspurglschcr coofcll/on zugethan, sich befindet. Dieselbe hat er samt dem damals darbcy liegenden mcyer- hofdein Stifft Fulda verehrt, welche -lEw-, Kayser CarolusZ!. nachgchcnds besichtiget, worauf der meycr-hof bey der Hamelau wegen der erbauten coin-ßi-c-kirche mit der zeit volck-reich worden , so, daß aus den da herum liegenden 10 dörffcrn die stadt Hameln entstanden, und von ihren damaligen Herren mit freyheit« begnadigt worden. Als nun diese stadt von jähren zu jähren M« nommen, hat der damalige Abt von Fulda an. ir;y dieselbe wider der einwohner willen dem Bischoff Wedckindo zu Minden zn verknusten sich unterfangen. Als aber der Bischofs die stadt mit gemalt ihm linterwürffig machen wollen, hat dieselbe sich unter Hertzog Albcrtum N. zu Braunschweig und Lüneburg, als ihren Lands-Fürsten und Erb-Hcrrn, begeben, welcher sich ihrer angenommen , und alle derselben rechte besichtiget bat. Sie ist solider» lieh berühmt wegen des zufalls, der sich den 26 jun. an. 1284 daselbst begeben haben soll: Denn als die einwohner sehr mit ratzen geplagt waren, gab sich ein musicant an, mit dem erbiethen, selbige vor eine gewisse stimme gelds, die man ihm auch vmviiligte, zu vertreiben. Als nun hierauf der Pfeiffer seine pfeisse anstimmte, so tauchen ihm alle ratzen in der stadt hinten nach, gicngen mit ihm in den fluß hinein, und ersoffen. Da solches geschehen, for. derte er seine zahlung, welche ihm aber verweigert wurde. Darauf fieng er ein neu stücklein an zu spielen, wodurch alle kinder in der stadt männlich - und weiblichen geschlechls dermaßen bezaubcrt wurden, daß sie ihm durch die bungelosc gaffe nachfolgten bis zu einem nahe bey der stadt gelegenen derg, der Ruppelbcrg genannt/ welcher sich eröffnete, und alle mit einander verschlang, bis auf ein einchges, welches zurück blieb; und, wie einige vorgeben , sollen die kinder nachgchcnds in Siebenbürgen wiederum gesehen worden seyn, und die allda noch befindliche unter dem na- mcn der Sachse» bekannte eimvohnere Teutscher svraach ihren Ursprung haben. Zum andcncken dieser traaddie wurde verordnet, daß man in allen öffentlichen schrissten nach der zahl von Cbrisn gcburt auch der zcit, wenn diese kinder von dem berg verschlungen worden, gcdcncken solte. Ob nun gleich viel solches vor eine wahre Historie haben ausgeben wollen, so hat es doch Mach« Schoockius weitläufftig widerlegt, und für eine erdichtete fabel gehalten, zumal da es mit keinen gnugsamen zeugniffen bewieien werden kan, die Sachsen auch schon lange zuvor in Siebenbürgen kommen sind. Die übrigen gcschichte der stadt betreffend, so W sie an. ig;i und ir6o durch fcncr, und iz:r, 16;;, 164z ourH crgiessung des Wassers zimlichen schaben gelitten. Allhier hub« an. z die Kayserlichen, welche die von den Schweden belMie stadt entsetzen wollen, in einer schlackst 6000 mann verlohren, worauf sich die stadt so bald an Schweden ergeben. wss°gr> Lruniuic. p. yg ae prsstigü« s-emonum l- > c. ^e exiru bismelenli. in musur^is t. rl. - c. z. §cz,ooc/i/-t-cle tskuls kirmetenll, ->n. ;i. ^amervleben / ein reiches Augustiner-kloster in dem st thum Halbcrstadt, welches Remhardus, Bischvff zu Halber« < an. no 8 vor Osterwick angelegt, und 4 iabr hernach dem MW Pancratio zu ehren hiehcr versetzt bat. Mechlildis, des MW fen zu Sachsen, Friderici von Sommcrscburg gemahnn, vielleicht durch ansehnliche Verehrungen die groste uriach oarzu s geben haben, daher» sie auch von einigen snr die stWrm mu den ausgegeben wird. Hugo ci- 8 . Victor soll sich gle>« naw «v fun-lscion ällhicr aufgehalten haben. Ob schon in dem land per wenig Catholische, so ist doch diesesklosteriwchimmerim« und erhaltet seine zahl Augustiner - ordens - brudcr. WM reich, so ist es denen repreimkcn, wann anderer orten denen: testirenden ihre kirchen- gülere genommen worden, von z zeit unterwoMn gewesen. rcr.Q-rm. rsw. l ham Hamet Ben - Abdala / ein Mahometanischer Prophet. Er empörte sich wider die Sherifs , nahm ihnen das Königreich Fez und Marocco, und nennte sich einen König von Africa. Mulei Serdan, der König von Marocco , lieferte ihm eine schlecht, um sein Königreich wieder zu erobern, wurde aber durch krafft einiger zaubereyen geschlagen. Nachdem nun Mulei hinter den betrug gekommen war , ließ er sich zum andern mal mit dem feind ein , und nahm weit mächtigere zauberer mit sich/ als jener hatte, wodurch er auch zu seinem zweck gelangte: dann Hamct wurde geschlagen und getödtet; das geschlecht der Sherifs aber kam hierdurch wiederum aus den thron. So erzehlen es wenigst die abergläubische Araber. bibi. orienrsi. Hamilcar/ siehe Amilcar. Hamilton / ist der name einer alten Adelichen familie in Schottland. Der urheber derselben hieß Hantoun oder Hamptoun. M dieser nach der glücklichen schlacht, die Robertus Bruys, König in Schottland/ wider die Engelländer erhalten / hiervon an dem Englischen Hofe gar wohl redete/ verdroß es einen von der Königlichen gsrlle, Johann Depensier / daß er ihn anfiel und verwundete. Hamptoun suchte sich zwar zu rächen/wurde aber damals durch das volck, so darzwischen liess/ verhindert. Den dritten tag hernach fand er seinen feind an eben demselbigen orte / und brachte ihn um. Damit er nun der straffe und der gsrge.gewalt entgehen möchte / flöhe er zu dem König Roberto in Schottla nd/ welcher ihn mit aller gna- den-bezeugung aufnahm/und ihm ein gut/ Eadgva genannt/ an dem flusse Glotta schenckte / damit er ben Adelichen stand führen tönte. Es hat aber dieses gut nachmals den namen Hamilton bekommen / und selbigen dem gantzen geschlecht gegeben. Es ist aber fast in die 100 jähre in keiner besondern aufnähme gewesen / bis König Jaco- bus III seine schwesterMariamQtuarl demJacobo Hamilton gab / und ihm die Grafschafft Aran / so aus einer insul von dem flusse Glotta bestehet/ schenckte. Er hatte ; kinder / Iacvbum Hamilton 11/ der ihm folgte/ von dem hernach; eine tochter Margaretham / die an Xtsrcb-eun, Stuart/ Grafen von LeviN/ vermählet war; und den dritten Hamilton/ welcher von seiner gemahlin Stuarta, des Hertzogsvon Alban tochter/ einen st>hn hatte, namens i^cncium Hamilton / welcher wegen der Protestantischen religion verbrannt worden. Iacobiis II aber hatte 2 gernahlinnen / eine aus bem Hause Humey, die er verstieß / und die andere Ianetam Betoniam / des Cardinals Betonn muhme/ von welcher er Iacvbum III/ und Jo- hannem hinterließ / von welchen beyden hernach. Iacobl Hamil- lons III söhne von des Grafen von Morton tochter waren, Jaco- bus IV/ Graf von Aran. Dieser/ weil er blödsinnig war / bekam Iacvbum Stuartum/ einen verwegenen mensche»/ zum Vormunde, welcher unter dem scheine der vormundschafft dieGrafschafft Aram das schloß Hamilton / Kinvel und andere gütcr der Hamiltonischen familie an sich zvg/auch wider alle biüichkcit durch des Parlaments ausspruch an. i;87zum Grafen von Aran erucnetwurde. Johannes undClaudius aber wurden an. 1579 mit weil) und Andern durch Missten ihrer feinde aus Schottland vertrieben / da sie denn ihre zufluchtbey der Königin Elisabeth in Engelland suchten / durch deren Vermittelung man auch selbige nach verlauffs jähre ccltt-uirte, und der erstere Johannes wurde an- i zoy von dem Könige Jacobs VI zum Marggrafen von Hamilton / der jüngere Claudius aber zum Baron von Paslay gemacht. Johannis söhn war Jacobus V, welchen der König an. 1619 zum'Baron von Ennerdal und Grafen von Cambridge in Engelland / zum Cammer-Herrn, zum Ritter vom blauen hoscn-bande und zum Lcn-cllsin des Königlichen Hauses machte / von dem hernach. Er starb in seinem besten alter den 2 mertz an. 1624, nicht ohne Vermuthung empfangenen aiffts, und hinterließ von seiner gemahlin/ Anna Cunningham / des Grafen Jacob! von Glencarne tochter, Iacvbum VI und Wil- helmum, von welchen beyden hernach. Jacobus VI hatte nur 2 tochtern, Annam und Susannam. Die älteste Anna wurde mit Wilhelm Douglas, Grafen von Selkirk, vermählet, welcher hierdurch den titul eines Hertzogs von Hamilton erhielt. Dieser starb den 28 april an. 1694, und hinterließ Iacvbum Douglas, Hertzog von Hamilton,Grafen von Aran,Groß-Schatzmeister von Schott- land, dessen erste gemahlin war Anna Spenser, GrafRobcrts von Sunderland tochter; die andere des Baron Gerhards vonBrom- ley tochter, mit welcher er sich den 27 jul. an. 1698 vermählet. Seine geschwistere sind Carolus Hamilton,Grafvon Selkirk, i.orll-Ue- xckrsror in Schottland, welches amt er an. 1702 niederlegte; Johann Hamilton, welcher ehemals wegen hochverraths gefangen gesetzt wurde; Georg Hamilton, Graf von Orkney, General-Major und Oberster von einem regiment zu fuß; Basil Hamilton ertranck im sept. an. 1707 im flusse Minock, und Archibald Hamilton, ward Schiffs-Cavitain. Es ist auch dieses geschlecht und name noch jetzo in Schottland gar betank, indem Dugdale in seinem Verzeichnisse desSchottländischen Adels, Hamilton, Grafen von Abercorne, Carolum Hamilton, Grafen von Hadinqton, Johannem Hamil- lon,Freyhecrn von Bargeney, und Johannem Hamilton, Frey- berrn von Bilhaven, anführet. Auch wird in der an den König Wiihelmum III übergcbenen Schottländischen nsrionsi - »llllrem der name Hamilton sehr offt mal gefunden. IM. Lcore liii). 8coc. r yjf). Nritsnn. bsronsgium. ccmi» wmr. llc Ouc. VIsinilton. gen. Lritsnn. 9. pr. c. 14. hamilton/ (JacobusII)Jacob! I söhn. Erfolgte demva« ler m der Grafschafft Aran/ und hat sich durch verschiedene factio- nm berühmt gemacht. Als AIcrander/ DavidundWilhelmHu- >M wegen allerhand unruhen/ so sie zu Königs Jacobi V reiten angefangen / von dem Hertzog Johanne von Alban als v>c- - K- yarrn xrvüribirt und daraus genöthigt! worden sich zu ergeben/ ham 657 wurden sie dem Grafen von Aran anvertrauet. Dieser aber / weil er threschwestrr zur ehe hatte/ ließ sich durch selbige bewegen/ eine neue conMLnon wlder den v-ce.anzuspinnen / und stickte lelbi! a s nächster erb des KonigreiMdse Verwaltung desselben Er zog Stuart / Grafen von Lernn / seiner schwester en- ckcl/ auf seine sme / wurde aber bald wieder zur ruhe gebracht/ und von dem v-ce - ke. als er in Franckreich reisete/ unter die Ou. "'nennet/ und dem jungen Königlichen Prmtzen zum Hofmeister gegeben. Hlcrauf entstunden zwischen lhm mid dcm vußi/.-, Grasen von Angus/ zwistiqkciten/ dergestalt/ daß es zu einem Hand- gemengt kam/ worden des Grafen von Aran bruder umkam; es wurden aber diese unruhen durch des v-cc- Köm. izri geschehene rückkunfft qesttllct. Es wahrte nicht lang/so brachen die strcittgkeiten zwischen den Hamiltonsund dem Duglaßlschen geschlecht von neuem aus. Denn alsJacobus V aus der Reichs- Stände rath die regierung selbst antrat/ solche aber allein zu fuhren nicht vermochte/ sondern sich darbey aufseine mukker und den Grasen von Aran mit verlassen muste/ verdroß selbtges den Grasen von Angus und denJohannem Stuart dergestalt/ daß sie zu den Waffen griffen/ und wurde zwischen jenem und dem Grafen von Aran ein scharmützcl gehalten/ in welchem dieser den kurtzern zog. Weil es aber dem Grafen von Angus mißfiel/ daß Johann Stuart hierbei) so stillgesessen/ söhnte ec sich mit dem Grasen von Aran wieder aus/ und giengen beyde auf Stuartcn loß / da denn dieser in einem scharmützel umkam/ und von allen sehr bedauret wurde. Des Stuartslod suchte nachmals einer seiner bedienten zu rächen; dannenhero/ als er zu E- denbnrg den Jacobum Hamilton / des Grafen von Aran söhn / antraff/ da er aus dem schloß gehen wolle/ brachte er selbigem ohnverschens 6 wunden an. Lcor. iib.14. I. 9. gen. Lriksnn. ?. I c. IZ IÜ. hamilton / (Jacobus III) war des obigen Jacobi II söhn. Er wird von Bnchanano vor einen machten söhn gehälten / und zwar darum / weil er von der Janctta Belonia/ des Cardinals Betonn muhme/ welche bemeldter Graf von Aran noch bey leb» zelten der ersten verstoßenen gemahlin gechlichek/war gezeugekwor- den. Nichts desto weniger folgte er dem vater in seinen würden und Herrsch äfften. Als er von den wunden/ die er von des Stuarts diener/ wie obgedacht / empfangen/ wieder genesen/ kam er in grosses ansehen. Wanncnhero er auch nach des Königs Jacobr V tod zum OubcrnLror des Reichs und zu der Königin vormund als der nächste anverwandte ernennet wurde. Dieses übernahm er mehr aufseiner freunde einrathm/ als aus eigenem gefallen / und versähe selbiges unter mancher! ey LLttonen , die er erleben muste/ gantzer ic-jahr- Als man aber an. iz;; rechenschafft von ihm fordern wolie / ließ er sich durch der Frantzosen zureden bcwegen/daß er abdanckte/ und die regierung der Königlichen mutier überließ / erhielt hingegen cbLccicrLur in Poitou von dem König in Frankreich / nebst dem Hertzoqltchen titul und einer jährlichen von 1200c, Pfunden/ wurde auch/ wenn die Königin ohne kindee versterben solle / znm erden ernennet. Als einige jähre verflossen waren / suchte Jacob Hcbrun / Graf von Böthwcl / der gantz verarmet/ neue Händel anzustifften- Zu diesem end suchte er den Grafen Murray mit den Hamjltonen zusammen zu hetzen/ spräche auch erstlich die Hamiltone an/ erbot sich/ den Murray hinzurichten / und fand bey selbigen gutes gehör / indem sie die Königin gern nach ihrem willen haben wollen. Sein ältester söhn aber/ Jacobus / war der eintzige aus diesem geschlecht/ welcher nicht einstimmen wölke/ sondernden Grafen Murray durch einen zugeschriebenen brieswarnete. Als nun selbiger daraufantwortete/ erbrach dessen vater in seiner abwesenheit den bricf/ und da er daraus ersähe/ wie die fach durch seinen söhn entdecket worden/ ließ er ihn in gesangliche hasst bringen/ daraus er aber entkam/ und sich zn der Königin wendete/ welcher er den gantzen verlaust erzählte. Als man ihn nun in derer/ die er angegeben hatte/ qegenwart befragte/ wurde er dergestalt beweget/ daß erseldst nicht wüste/ was er sagen solle/ indem ihm theils die liebe/ die er zn der Königin trug/ anlag/ theils die genaue freundschafft mit dem Grasen Murray / theils/ daß er auch seinen vater nicht gern in ungluck bringen wolle/ und da er keinen zeugen aufzuführen wüste / erbot er sich/ mit dem Grafen Dothwel sich in einen zwey - kampff einzulassen. Indessen wurden verschiedene eingezogen/ und derHamil- ton zu 8- Andrews in dem Bischöflichen schloß vcrwahrlich gehalten/ wicwol der vater der Königin zum össtern anlag / daß sie den söhn und die andern gegen satlsame bürgschafft loßgeben mochte. Nach diesem meng er aus Schottland in Franckreich/ als er abeL vernahm / wie die Königin Maria in Engelland geflohen wäre / und daß die Königin Elisabeth zu Londen eine Versammlung angestellet/ der Maria fach zu untersuchen / gieng er/ auf der Her- tzoge von Guise anhalten/ auch dahin/ und machte dem v.ce- ks- welcher von der Königin Elisabeth gleichfalls nachLondm beruffen war / wegen geführter -MminitttLri»-, des Reichs/ viel Händel / fand aber kein gehör. Er kehrte darauf in sein land zurück/ starb an. i;?; / und hinterließ 4 söhne/ Jacobum/ Gra- fen von Aran/ Johannem/ Claudium und David/ welche; letztere aber etwas im kopff verrückt waren/ so sie theils von mütterlicher feite geerdet hatten. kill. 8cot. I. 14. 1.9. snnsl. p. I. rcr. Lrirsnn. 1.1. /Mdo/i genest. Lrir. k. l c. iz p. 96. Hamilton/ (Johannes)cin sohn Jacobi II/ Grafen von Aran/ und JanettäDetonia/ einer Muhme des Cardmals Be- tonti/welche sein vater/nach versioffung seiner ersten gemahlm/sich bevgelcm hatte. Er studirte in Franckreich / und ward anfänglich II theil. Ovoo M 658 ham Abt von Paslay/nachaefiends aber Ertz-Discboffvon 8. Andrews/ auch eure Zeitlang Reichs-Schatzmeister. Jlls sein älterer bruder'/ IacobusHI/ nachd-esKönigs Jacobi Vtod/ an. 1^42Regent und der jungen Königin Maria vvrmund war/ ließ derselbe lieh durch rhn fast in allen stücken regieren / welches um so viel weniger ju verwundern/ weil es jenem von natur an much und au guter reiMunon fehlte. Als derselbe nach 10 jähren sich bewegen ließ/ die gedachte Rcgentcn-stetle der verwittidten Königin abzuwetten / gab der Er!;»Dischoffscin Mißvergnügen und zugleich seinen ehr« gcitz mit diesen Worten zu erkennen: sein brnder wäre eine tumme tz-K-e - daß er zu einer solchen zeit das heffte der rcgierung aus den Händen gegeben/ da zwischen ihm und dem thron,mehr nicht/ als eine weibs-verson/ sich befände. Es fiel auch würcklich diesem Präla» tcn so schwär/ in einem privat- stand zu leben/ daß er wider die verwittidke Königin eine mächtige >>8»«.- formirte/ um dic vorige gemalt wieder an sich zuziehen/ worein er den grvsten theil der clc« riscy zog/ ingleichcn alle diejenige/ so nickt gut Frantzostsch ge- sinnet waren. Jedoch die Königin enllrässtcke diese ü-ct-o« durch eine andere/ deren Haupt der ?nc,r von 8. Andrews / ein natürlicher söhn ihres verstorbenen gcmahls/ war/ ingleichcn durch den bevstand der Ncsormirlcn / denen sie in ansehung dessen viel tren- heiten verstattete, indessen fuhr der Ertz. Bischofs fort/ sich durch allerhand laster/^sonderlich der grausainkcit und der hurcrey/ verhaßt zu machen. Dieser letztem war er überaus sehr ergeben/ und unter anderm hatte er die fra.u eines seiner anverwandren/eine tockter Robcrti Scmplii/ entsübrct/ die sich hernach nicht änderst/als sein ordentliches eheweid bev ihm aushielt. Erchatlenach« gehendsgrossen antheilandenveränderunaen/ die in Schottland durch dieermordung des Regenten/ Jaeobi/ Grasen von Mur« ran/ inqlcichcin des Königs Henrici Darlet)/ sich zutrugen. Ja «r ward beschuldiget/, daß er so wol des einen/ als des andern tod hätte befördern helffen. Unter diesem verwand geschahe es / daß ihn der Regent von Schottland/ Matthäus Stuart/ Gral von Levin/ den 1 april. an. ^71 / fast ohne die geringste qerichts« form / zu Sterlin anfhcnckcn ließ/ nachdem er ihn kurtz zuvor durch einen unvermiikhcicn Überfall aus dem schloß zu Dumbarlon hatte gesanglich hinweg führen lassen- Diesen schändlichen tod soll ihm der berühmte Cardanus / da er ihn an der waffcr-siicht curirct/ gankc >8 jähr vorher verkündiget haben/ welches aber so leicht nicht zu glauben isi/weil Cardanus in der thal/auch so gar seiner eignen bckänntniß nach weit össlers gefehlt/ als mit der war- heit cingetrossen/undzwarin denen vrophcec»nngcn/so er inEngel- klnd/uud unter andereul für den KöiilgEduardum V l verfertiget/ «m allermeisten. Leslev gibt diesem Prälaten ein sehr gutes zeugniß; da hlnqcgciiBuchauanus ihn aufalle weise herunter macht.So viel ist gewiß/ daß er ein sehr kluger und fertiger mann/ auch nicht un- gelehrt gewesen; wie er aber ben solchen cigcnschafficn zur regte» rung eines staals sich nicht übel geschickt / also hat er andcrntheils in ansehung seines üppigen und wollüstigen lebens in den geistlichen stand gar nicht gelaügt. Wegen des Grasen von Murray hat er so viel bekennet / daß er die anschlägt zu dessen ermordung vorher gewußt/ und daß es bey ihm gestanden/ solche zu hintertreiben; allein an des Königs Hinrichtung leugnete er beständig/daß er einige schuld gehabt, -v- r. - p.67;, ?>- , 71-6, ». r 0. 24.4. Iiilk. 8cor. -cr. 5 coric. I. i; üc 20. Hamilton/ (Johannes)Marqgraf zuHamiltou in Schott- land. Dieser war des obigen Jacobi Hamilions I II/ Hcrtzoqs zu Ehatellcraut in Franckreich und Grafen zu Aran in Schottland/ fokm. Er verlohr seinen vatcran. 157;/ und weil derselbe samt andern seines gcschlechls das hauß Siuart den Minderjährigkeit des Kömgs Jacobi Vl in Schottland am meisten verfolgen helffen/ auch an der enklelbung der 2 Königlichen Ltadihaltcr / Jacobi Stuarrs/ Grafen zu Murray/ an. 1470/ und Mattheit Stuarls/ Grafen zu Lenin/ die vornehmste ursach gewesen/ mustcn es davor seine söhne entgelten / und schickte der König Jaeobns an. 1,-7? wider sieein kricgs.hecr/ so ihre schlösset einnahm/ ihr land verwüsten'/ und ihre gmcr c uMnate/ davon der Hertzog zu denox Paslay und der Gras zu Marr Arbvth mit ihren zubchörungen bekommen. Weil unter andern Jacob Stuart die Grafschassk Aran und andere seine güter bekam / verband sich Hamillon an- -z8; mildem Grasen zu Morton aus dem haußDua / nebst andern / und that einen uiivermulhctcn cinsall zu Dterlin/ occux-lrle den ork/ kam aber sofort/ und fiel dem Komq zu fuß/ bat um gnad seiner aütcr/ die er auch erlangte / und muste sein feind Jacob Stuart fluchtig werden/ und sich von dem hofrcrin. rcn. Er verband sich hierauf nebst seinem brnder Claudio/ dem Grafen von Hnndley und andern an. >>87 wider den Reichs« Eautzlcr Joh- Warwa! von Mandland/ konte aber/ weil der König selbigen schützte / nichts ausrichten. Er rcisete an. 1588 mit seinem König in Däncmarckzu seinem dcylagcr/ und als an. 1591 Gras Frantz zu Dothwell ncue unriihe in Schotlland anrichicte/ half er solchen verfolgen. Er weigerte sich dem an. 1 ?9t Zu Edenburg angestellten Reichs-convcnt beyzuwohnen / weil Aidoviciis Stuart/ Hertzog zu kenor/ ihm in lraguuq der Königlichen croue vorgezogen ward / wohnte aber dem Reichs-convent an. i;98 bcv / und ward an- -;99 roi iciueni König zu einem Marggrafeu von Hamilton gemacht/ mid als derselbe an. >aoz sich nach Eu- oclland begab/ blieb er in «Lchottlaud in einem privat«leben/ ausser baß er die aufsticht über die Schottischen qräntzen gegen Engel- tand hakte. Als der König JaeobnS an. >6,7 in Schottland kam/ und er ihn aufseinem schloß lractine/ geriet!) er mit Georg von VlllcrS/ der nachmals Hertzog von Buekingham worden/ in sonderliche lrcundschasst/ durch dessen/ als damaligen favomm/ ham Veranlassung, ihn der König in würckliche dienste gehrre/ darein er sich auch begab / und seine übrig! zeit ig §2 land zubrachte. gen. nric. p. 96. Hamilton/ (Jacobus V) Graf von Cambridge und Uran, Daron von Ennerdal/ Rlttervon dem hosen-band. Er warÄ vblgen.Jobannls söhn / und wurde von dem König Jaeobo Vt gar warlh gehalten/ denn derselbe machte ihn an. 1619 meinem Freyherr,, zu Ennerdal m der Provintz Cumberland / meinm Grasen von Camoridge/ auchdmgmertz an. ,üri w stimm Cam. mcryerrn/ und zum Steward über die Königliche baukkK tung/ wre auch zum Ritter des hosendandes/ und schickte ihn da- l'dUsülö settien SMtts/rnd/ wn von den Reichs- Ständen daselbst gcld-hülffe zu Ewtto» dl Pfaltzischen lande in Leutschland zu begehren / welche er auch er. hielt/ und tu kirchen-sacheu bey seiner anwcscnheit viel nü«ks stifftete. Au. 162; war er einer von den Königlichen DeWirlen/ die mit dem Spaustehen Gesandten wegen der Chur-Wiigschm rctdm-<0„ zu Londeu c-Lstst-en musten-Er starb den 2 mertz an! 1S14 zu Whltchal inLonden/ und weil sein leichnam sehr auffqeschwol- len war/ glaubte man/ ihm sey gisst beygebracht worden. Den LuÄorem kau man nicht wissen/ ohne daß ein t-ieciicuL, Eoiech« zu Londeu vorgegeben / es habe es der Hertzog von Vuckmchaln gethan. Wem corper ward in Schottland gcfuhret/ und bey ich neu vorfahren zu Hamilton begraben. Der König Jacodiis M dessen tod vor einen vorbotken seines eigenen/ der auch inselbiW fahr erfolgte. Er warum Anna/ Johann Cunningham/Grafen zu GIcncarne in Schottland tochter/ vcrehlichct/ mit weicher er 2 whnc/ Jacodum und Wilhelmum/ anfangs Grafen zuken. rick/ hernach auch Hertzog zu Hamilton / wie auch z töchter/An. nain/Ludwig Lindscy/ Gräsens zu Craffort in Schottland/gemch lin/Mariain und Margaretham erzeuget. Lm 4. Hamilton / (Jaeobus VI, Hertzog von) Grafzu Cambridge rn Engeitcmd und Schottland. Er war des obigen Jacobi V söhn, von Anna,Joh. Cunningham,Grafen zu Glcncarnein Schottland tochter. Er war mit dem Könige Carolo in Groß-Britannie» ans. erzogen,und lurc-a-rte seinem vater an. 162z in allen seinen guter», warb Marggrafzu Hamilton,Grafzu Aran,ingleichen Freyherr zu Anin in Schottland, Graf zu Cambridge und Freyherr zu Enncr- dal in EngeUand. Ihm wird deygemessen , daß er nach seines Vaters und des Königs Jacobi wd einige Hoffnung zu der Schottischen cron gehabt, mich Lurch sternseher darzu sey verleitet worden. Ferner soll er den David Ram, wiewol vergeblich, deßhalden nach Schweden geschickt haben. Wie denn auch auf sein zulassen ein buch von der Hamiltons recht zur crone, gedruckt, hernach aber durch den scharff-richter verbrannt worden. Er blieb bey dem König Carolo in guten gnaden, welcher ihn auch zu seinem geheimen Cammer-Hcrr» und Obersten zu Pferd machtc.An.i Ho hub er den jungen Printzen Carolum II im namen Churfürst Friedrichs V von der Pfaltz aus der tauffe, auch wurde er in demfelbigen jähr znm Ritter des hosendandes gemacht. Nach dem zwischen dem König Carolo I in Groß- Britannien und dem König Gußavo Adolph» in Schweden an. rSz i gemachten bündnisse, führieer üoooEngelländcr in 4 regimcntern zu fusse dem König in Schweden zu hisiffc auf Teutschen dodcn, und hatte ben diesem letztem durch feinen vetter,den Obersten Alexander Hamilton,die Werbung aufseine eigene lösten zu thun sich crbotten. Er kam den rs ml.mit solchen völckcrn in den Sund,gab auch eine neue im-c-mon vonklci- nen stücken an, mit welche» viel auszurichten wäre, weshalber ihm gedachter König zu deren Verfertigung etliche ciscn-bämmer und eine gewisse gnantität eisen angewiesen, und nach der bey Leipzig erfolgten schlackst, ward er von ihm, nebst dem General-Mivr Aleränder Lesle, an der Oder zurück gelassen, um aufdttKnMli- chcn activsten acht zu haben; er zog aber bald wieder in sein vat- terland. Vcine widerwärtigen gaben ihm schuld, daß er eben bist armee wider stinen eigenen König habe brauchen, in Hüll einen berühmten Laven einlanffen, und dem König gar nach dcm icbm lrachtcn wollen. Dieses ist bekannt,daß er dem König zu allerhand fachen, die ihn bey den Unterthanen verhaßt mache» konken, gerathen , und solche Eioiim hernach bey dem gemeinen mann IW im^vbiret. Man gibt ihm auch schuld, er habe des Königs brüst in feiner fchlass-kammcr, darinnen er vielmals zu schlafen vßcgcn, viiirirct, und die Heimlichkeiten hernach ausgebracht, nm den W lüg bey den Schotten zu verunglimpften, auch die Parlamentezii deruffen, und hernach wieder aufzukündigen, gerathen, wmW er dcn innerlickien krieg in Engcl-und Schotlland erregt. M KW Carolus I in Engelland auch an. iHz in Schottland gccrom worden, und die neue kirchen-ordnung oder pui-i-cste, w Schotten aber ein bündniß, das conven-m genannt,darw!dcrm- richtetcn, sendete der König diesen Herrn, den er aus einem AMg- grafen zum Hertzoge von Hamilton gemacht, an. l6Mwcnm> nach cinandcö in Schottland , um diese fache zu stillen, da cremn ansehnlichen einzna zu Edcnburg hielte, auch von dem Kon gw hielt,daß in solche siadt das Parlament und der Rath der "ist wegen einiger r-v-ik en von dannen sich weg zu begeben EH- - waren, wieder dahin bcruffcn wurden. Er demübctt sich «ua-»! ' ferst das co»ve»3nc zu cziisteu, konte aber nichts mehr ^ ' . cicci-r-tioi, erhalten, daß solches nickst wider den Koma geMi wäre, daß er also in den 2 erstem reifen nichts ballpsiachttchev, der dritten aber so viel ausrichtete, daß der König cmen der Schottischen clcrisey verwilligte, die wegeii der bc--rg>"U-'g lassene Verordnungen "ii.rte, und ein neues bundniß>sv de. K« cvnvsnLur genenüet ward, aufrichten ließ. In dem Mwn Masco gehaltenen H»oäo xr^llairte er wegen des Königs, und wie er vetmerckte, daß einige geistliche weit-ausfthende gedancken führten , hnb er selbst den 28 nov. an. i6;8 solchen hnoöum auf/ und meng zu der kirche hinaus, dem alle von dem Königlichen rathe folgten. Diese veriammleten aber coarinuirten selbigen , seiner ab- westnheit ohngeachtet/ erwählten einen andern i-r«6ciemen / setzten 14 Ertz-und Bischöffe ab, und beschlossen eines und das andere, auch eine anderweitige ansetzung eines neuen hnolli im jul. an. lüzy, worwider er zu Edenburg eine tteciLrscion publiclrte. Als darauf der krieg angieng,und der Marggrafvon Argile und andere sich des schlaffes zu Edenburg, Dumbarton, und des schlosses Dal- keeth,darinnen sie die Königliche cronesscepter und schwerdt gefunden, bemächtiget, auch den haven zu Leith bevestigel hatten, com- msncürte er an. 16; 9 die Königliche schiffs-armade, und langte dar- mit in der gegend Leith an. Es erfolgte aber der friede, ehe es noch zu feindlichen Spionen kam. Als der König an. 1641 in Schott- land abermals anlangte,kam er mit ihm dahin, und überantwortete das seithero der reggnacion des Ertz-Bischoffs zu 3 - Andrews, Johann Spothwood, in Verwahrung gehabte grosse Reichs-siegel dem neuen Cantzler, Grafen von Lawdun. In demfelbigen jähr war er einer der Königlichen Deputieren, die mit des Printzen vonOra» nien Gesuchten die heyraths-siimnce -wischen Printz Wilhelm und der Königlichen Printzeßin Maria schloffen. Als bald darauf an. 1641 die unruhe in Engelland angicng, sendete ihn der König an. 1642 in Schottland, daselbst alles in einem friedlichen zustand zu conlcrvixen. Da aber die Schotten mit den Engelländern sich in eine conkosttcrgtioa einließen, kam er an. 1Ü4; wieder zu dem Köma,riech selbigem,die gute zu versuchen, wurde auch zu dem end mitKöniglicher vollmacht nach Edenburg gesandt,da er aber nichts ausrichtete,daß er also selbst dem König die waffen wider die Schotten zu emreiffcn rieth. Doch so bald er an. 164; wieder nach Oxford in Engelland gekommen, ward er nebst seinem bruder, dem Grafen von Lenrick, aufKöniglichen beseht arrestiret, und nach Bristol, folgends aber auf das csUM Pendennis an dem haven von Falmvutb gebracht, weil man ihm schuld gab , als,hätte er in Schottland wider des Königs mrereM: seine coniili^ geführt. Dieses sein gcfängniß empfanden die Schottischen Stände in dem Parlament zu Edenburg an. 1644 sehr übel,und nahmen sich seiner wider den König an. Er kam hiernächst im aug. an. 1646 wieder loß, sein geführtes Ober-Srallmcister-amt aber in beyden Königreichen Engelland und Schottland ward Printz Roberto gegeben. Als hieraufdie innerlichen unruhen angiengen, und der König in der Engelländischen armee Verwahrung gekommen war, führten die Schotten,um selbigen zu erlösen,eine armee zusammen, worüber sie diesen Hamilton zum General machten. Er jungte sich mit einigen Engelländischen völckern, welche des Königs parthey hielten, nöthigte auch den Engelländischen General Lam- bert anfangs sich zurücke zu ziehey, und nahm einige örter ein, hielt aber den 17 aug. an. 1648 mit dem Engelländischen General Cromwel bey Presto» eine unglückliche schlacht. Er rctirirte sich zwar mit 4000 pferden, die bauren hinderten ihn aber, daß er dicht nach Schottland wieder kommen koute, und seine übrigen vvlcker verlohren sich nach und nach. Er ward in solcher bey Ut- toxeker von dem Obersten Waite selbst gefangen, und muste sich aufäilcrscion ergeben, da man ihn nach Nottingham sendete. Als aber au. 1649 der König enthauptet und die regiments-form verändert ward, wolle Cromwel ihn todt haben, indem er seiner Verschlagenheit nicht viel trauete. Er saß eine Zeitlang auf dem castell zu Windsor, allwo er sich den 20 ian. an. 1649 loßbrach, jedoch wurden so fort zoc>c> gülden auf seinen köpf gesttzet. Als er nun des andern tages an einer thür in Soutbwarck hart anklopffete, auch man von seinem entrinnen schon gehöret hatte, bekamen sie darüber einen argwohn, setzten ihn zur rede, viLirten ihn, und funden 40 vfund sterlings nebst einem kostbaren diamaut-ringe bey ihm. Sie besserten ihn hierauf nach Whitehal in Londen, da sie auch iro pfund sterlings zum rccoinpenr erlangten. Ob er nun wohl,daß er als ein Schottländer auch in selbigem Reich beurtheilt werden wüste, wie auch, daß er nicht anders als ein kriegs-gefcm- generzu conückmen wäre,anführte,und 100000 pfund sterling für sein leben bot, so ward er doch den 19 wart. am 1649 zu Londen öffentlich enthauptet, worbey er sich gar großmüthig aufführte. Sein leichnam ward in Johann Hamilrons Hause zu Londen bal- samirt, und hernach in Schottland geführet, auch kam über seinen tod ein buch,so asM- Oc> benennet wird, heraus. Seine gemah- lin war Maria, Wilhelm Fieldings, Grafen von Denbigh lochtcr, mit welcher er 2 töchter erzeuget, davon die älteste Anna, Wilhelm Douglas,Grafen zu Selkirck, geehlichet, der hierdurch Hertzog von Hamilton worden. Die jüngste Susannam hat Graf Johann von Castils in Schottland geheyrathet. n-rvn. z p. 4?s- e!enck. mor. 2. 9. 14.7. troubiss ci ^nglecerre. Kitt. nk rks rcbellion sntt civil Ve'ars in LngIsn6. /«-Ho/ gen. blic. 9. yü. k>c,um zum feuer verdammte. Aufdm richt-platz erwiest ^IÄ-""^^"Mtrost,ungeachttt seine marterdadnrch verlängert wurde, daß das feuer, da es schon angelanget ihm das gesteht zu verbrennen, auslöschte, und erst wieder angezüchek werden muste. Die clensey wolle um gleicher Ursachen willen dieses Hamiltons rr »nd Wwestec leb-nstrmen. Allein °ez König Ackobus V schaffte den bruder hermlech fort, und üb-rrede.e die schwester, daß sie sich aufs neue zu der Catholischen religim bekennete. 0« Kitt. tt'.ttnglet. r. I 9. zr;. §/>o„-r,i,oo-/ litt. a- ls retunn, ä LcoNi hamilton/ (Wtlhelmus) Hertzog von HaMlton, Graf zu Lenreck. Sein vater war Johannes Hamilton, Marqaraf zu Cambridge, seine mutier Anna, Johann Cunningham, Grafen zu Gleucarne tochter, und sein ältester bruder Jacodus werd vm dem Konig Carolo I zum ersten Hertzog von Hamilton crewei. Er aber ward bey seines bruders leben der Graf zu Lenrick genannt, und war Reichs»8e-isrLr>u3 in Schottland, galt auch nebst seinem bruder eine zeit lang bey dem König Carolo I in Groß-Dritannieu viel. Durch des Marggrafen zu Montrosse rath aber wurde selbiger bewogen, ihn an. 164; nebst seinem bruder arrestiren zu lassen, wiewohl er nach einiger zeit seine freyheit wieder erhielt. Als dieser Konig sich an. 1646 zu der Schottischen armee bey seinem damaligen krieg salvirte, vertrauere er sich ihm am allermeisten. Er oppomrte sich auch dem Marggrafen zu Argile und andern Schottischen Herren an. 1647 sehr, daß man den König nicht in der Engellander Hände übergeben solle. Auch wohnte er in selbigem jähr dem Parlament zu Edenburg bey,da ihm nebst dem Graten zu Lau, derdale und Glencarne der ausspruch, ob die von dem König ver» schenckte güter den besttzern verbleiben, oder von ihnen wieder gefordert lverden sollen, aufgetragen ward. In selbigem jähr schickte ihn das Schottlandische Parlament nebst dem gedachten Grafen zu Lauderdale an den in Engelland auf der insul Wight sich damals befindenden König, wie auch an das Eiigelländische Parlament nach Londen,um einigen vergleich zu treffen, da denn der König den Herrn Barclay nach Londen sendete, mit dem sie allda trattirten. Darbey verlangte der König, daß sie zu ihm aufdie genannte insuk kommen sotten, so doch nicht erfolgte. Ais die schlachten in Engel- land und Schottland vor die Königlichen unglücklich liessen, begab er sich aus seinem vaterlande in die Niederlande,kam aber an. 165c» mit dem König Carolo II, welcher ihn zu seinem geheimen und Staats-Rath gemacht, wieder in Schottland, wurde nach seines bruders an. 1649 erfolgtem tobe der Hertzog von Hamilton genannt,und weil zweyerley partheyen damals in Schottland sich be. fanden, deren eine das geistliche oder kirchen-regi'ment genennet wurde, und den Marggrafen von Argile zum Haupt hatte, die andere aber das Königliche regiment sich nennete, ward er dieses letzter» Haupt und OireÄor, zu welchem auch der König Carolas II, ob er wohl bey dem ersten als stärcksien anfänglich sich befunden, mehr inclinarion getragen. Er rückte an. 16; l mit der Schotilän- dischen armee feindlich in Engelland, wurde aber von dem Crom- well in einer schlacht bey Dnmbvr oder Worcester den ; sept. des, selbigen jahrs geschlagen, verwundet und gefangen nach Londen geführet, woselbst er bald hernach den i; sept. an seinen wunden gestorben ist. Er war mit Elisabeth, des Grafen Jacobi zu Diel» ton in Schottland tvchter, vermählet; mir welcher er einen söhn Jacobum, so jung verstorben, und ; töchter erzeuget, n-r, mot. /tilgt. /-«Ho/gen. Nrik. Äamm/ die erste, beste und schönste land-stadt in der Brandenburgischen Grafschafft Marck in Westvhalen, bey welcher die Asse in die Lippe fällt, ist in dem drevßig-jährigen krieg, bald in Kaystr« liehen, bald in Hessischen bänden, gewesen , und erst an. 1647 dein Churfürsten Friedrich Wilhelm wieder eingeräumet worden. Sie ist sonst wegen der schincken und fischerey bekannt, und soll zimliche Handlung treiben. Gleich dabey ligt das Haus Marck, wovon die gantze Grafschafft den namen hat , so jetzt ein klein amt oder vor« Wem ist. ^eoF-^dr-. ^amma/ eine alte stadt, i; meilen süd-wärts von Cams gelegen , in dem Königreich Tunis in der Barbarey. Sie ist von den Römern erbaut worden, und hat noch viel alte Römische lcnvcionez auf Marmor. Die straffen darinnen sind klein, das volck arm, und das land umher unfruchtbar, gestatt es nichts hervor bringet, als unangenehme datteln. Eine meile von der stadt gegen mittag ist ein heiffe quell, welche man in die stadt, hinein geleitet, und an statt eines bades gebraucht. Ob sie wohl über alle Massen heiß ist, so trinckt man doch davon, wenn das wasser einen tag sich abgekühlt hat. Bey dem besagten brunnen findet man auch einen see, welcher der aussatz-pfuhl genennet wird, weil er den aussatz curirt, wenn man sich darinnen badet. Das wasser daraus schmäckt wie schwefel, und löscht den durst nicht. x. r;?. Hammar oder Hammer/ eine stadt in Norwegen, in der ProviiM Aggerhus, so vor zeiten ein Bischöflicher sitz war, nachge. hends aber dem Bißthmn von Anslovien einverleibt worden. ^ammaxurgus / (Sebastianus) war an. 151? zu Altenburg in Meisten gebohren, und erhielt an. 1^40 die wurde eines Abts in dem kloster Heilsbronn. Weil er sich aber in den ehelichen stand beaab, 5» muste er selbige nach 2 jähren wiederum fahren lassen. * O»»v» Von 66v hanr Don seinen fchrifsten st sonderlich die lükor. v^näenbu,g. bekannt. Samme/ eine F eyherrliche familie in Brabant, welche von den ehmaligen Hcrrcr von Asche hcrstammen soll. Johann von Hamme, zugenann der gute Lavalier / war Herr vonStcin- ockerzele, und ein rater L-bcrts von Hamme, Königlich-Spanischen Capitains vn» 200 Wallonen intL»ren<-. welcher Wilhelm hinterlassen, der o)er-Bürgermeister und Rentmeisterzu Brüssel, und von dem Köng in Spanien an. 1686 in den Freyhercen-siand erhoben worden. L'e/-eS»o» ,/e -e, p. lor. ^ammershausen / ein schloß, nebst einer Grafschafft, ham han Bißthum Worccster zugedacht, welches er ohnfehlbar würde rn halten haben, wofern er nicht den 25 apr.an.isso am «ierm. stein gestorben wäre, da er auch sonst mir dem podagra und drr geplaget war. Er hinterließ viel schrifften,welche durMh liam Fulmans Veranstaltung zu Londen an. 1684 in 4 voiuW in so!, heraus gegeben worden. Darunter ist sonderlich berübm sem cskccb.lmus prLÜicus ; ingleichem seine cinr-tt. öe jmikus rcop-nüs; wie auch seine k-Lr-plirsilz und anmerckunqen über neue tcstament, welche Johannes Clericus aus dem Enac länd,- schen nbersetztt hat. Sem leben ist von v. Johann Fell beschch- Bayern, , male» von München, so einem Gräflichen geschlecht dieses namens zusehöret. Als der Kayserliche General-Feld-Mar- schall, Graf vvl Herbeville, an. i?°9 anf diesem schlog einem k-nquet beywohite, siel eine altane ein, welche ihn dermaffen beschädigte, baßer einige tage hernach seinen geist aufgeben mustc. Es liegt auch ein vestes schloß dieses namens auf der Dänischen insul Borntoim. ^rlnmcrstein/ eine Adcliche familie in demHildesheimischen, allwo sie unweit Schwichclde unter anderen das gut Egucfort be- sitzet. Johannes starb an. 1582 als Abt zu Cornclii - Münster. Johann Adam war an. 16z-- Gräflich - Lippischer Land-Drost. Friedrich Christoph hat sich im z°-jährigen krieg als Schwedischer General hervor gethan. Er war ein mann von grossem ansehen und Verdiensten, dahero ihn die Königin in Schweden nach geschlossenem Wcstphälischen frieden nicht ci.mlcriren, solidem ihm lieber eine jährliche peniion geben wollen, nachdem die Spätster ihne in ihre dienste verlanget. Georg Christoph hat an. 1660 als Draunschweigischer Rath und Hof-Marschall floriret. Dessen söhn ist Engelländischer und Chur - Braunschweigischcr General» Lieutenant, Cammcr-Herr, und in den Freyherren - stand erhoben worden. Vor alten zelten haben Grafen von Hammerstein in Nieder-Sachsen gewohnt, und kan es seyn, daß, nachdem diese Gräfliche familie erloschen, eine b^ncke darvon, so den Adel-stand geführet, übrig geblieben, dergleichen mit vielen vornehmen uralten familien geschehen. ^»--6 Qrsfen-lL»I. ^»ammoitd/ (Henricus) war den 26 aug. an. 160; zu Cber- sey in der Provintz Surrey von Johanne Hammondo, Hcnrici, Königs Jacobi I ältesten Printzcns Leid-^-«u„o, gebohrcn. Hierauf wurde er in dem coN^in -u Eaton erzogen, von wannen er nach Orford gicng, und daselbst ein Mitglied des Magdalenen- «oliegii und!o>-g>k-r wurde. Er -yplicirte sich gleich anfänglich auf die rlicolossc-, allein als er ein ssliems darvon laß, wurde er dessen alsobald überdrüßig , und legte sich auf die i-um-mo--. Nichts desto weniger ergriffet wiederum die m-oiossc, und ficng die p-rrcr an zu lefen, damit er sich durch die neuere rlicologie nicht möchte einnehmen lassen. An. 1629 nahm er den geistlichen vrdcn an, und 4 jähr darauf wurde er zu Pensehnrst. Nachmals, als die unruhen »wischen dem König Carolo I und dem Dar- lammt angiengen, hielt er beständig des Königs parthey, weswegen er viele verdrüßlichkeit hatte, und sich etliche jähre verborgen halten muste, in welcher zeit er viel wercke so wohl in Lateinischer alsEnglischer spraache schrieb. Er retinrte sich den 2; jul. an.1645 zu D. Bricknern, der sein vormund ehemals gewesen war. Allein, weil verlautete, daß man ihn aufsuchte, gleng er nach Orford, und wurde hierauf bey dem Hertzog von Richmond und Grafen von Southampton, welche als Königliche Gesandte nach Londen mengen, Prediger. Er wohnte zu Urbridge nebst anderen Englischen ?Keoioxi5 dem mit den p-csl^lcriLnern gehaltenen colioqui» bey, und bekam daselbst zu seinen 2liw. Dicstr laß wider vermuthen einen Haussen ^gumcmz von zettuln ab. Ham- mond schrieb alles anf, machte auch an statt der antwort einige anmerckungen dabey, die er, so bald jener mit reden fertig war, wieder übergab. WoraufVinins sagte, ob er gleich so geschwind nicht antworten tönte, wolle er es doch bey anderer aelegcnhcit thun. Dieses brachte ihn in solches ansehen, daß ihn der König zNM Ononlco cnllegü eccleliL Lkriki zu Orford , UNd die scLilcmie u ihrem Orrkore machte. An. 164z wurde er Hof- Prediger, kls indessen die Schottländer den Engelländcrn ihren König aus- liefferten, wurde er auf das schloß Holdcnby gefangen gesetzt. Er tonte hierauf kaum so viel erhalten, daß man iyn zu dem König ließ, bey welchem er beständig aushielte. Allein am Christ - tag an. 1647 wurde allen bedienten des Königs geboten, sich von der insul Wight weg zu begeben, da er denn nach Oxford gieng, und daselbst 8ub- v-c-lE wurde. Man setzte ihn aber auf des Parlaments befehl gefangen, da er denn seine alimerckungen über das neue testamcnt im gefängniß zu machen ansicng, und als er nach Elapham geführt wurde, selbige aus dem Lateinischen ins Englische übersetzte. Als der König an. 1649 hingerichtet worden, be- mühete sich Hammond in einer schufst des Königs Unschuld darzu- thnn, welche aber nicht mehr vorhanden ist. Einige zeit hernach erlangte er wiederum die frcyheit, da er sich zu Wcstwood in der Grafschafft Wvrccster bey dem Johanne Paekingtono aufhielte. Als Carolus ll sei» recht auf die Cron mit dem schwerdt zu behaupten suchte, und nach Worcester kam, nahm er Hammondum gar gnädig auf, und erklärte sich gegen ihm, daß er an der lehre der Englischen kirche beständig hangen wolle. Da aber Carolus II Engelland wiederum verlassen irniste, hatte Hammond gelegen- beir, seine meisten schafften zu verfertigen; wie er denn mit den Catholischen, ?-crb>kcn»neru, In-lcpenöcnren und Quackern viel zu thun hatte. Zuletzt, als es an deine war, daß Carolus II wie» der in das Reich solle beruffcn werden, hatte selbiger ihm das den worden. Hampshire oder Hansthire/ sonst die Grafschaft Sout- hampton von der Haupt-stadt Southampton genannt lat noma, »st eine am meer gelegene Grafschafft in Engelland, w'elcke nord - warts an Barkshire, sud - lvärts an den canal bey der 2 W-ght, ost- warts an Surrey und Suffer, und West- wärt! an Dor,et und Wiltshire grantzel. In der länge von norden aeam suden erstrecket sie sich auf 54 Meilen, und in der breite von M gegen Westen auf;o. Die gantze Grafschafft wird in w hundert eingetheilet, worinnen 2;; kirchspicle, darlintcr 16 siädte und marckflecken, ausser der stadt Winchester. Die lasst ist Mien-m. xer,xt, und der erdboden fruchtbar an körn und weide, wie auch mit vielem brenn-holtz versehen; wie denn keine lustigere laud- schasit in Engelland, als diese. Zu ihrem schütz hat sie an der sterilste zwey bekannte castelle, Hurst und Calshot, die auszwey erd- spitzen liegen, welche in die see hinaus gehen, ausser der vesten statt Portömouth. Die selber sind die meiste iabrs - zeit über fürtr« arm,, die walder mit mancherley vögeln, die thier-gärten mii Hirschen und rehen, und die flüsse mit fischen angefüllet, ohne was noch die see vor bequemlichkeit und nutzen darbietet, mit ihren sce- filchen, und mit dem ausländischen Handel. Unter den flüssen die- ftr landschafft ist die Test, Jtching, Alra und Humble. Sonderlich aber in diese gegend wegen ihres Honigs und wachsts beruffeu, wie auch ivegen ihres specks, welchen man vor den allerbesten in gantz Engelland hält, weil die schweine daselbst in den wäldem ,,ch mit eicheln mästen. Die vornehmsten kauffmanns-waarm dieses landes sind wolle, tucher und eisen. Aus dieser Grafschafft werden ausser den 2 Rittern 24 membra mit im Parlament zu sitzen erwählet, die aus der insul Wight mit eingeschlossen, welche eigentlich zu dieser Grafschafft gehöret. örk. Lric. p. 519. clelic. öe Is gr-nlle LrekSAnc. ^amptoncourt/ ist ein Königlicher pallast, ir weilen südwärts von Londen a» derThem s in der Provintz Middel-ser,gegen Kingston in Surrey über. Dieses schloß ist von dem Cardinal Wolsty unter Henrici VIII regierung zu erbauen angefangen, von dem König Henrico VIII fortgeführet, von Jacobo V ver» grossen, und von der letzt - verstorbenen Königin Maria rcparM, und mit einem prächtigen corpz cw ioZ>z vermehret worden, so, daß bey 1500 zimmer ohne die cabineter gezehlet werden, welche alle kostbar mcubiirct sind. Es sind auch daselbst schöne luft- und zwey grosse thier-gärten. Allhier in diesem lust-hauß wurdeMonl» morency, Marschall von Franckreich, und zu Henrico VIII abgeschickter von dem obbemeldeten Cardinal Wolsey 4 oder; tage lang prächtig tractirt; und wie Martin Malus, welcher dazumal um den Montmorency gewesen, berichtet, so sollen die zimmer mit unvergleichlichen kostbaren tapeten behängen gewesen seyn , und jeglicher ort von unzählich vielen gold.md sicher - gelassen geschimmert haben. Desgleichen sollen r8° bettee, meistens mit seidenen zeugen allein zur bequemlichkeit der ftemb- den gälte, zubereitet gewesen seyn. Grolius bat davon einige verse gemacht, worinnen er die fache mehr vergrösscrt, als vermindert. pich. Lrirsn». x. r88. ^amstädt/ (Adrianus) ein Wiedcrtäuffer, welcher in dm 16 seculo in Seeland und in Engelland allerhand irrige lehren ausstreute. Seine Nachfolger wurden von ihm Adrianisten geneu- uet. Lil LN. i;8o n. ,4. ^an / sind bey den Türcken grosse gebäude, fast wie unsere klöster gemacht. Mitten in dem Hof , welcher ins gcvierdte in, siehet man eine tom-we. nebst einem schönen basim. AufdenM ecken des Hofs findet man schwib-bögen , alle von gleicher kwSur, worauf eine g^iierie inwendig rings um den Hof gehet , welche nur vielen kammcrn , die alle auf einerley art gebaut sind, versehen ist. Es sind auch viel gewölber daran, worinnen die kauffeuie W Waaren aufbehalten. vo) -§e äu Levanc Lc. Hananja/ siehe Ananias. ^anau/ eine fchöne Graffchafft in der Wetterau ,,zwischen den» Mayn, der Kintzig, dem Würtzburgifchen und Fllldiichengcicgen, begreifft in sich die alt und neue stadt Hanau, die amier Vtenibeun an der straffe, Schlüchter, Windecken, Rüdigheim, Dorhelm,^r tenberg,ein theil von Rhcineck und ein theil von Assenheim rc. ^» gleiche» Bncherthal, Dreyreichen, Hain, Mnntzenderg, nne Hcrrfchafft Schwartzenfels, rc. so alle zufammen dle GraiMli Hanau-Mlintzenbcrg gencnnet werden,>veil ein grosses idencaov aus der Müntzcnbergischen erdfchafft herkoinmt. (sieyeM"' yenberg.) Über dieses besitzen sie auch noch die GrafjchM -.^^ tenberg im Elfaß, worzu Bußweiler, Brumat, Wordt, ein theil lcr, Lichtenderg, Lichtenau, Moltzhofen, WoWtwim rc. ..- ......-- HerrfchMenEst . der Grafschafft Zwcybrücken, und die und Bitfch geboren, und ebedeffen einer besondern ünie M die nunmehro den Müntzenbergifchen aotheil darzu bekom m, (stehe Lzchtmderg-.) Die ersten Grass» z» diese» zusamme ^ -L, Ä han -vachsknen landen hat die alte und eigentliche Grafschafft Hanau gegeben, zu welcher die andere Graf-und Herrfchafften meistens durch heyrath angewachsen. Ob nun wohl GrafUlrich an. i;?; das recht der erstgeburth einführte, welches die Kaysere Ruvolphus II und Ferdinandus II bestätiget; so haben sie doch nichts destowe- niger gar öffters wieder getheilt, da denn die linien bald von Mün- tzenbcrg,Liechtenberg,BobenhausenunvSchwartzenfels,cinerHerr- schafftgcgen Fulda gelegen, den namen bekomen.Under die vorzüge dieser Grafschafft gehört, daß sie von dem Kayser Rudolpho II das Privilegium -ie non LppeiiLNtio erhalten , und deren besitzer an. 1696 in den Fürsten-stand erhoben worden, wiewohl die imro-luÄion in den Fürsten-Rath noch nicht erfolget. Das Chur-Hauß Sachsen hat anfalle Gräfliche Hanauische Reichs-Lehen die anivartschafft, und weil jetzo der gantze stamm aufeinem Herrn bestehet. so hat es Cbur-Sachsen bey diesem dahin gebracht, daß der Commendant zu Hanau dem Hause Sachsen inevcmum zu gleich schwören müssen. iLsickz-srctuv.-Ue»'Lo§rLllLsiiclie cjrroa. be- tclir-ib. von lieü-n p. r?o. Hanau / eine grosse und wohl-befestigte stadt nebst einem resi. dentzsschlosse, nahe am Mayn, zu rechter Hand, in der Wetteralt, und diehaupt-stadt der Grafschafft Hanau,; stunden von Franck- furt. vie ist die residenb des Grafen von Hanau, und wird in die alte und neue stadt gerheilet; der kleine fluß Kintzig fliestet bey der Vorstadt vorbey, und gehet unterhalb Hanau in den Mayn. Die einwohnet sind meist rcformirt, jedoch haben die Lutheraner auch eine kirche daselbst, und der Grafselbst ist der Lutherischen religion zugethan. Der Schwedische Obriste Hubald nahm diese stadt den inov. an. i6;i mit list ein. Hierauf ward sie von den Kayserli- chen fast ein jähr lang bloguirt, aber jm jun. i6;6 durch Landgraf Wilhelm von Hessen und den Schwedischen «ener-l xi^vr l.-rle entsetzet,ferner von demSchwedifchen Obristen Ramsai bewahret, bis sie im febr. an. i6;g durch eine krieges-list erobert, und ihrem rechten Herrn, dem Grafen von Hanau, wieder überlieffert wo» den, welcher sie hernach beständig besessen. Lls-F. cbron. pgg. 4,. /isvoÄ. ?. i. p. ^anau / (die Reichs-Graftn von) sind schon indem 10 serulo berühmt gewesen. Ja es wollen einige anmerckrn/ daß bereits ein Graf von Hanau/ Ulrich genannt/ bey dem Kayser scv-rojn grossen gnaden gewesen. Auch führet Bernhard Hertzog / Alberi- eum Grafen von Hanau/ an/ welcher Hcdwig/Hertzog ReinboltS zu Francken tochter zur gemahlin gehabt /und an. sg i verstorben. Jedoch/weil ungewiß ist/ ob eben selbige Grafen derer nachfolgen» den stamm-väter gewesen / indem die Grafschaffren damaliger zeit noch nicht erblich waren / auch über dieses in dem i; seculo das Hanauische archiv im fcuer aufgeflogen / so ist wohl am sichersten/ daß man mit Reinhards I / welcher ein allgemeiner stamm - vater der Grafen von Hanau gewesen / und zu end des 9 seculi geledet / anhebet. Dessen Nachfolger Ulricus soll dem ersten thumier zu Magdeburg beygewohnt haben; Reinhardus II dem zu Rothen» bürg an. 042; Ulricus III dem zu Trier an. 1019; Ulricus IV dem zu Zürich an- 116;; Reinhard dem zu Cölln an. 1179. Es ist aber dieser stamm von GrafHeinrich in Cvnradsdorff/ welcher an.ny; gelebet/ noch gewisser herzuführen/ als welcher der ei» geistliche stamm-vater dieses Gräflichen Hauses ist- Dessen enckel Reinhard hat die helffte von derHerrschafft Müntzenberg an. 12; 0 an sich gebracht. Dessen söhn war UlricuS VI/ welcher ansang« lich Kayser Adolph von Nassau wider Hertzog Albrechtvon Oesterreich diente/ und die Reichsffahne führte/ weshalben ihm auch berührter Kayser an statt des ehemals geführten gelben löwens die rochen und gelben sparren in sein waapen gab. Allein er wüste sich nach diesem bey Kayser Albrecht wohl zu .nimmren / daß ihn sel» biger an. 1; °° zum Reichs - sogt setzte/ auch hierauf zum Landvogt in der Wettern» machte; wie denn auch dieser Kayser auf dessen ansuchen seiner schwcster Adelheit das succets.ons - recht auf die Hanamschen lande ertheilte/ wofern der männliche stamm aus» sterben solle. Dessen söhn und Nachfolger Ulricus VII erhielte von dem Kayser Henrik» VII / Ludovtco aus Bayern/ und Fridcrico aus Oesterreich / verschiedene privilegien/ wie er denn auch das recht der ersten gcburt an. i;4; inseinem geschlecht fester fctztc.Scin söhn Ulricus VIII wurde von dem Kayser Carola I V zum Land» vvgt inder Wetterau bestättigek/ erhielte darneben die srcyhcit/alle von dem Reich verpfändete und in der Wetterau gelegene guter wieder einzulösen. Weil auch dem hauß Hanau alle Urkunden und liocumenrlll verbrannt waren / conürmirte der Kayser alle seinen vorfahren ertheilte freyheiten und gerechtigkeikcnund weil die Juden an solchem brand ursach gewesen waren/ übergab er ihm die Juden zu Hanau/ Fricdberg/ Bobenhauscn/Windeck/Stei- nau/ Affenheim/ Müntzenberg und Nidda zu lehn/ vergonnete han 661 verstarb/ undnm seinergemahlin Carhamia von Nassau 2 söhn ktzeugete/ die so viel linien gcsiifftcr/ dergestalt/ daß von dem alte» stm / Reinhard/ die rNuntzenberäftsche entstanden / und von dem lungern Philipp die Ltchtenbergtsche. Reinhardus starb an. 1452/mib hakte von seiner gemahlin Margarerha/Pfaltz-Gra. en OttvNls rochier/ Pittlippum H/ber ein aller vater worden Phi» lppilV. Diesersnhrle an. i;zr die Augspurgische conteiu»« in einen landen ein/erlangte einen theil von verGraffchaffrNheineck/ Und starb an- Von seiner gemahlin Helena/ Pfaltzgräfin bey dem Rhcm / hakte er einen söhn/ Philipp Ludwig/ welcher 2 sohnehtmerlaffen/so die Muntzenbergische undSchwarrzen» felftsche lütte auffrichteicii. Dre Muntzenvergische setzte Philip,» Ludwig II fort. Dieser war bey den Kayftrn Rudolpho II und Matlhia ,n grossen gnaden/ vermählte sich mit Cacharma/ Prink Wilhelms von Oranien tochter/ und starb den9 aug.an. 1612. Er hinterließ viel kinder/ und ward unter den töchtern Amalia Eltsabetha/ so an Landgraf Wilhelm von Hessen» Caffel vermählt war/ und indem dreyßig-jährigen krieg / da sie als wittrb und vormunderin ihres sohns die rcgierunq im Hessen- Caiseiischm führte/ die Schwedische varchey beständig gehalten/ sonderlich bckandt.unter den söhnen folgte der emtztge Philippus Mauritius dem vaker/welcher aber in seinem sohnPhilippLudwia/der an. 1641 söhnen Ioh. Ernestus. Dieser brachte zwar nach seines vetterS Philtppi Ludovttt tod diegesammten lande Müntzbergischer linie zusammen/genoß es aber nicht lang/indem erben 12 jan. an. 1642 ohne erben starb- Also gieng mit ihm der gantze Müntzdergische stamm ab/ und kamen die gesamten lande an die Lichten belgische Irnie. Es.hat selbige von der Grafschafft Lichtmberg ihren namen/ welche grossen theils in dem Unter»Elsaß gelegen/ indem die helffte davon nebst dem zubehörigen amt eines Erb »Marschalls in dem Sttfft Straßburg/ Anna/ Graf Ludwig-von Lichtmberg tochter und erbt»/ rhrem gemahl Philippo an. 1458 zubrachte/ wie denn die andere helffte auch nachmals darzu kam. Der stifftcr dieser linie warPbiltppus/ gebühren au. 1417. Dieser wurde ein ober - älter vater Philipp» V/ welcher; gemahlinnen gehabt / und war die erstere Margaretha Ludovica/ Jarodi des ersten Grafen vonOch» senstem tochter/ mit welcher er ilch den; oct. an. i; 6 o vermählte. Durch diese Vermählung brachte er nicht allein einen theil der Grafschafft Zweybrucken/ sondern auch die andere helffte der Lich. ttnbergtschenHerrschafft an sich/nicht weniger dieHerrschaffteuOch» senstem und Busch/ neben der Oder-Landvogtey des hohen SlifftS folgend- in stand/ richtete darüber an. i;/; ein ordentliches >->- ürument auf/ verordnete auch/ daß allezeit die regierung im 18 jähr des altcrssolleangetrettenwerden können/ worbeyesdenn nach der zeit beständig verblieben/ auch solche an. 1607 von dem Kayser Rudolpho II erläutert/ erklärt und bcsiattiget / und von dem Kayser Ferdinands II an. 1620 abermals c»n6rm,rt worden. Er hatte; söhne/ worunter Conrad Abt zu Fulda wurde; Gott» stied war der lü Groß-Tcntschmeister/ und wurde von den Sa» racemn vor Accvna erschlagen- Der älteste aber/ Ulricus X/ setzte das geschlecht fort. Er hinterließ von Agnes/Gräsin zu Hohenloh/ Ulricum XI; dieser Ulricum XII. Dessen söhn von Elisabeth / «rafin von Ziegenhain/war Reinhard/ welcher den »6 zun. 14; r verpfändet wordcn.Die andere gemahlin war Catharina/GrafJo» hannis zuWied tochter.Die dritte Agacha/FridericiErd-schenckenS von Limdurg tochter. Erstarb an. 159s/ und hatte von der erster» gemahlt» Philippum/ Albertum/ welche beyde vor dem vater ver» storden/ midJohannemNeinhardum. Dieser erneuerte mit sei» nem vetter Phllippo Ludovico von der Müntzbergischen linie an. i 6 io den alten crd-vmrag/ daß wenn eine linie ausstürbe/ die an» derekucce-üren solle. Erhalte 2 gemahlinnen/ Eüsadetham/Graf Wolffgangs von Hohenloh tochter/ und Annam/ RheingrafFri- derichs tochter. Er hinterließ aber nur von der ersten nebst ; löch- lcrn einen cintzigen söhn/ Philippum Wolffganaum/derselbe starb den24ftbr.an.1641 / und waren seine söhne Fridericus Casimi» rus/ JohannesPhilippusund Jchannes Reinhardus II. Den» seidigen fiel die gantze Müntzenberglsche erbschaffr anheim/ und sie ernennen unter sich die alten vertrage wegen des rechts der ersten geburt/ nicht weniger auch/ daß von der Grafschafft ohne gestimmte cinwilligung nichlS solte veräußert oder verpfändet werden. Die» sem zu folge trat der älteste Fridericus Casimirus die regierung al» lein an/ und residirte zu Hanau; der andere Johannes Philip» pus zu Vobenhausen bey Aschassenburg; und der dritte Johannes Reinhardus II zu Bischoffsheim- Weil aber der ältere/Fridericus Casimirus sich an. 1669 mit LandgrafGeorg Christoph von Hessen in gewisse vertrag einließ / auch selbigen das dorff Niedheim vor 16000 pf. verpfändete/ auch sich in allerhand weit-aussehende dinge/ und sonderlich auf anstiffren seines damaligen geheimen RathS/ Herrn Bechers/ mit der West-Indischen compagnie in Holland an-1669 meinen vergleich einließ/ vermöq dessen er in America auf der käste zwischen den flüffenOrinvque und is§ äm-- rones, eine Teutsche c<>lo,»L auffrichtcn wolle/ so gab solches dein andern bruder Johanni Philipps Maß/ daß er so wol in seinem/ als seines verstorbenen jungem bmders Johannis Reinhardt kin» der namen/ die Obcr-Grafschafft nebst der Herrschafft Lichtenberg mit dem schloß gleiches namens besetzte. Nachdem aber selbiger den 28 der. an. 16/9 starb/ und von seiner gemahlin Susann« Mar» garetha/ Fürst Johannis Gcorgii zu Anhalt tochter/ keine erben hinterließ/ so nahm sich obigenGraftns Johannis Nemhardi ll wlktwe/ Anna Magdalena/ mitdcyhulff ihres bmders Cbristiani/ Pfalkgraftn von Birckenftld/ der lande von neuem an / und ließ sich die Unterthanen huldigen; man t>>nn,rte auch sonsten aller» Hand beschwärden wider den regierenden Grafen/welche aber end» lich durch die vom Kayser ernennte (.«mwiMri«, die Churfürsten zu Mayntz und Sachsen/ vermittelst eine; an. 1670zwischen beyden streitenden theilen auffgerichttten und vom Kayser < onürmixte» rcccM gründlich abgethan wurden. Hieraufstarb GrafFridcrich Casimir am ;o ma«. an. > 68 ^ / und ymreiließ von jemer gemah» lin Sibysta Ehristtna/ Fürst Johann Georgs von Ar,halt rochier, Ssvoz Am 662 han keine erben.Dahero folgte ihm in derregmung PhilippReinhard/ Graf Johann Reinhards ältester söhn/ geb. den 2 aug. an. 1664/ nachdem er schon im jan. zuvor von seinem vetter -»-toplipt worden. Er tbeilere nut seinem jungem bruder die lande dergestalt / daß er den Müntzcnbcrgischen antheil/ und jener dcn Lichlenbcrgischen erhielte. Er war olreÄor der Wcttcrauischcn Grafen - banck/ und im nov. an. 1696 von dem Kavser Leopolds in den Fürsten-stand erhoben worden/ wiewohl es an der >mrociueHnn jm Fürstlichen Reichs-co>i°g'o noch gefehlel/ dahero er auch des Fürstlichen ti- tuls sich nicht gebrauchet. Er vermahlte sich zum ersten mal mit Magdalcna Claudia/ PfaltzgrafChristiani II vonBlrckenfeld lochter/von welcher er eine eintzige tochtcr/Magdalcna Catharina/ erzielet/ so den zo jun. an. iüyi gebohren/ und den zobec.an. ,69; gestorben. Als aber die erste gemahlin den r8 nov. an. 1704 lodes verblichen/vermahlte er sich den 26 vec. an. 1705 zum andern mal mit Charlotta Wilhelmina/Hertzog Johann Ernsts zuL-ach- sen-Saalfcld Priimcßin. Endlich starb er an. 1712 im oct. ohne kinder/ und erbte sein bruder/ Johann Reinhard/ gebohren den ;i jul.an. 1665. Er vermahlte sich den aug. an. i6y9m:tDo- rothea Friderica / Marggraf Johann Friderich von Onvltzdach tochter / welche ihm eine eintzige rochier/ Charlotta Christina/den - maji an. -70c- gebohren / die am ? apr. an. -7-7 an den Erd- Printz Ludovicum von Hcsscn-Darmstadt vermahlt worden/ nachdem ihr valer nicht lang vorher / auf erfolgtes absterben seines bruders Philipp Reinhards /der letzte männliche besitzer der völligen Grafschastt Hanau worden. Wie es endlich nach dessen tod mit der lucceillon in der Grafschafft Hanau ablauffen wcrde/stehel zu erwarten; denn das Chur-Hauß Sachsen hat schon an. 1625 von Kayscr Jerdinando II die anwarlschafft auf ermcldte Grafschafft erhalten/ die ihm auch nachgehends von Kayser zu Kayiern ronkrmirt worden; das hauß Hanau aber an. 1Ü4; Mit Hessen- Cassel einen cvemu-lt- s»cccti,ons - verglich/ vcrmög dessen dieses IN den Hanauischen landen Mcccgiren soll / auffgerichtet. ss>- ,il. lücul. >. ckion. L/>e»e^«op. ttcr-Ntt. I. 2 c. 41. km- 8i. ?. I. 6 c. s. ?. i p. 6>r. ^anau/ eine Pommerische alte adcliche familie/ welche in der Landvogtev Greiffenbcrqwohnet/ und unter die affter-lehn-leiite derer von Dewitz gezchlct wird. Iss. von Hanau in Gamich/ lebte ohngefähr um das jähr 1490; dessen urcnckel Dionvsius von Ha- nali aiif Schmcltzendorff/ wurde ein vater August, von Gamich/ welcher im dreyßig» jährigen krieg anfangs als MyserlicherObri- stcr/ und hernach als Chur-Sächsischer - xi^ionind Obri- stcr zu Pferd sich hervor gethan; er hat noch an-1674 zugleich als Ober-Hauptmaun in Thüringen/ und als Hauptmann der am- ter Saltza/ Wcissensce/ rr. floriret. iwaimeri. 1. s. ücmm. v. ; p. z;4. ^anchlsa / ein berg in Africa, siehe Anchise. Bauchung/ eine grosse stadtin der provintz .Venst in China. Weil sie mit bergen und Wäldern umgeben, ist sie so vcst , daß fast kein kriegs-heer zukommen kau. Es gibt dastlbst 5 kirchen, wovon die prächtigste dem Changleangus, General der armee des Königs Lieupangus , geividmet ist. Man siehet da eine wunderbare brücke über die berge und Wälder gemacht/ um von dar geraden wegs nach Sigan zu gehen / welches 50 Meilen austräget / zu deren bau z00000 Personen / nebst einer gantzcn armee soldatcn, gebrauchet worden; Sie ist mit erde bedecket/ und aufbcydcn feiten mit eisernen geländern verwahret. Die waarcn dieses orts sind Honig/ wachs / biscm und zinnober. Die darzu gehörige landschafft hat einen grossen Überfluß an baren und Hirschen, -j-icripr. Odins:. ^ancke/ (Martin) war eines dorss-pricstcrs söhn unweit Brcß- lau / welcher / nachdem er zu Jena studirt/ und zu Gotha in dem einige zeit eine stelle verwaltet / in Las nach Vreßlau be- ruffen / und daselbst an. iü88 zu 8- Elisabeth Kcüor und insseLvr der schulen ward. Er war ein sehr guter Ui-rLwr, und deswegen so berühmt / daß ihn Kanser Leopold nach Wien kommen ließ / üm in der bihliothec einige büchcr in ordnung zu bringen/ wie er ihn denn zum zeichen seiner gnade mit einer güldenen kette beschenckt. Von seinen schrifften sind sonderlich zwey büchcr r. Lu-v. P212>. p. 96. ^anffstengel/ eine Adeliche familic, welche von etlichen iccuils her im Anbälnschen und dem Stisst Merseburg floriret. Bernhard aufEttcritz war an. i;88 Fürstlicher Anhaltischer Gesand- ter. Hans Christoph hat an. 164; Fürst Johann III zu Anhalt, nebst andern vom Adel, gchuldigek, 2U112I. L»x. ckron.5,441. han Fangcheu / ist die Haupt-stadt in der provintz Chekiang, so M zelten bw Kayserüche rendentz in trhma war. Sie hat ihre achM worden, alö Kayser Coagangus daselbst seine residentz luAÜ um sich von den Tartarn von Kin, die in sein Königreich einaebw. chcn waren, zu entfernen. Seine nachfolget- haben gleichfalls ^ selbst ihren sitz gehabt, und zwar dieses so lang, bis die Occidenta b sehen Tartarn , nachdem sie die Orientalischen von Kin aus den Mitternächtlichen provintzen von China, welche man das Cat-w nennte, vertrieben, auch die gegen mittag ligende proviMn -» 1278 unter sich gebracht. Die stabilst mit vielen canälen anae' füllet, worüber eine unzehliche menge brücken gehen, an welchen Überaus künstliche arbeit zu sehen. Diese canäle kommen aus dem see Slhmnahe bey der stadt,dessen Wasser so klar, als ein crystallist Ferner ist dieser ort an den ufern des Wassers mit hayncn, gärten', pallastcn , tempeln, collegien und andern, beydes öffentlichen und privat-gebäuden so schön ausgezieret, daß ihn die Chineser ein pa- radiß auf erden zu nennen pflegen. Auf einem Hügel mitten in der stadt, worauf man einen überaus schönen pross-a bat, ist ein stattlicher thurn nebst einer uhr, die vermittelst eines stund-glM voll wasser die stunden zeiget; die fiauren daran sind vergältet und anderthalb schuh lang, damit man sie desto besser sehen könne. Es sind auch hier viel triumph-bögen z geschoß hoch, welche wohlverdienten Ategenten und bürgern zu ehren aufgerichtet, und mit schonen mahl-nnd schnitz-wercken ausgezieret sind; Auf demgros- sen marckc-platz alleine zahlet wanderen zoo, worunter jeglicherz schwib-bögen hat, deren gröstcr in der mitten,und die 2 kleinsten auf jeglicher feite sind. Zu alleroberst findet man mit göldenen bnch- staben den »amen des Kayscrs, unter welchem das gebäude ist mf- gefuhret worden; in der mitten aber desjenigen lob-spruch, welchem er zu ehren aufgerichtet. Man findet da auch 4 grosse thürnc, die alle von Porcellan gebnuet sind, fast wie die zu Nanking. Ihre tempel sind überaus prächtig, und die anzaht der götzen-pnester wird auf i;ooo gerechnet. Die stadt ist so volckreich, daß täglich 10000 sacke reiß darinnen verzehret werden, ohngeachtct ein sack ss viel in sich fasset, daß 100 Personen davon gesättiget werden. Die Jssuiten haben allhier eine sehr prächtige kirchc, und in den Vorstädten 2 capelten. In der darvev gelegenen landschafft gibt es viel lygcr-thicre, und der benachbarte berg Ticnmo ist wegen seinen erd-schwämmen berühmt, welche eingefahren und durch das Witze Reich als rare gcschcuckc verschicket werden. Nahe bey dieser suhl ligt der sie Cinckiug, welcher wegen des vergoldeten stsches/den man Kmyn nennet, bekannt ist, davon grosse Herren bisweilen das stück für z gold-kroncn kanffen; dann ob er wohl mir eines fingers lang ist, so wird er doch hoch aMimirct, weil seine haut gläntzes als wenn sie mit göldenem staube besvrengct wäre. Nicht weit von dieser stadt wcst-wärts ist der kleine Hügel Füaifung, aüwo stch über zooo pricster aufhalten, und theils in hölen, als in einer stätciiLe- fängniß leben ,Jvohln man ihnen die speise mit seilen hinab läget. Auf dem see Sihu innerhalb der stadt siehet man viel lust-kähne/ die herrlich bemahlet und vergöldct sind. Endlich ist auch der daselbst befindliche fluß Ehe sebr merckwürdigcher allemal am Mage des 8 monats, welches inst in october fället, sich ergicssct. Es übertrifft die flnth alle andere fluthcn im jähr, und gehet mit solcher gemalt , daß sie alle schiffe überschwemmet. An diesem tage Met sich die gantzc stadt durch dessen anschammg zu eriustigen. "E in llclcripr. LIiinL. fangest/ist eine Frantzösische familie inder PicardieMswck cher viel vornehme lcute entsprossen. Nogucs, Her: von Hangelt, lobte an. i;;2, war anfänglich KüchemMcister, nachmals aber Marschall von Franckrcich. Er heyrathete Johannam von Ar- gies, und hatte von selbiger unter andern bindern Johannem Na- bache genannt, welcher nch mit Maria von Pecgmgni vermählte, und an. izü; als ein gcisscl zu Londcn starb. Dieser letztere licWil- tcr andern lindern Jvhanncm, Herrn von Hangest, Königlichen Cammcrhcnn und Ober-aufseher über die armbrust-schntze», welcher noch an. 1411 gelebt. Er hatte von Margarctha von Wie, Miles, Herrn von Hangest, welcher an. 1404 Louysam von MW heyratbotc, und oin vator war Mariä, Frauen von Hangest, i§ zum ersten mal an Jvhanncm III, Herrn von Mailli, und zum andern mal an Baldnin von Noiclle, Ouuvc-n-u-von Pcronnc, vcrch- lichct wurde. Johannes von Hangest, welcher von dem ningM aus dieser familie hcrstammte, that dem König Carolo V I Wie dienste. Ein anderer, namens Adrianus von Hangest, -W A Gcnlis, war nach -dem Francifco von Baraton an. i;r° oberster Mundfchcnck in Franckreich. Alan hält davor,er M des «ranastl, Jacobi brudcrs,Hcrrn von Magni und Caroli von Hangest,Mst- lichcn pro-onoiLrii, Abts von Prieres in Bretagne, nachmals Bisthoffs von Noyon jüngerer bruder gewesen. Er M den 19 ian. an. 1528, nachdem er sein Bißthum an stlncnvm < Johann von Hanaest, übergeben. Adrian von Hangest Franciscain von Maus, mit welcher er verschiedene kmocryim, die sich in den Italiänischen kriegen und in Flandern, auch m renden rcliqious-kriegen wohl versuchten. Franciscus von-y» gest,der älteste, war eines von den Häuptern der HugEltm. . wird gesagt, er sey in der raserey zu Straßburg an. r?6y obn der verstorben. Einer seiner brüder wurde in der sch'MH rizolles gctödtct, und Johannes von Hangest, Heu von pvol Genlis ttctcnitlrte an. iz 6 rBourges wider dikHugonomn. y- doch, als er den ort dem Hcrtzogvon Gmst nachmals , schuldigte man ihn, er habe solches allzu frühzeitig gethan- Königin von Navarra schickte ihn an. 157° als ihren Abgejai i st ! b » >c - l HM aufden ReichS-tag zriSpeyer. Einige zeit daraufwar er bey der croberung von Valenciennes vor die vereinigten Niederländer; als er aber z» Mons gefangen wurde , erdrosselten ihn die Spanier in seinem bette. ^ cl-Ls msil'. cies pgcsrö. iiaiigess / (Hieronymus)voAnr von Paris, L->no„icu? und zckoiLÜLr zu Maus, war zu Compiegne aus einer ansehnlichen fa> milie gebohren, brachte sich aber durch seine mcrirx» noch in grös- strn crebit. Er war anfänglich ein berühmter krot-Kür zu Paris, nachmals wurde er r>non>cii» und Zcvaistticus der kirche zu Mans, und des Cardinals von Bourbon , Bischoffs selbiger stadt, obrister Vic-rius. Er starb den 8 sept. an. I?;8 zu Maris, und hinterließ verschiedene wercke , als : iumicre evLNZeiigne pouc I» 8. LuckLriliie; moralja; anlüogiÄm allvcrüis pkcullo-Lbciüog; lle scrllcmlis in l.uckc» rum; lle llbsro Lrbirrio contra euvciein ; >!e potlitzili pr^ceptorun, ob. jervscione; cie ckrickikcrs euckrrilkiL contra nuzitcros» Lr Lror-i ür 4 « ^sr«'rcr bil>!. krsnc. MrL« öc scripr. kec. 16» ks nick. riniverp. ?Lris. ^attife / war das hauvt einer der 4 alten steten Mahometa» mscher religion, welche die Türcken vor o--cv»6ux halten, ob sie gleich in verschiedenen stücken besondere meynungen sichren. Diese stete nennet sich von diesem urheber die Hannisianische, und sind selbiger die Turcken so wol zugethan, als die Tartarn. Die andern steten sind die i-ckiaii, 6e Malik und lle Hamdol. LrcE lis l'smxlre Otto«. Ler 5 c/sr. bibl. oricn:Li. ^aniia/ siehe Anna. Tannas/ steheAnanus. ^annekenius / (Menno) ein söhn Gerhardt Hamiekemi,Predigers zu Blacenim Oldenburgischen,war den i mertz an. 159z ge- bohren. Seine groß-cicem haben im Oldenburgischen und Delmm- horstischrii die Lutherische lehre am ersten ausgebreitet. Er wurde anfänglich nach Bremen aufdie schule geschickt, weck ihn aber einige seiner or-rccp-orum zu der Reformirren religion ziehen wollen, thaten ihn seine eitern nach Stade. Von dar wurde er auf das Lxm^in!!c> zu Bremen, und an. 1617 aufdie academie zu Giessen geschickt. Als er an. 1619 nach hause kam, wurde er ein schul-cvl, leaa zu Oldenburg; an. 1622 banckte er wieder ab, und gieng nach Wittenberg, um nch in der ci>cc>>ogic fester zu setzen, und begab sich zu Nicolao Humus. Hieraufbcsiche er Leivzig,Ältdorff, Tübingen, Basel, und schrieb zu cstraßburg sein ckuruo- cmlioiicL vericaris wider den Jesuiten Thomam Hcnrici. Daselbst trug man ihm die piotcu.oo der orientalischen svrachen nebst einer prediger-stelle an, die er aber, weiter nach hause gedachte, nicht annahm. Als er nun aufker rückretse seinen alten pc-cc^rorcin, Balthasarem Mentze- rum, besuchte, wurde ihm durch denselben an. 1626 die pmkcttioo der inor->lium zu Marpurg angebotten, und als er selbige angenommen , berieffihn das jähr baraufder LandgrafGeorgius zum ->co- keL-rc ibcoiogiL und der orientalischen spraachen, auf dessen befchl er bald daraufOoÄor lbsoloAiLUNd InipcLror LtoiAnorum wurde» Er wartete seines amts so treulich, daß er verschiedene vocscionez, die er von dem haust Lüneburg, der stadt Franckstirt am Mayn, und der stadt Hamburg erhielte, nicht aiuiehmen wolte. Doch als er zum Üupcrmrcüiiemso nach Lübeck beruften ward , zöge er an. 1646 dahin. Nachdem er daselbst 24 jähr zugebracht, starb er den 17 ftbr. «11.1671. Er hatte Balthasaris Mentzeri tochter geheyrathet, welche ihm 7 söhne und ; töchter gebohren. ' Seine schrifsten sind: trcr llispmsiioiisz clc boinhiis cccLttonc, corrupoonc Lc coo vcrckooc; ssnopii? rbcologi«; cxpoickio Lpilial« !?Lu!i sä Lpksiios; tzoÄrio» «ls jultickcacionc kominiL cocsm Oso; sillu^e -zuLckicmum tlieologi- crrum; grummstics ljsbcLic» ; exsmcn msnualls ielscc. Lcczni; irenicum csitzoüco - evLngcÜcuiN, öcc. 7>r66ecdo2,. mcmor. virnoe- t«nü, X,/. luÄus Lccci. OicllenX. ^rogrsniniL sp. Wirren, p. -6annekcnius/ (WlippusLudovicus) warben? jun. an. 16;? zu Marpurg von dem obigen Mennone Hannekcnio gezeuget. An. iü?7kam er nach Giessen aufdie umversität. Von dar wandte er sich nach Leipzig, endlich nach Wittenberg, zuletzt aber nach Rostock. Als er sich nun m der rheologie so wohl alsPn der Philosophie vest gesetzet, wurde er an.iSS; proleilc.c zu Giesien, bald daraufvoAor rveolosiiL , an. 1670 Vrostilo, cbeolo-iL und eionlickokiLl - crlletlor, nach Misleri tode aber prokeüor rlieoioßiL primzrius und Cenccsi 8riscrinrenclent An. 169z wurde er zum prokeNbre tbeologiL nach Wittenberg beruffen, in welcher stelle er bis an feinende beharrete. Erstarb den 16 jan an. 1706. (2eine fchrisslensind: cco,Msmius lvplius ;cpirome !>>ita>1L-Ar,,1»L;'c>u!c^ coüvcräis; »iinorsrL pliiivlo- Aics in jniuLm; liicco^krniL ; vissilr exuitLns in proiserirgcc Lcccls- mise QiclienL ; boileßcricuz faucciiLnus;pLi-2l; iis öcici, ^uxr» »NLlsiin trrtci c-rcliolicee Lrs^orii 6e V-rlcnri^ ' cjivlNL volunrrrcix circs sslnrern bumänrm; rlc curbs!i5 pkanrigre in objcAo z-rrrcipuo icli^ zios« picr-iris; oblsrvstionss jiöclcs in siiicms rlicoinssicum ^tsretii; ckcisrgrio /?uguk2NL conksrlronis und verschiedene andere in den heutigen controversien, »sn-burZ. 170z z>. -8z 6- 1706 p. ;o. ^annibal / ein berühmter General der Carthaginenstr. Er war Oizmp. 1;;, 2V. c. ?V7, >?. tvl. ;747,c. 247 gebohren, und des Amilcaris, eines Cartbaginensischen Hauptmanns söhn, welcher; söhne hatte, von denen er zu sagen pflegte, daß er; löwen auferzöge, welche dermaleinst der stadt Rom eingeweide zerreißen würden. Eben dieser Amilcar ließ feinen söhn Haunibal im 9ten jähre seines alters, als er dene mir sich in einen ftld-zug wider die Römer nahm, oiymp. i;5,4 v. c. 517, ^747, 2z? auf dem altar schweren, daß er niemals der Römer freund werden han 66z Volte, welche eeremonie Sckius leslicu? sthv schön beschreibet. Im 26 jähre leckres alters bekam derselbe das commsnNo über die armee, und name sich von dem augenblick an vor, gelegenheit an die Rö» mcr zu suchen, und den krieg in Italien zu weltzen. Weil nun hier- zu ble elnwllllgung des Carlhagmensischen raths vonnölhen war, chchte er dene mit iist zu erzwinge», und griffz» solchem end die mit Rom verbündete stadt Saguntus an, weiche er auch nach einer harten belagerung - da die einwohnere einen fast ungläubsichen Hunger ausgestanden, 140,2 v. c. ?;;, L. ^l. z 76?, >?. c. 219 eroberte; der Römische rath hatte underdessen, wie es Hanmbal leicht vorgesehen, und für sich selbst gewünscht halte, gesandte gen Car- thago geichccket, um zu begehren, daß man den Hannibal von Sa» guncus zurück ruffce, oder widrigen fahls dcn krieg anzuküuden. Wie nun das letstere geschahe, und Hannibal indessen mit Saguntus fertig worden - wolte er nach seinem schon lang gemachten anschlug den Römern vorkommen,und sie in ihrem eigenen land heimsuchen , gienge deßwegen mit einer schönen, thme sehr getreuen, und alibereit in Hispanien uittc-r seiner ansührung rreflich geübten armee zu land erstlich über das Pyrenäische gebürge,demnach durch das heutige Languedoc, schlüge die Gallier, welche ihm den paß über die Rhone streitig machen wollen gieng endlich oiymp. 140,; v c. ?;ü, r^l. Z7Ü6, /r. c. 218 mit 90000 mann zu fuß und 1200» zu Pferde über die Alpen, ungeachtet sich Publiuü Cornelius Sei. pio, der schnee, und die einwohner des gedürges seinein MarRe widersetzten. Er ließ aufeine gantz besondere art durch die seifen einen weg machen, dergestalt, daß man selbige mit eßig erweichte, und sodann mit eisernen wcrckzeugen anshied; wiewol in dieser erzeh- iung, wie sie von einigen der alten vorgebracht wird, gar viel fabeln mit underlaussm, und der weg durch das thal und gebürge von Su» sa, dene Hannibal gedrancht, schon lang im stand gewesen, auch im übrigen für gewiß kan gehalten werden, daß, wo vorhin saumroß durchkommen sind, allda die Cartbaginensischen elcphanten, ohne sonderbare mühe, und ohne viel eßig oder feur, wie man sich etwa» eingebildet, haben mögen durchgebracht werden. Nachdem er Turin innerhalb ; tagen erobert, marschirte er nach Pavia, un> schlug daselbst ?. Cvrnelium Scipionem, welcher obnfthlbar sein- leben hatte einbüffen müssen, wofern er nicht durch seinen söhn, der nachgehends LK-icsnuz zugenannt worden, aus der gefahr wäre errettet worden. Jnmitteist fuhr Hannibal weiter fort - und schlug Cvrnelium nebst dessen collega Sempronio >-ong», zum andern mal bey dem fluffe Trebia in eben selbigem jähre. Im nächstfolgenden jähre kam ihm bey der see Thrasimeno Flaminius entgegen,- welchen er gleichfals ncbst 1 ?ooo mann erlegte. In eben demselbi-- gen jähre machte ihn Fabius ivl-rximu«, Lur>ce-»c«r zugenannt, mik- stinen Verzögerungen müde, als aber Terentius Varro, wider den rath dieses seines collegä, Acmilii Pauli, der fache bald ein ende- machen wolle, so ward dem Hannibali o>>mp. 141,1 v. L. ;;8 ,. tvl. 47Ü8, c. 2is bey Cannä eine schlackst geliestret, wormnen das Römische kriegs-deer, welches auf die 80000 mann zu fuß mck> gegen 7200 pftrb ausmachte, gäntzlich geschlagen und zernichtet wurde, so daß über 40000 mann auf dem platz blieben, und in die- acht tausend gefangen wurden. Unter de» erstem waren neben dem Bürgermeister Aemilio Paulo, über 80 Römische Rathsherren, worunter verschiedene allberetts die höchste chrenstelie verwaltet hatten. Vom Rirlerstand kamen da so viel um, daß die denen erschlagenen abgezogene, und von Hannibal durch Magoncm naher- Carthago gesandte güldene ringe wohl; fester sollen ausgemacht haben; wjewol schon Plinius eben auß diesem umstand geschlossen, daß in selbiger zeit nicht die Römische Rittere allein, sonderen auch andere das recht güldene ringe zu tragen, müssen gehabt haben. Diestr erstauncns-würdige sieg hätte nothwendig den Untergang, der Römischen Republic nach sich ziehen müsse», wofern Hanni- bai sich desselben recht zu gebrauchen gewust hätte. Allein an statt, daß er geraden wrges nach Rom marsckstren sollen, gieng er nach Capua, und überwinterte daselbst, als welcherart »ach der obge-, meldten schlackst samt fast allen übrigen völckem des unseren Italiens zu ihme gefallen wäre, wie schon vor derstlbigen das gcmtze sogenannte Lrllis cilUpins gethan hatte. In solchem Winterlager nun geschahe es, daß die lustbarkeite» des orts seine armee in den, gründ verdürben, die Römer aber inzwischen von ihrem schrecken, weichen der verlmst von ? feld-schlachtm ihnen eingejaget, sich wi- derum erholten,und wäre ^-Claudius Marcellus der erste,welcher gegen Hannibalcm glücklich föchte, als deine er in verschiedenen treffen vor der stadt Nola in Campanie» zimliche» abbruch thäte, und ihn letstlich in einer rechten schlackst mit Verlust mehr als ;os» mann aus dem seid schlüge. Wiewol aber dieser noch zu zelten, ws man ihme nickst gar zu geschickte Generalen entgegen setzte, etwas glück hatte, als da er Larent durch überfall und verstnndnus mit einigen einwohneren eroberte, den Centeninm Penrilam mit 8oc>» man», und balb daraufdcn vi-A-ror-m Ln.Fulvium, der eine zim- iiche armee under sich hatte, schlug, mochte doch zur Hauptfach nicht viel beytragen, und hatten auch die Romcr unterdessen anderswo , da Hannibal nicht zugegen war, in Hispamen, Sicilien und Sardinien, desto besseren fortgang, welches aber zu dem gegenwärtigen articul nicht gehöret. Endlich käme doch goanmbal unversehens vor Rom, welches aber die Romer so wenrg achtete», daß sie noch eben desseibigen tages trouppen in Spanien schickten, ja, daß man auch so gar dasjenige stück selbes, woranfHannibal sein lager aufgeschlagen, in der stadt nach seinem völligen werth verkauMe, wiewol hingegen auch Hannibal eine gleiche Hoffnung des glücklichen ausgangs zu zeigen, die kanffmanns-gewoiber und kram-läden, so um das rath-bauß erbauet waren, durch öffentliche ausruffung feil bieten ließ. Allein er erhielt seinen zweck nicht, indem ihn der stätige regen und noch mehr die tapfere gcgenwehr der tzurge- 664 han bürgeren die belagerung aufzuheben nöthigte. Es gienge ihm hingegen die stadt Capna verlohren,von welcher er durch diese cllvcrllon das Römische kriegs-heer abzuziehen vermeint hatte. Wodurch dann die -epu»«»,, seiner Waffen sehr geschmälcret wurde, und seine meiste verbündete in Italien sichs gereuen liessen, daß sie sich von den Römeren zu ihme gewendet. Nachdeme hatte Marcellus wieder mir ihme zu thun / und lag aus zweyen treffen , in dem ersten Hannibal / in dem andern Marcellus ob; da hingegen Fabius ximu? Tarent wider einbekain. Endlich glückte es dem Hannibali, daß Marcellus samt seinem damaligen coNcZL im Burgermeister- thum T- Quintio Crispino im recngnosciren in seinen hinderhalt verfiel / und das leben verlohre / da Crispinus mit genauer noth und hart verwundet , entkäme; wiewol sonstcn die Römer/ weil es nur eine parthey gewesen war / nicht hundert mann dabey verlohren. Als nun dadurch Hannibal des Marcelli cörper überkommen, gebrauchte er sich seines pelschaffrs in einem driefe an den Louverneur von Salapia, welchen er bath - daß er ihn die nächstfolgende nacht in seine g-rmlo,, aufnehmen möchte; allein Crispinus / verändere Bürgermeister / furchte sich davor / ob er wol schon sehr verwundet war / und schickte deßwegen ein warnungs-schreiben an die benachbarte garmlonm / sv/ daß der 6 p. 144,2. v. L. ki. 778-, (?. 20z »ach haust bcruffen, Carthago zu entsetzen, welche stadt damals Scipio hart belagerte. Er versuchte zwar erst mit demselben einen friede» zu treffen, allein vergeblich, muste sich dahcro in dem folgenden jähre mit ihm in eine schlacht einlassen , welche er verlobr, nebst 2000c, mann von seiner armee, ohne die gefangene», welche eine ebenso grosse anzahl austrugen. Diese so vielfältige unglücks-fälle verursachten, daß Hannibal den Carrhaginensern zum frieden rieth, welcher auch das jähr darauf nach wünsch der Römer erfolgte, darauser Africam verließ, in Asiam flöhe, und daselbst so wol oivMp. 146, 2V.L. 579, xc. ; 78 y, ^.c. 197 Antiochum, als hernach o>>mp. 148, 1 v. o. 76s, /r.kt. 7796, -c. c. 188 Prusiam, den stönig von Bithynien, ivider die Römer aufwiggelte, aber zu seinem schlechten Vortheil. Endlich, als er sich befürchtete, den Römern von diesem letstcrcn König in die bände gelieferet zu werden, wie sie es dann in der Versicherung, daß sie, so lange Hannibal lebte, niemals ruhe haben wurden , durch ihren Gesandten 1. Quinctium Flaminium ernstlich begehren liessen, vergab er sich selbst mit gisst im 6; jähre seines altcrs, oiymp. 149, ; v. c. 772, tr. ö/l. ;8or, a. L. 182. Jedoch sind die scribenten nicht allerdings einig wegen der art seines todcs. Denn etliche sagen, daß er wegen seinen unglücklichen Verrichtungen gecreutziget; andere hingegen, daß cr von den Carthaginensern gesteiniger worden. Die tt.llnnci beschrieben seine gemüths-art aufvcrschiedcne weise, denn von ciiliqcn wird cr der untreue, von andern der grausamkeil beschuldiget. Livius priese ihn wegen seines klugen Verstandes, und Scipio wegen seiner krieges-erfahrcnvcit, so gar, daß er ihn vor den vortreflichstcn General unter allen hielt, daransPyrrhum, und denn sich selbst setzte. Lucianus führet in seinen gesprochen der todten unter andern auch Alexandrum ^->§,»>„1 und Scipionem ein , welche mit einander darum streiten, wer dcr gröste krieges-held sey? da denn Alexander oben an, so dann Scipio, und endlich Hannibal gcsetzec wird. Cornelius Neposffchreibec von ihm, daß er alle andere kriegcs-hcldcn eben so weit übertreffen, als die Römische tapffcrkcir aller andern völcker ihre, so, daß cr ohne zweifel die Römer gäntzlich würde überwunden haben, wofern cr nicht durch seiner eigenen lands-lcutc ncid wäre geschmähet, und daran verhindert worden, daß also vieler Mißgunst und Verleumdung dcr tugcnd eines einigen mannes überlegen gewesen. Auffer dem jctzlbcschric, denen Hannibal hatten die Carthagincuser auch einen Admiral dieses namens, und noch einen andern, welcher den Egcstanern zu hülffe geschickt wurde. 1.; c.,? L 64. 1. r,. I. <7o^». LLeZ-ö-. i. 7 - in t stzio Lc Zcipione. L-li-i- L,r» frgAiii. t 7 r/. D,o^. Ä,„/. * ^annibaldi / (Petrus) ein Römer, wurde von Innoccntio VII an. 1405 zum Cardinal, und von Gregorio XII zum Vic-no xcncc.ib zu Rvmgemacht. Seine allzu crustbäffte aufführung brachte ihm viel ungelegeiiheit, und zog des Königs Ladislai von Nea« polis und Ungarn Waffen in den kirchcn-staat. Er hatte noch andere bcdicnungcn bey dem Römischen stuhl, und starb den zo oct. an. 14,7 zu Rom, allwo man sein grabmahl in der kirche 8. Maria diffeit der Tiber siehet. ^ c.zr L 40. c»- ^annibaldi / (Richard) welchen Grcgorius IX an. 1240 zum Caroinal machte,starb an. 1274 auf dem conciliu zu Lyon. Haniiibaldi/ ein Cardinal; siehe Annibal Hannibaldi. han Hanno/ ist ein name; berühmter Carthgginenser Ein,»..» denselben wolle vor emen gott gehalten seyn, zu ^ einige vögel diese worte sprechen lernte: Hanno ist em «I ^ ^ selbige hernach m die freye lufft fliegen ließ, daß auch vogel dieses von ihnen lernen, und ihn also vor einen Ein? lufft ausrüsten mochten; allein da die vögel wiederumchN ^ sie aufs neue ihren alten wilden gchng / heit erlanget, stimmten und also hatte Hanno vergeblich an ihnen geärbeit'tt dere Hanno beschrieb in seiner mntter-sprach seinereise um herum, die man hernach unter dem titul i-ecipim msGrü-nÄ übersetzet, G) Der dritte war ein kriegs-Hauptmknn S deswegen, weil er einen gantz zahmen lowen hatte, von d r O ri keit (die solches als ein zeichen semer regiersucht ansabel HÄ wurde. (-) Es sind auch noch einige Carthaginenstsche Gen rÄ dieses namens gewesen, deren rühm aber niemals hoch aesii am s (2) V2r. k,lt.!. uk. c. ;o. (b) I. s c. I. -ucl.r. Lte/»I.zc.i°. (c)?/«L. öe inllic.xrw. ^ , ü c. i6. ^ Hanno I.Ertz-Bischoffzu Cölln, siehe Anno. Haimo II, Crtz-Bischoff zu Cölln, Graf zu Dassel. Anfand war er Probst.zu Goßlar, nachdem aber an. -°7z Hermann zu Cölln gesiorben, wurde er an dessen stelle von den ,7 pitularcn erwählet. Durch seine grosse meriten brachte er iick 7 dermans gewogenheit zu wege. Absonderlich lebte er in grossem ansehen bey dem Kayser Henrico III, daß er ihn auch nim m- mund,eines «ohnes bestellte. Man erzehlct von ihm,daß er clliclikn ungerechten Richtern die äugen habe ausstechen lassen, unter hcn- zclbigen aber seinem gevalter nur eins, damit er den andern den weg zeigen tönte; auch daß zum andenckcn auf die Häuser der ne- strastten steinerne kopsieohne äugen wären aufgesetzt worden. Die Reichs- und Churfürsten, nebst dem Ertz-Bischoff Adclberto m Bremen erwählten ihn wegen seiner klugheit und grossen cisers zur gerechtlgkeit zum Reichs-Rath. Bey dein damals verwirrten zustand suchte er des Reichs beste, weswegen er nebst ander» Fürsten den sangen König Henricum der regicrsnchtiaen wiittcr entzog. Er verrichtete aber nicht allein im weltlichen grosse diM, sondern ließ sich auch angelegen seyn, den nutzen der kirche zu befördern. Daher legte er den ersten gründ der kloster 5. Maria ^ z--- cius, und r. Georg» des Märtyrers, desgleichen in Siburg undM andern orten. Als sich zwischen ihm und den bürgern zu Cölln ci. nige Uneinigkeit ereignet, und er deswegen vor dem Kayser verklaget worden, stellte er mit dem gröste» vergnügen dieses letztem seine Unschuld öffentlich dar. Endlich danckte er den Reichs-gcschDen ab, und nachdem cr kurtz vorhcro ein ungcmcincs tramn-geßclite gehabt., da ihm etliche verstorbene Ertz-und Vischöffe in weisst» hell-glantzcnden pc-i-ullcal kleidern erschienen, starb cr an. 1077, nachdem er 20 fahr dein Ertz-Dißthum rühmlich vorgestanden. Leen»«». ckronic. 20 251 . Io;6. tc/rek,. ic3)'tcr5.ilirM, ?. ; p. 190. cllrnn. kcemcni. in x-icibnm. r. r P.40. I«w. §c/,«/»«S«-F. llc rcb. 6erm. clironolox. in tzlllou t.I illuür. vcrcr. fcripror. p. 776. c!>rc>„. Lrellecbvrgcns-in Xtciboin. r. I cec. Oerin. x>. 471. L«L»e« DLlicI. cliron. !. 1. Or2fcn.i'22l p. 904 icc;. Hannover/ die residcntz und Haupt-stadt des von ihr beiie,inten Cliurfürstenthums, war sonst eine der vornehmsten siädtc in dem Brannsthwcigischcn Fürsrcnthnm Calenberg, ligt amLeine- fluß und an einem wald, die Elnerey genannt, in einer ebnen ge- gend,; Meilen von Hildesheim und 7 von Braunsthwcig. Den na- inen hat sie von dem hohen ufer der Leine, welches nach der Mundart dcr cinwohncr Hohn oder Han over ausgesprochen wird, wie sie den» ohne dem in den alten Urkunden Honover gcnennctwird. Die stadt ist schon an. 1190 nahmhaffc gewesen, da stc von dcm Kayser Henrico VI,dcr Hcrtzog Heinrich den löwcn verÄgic,ad« gcbrcnnt worden. Gegen der stadt über an dem andern ufer der Leine war vor alters das schloß Lauenrode, oder Lelnenrode, so den Grafen von Roden und Wunsdvrff zngehöret. Hcrtzog Heinrich der löwe hat das schloß, ungewiß mit was vor recht oder zu sich genommen. An. 1207 hat Conrad von Roden noch gelebet, dem es vorhin zngehöret. An. >771 aber ist diese bürg von den bürgern zu Hannover auf zulassen Hertzogs Alberti zu Sachstlb der damals auch Lüneburg besaß,zerstöret worden. Die stadt Hannover aber kam immer in grösseren aufnahm,daher sie sich zu »M- schiedenen malen unterstanden,sich ihren Fürsten, den Hertzogen zn Braunschweig und Lüneburg, zu widersetzen, wie sie denn an. 148° Hertzvg Heinrich dcr ältere von Braunschweig vergebens belagert, und än. 1490 den 24 nov. sich derselben mit list zu bemächtigen gesucht; welches aber auch fehl aeschlagen, und die stadt bat nach- gehcnds diesen tag besonders gefeycrt. Doch hat sie sich »ach der zeit so wol als Lünehurg zu einem gäntzlichcn gehörst»» »ach uiw nach brgucmen mühen. Nach dem an. 1674 erfolgten abstewen Hertzvg Friedrich Ulrichs zu Braunschweig, hat Hcrtzog Georg zu Lüncbiirg soine rcstdentz hier genommen, wodurch die stadt mit ansehnlichen gehänden vermehret worden,wie denn von diel» zm M dadieHertzogliche,iindvon an. 1692 dicChurfürstliche residentz M gewesr'n, die stadt an einwohnern und zicrde sehr zugenommen- Sie ist ohne dem schon mit hohen und starckcn mauren, wanw/ bollwercken und waffer-qräben, 76 thürnen auf der innern ma>m/ 4 langen und breiten gaffen, 7 stadt-thoren und so viel vstirr-urchm auch unterschiedenen armen und waysen-bänsern versehen g w sen. Sonderlich ist in dcr stadt eine schöne wasser-kunst, dadinw ein groß rad das wasscr aus der Leine in die hohe getrieben - lern anfden marckt geleitet, und von dar durch die gantze stadtrem let wird. Von dem Churfürstlichen schloß und garten Herrny.au- i> i- ü 1 !> ! I-! 4 K ß -ci N S-! zö .sö Ä Hi s^s-i > f. fen/eine stunde von HaNnover,handelt ein besonderer articul. Ein grosser theil der Nahrung der stadt bestehet bey fast 200 jährender in einem vier , so von seinem erfinder einem hiestgen brau-knecht, Conrad Breyhan, den namen hat, und vor sehr gut gehalten wird. M/e»'. to^ogr. Lrun 5 uic. x. 100 5 g. hannoverische linie/ der Hertzoge von Braunschweig und Lüneburg,siehe Braunschweig. hannoverische lande. Hierzu gehören nach an. 170 z er- folgcemabgang der Zellischen linie, erstlich sechsten die Mische lande,nemltch i) das eigentliche Hertzogthum Lüneburg,die Graf- schafft Hoya und Diepholt, die Harburgische und Dannebergi- sche landes - xorrionen, und das meiste von dem Hertzogthum Sachsen-Lauenburg. 2) Das eigentliche Hannoverische, bestehet in den Fürstenthümern Calenberg,Grubenhagen,und dem lande zu Göttingen. hannoverische Chur-würde. Es ist schon in dem lebendes ersten Churfürsten Ernesti Augusti angeführet, daß demselben an. 1692 die neunte Chur aufgetragen worden. Hier ist folgendes zu mercken. Der Kayser Leopoldus hatte diese würde dem Hertzog zu Zell, Georg Wilhelm, aufgetragen, theils desselben und seines Hauses meriten einiger Massen dadurch zu compeniiren, theils auch das Churfürsiliche coNszium wieder in ein grösser wkre zu setzen, und zu machen, daß auf einer feite die glcichheit der stimmen nicht so leicht zu befürchten,u.aufder andern feite einige glcichheit zwischen den Catholischen und Protestirenden wieder eingeführet würde, welche zimlich noth litte, da von an. 1685 Chur-Pfaltz Catho- lisch war; der Hertzog Georg Wilhelm aber entschuldigte-sich mit seinem hohen aller, und übertrug diese würde an seinen bruder und pi« 5 umirlichen erben, Hertzog Ernst August zu Hannover, welcher auch würcklich an. 1692 damit belehnet worden; und zwar dergestalt, daß die Chur-würde an dessen hauß und in demselben an den erstgebohrnen mit gäntzlicher ausschliessung der Wolffenbütteli- schen linie verbunden, und fernerweit ausgemacht worden, daß der neue Chur-crayß, was bisher zu Zelle oder Lüneburg, Grubenha- gen, Calenberg oder Hannover gerechnet worden, ingleichem die Grafschafften Hoya und Diepholt in sich begreiffen solle. Damit auch ber neue Churfürst in dem ertz-amt den übrigen Churfürsten gleich seyn möchte, ward er mit dem Ncichs-panier belehnet, und dabey versichert, wenn etwa die Bayerische Chur ausgehen solte, er mit dem Ertz-Schatzmeister-amt bedacht werden solte. Doch gleichwie wider die Chur selbsten vieles eingewendet worden, da- vv,. fort; also prorellirte Wider das erste amt der Hertzog zu Würtcmberg, weil seine vorfahren von undencklichen reiten die Relchs-fahne qesühret s) weswegen sich auch der Churfürst dessen enthalten. Und ob sich schon der andere caius an. 1706 Lurch die achts-erklärung des Churfürsten von Bayern ereignet, und an. 17,0 der neue Churfürst dieses ertz-amt zu führen angefangen, so ist doch, nach der im Rastädttschen frieden an. 1714 verglichenen völligen rsstiwuon des Churfürsten von Bayern, die fache wieder geändert worden, und hat dieses zu grossen disputen in dem Chur- fürstlichen coii-g>-> gelegenheit gegeben, wodurch sogar die llsiille- k-uon-s gehindert worden, indem man sich über kein mitte! vereinn» gen können,alle hohe mrersiUnr-n desfalls zu vergnügen. Daß auch wider die neue und neunte Chur-würde selbst viel eingewendet worden, ist jetzo erinnert, und ferner zu mercken, daß der comr^ic-men ; ciassen gewesen. 1) Einige Churfürsten wendeten ein, zu aufrichtung einer neuen Chur-würde wurde nicht nur des Kaysers oder einiger Churfürsten, sondern auch des gantzen coiicgii bewilliaung erfordert. Wenn man einmal ohne dringende noth (dergleichen wol zur zeit des Westphälischen friedens gewesen) ansienge, die zahl der Churfürsten zu vermehren ,/o würden sich genug andere Candidaten,sonderlich Catholische Fürsten, finden, welche nicht weniger meriten zu sn-g-ren wissen würden. 2) Etliche von dem Fürstlichen coUessio erinnerten, das Churfürsiliche coNe- 8>um würde: auf solche art zu mächtig, und das Fürstliche zu schwach werden. Es käme ihnen so wol als den Churfürsten zu, die besetze der güldenen bulle aufrecht zu halten , und dahin zu sehen, daß dasjenige, was ehedem Kayserlicher seits derselben zu wider,in aisschung Sachsen und der Pfaltz, verhänget worden, nicht zu einer schädlichen conkgu-nr gezogen würde. ;) Das hauß Wolssenbüt- tel insonderheit beschwehrte sich, daß es hierdurch zwar zugleich der j-!ouii- und gefahr expom'rt würde, welch e dem gantzen hauß Beaunschwcig und Lüneburg aus dieser fache entstünde; aber auch Nicht wenig beschimpfst würde, daß sie, als die ältere linie, nicht allein vorietzo vorbey gegangen, sondern auch aufden fall, da die Hannoverische linie abgehen solte, gäntzlich von der Chur ausgeschlossen würde; welches ihnen um so viel weniger zu erleiden,weil dadurch das in dem gantzen hauß Braunschwetg Lüneburg längst eingeführte SeniorLt torr litte, indem Hannover oder Luneburg dem gantzen hauß Braunschweig oder Wolffenbüttel vorgezogen wurde. Hierauf aber hat man Hannoverischer jeits geantwortet t 1) Nach dem neben demKayser,Böhmen,Sachsen,Brandenburg, Pfaltz und Mayntz die yte Chur bewilligt, müsse die fache als xer wzjors ausgemacht angesehen werden- 2) Diese fache gehöre gar Nicht vor das Fürstl. coüezium. und wäre dasselbe selbst hierinnen nicht einig, z) Man hätte durch die Yte Chur nicht des gantzen Hauses, sondern derZellischen und Hannoverischen linie meriten vergelten wollen: die P---Ka kimM« könten den Reichs-gesetzett Nicht pnLjucllcweiinmd könten noch dazu die vergleiche von dem lle- mit der Chur seines Hauses wohl bestehen, ch) Durch diese und dergleichen disputen nun würde die incmlluLion jn das Chur- fmMche coUcßium gehindert, und ob schon an. 1706 ein vergleich mit Wolffenbüttel c) erfolget, hat esdoch noch immer sonderlich ^«leitender Catholischen Stande schwurigkeiten gesetzehbis man Ab endlich bahrn verglichen, daß im fall die Rudolphinische und Wtlhelmmlfche lmre Catholischen theils bey der Pfaltz erlöschen Hannoverische Chur noch im stand'seyn wür- erste Catholische Churfürst 2 vors haben solte. Hierauf ist endlich an. 1708 die imrolluÄion m der Person des Cbur-Braun- schwergischen Gesandten des Herrn von Limbach erfolget. Vorher aber müsse der neue Churfürst einen Churfürstlichen Reichs- marricuiar-anschlag, und zum cammer-gericht ;oo gülden zu zahlest uverneymen. kr«rer LLceros veL Qeraran. I. 6 zr. 66 a) Der colleÄionuw s^orum ^rublicorum se» Lkvveigsn. 5oic,msn. 1694 in 4 ll-rsus: Wcck5eI5ckrikrcn von» Leicks-llanniei-, worinn LerLMfr, vor lisnnover, aber vor VVürrenberglliefellergc5ükrc. allll. inlliüerk.llLreKiisDL- leniillusin 8 uevia,vvoer 2 ei§tt.lls 58 5onk-o zLeiells-kakaen gswesen^ llie kvrkliclle, clie k>cccr5cllLkcllcke,nller lles 8 . Qcorgen kllilllcs, unä snllücl, llie kallie-ollcr lllarien-kakne: lla5s es llemnscl, llemLsx5ec 5re^ Kelle,nock eine allgemeine Keiclls-Lllne anruorllnen.unll einLrtr:, Lmr llaraus 2 U maellen. ll) allerllanll rslionnemenL unel llellenellen Uller llie neunte cllur, Kellen in Luroxs:i5cllen kasts-conkliis r.r p. llzz 5g. Des ^ rsilonnsmens. llieriiber ünll sn^ 169 z be5onllers cllirt. Die 5sk unrcklickoo 5cllriKen llcr vviller llis nennte Lillur corre5^>onllirenllen kürken, voll llie antvvort llsrau5j sur llencolleÄorillus publicorum snsukillren ikru weitILuKg. c) Diellec Zellörr 5 onllerlick umkLnlllicller bcricllc von llenen in llen kürklicll- Lrsunkllvv. lläukern 2ell-unll Wolksnllüttel. linie vor^etälleneri llikerentien an. 1702. ^anon / ein söhn Nahas, König der Ammoniter. Als er L. rvl. 2944, L. L. 1040, „ach seines Vaters tob zur Cron gekommen war, schickte der Konig David Gesandte an ihn, um ihm wegen seines Vaters tod zu conllollren, als mit welchem er gute freundschafft gepflogen. Allein dieser König, an statt, daß er sie hätte sollen wohl aufnehmen, hielte sie vor spionen, ließ ihnen den bart halb abscheeren, auch die kleider bis an den gürtet abschneiden, und sie also gehen. Als David dieses angesagt worden, sandte er ihnen etliche entgegen, die ihnen andeuten müssen, daß sie so lange zu Jericho bleiben sollen, bis ihnen der bart gewachsen; gab darneben seinem General dem Joab oMrs. diesen hvchmüchigen König zu züchtigen, welcher ihn auch seines Königreichs beraubte» 1 Lrw. ca^, io. 6anrow / ein kleines amt in Holstein, Königlichen antheils, von dem hofHanrow also genannt, begreifst nur ein einiges kirch« spiel, und hat ehemals den Rantzowen gehört. Lclllelvv. ?. ; c. Hausse-städte/ sind gewisse städte in Deutschland, welche der Handlung wegen mit einander in einem bund stehen, und grosse priviicr-is gemessen. Die Nieder-Sächsische stadt Bremen soll um das jähr Christi 1164 dieses bündniß Misstet haben, um dadurch den Handel desto mehr zu bevestigen, welchen sie mit vielen änderest see-städten in Liefland triebe. Wiewohl Lambeeius behauptet, daß hierzu ein zwischen der stadt Hamburg und Lübcck an. 1241 ju beforberung der comm-rcien geschlossener tractat am meisten anlaß gegeben, indem nachmals andere städte mit bengetretten, und ein allgemeines bündniß unter sich aufgerichtet hätten. Dest namen wollen einige daher führen, daß die ersten städte, so zu diesem bündniß gelegenheit gegeben, an der see gelegen. Pontanus führet selbigen von dem alten Wort Hauses / oder vornehme Herren, her, weil es nemlich die vornehmsten städte in Teutschland gewesen. Am sichersten ist es, daß man solche von dem alten wort Hansa herführe, welches, wie einige wollen, eine Handlung, oder, wie es am wahrscheinlichsten ist, eine wegen der Handlung geschlossene Gesellschafft bedeutet, dahero auch das alte Teutsche wort hänseln noch übrig ist, welches so viel ist, als einen in die gesell- fchasst aufnehmen, und in einigen Reichs-städten noch ein Hans- czraf vor diejenige Obrigkeit gehalten wird, welche über Handel und Wandel bestellt ist. Es wird auch in alten Teutschen Urkunden solcher bund der Teutsche Hanse genennet. Jn den Spanischen Niederlanden nennetc man sie die osterschen städte / oder Oster- linge. Wie viel deren sich anfänglich in dieses bündniß begeben, ist ungewiß; dieses aber ist bekannt, daß deren anzahl immer mehr und mehr gewachsen, und sich nicht allein viel vornehme, sondern auch geringe städte darein begeben. Sie hatten 4 Haupt - classen: die Lübeckische, Cöllnische, Braunschweigische und Dantziger. Insonderheit war Lübeck dieser aller Haupt, welche stadt auch die ausschreibung der bunds - tage, ingleichem die cantzley und das srckiv hatte, wie sie sich denn nach dem Lübeckischen recht richten müssen. Zum Lübecker - ccinwir gehörten die städte Hamburg, Rostock, Wismar, Lüneburg,Stralsund,Stettin,AnclaimGryphs- walde, Colberg, Rügenwalde, Kiel, Stargard, Stolpe, rc.; zum Cöllnischen die städte Wesel, Duisburg, Emmerich, Warpurg, Unna, Hamm-Münster, Minden, Oßnabrüg, Dortmund, Soest, Herford, Paderborn, Lemgow, Bilefeld, Lippstadt, Coßfeld, Nim - wegen, Zütphen, Ruremond, Arnheim,Venlo,Harderwyck, Einöden, Middelburg, rc.; zum Braunschweigischen wurden gezahlet die städte Magdeburg, Halle, Goßlar, Eimbeck,Gottingen, Hildesheim, Hannover, Ulfen, Burtehude, Stade, Bremen, Hameln, Minden,Soltwedel, Aschersleben, Northeim, Helmstadt,Stendal, Francksurt an der Oder, Brandenburg, rc.; zum Dantziger wurden gezogen die städte in Preussen und Liefland, als Königsberg, CulM, Thoren, Elbingen, Braunsberg, Riga, Dorpt, Reval. Einige städte hielte,! es nur mit diesem bund, als Erfurt, Halber- stadt, Berlin, Breßlau, rc. Endlich würde derselbe so starck, daß die vornehmsten handels-städte in Europa es mit ihm hielten, als II theil- PPPP d« 666 han da waren in den Niederlanden Antwerpen, Dordrccht, Amsterdam/ Roterdam, Brügge/ Ostende und Duynkercken; in Franck- reich Calais, Ronen, 8. Malo / Bourdeaur / Bayonne und Marseille : in Spanien Barcello,ia, Sevilien und Cadix; in Porcugatt Lissabon; in Italien Livoriw/ Napoli und Meßina; in Engclland Londen / nebst vielen anderen see - städten mehr / die sich der an,ah!' nach auf 72 erstreckten. Allein diese ausländische Hansce - städce verliessen solchen bund / als die Fürsten und Herren, unter denen sie lebten, gewisse compaqnien aufrichteten, um den Handel ihrer Unterthanen dadurch zu befördern. Als diese Teutsche Hansestädte in dem besten zustand waren , halten sie ihre allgemeine Niederlagen , pack - und kauss-hauser auch ausserhalb Reichs, nemlich zu London in Engelland, Antwerpen in Brabaut, Röchelte in Franckreicb, Brügges in Flandern, Bergen in Norwegen, und Novogrvd in Moscau. Dieser bund, welcher anfänglich nur zur sicherheit der Handlung und cinmüthigcr der verewigten städte wider die Fürsten und Potentaten angesehen war, wurde zuletzt so mächtig, daß auch die Hausee-städte einen krieg wider den König Waldemarum III in Dänemarck ansiengen, welcher um das jähr i;48 regierte. Ihre flotte gieng geraden wegs nach Coppcnhagen, und trieb den König in die flucht, welcher, um fried zu machen, ihnen auf iS jähr das land Schonen zu besitzen eingab. An. 1428 rüstete dieser bund wider Ericum, König von Dane- marck, eine andere flotte von 2;o segeln aus, nebst einigen troup- pcn zu land von 12000 mann, wodurch der König in sehr grosse noth gebracht wurde. An. 1615 entsatzten sie mit der Holländer lbcyständ die stadt Brannschweig, welche dazumal von dem Her- tzog Henrico belagert wurde. Auch zog dieser bund nicht allein nach und nach das mano^oUum der co,»mcrclcn an sich, sondern es schlössen auch auswärtige Könige mit ihnen Sie schickten Gesandtschafften, die nicht änderst als anderer Rcpubli- quen aufgenommen wurden, exercieren das kriegs- und frie- dens-recht, nieten unter sich strenge justitz, wie sie denn an. O8; die stadt Brannschweig wegen eines Verbrechens von der gemeinschafft der Hansce ausschlössen, und nicht eher wieder annähme» , als bis sie durch ihre Dcputirten auf dem cnnvem zu Lübeck mit blossem hauvt und nackenden füsscn brennende Wachslichter von der 8. Mariewkirche bis zu dem zunffc - Haus, trage», und daselbst abbitte und pa-»,rcnl; thaten, welches der Känstr Carolus IV ihnen gar gut gesprochen. Ihre allgemeine Versammlungen geschahen nur alle z jähr einmal, es wäre denn, daß einige aufstossende außerordentliche noth oder andere umstände dergleichen öffters erfordert hätten. Vor zelten halten sie zu ihrem beschü- tzer den Hochmeister Teutschen ordens; nachdem aber selbiger erden in ziiulichcu verfall gerathen, nahmen sie den König von Dänemarck oder Schweden, und manchmal auch den König von Spanien als Ober-.tzcrrn der Niederlanden an.Von Caroli V zci« ten au aber bat dieser bund abgenomen, theils weil frembde natio- nen ihre bisherige» cvmm-rc>ei! an sich gezogen, zumal die Portugiesen durch ihre schiff-fahrten ihnen viel schaden gethan, theils auch wegen den innerlichen unruhcn von Teutschland, da der Kavftr selbst solche mächtige bündnisse nicht gern sahe. Da sich denn eine stadt nach der andern, weil sie die schwären lösten, so zu conlervirung dieses blindes erfordert wurden, Nicht mehr ertragen kuntcn, selbst daraus begaben, andere aber durch ihre Lands- Herrcn solches zu thun gcnöthiget wurden ; daß also heut zu tage von den eigentlich also genannten Hansec-stadten keine mehr übrig als Lübeck, Bremen und Hambussg. !. ,4. vanci-l. c.z. 6 clc civic. lliLnicacicis. cls kcvllcc. civic. I 4 an- tesr. cie orig. hrgiic. I. r. «rss x>. 161. lürum I i> p. 84. glolUriuw. Lexo/-/. ?. 1 p. 96g. Äanstein / eines der ältesten und ansthnlichsten Adeljchen Häusern in Hessen, so sich auch in Thüringen ausgebreitet, und im Fürstenthum Bernburg- Anhalt das Ritter-gutOsshmarsleben besitzet. D. Becman» führet deren Ursprung aus Ungarn her, worzu ihm vermuthlich das waapcn anlas gegeben, als worinn z schwarte mondcn zu sehen. Zinn anhccrn aber dieses Hauses in Tcutschland setzet er Hellwig , lvclchcr bev dem Ertz - Bischofs und Chur-Fürst zu Mavntz, Conrado I, in grossen gnaden gestanden, und, nachdem er Königs Belä UI in Ungarn beyde söhne, Emmerich und Andrem», die im gefährlichsten streit gelebel, wieder zur Vereinigung dringen helssen, wegen seinen Ellen von dem Ertz-Stißt Mayntz mit dem v>cc-Doi».-amt von Rustenberg, und nachgehends mit dein schloß und dar;» gehörigen gütcrn Haustein auf dein Eichsfeld an der Wrrre belieben ivordcn, so dessen nachkommen noch heut zu tag besitzen, welche güter hernach dermaßen zugenommen, daß derselben zu unsern zeitcn in diegezehlt werden. Dieses Hcllwigs söhn, namens Heideurcich, der an. 1241 Dieses Hcllwigs söhn, namens Heideurcich, de mit dem r >ce - Dom - aml Rustenberg belieben worden, ( davon der lehn-bricsnoch vorhanden) hat sein geschlecht fortgesetzet, und haben sich dessen nachkommen in unterschiedene linien und Nebenlinien vertheilet, als i» die Livpoidische, Bcscnhausischc, Werls- hausische, -Obcr-Ellischc, Dicrmarsische, Ersbausische und Geiß- marischc, rc. Von dem Besenbausischen äst florirte» gegen aus- gang des 17 seculi 2 brüder: Dietcrich, als Hessen - Casselischer General-Maior, und Liborius Friedrich, als Fürstlich-Würtzbur- gischcr Rath und Ober-Amtinanu zu Nauncck, wie auch des Kan- scrlichen land-gerichts in Franckcn Beysitzer. Von der Obcr-EUi- schen neben-liiüe sind unter anderen zu unsern zciten bekannt: Johann Ernst, Furstlich-Munsteriseher Obristcr zu pfcrd, und Rudolph, Fürstlich-Hessen-Casselischer Brigadier, wie auch Johann Reinhard, Commendauc des unteren schlosses zu Friburg, und Kayssrlicher Obrister, nachmals General-Wachtmeister, wel. han har eher an. 1721 mwerheyrathet verstorben ist. Sonsten sind», aus dieser familie m den gcschichten folgende: Beckbold an. 1408 von dem Abt zu Fulda, der damals mit den Tbürina ?5 tu einem krieg verwickelt war, gefangen worden - als Heßischer Feld-Marschall über den Hertzog vonBraunschwll^ Heinrich, bey Norbheim einen vollkommenen sieg erhallen mi! an. -Z52 Kaystrlicher General und Comincudant am Mayn worden; Caspar, der um das jähr i; 88 Hen 2 Plchcr Stadthalter gewesen; und Hans Heinrich, FsiM ' BraunschwcigischenHauptmann; desstn söhn Ernst FriA ch K sichln,z°-,adrigen krieg alsKayserlichecObrist-Lieutenmubi vor gethan, und ist ein Vater ivorden Johann Ludwigs, DZM ? Sachsen-Gothaischen geheimbden Raths und OberNZM der das obgedachte gut Oschmarsleben im Anhaltischen an L gebracht. Von seinen 6, ohne,, ward Christian Albrecht SachA Gothaischer Cammcr-^uncker und Amts-Hauptmann zuVolck rode. Übrigens wird dieser äst auch der Thüringische oder M. Mgrische gcncnnet. 46 el-spiesei x siinen-tskel p. i. Lccr»«» gccettion KiK. Inhalt, p. ^antoun / siehe Hamilton. ^antehrre/ siehe Hampshire oder Southampton. ^aoaras/ ein volck aus der Barbarey in Aftica; siehe Ler», berco. ^aoaxus oder Hsaxe/ ist ein Afrikanischer fluß, welcher auf dem Abyßinischcn gebürg entspringet, durch dasselbiae aame Königreich hindurch läufft, und es fruchtbar machet, wie der Niius Egyprcn, welchem er an grosse nicht ungleich ist. Nachdem er 600 meilen gelösten, fällt er endlich in das rothe meer. ,/ro/rr 6t>icL. ^aolone / ein Tartarischer Fürst und culi-ü, des grvssai Cbams bruder. Er ließ sich an. 1256 mit demselbigen tmiffe,,, richtete eine grosse armee auf, um den König von Armenien, Hayron, dessen Königreich die Saracenen verwüsteten, wieder ein- zusttzeu. Er bemächtigte sich nachmals des Königreichs Perm, legte den Califcn von Babylon gefangen, und ließ ihn in einem thun, mitten unter seinen schätzen Hungers sterben. Nach diesem eroberte er Aleppo, Dainasco, und das gantze heilige land, welches er den Christen wiederum einräumte, wie er denn dieses zu seinem vornehmsten zweck hatte, die Catholische rcligion überall vest zu setzen. 8. Ludwig, König von Franckreich, schickte 2 Dominicaner mit prächtigen gescheiteren an ihn, worunter vorncmlich ein stück von dem holtz des Creutzes Christi war. x->c/-eck cillnz. Kapsel / lat. u^lei-s, eine kleine stadt an der westlichen küste von Esthland / an einem meer»busen oder ost-see/ 1; meilen m Reval gelegen. Sie war vorzeiten ein Bischöflicher sitz/ unter dem Ertz-Bischoffvon Niga/ ist aber nachgehends nach Oesel verlegt worden, geoZrsptz. ecclell ^aqui',1/ der namc etlicher Nordischen Könige/ sche AgUlit. Daraus / (FranciscuS) von Utrecht gebürtig/ wurde Uc-im. tU5 cllcologiL zu Dovay / und profitirte daselbst einige jähre die rhetoric. Hierauf that er eine reiß in Tcutschland/ Italien und Moscau / mit dem Ant. Posscvino / der als Pabstlicher ttumm; dahin qcschickt wurde. AIs er wieder in sein Vaterland zurück kam/ wurde er anfänglich c-nonicus zu Hcrtzogenbusch/ hernach zu Na- mur/ und endlich zu Löven/ allwo er den 12 jan.an. wzr starb. Man hat von ihm 2nnLle8 0uculli Lrst>Lnci/r; crlcnsm Lurcsm m 4 cvLnZclis; comgenlliiim cie virir LLnAoram cx llsur. 8 uiio; ol^w. xisllcs L tsiiox, 6cc. tzibl. Lcltz. lle llripc. llc. ,6. ^araldusl/ ein Könia in Engelland/ verwegen seiner ge- schwindiqkcit im lausten Hatefoot oder Hasenfuß genennet wnrde.Er warCanutil sohn/dcn er mitAIgivavoiiNvrlhalnplon/ scmei'emm» aemabliii, oe>e»aet batke / iviemol einiae daturoal- seinererstenacmahlin/ gczeugcthatte/ wiemol einige dafürhalten/ daß er ein fälschlich Angeschobenes kind gewesen/ welches saue mntkcr von eines schnstcrs weib oder von einer magd bekomm/ uni ihre Unfruchtbarkeit dadurch zu verhälcn.. Nach Cainili wd wurde er/ vermög des von demselbigen auffgcsctzlcntcstamcmsni einer grossen Versammlung zu Oxford von Lcosrico und den?M- ciancrn zum König auffgcworffcn; allein Alnot/ der damalige Ertz- Bischoss/ welcher die Königlichen Neider und zlerralhcn m seiner Verwahrung hakte / wölke selbige niemand aus ulemi/ als allein der Emmä söhnen/ weswegen Harald sein lebemang s>e elerisey hastete/ wie er denn auch hin und wieder von derfMn nn- nig geliebt wurde. Godwin/ der Graf von Kent/ dle einwoWr zu Londen und dicWcst-Sachsen hielten es alle mltHardl-Cam 0/ des letztem Könias söhn / den er mit der Emma gezeugcklM , allein weil dieser dazumal in Dänemarck war / so bchmlHarW die oberhand/ jedoch so/ daß das Königreich zmchcn sie MS» theilet/ .unddaswest-und südliche theil von Emma fürHa»i Canntum biß auf dessen wiederknnfft auffgehoben werden jollcOa aberHarald die gewalt in Händen und dabey ftmes valers IM zu Winchester überkommen hatte/ bearbeitelecrfich dahin/ W r alles unter sich bringen möchte. Um demnach seiner 2halb-m s r Eduardi und Alfredi / sich zu bemächtigen / 'nachte er uille M mlitter Emmä namcn einen bricfan fie/ und ui^^leiie oaui.»«- nach Engclland / wie die cox.c davon noch bis diese stund m m", buch/ welches cncomium LmmM titulirt wird/ zu sehen M' -s.I brtef wurde durch etliche boiten nebst einigen geicheucken/unt l vorwand/ daß sie von ihrer Mutter Emma herkamen / an m n gen Prtntzcn / welche sich dazumal in der Normandie EW - geschickt.Sie schrieben durch eben diese boten die antwort ,mua/ erklärten sich darinnen/ daß einer von tlMNdeririuttttM '? isl A! K -r! ü lÄ K! Lc! Äi Är 7 -- -ri! Kil -l-Sl iiuMrtm solte/mrt bestimmnng behdeS der zeit und des srts. Diesem nach geschahe es/ daß Alfred/ der jüngste bruder/ hinüber kam/ und so bald er anlandete/ in des Grafen Godwin Hände fiel/ welcher mit fleiß dahin geschickt war/ sich seiner zu bemächtigen. Darauf wurde er gefangen naH Lvnden gebracht / so denn gebunden nach Elvgeführet/ unterwegs der äugen beraubet / und den Mönchen zu Ely überliefert/ allwo er bald hernach in seinem ge- fangniß starb. Emma voller betrübniß über dem Verlust ihres soh» ües/ siohe alsobald zu Balduin/ dem Grafen von Flandern/welcher ihr eine wohnung zu Brügges einräumte. Als sie sich daselbst vhngefehr - jähr aufgehalten / wurde sie von ihrem söhn Hardi- Canüto / aus Dänemarck / besuche Selbiger war nrcht lang da gewesen/ als die zeitung kam/ daß Harald entweder zu Londen oder zu Oxford an. io;o oder 1240 verstorben und zu West-Münster begraben worden. Er wurde um so viel weniger bedauret/ je grösser seine tyranney gewesen. Sem Nachfolger war eben jetzt - besagter Hardi - Canutus. 6«r'/r'e/»E haraldus II/ war ein Grafvon Kent/ Godwini söhn von Ler Tita/ Canuti tochter. (sihe Godwin.) Als der König Eduar- oiis conkessor. welcher seine schwester Edith zur ehe gehabt hatte/ an. 1066 ohne erben starb/ auch sonst kein naher «»verwandter in Engeüand vondemselben vorhanden war/ dem die wcceü.o,, der eron gehört hätte/ als ein junger Printz/ namens Edgar/ ein söhn Eduardi/ und enckel EdmundiJronside/ der 8. Eduardi Kill-lis bruder war/ wärffer sich zum König anff/ unter dem vor- wand/ weil ihn Eduardus auf dem tod - bett denen Unterthanen recomwenlliret. Er ward auch unverzüglich nach Eduardi tod zum König erwählt/ und von dem Ertz-Bischoffzu Yorck Alfreds ge- rronet/ob gleich selbigerWilhelmum den baftart/Hertzog von der Normandre in Frankreich/ zum erben eingesetzt hatte. So bald er auf den thron erhoben worden / fieng er an sich weit gütiger und freundlicher/ als bißhero/ zu erzeigen/ und alles zu thun/ was er seinen Unterthanen so zu sagen nur an den äugen ansehen konte/ damit er deren liebe gewinnen möchte. Allein seine regierung währte doch nicht lang. Der erste/ so Haralvi frieden stöhrte/ war sein bruder Tostus/ der sich damals in Flandern aufhielt/ und weil er/ als der geburt nach der altere/ ein besser recht zu haben vermcynke/ auch sonst jederzeit seines bruders ftind gewesen/ sein äusserstes that/ ihn von dem thron herab zu stürtzen. Er kam auch/ nachdem er sich mit dem Hertzog Wilhelms von der Normandie besprochen/ mit einigen schiffen/ fiel die küste von Hampshire und Sussex feindlich an / und setzte die insul Wigt unter comribimon. Als er hörte/ daß man einige crouppen wider ihn ausrüstete/ wendete er sich nach Lineolnshire/ und verübte allda einige feindselig- keiten/ wurde aber doch bald genöthiget/ das land zu verlassen/ und böte hierauf seine Dienste Harfager/ König von Norwegen an/ welcher eben damals Enqelland gleichfalls feindlich anfiel; aber Haraldus gieng diesen beyden entgegen/und als es zu einer Wacht kam/hatte er das glück/daß beyde darinn ums leben kamen.KauM aber war er dieser feinden loß/ als der obgedachteWilhclmus/Her- tzoq von der Normandie in Engelland aus land stieg/ und die erö» deswegen in anspruch nahm / weil ihn der verstorbene König Eduardus im testament zu seinem Nachfolger ernennet/ und Haraldus selbst sein recht vor diesemerkannt hatte. Denn es war eins- maks Harald zur zeit des Königs Eduardi an Wilhelms/ Hertzogs von der Normandie hofgewcsen/daer denn sehr freundlich tractirt worden/ und dieser sich dahin bewegen lassen/ daß er dem Hertzog freywilliq mit einem eyö.schwur verheissen/ihm nicht allein Dover- Castlc/ so er dazumal besaß/ einzuräumen/sondern auch sich möglichst dahin zu bearbriten/ daß er nach Königs Eduardi tod zur eron Engelland kommen möchte.Worauf ihn des Hertzogs tochter/ fo dazumal noch allzu jung zum ehestand war/ versprochen/ und bey seiner abreiß von dem Hertzog sehr reichlich beschenckt wurde. AIs nun dieser nach der zeit vernommen/ daß Harald die cron angenommen/ schickte er einige Abgesandte zu ihm / und ließ ihn seines Versprechens und eydes erinnern. Worauf Harald dieses zur antwort gab: daß er nunmehro/ nachdem dessen tochter/ die ihm Mit solcher dedinguna versprochen gewcsen/verstorben/ von seinem ryd quitt worden. König Harald saß gleich bey der tafel/ als er die erste post von der landung Wilhelm erhielt/ und marschirte darauf in grösserer)! nachLonden/ von danneil nach Sussex/ woselbst Wilhelmus ausgestiegen war. Vor der Wacht ließ der Hertzog dem König diese vorschlage thun/ daß er entweder den seepter gutwillig niederlegen / oder ihn von ihm zu lehen tragen / oder sein recht durch ein duell in demgesicht beyder armem ausführen/ oder aber die gantze fache dem Pabst zu schlichten überlassen solle- Allein alles dieses wurde verworffen / und machten sich demnach beyde Partheyen aus den andern tag zur Wacht fertig/ welche den 14 oct. an. 1066 neun Meilen von Hastings/ an einem ork/ welcher nach der zeit deswegen Battlefield gcnennet worden/ vor sich gieng/ und so .abliest/ daß Haraldus selbst mit einem pfcil crschossen/rmd seine armee/ fürnemlich vermittelst der armbrusten/ welche damals die Normanne» mehr und mit grösserer s-lreU'c. als andere nationen gebrauchten/ in die flucht geschlagen wurde / so daß Wilhelmus hierdurch meiste» von dem land und der cron Engelland blieb. Solcher gestalt nun kam Engelland/ welches nur unlängst das Dänische loch abgeschüttelt hatte/wiederum in fremde Hände/ und was die Dänen in 200 jähren nicht ausrichten können / das be- werckstelltgten dteNormänner aufeinmal/ (sihewilhelmus 1 / conquellor, König in Engelland) Haraldus hatte Aldgith/ des Hertzogs von Mercia Algar tochter/ zur ehe/ welche deren brüder/ Ebuin und Mrjar/ so bald sie von des Königs t-d Nachricht be. kirche begraben ließ» e 7 />-s». ilill. LNZI. p. ;ir. 'S-r/rsLn. Ilb. ; p. 57. LkmÄxL,-» M. 4 n§>. M. S p. rio. WV», L-"cn vorgenommen worden, und Haraldus hinter einem strauch unter, dessen seine nothdursst verrichtet, ward er von einem soldaten To« ckone mit einem pfeü so hart verwundet, daß er daran sterben wüste. Er ligk zu Rotschild begraben. Haraldus IX beygenannt Simplex., hat von an. 107; biß io8l regieret, und wird als ein weibischer König beschrieben. i-ill. van. -nr««,-/» l„k. psrt. r. in klvro Dsn. Osnir. * haraldus. Diesen namen haben 4 Könige in Norwegen gs- führet. Der erste/ welcher den zunamen Harfager/ das ist/ mr! den schönen haaren bekommen/ soll von an. 868 blß an. 929 reglerr haben/ und der erste gewesen seyn/ welchw das Königreich Nor. wegen/ so zuvor von unterschiedenen kleinen Fürsten war beherrscht worden/ unter ein eintziges obcr-haupt gebracht. Zu sclner zeit haben die Norweger oder Normanner die ,nsnlJßland/rngleichm dieiOrcadische und die Schettlandische insuln besetzt; so sollen sie, auch an andere örter colonrm geführt haben. Von Haralds II/ mit dembeynamen Graffeld/ wird geschrieben/ daß er von dem jähr 961 biß auf das jähr 976 auf dem Norwegischen thron gesessen- HaraldusIII/ Haarderade zugenannk/ hatvonan. 1048 biß rss? resiett- Haraldus IV/ mit dem zunamen GMe/ warß Pppps M > 668 har «n. -IN zugleich mit rLgno I V zum König erklärt. Sechs jähr hernach ließ er vielem seinem Mit-Rcgemen die äugen auSstecycn/ starb aber gleich das nächst « folgende fahr. Äo^-r -» <.nroi>. d-orvveg. ö/vrvvez. ^aram / ist das hauß des Königs von Persien / worinnen sein fraucnzimmer sich aufhält, Baratt / lat. csrr-oder L-rrK»,, eine stadk in Mesopotamien- kststverort/ wohinLharah/ Abrahams vater/ sich begab/ als er >4.197? / /e. ce. 2009 in Canaan zog/ und nennele dicienLrt Haran/ nach einem seiner söhne / welcher Loths vater war. L>ie soll sonsten von Caman/ Arphaxads söhn/ erbauet worden senn. Nach der zeit ist er den Römischen serivcnten unter dem »amen Carra bekanvt worden/ wiewvl HardiunuS davor halt/ daß es Palnwra/ oder eine andere staiK in Cölesyricn sey; auch Fride» rieus Spanhemlus das Haran der L-chntfl zwar auch in Mesopotamien und an dcm stuß Chabora/wo Carrtm gelegen wären/abcr zugleich um ein namhaffkcs weiter gegen siidcn und Arabien zu/ sc» her. Doch ist die gemeinste Meinung der gelehrten noch immer/ daßHaran und Carrhä eures seye/dic sich auch gegen die beyde jetzt« gedachte muthmaffnngcn noch sehr wohl behaupten laßt. Es war dieser ort sonderltch berühmt wegen der niederlag des reichen 'Römers Craßi. Denn er wurde mit seiner qantzcn armer von desPar« thischcn Königs Orodis Feldherrn Surena nahe bey dieser stadt er. c. 701/ oivmo. Igl / 4. >s. - 4 . ;9;i/ < 3 .;; geschlagen. Wobey zu mcrcken / daß Lucanus diesen Ort o--»; /cllst nlls nen« net / vermög der poctlschen freyheit / weil er vorzeiten umer der Astyrier bottinäßigkcil gestanden. In denen nachfolgenden zciten wird dieser stadt bey atilaß deren zwischen den Römern und Par- then oder Persern geführten kriegen vielfältig gedacht / und wäre sie bald in der cinm/ bald in der andern gewalt/ je nachdem sie im krieg oben oder .inten lagen- Desgleichen war auch die stadt berühmt wegen einestcmpcls desmonden/ welcher am fleißigsten/ und/ wie es scheinet/ ursprünglich und von den ältesten zelten her unter beyderley gcschlccht verehret wurde/ nemllch von cinigcn/alS eine weibliche gotthcit/ mirer dem namen iu->», und von andern unter der gestali eines manncs / und dem namen w-u- ,u„»5. wiewohl (nach Spartani bericht) mit diesem unterscheid/ daß der. jcnigc/ weicher dkn niond in gestalt eines manncs verehrte/ über sein weid stätL Herr bleiben/ und seine autorikäl darübererhaltcn/ dcrjcmge aber / welcher ihn unter der gestalt einer weiblichen gott- heit anbetete/ seinem wcib stets nntcrworffcn sevn muflc. Indessen hat sich eben dieser monds-dienst des vc, ,.uw in dein andern und dritten seculo anchanvielen orten in Vyrien ausgebreitet, c-c». n V, Ä: c. ir V. 4, s. kb. , c. 7. I.; c. ll. in crnNu. iiill. ctvn. ! p. n. I c. '4. kill. stcbi c. ^ 9. 8,'. ckron. V. 1 . 9.14. Lel/or» nor. o,k. Ll,c. t. rI. ; c. l;. * Garant/ eine Frcyherrliche familie in Böhmen / deren stamm- rcihe mit Harant von Polzicz um das jähr - angefangen wird. Georg, Kayscrlichcr Rath und Landrechts-Beysitzer in Böhmen, starb an. i;84 und hmterlicß Christophorum, Kayserlichen Rath, Cammer-Herrn,nnd Böhmischen Cammer-i^^llllciuen,welcher an. 1621 zu Prag enlhanvtet worden, weil er die partbcy des Böhmischen Königs Friderici aus der Pfaltz gehalten. Dessen bruders söhn, Christoph Wilhelm, Freyherr.Häranc von Polschitz und We- seritz, Kaystrllchcr-Eämmerer, hat sich als Kayserlicher General- Lieutenant Hervorgethan, und ist als Commenbant zu Prag unter der regienmg Kaysers Leopolds gestorben. Johann Wilhelm , Adolph und Frantz Paul, Freyherren von Harant, florirten noch an. l686. L//-. rsb. ücinm. 9.1, z. ^araucourt / (Wilhelin von) Bischoffvon Verbum Er war der vornehmste Rath Johannis Hcrtzogs von Calabriencher es mit der so genannten a» Kie„ 9»K!ic hielt,und ward von dem König in Franckreich Ludovico XI gebraucht, Carolum, Hertzog von Berri seinen brnder, der das Haupt bemcldter Kgue war, und bey dem er viel goltewon dcrsclben abzuziehen, auf welchen fall der König ihm den Cardinals-but versprach. Weil er aber den Hertzog nicht gewinnen tonte, ward er nicht nur kein Cardmal, sondern auch an dein Hofe gantz hinbangesetzt,daher er sich nebst dein Cardinal von Valne an. 1469 zu einer verhaltenen correspondcntz mit crmcldtcmHertzog Carolo verleiten ließ, und desselben anssöhnnng mit dem König hinderte. Es kam aber die sache an tag, worauf der König alle bcyde Geistlichen gefangen fetzen ließ, und zwar den Bischoffin die bastille, da er in einem eisernenkefig von an. 1469 an fnnsszche» jähr lang sitze» muffen. Er kam hernach vor des Königs tobe wieder lossund ist an. 1 zoo in hohem alter gestorben. Kill. i!« Kr»lice e. r 9. 14^6. Lall. OK,illi»ns. z^arbart/ (Burchardus);» Buchholtz,einem dorffinPomme- rellemobnweit der stadt Conitz an. > 446 gebohren, legte in der schul daselbst den ersten gründ seiner stndicn. Am 1564 kaine er in das ßyinosllum zu Dantzig, und das folgende jähr auf die Universität naher Königsberg, von bannen er sich das jähr darauf naher Leipzig begeben, allwo erdie kMinr^/ccgllcmicnz ^rallsrim betitelten, biß er an. iz8owollMu--'i'Kcni. undan. i;88vnA>,r wurde. An. I?92 mustc er die vilEon durch das gantze Chur-Furstelithum Sachsen verrichten, wurde auch in selbigem jähr L-nowcus zu Meissen , und Occcmvi- bey der Hcrllcmic ; an. I Z94 IncheÄor der Chttr-Fürstl.llip-nciiLttnund an. I>9? Viä^rn, derFürstemschu- len. Endlich starbe er den -8 fedr. an. 1614. Unter seinen schriff- ten sind; DvLtr,»» llc Lonsu^io ; llc l.eAcllivin» ; llc cvnf(.'ll,onll ve- r« ssllvi; llc m»zillrsru politico; Ikesrr ll« !ai»lL»Illi«L Lontsülf ^rr,; har Cspitg pn«LriÄ ver«6oAr,'n«ckrill.Lcc. «ewor ! 9.78 L Oisr. kiogr. all an. ibi4. «« ' OKA Marburg/ rst eure berühmte vestung tm Lüneburgischen an des Eibe gelegen. Es war anfänglich ein viereckigtes altes aeb 2 dafelbst von dicken manren init einem liessen keller, welches Otto zu Braunschwelg, als er an. 1527 die regjermig feinenden decn abgetretten, und sich dahin zur ruhe begeben, mit einem ilawm kupster-dache belegen lasten. Dessen söhn aber, Hertzog Otto dw berühmte/ hat die übrigen gebaude und Fürstlichen qemäcbw nebncincr fchonen gewölbten mit marmorstecn und alabaster a ! zierten capelle, auch wall und starcke mauren darum giiffübrenlas sen. Die übrigen gebaude hat Hertzog Wilhelm der letzte diese Harbnrgifchen liniesso an. 1642 gestorben,erbauen lassen. Es bat aber Hertzog Friedrich zu Braunschweig selbigen ort nach den re- guln der neuen kdmllcLnon mit einem ro^i-wecck zu bevestiaen M- gefangen,welches nachmals Hertzog Christian Ludwig fortgesetzet, biß es nach der Hand mehr und mehr bevestiget worden. Die daran gelegene stadt, auch Harburg genannt, hat schon, laut habender Privilegien, vor etlichen hundert jähren von den Hertzogen zu Braun,chweig und Luneburg die freyheit eines weichdiid'es estan, get. Sie ist aber unter Hertzog Wilhelms zeitcn um das jähr sehr erweitert worden. Es hat diese stadt von undencklichen jah'en her die gcrcchtigkeit der fahrt über die Elbe nach Hamburg, so eine meil wegs über das wasser darvon gelegen. Zu welchem ende allda eine gute anzahl grosser und kleiner fahr-fchiffe,Ever genanist, vorhanden, mit welchen nicht allein das viel), sondern auch diem Nürnberg,Franckfurt,Leipzig, Hildesheim,Zeit,Hannover und andern orten daselbst ankommende waaren und Personen täglich übergebracht werden. Der haven dafelbst, die Lotzo genannt, ist ss liess, daß schisse aus Holland und Frießland kommen, da hinein fahren, und ihre waaren dafelbst verkauffen können. Sonst«,ob wohl dieses schloß und stadt in dem dreyßig-jährigen krieg offtmals in nicht geringer gcfahr gewesen, so ist es dennoch von fremder be. jatznng, ausplündernng und dergleichen beständig verschont geblie. he,,. to9ogr. Nrunluic. 9. tor. Marburg oder Harborough/ist ein marcht-flecken inGarirey- Hundred, in der südlichen aegend derGrafschafft Leicester,ander nord-seite des flusscs Well and, welcher die gegend dieses vrts von der Grafschafft Nortyampton absondert. Hmrchius / (Iodocus) war von Bergen im Hennegau gebür. tlgstlnd ein K4-ll>cus feiner profeliioii, wie er denn ein buch ss cLÄii conccmrL mcclicin»:, jngleichem enckiriäion 9kLrm3corum i!mxIici. um, quL- in ull, Wnr , geschrieben, welches letztere ein po-m- ist, und also Harchio eine stelle unter den mellick po-ri- gibt, ohnaeachlck ihn Bartbolinus ausgelassen. Allein nachgehends hat er sich in theologische cnncroverllen gemenget, und eine schrisst llc cuckrrilliL,m- üerio Lll lellLnlls; conrroverkLS in coenL vommi drucken lassen, in welchem dunckeln und conluien buch er die Catholicken und Protestanten in diesem articul zu vereinigen gesucht hat, wiewol stins einfalle bereits Theodorus Beza in seinem buch -«nrvowmi allverlkz stoci. Usrckii llogmsru widerleget hat. , ^arcourt / ist eine alte berühmte familie in Franckreich. Ei führet seidige ihren namen von dem flecken Harcourt in der Graf- fchafft Evreur in der Normandie, woselbst Robertus I von Har« court schon an. noo ein schloß eröauet. Seine söhne waren Ä- helmns; Nichardus, ein Tcmpcl-Hcrr, welcher an. nzodle Coin- menthurey 3 . vtephani zu Renneville stifftete, woselbst er auch begraben ligt; und Philippus, Bischoff zu Salisbury und nachmals zu Baycux, welcher sich bey des Königs Henrici II aus England krünung befand, und um das jähr 1162 starb. Wilhelm, Hm von Harcourt I, nahm des Königs Henrici I aus Engelland parlhcy an, und hatte an den »Liren selbiger zeiten grossen antheil. Seine söhne waren Robcrtus II; Nicolaus, Herr von Bouville; Menüs,Her: von Renneville; Wilhclmus,Herr von Ouville und M- naldus, Königs Philippi Augnsti Mund-schenck. Robcrtus II, Herr von Harcourt, der starcke genannt, war zu seiner zeit in gar grösstem ansehen. Der König Johannes von Engelland ersähe ly», daß er einer von den geißeln seyn solle, welche er wegen des an. 1220 mit dem König Philipps Augusto aus Franckrcich geschM» nen friedens ihm geben mnste. Er that reiche stifftunqcn, tunärle auch ohnftrn ftinem schlösse Harcourt die capelle s. Thomas von Canterbury. Er hevralhete an. 1191 Iohannam von Mulaii, Frau von Elbocuf,von Briosne und BeanmesnihRoberti II,M« fen von Mculan tochter von Mathilde von Cornouaille, und hatte von selbiger Richardmn, von dem so fort; Wi>helmum,vsn M. chem die Herren von Bosworth in Engelland herstammen; On- verium, Herrn von Ellenhal, der auch nachkommene hinterlMi; Simconcm, Herrn von Blancheli, welcher keine klnder hintMich ; Iohannem, Herrn von Bouville, welcher sich an. 1214 inssa schlacht bey Bovincs befand; Gilbcrtum, Herrn von vaM ; Amauri; Rogcrlum und Radulphmn. Richardus,Hcrr von.vor- court und Elboenf, wurde unter die Lannerecs. so unter des K01M Philippi Augnsti rcgicrnng lebten, ernennet. Er wohnte der berühmten Versammlung, welche im sept. an. 12;; zu 8 . Denysm Franckreich gehalten wurde,bey, und starb um das jähr 124°. >0 hatte von Johanna llc i» Roche-Tcsson Iohannem I, von dem» fort; Nudolphum, einen stamm-vatcr der Herren von Anrnu» Robertum, von dem die Herren von Beaumesnil herstammm . Amauri, Herrn von Elboenf, welcher an. 128; in der l'MssA von Pervignan umgekommen; Andream, Herrn von Ca>Ml>» und Hnqonem, Herrn von Pontigni. Johannes I, Her: vo» M court, Elbseuf, AuverS, rc. wurde der kluge genannt, weil er vm i ! Dr gutem verstand und besonderer auffuhkung war. Er folgte König Ludovico 8. in semen reisen über das meer an. 1248, und 22-17. An-128; wurde er nebst andern zu einem Achter ernennet in der damals zwischen dem König von Franckreich Philippo dem kühnen und Carolo , König von Sicilien , obschwebenden streitigkeit/als welcher letztere an den Grafschafften Pottou und Auvergne, so Alphonsus aus Franckreich besaß,theil zu haben vermeynte. Er starb den; nov. an. 1288 bey hohem alter, und wurde in der Priorey Parc begraben. Seine söhne waren Philippus, welcher jung verstarb; Richardus, Herr von Poig i i« und Elboeuf, welcher an-1269 verstarb, und keine nachkommen hinterließ; Johan» nes II,von dem ein eigener articul; Robertus,Herr von 8. Lauveur, welcher an. 1296 Bischofs zu Co-ttances wurde ; Wilhelmus , Herr ll„ la Sausaye und Elboeuf, starb an. N27; Rudolphus, 700 p. 198. harcourt/ Lothringisches ftammes. Dieser entstund von Renato, aus dem Herzoglichen stammen von Lothringen, welcher durch seine gemahlin Louist von Rieux die GrasschaN Harcourt an selbiges hauß brachte. Renati söhn war Carolus von Elboeuf. welchen Aonrg henricus IH an. 1581 zum Hertzog und r^n- von Frünctteich machre. Er wurde nach des Heryoas von Guift tvd zu Biois m arrest gehalten, aber nach z jähren wieder auf freyer» fuy gestellt. Dessen beyde «ohne erhielten nach des Claudri 1 ! lod die Graftchafft Harcourt, Rieux, nebst anderen i» der Normandie- gelegenen Herr,chafftcn, und stiffteren 2 besondere linien: die linie von Harcourt und die von Harcourt-Armagnac. Carolus II stifftete dre linre von Harcourt; er war Hertzog von Elboeuf, Graf von Harcourt, Rieur und Lisledonne, Qouv-meur der Picardie und von Boulogne. Er starb im dec. an. 1657. Er hatte von Ca- tbarma Henrrca, Königs Henrici IV natürlicher tochter, 4 söhne, worunter der andere, Henricus, Abt von Hombiere war, die übri» gen, Carolus III, Franciscus und Julius Augustus, haben; besondere linien gestifftet: die von Elboeuf, von Harcourt und von Lislebonne. Carolus III war Ritter der Königlichen ordc», und setzte die Elbveufische linie fort. Er hatte drey gemablinnm: die erste, Anna Elisabeth von Lannoy, Heinrichs von Pleßis, Grafen von Rocheguyon wittwe; die andere, Catharina 0-Tour, Fridericr Dtauritii Hertzvgs von Bouillon tochter; und die dritte, Franci«ca von Montaud, Philippi Hertzvgs von Noailles tochtex und erbin. L-eine kinber von selbigen waren: Carolus, Ritter von Elboeuf, gebohren den 2 nov. an. i6;c>; Henricus Fridericus, gebohren den 26 jan. an. 16??, der aber jung verstorben; Henri» cus, Hertzog zu Elboeuf, gebohren den 7 aug. an. 1661. Dieses harte von ,einer gemahlin Charlotta von Rochechouart, Ludovici Victoris Hertzvgs von Vivonne tochter, einen söhn, Philippum, der im oct. an. 1678 gebohren, aber jung verstorben; eine tochter, Armandam Charlotcam genannt, ^LäsmoilSiie von Elboeuf, welche den 1; jun. an. 2680 gebohren, und im nov. an. 1704 apr. an. 2676; Franciscum von Lothringen-Harcourt, Printz von Montlaur, und noch einenPrintz, so der Ritter von Harcourt genennet wird. Caroli II dritter söhn war Julius Augustus, Printz von Liste» bonne, welcher an. 1624 gebohren, und die linie von Lislebonne fortgesetzt hat. Er starb den 9 ja», an. 1694. Er hatte 2 gemah» linnen: die erste war Christina, Hertzvgs Hannibals von Elr-es tochter; die andere Anna, eine tochter Hertzvgs Caroli III von Lothringen. Von diesem waren Carl von Lothringen Printz von Commcrcy, Grafvon Ronay. Er war Kayserlicher General-Feld» Marschall und geheimer Rath, Oberster über ein regiment curas- sirer, gebohren den 12 jul. an. 1661, und blieb den 1; ang. an. 1702 in dem treffen bey Luzara in Italien z Beatrix Hieronyma, motteNc von Lislebonne, gebohren im jun. an. 2662; Theresia, Klsllemvili-Uc von Commercy , gebohren im may an. 166; , so aber bald verstorben; Elisabeth, ^wllemoiisne von Commercy, gebvh» ren den 4 apr. an. 1664, wurde den 7 oct., an. 1691 an Ludovi» cum von Melan, Printzen von Epinoy, vermählt; Paulus, gebvh« ren an. 1672, war Oberster zu pferd in Franckreich, und blieb den 28 jul. an. 269; in dem treffen bey Landen. Die linie von Harcourt Armagnac stifftete Caroli I anderer söhn Henricus, Graf von Harcourt, Armagnac, Cbarny und Bnonne. Er bekam von dem König in Franckreich an. 264; die Grafschafft Armagnac geschenckt, und hat also diese nme gestrfftet. Er war an. 2602 gebohren, und starb den 2; jnl. an. 1666. Seme gemahlin war Margaretha Philippina von Cambout - Corslrn, Antonii, Hertzvgs von Puy-Laurent wrttrb, und Carolk / Barons von Pontchateau, Ritters der Königlichen orden und General- Lieutenants in Nieder-Bretagne tochter, so an. 26^9 vermahlt worden, und an. 2674 gestorben, nachdem sie gezeuget Ludovrenm, von dem hernach; Philippum, ehemals der Ritter von Lothrmgm genannt, so an. 264; gebohren, xc-irevcbrll llc csmp, Rttter ves heiligen Geistes, nachgehends Abt zu 8. Jean -l° Vigncszu Soif- sons war, und den 8 dec. an. 17°2 starbeinen natürlichen söhn, >e cci>--v-l>cr öc Beauvernois genannt, welcher an. 1690 in Kayser» liche dienste gieng, hinterlassend; Alpbonsmn Ludovicnm, ckev-- lier von Darcourt, so gebohren an. 2644, ward General der Meeren ru Malta, starb aber an. 268s; Raimundum Berengarium, Ppp« r der 670 har har »er an. 1647 zu BarceMa gebohren, dett geistlichen stand annahm, und Äbt zu 8. Faron und oberster Hofmeister des regierenden Hertzogs von Lothringen, zu Nancy gebohren den 26 jan. an. 1666; Maria, Ki-öemoileiie von Armagnac, gebohren an. 1667, vermählt den 14 jnn. an. 1688 an Antoninm Grimaldi, Hertzog von Valentinois; Ludovicus Alphonsus Jgnatius, Ritter von Malta, Lsiili von Armaqnac genannt, den 24 aug.an.1675 gebohren; Charlotte, von Armagnac; AnnaMaria Joseph von Lothringen, Graf von Cbarny; Carolus von Lothringen , den 22 febr. an. 1684 gebohren. Henrici jüngster söhn aber, Carolus, Graf von Marsan, Ritter des ordens des heiligen Geistes, ist an. 1648 gebohren. Seine erste gemahlin war Maria Francisca von Albert, Caroli Amandi, Grafen von Mioffcns Wittib, und Cäsaris Phöbi, Marschalls von Albert tochter, so an. 1692 verstorben. Die andere, Catbarina Theresia, Gräfin von Malignen , des Jobannis Bapt. Colberls, Kisiquü von Scignelay, Wittib, mit welcher er sich den 22 febr. an. 1696 vermählt. Sie starb aber den 7 dec. an. 1699. Von dieser letztem sind: Carolus, Printz von Bons, welcher den 29 nov. an. 1696 gebohren; Jaco- bns, cbcv-ii-i vonLorraine, welcher den 27 mart. an. 1698, und eine Printzeßin, so an. 1699 gebohren worden. g-ne-i.Lsli. Harcourt /, ( Johannes) Herr von Harcourt - Cailleville, Brionne nnd Lislebonne, vicomre von Chatelcraud, rc. Marschall und Admiral von Franckreich. Er folgte König Philippo dem kühnen an. 128; auf der reise in Arragonicn, und hielt sich bey der ieroberung von Girone wohl. Nachmals wurde er an. 1287 Marschall von Franckreich, commandirte an. 1295 die see-armade, und starb den 21 nov. an. i;c>2. gcn. osll. .Harcourt / (Petrus von) ^srgui« von Bevron, Ritter der Königlichen orden, Staats - Rath, Capitain und Ober-aufseher über die onllsmme oder Haupt-fahne von Franckreich. Er war des Guidonis söhn, gebohren an. 15 ;o. Anfänglich war er bey dem König Carolo IX p-s-- > und diente nachmals in Ungarn. Als er wieder zurück in Franckreich kam, war er in der schlackst bey 8. Denys, und hielt sich bey verschiedenen gelegenheitcn gar wohl, zumal in der schlackst bey Jarnac, Montcontour und Jvry, auch in der belagerung von Rochelle. An. 1574 machte ihn der König zum Ritter, und im folgenden jähr zu leinem ordentlichen Cam- mer-Juncker. Hierauferhielt er eine compagnie, mit welcher er sich in der belagerung von Moulins wohl hielt. Er war beständig aufHenrici IV feite, welchermuch zur danckbarkeit vor seine treugeleistete dienste die Herrschastt Bevron in ein mLrquiKk verwandelte. Nicht weniger stund er auch bey dem König Ludwig dem XIII in grossen gnaden, welcher sich seiner in verschiedenen wichtigen Verrichtungen bediente. Er starb endlich an. 1627. bild, Aerieal, ^ Ig mailcm cZ'tiLrcourc. xcn. 6^11. Harcourt / (Odet von) Graf zu Croisy und Cifay, Marg- graf zu i- i^io-ce Harcourt und Thury in Franckreich. Er war des obbemeldten Pelri fohn von Gilone Govion, Jacobi von Govion, den eroberunqen von 8. Antoine, Castres, WM M, Kzgy st und andern ortekn, nar Alei-ä "7 miers, Lunel und andern ortem, vor Alets aber ward er durch n nen Muß verwundet. Er ward an. 1627 Königlicher Oberster üb ? ein regiment zu fuß, mit welchem er unter dem Marschall im Themines sich in der Normandie den Engelländern, wofern g daselbst aussteigen würden, widersetzen solle. Er wohnte an islg der belagerung von Rochelle bey, und nach seines druders Guido. Nis von Harcourt tod, welcher in selbigem jähr zu Casal in licn erfolget, gab ihm der Konig dessen erledigtes a°uv-r»-m-nsvv» Falaize. Er richtete an. 1629 ein neues regiment fuß-volck aus,mit welchem er die stadt Privas in Languedoc belagern und einnehmen halff. Als an. 16; 5 bemeldter König den srncrc-bann in dem kriea mit Spanien pubüciren ließ, kam er als ein voiom-ur-W Könialu chen armee,und führte ihm ein regiment zu pferd zn. Er halMr, auf Corbic, Catelet und csp<-Ne den feinden wieder abnehmen, ließ sich an. neunter dem Hertzog von Longuevjlle in der Graf- fchaffr Burgund als ^-reckst cie csmp gebrauchen, war bey der belagerung von 8. I-LN lie l.sune und bey der ersten erobmmg von 8. Amvur und Vouton. Unrcr dem Hertzog von Enguien führte er an. 164; in der fchlacht bey Rocroy ein regiment, auch in erobe- rung der stadt Diedenhoftn. In diesem jähr diente er auch in Teutschland unter dem Marschall von Guebriant, befand sich beb der eroberung von Rothweil, und weil sein regiment bey Düllin- gen ruinirt war, warb er ein neues, und diente darmit dem König in Flandern , welcher ihn um seiner vielen dienste willen an. 1622 zum Ritter machte, auch ihm das amt eines VerwabmS von der oriUsmroe oder der grossen Haupt-fahne und emeralhs- stelle gab. Er starb den z i oct. an. 1661. Mit seinergemahlin zeugte er cuie eintzige tochter, Giloncn Marien, welche mit seinem vetter, Ludwig von Harcourt, Marggrafen zu Thury, vermählet wurde. L« Nili. gencLlog-tze IL MLiioii YHsrcourr. ^4. Marggrafen zu Matignon nnd Marschalls von Franckreich tochter. Er wurde anfänglich Freyherr zu Varaville genennet, und von an. 1608 in seiner jugend von seinem vater zu dem Ritterlichen orden von Malta-lclliniret. Nachdem aber fein bruder Carolus, Graf zu Croisy, und vorhero an. 1622 sein älterer bruder Jacobus, Marggrafzu Bevron, ohne männliche erben verstorben, wurde solches vorhaben geändert, indem er die Grafschafft Croisy erhielt, und von iciner an. i6;6geehlichten gcmahlin, Maria von Perier, Jacob: Freyherrn zu Ansreville tochter, die Grafschafft Cisay. Er vrente König Ludwig dem XIII wider die Hngonottcn, befand sich ON. 1621 m der belagerung von Montauban, und an- rSrr bey reich, und das Erb-Truchsesscn-anit in der Steycrmarck NcmmLco^rilpll. p. z. liistc»'. inllgn. I. ;c. rr, tenluLl p. 98;. ^cncaloß.^uür. p. öc 142. Hardeck / (Ferdinand Grafvon) war ein söhn Iulii/Grasib von Hardeck, Kayftrlichen Cammer-Herrn und Sber-Hot^^ V pk S 7 si Harcourt/ (Maria voii) Gräfin von Harcourt, von s und Vaudemont. Sie war Jobannis VII, Grafen von Harcourt tochter, und Antonii von Lothringen, Grafen von VaübenM gemahlin. Sie hatte fast an allen kriegs- exxcötiioneu ihres ge- mahls einigen antheil, und es wird gesagt, daß sie, als sie kaum aus den wochen gewesen, zu Pferd gesessen, und verschiedene Herren die waffen zu ergreiffcn bewogen, auch die feinde die belage- rnrg von Vaudemont aufzuheben gcnöthigct. Sie wurde einemut- terdcr armen genennet, indem sie an verschiedene kirchen siiffluug that. Sie starb endlich an. 1476. y,n. Minute, omr -!- I.orr2ine. llill. clc Is maison ei>n. belclir. 8clile«vv. unll ?. r c. 1 §>. L9- Hardeck/ eine Grafschafft nebst einem alten schloß in Mr, reich, disscit der Donau an den Mährischen gräntzen, ohnscm Freyenstein n. Drosscndorf.Die altcnGrafen haben ihren Ursprung von den Grasen von Pleien gehabt. GrafOtto, welcher an. ns-, in einem treffen blieb, war verletzte seines geschlechts, undW das nunmchro ruinirte schloß Pleien nebst der dazu gehörigcuHm. schafft im Ertz-stifft Saltzburg gelegen,an das hauß Bayern.Scinc Wittwe Williburgis aber war erbin der Hardeckischen HerrschA ten, und vermählte sich mit einem vom Adel aus Sachsen, Bach- told von Rabcnswald, welcher sich alsdenn den litul eines Grafen von Hardeck anmaßte. Nachdem dessen nachkommen an. 1440 nb- gicngeu, verkaufftc Kayser Maximilianus I selbige GrasschM nebst Machland an Sigismundum und Henricum von Pnischcua, und beliebe selbige auf dem Reichs-tag zu Worms an. 14s? darmit, (sihc prüfchenck) welche zu Grafen von Hardeck gcmM worden, und die Grafschafft Forchtenstein, so heut zu tag zu M- garn gehört, dieschlösser Creutzen, Zelchenstcin, Wastly dieM Neuhofen und Herrschafft Schmida in Oesterreich erkauffl. Hcn- ricus hat das geschlecht fortgepflantzet, dessen ältester söhn ^ohm hielt sich an. 1529 als Obristcr in Wien, als es von den TmM belagert wurde, tapffer; der mittlere Ulricus, war KayWicr Hof- Cammer- und kauffke an. 1529^ die GrafjaM Glatz; der jüngste söhn aber Julius, war Kaystrs Ferdinand! 1 Ratb, Cammcrhcrr undObcr-Hof-Marschall. Mit leincr gemäß' lin Gertrud, Gräfin von Eberstein, hatte er unter andern .vcM- cum II und Fcrdinandum, Kayserl. c,>mm-n-lL°ien Z" Ungarn, gezeuget, von welchem aber besonders. Von HEm " nachkommen lebte an. 1680 Johann Fridcrich Grafvon Harem, Glatz und Machland, Ober - Erb - Mundschenck von Ocsterr« Erb-Truchses von Steyermarck, so an. iü;6 gebvbreis, nMW Crcscentia, Gräfin von Drandis, 2 föhne hinterließ, JoWM Julium, Kayftrlichen Cammerer, und Conradum. 2 tz"A.. besitzen diese Grafen das Ober- Erb-Mundschcncken-amt m O reieti, ,md das MkK-I'ktteyil'i'ien-limt in der Stevcmiarck- Ä rk r» iÄ AS har fchalls, und Gertrudis, einer Gräfin von Eberstein. Erbrachte es in den Kayserlichen diensten so weit, daß er vor tüchtig gehalten ward / die stelle eines Commendanten in der festung Raab zu verwetten; da er dennstch sehr vergnügt erzeigte, als die Türcken in dem begriffstunden, ihn zu belagern, indem er durch eine retoiuc- gegen»wehr seine tapfferkeit der gantzen welt zu zeigen entschlossen war. Er that ihnen auch 2 monat lang ungemeinen widerstand, biß er sich den 19 sept. des gedachten jahrs wider alles vermuthen relaivirte, den ihm anvertrauten ort mit sccorll zu übergeben. Weil er nun weder an mannschafft noch andern Nothwendigkeiten den geringsten Mangel gehabt,und der ort hingegen von sehr grosser Wichtigkeit gewesen, <0 fiel man aufden argwohn, daß es nicht mit rechten dingen zugegangen, worinnen man um so viel mehr gestärcket ward, als ein Cammer-diener des Bassa, ein gebohrner Schlesier, der zu dem Ertz-Hertzog übergegangen, aussagte, daßseinHerr, der Bassa, rsäcke voll ducaten an 2 Personen überliefert hatte, davon einer ein mahl - zeichen in dem gesicht gehabt, dergleichen sich unter des Commendanten dienern befand. Es ward hieraufder von Hardeck nach Wien «mixt und bey seiner ankunfft nebst allen seinen bedienten so fort fest gesetzt, da es denn endlich dahin kam, daß man folgendes urtheil über ihn sprach: er solle nemlich, nachdem man ihn die Hand abgehauen, und dieselbe auffgesteckt, mit dem sträng erwürget, linderst nach z tagen begraben, alle seine aüter aber coEciret werden; allein der Kayser änderte es dergestalt, daß ihm den 16 jun. an. 159; der kopss, und zugleich in einem augenblick die Hand abgehauen wurde, nachdem er vorher» eine kleine rede an das volck gethan, und die ihm auffgebürdetever- rätherey von sich abgelehnet hatte. Es ward ihin unter anderm schuld gegeben, daß er an dem ort, wo sich die feindliche minirer angehänget,damit man selbige nicht inne werden möchte, die trom- mel starck rühren und die niedergeschossenen werckc nicht hätte rep». nreu lassen; daß er unterschiedliche an pfeilen übergeschossene briefe empfangen, und ohne vorwissen der bcsatzung mit dem fcind von der übergab gehandelt u. s. w. lllll. üb. 1,4. scllsuxl. 671. in conrin. Lleicl. Hardegsen / eine kleine stadt nebst einem amt und alten schloß in dem Hertzogthum Lüneburg zwischen Eimbeck und Minden, gelegen. Hertzog Otto der gnade nahm sie an. i;8o Christoph von Ruslwrp ab, als er seinen bruder Friderich in dem bett erstochen. Hardenberck/ (1) eine kleine stadt in der Niederländischen Provintz Ober-Mel, an demflußVecht, zwischen Cövorden und Zwoll, etwan anderthalb Teutsche meilen von dem ersten und5 biß 6 von dem letztem ort gelegen. An. 1708 ist sie, biß aufdie kirche, abgebrandt. (2) Ein schloß und flecken, nebst einer Herrschafft, in dem Hertzogthum Bergen, zwischen Elverfeld und Werden gelegen, welches den Herren von Berensau zustehet. 2--7. r»p. cllc. Lur^. Hardenberg / eines der ältesten und ansehnlichsten Adelichen Häuser in Nieder- Sachsen, deren stamm-schloß Hardenberg im Hertzogthum Braunschweig i mcil von Norten aufdemberg Langfast gelegen. Es ist zu unterscheiden von dem Adelichen gefchlccht von Hardenberg, so vormals in Bayern florirt hat, und vorzeiten von dem Ritter-fitz Beverstein den namen der Iuncker von Bever- stem soll gehabt haben. Bvldewin lebte an. 829, und war ein vater Bodonis (welcher an. 892 Sieghard von Swanringen erschossen) und Cunonis. Jener hat seinen stamm in Dänemarck, dieser aber in dem Stifft Hildesheim fortgepflantzet. Von dessen nachkommen find unter andern anzuführen: 1) Hans, der an. 14;; dem Ertz- Nsthoffzu Magdeburg als Obrister gedienet, und das schloß Gie- bichenstein als Commendant tapsser n-fenci-ret. 2) Friderich, der an. 1522 Bischofs zu Brandenburg worden; ;) Christoph, der an. 1666 geheimder Rath und Stadthalter in dem Hertzogthum Lüneburg gewesen; und4)Friderich Assur, deran. 1679 alsLünebur- gischer Obrist-Lieutenant mit tod abgegangen. An. 1714 lebte einer dieses geschlechts als Königlicher Groß-Britannischer und Chur-Hanoverischer Ober-Hof- Marschall, und ist er vermuthlich ein söhn des vorgedachten Christophs oder Friderichs Assurn- Lkelerr Lmiq.plcgsnf. TieL, sxxLnll. llar 3 ceinbsrglscllen gensLl. Htzelth. p. r p. 2,9. Hardenberg / (Albrecht) ein Protestantischer Prediger zu Bremen indem 16 seculo, hatte nach der Augspurgischen contcillo» 18 jähr seine gemeine gelehret, erklärte sich aber aufeinmahl für die lehre des Calvini, führte selbige auch in Bremen ein, ungeachtet alles Widerstandes, den ihm der Rath und seine LoUcgB thaten. Er hatte sich die gunst des gemeinen volcks, so gar biß aufdie mägde und andere dienst - hotten erworben, mit dessen hülste er alle diejenigen im Magistrat, welche der Augspurgischen cont-tlion nicht absagen wollen, absetzte und verjagte. Endlich bekam doch der Lutheranerparthey wiederum die ober-hand, und Hardenberg wurde als ein aufrührischer sacramentirer aus der stadt gejagt. Er hat ausser verschiedenen streit - schrifften des Wesselii leben beschrieben. Von den Bremischen »»üblen hat man eines vertriebenen Bremischen Bürgermeisters Oillimsri Kenctzelii krevem, ciilucillsm Lc ve- rrmnarrsrioncin, tzeinikiis Lc prog-elluconcroverli« Krem« On. Alberto ttLillenbergio mokL, oppolltsm rccenki tcripro ejurssm bis-clen- dergi! cle ubiquitsle L c«ns Oomini. Was bißhew vermeldet worden , ist aus den schrifften und erzehlnngen der partheylichen feinden des Hardenbergs hergezogen; Wann man aber die kirche zu Bremen sechsten höret, so kommet die fach gründlich also herauß: Hardenberg ist von dem Dom - capitul zu Bremen durch beförde- rung dessen Lcmorll. GrafChristophs von Oldenburg an. 1547 rum Prediger in dem Dom daselbst heruffen worden; Als er da hüt 671 biß in das achte jähr ohne das geringste Mißvergnügen gestanden, und nnt guter erbaunng geprediget hatte, liesse ein anderer Bre- mrscher Prediger, namens Johann Timann, sonst auch Sote. melck genannt, von Amsterdam gebürtig, ein buch in Latein von dem H. Abendmahl ausgehen, darin» er sonderlich die allenthal- benheit des Leibs Christi weitlaufftiq behauptete, solches auch von der gantzen Bremischen geistlichkeit unterschrieben haben wolle. Da wegcrte sich nun Hardenberg und mit ihm 2 andere Prediger solches zu thun; Timann aber und seine anhängere siengcn so bald an ihne aufden cantzeln zu verketzern, so daß Hardenberg letztlich kein besseres mitte! fände, als sich zu erbieten mit Timann und an. dem nacher Wittenberg zu gehen, und allda ihre lehre verhören und untersuchen zu lassen. Als er auch muthmassete, daß seine anfangs nur schrifftiich dahin abgesandle erklärung von dem gegentheik unterschlagen wurde, machte er sich in dem harten Winter selbst dahin,und erhielte eine schrifft von r>. Joh. Bugenhagio Philippo Mclanchtone, Paulo Ebero, Vebast. Froschelio, kr. Lu. ca und Kl. Sturione unterzeichnet, darin» sie die von jenem in außdruckunq seiner Meinung gebrauchte Worte: Das Brodt ist die gemeinschafft des Leibs Christi/ ^robirten, seines ge. gentheils Worte aber, welches gesprochen hatte, baß brodt und wein das wesentliche Leib und Blut Christi wären, nicht gleicher Massen gut heissen wollen; jedoch konte darburch die unglückliche Verbitterung nicht gehoben werden, und das lästern wider Harden. berg horete nimmer auf, ja selbst der gröste theil des Raths und der Prediger, wäre ihm zuwider. Dessen ungeachtet aber waren für ihn einer der 2 Bürgermeistern samt verschiedenen aus dem Rath, insonderheit aber fast die gantze Bremische burgerschafft. Der Rath cicirte Hardenberg zu mehrmahlen für sich, worüber sich aber, weil er Dom-prediger wäre, die es»»»-», als über einen ein- griff in ihre H,ris-llK>o» beschwärten; Auch drangen dre städte Hamburg, Lübeck, Lüneburg und letztlich der Nieder - Sächsische cräyß-tag, zu Braunschweig an. 1561 gehalten, sehr hcfftig darauf, daß Hardenberg durch das Dom - capitul zu Bremen innert 14 ta. gen aus dasiger Dom - kirche solle weggeschaffet werden. Er zöge hierauf auch würcklich ohne Verzug von Bremen weg, hatte aber schon etwas zeit vor diesem cräyß - schluß, als er wegen seiner lehre gar zu viel ansechtung erdulden muste, dieselbige lehre, wie er fie aus Wolfgangi Musculi Worten über den 68 Psalmen und über das ig cap. Matthäi, und wie solche so gar auch sein Widersacher Timann vorhero in dem obgemeldten buch mit lob angeführet, auf öffentlicher cantzel wiederholet, und nachdem auch aufpapier geschrieben , vor der gantzen gemeind an die cantzel angenagelt. Bey seinem ausgehen aus der stadt soll er auch deutlich vorgesagt haben, daß noch ein rauschendes blatt seine gegner jagen wurde. Er für sich gjenge daraufnach Rastede zu eben diesem Graf Christoph von Oldenburg, welcher ihn vorhero nach Bremen gebracht hatte; Nach 4 jähren aber machte ihn ein gewisser JunckerTido von Kni- pens zum Prediger zu Samwerden; Und als er auch da 2 jähr ver. harret, vocwte ihn der Rath der stadt Emden, welche eben um diese zeit ihre meisten Prediger durch die pest verlohren hatte, zu ihrem 8upermrenll-,iten, und behielte ihn 7 jähr biß an seinen tod, der an. 1574 erfolgte. Seiner feinden triumph über seine außtreibung währete in der that nicht lang. Dann als sie mit Hardenbergs ver- stossung noch nicht vergnügt, auch den Prediger Antonium Gre- venstein und andere, so die gleiche lehre geführt, von ihren diensten trieben, und bald hernach gar den Bürgermeister Daniel von Buren und übrige Reformirte Räthe entsetzen wollen, und zu dem end ^-»6^ ausgehen liessen, daß bey Verlust des bürger-rechts keiner sich zu Hardenbergs lehr bekennen, noch dieselbe vertheidigen solle, versammlete sich den 19 jan. an. 1562 der gröste theil der bürgern, begehrte die auffhebung des obgemeldten k^Uses, so wohl als die wieder-cinfttzung Grevensteins, welchen ihren Prediger und Seel - sorger man ihnen wider ihr wissen und willen genommen , und daß vielmehr einige Prediger von dem gegentheik, welche in dem schelten und verketzern so gar keine maaß noch ziel hielten, möchten weggeschaffet werden. Es wurde hierauf durch einen zwischen dem Rath und der burgerschafft aufgerichteten ver. glich das erstere bewilliget; und als die schon angedeutete Geistliche, welchen man in dem verglich noch verschonet hatte, auch hier- wider sehr starck schrycn, und die verglichs- articuls für ketzerisch von der cantzel schalten, mußten auch sie den abscheid nehmen. Am meisten aber war zu verwundern,daß sogar der einte Bürgermeister und die meiste raths - gliedere, welche so sehr wider Hardenberg und dessen lehre gewesen, ob ihnen gleich niemand zu schaden begehrte, nach allbereits gestillten Händeln von sich selbst aus der stadt zogen. ciererlien KcÜAlons-moruulN. ^ Harder/ (Joh. Jacob) ein berühmter ^icu-, wurde den 17 sept. an. 1656 zu Basel gebohren. Sein vater wäre Joh. Conrad, anfangs Stadt - schreiber und Oepur-r, hernach aber des Raths und Dreyerherr dafelbst, ein mann von fürtreflichem verstand, gesundem )uciic,o und grosser Staats - erfahreuheit, welcher neben seinen wichtigen amts - geschafften auch in unterschiedlichen ansehnlichen gesimdschafften dem vatterland mtt lob gedienet. Als diefer sein söhn schon in dem irten jähr (welches sonderlich damals etwas rares wäre) in den sibum Nu-tiowrum recipwt wurde, und zu gewöhnlicher zeit auch den grssum klsMcrii erlanget hatte,legte er sich so bald unter anleitung des berühmten Banhins und Glasers aufdas und wurde nach einer inFranck» reich der/mLtnmie und cwrurZie halben gethanen reiß an. 1676 OoÄor mctzicinL. Man liesse ihn hierauf nicht lang k-rivmim leben, sondern beförderte ihn nach und nach von einer academifchen ehren-stelle zu der andern ; wie er dann an. 1678 die rrolcill tzkslsricR, an. : 68 L rk/sic«, an. 1687 21m- öc »„»nie«, und 672 har 4N 170; ^eäicia« chli-oredic-e erhielte. Schon an.16?; wurde er in das coiiegium r»ie»lLobli:rvLrioni:s in den wiiceilLneis »sr. curiolor. zu finden ; weiters sind bekandt sein ^piL- rium in 4 ; I-roctromur ?k>lio!ogicui „LrurLM explicLns kumoruüi nurririoni ^ ^cnerscioni UlcLruruni in 8; LxLmcii Lnrtoinicuni cvcli- lece rcrreckr. Lc. Er hatte 2 brüder , Hieronymum und Nicolaum, welche beyde in ihren ckuciiis ebenfalls schöne protcüus gemacht; Jener, so an. 1648 den iSsept.z» Basel das licht erblickte, legte sich nach Ldloivirten innnLniorivus aufdie «büoivßie, übte sich aber fürnemlich in den Orientalischen spraachen , und brachte es darinnen so weit , daß er nach Leyden, erstlich zum Urotcüorc bono- isrio, nachgehends aber zu der v-of. iingusi-. OliLnkLi. beruffen wurde; Er war auch willens selbige anzunehmen, zuvor aber noch eine reiß in Arabien und Persicn zu thun, um solche spraachen aus dem gründ zu erlernen, und sich die bcn ihnen übliche rebcns- art sechsten bekandl zu machen; Er begab sich auch würcklich auf den weg, und käme biß gen Constantinopel; Der tod aber wiese ihm eine andere straffe, und forderte ihn mitten in seinen gelehr» tenUnternehmungen durch ein hitziges fieber der weit wiederum ab, woraufsein cörper an gedachtem ort sehr ehrlich begraben wurde. Seine .vwnulcr-pr- sind nach seinem tod der bibliothcc zu Basel vcr- ehrctworden. Nicolaus sein noch lebender bruder, )u7. mriu^^e DvÄor, bekleidet dißmals die hohecbL^ eines Obersten Zunfft- meisters in seinem vatterland. * Sarderwick oder Hardebonas / ist eine kleine stadt in Geldern. Sie ügt in der Dclaw an der süder.-see, 6 meilen west-wärts von Dcvcnter. An. 1229 ist sie von Ottone llI, Grafen von Geldern, zu einer stadt gemacht worden, und GrafRheinold von Geldern hat ihr hernach von dem Kayser Rudolpho I die muntz- gerechtigkeit zu wege gebracht. An. brannte sie von gründ aus bis auf wenige Häuser ab, ist aber nachgehends wieder aufgebauet , und weit vestcr und schöner gemacht worden, als sie zuvor war. Sie ist zimlich wohl bewohnt,und hat eine Universität. Q,»>- Lc>Z. . 6sII. ckrick. v'/scl, bibl. Qilterc. i» 211Ä. ^ardioleben/ ein schloß nebst einem dorff und amt in Thüringen,an der Lossa, gehöret zum Fürstcnlhum Weimar. Vor altcrs war es den Grafen von Orlamünda, nachgehends haben solches die Landgrafen von Thüringen bekommen. An. 1548 hat es WolfMulich als ein rckler-gut besessen, und in solcher qualität ist «s an. i;8; von Wilhelm Curt Mülich an Hertzog Friedrich Wilhelm von «Lachsen verkaufst worden. Es ist zwar darnach wieder verkaufst worden, aber mit dem cinlösungs-rccht, dahcro cS an. 167; wieder völlig in Sächsische possem»., gefallen. Äarduinus / (Dionysius) von Gent, war äu-ürcurj,, Flandern, wie auch obrister Schöppc in Gent, und von grosser gclehr- sa«nkeit,ob er gleich bey seinem leben wenig <-uiret. Er starb im jan. an. I S»;. Man hat von ihm einen Uc nobUir-r-, nebst verschiedenen andern, als äsmsMrsnbu5 klLnilr!«; p^kslkm ce provincislis ; cie cLncellrrÜL LurgumilL Lc. die er in terlassen. ^»,/xeL bibi. LeiZ. " "!!» ^arfleur / lat. »-rUevium, eine kleine stadt in der Normal- in dem landlein Caux, bey dem ausfluß der Seine, ; meflen 2 warts von Honfleur, und ohngefähr 2 ost-wärls von Lavr^ Grace gelegen. Sie ist anjetzo in keinem sonderlichen ansehen Mi sie keine grosse schiffahrt haben kau, und über diß Ham I L den Handel an sich gezogen hat. Gleichwol ist sie in der Englische» Historie berühmt, weil sie die erste stadt war, welche der sieamch Henricus V aus Engelland in Franckreich angriff, und km vo der schlacht bey Azincourt eroberte; allein an. 1692 ist sie dM die Niederlage, welche die Frantzösische flotte unter dem TvmM von den Enqell-und Holländern unter dem Admiral Ruffel be» dem vorgebürge Harfleur litte,noch berühmter worden. " harigunda/ des Königs Clotarii I aus Franckreich qemMn Selbiger hatte sich schon mit dieser Harigundä schwester gunda vermählet; als aber selbige von ihm back, er möchte sim schwester an eine vornehme Person von seinem hofverehlichen,»». langte der König die Harigundam zu sehen, da sie ihm denn so lie. benswurdig vorkam, daß er sie ohne eintzige weitiäuffigkeit selbste» heyrathete. Ber, seiner rückkunfft sagte er zur Jndegunda, er halte ihren willen erfüllet, und weil er keinen vornehmem finden können als sich selbst, hätte er sie auch genommen; wie er denn Chilpech cum mit ihr erzeugte. D,xs». 1.4 c. z. ^arimedewat / siehe Amadabat. ^armgus/ (Slfndt Synnama) war aus Frießland gebiM, wurde Ooetor und?--okcssorM,szu Cölln,und hernach Kaystrlichee cammer-gerichls-LULssor zu Speyer. Er hat verschiedenes geschrie, ben/woruntel! Mich öeclär-LNones riruIorumucnu^ULjul-ü.L^fnti?^ /--r lci-ipt. bris. LclZ. ^ariri/ oder mit seinem völligen namen, Abu Mohammed/ -> Rüsem/l M All/k» Mohammed/kU. Othman/-«Harlri/ ein lehr berühmter Arabischer scribensist gebohren in Basic«,einer stadt in Babylonien, tt-Z- 446, d. i. an. Chr. 1054, undieblm denen zecken,da die «tuM» bey den Arabern ungemein 3 o,irten. Er > hat geschrieben xi3icLm2r oder c:onn-gus, gn der anzahl ;o, welches allerhanderzehlungen und niorsiische Uiscourssind, vonssvielbe» rühmten städten her genannt, darin» der äurkor dilchtet, Laß er allenthalben einen alten, klugen und sehr erfahrenen mann, wit na- menAbuSaid/angetroffen,welcher durchgehends trefliche mm-n. sehe reden gehalten. So wird der erste comessu; xsnsn-iiL von der Haupt-stadt des glückseligen Arabiens,Sanaa, genannt, ist von Er« lio mit einer Lateinischen Übersetzung zu end QrLmm.Lrsb.TH. Erpcuii heraus gegeben worden. Der Lurkor hat diesen umschnieiff gebraucht um desto sicherer und frcymülhiger die lasier seinerzeit zu bestraffen; Es wird dieses werck für ein muster der Arabischen wohlredenheit und zicrlichkeit gehalten; es pflegen auch die Araber in Asia und Africa den studirenden kein buch so viel zu r-cvm- llien-ilrcn, weil darinn ber gantze reichlbum und prox-ieräi ihrer sprach enthalten; dahcro auch darüber sthr viel Araber c°wE tirt haben,als: Li Schirasi,->i Schariri und andere. Golms mulh- masset, es seye eben dieses buch, welches die Rabbiner ^-»bb-wili jkkici ttsrir, nennen, und von Ch«msi in das Hebräische istübcr- setzet worden; wormit auch übereinkommt, was in kwimck. n-b- bin. Nuxro-Ii, berichtet wird: es seye ziemlich diß werck ss wohl in Arab. als Hcbr. sehr -ioqucnr; Cbariri habe den poetische» des Alcorans ausgetruckt, Eharisi aber habe dessen woklredenheit in Hebräischen vcrscn noch übertreffen; es werde sonst auch auf Hebräisch Kcmon, genannt. Es hat dieser LuMm auch die r ciMerrarionen verfertiget den rcichthum der Arabischen sprach ;u zeigen, in deren einer alle Wörter ein Scbi,,. in der andern aber alle ein 8-n haben. Er starb an. »cZ. 919, oder nach anderer bericht 916, d. i- an. Chr. 1122. (?->/. ; Spcc.; biblioili. Oricni. * ^ariulphus / Abt von 8. Peter zu Arburg in Flandern, stach an. 114;. Er hat virLis L.LrnuIpbl und Qcrvini II, LboLtirLlic». burxcnlis, geschrieben, Llciex«, üb. 4 snn. tit,. r Iilü. bst. bibl. kelg. ^arklcp/ (Andreas) war ein gebohrner Schottländcr,M anfangs ein Ritter, nachmals conttsbic von Carlisle, und endlich Grafvon dem letzt-gcmeidrten ort, nachdem er in dem kriege, welchen der König von Engelland, Eduardus II, wider die Baronen feines Reichs führen muste,an. izardcn Grafen vonHerefvrdge- tödtet,und den Grafen von Lancastcr, nebst unterschiedenen andern Lords, gefangen genommen. Gleich das folgende iahr i;a; ward er überwiesen, daß er,in Hoffnung einer vortheilhafftlaen heyrath, mit den Schottländern wider den gemeldeten König sichm B"- mc traetatcn eingelassen. Weil nun ohne dem die zwey Spencers, welche damals an dem Englischen Hof das meiste zu siigen hatte», sein glück beneideten, so kam es dahin, daß man ihn xr-cUrte ( dergleichen vorher in Engclland noch nicht geschehen war) nachmals aber, als einen verräthcr, nach dem richt-platz von Londen schleiffce, daselbst aufhenckte, und endlich viertheM. /„)/. 0 /^»^/. vol. 1 p. rc> 7 , 288 - ; 6 o. ^a.rlay/ist eine fthr alte familie in Franckreich. Ihr msvE ist eben so gar klar nicht. Einige sagen, sie sey aus EngellM entsprossen. Andere hingegen, wollen aus den alten öocum-nim o Häupten, es habe selbige von der stadt Arley, in der krsnch«^ gelegen,ihren namen,welche anfangs zu diesem Hause gehorüM, nachmals aber an das hauß Ehalons gekommen stv- So v'ch'i har qewiß'/ daß Stephanus von Harlay, der um das jähr iL§s gelebek, dieses geschlechles stamm-vater ist. Dessen ur-enckel Philiberto nahm Hertzog Johannes seine Herrlichkeit, weil er dem König in Franckreich wider ihn beygestanden. Philiberti sohn, Franciscus von Harlay,Herr von Granviüers und Nogent, ist der erste,welcher sich in Franckreich veste gesetzet. Er lebte zu der Könige Caroli VI und VII zelten,und war Königlicher Rath und Cammerherr. Er hinterließ von Louyse von Berbizi Nicolanm, genannt Golinet vvn Harlay, Herr von Grandvillers und Nogent, und Franciscum, einen Münch von s. Benigne zu Diion. Nicolaus war Königs Ca» roli Vl Rath und Hofmeister, wiewvl andere sagen,er sey an Philipp! des gütigen/Hertzogs von Burgund Hofe, gewesen. Er vermählte sich mtt Gaillarde von Vaudray, Philiberti, Herrn von Montbouzon, der «ouvsrncur zu Peronne war,tochter. Von selbiger hatte er Johann von Harlay, Herrn von Grandvillers, Nogent und Cesi. Er hielt sich in den kriegen wider die Engelländer sehr wobl, und wurde deshalben von dem Hertzog Johanne von Bour- bon zum Ritter gemacht. König Ludwig XI bediente sich seiner sehr wohl, und machte ihn zum Wachtmeister von der stadt Paris und zu seinem Truchseß. Er verheyrathete sich mit Louyse Luil- lier, von welcher er unter andern Andern hatte Ludwig von Harlay,Freyherr« von Montglat,Herrn von Beaumont Bois,Chan» valon,Sanci,rc. Er hinterließ von Germana Coeur ; söhne und eine tochter. Jacobus von Harlay, war der älteste, hinterließ aber keine Ander. Johannes der jüngere, war Maltheser-Ritter. Die übrige; haben so viel linien gestifftet. Christoph von Harlay,war rrslia-m des Parlaments zu Paris, von welchem die Grafen von Beaumont abstaminen. Er hinterließ Achillem von Harlay, so oberster war, von dem hernach. Dieser vermählte sich den zomay an. i;68 mit Catharina vonThou, des Christophen, welcher auch oberster war, tochter, und hatte von selbiger Christophorum von Harlay II, Grafen von Beaumont, Louve-,-einher stadt und des Hertzsgthums Orleans. König Heinrich der grosse/ schickte ihn als Abgesandten in Engelland, woselbst er an. i 6 e; starb. Er hatte sich an. 1599 mit Anna Rabot vermählet, von welcher er unter andern Andern hatte Achillem II ; Carolum, Herrn von Jllins, der ohne erben starb; und Christophorum Au- austum, Herrn von Celi und Bonneuil. Achilles von Harlay II, Grafvon Beaumont,war Königlicher Rath,Requcrenmeister und nachmals 6 sDerLi-kr»cursror des Parlaments zu Paris. Er ver» wählte sich an. 16; 8 mit Johanna Maria von Bellievre, des Nicolen , so prüdem des Parlaments zu Paris war, tochter, von der Claudia Brulart, von welcher er Achillem von Harlay III, Herrn von Stain, rc. hatte. Dieser war Parlaments-Rath, und erhielt en die stelle eines Q-ner2>-pcocurLcori!, wurde auch nachmals den 12 nov. an. 1689 ersterp-n-llci-nt des Parlaments zu Paris. Er hatte von seiner gemahlin, Magdalena von Lamoignon, Wilhelmi, Herrn von Basville tochter, so an. 1671 verstorben, Achillem von Harlay, welcher an. 1668 gebühren, und an. 1697 zum Königlichen Staats-Rath eruennet wurde. Christophorus Augustus aber hatte von seiner gemahlin Francisca Charlolta, Ne- nati, Herm von Thou tochter, Nicolaum Äuqustum von Harlay, FrantzSsischen Principal - Gesandten bey dem Ryßwickischen frie- dens-schlusse, von dem hernach. Er hinterließ einen söhn, Ludovi- cum Achillem Angustumsso Parlaments-Herr zu Paris wurde. Die andere linie, genannt Harlay Sanei, stifftete Robertus von Harlay,Herr von Sauci, Parlaments-Rath zu Paris. Er war Lu- dovici dritter söhn, und vermählte sich den 8 dec. an. 1544 mit Ja- «ueline von Marinvilliers, von welcher er ? söhne hatte. Der älteste ist der berühmte Nicolaus von Harlay, von dem hernach. Er starb an. 1629, und hinterließ von Maria Moreau, Nudolphi von Moreau, Herrn von Autevil, tochter,4 söhne und 4 töchter, davon Nicolaus von Harlay an. 1601 m der belagerung Ostende umkam; Achilles von Harlay, Abt von Villeloin und 8t« Marie c-Verger tochter,und hatte von selbiger; söhne,Johanncm, von dem jetzo; Sci- pionem,Herrn von s. Quentin, der ohne Ander verstarb, und Jaco- bum, Herrn von Chanvalon, von dein bald hernach. Johann von Harlay, Herr von Celi, heyrathete an. i;8o Annam von Puj, Frauen von 8 Valerien, und zeugte mit selbiger Philippum von Harlay. Dieser war ein mann von gutem verstand und ansehen, und gantze 24 iahr Abgesandter zu Constantinopel. Er starb an. i6;2,und hinterließ von Maria von Bethune, Florestans, Herrn von Congis tochter, Rogerum , welcher an. is^zum Bischoffzu Lodeve ernennet wurde, und den 14 mertz an. 1669 starb; Fran- eiscum Antvnium, der an. 1647 in Italien umkam. Jacobus von Harlay,Herr von Chanvalon,war oberster Stallmeister und Ober« ster über ein regiment von der garde Francisci,Hertzogs von Anton und Alemon,nachmals Ritter der Königlichen orden,und an. 1582 Louverneur zu Sens. Er starb an. 16ss,und hinterließ von Catharina von der Marck, Frau von BrevahRoderti IV , Fürsten von Bouillon, tochter, Achillem und Franciscum von Harlay. Franciscus war Ertz«Bischofs von Rouen und Abt von 8. Victor zu Paris. Der Cardinal Joyeuse, welcher Ertz-Bischoffvon Rouen war, rSi; zum doschmor.welchem ek auch 2 jähr darauf folgte. Er stifftete zu Paris academien, um sich in der eioguens ^"Hkete eine öffentliche bidliothec zu Rouen an. Ev war wohl belesen,und hat mel geschrieben, ist aber sehr «btcur. Er relign-rte an. lüzi sein Blßkhum in fsveur seines Vetters, und starb den 22 mertz an. 16;; im 68 jähr seines alters. Achilles von Har-. layM^ms von Breval und Chanvalon,heyrathete an. 1609 Odet- te Vaudetar, frau von Nerville, Ludwigs, Herrn von Perjant tvch- ^t>.^;4vermahlte er sich zum andern mal mit Anna n« is Barre, Adamr, HerrnöekBausscraye tochter, und Franciscivon Fortra, Herrn von Plessrs, wittwe. Seine Ander erster ehe waren sranciscus Bonaventura, von dem sofort; Franciscus Harlay von Chanvalon, Ertz-Bischoffvon Rouen und nachmals von Bans,Abt von Lumieges, comm-näsul- der Königlichen Ritter-orden, Hertzog und ?->>-- von Franckreich, voÄor und krovidor in der Lor. donne, welcher an. 169; starb; Anna von Harlay, Aebtißin in dem kloster unserer lieben frauen zu Sens; Elisabeth, Margare- tha,Louyse und Renata waren Nonnen. Franciscus Bonaventura von Harlay, xts-gu,- von Breval und Chanvalon, diente in Flandern, in Italien und anderswo. Er hielt sich insonderheit bey dee belagerung von Taillebourg und Alessandrien sehr wohl, da er auch verwundet wurde. Er heyrathete Genevieven, von Fortia, Francisci Herrn von Plessis tochter, von der Anna-lc i» Barre, welchS an. 1677 starb. Von selbiger hatte er unter andern Andern Ludo. vlcnm von Harlay. Dieser,nachdem er grosse ehre erlanget, kam in der schlacht bey Senefum. Er verheyrathete sich im may an. 1671 mit Anna von Laubespine, Francisci, r/l-rquisvonHauterivennd Chateauneuftochter, mit welcher er einen söhn erzeuget. clog. cles Premiers prclicl. Qrll. (^tirist. orig. öc proZres ^es ksm. -le krancc. Ivlemoires cie prLsi-o)'. -Po«--/--,. Hospital in emer Versammlung des Parlaments ihm ein vorwef» llches zcugmß gab / insonderheit / daß er sich allezeit bemühete/ die partheyen / deren acten ihm übergeben worden / in der gute anS einander zu setzen. Der König Franciscus I hatte viel gnadevoü lhn/dessen söhn Henricus II gab ihm an. i;;; die stelle eines prL- kciemm LU Monier/ und seineaufrichtigkeitund annehmlichkeiL brachten ihm viel liebe zuwege. AIs er in seinem alter mit dem stet» ne sehr gcplaget wurde / ließ er sich in dem 70 jähre seines atterS schneiden; weil er aber die grossen schmertzcn nicht ausstehen tonte/ starb er unter der wund-ärtzte Händen den r jul. an. 157z. Er hatte von Catharina a» Val 2 söhne und 2 tochter. Der jüngere söhn Carolus stund bey dem Könige Carolo IX in grossen gnaden / wcl» cher sich dessen in verschiedenen Verrichtungen in Deutschland / Po» lcn / in der Schwcitz und anderswo bediente. Er starb aber ohne erben. e>o§. 1. r p. 80. harlay / (Achilles) Graf von Beaumont / einer der krcflrch» sten leuke / so Franckreich jemals gehabt / war Christophen söhn / und an. i;;o gebohrcn/ wiewol nicht alle erzehlungen glnch auf diese zeit deuten. Er legte sich nach dem erempel seines vawrs auf wissenschafften / und brachte es darinnen so weit / daß er gar zeit» lich prdiUenr MI mvrcier ward / und an. i;8r nach dem tobe des Christophen a- Tbou erhielt er gar die oberste Prasidenten-stelle in dem Parlament zu Paris. Bey dieser stelle nun that er alles/ was ihm nur möglich war / das gemeine wesen auf den süßen zu erhal» tcn/wicwol er wegen den qrculichenLigistischen Verwirrungen nicht viel ausrichten kunte. Indessen bewährte er doch dem Könige seine treue / und antwortete dem von Guise / der ihn zur zeit der »cieii von Paris / durch furcht auf seine feite ziehen motte / sehr heldenmüchig / war aber deßwegen eben bey den Ligisten überaus verhaßt. Sie sprengten unter dem volck zu Paris aus/ daß Harlay zu der ermordung der Guisen gestimmt/ und den 1 jan- an. 1539 nöthigte ihn der bekannte Lincestre / ein rasender Ltgistlscher Prediger/ da er seinen zuhörern am ende der predigt einen eyd vorlegte / den tod dieser Herren nach allem vermögen zu rächen / daß ec gleich andern/ die Hand in die höhe recken muste/ wobey jener noch die frechhcit gebraucht/ daß er den Präsidenten zu verschiedenen malen die Hand recht in die höhe strecken hiesse/ damit sie alles volck sehen möchte / und willigtedamalen Harlay darein/ weil «hn sonst das volck in stücken gerissen hätte. Wenige tage hernach aber / nein» lich den 16 jan. ward er nebst dem gantzen Parlament von den Lrgl» sten mit gewaffneker Hand überfallen / und in die bastllle gesetzt / welches alles er mit sonderbarer großmuth ertrug / und öffentlich bezeugte/ daß ihm sein leben weniger warst) sey / als seine Pflicht gegen Gott und den König. In solcher gefangenschafft blieb er W nach Heinrichs III tode/ da er vor -oooo thalec der hasst erlahm ward/ zu dem neuen Könige gienq/ und die oberste Präsidenten- stelle bey dem Parlamente / das zu Tours versammlet war / fort cm mit solcher geschicklichkeit verwaltete/ daß man vornhin das urtheil gefället/ es würde der König mit allen seinen armeen wrder dre i-ßu- so viel nicht ausgerichtet haben / wenn mcht durch des Harlay bemühn ng das Königliche Parlament sich m allen gelegenheiten ss. muthig und hertzhafft erwiesen hatte- Auch nachgchendS / da alles beruhigt war/ fuhr er in seinem eifer vor das gemerne beste unermu. dct fort / wiewol er des Hofes absichten nicht allemal andern kunte/ allermeisten er denn sonderlich mit allen seinen nachdrücklichen vor. stellungen/ die wieder-einführung des Jesmter-ordens nicht zu hur» tertrerben vermochte/ denen er sich vorher immer widersetzet/und ihre Verweisung aus dem Königreich an seinem ort gar sehr befor» ll theil. Qqqq derek 674 har dkrci hatte; rveßwcgen er auch in mehreren bücheren / welche von denen dieser sociekat ausgegeben worden / und letstlich in der hi» störte dieses vrdcns / so der ?- Jouvenci zu Rom drucken lassen / sehr scharffangegriffen wird / daß auch das Parlament von Paris zu end der regierung LudoviciXIV seine empsindlichkcit darüber mit Nachdruck hat bezeugen müssen. Endlich begab er sich nicht lau» gc nach Heinrichs IV rode an-1611 zur ruhe/und treue die Preist» denlcn-stcllc an Nicolaum < 1 - Verdun ab. Von dar an aber brachte er seine zeit biß aufsein an. iü-6 crfolgles absterben/mit Christlicher Vorbereitung zum sterben zu- Er hatte mit seiner gcmahlin / einer tochtcr Christovhori -i- Thou/ einen söhn Christophorum gezeugt/ der aber ein fahr vor ihm verstorben / und verschiedene linder gelassen. /». L/k»re/. so»»"»-;/ r/e ///. UNI. OrN. I. :. tinmmes lUutt-. gcncsl. 6al!. * harlay / (Nicolaus Slugustus von) Graf von Ccl» / Herr von Bonuevil/ orciina rer Staats-Rath des Königs von Frauck- ^ reich / wurde in vielen wichtigen Verrichtungen gebraucht / ansang» li'ch als Gesandter auf den Frauckfurttschcn c»nvc,>t geschickt / da» raiif RequttcN'mcister und Intendant von Burgund / endlich Kö» niglicher Staats-Rattz mw vornehmster bcn den Ryßwickischen friedens'.tractaten/ welche er auch glücklich gesetzlos» sen. Erstarb zu Paris den 6 avril an. -704. Seine hinterlassene wittwc war Francisca Lomse Maria von Boucherat/ Lndoviei/ Herrn von Compans/ Groß-.Cantzlers von Franckreich / rochier; von selbiger hat er einen söhn und 2 töchter hinterlassen; jener ist Ludovicüs Achilles Auaustiis von Harlay / Parlamcurs'.Herr zu Paris / und hat / vermag des großväterlichen tcstaments/ von dem verstorbenen Groß-Cantzlcr Boucherat das hauß Boucherat und die Graffchaffl von Comvans bekommen / und sich an. 1698 mit ^LaemoitUIe Nv Nie verehlichet. ^cn. o^il. p. 28;. r/Es. gn. 1704 p. ,71. harlay / (Nicolaus von) Herr zu Sancy und Maule. Er war Roberti, Herrn zu Sancy , Königlich-Frautzöstschen Raths ün Parlament zu Paris söhn / von Iagücliue, Wilhelini von Ma- rinvilliers, Herrn voll Maule m- Mandre tochrcr. Er kam bald anfangs in Königs Henrici III dienste / wclchcrfhi, mit vollkommener gemalt an verschiedener Protestantischer Fürsten inDeutsch- land Höft / und an. 1; 80 au die Schwcitzer schickte, von seidigen hülffe zu begehren. Als der Hertzog von Gnise an. >z 83 entleibt ward / und der König wegen den steh damals hänffenden nnruhen mehr hülffe vonnöthen hatte/ schickte er ihn im avr. an. i;8y abermals an die Schweizerische Evdguossen / um 2000 zn vserd und 10002 mann zu fuß bey ihnen zu werben. Das merckwür- digste ist / daß er dieses volck/ ohne einige aeld-summe vom Kvmg mit sich zu bringen / auf die beine gebracht / und so gar von den Schwerern selbst zu dessen Unterhaltung gcld bekommen ; wie cr denn auch diese Gesandlschaffc auf solche weise selbst vorgeschlagen / und sich darzn ancrbotten hatte / da der Hof sonstcn sich die geringste Hoffnung nicht mache» dorffte / dergleichen etwas auszurichten. Er gebrauchte aber dieses mittet, daß er erstich nur den Vorschlag thäte / einen zng wider den Hertzog von Saooyen / Carl Emanuel/zn thun / der ohne dem wider den stand Bern und die stadt Gcnff im krieg begriffen wäre. Da belagerte nun Lmncy das torc sLciuse, und siel mit 10000 mann in das land Chablais ein / eroberte Tonon / belagerte Ripaille / und nachdem cr den Grafen Martincngha/ so diesen ort entsetzen wolte, zurück getrieben/ nahm er solchen/ wie auch Boue, 8. 'Loane und Ger em, und führte folgcnds dem König diesen succnrs / in 10000 iLchweitzeru, 2000 landknechten und izoo reuten, zn. Als aber der König 7 tage darauf zu 8. Clond erstochen ivurde / trat er so fort in Henrici I V dienste / that auch gleich anfangs selbigem 2 gute dienste / indem er den Marschall von Biron und andere / so bcv dieser regimcnts- verandernng etwas wanckelmüthig waren, zn den, völligen den- trilt brachte'/ und die Schweitzer, sonderlich die Catholischen / so sich »ach Henrici III tod wieder zurück ziehen wollen, bewog / sich in dessen vstiest zn begeben. Es schickte ihn hieraus an. i;89 der König in Deutschland / neue völcker zu werben / dem er denn nicht nur stals er eben Drcur belagerte /1200 renter zubrachte / sondern auch 100000 ducaten / so der König voinchwamcu von Maulaud nach Basel sendete/ wegnahm/ und davor ein rcgimenl Lchwntzcr in dem Bernerischen gebieth aufrichtete'/ und demKöuig zubrachte. An. 1591 wurde er von dem König der stadt Genfs zum sticcurs wider den Hertzog von Savoycn geschickt. Hierauf machte ihn der König an statt des Herrn von Montigny / welcher abgedanckt hatte/ zu seinem obersten Hofmeister/ und an. 1596 an Caroli von Moumoreucv/ Herrn zu Anville/ stelle, zum Gcueral-Colonel über die Schwerer / in welcher cb-uge er au. 1^97 der bclagerung von Amiens bcvwohnte. Er wurde auch in dem gouv--nc,»cnr von Burgund Lieutenant und Ober-aufseher über das finanl; - wessen. An. i;99 sandte ihn der König als Gesimdten in Engelland zur Königin Eilst,beth / um die vorige alliamz zu erneuern; allciu er fand viel schivürigkeiten daben / gcrieth auch mit dem vornehmsten Englischen Minister/ Wilhelm Eccil/ in harte wort-wcchslung. Doch / alS der Hertzog von Bouillon gleichfalls in Eugeiland ankam, erneuerten sie das bünduiß init Engelland. An. 1600 that er mit dcm König einen zug wider den Hertzog von savoycn , da er das kö« 8. Calharincn belagern muste. Als er nun bisher in grossen Königlichen gnaden gestanden / käme er gantz in Ungnade. Hierzu that die Gabriclle von Estrecs / Königs Henrici IV m-i- rross-, nicht wenig, weil er von ihren LÄtzE» ctivas frey gesprochen / auch ihrer gesuchten Vermählung mit dem König sich widersetzet. Nicht weniger halfst darzu Marimilian von Vcthnne, mit welchem er sich nicht wohl vergleichen koute / als welcher an seine yar statt Ober-aufseher über das siuantz-wesen zu werden stiebt- gebend , daß er der Königlichen schätz - kam,ncr mit verbessew»' der einkünffte nützlicher vorstehen könte. Er trat um S Königs gnade zu erhalten, von der Reformirten reliaion, w» ? nen er erzogen worden, zur Catholischen, begab sich aber ndÄ von den, Königlichen Hof, und ob ihn, wohl Hemrich^ Ludwig XIII eine-xpec^-1 auf den Ritter-orden des Hei 2 Geistes geben wolten, erlangte er doch selbigen nicht. Unter Ä regierung that er eine weitläufftige vorstellmia und bewieß, daß, ehe er ,n ^L.ren wäre gebraucht worden er A lich 60000 pfund emkunffte gehabt hätte, nachdem er aber seb, dienste niedergelegt, wäre ihm nichts mehr als die ehre übn», blieben, daß er seine guter zu erhaltung des Königreichs M ° opffert. Wie er denn unter anderen einen kostbaren diamanten man ausser dem zu Florentz vor den herrlichsten in Europa eM ten, und ivelcher von Antonio dem unehelichen, angemaßten Um rn Portiigall,,herkäme, zn seines Herrn bestem, um die werdnna n bester fortz»>etzen, verpfändet, worauf solcher dem Köniq ssawb ,n Groß-Brltannien zu theil worden. Er starb den 7 oct. an 16m, und hinterließ von seiner gemahlin Maria von Morcau, RudM von Moreau, Herrn zu Antenrl tochtcr, Franeiscum, welcher hma verstorben; Nicolaum, so an. 1601 vor Ostende in Flandern üm. kam; Achillem, von dem hernach; und Henriciim, L-rrum Sancy und Beaumont. y,u. ßen. a- ir m-iinn a- nrv. IM. ,rr. d^emoire; cic ^,7/e^-p,. Lzll. p- 2 ?s. ^o///r/>e ^emar-zuez sur ton I'o-mc cie la I-igue. * ^arlay/ (Achilles von) Bischoff zu 8. Malo in Franckreich. Er wurde von dem obigen Nicolao von Harlay an. i;8> aczeiMt, und war noch bey lebzeiten seines vatcrs Königlicher Rath. S war em sehr gelehrter mann, redete auch die Spanische, Tenische und Italiänische spraache. König Ludwig Xlll schickte ihn als Gesandten an den Türckische» Hof, allwo er i°jabr re>l> dirt, und zeit seiner anwcsenheit mehr als 1020 Christen-sclave» rantzioiiirl. Er lernte daselbst die Orientalischen, sonderlich aber die. Hebräische und Jüdische spraache. Seinen rückweg nähme er über Siebenbürgen, da ihm der Fürst Bethlen Gabor viel ehre erwieß, und ihn durch die unstchcrn örtcr bcgelciten ließ. Wer i» Frauckrcich wieder angelangt wäre, trat er in die der I^crum oraroni )Lssu LliriKi, welchem orden er auch vieles z»- wendete, insonderheit verehrte er seinem convcni die herrlichen ELcL, die er von Constantinopel mitgebracht hatte. Als er in diesem ordeu in verschiedene» convenreu 8up-iior gewcsin, sandle ihn der König a» den Hertzog von Savoyeu, und gab ihn feiner schwcster Hcnriettä Maria zu, als sie au. 1624 au den König von Groß - Britannien vermählt wurde, da er denn bey derselben als eine geistliche person verblieb. Als er wieder zurück in Franckreich kam, wurde er an. 16; 1 zu dem damals erledigten Bißlhum zn 8. Malo ernennet. Er wohnte an. 16z z dem conv-m der Stände in Bretagne, wie auch a». 16z; der Versammlung der Franhöß- schcn cleristy zu PariS bey, und starb den 16 nov. an. ,646. c-/°- mch«» L/i>I. orienc. /k« /„ Hrt/e ikin. > 4 . harlay/ (Iacobns von) Herr zu Chanvalon, Pont Chcmn und Perr,gny, war Ludwigs von Harlay, Herrn von Ceß und Chanvalon söhn, von Louise von Carle. Er verlohr sei« elm an. ,;8i zugleich, und iniinuirrc sich bcy Francisto vonValois/ Hertzog zn Aniou und Aleiv,on, so Königs Henrici II in Kanä- reich jüngster söhn war, dergestalt, daß, als sich selbiger heimlich aus Franckreich retirirle, er nur selbigen mit sich nahm. Als dieser Hertzog von den Niederländischen Ständen zu ihrem »cur und Hertzog von Brabant crkobrcn wurde, machte er ihn zu seinem Obcr-Statlmcister, auch zum Obersten über die lcib-garde und über seine leichte reutercy. Nach dessen tod überkam cr das ßouvcri>cme,ic der stadt Sens in Franckreich, wandte sich zur M des jmierlicbci, kricgs auf der nZu- Me, und wurde Großimicr von der artillcrie. Er mbmir^rte sich aber, wie andere, demAiW Henrico IV , der ihm au. 1602 eine anwartung auf den mM- orden des heiliaen Geistes gab, zu dessen würcklichen, genuß cr am nicht gelanget ist. Z» Königs Ludovici XIII zeilen brauchte B die Königin Maria von Mediccs seiner an. 1617, um den HeM Carolum vou Guise von der Malcontcntcn Prinöeu feite auf die Königliche zu ziehen, wie auch erfolget. In dcmfeldigcn mnvur- de cr nebst dem Herrn von Boisstze an selbige Prim-en gelchml, um einen vergleich zu treffen, gestalt cr zu Avancen, und Herme zu Vaubou mir ihnen contcrirte. Er war der Margarclha Vai» Königs Henrici IV erster gcmahlin, MiZn»n. »sie er denn » mit selbiger in nmucht einen söhn gczeugct haben ioll, der VMM ein Eapiiciner und L-ci-eius genennet worden. Er verheyrachele W den 20 ang. an. 1582 mit Catharina von der Marck, chEP N! Hertzogs zu Ledan und von Bouillon tochtcr, die von Harlay, ^rguis von Brcval, und Franciicum, von Roiian, gebohrcn. Er starb den 24 mart. an. is;° m hohen alter. tzill. gencsi. ^arlech / welches so viel bedeutet, als ein ew'Mchmer Wc gelegen. König Eouneonv 1 9U1 >.v sei, gebaut, und mit einem schloß, welches gedoppelte nal - versehen. Die Lancastrische parthev hat es Kral Eduardum IV vertheidigt, bis es endlich Wilhelm Hrcke / , von Pembroke, mit grosser mühe erobert. - p. 498. , Lrirsums vvutr rl>7: 7 k rl!p SA s lÄSi . -iV.. hak Arriem / lat. üsri-mum, eine'Hoklandische siadk, wird nach Amsterdam für die gröste gehalten, von bannen sie nur; Meilen west-wärts liget, an einem see , so darvon den namen führet, eine meile von dem meer/ und; vonLeyden, mit welcher stadt sie durch einen banal, den man an. 1657verfertiget/ commuwc->rio„ hat. Es ligen gantz nahe darbey sehr lustige wiesen / ein angenehmer wald / und viel schöne und reiche dörffer / welche die gegcnd sehr gNMNthig machen. Von innen ist diese stadt mit schönen marckt- plätzen / einem prächtigen rath - hauß und vielen anderen öffentlichen gebäuden mehr ausgezieret. Pabst Paulus V machte sie/ auf des Königs in Spanien Philippi II anhalten / zu einem Bischöflichen sitz unter dem Ertz-Bischoff von Utrecht. Es ist wohl vor eine fabel zu halten / daß sie von eines Königs aus Fricßland söhn/ namens Lem, erbaut sey. Wahrscheinlicher ist es/ daß die Normänner in dem 9 seculo den gründ darzu geleget. Ihre ein- ivohner haben sich bey den Heer-zügen in das gelobte land sehr wohl gehalten / und vornemlich zu eroberung Damiatä unter dem König Ludovico 8. an. 1249 viel beygetragen. An. 1292 wurde sie durch die t-Ltion der sehr mitgenommen / die selbige unter sich brachten. An. i?47 wurde sie fast gäntzlich in die asche gelegt. An. 1572 schüttelten die einwohner das Spanische joch ab / und nahmen die Reformirte religion an. Nicht lange darnach wurden sie von Friderico von Toledo / des Hertzogs von Alba soh»/ belagert/ und nach gethanem lapffern widerstand, so 8 monatlang gewähret/ sich auf Mscrcuon zu ergeben genöthjget/ wobey von den Spaniern grosse grausamkeiten verübt / und der gröste theil der bürgeren aufgehenckt oder crtranckt worden/ so aber nur die andere Holländische städte in Verzweiflung zu bringen / und zu ernstlicherer gegenwehr anzusporen diente; wie dann auch nachgehends dieser ort von den Staaten wieder erobert worden. Sonst rühmet sich Harlem/ daß in ihr zu erst die buchdrucker-kunst an. 1440 vvnLaurentio Costero erfunden worden / dessen buchsta- ben nachgehends einer von seinen dienern gestohlen und in Teutschland gebracht haben soll / aüwo Liccronis oKcis das erste buch gewesen / so jemals gedruckt worden. Es ist aber der eigentliche und gewisse bericht auf dieses vorgeben von seilen der stadt Hartem schon droben in dem art. Buchdruckerey angeführt worden / da man zugleich gezeiget / wie irrig es seye / wann man die »Kcm cff- ccronis für das erste durch Zusammensetzung der buchstaben / und also nach der wahren drucker-kunst verfertigte buch ausgibt. cieicr. NsrLv. in gnnsl. TÄ««»«» I. ^ öc «>»» 6elcr. kelgii. Ä/'-rrt-,. * Harleston/ ein Englischer marck-flecken in Ershan-Hundred/ an der süd-ostlichen gräntze von Norfolk an der west-seite des flusses Wavency. ^arley/ (Johann) Bischoff zu Hereford unter Henrici VIII regierung / >var in Buckinghamshire gebühren / und zu Oxford in dem Magdalenen-coiieZio auferzogen. So bald Eduardus VI zur Cron gelangte / fieng er an die Protestantische lehre zu predigen / ohngeachtet man damals noch nicht wüste / wie es damit ablauf- fen/ und welche varthey endlich die oberhano behalten würde. In einer K>i-ni>en fasten - predigt, welche er in der 8. Petcrs-kirch zu Orford hielt/ stellte er mit grossem Nachdruck/ die rechtftrtignng durch den glauben allein/ vor/ woraufer als ein ketzer nach Lvnden gebracht / daselbst aber wieder loßgesprochen / und erstlich Graf Ivhannis von Warwick / hernach aber Hertzogs von Nortbum- verland söhnen zum informsror zugegeben worden. Ferner erwählte man ihn zum Bischoff von Hereford; allein er verlohr sein Bißthum / weil er sich im ersten jabr der Königin Mariä in den ehestand begab / und hätte er länger gelebet / so würde es ihn auch ohne zweiffel sein leben gekostet haben. um. rcs- korm. ?. r. Darling/ eine von den vornehmsten Adelichen familien in Nieder» Sachsen. Anton von Harlingen bekleidete um das jähr 1; zz bey dem Grafen von Oldenburg die stelle eines Raths. Dessen enckel Christian / war zu ansang des 17 seculi Oldenburgischer geheimder Rath und Land-Drost/ und zeugte Anton Günther/ der an. 165? / als Braunschweigischer Hofrath / Hofgerichts» ElLr und Land-Drost der Grafschafft Diepholt / nnt Hinterlassung etlicher söhne/ gestorben. Von dessen enckeln war Heinrich Christoph aufBienenbüttel an. 1690 Braunschweigischer oss-am, und ein vatex Sibillä Elisabeth/ welche an. 170; Aebtißin zu Ebs- dorsi worden. ^r»c^e//». OI6enb. ckron. ee-r/-rö. LN. 170z Aarlingen/ lat. tt-rünga . eine grosse/ reiche und feste han- dels-stadt in West-Frießland / bey dem ansang der süder-see / hat einen vortreflichen Hafen, der wohl befestiget ist / und kan schwär- lich eingenommen werden/ weil sich das land umher unter Wasser setzen laßt. Nclgium. Burlington / ein flecken in Midlestx, sitze Arlington. / eine art von wägen / dergleichen vornemlich die weider gebraucht. Bey den Persern pflegte man maul-thier davor zu spannen. 6e re^n. kcrs. I. - p. 2ZY. Parmas/ eine Griechische stadt in Böotien. Sie wird also genennet/ weil der Wahrsager Amphiaraus samt seinem streit-wa- gen daselbst von der erde soll verschlungen worden seyn/ weswegen dieser ort mit Pfeilern umgeben war. Man gibt vor, daß weder die Vogel daraufruhen/ noch die wilden thiere das graß/ soaufdersel- ben weyde gewachsen/ haben fressen wollen. se/L-,»«» l-xic. tilg. * . Sarnienopulus / (Constantinus) Richter zu Thessalonich UN i2 seenl0/ hat einen tractat cic vpinionibus ll«recicorum , L6ci xrofelllonem und xromotusriull, juri« hinterlassen» «/« ?<». H-x. ^arModrUS / em Athenienstr / sihe AristogttStt. ^armonia/ eine tochter Martis und Veneris / s ^ermione. Tarmonidas/ ein Trojaner/ welchen dre Göttin Pallas der» Manen siebte, daß sie ihn alle geheimniß der bau-kunst lehrte. Eben dieser war es, welcher die schiffe bauete, worauf Paris in Griechenland segelte, «-/»er. iUs6. HVXN08HL, war ein zu Lacedämon, welches m urbsnum und exrcrnum getheilet ward. Der Harmosta / so für Vl6 stavl ertvählöt lvükö/ tvtkd dvn I^LlieLrnLlUvM^ Rom. V-Äacore verglichen, und soll nur in solchen Zeiten erwählet worden seyn, wann der zustand des gemeinen Wesens einen allster, ordentlichen gemalt erforderte. Es wäre also nur eine person, und scheinet er nur für eine gewisse und kurtze zeit erwählet worden zu seyn; dann was Meursius aus dem alten Sck»>i»tie k>n6sri von einer anzahl 20 dergleichen n-rmoffsrum sshliessen will, ist ohne zweifel falsch, und hat entweder der ScliviiLiic? darin» gefchlct, oder dieser muß von denen ttsrmolllr extern,'?, deren zahl sich in gewissen zeiten gar wohl auf20 hat erstrecken können, verstanden werden. Die tt-rmoll« exrerv, sind fast mit gleicher gewalt übes die insuln und stadte, welche unter der Lacedämonier dothmäßig- keil stunden, als Oouverncurz gesetzt worden, nur daß sie denen, so zu Lacedamon das regiment führten, wegen ihrer Handlung rechen» schafft geben mußten; I» der zeit, da der Svartaner ansehen am großen ware/haben viel außländische sonst mächtigeSlände zu zeichn dergleichen manner von denselben begehret, um ihre fachen einrichten zu helffen, welche alsdann denjenigen gewalt hatten, so diese fremde Stande für gut befanden ihnen zu geben. Wie diese ttsrmoll« extern, zugleich mit dem ausserPeloponneso ausgebreiteten gewalt der Lacedämonier auffkonimen, nemlich in dem Pelo- ponncsischen krieg und durch die stürtzung der Acheniensischen macht, also nahmen sie auch mir deren ihr ende, so daß nach des Leuctrischen schlacht, darin» der Lacedämonier Herrschafft zu bo- den fiel, nichts mehr von ihnen gehört wird, und sie bloß ?4 jähr mögen gedauret haben. -v-«». n-ck-c.; L/c/br». 6e ksw. leg. j.» sixl.; in kceor.; Lro-t. Äc.; Lr/kHtt» ue re^. misc. Lscon. * HVWO8VXI, war zu Lacedämon ein welcher sorg tragen muste, daß sich das frauenzimmer fein ehrbar und rein- lich in kleidern aufführte. Er hatte auch die aufsicht über die gantze auffuhrung des frauenzimmers, als welches daselbst in den gese- tzen eben nicht sehr eingeschränckt war, und zimlich frey lebte. Daher muste er bey ihren spielen, tantzen und lustdarkeiten seyn, indem diese jungfrauen sich meistens nackend in dem tantzen, lausten, ringen und andern kampff- spielen, auch so qar in gegenwart der manns-bildern, oder wohl mit denselben zu üben pflegten, damit gleichwohl sonst nichts ungebührliches dabey vorgehen möchte» gx rep. L-cecl. -^rcu:. leü. * Harnland/ sihe Harrten. ^aro / eine stadt in alt Castilien am fluß Ebro unweit gelegen , hat an. 14;-- von König Johann II den titul einer Grafschafft empfangen, zu gunsten O. ?ccir<> kernZnclex l-eris 6c Vs- läi'co. L. LkÄt 6e I'Lch. ^>. 270. * ^aro/ ist ein altes berühmtes geschlecht in Spanien. Es hat. selbiges seinen Ursprung von Zurio Bianca, sonst Fortunio Lopez genannt. Dessen söhn Jnigus Lopez, genannt der lincke/ wie Alvarus Fereira schreibet, Graf und Herr zu Biscaya undTunica, und dessen ur- enckel Lopez Jniquez, oder wie Argota 6e Molina ihn nennet, Lopez Diaz, der erste Grafzu Biscaya gewesen, und rm ii seculo nach Christi geburt gelebet, von welchem die nachkommen den namen Haro angenommen. Diego Lopez Juan von Haro, Herr zu Svrbas und Lobrin, Königs Fcrdinandi csrllo. lici Vice. Ls in Gallicien, brachte durch seine heyrüth mit Beatme von Sotomavor die Herrschafft Carpio an sich, dessen sohns Lu- dovici söhn, Diego Lopez von Haro und Sotomayor, an. 15^9 von dem König Philippo II in Spanien zum ersten Marggrafen zu Carpio creirt worden. Weil aber seine männliche iinie ausgestor- ben, so erhielt des obgenannten vics - k- in Castilien andern sohns Diego Lopez enckel, Lndovicus Mendez von Haro, durch heyrath seiner bluts-verwandtin Beatricis von Haro die Marggrafschafft Haro, und starb an. 1614. Ihm folgte sein söhn, Diego Lopez, Marggrafzu Carpio, Herr zu Adamuz, Morenne und Perabald. Dieser hatte mit seiner gemahlin, Francisca von Guzman, Henrici von Guzman, Grasen von Olivarez tochter, Don Louis Mendez von Haro, Guzman und Sotomayor, Spanischen Staats- >i-.n,llre. Selbiger zeugte mit seiner gemahlin, Catharina Fernande; von Cordova, Caspar von Haro, und Guzman 6c i-e-r, ^l-rquis 6cl Carpio und Eliche, Graf und Hertzog von Olivarez, Hertzoq von Montoro, Grafvon Morenne, o,sn6 von Spanien, welcher an. iüz9 gebohren, Staats-Rath,Groß-Cantzler von Indien, -4mbsffL6eur zu Rom und endlich Vice-L- zu Neapolis gewesen , allwo er den 16 nov. an. 1687 verstorben. Seine gemahlin warAntvniaMariaäeirCerda, des Anton» Juan, Hertzogs von Medina Celi, tochter, welche den 16 jan. an. 1670 verstorben. Die andere gemahlin war Donna Teresia Henriguez, des Admi- ranten von Castilien eintzige tochter. Er hinterließ nur eine eintzlge tochter aus erster ehe, Catharinam, so an. 1688 an Francsscum von Toledo, Hertzog von Alva, vermahlet ward. Des Don LouiS von Haro anderer söhn war Johann Dominicus Haro von Guz- man Zunigaund Fonftca, Grafvon Monterey. Sonstenwarec 6rsn6 von Spanien, Groß - commeo6Lwc von Castilien und von Treze im orden 8. Jago, würcklicher Königlicher Cammerherr, Königs Caroli Ü Staats- und Kriegs-Rath, des Mbr Qaqq 2 »m 676 har von Flandern, und vorher V!ce-«.e in Catälonien, und Gouverneur der Niederlande, welche er wider Franckreich beschützet; er fiel «ber, als derHertzog von Medina Ccli, prenucr ^-»itcr war, in Königliche Ungnade, und ward vom hofrei-girct. An. 1712 hat er sich im hohen alter zu einem Priester weihen lassen. Seme ge- mahlin Donna Annes von Zuniga Azevcdo Fonstca, crb-r. der Graffchajfc Msmercy, starv an. 1710 und hinterließ keine linder. Sein natürlicher söhn blieb an. 1694 zu Brügges in einem dneil. zen. 10 kciin.tkiss. ic. von clcn Orsncli jn8p^n. Trercrr« kouverainen von Luropa s>. 70. ^aro/ (Ludovicus Mendcz von) Sotomayor Oiuzman «ZciL , Herhog und Gras von Olivarez, Marggraf von Carpio, Ober-aufseher der Königlichen palläste,Groß-Cantzler von Indien, Lrancl von Spanien und vornehmster Staats - Er war des Diego Lopez, Marggrafcn zu Carvio, söhn, von Francisca Guzmann, welcher ihn an. i;yy gedohren. Er wurde an dem Königlichen hofin Epan.en bey dem Printzen , hernach König Philippo IV erzogen, und erlangte in seinermgcndden Ritter-orden 8. Jacobi. Als Philippus IV zur regierung kam, machte er ihn zu seinem Caininerherrn, und also muste er an. 1626 mit ihm eine reiß in Castilien und Aragonie» thun. Es war damals der Graf von Olivarez, seiner inutter bruder, des Königs Philippi IV fa- vorit, dessen nächster erd dieser Haro bey ermangelnden leibes - erben war; allein selbiger war ihm in vielen stücken zuwider, indem er ihm in der heyrath seiner einzigen tochter den Marggrafen von Torral, nachmals Hertzog von Medina cl->^5 Torres vorzog/ auch seinen «nachten söhn, HeiirreninPhilippiim, zum erben erklärte. Als aber selbiger an. 164; aus des Königs gnade fiel, machte Philippus IV diesen Haro zu stmem favorircn, nahm ihn dieses jähr mit steh in Aragonien nach Saragossa, und schickte ihn zur armee. Ob auch gleich einige vornehme Spanische Herren durch denHcr- tzog von Jnfantado dem König vorstellen liege», daß, weil die all- zugrosse Lveur des Grafen von Olivarez viel unglück nach sich gezogen hätte, er keinen favoriten mehr annehmen möchte, so nahm doch solches der König nicht wohl auf, sondern machte diesen Herrn zu seinem vornehmste» Staats->lmM-c, zum Groß-Cantz- ler von Indien, und zum Ober-Stallmeister, gab ihm auch die Groß-Commentburey von Alcantara und das gonvci-ncm-nr der Königlichen pallästc und des zcug-hauses von Scvilien. Er zog an. 1624 nach Cadir, um die abfahrt der Königlichen flotte zu befördern , als die Frantzöfischc flotte unter dem Hcrtzog von Fronsac, Orbitello in Italien zu belagern, ausgeschickt war, und abirrte den spanischen staat biß auf erfolgten Pyrenäischen frieden sehr wohl. Als die Portugiesen an. -6;8 Bavaioz belagerten, zog er selbst, um den entsatz zu thun, zu feld, nöthigte auch die feinde, den ort zu verlassen. Er belagerte hieraufc^mpo m-yor, muste aber abziehen, eben so wohl als vor Elvas, welches der Portugiesische General, Marggraf von Marialva, den 4 jan. an. i 6 zy glücklich entsetzte, und zwar so, daß er der Spanischen armee zim- lichen schaden zufügte. Es geriethen auch unter seinem min/Kcno viel örter in den Niedorlanden in der Frantzosen oder Holländer gemalt; das Königreich Neapolis und Catalönien rebellirten, so aber wieder zum gehorsam gebracht wurden; Cafirl, Portolongone und Piombino in Jtasicn wurden erobert, Jamaica in West - Indien durch die Enqelländcr eingenommen , auch die ; schlachten bey Estaires, 8. Cstienne und Dnynkirchen an. 1647, i6zc> und iü;8 verlohren. Hierauf wurde durch ihn das fundamcnt zu dem Pyrenäischen frieden gelegt, nachdem anfänglich der Herr von Lnonne an. i6;8 aus Franckrcich nach Madrid war gestndel worden. Nachmals kamen er und der Cardinal Mazarim aufder Fafanen-insul an. 1659 zusammen , wobey er grosse klugheit spüh- ren ließ, und nach24conx;rc,Ü!,> kam es zu dem berühmten Pvrc- näischcu frieden, in welchem zugleich Königs Ludovici XI V ver- nöhlungmit dcrSvanischc» Jnfantin, Maria Theresia, abgehandelt wurde. Es fand sich auch der junge Engclländische Printz, Carolus II , der noch in seinem ---Mio lebte, daselbst ein , den er mit grosser cbrerbietung empfieng. An. 1660 begab er sich übermal an die gräntzen, um noch cinchc rückständige dinge mit dem Cardinal Mazarim abzuthun. Als er sich bey seinem König zu Fuentarabicn befand, wohnte er der Jnfantin -clLriv„ aüfdic Spanische lande als zeug bey, befand sich auch bey der zufiunmen- kunffl beyder Königen aufbemcldter Fasancminsul, da der Pyrc- näifche friede von bcndcn besthivoren wurde, da denn der König von Franckrcich bey seinem abschied feinen mit diamanten kostbar- vcrsctzten dcgcn von seiner feite nahm, und ihm überreichte; Der König von Spanien aber legte ihm über seine andere »amen auch den -t- u zum gcdächtniß des durch ihn geschlossenen friedens bey / und machte die Marggrassthagt Carpio zu einem Hcrtzog- thum, ihn aber zu einem von Spanten voin ersten rang, zum Hcrtzog zu Montoro , zum Marggrafen von Liehe, und zum Grasen von Morente rc. Er lebte aber hierauf nicht lang, sondern starb an einem hitzigen sicber zu Madrid den 7 »ov. an. 1662. Von seiner familie ist bereits gesagt worden. ^ c. 8 Üe r6. />a,> cliccc I- jähren in derFrantzostschen landschasst Normandie eingeführte gewohnheit, vermöge welcher ein jedweder, welcher daselbst in bürgerlichen oder peinlichen, geistlichen oder weltlichen fachen, vornemlich aber in strejtigkeiten über die p-nlüilmncn von einem ander» etwas gericht- fchl fordern will,das wort b»r» stbcr ihn ausrufst, dessen würckunq diese «st, daß der beklagte dem kläger für den -lichter folgen muß, har allwo beyde theile bis zu austrag der fache in verhafft oder genügsame zu stellen schuldig find, der eine, dasi Ä Usro prol^u.ren, und der andere, daß er sich dagegen vertheidig wolle. Indessen legucttnrt man dasjenige,worüber gestritten^ und weicher unten ligt, lst gehalten, eine gewissegeld-dusse uA gen. Dieses b-r° schreyen ward vor alters so sehr resscL« u - man rn einer alten Normandischen chronic liefet, es habe da 2 ein armer mann aus der stadt Caen, namens Asselin, die leich »! Wilhelmt des eroberers aufgehalten,so lange bis dessen söhn , Henricus , rhm den warth des ihm gehörigen gründest Hodens,woraufman dw begrabmß-capelle gebauet gehabt, baarbe^ zahlet. Man halt davor, es sey das Wort Uri-o pon b»! undLoUo zusammen gesetzt, und bedeute gleichsam eine anruffunq ersten Hertzogs von Normandie, welcher zu ansang des zchcnden lccuu durch unpa-theyische Handhabung der gerechtiqkeit sich be» allen ,einen Unterthanen eine ungemeine liebe erworben. Andere meinen, es komme daher, daß bey dieses Hertzogs leben diejenige, sa wider einen andern klagten gehabt.diese worte gebraucht: ich-i»re dich -i lisoui.d. i. für Koiionem. Wiederum andere glauben, es sen die oberwehnte redens-art daher entstanden, daß die Nvrmänner als uo»o zu erst aus Norwegen bey ihnen angelandet, vor furcht ach Rollo! oder-i-rsu, d.i. aufalt Normannisch, helffi mir' ausgernffm. ge Caseneuve stehet in den gedancken, daß das worc l>^o an sich selbst, lang vor den zeiten koiiom, soviel geheW habe, als ein geschrey Einige -ie-,v,rcn es von demalt-Fra»M> schcn Wort l-taruui-„,>e, welches den ort angedeutet, wo man gerichl gehalten. Bey andern findet man, daß dieses worts Ursprung von dem Dänischen KönigHaraldo VI herzuleiten sev, welchen man an^826 zu Mayntz znm groß-erhalter derjustitz gemacht habe. Indessen weil gleichwohl die Nvrmänner eine solche sprach geredl ha. den, welche mit der Teutschen eines gemeinen ursvrungs gewesen, so scheinet so gar ungereimt nicht zu seyn, wenn man dieses >ml von den, alten Teutschen har oder her/ablcitete; sintemalen alle, so um hulffe ruffen, oder volck um sich herum versammle» wollen, schon vor denen ältesten zeiten hie / hiehar / hieher/ und ebenso wohl auch har und her / geschrien haben, sich auch solche wortin dergleichen fällen würcklich sehr wohl schicken, pflegt auch eine gewisse gcld-straffe genennet zu werden, welche die Ober. Richtere in der Normandie von allen denjenigen zu fordern besitzt sind,die sich nachläßig erweisen,einen Missethäter,über welchen man Karo geschrycn, fangen zu helffen. In den befehlen, so aus der Frantzösisichen cantzley ergehen, stehet gemeiniglich die ciäuiul - »o» obck3nr c>Lmcur ö- sisro Lc. welches so viel hedeutthals: aller hin» derniß odergegen-einstreuung ohngcacht. .inr. 74. * ^arpagus/ war Astyagis, des Königs in Meden, sonderbarer favoril und vertrauter bleuer, welcher an statt den jungen Cyrum, nach habender orllre,umzubringen, ihn bey dem leben erhielt. Dieses zu rächen ließ der Konig dessen söhn in stücken zerhauen, und selbige dem vater über tisch vorsetzen, welcher darauf mit Cyro-m- rclpoiillirte, ä.V.L. Olymp. ;^,2. Z4»;, L.c.zzy/ihme des Astyagis armee, welche ihn dieser verstockte König dannoch soll haben commandiren lassen,in die Hände licfferle; nach welche« er dessen General ward, und neben andern diensten fondalich die Griechischen städte in klein Asten nach der Überwindung Crocsi Unters joch brachte, l. iLr. i. r c. 4.* ^arpalice / Lycurgi, des Königs in Tbracicn tochter, war eine grosse liebhaben» der lageren,und eine tavssere kriegs-heldin. M sie vernommen, daß ihr vater von den Getcn gefangen worden, brachte sie alfofort einige c-<-uppe§ zustimmen, überfiel den ftind damit,und erlösche ihren vater. i. ^arpalus/ ein gelehrter stcrn-kündiger, welcher um die Olymp, /c V, 274, /i. lvi. z 704^ o. 480 lebte. Er coi-ngwte den cyclum von 8 iahreu, welchen Cleostratus von Tenedo erfunden, um der sonnen lanffnach des mondes zu richten , und gab davor einen andern von y iahreu an, welchem man eine zeit lang foM, bis endlich Mcton,Paufaniä söhn, einige irrthümcr darinnen fano, und i>N 4 ten iahr der 86 Olymp. v. g2i, zzzi feine ennc^-cztc-icles an den tag gab, das ist, stillen cyclum von Ig jähren, die göldene zahl genannt. Harpalus erfand auch die UM des^rxllaci. üb. 17. üb. r c. 7- 0 ^ lcicnr. mrrli. p. mp.n;,;.^.rvl. ;6;8, L. ;r6 in Griechenland/ und nahm aus dem Königlichen schätz grosse summen mit sich. Er brachte auch 6000 mann aufdie beine/welche er zu Tänarus aufderLacedämonier boden ausschiffte/ gieng darmit nach Athen, und suchte mit selbigen den Alerandrum zu bekriegen. Er gewann auch mit vielem gelb einige redner, als welche durch ihre beredtstnrikeit bey dem volck vieles auszurichten vermochten, und meynce, aufeben solche weise die stadt Athen aufscine feite zu ziehen, welches ihm aber fehl schlug, indem er den Phocion auf keine wege gewinnen konte. Wie denn auch des oou- vcrnsurr Antipatn in Macedonien und des Mrandri Mutter der olvmpis- briefe die Athenienscr bey gehorsam erhielten. Harpalus wurde also genöthiget, von Athen sich weg zu machen, und nach Tänarus, allwo er seine rrc-u^es gelassen, zurück zu kehren. Er zteng von dar in Creta, trieb es aber daselbst nicht lange, indem ihn einer stiner freunde, namens Thimbron, durch verratherey umbrachte. Alexander hatte anfangs vor,eine exxeömon m Europam zu übernehmen , als er aber seinen tvd erfuhr, blieb selbige nach. Die Athemenser liessens auch ihre rednere entgelten, und mnsten alle,die man überwiese, daß sie von Harpalo geld empfangen, unter welcher zahl dann auch Demosthcnes gewesen,ins elend wanderen. in Llexsnclro. äe expcciition, Llexsnllci p. »86. 1.10 c. r. l. iz p. ;-4. I., p. Lc»/«« 1.17. I. iz c. 5. * harpalyce / Clymeni tochter in Arges, war von solcher schön- heitssaß ihr eigner vater gegen sie entzündet wurde. Er suchte zwar anfangs diese schändliche liebe in sich zu dämpften, als aber alle Vorstellungen,die er sich markte,nichts helffcn wollen,suchte er mit dem werck selbst stine lüfte zu stillcn/welchc» zweck er durch Vermittlung der säugamme von seiner tochter erhielte. Indessen fand sich der cydam'ein, dem er selbst die Harpalyce versprochen hatte, und es ward auch die Hochzeit mit aller pracht gehalten, die heimsuhrung gieng vor sich, und der vater begleitete die neuen ehe-leute. Ehe sie aber diese reise endigten, nahm die rasende llebe des Clymeni der- inasscn zu, daß er seinen neuen eydam aufdcm wege tödtete, seine tochter wieder zurück brachte,und öffentlich als mann mit ihr lebte. Harpalyce ward dieses schnöden Verfahrens überdrüßig, daß sie ihren eigenen söhn, oder wie andere wollen, ihren jünger» bruder schlachtete, und ihrem mann,zugleich vater,zu essen gab,worauf sie in einen vogel verwandelt ward, Clymemis aber sich selbst umbrachte. lab. :o6. L47/S. Tarpalvcus / war ein König der Amymneer, einesvolcks in Thracicn. Er hatte eine tochter,Harpalyce genannt, die von lauter milch von kübcn und andern thieren erhalten, aber von ihrer ersten jugcnd an zu den Waffen angeführet wurde. Er zog also aus selbiger zu seinem eigenen Vortheil eine trefliche kriegerin. Denn als ihn des Achillis söhn der Neopwlemus bereits gefangen und verwundet, kam sie ihrem vater zu hülff, errettete ihn, und jagte seinen feind in die flucht. Ihr vater, den sie dergestalt errettet, wurde nachmals von seinen eigenen Unterthanen verjagt und gctödtet. Harpalyce aber retirirte sich in den wald, und legte sich auf den raub. Sie war so geschwind, daß, wenn man ihr auch mit dem Pferd nachsetzte,man sie nichteinholen konte. Endlich wurde sie in einem gärn gefangen,welches man ihr bestellet hatte,und darinnen getödtetMewol es denen, fo es thaten, übel bekam. Denn es entstund in der nachbarfchafft ein streit, wem das vieh seyn folte, das sie «raubet. Man kam hierüber von Worten zu den streichen, und es blieben beyderseits einige aufdem platz liegen. Von felbiger zeit anhat man sich alle jähr bey dem grabe dieser jungfer versammlet, und darbey kampff-fpiele gehalten. Qi>. »yz. ser-v-'«, m ^n. 1.1. ^arpff/ eines der ältesten und ansehnlichsten adelichen Häuser m dem Hertzogthum Iülich, so heut zu tag theils den Freyherrli- cheu cvsrLÄfr von Dreyhorn führet,und von welchem Althard an. ir-s zuWorms,Bertram an. 1299 zu Schweinsurt und Gcrlach an. zu Ingelheim unter die thnrniers-genoyen gezchlet wer- den. Nachgehends hat sich Wilhelm um das jähr 1; als tzvallcher Jülichischer Staats-Mnister und Ober-Hof-Marjchall bekannt gemacht. In dem zojährigen krieg war ein Chur-Psaltzt- scher Obrisier von Harffberühmt. Ludwig Ferdinand Anton, und Johann Wilhelm Anton von HarpffFrcyherrn in Dreyhorn, waren an. 1700 Dom-Herren, jener zu Mayntz, und dieser zu Hudes- heim. Kilt. Lurli. I. z tz. 7Z. Lclivvcllilclle kricW-gellkicllte. 6arphius/ (Hcnricus) sonst ll-Herph genannt, ein Fran- cifcaner, war aus einem kleinen Brabantischen stadtlein Herph gebürtig, woher er auch den »amen snhrete. Er lebte zu Colln,starb aber als Q„->rcliLn zu Mcchel» an. 1478. Man hat von ihm: tkeolo^i« mz llicL libros Z; lfteculum sureum in llecem z>r«cexrs; sermones lle tempore L ksiiLis; lls tsikus pmniicmia- pLttikus; cle lriplici Lllvenru Lllrilli öcc. blbl. kLlZ. ^in 2NN. minor. ^arpocrates / wurde von den Aegyptiern vor der Isis söhn ausgegeben,welcher nach des Osiris tode gebohren worden. Man hielt ihn für einen Gott des stillschweigens,welcher daher mit dem finger auf dein munde pflegt abgemahlet zu werden. Man halle ibm den psirsthen-danm zugeeigner, dessen land, wie eine zunge gestaltet , und dessen frucht einem Hertz ähnlich siebet. Einige dnncket es wahrschenlich, daß durch diesen Harpocrates ein Egyptischer k!»iok>pku8 verstanden werde, dessen sitten-regeln mehrentheils auf das stillschweigen,und wider die allzu grosse freyheit im reden -ien- har 677 gen. Woher das sprüchwort entstanden,dessen Catnllns gedencked tt-rpocr-rem reellere, das ist,machen, daß einer stillschweigen muß. Die gedancken Cupen gierigen dahin, daß Harpocrates eine gott» hell m,t der sonne bedeutet habe; weilen er in gewissen alten bil- deren, von der art, welche man t>gnri-ca nennet, beyder zeichen vereiniget gefunden. Es hat aber die prob vielen gelehrten bißher noch nicht genug gethan. Siehe TiZalecm» Lomes mvrllvi» t-rsv. ULi^>ocrsres- * Sarprecht/ (Johannes) ein berühmter Jurist,war zu Wallen- heim, einem Wurrembergischcn dvrff,an. 1560 gebohren. Seine eitern waren bauers-lcute,welche im 4teu jähre seines alters an der pe,r stürben,weswegen er bcy stinem-vetter zu Germersheim über 9 jähr blieb,und den feld-bau lernen folte. Da ihn aber seine freunde nach Bcsingheim in die Teutsche schule schickten, um so viel zu erlernen, daß er einmal einen dorff.schulthcissen abgeben könte, meng er widex ihren willen in die Lateinische schule, und nahm so zu, daß er an. 1578 die Universität zu Straßburg beziehen kunte. Nach- deni er nun allhier in der Philologie und Philosophie das «einige wol gethan,legte er sich noch gantze 7 jähr zu Straßburg,Tübingen nnd Marpurg auf die rechte. Endlich machte er sich wieder nach Tü, dingen, da er in dem ;o jähre seines alters mit grossem rühm xr». movirte. Kurtz darauf trug ihm Ernestus, Marggrafvon Baden, von freyen stucken die stelle eines Hofraths an, und beredete ihn, nach Speyer zu gehen, sich daselbst bey dem Kayserlichen cammer. gmcht «m ?r-Ä,c,ren hervor zu thun. Er kam aber in wenig Monaten wieder nach Tübingen, übete sich im lestn und disputtren, und da mittlerweile der?cotcllor Demler starb,bekam er in seinem ,2 jähre dessen stelle. Er hat den rühm , daß er nicht eine eintzige I-Äiooen, puiwcLm seines eigenen Nutzens wegen jemals versäumet. Thomas Lansius, so ihm x^m-ret, sager, es habe, weil die Tubmgische Universität gestanden, keiner so offt llispu-iret, als er und Bocerus. In seinen neben-stunden erlustigte er sich mit der Poesie. An. 1; 90 verheyrathete er sich mit Maria, des ? KeoioZi Iacobi Andrea tochter. Unter seinen söhnen hat ihn keiner, sondern nur ein enckel, Johannes Christophorus überlebet. Mit sei- ner-ersten frau iedete er überaus wohl; aber nach ihrem tode nahm er eines berühmten Advocaten, Olhoms, wittwe, die ihm viel küm- mermßverursachet. Erstarb den 17 sept. an. rüzp. Unter seinen büchern sind die besten die commearLrii, so er über die inllirurion« herausgegeben, und welche nach seinem tode zusammengedruckt worden sind. vll. )cr. Äarprecht/ (Ferdinand Christoph) ein bekannter Rechtsgelehrter , warzu Tübingen an. r6;o gebohren, wo er auch seine ltuciis und prsxin getrieben , bis man ihn unter die prokeiLr« ant- genommen, da er denn endlich zu dem §-»-orzt in seiner facnltat gelanget; dabey ist er Lomes xsUcinur, Kayserlicher, Hertzoglicher Wurteinbergischer lind anderer Reichs-Stände Rath, und pklMArius i,n LppellLrions gerichte zu Tübingen gewesen , auch dabey in verschiedenen gesandschafften, sonderlich an den Kayserlichen Hof mit nutzen gebraucht worden. Er starb den 7 nov. an. 1714. Unter seinen schafften sind seine coniilis in etlichen mwis das beste. ^arpsseld/ (Nicolaus) ein Engelländer, war 6rcll,Hnus von Canterbury, und bezeugte einen sonderbaren eyfer vor die Ca« tholische religion, worüber er unter der Königin Elisabeth regie- rung gantze 2; jähr bis an seinen an. »;8r erfolgten tob im gefang- niß sitzen muste. Er hat wider die Lenrurisrores 20 cüLiogoreciirct, die ^isnusLopus ans licht aestetlet, ingleichcmeine Historie von Engelland, und eine von den Wiclesiten,rc. lls lcripr. Logi, , wurde von dem Griechischen Wort rauben oder hinwegreissen,also genannt,und >varen,nach den Heyd- nischen fabeln, göttinnen oder vielmehr ungeheuer, welche der gott Ocesnus mit der erde gezeuget. Man bildete sie ab mit einem jungfräulichen gesteht und oberleibe, mit dem übrigen leib aber als vogel,mit krallen an den Händen und gcflügel. Zugleich stellte man sie vor, als immer Hungrig und unersättlich. Sie falten ihre ordentliche wohnung auf gewissen insuln haben, und ihre namen waren Aello,Ocypcte und Celeno, welche letztere den Zephyrum, wie auch des Achillis pferde, Balium und Tanthum, gebohren. z. Musici. I> mycll. ^>. 2^4. ^arrach / «st ein sehr altes geschlecht aus Böhmen / welches sich auch in Oesterreich niedergelassen. Von ihrem ersten zustande in Böhmen hat man keine besondere Nachrichten / ausser daß Thomas von Harrach den zu Zürich an. n6; gehaltenen ritter-spielm nedst Ottocaro/ Hertzoge von Sleyermarck/ dcygcwchnek. Przy» bislaus von Harrach / welcher an. 1289 verstarb / ist der erste/ welcher aus Böhmen sich in Oesterreich gesetzek hat. Erliegt indem klostcr zu Wykmgau in Böhmen bey seiner stifftung begraben. Sei- bigerhakte; söhne/ Wohunkonem/ welcher an. »;2? gestorben/ und in dem tloster zu Baumgarkenperig in dem lande ob der Ensk begraben liegt; Tbeodoricum/ welcheran.l;?6 verstorben/und in dem klostcr Hohenfurt begraben; und Wuschkonem / welcher an. i;4c> verstorben / und in dem kloster Daumgartenperig begraben ist. Von Lheodorieo waren Bernbardus/ Petrus und Craffto/ welche ausser ehe ledeien / Udalrieus/ Johannes/Theodorlcus/ Muschko. Udalrlcus starb an. 1421 / und hinterließ Aibcrtum / Bernhardum/ Benischnm / Stephanum. Bernbardus setzte daS geschlecht fort / und hinterließ Leonhardmn / Petrum und Frideri« eum/ welche ausser ehe lcdtten; Albertum/ Udalctcum/Johan. nem/ Oswaldum. Johannis von Gokatsch genannt / lmie stard bald aus. Denn als er an. - 48 ° mit tode abgieng / ließ er von sel» «er gemahlin Eacharina von Alantzbeckin nebst rz töchrern 4 svh- Sgqq r I 67F har He/ namentlich GigiSmundum/ Fridericum / Johannsm unv Alexandrum. Friderici söhn war Johannes / der Leopoldum hin» ttrließ / von dem keine männliche erben. Leonhardns aber war Laysers Friderici III Rath und Capitain in Kärndtcn/starb 1461/ und hinterließ Thcobaldnm und Leonhardum II. Dieser starb an. 1 ^- 8 ; seine söhne waren Wolffganq/ Leonhardus III / Christo- phorus Georgius / welcher den geistlichen stand erwählte / und Michael. Leonhardus III setzte das geschlccht fort; seine söhne waren Joachimus/der um das jähr 1570 lebte; Leonhardus I V und Jarobus. Leonhardus I V wurde in den Freyhcrrn-stand erhoben/ und zum Ritter des goldenen vliesses gemacht. Erwarb an. 1490 / und hatte von Barbara / Freyin von Windizchgratz / Christopho» rum/ soan. i;n gebohrcn/ Leonhardum V/ Cbristophornnl II/ Lheobaldum. Leonhardus V / Baron von Harrach / hinterließ Leonhardum VI/ welcher an. 1568 gebohren/ starb an. 160g; karolum / gebohren an. 1570; Bertholdum und Ferdinandum / welche beyde jung verstürben; Ferdinandum II / und Rudolphum. Carolus wurde von dem Kayser Ferdinand» II zum Grafen gc» macht / setzte das gcschlecht fort / und hatte von seiner gemahlin Maria Elisabeth / Gräfin zu Schrottcnbach / Leonhardum / der Leonhardum Ulrieum hinterließ/ Ernestum Alberttim/ einen Car» dinal; Ottoncm Fridcricum ; Johannen, Carolum/ welcher an einer wunde starb; Franciscum Alberttim/ von dem hernach; Ma» ximilranum/ der an der Ungarischen kranckheit starb. OttoFri- vericus / hat das geschlccht fortgesetzet / und hinterließ von seiner gemahlin Lavinia/ Camilli Grafen vonGonzaga lochte,'/ Fcrdi» nandum Bonaventuram / Grasen von Harrach / obristcn crdlan. des Stallmeister in Oesterreich/ Ritter des göldcnen vlicyes/ Kay» serlichen Eonfcrentz-Rath und obristcn Hofmeister / welcher an. i6?7 gebohren / und den i; jun. an.-706 gestorben. Er hatte von seiner gemahlin Johanna Theresia/ Johannis Marimiliani/ Grafen von Lamderg tochter/ so den ; tebr. an. 171s ,m 77 jähr ihres altcrs verschieden; Mariam Josepham / des Grasen von Khünbnrg andere gemahlin; Franciscum Amoniu,n/Ertz-Blschoff von Saltzbnrg; Alomiiin, Lhomam Navniundum / Ritter des goldenen vliesses / Kanscrlichcn geheimen Rath / Cämmcrer und KayserS Leopoldi Trabanken-Hauplmann / welcher von an. > 693 biß an. -701 als Kayscrlicher Abgesandter in Spanien gewesen / und an. 17-; den 2 scpt. Land-Marschall und Gencral-Lands-Ob- rister in Oesterreich unter der Ens wurde. Er hat von seine» beyden gemahlinncn Maria Barbara / Wenceslai Sllderti / Grafen von Sternberq tochter / und Maria Cäcilia/ Gräfin von Thaiihausen/ Michaelis Oswaldi/Grafcn von Thaun wiltwe / verschiedene kin» der gezenget; Rosam Angclicam / so an Carl Emanuel/ Prinzen von Longueval / Grafen von Blicqnoy/ den 19 jul. 1700 vermahlet worden / und Johanncm Joscphum Philippum / Kayserlichen General-Major und Obristcn nvcr ein regimcnt zu fuß. Ein vcticr von ihnen war Ernestus AnloiiiusWcnceslaus/Grai von Harrach zu Rorau/ Kayserllchcr geheimer Rath und Cämmcrer/ so an. 1718 den 11 mart.im 5; jähr seines altcrs gestorben/einige kinder von Maria Josephe, / Frevin von Gillcis/ hinterlassend. Oermsn. ücwMLk. 9. r. dl.k. ü;o. c. 25. Lo„- 1/0» p. 8l6. harrach / (Ernst Albrecht / Grafvon) Cardinal / Ertz-Bi» schvff zu Prag und Bischoss zu Tridcnt. Er war Graf Carls von Harrach söhn/den 24 oct. an. 1498 zu Wien gebohren. I» seiner juqcnd wurde er zu Rom in den, Teutschen -»»cgi» unter der Je» suilcr intormLiion erzogen / schrieb auch damals sein opu; lvmko!e- eticum. welches erden, Cardinal Scipioni Dorqhcsio cicci.cirte. Nachmals wurde er des Pabsts Grcgorii XV Cammer-Hcrr/ und erlangeke an. 162; das Ertz-Bißthum Prag von dem Kayser Ferdinands II / worzu er von dem Pabst Urbano VIII coniixrirel wurde. Es machte ihn auch derscldige den9jan.an. i626aufdcsKay» sers inrcrcctiion zum Urcrb^tcro LArciiiisii, des kiillls 8. Prarcdis / gab ihm in eigner person den Hut zu Rom / und soll bey dessen auf« setzung dieseworte gesprochen haben: >» L-n-ttn ?cmc>p<: urt-^niiNmo t- coronsrc ipl-im urbzniratcm. Hierauf brauchte ihn der Kayser IN der Böhmischen rcligions-niirnhe / da er denn die übrigen Lutherischen Prediger aus Prag treiben halff. Er krönle an. 1627 Kayscrs Ferdinandi II gemahlin Eleonvram / und Ferdlnandlim III/ in- glcichcn an. -6,7 dessen erste gemahlin Mariam Annam/ an. 1646 den Römischen König Ferdinandum IV ; an. iSzü Leopoldum; und endlich des Kayscrs Ferdinandi lil dritte gemahlin Elcono» ram zu Prag zu Königen und Königinnen von Böhmen. Er woh» nele den 9 apr. an. 1628 dem ini-mnenbey / als auf dem weis» sen dcrg vor Prag Kayser Ferdinandus II zum gcdächtniß des an. 1Ü20 daselbst erhaltenen siegs den ersten stein zu der neuen kirchc 8. Maria a- Victoria legte. In diesem jähr wurden auch die gcdeine des Ertz-DischosiS Norlberli zu Magdeburg/welcher des Prämon- stratenser-ordcns stlfftcr war/ aus der klvstcr-kirche zu u. L. Frauen zu Magdeburg / woselbst sie etliche hundert jähr gelegen / aufgehoben / nach Präg gcführet/ und daselbst in dcm kloster Sion/ oder der Prämonstratenser-klrche / auf den, stroh.hofe mit grossen ioicn- nitäten in eine grufft gcsetzet / welche rcliquien der Schwedische Gc» neral Köniqsmarck / als er an. 1648 die kleine seile zu Präge occu. pirte / aus solcher kirchc zwar wieder hinweg/ und auf das schloß zu Präge genommen/ auch eine grosse summa gelbes davor haben wol» lenz doch wieder in die vorige kirchc dringen lassen. An. 16,7 er» nennte ihn Kayser Ferdinandus III zu seinem qcheimden Rath / und sendete ihn an Pabst Urbanum VIII nach Rom. Er war auch Großmeister des heiligen Ritter-ordens der Creutz-Hcrrcn mit dem rothen stcrn in Böhmen / Mähren / Schlesien und Polen / Cantz» ler der Universität zu Prag/ und c<,mxr«l»nor ver Kayserlichen erd» har lande. Nach Urbani VNI tobe reiscle er an. 164g „gK halffJnnocentinm X erwählen. Als die Schweden kleine feite von Prag eroberten/ wurde er von dem SchwcdM-» Obristen Kannenberg in seinem pallast arrestiret/und veilA groffesvermögcn. Weil aber der Cardinal Mazarini M F reich für ihn bey der Konigm Christinn in Schweden mr-rA ss- ward er noch in demselbigen jähr gegen erlegung i zooo reiilis, i/ rantzlvn loß gegeben / nachdem er zuvor einen r-ver- von sich aM lct/ diese seine gcfangenschafft und vcrlnrst keines wcges Er verrichtete den^oct. 1648 die co^ii-rion zwischen des ÄM Wltpd» IV aus Spamen Bevollmächtigten dem Könige M. . . . ^ , kdin zustehendes recht ihm überlassen. Er he. glcitete hierauf selbige Könlgn, in dem Kayserlichen namm bjß die grantzen von Italien / «Abritteden 28 julii an. ,649 die taM des Kayserlichen Printzen/ Caroli Josephi/ und copuiine dm r« may an. 1651 zu Präge den Fürsten Octavium Piccvlvnnnj/nm seiner gemahlin / Maria Francisca Benigna/ciner Hertzvg!.M,. tzcßin von Sachsen-Lauendurg. Er wohnte den 4 man. an. lü^u, Prag dem li-icimen-etui bey/ als durch die Kayserlichen CviW'k« sarien die beyden acadcmien/ (als dje ci-m-ncmr, oder der Vm, ten/ und caroimL, so Kayser CarolusIVfunöirek/)dasM si, eine Universität unter dem namcn c.'Lmic>-r--6ingnc!er zus«iW gezogen / und der Jesuit Molikor zum ersten erwähle! mr- dcn.Er cn,uccrirke den 14 sept. selbigen jahrs den ncuenErtz-DlsGif zu Saltzbnrg Guidobaldum in der Dom-kirche daselbst/ ihatme reise nach Rom / und halff Alerandrum VII erwählen / coa-,-m!r nicht wenig zu aufrichtung des neuen Dißthums zu Leuimmu/iO trat hierzu einige von seinen Ertz-Bischöfiichen gittern ab. Er mr an. 1S64 nebst dem Päbstlichcn ttumivCaroloCaraffa als Bäblchr Lommitisriu-! an den Kayserlichen Hof erneuet/ um die geistliche!!sk> hendcn / so zu dem Türckcn-krieqc verwilliget waren / eüiuibrjiM. AIs Ertz-Hcrtzog Sigismundus Franeiscus von Oesterreich M. 166; das Bist!),im Tricnt resignirte/ ward er daselbst zu » Dischoff erwählet / und von Kayser Leopolds seiner aus SxMg, körnenden ersten gemahlin dcrJnsanim Margarekä nebst denGr- stcn Ferdinand Jacob von Diekrichsiein an. iS66 eutgegeiise- schickt/da sie beyde die neucKayserin den 8 oct. zuRouerdo voabm Hertzoaen vonAIbuguergue annahmen / und dem Kayser zustzt- tcn. AIs der Pabst Alerandcr VII an. 1667 starb/rhat er abcrM eine reise nach Rom/und wohnte ClementislXwahll'eii/liiß auch seinen bisherigen Cardinals- titul 8. Prarcdis fabreü/ mid nahm des 8. Laurentli in Uucino g„. Er war zwar nebst dem kardinal Francisco Barbarino damals der älteste Cardinal/so/baß ihm das Bißthum Porto oder 8. Rufsina / so jedesmal der andere Cardinal besitzet / gebühret hätte; wcil er aber zu Rommchtt-K. cilren wolle / kam er niemals unter die Cardinal-Bischöffe. Ny seiner rückreisc von Rom erkranckte er / käme also dm i-oei.gi Wien an / und starb daselbst den -; darauf an. 1667. Er soll/ me Weingarten schreibet / bey seiner über 44 jähr geführten ErM» schöflichen regierung 600 kirchcn cingeweyhet und AHek conlccnret habti,. vin Uicr2. v'ürttcn-ssiicgel cicr Nsules (detkerreicii. Lo/drvtt» miiccli. Lvti, ilcc. li.t p. 7 --^. harrach / (Frantz Albrecht, Graf von) Kayscrlicher geheimb- der Rath, und Graf Carls von Harrach fünffter fohn, wurde Lq- fcrs Ferdinandi III Cammcr-Hcrr, und erlangte a». 164?, an Graf Michael Johannis von Allhan statt, das amt eines Ober- Land - Jägermeisters in dem Hertzogthum Oesterreich »mer der Ens, wurde auch nachmals Ober - Jägermeister, an. 16,, aber oberster Stallmeister. Er vertrat auch den 16 jan. desseibige» jahrs, alsLropoldns die Huldigung von Nieder-Oesterreich annahm , die stelle eines Hof - und Erb - Stallmeisters. Er wurde zwar nachmals dicfcs amts erlassen, blieb aber Kanstrlicher ge- heimbdcr Rath und Cammcr-Herr, gieng auch als Gesandter in Franckrcich uud folgcnds in Spanien, woselbst ihm Cawius!l den 1 dcc. an. 166; den Ritter-orden des goldenen Vliesses A Er starb aber bald darauf den 14 may an. 1666, nnd verließ von feiner gemahlin, Anna Magdalcna, Helmhard Jörgers, Freyherr» zu Tollet tochter, keine männliche erben. 6c». ^arrant / eine familie in Böhmen, stehe Harant. Barras / eine adcliche familie, welche von uralten zelten an in Thüringen und felbigcr gegend floriret. Heinrich von Larras gibt man schuld, daß, als feiner fchwcster fohn, Heinrich von Kinder, Bischofs zu Merfeburg, der an. 129; folche wurde erhalten, ihn an feine statt regieren lassen , er sich sthr bereichert , nnd da» Stifft in grossen fchaden gefetzet. Als er einsmals ^anf die M ritte, würbe er von Märggraf Dietzmann zu Megim, der M im Wald rencankrirt , gefangen, und nach Leipzig gebracht ; m Vifchoff aber ruhcte nicht eher, als bis er ihn wiedtt los bct» Hermann und Werner von Harras baden sich im Westen widert Hußiten bey Brür an. 14,8 wohl gehalten, dahero nezn Mi« gefchlagcn worden. Georg von Harras auf Osmaiistadl iilW an. i;;6 stinc guter verlassen, weil er Lutheri lehr nichlaiM'- men woltc, feine nachkommen aber haben sie wieder eMw. In dem 17 fcculo hat diese familie auch Lichtenwalde brylchmintz in Meissen bcstffen, allwo sie aber abgestorben. Übrigens irw dieses geschlccht mit den Böhmischen Grafen Hrzan vcn-yar a von welchen au feinem ort, in keiner verwandlstchastt. ^arravad / (Jfaac Ben) ein vornehmer Rabbi zu enw e i!> feculi, hat etwas geschrieben, doch weiß man nicht, was 1 u ! t l! > i> !! a ^1, ly Ä .i 8 8» har Man sagt von ihm, er habe also fort erkennen können, ob ein mensch eine solche ftcle habe, die schon vorhero eines andern leib -mmirt hätte, oder, ob er eine neue stete erhalten; auch soll er an der lufft aewust haben, ob ein mensch, der nächst bey ihme lag, amioch lebe, und desselben tod in dem augenblick, da er erfolget, durch den aeruch entdecket haben, da er in dem übrigen blind gemessn. spu-l oibl. r. z ^>. 888. L4//e. * harrten/ Harrland / ein gewisser strich landes in der Lief« läiidisthen Provintz Esthland an dem Finnlandischen meer-busen, ist i6 messen lang, und 8 breit. harrington / (Jacob) aus einer edlen Englischen familie in Rutlandshire entsprossen, und im jan. an. iün gebohren, zeigte von jugend auf eine grosse lust zum studieren, und reißte, nachdem er eine zeit lang zu Oxford auf der gewesen, nach Holland , da er denn bey der vertriebenen Churfürstin von der Pfaltz bekannt, und wegen seines aufgeweckten und artigen Umgangs so beliebt wurde, daß ihn der Churfürst erst mit nach Danemarck nahm, auch hernach zu Versorgung seiner geschafften nach Engel- land schickte. Doch blieb ex da nicht lang, sondern fieng bald wieder an zu reisen, gieng erstlich nach Franckreich und von dar nach Italien, allwo er sich weigerte des Pabsts fuß zu küssen, welches doch seine reiß - geführten thaten. AIs ihm nun bey seiner rück- kunfft der König zu verstehen gab, er härte dem Pabst diß wohl als eine weltliche ehrerbietung ablegen mögen, gab er zur antwort, daß er bedenckens getragen, eines andern Fürsten fuß zu küssen, nachdem er einmal Lw. Majestät Hand geküßt, welches dem Konig so wohl gefiel, daß er rhn alsbald in dienste nahm. Doch brachte er seine meiste zeit mit studieren zu, und nahm sich der öffentlichen bedienungen wenig an. Als aber der König durch des Parlaments commiüHos von Newcastle nach London solle gebracht werden, wurde Harrington von demselben beruffen , ihme auszuwar» ten, auch mit des Königs gutem willen zu seinem Cammer-diener gemacht, dem er denn sehr angenehm war, und offt mit ihm reden mnste. Er machte sich redoch nachgehends der Parlaments - par- thcy verdächtig, weil er in unterschiedenen dem König recht gab, und sich durch keinen eyd verbinden wolle, dem König zur flucht nicht behülflich zu seyn, noch dieselbe allen falls zu verhehlen, weß- wegen er nicht allein seines diensts erlassen, sondern auch noch harz» gefangen gesetzt, aber durch seine guten freunde bald wieder entledigt wurde. Nach dem tod des Königs, den er zum icksvoc begleitet, brachte er seine zeit in grösserer einsamkcir und meistens unter seinen büchern zu, da er sich denn bloß mit der betrachtung des weltlichen regiments beschässtigte, und davon ein buch schrieb, welches er o«snr nennte, welches nichts anders, als eine i-licL Iciesiis nach art des Platonis ist. Er wieß darinnen / daß er ein blosser n^utziicLner sey, und mißfiel dieses werck so wohl den Königlichen,die vor die Monarchie waren, als den Lromwelllschen, weil er dem volck wieß, daß der krmeÄcr. an statt einer Republic aus Enaelland zu machen, würcklich monarchisch regierte. Es ward solches demnach, als man erfuhr, daß es unter der preß seye, aus der druckcrey weggenommen, doch erhielt er es durch Croin- wells tochter, bey der er sich angenehm gemacht, wieder, und zugleich die erlaubniß, es drucken zu lassen. Er lebte hernach bey allen Veränderungen, die durch Cromwells tod, und Carls II erhe« düng auf den väterlichen thron sich ereigneten, ruhig in seinem hauß, bis er an. r 66 l nnvermuthet aufKöniglichen befehlen den rour gesetzt wurde, da man ihn denn einer heimlichen verratherey beschuldigte. Nach 5 monatlicher gefangenschaffr, da man nichts rechts auf ihn bringen können, ward er erst aus eine insu! unweit Wymouth, und hernach gar nach Pleymouth gebracht. Daselbst wolle er die schärfte seines geblüts, die ihn sehr dcschwarte, durch das so genannte LuLjrcum oder Frantzosen-holtz curiren, tranck aber davon so viel, daß seine Phantasie darüber gantz verwirret wurde, in welchem zustand er sehr viel von guten und bostn geistern redete, auch sich absonderlich einbildete, daß seine lebens» Heister in gestalt von vögeln, fliegen, dienen, und dergleichen, von rhm ausgiengen. Er war auch, ungeachtet man ihn nach Londen brachte, nicht mehr zu rechte zu bringen, sondern starb also zu Westmünster den n stpt. an. 1677, nachdem er vorher, ungeachtet seiner elenden beschaffenheit, noch geheyrathet. Seine wercke, welche in vbbemeldter oce-nL und einigen dahin gehörigen schriff- ten bestehen, sind an. 1700 zu Londen in fol. von Tolanden heraus gegeben worden, vv )okn H'olLixZ. harrington / (Sir John) einer der sinnreichsten Englischen Poeten, war in Sommersttshire gebohren, und lebte unter der Königin Elisabeth und Jacobi I regierung. Er ist sonderlich wegen der von ihm verfertigten epigrÄmmscum berühmt, wie auch wegen seiner klugen Übersetzung des Oriznllo kuriotü, Es sind zwey schertz - reden bekannt, davon eine von ihm herkommt, die andere aber auf ihn gesagt worden. Das erste begab sich in seiner Mutter hauß, woselbst man sehr spat mittags-mahl zu halten pflegte. Als daselbst eins von seinen bindern vor tisch betete, und auf die worie kam: Du giebcst ihnen ihre speise zu seiner zeit; stieß Har- ringtvn Lasselbige, und sagte: es rede darinnen nicht wahr; denn hier, sprach er, bekommen wir niemals unsere speist zu rechter zeit. Das andere trug sich bey einer Mahlzeit in Bath zu, all- >vo Harrington sich offt einzufinden pflegte. Daselbst wartete ein jung mägdlein bey tisch aus, welche dem Harrington vielmehr zur Hand gieng, als den übrigen Herren , ohnaeachtet sie viel vornehmer waren. Als sie nun Harrington darüber zur rede setzte, gab sie zur antwort : daß sie wohl wüste, daß er ein kluger und ver. ständiger Herr wäre, und daher nähme sie sich in acht, damit sie har 679 ihn nicht zu Unwillen gegen sie reihen, und etwan bewegen möchte, em epixrsmm- oder p-stuU auf sie zu machen. Karriol/ (Thomas) war ein in allen wissenschafficn, und sonderlich m der mskkemsric sthr erfahrner mann, und an. 1562 zu Oxford gebohren. Die Engelländer geben dem Cartcsio schuld, daß er diewn Harriot abgeschrieben, weil er eben zu der zeit, als stme schrillten heraus gekommen, sich in Holland aufgehalten, dle er, weil damals viel davon gercdt worden, ohne zweissel würde gelesen haben. Er lebte bis an. 1621, und man richtete ihm zu ehren m der kirche des heiligen Christophori zu Londen ein prächtig grabmahl am. Harris / (Robcrtus) ein Englischer imcoiogus, i„ isteoioZi» sEl.cs wohl geübt, ward gebohren zu Broad-Cambden, in der Provintz Glocester, an. 1578, studirte zu Oxford -n->L k. ^sri« >lLßcirlen«, bis er allda an.1600 öLCcs!-wreuL Lrrnilri crcirt wurde r begab sich hierauf aus das stullium i'tzeowß., und ward L-Eor bey der kirche Hanwell bey Banbury in der Grafschafft Oxford, und kurtz daraus an. 1614 nsccstLureus L. Lveoi. In dem einheimischen krieg verließ er seine llsckon. käme nach Londen, und begab sich zu den Westmünsierischen i'llsc-iogi-, da er in der kirche 8. Botulf so lang geprediget, bis er mit dem L-Ltorsk zu Pcters- sield begabt worden. Bey einnahm der stadt Oxford ließ er sich' auch unter die presb^c-riHsthe kstmtstos nennen, welche von dem Parlament znr »--formmion der Universität in Oxford bestimmet wurden, woraus er etliche jähr hernach allda krok-llor i-tu-owss« und Präsident des ckoiieziis. Innirsci? von dem Parlament bestellt wurde, in welchem amt er auch den n dec. an. 1658 verstarb, lind in alldortiger kirche begraben wurde. Seine schafften, in Englisch verfertiget, stnd ! Lsrmons, in fol.; äs I -Lcicrc rioyi'I'cllrmenci; Ksmeclium comrs LvsriliLw, in toi.; Lssllol«: sxologekicn Lc. lug. gnc. Univ. Oxon. x. ;74. * harrison / (Thomas) ein Engelländer von geringer ankunfft, wurde von dem Parlament zum General-Major über ihre arince gemacht. Er ist sonderlich daher bekannt, daß er einer von des Königs Caroli I Richtern gewesen, und ihn zum tod verdammen helffen, weßwegen er nach Caroli H wieder-einsetzung den 10 oct. an. isso vor recht gesteüet und verdammet, auch den darauf folgenden sonnabend zu Charing-Cross öffentlich gehenckt, sein ein- geweyd aus dem leib gerissn, und verbrannt, der kopff aber auf dem thuen zu Londen aufgesteckt wurde. Er soll sonsten in gantz guten und Christlichen -t»po6r,onen, eben wie fast alle Richters Königs Caroli I gestorben seyn, jedoch auch so wenig als die anderen bekannt haben, daß er an bekriegung ober Verdammung seines Königs einige fund begangen hätte. D« conr-n. -t» i'lull. ck/wssererre. SeF/sr, tzik, kcdsu - x>. 16Z. harrsch von Almedingen / eine adeliche familie in Bayern, welche an. irc-y dem thurnier zu Worms beygewohnt. Anna Harrsch von Almedingen ist an. 1488 als Aedttßin dem adeliche» Nonne» - kloster 8. Stephani in Augspura vorgestanden. Von Ferdinando Ämadäo, Grafen von Harrsch, siehe den folgenden art. Qcrm, tscr. harrsch / (Ferdinandus Amadeus Grafvon) ward an. 1664 gebohren. In seinen ersten jähren legte er sich aufdie ttuöstn, und nähme darinnen so treflich zu, daß, ob er schon sehr frühzeitig, und zwar schon ohnaefehr in dem roden jähr seines aiters, eine ändere lebens-art ergriffe,ihme nichts desto weniger eine leichte und fertige art in Latein zu schreiben, auch gar ohne sonderbahre mühe gute Lateinische vers aufzusetzen,allezeit geblieben ist; wovon sonderlich die Übersetzung der^yre des Boileau von dem Menschen eme prob abgeben kan, welche er einmals in dem seid für stme lust verfertiget hat. Sein munterer und aufgeweckter geist zöge ihne bey zeiten in den krieg, und thäte er stine ersten dienste in Franckreich unter den Schweitzerischen trouppen,nähme auch gelcgenheit sich in der toriitzcLrion zu üben. Als er aber nach dem entsatz der stavr Wien von tag zu tag hörete, wie ernstlich man denen Lürcken in Ungarn aufdre Hauben griffe, wäre es ihme unmöglich in fremden dienste», und wo selbiger zeit noch nicht einmal krieg wäre, länger zu verbleiben; eilte dävero nach hauß und gleich darauf in Ungarn , da er sich als voiE-i^ bey belagerung und einnahm Nm- häustls an. iü8i befände. Das folgende jähr gicnge er unter denen Hertzogl. Würtcmbergischen an Venedig überlassenen trouppen,als Fcndricb in Morea, wohnte der schlackst bey Patraffo, welche der Genera! Graf von Königs-marck wider die Turckcn gewann, wie auch den belagerung-und eroberungen von Corinth und Athen bey. In der vergeblichen belagerung Negroponts aber an. 1688, wurde er in einem stürm, als er eben eine p»»ruug des Rheins,unter obgedachtem Obristen kriegs-haupt, nicht geringen theil gehabt. Nach geschlossenem frieden nähme er sich vor eine reiß inAmerica zu thun, von bannen durch das grosseSud- meer in Ost-Indien zu schissen, und so dann mit denen Holländischen flotten zurück in Europa kommend, die gantze erde zu umsegeln. Er führe auch in diesem absehen würckllch gen Cadix; als er aber so wohl an diesem ort, als zu Seville, (wohin er steh, um die berühmte stadt zu sehen, begeben hatte,) mir einigen Spanischen Grossen in bekanntschafft kommen, sich auch bey ihnen durch seine micoiii-.., und die von denen am Rhein vorgelassenen kriegs-handeln abgestauete gute und klare berichte, auch Vorweisung seiner über jede bewegungen und postirungen der armee gemachte abrisse, in sonderbahre gunst und Hochachtung gcsctzet hatte; riethen ihme diese gar ernstlich und ohne zweiffel aus wohl-meincndem hcrtzen, seine gedancken wegen America fahren zu lassen, weilen ihre lands- leuthe alldort so argwöhnisch gegen fremde wären, daß ein mann, wie er, der alles aufdas genaueste ausforschete, aufzeichnete und abrisse, was er auch immer für rccommenMwnen aus Spanien mit sich brächte, nimmermehr lebend durchkommen wurde. Wie er also sein vorhaben geändert, nähme er sich doch vor eine reiß in Gersten zu thun,schiffte zu dem ende von Cadix durch das Mittelländische meer in Syrien, gienge von Alcp nach Ispahan, nähme unterwegs so wohl die litten der völckcrn, als sonderlich die gebräuche, welche beydes die Türcken und Perser in Verwaltung und regic- rung ihrer Provintzien und einrichtung des kriegs-Wesens, oder Unterhaltung der trouppcn und kriegs-zucht, in Übung gebracht, sehr genau in acht, wie dann hierüber sehr nette und denckwürdige an- merckungen in seinen verfertigten mcmowcz anzutreffen sind. Auf vernehmen, daß er ein Kays. Ossicicr wäre, wölken sich viel vornch- mc Türckische bcsebls-habere mit ihme unterreden, bewiesen ihme auch in der that viel Höflichkeit, und koncen wohl leiden, daß er in vergleichung der Türckischen fecht-und kriegs-art mit der Christlichen , der letztem das wort redte; wobey ihme cinsmals ein vornehmer Beg, als er gestünde, daß die Christen durch ihr groß und klein geschütz den Türcken dieser zeit überlegen wären,dannoch hinzusetzte : Sie,die Muselmänner, wurden darum ihre art mit dem Säbel zu fechten, nicht gegen die Hand-rohre vertauschen; Der Säbel hätte ihnen die halbe welk gewonnen, und es stütze sich ihr Reich schon viel hundert iahr darauf; Daß nun selbigem sonderlich das kleine geschütz der Christen in etwas obzusiegen stchiene, wäre nur ein kleiner Übergang ; man müsse nur ein wenig gednlt haben, so werde er sich auch über das geschütz schwingen, rc. diese hossnung aber könte diese guten leuth noch wohl lang betricgen. Zu Ispaban machte er mit bem Englischen co»lu> Bruce, so wol als den übrigen angesehensten Europäern, grosse freundschafft, und wurde durchgehends sehr wärth gehalten. Nach deine er allda seine curioli-ät völlig vergnüget, nähme er seinen ruekweg durch Armenien und klein Asien auf Constantinopcl zu, allwo er eben also, wie in seiner einreise bey Ispahan verführe, und neben deine, so schon gemeldet worden, auch sehr saubere abrisse der vornehmsten städtcn und örtcrn mit eigener Hand machte. Er käme in Constan- tinopel eben zu der zeit an, da der Kayserl. Bottschaffter, Grafvon Oetingen, steh zu seiner rückreise nach Deutschland rüstete, wohnte also seiner letzten abscheids-su-llenr bey , und kehrte darauf mit diesem Gesandten wieder nach Wien; wobey er mit niedrerem fleiß, als vorhero in Asien,alle wcge,passe, Überfahrten über fiüsse,vestim- gcn und anders dergleichen angcmcrcket, und durchaus solche jachen in acht genommen hat, welche in einem selbiger enden vorfallenden Türcken-krieg von sondcrbahrem nutzen seyn könnten. Erst nach selbiger zuruckkunfft träte er in den chcstand mit Fräulein Cä- cilia ci-l Pozzo, deren valer aus einem vornehmen Italiänischen geschlecht in Kayserlichen dicnstcn, als Obrist - Lieutenant eines Curassier-Regiments, verstorben. Als nun bald hierauf der krieg wegen der Spanischen 8ucceti,on angicnge, diente erwiedcr als General-Quartier-meistcr und Gcneral-Wacht-mcistcr an dem Mein und Schwaben,halte von neuem an denen gemachten guten postierungcn und gezogenen vorthcilbafften linicn einen grossen theil, wohnte dem treffen an dem Schellenberg bey, und wäre gleichsam von dem Printz Louis von Baden unzertrennlich ; Nur daß er an. 170z einen seld-zng in Italien that, allwo er in der schlackst bey Cassano an der Adda den lincken Kayserl. fiügel com- mandirte, auch die gegen ihne gestandene feinde völlig schlüge und in den fluß jagte; Er erhielte nach diestm die Commendantcn- stelle von der stadt und denen schlossern zu Frnburg in dem Brißgau , welches nach dem Übergang alt - Brysachs eine wichtige gräntz-vestung gegen die Frantzosen wurde. Hier brachte er die vcstungs-werckere in sehr guten stand, und machte neben andern austasten, daß im fall der noth Wasser in die stadt-gräbcn geleitet werden konte, welches hernach bey der belagcrung einen lehr guten dienst gethan hat. Er wurde auch gebraucht um mit dem Fran- tzösischcn o- uvcnieu- von all-Brysach, dem Lnmie cw Rcgnac, ein cE> wegen auswccbslunq der gefangenen aufzurichten. An. 1707 hätte es ihme bey nahem geglücket, eine zimliche anzahl Frantzösi- schcr trouvpen, in die ihme von dem feind gelegte fallen zu locken; Dann als diese einigen Schweitzer-Officiers, der besatzung Fry- burgvorschlage gethan hatten, ihnen die schlösse vieler wo „e offt dle wacht hatten,zu überliefern, die Schweiße M ch! ledcr an seinem ort,und absonderlich ihme, als Commendaw-n U fach eröffneten, befähle er selbigen alsobald, denfe n ^ sie begehrten, zu versprechen, und diegantze fach mitihnmab-^ den; Es käme auch so weit, daß der siihrung dieses anschlags, mitten in dem härtesten Winter nach a,' Brysach heraus käme, und die zur -xpe-lmon bestimmte krieasv! cker aUbereitsausjetzt-gemeldter vestlmg mit ansang dermtenM Schweltzer-Officrers verglichenen nacht ausziehen sollen R nun diese Frantzo,ische trouppen, um sich denen schlössern zu naben langst einem theil der aussenwercker von Fryburg durchziehen un, der in den schlössern sich befindlichen mannschM starck m zu seyn,in zimlicher anzahl erscheinen mußten,als hatte der Gen m von Harrsch,so wohl auf denen schlössern,als wällen der stadt,unte deren geschütz die feinde durchzuziehen hatten, solche austasten«- macht, daß von etlich taufenden, so man da nothwendig in die ae- fahr hatte wagen muffen, sehr wenig wurden davon kommen sem >' weßwegen ihme auch die fach an dem Kayserl. Hof sehr grosse ehre gemacht, obschon die Frantzosen, als sie nun wenige stundevorden, ausmarsch aus Brysach von der wahren beschaffenheit, und das man sie zu Fryburg, gantz änderst, als sie bißhero gemeint, zu enu pfangen gerüstet wäre, einigen wind bekommen, zuletzt ausgeblieben sind. Als endlich an. 171; die würckliche delageruna Frybm erfolgte, und diese stadt, wie bekannt, von der gesamten armee Franckreichs angegriffen wurde, thäte dieser Commendant die bekannte gantz ungemeine gegenwehr, durch welche der feind nach geöffneten »sn-msen in die 90 tage zurückgehalten wurde,ehe er stch der stadt bemeistern konte, worauf erst noch die ; veste schlossere übrig waren, denen die Frantzosen noch nicht das geringste aboe- wonnen, sondern im gcgemheil die Teutschen, in deren selbiger sM gegen dem obern schloß gemachten ^rocv---, posto gefaßt und steh da vcrschantzt hatten, so daß man da gewißlich dem feind noch unglaubliche muhe wurde verursacht, oder vielmehr die bchaupiung Fryburgs, sonderlich da es schon mitten im Winter wäre, unmöglich gcmachet baden, wo nicht das höchste , „achschon vorhero gemachtem entschluß, den frieden mir Franckreich einzugehen,klüglich Mittheilet hätte, daß es besser seye, weilen man doch diese stadt durch den frieden wiederum in dem stand, wie sie alsdann wäre,bekommen wurde, die schöne und starcke fchlösser unbeschädigt , und die trefliche vestungs-werckere um die stadt aufrecht zu erhalten, als den feind bey vcrliehrendcr Hoffnung sich da iiber den Winter zu mainrcniren, die erstere durch bomben verwüsten und die letstere gar sprengen und schlciffenzu lassen. Aus welchen mfa. chcn dann dieser commandircnde General ausdrücklichen befehl empficngc, die fchlösser,ohne weiteren angriffzu erwarten, vermittelst einer cLpimirrion zu übergeben,welche auch auf die räumlichste weiß, und mit besreyung aller Kayserl. soldaren und Officiers, welche in verschiedenen ausfällen im stürm auf die comr-lc-rp-, und letstlich bey vcrlassung der stadt waren gefangen worden, M schluß käme. Es gäbe auch der Kayscr sein Wohlgefallen überdic- ser beschiltzung genugsam zu erkennen, indcme er, als diesilbige zuvor nach gcwohnheit in einem kricgs-rath wäre untersucht, und der gewesene Commendant selbst über alles verhöret worden, demr nicht nur dielen wichtigen platz, wie ihne Franckreich durch den inzwischen geschlossenen frieden wieder abtratte, von neuem Übergabe,sonder» ihne auch in den Grafen-stand erhübe und zum Geucral- Fcld-Zcugmeister machte. Wie er also nachgebend? seine übrige lcbens-zeit wiederum in Fryburg zugebracht, so hat er auch diebe- vestigunq dieser stadt um ein nämliches verbessert, und alles i» solchen stand gesetzt, daß Teutschland und sürnehmlich Schwaben daran in das künfftige eine trefliche vormaur haben wird. M übrigen hatte er auch wenige jähre vor seinem tod die wichtige und ansehnliche herrschaffi und schloß von 8. Margarethe! i» Oesterreich an sich erkaufst, wurde auch aus der ursach mit sondcrbahrer ehr-bczcugung unter die Land-stände dieser Provintz aufgenoni« men. Er verstärke endlich zu Fryburg an einem sicher, welche»« wenig tage vorhero,bey beflchtigung der ausgedrocknetcn, und noc» mit vielem schlämm und morast angefüllten waffer-graben zu Brysach erholet, bey welchem sich anfangs zwar äusserlich kei« gefahr erzeiget,bald aber in ein hitziges und sehr schnelles stcdcr am- gebrochen, an. 1722 an dem Oster-tag. Er hinterliesse vonMe- dachlcr gcmahlin Graf Ferdinand, Graf Philipp,und r GraftM Fräulein, Margarctham und Bcnignam , alle von trcßMn geist und grosser Hoffnung. Von denen erstem wird eine daM ausgab seiner in Frantzösischcr sprach aufgesetzten , und nn W nerren und sccursten abrissen und land-charten begleiteten >eM- würdigen viemoircr erwartet, aus welchen auch der gegenwatM bericht, so viel man sich dessen, nach verfliessung unterjchiedm r jähren noch erinnern kau,hergeholet ist. * ^arodörffer/ (Georg Philipp) wurde den 1 nov.an.l Nürnberg aus einem alten geschlecht gcbohren. Sc„>vatcr>r> Philippns, ein p-cririu- daselbst , seine Mutter Lucretia Scheml . Als er die ckmllÄmcw!, in seiner geburcs-stadt llvlcgct, wurde - 162; nachAltdorffgeschickt, allwo er vornehmlich ssPillpp ^,, roli hörte. An. 1S26 gieng er von dar nach Slraßburg, m . er sich eine zeit daselbst auffgehalten,that er eine re-ll durch ssM reich, Engelland, die Niederlande und Italien. M er ab ^ 16z 1 zurück gekommen war, gieng er mit Johanne ->^ovo 4 e° lio, welcher von der stadt Nürnberg als Gesandter »"ch ö fürt am Mann geschickt war. Nachdem er an. i6s4 M men, und indessen sein vater verstorben war, verheyralyele !. mit Susanua, Johann Sigmunds Fuhrcrs von Hck- ss'j - vvu ^"^7 eines Ralhshcrrn tochter, wurde a». rs;? unter dic Mi«) hak Hkkrcti aussgenommen, und den 17apr. alt. rck;? Rathsherk. Cr war in der Teutschen red-kunst wohl geübt, wurde auch unter dem Namen des spielenden in die frucht- bringende gesellschafft mir r-- c-pirt. Er starb den 22 sept. an. i6;8 an einem hitzigen sicher, und hinterließ 2 söhne, Carolnm TheophiluM und Johattnem Sigis- nmndum, da die übrigen bereits vor dem Vater verstorben. Seine vornehmste schristlen sind ; I^lemoris Llirillopiiori kureri ; spcci- wen ptiiloloßiT ÜerMLnicX; lle czusörsrurL circuli; FräUenziMMeVs gespräch-spiel; Poetischer trachter ; schau - platz lust-uNd lehrreicher geschichten; schau - platz jämmerlicher mord - geschichten; EkemLüc« eiL ; Geschichr-spiegel; Teutscher Lecrersrius öcc. orsc. fun. in mcmör. rksakrum. Mrsnet / (Samuel) ein Englischer Ertz - Bischoffzu Jorck, ist in dem r6 seculo zu Colchester in Essex gebühren und zu Cambridge in den ilucNis auferzogen worden. Zuerst wäre er Sizar, ober dinier, daselbst, hernach ein Fellow oder 8ocii,5 von Pem- brock-Hall an. 1 > 8;, und msZiKer Hierauf erlangte er unterschiedliche Predig-dienste, als zu Chigweü, und an. 1605 wurde er r^sUer osPembrock-Hall, dabey er auch die voüors- würde in der ibeoioFi-: annahm. An. 1616 aber verklagte ihn das coii-gium dieses Halls bey dem König,. und gab §7 ZrLvsmins wider ihn ein, darunter zimlich grobe lasier enthalten waren, wcß- wegen er für gut befände, zumal da das meiste zimlich klar wider ihn erwiesen wurde, seine UrL-tlll-men - stelle zu rcllZmren. Er war schon vorher wegen seinen gaaben und gelehrsamkeit zu dem Biß- thum Chichester, und hernach zu dem von Nökwich, ja so gar an. i6r8zu dem Ertz-BißthuM Zorck erhaben, auch von König Jacobs 1 in seinen geheimen Räth aufgenomen.Er war ein ell. vinianus. liesse sich deßwegen eyfrig Wider den BischofsDavenant sehen, nachdem selbiger wider Kön. Caroli aerisrskivn, von bett Puncten, betreffend die gnaden-wahl, gepredigek. Er starb an. 16; t und wurde zu Chigwell in Essex begraben, allwo er eine gute gram- ruscic - schul ( darinnen ein ?rs!csoio§um. ckurcN Mior.; I>e ot-i/e leises os^rcliosscii. ok Vorlc. LoWer coori- Nuat.; os Lngl. * Mrstall / sitze Herstall. Mrstall/ eine Adeliche Meißnische familie in Thüringen, von welcher Sebastian nach ansang des - 6 seculi , als wecrerorum vo. etc>-, bekandt gewesen. Melchior befand sich an. 1^29, als Kayserl. Wachtmeister in der belagerten stadt WieN. Anton war an. izz? Comtur des Teutschen Hauses zu Altendurg. Wilhelm bediente an. !66o die ckzrze eines Hof-Marschalls zu Ältenburg, und an. 168; hatte Johann Friderich die ehre, Eisinachischer Rath und Hofmeister zu seyn. An. 1692 war sss. Polnischer Obrisier und Com- mendant zu Sockzova in der Moldau. Johann Caspar , Chur- Mayntzischer Cammer-Herr und Obrister, lebte noch an. r7°6. proür. ^Uüi. Ortom. ?, r^. ;;o. LrÄÄr» Lna. Lsx. Läelsti. ?. 2. ^artbett/ ein berühmter Schwedischer rieß, welcher 9 elleti hoch gewesen seyn soll, und allemal von i2svldaten hat muffen fest gebunden werden, wenn ihn eine begierde zu streiten angekommen. Man hat viel fabelhaffte Historien von ihm. bill. Ozn. I. 7. ^artenberg / ein kleiner ort, Mit dem littst einer Grafschafft, den Grafen von Leiningen gehörig, nnd in der Unter - Pfaltz, gantz Nahe bey Türckheim, zwischen Kayserslauteen und Franckeilthal, gelegen. ^artenberg / Hartenbürg / ein wüstes berg-schloß in Mücken , davon eine lime der Grafen von Henneberg ehemals den Namen geführet. Nahe dabey hat der Hertzog zu Romhild an. 1701 ein neues schloß aufbauen lassen. -/r/,/. 4>- Mrtenstem/ ist eine besondere GrafschaN aufdem Meißnischen ertz-gebürg gelegen, welche den Herrn voll Schönburg zuice- het. Sie hat vormals den Burggrafen von Meissen zugehöret, NNd es wurde damit an. 14L6 BurggrafHeinrich ldes Reußplauifchen Kammes von dem Kayfer !2igismundo zu Plindenbnrg nebst dem Burggrafthum Meissen Reichs wegen belieben.. Durch einen vertrag aber, welchen man an. 1440 aufgerichtet, ist diese Grafschafft, so viel die lehens-herrlichkeit und landes-hoheit betrifft, an Sachsen gekommen- Wiewohl schon an. 1426 Churfürst Friderich zll Sachsen Burggraf Heinrich 147)6 gülden vorgeschossen - diese Grasschaffk einzulösen. Selbige Grcmchafft verliehe Churfürst Ernst zu Sachsen an. 1481 dem Edlen Herrn Ernst, Herrn zu Waldenburg und Glaucha, mit allen ehren, zöüen und bergwet- cken, und wird auch selbige von dem Gräflichen hauß Schonblirg annoch besessen. ?. 19. . ^artenstein / Hurtneitstein / ein schloß an den Nürnbergischen, Cuimdachischen nnd Ober - Pfältzischett gräntzen gelegen, welches als ein Böhmisches lehn zu der Ober-Pfaltz gehört. Der Kayfer Jösephus gab es an. 1727 der stadt Nürnberg, zugleich mitdem fchloßRothenberg in lehn. An. 1710 ließ es derEhurfürst z» Pfaltz mit feinen rrou^-n besetzen, weil er stibiges nebst der Herrschäfft Rotenburg wegen des rückfalls der übrigen lande von der Bayrischen Pfaltz zu rclluciren verlanget; es ist aber vermög des Badischen friedens an. 1714 nebst der gantzen Ober-Pfaltz/ dem Churfürsten von Bayern rell-ruirt worden. .... ^ ch« kFk . Hartford / oder Hertford / lat. »-lnst-rstkL , ist die Hauptstadt in Hartfordshire, 20 meilen nord - wärts von Londen. Sie M >!"6Lea, und bestehet aus; kirch-fpielen. Die durch Ware gehende land-strasse gereichet ihr zu grossem Nachtheil. Allhier werden die gewöhnliche genchts-tage der Grafschafft gehalten. So hak man auch m dieser stadt bey dem ansang des unter die Sächselt eingeführten ChnsteMhums eine geistliche Versammlung gehalten, aufwelcher der von Rom abgeschickte Mönch, namens Auqusti» nus/ sich mit den Britannischen Bischöffen berathschlagte. Nach der zert hat von diesem ort die familie a- Lisre den Grafen-titul bekommen ; ünjetzv gibt sie dem Hertzog von Sommerstt den Marg« gtüfkN - titul. Lricannia- Mrtfordshirc/ sogenannt von der Haupt- stadt Hartford, lat. ttarrforillenüs comitslus. Es ist eine inländische Grasschaffk von Engelland, welcheBedford und Cambridgeshire gegen norden, Middleser gegen luden, Essex gegen osten, und Bnckinghamshire gegen Westen hat; sie wird der garten von Engelland genen- net. In der lange von norden gegen süden zu erstrecket sie sich aus 27 Meilen, und in der breite von osten gegen Westen fast eben so weit. Die gantze Grafschafft wird in 8 hundert eingetheilet,worin- Nen 120 kirch-spiele und 17 marck-flecken sind. Die alten einwohnee Nebst denen in Bebford und Buckinahamshire wurden von den alten Römern Lstieuckism genannt. Zur zeit der ttepkÄrctiie war das land unter die Könige von Mercia und die Ost-Sachsen vertheilet, gleichwie heut zu tag die beyden Bischöffe von Londen und Lincoln daran theil haben, was die Bischöfliche jurislliLt-on ankangr. Int übrigen ist das land überaus lustig und gesund, welches nebst dem, daß es nahe bey Londen gelegen, verursacht, daß es sehr wohl bewohnet ist, sonderlich von Edelleuten und kaufleuten / welche allhier ihre lust-nnd land-.Häuser haben / die Man gewöhnlicher Massen Buries nennet, gleichwie in andern Grafschafften eours, Halls oder Marmors, deren anzahl so groß ist, daß mait von Ware nach Londen zu / welches 20 Meilen auslrägt / an der land-strasse die schönsten flecken und edel-höfe sitzet / wovon immer einer aufden andern folget. Dieses gibt aufdem gantzell weg, welcher an sich sehr breit, trocken und eben ist, einen sehr'lustigen uro- h>eK. Der boden in dieser Grafschafft ist überaus fruchtbar, hak grossen Überfluß an graß, geträyd/ Vieh und holtz - und mangelt ihm nichts. Letzlich werden alls dieser Grafschafft, ausser den 2 Rittern, 4 Parlaments »glieder erwählet, 2 aus Hartford/ und » aus 8. Albans. Lri»n». ^arthau / ein stabtlein oder flecken im amt Rochlitz und deck Leipziger cräyß des Marggrafthums Meissen gelegen. Es ist eins halbe meil von Leißnig, und, wie das amt Rochlitz, dem Churfürsten vvtt SachstN zuständig. vrollr. XUW. x. 191. ^arringshausm / sihe Hertingshausen. Härtitzsch/ eine Adeliche familie, welche seit etlichen 100 jähre» her tm Meißnischen gebürge floriret / und in der gegend Frey- berg wichtige güter besessen hat. Von deren Ursprung findet man Nichts aufgezeichnet; doch scheinet es, daß sie ihr aufnehmen dem reichen bergwercks- bau zu zuschreiben habe. Sie hat anfangs zrt Freyberg gewöhnet, und ist nebst andern Adeliche» familie« daselbst im Raths - stuhl gesessen. Der anherr aller heut zu tag flo- rirenden von Hartitzsch ist Nicvl Hartitzsch, der an. i Z4<- Rathsherr und an. iz;6 Bürgermeister zü Freyburg gewesen. Er wurds an. 1)64 nebst seinen beyden söhnen, Nicöl dem jüngern, nn» Hallß, von Land - und Marggraf Friderich, .Balthasar und Wilhelm, gebrüdern aufdas guth Prctschendorff, und jahrs darauf aufWeissenborn, (welche beyde noch heut zu tag dieser familie gehören) belehnet. Gedachte beyde söhne sind ebenfalls im Rathsstuhl zu Freyberg gesessen, und ist der letztere, namens Hanß, noch an. ijyl Bürgermeister daselbst gewesen,welcher über vorgedachte beyde ritter-güter, nebst seinem bruder Nicol,an. t ;y8 mitLichten- berg ( so heut zu tag dem Rath zu Freyberg gehöret) von Marg- graf Wilhelm zu Meissen, und an. 1401 von Burggraf Mcin« hardi zu Meissen mit Vogtsdorff, Dorf-Ehemnitz, (welche beyde Noch an. 1718 ebenfalls von dieser familie besessen worden) und Helßvorfoder Helwigsdorfbelieben wordeu.Afmus von Hartitzsch auf Dorf-Ehemnitz, war 110 jähr alt, da er an. 1^79 starb. Im 17 seculo haben die von Hartitzsch die ritter-güter Culmitz öder Col- menitz nahe bey Pretschendorffund Groß-Zschepa im Stifft Wur- tzen auf ihre familie gebracht, welches letztere Reinhard voll Hartitzsch aus dem hang Vögtsdorf erkaufst; dessen aeicc-wemell es annoch besitzen.. Ernst von Hartitzsch war um das iahr ros» Chur- Sächsischer Hauptmann, nachg'ehends aber Pacht-inhaber des amts Friedburg im Mansftldischen. In Graf WurmprandS L»ileÄ. Senes!. Lullrls- ist zu finden, daß Dietrich von Hartitzsch zu ansang des 16 seculi sich mit einer Freyin von Weisprich in Oesterreich verheyrathet, und mit derselben eine lochtet Margare» tham gezeuget, die an Michael Ludwig, Freyherrn von Puch- heim, obristen Erb-Truchses in Oesterreich, wie auch Oesterreichischen Regiments - Rath vermählet worden; woraus erhellell will, daß eine bi-LneKs des alten Adeliche» qeschlechts von Har» titzsch sich in Oesterreich vorzeiten niedergelassen gehabt, die aber ttUNMehrv abgegangen. rUesrr. krexberZ. ^ckrtkttoch / (Christoph) Professor in dem gvmnsllo zu ThorU, war von Jablonka 2 meilen von Passenhcim in Preussen gebürtig» Sein älter-vater, Stephan HaMnoch, ist ein klein-schmidt in dem ftädtlein Lyck gewesen, i zö jahr alt worden, und hat mit seinem weil» 102 jähr in der ehe gelebet. Dieser Christoph Hartknoch ward an.cüü; «,-üoi- bey der Protestitenden schul zu Wilda in Lithauen, an. 1668 Prediger zu Sluczko, und brachte hernach wegen einer zugeflossenen lungensuchk seine übrige lebens-zeik zu Königsberg! II ttzell- Rrrt miß 682 har mit 6- r^Ie Lvrngc.icuir, ; IVl»„»sIc LvAiiZel. ; Btlß - Prediger ; priv^c- inr^cllc Spiel' teufel; Fluch-spiegel; Geistlich kirchen - und hauß-kleinod; Hertz- Postille; Hollen-küchlein ; vc^clirudis. niUrii jm^-6>mcnr2 6c LUjumcm» ; SchMejchel - te'Uftls „aliiri Un- zeitige neue zeitnngs-sucht; Sauff- teuftls natur, ccnwr und Cur; Laster-teufels und splittcr-richrers cenmr; Greuel des ftgcn- sprechens mcmor.MUcn,. p.roiz 6<:6isi.. tziogc. -ll ilN. >68«. Wartung / (Johannes) war zu Miltenberg, einem städtlein in Francken, an. i?o; gebohrcn, und trieb seine stndien erstlich in seinem Vaterland, hernach aber auf der Universität zu Heidelberg. Lr gieng hierauf in ben krieg, und diente in Ungarn wider die Tür- tken, legte sich aber nach ewiger zeit wieder auf die stndien; und weil er in der Griechischen fo wol als Lateinischen fpraach wol geübt wäre, wurde er prvkviu-,- der Griechischen spraache zu Hev- Lelbcrg, und hernach zu Frepburg im Brcißgau, allwo er mit grossem rühm lehrte, und endlich den iü jun. an. 1579 starb. Man hat Ü0N ihm: sn»»c»ri»ncs i» r>cs priorcs viomcci O6>llc.c riir^ 5 o 6 i^s; spologiLM Oraicorum 6c ignc purg^rorio; LjioNonii ->rgon»uttcoruni fibrös 4 Ircine verlos. zrroiö^,. I. z. vir. vtiil. gcrm. Fr/Lcr» rbczrr. ^artzberg/ ein Chur-Brannchweigiches schloß, vor-werck und stecken vor dem Hartz, nicht weit von Osteroda, zum Fürsten- thum Grnbcuhagcn gehörig. Graf Werner zu Lutlerberg, Herr zu Osteroda, hat an. 1029 ein iagd-hauß hier erbauet, nachgehends ist es samt Osteroda an die Hertzoge von Braunchweig - Lünebnrg gekomincn,und hat zum öfflern den Hcrtzogen Grubenhagicher link zur resibcntz gedicnet; wieNrenn an. bey ciitstandenem brand Hertzog Philippus nebst feiner gemahlin und jährigen Prin» tzeßin, sich imc müh in blossem Hemd durch ein ftnsier llNvwen könne». Nach der zeit ist es wieder besser erbauet worden, und hat Hertzog Georg zu Lünebnrg um das jähr iSzo hier residiret. Der stecken hat über 200 ftuer-ffädtc,wovon au. 1647 bey 70 abgcbrant, aber auch wieder erbauet worden. 2-»/-»- rvpvgr. munwic. p. ns. Aartzburg/ ein zerstört berg-schloß und Braunchweig-Wolf' ftiibüttelichcü amt aufdcm bürg - berg vor dem Hartz, zwischen dem Ocker und Radow fluß. Man gibt vor, die bürg wäre schon zoo jähr vorEhristi gcburt gestanden, und wäre von den cii->ucir cr- bauet, und Saturburg gcncmiet worden.Die Sachsen hätten nach- gehends hier den Crodo ihren berühmten adgott angebetet, und ob- schon Carolns rvl->g,»,s der abgöttcrey gesteuret, sollen doch Überbleibsel davon bisi auf den ansang des 17 stculi geblieben ftmi, da gebrechliche leule von einem rock eines Marien - bildcs, in dessen säum der Crodo eingewickelt gewesen, hülff gesuebet, und ihrem vorgeben nach erlanget. Um daS jähr 1075 ist Käufer Heinrich IV aufdieftm schloß von den unruhigen Sachsen vergebens belagert, und dasselbe nach erfolgten! stillstand zerstöret worden. Doch muß es nach der zeit etwa von Ottone I V wieder erbauet worden ftpn. Es wird auch einiger Grafen von Hartzburg gedacht, die vermuthlich dieses schloß besessen. Vorzeiten war ein klostcr in dem an der Hartzburg gelegenen that Schurcurode/ welches an. 1040 von KavscrHeinrich III nach Goslar r^>>stcr ret worden. Die Julius- Halle ist ein saltz - brimn, der zu Hertzogs Julii zeilcn uuten au der Hartzburg eröffnet worden- Jngleichei, ist hier ein schönes hüttcn- wcrck, da nießingene kessel mid dergleichen gemacht, und häufig verführt werben- An. 157; hat Hertzog Julius, weil die Haushaltung aufder hohen Hartzburg zu befttiwärlich gewesen, unten im that ein amt-hauß und vorwcrck bauen lassen, welches aber nebst andern umliegenden Häusern und dörffern an. - 626 von den Kapftr- lichen verbrannt worden, weil denftibci, diebauren in der nack'bar- schafft, oder die,0 genannte Hartzschütze» durch niedcrschicssunq vieler lcnten zimlichen schaden zugefügt hatte». Hertzog Augustuü hat das amt.hauß und vor-werck wieder schön aufbauen, hinaegeil die alle Hartzburg, so viel möglich, !-.ulren lassen, so daß das amt- ba»ß fast nicht mehrHartzbnrgssonberuBuulheim, nach dem daran gcleaeneii dorff, gcncnnct wird. Die so genannte Hartzburg,sehe hole hat von diesen, schloß ihren namen, welche sehr liess und lang har ist, und viel irr-gänge hat. In dieftr wird so wol als andern auf dem Hartz das gegrabene einhorn, llem dergleichen knoch n. zähne oder kinnbacken gefunden; >r<-m der Tropf- oder Trauf- stem von verschiedenen arten und gestalt, welcher von einem herunter träuffendcn wasser entstehet. Es ist »och ein ander alt verfallen schloß i meil von Nordhauftn, in der Grafschafft Hshnstein, be» Jlcftld, welches diesen namen führet, und nun eine Herberg vieler schlangen ist. ^cr/cr lopogr. Lruniu. x. 104 U'ij. Lehre«, lftrcpm» cui>«ll> p. sl llz. Hartzwald / ist ein grosser mit holtz bewachsenes gebürgt mi» schen Thüringen nnd Nieder-Sachsen / dessen größer theil dem Hertzoge zu Braunschweig-Wollfendürtel/niid insonderheit zu dem Fürstcnlhnm Blanckendurg gehöret. Er Nein stück von dem bey den alten bekannten tzivLttercvwz, welches wort auch von dem Teutschen hartz herzustammen scheinet. Er ist zwar wegen der un- tiehcumi qcbürge etwas fdrchtcrlich anzusehen / aber doch seinen beschern/ wegen der holtznng und wildbahn/ sonderlich aber wegen der sehr erträglichen bergwcrcke sehr nützlich. Wie dem, Cellerfeld, Wildemann / Grund nnd I'amenrhal bergstädte sind / die in -om. munio,, der sämtlichen Hertzoge geblieben/ Clausthal / Andreas, berg und Altenau aber an Hannover gekommen. Aus diesem gebürgt haLen dic bekannle flüffe Dode/ Ocker/ Leine / Jnveche Helm rc. ihren Ursprung / und macht der erste bey dem dorff Thal auf dem so genannten Roßirapp einen entsetzlichen waffersall oder carLr-ctam. Dcy diesem vl t / der Roßtrapp genannt/ ist ein drey. fachcs ecUo, davon das mittelste so starck / daß eine Pistole fast wie eine canone knallet. Die Tcnftls-mauer gegen dem Rvßirappüber ist auf daS ordentlichste / und doch aus so entsetzlichen grossen fei» scn zusammen gesetzt / die keine menschliche gemalt hat bewegen kön» ncn.Jn dem that hinter dtejem berge ist der so genannte Skeindch/ in welchem und auf dessen uscr ordentlich/ wie nach demwinckel- maaß formirte kicselstemc ligcn / deren etliche von 20 biß zo M» ncrn. Nahe bey dem klostcr Michaelllcin im Blanckenburgischen/ sind 2 hohe klippen / die einem münch sehr ähnlich / und deßwegen die cineHanß / die andere Henning Münch von undencklichensei» ten her genemiet worden. Eine gute halbe meile davon / zwischen den dorssem Wicnroda und Timmenroda ist ein stcindruch/ dessen stcine/wre runde schusseln/ in einander stehcn/und dessentwegen von ben nachbarn zum trinck-geschirr vor ihr dich gebraucht werden. Der so genannte Heidelberg streichet in einer so geraden lulle vor Blanckendurg eine halbe weil wegi gegen morgen / daß er eine ac» cnrate maucr i-na-mitt. Sonderlich ist ein ansehnlich stück dei Hartzwaldes der berühmte DrockSberq / >rcm die Baumanns-höle und der Naiiiclbcrg /von welchen beyden in besondern amenln gc» handelt wird. Von allerhand kräutern ist eine solche menge hier/ daß die kcnncr ndcr zoo ftcci-s Um c-Ucium zehlen. Es stehen vor und anfdem wilden Hartz»gcbnrgc wenigstens 1 > 8 theils schlösser/theili ruUcrL davon / dabey man sich verwundern muß/wie dieselben auf so grausamen höben / da man kaum mit mühe hinaus klettern kau/ so starck und schöne erbauet werden können. Hierzu gehören sou» ocrlich Blanckendurg / und Reinstem/ welches residmtz-häuserder davon benannten Grafen gewesen / "-m Homburg/ Sllmfenberg/ davon an seinem 0 l'l. ro^OAl-. L^unsuic. r? 5 e^. c)ni2 curiola. Sarväus / (Wilhclmus) ein berühmter Englischer LleLi», welcher zu Aolkston in Keilt gcdohren / und zu Camdudge im c^ jus-collegio erzogen wordcn/allwo er in Dvctorcm vwmo- virtc. Er studn ie; jähr zu Padua uiJtalicii/imd als er von dämmt wieder nach Hause gekommen/ wüste er dasjenige/was er bcMi in der fremde und i» seinem vaterlande gelernct/wohl anzuwenden/ und war viel jähr lang des Königs Caroli I Leib»^--llcus. Er entdeckte zuerst die circuiLcioncm längluiiir, welche Meinung anfangs grossen widerstand litte/ endlich aber in der gesunden verimMwol gegründet/ und nicht minder durch vielfältige bestar- ckct befunden / und von den gelehrten angenommen wurde. Er ey zeigte dem coücg.c. mcci,c<> j» Londen grosse wohlthaten / lind staw an. 16z 7 im 80 jähr seines alters. Er har geschrieben sc ,L»gu>nis; 6c gciicr^riunc LN,M 3 >,UM, und 6c uvo; 6cc. Lin6en. rcnovLk. z?P. X/,«e/c-r,cc« 6c invcncis nov- smiguis; 6cc. ^arvenck / (Philippus von) -tz Liecmoft„L zngmannt/ NA Abt des klostcrs ,>i j„ Henncgau/ Prämonstrakciner-ordeus/ und lebte in dem i 2 5ccuio zu Bemnarbi zeiten/ welche, ihnftuick srcundschafft würdigte. Er hat verschiedene fachen gefchriebeii/al; vilLM 8. /eußuNini; colnmcnlsrium !,I csnlics c 3 M>corum; 6c6,gc>- rsrc; icicncis; jukikiL ; conrincnkiL ; obccllcnriL; c^illolss äc yöcmrU slilzuor. tzid,. Lcl§. 6e llild. Lar. ^arvey / oder Hervey / eine sehr alte nnd vornehme faniM in Engelland / deren Ursprung man von Roberto Fiz-HervaA»/ oder 6c Harvay / einem Hertzoge von Orlcans in FranckmV/ welcher mit dem Könige Wilhelms I in dem 11 Kcui-, nach Lngr» land gekommen/ herführet. Aus diesem geschlccht ist gewesenHk ' vey/welchcr an. i, 09 znm ersten Bischofs von Ely gemacht worm. Johann Harvcy von Harvcy in Ntsely in Bedfordshtre/weM in dem 14 l«cu,o gelebt/ hat durch seine heyrath mit Johanna/»' ncr tochter nnd erbin Johann Hammans von Thurleigh-Hau/v e linicdcrHarvcys vossThurlctghall-Hallgestifftct. Dolidcsseua' dcrm söhn / Pciro/ ist eine ncdcn»lintc derer Harvcys von hamptoiishirc entstanden / und zu anfange des > 6 ,/"»,, yam w mas Harveu / welcher ein c- 6 cr aus der Thurlcighischc» lune Ms nachdem er Johanna,» / eine kochtet und erbin Henna Drm>nM Jckworth in Suffvlk/ achcyraihet/ die nebeiistime der Hamy von Jckworth angefangen» Aus dieser letztem tst enilMM > har haf Wilhelm / Lord Hekvry von Kisbrook / dessen Baronie aber bald wieder erloschen. 2) Johannes/ Lord Harvey von Jckwotth. Jetzt, «rwebnter Johannes war ein sobn des Ritters Thomä Harvey / vonJsabella/ einer tochter des Ritters Humphrcdi May/ v-c-. Cämmerers bey dem Könige Carolo I / und ward den 2; mertz an- 170; / von der Konigin Anna/ zum i^ir von Engelland mit dem vorgebuchten kitnl eines Lords Hervey von Jckworth/erhoben. Er heyratbete an. isgZ Jsabellam / die eintzige tochter und erbin des Daronets/Robert Carr von Sleaford/ und nach deren tode an. 169; / Elisabetham/ die eintzige tochter und erbin des Baronets/ ThomäFelton von Playford. Die erste gebahrihm an. 1691 einen söhn / namens Carr/ und 2 töchter. Mit der andern aber hat er 7 söhne / nemlich Johannem/ Thomam/ Wilhelmum/ Henricum/ Carolum / Jacobum und Humphredum/ nebst 4 töchtern gezeuget. Leerte 2t p. 149. Harwich / lat. u-rviscum. eine stadt in dem östlichen theile von Effex in Tendering-Hundred / welche bey dem ausflusse der Stowr liget / so fast gantz mit der sce umgeben / und einen sichern und geraumen Hafen hat. Sie ist sonderlich wegen eines see-trcffens berühmt/worinnen an. 884 die Engclla'nder den sieg über die Dänen erhielten. Sonst ist der ort beydes durch die naiur als kunst fest und volckreich / hat aber Mangel am frischen waffer. Weil daselbst die geradeste und beste nachHolland ist/so pflegen die xsguer. boole allda einzulausscn. in kkcsrr. M-ZNX bricsnn. Hasael / ein König in Syrien / welcher seinen Herrn Denha- dad ermordete / und an dessen statt regierte / nachgehends wider die Könige von Israel krieg führte /auch nach und nach den Joram / Zehn und Joahas erlegte. 2 ^ x--». 8. iz. Hafasel/siehe Azazel. Hasbania / Hasbain oder Hesbay / eine Grafschafft in dem Etlffl Lüttich / an den gränken der Grafschafft Namur und deS Condros gelegen/ deren vornehmster ort das städtlein Dorchworen/ an dem fluß Jecker/ist. Hasbat oder Habat / eine Provintz in dem Königreiche Fez in Africa. Sie ligt an der meer.enge von Gibraltar/und ihre städte sind Arzilla/ Tanger/ Ceuta/ rc. Hasberg/ istder name eines zimlichen gebürges in Francken/ welches unweit Mergentheim anfängt / und sich biß an den Mayn erstreckt. Hascora / Ascora / oder Escura / eine Afrikanische Provintz in dem Königreiche Marocco / welche Duccala gegen Mitternacht/ Marocco gegen mittag und Tedles gegen morgen hat. Sie ist fruchtbar / und hat vortrefliche felder und lustige gärten / die mrt den schönsten fruchten / sonderlich aber mit ungemeinen grossen Weintrauben angefüllet sind. Desgleichen hat sie auch einen guten verrath an Honig und einige elsen.gruben. Die einwohner darinnen sind viel höflicher und sittsamer/ als alle andere in Marocco. Die Haupt-stadt ist Elmudina / sonst Hascora genannt / ligt 8» Meilen nord-ost-wärts von Marocco/ auf einem stucke von dcmAt« lantischen gebürqe/ bestehet aus ,2020 familien/ und wurde sehr mitgenommen/che sie unter deSKonigs von Fez both Mäßigkeit kam. j>. So. Hase / ein fluß in dem Westphälischen stiffte Oßnabrnck / welcher bey der stadt Oßnabrück vorbey läufft und bey Meppen in dem Münsterischen in die Ems fällt. Hase / eine Adeliche familie in Schlesien / allwo sie ihren alten stamm-sitz Klcin-Redlitz in dem Liegnitzischen Furstcnchum hat. Peter Hase/ Redlitz genannt / war an. 1529 Landes-Hauptmann zu Oelß und nachgehends Marschall. Erstarb an. 1^4. Ulrich von Hase ist unter dem Könige Georgio m Böhmen der Fursten- thümer Jauerund Schwcidnrtz Landes-Hauptman gewesen. Hem- rich aus Neusorge undHanß auf Klcin-Redlitz/ florlrten nach der mitte des 17 teculi. 8 cwi: 5 . ckron. 8 ctnct. curios. Hafelmore / ist ein Englischer marck-flecken in Godalming- Hundred in der sud-westlichen gcgend von Surrey / an den gran- tzen von Hampshire. Hasels/ eine kleine Dänische insul/ aufdem Categat/welche gefährliche sanb-bäncke hat. Haseloch / cinindcrUnter-Pfaltz zwischenNeustadtund Man- heim gelegenes schloß und flecken / so einer uralten Adeltchen fami- lie den namen gibet. i-oz-sF--. Haselunen / eine kleine bevestigte stadt in dem Westphälischen Etifft Münster, an dem fluß Hase, zwischen Meppen und Qua- rkenbrügge, ungefähr) meilen von dem ersten ort gelegen. Hasenburg / siehe Libochowitz. Hasenburg / ein altes nunmehro ausgestorbenes Freyherrliches geschlecht, deren stamm-hauß in dem Eydgnoßlschen Canton Lucern bey Willigow gelegen / und an. i;86 zerstohrt worden; davon lebten Hermann und Diepold an. 128;. Johannes war Abt zu Einsiedlen an. i;;i. Anton lebte an. i4ly. Hasenholm / Finnisch )enncss»r>. eine insul in dem fluß Neva in Finnland / an dem Finnischen meer-busen. Es liegt auf selbiger die Rußische vestung 8. Petersburg. ^ Hasen-insul/ oder 8 . Margarethen - insul / oder auch 8. Andreä-insul/ liegt aufder Donau / oberhalb Ofen / und de- greifft 8 Ungarische meilen. Ihr bester ort heißet Covin. has 68z weÄ?m!Ä?Ek^Elias) ein Jesuit / so in dem r6stculo viel Er qutttlrte nicht nur seinen orden / sondern auch begab sich zu der Lutherischen. Weilen EE« k^bachttl hatte / worinn die stärcke und schwachheit der bestünde / so bemuheten sie sich mächtig / um sich seiner forcht/ er eine ihnen unbeliebige Historie Erdens an das tage-l,cht stellen, welches sie auch nicht ohne gründ k-r-lumiren können; er aber suchte ihren stricken best - mög» Ergehen, und versteckte sich heimlich bald da, bald dorren, "^er sicherheit halben an.i;87 nach Mit- löNoökg / tVlÜLNs / Mne Ülüorism or 6 inis lstuirici dEIöl! desto ruhiger zu end zu bringen; ehe er aber selbige in druck ausgeben konte, wurde er durch den tod weggenommen. Polycarpus Lyserus nähme hierauf das ^isnulcripr zu Handen, und puKUcirts es einige zeit hernach mit feiner vorrede. Weil der Lmor darin» den Jesuiten hefftig zusetzte, und von ihnen viel schlimmes an den tag brachte, bekam Jacobus Grctser von seinem ->ra,'ne befehl, dasselbe zu rekur.ren, welches anlaß zu vielen Missten für und wider die Jesuiten gegeben; doch wurde das buch fast durchgehends mit grvstem Lpplsulu aufgenommen. m nate». mülleri kill. orci. leluic. * Hasenpot/ eine kleine stadt in Curland, 4 Meilen vonGol- dmgen gelegen. 2 e, 7 . Hasenpühel/ eine gegend in dem Stifft Speyer, allwo die beyde Kaysere, Adolphus von Nassau und Albertus von Oesterreich, an. 1298 einander eine Macht lieferten, darinnen der erstere das Reich und das leben verlohr. L-z-M. 3 pe>er. ckron. Hasen - Rrtter/ wurden gewisse Frantzösische Officiers bis an chr end genennet, welche an. 1)4« den Ritter-schlag durch Veranlassung eines Hasen empfiengen. Denn als in dem gemeldten jähr die armee des Königs von Franckreich, Philippi VI und Eduarde III, Königs von Engelland, gantz nahe an den gräntzen der Pi- cardie beysammen stunden , und man in stätiger erwartung war, daß es zu einem Haupt-treffen kommen würde, geschahe es eines tags, baß an der spitze der Frantzösischen armee ein Hase aufstund, bey dessen erblickung die vorderste soldaten, um ihn zu schrecken, einen lauten ruff thaten; da solches die hinterste hörten, meynten sie, es wäre das zeichen von einem feindlichen angriff, und machten sich demnach zu der Macht gefaßt, wobey, nach gewohnheik, unterschiedene so genannte Lcu^. zu ihrer bessern ausmunterung, zu Rittern geschlagen wurden. Es erfolgte aber nicht, was man vermuthet, und beyde theile zogen sich ohne ein treffen zurück» IHe 0/ vot. I 9- ri6. Hasserik / siehe Anschericus. Haßlang / eine uralte Adeliche nunmehro Freyherrliche familie in Bayern, allwo sie das Erbland-Hofmeister-amt besitzet. Ihr stamm - hauß Haßlangen liegt zwischen Schrobenhaufen und Alt - Münster; ihrensitz aber hat sie vor zeiten zu Raitenburg am fluß Amber, unweit Ochonga gelegen, gehabt. Barbara von Haßlang ist an. 942 austheilerin der däncke auf dem thurnier zu Ro- tendurg gewesen. Nachgehends wurdeLeonhard an.1019 zuTrier, und Diephold an. ,248 zu Regenspurg unter die thnrnier - genossen gezehlet. Stephanus von Haßlang lebte um das jähr 1)90, und wurde ein ober-älter-vater Rudolphs, welcher noch an. i;o6 gelebet. Dessen söhn Georg,Statthalter zu Jngolstadt, ist an.i;6; mit tod abgegangen, und ein vater gewesen Rudolphs, Hertzoglich« Bayerischen geheimbden Raths, der folgende söhne gezeuget: i) Alexander» von Haßlang zu Haßlangkreit, von dem ein besonderer art. folget; 2) Georgen, den einige Christoph nennen, welcher sich zu Hohen-Cammer beygenannt, und seinen äst fortgesetzt; und ;) Heinrich, dessen söhn Georg Christoph, Freyherr, ist an. 1646 Chur - Bayerischer Abgesandter auf den friedens - tractaten zu Oßnabrüg gewesen, und hat seinen stamm mit unterschiedenen s öhnen fortgepflantzt. An. 1716 erhielt ein Baron von Haßlingen, ( so vermuthlich Haßlangen heißen soll ) bisheriger Kayserlicher General - Feld - Zeugmeister und würcklicher Hof- Kriegs - Rath, wegen seinen dem Ertz-Hauß Oesterreichjähr treu-geleisteten diensten, die clisrgc eines würcklichen General-Feld - Marschalls» Haßlang / (Alexander, Freyherr von) Erb - Hofmeister m )ber- und Nieder - Bayern, Hertzogs Marimiliani m Bayern dof- Marschall und General, war aus dem vorher gedachten ge- chlecht entsprossen. Er begab sich von jugend auf m den krieg, md nachdem er sich ausser landes darinnen Verdienste erworben, ourde er bey aufrichtung der Catholischen i-gu« Obrister, und .esand sich an. 1607 in dem zug des Hertzogs MariMilianr von Sayern, wider die stadt Donawerth, darzu er ihm vornemlich soll lerathen haben. Er war auch an. 1611 bey ihm rn dem kneg wl- >ec den Ertz-Bischoffvon Saltzburg, Wolffgangum Theodoncum on Raittenau, und lieferte ihn feinem Hertzog gefangen, m dessen flensten er folaends als Cammer-Raih, Hof- Marschall und Pfleger zu Abendsberg und Altmanstein verbliebe. Als an. 1620 gemachter Hertzog dem Kayfer zu hülff wider die Bohmen zog, wurde r als General-Wachtmeister mit mann zu fuß und 2002 zn iferd voran geschickt, da er am ersten die rebellirende banren anriß, sie zertrennte, Haag und das schloß Anstechen» und Sta- enberg einnahm, sich daraufmit dem General Lilly -onjung.tte, >nd in Böhmen ruckte, da er das schloß und stadt Grunberg ero- erte, und einige Böhmische volcker zurück trieb» Weil er nun ald hernach an einem fieber erkranckte, wolle ihn der Hertzog ,n Savern bringen lassen. Als er aber den 7 oct. kaum dritthalb mer- :n von demBayerischen lager gekommen, wurde er rn einem wald Rrrr» v»n has has »on den Ungarn gefangen, und ihrem General Johanni Borne- uiiffä ins Böhmische lager , und folgends zu dem Cburfüriic» von Pfaltz Fridcrico gebracht , welcher bey 2 stunden mit ihm geredet. Weil ihm der Herstoa von Bayern sonderlich gewogen gewesen, so hat er seine loßlassimg begehret , und es derentwegen an Churfürst Fridericum gelangen lassen, mit Versicherung , daß / wenn er würde gesund seyn, er sich wiederum stellen solle. Worauf aber Fridericus sich entschuldiget, daß er nicht in seinen, sondern der Ungarn Händen Ware; er starb auch in dieser gcfangenschafft den 24 oct. selbigen jahrs. Von Maria Felicitas , Freyin von Grum- penberq, hinterließ er Johann Heinrich, welcher mit Barbara Francisca, qebohrner Frcyin von Haßlang, Mariam Adelheid Elisabeth zeugte, welche / nachdem sie von ihrem ersten gemahl Mar- guard Johann Wilhelm / Reichs-Grafen von Pavpenheim, den jnn. an. 1686 als wittib hinterlassen worden / siel) mit Johann Christoph Eckhcrrn/ Freyherrn von Kapfing und Lichteneg/ Obrist- StaUmeister bey seinem bruder dem Bischoff zu Freysingen / den nov. an. 1689 vermählte. I.; p. 6;;. Lnnsl. LojicL gemis ?. ZI. z n. 4z. LerFc/'/F gcnc.il. rsb. k. 1 Rassle/ oder Haßli thal/ eine schöne landschafft in dem Can- ton Bern / bey dem Ursprung der Aar gelegen / deren Haupt - ort gleichen »amen führet. Das thal ist 12 stund lang / und gehet ein starcker vaß in Italien dardurch. Der einwohner Ursprung wird von einigen von den Ost-Friesen / welche nebst den Cimbriern vor Christi gcburt unter einen, Hauptmann / namens Resti, in dieses land gekommen / und sich da nieder gelassen; von anderen aber von einer dahin in dein 4 seculo gezogenen Frießländischen colonie her» geleitet. Selbige wurden wegen der Pabst Gregorio an. 829 wider die Saracenen geleisteten diensie mit schönen freyheiten begäbet / mit welchen sie auch an. iz;2, als sie sich von ihren Herren / denen von Weisenburg / loß gemacht / an die stadt Bern ergeben / und selbige annoch behalten / Massen auch diese landschafft ihren eignen Panner und Land - Amman hat / der zwar zu Bern / aber aus der zahl der land - leutcn erwählt wird. Es befinden sich reiche Cristall - minen daselbst. ck-v,,. * ^aßlingdeii/, ein Englischer marck-flecken von Blaakburn- Hundred in dem süd- östlichen theil von Lancashire. ^asmonäer/ Asamonaer/ Asmonäer/ werden von den weltlichen scribentcn die Maccabeische Fürsten der Jüdc» gencn- net; es ist aber ungewiß/ woher sie diesen namen bekommen. Jose- phus schreibet/ daß einer von ihren vorfahren Asinonäus geheissen/ der aus dein stamm Lcvi gewesen / und den Simeon gezcugct, dieser aber Johannen, / einen vater des Mathathiä / welcher der stamm-vater aller Asmonäischen Fürsten gewesen / und sich zu erst hervor gethan v. ;86 / oiymp. 1;;, 1. xi. ;8i6, /r. L. ,68. i. 'Lmpereur und Füller meynen / dieses Wort heiffe so viel als Hanptleute / weil Mathathias und die seinjgen den krieg wider die feinde geführet; Hottingcr hält es vor ein Arabisch wort / so unterschiedliche bedeutungen habe / welche sich alle aufMathathiam und ftin geschlecht schicken; denn es soll heissen ein zorniger / wie denn Mathathias und die seinigcn zornig über die Verfolger worden; es soll so viel bedeuten/ als einer/ für dessen angesicht man sich schämen müsse/ weil seine feinde für ihn, zu schänden worden ; es soll auch heissen ein peitscher / weil die Hasmonäer Gottes peitsche über die feinde seiner kirche gewesen. Aus diesem geschlecht haben von z8>7, a, <7.1Ü7, bis xi. )947,S. Z7, und also bey izo jähren, von Juda Maccabäo an bis auf Antigonum/ die Juden 12 Ober-Regenten gehabt/ welche anfänglich als Fürsten und Hohepriester, endlich aber als Könige dieselben beherrschet haben ,, bis daß solches geschlecht von dem König Herode dem grossen gäntzlich vertilget worden. 1. ir 2,1- kigu. c. 3 . »oc. ^ c. i IcÄ. 6. milcc». 8. j. r c. iz. üoninss. click. xllilol. I. 2 c. r. Ue kell. c. 2 tz. 6. Rasselt / lat. n^sscl-tum, ist i) eine kleine stadt in dem Stifft Lüttich an dem fluß Deiner / zwischen Diest und Bissen gelegen / und zu dcr Grafschaffl Lootz gehörig; 2) eine kleine bevcstigte stadt in der Niederländischen Prövintz Ober-Isscl / zwisthen Zwoll und Swartcsluys / an dein fluß Vecht. fassen - Cheriff / ein Numidier / welcher in der Prövintz Dara gcbohrcn worden / nnd die Philosophie und zaudcr-kunst verstund. Damit er sich bey dem gemeinen volck in ein ansthen bringen möchte/ fübrtc er sich sehr scheinheilig auf/ und sagte / daß er von den alten Mahometanischen Fürsten herstammte. Er hatte ; söhne/ welche er nach seinem kopffzog / und daraufnach Mecca schickte / von wannen sie mit einem grossen phantastischen eiffcr wieder zurück kamen / und viel volck an sich zogen; wie sich denn die gemeinen lcute eine grosse gnade und ehre daraus machten / wenn ihnen vergönnet wurde / den schweiff ihrer röcke zu küssen. Seine zwey jüngsten söhne hieß er nach Fez gehen / um das jähr Christi 1 ?o8 / zu welcher zeit Mabomet Oatar regierte. Daselbst wurde der eine zum Lehrer oder Prediger in dem coNcgio von Mo- dcrase / der andere aber zu der Königliche» kinder Lehrmeister bestellt. Mittler weile begehrte ibr vater das rcgiment von Maroccv/ Susa, Tremesen / und anderen Plätzen mehr / unter dein verwand/ diese örtcr wider die Christen zu beschützen / welches ihm auch der Kayscr verwilligte. Anfangs war er sehr glücklich/ und schlug sich viel volcks zu ihm; allein zuletzt stritte Hahan Ben Tufuf, des Königs in Portugal Vasall und des Eheriffs tod - feind / wider ihm und schlug seine armec z hernach als der Cheriff das übrige theil von selbiger wieder zusammen gebracht hatte, und zum andern mal ms selb zog, wurde er selbst erschlagen. 2^«/,»«-. -Aassefim / siehe Assafinier. Castings / ein Englischer see» Hafen von Hasti'ngs - Rare m den, süd - östlichen theil von Susser. Diests ist einer von den L genannten Onqueportz, und besteht nur aus zwey straffen / welche von norden gegen suden zu gehen / worinnen 2 pfarr - kirche» sind Der Hafen diests orts wird bloß Lurch einen kleinen fluß unterballen / und hatte vor diesem zu seiner clctbniic,,, ein vesi castell auf einem Hügel gelegen, in dessen altes gemäuer man anjetzo lichter aufzustecken pfleget / welche den schiffenden bey nacht - zeit dienen, und den weg zeigen. in LiirLnn. ' Castings / eine vornehme und alte familie in Enqelland. M. Helm vonHastings war des Königs Henrici I Hautz-Hvfmeister. Dessen enccel gleiches namens ward an. 1199 ausdrücklich beruf- fen/ daß er in dem zu Lincoln vcrsammleten Parlament als i-air sitzen solle. Dessen Nachfolger behielten insgesamt ein besonderes ansthen. Einer derselben / Laurentius von Hastings / hevralhcre ^jabellam / eure welcher Aimerici von Valence / Grafen von Pem- broke / nnd ward nach dessen lvde an. 1; z 9 -um Grafen von Pem. broke gemacht. In jvlchcr würde Wcc-öwie ihm an. i;48 sein söhn ^ohanii/em postkuMu-.und demselben an. 1; 7- sein sohii/ Johmn,/ gleichfalls em polilmmus, welcher aber an. 1590 ohne leibes-erbm starb. Von emer neben-linie dieser Grafen von Pembroke war Hugo von Hastings/ dessen llcic-näcnr. Wilhelm/ sich gar sonderlich hervor that, wie in dem folgenden articul zusehen. Sein söhn Eduard von Hastings ward in seiner jugend Ritter des badcs, und hernach von Henrico V II in seines Vaters guter völlig -clstm>rr Erfuhrst nicht nur zum besten dieses Königs, sondern auch in Flandern vor den Kavstr Maximilianum l, gar rühmlich die was- fen/iind gebrauchte den mul eines Lords Hastings von Hungersord, weil stme gemahlin, Maria, des Ritters Thomä Hungersord ein. tzige tvchter und erbin war. Von derselben hinterließ er an. ic°7 eine tochter Annam, welche Thomam / Grafen von Derby, heyra- thete, und einen söhn, Georgimn. Dieser erlangte vor sich und vor scme erbe» den 8 dcc. an. 1-29 die würde eines Grafen von Hu», dmgton/und starb an. 1544, nachdem er mit Anna, einer lochlec Henrici Stafford,Hertzogs von Bukingham,; töchler und ; söhne gezcugct. Der älteste von diesen letztern, Franciscus, war Ritter von dem bade, und nachgehends von dem hosenbande, gieng an. ;c> mit einer zimljchcn mannschafft in Franckrcich,um die Fran- tzose» aus der »achbarschasst von Calais zu vertreiben, erlangte bey Eduardo VI die würde eines geheimden Raths, stillete an. 1; n,da erLicutenant von Lciccstershircwar, die rebcllion Henrici, Her- tzogs von Suffolk/widcr die Königin Mariam,und nchm denselben gefangen; worauf er an. 1561 mit tode abgieng. Seine gemah» lin, Catharina, eine tochter Henrici Pole, Lords Montaigu, halte ihm s >ohne und 5 töchtcr gcbohren. Der älteste söhn, Henricus, welcher ihm üicceciitte, empsteng an. l-71 den erdendes hosindan- des, auch über dieses die stelle eines Lords Lieutenant von Lestester und von Rntland, nebst der würde eines geheimden Raths. Bey seinem den 14dcc. an. 1^-95 erfolgst» rode hinterließ erkcinkind von Catharina, einer tochter Thomä Piercy, Hcrtzogs von Nor» lbuinderlaiid. Dannenhcro lUccc 3 irte ihm sem anderer bruder, Georgius,welcher an. 1604 den z i dec. starb, nachdem er mit Dorothea,einer tochccr des Ritters Johann Port von Etwall, z söhne und 2 töchtcr gezeugt. Der älteste söhn, Franciscus, starb noch bey feines valers leben, hinterließ aber von Sara, einer tochter des Ritters Jacodi Harri>igtoii/4 söhne und 2 töchtcr. Der älteste von den föhnen, Heii'ricus,iuccc6,rrc seinem groß-valcr, und ward Lieutenant von den Grafschafftcn Rntland und Leiccster, Casios Rolii- lorum von der lctztcrn und Stuart von Lancaster. Er siarb an. 164; den 14 »ov. nachdem ihm Elisabeth, eine tochter Ferdinand!, Grafen von Derby, 2 söhne nnd 2 tvchter qebohrcn. Der ilingsie söhn, Hcnriclis, ivard von Carolo I wegen seinen getreuen dicnsicn zum Lord Longhborough in Leicestershirc erhoben, siarb abecini- vcrchlicht. Der älteste, Fcrdinaiidus, lucccclirte in den väterlichen wurden, und zeugte mit Lucia, einer tochter des Ritters Johann Danvers von Englessicld, 4 söhne und 6 töchtcr. Als er den iz ftbr. an. iü;z gestorben, folgte ihm in der Gräflichen äigm-al siin stmgster und einstig übrig gebliebener söhn, Theophilus, welcher Lord-Ober-Richter, Lord-Lieutenant von den Grasschafitcn Lc>- celter und Derby, Hauptmann von den so genannten adelichcn ^cw/o-'^ici, Jacobi II, und dieses Königs gebcimder Rath ward. An. 1692 kam er in den verdacht eines bochverrathsMd deswegen als ein gefangener in dcn Towcr, nachgehends aber wieder aus freyen fuß, und starb den lo fim.an. 1701. Erhalte 2 acmabnn- ncn (i) Elisabeth, eine tochter des Baronets Johann Lcwcs von Ledston, (2) Francistam, eine tochter Francisci Fowler von.var- nage Grange. Von der ersten hatte er einen söhn, Gcorgium, m ihm den ;o may an. 1701 lucccwrte, und den 22 sebr. an. dig starb. Die andere gebahr ihm 1) den ir nov. an. 1696 Tyco» philum, welcher seines ieizt-gedachten bruders erbe ward,2) den -r oct. an. i 699 Ferdinandüm, z) Annam Jacobinam, 4) -ssan- ciscam, 5) Catharinam Mariam, 6) Margarctham- «/ ro z^ 7 i 444 - Castings/ (Wilhelm, Lord) war anfangs Sherif vondrn Grafschafften Warwick und Leiccster, und ward an. 14H' Forstmeister von Were in Shropshire von Richards, Hertzog von Zorkwemacht. Bey deffen söhne, welcher an. 1461, unter dein na« mcn Eduardi IV, den Englischen thron bestieg, fand er mc jo absonderliche gnade, daß ihn derselbe zu seinem müntzmess er m« muntz-inffcÄ«- soipol in dem Tower zu Londen, als zu Ulalo, a> t 12 jahr,inglcjchcm zum Ober-aufseher unterschiedener KonWa ^ landereyen , zum Lord-Cämmerer seiner Hof-statt , und M ^ ' x hat mmr von dem nördlichen theil des Fürstenthums Wales ernenne- te, ainli stracks in dem ersten mhr seiner regierung ihm die würde eines Freyherr» vonHastmgs, das nächstfolgende jähr aber den orden des hosendandes verliehen. Ais an. 1470 gemelkter König sich genöthigt sahe, aus seinem Reich nach Holland zu fliehen, hielt er beständig bey ihm, und comristuixte sehr viel darzu, daß an. 1471 die schlackst bey Barnet, und mit derselben von neuem das Königreich für ihn gewonnen ward. Dadurch aber schadete er seiner xmLuon nicht wenig, daß er nebst andern den gefangenen Printzen Eduard, einen söhn des Königs Henrici VI, ermorden halff. Bey Eduard! IV gemahlin, Elisabeth, war er sehr übel angeschrieben, und es fehlte nicht viel, daß deren druder, der Lord Rivers, ihn durch eine ordentliche anklage um seine ehre und um sein leben gebracht hatte. Doch Eduardus IV blieb ihm allezeit gewogen, und er hingegen sowol ihm, als auch seinen beyden söhnen, Eduardo V und Richards, mit unverrückler treue zugethan. Als diese beyde letztere, nach ihres Vaters tode, der aufsieht ihrer Mutter und des Lord Rivers entzogen wurden, war er, aus einer wahrhafftigen guten absieht, ihres vaters bruder,Richards, Hersog von Glocestcr, darinnen behulflich, wie auch daß derselbe zum strores« und Regenten des Reichs erklärt ward. Allein da er merckte, daß dieser Hertzoa selbst nach der crvn strebte, ließ er sein mißfallen darüber so deutlich,blicken, daß derselbe, um eine so mächtige Hinderniß seiner anschlage aus dem wege zu räumen, ihn an. 148; den i; jun- als er in demTowcr der geheimenRaths-versamrnlnng beywohnte, in anest nehmen,und etwan anderthalb stunde hernach in dem Hofe des Towers, auf einem zimmerboltz,enthaupten ließ. Um eine so schleunige execmion bey dem volck zu entschuldigen, kam alsbald ein manifest heraus, worinnen ohne einige Wahrscheinlichkeit vorgegeben ward, es habe der Lord Hastings eben denstlben tag vorgehabt, den Hertzog von Glocester, nebst dem Hertzog von Buckingham, hinzurichten, und die Verwaltung des Reichs an sich selbst zu bringen. .Zugleich warffman ihm darinnen vor, daß er, nach Eduardi IV todtllchem hintritt, dessen liebste -^stresse, Iobannam Shore, (deren noch lebender ehemann ein bürger von Londen war) zu sich genommen, und unzucht mit ihr getrieben, welches zwar in der that sich also verhielt, keinesweges aber vor eine gnugsame Ursache eines so harten Verfahrens wider ihn angenommen werde» wolle. Sein cörver, nebst dem abgeschlagenen kopff, ward nach Windsor gebracht,und daselbst neben Eduard! IV leichnam begraben. okUnA Lllvvsrll IV. lstc c>fK. Lllvvsrcl V. 1 ,'te vkK. Lictizr-l III. LoM»-»ex inemoir. Lchsnnis. 176. Aatfield/ eine marckl-stadt in der westlichen gegend von Essex in Engelland, und auch eine stadt in Hartforhshire, sonst Bishops Hatfield genannt, so wegen des vortreflichen Hauses dieses namens bekannt ist, welches vor diesem ein Königlicher pallast gewesen, bis es durch eine vertauschung an den Grafen von Salisbury gekommen. ^artherley/eine marckt-stadtin Blak-Torrington-Hundred in der westlichen gegend von Devonshrre in Engeüand, an dem flusse Towridge gelegen. haterius / mit dem zunamen cru-mm, ein sehr berühmter Römischer Redner und Rathsherr zu der zeit der Kayseren Augusti und Tiberii. Niemand wäre weder fertiger über eine jede vorfallende fach, ohne einiges nachsinnen, weitläuffige reden zu halten, noch reicher an gedancken und austruckungen , alles auf vielerlei) weiß, das doch in der that eines wäre, vorzustellen; Jedoch wurden auch an ihme, wie fast bey allen dergleichen Lxcemporsneix, mehrere fehler in acht genommen und getadelt. Erstlich, daß er von ansang einer rede biß an deren end alles mit gleicher, und zwar der gröstm hitz,vorbrachte, aus welcher ursach Augustus von rhme sehr artig gesagt: Mau müste ihne einhalten, wie man es mit denen allzu 'lehnest umlauffenden rädern an einem wage» zu thun pßkHt: l-ZmenuL noHür Es hat (Utch dlLsev/weil er sich so gar nicht mäßigen konte,und eine jede fach und gedancken, so er vorbrachte, durch allzuviel Vorstellungen ausführte, einen seiner freygelassenen knechten nur zu dem ende bestelletdaß er ihne unter wahrendem reden erinneren solle, daß es zeit wäre zu einem andern theil zu schreiten. Der andere fehler wäre dieser, daß seine reden, wann man sie geschrieben last, dem ein sehr schlechtes lob hinterliessen,sbschon sie sonsten fast jederman gefielen,der sie Haterium selbst aussprechen sahe und hörte; Woher es dann kommen, daß, was von ihme in schafften verfasset worden, nach seinem tod nicht laug gedauret, wie es schon Tacitus angemercket hat. In dem ansang der regierung des Tiberii, und als sich dieser m dem Rath noch listiglich steilere, als scheuete er sich selbige anzunehmen, hatte ihne Haterius einiger maßen angestochen, und ibme zu verstehen gegeben, wie alles nur ein spiegel-gefecht und falsche verfiel« jung wäre. So bald sich aber Tiberms deßwegen zornig erzeigte, verfiele Haterius aus zaghafftigkeit auf die aller verächtlichste und schimpflichste abbitte und schmeichelet,; und nach deme er durch dessen Mutter, Liviam, einmal wieder in dessen gnade gesetzet worden , vergasse er aller vorigen freymüthigkeil, so daß er offtmals in dem Römischen Rath in gantz svlurck flatterten ausbrache. Seme weichmüthigkeit erwiese sich auch, wie wohl auf eine rühmlichere weiß, bey dem tod seiner söhnen, die er mehr, als einem Römer erlaubt zu styn schiene, betraurete, und solchen kummer erneuerte, jo vjß er von andern vätcrn ein gleiches Unglück anhörte, oder selbst von dem seinigeu reden muste; Jedoch bemerckte man, daß eben dieses seinen Worten desto mehr trafst und Nachdruck in anderer ge- mütheren gäbe, wann er bey gelcgenheit von diesem ihme zugeflossenen hertzleyd einige Meldung einbringen kante. Daher der altere hat 68; von ihme sagt: Es hätte in diesen fallen sein geistcs und fähigkeit ausgemacht. Er brachte sein leben bw auf das 90 jähr. §e». >n xrs.-k.4. -xc. comc. !>/--/. cp,a. 40. 1.1. r, ; k 4. x«/. in cstro». incpill. acl ll-erroristu; soll. »icroll -.^oßsten findm wir noch 2 andere Hnterios in der Römi» ^ Agrvpa, dene Tacitus ei, nen verwand.en Gcrinamck nennet, und welcher unter Tiberio .5".vu»us ss-vlx und Bürgermeister in Rom gewesen. Sein leben wäre lasterhaft , und da er steh in den schändlichstenwollüsten herum weltzte , trachtete er noch andere wohl verdiente wüthe bey Ti- berw in haß zu bringen,und in unglück zu stächen. -an.!. Der andere Haterius trüge den zunamen Antonius, und man weiß von ihme nichts weiters , als daß er von gutem Römischen geschlecht gewesen, aber seiner vor-eltern gut verprasset, und dennoch von Nerone im ansang seiner regierung, und als er noch für gütig und leutlelig wolte angesehen seyn, neben andern mit einer mhrnchen penl-an ergötzet worden. D-c-x. snnsi. i.c. * sattem/eine kleine stadt in Geldern,welche an dem flusse Asse! lmt.ohngefehr; Meilen von dessen einfall in die ste. Sie gehört den Staaten. clssts. kolzü. hatten / ein Adeliches geschlecht im Holsteinischen, dessen ur» Heber Heinrich von Hatten, Königs Friderici III von Dänemarck Rath, Land-Cantzler, und Dom-Herr zu Schleßwig bey seiner Ge. sandschafft nach Wien von dem Kayser Ferdinando II in den Adel-stand erhoben worden. LcKielvv. u»ä 140IK. k. I c. ; p. 17. Äatto I , war anfänglich Abt zu Reichenau, wurde aber an. 891 nach dem Smizv Ertz-Bischoff von Mayntz. Er war ein unruhiger kvvff,welcher viel ungeleaenheit angerichtet hat. Er brachte Graf Adalbertum von Pamverg umsein leben. Denn weil selbiger einen von Kayscrs Ludovi« IV nahen anverwandten erschlagen hatte,stichte der Kayser solches an ihm zu rächen, konte ihn aber nicht aus seinem schlösse heraus bekommen. Hatto fleug dieses werck mit list an, indem er zu dem Grafen nach Bamberg rei. setesthn beredte, daß er sich dem Kayser lustwststren svlte, und ihm zuschwur, daß er ihn frisch und gesund wieder auf das schloß zu Bamberg bringen wolte. Als sie aber kaum aus Bamberg heraus waren,stellte sich der Ertz-Bischoff, als wenn ihm die luA nicht bekommen wolle, und bath um ein frühstück, daß der Grafwreder mit ihm zurück muste. Als nun der Gras zu dem Kayser kam, ward ihm der kopff abgeschlagen, und entschuldigte sich Hatto damit, daß er ihn bey dem frühstücke seinem versprechen nach gesund und frisch in sein schloß zurück gebracht hätte, könte aber davor nicht, daß der Graf zum andern mal mit ihm hinaus gezogen wäre. Ferner suchte er den jungen Sächsischen Hertzog Henricum, ehe er noch Kayser wurde, aus dem wege zu räumen, indem er denselben mit einem vergiffteten göldenen Hals-band beschenckte. Allein der gold» schmied hatte den betrug verrathen, daß es Henricus wieder zurücke schickte. Es soll endlich diesen Hattonem das weiter erschlagen, den cörper aber der teufet weggeführet, und in den Siciliauischen berg Aetna geworffen haben, welches aber vor eine fabel zu halten. HIÄxr«»«, LroX«x I. z rä Ln. 908. L-fsi-r^«4 i. 1 p. 988. Oxx- I. ; c. 16. gnasl« Fulä. kill. ^rckisjrilc. Qcrmsn. still. st 4 oZ>wk. ^atto II , war anfänglich Abt zu Fulda, wurde hernach Ertz. Bischofs;» Mayntz, lebte im io secnlo, und wurde von dem Kayser Ottone in wichtigen Verrichtungen gebraucht. Es wird vorgege- den, daß ihn die mäuse und ratten gefressen, zur straffe seiner un- barmhertzigkeit gegen die armen; Jndeni man sagt, daß er zur zeit einer grossen Hungers - noth viele armen, die brod gefordert, in eine scheure versammlcn, und darinnen lebendig verbrennen lassen, auch als sie erbärmlich geschrien, zur antwort gegeben, wärmn sie nicht arbeiteten ? oder wie andere wollen : höre / wie Dre körn - mäuse pfeiffen. Allein nicht lang darnach wäre er der- ,nassen von ratten und mäusen geplagt worden, daß ihn auch sein in dem Rhein erbautes schloß, wohin er seine Zuflucht genommen, darwider nicht schlitzen können, indem sie ihn auch durch den flnß verfolget, und endlich tod gefressen, ja so gar seinen namen aus den wänden und tapezereyen genaaet. Tnthemms, Serrarius und verschiedene andere stribenten haben sich sehr bemühet, diese Historie zu widerlegen» und zu einer sabel zu wachen; Wendelinus hingegen hat deren warheit mit starcken gründen bestätigen wollen. Wie denn auch derjenige thuen, so ohnsern Dingen aufeiner miul des Rbeinstroms gelegen, dabero den name» des mäuse - thurns führen soll. Trith'emius aber sagt, daß dieser thurn zu einer warte vor das vatterland vorzeiten erbauet worden, und von solcher wart meinet Serrarius, habe der thurn den namen bekommen; denn wer von einer wart etwas sihet, den heisse man maulen, das ist, auf die mäuse »sie die katzen lauren. Einige neuere wollen schliessen, er habe die Mönchen ihrer fauchest halber gestrafft, dan- uenhero diese bewogen worden, solche ding von ihm auszusprengen. cstron. tiirlstuß. sä sn. 967. cerir. io. sn. kuill. l, i c. ,7 §. Lxn»,' rer rstoZunc. IL. 4 c. 4. Icecxcr - still. !- 10 c. MdÄ schickte ihn an. 81 l als Abgesandten an den Kayser Nicephornm zu Constantmopel. Er schrieb eine rei-mon von dieser reiß, und gierig m deiinstin kloster wmrmnen er auch an. 8;6 verstarb. 686 hat m tltron. kr>z> -rtt» in innsl. 6« liistok. Lstin. A/<>L««in LuÄ. hatton/ (Vice-Grafen von) in Engelland. Nachdem der Ritter Wilhelm Newport von seiner mutter bruder, dem ehemaligen Groß-Cantzler von Engelland/ Cbristophoro Hatten, an kindes- statt angenommen worden, nennete er sich nach dessen an. i?yl er- folgtem tod Wilhelmum Hatton, hinterließ aber keine männliche leibes-erben, und vermachte demnach den grösten theil seines Vermögens seinem pathen Ehristophoro Hatton, einem söhn und erben seines nächsten anverwandten Johann Hattons. Besagter Christophorus ward bey des Königs Jacobi I crönung zum Ritter des bades gemacht, und zeugte einen söhn, gleichfalls Ehristopho- rus genannt. Dieser erlangte bey der crönung Caroli I ebener Massen die würde eines Ritters von dem bad, und nachmals, wegen seinem eyfer vor das Königliche EreN-. den titul eines i.<>r7. Von seines bruders söhnen wurde Friedrich, ein sehr starcker Ritter und Hauptmann, bey Limpurq an. erschlagen. Dietrich zu Müntzenberg pflantzte eine besondere linie fort, von welcher hernach soll gesagt werden, und von Marcolphcn, der benden vorher gehenden bruder, stammte Marguard von Hattenstein ab, der an. i z8i als Bischofszu Speyer gestorben. Er selbst aber, vorgebuchter Heinrich, wurde ein Anherr des berühmten Johannis von Hattstein, welcher an. 1546 als Johannirer - ordcns Comtur zu Haimbach, Groß-^-ui- zu Maltba, Hecrmcister in Teutschen landen, und Fürst zu Heidersheim, 91 jähr (nicht 100, wie einige setzen) alt mit tod abgegangen. Voraedachtcr Dietrich zu Mun- tzenberg hat seine linie allein bis jctzo fortgesetzt. Derselbe wurde ein älter «Vater Hennings, der an. 14? 9 als Amtmann zu Cam- berg verstorben. Sein söhn Ludwig, Cbur-PfältzifcherKriegs- Rath, wurde ein vater Johannis, Chur-Pfältzischen Ober-Amtmanns zu Zweybrücken. Von dessen enckcln sind zu merckcn: i) Johann Philipp, welcher Hugonem Reinharden gezeugct, der anfangs Dom-Herr zu Mavntz und Speyer, und hernach Dom- Kuster zu Trier gewesen, nachgehends aber ---llg-^rt, und Obrister, auch endlich Chur-Tricrischer Ober-Amtmann zu Limburg worden; und 2) Johann zu Müntzenberg, der an. 1629 als Cbur- Dfältzischer Ober «Cammer-Herr und Rath verstorben, Philipp Eustachium, Obristen und Commendanten zu Brysach hinterlassend. Von dessen söhnen hat Johann von und zu Hattstein, Cbur, Mayntzijcher Cammer-Herr, Ober-Amtmann zu Fritzlar, und der ReichS- freyen Rheinischen Ritterschafft Rath, sein geschlecht bis Äs heutigen tag fortgesetzt; Heinrich Friedrich aber, Chur« böllnischer Cammer-Herr und Obrister, hat noch an. 1706 unver- yeyrathet fforirt. vow«.hc>oi 5 tll,l>?iä«l c»l,.z 6 . hak ^atwatt/ oder Hadwalt / eine veste stadk inOber-Ungaw an der Zaqyne, z weilen norb-warts von Pest, und ü von Aqran gelegen. Sie ist von den Turcken und Teutschen verschiedene mal erobert, und von den letzter» an. 1604 verlassen worden. An. nahm sie der Kayserliche General Cusani den rebelten ab. «chz. besckreibung von llngrrn p. , 63 . hatzfeld und Gleichen / ist eine Reichs-Gräfliche familie unter den Wetrerauischen Grafen. Sie nimmt ihren Ursprung von dem berühmten adelichen geschlecht derer von Hatzfeld, welche von dem stamm-schloß und städtlein Hatzfeld in Hessen unfern Batten- berg gelegen, den namen führet. Zum stamm-valer desselben setzet Humbracht Reichardum von Hatzfeld,der an. 968 gelebet,und M mit einer von Reiffcnbcrg vermählet hat. Von seinen nachkommen ist absonderlich Gottfried von Hatzfeld, so um das jähr iM gelebet, anzuführen. Derselbe hinterließ etliche söhne, davon aber hier nur Johann von Hatzfeld, Chur.Cöllnischer Marschall, und von an. 1409 bis i442Land-drost inWestphalen,und Gotthard vou Hatzfeld zu mercken. Jenes nachkommene haben die Westphälische und Bergische linie errichtet, und theils den Freyherrlichen cNz,z. ü«r erlanget. Dieser aber, nemlich Gotthard, hat in seinen nachkommen den Reichsgrafen-stand auf sein geschlecht gebracht. Sein eintzigcr söhn Georg, hinterließ 14 kinder, davon der jüngste seinen stamm inHegen fortgepflantzet-Der älteste,namens Gottfried,hatte z söhne,Wilhelmum,Georgium und Ludovicum,worunter dieser letztere keine erben hinterließ. Der andere, Georqius, hatte erben; es war dessen cnckel Heinrich Ludwig von Hatzfeld, Kayferlicher Obrister,und an. >ü; 1 Commendant zu Rostock,welcher von einem Advocaten daselbst,dem er sei» vorwerck ruinirt hatte,meuchelmbr« derifcher weise mit einem beil todt geschlagen,und ihm hernach der kopffabgeschnitten wurde. Dessen einstiger söhn WolffHeimich aber,hat diesen äst geendigt. Der älteste Wilhclmus hingegen fetzte das geschlecht fort. Er hinterließ von seiner gemahlin Catharina von Seldach in Crottorff, Lrebastianum, und dieser mitLuciavvn Seckingen4 söhne,worunter der vierte,Hcnricus Friderieus,c-no. nicus zu Mayntz war; der fünffte, Bertram, jung verstarb; der älteste,Franciscüs,an. 16; 1 BischossvonWürtzburg und Hersog in Francken,auch von an. 16;; BischofsvonVamberg wurde,von dem hernach. Melchior that dem Kayser Ferdinando II im zojährigen kriege grosse dienste,und wurde deßhalber nebst seinem bruder Her- mannovon demselben in den Rcichs-Graftn-stanv erhoben. Weil nun fast eben diese zeit die Grafen von Gleichen mit Johann Ludwig abstürben, so beliebe Churfürst Anshclm Cäsium zu Mayntz jetzt-bemeldte beyde Gräfliche gebrüder, nebst ihren nachkommen am ;o jul. an. 16)9 mit der seinem Ertz-Stifft Heimgefallenen Grafschaffrund Hause Gleichen, worauf ihnen Kayser Ferdinan- dus III an. 1641 das Pi-Lllic^r: Grafen zu Gleichen und Hatzfeld, und Herren zu Wildenberg, auch das ehren-wort: hoch-und wvhl- gebohren aus seinen und andern Reichs-cantzleyen ;u geben befahl, und sich die Grafen,wegen Gleichen,aufdcffReichs-tagen <111.1641 und 1644 des sitzes und stimme bedienen wollen,welchem beginnen aber die Hertzoge zu Sachftn-Weimar, aus unten vorkommenden Ursachen widersprachen. Es haben aber die Grafen hierausjcdoch mit Vorbehalt des sächsischen rechts, die zclmilllo,, aufdieWei- terauische Grafcn-banck, auch von dem Kayser Ferdinands III an. 1644 das recht, güldene und silberne müntzen zu schlagen, inglei- chem an. 164; die exrcnllon des Selbachifche» Reichs-nroicüom auf ihre familie erhalten. Der dritte,Hermaiimis,welcher Wleich zum Reichs.Grafen gemacht worden, auch KayserlicherMchs- Hosralh und Obrister war, wurde den 12 iul. an. 160; gebohien, und setzte das geschlecht allcine fort. Er starb im oct. am >677, und hinterließ von seiner gemahlin Maria Catharina, Freyin von Dakburg,4 söhne, davon der älteste Franciscüs den geistliche» Wd erwählet,Cavitular-Hen bey den Ertz-und Hoch-Stifflern Mayntz, Trier und Würtzburg gewesen, und'den 11 fcbr. an. 168? verstorben. Der andere, Melchior, starb jung in dem Niederländilchm kriege. Die benden jünger», Hcnricus und Scdastiamls, haben? besondere linien angefangen. Hcnricus stiffretc die Trachendcrgi- sche, und starb an. 16L; im aug. zu Racoz in Polen. Semege« mahlin war Catharina Elisabeth, Philippi Erwini, Freyhcrmvv» Schönborn tochter, Lothar» Francisci Churfürsten von Man»? schwcster; diese hat in ihrem wiltwen-stande die helffre derpew schafft Trachcnberg, welche durch heyratb an die Freyherren von Ncssclroth gekommen war, crkauffet, nicht weniger auch das M- lein Prausnitz nebst i; dörffcrn an das haust der Grasen von Ha?' seid gebracht. Von selbiger ist der jctzt-rcgicrcnde Herr gramen« bergischer linie, Franciscüs, des Heil. Röm. Reichs Graf zu W seid und Gleichen, Herr der Herrschafften Trachcnberg m Lck>e- sicn,zu Praunitz,Blanckenhayii,Cranichfcld,Wildenberg, CroM, Schönstem, Haldcrberg, Stctten und Rofenberg, Kayserl. Lm- merer, gebohren an. 1676. An. 1708 den 2; nov. bat er sich M Anna Charlotte Elisabeth, Johannis Philippi Grafen von LM dion tochter vermählet, welche ihm gebohren Mariam Sovd-^ dcn s jun. 1709,so den r; jul. daraufgestorben; Mgriam Annam Johaiinam den z< bec. an. 1711; Mariam Eharlottam AM stam den 6 jul. an. 171c; Franciscum Philippum Adrianum em a mertz an. 1717 und Carolum Fridcricum Antonmm den 1 sept.1718. Dessen gcschwistere sind Maria Anna,gebohren im tzp an. 1671; Lucia, gebohren an. 1672, starb an. 1692; TereM4 bohren an. 167;,wurde einc Ursuliner-Nonne zu Colln; gebohren an. 1074, starb an. 169°; Melchior, gebohren an. d starb an. 1679; Hcnricus Josephus, gebohren an.iHS,» - Mayntz und zu Colln csnon.cur; Maria Elconora Charlotla, s bohren an. 1679,wurde an.169; mit Joh.Otto,Grafen von. dach , vermählet, und nach dessen tode an. i7°r Damm» hat Kttyberm von Schönbsrn. Sie starb an. r?i8. Catharitta Elisabeth, gebohren an. 1680, so an. 1707 verschieden, und Antonius Lotharms, gebühren an. 1682 , Dom-Herr zu Würtzburg und Breßlau. Hermanm anderer söhn, Sebastianns, stisflete die Hatzfeld- Rosenbergssche kme. Er ist den 2 febr. an. i694gebohren,unb an. -7°8 gestorben; er hat mit seiner gemahlin Anna Elisabeth,Freyin von Kesselstadt,des Churfürsten von Trier Ich. Hugonis von Urs- Peck fchwester-kochter, gczeugetAnnamAntoinette,gebohren den 18 vct.au. 1687; Johannen, Gottfridum, gebohren an. 1688, starb an. 1689; Johannen, Hugonem,gebchren den 14 mertz an. Mao; Mariam Calharinam, gebvhrcn den9 sept. an. 1692; Carolum Casparum, gebohren den 2; aug. an. 1691; Lotharlum Fran- ciscum, gebohren den 29 oet. an. 1699. Es besitzen diese Grafen ausser dem alt-vaterlichen stamm-schloß Hatzfeld auch ein städtlein dieses namens in Hessen an der Cder liegend; Ferner in Thüringen einen theil von der Grafschaffc Gleichen, nebst den Herrschaff- ten Blanckenhayn und Nieder-Lranichfeld , über welche bey, de sie d>e landes - herrliche Hoheit xrEnöirm , welches aber von dem Hause Sachsen-Weimar nicht zugestanden wird, weshal- ben denn die fache an demKayserljchen cammer-gerichte schwebet, da indessen die Hoheit von Chur-Sachfen 5 -gueKnret ist; inglei- chem den flecken Wandersleben und das geeichte zu Hochheim. In der Wetterau sind ihnen zugehörig die schlösset Wildcnberg und Erottorss unweit Siegen; in Francken die Herrschaft: Roftn- berg, woselbjr das städtlein Stetten, schloß Halderberg, schloß und fleckenWaldenhofen, welchem,. 1692 nach abgang der Rofender- gischm familie dem Stiffte Würtzburg vcrmannet, und den Grafen von Hatzfeld zu lehn gereichet worden. In Schlesien haben sie die freye standcs-herrschaM Trachenberg,welche vormals den Hcr- tzogen vvn GIogau, Piastischcn stammes, sodann den Freyherren von Kutzbach, und hernach den Freyherren und L-mper-ftey von Echafgötsch zugehörig gewesen. Als sie aber Kayser Ferdiuan- dus II an. 169; eingezogen, gab der Kayser Ferdinandus III an. 1641 seidige Graf Melchior,, von Hatzfeld zur lehen. Nach dessen an. 1641 erfolqtem tobe GrafHermanu und dessen schwester Lu- cia,vermählte Freyin von Nesselrodemach einem langen Proceß vor dem Ober-und Fücsten-recht in Schlesien, sich darein gleich gethei» let; wicwo! Graf Heinrichs Wittwe nachgehends die Nesselrodi- fche helffte, das städtlein Praußnitz und 1; dörffer begreissend, wieder crkmiffet, und mit der Hatzfeldischen vereiniget. Ze- ncsl. ?. ! 6 c. 6. llrrii Luropa: c. Zl. fsc» »Ä?. i p. S14. »-»k--./. 109. s^-icil. tccul. r. Hatzfeld / (Franciscus, Grafvon) Bifchoff zu Bamberg und Würtzburg, Hertzog in Francken, war an. 1996 von Hermanno, Grasen von Hatzfeld, gebohren. Er nahm den geistlichen stand an, wurde c»nonicm und Dom-onwr zu Bamberg, auch Probst des co!i-Ziz:-Stiffts 8. Gangolphi, nicht weniger Dom- Opiruisr zu Cmitzburg, vlce-Dom der Vanibergischen Herrfchasft Wolffsburg in Kärndte», ingleichemDomherr zu Würtzburg. An. 1690 sandte ihn der Bischost Philipp,,s Adolphus von Würtzburg als einen Gesandten auf den Churfürstlichen colleZisi.tag nach Rcgenspurg; und der Bischoffvon Bamberg Johann Georg, an. i6;i aufden zu Franckfurt am Mayn wegen den geistlichen guten, angestellten composirinns-tag, welcher convcnc aber sich wegen Königs Gustavi Adolphi sieg bey Leipzig, und dessen darauf erfolgten pro^En bald zertrenncte. Als indessen bey währendem convenc der Bifchoff von Würtzburg mit tode abgieng, wurde er den 26 jul. an. 169 > an dessen stelle erwählet. Als der König von Schweden in Francken einbrach,that er ihm zwar einige ftiedens-pkopoLion-s,recirlrte sich aber „ach Cölln, da indessen die stadt Würtzburg mit stürm eingenommen , und darinnen ein schöner vorrath gefunden wurde. Indessen hielt er sich theils zu Cölln, theils in den Niederlanden auf, wurde aber in währendem seinem ---m» den 29 jul. an. 1694 zum Bifchoff von Bamberg erwählet, da er denn eine reife zu dem Kay- fer Ferdinands II nach Wien that, woselbst ihm aber der k-Äor der academie, v. Stephanus Zwirfchlag, an dem fronleichnams- tage bey den angestellten koicmwen den in der dom-kirche bereits eingenommen platz im chore nicht «6irrn wolte,weshalben er nebst dem BischoffvonOßnabrück ausserhalb des chors feinen sitz nahm. Nachdem aber Würtzburg den Schweden wieder abgenommen worden, kam er in selbigem jähr wieder dahin , empfieng an. 169 9 von dem Kayser Ferdinande II die lehen über feine beyden Biß- thümer, bekam auch im monat dec. selbigen jahrs nach einiger be- lagerung feine vestung Königshöfen durch accord wieder ein. Er unterzog sich an. 1696 der zwischen dem Kayser und Landgraf Wilhelm von Hessen-Cassel angestellten ftiedens-handlnng ; als aber selbiger die belagerte stadt Hanan entsetzte, zerschlugen sich dre tractaten. Da auch m selbigem jähr einige ftiedens-tractaten zwischen dem Kayser und Schweden zum Vorschein kamen,wurde dieser Bischoffvon dem Kayser Ferdinando II zu seinem?>emp»rcn. tisrio ernennet, und ihn, Graf Ernst Fugger, und Graf Ferdinand Sigismund Kurtz schurret; von welchem Kayser er auch nebst seinen brüdern in den Reichs-Grafen-stand erhoben, und ihnen d,e damals abgestorbene Grafschafft Gleichen von dem Churfürsten zu Mayntz zur lehen gereichet wurde. Er ließ an. 1699 eine leib- garde von'900 mann werben. Als aber der Schwedische General Königsmarck in selbigem jähr in sein Bißthum einfiel, muste er ihm den auf dem schloß zu Würtzburg gefangen gehaltenen Chur- Pfaltzischen General Ferentz ohne entgeld ausliefern, „„029000 rthl. bezahlen. Er beschickte an. 1640 den Rcichs-taq zu Regen- spurg durch seine Gesandten. Er war sonst gar mildthätig gegen die armen, wie er denn auch zu Würtzburg jenseit des Mayns auf dem Schotten-anger ein waysen-hauß erbauen ließ. Endlich siel ... . bav 687 über der mittags-mahlzeitin eineplötzliche ohnmacht, und starb drey vierte! stund darauf. «z« rebu§ 8uec. p. 498. / Lalderberg / St^^ ^umwrr geyclmer veaw/Hvs.Krlegs-Rath und General-Feld. Al arschast. Er war von Sebastiano Grasen von Gleichen und von Hatzfeld / „m Lucra von Scckingcn erzeuget / und den 2a nov. an. i999,aüf dem schloß Crottorffgebvhrcn. Bey erwachsenen jähren begab er sich m. kriegS-dlenste / darinnen er dergestalt empor kam , daßer Km)strltcher General wurde. An. 1690 schickte ihn derKay. .. . . ..,.—« -.1698 die Pfältzi» schen tronppen / erlegte deren wohl 2000/ bekam die und viele gesungene/ worunter Printz Robert von Pfaltz war/ welche er dem Kayser zuschickte/und eroberte hierauf CiovMburg/ Vccht und andere vrtrr. An. 1641 bekam er die stadr Dorsten durch ac. rord/ und übergab sie dem Churfürsten von Cölln wieder. Von dar giena er m Tyurmgcn / nahm Hcldmngen/ Mannsftld und an» dere orker ein. An. 1642 hielt er sich an dem ober-Rbeinstrom wol. An.- S44 eroberte er Halbersiadt und Osterwyck. In der an. 1649 bey Janeow in Böhmen gehaltenen Wacht wurde er geschlagen / .. ., .. .. .. -.. Kayser die freye standescherrsckaffk Trachenberg tn Schlesien kaufweise erhielte/ und nach geschlossenem frieden da '..'' '.^ .. Kayser 5 " ^ 1697 «rinnen bestätiget wurde. Als der setzet hielten / nach einer monatlichen belagemug in des Königs von Polen gewalt- Er begab sich aber balddaraufin seine herrschafft Trachenberg/woselbst er auf dem dorff Bowitzko deno ian. an. 1698 starb / und zu Praußnitz begraben wurde. Weil er kerne erden hinterließ/so kamen seine lander an den Grafen Hermann/ seinen leiblichen bruder/ und an seine schwester Lucia/ so an den Freyherr» von Ncffelrvde vermahlet war. TLe»?»-. cou,meflr. äs kell. Lues, AieliciAi'ajrliiL c. 8. p. 478. Grafschafft Stplberg gelegen. Sie hat in dem 17 K-ui» einer ne» ben-linie der Fnrsten von Anhalt-Bernburg zur sppsnrg- gedient/ welche auch davon ihre denennung angenommen. In der nachdar. schafft dieser stadt giebt es bergwercke. Havana / ist die hanvk-stadt in Cuba / einer von den 2 grossen insuln in dem Mexicanischen meer-busen. Es ist ein wohlbeftstigter vrt/ und hat einen guten haftn in der nördlichen gegend der insu! gegen Florida über. Der ouuverveur in Cuba hat hierselbst seine ordentliche residentz. Alle schiffe / die nach Spanien wollen / ver- sammlensich hier von allen theilendes Meerbusens / versehen sich rnit Proviant und frischem waffer / und warten aufeinander / biß sie beysammen sind / da sie denn mit einander von hier durch die meer-enge von Bahama in den mitternächtigen oc-a»um kommen/ und von dar in Spanien. Ob wol dieser ort befestiget ist / so haben ihn doch vor wenig jähren die uvucLMM mir einer geringen anzahl schissen überrumpelt und ausgeplündert / auch die einwohner gezwungen / die Verbrennung der stadt durch eine große summa gel» des abzukauffen.. Kein haftn in gantz West-Indien hat so grossen Zuspruch / als dieser. äe e«? -rmei-ics 1 .1 c. I. >2 c. »o Ililkqr, ortzis gsog.Lpk. c. ; ^-rc. 9 tz. 7. OexWe/rw. iiik. äcs Noussniers. Hauben / (von der) einFreyherrliches gefchlechk an dem Rhein davon Johann um da- jähr 1909 bekannt gewesen. Dessen en» ckel Hennel / war Cammermeister bey Pfaltzgras Ruperw und Burgmann zu Fürstenberg. Heinrich / ein söhn des letztem / war um das jährn.-le sich um das 169, giena H«..» ^7 i'" ' waren 1) Johann Carl / 2) Johann Lorharms. 9) Johann George/ war Ober-Jägermeister zu Baden-Baden / und wurde her» „ach an. 1704 Grafund Kayserlichcr Cammerherr / ferner Kayser» sicher Obrister und General-Feld-Marschall-Lreutenant/bsieb aber den 16 aug. an. 1717 in dem treffen vor Belgrad. 4) Johann Fn- brich Hartmann / Kayserlichcr Obrister/ 9) Joban» /Domherr zu Worms / der bald nach des vaters rode / als Kayserlichcr grana, dier-Hauptmann / gestorben. Läeiss>. ?. r. v. K. wie auch schöne wcrder macht/ darunter sonderlich das so genannte .Vavellünd bey Spandau/ ferner Brandenburg in dre neue und altt stadt theilet / und endlich bey Werben m dw Elbe fallt / nach» d m eran der linckenftite die Spree/ Rotte/PIun und Jle/ an der rechten aber den Rhyn und die Doyc zu sich genvnuncn. Havelberg / eine Brandenbnrgische stadt in der alten Marck/ (wiewol der Dom schon in der Pncgmtz ltget/ daher auch dre gan» 688 hav tze stadt dahin gezogen werden kan/ welche einige Sarin die mit« rel-Marck setzen/ ligl wie eine insul mitten in der schAund nschret» chen Havel / die eine mcile weiter hinunter in die Elbe fallt. Dtt stadt soll von dem Könige der Harlunger angelcget/von Carolo lVl- zum Christlichen glauben gebracht / und von Ottonc N. (andere nennen Geronem den andern Marggrafen zu Brandenburg) um die mitte des i° decuii mit einem Bißthum versehen worden seyn / welches der letzte Bischofs Joachim Fridrich/ der auch Chur« fürst zu Brandenburg gewesen / der Chur einverleibet/ das capltul «der dennoch conlervin hat. Deo Dom tigt jenseit deo HNvet aus einem zimlich hohen berge / und ist etwas befestiget- Die stadt hat in den alten zeiten von den Wenden viel erlitten / welche sie an. y?s/ 98i und 1,07 übel zugerichtet haben/und im dreyßig»,ährigen kne» ge ist sie auch sehr mitgenommen worden. Doch wird sie vor die artigste und beste stadt ln der Prtegnitz gehalten / und ist die Hand« jung hier in gutem stände, «»4 Beschösse zu Havclberg. 1 Udo soll von dem Kayscr Ottone um das jähr 94s eingesetzt / und nachgehends dem Magbeburgischen Ertz-Skifft unterworffen worden seyn. Seiner wird an. 968 noch gedacht. 2 N.N. ; Hnldericus oder UlneuS / lebte an. 991° 4 Emus an. 1012 und 1024. 9 Eodeschalcus an. 104? und 1064. 6 Wichmannus an. 1079. . ^ ^ ^ 7 Hezilo weihclc an. i ic>? Adelgotnm zu Magdeburg ein. 8 Dernhardus und 9 Hcymon sind beyde von gedachtem Adelgoko/und alsozwt« schen an. 1107 und 1,, 8 eingeweihet worden. ro Gumbertus/starb an. i ir/i. 11 Anselmus / biß an. 11 ?4 und also 28 jähr / war Marggraf Albcrti Ursi bruder/ that eine reise nach Nom und dem gelobten lande. iL Walo/vonan.uz; biß iiüo. i; Rupertus/biß an. 1176. 14 Lampcrtus/biß an. 1190. i? Hubertus/ biß an. 1205. Alle diese 4 sind von Dlschoff Wre« manno zu Magdeburg eingeweihet worden. 16 Seqebaudus/ von an. 120; btß 1219. 17 Wtlhelmus/biß 1248. 18 HenricusI/ biß >272. 19 HenricuSII/biß >290. 20 Hermannus/Conradt l des Marggrafen zu Brandenburg lohn/starb an. 1292/ ehe er noch ordinirt worden. 21 JohanncsI/biß 1,04. 22 Arnolvus/biß-zi2. 2; JohannesII/biß 1; 19. ErmrV/ ohn zu wissen warum/ Felix gcncnnck. 24 Reincrus/biß izae. 2? Theodoricus l/biß i;40. . 26 DurchardusI/ vonBardalcvcttoderBatdensleve/biß iz6a. 27 Burchardus II/ Grafzu Lindau/uiidHerr zuRupii! biß 1; 70 28 Thcodoricus II/Mahn genannt/biß iz8z/tn welchem jähr das wunderblut zu Wilsenack in seiner m«-« entstanden / wovon «n seinem ork. 29 Johannes III / von Weyelttz btß 1400. ;o Otto 1 /von Rohr/biß 1427. ^ z 1 Fridcricus I / ein r-ic-miLrus juris, hat die bibliothee zu Ha« veldcrg angelegt/starb an. 1446. , ;2 Johannes IV/ von Bcust/ biß 14)8/ war nicht über ein jähr Bischofs. , , ;z Conradus / von Lintorff / btß 1460. ?4 Wedigo Ganß / edier Herr zu Putlitz/ ward an. i477in der Unruhe zwischen Churfürst Johanne zu Brandenburg und ^ohan, ne ll/ Hertzoge zu Sagan/ gefangen / und muste sich mit 1000 dueaten rantzioniren- Er fieurtc an. 1482 dein rauben und morden in der Prjcqnitz/ indem er 15 raub-schlöher zerstört / und die vor« uchmsten räuber enthaupten lasten / starb an. 1487. . ss Busso I / von Arenslcbcn/ward von Churfürst Johanne eingesetzt / welches dem Dom-capitul ungewohnt vorkam. Er saß biß an. 149Ü. , ... ;6 OttoIIvon Konigsinarck/ bisherigerDom-Probst/ward hingegen von dem Capitul wider des Churfürsten willen erwehlct / unbregimebißan. izoi. ;7 Johannes V von Schlaberndorf/em voAorj biß an. N2S. ;8 Hieraufwchlctc das Capiml Gcorgium von Blumcnthal/ «inen Edelmann aus der Priegnitz / und Pabst Leo X gab auch sei» neu conlens darein. Aber Chursurst Joachjmus gab das Bißlhum seinem Rath und qcvaticr/Hieronymus schnitz genannt / welcher seit an. 1506 schon Vtsthoffzu Brandenburg gewesen / wo von ihm gehandelt worden. Es war dem Churfürsten so viel leichter durch- zubringen/ weil damals sein bruder Albertus Churfürst zu Mayntz und Ertz-Bischoff zu Magdeburg war. Hrcrouymus lebte mir noch biß an. 1524/da ihm ;9 Busso von Alvcnslcbcn tuccc-strte/ den er vorher schon zum LoaNjuroi angenommen halle. Er blieb / ohngcachtct die rckorm^ rion in dcn Brandenburgischcn landen an. l<:;9 vorgicng/ bey der Catholischen religion biß an seinen tod/ der 1548 erfolget. 4° Fridericns ll/ Ioachimi II Churfürsten zu Brandenbiirg söhn / der auch Ertz-Dischoffzu Magdeburg war. Nach dcstcn rode derordncte Churfürst Joachimns II einen so acnannken Stiffts« Hauptmann / der Georgins von Blanckendnrg hieß / mit dem der folgende Churfürst Johann Georg gehandelt / daß er an. 1;;; die sümmMiLtionches StW feistem Printzen Joachimo ffriderico trat/^von welcher zeit das Bißlhum der Marck Brandenburgs. havemann/ (Michael) war den 29 nov. an. 1^7 mervörde gebohren. Sein vater war Bernhard Havemann, Ad. vocat zu Verben, und nachmals Achlmatm zu Stäbe. AnfänaM wurde er zu hauß unterrichtet, legte unter dem Casmamw auteu gründ in der Lateinischen, Griechischen und Hebräischen sprach gieng nachmals aufdas «ach Hamburg, und hatte da. selbst Petri Laurembcrgü guter anweisimq zu gemessen. Von dar wandte er sich nach Rostock, und wurde von den iLiuoviis dasM sehr wärth gehalten.Als er an diesem ort u» maLilimw vwmovir, that er sich mit lesen und ci>l?unrett dergestalt hervor/daß er an 1624 nach Stade beruffen wurde, umaufdastgemgvmnsgodie xwlosopMc nnd ML-Nettn zu lehren. Das jähr darauf wurde er Nestor, nachgehends Prediger der kirche 8.Cosmi und Damiani, ferner schloß-Predigcr, und des minttierU 8c„ior. Als aber Till» die stadt Stade eroberte, nnd darauf der Bischofs von Osnabrück nebst einem Kaystrlichcn im oct. an. 1629 dahin kamen, nnd den Lutheranern die kirchen nahmen, auch dieLulherj- schen Prediger von dar verjagten, muste gleichfalls Havemann sich von dar weg machen, und zwar dieses »meines buchs willen, welches er unter dem titul! tio-ioloplii, comra vspzlwm IZNL.N faruum. geschrieben. Er hielt sich eine zeitlang zn Hamburg auf, wurde aber an. iszo von Graf Ulrich vonOst-Frießland zum ober - Prediger, schul - wsscsior- und vr<>f-N,re nach Norden bernffrn. Allein, als es z» Stade wieder ruhig wurde, liessen sie daselbst nicht eher nach, biß sie den Havemann wieder an sich gczv. gen. Er wurde zwar nach Anrieh, Amsterdam und Schleswig be- rnffen, und ihm die herrlichsten conämonru angetragen, jedoch hielt er beständig zu Stade aus. AIs aber die Bremisch - undVcr» dische lande durch den Wcstphälischen friedens - schluß an den völlig von Schweden abgekrctten wurden, wurde er zum General» 8uperi»ie„c!cnren des Lertzogtbums Bremen, und Präsidenten des Königl. c-ii-.6lt»rii bestättlget.Er starb endlich den 12jan.an.1Hr. Seine schrifften sind : Lliiilkisuismi lurninsriL MLANL ; Qizeucliz. rNilca; Lwuilium live c)-nolNrL lUittioiorum; ?roplie:ic2, »Lbkinics; Lsmoloßiz s-noplicz; Lnti - «'iilius; Wochen - predigten über Esa. 28. rc. rüttle in ms- lnor. rlicol. p. 1742. ^aveilius/ (Arnulphus) ein Carthällstr von Hertzogenbusch, Woselbst er an. 1940 gebohren. Anfänglich wurde er an. i?i8 ein Jesuit, und blieb 27 jähr in solcher socictät, worinnen er auch durch seine verdienst und gute wissenschaffl in großes ansehen kam, lrak aber nachwärts aus liebe zur einsamkeit in den Cartbäustr»orden, und starb darinnen an. 1609. Man hat versthiedene fachen von ihm, als diltorism Lartliulisnorulii 8.urcmnn6cnlinm; oc crcüionL novnru,., in LelgioLziilcoziorum. tzibl. Lniti,. bjtzl. kel^. ^avenreuter/ (Sebaldus)ein ».leNcu-zn Nürnberg, allwo er an. i;o 8 gebohren. Sein vater war ein zucker-bcck,welcher ihm bald verstarb. Er gieng durch einiger ?2iiic,on!m Vorschub a». 1,27 Nach Wiltcnbcrg, wurde daselbst nnd wandte sich hick auf nach Tübingen, woselbst er die -rvic und ttiLlcÄlc zu lehren bekam. Er legre sich hierauf gantz aufdie Medicin, und wurde hier» innen Ooctor, endlich aber an. 194s nach e^traßburg zum torc mctticinL und stadt- Mi/Ilco beruffen. Er starb an. Ii81 , und hinterließ einen eintzigcnsöhn, Johannem Ludovicum, rondenr folg. art. vil.r cncciic. ilicLtr. tzaveitreuter/ (Johann Ludwig) war zu Straßbuch an. gebohren. Er wurde daselbst an. 1574^841-1. hicraufan. ich» H08I01 mcclicin.^. Au. 1589 verließ er die Medicin, und lehrte allein die pkylic UNd mcriispkslic, wlikde (."anonicus ,U 8- ThoMUS/ und an. i6iz vecanur. Ev starb an. 1S18 zu Straßburg, cowxm- <1ium pk)-lic.i: und aclzgis clstlics hinterlassend. -^6»" v!r. wca. rl>csr, u,ii. ^rueii,leili / ist si) eine Grafschafst und kleine stadt neben ei- Ncm schloß, so nun über 200 iahr wüst ligt, eine weil unttrhalo Waldsbnt an der rechten selten des Rheins gelegen. Vermöge!» lies instrumenls käme es schon an. iia>8 an das kloster 8.BlM aufdem e^chivartzivald; Nachmals haben cs^die Grafen von M bürg, aus dem alten hauß ZaringcN cnlsvrossen, und aus diM die Hcrtzoge von Oesterreich, in besitz gehabt: Als dieses M- leinsamt der Grasschafft m dem ;o jährigen krieg lang m der Weymarischen armee Händen gewesen, und hernach an Fram- rcich gekommen, ward deren wieder- ablrettung an Crp Hcrtzog Ferdinand Carl von Oesterreich , Margarafen ;n Bürgn» in dem Münstcrischcn frieden bedungen. Vor lmge- fehr 18 jähren brannte am ballen mittag das stabilen! w>m vielen kostbaren kauffmanns - waarcn, welche eben von der Macher - meß allda durchgeführt wurden, in wenig stmidcn ad, m aber seithcro wieder aufgebaliet worden. Der amt - mann oes orts wird Wald - vogt bctittlet. ci-m«. i. - p- H. I. ,2 p. 574 8. (2) Eine kleine Berg » stadt in Bobinen, nd zwar in dem Ellenbogner cräuß, welche von deneii Grafen, o>> Schlick an die Marggrafen von Baden-Baden gekommen. ' 6enAi. (;) Ein Paß, oder eine durch die zujammen^g- hende felsen gehauene land - straß, über den berg oda l - ten, dardurch man aus dein Basel - gebiet in das " Buchsqöw kommt. Erwirb abgetheilt in den oberen/oe,0 ' halb Waldcndurg anfangt, nnd über Langenbrnck mich Bam > ' rct z und den unteren / der oberhalb Läuffelfingen EanM hau gegen Ölten zu gehet. Ungeacht diese straffen überaus rauch und gäch sind, so fahret man dennoch allezeit mit schwär beladenen wägen darüber, und kommet, vermittelst des Vorspanns, sodiefuhr- leule aus den nächst-gelegenen dörffern nehmen, glücklich durch. eiiron. «all I. l x. z, LA. -rbregä ste t'ttist. c!c la Luicke p. 6 Z 7 - * haversham / ist ein kleiner ort in der Englischen provintz Buckinghamshire, unweit Stony Stretford, an den gräntzen von Northamptonshire. Johann Thompson, ein söhn Mauritii Thompson von Haversham, ward an. 167;,den 16 dec. von dem König Carolo II zum Baronet, und an. 1696 den 4 may, von König Wilhelms III zum ?-ir von Engelland mit dem tirul eines Lords Haversham von Haversham, gemacht. Den i; jnn. an. 1701 verklagte ihn das unter-hauß des Parlaments wegen einigen reden, so er zu desselben Nachtheil, bey einer zwischen beyden Häusern angestellten freyen conferentz, gesprochen haben solle; Wein das oder-hauß abloivirte ihn eilfftag hernach von solcher anklag. Er verheyrathete sich 1) mit Francisca, einer tochter Arthuri Anncsley, Grafen von Anglesey, und einer Wittwe Johan- nis Windham von Felbrigge-Hall. 2) an. 1709 mit sss. Grahme. Mit der ersten hat er 8 töchter und einen söhn, namens Mauri- tium, gezeuget, welcher letztere die tochter eines Esquire aus Hertsordshire, namens Smith, geheyrathet. , 9. i;). of vo!. Z z>. 814. Havezur/ (Matthias) ein Franciscancr aus dem Hertzog- thum Limbucg. Er bediente in seinem orden verschiedene ciispmirte, nachdem Mastricht an. 16;; von den Holländern ero- bertwar, wider die Resormirte, und xubUcirte die »Ss selbiger llltpulLrion. Er hat auch andere tractate geschrieben, unter dem ci- tulexorcilliniz carbostcus maligni chirilus ks-recici; sculeus eccleiis- üicu; 6cc. bibl. «c!g. haugwitz/ Haubitz/ vor Zeiten Hugowir; / eine von den ältesten Adelichen familien in Meisten, Böhmen, Mähren, Schlesien und der Lausitz,rc. Ihr name deutet an, daß sie Slavischer oder Wendischer ankunfft sey; und scheinet es, daß deren anherr Hugo das ritter-gut Haugwitz oderHaudttz im amt Grimme, so jetzo de» nen von Prück gehöret, erbauet, und den namen davon angenommen. Es hat auch dieses geschlecht von den ältesten zeiten an in Meisten floriret, und nach und nach folgende guter an sich gebracht: Tauche, Hirschstein, Putzka, Flößbem, Seyfersdorff, Kössern, Kleeberg, Oberlicht, und Reichenau, Spremberg, Spohla, Pot- schapel, Beerenklause,Dahren, Bircka, Wachsdorffrc. davon einige in dem 17 seculo an andere familien gediehen. Nicol war an. 129; Marggraf Friderici ^st-riorst zu Meisten Obristcr über die besatzung zu Pegau und an. 1296 Commendant zu Freyberg, welche letztere stadt er ein jähr und 4 monat wider Kayser Adolph ste- kenöfet, und als selbige durch verrätherey übergegangen, hat er doch das schloß nicht eher übergeben wollen , als biß es ihm sein Herr schriftlich befohlen. Ernst hat sich an. i42ü in der schlacht bey Außig wider die Hußiten wohl verhalten. Petrus war von an. i4Z4 biß an. 146; Bischofs zu Naumburg. Sein Nachfolger in dieser würde war an. 146; Georg vonHaugwitz,KavsersFriderici III Cantzler; er starb, da er nur 12 tag den Bischöflichen stuhl besessen hatte. Hans zog an. 1476 mit Hertzog Albrecht zu Sachsen ,ns gelobte land. Asmus hat an. 1529 Churfürst Johannis testa- ment mit unterschrieben. Christoph florirte an. 14; y als Landvogt zu Pirna.Jn eben diesem jähr war eine aus dieser familie Aebtißm zu Seuselltz unweit Dreßden, und nahm die Lutherische religion an. Johannes vonHaugwitz aus dem Hause Putzka war der letzte Bischof zu Meisten. Er wurde an. 1444 erwählet, wendete sich aber zu der Lutherischen religion, und^el-gnirte an. 1481 das Biß- tbum dem Dom - Capital, wobey er sich Sornzig, Alt - und Neu- Mügeln, nebst dem dasigen schloß Ruherbal rsllscvirte. Hierauf vermählte er sich an. 1482 mit seiner pathe Agnes, Cbristophori von Haugwitz zu Putzka, damaligen Hauptmanns zu Beizern, tochter, und starb an. 1595 aufdem gedachten schloß. Christoph aufMuhl- bachwar an. 160; Stiffks-Hauptmann zu Wurtzen, welche cbsrZe auch einer dieses namens an. 1696 besessen. Johann Ernst florirte um das jähr 1609 als ?r?.-llöcnt und Hauptmann zuZeitz.An.1H9 war einer von Haugwitz Commendant zu Freyberg in Meisten. Als im gedachten jähr eine Schwedische parlhcy bey dieser stadt vorbey marschirte, setzte er derselben nach, ward aber gefährlich geschossen, und gefangen nach Pirna gebracht, allwo er; tag hernach verstorben. An. 1712 florirte Johann Adolph auf Augnstus- burg und Breitenbach, als Königl. Polnischer und Chur - Sächsischer Ober-Küchenmeister und Cammer-Herr., In der Lausitz besitzet diese familie die güter Doberkau und Blaschltz. Albrecht von Haugwitz auf Gersdorff halst an. 14;» etliche von den Hußiten gefangene Laubanische bürger rLnrionircn. Christoph wird an. 1470 Lands - Hauptmann in der Ober- Lausitz geneunet. Ein anderer dieses namens ist an. 14)6 als csnomcus zu Bautzen verstorben. Günther auf Ubigau um das jähr 15 70 Hof-Richter in der Ober-Lausitz, war ein vater Johann Adolphs auf Gurck, Taubenheim und Neukirch, Chur-Sächsischen geheim- den Raths, Cammcr-Präsidentm, Cammer-Herrn und LaNdes- Hauptmanns in der Ober-Lausitz; dessen söhn Friderich Adolph auf Bischdorf; Churfürsten zu Sachsen gewesener Ober-Hof- Marsthall, würcklicher geheimer und geheimer Kriegs-Rath und Ober-Steuer-oircÄor, starb an. 1705 als Königlicher Preußischer geheimer Staats-Rath. Er hat einen tractat ae regn, 6c sui« !v,L- resckziiis geschrieben, und einen söhn Johann Adolph hinterlassen, welcher vielleicht vorbesagter Königlicher und Chur-Sächsischer Ober-Küchenmeister seyn mag. August Adolph aufUbigau, ein hau 689 U-Ochweidnetz. Henncus von Hugowitz Ritter war an. iz;6 Konigsiohanmü von Böhmen Landes- Hauptmann zu Breßlau» Seine söhne waren Radgerus, Heinczko und WenceslauH davon die 2 letztem das Woß Fnedberg an. iz;8 dem Bischoffzu Breßlau verkauften. Damals wie auch an. i;; s lebte Poppo von Hu- gowrtz, Rrtter. Hanß Haugwitz der junge war an. i49°Hertzoql. Munsterbergstcher Hauptmann zu Glatz. Wentzel auf Wurten brachte an. 1409 vor geld die Schwibusische Land-Hauptmann- schafft an sich. Balthasar blieb an. 1424 m der schlacht bey Mo- pacz. Hans von Haugwitz auf Rupersdorfbefand sich an. 142- in Wien, als diese stadt von den Türcken belagert ward. Nicolaus war an. 1446 Kaysers Ferdinand! I Rath. Hanusch von Haugwitz bekleidete bey dem KayserMaximiliano die stelle eines Cämmerers, amts Neuenburg Ober-Vogt. Georg starb an. 1648 als des Wolauischen Furstenthums undHerrnstädtischen Weichbildes Landes» Nettester und Tschensa, wie auch Ober-Steuer-Einnehmer, welche di-rgs auch dessen söhn Hans Wolfram bekleidet hat. Gottfried auf Brodelwitz war an. 1644 des Wolauischen Furstenthums Landes-Aeltester. Tobias von Haugwitz aus Sitta und Kasch» neve war an- 1666 Fürstlicher Würtembergischer Oelßnischev Rath, und des Oelßnischen Fürstenthums Landes - Acttester. An. 1677 war einer von Haugwitz Lommsn^nc zu Dachstein im Elsaß, und soll bey einem ausfall von seinem v-ce. L-,m- n-en-lLmen, der den ort den Frantzosen verrathen, rück-wärts seyn erschossen worden. Doch ist hiermit mehr demjenigen Frantzö- flschen vornehmen oslcier zu glauben, welcher die 2 letzte Feld-züge des Kl-r. 6s Turenne gar genau beschreibet, auch der belagerung Dachstein versöhnlich beygewohnct hat. Er zeiget aber an, daß aus Dachstein kein ausfall geschehen, wohl aber die stadt mit stürm seye eingenommen worden, da sich die besatzung tapffer gewehret, auch der Gouverneur durch rccrLncMrMlg hinter der brelcks sehr gute anstalten gemacht hätte; es wäre aber dieser in dem härtesten gestecht umkommen, nach welchem seine leuthc in Unordnung gerathen , und sich in das schloß geflüchtet hätten; Dieses hätte Eonta- rini, welcher nach Haubitz der vornehmste os-,sr m dem schloß gewesen, hernach ohne st-umson übergeben, die soldaten zu kriegs- gefangenen hinterlassend, und als man ihm hierauf nach seiner zu- ruckkunfft nach Straßburg den Proceß zu machen gedrohet, hätte er sich in seinem zimmcr selbst um das leben gebracht. Eben dieser hatte vorhero aus gleicher zaghafftigkeit denen Türcken die vestung Tenedos aufder insu! gleiches namens übergeben, und wäre deßwegen aus seinem vatterland flüchtig. Was aber die verrätherey und den meuchel-mord Haubitzens betrifft, so ist darzu gantz keine anzeigung, weil ja sonsten dieser mann wohl bey den Frantzosen geblieben seyn wurde. Niclas auf Klein-Obisch, Brauchitschdorf undTöppendorfstarb an. 1678 alsFürstl.Liegnitzischer Ralh,Lan- des-Aeltester und Landes - Bestellter. An. 1719 lebten 1) Georg Carl von Haugwitz, auf Groß - und Klein - Obisch, Taucr, Hainbach, rc. Königl. Polnischer und Chur-Sächsischer Obristcr, des Glogauischen Fürstenthums Königlicher Mann-gerichts-Deyfltzcv und vsputürus »a Public» nach Breßlau. 2) Tobias Ludwig auf Schätz, Reichen, Klein-Kladen rc. des Wolauischen Fürstenthums im Herrnstädtischen cräyß Zauden - Richter, wie auch in dem Gu- rauischen cräyß Glogauischen Fürstenthums bey dem Königlichen Zauden-gericht Assessor, und in diesem cräyß Steuer- Einnehmer, z) Tobias von Haugwitz und Klein-Obisch aufOber- Stradam, der freyen Standes-Herrschafft Wartenberg Landes-Aeltester. In Mähren besitzet diese familie den Freyherr,'ichen ctiLrzüer und das Erb-Unter-Cämmerer-Amt, nebst unterschiedenen gutem, wie sie denn auch daselbst ein schloß, Neu-Haugwitz genannt, erbaut hat. Um das jähr 1477 diente Johannes von Haugwitz, ein Freyherr aus Mähren, dem König Matthiä Nunmsöi als Obri- ster. Im i6 seculo werden Johann obristcr Cantzler, Joachim obristcr Land - Richter, und Johann obristcr Lanös-Hauptmann oder Land-Vogt in Mähren, welcher letzte an. 1486 gelebet, aufgezeichnet gefunden. - . In Böhmen hat dieses geschlecht auch verlangst den Frcyherr- lichen littst geführt, sich aber mit solchem s-stamme erst an. 1446 in die Böhmische land - tafel einschreiben lassen. Von denselben war Georg an. 1H8 Ncichs-Hof-Rath, und vertrat in selbigem jähr die Reichs-v-cc- Cantzler - stelle, als die Chur- und Furstlrch- Sächsische Gesandten bey dem Kaystr zu Prag die lehn empfien« gen. Nachgehends ist an. 17°? Wentzel Rudolph als Hauptmann im Chrudimcr-cräyß bekannt gewesen. ^ ^ ' Es hat sich diese familie vormals auch m Preussen (dahin sie M den kriegen der Ordens- Ritteren mit den Pohlen gekommen) ausgebreitet gehabt, und den Ritter-sitz Wurschbau ansich gebracht; sie soll aber nunmehro daselbst abgegangen seyn. Vie ist daselbst insgemein Haubitz genennet worden. Aus dieser Preußischen lime war Andreas von Haubitz, ein söhn Hansens aufWurschban in dem Wüschen Bogen-amt gelegen. Derselbe wurde als Schwedischer Obrist . Wachtmeister im jährigen krieg in der Nordlin- ger- schlacht von den Kayserlichen gefangen; als er sich nach;? Wochen ranrionirt, trat er, als Obrist-Lieutenant über eine ellguL- II theil. Ssss str«a 6yO hau 6ro„ dragoncv / in Cöur-Säehfische dienste, und wurde anfangs zu Grossmhayn, hernach aber zu Freyberg Commendant, woselbst er die Schweden zweymal von der stadt abgetrieben / an. r6;6 aber in Leren letzteren abzug am ? apr. in etnein ausfall tödtlich verwundet worden / woraus er im ;;sten jähr seines alters seinen geist aufgegeben. Er liget zu Freyberg in der 8 . Peters - kirche begraben. Deckes/, rlicsir. 8sx. Läcl-lp. ,-csoüczr krez-b. l.su 5 . merclcvv. Ä-r/r^/r Lcülcs. curios. ^e--ror>c- äc; r. äsrnieres Lsmp. cle Xlr. äe ^uecnne cn ^Ilem. * Javier / (Thomas) sonst gemeiniglich wiat genannt / ein Engelländischer Ritter / welcher an. rzz; wider die Königin Maria von Engelland eine parthcy K-nmrte. Er war der Reforlnirten religion zugethan / und wolte nicht zugeben / daß die Königin solche in ihrem Reich solte abschaffen. Er war im krieg wohl erfahren/ soll aber nicht genug verstand gehabt haben / wichtige sachen auszuführen; er besaß viel guter/ und wurde von dem Adel sehr gestehet/ auch von dem volck sehrästimirt. Die feinde der Königin Elisabeth und der protestirenden Engelländer behaupten / weil Haviet oder Wiat / nicht vor das Haupt der conwirsrwn habe wollen angesehen seyn / habe er die Priutzeßin Elisabeth mit auf seine varthey gezogen/ nebst Courtenay, Königs EduardilV enckel, und dem Hertzog von Suffolk. Allein / was die zwey erstere betrifft / so ist nie kein ander bewcißthum wider sie vorgebracht worden / als baß anfangs Haviet,in Hoffnung/ durch solches mitte! sein leben zu erretten / sie beyde beschuldiget bat; welches er aber kurtz hernach widerruffcn/ und / daß sie gäntzlich unschuldig / noch in dem augenblick seiner cxecuri»» auf dem trauer - gerüst betheürct. Nun hakteHaviet nut beselzung der stadt Maidston den ansang gemacht / brachte darauf 1200 mann zu pferd und 8000 zu fuß zusammen/ gieng damit auf die stadt Rochester loß, und eroberte selbige durch die darinnen habende Verständniß im jan. an. 1554. Er versicherte sich zu gleicher zeit zweyer grosser schiffen/ welche denInfanten von Spanien nach Engclland überzubringen sollen gebraucht werden / und gieng r-Ää ausLonden loß. Die Königin ließ ihm sagen / daß/ wenn ihr vcrbündniß mit dem Infam von Spanien den Engelländern mißfiel / sie sich nach ihrem gefallen einen andern gemahl ausersehen würde / und versprach ihm grosse dinge / wenn er die Waffen niederlegen würde. Allein Haviet / weil er durch seine an- lhängere meinte in Londen eingelassen zu werden, schlug alle diese Vorschläge aus. Er käme auch würcktich in die Vorstadt South- wark, und von dort in die stadt. Aber neben deine, daß niemand vom volck zu ihme fiel, welches die Königin sthon vorher mit guten Worten auf ihre feiten gebracht hatte, so nähme auch Haviet seinen marsch so unvorsichtig / daß er sich mitten zwischen die Königliche soldaten, welche unter->Hiorä Clinton um Wbitehal herum P-Mirt waren, gleichsam einsverrte. Da wurde er dann auf einmal von allen feiten her angefallen / und seine lenke zerstreuet. Er samiylete zwar zur stund noch 500 mann zu sich / mit welchen er durch die stadt striche, aber ohne dadurch seinen anhang zu verstärken / oder etwas fruchtbarliches für sich auszurichten. Sonderlich wäre ihm der Graf von Pembrok mit einiger reuterey auf dem halß, so daß endlich Haviet, als er sich durch das thor von Ludaate zu retten vermeinte, aber dasselbe verschlossen fand, von krämen gank erschöpfst, und von mannschafft entblößt, au jenen ergeben müsse. In der gefangenschafft erzeigte er sich anfangs eben so kleinmüthig und zaghaffr, als er währender seiner rebcl- lion frech und trotzig gewesen, wovon zum theil schon im ansang dieses articuls eine prob angeführt worden. Er wurde den i1 avr. an. i;?4 enthauptet, so wohl als der Hertzog von Suffolk, und dessen brudcr Thomas Grey, John Throgmortou , und viel andere von geringerem stand. Peter Earrew, welcher auch grossen theil an dieser ausruhr gehabt, wäre in zeiren aus dem Königreich entflohen. big. äc I» Kcü ä'^ngt. bild. ä ^nxlec. tiill. äcs rcvolurions en mscicre äc rcügion. * ^avila/ Hcvila/ oder Lhavila / ist eine landschafst, von welcher in der heiligen schrifft Meldung geschiehet. Denn in der beschreibung des Paradieses ivird gemeldet, daß der fluß Pison um das ge.utze land Havila siiege, und daß man daselbst das vor- treflichste gold, wie auch Bedellion und den edelstem Onyr finde. Wo nun diese landschafft gelegen, davon haben die gelehrten unterschiedene Meinungen. Etliche wollen dieselbe in Indien suchen; andere machen ein theil von Arabien daraus; andere behaupten, daß diese Provintz von dem gelobten land so gar weit nicht könne entfernet geweftn seyn, weil -Sam.iz stehet, daß Sau! die Ama- lekiter von Hevila an bis gen Sur, die für Egypten liget, geschlagen , wie denn 6-n. rz berichtet wird, daß die Jsmaeliten von Hevila an bis gen Sur gegen Egypten, wenn mau nach Assyrien gehet, gewöhnet. Es werden aber unter den lindern und nachkommen Noä 2 erwehnct, die diesen namen geführet, und von deren einem dies Provintz ihren namen mag bekommen haben; der eine war ein jodn Chus aus dem qeschlecht des Hains, der andere ein sichn Iokthan aus dem geschlccht des Sems. v. n, c. ,c> V. 7, c. r; V. l8. l §/»/». c. »z V. 7. in küslcß. I. 2 c. 1.6 t?, I. 4 c. >». -i/,r» t/'r/l äc 6ru prrsäili. ^Ä 7 Li/i/rr« in bilko- li.r psrsäili. sä Qcncv c. r v. 11. k^aunold / (Christoph) war au. IÜIO zu Altenthan in Bayern gebohren, und begab sich an -ü-.o in die Societät Jesu. Er gieng gegen auSgang des 17 sccull äc tod ab, nachdem er 15 jähr zu Freyburg und Jngolstadt die theologie llocirt hatte. Seine schafften find ! conrcov. äe jutkic. öc jurc^rivscorum univ. ; curlus cbcol. ; inlkir. ckeoioLiL; äckenllv pro intÄIIikniilsl« eccl. Komsn. blbl. L. haunsperg / eine Gräfliche familie in Bayern, welche w,« von den Hunnen herführet; denn es soll ein Obrister derÄ nahe bey Saitzdurg auf einem berg einen sitz oder schloß erba,« ben, so hernach Hunnensberg, und endlich Haunsperg worden, davon seme nachkommen den namen angenommen A» 1146 lebte Friedrich, und an. 126° stund Heinrich in gutem an' sehen.. Von seinen nachkommen starb Georg an. 1472 alsssw Bischöflich-Saltzburg-.scher Rath, Hof-Marschall und Gesandt an unterschiedene Hofe, Jacobum hinterlassend, der KavierliM n Rath, und ein vater ivorden Wilhelmi, eines gelehrten Cava8 und Ertz-Bischoflich-Sa!tzburgischen> Raths, und Johannis, D gers zu Langen, welcher seinen stamm mit 2 söhnen: -) Ertz-Bischöflich-Saltzburgischen Gesandten auf dem Reichs-ws, und an unterichiedene auswärtige Höfe, und r)Wolffaanao,'sM. gepflantzet hat. Der letztere, so Ertz-Bischöflicher Rath und K, sandter gewe,en, und an. i z?; verstorben, hat folgende männliclie erben hinterlassen: (1) Johann Christoph, der in vielen spraacden und wissnschafften erfahren gewesen,und zu Rom verstorben - Sebastian, der, »achdein er viel länder, und insonderheit Palalii, „am besehen, Ertz- Bischöflich - Saltzburgischcr Hof- Marschall worden; und ,(;) Wolssgang Sieginund in Wachenbura und Neufahren, Fürstlich-Bayerischen Rath, und Ertz-Bischöflich, Saltzburgischen Cainmcr-Rath, wie auch Land-mann und Ueaer in Rastadt, dessen nachkommen noch heul zu rag floriren. Sem söhn, Johann Jacob, Chur-Bayerischer geheimbder Rath, Cam- mer-Hcrr, v>cc-Dom zu Landöhut, und c im der Land- Stände in Nieder-Baycrn, brachte um das iahr 1660 die Gräfliche wurde auf sei» geschlccht, und zeuqctc Bonavcnturam und Frantz, Grafen von Haunsperg, welche Chur - Bayerische Caiu- iner-Herren und Räthe worden. ü-mw. ?. 4. Hauptwcil / ein flecken und schön - gebautes schloß in dem oberen Thnrgöw, nicht weit von Bischoffzell gelegen, denen Gvn- tzenbachen von 8. Gallen zuständig, allwo viel leinwand vcrscr- riget wird. ^avra / eine stadt und Hafen in dem glückseligen Arabien am rothen mcer, 20 meilen nord-wärts von Algiar gelegen. Es ist ein reicher ort, welcher ein gut castell und einen schönen sreinbruch hat. Der berg Radua liget nahe darbey gegen süden zu, welcher dm besten Honig in der weit hat. renken/,-. ^avrau / eine stadt von Gcshur in der nördlichen gegend von dem gelobten land, deren Ezcchiel gedencket, wovon die nördlichs gegend daselbst >rursnirii gcnennet worden. oor. °rd. !.z c./z. ^avre Svaoe / lat. ?o«u, czrsnr:, oder krsnciicozwi,'!, eine Handels - stadt nebst einem vortreflichen Hafen in der Nor- mandie, zwischen Harfleur und Fescamp, am ausfluß der Seine, ohngefähr 20 meilen von Rouan. Sie ligt sehr lustig, lreibt gnie handelschafft, und ist nut einer schönen citadell versehen. Franci- scus I, von welchem sie den namen krsncilcopoii- bekommen, sicng an sie zu «Eikciren, um sie zu einer schütz-maucr wider Engelland zu machen, und dessen Nachfolger Hen'ricus brachte es vollends zu stände. In den einheimischen kriegen des 16 fecnli wurde dieser platz von den Protestanten an. 1562 erobert, welche ihn den Engcllandern einräumten ; allein das folgende iahr darauf vcrlohren ihn die Engelläudcr wieder, da denn allhier eine grausame pestilentz regierte. DicHugonotten hatten zwaran.ize- Anen neuen anschlug auf diesen ort, welcher ihnen aber nicht von statten gieng. Ludövicus Xlll vcrgrösserte die vestmigs-wercke, und bauete noch eine citadelle nebst vier grossen Haupt - bastcym. liitkoi. üb. -7 L 4s. Lk-H,« rccliercü. äer rnriguilcr s» viUex äe ki-snce. ikin. OsIÜX. kgausberg / ein Brandcnburgisch schloß und amt im Fursten- tbmn Minden, auf der ost- feite der Weser, war ehedem eine Grafschafft, welche der letzte des geschlechts Otto III, BaM zu Minden, an. 1 diesem seinem stifft vermacht. pausen / eine kleine stadt nebst einem schloß, in dem.Weniger.- that in Schwaben gelegen, und den Grafen von Furstenderg gehörig. UeQim. s!. l. pausen/ Haussen/ ein uraltes adelichcs gcschlttht mrk»> ringen, von welchem an. 1184 Fricco, und an. 1 iy? Egbrcchl ge- lebet, und zum kloster des heiligen Creutzes in Gotba und dc»m hospilälen viel gutes gestifftet, mithin das etwan eine meuc m Gotba sich befindende amts - dorffHaussen, mögen erbaut Wcn. Einige geschieht - schreibcre wollen, als wäre dieses gcjchlcclilm auf Hcmonem, einen Mönch im kloster Loccum, ausgciwrm gewesen, welcher auf äupciuscio,, des Pabsts die cclle vcriahssi doch mit dieser bedingung, sich künfftig!sl cünchhausen zu uau neu; da er sich denn an. 1212 alsodald unter Hertzog Bmw»w von Sachsen begeben, und init demKayscrFriedrich wideren Saracenen in Asien gezogen, auch nachhero bey temcr nnee r- kunfft von dem Kayser mit dem hanß Sparenberg belchnss, M also der stamm - vater derer von Münchbausen worden, aum man findet, daß nach verfliessung eines gantzen l-cui, dw von HE sen dennoch in ihrer ruhe geblieben, und an. 1226 Rutoipy Haussen mit Ludwig IV, Landgrafen von Thüringen, zum und dessen Heer gezogen; Albertus, genannt cle vomo, hat an. ? eine schwcstcr Elisabeth, und eine tochtcr Kelam, w Lußnitz vbnweit Altenburg eiugekaufft; und an. > ;in von Haussen, unter Marggras Georg von Brandenburg, ,»-»0 spurg bey Übergebung der Augspurgischen Noch an. isyr ssnd die gebrüdere, Rndolph, Gottsttch und C ^ ha» hax Friedrich von Haussen, wegen Groß-Baalhansen belieben worden. Es flvriret auch annoch mNieder-Sachsen die familie vonHausen. Henning wird an. 147- unter die Bischöffe zu Hildesheim gezeh- let, um welche zeck auch Hanß von Hauß, Drost zu Steyerwalde, die Ritter-guter Embeckhauftn und Minder besessen; derselbe ist ein groß - vatcr Nicolai in Einbeckhauscn - Wunsdorff und Steinlage worden. Dessen söhn Caspar Heinrich, der die väterlichen güter besessen, ist an. 167; als Fürstlich-Brauuschweigischer Rath und Ober-Hauptmann zu Winsen an der Lüde verstorben. In Bayern ist im l7stculo eine alte adeliche familie von Hustn oder Hausen abgestorben, von welcher Wolffgang Probst zu Ellwan- gen und an. 1600 Bischofs zu Regcnspurg gewesen. «H/o- atmen - rate! llsrer von ^rnliäcd. Hausmann von Namedy und Andernach/eine alte adeliche und nunmehro Freyherrliche fanE an dem Rhein, welche von Wilhelms, der an. 1; 12 gelebet, hergeleitet wird. Anton, Chur- Gllnischer Rath, hinterließ Johann Ludwig, der an. 1600 Cbnr- Trierischer Amtmann zu Hammerstein gewesen. Dessen söhn, Johann Wilhelm, waran. i648 Dom-Probst zu Cölln. Heinrich Ruprecht, des ietzt-gedachten Johann Wilhelms bruders-sohn, hat zuerst die Freyherrltche wurde auf sein geschlecht gebracht, L- . 4 . p. 27z. Faußner von wimbuch / ist ein uraltes stifftmWges adeli- ches geschlecht gewesen,10 unter seinen ahnen, Grafen und Herren, unter seinen lehn-vasallen aber, nebst unterschiedlichen Cavalliern, auch die Churfürsten von Cölln und Bayern zu zehlen die ehre gehabt. Ursprünglich kommt es aus Lxhwaben, von wannen es sich vermehr als zoo jähren nach Wimbuch in derOber-Pfaltz auf dem Nordgau hingezogen. An. nü; in dem zehenden thnrnier, findet man Albrecht Haußnern als einen Ritter. In dem zwölff- ten thurnier,an. 1197,hat sich George Haußner befunden,und dem siebenzehenden thuvnier, so an. 1211 gehalten worden, hat Wolff von Haussen beygewohnt. An. 1; 20 ist Matthias, Heinrichs von Haussen ältester söhn, Rhodiser Ritter gewesen. An. 1697 ist mit Johann Joachim Haußnern von und zu Wimbuch der männliche stamm dieses geschlechts gäntzlich erloschen, und alle dessen lehen auf seine zwey töchter gefallen, deren die älteste einen Teuffel von Pirckenste, die jüngere aber einen von Seidel geheyrathet. ^autc-Lombe/ ein Dorff in Savoyen, eine meist von Bellay, nebst einer Cistercienser-Abtey, deren Abt der Hertzog von Savoyen ernennet. Es ist sonderlich wegen einer wunder-quell berühmt, welche zweymal in einer stunde vertrocknet, jedoch allezeit wieder beginnet zu lausten. In dem klcster daselbst ligen die alten Grafen von Savoyen begraben. Ld-r/o». e!o§. Luc. Lavauci. o,,-. kz>e»o» Iiilk. Lsdaull- ^aute-Rwe/ eine stadt in Languedoc, am fluffe Auriege, 1; Meilen jüd-wärts von Toulouse gelegen. ^awt'wood / (John) von Sible-Hennigham aus Esser gebürtig, lebte unter Königs Eduardi III in Engelland regierung. Sein vater war ein gerber, mir namen Gilbert, welcher ihn nach Londen brachte, und daselbst bey einem schneider zum handwcrck thäte. Allein er gieng in den krieg, hatte auch darinnen so grosses glück,daß er bald zum Cavitain erwählet, und folgends zum Ritter geschlagen wurde. Er diente anfänglich dem Königvon Engelland m den Frantzösischen kriegen; Nachgehends gieng er mit einigen Engelländismen trouppen in Italien , und dlenete allda mit gutem kuccck im Montfcrratischen kriege, so dann unter Galeazzo, dem Hertzoge von Mayland, worzu ihn dessen bruder Barnabas bewöge, der ihm seine tochtcr, Donna v<„niiia, nebst einem schönen hcy- raths-gut, zur ehe gab. Jedoch verließ er endlich seines schwieger- vaters parthey, und schlug sich zu dessen feinden, entweder »och höher zu steigen, oder weil er vielleicht von ihm möchte Nisgouitiret worden seyn. Nachgehends gieng er nach Rom, allwo ihm der Pabst das commando über seine trouppen gab, um den theil von Provence, welcher von ihm abgefallen war, wieder zum gehorsam zu bringen. Nachdem er dieses ausgerichtet, gieng er zu den Florentinern,und starb an. 1 ;94 zu Florentz in einem hohen alter. Die Florentiner liessen ihm eine llatue nebst einem kostbaren monum-nc aufrichten. Dergleichen liessen ihm auch seine freunde zu Sible- Hennigham aufrichten, nebst Vorstellung einiger in einen wald fliegenden falcken, damit auf seinen namen zielend. Allein dieses ist nach der zeit gäntzlich eingegangen. Er hatte einen söhn, mit namen Johannes, welcher in Italien gebohren, und von dem König in Engelland,Henricv IV,zum Ritter geschlagen wurde. , ^arthausen/ eine vornehme adeliche und mmmehro Frcyherr- liche familie in Nieder-Sachsen, welche das Erb-Hofmeister-amt im stifft Paderborn besitzet. Curt von Harthanstn hat nach ansang des i6iecuii gelebet, und ist ein groß-vater worden Elmershausens von Axthausen ; dessen söhn Moritz war Obrister und zeugte Hermann Christian aufApenburg, der um die mitte des 17 l-cuü gelebet hat. Zu ausgang des gedachten lecwi hat sich dieses geschlecht auch in Müssen durch Christian August,Chur-Sächsi'chen geheimden Rath, ausgebreitet, welche seine guter ohnweit Dreß- ven hatte, so dessen nachkommen annoch besitzen- Friedrich Adolph Waran. 1697 Hessen-CasselischerMajor von der leib-garde und Hvf-marschall. An. 1710 war einer von Haxthausen bißhcriger Königlicher Stallmeister und Staats-Rath am Dänischen Hof; er danckte aber wenig jähr hernach ab,behielt doch sein gsge An. >7>2 war ein Baron von Harthausen des heil. Römischen Reichs Feld-Marschall-Lreuttnank genannt - er ist vermuthlich der Chur- hay Pfältzische General, Freyherr von Harthauseu, der an. 171- 60»-. vcrncur zu Jullch worden. 7 ^ "" Englischer marckt-flecken in Talqarth-Hundred llt Es' -» KÄ Äy, »>rm-MiS«°NUndif«-s-mMe. Es wird den» »i-, sprung von eurer sonderbaren a«i°n heraeleitet.indem grbt, daß als die Dänen, um das jähr ssgo zu Königs Kenneth des Duetten m Schottland eingefallen, zwischen ihnen und den Schottlandem eine schlacht vorgefallen sev, inwelch Eieseen^ ansang,rch in dre flucht geschlagen, und sich nach Perth zu retirl^ genothrget worden;weil sie aber durch einen sehr engen weg der ;w^ scheu dem gebürg und dem flusse Tay gelegeneren mLchabe sich ein baue befunden, welcher ein sehr behertzter mann gewesen, der mrt ftmen 2 söhnen den paß besetzt, und die flüchtige ermähnet" sich zu wrder setzen, auch selbige ferner zu silehenge hindert. Er bewaffnete sich hierauf mit allenywas er hatte,gieng nebst seinen ,öh- »en, welche ihre psiug-schaaren angepacket hatten, mit grossem un- gestumm auf die Danen loß, und reitzete durch sein erempel die fluchtigen dergestalt an, daß die Schottländer den sieg davon trugen. Dieser vaur hieß Hay, welcher nach der schlacht durch die gantze armee m den Königlichen pallast geführet wurde, woselbst ep die höchste Adel-stelle erhielt. Der König gab ihm einen grossen theil der beute, und so viel land, als ein falck mit seinem fluq erreichen könte. Zu welchem ende ein falck loß gelassen wurde, der sich an einem gewissen ort niederließ,welcher dahero noch der Eichenstem genennet wird. Auf solche art bekam Hay einen schönen strich landes in Schottland längst dem flnß Tay. Dieser Hay hat das geschlecht zortgepflantzet, welches sich hernach in verschiedene lande, sonderlich in Franckreich und in die Normandie, ausgebreitet hat; wie denn von demselbigen die Grafen von Tweedale und Kinnovel abstammen. Das Haupt dieser familie ist der Graf von Errol. siehe Rmliethus III. ^ay/ (Alexander) ein Schottländischer Jesuit, ist daher bekannt, daß er wider Henricuin I V, König in Franckreich, viel verwegene reden ausgestoffen- Er ließ sich nehmlich vernehmen, daß, wenn der König emsten vordem coUeg,-, vorbey gehen würde, er sich gerne von dem ftnster aufihn herunter werffen wolte, um ihm de» hals zu brechen. Er wurde deshalben durch ein urtheil des Parlaments den io jan. an. 1596 auf ewig aus dem Königreich verbannet, mit dem anhang, baß, wofern er sich würde gelüsten lassen , wieder in Franckreich zu kommen, er ohne alle gnade solle ae- hencket werden. Kitt. cle krsnco r. / (Jacobus) Graf von Carlisle,kam mit dem Könige Jacobs I in Engelland, und war der erstd Schottländer, welcher zunr Englischen Lord gemacht wurde; denn an. i6c; erhielt er den tr- tul eines Frevherm Hay zu Dauley. Er wurde an. 1616 als Gesandter an König Ludwig den XIII in Franckreich geschickt, und- zwar wegen einiger Ai-avamimim der Hugenotten, die bey stinenr König inrcrcellMn gesuchct hatten. Bey seiner anwesenheit in Paris wurde der Printz von Cond- arrolliret, und bemühete er sich vergebens dessen leiaxarion zu erhalten. Nach seiner wiederkunfstin Engelland wurde er an. 1617 zum geheimen Rath , auch hierauf zum Vtcomre zu Doncaster erkläret. In demselbigen jähr muste ep nach Teutschland gehen, um sich zwischen dem Kayser Ferdinands II und den Böhmischen Ständen zu -merxoniren , wiewohl ohns An. 1622 kam er wieder nach Franckreich , um in dem damaligen innerlichen krieg wider die Hugonottm seines Königs Msniar on zu vLriren. Bey dieser Gefandschafft machte er sich tir währender belagerung der stadt ^onrauba» verdächtig, als ob er von dem succurs,welchen die Hugonottcn in die stadt gebracht hätten , wissenschasst gehabt. In selbigem jähr 1622 machte ihn dev König zmn Grafen von Carlisle,er wurde auch an. 1624 abermals als Gesandter in Franckreich geschickt, um vor den Printzen von Wallis die Königliche Printzessin, Henrietta Maria zu werben, welches er auch verrichtete. Bey seiner wicderkunfft machte ihn der neue König Carolus an. 162; zum Ritter des hosenbandes« Er war auch meister von der grossen garä--rot>l>e, und sowohl Ja- cobi I als Caroli I Cammer-Herr. An. 1628 wurde er als Gesandter an die vereinigten Niederlande geschickt, wegen rung der ost-see,weil man wegen des tiluls, den sich der Wallcnstem anmaffete,als Admiral des Balthischen meeres,ünige ombraZ- ge- schöpffet- Von bannen verrichtete er eine gefandschafft an bett Hertzog Car! Emanuel von Savoyen,welcher zwischen Franckreich und Engelland bey damals der stadt Rochelle halber geführtem kriege zum msUiawr- vorgeschlagen worden. Letzlich wurde er Ober-Cantzler, und starb an. i6;6 zu Londen. Seine erste gemah- lin war Honoria, Eduardi Freyherr» zu Dcnby in Engelland toch« tec; Die andere Lucia Percy, Henri« Percy, Graftn von Nor» thumberland tvchter. Er hatte einen eintzigen söhn, Jacobnm II, Grafen von Carlisle, der ohne erben verstorben, und die erledigte Grafschasst ist von dem König Carolo I! Carl Howarden zugewendet worden. §en. Lrlr. xarr. polt, c. ; s>. 72. / (Johannes) ein Jesuit aus Schottland. Er trat am i;66 in stlbige aesellschafft, lind that hiervon profelkloo zu Rom« Er lehrcte an verschiedenen orten in Polen, in Franckreich und in den Niederlanden, vornemlich aber in dem,-oits§>o zu Tournon/ allwo er die theologie, ma-Keim mid die Hebräische spräche -loc>rke. Endlich wurde er Cantzlcr auf der academie zu Pont ä Mvusson, und starb den 21 may an. 1607. Er legte sich sehr auf die co„rr<,- v«-r6eu,und schrieb verschiedene bucher wider die Reformirten, hatte auch m Straßburg mit dem Pappo und Jvhanne Sturmio ei- Sssss . :'.rs§ 692 hay «ige streitigkeiten. Seine schrifften And: »ecueli tz-, ckem-nä-s »ux miniltre-; I spo!»A>e cle ccs cicmsnües; snlimoniuin sll rcss>on- tum Nc2L; lliftiurLkio conrrs minillrum znonz-mum k4emsusenlem; fcirvÜL brcvis in bUrliorl^ 8ixri 8enüoli;. dllrl. lcri-ic. 8oc. ^av/ (Paulus) Herr von Chätelct,aus dem alten Hause llsHay in Bretagne, welches sich rühmet, aus dem obgemeldten Schottischen geschlccht von Hav, welches auch denen Grafen von Carlisle den Ursprung gegeben, herzustammen, wäre einer der ersten von der Französischen academie. Anfänglich war er General-Advocat des Parlaments von Reimes, nachmals ReqMeiimeister, und endlich ordentlicher Staats-Rath. Er hatte auch einige andere bedienun- «en/als die commiMon. das Parlament zu Pau in stand zu bringen, Und an. i6;; war er im-»ck>->c von der justttz bey der Königlichen armee. Nicht weniger wurde er als commUHrius ernennet bey dem procesi des Marjchalls von Marillac, wobey er aber seine --- puksrion für einige zeit zimlich vcrschcrtzte; Dann als ihne der weigerte für seinen richter anzunehmen, weilen er sein lod-feind,und würcklich eine gar bittre Satyre wider ihne geschrieben hatte, welches auch in der that also war, läugnete er anfangs, selbst in gegenwart des Königs , daß er der urhebcr davon wäre; hernach aber, da Marillac seine i-ccErivn widerholte, gestünde er die fach; weswegen ihn der König gesanglich anhalten ließ. Doch will Pelisson sicheren bericht gehabt haben, daß eigentlich Hay, der sichs für keine ehr achtete, unter solchen L<,mmiL,re; zu sitzen, welche man schlechter dings dazu ausgelescn hatte, daß sie denIi-r-- diät, wie auch immer seine entschuldigungen ausfallen mochten, zum tod verdammten, dem beklagten die mittet ihne zu recullren heimlich selbst an die Hand gegeben hatte, und alS Richelieu dar- hinter kommen , wäre diß die wahre ursach der arrcsrirung desselben gewesen. Er wurde zwar bald hernach wieder auf freyen fuß gestellt, aber so, daß auch diese bcsreyung ihme nicht mehr ehre machte, als das vorhergegangene gefängniß gethan hatte; weilen man klar sahe, wie er solche lediglich durch die über den Proceß des Marillac vcrfenigtc schrifft erlanget,in welcher mehr nach dem willen und den abstehlen des hoffs, als nach denen genauen regeln der gerechtigkcit gercdt wurde. Er hat hernach auch das bekannte Kcciieil lle piecer ti.'1-vw a l'Iiilloire an. 1640 heraus gegeben, worinn lauter solche stücke gebracht worden, welche für Pen Cardinal ll° Richelieu, und um denc wider so viele anzügliche sschrifften zu vertheidigen, geschrieben worden , oder sonstcn zu diesem zweck vor anderen dienen konten, wie dann auch die dafür gesetzte vorrede in der that nichts anders als eine gar künstlich ausgearbeitete schutz-rede für diesen Cardinal ist. In folgender zeit, als man auch dem Herm von Bouteville,und dreckst hon Mont- morenci den proceß machte, hat er sich sehr bemühet, gnade für dieselbe zu erlangen, nicht ohne Widerwillen und zorn des Cardi- nals, vielleicht um die scharte wieder auszuwetzen, welche er in Marillacs Handel seiner ehre gemacht hatte. Er starb den 6 avril an. iüz6 seines altcrs 4; iahr, 5 monate, und hinterließ einige schafften. Er war schön von ansehen, bchcrtzt, von einem muntern verstände,und redte sehr wohl. Kill. t'scsllem. rrsnc. * Haydeck/ siehe Heydeck. la^azgc/ eine stadt in Touraine,in demgouvcrn-msnr vonOr- !eans,an'dem fluß Claise,allwo Cartesius gebohren worden, »kr /.1 ^aye / (Johannes lle >L) ein Frantzösischcr Edelmann, welcher zwar vor sich sehr arm war, hernach aber mit einer reichen adeli- chen wittwe, deren angclegcnhcitcn er zu Paris vor gcrichke in acht genommen hatte, sich verhcyrathcte, und mit deren gcld die cb-rzc eines Königlichen Licutenauls-General in civil.fachen zu Poiticrs crkauffte. Als nachgehcnds an. 1569 diese stadt durch den Admiral von Colignn belagert ward , ließ er in deren beschützung eine so sonderbare tapfferkeit sehen,daß ihn die Grossen ihrer freundschafft würdigten, und er selbst sich mit unter die kricgs-häupter zu zählen anfieng. Nun besaß er in der that sehr viel gute cigcuschaffleu, indem er einen vortreflichcn und MbrNen veruand, einen behertzccn Muth, eine ungcmeine beredtsiunkcit, und gegen alle diejenige, so seine gewogcnh'eit suchten, eine sehr angenehme gefälligkcit hatte. Alleinsein unermeßlicher ehrgeitz verderbte alles, und weil er, um denselben auf eine oder die andere art zu befriedigen, alle nur cr- sinnliche räncke hervor suchte, so stürtzte er endlich sich selbst in das «röste Unglück. Er suchte anfangs die stelle eines Requ-ckenmei- sters,und nachgehends die würbe eines rvl-isicvoil Poitiers.Da ihin aber sowol das eine als andere, wider sein vermuthen, war abgeschlagen worden,gieng er tag und nacht damit um, wie er entweder dcnReformirlcn einen recht nachdrücklichen streich beybringen,und sich dadurch an dem Königlichen Hofe recom,neueren, oder im ge- genthei! den gedachten Rcsormirten zu einem sonderbaren Vortheil verhelften, und dadurch unter ihnen sich recht groß machen möchte. In dieser ungewissen und betrüglichen absicht war er einer von den ersten Urhebern der Vereinigung des so genannten bo«, pubbci oder der smimLm-um mit den Resormirten. Hernach reisete er fast ohne aufhören bald nach Hofe, bald nach Röchelte (an welchem letzter,, orte er mit dem berühmten >.1 None eine absonderliche frcund- schafft stifftete) und that allenthalben vorthcilhaffte vorsihläge, in geheim aber erbot er sich an einem jeden orte den gegenthcil zu betrügen ; wiewol er diesfalls den den Resormirten schlechten glauben fand. I,„mittelst hatte er überall seine heimliche spionen und anhänger,machte hier und da verborgene anschlüge,und laurete auf eine gute gelegenheit, da er mit Nachtheil derjenigen parthcusso sich am wenigsten vorsehen würde, sei» glück befördern tönte. Insonderheit suchte er entweder Röchelte, oder Fontenay ober Poiticrs hay zu überrumpeln. Wiewol nun sein anschlug auf Fontenay M hintertrieben worden, so ließ er sich dennoch nicht abschrecken, ben- senigcn,welchen er aufPoitiers gemacht, zu cominmren, umso vielmehr, weil er in solcher stadt einige feinde hatte, an welchen er sich zu gleicher zeit zu rächen wuntschte. Er selbst war in eines müllers Habit in dem letztgemeldeten ort gewesen, und hatte mit seinen cm- rechonckmen alles so künstlich veranstaltet, daß er an einem glücksi. chen ausgange gar nicht zweiffelte. Allein der cwuverneur von Poitiers, namens Jay Boissegum, erfuhr den Handel durch die Unvorsichtigkeit eines von den conipirLmen, namens Bastardi», welcher einen seiner guten freunde vor der bevorstehenden plünderuna gewarnt hatte. Nachdem dieser Bastardin alles entdeckt, ward er den 16 jul. an. 157z enthauptet,und ic> bis 12 von denmil-fchuldi- geu wurden gehenckt. Zu gleicher zeit cxegwrte man Johannen, -l- Haye im bildniß; dannenhero seine freunde ihm rieche», er solle sich fortmachen, welchc«>sie aber nicht von ihm erhalten kirnten,indem er vielmehr auf seinem land-gul >- Begaudiere, welches gantz offen und nur eine meile von Poitiers war, gleichsam zum trotz einmal wie das andre blieb. Unterdessen aber würckte sein tobtfeind, Joseph Daniel 3-unre.3ouiinc. einen Königlichen beseht aus,daß man ihn lebendig oder todt hinweg nehme» solle,und umringte darauf mit z 60 mann zu vftrde den ort, wo er sich aufhielt. i)c iz Haye, da er sich solcher gestalt überfalle», und einen schmählichen tod vor äugen sahe, that sein äusserstes, daß er durch eines sol- daien Hand sterben möchte, welches auch wegen seiner hefftigen ge- geuwebr erfolgte. Sein cörper aber ward zu Poiticrs durch des henckers Hand gevicrtbeilt, der kopff neben sein gehencktes bildniß aufgesteckt, und ein ,edes von den 4 theilen an 4 unterschiedenepsä- le aufgehenckt. Man ha: von ihm ein journ-i von der belagerung der stadt Poitiers , iugleichem a- Lau>rr,»L si-m. llill. tib. 6v. bist. llü llLnce row. ; x-. IAA, ZZA, Z75. Z7S. ^aye / (Johannes og,'L worden. Hier hak cc mitcr anderen den Hcirteum oder Her,sie,lm^ncillollorenfcm, (von Anrcrre) welcher nemlich in dem klostcr 8 . Gmnain fAurmm Bcnedictincr-Münch war, unterrichtet. An. 8 ;o ist er zu einem Lehrer zu Corbcy undHjrschseld .(nicht aber, wie etliche wollen, zum Abt an dem letzter,, ort) bestellt worden, wo er ffechig m feinen über die heilige schrifft, davon fo gleich, gearbeitet. Das iahr darauf (nicht an. 841) ist er zum BillM Halberstadt beruffen worden, wo er durch erbauliche predWi »nd ein heiliges leben viel gutes gestiftlet. Damit er der unllmcy- tung so wohl seiner c>nonicoru>n als des gemeinen volcks des!» ungehinderter abwarten könte, übergab er die weltliche tU-rion des Stiffls einem gewissen Beamten, namens ZunM, deine er ei» land - gut unweit Halberstadt bauen ließ, welches zu einem dorfferwachsen, und von dem stiffter Hain, oderHoM jP „ennet worden, wie denn auch aus dieses ?rocurLwns gejchlW die Adelichc familie deren von Hoym herstammcn soll, >MM» die fache nicht gäntzlich ausgemacht ist. Er hat das jctzo llrte kloster an der Bode 8 . Wiperti, so zu erbaming der be,«- harten stadt Quedlinburg gelegenheit gegeben, Misstet, und D » alten schul-freundRabannmMaurum, den die widerspenM Müncbe von seiner Ablcy zu Fulda verjagt hatten, zum Pl» daselbst gemacht, im übrigen aber das kloster mit Penckictweu Münchc», die er zu Hirschfeld unterrichtet hatte, besitzt. Er M auch eine schöne biblivthec in der Dom-kirche zuHalbcrM»' gelegt, die aber ohne zweiffel an. 1179 mit im rauch aufgeMW' Als an. 847 oder 848 wegen der lehreGodcscalci ein Mayntz, aufbeö Ertz-Bifchoffö daselbst, Rabani Mann, aiMoM hay M König Ludwig schatten wurde / war Haymo einer der vornehmsten, welche ihn widerlegen hülsten, ob schon Godescalcus sich damals nicht eintreiben ließ. Er starb an. 8; ;Pen 27 mark. (andere, den 20 -r. 28 wart.K. 28 aug.) Er hat über die gantze heilige fchrissc, ausgenommen die Sprüche und Prediger Salomonis, commcncsrlo; aus den k-Ltridus zusammen getragen, welche eintzcln vielfältig aufgelegt worden. Man hat auch etliche romos von Kommen über die Psalmen, den Propheten Esaiam, die hohe Offen- dahrung, die Evangelia und äeisnÄis, >c. ein compenciium h>üo- riL ecclellLlkica: in 10 büchcrn ; lle variersre likroruw ; bücher ; eines ils corpore L lsogoine Domini, so in Dicker« 8picileZio stehet, nebst anderen opmcuiis, welche nebst den eaiciomb»; der com. menirriorum (denn alle wercke sind nicht zusammen gedruckt) bey Trithemio, Cave, a« Pin, rc. nachzulesen, via. ex komiku- ?«»/- cxerciracio cle viti ^ lloÄrinL lir^aionis sn. 1700. Niriguiiares ktslkcrtksä. p. 5; 5 g. * ^avinon / ein Engelländer, war ein Münch in dem kloster 8.Denys in Franckreich, und nachgehends ^rcki -Diaconus von Eanlerbury. Er hat verschiedene wercke über die heilige schrifft geschrieben ; lle revelstione corpons 8. Dini!)l!i; rrsÄarun- « piollr. Ivliin. -/rz-/oE1, ^ayna / war ehemals das fürnehmste kloster Cistercienser- vrdcns in Lessenland, ohnfern Gemünden an der Webra gelegen. Es hat erstlich seinen ansang zu Lölbach gehabt, und ist nachmals an. H44 von Poppone, Grafen zu Reichcnbach, nach Aulisburg verlegt »vordem Diese stifftung hat Graf Heinrich zu Ziegenhayn, gemeldten Popponis cnckel, bestättiget, und das kloster mit vielen gürern beschencket, worunter dieses Hegene oder Hayna auch gewesen, »vohin an. 1216 das kloster, durch einwilligung der Landgrafen zu Thüringen und Hessen, verlegt worden. Nach der zeit »st das kloster an einkünfften je mehr und mehr gewachsen, und hat Graf Gottfried zu Reichenbach sein,gantzes eigenthum demselben übergeben, gestalt denn das amt Lölbach nebst vielen dörffern in den ämkern RosenthahWolckersdorss,Franckenberg nndSchön- stein darzu gehören. Hierdurch sind die Münche zu solchen Mitteln gestiegen, daß sie nicht allein das kloster Herlich erbauet, sondern auch dem heiligen Bernhards zu ehren die capelle zu Franckfurt ohnweit 8- Bartholomäi Stifft errichtet, welche daher» noch ietzo der Hayne - Hof genennet wird. Landgraf Philipp der ältere ließ an. i?24de»Abt Meinolphum samt dessen brüdern daraus vertreiben , welcher sich zu dein Pabst wandte, und durch dessen vor- spruch bey Kayser Carolo V eine commilll«« erhielte, welche die fache untersuchen solle. Es hatte aber LandgrafPhilipp, solches wohl zuvor sehend, allerhand gebrechliche und krancke lcute in leinen» land in eyl zusammen bringen, und in dieses kloster setzen lassen , welche die Kayserliche Lon-mUHni nicht »nieder heraus treiben wollen, sondern die fache auf des Kaysers eignen ausspruch verschoben, und davon zogen, nach welcher zeit nicht »nieder daran gedacht worden, so, daß es noch jetzo ein auffenthalt armer prest- hasster leute ist. kelckicikung von DcUcnIsnll ? 2 x. rr6 öc v. 4 c. 6 p. 441. c. 1. in orsc. cle kki- iippo 5 en. I^sncigrzs. KlLlkisc. ^aynburg / oder Haymburtt / lat. oomagcnnm > eine alte , Teutsche stadt in Nieder-Oesterreich am Donaii-Oß, gegen dem außfluß der Morau über, an de»» Ungarischen gräntzen, 6 weilen vst-wärts von Wien und i von Preßburg gelegen. Doch ist zu mer- cken, daß das alte Com-genum ohnfehlbar etliche »neiien oberhalb dem heutigen Haynburg gelegen, und dieses letztere, oder das nächst daran ligende dorss Petronellen viel eher an dem ort stehen, allwv der Römer Lsrnumum gewesen. Au. iozo wurde auf dem Reichs-tagzu Nürnberg geschlossen, die von den Ungarn rninirte stadt Haymburg »vieder zu bauen. Es haben manchmal Oesterrci- chische Hertzoge allda residiret, und Leopoldus IV hat um das jähr i roo die niederlag der kauffmannschafft von dar nach Wien risns- keriret. Ic. <7eü. Oeogr. snr. * ^aynitz / peinig/ eine von den ältesten und ansehnlichsten Adelichen familien in Meisten. Ihr stamm- hauß Haynitz ligt un- hay hea 69z Freyb-ks, doiinscher »ind Chur- Sächsischer Odrister. xroclc.^is«. rkestr. ckro«. z,re>k. ae veren. „„A^burg/ ein schloß, dorss und amt, unweit Zeitz gelegen, und zu oem Snfft Naumburg gehörig. Ä^yg«egen, . (Jsaac) ein gelehrter Rabbr, indem izseculo, welcher EonVcheic ,», der astronomre sich hervor that, und aufbefehl Al- phonsiX, Komgs von Caftlsten und Leon, bey Verfertigung bcv lsbuiac-inr ^»pkoni-nrrum ein grosses betjtrug. ÜES,. ^ Hazart/ (Cornelius) an. 1617 z» Oudenarde in den Niederlanden gebohren, trat an. 16; 9 in die Zoc. )c5u. Cr ist gegen aus. gang des 17 secult, als Prediger zu Antiverpen, gestorben, und hat ausser sehr vwlen streit- schrifften Kiüor. eccl-i. »ec. -6,17 ps«. 7 herauß gegeben. kiki. 8.). > r- - ,.)6azor/ war eine stadt im gelobten land, und zwar die König. l»che restdentz und Haupt-stadt der Cananircr, »velche sonderlich wegen der Versammlung der Eananitischen Königen berühmt ist, die daselbst zusammen kamen, wider Josuam zu kriegen, welcher hernach die stadt einnahm, und in brand steckte. Allein nachgehends wuxde sie wiederum auffgebauet, und war der sitz des Cananiter Konrgs Iabin, welcher Israel 20 jähr lang erschröcklich plagte, blß er endlich von Debora und Barack überwunden wurde. In diesem krieg wurde Hazor zerstöhrei, hernach aber von Salomon wiederum erbauet; »var auch zu uusers Heylands zeiten m emem so guten zustand,daß sie unter die zahl der zehen städce gerechnet wurde. Ametzo ist sie fast nichts mehr, als ein blosser stein- Haussen. Es »st selbiges von einem andern Hazor, so in Galiläa gelegen, wohl zu Unterscheiden. )o/. »Sc iA. 4. 162,». 12. s«r.)ull. l.x c. 6 . Le//«rrr nor/vrb. snr. c. 2. , eine Provintz des Africanischen Königreichs Maroeco, welche gegen osten an den fluß Ecifelineli, gegen luden an das Atlantische gebürg, gegen noeden undtvesten an die offenbare see flösset. Das land ist gebürgicht und voller hoitz, dabey aber mit vielen anmuthigen Offen bewässert, und »vürbe ohne zweiftl alle bequem- lichkeitcn des menschlichen lebens haben, wofern die elnwobnev fleißiger und arbeitsturer waren. Allein so haben sie weder stachs, Hauffnoch körn, sonkrn allein gerste. Wachs und bocks-leder sind ihre vornehmste waaeen, inmassen das land eine grcsse rnmge von bimen und ziMn hot, aus deren stellen sie das MaroquinistHe jeder machen, «sie bauen weder Weinberg noch garten, ob sie gleich in den thälern »vegm den durchfliessenden quellen mi Offen die schönste gelegenheit darzu haben. Auch pfiantzen sie keine öl-bäume.Man findet aber allhier eine art eiiies dornichten damns, Erqueu ge- nan»»t, welcher eine frucht träget, d»e ohngefehr so groß und dick, wie ein sprich, und an »ich selbst nichts mehr, als ein stein ist, mit einer haut bedeckt, und wenn sie reiff ist, bey der nacht wie ein stern giantzet. Aus deren kern wird ein öl gemacht, welches das eintzige öl ist, dessen sich die eiu wohner gebrauchen, ob es wohl keinen annehmlichen geschmack hat. In ihren Wäldern gibt es sehr viel Hirsche, tären und Hasen. Die einwohner sind MahvmetaNer, verstehen abe» von idrcr religio» eben so weiiig, als von allen andern künsten imdwiffenschafflen, so, daß auch selbst die lehrer ihres gesetzes kaum lesen können. Wenn sie kranck sind, curiren sie sich durch nichts cnders, als durch gute Korund durch »varme, iudein sie »veder K 4-6 cos noch Apolhecker und wund- ärtzte haben, ausge- nommen einige barbierer, deren sie sich zum bart-putzen und zur bcschneidung ihrer Ander bedienen. Ihre jungen pursche lassen sich das haar und den bart so lang abscheren, biß sie freyen. Alsdenn lassen sie den bart wachsen nebst einer Haar-locke auf dein kovff, um dadurch erkennen zu geben, daß sie rechte Mahometaner sind. Ihre speise ist ein drey vongersten-mchl, welchen ,»e mir den singen, auf der erde ohne tisch-tuci» oder lervicikLi essen, sintemal ihnen ihr gesteh keine löffel zuläßt. Zum essen brauchen sie allem dierechte Hand, m,t der lincken aber waschen sie nch vor den» gebet. Wenn sie die Hände waschen, so trocknen sie dieselblgen mchr ab, sondern halten sie so lang in die luffr, biß sie trocken werden. Lernen zeug ,st bey ihnen so rar, daß keine andere als mir vornehme lcut hemdcr tra« qen Sie haben z»var wenig und gantz kleine pkrd, es lausten aber selbiae überaus schnell, und klettern aufdie berge w»e d»e ziegcn, ob sie wohl nicht beschlagen sind. Sie pflügen mit eseln, weil sie wetz r maul - esel noch ochsen haben. Sie hassen sich unter «»»ander aufs bitterste, sind aber nichts desto weniger gegen d»e fremden so leutselig, daß an einigen orten ble vorneimistm unter »ich lose»»,wer s b qe aufttchinen und tractiren «olle. Ihre Waste», sind z oder 4 w irff-pfeile riebst krummen doichen, die einer sichel ahnsich sind. ^ r orbraucken sich auch der schleudern und arm-bruste. Die vor» »whmOnpMe dieser Provintz sind Tednesta,Tecu!eth,Tefethna,rc. >. z. ^ rsean / eine stadt in dem Indianischen Königreich TonqumM dem siuß Rockdv r etwa» S° ,OEn von der jee,.st eme 694 hea obgleich nicht befestigte stadt,hat bey 2000 Häuser, aber meist arme einwohner. Der Oouverncuc dieser Provintz hat hier seinen ich. Die Frantzosen haben allhicr ein comxro» und einen Büchoff- voxsge c. z c. r. Geächz (Nicolaus) Ertz-BischoffvonZorck,nnd Cantzlervon Engelland zu der Königin Maria Zeiten. Er wurde in Londe» ge- bohren, und erstlich im Christ-oücZ.o > hernacl, aber m Clare-hall aufder Universität Cambridge erzogen. Er war des Komgü Henri« allmosen-pfleger, welcher ihn zum Bischoff,erstlich von Roche- ster,und hernach von Worcester,machte. Ob er ivohl voii Eduardo VI abgesetzt wurde, so setzte ihn doch die Königin Maria wieder ein,und machte ihn nicht nur zum Ertz-Biicboffvon Porck,jond«n auch zum Groß-Cantzler in Engelland. Er war «n kluger, gelehrter, weiser und dabey sehr aufrichtigermann, welcher sich mehr beflisse , seinem eigenen gewissen ein genügen zu thun, als andere zu verfolgen. In summa, er war so moNer«, daß er m der ^>?uk->rio„ zwischen den Catholischen und Protestanten >m ersten jähr der Konigin Elisabeth nebst N-colao Bacone zum erwählet wurde. Jedoch, wie er von seinen vorigen Mitgefangene» Catholischen Prälaten durch ihre pnncipia eingenommen war, aljv cnnte er sich nicht dahin bewegen lassen, der Königin das >urLmc„iu.„ ü-prcm-- rür, daß sie nemlich bcndes in geist-und weltlichen dingen die oberste gemalt hätte, zu schwören, welchesbenn vermachte, daß er aufs neue abgesetzt wurde. Hierauf qieng er auf scin land-gut zu Cob- ham in Surrey,und brachte daselbst sein alter in statigein studieren und andachts-psiegung zu. Endlich starb er an. -;66. snnsl. rc,-. /tngl. 5 ut> Ltissbcrbs?. I. rekora». ecclck. k.r I.;. Hebe / die göttin der lügend,Jliuonis tochtcr. Sie hatte keinen Vater, sintemal vorgegeben wurde,daß Juno, als sie von dein Apol- line aus«» gastmahl geladen worden, so viel tätlich gegessen , daß sie davon schwanger worden,und Heben qebohrcn, welche wegen ihrer schönvcit zu des Jovis mundschcnckin gemacht wurde. Allein es trug sich zu, daß als Jupiter bey den Actbiopern zu gaste war, und Hebe ihm aufwartete, derselben fuß ausglit,chte, und verursachte , daß sie zuchoden fiel und sich zu starck entblößte, weswegen sie von ihrer bedienung abgefetzt, und hingegen Ganyinedes an deren statt angenommen wurde. Jedoch, als Hercules unter die zahl der Götter kam, vermählte er sich mit ihr, da sieden» Islam wieder jung machte. Der verborgene sinn dieser fabel gehet dahin: wenn Juno (das ist, die lnfir) durch die hcissen strahlen des Apolli- nis oder der sonnen erwärmet wird,s» fängt die erde an,da sie zuvor unfruchtbar war,;»empfangen, und Hebe» oder die blumen hervor zu bringen, welche denn dem Jovi gebührend aufwartet, bis letztlich bey dem ausgangc des sommers Jrpiter sie abfetzet, und Ga- nymeden,das ist,den winter,oder das wäftrichte zeichen des ^gu-rü oder Wassermanns annimmt, 1.1 iu,cu>. Hebed-Jesu / oder Abdissi/ war anfangs ^ctropoiiranns zu Saba,und verfertigte unterschiedene Nestoranische bücher,fch>vnr aber, da er unter Pabst Julio III nach Nomkam, die Ncstoriani- schcn irrthümer ab, und ward von demselben zum Patriarchen gemacht, auch in solcher würde von Pabst Pio IV , als er das andere mal nach Rom kam, bestätiget. Um dieselbe zeit soll er auch den brief an das Tridcntinische Concilium haben abgeben lassen. ^oo/s A lliit. . r c. 14. ^«7«-Nig. pLtiiarcii. k. 1 excrc. c. 16 tz.rz tcgg.ä?. r cxerc. 1 §. i; fcgq. t7/e7rc«i in Lensiin. Hebernus/Ertz-Bischoffvon Tours, fuccecllrte um das jähr 887 dem Adalaudo. Erbat ein buch -lc miraculis 8. knarr,ni geschrieben,darinnen er bis wenige, so man von ibmc melden kan, selbst anzeiget. clc klick. Caciri. Orll. QNrick. k. I P.749, »» Gebers / ist der smor eines Romans, so die 7 weisen oder Noio. xlirros genannt wird. Er sägt,daß er solchen aus dem Lateinischen wercke eines Münchs von der Abtcy Hautc-Sclve, genannt Dam ^eKanL.das ist, von lusn, übersetzet. Dieses werck ist in verscn beschrieben, und zwar, wie dafür gehalten wird, entweder zur zeit der reglerung Königs Ludovici VII l, des heil. Ludovici vatcrs, oder des Ludovici kkmciiii. D,< I^e7^c7 üc /« di^!. kranc. Hebräer/ durch diestn «amen werden die alten Juden, welche sich in ihrem Gottesdienst der Hebr. sprach bedienten,sowol als die aus dem Heydenthnm bekehrte, welche ihnen anhicngcn , von den ttellcniliischen Jüden nntersthiedcn,und man hat die alte Jüdische spräche nicht eher angefangen die Hebräische zu nennen, als da sich die Hellenistischen Jüden, die Griechisch redten , von denen, so die alte Jüdische spräche behalten hatte,,, unterschieden wissen wollen. siehe Heber, v« ?r» ciickLcr. prclimin. clc lz kivlc. * Hebrides/ Hebudes/oder Ebudes/sind in dem oceano ckprcn- krivusti gelegene insuln in dem westlichen theile von Schottland. hec Mn zahlet deren bey zoo, worvon die vornehmsten sind LM Skie, Mula, Arren, Yle, Kolumki! und Eust. Die insu! »evcs einen flecken, Stoy genannt, und einige dorffschafftm. Die insul Harray macht einen theil davon, woselbst das alte klosierstt»' valdi gelegen. Aufder msiil Skie ist der flecken Dunbegan, aufdce insul Mula,das schloß Douart; aufder insul Arren,das schloß M ren; aufder injul Yle,die stadt Crum nebst einigen dorffschaffun. aufder insul Kolumkil oder Columbkil ist eine stadt gleiches namens , welche der sitz ist eines Bischoffs, so unter dem von UM in Schottland stehet. Auf der insul Eust oder Wnist sind verscbie- dene örtcr, als s. Patrik, 8. Perer,rc. Die einwohner dieser ins»',, sind sehr grob, und kan man wenig gottesdienst bey ihnen vermer' cken. Sie essen nichts als gersten-und Haber-brod, und fleisch « halb gekocht ist. Sie mucken nichts als Wasser,oder bey ihren abmahlen milch. Sie lieben am meisten die kleider von vielerley fax. ben, vornemlich aber diejenigen, so mit purpur oder blau untere legt sind. Man stehet sie zum öfftern auf blosser erde liegen, muer freyem Himmel,und kehren sie sich weder an wind noch schnee. Sie sind liebhab« der music, und bedienen sich gewisser instrumenten, so Mit säiten bezogen, die sie entweder mit einem fiedelbogen oder mit den fingern berühren, solche instrumente aber zieren sie mit silbcr und cdcl-gestcinen, und die, so am wenigsten Mittel haben, setzen ße mit crystall aus. Ihre spräche kommt mit der alten Gallischen sehr überein, und pflegen sie in ihren ländern die vornehmsten thatest tapfferer leuce zu besingen , wie die Barden sonst zu thun gewohnt waren. Ihre rüstung bestund in einem pantzer-hembde, einem Helm,bogen und Pfeilen. Einige führten breite degen oder äxtc. Im streiten brauchten sie an statt der trompeten llcmcs und i>oi,. Die Könige von Schottland besassen vormals diese insuln; nach der zeit sind sie nebst dem Königreich Schottland mit Engelland vereinigt worden. vEH cic i'LccMc. Hebron / eine alte stadt im gelobten lande/welche 6 Teutsche mcilwcges von Jerusalem lag/und kurtz nach dersiiiidflulh erbauet worden seyn soll. Sie gehörte dein stamm Juda/ist aber itzo niinio rct. Abraham kanfftc siezn einem begräbriiporlc/allwo erstlich sein wcib Sara und hernach 4 PairtarMen begraben worden. Gleich darb«, ist die ebne Mamre/ woselbst Abraham in seinem geM sitzend/von dem söhne Gotlcssclbst unter menschlicher gesiallt-esuchi wurde. Diese stadt war ehemals die Haupt-stadt der Philister /und wurde damals K-Eti-LibL gcnennet/welches so viel war/ als des Arba stadt / welcher einer von den Niesen des Enacks nacht«» lliigcii war. Sie wurde aber von Josna eingenommen / hernach dein Calcd gegeben / und nach dessen sohns namen Hebron gcnen- nek. Allhier halte der König David nach Laiils ivdc seine hofhal» tlliig und rcsidentz in die 7 iahr lang / bevor er Jerusalem einbe» kam. Zu diesem ort kamen die stamme/ ihn zum König über Israel zu salben/ undhichcr kam auch Absalom/ unter dem verwand/ sein gclübd zu vollbringen / als «'willenswar/ seinesvakersKönigreich zu sich zu reisten. Als die Christen das aeloble land einbe» kamen / machten sie Hebron zu einem Bischöflichen sitze. g. ^0/ 14. Nclcr. rcrr. lllnct.i.'. gco^r. ccclcf.O-Äm gcozr, »nt. r. r I. z c. -z. Hebrus / ist der berühmte filiß in dem Griechischen Thracien / welcher gold unter seinem fände führet. Er entspringet aus dem ge- burge Hanilis/ diirchschneider hernach das geburae Rbodope/nnd fallt znlekst in das Aegcischc meer / oder wie es jetzo hciffet/ in den /crcvipci^u.n, ohnweik der insul Samvthracien / nnd fliessel s» langsam / daß man seinen laust fast nicht mcrckcn kan. Er ist anch bekannt wegen der sadel von dem Orpheo / welcher von den Manschen weibcrn soll in stücken zerrissen und in diesen stliß geschnnW worden seyn. gcogr. snr. I. r c. i; p. i;°>. * Hecalc/ ein sehr armes aber tugcndhasstcs altes weid. Sie ist wegen ihrer gast-sreyheit gegen Thescmn bekannt / wklchm sie s» glitiliuerhletle/ als sie es vermochte/ ja sie gelobte an / stch.M dem Jovi ansznopffcrn / wofern selbiger aus dem kriege glücklich wieder zurück käme. Nachdem sie aber vor dessen zurl'ickkmW rce- stordcn / ordnen: Lhcseus zu ihrem andrucken und dem Jovi zu kören ein gewisses fest an / welcher daher u-cLiius gmeM worden. Hecataus / gebürtig von Abdera / einer colonie aus der M Tcos in Joiilcn / war ein pMu>ii,piE und qcschlchl-schrcibcr/ m dem Hose des grossen Alexander / und nachmals PtolommMl» Hccate / des Jovis tochtcr von der Lakona/ eine göttin/welche in dem Himmel Lima / aus der erde Diana / und Henne oder Pro- scrpina in der Hölle gcncnnet wird. Sie wurde mit; kopsten vor» gcstellct/ nemlich mit einem pferdc-kopff aufder rechlen/ euim hnndcs-kopffe aufder linckcn seitc/nnd cmem witdcn swwems'toM in der mitten / wcßwcgen sie ben dem Ovidio r"ccp5, md bey ve» Virgilio rc^cmina gcnennet wird. Hcstodus und Mlisnns Mäu-W sie zu der sonnen/ Orpheus zu der Ccrcris/ und andere zu der tochtcr. Ihr name kommt her (nach Servli bericht) von dein Gw' chischcn Ncc»to,>, hundert / entweder / weil man ihr >o° opW u bringen pflegte / oder/ weil man vorgab / daß sie diffeüdeshu» lischen fllisscs Stvgis die scclcn der nnbcgrabcnen lenke 1°°^ ' lang aufhielte. Sie wurde anch als eine in zauberijchen cuM und in den darwidcr dienenden Mitteln erfahrne gerühmt/ um- dem liebe» ihren iagden die lugenden der kränker ailgemeMl-m rcm vater vergab sie mit gisst / flöhe deßhalben zu llMimm/ hcyralhctc denselben / und zeugte mit ihm Circcn und Die Griechen hielten sie sonderlich vor eine aufftherm und Mn tzerin der kleinen kinder / daher vor die häuier / rn veM h§c «arm / kleine kswen / welche man n°cst«s nennele/ gesetzt wur. -den / damit denkindcm nichts böses wieder/ahren möchte. Man richtete auch / so offt der neue mond war / auf den creutz-weacn der Hecate zu ehren ein gastmahl an / welches so gleich von den armen verzehret ward; und dadurch/ meinte man/ solle alles dose von ih» nen abweichen. äeLkir ors-coium. ein fest / welches man zu Argos der Ju» no zu ehren feyme/ wobey man ihr io° ochsen aufopfferkc/und deren fleisch,unter das volck austheilte. Man hielt auch verschiedene kampf-spiele/ und wer sich in denselben am besten hielt/ bekam «inen ehernen schild und myrten-krantz. Es hat dieses fest bey den Argivem der Konig Archinus aufgebracht / von ihnen aber haben es die einwohner der stadt Aegma/ingleichen die Lacedamomer/ abgesehen/ als welche dergleichen opffer deswegen vornahmen/ weil sie unter ihrem gebiete 100 stadte hatten. Q,s.-cis 5ms. ks. kir/öÄM lle 5 sll >8 Lrs:c. V 0 N L-r-ti-o/, cenmm, und D«?, dos. heist eigentlich ein opffer von i°o ochsen / dergleichen die Griechen vor alten reiten/, wenn eine pest war / zu verrichten pflegten. Hernach bedeutet es em opffer von i°o stuck/ es mögen schwane/ schaffe/ vögel / oder sonst was gewesen seyn. Darzu baucte man 100 kleine altäre von rasen / und schlachtete aufjedem ein stuck vieh. Die Römischen Kayser opffertcn manchmal löwen/ adler/ oder andere kostbare thiere. Hernach heist es auch überhaupt ein jeglich ansehn» iich opffer. Pykhagora c>,5c,puii, welche nach dem ercmpel ihres lehr- Meisters die m-rcmphckoim oder fortwanderung der ftelcn glaub» ten / und aus dieser ursach scheu trugen / einig lebendes thicr zu tö- den/ vergnügten sich damit / daß sie -so kleine ochsen von teig machen liessen und selbige opfferten / als sie sich wegen Pythagorä er» finduvg der vortrefltch-und überaus nutzlichenGeometrischen eigen» schafft von dem qus-irsto k^porenuss:, daß es denen qus-lrsriz IstLruin gleichste/schuldig achteten/den Musen zurerkanrlichkcit ein groß» und wichtiges opffer zu geben. Vr-FE, L xinllsri ocic 7, Romeri sc! Ilisll. D. Lome/'e»'«, llc lullrsc. c. rz, * > von ik-ti-vl-, centum und ; per, war ein tempcl der Minerva auf dem schloß zu Athen / und hatte die>en nennen nicht eben / weil er ioo fuß lang oder breit / sondern weil er gar pmpomomrlich gebauet war. Er hieß auch , der jungfräuliche tempcl / weil die Minerva mit dem zunamen die fungfrau/in demselben verehret ward. a/E/-« Lk- ric. IeA. > ein fest bey den Messeniern / zum andencken des über die Lacedamomer erhaltenen sieges / da derjenige/ welcher i°s feinde umgebracht / dem Jovi einen lebendigen menschen aufopfferte. Es ist etwas sonderbares/ daß Aristomen.es der Messenier solches opffer zum dritten mal verrichtet, sihe Arifto- zneueö. in stellen. Ue j)ri 5 co ternione. * fslUeLIOiVrkH.I. ist ein name/ welcher der stadt Thcbä in Egypten beygelegt wurde. Den namen bekam fie daher / weil sie los Pforten gehabt haben soll. 12. c. r;. 1.6 c. 2. Le/t-r»'» g-ogr. sntig. t. r I. Z c. so. Hechen/ der 14 Caliphe oder Nachfolger des Mahomets/ ein söhn Jezid und Gelid / fieng an. 748 an zu regieren/ er war aber kaum auf den thron gekommen/als die Saracenen den Qouvsrneur von Egypten Marvan zu ihrem Caliphcn erwählten. Dieses verursachte grosse unruhen / indem die aus Syrien dem Hechen zugethan waren / die aus Egypten und Arabien aber dem Marvan. Dieser machte mit Karger C«stanüno einen stillstand / und versprach ihm alle jähr zooooo Byzantinische gvld-gulden zu zahlen/ ;°o pferde und zoo frlaven zu liefern / auch alles dasjenige wieder zu schaffen / was die Araber in Lhracicn erobern wurden / da hingegen ihm der Kayser zu hülste kommen solle/ welches auch geschahe/ und durch dessen Vermittlung erhielt Marvan den lieg wrder Hechen / worauf er denscldigen mit seinen kindern und allen den» jeniaen / so von dem Hause Goalid waren / vor denen er sich etwa» zusnrchten hatte/ umbrachte. Ln-cs i, 2. Hechingen / die residentz - stadt des Fürsten von Hohenzollern, Hechingischer linie, ohnweit des schloffes Hohenzollern und des fiusses Startzel, 4 stund von Tübingen gelegen, hat den »amen von Hachingo, Hertzog in Schwaben, bekommen, der em großgroß-vater Thessalonis, des ersten Grafen von Zollern mütterlicher feite gewesen, und diesen ort nach seinem namen erbauet , weßwegen man auch besser Hächingen als Hechrngen schreibet. Das Fürstliche schloß ist in der stadt gar wohl angelegt, wobey ein feiner garten zu sehen. 7'curlclier «.cgenkLii - spiegLl rsp. 6. in genest, kesnc. prL 5 . lv^>ogis^n. LueviT voce 55 eckingen. Hechthausen / eine von den ältesten Adelichen familien in Pommern. Joachim war im 16 stculo Hanptmann zu Grbitz, welche cksrge auch sein söhn Hanß zu Marienflleßbe,essen. Zu ansang des 17 seculi war Carsten Pommeascher Obrister, und dessen söhn Claus Chur-Brandenburgischer Rittmeister, kommsrl. 1.6. Heckstädt / eine kleine stadt nebst einem schloß an der Wivper, in der Grafschafft Mansfeld gelegen, gehörte ehemals dem Sttfft Halberstadt, wurde aber an. i 4 Z 9 bey dem damaligen krieg von Churfürst Friedrich zu Sachsen erobert, und den Grafen zu Mansfeld in lehn gegeben. Die Vorstadt wird wegen der dafelbst befindlichen kupffer-bergwercke Rupsferberg genennet. 4>§,7. 6ecrov / ein söhn des Macedonischen Generals Parmenionis. Als er in einem schiff, welches allzu sehr beladen war, dem grossen Alexander nachfolgen wolle, fiel er in den Nil-sink, und muste davon in der ersten blute seines alters sterben. Weil ihn der gedachte König auf eine gar besondere art geliebt hatte, so bedautts er seinen tod aufs hefftigste, und ließ ihm ein prächtig leich-be. gängniß halten« o-»?. l. 4 c. 8» lletcrixt. ^agl. LerMrH xsnll. Lrsnö. ^ecuba/ Dymas, des Königs in Thracien tochter, und des Königs Priami zu Troja gemahlin, mit welchem sie 17, oder, wie andere sagen, zo kinder hatte. Nach der eroberung Trojä war sie unter des Ulyßis gefangenen; es schmertzte sie aber insonderheit, als sie ihre tochter Polyxene über des Achillis grab muste schlachten sehen, wie sie denn auch erfahren muste, daß ihr söhn Polydo- rus durch den Polymnestorem, welchem sie ihn anvertrauet hatte, umgebracht worden; worüber sie sich die äugen aus dem kopff kratzte, dre Griechen entsetzlich schalt, bald aber in eine Hündin verwandelt wurde. oE iz w«csm. Ada / (Wilhelmus) ein Holländischer scrjbent, wird von seinem geburts-ort Hede, bey dem stecken Egmont gelegen, also genennet, wiewohl andere wollen, er sey zu Alphen im Rheinland gebohren. Er war ein gecrönter Poet, com-8 ksisrinus, und des Ertz - Hertzogs Philippe I 8-crcrsrius. bediente auch verschiedene geistliche stellen, indeme er Probst und ^rcki.Oisconu- zu Utrecht, und an. 1496 vecsmis daselbst wurde. Er erhielte an. i;or ein csnonicsr in der kirche 8.8s>vsroris, und an. I; 10 wurde er Dom- Herr, Lsccsisureus und kskor des einen theils der kirche 8.Jacobs Man hat von ihm eine Chronic von Holland, auch von den Bi- fchöffen zu Utrecht; er hat sich nicht weniger in die Untersuchung, oder vielmehr erzehlung des Ursprungs und der alterthümem des Hauses Habspurg einmischen dörffen, es ist ihm aber schlecht gerathen , Massen alles voll ungegründter fabeln ist. Er starb endlich den ; nov. an. 152;. vics ttsä«. bibl. LelA, sie kilror. I-sc. I.) c. lo. ^ Adeliir/ (Franciscus) Abt von Aubignacund Meimac, war zu Paris den 17 mark. an. 1592 gebohren, allwo sein vater Parlaments-Advocat war, der ihn aber in zarter jugend mit nach Nemours führte. Hicselbst legte er sich mit grossem fleiß aufspraa- chcn und die üuNis Kumsniorg, in welchen er sich gantz allein ohne Lehrmeister will geholffen Haben. Bey erwachsenen jähren machte er sich durch seine gclehrsamkeit bald bekannt, sllvocirte eine zeit lang zu Nemours, und begab sich endlich nach Paris, da er den geistlichen stand annahm, und durch den Cardinal Richelieu dem jungen Hertzog von Fronsac als Lehrmeister zugegeben wurde« Bey diesem setzte er sich in so gute gunst, daß er ihm nach zurückgelegter Minderjährigkeit ein jahr-geld von 4000 pfund ausmachte, so er auch , ob gleich der Hertzog gar zeitig vor Orbitello erschossen wurde, von besten erben bis a» jein lebens-ende bezahlt bekommen. Er erlangte auch durch des Cardmals gnade die beyden Abseyen., davon er den namen geführet, und kunte also sehr wohl leben, wie er denn seine gantze zeit in angenehmen llulliis und m statem Umgang mit den vornehmsten und gelehrtesten leuten zubrachte,ms er den mnay an. 167; verstorben. Er hat nach der gewohn- heit der damaligen zeiten eine scsöemie von Gelehrten aufgerichtet, die wöchentlich bey ihme zusammen kamen, dero er gerne Königliche» schütz zuwege gebracht , und sie zur-csllemie r^sle gemacht hätte, so ihm aber nicht gelungen, dahero dieselbe nach semem tod aufgehört. Seine vornehmsten schafften sind: >s ?rLr>cin- llu ckes. rr°, die er dem Cardinal zu gefallen verfertiget, auf dessen Veranlassung er sich hauptsächlich auf die kk-strsissche poesie beflissen; is ^lsksttt-, ein Roman , den er wegen des Hertzogs von Fronsac verfertiget, um demselben die Stoische weit - weißheit beyzubrm- tlkH * 12 reläkion t^u ro^zume cls aufgesetzt. Das übrige besteht aus streit - schafften, die er mit Menamo wegen des Terentii und mit dem berühmten Corneille, wegen einiger tk--rrsiischen stücke, gehabt. «l» «!e t. I p. 2.84 5 qc,. Adersdorff/ siehe HeMrsdorss. / 6 y 6 heb Sehfeld / eine stadt in Engelland , welche durch ein heb hee Concilium berühmt worden / so im fept. an. 680 unter dem Pabst Agathone versammlet worden, worinnen Theodorus von Canter- dliry pr«ii6irte. I. 4. c, 17. in vill. litcor. Hedila / ober Hedyla / ist eine gewisse weibs - Person aus der stadt Samos, welche einen guten vers schrieb. Man kau nicht vor gewiß sagen/ zu welcher zeit sie gelebet. Sie war der Maschine tochter/ und hinterließ einen söhn, namens Hedylogus, welcher verschiedene exiZrgmmstL verfertiget. in,. 4. Gedingen / ein dorss und besondere Herrschafft in dem Freyen 2,'n-im n-kni-in . vntw VNI! diesem ihren eignen Adel, amt der stadt Zürich gehörig, hatte vor dss'stm ihren ergnm^^^ aus welchen Conrad und Johann an. >r;c> gelebt haben. >st, sie an den Äbt zu Pfäfers gekommen, und an. 149; der stadt Zürich verkaufft worden, ohne den antheil, so die Heggetzen damals daran gehabt haben, als welchen sie erst an. 15°; der stadt zu kauffen gegeben. Es ist vor altem auch ein Herrschafftlich schloß über der kirchen gestanden. i. s x. r8z. * bedinget'/ (Johann Reinhard) an. 1664 zn Stutgard ge- bohren, studirte anfangs zu Tübingen, und wurde dem Hertzog Johann Friedrich von Wurtemberg auf leiner reife nach Frankreich als Prediger und 8ccrcr->rius mitgegeben. Nach feiner zuruck- kunfft trat er mit; anderen, die der Hertzog auffeine kosten reisen ließ, eine abermalige reise an, gieng nach Leipzig, Berlin midHam- burg, von dar nach Holland, so dann mit dem Würtembergifchen Printzen Carl Nudolvh als Hof- Caplan nach Engelland, und auf der rückreise nach Dänemarck. Auf dieser reise war er mit den gelehrtesten männern, als mit Perizonio, Hnber, Poiret, Clcrico, Spanheim, Stillingfleet, Boyle, Hody, Masio, Lajsenio, Rudbe- cken, und anderen, bekannt worden. Nach seiner zuruckkunfft wurde er bey dem ^simmillmrore von Wurtemberg erstlich Feld-Prediger, hernach zu Giessen Mokewoc jur,? nsr. L gcnr., wobey er zugleich auch eine Prediger-stelle bekleidete. An. 1698 wurde er in seinem Vaterland Hof- Prediger und conMorisi- Rath, verstarb auch in folcher bedienung an. 1704. Es ist an ihme zu mercken, daß, da er vorhero ein hefftiger und eifriger mann gewesen, er endlich angefangen gelinder zu werden, und die rolcrsnr vor gut zu halten, dahero ihn einige in den damaligm^pieMsschen strcitig- keiten einiger Unbeständigkeit befchuldiget. «Leine anmerckungen Aber das neue testamcnt und die Psalmen werden sehr hoch gehalten, doch setzet man an ihme diefcs aus, daß er in seiner e-jicion von der bibel einige stellen verändert. D-st/-/-»- memoria.-illcoioZor. VVürremb, n. Hedio / (Caspar) war zu Etlingen in dem Marggrafthnm Baden, einem dorff, nur eine stund wegs von Basel gelegen, ge- bohren, wurde zu Freyburg r^LZittcc ptiiiofopin.r, und zu Bafel OoAor tlleoiogi^. Er bekannte sich zu der Lutherischen lehre, und begab sich nach Mayntz, um dastlbst einen Prediger abzugeben. Weil ihm aber die Catholifche Geistlichkeit dastlbst sehr zuwider war, wendete er sich »ach «Straßburg, allwo er nebst Capitone und Bucero den Catholischen Gottesdienst abschaffte. Hierauf berief ihn der Churfürst zn Cölln Gcbbardus, daß er nebst Bucero die Protestirende lehre in dem Ertz-Bißthum einführen solle; wie er dann zu dergleichen werck, wegen seiner sonderbaren sanffimuth und kaltsinnigkeit, die gleichivohl mit einem sonderbaren eisser begleitet waren, vor anderen tüchtig gehalten wurde. Allein, als Kaystr Carolus V auf einer reist in Niederlaiid, samt vielem volck, sonderlich von Spaniern, nach Bonn käme, wäre Hedio und Bu- cerus in zimlichcr gefahr, und muste sie auch der Ertz - Bischoff auf des Kaysers anhalten von sich lassen, da sie beyde wieder gen Strastburg giengcn, allwo so dann Hedio mit predigen, lehren und bücher- schreiben bis an seinen tod fortgefahren, welcher den 17 oct. an. 1 erfolget ist. Von seinen schrifftcn sind folgende Noch Übrig: lernn, »je llecimis; 8mrrgx6i -kbLiis commenkÄrii in evsngeHs ä epillols;; killvrics lsnopllz, czus inginnum xroscquirur all gn. 1504 »ll snnum usque ; cliroiiicon ^bkslir llrihergenlls correÄum; parslipomenL ci sciäirL rcrum mcmorsbi- liorum sl, sn. irzo sä sn. >;;7; Lc Lliron. 6ern,znicum. Sonst hat er auch sehr viel gute und nützliche, so wohl theologische als historische bucher, von alten und neuen, zu grossem nutzen der damaligen zeiten ins Teutsche übersetzet. vü« ckieoiog. x>. „6 ico. -Vnn. Lv. * Hedros/ oder Handros/ stehe Andro. 8 . Hedwig / Henrici /r„cupis tochter, und des Kaysers Otto, nis I schwester. ( siehe Henricus ^uceps.) Sie wurde an. 9; 8 an Hugonem N. Grafen von Paris vermahlt, (siehe Hugo der grosse ) und war «llfo Hugonis cn?«i Mutter. Man weig nicht eigentlich, wenn sie gestorben. A». 965 Hut sie sich nebst ihrem bruder, dem Kaystr Ottone, annoch zu Cölln befunden. in virs 8 Lrunonis sp. 3 »l »j. II 0Ä. c. 41. 8 . Hedwig / Königin von Polen. Sie war des Königs Ludo- vici aus Ungarn tochter, welcher nach dem tod Casimiri III, des grossen zugcnannt, das Königreich Polen erhielte. Nachdem ihr vatcr den i; stvt. an. i;82 gestorben, verlangten die Pole» von dessen wittwe Elisabeth, die Hedwig, ihre jüngere tochter, um selbige zur Königin von Polen zu cröncn, weil sie den Marggraf Si- gismundum von Brandenburg, des Kaysers CarolilV söhn, welchen sie zuvor wegen feiner gemahlin, des Königs Ludovici ältester tochter, erwählet hatten, nicht annehmen wollen. Elisabeth schickte endlich den Polen auf ihr inständiges anhalten an. i;84 die Hediviq, und ward sie den 15 oct. zur Königin von Polen ge- krönet. Sie war aber schon von ihrem vater Wilhelme Ertz» Her» tzog in Oesterreich versprochen, als er aber in Polen mit einem grossen stbatz ankam, und die Vermahlung vollziehen wolle, ward er mit zimlichem vertust wieder zurück getrieben. Denn es hatten die Polen ein absehen mit dieser Vermahlung aufJagellonem, Her- tzog in Litthauen, um dadurch dieses land an Polen zu bringen- Es wolle aber Hedwig in die angetragene Vermählung mit Jagel' lone nicht eher einwilligen, als biß sich selbiger ein Christ zu werden erklärte. Er wurde dannenhero den 14 febr. an. i; 8 s gewußt, und Uladislaus genennet, auch darauf die Vermählung vollzogen, er zum König gekrönet, und nachgehends Litthauen mit Polen verknüpfst. Hedwig starb endlich an. i z 99, nachdem sie zuvor mit einer jungen tochter, Elisabeth Bonifacia, die aber nur; tag lebte, niedergekoinmen war. Sie hinterließ von allem ihrem geschmeide und von ihren kostbarkeiten die helffte den armen, die übrige heißte aber wandte sie an, um die gebaue der Universität, welche Casi, mirns zu Cracau angefangen , zu vollenden. Es werden ihr viel wunder zugeschrstben, dahero sie in der Catholischen kirche unter die Heiligen gezählet wird. D,//?-». in cMmuc. ?o!u„. kiikor. ?olon. x>. 78lec;. big. kol. I.IV. 8. hedwig/ Hertzogin in Schlesien und Ober» Reqentm ilt Polen, war eine tochter Bertholdi IV< Hertzvgs zu Merauieg und Jstrien, und Agnetis Gräfin von Rochlitz. «sie verehlichte sich, da sie 12 jähr alt war, um das jähr 1186 mit Henrico l v-r. b-ro. dem mächtigen Hertzog in Schlesien, welcher auch ein groß theil von Polen besaß, und zumOber-Regenten dastlbst angenommen wurde, und brachte ihm einen sehr grossen braut-schätz zu. Sie gebahr ihm Boleslaum, welcher den Lebußifchen ME, so damals zu Nieder-Schlesien gehörte, an Brandenburg verkauffte, und in derjugend zeitlich starb; Henricum IIwelcher>uc«. cürte und das gcfchlecht fortpstantzce, an. 1241 aber in der Wacht wider die Tattarn sein leben einbüßte; Conradum Crifpum, so an. 121; mit dem pferd stürtzte und den halß brach , nachdem er mit feinem bruder Henrico in krieg und vielerley verdrüßlichkeil ge. rathen war ; Gcrtrudim, so GrafOtto von Wittelsbach hevra- then wolte, die aber als Aebtißin zu Trebnitz an. ,262 gestorben; Agneten und Sovhiam,fo nmg die welk vcrlassen.Als siediefe 6 kinder zur weit gebracht hatte, fieug sie an sich alles ehlichcn bey. schlafs zu enthalte»/» sie auch bis an ihresHerrn end bey z° jähren conrmuwet. Sie rieth ihin auch, das reiche klostcr Trebnitz; weilen von Breßlau, vor Eistercienstr» kloster»jungfraucn zu bauen, welches an. 120z angefangen, und in 16 jähren mit sehr großen dösten vollendet war, und hat sie zu der ümtzLcion und dem bau das gröste theil ihres braut - fchaycs verwendet. Im übrigen ergab sie sich gantz und gar einem andächtigen, strengen und tugendhaffien leben, so daß sie ihre meiste zeit mit beten, fasten, casteycn, Weisung der armen und Wartung der krancken zu brachte. Die ihr zustoßende trübfeligkcitcn in ihrer familie, mit der Königin Gertrudis in Ungarn, und ihrer tochter Elisabeth Landgräfin in Thüringen, wie auch mit ihren brüdern, welche den Kaystr Philip- pmn umbringen lassen, desgleichen daß ihre söhne selbst einander mit krieg aufzureiben suchten, der eine den halß brach, ihr genialst von dem Hertzog Conrado von Mafau gefangen, und ihr söhn Hcn- ricus II von den Tartarn erschlagen ward, ihr gcmabl auch mit tod abgieng, hat sie mit der grvsten gelassenhcit erduldet, ohne einiges zeichen der betrübniß von sich blicken zu lassen. Damit sie ihren gemahl ohne fernern krieg und blut - vergiessen aus der gcfang- niß Hertzvgs Eonradi bringen möchte, reifest sie selbst zu ihm, und erhielt durch ihr bitten so viel, daß ihr gemahl auf freyen fuß ge- stellet, friede zwischen ihnen gemacht, und ihres fohns Henrici II zwey töchterdes Hertzvgs Eonradi söhnen zur ehe versprochen wurden. Die an. 1 241 gefchchencTarlarifche schlackst bey Liegnitz, und niederlag der Christen, darunter auch ihr söhn Henricus gebue- ben, hat sie vorher angedeutet. Im übrigen hat sie das land,Schie- sicn vortreflich^cuinvirct, städte angebauet, heilsame gefätzeund ordnungcn «umgezeichnet, viel Teutsche da hinein gezogen, welche gute kunste und wisse,«schafften eingeführet. Endlich als sie ihr leben biß gegen 70 jähr gebracht, und eine Zeitlang an der fchwindfucht niedrrgelegr», so sie sich durch ihr strenges leben zugezogen, ist sie den i z oct. an. 124; ,m klostcr zu Trebnitz gestorben, und daselbst m der kirch begraben, nach 2; jähren von dem Pabst Elemente nomistt, und endlich zur schütz-Patronin von Schlesien ernennet worden. Von ihren wlinder-wcrcken und ihrer strengen lebens-art handelt weillänfftig das leben und gcschicht der heil. Hedwig, so an. 1504 zu Breßlau das erste mahl gedruckt, und an. Wzi wieder auffgelegt worden, ivic auch vica k. »ellvckZi-. Nill. Nolon. «krön. 8 i>-k. SL-Z-Zo»-, Lvn.vc. 5ilcll 7/c-rc/rM,. ^„ 5 ^ 8c!ilc5. cllron. ^edwigsburg / ein amt lind lust - schloß des Lertzogs M Wolffenbüttcl, 2 weilen von Braunschweig und eine von Wolffcn- duttcl gelegen. Heemskcrk/ (Jacobns) war zu Amsterdam gebohren, woselbst noch biß dato eine ansehnliche familie dieses namens ist. An. gieng er mit William Barentfon, einen weg auf der iiord-siike ivr ftc in China zu flichcn, welches aber unglücklich abliest, indem i>e nickst allein dieses als unmöglich befanden, sondern auch unter. Wegs unerträgliche kälte ausstunden, wovon Barentfon nebst 4 andern starb; Hcemskerk aber kam ohne schaden wieder zurück,>M wurde an. 1607 als vice. Admiral mit einer flotte von rs feget» ausgeschickt, «vider die Spanier in der straffe zu fechten, welche unter des Don Juan Alvarez Davila cnm»nLiM» 20 kriegs-schiss»»? 10 gallionen hatten. Über diese erhielt Hecmskcrk bey Gibraltar einen vollkommenen sieg,Davila wurde gelobter,und fein söhn gcka»' gen genommen, des Admirals und v--- - Admirals schiff»»'»/ gallio- 'ü? Sk't.' Ll ,W -r>r Ä 2i! rTl lvj r>!« i. gallwnen wurden verbrannt, und die übrigen giengen zu gründ. Heemskerk aber wurde auch getodtet, stin cörpcrnach Amsterdam gebracht, und daselbst m der alten klrch ehrlich beerdiget. öe Q-'Sttr snnLl. 6e!ßic. icliLupIarr. Hcemskerk/ (Martinns^ war ein Holländischer Mahler, welcher von dem dorn Heemskerk, worinnen er gebohrcn, also aenen» net wurde. Er war ein-Hf-ipui Lucä Cranachs, und nach diesem Schoorels. Nachdem er sich viel geld mit seiner kunst erworben, vermachte er ein gewisses c-xicsi darzu, daß alle jähr ein mägdlein zu Heemskerk in seinem Vaterland davon ausgestattet werden,jedoch daß das neu - vermählte paar, wie auch alle Hochzeit- leute, allemal an ivkchem tag auf seinem grab tanken sollen. Dieses ist von derselben zeit an biß hieher beständig in acht genommen worden, undohngeachtetmanbeyderreligions. änderung anfallen kirch-Hosen die creutze weggerissen, so ist doch dieses mahlers, welches von ertz ist, allein stehen geblieben, weil es nemlich ein zeichen eines Vermächtnisses ist, so bemeldte mägdlein zu gemessen ha- bell. vier cles peimrcr. Heerbann/ siheBann. Heerbrandus/ (Jacobus) war in Schwaben den 12 aug. an. i>ri gebohren. Anfänglich wurde er aufdie academie nach Wittenberg geschickt,und darauf zum visconsr zu Tübingen befördert. Da aber an. i?48 das -nrerim in Schwaben eingeführet,und die Msologi, so es nicht annahmen, vermgt wurden, mnste auch dieser mit fort. Jedoch lebte er vor sich in Tübiugen, und legte sich insonderheit aufdie Hebräische spraach. Nachdem HertzogChristof von Tübingen zu der regierung kam,machte er ihn zum -n^cLorzu Herrenberg,worauf er an. 1; ;c> in OoLore», rvcoiug,^ s>r«m»v welches Martinus Crusius in das Griechische übersetzt hat; orsrionss öc concioues comrs Qregorium cls Valencis. Le//,r oisr. tun. vil« klical. tbestr. Heere / Heers / eine kleine stadt, nebst einem schloß, in dem stiffl Lüttich, davon Heinrich von Riviere aus dem hauß Arschott an. 162; den Gräflichen litul erhalten. r-'-E ^ Heere / (Lucas ) ein fürtreflicher mahlcr und poet von Gent, an. i?Z4 gebohren. Sein vater Johannes wäre ein guter bild- hauer,und seine mutter,Anna Emitters, eine künstliche miniatur- mahlcrin, die unter anderem eine mühlin gemahlt, in deren die knecht mit säcken auf-und absteigen , zu unterst aber ein Pferd mit einem karch, und das fürbey gehende volck, welches alles zusammen nicht mehr ss>scium.als ein getreid-körnlein,erfüllet. Durch an;uh- rung solcher eitern und seine eigene natürliche lust und -spscirät eraricffe er die zeichnungs-kunst sehr früh, beförderte sich aber hernach in der Mahlerey noch weiters, als er des berühmten Frantz Floris Unterweisung gcnicssen konte. Nach uberstandenen lehr- jahren, reisete er in Franckreich, und zeigte seine kunst ,elbsten zu Foutainebleau, allwo er sehr viel gezeichnet hat; Er wäre neben diesem ein sonderbahrcr licbhaber der s^igu-mten, und hatte deren ein gantzes csb.nct voll. Er war auch ein guter contrefait-mahler. Carl von Wandern, sein lliscipui. hat ihme einen natürlichen grossen backen-zahn von; pf. schwär übersendet, der auf dem so genannten Tadlenland (so eine weite zwischen denen dörffern Mulback und Engelmünster ist) mit andern gebeinen, Harnisch und waafen gefunden worden. Er starb an. I? 84. scsllem. ?. r. l.z p. 267- * Heerenberg / eine kleine stadt mit dem titul einer Grafschafft, in der Niederländischen Provintz Zütphen, an den grantzen des Hertzogthuins Eleve,nahe bey der stadt Emmerich,gelegen. Heerschilde / wurden in der alten Herolds-kunst gebrauchet, und nach selbigen der Adel eingetheilet. Das wort heerjchild wurde aber bey den alten in zweyerley verstände gebrauchet. Erstlich wurde damit der stand und unterscheid des hohen und niedern Adels bedeutet,und die ehre,würde und vorzug des einen gegen dem andern. Diefem nach wurde der alte Teutsche Adel m 7 claffen oder Heerschilde eingetheilet. Den ersten Heerschild hebt der Römische König an , die geistlichen Fürsten machen den andern aus, die weltlichen Fürsten den dritten, die Freyherren den merkten, die Mittel-freyen oder die schöpffenbare leute, und der Freyherren Manne den fünfften, die bienst-männcr oder Ritter und knechte den sechsten, die s-mper-leute oder diejenigen, die zwar nicht von Adelichen eitern, aber doch wegen gewissen bcdienungen, die ue führten, mit einem lehen bestehen waren - und in stadten wohnten, yee ycg 697 diesen 7 Heerschilden war der Teutsche Adel ein heerichstd vor dein andern einen vorzug ^ !">f d>e,e hecrschilde die Herolds-kunst ge- l^wcder heer,child seine bejdndere arten von Die andere bedeukung fliesset aus voriger, da un- hre Mannschafft und Ritterschaffl verstanden wird, mit welcher ein leder stand dem Kaystr und dem Reich bey ^ muste gegenwärtig seyn, und ^ wenn der Kaystr nach Rom ^ Römische kröne daselbst zu empfangen. Wie denn der Kavser, wenn er »n die Lombardey kam, in den Roncallischen fel- dem Heerschau gehalten / da auf einen bestimmten tag in dem lagev auf emer grossen stanze ein schild aufgesteckt wurde, und ein jeder stand nach dem andern mit seiner mannsthafft und Heerschilde erscheinen, und dieselbe beschauen lassen mnste, damit man wissen konte, ob er nach gestalt seiner lehen und seines Heerschildes mit so viel Pferden als er schuldig wäre, die lehen-dienste leiste, und welcher darbey gar nicht,oder nicht mit sattsamer mannschafft erschie, ne , der wurde seines lehens entsetzt. o„s Ar-Fe/. von beericliilcicn unci vom leurlcken «.eicks-äciel p. Z71. coinment. sLciniS I. z. L-'o-rov. obs. eccl. /o»» icin. tcsl. 6-r^e liitt. liccer. p. ;z 6- izr. welcher ebenfalls wegen dieser kunst bcrühml gewesen. DleLace- bißam r;87 beherrschet- hernach aber der stadt Wintertbura-^ kauft haben; Es wurde aber dieser kauffvon der stadt Zuricl,^ zogen, und aus dem ort eine vogtey gemacht. Die gerichte des m« Wiesendangen allernächst darbe» gehören auch dahin. Maliers lek bey diesem anlaß solche artige begebenheit, welche diesen a tm Frehherm noch unter dem gründ zu einem unsterblichen rubm di, nen kan: Als auf eine zeit ein Ertz-Hertzsg von Oesterreich von dämonier hatten ihtte erstlich in einem krieg gefangen,und an einen fuß gefesselt; Allein er schnitte sich selbst die ferse ab, brach durchs aefänqniß, und flöhe Nach Tegea, allwo er aufgenommen wurde, und eine höltzerne ferse trug. Als der Persische krieg angegangen, schlüge er sich aus haß wider die Lacedämonier zu den feinde», wie er denn noch vor dcr schlacht bey Platäa dem MarddNw für einen Priester gedient,von der art deren,welche aus dem eingewew der opffer-thieren zukünftige dinge zu weissagen pflegten; Ais aber die Perser völlig geschlagen, und aus Griechenland veriagt waren, verfügte er sich auf die insul Zacynthns oder Zanke und führe mit wahrsagen fort,konte doch seinen eigenen Untergang nicht vorsehen, oder vermeiden, Massen ihne attdvrten die Lacedamvmer von neuem in ihre Hände bekamen und gar tödetcn. >. 9 c. ;6. * ^egesistratus / des Pisistrati bastart, erhielt von seinem vater das solivcrnemcnc von Sigeum in Troada. Er wurde durch die von Mitylene, welche dorten indernähedie stadt Achilleum besassen, angegriffen, überwand sie aber, und erbeutete bey solcher gele- genheit die waafen des poeten Alcäi (welche dieser auf der flucht von sich geworfen, und hernach dieses sein Unglück in einem zehr schönen gedieht beklaget) hängte sie auch mit grosser freude, als ein herrliches siegs-zeichen,iiiderMinervä tcmpelauf.Wro-/. i.z.c. 9;. * ^egesistrattls / von Epheso, ward von seinem Vaterland verjaget, weil er einen seiner befreundten umgebrachti Er gieng darauf in Griechenland, woselbst er das oracwum zu Delphis um rath fragte, damit er wissen möchte, wohin ersieh wenden solle. Selbiges antwortete ihm: er solre dahin gehen, wo er die bauren mit kräntzen von öl-zweigen würde laichen sehen. Er fand dergleichen au dem ort, wo er hernach die stadt ElciaM zu bauen angefangen. Segetorides/ausThafus, einerThracischeninsul aufdem Aegeischen mcer. Er ist in der Historie sonderlich deswegen bekannt, weil er sein Vaterland von dein bevorstehenden untergange folgender gestalt errettet: Thasus war von den Albenicnstrn hart belagert, und die einwohner hatten ein gesctz, welches denienigcn zum tod verdammte, welcher sich unterstehen würde, mit dem feind einen vergleich zu treffen. Als Nun Hegetoridcs seine lands-Ieute in einem höchst elenden zustand sahe - daß sie nemlieh bald Hungers sterben würden, erschien er vor ihnen auf einem öffentlichen platz mit einem strick um den halß, und bat sie, entweder das besagte ges setz abzuschaffen, oder durch feisten tod die stadt zu errettest. Durch diese großmüthigkeit liessen sich die Thasieb bewegen, das gesetz abzuschaffen , und erhielten ihn beym leben, welches er zum besten des gemeinen Wesens aufzuopfern bereit war. >. 2 c. -Aggenbach/oder Heppach/cin unmittelbares freyes Rcichs- kloster Cistercienser-otdens zwischen Biberach und Ulm, oberhalb Lambheim gelegen. Die Aebtißin ist eist Neichs-und Schwäbischer cräyß-stand; wie denn der c^io^us der Reichs-Stände, welchen Friedrich der III an. 14-l aufdem Ncichs-tag zu Rcgen- spurgverzeichnen lassen, der Aebtißin,alö eines stanvcö des ReichS, gedencket, und hat siebte Reichs-abschiede zu Reqempnrg an. i 594, 1598,1641,11.1694 imterfchriebest. Ihr monatlicher einfacher an» schlag ist 5 zu fuß oder 20 gülden, und zutn Cammer-gerieht 8 gülden , 21 krcntzcr, 5 Heller. Den ansang dieses klosters setzt Crusins in das jähr 12;;, in die regierung Kayser Friedrich des II und Pabsts Gregor» IX ; Denn da sollen 2 Adelichc nnigfrauen derer geschlechter von Rostnberg undLaudcnburg, denen sich noch 5 andere Adelichc jungfraucn zugesellet, dieses kloster gcstifftet haben. Allein Merian will es lieber mit denjenigen halten, die da glauben, daß Norbcrtus Bischoff zu Cb»r, ein gedohrner Graf von Hohen- wart aus Bayern, dieses gestifftet, und selbst an. 1087 darin» begraben worden. Im imcrrcg»-, ist cs gantz zu gründe gerichtet worden, dergestalt, daß die jungfern zu ihren familien sich begeben müssen; Unter der glückseligen regcrung aber Kaysers Rudoiphi I haben die Herren von BanstettemFreyburg, Weiler,Ellerbach,und die Truchsessen von Waldpurg das kloster wieder in seinen vorigen stand gebracht, welche däyero vor die andern stifftcr geachtet werden. virrisr. 1.1 r. 2Z. lop.Lucv. tle mon ast. 6ermsn. -^eggenzi/ ist der Name einer vormals mächtig-und berühmten Adelichcn familie in Schafhaustn. Wilhelm Heggenzi wäre an. 1120 des Raths daselbst; au. >;86 wurde Hans in dcrschlacht bey Sempach erschlagen; an. 1441 wäre Conrad des Raths; an. 15 5; ist Agatha Aebtißin zu Seckingen gewesen; an. 1580 wäre Melchior,der Iccste dieses namens, Kayserl. Rath und Ocsterreichischcr Wald-vogt, und starke in dem Elsaß. * ^egi/cin schloß und Herrschafft in dem Canton Zürich ohnwcit Winterthur gelegen, welches vor diestm einen eigenen Adel gehabt, davon Reck» von Hegi Ritter an. 1250 gelebt; Item Wetzel von Hegt Edel-knccht an-141; und Hugo an. 1457. Nach abgang dieses stamms ist das schloß und die Herrschafft an die von Landen- berg gekommen; Bischoff Hugo von Costnil; ist darauf gcbohren, und das schloß von ibmc nachmals neu gebäuen worden. Einige zeit darauf ist es durch Heyrath an die von Hallweil gelanget, die es Pferden gezogen uno einen anmuthigen jüngling an der feiten bat- te, sprach er zu feinen leuthen: Haltet doch/einen so schönen bauren Hand wir nie gesehen am pflüg heben mit so M- nen Pferden. Der Hofmeister aber, dem die person bekannt wäre,antwortete ihme: Gnädiger Herr! diß ist der Frechen von Hegi und sein söhn; morgen wird er kommen seine aufwart zu machen. Wie er dann auch in der that ein solches mit 7 Pferden gethan hat. 1.5 p. ,08. wercicv,. von j). 119. 2h M6IXH- welches nach der Arabischen sprach eine flucht bedeutet , ist die berühmte Mahometanische -pocl,» odenermm jh^ zeit-rechnung. Sie gehet von an. 622 an, in welchem jähr an dem 16 julii Mahomet von Mecca nach Medina geflohen. ö- cioütr. rcmp r.p. i c. 14 Lc cmenö. remp. Lrccioü Lkr. krcf. c. l I. 2 c. 24. bidl. Orienr. 444. ^egius/ (Alerander) ein gelehrter mann aus Westphalen,allwo er aufdem dorff Geih in dem Münsterischen gelegen, an. 14;; gcbohren worden. In seiner jugend ward er anfangs zu den llko- i-llsschen grillen angewöhnet, mit welchen er auch feine jungen jähre biß in das 40 jähr seines alters zubrachte, und m xw. movirte. Nachdem er aber deren eitclkeit erkennet, begab er ßch von der zeit an zu dem berühmten lircr-rorc, dem Rudolpho äxv. colg, der in ben polstern stucliiz ihn so wohl inkormirte, daß er nach- gehcnds bey der schul zu Deventer einen wcciorcm abgeben kvnie. Aus seiner unterrichtung kamen viel gelehrte manner empor; in- maffen auch selbst der berühmte Erasmus Roterdamus in feinen episteln aii vielen orten Hegium heraus streicht, da er gedencket,daß er in seiner jugend ebenfalls Unter feiner wto-mrcion die sunsämen- t.1 pnmr in den llu.biz geleget. Als einsmals der abgedachte Rli, dolphus stgricolL in Hegii schul kam, und unter andern auch Erasmi lateinisch clchorstrtes excrcirwm durchlase, urtheilete eralfvbO aus seinem wgewo und guten stylo - daß er es wett bringen würde. Mit dem /^icola hielt Hegins vertraute freundschaffhund schämte sich gar nicht, auch in seinem amt von diesem grossen mann noch etwas zu lernen, wie er deim alle feine schrifftcn, wenn er selbige publicirte, ihm zu ccnlsten übersendete. Im üvlo cxcsilstte er vor andern, als worinnen er sich die alten zum Muster erwählte. In 6rL-cis war er vortrcflich, und in der Lateinischen Poesie that es ihm keiner leicht vor, wie denn deshalben auch David Chyträus sonderlich von ihm rühmet, daß er und Rudolph Langius, ein c-no- nicus zu Münster, die ersten rcldLu-srores Urcrurum gewesen, welche eine gute mciiioUe der jugend im studiren angewiesen. In feinem alter ward er noch Prediger zu Deventer. Von seinem tod kan eigentlich nichts gemeldet werden. Von seinen schrifftm aber, so grossen theils postkum^ und ohne sein wissen und willen herausgegeben worden, sind folgende vorhanden: etliche cliswss, episteln, LLrminL und epigrzmmLcz, so Geßncr in seiner bibliotheeweilläuff- tiger reccnüret. vilL ^bilost ^egöw/ ist ein gewisser strich landes in Schwaben zwischen der Donau, dem Boden-see, und Rhein, 6 weilen lang und breit, worinnen viel schlösser, und Unter andern die Grafschafft Ncllm- burg und Thengen ligen. Es ist hier guter wein-wachs und ein fruchtbarer körn - boden» scc. gcog,. -i« rnnLl. 8ucv. I. z p. s c. Heidanus / (Abraham) gcbohren zuFranckenthal in derPfaltz den ic> aug. an. 15 97. Den ansang seiner studien legte er zu Amsterdam, wohin sein Vater an. 1608 zum Prediger bcrüffcn ward. Es war damals Matthias Sladus, ein Engcllandcr, allda welcher sich desHcidani insonderheit annahm; nicht weniger sorgte auch Daniel Colonius vor ibn, als ihn sein vater unter seine l-sx-- ötioo in das colicgium zu Lenden gethan. An. 1618 wurde er bey Pein ss-ioUo her Wallonischen kirche zu Leyden Prediger, da er bey einer grossen anzakl von Zuhörern in den Frantzösischcn so wohl als Niederländischen kirchen predigte. Nachmals rcisetecr r jähr, b^ sahe einen theil von Deutschland, die Schwcitz, Franckreich mw Etigclland, worauf er zu Naerden Prediger würde, da er verblieb, biß man ihn an. 1627 nach Leyden bericff. In seinem ch jabr trug ihm die Provintz Geldern die protetfioncm riicnlvZicsm zu Harder- wyck an, allein man wolte ihn zn Leyden nicht lasse», und da eben Coiistantliius t'Lmpcrcur verstorben, kam er an dessen stelle. " wurde auch nach Heidelberg berufen, nahm es aber nicht an'-indessen hatte er dannoch zuletzt in Leyden einige verdrießlMum auszustehen; Dann als da wegen der Cartesianischcn,Philosoph hefflig gestritten ward, und die cursrorcs pcrbottcn, über genM fragen zu stiffuiiren, machte Heidanus einige anmerckungcn um diesen befehl, und wolte zeigen, daß die cur^or-- von der fach m schaffenheit nicht wohl wären berichtet worden; Dieß aber M- nien ein solches so übel aus, daß sie den guten mann stmcs c»m° entsetzten. Es wurde doch solche fchärffe nicht durchgehcnds gm geheigen , und hat Heidani ansehen bey iinparthcyischen leuw" deswegen keinen sonderlichen stoß erlitten. Erstarb endlich zu baden den 15 oct. an. 1678. Er hat verschiedenes geschrieben, am' cle origineeirorum;corpu8 rlicolonis: cliMiari« inguiiillecim locor gclkum Lcc. orsr. funebri§ öcc. * ^ hei ^ewau/ein Bayerisches schloß und Pfleg-gericht zum Rentamt Swaubmgen gehörig. cL«- - p. ^eide/ einstecken in Ditmarsen, dabey die Ditinarftn an. i;?y wiewol nach rmgemeiner und recht verzlveiftlter gegen - wehr meinem tag ; mahl geschlagen, und den Fürsten von Holstein in dem freyen seid zu huldigen genöthiget worden, wodurch dann endlich ihre alte freyheit vcrlohrcn gienge. Die Ditmarsen pflegen allhier alle sonn - abend ihren marckt zu halten. cn-vn. licilll. p> zoi. * ^eide/ sihe Heyde. l^eydebrecken/ vorzeiten die Heidebracken / eines der ältesten und vornehmsten Adelichen Häuser in Pommern. In denStet- tinischen privil-gus wird Heinzecini des alten, und Hennings von Hcidebrack an. i zoy gedachr. Henning und Bertram t smu- iu5 , wie sie also nach damaliger gewohnhcit genennet werden, ge- brüdere von Heidebrecken, haben an. i;o; dem Dom-Capital zu Camin das schloß Dumezin verkaufft. Zu selbiger zeit war Johann Hertzogs Bogislai I V in Pommern Rath. Bernhard stund bey demHertzog Bogisla» X in grossen gnaden. Nicolaus bekleidete an. rüro die die würde eines Stiffts-Vogts zu Camin. Thomas ist an. 1640 Chur» Brandenburgischer Obrist-Wachtmeister, und JohannWolffgang Chur-Brandenburgischer Staats-Mmister gewesen. Fritz hatte an. 1648 die ehre, den Oßnabrüggischen frie- dens-tractaten, als Pommerischer Gesandter, beyzuwohnen, um welche zeit auch Thomas, als Obrist - Wachtmeister, sich im krieg hervor gethan. ccir^L/rrpomrnsr!. I. 6. verdeck/ Heydeck/ oder Heidegg/ ist ein in den freyen äm- tern in der Schweitz gelegeneHerrschant und schloß, welches schon vor Christi gebart gestanden. Das geschlecht, so daher den namen führet, hat sich frühzeitig vermehrt und ausgebreitet. Schon vor unerdencklichen jähren haben sich deren einige in dem Canton Zürich niedergelassen, und alldort, ohnfern der Stiffl Embrach einen Burg-stahl gleiches namens erbauet; andere beyArau, welche allda den so genannten alten thurn besessen, von denen einige auch Schultheissen und des Raths daselbst gewesen ; andere zu Zofin- gen,Solothurn und Waldshut; Andere haben sich in frühern und spätern zeiten aus der Schweitz hinweg begeben, und sich theils in Fransten, Brandenburg, Nürnberg, Augspurg rc. gesetzet,da dann einige in hohe Staats-bedienungen, auch geist-und weltliche «lammten zettelten, einige den Freyherren» stand im H. R. Reich erhallen, andere aber in das abnehmen gekommen. Zu ansang des 16 seculi ist wiederum einer dieses geschlechts von Nürnberg nach Zürich kommen, in dessen Nachkömmlingen er sich daselbst trestich ausgebreitrt, zumal in dem geistlichen stand exccMrten der weltberühmte Joh. Henr. Heidegger, 8. im voÄ. ( von welchem ein eigener art. folget;) Gotthard und Jacob, k^ldor und Ononicus, welche beyde sehr gelehrte männer waren; In dem weltlichen aber etliche Stadthalter, Seckelmeister, Rathsherren und Zunfftmei- stere, und llonret diß geschlecht daselbst noch biß aufdiesen tag. Es sollen auch die Frcyherrn von Heidegg die von ihnen hergenannte stadt Heydeck in dem Nordgau besessen, und auf dem darbey gelegenem anjetzo aber rmUrten schloß, der Schloßberg genannt, gewöhnet haben. Von so vielen kan der anzug folgender Personen dieses geschlecht genugsam an tag geben. An. 1007 hat Gr. Landelo zu Wmdisch die Edelknecht von Heidegk sich unterthanig gemacht; An. n;y war ein Herr von Heidegk mit- stiffter des klosters Heil- hrvnn; An. 1141 war Fridolin Freyh. Abt in der Reichenamdeme au. i iür sein bruder Ulrich l>icc-a>rte; An. 1167 wäre Adelgoldus Urberus Dischoffzu Chur, und hat die klöster 8. Lucii zu Chur, zu Catz im Domlesch, zu Schänis im Gaster und zu 8. Marinl lm Vinsigöw in grosses auffnehmen gebracht. An. stehen die von Heidegg unter denen mic-stissrern und Mitthätern des klosters Cap- pelen; An. 1197 wäre Mang Freyherr aufdem thurniee zuNurn- berg, an. lazr Wilhelm aufdem zu Würtzburg, an. 1296 Bernhard auf dem zu Schweinfurt, und an. 1 ; 60 Georg aufdem zu Tamberg. An. 124; ward Conrad Ritter und vogt zu Ebickemwie auchStiffterdesFrauen-klostersRathauscn in dem CantonLucern; An. iazo besassen die von Heidegg dieHerrschafftKienburg in dem Solvthurner-gebieth; an. 1991 waren Walther und Heinrich bürgere zu Luccrn; an. i;6o lebte, neben ob - angezogenem Georg, dessen bruder Wilhelm, welcher Georg,Johannem und Heerbrand zu söhnen hatte, von denen der letztere ein Fraulein von Sickingen heyrathete, die ihm Friderich II gebahr, dessen gemahlin Beatrix, eine Hertzogin von Teck, war; er wäre auch ein alter-vater Johan- nis, von dessen söhn der folgende articul handelt. An. i;?4 wurde Johannes, der Evistler, Probst zu Embrach, der einen bruder, namens Heinrich, hatte, welcher besitzet' des schloffes Wagenburg wäre; an. i ;86 wurde Walther von Hcideckh sein schloß Anjau an der Reuß von denen von Lucern und Zug eingenommen und verbrannt; an. i;94 wäre Hans Oesterreichischer vogt zu Windegg und Gastern, und in eben diesem jähr brachte Hans, Bürger zu Sollothurn, diese stadt in die acht; an. 141; wurde Rudolph auch kurzer daselbst, von KayserSigmund zu einemStadt-vogt zu Augspurg gesetzt, und erschiene an-1415 aufdem Lo-icMozu Cojrantz; Hans wäre zu gleicher zeit auch öurger in Sollothurn und Frey- ammen zu Regenspurg; Johannes, ein eifriger feind der Hußlten, wurde ebenfalls an. 1419 Bisthoffzu Aichstädtmnd starb an.1429; an. 1449 lebte Conrad, Freyherr, säßhafft zu Nürnberg; weil dieser dem MarggrasAlbrecht von Brandenburg nach lew und leben soll gestellt haben, und wider des Marggeafen willen zu Laibstadt ein berg-werck auffrichten wollen, wurde seinetwegen die stadt Nürnberg bekrieget; an. 1491 verkausste Hermann, saßhafft aus Kienburg, dem Abt zu 8 . Bläst) seine Herrschafft Lufingen m dem hei 699 dm v°,?L.ra^ emvfienge er Wagenburg zu lehen von a-i-mi.-r?,, m styburg; an. 1; 12 ist Wolffgang Freyherr aus sich allda niedergelassen; an. NSSELSK m an" Christophs von Würtem- vug tu te- an. l ')84 itül-be zu Hertzogs serdtnandi Cammcr- Rath zu Enhshei-m lind an. 1A7 Chryloph, auch Oesterreichischer Rath, Wald-vogt de r Herrschafft ^ss^^ullheiß,41 Wlloshuc; an. 1588 wäre Wolff Hertzogl.Preußischer an. iüo; starb Henricus )- u. »«A. Mannsftldlscher Cantzlcr und Lsnonicus Magdeburg Eine wettlauffliaere beschreibung dieses geschlechts ist zusammengetragen tN OcncLioß.ligur. LL. v>6. wejters ^ilelss. ?. r p. 246. all- unll nett?reuif. p. Illeakr. nob. p. 481c. inll. * ^eideck/ (Johann, Freyherr von) war aus dem vorher stehenden geschlecht er,sprossen, und diente anfangs Kayser Carl V; als aber an. 1546 der Schmalkaldische krieg angieng/ nahm er die von Ulrico, Hertzog von Wurtemberg, angetragene cksrgc eines Generals über z Regimenter zu fuß an, und eroberte mit denselbigen die stähle Dillmgen und Donawerth. Hierauf begab er sich in Chur- SachLche dienste, werl Hertzog Ulrich noch in gedachtem jähr von dem Schmalkaldlschen.bund abtrat, conjungjpte sich mit dem General Thomashirn, lmd schlug Hertzog Erich zu Braunschweig bey Drachenburg an der Weser an. 1 ;4? aus dem selb. Er hatte aber gleich daraufdas Unglück, daß er, nachdem der Churfürst bey Muhlberg unglücklich gefochten, von dem Kayser in die acht erkläret ward, da er sich dann genöthiget sahe, in der Schweitz seine stcherhett zu suchen. An. i;;c> gieng er wieder nach Nieder-Sach- sen, und warb in den Hansee- städten etliche Regimenter fuß-volck an, um die von Mauritio, Churfürsten zu Sachsen, belagerte stadt Magdeburg entweder zu entsetzen, oder sich hinein zu wcrffen ; Allein der Churfürst thäte ihm ansehnliche »tkrten, und ertheilte ,hm auch würcklich, ob er gleich in der acht wäre, die stelle eines Stadthalters in Leipzig; daher er kein bedencken trug mit 4 regi-- meutern zu ihme über zu wetten, wiewohl er der Magdeburger bestes eyfrig besorgte, und es dahin brachte, daß sie an. 1991 den ; nov. einen repunrlichen frieden erhielten. Nach diesem nahm er hauptsächlich theil daran, daß Mauritius dem Kayser an. 1552 auf' den leib gierig,und den gefangenen Fürsten ihre freyheit verschaffte^ In dem folgenden jähr befand er sich in dem treffen bey Sivers- hausen, darinn der Churfürst blieb, worauf er an. 19 9 4 den 20 jan. aufdem schloß zu Eilenburg , allwo er die stelle eines amt-Haupt- manns vertrat, sein leben endigte. Er ligt neben seinem eintzigew Sohn, Johann Wilhelm, daselbst in der berg-kirch begraben, und hat ein stattliches monumem, so noch jetzo zu sehen, bekommen. Mit seiner gemahlin, einer Gräfin von Rappoltstem, hat er ausser erst-gedachtem söhn, einc tochter, namens Mariam, ge; rüget, so an einen Freyherrn von Mörsberg und Vefort vemtählt worden. lewnsf. <8Iir. Hs». IMcLtr. nvb. Lurop. ?. z» !. 6 viii. ÄMow Lileiib. cbroii. p. ;S 4 - ^eidegckerus / (Johannes Henricus) wurde an. i6;z den r jul. auf dein dorffe Barentschmeil in der Herrschafft Greissenstrm im Canton Zürich gebohren / allwo fern vater / Hartmannus Her- deggerus / damals Prediger war. Er wurde zu Hause bey seinem vater in die 8 jähr erzogen und unterrichtet; als aber selbiger in eine tödlliche kranckhelt verfiel / schickte er diesen seinen söhn an. 1641 auf das dorffWülfltngcn zu seiner schwester/einer Prtcster-wiwwe/ von dar verjünge Heidegger alle tag nach Winwrlhur in die schule gieng. An. 164'; that ihn sein vater zu Michael Zinggen/Pfarrcm aus dem dorffe Fischcnthal / und das folgende jähr kam er m dre schule zu Zürich. Da er hierauf seine eitern verlohr/ und wemg menschliche hnlffe vor sich sahe / vergieng ihm fast die Inst zum stu» dircn; es nahmen sich aber die Züricher rscrom seiner an / Unthaten ihn an. 1Ü49 in das coMwum KumLmrsris. Hieraus wendete er sich an. 16^4 auf die Universität zu Marpurg/ an. 16;6 aber gieng er nach Heidelberg / allwo er die profcll.onem ^--20^1,>2- riam Ncb-LL Ungu« erhielt/nnd mit Freinshemw allerhand gelehrte exsrciciL vornahm. Ja er wurde auch Hotttilgcro in Verwaltung dL? coUcZÜ is^ientife t)l)N 6^ setzet. An. 1659 wurde er nach Steinfurt zum urokeM-r tvsoioßiÄ- beruffen/ muste auch dcshalben zu Heidelberg m ^'0- Lire vroniovi-ku- An. 1661 vertheidigte er in einet öffentlichen schrifft die Christliche freyheit wegen des dluls und erstickten wieder Stephanum Curcelläum. Um eben dieselbe zeck that er eine kurtze reise in die Niederlande; nach seiner zuruckkunfft gab er eme m-m- b2,li pLicUace cmormrli cMrM, heraus/ UNd ÜN- 1664 schtttb 11 ? ctNe-ipolosism cle^ulluüans: conk-llionis cumllUe rctormswrum cyn- wider Dresingtlim. Als an.isü; das zEcrn. fürt wegen dem krieg zerstreuet wurde/ begäbet sich von selbigem sch-s buch über das lied Mosis / und das folgende iahr den ersten theil von seiner InKona rmriLrcbsrum heraus. An. 1667 succcälrke er zu Zürich dem Hottingero m der theologtschen profetr.on. An» 1Ü69 schrieb er wider Augustmum Redrngrum eine ckssenm.on ^ peregr nÄonibu- LE-mna, «ltd äckenckrte lM» nach dieselbe Wider den gedachten mann. In eben demselben jähre wurde er nach Leyden an Johanls Coceew stelle zur xroLlswn- m-». Tllk r - <700 hei logica bernffen/ ließ sich «her von deA Rath zu Zürich bewegm/ Laß er bey seinem blßheriqcn amtc blieb. An. 1672 gab er«Eom-n Concilü l'riäcmini , gleichwie nachgehends die kittorirm VeipLrL Virßiriis, nnd den ersten tomum seiner llltU»LUonum teleÄLrum, her» aus. Hierauf muste er auf beseht der Obern eine ka/mulLMkeno- ricsm ivegeu des ^m^rslciUwi verfertigen/ trug auch etwas bey zu bcfreynng der Hungarischen Priester von den Neapolitanischen ga- leeren / und that selbigen sonst viel gutes. Das fahr hernach schrieb er seine ?^r'neno-o-i>mc2 in Teutscher sprach wider Casparnm Lan- gium / und hierauf verfertigte er das buch a- ^ contm-riti- ne Ivlgstvrxm. An. 1680 ließ er lich mit dem Insprncklschen Jcsill» ten ChristophoroOltone in einen ciilpur-c wegen den apocryphlschen büchern ein. An. 1681 gab erftin-ncMria-on tubticum, wie ancy ttoipiniLnum reäivivum heraus / und wurde eben dasselbe iahe nach Groningen zur prokellionc rlicoloZics beruhen/ welche vocmian er aber nicht anahm.Am 1684 gab er seine miton-mi-ap-iu? ans ltcht/ die wichtige Materie von dem Pabstthum/da er sonderlich den ur» sprung und vermehning dessen weltlichen gewalts/so aus denen meisten ausgaben dieses buchs wäre ausgelassen worden / Mlt anhicng. An. i686sorgele er fleißig vordre aus Franckreich vertriebene Hu- gonotten / und schrieb eine mLnulluüioiicm j,i VILM concc,»!!.? ?ro- keiiLNttum ccclcC-raicL-, wie auch klll'tz hernach kzbyloni; MLANT, Uilö rumuium Loncitii Hricienrini. Nach diesem l'eisete tb Mit dem Holländischen AbgesandtenIoh.LudovieoIabritio nachBern/ Genf/ Lausanne und an andere orker- An. 1691 ließ er sich mit Carolo Sfvndraü / Abt zu Gallen / tu einen streit wegen der Nothwendigkeit der tauffe/ und der kinder-tauste ein. Alsvemi verfertigte er chmribs; sie mil-zculis ccclsli»: evLngeticL- , und ciM'te an. lüyS ftiN corpus rkeologi-:. gleichwie Mich meciuIlLM kiicoioZi.i: i» 4 und endlich mclluiiam mc-luitL.- cx meöuüL Erstarb den 18 fan. an. 1698- via. //-/?->--« 2-r>L)o'i. tt-ni-. tteicicAgeri LjuM-m excrcicarionibus kibiicis prLnvllä. //o/wcs/?e-r IiitZorir obirui» itcillcg-. xeri. * Heidelberg / ist die Hauptstadt in der Unter-Pfaltz im Graich» gau / unten an einem berge ansein Neckar-flusse gelegen/ über welchen sie eine drucke hat. Sie wird von einigen vor des Ptolomm Bubor gehalten/wiewol andere sagen/esse» Manhcim. Theils führen den namcn her von den heuden/ theils von den bergen/ womit die stadt umgeben. Die meisten aber von den beydeldccren/ so allda in grosser menge wachsen. Es ist eine grosse und wohl bewohnte stadt/ und die ordentliche rcsidcntz der Churfürsten von Pfaltz / welche ein herrliches und festes schloß daselbst hallen/>o aber in die hellste von den Frantzosen in die lustt gesprcngct/ wider die mit dem Dauphin an. 1688 getroffene cLp-cwLc.v.i, ms man dassclbige zu übergeben genöthigt worden. Auch ist daselbst berühmt das stifft zum heil. Geist nebst der kjrchc/ welches der Pfaltzgraf Nnpcrtus/ so hernach Kayscr worden / gcstlfftct/ wo- rinnen er nebst vielen andern Chur-und Fürstlichen Personen im chore begraben liget. Wer sie eigentlich u bauet / ist unbekannt / jedoch hat Kaysers FridcriciIbruder Cvnradns/ so an. 1192verstorben/ welchem der Kanser die Pfaltz gescheucht/ hierselbst gewoh, ct/ welcher auch die stadt und das schloß in ein weit beyerer ansehen / und selbige von dem stifste Worms an die Pfaltz gebracht. Nachgehends ist sie an. 1225 von dem Bischoffe von Worms dem Pfaltzgrafen Ludovics gegeben worden. Der Pfaltzgraf Rupcrtus/ welcher zum Kayser erwählet wurde/ ließ sie an. 1; 92 erweitern/ welches jetzo die Spevrer-Vorstadt genennet wird / und stlfflcie an. n8ü eine Universität hierselbst/ die mit grossen priviicgien begäbet wurde/ unter welchen das,« vira.- 6, „cci. über alle darzu gehörige Unterthanen war/ und zwar dergestalt/daß der Lanves-Hcrr selbst nicht defügt seyn solle / es zu annmu-eu. Diese univcrsital tst wegen vielen grossen lcutcn berühmt / und der erste daselbst war Marsilius sb Ingen / der vvn Utrecht dahin kam. Sie hat eine von den besten bibliochequen in gantz Europa gehabt / welche nach crobcrung der stadt an. 1Ü22 nach Rom geschickt und daselbst in die vsricLnam gebracht ward. In demjährigen kriege hat diese stadt über alle Massen viel ausstehen müssen / biß selbige nach geschlossenem Westphälischen frieden Churfürst Carl Ludwigen wieder eingeräumet wurde/ welcheran. iüzz die univcrsitäl daselbst wieder anrichtete. An. 1689 und 169; ist dieser ort von den Frantzosen sehr rninirct und ausgcbrcnncl worden. Der wein dieses orts wird sehr hoch ästimirct. Die stadt ist auch wegen des grossen fasscs berühmt / so insgemein das Hcidclbcrgtschc saß genennet wird- Man steigt zu demselben eine treppe von ?o stuffen hinauf/ oben darüber ist ein altan 20 schuh lang mit einem gange rings herum. Bornen an dem fasse stehet das Chur-wapen; ein zimlich grosser Bacchus sitzt oben drauf/ mit vielen n? und dergleichen dildern von besoffenen leuren / es sind auch hin und wieder Teutsche rennen daran zu lesen. Es ist selbiges so hoch / daß man mil einem langen spiesse darinnen stehen kau / nnd sind 24 grosse eiserne retffc daran gelegen An. 1561 war hierselbst ein grosser streit zwischen Lilcman- NO Hej 3 l)uilO/und blebltio we^en dLrconl'ubAaiiciLtion Dpel' wesent* lichcn gcgenwart des leibes und bluts Christi im brodt und wein des heil. nachtmals/ da dann Churfürst Fridericns 111 / um den kirchen-friedcn zu erhalten/ beyde mit ehren fortschaffte. Als er nachgehends eure Mst-msnon zwischen den Rcformirten und Lutheranern angestellet / stimmctc er den ersten bey / und verordnete/ um die spaltung aufzuheben / daß der Hcidclbergische catechismuS eingeführet werden muste. Als sich Tilcmannus demselben wldersetzle/ wurde an. 1564 zu Manlbrunn eine andere confercntz angestellet/ dabey aber nichts ausgerichtet. Von eben dieser materic hielte der berühmte Pareus aühier nachgehends eme roicnni: äl/purs»»,!. Sonst tragen die Churfürsten die bürg von dem stifft Worms zu lehn / davon eriuge lehn-briefe beym Tolirero in «. ?. p. Z76 öcc. zu schm; der Ursprung dessen aber ist unter Graichgau zu suchen. W. ctiron. i. >8. Leor/rrt« llc riciNelber^L sntig. o^j^. Ic. loL psrc. r c. io- Lexe» comm. Osrni. Ocrrnz,,. /e» topogr. Nslsc. p. rp. Uiti. eccleg scc. .-4. reiten. Seidelsheim/ eine kleine stadt in der Unter-Mtz zum mm Drettheim gehörig. Pfaltzgraf Conrad hat den ort samt dem Graichgau / darinn derselbe gelegen / an die Pfaltz verkm'iM /siehe Graichgau.) Hernach hat MarggrafHermann IV von Baden denselben samt dem grossen theil von Graichgau / durck Jrmentrud/ einc tochtcr Pfaltzgraf Heinrichs / und enckelmae. dachten Conrads / an sich gebracht, (siehe Henricus der schöne) Endlich hat Marggraf Carl an. 1468 all seinen ansprach an dick» ort / neben viel mehreren an statt der rantzion an Churfürst Fch brich den sieghafftcn wider abwetten müssen / als dieser ihn in der schlacht bey Seckenheim nebst Graf Ulrich von Wüctemberg «c. fangen bekommen, 9.72,7z. * Seiden/ eine alte Adeliche familiein Pommern / welchem dem ir lecuio, als die Hcrtzoge Casimirus ll und Dogislausll dieses land mit Teutschen besetzet / dahin gekommen / und sich nachgehends in der Marck Brandenburg ausgebreitet hat. Heinrich Heiden lebte um das jähr i?9i. Ianickc und Wolfs/ gebrüdere/ stissteten nebst Gerhard Krukowen an. i z zo/dem Btschöffzu B«. bcrg Otkoni zu ehren / in Toytin eine capelle/ daß darinn jährlich 4 mal messe solle gehalten werden. Um diese zeit wird auch Niclas Heiden in alten briefen gedacht. Iürge / Obrister Lieutenant / war im zo jährigen kriege bekannt. Wolffganq hat sich an. lüzz /M Chlir-Vraiidenburgischer Gesandter auf den friedens-traciaicn zu Oßnabrück befunden. ?ommcr>. I. 6. Seiden/(vo» der) ein altes adelichesgeschlecht in Schlesien,welches in den Fürstenthümern Schweidnitz und Bneg angesessen und auch in der Nieder-Laußnitz die guter Tfchacksdörf, Bogen- dorf , Rinckendorf und Schönbrunn besitzet. Stephan vvn der Heide stund an. 1294 bey dem Hertzog Henrico Crasso zu Breßlan in grosser Hochachtung. An. 1469 war Hans von der Heide auf Seissersdors, Bischoffs Rudolphi Rath und des Breßlamschm Fürsteitthmns vice-Hauptmann. Erasnms und Just von der Heide befanden sich an. 1529 in Wien, als dieser ort von denTmcken belagert war. Wilhelm bekleidete an. 160; bey dem Hertzvg Carolo II zn Mi'insterbcrg und Oels die stelle eines Marschalls. Melchior von Heide aiifPangcl war aii^iüü; Hertzogs Georgii III zn Liegnil; und Brieg Burggraf zu Strehlen in dem Bnegischm Fürstenthnm. Georg Abraham aufBogendorfnnd Schönbrmm war an. 1706 Landes-Aeltester in dem Pribusischen crayse. Hans Wolffram von der Heydc aufHabendorfund DirschdorhdeS Rei- chenbachischen Weichbildes in dem Fürstenthnm Schweidnitz Landes-Aeltester,florirte an. i?>9. Ä»«/» Z-Kick. curiov. Seiden/ (von der) ein Adelichcs geschlechtin Meisten,allwo es die guter Gröba, Misselrenth und andere im amt Planen besitzet. Unter diejenige Meister-sänger, so Landgraf Herrmann m Thüringen, der an. 121«; verstorben, an seinem Hofe gehalten, hat sich nedst andern von Adel, Walther von der Heide befunden. Hans Wolff von der Heide war an. 1614 Margaräflichcr Brandenburgischer Cammer-iuncker. Philipp Ferdinand auf Guttcnförst florirle an. 1712 als Königlicher Polnischcruiid Chuv-Sächsifcher Ober-Anf- feher drr Elster-stösse. In Wcstphalcn ist auch eine Adeliche und theils Fmchcrrüche familie von der Heiden bekannt, welche in dem Hertzogthmn Bergen ihr stamm-hauß Heiden hat, worauf Bernhard an. i;oo gewöhnet. An. 171z war aus derselben Georg Sigismund, Freyherr , als Königlicher Preußischer würcklicher gcbcimder Kriegs- Rath,General-Lieutenant,und Gouverneur zu Lippstadr bekamii. Seiden/ Halden von Dorff/cine ansthnlichc Adeliche familie in Oesterreich, so von dem im iü g-cui» abgestorbenen Adclichenge- schlecht Haiden von Gcindersdorff/ ,0 das Uiitcr-Scheitckeii- aml in Oesterreich besessen, zu unterscheiden ist. Die Heiden von Dorff führen den beynamen von ihrem alten stamm-sige Dorff. Wolffgang Haiden von Dorffist an. 1417 Ertz-Hertzogs Alverti zu Oesterreich Cammer-Hcrr gewesen. Hicronvinus Haiden von Dorff ist nach ansang des is tcc»!i in Oder-Oesterreich in groi- sem ansehen und reichthum gestanden,und bat an. 1^29, als Wim von dcnTürckcn belagert worden,der stadt Steyer 4° man zu hM geschickt; dessen nachkommen floriren annoch. t»1k. gcncLl. /rullr. Seidenheim/ist eine besondere Hcrrschaffl und stadt in SckM' bcn , dein Hcrtzoge von Würtemberg gehörig. Graf Ulrich zn Würtcmberg hat dieselbe nebst der Hcrrschafft Hcllcnstcin von Graf Conrad, und Graf Ulrich von Helffeusiein vor üoooo guldcn crkaufft. Es ist aber nachgehends PfaltzgrafLndwig beym Man und Hcrtzog in Bayern in den besitz der stadt lind Herrschaffl-vci- dcnheim, Hellcnstcin und der; klöster Anhause» , Herbrechtingm und Königsbrunn gekommen. GrafUlrich nahm es ihm abcrmr gcivalt iviedcr weg, und gab ihm aus gutem willen zu StudMd an. 1480,60000 gülden dafür. Als aber Ulrich von Wurtemoerg demHertzog Friedrich von Oesterreich widerKayftrLudwig wir Bayern hülffe geleistet,hat er diese lande wieder verlohmi. Andm sagen,Ulrich der vielgeliebte habe es in den rrouMcn widerWch als er gefangen worden,eingedüffet. Nach diesem aber Hut sich Albrecht Hcrtzog zu Bayer» ', gegen Ulrich Hcrtzog zu WmMMg an. i zo; verschrieben, im fall er ihm wider Pfaltzgraf RMM zuziehen würde, ihm dafür das schloß Hellenstein, HcidcnheimMk dem Bmitzthal,Kirchberg,rc. zu lieffern, welches er auch vor gülden aufabschläg einer schuld von r2;oo<- gülden gethan. t S« Ä is i c:/ iÄ 8 , Lr r-- zmch als der Schwäbische bund das Hertzsgthum Würtemberg an.i;2van Carolum V übergeben, halberKayserHeideuhcim den Ulmern an. izrr den aug. verkaufft. Es währte aber solches nicht langer, als bis Ulrich durch Landgraf Philippi von Hessen beystand seine lande an. i?Z4 wieder recuper.rte. Denn da wurde an. i;;6 Heidenheim montag nach jubiime laut Vertrags Hertzog Ulrich wieder übergeben. In diesem stände blieb es wiederum mit der Herrschaffr Heidenheim, bis 100 jähr darnach Churfürst Maximilian in Bayern nach der Nördlinger-schlacht, in das Würtembergische einfiel und an. 16)4 die Herrschaffc mit .... gewalt einnahm, in welche aber Eberhard III Hertzog zu Wür- chercapell Herligbronn/ sondern auch wegen dem gesunden temberg samt den ; klostern in Brentzthal durch den Westphäli- schen frieden wiederum eingesetzet worden, siehe Helffenftein/ Hellenstein und Ulm.) «ler p. r97 äic. ^ 2,0» k. 1 x. 486. «!e, iro. 0«/r« »nn. Luev- Heidenheim / ein ehemaliges kloster, nun ein Brandenburg- Anspachisches amt in dem sogenannten Schwanenfeld. Heidenheim / eine alte Adeliche und nunmehro Freyherrliche familie in Schwaben- Friedrich von Heidenheim, der sich um das jähr 1440 an dem Kayserlrchen Hofe aufgehalten, heyrathete eine Payerin von Hagenwyl, und bekam mit derselben das schloß und Herrschaffr Klingenderg,davon sich hernach seine nachkommen bey- genannt. An. 171; florirte Alexander Marquard, Freyherr von Heidenheim, als ausschußbey der Schwäbischen Rittcrschafft an der Donau. Burgemeister meldet, baß einer aus diesem geschlccht Blschvffzu Augspvrg gewesen. vom LcllvvLb. Uciciis- Lllei. liemm. p. Heider/ (Daniel) ein berühmter Rechts-gelehrter, war von Norblingen gebürtig, und wurde an. iüao von der freyen Reichsstadt Lindau zum 8vuc<. ernennet, bey welchem amt er sich insonderheit in dem streit wider die «abgelegene Abtey, welche der Hoheit über der stadt gebiethe, vermöge eines von Ludvvico illo oder Qc» wLi-ico ihr ertheilten sipiomLris, sich anmaffen will, sehr hervorgethan. Er gab an. 164; ein grosses werck unter dem titul: gründliche ausführung der stadt Lmdan rc. heraus, und suchte zu erweise» , daß das gerühmte W!omz falsch und erdichtet wäre. Wag- nercck und Nasler,welche sich des kiostcrs angenommen, und dessen gerechtigkeiten in öffentlichen schrifften verfochten , geben ihm schuld, daß er dem kloster eine zeiclang bedient gewesen, und bey dieser' gelegenheit sich der beschaffenhcit des aipivm-ris erkundiget, und der stadt nachgehends verrathen , welchem vorgeben aber von der andern seile beständig widersprochen wird. Er starb an. 1646 in Lindau, und sind seine wercke bey den gelehrten wegen senier grossen erfahrenheit in den alten Teutschen rechten und gewohnheiten in besonderen ansehen. Seine schrifften sind a- impcriLiium url>l- uM ssviicsciis; gründliche ausführung der stadt Lindau. hn ccnüllasiplomariz c, I. in nilroi. Vin 6 ic. pro Lon- rinzio v. in. in vinciic-ir.conrig vinclicizi p. r c. I n. ^1, ;r. xeli». cicciv. l.incisv. prsiroALlivs icct.. §- 14- Heigius / (Petrus) war an. i;;8 zu Stra!sundgebohren,und legte sich bald anfangs auf das «uanim jur-x, worutnen er auch dergestalt zunahm, daß er in seinen jungen jähren ?rnk-s>or zu Witten- bergwurde. Nachmalskam er in das -?4!-iiLtionr-gcricht,lind wurde zuletzt Chur-SächsischerHvsrath. Er hat unter anverm geschrieben gu-eltiones juris civil-s öc Lixonici, st> LudovitUs kcrsons ellixet. vitL )Lr. rbeari. Hella / Hela / eine kleine stadt in dem Polnischen Preussen, 14 weilen zu land und ; meilen über ste von Dantzig. Sie ist gar nicht bevestigel, ohne daß sie in der ost-ste an der äussersten spitze einer in die 7 meilen lang sich hincin-streckenden halb-instil, so auch Hela genanntwird, ligt. Die dürger daselbst sind meistens fisch er, der bodenaber nichts als grober fand. Land und stadt Hella gehören seitan. 14SÜ den Dantzigern, welche auch hier ihren pllrrum den schiffenden zum besten bey nächtlicher zeit halten. An. 1572 ist Hella gantz abgebrannt, wie Eellarius berichtet, welcher diesen vrt, gleichwie viel andere gcogrWi, dem König in Polen unrecht zuschreibet» De/c,,/.,. -?o/o».; Heilbroun/ ist eine berühmte Schwäbische Reichs-stadt an dem schiMichen Necker,über welchen an.i4ii eine steinerne brück erbauet, an. 1691 den 20 sehr. aber durch einen entsetzlichen eiß- bruch wieder eingerissen worden,so daß jetzo an deren statt nur eine Hangende höltzerne brück ligt- Sie ist ein gräntzwrt des Schwä- bisch-Fränckisch-und Rheinischen crayses, und macht eine rechte creutz-straß von Italien gegen die Niederlande, und von Ungarn gegen Franckreich zu; ligt auch in einer sehr angenehmen und fruchtbaren gegend, die mit schönen brmmquellen und Weinbergen gezieret ist; Unfeinem derselbigen, der Nordberg genannt, ist ein besonderer wart-thurn crbaüet, dessen höhe bis unter das tach so,die runde aber 5; werck-schuhe ausmacht; Durch die mitte des tachs gehet eine stanze in die höhe, durch einen kupffernen kuopff, der in der runde 24, in 612EM aber 8 wcrck-schuhehat,undver- mittelst eines Haspels über sich und unter sich, daß man auch hinein steigen kau, aufdas tach gelassen wird, und zwar von einem besonders darzu bestellten Wächter,welcher der gantzen revier mit sahnen aussteckeiyab-oder aufziehung des knopffs,auch mit läuten, stunden schlagen und Wessen gewisse zeichen für die arbeiter im selb,wegen ftur, ankommenden fremden völckern und den meß-schiffen, zu geben hat. Was den Ursprung des namens dieser stadt belangt, so findet fich eine ungleiche reiscion Dann etliche wollen, es habe fich ,ahr auf einer lust-iagd am Necker eine sürtrefliche bruntt- qncll gefunden,und well er sich dabey sehr erfrischte, sie hernach öff- ters besuch!, und em gotles-hauß daselbst ausgerichtet habe; Weil nun der ort hierdurch bekannt, .und folgends nicht nur wegen svl- .." ^ ' ' war- ser,H erlbromt genannt worden wäre, so seye der letste name nach und nach aufgekommen, da unterschiedene leuthe daselbst Hütten aufzubauen und zu wohnen angefangen. Es muß auch dieser ort in kurtzer zeit zu einem ansehnlichendorff angewachsen seyn, weil AdelheidFriderici II uhr-groß-mutter schon an. 10,7 etliche Edel- leuthe von Heilbronn bey aufrichtung des stiffts zu Oehrmgen als zeugen erfordert, und deren vor» der stifftunä selbiger Archen hat einverleiben lassen. Nachmals hat dieses dorffHenricus IV LeNi- coN,8 zu einer stadt zu machen angefangen, Fridericus II zimlich vermehret, und mit höher» mauren und thürnen umfangen; dessen schwester-sohn aber, Wolfram, ein Grafim Graichgau, mit vieler mühe bevestiget. Conradus III hat hernach diese stadt zu eines Reichs-stadt gemacht, und Fridericus Larbsrolls jhro die; färben? blau, roth und weiß, auch zum waapen einen schwachen Adler im gelben seid gegeben. Eberhard III, Grafzu Würtzbürg, bekäme das fthutz-.recht, es wurde aber solches wegen verübter gewa'tthä- tigkeit an. N64 von Würtzburg wieder abgenommen und der Chur-Pfa!tz übergeben, so jedoch nunmehro auch aufgehört. Die Regierungs-sorm ssst /rrillociLnsch, und wohl eingerichtet; sie bat unter sich 4 schöne dörffer,Flein,Böckingen, Neckcrgartach und Franckenbach. Von den Kaysern erhielte ste unter andern herrlichen priviWis Mich diese: Kein Kayser solle diese stadt zu versetzen oder zu verkauffen macht haben; Wer einen Rath schädiget, den mögen sie auch schädigen, nach ihme greiffen und widcrsetzigc bün- ger straffen; Kein burger kau an fremde gerichte geladen werden ; Ein Rath kan ihre burger, die an fremde, geistliche und weltliche,, gerichte geladen worden, abfordern und veriprcchen ; Der Kaystr solle keinen burger der steur und bürgerst beschwärden von stinett guter« freyen; sie sind vorn Land-gericht und allen andern frein» den gerichten, auch vom Kayscrl. Hoj-gcricht bcsreyt; Kein Jud solle keinem von Hellbronn leihen,und,da es geschähe, ist man ihme nichts dafür schuldig, es mag auch kein Proceß kraffr haben. Sie haben die freyheit den Necker hin zu wenden, wohin es dem Rath gefällig,auch in den Necker z» bauen und brücken zu machen; Sie dörffen nach der freyheit der stadt Franckfort meß halten. Das stecht des Evangelii ist durch die retormsrion zeitlich allhier ausgegangen , wie dann schon an. 1 ;ro v. Johann Kröner von Seher- dingen gebürtig,der meß pustlice widersprochen, auch nach ihme an» 152z O. JohannesLaehmann mit 2 andern opisnen die Lutherische lehr, mit hesstigem Widerspruch des Bischvffen zu Würtzburg , predigten. Solisten ist auch die stadt wohl gebaut; und ist unter den Archen wohl zu sehen die Pfarr-Arch zu 8. Miau, so von treflicher ttrEur ausgearbeitet ist und zimliche s-WEren hat; an dem kreuch der grossen glock dieser kirch ist mit Longobardischen buchstüben geschrieben! ivisttliXUs. Visicu». stucss. )oiiLnner. s ris. ff tum. vss. ex. ere. tris. nuncio. kuners. llere. kcllL. celedrsre. rem» p !>5 - nocuumque. keciLie. An einer andern glock stellt an 4 orten ein klein bildniß eines sitzenden Bischoffs, mit der umschrifft: heiß ich: unser Frauen und 8 . Rilians ehr leit ich: Bernhard Lachmannckoß mich 1419. Auf der spitze des höchsten thurns steht ein grosser stcinernerRicse,auf dessen Haupt die schifer- deckcr, mäurer rc. zuweilen sich hinauf wagten, einen sahnen zu schwingen und sich sehen zu lasse». Ju einer andern ehemals den Minoriten zugehörigen Arch, die rü 83 von den Frantzöstn verbrannt wurde, stunde ob dein eingang in einem gewöib um eins besondere stgur herum geschrieben : Ich leb/ uud weiß nicht/wie lang/ Ich sterb/ und weiss nicht/wann / Ick» fahr/ und wein nicht/wohin/ Mich wundert/ daß ich so frölich bim wann ich bedruck den tod und die ewig Pein/ So möcht ich nicht so frölich seyn. Das hart anstehende gebäu war ein Minoriten-kloster, worilttt jetzo das aus IV Lisll-tW bestehende Oy-imsLum ist, und eine ansehnliche stadt-bibliothec auf einem sehr schönen saal steht. Es ist auch allhier ein kostbar erbautes Teutsches hauß,ein Frauen-Aoster von 8 . Clara orden, und ein Schönthaler-hof. Ausser der stadt stunde ein kloster und kirch der Carmcliten, welches > joo erbaut - WZ2 aber auf des Schwedischen Feld-Marschalls Horn o«lrs durch Herrn Obristen Ludwig von Schmiedberg geschleM worden. An der tbür stunden diewort: Anno 1442 am tag Marcr des Evangelisten haben an diesem ort wunderwerck anfangen zu leuchten. Es hat auch ein wobl erbautes schönes Rath-Hauß, auf welchem ein künstlich uhrwerck zu sehen. Sebens- würdig ist ebenfalls der so genannte Kirchbronn, eme sehr schone und gesunde quell, welche von Carolo M. soll bemelvter Massen gefunden worden seyn,und durch 7 meßmge röhr arms-dkck m solcher menge herausspringt, daß in einem tag 1680 hiesige Wer heraus lausten. Ferner ist auch hieb ern dem Hertzog von Wurtem- berg aehöriqer Zehend-hof und u-cuisWter Lichtensterner-hof, auch ein Kaisersheimek-hos. Der grosse marckt-platz pr-k°m>rk sich gar schön, und ligt auf demselben ern langer stech Mit dieser schnffN Tttt; Des / 7O2 hei Der längste stein bin ich bekannt/ Zu Heilb. das wahr-zeichen genannt / An länge z zoll und 24 schuh / An brett und dick 2 schuh ich thu/ Bin auch zur zier hieher geleit / Und den Wächtern zum sitz bereit. In denen Frantzösischen kriegen ist diese stadt nicht allein ^">6. c>rt worden, sondern es wurde auch auf Ihr» Durch!. Prmtz Louys von Baden bey Heilbronn ein solch vortheilhafftiges clicmcnk gemacht, daß die Frantzosen 70000 mann starck ,lch niclil unterstunden,die Lliürten, welche nicht wol 20000 mann ausmachten, darinn anzugreiffen, von welcher korrillcLcion aber ebensaus wenig mehr übrig. An. i;88ist die stadt in dem ungluck,eligen Städten-bund zwar belagert,aber nicht erobert worden, wrcwol ste grossen schaden erlitten. An. 1408 den 24 jan. rst von Bayer. Schwab.Fränckischem undRheinischcm Adel ein thurmer gehalten worden, aufwelchem neben Ludwig, Pfaltzgrafen bey Schein und Jacob Margqrafen zu Baden auch JohannBurggrafen zu Nürnberg noch 19 Grafen, 16 Freyherren,;; Ritter,16; vom Adel erschienen. An. 1497 ist in dem Bockinger-see ein hecht, welchen Kayser Fridericus II den ? oct. i2;o (laut der unter den obren gefundenen Griechischen schrifft an einen, meßmgen ring) gefangen worden, welcher unter dem Brückcn-thor auf einer tafel gemahlt zu sehen. An. 152; haben die rebellische baurcn das ausser der stadt gelegene Carmeliter-kloster übel mißhandelt, und sind, grossen schaden in den Weinbergen zu verhüten, in gewisser anzahl auch in die stadt gelassen worden. An. 1 s; 5 gieng das alte Rach-bauß, welches, wo jetzo das bad bey dem Kirchen-bronnen ist, gestanden, und damit das ärcklv. nebst vielen schrifften, im rauch auf. An. 1547 wurde der Rath von Carolo V geändert, auch ein Bürgermeister, deren zuvor 4 waren, abgethan. An. i;;2 wurde von Ca- rolo V der Rath, welcher mit dem gericht ein Luiicgmm von 52 Personen kor,«irte,geändert, und in; coU-x,- getheilet, als 15 in innern Rath, 1; im statt-gericht, und 1; im äussern Rath , welchem neuen Rath die burgerschafft den,; ian. das erstemal gehuldiget. An. 1584 war der neue wein so wolfeil, das; man viel fässer von geringen alten weinen um ein leeres vertauschte,auch wol auslaussen ließ,oder zum mauren brauchte,um den neuen aufheben zu können. An. 1614 ist der unio,»-tag hier gehalten worden von Chur-Pfaltz, Landgraf Moritz zu Hessen, Christian Fürsten zu Anhalt, Joban'n Pfaltzgrafen zu Zweybrückcn, Johann Friedrich Marggrafen zu Baden , Joachim Ernst Marggrafen zu Brandenburg und den ausschreibenden städten. An. 16; 1 wurde sie von den Schweden erobert, i6z4 aber von denKayserlichcn mit ^ccorll eingenommen. An. 1688 bemusterten sich dieser stadt die Frantzosen, muste» aber aufder ^iiiirten anzug sie wieder verlassen, und steckten die oben bemeldte kirch in den brand. .Nicht weit von der stadt an der straß gegen Neckarsulm stehen bey ;o steinerne crem;, an welchen man hauen, ärte, mcsser rc. eingehauen siehet; was solche bedeuten , ist wohl den allerwenigsten allhier selbst bekannt, und geben zu zer- schiedenen ungleichen relativ,>en anlaß. Die wahre geschieht aber habe in einem manuicripro gefunden also beschrieben: Vor 200 jähren haben auswanderende handwercks-bursch spiellcnt und bnr- gers töchtern mit sich dahin genommen, und allda gctantzt; Als aber verschiedene wein-gärtner und knechte aus! dem seid auf dem weg nach hauß dazu gekommen, und die frende stören wollen, ist es von den Worten zu einem solchen hand-gcmeng gekommen, daß ein jeder seinen bey sich habenden handwercks-zeug zum schlagen gebraucht,und also über einander verbittert worden,daß,ehe die wacht dazu gekommen, von 47 Personen nur noch y beym leben geblieben, aber also zugerichtet gewesen, daß noch 4 davon gestorben, die übrige ; aber kümmerlich curirt worden. Bey der öl. Kilians-kirchen über denen handwercks-läden ist auch ein alter Römischer maur- brecher oder bock (Her) 8° schuh lang zu sehen, der vornen mit ci- hei deck, als zu dem er war geschickt worden, aufdas schloß RieE. bürg, an dm NIahn,chen grantzen gelegen, und hielt sich das« 8 wochen auf. Von bannen grcng er mit dem besagten Erake» nach nmzendorff. Unter wahrender zeit, als sich Heilbrunner L aufhielte, starb der daselbstige Pfarrer, dannenhero ihm auf hj » des Baron Rogendorhs, Land-Marschalls in Nieder-Oestem, u dieselbige kcrche anvertrauet wurde, welche er auch fast zwev lab« ohne bedungenen ,old versehen. Indem aber bishero die Flaciam ihren irrthum, auch in diesen gegenden ausgebreitet hatten, und Heilbrunner sich lelbigen wider,etzte, auch nicht wüste, oberm denjenigen, die mit solchem irrthum eingenommen waren, würde geduldet werden, berief ihn an. ^75 der Pfaltzgraf Johannes durch seinen eigenen bruder, Philippum Heilbrunner, 'zum Hof- Prediger nach Zweybruck, dahin er auch mit Polycarpo Mo und anderen gc,ährtcn seine reise zu ende des aprils des besagten jahrs angetretlen hat. Doch kirnte er auch in diesem seinem arm keine ruhe haben, bis er an. 1580 in dem nov. in die k" ' sen sehr starck beschlagen, und an beyden feiten viel eiserne ring hat, an welchen die stürmende denselben hielten und anstiesscn. Es hat ehemals eine namhaffte 8ynagoZ hier gehabt, deren crbaunng noch unlängst an einer nun eigcrissenen maucr mit Hebräischer schrifft bemercket war, die aufTeutsch beißt: Siehe Moses Eljakims sohit hat diesen bau aufzuführen angefangen im monat Ädar des H7ten jahrs (wordurch aber die niedere zahl zu verstehen) und steht noch dabey eine andere Hebräische schrifft, auf Teilt,ch: Gut steril und glück kommet offt und viel. Diese Nachricht miteinander ist aus MLNulcripcibüc üocumcniiz cxrrsbiet, und von guter band, um in das kexicon eingebracht zu werden, übersandt worden. Sonsten sind auch von dieser stadt wohl zu lesen 4nnrlez 8ucv. bckckrcitzung Lcliwskenlrncir. lle civil. Imper. coziogr. 8ucv. * heilbrunner/ (Jacob) wurde in dem Würtcmbergifchen oorffEbertingcn an. i?48 gebohrcn. Sein vatcr warHicronymus Heilbrunner, ehemals Pfarrer zu Lausten, nachmaliger sugcnn- kenclenk des Cavituls zu Vähingen. An. 1561 wurde er von dem Hertzog zu Würtembcrg linter die ->iumnc>§ zuStutgard aufgenommen , bis er auf die Tubingische ac^llemie ziehen kunte. An. 1^7; wurde er mit Polyearpo Lvsero von dem Hertzog zu Würtembcrg m Unter-Oesterreich geschickt, und zu Wien von den Lands-Stän- den und anderen empfangen, auch gleich nach seiner ankunfft um eine predigt angesprochen, welche er noch dcnselbigen tag aus dem Psalm von dem leiden und der ausserstebung JElüChristi hielt. Allhier sprachen die Jesuiten häuffiq bey ihme ein, und befragten nM,>mt chme wegen der religion. Weil aber diese besuchung etwas gefährlich ichelnen wolte, so ließ man selbige nicht mehr vor ibne kommen. Von Wien begab er sich zu dem Grafen Sigmund Harnach Bensheim auf Unkosten des Churfürsten gezogen. Unterdessen nahm er an. r577 in Tübingen die Ooctor - würde an. AiS er , Ä Ä aber init Pantalcoice Candcdo, der sich auf der Refvrmirten feste gelenckec hatte, viel ausstehen müssen, bekam er unterschiedene v°. c-oo-ie-. unter welchen allen er doch, auf begehren des Hertzoas von Würtembcrg, die vocarion des Churfürsten in der Pfaltz annahm. Zwar als man ihm erstlich eine prokcik.oncm nebst der Hof - Prediger - stelle angebottcn, schlug er selbige anS, wolle aber hcrgege» lieber die Pfarr in Bensheim mit der Star. ckenburgiichen 8„pcrimcnciur haben. Er kunte aber hier kaum 10 monat verbleiben, als er von dem Churfürsten zum General-?-,. pcri,irc,r6co,-en in der obern Pfaltz an statt des abgesetzten Martin Schallings erwählet, und, ohneracht seiner vielen ent,Huldigungen, beställiget worden. Er muste auch hier ein jähr nach abgang des Churfürsten Ludovici, nemlich im jähr i;84 im nov., wieder weichen, und wurde von den Gesandten des Pfaltzgrafen Johann Casimirs abgesetzt. Nachdem dieses kund worden, so ließ ihm der Pfaltzgrafvon Neuburg, Philipp Ludwig, dienste anbieten. Damit aber die Reformirte religion sich daselbst nicht ausbreiten möchte, so ließ sich Heilbrunner durch bitten des Raths und der Lands-Slände in Amderg bis in den sept. des i z 8zsten jahrs zurück halten, und wurde ihm tag und nacht ein halbes jähr eine wacht um sein hauß gehalten. So offt Lupichius mit gewalt an seine statt in die Pfarr-kcrche eingeführt werden solle, so offt wurde ein ausiauff des pvbels, der sich diesem unternehmen mit gewalt widersetzte. Doch muste» sie ihn endlich wider willen, aus furcht vor der macht des Churfürsten, entlassen ; worauf er dann in Neuburg seine Hof - Predigers - stelle bezogen. Indem er aber hier zo jahr nch aufhielte, so bemühcte er sich m währender solcher zeit eine Unterredung mit den Catholischcn zuwege zu bringen, welche endlich auch zu Regensvurg an. 1S01 angicng. Und ob er gleich unter diesen ;o jähren viel vocscioo-s bekommen, so wolle ihm doch der Ncnburgische Pfaltzgraf niemals weglassen. Nachdem aber dessen söhn Wolffgang Wilhelm in DüffeldorssPie Catholifche religion angenommen , so gieng er an. 161; in das Würteiubcr- gische, und wurde erstlich Prälat zu Anhäufen, nachgehenbs aber bekam er ncbst der Abtey zu Bobenhausen zugleich die General« Lupci-unencüii-. Als er den 6 nov. an. 1618 das Evangelium auf das fest aller-Hciligen erklären, und zugleich von dem zustand der freien nach dem tod reden wolte, so wurde er, als man schon geläutet halte, von dem schlag gerühret, und ob es sich wohl elwaS wieder gebessert, so wurde er doch nochmals also getroffen, das er wenig stund darnach seinen geist aufgegeben. Unter stiueu schrifften sind die vornehmsten t 8ctivvenctckclciio-cslvinilmU!; lla.'monom3mr kilborianL ma^ics ; Lnciclomm in clLmonomamrm ?illociz,izm ; sntl-1'Lnnei-us; L^rnibcinz Lkzuilics; lle llsgeUsrioas conrca ffscobum Orerkcrum ; spologiL conkclkionir Nrincipis Wolik. g3ngi lloktrina: OL'viniLn.r rckurLr.1; gegründeter bericht aus alle fragen und clissmtLkioncs der heiligen schrifft und kirchkll wider i). Joh. Pistorium; Verantwortung aufJoh. Pisiorii ausgesprengte schrifft, so wohl das Regenspurgische coiiogmum. als auch ll.?mo»om.inism?illoriLnzm betreffend; uncathvlifchesPM thum ; ausführlicher bericht von dem aespräch zwischen v. Jacob Heilbrunner und Keller, gehalten zu Neuburg; adlehnung der Kcllcrischen ölgötzercy, ferner gründliche offcnbahrung des un- catholischen Pabssthums, und verschiedene andere. v>» t^ciibrunn. memor. Kl '.cl.il LdNil! -st heilig - Lrcutz / ist ein städtlein in dem oberen Elsaß, an der land-straß zwischen Ensisheim und Collmar gelegen. * heilig - Creutz - thal / v-ll,; 8. cn>cis, ein Cistcrciensu-klo« ster, eine stund von der Vordcr-Oesterrcichischen stadt Niedimgen an dem Schwäbischen Alb-gebürg gelegen, wäre anfänglich an Beginnen - hauß in dem nächst gelegenen dorffMhcim, dcsscnan- fang und stifftcr unbekannt, welches hernach an das orl, AMr- sichuppen genannt, endlich aber an. 1204 von Egone Graf vo" Landau auf den jetzigen platz Übersicht, und ihme der naniM E' lig - Creutz - thal gegeben worden, wegen einem stuck lein cesiM- gen Crcutzes, welches allda bey grabüng des fundaments M sc fiinden worden seyn; oder, wie andere schreiben, von beMn» Grafen auf dem heiligen berg Andechs heimlich eutftcinddct den, woraufer auch zur straffblind worden ,cy; so bald er ao das entwendete wieder gegehen, mit angehängtem gelubv, " Jungkralicn - kloster zu stifften, habe er so wohl sein geM «" auch ein theil vom gestohlenen wieder erlanget. Diesem leye m wie es wolle, so ist gewiß, das dieser Gras Ego der siGer, > seine schwester Heilwig die erste Aebtißin gewesen sty« ^ ^ ''V. Luch für sich und fein geschlecht ein erb - begräbNiß darinnen angestellt. -l-ie» Lr/?. §. p. ,z, * Heiligenbeil/ eine mittelmäßige stadt in dem Brändenbur- gischen Preussen , und zwar in der Provintz Natangen, gelegen. Sie war vor diesem sehr berühmt, und hieß Swentomest , das ist, heilige stadt / weil Cnrcho, einer der vornehmsten Preußischen götter, daselbst unter einer eiche verehrt worden. Nachdem sich aber die Teutschen Ritter da herum niedergelassen, hat der Bischofs Anshelmus den jetzt-gedachten bäum umgehauen. Weil sich aber vorher einer, dem diese arbeit aufgetragen, mit dem beil verletzte, so nahmen die Preussen dadurch anlaß, solches für eine straft Gottes, und das beil für ein heiligthnm zu halten, woraus der anfangs erwehnte namett entstanden. ?reuss. um. Heiligenberg / siehe Anyechs. Heiligenberg / eine Grafschafft M Schwaben, den Grafen von Fürstenberg gehörig. Sie hat ihren namen von dem heiligen berg und berg - schloß, darinnen die reliquien der Märtyrer Felicis, Ersnperantii und 8. Regulä zu Kaysers Ludovici II zeitert begraben worden, und ligt nahe bey dem kloster Salmanswyl, a meilen von dem Bodensee. Diß schloß ligt auf einem hohen felsen, von welchem man sehr weit herum, und nicht nur allein über den Bodenfee bis auf Costnitz, sondern auch bis auf 8. Gallen und andere orte in der revier sehen kan. Es kan von keiner feiten angegriffen werden, als von Norden, da es doch seinen graben und fall - brück hat. Dir Frantzosen haben an. 164; den s nov. von UberliNgen aus solches früh morgens an dieser feiten angegriffen, per^ö>rc und eingenommen. Im folgenden lösten jähr eroberten es die Bayerer, und an. 1647 wiederum die Frantzosen. Vor zeiten hatten sie ihre eigene Grafen, welche Lazius von Eginone, einem söhn des Teutschen Helden Isenbards, und einem bruder des Meistens, herführet. An. 141; aber sind die Grafen von Werdenberg Herren von ihren gütern gewesen. An das hariß Fürstenberg ist bieseGraf- schafft durch Vermählung Graf Friedrichs von Fürstenberg und Anna, Graf Christophs von Heiligenberg und Werdenberg, des letzten seines stammes, der an. i;?4 verstorben, wchter und erbin gediehen. Orr/r«« snnsl. 5uev. Luev. Iw.oH LexoÄ. ?-1 s>. 585- * Heiligen-seid / vor zeiten ein Cistercienser - zu dem kloster Nepomuk in Böhmen gehörige Probstey, eine stund von dem wegen des berühmten Marien gnaden-bildes bekannten heiligen berg gelegen, so in dem Hußitischen krieg mit verlohren gegangen. Heiligen Geist. (Ritter-orden voM) Es ist dieses einer der vornehmsten Ritter-orden in Franckreich. Der stiffter deffeldigen war König Heinrich der III in Franckreich, welcher selbigen den i ian. an. 1579 anordnete. Das vornehmste absehen war wohl, die gemüthcr des damals durch den heiligen bund und die Guisische kesio» von dem König abgewendeten Adels wieder an sich zu bringen, und darbey dem verfallenden 8- Michaelis»orden einen neuen an die feite zu setzen, der nicht eben so gemein gemacht würde , und also ein mehrers ansehen hätte. Worbey aus etlichen von dem König Henrico III in das halß-band eingerückten, vonHen- rico IV aber nachmals geänderten zifferen oder zu spüren gewesen, daß wohl nach der art selbigen Hofs und selbiger zeiten einiges liebs - geheimniß darunter verborgen gelegen, indem das halß - band der Ritter aus göldenc flammen von sich werffen- den und roth smui.'rten listen bestanden, zwischen welchen ; güldene weiß smullrte zifferen oder monogi-LmmLrL gewesen. Das erste war ein in einander geflochtenes u und Griechisches ,v, wor- tnit sonder zweissel auf den namen des Kömgs Henrici und der Königin Löuise gezielet worden. Jii die anderen aber hat sich niemand finden können. Jedoch widerspricht Brietius m sanaiwus munlli dieser einbildung. Jetziger zeit bestehet es aus eben dergleichen listen, aus dazwischen gekrönten und flammen von sich wcrf- fenden n, und aus unterschiedenen siegs - zeichen. Unten daran hänget ein acht - eckigtes göldenes an den ecken weiß s,«Wirtes crentz, in dessen mitten eine taube, auf der andern feite aber das bild des heiligen Michaelis ist, der den brachen unter die füsse tritt, weil eben diese Ritter, wie oben gedacht, auch zugleich Mitglieder des Ritter - ordens von 8. Michaelis sind. Es hat aber der orden den namen des heiligen Geistes bekommen, weil der Kontg davor gehalten, daß ibm das Pfingst - fest sonderbar glücklich sey, indem er an demfeldigen gebühren, an demselbigen zum Konig in Pohlen erwählet, endlich auch an demselben durch den tod seines bruders Caroli IX König von Franckreich worden. Der König hat sich selbst zum Haupt und Großmeister dieses ordens erkläret, Mich solche würde der Cron Franckreich einverleibet. Die anzahl der ordens-Ritter wurde anfänglich bis auf 102 Personen gesetzet, Wiewohl deren heutiges tags weit mehr. Wie denn auch 4 Eardi- näle und § Ertz-Bischöffe oder Bischöffe, ausser diesen, nebst einem GroZ-Almosemer, darinnen seyn sollen, und an bedienten ein Cantzler, ein Schatzmeister, ein inre«c>L«c. ein 6-nsgiogM, ein L-crelsrius und ein Herold. Der König wolle auch, man solke sie coÄmrncieurz nennen, indem er Nach dem erempel der Könige von Spanien gesonnen war, einem jedweden eine Commenthnrey anzuweisen; allein der Pabst und die Cleristy wollen nicht darein willigen. Weßhalben der König anfangs eine Haupt-summ von 120000 thalern wiedmete, um die zinse davon in dem jährlich haltenden Capital unter die Rittere und Ordens - verwandten nach der von ihme selbst gemachten verordnung auszutheilen; worzU er noch einige andere seiner zufälligen einkünfften schlüge. Allein Ludvvicus XIII setzte an. 1624 die einkünfften dieser Mieren auf E'«M i'iMd-n -I»- MMch, p«' niemanden als gebohrnen Frantzosen, oder doch solchen, welcbe llcü m demKönigreichhätten°-w^ ren, solle mitgetheilt werden. Aber Henricus IV liesse sich bievon durch den Pabst loßsprechen, damit er qeleqenheit hatte» sich auch fremdde Herren durch dieses Mittel zu verpflichten ^ wie er denn gleich darauf verschiedene Italiänische Nrinken dam^^ schencktt hat, und seithero sonderlich Ludovicus XlV gegen Johanne Sobieskl dem Pohlmschen König an. 1670 ,,,nd nachmals auch gegen dessen zwey Prmtzen, Alexandro und Constantino eM gleiches gethan hat., Die Ritter tragen bey den gewöhnlichen ce- remomen und fest - tagen einen langen mit gvld und silber um und Um bordltten mantel von schwartzem sammet, und bestehet die bordwung aus göidenen listen und zweiffels - knoten. Der übrige mantel aber ist mit goldenen flammen bestreuet. Über dem Mantel tragen sie ein kleines schaubgen von einem silber-stück, aufwel- ^lfm silberne taubm zu sehen, und sind beyde mit orsnge - gelbem l^^n.sind aufgeschürtzt, und das wammes werß oder orsnZ-. färbe. Auf dem Haupt tragen sie ein schwaches mutzgen mik werssen Mger - federn. Das grosse ordens- hals- band tragen die Ritter nur bey den vornehmsten ceremoniett und an den hohen fest - tagen, ausser denselbtgeu aber das blosse ordens- creutz an der lmcken fette an einem Himmel-blauen band, wcßwegen man auch m Franckreich sagt: er wird das blaue band be- kommen; d. r. er wird Ritter von dem heiligen Geist werden» Auf den ordentlichen manteln tragen sie eben selbiges creutz sehr groß m silber gestickt. Das jährliche ordens-fest wird gemeiniglich an dem Neu - lahrs - tag gefeyret, jedoch wird den letzten tag des vorher gehenden lahrs allemal eine vesper gehalten, bey der sich die Ritter einstellen müssen. Der ort, wo sie sich versammle»» ist mehrentherls die Augustiner-kirche zu Paris, wiewohl auch nnker Ludovlco XIV, und schon unter dem jetzigen Ludovico XV» dir Versammlung anderwärts, und namentlich in der Königlichen Capellen zu Versailles, gehalten wurde« Die »arm- dieses ordens bestehen aus 8Z srciculis. üb. 68. killoire tom. 1. Uilloire univerlells. Nill. cies OrLncis villc. lls 1-, (louranne- ^ Oo/ös»». Lö» Litte» - Le/. * . Heiligen Geist/ (Ritter-orden vom) ein Ritter-orden in Ca- stllien. Der stiffter desselben war Johannes I Könrg in Castilien» welcher an. i;9° am tag 8. Jacobi zu Segovien in der daupt-kirch den orden des Heil. Geistes gestifftet. Das vrdens-zeichen war emL aus goldenen sonncn-strahlen bestehende kette, an welcher eine goldene weiß emsüiirte taube, mit einem rothen gegen die erde stehenden schnabel behängen ; Wie er denn auch selbigen tag noch einen geringern orden soll gestifftet haben, welches doch alles mildes stiff-. ters töd erloschen. Nilk. lls Leguvi» cs^>. rü.c-^- Kittcr - oräen. Heiligen Geist/ (Ritterwrdettvöm) ist ein anderer Ritterorden, welchen Ludwig von Tarento, König von Jerusalem und Sicilien, Graf von Provence, so der Kömgm Johannä l gemäht war,an. i; z; gestifftet. Man Nennctc ihn auch zum rechten verlangen/ und Hagen die Ritter aufihrem Habit diese Wort: ?!-». Einige fügen auch einen knoten von gvld oey, als ein zeichen der freundschafft. Es wird gesagt, daßKöniz Heinrich der III» als er aus Polen in Franckreich gegangen, um selbiges Reich itt besitz zu nehmen, und nach Venedig kommen, habe man ihm das buch von stlfftung dieses otbens samt allen ordnungen desselben m,V sehr schönen kleinen gemähldcrU, welche eineiede fach ausdrucken, vorgewiesen, und , weil er daran ein sonderbares ge-allen hatte, auch verehret; welches ihm dann den ersten anlaß gegeben, auf ftifftung eines gleichen ordens zu deNckeu. is HoureunM aar ver- ftlbiges buch zu vecbrennenzallein dieser hätte es heimlich auftehal- ten,un seye es also von ihm.an seinen sohnPhilippHürautzBischof- fen von Chartrcs, von diesem hingegen au den komcn. Jedoch ist nicht zu läugnen,daß die Ksturä behder orden gab sehr sind unterschieden gewesen, uttd bloß der namen und anlaß. der stifftlmg übereinstimen;weilen auch Ludwig awH.PsingsttagKöriiz vonJerusalcm und Si-mn-lmmln Francken mitten zwischen Nürnberg und Anspach, so nebst dem amt die FränckischenMarggrafen vonBrandenburg gememichastt- lich besitzen. Die ursach der benennung von einem heiliamen brunn, davon einer von Heydeck curiret worden, und eine capclle hier erbauet, ist wol fabelhasst: eben so wol als daß nachgehends der don- ner in den brunnen geschlagen, wovon er seine krafft verlohren, und der hagels-drunn gencnnet worden. Hingegen ist gewiß, daß Otto, Bifchoff von Bamberg, welcher ein gebohrner Graf von Andechs und Kayscrlicher Cantzler gewesen, an. n;2vieles kloster Cister- cicnser- ordens herrlich erbauet, und mit reichen cinkunstten versehen, welche durch die alten Burggrafen von Nürnberg vermehret worden. Diese haben auch die hiesige kirche zu ihrem beqräbniß erwählet, in welcher die css»zN>2 Friderich des 111 Und IV, Johannis des II, Friderich des V, irem der Churfürsten Friderici I, Friderici II und Sigismundi I; einiger neuen Marg- grafen und sehr vielen andern stands-personcn, nebst ihren waapen und schildern zu sehen gewesen, ehe noch um das jähr 1712 die re, x-rarion der kirchen vorgenommen, wodurch vermuthlich ein und anderes original, clocumcnr verlohren gegangen. Dergleichen auch den vielen geschriebenen büchern der kloster - bibliolhcc wiedersah- ren, deren jedoch noch eine coniicierable anzakl vorbanden, unter welchen ein sehr altes manuicrffc von dem Martins rolono sonderlich «lllmiret wird. Zur zeit der religions-änderung hat Marggraf Georg Friderich zu Brandenburg die Mönche abgeschafft, und davor an. i?82 den 5 april an seinem geburts-cag ein Z>,nn-uu,n ge- stifftet, in welchem ioo landes-kiuder freye wohnung, infoimsrio», kost, bücher und kleidung gemessen, und so lang sie sich aufuniversi- täten und ausser dicnstcn befänden, jährlich co gülden empfangen sotten. In den folgenden kriegen ist diese Fürsten- schul sehr rumirt worden, jedoch haben Marggraf Christian zu Bareuth und Albertus zu Anspach an. 1655 den ;ojan. dieselbe wieder auffrichlemmit 50 slumnis besetzen, und die llipcngja j„ ordnung bringen lassen. Diese Fnrsten-schule bat unter andern gelehrten leuten auch den berühmten Fridericum Taubmannum gezogen, welcher derselben zum öfftcrn rühmlich gedcncket. Wie denn auch das vornehmste dieser erzehlung aus einer o^ion, die er auf Marggraf Georg Fri- derichstodzu Wittenberg gehalten, genommen ist. 2wz. xr^ccr ccri. z>rorcs gencr^les Le NcLnäcnvurg. kongcrlicv lirLnctcnburg, «eclernliL,», u»ci llez gewesenen KeÄoeiz bclonllcre rclscion von llicsem gymneiio. ^eimdach/ein kloster und comtlirey des Johanniter-ordens, in dem Unter-Elsaß nahe bey Landau, gelegen. Es ist wegen des Vergleichs berühmt,welcher zwischen bcmGroß-vnor von Teut,chland, Conrad von Braiinsbergen, und dem Johanniter-Melstcr, Bernhard von Schulenburg, aiisdem an. i;8r daselbst gelegenen con- venr aufgerichtet worden, vcrmög dessen die (.o,n,ncnaucc>rc5 des Hecrmeisterthums in dcrMarck Brandenburg macht haben, einen Heermcister nach ihren, gefallen zu erwählen, welcben der Groß- krior von Teutjchland ohnwidersprechlich.uuvrnnrei, muß. Es ist dieser vergleich in dem gedachte» >ahr von dem Großmeister von Rhodis aufdem gcneral » capitul zu Valence in Franckreich conür- mirt worden. Lec/». V. lob. Orci. ir; , Heimburg/ eine alte und berühmte Adeliche familie in dcm Braunschweigischen Es hat stlbige ihren „amen von dem schloß Heimdurg, welches aus den Teutschen Historien zn dcs Kaysers Henrici I V zeitcn bekandt ist, indem selbiges die Sachsen mit 6000 mann belagerten. Ob sie gleich anfänglich selbiges nicht überkommen kirnten, bestachen sie doch nachmals den Comiiieudancen, welcher es ihnen »bergab. Hierauf wurde zwar selbiges niedergerissen; als aber die Sachsen von Henne» an der Unstnit geschlagen waren, müssen sie die schlösset- wieder auffbauen, worunter auch dieses Heimbnrg war. Nach der zeit haben die Sachsen diese schlaffer an, Hartz wieder eingenommen, und mit ihren völckern besetzet, indem zu Heinrichs des lower, Zeiten selbiges noch gestanden, da es sich an. i,80 dem Kayser Friderico I ergeben. In dem bauren-krieg ist selbiges folgends gantz zerstöret worden, daß man jetziger zeit nichts als noch einige ruci-,-, übrig findet. Es hat aber dic>cs schloß Kayser Henricus IV sonder zweiffei einem, der ihm in dem Sächsischen krieg gute dienstc gethan, übergeben, daher» die gantze familie den namcn bekommen. Der erste dieses geschlechts wird Anno genannt, welcher, wie einige wollen, aus Frießland, oder wie andere sagen, uus schwadcu gewesen. Diests Annvnis söhn, scheinet ein anderer gleiches namens Anno zu seyn, der dem Kayser Henrico V grosse vienste gethan. Daher» als der Kayser Pfaltzgrasen Friderici) von Sachjen lelnec taube beraubte, so gab er ihm einige guter umSchö- riingen davon. Weshalder denn dieffr Pfaltzgrasan, mü Anno» hei „em zu einem llueil ausforderte, worzu er auch bereit war weil sich Bisthoff Reinhard von Halberstadt, und dessen «L Guncelinus in das Mittel schlugen, wurde die fach noch bwmÄ Man weiß nicht gewiß, was er vor «ohne gehabt; jedoch man um das ,ahr 1146 drey bruder, Annonem, Sieqfridumm-E Henricum von Heimburg, welche, wie es gar wahrschein, w a des obigen Annvnis lohne gewejen. Henricus war ein Benedi ' ner in dem kloster 8. Johannis von Magdeburg; Siegfridus terließ einen söhn gleiches namens. Dieser,ringe Siegfridus 2 um das jähr 1176 an Hertzogs Henricr des töwen hvf. Kein» söhne waren Henricus und Anno, deren um das jähr i wo aedMe wird. Beyde haben die mühle zu Wechsungen und ein stückt zu Himmelreichsrode dem kloster Walckenried verkaufft. Henricus lebte auf seinem schloß Heimdurg, wiewol er auch bey Ottoiie dem ersten Hertzog von Braunschweig in dienssen stund. Er hmlerlieö ; söhne, Nicolaum, Lippoldum und Johannen,, davon nur "mo,. dus einen söhn, Herrcum, verließ, welcher in der jugend qestvrbeil zu seyn scheinet. Der andere söhn Anno übersetzte das qeschlecbt fort. Er war an Ottonis Hof Truchses, und in gar grossem ansehen, wie er denn auch bey dessen söhn und Nachfolger Alberto in M grossen gnaden blieb. Er hat auch einige zeit die Vogkey über das Schönmqische saltz-werck gehabt, welche er aber an. razs wieder aufgegeben. Erhalte; söhne, Henricum, Annonem und Heimo, nem.Heimo gieng in Lresiand unter die schwerdr-brüder,und wurde an. 124; von selbigen zum Grosmeister erwählet. Weil er aber 1« sthwach war, danckte er nach 2 jähren ab. Anno war Domherr » Halberstadt; Heimo aber hat das geschlecht allein fortgepflMel, und gezeuget 2 söhne, Annonem und Henricum. Dieser Imerc halte wiederum 2 söhne, inner welchen der jüngere Henricus an. 1288 in einem tumult zu Helmstädt erschlagen wurde. Der ältere Anno aber starb gleichfalls ohne erben.Es haben um selbige zeuch von Heimburg ihre meisten guter verlohren: denn weil es damals indem grossen >m--r»cgno sehr wunderlich in DeutschlandM«. und mancher ohne ursach aus seinen gütern gejagt wurde, scheinet es auch, daß dieses Unglück den ältesten Annonem betroffen. Wie, wol auch gesagt werden will, als wenn er einen Grafen von Rheinstein in einem wiN umgebracht, und daher» die flucht habe ergreif» fen müssen. Dieses ist gewiß, daß seiner schwester Bia gemahl, Graf Heinrich von Rheinstein, das schloß Heimburg besessen, die guter um Schömngen aber,Hotisleben und Hoierstorp, sind an die Freyherr» von Warberg verkaufft worden. Anno aber wandle sich nach Zelle, verheyralhete sich mit Henrici von Hosingen lochtet, und erhielt dadurch verschiedene güter im Hertzogthum Lünedurg. Seine söhne waren Henricus, Hartwidus, Lonradus und Anno, weil aber der ersten; gar wenig gedacht wird, scheinet es, daß sie jung verstorben. Anno, welcher sich in dem Calenbergischen ange- kassffc, hatte 2 söhne, Martinum und Annonem. Diests letzter» söhne waren Johannes, Heino, Anno, Harwicus und Martinus. Diese hatten anfänglich ihren sitz zu Adensbeck imHertzvgthumL», neburg, verkaufften aber nachmals selbige guter, und kaufften sich anderedavor. Johannes war Onnnicu-z„ Minden; AnnohM mit dem Rath zu Magdeburg verschiedene streirigkeiten. Dahero, als er einstens aus ihrer Heer-messe in die stadt Magdeburg kam,und deßhalb»«, von dcm volck ein tumult erregt wurde, nahm ihn der Rath, wiewol wider des Ertz-Bischoffs willen, in arresi,und findet man nach diesem keine Nachricht mehr von ihm. Marrinus hat allein das geschlcchl fortgcpflantzct, dessen söhne erster ehe waren, Volcmar und Anno. Weil aber Volcmar Lsnvmcm zu Minden war, und Anno vor dem vater starb, so verehlichte sich Martinus i» dem 70 jähr seines alters zum andernmal mit Gesa von Siede» rin, und zeugte mit selbiger einen söhn, Martinum, daskmdge- naiint.Diescc hat biß an. 1482 gelebet; dessen söhne sindRamnns, Antvnms, Henricus und Aschwinus, welche von Hertzog Heimes dein ältern, und von Ericodem jünger» den zchcnden in Linie, das selb zu Wünssrop, und die güter Bennicsscn zu lehn erbttlten.Mar> tmnS zeugte Henricum, dieser Hcinonem, von dem Martinus, so Jlistlim Hcinoucm hinterließ. Dessen 2 söhne waren Martims von Heimbnrg und Fridericus von Heimdurg,crb-herr in Gellern, und Wolffcnbüttelischer geheimer Rath. vurA. vrig. öc plogrcil. heimdurg / (Gregorius) ss. u. v. war aus Francken gebm» tig/ hatte mit Acnca Sylvio/ wie dieser aimoch m iilvriMi» stand / und Bischofs zu Tridciit war / zimilche fteundschW gepsid» gen / wozu sonderlich anlaß gäbe / ein wllur- , den Heimdurg M Kayserilchen hos / welcher sich damals zu Neustadt aushielte/M etulge vorhergegangene meoii-rion j» gcgenwarl Aeneaimd vlklit anderen über die edlen studtcn hielte; wie dann dieserHaunduM noch selbigen tag seine Verwunderung hierüber durch em MM» zu erkennen gab; worinnen er aber zugleich scheinet aiijlizclm/ baß lhmc solcher vorher nicht sonderlich wäre dekannt gewesi"» woraus derjenigen schier mag erkannt werden/ welcheschM »/ Haymburg wäre aus dem Baßlerischen con-llio des AmaSM, schreibet- gewesen. An einem anderen orl ziehet Sylvuis dleseiMM an bcredtsamtclt und crfahrung im rechten allen Leuljchm iem zeit weit vor. Er ward von dcr siadt Nürnberg zu chrem N bestellt/ wobey er sich jedoch meist ausserhalb an Hosen aujlM> wie er dann an. 1460 von dem Hertzoge in Tyrol . welchen der Pabst m den bann gethan / weil er den Carbnia colaum 6- Cusa gelangen genommen / nach Rom gcschMiMUl. Allcln er sührle sich daselbst gegen das oder-haupl der ttrche/ um II/ der thu sonst/ wie allbercits gedacht / gar wohl leiden te/ dergestalt aus / daß dieser sich genöthiget sahe / ihn Wsi zu - cn>n, nun, c,reu/ zumal da er sich unterstund/ wegen der lymai trauten commiuwn ai» ein aügemelnes tu hei solches öffentlich an den kirchthüren anmfchlagen/auch anmerckun- ym über das Pabstlichc brev- zuschreibe!'. / dargegen Lsieodorus Mus/ Dlschoffvon Fettn/ vor den Pabst geantwortet / Heim- burg aber ferne -Wog,--. und in dem lager vor Wien bey 8. Marx «ine invcÄivam wrder den Cardinal Nieolamn a- Cusa verfertiget/ welche Missten zu ansang des 17 Kcui, zusammen gedruckt/ auch jn Göwüstt MonarciiiL 3. k^om. imp. lom. L von p. 1576 blß lüz i zu finden sind / darinnen glcichsals t. Ivonp. 8Z7 bißzü; seine aclmonicio -le injullis uiiirparicinibus l-Äparum ! welche Flacciüs in ämilogia Papa: elli- ret/enthalten. Er bekam nachgehends bev dem König in Böhmen/ Georg Podiebrad / die stelle eines Raths / und war nebst Rocky- zan hauptsächlich schuld daran / daß sich dieser König gegen den Apostolischen stuhl nicht gar zu geneigt bezeugte. Letztlich berief ihn Dietherus / Churfürst zu Mayntz / an seinen Hof/ nachdem der Böhmische König gestorben. Sonst Ware Heimburg vcrheuralhek/ scheinet aber mit seiner stauen nicht zum besten vergnügt gewesen zu seyn. Einmal crzchlet ebenAeneasSnlvius dieses als einen lustigen und geschwinden ciiisahl vvnHcimburg: Als er einst vom Hof zu» ruck nach Nrmnberg gerciset/ und idme jemand nahe dey der stabt als eine stölichc und angenehme doktschafft angeknndet/daß er seine stau frisch und gesund antreffen wurde / habe er zur antwort gegeben : Lebt meine frau und ist gesund / so bin ich tod. -L». H/'V. cp. iro. öc qoo. ir. i. z. llellillt. öc tact. LlioiM all 8axonia , Pco 5 oz>ugr. vitL ^L. * ^eimo / siehe Haymo. ^ein / (Petrus) ein berühmter Holländischer Admiral. Sein paier Peter Hein / war ein gemeiner mann / von welchem er an. N77 zu Delssshavcn gezeuget ward; er stieg also bloß durch seine tapfferkeit in die hohe. Er begab sich zeitlich in schiffs-dicnste / wurde ein schlff-junge / und hat hernach die geringsten ämter zu schiffe bedient. Er hat viel reisen in Ost-und West-Indien / in Spanien und an andere orr gethan. Einsten wurde er von den Spaniern gefangen / und muste auf den Spanischen galeerm unter Fridcrico Spinola dienen / kam aber nach der schlacht dey Nieuport gegen andere loß. Anfänglich wurde er Admiral über die flotte / so die West-Jndische compagniein Amcricam ausrüstete / griffan. i 6 rs die Spanische flotte/ so mit zncker beladen war/ in der bay Allerheiligen an der küste von Brasilien an/ nahm viel von ihren schiffen hinweg/ und machte eine grosse beute/ welche er im folgenden jähre mit nach Holland brachte. Er schlug an. 1S28 eine flotte von -6 Spanischen schiffen / hat sich auch bey der insul Marca drey anderer schiffe bemeistert/ und gedachte insul erobert. In dem folgenden jähre machte ihn die West-Indische compagnie zu ihrem Admiral in Holl-und «Lee-land. Er föchte an. 1628 nebst 8 Niederländischen schiffen wider 6 Dninkircher/ und überwältigte sie / liess den 20 may an. 1628 aus dem Terel / beschädigte die Spanischen schiffe in dem Hafen von Corunna und Cadix / und wurde in bemselbigen iahr durch eine starcke fluth auf die Spanische silber- flolle getrieben / welche er auch gewann. Man rechnet igr; cent- ner silbcr mit noch ;o centnern an silber-platten / nebst vielen kostbaren waarcn / so er dabey erobert; wiewvl nicht zu läugnen/ daß die summa nicht von allen gleich groß angegeben wird. Obwol die Duinkircher ihm in dem rückwege austasteten / seine flotte auch durch ungewitter von einander getrennet wurde / liessen sie doch glücklich in Holland ein/ und wurde er überall herrlich empfangen. Dieses verursachte/ daß er an. 1629 zum Admiral erwählet wurde. Allein kurtz darauf muste er in einem treffen/ so er mit einigen schiffen von Duinkirchcn hielte / sein leben embüsscn/ worauf sein cör- xer nach Delfft gebracht/ nnd allda mit grosser Pracht begraben wurde. Seiner lciche folgten ; 8 ; paar leute/und es ward iym ein kostbares epi-apinum in der kirche aufgerichtet. i>ill. lls Prelleric-Nenr^ lls vtaüau. tctiau-biikne all an. 1628 ä: >629. Kilt. llc Nallanlle c. r 9. s7 lo^ * Heinitz / siehe Haynitz. Heinrich / siehe Henricus. ^einrtchau / eine Cistercienser Abtey in dem Schlesifchen Für« steiulmm Münsterbcrg/ welche von Hcrtzogs Henrici Larvari Cantz- ler Nicolao / einem Domherrn von Breßlau / an. L222 gestifftet/ und nachgehends von crwehntem Hertzoge selbstcn stattlich llottret worden. Sie hat an. 1428 von den Hußiten und an. 16^2 von den Schweden viel ausstehen müssen / als welche alle ihre kostbarkeilen entführet. Der Abt ist einige zeither Landes-hauptmarm m dem ob» gedachten Fürstmrhum. 8cvi. cvron. Heinrich-stadt / siehe wolffenbüttel. Aiiirichs-winckel/ siehe Stauffenberg. ^einrici/(Daniel) geb. den? apr. an. 161z inderstadtChem- nitz in Meiffcn / wurde nach dnrchloffcucn schulen an. 16;; aufdte Universität zu Wittcnberg geschickt/ da er mehrcntheils seine llullm proscquirte und an. i6;6 kiLZikcc wurde ; an. 1641 wurde er zu Jeila voäor kkcoi. und an. 1642 zu Leipzig proküllor darinnen / bald daraus auch Tphorus aiumnorum Lieciorsiium , wie auch La- nonicus zu Zech / neben mehrern anderen Manualen / die ihme aufgetragen wurden / und die er alle biß an seinen tod / so in das jähr Eb Ue/ mit rühm bediente. Unter seinen Missten finden sich: Iraötar. llc mtpirarimie verdvrum 8. 8cripc.; Lvmmcnr. >" Lvangsl. 0ro->li. ^erem!« c, zi zb. rr; Lluiliisiiui gclinescus; LiirittoloZis ortüiL- , , hei 70^ cioxs ; vit-e human« termino; 8-lloI« philalos.'cL öcc. PPM- rkeol. p. iz6° S- Qigr. bi»gr. -cl -n. 1666. * . (Joseph) ein berühmter mahler von Bern; der von 'uw'Mk nach hausegebracht. Er hak viel stücke furAdachtenKay. meisten durch Sauber/ Kilianunv Mey- ern inkupffer gestochen worden. Erstarb zu Prag /und hiuterlffs ernen söhn / der glerchfalls ein Mahler war D- gbre^ge i"v,» Heinsberg/eine kleine in dem HertzogthumIülich an der Rnp ftn hat Pbilrppns an. 1167 und Theodoricus an. 1203 das Ertz- Bißthum Cokn; Johanes aber an. 1419 das Bißthum Lütticd erhalten. ^einflus / (Daniel) ein berühmter crincu-, war zu Gent im may an. 1 ?8o gebohren. Sein vater, Nicolaus, hatte zum Wem gelegenheit -n dedicnungen zukommen, wie ihm denn diestadk Brügge in Flandern das stncllcsr auftrug; er schlug es aber bey damaligen verwirrten Zeiten aus, und weil er die ruhe liebte, ließ er sich mit der aufsieht, die er über des Hertzogs von Efpinay Herr« schafften hatte,begnügen. Daniel hatte kaum das dritte jähr erreichet , als er wegen damaligen Unruhen das Vaterland räumen muste , indem er von feiner mutier nebst einer kinder-frau nach Vew ge,chickt wurde. Kurtz hierauf nahmen ihn feine eitern mit sich in Engelland, da sie sich zu Douvres und London einige zeit aufhielten. Als sie aber in Holland zurück kehrten, lebte er mit selbigen anfänglich zu Delfft, und nachmals zu Ryßwick. Von dar wandte- sich fein vater nach dem Haag, allwo dieser Hcinflus den erstem gründ feiner studien legte. Er war sonderlich zur Poesie sehr geschickt, indem er bereits in feinem zehenden jahr einen guten verS- zu schreiben wüste. An. 1596gierig ernach Fraiiecker, um daselbst die rechte zu erlernen, da er denn auch Hermann Schotanum steif, sig horte; allein er hatte ins besondere grosse tust zu der Griechischen spräche,dergestalt, daß nachdem er sich Mufai gedieht von des Leandri und Heroins liebe bekannt gemacht hatte, er solches bald andern erklären kunte. Als er anderthalb jähr zu Franecker zugebracht, begab er sich nach Leydm, um Jofephum Scaligerum zrr hören, allwo er die Griechischen und Lateinischen smorcs mit solchem fleiß laß, daß ihn Scaliger absonderlich lieb gewann, ihn seinen söhn nermele, und sich noch auf seinem todt-bette verlauten ließ,er habe niemand lieber gehabt, als ihn. Scaliger wolle ihm auch seine bibliothec vermachen, die er aber nicht annehmen wolle, sondern nur einige bücher davon anslase. Nicht weniger -Eimirte ihn auch Ianus Donja, welchen beyden er nach ihrem tode 9^0- rirte. Im Griechischen hörte er Bonaventuram Vulcanium. Als er kanm 18 jähr äst war, fieng er an Lateinische und nachmals Griechische au-acer öffentlich zu erklären, wurde nachgehends ?«>- li-Nor poliricez und kikorisrum, auch nach des Paust Merulä tode 8ecretsrius und LibliorkecLrius bey der academie.Sein rühm wuchs hierbey dergestalt, daß ihn auch grosse Potentaten und die vornehmsten staats-leute hoch hielten; wie ihn denn König Gustavus Adolphus zu seinem Rath und nistorioZcsxKo machte. Es erkannte auch die Rcpublic Venedig seine merken; denn,als er nach einer zwischen selbiger und den vereinigten Niederlanden geschlossenen alliantz beyhen in einer ^gedruckten rede g^mime, wurde er ohne sein suchen durch einballige stimmen des kreZLcü zum Ritter 8. Marci gemacht, auch ihm von dein Venetianischen Abgesandten, MarcoAntonio Morosino,neben Marco von Lyciema,damals o,.--- llllcmen im Rath der General-Staaten dey einer ansehnlichen Versammlung im Haag eine göldcne kette um den hals gehängt, und ein -Mow-i darüber eingehändiget. Es verlangten ihn die Teutschen,und die Frantzvsen,ja der Pabst Urbanus VHI ließ ihm durch den Cardinal Barberinum die herrlichsten cvncürionm antragen , wenn er zu Roin lehren wolle. In Holland ward ihn; die stelle eines wllorici unter zimlichcr Vermehrung seiner besoldung aufgetragen. An. 1619 war er 8ecrersr-us bey dem si-nocw zu Dordrecht, und soll die pr-ctsrimi zu dessen »ewn aufgesetzt haben. Es wird ihm dabey schuld gegeben, als sey er den L-mon- kramen nicht allzu geneigt gewesen. Er war sonst von guter ge- sundheit,ausser, daß er in seinem alter von der gicht starck angegrift fen wurde; auch verließ ihn sein gedächtniß so gar, daß er fast nichts mehr wüste, ausser was er in seiner jngend erlernet halte, da er denn noch das gautze vierte buch .-nicios virgiiu auswendig > herzusagen wüste. An. 1652wurde er mit einem hefftige» siebe» befallen, welches ihn zwar verließ, jedoch kunte er sich nach diesem nicht recht wieder erholen, biß er endlich den 2z ftbr.an. is-;; starb, da er mit grosser solennität begraben, und ihm von Antonio Thysio die leich-rede achalten wurde. Er hatte sich mit Erwin« aard Rutqersin, Iani Rutgersii schwester, verheyrathet, auch mit selbiger einen sobwNicolaum, welcher Niederländischer Gesandter in Schweden wurde, und an. 1S81 verstorben; nebst einertochter Elisabeth gezeuget,so an Wilhelmum Goesium verglichet war. Er hinterließ eine vortrefliche bibliothec, welche nach ihme von seinem söhn Nicolao noch gar namhasst vermehret, und letstlich nach dessen tod, als zuvor der cmaivgus davon gedruckt worden, vor grosses geld verauüioniret wurde. Er hat sthr viel geschrieben, worunter crepunciia 8>Iirms. teu norL in 8llium Italicum; poemstg; orscio. nes - öi-comemptii morris 1,'ori 4 ) ^' istac-bus llrcer , live cxsrcikmio- nes Lll dlonni psrapkralln; llilloria rcrum all 8>lvam Oucis gcka- rum; panegyricus 6ullavo Lllolplio -Uttu; ; exercicmiones täciL ; 8-ünlln« ; pveocrirus; r^rximus 1)rius; 'pbcopblÄÜus Lcellus ; H tlM. UUÜU Drills. 706 Hkiüocelis xoetics; Zenec.« tr-rgosäi«; ktoratlug; l'erentlus Lc Oviclius cuin nvri?; 8-tyrs ^lenipp^r 6cc. ^^"crr vir-x ?rok. l.eyll. §2,2'erctt A.rllcn. Neig. Lrken. I?srsv. llilll. Lelg. LorrH-p-Z dibl. poec. 6Lrü»r voi. 1 p. 64. iri muL-o x. 204. rbescr. * ^einsperg/Hoensberg / eine Adeliche familie in Meissen, welche vor aiters um Freyberq fivriret,auch darinnen einen besondern Frevhof/ wie auch Hildebrandsdorss und andere lehn-jtucre bee auch Clöden im Chur-crayse besessen. An. 167; borirte Paul von Heinsberg als Chur-Sächsifcher Cammerhcrr, und Stistts-Rath zi> Wiirtzeil. ^o^oW.LIrs». ^eintzenberg/ ist ein berg in Grau-bündten,welcher bey Tuss> seinen ansang nimmt und sich gegen z stund in die lange erstreckt. Es ligcn ü namhaffte dörsser darauf, und ist an fruch.barkett iel- nes gleichen nirgends zu finden. Aufdcmfelben,bey dem dorffgchr- da ligt der wunderbare Pafcholer-fee, welcher nnt einem starcken gethön sich hören lässet, ehe ein ungewitterzu kommen pfleget. Vergreis, rom. > p- >70. * >^eis/ lat. »ericu-, »srnestst eine kleine Frantzösische msul an der küste von PoitouMhe bey den gräntzen von Bretagne. rseissensteiit / siehe Hcusemstamm. Geister/ (Gottfried, Graf von) war in Oesterreich aus einem ansehnlichen gefchlecht gcbohren, und trat gleich zu ansang des ;o- jährigen kriegs in Kayferliche dienste. An. lüzr war er Obrm- Lieutenant und Eommeudaut zu Dudersladt, da ihn die Schweden bey einnähme dieses orts gefangen bekamen, und erst nach etlichen jähren wieder loß liessen. Au. r 642, da er Obristcr war, wurde er abermals zu Freystadt in Schlesien gefangen, und an. ,64; hatte er gleiches unglnck, als die Schweden Halberstadt milchn eroberten. Nach dem zo jährigen krieg that ersieh in dem Schwedych- Polnifchen krieg als Kayserlicher General hervor. Als er aber zu ansang des jahrs 16^8 mit 2;°° Ocsierreichisshen joldacen einen marsch in Preussen that,der meynung,die wiutcr-quarlicr im Erm- landischen Bißthum zu gcniessen,und sich aus Unvorsichtigkeit allzu Nahe an Marienburg wagte, wnrde er von den Schwedijchen reu- tern aufgefangen,und in selbige stadt gebracht. Die Polen wollen ihn gegen den zu Zamofcie sitzenden Ioh. Wrangel, oder gegen Lo» reich Kanterstein und «Lchlangenfeld auswechseln; allei! weil der König lieber den von denen Tartarn gefangenen Riddcrhicchn darvor wieder haben wolle, verzögerte sich die fache; unterdessen aber entwischte er in einem bauren-Habit. Nachgebends hielt er sich eine zeitlang zu Breßlau auf, allwo er über dein Olau-nrohm an. 1669 ein prächtiges hauß erkaufft, welches er hernach den Ca- pucinerneingeräumt,die ein klostcrdaraus erbauet, so das erge dieses ordens in Breßlau gewesen. Er starb als Kayserlicher v,ce- Kriegs-pr.i,6-ic»t an. 1679, und hinterließ Libertum, von dem hernach , nnd HannibalemIosephum, so als Kayserlicher General, Cämmcrer und vice-General von Warasdin in Croatien gestor» den. Er hatte sich mit Sibylla Augusta, Fridcrici Grafen von Wied in Neuen-Wied, tochter an. 1694 vermählet. cic rcbusQLrol. Qulkav- lill. ; §. 89. Ln. 1704 k>. ris. Geister / (Sibertus,Grafvon) Kayserlicher würcklieher geheimer Rath, General-Fcld-Marfchatt und Obristcr über ein regi- ment lntLnccris. gebohren an. 1646 , war eilt lobn des vorgedachken Gottfrieds, Grafen von Heister. Er kam aus Nieder-Sachten m Kayferliche kriegs-dicnste, darinnen er mit gröstcr treue unter z Kaysern verblieben, und so nwl in Teutsthland, als vornemlich in Hungarn, sonderlich in der Coruzzen-unruh zu ansang des > 8 'ccut, sich ungcmeine m-ri-en erworben, wie er es denn durch feine klug- heit und hcrtzhafftigkeit dahin gebracht,daß dieses Kömgreich unter Kayserlicher -levorion erhalten, und an. 17,1 durch geschlossene tractaten in ruhe gefetzt worden. Er ist auch zu feiner bclohuung in den ck-rgcn nach und nach ^v^ret, Obristcr zu fuß, an. 169; Gencral-Feld-Zeugmeister, an. 1700 würcklich geheimer Rath, hernach General-Feld - Marfchall und an. 1707 an des Prim; Louys voir Baden stelle Qo„vc,»e»- zu Raab worden. Er hatte zwar unter der regierung des Kayfers Iofephi wegen einem entzogenen commando einiges Mißvergnügen, und suchte ihn der Czaar ntit einer grossen bestallung,als General über feine lroupvenstn feine dienste zu ziehen ; allein der Kayfer Iofephus wolle ihn nicht entlassen, sondern trug ihm das höchste commando der armee in Ungarn auf. Endlich ist er auf feiner Herrfchaffc Kirchderg in Steyermarck den rr fedr. an. 17 > 8 im 72 jähr seines alters gestorben. Er hat 4 gemahlinnen gehabt. Die erste war eine Gräfin von Zintzendorff, die andere eine Gräfin von Lamberg, die dritte eine Gräfin von Geragmd die vierte emeKräfi» von Catziancrssocr als Wittib hinterlassen. Aus der ersten ehe hat er 2 söhne gehabt 1) Nudolphum, Grafen von Heister, so an. 1704 Kayserlicher Cam- mcr-her! worden, und an. 1717 als Obristcr in Ungarn geblieben. Seine erste gcmahlin war eine Gräfin von Kienburq, und die andere eine Gräfin von Glcißbach, welche nach seinem tod einen söhn zur welk brachte. 2) Albertnm, Grafen von Hehrer, Kap,erstehen Cammerern, Obristen und Jnncr-Ocstcrreichifchen Hof-Kriegs- Nath, so gleich nach seines vaters tod dessen regiment i„Kincc-ie überkommen. An. 1711 den 5 may vermählte er sich mit Gabriel- la Josepha, Dominici Andrcä, Grafen von Kaunitz,Kayferl. Qo»- terciir-Raths und Reichs-Vicc-Cauhlers,tochter. ^eilershcim/ Heirersen/ ein schloß nebst einem flecken im Br«s!gau, worauf der Großmeister des Iohamuter- ordens in hel fern dem orden vorzeiten von den Freyherren von Stauffcn mä eine gewisse summe gelbes,verkaufft worden. Wie andere m-,^ soll dieser ort als ein lehnstuck von derHerrfchafflRötelen dene L Schliengen geboret haben, welche es dem orden gefchcncket b-? gleichen , dre Marggrafen von Hachberg, und namentlich Mark gras Heinrich von Hachberg, welcher selbst in den Fodann ss orden getreuen, um den ansang des 14 Kolli mit der lehens-a tigkeit über diesen ort auch gethan hat. An. 167; wurde 8 schloß nebst dem flecken von den Frantzosen in brand gesteckt >m8 verwüstet. FecnE vom soksnn. vrg. Lcll. Lurov l, ^eldburg / schloß, stadt und amtin Frauckeu an demwaw^ Krecke,dem Hertzog von Sachfen-Hildburghaufeii zuständia Ä! ort soll Hildebrechten, Königs Clodovei in Franckcn söhn, sime» Ursprung zu dancken haben. Hernach ist er unter der botmäfliä der Grafen von Hcnneberg gewesen,bis er durch heyrath an Auw. gras Albrecht von Nürnberg, und endlich an LandgrafBalMidm von Thüringen gediehen, welcher den Heldburgern erst stad -rM und freyheil gegeben haben soll, von dem ist der ort an Cbnr« Friedrich II zu Sachsen gediehen. Die stadt hat im TeutiÄ krieg vieles, zumal bey dem Chur-Bayerischcn und Tylljfchei ein! fall,ausgestanden,wozu an. iSzvund i6;z diegraßirendenfeuc!,» gekommen. Das schloß ist vor einiger zeit mehrers bevestiqet worden. Das amr begreifst sonsten nebst verschiedenen dorfffchMen auch das stadtlein Ummersiadt, und das wüste schloß Strauf, ve . ches ehemals eine Gräfliche Hennebergifche residcutz gewesen. «»- Oock>2 ?. I c 40. üö»»- ctoburg. ckmn, ?. r p. 81 ör 84. ^eldebaldus/Ooiiverncur von Verona,welcher von dcmKöiiia der Ost-Golhcn dahin gesetzt wurde , nachdem Belisarins den U. tigem an. 529 in Ravenna gefangen hatte. Er genoß aber dieses glück nicht lange,indem er durch einen Ocz-igLw.uamens V>la,nm» gebracht wurde. Ue bcllo Quill. Helding/lMchael) siehe Gidonius (Michael) ^eldrungeu / ein schloß, amt und Herrschafft, an der UMit in Thüringen gelegen , und zu dem Sachsen - Weisscnftlßsche» Fürstcnthum O.uerfurt gehörig. Es ist anfänglich unter eignen Herren, darauf als ein lehrn der Landgrafen von Thüringeiuind Marggrafen von Meissen, denen Grafen von Hohusteiu gewesen; hernach an. 1422 durch tausch gänlzlich an die Marggrafen von Meissen und Landgrafen von Thüringen gekommen; und aii.izSo durch kauss Mannsfeldifch, und zwar erstlich unter Graf Eckhard , nach feinem abgang an. 1492 ohne männliche erben aber, unter GrafErnst von Mannsfeld, als mitbelehnteu, gewesen, folgcnds auch in die Mannsfcldifche k-gucllrLnon von Sachsen gezogen worden. Weil auch an Chnrfürst Johann Georg den I ein crecliior feine jura darauf cccllret, so ist solches ihme zu eigen gemacht, von ihme hernach durchs tcstamcut an die Sachfen- Weissenfelfische linie gediehe» , und darauf zum Fürstentbliin Qucrfurt geschlagen worden. Das sclstoß Heldrungcn ist sonst zimlich vcst und torrlllcirt gewesen; allein im zo-iahrigen krieg sind die wcrcke von den Schwedischen -l-mollrt worden. kllj?. ^>. 10s, LIIN^I. 82X. LII. 14:,. §iclill- kcllc cllron. ca^. Z40 keg. r/cT'oÄ. ?. i ji. 62z. Helena / des Tyndari, äeönigs der Lacedamouier, tochter. Sie wird vor daS schönste srauenzimmcr in der gautze» weit ihrer zeit gehalten. Dieses gereichte aber, der gemeinen sage nach, der itadt Trvia zum fall, ja gäntzlichcm Untergang. Sie wurde.dreymal entführt, erstlich von Thefco, Acgei des Königs von Alben söhn, und hernach vonParide, Priami des Königs von Troja söhn. Dem ersten wurde sie durch ihre brüder, Castorem und Polluceni, wieder abgenommen, und mit Mcnelao, des Königs von Mvcene brndcr, vermählt. Als PariS von ihrer schönheit gehört, käme er in Griechenland, sie zu sehen, und wurde dastlbfi von Menelao freundlich ausgenommen , und wohl tractirt. Allein er verliebte sich in sie, entführte sie heimlich, und brachte sie nach Troia, welches denn gelegenhcit zu dem berühmten io-iäbrigcn krieg Milchen den Griechen und Trojanern, ja zu dem endlichen lmkcr.Wg der stadt Troia gegeben haben soll. Nachdem Paris in dein lcM» jähr dessclbigcn kriegs umgekommen war, nahm fein brndcr Da» phobus die Hclenain, welchen sie aber felbstcn durch lssr in jcuicr feinde bände brachte, die ihn elendiglich hinrichteten. Hierauf nahm sie Mcnelaus wieder an. Als aber derfclbige gestorben war, jagten die natürlichen söhne des Menelai, Nicostralus mib MW- penthcs, sie aus Lacedämon, da sie sich nach Modus zu ihrer M wandtin, der Polyro, retirirte, aber zu ihrem unglück; denn oleie D-m-, welche wegen ihres sohns Minderjährigkeit Regent!» koutc der Hclcnä nicht vergessen, daß ihr gemabl Tlepolcnnu', ncch vielen anderen Helden, tu dem von ihr erregten Troianijchen WE das leben einbüssen müssen; und kleidete dahero etliche weibs-per- sonen wie furien aus, die die arme Helena im bad überfielen, M an den nächsten bäum knüpfflen. Die Modier, um das andema dieser that zu erhalten, baueten einen tempel, den sie den leinm Ncicn.? Ocnö> ir>s nannten, deren gleiche ehre sie auch von ecn Lacedämoniern empfangen. Siehe Was ihre anu» anbctrisst, halten sie die meisten vor eine von der Leda geze ig> tochter des Jupiters, der sich dieser schönen zu gefallen in e>m» schwahn verstellet. Andere sagen, diese Verstellung habe der Mir sis gegolten , und zwar so, daß Jupiter sich in einen fchwau^ Venus aber in einen adler verwandelt, und den fahchen bis in die schooß der Nemesis verfolgt habe, wo er sehr ^ f hel genommen worden; aber als die Nemesis nachgehends entschlaf- ftn, seines Vortheils sich bedienet habe. Das hiervon gekommene ey habe Mercurius nach Sparta der Ledä gebracht / welche die Helena ausgebrütet habe. Das alterthum entschuldiget auch He- lenam, wegen ihres ehcbruchs, dadurch, daß es nicht ihr freyer Wille, sondern die Verordnung der göttcr, und eine straffe derVenus gewesen, wie einige lagen, weil Tyndarus einsmais allen gdttern geopffert, die Venus aber vergessen , oder wie andere es erzeigen, weilMenelaus, um diese frau zu erhalten, eine vccscoaMk! gelobet, aber nachgehends, als er seines Wunsches gewehret gewesen, sein gelübd nicht gehalten. ilisss I. in 'l'bsseo in Ooriiuk. Helena / des Zauberers Simonis concusme, von Tyro aus Phönicien gebürtig. Diese gab, nach einiger vorgeben, den Simon vor den heiligen Geist aus, der wegen ihro vom Himmel herab gekommen; so dann, daß sie eben dteselbige Helena, welche den Trojanischen krieg verursachet, und daß dasjenige, was Homerus von ihr geschrieben, eine blosse -ii-gorie wäre, unter welcher er die warheit von einem andern krieg verstecket, den ihre schonheik unter den engeln entzündet hätte. Er nennte sie auch Notton, klinervLm, das verirrte schaaf, welches der gute Hirt zu suchen gekommen wäre. Andere wollen, er habe sie als des Jovis Helenam unter der Minerva gestalt wollen angebättet wissen. Andere wiederum machen einen mann Helenum daraus, von dem die Simoniauer auch Helenianer heissen sollen.- Viel wollen etwas geheimes darunter suchen, und meinen, Lssmon habe diese Helenam vor die m^cei-ism prim-m aller dingen ausgegeben, oder aber die erste würckung seines gemüths genennet, welche von ihm, als dem höchsten vater, ausgegangen, und in diese unter - weit gekommen wäre, hätte die engel erschaffen, und wäre in allerhand weibliche cörper gefahren, auch zur zeit des Trojanischen kricgs in der berühmten Helena gewesen ; er aber habe sie von der engel gemalt befreyet. i. r c. IZ. Zc »oim» c. 14. s. 1.1 c. 10. I. ; sllv. Leltum. Spot. 2, L/e. ri« lr«ret. lab. c. kstrer - llill. 1.1 c. 4 §. Helena / Kaysers Constantii Chlori gemahlin, und Constan- tini N. mutter. Sie soll zu Colchester in Esser gebohren seyn, wie die Britannische scribenten berichten , welcher meynung auch Baronius beypflichtet. Allein Nicephorus und dieGriechen durch- gehends bejahen, daß sie zu Drepano in Bythinien gebohren, welches auch Tillemont wcitläufftig beweiset. Was aber ferner von einigen hinzu gesetzet wird, daß Constantins, als er in Pcrsenlanv geschickt worden, und bey ihrem Vater, einem gast - Wirth in dem flecken Drepano, unweit Nicomedien, eingekehret, sie geschwängert habe, so, daß hernach Constantinus von ihr gebohren worden; das haben die Gelehrte schon längst mir guten gründen und deutlichen zeugnussen der scribenten, welche nächst um Constantii Zeiten gelebt haben, widerlegt , und stimmen ja die geschichten durch- gehcnds überein, Constantius habe sie fast wider seinen willen von sich scheiden müssen, da ihne Diocletianus und Marimianns Her- culius mit dem beding zum ernennet, daß er die Theo- doram, des letzteren stief-tochter, heyrathen solte. Diejenigen aber, die sie von Drepano herführen, beweisen es daher, daß Con- stanlius ihr zu ehren den namen Drepan in »cienopoM verwandelt, und das meer um Bythinien herum habe nennen lassen. Baronius hingegen gründet seine Meinung hauptsächlich auf die Worte der bey Constantini beylager gehaltenen lob-redc, da gemeldet wird , daß sein vater Britanmam von der dienstbarkeit befreyet / und er (wodurch er Constantinum verstehet) dieses land durch seine geburt berühmt gemacht habe. Welche Worte gleichwohlen sich nach der verstiegenen re- dens- art derer Panegyristen selbiger zeit auch von annehmung des tituls und der würde eines > so von Constantino in Britannien geschehen, erklären lassen. Im übrigen ist gewiß, daß Con- siantius, als ihn Maximianus Hrrculius zumKayser machte, jel- bige von sich geschieden, und dessen stief- tochter Theodoram zur gemahlin genommen. Als Constantinus auf den Kayserlichen thron erhoben worden, gab er beseht, daß sie /rugwk-i und impe-s- mx, beydes an seinem Hof und von der armee, genennet werden solte, wie er ihr denn auch freye gemalt über die ersparten schatz- gelder gab, damit zu schalten und zu walten, wie sie es vor gut ansähe. Dieser macht bediente sie sich, und verschwendete viel, wie ihr von einigen schuld will gegeben werden; wiewohl die Christliche scribenten meist versicheren, sie hatte die gelbere an den unterhalt der armen, und aufbauung vieler kirchen verwendet. Sie soll anfänglich ein böses weib gewesen seyn, ch wird aber vorgegeben, daß sie durch eine Miputacio,,, die Pabst Sylvester mit einem Juden gehalten, wäre bekehrt, und darauf gemusst worden. Wiewohl Eusebius meldet, daß sie erst in ihrem hohen alter, nach ihrem söhn Constantino, und auf dessen zuspruch, sich vor eme Christin bekennet hätte, welcher auch beyfüget, daß Constantinus sich über ihre Veränderung dergestalt erfreuet habe, daß er ihr den titul einer Kayserin gegeben, und zugleich frcyhcit, die Kayserlichen einkünffte nach gefallen zu gebrauchen, da sie denn sehr herrlich gelebet. Um das jähr zrä besuchte sie die heiligen orter, und l«eß daselbst viel kirchen erbauen, da sie dann, nach der gemeinen sage, das creutz Christi auf dem berg Lsiv-lriL gefunden haben soll, welches nebst den anderen werckzeugen des leidens Christi fast jähr in der erden gelegen wäre. Zu dessen andencken führet noch bis dato die stadt Colchester in ihrem waapen ein zwischen 4 cronen eingeschwungenes creutz. Die meisten Protestanten sind der Meinung , daß unsers Heylands creutz gar niemals gesunden worden; hel 7O7 ^'^K"d-enende gründe können in Salmasii send-schreiben vom werden, unter welchen folgender einer von aanir lst,^well nemlich Eusebius hiervon k /I doch sonst eine umständliche besehreibung ^'banden gibcl, die von Constantino und dessen ^ land schaut worden. Worzn auch ferner kommet, day dw Römer solche gcwohnhert nicmalcn gehabt, welche man zum gründ dieser creutz-erfindung setzet, nemlich die crcuye so wohl als die gecreutzigten in die erde zu verscharren. 8 . Helena wird von einigen rrLkuisrir oder Gastwirkhin genennet, welches Wort vielleicht daher kommen, daß sie von den Heyden aus boß- heit also zugenannt worden, weil sie mir sehr grossem fleiß und an- dacht den stall, worinncn unser Heyland gebohren worden, gesucht, auch an dessen platz einen herrlichen tempel erbauet hat. Sie starb zu Rom, wie Eusebius meldet, in dem gasten jähr ihres alters. !. 9 c. 14. j. 2, L. 8. L «leüvr. lls I'eßliis cn lil vie c>- Lottllsm. 6-^» lull. eccl. rom. I üb. 4 r>. > vlFsxr«. öc Lnklguic. Lrilsnn. * Helena / (Flavia Julia) Constantini Tochter / von der Falls sta / und also des Constantii schwester/ welcher sie an Julianum vermahlte. Eusebia/Constantii gemahlin/ließ ihr ei» nen tranck beybringen / damit sie / gleichwie sie / unfruchtbar wer» den mochte; Als sie aber nichts destoweniger in Franckreich rüder kam / bestach sie die wehmutter/ daß sie den nabel des kindes nicht wol verwahrete/ woran es starb. Helena aber starb um das jähr ; 6°/ und ist ungewiß / ob sie durch gisst hingerichtet worden/ oder an erner unglucklichen geburt gestorben/ oder sich zu tod gekrancket habe / weil sich Julianus von ihr scheiden lassen. Sonst kommt in der Worte Constantini noch eine andere Helena vor/ welche dessen ältesten sohns Crispi gemahlin gewesen / und wegen deren gluckli» cher entdlndnng an. zrs die gefangene durch ein Kayserltches edict loßgelaffcn worden. Noch eine dritte weibs-person dieses namens wird in der Byzantinischen Historie vermeldet/ welche des KayserS Romani «-scopenl tochter gewesen / die an den Kayser Constanti» num porpbyroZenemm an. 91s vermählet worden/und selbigem den Romanum juniorem , cbensals Kaysern zu Byzanz gebohren hat. 1.16 S-: ri. Le/cx. in cocl. Hieocloll * Helena / eine Königin der Adiabener/ lebte in dem ersten Kcuio. Sie ließ in währender hungers-noth/welche Agabus zuvor verkün» digte/ viel getreide zu Alexandrien/ und viel rosinen in der insnk Cypro einkauffen/ und schickte solche provMon nach Jerusalem/ um sie daselbst unter die armen auszutheilen. Josephus thut hinzu/ sie habe nebst ihrem söhn Jzates die Jüdische religion angenomm. Orosius aber wtll / sie waren Christen worden. i. -nrig. c. r. I. 7 c. 6. kill. I. r c. l>. , war ein fest / welches man zu Lacedamon der He» lenä/ welche daselbst einen tempel hatte/ zu ehren seyerte. Dre jungfern setzten sich theils auf maulthiere/ theils auf wagen mit flechten / und hielten also nach besagtem tempel eine proc-a,on. He. lcna hatte sonst auch noch einen tempel in dem Spartanischen gebiet/ woselbst sie neben Menelao/ Paride/ und Deiphodo zugleich verehret ward. Lncom. rts!. (-/rLeern in 'I'kev^r. Qröecis kerisra. 6e fsKis coruw. . war zu Athen ein fest / von , v» e viminibus contextum, weil man in einem geflochtenen korbe gewiss se heimliche zeichen / die man mykcris nannte/ und für Heiligthüme» re geachtet wurden / herum trüge.i. io c. <äc feüis OsicLcorum. ^elenus / einer von des Königs Priami söhnen / ein vortrefli- cher Wahrsager/ welchen daher» die Griechen bey der zerstörung der stadt Troja leben liessen. Pyrrhus gab ihm nach dem Trojanischen kriege Andromachen zum weide / nebst einem stück seines Königreichs / woselbst er eine stadt / die wie Troja außsahe / erbauet/ und den reisenden Aeneam aufnahm, sssH?dI 8 > von , csxio, und , urbs, war eine mscüine, welche Demetrius ?»iiorcek-5 - König in Syrien/ erdacht/ die man bey belagerung wohl gebrauchen kome. Es wird ein gross ser thurn gebauet/ und mir starcken pfosten / auch eisernen nageln beschlagen / den bedeckte man auswendig mit kuh-hauten / hernach ward eine flechte darüber gemacht / und mit leim beschmieret /daß keinfeuer daran hassten konte; undcn aber gtengc der bekam,te^-^. oder grosse höltzerne dalcken mit einem eisernen kopffhervor. Wenn nun die soldaten / die drinnen waren/ oder darunter stunden/ diese mscüine mit stricken uud waltzen fortzogen/und damll andre Mauer kamen / trieben die oben auf dem thurn stehende durch pfeste und ander geschoß die feinde von der mauer/daß sie wldcr den M-z nichts unterncmmen konten/ dieser hingegen in starcken festem ruhende wurde von den soldaten unaufhörlich nnthefftigstem gewaltwldcr die mauren geschlagen / daß / wie starck auch solche war / sie nothwendig in kurtzem zerbrechen mußte, v-o-f. 20. inv-mcrr. 1.10. i. r? c.der aber die »eiepoiim mit der reüucllns grietaris vermischet/ 1. 10. Uoüorc. I. z. c. Ltt-wectE s-t VeZer. obllrv. Fr/rss«,. * ^elffenstein/ ein ur-altes schloß in Schwaben, zwischen der stadt Ulm an der Donau und dem Hertzogthum Wurtemberg gelegen. Von demselbigen führten die alten Grafen von Helffenstem ehemals ihren namen. Selbige werden von ewigen n.llonc.« auch die Grafen an der Vils genennet, well der Vüs-ström m selbiger Grafschafft entspringet, der sich hernach zwischen Wendllngen und Eslingen bey Pfahausen mit dem Neckar vermischet. Der stamm- 7v8 hel vater der Grafen von Helffenstein soll nach einiger Meinung Bur- ckard, GrafHugobalds von Dillingen söhn, unv ZZischoffUlnchs von Augspnrg bruder/ gewesen seyn/ welcher auch den gründ zu dem schloß Helffenstein gelegt haben soll. Wiewol andere die Grafen von Helffenstein von Ethicone/ Warini söhn/ aus dem Agilolfingl- schen stamme herführen. Fridericus I soll dem ersten turmer zu Magdeburg beygewohnet haben / und zwar wird er unter den 12 Grafen/ welche mitHertzog Hermann von Schwaben Helme aufge- Iragen/ der erste in der ordnung gemeldet. Eben selbiger besuchte auch an. 942 den andern turnier/ welchen Hertzog Conrad rnFran- cken zu Rotenburg an der Tauber angestellet / bey welchem unter den 4 turnier - Vögten Graf Friederich von Helffenstem der erste war.Ludovicus 1 / Graf von Helffenstein/ Herr an der Vils/wohnte an. 948 Hertzog Ludwigs von Schwaben in der stadt Costmtz angestelltem turnier bey.Burckard war Kaysers Ottonis I selb-Obri- ister / und diente ihm in dem zog wider seinen söhn Ludolphum. Mangold folgte Kaystr Heinrich dem III in zweyen selb-zuqen wider die Böhmen. Gebhardus ward an. 1060 Ertz - Bllchoff zu Saltzburg. Er hat das schloß zu Friesach erbauet / muste aber von Barthold von Mosburg viel versolgung leiden / welcher ihn auch gar von dem Ertz-Bißthum verflossen halff. Jedoch gelangte er zu seiner vorigen würde / regierte 28 jähr/ und starb an. 1088. Graf Johannes/ Fridericus und Conradus wohnten an. 141; mit einem ansehnlichen gefolg dcmCostnitzer- conciU« bey/ und that auch der ältere Johannes dem Kayser Sigismundo gute dienste. AN. >44? hat GrafConrad von Helffenstein Ludwig Graf von Würtemberg die fchlösser und Plätze,Gerhausen, Ruch Dlauenstein/Blaubeuern/ (sihe Blaubeuern) nebst vielen dörffern vor 40000 fl. verkaufft. Ludwig V/ Graf zu Helffenstein/ war ein tapfferer Herr/aber zuletzt unglücklich. An. 1474 wartete er dem König Cbristiern in Dane« marck aus und folgte demselben samt Hertzog Johanne zu Sach- sen-Lauenburg/ und Burckard, Grafen zu Barby, nach Rom. An. 1485 wohnte er dem thuruier der Fränkischen Ritterschafft zu An- spach bey. Als die bauren an. 152? in Fraucken und Schwaben übel hauseten, und steh dieser GrafLudwig nebst andern ihrer rase- rey widersetzen wolle, wurde er zu Weinsberg gefangen; worauf er nebst andern nach damaligem kriegs- gebrauch durch die spiesse gejagt worden. Seine gemahlin, so eine natürliche tochter Kaysers Maximiliani I gewesen / soll mit ihrem kleinen kind aufdem arm die bauren fußfällig mit vielen kläglichen gebärden und weinen um das leben ihres mannes gebetten haben,aber mit schmach zurück getrieben worden seyn. Sibylla/ eine Gräfin von Helffenstein/ wäre Aebtißin zum Frauen - Münster in Zürich/ und starb an. 1487. Nächst diesen find bekandt Lchwickardus, Graf von Helffenstein/ und Ulricus IV. Dieser bekannte sich anfänglich zu der Lutherischen religion / aber an. 1546 trat er aus furcht vor der cxccucion des Tridentinischen conciu, wiederum ab / und jagte die Prediger aus dem land. Mit seiner gemahlin Catharina, gebohrner frau von Sonnenberg/ erzeugte er 2 söhne/ welche ihr geschlecht in 2 linien unterschieben. Der älteste/ Georgius/pflantzte die Meßkirchische linie, welche dessen enckel Georg an. 1626 endigte; verändere hingegen Ulricus V pfiantzte die wiesensteigische linie. Gegen end des 19 seculi geriethen dessen Unterthanen mit den Ulmern der vieh- wäyde halber in ein Hand-gemenge/ da ein jeder feines orts die grän- tzen weiter hinauß setzen wolte. Die stadt Ulm schickte etliche 1000 mann nebst etlichen canouen ins feld, und bewarb sich auch der Graf um der benachbarten hülffe / allein der Kaystr gebot bcydett theilen den frieden. Nachgehends Nennten die svötter diesen streit den geist-und schaff-krieg. Sein söhn war Rudolvhus; ererbte von seinem vetter/Georg Wilhelm, die Mcßkirchische lande, und führte dahero folgenden titul: Graf zu Helffenstein, Freyherr zu Gundelfingen, Herr zu Gomegnies, Wildenstein, Meßkwchcn, aufWiesensteig, aufWelhcim. Er starb den i2sept. an. 1627, und gieng mit ihm der gantze stamm der Grafen von Helffenstein ab. Die lande wurden getheilet. Die Ulmer hatten schon zuvor gegen eine grosse ll-mm- gelbes das städtlein Gcißlingen und selbige Herrschaffl mit allen fchlösser», dörffern, renken und gcrechrigkei- ten, nebst dem schloß Helffenstein an sich gebracht. Jedoch wurde ihnen die Herrschaffl wieder entzogen, und ; mal wieder abgetret- ten, weil endlich die Kaystre Sigismundus undRupertus nebst den. Churfürsten und Edlen der stadt den befestigt. Bayern be, kam die Herrschaffl Wiesensteig, als einen lehns-fall. Die Grafen von Fürstenberg erhielten die Herrschaffl Gundelfingen, Wildcn- stein und Meßkirchen; Severinus aber, Freyherr von Fuqger, welcher des Helffensteinischen Grafen Adolphi schwcster Cathari- nam hatte, muste mit seiner pra.--c.i6on auf Helffenstein und Gundelfingen zurück tretten. (sihe Hellenstein und Hcidenheim.) §wekie--ckcÄcruar pr.vrentionum 1. 6 c. r. 8uev. L" ckLäti-. iciri. Oerm. p. 89. oper. KerLlöö I. r c. 999. Memory!), tec. i? I. z c. 55. , 5oi,'z und Clynttnes töchtere, und Phaetontis schwestern, welche den tod ihres bruders beweinten, und darüber, nach der Poeten fabeln, in pappel-bäume, ihre thränen aber in am- bra verwandelt wurden. Sie hiessen Lampekusa, Lamperia und PhaetUsa. o-i/r-ir«- r meram. 0/oprgo.?oM/r« 6e re^.Lckcn c.ir.-i ^elice/ ist eine von den städten in Peloponneso oder Mvrea,an den grantzen von Achaja, fo fast gantz von der see verschlungen wor den. Dieser name wird auch demstern des grossen bären, nahebev dem nord-pol gegeben. Der von bemeldter stadt noch übrige sieil wrrd anjetzo Nifra genannt. Felicon / ist ein berühmter berg in Phöcide, einem theil m Achaja in Griechenland, welcher dem Apollini und den Musen ae. widmet war, so daher tteiicomcies genennet worden. Heut zu tag wird dieser berg Stramulipa genennet, ist auch wegen der beyden drunnen, Hippvcreiie und Agamppe, desgleichen wegen der Wie, Thespia, Assora und Niffa, oder (nach der heutigen benennunq) Zagaya, berühmt. Es war auch ein fiuß in Sicilien dieses namens, auf der nord-seite der insul, anjetzo Olivero genannt; und noch ein anderer in Macedonien, mit namen Faribo. sihe Zagava. I. 9. Lome,. Alinandus/ sihe Elinandus. -Heliodorus / war Seleuci ?i-iiopAlorir, Königs in Syrien Hauptmanu, welcher, als er den heiligen schätz zu Jerusalem rauben wollen, von 2 engeln geschlagen, und nachgehends durch des Hohenpriesters Onias vorbitte wiederum geheiler worden. c. z. heliodorus/ von Emcsa aus Phönicien, Bifchoffzu Triccn in Thessalien, lebte zu den zeiten der Kayser Theodofii und Arcadii zu ende des 4 seculi. Er schrieb in seiner jugend die liebes - Historie von Theagene und Chariclea, so den titul -r-Uiopica führet, und wurde nachmals Bischoff. Nicephot'Us will, es hätten ihn die Bi- schöffe in Thracieu auf einem H0060 abgesetzt, weil er selbiges buch nicht vcrwerffen oder verbrennen lassen wollen, wiewol andere scri. bcnten davon nichts sagen. Socrates erzählet, daß Heliodorus diese gewohnheit auffgebracht, die geistlichen abzusetzen, welche nach ihreroi-UmLriun fortfadren wurden in dem ehestand zu lebe»; Ce- drenus sagt, er habe ein ander buch geschrieben vom gold-machen, welches er Kayser Tbeodosio dem grossen übergeben. Photius ge« dencket seiner zum öfftern mit gutem lob. l. s c. -r. M». /Z/oE I. lr c. coci. 7r. 6c IilUicrL 6-ck-one. Ly/k. heliodorus/ ein Priester von Antiochien, lebte im 4 seculo. Er hat ein buch geschrieben r Uc-iLkuris -ci-um cxorU-nLUum, darinnen er bewiese, daß nur ein Gott und ein ansang oder urheber aller geschöpffen, nemlich Gott selbst, seye. Der zweck wäre, den gefährlichen irrthum von denen r prmcip-i- oder denen zweyen gegen einander streitenden Gottheiten zu widerlegen. Ein anderer Heliodorus war auch emPricster von Antwchicn/und schriebe ein gelehrtes buchUev-,Zwirne, dessen eben, wie auch des vorhergehenden Geimadius gedenckt. Ein Heliodorus war auch susior des buchs von begräbnissen, dessen Plutarchus Meldung thüt. Ein anderer dieses namens war ein Poet. Noch einer 8 ccrcccnus bey dem Kayser Adriano. So wird auch eines Sophisten dieses namens bey dem Philostrato gedacht. Dcliodorus war an. 4Z2 Louvem-urzn Constantinopel unter Theodösio dem jünger«. Ein anderer war ein freund des Hieronymi, an welche« er die schöne epistel von der ein« samkeit geschrieben. Heliodorus, ein xiL.liemLricm vönAthcnMl- cher2 werckegeschrieben: 6 e"°-cn 6 .»nrnL.NsmLr >8 und-«b.- reLonics. Heliodorus von Larissa schrieb einen tractat bön der o?i>c. wovon Ignarius Dantes ein stück anführet in des Euclidis ox«, die er i» das latein übersetzet. Heliodorus s.oicu; machte einen -om- iTicn.L.ium über den Ataimn. c. 6 L ?/ttr.6-io0»k. VSI. IcÄ. I. l c. 4. 6e pottir. bill. 6cs:c. bibl. -kir. Lc. * Seliogabüluö / ein Römischer Kayser, welcher voll än. riß bis 222 regieret hat. Er führet erstlich den namen Baffianus,wellen er für einen söhn Caracallä, der ebenfalls so geheissett, ausgegeben ward , auch nach dem zeuqntß Aelii Lampndii und Dwm Castii von seinem vatcr Vario Marcello, einein Syrer von gebmi Varius. Nachgehends hat er seines Phönicischcn adgotts oder ^l 3 gck> 3 li namen angenommen, dev dessen tempel in der Syrischen stadl Emesa er Priester gewesen, und welchem er zu ecken hernach in Rom einen tempel auferbauen lassen. Nachdem er das Romisthe Reich bekommen, 'nenncte er sich mit dem dey dem Römischen volck sehr beliebten »amen ^nroinni, od er glem deren ersten-rnroninorull,, welche diefen namen so beliebt gemacht sitten und lügenden gar nicht an sich hatte. Indessen well ie«- ne groß-mutter Mäsa die soidaten beredt hatte, daß er Caracm söhn Ware, auch diese vornemlich hievurch bewegt worden, >W zum Kayser aufznwerffen, und Macrmum dagegen zu sturtzeu i w wäre ihm dieser name höchst nöthig. So bald er »ach Rom Ww men, hat er gleich allen gottesdienst daselbst eingestellet, und M Heliogabalüm über die bisher denen Römeren bekannt goltere verehret wissen wollen, wobey er dann sein voriges Wie r thum noch immer verrichtete, um die altäre bey dem .klang vmc cymbaln, trommeu, und aller andern gattung musicallscher mentcn herum tantzte, auch sonderlich aufdie opffereein mW ches geld verschwendete. Auch wäre er dabey noch in so wen s h, daß er viele vornehme leuthe hinrichten ließ, nur weil sie an sich hatten mercken lassen, daß ihnen dergleichen aufführung an dem Kayser gar übel gefiele. Sein leben wäre durchaus liederlich, daß er nicht änderst, als ein schandsiecken des Römischen Reichs, kan angesehen werden. Da er anfieng Rath zst halten, so ließ er in denselbigen auch seine Mutter Mäsam kommen, und zu deren ehren einen eignest weiber-rath,(welcher gemeiniglich LnLcuium und die darinnen über unnöthiae und lächerliche fachen, so die Weiber angrenzen, gemachte schlüsse - len-mr conmirs 8e»n- rsmics gestennet wurdest) anrichten. Er führte sich dabey arger als eine bestie auf, also daß er auch aller orten die stärksten Männer aussuchen ließ, mit welchen er alle Üppigkeiten trieb, und seine glie- der zu einem unnatürlichen gebrauch anwendete Er Und seine mit-buhler verkaufften alle so wol clvii-als m,HrLr-bediestustgen,und mit seinem Hierocle, den er am meisten liebte, übte er alle schand- thaten aus. Er beraubte nicht nur zst bereicherung seistes ttelioZs. dsU alle götzest-tempel ist Rom, sondern opfferte auch demselben bey leb-zeiten der eitern ihre besten söhne auf, und suchte endlich auf alle weis aller anderen götter dienst, und was einem jeden insonderheit geheiliget war , oder in der grasten ehrerdierung gehalten wurde, abzuschaffen und zu vernichten. Übet diß soll er Zviicum, der auch sonst noch andere pratiguen gespielet hat, gleich als ob er ein Weib gewesen, zum manne gehabt haben. Ja er hatte so gar keine schäm in sich, daß er auch die schändlichsten lasier und Worte vor alten und ehrlichen leuthe» vorbrachte. Bey gastereyen hatte er allezeit seine huren bey sich. Als er es nun allzugrob gemachet, auch Alerandrum seiner schwrster söhn,weil er rhm zj, fromm war, aus dem wege räumen lassen wolle,den er doch vorher» zum angenommen hatte, so stunden endlich alle soldaten, die seiner schon längstens überdrüßig gewesen, wider ihn auf, und Nöthigten ihn, daß er seine concubinen von sich lassen musie. Dieweil er aber solches nachgehends nicht halten wolte, und dem Alexandra auch öffentlich und auf alle weise nachstellte, so rev-Msite seine leib-wache wider ihn, und brachte ihn im 22 jähr seines alters nach seiner mit- gehülffen tod endlich auf dem heimlichen gemache um, daraufdes- sen leib, weil selbigen die offene cloac nicht fassen wbllen, durch die stadt herum geschleppt, und endlich ein stein an seinen halß ge- hencket und der cörper in die Tiber geschmissen worden. Sein gan- tzes leben aber war nichts anders als lauter Pracht und Üppigkeit. Da musten die delicatesten speisen, dort alles mit dem vortreflich- sten geruche angefüllet seyn, Und wo er durchkam, da ließ er die wege mit den schönsten blumen bestreuen. Er ließ sich better von purem silbcr machen, und öffters Mahlzeiten von dameels-strsen, voii abgeschnittenen kämmen der Hähne, von pfaucn-und nachtigalls- zungen zubereiten. Seine Hoslertte tractirle er auch mit reb- büner-eyem, papageyen-fasaNemundpfauen-köpffen und anderm der frenidcsten fische und vögel eiügeweide. Seine Hunde ließ er mit gänse-lebern,die Pferde mit den köstlichsten wein-trauben, die löwen aber, deren er viel zahme hatte, die ihm bey der tafel aufwarten musten, mit papageyen und fasauen füttern, und war sonsten so verschwenderisch, daß er auch an statt des Pfeffers die köstlichsten perlen gebrauchte, und der Pracht in kleidung und andern fachen war unbeschreiblich. Zu den trunckenen ließ er offtmals löwen, levparden und bären hinein , welchen gleichwohl vorher die zähne Und klauen weggerissen waren, daß sie nicht schaden konten; welches jedoch nicht hinderte, daß nicht viele aus schrecken gestorben sind. Einsmals ließ er alle spümweben zu Rom zusammen suchen, da er denn deren 10000 pfnnd soll bekommen haben. Seinen schmaroizern schickte er jährlich gantze gefässe voll frvschen, scorpionen, schlangen, und andern dergleichen zeug. Er hatte mit gvld beschlagene und mit edelgesteirien, besetzte wagen, Und diese musten nicht nur von Hunden,Hirschen, löwen, tygern, sondern auch so gar von entkleideten weidswilbern gezogen werden, und er selbst Mr nackend darauf, anderer schand-thatcn zu geschweige». Weil ihm prophezeyet worden war, daß er eines gewaltsamen tsdes sterben würbe, so hat er sich seidene und von purpur gewirckte stricke, üuch goldene dolche verfertigen, und einen Hohen thurn bauen, und denselben mit gsld und edelgesteinen belegen lässen, weil er vorgab, daß auch sein tod etwas besonders haben müste. v»- lioßLbsIi. * . ist ein Griechisch Wort, welches sö viel, als eine stadt der sonnkn/heissund der name unterschiedlicher stadte war. Die vornehmste darunter lag in Egypten,6 messen ost-warts voll Caito,nahe bey dein dokf Marareasso wegen ihres balsams und eines der sonnen gewidmeten tempels berühmt ist. In demielbigen war ein spiegel, den man so gestellet hatte, daß den gantze» tag lang die fonnen-strahlett darein fielen, und dadurch der gantze tempel erleuchtet wurde. Diese stadt wird von Heystn vor On gehalten, in welcher Potiphera, des Josephs schwieger-vatek Priester War, so (nach Jostphi bericht) den söhnen Jacobs zut Wohnung soll gegeben worden seyn. Sie war eine von dc» besten stadte» des landes Rameses oder Gofttt, und hat in den folgenden zelten einen Jüdischen tempel gehabt, von dem Hohenpriester Onias erbauet, uüd nach dessen nameü Onion genannt,woraus selbigen Antiochus vertrieben. Dieser tempel wutde von den Hellenisiffchett Juden sehr hoch gehalten, ob man sie wohl deshalbcn einer spaltung in der rell- gion beschuldigt, sonderlich in aüsehung dessen, was desselben erstell ükfprung anlanget. Er war wie der tempel zu Jerusalem gevautt um das jähr der weit; 780, und stund s80 >ahr, bis zu des Kaysers Vespafiani zelten. Unter dem alten gemäüer dieses örts ist noch bis 63,0 zu sehen ein ol,c>itcu5 oder zugespitzte faule, nebst wcrngff- pllifchen figuren aus allen selten, und einer senke, die Pharaönis py- rsmiäe genennet wird. äe bello )uä. l. 7 c. ZO. ?/r». Ä- ««l. i.; r,1.17. OÄsrtt Zeogr. »nr. t. s I. 4 c. 1 x. 41. ^ che§nam^nä ^dt in Phönicim, und eine andere glei« m uMr Beydes waren Bischöfliche fitze,da der ei- ' v.ar sEtig aus der Picardic, anv v ^ übersetzte die 4 ersten bücher von der e n ^ ^ I von Franckreich «»der buch mit dem titnl: -n- goltLs UouIoureuscs.qM procLäciir «je kswour. ü« S- M,«- dibl. Vranc. ^K^us/ein freygelassener desKaysers Claudn,hatte über desseii so viel gemalt gewonnen, daß da derselbe eine reffe nach Griechenland ansteücte, er ihn als Regenten zu Rom zu- ruck iieß, nebst voükdmmener gewalt über alle Personen uüd voller macht, aüch so gar die Rathsherren, ohne darüber seinen befebl m Ivanen, hinzurichten» Er übte also nebst dem Polycleto, welcher gleichfalls ein freygelassener wär, alle bößheit aus, da es sich aber zu einem aufstand anließ,schrieb er dem Nekotti, daß er wieder nach Rom zurück kehren mochte. Eben bey diesem anlast, >Md in antwort aufdie brreffe des Hellt,gebrauchte Nero,der sich in Griechenland um Nichts anders bekümmerte, als viele preise im singen und wett-rennen zu erwerben, die lächerliche, aber nach seiner thörichten embssdung gar wichtige entschuldigung: Er muste vorher sor. ge tragen, baß er sich des Neronischen Namens recht würdig ma- chsJ ehe er wieder gedencke nach Rom zu gehen. Helms gierig um solche zuruckkunfft zu beschleunigen selbst nach Griechenland, ward aber hernach wegen solchen Nbeltbaten von dem Kayser Galba zur strafe gezogen. k§eron. epir. Oion. 6;. * . Äellüdius / Ertz-Bischoff bon Toledo aus Spanien - lebte anfänglich m einem kloster,worinnen man ibn als ein besonders exem- pel angesehen, bis er nachmals Ertz»Bischvsswurde. Er regierte seine Arche gantze 18 jähr, schrieb verschiedene wercke ünd starb den 18 sehr. an. cle icripc. eccl. c-7» bibl. ülipsn» ^ölläditts. Es Dt 2 EgyPtischE gramMsricos öieses namens Der eine war aus der stadt Äntinous, welcher unter Constantind ssä. lebte. Er hat verschiedene fachen in Griechischen versen beschrieben, es sind aber von ihm nür einige stücke von seiner ckrello- wsriiie übrig geblieben, die Photius Noch conlLrviret hat. Der ark oere war von Alexandrieii gebürtig, Und hat unter andern auch ein Griechisches MÄionLrrum geschrieben, welches Sissdas dein Einigen niit einverleibet hat. >n »ocis sä ckrs- üowLcti. Tellaiiicüs / eist geschieht - schreiber von Müyiene, bei! LL jähr vor Hervdvto gedvhren worden. Er hat unter dem titnl «v/s-s,? eine Historie von den alten KönigeU und ersten erbauern der städte geschrieben - wiewbhl die alten smo- res aüch noch andere schrifften von ihm und sonderlich einige bücher von den Trojanischen und Egyptischett geschichten, erwehnen. tröst , 8 k«k«ir j und «stüssi - ji-stitiSj hiessen ch Athen diejenige»,welche von denen unter der Athenienser dothmaßigkeit gehörigen Griechen ein gewisses geld, so zu dem got- tesdienst gewidmet war, einnähmen. Sie gäben solches hernach denen LUo-sZis, welche es aufdie öffentlichen schau-spiele verwand« ten. So hiessen aüch die Deputirtett aus allen vornehmen städteri Griechenlandes, welche in den Olympischen und aNdem schau-spie- len aufs recht sahen, daß alles richtig zuqieüg. ^ äe r-p. c. ;i. nur. sä V. lj. lo, t. 6eUas / stehe Ächäjä. , . . .. . ^Mdorff /cine der ältesten iinö vornehmsten Ädelichen fami- lten m Meisten/welche in derOsterländischen pflege die guter Au» ltgk/Kostewrtz und andere mehr besitzet. Ulrich von Helldviffhar an. 1147 dem zuge KeyscrS Conradi III wider die Saracenen nebst dem Margrafen in Meisten beygewohnek. Nachgehends hat Hans von Hcllvorss/ der eine von Gören aufDönhoffzur ehe gehabt/ qekbek/ und ; söhne hinterlassen :(i)Sittgen/welcher in Pteuft seü baronisiert und vermögend worden ; er soll auch eine eigene linie daselbst fortaepflantzet haben, r) Georgen aufNatheren und Cleiffen/ von welchen man nichts aiffgezeichnel findet- (»Hansen/ der ein groß-vater würden Morgens aus Äostcwitz /Kierizsch und Jelsdorff Gräflichen Hanauischen Hofmeisters; dessen söhn HanS Heinrich / Chur-Sächsischer Corner (inWmeitt ) derv schwache Cornet genant ) hat Johann Julrum auf KierizM Troßdoch/ Pursten rc. Königlichen Polnischen ünd Cür-Sachsischen Land« Cammcr-Rach; ünd George Friedrichen auf Kostewitz und Na- thern/ qezcugei/weicher Fürstlicher Naümbürgtscher krem.-r-xr.m- ttre. aeheimter Rath / Cantzler lind conMarisi-prLüäcnt.und em Vater Siegfrieds / der Königlichen Hohe« zu Sachsen- Zeltz Cam« mer-Junckrr worden / welcher seinen stamm imt männlichen erben fortgesetzet. . . ^ ^ - ^eUbrrt / eine atik Adeliche familke in Francken und Thmm- gen / so heut zu tage die güther Helldrit / Hetschbach und Wcy« Marsschmieden besitzet. Deren stamm.hauß Helldrss/ (worauf Mön an. i2,z Adolph von Helldrit gewöhnet / als welcher rm besagten jähre jü Würtzburg auf dem thurnrer gewesen) ligt eins imilevsnHilburgshauscn.Heim-ich war Vogt mCoburg an. n 14. Hans / hof-gerichts-^llellor daselbst an. 1441. Montz / Hof-Rath ün 1/7°. Veit / Hof'Marschall um diese zelt. Dich samtltt ist zu tinterscherdm von deck Adelichen gMMe Heiderrch m der Ob»- / 7!v hcl Lausitz / allwo er klein Bautzen besitzet / sonsien aber sich nur in den städten aufgehalten hat. cob. cvron. c.sui. cvro». x-qb. Alle / des Königs von Thebä/ Athamas tochter/ welche / als sie nebst ihrem druder Phryxo von ihrer stieff-muttcr wegsseff/ unv von einem Widder über das meer getragen / in dre see gefallen feyn/ und selbiger den namcn ttcUeix>omu8 gegeben haben soll. me- lLili. I. 7. skron. I. 2 c. 20. Wellen / des Deucalionis söhn / von welchem/ einiger Meinung nach/die Griechen ihren namen erhallen. Er hatte von ver Orfols ; söhne / den Acolum/ Dorum und Xuthum. >. ^--> ^07«» I. 4. in /Ncic. coci. lü6. Ä7e Heinsius etwas dergleichen verfochten hätte. Wiewol auch andere allda die Griechen verstehen/ die sich zu der Jüdischen rcligion bekannt hatten. §<^§-7 m sM- MLcivcr/ioiiitiii; IN Lulcüiuni p- IN exercir. Llldlonnum ) ik. in prLtrkione in cxercir. in ka. I . lle Iing. i-lcll. Lc tunerc linßus: lScstcn. ä: llcliciiillLrum. L-oj«- odlervak. in lg. 1°. Lotte7»<- exerc. von L-^cu!, und 1-L/^i-rc, qvL- yel vintz auf der westlichen feite desselben/und kolplioruz. welches rvo^ herkömmt von ^, ein ochse / und 4>°g«, ich wage / weil Em darüber schwimmen können/oder vielmehr/weilen dieNin^-» gedtch.ec / daß dte Jo / nachdeme sie von dem Jupiter in eine § verwandelt/ hernach gezwungener weise in selbiger gestalt der -7, nä geschcncket/ von dieser gottin auffs heffrigste qequälet/ und2 orten herum getrieben worden/ endlich um deren verfolauna wem. fliehen / an dreier gcgend ms meer gesprungen / und von einemi sir an das andere hinüber geschwommen seye. In der that ist biet meer-cnge nicht über eine Halde meile breit / in der länge aber e streckt fiesich ohngcfehr auf-rz Meilen/ und ist zu beyden seikcnmll castellen bef-siigek/ welche die schwartzcn thüme oder Darda. nellen genennet werden / unter weichem namen man sie beschrieb n findet. Über diese berühmte mcer-.enge ließ der König m Pmicn/ Xerres / nach Herodoti bericht / eine brück von ohnaefchr-A kahncn machen / und hinüber,n Griechenland zu gehen; M aber selbige durch ein plötzliches siurm-wcncr zerschlagen und von ein- ander gerissen wurde/ ließ crbem meere streiche geben und ein paar scsscln hinein wersscn/ um dadurch zu erkennen zu geben/ wem eS unierworsicn fen. Scnic armcc bestund aus etlichen hnn- dcrt tausend mann. Als aber die Persier die grosse seines kriegeS, Heers trefllch herausstrichen/ und ihn dadurch aufgeblasen mach. ten/ sagte ihm Arlabanus/ daß er sich vor keinen feinden mehr fürchtete als vor dem meere und der erde / weil nemlich jenes keim» bequemen Hafen vor eine solche flotte hätte / diese aber einer so erschrecklich grossen mannschafft keinen gnugsamen unterhalt verschätz fen koinc. Endlich gefchahe es auch / daß diese flotte durch die tap. seriell der Griechen und ungestümiqkeil des mccrs der,nassen zerbrochen und vernichret/ auch Xerres sonsten in solchen schrecken und angst durch die erlittene mderlagen gebracht wurde/ daß er sich nicht mehr gelrauete / zu schiff zurück zu kehren/ sonderendmch Thessalien und Macedonien zu land wider an den cilcik. Wie er aber allda seine schiff-bruck von hefftigcm ungewitter zerrissen und aufgehoben antraff/ muste dieser zuvor in seiner einbildung gewesene beherrschet' und bezwinger des mcers / und kurv zuvor Herr von ,o viel tausend grossen schiffen in einem armseligen Wer- kahne davon fliehen / welcher noch darzu wegen allzugrvffer last sincken wolle / und ohne Zweifel dem Könige seinen gäntzlichen nn. tergang würde verursacht haben / wofernc nicht die um ihn befind, lichen Persianer hmauß gesprungen wären/um ihren Herrn beym leben zu erhalten. Der vertust dieser tapffern gemüther schniertzle ihn dcrmaffcn / daß / nachdem er dem steuer-mann eine gold-krvne sur die crhallung seines lcbens gegeben / er demselben soll befohlen haben / ihne selbst hinzurichten/ als einen solchen/ der seiner getreuen diencr tod verursacht hätte; wiewol es m der that sein ernst nicht war. Im übrigen ist dieser ort auch deßwegen berühmt/ daß er 8c. kos von /cb) n»5 absondert / welche anjetzo die Dardanellen husten/ und der berühmten Personen / Hero und Lcandri / geburis-orler waren. //S 70 ^.; Olo,/. Äc.; j «//in. Ov»-/,; //-7Ü« 67t- llc Lokpk. T'Nrscico. 67e/o7 reite nscli ^erulllleiii. ^7«» vo>sxe§e Lc. * ^eUelrudis / Kaysträ Lotharü tochter von der Ermcngarbe/ verheyrathelc sich an den Grafen Berengarunu, als sie abcr ivilt- we worden war, nahm ihr Lotharius, König von Lothrmgein ihr brudcr, alle ihre guter. Um dieser Ursache willen schrieb PM Adrianns II an Ludovicum eine epistcl, so bey dem -tu Chesne zu lesen , vol. z äc kcript. kilior. Q^n. kor, waren zu Athen diejenigen / welche das gcld einnahmen / so die andern Griechen / die der Athcnienscr bundes-verwandken waren / zur flotte geben muffen. Man weiß nicht eigentlich / wenn solches aufgekommen. Vermuthlich ist es / daß / als XerpeS Griechenland überzogen / die Alhcnieiiscr aber sich noch am besten hiessen / und aus dieser ursach bald hernach zu dem Haupt oder denen anfüh- reren Griechenlands wider die Perser/um sie hmwidcrum mit krieg zu verfolgen/ erwählet worden / die andere Gr-cchen sich zu dieser «M schatzung verstanden / und man also auch dergleichen Schatzmeistern zu ernennen angefangen habe. a- rep. /crlicu. c. z<-. Ue rcp. /crlicn. * Wollenstem/ein altes schloß und Herrschaffl in Schwaben dem Hcrtzogc von Würcenberg gehörig/halle anfänglich seine besondere Herren / welche auch zugleich Hcidcnhcim besassen. Der letzte dieses stammeS ist Degenhard Bischofs;» Augspurg gewesen/ welcher an. n 07 gestorben. Von derzeit haben die Grasten von Helffeiisicin sowohl dieHerrschafftHcllenstein als auchHeidenheim besessen/ von welchem das meiste hernach an Würtenberg gediehen/ ksiehe Heidenheim und Helffenstein) daher ist Hellcirstcui und Helffenstein nicht mit einander zu vermengen. Jenes ist einschloß und Herrschaffl und ligt nahe an Heidenheim/diefeS aber eine zimliche Grasschaffl/ davon die Grafen bis an. 1627 gcblühet/ ob sie schon lange zuvor die Herrschaft! Heidenheim und Hellenstein an die von Würiemberg verkaufst gehabt. L7«/,«, c. iL i.; p. Zc. 15. IILststL 8 ?OIff 1 'II 8 > anjetzo die meer-enge der Dardanellen oder tirccco lli 6-lUipoii genannt. Es ist ein enger arm des meers / welcher Europam gegen abend / Asiam gegen morgen / !-ros,c»,cis oder die scc Marmöra gegen Mitternacht / und das Ae- geische meer oder den ^r-kipet^um gegen mittag hat. Die denen- nung kommt her von der Helle/ welche darein gestürtzt und ersoffen seyn soll.Man muß diese meer-cnge mit dcren/so zwischen dem meer «ji ^ri-mor- und dem Em'inischcn meer/ hiemit oberhalb oder nordwärts der Dardanellen ligt/ nicht vermischen. Solche wird vok- xkorui riirscicur genannt/ von Thrakien/ einer Griechischen Pro- ^ellhacken / ist ein gefährlicher strudel in dem Rhein, zwischen Bücken und Rheinftlden, allwo der Rhein über viel sehen herab fchicsscl/ so daß die schiffe darbey nicht wenig noth leidm, wicwohlen es nicht fv hart hergehet / als bey Lausten u»d,La>M- burg, welcher gefahr dennoch durch der schiffcren sorgfaMll, denen dergleichen gefährliche päß sehr wohl bekandt ßnd, durch gute anstalten noch wohl vorgcbogen wird. * All - Rettlcs / sind ; unglaublich liesse brümicn zu Orenbell, ohnwcit Darlmgton / in dein Bißthum Durham, deren wnsscr ei- was warin ist. Diese brünnen sollen au. n?? durch ein erdbcbm entstanden seyn. Man sagt / daß Enthberth Tmistal, dcr BischU von der^i.Wcc?, ri„r bezeichnete ganß in eine» von diesen lmnnmi geschmissen/ welche hernach auf dem fluß Tees wieder zum Vorschein gekommen. rtier». Krir-nn. sliöl.I^OH.'I. ein fest, welches man in der insul Creta der kurops zu ehren hielt / an welchem man die gebeine der mit einem Myrten - krantz umwunden, der wohl ro ellen im umfang hatte / genannt, in einer proccll,»» herum snhrle. Ein ander fest gleiches namens wurde zu Corintho der Um-« »elloricll gehalten / von -Xk-s , sukcrcc , cs^ere , weil der Ne> e" ptzon mit der kllncrvL beyhülffe den uegLium aufgefangen nnd gc- zäumet hat; oder weil die ^ii-iervL selbst diesen namen von mum pfuhl bey Marathon, der also hieß, und wo dieser gotsin zn eh m ein bild aufgerichtet war / empfangen hatte, oder endlich von c» Cormthischcn iungfran,namens »eUori-, welche von denen nach der erobernng und cinäschcrung von Corinkdns, ' s deren ihren gespiclmnen, in der i^-nervL tcmvcl jollc gcfloven, > allda nach anstecknng desselben verbrannt worden feyn; "7' ^ man will, daß die göttin, diese ihr angethane schwach zu E eine pcstilentz unter die «cc-ciicien gesandt habe, welche man derst als durch bcgncigunq der stclen dieser iungfrauen, ani ung des tempels üntcr dem namen vi-n« tt-liocillu , unv a > lung des fests habe können vertrieben werden. Dtz-Wok. Lck. !. rz. §ck>et. L-r QI)-MP. I). Oka-, cis feriskL. t-s/ksüll»«- äc Ar/öi«/«- lle teüis Oc-ec. * Felmershausen / die letzte stadt in Nieder - Hessen an dem fluß Dvmell, 5 Meilen von Caffel, nicht weit von der Weser gelegen. An. yoy hat allhier ein Graf von Neige eine Abtey schifftet/ welche nachgehends in ein amt verwandelt worden. Almoldus/ war ein dorff-Pfarrer von Busow, nicht weit von dem Plonilchen ,ee. Er lebte zu Kavstrs Friderici Bardarossä zeiten , war stäts um Geroldum, den ersten Bischoff in Lübeck, der sein lehrmeister gewesen, und halffselbigem die Wagrier bekehren. Auf dessen Veranlassung fieng er auch sein ckronicon scisvo- ri>,n an zu schreiben, welches er von bekehrung der Sachsen zum Christlichen glauben anhebet, und bis auf das jähr 1170 fortsetzet. Von da hat es Arnoldus, Abt von 8. Iohanms zu Lübeck, bis auf an. 1209, und nach ihm Henricus Bangertus, und ein vreullyrcr Vremenks, der sein werck ckl-aniccm Uosssri« heisset, so in l-eibnicii »ccslUonibuz kilioricis befindlich, bis an. I4;o oder an. 1448 , wie auf dem titul steht, fortgeführet. Reineccius hat dieses ckronicon mit noten e unter den damaligen gefährlichen Niederländischen laufften durch den tod entrissen worden. Dahero er sich zu den m-ans begeben müssen, in welchen er es zu Löoenim 17 jähr seines alters schon so weit gebracht, daß er den gantzen cu-ssum plliioioolliLslliolvirec hatte;Als er aber seine bishero erlangte wissenschafft etwas genauer untersuchte,so bauchte ihn, er hätte seithero nichts gelernet, und sahe, daß seine vermeinte Wahrheiten und künste nur lauter träume wären. Die astrouomie, die ihm bishero so viel zeit und müde gekostet hatte, fieng ihm nun an gering zu scheinen, weil er in selbiger mehr eitle muchmaffun- gen als gewißheit fände. Den titul eines -ireium wolle er gar nicht annehmen, indem er selbst gestünde, daß er noch nicht einmal dieselbe zu lernen angefangen hätte. Jedoch ließ er nicht nach, noch immer etwas bcssers und gewissers seiner Meinung nach zu suchen, und begab steh dannenhero zu den Jesuiten in Löven, hielt sich auch absonderlich fleißig zu 6ei , der damals über seine -tilquiüricwes magics; läse. Er konte aber in die länge weder bey diesem noch auch bey dem Seneca und der gantzen Stoischen Philosophie, die ihm doch erstlich sehr wohl gefallen, einiges vergnügen finden. Bey jenem erkannte er, wie er vorgab, bald ihre elende lehren, bey diesen aber befand er endlich die augenscheinliche gefahr, 11,id den grossen Hochmuth, in welchen er steh durch die scwco- ge- stnrtzet halte, und bezeugte also, daß auch diese heydnische hochmü- thige stete von den Christen biüich müßte verworfen werden- Er laß hieraufdes Tdomä ätcsmois undJoh.Tauleri schriffien fleißig, weil er aber immer auf eine Stoische art in seinem Christenthum zuwachsen meinte, hatte er einst einen träum, als wenn er eine grosse läre wafier-blast worden, welche von der erde biß an den Himmel reichte, darüber oben ein sarg gehangen, darunter aber ein tieffer und finsterer abgrund gewesen, worüber er denn sehr erschrocken , und erkennet, baß alles durch Gottes gnad müßte erlanget werden. Weshalben er nach diesem, wie er ferner vorgibt, durch eyfriqes gebet zu einer grossen erkänntniß gekommen. Er legte sich nebst dem aufdie ms6icw. und dachte, daß nichts bessers wäre als Gott in der natur zu preisen, und der kräntcr krafft und würckung zu erforschen. Weil er aber in diesem stück so einen grossen Mangel bey den amlloribus antraf, und dahero grosse Ungewißheiten zu besorgen hatte, wolte er sichaiifdasssuäiumjucis wenden; jedoch, als er nichts als viele migegründete dinge in selbigem ollicrv>ren können, so hatte er hierzu die allerwenigste inst. Er kehrte also wieder zur mellicin, und that was er konte, doch reuete es ihn bald wieder, indem er sehen muste, daß er auch die geringsten kranckhei- ten von gründ aus nicht curicen konre; biß er endlich, seinem bericht nach, aufvieles bitten und flehen, auch darinnen ein groß licht bekam, daß er die gewöhnlichen irrthümer entdecken, und durch hülffe der cll^mic viel an den tag legen können. Weshalben er pk>- lolopku, p--- ignem genennel wird. Er hat daher viel neue Meinungen aufdie bahn gebracht, welche von einigen angenommen, von andern aber verworffcn werden. Wie denn viel sind, die ihm grosse lob-spräche geben, andere aber ihn für einen Svcinianer, kL^ccliisten n. d. g. halten. Gewiß ist es, daß er viel seltsame und irrige Meinungen, sonderlich in der theiogie, hatte. Er starb den ;c> dec.au. 1644, und zwar also, daß er seine todesssunde zuvor wüste. Seine schrifsten sind ! 6s magnericg vuinsrum nLttirllli <ü-: Icg. cura- tione contra ^oll. Koberi. jklmrsrri; iupssemsmurncis Lpacia,riston- trbus; küdrrum 6oÄciira inarillita; opuicula mecllcs; llslillliall; 6e tckribus, orku mellicin-e, 6cc. welche verschiedene mal zusammen gedruckt,auch von Christiano Knorren von Rostnvott) in das Deutsche übersetzt, und mit anmerekungen vermehrt worden. Nc!g. keellerrrllsarr.mcm. mell. Icetrer- lliüorie si. jc. 8. ksrm. plsr. Lkrillsirrliurn parr. > c. 4. ^ ^ HeimMtii söhn, gebohren an. 1618. Er legte sich ebenfalls aufdie meäicin und ckymie, wolte auch in allen wissenfchafften etwas gethan haben. Wie dann einige von ihm versichern wollen, er habe den i-ssUsm pfiiioiopllorum gehabt, weil er wenig verdienet und doch wohl gelobet. Zn Amsterdam lebte er in grosser cenomuwe, that kurtz vor seinem tod, auf Veranlassung der Konigin von Proust sen, eine reise nach Berlin, starb aber bald daraufan. 1699 zu Cölln im 8i iahe seines alters.Er'hat^uff^ne^ die er «Mt hat, auch verschiedene fache für sich sechsten geschrieben» als: 2>pkLksrum narura-; coßicationes super «zuatuor prrora caoicr Qsosseos; 6e attrill. 6iv.; cls intern.; NatNk- kUNdigUNg UNd V 0 tt kranckheiten; das buch s-6sr o>am hat er sich niemals angemaf- set. lliss. (Miacicsr. I.; p. r8r. Ketzer - llill. p. z c. z §. 25. 1699 694, 'Oelmstadt / ein Adeliches geschlecht an dem Rhein, welches Ulrich, der jüngste sohnCarl Golers von Ravenspurg soll angefan. gen haben, nachdem er in dem io seculo aufdem in dem Graich- gau gelegenen schloß Helmstadt seinen sitz genvmmen.ssihe Göler.) An. 1422 war Raban Churfürst zu Trier, von dem ein eigner ar- ticulhandelt. Reinhard erhielt an. 14;9, Ludwig aber an. 1478 die Bischöfliche würde zu Speyer. Des letzern bruder, Ulrich, war vecrcr. QoÄor und Dom-Probst zu Worms; den ihm an. 1478 angetragencnBischofs-stab zuSpeyer aber wegerte er sich anzunehmen, und starb an. 1488. Hans Philipp, Chur-PfältzischerMar- schachMth und Gesandter in Schweden, gteng an. 159; mit tod ab. Seine söhne waren 1) Bleickhard, Wüetemvergischer aeheim» der Rath und Land-Hofmeister, 2) Johann Wiprecht, Fürstlicher Badischer Land-vogt zu Emmedingen. Johann Nicvlans, Chur- Pfältzischer Obrist-Lieutenant, ein söhn des letzter», gesegnete am lS-zz das zeitliche, und hinterließ Dleickardum. Um eben diese zeit lebte einer, namens Carl Valentin. Es ist auch ein äst dieses hau» ses von gantz gleichem namen und waapen schon von langer zeit her an den Lothringischen gräntzen in der gegend Fenestranges oder Vmstingenseßhafft, und besitzet sehr schöne und grosse Herrschaffs ten und gütcr, die seit einnahm Metz unter Franckreich gehören,. Ein Herr davon ist würcklich Obrister in Frantzösischen dienstett über dasjenige Teutsche regiment zu pferd, so vorher viel jähr die namen von Rosen und Rothenburg getragen. «»«L»-. y. rsll. 224, 229. Oelmstadt/ ist eine Fürstliche Brarinschweigische stadt/ Wolf» sendüttettschen antheils. Sie ist an einem lustigen gehöltz/ der Elm genannt/ worson sie auch den namen führet/ gelegen. Es ist selbige an. 782 von dem Kayser Carl dem grossen/ auf anhalte» seines Hof-Predigers 8. Ludgeri/ crbauetworden/ als er wider die Sorben/Vilsen undWenden gekricget/damit das wort Gottes allda unter den Metern geprcdiget/und der gottes-dienst verrichtet werden konte. Sie wird also vor die älteste stadt in Sachsen nach Bardewick gehalten/ und ist von dem gcmeldtenLudgerovem Bencdittlncr-kloster/ so er zu Wchrden ander Rura gestifftet hatte/ zugeeignet gewesen. An. 1489 aber istdiesestadt Hertzvg Wilhelm von Braunschweig von Antonio/ Abt zu Wehrden und HelmstadL vor eine summe geldes verkaufft worden/ und von selbiger zeit an beständig bey diesem banse geblieben.Es befinden sich daselbst; kir» chen/ wovon die Haupt-kirche 8 . Stephani ist. Ausserhalb der stadt sind 2klöster/ deren eines am osten-thoregelegen/ von Ludgero er» hauet- und von ihm 8 . Lndgers-klvster qenennet worden; Äufder anderen feite ist auf einem berge an. 1 iß- von dem Abt Wolffram zu Wehrden und Helmstadt ein jungfrauen- kloster erbauet wor« den. Es ist dieser vrl nicht weniger von der Universität berühmt/ welche die Julius- Universität genennet wird/ indem sie der Hertzog Julius zrssBramischweig den iz oct. an. 1576 aufgerichtet. Wie bann auch dieses Hertzogs Juljj sohn Hertzog Heinrich Julius dev erste ke-croc ivlÄßnillccnrisllmuz dieser academre gewesen/ und ein kostbares gebaude/welches das neue jubii^um genennet wird/zu einem coUegio erbauen lassen. Es ist auch von Hertzvg Friedrich Ulrich an. 1619 eine biblivthec bierselbst angelegt und nach und nach vermehret worden/ absonderlich nachdem der Hertzog Ru» dolph Augustus seine sehr rare Miether dieser academie meistens gescheucht, I. z rec. 6ecm. Lr/c,r togoZc. Lruütu. p. 112. 6c amic>uisümo Ü2ku ticlmlla6t. ^ Lr,«/, ocsc» Ue llill>.Uu6o>pk. ^uzull. oracio 6s gca6sm>s: /ulla: pri- inoc6ii- row. z rec. Qecmsn. ^elmstadt/Halmftüdt/eine Schwedische stadt in der provintz HaUand. Sie gehörtevor zeiten den Dänen,bissie an. 164; krafft des zu Brömstbroo getroffenen Vergleichs den Schweden nebst der aantzen prvvintz eingeräumt wurde. Sie ist beseitigt,hat einen guten haven, unssnahe dabey fällt der fluß Nis in den Cattegat. n-- ^elmston/ Bright-^elmyon/ ein marckt-flecken m Engelland in Lerves-Rape in der südlichen gegend von Sussex am canale. Aloisia/ siehe AbaMard. . - sstssTOT-ss > waren die einwohnet der stadt Helos, im Lacedamvnifchen gebiet, welche die Lacedämonier, nachdem sie ^backte ihnen ungehorsam gewordene stadt eingenommen, zu of. f-ntticben knechten der Republic gemacht haben ; wiewoh!en,e- L wann die Obrigkett dieser Kuchen diensts nicht benöthiget war . man auch einige davon denen bürgeren für etwas zeit überliess/ Also hatten zwar viel bürgere eine anzahl dergleichen knech- mustni aber folche, so offt es erfordert ward, zum dienst der Re- public darstellen., Ihre vornehmste^errichtuu^ wm,J)aß,te die -6elmont/ (Francifcus Mercurius von) war des obbemeldten äcker bestellen,und davon einen gewissen Mbutgeben musten. Mm / 7iä hel brauchte sie aber auch im krieg, da sie der Republic offt gute dienste gethan; wie dann durch dieses mitte! einige aus ihnen bißwenen die freyheit verdienet und erworben haben. Jedoch weil man irch auch von ihnen immer zu einer empörung besorgen muste, w ordneten die alten gesätze,daß man sie nie über eine gewisse astzahl sollte anwachsen, und wann solche erfüllet, die zur weit gebohrcue kmder aufs seid werffen, und hülsios verschmachten lassen. Doch ran man nicht finden, daß dieses qesätz lange gewähret, oder vielmals ins werck gesetzt worden; Massen auch würcklich aus verschiedenen stellen der alten scribenten erhället, daß nirgendwo m Griechenland mehr knechte gewesen, als vermittelst diestr Heloten bey den Lacedämoniern waren. Sonst hielte man sie freylich hart genug, so gar, daß selbige, wann sie auch nichts mißhandelt, dannoch alljährlich zu gewissen zeiten qcpeitschet wurden,, nur um steihres knechtischen standes zu erinneren. Auch wann sie bey ihrem sclavi- schen dienst gar fett wurden,straffte man nicht nur ihre Herren,weil sie durch entziehung der speisen und härtere arbeiten lolches nicht verhinderet, sonderen es kostete auch denen sclavcn selbst das leben. Wann ein fest war, musten sie sich toll und voll jausten, durch deren närrische aufführung die Lacedämonier ihren bindern das lauer der lrunckenheil verhaßt zu machen suchten. Einige aus ihnen, die Man nannte,wurden zu lloncaen biensten gebraucht;sonderlich waren sie gleichsam der kindern Hof- meister, welche sie in die schule und wieder zurück führten. Es waren aber diese eigentlich eine art frcygelassene, welchen gleichwohl noch nicht alle Vorrechte der Lacedämonischen bürgeren verstattet wurden. Doch konten sie auch diese ehr durch wohl-verhalten hernach erlangen ; wie man dann anmercket, baß Lysimder und Gylip- pus, welche sich im krieg sehr hcrfür gethan von dergleichen an- kunfft gewesen. in in I.)c. in pa- nrrli. Li ^rcstitt. l. i. voür. I. 8. ?«»/. in l.»c. l. 8. I. z. c. 8. I. 6 öc 14. vL/r-r». 1.12. c. 4z. in tkggm. §«r«l. //c/sct,. Lt. §^o/. scl Nlutuin, Ue rep. l.Lcc8. inilcell. I.»con. >?cc. * Helpericus/ ein Münch zu 8. Gallen, war ein Teutscher von geburt, und lebte in dem ir lecuio. Er hat verschiedene wcrcke geschrieben, als einen »^2 von der music, und einen andern ste co,u- z>uco ccclciiLlkico. czräl. Alpis/ war des berühmtem Boethii Weib aus dem 6 leculo. Sie war in allem wohl unterrichtet, schrieb einen guten vcrs und Iixmnos von den Aposteln. Helsingborch / eine offene stadt, mit einem verfallenen schloß, welche in der provintz Schonen ligt, und zwar an dem ort, wo die meer-enge, der Sund genannt, ain engsten ist. Die see-ländistbe vesrung Cronenburg befindet sich gerade gegen über. An. i; 6 o nahm sie König Wäldemar in Dänemarck den Schweden ab, welche sie an. *48 r wiederum eroberten , aber an.,; z; abermals vcr- lohren. An. losmachten sich die Schweden davon meister, traten sie aber in dem folgenden jähr den Dänen wieder ab, welche sie an. i6;8der Cron Schweden auf ewig überliesse». An. 1676 in dem jul. muste sie sich dem König von Dänemarck, Christians V, unterwerffen, und da sie eine kurtze zeit wieder Schwedisch gewesen, sahe sie sich gezwungen,an. 1678, in dem jun. abermal Dänische Z^rnilv» Anzunehmen, bis sie das folgende jähr nach erfolgten; frieden demKönig von SchwedenrcMrwrt ward. An. 1709 ward sie von den Dänen erobert,aber bald wieder verlassen. Hellingen/ Helsingland/ eine Schwedische provintz in Nord- Jütland. Es war chmals ein besonderes Reich , welches an dem flusse Uba und dem see Ulutresk gelegen, daher es auch Gestricken, Medelpadien, Angermannland,Iempteland und Bolhnien mit in sich begreifst. Jetziger zeit hat es den ist'«», u«rl>,>>cum gegen abend, Medelpadien gegen Mitternacht, und Gestricken gegen mittag. Die vornehmsten örter darinnen sind Hudickswaid, Hecda und Dilsbv. Es hat selbiges einen sehr fruchtbare» boden, auch herrliche fischereyen und wcyde. Ehemals brauchten sie ihre eigene gesetzt und buchstaben,so aberjetzt nicht mehr üblich sind. Luecis p. zyß. ^elsmgford / lat. ttcliwßkc>r>Zi'3, eine kleine stadt in Finnland, welches ver vornehmste ort von Nyland ist. Sie ligt an dem Fimi- ländischen mecr-busen,am ausflusse der Wanda, und hat einen guten haven. Die einwohner nähren sich meistentheils mit dem fisch- fange, als lachsen, hechten und dergleichen, so gedörrtversührt werden. 8uecia 9. 4;/, 2,0» ?. 2. k- i; 5 - ^elstngör/lat.Llscnoi-L oder bicliingorg.eineaufdcr Dänischen insul Seeland, bey dem ansang des Sundes, gelegene stadt, welche durch das castell Cronenburg, so der König Friedrich II an. i; 77 gantz nahe dabey anlegen lassen,beschützet wird. Es ist gleichsam der schlösset zu der osr-scc,und alle schiffe, nur die Schwedischen ausge- nommmcn, so daselbst vorbeysegcln, sind gehalten, dem König von Dänemarck einen gewissen zoll zu entrichten. Leisten / ein Enqclländischer marckt-ffeckcn in Kirrier-Hund- ted in dem westlichen theil von Cornwal, welcher 2 Dcputlrtc zu den Parlaments-versammlungen abzujchickcn befügt ist. ^elvia Ricina/ eine ehemals berühmte stadt,welche aber, wie es scheinet, in dem 4 oder ; stcMo durch die emftstle der barbari- schen Nationen in Italien verwüstet worden. Sie läge in der gc- gend, wo jetzo die 2 städte Recanati und Maccrata auf den 2 benachbarten höhen in der Anconitanischen marck ausgebauet sind; wie dann sich daherum noch verschiedene alte stenischriffren finden , darinnen des orts Helvia Ricina gedacht wird, welche also zcugniß hein geben, daß diese statt noch unter den ersten Kaysern im stör aeivÄ sen. Auch will man da noch einige von einem sehen. Iiiscr. 8/-0W. tHikcell. LcoZr. Llir. Oeüc. lic 1',^, 2 z>. 62, 6z. * ^elvicus/fCbristophorus) wurde zu Sprendlingen im Danm städtischen, woselbst sein vater gleiches nainens Priesterwar, an 2; 8e den 26 dcc. gebohren. Sein groß-vater, Quirmus Helvicusi diente dem Landgrafen Philippo von Hessen in dem Smalcaldi' schen kriege, und wurde in Darmstadt, welchen ort er wohltz-st/ -lulle, zuletzt gefangen. Er kam bald in die schule nach Francksiirt am Mayn, und gieng hieraufnach Marpurg. In seinem i? jM schrieb er einen jaubcrn Griechischen und Lateinischen versteckte die Hebräische jprache wie seine mutter-sprache, und fieng schon in dem 20 jähr,eines alters an in der Griechischen und Lateinischen spräche, nicht weniger auch in der Philosophie zu lehren. Er legte sich hierbey auch etwas auf die Medicin,wiewo! er die theolvgiesein haupt-lluclium seyn ließ. An. 1605 wurde er aufder neuen acnck- mie zu Giessen ?r»k<-ssur der Hebräischen und Griechischen sprach, und an. lüro ?rotallor McoioAiÄ,. An. 1611 wurde ihm eine wichtige kirchen-stelle zu Znaim in Mähren, und eine pwtMon in Hamburg angetragen,welches er aber beydes ausschlug. An.161; muste er auf des Landgrafen beseht voLk»r Mco!c,giL Werden. Er starb den 20 scpt. an. 1617. Er wurde vor einen gttten 6,2m- „>.,cicum und ctzronologum gehalten , und suchte auch eine neue NU-nic zu werck zu richten, die man damals sehr lobte. Er hat viel bücher hinterlassen, worunter -lencki )u-lLorum u--avenm öc pcrionL ttciliL; 6e LlmMsicis bibliorum pLMpdrgildus; ckez. rrum iiiirvricum ; ichbemL conrrciv. lbeol. litzri älUz/kici Lc. Lost/!,,/» vir. mcm. ltzeol. rstsLir. Hrr.c/,r lewplum Iiviwr, L-t/e. ^ewidius / siehe AMidico Narianitä. ^elvoetsluys/ ein dorff in Süd-Holland, in dem lande m. Vvvr»,2 meile» von dem Briehan dem einfluß der Maas in die sce gelegen. Zwischen diesem ort und dem lande von Goeree ist eine sichere und grosse rhede, auch hat das dorff an sich selbst einen klei. nen haven, wohin die schiffe, welche einer ausbesserung nöthig haben , gebracht werden. An. i<>88 den 11 nov. liess der PrintzWilhelm von Oranicn von hier mit derjenigen flotte aus, welche zu der merckwürdigen cxpcustio» nach Engclland bestinnnt war, und von selbiger zeit an ist dieser ort mit unterschiedenen Englischen einwohnen; besetzt, ingleichen mit feinen Häusern versehen worden. Die paquct-bote aus Engclland pflegen gemeiniglich daselbst ein nnd auszulanffen. ^elxai / siehe Alxai. Ä»m;/ (Johannes von) war einer von den Franciscanern, s- kiimm, genennet werden, und von Cordie, ohnftrn -rmiM in ckr Picardic gebürtig. Er that an. i;;2st; dem convcnr von Rigem ohnftrn Paris protclllon. Bey seinen predigten war ein solcher zu- lauff, daß er sich genöthigt fand auf öffentlichen platzen zu Paris, lind insonderheit auf dem kirchchofc 8. Jnnoeeistii zu vredigeii. Es suchten ihn einige bey der Königlichen mittler Catbarina M Medices zu verunglimpfen, und gaben vor,er habe ste mii der Iesa- bel verglichen, wodurch die Königin dergestalt aufgebracht wurde, daß ste ihn bey dem kopff nehmen und nach 8. Germain suchn ließ, da er vor ihro hiervon rcchenschafft geben soltc.AIlcin die bük- ger von Paris drungen auf seine erlcdigmig,erbiclten sie auch,führten ihn mir »»gemeiner freude und grossem zulauff wiederum zu» rück nach Paris, und hielten deshaldcn des andern tags eine schr grosse proccliion in die kirchc 8. Barlholomäi. Als er zum i'iov!"- cioii der kiinimnruir, der Provintz Toulouse erwählet wurde, lagen die bürger von Paris dem Päbstlichen kvwicio so lange au, bis er in des Pabsts namcn selbige wähl aufhebe,, muste, daß er also mir grossem vergnügen des volcks zu Paris blieb. Er starb endlich an der pcst den, übce. an. iz 62, da er nur io jähr in seinem erde» ge< lebet,lind war zu verwundern, daß, da das volck hauffcmvcisei!»! zu besuchen kam, keiner von ihm angesteckt wurde. Er ward in das kloster von Nigeon gebracht, woselbst man ein schlechtes grab/iM seinem bild und cp-c-pist» siehet, weil sei» ordcn nicht bat MN» wollen,ein inehreres hinzusetzen,da ihme sonstcn die bürger von Pa» ris aus ziisammen geschossenem geld ein prächtiges grabmaal m marmor auszurichten willens gewesen waren. ^ cch-,»». ->-r liommes illullr. * ^emadan/ ist eine in der Persianisthcn Provintz Erack, mcil von Jspahan, und 40 von Tauris gelegene iiainhafllr statt, worinn viel gcdenckzeiehen des alterthums, und unter anderen,a» grab des Märdoehai und seiner oaiccc, der Königin Esther, zu stckn sey» soll. Sie ist an. 1724 von den Türcken nach einer; inoiia - lichcii blutigen belagerung erobert worden. v«»- - sn- 172; P. Z 4 - * Hemaii / ein Eftart, war einer von des Davids sängern, welchem auch der 87 pststm zugeschrieben wird. 1 Otto«. ,s. ^einard von Denonvttte / (CaroluS) ein Cardiiial, Bstchels von Macon, nachmals von Ainiens, und Abt zu d. Huomo vo Angers, :c. Er >var ein Frantzoß, des Pelri Heiuardi, HE" Denonvillc in Bcausse und Johanna Fremiere ,obu> Hül st, König Francifto I war er in grossen gnaden, welcher mst lern zu rath zog, ihm das Bißchum Maeon gab, imd imi lu> in viel wichtigen dingen bediente, t.» Croir»!u Marne M, » Hemard in dieser zeit einige m-most-s geschrieben, wemn' ^ nicht sind gedruckt worden. Er war nach dem Johamw D ^mtzsiUsteui- zu RvtN, und erhielt daselbst den 22 dee. an- hcm Pauls m den Cardinals - Hut. Nach seiner rückkunfft in Franck- reich bekam er das Bchthum Amiens, woselbst er den 2; aug. an. 1540 starb. Sein leichnam ist daselbst in der Haupt- kirchen begraben. ^ ^-»-/rere Litt. ci ^micnz. epilc. ^lLtiscon. Zkir/He. f>,Lsw> O»«//,,,«,. ^emelarius / (Johmines) gebürtig aus dem Haag, war c»- nonicus zu Antwerpen. Er legte sich vornemlich auf die wissen« schafft der aber darneben ein guter Redner «nd Poet. Er hielt zu Rom dem Pabst Dementi VIII eine rede, welches so gute wmckung hatte, daß ihm freygestellt wurde, ob er lieber Libliorliecsrius im V^ricLN seyn , oder eine geistliche prLbenäs haben wolte, da er denn das L->noni»r der Haupt - kirche zu Antwerpen erwählte. Er hielt gute freundschafft mit Justo Lipsio und Hugone Grotio, von welchen beyden er auch sehr «itimirt wurde. Man sindet von ihm cxpositionem numifinscum Lomsn. bibl. Lelx. Si,ve,rrr LriiLn. Lelgic. 6,o»oi,ir orLt. funebris )sc. Lolii. L-r-'/e. WÄILI^O - L^?H8VL. sind anhängere einer gewissen fette unter den Jüden , und wurden also genannt, weil sie sich alle tag im jähr zu tauffen oder zu waschen pflegten, meinende, daß in dergleichen täglichen abwaschungen eine sonderbare Heiligkeit bestünde. Sie hielten es im übrigen mit den Meinungen der Pharisäer, ohne allein, daß sie mit den Sadducäern die aufferstehung der todten läugneten. Wie einige ausleger davor halten, so sollen diese leute diejenigen gewesen seyn, welche die jünger Christi be- strafften, daß sie mit ungewaschenen Händen assen. L/HLE«, i. r ksnsr. c. >7,18 HLNHOOKONI . Von llier, und cur- lus, waren bey den Griechen gewisse läuffer, welche in einen: tag einen grossen weg zurück legen konten, wie dann exenwel vorhanden sind, daß einige üzo itsäiL, ja andere gar bis aufiooo von morgen bis abend gemacht haben, da die erste summ bis auf 20 unserer meilen, wie man sie ohngefähr in einer stund ergehet, die letztere aber über ; i ausmachet; anderen wird noch ein mehrers zugelegt. Eine jede stadt hatte dergleichen in bereitschafft, und waren auch deren stäts bey den armem, da sie, wenn es noth war, hin und her geschickt wurden. tVr». t. r c. 7 L1. 7 c- -0. in Xrillille. Lo,„. in >4i!k. l. zr c. 24. episs. sing. Lcl Ilsl. 6c fbsii. ep. sskeclizsin. öcc. * Amid/ Hemia/ Amid/ oder Simiso / ein Bischöflicher sitz am Eurinischcn meer, 100 meilen ost - wärts von Sinope, am fluß Casalmach gelegen. 6emid/ Cara-Hemid/ oder Amida / eine stadt in Mesopotamien , sihe Caraintt. ^emina/ ein klein gefaß, damit die Griechen und Römer flüssige fachen zu messen pflegten, und welches so viel, als 10 nutzen wein schwär ist, in sich hielt. Der heilige Bmedictus hat in seiner regel den München des tags nicht mehr als so viel wein erlaubet. O« k>chre. cle meng 6e poncle,-. lib.l. Amina/ ein Römischer ttlstoricus, sihe Caßius Hemina. ^emmittchus/ (Nicolaus) Waran. 151; in dem dorffEm- bolds auf der insul Laland gebohren. Sein vater, Hemmingius Nicolai genannt, wäre ein baucrsmann; als aber dieser ihm jung verstorben, wurde er von dessen bruder Johanne einem schlosser auferzogen. Als er die ersten funä-mencL in seinem Vaterland zu Rothschild und zu Lunden gelegt, gieng er nach Wirtenberg, woselbst er; jähr des Melanchthonis zuhörer war, und sich so wohl mit privsc, informiren als mit schreiben fortbringen muste. Als er wieder in Dänemarck zurück kam, und von Melanchthon rccom- wcriäscions, schrifften mit sich brachte, begab er sich anfänglich zu einem von Adel, dessen töchter zu mk->i-mireii. Nachgehends wurde er an. 154; Professur der Griechischen spraach, an. 1545 k-rofsf- wr tüttcÄicL und der Hebräischen spraach, an. 1547 Pfarrherr zum heiligen Geist, an. 15 5 z prvssssor, und an. 1557 noüor rke». laZiL > auch Vice - Cantzler bey der scLäeinie. Als er nun diesem amt viel jähre vorgestanden, auch wegen dem so genannten Oy- pw-c-lvmilmo einiger Massen verdächtig wurde, (wiewohl er selbiges nachmals widerruffen ) wurde er von König Friderico II wegen seinem hohen alter, oder weil man ihm in der religion nicht recht traute, und seinen widerruff vor verdächtig hielte, als ein emettrus solches amts erlassen, und ihme ein Ononiczr zn Rothschild angewiesen, daß er seine übrige lebens - zeit ruhig daselbst zubringen solte, woselbst er, nachdem er zuletzt blind worden, den 2; may an. 1600 verstarb. Mit seinem söhn, Johanne Hemmin- gio, war er zimlich unglücklich; benn selbiger war bereits Professor der Griechischen spraach zu Coppenhagen, wurde aber wegen seinem üblen verhalten lulpenäirt, und endlich durch ein Königliches llecrsr seines amts gar entsetzt. Seine schrifften sind: fynlLZma inllinmonum Liirikiznsruln; cnckiriäion tbeologicum; pokills; rommemsrius in epiltolss Paul,, pekri, jucl« > loliannis; vikL v>s ; irLÄsrus lle grsriL univerfsli 6ec. acscl. ttafn. p. 74. prel-err tllesrr. p. zir. in Osni» orcboäoxs. epir. Apologet, ronrrr lDsnism onkoäoxsm. N«rrt>sü»r 6e fcrixt. Orn. p. lo;. Ütkoüer«« in b^pornnem. p, 540. ^emodes/ sind die 7 Dänischen insulen,Zeland,Funen,Langland, Mö», Falster, Laland und Femeren, die von PomponioMela also genennet worden. Cluverius hält Schetland davor. ^emskerckm/ (Martin) ein kunstreicher Holländischer Mahler aus dem borffHeimskercken, (da sein vater Jacob Wilhelm van Been ein Bauer wäre) an. 1498 gebohren« Er hatte von „ . . hm 7IZ Zuneigung zu der Mahlerey, lernte selbige aber Wilhelm in Harlem; sein vater aleicben leot^n "ber seinen Pflug verstünde j und sich »ach der- allerllebe^n^ einbiloete, das bauren - gewerd wäre die fände man darbey allezeit genugsam arnssen ^teren,) nähme ihn, ob schon zu seinem deriim den anfangen dieser subtilen kunst wie- ^öcit nach hauß; als er abcr einsmals ^"ch^chtlgkelt einen eyrner voll milch von dem kopff herun- ter sturtzte, und thue hierüber der erbitterte vater mit einem har- empfangen wolte, setzte er sich durch die flucht in sicher- , und käme also rmt beyhulff seiner mutter, welche ihne mit etwas Neidern und gelb versehen, über Harlem nach Delffr, da er ohn weiteres bedrucken jeine erstere vrokLiNon von neuem ergriffe, und bey Johann Schorel dein mahler in arbeit trat, auch in nutzem gantz sonderbare Prozess,>> machte. Von dorten gieng er nach Rom, allipo er sich z jähr lang in den ämickez, und anderer für- treflicher meistern wercken geübet hat; als er aber in Italien zu viel Verdrießlichkeiten einschlucken muste, begab er sich in die Niederlande, und setzte sich wieder zu Harlem, aüwo er an. 1574 gestorben ist. Er hat viel kinder hinterlassen, doch ohne schaden, weil er schone mitte! hatte; er machte deßwegen cmch verschiedene stifftinigen, und i-gwte unter anderem einen Hof, woraus etliche arme erhalten wurden, die jährlich seinen sterb - tag mir trauren begehen lösten, wie denn ein solches noch jetzund üblich seyn soll. Lcgä, kiLf. k. L 1. z p, 274. * 6emstead/,ein Englischer marckt - flecken in Broadwater» Hundred, im nördlichen theil von Harfordshire. Äemz / lat. Lmisss, oder besser Lmefs, eine stadt in Syrien, von den Türcken Namsn genannt, so ein Ertz - Bischöflicher sitz unter dem Patriarchen von Antiochien ist. Sie ligt an dem fluß Orontes, und ist 4; meilen nord-wärts von Damasco und 8 ° ostwärts von Antiochien entfernet. Es ist ein zimlicher ort, mit einer maner von schwartzen und meisten steinen, einer halben pigu- hoch, umgeben; der stadt-graben aber ist mit alten steinen und eingefallenem maur- werck angefüllet. Sie hat 2; thürne, 6 thore und ; kirchen, unter welchen die vornehmsten von 8. Helena aufer- baut worden. Die Türcken eroberten sie in der mitten des 16 sscuii nicht ohne grosses blut«vergießen, weßwegen sie auch den ort rui, >»ren und eingehen liessen. ssLeE-r p. rrz. Anno / (Gabriel 6-) war an. 1612 zu Valladolid gebohren, und begab sich an. 1626 in die 80c. )ctu. Nachdem er viel jähr an unterschiedenen orten die tlleoloZie gelehrel, ist er zu ausgang de^ 17 Lcuii zu Salamanca gestorben. Seine schrifften sind: vt- cm- p^reo coolo; äe eucksrilkiL fscrAmenro; cle miss» Hcrillcio; lle fcisii- ris mcllia; rkeologia fciei>riL meäis, 6cc. bibl. 5 . Denares / ein fluß in Spanien, welcher in dem gebürg von Siguena entspringt, und durch den nördlichen theil von Neu - Ca- stilien seinen lauff nimmt. Daselbst gehet er bey den städten Pa- diüa, Hita, Tortosa, Guadalajara und Mcala vorbey, biß er endlich unweit dieser letzten stadt, die von ihm ihren beynamen bekommen, in den fluß Tarama fällt. Renault/ ein FrantzösischerPoet indem i7scculo, welchem man das bekandte sonnet auf eine frühzeitige geburt zuschreibet, war von geringen eltern gebohren, Massen sein vater ein becker, und er selbst im land von Forez, ein Steuer - einnehmer gewesen, dabey er doch nicht gar reich worden. Es mangelte ihm nicht an geschicklichkeit und der kunst einen guten vers zu schreiben; und dienet ihm sonderlich zur ehr, daß die berühmte a« ttoull«-» hierinn das meiste von ihm gelernet hat. Allein bey diesem allem wäre er so unsinnig, daß er sich mir dem größten fleiß bemühete für einen Atheisten angesehen zu seyn, und mit seinen Meinungen sich groß zu machen suchte, sich auch würcklich ; unterschiedene fflle- msis oder einbildungen/wie die seel unsterblich seyn konte,ausgeson» nen/und ausdrücklich nach Holland gieng, um mit dem 8?inoir be-> andt zu werden,der aber nichts sonderliches aufihm gehalte.An seinem end bekehrte er sich,und wolte durchaus dasHAdendmal nicht anders als mitten in dem zimmer und mit einem strick um den hals zu sich nehmen, wovon ihm sein bcicht-vatter mit gemalt abwehren mußte. Seine wercke sind unter dem titul oeuvres äivcsse- v.». zu Paris an. 1670 jn 12 herauß gekommen. siittio«. ssE,- Aenckard/ eine Freyherrliche alte familie von Schafhausen , hatte den namen von einem dorff in dem Thurgöw, nahe bey Winterthur. Von ihnen war an. 1260 Conrad von Henckard der 12te Abt zu Schafhausen. EO. 6,». * -Anckel/ ein Gräfliches geschlecht in Schlesien, welches seine» Ursprung in Ungarn genommen, und einerley Herkommens nstt dem geschlecht der Grafen Tburzo von Bethlenfalua m Ungar» seyn soll, die in selbigem Königreich die höchsten, so wol geist-M weltliche ehren-ämter besessen haben. Es hat aber das Henckellsche hauß vor mehr als ioo jähren seinen sitz geändert, und sich aus Ungarn erstlich nach Oesterreich, hernach aber nach Schlesien gewen« det, allwo es jetzt in; linien abgetheilet ist, und cme von den freyen standes- Herrschafften daselbst besitzet. Der erste von diesem ge. schlecht war Petrus Henckel -l- c^tymofo.« oder Donnersmarck, ein Ungarischer vom Adel. Dieser wttgte Jacobum , so glewhsalls ein Ungarischer Edelmann war. Es gesch'cht dieses letzten mel- duna in einem cliplomste, so derKayser Sigismundus an. 1417 zu Costmtz am Bodensee ertheilt, darinnen seine und anderer ruhm- würdige Verdienste erzählet werden. Jacobus hatte Johannem ä- A thei). Lpr» r-«-. (s 714 hen L-uclionis und Donnersmarck, welcher r söhne zeugte, als Gtor- gium I und Nicolaum, Domherrn in Zips. Dieser beyder geden- AeteincUploma, so Konig LadislaUs von UNgarn an. i4?6zuOfcn öffentlich ergehen lassen. Georgius I setzte das geschlechk fort, und zeugte Georgium II, welcher; söhne hatte, Iohannem Courabum, Bernhardum, Sebastianum und Petrum. Unter diesen wurden Conradovon Margaretha cleVillach, emer tochter Georg«,und enckeiin Nicolai ae Villach, eines Ungarischen Edelmanns,8 söhne gebohren, unter welchen einer, namens Johannes II, joaii'. 151; gebühren, Edel - knabe bey der verwittibten Konigin Maria von Ungarn war; er gieng aber hernach mit ihr nach den Niederlanden, und kam an. i?4i wieder zurück in Ungarn, allwocrCam- mcr-Rath wurde. Dieser starb am 1588, und zeugte von seiner ge- mahlin Anna, Matthäi Voldners tochter, 6 söhne. Unter diesen war einer, namens Lazarus, der ältere Herr zu Gfäll und Wejen- dorff, der landschafft und Herrschassten Beuthen^, Tarnowitz und Oderberg, rc. der Kaysern Nudolphi II, Mattbia und Ferdmandl Ü, wie auch der Ertz- Hertzogen Maximiliani und Caroli wurckli- cher Rath, auch Ober-0ire«nii Italic» nicht aus Paphlagonien, sondern aus Gallien gekommen, in zweiffcl ziehen; dieses ist gewiß, daß ehemals ein berühmtes volck dieses namens um das heutige so daher noch im Lateinischen Vencri« heißt, gewöhnet hat. Einige wollen den nameil Venen von den Teutschen Wenden herleiten, und glauben, daßdiefe mit den Asiatischen v-netü entweder einerley, oder doch von ihnen entsprossen seyn, welches aber Cluvcrius widerleget pr«k. Lsrm. anr. cle rcb.SlLv. §.6. Sengersperg / ein Bayrischer marck- flecken, so im Bißtbnnt Passau oberhalb Hofkirchcn an der Donau ligt, und sein eigen land-gericht hat. p. zr;. ^engist/ der erste Sächsische König in Kcnt zu ende des sten i-cuii, stannnte her von Wodan, einem Sachsen, der seiner tapffer- kcit wegen zum Gott gemacht worden,welchem der vierte rag in der Woche,nach ihm wodans-dag/ im Holländischen woens-dag/ im Englischen lvednes-d.iv / und im Teutschen der Nittwoch genannt, gewidmet war. Nachdem Hcngist von Dortiger», dem König der Britannicr,ersticht worden,ihm wider die Schotten und Picken zu hülffe zu kommen,erhielt er zu erst die insul Tbanet; Ais nun sein beystand glücklich war, «nd er nunmchro vesten still m der insul halte, welche er wegen ihrer fruchtbarkeit sehr bewunderte,lüde er andere von seine» landsleuthen zu sich, um an seinem glucke theil zu nehmen. Die Sachsen begaben sich also in grosser menge dahin, und wurden ohne verdacht aufgenomneen, doch unter dieser bedingung,daß sie die Pisten sollen helssen zurück halten. Dar- aufqcschahc es, daß Hcngists tochter, eine überaus schöne o-me, hinüber kam, als gleichsam eine lock-spcise vor Dortiger», welcher von dem Hcngist auf ei» banquo- geladen wurde, worden Roiven (so hieß seine tochter) von ihrcin vatcr beordert war, dem Konig eine flaschc wein zu ^«idnklren, und ihm unter währendemb^uce immerfort aufzuwarten. Der König wurde auch von ihrer MN- heit eingenommen,ob er gleich bereits im ehcstand lebte, und Milchte daher» Hcngist, sie ihm zur gemahlln zu geben. Selbiger fleli e sich anfänglich, als ob er nicht dran wolle, um ihn dc>io begieriger zu machen, und als er zugleich dem König vorhielte, welcher MM Thauet vor die wachsende anzahl seiner lenke viel zu enge wäre, l» erweiterte ihm Dortiger seine grälitzcn,und schenckleihiu die gaM provintz Kcnt, wofür ihm Hcngist seine tochter zur ehe gab. Hierauf suchte Hcngist sich des Königs gnade immer mehr ll»d mehr i» nutze zu machen,und erhielte bald darnach erlaubniß,dc» Veka M den Ebissa, seinen und stincs brudcrs söhn, zu sich zu r>iM, Mr dem vorwand, daß, wofern die nördlichen gräntzen ihnen umM wären, sie dahin bedacht seyn sollen, selbige wider die Picke» M schützen,gleichwie immittelst er die östliche gegend bewahrte; Hm- gist starb aber an. 489. >->-Ewm. cliron. reg. -rnglic. ^enichius/(Johannes) war im jan. an. r; 16 gebobre». Sei» vater war Philipp Henich , Pfänder?zu Winhuscn. SemlM pathe war der berühmte Johannes Arnd, welcher chnsoM^ wärth hielt, auch -llopciret hätte, wofern er nicht darüber UM ben wäre. Er wurde bald nach Zell und Luneburg m dre hen «nd im 18 jähr seines alters nach Helmstadt geschickt. Zu end des jabrs -6) 9 begab er stch nach Hüdesheim. Als er hierauf eine reis se über Colln, Mayntz, Coblentz, Franckfurt am Mavn, und andere berühmte orter von Teutschland gethan, hielt er sich eine zeitiang bey dem bekannten Juristen , Iacobo Lampadio zu Hannover auf. An. 164z mürbe er zu Rinteln zum ?c»nu!<>rc msrLotnKces und der Hebräischen sprach bestellet/ und nach anderthalb jähren zum Luperincenclenrcn zu Bardewick/ da er sich dann so wo! dabey hielte / daß ihm der Hertzog Augustus auch die iosseQloo über die Woif- fenbüttelische llioeces auftrug. An. 1651 wurde er Professor rtieolv- zu Rinteln, bald darauf LonNN»ri2l»Melior und 8uperincenllsn8 der Grasfchaffr Schaumburg. Er starb den 27 jun. an. 1671. Seine schristten sind t compcnclium lllcuiogiL-; cje veriiLis reiiz.,0- nis LiiriNiLii/r ; inssitukiones rlleoloAicL; iillr. eccleiiLific/e ^grres rrcs. f'ssrtte» w mem. ilico!. p. »7,6. LÄFtt/rr« incrocluÄ. rU Uilr. ecct. IssssXIOCIII- waren völcker aus dem Asiatischen Sarmarien, zwischen dem pooro Luxino und dem berg Corar / welcher ein stück von dem Caucaso war.Man halt darfürchaß sie von den Lacedämo- niern herstuurmen / welche unter des Rhecä und Amphistrati, so Castoris und Pollucis kutscher waren / anführung, eine coion-e dahin schickte. Es wird gesagt / als hätten sie bey ihrer eitern begrab- niß ein grosses fest gehalten / und ihr eingeweide verzehret. Nach der heutigen xeoA^Kie möchten sie ungefähr um Alb« und Calen Sun oder nach andern chartern um Pezoda und Eschisimuni in der Czrrcaßijchen landschafft Abafa gewohnt haben. Jedoch weil ihr sitz bey den alten so unrichtig ist / so kan er auch jetzo so genau nicht bestimmt werden. i. i. r. H^enley / ein Engclländischer marcktflecken in Barlichway- Hundred m dem westlichen theile von Warwicköhire / sonst Henley in Arderr genaunl/urn es von dem folgenden Henly in Orforvshire zu unterscheiden. Henly/ ist ein guter marcktsiecken in Biewfield-Hundreb in der .süd-östlichen aegend von Oxfordshire an der westlichen feite der Temse,worüber daselbst eine schöne brücke gehet. Henna / eine stadr in Sicilien/sihe Enna. Henneber«/ eine gcsürstctc Grasschafft, davon jetzo das meiste die Hergoge von Sachsen besitzen. Es ligt dieselbe an der Werra zwischen Thüringen/ Hessen, dem Fuldischen/Würtzburgischen und Coburgischcn. In den asten zeiteu ist die gegend zu Thüringen gerechnet wordeu/bis sie zn der Fränckischen Königen zelten, oder wol noch langsanrer ihre eigene Regenten und Graten bekommen / die von ihrer resident; nach damahliger gcwohnhcit gcnennet worden. Solche hieß Hcnneberg von dem berg Hayn/worauf sie erbaut und davon der dastlbstige so genannte Forst Hayn, und das nahe Röm- hildische dorssHayne auch ihren »amen haben. Daß man aber die Grafen von einer Henne benennen / oder aus Italien herführen wilhals wenn sie von einem Columneser/der im; i^uw zur zeit des einfalls Attilä seine sicherheit in Francken gesucht, und bey belie- bung der gegend und grundlegung des schlosses Henneberg, eine wilde Henne mit ihren jungen auf selbiger stelle gefunden / unssdes- wegen dem schloß den namen gegeben/ ist niemals aus glaubwürdigen Urkunden erwiesen worden. Die erste gewisse Nachricht der Grafen von Henneberg findet man an. 11; 1, da ein solcher Gras Gottwald/aufzureden seiner gemahlin das kloster Besser«/ welches an der Vesera oder Werra gelegen / und daher den namen hat / gestiftet / und darein Nonnen und Mönche Norbertiner-ordens geft- tzet hat; worauf er an. 114; gestorben und zu Besser« begraben liqt. Sein söhn,Graf Poppo, war zugleich Burggraf und Vogt zu Würtzburg/ welche die Grafen vonHennebcrg langezeit besessen. Seine gemahlin aber war Jrmengard / Ottonis Marg- grafen von Stade tochter/ die an-1178/ er aber uz; gestorben. Bertholt» I V Gottwalds söhn und Popponis bruder, der zugleich mit seinem bruder, und nach dessen tobe allein regieret, zog ins gelobte land und starb aus dieser reise in Syrien. Seine gemahlin war Berthe», eine Pfaltzgräfin von Sachsen, so das kloster Trostatt Misstet, und die Nonnen aus dem kloster Besser« dahin gethan. Ihre söhne waren Bertholt» der jüngere, so an. 1213 ohne kinder gestorben, und Pvppo , der gemeiniglich der XII genennet wird. Dieser soll zuerst eine fliegende Henne in seinem waapen gessihret, und bey dem beylager Kaysers Friderici I mit dem Fraulein Beatm von Burgund an. n;6 als Erb>Marschall des Hertzogthums Francken aufgewartet, auch von dem Kayser eine con6rmm,oo des Würtzburgischen Hertzogthums erhalten haben, ist «heran. 1189 mit höchstgcdachtem Kayser in Palästinam gezogen, daselbstssranck worden, und an. 1190 gestorben. Von seiner gemahlin «Sophia, Hertzogin aus Bayern,so an. 1218 oder 1222 gestorben, hak er verschiedene kinder erzielet, darunter sonderlich merccwurdig Berthol» dusVI, der mit seinem bruderPoppone XIII die regierung ge- meinschafftlich geführet. Er hielt es mit Kayser Philipp wider Otto IV und dessen beystand Landgraf Hermann aus Thüringen, auch hernach mit Friderico II,und starb an. 1211. Nach ihm bekam sein bruder, welcher in den Historien auch isss-m-und b-iiicollis genennet wird, die regierung allein, und empfieng zu erst an. 1216 von Kayser Friderico II seine privil^is über saly-und berg-wercke» An. 1220 starb ihm seine erste gemahlin Elisabeth, Hertzogs Al- berti von Sachsen, Ascanischen stammes tochter, worauf er Gut- tam , Landgraf Ludwigs von Thüringen schwester, heyrathete; An. 124; aber starb er selbst,und hinterließ von seiner ersten gemahlin Henricum, der bald hernach ynt seinem bruder Hermann theilte,und die Hennebergische linie angefangen, wie sein bruder hcrge- gen die Stcausische oder Coburgrsche gestillter , und zu Strauf t-flilixelhat» hm 7lZ . Von dieses Hermanns gemahlin Margaretha, Grafen Floren- Seeland tochter und Graf Wilhelms von Holland, der auch Römischer Konig worden, schwester, so ihm an. 1249 beygelegt worden,wird vorgegeben,daß sie M kinder auf ein- ssjstMb0yren,wov0n 1 hr --pi-Lod,u-o zuLvßdün,einem kloster Bernhardiner-ordens,bey Haag in Hofland gelegen, daselbst sie an. 1276 begraben wurde,zeugen 10U. Wiewol nun Guicciaröinus/Meierus, Eusvlnranus, Crasmus NoieruäLmus, Prstorius, Heerbrant» und andere H-ssor-c, dieser geschieht Meldung thun; so sind doch Ursachen,, welche solche m ihren umständen zweiffeihafft machen. EihL hieruoer den art. Margaretha. So viel aber ist gewiß, daß sie ihrem gemahl Graf Hermann,der erst an. 1290 gestorben, s kinder gebohren, als Poppvnem und Guttam. Poppo hat zwar bey seines varers leben Sophiam , Hertzog Heinrichs von Bayern tochter,geehstcht,aber keine erben mit ihr erhalten, sondern ist an. 129! gestorben, und hat seine länder seiner schwester Guttä und MarggrafOttonis von Brandenburg söhn, Marggraf Hermann, vermacht, nemlich die pflege Coburg mit 22 schlossern und städtem- Selbiger hat zwar einen söhn und etliche töchcer gezeuget , es ist aber der söhn Johannes bald nach feinem vater (der an. 1 zog gestorben) an. r; 14, tödtlich abgegangen, da denn mit seiner schwe- stcr Gutta oder Brigitta, die sich an. iz 14 an Heinrich, Fürsten zu Henneberg, vermählet, mit ihrer schwester, welche die andern stücke geerdet, einwiflignng, die gantze pflege Coburg an das Hennebcrgi» sche hauß gekoinnien. Dieses war also die jüngere oder Strausis sche linjc, welchemit Poppone an. 1291 ausgegangen, und deswegen eher gesetzt worden als die Schleusingische, welche den Henne» bergijchen stamm fortgeführet. Dieser Schleusmgischen linie stiffter, Graf Heinrich, gab feinem bruder an lapfferkeit nichts nach,kriegte mit Irungo Bischosf zu Würtzburg Verdruß wegen der Hennebergischen stadt Schweiu- furt, der endlich an. 129z durch einen vertrag also gehoben wurde, daß die stadt zwischen beyden gemein seyn solle. Er starb an. 1262, nachdem er zweymal geheyrathet hatte, erstlich Elisabeth, eine Gräfin von Ravenspurg so ohne kinder gestorben, hernach Sophiam , Hertzog Hermanns von Teck tochter, die an. 1280 gestorben, und lhme; söhne samt einer tochter gebohren, nemlich Amaliam, so an Fürst Sigmund von Anhalt, Bernhardt Churfürstens zu Sachsen enckel,vermählt worden,und Berthold, Heinrich und Hermann, so alle; besondere linien gestifftet; Denn ob sie wohl anfänglich 12 jähr gemeinschafftlich regieret, so haben sie doch an. 1274 sich also getheilet, daß Berthold VIII das schloß Hcnneberg samt Schleusingen und Saltza; Heinrich das schloß Hartenberg und Hermann das schloß Aschach, jedes mir zubehör bekommen? und nach deni ort,da jeder rcilssret , sich geschrieben. Doch sind die wildbahnen und das ihnen versetzte schloß Elgirsbmg gemein- schafftlich geblieben , auch hat nach her gebrachter aewohnheit der älteste allein die Herrschafft zu lehn getragen. Weil aber die Hen- neberg-Schleusingische linie am längsten gedauret, wollen wir solche zuletzt setzen. Am ersten ist die Hartenbergifche abgegangen,welche aufdeckt schloß Hartenberg oder Hattenburg bey Römhild ihren sitz hatte. Der stiffter davon war Heinrich,ein söhn Henrici VIII, welcher in der erbtherlung das haust Hartenberg, die stadt Römhild, Oster- durg,Schwan?«,das hauß Hallenberg und die helffte der stadt The- mar mit aller solcher stücke zubehörung erhalten hatte. An. 1289 Kkrregte erden Grafen von Kaftrnburg, und bekam ihn gefangen, da er sich theuer genug rantzioniren müste. An. 1287 würde zwischen ihm und seinen brüdem wegen abermaligen Händeln ein neu- :r vergleich getroffen. Als er an. i; 17 starb, hinterließ er von sei- icr gemahlin Cliiiigunda, welche GrafRudolph des jüngern vo« Werthem» tochter war, etliche kinder, unter denen aber nur Poppo merckwürdig, weil er sein geschlecht fortsetzte, und an. i z ro sich die lehn über Römhild von dem Kayser Ludovico reichen lassen ; man findet auch vorher» nicht, daß die Grafen von Henneberg ünige andere lehn von dem Reich oder Römischen Kayser, als die eg-llen und dergleichen gehabt, es müste denn etwa über Schleu- mgische länder allein seyn,wie oben bey Poppone an. 1216 möchte geschlossen werden. Er hat 2 gemahlinnen gehabt, und ist die letzte gewesen Richza,eine Gräfin von Hohenlohesso an. -; s? gestorben; Popvo aber hat ihr» an. 1948 gefolget. Ihm luccsssrte sein jung- siersöhn Berthold XII , der im jähr ig49 mitdem Bischoff von Würtzburg Albrecht, wegen demschloßUtenhaiisen verdruß hatte, darüber es bey gedachtem schlösse zum treffen kam, worinnen die Hennebcrgischen geschlagen, und das schloß geschleiffet wurde, welche Uneinigkeit endlich damit beygelegt worden , daß Berthold Schwartza dem Bischoff zu lehn auftragen und nehmen müssen» An. i; 6 ; machte er mit seinem vetterHermann zu Ascha,eme erb» )erqleichung,daß ste einander, im fall einer ohne erben abgehen sol- lessuccecilren, und keiner etwas verpfänden oder verkauffen solle, ee jätte es denn den andern angebothen,worüber auch an. i ; 6 ü Kay- er Carolas IV eine cooll-m-ic,»,, ertheilte. A».«; 71 verkauffte ex ,ar seinem vetter Graf Hermann feine Herrschafft und guter ohne :omrLw'Äion der übrigen Henneberger, und machte noch in ebe» ,iesem iahr durch seinen tod der Hartenbergischeu lmie ein ende. . Weßhalben nun die Aschachische linie vorzunehmen, welcher iiffter war Hermann der jüngere, wie er wegen den beyden Her- nannen zu Coburg genennet worden. Er halff fernem bruder Hernach das Thüringische raub-gesindei, so der Graf von Kaftrnburg 'oll ausgeschickt haben,verjagen, fiel mit femem vetter Povpo, Her- nanns von Straüflind Coburg sohn,dem Bsschoff von Würtzburg ns land,verbrannte Schwarzach,und starb an. 1292, oder,wie an- »ere wollen, ig°6 in Böhmen. Zum Regenten hinterließ er seinen, ohn Heinrich,der sich anfangs Heinrich den junger«, hernach aber den ältern aeuannt. An. ni° hat er seinen antheil der alten verwackele. mau, Wu-eyel er crvryenung aver regierte er über Würtzbnrqischen Burggrafschafft , nemlich das halbe Burggraf- oberwehnten Schleußingischen antheil und ehel-.chtean. ,r68 Sv- thum, seinem netter zuwider, Andreä zu Würtzburg erblick) auf phiam, GrafHeinrichs zu Schwartzburg tochter. Als König Earl enna »erkaufst Er vermeinte einige anspräche an Graf Ber- von »^ranckreich nach der Siciliaiiischen velhcr krieqs-volck i» tbolds von Schleusingen lande zu haben, that aber auf gütliche un- Teutschland warb,begab ^^'"^rantzöstsche dienste, starb ab« terbandlung des Abts von Fulda im lagcr vor Prag verzicht dar- an-1284 E Achntpelier, und wurden seine gebeme in das Henne- auf. Er meürte stch auch an. 1514m den krieg zwifchen Abt He in- bergifche kloster Velfern zu ftmer gemahlm gebracht, die schon an. rieh von Fulda und dem Landgrafen von Hessen, und wolte Als- 1279 daselbst beygesetzt worden. Unter ihren lindern wurde Ber- feld entsetzen, ward aber darüber von dem Abt gefangen. Seme tholdder erst-gcbohrne geistlich, und ist ein ^ohamüter-Herr, letz- gemahlin war Sophia, eine gebohrne Gräfin von Schwartzburg, lieh Prior der ^ohannlter-hanser m Polen^Bohmen, Mahren und Graf Günthers tochter,von der er einen söhn und tucccli»rem> Her- Oesterreich, auchHommenthur- Herr zu Schleußingen, Kundvrf mannum bsiiicokum gehabt. Diefer Hermanu führte an. 1550 mit und etlicher hauier m Arancken gewesen; Berthvld der jüngere seinem vetter Graf Berthvld von Hartenberg krieg wider den Bl- aber, welcher an. 1272 gebohren, iucccci>rte seinem Vater. Er M schoffzu Würtzburg, da er aber auch in die Würtzburgische lehn- ein Herr von treflichen »aten, scharffem verstand, beredt und schasst über Schwartza conse,«iren müssen; an. 1)71 hingegen gelehrt, weshalben er der kluge SrafBerthold geheißen, und erhandelte er von abgedachtem vetter alle feine lande, nemlich die von allen und ,eden hoch gehalten worden; Wie ihn denn auch sein Herrfchafft Hartenberg mit dem schloß Römhild, Murstatt und älterer bruder, so das regiment verwalten müssen, gleich nach des Schwartza und andern zubehörungen an sich , daß also dieser bey- Vaters tod im - 2 ,ahr seines alters m die regierung gezogen, und ün 716 hen >e» hen den linien lande zusammen kamen. An. 1; 79 hatte er wiederum 15 labr ihm solche gantzlich überlassen hat. Indem streit mit seines krieg mit dem Bisthoffvon Würtzburg,darüber aber Astha von der vaters brüdern wurde ihm an. 1287 die fchatzung von MüMt, Herrfchafft kommen. Unter seinen lindern, die er mit Agnes, Graf die guter zu Kuhdorff und die fifcherey zu Themar zugesprochen. Günthers von Schwartzburg tochter, erzielet, hat Fridericus ldc An. 129, stigtete er mit seinem abgedachten bruder den Comtur- ccUirt,welcher sich schon an. 159; mit Fürst Heinrichs von Schlei,- hofzu Schleusungen, und bekam an. 129; von Alberto, Landarasingen tochter Elisabeth verehlicht, mit der ihm das halbe schloß fen in Thüringen, die durch Heinrichs vonFranckenstetn tod Heini- Henneberg mit aller zubehör,an statt 4°°o gülden verpfändet wor- gefallene Vogte» Altenbreitungen gefchenckr. Kayfer Albrecht den. Er starb an. 1422, und hatte zum Nachfolger feinen söhn machte ihn an. izog aufdem Reichs-tag m Nürnberg zu feinen, Georginm, welcher sich erstlich an eine Gräfin von Wertheim, und Rath, und brauchte ihn in wichtigen fachen. An. 1 ;°4 hatte er als diese an. 1419 ohne kinder mit tode abgegangen,an Johanna»,, grossen Widerwillen, der auch zum krieg ausfchlug, mit GrafWal- Graf Philipps von Nassau tochter, vermählet. Dieser kauffcean. ther von Barby, Marggraf Heinrichs von Brandenburg Sladt- 1414 von dem Churfürsten zu Mayntz Lichtenberg und halbSal- Halter der pfleg Cobnrg, so aber endlich beygelegt wurde. Im jähr tzungen,an. 14;5 aber Kundorff. An. 14;? bekam er mit Johanne 1 ;o; befahl ihm Kayfer Albrecht die vcrwaltung über etliche örlrr von Merlau, Abt zu Fulda,Verdruß, der aber durch Fürst Wsthelm in Meinen an der Böhmischen grantze,die er von, BöhmifcheiM- IV von Hcnneberg beygelegt wurde. Bey der v»c„,i2 des Stiffts nig Wcntzel unlängst bekommen halte, und an. 1 ;o6 kauple Graf Würtzburg ivurde Graf Georg an. 1440 aufJhayser Friedrichs Berthvld das schloß Mainburg und zubehör von GrafWaltherzn befehsGeneral-Amtman» und Verwalter des Stiffls. An. i4?o Barby. Als aber Kaystr Heinrich VIII zur regierung kam, be- hat er ei» Stiffr zu Römhild ausgerichtet, und zwischen seinen vet- sialigte er ihm nicht allein alle habende Privileg, sondern machte tern Fürst Heinrich aufKaltcnNordhcim nnd denen von Fürst ihn auch zu seinem gcheimde» Rath. Über dieses verordneten ihn Wilhelm hinterlassenen söhnen zu Schmalkalden einen vertrag zum Stadthalter des Reichs in Franckcn auf Schweinfurt, »nd gestiffcct, darauf auch an. 1451 die streitigkeit, so tvcqen einigen verordnete ihm aufdicselbe Rcichs-stadt 2000 marck löthigenstlbcrS rcchts-ansprachen in Beringen zwischen ihm und Sachsen cnt- jährlichen einkommens, wie er ihm denn auch die stadt verpfän- ssanden, beygelegt worden. Aus den 7 söhnen, welche ihin Johan- dct, und vergünstiget < vor des Reichs Burgmann und aus deS na gebohren, sind merckwürdig: Philippus, der an. i457 Dischoff Reichs unköltcn ein schloß in dieser stadt zu erbauen. Endlich zuBambcrg worden; Bertholt», so an. 1484 Ertz-Bischoff und machte ihn berührter Kayser an. izio auf einem Reichs-tag zu Churfürst zu Mayntz, und (weil er ein verständiger und gelehrter Franckfurt zum Fürsten. Nach diesem begleitete er auf des KapserS Her: gewesen) Kayser Marimiliani I Cantzlerworden, da er unter beseht dessen Printzen Johannen,, als er in Böhmen zog, wurde anderm dem Kayser gerathen bat, daß er den Schwäbischen bund auch nachmals zum Stadthaltcr in Böhmen verordnet, welches er wider die friedens-stöhrer im Reich errichtet, auch zu Worms viel aber ausschlug. Als der Kanter Ludwig aus Bayern zu der regie- beygetragen hat, daß das cammer-gerichte umdie unköstcn der par- rung kam, machte er ihn zu seinem geheimen Cammer- Rath und theyen zu mindern, vom hof nach Speyer gelegt worden, ja auch Or-ror, und brauchte sich seiner in wichtigen Reichs-sache»; wie er endlich seinem geschlecht die Fürstliche würde erworben , und an. ihn, denn auch zum Reichs - Stadthalter in Thüringen , über 1505 an der damals neuen und sehr giftigen seuche der Frantzofen, Mühlhaufen und Nordhaufen gesetzet. Als an. 1; 19 der Kayser welche man auch unschuldiger weiß leichtlich erben konte, gestor- seine» söhn, Hertzog Ludwig, zum Churfürsten von Brandenburg den ist; Otto V, welcher in Ritter-sviclen geübt war, eine reise, machte, setzte er ihm Fürst Bertholt» zum Vormund, woben er viel nach dem gelobten lande that,zum Ritter des heiligen grabcs gc- Unruhen gehabt. Sonst hat er überall viel gutes gestisstel, auch die schlagen wurde, nnd an. i46o in dcr fchde wider PfaltzgrafFrie- stadt Mainburg samt dem wald, dcßgleichcn die gerichts-zehnten brich bey Rhein das Unglück hatte von diesem gefangen zuwerden, zu Beringen , ingleichen die Herrfchafft Franckensiein an seine daß er sich theuer genug löst» müssen , aber 1496 ohne kinder gc- Grafschasst gebracht, und das recht der ersten gebart in feinen lan- storben ist ; und Friedrich I >, so der älteste unter seinen brüdern den eingeführet. Er hatte 2 gemahlinncn, deren die erste Adclbcil war nnd allein seinen stamm fortgesetzet hat. Er war also der erste war, Landgraf Heinrichs zu Hessen tochter; Die andere Anna, Fürst Aschacbischer linie; weil er an. 1476 von demKavscr Ma- gebohrne Gräsinvon Hohenloh, mit welcher er keine kinder gezcu- ximiliano gefürstetworden , und weil er das schloß zu Römhild er- get. Er starb endlich an. 1)40, und hinterließ von der erste» ge- bauet, auch daftlbst von Hartenberg stine hoff-haltung hin verleget, mahlin 4 söhne und eine tochter. Unter den söhnen war Bertholt wird seine linie insgemein die Röinhildifche gencnnet. Nach sei- der XIII Johannirer- Ritter nnd Commcnthur- Herr zu Scbleu- nem tod,der an. 1488 erfolget,fiel die regierung an seinen söhn Her- singen; Ludwig der II war Dom - Probst zu Magdeburg; Hcin- mann, den er mit Elisabeth, Gräfin von Würtcmbcrg und Müm- rich der XII wurde von seinem vater mit zu der regierung gezogen, pelgard, Grafulrichs tochter, gezeuqet. Dieser Hermann VIII Er diente Kanser Ludwig aus Bayern wider Friderich, HaM wurde an. 1486 ben Kaysers Maxinuliani I crönung zum Ritter von Oesterreich, und kauffle nachmals die stadt nebst dem Ubloß geschlagen,that an. i 50z eine reife in das aelobte land und starb an. Ilmenau. Er vermählte sich an. 1; 14 mit Gutta, MarggrafHcr- 1555, von seiner gemahlin Elisabeth, Marggraf Albrechts Chur- inans von Brandenburg tochter, und brachte hierdurch die pflege fürstcns zu Brandenburg tochter, fünffwhne hinterlassend, davon Cobnrg wieder an Hennedcrg. An. i;44 wurde zu Lisenack Hader älteste Bcrrhold XIX zwar Annam, Graf Ernstü zu Mans- ncr Vermählung zwischen Friderich dem strengen und Fürst-bau- ftld tochter, heyralbete, aber mit ihr keine erben hatte, daher er die richs tochter Catharina gearbeitet; weil aber der Landgraf zu m Herrfchafft Römhild nicht ohne Widerspruch der Schleußingischcn städte und schlösser zur mit- gisst verlangte, gieng es zurück M» nächsten „gn-iren und lchns-folgern an die Grafen zu Mansfeld, nach diesem stund er dem Grafen von Schwartzburg wider den seiner gemahlin bruder, verkauffte. Diese vertauschten Römhild Landgrafen bey; es wurde aber durch eine gütliche miterreduiig nebst den pfandschafften Lichtcnberg und Vnickenau au. 15-15 auf aufdem schloß zu Wachsenburg die heyrath endlich gestblosicll.Au. etlicher Hof-räthe vorschlag wieder an die z brüder Churfürsten 1,46 geschahe die Vermählung zu Eisenack,; weil aber Fürst M- JohannHriedrichs söhne und Hertzoge von Sachsen für das guth rich die mit - gäbe nicht also einrichten wolte, wie es der LaMM nnd dorffOldensleben und Schildcck,doch mit vorbehält der Fürst- verlangte, schickte er ihm die tochter wieder zurück nach haust- H>" lichcn regailen,folge, steucr, auch zoll und geleit, wie auch des -lo>»i. rüber kam es zu einem krieg, welcher aber endlich dergestalt MM- II» chncct, und 50000 gülden, welches qcld doch auch andern mehr, legt wurde, daß die pfleg Coburg samt Sonncnberg und andern als den Herren selbst, zu gut gekommen. Der letzte, so von ihnen schlössen, nach Fürst Heinrichs tod an die Landgrafen von Thun»- KIli'K , Mklv 7>t ^ ^ lind mahlin Catharinä, Graf Dothens zu Stolberg tochter, an Graf Eberhard den greiner von Würtcmberg vermahlet wH ukumfriiÄu.» > undihrcn gebrüdern, den Grafen zu Stolberg, das de, und ihmKönigshoien, Wildberg und Jrmelhaustn MEs' eiqentbum, jedoch cx llllci-commitro, und in dem er an. 1549 ohne Die andere, Catharina, brachte ihrem gemahh LandqrafFndwa) kinder starb,, gieng mit ihm zugleich der gantze Aschcr-Hartcndcr- von Thüringen, die pflege Coburg zu; Die dritte, Sovhm, ,H>H gl,che und Romhildische stamm ab. gras Albrechts von Nürnberg gemahlin , hat ihm Smalka ! Erdete demnach die Schleußingifche linie, davon der stiffier Scharffenberg, die Vogte» Hcrrenbreitungen,wie auch das gcuan gewesen Heinrichs VIII ältester söhn, GrafBerthold VIII, wcl- und halben zehcndcn zu Benshaustn zugebracht. Bertholt» des-v cher zwar anfangllich von den eitern zum geistlichen stand gewid- jüngster söhn, Johannes I, hat das geschlecht fortgepstantzn- S met, sind m das Domlnicauer-klolter zu Erfurt gethan, aber nach lebte anfänglich an dem Dänischen Hof, folgte aber an. H47 u' des vaters too aus des Pabsts -l-»yc,w3t,on mit zur regierung gezo- nem bruder in der regierung; jedoch, weil dessen wittwe vieua gen wutoc, die er anfänglich mit seinen brüdern gemeinschafftlich behielt, auch die töchter ihren gemahlen so viel zugewendet, Vera hm er kaum den vierdten theil der landen. Ihm conLrlrte Bischoss Albrecht vonWurtzburg das erb- Burgmanns- amt auf Meynungen und Landswehr. Hingegen verkauffte er an. i;;i den Grafen zu SchwartzburgPas amt Ilmenau auf wiederlöfung vormarck löthigen silbers. Er siel an. i;; 9 in feinem gemach , daß er bald darauf starb/ und hatte von feiner gemahlin Elifabeth / gebohrner Landgräfin zu Leuchtenburg, 2 söhne.Der älteste Bertholdder XV nahm zwar die regierung am trat aber selbige feinem bruder Heinrich dem XIII ab/ und ward Dom-Herr zu Bamberg. Ihm folgte also fein jüngerer bruder/ Heinrich der XllI / welcher mit feinem vetter Hermann V aufAsthach krieg führete. Er starb den r6 dec. an. / und hinterließ von seiner gemahlin Mechtild / Marg- grafRudolph von Baden tochter / einen eintzigen Prinzen, Wil- helmum III/ indem der ältestcEucharius jung verstorben war.Die- str wohnte an. 140; dem thurnier zu Darmstadt bey/ und hernach dem c»nd>io zu Costnitz. An. 1426 that er eine reife in das gelobte land, starb aber unterwegs auf der inful Cypern. Er hinterließ von Elisabeth aus dem Hause Lüncburg 2 söhne/ deren der jüngere Heinrich/ der wunderliche genannt/ dem ältern bruder die rcgie- rung überließ / jedoch sich jährlich zc-o gold - gülden vorbehielte. Nach diesem wurde er Onomcu- zu Cölln und Würtzburg. Ob er nun wohl nach Fürst Wilhelmi an. 1444 erfolgtem tödtlichen hin- rritt die halbfcheid Hennebergischer lande wieder forderte / kam es doch endlich zu einem vertrag / in welchem Fürst Heinrich das schloß und dorffKalten-Nordheim nebst 240 gold-gülden jährlicher reuten bekam. Erstarb an. 147; zu Kalten - Nortyeim. Sein älterer bruderWilhelmus VI festedasgeschlecht fort/ verunglückte aber an. 1444 aufder jagd/ und starb daran zu Schleusingen. Er hinterließ von seiner gemahlin,gebohrner Gräfin von Hanau/4 söhne/ davon der andere/ Johannes II/ Dom-Herr zu Mayntz, Cölln, Trier und Würtzburg / nnd letzlich an. 1476 Abt zu Fulda war. Der dritte/ Bertholdder XVI'/ wurde an. 1441 gebohren/ und starb an. 144;. Der vierdte Bertholt» der XVII/ war au. 144; gebohren. Er studirte anfänglich zu Pavia, und wurde ein gelehrter Herr/ hernach Ononicu- zu Bamberg, Würtzburg und Straß- burg / und starb endlich an. 149;. Der älteste bruder aber Wil- helmus V folgte in der regierung. Dieser wurde an Churfürst Fnderichs von Sachsen hoferzogcn. Nach diesem wurde er ein tapfferer Herr / mischte sich in die Heßifchen Händel / richtete eine 8. Christophs - gefeuschafft aus mch that an. 1476 mit Hertzog Albrecht von Sachsen eine reiß zu dem heiligen grab. Nach seiner rückkunfft nahm er an. 1480 mit Churfürst Ernst vonSachien eine wallfahrt nach Rom vor. erkranckte aber bey seiner rück - reiß zwischen Venedig und Padua, und als er nachmals weiter reifete, starb er auf einem borst Salmen, ohnfern Tribent, den 26 fept. Mit feiner gemahlin Margaret«, Hertzog Heinrichs des sricdsamen von Braunfchweig emsiger tochter, hatte er 4 söhne, darunter Wck- helmus VI an. 1474 jung verstorben; Wolffgang I starb an. 1482; Poppo der XVII starb an. 148z; Ernst würbe erst nach feinem tod gebohren, starb aber an. 1488 gar jung. Es folgte ihm also Wilhelm der VII, welcher an dem Cbnr- Pfältzischen Hof erzogen war. Er wohnte an. 1495 dem Reichs-tag zu Worms bey, dicnete hernach an. 150z Pfaltzgraf Ruprecht indem Bayrischen krieg, und wurde darüber in die acht erkläret, aber bald wieder -wioiv.rt. An. i;2; muste er sich mit den damals unruhigen bauren vergleichen , und ihnen in feinem land freyheit versprechen, dargegen sie sich verschrieben, ihn vor einen Christlichen bruder zu erkennen. Er kauffte von dem Bischofs zu Würtzburg die stabt und das amt Schleusingen,und trug die stadr Schleusingen zu Reichs-lchen auf. Er nahm an. 1^48 die Augfvurgifche conto«!-»» an, bey welcher er auch biß an sein an. erfolgtes end beharret. Seine gemahlin war Anastasia, Alberti Achillis Marggrafen von Braiidenburg Printzeßin, von welcher 6 Printzeßinnen und 8 Printzen. Wilhelm VIII an. i;oo gebohren, starb an. i;o;; Johannes III an. izo; gebohren, studirte in seiner jugcnd zu Mayntz und zu Paris. Hierauf wurde er Dom-Herr zu Mayntz, Cölln, Straßburg und Bamberg, und folglich Abt zu Fulda; Er muste aber von den unruhigen bauren viel ausstehen, welche ihn von dem Stifft verjagten, biß ihn Landgraf Philipp von Hessen unter gewissen bedlngungen wieder einsetzte, und starb den,4 maj. an. 1541; Wolffgang II an. i;°7 gebohren, suchte sein glück an grosser Herren Hosen. Er wohnte nebst Churfürst Johanne von Sachsen an. 15;° dem Reichs-tag zu Worms bey,führete an. i;z 7 Kayser Carolo V eme compagnie fuß«knechte in Piemvnt zu hülff, wurde aber rn der be- lagerung von Chierasco durch eine mufgucten-kugel erlegt; Christo- phorns an. i?io gebohren, studirte in feiner jugend zu Leipzig, wurde hierauf Lsnonicus zu Cölln, Bamberg und Wurtzburg, Wciimrte aber mehr zu dem krieg,als zu der geistlichkeit. An. 1;; 2 siel er mit etlichen bürgern zu Würtzburg in einen Wort - wech>el, tödtete einen, und entflöhe; darum excwllirte ihn der Blschoffvon dem Stifft, jedoch erhielt er zu Roin stzwimion, und gelangte nach des Bifchoffs absterben wieder zu feinem OnonicLr. In dem Smalcaldischen krieg commsnllirte er unter Hertzog, Ulrich von Wnrtcmberg üoo mann, starb aber an. 1^48 zu Romhild. Poppo XVIII hielte sich bey seinem bruder zu Fulda auf, und wurde bey dem bauren - tumult von dem Keller wunderbarlich unter einem faß noch erhalten. Er studirte hierauf zu Freyburg und zu Lösen, und wurde hernach Dom-Herr zu Würtzburg und Bam« berg. Er bekannte sich zu der Lutherische» religion, und starb den 4 wart. an. 1574. Er hatte 2 gemahlinncn, deren die erste Elisabeth war, gebohrne Marggräfin zu Brandenburg, Hertzog Erichs des ältern zu Braunschweig Wittwe; die andere aber Sophia, Hertzog Ernsts zu Braunschweig tochter; erhielte doch von beyden keine linder. Caspar war an. 1; 1; gebohren, und starb an. 1517. hm 71^ seines geschlechts war Fürst Georg Ernst, welches ^bohren; er hielt sich anfangs an Hertzog Wilhelnw zu ^ullch und Hertzog Albrechts von Preussen Hof auf, zu Landgraf Philipp von Hessen, wurde Obrister über emregnnentreuterey, und wohnte an. 1;)4der schlacht bey dem Wuttembergischen bey. An. i;;ü that er dem Kayser Carolo V m Savoyen dienste wider Franckreich, und an. ^ ^^ltett auch in demselbigen krieg Hertzog Montz von Sachten aus der Türcken Händen. An. i?4? wur- den die Hennebergifche kirchen reformiret, und das gymnatium zu Schleusingen angestellet. In dem Smalcaldischen krieg hielt er sich mit ftmem vater neurrsi. Er erlebte auch mit ihm das absterben der Romhübcschen und Afchachifchen linie, hatte aber mit den Grafen von Stollberg und Mansfeld deßhalbcn viel rechts-händel, die er gewann, und die sämtlichen Hennebergischen lande zusammen brachte. An. -;;4 richtete er mit Sachsen und Hessen eine erb - Verbrüderung auf, und starb den 22 dec. an. i; 82, als der letzte feines stamms, weßwegen die Hennebergifche waapen, schjld und pitschafft zerschlagen, und in die grufft geworffen wurden. Die erste gemahlin war Elisabeth, Hertzog Erich des ältern zu Braunschweig tochter; dieseibige gedahr zwar an. 1562 einen Prmtzen, weicher aber vor der tauff starb. Die andere gemahlin war Elisabeth, Hertzog Christophs von Würtemberg tochter, die ,hm keine linder gedahr, und sich zum andern mal mit Pfaltzgraf Georg Gustav vermahlte. Nachdem nun also Fürst Georg Ernst m eben dem Henneberg, wo er sonst niemals gewesen, seiner linie em ende gemacht, daraus sie ihren ansang herfchrieb, auch wegen der erb-folge in den xseHs coof-srernirsris, welche Kayser Carolusv und Ferdinandus I conürmwt hatten, versehen war, daß 1) wenn der Hennebergifche männliche stamm abgieng, die Hertzoge von Sachsen denen sämtliche Hennebergifche lande bekomm; 2) hingegen , wenn Henneberg das Cbur- und Fürstliche hauß Sachsen überleben wurde, die Coburgischen lande an Henneberg fallen; doch ;) Sachsen vor dem anfall sich des Hennebergischen tituls und waapens nicht gebrauchen ; und 4) Sachsen wegen dieser anwammg i z°47° gülden Hennebergischer schulden zu bezahlen uoer sich nehmen; 5) Sachsen den Hennebergifchen eigenthums- erben vor all ihr intereffe die guter Juchten, Hutsberg, Betten- haustn und Serb, als welche alle manns- und weiber-lehen, oder ;oooo gülden für solche stücke samt allem vorrath auf dem land, und die fahrniß und den haußrath in Häusern folgen lassen, auch der letzte Fürst von Henneberg solches durch ein tcstament verordnen solle; so hatte nicht allein Georg Ernst in seinem letzten willen seine; schwestern und ihre Polarität zu eigenthums-erben eingesetzt, sondern es hatten auch schon an. 15z; die Hennebergifchen städte dem hauß Sachsen die erb-huldigung geleistet, und an.i;8z, da der anfall geschehen, nahm Churfürst August würcklich die poiHU.on darinnen für sich und seine mündlinge Hertzog Johann Wilhelms söhne, und hat die aclmimKrLcion, gleichwie'auch Churfürst Christian der I, und andere folgende Churfürsten darüber geführt. Man findet aber nicht, daß der Churfürst August oder seine nachkommen sich des Hennebergifchen tituls bedienet bis an. 1660, da von allerseits inrereNemen erst bey der theilung der Hennebergifchen lande beliebt worden, die ricuizrur gefürsteter Grasen zu Henneberg zu führen. Nur hat Hertzog Friedrich Wilhelm zu Sachsen Altenburgifcher linie in einem an die erb - vereinigungs- nmui zwischen Sachsen, Brandenburg und Hessen, von an. i;87 gehängten insiegel sich tzrincipem »ennebergenlew genennet. In währendem gemeinschafftlichen und Ällminickr-cion berHen- nebergifchm lande, die durch Chur-und Fürstlich-Sächsische Statthalters zu Meinungen gegen die 80 jähr geführt worden, haben sich Churfürst Augusti nachkommen in der Chur tut, pr«. lexcu ciignilstis MLjoris das ciincLorium , und damit st) Viel porsllät ausgenommen, daß die Ernestinifche linie, welche vermeinte das tvrum prLtsnäiren zu können < bewogen wurde, um nun zur lhei- lnng zu gelangen, solcher p^cenllan und zugleich reiuiriow derer vier Churfürsten Augusto für die Gothaische kriegs - und execu. eions. kösten eingeräumten Lüccurrüonz. ämter zu rcoumiren. Als nun an. 1660 die Hennebergifche theilung der Schleußingischen und derjenigen Römhildischen landen, so wider Stolberg durch procsls oder sonsten erhalten worden, und herüber gekommen, zum stände gediehen, hat Hertzog Mauritius und die Albertinische linie um amt und stadt Schleusingen, amt und stadt Sula, amt Kühn- dorf, amt Benshausen, kloster Rohr und kloster Bessern, für ; zwölfftheil wählen zu dörffe», das Ue zwölfftheil an geld dahinten gelassen, bekamen also die übrigen 7 zwölfftheil die Ernestinifche linien, und zwar Hertzog Friedrich Wilhelm zu Altenburg 4thalb zwölfftheil, nemlich i) amt und stadt Themar, 2) amt Mas- ftld, amt und stadt Meinungen, 4) Kellerey Nehrungen, Cammer-gut Henneberg, 6) den Hof Miltz; die WeimarMe linie bekam die andern 4thalb zwolfftheü, nemlich Hertzog Wilhelm zu Weimar erhielt 1) amt und stadt Ilmenau, 2) amt Kalten - Nordheim, ch die Zillbach- mit den Wafunger- und Sanbl- fchen gehöltzen; Hertzog Ernst zu Gotha aber bekam 4) amt und stadt Wasungen, ;) amt Frauenbreitungen, 6) amt Sand, 7) Herpf- und Stephershaufen von der Altenbnrgffchen porrwn, und halb Melis und Uttendorf von der Schleußingischen oder Zeitzi- schen pm-üon. Die andere belffte ist schon vor langen zecken her den Thüringen gewesen. Das amt und Fuldische pfandschafft Fischberg ist gemeinschaffllich verblieben, doch die -llmiwkrsr-on rualeich durch den amtmann zu Kalten-Nordheim geführt, und die mallen davon dem auch gemeinschafftlichen ßymn->6o zu Schleusingen qewiedmet, wiewohl es an. 1707 von Fulda wieder eingelöset worden. So ist auch das Hennebergifche -u-wv zu Mei? »per r nun- / 7l8 HM „»„gen / wie auch mit gewisser Masse das einkommen der berg- wercke ohnvertheilt geblieben. Die halbe Herrschaft Franckcnstem ober, oder Schmalkalden, ist anHessen-Cassel, nicht wegen der erb- vereinignng mit Sachsen und Henneberg , sondern wegen besonderer vergleichung mit Heimeberg gleich nach abgang des männlichen He-inebergischen stamms an. i;8; herüber gekommen / da die helfste davon schon lang zuvor bey Hessen gewesen. Gleichfalls ist die beschickimg der Reichs- und Cräyß - lägen dergestalt gemem- schafftlich verblieben / daß sie im -NreAono Lirc-nweii wollen / und zwar soll darinnen Sachsen-Naumburg den ansang mache,,/ dann Sachsen - Altenburg / und darauf Sachsen-Weimar nebst Gotha zugleich folgen / welche r letztere aber sich nachgehend/ über einer Abermaligen airei-lianon verglichen / und hat das hauß Weimar rn tpecie unter sich selbst rsriooe Weimar und Eisenach eine aNer-m- rio„ aufgerichtet; die aber so wohl bey dem Reich als sonsten bey dcm Cammcr-gericht sollen nach proporiion eines jeden anthcils getragen werden. Und dieses war der Hennebergische kar.,8 bey damaliger theilung. Als aber an. 1672 Hertzog Friedrich Wilhelm der letzte ans der Altenburgischen linie verstarb, so gediehe dessen Hennebergische landes - porrton an Hertzog Ernst von Gotha / und damit bekam dieses hauß zugleich ein drittheil oder 2 sechstheil vom Hennebergischen vor», daß es nun aho drey fechstheil an dem gantzen Hennebergischen vor» hatte / und zmal zum voriren käme. Bey der Weimarischcn theilung an. -672 bekam der Hertzog von Weimar das amt und die stadt Ilmenau / der Hertzog von Eisenach aber das amt Kalten - Nordhmn, nnd vn. 1691 aus der Jenaifchen erbschafft das Forst-amt Zillbach. Nach Hertzog Ernst von Gotha tod/ der an. 1675 erfolgte/ änderte sich der i^lus abermals; denn in dem erb-theilungs/rcc-ü zwischen seinen söhnen / Hertzog Friedrich und dessen 4 jünger,, brü- dcrn / bekam Hertzog Heinrich neben anderen auch das Fürsten- thum Henneberg / anit und stadt Tbemav/ amt oder kelleren Beh- rungen/ den Hof Miltz/ rc. und in dem erb-theilungs-rec-k- zwischen vbgedachtem Hertzog Friedrich und dessen drittem bruder / Hertzog Bernhard, bekam vieler an. 1081 an dem Hennebergischen ,) amt und vestung Masfeld, 2) amt und stadt Meinungen, ;) amt und stadt Wasungen, 4) amt Sand, 5) amt und schloß Frauenbrci- tungen, 6) das Camnicr-gut Henneberg, das halbe Hennebergische Cräyß - v»w,n und anhangende oners; das Reichs - voru», aber von Henneberg behielte Gotha, das denn an. 1706 mit Weimar, Eisenach und Naumburg sich solcher gestalt verglichen, daß die -lrernLiion auf jetzigem langen Reichs - lag alle 12 jähr in folgender ordnung herum kommet. Sachsen-Naumburg führt das vc>- tum 4 jähr; Gotha führt es 4 jähr wegen des Altcnburgischen «„falls, Weimar 1 jähr, Eisenach 1 jähr, und endlich Gotha wegen seiner ersten, in der Hennebergischen Haupt-theilung erhaltenen porrion noch 2 jähr. Wer das m-cÄonum nun aho führet, der schickt auf seine kosten einen Gesandten, und communicft selbst mit den lnkcrcsscnren über die inllructioiiez, so den, Gesandten zu geben. An. 1714 hatte das llire/korium Hcrtzog Moritz Wilhelm von Sachsen »Naumburg wieder angefangen, so bis den 17 oct. an. 17,8 gewähret. Im Fränckischen Cräyß - vor» gehet die sirec- nzrion des -llre^orii nach den Cräyß-tägen von ansang einesCräyß- lages bis zum ansang des folgenden, und diese sircrnrrion kömmt in 12 Cräyß-tägen herum, wie folget: Naumburg führt es zum ersten, vierdten, siebenden und zehcnden mal; Meinungen wegen Altenburg zum andern, fünfften, achten, eilffien, und wegen Gotha zum sechsten und zwölssten mal; Weimar zum dritten, Eisenach aber zum neundten mal. Auf dem Fränckischen Cräyß »tag an. 1716 lind 1717 hat das ciirtÄorium des vor, Weimar geführet, nach ihm also Naumburg, und so ferner. Es gehört son sten diese gefürstete Grafschafft in den FränckischenCränß, und hat an einem Römer-monat i zy gülden zu pi-Miren. , rer. o-rm. s>. ;§4. vtcnocbcrgikclie ckcon. E//k-r amiM. 8LX0II. x. 11; lcq. Aan, Loburgilckc cliron. rScnnebcrgitclie xckentzc. cliron. cbron. kkiüor. tzc I.Ln6gr2v. wliur. K//»- l.üncb. cliron. Kerbe» monnm. I.Lnllgr. 'I'llur. LrreL Vurtkc»- lzzl. I'licilunz; - rccelle in L»»r^r Keirlir - grcliiv tut» Lncbken, Vullln, lictken, öcc. rrer», Rc nlccrnLrions - recclls, uncl rc^Likirion llcr sn. >716 vcrvviUigrcn 1 Urclcen-Üencr. ^ennebont/ istnne alte stadt in der Frantzösischen Provintz Nicder-Dretagnc / an dem fluffeBlavck/ 10 Meilen nord-wartS von Dlavct / und ; von der sce. Vor zciten war es ein sehr fester vrt/ der aber anjctzo nichts mehr geachtet wird. ^e,inegaii / lat. »snnoni,. Frantz. «^in^ulr, ist eine Niederländische Grafschafft. Sie ligt zwischen Verscheide und der Maaß/ stößet unten an die Picardie/ zur lincken an die Grafschaft Artois/ zur rechten an die Grafschaft Namur/ und oben an Flandern und Drabant. Sie hat ihren namcn von dem flusse Haina/ welcher mitten durch das land und die Haupt-stadt Bergen oder Mons vorbey fließet / und ist so viel gesaqct/ als das gau oder gcfildc an der Haine. Es soll selbige vorzeiten auch von Verehrung des hirten-ab» gotts v-n, pLi'noniL, nachmals der Kohlwald / oder mlv-2 orrtzaiis- r>2. der sich aber noch vil weiter hinanß gegen das mccr erstreckte / und solgends die Untere Picardie geheißen haben / wovon aber die 2 letsterc dencnnunqcn gewisser sind / als die erste. Die lange dieser Grafjchafft erstrecket sich auf -8 / die breite aber auf 11 Meilen. Es begreifst selbige 24 stadte und 2200 dörffer / 'unter welchen MonS die Haupt-stadt ist. Es besassen selbiges land ehemals die nccvü, nachmals ist es mit Nichilden Reginen /des letzten Grafen in Hcn» negau tochker/ an Graf Dalduinum VI in Flandern gekommen. Nach diesem ist fie nebst andern Grafschafften durch heyrath mit der Grafn Margareiha an Kayscr Ludwig von Bayern gelanget/ und als dessen stamm in den Niederlanden an. 14; 6 abgestorben / hm an die Hertzoge von Burgund/und von selbigen durch an das Haus Oestcrrctch. Der erdbodcn darinnen ist sehr ftuchy bar/ die lufft gar ,c,np-nrct/auch findet man unterschiedene darinnen / nemlich die Scheide / die Sambre/ dle Haine / d e Denver. Nicht weniger findet man darinnen unterschiedene seen/ vil höltzer / eisen / bley/ und marmor. Sonsten begreifft chenmnw einFurstenthnm/10 Grafschafften/12 i-Rnen/ rrHerrschafften und 26 Abtcyen. Auch findet man darinnen einen Erb-Marschall/ Erb-8-nccllä!, Erb-Jägermcister/ Erb-Cämmererunb andere. Die regiernng ftibigcn landes ist zu Mons. Durch die bißherigen kriege hat Frankreich die hclffte davon embekommen/ wie es denn noch jetzo den südlichen theil besitzet; der nördliche abergehoret demM,» sir. tzcllr. Neig. 7o/>oF?-. cr>c. «jer cllren I. s. hennegau/ hat ehemals seine besondere Grafen gehabt. Der erste / dessen man in den Historien Meldung findet/ war Durcarduz -cvcnnenüs, oder von Avennes / welcher Margaretam/ des Grafen Balduini von Flandern nnd Hennegau towter/ zur gen,ahl!i, halte/ die an. ,279 verstorben. Dieser hatte 2 söhne/ Jvhannem nud Valdninnm / worvon jener Henncgau an sich riß / und von seiner gemahlin Adelheid / GrafFlorenkti von Hoü-und See-land loch, ter/ zeuget/Johannem H/ Grafen von Hennegau/ Holland / seeland nnd Frießlanv/ der an.verstarb. Seine gemahlin war Philippe,/ Hertzoys Henrici von Luxendurg tochler/ von welcher Margareka/ Gräfin von Hennegau/ Holland/,c. Gras Roberts von Artois gemahlin; Maria / Gräfin von Henne- gau/Hertzogs Ludoviri I von Bonrbon gemahlin/starb an. i,l4; Adclheik/ eines Grafen von Clermom gemahlin; MihelimE/ mit dem Zunamen der gute/ Graf von Hennegau / Hollandn. starb a». i;;?- Seine gemahlin war Johanna/ CaroliGrnsin von Valois gemahlin. Johannes I oder der altere/ GrafvonHen- negau / kam an. i;o2 in der schlacht bey Cortryck um; JohMiis der jüngere / Herr von Beaumont / Lola und Gvuda; Henrias Graf von Hennegau / ooomcu- von Cambray; Mathiidls Gni- fin von Hennegau. Wilhelmus III setzte das gcschlechtfort/und seine linder waren Philippa/Gräfin von Hennegau/ EduardiM Königs von Enqelland wchtcr; Wilhetmus lV/GrafvonHen- negau / Holland/rc. wurde den 24 oct. an. 1)46 vondenFriGn- dern bey stavern erschlagen; seine gemahlin war Johanna/Her- tzoys Johannis lll von Brabanl tochler; Margarcta/ GM und crbm von Hennegau/ Holland / sccland/ :c. wclchcan. verstarb; sie war des Kaysers Lndoviei gemahlin nnd Johanna / Gräfin von Hcnncqau / so an den Grafen von Julichrn- mahlet wurde. Von Maraarcta/ des Kaysers LudovictorvLa ge> mahlin / stammen her Wilhelmus / Hertzog in Bayern / Grasm Hennegau und Holland / welcher an. 1;77 verstarb; feine WM> litt war Mathildis/ Hertzogs Henrici von Lancastcr tochler- N!- bcrms / Hertzog von Bayern/ Grafvon Holl-und See-Innd/M» cher an. 1404 verstarb; Ludovicus/Hertzog in Bayern/ nutdm zunamen der Römer; Otto/ Churfürst zu Brandenburg/u»b andere kindcr. Albertus setzte das geschlechk fort / und hinierW Margaretam/welchc an HertzogJohannem den unerschrockenen von Burgund vermählet war; Emharinam/ Hertzogs WilW von Clcvc qcmahlm; Wilhelmiint VI / Grafen von Holland/L«- land nnd Hennegau; Johannen! / Bischof von Lüttich; Am»/ Wenceslai von Lützenburg / so König in Böhmen war/ gemM»; Johannain/ Alberti HcryogS von Oesterreich geinahim, WW- mus VI hatte 2 gcmahllnncn/ Mariam Caroli V Komgs m Franckreich/ und Mariam / Hertzogs Philipp! des kühnenm Biirglind tochker. Dieser hinterließ eine eintzigc tochler JacMn»/ welche anfänglich an den Dauphin in Franckreich/Johanmi»/ Caroli VI söhn / vermählet war. Die Verlobung geschahe am >40» im z jähre ihres altcrs/ und als sie an. ,4'7 das dcviagcrrouM' hcn wölke / starb der bräliligam. Der andere genialst warHciW Johannes von Trabant/ mit wclchcin sie an. 14 >8 vermahle!»' dc; jedoch 4 jähr darnach gieng sie von ihm / und konte lllchlme- dcr mit ihm ausgesöhnet werden. Der dritte war HnmplMii. / Hertzog von Glorcstcr aus Engclland; doch verwarf derParlidiese ehe; es war auch der Hertzog von Burgund damit ntchtstmn-' den/ weil ihm solchergestalt die crbschaft hätte entgehenkomM- am allermeisten prok-w-te ihr noch lebender gemabl/HcrtzdgB- hannes in Dradant/ darwidcr/ weil nun solcher viel Unruhen cm- gete / so verglich sie sich an. 1428 mit Hertzog Philipp» dem gumr in Burgund / daß er sie lebenslang schützen / und nach >IM> " Mcccllircn solle. Indem aber Jacobäa an. 14;; den tllttdteu MV nahm / da doch der dritte noch am leben/nemlich einen edeim-M ans Sccland / Francmn Doffaliuin/so nöthigte fie Oiiij'v>/"k sie ihm die Grafschafft Hennegau nebst andern Provmyen be m- zeitcn abwetten/und mit einer in Holland vorne» mmi » muste. Von dar an ist diese Grafschafft bey den Hertzoge» von» qund geblieben / und von selbigen auf das hauß Oesterreich get» men. ckron. Sc cio„. Lelg. sorig. cletcr. Lcl§ü. s^ieAel c^eif eiiren. I. 5 b66. t^ennequin / (Petrus) rrcll-tcnr des Parlamellts Zu M?! war des Ondart/ Herrn von Doinvjlle/ObeyEtNnehinetsjM der Seine und Nonne / söhn. Er fieng erstlich an zu wurde hieraus an. i; 46 Rath / und 12 jähr hieraus ^ des Parlaments zu Paris. Erstarb den n aug. an. Ni,t. Ncs vrelillcnrs. ^ennigar / eine alle.Adciichc und lhe»° in Böhmen / welche die Herrschafft Dtirnowitz besiM- H stamm-rcihe sänget Balbinus mit Rupelsio uin daHM 7 Per ein groß-vam- gewesen Johann Wentzels/KaystMeil ÜE hm dessen söhn Adam Frantz seinen stamm mit vier Männlichen erden fortgcpflantzett nrö.FemWa/. p. ,. -Fennitt / ein stecken in Flandern und zwar in der Grafschafft Arlois/ unweit Arras / astwo ein coiiegium der Cyor«Herren Au» sustmer»ordens rst / so an» 1040 gestMet worden» Die Grafen von Boffu unddle Furstenvon ChtMay nennen sich Hennin/ gleichwie auch die Fürsten von Bournönville eine zeirlang den Gräflichen ti» tul von Hennln gesichtet haben. kam» Q-n. ^cüeLl. Q. 8. p. >» ^enmngius / (Jacvbus) den 26 man an. 16;; zu Gryps- wald gebohrcn / lehrnte die Kum-nior» zu Wittenberg und Franck- furt an der Oder/Iehtte darauf wieder nach hauß/nnd besuchte daselbst die coiiegis über die MeoioZie; nachdeme er auch solchen cur- 5um sbloivikt / rechte er / als Lpkorus. mit den jungen Herren von Sparrfeld/ hielte sich mit ihnen anfangs bey 2 jähren zu Tübingen auf/ an. 166 ; aber nahmen sie ihren weg über Straßburg / Basel sind Genff in Italien / und besahen darinn fast alle berühmte und r-msrquLble stadte/begaben sich von dar in Franckreich/und kamen endlich ln die Ntderlande. An. 1669 ließ er sich zu einem rkitos. crciren/ und bekäme gleich darauf die kcoisss. .Vvrzwun zu Gryps-wald; alldieweil er in dieser Nsuon wäre/ schickte ihn die Universität zum zweyten mal an Carl XI König in Schweden ab. An. 1678 wurde er m-oi. or-Nn. und nähme das folgende jähr die voäors,würde an; er lebte darauf noch biß an. 1704/ da ihne den r8 sept. der tod abforderte. Er hat unterschiedliche nihmAione- hinterlassen. memvr. Ikcoi. x>. IM. * tzsennuyer / (Johannes) ein Jakobiner-Mönch,Königs Henri« II in Frankreich beicht-vater, wurde nach dessen tod an. i;6c> zum Bischoff von Lisieux in der Normandie gemacht / und widersetzte sich an. 1; 72 nach dem Parisischen b!ut-bad mit sonderbarer grvßmuth des Königs orllrc. daß alle Protestanten seiner aioecs, wrUscrieet werden solten; indem er vorgab , daß er sie alle vor seine schaafe erkennete/ ob sie wohl in der irre giengen, gäbe auch auf des tm-näsmen begehren diese antwort schrjfftlich von sich , um selbige an den König selbst zu schicken. Über diesen eiffer musie sich der König zum höchsten verwundern - so daß er den in selbige llioecer geschickten beseht wiederrieff. mlloirs llu Lslvi- nikms. * Mensch/ des Iareds söhn , gebühren 622, c. jz62/ zeugte r^l. 687, < 7 . ^297 in dem 6; jähr seines alters den Methusalem, und führte ein göttliches leben. Deshalb«, nahm ihn Gott ^ 987,^. c. 2997 im ;6; jähr seines alters hinweg, und er ward nicht mehr gesehen. Das buch Sprach füget bey, es sey geschehen,daß er der weit eine vermahnung zur busse wäre. Da- hero unterschiedene davor halten wollen, daß dieser Prophet nebst dem Elia am ende der Welt wieder kommen werde, um das evan- gelium JEsu Christi wider den Antichrist zu predigen. Diese Meinung,ob sie gleich keinen rechten gründ hat, wird von vielen kirchen- välern geglaubet, und von den meisten Carholischen angenommen. 6e»ch ^ l>. Lr>«cb 4; v. 49- Lclv. )uciL0? c. 2 cle Lniws r, z8 äs relurr. c^rnis. I. l c.cle vic» frpiemis. still:. IVrriLrcii. park. i «xcrcic. l^enochrä / ist der nams einer stadt, die Caitt erbauet, und Nach seines sohnes namen genennet. ,Es halten die allen kirchen- väter davor,daß in selbiger allerhand fünden und laster seyn verübet worden, (sihe ssain.) e-s». 4. LrecstoÄ«-. ilLXOHLOX^ oder unionL-llecrer, war eine-i-Ä, welches der Kayser Zeno, auf des Acacii Patriarchen von Constantinopel anhalten , puvllcirte, um die Calholischen mit den Eutychianeru wieder zu vereinbaren,unter dem vorwand,daß dieses das beste sey,was er der kirche zuwege bringen tönte. Die austruckungen,deren man sich da bedienet, schienen zimlich aniiollox - allein die schlüsse des Chalcedonensischen conciiii. woriünen die lehre Entychis hauptsächlich wäre verworffcn worden, wurden da nicht minder, als die mthümer Eutychis und Ncstorit verdammet, gleich als wolle man dadurch beyden theilen anlaß geben ihren Muth zu erkühlen. Es geschahe selbiges an. 482, als Simplicius Bischoff zu Rom war, welcher kurtze zeit daraufverstarb. Felir III, welcher ihm folgte,ließ seine erste sorge seyn, dieses eä>s zu verwerffm, und denen, so es annahmen , mit dem bann zu drohen, aus der ursach, weil es ein gefährlicher eingriff eines weltlichen Monarchen in die geistliche ge- richtbarkeit wäre» l.; c. 17. t,,c. >8. lector. !. i coUeLi. 6-/«! lle in 1".IV-Concil. Teutsche B.önLche lind Ackystve t henricus I, Königin Teutschland,-uccp; oderder Vogler genannt , war Orkonis niullris, Hertzogs von Sachsen söhn. Von dessen gemahlin Hedwig -») an. 876 v) gebohren. Daß er aus Wittikindt stamm gewesen, wird zwar von vielen vorgegeben, c) geschickt, und war auch so glücklich, vag er vicicwc vcrgk!».». ,u,.uy, daß sie die Ungarn zu hülffe rnffen mustem-) Nach dieser expelli- tion heyrathete Henricus zu Merstburq Hateburgam, eines vornehmen Herrn von Aitstätt, tochter. Weil aber dieselbe eine villua veirtL, Mr eine wittwe war, die ein gelübde der kenschheitgethan hatte, ward er deßwegen von Slgismundo, dem Bischoff zN Halberstadt, in bann gethan, aufbefthl des Königs Conradi I aber davon wieder loßgesprochen r iedoch muste er Hateburgam von sich lassen, ob er gleich von derselben einen söhn, mit namen Tancma- hm 7iZ rnm,gezeugt,bec hernach nur^vör einen bastard gehalten wurde. G Hierauf nahm Henricus Mathildam, Theodorici eines Grafen in Westphalen tochter, zur ehe. g) Nach seines väters tod an.yi2 wolle ihm der König ConradNs I die tuccellion in den zwey Hers tzogthumern Sachsen und Thüringen nicht zulassen, daher Henris cus nebst gantz Sachsen die Waffen wider denselben ergriff, Eber» hat-dum des Königs bruder bey Eresburg schlug, endlich aber von Conrado m Grona belagert und zwischen beyden ein vergleich ges troffen ward. sihe Conradus I König in Teutschland. Ja Cott» radus wurde zuletzt Henrico dergestalt gewogen, daß er ihn auf sets nem tod-bette zu ftinem Nachfolger vorschlug; K) worauf auch Conradi bruder Eberhardus gantz willig Henricb die Retchs- kletnodien überbrachte, und Henricus sodann von den Francken, Schwaben, Bayern, Thüringen, Sachsen, und also von gantz Teutschland an. 9 i 9 >) zu Fritzlar zum König erwählet wurde. Weil nun diejenigen, welche ihm die post von stincr wähl brachten/ ihn gleich bey dem vogel.fang antrassen, als welche ergötzlichkeit ek sehr liebte, bekam er daher in neuern zeltenden namen des voüs lers. >) Herigerus,Ertz-Bischoff zu Mayntz, wolle ihn hierauf salben und krönen, aber Henricus weigerte sich dessen, unter dem verwand , daß er dieser ehre unwürdig, und sich begnüge, daß ihn die Stände vor einen König erkennen, m) Es widersetzten sich zwav seiner wähl anfänglich Burcharbus Hertzvg in Schwaden, und Arnulphns, Hertzvg in Bayern, der aus Hungarn wieder in Bahs ern eingefallen war; allein als jener sahe, daß er gegen die grosse macht Henri« nichts ausrichten kome, unterwEffer sich demselben gar bald;») dieser verglich sich hierauf auch, jedoch dergestalt/ daß ihm Henricus das jur circs sacrs. und die gewalt, alle BischöffL seines landes ein-und abzusetzen, verstattete, o) Mitlerweil suchte der König in Franckrejch,Carvlus Limpiex.welcher den gkösten theil von Lothringen inne hatte, bey gelcgenheit dieser rrouvien Elsaß, so noch meist von Teutschland Nepenairte,wegzunehmen, und zugleich Giselbertum, den Hertzvg von Lothringen, welcher heimlich mit Henrico correcporillirte,zum gehorsam zu bringen. Er erhielte auch seinen zweck; Denn Henricus hatte eben damals die Ungarn und Slaven aufdem halß, und ward genöthiget, an. 92z mtt Carolo 8iaiplics zu Bonn einen stillstand und freundschnNs-crsLttc aufzurichten. p) Nachdem er aber mit den Ungarn indessen gegen Versprechung eines jährlichen tributs einen frieden auf 9 jähr geschlossen , g) richtete er seine gedancken aufLothringen, bekam Giselbers tum den Hertzvg daselbst durch list in seine gewalt, und nachdem er demselben seine tochter Gerberg zur ehe gegeben, brachte er durch ihn gantz Lothringen unter feinen gehorsam, und wieder an das Teutsche Reich, davon es seit Aknulphi tod abgerissen gewesen. 1) Nach diesem war Henricus sehr bemühet, Teutschland Wider den anlauff der Ungarn und Wenden in rechte Verfassung zu setzen ß zu welchem ende er in Sachsen viel stävte erbauete, selbige mit mauren versähe, uNV um solche bewohnt zu machen, den neunten bauet aus einem dorff in die nächste stadt versetzte, auch verordnetL daß alle lustbarkeiten,Hochzeiten, gastereyen rc. nicht aufdem lande/ sondern in den städten geschehen sollen. H Insgemein wird auch vorgegeben, daß Henvicus die thurniere, wb nicht zu erst erfunden/ doch wieder erneuert, und dadurch das völck in waffen geübt gemacht habe. r) Es ist aber gätttzlich falsch, u) Siehe den arti'cut Thurniere. -Nachdem nlln Henricus Teutschland in Milchen llctenlloiu-stau'o gesetzt, griff er die Slaven an, die an der Havel wohnten,und nahm ihnen ihre beste vestung Brandenburg weg,'«') hernach gieng er aufdie Osiemincios loß,eroberte und schleiffte ihre stadt Janam, x) streiffle auch bis in die Lausitz, 7) Nahm Prag in Böhmen ein, und machte sich den «.e^uium oder Fürsten daselbst zinßbar. 2) Kurtz darauf rebellirten die U-llsrü in der UKermarck/ zu weichen sich alle Slavische völcker schlugen, denen Henricus seine zwey Generals Bernhardum und Thiekitiarum entgegen schickte, die eine solche blutige schlacht mit denselben hielten , daß über iLooöo Slaven todt gemacht, und 8006 gefangen wurden, ss) Hierauf gieng er auf die Dänen loß, und nahm ihnen alles itt Frießlaud und Holstein weg,eroberte Schleßwig und setzte daselbst einen Marggrafett. bi>) Henricus begab sich nach diesem in dir Niederiandegveildie damaligen mLicomemeninFraNckreich ihtt wider den König Radulphum in einen krieg zu verwickeln suchten; doch ließ er sich von Rabulphö in der gute wieder zurück weisen, cc) Denn es war eben damals der neunjährige stillstand mit den Ungarn zu ende gelauffett, da sich denn Henricus zu einem schwären krieg bereit machte, und als jene den ihnen bißhek gereicheteN jährlichen tribut von ihm forderten, ihnen zum schimpff einen gkol- sen räudigen schaastbund schickte. Als sie hierauf am 9; j Mit zooovü mann in Teutschland einfielen, empfieng er sie dergestalt bey Merseburg, daß ihrer über 40020 mann auf der wahlstatt blies den,die übrigen aber theils gefangen,theils zerstreuet wurden ;Wte er denn auch selbige schlacht in dem Kayserlichen püllast zu Merse- bnra abmahlen ließ. aa) Nachdem nun Henricus hierauf einest Rckchs.lag u Erfurt gehalten, und auf demselben fernen söhn Ot- tonem m seinem nachfolget in der Königlichen wurde ernennest lassemauch von einer reist nachJtalien und vma-c,rung des Kayste /bums ücredet, eH starb er an. 9)6 in dem klosier Memleben äst der Unstrut/und wurde zu Quedlinburg in der Stiffts-kirche, die ee aestifflet hatte,begraben, cc) Von seiner gemahlin Mathild hat er ae cuqet: Ottonem N. seinen Nachfolger; Henncum, nachmals Lertzoä von Bayern und Braunschweig ; Brunonem , Ertz-Bi- Uoffm Cöllst; Gerbergam,die an Gistlbert von Lothnngen, und Hadwidam oder Hedwig,die an Hngo den grossen !N FraNckrelÄ verbevrathet worden, gg) Andere legen ihm noch mehr tochtee bev,?e. Mathildam,die Quedlinburgische Aebtißm z R>chsam,rc» Es ist aber solches alles mit keinem tüchtigen Wgm zu de>m,stm 72O HM Siehe Mathilde ^ >. i -nnsN 9. 654. »-'222,47. 1.1 p. Z24, cont. 6«2»st/222^. »snr. /ruc. h. 2 lir. o. 9. 19. 1.22^74,222^. »cnc. 6iuc. c. 1 §. 9 9. s. (b »,,22247. I.i 9. zr.8. conf. L/722-/7Ä ßenesl. kcsnc. pleri. s/fcrc. r» 2 ,,. 208. 1.22^7-1,4,2^ 6. 6iff. c. 1 tz. 6 9.5. (c §/72277 ssl- loZe ASnesI. iiistor. 9. Z07. §7/222-4/. 61111 6c VVIle!civ6o »I. §. 6 1 - 9 9. 9 ich. Ac in ooer. 9. 570. (6 §7/42722 smisl. ?s6crb. 9. 229. » 72 / 22 r>. r. I icrijrr. Nrimfu. in int2o6. 1122^74,4,2^ 6. 6stf. c. I §. ^ 9. 4, 62222, 2. (c »»2277/222,/. I 1 9. 6)4. »2222,47. 1.1 9. ^14. conf. 6<222^/,224 §, ^ 9.15 5e74>-»4c. l 8 p. 6,7. (g » 224 IH42/2/6. 29. »72/2221.2.1 9.194 fccjc;. »»2>77/«6. 6. I. 10/4677/snri^uie Liunfu. 9. 102. 622226Ü22F §. 7 , 89.84^^.679.912. (k »1222247. 9. ; 25. »»2277/2226.9.66. 1.2222- ^74226. i. r c. 7- 9. ,ü/. »c7476. cie c.->f. 8. 6s!I, c. ;. si 622226/222^ §. 14 lir^ i 9.7-6. (Ic §,2/>/i/7222. 87^222722. »»2277/1,26 !. 1 9, 6». »2222247. 1 .l 9. Z26. »7/77^722/. 9. 196. (I Lkron. O227 »72222/2. sp. 1»4677. in snricz. liiunfu. 9.). icio- 247 /. »4222772/7/. ikici.p-1;6- 6/7722. »22^7//22/ 9 - 174 - (m »»,277,,2226. L », 22 , 247 . 66. II. (n »»2277/2226. I. 7. »r>4 §. »»2/7- 7464 c. r8. (u »»2277/2226 öc »2222247. 66 . II. r.» 22 ^, 742-6 I. 2 c. 7. (9 §«/>/>/ 7 m. LeF/»o». L §-^7/772. 26 an. 92;. »4/./« 677 . 872,22722/39. L«/«L. c-pitulan c. 2 9.199. »226/7/227/72192. Irsnc. r. 2. § 7 /,/ 277 . instid. I. ?. r. r 9. 75. 622226/222^ 6. rr» 9. Z01. conf. 8/02267//. gcncsl. krsnc. plen. silecc. r. r p. 26; sq I7^r>ec/-r>r^. I., p. 628. conf 6.-2»«/- /r»F § >9 p- >>Z lc^- ä i s». 92Z, yrs> 9^6. §«//i/c2?2. sä 2n. 92s, 9,9. I. r p. 6Z7 Iccj. a6 20.929 conf. tz. 18, (§ !. 1 p. 6^9. U^Ae7^. p. 200. (r Lc^w- cii/I. lji: Ii,ci. e^nclii-, L«L»s^ llnirnicr duck Lcc. („ O» r^c/»e blolUc. voc. I'orncanienr». Lcc 42 -i. clilf. clc ul'u öc ifucl. er>-- cnol. §. 6 lir. c! fcl^. Stt»aWssF cl. t,-. tz. 21 p. kz; sl?r^. ^2/^r>r^. I. c. t 7 /n-o?ro^^. I.eibnir. sä sn. 926. (x ^^r2cc/,r?rr/. 6. I. conf. xn-oleg. 26 fccipr. lirunfu. n. 24 fsqq. tz. 2^ lic. 2 p. >67. (7 I. l p, ;2Ü. (2 5 r§eöe> 7 . 4 /e»--?,. Lonc,-. 26 sn. 9)0. (sa I. 1 ^>. 6;9 fcq. Or>M 27 '. I. c. ÄFe 6 «» 7 . 26 sn. 9Z'. ckcon. Llsv. 1.1 c. 8 n. 4. (bb ^^r2eei>rn/>/c,n. Ks^in. 6. s. ?7oi/os7ti. 26 211. 928 ic<^. (66 k^k^tec/?r»«l. 6. 1 . I.«<2-7<»»6. 1 . 2 c. 7 fecjH. 9. ic> 7 , ? 70 i/o 27 ,/. 26 2n. 9;;. conf. f> 4 l«//rni seiiicürrscinic lutf psrr. 2. rlieni. zi. 4 j«hs> 6 ilf 44enr. ^uc. I6unß2r. propc kcl2rci!k. v>Äor, fipf. i6?6, 4. (ec ^f'r/e- fuk fn. I. i. c. 2 §. ! ^>. 196, (tf ^^r?cc/n»i/. 6.1. V/222r»7.1. l 9. Z28. Le^rys». ?7o^o«7i/, ^ 4272222 . 8co7. 26 2N. 9jS. conf. ?2^2 ccik. in Ijscon. r. Z 26 22,. yz6 n. I p. 8zr. 6222-2/- /22,^ 6. rr. §. Zs lik. ^ 9. 2;9 fei), (gg ^222 L/27/22/2/. 6.1. ciiplom. 29, /4cräo22-, in noc. 26 Witcci»'n6. 9. 759. ^/^ 772 c. rcimn fonc, Llic. 26 r>". 9Z7. 29. fc 2/2227. 9. ,7z. conf. 62222§.9 9.41 fe<^^. öc §. 54 lir. s 9. 446. Senricus II / wegen seiner gottseligkeit der heilige / deßglei- chen ein vater der Mönche / sonst aber der lahme / wie auch/ weil er durch seiner schwester Gislä heyrath mit Skcphano n» der Ungarn bekehrung aelcgcnhcit gegeben / der Ungarn Apostel zu- genamit, war ein Herizog von Bayern / Henricr »revir, Hertzogs von Bayern und Gisela, des Königs in Burgund tochlcr söhn / ->) welcher Henrici Hertzogs von Bayern sohii/ und Henrici/incupir enckel war. b) Nach seines vakers tod an. y y 5 wurde er Hertzog von Bayern / c) und als das Reich durch den tod Ottonis lll an. ;ooL erledigt wurde / drung er unter denen vielen ciom^cenren / Hermann von Schwaben / Brunone Hertzog ;u Dachsen an der Weser / E;one Pfaltzgrafen bey Rhein / und Eckardo Margqrafen zu Meisten/ alleine durch, und wurde den 7 iun. an.ioor zuMayntz, seine gemahlin Kunigunda ru Paderborn, und er, nachdem er seine Cumpc-cmen meist in der gute überwunden, zum andern mal zu Aachen gecrönt. -H Mittler weile hatte sich m Italien Ardoinus, Marggrafvon Jvrea, zum König aufgeworfen, daher Hcnricns, so balv er in Tentschland ruhig war, an. 1004 einen zug dahin vornahm, in kurtzcm alles sich ünterwarff, und sich zu Pavia zum König von Italien crönen ließ, wiewohl er an dem crönimgs- tag in lebens- gefahr von dem vöbcl der stadt gcrieth, den er aber doch wieder tapffer züchtigte. Daß er aber, wie einige vorgeben, damals zu einem fenster soll heraus gesprungen, und hiervon lahm worden seyn, ist noch sthr zweiffclhafft. -) Er gicng aber gleich hierauf wieder nach Teutschland, unb zwang die Pohlen und Böhmen zum jährlichen tribut, besten sie sich von neuem geweigert hatten, k) An. 1007 machte er auf dem eoncilio zu Franckfurt am Mayn aus der Grafschaffi Bamberg, weil er keine erben hatte, ein Bißthum, mit dem beding , daß solches unter keinem räcifopoil»". sondern unmittelbar unter dem Pabst stehen solle, k) Es ist auch wahrscheinlich, daß er verordnet, daß die weltliche Ertz - bcamtcn zugleich dieses neuen Stiffts affter - beamten seyn, und einige güter von solchem zu lehn tragen sollen ; wiewohl andere dieses in neuere zeitcn verschieben, n) Sibc Bamberg. An. 1014 trat er aufdes Pabsts Benedicti VIII ersuchen eine reise an nach Rom, und wurde mit seiner gemahlin Kunigunda daselbst von gedachtem Pabst gecrönt. Er bestättigte auch die an die Päbste von den vorigen Kaysern geschehene schenckungen, verordnete aber zugleich, daß die Päbstüche wähl nicht anders als in ge- genwart der Kaystrlichen Gesandten geschehen solle. >) Nach diesem that Hcnricns einen zug wider den Grafen Dietrich von Holland, und trieb ihn zu paaren, n) An. 1018 bewegte er Rodolfum den faulen / König in Burgund, auf dessen verlassenschafft er von seiner mittler her ein nahes recht hatte, daß er ihn noch bey seinen lebzeiten von denen meisten Bnrgundischen ländern und städ- len besitz nehmen ließ. icic) An. rorr gieng er znm dritten mal in Italien, schlug die Griechen und Saracenen, welche fast bis nach Rom gekommen waren, und nahm Bcnevento, Napoli, Capua, yen Troja und Salerno rc. ein. l) Er starb an. 5024, und wurde 1» Bamberg begraben, m) Seine geniahlin war die hciliae Timi- gunda, eine tochter Siegfrieds, Grafen von Ardenne uns ^ir n. bürg, --) mit welcher er aber keine kinder gezeuget, sonderninch p) ner beständigen keuschheil, zu folge des beyderstitigen qelübds gelebt haben, ») wiewohl einige hier andere gedancken führen Inzwischen ist Hcnricns wegen seiner sonderbaren srömmiakeis. und sonderlich wegen der Hochachtung vor fromme Geistliche die er offt auf den knien verehret, nebst seiner gemahlin von h m Pabst Eugemo lll, doch unwissend m welchem jähr, »noM worden, g) Die Dom-kirche zu Basel, welche styl der an durch die Ungarn geschehene Verwüstung in schlechtem stand gewesen war, hat dieser Fürst von neuem aufgebaut, und etliche Ichritte weiter, als sie zuvor stunde, vom Rhein entfernet. Svnsten ist auch das Bißthum Basel so wohl als die von Reaenspum, Pasta», Saltzburg, Freystngen, und andere, mit vielen kostbarkei. ten, theils auch mit ansehnlichen ländereyen, von ihme bescheM worden, r) Sein Nachfolger war Cvnradus II. (s s-,,». c«,-,,. 36 222. 99s. ^ 722,^7772 p. §22. b) Ltt/ 2227 . ink2o6. 26 fcnpk. Lcunfii. 22. D Xb2< 6lif. 6e tt-ni-ico II 9. ;. (c 4 /S 7222 . 602227. 6. h 6/7022. s6 SN2 99s. (6 D,>22,47. I. 4 9. ^8. fc>4X222r^2222^L 39.80!. I2N6. 26 6. z M 3 rc. 6/7022. KrÄc,/. §43:022. § 2 §eve 72 . I/ez>2ÄM. 602,27. 26 s„. loor feq 22247 . I. ü 9. 598. tz. ,;.,z 5;-4>. (f» 77222 . 602227. 6. sn. ,oc>4- Di /22247 1.69.879 ,e^. §. > z, 14, !2-;o. »7/2220Ä. 1 .1 c. >7. ^42/4222 877222 . I. 2 c.sz IgiZj cnllcff Lonc,!. rom. 9 9. 784 !cgg. 6/7022. »2Ä72/. §43722. §7/4/22. » 7727 , 602227. s6 sn. 1007 <8c loir. », 222247 . I. 6 9. ;8;. 6/77». M'/, 72 L/, 27 ^. .19. 2?4/»r. 2.1 mifccll. s6 sn. -007 Sc,0". (n §c/»22c/. in nc>:. s6 vit. Mbcrri III Ouc. 8sx. 9. 689 in 09er. lj- of. bcisl. rte demstlbui an. 10; 9, und schlug gleich bey antritt seiner regierung an. i°tt die Böhmen, welche «hm den tribut verweigerten, und nahm ihren Hertzog Vratislaum oder Brctislaum gefangen, wiewobi er anfänglich von ihnen eine niederlag erlitten, c) Hierauf gerieth er in einen krieg mit Ovone, König iu Ungarn, weil er dessen comperm- ten Pekrum, den derselbe venaget, aufgenommen. Hcnricns aber fiel in Ungarn bis nach Preßburg ein, verheerte das land, und setzte den Ungarn, weil fie Petrum nicht annehmcn wollen, einen Her» tzog aus ihrem geschlecht, den aber Ovo bald hernach wieder vcr- iagle; woraufzivar Henricuü Ovonem, weil solcher alle treue versprach , auf dem thron ließ ; als aber derselbe bald wiederumven ihm absetzte, gieng Henricus an. 1044 abermals nach UlM», schlug Ovonem an dem flnß Raab aufs Haupt, und zwang die Ungarn , Pekrum zu ihrem König anzunehmen, welcher hierauf dem Kayser huldigte. 6) An. 1046 gicng Henricus »ach Rom , >md berief allda ein Loncilium, auf welchem Bcnedictus IX , SlstMü III und Gregorius VI abgesetzt, und an ihre statt Suidgenis, Bischoff von Bamberg, üiitcr dem »amen Clememis II cnvahlt wurde, sintemal der Ratb und das volck zu Rom geschworen, W sie allein denjenigen znm Pabst haben wollen, welchen der Karste con/rmireii würde. Von diesem Pabst wurde er auch in gedachtem iahr mit stiner gemahlin Agnes zum Kayser gecroncl, und trieb nachgehends die kleinen Fürsten i» Italien zu cbor. -) W"- ler weile wurde der König in Ungarn Petrus durch siiM ecr« wandten Andrem» geblendet, und vom thron gcstosscn. DMw der Kanser im begriff wäre, aus Italien nach Ungarn zu ; Andreas aber schickte ihm entgegen, und erboth sich »M Ecm zum gehorsam, sondern auch zu einem lährlichen tribut, womm sich der Kayser begütigen ließ. s) Hierauf hielt er an. i°4d"" Concilium zu Worms, um dem Pabst Bencdicto IX zu UU/'I'E/- hcn, welcher sich nach Clementis ll tod zum vierdten mal dw Päbstlichcn stuhls angemassct, und verschaffte, daß fein m » Bruno, der Bischoff von Toni, znr Päbstlichcn wurde mster ttm namen Lconis IX gelangte, x) An. iozr nabm derKayicr M- derum einen zug vor wider Andream König in Ungarn , imd vu»- gerte Preßburg; machte aber durch Vermittlung des Padsts de. ll) In eben diescni iahr vertauschte er dem Pabst Brneoaimm in Apulien gegen Bamberg und Fnlda, und andere orte, 10 w heiligen Pctro vor altcrs waren gcschcnckt worden. >) Doi»l uu Henricus III mit dem Hertzog in Lothringen Gv.zzclone vm, thun. Dann weil er das Hcrtzogthum, so unter Conrado U v einigt worden, nach des alten Gozzclonis tod wiederum na 1 r / ger gewohnheit theilte, und dessen hinterlassenem ältern soonc g . ches namens Nieder - Lothringen, dem jungem adtt OM Ignavo Oder-Lothringen gab, um beyde nicht zu mächtig hm zu lasse», vergoß es den eestern dergestalt, daß er einen aufstand erregte. Aber Henricus wäre ihm zu mächtig, und als er densel. den rn seme gemalt bekam, setzte er ihn nach Giebichenstein gefan- gen / gab auch nicht allein desselben, sondern auch seines bruders «»theil an andere. K) An. i°?z ließ derKayser seinen ältesten söhn Henricum zum Teutschen König wählen, und gab dem jüngsten , Conrado, das Hertzogthum Bayern, nachdem er dasselbe Conrado, der mit den Ungarn in Verständniß lebte, genommen, l) Im jähr 10;; wurde er nach Italien zu gehen genötyiget , weil der unruhige Gvzzelo von Lothringen, so'sich aus der gefangen, schafft zu Gieblchenstcm loß gemacht, daselbst neue Händel machte, und sich an dre Gräfin von Thuscien Beatricem verhevrathete. Nachdem sich derKayser über ein jähr in Italien aufgehalten, nahm er gedachte Beatricem mit sich nach Deutschland, begnadigte aber doch Gozzelonem, und gab ihm Ober-Lothringen wie. der, m) starb aber kurtz hernach den ; oct. an. io;6 zu Bothseld in Nieder -Dachsen.,") Seine erste qemahlin war Cunzelinda oder Kunigunda, Königs Cannti in Dänemarck und Engelland tochtcr, die er noch bey des vaters lebzeiten an. io;ü geheyralhet harte, o) die aber zwey jähr hernach in Italien an der pest starb, nachdem sie ihrem gemahl eine tochter gebohren, die hernach Aeb- tißin worden, p) Hierauf heyrathete Henricus III zum andern mal an.104; Agnes, eine tochter Wilhelmi V, Hertzoqs von Aqui- tanien, g) mit welcher er zeugte 2 söhne, Henricum IV , der ihm folgte, und Conradum, Hertzog von Barern; und ; töchtern, worunter Judith mit dem König Dalomon von Ungarn, Mathildis nut Rudvlpbo, Grafen von Rheinfeld, Hertzog von Schwaben, Itha aber mit Leopolds IV, Marggrafen von Oesterreich vermählet wurde. ( 2 l-Vr/t'o vit. cüvnrastj 8s>. acl an. loro s>. 4-zr öc all an. 1028 0.4;6- > 430 . ap. in anriguir. 6os- lar. >. 1 p. ;8 conk^lli^loms ibicl. g 4z6. e^>. a». Zs red. ttlrrajeÄ. p. .89. (c Ä- all an. ,04.0. ac! an. 1041. 8«a,s». all an. ,042. (cl all an. 1041ä: 104^. L/rmöett. 8^4/». llll. ss. sä an. 124; lchq. (e all an.,046 ^rSo^.p.L. llial. I.;. (k all an. ,046 ie<^. tl. 2. (g vita 8,I.soniz N. 1.2 c i a^>. »n äst. 58 . all. ci. ry aorü. 8 LttriF», all an. >049, ( k all rn. 0,2. r ttugon (tluniac. c. r, (i I.ea O/ire»,. l. 2 c. 8f. Lo»tt. all an. iv^. (lc 8r^es>ctt. all an. 1044 ier;g. Lo-rr^. all an. 2048. all an. 104; feqq. all an. 246. (! all an. ioi;. (m L-r»rK. 8-^4/»^. all an. !c>;6- (n co»tt». Oo-rtt. L: Lk4tt4». 8ctt. all an. loch. Otto !>,/. !. 6 c. zz cont. Kttseoc» annai. Qoslar, all ll. a. (0 all rn. !or6. ^r//-o in vic. Oonr. 8al. all ll a, (p ^,/>/>o all rn. loch. (0 LelM. Oo^r^. tte/llaK». Lamdell. all an. 104z. Lott all an. ,044. henricus I V, der ältere und grosse zugenannt, wurde den 10 nvv. io;o gebohren, und bey lebzeiten seines vaters Henrici des schwarten an. io;z zumTeutschcn König erwählet,(side den vorhergehenden articu! Henricus Ilt.) Sein vatcr starb, da er kaum 6 jähr alt war. Seme mutier Agnes erzog ihn hierauf sehr wohl, und führte an seine'stadt die regicrnng biß an- ioür mit grosser klugheit, worbey ihr BischoffHenricus von Augsburg, und Otto, Hertzog von Sachsen an der Weser, am meisten zur Hand giengen. Aber einige neidische Fürsten bemühcten sich das regiment an sich zureisscn, und den jungen Printzen von der Kayserin zu entführen; Daher ihn der Ertz - BischoffAnno von Cölln bey Speyer auf ein lust-schiff, so auf dem Rhein war, lockete ; so bald aber der junge Prmtz daraufwar, stießen die schiff-leute vom land, und führten den ^nutzen weg. Dieser besorgte etwas ärgers, und sprang deswegen mitten in den Rhein, worinncn er auch würde ertruncken seyn, wenn ihm nicht Marggraf Egbert von Sachsen nachge^ sprungen wäre, und ihn mit äusserster gefahr wieder in das schiff gezogen härte. Seine mutter nahm sich solches dergestalt zu ge- müth, daß sie darüber nach Italien m ein kloster gieng. Jene brachten ihn unterdessen nach Cölln, und setzten ihn daselbst anfden Kay- serlichen thron im i z jähr seines alters'. Er wurde hierauf von An- none sehr übel erzogen ; insonderheit aber verleitete ihn der Ertz- Bischoff Adelbcrtus von Bremen zu allem bösen, da er indessen den grösten antheil an der regierung hatte, solche aber nur nach seinem eignen Vortheil führte. Denn er suchte sich in seinem Ertz » Biß- thum gantz louverain zu machen, und alle Grafschasscen darinn an sich zu bringen; dahero er den König zu vielen verschenckungen der llomllncn beredte, bloß um diejenige, so ihn in seinen ablichten hindern tönten, zu befriedigen; wodurch aber dem Reich unsäglicher schaden geschahe.Dieses verfahren des Adelbcrts bewog dieNeichs- Stände, daß sie auf einem zu Tribur gehaltenen convcnt Adclber- tum vor einen ftind des Vaterlandes erklärten, auch Henricv zured- ten, daß er denselben von sich ließ, wiewol dieser schon selbst seiner Vormünder müd war, und kurtz vorher, da er im 15 jähr seines al» ters wehrhafft gemacht worden, den Ertz-Bischofs Annonem zu Cölln erstechen wollen. Sonst ist unterHenrici vormundschafft auch mcrckwürdig der streit zwischen dem Abt von Fulda und dem Bi- sthoffvon Hildcsheim, wegen der ^«c-ll-nr, dadurch in der kirch ?u Gvßlar am Psingst-tag in gegenwart des Kaysers ein grosses biut-vecqiessen erregt worden, (sihe auch Fulda.) An. roüs gleich nach der abstkung des Adelberti heyrathete Henricus eines Italiänischen Marggrafen tochter Bertbam, ward ihr aber gar bald uber- drüßiq, und suchte wieder von ihr geschieden zu seyn. Damtt er nun solches desto eher erhielte, trat er dem Ertz-Bischoffzu Mayntz den zehndcn in gantz Thüringen ab, welcher hieranfkein bedencken trug die ehescheidung für recht zu erkennen. Doch es hinderte solche hm 721 ".E allein der Pabst, sondern es wurden auch die Sachsen wegen ves an Mayntz »berlassenen zehenven unwillig. Und weil diese ohne dem schon seit Henricv III , der Königlichen familie nicht kavm ,l>r« ke», Henricus I V aber ivlche mit gemalt bezwingen wolle, und zn dem end mchl ^ allem beständig in Dachsen , und insonderheit zn Gvßlar hofhielte , londcrn auch hin und wieder festiingen anlegte, und solche mtt gebohrnen Franckcn besetzte, so ward d-e gantze ->a- uon ichwmlg. Hierzu kam, daß, als Bernhard der Hertzog zn Sachse» an der Nteder-Elb inzwischen starb, seine beyde söhne Or- dulphus und.yecmännus dessen lande aus eigener amlioricat theilten, welches aber der Kaysi-r nicht leiden wolle, und des inzwischen verstorbenen Hertzogs Ordulphi söhn, t^a^nu,,,, lus gesängnisi setzte, um ihn zu zwingen, nicht allein das Hertzogthum, sondern auch seine »>!->ll,a m dem Lunevurgischen abzutretten. Deßgleichen wolte der Kayser auch Ottoni von Göttingen, Hertzog zu Sachsen (weil solcher noch aus Henrici äucup» stamm, und ihm daher sehr gefährlich war, auch alle mißvergnügte sich an ihn hiengen) das Hertzogthum Bayern, so demselben die verwittidte Kayserin Agnes gegeben hatte, nicht lassen, und damit er einen vorwand haben mochte, ihm solches zu nehmen, bestach er einen, namens Egino, welcher denselben anklagte, als hätte er den Kayser wollen hinrichten lassen, auch sich erbot, «dessen gewißheit durch ein llu°i zu beweisen. DerKayier bestimmte hierauf an. 1070 den r aug. daß Hertzog Otto zu Gvßlar erscheinen, und daselbst sein recht durch einen kampss mit seinem aegentheil ausmachen solle. Allein weil biefer es leinem stand verkieinerlich zu seyn achtete, sich mit einem geringern einzulassen, und also nicht erschien, wurde er deshalben, als ein der Kionie »verwiesener, in die acht erkläret, und dahero genö- thiget, sich in Sachsen zu reririxen, um daselbst schütz zuhaben. Henricus aber gab das Hertzogthum Bayern Welffoni,'einem vornehmen Herrn aus dem alten Welfischen hauß, daraus Ludovici gemahlin schon herkam. Alle diese Ursachen brachten endlich die SacbsischeFürsten und Prälaten zu einem allgemeinen Mißvergnügen, daß sie sich sämtlich wider den Kayser zusammen schlugen, und von ihm öffentlich durch eine Gesandschafft degehccen, daß er die in Sächsin erbaute festiingen llsn,.,ureii, dasjenige, was er benSäch» sischen Ständen genommen, wieder hergeben, ihre freysten unge- kränckt erhalte», nicht beständig in ihren Provintzen residiren, die fremden diener ulid coneubine» wegschaffen, sich a» einer gemcchlin begnügen lassen, den zehenden, welchen er dem Ertz - Bischofs'von Mayntz zugesprochen, abstellen, und ein bessers leben führen solle; oder widrigen falls wollen sie ihn bekriegen. Weil aber derKay- sir sich zu nichts erklärte, hielten die Sachsen und Thüringer an. 107; einen eigenen land - tag zu Nokmesloven, beschlossen darauf den krieg wider Henricum , und überfielen ihn in dem schloß zu Hartzburg ohnfern Goßlar unversehens, daß ergenöthiget wurde, sie durch freundliche und angenehme Versprechungen zu besanffti- gen, biß er und seine Hofleute ein mitte! fanden, heimlich davon zu kommen, woraufdie Sachsen das schloß belagertcn.Henricus,welcher sich nach Hirschfeld rsririressammlete hieraufeine armee,konte. aber wenig volck zusammen bringen, weil die Schwaben, Bayrer, Lothringer und andere ebenfalls nicht iraueten, sondern befürchten, Henricus möchte nach bezwingung der Dachsen auch mit ihnen so verfahren. Zu allen diesen unruhen kam auch der Pabst Alexander II und cir-rte Henricum, weil er dic Bißtbümer nur nach geld und andern ungleichen ablichten meist an schlechte, untüchtige leute vergeben, als einen der llmonie schuldige», nach Rom, um davon re- chenschafft zu geben. Nun starb dieser Pabst zu allem glück für Henricum kurtz darauf, und nach dem der Kayser an. 107; auf ei» nem Reichs-lag zu Oppenheim seine fehler, die er in seinen jungen jähren begangen, «-xcullret, und versprochen, sich hmführo besser aufzuführen, auch inzwischen eine armee zusammen gebracht, und sich auf den Dächsischen gräntzen gelagert, so kam es endlich um die fast-nacht an. 1074 zum frieden, und zwar unter folgenden de- dingungen: daß der Kayser die mauren von denen aufdem Hartz erbauten schlössen! Hartzburg, Wigantenstein, Sassenstein, Asen- berg und Heimdurg niederreißen, das Reich durch einheimische Räthe regieren,nicht allezeit in Sachsen residiren, und endlich auch keine gelegenheit sich zu rächen suchen solte. Allein weil der Kayser an Hartzburg nur die mauren nmwerffen ließ, und sonst vielleicht mit der exLcurivn des friedens verzögerte, brachen die Dachsen denselben, steckten den Kayserlichen pallast zu Hartzburg an, plünderten die kirche, gruben dendaselbst begrabenen Kaysirlichen Printzen aus, und hauseten gar übel. Dieses nöthigte den Kayser,daß er an. 107; einen grossen Reichs-tag nach Bamberg ausschrieb, aufwel» chem er vorstellte, wie die Sachsen mit ihm umgiengen, auch eine grosse armee von Schwaben, Bayern, und Lothringern zusammen brachte, wormit er wider die Sachsen anzog, und sie den O um. an. i°7c an der Unstrut bey Neustadt gantzlich schlug- ,Die Sack" sischen Stände musten hieraufinsgesaml aufdem Reichs-lag zu Worms vor dem Kayser fußfällig um gnade bitten, welcher die vor- - nehmsten Häupter gefangen sitzte, die geschleiffte ftstiuigen wieder aufbauete, und seinen söhn Conradum an. 1076 zum König wählen ließ. Doch dieses glück währte nicht lang. Dte Sachsen nah- wen ihre zuflucht zu dem Pabst Gregvno VII, sonst Hildebrand genannt, welcher auf einem zu Rom an. i°?> gehaltenen ii» die Verordnung seines vorfahren wider dlelimomeerneuerte, und befahl,daß alle verehlichte und durch weltlicheFursten mv°a,che Bisiliöffe abgesetzt werden sollen, auch diesem befehl zu folg unterschiedliche Teutsche B-schöffe verstieß, und seme legalen zu dem Kavsir nach Gvßlar schickte, mit befehl, die gefangenen Sächsischen Visthöffe wieder loß zu lassen, die,enigen aber, so aufbemeld- tem conciii» verdammt worden, abzusitzen, und dann vor seine Person auf den fasten-somitag nach Rom zu kommen, um daselbst von ll theil. Dyvv «A 722 HM ^ ^ «vedem, wessen er von den Sachsen beschuldiget worden/ red unv antwort zu geben, bey strafdes bannes und vemerung ferner crone. Henricus ließ sich zwar anfangs hierdurch nicht schrecken, sondern beruffle einen Reichs-tag nach Worms, woraufalle Teutsche Bt- fchöffe, ausgenommen die Sächsischen, erschienen, da denn oer Kayser mit genehmhaltung der Bischöffe, Gregorium als einen der Lmome selbst übcrwiesenen, und einen störer des ürchen-und politischen friedens, absetzte, und seine Gesandten nach Rom Male, welche auch bey dem hnollo, so in der ersten fasten-woche gehalten wurde, dem Padst dieses llecrer vorlasen. Allein der Pabst erklärte sich hierauf in einem aus i io ItaliänischcnBischoffen bestehenden Loocilio, daß er durch Gottes und 8 . Petri gelvalt Henricum von dem thron absetzte, ihn dem satan übergäbe, und seine Unterthanen von ihrem gehorsam loßsvräche. Es fand auch dieser Padstliche dann bey vielen Reichs-Fürsten, (welche theils im trüben znPlchen gedachten, theils auch die gefangenschafft der vornehmsten zachst- sehen proceruw vox eine weit - aussehende fache, die sie nut der zelt auch betreffen könte, ansitzen) -ng-ot;. welche dahero nebst den Eachsen eine allgemeine Versammlung bcrFürsten aufden oer. 1076 zu Tribur anstellten, auf welcher beschlossen ward, daß entweder der Pabst nach Forchheim kommen, und HcnricNhaten untersuchen, oder aber Henricus innert iahres - frist nach -statten gehen, und sich bey Verlust der crone mildem Pabst aussöhnen, mitllcrwcil aber als eine vrivat-person zu Speyer lebe» solle. iLvi- chem nach war Henricus genöthigt, sich vor allen dingen von des Pabsts bann loß zu machen, und gieng dannenhero an. 1077 mitten im härtesten Winter, nebst seiner gemablin, seinem söhn und einigen bedienten nach Rom, traf aber den Pabst in Apulien zuCa- nosä bey der Gräfin Mathildis an, und konte nicht eher audientz erlangen,biß er nebst feiner gemahlin und dem Printzen in dem vor« hofdes Pädstlichen pallasts in büß - tlcidern ; tag lang mit blossem Haupt, barfuß, und ohne alle speiß unv tranck auffgewartet, da er denn endlich den vierdten tag durch Vermittlung bemeldtcr Gräfin zugelassen, und (nachdein er alles, was ihm der Pabst vorgeichne- oen, eingegangen, und insonderheit auch auf die mvcittrur der Bischöffe eidlichen verzicht gethan,)von dem bann sbfolvirt wurde,>e- doch dergestalt, daß er dennoch sich vor den Teutschen Fürsten verantworten solle. Doch durch dieses allzuharte machte sich der Pabst bey vielen verhaßt, und Henricus stlbst war willens, mit hülffder Italiäner Canosa zu belagern. Der Padst aber ritte sich bey Zeiten, und brachte es bey den Teutschen Standen, insonderheit aber bey den Sachsen dabin, daß sie noch in eben diesem jähr den l; mertz zu Forchheim im Bambergischen sich ver- sammleten, das Teutsche Reich, so bißher erblich gewesen, ausdrücklich vor ein wahl-reich erklärten, Rudolphum, den Hertzog in Schwaben,zum Kayser erwählten,und ihn gleich darauf;» Mayntz krönten, worauf auch in kurtzem die Päbsitiche bcstältigung, vermittelst überschickung einer crone an Rudolphum, erfolgte,(sitze Rudolphus.) und Henricus von neuem in den bann gethan wurde. Henricus aber kam nach Teutschland,und nölhigteRudolphum, welcher gleich Würtzburg belagerte, nach einer dey Molrichscu- heim vorgegangenen zweifelhafftcn Wacht, sich nach Sachsen zu ziehen; daielbsi kam es bey Fladcnheim obnweit Golha wiederum U einem treffen, wobey der sieg nochmals zweiffelhassc war. In >er dritten schlacht aber ohnwcitMerseburg verlohrder gegcn-Kay- ser Rudolphus die rechte Hand, und starb gleich daraufan. io8c> zu Merseburg, nachdem er bey erblickung seiner abgehauenen Hand seinen meincyd gegenHenricum bereuet, (sitze Rudolphus.) Er bekam ein Königlich begräbniß, und.tzenricus wünschte, daß alle seine feinde so herrlich möchten begraben werden. Hierauf hielt Henricus an. 1080 einen Reichstag zu Manntz, daselbst zu berathschlagen, ob der Pabst macht habe, einen Kayser in bann zu thun? und ob der Kayser den Pabst Gregorium mit fug absetzen könne ? Als nun 19 Bischöffe, so daselbst erschienen, vor gut hielten, daß der Kayser die Bischöffe in Italien gleichfalls hierüber zu rath ziehen solle, so stellte derselbe den rz jun. an. ,c>8o ein conciUu», zu Briren an, welches aus ;o Bischöffen bestund, und durch allgemeinen schluß den Padst Gregorium VII ab. und an dessen statt Guibertum den Ertz - Bischoff von Ravenna, unter dein »amen Clementis lll einsetzte, der jedoch von andern nicht erkannt, und ihm Victor III , und nach dessen tod Urbanus II entgegen gesetzt worden,die auch anjetzo von denCatbolischcn allein vor wahrePäd- ste erkannt werden, (sihe Gregorius VII.) So dann gieng der Kayser über die Alpen,schlug eine rebellische armee bey Parma, er- oderte Rom den r tun. an. rog; mit stürmender Hand, und bela- gerke den Pabst Gregorium in dem castell 8. ä-'s-w > welcher aber von bannen wegflohe,und bald darnach an. 108; zu Salcrno starb. Indessen da der Kayser zu?Rom war, und sich daselbst von Elemente lll cronen ließ, fielen die Sachsen in Franckenland, hauscten darinnen gar übel, und erwählten mit hülss des Hcrtzogü Welffi in Bayern, Hermannum, Grafen von Luxenburg, insgemein den knoblauch.s-Ronrg genannt, zum Kanser. Er ward aber wieder von ihnen selbst verflossen, und an. ic>88 umgebracht, (sihe Her, mann.) An dessen statt erwählten sie Marggraf Egbcrtum von Sachsen, welcher, m einer schlacht mit dem Kayser, der indessen aus Italien wieder.nach Tculschland gekommen, flüchtig werden muste, und in einer mühle umgebracht ward. (sihe Egbert.) Als nun die Sachsen sahen, daß es mit ihnen nicht fort wolle, stellten sie sich, als wollen sie mit dem Kayser sich in gütliche tractatcn einlassen , und brachten es dahin, daß an. >«86 ein Reichs- tag zu Speyer gehalten wurde.Allein derPabstvietor m sieng indessen an, inJtalicn wieder den meister zu spiele; er vermittelte auch eine hey- vath zwischen der Gräfin Mathildis und dem jungen Meisten in Bayern, wodurch nicht allein das Welfische hauß von der parthey des Kaysers abgezogen wurde, sondern diese verführten auch des k hm Kaysers eigenen Printzen Conradum,den der vater schon m Kim,» Nachfolger ernennet , und zum Hertzog von Lothringen aemackl auch wurcklich Mit einer armee wider den Pabst nach Italien a ! Kickt hatte. Denn sie beredten ihn, daß siechn zu einem König m Italien machen wollen, und dieser lreß sich auch würcklich an 1° in solcher gu-l-tat cronen. Allein, obgleich dadurch Henrici sacbm in Italien übel liessen, so erhielt er doch hieraufvon den TeuilL Standen, daß sie fernen andern söhn, Henricum, zu seinem nack- folger ernennten, dieser aber zuvor mit einem leiblichen evöÄ gen muste, sich bey des vaters leb-zeiten keiner regieruiiq an!iim?e sen. Es trennte sich auch der junge Welffwiederum von seines mahlen Mathildis, und nahm des Kaysers parthey. So starb 2 der Pabst Urbanus II an. 1099, da er eben aus Franckre ck, . Ä kam, nachdem er daselbst den ersten creutz - zug nach dem ae 2 land veranlasset; und ob gleich dessen nachftlger sc^jU" bann wider ihn erneuerte, so begütigte denselben doch Lennm« mit dein versprechen, einen creutz-zug anzuketten. Endlich ste auch Conradus, so wlber den vater r-t>ttiiret, in eben diesem ^ plötzlich. Alles wäre solchem nach für den Kayser glücklich g 2 gen, wann nicht seme fcmde auch semen andern söhn Lenrimm wider ihn erregt hatten. Dann dieser ließ sich(durch die vorstelb ^ daß sein vater .m dann der kirchen, und dafern er .n sM m L verstürbe, zu be,orgen wäre, der Pabst möchte die Fürsten zurwM eines andernKaysersbewegen)bereden,daß eran. -1°6 eineNM Versammlung nach Nordhansen ausschrieb, und daselbst den sten und Bischöffe» vortrug, wie er der regierung sich Unters hen beschlossen, welches dann mit sonderbarer freudc anaenomm» wurde. Er brachte auch gantz Schwaben und Bayern auf le re feite, und als ihm der vater mit einer armee, die jedoch deriemi n nicht gleich war, bey Regenspurg auf den hals kam, stellte erst» an, als ob er sich ihm unterwerffen wolle, und zu Coblentz balb » ihn auch wurcklich fußfällig um Vergebung, und versprach ilm mit einem dreyfachen eyd,ihn aufeincm nach Mayntz ausaeschr e- denen Reichs-tag mit dem Pabst rknd den Teutschen standen mvm sohnen; als er aber mit dem ,ohn hierauf nach Bingen gieng, Md er daselbst auf dessen besetz! gefangengenommen, undmitbedw- hung des lobes gezwungen, die Reichs - mstZnia von sich zu aebeiu worauf er von den Pädstlichen Gesandten und Teutschen Ständen auf dem Reichs-tag zu Mayntz des Reichs förmlich entsetzt, md Henricus V, sein söhn, zum Kayser bestatkiget wurde. Der M Henricus war nach diesem so verlassen, daß er fast Hungers starb, und wegen des bannes nicht einmal eine pr^b-n-le von dem StiK Speyer, so er sich ausgebelten, erhalten konte. Dieses verursachst, daß er scm gluck noch einmal versuchte, und heimlich nach Mn und von dar nach Luttich entwischte, da ihm der Hertzog von Loth, ringen, der Bischoffzu Luttich, und andere alle hulff leisteten, auch den jungen Henricum bey Maaß aus dem seid schlugen. Es hielten es auch alle Reichs-stadte mit Henrico IV, und wehrten sich intondcrheil Colln und Nürnberg sehr tapffcr. Henricus IV aber starb bey diesem anscheinenden glück den 1, oder wie andere schreiben, den 7 aug. an. 1106 im 46 jähr seiner regierung, und seines alters. Der Bischoffzu Luttich ließ den entseelten cörper indem Münster zu 8. Lamprccht ehrlich bestatten. AUein der Pabst and junge Kayser nöthigten ihn, solchen wieder auszugraben, und an einen ungew.eihten vrt zu setzen. Jedoch wurde er von dannen nach Sveycr gefubret, und in 8. Afra capell gcstcller, woselbst er z jabr „„begraben stunde, biß er an. mi von dem Pabst r-libsN bcS bannes be freyet, und so dann mit grosser pracht in die Kanserliche grufft eingeiencket wurde.Er war sonst ein Herr von majestätischem ansehen, von treflichem verstand und grosser tapfferkeit, indem er in 62 seid - schlachten mcistentheils obgesieget. Gegen arme lcali hat er sich sehr mitleidig bezeuget, indem er solche zum öfftern feststen geweitet und getrancket, auch zu theurer zeit viel unterhallen. Mit seiner ersten gemahlin Bertba, davon oben gedacht wochn, hat er r Printzen, Conradnm, so an. 1101 a» gisst sc>n leben beschlossen, und mit Jolanta, Rogerii Grafen in Sitilie» lochter, vermählt gewesen, und Henricum, fo nach ihm Kayser worden/ wie auch einige töchtertt, als Agnetem, Friderichs vonHoben- stauffcn, Hcrtzogs in Schwaben,lind hernach Leopolbi iVMara- graftn in Oesterreich; Bertbam, Marquardi Hcrtzogs in Kärnb- ten; Sopbiam, Godoftedi Hcrtzogs in Brabant, und Adelbeidea, Uladislai Hcrtzogs in Polen und Schlesien gemahlin, gezeugel; Mit der andern aber, die eine Rußifche Printzeßui,Udonis,M6; conf ^te»»»cck»Lnklguik.2o!. lzc. I. i p. 70 - 7-. r. 9 Loncil. p. Irao, U-A-e. p. :rn. Scor sci sn. 1075. IM. bell. sar. ß-io!» Lp p. rys. , .. , Henricus V / der jüngere zugenannt/zum unterscheid Väters/ ward an. ic-Zi gevohren/ (») und von seinem vaterM rico lV an. 1099 zum Nachfolger angenolnen; belohnte aber m- selben seine liebe mit solcher untreue / und undanckbarkett) Mir ihn gar von dem thron stieß / wie unter dem vorigen articiil M stänvlich erzehlt worden. Nach feines vaters rode an. i l°s W er sich zu Mayntz nochmals von den Teutschen Standen bestalM und huldigen; es ward aber auch alsobalb eine umf ihn entdeckt / darein Henricus von Limburg / Hertzog von Lochrrnqen und Siegfrid von der Pfaltz verwickelt waren/ woow er gelegeiihcjt nahm / den ersten/ welchem er ohnedem E S" war / seines Hertzogkhums zu berauben, (b) Gleich im erMM wurde er auch ru Goßiar von einem donnerschlage gemm/ ^ hen cher ihnan einem seiner grossen zehm verwundete / einen theil von seinem -cgen und schilde wcgnahm/welches ihn dergestalt erschreckte/daß er die an fttnsm Vater begangene untreue ;u bereuen anfimg. -) Er hielte hterauf mtt dcm Pabst Paschali II / den er zu einem gütlichen verglerch vergeblich nach Teutschland eingcladen/zu Cha« tons m Franckrerch wegen dem streit/die -nvcMtur der Bischöffe belangend? eine Unterredung/ die aber frucktloß war/ weil jeder theil ptiff«nd fest auf seiner Meinung beharrete / und nichts nachgeben wolle, a) Der Kayser wurde aber durch die kriege / so er mit Ungarn und Polen angejangen/dicse fache auszumachen/ eine zcirlang verhindert. Dann er stunde Almo bey / welchen sein bruder Cvle. mannus/ König in Ungarn/ vertrieben/ und bekam mit Boles- lao III /Hertzog in Polen / zu thun/weil dieser Colemanni parrhey hielte; über dieses auch beyde sich von dem Teutschen Neichabreiffen wollen / er leg« aber wenig ehre ein; °) doch mag nachher» ein vergleich gemacok/und der alte rribut/ so diese lander an Lcutschland bezahlet / wieder erneuert worden seyn. k) Das vornehmste aber/ so Henricus uch nach diesem angelegen seyn ließ / war der streit mit dem Pabst. Diesen zu ende zu bringen nahm er an. 11 ic, mit ein« willigung dcrTeutschmStandm einen zug nach Italien vor/ schick« te aber einige Gesandten vorher ab/dir es bey Paschali I! dahin brachten / daß solcher einstimmet« / daß die Bischöffe ihre lander hergeben/ hingegen die inveMrur allein von dem Pabst empfangen soffen. Als Henricus an. mi mit einer armce von 40000 mann nach Rom kam / wiederholte zwar der Pabst sein versprechen / weil aber Henricus den cow'ens seiner Teutschen Bischöffe sich ausbcdun« gen / und diese keineswegs darein willigen wollen / kam es beyder« seits zu lhärllchlelten und grossen dlulvergieffungen / so gar / daß auch der Kayser in dem lumnll vom Pferde herab gcstnrtzt/ auf die erde gcworffen und un gelichre verwundet wurde / welches ihn dergestalt in Harnisch brachte / daß er dm Pabst mit den Cardinälcn in riuem festen castelle enge eingeschlossen hielte/seine armce verschanz te / und mit den Römern täglich scharmutzirm ließ / welches 2 gan« tze monat währte. Endlich als Henricus die gefangenen enthalt»« lenzn lassen drohet«/ müsse der Pabst der MvelUmr der Bischöffe absagen. Worauf der vergleich zwischen dem Pabst und dem Kay« ser durch zertherlung einer Hostie bestätiget wurde / davon beyde ein stücklem nahmen / mit dem beygefügten eid.schwur/ daß derjenige/ so am ersten den vergleich brechen würde/ vom reiche Gottes abge« schieden seyn solle, s) Hierauf ließ sich Henricus von dem Pabst zum Kayser crönen / u) gtcng siegreich wieder nach Teutschland/ und ließ seinen vater sogleich ehrlich zur erde bestatten. Ader kaum war er aus Italien / so ließ der Pabst den mit dem Kayser aufgerichteten tractat von dem onciiia r.arer-mcn6 > welches aus rz Car- dma'ien /140 Dischöffen / und eben so viel Aedten bestünde / vor null und nichtig erklären / und den Kayser durch den Ertz-Brschoff zu Dienne in Franckrctch in bann thun. i) Doch würde dieses nichts zu bedeuten gehabt haben / wenn nicht die Sachsen aufs neue wider den Kayser einen aufstand erreget hätten. Es war ncinlich derTraf von Orlamünde ohne leibes^r'ben gestorben / daher der Kayser sei« ne guter einzog. Weil aber die Sachsen behaupteten / daß er solche wieder einem andern zu lehrn zu geben schuldig / auch der Pfaltz« grasStegiried wegen seiner mutier darauf anspruch machte / kam es bald zu einem aufstand. Der Kayser nahm zwar anfangs die vornehmste mißvergnügte beym kopff/ es ward auch Siegfried in einem scharmützcl umgebracht; allein weil der Pabst der Sachsen sich so eifrig annahm/ und der Hertzog von wachsen Lotharius heimlich nach der crone strebte / ward die fache dadurch nur arger/ und kam eSan. 111; bey Gerbstätt zu einer sehr blutigen schlacht / darinn der Kayser 4z «oo mann verlohr/unddas seid räumen tnufle. K) Von dieser zeit an verlosch des Kaysers ansehen in Sachsen dergestalt / daß diese wie ein eigenes Reich waren / vor sich selbst Reichs«kage hielten/und der Hertzog zu Sachsen/Lochartus/ dem Päbstlichcn Gesandten als ein König audieutz ertheilte.!) Der Ertz-Bischoff zu Magdeburg that den Keyser gleichfalls in bann / und der Ertz-Dischoff zu Mayntz wäre demselben todfeind/ indem er von geburt auch ein Sachse war. >») Henricus ließ die Sachsen hierauf unangefochten / und qieng vielmehr an. m/ unter dem vorwand die länder der verstorbenen Graten Machtldis zu erden/nach Italien/und forderte bey seiner ankunffk von dem Pabst die destätigiiug der vorigen tractaten / und eine neue cronung / und als solcher nicht darein willigen wölke / ließ er sich von dem Ertz« Bischvff von Braga in Porrügaü/ Burdino/ welcher eben damals zu Rom / und des Pabsts eigner Gesandter au den Kayser war/ crönen / und als Paschalis bald hernach zu Veuevento / im Neapolitanischen/ dahin er sich rcriHrt hatte / starb / machte er gedachten Burvinum unter dem »amen Gregorii VIII zum Pabst / dar« gegen aber die andern Cardinäle Gelasium ll wehsten / der jedoch zu Rom nicht bleiben konte / sondern nach Franckmch flöhe/ auch/ nachdem er daselbst den bann wlder den Kayser pudücim / mit tod abgicng.») Der Kayser wurde nach dtesein wegen des noch un« ruhigen znstands in Teutschland wieder genöthigct / Italien zu ver» lassen / und der inzwischen an Gelasii stelle erwehlte Pabst Calir- tus 11 / kam nlchr lange hernach nach Rom/ und bekam Burdinum gefangen. Weil nun seine NunM in Temschland wider den .Kayser scharff -gitten / dieser auch sich besorgte / es möchte ihm wie seinem vater gehen / so überließ er die fache an. 1122 der Netchs-versamm- lu»g zu Worms / um mlt dem Pabst einen vergleich zu treffen / so daß man anfbeyden selten etwas nachgeben söffe. Der vergleich liess da hinaus / daß der Pabst die Bischöffe in Temschland durch den ring und stab / der Kayser aber selbige wegen ihrer lande belehnen söffe. 0) Er verglich sich auch zu Würtzburq mit den Sachsen / wo« durch denn alle unruhm ein ende hatten. An-112; wurden die ein- wvhM inNuffach durch den unsug selnerletd-garvedchmgerettzet/ hm 72z daßsie ihn aus der stadk jagten/ und der Relchs«>nllg»im beraubten/ e.E. semem vater gemacht hatte; weswegen er die stadt 1 einnahm und verdrandke. In eben dcmseldigm jähre that er anen emfall m Franckmch / und belagerte Rheims/ um sich zu rächen / well die Könige in Frankreich immer der Pädsie parthey gehaffen/und der bann wider ihn zu Rheims pubiicim worden, p) Als er von dar nach den Niederlanden gieng/starb er an» 112z zu Utrecht /und wurde zu Speyer begraben. -,) Seine gemahstnwar Mechttld / des Kömgs in Engelland Henrici I tochter/von welcher er kerne kmderhinterließ. r)Uuda!sowarer der letztevvn den Hertzogm in Francken/ welches land nach ihm an Friedrich I von Hohcnstauffen/Hertzog in Schwaben / gefallen / wellsvlcherftrneschwcstcr zur ehe hatte/und also der nächste anver- wandte war; Die Kayserliche wurde aber erhielte Lotharius / Hertzog zu Sachsen. («2ll an. 108- p. 264. (e> sll 2 ll. II0I. (c g-rgt. s c. >8. (ll vit. I,uäc>v. Vi. c. 9 p. 122. 2c! an. 1,07. (e U-'Fe-'F. sll an. 1,08 ieq. Otto !. 7 c. i;. Lrx. all an. H09. (fll. I. L.,»Lrr«« lls red. 8ik-t'. (g K-Äei/-. sc! an. 1 loy kec;. P. 7Z7- Otto I. 7 c. 14 p. ,46. ^ "ll?- r;>-Do-keck-'». cl. 2. vr«o.cki-on. Oattin. 1.4 c. 4r. I'i/s». in viks Nalckal. II ccmf. Lcri-o». com. ir 26 an. »m §. 2; sey. (k UH-cn-F. gc!an. 1111, I.; 9. ,67. (I U-AttF. sc!. an. n>2 p. r;6. viltor. ponrif.L Lom. LnZoliim.c.;; ap. Lciö. bibl. ^I8L. r. r p. 249. Fett. L/o/o»/» in concin. Ingulplii p. 128. Llsi/ocro. all an. 1112. vit. Lralli c. 9. (!c acl an. mz p.25;. Otto 1.7 c. 14. p. 147, OL^o-r. Lsx. ac! an. i,rzp. 28; leqq. 77o/-»oÄ. ckron. 8lsv. 4l. L^ro». Loeöo»» p. Zl; sp. LeÄnrk. t. (! ac! sn. 1116. (in Ic/e?» s/,/.!.ir p. 846 . 1 '-r-rci«//,!'. vit. Qclsüi II. (0 U-°- sc! LN. N 22 , 6 o«ö/crc. cl. a. R»/oo ja cllion. all an. 112 ! Icc;. V. rabulas »p. Lcr^o-ri.-c,» t. 12 all an. Ilrr. inüic. jur. puirl. r. 2 ric.ic> 2 . cvll. 1 g. lliplom, p. I n, r. x>. r. (p §«§ 0 »°, vit. l.ull. Lratti. LoLett. c/e LIo»tt all an. 1124 . U-AttF. ll. 2 - (g U-AttF. 2 ll 2 a. Iirs, Lo^ett. ll. s. Otto !. ? c. 17 coaf. />crxt crit. in öaron. t. 4 2 ll an. nrs n 6 , 7 . (r sll 2 N. Ul 2 . 2 ll LN. 2114 . Ottne/t». kffl. rez. -rngl. henricus VI/ der ernsthaffte zugenannt / Friderici L-rka. ross« söhn / ward gebohren zu Nimägen an. 1165 / H und n6- im funfftm jähr seiner regierung schon von seinem vater zum Römischen König ernennet/ auch mit etnwilligung der Stande zu Aa-- chen von dem Ertz-Bischoffzu Cölln gerrönet. b) Er führte bey leb» reiten seines vaters schon die regierung in Jtaffen / deßgleichen in Lcutschland / als sein vater nach dem gelobten lande gereiset war / -) und vermählte sich an. 1186 mit Constantia / des Königs in Stetsten Rogerii tochtcr/ welche allbereitS nber zo jahr alt war/ aber ihme dennoch einen söhn gebahr / so nach ihme unter dem namcn Frwerm II regiert hat/ (siehe Lonstantia.) und mit welchercc nachgehcnds Sictsten erbte, ll) Als sein vater an. n?o im gelobten lande starb / lucc^-m er ihm ohne neue wähl oder crönung in Teutschland / ließ sich aber im folgenden jähr den i; april nebst seiner gemahstn zu Rom von dem Pabst Cölestino III crönen /Hund zwar mit dieser ceremonie / daß der Pabst mit dem fuffe die cron wieder herunter stieß / um dem Kayser zu erkennen zu geben/ daß er ihn allemal / wenn es ihm gekele / wieder absetzen könte; rmewol dieser umstand von keinem Teutschen noch Pabstlichen scribenten / sondern allein von einem Englischen aufgezeichnet worden / k) und also noch zweifelhafft ist. Die Römer erwiesen dazumal einen grossen haß gegen die einwohner von Tuscnlo/ welche sich dem Kayser bey seiner anknnfft alsofort untcrworffen; denn sie schleißten die stadt / ermordeten die meisten einwohner/ und schnitten denjenigen/ welche beym leben gelassen worden / die Hände und fuffe ab / daß sie ihr elend beweinen komm; g) wiewol die Jkastancr melden / es hatte sich diese stadt zuvor wider die Romer empöret/ und wäre ihnen hernach von dem Kayser übergeben worden / um sie nach gut befinden zu straffen/ als dieser von den Rümeren mtt grosser ehr» bezeügung war empfangen worden. gH Hingegen ließ sich der Kay» ser nach Königs Wilhelm II von Stetsten wde angelegen seyn / dre Königreiche Neapolis und Stetsten an sich zu bringen / dle er wegen seiner gemahlin p-^-rcmsirte / die aber Tancredus / des bruders der Kayserin natürlicher söhn / durch hülffe der Unterthanen/ und des Pabsts / der des Kaysers nachbarschafft ungern sahe/schon m besitz genommen hatte. Der Kayser nahm auch im ansang Aprilim ohne sonderliche mübe weg / als er aber Neapel belagerte / verließ ihn Henricus / des alten Henrici l-conis söhn/ wodurch er geno- thigel worden / die belagerung aufzuheben / und sich nach Teutsch» land zu rennrm. Worauf denn Tancredus alles wiedereinnahm/ auch die Kayscrm / welche der Kayser zu Salerno htMerlajM / um in seiner abwesenheit seine parthey zu erhalten / durch vcrralherey der einwohner gefangen bekam. H Der Kayser machte rnzwffchm in Teutschland die fachen mit Henne» aus / dm er bereits rm vorigen jähr zu Dullete wieder zu gnaden arffgenommm/ihm avec die versprochene rellirurjon einiger lander noch nicht gegeben hatte. -) Als auch an. nyr der König in Engellaiid Rlchardus von der ereutz-fahrt aus dem gelobten land nach Hause gieng / ward er von dem Hertzog in Oesterreich Leopolds angehalten / und wegen der üreitiakettm dieser beyden / desgleichen / well er die Unruhen IN Sic.stm MtechM Kayser hernach selbst so lange ge» fangen gehalten/ biß er an. ny4 versprach/ i°°°o°marck silbeis dem Kayser / und z oooo marck dem Hertzog zu bezahlen; wrewolcn. jedoch nicht alle scribenten wegen dieser summ mit einander uberem üimmm. (siebe RichardusI / o°r r.evms Komg in Enarlland/ !!. Creützfahrten/u. Leopold / Hertzog inOesterretch.) Der Nyyy r Kaylek / 724 hen Kayserschickte an. iryr einen Grafen/ namensBerthold / M. ei» ner armee nach Italien/ und bekam noch in selbigem mhr seine ge- mahlin aus der gefangenschafft zurück, ic) Nachdem abe^an. i i y4 Lancredus gestorben/ gieng Heimcus selbst mit einer grossen armee nach Sicilien/ wider dessen zurück gelassenen söhn W lhelmmn/ bekam auch Neapolis und Sicilien ohne widerstand em/ und Wil- helmum samt seinen dreyen schwcstern/ wlcwol nicht ohne einige beschuldigung des bckrugs und gebrochener treue/gar gefangen/ liesse dene auch nachgehends im gefängnus elend/ und wie die Italiäncr klagen / nachdeme man ihn zuvor geblendet / und damit er auf allen fahl keine linder zeugen konte/ entmannet dahin sterben. Mir sich sclbstaber nähme er die krön den 2; oct. zuPalermo an. Er verfuhr auch wider einige rebcllen sehr grausam/und nahm unterschiedliche mit sich nach Temschland gefangen; wiewol die neuere sertbcnten von der grausamkeltdes-KamerS hier vieles ^0"- iN'en. (i) An. ny; suchte der Pabst den Kayser zu einer cleuir- farth zu bereden/es hatte aber derselbe keine lustdarzu.>») Vielmehr war er bedacht / seinen thron recht zu befestigen / und brachte esdahin/daßdieStandcscinensöhn Fridericnm zum Romlicycn Könige erwählten / ungeachtet selbiger damals nur .jähr alt war; ja'ersuchtc dieKayser-würde gar an seinhauferblich zu bringen/ und that den Ständen einen vorschlug / krasft besten er Neapel und Siellien mit Teutschland vereinigen wolle / auch andere wegen der lucceNon l,l den Reichs-lchcn den Ständen angenehme verord. Iiungen machte/hingegen von denselben verlangte/daß sie das Kayserthum erblich bey seiner fanulie lassen sollen. ES haben aber diemeillen Fürsten nicht hicreinwttilgen wollen / daher der Kay,er von sich selbst wieder von dem anstichen abgelassen, o) Mulerweile rcbcllirten die Stcilianer aufs neue/ inachkcn auch einen eigenen König; daher der Kayser an. i > y6 dahin gieng / und schr.graistam handelte/wie erden dem wider sich aufgcworstencn Konlg eine cronc vvn glücndem eisen aufsetzen/und sie mit nagle« auf besten kopff schlagen lassen. Weil er auch einiger verwandten stiner gemahlt« nicht verschonte / coiNpirirke bugelbewider ihn / und als er an. 1,97 zu Messina mitten in diesen iinrnhm miveimnthrt starb / argwohnte man / daß sie ihm selbst mit gisst vergeben. 9) Jedoch zeigen andere seribenlen an / daß beydes Constanua schon einige jähr vor ihrem qemahl/und zwar bald nach der vbgcmeldicn unglücklichen bclagcrüüg Ncapolis/ lodcs verblichen/ und dann auch der Kayser sechsten erst au. - 200 nicht z» Acessiiia / svudercn zu Palermo verstorben seye. Sonst starb er auch in dem Pabstlichen bann / womit ihne Iniioeentiuslll beleg! haitc/weilen crdlciähr- liche lchen-erkantlichkeit nicht solle abgestattet und auch sonst ui dc. stcllung der Blßlhiimmern allerhand ungebührliches vorgenomcn haben. ??) (siehe Constantia.) Sein söhn war Fridericus II / von dessen gcdurt aber wundcrltche dinge angefuhrci werden, esiehe Fridericus II / Kayser / » Loiistantia/ Henriei VI gcmahlln.) conk. lir. tecz. k, Lc 8. (k Ot-ro». Lix-r«F. .18 2». 1169 9. 162. /.---v-i-o/ä. » IVor/I-o/ori'z. Vl.rrc. 29. r. 1 9. ;8;. 60-/0/»-. Oo/o». 28 ci. 2. 9. 2.4;. U»-^e»-F. 28 22. 1191 9. 2;r.^/sett. § 7 »,/. 26 211. iia6. (c L /,7 7 vto» 7 . Lere» 28 211. 1,8;. ^7»o/ss, L»sec. I. 4 c. ; 9. ^87. O/,ro» L7e-/crs. 2p. L 1 ei/-o»r, r. 1 p. 4Zl 28 22. H90. (ci Otto 8e L. 8i/-r/ c. r8 2cj 2n. ,186 9. r,i Oo. 66;öc7!i. ^ 4 r»o /8 ;c.!4 9. ;Zo. ^/ser 7 . § 7 » 8 . 2ci 22. 1184. U--//>erF. 9. rry. ^//-crtt«» 2cl 22. ilS; 9 ;6?. (e Litte». §io» 7 . §ere».; Ooc/e/r. Lo/o». 262«. 1191. Otto -/c L. F/«/ c. ;; 28 2n. 119». ^/sctt. §728. 2ci 211. I 192. Ur/fder^. ci. 2.9. 2;?. ^ 4 r»o/ 8 . 7 I. 4 c. 4 9. ZZS. (/KsFer. -/e tto-vo^o» L,in,il. 92c,. xosi. lud 8.icti2i-8. I 26 22. 11 19. <,89. (g 8e Orctto 26 2N. 1191 v. K99. Lo^tt. cte rro-vec/e» ci. i. (gg i. ; c. 15. (!> O/---0». öc Lto/icr»--/. -/c §.Oe2m«»o 2ci 2:>. 1291. c. p. 7>l >. Z c. u!r. ^>no/. 4 c. ; p. z8y iec;. O//o c/e 5. c. Z7.2ci 2n. 1190.(1 L/»-o»r.§ttc/e»-/>»»-^.26 2n. 1191. (lc Lo§e»-. üc r/o-vo-/. >. c. 2»-o»r, Lc>o/>o»-/>. 2c! 211. H92, 1194. Äcrc/. 2c! 211. 1192 öc l 194. 6o-/c/>. Oo/o»». n. 2, Otto «to §. N/«/. c. ;8 2622.1190.6oöc/. ?c»-/o»r. Lolniocir. Lr. 6c. 61 p. 27s (I Otto c/e §. L/-r/ c. i9 lcqq. ^»no/c/. r.«/>oc. I, 4 c. 20. U--//-0--F. 2cj 2». H9Z lsH. Lko»r. cic (Zuelst princ. 26 .rc>. 1192. Ooc/c/»-. Lot. sci 22. 119,. L/tto». 2ci 2N. 1194. c/o §. Oe»»»/;». 26 sn. II9; scci. ^k»o»r. e»/r»rc»»/". 2 ci cici. 22 . r'»//. Lo/o»r. 2ci 22. 1146 y. 262. 2ci 22. 1197 j?. ^k7»oÄ. 6»/-. I. ; c. z p. 440. ^//s. Ä«/ 2>i 22. 1198. const ?/-/- /»r^e»-2ci Vici-12,-. I. 1 tir.rp. 14;. (0 Oc>-2»o/. T'r/t-c»-. <1112 Imp. cic-c.r c. 19. O/»-o». .vr. Lc/^. j'. 2.0 ,-. Oo/-c/. Nc'/. Oo/»»»oc/»-. 2r. 6 c. ÜI co2t'. ci. I. p. 66 leg. (9 ^//>. Ä-,/ 2c! 22. 1197. ^t»»o// I. ; c. I leg, LoFe»-. t. c. 9. 77?. Ottoc/e 6. U/4/. c. 4^ 9. 2.2.2. O'o^o/-. Oo/o?». 9. 26-. Oose/r». ?e»-/ colmocic. 6. >. (99 kttt/2»» i. c. 17. ^ ^cnricus VII, ein gebvbrncr Graf von Luxemburg. Er wurde an. i zc>8 »ach Aldcrti I tod zum Kaystr erwählet / und an. i;v9 zu Aachen gecrönet. Er nahm die Longobardifche Crone zu May- land » und die Römische erhielt er an. izir durch drey Cardinale» Pabst Clementis V, der zu Avignon saß, Legaten; jedoch so, baß der Kayser auch in selbiger zeit niemals mcister in Rom war, lind mitten in der stadt fast täglich wider die trouppcn Robcrti des Königs von Ncapoli und der Guelphischcn lEim,, deren häuptcrc die Orsini waren, zu fechten hatte, auch endlich, weilen kein Mittel war, die feinde aus 8. Peters kirchen zu vertreiben, sich begnügen müsse , die crönung in der kirchen von 8. Johann im Umccs» zu empfange». Also gieng diesem Kayser fein rühmliches vorhaben nicht völlig von statte», da er meinte das Römische Reich Teutscher --2tt»„ wieder in vorige Hoheit zu setzen, Massen zwar die stadt Mayland ihm die thore öffnete, andere städte aber, worunter Flo- hen rentz zwar wohl von dem Kayser ernstlich bekriegt, aber HM «st, malen zum gehorsam gebracht worden, wobey noch dar,» dessen armee, ,o anfangs zimlich starck und zahlreich gewesen, end u> gar sehr zerschmoltze. Endlich, als er aus dem Flvrentinischen L nen abzug nehmen, und auf dieser stadt vornehmsten helffer und seinen ärgsten feind m Italien, den König Rodertum, loßaetM wolle, starb er zu Bonconvcnt ohnftrn Siena den i4aua an nn Insgemein wird dafür gehalten, er sey von einem Dvmiiiicnne - Mllnch, namens Bernhard Ne m»2is ?o>iri22o, welche» die Florentiner hierzu erkanfft, vermittelst einer vergiffteten Hostie hmne'. richtet worden, welches aber die Catholischen nicht einräumen wollen, wildern vorgeben, er habe sich durch den rothen Italiänischen wein z» starck erhitzt, und die rothe rühr darüber an den HM gezogen. Es sind auch in der that sehr starcke beweißthümer vorhanden, daß ienes gejchrey falsch sey, Massen erstlich Johann Villa«!, ein Florentiner, der zu dieser reit gelebt, und was voraienae von zeit zu zeit aufgeschrieben, umständlich meldet, wie derKayser schon vor ,einer adreiß von Pisa sich etwas unpäßlich befunden, hernach in dem Senesischcn, wodurch er zur Neapolitanischen»- pccimon reifere, iminer kräncker worden, so daß er sich der bäder von Macercto zu gebrauchen nöthig erachtete, von welchem ort er sich endlich gen Bonconvento bringen lassen, und allda gestorben ,eye. Wobey zwar nicht zu läugnen, daß Villani sonsten für sem Vaterland zimlich p-tt.omrc gewesm, aber auch dabey dieses gewiß ist, daß, wo zu selbiger zeit nur dergleichen gerächt um Flo» rentz herum ergangen wäre, solches von ihme nach der auch in anderen dingen habenden gcwohnhcil nicht wurde verschwiegen geblieben, und wenigst öffentlich widerlegt worden styu. Sonderlich wäre die>es mauns gemüth von dergleichen arglistigkeit entfernet, welche müsse gebraucht seyn worden, wo er die umstände von dem ansang dcsKayfers krauckheit, und wie solche allmählich zugenommen , bis sie deine zuletzt den tod verursachet, zu verdeckung der Ichand - that seiner landsleuten, gämzlich erdichtet hätte. Zu ge- jchweigcn auch, daß er viele andere Missethaten der Florentiner uuvcrhoteu tcmeu fchrifften einverleibet hac, welche denensclben nicht mehr ehre machen, als die verqifftung dieses ihres hefftigstm feinds thun mochte. Allein zu diesem ersten bewcißihum kommt noch ein anderer viel stärckerer hinzu, daß nemlich die gemahlin und erbe» dieses Kaysers, als das geschrey von dcrglcichen that etwas zeikchemach auskommen, deuiBernhardo äc mome voimLno ein schrtffclichcs und wohl verwahrtes zeugnuß seiner Unschuld gegeben z ivelches von Leidnitio in seinem LoMcc juri; 6emiu>i> omzr-co von Wort zu Wort eingebracht worden; wobey dann nicht m zwciffet zu ziehen , daß dieser sich der Wahrheit solchen iu- sirumeius wohl werde versichert haben, ehe er es dafür ausgegeben. Sonsten brachte Heimcus vn die Cron Böhmen < durch hcyrath semes sohns Iohannis mit Elisabeth der tochter Wences- lai iv Königs i» Böhme», an. izn anseinhauß, und besiehe damit diele« seinen jvhN. L^»»»-«-/«- cie I4c2nco VII. Hett. §tt»-o in 2222I. 2ci 22. >zo8. ^/^ettrri in csiron. 2>i 22. in csicon. ttlrlsiug. IuN. kicircnrin. liillori2 Itcnrici VII. csicon. 89ir. I 7 c. !2. spicgci cicr esircn 9. 162. xjs vc 10 morcii c:en, quo tlenncui VII ob.ik. * ^cnricus VII, des Kayscrs Friderici II ältester Printz aus erster ehe,2) bekam von seinem vatcr das Hertzogthum Schwaden, er aber noch „mg war, wurde ihm Engclbertus, Grafvvn Jsin- durg, imd nachdem dieser an. 1224 umgebracht worden, Ludovi- cns , Hertzog von Bayern , zum Vormund und Ncichs-vsisrio au die leite gesetzt, Er verwaltete auch anfangs die regierung mit grvsicm rühm, hielte unterschiedene Reichs-täge, c) ließ sich aber endlich von dem Pabst Gregorio IX wider ftincn vater verhetze», und machte mi. i2Z4 anfdcm Reichs-tage zu Bovpart mit einigen Tcutichen Ständen, und mit den städtcn in der Lombarden wider deisielben einen dund. 22. irr;. 6enricus Raspo/ Landgrafvon Thüringen linssHesscu,H^ manni I söhn , und Lndovici VI brnder, ->) wurde anfvcranlW v des Pahsts an. 124; wider Fridericnm II zum KmM und an. 1246 z» Aachen gecrönet, si) hatte auch amaM s» fortgang; dem, er schlug Conradum, Friderici söhn, oM Franckfurt; belagerte aber hierauf Reutlingen und Ulm bens, und wurde an diesem letztem ortverwundct; woraus nach Wartburg ohnweit Eisenach zurück zog, allwo er a»- emem durchfall starb. -) Seine feinde hmOn/hu Röntg / weil er von wenig weltlichen Fürsten, und nur vo» hm den Crtz-Bischöffa, zu Mayntz, Cöllir und Trier/ und den Bischöfen von Straßburg, Metz und Speyer erwählet wox. den. c>) Er hatte mit seinen ; gemahiinnen Elisabeth, Gertrud von Oesterreich,,und Beatrice von Brabant, keine linder, weshalben der Thüringische jtamm mit ihm zu ende giena, und üiccc-lirte hernach m Thüringen Marggraf Heinrich vonMeissen, in Hessen aber Heinrich das kmd. 0 n-ffo,-. ^ z-L«».. r. 49. p. -;o. ch ^ 4 /-. Zrj LN. irr; teg. < 7 E 4 -ir ckron. VloZunc. sp. Urki 5 . p.;7;. (c §e«'rr berictic von I-snclgr. klsinriciiz in liiürin^en Kum, I^önivz ^Lkl,öe F/k«K»r snrig. ItenLc. p. 4^ tegc^. Layser von Lonsiantinopel: henricus / ein Frantzos, tuccestixte seinem bruder Balduino VIII / der zugleich Gras in Flandern war,in dem Constantinopoli- tanischen Kayserthum. Als er die post von Balduini gefangenschafft bekommen,nahm er gleich die regierung über sich, und wurde an. lass gekrönet. ,Die Griechen, welche des regrments der Lateiner gantz uberdrußig worden,wollen solch joch unter dieser neuen regierung vollends gantz abschütteln, wurden aber von Henrico überwunden und geschlagen. An. 1210 straffte ihn der Pabst wegen einiger den geistlichen vorgeschriebenen gesetze. Endlich starb er zu Tbessalonich an. 1216, und zwar, wie einige sagen, wurde er durch gisst hingerichtet. Petrus von Courtenay,Grafvon Aurerre, welcher sich mit seiner schwester Jolanta vermählet, lucce-ürte ihm. LoFoeLe^cdro,-. Krce-L 2NN. 6^e- I. r. v« c 7 «»FL liiN. c!e Lonksnr. hertzog und ^ömg in Böhmen: henricus I, Hertzog in Böhmen,und Bischoffzu Prag; siehe Brzetislaus Henricus. ^euricus II,Hertzog in Kärndten und Königin Böhmen,kam wegen seiner gemahlin Anna, die des letzten Böhmijchen Königs aus Primislai I stamme, schwester war, nach dessen tode an. i;o6 auf dem wahl-tag in Vorschlag; wen aber ein theil der Stände aufRudolphum von Oesterreich, Kaysers Alberti I söhn, gestim- met,und dreier sogleich mit einer armee kam,muste er zurück stehen. Nachdem aber Rudolphus gleich im folgenden jähr gestorben, kam er, ohnerachtet aller mühe, die der Kayser Albertus vor seinen andern söhn Fridericum anwandte, aufden thron. Weil er aber das gcld nur aus dem Reich nach Kärndten schleppte, und auf nichts als sich zu bereichern dachte, verlohr er die liebe seiner Unterthanen, die ihn nur spotts-weise den krämer oder kauffmann nennten, und verursachte, daß er von seinen Unterthanen auf einer allgemeinen Reichs-versammlunq an. 1520 wiederum abgesetzet wurde, und kam Johannes von Luxemburg, Kaystrs Henrici VII söhn, au seine sielte. bitt. Lokem. 494. L. 8 f>. Z78. L^/sr/r, epit. l. z c. 17 iniiceil. clec. 1 !. 7 Hcr. 1 c. Z4. Röntge in Lastiken: henricus I, war Alphonsi IX söhn von Eleonora au§ Engel- land,und i'ucccciirte seinem Vater an. 1214, da er nur 7 oder 8 jähr alt war. Erwurde an. 1217 durch einen dach-ziegel erschlagen,als er in einem thuen spielete. rcr. bitt. bb. 8. iib. n r. 8 6. henricus II, -l- 1 - rtterccll zugenennet, Graf von Trastamare. Er war Alphonsi XI natürlicher söhn, welchen er nebst 4 andern von einer -Zureite gezenget'; von seiner rechten gemahlin aber Maria von Portugali hatte er Petrum,so mit recht der grausame ungenannt wurde, als welcher seine eigene gemahlin, seine muttcr, einen von seinen brüdern, nebst vielen andern mehr ermordete, und seinem vater in der regierung folgere ; weshalben dieser Graf mit dem grösten theil des Königreichs sich wider ihn austchnete. Petrus schlug Hcnricnm, welcher so dann in Franckreich stohe, daselbst von Carola V hülffe erlangete, und gantz Castilirn unter sich brachte. Nichts desto weniger wurde Petrus an. 1; 67 wiederum eingesetzt, und Henricus durch hülffe der Engelländer geschlagen. Allein da jener wiederum zu lyraimisiren anhub, wurde Henricus von neuem in das Reich geruffen, welcher mit hülffe der Frantzosen Petrnm bis nach Montiel verfolqete,und ihn daselbst an. izüy töLtete. Also kam die crone von Castilien an Henricum und seine Nachfolger, welche sie noch bis anfdiescn tag besitzen. Die Könige von Aragonien, Navarra, Portngall und Granada, ingleichcm Johannes der Hertzog von Lancaster,Königs Eduard! in Engelland lohn,welcher Petri Lrucleüs tochter zur gemahlin hatte, bemudeten lieh, Henricum von dem thron zu stürtzen ; allein er schlug sie alle mit einander, wurde aber dennoch zuletzt durch den König von Granada an. iz7y mit gisst vergeben,oder starb,wie einige wollen, ampo- dagra. Sein söhn Johannes folgete ihm in der regierung. 6-----^- biff bÜspLii. >. 2; c. 20. Lr»Z/M pL«. Z c. 19. i. 17. bild cle Lrck. I.«. henricus III, Iohannis sthn,der kränckliche zugenannt,wegen seiner schwachen conltbmion, >ucc-ci>rte seinem vater an. i z yo, da er nur i i iahr alt war. In währender seiner Minderjährigkeit wurde das Königreich durch diejenigen, so sich der regierung an- masseten, sehr zerrüttet, zumal die o^ncic., die meisten tafel-guter an sich gezogen, so gar, daß der König Henricus, als er von der jagd einsten zurück kam, seinen mantel versetzen muste, ehe er etwas zu essen bekam. Die scribmten erzehlen von ihm, er habe bey dergleichen anlaß auf erinnerung einiger getreuer dieneren etlichen ga- stereyen seiner Grossen verkleidet zugesehen, nnfwie er also durch seine äugen überzeugt worden, daß diese zwar Königlich, er aber kaum als ein edelmann lebte, hätte er bald hernach eine anzahl Lie- hen 725 ^"i 'llMfehr aufwarteten, befragt, wie manche Komge von Castilien em ,eder aus ihnen gesehen hätte. Als nun einer von dreyen,ein anderer von vieren,die älteste von fünffen svra- viel jünger, kennete de- ren bey dutzendem Solche Komge aber wären sie, die Grosse, süh- reten aber ihren Königlichen Pracht aus seinen Mitteln, die sie sich Mit unrecht zugeeignet; jhme wäre es ungelegen, dergleichen un- bill langer zu erdultenzrc. woraufer sie genöthiget,das meiste wie- der heraus zu geben. Er brachte nachmals seine aufrührischen un» terthanen wieder zum gehorsam, und schlug die Könige von Portu- gall und Granada aus ieinem lande zurück,lebete aber nicht so lang, daß er den suc-ek semer waffen wider die Mauren hätte sehen können,sondern starb zu Toledo an» 1406,1m 28 jähr seines alters. Er hinterließ von Maria aus Aragonien Henricum und Isabellam, die ihm in der regierung folgten. iz L19. z,. ; c. rz. * henricus IV, der ohnmächtige und freygebige zugenannt, Lcceöirte seinem vater Johanni II an. 1454. Im ansang seiner regierung legte er einige sireitigkeiten bey, die er mit dem Könia von Navarra hatte, und ergriff hierauf die Waffen wider Ismael den Konig von Granada, und hernach wider den Muley-Hasen. Nachdem er sich von seiner ersten gemahlin Bianca von Navarra scheiden lassen, vermäblete er sich mit Johanna von Porta. Weil er aber vor sich nicht vermögend war Ander zu zeugen, so bat er seine gemahlin, daß sie sich hierzu eines favoriten Bcrtrandi cie iz Cueva bedienen möchte. Hierauf gebahr die Königin eine tochter, welche Johanna,oder wie einige wollen Elisabeth genennet wurde. Verwand Lr>. Laale/'/c«». s Ltt/rrö I. z. cxsmpl. I. 9. henricus von Castilien,Ferdinand! III söhn, ergriff die Waffen wider seinen bruder Alphvnstim , König von Castilien und Leon, wurde aber geschlagen und genöthiget, 8. Ludovicum und Carola m I Könige vonFranckreich und Sicilien,iim bülffe anzustehen. Der letztere erwieß ihm grosse freundschafft, gleichwol erzeigte sich Henricus dargrgen so undanckbar, daß er Conradinum wider ihn aufwiegelte. Allein Carolas schlug dessen armee, ließ Conradinum enthaupten,sttzte Henricum in einen eisernen käsig mit einer grossen kette um den hals, und führete ihn solcher gestalt durch Neapolis und Sieisten mit sich herum. ^eLe^diik.a-8. Luu,s. Lönige von EngeUand: henricus I, mit dem zunamen Liericu-, wegen seiner gelehr- samkcrt. Er war Wilhelmi des eroberers jüngster söhn, und ll-c. c-ci rte an. noo seinem bruder Wrlheimo II Kuto. Sein ältester bruder Robertus war gleich im gelobten land, als Wilhelmns II durch einen ungiückiichsfaU getödtet wurde. Dieser gelegenheit bedienete sich Henricus, und nahm in dessen abwestnbeit besitz von der cron. Als Robertus zurück kam, wolle er sein glück versuchen, und setzte eine armee bey Portsmouth aus land, wohin viel Engel- länder'zu ihm kamen. Er ließ sich aber bald in der güte dahin be» reden, daß er gegen eine jährliche p-nilo» von marck die crone Henrico überließ. Ja, als er im folgenden jähr seinen bruder zu besuchen wieder »ach Engelland gekommen, ließ er auch diese psnücm nach. Es reuete ihn zwar hernach, und wolte aufs neue einen krieg anfangen. Henricus aber kam ihm zuvor, siel in die Normanbie ein, schlug ihn in einer schlacht, und als er ihn gelangen bekam, bemächtigte er sich des gantzen landes, und behielt Robertmn bis auf dessen tod fast jähr lang gefangen, (siehe Robertus IV (III) Hertzog der Normandie.) Er machte hierauf seinen ältesten söhn Wilhelm zum Hertzog der Normandie, welches nachgehends eine beständige gewohnheit blieb, daß nemlich die ältesten löhne der Königen in Engellmd zu Hertzoge» der Normandie gemacht wurden, bis endlich du Normandie an. 1260 an dieIrantzvsen kam, und hingeaen die pnvintz Wallis von den Engellanderrr völlig erobert würde, da den, die älteste Printzcn der Königen jederzeit Printzen von Wallis genennet worden. Sonst erhielte Henricus durch seine gute regiewng die liebe aller Unterthanen. Seinen eigenen Hof retor.nirte!r so, daß alle seine Unterthanen daran ein erempcl nehmen kont«l. Denjenigen, die vor seiner zeit der Cron etwas schuldig gewesn schenckte er alles, setzte die Engellander wiederum in den fteyei gebrauch des stuers und lichtes, und sichrere die gewohnheit dermchtlichen wachten ein. Den erben des hohen Adels gab er das jrivii-gium. ihre erb-guter frey zu besitzen, ohne daß sie selbige erst >on ihm lösen dürfften, und verpflichtete sie, dergleichen auch ihren chens-lcutheii zu verstatten. Dem untern Adet erlaubte er, in heraths-sachen nach eigenem gefallen zu verfahren, ohne daß sie gehilten wären, bey ihm erstlich erlaubniß zu suchen, jedoch daß sie ncht mit seinen feinden sich verheyratheten. Er verordnete auch ein >ewiß maaß oder ekle nach der länge seines eigenen arms, die durch ehends im kauffen und verknusten gebrauchet werden solle. Dasimge aber, womit er sich sonderlich bey seinen Unterthanen in gmrstetzete,war, daß er die gesetze Königs Edu- 2) vyy; ardk ^s-> 726 hm ardi LaikeKoris wiederum in schwang brachte; desgleichen, daß er sich mit Mechtild, Königs Malcolmr in Schottland tochter , deren Mutter von den ohnlängst verstorbenen Sachstschen Königen her- stammele,vermählet-, wodurch das Normannische lind Lachsliche «ebttff miteinander vereiniget wurde. Die Bischöflichen sitze zu Earlisle und EIy nebst den Ableyen von Hithe, Neading undEu- rencester, wie auch die Probstey von Dunstable wurden von ihm aufgerichtet, und mit einkünfftcn begäbet. Er brachte auch die Universitäten zu Cainbridge und Oissord, welche unter den Dänischen Königen gantz darnieder gelegen, wiederum in ihren vorigen glantz. Mit den Päbsten hatte er nicht weniger, als die damaligen Käufer, wegen der ».vclliru- derBischösse grossen streit, muste sich aber sei- nes rechts ebenfalls wie die Kayser begeben. Es ward auch der c«. llbLt dergeistlichkeit unter ihm in Engelland eingeführt. Mit dem König in Franckreich führte Henricus bey ro jähren krieg, und ob gleich etliche mahl friede gemacht wurde, ward jolcher doch allemahl wieder gebrochen. Der streit betrass theils die vestung Gr- fors in der Normandie, theils den lehens-cyd, den Hcnrccus wegen dieser Provintz an Franckreich leisten muste. Henricus erhielt endlich feinen zweck wegen dein ersten,aber von dein tonte er sich nicht frey machen, siehe den articnl Ludovicuo VI König in Franckreich, da alles umständlich erzehlet worden. Nachdem er an. na? endlich einen beständigen frieden gemacht,ward er erstehe jähr hernach wegen anderen »machen wieder genöthigt, nack» der Normandie zu gehen, starb aber daselbst den i dec. 1«;; und ward in Engelland begraben. Erhalte 2 gemahlinnen, die Abgedachte Mechtild,eine sehr abergläubische Lmc.und Alir von Löven. Mir dieser letztem hatte er keine erben,von der erster» aber 2 jöhne,Wilhelm uns Richard, nebst einer tochter, mit namen Mechtild. Leine» söhn Wilhelm vermählcle er mit des Hcrtzogs von Aniou tochter. Da aber dieser mit feinem mngern brnder Richard wiedei zurück nach Engelland gieng, wurden sie mit allen Heu sich habenden verschlagen, und er,offen. Mechtild wurde zu erst an den Kavfcr Henricum V, und hernach an Henricum Grasen von Anjoil in Franckreich vermählet. Nach des Kaystrs lod ließ sie ihr vater Henricus nach Engelland holen, und ihr, als feiner »kchtmäßigcn und einigen crbi», von allen Unterthanen, und insonderheit von Stephans, feiner schwestcr söhn, den evd der treue schwören. Nichts destoweniger riß dieser Stevhanus «ach Hen- rici tod die eron an sich. c7/,e/»e kill.-ingl. kill. cl'^nglsc. c. l p. zoztcgij. :r/,e roin. i p. 119 llgg. henricus II, sonst Henry Fitz-Emprefs, desgleichen c»urr Mantel genannt,weil er die mode mit den knrtzcn mantcln aus An- jou nach Engelland gebracht, war ein söhn Gottfrieds Plantagenet, Hertzogs von Aniou, welcher ihn mit der Mathilde, Henric, I tochter, gezeuget hatte. Drey dinge sind vou die,es Königs rcgie- rung sonderlich merckwürdig: Erstlich, daß!» seiner person das Normannische und Lächsische geblüt vereiniget wurde,indem seine multer eine Normamnn von väterlicher linie, eine Sächsin aber von der mütterlichen war; zum andern, daß mit ihm das Planca- genetische geschlecht anfieng,welches sich hernach mit Richarde» III endigte; drittens,daß durch ibn dir schimelandschaffcmm Franck- reich Aniou, Touraine und Maine, tind hernach durch eine heyrath Poitou,Saintonge, Guicnne und Gascogae an die cron Engelland kamen. Denn er hepratbcte Eleonoraiiyeine erbin von Poitouund Guienne, die zwar bereits an König Ludwig den V II in Franck- reich vermählet gewesen, und mit demselben auch 2 röchter genüget , aber hernach des chcbrnchs beschuldiget, und von ihm geschie« den worden. Nachdem todeHcnrici I in Engelland hatte er das beste recht zur cron; (siehe den vorhergehenden arricul.) dahero, ob gleich sein verter Stevhanus,Gras von Bloichihm zuvor gckom» men, und die regierung an sich gerissen, verfolgte er doch sein recht, landete auch würckiich daselbst an , und nachdem so wohl er, als seine mutter Mathildis, eine Zeitlang mit abwechselndem olück wider Stephanum gckrieget, auch dessen emtziger söhn Enstachius mit tod abgegangen war < so wurde ein vergleich getroffen, und darinnen Henricus von Stephans zum sah» und erben angenommen , welcher auch seinen andern söhn Wilhelm»,», den er noch hatte,Henrico schwören ließ, wiewohl Stcphanus und Wilhelmus selbst bald darauf stürben. Henricus ließ sich also den 19 dec. an. n?4 durch Tbibaldum, Ertz-Bifthoff von Canterbur», krönen. Kaum saß er ruhig aufdem thron, so giengen di-' kriege mit Franckreich an, welche bis an seinen tod wahreren. Henricus wolle wegen den Franlzösischcn Provintzen, die er bescffe, und die fast halb Franckreich ausmachten, Ludvvico VIl die lelens-huldigung nicht leisten,und weil er diesem an macht,und vorn mlich an der kttigheil zu regieren überlegen war, so machte er denselben viel zu schaffen, (siehe Ludovicüs VII König in Franckrech.) Nichts destoweniger mzmrenirte Lndovicus seine ober-lehischcrrlichkeit, worzu ihm zwey »Liren,in die Henricus verwickeltwar,f»vorillrteu, nem- ljch der streit mit dem Ertz-Dischoff von lanterbury, Thomas Becket, und die empörung seiner eigenen tstme. Henricus hatte, da er die crone überkommen , crmeldten Thomam zum Cantzler, und nach Tbeodaldi tod gar zum Ertz-Bichoff von Cantcrbury gemacht. Er zerfiel aber nachgehends mi demselben, weil er die weltlichen rechte der cron, und der Ertz-Sischoff die gemalt des Padsts in weltlichen dingen mit allzu gr-ffem eiffcr behaupteten, und dieser sonderlich nicht leiden wolle, laß die geistliche Personen vor weltliche Richter gezogen würden. Her Ertz-Btschoff ward zwar auf einem von dem König angestellet, couciiio vieler lasier beschuldigt, und aller würden beraubt; er entkam aber nach Franckreich, und fände daselbst bey Ludoico VII allen schütz, that mich Henricum II etliche mahl in bann Nach langem streit kam hm es endlich zum vergleich, und der Ertz-Bischoffwar bereits^ in Engelland angekommen. Als aber der König bald he 2 k? gen einigen neu-entstandenen schwürigkeiten ohnqefebr m 2- worte heraus brach: HikffGott! ist denn niemand / 5 mich von dein unruhigen Pfaffen erlöse ? unternahmen U einige von dessen hvfleuten, ohne desselben vorbewust, dieses w k- werckstelligeu,und ermordeten den Ertz-Bischoffin der Dom- zu Eanterbury , gleich da er vor dem altar stund und meß laß ' am Christ-tage an. 1170. Da der König von der geschehene» Mord. that Nachricht bekam,wurde er darüber sehr betrübet,und p-E te, um die schuld von sich abzuwältzen, daß er die fache den Pabsilk eher, leg»-,s zu untersuchen überlassen wolle. Darauf ordnete t« Pabst ihrer 2 ab, weichender König bis in die Normandieentae- gen gieng, von denselben aber keine sbll,iucion erhalten konle, biß st gewisse dnffen übernommen,darunter sonderlich war,daß er; Meilen nach Eanterbury baarfuß gehen , und allda bey dem capitch hauß ;o streiche mit rmhen von den Mönchen empfahen, auch ei. ncii creutz-zng, wenn und wohin es dem Pabst gefallen würdest«, nehmen sötte. Dieser streit hat zu den unruhcn der lohne Henrici gelegenheic geaeben. Dann weil Henricus von dem Ertz-Bischoff und von dem Pabst in bann gethan worden, entschloß er sich, seim sobn Henricum zu krönen, und ihn neben sich die regierung amrel. ten zu lassen, »m seine Mcccilion desto vester zu setzen,worausibn, aber hernach grosse ungelegenheitj zuwuchs, indem der König in Franckreich dem hingen Henrico, der seine tochter zur gemahlin hatte, einbildete, der vatcr hätte die regierung abgedancket, und sol. ehe an ihn übertragen. Die Schottländer gesellet,'» sich gleichfalls barm, in meyiwng beule in Engelland zu machen. Ja, die gcmch- lin Henrici II selbst, welche wegen seinen mgic,eEn eifferfüchtig war, und die zwey andern jöhne Richardus und Galsredus, liessen sick, wider den vater aufbringen, und machten ihm so wohl in Eu> gellend als in der Normandie viel zu schaffen. Allein der König Henricus machte durch den glücklichen ikccall seiner Waffen ihren anschlug zu nichte. Den König in Franckreich nöthigte er um friede zu bitten; William, der König in Schottland, wurde an. >174 zu Alnwick in einer schleicht gefangen genommen, und um seine freuheit wieder zu bekommen, genöthiget, dem König Henrico wegen ,einer crone (wie die Engelländischen K-llorici bejahen, die Schottländcr aber verneinen) zu huldigen, und Cumderland und Westmorla»d,r nördliche Grafschafflcn,abzutreten,welche ben jahreii.nemlich seit Malcolnu I zeitenstn Lckwttischcn Handen gewesen waren. Der Graf Robertus von Leicestcr, welcher der re- bellcii rädels-führer gewesen, wurde überwunden und gefangengenommen , die siadt Lcicester aber verbrannt. Ehe noch dieses geschahe,harte der König Henricus an. 1171 Irrland erobert. Denn weil sich die kleinen Könige, worein Inland vertheilt war, nicht vertragen tonten, auch einer davon aus dem lande getrieben wurde, und Henricum um hülffe bat, schickte der König erstlich Richar- dlim, den Grafen von Pembrock, mit gar weniger mmnischafft demselben zu hülffe. Als aber dieser mit grosser lapffcrkeitden vertriebenen König wieder einsetzte, und desselben tochter heyralhele, auch gar von dem lande mcistcr zu werben gedachte, gieng Henri» cns selbst nach Inland,da sich der Grafgutwillig miterwarff,und deßwegen von Henrico das land Lcinstcrgvo Dublin laq,geschenckt bekam, und dem König zu der fernern des ganizen Reichs bchülflich war; hat also Henricus Irrland am ersten an'Eugclland verknüvssct, und selbiges seinem lüngsten söhn Iohanni, mit deut zunamcn Lack-Land, unter dem ritul eines tzordsvon Irrland gegeben. Als sein ältester sobn Henricus bald hernach gestorben,bekani er mit seinem andern söhn Richardo zu thun. Demi in dem frieden mit Franckreich wurde König Ludwigs tochter Adeln an Richard um verlobet. In diese hatte sich der alte König selbst verliebet,und ungebührlich mit ihr zugehalten,auch deshalb«! die Vollziehung der heyrath zwischen ihr lind gedachtem seinem söhn verhindert. Dieses verdroß Richardum, daß er sich wider den vater empöret, ; auch bedienetc sich dieser Uneinigkeit der König Philivvus Angnstlis in Franckreich, und nahm die stadt Mans ein. Nicht weniger stunde Richardo sein druder Johannes und die mutier bey,worüber sich Henricus dergestalt kranckcte,daß er z» Cdinvn in Touraine an. 1189 verstarb, da er denn in derAbrey-kirchezuFo»- tevraut begraben wurde. Mit seinem cörycr giengen die bestellten so übel um, dast er keinen faden ansdeni leib behielte, sondern etliche tage nackend lag,bis ihm endlich ein knab einen kurtzen man- tel über das unterste theil des leides dcckcte. Er hatte 6 söhne und ; töchter: die söhne waren Wilhelm, Heinrich, Rcichard, Gottfried , Philivvund Johannes, unter welchen allein Rcichard um Johannes den vater überlebten, und nach einander regierten. M- ler seinen töchter» wurde Eleonora an Assonsum VIII den Drag von Castilien,Johanna aber zu erst an Wilhelmmn, den König von Sicilien, und hernach an Raimondum V, den Grafen von Toulouse, vermählet. kill. LnZI. Lc! sn. "sk' Kill. ^n^i. Kill. rcr.^ngl. I. , c. r. I. iz. kill.N gier. r. i j,. ;68 llgg. 77-r t. I lji tcgg- henricus III, insgemein Heinrich von Winchester genannt, weil er daselbst gcbohrcn. Sein vatcr Johannes ime re,-., Hütte M bey den lintcrthanen dergestalt verhaßt gemacht, daß diescldige W nicht mehr vor ihrenHerren erkeimeu woltcn,sondern an. nH«» Frantzosischen Printzen Ludovicmn, zum König machlm. (sthe Johannes Allein da Johannes mir funff monm hernach starb,hörte auf einmal die erbittern»«; wider denjelbcnMo die ncigung vor Ludovicum auf, und die Engclländcr cronten «»- heilig seine», söhn Henricum den -L ock. an. ir-s acht lag nach des »aters daterstodzumWnig, obergleich nur y biß w jähr akt war. Lu- henricus IV,von seinem aeburts ottvon^„m^^no^«/- dovicus wolle zwar ,e,n recht mtt gemalt behaupten, weil aberdas nannt, war erst »antze land von ihm absetzte, der Pabst mit dem bann drohete, und vonGaunt todesHeKg NancSr mne rroupp-- an. 1-17 unwert Lincoln durch den Grafen von 11 unrechtmäßiger weiß ^ Pembrock, Henna Vormund und schwager, geschlagen, auch der zu le,en. Es ist wohl nicht » Lnen. daßwm^ Lccurz. welchen er zur see erhalten solle, durch stürm zernichtet kommen, denn nach RichardollwE worden, hielte er vor das beste, ferne Pr-rcn6°n fahren zu lassen, hause Clarenee und Mortimer dtt nächst ii" und nach d^ und nachdem er mit Henrrco und den Standen frrde gemacht, be- ...uno nag) oemieioeu gab er sich wiederum nach Franckreich zurück.Aber kaum ivarHen- ricus erwachsen, so zerfiel er gleichfalls nrit seinen Unterthanen. Er hatte denselben nicht allein bey seiner ankunffl zur crone, sondern auch nachhero in einem Parlament versprochen,die alten privttegis, von Wilhelmo Lonquestore, so ihnen in der so genannten msgns kii-rrs durch seinen Vater Johannem stne lerrs zugestanden,und hernach wieder genommen worden,wieder einzuführen,und anst neue zu bestattigen; nachgehends aber wolte er nichts mehr davon wissen. Darzu kam, daß er dem Pabst als lehns - Herrn den eyd der treue geleistet, und geschehen ließ, daß dieser nicht allein viel fremde nach Engelland schickte, um der geistlichen tzeneücien daselbst zu gemessen, sondern auch andere schatzungen auflegte, dergestalt, daß, wie man sagt,jährlich zoooooReichs-thaler nachRom kamen. Der König selbst gab dem Pabst vor die schenckung von Sicilien und Neapolis 150000 marck stlbers, ob er gleich dadurch nichts, als den blossen titul, empfieng; welches denn eine solche armuth, auch bey Hen Grossen in Engelland, verursachte, daß sie dem Pabst scharffe brieffe schrieben,, und mit dem König auf öffentlichen -oncilien sich über ihn beschwatten.AUein weil der König die fach nicht mit ernst folgte das hauß Lancaster, und endlich das baust Pvrek. Weil nun die letzte rrbin des Hauses Mortimer, Anna, den Hertzog vonIorck geheyrathet, bekam dieser nach der zeit ein näheres recht zur crone, welches denn auch zu dem grossen streit zwischen dem haust Yorck und Lancaster, ober zwischen denen von der rothen und meisten rose anlaß gab. Allein Henricus drang durch, und wurde an. 1599 zu Westmunster von Thomas Arundel, dem Ertz-Bischoff von Can- terdury, gekronet. Sein vornehmstes tt-nä-mcm war, daß Ed- mundus von Lancaster, aus dessen geschlechk er abstammte, Kö- Nigs Henricr III ältester söhn gewesen, der aber wegen seines leides ungestait seinem jungern bruder Eduards I nachgesetzt worden, wiewol solches die meisten Engelländische seribenten verwerten. Der König Richard, welcher von Henrico IV gefangen gehalten wurde, hatte beydes in Engeüand und Aquitanien noch immerfort eme parthey, deren heimliche bemühungen, ihn wieder auf den thron zu setzen,, zu nichts anders dienten, als seinen tod zu beschleunigen. Der Konig Carolus VI aus Franckreich wolle sich zwar sei- nes tochker-manns Richardi annehmen, als er aber erfuhr, daß solcher bereits im gefängniß umgekommen, muste er es dabey bewenden lassen. An. 1400 wurde eine sehr grosse conlpirsnan von angriff, und noch uberdiß die gröste «ubmiMon gegen demPabst be- dem Hertzog von Älbemarle und den vornehmsten vom Adel Wider zeugte, auch mit den auflagen beständig fortfuhr, vermehrte sich Henricum I V angesponnen,und ein geschrey ausgebracht,als wäre auch bey den Unterthanen der Unwillen dergestalt, daß, als er mit der gefangene König Richardus II aus dem gefängniß entwischet. Franckreich in krieg zerfiel, sie ihm kein geld gaben, und dadurch Man ilwonmrte auch einen Priester, Magdalen genannt, welcher verursachten, daß der König in Franckreich vollends alle Englische Provintzen daselbst, bis auf einige Plätze in Guiettne, wegnahm. Doch erhielte er hernach in der gute von dem König Ludovico IX einen frieden, darin» er gegen ronuncrung auf die Normanbie, Anjou, Maine und Poitou, das übrige noch erhielte, (sitze Lu- -ovicus IX König in Franckreich.) Nach diesem frieden fuhr er mit den geld-vressuren fort,und ließ auch die müntz leichter machen, zu welcher zeit die sterlings ant ersten sollen geschlagen, und von der stadt Sterlin benennet worden seyn. Er vioi-rte auch den Ständen ihre Privilegien, biß endlich diese an. 1258 zu Oxford mit gewaffne- ter Hand zusammen kamen, und den König zwunaen, daß er die mLgnrm ckzrcsm abermal beschwören, seine stieffbrudere die Grafen von Marche, nebst andern vertriebenen Herren aus Franckreich, aus dem Reich schaffen, und einem besondern Rath von 24 Personen die regierung des gantzen Reichs und die auffficht über alle sestungen überlassen muste. Als er sich aber von dem Pabst also- bald wieder von diesem eyd sktdiviren ließ, kam es zum öffentlichen krieg, und wurde der König in dem wur zu Londen belagert. Es übernahm zwar der König in Franckreich an. 1264 das srtznrium dieses strcits, und that mit genehmhaltung der partheyen den aus- spruch, daß die msgn, unverletzt bleiben, die übrigen erpreßten bedingungen aber wegfallen sotten. Allein die unruhen fiengen dennoch wiederum von neuem an, und die Stände zwungen den König nicht allein übermahl, daß er die zu Oxford auffgerichlete articuls beschwöhren muste, sondern als er den eyd wieder brach, kam es wiederum zum krieg, und der König wurde an. 1264 m einer Macht bey Nottingham nebst seinem bruder Richards dem Römischen König, und seinem söhn Eduards von den Baronen gefangen genommen, und zu Herford verwahret. Nachdem sich aber zwischen den Grafen von Leidester und Glocester, die bißher die vornehmste rädels-sührer unter dem unruhigen volck gewesen, einiges Mißverständniß ereignete, verließ der letztere ihre parthey, und schlug sich zu dem König.Wetl auch der junge Printz Eduardus aus dem verhafft entwitschte, zog er volck an sich, gieng auf die rebelten loß,und schlug sie an. 12s; bey Evesham, wobey der Grafvon Leidester, ihr General, getödtet wurde. Durch diesen tod halte zwar die unruh auf einmal ein end, Henricus aber bcrieffbieraufein Parlament nach Winchester, und nahm durch dessen beystand die archiven zu Londen und an andern orten mehr hinweg; denjenigen, welche auf der Baronen feite gewesen, nahm er ihre güter, und theilte sie unter seine Generals und Obristen, die es mit ihm gehalten. Dieses erregte neue rroutzl-5, dabey sich der vbgedachte Graf von Glocester abermahl gebrauchen ließ, der auch bereits Londen in seine gemalt bekam. Als aber der Printz Eduardus die vor unüberwindlich gehaltene sestung auf der insul Ely einbekam, und noch andere progressen machte, bestürtzte dieses den Grafen berge» stall, daß er an. 1267 gutwillig frieden machte, welcher nach diesem auch beständig war. Sonst ist bey diesen unruhen noch zu mer- ckeiydaß dieParlamente durch die unterschiedliche zusammenkünffte der Unterthanen zu dieser zeit zum ersten mahl in eine rechte form und Übung gekommen. Henricus starb an. 1272 den i ü nvv. zu 8. Edmundbury in Suffolh und wurde zu Westmünster begraben. Er zeugte mit seiner gemahlen Cleonora ö söhne, als Eduard, seinen Nachfolger; Edmund, mit dem zunamen Crouchback; Richard, welcher jung verstarb; Johannem; Wilhelmum und Heinrich. Darneben waren seine; töchtern, Margaretha, Beatrix und Ca- tharina. Die erste wurde an Alerandrüm III, König in Schott- land, und die andere an Johannem, Hertzog von Bretagne, vermählet ; Calharina aber starb noch gantz illng. inUos, bitt, sä ä.sn.ük»»'» tte event. i. r c. 16. 1.16 p. ; 7 -. D» tzitt, ä'/in^Iec. bitt. cUng!. park. i p. 481 UtguS ;6l. t. I p. 17» legg. sich vor Konig Richardum II ausgeben muste, weil er seines alters und seiner statur war; Jedoch wurden die kcouppen der rebellen zerstreuet, und kamen viele mit blutigen köpften nach haust, es wurden auch die Schotten, die im trüben fischen wollen, geschlagen. Nachdem die Schottländer gedemülhiget worden, fiengen sich die ein» wohner in Wallis an zu regen, unter ihrem bekandten rädelsfüh- rer Omen Glendower; sie bekamen auch in einem scharmützel den Grafen von Marche gefangen. Weil nun der König diesen nicht rsnriomxen wolte, weil derselbe aus dem hauß Mortimer war, fieng die famllie der Percy eine neue con/pirscion wider den König an, machten mit Owen Glendower einen bund, krafft dessen es Wallis nebst einem stück von Engelland touversm besitzen, den Grafen -l- ls ^srck- auf freyen fuß stellen, und behülfflich seyn solle, daß solcher, als der ein besseres recht, als Henricus IV, zur crone hätte, aufden thron erhoben, Henricus aber davon herab gest offen würde. Die Könige in Franckreich und Schottland traten auch mit in diese Verbindung, waren aber viel zu schwach, gross« hülsse zu leisten, daß also alles auf Glendower, den Grafen äs i- ktsrcbe und die von Percy ankam, welche letztere mir dem Grafen das Reich schon zum voraus miteinander theitten.Sie hielten auch die fach nicht lang geheim,sondern gaben ein an tag,darinnen sie öffentlich erklärten, daß sie den Grafen von Marche als rechtmäßigen erben der cron, aufden thron setzen wollen. Sie belagerten sogleich an. 140; Shrewsbury, und die Schottländer schickten auch volck dahin. Allein Henricus gieng ihnen behertzl entgegen, und hatte das glück, baß er sie gantzlich schlug, worbeydee Lord Percy tod blieb, dessen vetter der Grafvon Worcester aber gefangen wurde. Der König "Eckte die rebellen zimlich gnädig, indem er zwar dem Grafen von Worcester, und einigen andern die köpffe abhauen ließ, dem Grafen von Northumderland aber, deS Lord Percy vater, das leben und einige güter schenckke, auch den Schottischen General ohne -an-ion zurück schickte. Allein der alte Graf von Northumderland ergriff nebst dem Ertz-Bischvssvon Zorck, dem Grafen von Nottingham, dem Lord Baxdolf und andern an. 14a; von neuem die Waffen; DerKönig aber schickte ihnen seinen General Neville entgegen, der sie alle durch eine list gefangen bekam. DemErtz-Bischoffwurdederkopffabgeschlagen, und man sagt, der König habe seinen Harnisch dem Pabst zugeschickt, mit den Worten; sitze/ sb diß deines sotznes rock sey ? tvor- ausdieser geantwortet: ich weiss Nicht/ ob es meines sshnes rock ist / aberich weiß/ daß ihn einbvfes thier gefressen. Der Grafvon Northumderland, und der Lord Bardolfentkamen aus dem gefängniß, und fiengen zwey jähr hernach neue unruh an, wurden aber gleich im ersten ansang derselben in einer Wacht umgebracht. Owen Glendower hielte sich länger, weil aber die man- tzosen keines von ihren anschlügen, mit einer flotte in Engelland auszusteigen, zu werck richteten, (sthe Carolus VI Konig m Franckreich.) ward er durch Henricum dahin gebracht, daß, nachdem er sich lang in gebürgen verkrochen, er sich an. 1409 dessen gnade übergab, und solche erlangte, aber bald hernach starb. Des Traf von Marche entflöhe auch nach Inland, und hielt sich d^ selbst im verborgenen auf. Mittlerwell waren in Franckreich durch die feindseeligkelten der Häuser Burgund und Orleans grosse Unruhen entstanden, deren er sich wegen bißberiger eigener unruhen nicht bedienen konte. Doch schickte er einmal dem hauß Burgund und hernach durch seinen andern söhn den Hertzog von Clarence dem hauß Orleans einige völcker zu, die aber wenig thaten, weil diePrintzen sich allemal aus furcht derEngelländern wieder verglichen Endlich starb Henricus IV den 20 matt. an. t 4 ij. Auf dem'tod-bett soll er feinem söhn befohlen haben, die crone den rechten erben zu Emiren, aber die meiste ziehen dieses Nicht unbrllrch in rweiffel. Svnsten war Henricus IV sehr zur gelindigkeit geneigt, der ohne die gröste noth kein blut vergossen, verstünde die regierung - 728 hm wohl, und war in allen Unternehmungen -Äiv und tapsser. Er hatte 2 gemahlinnen: die eine hieß Maria, und war Humphredt von Bohun, Grafen von Ester, und Neichs-Marsthalls von Engelland tochter; die andere aber Johanna von Navarra, des Her- Pvgs von Bretagne wrttwe. Mit der erste» zeugete er Henrecum seinen Nachfolger; Thomam, Hertzog von Clarence; Johannem, Hertzog von Bedford, und Humphredum, Hertzog von Glocester; und2töchiern, Blancam, die an Ludovicnm NLrKarum > Hertzog von Bayern, und Philippam, die an Johannem König von Dan- nemarck vermählet wurde. Von der andern gemahlin aber halte er keine erben. 1.4 c. >07. LNN. klLnclr. 1.14. Vex- ditt./cn^tic. >. 20. rer. Lcor. I. lo p. ZZ 7 - Kilt. ecclcb. Trngl. ttc. 14. Ttöe cocn. 1 z>. bitt. ci'^nßlct. c. l p. 787 ttizg. henricus V, von feinem geburts - ort Henricus von Mon- Mouth genannt, war des Königs Henrici I V ältester fohn, dem rr an. 141; lucc-mvte. So wild und unbändig als er in feiner jagend war, ehe er noch zur Cron gelangte, fo ein weiser und tapffe- rcr Herr wurde aus ihm, nachdem er König worden. Sein erstes war, daß er Richardum II, den fein vater vom thron geflossen, und im gefängniß sterben lassen, in das Königliche begräbniß, und zwar noch vor dem leichnam feines vaters, bringen ließ. Und weil er fein gantzes Reich ruhig, und alle Unterthanen ihm gewogen sahe, nahm er sich vor, die länder in Franckreich, so feit dein frieden zu Bretigny verlohren gegangen, wieder zu erobern. Er schlug erst den Frantzofen eine heyrath zwischen ihm und des Königs in Franckreich Carost VI Printzeßin Catharina vor, weil er aber darneben alle verlohrne lande an statt eines heyrath - guts verlangte, wurde nichts daraus, sondern alle anstatt zu einem grossen krieg gemacht, worbey Henricus sonderlich die grosse unruben, welche damals bey dem schwachen zustand Caroli VI in Franckreich von den Häusern Burgund und Orleans erregt worden, sich zu nutzen machte, und mit dem Hertzog von Burgund in ein bündniß einließ. Ehe er aber die expellirion würcklich antrat, entdeckte er eine co„- Ipirscion, welche der Hertzog Richard von Boret, der des Grafen von March fchwester Aniiam Mortimer geheyrathet, und dar- durch auf die Cron sich gedancken gemacht, erreget hatte, unter dem vorwand, den Grafen von March, der aus Inland wieder hervor gezogen wurde, auf den thron zu fetzen. Allein der Graf, welcher wenig ehrgeitz hatte, auch wohl sahe, daß der Hertzog von Zorck mehr vor sich selbst als vor ihn bemühet war, entdeckte den anfchlag selbst dem König, welcher ihm zwar das leben fchcnckte, ihn aber wieder nach Inland relaxte, und den Hertzog von Zorck nebst anderen, fo es mit ihm gehalten, enthaupten ließ; wordurch der erste gründ zu dem schrecklichen haß der Häusern Zorck und Lancaster gelegt worden. Nach endigung dieser nnruhe trat der König seinen zug nach Franckreich an, und kam an. 1415 vor Harfleur in der Normandie an. Nachdem er aber durch die bcla- gerung dieses orts den halben theil seiner armee eingebüßt, gicng er nach dessen eroberung nach Calais zurück; die Frantzofen aber verfolgten ihn, und da kam es den 1? oct. zu einer blutigen fchlacht bey Azincdurt in der Picardie, darum der sieg den Engelländern blieb, ob diese gleich noch einmal so schwach als die Frantzofen wa. ten. Weil nun der Hertzog von Burgund zu gleicher zeit in Franckreich innerliche unruhe anficng, die Königin in Franckreich Elisabeth auch, aus haß gegen ihren söhn den Carolum, selbst tzarzu half, bediente sich Henricus derselben noch weiter, und nahm die Halde Normandie weg. Endlich, als der Hertzog von Burgund bey einer Unterredung mit dem Oanplwi umgebracht worden, legte die Königin die schuld dieses tods dem v-upiii» allein bey, und machte ihn nicht allein bey dem König und den Unterthanen verhaßt, sondern vergieng sich so weit, daß sie mit Henriks einen frieden schloß, ihm ihre tochter Catharinam, die er kurtz vorher »och zur gemahlin verlangt, zur ehe gab, ihn mit ewiger ausschliessuna des vaupkms z„m erben der Cron Franckreich, lind bey Caroli Vl lebzeiten zum Regenten dieses Königreichs erklärte. Die tractaten wurden zu Troyes in Champagne geschlossen, und tue Vermählung den 20 jun. an. 1420 vollzogen. Alles zusammen wurde von den Ständen des Reichs besichtiget, beschworen, und in einem hierzu aufgerichtete» instrument besiegelt und unterschrieben. Sihe den articul Carolus vi, König in Franckreich. Allein der halbe theil von Franckreich jenseit der Loire blieb dem OLupiUn getreu, welcher sich mit aller macht bemühete, sein recht zu behaupten , und die vchottländer zu hülff bekam, welche es allezeit mit Franckreich wider Engelland zu halten pflegten. Es starb Hen- ticus an dem rothlauff zu Vincennes unweit Paris an. 1422, und hinterließ einen einigen allererst in Engelland gebohrnen söhn zum Nachfolger, nemlich Henricum VI. Die Königin Catharina vermählte sich nach ihres gemahls tvd aufs neue mit OwcnTudor, so von Cadwallader herstammte, dem letzten König der Butan» nier, und gebahr von demselbigen ; söhne ', unter welchen der älteste Edmundus, Graf von Rlchmond, Henrici VII vater war, in welchem das Britannische geblüt wiederum zu der Engcllän- dischen Cron gelangte. >. 1 c. ioi. in uic»- Ii'co V. I. rz öc 24. cl>: 1-eb. ßett. trziic. t ,o. lütt. cccl. ^nßl. v» Ll-e/nc I. ,7 lülk. 7 !n^I. liitt. r. I p. 80; ttgq. kir/k. 0/ k. l p. ;o8. /e/oxe/i.in vics Lsroli VI. bitt. cie krsncc k. r col. 948, 962 ttgg. 99, tt^. Henricus VI , insgemein Henricus von windsor genannt, war Henrici V einiger söhn, und üicc-üwte ihm an. 1422, da er Nur 8 mvnat alt war. Der vater verordnete ihm 2 kluge vormün» der, so beyde seine bruder waren, nemlich Johannem Hertzog von hm Bedfort, so zum Regenten in Franckreich verordnet wurde, 111,8 Humphredum, Hertzog von Glocester, über Engelland All» ; desto weniger war er der unglückselige König, welchem nicht 2 Franckreich von den Frantzofen, sondern auch Engelland von Yorckischen linie genommen wurde. Sein unglück fiena sich » Franckreich an, allwo er zwar gleich nach dem tvd Caroli V der nur ein halb jähr nach seines vaters tob sich zutrug, m s zum König in Franckreich ausgerüstet! wurde, und den bisher ., « i)zupk»n > (der sich unter dem »amen Caroli VII auch ienseii dcr r.otte in den ihm anhängenden Prvvintzen zum König ausrussm ließ, insgemein aber nur spott - weise der König von Bourqes nennet wurde) in unterschiedlichen schlachten, als an.-4-'hm Crevant, und an. 1424 bey Verneuil immerfort geschlagen, auch nun an dem war, die länder über der i>oirc unter den gehorsam bringen, und deßwegen an.1428 die belagerung der stadt Orleans vornahm, so fieng doch ,ein glück an diesem ort an abzunehmen. Den» ob wohl die Engclländcr den entsatz und den Proviant, welchen die Frantzofen in die stadt dringen wollen , und der meistens aus Heringen bestund, bey Rouvrai geschlagen, dahero man es di- herings-schlacht gencnnet, auch die stadt aus bungers-nvthstch ergeben wolle, ,edoch daß sie den Hertzog von Burgund, welcher' in der Engelländcr gesellschafft davor lag, zum ober-Herrn bekommen solle, so wollen doch die Engelländer hierein mchr willigen, wordurch sie den Hertzog von Burgund so mißvergnügt machten, daß derselbe sein völck zurück zog, und, weil noch über biß Johann« a>rc, ein fchäser-Mägdlein, sonst tspucelleü'Ottern;, oder das mägdlein von Orleans genannt, welche von GOtt demKonig Carolo VII zu hüllt geschickt zu seyn vorgab, sich durch das fand. liehe lager durchschlug, und mit einigen völckern glücklichindie stadt kam, wurden die Engelländer genöthiget, die belagerung an. 1429 mit zimlichem Verlust aufzuheben. Und hierauf kam ein Unglück nach dem andern. Carslus VII nahm viel ftädte ein, und gieng auf einrathen des gedachten Mägdleins von Orleans gerade nach Rhemas, als dem ordentlichen crönungs - ort in Franckreich, und ließ sich dafelbst noch in eben dem jähr 1429 cröuen. Er bc. mächtig'te sich hierauf vieler siädte um Pans; hingegen bekamen die Engelländer das mägdlein von Orleans an. ,4;o gefangen, und brachten den Hertzog von Burgund, der gar von ihnen abwetten wvtte, auf ihre seile, da sie ihn zum Regenten von Franckreich an statt des Hertzogs von Bcdfort gemacht. An. i4ttk,W Henricus aus Engelland nach Rouen, und nachdem er daselbst das mägdlein von Orleans als eine hex verbrennen lassen, gieng er nach Paris, und wurde dafelbst den 7 nov. in der kirche -l-nim- Dzmc von dem Cardinal von Winchester gccrönet, muste aber aus furcht vor Carolo VII , der nahe bey Paris stund, und in der statt heimliche freunde hatte, sich bald wieder nach Rouen, und will er auch da nicht sicher war, zurück nach Engelland begeben. Das glück schiene zwar hernach den Engelländer» wiederum zu Kvmiii. ren, indem der Graf von Mündel und der Lord Talbot hier und dar stegeten, bis endlich der erste zu Gcrbroy an. 14z? töbtlich verwundet wurde. In eben diesem jähr verließ der Hertzog von Burgund aus einer i-loullt-, die er mit dem Hertzog von Bedford hatte, der Engelländcr parthcy, und dieser, welches bis anherv die fachen in Franckreich gar weißlich 6>r,g,rct halte, starb; worauf denn fast alle Frantzofen Carolo VII zufielen. Richardus, Hertzog m Jorck, kucccöwte zwar dem Hertzog von Bedford in derRcgemen- stclle von Franckreich; allein ehe er nocssbafelbst ankam, gieng die stadt PanS durch verrälhcrcy der bürger den 27 sebr. an. >4,6 verlohren; und weil er dem König vcrdächttg gcmackt wurde, indem er des von demselben zu ansang der regierung eulhanMN Richard! von Porck söhn war, fo wurde rr gleich nach einem iabr, darum er Harfleur crodert, wieder zurück beruffen. Lein Nachfolger, der Hertzog von Warwick, starb zwar gleich wieder, und der Hertzog von Jorck wurde zum andern mal nach Franckreich geschickt, koute aber wegen der jLioullc, die man wider ihn halle, und deßwegen man ihm nicht recht beystnnd, nichts ausrichten, dahero endlich die Engelländer an. 1444 cincii stillstand ciugiai- gen, der nach und nach bis an. 1448 verlängert wurde. JndcM suchte sich Henricus zu vermählen. Anfänglich verlobte er fich mit der Gräfin von Armagnac; weil aber Carolus VII den Grafen samt feiner tochter gefangen nahm, wurde solche bey- rath verhindert. Worauf der Graf von Suffolk, da er den er- mcldtcn stillstand nnt Franckreich als Gesandter schloß, zugleich eine andere bcyrath mit Margaretha von Anwu, Rcnati KviM von Neapolis tochter, vorschlug, auch den König beredete, solche zu r^rillciren. Der Hertzog von Glocester fetzte sich Zwar auf das äusserste darwidcr, weil das bauß Auiou gut FraiitzöW >M- Dessen ungeachtet gieng die heyrath fort, und wurde noch bagu Aniou und Manie, um die braut folgen zu lassen, in dem M- stands - rrsek-r an Franckreich überaeben. Allein dieses war der Ursprung alles Unglücks, so den König belrossen; denn wch er ein gelinder und sehr frommer, aber zur regicnma ungejuMür Herr, sie aber eine rrgierfüchttge äsmc war, riß sie ihm Mühsam drn sccpter aus drn Händen, und unternahm sich alicv nach ihrem gefallen zu regiere». Ihr erstes war, den Hertzog m Glocester theils aus rachc, weil er ihrer heyrath zuwider gewesen , theils weil er den grösicn autheil an der regierung halle,, am dem wege zu räumen. Daimcnhero wurde er einer verfchwmV wider den König beschuldiget,und gefangen gefetzt, nach eimge»lagen aber todt gefunden, und sein cörper den Lords «ich flememm gezcigetmitt vörwenden, daß er an cincnt innerlichen gefchwmegl> storden; da hingegen die meisten in dcr menmmg stunden, las man ihn vorfetzlicher weise hingerichtet. Dieses geschahe am'A- Damit sie nun auch den Hertzog von Mck unb^ den hm knackt,die einander zwar tod-feind waren, aber beyke doch in groß stm ansehen stunden, von hofbrächte, wurde jener nach Irrland, dieser aber nach Franckreich geschickt, unter dem vorwand, dort die vorgefallene Unruhen zu stillen, hier aber den krieg wider Franckreich fortzusetzen. Hingegen zog sie den Grafen von Suffolk hervorstieß ihn zum Hertzog machen,und theilte die regierung mit dem. selben. Nachdem aber dieFrantzosen an. 1449 einen vesten platz nach dem andern m der Normandie eingenommen, und im folgenden iahr das gantze land erobert hatten,ward der Hertzog von Suffolk von dem Parlament angeklagt, daß er an allem Unglück schuld seye, und ob er gleich von dem König gerettet wurde, ließ ihn doch der Hertzog von Yorck heimlich umbringen. Eben dieser Hertzog hatte auch viel zu dem üblen ausgang des kriegs in der Normandie gehalsten, bloß um deßwillen, damit er die Unterthanen wider den König und die Königin mißvergnügt machen möchte. Denn nun- mehro fieng er an / dasjenige auszuführen, was sein vater angefangen,indem er alle seine gedanckeu dahin richtete, innerliche unrnhen zu erregen, und darbey die cron aufsein Haupt zu setzen. An. 1451 hetzte er einen Inländer namens Lade auf, der den iiamen Morli- mer annahm, insgemein aber der von Kent genennet wurde, weil er in dieser Provintz eine parthen machte, womit er bewaffnet nach Londen zog, und die verrather des Reichs bestrafft wissen wolte. Allein die fache lieffunglücklich ab, und Cadeward meuchelmörderischer weise umgebracht. Unter diesen unrnheu ward Guyenne von den Frantzosen an. 1452 erobert,und nachdem es wieder von ihnen abgefallen, im folgenden jähr nochmals eingenommen , von welcher zeit an die Engellander von gantz Franckreich mehr nichts als die vestung Calais und Guines in der Picar- die behalten. Weil nun hierdurch der haß der Unterthanen gegen die Königin und den Hertzog von Sommerset, den sie nach Suf- folks tod in das klimtkermm aufgenommen, vermehret wurde, drungder Hertzog von Yorck nach feiner wiederkunffc aus Inland darauf, daß man die bösen wegschaffen solle, und da man ihn nicht hören wolte, ergriff er die Waffen, ward aber durch des Königs stänkere armee gezwungen, solche wieder niederzulegen, und einen neuen eyd der treue zu schwören, worbey ihm doch der König versprach, des Hertzogs von Sommerset aufführung untersuchen zu lassen. Allein nachdem der Hertzog von Yorck den von Sommers« au. 1454 eigenmächtig in dem Königlichen pallast, da der König kranck lag,in arrest nehmen,und nach dem lo,»- bringen lassen, um seinem vorgeben nach in dem bevorstehenden Parlament rechenschafft feiner aufführung zu geben, kam es zu einem neue» krieg, und weil sich beyde theile bey zeiten darzu gefaßt gemacht, sogleich an. 14z 5 bey 8. Albans zu einer blutigen fchlacht, worinn die Königliche parthey mit Verlust 8000 todten, darunter der Hertzog von Sommerset selbst war, geschlagen, der König in einer b'aurenchütte gefangen, von dem Hertzog aber mit der grösten Mb. mlLon geehret, und nach Londen geführet wurde. Allhier wurde sogleich ein Parlament beruffen, in welchem die Yorckischen in dem, was ihre ergreiffung der waffen anlanget, von dem hoch-ver- rath frey gesprochen , alle schuld hingegen auf den Hertzog von Sommers« gelegct , der tob des Hertzogs von Glocester für ungerecht erkannt, und endlich der Hertzog von Yorck zum vroreüor von Engelland, der Graf von Sallsdury, dessen vertrautester freund,zumGroß-Cantzler,und dessen sohn,dcrGraf von Warwick, zum Oouverncur zu Calais erkläret wurde. Allein die Königin hetzte die Schottländer auf, daß sie an. 1457 in Engelland einfielen, und da der Hertzog von Yorck denselben entgegen gegangen, brachte es die Königin inzwischen dahin, daß der König nebst einem kleinen Parlament, so sich zu Greenwichverjammlete, dem Hertzog das sioreÄorLr, und dem Grafen von Salisbury das Cantzler-amt nahm. Endlich aber ward an. 1459 zu Londen eine Versöhnung beyder Partheyen gcstiffcef und durch einek>!enn° proc-isson. dabey der König in Königlichem zicrratbmnd die Yorckische undKönig. lich-gesinnte unter einander, der Hertzog von Yorck aber neben der Königin giengen, gleichsam bestättigel. Allein in 2 monaten kam es schon wieder zur ropcur, nachdem man den Grafen von Warwick wegen einiger bey Hof entstandenen streitigkeiten gefangen fetzen wolte. Denn der Graf von Salisbury, des von Warwick vater, kam hierausmit einer armee an, und hatte das glück, daß er den 21 sept. an. 1459 die Königliche,ob sie gleich noch so starck waren,aus dem seid schlug. Der Hertzog von Yorck stieß mit seiner armee auch zu ihm, weil aber der dritte theil derselben aus verratherey des cgpirzin- Trolop zu den Königlichen übergicng, böthe er dem Hof frieden an, und wolle sich dem König unterwerffen, wenn solcher seine feinde von sich schassen würde. Aber die Königin veranlaßte ein Parlament nach Coventry, welches den Hertzog von Yorck und die vornehmsten Häupter seiner parthey des hoch-verraths beschuldigte, und verordnete, daß alle ihre güter conlltciretwerden sollen. Der Hertzog von Yorck begab sich hierauf nach Irrland um volck zu werden; der Gräfvon Salisbury undvon Warwick aber hielten den 9 jul.an.14So eintreffen beyNorthampton,worinn des Königs rwuppen geschlagen wurden, und zwar durch verratherey des Lord Grey von Ruthen, welcher zu der Yorckischen parthey übergieng. Allhier bnffcten viel hohe Personen von der Königlichen fette ihr leben ein/ ja der Komg selbst wurde abermals von den fanden ge» fangen / und von dem Hertzog von Dorck / der inzwischen aus Irr« land wieder gekommcn/im triumph nach Londen gebracht. Hierauf erfolgte ein neues Parlament/ in weichem Richard / der Hertzog von Yorck / die croue von Engelland öffentlich pr.«enlli«e/als em svlmckerAnnä/emer cnckclin Philippa Lionels/dcs Königs Eduar» di III sohncs tochtcr. Indem man über diesen Haupt-punct mit einander stritte / begab sich etwas sehr ominöses / ziemlich 2 croncn sielen zugleich herab auf die erde/ eine von dem dache des Unterhauses/ woselbst sie zur zierrach hierig / und die andere von der spt« schwffen/^e?F. an. 1462 von dem Parlament be» crone vollends / so lange als er lebte / niemand/als der Hertzog von York/ Ri» öffeul^ gelangen sollen / welcher sodann r«Eor "chtmaßlgen erben der crone / und zugleich zum Engelland erkläret/ und die kinder Henri« ausewia ausgeschlossen wurden. Allein die Martialische Kämmn swaraa- ^la^elche sich inzwischen mit ihrem von Henrico erzeugten söhn lalwen / nach Schottland -erwirkt hat» te/ brachte daselbst eine ziemliche armee zusammen / um die sackn AÜü^wccdk zu entscheiden. Dieser marschiere Richard mit einer andern armee entgegen /, worauf zu Wakefisld an. 1460 ein reffen geschahe / m welchem Richard erschlagen/ der Grafvon Sa» llsbury gefangen / hernach aber umgebracht wurde / und die Königin den sieg erhielte. Dieses kehrte das spiel um / und schiene dek welssen rose den garaus zu machen. Nichts destoweniger setzte Eduard / Graf von March / Richards söhn / den krieg fort / ver» lohr aber an. 1461 rm ftbr. zwey schlachten nach einander/ eine bey Morttmer-cross ohnweit Lndlow / und die andere bey 8. Albans/ atlwo der Komg wiederum in seine freyheit gesetzt wurde. Dem ohngcachket liess die fache furHcnricum unglücklich. Denn die ein- wohner zu Londen / bey welchen sich der Printz Eduard in grosse gunst gesetzt / nahmen ihn bey seiner rerw.iNL nicht allein mit freu» den auf/ ungeachtet sein zustand damals sehr schlecht war / sondern erklärten thu auch znm Könige; und von dieser zeit an werden auch dre rahre semer regierung gezehlet. (siehe Eduardus IV / König m Engelland.) Die Königin hatte zwar eine armee von 6000» mann zusammen gebracht / aber Eduard schlug solche den 20 mertz an. 1462 zwischen Saxton und Lourkon / bey Hexhain / aus das Haupt / und nöthigte Hcnricum nebst seiner gemahlm nach Schott» land zu fluchten. Die gemahlin that hierauf eine reise nach Franck» mch/ weil aber der Komg daselbst Ludovtcus XI mit dem Hause Burgund viel zu schaffen hatte / konte sie keine hülffe erlangen. Endlich zerfiel der Hertzog von Warwick mit Eduards IV / und da beyde partheyen au. 1470 ohnweit Lines gegen einander stunden / ward Eduard fast von allen lenken verlassen/ und gezwungen / sich aus dem Reich zu seinem schwager dem Hertzog von Burgund zu fluchten; Henricus aber wurde hierauf nach Londen gebracht/und wieder mir grossem pomp auf den thron gesetzt. Es währte aber nicht lang / so kam Eduard mit 2000 mann / dlc ihm der Hertzog von Burgund gegeben / wieder in Engclland an / und weil seine zwey bruder/ die Hcrtzoqevon Clären« und Glocester/ die btßhec seine feinde gewesen / zu ihm üdcrgiengen / die stadt Londen auch thm die thore öffnete/ war er im stände/ den Hertzog von Warwick? ehe solcher von der Königin verstärckt wurde / anzugreiffen/ wel» chcs an. 1471 zwischen Londen und 8 . Albans mit solchem glück ge» schuhe/ daß Eduard den völligen sieg erbielk/der Hertzog von War» wick blieb / und Henricus gefangen wurde. Hierbey blieb es nicht/ sondern als die Königin ihm entgegen gicnq / schlug er sie auch/ und bekam sie nebst ihrem Printzen Eduards gefangen / welcher hierauf barbarischer weise von dem Hertzog von Glocester nebst seinem vater Henrico umgebracht / die Königin aber in gesetzt wurde, (siehe auch den articnl Narqaretha/ Henrtc! VI gemah» Im./ So fromm Henricus war/so untüchtig war er zur regierung/ und so unglücklich in allem unternehmen / wie man dann von ihn! demerckek/ daß alle schlachten / wo er dabey gewesen/ verlob- reu / und hingegen / wo er sich anderwärts befunden / gewonnen worden, 1. rz. >. 16,17, >8. c. r s>. 8r6. cllrori./ 4 nZI. snn. ll'A^uiksme c. 8. Ä/v» llor. x. ro6. I. 8. o/ c. l x- Z 42 -' henricus VII / König in Engelland. ErMccs-ssrle Richards III an.- 48 c/ und gewann die crone / wie Henricus IV/mit dem schwerdt. Jedoch wolte er vor andern hierzu berechtiget seyn/ dieweil er aus dem Hanse Laneaster hcrstammete. Sein vater wac Edmund Ludor/ Graf von Nichmond/welchcr von Cadwalladcr/ dem letzten Britannischen Könige / herstammctc. Als Henricus VI umgebracht wurde / gieng er in Bretagne; nachdem aber Richar- dus III sich der Crone angemaßet / gieng selbiger mit 5,000 mann aus Franckreich in Engelland/und kam es bey dem dorffe Boswark tu der Grafschafft Leicestcr an. 1485 zu einer schlacht/ ru welcher cv nicht allein das seid behielt / sondern auch Richardus erjchlagen ward. Er vermahlte sich hierausmit Elisabeth/ des Königs Eduar» di IV ältester kocht«/ wodurch die beyden Häuser Dorck und Lan« caster mit einander vereiniget wurden. Weil er aber die crone lN seinem eigenen namcn annahm / so vcranlaffete dieses vrelmey em» pörungen. Die erste unruhe wurde ihm durch RrchardumSkmons/ einen Prediger-Mrmch zu Oxford / verursachet / welcher der weis» sen rose k»v°rillrte / und gerne Ertz-Bsschoff geweftn wäre. Dicke hatte einen discipul bey sich / namens Lamberws Smmel / welcher dem Eduards / Grafen von Warwick / ähnlich sahe / welchen ee beredete / sich für den Printzen von Warwick auszugeben/welchen Henricus VII der rede nach solle haben binrlchtcn lassen. Selbrgee bekam in Irrland grossen anhang / auch nahm sich dre verwittldte HertzogirffMargarckha von Burgund dessen an / und kam es da- bm/daß Lamdert in Dublin unter dem namen Eduardus VI ohne widerstand zum Könige geerönct wurde. Allem daer hinüber in Engclland kam / und daselbst g!em)cn fortgang hoffeke/ g-eng >hm Henricus nach Stokes-sicld ohnweit Newarck entgegen/uyv schlug ihn nach einem hefftigen treffen biß aufs Haupt/ tn welchem 4 °°° «bellen auf dem platz blieben / worunter die Grasen von Lincoln und Kildare waren; der nenmnsgewomeneKonig wurde nebststl» nem beicht-vatcr gefangen / jedoch schenckkc Henrtcus mnen beyden das leben/und machte aus dem ncu-gerronlm Könrge einen kuchen» II theil. BiZz Mgm/ 7Z0 HM jungen/hernach aber einen hüner-vogt. Einige jähre darauf wur- de von obbemeldter Margaretha em anderer / namens Pechn Warbeck/ eingeschoben/ eines getauffken Lidcn sohn/welcherM vor des Königs Eduard! V jungem sohn/Hertzog Rlchardum von Aorck/ausgab / und von Henrico Vll die etwiie?r-°r^-ue. Er meng erstlich inPortugall/hernach mJrrland undFranckrelch/mid kam endlich an. 149; in Engelland/fand aber solchen zulauff^ als ihm nöthig war. Allem der betrug kam bald an den tag / me noch Perkin in Engelland etwas t-miren kunte/ und hierauf wur» den unterschiedliche conchirsmen hingerichtet/ unter welchen Sck William Stanley /des Königs Cammercherr/war / dem er mGk allein sein leben / sondern auch dre crone in der BoswoMiW" schlachl zu verdancken hatke.Nichts destoweinger/da man ihn über zeuget / daß er ein rädelsfuhrer der com^rsMen gewe cn / mustc hn der König dem rechte überlassen / und kunte fein leben nicht erre . tcn. Dessen ungeachtet rctoiv rte sich der bcttmger einen ver such zu thun/ kam mit einem von allerhand verzweifelten leuten und n-n°»en aus Flandern / und setzte einige in Kenk aus / um die ein» wohner daselbst an sich zu ziehen. Mls er aber fand / daß sie stN nicht für ihn schickten / nahm er seinen weg m Instand / und wall daselbst ihrer gar wenig an / die steh zu ihm schlugen, allem m Schottland hatte er besser gluck / da er nicht änderst aufgenommen wurde / als ob er würcklich der Printz gewesen wäre / den er °g>tte/ indem sich der König zu seiner parchey schlug / und drem willigte / daß er sich mit Cacharina Gordon / seiner nahen dluts-stenn- din / einer beydes sehr schönen und tugendhaffkcn dame / vermahlte/ biß er endlich einen argwohn von ihm schöpffke/ und dahero verlangte / daß er sich aus seinem Reiche fortmachen mochte. Hierauf kam Perkin aus Schottland wiederum in Instand / und als er eine kurtze zeit daselbst sich aufgehalten / wurde er von den Corn- wallischcn rebellen ersucht / hinüber zu ihnen zu kommen. AIs er solches gethan / unterwand er sich mit seiner c^Me Exceter zu belagern/ wurde aber bey herannähcnmg der Königlichen trouppen gezwungen wieder abzuziehen / um sein leben zu erretten. Er wurde dennoch geschlagen und gefangen / und weil er das gefangmß hatte erbrechen wollen / ward er endlich an. 1501 ausgeknnpfft. Nächst diesem erregte-sich in der nördlichen gegend von Engelland noch eine rebellion durch John Cumber/cinen verwegenen gesellen; eine andere aber in dem westlichen theile des Königreichs durch den Lord Audlev; allein sie wurden beyde glücklich gedämpfet / und die rädels-führer znr gebührenden straffe gezogen. Der Graf von Warwick/Eduard Plantagenet/ desHertzogs von Clarcnce/Königs Ednardi IVbruderssohn/wurde aufHenrici defehl nach einer langen gcfangenschaffk/die beydes unter dieser und voriger regirung gewähret/und zwar blos darum/weil er aus dem Hause Uorck war/ auch zugleich mit Perkin aus dem cower entfliehen wvllen/enthaup- tet. Als an. 1491 Carolus VIII/König in Franckreich/dem Maxi- milianol seine Britannische braut weggenommen hatte/ stund dieser dem Könige Maximilian» bey/ kündigte Franckreichden krieg an / und belagerte an. 149t die stadt Bonlogne in der Pi- rardie; weil aber von Oesterreich sicher feite das werck nicht getrieben wurde / nahm er eine summe gelbes von Franckreich / und zog wieder ab. Er wird sonst wegen seiner weißlichen regicrung der Engelländer Salomo genennet/war aber von einem unersättlichen geitze. Dieses bezeugen die grossen schindereyen des Empson und Dudley / deren sich der König seine qeld-kästen anzufüllen bediente/ und zwar dergestalt/ daß er auch dieallerältcste und schon längst abgekommene p-Lnsi-gesetzewiederum erneuerte und vollzoge.Unker dieses Königs regierung fieng die so genannte schwein-seuche / (eine gantz neue artvon kranckhciten /) in Engeland an auszubrcchen. Sonst hat er auch die so genannten Gcntlcmen-Pcnsioners angestellet/auch ewige coll° 8 <-> und klöstcr gcstifftet. Er starb endlich/ nachdem er 24 jähr regieret hatte/den 22aprilan. 1509/und hinterließ nur einen lebendigen sohn/ncmlich Henricum/seinen nächsten tucceüorem, indem der ältere Arthurus bereits vor ihm verstorben/nebst 2 töchterm / Margaretha und Maria/unter welchen die älteste an Jacobum IV/König von Schottland/die jüngere aber an den König von Franckreich / Ludomeum XII/ vermahlt wurde. üb. 2.6. Ltt- Ildl. 1 ;. !ik. 8. liilio,-. ttcnrici VII' ^- 7 /. I.s cleüeAULrre civÜi cl'rnZlijkterg.^ henricus VIII , ein erbe beyder bänscr von Yorck und Lanca- ster, kucceMrte seinem vater Henrico VIl/ und ward den 24 tun. an. i^09 nebst seiner gemahlin Catharina von Aragonien gecrönet, als er nur 18 jähr alt war. Da er zur regierung kam, fand er 1800000 Pfund sterlings an baarem geld, die aber in; jähren durch- aebracht wurden. Sein erster krieg war wider König Ludovicnm XII m Franckreich, da er sich anfdes Padsts Julii II anhalten zu dem Kayfer Maximiliano schlug, an. 15,2 mit einer armee in Franckreich gieng, und in Guienne einbrach. Nachdem aber die tvvamer sich mit der eroberung von Navarra aufhie!ten,und nicht ihre crouppsn zi> den Engellandern flössen liessen, lieffdiefer zua fruchtloß ab. Das folgende jähr gieng Henricus mit einer armee von 40000 inann persönlich in Franckreich , und nahm in Flandern Terouane weg, schlug die Frantzoffn, als sie selbigen ort entsetzen wollen, bey Gnincgat dcn i8ang. und bekam den Hertzoq von Longueville gefangen. Diese schlacht wird in Franckreich genennet, weil die Frantzosen, indem sie die hcn Schottländer in Engelland ein, welche aber in dem treffen bey Uoddon biß aufs Haupt geschlagen wurden, wobey auch zugleich chr König Jacobus IV ums leben kam. Als hiernach!! der Kav- ser Carolus V und Franciscus I von Franckreich mit einander m krieg verwickelt waren, bewarben sie sich beyderseits um Henr-cr freundschafft. Anfänglich zwar meinte Franciscus I ihn aufseine feite zu ziehen, zu welchem end auch zwischen beyden eine zusam- menkunfft veranlasset war, aber Carolus V kam den 26 may an. i?2c> unvermulhet in Engelland an, steckte sich hinter den Cardinal Wolsey, welcher das meiste bey dem König zu sprechen hatte, versprach ihm zu der Päbstlichen würde zu helffen, und zog dadurch Henricum aufseine feite, kam auch den 26 mm) an. 1^22 zum andern mal in Engelland,versicherte den Konig, daß er ihm wiederum zu seinen landen in Franckreich behülflich seyn wolle, und verlobte sich unter grosser betheurung mit seiner tochter Maria, weshalben Henricns frisches volck in Franckreich schickte, so aber wenig ausrichtete. Alleinletzlich zog ihn der Cardinal Wolsey zu der Frantzö- sischen parthey, dergestalt, daß er währender gefangenschafftFran- cisci mit Franckreich ein bündniß machte, welches nach dessen be- freyimg bestätigt ward, so gar, daß er mit in die heilige ilguegegen den Kayfer trat, und ihm an. 1528 den krieg ankündigt^ Erhalte sich lange zeit um den Pabst wohl verdient gemacht, mmasscner wider Lutherum an. i;2i geschrieben,und damit den titul erhallen, daß er llcfcnwr llllei genennet wurde; allein hernach verdarb er es gäntzlich mit dem Römischen Hofbey folgender gelegenheit. Wvl- sty hatte ihm in den kopffgefetzt, daß feine Vermahlung mit der Catharina von Aragonien, seines bruders Arthuri hinterlassene Wittwe, die er ohne dem wider feinen willen geheyrathet, nicht bestehen könte, welches er aber bloß that, dem Kayfer Carolo V, der Catha- riiia anverwandren, dadurch wrr zu thun, indem er auf ihn desha!» den nicht allzu wol zu sprechen war, daß er ihm nicht zum Päbstli- chcn stuhl geholffen, auch das Ertz-Bißthnm Toledo, worzu er ihm doch anfänglich Hoffnung gemacht, versagt hatte. Wiewol andere wollen, dieser scrupel wäre ibm zuerst von dem Präsidenten zu Paris , der wegen einer heyrath zwischen Henrici tochrer Maria und des KönigsFranciffi anderm söhne rr^/tstte, erreget worden,indem selbiger gezweiffelt, ob auch Maria aus rechtmäßiger ehe gebohren; jedoch will vorgegeben werden, daß Henricns den Frantzosen selbst hierzu anlas; gegeben, damit er desto eher zu einer ehescheidung schreiten könte. Andere meynen, Henricns wäre der Catharina üderdrüßig worden, und wegen seiner liebe zu der Anna Bolmia ihrer gern loß gewesen. Die stach gelangte an den Pabst, welcher den Cardinal Campeginm nebst Wolsey und andern verordnete, dieselbe zu untersuchen, und zwarsoll der Pabst anfänglich geneigt gewesen siyn, Henrico zu willfahren, auch zu dem end eine bulle an Campegium geschickt haben, jedoch mit beseht, sie bis auf weitere heimlich zu halten. Als aber nachmals Caroli V fachen glücklich liessen, befahl er Campegio, die bulle zu verbrennen. Henricus setzte deshalbcn eine commMic», cm, vor welcher aber die Königin nicht stehen wolle , sondern sich aufdcü Padsts ausspruch berief. Nachdem mmderKönig verschiedener academien undHolnzorum bedencken in Franckreich, Italien und Teutschland eingeholet, und selbige die che vor nichtig erkläret, ließ cr nochmals bey dem Pabst um der fachen ervrtcrung ansuchen; als ader selbige nicht erfolgte, ließ er die fach in dem Parlament abhandlen, und sich den 2; may an. i;; 1 durch den Ertz-Bischoffvon Canterbury, Tbomam Cra- mcr, von Catharina scheiden, woranfer sich den 14 nov. an. mitAnna Bolcnia wiederum vermählte. Als ihn aber der Pabst hierüber in den bann that, sagte cr demselben allen gehorsam auf, machte sich selbst zum Haupt der Engclländffchcn kirche, verbot die anruffimssder heiligen, verwarffdas feg-ftuer, zog die klöster und urchen-gntcr ein, ließ die Priester weibcr nehmen, befahl die bibel m Engellandischcr spraach zu lesen, untersagte die nach Rom, hub den Peters-penny und bisherigen jährigen zinß, sonach Rom geliefert worden, auf, und legte also den gründ zu der mLuon in Engelland,wiewol er sich zu Lutheri lehre nicht bckennete, und noch den meisten Catholischen lehren und gebräuchen anhieng. Dleienigen, so hierwider sprachen (worunter Johannes Fischer, Bischoff zu Nvchester, und Thomas Morus, der gelehrte Cantzler m Engclland, die vornehmsten waren) wurden nebst vielen andern hingerichtet, wie denn auch viel, die von dem heiligen Abendmahl nicht nach der Catholischen lehre glaubten, das leben lassen muß- tcii/Mld die anzahl derer, so damals sterben müssen, wird auf7°°°o geichatzet.Von den eingezogenen kloster-gütern, die sich auf 186^2 Pfund sterlmgs jährlichen cinkommens belauffc» sollen, wendete er einen grollen theil zu auffrichtung 6 neuer Bißtbümer und cathe- dral-kirchen, auch ?rc>6,tt,one» aufacademien an. Ein gut theil hat er auch verschcncket, oder um ein geringes gcld an die vornehmsten sammelt verkaufft, damit sie allezeit die rclluLtio» zu vertheidigen verbunden waren. Hierauf erregten sich zwey merckwürdige em- ponmgen, und zwar beyde an. rz; 6, eine in Lincolnsbire, und die andere in Norckshire, welche aber bald miterdriickt wurde». Desgleichen brach auch in Jrrland eine rebellion aus, welche des Gra» jen von Kildare und fast seines gantzen Hauffs Untergang verursachte. Die Provmtz Wallis wurde unter dieses Königs regierung der cron von EngcUand lncorporiret, und Jrrlanda». 1541)»^- liem Königreich gemacht. An. 154; gab es einen krieg müden welche als sie in Engelland einfielen, von wenig Enge - andischen geschlagen wurden,worüber sichJacobus V vonEM- land dermasscn betrübte, daß er vor bertzlcyd starb. Henricus schlug hierauf cme hcnrath zwischen dessen hinterlassener Printzeßin Maria und seinem Prmtzen Eduardo vor, um diese beyde cronen in» « verkliupffen, welches auch angegangen wäre, wofern es Nicht der Cardinal und Ertz - Bischoff von 8. Andrews verhindert hätte; hatt-; und weck dieses durch cmmtzungFranckreichs geschehen, veranlaßte selbiges einen krreg zwischen diesem Königreich und En» gelland, indem er sich mit Carolo V verband, und die abred nahm, daß ihre armeen bey Paris zusammen stossen sötten,um selbige stadt zu plündern, und alles biß an die Loire mit 8o--oo mann zu fuß und srooo zu Pferd zu verwüsten. Aber keiner --Zicke dem gedachten schluß gemäß, und Henricus hielt sich mit ervberung von Boulogne auf, welches er in dem an. i geschlossenen frieden innert 8 jähren gegen 800000 cronen wieder zu geben versprach, so auch unter Eduards IV an. 15?° würcklich geschahe. Letzlich wurden auch von diesem Konig 6 neue Bißtbümer aufgerichtet, nemlich West- münster, Oxford, Peterborough, Bristol, Ehester und Glocester, welche noch allesamt, ausgenommen Westmünster bis aufden heutigen tag Bischöfliche sitze sind. Er hatte 6 gcmahiinnen, die erste war Catharina von Aragonien, von welcher er sich, wie bereits er- wehut worden, scheiden ließ. Die andere war Anna Bolenia, welche er wegen beschuldigter untreu an. i; ;6 enthaupten ließ. Hierauf vermahtte er sich so fort mit der dritten, Jana Seymour, welche an. i;;?, als sie einen jungen Printzen Eduardum zur weit gebracht, in der geburt starb. Dievierdte gemahlin war Anna, Her- tzogin von Eleve, welche aber, weil sie ihm nicht schön genug, auch sonstcn ein leibes-gebrechen hatte, unberührt wieder zurückgeschickt ward. Die funffte war Catharina Howard, des Hertzogs von Norfolk tochter,mit weicherer sich an. 1940 vermählte, solche aber,weil sie vor der ehe nicht keusch gelebt, auch nachdem sie würcklich mit dem König getrauet war,von neuem solte gefehlet haben,(wiewoh- len sie doch dieses letzte sehr geläugnet) bald enthaupten ließ. Die letzte, so er an. - 542 heyrathete, war eines Lords tochter, und allbereit eines andern, nemlich Mylord Latimers wittib, Catharina Parre, welche sich in seinen wunderlichen sinn wohl zu schicken wüste, und dahero biß an sein end blieb; wiewvl auch sie einsmals in lebens-gefahr käme, da sie die Protestirende religion mit einigem ernst wider den König verfochten halte, und ihre feinde Gardiner, BischofvonWi»chester,undThomasHoward,Hertzog vonNorfolk, mit denen der damatigeCantzlcr,undBonner,BischöfvonLonden,in diesem stuck hielten, solche gelegeuheit in acht genommen, und von Henrico eine unterschriebene erlaubnuß zuwegen gebracht, der Königin wegen gewissen Rcligions - articuln den Proceß zu machen; Und ward sie gleichsam durch ein wunder gerettet, als der Cantzler die Königliche untcrschrifft aus feinem sack fallen ließ,einer aber aus ihrenEdelleuthen dieselbige ungefehr fände; Massen sie dadurch noch in zeiten gewannt, den König, ohne zu melden,daß sie von ihrer ge- fahr etwas wußte, um verzcyhung der gebrauchten freyheit bäte, und sich durchaus also vor demselben demüthigte,daß er hernach den Cantzler sehr hart anlauffen ließ, als dieser zur bestimmten zeit die Königin, welche eben mit Henrico im garten spatzierte, mit gewaff- neter Hand ins gefängniß führen wolle. Von diesen seinen gemah- linnen hateraufseinem tod-bect folgende verse gemacht: Llircs Xsrer, evvoo Klans, gnllone/anci vvcclclcci; One 8panisl>, one ck'urclr, sncl kour LnA>is!i vvi ves; krom tvvoo i was clivorc' ll, cvvoo i beliealleä, One «,klor./cnZI. Le/c«»«, 1 .16.vica Henrici Vlll. t. 477-7 bitt. ckttn^Ier. * henricus / der älteste söhn des Königs Henrici II von Engelland, welcher ihn mit seiner gemahlin Eleonore,, einer tochter und rrbin Wilhelmi, Hertzogs von Aauitanien, gezeuget. Den 14 jun. an. 1170 ließ ihn in dem 17 iahr seines alters sein vater, entweder aus einer sonderbaren gewogenheit gegen ihn, oder damit nach seinem tod die lucceltton desto weniger streitig gemacht werden möchte, durch den Ertz-Bischoffvon Yorck,Rogerium, toienntter crönen, auch den Scliottländischen König Wilhelm, nebst dessen bruder David, und die meiste Grossen von Engelland, den eyd der treue bey ihm ablegen. Es wird erzehlt, daß der alte König Henricus II in eigner person die erste schüssel bey dieses seines sohns tafel aufgetragen, und daß dieser letztere, da gedachter Ertz - Bl- schoss solches, als ein gantz ausserordeulliches zeichen einer väterlichen güte, gerühmt, zur antwort gegeben: sein vater, welcher nur eines Grafen söhn wäre, könte mit gar gutein recht ihm, als eine» Königs söhn, dergleichen ehre erweisen. Wiewohl es aber hieß, daß der junge Henricus ein «-(stieg-- und mit - regent seines vaters seyn solle, so behielt dennoch dieser in der that die höchste gemalt bor sich allein, welches jenen aus antrieb eines durch die gejche- anream zweckten ehrgeitzes, und aus heimliches auf die Englische macht eiffersüchtigen Königs von b^>rw^1''iJ,,E.udov!cl VII, dessen rochier Marqaretham er ge- rngleichem durch andere unruhige köpffc und bruders Johanuis vorzug in der liebe seines L »Lr.IL ^ kam in kurtzesiA'^h, ä in Franckreich, so weit, daß der Ilch fast gnnh vel'ststkm ; aünn mst hrstste emet armee von 20000 m Brabant gewordenen soldaten änderten sich die fachen gar bald zu semem Vortheil. Dessen ungeachtet erklärte er sich, daß er dem jungem Henrico entweder die helffte von den cmkunfften des Königreichs Engelland, nebst 4 schlossern, oder die helffte von denen, so aus der Normandie, nebst allen denjenigen, so aus der Grafschafft Anjou gehoben würden, abtretten wolle. Als man dieses nicht anzunehmen begehrte, setzte er den krieg mit stick)an lbc-ek fort, daß endlich an. 1174 seine; söhne mit schlechten! bediugungen einen frieden schließen wüsten. An. n8; ließ sich der jüngere Henricus gebrauchen, die irrungen, st zwischen,einem vater und seinen abgedachten 2 br,ädern, Richard und Gottfried, von neuem entstanden waren, in der güte beyzulegen; allein er selbst ,chlug sich endlich zu den letztem, jedoch mit so schlechtem fortgang, und zugleich mit einer solchen gemüths - beunruhigung über diese abermalige revotte, daß er in ein fieber fiel, woran er in dem gemeldtem jahrn8; (die Frantzösische geschicht-schreibet setzen das jabr 1186) mit tod abgieng, worüber ,0 wobl sein vater, als auch die Engelländer, in ansehung seiner treflichen eigenschafften, sich sehr betrübten. Er hinterließ keine leibs-erben. 2/-- co»,. bist. vo>. I p. I;y, 14;, 144, 147. Henricus Fridericus / Printz von Wallis, Iacobi I sthn, wurde an. i;-4 den 19 febr. in Schottland gebobren, zu grossem Verdruß derjenigen, welche die Cron - folge in Engelland damals dem Stuartischen hauß zu entwenden trachteten. Sein vater nahm ihn gleich an. iüo; mit nach Engelland, da er die Cron dieses Reichs erlangte, erklärte ihn aber erst den ;o may an. iüic» zum Printzen von Wallis; doch erlebte er den tod seines vaters nicht, denn er starb den 16 nov. an. 1612, nachdem er sich aufder reit-schul erhitzt, und einen kalten trunck darauf gethan hatte. Viel haben geglaubt, es sey dem Printzen gisst gegeben worden, dessen man den damaligen liebling des Königs, den Grafen von Sommerset, beschuldiget, welchen Henricus niemals leiden können , wie denn auch dessen frau daran theil soll gehabt haben, in die sich der Printz ehemals verliebt gehabt, die er aber hernach sehr verächtlich gehalten, da er ihr Verständniß mit dem von Sommerset gemerckt. Kurtz vor seinem tod waren unterschiedene hey. raths - Vorschläge vor ihn auf dem tapet, und solte er bald die Frantzösische, bald die Savoyische Printzeßin heyrathen; es wurde gemeine beste, und vornemlich das aufnehmen der Protestantischen religion zn befördern. Man meint, er sey willens gewesen, den Hof seines vaters heimlich zu verlassen, und dem kriegs-zuz beyzuwohnen, den der König in Franckreich,Henricus IV,an.iüi-> vorhatte, welchem Herrn er so viel liebe zutrug, baß er sich bey der zeitung von dessen tod vernehmen ließ, er habe seinen andern vater vcrlodren. Die Engellander hatten st ein grosses vertrauen zu seiner liebe gegen die religion, daß sie sich vest einbildeten, er werde das Pabstthum über den Haussen werffen, auch schon wetten sollen angestellt haben, daß König Jacob durch des Printzen beförderung, zu Rom würde gecrönt werden. Weil er nun über diß überaus leutselig war, hieng ihm das volck ungemein und st sehr an, daß sein eigner vater darüber eiffersüchtig wurde, und sich über seinen tod nicht sehr betrübte. Sonderlich sahen diesen fall die Höfe von Franckreich und Svanien gerne, weil der Printz mit dem Grafen von Soissons und Printz Moritz von Oralsten parthey gemacht, auch sehr geneigt zu seyn schien, sich mit dem Hertzog von Sa- voyen genau zu verbinden, bitt. ll'nngler. r.Wem-,,,« r. 2. bitt. cle I.0UIS XIII l. z p. Z4; ttjcj. itttt. göncLtt aiLgn. tzrtt. p. 5;. Henricus von Glocester/ war der jüngste söhn Caroli I, Königs in Engelland, und an. 1640 gebohrm. Er war ein Printz von grosser Hoffnung, treflichen gemuths - gaben, und sehr tngend» hassten Neigungen, davon er in seiner zarten jugend unterschiedliche merckmahle blicken ließ. Zum begrifföer fachen, die er lernen solte, war er ,0 geschickt, daß er alles, was man ihm eiimial vorgesagt, mit nicht ungereimten zusähen widerholcn konte. Der Abt Montag» solte ihn in der Cütholischen religion unterrichten , darzu er aber diesen Printzen nicht bringen konte, ob derselbe gleich nur i» jabr alt war, und da sich der Abt aufden befehl ferner mutter be- ruffte, antwortete derselbe, diese habe ihm, er aber dem Abt zu bc- feblen Seine tapfferkeit erwieß er hernach an. iü;7 m dem treffen bey Duynkirchen, da ihm v°n Juan selbst das zeugmß gab, er habe wie ein warhaffter Engellander gefochten. Er starb zu Whitehall dein; stvt. an. 1660. 2.-9^ memoE. Röm'ge von Franckreich t Henricus I, Königs Roberti sthn. Als mit dem tod seines vettern Henrici an. 1000 das Hertzvgthum von Burgund ledig wurde, bekam er dasselbe von seinem vater; wie aber sem älteres bruder Hugo mit tod abgieng, wurde er von dem vater an. 102; r, m Cron - erden erkläret, und überließ Burgund seinem lungern ^ Zjzr » bruder hell bruder Roberto. Seine mutier Constantia, welche Roberto geneigter war "suchte zwar solches zu verhindern, ße Echte aber ihren zweck nicht, und beyde brüder blieben auch, so lang dervattr nute freunde. (Sihe Robertus / Konrg »n Iranckreich.) Alkabe 7 derfelbea>>. mit tob abgieng, fieng d-e Mutter . r lnrrigues von neuein an, brachte es auch dahin , daß viel stadte sich für Robertum erklärten, auch unterschiedliche grosse (worunttr vornemlich Balduinus IV, Grafvon Flaudern,m>dE^ - von Champagne war) seine parthey nahmen, und -yenr c s gc rwunaen wurde, sich zu dem Hertzog Roberto II (III) in der Normandie zu r°rir-ren. Es währte aber dieses nicht lang/ denn er schlug mit des Hertzogs von Normandie b«lffe der Koni^n armee, und zwang seinen bruder friede zu inachen, "ud sich mrt dem /ierkoatbum Buraund zu vergnügen. Seine Mittler starb auch Meich ttii folgenden jähr, wodurch die unruhe völlig gcendigec war. a) Die söhne des Grafen von Champagne, Eudonis, sien- gen zwar nach diesein wieder von neuem an zu eebelüren, mw h tz- ten des Königs bruder Eudonem auf, daß er gleichfalls die waffen wider denselben ergriff. Aber Henricus gieng ihnen bey zelten auf den leib, schlug sie, und bekam seinen bruder gefaugm, den er lauge zeit verwahren ließ. l>) An. io;z, nach dem tob des Hertzogs Ro> berti II kill) von der Normandie erhub sich eine unruhe, indem die vornehmsten vomAdel in diesem Hertzoglhum,HertzogsRoberti natürlichen söhn, welchen er zu seinem erben verordnet hatte, nicht annehmen wollen. Henricus suchte anfangstch die,e Unruhen geh zu nutz zu machen, und zwang wurcküch Wühelmum, daß derselbe das k°re Tilliercs, so den Hertzogen bisher» zu einem schlussel zu den Frantzösischen Provintzen gedienet, r-vren muste; hernach aber nahm er Wilhelmi parthey wider seine cnmperemen. Jedoch als er von ihm wiederum erzürnt worden, stund er einem neuen feind des Wilhelmi bey, und trieb ihn anfänglich sehr m die enge; als aber seine armee von Wilhelm» vermittelst einer megs-list geschlagen worden, zog er sich wieder zurück, und keß Wilhelmum in ruhigem besitz der Normandie, bis an. 1054, da er, auf anmuten einiger msicontcnien Vasallen Wilhelmi, einen neuen krieg mit demselben anfieng, aber so gleich nach der ersten ^,r,p2°no. da erden kürtzern gezogen, wieder friede machte. (Sihe WUyelmus conqustkor. König in Engelland.) An. ernennte er seinen ältesten söhn Philippum zu seinem Nachfolger, und ließ ihn auf einem lolsnnen Lonclllo zu Rheims, welchem auch die l-egsn des Pabsts beywohnten, crönen. c) Zu seiner zeit hielt der Pabst Leo IX ein Lon-Mia,-, zu Rbeims in Franckreich, und setzte eimge Bischöffe daselbst ab; welches der König zwar vor einen eingriff in seine »morltät hielte, aber doch zuließ, hingegen, als Palm Ni» colaus II nach diesem zu gleichem end nach Franckreich kommen wolle, ihm den zugang nicht verstattete, a) Henricus starb an einem fieber zu Vitry in Brie den 4 aug. an. 1060. e) Er verhcy- rathete sich erstlich mit Mcchtild, des Kaysers Conradi II tvchter; es starb aber selbige noch vor dem beylager an. io;4, t) dannen- hero vermählte er sich mit Anna, Königs oder Hertzog Georgens oder Jaroslabaus Neusten tochter, mit welcher er; söhne gezeu- get: Philippum, der ihm McceMrte, Hugonem und Robertum, welcher letztere in der jugend starb. Z) Diese ftiue gemahlin begab sich anfänglich nach seinem tod ins kloster, schritt aber zur andern ehe mit Radulfo, Grafen zu Crespi und Valois, nach dessen ableben sie wieder in ihr Vaterland gieng. l. 6 c. z. 6/4^7 I. ; c. 9. ( h d//?. z,-,. kam. 4. (c Ldcmc»//- r. 9. LEr/. (ll Lo^cr/. Lder-re»/ sp. Laron. in 6n. rom. ir in sp^enci. sll LN. 1049. Lpilk 6-^^ssr Lp. Kliemens. Lcl I 9 ic. ??. tom. 9 Loncil. gn. 1259. (c O/r/e^/c. r-,,«/. I. (f in vlrs Lorirslli 8^1. »6 sri. ro;4. (g sp. Ldc/rre tom.4. M/c,'. cbfo». lbiclem. henricus II / Francisci I anderer söhn / den er mit Claudia von Franckreich/ des Königs Ludomei XII tochker gczcugct. Erwarb denmertz an. 1519 zu 8. Germaiu gebühren / und führte anfänglich den titul eines Hertzogs von Orkans / nach dem tobe aber seines ältern bruders Francisci bekam er an. i ?; 6 den tilul als Dauphin und Hertzog von Bretagne. An. 1526 ward er nach dem Madritischen frieden als gcistel in Spanien geschickt / von dar er crst an. 1529 wieder nach Hause kam. Er war von jugend auf im kricg/und comma-iNittc an.. 1; ?7 seines.vatcrs armee/ anfänglich in den Niederlanden/nnd hernach in Picmont wider die Kayscrlichcn mit grossem kucc-s-/indem erSnsa/ Vcillane/Nivoks/Moii- caglier / re. wegnahm / auch verschiedene andere Vortheile erhielt. In Rsusstllvn aber an. 1542 war er bey der bclaqerung von Per. xignan nicht so glücklich / indem er nicht nur unverrichtetcr fachen abziehen muste/ sondern auch darüber in eine halbjährige gefährliche kranckheit fiel. An. i;44c»m»iÄ,>ctil-ke erdle armcc/'wclche den Kayscrlichcn in Dauphinc entgegen gesetzt war / und orokctt.rte in eben selbigem jähr heimlich gegen den Crcspischen frieden / weil derselbe zu seines jungem bruders/des Hertzogs von Orkans/Vortheil ansschlagen solle/ den er immerzu mit neidischen äugen ansähe. An. -?47 kam er nach seines vatcrs absterben zur regkrunq/ und nahm bald anfangs grosse Veränderungen am Hofe vor/gcftalt er dann den Connestabel Montmorcnci wieder zurück rüffle / und sich an die mniieningen nicht kehrte / die ihm sein sterbender vater , - . , :hernach diercbcllirendestadt Böurdcaurzum f und Ivsele an. i ^o von den Engelländern die stadt Bvulogn,. rn der Pleardle wieder em / nachdem er sie vorher bcla- gcrr / wobey zugklch der friede mit Engclland wieder dcstäkiael wurde/ weicher dlßher zimlich wanckend gewesen war/ weil die hen Frantzoftkt den Schotten beygestandm/ von ihnen auch die m» mähiung der jungen Konrgin Maria mit dem Dauphin/Fran- cisco / erhalten / und die braut bereits nach Franckreich geführt hatten. In eben diesem jähr begab sich der Hertzog Octavius Far« nesiusvön Parma unter seinen schütz / umsteh so wol wider den PabstJulium III/ als denKayserCarolum V/ zu erhaltcn/wMuf ihm der König hülste schickte/ dadurch dic Kayserlichen die bela» aerung von Parma aufzuheben genöthigt wurden/ und huben sich hiermit die feindseligkciren nicht in Italien allein / sondern auch an den gräntzen von Picardie und Champagne an. Da nun aber an. 1 ? ? 1 die Parmesanische fache auf einen zweyjahrigen stillstand verglichen war / machten einige Teutsche Fursten/darunter Churfürst Moritz von Sachsen der vornehmste war/ ein geheimes bündniß mrt Hmrico/zu beschütznng der Teutschen freyhett und entlediqung des gefangenen Landgrafen von Hessen / welchem zu folge sich der König an. 1552 persönlich zu felde begab / und die drey Bißthü- mcr Metz / Lull und Verdun einnahm / sich aber doch nicht trän- te / über den Rhein zu gehen / weil ihm die Straßbnrger die ihm nicht öffnen wollen / daher er auf der Schwerer zureden / zumal auch der Churfürst von Sachsen friede mit dem Kayser machte/imd die Kayscrlichcn in Champagne eingefallen waren / zurück gieng/ und imLurenbnrgischen einige Plätze eroberte. Nachdem Carvlus V mit den Teutschen Fürsten friede gemacht / belagerte er zwar Metz mit 100000 mann/ muste aber wegen des Hertzogs von Guise tapf- ferer gegenwchr / und weil zumalen bey der strengen Winterszeit viel kranckheiten bey der armee cingcriffen/ die belagcnmg nach vielem erlittenen verlierst aufheben. Jedoch eroberte er in den Niederlanden Teronane und Hesdin / welche beyde yeschkifft wurden. Hieraus wurde der krieg vollends biß an. 1 zz 6 mit unterschiedenem glück sowol in den Niederlanden als in Italien fortgeführt/ wie- wol nicht zu läugnen / daß die Kayserlichen am wenigsten dabey gewonnen. In bemcldtcm jähr aber schloffen endlich die kriegende partheyen zu Baurclks unweit Cambray einen fünff-jährigen stillstand / krafft dessen Henricus obbesagte drey Bißkhümer und alles/ was er sonst erobert / behielt. Nachdem Carvlus V abgedanckt/ brach Henricus auf des Pabsts Pauli IV anstlfften / den stillstand wieder / worauf der krieg in Italien und den Niederlanden von , neuem angieng / und auch die Engclländer sich feindselig gegen Franckreich erklärten. Jedoch ward die gröste acwalt in den Niederlanden gebraitchl/ da die Frantzosen bey 8 . Quintin an. 1^7/ und also stracks im ersten jähr hart geschlagen wurden / wicwol ßch die Spanier dieses sicges nicht recht gebrauchten / sondern mit der erobenmg von 8. Quintin / Hain / Chatclet und Noyvn zufrieden waren / daher sich Henricus bald wieder erholte / und mit dem ansang des i?58sten jahvs Calais und Grünes / hernach auch Tliion- visie einnahm / wiewol seine kitte in eben selbigem jähr bey Brave- lmgcn adcrmal geschlagen wurden. Endlich ward an. i^y zu Cha- teau Cambresis ein friede geschlossen / darinn die Frantzosen 8. Quintin / Hain und Chatclet wieder bekamen / auch Calais behieltet! / hingegen aber alles andere/was sie sonst erobert/ und darunter auch dem Hertzoge von Sovoycn seine länder/ wieder gaben / lind fast zu gleicher zeit ward ihnen auch von seilen des Teutschen Reichs der besitz der drey Lothringischen Dißlhümer von neuem bestätigt. Durch diesen frieden wurden auch die zwischen Wlip- po II nndMsabcth von Franckreich / wie auch zwischen dem Hertzog von Savoycn/ Emanucl Philibert/ und Margarctha / Her- tzogin von Berry/ des Königs Henrici ll eintziger schwcster/geschloffen. Allein der König wurde in einem thurniersspiele/welches bey den besagten Vermählungen angestellet war/als er wider den Grasen von Montgomery rannte / mit einem splitter von der lantze am äuge verwundet / daß er 11 tage hernach / ncmlich den 29 jun. an. i;;y / sterben muste. Einige sagen/dieser zufall sey ihm von dem berühmten Mrowgo, Luca Gauricio/vorher verkündigt worden/ als welcher ihm das proZliotticon gestellt / daß er im zwcv- kampss umkoincii würde. Unter seiner regierung wäre man zimlich hart wider die Protestanten verfahren / die damals sonderlich in Franckreich überhand zu nehmen aiificiigen/ und waren noch kmtz vor leincin tod einige Parlaments-Herren deßwegen in die bastllle gesetzt worden / lind soll der König/ nach einiger dcricht/da er nach empfangener wunde vor der bastille vordeygciragen wordeiMM haben / er forgc/ daß er den unschuldigen lenkn zuviel gcihmi/ wiewol andere melden/er habe von der zeit an / da er verwundn 'Eden / die spräche verlohrcn. Er war ein wohlgewachsencr/ ansehnlicher Herr und in allen leibes-üdungen trcflich geschickt. Er erzeigte fich gegen jedermann leutselig und gütig / besaß auch Hertz' haffrigkcit genug / inmaffen er mclstcuthcils selber zu selbe gieng. Dabey aber war er nicht von grossem gcist genug / und ob er m gleich der reylernngs-geschäffle fleißig annahm/ließ er sich doch ßais vonandernrcgtercn/gcilaltdcniuiiilcrihmdieGiiisischcfanillle/vor der ihn doch sein vater gewarnct hatte/ angefangen groß zu werden. ^n den msscnschamenwar er anchsowcttnichtgckommen/a» tts^uciscus 1 / doch liebte er die gelehrten / und hat sonderlich dk u-euitzofischc poefic damals eine gestalt zii kricgm angcfangcn ENllll sich durch scme iteblingezuallzugl-vfienaußgabmverleiten/geM er denn nach allen schwären austagen/ womit dielmtcrthamn gedruckt worden / noch 40 Millionen schulden hinterlassen, gleng es auch an scincin Hofe nicht allzu ordentlich und^tugendM > zu/und ließ er das wild und wüste wcsen gewaltig einrejffen.Er IM nilt seiner gemahlin Catharina von Medicis lokindcr gezeng!/ davon ein Printz und zwey Printzcßinnen jung verstorben /von den übrigen 7 aber sind Franciseiis II / Carolns IX/Henricus M nach clnanderzur rcgicrunq gekommen / Franciscus von AlenM unvcrhcyrathct gestorben/ Elisabeth an den König in Spnn V Claudia an CarolumII/Hertzogvon Lothringen/MnrMttya hm an Henricum IV m Franckreich vermahlt worden. Ausser diesen hat er mit einer Schottischen Dame Henricum / Hertzog von Angoulesme/ Groß Pnom von Franckreich / und mit einer ande» ren ( Dianen die ersilrch an Horatium Farncse vermählt gewesen / hernach aber Hertzogin von Monkmorcncy/und endlich Hertzogin ,von Angoulcsme / und Gräfin von Ponkhieu worden /) gezeüget. Von seiner liebsten ma-er-sse, Diana von Polsters/aber/die ihn gantz und gar regierte/ hat cr keine linder gehabt. Dänre!» cOmmenkLireL. vo^ Ursachen cles deutschen IcrieZeb. Henricus III, König in Franckreich und Polen, war Henrici II dritter söhn, gebohren dem? sept. an. 1551, und hieß sonst Eduard Alexander, welchen namen ihm hernach feine Mutter in Heinrich, zum andenckcn seines vaters, verwandelte. Er ward an. 1567 nach des Connestabels von Montmorency tod, auf Veranlassung seiner mutier, die dadurch desto grössere gemalt zubehalten hoffte, ungeachtet seiner iugcnd,zum OsnersMUmo der armee gemacht,jedoch waren ihm einige ältere Generale zugegeben, weiche nach inhalt ihrer geheimen orllrez,seine allzu grosse hitz zum öfftern im zäum hielten. Er befand sich in den schlachten vonJarnac und Moncontour, welche seine völcker erhielten, und legte noch andere gute proben seiner zeitigen klugheit und tapfferkeit ab. Allein durch alles dieses, weil sich zumal der Printz damit der soldaten und aller Catholischen liebe zuwege», gebracht,ward derKönigCarl IXeiffersüchtig auf ihn gemacht, so daß es den beyden brüdern um so viel leichter ward,sich einer kaltsinnigkeit gegen einander anzunehmen, wie es um die Re- formirten zu berücken, unter ihnen war abgeredet worden.Jndessen sahe doch die Königliche mutter wohl zuvor, daß es in die länge mit ihnen nicht gut thun werde, daher sie bewogen ward, sich vor Hen- ricnm um die Polnische cron zu bemühen, nachdem sie schon vorher an seiner Vermählung mit der Königin in Engclland vergeblich gearbeitet hatte, auch bemüht gewesen seyn soll, ihm am Tnrckischen hofdas Königreich Algier zuwege zu bringen/wiewol der Printz keine sonderliche tust aus Franckreich zu ziehen hatte, und deßwegen das angefangene werck in Polen heimlich zu hindern suchte,da hingegen derKönig selbiges aus allen kräfften beförderte.Indeffen ward ihn» die belagenmg von Röchelst aufgetragen, die ihm aber wenig ehre brachte, inmassen er öfftecs unvorsichtig und zur lust stürmen ließ, dadurch er viel volck veriohr, und mit schänden würde haben abziehen müssen, wofern nicht eben zu rechter zeit die Nachricht ein- gelauffewdaß er zum König erwählt worden, welches ihn» gelegen- heit zum frieden mit den Neformirten machte. Als nun gleich die PvlnischenGesandte»» angelangt wcrren,hatte er doch noch nicht lust fortzureisen, sonderlich darum, weil er sich in die Printzeßin von conuc hefftig verliebt hatte. Sein bruder aber, der König, welcher meinte, er gehe aufcinen heimlichen anschlag wider ihn um, trieb es so lang, daß er sich endlich zu end des sept. an. 157; nach Polen aufmachte; Da er denn, als er auf der reise nach Tcntschland zu Heydelberg übernachtete, von dem Pfaltzichen Churfürsten Fride- rico unterschiedene bittere vvrwürffc wegen der Parisischen blut» Hochzeit einnehmen mnste. Als er nach Polen kam, wurden die uri- terthanen seiner,und er ihrer,bald überdrüßigstnmaffen es ihm nicht anstund,baß man da gantz anders mit sich umgehen lassen muste,als in Franckreich, zu geschweige,,, daß ihm auch das zumuthen, »ich mit des verstorbenen Königs schwestcr,Anna,z!i vermählen, »ehr zu. wider war, daher er sich kraiick stellte und sich fast niemanden sehen ließssoiidern die meiste zeit in seinem cabinet mit wenigen verlraute», zubrachte, welches diePolen gewaltig verdroß,so,daß ihn auch einige den Dürsten der finsternrß ncnte.Endlich da ihm auch die einsam- keit beschwärlich werden wolle, gerieth er in starcke gcstllschafften, die er selbst anstellte, und mit denen er unter allerhand ballen, tur- llieren und andern lustbarkeiten starck zu trincken anfieng, auch gar min- machte, als ob er gegen die Printzeßin Anna einige neigung empsinde. Als dieses alles etliche monat gewähret hatte, kam die Nachricht von Carls IX tod nach Polen, und weil sie derKayscrli- chcGesandte zucrst öffentlich ausbrachte, suchten die 8cnmoren Henricum zu einer reise nach Lithauen zu bewegen, um die damals vbhandenen ftiedcns-tractaten milMoscau zu befördern. Allein der König stellte es mit seinen vertrauten also an, daß er drey tag darauf in der nacht heimlich fortgienq, und die Oesterreichischm grantzen erreichte, bevor ihm die nachsetzenden Polen beykommen kunten.Er gierig also durch Oesterreich über Venedig nach haust , und schrieb zwar unterwegs einige mal an diePolen,die ihm auch antworteten und um schleunige wiederkunfft ersuchten. Man sahe aber wol, daß bevdes nur zu bcöbachtung des Wohlstandes geschahe. Darum, ob gleich der König einen Gesandten nach Polen schickte, die Stande bey gutem willen zu erkalten, schritten sie doch an. i ?75 zu einer neuen wähl, darüber sich Henricus wenig betrübte, doch aber den titul eines Königs in Polen noch beständig führte. Nun waren »hin zwar aufseiner ruck - reise an verschiedenen orten,und sonderlich zu Venedig gar heilsame anschlüge wegen des antritts von smier künftigen regicrung gegeben worden, welche alle aber die Königliche mutier und seine liebln,ge bald über den Haussen zu werffen wüsten, wie er denn noch unterwegs den fehler bcgiengchaß er sich den Her- tzog von Savoven bereden ließ, ihm Pignerol, Vaviliano und Va, «ls Pernsa abzutrcttcn. Nach seiner ankunfft in das Reich nahm er sich der regierungs - geschäffte wenig an, ließ sich auch überreden, daß ein König mit seinen Unterthanen nicht viel umgehen musst, weswegen er sich wenig sehen ließ, und damit überall grosses Mißvergnügen erweckte. Den krieg wider die Hugenotten, zu denen sich auch die so genannten vnlltic, geschlagen, die allein eine bessere orv- unng in der regiernng suchten, ward fortgesetzt, wiewohl mit so schlechtem Vortheil vor des Königs Waffen, daß daher sem ansehen einen gewaltigen stoß litte.Jndessen ließ er sich an. 1575 zuRhennö -. hen 7ZZ rwh stin"r muttrrÄ?9?^^ U gleicher zeit daselbst nach dem irlner mutter m«t Louisa von Vaudcmont. An 1 c -,6 kam -a Mir frieden, weil der Printz von aus stude?^ vorsie mitgebracht,und desKönigs aen des geschlagen hatte, welcher bißher, we- est em arrest aewe^, lstvmgm ?tzte, am hofglejchsam in riurm arresl gewesen war. Weil nun aber dieser friede den ckniao- notten sehr vortheilhasstig war, und sie darinnen mehr frevbeit er- halten,als sie zemals gehabt, nahm daher die Guisische parrhev an» laß noch m selbigem jähr die bekandte 4u- auRir!chten cUe ü O- Der Konig bemuhere sich auch aus schwachheit, und weil er es anfänglich gern sahe, daß den Hugonotten dardurch wrr gechä. geringsten mcht, dieselbe beyzeiten zu trennen, und meinte sich blvßdaimzn helffen, daß er bey der Versammlung der Stände zu Blois selbige mit unterschrieb, und sich zu ihrem Haupt machte. Herüber,nun, und weil die von der >-8« eingenommenen Stände ausdrücklich vom Konlg die wiederruffung jetzt-gemeldten ftiedens forderten, den Hugonotten auch ohne dem nicht alles versprochene schalten war,kam es mit ihnen abcrmal zu einem krieg, in welchem die Kvmgllche wegen der unter den Häuptern der gegen-parthey en,gerissenen Uneinigkeit zwar viel Vortheils hatten, doch aber endlich noch iin sept. an. 1577, ungewiß, aus was vor Ursachen, friede mit ihnen machten, darinn nur gar wenig von dem vorigen abqe- dungen ward. An. i; 7 s stifftetc der König zum andencken, daß er am Pstngst-fest gebühren, und zwey cronen erhalten hatte, den Ritter-orden des heil. Geistes, um, wie man meint, den vornehmsten Adel auf seine feite zu ziehen.An. 1 ;8« gieng schon der siebeudeHu- gonotten - krieg an, worzu beyde Partheyen durch die heimiichen prEiguen derKoniglichen mutter und des Hertzogs von Anjou gereiht wurden. Jedoch kam es noch in selbigem iahr wieder züm frieden, welchen der Hertzog von Anjou aus allen kräfften beförderte, weil er nichts anders gesucht, als völcker zu kriegen, die er nach den Niederlanden führen könte. Diesen frieden genoß der König bis 1^8;, welche zeit Meister,theils mit allerhand geheimen und zum theil vergeblichen anschlagen zugebracht wurde. Es ward aber wahrende,, dieses ftiedens Henricus durch seine eigene üble auff- fuhrung, da er sich der regiermigs-geschäffte gar nicht annabm, unglaublich viel gelb verthat, und seine schwäche überall bloß gab, vollends gantz verächtlich, so daß endlich die Guisische parthcy und die Spanier, welche hinter denselben steckten, daher gelegenheit krieg. ten,ihre anschläge ausbrechen zu lassen,zu welchem end sie an. die waffen öffentlich ergriffen, und sich verschiedener Plätze bemächtigten, dardurch der König, der sich in keiner gnugsamen bereit- schafft fand, genöthigct ward einen vergleich mit ihnen zu treffen, in welchemsie nicht allein viel städte zu ihrer sicherheit,sondern auch noch dieses erhielten, daß der Reformiere gottes-dienst völlig verboten warb. Hierüber gieng der achte krieg mit den Hugonotten an, in welchem die Königlichen zwar bey Coutras geschlagen wurden, hingege aber über die hülffs-völcker,so denReformirtcn ausTeutsch- land zugezogen waren, einen vollkommenen sieg erhielten. Der König gieng damals selbst wieder zu selb, wartete aber nur einem ftld- zug ab, davon das volck nicht einmal ihm, sondern den Guiftn, die ehre beylegte. Währenden kriegs brachen endlich die anschläge der Guiftn gegen ihn aus, die man ihm zwar lang vorher gesagt, von ihm aber nicht gebührend waren verhindert worden,indem er zwar öfflers drohete, aber niemals etwas ins werck richtete, hingegen durch sein müßiges leben und Verschwendung den haß der Unterthanen gegen sich nur mehrte, so daß bereits geraume zeit her öffentlich auch so gar i» predigten übel von ihm war geredt worden. Absonderlich waren die einwohncr zu Paris, welche sich auch zur Nzuc geschlagen, sehr schwürig, mochten auch gefährliche anschläge gegen des Königs Person im sinn haben,deswegen derKönig den eütschluß endlich an. i;88 machte, sich der vornehmsten rädels-führer zu be. mächtigen. Darüber kam es nun zur öffentlichen auffruhr, indem steh diebürger überall in den gaffen mit ketten, fässern und ballten verschmitzten, welches man die öLrricslln nennest', ,so, daß des Königs soldaten nirgends hinkonnten, daher es der König selbst durch den Hertzog von Guift,der damals eben von den Ligisten in die stadt beruften war, erlangen muste,daß seine völcker aus dem gedräng gelassen wurden, dadurch aber den auftührern der inuth nur desto mehr wuchs, und der Hertzog von Guise veranlaßt wurde, desto härtere vorschlage zuthun.. Allein dieses und absonderlich seiner mutter zureden bewog den König, Paris zu verlassen, und sieh nach Chartres zu begeben, da er denn erst genöthigt ward, seinen lstbling den Hertzog von Esvernon, von hofzu schaffen, hernach auch einen vergleich mit den Häuptern der Ngue eingehen muste, der durchge- henbs seinem ansehen und Vortheil sehr naehthcilig wnr,wie er denn unter andern ausdrücklich versprach, daß nach seinem tod kein Hu- gonott zur cron komm solle. Nachdem dieses geschehen war,schaffte er aus verdruß, der ihn gantz unleidlich machte, fast alle ftmeRatbe von sich, die ihm verdächtig waren, als ob sie es zu seinem Nachtheil mit seiner mutter hielten; er schmeichelte den Häuptern der >-8»-, so viel möglich, machte grosse anstalten zum krieg gegen die Hugonotren , und bcruffte die Stände des Reichs nach Blots zusammen. Die Abgeordneten der Stände waren meistens von den Guiftn gewonnen, und legten demKönig sehr harte forderungen vor, darüber es viel streltens gab. Zu gleicher zeit bemächtigte sich der Hertzog von Savoyen uuverwarnter fache, der Marggrafschafft Saluzes, die bis dahin unter Frantzösicher Herrchafft gestanden wäre, wel. ches die Widerwärtigkeit des Komgs gewaltig vermehrte. Endlich ward er durch den wachsenden ubermutl) der Gmftn , unter deren parthey man nunmehro fast öffentlich sagte, daß er des throns entsetzt werden müsse,so unwillig gemacht,daß er denHertzog vonGuise ind feinen bruder den Cardinal ermorden ließ, worüber er anfänglich so froh war, daß er sich verlauten ließ: nun sey er erst Komg Zzzz; wor. 7Z4 hen hm worden. Allein weil er sonst gar schlechte anstalten zn seiner Verwahrung machte, geschahe es, daß nach dieser that die vornehmsten städteim gantzcn Reich sich wider ihn empörten, die Parlßcr auch, un so gar dieSorbonne durch einen öffentlichen schluß ihn allerdtngs des regiments unwürdig und verlustig erklärten qen der übeehand nehmenden unruhen aus einander g>engen,unv er fast niemand um sich sahe, dem er sich recht vertrauen kunte. ^n dieser noth wendete er sich zum König von Navarra, gegen w elchen der krieg bisher noch immer, jedoch gar schläffrig war fortgesetzt worden,machte mit demselben an. 1589 ein bündniß, welches zwar um der katholischen willen nur ein stillstand genennel ward, iedoch zog er ihn mit seinen völckern an sich, nachdem er ihm Lraumur m die Hände gegeben, worauf sie Paris zu belagern beschlossen. Vorher aber ward der König zu Tours von dem Hertzog von Mayenne angegriffen, und würde grosse noth gehabt haben, sich zu erhalten, wenn ihn nicht die Protestanten entsetzt hatten. Aus der Scbweitz erlangte er eine ansehnliche verstärekung, und hatte alle anstatt zu starcken Werbungen in Deutschland gemacht, daß er affo seine rebel- len mit gewalt zum gehorsam zu bringen wol hoffen konte.Er wurde auch vielleicht durch hülffderwohl-gesinnten die stadt cinbekommen haben, ungeachtet sie, und sonderlich ihre Prediger sich viel muhe machten, das volck gegen ihn zu erbittern,wenn er nicht eben zu derselben zeit von einem Dominicaner- Mönch, nahmens Jacob Element, der vermuthlich hiezu von den Ligisten angestiffter war,bey einer zum schein gesuchten geheimen verhör dergestalt wäre verwandet worden,daß er den tag darauf,nemlich den 2 aug. an. 15 89, verstorben. Er war der letzte König aus dem hauß Valois, und hat mit seiner gemablin keine linder gezeuget, welches erstlich durch den Widerwillen, der in den ersten iahren zwischen ihm und der Konigin aus boßheic einiger Grossen gcstifftct, hernach aber, da er sehr wohl mit ihr lebte, durch das Unvermögen, so er sich durch fremde liebe zugezogen, mag seyn verursacht worden. Er war ein Herr, den die Natur mit vortreflichen leides - und gemüths»gaben versehen, war zeitlich in staats-geschäffte gekomen,hatte viel guten willen,ane zim- tiche tapfferkeit, durchdringende beredsamkeit, und grossen eifer vor die religion. Aber alles dieses gute verderbte, als er zur rcgierunq kam, ein wollüstiges, fahrlässiges leben, worzu ihm die meisten, so um ihn waren, wegen ihres eigcnnutzes anlaß gaben; Und als er zu gleicher zeit durch anstellunggeistlicher brüderschafften, proccll.o- nc»,gcißlungen,wallfahrten und anders dergleichen äusserliches ge- präng die lachen gut zu machen vermeinte, verdarb ers völlig bey allen vernünsstigen und ehrlich - gesinnten leuthcn, als die solche beständige abwechslungen der schändlichsten ll-i,.iuckc8 und angemaßter scheinbarer duß-bczeugungen, nicht änderst ansehen konren, als für eine offenbare Verspottung Gottes und der menschen; Weswegen auch stin ansehen bey den besten und am meisten unpartheyi- schen leuthcn seines Königreichs durch nichts mehr gefallen ist, als durch diese hcucheleyen und Verstellungen. Es entstund auch aus dem allem annoch dieses übel, daß er „ch um das gemeine beste wenig bekümmerte, mit unglaublichen ll-pcnssn seine einkünffte erlchövffle, seinen lieblingen zu viel anhicng, und unfähig ward, in denen dringenden umständen seiner regierung einen beständigen entschluß zu fassen, sich mit vielen niederträchtigen beschäfftigungen verächtlich, und durch die mißbräuchesdie er un bedachtsamer weiß einreisten ließ, zum theil auch aus unvermeidlicher nothdurfft selbst befördern muste) verhaßt machte, wodurch es endlich so weit kam, daß er die Verwirrungen seines Reichs nicht mehr übersehen tonte. go. invenr. liill.Qäll. eelrr.e-'ai. ill. eZc Dsmes gsl^ncei. Nick. cles clcrn. rroutzlcs. öcc. Henricus IV / der Grosse zugenannt, wurde zu Pau am tage Luciä den 1; dec. an. 155; gebühren. «Lei» vater war Antonius von Burbon, Hertzog von Vendome, damals Qouv-rneur der Pi- cardie, und nachmals König zu Navarra, seine multcr aber Johanna von Albret- Sein grössvater, Henricus II , König von Navarra, nahm ihn zu sich, und ließ ihn ohne eintzige Zärtlichkeit erziehen, indem er sagte: daß die zärtliche erziehünq keine großmüthige, sondern nur hartnäckige kinder machte. Er muste offt mit blossen füssen und Haupte gehen, mit schwachem brodt, käse und anderer geringen kost vorlieb nehmen, und wurde überall gar hart gehalten. Als aber der groß-vater bald daraufverstarb,führten ihnlsei- ne eitern, da er kaum.; jähr alt war, mit sich an den Frantzösischcn Hof, hielten sich aber nur wenige monat darben auf, und kehrten bald wieder zurück in Bearn. Jedoch, als nach Francisci II tode sein vater Antonius wieder an den Hof kam, bericss er auch seine Gemahlin und Printzen zu sich,da denn diser, ungeachtet seine Mutter an-1562 wieder nach Bearn kehrte,unter der aufsicht eines klugen lehrmeisters, mit »amen 1- Gaucherie, biß an. izüü zu Paris blieb, da ihn die Königin Johanna nach Pau kommen ließ, und weil >2 Gaucherie gestorben war,FlorcntiChristiano untcrgab, welcher ihn in der Protestantischen lehr auferzog. An. 15 09 erwehllcn ihn/ nach dem tod des Printzen von Conde, die Protestanten zu ihrem Haupte. Er wohnte der schlackt bey Montcontur bey, in welcher er gern persönlich gefochten hätte, wenn es der Admiral zulassen wollen, und gieng bis zu geschlossenem friede den n aug- an- i? 70 mit zu selbe, hernach aber kehrte er zurück nach Bearn. Nach seiner Mutter tod nahm er an. 1572 den titul eines Königs von Navarra an, da er sich bis anhero nur Printz von Bearn gencunet, und vollzog das beylager mit der Frantzösischcn Printzeßff, Marga- retha, bey dessen gclegenheit das blutbad angestellt war , in welchem ,so viel Hugenotten umkamen. Zu gleicher zeit ward auch der Konig von Navarra ausssurcht des todes und durch zurede eines nmgetretenen Geistlichen,bewogen sich zurCathvlischen religion zu bekenen und zu deren wieder einführn»« in seinen landen beseht zu gebe», die aber nicht erfüllt wurden. Er muste indessen zu Ca- roli IX zciten am Hof bleiben, und hatte keine zelegsnkM nM kck nes hcrtzensgedanckenzu handlen, ausser darr sich dksmiüvr. gnügens bediente, in welches der Hertzog von Alen^n über dier?. qirung gerathen war,dahcro er denselben anreitzete,der Huaonottm parthey zu ergrciffen. Es ward aber der Handel entdeckt , und w ! wohl sichHenricus gegen alle beschuldigungen hertzhafft vertheidige' ward er doch anfänglich auf dem schloß von Viucennes und ber- nach! im Louvre aufgewisse,nasse im arrest gehalten, bis ihn Leu' ricus III , dem er bey seiner ankunfft in das Reich mit der Könia'« ltchen mutier entgegen reffen müssen, wieder in sseyheit setzte Er blieb aber doch noch eine gute weil am Hofe, und ließ sich durch aller. Hand liebes-händel aufhalten, über die er auch mit dem HelM vv» Alenchn zuweilen zerfiel, da man ihm indessen von feiten des Königs unterschiedene heimliche aufseher gesetzt halte,die aufsein thun und lassen achtmig geben mustcn. Endlich sahe er, daß da seines biei- bens nicht länger seyn würde, machte sich demnach an. i;?; heimlich davon, und gicng nach Alemon. Einige zeit darauf bekannten: sich zu Nwrt wieder zur Resormirten religion, und ließ sich in dem kurtz hernach erfolgenden frieden mit den Hugonotten ebenfalls be« dencken, gestatt er denn das ßouverncmcnk von Guyenne davon trug Er hat hieraus«» den folgenden Hugonotken-kriegeu immer seinen theil gehabt, und auch in den friedens-zeiten von der Cathoüschen parthey unterschiedenen Verdruß ausgestanden, gestalt man ihm sein xouvel-nein-nr in Guyenne nicht ungekränckt ließ. An seinem Hof selbst waren immer unterschiedliche parthevcn, die in den ralh- schlägen eine und andere Unordnung machien-Der König in Franä. reich liebte ihn indessen heimlich, erklärte ihn nach dem tode seines bruders vor den rechtmäßigen Cromerben, und hätte, zumahl er durch ihn von unterschiedenen anschlägen seiner feinde war gewar- net worden, gern gesehen, daß er sich an den hos begeben hatte, wenn mir nicht die religion im wcgc gestanden wäre, welche Leu- ricus, ungeachtet der Hertzog von Esvcrnon deswegen an ihnac. schickt ward, nicht ändern wolle. An. i;8z wolle dcr König m Spanien zu Unterhaltung der innerlichen unruhen in Franckrcich, ein bündniß mit ihm mache», welches auch villeicht zn standegckoni- men wäre, wenn sich nicht Henricus eben damals vorgenommen gehabt, sich zu beschirmung des Churfürsten zu CvUn, Gebhardi, mit den Teutschen Protestanten zu verbinden /weswegen er auch, wiewohl vergeblich, euie gestmdschafft an dieselbe abschicke. Als an. r;8c die anschlüge der ligue je mehr und mehr ausdrachen, wolle zwar Henricus nicht bald zu den Waffen greiffen, damit man ihn nicht beschuldigen möchte, ob habe er den frieden gebrochen, suchte aber indessen den König in Franckreich zu einem hertzbnfflm entschliiß zu bewegen, und vertheidigte sich anfänglich bloß ig schrifflen, in deren einer er demHertzog von Guise ein su-ll anbot. Endlich, da das clliÄ vom monat iulio wider die Hugonottcn hcr- aus kam, wurde er auch zu einem krieg genölhiget. Er wmde zik ansang desselben von dem Pabst in bann gethan, so er aber wenig achtete, seine v-oicif-rion dargegen selbst in Rom anschlagen ließ, und im übrigen den gefaßten entschluß mit gcwassncter Hand verfolgte. Er bcwieß in diesem krieg seine tapfferkeit den verschiedenen gclegenheiten, sonderüch an. 1587 in der schlacht den Couirns, da er die feindliche armce auf das Haupt erlegte, den sieg jedoch nicht verfolgte, weil er entweder wegen einigen Irebs-Händein nach hauß eilte, oder, weil seine völckcr nicht im stand waren, sobald weiter was wichtiges zu unternehmen. Nach des Printzen von Cond- tod fiel die Verwaltung dcr Hugenottischen aiigelcgriihmm allein auf ihn, bcn deren übernchmling er sich zwar zu Rochelle seine lcbcns-art und kaitsinnigkeit in der religio» hart mnste vorrücken lassen, so er aber alles mit gediilt überwand, nndfmsiihr die fachen seiner varthey in guten stand zu setzen, bis endlich der König in Franckreich selbst ihne wider die sixue zu hniss rußen Mliste, mit dem er sich auch au. 1589 vereinigte, und ihm Paris belagern halff. Als aber Henricus III ermordet war, folgte ersinn mit aiinchmulig des tituls eines Königs von Franckrcich und Navarra. Nun war zwar srin recht zur Cronc wohl gegründet, indem selbige nach abgang der Valcstschcn linie auf das hauß Bourboil kommen muste, wie ihn denn der verstorbene König noch mifdcin tod-belte vor seinen rechtmäßigen Nachfolger erkennet, iedoch hinderte ihn die Hiigonottische religion, welcher er zngcthaimrar, nicht wenig. Die meisten bey der armee befindliche grossen erklärten sich zwar bald anfangs, sie wollen Henricnm vor ihren König erkennen, woser» er mnerhalh 6 moiiatci, die Calbosifsik religion annehmen würde, worzu er ihne» auch Hoffnung wackle; hingegen waren die Ligisten ibm aufdas bcfftigste zuwider, weiche sich auch bemübctcn, den Cardinal von Bourdon zu Ihrem K« zu machen. Srbe l.i6UL. Es hielt demnach anfänglich MMi hart mit Heimes, indem er den grösten theil des Reichs, und du meisten CatholischcnStaatcn, au,fcr dcnLchweitzern,Venedig und Florentz gegm sich hatte, sein Adel, dcr es zwar mit ihm r» Mm schien, haimen-weiß nach hauß gieuq, und tie Hugonotten M ihm nicht trauten, welches alles er durch seine tapfferkeit und gc- fthickte aufführung übcrwunde. Anfäiiglich ivnrde er gezwungen, die belagerung von Paris aufzuheben, und sich in das auffeilte m Normandie zu rctiriren , und meinte der Hertzog von ?Nanie, a hätte ihn dahin gebracht, baß er entweder in die see springen, om sich ihm ergeben inüstc; ja, es soll das fraucnzimmcr 1» schon fenster gemiethet haben, daß sie den gefangenen Konig tonten vorbey bringen sehen; allein der König trieb die Lig>ßc» chl Arques mit vcrliist und schände zurück, bemächtigte sich dämm - nachdem er aus Engelland einige hülss erhalten, vieler ortcr, 1» vu i-jtz»-: besetzt gehabt, und schlug an. 1590 bey Zvry dcnHerW von Maine, dcr doch »och einmal so starck als er war. H>cr> >!> bloguipte er Paris, welche eine unglaubliche Hungers -notv^ i hm stund/ bis der Hertzog von Parma die stadt, als sie aufdas äusserste gekommen war, entsetzte. Woran der König einiger Massen selbst schuld war, indem er, m Hoffnung durch Hunger des orts meister zu werben, allzu sehr verzogen hatte, gewalt zu gebrauchen. Er ließ hierauf verschiedene posten um Paris besetzt, und verschickte die übrige armee in unterschiedenen theilen hin und wieder in die Pro- vintzen. Hingegen nahm das Parlament von Guienne zu Bour- deaur Henricum als Konig an, und Grenoble wurde auch durch Lesdiguieres unter seine bothmäßigkeit gebracht. Im folgenden leisten jähr wurde er zwar von dem neuen PabstGregorio XIV in baun gethan, welches ihm aber nicht viel schaden verursachte. Vielmehr machte ihm seine eigene parthey einige unruhe, indem ihn die Catholischen zu Veränderung der religion anhielten, die Hugonotten aber bey der ihrigen zu erhalten suchten. So thaten sich auch unter einigen bey ihm befindlichen Printzen vom gcblüt einige nachtheilige anschlage vor, Indem der Cardinal von Bour« hon lieber selbst Konig gewesen wäre. Nichts desto weniger setzte er den krieg beständig fort, suchte die verschiedenen köpffe, so gut es ihm möglich war, im zauin zu halten, machte den Catholischen Hoffnung von seiner bekehrung, und ließ ihren Gottesdienst überall migekränckt, vor die Protestanten aber erneurte er die unter seinen vorfahren ihnen zum Vortheil gemachten pLcillcLcioiir-clliÄs, und gieng also, nachdem er aus Engelland so wohl als ausTentsch- land eine zimliche verstarckung erhalten, noch zu end desselben jahrs vor Rouen, wurde aber im april an. 1592 genöthiget, bey annäherung des Hertzogs von Parma, die belagerung aufzuheben. Hingegen hatten die seinigen im vorigen jähr den Hertzog von Savoyen aus Provence vertrieben, allwo er schon an unterschiedlichen orten vesten fuß gefaßt, und er selbst brachte, nachdem die belagerung von Rouen aufgehoben war, die Ligististhe armee und den Hertzog von Parma in selbiger gegend so in das gedränge, daß fie, wie man meint, gantz über den Haussen hätten können geworssen werden, wenn es demMarschall vonBiron ein ernst gewesen wäre. Zum wenigsten kunte sich der Hertzog von Parma mit genauer noth nach den Niederlanden ziehen. Endlich wurde der König an. 159; «einer Unruhen überdrüßig, zumal es ihm an geld mangelte, und unmöglich war, es länger so viel widerwärtigen köpffen recht zu machen, inmassen denn die Reformirten ein anders Haupt zu erwählen, die Catholischen auch ihn zu verlassen, drohten. Wie nun vollends dieSpanische parthey öffentlich anstatt machte, einen neuen König zu wählen, entschloß fich Henricus den Catholischen glauben anzunehmen, worzu ihn vornemlich auch die Vorstellungen des berühmten PerroniS beredet, gieng deßhalben nach vorher zum schein geschehener Unterweisung den 25 jul. zu 8. Denis in die messe, und ließ sich zugleich, ohne den Padst zu fragen, durch den Ertz-Bisehoffvon Bourges abwiviren. Nach diesem lchloß er auf; monat mit dem Hertzog von Maine einen Waffen-stillstand, der immer nach und nach verlängert wurde, innert welchemVitry, Meaux, Air, Lion, Orleans, Bourges und andere vornehme stadte sich ergaben. Den 27 febr. folgenden jahrs wurde er zu Chartres durch Nicolaum von Thou, Bischofs selbiger stadt, gecrönt, indem Rheims damals noch in der Ligisten Händen war. Hierauf nahm der König durch ein heimliches Verständniß Paris ein, ließ die Spanische besatznng abziehen, und alsdenn ergaben fich nach und nach andere ansehnliche städte mehr. Um dieselbe zeit begab fichs, daß ein junger student, mit »amen Johann Chatel, eines tuch- händlers söhn, den 27 dec. an. 1494 nebst anderen Hof-leuten sich mit in dasKönigliche gemach eindrang, mit dem vorsah, LenKonig umzubringen. Indem nun der König einige vorkommende gnädig empfieng, führte der bößwicht mit einem messer einen gefährlichen stoß auf denselben. Weil fich aber der König bey sothaner ehr- bezeigung zu gutem glück etwas gebücket, fuhr das Messer in den untern kinn - backen gegen die kehle, so jedoch keinen andern schaden, als den Verlust eines zahns, verursachte. Der mörder wurde ergriffen, und, weil er der Jesuiten schüler gewesen war, auch in seiner aussage ihre lehr-sähe einiger Massen verdächtig gemacht , wurde er nicht allein durch das Parlament verurtheilt, daß er mit pferdten zerrissen werden müsse, sondern man vertrieb auch die Jesuiten aus dem gebiet des Parlaments zu Paris, welchem fich hernach die von Rouen und Dijon gleich stellten. Im folgenden jähr wurde endlich dem König vom Pabst die sbwiukion ertheilt, die er bereits vor einem jähr durch den Hertzog von Revers vergebens gesucht hatte. Denn als der Pabst von einem Patriarchen in Franckreich reden hörte, und fich besorgte, er möchte um dieses Königreich gar kommen, gab er selbst anlaß, daß der König nachmals um die Ltzloiurion anhielt, da denn Ärnaud ü'Ossat und clu Perron die fache so geschickt abhandelten, daß, ob gleich der Pabst anfänglich wolle, daß der König auch seine Cron aufs neue von ihm empfangen solle, die Spanier auch alle mögliche hinternisse in den weg stressen, selbige doch ohne sonderlichen Nachtheil der Königlichen Majestät zu stand gebracht wurde, und war wohl das beschwärlichste, so sie eingehen musten, daß bey der ccremome. welche den ,6 sept. an. 159; vor sich gieng, der Pabst die durch den Ertz-Bischoff von Bourges ehemals ertheilte loßzehlung »ertüchtigte, und unter abfingung des z i Psalms die Gesandten bey ledem vers mit einer langen ruthc auf die schultern schlug. Nachdem dieses geschehen,fiel die ssgus vollends gantz. Denn wie fich der Hertzog von Guise schon seit 2 jähren zum zweck gelegt, so verglichen fich die Hertzoge von Maine und Joyeuse nunmehro auch. Der Hertzog von Espernon, der in Provence unruhe gemacht, kam auch auf bessere gedancken, und so gelangte der König zum ruhigen besitz feines Reichs. Jedoch lag ihm einige jähre nach einander der Spanische krieg hart auf dem halß, den er an. 1595 angefangen. Er hatte zwar anfänglich einigen Vortheil in der kraacb- . hm aeaen die Spanier in der Picardie geschlagen, hm- dralals ^ Dourlens und Cambray, und an. 159L i^7 durÄ,M Amss'nfondcrhett eroberten sie den i°mart. an. und^ew / welches den Frautzosen hernach viel blut bm w nbE-n nun endlich Henricus gleichwohl diesen in Svmtt/n ^ viel mehr gearbeitet, weil der König p ^ hotte / und seines lebens ende merekte. zu Vervins zum stand, dergestalt, ^vamer wreder gaben, was sie emandee W" ^ ^ d 9 abgenommen. In eben diesem jähr nöthigte der König den Hertzog von Mercoeur, der noch der einige rest von der bisher in Bretagne krieg geführt, sich zu bequemen, und machte zum Vortheil der Hugonotten, die sich bis daher sehr schwurig erwiesen hatten, das berühmte e-l-Ä von Nantes, darinnen desselben weit mehr freyheir, als jemals vorher zugestanden wurde, dahero es auch erst im folgenden jähr, nachdem der Päbst- ucye aus Manckreich abgezogen war, xubiicirt werden konte* Nach diesem frieden »ahm sich Henricus vor, den Hertzog Carl Err.annel von Savoyen zu demüthigen, weil selbiger zu des vorigen Äonigs zelten die Marggrafschafft Saluzzo weggenommen, auch rn dem «spanischen krieg in Dauphine und Provence viel Handel gemacht. Der Hertzog kam zwar deßhalben selbst zu dem Konig, m Meynung, mit ihm zu rrsötiren, allein weil er hoffte, Spamen solle «ich seiner annehmen, oder sich auf den Marschall von Biron, mit welchem er in einem geheimen vernehmen stund, zu viel verließ, weigerte er sich, als er wieder nach hauß gekommen war, den gemachten vergleich zu halten. Der König gieng ihm deßwegen auf den leib, und nahm in kurtzer zeit alles ein, was der Hertzog bissest der Alpen hatte. Endlich wurde an. «üoi durch Vermittlung des Pabsts, und weil der Hertzog zu sehr ins gedräng gerathen war, zu Lion friede geschlossen, kraffl besten der König dem Hertzog die Marggrafschafft überließ, darvor aber l» Bresse, Bugey, Valromay und Ger bekam. In diesem krieg hatte der Konig gemerckt, daß der Marschall von Biron einige gefährliche amchlage wider das Reich und seine Person mir dem Hertzog von Savoyen schmiede, und Biron hatte es ihm zu Lion selbst gestanden, worauf ihm der Konig das verbrechen völlig verziehen. Aber er setzte seine verrathcrey dennoch fort, und würde grosse unruhe aiigerichtet haben, wofern nicht durch einen seiner vertrauten dem Konig alles verrathen worden, welcher den Biron mit guter Manier nach Hof kriegte, und weil er die von dem König selbst ange- bvttene Verzeihung nicht annehmen, noch das geringste gestehen wolle, ihm nach urtheil und recht den köpf abschlagen ließ. Nach endigung des Savoyischen kricgs ist Franckreich gantz ruhig gewesen bls an des Königs tvd, innert welcher zeit fich Henricus die aufnähme seines Reichs treflich angelegen seyn ließ, und absonderlich die Handlung nebst den m-nu^-turen in guten stand zu setzen suchte, wie er denn auch vornemlich die stadt Paris mit treflichen gedäuden herrlich machte, der unterschiedenen Inst-schlösset: zu geschweige»,, die er hin und wieder erbauet. Ob wohl tue innerlichen kriege völlig durch ihn gedämpsst waren, so blieben doch noch immer schwurige gemüther im Reich, indem theils die grossen vom Hohen Adel, und die von dem krieg proklllon machten, nicht leiben bunten, daß in friedens - zeiten andere von niedrigem stand, und die mit der feder wohl umzugehen wüsten, hoch an das brett kamen, theils die gütigkcit, die er öffters unverdienten und seinen gewesenen feinden crwieß, bey anderen eiffersucht erweckten, theils die verschiedenen religions - verwandten immer nicht genug von ihm versichert zu seyn meynten, theils auch die Spanier den Ligi- stischen saucrteig noch stäts unter den Frautzosen erhielten, daher denn von zeit zu zeit anschlüge wider des Königs leben gemacht wurden, und hatte sich einsmals gar eine von seinen liebsten msi- rrcUüN , die Kt^äelnoiieUc cie Berneuil, so er zur dieses namens gemacht, in dergleichen verrätherey gemengt. So machte ihm auch die eiffersucht seiner andern gemahlin und der öffentliche Widerwillen, der stätig zwischen ihr und den maUr-ssen war, grossen Verdruß. Nichts desto weniger war er bey allen andern Staaten in sonderbarem ansehen, und halffderen streitigkeiten beylegen. Absonderlich aber hat er sich der vereinigten Niederlande krafftig angenommen, und den 12-jährigen stillstand befördern helffen. Sein hauptwerck, welches ihm so lange, als er friede gehabt, im köpf gelegen, um deßwillen er grosse geld-summen gesammlet, sich überall bunds - genossen und alle austasten zu einem gewaltigen krieg gemacht, war, daß er erstlich die macht des Hauses Oesterreichs beschneiden, so dann das Ottomannische reich über den Haussen werffen, und in der gantzen Christenheit eine neue Verfassung machen wolle. Die gelcgenheit, loß zu brechen, solle die streitige Jülichische erb-fache geben, die armee stunde schon an den qräntzen, und er war im begriff, in wenig tagen nach vollendeten crönünqs - loicnmtäten der Königin nach derselben aufzubrechen, als er den 14 may an. 1610 in seiner gutsche, die zu Paris wegen einiges gedrängs auf der gasse still halten muste, von Francisco Ravaillac erstochen wurde. Er hatte sich kurtz vorher zu verschiedenen malen vernehmen lassen, daß er iem lebens-ende nahe zu seyn glaubte, man redete auch von vielen anschlagen wider ihn, die aber niemals recht zu ergründen gewesen. Es wollen ewige vorgeben, daß die Spanier, auch vielleicht die Konigm selbst dar- von wissenschafft gehabt. Von seiner ersten gemablm Margaretha vonValois, des Königs Henrin II tochter, ließersich an. i? 9 y unter dem vorwand ihrer Unfruchtbarkeit scheiden, (sitze Margaretha / Königin in Franckreich.) Mit der andern »Maria von Medicis, Francisci, Groß-Hertzogs von Flormtz tochter, welche ihm zu Lyon den 27dec. an. iü--o vermahlt wurde, zeugte» 7 Z 6 hen ; söhne und ? töchtek. Der erste söhn war Ludovicus XIII - welcher ihm folgte; der andere starb gantz jung aiu iSn; der dritte aber war Gaston Jean Baptist« von Franckreich, Hertzog von Orleäns , welcher an. iSog gebühren / und zri Mols den 2 ftvr. an. i66o verstorben, Die Printreßinnen wärest Elisabeth, Christin« und Henrietta M-wia: Die erste wurde an. 1615 an Phmv- Pum IV, Köstig von Spanien, die andere an den Hertzog Victoren« Aistadeum von Savoyen, und die dritte an Carolum I, Komg von Engelland, vermählet. Über diß hatte er noch von 4 "Hineilen n natürliche kinder vor die seinen erkannt. Von der Gabriele von Estrees, Kiai-guifln von Mostceati, hatte er Cäsarem, Hertzog von Vendome, welcher zu Paris den 22 oct. an. 1660 verstorben; Alerandrum, Groß-?rior von Franckreich, so an. 1629 verstorben ; Catharinam Henriettam, so äst den Hertzog Carolum II von EI- boeufvermählt wurde, aber an.166; verstarb; und noch ; andere, Ludovicstm, Frantiscum uudJsabellam,welche jung weggestorben. Von der andern mainelle, Heimelte Balsac von Entragues, ^r- gu,5e von Vernestil, hatte er einen söhn, Henricum von Bourbon, Hertzog von Verncuil, und Gabrielen Anqclicam, Bernhardt von Valette und Foix, Hertzoqs von Eipernon gcmahlin, welche an. 1627 zu Metz im kindbctte starb. Von der Jacqueline» von Beuil, Gräfin von Moret, hatte er Antonium, welcher den issept. an. i6;a zu Castelnaudary umkam ; von der Charlotta von Essai's aber halte e» Johanna»», Aebtißin von Fontevranlt, und Mariain Henriettam , Aebtißin von Chelles. Es war dieser Henricus in der that ein grosser Herr, der mit grossem verstand und sonderbarer tapfferkeit begabt war, in der güligkeit aber seines gleichen nicht hatte, inmassen er auch so gar seine ärgsten feinde lieber mit wohlthun zu gewinnen, als mit gemalt zu unterdrücken suchte. Seinem Reich hatte er sehr aufgeholffen, wiewohl doch in dem Lnzn-en» Wesen, in welchem zu seiner zeit sonderlich die so genannte n-ulene ausgekomen, nicht alle Unordnung und Ungerechtigkeit vermietten worden. Man kan ihm auch keines wegs bcymcffen, daß er steh der regiernnqs - gcschäffte nicht angenommen, und würde vielleicht alles mit noch grösser»»» fleiß geschehen seyn, wenn er nicht dem spielen und dein frauenzimmer so gar ergeben gewesen, welcher letztere sNeÄ: ihn sonderlich mehr als einmal in gefährliche fall- stricke gebracht, an beobachtung seines besten gehindert, zum öffentlichen ärgerniß gemacht, und öffters zu unzcitigcr Vertraulichkeit, auch wohl unanständiger demüthignng gegen seine mgin-ellen, genöthiget. >. 96, 97 üe Nr. jo. Le^e invcnk. big. LsII. O« billoir. cle ttciir/ IV. liilloir. cle Hcnrx IV. §»///memoires. Lett-'e--lHAÄe. t. 2 l. 1. cke inewoircs lle I 4 eni)- le Zrsncl. Lc. Könige von 'Jerusalem und Cypern: henricus vonChampagne, der jüngere genannt,warHenrici I des reichen zugenannl, Grafen von Champagne söhn, mit Maria, einer Frantzöfijchen Printzeßin, gczeuget. Nach dem tod seiner ersten gcmahlin Hermensette,HenriciMarggrafen von Namur rochier, überließ er die Grafschafft Champagne seinem iüngern bruder Tibaldo V, und gieng in das gelobte land, woselbst er sich mit Jsa- bella, der erbin des Königreichs von Jerustncm, vcrinählte, und dardurch König zu Jerusalem wurde. Guido von Lusignan, welcher bereits dem letzten» gemahl dieserJolantä,Conrado vonMonl- ferrat, »vegen diesem Königreichs streit erregt, machte zwar anietzo wiederum anspruch. Der König in Engelland aber, Richardus, welcher eben damals im gelobten land war, gab Guidoni das Königreich Cypern, und verschaffte dardurch, daß Henricus in ruhigem besitz des Königreichs Jerusalem blieb; wicwol dieser nicht einmal den titul davon führen »volle, weil Jerusalem in der Tür- cken Händen war, sondern sich mir einen König von Acre schrieb,als woselbst er dainals r-ststirtc. Als die vicrdte creutz - fahrt an. 1199 nach dem gelobten land vorgenommen wurde, griffen die Türcken die im letzter»» frieden den Christen überlassene stadte an. Als nun Henricus an. i i 97 Jaffam entasten wolte, und oben von seinem pallast den feind beobachtete, sturtzte er aus einem fcnster, woran er starb, und hinterließ 2 töchter, Alix, so an Hugonein von Lnfig- nan, König von Cypern vermählt war, und Philipp«»»», welche an. 1214 Erardum von Brienne henrathete. Viele halten davor, daß Henrici Vermählung mit der Jsabella unzuläßig geiveien, weil Jn- fredus von Thoron, ihr erster mann, welchem sie der ohgeineldte Conradus von Montferrat entführet, annoch in» leben »var. Es ist hierüber eine grosse frag in Franckreich an. 1216 entstanden, davon die articnls Tibnldus I, König von Navarra, und Alix nachzuie- hen. all cliron. 5 igcberci. Qom/er ,/e üb. z. tiiti. rezni tticmsvl) iulrani. Vig, -le krance k. 2 vol. ir äc 84. henricus polt Lufigiiamdcr erste dicst's nainens,König von Cypern, lucceNirte seinem Vater Hugoni I, und starb an. 12;;. Er hatte 2 gemahlinnen, Stephan«»»», des Königs Aitonis von Armenien schwester; und zur andern gcmahlin diePIaceiitiairyBoemun- dilV Fürsten von Antiochien töchter, Hugonis II mutter. Hcnri- cus II, Hugonis III sohmlucccöirte seinem bruder Jobanni um das jähr 128;, und wurde zum König vonJerujalem gecrönet.Er starb aber an. 1; 16 ohne erben, ö« />e>- llill.re§ni Könige von Navarra : ^..^ki'ricus I , der fette zugenannt, König von Navarra, war Lywalbl V I/ Grafen von Champagne sobn / weichen man MIIM wie auch den grossen und gelang-Macher zu nennen pflegte, den er mit temcr dritten gcmahlin Margareta von Bonr- von gezeuget. Er folgte seinem bruder Thcobalbo II , und starb zu hm Pampetone den 21 jul.an.1274, da er in seinem eigenen sch ekill^-' Von seiner gemahlinBlanca vonArtois,Robertl tochtercha»ke r,i. nen eintzigen söhn, welchen seine aine zum fenster hinab We,Ä und eme töchter, namens Johanna.», so Philippi g L »PUrde. «le cbrvn. " ' " henricus von Albert, der andere dieses namens, Koma vo»M. varra und Fürst von Bearn, Graf von Foir. Sein vater war Ä bannes von Albert, König von Navarra, die mutter Catharina von Foir. Er ward gebohren zu Sanqueffe an. 1 , ü-cce-iirw stimm vater an. 1; 16 in einem kleinen theil seines Königreichs, dissch des Pyrenäischengcbürges, nemlich inBearn, Albretund sen Ferdinandus, König von Arraqonien, sich des übrigen mit »vall angeinaßt hatte. Nach Ferdinand! csivoiici lod brachte er an i;2i mit Frantzöfischer hülffe fast gantz Navarra unter sich,verlobe es aber i» »venig monaten von neuem, und konte nachinals nicht wieder in Navarra kommen. An. 152; ward er im treffen voch»- v,a gefangen, entkam aber durch hülff der seinen mit strick, leilern aus dcmgefängniß.Er vermählte fichmitMargarelhavonOrleans, des Königs Francisci I eintziger schwester, zeugte mit selbiger eine» Printzen, namens Johannes, welcher jung verstarb, und Johan- nam, die Königin von Navarra, Antonii von Bourbon gemahlin, und Henrici des grossen mutter. Er starb zu Hagetmau in Bear» imapril an. 1;;;. Leönige vo»r portugüll: henricus / Graf, und erster touvcismer Herr von Portugall. Vor ihm »var Portugall ein stück von Spanien, und stund theils rinter den Königen von Leon, theils unter den Mohren. Der König Alfonsus VI von Leon bat am ersten das stück von Portugals so in seiner gemalt »var,anfänglich einemGrafcn,mit namen Sisnan- dus,als ein gou vernein-,,, k, (->)hernach diesem unserinHenrico übergeben. Auf»vas art dieses letztere geschehen, darüber sind dieSpo- iiische und Porlugiefischescribenten gar nicht einig; gleichiviennch sonst übcrhanvt alles, »vas diesen Henricum betrifft, vielemölffutt- ren unterivorffen ist. Denn erstlich »var vor diesem i»»bckandt,(>>) was vor eines Herkommens derselbe gewesen. Nachdem aberTheo- dorus Godefroy 0 ) aus zweyen cu^v-i- (>t) gewiesen,daß er ein ge- bohrncrHcrtzog vonBurgund, HenriciHcrtzogs vo»»B»>rgund,W, Robcrti ll, auch Hcrizogs von Burgund, enckehRoberli I, Königs in Franckreich, der Hugonis Caveci söhn »var, uhrenckel gewesen,so ist heut zu tag niemand mehr, der daran zwcisselt. (H Nevst diesem aber ist es auch dunckcl, wie er nach Spanien gekommen; doch kommt mir am wahrscheinlichsten vor, daß solches geschehe», als feines Vaters schwester Constantia an den König Monsun» VI von Leon und Castilien sich verheyrathct. (Ö Und dieser heyrath hat Henricus auch sein gantzes glück zu verdancken; Dann der König Alfonsus VI gab ihm hernach seine töchter Therefian»zur ehe,und machte ihn zum Grafen von Portugall. Hierbei» aber ist ein neuer und gedoppelter streit. Die Spanier sagen, diese Theresia sey n»r eine natürliche töchter gewesen, und die Portugiesen behaupten,ihre mutter Leinen« hätte niit Alfonso VI in rechtmäßiger ehe gelebt, und beyde theil beruffen fich aufcvLvos. Allein, wann man die Päbstliche bulle zur Hand nimmt, die bcn dem Sons« (g) stehet, so stehet man gar deutlich, daß der Theresia mutter Temena zwar Al- fonst VI rechte gcmahlin gewesen, aber »vegen naher anvmvand- schafft durch den Pabst von ihm geschieden worden. Der wichtige streit aber betrifft die frag, ob Alfonsus VI, da er Henrico,,als lauem tochter-manu, Portugal gegeben, solchesfimt aiigehangtem nexu trullali gethan, oder ihm die völlige touversinität m dein land gelassen. Vor jenes bemühen sich die Svanicr, und dieses siichc» die Portugiesen zu behaupten. Beydes aber ist «dermal falsch, und vielinehr gewiß, daßHcnricus bey lcb-zciten seines schwieger-vaier» Alfonst Vl nur ein blosser Louvcin-ur geivesen. Denn diy W» sein titul conicz „nd c»,i»ul ap, den vor ihin der obgemcldic Lis- Nandus, der doch unstreitig »»!iir ein blosser war,gleichfalls geführet. (b)U»d aus einem (,) erhellet gar klar, daß unter Hei.rici regicrung in Portugall in cLul>z civ,l,bur an ui- foustiin VI von Leon ^pLiiirt ivorden; welches sich ge»M wM mit dein piL-rciillirten vs>Li>sx,o „och mit der vorgegebenen iL»,»ie Henrici reimet. Aber bcrnachlnals, weil AlfonjU'- V l neu männlichen erben hatte, so ficngen seine beyde sch»v»egcrM)»n, dieser Hciuricus, Louvcincurj,» Portugall, und Rayinundln,^ vcrncu, i„ Gallicieu, au, unter sich »vegen der bevvrstehc»»denw- celkion einen pLrrzgs - zu machen; sll) und endlich als My- imlndus von Gallicien vor der zeit gestorben, setzte der Kvnig fonsiis VI feinen cnckel, dieses Raymimdl söhn , -um erbe»» m Gallicien,und seinen sch»vieger-sohi» Henricum zinn erdenvoiiM tugall ein ; »vegen Leon und Castilien aber verordnete er, dGia Alfonsus, König von Aragonien, der seine älteste wchter z» < hatte, daselbst viccc-ni-cn soltc. Es blieb aber auch nicht h>erdG! dern »ach seinem tod gab es grosse rrvubie», »reiche endlich ea» ausschlugeii, daß Alfonsus VII, des obgedachlen Ranmundiltt . nicht allein Gallicien, fondern auch Leon und Castilien zWmm bekain, sich Imz-ermorem ttiiffriiiL- nennte , und gar vv» Portugall p^r-nciirte, daß er stin Vasall seyn solle; dar;»» W c jedoch nicht verstünde, sondern die »vaffen wider dcnstwen c»g !> aber vor ausgang des streits an. 1112 in der belagermig starb. Ö) Sein Nachfolger »var sein söhn Alsonsiis I He»rM!. fa) ein coLVU8, 26 107-;, uiiä oas ai^lo 1 i» I-Ixlippo ^>rucl- p. 8. (b) ^ucb un liLben c; niclic recln gcvvull. (c) wc I'oiißlne llcs Uols -le »riu gall. (H k4cm>icb «lem cien>c,ie, un-l ?e/x-ro -lcr in -lee cuücötio» -ler lcx cmc llc« LLnllov-ili cnrlirlieii ilt. se) v« L/H»- ixlloiee -le ^ hm A,'p. 174, (s) , §o«/Ä Unll r-eFÄ» kcvvclssn 6ir mit sloem rüLvo- (g) In /rLe»-M» 9. Li. (t>) 8>c!,s Nie tuk!>r. s »iigcfükrre loca. (i) bey Lo^o2,vr>L ili kllilippo krull. p. 9^. Lo«/« l-uliesn. Übsrsc. p. 76. Lusvvolcllcm es ^e^«r/L>n seinem cvcl. jur. ^cnr. Nix!. xrollrom. p. 1 Zeferrer. (!c) OscLey lxicilez. vcrer. scrixt. r.) xsZ. rrr. (I) en los princixios Net reyno 6e korcußül l. I, S L: z. §M-iov«/ cdronic» llel tz.L)' LlonÄ V>- unä monsr- r)ÜL l^uür. I. 8 c. 14. Henricus/ Cardinal und hernach König von PortugachbesKö- nigsEmanueiis fünffter söhn vonMaria,einer gebohrnerPrintzcßin von Castilien. Er war nach einander Ertz - Bischoff von Braga, Evora und Lissabon;cndlich wurde er an. 154200» dem PabstPau- lo III zum Cardinal gemacht, und nach abgelegtem Cardinalat succeöirte er an. 1578 seinem Vetter Sebastians, welcher in Africa zetödtet, oder doch wenigstens gefangen worden. Weil er aber zimlich bey jähren, und kein männlicher erb von dem Königlichen geblüt vorhanden warchiePrätendenten aber zur cronechie meistens hm 7?7 Nch lvßzusprcchen. Nachdem er diese cowmlcko« verrichtet / und mrt vielem gelbe wiederum in Lemschland ankam / ward ihm seine schabte muhe mit dem Ertz.Drßihnm Mayntz belohnet / um welch^ «den damalen Peter Reich von Reichenstein Lhum-Probstzu Mayntz unV Baftl/ und Gerhard von Erstem Ertz-Briester zu Lrrer/so m einer mißhälligkeit der Mayntzischen Thumherren bey» de erwehler worden / am Römischen Hof stritten; da dann der Padst/ ohne zwerfti auf heimliches begehren des Kaysers/ sie beyde hindan setzte/.und Heinrich zu dem wichtigsten Ertz-BiMwn ernannte. Doch genösse dieser solches nur r jayr/ indem ihn der tvd an. 1288 den »8 mrrtz hinweg nahm. Er ward insgemein Bischoff Gurtclknopfgmennet / weil er sich / als ein Francisraner / stats mit einer knocigten seide gurtete / und kam bey den cLnomcis zu Mayntz wegen seiner geringen ankunfft in schlechte Hochachtung; ja sie sprengten bey seinem leben aus / er sey ein schwartzkünsiler/ und nach seinem rode machten sie ihm dieses : Vlullixes snliües! non cursr cterus, ubi Kes, Dum von in coelis > lies udlcuNHue veüs. ckron. Lp, dslil. !( 48 .; ttyffsc 8z. let-ckr.; cdron. Ner Lllck. Lu ^»vn/. Oeffl, L^>. p. z>.'. A Henricus III/ Ertz-Dischoff und Churfürst zu Mayntz / war ein gedohrner Graf von Virneburg. Dr wurde an.»z -8 erwehlct/ gelangte aber erst an. - z;» zu dem wurckstchen besitz / indem einige Domherren GrafDalduinum von Lutzelburg ihm entgegen gesetzt hatten. Weil er es mit König Ludwig aus Bayern hielt / so ward er an. »zq.6 von dem Pabst in den bann gechan/und Gerlach/Graf von Nassau / an seine stelle gesetzet; doch kehrte er sich wenig daran/ rmd nahm dazu Graf Cvnonem von Falckenstem zu seinem Las-yu- wr an / wiewol das Ertz-Sliffl viel dabey ausstehen miste. Zu seiner zeit wurden sehr viel Juden in Mayntz verbrannt/ weil man ihnen schuld gab / dass sie die brünnen vergifftet/ und dadurch die damals graßjrcnde pest angerichtet hatten > deßgletchen ihnen dann auch an vielen anderen orten/ sonderlich in ober Deutschland wre. verfuhr; wiewolen es gewiß ist / daß ihr grosser reichchmn sie noch bey ihm an, daß er bey seinen leb - zciren einen aus den Prätendenten zu seinem Nachfolger ernennen solle. Henricus aber, als ein furchtsamer und darbey der regierungs - künsie unerfahrner Herr, spielte die fache in seinem hohen alter jv weit hinauß, setzte erstlich an., 1579 nach ,Tomar einen Reichs-tag an, «mrte äffe und jede Prätendenten förmlich zu einem solennen succeLonz. xrocess einund gab aufdie letzt gar vor, er wolte sich selbst noch verheyrathen, vb er gleich 68 jähr alt war. Hierdurch ward die fach langsam getrieben, und der König Philippus II in Spanien, als der mächtigste und vißiiznceste unter den comx-rcnten, bekam indessen zeit/Hen- rici deicht-vater, Leonem Henriqnez, zu bestechen, welcher den König antrieb, daß er nicht alleinAntonium, Prioren vonCratocher bey dein volck die meiste aLKioii hatte, aus dem Reich verbannte, sondern endlich gar den Reichs-Ständen xroxonwte, sie sollen den König Philippum II in (Spanien zu ihrem Herrn annehmen. Indem sich aber die Stände, welche meistentheils alle keine lust hierzu hatten, darüber berathschlagten, starb Henricus an. »;8o den;» jan. »neben der stund und tag, darin» er vor 68 jähren gebohren worden. WoraufPhilippus II König in Spanien sich des Königreichs bemächtigte., Von allen diesen fachen hat niemand ausführlicher, und mit grösserem verstand geschrieben, als eo»e/r-W--<- neff umo. ne clc> Kez-no lli porrogsllo süz Loronz rli LatUZlir, so suck in llzs I.Ltem>sclioüIierict2Lc vvoräen; vvelckew sol§ec iriksr. tu» I. 6;, 6-, 70. Geistliche Churfürsten: henricus I, Ertz- Bischoffund Churfürst zu Mayntz, ward an. n 42 erwählet, und von dem Kayser Fridericv e^rbaroNs persönlich invckirt.Ob er nun wohl den rühm eines gottsfürchtigen Mannes hatte,auch von dem Pabst das paim« an. »»45 erhielte,so kam es doch an. 115z dahin,daß er ordentlich wiederum abgesetzt wurde. Er begab sich hierauf nach Eimbeck in Nieder-Sachsen, und lebte daselbst nur etliche monat. In seinem ex-üo soll er öffters gesagt haben! kui llives LLnonicus, pr^polltus. msncycus LpilcopUi. Es melden einige, er habe seinen Cämmerer Arnoldum nach Rom geschickt, um die beschuldigungen, welche die Ooumci wider ihn eingebracht, zu widerlegen; dieser aber habe 2 Cardinäle bestochen, baß sie ihn verdammen helffen, da es denn geschehen sey, daßkurtz nach Hcnrici tod der eine von diesen Cardinälen auf dem heimlichen gemach plötzlich gestorben, der andere aber an eben dem tag der- massen rasend worden, daß er sich selbst die finger abgebissen, und bald hernach seinen geist auffgegeocn. Henricus II / Ertz-Bischoff und Churfürst zu Mayntz/war von Jsny aus Schwaben gebürtig / allwo sein vater ein bester gewesen. Er begab sich anfangs in ein Barfüffer-kloster und legte sich mir solchem fietß auf die bücher / daß er so wohl in denen closieren seines ordcns zu Lucern und Basel pw 5 -m>., oder/wie mann es damals gemeiniglich in der mutter-sprach nennte / Leß-meisier erweh- let wurde/ als auch den eines iZoSo»» der heiligen schrifft mit grossem rühm davon trug. Nach diesem nahm ihn Rudolphus von Habspurg zu seinem beichtvalcr an / und yalffihm/ da er den Kavserlichen thron bestiegen / an. »274 zu dem Bißchum Basel/ nachdem er vorhcro eine zettlang die stelle eines se-re^ni bey ihm verlretten. Ja er stund in solchem r bey dem Kayser/ daß er ihn / als seinen Abgesandten / nach Böhmen schickte / um den König Otwcarum auf bessere gebansten zu bringen. Wie es aber dem »Imgcachtet an. »276 zu den waffen kam / so war es ihm hauptsächlich zuzuschreiben / daß es damals ohne blittvergicssm abgrcng. Hieraus verfügte er sich in sein ihm anvertrames Bißthum/ und besaß dasselbe in guter ruhe/ biß er an. »rg; mit Rcginaldo von Burgund/Grafen zu Mümpelgard/welcher seinem stiffte an. -27; das schloß Brmmutmit gemalt entzogen harre/ zuthun bekam. Es liess auch auf seiner feite so glücklich/daß er sich durch hülffe des Bischoffs zu Straßdurg und einiger Kaystrlichen trouppcnbey welchen sich Rudolphus selbst befand / nicht allein von Bruntrut und Mylan / so ein festes schloß war / auß welchem biß dahin denen Bischöflichen Unterthanen viel schaden beschehen/meister machte/ sondern auch den gedachten Grafen nöthigte / alles dem Stifft abgenommene zu rcttiruiren/ und die Herrschafft Blamont nebst andern zehendcnvon ihm in lehn zu nehmen. Drey jähr hernach/ uemlich an. »2g6 / gieng er als Kayserlicher Abgesandter in Jta- tien/mik der lnllruLio,,, i„ dem namcn des Kaysers und des Reichs/ die Welschen stadte / gegen erlegung grosser summen gcldes / von dem Reiche / welches ohnedem wenig nutzen von ihnen halte/ gantz- ,, begab er sich des rechts / tue Könige nr Bohnien zu rrönen/welches die Ertz-Dtschoffe von Mayntz lange zeit «ü-rciret hatten / wir dann auch die Bischoffc von Prag und Olmütz bißhero under dem Ertz-stifft Mayntz gestanden waren. Wie nun zu dieser zeit Kayser Carvlus lV in anderem seine rrd-iandcr auf alle weise empor zu bringen suchte / also bcmühete er sich auch / das Bißchum Prag in ein Ertz-Bißthum zu verwandle» / und selbigem Olmütz zu underwerffen/ wodurch beyde von Mayntz abgerissen / mithin auch das recht / die Böhmischen Könige zu krönen/ an den Ertz- Bischoff zu Prag übergetragen wurde z und muste Ertz-Bischsff Heinrich in alles willigen / weil er und sein stifft damalen sonst vielfältig angefochten waren; wiewol einige der Meinung seyn / mlS wenn Henricum der geitz vermocht hätte/ ihm solches zu verkauffm. Er starb an» »;; j» in ckron. VIn/Lug., Ns L^>ilc. 6erm. > Se^i» -er. klo§. 1.5 p» 3;5 lh. i/LA. dili.!. 2 p. 2/r. * Henricus I / Ertz-Dischoff und Churfürst zu Cölln / war einer vvm Adel aus dem geschlecht von Mvlmarst. Er wurde an. 122; erwehlet/ nachdem er einige jähr Probst zu Bonn gewesen/rmd ließ sich eifrig angelegen seyn / Graf Fridericum zu Jimdurg / welcher seinen snrecessorew umgedrachtPu verdienter straffe zu ziehen. Sein jVd erfolgte aN. 12)7. Q. 8. p. i. vr>Z. r.lLrc. Henrieus II / Ertz-Dischoff und Churfürst zu Cölln / wurde an. »zo6 erwehlct. Er war ein Grafvsn Virneburg/ und erhielt Warst führte er starste kriege / und starb an.»;; 1. cllr. ?. 4. 0.8. ?. Henrieus I / Ertz-Bischoffund Churfürst zu Trier / wurde an. 956 erwehlet/ und hielt die parrhey Königs Ottonis N. wider den Pabstltchen stuhl. Er starb an. 964 zu Parma in Italien an der pest. Von seiner ankunfft findet man nichts gewisses aufgezeichnet/ ohne daß er mit dem obgedachken Kayser verschwägert gewesen, s». rei. 6.8. p, !. c^rsl.. snnsl. ff rev. Henricus II/ Ertz-Bischoffund Churfürst zu Trier/ war ein gedohrner Freyherr von Vtnstrrngen / und bekleidete das amt eines Dvm-Dechants zu Metz / als ihn an. 1261 der Pabst in das Ertz- Bißthum einsetzte / um welches Volandmus und Arnoldns von Schieiden/ schon biß in das andere jähr/ gestritten hatten. Weil er aber das psUium bey Elemente IV nichriöscn wolte/wareran. 126; abgesetzt / und die sllwinillrstton des Ertz-Sriffts Bernhards Ca- stonetto unterdessen aufgetragen. Doch an. 1272 reüiwnre ihn Pabst Gregvrius X/ nachdem er ;;ooc»marck silbers Unkosten daran gewendet. Er starb an. 1286 auf der reise nach Italien/ allwo er bey dem cörprrdcs heiligen Jodoci für die gichtrmd das poda» gra / welche ihn entsetzlich plagten / ein Mittel suchen wolte. <8.8. p.». Lro'v'vett' Lnnsl. Idrev. csta!. LIcÄ. Ertz-Hertzog von Oesterreich: Henricus Ja Gemergott/ Leopolds IV/Marqgrafm von Oesterreich söhn. Er bekam den zunamen dahero / weil er zum öfftercn die Worte ja so mir Gottzy gebrauchen pflegte / und fucccllirte seinem brnder Leopolds Vt!l der regierung.Nachdem Henricus 8>,pecbu- in die acht erkläret worden / bekam er von dem Kayser Fridericv Barbarossa Bayern/ und damit er sich II theil. Aaaaa desto 7^8 drsto fester setzen möchte / vermählte er sich mit der Printzeßm Gertrud / Henrici sup-rbi wittwe. Er besaß aber Bayern nicht länger als i 8 jähr. Denn als Henrlcus 1.-°. Henna ^rb. söhn/ an. n ;6 von dem Kayser Fnderlco rcssruwet worden / muste er Bayern an selbigen wieder abtreten/redoch wurde das land ob der Ens / so nunmchro Ober-Ocsterretch genenet wlrd / von Bayern abgerissen/und mit Oesterreich verbunden / auch Oesterreich auf demselben Neichs-tag aus einem Marggrasthum in ein Hertzogthum verwandelt/ und mit vtelen herrlichen 8 ien begäbet- Als er an. 1147 mit KayserConrado III cme reise ins gelobte land that/vermählte er sich mit des Kavsers Emamietts von Constautinopel anvcrwandtin / von welcher er 2 söhne hatte/ Leopoldum VI den tugendhaffcen / der ihm folgte / und Henricum / der mit einer -wp-nsge vorlieb nahm. Er that endlich an. 1172 einen gefährlichen fall mit dempferde / woran ersterben Mliste. Frr/»»F. / r. c. 26. ^ukris. ^entzöge zu Bayern: ^enricus 1 / war ein söhn Kavsers Henrici ^ucupi; und Mathildis/Grafen Lhcodorici zu Rinqclheim tochter. Er wäre anfänglich an seines bruders Otkonis stadt gerne selbst Kayser gewesen / und schützte vor / daß er von einem Kayser/jener aber inw von einem Hertzoae gebohren worden / sintemal ihr vater noch Hertzog von Sachsen gewesen/als er Ottonem gczeuget. Hierdurch ließ er sich zu allerhand gefährlichen anschlügen wider Ottoncm verleiten/wie er sich denn nicht schenkte / dessen armce/socr cms- mals wider den einbruch der barbaren gesamlet / aber wegen aus» gebliebenem sold schwürtg war / ansich zuziehen / und ste vermöge eines eydes zu verbinden / daß sie den Kayser aus dem wege räumen/und ihm znm Kayserthum beförderlich seyn solle. Er wurde aber durch Vermittlung seiner Mutter / die ihn nngemcln liebte / auch ihm viel lieber als Ottoni den Kayserttchen thron gegömrel/ bey diesem dergestalt wieder ausqefohnct/ daß er ihm to gar nach Berchtoldi lobe an. 947 das Hertzogthum Bayern übergeben. ( siehe Bayern.) Gleich im anderen jähr erhielt er einen doppelten sieg wider die Ungarn/und meng einige zeit hernach mit einer armecnach Italien/nahm Aquileja ein / streifflc ohne widerstand bis an Pavia / und kam mit grosser beute wieder zurück / nachdem er seinen vettcr Ludolphen / Hertzog in m-mien / daselbst so geschwärtzct / baß er bey einem dahin vorgenommenen zuy mit seinen leuten aller orten abgewiesen wurde; (siehe Lzrdolphus.) Dieses / wie nicht weniger der durch die zwey von Oltone ihm verliehene städle in Italien/Aguileja und Verona/ erhaltene Vortheil/ machte ihn bey Ludolpho so verhaßt/ daß er alle gclcgenheit suchte / sich an ihm zu reiben. Solche gab er ihm sechsten dadurch in die Hand / daß er Arnulpho / Grafen von Scheyern/die regierung seiner länder anvertraute/als er seinem bruder in der Mayntzischen bclaqcrunq / welcher stadt sich Ludolph durch dm damaligen Ertz-BischoffIricdrichenwider den Kayser versichert/beywohnte.Denn darr sahe Lndolphus seinenvorthcil/ und siel/ nachdem er mit einigen von Heinrich zu ihm über» gegangenen Bayern/sich aus Mayntz geschlichen / in Bayern ein/ nahm Regenspurg weg / und hinterließ überall traurige denckmale seiner feindseligkeit. Er fünde auch desto weniger widerstand / re mehr vor-erwehnter Arnulph hierbey im trüben zu sischen suchte/ undLudolphendahero nach gefallen Hausen ließ / welchem es leichte war / sich in kurtzer zeit einen sss grossen anhanq in Bayern zu machen/daß Heinrich genug zu thun bekam/diese unruhc mit hülffe des Kavsers zu stillen. Hicraufgab Heinrich den vornehmsten rcbellcn ihren verdienten lohn / und ließ sonderlich dem Wischoff von Saltzburg Heraldo/dener zu Mühldorff gefangen bekam / die äugen ausstcchen. Nach der zeit wurde er von den Ungarn / so mit einer grossen macht in Bayern eingefallen waren / »war wiederum gar hart heimgesucht / erlebte aber doch noch / daß sie in einer berühmten schlecht an. 9; 5 durch seinen bruder aufs Haupt geschlagen wurden / worauf er noch in diesem jähre starb / und;u8.Emerich begraben wurde. Mit seiner gemahlin Judith/ HcrtzogS Arnulphi in Bayern tochter / hat er Heinrich/ der ihm in der regierung folgte / Ludwig/Haliecn und Hcdwig gezeuget/ wie- wol ihm die neuern noch 2 söhneBrunonein Margqrafen zu Sachsen uod Herrn zu Braunschwcig / und Herman Grafen zu Northcim / zuschreiben. /. 6. ^/r.,-. ?. -1.14 ?. 2 I. z p. 119. 1.1 s. p.siS Sc i-e. 16. ^enricus n.ixc>5u5, insgemein Hezilo genannt / war obge« dachten Henriei und Judith/ einer tochter Hcrtzogs Arnulphi malt von Bayern söhn. Seine erste fügend brachte er mircr der crziehunq seiner mume / der Kayscrin Mathildis / zu / welche ihm cme grosse liebe zur Geistlichkeit einflößte / die er nach angctreklener regierung in erbauung einiger klöstcr und des Dtiffts 8. Paul zu Regenspurg dergestalt sehen ließ / daß ihm die Geistlichen den namcn des frommen beylegten. Von seinem vater schiene er die tust zur Kayser« crone ererbet zu haben / welche sich bey ihm regte / als seines vaterS bruder / Kayser Otto der grosse / mit tod abqieng; denn da lreß er,sich durch DischoffAbraham zu Freysingen verleiten / daß er den Königlichen titul annahm / und mit Dvleslao von Böhmen / Mi« sicone vonPolcn/Heraldo vonDäncmarck undHcnrico von Kambien wider den neuen Kayser Ottoncm II in bündniß trat / worzn sich die Ertz-Bischöffc zu Maynk und Magdeburg samt Bischofs Heinrich zu Augspurg geschlagen. Hierwlder gebrauchte Otto an- faugltch.glimpfliche Mittel / und ließ Henricum zur Ncichs-vcrsam- lung glelch andern Sräiidül cinladcn/auf welcher er zwar erschien/ durch schmeichelcvcn aber nur zeit zu gewinnen suchte/ sich recht in posscur zu setzen; so bald Otto solches incrcktc/ gieug er erstlich dem Damfchen Hertzog Heraldo zu leid / und nöthigte ihn um frieden hm zu bitten / von dem er sich gegen den Böhmen wandte/ und ihn wm gehorsam zwang. Hierauf fiel die gantze Kavserliche macht rich auf den hals/welcher sich nicht im stände sahe/es mit dem Kä ser anzunehmen / sondern sich mit der flucht aus dem lande mach ? Hiedurch ward dasHertzogthumBayerndemKayser ohne schwer!,,, schlag zu theil / welcher/ damit Heinrich keine Hoffnung übrig gelassen wurde / dasselbtge seines bruders Ludolphi söhn Ottvni gab, so von seinem vater her ein alter freund von Heinrichen war/ und vermuthlich desto eifriger auf des Kaysers feite stehen würde. Die. ses verfahren brachte Heinrich zur äussersten Verzweiflung / daß e mit Hertzog Boleslao aufs neue in bündniß trat / und in Böhmen ein Heer sammlete / um sich mit dem degen wiederum den weg zu sei- nem Hertzogthum zu bahnen. Solches geheime Verständniß «ek-' te Otto in zeiten / und gieug selbiges zu trenne» in Böhmen / war aber nicht gar zu glücklich / so daß Heinrich der muth wuchs/ m das Stifft Passau einzubrechen. Allein Otto schloß thu daselbst ein/ daß er sich auf cli^e-ion ergeben/ und samt demDischoffvonAugspurg nach Utrecht ins qefängniß gehen muste/ allda er steckte / biß ihm der tod des Kaysers seine frcyhcit wieder gab. So bald er seidige erlanget/ kamen ihm die gedan cken Kayser zu werden aufs neue wieder ein / suchte aber seinem vornehmen einen schein zu geben/ damit des jungen Otkonis III freunde nicht so gleich auf die deine ae. rathen mochten; schützte derowcqcn vor/wie ihm/als dem nach. sten unverwandten / die vormrmdschafst über den jungen König zukäme/ und nahm dem Ertz-VischoffWarino zu Cölln/welcherden Prentzen scithero neben der mutcr in seinerausficht gehabt/denselden mit gcwaffncter Hand hinweg. So fleug er auch des jungen Kaysers schwester Adelheid/ welche Graf Eberhard zu erziehen hatte/zu Halle auf/ und vermeinte dadurch die anhanger der Kayserl.faim- lie zu nöthigen / daß sie ihm gutwillig die Kayser-crone zugestehen sotten. Nun fanden sich zwar einige / so bey der neuen regierung Heinrichs ihren Vortheil zu machen vermeinten / und denen es w.> -titLr-nr war / wer ihr König wäre / welche Heinrich am Osterfest zu Qiiedlinbura znm König ausrufften. Weil aber die übrigen solches als eine fache von gefährlicher folge hielten/undHeiu- rich sich auf des Böhmen hülffe nicht recht verlassen knme/ ob ihn schon dieser bey seinem besuch als einen König empfangen hatte/ so gab er den bedrohungcn feiner feinde so viel nach / daß er den jungen Ottoncm und die Prinheßin der muter wieder einznhändi« gen / und still zu sitzen versprach / wenn man ihm sein Hertzogthum Bayern wieder geben würde. Solches verwllliqte man ihm/und muste Henricus -nmor , welcher nach dem todc seines varers Oliv« ins das Hertzogthum regierte/ Heinrich weichen / wiewol einige sagen / daß er ihm selbst alles gutwillig abgctreitcn. Durch diese vielfältige uiiglücksffällc hatte nun Heinrich mit seinem schaden erlernet/ daß es zu reiten besser gethan / man genieße ein weniges in ruhe/ als daß man seidiges in Hoffnung eines gröffcrn in gcfahrse« tze / daher er seinem söhn Heinrich auf seinem tod-bette den gehör- fam gegen dem Kayser vor andern ciuschärffte / und an. ys; verstarb. ?. , >. ji. in snnK. Loic. Ä/»f- s >o jlch her Kayser und Könige vorbehalten hatten, zuerst, oder unterm ersten gebraucht haben,allerhand Mpioms» mit angebauetem M- niß oder six-»» auszufertigen. Von seiner pollcruat M m ocr Braunschweigischcn geschlcchrs-erzehluttgRxtonr,bus> - in Licy^cnesIo§itc!ieu clc, Krann^clivv. - schien lauter! c. 8. henricus/ der grosimüthige/vonden meisten der hoffütige oder stolrzc/ genannt, Heinrich des schwnrtzeil/-V» tzogs in Bayern, ältester söhn und Nachfolger, welcher vieUeichlg - dachten »amen bekommen,weil er sich auf seines schwMsfval, r°, KaysersLotharii, macht viel verlassen,um der anbernIurstcn MP sich wenig beworben, und ohne dem der nächste M" Kaylcniuu' thron zu feyn verhoffte. Er heißt auch bißweilen camim oder ee Weif/ wie sein vater,btßweilcn l-eo, der low/wic ss'usobn- - 'E vorgedachter Vermählung lyit Kaysers Lothar» tochter, Gatt , hielt er einen land-tag zu Regenspurg, dem damaligen HE V? der Bayrischen Hcrtzogen , und war bemühet, die mienW zwischen den Grossen im lande, und die raubcreycn ab,Mll ' Daranf hielt er an. 1127 prächtig bevlagcr, und sich die lung v mahln, nach Ravcnspm-g bringen; er aber begab sich zum>'^ schwicger-vater (der eben mit belagerung der damals ^ sehen stadtNürnberg sich vergeblich aufhielt) und empfieng da! hm das Hertzogthum Sachsen zu lehn, worzu er, wie oben gemeldt, ein recht wegen seiner mutterWulfiidis hatte; es wurde aber die würck- liche abtrettung des Hertzogthums biß an. 11;6 verschoben. Unterdessen hielt unter Hertzog stines schwieger-vakers parkhey wider die Waiblingischen Hertzoge Conradum in Franckcn und Fridericnm II in Schwaben, und obschon der letzte Henrici leibliche schwester Judith zur ehe hatte,verheereten doch die beyden schwäger einander das land; Friderich wäre auch bey nahe heimlich aufgehoben worden, und in Heinrichs Hände gerathen. Es bekam unser Hertzog auch Verdrießlichkeit mit dem Vogt des Bißthnms Regenspurg, Friderich von Bogen, der wider dessen wissen und willen einen Bi- schofferwählen halsses müsse aber derselbe samt des neuenBischoffs Heinrichs vetter, GrafOttone von Wolsrathshansen, bald zum treutz kriechen, und sich aufgnad und ungnad ergeben; der Bischofs selbst mußte auch dem Hertzog Hochburg an dem Jnn überlassen. An. ir;; erhielt unser Hertzog gewisser Massen, was seines vatcrs bruder Welfo V, vermög seiner heyrathmitder JtaliänischenMa« thildis, nicht erhalten können, nemlich das Mathildische »Uollium, womit sich im gedachten jähr Lotharius vom Pabsr Jnnocentio II belehnen, und diese belehnung anfseinen schwieger-sohn Henricum exrcn-jiren ließ. Der lehen-brik f, wie er von Baronio angeführet wird, hält in sich, daß der Kaystr und nachgehenbs dessen eydam jährlich 100 pfund silber zur Päbstlichen cammer liefern, und die Commendanten in den festungen dem jemaligen Pabst huldigen lassen,nachLotharii undHenrici tvd aber das land wieder an denPäbst- jichen stuhl zurück fallen solte.An. n;6 ward unserm Hertzog endlich das Billmgische Hertzogthum Sachsen abgetrelten, und fiel ihm überdiß das Braunschweigische land zu, welches bisher die beyde Ecberti, valer und jodn, Landgrafen in Thüringen, besessen; in- glcichem die Grafschafft Northenn, welche Otto der ehemalige Hertzog in Bayern und dessen söhn Henricus Osllus jnn gehabt hatten; Denn Ecberti II erb - schwester Gertrud hatte mit ihrem gemäht, gedachtem Henrico o-wo, allein Richsam,Kaysers Lotha- rii gemahlin erzeuget, deren tochtcr Gertrud, wie schon erinnert, an Unsern Heinrich vermählt war ; Das glück aber wolle ihn noch grösser machen; denn wegen seiner dem Kayser und Pabst geleisteten tapfferii hülffe, wider den Sicilianischen König Rogerium, und dessen anhänger in Jtalicn.ward erzu einem Marggrafen von Tu- scia vderToscana vom Kayser invell>rc,uud dadurch zu einer solchen macht erhoben,daß wohl nicht leicht jemals ein so mächtigcrReichs- Stand gewesen, sintemal Hertzog Heinrich nunmehr von demBal- lhischcn bis an das Tvscanische mcer zu gebieten hatte. Als zu end des n;7 jahrs Kayser Lotharius starb, nahm dieser sein schwieger- sohn die Reichs-mtiAnien zu sich, und dachte jederman, vermuthlich auch er selbst/ es würde ihm die Kayserliche würde nicht entgehen. Allein verschiedene Reichs-Fürsten, sonderlich die Bisthdffe,welche seine grosse gemalt, auch vielleicht sein hoher geist, die gäutzliche Unterdrückung ihrer freyhcit fürchten machte, erwählten noch vor dem zu Mäynl; angesetzten wähl - tag, zu Cvblentz den Waibtingi- schen Hohenstauffischen Hertzog Conradum, welcher nun die Welsen so sehr zu demüthigen suchte, als vorher Lotharius die Waidtiu- gcr zu drücken bemüht gewesen. Man cMrte Hertzog Heinrich erstlich an. -o;8 nach Bamberg, wohin sich die verwittibteKaystrin Nichsa riebst einigen Nieder - Sachsen erhub, aber er blieb aussen, er wurde darauf nach Regenspurg gefordert, wo er auch erschiene, und die Reichs - inllz^cn gegen allerhand Versprechungen von sich gab. Wie es aber mit deren ecfüllung langsam hergienge, und er aufeinen andern nach Augsburg beschiedm wurde, fand er sich dastsbst mit einigen seiner -rouppen ein, die ervor die stadt lagerte, und dem Kayser damit ein solch schrecken einjagte, daß er, so bald die >rE^cn sich zerschlugen, sich heimlich uachWurtzburg rstte. Allhier nun, und bald darauf zu Goßlar ward Heinrich in dre acht erklärt, und Bayern seinem gewesenen vannen Leopold» von Oesterreich,des Kaysers stiess.bruder.Nieder- Sachsen aber Marggrafen Albrecht dem baren zu Brandenburg zugejprocheii, unter dem verwand, es könte ein Fürst nicht zwey Hertzogthuinmrr haben. ' . ' ' ^ .. 7Z9 Sä^aueustatt oderLöwenjiätt also nennen,und auch zuB-aun- Danckwerdcroda einen meßingen löwen übet « ^.ss^chur sttzen lassen. Er war aber gebohren an. 1129, denn von n-ÄV''^ ' so-si solches vermuthlich allein ch verstehen,welche wol so viel jähr aufgeschoben wor- Als sein Vater gedachter Massen an. 11 z 9 starb, Achte Albertus von Ascamen sich des damaligen Sachsen, so der Kayser rhm zugesprochen, Heinrich der ftoltze aber ihm wieder abgenommen hatte, von neuem zu bemächtigen; die Sachsen aber stunden ihrem rungen Hertzog getreulich bey, und verjagten Wer- sum.auch so gar von fernem Mgrggrasthum Saltzwedel, biß der Kay,er Conradus III dre fach an. 1142 so verglich, daß Albertus ftmeMarck wieder bekam,und unferHeinrich sein Sachsen behielt. Damit auch wegen Bayern, so Heinrich der ftoltze besessen, stiel) werden mochte, ward dessen wittweGermid,unsers Heinrichs Mutter, an den Oesterreichischen Heinrich, des unlängst verstorbenen Hcrtzogs Leopoldi Nachfolger, vermählt, die aber an. i i4;m kin- tzes-nötben starb. Als darauf Kayser Conradus mit dem heiligen krieg umgieng, hatte unser Hertzog zeit, sich in seinem land desto fester zu ,etzen; wie er denn noch an. 1142 die Grafschafft Stade an sich brachte, und an. 1147 die Wandalen zu paaren trieb. Als an. n;2 Friderich I oder «srbsroiH zur Kaystrtichen regierung kam, gewann es vor unsern Henricum, als des neuen Kaysers nahen an- verwandten, ein gut ansehen, und er bekam hossnung wieder zum besitz aller seiner väterlichen lande zu gelangen, ja indem der Kayser damit umgieng, hatte der Hertzog an. 11;; eine gelegendeit, wodurch er sich denselben desto mehr verband. Er befand sich mit dem Kayser zu Rom bey der crönung; die ungetreuen Jtaliäner fielen unversehens bey nächtlicher weil das Kayserliche lagcr an, und der Kayser lag schon unter dem Pferd,da er von unserm Hertzog wieder errettet wurde, über 1000 feinde aber aufdem platz blieben. Der Hertzog bekam dabey eine wunde im gesicht, die ihm der Kaystr mik eigener band abwischte, und zugleich das Privilegium gab, die be- Älbertum, der sich schon von Lüneburg, Bardewrck, Bremen und andern orten meister gemacht hatte, wieder zu vertreiben; er war auch so glücklich, daß'er durch hülffseiner schwieger-mutter Alder- lum nicht nur aus den eingenommenen orten, sondern gar aus seinem eigenen land jagte. Der Kayser suchte dieses durch einen cm- falt in Sachsen zu rächen,und kam mit eurer armee ms nachCrcutz- bürg in Thüringen. Hier wurde ein stillstand bewilliget und rrsÄa- ten angefangen, unter welchen Heiiirich am beygebrachten gisst, oder,wie andere vorgeben, an einer hefftigen mr^cboU^gellorben. Er hinterließ einen einigen söhn, Heinrich den lowen/zvon dessen wunderbaren ftcis sogleich folget) unter der vorimindsehasst seines bruders WetsSNis VI. Lx komibus k-üe? llev Zenczlo- ßllcticn Nilloris llcs Lrauusckvv. I.üncbui'gilcncn t-sutss. sciö. henricus der löwe/ des vorhergehenden söhn, den er mit seiner gemahlin Gertrud, Kaysers Lothar» tochtcr, erzeuget, Seinen beynamen wolle» etliche davon herführen,daß er m u-i-EML einen löwen mit einer schlangen kämpffend gefunden, demstlben geholt» stn, und von ihm zur danckb arbeit stärs begleitet worden ; welche fabel aber schon Cranzius widerlegt, und glaubt, es sey der name dem Hertzog von kindheir an schon beygelegt worden- 3) Schurtz- ßeisch will den namen lieber von seinem aus Engelland mitgebrachten waaven herleiten, ob er schon nicht läugnet, daß ewige denjei- ben auch seinem Vater beylegen. b)S0 viel istgewiß, daßunjer Heinrich diesen namen selbst geliebt, auf seine muntzen erneu löwen kunfft in Deutschland ward endlich an. Ii;6 Henricus wieder m alle seine väterliche länder eingesetzt, und sein stief-vaterHenricus II von Oesterreich mußte sich damit begnügen lassen, daß das Marg- grafthum Oesterreich, so bisher ein Bayerisch leben gewesen wartn ein unmittelbar Hertzogthum verwandelt, und ihm das ländlein ob der Ens, oder Ober - Oesterreich, so zu Bayern gehört hatte, nebst einigen sonderbaren Privilegien gegeben wurde. Daraufbe» kau, Hertzog Heinrich mit Graf Adolph zu Holstein und Schau- enburg zu thun, dem znm verdruß er unfern Lübeck,welche stadt des Graf gern in die höhe bringen wolle,eine stadt,Löwenstadt genannt, erbauen ließ; auch die Sultz zu Oldensloh verstopffte, damit die Lüneburgische desto besser in gang kommen möchte. Als der Gras sahe, wie er nichts wider den Hertzog ausrichtete, überließ er ihm die stadt Lübeck, welche darauf der Hertzog wieder aufbauete, auch nach der zeit mit einem Bischöflichen sitz und Dom- kirche versähe, die Löwenstatt hingegen ligen ließ. Noch im jähr n; ü hat derHer- tzog einen gröstcn theils vergeblichen zug wider die Friese» gethan, woran die sümpstge gegend schuld war. An. 1159 that er einen zug wider die ehemals schon bezwungene, und wieder rebcllirends Wenden, erlegte ihren Hertzog Nicolvtum oder Nicvlanm, und nöthigte dessen söhne Wartislaum Mid Pribislaum, sich ihm zu ergeben ; doch als sie aufs neue rcbellirtm, wurde der erste im aiige» sieht des andern in dem lager vor der Wendischen festung Malkoit ausgehänget. Um diese zeit hat der Hertzog auch seinen Ritter Gün- tzeln aus demAdelichen geschlecht derer vonBarcensleben zum erstell Grafen zu Schwerin gcmacht,und diePomern,so den Wenden bey, stunden, bezwungen; ingleichen eine bvtschafft von dem Constanti- nopolitanischen hofzu Braunschweig gehört. An. 1179 that eh abermal nebst seines vaters bruder Welphone dem Kaystr zu gefallen einen rühmlichen zug nach Italien, und an. n6i bekam er wegen der Donau-brück mit dem Bischosszu Regenspurg verdrüßlich- kett. Die grosse macht, so HertzogHeinrich hatte, nwchte ihn etwas hochmürhig gemacht haben. Zum wenigsten sieugen viel Fürsten an sich darüber zu beschwüren, und verbanden sich mi. 1,64 wider ihn, Wichmannus, Ertz-Bisthoffzu Magdeburg, Reinold, Ertz- Blsthott zu Cölin; twelcher sonderlich am meisten Verbitterung gegen dem Hertzog zeigte, und die andern wider ihn aufzubringen bemüht war) Germann,Bischoss von Hüdesbeim; Ludwig,Landgraf von Tbüringcn; Albrecht, Margqrafzu Brandenburg; Bernhard, Fürst von Anhalt; Albrecht, Pfaltzqrafzu Sachstn, und Christian, Grasvon Oldenburg. Damit er nun diesen feinden desto besser gewachsen seyn möchte, gab er dem vertagten Fürsten der Wenden Pribistao alles wieder, was dessen vater Nicvlotus besessen hatte, und that auch durch dessen hülffstinen feinden grossen abdnich, wie sie denn meistens eiubüsseten. Der Hertzog soll auch damals seinen meßingen löwen auf das schloß zu Braunschwcig haben setzen lasst», um zu zeigen, wie er seinen feinden, sonderlich gegen osten, da der löw hinsihet, gleichsam die zäne und klauen werfen wolle.Er hat auch dasMagdebmgische gebier biß an die mauren der stadt verheeret,Bremen und Oldenburg eingenommen, und seine feinde in äusserstes schrecken gesetzt. An. 1 -68 erfolgte durch mterooill.an des Kavsers ein friede,welcher an. 1 -7°,da sich neue uuruh hervor that, bestättiqet wurde. Der König in Dänemarck, Woldemar hatte durch hülffder Wenden, die unter unsers Hertzogs botmaßigkeit stund?,,, die insul Rügen eingenommen; als er aber versprochener muffen die beut nicht mit den Wenden theilen wollen, erlaubte der Hertzog denselben, zu wasser und land die Danen zu berauben, welches diestiben auch mir so gutem >b-ccc 5 verrichtet,daß bisweilen auf einen tag zu Mecklenburg ?<-o Dänen verkauffk wurden. Der Ko- Aaaaar mg 740 hen «tz muste Ii« »IstI» d-rb-»>- md d-m fn-d-n »»!>«' Welcher durch Vermählung des Hertzogs Prrntzeßm Rrchsaan den König Cünutum/ der unterdessen dem vater Mccemrt hatte, bestatt« getwurde. Noch in diesem 1170 jähr hat der Hertzog dasBißlhum, so zu Mecklenburg bißher gewesen, nach Schwerin verlegt; Damals soll er dieHeyde» bey taufenden in dieSchwermische see nicht weit von Fichel treiben, und von dem ersten BischoffBennone ha- ten tauffen lassen, daher der ort den namen Dope behalten. An. m 72 that der Hertzog nach art der damaligen zeiten, seme anvacht m bezeugen, eine rech in das gelobte land, von welcher allerhand Wunderbare Historien, insonderheit die oben berührte erzehlungm von dem zahmen löwen, vorhanden. Bald nach seiner wlederkunstt «engen die verdrüßlichkeiten zwischen ihm und dem Kayser an.Der «lte Welfo VI, unsers Henrici vaters, und des Kaysers mutter bruder/hatte den Hertzog zum erben aller seiner güter eingesetzt, und sich eine gewisse jährliche summe gelbes ausgedungen; da nun dieselbe nicht richtig bezahlet wurde, wendete sich Welfo an. n 74 aus Verdruß zu dem Kayser, dem so wol die Schwäbische als Jtaliam« sehe lande Welfonis sehr wohl gelegen waren; Hierüber scheinet der erste groll bey dem Hertzog, und argwohn bey dem Kayser entstanden zu seyn. Es kam dazu, daß in abwesenheil des Hertzogs der Kayser einige der vornehmsten Ständen in Sachsen durch rerspre« chen und bebrohungen dahin gebracht, daß sie ihm eydlich versprechen müssen, sie wollen, im fall der Hertzog umkommen solle, sich ihm ohne Widerspruch ergeben, welches der Hertzog als eine hin« terlistige Nachstellung ansähe. Es wurde aber dem faß der boden ausgeschlagen, da an. 1175 der Hertzog den Kayser auf seinem zug Nach Italien verließ, welche fach unterschiedlich vorgetragen wird. Alles scheinet am besten folgender Massen anzugehen. Der Kayser wußte, daß er nicht zum besten mit demHertzog um abgedachter ur- sach willen stünde,und konte doch seiner hülffin Italien nicht wohl entrathen, war auch besorgt, es möchte in seiner abwesenheil der Hertzog etwas zu seinem schaden in Teutschland vornehmen; Der Hertzog konte auch aus jetzt-erwehnter aufführung des Kaysers picht viel gutes schließen, deswegen er gern des zugs überhoben gewesen wäre, sintemal er von seinen unruhigen Nachbarn und neuen Unterthanen, den Wenden, auch nicht sicher war. Es kam dazu, daß er Alexandrum III, wider den der Kayser zu selb gieng, für den rechtmäßigen, und hingegen des Kaysers creatur Calirtum, für eilten affter-Pabst hielt, ä) Er bot sich demnach, als ihn der Kayser u sich nach Clavenna berieff, mit all seiner hab und macht demselben beyzustehen, und bat sich nur dieses aus, daß er für seine person tu hauß bleiben dörffte; ferner verlangte er, der Kayser >olte ihn mit der Reichs-stadl Goslar belehnen. Als aber der Kayser keines von beyden bewilligen wolle, und vielmehr auf das hefftigsre, ja wie einige vorgeben, anfden knien bat, der Hertzog solle bey ihm bleiben, ließ sich doch dieser nicht irr machen, sondern gieng mit den steinigen davon. Daß aber daraus dcmKayser solle so grosser schade zugewachsen seyn, wie hernach dem Hertzog beygemesscn worden, will Pfessinger nicht zugeben, -) sondern führet Zeugnisse an,daß der Kayser unmittelbar nach der Unterredung zu Clavenna glückliche xrogressen in Italien gemacht, und daß die folgenden Niederlagen vielmehr der unbehutsamkeit der sieghassten armer,als der trennüng des Hertzogs zuzuschreiben wären. Unterdessen fieng der Kayser bey seiner rück-kunfft in Teutschland an, sich auf daü heffligste wider den Hertzog zu beschwären, und dritte ihn zu unterschiedenen malen vor den Reichs - tag nach Ulm, Regenjpurg, Magdeburg "»d Goslar, von seinem verhalten zu Clavenna red und antwort zu geben ; nachdem er aber schon zweymal ausgeblieben, kam er in einer xriv-Lk- villre zu Haldensleben im Magdeburgischen mit dem Kay- ser zu sprechen, welcher ihm versprach, gegen erlegung ;ooomarck, oder 40000 gold-gülden, ihn wieder mit dem Reich auszusöhnen. Als aber der Hertzog sich weder zu solcher straffe, noch zu einem Reichs-tag ausserhalb seines landes zu kommen , verstehen wolle, und die feinde den ohne dem argwöhnischen und erzörnten Kayser immermehr anreitzelen, erfolgte endlich aufeinigen Reichs-tägen, sonderlich an. ntzo zu Würtzburg, und darauf zu Gcmünd in Schwaben,das urtheil wider ihn,daß er in die acht erklärt,und aller seiner landcm.die er zu lehn von dem Reich oder den geistlichen Fürsten hätte, (worunterdamals, was jetztdasBraunfchweigischeund Lünebürgische land heißet,noch nicht begriffe war) entsetzt seyn solle. Die exccmion des Urtheils wurde, weil sich viel schon lauge dar» «mfgefreuet haben, nicht lange aufgeschoben. Bayern wurde Graf Ottoni von Wittelsbach, dem stamm-vater des Pfältzisch - und Bayerischen Hauses; Sachsen aber Graf Bernhard von Ascanien gegeben; Engern undWestphalen bekam Philippus, Ertz-Bischvff zu Cölln; die Bfaltz-Sachsen Hcrmannus, Landgraf zu Thüringen ; der Graf zu Holstein machte sich frey von der Pflicht, damit er dem Hertzog zugethan gewesen, und griff auch noch weiter um steh; Mayntz nahm das Eichsfeld; Magdeburg die Grafschafft Sommerscheburg; der Bischofs zu Bremen aber die Grafschafft Stade hinweg; die Bischöffe zu Halberstüdt, Hildesheim, Pader- born und Minden, und die städte Lübeck und Goßlar vergaffen sich auch nicht dabey. Diese vertheilung der Provintzen Henrici l.-ooiz wird in einem alten bild, so auch Bünting hat, t) vorgestellt. In der mitte prL-Kmirt sich das Sächsische weiße Pferd, unter welchem eine kröte, die mit einem Cardinals-Hnt bedeckt, ligct, anzuzeigen, daß Henrici Unglück meistentheils von der Geistlichkeit herrühre. Auf der einen feite sind allerhand reißende thiere, auf der andern aber raub - vögel. Jene stellen die weltlichen Fürsten vor: als da sind der Anhaltische bär, der das Haupt des Pferds, nemlich das Hertzogthum Sachsen, im rächen hat; der löw unsers Henrici , der das Hertz oder Braunschweig und Lüneburg hat, rc. Die raub - vögel aber stellen die geistliche Fürsten vor, deren auch hen «in jeder, Ms er gekM, zu sich gerissen. EskamMMy-sL fentlichem streit, indem sich der Hertzog gutwillig n chts näm/^ ließ. Bischoff Ulrich zu Halberstadt'hatte die Ms - L^ nicht erwarten können, und schon an. 1177 zugegriffen, miiü-2 darüber Halberstadt verbrannt, und sich gefangen sehen Bifthoffs Philippi zu Mayntz armes wurde in Wchphalen aeD gen; Graf Adolphus von Holstein aus seinem land qeiaat - ^ städte Nordhausen und Mühlhausen abgebrannt; derLandaräsw Thüringen Ludwig nebst seinem söhn Hermann'gef!ngen. L an. ri82 kam der Kayser ftlbst Mit; armem in des Hertzogs 2 ! eroberte gantz Bayern , und die vornehmsten städte m MeL Sachsen, worunter Lübeck war, welche bey dieser geleaenbeit > w Reichs-stadt gemacht, und mit vielen ?nvl,°Kn vN den; Braunschweig aber wurde damals nicht eingenommen' Bardewlck hatte dem Hertzog die thore verschlossen, welches der' selbe, wie wir bald sagen werden, entsetzlich gerochen. Vor dies I mal aber muffe sich der Hertzog ergeben, nach allerhand vergeb ns gepflogenen tractalen an. 1182 auf dem Reichs-tag zu Erfurt . scheinen, und dein Kayser fußfällig werden, welcher ihn zwar in thränenden äugen aushub, aber doch den Reichs > schluß nickt b n dern kunte, oder wolle ^ welcher darinnen bestund, daß H von allem, was er besessen, nichts als die BraunschweiM- und Lunebnrg,sehen lande (welche nemlich damals noch keine Reicht lehen waren) behalten, und in den nächst - kommenden; jähren, von Martini an. 1182 an gerechnet, den Teutschen boden M betretten solle. Er gieng darauf mit seiner gemahlin und kindem zu seinem schmeger - vater dem Konig in Engelland Henrics II hielte sich theils in der Normandie, theils in Engelland auf, und kam noch vor verfloßner zeit an. 118; zurück, indem er durch sei. »es schwieger-vaters und des Pabsts Vermittlung von seinem end Ivßgesprochen wurde; brachte auch ein neues waapen, nemlich die Leoparden, mit, und hielte sich zu Braunschweig gantz stille. Er fand aber sein land nicht in solchem zustand, wie ihm versprochen worden war, indem, bey abwesenheil des Kaysers in Italien, jeder auch von des Hertzogs --»om-i - landen zu sich genommen, was ,bn gut dunckte. Er beschwarte sich zwar dessentwegen bey dem Kayser; aber an statt der ll-rirff-etion wurden ihm an. 118- <>1 Goßlar drey Vorschläge gethan, daß er entweder mit dem, was er jetzt halte, zufrieden seyn, oder dem zug in das gelobte land auf des Kaysers Unkosten beywohnen, oder noch ; jähr ausser Tcutschland sich aufhalten, und in beyden letztem fällen nachgehends der r-lll- rmion gewärtig seyn solle. Er erwählte das letztere, und gieug wieder nach Engelland. Unterdessen ließ des Kaysers fohn und Statthalter Heinrich geschehen, daß in unsers Hertzogs landen jeder thun mochte, was er wolle. Dahero derselbe nicht länger zusehen kunte, zumal da er erfuhr, daß auch seine gemahlin, die ed zu Braunschweig gelassen hatte, verstorben; sondern erstlich seinen söhn Heinrich nach Braunschweig sendete, bald darauf aber selbst folgte, und zwar um so viel mehr, weil ihn die Könige von Engelland, als sein schwäher und schwager, immer dar;» ver. mahnten. Bey dieser seiner andern wicderkunfft setzte er sich erstlich an der Elbe wieder etwas veste, nahm Lübeck, Lauenburg, und fast gantz Holstein ein, und zerstöhrte Bardewick, um vorgebuchter schimpflichen ausfchlicssnng, und neuen spotts willen, auf den gründ, wovon, und wie die zcrstöhruiig dieser stadt zur aufnähme der stadt Lüneburg gelegcnhcit gegeben, unter dem articul Bardewick nachzulesen. Der Römische König oder Reichs-vi. cLr,u5 Heinrich, des Kaysers söhn, gieng darauf an. nyo mit einer armer in des Hertzogs lande, verheerte dieselben auf das ärgste, Hannover verbrannte er, kunte aber vor Braunschweig selbst nichts ausrichten. Der Hertzog befand sich also genöthiget, aufs neue um triebe zu bitten, und muste seine beyden söhne,Heinriche» und Ludcrnm oder Lotharium, dem König zu griffe!» geben. Der jüngere starb bald darauf z» Augspurg, der ältere aber muste mit dem Römischen König in Apulien gehen. Dieser, als er sahe, daß er nicht so tractirt wurde, wie ihm versprochen worden, auch ohne dem gefährliche kranckhcitcn bey der armee einrisscn, und wenig ausgerichtet wurde, machte sich heimlich davon, und kam nach einer bcschwärlichen, und wegen des Königs Nachstellung höchst- gesährlichen reise zu Braunschweig an. Unterdessen wurde der bis- hcrige König Hcnricus nach dem bald darauf erfolgten tod jemes vaters Kayser, und suchte die flucht des jungen Hertzog Heinrichs zu rächen; schickte dcrowcgen, ohngcachtet der alte Hertzog ihn durch Gesandte zu besänffttgen suchte, eine armee in das land, welche dasselbe abermal sehr ruinirte. Es kam noch die untreue einiger Unterthanen darzu, sonderlich Ludolphi von Wenden, welcher des Hertzogs Vogt zu Braunschweig war, und Ecker» j» Wolffmbüttel auch auf seine feite gebracht halte. Allein deriliiM Hertzog Heinrich gieng ihnen zu leib, eroberte und fchleW sie vcstung Wolffendüttcl, welche dieselben besetzt hatten, durch HM der bürger zu Braunschweig, dergleichen er auch mit VoWm« lcm, Wenden und Pcina, wohin sich die rebellen retirirt halten, gethan. Darauf wurde durch Gerhard, Probst zu Stederburg, zu Tülleda einem dorff, zn dem nunmehro Schwartzburgnwcii amt Kclbra in Thüringen gehörig, eine Versöhnung Mischen dem Kayser Henrico VI und unserm Hertzog Misstet, wobey« besten jetzt-gedachter söhn gleiches namens die bisher vcrwegew invcllimr über die Pfaltz am Rhein erhielt. Daß aber damals e> mauren der stadt Braunschweig eingerisscn werden mmicn, >1 falsch. K) Nun ließ Hcrtzog Heinrich die Hoffnung, das vcrMN wieder zu erlangen, fahren, und wendete im alter seine M am alte geschichte, die er sich vorlesen ließ, that auch den «mM »n klosicrn, sonderlich zu Braunschweig, gutes. Er hatte durch e n fall vom pfrrd an dem einen fuß schaden genommen, und^ «och vo» einem durchbruch überfalle»/ Wider Welche» er (vielleicht aus brysorge vor gisst ) keine artzney brauchen wolle. Er schickte sich demnach zum tod/ lreßstrnen söhn den Pfaltzgrastn, wie auch seinen bcrcht-vater BMoffJsfried von Ratzeburg, zu sich fordern, und starb mit standhafftem gemüth, und andächtiger Vorbereitung, den; oder i; aug. an. ny;, im 68sten jähr feines alters, nachdem etwa» i4 tage vorher der donner in die kirche 8. Blasn zu Braunschwelg geschlagen, wodurch der Hertzog in die äusserste gefahr zu verbrennen kam, und daraus nicht durch menschliche hülffe, sondern durch einen hesstigen platz - regen errettet worden. Es war dieser Hertzog im übrigen von mittelmäßiger statur, gesetztem leib, starckem und weissem angesicht, grossen schwachen äugen, und dunckeln haaren. Er ist in seiner jugend den ritterlichen -xerricien mit ßeiß obgelegen, hat es auch in selbigen zu einer zimlichen Vollkommenheit gebracht. Von seiner grvßmuth, tapfferkeit und be- standlgkeit hat uns sein leben beyspiele gnug gegeben. Von seinen gemahlinnen und bindern ist unter dem articul Braunschwei- gisch gestyrecht Nachricht zu finden. (- i.6c. ;4. (!> t. c. k>. 4 - ^ ?- A!» (a 6c e sä Virrisr.!. 2 tic> ; p. ;8s. (k I. c. p. (g l. c. p. zo. (k I. c. p. ?r«poiiki Lrcäerbur^. liiüorics nsrrrrio äe lisnrico , cuni nsriz TäeiöoM» kow. l rer, Qsrw. 4Z0 Hjo, LrsunlcllvV. unä I-ünsburA» ellron. s Xieibomio emsnä. ^ 1^8 oris/in. 6c increm. Nruntuic. p. 42-^8. äilpuc. sä I.igukiniVH» 100 äs Ncnrico l.eons. tellsuplsix äcr seit ä, 6 suA. n. z. Die Aeaeg- IvAics llsc sccursr susZelübre in äsr ZSüLsloZiiclien bilkorie äes dsules Lrsuntckvv. I-üneb. c. 11. p. .49 igc;. Henricus der schöne oder lange / Hertzog zu Sachsen, und Pfaltzgraf bey Rhein, war ein söhn Heinrichs des Löwen und Mechthildis, König Heinrichs von Engelland tochter. In seiner jugend muste er mit seinem Vater das elend in Engelland bauen, und einige jähre darauf neben seinem bruder dem Henrico von seinem vater als geisel überliefert werden, da ihne ermeldter Kay- ser mit sich in Apulien nahm. Er zog sich aber daselbst seinen haß Nur mehr auf den halß, als er aus dem lager vor Neapolis weg eilte, und seine völcker mit sich nahm. Worzu noch kam, daß er sich in seiner jugend mit Agncten, Pfaltzgraf Conrads tochter, versprochen hatte, welche hcyrath der Kayser deßwegen zu hintertreiben suchte, damit er nicht durch diese eintzige erdin der Pfaltz zu der macht steigen möchte, seines Vaters schimpff rächen zu können. Weil aber Agnes ihn lieber leiden mochte, als König Philip« pum von Frankreich, welcher durch den Kayser um sie freyete, so gelangte er endlich durch Vorschub ihrer Mutter zu seinem zweck, indem er sie ohne des Pfaltzgrastn wissen entführte, welcher Hähers viel mühe hatte, sich bey dem Kayser zu entschuldigen. Indessen war es einmal geschehen , und der Kayser wurde durch des schwieger - vaters zureden endlich dahin gebracht, daß er Henrico nach dieses tod die Pfaltz im lehn ließ. Hierauf that er eine reise in das gelobte land, nach deren endigung er die Kasten - Vogtey über das Ertz-Slifft Trier zu unwiederbringlichem schaden der Pfaltz an Ertz-BischoffIohannem von Trier verkauffte. So bald aber der Kayser todt war, verfiel er wieder in Kayser Philipps Ungnade, weil er seinem bruder Ottoni zu erlangung des Kayser« thums wider diesen beystund. Die rechte würckung davon brach erst unter Philipps Nachfolger Kayser Friderico II aus, welcher ihn an. iri; in die acht erklärte, und die Pfaltz Hertzog Ludwig von Bayern aus Wittelsbachischem geschlechte gab. Jedoch hat Heinrich bis an seinen an. irr? erfolgten tod sich weder des tikuls noch auch seines rechts begeben, dahero man beyde in den Urkunden dasiger zeit als Pfaltzgrastn bey dem Rhein antrifft. Mir seiner gemahlm hatte er r merckwürdige töchtere, davon die erste Jrmengard anMarggrafHermannlV von Baden verheyrathet wurde, und selbigem Durlach,Heidelsheim,Pfortzheim und Estin- gen zum heyraths - gut zubrachte; die andere aber bekam Otto von Wittelsbach, Hertzog Ludwigs von Bayern söhn, in ansehuiig deren er nach dem tod Heinrichs und seines vaters die Pfaltz nn besitz behielte. Die Sächsischen lande aber, als Stade, und was gegen Bremen zu liqt, welches Heinrich in der theilung mit ftinm brudern Ottone IV und Wilhelms aus der väterlichen erschafft überkommen, benebst dem Braunschweigischen, so ihm nach ad- gang seines brubers Ottonis heim gefallen, muste er mit der Marggräfin von Baden theilen. c.o. x>. 227. ri« in smi^. Lrunluic. lo/ne»', bt. I«. c. 16 p. ZZo 6c coä. äijtt. I. z cllr. 5 Isv. c. 2. 418. 47 o?r^c^^« p i4/espuä 82s. sä Vicr. p. §;8. 6,0^6». I. Z p- > 5 - Henricus / Hertzog in Nieder-Bayern / war ein söhn Pfaltzgraf Otlonir des erleuchteten. Kurtz vor des vaters tode an. 12;; verlangten ihn die Oesterreichtschen Stände zum Hertzoge / es verderbte ihm aber der vater durch seine grosse behutsamkett diese schö« ne aelcgenheit/ das abgerissene Oesterreich wieder mit Bayern zu verknüpffen. Daher er sich zu dem König Bela IV in Ungarn/ dessen tochter Elisabeth er zur gemahlm hatte / begab / und densel« den wieder Ottocariim von Bohmen/ welcher Oesterreich an sich gerissen / um deystand anflehte. Er tonte aber Ottocarum weiter nicht bringen/ als daß er den Ungarn die Stevermarck/ den Bayern aber das land biß an die Ens abtrat. Nach seines vaters tode theilte er mit seinem bruder Ludwig dergestalt / baß er nebst dem Hertzoglichen mul das Hertzogthum Nieder-Bayern bekam. Die Chur aber blieb gemein / und haben sie beyde zugleich dieselbe bey der wähl Richards von Engelland/ und Rudolphivon Hab» spurg geführel / worüber mit König Otkocaro von Böhmen streck entstanden, (siehe Ludovicum I V.) Anfänglich Hatte er unmcr Händel mit gedachtem Oltocaro von Böhmen / der ihm das land biß an die Ens gerne wieder abgenommen hätte. Nachdem aber «»k. X hen 74i Ouoearo sckmffa?? 2 ^»^ Kayserliche erone erlangte / und Md auf kam / brachte dieser Hermcum durch dAo aus ieme fette / der aber gar bald wieder rn des Kayscrs anade leinen söhn Ottonem zur sttn w »hn nun Rudolphus an verbunden zu haben / zumal er der tochter das land Donau und Ens zum brandschatz mit gab. Es wäh. lange/ so trat Henricus wieder von Rudvlpho ab, zwischen der Donau und Ens wieder verlohr, welches Alberto von Oesterreich zugeschlagen wurde. Mit seinem dte letzt auch nicht gar zu einig / nachdem die ^^'chellung allerhand gelegenheit zu zancken darbot. Endlich starb er an. 129°/ lind verließ von seiner Ungarischen gemahlm Awnem/ nachmM König in Ungarn / und von der andern E i» sabety aus Polen Stephannm. 1.2;. i.V c. 1 §-12.R.. cc»nt. r. skrtk. 4. ab/', i n. 86. henricus der reiche / Hertzog in Bayern erbte von seinem Vater Frldemo an. i; 9; Landshut nebst zugehör/ war aber noch un» mündig / und wurde unter der vormundschaffr der mutier und sei» ner vettern erzogen. Nach angekretkener regierung «regten die bür» ger zu Landshut an. 1408 einen gefährlichen tumult wieder ihn, weck er ihnen ihre rechte und freyhcrten anfalle weise zu schmälern mchte/ und dtMitgen verjagte/ welche sich dieserhalber bey dem Kayser beschwarken. Kaum war diese gefahr gestillt / so zerfiel er mrt fernem vetter Ludwig dem bärtigen / welcher unter dem schein stantz an, 1417 nicht/ m gegenwart des Kayscrs Heinrichs ächte geburrh rn zweifel zu ziehen / worüber sich dieser dergestalt entrüste» te / daß er Ludwig / welcher von einem gastmahl m begleitung we. mgcr psg-n kam / mit gewaffneter Hand anfiel / und durch beyhülf» se der seinen sehr hart verwundete. Dieses verfahren nahm Kayser Sigrsmundus so übel auf/ daß er Henricum bey nahem die acht erkläret / wenn ihm nicht die uirbillichen worte/ so Ludwig gegen rhn ausgestossen/ zur entschuldigung gedienet. Allein Ludwig wolle solchen schimpf mit dem degen wieder gerochen wissen / und ficiig an in gesellschaffl anderer wider Henricum sich zu Hause zu waffnen, dem aber Henricus zuvor kam / und in Ludwigs lande einbrach, in welchem kriege mit abwechslendem glück gefochten wurde. Die. scm unheil abzuhelffen / geboth der Kayser Ludwig auf4 fahr aus dem Hertzogthum Bayern / und nahm selbigen, um dessen abwe» senheit einen andern namen zu geben / mit sich nach ungarn. Es erregte sich aber wieder ein neuer streit, als an. 1428 GrafJohan- ms von Holland und Hertzog in Nieder-Bayern ohne erben mit tod absangen und sein Bayerisches anchcil den sämtlichen Hertzo» gen von Bayern Ludovico s-rvsto, Henrico Divm. Erliest» und Wilhelmo hinterlassen / welches Ludovicus als der älteste allein er» den wolle. Und obwohl der Kayser auch diesen streit durch eine gleiche theilung aufhub/ so hatte doch Henricus nicht eher vor Ludwig friede/ als biß ihn sein eigener söhn / Ludovicus der höckerLchte/ gefangen bekanstund MarggrasAlberto vonBran» denburg verkauffte / welcher ihn an Henricum gegen einigen gewin überlreß. Dieser hielte ihn etwas härter / als sich geziemet / daher derselbe bald darauf/ nachdem sein söhn schon vorhero mit tode ab» gegangen / verstarb. Hteraufrisse Heinrich Ludwigs gantzeverlas» senschaffk an sich / worwider sich Albertus von München / dem die hellste davon gehört hatte / nicht einmal setzte. Endlich starb er an. 1450/ nachdem er mit seiner gemahlm Margaretha/Ertz-HertzogS AlbertilV tochter/; söhne Albertum/ Frtdericum undLudovi- cum / welche dem vater in der crbschafft gefolget / und; tochter hin» Massen/ davon die erste Johanna an Johann Pfaltzgrastn zu MoSbach / Elisabeth« an Ulrichen von Würtemberg verheyrathet worden/ und die dritte in ein kloster gegangen. t. 7 6c 8. Henricus Fridericus / des mglückseeligen Churfürsten von der Pfaltz, Friderici V, ältester söhn,gebohrenden i jan. 161400» Elisabeth, einer tochter des Königs von Groß-Britamm,Jacobi I. Als an.i6i9 sein vater dieBöhmische crone annahm,ward zugleich ausgemacht, daß dieser Printz ihm lucccäiren solle. Allein das folgende jähr nach der schlacht auf dem meisten berg bey Prag, muste er nebst seinen eitern so wohl das Königreich Bohmen, als diePfal» tzische erb-länder, mit dem rücken ansehen, und verlohr endlich den 17 ,an. an. 1629 in Holland auf eine sonderbare art sem leben. Denn er begleitete obgedachten seinen vater, als derselbe die Spa» Nische qallionen in augenschein nehmen wolle, welche der Hollandl. sehe Admiral Peter Heyn bey der iissul Cuba erobert, und nut emer reichen ladung zurück in die Häfen der Republic gebracht hatte. Da sie nun zu solchem end ausdem Harlemer - meer sich in einem schiff befanden,kam des nachts durch Unachtsamkeit der schlffeute ein an- ders mit vollen segeln gerad auf sie zu, rmd zwar mit solcher hejst tiqkeit, daß das ihrige mitten von einander gieng. Der mnge Prmtz muste also, nebst aüen/ bre imM)lst^gewesen waren/ertnncken; sem vater aber ward noch durch ein seil, welches man ihm aus demjem- aen schiff zugeworffen/wodurch dieses ungluck entstanden, kummer« sich gerettet. Der klägliche tod dieses Prmtzen ward um so viel mehr bedauret, weil er sehr wohl gestalt gewesen, und grosse Hoffnung von sich gegeben, v- via. ä r. r ?. 7 °r- Hertzoge von Gckchstn und MarMrerftn von Meissen: Henricus der fromme/ war Hertzogs Alberst des behertzten anderer söhn, den i7martii an, 147? zu ekreyberg gebohren. Er ?hat an. 1498 nach damaliger gewobnhe.k eine reiß m das gelobte 742 hen m ,-L« M-d- E land/gerieth aber an. i roo weaen entstandenen au«triiyrsz»üeu>^- a^-i, V rLSSLSLL^LLSk« aufzuhencken, zu '^lchem end sie eine grojss lassx^a"welcher führt ward, seine tapfferkeit sehen. An. 1240 mnst e er gegen Alber- gewkette starck, ma emern grossen lchnn en y ^ Marggrafen von Brandenburg, welcher ihn in der Lanßnitz ^ N deren in beunruhigte, die Waffen gebrauchen, wobey ihm das glucknichr al- befrenete M nahn, bemeldtc kette mit sich lerdings günstig war. An. 1246 starb «einer ersten gemahlm Cvn- nacl Drchdek^w« andencken aufdem stant^, rüder, Fndm . Mahnmals tvat er eine wallfahrt nach 8- derselbe keine klnde. stall verwahret worden. Nachma s tda, er «ne wallfahrt Compostell in Spanien, und opyerte dem heil. ^acowda>ebt.ckls sein vater gestorben, theilte er dein? mau au. 1105 inttjeinemau testen bruder,Hertzog Georg dem bartlgten/dle väterlichen lan . Denn ob gleich ihr vater durch erne gemachte -i>ip,°uc,->n Sach«en de>n ältern, Hertzoa Georg, Frießland aber dein lungern, Hertzog Heinrich, zugetheilet hatte, so wolle doch «eckiger M den stätigen rebellioneu, so sie wider die Sachsen geführet,nicht am nehmen; dannenhero Hertzog Georg Frießland gantz allein behie t, und bekam Hertzog Heinrich nicht mehrals die beydHiamtersrey- berg und Wölckenstein in Meinen, ausgelchlossen die berg - wercke und müntzen, nebst jährlichen 1250° gülden, zu dessen vechcherung ihm die amter Weiffensels/Eckarsberg, Sachsenburg, Heyn und Pirna angewiesen wurden.Nächst dem trat er nebst,seinem bruder das an Frießland habende recht an. i; S dem Kay«er Marimilia- no I ab. An. i?2t wandte er sich zur Lulheriichen religio», mnste aber darüber von seinem bruder, Hertzog Georg, gar viel erdulden. Als aberHertzvg Georg begunke etwas kräncklich zu werden,schickte er an dem palm-sonntag einige seinerRäthen nachM-cweyde, einer stadt zwischen Rochlitz und Freyberg gelegen, und ließ selbigem anzeigen, daß er willens wäre, ihm das regiment bey leinem leben etmuräiimen, wosern er von der Lutherischen lehre wurde abstehen. WoraufHertzog Heinrich geantwortet: er habe seinen bruder hertz- lich lieb, wölte auch seine brüderliche lieb und treue gegen ihm in der that erzeigen; so viel aber die lehre und den glaube» anlangte, wolle er es in bedencken nehmen; ließ indessen die Gesandten mit einem guten verweiß,daß sie ihm dergleichen dinge vorgebracht hätten, von sich. Hieraufmachte Hertzvg Georg ein testament, daß zwar Hertzog Heinrich die lande erben solle, jedoch mit der bedin- gung, daß die Catholische rcliqion in unverändertem stand blieb, widrigen falls solte seine gantze vcrlaffenschafft dem RömffchenKö- nig Ferdinands I verfallen sevn. Dieses testament aber wollen die Land-Stände nicht eher unterschreiben, als biß sie zuvor Hertzvgs Heinrichs Meinung darüber vernommen hätten, deswegen alsobald eine Gesandschafft nach Freyberg abgeschickt ward; alieinHcr- tzog Heinrich blieb bey seiner vorigen Meinung. Ehe aber die Ge- sandschafft wieder zurück kam,starb Hertzog Georg den 17 april an. izzy ohne testament. Daraufkam Hertzog Heinrich bey spätem abend zu Dreßden an, nahm den 21 april von dem Rath und bür- gerschafft daselbst die Huldigung ein, hielte den 2; april ein lolsnnes danck-fest, ließ den 2; maji Lutbcrum am pfingst-tag predigen, da zuvor an dem oster-tag noch meß gehalten war.Hierauf würde den ; julii die Catholiscbe rcligion zu Dreßden, und den 7 darauf zu Freyberg, abgeschaffet, und die Lutherische durchgehends eingefüh- rer.An. 1541 den 7 aug. trug er mit einwilligung derLand-Stände die rsgierung der lande seinem ältesten Printzen auf, starb darauf den 28 aug. und ward zuFreyberg begraben, mit welchem dasCbur- fürstliche begräbniß seinen ansang genommen. Seine gemahlm war Catharina, Hertzogs von Mecklenburg tochter,niit welcher er ; söhne hatte, unter welche» bcr inittelste Prüiö Severi- mis, an. 1 ?;; zu Jnspruck, allwo er studiren solte, verstarb, der älteste Mauritius und der jüngste Augustus aber die beyden ersten ChurfürstenAlbertinischer linie geweftn; und; töchtern,Sybillam, AemiliaM/Sidoniam. 82X. i.i;. I.ucUcrsii. LNN. 8»xoii. SLXon „Umllm. lsllog-. henricus / mit dem zunamen i»uk,i§, oder der erleuchtete/ Marggrafzu Meisten, in der Lanßnitz und in dem Ostcrland, auch erster Landgrafoon Thüringen aus der Meißnischen familie. Sein vater war Dietricus, Marggras zu Mei,scn, seine immer aber su- dith, eine tochter Hermanni, Landgrafen in Thüringen undHessen. HN den väterlichen landen Wc«cdrte er an. 1221; allein wegen der erbschafft seiner mntler bekam er grosse streitigkeilen, als an. 1248 deren bruder, Henricns Raspo,ohne leides- erden mit todabaegan- gen war. Es hatte nemlich dieses HcnriciRasponis und derIndith anderer bruder, LudovicuS, eine rochier, namens Sophiam, nach sich geiasten,welche mit Henrico V,Hertzog zu Brabant, einen söhn gleiches namens gezeuget. Vieler letztere und dessen mntler reimen alles, was Henricns Rnsso von landjehafften besessen. Henncus von Meissen that derglelchen, und darüber kam es zu einem weit-ausftheiidcn krieg. Endlich traf man einen ,nrcri,ns-ver- gletch. vermog dessen die Hcrtzogi» Sophia von Brabant die Land- grafichafft Hessen,,hingegen MarggrafHenricus von Meissen die Landgmtjchafft^hlimigen j„ besitz nehmen solle,i.Hierbe» ließ man es,hiß an. ir;y HortzogAlbertus l von Braunschweig sich in diesen streit Mischte^mid die Meißner mit gewait aus Thüringen vertrei- ben wolle. Weil nun der Marggras Henricus damals in Böhmen U^yndsso drang dieser sein feind durch bis nachNaumburg und Mersedurg. Allem Rudolph Schcnck, ein Meißnischer vorn Adel, vieDrauriichweigische rrmippen verwüstet hatten, ver- 5 ^ su,c zimliche anzab! seiner lands - leute, mit wel- Lbauvtmm. beyBeM'stadtan der Elster dieBraunschweiger kam °bren Hertzogeigner persvn gefangenbe- llnter harten bediliqu»- gen «e,n. jrcyheit iv-eder erhreit. Wegen den landschafften Thürin- Hertzog von Oesterreich. Weii inm ...hinterließ,so wolle er seiner gemahlm recht auf die Oesterreichische lande ausführen, zumahl da die Stände der erledigten Provintzen an. 1250 auf einem zu Tuln gehaltenen land- tag solches verlangten; allein der Böhmische Cron-Printz Otloca- rus, welcher mit Constantiä schwester, Margarethe,, sich vermählte, zog die gantze veriassenschafft an sich. Im übrigen ließ sich Henricns sehr angelegen seyn, durch ervberung und Verwüstung vieler raub-schlösser den innerlichen Wohlstand seines landes zu befestigen. Weil er auch aus seinen bergwercken zu Freyberg unsäglichen reichthnm erhub, so führte er eine prächtige Hof-Haltung, und stellte unterschiedene tburniere und ritterspiele an. Sonderlich hat er eines au. 1265 zu Meissen, und zu einer anderen zeit eines zu Nordhausen,gehalten, welches letztere überaus kostbar geweseruZu gleicher zeit crwicß er sich in anderen stücken sehr freygebig; daher ihm einige den zunamen des mildm beygelegt; etliche aber haben ihm von einem sprüchwort, dessen er sich offt zu bedienen pflegte, den beynamen Hammer gegeben. Nachdem an. 1262 abgedachte seine erste gemahlm Constantia, eine tochter Leovoldi, Hertzvgs von Oesterreich,mit tod abgegangen, vermählte er sich zum anderen mal mit des Königs Wcnceslai in Böhmen tochter, Agnes, und als auch diese an. ,268 gestorben , hematbeteer Elisabethamvvn Mittitz. Von der ersten gemahlm ließ er 2 söhne nach sich, Alber- tiim den unartigen und Dietericum den weisen/ von der dritten aber Fridericum den klemmen / unter welchen der eiiitzige Albertus eme beständige iiachkommcnschafft hinterlassen. Was Henri- ciun selbst betrifft,so wird insgemein die zeit «eines tvdcs in das jähr 1288 gejetzt; allein aus vielen umständen erhellet, daß er ehe müsse gestorben sey». kreisn, ctiron. llc rcir. 8LX, ^crtzogc Zu Brarmsthweig und Limeburg: henricus suprKnus „ud Henricus l.ro, sihe unter dm Hertzogen in Basiern. henricus/ Hertzog zu Braunschweig und Lüneburg, war Alberti des groissen «ohn, wegen «einer aufführimg momii«, oder, nach dein Münchs-iakein mlrLdii-s. der wunderliche zuge- nannt,bekam in der väterlichen tbeilung das so genannte land über dem Waid, darinnen Grubenhagen,Eimbcck,Osterrode,Hertzberg, Lutterbcrg, Gebelhausen und Duderstadt gelegen, !rem die halbe stadt Hameln, Saltz der Helden, die Grasschaffl Catelnbiirg, dm dritten theil der geistlichen lebe» zu Braunschweig, und am Ramk berge für Goslar, und das gantze bcrgwerck zusamt der sorst zur Clauß und auf dem Hartz. Er wohnte meistens auf dem schivx zu Grubcnhageu / daher seine linie den »amen bekommen. Anfangs war er, als der älteste linter seinen brüdern, mit der väterlichen theilmig nicht zu friede», nabni auch keinen beständige» sitz zu Grubcnhägen , sondern verfügte sich zu «einem jüngsten bruder Wilhelm nach Braunschweig, und maßte sich in dessen namen, weil er noch sehr jung war, der regierung an; womit zwar dtt mittelste bruder Albertus zu Göttingen nicht zu frieden war, doch aber, so iang Wilheimus lebte, sich weiter nichts mercken ließ, als daß er unsern Hertzog den wunderlichen Heinrich nennte. Was wegen des schlosses Herlingsberg mit ihm yKttrt., welches eigentlich zu des jüngsten hruders'Wilbelmi anthcil gebort, wird unter dem articul Herlingsberg erzchlt. Gleich wie auch die geschieht oder fabel mit dem ratten - fänger zu Hamcl»,,kie unter seiner regierung p»liwt seyn solle, an seinem vrt berührt wirb. An. 1292 starb,jetzt gedachter Hertzog Wilhelm ohnc küider, und zwischen den 2 übergebliebenen brüdern, unserm Hertzvg Heinrich dem ältesten lind Hertzog Albrecht zu Göttingen, entstund dabero grosse Uneinigkeit, indem jener das land, welches er schon gewisser Massen innhätte, zu lassen nicht gesonnen war, dieser aber heiin- liche anfchäge machte, sich in poiHilW» zu setzen, welches ihm auch nach vieler liiirnhe geglückct, «0, daß er an. 129; von dem land, und an. 1294 durch einen nächtlichen Überfall und hülste seiner an- hängercn in der stadt, auch von der stadt Braumchweig «elbst sich meister gemacht. WoraufHertzog Heinrich sich mit den stimM nach Grnbenhagen begeben, und eine beständige Hofhaltung daselbst angelegt; wiewohl er auch zu Osterrode und Hertzberg, -rem zum Saltz der Helden sich zum öffrern aufhielt. Am letzten ort ist er an. 1)22 gestorben, und zu Emibeck in 8. Alepaiidn M beygejetzt ivordcn. Von feinem ebestand und kindern stbe m der Braunschweigischen geschlechts-erzehlung. konclerttcU gs.in cle, 1 )LtteIitcIieii uall LiMbcclciicllün LNWuicle I. ; c krsuntciivveigiiclie I.ttuel>uigiül>- ckroulclc k>. Z66 5^. henricus der jüngere / Hertzog zu Braunschweig, undHerr zu Grubenhagen, wegen «einen reisen auch Henricus sie 61-«^ genannt , war bcs vorhergehenden söhn. Er bekam in der kbcmW der väterlichen lande das Eichsfcld und Duderstadt, und ist wegen seinen reffen berühmt, die er nicht mir in Oesterreich, ME Italien, sondern auch in Griechenland, Arabien und Palmrmn gethan. Auf dieser reiß hat er auch die insu! und damaligcsKE «ich Wem gesehen, «nd sich dastlbst mit einer Königlichen PrintzeyiN Maria vermahlt. Es ist noch ein oder güldne bulle vom jähr izzovorhanden , in welcher der Constantmopoli- tanische Kaystr Andronicus r-iiLviogus ihn allen und jeden , die er auf seiner Asiatischen reise antreffen würde, als seinen Vetter und anvmvandten recommsnllirt. Er hat an. I; ? I noch gelebt, als in welchem jähr er dem kloster Walckenried zwey dornen von der eron unsers Heylands, etwas von dessen creutz, und etwas von 8. Ea- tharilien - öl, so er mit von dem berg Sina gebracht, geschenckt. Gedachte güldne bulle des Kaysers Andronici hat L. mit gelehrten anmerckungen dem 2 romo Lcrssr. oerm^n. p. 467 sqq. einverleibet, woraus diese Nachricht, und was von dieses Hertzogs kindern in der erzehlung des Braunschwergischen ge- Mechts angebracht wird, genommen. henricus / Hertzog zu Braunschweig und Lüneburg, ein söhn Hertzogs Magni II mit der silbernen ketten / bekam in der landes-theilung das land zu Lüneburg. Daß er aber doch der Urheber des mittlern Hauses Braunschweig ist, kommt daher, weil seine söhne, Wilhelmus und Henricus, an. 1429 mit Hertzog Bernhards und dessen söhn Ottone zu Lüneburg umgetauschet. Er halff an. 1401 und in den z folgenden jähren diejenigen verfolgen, welche seinen bruder Fridericum, erwählten Römischen Kaystr, umgebracht hatten, wovon in des gedachten Kaysers Friderici und des andern bruders Bernhardt leben nachzusehen. An. 1404 ist Hertzog Henricus von Bernhards, Grafen von der Lippe, in einem treffen bey dem Oderderg an der Weser gefangen, und nicht eher loß gelassen worden, bis er eydlich, und durch bürgen versi- chert, 100000 gülden rantzion zu geben. Doch, nachdem er etwa den vicrdten theil bezahlt hatte, erlangte er von dem Kaystr Ru- perko, daß er und seine bürgen von dem, was sie versprochen hatten , frey gesprochen, der Graf aber und seine belffere in die acht erklärt würden. Und weil die ex-cmion der acht unserm Hertzog aufgetragen wurde, gieng der lerm auf das neue an, und wurde unter anderen die stadt Horn von dem Hertzog eingenommen und bevestiget. An. 1412 hat er seinem bruder Hertzog Bernhards die Hartesburg einnehmen, und die von Schwiecheld daraus vertreiben helffen. Von dieses Herrn liebe zur gerechtigkcit wird folgendes zum deweiß angeführt: Des Hertzogs Vogr von Zelle reistte ben unversehens eingefallenem rauhen weiter von dar nach Lüneburg , und borgte unter wegs einem bauer, der in der güte nicht wolle, mit gewalt seinen mcmtel ab; dieser beklagte sich dessentwegen bey dem Hertzog; der Hertzog ersähe die gelegenheit, bis er mit dem Vogt an den ort kam, wo die that geschehen, und ließ denselben nach kurtzer Untersuchung mit einer pferd - halffter an den nächsten bäum aufhencken. Er starb bald darauf an. 1416 den ; dec., und ist zu Braunschweig in dem Dom begraben. Lrauiitclivvsigilciie unll Füiieburgiickle ctironiclc o. 426- Anricus der ältere/ leer» der quade oder böse / Hertzog zu Braunschweig und Lüneburg, aus dem mittlern Hause Braunschweig, Hertzogs Wilhelmi des jungem söhn, war den Mun. an. 146; gebohden. Noch bey seines välers Weiten an.1485 wolle er Bischofs Bartholdo zu Hildesheim diese stadt einnehmen helffen, und legte bey solcher gelegenheit unterschiedene proben seiner list und tapfferkeit ab. Doch war nichts besonders auszurichten, weil sonderlich nebst anderen selbst die städte Braunschweig, Lüneburg und Hannover denen von Hildesheim beystunden. Die Hildesheimische fache wurde zwar an. 1486 beygelegt, doch behielt Hertzog Henricus noch immer einen groll auf die stadt Hannover, und rückte an. 1490 den 24 nov. bey nacht heimlich vor derselben an, hätte sie auch bey nahe einbekommen, wenn man nicht von ungefähr einige seiner soldaten in den nahe gelegenen gärcen erblicket, und die fache dadurch verrathen worden wäre. An. 1491 begab sich unsers Hertzogs Vater, HertzogWilhelmus, zur ruhe, und überließ also demselben die regierung. Gleich in folgendem jähr zerfiel er mit der stadt Braunschweig wegen vieler Adelichen und Fürstlichen güter auf dem land, die selbige nach und nach an sich gebracht hatte, und sich wegerte, von denselben die on-r», wie audere Unterthanen, zu entrichten. Er verband sich also mit den übrigen Hcrtzogen seines Hauses, ingleichen dem Ertz-BisthoffErnesto zu Magdeburg, und hielt über ein halb jähr die stadt belagert. Doch wurde wenig ausgerichtet, und die fache also verglichen, daß dem Hertzog ein paar schlössen, die er gewonnen, überlassen, und die Asseburg bey Braunschweig geschleifft wurde. An. 1494 theilte Hertzog Heinrich mit seinem bruder Erich ihres damals noch lebenden Vaters lande also, daß er das land zu Braunschweig und Wolffenbüttel, Hertzog Erich aber Göttingen und Hannover nebst ben darzu gehörigen landen bekam. An. 1501 nahm der Hertzog einen zug wider die Frießiänder vor, weil sie das stifft Bremen, in welchem sein söhn Christoph OMn«, war, feindlich angefallen hatten. Er verfolgte sie auch in ihr land, und fügte ihnen N'.cht geringen schaden zu. Doch die morastige gegend und Mangel des Proviants nöthigte ibn nach zimlichem Verlust wieder zurück zu gehen. An. 1504 entstund zwischen unserm Hertzog Henrico dem ältern, und seinem vetter Hertzog Henrico dem jüngern zu Lune- burg, eine hefftige erbimrung über einen vertrag, den sie mit einander gemacht hatten, die städte Braunschweig und Lüneburg völlig unter das joch zu bringen, und sich darein zu theilen; welcher vertrag bey dieser Uneinigkeit zu beyder brüder schaden und Verdruß pudiic wurde. An., 1 hat sich das gantze hauß Braun- schweig und Lüneburg über die Grafen von Hoya hergemacht, und denmselbeir ihr land abgenommen, weil sie nicht zu rechter reit um die belehnung angehalten, sondern selbige vielmehr bey dem stifft Münster suchen wollen. An. 1512 gieng Hertzog Henri- HM 743 ^E^MckEani diensten mit einiger mannschafft m Holland weder den Hertzog zu Geldern; in diesem jähr ist auch ein s-W^Erag zwischen unserm Hertzog und Hertzog Henrico dem zu Lmieburg aufgerichtet worden < davon im folgenden zog er in gcstllschafft unterschiedener Fürsten siuss? haujes nach Hneßland, und brachte den Grafen von Emden ^ Aber den 2; jun. wurde ihn, in bestürmung der vestung Ort oder Haus-ort der kopff abgeschossen. MLUntckvvsizitcb«: uiici lUineburAilciie ckroniclc. x>. 2.90 ...henricus der jüngere / Hertzog zu Braunschweig undLüne- bürg,aus dem mittlern JaustLuneburg, Hertzog Ottonis des aroß- muthrgen/ und Anna von Nassau söhn, gebohren an. 1468. W verlohr seinen vater schon an. 147-,und als 1478 auch bergroß-va- ter Hertzog Fridencus der andächtige starb, stund er unter seiner mntter vormundschafft, biß an. 1487I An. 1489 zerfiel er mit der stadt Boxtehude, und that dessentwegen in dem alten land grossen schaden. An. i?oi kam es zu einiger weitläufftigkeit mit demErtz- Btfchoff Ernefto zu Magdeburg, dessen schwester Hertzog Henricus hatte, weil er der Hertzog einigen Stiffrischen Edelleuten hulffwrder ihre feinde, die auch Stiffts-Junckern waren, zugestn- det, wodurch sonderlich auchdem Fürsten zu Anhalt schaben geschehen war. Die fach ward aber zu Quedlinburg durch Vermittlung des Ertz-Bischoffs bruder, Churfürst Fridericum und Hertzog Jo- hamieiryalso verglichen, daß unser Hertzog sich zu erlegung einer gewissen mmma gelbes verstehen muste.An. i;ö2 gerieth unser Hers tzogmtt fernem vetter Hertzog Henrico dem ältern zuBraunschweig rn Uneinigkeit über dem vertrag/den sie mit einander wider die frey» heit der städte Braunschweig und Lüneburg gemacht hatten,so gar» daß bey einer zusammenkunfft zu Braunschweig Henricus der ältere den gantzen vertrag aus Verdruß offenbahrte, wodurch beyds städte erfahren, was wider sie aufdem tapet gewesen, und alle anschlage der Hcrtzoge zu nicht worden. Sie selbst haben mit müh ohne dlutevergiessen aus einander gesetzt werden können. An. ,?oz halffunserHertzog nebst jetz-gedachtem seinem vetter dieReichs-achk widerPfaltzgrafRuprechc auf Kaysers Maximiliani beseht ren. Au. ,;,2 hat er z» Minden einen vergleich mit diesem seinem vetter gemacht, in welche», er sein theil, so er an dem FürstenthuA Göttingen einmal haben möchte, Hertzog Heinrich dem ältern und dessen bruder Erich abgetrcttm, und dagegen alle gerechtigkeit, ss das hauß Wolffenbüttel ctwan am Lüneburgischen gehabt, bekommen. An. 1519 entstund die so genannte Stisstische fehde mit dem Bilchoffzn Hildeshcim, Johanne, dem unser Hertzog wider seine vettern zu Braunschweig Hertzog Erich und Hertzog Wilhelm bey- stnnd, auch den erster» gefangen bekam, wovon in Hertzog Erich des altern leben nachzusehen. Er starb zu Winhausen an. iieicliL-srrkiv »Lic. ssec. s. 4 c. 4 II. w jss ;4 lZ,. U »Ä u, - 5cv vc, 41 5c ii c null l.üncburAi'5cks ciiconiclc vag. 4 ;? henricus der lungere, aus dem mittlern BraunschweigischM Hautz zu Wolffeubuttet, hat sich durch seinen unruhigen kopff und unfertige Handel in der Historie sonderlich bekandt gemacht.Er war Henna des altern söhn, den i°nov. an. 1489 gebohren, und folgte dem vater, als derselbe im Frießländischen krieg ettchvsten war, welchen, er auch selbst mit beywohnte, an. 1; 14 in der regierung, «nd ließ das fern erstes seyn, daß er seines vakers tod zu rächen in der eroberten stadt Dam mit den bürgern und kriegs - lenken grausam iimgieng. Hernach hatte er mit dem Bischoff von Hildesherm allerhand verdrüßlichkeiten, und nachdem die Verbitterung etliche jähr gewähret, und auch mehrere ungclegenheiten anderer Fürsten und Herren darzu gekommen waren, kam es endlich au. 1,19 zu einem krieg, da Hertzog Henricus mit seinen Mitten die berühmte Macht in der Sbltauer- heyde gegen die Bischöflichen verlohren, hernach aber, zumahl, als der Bisthoff in die acht erkläret worden, so glücklich war, daß er an. 152;, da friede gemacht ward,mit gross sem Vortheil aus dem krieg kam, und das stifftHildesheim um seine meisten ländereyen gebracht hatte. An. ,52; halffer die auffrüdri- sehen bauren dämpffen, und betete Thomas Münzern, da er sein recht ausstehen solte, das Christliche glaubens-bekänntmß vor. An. ,528 gieng er dem Kaystr zu dienst gegen die Frantzosen mit einem krigs-heer nach Italien, kam aber mit schlechtem Vortheil und ehre wieder zurück, indem er die Italiänischen kriege schwärer befand, als er sich eingebildet, den soldaten kein geld geben konte, von dem Kaystrlichen General Leva nicht unterstützt ward, und also keines wegs hindern konte, daß sich nicht seine armee, die noch darzu von der pest angegriffen ward, in weniger zeit verlausten hätte; und kam der kleine rest in sehr elendem zustand durch die Schweitz wieder zurück. Nach diesem hat er eine geraume zeit mit den Protcstan- te zu thun gehabt, wider die er grosse Verbitterung, aber zu seinem schlechten nutzen gehegt. Anfänglich zwar war er der Protestantischen lehre nicht zuwider, und fieng derselben bereits an. 1529 an, einiger Massen gehör zu geben, bewilligte auch an. ,;;o aufdem Neichs-tag zu Augspurg unterschiedene stück ihres übergebenen be- käntnisscs, und ließ sich zu stifstung der aufdas tapet gebrachten Verträglichkeit und einigkeit gebrauchen; so hieng er auch eben so gar fest nicht an der Kaystrlichen parthey, inmassen er Ferdinands wähl zum Römischen König zuwider war. Allein die zwistigkeiten, welche zwischen ihm und einigen Fürsten von seinem hauß, ingleichen mit demChurfürsten von Sachsen,der mit denselben nahe verbunden war, entstunden, brachten ihm andere gedancken in kopff, ustd machten, daß er die Cathslische parthey, zu erfüllung seines pi-lv-r- räche, zu brauchen gedachte. Er warb schon an. ,;;4 mir des Kaysers dewilligmig einiges volck gegen die Protestanten, so er aber damals wegen bald erfolgenden Manischen friedens - tratta- ten nicht gebrauchen konte. Nichts desto weniger suchte er immerfort 744 hen fort das feue« anzublastn , und heimliche anschlüge zu schmieden» Er verhetzte Hertzog Georg zu Sachsen iinmer mehr und mehr ge» gen seinen brudcr, Henricum, so, daß man zum zeugniß seines mit diesem Herrn geführten absehens anführt, er habe nach dessen tod sich vernehmen lassen, er wolle lieber, daß Gott im Himmel, als Hertzog Georg gestorben wäre. Der Protestanten bvtschafften tonten durch seine land nicht sicher reisen, und selbst demChurfürsten von Sachsen wurde das sichere geleit versagt, als er an. i;;8 auf der Protestanten Versammlung nach Braunschweig reisen woltc. hm schwedische eingefallen war, an. r«, be« > . schlachl, darinn der Churfürst und Hertzog ble Printzen blieben, der sieg aber gegen den ^ alles:; fochten ward. Er setzte auch aAm W i d Ucassn dennoch er- verwandten den krieg weiter fort, vergsichliLfLn bnnss- Hertzog Erich, und schlug den Marqqraftn -um ^ 7?^ Braunschweig, belagerte die stadt von neuem, ^ gülden ,n acht lahren zu erlegen versprechen mdenn 8->°°s >»»..„ .-I, ...... ^ zog, den Margqrafen in Francken versolatr „..E - woraus er (ihr In eben diesem ,ahr brachte er das Nurnbergische bundniß einiger wesencn Churfürsten Johann Weiderich den ge- Catholischen Ltande gegen dieProtestanten zuwege, um daß er sich sich aber in der gute inst ihm veralick ^"e, der nnt reisen und zureden viel muhe gegeben. Im folgenden jähr wur- kauffte. In Francken that er eben lo aröss?^ E geld üb- den von dem Landgrafen einige gemhrliche briefe, dieHertzogHen- pnv wvrü ß^ffe dmqe nicht, ,md zog z>, icus nach Mayntz und an Helden geschrieben, aufgefangen, darü- ^ ^ ' der es zwischen beyden partheyett zu verschiedenen harten und höchst-anzüglichen fchriffren kam. Seines vetkers Hertzog Erichs zu Braunschweig wittwe und kinder beschwarte er wegen der r-ko^ Marion, und wolle Landgraf Phlllppum nicht als Vormund leyden- dazu er im testament verordnet >var. Man sieng hin und wieder in Protestantischen landen mord-brenner aufweiche vondenWolssen- lbüttelifchen Räthen angestellt zu seyn bekannten. Endlich gewann die fach Lurch Hertzogs Hcnrici gewaltthätigkeiten gegen die stadt Gvßlar einen ausbruch, mit der er schon lange zeit Handel gehabt, «ber an. i?4i recht ansiena, unter dem verwand, daß sie von dem Kayfer in die acht erkläret sey, wiewohl der Kayfer aufder Protestanten verbitte solche achts - erklärung auf eine zeitlang auffgeho- ben, und ihm ansvrückiich mit allen femdfeeligkeiten inne zu halten geboten hatte. Daher der Churfürst von Sachsen und derLand- grafvon Hessen, weilGoßlar mit in dem dund stund, auch zu den Waffen griffen, und sich an. 1542 innert zwey monaten aller Herzoglichen lande bemächtigten. Er muste deswegen zu den Hertzo- gen von Bayern stieben, die sich aufReichs-tägen und fonsten vergeblich vor ihn bemühten, ihm wieder zu feinen landen zu helffen. Dem ungeachtet vergaffe er seine schlimme practickcn nicht, in- niassen er durch allerhand brieffe mißtrauen zwischen dem Kayfer Und den Protestanten erweckte, und auf dem Rcichs-tag an. l? 44 so mit dem Churfürsten und Landgrafen zu zancken anfieng, daß man meinte, es würde mit dem letzten zu einem Hand-gemenge kommen, wie er denn auch in öffentlichen fchrifflen, nicht nur diese beyde an ihren Fürstlichen ehren hart angriff, sondern so gar von des Kay- scrs Majestät nicht aufdas ehrerbietigste redete, und sich bedrohlicher reden gegen unterschiedene, die er vor seine stindchiclt, vernehmen ließ. Ob es nun wohl an dem war, daß die verbundenen Fürsten die Wolffcnbültelifche lande dem Kayfer in l-gucN^non geben wollen, da denn HertzogHenricus gewiß wieder zu deren besitz gekommen wäre, zumahl der Kayfer, wie man aus dem gefolg ersehen, ihmmehr gewogen als ungünstig war, da doch die Protestanten aus dem Äolffenbüttelifchen -rcstiv unterschiedene den Kayfer und feinen Ministern hdchst-nachtheilige schreiben an tag gebracht, begieng er gleichwohl die Unbesonnenheit, stch seines landes mit ge- walt zu bemächtigen. Zu dem end hintergieng er den König in Frankreich,und schwatzte ihm geld ab, unter dem vorwand, die damalige Englische »verdungen in Tcutfchland zu hindern. Mit solchem geld aber warb er vvrsich ungefähr icx>oo maniymit denen er an. i;46unverinuthetin seine lande einbrach, und einige örter eroberte. Allein der Landgraf von Hessen kam ihm zu geschwind aufden halß, und wiewohl er anfänglich mwc machte, mit demselben eines zu wagen, das treffen auch bereits bey Nordheim angegangen war, ward er doch von den Landgräflichen, die ohnedem ungleich stärcker waren, als er, zumal auch feine Generals und na» mentlich der vonWrisberg, an ihm untren wurden, und ihn wegen ermanglenderbezahlung gefangen zu nehmen gebrohetffo in die enge gebracht, daß er sich, nachdem er vorher viel von dem Hertzog Moritz zu Sachsen vorgeschlagene friedens - bedingungcn verweigert, ucbst seinem ältesten söhn dem Landgrafen ergeben muste, welcher ihn aufdie fcstung Ziegenhain bringen ließ, allwo er sich bald trotzig, bald gar geschmeidig aufführte, nachdem es ihm i» sinn kam, und nicht eher loß gelassen wurde, biß ihn der Kayfer an. N47 in den bedingungcn, die der übermannte Landgraf eingehen muste,feine erledigung zu wegc brachte, darauf er denn durch einenHcrold in sein land wieder eingesetzt ward, doch aber noch nicht zur ruh kam; Denn weil in den vorigen kriegen fein Land - Adel mehrentheils wider ihn gewesen war, gedachte er es ihm jetzo,und vertrieb viel von dem ihrigen, belagerte auch die stadt Braunschweig an. i z;», mit welcher er lang wegen der Herrfchafft in mißbrUlgkcit gestanden, muste jedoch aufKaystrlichen befehl die belagernng wieder auffhe- ben. Hernach befehdete ihn Graf Vvlrad von Mannsfcld, der es mit dem unruhigen Marggraf Albrecht von Brandenburg hielt, un vertrieb ihn wieder von land und leutcn, daß er i» dem Kayfer in das lager vorMetz ziehen und hülff suchen muste, da er jedoch gleich ankam, als Albrecht feinen frieden mit dem Kayfer gemacht. Indessen war hiedurch auch ErafVolrad auf friedens - qedanckcn gebracht worden, hatte sein volck abgcdanckt, und das Braunfchwei- gifche land geräumt, biß auf das schloß Steinbrück, so einige von dem mißvergnügten Adel inne hatten, Hertzog Hcnrico aber von dem Commendanten bey feiner zurückkaufst auch übergeben ward. Kurtz darauf zog er ein neues kriegs - volck grossen theils von dem Mansftldifchen abgedanckten Heer zusammen, weil ihm die Nürnberger und Fränckifchen Bifchöffe wider Marggraf Albrecht zu hulffe rufften. Mit denffeldigen züchtigte er nebst feinen nachbarn den Bifchoffen von Munster und Minden, feinen vettcr Hertzog Erich,ingleichen die von Bremen und Verben, weil sie es mit Graf Vvlrad wider ihn gehalten, stieß hernach zum Churfürsten von Sach>en,und lieftrteMarggrafAlbrecht,der indessen in basBraun« end des jahrs wieder heim, bediente sich aber feiner auf den da« habenden kriegs-macht noch darzu, daß er, bevor nach geendstM krieg mit dem Marggrafen alles abgcdanckt wurde, aus dem Mecklenburgischen, Lünedurgifchen, Anhallsschen, MansfMschen, m- gleichen vom Adel und städten, die ihm ehemals zuwider gewesen wäre, gewaltige brand-schatzunq einforderte. Nach diesem hat er gantz ruhig gelebt,auch noch vor seinem tod die Augspurgische c°n- t'-u.on angenommen, und ist an. 1 ;e>8 zu Wolssenbüttel verstorben. Er hatte sich zweymal vermählet, einmal mir Maria, Graf Heinrichs von Wurtemberg tochter, die von ihm bisweilen gar übel soll seyn gehalten worden, und an. 1541 verstorben; das andere mahl nur Sophia, des Königs Slgismundnn Polen schwefln, dieihn bis an. i;?; überlebt. Mit berstetztern hat er keine kinder, milder erstem aber drey Printzen gezeugt, davon die beyde älteste, Carl viLtor. ein tapsserer Herr, und Philippus, der des Avilä buch« Teutschen krieg ins Teutsche übersetzt, in der schlackst bey Sievershamen erschlage worden,dcrjüngsteJulius aber,der zuerst dem geistlichen stand gewidmet gewesen, ist m der regierung gefvlget- Sonst ist bckandt, daß er sich lange zeit eine concubine gehalten, die Eva von Trotte hieß, und ein Hof-fräulein bey feiner ersten gemhlin war, welche er, um ihr desto ungehinderter zu gemessen, heimlich aufdem schloß zu Stauffenberg aufhielt, und indessen vorgab,stesey an der pcst gestorben, ihr auch ein prächtiges leichen-begängnihnnd viel feel-messen hallen ließ,so ihm von den Protestanten zumöfftern hart vorgeworssen worden, als er seine vielfältige Unternehmungen wider sie mit einem ernstlichen religions - eyfer befchönen wolle. Ä-,in cirr. 5nx. bell» Ociw, 1.ultiersn. henricus Julius/ Hertzog zu Braunschweig und LünebW auch poNuiirtcr /lckminist-Lwr des Stissts Halberstadt/ war den 1; ock. an. i;ü4 gedohren. Seine eitern waren Julius / Herßvg zn Braunschweig und Lüneburg/ und Hcdwig / Churfürst Jochi- ml II zu Brandenburg lochtet. An. i;66 ward er von demWM zu Halberstadl an stakt des abgestorbenen Ertz-Bischvffs Sigls« mundi zu Magdeburg zum Bischofs von Halberstadk xoHuimt / weil aber vas Stifft mit schwären schulden Schafftet war / dchmt das capiml die regierung und im^uen ir jähr lang/und gab um ein gewisses. Er wohnte an. i zys der in-ugu^tion der univeMl Helmstädt den / und wurde der erste k-so-. Nachdem er an. As von dem Kayfer vewsm «»«5 erhalten / wurde er als Di!W ^ l-anirer > und zwar nach Catholischer art inrrollucirct/wvzu ec aO von dem Abt zu Huyseburg Johanne sich die prlmrm lonsuramkr- theilen ließ/ ob er schon so wol als sein Vater sich zur LiMtM rellgron bekannte. Über diese sacke hat nicht mir Martin C!M« der damalige8u?er,i>i!.-iMcm z„ Braunschweig/ nebst seinen«>»-- 8is> sich gcrcqet/ sondern Hertzog Wilhelm zu Zelle soll ausgesagt haben: ehe ich wolle meine Kinder also lassen scharen / M schmieren/ wolle ich denselben lieber zumkirchhofimd gramov gen. Doch Jacob Andrea cmschuwigte die fache / vM gantz vor inciMcrenl angesehen wissen. Bey seiner BlschostlW w qicruiig zu Halberstadk hat Hertzog Hcnrtcus Julius daS Mi schloß zu Grüninqcn samt der berühmten kirche/ vrgel/ sein Wein-faß daselbst / erbauet. An. i;8i wurde er s Minden / re,Kniete aber selbige stelle an. 1 z 8t unter freyem M«. Als an. -;8y sein valer / Heryog Julius / verstorben war / vM» er / vermöq des Vertrags und väterlichen testaments/ dle regimM des zürstcnlhnms Braunschweig / und -ll-gmrte seinem lEr Philippo Siglsmundo die äinter Sick/ Diepenau und Mw ' An. i;yi rctormirke er das Stifft Halberstadk von den MW Calholischrn ccremonicn/Iieß an. i;yr ein neuescoUegm«zu städt bauen / nahm an. i z y; nach absterben GrafEmsts zn-M- stein die 2 ämter Lohra und Klcttcnocrg ein / weil sein vatce no dem Stiffte Halberstadk darmit bereits war belehnet womN ' " denn unscrin Hertzog auch dic s-lminillr-rinn des klosters Ld ried / welche jetztqcdachler Graf Ernst gehabt / noch lem» aufgetragen worden / derer er sich auch so bald Eenv» n. war aber mit dieser Pollution derconvcnwsien Gras . lhcr von Schwartzburg nicht zufrieden / welcher schviu« .... dieser L-lwinittr-kion gestanden hatte. Er brachte nuch lelSt - zu Alten-Campen / welchem ehedem dieses recht instestauden v dahin / daß er ihn zum Abt zu Walckcnricd verordnete. diesem vr.-r-r, nahin der Graf dem klostcr alle cinkuMe/ M ^ dessen landen hatte / zurück. Die fache kam au da^celchs-c«u. . gerrcht/ und obschon an. >;94 dem Grafen vom KaWEu^ ward / das zurück bchallene wieder zu geben / so ist die ^ nicht zur -x-c„rion gekommen / sondern zu einem iangw eus- , ceß gediehen. Doch ist imWestphälischcn frieden dieses klosttt ^ lich an das hauß Braunschweig überlassen worden. a/W U A Vetters Hertzogs Philippi todc an. i zy6nalm erbas Mm Grudchagen in besitz / mowider das hauß Lumburg am M l ^ chen Hof k^rettirt / und an. löi? auch emen kLvorab>en au Krhaltm.Wrewol!ohnedem 20 jahMrttach das gantze bauMkaun. schwelg, abgestorben/ und alles nach Lüneburg gefallen. Ais an. -;s8 die Sxamchen volcker m Westphalcn einfielen / sendete er als Oberster des Nleder.Sachsischen crayses ein reqimcnt in Westpha- lenz welches aber meukenm / und die rädelsführer dessentwegen nachdem kricgs-rccht bestraffet worden. An. 1599 starb der letzte Graf zu Blanckcnburg Johann Georg/und Hertzog Heinrich In- lius nahm so wohl Nernstein als Blanckenburg in besitz/wovonchas erste als em Halberstädtisch lehen/ samt diesem stifft an das Haus Brandenburg gekommen / das letztere aber bey dem Braunschwei- gischen Hause geblieben. Weil ihm bey dieser gelegenheit einige Hal- berstadtische Dom-Herren zuwider waren / ließ er die so genannten mucken.thaler schlagen/ auf welchen ein gekrönter löwe zu sehen/ um welchen einige mucken / über denselben aber der Römische adler schwebest. An. 1600 den 22 jan. lteß der Hertzog eine «lccisrLrion wider die stadt Braunschweig heraus gehen/ darinnen er dieselbe der rcbellion beschuldigte / und machte allerhand kriegs-anstalten gegen dieselbe. Die von Draunschweig aber fielen an. 1602 dem Hertzog in das land / wo sie übel hauß hielten / und unter andern die stadt Schevpenstadt den 1; may gantz ausplünderten / sie liessen auch an. 1604 unterschiedene aus ihrem Rath hinrichten / ver- muthlich dessentwegen / weil sie einer coiiull»» mir dem Hertzog be- schuldiget worden. In diesem jähr ficng der Hertzog an die stadt zu belagern / und mit ir schantzen einzuschlieffen. Doch nachdem die beiagerung 5 monat lang gewähret/ musien aufKayserlichenbeseht die fcindseligkeiten beyderseits eingestellet werden, (siehe Lraunschwerg/stadt.) Die von Braunschweig aber rührten nicht / sondern plünderten und verbrannten den iz apr. an. 1606 das schul-kloster und kirche zu Niddagshausen. Der Hertzog beklagte sich hierüber am Kayserltchen hof/erhielt auch noch selbiges jähr/ daß die stadt in die acht erkläret / an. 1610 aber /daß ihm auch die execunon aufgetragen wurde- In diesem jähr befand sich der Hertzog mit unter den Chur-und andern Fürsten / welche den Kayser Rudvlphum II / mit seinem bruder Matthia / der damals König in Ungarn war / verglichen. An. -eu 1 den 27 jnn. ist auf dem Nieder-Sächsischen Cräyß-tag zu Halberstadt die gedachte achts-erklä- rung wider die stadt Braunschweig mit vielen üa-unkaten putzilljrt worden. Doch der Hertzog starb / ehe er noch etwas besonders wider dieselbe vornehmen können / den 20 jul. an. lüi;zu Prag / wo er sich eine zeit lang in seinem eigenen daselbst erbaueten pallast/ im Kayserltchennamen einige zwtstiqkeiken beyzulegen/ aufgehalten hatte / wobey er sein menschlich elend sehr nachdrücklich erkannt / und insonderheit ein versöhnt gemürh gegendie stadt Braunschweig bezeuget haben soll. Nach cröffnung des cvrpcrs soll sein Hertz als ein larer zusammen geschrumpffrcr beutel gefunden worden seyn. Sein leichnam ist m die neue kirche in der Heinrichstadt zu Wolffen- bütkel beygesetzt worden. Er war ein verständiger Herr und in den rechten wohl geübet / hatte auch lust zur c^nue. msMell. den E-- 9»,räten/und andern wissenschafften; ja er halle zu seiner ergotzung i; handwercke erlernet. Daß er zu Prag / Helmstadt und Gru- ningen prächtige gebäude aufgeführet / ist auch angeführet worden. Daß er den Juden nicht günstig gewesen / ist daraus zu sehen / daß er ihnen an. 1^91 den schütz aufgekündiget/ und sie aus allen seinen landen geschaffen Von seinen Händeln mit der stadt Braunschwelg sind an. 1607 und an. 1608 drey zimliche kommen zu Helmstadt heraus gekommen / worinncn/ was zu bebauptung der Hertzoglt» chen rechte gehöret/ enthalten. Die weitlauffttgen tttul hievon/ und von vielen andern beyderseits gewechselten schrillten stehen m bikliortiecä v. 87 Y7- Lrauntcrivv. ckron. x, conrinum. ^leibom. p. ziZ teog. iier/ctsss/tZ rntiguic. LrvmoZ. z>. so. Zerren und ^ertzoge zu Mecklenburg: Anricus mitdcm;unameutticro5oiymirLnuz,Herr zu Mecklenburg / ein sohnJohannis it>-oiog>. zog an. 1270mttdem Kvmg in Frankreich Lüdovico IX in das gelobte land/ward aber daselbst von den Saracenen gefangen / und nicht ehe / als nach fahren wieder loß gelassen. Auf seiner heimreise fiel er wlederum den sec- räubern in die Hände / und nachdem er sich daraus befreyet/ kam erin Mecklenburg wieder an / starb aber kurtz hernach an. izor/ nachdem er noch vorher Wißmar/ so der Graf zu Schwerin m» zwischen angelegt/ an sich bekommen/ und hinterließ von seiner gemahlm Änastasia/ Hertzvgs Barnimi zu stelln tochter/ nebst zweyen töchteren / davon Luitgard / Hertzogs Premislai in Polen gemahlin / und aufdcssen befehl an. 1282 von ihremkammer- mädgen umgebracht worden / Johannen! / der gar fruhzett g/ ohne von seiner gemahlin Helena / einer Ruglschcn Prmtzcßm/ erben zu hinterlassen / gestorben/ und Henricum mit dem zuna- men der löwe / der das geschlecht fortgepflantzer. 6^»-^ VsnNLl.I.7.c. ;4 ö(4Z. L^L-Lax. I. rn p. r86. ssiloZ. p. 7 ° 9 . Henricus / der löwe / Herr von Mecklenburg und Stargard/ rinsohndesvorgedachienHenricitt/eioloiym.mn,. Als verRay- ser Albertus I von Oesterreich das Königreich Böhmen an sem hauß zu bringen suchte/ befand er sich mit unter denen / so ihm dißfalls widerstunden / und ließ/ indem er allein unier der fluchtigen armce stand hielte / einen so grossen muth sehen/ daß man ihn deswegen mit dem obgemcldten bcynamen bcchrte. Seine erste gemahlin/ Beatrix/ eine rochier Albertt/ MuUstraftnvon Brandenburg / brachte ihm an. -290. die HerMafft stargard als ein heyrathsgut zu / welches er auch / ungeachtet Waldemar/ Margqraf von Brandenburg / sich widersetzte / mit gewalt behauptete / auch zum theil mit geld erhandelte / wiewol dieser sttett erst unter seinem söhn Alberto I völlig gehoben wurde. Als er sein andres beylagcrinrtAnna/ einertochterAlberttII>Dertzvgszn Sachsen/ begangen hatte/ und in Wrsmar semen ernzug halten , tzen 74? LZmen. Wegen der stadt Rostock hatte ernoch mehr verdEch» ÜK- „Es solke ncmlich die er ort nebst der dar u gehör gen ^ schafft nach absterben seines vettern / Niclot/ auf L Würger unt-rwarffen sich a„. ß'L 1 „Ä b?y dL lE mit gewissen bcdlngungcn/ dem Könige von Dänemarck Erst» VNiclot selost wider den Marggrafen zu Brandeubura zuhulffe geruffen;( siehe Nicolotus das kmd zu Rostock ) Heun. cus bezeugte zwar sein Mißvergnügen darüber/ kunke aber nichts anfangen / b,s an. izn die Rostocker durch ihren ungeborsam den Konig von Danemarck erzürnet. Durch diesen ließ sich lnerl aufHenneus orcir.: geben / die stadt in dessen namen zu züchtigen» Er belagerte sie auch mit grossem Nachdruck/ ward aber von Dänischer fette so schlecht, wcunMtt / daß er unvemchteter sachenab- Ziehen müsse. Drey >ahr hernach starb der oderwehnte Niclot ohne leibes-erben / und in eben demselben jähre bemächtigte sich Henricus der stadt Rostock durch eine krieges-list/ wobey er gegen nie. wand/ als gegen die vornehmste widerspenstige sich ungnädig er- w!e!-.An-z2; ward ihm durch ordentliche tbattaten von bM Dänischen Könige Lhrlstophoro ll alles recht auf Rostock / Gnv- ven/ Suan und darzu gehörige'orte/ so die Herrschafft Rostock ausmachen / abgetreten / jedoch daß er deßwegen ein Vasall den cron Danemarck seyn solle / wiewohl der lehens-.>°xm hernach erlassen worden/ ( siehe Albertus Königin Schweden.) von welcher zeit an auch diese Herrschafft beständig beydem Mecklenbur- glscyen Hause geblieben. Ausser den obcrwehnten beyden gemah. lmttcn hat Henricus noch zuletzt Agnekem/ eine lochtet-Witzla/ Fürsten von Rügen / geheyrarhet. Mtt der andern gemahlm hat er 2 söhne gezeugt / von welchen Albertus die linie zu Mecklenburg /Johannes aber die linie zu Stargard angefangen. Ex selbst lst an. 1; 29 gestorben. v-wmi. 1.61.141.7 c. ;6i.z c- Z> 4. Loce--. cie gucib. K/icclttenb. H-E-'. fflloßc p. 709. res tz ir. Ncicks-arckiv r. 7 p. 498. henricus/ der heucker/ suffsnLr, zugenaunt/ weilerdis strayenrauber in dem lande mit grosser schärffe aussuchen und ab- straffen lassen, war der jüngste söhn Albertt I / des ersten Hertzogs zu Mecklenburg/ ein bruder Alberti II / Königs in Schweden, und hatte antheil an der regierung der Mecklenburgischen lande. Ex starb an. i M und hinterließ von seiner gemahlin Jngelburg, Königs Waldemari III in Danemarck/ tochter/ einen soh«/ Albertum III/ der aber an. 1)87 ohne kinder mit tob atgieng. VsnciLl. I. 9. c. 8. H-E- isUog. ^ 7/2. not. ^roc. I,n^. !. 4. c. 5. §. 4. henricus/ der feiste bder fette/ ein sohnJohannis H/dem er an. 142) fuccellirte/ mit Calharma/ Erici IV Hertzogs zu Sachsen-Lauenburg tochter/gezcuget/ist einer von den vornehmsten Hertzogen zu Mecklenburg. Denn er hatte das glück/daß zu seinex zeit an. 14)6 der letzte Fürst der Wenden Wilhelmus/ und an-1471 der letzte Herr zu Stargard / Ulricus II/ ohnbeerbt mit tod abgten- gen / deren lander ihm als nächstem -gnscen heimstele» / daher ev der erste war / der alle Mecklenburgische lande beysammen hatte. Wiewol dieses nicht ohne harten streit mit Friderico I / Churfürsten in Brandenburg / abgieng / dem die letzte Fürsten zu Wenden gehuldiget hatten; welcher streit endlich an. 1442 zu Wtttstock dergestalt beygeleget wurde/ daß diese länder Henrico und seinen nachkommen verbleibe»/ nach deren abgang aber nebst allen andern Mecklenburgischen landen an Brandenburg fallen sollten. Unter Henrico gtengen auch in den beyden Hansec-stadtcii Wißmar und Rostock grosse unruhen vor / indem die bürgerschafft mit dem Rath sehr übel verfuhr/aber deswegen von dem Käyser Sigismundo hart gestrafft wurde. Die Universität ward damals an. 14; 7 von Rostock nach Gryphswalde verlegt / aber nach geendigtem tumutt am 1442 wieder an ihren alten ort gebracht. Hertzog Henricus starb an. 1477 / und hinterließ von seiner gemahlin Dorothea/ Churfürst Friedrich I von Brandenburg tochter / 4 söhne/ davon Albertus und Johannes ohne erben gestorben/Balthasar Bischoff zuSchwe- rm undHildesheim worden/MagnuS II aber das geschlecht fvrtge- pflantzec hat. He«--' ssttoß. p. 7/z. /»/-sMor. 1.4. c. H 4. henricus / mit dem zunamen der friedfertige oder der vateü des Vaterlandes / Hertzog von Mecklenburg. Er war gebohren an. 1479 / und hatte zum vater Hertzog Magnum / zur -nutter aber Sovhiam, eine tochter Erici II/ Hertzogs in Pommern. Die lan- des-regierung trat er an in dem jähr - / und führte Wiche mit seinen brüdern Erico und Alberto VI gememschafftllch. Als Erc- cus an. iz°8 ohne erben starb / drung Albertus VI am eine ther- luna / worüber grosser streit entstund / der auch nicht völlig tonte gehoben werden. ( f Albertus VI / der schöne.) An. i;°6 ward er nebst seinem bruder Albrecht in einen unvermutheten krieg mit der stadt Lübeck verwickelt. Es hatten nemllch drey betrun« ckene Mecklenburgische baurem deren gcrichts-frau Jrmengard von Buchwald hiessmit einigen Lübecker-schiffern einen streit angefan-. gen / worüber man 2 von jenen ui verfasst nahm. Der duktc liess davon / und gab vor, man wäre zu Lübeck willens , seinen zwey cameraden die köpsse abzuschlagen. Hierüber sieng die obge» meldte aerichts-ftau einen grossen lermen an, und bewog die umli- mnde Edelleute, sonderlich die von Parchintm, daß sie wider dlä Lübecker die Waffen ergriffen- Ungeachtet nun.gleich den folgenden tag die 2 arrestirte bauren unbeichadlgt zurück kamen, jo waren doch auf beyden theilen die gcmutber schon dermaßen widep ^1 chxiU Bbbbb emach- x einander erhitzt, daßman rgantzer iahr E zweiMhafftem glück und vielem blutvergiessen krieg führte. Endlich schlug sich Hen- kieus, Hertzog von Braunjchweia, in das mitte!, und beförderte L 1 °8 Ln NL nach deckn schluß des Hertzogs von Mecklenburg regierung niemals wieder beunruhigt ward. Der Kayser Marimrlianus I ertheilte ihm an. i;->2 eine cxp-Ä->nr aufdleLand- grafschafft Leuchtenberg, falls der damalige Landgraf Johannes ohne eheliche männliche leibes-erben versterben wurde Es hat aber hernach dieser Landgraf männliche erben hinterlassen, ^m übrigen ließ Henricus zwar m seinen landen die Lutherische reli- aion empor kommen, wegerte sich aber beständig m den Schmal» kaldischen bund zu treten. Er starb an. 1552. Zum erstenmal hatte er sich vermählt an. i zo6 mit Ursula, einer tochter des Churfürsten von Brandenburg, Iohannis, welche an. 1511 mit tobe abgieng; zum andernmal an. 1; i; mit Helena, einer tochter Philippr, Churfürsten von der Pfaltz; zum drittenmal an. 1? 51 mit Ur,ula, einer tochter Magni, Hertzogs m Sachstn-Lauenburg. Aus der ersten ehe ward ihm an. 1509 gebohrenMagnus, Blschoff zuSchwerm, welcher nachgehends an. 154; mit des Königs von Danemarck, Fridericil, tochter Elisabeth sich vermahlte, aber noch vordem Vater an. r^c. ohne männliche erben das zeitliche gesegnete. Aus der andern ehe ward an. i;i4Milippus gebohren, welcher von blödem verstände war, und an. 14 87, nachdem er die regierung 5 jähr nach seines vaters tobe geführt, »«vermählt starb. tie ciucib. »4ecIcIenl,urZ. fylloZe bittorico - xcncLioß- P 7,4. 4.-5. §.4. Lü»»F8.ciclis-Lrckiv?. 7. p. ;oo. Landgrafen in Hessen. Henricus / das kind zu Braband/ war der erste stamm-vater der jetzigen Fürstlichen Heßifchen linien. Er war an. 124; geboh- ren. «sein vater war Henricus der großmüthige/ Hertzog zu Braband, seine mutter Sophia, Ludovici VI, Landgrafen rn Thüringen und Hessen tochter, und Henrici Rasponts, des letzten Thüringischen Landgrafen bruders, tochter. Nachdem selbiger an. 1248 ohne leibes-erben verstorben, gab es wegen der lucccstzon in den Thüringischen und Heßischen landen streit, indem Henricus illulklz. Marggraf zu Meisten, des verstorbenen Henrici Ra- sponis schwester söhn war, und dahero selbige lande in ansprach nahm- Jedoch wurde es dergestalt verglichen, daß Henricus zu Meisten Thüringen, Henricus von Brabant^ber Hessen behalten jolte. In seiner Minderjährigkeit regierte Sophia sehr klüglich, nach ihrem tode aber trat Henricus die regierung selber an, und führte an. 1270wider Paderborn, wie a-.wh an. 1277 widerMayntz glückliche kriege. Er wolle das recht der ersten geburt einführen, darwider setzte sich aber sein söhn Henricus, und hatte allbereik einen starcken anhang von der Ritterschafft. Doch stund der Käy- fer Adolphus' von Nassau dem vater bey, und starb der söhn vor dem vater. Er hat sonst das schloß zu Cassel erbauet, und die Herrschaffc Beilstein von dem letzten Grafen Johanne an. 1290 käuflich an sich gebracht, auch die raub-schlösser in Hessen zerstöret. Er hatte; gemahlinnen; die erste war Adelheid vonBraunschweig, mit welcher er Henricum und Ottonem erzeuget; die andere war Mechtildis/Hertzogin von Eleve, von welcher er nebst verschiedenen Printzeßinnen 2 söhne hatte, Johannem und Ludovicum; von der dritten, Anna,soPfaltzgrafLudovict des ernsthafftcn tochter war, hatte er keine erben. //«-"«rcliron. Lrabaat. cdronic. sslloZe gen. p. 6; 8. /mkos noc. proc. 1.4. c. 7. Henricus / mit dem zunamen der eiserne/ Landgraf von Hessen , war des Landgrafen Ottonis ältester söhn von Adelheid, einer gebohrnenGräfin vonRavensperg- Den zunamen bekam er, theils von seiner leibes-stärcke, theils aber von dem Nachdruck, womit er sowohl seine Unterthanen, als auch die benachbarte Fürsten / nach, dem er an- iza; die regierung angetreten hatte, im zäum zu halten wüste- Man fürchtete sich auch durchgcljends so sehr, ihn zu beleidigen, daß man sprichworts-weise von ihm sagte: Hüte dich vor dem Landgrafen zu Hessen, wenn du nicht wilst werden aufgefrest sen. Mit seiner gemahlin, Elisabeth, einer tochter des Marggrasen von Meisten, Friderici mit dem gebissenen backen / zeugte er 2 söhne, Henricum und Ottonem, nebst einer tochter Judith. Der älteste söhn Henricus vermählte sich mit Mechtild, einer tochter Dickerm, Grafen von Eleve, starb aber ohne kinder noch vor dem vater. Der andere söhn Otto hcyrathete des jctztgedachtcn Grafen andere tochter, Elisabeth, und weil er vorher eine geraume zeit unbekannter weise vor einen schützen an dem Clevischcn Hofe gedient hatte, so ward er der schütze beygcnennet. Allein auch dieser starb an. i??9 erbloß und noch bey seines vaters leben. Die tochter Judith bekam zum gemahl Ottonem, den freygebigen / Hertzog zu Braunschweig, und ließ gleichfalls keine kinder. Henricus der ei- serne/nabm sich nach absterbe seiner,ohne vor,Ottonem den geraden / welcher seines jetztgedachten schwiegcr-sohns brudern söhn war, zum erben seiner lander zu machen- Als aber derselbe cins- rnals unbedachtsamer weise sich verlauten ließ, daß er, um desto eher zu einer so ansehnlichen erbschafft zu gelangen, Henrici tod wünschte , entrüstete sich dieser dermaßen wider ihn, daß er die zu seinem besten gemachte Verordnung wieder umstieß, und hingegen Her- mannum von Hessen, seines leiblichen bruders Ludovici II söhn, zu seinem Nachfolger erklärte. Henricus starb an. 1; 76, und zwar n einem hohen alter; daß er aber das 104 jähr erlebt haben solle, wie einige vorgeben, ist ohne gründ. ttei6scbe ckroaic. Ueill cliron. cle Princip. Grafen und Hertzoge zu Holstein: Henricus I, der jüngste söhn Grafen Gerhardt I von Holstein, «us der Rendsburgischen linie, bekam in der theilung mit seinem l bruder Gerhards II die Holsteinische lande, so viel er geerdet, (sihe Gerhardus I.) Er führte nebst seinen «2 5 Ktel und seinem bruder m,t den Ditmarfche» und einigen gen vom Adel, so den Hertzog von Sachsen - Laucnbiirq -u 2- hatten, kriege, und bekam an. 1 ;->s in der schlacht bey UterÄ» radelsfuhrer Peltz gefangen. Er starb an. 1; 10, und tteß von ssi ner gemahlin , eines Grafen von Bronckhorst tochter, zwey L 6^ßen/ und Johannem IV, die schafftlich regieret ben. Zclisucnb. cbron davon der letztere ohne männliche erben äL cnsuknb. ctirnn. I. Z c, Z, 7 p. „r, .Henricus II, mit dem zunamen der eiserne / wegen leiivr starcke und unerschrockenen Muths , Grafen Gerhardt V grossen von Holstein, aus derRendsburgischen linie, ältester s»bn. befand sich nebst seinem vater in Jutland, als solcher an i-ä» ermordet worden, dessen tod er auch nachdrücklich rächete. sfibe Gerhard der grosse.) Der König in Dänemarck Wvldema üz III bestatligte ihm alfobald den besitz von Fünen, Jütland und der Plätze in Seeland, so sein vater pfands-weise inne gehabt, N sich auch geneigt finden, Schleßwig für Jütland auszuwechseln, wiewohl diß letztere nicht vor sich gieng, weil Woldemarus, Her. tzog zu Schleßwig, nicht einwilligen wolle. Nachmals zerfiel er mit Danemarck, ließ aber seinen bruder Nicolaum diese streitig. keilen meistens allein aus,uhren, und begab sich erstlich in Schweden , da er dem König Magno die Finnen bezwingen helffen, und Calmar eine zeit lang wegen aufgewandten kosten zum Unterpfand besessen. Hernach reifere er zu König Eduards III von Engelland, und befand sich in desselben diensten bey der schlacht zu Erccy an. i;4ü, und der daraufgefolgten belagerung Calais. Seine tapffer, keit brachte ihm des Königs grosse qunst, und der Engelländer md zuwege, die einsmals, da er des morgens frühe in demschloß-hof gieng, einen löwen aus seinen schrancken loß liessen, der sich aber, an statt ihn anzufallen, durch dessen anrede bezähmen und bewegen ließ, sich vor ihm als ein Hund nieder zu legen, auch nachmals sich von dem Grafen einen krantz aufsetzen ließ, den die umstehen, Le Engelländer abzunehmen nicht getrauten, wordurch er sie zu beschämen suchte. Er verließ jedoch kurtz darauf den Englischen Hof, und wolle Ven schimpf, den des Königs in Schweden Mag,,, söhn, Haquinus, König in Norwegen, seiner schwester EWelb erwiesen, indem er die versprochene beyrath mit derselben nicht erfüllen wolle, rächen; worauf die Schweden ihm gar die Crvne anboten , so er aber wegen alters abschlug , und feines bruders Ni- colai tochter kind, Albrecht von Mecklenburg, darzu verbalst; da, gegen sein bruder hinwiederum grosse treue an feinem minderjährigen söhn Gcrhardo VI nach seinem absterben erwiest Znlcht ließ sich Heinrich noch durch den Pabst Urbanum VI bereden, das commLn-lo seiner armcen in Apulien zu übernehmen, und that deßwegen an. iz?8 eine reise dahin, die jedoch vergebens war, weil der Pabstliche General sich nicht wolte absetzen lassen, und der Pabst auch ihm änderst nicht zu helffen wüste, oder wolte. Drey jähr nach seiner wiederkunssc an. izgr starb er, und hinterließm seiner gemahlin Anna, Hertzog Albrechts des löwen von Mecklenburg tochter, drey söhne, Gerhardum VI, seinen Nachfolger; Albertum, so in Ditmarschen geblieben; und Henricum, so Bischofs zu Oßnabrück worden. 8cliLumb. cliron. I. z «. r7 - Zl. bitt. icc. l)LN. !. 8. Henricus III, Hertzog zu Schleßwig und Graf zu Halsten,, Gerhardt VI ältester söhn, gebohrcn an. izy/, war nach M§ vaters tod nur 7 jähr alt, und nebst seinen brudern unter ,dcr Mutter und des vaters bruders Henrici, Vischoffs zu Oßnabrück, vor» mundschafft. Die Königin Margaretha in Danemarck hielt diß vor eine gelegenheit, Schleßwig, womit sie seinen vater belehnt, wieder an die Cron zu bringen, und lockte den Printzen an ihren hos, 6-ciLi-irte sich zur ober-vormünderin, bekam Apenrode, sondern , und einige andere städte, gegen vorschoß an geld Pfands» weiß in ihre Hände, und ihr Nachfolger Ericns X, bekam auf gleiche art Flcnsburg, gegen eine vorgegebene Auld, und endlich gerieth es zum öffentlichen krieg, darinn die Da« von Graf Adolph zu Schaumburg, der seinen vettern m H01M beystand leistete, an. 1410 bey Eggebeck geschlagen, und die M Flensburg, doch ohne das schloß, erobert wurde. Doch nahmen die Dänen als die stärksten dieselbe nebst Feinern und aiitcmi bald wieder ein, und da inzwischen der junge GrafHenricus m erwachsen, verweigerte ihm Ericns X die bclchnnng von wig; die Hertzoge zu Brauufchweig und Mecklenburg , so vorher Hcnrico gcholsscn, machte» wegen den aufgewandten kojicu grM forderungen, die Ditmarschen nahmen Dänische Parthey, mo KayserSigismundns, als ein anverwandterEriciX, warglM- falls Heimes III zuwider, der auf ergangene cirsrwn bis nam Ösen in Ungarn gereist, allda aber an. 1424 der ausspruch M» ihn geschehen, jedoch so, daß ihm Ericus X;oo°°°marck M Laland davor anboth. Heinrich -pp-liirte an den Pabst, der W Schleßwig zuerkannte; die Hanscc-städte nebst einigen Lcm schen Fürsten nahmen sich seiner an, da er aber an. 1427 >>> belagerung Flensburg sich zu weit wagte, wurde er Jhm solgte, weil er noch unvermählt gewesen, phus V III. bitt. van. I. 9 P. lcgg. ^ 8ckLumburg. clicoa. l. z c. Z4 - Z9 p. i;6 icgg. öc I. 4 c. 4-7 k' - Lgg. Hertzog in Schlesien: Henricus II kiu5, Hertzog in Nieder - Schießen, ein B Henrici Lrrbsrl, lieferte den Tartarn, die an. --v i» Scv>^ >Ä O .>> N! !ci! ltt! üi's. U't eil? c-, hen einfielen, eine unglückliche schlacht, denn es Weben von den zo°o°> mann, welche er zu,ammen gebracht hatte, nicht allein so viel auf dem platz, daß die Barbarn mit deren ohren s sacke voll füllen konten, sondern er ,elbst wurde getödret, indem ihm ein Tartar einen spieß durch den leib rannte und den kopff abhieb. Seinen cörper erkannte man an dem lincken fuß, woran er 6 zehen hatte. Als er aus Liegnitz dem feind entgegen zog, fiel ihm ein bach-ziegel auf den kopn, welches einige vor eine anzeiqung eines bevorstehenden Unglücks auslegten. Man sagt, es sey in der Elan ein unbekannter Ritter um die armer herum geritten, und habe geschrien: fliehet! fliehet! worauf die Christen, die steh anfangs wohl gehalten, in schrecken und Unordnung gerathen wären. Es sollen auch die Tarlarn einen bezauberten kopff auf einer stanze herum getragen haben, dadurch ihre Widerpart gantz entkräfftet worden; allein diß ist eine fabel. Es hinterließ Henricüs von seiner gemah- lin Anna, einer Königlichen Printzeßin aus Böhmen, 4 söhne: r) Henricüs III, bekam das Hertzogthum Breßlau; 2) Boles- laus ll oivus, erhielt Liegnitz; Uladislaus, wurde Ertz-Bi- schoff zu Saltzburg; 4) Conradus II, erbte das Hertzogthum Glvgau. 5 clll. cliron. gsnsLl. rab. Ao. Graf zu würtemberg: henricüs / Graf zu Würtemberg, ein söhn Ulrichs des vielgeliebten/ gebühren an. 1448. Von diesem und einigen an« deren Wurtembergischen Herren gleiches namens sitze wär» ttmberg. Frantzösisthe und andere printzen. Henricüs / Printz von Franckrcich / sein vaker war kudovi» eus VI, der dicke oder fette zugenannt/ ein schöner / tapferer und munterer Herr/ welcher wegen vrclen rühmlichen »Lianen/ bey denen er sich wieder seine feinde iig»»nsirte/ ie n.irri»cur ge- nennet wurde; sintemahlen gewiß ist/ baß wenig Fürsten und Komae von ihren Unterthanen grösserefeindftligkeiken nach einander erlitten/ als eben dieser Ludovicns/ welchen allen er doch rit» terlich begegnet und mitsonderbahrer klugheitentgangen ist. Seine mittler aber wäre.Adelheid / die älteste tochter Humdertill, Grafen ;u Manrienne und Savoyen. Obschon dieser Henricüs einen Kriegs,Helden zu einem vakter hatte/ war er doch mehr der federals dem deqen gewogen / und fände in den üullüs seine gröste ergötzung/ wiedmeke ihnen auch seine jüngere jähre mit einer solchen emsigkett / daß er nach überstandencn vielen exsMrüs erstlich c»nonicus zu Packs / hernach /mM6i.iconus von Orleans / und von verschiedenen orten Abt wurde. Er träte aber alle diese seine geistliche b-neilciL seinem jüngeren brudcr Philipps ab / und gien» ge an. H4Y in das kloster Clairoaux; Er wurde aber von neuem beförderet / und nachdeme er das Bistumb von Beauvars eine zeit» lang versehen / mit der Ertz-Bischöfflichen würde von Nheims re» galieret/ allwo er auch an. 117; gestorben. ff>sc. bitt. prrr. z. Üb. l c. w- ep., Lin not. 26 ?errum Lellsnlsm.^'row I.! c. 4;. lliüoir. cie Is msiion 6c Trance. Lr,?r,s ellsllls Liirlll. henricüs von Angouleme / ein natürlicher söhn des Königs von Franckrcich Henrici II > und zwar von einer Lochottlscheir Dame/ (wie Brantome schreibt / und wie schon droben unter dem articul Henrici II / Königs in Franckrcich) angezo« gen worden/ aus dem geschlechte Flemming/ oder nach dem Auselme / aus der familie Leviscvn. Er bekam das Groß» ?no,sc von Franckrcich/ und an. i;7y gab ihm die Königliche frau Mutter / Calharina ki-McLL, das Zouvsrnsmsm von Provence/ theils weil die damals aufrührischeemwoonerdieser Provintz mit gewalt einen Prmtz zum oouverneur haben wollen / theils weil der Groß-nnorunter der Hand den gedachten auftuhr unterhielt/ und folglich denselben wieder zu stillen vorgeschickt angesehen ward. Indessen war ihm die gedachte Catharma ^ ciicL-r in ihrem hertzen sehr aussätzig / weil er es weder Mlt lhr noch mit der Gutsischen parthey halten wolle / und suchte daheco ihn gleichfalls bey ihrem söhn / dem damaligen Könige Heime» III in Übeln credit zu setzen. Hierzu trug nicht wenig bey ein gmnsser Capttain von den galeeren / namens Phiiippns Allovrtt / Baron von Castellanes / welcher Renalam von RtcurChakeauncus/ des jetztgedachlen Königs ehemalige mMtrsNc, gchcyrakhet hatte.Der» selbe schrieb öffters bliese nach Hofe / worinnen er den Groß. vieler Ungerechtigkeiten beschuldigte/ wie auch daß ermiemem xauvernemcnt die innerltche Unruhe nicht zu unterdrücken/ jon» dern znvermehren suchte. Einer von diesen briefen siel dem Groß« krior in die Hände. Gleichwie er nun deswegen sich zu rächen be» schloß / also muste es sich zu allem Unglück fügen / daß als erden 2jun.an. i ;86 zu Air vor einem msrihshmisc vorbey p-umte/er den Altoviti oben in einem fensterligen sahe. Udcrdiesenandllck ergrimmte er um so viel mehr / weit er ihm ausdrücklich hatte wissen lassen / daß er bey Vermeidung harter strafe mchk an solche ortcr kommen solle/ wo er selbst sich befände. . Ohne sich dannenhero zu bedencken / liess der Groß-mio, mit zuruckiaffung seiner garde/ indaszlmmer/ wo Alloviti war/ zeigte demselben mit der einen band den aufgefangenen brief/ mit der andern aber streß er ihm zu gleicher zeit mit seinem degen zweymal ln den lllb. Da sich jener tvdtlich verwundet fühlte / sammlest er noch >o vlci i raffte zu» sammen/ daß er dem Groß«nrlor mit fernem dolch einen gefährlichen stich in den unterstell) gab; wiewoi ernlge haben sagen wollen/ daß einer von bes Groß>l^ior 3 Edelleuten / namens Segmranev/ ^ . ... hen >747 restzugeben gesucht / unversehens da^de^^P^^ rugsttch mt getroffen. So viel ist gewiß/ od-fni.Sn^o^le,neben verwundeten Altoviti mit hieben ^ ss üilerlchtet / und hernach seinen eörp^r zu dem sen md///f?n s-bEÄ Der Kvnig war über die« n ^ und ihm zu gefallen stellte sich seine prau mutte, auch also an. nn übrigen waed vletei' g.i-in/r dmchgehends wahrhafflig bedaurer / zumal da er sich in der mo» rast/in dmchtstocken/ m fremden sprachen/ in der mchlmy und sonderllcy in der pvem eine grosse wtssenschafft zuwege ae» bracht / auch durch jcme leusieltgkejt sehr beliebt zu machen gewüst hatte. Er war bemüht gewesen/ von allerley amiguitäten und selkenhetten/ so wol der natur/ als der kunst/ eiu cabinek zusam» mcn zu bringen / welches auch bey seinem rode m einem vorweist- chcnstande war / hernach aber gäntzlich zerstreuet ward. ML mem, cies Osw. Q^!. com. r p. ^ 72 . ?. Uiii.gsneL!. 6 s I, r^Lis. 6c krZncep. 144.bitt. I. 85. 6s k^.ice rom. ; P. 477 . 6 ,i, 6 ir. henricüs (Eudo) Hertzog von Burgund; sein vaker Ware Hugo der Abt, Hertzog von Franckreich, oder Neustem und Burgund, Graf von Paris rc. wegen seiner schönen gestalt und zum unter« scherb Hugoms, des schwarten/ der weisse/wegen seiner sonderbaren leibes-groffe aber, der grosse / zugenannt; den namen des Abts bekam er von denen drey Abteyen von 8 . Denis, 8 . Gcrmain Gra» ftn vonBurgund Hngoncm I undEudonem I/Heetzoge ovnBnr- gund; Robertum/ Bischoffvon Langres; Hcnrieum/ stamm» valcr der Könige von Portugall; Renaldnm / Abt von Flavigim Aldcardam/ Wilhelm III. Hertzogs von Guienue / dritte ge» mahlin; Bratricem / Guidonis I > Herrn von Vignori / ge» mahltn; und Elisam / welche nicht weiter als nur dem namen nach bekannt ist. < 7 /,ch»e. (H Loncil. r. § Loncil. sn. -o;9. henricüs von Bombon/ Hertzog von Mompensier / ChLtel. md / und §. Fargeau/ N-.N von Franckmch / -°uver-mer rst von Domdes / Printz von Roche«>ur«Yon / OruMw von verane te. oouvsrnciu- von Danphinc und Normandie. Er r Francisci von Bourbon söhn / von Hmeretta Catharma von neust/ acdohren zu Werteres in Lvuramc den -r may am Er führte den tllul eines Printzcn von Dombes noch bey leiten seines vaters/ eommandirte die armee in Bretagne wider i sbertzog von Mercöur / und nahm darinnen verschiedene örter / wurde aber in der schlacht bey Craon gejchlagen. r.r hatte mit Franciseo von Bourbon / Printzcn von Conti) / comm- k / und belagerten sie mit einander die stadt Craon / so an der ,don gelegen. Der Hertzog von Mercöur aber ruckte an / sel» zu cn setzen. Die beyden Printzen / welche sich nrcht wohi immen verstunden / liessen ihn über den fiuß vaßlren / und zogen bey Hellem tage zurück/ wurden aber verfolgt/ und den 2; icor öeschlaqen. Sieverlohrendabey I 2 °°mann nebst encänvnm/ und barnebe-id.e städte Chateau-Goutter/ Wa. Mals mit dem souvernemenr von der Normandie versehen/ und brachte die übrigen örter / so noch der nZu-gehörten / untersteh. Er commandirte bey der belagcrnng.von Amens an. iso/die -van^r-ie. und wohnte Königs Heimck IV cronung an statt des Hertzogs von Guienne bey. Er folgte se bmem Komg / als er das land Dresse nebst Savoyen einnahm / bekam auch den Ritter, erden des heiligen Geistes / prastdirte bey der Versammlung dtt vornehmsten Herren von Franckreich zu Rouen / und starb end lch zu Paris den 27 febr. an. 1608. Er vermahlte ach an 15 99 mtt Henrietta Catharina von Joyense/ Gräfin von Douchage / von welcher er nur eine eintzige tochtcr hatte / Mariam v?« Bombon / Hertzoginvon Montpensier/welche an. -626 an Gasioii^ohqn- nem BaptistamvonFranckrelch/ Hertzog von OrlcanS / vermahlet ward/ und den 4 iun. an. 1627 verstarb. -senricus l/ Printz von Conde/ Hertzog von Anguien und k-ir von Franckreich. Er war Ludovici von Bourbon I / Printzen von Conde söhn/den er mit seiner ersten gemahlin / Elconora von Roye/ gezenget. Er wurde den 29 dec. an. 1952 gebohren / und ließ seine tavffcrkeit bey verschiedenen gelegenheiten icyen / als / da er nebst dem Hertzoqc von Anjou/welcher hernach unter Henriel III namen König wurde / an. iz?; der ersten bclagerung der stadt Ro» chciie beywohnte. Hernach schlug er sich zu derHugonotten parthey/ indem sein vaker eines ihrer vornehmsten hanptcr war. Er eroberte die stadt Brouage/ die er bald darauf wieder vcrlohr/ machte stch Meister von >-» ke,e, und gieng von dar nach Engclland/ um,allda hülffe zu suchen / und wohnte hernach / insonderheit zu bcschutzmig der Protestanten der schlackst bey Coutras an. i?8? bey. Dieser Printz war eben zu Paris / als das erschreckliche blnl-bad in France» reich vorgieng/ und wurde daselbst nebst dem Könige von Navar» ra vor den König in Franckreich gebracht/ welcher ihnen die>e; stück vorlegte / nemlick entweder in die messe zu gehen / oder stch davor den tod oder ein ewiges gcfängniß zu erwehlen. Woraus der Printz von Conde antwortete: daß er sich zu dem ersten nimermchr verstehen tönte; die andern 2 Puncten aber belangend / so mochte der König darinnen thun / was ihm beliebte. Nichts desto weniger wurde er von Rosario (der seine religion abschwur / sich aber her« nach änderte /) dahin gebracht/daß er eine weile m der religion sich verstellte. Allein so bald er wiederum seine völlige frcyhcit erlanget/ bekannte er sich öffentlich zu der Protestantischen lehre / und starb den; mertz an. i i88zu8.Ie3-'ll'^8c>j. wie man meint / am gisst. Seine erste gemahlin war Maria von Eleve/r^gu.stn von Jslcs/ Francisci l von Eleve / Hertzogs von Ncvcrs jüngere tochter/ mit welcher er Catharinam von Bourbon zeugte/ die an. i z 95 un ledigen stände verstorben. Mit seiner andern gemahlin / Charlotte Catharina von Lremouille/ zeugte er Hcnricum von Bourbon/ den andern dieses namens / nebst einer Printzcßin / Eleonora ge« nannt / welche an Philipp Wilhelm von Nassau / Printzen von Uranien / vermählt wurde. ?. ; ne ^enricus II/ Printz von Cond-/ ward 6 monat nach seines Vaters Henrici I / Printzens von Condö tobe / an. - 5 88 den 22 aug. gebohren/ und ist es also ein gedicht/ daß einige scribcntcn sagen / trsey 1; monat nach seines vakcrs tod zur well gekommen. Erwarb anfangs in der Reformirtcn religion erzogen / biß ihn an- 159; Henricus IV an seinen Hof nahm / und ihn in der Eatholischcn unterweisen ließ / damit ihn nicht künfftig die Hugenotten zum Haupt aufwerffen möchten. An. 1609 vermählte er sich auf des Königs Verordnung mit des conncratzie von Montmorciicn tochtcr / Char- lotta Margaretha / weil deren schönhcit Hcnricum I V zur liebe bewogen / und der König durch diese hcyralh eher zu seinem zweck zu gelangen hoffte / als wenn sie/ wie es im wcrck war / mildem Bas- iompicrre verehlicht wurde. Allein der Printz mcrckte nach seiner heyrath den Handel/ und liest sich erst verdrießlicher reden vcrnch« men / darüber ihm der König seine jahr-geldcr einzog. Conde- aber gcricth dadurch in solchen eifer / daß er seine gemahlin nach Brüssel entsühne/ sie daselbst licß/und sich vor seine person gar nach May- land begab / wicwol er eben nichts gegen sein Vaterland vorzunch» men begehrte. Er ward bey seiner nach des Königs Henrici I V er- mordung geschehenen zurnckkunfft an. 1610/ als erster Printz vom geblut/ milden grosten ehren-bczeügungcn empfangen / und fand gleich eine parthey zu seinen dienstcn / dadurch er die Regcntin / Manam von Medicis/ in grosses mißtrauen setzte / weswegen ihm auch das amt eines Connestabels abgeschlagen ward; jedoch erhielt er das gouvcrn-mcnc von Guicnne. Nachgehende ward er je mehr und mehr in die damalige Verwirrungen des Hofes cingcflochtcn / und nnt der Rcgcntin/dic ihn nicht zu mächtig wolle werden lassen/ vernnwllllgt. Diß machte / daß er sich an. 16,4 wieder aus Paris weg / und nach Meziercs in Champagne begab/woi innen ihm un« tcrschlcdenc grossen / die von seiner parthcn waren/ folgten. Er ließ von dar aus ein schreiben an die Königin abgehen / darinnen er die Ursachen seiner entfcrnnng andeutete / und sich über die qegenwär. tlge regtinents-Verfassung nachdrücklich beschwärtc. Man hatte sich auch bereits auf beyden feiten in stand gesetzt/ die strcitigkeilcn allenfals durch gemalt der waffen auszumachen/ wenn dieselbe nicht noch ebendesselben jahrs im man zu 8 . Mcnchonlt durch einen vcr» gleich/darmnen man ihm und denen auf seiner seile stehenden Her» ren viel nachgab / bcygclget worden. Solcher gestalt kam er zwar wieder nach Hose/ welker aber das ansehen / das er bey seiner zu» ruckkunfft zu erlangen vermeinte/ nicht kriegte/ überbeut das fachen / warum er mlt dem Hofe mckstwohl z? sriedm s», .zl' ne/ zu hadiN glaubte/ vereintste er sich an. -6,^ einigen grossen / brachte auch einige trouppen zusammen/m,^ chen er / aber vergeblich / die reise des Königs nach 82 ^ die vollziehung seiner heyrath mit der Spanischen Jnfaniin/1 2 dem trachtete. Endlich nachdem mansich eine zeitlanq v n Ü hauptsachltches auszurichten / herum gezoqen haite/ kam s :6i6 zu Loudnn zu einem vergleiche / darinn man abeim, ^' feiten des Hofes dem Printzenvtel zuqestund/uiidihm die festen »K inBerri einranmte.Er hatte bißher den rathschlägen desMaMs, von Doulllon gefo gt/die er aber nunmehr zu verlassen änfima/M sich von der Konigl. muttcrbercden ließ/mit ihr parthey zu mL auchznsolchem ende den Marschall ° Ancre in seine schütz zu 2 / Aber seine gewöhnliche Unbeständigkeit machte ihnsein Sdik « gethanen Versprechens gar bald vergessen / und er stellte sich I den Marschall/ als ob er sich wegen der macht seiner feinde Z ,m stände befände / sein wort zu halten / wodurch er denn dm cl'Anere dergestalt erbittert/ daß er derKönigin rieih / den tzendald lnverhastt nehmen zu lassen/ weil man dessen an«- sonst zu befürchten nrsach haben wurde. Hicraufward er n, L wlllignng des Königs in dem >0^ gefangen genommen / erstl a» in die vLiMle. und ferner nach Vinccnnes gebracht. Dleserban. bei veranlaßte die grossen von des Printzen parthey/daß ss- sich in gute Verfassung setzten / und denselben durch gewalk der wall fen zu dcfreyen bedacht waren / worinnen sie sich aber vergeblich bemühten / gestalt sie denn ohne dasselbe zu erhalten friede mchm müssen / und blieb Conde auch nach des von Ancre tode noch „ ! räume zeic sitzen/ diß ihm des Königs Liebling -l-LuineS/der ihn der Königlichen immer entgegen setzen wölke / an. -6,° M- freyheit zuwcgen brachte. Er erlangte hiernächst ein grosses ansehm am Hose / und ward zu allen bcrathschlagungen gezogen / da er sich denn angelegen seyn ließ/ die Königliche mittler völlig über den Haussen zu wcrffcn/ wie erdenn Ursache war/ daß ihrderKönig an. l öro so zeitlich auf den-hals kam. Er ist nachdem beständig in der parthey des Königs geblieben / und hat an. räum dem kriege wider die Hugenotten ein commanUo gehM/dessen sortsctzung er sehr eifrig rieih/ und da an. iü:r wider seinen nnl« len friede gemacht wurde/ that er theils aus Verdruß darüber/ theils die Päbstllchcn bullen über etliche Abteyeu / die manihn, zu seinem unterhalt gegeben / heraus zu kriegen / eine reise nach Italien / nnter dem vorwande eines gclübds. Er enthielt stch auch nach seiner wiederkunfft des Hofes / an welchem er forthin « allcine zu bedeuten gehofft hakte / weil der Cardinal Richelieu zu mächtig zu werden anfieng. Er blieb aber nicht lange böse/ und demüthigtesich nach wcnigIahrcn aufs alleräußerste vor dem Car« dinal / dem er zu gefallen that / was er ihm nur an den angcn ansehen kirnte / und sich so vor ihm erniedrigte/ daß er auch seinen ältesten söhn an eine von des Cardinais verwandtinnenverhevra« thete/ darüber ihm dereinst der vorwurff gemacht worden / daß er diese heyrath von dem Cardinale auf den knien erbeten/wie« wol er den / der ihm solches aufrückte/ der lügen gestrasst.Dieser vertraute ihm an. -ü;6 die bclagerung von Dole an/ woben aber Conde nicht glücklich war / ungeachtet er zuletzidabcnseineslebenS wenig schonte/ inmasscn dte bclagerung mustc aufgehoben werden. Noch übler liess an- itzzg die bclagerung von Fontarabieu unter seinem comEngo ab; Denn der platz ward durch die Spa» nier mit grossem Verluste der Frantzoscn entsetzt / der Printz aber und der Hertzog von Valettc schoben cinerdie schuld ausdcn an» dern. Der Printz behielt gleichwol das cc»nm^gn auf der seile von Roussillon. Bey dem rode Ludwigs XIII ward er zum iZgcorc, des Staats-Raths währender künfftiger Minderjährigkeit ernennet/ dessen er sich aber hernach selbst im Parlamente begab/ da man des Königs letzten willen wegen Verfassung deS rcqimeniS auffhudc. Er starb an. 1S4Ü den 26 dec. zu Paris / und ließ dreh kmdcr/ Ludovicum/ Printzen von Conde / Armandum/ W» tzen von Conti / und Annam Gcncvievam / eine gemahlinM» rici/ Hertzogs von Longucville. Er worein Herr/ dcrbesscrzu staats'übcrlcqungcn; als zum degen taugte. Doch wüste er aH da seinen verstand nicht wohl zu brauchen / gestalt er überaus gei» tzig und eigennützig / zugleich aber auch niederträchtig undsurM- sam war. DM/c/. r.e /ojl-r Kilt. cte Z.oulz XIII. liill. lle l.ou>5 XIV. henricus von Orleans I, Hertzog von Longucville und Esm- teviltc, ii>uvcrai„cr Herr von Welsch-Ncuburg und Valengnunoer Schwcitz, Gras von Dnnois undTancarville/ usinind odeM Cammcr. Herrin Franckreich/ Ritter der Königliche» ordcnM 6»uver,icur vov der Picardie. Er war des Lconor von DROUS- HertzogsvonLongucvillc/ söhn,von Maria vonBourbon, HertzM vonEstoutevillc. Er dielt es mit dcinKöniqHenrico Hinüber cnv- gliiste>i,u»d nach dessen tod mit Henrico IV/wclcher an. M theil seiner irous>pc„ unter sein comm^ncio gab. Im jum» dehn gen jahrs schlug er der liguc rrouppen > welche unter dem HnW von Aumale Scnlis wieder wegnehmen woltcn.Er fnbrtc dkWv nig, als er zu end selbigen jahrs vorDicppe stund, luccurszu/wM der bclagerung von Rouen und Laon bey, und starb zu Ammw: 29 avril an. 1Z9^'- Denn als er in Dourlens einzog, und man selbst srcuden-schüsse that, wurde er mit einer kugel an den wniA troffen. Sein lcichnam wurde in dem schloß Dm>,beygesetzt / > Hertz aber in der capclle von Orleans, so bey den Colcchncm > n ris befindlich. Er hatte sich an. 1988 mit Catharma von GmW Ludoviri Printzen von Mantua ältester tochter, vermWt, hen Unterließ von selbiger Henricum II, Hertzog von Lonaueville. ^enricus von Orkans II, Hertzog vonLongueville und Estou- teville, ein söhn des vorhergehenden, war den 15 april an. 159; gebühren , und von dem König Hcnrico IV aus der tauff gehoben. Zwey tag daraufverlohr er seinen varer durch einen schuß, wurde dahero Hertzog zu Longueville und Estouteville, Printz und Graf zu k-esllk.ckLlieü in der Schweitz, Graf zu Dunots, Cbaumont, Tancarville und Colomiers enLrie, Erb-Lona-rsvie undErb-Cam- merherr in der Normandie. Gemeldter König relerv-rk ihm auch das durch feines Vaters absterben erledigte gouvernemenc von der Picardie, worunter auch die Grafschafft Artsis, Boulonnois und Guines/ingleichen die festung Calais mit begriffen,und solches g«u- vernement ward, biß er das l8 jähr erreichet, feines Vaters bruder, Hertzog Francisco von Orkans, Grafen zu 8. Paul, provillonLürcr anvertrauet; Er selbst aber wurde mit dem Dauphin an dem Königlichen hoferzogen, und Philippus Dinet, Herr zu 8. Romain, war fein Hofmeister. An. 1612 befand er sich bey dem berühmten c-roukl, welches wegen derFrantzösischen undSpamschen ehewer- lobung zu Paris gehalten wurde, unter dem namen eines Ritters vom Phönix, und that hierauf eine reiß in Italien, von Sannen er an. 161; wieder in Franckreich anlangte, in welchem jähr er auch sein gouverncuMnc von der Picardie wurckiich antrat. Es ereignete sich aber zwischen ihm und dem Marfchall von Ancre einige Mißverständnis, weil dieser das gouvcr.iomcnr über die fladt Amiens und andere in der Picardie gelegene örter an sich gezogen. Auch soll dieferHertzog zu der deSPrintzen von Cond- von dem Königlichen Hof an. 1614 mit cuoperirt haben,zu dem und dessen säkLien- ten er sich in dem innerlichen krieg, so bey König Ludwigs XIII Minderjährigkeit geführt worden, geschlagen. Ob auch wol der stieb ebald erfolgte,so erwuchsen doch an. 1 s 10 neue streitiakeiten,un imsrejilrte er sich bey des Herrn von Prouilie entleibung zu Amiens. Er kam auch selbst nach Paris, in Meinung, den Marschall von Ancre zu einem «tuen zu bringen, stund in dem andern innerlichen krieg selbigen jahrs dem Printzen von Conds bey, biß der fried zu Loudun erfolgte, da er in die Picardie zurück grenz, und darinnen prächtig empfangen wurde. Er brachte auch die siadt und das schloß Peronne aus den Händen des Marschalls von Ancre, der daselbst Oouvsrneur gewesen, in seine gemalt, worüber die Königin Maria von irrir-rt, und von ihr der Graf von Auvergne, um solchen ort zu belagern, abgesendet wurde. Als der Printz von ConlK an. 1616 zu Paris auf Königlichen befehl -ir-ekn't worden, war er zwar anfangs in der von einigen Msicomemen Printzen k>r- lnivten cvntMä-iLiion, doch nicht bey der Haupt - zusammenkunfft zu Soissons, und ließ die bemeldte Königin durch Clauvium Man- get mit ihm absonderlich tEwen, ihm auch den festen platz Ham vor Peronne, so er wieder abgetretten, überliefern. Er kam gber nicht eher nach Paris, als biß an. 1617 der Marfchall von Ancre entleibet war. An. 1619 rcllznirk er das ßoiive-newcnc von der Picardie, erlangte aber davor das in der Normandie. An. 1620 pflichtete er der Königin Maria aus dem hauß >/t-cHcir bey, durch den aber bald auffgehöbenen krieg erlangte er feine ausföhnung mit dem König. In den innerlichen kriegen wider die Hugonotten ließ er sich nicht gebrauchen, sondern verblieb entweder in fernem gou, vehement, oder war als ein vowmLir bey der Königlichen armee. Als aber an. 1629 der König den kriegs - zug in Italien wider den Hertzog von Savoyen that, zog cr^ls ein v-.iom-L-rmit dahin, und war bey der croderungdes passes Susa, auch an. r6;o in dem andern Italiänischen zug. Er erdete von stmes vaters bruder an.16; i die Grafschafft 8. Paul, erlangte an. iüz; zu Fvntamebkau den Ritter-orden des heil. Geistes und 8. Michaelis, und an. 16^9 wurde ihm das commanäo über eins Königliche armee in Lothnn« gen anvertrauet. An. i6z- führte er die Königliche armee in die Grafschafft Burgund, worinncn er verschiedene orter eroberte, schlug auch Hertzog Carl von Lothringen bey Poligny, An. i6;y führte er den Königlichen ll-ccu-s in Italien dem Cardinal 6- is v-- krre zu hülff, mit welchem er die armee zugleich -ommL>,'.nrensv!te, und nahm Fossano ein. Weil aber in solchem iahr Hertzog Bernhard von Sachsen als Königlicher General gestorben, ward er m Teutschland gesendet, um das g«-nerL,Lc über die so genannte Wer- marische armee anzutretten, von welcher er auch nach getroffenen tractaten, die den 29 sept. zu Brisach zu end gekommen, zu ihrem General angenommen,und nachdem erBrisach durch hiiieinkgiing von 10 compagnien Frantzoftn mehr versichert,zog er in die Unter- Pfaltz, da er Oppenheim,"Neustadt, Bingen, Bacherach undCreu- tzenast) einnahm. Als aber die armee dastlbst nicht langer chch'st'- ren konte, setzte er den 18 dec. bey Ober - Wesel über den Rhein, rückte an. 1640 in die Weiterem, «ccupirk Friedberg und Braun- stlß, und als er die Landgräfliche wittwe zu Caffcl angesprochen, ronjunZirte er sich mit den Heßischen, und nachmals mit denLune- burgischen rrouppen, auch den 5 may mit dem Vchwedlichen General Banier bey Langensaltza, und schlugen zusammen das lager bey Salfeld und nach diesem bey Fritzlar auf. Als er aber i« Wildlingen mit einiger kranckheit befallen wurde, ließ er sich nach Cas- sel bringen, und weil er die lufft in Teutfchland nicht vertragen konte, erhielt er erlaubniß, in Franckreich wieder zurück zu kehren, welches auch im dec. an. 1640 geschah, da er denn das gencr.->i->r dem Marfchall von Guebriant überließ. An. 1642 wurde er zum General über die Frantzösifche armee in Italien gefetzt, da er, nachdem die Savoyischen Printzen , Moritz Emanue! und Thomas Fran- cifcus von Spanischer aufdie Frantzösifche feite getretten, nebst ib> neu Crefcentinv, Nizza und Tortvna erobert hat. An. 164; wurde er als vornehmsterGesandterzudenWestphälischen ftiedens-tracta- ten geschickt, aber annoch vor dem völligen schluß an. 1647 zurück r .. hen bmifsttt, weil ihm stlu mit-Gefandtev Servient schuld gegeben, als Are er sich allzufrey heraus gelassen haben. Als er in Franckreich , wurde ihm das absonderliche gouvernem-nc m Eaen in der Normandie gegeben. In dem an. 1649 angehenden in» nerlrchen k«eg zwifchenKömg Ludovico XIV und demParlament zu Paris, wendete er sich auf die letztere Kie. Demnach^ vergebens soN.c.t.ret, wie er zu einem Printzen vorn geblüt erklärt werden mochte, k-r,r,rte er sich nebst seiner gemahlin bruder, Printz Ärmando zu Conty, an. 1649 heimlich von dem Königlichen Hof zu 8.oerms,n en I^e.und kam nach Paris,wolle aber keine kriegs. emp s annehmen, sondern nur dem von dem Parlament zum 6-- ncrsi-memenE ernannten Printzen von Conty mit ratb und tl,at an die Hand gehen. Nach weniger zeit aber gieng er ch dk Nonnaff' dre, allwo sich auch das Parlament zu Rouen zu ihm schlug. Durch den fneden aber, welcher den 20 matt. an. 1649 geschlossen worden, kubmimrte er sich dem Komg, und erhielt von demselbigen die an» wattschafft aufdas gouvernemenr in der Normandie vor feinen ältesten söhn, wie auch das absonderliche gouvernemem zu6s t ^r-ks. Als aber kurtz daraufzwifchen feinem fchwager, Printz Ludwig von Cond« und dem Cardinal Mazarini eine bittere feind- fchafft erwachsen, wurde er auch mit eingewickelt,und nebst bemeld- tcm Printzen den 8 jan. an. i6;c>zu Paris im r-ouvre, als er aus dem geheimen rath gegangen, srr-Mrt, und anfänglich auf das schloß Vmcennes bey Paris, hernach aber nach Marcoussy, und endlich in die c er war offt auch gegen seine feinde großmüthig, aus allen schwierigkeilcn wüste er sich auf das geschickteste zu Wicke!», und sahe man ihm bey dm verwirlcstci, umständen keine »»»ruh an; von» krieg besaß er nicht »ur gute wisseiischafft, sondern war auch, wenn es zum Hand-gemenge kam, ttngemein tapffer, in staats-siichen aber wohnte ihm eine so sonderbahre fähigkeit bey, daß er so viel ihm auch aufdem halse lag, solches alles doch ohne bcschwärung versorgte. hingegen war er von einem »»»gemessenen chrqcjtzmm deßwillen er wies that, und wie es die Ligisiische zelten ausgewiesen, auch kein bedenckca nahm, die unrechtmäßigste dinge vorzunehmen. Es,nachte ihn diese neiguug überaus arglistig und voller Verstellung, so daß man sich anfiel,» wort und gute mine nicht gar sehr zu verlassen hatte, wclchcs zulrtzt vicl von seinen freunde» von ihm abwendig machte. Dabey aber ließ er sich durch sein glück und des volcks ginnst nilcöl den kopffschwmdlich machen, daß er nicht mehr mit solcher behüt, samkeit, wie im ansang,mit seinem vorhaben fortfuhr,und dadurch seinen Untergang selbst beförderte. Er besaß auch vicl imgnng zur Wollust, war stets lustig, und hieng sonderlich der liebe zum stäneii. ziinmer gewaltig »ach, wiewo! ihm dieses zu seinem zweck vicl gehölffc», indem ihm von den ia-mcr die wichtigste acoenii, misse offendahret wurden. Ob er nun wohl aufdicseweise seiner ge, mahlin schlechte färbe hielt, knnte er doch ihre liebcs-bändel nicht wohl vertragen, „»bliest einen von ihren liebhaben» 8. Maigrn! genannt, heimlich hinrichten, ihr selbst aber richtete er einengt, wissen tranck zu, mit dem vorgeben, daß es gisst seu, wiewol es mchl dem also,und von ihm bloß zum schrecken also angestellt war. Siehe Henricus III, König in Franckrcich, inglcichem l^u-. 7«»«. ?. llc sjcnri III. cnrigccai I'llUst. llu Lalvin. tze Xlüimtzurg. t. I Icrrr. Z. lliüwn. * tzcnricuo II, von Lothvingen, Hertzog von Gmst, warCawli Hertzogs von Guise söhn und an. 1614 gcbohren, ein Hm, denen leden wegen vieler ritterlichen abcntheur bcrübml ist. üb erM bey lebzeiten seines altern brudcrs zum gcistlichcn stand gewidim >vard,a»ch viel reicheAdte»»en und so gardasErtz-BWumMim bekam, wolle er doch, weil er immer eine grosse ncigung znwci-u chen dingen bey steh empfand, sich niemals weihen lagen, siMu» ließ sich init der P, intzrßm Anna von Gonzaga in ein che-verW,,« ein,um deswillen er feine Abteyen ttebstdcmErk-BillcklnnMlM aussgeben, und sich nur die Abtey 8. Remigii behalten weil ihm hierinn der Cardinal Richelieu zuwider war, begab er «1 gautz mißvergnügt nach Sedan. Er legte gleichwohl "sich m«,» ältesten brudcrs cod dr» geistlichen stand völlig ab, ui»d,,olg"^ hernach sturen» vater in dem Hertzogthun» Guist / Ioinville u»b Grafsshasst Ein Hingegen verwickelter M drüßliche bändet, indem er sich mit dem Grafen von tzog vo» Bouillon und dciiSvaniern einließ, »reiches chmnaey tod des Grafen, da der von Bouillon frieden machte, tzMUUg aber der Venctianische Gesandte vergeblich bcniüht gcwciu ^' nöthigte nach Cölln zu gchen/bahin »hin zwar seine hen lobte itt manns-kleidern folgte, die er aber, weil er feinen sinn schon gegen sie geändert, nun nicht mehr annehmen wolle. Er war unterdessen zu Paris als ein verrathe» verdammt worden, und brach von Cölln nach Brüssel auf, wo er seine meiste zeit bey der Hertzo- gin von Chevreuse zubrachte» die ihn aber, um dem Ertz-Hertzog Leopold Wilhelm, von dem sie sich geliebt wissen wolle, keinen Verdruß zu erwecken,mit der verwittibten Gräfin vonBossu in bekandt- schafft brachte. Weil er nun derselben öffters auffwartete und sie sich mit ihm zu verheyrathen wünschete, brachte sie ihn dereinst dahin, daß er ihr sie zu ehlichen versprechen muste, dabey sie ihn denn also übereilte, daß sie den augenblick von einem darzu bestellt gewesenen geistlichen zusammen gegeben wurden. So sehr als man wünschte, daß diese heyrath verschwiegen bleiben möchte, brach sie doch aus, deßwegen ihm das von den Spaniern versprochene jahr- geld ausblieb, und die kriegs-dienste, so ihm unter der Kayserlichen armee zugesagt waren, abgesagt wurden. Dieses aber bewog ihn seinen femden zum Verdruß die Gräfin nun öffentlich vor seine ge- mahlin zu erkennen, und sich mit ihr erstlich nach Holland, von dar aber nach Lüttich zu begeben. Nach dem tod des Cardinals und des Königs Ludwigs XIII ward er durch einen Parlaments-schluß vor unschuldig erklärt, und kam an. 164; wieder nach Pariß, daselbst hm 75L anfangs seine liebe gegen kl-flemolleHs 6- von- öffentlich sott, und braut kostbare geschencke. Nachdem er aber aus aufgefangenen brrefen ersehen, daß sie ihm nicht färb hielt, Aeng er nnt rhr emen pro-ek an, und wolle seine geschencke wieder haben. Allem er verlohr denselben, und darüber wolte er sie in ihrer ^befallen; sie wich ihm aber aus, und verließ nach einiger zeck gar das Komgrerch. Hierauf that der Hertzog an. 1654 nochemen zug zur see nach Neapolis, konteaber wegen schlechten austasten auf stmer fiotte, und weil es den Frantzosen mit diesem Handel kern rechter ernst seyn mochte, nicht festen fuß fassen. NaÄ seiner wiederkunfft in Franckreich,fieng er kisllemoii-lie g« Oorc, an zu lieben/ die ihmauch, ob sie gleich nicht seine gemahlin hieß, ge- tteu verblieb, und nach seinem tod in ein Carmeliter-kloster gieng. Er aber »st von derselben zeit an mit nichts anders als mit ritter- sprelen und der Pracht des Hofes beschafftiget gewesen, an welchem er nach seines bruders des Hertzogs vonJoyeuse tod Ober-Cämme- rer worden war. In solcher bebienung starb er zu Paris den » jun. an. 1664 ohne leibes-erben zu lassen, wie er auch nie recht ver, mahlt gewesen, ob er gleich seine maureNe» wie gemahlinnen hielt. Sonst war er ein Herr, der in leibs- und gemuths - gaben viel an sich hatte, so in die äugen fiel, sich auch gern durch pracht und Hel^ueiiirte er bald daraufwegen einer Dame mit dem Grafen vonCo- den-thaten sehen ließ,aber in allem seinem vornehmen etwas suchte, ligny, den er überwand, dessen ungeacht aber doch der gerechtigkeit ^ ^--.... nicht aus dem weg gieng,sondern in folgendem feldzug der croberung Grävelingen beywohnte,auch hernach dieOcnersi-i.ieuteaLnts-stelle unter dem Hertzog von Ocleans würde angenommen haben, wo« fern er nicht unter dem Marschall von Gaßion hätte stehen müssen. Gleichwol mochte dieser Handel zum theil ursach seyn, daß er an. 1646 nach Italien gieng, wiewohl er dazu auch noch eine andere Veranlassung bekam. Denn weil er der Gräfin von Bossu feind worden, und sich in kisllsmoiieiie lls konr aus der Königin frauen- zimmer verliebt hatte, wolle er seine scheidung von der Gräfin zu Rom persönlich suchen, darinnen ihn aber die Frantzösische Gesandte gewaltig hinderten. Bey solcher seiner anwesenheit in Rom kam ihn eine tust an, sich in den damals Neapolitanischen aufruhr zu mengen, und erhielt auch endlich nach einigen vergeblichen bemühnngen so viel, daß der schwänge pöbel daselbst sich entschloß,Französischen schütz,und ihn zum ansührer anzunehmen,wozu ihm die Frantzösische Gesandte und Cardinäle auch riethen. Erbedung sich zwar dabey ausFranckreich eine flotte mit 4oc-°mann zu fuß und i^vQ zu pferd nebst nöthiger mumrion uod sooooo krönen an geld, wartete aber aufkeines, sondern gieng, nachdem er zu Rom eine kleine summe von einem kauffmann empfangen, mit schlechter begleitung nach Neapolis, da er auch nach überstehung gefährlicher abentheuer, wie zum wenigsten er selbst in seinen ms- mc-irss die fach erzehlet hat, mitten durch die Spanische schiffe und galeeren, die ihme auffzupassen bestellt waren, in einem kleinen fahr-zeug durchlieft, und zu end des jahrs 1647 ankam, und ward von dem volck unter vielen freuden-bezeugungen zum Q-nerLlilllmo und vertheydiger ihrer freyheit unter Frantzösische» schütz ausgeruf- fen, und solle eben so viel bey ihnen bedeuten, als der Printz von Oranicn in den vereinigten Niederlanden. Allein er ließ sich eine unzeitige begierde ankommen, Neapolis vor sich zu behalten, und meinte, weil er am ansang zimlich glücklich gewesen war, daß er schon einen König daselbst bedeutete, deßwegen er einen seiner ver« wandten schon mit vollmacht nach Paris schickte, die^sssmoil-Ue ck von; in feinem »amen zu heyrathen. Dadurch aber warffer nicht allein den Frantzösischen Hof aus der wiege, und machte, daß er ihm nicht auffrichcig hülffleistete (inmassen die flotte, so seiner- halben auf denNeapolitanischen kästen ankam,doch ingeheun befehl haben mochte, nicht gar viel für ihn zu unternehmen) sondern er reitzte auch das volck von Neapolis gegen sich, welches seiner loß zu werden unterschiedene anschlage machte. Endlich ward er von denen, welchen er sich am meisten vertraut, verrathen, die ihn m einer Unternehmung ausser Neapolis veranlaßten, woraufdie Spanier, so sich biß dahin noch in denen schlössern gehalten und gewehrt hatten, in seiner abwesenheit die stadt säst ohne gegenwehr eingenommen. Doch machen andere die fach noch weniger rex-ur-rlich für diesen Herren, indem sie versichern wollen, daß selbiger von einer v-me. die er geliebt,und welche mit denen Spaniern ein heimliches Verständniß gehabt, heran gelockt, und also recht, wie Simsen von der Delila, seinen feinden wäre verkaufst worden. Dann so bald das gerächt von Überwältigung Neapolis unter die bey ihm gehabte leute kam, ward er von fast allen Jtaliänern verlassen, und die kleine anzahl Frantzosen wurdest) wohl von dem land-volck,welches bey der gelegenheit auch zum gewehr gegriffen, als von denen Spanischen partheyen dermassen in die enge getrieben, daß lich schier alles mußte gefangen geben,unter welcher zahl er sechsten war. So sehr sich nun die Spanische Ministers ihn um das leben zu bringen bemüheten, wollen doch die dem von Juan n zugegebene Rathe, und von Juan selbst nicht einstimmen^ und ward das den abentheuern der umschweiffenden Rittern gleich karrb««»» -ro §<>,. klcmoires lju Lttc als 6«r/e. still, llss ßrsnlli OKc» liiemaires lle I. 8. L» csr,»' r. i. diotcr ljill. ö- Nolic. ütr rseicc. liill. llss revolut. I. 8. an. HL99. * ^enricus von Lothringen, Grafvon Harcourt, Armagnac und Brienne, vicomrc von Marsan, Ritter der Königlichen orden, Kö» Niglicher Ober - Stallmeister, Sevecksl V0N LourzoZos UNd Lou- v-rneur von Anjvu. Er war Caroli von Lothringen, Hertzogs von Elboeuf anderer söhn, welchen er von Margaretha Chabot hatte, von denen er an. i6o r erzeuget wurde. Er verlohr seinen vater den 4 75L hen ->rte, als hätte er dieeinwohner von Guienne durch grosse geld- fchatzungenmehr aufdenPrintzenzu -ncim-ren veranla„et,und weil rr sich besorgte, der Cardinal Mazarm mochte sich bey seiner ent- fernuna der festungBrisach als seines gouverncmenrs bemächtigen, rog er an. 1652 mit des Königs ungnad,welcher ihn auch ^-ttwen zu lassen gemeine! war, mit 7 Personen aus Guienne nach Brisach, und ließ feinem vetter, dem Grafen von i'i-iebonne. das commLncio über die armee biß auf anderweitige Königliche verordnung. Zu Brisach nahm ihn der Owmcnstsm daselbst, der Charlevois, auch auf,und an. 165; belagerte er die festungBefort, brachte auch den Grafen von Suze, ob er schon die belagerung aufgehoben, zu einem verglich. Weil aber der König die festung Brisach aus feinen Händen haben wolle,auch ihn wegen eines Verständnisses mit fremden verdächtig hielt, schickte er den ^^ui 5 von Uxelles, welcher den Grafen von Suze zur übergab von Befort zwingen muste. Als nun das 16;; und der ansang des is^sten jahrs mit vergeblichen rr-Kslen zugebracht waren, rückte derMar- schall tle serce 8eneterre aufKöniglichen befehl feindlich wider hm rina gelangen konte, welches aber, wo je der Hertzog dergleichen gedancken gehabt, das grosse ansehen, wvrinnen der Fürstin dru- der damalen so wohl anderwärts, als auch am Römischen bos stunde, ohne grosse mühe, und ehe nur die fache deutlich an den tai kommen, gehindert hat. Nachdem sie an. 1604 mit tod abgegangen, vermahlte er sich zum andern mal mit MargarethavvnG^ zaga, Hcrtzogs Vincentii I von Mantua tochtcc, mit welcher er 2 töchter, Nicoleam und Claudiam, zcugete. Er verglich an is,a den krieg in dem stifft Straßburg und Elsaß, zwischen dem Ertz- Hertzog Leopold von Oesterreich und der uwon armee, so Mrq- grafIoachim Ernst von Brandenburg führte, und brachte es dahin , daß beyderseits trvuppen Elsaß quittirten. Es wüste sich aber Ludwig von Guise, Herr zu Ancerville, bey diesem Hertzog dergestalt zu ingnuiren, daß, weil er keine söhne hatte, er ihm seine älteste tochter Nicoleam zur ehe geben, und selbiger auf seinen erfolgten tod sein Heryogthum Lothringen zuwenden wolle, wie er denn auch die,en Herrn von Ancerville bey den Lothringischen Ständen angenehm zu machen suchte. Allein weil des Hertzegs ihn, nahm Eusisheim, Thaun und andere örter im Elsaß ein, und bruder, GräfFranciscus von Vaudcmout, und dessen söhn Carl ... diesen anschlügen gantz zuwider warm, gerieth es an. iüro Mischen beyden brüdem zu öffentlicher feiudschaffl, worüber der Graf von Vandemont in Bayern entwich. Endlich wurde der Herr von Ancerville cliffnmrt, von der heyrath mit der Printzeßin Mole» abzustehen, und des gedachten Grafen von Vandemont tochter Henriette zu ehelichen. Hingegen wurde mit des Grafen von Vandemont ältestem söhn, Printz Carln, und bemeldter Nicolea, eine heyrath Misstet, und dadurch alte mißhelligkeiten aufgehe, ben. Beyde dcylager geschahen an. 1621 an einem tag, undder Herr von Ancerville würde zum Priutzcn von Pfaltzburg gemacht. Die jüngste tochter des Hcrtzogs Hcnrici wurde etliche jähre nach dessen tod, welcher an. 1624 den zo jul. erfolget, an des gedachten Grafen von Vandemont lüugern söhn, Nicclaum Franciscum ver. mählr, von dem die jetzigen Hertzoge von Lothringen herstammen. I.crir. * . 5?enricus von Lothringen, Graf von Cbaligny, war Nicolai von Lothringen, Hcrtzogs zu Mcrcöur und Graien zu Vaudemoat söhn, und Hcrtzogs Antonii zu Lothringen enckcl. Seine mutier war Claudii von Lothringen, Hcrtzogs von Schmale tochter, die ihn den ; i jan. an. 15 70 gebohren. Er verband sich mit der ArantM- schen i-Lue wider Henricum IV König von Franckrcich, nudwar einer der vornehmsten, der dem Hertzog von Manie und der Em- mschen parthey in den innerlichen Frcmtzösischen kriegen anhieng, worzu er sonderlich von seinem bruder, dem Hertzog Philipp Emanuel von Mcrcöur, beredet wurde. Der berühmte Hcrpg Alexander Farnesius von Parma urtheilte auch von ihm, daß, so er lebe» solle, er eni grosser kriegs - mann werden würde, und hielt er sich sonderlich bev'Aumale wohl. Er begleitete a». izyc sicher» heil halber den Päbsilichen ucZ^en und den Cardina! Henricum Caietanum aus Franckrcich bis in Lothringen zurück, und befand sich seidiges jähr bey des Hcrtzogs von Parma und des Hertzog von Maine armee, damit die'von dem König Henrico IV belagerte stadt Rouen entsetzt wurde, und führte damals die xzrclc. Er wohnte auch der bey Renen zwischen beyderseits ar. mccn vorgegangenen bey, und wurde an. i;yr in einem scharmützel von einem Königlichen diener, den Henricus II m ftincm kurtzweiligen rath brauchte, und eigentlich Langorage hieß, insgemein aber nur cwcvl genannt wurde, gefangen, den er aber vorher» tödllich verwundete, so, daß er auch daran starb, und weil er zugleich selbst blcßirt worden, vcrwilligte Henricns IV, daß er auf dem schloß Bellecombe, so seiner gemahlin zuständig war , jich aufhalten und heilen lassen möchte. Er wurde aber nicht lange darnach gegen die Hertzogm zu Longueville und ihre tsclstcr, 10 die Ugue zu Amicns gefangen genommen halte, ausgewechselt. An.i;y? befand er sich bey der General- znsammenknnsst der V zu Paris, wurde aber bey Henrico IV nachmals ausgciohnek. Hierauf begab er sich in den Ungari,ehe» krieg, mil tcm KaM Rudolpho II wider die Türcken zii dienen. Es wurde ihm am, nachdcin er sich in dcmsclbigen krieg eine Zeitlang tapyer crwicjcu, in dem lager gisst beygebracht, davon er crkraiickte, und sich Wien führen ließ, allwocran. 1601 mit tod abgicna, da cr nur ; i jähr alt war. Seine qemahlin war Claudia von Mouvchawu, Herrn zu Mouy in Franckreieb tochter, und Georg» von ^orcim, Herrn zu 8- Didicr ivittwe, die anfänglich der Hertzog zu lrim- non ehelichen sollen, welche hevrath aber rückgängig wortti!. Es ist durch selbige die Herrschafft Mouy aus seine kindcr, du cr mit ihr erzeuget, gekommen; welche waren Carolus, jo aii. gebohren, und an. 1610 Bischofs zu Vcrdun worden, hernach am rcligmrt, und in den Jesniter- orden getrettcn, ivormncncram) an. 16; 1 zu Toulouse gestorben: Francistus, Bi'choffzn PcrM» Dom-Dechant zu Cölin, und Dom-Probst zu Maadcbnra/na brauchte er also eine doppelte äiffcnQrion. eine wegen des unter- gebohren, und an. rsüi gejroreui; schicds in der religion, die andere wegen der nadcn anverwandt- Vkarggrafzu Mouy; und Lomge, l-wrcnr,; von » schasst; um welcher »rffchen willen cr von dem Ertz-Bischoff von fen zu Roubais, gemahlm. i'l,?. ' Rouen, so des Königs unächter bruder war, mit selbiger in dem Aenricus Fridericus / Printz von Oralsten, ein M ^ Königlichen cabinet ohne ccremonicn getrauet wurde. Nachdem helmi I, von dessen vicrdtcr gemahlin Lonisc, cinenochrer de- er mit feiner gemahlin länger als ein iahr in zimlictwm vergnügen rühmten /r-lmirsis von Coligny, gebohren den r8 stör. an- zugebracht, ließ er sich durch seinen deicht - vatcr so viel gewisse»?. Er wurde von dieser nmtter, einer sehr verständigen Furmn, M . " ' ic zc,t!a,ig ;uLcrdenkc„st>^' i bruder Mauritius ;um6E"- .........1 ;-8 begleitete er leinemE der that bey seiner reise nach Rom, wie es der Crrdinal -l'Ossat Franckrcich, blieb aber nicht lange daselbst. An. 16°° >Mn W entdecket, zu haben meyiite, vielmehr einen versuch habe thun wol- die General-Staaten lLtl,c>» in ihrem rath. In eben ccmtz " I,n, ob er nicht durch hulffe des Pabsts zur schcidung von Catha« jähr wohnte er der schleicht bey Nieuport bey. Bald daraus j>> ^ bewegte ihn zu nähern , die sein bruder, der Hertzog von Eldoeuf, seinethalben zu Paris >ncLm,mrt, und der nach Brisach gesendete MarggrafvonCastel zu einer völligen richtigkeit gebracht, durch welche er Brisach räumen, und dem Cardinal Mazäriiii,von dem der lvls>-c,u>! von 8. Gene; hinein gelegt worden, solches s»», vc-nement überlassen müssen, jedoch behielt er die ansucht über Elsaß , nebst dem gouvernemene von Philippsbnrg, auch monatlich 5000krönen. An. 16;-; kam er wieder nach Paris, guinwre auch fein Louvcrncmenc im Elfaß , und lebte eine zcirlang mißvergnügt, biß er an. 1660 das gvuvcrnemenc von Anjon erhielt. König Äl- phonfuS VI in Portugall trug ihm nach diefem das g-ncr-isr wider Spanien unter den herrlichsten conginoiwii an, fo er aber aus- schlug. Endlich starb er plötzlich in der Abtey Royaumont den 2; iul. an. i6S6. Er hatte sich an. ,6zy mit Margarelha von Cam- !bout, Antonii vonAge, Hcrtzogs vonPuy-Laurent wiltwe,vermählet, nild Caroli, Barons von Ponchatcau, Königlichen c^ne-Li- Li-uren-ncs von Bretagne tochter,mit welcher er zeugte Ludoviciim von Lothringen, Grafen von Armagnae und Briennc, Obcr-Slall- meister von Franckrcich; Philippnm, den Ritter von Lothringen genannt, fo Maltefer-Ritter war; Alphonfum L'.ibovicnm, Abt zu Royaumont, den ckcv»>icr yon Harcourl, General der galecren von Malta; Raimondum Verciiqarium, Abt von 8. Faron zu Meaur; lind Carolum II, Grafen von Marfan. g-nksi. Lall. Uommes illutlr. r. r p. s6. 6enricus von Lothringen, Hertzog von Mayenne lind Sligiiil- lon, u-cir und Ober-Cammer«.Herr in Franckrcich, war Ritter der Königlichen orden, und o-'uvcrneur von Guienne, Hcrtzogs Caroli von Lothringen ältester fohn, von der Henrietta von ^avoyen. Er war den 2 dec. an. i;?8 zu Diion gebohren, wohnte Königs Lndvvici XIII crönung an. 1610 bey, und wurde 2 jähr darauf als Adgefanbter in Spanien geschickt. Nach seiner ri'ickkuiifft schlug er sich zu den KiLicomcnre», und wurde zu Soissons belagert, -ccommociirte sich auch nicht eher wiederum, als an.iöi?, nach des Marschalls von Ancre tod. Hierauf wurde er an. 1620 Ritter der Königliche» orden, und hielte sich in den kriegen wider die Hugonotten wohl, nahm selbigen etliche örter ab, und wurde den 20 ,ept. selbigen jahrs bey der belagerung von Montauban umgebracht. Er hinterließ von Maria Gonzaga, Ludovici Hcrtzogs von Revers tochter, mit welcher er sich aii.i;p? vermählt, keine kinder. Anrlcus / Hertzog von Lothringen lind Bar, gebohren den 8 nvv. an. i;6;, ein söhn Caroli II, regierenden Hcrtzogs von Lothringen, und Claudiä, einer tochter Hcnrici II, Königs von Franckrcich. Bey seines vaters lebzciten wurde er Marggraf von Pont - Mvusson genennet, und a». iüc>8 lucccö.rte er dcmftlben. Er befand sich an. i;8? bey Hertzog Henrico von Guise, als solcher die unter Fabian von Dohna den Hugonotten in Franckrcich zu hülffe gesendete armee bey Vimorn geschlagen. Nach des Königs Hcnrici III an. 1589 erfolgtcm tod pr.rcenü rte sein vatcr vor ihn die Cron Franckrcich, weil seine mutler des verstorbenen und letzten Königs aus dem Valestschcn stamm schwestcr gewesen. Hierauf begab er sich auch in den Frantzöstschcn krieg, und föchte für die Ligisten auf des Hcrtzogs von Maine feite, war an. 1596 in .der sKiv» bey Argues, und dalffdas Königliche lager bestürmen, wiewohl er keinen sonderbaren rühm dard'ey erhielt. Dahcro desrowe- niger zu verwundern, daß in der Versammlung der Stände von Champagne, so zu Chaumoiit gehalten wurde, ihm nicht ein einiger sein vokuir, zur Frantzöstschen Cro» geben wolle. Worauf er sich denn mit dem König Henrico I V verglich , und an. 1^99 mit desselben schwestcr Catbarina von Bourbon, einer Protestantin, welche ihm in dem vierdten grad verwandt war, vermählte, und i° .t Wals Gesandter nach Heidelberg, undan. i6oz in solcher guaii. tät nach Engelland. An.i6o; ließ er in einer sLion mit dem Spanischen General, Louis jun. rückte er vor Mastricht. Die Spanier unter dem Marggrafcn von 8sms Ov-e, und die Kayserliche unter dem Grafen von Pappenheim, versuchten den 18 aug. mit gemalt den entsatz, allein sie wurden zurück geschlagen, und die stadt muste sich den 22 aug. ergeben. An. 16z; den letzten may eroberte er die stadt Rheinbergen, nach einer 20-tägigen bclagerung. An. i6;4 den 10 lul. siengeü die Spanier an, Mastricht zu belagern; Der Printz, damit er sie davon abziehen möchte, ließ dagegen den ; sept. die vestung Breda mv-llixen, von dannen er sich aber wenig tage hernach zurück zog, nachdem er seinen endzweck erreichet, und den bi-rqub ckAytona genöthiget hatte, die belage- rung vor Mastricht aufzuheben. An. 16;; den 28 jul. hatten die Svanier durch einen »»vermutheten Überfall die Schenckenschantz eingenommen. Weil nun an diesem ort den Holländern überaus viel gelegen war, so rückte der Printz ohne Verzug wieder davor. Die belagerten wehrten sich auf eine verzweiffelte art, und die Spanier thaten alles, was sie konten, um den ort zu entsetzen. Endlich aber, nach einer fast neun - monatlichen bclagerung, muste er den ;o apr. an. i6;6 -zpiruiiren. An. 16)7 empfieng der Printz, an statt des bisher üblich gewesenen titulsLxc-Ncnr, von demKonig von Franckreich den titul oder Hoheit. Den 2 r jun. des letzt gedachten jahrs wurde Breda von ihm bercnnet, und den 6 oct. erobert; da indessen die «spanier, weil ße den vernichten entsatz nicht bewcrckstelligen können, Ruremond und Venlo hinweg nahmen. An. iö;8 den 17 aug. legte er sich vor Geldern, muste aber 6 tage hernach, bey annäherung der Kayferlich - und «spanischen armee, mit verlust wiederum abziehen. An. 1640 den z 1 jul. legte er sich abermal vor diese stadt; allein er wurde theils durch den anmarfch des feindlichen m-curies, theils aber durch die ange- lauffeue Wasser, gleich den folgenden monat wieder genöthiget die bclagerung aufzuheben. An. 1641 den 27 jul. eroberte er, nach einer fast zwey monatlichen gegenwehr, die in dem Hertzogthum blcve gelegene stadt Gennep, vorher aber den 12 may halle er seinen eintzigen söhn, den vberivehnten Printz Wilhelm, mit des Königs von Engelland Caroli I ältester Printzeßin, Maria Stuart, vermählt. An. 164; that dieser Printz, als com>r>^awender General von der -LvzUeriL, ftine erste campsß-i-, und schlug den 4 sept. den Spanischen General Cantelmo in seinem lager bey Antwerpen. An. 1644 den 7 sept. eroberte sein valer die vestung Sas von Gent. An. 164; den »ov. bemächtigte er sich, nach einer be- lagerung von einem monat, der vestung Hulst.^ An-1646 den^? dec. vermahlte er seine älteste Printzeßin, Leuist Henriette, an H-rwe- ricum Wilhelmum, Churfürsten von Brandenburg. An. 1647 dm i4mart. starb er in dem Haag, nach einer zimllch langen kranckheit, welche zuletzt in eine wasscrsuchl ansschlug, und wurde zu Dclfft mit grossem pracht begraben. Ausser den oberzehlten thaten, welche grösten theils unter seinem unmitteldaren -»m- wLncln geschehen , find durch seine kluge Veranstaltungen und unter seiner Statthalterschafft noch viel andere merckwurdige, und den hen 75Z peinigten Niederlanden so wohl nützliche als rühmliche dinge ^ an. 1628 die eroderung der Spanischen Petrum Hayn, und die neun-jährige alliantz mit sä am i6;o und in den folgenden jähren die, progrcin» ° südlichen in America, sonderlich aber in Braunen; an. 16)2 die alliantz mit dem König von «schweben; an.i6;6 die verneuerung des bündnisses mit Franckreich; an.16;» zwey wichtige v,etor,en unter dem Admiral Tromp, wider die Spanische flotte; an. 1641 eine zehen jährige E- und llsk-nllv- allwntz mlt Johanne IV, Konig von Portugall, u.a.m. Durch, , gehmds hatte dieser Printz Heinrich Friedrich den rühm eines grossen Feldherrn und eines trcflichen stgats - manns. In seiner privat - auffuhrung wäre er freundlich, großmüthig, beständig, und bey den Uneinigkeiten, so sich hier und da, sonderlich in reliqivnS- punctm, ereigneten, sehr glimpflich. Die letzten 2 jähre vor seinem tod hat man ihm schuld gegeben, daß er gegen seinem eignen sotm mißgünstig, und gegen seine gemahlin allzu wmssEmc worden wäre. Diese letztere war Amaiia, eine tochtcr Johanuis Alberti, Grafen von Solms in Braunfels, eine sehr schöne vrw-, welche mit der vertriebenen Königin von Böhmen in Holland gekommen; da er denn an. 162; den 4 apr. sich mit ihr vermählte, und zwar auf emrathen seines bruders Mauritii, welcher ihr (gleich wie hernachmch die General-Staaten gethan) jährlich r;oooHollän- bische gülden ausgemacht. Mit dieser gemahlin hat er, ausser dem vffterwehnten söhn Wilhelms, und der mit dem Churfürsten von Brandenburg vermählten tochter,nachfolgende; töchterngezeugct: i)Albertinam Agnes , gebodren an. 16)4, vermählt an. 16,-2 an Wilhelmum Fridericum, Fürsten von Nassau-Dietz, gestorben an. 1696; 2) HenriettamCatharinam, gebohren an.'isz?, vermahlt an. 16,-8 an Johann Georgen, Fürsten von Anhalt-Dessau, gestorben an. 1708; ;) Mariam, gebohren an. i6;8, vermählt an. 1666 an Ludovicum Henricum, Pfaltzgrafen von Simmcrn, gestorben an. 1688. Er hinterließ auch einen natürlichen söhn, namens Fridericum, Grafen von Zuylenstein, welcher an. 1672 bey der sre-^ue von Woerden, als Lener-l-coionci der Holländischen infsnecrie. sein leben verlohr, einen söhn gleiches namens nach sich lassend. ^ memoir. UiK. cl- lioIlLnll. kam. 2. Liro, bist. rnccall. cie ttoll. in Izull. fu- nebri liujus krincip. in orsc. in obirum ejus. Lk>»- llomus /lurisco - kgLÜovicg. 6enrrcus von Savoyen/ Hertzog von Nemours, GenevoiS, Chartres und Anmale, bisrquis von 8. Sorltn, war Hertzogs Ja- cobi von Savoyen und Anna von Este jüngster söhn, gebohren zu Paris den 2 nvv. an. 1572. Er führte den titul eines Marquis von 8. Sorlin bis nach dem tod seines bruders Caroli Emanuelis, welcher im jul. an. izy; erfolgte. Der Hertzog von Savoyen machte ihn an. i;8; zum ordens-Ritter lle i'^nnoncis-je, und drey jähr darauf übergab er ihm seine armee, mit welcher er Carmag- nole, Saluzzo, und andere örter eroberte. Die Hertzoge von Guist zogen ihn mit in die ll§us. und führte er an. 1591 den krieg in Dauphine, worüber er nachdem das oouverocmenc erhielte. Er sccommockrte sich hierauf mit dem König Henrico IV , welchem er hernach in der belagerung Amiens f-lgte. Einige zeit hierauf erhielt er erlaubniß, sich nach Annecy zu wenden, damit er an dem krieg, so damals in Savoyen geführt wurde, theil nehmen möchte. Er lebte innert solcher zeit sünff jähr an dem Mantuamschen Hof, verließ aber denstlben aus Verdruß, weil ihm der Hertzog eine von seinen Printzeßimicn, um die er sich bemüht, versagt. Einiges Mißvergnügen, so er an dem Savoyischen Hof Hatte, und so vornemlich daher gerühret, weil ihm der Hertzog nach dem leben gestanden, ihm auch sein recht auf das Fürstenthum Gericoms streitig gemacht , und die heyrath mit der Lothringischen Printzeßin gehindert, brachte ihn an. 1615 dahin, daß er der Spanier proxollrion» anhörte, vor sie die Waffen zu ergreiffen. Allein es schlug ihm nicht wohl aus, weil ihn diejenigen, so ihm diesen schädlichen anschlag ertheilt, hernach verliessen; der Frantzösische Hof aber söhnte ihn an. 1616 mit dem Hertzog wieder aus. Er starb zu Paris den ic» jul. an. i6;2, und sein leichnam wurde nach Annecy gebracht. Er hatte sich an. 1618 mit Anna von Lothringen, Hertzogs Caroli von Aumale eintziger tochter, von der Maria aus dem hauß Loth- ringen Elbocufischer linie, vermahlt, und mit selbiger gezeuget Franciscum, der jung verstorben; Ludovicum, so an. 1641 verstor» den; Carolum Amadeum, Hertzog von Nemours, so an. i6;s getödtet wurde; und Henricum II von «savoyen, von welchem jelw soll gesagt werden. billo»-- ae Lavoye. Rennens II von Savoyen / Hertzog von Nemours, Gene- vois und Aumale, von 8. Berlin und 8. Rambert. Ev war des obbemeldten Henrici I söhn, und weil er zum geistlichen stand gewiedmet war, brachte man ihm verschiedene ^--csic-cn zuwege, wie ihn denn auch der Konig zum Ertz-Bisch off von Rheims ernennte. Er wurde auch an.i6;i, ehe er noch die Pabst- lichen bullen erhalten, zum Hertzoa und st-nr ernennet, und ll,rte bey der Versammlung der Geistlichkeit rn Fraiickre-ch. Allein als sein bruder verstorben, nöthigte man ihn, den geistlichen stand m verlassen, worauf er sich den 22 man an. 16,-7 mit Maria von Orleans , Hertzogs Henrici II von Orkans tochter , vermahlte. Er starb aber ohne erben zu Paris den 14 jan. an. 1659. »§» iiill. 6s bsvo^e. ^enrieus / der krummhalsigte zugenannt, der erste Hertzog von uancastcr. Er lebte in dem 14 l-cui<> unter Komgs Ebuardr III n-gierung, und stifftete das -olleZium -n Cambridge, welches man c»rpu8 ckritii zu nennen pfleget, wie auch die colie^e-kirche II theil. Ccrcc i» den zuLeicester, welche der ort seines begräbnisses war ^nachdem er an.izsi an der pest. dieses zeitliche gesegnet hatte. Wegen seiner ungemeinen gutthätigkeit nennte man ihn den gutrgen Hertzog von Lancaster. Blanche, seine eintzrge tochter, welche e den hatte, wurde an Iohannem von Gaunk, Hertzog von Lancaiter, Verwählt. /«t-o/Zen.Lric. Fürst zu Mamrsfeld. Henricus Franciscus / dcS Heil. Nöm. Reichs Fürst zu Mansfeld und zu Fondi / edler Herr zu Heldrnngen/Seeburg und Schraplau/ Herr der Herrschafft Dvbcrschutz / Cutter deS aüldnen vließ / , Kayserl. gehenner c»nkercnr- Rath und Cämmerer/ wie auch General » Feld- Marschall und 6ouvc,neur zu Comorm / war ein söhn Brunonis III / Grasen von Mansfeld / Kayserl. Cämmerers und Obristen Wtallineistcrs/ und Maria Magdalcnä/ Gräfin von Thormgen/ welche «hn den 21 nov. an.i64o gcbohrcn. Er begab sich m seiner lugend m Kayscrliche kriegs-dicnste/ wurde aber wegen seiner geschlckllch» -keil bald an den Hof gezogen / und zum Cammcr-Herrn crneimct/ da er an. 1677 nebstdemObristen Stallmeister/ Grasen von Har- rach/ demübittmeistcr/ Grafen vonWaldstein/ und dem Grafen von Schaffkenberg / dein ankommenden brautlgam von des KaysersLeopoldi schwester Eleonora/ Hertzog Carolo von Loth- ringen / halb weges nach Wienerisch Neustadt entgegen reiste/ und den Kayser bey diesem tranungs-»Au dedrente. Nachhero wurde er in vielen wichtigen Verrichtungen an Chur-und Fürstliche Höfe in dem Reich / desgleichen nach Polen und Holland/ und nach dem Niemägischen frieden an. 1679 / als Kayserl. nach Frankreich verschicket / da er immittelst an. 1632 geheimer Rath worden. Hierauf ist er auch - jähr als Kayserl. Bvthschaff» ter in Spanien gewesen / hat auch an. i syo dem Könige von Spanien Carolo II / seine braut Mariam Annam / gebohrne Hertzo» gin von Pfaltz-Neuburg / als Königl. auf dero reise durch Teutschland nach Spanien begleitetdavor ihm der König / wegen feinen vielen aufgewendeten Unkosten / das Fur- stcnlhum Fondi in dem Königreich Ncapoles an den Römischen gräntzcn mit dem titcl eines wie auch den Ritter-orden des göldnen vließ verliehen. Hierauf ruffte ihn der Kayser zurücke / erneuerte ihm den bey dem Mansfcldischcn Hause hiebevor gewesenen Fürstenstand / und bekräfftigke solches an. > 696 durch ein abermaliges ci-crsr, als er damals Kayserl. vlcnis-or-n- kisriu; an dem Savoyischen hofwar/ die n-uri3>lrät zu tractircn/ und war er nach der zeit am meisten unter dem namen Fürst von Fondi bekannt. Immittelst/ ob er gleich in staats«rKHr-r war gebraucht worden/ so behielt er doch noch einige zeit sein rcgiment zu fuß / und »vancirte auch in den kriegs-defördernngen; wie ihn denn dcrKanscr an. 1691 zum Qouve-neu^ der haupt-festulig Co- niorrn/ wie auch zum General-Erbland und Hanß-zeiigmeister ernennte. An. 1694 wurde er Obrister - Hvf-Marschall / und an. 1700 Hof-Kriegs -Raths - Präsident/ welche ck-rg- er aber an. 170z den29jun. dem Printz Eugenio von Savoyen abgetreten/ und davor die v-canr gewesene Kayserl. odristc Cämmcrcr-stcllc erhalten / welche er bis an deS Kaysers Leopold, lod verwaltct.Untcr dem Kayser Joscpho wurde an. 1710 den 2 oct. der schon vorher erhaltene wurckliche NeichS-Fürsten-stand / mit dem tttcl eines Fürsten von Mansfeld pubiicim. Nach des Kaysers Ioscphi nn- vermutbeten absterben / machte er nebst dem Fürsten von Lraut- sohn / Grasen von Seyler und Grafen Wratislan dieselbe lunr-, oder den geheimsten Rath/ welcher derKaystrin Eleonorä/ als Reaentin / -ltiniren solte. Kayser Carolas VI brauchte ihn auch m wichtigen conMii,, bis daß er endlich in dem 7; jahrcscines alters / den8lun. an. 1715 in seinem garten vor Wien/ nachdem «r auS dem bad von Baden unpäßlich dahin gekommen / starb. Mit seiner ersten gemahlin/Maria Lonyse n'Asprcmont Nanteml/ Caroli Grafen von Asprcmont tochter / Caroli I V Hcrtzogs von Lothringen wittwc / hat er an. 1679 bcylager gehalten / und mit ihr 2 tochter gczeugel/ ,an. 1680 Mariam Eleonoram/ so an. 1705 an Carolum/ Fürsten von Mansfeld / vermählet/ und Mariam Annam an. 1632/ so erstlich an. 1699 den 28sept.an Wilhclmnm Florentiniim / Wild - und Rhein > Grafen zu Ncnf- villc/ hernach an den Grafen Colonna von Fclß/ General der -Lv-iicriL, verhcyrathct/ und an. 1714 abermals vcrwittwet worden. Zur andern gemahlin hat er an. 169; durch Päbstliche mr, k-cns-nnn bekommen Franeiseam/ Iohamiis Wcicardi/ Fürsten »on Aursdcrg / Hcrtzogs zu Münsterberg / tochter / so er als wltl» we hinterlassen. Graf von Bergen op Zoom. Henricus/ Graf von Bergen op Zoom / wurde an. 157; zu Bremen von Graf Wilhelm von Bergen/ und Maria/ Wil- Helms zu Nassau-Dillenburg tochter / Printz Wilhelms von Onanien schwcstcr/ gedohren. Er kam in feiner jugend in Spanische kriegs-dienste/ und wurde an. 1595 in dem städtlein Werth gefangen/ und nach ; monatlicher gefängniß wieder gelösct. Er that an. 1599 unter dem Cardinal Andrea von Oesterreich und dem Admiranlen von Arragonien / Franeisco von Mcndoza/ den zng wider die stadt Bommel und Bommcler- Werth. Er führte an. 160; unter Friderico Spinola die cLv-ii-ne in Flandern/ befand sich an. 160; unter des Marggrascn Spinola ar- mce tn der bclagcrung von Oldensccl/ darinnen er nach erfolgtcr croverung commcnci-m wurde. AIs hernach Graf Moritz von Nassau diesen ort an. 160s belagerte/ hielt er sich tapffer / und vertheidigte ihn / biß der Spanier cntsatz ankam. Als er zu Erck- lcnS gelegen / ward er von Graf Heinrich Friedrich von Nas« hm sau daselbst .«»qwret/ und als dieser in DenJülichjscheniiM.» gelegene ort mit stürm ubergleng/ in derkirche/ darein er tiriret hatte / gefangen. Er wohnte hierauf an. 1614 des ralsSpinolä kriegs-e-cp-llinon wider die stadt Aeth und der r» berung etlicher Clevrfcher und Jnlichischerstädtebey/ ward an' iüiü an seines abgestorbenen bruders Graf Friedrichs statt. v-kneue des Hertzogthums Geldern / wie auch folgends Sia» Rath und General-Feldhauptmann in den Niederländischen^ gen. Nachdeman. 1621 gcendigtcm stillstand war er einer nä» den ersten / welcher im namen des Königs von Spanien den kri-a wider die vereinigten Niederlande wieder angehoben / das bans Ried eingenommen / und an. 1622 die stadt Mich erobert Ä. rauf wurde er mit einer besondern armcc in Äestphalen aeiastm, bey dem cinbruch aber derlHolländer in Brabant wieder zurück b . ruffcn. In selbigem jähre that er einen einfall in Frießland / mi wol mit schlechtem gluck/ eroberte eine zwischen Cvlln und Dom qelegmeIchantze/ that an. 1624 einen einfall st, die Velau/und hausekcubel darinnen. An. >625 ruckte ervordievestunqGran / muste aber selbige bald wiederum verlassen. Er befand sich hj-, rauf bey der belagerung von Breda / und convovwte die Zukamn, Isabellam Claram Eugeniam nach eroderung dieser ftstung dahm An. 1626 lagerte er sich in die Clevischen lande / überfiel den rock' den Grafen Hermann Otto von Slyrum / bekam selbigen gefangen/ und brachte gute beute davon. In selbigem jähre mvm. tirte er die vestung Groll / zog sich mit cmcr armee in Westxhalm, wolle Lippstadt einnehmen / muste sich aber zurück ziehen. In diesem jähre suchte er Groll zu entsetzen / Massen er sich allem bey derstadk in der nahe hielt/ und gebrauchte diesekriegs-list/ daß ertauben / soindiestabtgchörtcn/ mit her aus genommen/ dem er die briefc unter die siügcl band / und sie also nach der ftstung ßje, gen ließ. Au. 1629 commaudirke er das Spanische lager/ nm- mit Hcrtzogeiibusch einsetzt werden solle / und weil er den eiM nicht zu weickc richten kunte / fiel er mit seinen und etlichen c»"M- lütten KayscrlichenvölckcrilUüterGrafIohann von Nassau Mb Grafen von Moiirccuculi zum andcrnmal in die Velau ein / rich. tctc aber nichts aus / als daß Ammcrsfort eingenommen/ unddas land sehr verheeret wurde / da mittlerweile die Niederländerdiich einen anschlug Wc,cl einbekamen; worüber er bey der Infam in ungnadc fiel / auch allerhand schmäh-schrifftci! wider ihn heraus kamen/ so daß er auch ein mLmfüNjzuftincrcilffchlildlglingauS, gehen ließ. In selbigem jähre bekam er von dem Könige in Spanien das göldkne vließ. An. 16; 1 commandirte er die kriegs-A ckcr / so zwischen der Maaß und dem Meine lagen / quitürteabec an. iü;2dieSpaiiischendicnste/vorwclidend/ Mäste der Marg- grafLeganes nebst andern Spanischen Herren ihm nach ehre und leben gelrachtet.Hieranf machte er mitdcn Printzcn von Bardamen und Espinoy/ auch andern einen geheimen tractat wider das Spa. nischc i-'-er-Ne. begab sich heimlich nebst seinem cydam/ dem Grasen von Warfuß / nach dem Haag in Holland / kraclirte dasclbst mit den vereinigten Niederländern / und gab denselben allerhand heimliche anschlägt/ darauf der krieges-zug wider diestädleW- lo / Ruremondc und Mastlicht / so auch alle von dem MinM von Oranien erobert worden / erfolgte. Zu gleicher zeit sagte er durch ein öffentlich-ausschreiben dem König in Lpaiiiennndbst Infantil! seine diciiste und gehorsam auf/ retirirte sich nachÄ- tich/ und von dar nach Aachen / ließ ein ausgehen/ und versprach denjenigen/ die zu ihm übertreten wollen/ desörderung/ zog auch durch solches verheißen viel von ihnen an sich / tmmPe davon ein corpo, und begab sich unter der vereinigten Niederländer xroreÄion, darüber er von der Infantin nach Brüssel bM- den / und als er nicht erschiene / den 25 jun. an. i6;r dmchheit hohen Rath von Mechcln des hoch-verraihs verdammet wurde. An. 16;; führte crzu dienst der vereinigten Niederländer eine eigene armcc wider den König von Spanien / und an. i 6;4 fpon-Zkrtc er mit einigen Herren aus den spanischen Niederlanden umsieebeiisahls nach sich zu ziehen/ deren eilichciiiS gefängniß darüber kamen. Lctzlich aber gab er sich zur rvlie/ und überließ seine volckcr dem Printzcn von Oranien/ zu dienstc der vereinigten M dcrlandc. An. i 6;6 kani er in der bclagcrung Schenckcnschand zu dem gedachten Printzcn/ blieb ncurrai, trauetc aber dennoch den Spaniern nicht / und giciig endlich den irstm. an. 16MÜ tode ab. Seine erste gemählin war Margarelha Mencia / Johann von Witte» / Freyherr» zu Vouteschcii tochter/ »ist weM er einen söhn / Wilhelm Oßwald / so jung gestorben/ und«ne tochter Mariam Elisadetham gczcuget/ welche an Fürst MI Friedrich von Hohcnzollern vermählet worden. Die anderege- mahlin war Hieronyma Catharina/ Gräfin zu Spam/ dmn er einige töchtern gezcugct/ deren eine Reinicr von Neueste/ Aal zu Warfuß/ der an. i 6 z 7 zu Lüttich hingcrichktt worden/md eine andere der Graf von Rcchberg gcehlichct. Nächst diesen halte er auch einen niiächtc» söhn / Hermann genannt/ wclWcr die Herrschafft Stephanswcrth verließ/ die hernach der Miß von Spanien ihm abgehandelt hat. Berühmte leute. Henricus / war erst ein Münch zu Toulouse/ Wach gabst seinen ordcn auf / und hielt es mit Pctro voiiVruys.Es wirbiM von seinen widersächeren schuld gegeben / ob hätte er den nM' tauff/ dic kirchcn/ crucifipe/ das meß-opffcr und dergleichen M worffcn. Allein was das erste betrifft / so ist sowohl von ihmea» überhaupt von den pecr».kruit,3,icren und Aldigenftren/ wkim» alles eine scct gewesen/ leicht zu erweisen/ daß fiedle klndettge- taufft/ und nur allein gewisse in der Catholischm kirchen bey vM Lauffübliche Ceremonien und gepränge / die sie für «Mieniem hen .Mgkäublfch und vön Christo Nicht eingesetzt hielten / berworffen haben. Er wäre nach Petrt von Bruys töde das Haupt derselbi- gen ktkchen/ und breitete ihre lehr sonderlich in Languevoc unv Provence aus. (s) Petrus eiumsccnNs.der Cardinal Aldericus/ «nd s. BernharduS eifferten sehr wider ihn / bis eran. n^äus dem conci!^ zu Prsa verdammt/ und endlich an Händen und füs» sen geschlossen seinem Lischoffeingeliefert wurde/ nach welcher zeit nichts mehrvonrhine gemeldet wird/ so daß ungewiß/ was man jhme für eine straf angethan/ oder wie er gestorben. (l>) Die so genannte Henrieianer sollen nach einiger Meinung niO vön ihm/ sondern von dem Kavser Henrieo IV / welchem sie wieder den Pabst anhiengen/ ihren namen haben; doch ist wahrscheinlicher/ daß der namen von ihm herkomme / oder wenigst solcher denen x-cro-örud-L,>eren in Languevoc ohne das geringste absehen auf den Kayser Henrieum IV seye gegeben worden. (-) ^ Lr«,, in libro 6e ^miclirillo, ialerco ksuli ?crrini Kilt. V'LlNenss LaNice fcripr«, 60/^rss«- in vics 8. LscnsrNi. Nbro s6- veit. ?stro-8ru6rn. §. epill. r;8- sp. rom. z snsIeK. p. (d) Lp. ci. I. p. ^41- /'r/Ä-r. conf. sci so. 1147 n. 16. tretree-kist« p. i z. ir c.; §. n. * Henricus von Brüssel/ ein Benedtctmer in dem kloster Aft stighkim/ verstund die aiLctism-tic wohl/ und schrieb ernen krae- tat 6e rskiooc compuci. henricus ciuniscenü;; ein Cardinal/ gebühren in demHek^ tzogkhum Burgund / unweit Clugny. Schon in seiner ersten jugend begab er sich in das kloster zu Clairvaur / allwo er in wift senschafften und rügenden dergestalt zunahm/ daß man ihn in dem 29 jähre seines alters zum Abt des kloflers Hautccombc in Sa» voycn/ auch/ nach dem rode des heil. Gerhardt / zum siebenden Abt von Clairvaur erwehlte. In dieser kuosHon hat er seinem vor» fahren / dem ersten Abt 8. Bernhards / theils in ansehung seines unsträflichen lebens / theils was die seinem örden erwiesene vielfältige wolchaten anlangt / wenig nachgegeben. An. n 78 zog er nach Toulouse / und bemuhete sich / so wol durch Predigten/als durch auftnumerung des weltlichen arms / die Albrgenser zu über» winden. Das ihm angebotene Dißthum von Toulouse / wie nicht weniger das Leo-rsisc über den gantzcn Cisterctenser-orven/ schlug er aus / muste aber den 15 mertz an. 1179/ bey der andern Eon des Lateranensischm c»nciiü. auf Alexandri III und der anwesenden Prälaten verlangen/ die Cardmals-würde/ nebst dem Dißthum von Albano/ annehmen. Bald daraufgieng er als Päbstlichcr Legat in Frankreich / und that daselbst fein äusserstes wider die Albigenser/ entsetzte auch die Ertz-Bischöffevott Lion und Narbonne / nebst andern Prälaken / welche ihre Pflicht nicht in acht genommen/ ihrerwürden. An. n 81 kam er zurück nach Rom / folgte Lucio III nach Verona/ und fand sich an- ii8; bey dessen ende/ gleichwie er auch att. n87 ZuFerraradem sterbenden Urdano III bcystund. Hierauf erklärten sich die allda versammlete Cardinäle / daß siechn zum Nachfolger in der Päbst- lichcn würde begehrten; allein er wegerke sich / solche anzunehmen / und beförderte dagegen die wähl Gregorii VIII. Dieser schickte ihn mit gutem u-cc-g- an den Kayser Frtdericum I / welchem er auch/ nebst 68 hohen standcs.persotten/ zu ihrem vorhabenden zuge wider die ungläubigen/ das zeichen des creutzes mittheilte. Unter Elemente III lietz er sich angelegen seyn / zwischen den Königen von Franckeeich und von Engclland ein gutes vernehmen zu stifften. Endlich miete er / als Päbstlichcr Legat/nach den Niederlanden/ und vereinigte den Vischoffvon Arras mit dem Grafen von Flandern. Kaum aber hatte er solches zu stände gebracht/ so überfiel ihn zu Arras eme tödtliche kranckheit/ woran erauch daselbst/ und zwar in der kirchevor demaltardes heil. Andrea / wohin er sich mit fleiß bringen lassen/ den 14 jut. an. 1 -88 seinen geist aufgab. Sein cörper ward zu Clairvaur / neben s. Bernhards und s. Matachta/ begraben. Von seinen schrifftcn/ worunter sich sonderlich eine orsrlon sonn- äimZenles befindet / hat man unterschiedene in mE-g^ro in der Vatikanischen bibliothec. Als eine probe seiner grossen gaben und beredtsamkeit wird unter anderm angeführk/daß/ als er einsmals zu Lüttich wider bie6-no- me und wider die unzuchk gevrediget/ sich an einem eintzigen tage 69 geistliche gefunden / welche aus einem gewiffens-trieb ihreprL. venrlen sreywlllig in seine bände rcüZnirt. Purpurs 5 >. Lernk. trtcic. 83 , orciinis Likerc. Loi-e 4 e» snn. ^rißl. tarn- 1. snn. roirl. Ir. 54 srr^. rol. 6sII. henricus von Csesfeldt/ aus Westphalett/ war mio? in verschiedenen Carthäuser-klöstern/ und starb den 19 jul. an. 1410 M der Carthause zu Brügg. Er hat viel ,fachen geschrieben / als einen commLntsrium über Lxoöum, und über dir kpistel Pauli an die Römer. Äs,,--- Lo/r«-. henricus/ mit dem Zunamen cndnx, ein Wetcienser- Münch in der Abley Balttnylasse in Jrrtand / und voKor Meo- iox-LzuOrford / um das jähr 1; 82. Eewar/ wieder bekannte Dischvff von Armach Richard/ dessen fußstapffen er auch sonst folgte / ein grosser wiedersacher der bettel-orden /und weil er wider dieselbe einige reden fiieffen lassen / die der gemalt des Pabsts zuwider zu seyn schienen / muste er zu Standford in beyseyn des Ery-VlschoffSvon Cantcrbury wiederruffen. Er ward hernach als ein ketzer angeklagt/ weil er gelehret/ daß verleib Cdisti im abendmah! nur ein spjegel sey des leides Christi im Himmel. Er hat unterschiedene weräe hinterlassen / alsaeccrmiosrionestcliois. tti»;; coocrs rsligivso« «leaUicsntss libr. i; aUch V 0 N dtk sttsstUNg hm 75§ Englischen riöstern / von den Zeiten des ersten Bischoffs von Dorcester Birum an / bis auf das jähr ir;o geschrieben. oE UEkti cem. 14 num. 98. gr lcripkor. Ülberu. . .Assricus von Erfurt / ein Dominicaner, hat seinen namen kmen tractat 6e k-Äis iiiuNribus bekandt gemacht, worinnen alles dasiemae,was von ansang der Welt bis anfacht-;; sich zuge« IrüZLti / irr estsls i. 4 cjs vir.iliunifn. Vrci. in Lx>^. ^ .Aeuricus aus Frießland / wurde also genennet, weil er aus selbiger ProvMtz gebürtig war. Er wurde ein Carthauser, schrieb eme chromc seines ordens nebst andern büchern,und starb an.i;oo» ^rw/>beir»F rcr. L-rm. c- ;r. tcripr. 5 riN poF««. ^estricus tZLnasveosis z wurde also genennet, weil er von Gent aus Flandern gebürtig. Sein gefchlechts - Name war Goethals oder Lomcvliius; er wird auch von ändern rauäsnus genenncd weil er voll einem dvrff, Muda genannt, ohnfern Gent, entsprossen seyn soll. Er hat lange jähr in dem coiiezio surbonico zu Pariß die theologie und Philosophie xrv6i>rt, daß erauch mit allgemeinem ronlenr voKür tülcnnis genennet wurde. Endlich wurde er n,rciu. UiseonM zu Tournay, und starb daselbst an. tL9;. ^rckLngelu; m»> will ihn zu einem Servicen machen, welches aber von den wenigsten angenommen wird. Er hat geschrieben lunimsai rkeoidgi«; guuaiibcrs rbcologics; Ne viris illullriküs, live cle lckiptoridus eccls» llsificis libruw; und andekes mehr. ÄÄLMt«». sLNckvck bibl Leltz. Lvv«^. -rtlt. Le>§. ps§. zr8. yvMk henricus von GeiinyaNsen/ ein BenedictiNer-Mönch aus dem kloster Spanheim, war anfänglich ksİr in seinem Vaterland. Er hat 8. Benedicti leben beschrieben, Wd ist an. 1488 gestorben. csrsl. Seitvicus von Qorcu!-,,hatte seinen namen von seinem gebnrts- ört in Holland. Er war ein berühmter im-mogus, auch Vice- CaNtzler der «csclemie zn Cölln. Er hat UM das jähr 1460 gelobet, Und geschrieben l trsÄLtum -, Knr-miss; as ccledrstlone «jg«, Ac. iü Llpli. LUß. - 1 »- tribl. Lelß. henricus von (Zrave/ von seinem gebnrts-ori in Holland also genannt, war ein Dominicaner, und machte sich durch seine norm über des Hieronymi episteln Und ox-rs c- pnsni bekandt. -Fenricus von Hessen/ von Längenffeinzugenaimk, war vött geburt ein Teutscher. Er wurde t.ic>-nrislus rNeoioZis- auf der ^ca- Nsmic zu Paris, und ward allda wegen seiner geschicklichkeit so hochgehalten,daß er zum Vics-Cantzler dieser hohen schul erwählet wurde. Nach diesem gieng er Nach Wien, Und lehrew allda die cNeoi^ö. Man name aber dabey in acht, daß er nach feinet grossen wissen« schafft sich bey jeder vorkomendcn Materie allzu viel fragen pflegte vor zu werffeiyund aus dieser ursach jeweilen in gar grosse weitläuff- tigkeiten gefallen ist; wie er dann in vielen jähren, da er das erste buch Mosis vsrin calhebcr zu erklären vorgenommen, bloß biß zum vierdten capitul hat fortschreiten Mögen. Seintod wird gemeiniglich in aii.i4L8 gesetzt,von denen nemlich,welche ihn für eine Person mit Henrieo ium pscir, so zu deylegung der« selbigen zeit obschwebender ärgerlichen kirchen-tretumng Unter dreyen Päbsten zweckte. Von andern unter diesem namen ausgegangenen schrifftcn, ist es noch so klar nicht, welchem unter diesen beyden solche zuzuschreiben sehen. Die titul davon finden sich beym Äil live. c!e 5etipc.e«lLd 6 s lcr. eecl. Äm- in üibl. kttjsopogr. bibl. LarrlluU Loocil. (.vullgnt. * cliiäisconus daselbst war. Vorher war er canvnicus von Lincoln, lebte itt der mitten des 12 6c--i- untee des KönigsStephanr vonEn- gelland regierung, und schrieb verschiedene historische wercke, worunter die vornehmsten sind seine Historie von Engelland in 10 büchern; libsiluslle tvntettnu üiun6>, 6cc. g6 sn. ilrz. LeLr^»,r»«,.LÄ!2,ebiU. ükter. henricus von Ralkär/ der krancke zugenannt, gebürtig aus dem Hertzogthum Eleve, war voLor von Paris, und Lsnomcus zu Cölln. Nach diesem ward er ein Carthänser, und bekam die wichtigste stellen feines ordens, indem er k"or zu Colln, Rurmond, Straßburg, lc. war. Er hat auch 9 mal dem general-capitut bey- gewohUet, und verschiedene klöst:r selbigen ordens vilmxek. Er stach an. 1448 im 8° jähr seines alters, und hinterließ rolsrium s. vl-Z!- nis; termones 6; orNinc A p-o^rcUu or6. LLrrliuii; icslsm fpiritusllz «xrrclchj «pillois» äcc. bibl. LelZ, in bibi. c,srtbus. He«, 7;6 hen ^enricus von Marlebourg / vic-»-mr von Balliscadan in der Dublinischen c»>c°ccs im 15 stcnlo. Er schrieb in lateinischer spraach i; librus SNNLÜUM bis auffeine Zeiten an. 1421, welche Caindenns zum theil seinem Britannien einverleibet / die aber auch hernach an. lS;; zu Dublin Englisch, und zwar vollständiger, doch nicht gantz vollkommen bey dem beschluß der chronie Hanmeri herausgegeben worden, 6c lcripror. ttibcrn. ^enricus von piro/ welchen andere von Brune nennen, ein berühmter .jorus, war von Cölln gebürtig, lehrte zu Trier, und machte sich bey deni^tnvuz desCostnitzer-Lvnciiü sehr beliebt.Nach diesem wurde er ein Carthäuser, und bekam die stelle eines Priors in verschiedenen klöstern, biß er endlich an. 147° verstarb. Erbat unter andern 4 bücher über die wlinutL geschrieben. c. zr. 6c scrlpcor.ecclcll §«/or!ib. 1 6 c virs Lsciliust c. Iiidl. Lsrillull -^enricus / oder wie er sonst genannt wird, Amandus Suso aus Schwaben, sianimte aus einem Gräflichen geschlecht her. Er wäre ein Prediger - Mönch, und berühmter rb-ologu-. Er starb an. i;oö, oder wie andere wollen, an. i;6;, und ligt in dem kloster zu Ulm begraben. Man hat von ihm Kocoiogium ispienri-c; mectiksciones L. 6c pLilione llomini; lermoiie; 6c cempore öc lrnÄi;, öcc. vibl. kr«6ic. in conc. ?rrc- 6ic. Loll-ur-/«- in sätiz lrnÄ. mcnll ZLn. Ls've bild. litrcr. ^enricus Itt/VKOUIT-;. war ein Lsnonicus rcgulsri '5 aus 8rießland in dem kloster des berges Thabor, und lebte in dein 16 seculo. Er hat bikorism mixrsin geschrieben 6 nrro 6 kciüo biß auf r;c>i. bibl. Lclg. 6c 5 cripror. kriliL'. l^enricus von Zoemeren/wurde von einem flecken inBrabant also genannt. Er war ooöwr lli-oiogi»: zu Pariß, i^oteiu,- zu Lö- ven, und vec-nus der kirche zu Antwerpen. Der Cardinal Bessa- rion Mlinirte ihn sehr hoch, wie er denn auch auf sein bitten nach Rom gieng, woselbst er an. 1472 in grosser >-?u»cion starb. Er hat geschrieben epirolucn pciai« prrcir 6irlogi Quiliclmi Oclcami ; voln- xnen epiltnlsrum; epikolLni 6e csprs Lonüsnrinopoli. bivl. Jelg. p'o//!«- 6e kill. I>Lt. Üb.;. Henricus von Zütphen/ sonst auch Möller genannt, war anfänglich Prior in dein Augustiner-kloster zu Antwerpen , gieng aber an. i?ri nach Wittenberg, machte sich mir Lulhero bekannt, und wurde von demselbigen züin u-ccL>L»rco rKcvioZiL gemacht. Nach seiner rückkunfft beredete er die Münche daselbst, die Lutherische lehre anzunehmen. Um dieser Ursache willen wurde das kloster von den katholischen geschleiffet, und er die Lutherische lehre abzuschwören genöthiget. Weil er aber selbige bald wiederum annahm, setzten sie ihn gefangen, hatten ihn auch bereits zum tode »Mittheilet. Er entkam aber durch hülste der weiber nach Wit- tenberg, und hielt sich ferner daselbst zuLuthero undMelanchthone. An. 7522 gieng er nach Bremen, und ohngcachtel sich der Ertz- Bischoffnebst den c-nonicii und München vergeblich bemühctcn, solches zu hintertreiben, so fieng er doch an in des heil. Ansgarn kirche die Protestantische lehre auszubreiten. Von dar wurde er an. 1524 nach Meldorp in Ditmarscn bcruffen; als er aber daselbst 2 wochen gelebet, und wider der Ditmarsischen beamlen »erbot 2 oder; mal wider die Catholischcn gelehret hatte, erregten die Münche bauren,welche ihn den 10 dec. mitten in dcrnacht von Meldorp nach Heida führten, und da sie ihn übel zugerichtet, den folgenden tag darauflebendig verbrannten, und zwar an eben demselbigen ort, wo nachmals an. 1; z 9 die Ditmarsen von den Holsteinern eine grosse Niederlage erlitten. Lutherus hat von ihm geschrieben,die Historie »on brndcr Hcnrich in Ditmar verbrannt, so im sechsten Wittenbergischen theile Teutscher schrifflen befindlich. märr^r-bucti. t.a>»F»i tiilkoric ttcnriclis von- 5 ürpken. Oi- ^di»i L^lioiies öc wonum. marc^r. bitt. mirt; c. Lxorir oiart/r. 6 er,n. rliron. Oirmirk. bitt. buliicr. voller« isgz. »6 bitt. Lbcrlon. Cirobr. p, 6 zr. bc»cr.biltoric . xsrt. 2.1. 6. c. 8. §. 14. Henriquez/ ist cinevornehme Spanische Familie. Es kommt solche her von Alphonso Henriquez, der solchen „amen am ersten geführet, und des Jnfantens in Castilien, Fridcrici, Großmeisters des ordens St. Jacobi, so Königs Alphonsi XII söhn war, nnäch- ten söhne. Dieser erlangte das amt einesAdmiranten vonCastilicn, brachte solches erblich aufsei» geschlecht, und starb an. 1429. Dessen söhn Fridcricus Henriquez, erster Graf zu Melgar und Rue- da, hat leine tochter Johannam, dem KönigeIohanni von Aragonien und Navarra zur ehe gegeben, welcher mir ihr den berührn» ten König Ferdinandum c-rboiicum in Spanien gezeugct. Von des Alphonsi anderm söhn aber stammen dieGrafenvon AldaAltsta her. Fridericus hatte 2 söhne; von dem ersten Alphonso stammen die Hertzvge von Medina 6- «.>0 lcco her, von dem andern Petro die Grasen 6- lor bwrsler, die Marggrafcn von Tarifa und Hertzvge von Alcala. Dieses Friderici cnckel Ferdinandus Henriquez ward von dem Kayfcr Carolo V, als König von Spanien, zum ersten Hertzog zu Medina 6c «.io lcco gemacht. Er verehlichte sich mit Anna von Cabrera, Graf Iohannis zu Modica, Herrn zu Camiso, Aliamo, Caccamv und Calatini im Königreich Sicilicn tochter und crbin, wodurch ihrer beyder söhne nud nachkommen den zunamcn Cabrera auch angenommen , und bishcro geführet haben. Dessen ur-encke> war Ludovicus III Henriquez von Cabrera, Admirante von Castilien, und Hertzog von Medina 6c Xio teco, Grafzu Melgar und Modica, der an. 1600 verstorben, und von Victoria Colonna, Marci Antonii Colonna, HcrtzogS zu Palliativ und Tagliacozzo, Connelable des Königreichs Neapolis tochter, nebst 2 töchtern Anna und Felicia, welche an Franciscum Ferdinandum de la Cueva, Hertzog zu Muquerzue, und Fran- hm «scum II von Sandoval und Roxas, Hertzog zu Lema - . ^ . ,, . äber selbige noch in ihm lugend und vor dem beylager verstorben, ehlichte er an. /sic sam von Saudovai und Padilla, seiner vorigen braut schwÄ inlt weicherer zeugte Joh. Caspar Henriquez von Cabrera,Admil ranken von Castilien, Obristen-Stallmeist/r nud gebohrm den ; jun. an. i6,ü. Dessen kinder sind Joh.Tbvn i Henriquez von Cabrera, Hertzog von Medina6c k>o kco. p, 7 - von Melgar, Admirant von Castilien, welcher anfangs ncur von Mayland, und hernach eine zeit lang bey KönigCmM dem II ?,cm,cr-^>nittre und Staats-Rath war. Er gieng aber nach dessen tode den e; sept. an. 1702 an den Portugiesischen hos, und starb den ;o „in. an. 170z zu Estremos. Er hatte rgemMn, nenAnnam Catharinam 6cCerda, AnloniiIvhannis, Hertzvgz von Medina Celi tochter, welche sich an. 1Ü6; mit ihme vermählt, aber im mcrtz an. - 697 verstorben, und nach deren tod aus eben dein Hause eine andere Annam Catharinam, Iohannis Francisci 6e iL Cerda, Hertzogs von Medina Celi tochter, Petri von Ara- gonien, Marquis von Povar wittwe, so gleich in folgendem jähr den 10 dec. an. > 698 verstorben. Er hat von beyden keine erben hinterlassen. Dessen brudcr war Ludwig Henriquez von Cabrera, Marquis von Alcanizcs, der mit seiner gemahlin Theresia Henriquez von Almansa, Iohannis Marquis von Alcaiiizes tochicr, erzeugte Ludovicum Henriquez von Cabrera, Marquis von AI- canizes; IobalinemSimon Henriquez vonCabrera, ebemals vcrncuc von Aleraildrien, welcher an. 1702 nach Mäylaiidiind m dar nach Angers in arrest gebracht wurde; Theresia HenriM, welche zn erst an Caspar von Haro, 6-l c-rvi» v 6- Uci,-, zum andernmal an Manuel Ponce von Leon, Hertzog von Arcos, vermählt ivorden; Casvar Henriquez, Decanus zu Cuenza, >vcl« chcr an. 168; verstorben, und noch ein anderer Henriquez, welcher- den ,8ian. ,<-96 im Käyserlichen coiicgio der Jesuiten zu Madrid verstarb. Des valers natürlicher söhn war Fridrieh Henriquez. c>p. t6erLl6. 5 ^>cc. I. i. c. z6. von Luro> PL p. 86. henriquez/ (Alphonstisvon) Admirante von Castilien, Her. tzog zn Medina von rte sich von dem Königlichen best Denn als Hertzog Hcnricus von Cardona dem Könige von Bar« cellona auf; viertel meilen zu fnsse entgegen gegangen war, befB der König, daß sich selbiger Hertzog in die Königliche kuljchc ;n ihm setzen, diestr Admirant hingegen ausstcigen solle, da doch dem Marggrafcn zu karpio und Liehe in solcher Königlichen kuhchc sein platz gelassen ward. Weil er auch eine empsmdiichc minespuh- rcn ließ, und unter dem vorwande, als wenn der König ihn wie« der mit »amen gernffen hätte, sich in den schlag der Königliche» crroiiü style, empfand er mehr Unlust darüber. Gleichwol gebrauchte sich seiner der König in verschiedenen kriegs-verrichnli!- gen. An. i6;s rückte er vor St. Jean 6- Luz, nahm es ein, zog äucl> hierauf mit einer ihm untergebenen armce vor BmMM» Gastonien, muste aber, als es der Graf von Grammond m» Königlicher Frantzöstscher macht entsetzet, wieder davor aoM», hingegen machte er steh einen grossen namc», nlö er Printz HM ' richcn von Conde, der an. i6z8 mit der Frantzöstsche>> armcms stadt Fncntarabicn belagert halte, in das lagcr einfiel aufstchlug, die stadt entsetzte, und die feinde abzuziehen notM> Er wurde hierauf an. 1641 vice-«.- in Sicilicn, und an- >°f> vic-.zu Ncapolis, woselbst er aber das sonst gewöhnliche^' nicht annehmen wolle, noch mich bey diesem amte sich laM a, machen suchte. Weil aber die Spanischen Mim>m diejes M übel auslegten , suchte er bald seine 6umilMu wieder, un- l f wurde er als Lx:rsor6inLir-Gezandtcr nach RomgeiaMt, ume neuen Pabst JnnoccntioX die vb-6>enxzu leisten, worzu erm ' umsteh bey solcher -mbsiiiwc ansehnlicher zu haste», st»I schafft Cacamo in Sicilicn an den Fürsten von Galatl vmM ' Er hatte daselbst viel nnrubc, weil er den Cardmal Rmnald»» v Este, daß er ihm, der gcwohnheit nach, seine möchte, nicht begrüssen »volle, auch sich allerhand dl'ohwn der ihn verlauten ließ, indem er die Frantzvnlche,?Eä>o » nommen. Weil auch der Cardinal von Este, datz der uv>» . wohl die andern Cardinäle, aber ihn nicht beiucheii wo> ^ urxirte, sendete das Cardinals-coiieL'u-u den Cardmal hm G», und verlegte, daß er ihrer keinen befischen möchte, indem sie dennoch seine villren als gethan achten wolten. Er nahm hierauf unter hegleitung vieler Fürsten die audientz bey dem Pabste. Bey der rückkehr, und als er dem Cardinal Marcelw Lantis die villre ge- henwolte, geschahe es, daß einer aus privat-feindschafft aufeinen andern einen schuß that, welches die Spanier auf sich zogen, und unter das Römische volck feuer gaben, wobey mit lauter stimme her ring von seinem singer und drückte ihm solchen aufden mund, zudeuten, d-m,-r >>« 7"' «miw, 757 an» daß er es geheim halten möchte. Alexander machte ihn zu einem grossen General, und brauchte sich seiner iu vielen wichtigen Verrichtungen, wie er thue denn in Phönicier,, Bactrianen und Lydien schickte, welches land er bezwäng, in der schlackst aber mit Dario wurde er in den arm verwundet. Er starb endlich kurtz vor -r gaben, wobey mit lauter stimme dem Alexandra zu Ecbatana, welches thue denn dergestalt betrüb, des Cardinals von Este „amen geruffen ward , und ein grosser tu- te, daß er; rage mchts aß. Er ließ ihm als einem Gott opffern, des earvm anü, uch mst sinnen -6K»- „nd sein lerch-begangmß nebn dem grabmahl kostete mehr als L2OVO cLls«r. jn VÜ3 AlexLH^ri öec. ^ > sind gewisse berge in Lvcien, welche vorzeiten stäts brannten, und zwar von einem so hefftigen feür, daß die ein» mahl angezündete steine dieses dergs so gar in dem Wasser fortfuhren zu brennen. Auch wolle man anmercken, daß dieses feür durchs Wasser oder den regen selbst nur mehr angeflammct wurde. Wofern jemand ein stück holtz bey diesem semr anzündete,und mit demselben furchen zuge, so sollen ihm, nach Plinst bericht, gantze feüer-strö- me nachfolgen. I. r c. io6. Sesech ex. 79. §s-"or-^! in ^irgilii ^nei6, ü 188. in Latin. ^ Apidalrus / ein Münch von 8. Gallen, im n leculo, ist des Verfasser einer chronic, die von an. 7 °s biß aufdas jähr i angeht, und sich in Goldasti sammlung Der Teutschen geschickst-schreiber be. findet. Er hat auch r bücher von dem leben und wunderwercken des heiligen Wiboradi verferttgt, und ist ungefehr um das jähr i°8S gestorben. mult entstund. Gedachter Cardmal ließ auch uch mit seinen s6K»- „nd stjn leick-beaänaniL^n-ssä H'ss.""" vMrrn, r-nren sehen, darüber sich des Admiranten comirac rsurirte, und er 12000 rslent. grabmahl kostete mehr als durch den Prmtz von Roccella, Priorn des Malteser-ordens, mit . gewehrter Hand in seiner eigenen kutsche, da ihn sonst mehr als 20 begleitet hatten, gebracht ward. Diese Ew,- hielt er vor einen grossen->Krom, begehrte von dem v-c-.«.- zu Neavvlis, demHer- tzoge von Arcos, würckliche hülffe und mannschafft, der ihm über kaltsinnig begegnete, und der Pabst so wol ihm als dem gedachten Cardinal innerhalb ihren behausimgen zu bleiben befehlen ließ. Der Cardinal Cavponi aber und der Printz zu Gallicano, Pompejus Colonna, schlugen sich endlich in die fache, und vermittelten, daß beyde Personen einander in gegenwart des Padsts zum ersten mal sahen, und sich einander zu v-llriren versprachen, welches denn auch so fort erfolgte. Denn indem sie von dem Pabste weggiengen, trat der Admirante in des Cardinais c--roL-, und fuhr darinnen bis in seine wohnung; also wurde durch die v-ll-e „nd revlLe alles beygelegt. Von Rom reisete er nach Loretto und Venedig, kam auch nach Mayland, allwo er dem an. 164s verstorbenen Königlichen Jnfanten , Don Balthasar Carolo, ein prächtiges leich- begängniß halten ließ. Als er zu Genua anlangte, und wie er von seinem Könige zu fernem Ober-Hofmeister wäre erkläret worden, vernahm, ließ er seine gemahlin und seinen söhn hinter sich, und begab sich in Spanien, da ihm seine wohnung indem Königlichen pallaste zu Madrid angewiesen worden. Er stund aber solchem amt nicht gar lange vor, sondern fiel in ein fieber, bey welcher kranckheit ihn der König selbst besuchte, und starb den 25 jan. an. ,647 fast im ;o jähre seines alters. Seine exc^uien wurden in der Capuciner-kirche zu Madrid gehalten,sein leichnam aber nach Me- dina äe Lio seco gesühret, und daselbst in der Franciscaner-kirche begraben. Es wird von ihm gesagt, er habe 190000 cronen an jährlichen einkünssren gehabt, wovon er viel zu seines Königs dien- sten angewendet, inmassen er bey dem entsatze von Fuentarabien 120000 ducaten, und bey seiner »mbsllslle zu Rom 252020 ducaten von seinen eigenen Mitteln, auch sonsten viel aufgewendet, daß es 400000 ducaten betragen haben soll, wovor er aber nichts wieder schalten. §r>rmeii-, Henrique; / (Chrysostomus) war zu Madrid an. iz?4 geboh- ren, und gieng in dem i; jähr seines alters in den Ciftercienstr-or- den. Nachmals wurde er in die Niederlande geschickt, da er zu Lö- vcn den 2; dec. an. 16,2 starb. Er hat mehr als 4» bücher geschrieben , worunter die vornehmsten find >->>» allere-,, darinnen er das leben der berühmten Ctstercienser beschreibet, und m-noioZium c-- Ücrcieole. ks/c-c»/l c>r6. Llllerc. bllrl. allere. d»ro»!r dibl. ^enriguez / (Henricus) war an. r 5; 6 in Portugall gebohren, «nd lehrte zu Corduba und Salamanca die clicoioZie; nachdem er an. 1552 in die 80c. /ell, getretten. Er hat ll-mm-m incoiog. mo. rsl. in ; rom. herausgegeben , und an. 1608 zu Tiburc das zeitliche gesegnet. Es ist von ihm merckwürdig , daß er es in dem bekannten streit von der gnade Gottes., wie solche dem menschen zu seiner be- kehrung nöthig seye, wider seinen orden mit den Dominicanern gehalten; wiewol auch gewiß ist < daß eben das , was er da neben den Dominicanern behauptet, die alte und erste Meinung seiner or- dens-brüdern gewesen, welche nemlich in diesem stuck des Thoma LgumLns lehre gefolget hatten, worzn sie auch von ihrem stiffter, Jgnatio Lojola, waren ermähnet worden. Um eben diese zeit war ein anderer Jesuit dieses namens, aus Villa Viciosa gebürtig, WklJKGIIIss - ist ein Griechisches Wort, wodurch möge. mein das südliche theil von Britannien (nachgehends Engelland genannt) angedeutet wird, welches unter der Sachsen regierung im zten llcuw in 7 Königreiche zertheilet war, ehe es unter Egbrr» to, dem ersten Monarchen von Engeüand, an. 8r; in ein eintzigeS Königreich gebracht, und dadurch Jer gründ zu dem Königreiche Engelland gelegt wurde. Diese 7 Königreiche waren Kent, South» Saren, West-Saren, Ost-Saren, Ost-angeln, Mercia und Nor» thumberlgnd. 6e orig. Ll'jt-UINIL.-. L-rLH/-,,., L'» Dicrts äs Lävcircu Lxxonnm. Kenxrc«« ciirvn. 6s reg. LvZl. Lst-exE 6e Lng!. tiz l-ill. Wk)s^LIILM8> also wird der erste theil der bibel ge» Nennet, welcher die bücher Jvsuä und der Richter nebst dem xe,-- rLreuclio oder 5 büchern Mosis in sich begreisst. Wie denn Uvo von Chartres meldet, daß besagte bücher gemeiniglich zusammen gesetzt, und unter diesem nameu angeführet worden, n-s «x. zz. ^cra / siehe Herü ^erac / lat. vnr-, eine stadi in dem wüsten Arabien, welche vor das Rabbath gehalten wird, dessen die fchriffc gedencket. Sie war vor zelten ein Ertz-Bischösiichcr sitz unter dem Patriarchen von Jerusalem, in den letzten zeilen aber unter dem von Alerandriem Sie ligt an den gräntzen des gelobten landes am bache Zereth. veracht« / lat. »ersci», eine kleine insul auf dem LrsKixeisZo, ost-wärts nach Sinusa zu, Araclea oder Heraclia / eine stadt in Thracien, so vorzeiten PeriNthus und Mygdonias hieß, anjetzo aber öfftecs Araclea ge» nennet wird. Sie ist ein Ertz-Bißthum unter dem Patriarchen von Constantinopel, und war die Haupt-stadt in Thracien, von der zeit an, da Severus Constantinopel verbrannte und zerstörte, in welchem zustand sie auch blieb, biß zu ConstantinUck-ix-i- zelten. ES hat selbige 2 gar bequeme Häfen, unter welchen derjenige, so gegen orient zu ligt, mehr gebraucht wird. Allein weil die Türcken solchen von steinhauffen alter gebäue, deren man noch gar vilc an dem uftr siehet, mehr und mehr lassen einnehmen, können jetzo nur mittet, mäßige schiffe daselbst einlauffen, da doch sonst zu desKayftrs Se- veri zelten,auch noch lang darnach,eine gantze flotte darinnen sicher .... .. „nl-r. liaen tonte. Die gegenb des vorgebürges, so an der lincken feite dem Asiatischen Kömgreich TMocorm unter^ gelegen, ist sehr angenehm, woselbst auch ehemals das schiedliche mco>°Z.sche schrrfften w Malavattscher w swok-chc-irruir, von Heraclea gestanden , welches in der 2m,c,u--at -wdem8°jähricinesalters >emlevenoci«)w,- ...,5...,^—.- . .. . m setzt, und an. 1608 , , fen. bil>I. 8. ). 8-,-ro» dioiloci,. O-Uc. tom ^entemus/ (Johannes) gebürtig aus einem dmssder 6-cece- von Lüttich, anfänglich ein Münch des ordens 8. Hieronymi in Portugall, hernach aber ein Dominicaner zu Lövven und voÄoi- ti-coloßis-. auch Prior und O-reAor der sca6emis daselbst, wurde auf Carvll V befthl, die Lateinische bibel in gehörige ordnung zu bringen , von der Iksol. kac. 6ellin-ret, welche jetzo die bibl-z ssovroisn- «s genennet werden. Endlich starb er zu Lövn den 1; oct.an. 1566, und hinterließ aus dem Griechischen überjetzet: Lmbymium i-si-um in 4 LvrnZdis; Occuweniu-n in Lct-1 Apollo!.; -irecsm in Lpocrlyxl-n ckcc. biöl. Lelß. Kr. Äephästion / einer von Alexandri des grossen ksvoricen, wurde nebst ihm erzogen, und derohalben von ihm sehr geliebet, so gar, daß er ihm auch die grösten Heimlichkeiten anvertrauete. Dieses machte, daß er viel mehr freyheit zu reden Hatte als ein anderer, wiewol er es dennoch mit grossem bedacht gethan. Er war zwar in gleichem alter mir Alexandra, aber weit grösser und von besserem ansehen; weßhalden des Königs Darii gemahlin und Prmceßin- neu, als sie von Alexandra gefangen worden, ihn vor den König mit vor die grösten wunder gehalten wurde, wovon man noch heut zu tag einige ruller-- stehet. Auch funden sich darinnen viel kempel, bäder und andere öffentliche gebaude, auch vile marmorsteinerne llamen und iaicripuonen. Die Haupt-kirche daselbst ist viel besser ausgezieret,als des Patriarchen von Constantinopel, die andern kir, chen aber sind daselbst nicht in so guter ordnung. Der Englische abgesandte Eduard Guits, so zu Constantinopel verstorben, ligt darinn begraben. Die handelschafft selbiger stadt geschiehetmejsteu. theils mit cartnn, oliven, häuten, wolle, früchien, rc. Von den übrigen städten dieses namens ligt eine in Syrien, an dem fuffe des berges Taurus, tngleichem an den gräntzen von Cilicien in Ca- rien, Syrien, Meden, Bithynien, Sicilien, Pontus, rc. 1.16 c. 77. noc. orb. 3i:c. 1. r. c.i;. 6s Lonüsalinoxlc. * zFeracleon / ein bekandter ketzcr der ersten kirche, und schüler Valentin!, im andern seculo. Er llawirte aller dinge 2 anfange, jedoch daß einer von dem andern herrühre, und aus diesen beyden all das übrige flieste. Den Bytbsn hielt er vor den vornehmsten Gott, woraus die s-Z- oder das stillschweigen herkomme, von diesen bey- , ^ , .. ^ - den aber kämen alle übrigen dinge her. Er verordnete, daß seine hielten, und als Sisygambls deßha.ben bey dem König um verge- die todten mit einem gewissen ol und balsitm schmieren bung bat, sagte er: Sie hatte sich gar nicht übersehen, denn er ver ,ölten, wovon er versicherte , daß es ihnen ihre pein linderte, nx. stiicil. tom. r x>. 8i. äillerr. 6s andere Alexander wäre. Ais Alexander nachmals sich mit des Königs Darii ältester Prmtzeßin vermählte, gab er die jüngste dem Hephäst,on, welche von einigen Drypetis genennet wird. Als der Konig einst einen brief laß, und Hephästioii m solchen über des MMdri achsel einsähe, wehrte er solches nicht, sondern nahm den 6e c. 49 I. 4 llrom. x. ;or. Vsienri-i. §<18 x. 491. -»eraclesnas/ siheConstantinus H, Cscec z 758 hen wurden die Komgevon AegYPtett genennet, die zu Sethron, einer stadtin dem untern Aegyplen, «öirten, welcher ort durch die Griechen nachmals ^-cieop»''- ge. nennet wurde. Es haben selbiges land - familien besessen, dre erste hat in die jähr gedauret, aus welcher 4 K^rge M andere hat in ,8; jähren -y Könige gegeben. Jedoch sehe mt dieses allerältcste stuck der Aegyvtischen Historie am meisten fabelhMmnd kan Affricanus nur eines einigen aus asten diesen Ksmgen namen anziehen. Die aber, so von Syneeüo beygebracht werden, sind offenbar falsch erdichtet, c-noli. ckron. ^8>xc. lec.i. Feri-o» -nrigui-s 6er tempr. * zcseracleotes (Dionysins) sthe Diockyfius. , ^eraclianue/ Bischoffvon Chalcedonien, ist aus seinen ro bu- 85«^ zri. iitrcr. z^eraclianus / desKaysersHonoriic-p>k->n- wurde, Weiler Stiliconemzu Ravenna gelobtet, an. 4^8 zum Lvuvcrneur von Africa gemacht, woselbst er die rebelten samt ihrem Haupt Attalo schlug, dem Kayser auch, welcher dessen in selbiger zeit wol bedurff- tig war, namhaffte geld-summen nach Rom schickte, Und bannem hero das bürgermeister-amt erhielt. Diese chreu-stclle machte ihn so anffgeblascn, daß er nach nichts Mehr verlangte, als Herr über die gantze weit zu seyn, worzuihtt sonderlich SabinuS anstischte, welches ehemals seinknecht gewesen, und nun sein schwieger- lohn worden war. Um demnach sein vorhaben zu bewerckstelllgcn, hielt er die schiffe zurück, welche gelräyd in Italien zu bringen pflegten, und segelte dahin mit einer flotte von z?c>o schiffen; allem Marmus kam ihm gleich,da er sein volck att das land setzte, bey der stadt Otri- culum entgegen, und schlug so, baß er mit einem eintzigen «chichwcl- ches ihm von seiner gantzen flotte noch übrig war, davoii fliehen muste,und sollen würcklich in selbigem gefechl auf die fünfftzig lausend mann aus diesesHeraclianilcuteu umkommen seymwiewolen andere melden, er habe nicht einmal die Macht für seine perl»» ge- wagt, sondern seye von derselben weg geflohenMid in einem einigen schiff nach Africa entronnen. Als er nun mit selbigem zu Carthago angekommen,wurde er daselbst an. 414 von den soldaten erschlagen. Iib. 7 c. 42. in ckron. 36 2,1. 4-Z. j-»'' 6c regn. 5 ucc. 1 . 1 c. §6. I. iz. cx. 3 > in LliMn. * heraclides/ ein Mönch aus Covern, welcher an. 4c>r von dem heiligen Cbrysostomo zum Bischoffvon Epbcso gemacht wurde. Theophilus,derPatriarch zuAntiochien,beschuldigte ihn an.40z des vrigen-smi so scharffdaß er auch aufeinem i)'»o6o verdamt wurde, Als Chrysostomus aus seinem elend wieder zurück beruffen worden, hatte Heraclides eine zeit friedej allein da Chrysostomus zum andern Mal verjagt würden, so gieng auch die Verfolgung wider «eine freunde aufs neue an, und Heraclides wurde an 404 abgesetzt, und zu Nicomedren in ein gefängniß gcworffcn, in welchem er über 4 lahr aushalten muste. Er hak ein buch hinterlassen, unter dem killst p-rs6ilur. oder die leben der heiligenväter, welches ein stuckvon der UiKotiL i.suliscs ist, die an, i;c>4 zu Paris gedruckt worden. 1 ,6. in t)ri. s6 (^ucrcum. inst, iirrcr. heraclides/ ein kRilock-pKur, welcher vonelcur zugenannt wur- de, weil er zu Heraclea in Ponto gcbohrcn war, desgleichen auch kompicus, wegen seines stattlichen und x^viiätischcn ausehcns. Erwar des Euthyphronis söhn, sammlcte grossen reichthum, und Meng nach Athen,wostlbst er sich gleich anfangs der mf'-mziion des Speusippi untergab, nachmals aber den Aristotelem hörte. Er hat viel schrifften hinterlassen, deren Diogenes Laertius gcdencket; welche aber allesamt verlobren worden, biß auf die Liicxmicn über den Homerum, Jedoch hält Voßlus davor, daß auch nicht einmaldic- ses buch sein sey, weil ncmlich einige -morer darinnen angeführt werden, die erst nach ihm gelebt haben. Als er sterben wolle, ließ er sich aus Hochmuth durch einen guten freund eine schlang ins bett setzen, um das volck zu bereden, daß er hinauf zu den Göttern gegangen wäre; allein die schlänge beglücke zuvor herauß zu kriechen, wodurch denn der betrug offenbar, und seine eitelkeit verlacht Wurde« in vit. pkilolopk. 04 . iik. z «p. 26 (^tr2ircM. ?/r- I. 7 c. 57. 5 »,^«,. I.i kick Lr. , dieser name bedeutet insgemein des Hercu« lis nachkommen, jedoch sonderlich in der Griechischen Historie diejenigen, welche in Peloponneso wohnten; wie denn die zeit, da sie in diese landschafft wieder zurück gekommen, woraus sie durch Cury. sihcum, den König von Myccne, vertrieben worden, eine der vornehmsten jähr - rechnungen bey den Griechen ist. rast»». renip. 1 .1 c. 12. heraclittis/ der finstere zugenannt, ein ?KiiotopKu?,des Wn- sonis, oder wie andere sagen, Heraclionis söhn. Er war von Epheso gebürtig, und lebte in der o-sten oiympjz6c, ohngefähr ;«4 jähr vor Christi geburt 4. xn. ^480, v. c. 250. Es wird von ihm berichtet, daß er keinen lchrer gehabt, sondern alle seine weißheit durch stäti- ges me6ik,ren und nachsinnen erlanget habe. Das grosse elend und die thorheitcn des menschlichen geschlechts machten ihn so verdrüß- lich, daß er allezeit, wenn er unter den lenken war, weinete,uirv da« her» der rveincndeHeraclikus genennet wurde; gleich wie man ihn wegen seiner rätzci ollkci^um oder den duncklcn zu nennen pflegte. Sein buch von der natur, welches die gantze summe seiner welk - weißheit in sich begreifst, wurde von dein König in Persien Dario, Hystaspls söhn, sehr hoch gehalten, und fleißig gelesen, welcher ibn auch deswegen an seinen hofberieffcn ließ / aber eine unhöfliche antwort von ihm bekam. Er wurde endlich so verdrüßlich, mit den leuten umzugehen, weil er an allen menschen, ausgenom- hen wen sich selbst, einen eckel hatte, daß er zu den Ephestern, (HMe ihn mit kleinen kindern spielen sahen, und sich darüderzum höchsten verwunderten) sagte: er hielte es vor weit besser, dieses zu tbim als sich in ihre staats-fachen zu mengen. Dannenherv begab er sich letzlich gar auf einen berg, um daselbst unter den wilden ldimn von kräuwrn zu leben, welches ihm die Wassersucht zuzog. Darauf gieng er in die stadt, und fragte die ärtzte, ob sie wohl ein trübes regen- Wetter in einen hellen sonnenschein verwandle« tönten; allem da sie ihn nicht verstunden, was er damit haben wolle, gieng er hin, und verbarg sich unter eme mist-hauffen,in Meinung,seine Übermaß sige feuchtigkeit durch eure gemachte hitz zu verzehren.Allem es HM nichts, und er muste sterben, nachdem er fein alter auf so mhr ae, bracht hatte. Andere erzählen die arc sei >es todes mit andern m« ständen, daß er nemlich, nachdem er sich mit ochsewkoth beschmie, ret, hingegangen sey, und sich damit in die sonne gesetzt habe, um selbigen zu trocknen; in solcher deschaffenheck aber hätte thu der tod überfallen; oder er wäre gar von den Hunden , die ihn also beschmiert für ein thier angesehen, zerrissen worden. Seine lehre war, daß alle dinge zufalls - weiß geschähen; daß widerwärtige dingt durch die bewegung mit einander vereiniget würden, auch deswegen die bewegung, vermittelst deren alle dinge vielfältig auf einander stieffen, gleichsam die mutier oder Urheberin der meiste» dingen seye; daß alle dinge mit geistern angefüllt wären; daß alles, was geschieht, durch verschiedene abwcchslungen ge,chähe; oaß die ganye weit ihre gräntzen hätte; desgleichen, daß nur eine well sey, durchs feucr gemacht, und daß alle bmg endlich wiederum in fcucr verwandelt werden müsten. Hesivdus, Pythagvras, Ano- phon und Hecateus waren seine schüler. Als sein buch von derna- lur dem Socrati zugeschickt wurde, fältele derselbige dieses urtheil davon, daß er dasienlge, was er davon verstünde, vortreßich befände, und daher nicht zweiffeltc, das andere,was er nicht rechivcr- stünde, würde eben so beschaffen seyn, gestalt man seine redens- arten wegen der vielen rätzel sehr schwärlich verstehen körne. ci-«,-. I. kick. Ubiloil * ^eraclitus/der Sicyonier,hat einen rrsÄ-r von steinen geschrieben. Leo Allatius hat an. 1641 ein buch äe WcrcNibuiKus unreröe- raclili namen an das licht gegeben, welches er in der VaticamsclM bidliothcczu Rom fand. Voßius hält davor, daß dieses buchHe- raclidä, dem 2uwr, der siieZoricn über den Homerum, zuzmM» sey. sthe Heraclides. ^eraclius/ ein Griechischer Kayser. Er war Heraclii, eines o»uve-,-.cu>s in Africa söhn, aus Cappadocren gebürtig. Munde- richtet voll ihm, daß, nachdem er sich durch das geschrey des volcks, wozu so gar die anstiffcung Crispi, der Phocä wchtcr zur ehe haue, aber mit diesem seinem schwähcr sehr zerfallen war, nicht wenigge- hvlssen, wider Phocä lyranney aufdringen lassen, er mit einer ßone bey Constaicklnopet angeländct, so dann den lyrannen geichlagcil und enthaupten lassen, und wäre tvlgends an. 6>o nebst feinerge- mahlin Eudoria von dem Patriarchen Sergio gckrönct worden. Nach dieser seiner gemahlin tod vermählte er sich an.6ir imtMar- tina, die seiner schwester Maria tochtcr war. Chosroes II, König in Persien, führte einen grausamen kricg wider ihn; und ungeachtet sich Hermelins zu einem jährlichen tndut erbot, so fragte er doch nichts darnach, sondern nahm ?2>«ckmLM oder das gelobte land nebst Cappadocien, Armenien und Jerusalem ein, und führte des Patriarchen Zachariam nebst vielen Christen und dem vermeinten warhasstlgen crcntz Christi mit sich hinweg, welches um das M 614 oder i; geschahe, Sie waren so gar biß gen Cbalccdon angeruckt, welches gegen ConstaMinopel über ligt, und hakten solchen ort belagert. Als Hcraclins zum andern mal um frieden bat,wolle Cbosroes solchen nicht eingehen, als mit dieser bedingnng, woiml Hcraclins und seine tintertbancn vomChristenthum abfallen und die sonne anbellen würden.Dicfcs erbitterte dicChristen dcrmassenM nun jederman Mit ernst den kricgsortsctzen wolte,mie dan dcr stlede mit benAvarcli,fo aufdcr andern feiten niThracien eingefallen waren, wie inati immer tonte, geschlossen ward, damit denen Pmcrn desto stärckerer widerstand fönte geleistet werden, auch gab die clm« sey einen theil der geistlichen einkünffte zu forlsetzung des krieges her, worauf der Kayser die ungläubigen in verschiedenen Wachmi erlegte, nemlich von an. 614 biß 627, und sie wieder zurück in ihr Königreich trieb, auch solches mit seiner armee durch und durch streisstc.Wic nun deswegen Chosroes an seinen fachen fast verzweifelte, und seinen jüngste» söhn Merdasen zum König machen wolle, verstünde der ältercSirocö sich heimlich mitHcraclio,ließ alle M brüder vor des vatters äugen tod schlagen / und ihn selbst »äl pullen erschiessen. Nach diesem machte Heracliuä mit Siroc oMM friede, und zwar mit dieser bedingnng, daß das Crcutz Chrssu lil>o die Christliche» gefangenen wiederum ausgeaickwortet und loMe- ben werden sollen, welches auch an. 628geschahe,da man damca» crentz im triumph wiederum nach Jerusalem brachte, wobey liw der Kayser selbst aller seiner kostbare» klcidcr und iubeleil cntbloP, um es in die stadt hinein zu tragen , welches nachmals zu demun des creutz-erhöhung anlaß gegeben. AIs hernach Hcraclinsmem- um zurück nach Constantinopel kam, ließ ersteh in theMiM * chcn ein, fiel aber, als er den Anastastum bereden wolle, der cM- chianer irrthum zu verlassen, in den irrtbum der ^°norke>>ren, eik auch, auf einreden des Sergii, Patriarchen von ConstammoM nnd Cyri, Bischoffs von Alexandricn, eine - schlag, welchrin nach einigen die wasser-sucht vorher gegangen M, her «n. 641, und hinterliesse zwey lohne gleiches namens mit ihm.Dev älteste hieß Heraclms, mit dem zunamen Constantinus, auch noch ferner ?oZoEu§, regierte nach des vatters tod neben seinem bruder und ihrer beyder stieff-mutter, Martina, starb aber den io;ten tag hernach an einer langwierigen kranckheit, oder, wie Theophanes will, an beygebrachtem gisst; woran Martina selbst schuld gewesen seyn soll. Von seiner gemahlin, Nicetä, des krrricü tochter,hatte er 2 söhne, Heraclium Constantem und Theodosium. (sitze Lon- stantinus I v.) Des alten Heraclii anderer söhn und bruder des vorhergehenden, ebenfalls Heraclms, jedoch noch mehr Heracleo- nas genannt, wurde von diesem seinem beuder nach des vatters letztem willen zum coiieZs in der regierung angenommen, besässe aber dieselbe kaum 6 monat nach dessen tod, und wurde erstlich durch ei» „es gewissen Valentini empörung in die enge getrieben, daß er sich gezwungen sahe, den obgemeldten söhn seines bruders Heraclium Constantem neben sich zum Kayser zu ernennen; doch hat dieser das reich behauptet, und muste hingegen Heracleonas durch die widerwärtige KLion sich mit abgeschnittener nase in das elend verschicken lasten. I. 6. ssbeo/-/,«»,, 1.18. ^eraclius/ Patriarch zu Jerusalem in dem 12 seculo. Er war von geringer ankunfft aus der Frantzösischen Provintz Auvergne, brachte sich aber durch seine geschicklichkei't in grosses ansehen, daß er anfänglich Ertz - Bischoffvon Cäsarien und hierauf Patriarch von Jerusalem wurde, ohngeachtetsich der Ertz-Bischoffvon Tyro gewaltig darwider setzte. Selbiger gieng auch selbst deshalben nach RomzudemPabst, um Heraclium wieder herunter zubringen, welches auch wohl geschehen wäre, wofern nicht Heraclms selbigen Ertz-Bischoff mit gisst hinrichten lassen. Dieser Ertz- Bischoff von Tyro, der sich seiner wähl widersetzet, ist der berühmte Wilhelmus gewesen, dessen Historie Bongarsius in seinen g-ll-s ve, per krLncos euiret hat. Er sclclrellirte sich an die LLnomcoz des heiligen grabs, beruffte sich auf gewisse prophezeyungen, daß das creutz, wie es unter Heraclio dem Kayser erhalten worden,unter einem andern Heraclio werde verlohren gehen, und damit er die gerechtigkeit seines eyfers darlegen möchte, bat er inständigst, daß sieweder ihn, noch den Heraclium wählen möchten, allein es geschahe just das gegenspiel; er und Heraclms wurden vorgeschlagen, und derKvnig ronkrirte das Patriarchat Heraclio, wie er seiner Mutter versprochen hatte. Sonsten auch wird dieser Heraclion beschuldiget, daß er mit einer kauffmanns-srau von kae-poi, 8 ori». ?-ique m «ive«, verschiedene linder gezenget. Das ist auch der Patriarch Heraclms gewesen, der als Gesandter an Henricum II, König in Engelland, nach dem occi^cm gegangen, um diejen König zu einem creutz-zug zu bewegen, den er ohne dem krafft seines gethanen Versprechens zu verrichten schuldig war, Massen ihm der Pabst dieses unter anderen rur büß, wegen des an dem Ertz- Bischoffzu Canrelberg, Thomas, begangenen mords aufferlegt hatte. Allein Heinrich rieff seine Geist» lichkeit zusammen, die ihm riethe, in dem Königreich zu bleiben, worüber aber Heraclms dermaßen in eyfer geriethe,daß er dem König die empfindlichsten Worte ins angesicht sagte. Allein der König mollcrirte sich,und brachte ihn aufseinem eigenen schiffnachRouen, und denn an die gräntzen seines Reichs, davor aber Heraclms nicht nur die hülffdes Königs, sondern auch die anfangs angebottene ;oooc> marck silbers entbehren mußte. l- zk- 4 r. 24. ciL gcli. vreuc. l. vontttz-, )uno, ein fest der tuno zu Argvs, an welchem ein wagen von 2 meisten ochsen unter einer grossen procss- Lon geführet ward. Die Priesterin der Juno selbst,welche jeweilen von vornehmem geichlecht war, mußte da den wagen führen, selbigem folgten die jünglinge der stadt in den Waffen; hernach wurden 100 ochsen geschlachtet, (sihe Endlich war ein grosser eherner schild an einen gewissen ort in der stadt fest äuge« macht, und wer denselben loß riß, der bekam einen ehernen schud, und myrten-krantz zu lohn. Ein ander fest gleiches namens ward in Elide alle z jähr gehalten,da die vornehmsten weiber an der zahl 16 derHmoni ein pepium verfertigen mußten. Hiernachst «xcrcirte sich das frauenzimmer im wettlauffen, und bekam diejenige, so gewonnen hatte, einen krantz von öl - zweigen, ein stück von demge» opfferten ochsen, und durffte ihr bild an öffentlichen orten auffhan- gen. Der ansang dieser renn - spielen des Argivischen frauermm- mers wird von der Hjppodamia hergeholet. Sonsten wie dre Juno eine der vornehmsten Gottheiten der alten hcydnischen Griechen gewesen ist, also finden wir, daß ihr zu ehren noch an mehreren orten unter dem namen fest seyen angestellt gewesen,als zu Corintho, in der insul Cos, und anderstwo. ora-c,» teriLks. llc leltir ür^c. * ^ Äeraldus / (Desiderius) ein gelehrter jurist und advocat des Parlaments zu Paris, hat sich durch seine schrifftcn, tue er wider Claudium Salmasium geschrieben, sehr berühmt gemacht. .Als er aber im begriffe war, mehr dinge zu schreiben, starb er >m M. an. 1649 , 70 jähr alt. Seine schrifftcn sind: »civcss»«». in ; odier vsciones »ll jus Xccicum öc woniLnuni; «ls rerum jullic»rrrum suÄorir»te. Er Wvlte guck) ^obiervstionum Le contiiiorum juiisssivsm schreiben, starb aberdaruber. Ferner hat kr unter David Leidhresseri namen wenige zeit nach Königs Hen- kici IV tobe einen rrsSsr von der Könige gemalt geschrieben, ezüli. roz. ^eraldus / ein söhn Desidcrii Heraldi, ein Prediger in der Normandie, von dar man ihn unter Caroli I regierung zu der Wallonischen kirche nach Londen beruffte. Weil er es allzusehr mit *em Könige hielt, auch in einer besondern schriffk das thm ange- wkwoÄÄ/^ wieder nach Franckreich gehen, nacb Enaelwn^^ ^^^.n^"ku»fft m das Reich, auch wieder nüAer anlrA^Eam, "nd daselbst sem vormals verwaltetes amt wrever antrat , auch emc»oomc»r zu Canterbury erhielte. Wbeckischen Haupt-städten, an dem 2°w«b,. ^erbelot / ( Bartbolomäus von )Frantzösischer Dolmetschen der Morgenlandischen sprachen. Er wurde den 4 der. an^ör; M Karls aus emem ansehnlichen geschlechte gebohren, auch bald an» fangllch zum studieren wohl angehalten. Als er die Philosophie nebst den Uu msmoribus sbloiviret, legte cr sich auf die Morqenlän- drsche sprachen, und vornemlich auf die Hebräische, damit er den Mind'tert des alten testaments desto besser verstehen möchte. Nachdem er viel jähre hierinnen grossen fleiß angewendet, that er eme reise m Italien, damit er daselbst gelegenheit haben möchte, mit den Armenianern und andern Morgenländern zu co„vcriiren. Als er nun nach Rom kam, wurde er von dem Cardinal Barbcrinr und Grnnaldi besonders hochgehalten, richtete auch daselbst mit demLucaHolsteniound Leone Allatio eine genaue freundschafft auf. An. i6;6 schickte der Cardinal Grimaldi, Ertz-Bischoff von Alp, selbigen der Königin Chrisiinä nach Marseille entgegen, welche darüber sehr erfreuet wurde. Nachdem er zurücke in Franckreich gekommen war, nahm ihn Fouquet, so General-Procuratov des Parlaments zu Paris und Ober-Aufseher über das finantz-we» sen war, in sein Haus, und gab ihm eine jährliche xenLoo von izoo livrcs. Ob nun gleich Fouquet bald darauf in Ungnade fiel, schadete es ihm doch nicht, sondern er wurde zum Königlichen Dolmetscher der Mvrgenländischen sprachen ernennet, und die bestallung in der rechen-kammer ausgefertiget. Nach Verlaufs einiger jähre that er eine abermalige reise in Italien, und wurde dergestalt hoch gehalten , daß auch hohe standes-personen vertan» gen trugen ihn kennen zu lernen. Der Groß-Hertzog von Floreiitz, welchem er nebst seinem Printzen das erste mal zu Livorno aufwartete , bezeügte so grosse gnade für ihn, daß er ihn auch zu sich nach Florentz bat. Er langte daselbst den 2 jul. an. 1666 an, wurde von dem Staats-Secretario empfangen, der ihn in ein vor ihn zubereitetes hauß, welches herrlich msuviixet war, führte, daselbst wurde er wohl "»Ästet, und thm ein --rosse mit des Groß-Hertzogs i'vree gehalten. Weil auch eben damals eine groste dibliothec zu Florentz feil war, bat der Hertzog den Herbelot die Orientalischen kitten, so darunter befindlich, durchzusehen, die besten bey feite zu setzen, und deren preiß anzumercken; Als dieses geschehen, rauffte der Groß-Hertzog selbige, und verehrte sie dem Herbelot; Coldert aber beriefst ihn wieder in Franckreich , und obwohl der Groß-Hertzog von Florentz ihn nicht gerne lassen wolle, so konre er ihn doch nicht wohl aufhalten. Als er zurücke in Franckreich kam, hatte er zum öfftern die gnade mit dem Könige zu sprechen, welcher ihm auch eine jährliche pcnllon von izoo Istre8gab. Nachetlichen jähren wurde er durch Vermittlung des Pontchartrains,Königlicher Professor der Syrischen spräche, starb aber den 8. dec. an. 169;. Er war von einem treflichen verstände, auch nicht weniger in der Griechisch-lind Lateinischen, als in der Mvrgenländischen spräche geübt. Er hat sich vornemlich durch seine kibiiorkec-m Orie->r-->ism bekannt gemacht, welche er in Italien angefangen, in Franckreich aber fortgesetzet. Anfänglich war er gesonnen, solche in Arabischer spräche zu schreiben, und hatte Colbert vor, es aus der König, liehen druckerey mit gantz neuen littern drucken zu lassen. Nach Colberts tobe aber änderte Herbelot seinen Vorsatz , und machte das gantze Merck in Frantzosischer spräche. Was darein nicht kommen können, brachte er in die-miioioZl-, worinnen alles, was in Türckischen, Persianischen und Arabischen Historien curicux ist, enthalten. Er hat auch ein Türckisches , Persianisches und Arabisches llWonsrium nebst andern wercken geschrieben, so aber noch in K18co ligen. liommss illlllirer t. 2. p» »5;. -6erberger/(Valerius) war dM2i apr. an. 1662 zu Frau» stadt in Groß-Polen gebohren. Sein vater hieß Martinns, ein bürger daselbst. Weil selbiger ihm bald abgieng, und feine Mutter wieder einen schuster heyrathete-wolte ihn sein stieff-vater zu seinem handwercke bringen, sein tauff-pathe aber, Martinas Arnoldus, so Prediger daselbst war, mißrieth es. Er wurde hieraufvon seiner mutter schwester, einer fleischerin, erzogen, welche er nachmals in ihrem alter in die 6 jähr erhalten hat. An. -; 70 that ihn fern tauf- pathe nach Freystadt, allwo er; jähr bey Petro Scultero, so No. tarius daselbst war, insormirte, und unter andern auch Faden, cum Closium, so nachmals ein berühmter wurde, in seiner ilssormscioo hatte. An. 1582 den 20 jun. gleng er nachLelpzrg. An 1; 84 wurde er zum k»cc»isurco in seinem vaterlande beruffen. Am i?9° wurde er Diaconus daselbst, und an. i;y8 Predigerin der kirche zum kripplein Christi, woselbst er die erste predigt von dem namen JEsu hielt. An. 1615 wurde er zum 5u?°r,mengen nach Lignitz vocirt, welches er aber ausschlug. Er hatte ern ge» lübd gethan, daß er täglich einen Psalm beten wolle, welches er auch treulich hielt, und daraus dasienige, was ihm bevorstund anmerckte, wie er selbst vielmal bekennet hat. An. 162; sonna. bends vor dem i p Trinitatis , als er den andern tag darauf das evangelium von dem gichtbruchigen erklären solle, rührte lhn auf der knicken feite der schlag, we,l er aber seine fprdchevöllrg behielt, predigte er doch des andern tages. Allein am s-rmtage -->voc»v>- an. 76O her 1627 bekam er ein rcciaiv , da er nach gehaltener fruh-predlgt, wider der mcciicorun, einrathen, annoch eine leich-prevlgt hielt, welche aber »eine letzte war ; denn bald darauf vermehrte sich das übel, daß er den 18 may an 1S27 im aasten jähr seines alters verstarb , einen söhn Zachariam zum Nachfolger hinterlassend, st^elne jchrlssten stnd ! lii^^iiLiiL Dei; tioroicopiL z-LLlloriiäDomlnl; -essnnis vivorum; über vikL; glvris t.ultieci, rotccurn (.'tzriliiznu/n; llurilcßiuin cx psraclilo ptHmorum ; kscutu! öe t>L- julus,'-nsÄur<8; geistliche trauer-binden; hertz-postille; rc. liieLri iim. iiicmor. clieoiog. cicc. 2. in vic» - tsnir L: farir ipilus. herbcrdorf/ ein schloß in dem HertzoqthumStcyermarck, an dem stutz Muhr, zwischen Grätz und Rackeispurg, nicht weit von dem ersten ort, gelegen / ist das stamm-hautz der davon genannten Grafen/ welche an. 1629. mit Adams abgestorben. herdcrsdorf/ (Adam / Graf von) Kavserlicher und der Ca- tholischen General-Major undLands-Hauplmann im lande Oesterreich ob der Ens. Seine eitern waren Otto, Herr zu Her» bersdorf, und Bemgna von Lengheim, vo» welchen er an. ,z8z aebohren worden. In dem iz jähr seines alters wurde er auf das Pfaltz-Ncuburgische nach Lauingen, und nachgehends auf die Universität zu Straßburg gesendet. Er kam darnach in Pfaltzgraf Philipp Ludwigs zu Ncuburg dienste, darinnen er sich g jähr lang befunden ; und als dessen söhn, Pfaltzgraf Wolffgang Wilhelm / an. 1614 die regierung antrat / bestellte er ihn zum geheimen Rath und Statthalter zu Neuburg. Au. 1619 nahm er Kayserliche kriegs-besrallung an / und warb in den Jüsichifche» landen ein regiment von >000 pftrdten, kam auch selbiges iabr mit dem Hertzog Marimiliano von Bayern in das land Oesterreich ob der Ens / als vorbesirgter Hertzog es zur Kayserliche» ll°- volim, völlig brachte / und blieb nach der bemeldten lands- beruhi- gung als Statthalter zu Liutz zurück. Weil selbiges land von dem Kayser Ferdinando II diesem Hertzog wegen anstzewenderen kriegs- kösten gelassen wurde / verblieb er in Bayerischen dieusten bey solchem Statthalter-amt/ behielt aber sein regiment bey der Ligi- stischen armce / wie sich den» solches an. 1622 in der schlacht bey Wimpfcn und anderen occzllonei, befunden. An. >624 war er Kayserlicher re 5 »->n!>td,ns-com,mNss-iu- in dem Hertzvglhmn Oesterreich ob der Ens. Nachdem er aber die Oesterreichische Unterthanen hart «LÄirte / und den bauren in der religion viel bedräng- niß anthat, entstund an. 1626 eine xcncrsi. emporung der baureii/ anfangs unter dem comm^nclo eines hulmachers, Stephans Fa- dingcr / und hernach eines schusters / Achatit Wellingcrs / wider welche er mit etlichen völckeru zog / von ihnen aber geschlagen wurde' / daß er sich nach Lintz salviren / und den bauren gestatten muste / daß sie viel örter einnahmen / auch 80000 mann starck die stadt Lintz belagerten, und feine person heraus begehrten. Bey die» ser belage'ruug riethen ihin die Oesterreichische» Stande, sich hinweg zu begeben, bekamen aber die antwort: daß, wenn die bauren Lintz eroberten, ihn seine diener erfchiesscn, und die stände zum schloß hinaus hencken sollen. Er erhielt auch wider der bauren viel anläuffe und stürme die stadt Lintz, bis sein sticf-fohn, der General Graf Gottfried Heinrich von Pappenheim, mit einem succurs anlangte, da denn die bauren bey Gemünd bis aufs Haupt geschlagen, und zum gehörst»» gebracht wurde», gestalt sie den zo apr. an. 1627 zu Lintz eine abbitle thun muste», nachdem die vor» nehmsten rädeisführcr enthauptet worden. Es beschwärtcn sich aber die bauren bey diesen, aufstand vornemlich wegen der religion, schwären aussagen, und übler kriegs»llilcipiin. Er war hieraus General-Major der "vLic-ic bey der Ligistischen arniee, erlangte von Kavser Ferdinando 11 den Grafen - stand samt dem prL-tzic»r eines geheimen Raths, und an. 1627 von dein König in Spanien den Ritter - orde» von Calalrava, und als der Kayster Oesterreich ob der Ens wieder erhielt, blieb er auch darinnen alsLands-Haupt- mann. Als auch an. 1628 sein regiment in Nieder-Sachien ab- gedanckt worden, zog er an des Churfürsten Marimiliani von Bauern Hof nach München, da er viel restirendc befoldung forderte, allein es wurde ihm von dem Churfürsten eine starcke gegen» rechlumq gcinacht, worüber er sich dergestalt grämte, daß er die schwindsucht dekanr, und als er den 1 sept. an. 1629 mit seinem deicht - Vater in ferne Herrschafft Obrt an Traunser rcistele, starb er daselbst plötzlich. Er war mit Maria Salomc, Frcyrn von Prcysingen, Herrn Veits, Freyherr» von Pappenheim wiltwc, vermählt. Zerberste»» / eine Gräfliche familie in den Kayserliche» erb- landen , deren stau»» - schloß gleiches namens in der Slcyermarck gelegen, besitzet i» Kärndtcn das Erb-Cänunerer - und das Erb- Truchsessen-amt, in Stcyerinarck aber das Erb-Marschall - amt. Anselinus hat an. 116; der» turnier zu Zürich beygewohnt. Olto, der an. izoogclebet, war ein älter-vater Georg» und Andrea, deren „achkomen sich in viel äste zertheilt haben. Gcorgius zeugte mit einer von Mordariu Fridericum; dessen enckcl Georg, Freyherr von Herberstein, Kaysterlich-gehemibder Rath undLands-Haupt- niann in der vleyermarek, hinterließ unter anderen zwey söhne: i) Bernardimu», Kayscrs Ferdinandi II Hof-Marschall, welcher dre Vtcnermärckische linic fortgesetzt. Seine söhne waren Johann Georg, Obrister; Johann Ferdinand, der an. 167z als ein Jesuit und pi-otewor jmi> c.i»onic> z„ Grätz verstorben , und concluiioiiez jur,ci!cas heraus gegeben; und Johannes Marimilianus, erster Graf von Herberstein, und Kayfers Ferdinandi III qehcimbder Naiv; von dessen söhnen hat Johann Joseph, des Teilt,chcn vr- dens Ritter, Kau,erlicher Gcneral-Fcld-Marschall und General der Ccoalischm grantzen, an. isss die Maltheser-flolte wider die her Türcken commsnä.ret; die übrigen scheinen ohne männliche erb-,, abgegangen zu seyn. 2) Georgium Andrem», einen vater Georgs, Grafen von Herberstein, der an. 166; als Bischvff u Regenspurg gestorben, und Johann Bernhards, derLands-Lanw „rann in den Fürstenthuinern Breßlau und Slogan worden U hat rn dem letzter» unterschiedene güter an sich gebracht, aufd,,,- selben,erneu itamrn in Schlesien forkgepflantzet, und ist an iszs verstorben. Von fernen söhnen wurde Johann Bernhard Kanier. sicher gehcrmbder Rath und Lands - Hauptmann zu Gloqau, w starb an. -68°; Johann Friedrich aber, der an. 1701 verstorben ließ sich in der Grafschafft Glatz nieder, und zeugte 1) Jvdaim Friedrich Erdmann, Kayferlichen Cammer - Herrn und Lands. Hauvtmann der Grafschafft Glatz; 2) Johann Leopoldum, Kam serlichen Cammer-Herrn und Schlesischen Cammer-Rath. dieser brznctie gehört auch (und mag zugleich ein bruder der derben vorhergehenden seyn,) FcrdiuandErnst, Grafvon Herbersteim Königlicher /.ppcllmivn; - Rath in Böhmen , der sich nach anfarr» des -8 tccul, durch seine tchrifflen berühmt gemacht. Vor-erwehn- ter Andreas, ei» brudcr des vbgemeldten Georgii, wurde ein valer Leonhardi ,J>er bey feinem an. izn erfolgten tod 4 föknc hinler- lasscn: O Sigisrnunvunt, Kayferlichen geheimbden Rath, von welchem hernach besonders. 2) Wilhelm»,», der den Mazischm äst angefangen, und ein älter-vater worden Caroli Ensebii, dessen älterer söhn Adam Quintinius 2 männliche erben, Johann AMir und Johann Frantz, hinterlassen; der jüngere aber, Ferdinand Ernst, Kayserlicher Kriegs-Rath und Lands-Hauptmann, der noch um das rahr ,ü86 floriret, hat Carolnm Grafen von Herder- stein gezcuger. z) Johannen,, so die Neupcrgische neben-lime auf- gerrchtet; dessen söhne waren Chrrstophorns, der an. izgr wider die Türcken in Ungarn geblieben, und Caspar, Ertz-Hertzogs Caroli in Oesterreich Hof-Marschall; von dessen ur - enckeln ist Johann Gollhard, Graf von Herberstein, als Kayserlicher General» Maior und Lands - Hauprmann in der Steyermarck verstorben. 4) Georgium, Herrn von Falckenstcin, welcher Georg II und Georg Sigmund aur Guttenhaag gczeuget. Jener hinterließ Leopold und Georg Rupert. Leopold fieng denPüsterwaldischen zweig an, und war em berühmter Oder-Feld-Hauptmann im krieg wider die Türcken. Sem enckel Leopold Christoph starb an. 1667 Preßburg in wigarn, nachdem er wegen der Lutherischen religion von seinen güccrn weichen müssen. Einer von dessen bruders söhnen zeugte Leopold III, Kayserl. würcklichen geheimbden Rath, Carnmer-Herrn, Hof-Kriegs-Natho-vice Präsidenten, Feld-Mar- schall und Haltfchrer-Hanptmann, der an-1717 das e-nerzlr: von Waradein erhalle,1, und Carl Leopold Groß»des Malihe» ser-ordens in Teutfchland. Gcorgius Rupertus errichtete den Sirendorffischen äst, und wurde ein groß - vater Ferdinandi, der an. ,68c> Kayserlicher Reichs-Hos-Rath gewesen. Seine beyde söhne, Johann Ferdinand und Ferdinand Carl, florirten »ach an« fang des ,8ll:cu>, als Kayserliche General-Majors. Vorgedaäm Georg Sigmund, Herr aufGuttenhaag, starb an. 1^70 alsOdri« srer. Seine söhne waren 1) Sigmund Friedrich, Kayserl. geheimer Rath, Cammer-Herr und Lands-Hauptmann in der Steyer- marck, der den Lenckowitzischen zweig angelegt. Dessen lohne waren Christoph Mauritius', Kayserlicher Hof- Marfchall; Georg Sigmund, Kayserlicher Obrister Stallmeister, und hernach Vinci3ü5 p p. wominic.; Georg Friedrich und Otto Heinrich, wclcheJetztcre ihren stamm sorlgepflantzt. Jener wurde ein groß- vater Sigismundi Christophs, welcher an. 1699 die Bifchvstliche würde zu Lanbach bekleidete; von diese,n aber, nemlich OttoHein« rich, ist vermuthlich Johann Friedrich Adolph abgestammet, welcher anfangs Kayserlicher Cammer-Herr, an. 1716 aber Abt zum heiligen Creutz in dein Vesprimschen Bißthum in Ungarn, und an. 17z 8 Bischo» zu Modrizza i» Bosnien, wie auch Kavfcrlich- und Königlicher Ratb in Ungarn worden. 2) Jobann Friedrich, von dem die Wurmpergische und Gnttenhagifcke äste derstammen, so noch beut zu tage floriern. ;) Jacob Frantz, Herr zu Gullcii- haag, der die Ocztcrreichifche neben - linie aestifftct, welche noch a». 1Ü86 dessen nr - enckcl Frantz Jostph, Kayserlicher Cammer- Herr , unterbalteii. 4) Wolffgaug Wilhelm, welcher den Wuid- taulschen zweig qepflautzt. Seine söhne waren: Jobann Wilhelm , Holländischer Obrister; Marimilianus, Vcncrianijcher General, und Ounciscr-r»?, Kayserlicher Obrister: welcher letztere ein vater worden Ernesti Gnndackers, KayserlichenGeiicral-Feld- Marschall - Lieutcuants , Commendants zu Segedin und Ho« Kriegs-Raths, inglciclicm Matkhiä Gundackers, Könialich-Wl- nifchen und Chur- Sächsische» geheimen Raths und Obcr-Hot- Richters zu Leipzig, z) GeorgCvristopb, welcher sriffler derWeld- hansischen linie worden, so dessen enckel Ernst Friedrich, KaiM- geheimer Rath, Cammer-Herr und Hof-Cantzler, mit unterschiedenen söhne» fortgepflautzt , von welchen Johann Ernst an. Kayserlicher exrrL«r.j>,>Lir- tinvove in Pohlen gewesen. m»" rn^r. p, r. in ilill. iiillg». herberstein / (Sigisnmnd Freyherr von) war aus dem vor» Hergehenden ac sich locht an. 1486 in der Slenermarek zu Pipvach ge< bohren, und ei» söhn Leonhardi von Hcrberstrin. An. mi w jabr seines alters ward er tz->cc^w»-eus pliiloi»pi>i.r zu Wirii. ssach- grhends trat er an. i zoö in Kayserliche kriegs-dienste, und lsslk W in Ungarn ividcr die Türcken tapffer, dahero er in turtzcm,i,miiM an. izc>9 zmiiOdrlscrn über dieSteyermärckische hernach von dem Kayser zum Ritter geschlagen, und rur brloM w stincr tavfferkeit, die er in einer ^t,ni> erwiesen, mit einer gumm» kette hes.bc „cket, auch imt der -lixi^c eines HostRaths mehret >, lüde. Hieran^ hat er sich in wichtigen gcsandlstchasslcn lassen; die erste verrichtete er am Dänische» Höft an. G Konig Chklstianun, II von der liehe zu der berüchtigten Columbuka abzuziehen. Nach ferner ruckkunfft ward er an die Schwätzer geschickt , welche sich wider den Adel empöret hatten. Nach diesem trat er eine gesandtschafft in Polen und in Moscau am um zwischen beyden Potenziert den stillstand der Waffen zuwege zu bringen.Nach- dem er auch hierauf mit gutem tucceis an den König in Ungarn abgeschickt gewesen, trugen ihm an. i;iy die Stände in der Steyer- marck auf, bey dem erwehlten Kayfer Carole V ihre grstui-mon abzustatten,worauf er an. V20 die cy-u-M eines Cammer-und Cam- mer-gerichts-Rahts in der Steyermarck erhielt. An. i; 26 (einige fetzen an. 152;) ward er zum andernmal in Moscau geschickt, um die erneuerung des stillstands mit den Pohlen zu befördern, worauf er den cll-rsttes eines Kayserlichen geheimbden Raths, und an. rzzr eines Präsidenten der Oesterreichischen Cammer erhalten. An. i?4i ward er als Gesandter an den Türckischen Kayfer ge» schickt, welcher unweit Ofen sein lager hatte. Jahrs darauf ward er von dem Römischen Konig Ferdinands I mit einem aipiomsr- begnadiget, vermöge dessen er versichert wurde, daß, weil er sich über die schwachheit seines gehörs, gedächtnisses und gesichts beklagt/ er hinfüro mit leZsrionsn. und anderen weiten reisen, in- gleichen feld-zügen, folte verschont werden, doch wurde ihm jahrs darauf aufgetragen, die Oesterreichische Printzeßin Elisabeth, als deren obrister Hofmeister, dem König Sigismundo in Pohlen zuzuführen , und die demselben versprochene morgen - gäbe hernach auszuzahlen. An. 15?; hat er gleichfalls dem gedachten König seine andere gemahlin Catharinam, Hertzogs Francifci zu Mantua Wittwe, überbracht. Nachgehends hat er sich zur ruhe begeben, UNd den Lomwsnrsrium äs roirus Ivlolcoviriciz in toi. verfertiget. Er bat auch feine eigene lebens - befchreibung und Ursprung seines geschlechts Lateinisch und Teutsch um das jähr 1560 heraus gegeben, so hernach vorgebuchtem cvmmsnrLr-o mit beygefügt worden. Als er die erste Gesandtschafft in Moscau zurück gelegt, ward er von den Pohlen beschuldiget, als wenn er dem Czaar zu erst den Königlichen titul gegeben, um ihn desto eher wider ihren König Sigismundum aufzuwiegeln; allein er gab hierauf an den l-rv. tsilvr zu Freyburg ttenric, l.oricuin Qlsre-num eine schlifft heraus, darinnen er diese beschuldigung gründlich widerlegte, und die auf- richtigkeit des Hauses Oesterreichs in den crE^en und Handlungen mit denPoblen deutlich zeigte, auch dabey anführte, wie dieRussen zwar eifrigst diesen titul von ihm begehret, er aber ihnen selbigen jederzeit abgeschlagen. Er hat den Freyherrlichen cstarsÄer auf sein geschlecht gebracht, selbiges aber mit seiner gemahlin Helena Grasweinin nicht fortaepffantzt. Endlich ist er an. 1 z 66 im Zosten jähr seines alters verstorben, nachdem er 4 Römischen Kaysern, Maximilians I, Carolo V, Ferdinands I und Marimiliano II, als deren Staats - Minister gedienet. on wiederum an/ und weil auch Hugo vom Kvnlg war / machte er mit demselben und mit seinem schwieger-sohn Wil- helmo/ Hertzog der Normandie / deßgleichen mit Ottone l/Konig in Teurschland / ein bündmß wieder Ludovicum / und erhielte nach vielen schwürigkeiten endlich so viel/daß ihm Ludovreus das Ertz-Bißthum lassen muste/ worauf endlich an. 942 völlig friede wurde, (a) ( siehe Ludovicus IV ) Herberms starb gleich im folgenden jähr y4t / und bereute seme vielfalttge lrciilosigkeiten. (s) Er hinterließ von ferner gemahlin / die Hu- zvms des grossen jchwester war/ Mertum Grafen von Berman- hcr 761 I^len von Hain und Chakeau-Lierri; Rvber» ' Noebertum Grafen von Meaux und Hugonem Ertz-Bischoff zu Rheims» (») ci>ro,i. crium tonc. -cl sn. 9-4. (k) in cMon. aci Ln.yry s-qq. (c) sn. 9Zi tcgc;. (cl) sn. 9Z9 »e. I.(e) L. 1 c. z. ,in^^«- 5 7-/?e u v e r st o rb L n / und Ottonein / so Herbertum I V nach sich gelassen. Dteserstetztere wohnte an. loz o des Königs MU ppll voir Franckretch cronung mit bey/ und hinterließ eine etntzlge tochter» Herbert von Bosham/ein Engelländischer Carmeliter-Münch/ war des Ertz.Btschoffsvon Canterbury / Thomas Becker/ §s- 7 s- tarm-, befand sich auch bey dessen ermordung/ that aber keinen widerstand, damit es ihm nicht wie seinem Herrn ergehen möchte» Als er hernach m Italien kam/ wurde er von Alex ä-dro III zum Ertz-Btschoff von Denevenw gemacht / und an. 1178 zum Cardinal erwählet. Er beschrieb die Historie von Beckers rode. bibl. Löekik. I^sr. ^ Herbert/ ( Eduardus) Lord Herbert von Cherbury. Ec stammte von Richard Herbert von Cvlebrvek / William des ersten/ Grafen von Pembroke jungem druder her/ dessen anderer söhn er war. Er wurde in Engelland auf dem schlösse Montgomer» gebühren / und studirte zu der Königin Elisabeth Zeiten zu Oxford» Nachdem er sich im kriege versucht / und auswärtige länder gesehen hatte/ wurde er bey Iacobt l crönung zum Ritter des bades gemacht / und darauf zu desKönigs Kriegs-Rath ernennet. Sv dann wurde er als /cmbLLRu- zu dem Könige Ludovico XIII in Franckretch verschickt/ um vor die Protestanten selbigen Königreichs zu incerceMren / weichet» verschiedenen Plätzen belagert wurden. Als er in dieser ck»r§e; jähr lang gestanden / wurde er zum Baron von Castlc -Iland in Inland gemacht/ woselbst er ein schort guth hatte / und weil er sich gleichfais gegen den König Carolum I in staaks-und kriegs->LNren sehr treu erwiesen/ so wurde er an. r6;o zum Baron von Engclland unter dem titul berc ok ernennet. Sonst wird er wegen seiner gelehrsam- kett Lkimixet / und unter die gelehrtesten rgscursiiken gcsetzet. Endlich starb er den ro aug. an. 1648 ohne erben. Erhat viel geschrie- ven / sein träÄlLc cis vericacs» prouc äiüinZunur L revcla- tione Lc. das leben und die regierung Königs Hmrici VIII in Engelländischer spMche Z Ns csuüz errorum; cie relizione Isic,; üo rcli^ions c-enri!ium UNd äs sxpsgincme in 8-Kerm inNÜLin. Kitt. L sntig. Oxcin. Ns natursüNno c. lo §. z. XottLo/t «te rribu; impoN. aiLgnir. tiitt. gen. L-l. Lric» Herbert / (Georg) ein Englischer Edelmann/ und Pfarrerzrk Bemmerwn bey Salisbury / hat sich durch seine vortresüche geistliche gcdichte/ welchen er den titul cNe rem^is gegeben / bernhmk gemacht. Er lebte unter der regierung der Königin Elisabeth» Nves virile Lngliicii ^>osts p. ,60. Herbert/ (Wilhelm) Graf von Pembroke / gebühren an. i;c>7. Der König Henricus VIII machte ihn zu seinem Cammer» Herrn. Eduardus VI gab ihm den titul eines Grasen von Pembroke/ da er zuvor nur .^lora von Caerdif geheißen / mgleichm den ordcn des hosenbandes/ die würdeetnesObrist-Skallmeisters/ das amt eines Präsidenten von Wallis / und das -ommsnNv ftinec armem zugleich mit dem Lord Ruffel und dem Lord Grey. Die Königin Maria brauchte ihn als ihren General wider den rebellm Wiat / und jenseit des mcers wider Franckretch. Ferner war er zu zwey unterschiedenen malen Louvemeuc von Calais / und Großmeister von dem Hause/ oder obrister Hofmeister der Könrgin Elisabeth. Nicht lange vor seinem rode kam er in den verdacht / daß er die Vermahlung des Hertzogs von Norfolk mit der Schottischen Königin. Maria zu befördern gesucht/ ward auch deswegen gefangengesetzt/ und gerichtlich befragt / aber bald wieder loßgclas- sen- An. 1; 70 starb er und ward sehr prächtig in der Pauls-ürchs zu Londen begraben. Etwas gar sonderbares ist es / daß viejev Herr/ welcher ungemeine Verdienste und so ansehnliche amtcr gehabt / nicht hat schreiben können / wie er solches gegen die Richter/ so ihn in der Norsoikischcn fache exsv»nirt / sclbsteu gestanden» Zum erstenmal war er vermählt mit Anna Parr/ deren schwesiee Catharina des Königs Hmrici VIII sechste gcmahlm gewejm/ und nach deren tove mit einer tochter des Grafen von Shrcwsdli- ry. Aus der ersten eheward ihm eine tochter gebühren /so sich an den LordTalbotvecheyrathete/ inglcichm 2 söhne. Der aitcsts von denselben/ namens Heinrich / ward Graj von Pembroke/ Ritter des ordens von dem hosmbande rmd Praudmt rn dem Räch über die gräntzm des Fürstmkhums Wallis. Er starb am 1601 und ließ von seiner gemahlin/ welche des Ritters Hmrrcr Srdne» tochter / und eine so wohl wegen ihrer gelehrsamkeit als wM an- dken tugenden berühmte war/ 2 söhne / nemlich Wühel» mum/ von welchem ein absonderlicher articul / und Philippmn/ welcher an. i6oz Grafvon Montgomery/ und am i6;o nach seinem ältesten druder zugleich Grafvon Pembroke wurde, ^ U«»no.i,.Sz4. 64-. rom.Lp.isi. iIr» 614. bekam den namm nach seinem groß v Pembroke/ so an. 1 gestorben» Weil er der erstgebohl ne war/ so folgte er seinem vater in der Grasschach Pembroke / ,sein jmtgcreL druder aber / Pbiltppus/ ward hernach von dem Konrge Jacobs II theil. Ddddd zum 762 hkk n^ und wurde an. 16-- m dm ^önialichen Sense aufgenommen. In selbigem fahre that er auch Wickruna der neuen colonien rn Vlrglnlen/ daher nach ckmndaid^beördtt^ namen die neue insul Bermuda m 8 aethM worden / welche 8 theile Pemdroke/ Northampton/ Paael/Civendlsh/ Harington/ Smith/ Mansoelund-Lmn» ics a nennet worden. Durch des Königs Jacob! favorlten / Robert Cars/Grasen zu Sommerset / wurde er an. -614 bey dem Könige verdächtig gemacht; als aber derselbezu ivancken aniieng/ halffer ihn vollends fluchen / dabey er Georgen Vlllcrs / W hernach Hechog vonBuckingham worden / alLwelcher flch in deo Konias anademstmupte/ suimipenhalss/ welcher satt auch an.161; erfolgte. An. 16 iü ward er nach Lbomä E-zgcttvnv tode Eantz- ler der Universität Obford/ und bcmuhetc flch nicht wcmg/ der. fllb^n / dr7 vor ihm einige in stand zu bringen flch vergeb- lieh bewerbet hatten/ in richtigeordnung zu sehen / worzu er auch einen guten ansang machk^ Vcni Nachfolger aber/ Wilhelm Land/Ech.Bisckoffvon Canterdury/ vollsuhrie es an. i6;6. Er verehrte auch demeldter Universität die K-nliorkecam Närocc.L- nam. An. 1618 errettete er den Königlichen pallast m einer Ar. cken feuers-brunst grossen theils/ und blieb bey den Königen m- cobo I und Carvlo I in cNi-i--, Er besanffttgte an. 162; des Kv- nigs aemülh / als das Parlament in Engelland und der Hechog von Buckingham hart in einander gerathen / und war bey den gedachten Königen nach einander Ober- Cammer-Herr. An. i6z? wurde er zum Ritter des hosenbandes gemacht / und ihm die anflicht über die zinn-bergwercke in Devonshire und Cornwall aufgetragen. In seinen letzten fahren war er der vornehmste der Königlichen conMicn. Er starb aber den 10 april an. i6;o. Seine gcmahlin war Gilberti von Talbots/ Grafen zu Vhrews. bury in Engelland tochler / die hernach verrückt im hanpkc worden/ ihm auch keine kinder gebühren / daher sein brndcr Phliippus ihm in dem Gräflichen littst von Pemdroke luccellu te; welchen auch von dessen nachkommen Thomas Herbert an. 168; erhalten / nachdem dessen beyde ältere brüder Wilhclmus V und Philippus III verstorben. Es wurde dieser Thomas nachgehends Königs Wilhelms III geheimer Sregel-Verwahrer/ Präsident des geheimen Raths / und an. 1697 erster Englischer oiempocenriLiiu; bey dem friedens-schluß zu Ryßwick. Er ward auch an. 1702 zum Groß- Admiral von Engeüand ernennet; allein nach dem tode des gedachten Königs liessen die fachen gantz änderst/ und machte man ihn zum Vicc-Le von Jrrland/ bis Prtntz Georg aus Dänemarck an. 1708 mit tode abgieng / da er denn die Groß-Admirals-cULrgL wiedererhielte / und sich noch im selbigen fahre mit der wittwe des an. 1707 in der sec gebliebenen AdmiralsShowels vermählete. kill.MN. LrltLNn. Hcrbertingen/ ist ein schöner grosser flecken in Schwaben, dem hauß Oesterreich gehörig. Herborn / eine kleine stadt nebst einem bey-schlosse in derWet- terau, an der Dille, 4 messen von Marpurg gelegen. Man hält davor , daß der name von einer Herberg, so daselbst an der landstrasse gestanden, und dem dabey gelegenen brunnen, komme. Das gvm. -iLlium daselbst wird von dein Hause Naffau-Dillenburg, Djetz und Siegen bestellet. 77^ p. so. Herborth und Fulstein / eine Adcliche familie, welche in den vorigen zeiten in Böhmen, Polen und Mähren, absonderlich aber in Schlesien, berühmt gewesen. Ihr stamm-hauß und uraltes berg- schloß Fulstein im Troppauischen, hat noch an. 1562 Eckricht von Fulstein inn gcbabt. Johann Fullstein bekleidete an. i4y?bepdem Heryog Henrico I zu Münsterberg und Oels die stelle eines Marschalis. Henricus von Fnllstein war an. 1521 8»K>Lggni:u5 des Bi- schoffs zu Breßlau. Johannes Herborth von Fulstein, Reichs-Sc- nsror jn Polen, hat eine kurtze Polnische Historie geschrieben, welche an. 1-171 zu Basel gedruckt,und an. 157; zu Paris in das Fran- tzösische übersetzt worden, st»-»?« 8cl,i-r. curloc. Herbst von Herbstburg / eine Adcliche familie in Tyrol, welche aus Friaul unter dem Kayser Maximiliano I dahin gekommen. Derselbe hat an. i;oo das schloß Herbstburg erbauet, und sich mit einer Grasin Frangipant vermählet. ,vi. -kre„st>-. p. -6- Hercegovma / ein land in Dalmaticn, siehe Arcegovina. Herck / lat. ^cl>s> eine stadt nebst einem schlösse in dem stifft Lattich, an den Brabantischen gräntzen, gleich auf der helffte des Weges zwischen Mastricht und Löwen. Es ist auch daselbst ein fluß gleiches namens, welcher vor dem schloß vorbey länfft. «»-Zeig. Hercules. Es gibt unterschiedene Helden dieses namens, h ccro macht deren 6 namhafft, worunter aber des Jovis söhn v, der Alcmene, (um welcher liebe willen Jupiter die sonne für eimr toll zurück gehalten haben, daß also drey nachte auf einander gest get,) der vornemste ist. Juno, als sie über des Jovis fremde lie iLw„x wurde , sichte gelegenbeit, die Alcmene in der geburt umz bringen, allem sie kam glücklich nieder, und gebahr diesen funa wiege zerriß er 2 schlangen, wclc , ihn umzubringen. Ja,als Pallas die Junvne ^ ^ legen , hat er so scharffgesogen, daß tcn ekm »^^'«^uneli, und das kind hingeivocffen, da indl Lwchii mw gciruncren, auch 50 von Tbefl» tvchtern geschwängert haben. Es wird gesagt, daß n her vielen andern thaten Euristheus ihm auf Junonis befehl noch rz arbeiten aufgelegt habe, um ihn dadurch aus dem weg zu räumen, er habe aber solche arbeiten alle glücklich vollendet. Erstlich habe er in dein Nemäischen walde einen grossen lowen zerrissen, wovon er hernach stärs die haut getragen. Zum andern babe er den grossen siebenköpfigten brachen in dem morast von Ler .ia umgebracht. Drittens den grossen eber vou Erymantho getödet. Viertens wurde ihm auferlegt, die der Dianä gewidmete Hindin, welche eherne füsse und güldene Hörner hatte, einzuholen, welche wegen ihres »„gemein schnellen lauffs bekannt war; weil er nun selbige nicht verwunden durffte, ist er ihr ein gantzes jähr nachgelauffen, biß er sie endlich auf dem berg Artemisio eingeholet, und nach Mycenas auf den achscln gebracht. Fünffcens töbete er die Harpyen , des Nepluni töchtern. Sechstens überwand er die Amazonen, und gab ihre Königin Hippolytam dem These» seinem freunde zur ehe. Siebendes säuberte er des Augiä, Königs von Elis, stall. Er überwand achtens auf der insul Creta den groyen brachen, der nichts als feuer von sich speyete. Er tödete zum neunten den Diomedem, nebst seinen Pferden, die er von menschen-flcisch erhielt. Er überwand ze- hendes in Spanien den Geryonem. Er raubte zum eilften aus dem Hesperischen garten die güldenen äpffel, io durch einen brachen bewahret wurden. Zwölfftens soll er den dreyköpffigten höllen-hund Cerverum bezivungen, und des Admeti frau nebst dem Cerbero aus der Hölle geführt haben. Ausser diesen 12 arbeiten soll auch Hercules die Lün^urns, der Irwins und der wvlcken kinder, welche Halde menschen und halbe Pferde waren, bezwungen haben. Nicht weniger den riefen Cacus, des Vulcani söhn, an dem uftr der Tiber, wie auch den Bnstridem, welcher die vorbey reisenden tödete. Er soll auch den Aillhemn in seinen armen erstickt, des Himmels achst getragen, um dem Atlanti zu helffe», den Prometheum aufdem Eancaso besreyet, und viel andere wuuder mehr gethan haben. Von seinen reisen wird viles gcmrldet, als unter anbcrm, daß er anfbey- dcn setccn der zwischen Europa und Asrica gelegenen straffe oder mecr-enge von Gibraltar die 2 grossen berge aufgeführt, daraufdie beyden ftsuingen Gibraltar midCcula stehen, welche noch heutiges tages coiumna: geneimet werden, wie denn auch die Meerenge selbst von ihm den namen führet. Ansdem vorgebürgc,6ms rcr-L genannt, soll er eine warte erbauet haben, um die einlauffen- den schiffe desto besser zu beobachten. Auch wirb zwischen ihm und den kwirn eine genaue eiuigkeit gesetzt, und gemeldet, daß er die delulcii geführt habe, daher er ^ui'sg-r» genemict worden. Ihm werden viel weider zugeeignet, als Meiste, des fluffes Aegel lochten, mit welcher er den Hyllum gczeüget; Megara, desCreontis tochter, von welcher er 8 söhne hatte; Echibna, Omphale, des Königs in Lydien tochter, welcher er in weibs-kieidern gedienet/ und Dejanira. Diese letztere, als sie über des Herculis liebe mit der Jole riftrsüchlig wurde, schickte ihm ein vergifftct Hemde zu, in welchem Nessus,der Centaurns, von Herculis pfeilen war durchschossen worden, und sie die Dcjaniram beredt, wo sie dieses Hemd bcn Herculemanlcgen machte, wurde er dadurch gewiß von fremder liebe abgezogen werden, und ihr getreü verbleiben. Wein dadurch ward dem Herculi der tob vermocht, und brachte sich auch Dejanira, als sie die uziglückliche würcküng ihres gcschencks sahe, selbst ums leben. Nachsseinem tob fieng ihn die Juno, die ihn biß- her so heffcig verfolgt halte, an zu lieben, und nahm ihn an kindcs statt auf, auch wird gedichtet, die >2 grossen götter hätten ihn in ihre zahl aufnehmen wollen, welches er aber ausgeschlagcn, hingegen sich im Himmel mit der Hebe, göttin der fugend, vermählet habe. Übrigens, wo man denen zweien noch mehr von Herculis grschichten will grhör gcbr»,so müßte derselblge nicht nur im kamps und streit, sondern auch im fressen und fausten wunder erwiest» haben. Der einige Lepreus ist ihm in dem letztem, nicht aber in dem erster» gleich gewesen. Hercules opfferte einen ochsen, und speiset» den nachgehends auf, das that Leprens auch, als aber dieser nicht rührte, und auch im kampff gleiche kräffie» sich bcymatz, zog er den kürtzern, „nd verlohr sein lebrn. Ein ander nml reistle Hercules mir seinem söhne Hyllus, und weil er treflichen hatte, ersuchte er einen bauer, der das selb bauete, er möchte ihm einen von stinen Pflug-ochsen zukommen lassen, der sich aber damit eittjchuldigte, daß biß sein einiges vieh sey, und er solches zu seiner feld-arbeit unumgänglich vounöthen hatte. Allein Hercules kehrte sich daran nicht, nahm dem bauer den ochsen mit gemalt, schlachtete ihn, und spcisete ihn auf, da währender zeit ihm der bauer tausend scheltwort versetzte, die er mit grossem gelächter anhörte. M aber nachgehends die einwohuer des landes, nemlich zu Lmdus, einer stadt auf der insul Rhodus, dem Hercules göttliche ehr anthaten, und einen altar baueten, nennte er ihn /Z»§1,7se, oder das joch ochsen, setzte den bauer darüber zu stinem Priester, und befahl «hm, daß er bey dem opffer sich der ihm vorgesagten scheltwort bedienen joite, zürn andencken, daß es ihm niemals besser als damals bey feinem schmähen und schelten qeschmecket habe. Sonst ist st bekannt nicht, daß er; tag und ; nacht im bauch eines meer-wuu- dcrs geflecket habe. Die gotter hatten willens, den Jupiter gefangen zu nehmen, allein das ward durch die Thenus verrathen, da denn Jupiter von den schuldigen diesen mit dieser, leistli mit jener straffe belegte. Apollo und Neptunus »nisten als handlanger bey dem bau der maurcn zu Rum arbeiten, davor ihnen der König Laomcdon, ein gewissen tag-lohn ausmachte. AMv ward bezahlt, aber Neptunus nicht, der davor ein schreckliche» meer-wundcr an den strand von Troja schickte, welches gantze strv- me meer-wasser auf das land ansgoß, und alles überschwemmte; und das oircui ließ dem Laomedön «pissen, daß diese plage Nickst aufhören «vurde, wenn er nicht die Printzeßin Hesione, in Königlichem schmuck diesem momtro zur speise übergäbe. Dazu kam Her- her Mes, der über sich nahm , das ungeheur zu überwältigen, und sich davor die unsterblichen pferde ausdung, welche Jupiter dem Lao- niedon vor den Verlust seines sohnsGanymedis gegeben hatte. Nach geschlossenem Handel sprang Hercules gantz geharnischt in den rächen des Ungeheuers,, drängte sich in den bauch, und arbeitete darinnen ; tag und z nachte, ehe er das «ontstum tödcn kunte, nahm aber doch reinen schaben, als daß er darüber seine haare verlohr. Als die gefahr vorbey war, wolce Laomedon sein wort nicht halten; allein Hercules nahm einen zug wider Troja vor, eroberte die stadt, todtere den Laomedon, nahm die Hesione gefangen, und schenckte sie dem Telamon, des Ajar Vater, der zuerst die mauren erstiegen harte. Viel haben sich bemühet, aus diesen fabeln eine Wahrheit zu ziehen, und wollen, es hätten die alten durch des Herculis Historie die kräfften des menschlichen Verstandes vorstellen wollen. Andere verstehen darunter die gEroLät. Hingegen hat ein neuer scri- bent darthun wollen, daß die geschichte von dem Hercule von den svLmuren einiger Phönicischen kaufleute genommen worden, welche ihre Handlungen an verschiedenen orten geführet, und viel cvlonien gestifftet haben,indem»Lrolce>heydenPhöniciern einen raufmaim bedeute. c 7 rce,o c!ö nLk. Ocorum I. z. Oro^ox«« Äcr,/«». in liieleo. »L«», blo»»,«- I 4 ist>sn. c. 54. l. 7. r. r. * Hercules I, Hertzog von Ferrara, war Nicolai III söhn, und Licceyjrte an. 1471 seinem brudcr Borso. Er wurde der Venetianer und Florentiner General, starb an. 150; und hinterließ von Eleo- nora, Königs Ferdinand! von Neapolis rochier,4 söhne unda töch- terN. Irslis. Hercules II, Hertzog von Ferrara, Alphvnsi söhn. Er war General über die Päbstlichen trouppen, und wurde an. i;;7zum General-Lieutenant über des Königs Henrici II armee, so er wider PhilippumII, König von Spanien, fuhrete, bestellet, und starb an. l;;s. Er hatte zur gemahlin Renatam, Königs Ludovici XII tochter, welche an. »;?; zu Montargis starb. lulia. MKLVXIF. »-rcinis, ttei-cinium, hieß ehemals ein grosser wald, welcher sich von der Schweitz an durch gantz Teutschland bis in Caffuden, oder nach anderer Meinung - bis in Polen, Preussen und Mostau, erstreckte, und allerhand grobes wild, vornemlich mier-ochftn, elendthiere, buffel rc. zeugte. Man meinet, er habe den namenvon demGriechischcn wort ^«->5 bekommen , welches einen zäun oder umfang bedeutet, weil er Teutschland gleichsam wie ein wald umgeben. Die reiiquien davon sollen seyn der Schwartzwald zwischen der Donau und dem obern Rhein, der Anspacher - oder Nürnberger wald zwischen dem siuß Tauber und dem Nürnbergischen gebiethe; der Steigcrwald bey Bamberg und Würtzburg; der Odenwald zwischen Franckfurt und Heidelberg; der Speshard zwischen Franckfurt und der Abtey Fulda; der Wesierwald, so an Ober-Hessen und an die Wctterau stösset; der Hartz in dem Braunschweigischen; der Thüringer-wald in Thüringen und der Böhmer-wald, welcher das Königreich Böhmen umziehet. Lsrm. snrig. 9. 708. >g. Herds / eine alte Adeliche familie in Thüringen, von welcher Heinrich weilen wcsi-nord-wärts vonLonden entfernet. Diese stadt ist aus den ruwen Ariconii, eines zu der Römer zelten sehr be. rühmten ortes, entstanden, welcher daselbst lag, wo anjetzo Ken- chester stehet, ohngefthr; weilen von Hereford wesi-wärtö, und ist durch das begräbniß des Königs der Ost-Angeln , Ethelberti sehr berühmt worden, welcher zu Sutton, 4 weilen nord-warts von Hereford durch seine schwieger-mutter, die Königin von Mer- cia, verräthisther weift erschlagen, nachgehends ^»««'llret, und aus seinem grabe zu Marden in diese stadt gebracht worden; allwo Milfrid, ein Edelmann aus dieser Grafschafft, ihm zu ehren die Dom-kirche erbauest, welcheGriffith, der Fürst von Sud-Walles, in der wider Eduardumconstüorem erregten einporung in die a«che legst. Die Dom-kirche, so anjetzo daselbst stehet, wurde von dem Dischoffe Reinelmo zu ansang des 12 fernst aufgeführet, und was ftlbiaer nicht zu stände bringen konte, von besten Nachfolgern vollendet. Um eben dieftlbige zeit umgab man die stadt mit mauren, welche nebst 6 thoren und 6 wach-rhürncn stäts in gutem stände erhalten worden. Hierstlbst führeten auch dieNormänner ein vest und vortrefliches castell auf, so hernach zu gründe gegangen. Die Bischöfliche ci-a-ccs begreifft Hereford und einen theil von Sbropshire, in allem aber»»; kirch-spiele in sich. Zwey jähr nach der Normannischen erobernng wurde diese stadt zu einer Grat- schafft qemachr, nachgehends aber in ein Hertzogtbum verwandelt, crn attsanq des i8ftcnli führte seinen titul davon Eduard Deve. reur, Viftonnt von Hereford, so durch die Bourchiers von den ^ Sdddd» Bshu«r -64 her r-tkck kik. ängl.1',1,. 4 . AnZI. Lrevereü äelicer her vohuns , Grafen v»n Esser, herstammet. «sp.!li>, 4. aelcr> I- Qr-näcLretsgnc. . . ^erefardsbive / kat.^srekorllicnilS comiearus, eine inmandtsche /X vorreiten rn Waüis gerechnet wurde , ehe ste an «nd Sbropsbire, sud-wärts an Monmoulhshlre, ost-warts an Glocestershire, und west-wärts an Radnor-und Brecknocköhire m Wallis. In der länge von norden gegen juden zu erstrecket sie sich Ruf? ? niesten , und,n der breite von osten gegen wcstcn aufro. Das gantze land wird in r.r Hunderte eingetheilet, wormnen i76 kirch-fpiele und 8 marckt-städte sind / deren emwohuer sowohl als die in d!m angräntzendenMonmouthshire von den Römern rstur» «enennet wurden, Zur zeit der K-prarcin- war diese landschafft em theile von Sbropshire die öiceces vonHereford- Die lufft ist allhier teinperirt und gesund, auch der erdboden überaus fruchtbar, sin» temal er von vielen schönen flüssen, und sonderlich, von der Wye bewässert wird. Daß die lufft sehr gesund seyn müsse, bezeuget das lange leben der einwohner , und imonderheit die Historie von Hos- kins, welcher, als er den König Jacobum I cr^t.rte, i° alte leute vor ihme tantzcn ließ, welche 1000 jähr zusammen brachten. Tue allhier befindliche wolle, und zwar sonderlich die, welche man >-"- ücrore nennet , ist die feinste in gantz Engellaud, und gleichet der Apulischen in der südlichen qegend von Italien, wo sie anders leidige nicht gar übertrifft. Der fluß Wye gibt sehr rette und ge,unde Winter-lachse, da an andern orten dergleichen fische um dic,elbige reit entweder kranck und ungesund, oder zimlich mager, matt und außgezebret sind. Im süd-westlichcn theil dieser Granchafft «st eine berühmte gegend, das goldene thcrl genannt, nicht zwar, weil man gold darinnen findet, sondern weil er entweder im fruh- linge mit blumen gleichsam übergoldet, oder aber, weil er das beste muster von thäleru ist, gleichwie das gold unter den metallen den vorzug hat. Die wunder dieser Grafschastt,Bonewcll und Marcley-Hill anlangend, so ist das erste ein kleiner brunnen, wo- rinnen man allezeit viel deine von fischen, oder wie andere meinen, von frvschen, antrifft; das andere aber ist ein Hügel, so im jähr i;?; drey tage nacheinander fortgewandert, bis er andemorch wo man ihn jetzo sihet, stehen blieben. Aus dieser Grafichafft werden, ausser den 2 Ritter», 6 Parlaments-glieder erwählet, riemlich von Hereford , Lemstcr und Webley , 2 aus jeglichem vrte. ciescr. Lrir. Herennianus/ Königs Odenati mittlerer söhn, welcher sich des Orientalischen Reichs anmassete. Seine Mutter Zenobia, eine tapffere und kluge , welche eine zeitlang die regierung führte, pflegte ihn nebst seinem jüngern bruder Timolao auf den armen zu wagen, wenn sie eine rede an das volck that. Einige wollen, er sey von dem Käyser Aureliano hingerichtet worden. L»Lo 6c 2enoki- c. rü. in -VurcliLno. Herenniuo / ein schülerdcs Ammonii Saccä und mit-schüler Plotini, dessen Porphyrius gedenckt. Fo^---.vir. riocin. Herennius/ (Derippus) ein berühmter Redner, pkiiok,pku, ,nd ttistoricu; von Athen, welcher in dem dritten seculo von dem Kayser Valeriano an biß auf den Kayscr Aurelianum, oder von den zeitr» Gallieni biß aufdie zciten i^ot>>, gelebt. Er hat 4 bücher von den Macedonischen geschichten, so sich nach des grossen Aleran. ders tod zugetragen, geschrieben, auch denen einen kurtzen begriff der ältesten Historien desselben Königreichs vorgesetzet; feruers eine abgckürtzte Römische Historie biß aufElaudium OocKicuM, unter welchem er gelebt; endlich auch von den Scythischcn kriegen,welche um so viel desto mehr lejens-würdig waren, weil Dexipvus selbst, der eben so wohl den dcgen, als die federn, führte, denen Römischen Iiouxpcn als LiKcici- darinnen vorgestanden. Zu denen xki. lolopkischen wissenschafften gehöret das buch von den cscii-xorli, des Aristotclis, worinnen er solche wider Plotinum verfechtet, und welches annoch vorhanden ist.r^,„/>r,4. x«. »§/>. in vikL kor^k^r. kibl. coä. 8r. * Herent/ein schloß in Trabant in dem quartier von Löwen, davon die strmilie an. i6;8,Iustus Philibcrt Spanghen von Vytternesse, Graf von Daelhem, aber an. 1687, den Baronen- ti- tul erhalten, wie dieses letztere auch bey dem art- Spanghen zu jehen. »/e /ki 4 « HssRsiss8 iVIIR-IL^/war bey denRömern die göttin der erben, wurde vor eine gesellin des Martis ober dessen wcibs,Ncriä,geachtet, und nach einiger muthmassuug dahero Martia zugenannt,weil die erbschafften öffters krieg und streit verursachen: darum so bald jemand etwas geerdet hatte, gieng er hin, dieser gottin zu opffercn und zu dancken. kefir". -3mcnc verwandelt haben rc. Sein leben bat Matthäus Agricius in Lateinischen versen beschrieben, so an leir zu Cölln heraus gekommen.?«»^/, äe vir. iiiullr. ?., p, N7.M». Heriberlus/ ein Geistlicher zu Orleans, so ein Manichäer war, mit welcher ketzerey er durch ein weid - so aus Italien kam, angesteckt worden. Er schlug sich zu einem andern, namens LisojnS, welche beyde die vornehmsten und gelehrtesten von der zanken cle. risey waren, und brachten es durch ihr ansehen dahin, Laß sie M andere leute aufihre Meinung brachten. König Robertus, welch!: zu Orleans r-nwrte, versammlcte an. 1017 daselbst ein cvncümm- allein da sich diese beyde nicht 2cco,nmo6>ren wollen, gebraucht«: das selbiger zeit in diesen fällen gewöhnliche kurtze, aber nicht M Christliche mitte!, und liesse sie nahe bey der stadt verbrennen, an. 10 , 7 . Lieber«, Kitt. Lall. * Heric/ eine Provintz im glückseligen Arabien, sonst Adrq« mit« genannt. die weit. Sein vater war ein Rathsbcrr, hatte aber wegen vicim bindern nicht allzuviel zum besten, dahero dieser fein söhn, da er cd was erwachsen, von seinen freunden zu Schläitz im? erzogen worden. Da legte er sich insonderheit aufdie Mie music, womit er sich nachmals aufder ---i-icmic bey jeinerarunM offt grossen nutzen geschafft. Erstlich gieng er nach WilleMch, weil aber Caspar Peuccr, an den er sich ^ellact, allda tnarrea genommen wurde, verfügte er sich bald darauf nach LeiM, E nachgehends nach Rostock. Indem er nun dafelbst iil d«k"u°l°' ?vi- sich hervor that,wurde er von dem Hertzog in Mecklenburg a»- I?8o zum con - licAoi- zu Güstrau, 2 iahr aber daraufzumru^ zu Prcsla» in der Nckcr-Marck, und an. 1 ?8z zum i^vscouachM klam beruffen. Doch konte er auch hier über 2 iahr nicht diMM sondern bekam an. I?8? die ^rofctlioncm wLrkcscm in Wald, wurde auch an. I?Y7 OoLtor mcllicinL dastlbst. Alt. bcricffman ihn nach Ltargard in Pommern, und an. wme er Stadt-nkvllcus in Lübeck, da er soviel zu thun bekam, daß E gantze tag von dem morgen biß aufden abend zubringen jcine kranckcn zu besuck-en, ohne einma! unterdessen nach HM! gehen. Damit er aber wiederum cm wenig euhc haben moaM Araard, und hatte da « >n kehrte er an. i 6 i 4 wiedcrumnach Stargard, ..... .. sinn, sein grosses werck 6 e rriplici ctslensariozu --iwcn, welchesae> nebst seiner gantzen dibliothecin der Stargardischen seuM-mm den 7 oct. an. 16 z 5 im rauch aufgegangen ist. Öb"gleiw e> l viel n-n viiäten gestellt hat, so hielt er doch von denMn nM gar -K-! Ä? Heriniberga/ des heil. Guilielmi, Hertzogs von l 8epl.,iin,i-cn und Burgund tochtcr, gieng in das klostercilälomch der Seine, worüber ihr bruder die in,pe-tio» hatte.Der Königko, lharius, als er selbige stadt überrumpelte,ließ sie in den fluß Waffen, aus antrieb des Hasses, welchen er wider ihre familie trug. -ir. 6c la cie krgncc. Lao. Heringe/ eines der ältesten Adelichen Häusern in Thüringen und Nicder-Sachsen, welches, einiger Meinung nach, vor alias den Gräflichen ckrrdcr geführet, weil man findet, daß Hugo,Graf von Heringen, an. 1148 das kloster Gerode deschenckct. OieariuS führet an, daß ste aus Liefland in Thüringen gekommen: «aber glaublicher, daß sie vor alten zciten durch den ordcn aus Thüringen sich dahin begeben habe. Bertholdus Hering wird in einemver- kausss-conrr.i0i > an das kloster Walckenried von den Grafen von Hohenstein an. 1279 gegeben, als zeug angeführet. OweHering hat an. 1)70 das feste schloß Wagenmannesbura in Holstein erobert. Johannes hat viel darzu concribulret, daß im gedachten iah: die fo genannte fternen-gesellschafft von mehr dennr°°-> Heßi« scheu vom Adel zum stand kam. BussoHering lebte mns jähr 14°°. Heinrich war an. 1699 Domherr zu Lübeck und Georg Albrecht auf Großmehlern, starb an. >?io als Cbur-Bra»nschweigifchcr Geueral-Major mit Hinterlassung eines cintzigen fohnes. ?- Vl8Lr. vo» INKar. Oraken, lvnr. rcr. I'bur. sn- tig. Vlo'LlcXeni-. 10 ^,. ^jolssc. orig. j>, 6^7. §/.a»Fc»s>. ?. z. Heringen/ ist (i) eine stadt nebst einem schloß und amt niTbü- ringcn,in der güldencli Aue au dem fluß Hclmsso theils tcnFmen zu Schwartzburg, theils den Grafen von Stollberg zugehört. An. i? 90 Leu 27 tun. ist sie bis auf das schloß und 2 Häuser abgcdrM. (2) Ein kleiner ort in Liefland. O/,«r. s^m. r-r. ivur. iom. ig. >7;- Xlrnck. ckron. Hcrisiru/ ist dcr gröste und volckreichste flecken in dem AMN« zeller-Iaiid der aussern Roden an dem Vculbach gelegen, hat an: uralte pfarr-kirche, welche vor 8. Galli zeiten, und also vor dein 6 seculo gestanden. Herlicius/ (David) ein zu feiner zeit berühmter kickicm, likw- »llboricui lind Poet, kam den 28 öec. an. izMuZei« c,Ä >j-!2 jlO !!!lhl Ml> 0.7 siiiL , «17 !?yj ^0 sitz 4.- her -ich und nennete diese und dergleichen andere künste nur schlacken Ver wahren mathemattc. Er starb den i; aug. an. iü;6. Nebst vielen kleinen physikalischen und mathematischen tractaten sind folgende bvcher von ihm bekandt : äs lliärnciiz locorum LritkmecicL >u??lenä,s ; operis wirsdilmin tomur primur; cxercir. pliüoloptz.; rcsäsmiis eorius munäi; csrminum vsrioruin Volumen; libri 7 posmrrum; äs äscoro poetico; commenlsriuz in lioralium äs srce xo-cic-z 4 comi bittorici L xrvgnokicl von des Türckischen Reichs untergärig; Hermetischer rostn-krantz außerlesener römischer tractatlein. vic. meäic. LH'/e. verlies/ ein kleiner ort in Flandern, unweit der stadt lr LE-, welchen König Philippus II in Spanien zu einer Grafschafft vormahls erhöhet hat. * Arlingoder Cost-Herling/ ein Engeüändischer marck-flecken in Gtlcros-Hundred in der südlichen gegend von Norfolk. Arlmgsberg/ war ehedem ein festes schloß in dem Braun- schweigischen land, nahe bey Goslar, an dem Ocker-fluß auf einem hohen berg gegen den schlossern Widela und Fineburg, welche noch in dem Hildesheimischen vorhanden. Kaystr Otto I v soll es wider die stadt Goslar, die es mit seinem Widersacher Philippo hielte, erbauet haben. Er incommc>äirte auch aus diesem schloß gedachte stadt dermassen, daß fast niemand sicher aus - und eingehen tonte, daher sie auch die reichsten und ansehnlichsten bürger verliessen. Wer bald nach Ottvnis zeiten das schloß besessen,ist unausgemacht, so viel aber bekandt, daß eine adeliche familie, die sich von demselben genennet , im i; und 14 stculo flvriret, und daß Henricus der wunderliche/Hertzog von Braunschweig, um das jähr 1284 sich des schlosses bemächtiget,und den nachbarn, sonderlich demBischoff zu Hildesheim, viel Verdruß daraus gemacht. Daher endlich die Sächsischen Stände, besonders Bischofs Sigsrid zu Hiidcsheim, mit aller macht Henrico sich widersetzt, auch an. 1291 das schloß eingenommen und geschleiffet, unlffden platz gedachtem Bischoff zu Hildesheim übergeben, welcher darauf nicht weit davon das schloß Leuenburg oder Löwenburg erbauet. In dem -o-n. 1 rer. Lermrn. Ivleibom. stehet o. 77; scz. ttcnrici R.oUs- tilientzorgsniis 5 a- xnnis tteriingsbcrg», welches ein aus 477 Lateinischen KcxLmerris bestehendes -Lrms-, ist, wvrinncn die jetzt-gedachte Unruhe ttcnrici wirsbilis > und die zerstöhrung des schlosses erzählet wird; wie denn auch diese gantze »achricht aus Mcibomii uocen über dieses crrm-n genommen. Letzncr aber in der Dasselijchen chronic i.; c. is erzählet die fach mit etwas veränderten umständen: Heinrich der wunderliche hätte die Sächsischen Stände, deren anführer der Ertz- Bisthoffzu Magdeburg und der Bischoff zu Halberstadt gewesen, von dem schloß hinweg geschlagen, die 2 Bisthöffe gefangen, und das schloß lär stehen lassen; Als sich aber darauf allerhand räuberisch gesind hinein gesetzt, hätte er mit zuthun seiner beyden brnder, und der benachbarten Bisthöffe und stadte das schloß selbst auf den gründ geschleifft. Serlutnus oder Erluinus/Bisthoffund erster Grafvonkam- bray. Er wurde zu selbiger würde durch Rogerum, Bischoff von Lüttich, erwählet, und zwar durch Vermittlung der Matbildis, so Kaysers Ottvnis III muhme war. An. 99; wurde er zu Rom eingeweihet, und ließ den Bischöflichen pallast, wie er anjetzo ist, erbauen. An. 1001 verehrte Kaystr Henricus II die gantze Grafschafft Cambray zu diesem Bißthum, und von der zeit an nahm Herluinus den titul eines Grafen an.c-«s/ iE. ecciel. äu?r;s-v.is. Germer oder Erma/ vorzeiten Germa oder Therma/ anjetzo aber bisiveilen Germasle genannt, eine stadt in Griechenland iu der landschafft Albanien, ligt am fluß Sacrio, 2 Teutsche weilen ost-wärts von Scutari, und hat einen Ertz-Bischoff. Es ist auch eine stadt dieses namens in Spanien, wie auch in Judäa. ULKN/IT, von - tuercunus , waren gewisse streuen des ^vcurii. welche keine Hände und füsse hatten, die wurden an die scheid-wege gesetzt, und daran geschrieben, wo jeder weg hin- gienq. Hu Athen wäre es auch etwas sehr gemeines, daß man sie zu einer zierde für die Häuser setzte, (sitze Alcrbiades.) lleor. äs äii- vislibus. ^ Mstck^LiI,vonKH»u;, ^srcuriu-', war ein fest, welches ihm zu ehren in den k>ri.vstri; von der jugcnd gehalten ward. Weil aber viel Üppigkeit dabey vorgiengesso hatte man zn Athen ein gesatz,daß die L^mnrstrrcbT keinen erwachsenen menschen hinein lassen durff- ten. Sonst ward es auch in Arcadien, Achaja,Elide, Creta,Boo- tien, und andern ländern und orten gefeyert. Viel aus diesen bildeten denMercurium solcher gestalt ab,und feyerten ihretterm^r also, daß man leicht mercke kan,sie haben den für ems mlt demPriapo Walten. Qr«c. t-r. r-r/o//,» äs festir Qr^c. * 6ermaaoras / von geburt ein Teutscher, soll von dem Evan» gelisten Marco zu seinem Nachfolger in dem Bißthum Aquileja ernennet, nachgehends aber zu Rom von dem Apostel Petro zum Bl- schoffaeweihet, auch zu solchem end mit einem Bsschoffs -stab beschenkt worden seyn, welchen man noch heutiges tags zu Aqulleia zeiget. Es ist aber alles sehr ungewiß, und gründet sich schlechter dingen aufsolche s-rib^ten, deren die ältesten erst im neundten und zehenden stculo gelebt haben; es scheinet auch etwas seltsam, was hier gemeldet wird, daß schon zur zeit Petri ein so vollkommen bekehrter Teutscher einen gantz Griechischen namen, und der noch von einem heydnischen Abgott hergeholet wäre, getragen habe. Lnnsl. sn. 46 oum. r. är äs ?. lreneo äsUa Lroce j,. * Hermann / (Paul) ein berühmter war zu Hall in «Sachsen an. 1646 den r° tun. gebohren. Nachdem er Holland . . ... . her 76c der mMl Ceuwn ewi^? Ost-Indien, und trieb daselbst in den mm '^re die meä.c.n. wurde darauf nach Lei- seiner aro^ ^ ^ ^un »an., nachdem er ungeachtet gewesen. des 17 kecut, bekamen die Spanier eine grosse anzahlHol- landischerboots-leute gefangen/ welche sie ankettenlwe, Iwlkcn. Diese Eatharina / so eines von den gefangenen trau war/ suchte thren mann aus der gefangenschafft zu erledtgm" vcrklttd!» leA ln eme manns.person / und begab sich in das laacr vor O- stende. Ob sie nun glerch auf solche art viel schwürigkeiten über» ?,u^/ so war thr doch ihre belondere schönheit am meisten hin. derltch, denn weil unter der gantzen armer des Ertz-Hertzogs Al» a^ ^ aUer Officircrundsoldatenaugeir ÄN / He zu sprechen suchten. Allein als man mcrckte/ daßthr-cc-nt mit dem andernnrchtübereinkam/ hielt man sie vor emen spwn/ welcher von Graf Moritzen von Nassau ausgeschickt wäre / wurde dannenhero bey dem kopff genommen/ und an Handen und fuffen geschloffen; allein sie kam nicht allech ia eur gantz ander gefängmß / als wormnen ihr mann lag / sondem muste auch des andern tages erfahren / daß man 7 von den gefan» amen wurde hmrichlen lassen / um dcn tod 7 anderer/ mtk wel- chen dle belagerten gleicher gestalt waren umgegangen / an ihnen zu rächen / inglerchen daß die übrigen sollen an ketten und banden gelegt / und entweder auf die galeeren geschmiedet/ oder in Spa- me» geschickt werben. Als sie nun nicht wüste / worzu sie sich enl- Mimm solle/ sahe sie einen Jesuiten rns gefangniß die krancken zn defuchen kommen ; diesem beichtete sie/ und verkramte sich ihm auch gankund gar. Dieser vmer fönte sich überdesweides - elbi»- nicht sattsam verwundern / versprach dannenhero ihr so viel als möglich / behulfitch zuscyn/erhielt auch von Carolo / Grafen von Buquoy / daß sie in das gefangniß/ worimien ihr mann saß / gebracht wurde. Als sie aber selbigen unter derjenigen zahl fand / welche den tod oder ketten und banden zu gewarten hatten/ fiel sie ln ohnmacht / daß man sie vor todt hielte. Jedoch / als man sie wieder zu recht gebracht hatte / und sie wol sahe / wie sie sich nicht weiter verbergen könte/ bekannte sie/ daß sie alles ver» kaum/wassthrl,ed gewesen/ sich dergestalt verstellet/ undge» sucht hätte/ ihren mann zu rantzroniren/ und wenn sie ja nicht >s glücklich seyn solle / dieses zu erhalten/ würde man ihr doch nicht verweigern/ daß sie thren mann begleitete / wo er hinkäme/ ja sie wolle auch ihm andemrüder riehen helffen/ und die grausam» ste matter mit ihm ausstehen. Der Graf Buquoy / als ihm die. fts hinkerbracht wurde/ verlangte beyde Personen zusehen/ und wurde durch der stauen großmüthigkeit dergestalt eingenommen/ daß er thr und ihrem mann die freyheit schluckte. äes tsmmcsilluürer. Hermannfried/ der letzte König in Thüringen/ war eist söhn Baum/ Könrgs in Thüringen. Nachdem er auf anstifften seines reglersüchtlgen gemahlin Amalbergis / die eine nahe anverwand» im oder schweflet des Ost - Gothischen Königs Theodoriei zu Ve» rona war/ seinen jüngsten brnder Vercharium an.; 18 ermorden lassen / so gedachte er dem älttsten / namens Balderich / der» gleichen zu thun; und da er demselben nicht so leicht beykommen konre / machte er ein bündniß mit dem Austrasischcn Könige Theo» dorico 1 / baß er halb Thüringen haben jölte / wofern er seinen brnder Balderich wolle helffen aus dem wege räumen / welches gedachterKönig bald bewerkstelligte und Balderich in einer schlacht erlegte. Indem aber Hermannsrted ihm halb Thüringen abtre» ten solle/so war Amalbergis übel damitzu frieden/ und ließ eins» mals ihrem gemahl die taftl nur halb decken und mit speisen best» tzen; als nun Hermannstred nach der Ursache fragte / gab sie zur antwort: ein halber Rsnig müsse auch nunmehro mit einer Halden tafel vorlieb nehmen / welches denn so viel würckte/ daß Hermannfried dem Austrasischcn oder Ost-Franckischen Koni» ge Theodorico das versprechen nicht halten wolle / und hingegen allerhand grausamkeiten an den Francken verübte; maßen denw die Thüringer damals viel Fränkische knaben mit dem männlichen gliede an die bäume/ und die magdletn den Pferden an die halse gchenckt/ auch viele gebunden in hohle wege gcworffm ha» den / daß sie von den Pferden und wagen zerknirschet wurden. Hieraufram eS nun zu einem blutigen kriege / m welchem anfangs dreFrancken zmsiich schaden litten/ weil dre Thüringer allerhand verdeckte gräben und fallbrücken angelegt hatten. Darnach aber kam es zu einer Hauptschlacht / welche; gantzer taae gewahret haben soll / und in welcher dre Thüringer völlig geschlagen worden. Nach diesem Unglück flöhe Hermannftted auf sirn festes scolofl Scheidingen an der Unstrutt/ ward aber von dem Könige Theo» dorico/ der sich mit den Sachsen verbunden hatte / bannn hart belagert / und ungeachtet er einen desperaten ausfall gethan / und bannn 6o°o Sachsen erlegt hatte/ so ward dre belagerung doch sortaesetzt / weswegen er die fache mit list angnss / ynd auf em» rathen seines getreuen bedienten Irungs oder Hmngs / sich de- mnhete/ eine feindschafft zwischen den Francken und Sachsen zu stifsten/ sich aber mit Theodorico heimllch zu vertragen / und her» nach mit gesamter macht auf dir Sachsen loßzugehen/ welcher dann schon somit gekommener/daß Hermannfried und Wo« / 766 her doricus mit einander in der fcstung / wicwol incoZmrk, - gesprochen haben. Indem aber in wahrenden tractaten die belage- rung nicht sonderlich fortgesetzt wurde / so glcngein ThmnMt/ namens Witv / aus der festung mit einem Habicht auj dic vogcl« beitze / es flog ihm aber der floß-voqel davon / und ward über der Unflrritt von einem Sachsen/ Gotzhold genannt/aufgefangen/ worauf der Thüringer unter dem versprechen/ daß er semen va» dicht wieder haben solle / dem Sachsen alles vertrauet- / was m der festung vorgienge / und daß man willens wäre/ das Sächsische lager anzufallen / und darin alles niederzuhauen. Hierauf ward in folgender nacht dir festung mit stürm erobert / und alles darin niedergemacht; König Hermannfried aber war mit seiner familie entflohen. Thüringen ward hernach an. 524 unter den Sachsen und Francken qetbeilet; jene bekamen die hechte gegen norden / diese aber die helffte gegen suden^; die grantze war der fluß Unstrutt/ und weil solche rheilung zu Scheibmgen beschloflen ward / so gerathen etliche auf die muthmassmig / als wenn der ort damals allererst zum andenckenwäre Scheidingcn genennet worden. Nachdem nun das Thüringische Königreich also ein ende genommen/ so begab sich Amalbergis wieder nach Italien an den Ost'Gothischen hof; Hermaniifried aber ließ sich von seinem bc» dienten Hirinq überreden/ daß er seine Zuflucht zu dem Franckl» schen Könige Lhcodorico nahm / welcher stch damals in der fe» siung Zülch oder Zülvich / lat. , im Änlicher lande auf» hielte; er kam aber daselbst ums leben. Einige sagen/ König Theodoricus wäre mitihm auf der festung spatziercn gangen / und hätte ihn bey gelcgenhcit den graben herunter gestüctzt / daß er den hals gebrochen; andere aber versichern / Hn ing wäre darzu gc» nöthigt worden / daß er seinen Herrn hätte ums leben bringen müssen. Cranzius mcldct/Jrung/oder Hiring/Hade hernach auch Theodoricum erstechen wollen / habe es aber nicht vollbracht/ und darauf sich selber entleibet. Hermannfried hat einen Printz / na» mens Amelfricd / hinterlassen / welcher stch an den Griechischen hofnach Cvnstantinopel begeben / und Tcutschland nimmer gesehen. ^lsnstblcl. ciiron. c. L^c^er. ckron. I. z. c>«-rL»5ax. I. l c. r/. ropogr. Hiur. Ertz-Blsthoffe und Churfürsten zu CoUn/ ingleichem andere vornehme Herren: Sermannus I, der fromme / wurde an. 890. erwehlet, hatte bey Kayfer Arnolpho viel zu sprechen, und starb an. 92;, andere fetzen 920. ^ermannus II , der edle / ein bruder des Churfürsten Henrici r.Lcu zu Pfaltz, wurde an. io;6 als Ertz-Bifchofferwehlet. An. erhielt er von dem Pabst ein priviwßium, daß ein jeder Churfürst zu Cölln allemal ein Cardinal seyn sollte, welches aber hernach wieder aufgehoben worden. Er starb an. 10;z. ^ermannus III , der reiche / war ein Graf von Northeim nnd ein bruder Richsa, Käyfers Lotharii II gemahlt,,. Er hat von an. 1089 bis 1099 regieret. Sermannus IV / war ein fohn Landgraf Ludwigs des friedfertigen in Hessen / und anfangs Domherr zu Aachen, r^cm bruder Ludwig III, Landgraf in Hessen , bcmühete sich ihn zur Bischöflichen würde zu Hildeshcim zu befördern ,^aber vergebens. An. 1474 ward er zum des Ertz-Stiffts Colln erwecktet, als Ertz-Bifchoff Rupcrtus mit dem Dom-capitul in Uneinigkeit gerathen. Er -Kt'cnciitte die stadc Rens in selbiger unruhe fast ein gantzes jähr wider Hcrtzog Carln den kühnen in Burgund/ welcher die belagerung aufheben muste. Nach dem todc Rupcrci an. 1480 ward er Churfürst/ und an. 1489 Bifchoffzu Paderborn. Er war fonderlich gutthätig gegen die armen / daher fei» quartier aufden Reichs-tägen gemeiniglich mit gantzcn eiguzclr»nc,i bettel- leuten besetzt war. Er starb an 1503. //l>^!ncskL>. ^rcbie^itc. Ln>, HII. gen. ^ermannus V / Ertz-Bifchoffund Churfürst zu Cöllii/ war «in gebohrnerGraf von Wied, und nachdem er sich dein geistlichen stände einmal gewidmet / ward er an zum Ertz-Bifchoffzu Cölln erwählest worzu er auch an-1;;2 noch das Bißthum Paderborn erhielt. Sein leben ist fonderlich wegen den rcligions-händcln zu merckeist die zeit feiner regierung in der gröstcn beweqmx, waren. Anfänglich hielt er an der Römischen religion sehr eifrig / gestalt er denn bey antrcttung des Padcrbornifchen Bißthums die daselbst befindlichen Lutherischen Prediger gesanglich wegführen ließ/ auch an 16 bürgern/die der Lutherischen lehre halber verdächtig waren / das todes-urtheil vollstrecken lassen wolle / welches er doch wegen eines fondcrdahren zusalls änderte < indem der dazu bestellte scharffrichter fein amt an denselben,als unschuldigen Personen,nicht verrichten wollte. Indessen sahe er sowohl, alS viel andere von seinem glauben, zu selbiger zeit, daß die kirche einer r-Tormrrwn nöthig habe, deswegen er an. izzs mit feinen Land-ständen einen gewissen fchluß faste,auch durch einen Cölnifchcn 'Hoiogum.Ioh. Gropperum, darüber ein buch ausgeben ließ, weil aber die dämme gebrauchte bcsserungs»mittel demChurfürsten noch nicht zulänglich zu seyn bunckten, schickte er bereits an. 1-N9 Peter Medmann an Melanchthonem, der sich damals zu Franckfurt befand, um feine gedancken von der relc-rm-cion und religions-einigkeit zuverneh« men, ihn auch zu einer mündlichen Unterredung einzuladen, wie- wol solches damals nicht geschehen. Die fachen blieben also in dem stände bis an. 1541 durch den Reichs-tags-fchluß zu Regen,purg allen Bifchoffen anbefohlen ward, die verderbnuß ihrer kirchen ab. zustellen. Denn da ließ der Churfürst, nachdem er wegen dieser fache emen neuen land-tag gehalten, Bucerum, der ihm von Grop- pero sehr worden, zu sich hole», selbigen auch nach. her mals zu ende des jahrs 1542 in Bonn öffentlich predigen, worv„e ihn bey einem land-tage der Ade! und die siädte ersuchten dieew richtungder künfftigen r-torm-non jeinand geschickten amubesv! len , weil die Geistlichkeit keine Hand ans werck zu legen L L Da laß nun der BifchoffBucerum aus, und verschrieb zugleich a e Sachsen Melanchthonem/ von dem Landgrafen aber FMm m Pistorium, welche zusammen ein kormui-w der verbesserten leb ? kirchen-gebräuchen auffetzten. Ob nun wohl der Churfürst mw dasjenige geändert haben wolle, was dem wvrtGottes ausdrücklich zuwider wäre, hingegen alle andere ecremonien.so wohl als die ein. richtung des Dom-und anderer capituls beyzubehalten willens wäre, so verdiente er doch bey einigen Protestantischen Ständen, die davor hielten, es sey zu viel nachgegeben worden, wemadanck und fand auch an dem grössten lhcil seiner c^wizren, an we cken die übrige Geistlichkeit und die stadt Cölln selbst hieng, gewaltige Widersprecher, immasscn sic heffrig auf Buccri und andrer Prolc- stantischen lehrer entfernmig drungen, auch gegen obgedachies dormulnr ein ,o genanntes -lmiclltchgmn Herausgaben, darin» sie nebst vielen andern harten reden wider die Lutheraner, bekannten, baß sie lieber unter Türckischer, als einer solchen Obrigkeit siehe,, wollen, die dergleichen einführe. Und dieses buch, zu dem sich die c-pimisren jedoch nicht bekennen wollen, als man sich Chur-Sächsifcher und Heßischer feite darüber beschwarte, sondern dessen Verfertigung auf die unlvcrlltät und die Geistlichkeit vom andern ränge schoben, hatte Gropperus aufgesetzt, der jctzo gantz von dem Churfürsten abgewandt war, wie denn diesenHerin auch sein Cantzler Bernhard von Hagen verlassen hatte. Alsaba derselbe sichdüreb des Capituls anhalten, weder die gesetzte Prediger zu erlassen , noch mit fernerer reform-yon jnn zu ballen, bewegen ließ, -pp-iu-ten sie endlich im oct. an. 1544 ordenilichec weise an den Käufer und Pabst in die Hände ihres Dom-Prvdsts Hertzog Georgs von Braunschweig. Es würckte dieses auch s» viel, daß, ungeachtet der Churfürst in schrisslen aittworlele und sich cntschuldigre, auch an. icgzaufdemReichs-tagezuWorins die möglichsten Vorstellungen thun ließ, der Käyfer das Capitnlm semen schütz nahm, alle ändernngen in kirchen-fachcn verbot, und den Churfürsten, mit dem er kurtz vorher zu Speyer mündlich und gar hart gesprochen hatte, nach Brüssel «Kitte, welches im Reiche ein grosses aussehen machte. Gleiche «Kreis» ergieng auch von dem Pabst, der ihn endlich den 16 april an. 1646 gar in denbann lbat, und der Ertz-Bischöflichen würde verlnsstiq erklärte, wogegen dieser im nov. selbigen jahres an ein rechtmäßiges esn-Umm rp. pcwrte. Indessen nahm der Schmalkaldische krieg bekannter Massen für die Protestanten ein gar unglückliches ende, und da nun der Kayfer , nachdem sie in dem ersten feldzug nichts ausgerichm, freye Hände voriknen bekam, griffer die Cölnische fache, die ihm ohnedem von dem Pabst aufgetragen war, mit gemalt an, schicke demnach Gesandtenach Cöln, und ließ allerseits Stände vermahnen , Hermannen nicht mehr, an feine stelle aber GrafAdolphen von Schaumburg, der bisdahin coryjuroe gewesen war, für ihren Herrn zu erkennen , welches zwar die Geistlichkeit gar bald ein- gienge, hingegen aber der Adel und städte nicht annehmen wölken ; so daß man sich auch einer öffentlichen fehde zu besorgen halle, wen» nicht an einem theil der Hcrtzog von Cleve die Geistlichen abgehalten, gleich zuzufahren, am'andern aber einige von dein hohen Adel und namentlich die Grafen von Neurnar und Maii- derfcheid den Churfürsten beredet hätten, gutwillig zu weichen, n»d sich in seine angeerbte Graffchafft zu begeben, wo er hernach den i; aug.au. i;;2 im 80 jähre feines alters verstorben ; Er waren! fanfftmüthiger, wohlmcmcudcr, aber etwas furchtsamer Herr, welcher immer jcmanda» der Hand habe» muste, der iiM Wedele, wenn was von Wichtigkeit vorgenommen werden solle. Kamee Carl V hat ihm gegen dem Landgrafen, als ihn selbiger cnlschm» digte, vorgcworssen , was der gute mann eckormwen wolle, der kaum Lateinisch könne, und in seinem gantzcn leben nur; niesta gelesen, davon er, der Kaystr, selbst zwey gehört, und habe er kaum mit dem ansang zurecht kommen können. Woraus aber der Landgraf geantwortet, daß er stch in lefung Teutscher schnWl desto fleißiger geübt, und gar wohl wisse, wärmn es zu thun lcy. Oolon. bell. Lolon. lo, tt>«6> > 7 , >8, r4- l.urkeran. I. ,07. cllronlco. 77 ,.,.,,7,«-. ^ermanitUS l Pfaltzgraf am Rhein , mit dem Zunamen der kleine / wcil er Hertzogs Adolphi msN in Bayern jüngster sck» war. An. 9; 9 machte ihn der Kayfer Otto I, an statt des in r>e acht erklärten Eberhards von Francken , zum Pfaltzgrafen am Rhein, und brachte ihn hierdurch dabin, daß er alle stmekMe anwendete, um des Kayfers feinde, Pfaltzgraf Eberhard, M Hcrtzog Gifelbcrt in Lothringen , über einen Hausen m wcrsim- Als niin solches unter seiner anführung an. y;y den Wdmia.Y glücklich von stalten gicng , suchte der Kayfer das HeriMM Lothringen feinem bruder Heinrich zuzuwenden; well aber r>e Lothringer dazu keine lust bczcügtcii, iv lvurde die aufstchl ubcr W- seldcrts unmündigen söhn, Henrieum, Olkviii seinem vettern, M nach dessen an. 944 erfolgtem tobe Conrado dem Weisen/ in Francken anvertrauet. Allein an. <148 starb dieser iunge Pmih, und da theilten sich , mit Kayftrlichcr genchmhaltung, lind Conrad, in das Hertzogthum Lothringen, wodurch d>c W s grasen zuerst eine recht förmliche Provintz am Rbeine crbbwcr- langtcn. Diestmnach kan dieser Herrmann billich der erste 4 gras am Rbeine hcissen , obgleich diese» beyname» seine IbM' Ezo und Heinrich, zu erst gcführet haben. . 6evmannUS BiUingus/ Hertzog von Sachstn. Es W" ' nigc in den gedancken, als sey er, wo nicht gar eines s .»! -!«> K D xii» W- »iii, S so sish hss Vj! sickl . ev-« M lks ' s« iqs! SI.I° Mls söltz L>2 ,?!ll >>!> »I>! her eines armen Edelmanns von Stückeshorn, soimLüneburgek-land gelegen, söhn gewesen. Andere hingegen machen einen grossen Reichs-Grafen im Luneburgischen aus ihm. Sicherer ist es zu sagen, daß er aus einem alten Herren-geschlecht in Sachsen gewesen/ und zwar will er von Meibomjo annoch aus Wrttekindi stamm hergeführet werden. Der Kayser Otto N. machte ihn wegen seiner tapfferkeit anfänglich zum Stadthalter,nachmals an. yüo zumHer- tzog in Sachsen. Er hatte seinen sitz zu Lüneburg/ woselbst er auch das schloß erbauete. Nach Marggraf Gerons absterben bekam er an. 96z das Burggrafthum Magdeburg. Er starb den 1 äpr. an« 97z aufdem Reichs-tag zu Quedlinburg. Seine gemahlin war Hildegardis von Westerburg, von welcher Benno / Hertzog in Sachsen. ^-ttel-rn^ Lnr>. üb. 2. ilb. r c. 4. 7/et- cliron. 8lsv. üb. 1 c. 10. cbi-onic. 8pir. üb. ; cgp.; 8sxon. üb. 4. vinclic. LilünZ. ^ermannus 1 / Landgraf in Thüringen/ war ein söhn Ludövici IV des eisern/ und kam zu der regierimg/ nachdem stin bruder Lu- dovicus V aufder reise Nach dem gelobten land an. 1192 verstorben. Indem damaligen krieg, welchen Philippus aus Schwaden und OttolVvon Luneburg der Kayserlichen cron wegen führten, hielt er es bald mit diesem, bald mit jenem, und verursachte dadurch, daß sein land sehr mitgenommen ward. Nach gcendigtem krieg bauete er an. 1214, der heiligen Catharina zu ehren, das Cistercien- ser Nonnen-kloster zu Eisenach, und zwar an dem ort, wo der gal- gen stund. Daß er aber eben diesen platz darzu ausersthen, soll daher gekommen seyn, weil ihm alle gedruckte als jungfern erschienen, und die heilige Catharina, so sich mit darunter befunden, zu ihm gesprochen : Höre Hermann, wenn du uns an diesem ort wirst ein klo- ster bauen, so wollen wir dich in unsere gesellschafft aufnehmen. Er war ein grosser liebhaber der Teutschen dicht-kunst, und unterhielt deswegen an seinem hofnichl wenig meister-sänger, welche zum öfftern in seiner gegcnwart mit einander csr-iren musten, welchen zsit-vertreib man das spiel zu Wartburg zu nennen pflegte. Er hat 2 gemahlinnen gehabt 0 ) Sophiam, Pfaltz- GrafFriderichs des letzter» tochter, wodurch er am 1182 mit der Pfaltzgrafschasst Sachsen belehnet worden. (2) Sophiam, eine Printzcßin aus Bayern. Mit der ersten zeugte er(») Jutham oder Iuditham,ver- mählt an Dietrich, Marggrafen zu Meisten; (b) Sophiam, vermahlt an einen Grafen von Manien; (c) Ludovisum VI den heiligen ; mit der andern aber (a) Henricum, beygenannt RaspS/ (b) Conradum, Großmeister in Preussen. »»»->>. ic-nac. 9. z;. bili. 92!,n. ^ermannus von Lothringen/ Gilberti Grafen von Luxen- burg söhn. Er wurde nach Hertzoas Nudolphi von Schwaben tod an. ioZ l wider Kayser Heurwum I V erwählet, wohnte auch in sol- cherqualität dem Reichs.-tag zu Quedlinburg bey. Als aber Hen- ricus wieder zurück aus Italien kam, trieb er ihn gar bald ein. Er gicng hieraufin Lothringen, allwo er an. 1088 umkam, und zu Metz begraben wurde. Wie er eigentlich umgekommen, ist noch unbekandt,indem einige meinen, er sey von einem soldaten erschlagen worden. Andere wollen, es sey ihm ein thor aufden hals gefallen, andere, er sey in belagerung einer stadt umgekommen, Aox Ue 8. baxon. aN.loia. in svp, scl bierm. <üoncrn0rum. Otto I. 6 c. Z 5 - §axon. üb. ;c. 10. Äermännus cokai'ir.Lc'üUZ, war Wolfradi, Grafen von Beringen söhn, und bekam den Zunamen, weil er von jugend auf comEgewesen. Erwarb anfänglich in dein kloster 8. Gallen erzogen, wurde hernach ein Mönch von Reichen«», und verstund nicht allein die Griechische und Lateinische, sondern auch die Arabische spraach. Er stard an. io?4, und hinterließ eiii cüronicon Ue tbx inunäi L-r^rib»;, welches Pistorius, Urstrstus und Canisius ecürek haben. Es werden ihm auch noch andere bücher zugeschrieben. M/.I cüronico prs/nx-i. Lcor«, in cbrü». Ko»o- ^ugullollun. üb. 4 « 12- clc bild. l>st« bitt. üircc. 9. 421, SermamiuS von Lerbecke/ war ein Prediger-Mönch in dem kloster 8. Paust zu Minden. Er war in dem i<; seculo berühmt, und schrieb eine Historie und chronic von den Grasen vonSchauen- bürg, welche Meibomius drucken lassen.^- K,tt. ürrer. -99. 9-0?. ^ermannus/ (Johannes) kam an. i;8; aufdieweltznRaM den in Schlesien- allwo ihn sein vater, der ein Kürschner war, so lang zur schul gehalten, biß er nach Breßlan, und von dar in das ßvmnallum nach Brieg gekommen. An. 1603 wurde er zu einem Poeten gekrönek, und begäbe sich darauf Mit etlichen jungen Herren, als ihr Lpüorus, nach Leipzig und Jena, und von dort Wetters nach Straßburg; An. i6n wurde er Diaconus zu Köben und hernach Pastor; Er wurde aber von den kranckheiteu so Übel krsKirt, daß er die 1; letzte jähr seines lebens dem predigt - dienst nicht mehr abwarten konte, und endlich den 27 sebr. an. 1(47 gantz krafftloß sich dem tod ergeben muste. Er hat sich fürriemlich durch folgende Missten bekandt gemacht, als da sind: Lxcgciis. stUe, Hbristiav«; jzborci s?.cri; crux Lbristl; bspralogus obristi; Geistliches Hand« Wie auch deicht - Lomniunion - und bett - büchlein; Hauß - und Hertz«mustc; ic.ions Oüvcti; Übung der gottseeligkeit rc. t^ltte msmor. /übcol. 9. 6^4 «Sc Disr. Nio.gr. all an. ,647. * Armannus vonpongiloup/ sihe ^ermanschwyl/ Hermatschwyl/ ein Frauen-kloster, Bens- diclmer-ordcns an der Rüß über Bremgarten in den Eydgenoßl- schen so genannten freyen ämtern gelegen. Es ist erst an. i;2i von denen Edlen zuAristow zu Muri gestiftet,und hernach hreher rrsn-- kttirt worden. Ä««,/,/. I.A 9.200 b. rbcac. Lololl.i. 19.Z z 6. . , her ü ^ ^ des gantzen landes, und ehemalige restgem-- von Slebenburgen. Sie ist 12 Meilen von Clalssen- burg und 8 von Weissenburg gelegen. Die Lateinische benennuna aÄ de/n altenTeutschen volck, den sibiniz, so j» dieser gebend ihrem Konig Marobod niedergelassen, und zu die-- sem ort den gründ gelegt,welcher anfangs der Sibiner bürg genen-- vos -a das gantze land den namen bekommen, daß es noch bts den heutigen tag von dieser Sibinek-bura, Und nicht 7 vermeutten Hunnischen schantzen, Siebenbürgen genennek wird. Was aber den Teutichen namen betrifft, so sind hiervon die Meinungen unterschiedlich. Meibomius hält davor, er komme her von dem Sächsischen abgottHermes oder Hermann, den die alten Teutichen daselbst verehret. Andere führen es von Hermanrico her, welcher an. z 76 eine bürg allhier erbauet, selbige nach seinem namen Hermannsdurg genennet, und nachgehends mit vielen Häusern vermehret, auch an. 1160 zu einer stadt gemacht. Allein wahr» fthemlicher ist es, daß selbiger von ihrem erdauer Hermann» Her- stamme, so aus Nürnberg gebürtig gewesen, und noch biß aufden Heutigen tag namens - verwandte daselbst hinterlassen, welcher an. 1006 mit der Königin Gisela in Ungarn, und von dar mit des Königs Geiza coionien, so er aus Ungarn nach Siebenbürgen gesandt/ dahin gekommen, und bey dieser gclegenheit diese stadt aus die ru- der alten Sibiner-burg aufgebauet, so nachgehends von ihm- als dem vornehmsten angeber, HerinaNnstadt genannt worden, wie denn zum andencken dessen noch bts auf diese stund in dem stadt- siegel diese Worte zu lesen sind: iiZiUua, civ-u« lls viüa ttermamü. Indessen was die ücuatton dieserffradt anbelangt,so befindet sich selbige in dem südlichen theil von Siebenbürgen, und zwar insonder» heil in dem so genannten Altland nicht weit von dem guten gebürg. Sie ligt in einer weiten ebne und sehr fruchtbaren gegend,hat aber keinen wein-wachs, ohne was hin und her zuk pl-Mc gebauet wird, dessen Mangel aber von andern orten reichlich ersetzt wird. Um die gantze stadt siehet man sebr viel grosse teiche, welche so nah bey einander ligen, daß die stadt an verschiedenen orten durch eröffnung derselben kan unter »passet gesetzt werden. An der Nord-seite rinnet ein strohm, die Rabein oder C»biu genannt, davon ein arm durch die meisten straffen wasser gibt, den Unflath abzuspühlen. Die stadt an sich selbst bestehet gleichsam aus 2 stäbten, davon der eine theil gegen luden aufeinein Hügel etwas erhoben ligt, welchen man deck grossen ring nennet, und welcher von der untern stadt durch eins mauer abgesondert ist; gegen norden flhet mau die unter-stadt fast ioo stufen niedriger, von dar man durch unterschiedene ?->Nagen M die obere hinaufkommen kan. Der obere theil praU-imret sich als ein halber mond, der untere aber sihet einem geschobenen Viereck gleich. Sonst ist dieses der gröste und ansehnlichste ort in gantzSies denbürgen, und ist mit starcken doppelten mauren, boll-wercken,ba- stcyen und grossen thürnen wohl befestiget. Daß eraber, wie Trö- stermeinet, der Kayserlichett reüUenr-i Wien an grösse, stärcke und schönheit billich zu vergleichen, ist zu viel gesprochen , es sey venn- daß rnan die vergleichung in ansehung der weite und abthe.ilung machen wolle. Inwendig sihet »nan nicht nur schöne öffentliche ge- bände, als die Haupt-kirche, so sehr schön und dermassen groß tst- daß ehemals allhier 24«ltare geivesen; das rathhauß, »velches der gewöhnliche platz ist, da sich die univeri-tät oder die stände des landes versammlen; sondern es sind auch die privat, haustr von dichten steine« herrlich aufgeführet. Nur ist zu beöäuren, daß, weil der ort nicht sonderlich volckreichin manchem kaum ein eintzlges stock- werck recht bewohnt ist. Sonst ist hier wegen des kalckigten grun- des und »vegen allerhand völkischer dünste aus den vielen reichen nicht allzu gesunde lufft, daher die eimvohner der coi-c j schivmd- sucht/ po^Zrs und andern incommoäiraten zimlich unterworfen ; jedoch ist das frauenzimmer daselbst sehr frisch. Das meiste gewerb der dürgerschafft ist mit wein, gelrayde und ander» so wol emhel- rnisch-als auslä»»dischen »paaren, daher es hier in allen stucken zun- lich wolftil zu leben ist. Was aber den kirchen - und schulen - staak betrifft, sö bekennet sich diese gleich allen andern Sächsischen städ- ten in Siebenbürgen zu der Augspurgischen Es »st allda ein gymnaiium scaclsmicum, und eine schösikbiblivthec, dere>» sich ein jeder bekandter gegen einem revcr5 bedienen kan;ingleichen en»L buchdruckerey, aus welcher, nach Frölichs rel-cio» . zu seiner zerr mit conlcns des Raths viel Hmole cüarrcgucn durch einen, nainens Linz, in die well geschickt worden. Was das kegiment dreser stadt anlanget, so wird sie, gleichwie auch die übrigen Sächsischen stadte- ariüocracssch regieret,und sind die vornehmsten beamten derKomgs- U) der ^rut^cüru ustion (^omeZ gruruurt wtrd / dcr Rurs aermeister, der Stuhls-Richter, ber Stadk-HaM nebst 8 Rathsherren, welche 12 den innern Rath ausmachen. Diese»»» folget dev äussere Rath von ic-o männern, so einen ^>bu»um k>!cü-s haben- »velcher der hundert-mannwort-mannZenennct w»rd, "»d macht hat, zur zeit der noth im namen der burgerschafft fur dem lnnertt Rath einspruch zu thun. Das waapen dieser stadt, als em unfehlbares merck-mahl Sächsischer Herkunft, smd d^ scbe schwerdter, doch mit dem unterscheid, daß sie Mit der spitzen unterwärts stehen. Der -MriS: dieser stadt, welchen man den Her- !!!n.,,,uäoi-r stu>,l nennet, erstreckt sich auf etliche Metten herum, und beareifft viel schöne Und grosse flecken und dörffer in sich / welche allefamt von der gerechtsamkeit dieses vlatzes öcpcnüiren, deren etliche ws'Mairbvb von Marobodo, Komg der Slbmer, Zacadat vonden^-csci-, Schuren von den Scyns. Hamersdorff von dett »e.mionibus. Cherz von den cücrwc.s. srcck vdcr Aigg voii^eb alten Gothen Göttin Friga oder Frigga den namen haben, übrigen ist dieser ort zu ansang des 18 ftcul, d.e beständige 768 her der Kaystrlichen Gouverneur;. auch in den bekandten teoubken samt Croiistadt und einigen wenigen örtertt in beständiger treue gegen Jhro Kayserliche Majestät geblieben. An. 1711 schlug das weiter in den pulver-thurn/ wodurch derselbe nebst 2 andern thurnen, und einem grossen theil der stadt-mauer in die lufft gesprenget, 6; Häuser völlig zu boden geschlagen, . i4s andere beschädigt, und einige perjbnen gelobtet worden. Iriucntuls. ori- xines »LkionUm Irans, ^rs/er von Siebenbürgen. ««cLe-MorL von Siebenbürgen. von Ungarn. 2c-H-r»r. ^oLrÄr üe Iranlylvsnia. Iri-ürL in sxoüswis.Lr/i. an. 1704 p. lvr. ^ermanstein/ sitze Ehrenbreitstein. ^ermanr/ (Gothofredus) warben? febr.au. 1617 zu Beau- »ais gebohren / und gab gleich in seiner jugend sonderbare zeichen «ines herrlichen Verstandes und vortrcflichen gedachtniffes von sich/ welches er auch bis an sein ende erhalten. Er lernte die Lateinische und Griechische sprachein einem solchen alter/ darinnen junge kiudcr sonsten kaum schreiben und lesen können. Er war kaum 12 jähr alt/ als ihn Augustinns Posier/ Bischoff und Graf von Beauvais/ nach Paris schickte / um daselbst bey den Jesuiten die l'hewric zn studircn. Nachdem er in dem Navarrischcn coUcgio seine Philosophie/ in der Sorbonne aber die theologie »b 5 o!vn-ct/ erachte ihn berührter Bischoffnach Beauvais / daß er daselbst die Philosophie und bumaniora lehren solle. An. 1Ü40 schickte er ihn nach Paris/ um daselbst seinen vctter/ den Herrn von Ocquerrc/ ju iukormircn. An. 1641 wurde er b-ccsiLureus, und im folgenden jähre onowcu-der Haupt-kirche zu Beauvais. Nach dieser zeit wurde er immer mehrund mchrbekaunt; denn als dieJesuiten bey dem Könige eine eingaben / um der Universität zu Paris incorporirt zu werden / wurde selbigem von der Universität aufgetragen/ wider die Jesuiten zu schreiben / da er denn zu dem ende einige schrifftcn verfertigte / wodurch er sich grossen rühm erwarb. Ob nun gleich die Jesuiten deShalbersehrwidcr ihn crbit« lert waren/ konten sie ihm doch nicht schaden / weil er von der -mbirion nicht war/ geistliche pr-eben-ien zu suchen. Er wurde hierauf an. 1644 mior der Sorbonne/ an. 1646 isscen-^-und keÄo,-. Er begehrte aber dennoch nicht zu Paris zu bleiben / sondern begab sich wieder nach Beauvais / allwo er hernach unter denen war / welche sich das von den Jesuiten und dem Hofe unterstützte kormuisr in den Janscnistischen strciligkciten zu unterschreiben weigerten / darüber er denn seiner proben-;- eine Zeitlang beraubt ward/ bis man ihn an. 1663/ als diese Händel dc»gelcgt wurden/ wieder in vorigen stand setzte. Er starb plötzlich aufder gaffe zu Paris den n jul- an. 1690/ und wurde ihm von einem seiner freunde ein herrliches epit-pMum gemacht/ welches aber die Jesuiten verhinderten/ daß es nicht aufsein grab gesetzet wurde, tzr hat verschiedene suchen geschrieben/ als: -poioZie a-vtr. ^r. «Luia unter dem Namen -- julicnconlrc Ic; villons cte I.LbL ö»ti!c 6c 6c 8. Qrcgoirc 6c kv^xirnrc ; encre- »icnr spirituels tur 5 . Ivt-rrkicu. Er hat Mich Verschiedene comrover- Len mit dem Jesuiten Maimbourg gehabt. > ein Egyptischer götze von Mercurio in ariechischcr sprach genannt «ermc-, und>rnubi zufammeu geletzt. Er wurde als ein manns-bild vorgestellet mit einem spcrber-kopffc/ und einem mcreurial-stabe in der Hand / oder fast am allcrqcinciu« stenmit einem hunds-kopffe/ so ein zeichen derjagd war/ weil >rnut>iz grosse lust an dergleichen crgötzlichkeiten hakte. Etliche dergleichen bildcr hatten Rathsherren klcider an / hielten in der lincken Hand den mercurial-stab/ und in der rechten das Egypri- sche lltkrum oder cymbel. Ter, «///„»»«-. L»rc/n!r/ Occüp. vilenlä Illsca. 6e Is retigion, rcciiercbcr »uriculer ä'Lnri^uirs. snti-z. * ^ermanville/ eine kleine stadt in der Picardic/ nicht weit »onCaliceinFranckreich. HWIJ?IäR.OVHLI8. ein götzen- bild veralten / bey- derlcy geschlechtS/ zusammen gesetzt von r-io-cuno, genannt ttcrmc; . Uttd VVN Vcnere , sonst /ixMroclicc genannt. Die altkN wollen dadurch sonder zwcifel andeuten / wie die bercdtsamkeit mit der wollust zu vereinigen/ oder zeigen/ daß venurjn beyderley geschlecht zu finden / wie denn Lhcophrastus bejahet/ daß ohnweit Amathus in Cvpcrn ihre sr-ru- mit einem manus-barte zu sehen gewesen. Die poetendichtcn / tter,».->pvro6iru5 wäre des Uermekis söhn von der Vcnere , und von ungemeincr schönhcit gewesen ; daher hätte ihn die Nymphe §Lim->ci8 HMtg zu lieben be- gönnen / als sie ihn an dem ufer eines brunncn in der Asiatischen ProvtntzCaricngesehen/ allein sie hatte denen gcqcn-ltcbenicht «rlangen können. Endlich aber / als sie wahrgenommen / daß rr sich gebadet / sey sie geschwind hinzu gelausten / habe ihre kleidcr ausgezogen / und sich in den brunnen gemorsten / als sie ihn aber auch dadurch nicht gewinnen können/ habe sie die göltet- gebeten/ daß sie aus ihren bcnden leidem nur einen eintzigen machten. Sie wollen hierdurch sonder zwciffcl die würckung der liebe anzeigen/ als deren eudzwcck ist / drc hcrtzcn zu vereinigen / gleichwie sie auch anderseits hierdurch die schwacheund weibische nalur der einwohnen dcffcldigen landes/ als die rm Müßiggang und Wollust ledeicn / an den tag legten, o-v-4»«. rkoiog. ^ermas/ oder der Hirte genannt. Es ist ein alter senden!/ von welchem Origenes/ Eusedius rmd s. Hicronymus her behaupten/ daß er eben derjenige sey / welchen s. AM tuend seines brrcses an dre Nomcr grusset. Wer er eigentlich « und zu welcher zeit er gcledet/ ist so gar bekannt mcht L wollen einige aus seiner andern vistondarihuu/ daßeran lebet. Etliche nennen ihn Hermes / welches veranlasset / da?- ! nige heutige smbmken sein buch des Pabsts mi i druder Hem i zugeschrieben. Allein die alten nennen ihn beständig H-rniaz, und s. Hicronymus bemercket/ daß der urheber des achacktm buchs em Grieche / und folglich den Griechen bekanbtec als den Lateinern gewesen/ welches aber nicht seynkönte/ wenn er der Pabsts on i bruder gewesen wäre. Baronius gedenckekrE. schledencr dncher / unter welchen er eines dem Hermes zuschreibet/ so von feyrung des oster-festes handelt; das andere aber dem Hermas zueignet / welches in ; theile unterschieden / woruniec der erste von gcsichtern/ welche dem Hermä durch eine stau/ sa die kirche vorstellen: / geschehen / worinnender kirche zustand M der Christen litten enthalten; der andere von kirch-gevrauchen/ nnd der dritte von gleichnissen bandelt. Das Griechische oü-in-l dieser büchcr ist verlohren/ und nur eine Übersetzung davon noch übrig / welche nach vielen vorhergegangenen aufgaben/dmn erste man schon an. i?i; dem Jarobo Fabro sr^uiengzu dM« gehabt/ von Cotclerio unter den varnbus sp<,k»>ici- mii an dar licht gegeben / auch hernach zu Oxford neben dem Sendbmss Darnabä besonders c-nret worden. Der Urheber der Übersetzung ist unbekannt / jedoch scheinet sie ^cur-c und gut zu seyn/ weil sie mit den Griechischen stellen uberetnkömt / so von §. Clemenle/On- gene / Anliocho rc. angezogen werden. Dieses buchs aulorstät anlangend/ so wird davon berichtet/ daß es vorzeiten in viekn kirchen vor ein ranonisch brich angenommen worden / wie eSdenn mich8.Jrcnäus/ 8. Clemens Alerandrinus/ Origenes und Ler- tullianlis als ein buch der heiligen schrifft anführen; allein andere kirchen haben ihm dieses ansehen nicht beygeleget / sondern es nur vor ml nützlich und erbauliches buch schälten. 8. Prcher »er« wirm es / als ein solches buch/ das zu seiner zeit in kein ansehen kommen / und Gclasius rechnet es unter die -poc^-pt,-. I. z c.;. c!r lcripr. c. lle pulliciriL c. rv, üe libcro Lrbirrio. üe üecrct. 5 )N. VÜcsn. Llaz- von LHiE, r^ercurim, und Xlincrvs, warcme StLkue, aufwelcherdiesebeyde Götter zugleiH vorgestellet wurden. Die Alhenicuser haben dieses mit steif so erdacht/ weil jener ein Gott der bercdsamkcit / dieser aber übertue üuüia gesetzt ist/ wodurch sie andcutcu wollen/ daß manbOei zugleich fleißig cxcrcipen müsse. k'L'-c/-«- llc Nzruis. Hermelin/ Ritter-orden von Hermelin; siehe Hcrmine. ssfssjst JfssAff'l'i-Ikst.J, war eine sr-mc. so unten eine oder säute abbildete/ miteiuem kopffmit strahlen / wiediemur- oder die sonne sonst pflegte abgebildet zu werden; daß es also ein bild / so von dem Mercurio und der sonne zusammen gesetzt! um bedeutete. Ho» rccllercllcr curleuke! a'LncilZllite. ^ermengardis / siehe Hermingardis. ,^ermenigildus/ ein Spanischer Printz/ Leovigildi/ dek Königs der Gorheu söhn. Ervermählte sich an- 58° mit Monde / einerFrantzösischen Priutzeßin / und ließ sich von ickM-oe. reden/ die Arnantsche lehre abzuschwören. Dieses mißfielMW varer dcrmaffen/ daß er einen krieg wider ihn ansieng. Ml» weil er ihm nicht gewachsen war / schickte er Leandrmn/ MM von Scviltcii / zu dem Kayscr Tiberio nach Constanlmopel/ m den setbigem hüiffe zu suchen / wurde aber indessen gefangen / im weil er beveinem ArtauischcnBischoffeilicht commumENwoie/ den rag vor ostern au. z zs im gcfängniß ermordet. Sem im» stehet in dem Römischen märtyr-buche / und komtaufdau; Li-'eFor. T/txo». I.; c. zS 6cI. 8 c. r8. l 7 c»n. ss r». ;Sz. t- Z c. z?. I. z üisl. zi. jn ckron. L-olli. lle ZeN. I.vn^c>b. I. z c. r. ^ermenricus/ König in Schwaben; siehe Ermericus. > von ^-rcuriub . und'^e. Luptclo, eine Harne, darauf t^rcuriui mit seinem stütz imd beumj und eupiüo zugleich vorgestellet wird. N"/"". Merinos / irn8megiNu5 zugenannt/ ein berühmter AemtW pbi:.>i<)püu5. Einige wollen / daß er Adam / andere / M Patriarch Joseph / andere/ daß er der Hcnoch/ und wteverM andere / daß er Chanaau gewesen. Andere glauben /, baß bim diesen uamcu kein mensch / sondern Gott selbst angezeiget m v. Man giebt vor /daß er der erste gewesen / welcher dre s » verlassen angefangen / um die andern wunder der na ur mr' schauen. Er bcwieß / daß nur ein Gott sey/ weicher alleWS erschaffen/ und theilet«: den tag in 12 stunden ein/ nachvemu einem lhicrc/ sovon den Egnptiern der vermeinten goltM . piü, gewicdmet war/ gemercket/ daß es des tageszu gewM i tcn 12 mal sein waffer ließ. Desgleichen Hatt man dam / k auch den '^»cü^cum in die 12 zeichen eingetheilet habe. 4)»^ tische uamc des alten Hermes oder warJ'Uom. . des Königs in Egyplen Osiris Nath/ und soll die zu sibrelbeu/ nebst den tiicroxivpllic». wie auch bsi dcr Egvpticr/ und unterschiedene wlffeuschasilcnetim>de>^^^ Ausser dic,em war noch ein anderer Hermes/ welcher ves > wcrckc von der artzney-kunst/ »llroing.- und CM ^ Gottes-gelchrsanikeit übersetzte. Clemens Alexa»bu»u» >ag>/ ic «. Ä her Mrihm;r bücher von der cheologieund Philosophie/ md svon der Medicin vorhanden gewesm / welche aber verlvhren worden/ so daß die noch übrige/ welche seinen namen führen/ vor fälschlich emgeschobene schrlfften gehalten werben. Ausser den vorgenannten ist sonderlich ein buch vorhanden / unter dem tjtul ?oem3n- a°r. wovon Casaubonus glaubet / daß es durch einen Christen ae- schrledcn worden / um dadurch die Heyden zu gewinnen/ sinke» mahl Hermes darinnen angeführet wird / als stcllete er einen theil von solchen drngcnvor/ welche die Christen glauben. Dieses buch scheinet zu ansang des andern t-cul, gemacht zu seyn. Die allerbeste°a,non ist an. 1628 Griechisch und Lateinisch zu Londen herausgekommen. Sonsten hat man es auch in Frantzösischer und Holländischer spraache. o-a. ^-pr. u,/,». m exorcik. c!s !6oroLltre, liermcre, Lsncllon. Luronium. cie msllicin- tt-rmerics. cic ttermec. taxienlia. csn. LrLycr«, bit>I. Lr. üb. I c. 7 lcog. Armesianap / ist ein elegischer Poet gewesen / von Colophon gebürtig, dem rn seinem vaterlande wegen feiner poeste eine ehren- saule aufgerichtet worden. Es scheinet / daß er zu Epicuri reiten gelebet / und die Leontium, eine von den schülerinneu dieses Philosoph! geiiebet habe. > eine llsrue vonMercurio undHar- pocrate/ demGvtt des stillschweigens/ zusammen gesetzt. Es wurde selbige mit flugein an den seyen/ mit einem doppelten schlangen- stabe / als Mrcurius, und mit dem finger anfdem mund / als Harpocrates/ abgebildet. Sie wolten sonder zweifel dadurch anzeigen, daß das stillschweigen bisweilen an statt der beredsamkeit diene, und daß man bey gelegenheit sein gemüthe so wohl durch die äugen, als durch diezunge, ausdrücken könne. Hs» rcckcrclies curicukcs lle I snriguire. cis ljgrpocrsce. eine llswe von Hercule und Mercurio zusammen gesetzt, um anzuzeigen, daß ftärcke und tapfferkeit mit der beredsamkeit vereiniget werden müsse, und daß beredsamkeit vermögend sey, mvnltrs oder ungeheuer zu bezwingen. Die alten Gallier stelleten ihren Herculem mit dem zunamen oZmius, nach Luciani bericht, auf solche art vor, daß aus seinem munde ketten giengen, um die macht der beredsamkeit anzuzeigen. Ho» re- ekerclies clc l smicjuice. * Armias / in Carlen gebohren , war Antiochi des grossen, Königs in Syrien , vornehmster Minister, welcher diesen Herrn nach seinem gefallen regierete. Nachdem er sich aber seines anse- hens allzusehr mißbrauchte, und so gar auf denen schädlichsten rathfchlägen, welche er einmal dem König gegeben hatte, aus ei- gensinn vcrharrete, auch letstlich Epigenem, den besten und ge- treuestenkriegs-obersten Antiochi, nur weiter immer, wiewohl mit bestem gründ, anderer Meinung war, durch falsche verläum- dungen ums leben brachte, entstünde bald ein allgemeiner haß wider ihne, wie er sich dann den König selbst endlich durch seine ge- walthätigkeiteu und angenommene herfch-sucht zum feind machte. Doch war seine gemalt so groß, und hatte er die,so gemeiniglich um den König waren, dergestalt auf seiner feiten, daß, als man beschloß dcne hinrichten zu lassen, Antiochus sich muste kranck stellen, um denen grossen des Reichs eine von Hermia »»beargwohnte gelegenheit , mit ihme allein zu sprechen, an die Hand zu geben; wozu dann sonderlich der artzt Apollophanes meisterlich halffe. Wie nun alles angestellt, nähme der König, unterm schein sich von der kranckheit zu erholen, in begleit der meisten vornehmen Herrn sich einen spatzier-gang vor, wörbey sich auch Hermias einfande; Als man nun etwas weit vom lager, in welchem dieser feinen grösten anhang hatte, kommen wäre, schlug man ihne tod,, und wäre die Verbitterung so groß und allgemein, baß, als daß gerächt hievon zu Apamea erschollen, wo dieses Hermiä weib und linder sich aufhielten, die erstere von den weibern der statt, und die andere von den jungen Andern gesteiniget wurden. ?o/^. i. 4." Armins / ein Christlicher klliioiopllus, welcher vermuthlich im andern, oder wie einige wollen, im vierdten seculo gelebet. Er schrieb ein buch wider die Heydnischen rullolaolios, unter dem titul: o-nrüium pkiioiopllorum irritio, worinnen er sonderlich ihre widrigen lehr-sätze von Gott, von der menschlichen seele, u.d. g. an den tag leget. Er ist beydes im Griechischen und Lateinischen zu verschiedenen malen aufgeleget worden. Letzlich hat es Wilhel- mus Werth nebst des Tatiani or-rione-cl Ln. 1700 zu Or» ford mit anmerckuugen drucken lassen. LE ll.tt.llrrer, p-Z z 7 - Armias / war ein ?lllloi6pl>us von Alerandrim aus dem; ten seculo. Er studirte nebst dem Proclo unter dem Syriano, und Hacker söhne , Ammonium und Heliodorum, welche seiner?ro. waren, darvon aber der erste viel berühmter wurde, als der letztere. Er war gar wocl-ck und hatte ein herrliches gedachtmß, jedoch war er eben von sonderbarem verstände nicht. Er muste dasjenige, was er gehöret oder gelesen hatte, ordentlich wieder herzusaöen, alleinwenn er etwas behaupten solte, ließ er bald ferne blosse sehen. Er hielte davor, daß man sich in kauf und verkauf der Unwissenheit des andern zu seinem Vortheil nicht bedienen, sondern vielmehr den wahren werth der fache dein andern selbst anzeigen solle , welches er nicht nur so gelehret, sondern auch vielfältig durch sein eigen beyspiel bestücket hat. Solche liebe zur gerechtlg- keil wird man heut zu tage nicht viel in Israel finden. Ausser dem tonte er nicht wol leiden, wenn man bey den Andern allerhand schmeichelnde Wörter und lliminucivL brauchte , wie er sich denn darüber vielfältig mit seinem eigenen weib gezancket hat. »r Vamssciv iu blblivtli. psZ. 1044- - . her 769 von Ritter-orden, so von Ferdinands dem Könige aemewtt das worden seyn soll. Und zwar wird von Rossano um seines schwagers, des Printzcn senrec^ wider ihn empöret, aufgerichtet. D es- m t d ell^ emHermelin an einer göldenen kette, sterben d «.«'E'' . ich will lieber sein ob w Allein es wollen andere daran zweif- sKWMY'SWSSSSL ZGML» germgste. lukor. c^sL^Ol. x>Lrc. ?. v. 449, LM. dleä^ol. Kirter-orcjcn. Armme/ ist em anderer Nilter-orden, welchen Franciscus I, Hertzog von Bretagne, an. 1450 gestifftet. Das ordens-zeichen war eine goldene von crentzweiß über einander gelegten korn-ähren geflochtene kette, an welcher einHermelm hieng, mit diesen Fran- tzoilschen Worten: s >1,3 vi-. Durch die korn-ahren ward theils die fruchtbarkeit solcher landschafft, theils die gute haußhaltung der Hertzogen angedeutet. Die Frantzösischen worte aber, welche Johannes der sieghaffle/dcs stiffters großvater,statt eines ssmbold gebrauchet, deuteten an , daß man sich eher lödten lassen, als etwas böses begehen solle, und daß man der tugend, welche durch , das weisseHermclin vorgebildet ward, lebenslang folgen solte; mästen denn von dem Hermelin insgemein geschrieben wird, daß, wenn. es in der flucht vor dem jäger an Ane Pfütze käme, lieber stille stehe, und sich fangen lasse, als daß es sich besudeln solte. a llili. lle Kretins üb. r. c. IZ. Lrvr'rr rdestresslloolieur Lc '> erste gemahlin, welche ihm; söhne Lotharium, Ptpinum und Ludovicum gebohren. (3) Sie ward an. 816 zugleich mit ihrem gemahl vom Pabst Stephan» IV als Kayserin gekrönet, (b) und starb den ; oct.an. 8i8zu Angers. (-) (3) Lnnzl. 3 ci 3 n. 817. (b) TLeF«»«« (c) /rnusl. cZ» sc! s», 8i8. I'». Armingard / des Kaysers Ludovici IItochter von der Engel- bergavon Spoleto. (siehe Ludovicus II Kayser.) Siewurds anfänglich an des Kaysers Basilii von Constantinopel Printzen ehelich versprochen, (3) heyrathete aber nachmals Bosonem, so anfänglich Graf von Provence war, welcher sie entführete, und sich an. 876 mit ihr vermählte. (l>) Nachmals lag sie ihrem gemahl an, daß er sich muste zumKönige ausrüsten lassen. ( siehe Boso/ König, von Provence.) Die hatte einen söhn, Ludovicum Bosonidem, den geblendeten zugenannt, und Jngelbergam Wilhelmi I des frommen, Hertzogs von Aquitanien, gemahlin. Wenn sie eigentlich gestorben, ist unbekannt, jedoch ist gewiß, daß sie noch an. 8s-> gelebet-(c) (s)Lnn 3 l.Le,r>w. säLN.869. sb) «fle«r sä 3 N. 876. (c)vi. ploms 3p. in bllrliock. LebuÜ3N3 p. 60. öc sp. LlaM/s« lec V-Lenell. p. 7,. Armingard / eine tochter Adelberti, Marggrafen von Thust cien und Lucca, und der Berthä, (sihe AdelbertuS und Bertha > wurde an Adelbertnm Marggrafen von Jvrea verheyratbet, den sie aus angeerbtem haß wider Berengarium I, König in Italien, zu erreguna vieler nnruhen anhetzte. Nach dem tod ihres gemahlS an. 924 führte sie die vormundschafftliche regierung uber ihres stief-sohns Berengarii II, Marggrafens von Jvrea, länder, mit. solchem ehrgeitz, daß sie den damaligen König in Italien Rudol- phum von Burgund, angriff, auch durch ihre imr-Zuen mit den vornehmsten Italiänischen Herren, die sie durch Zulassung allerley verbogener lüste auf ihre feite gebracht hatte, verschaffte, daß ihr stief- drüber Hugo, Gras von Provence, nach Italien kam, und Rudolphum daraus verjagte. (sihe Rudolphus II, Konig in Burgund, und Hugo/ Grafvon Provence.) I. z c. rz. Lr^o». clc lcgno ItsÜL I. 6 p. i;; leg. Armion / ein König der alten Teutschen, welcher wegen seiner tapfferkeit und tugend so hoch geschätzt wurde, daß man ihn nach seinem tod unter die zahl der götter setzte. Deme war fast in allen ihren tempeln zu sehen, und zwar gantz geharnischt, welche in der rechten Hand einen löwen, m der andern aber eine waage, und auf dem schild gleichfalls emm lowen hatte. Caro- lus M. riß eine von diesen l^wen nieder, welche er m Sachsen fand, um die abgötterey abzuschaffen. Dri lle-E.o-rw.-.,. Oerm. 3nr. ScLesIr«» lle Viis llerm. 110c. 3» 1L- crm. 6e k. Oerman. -rmione/ war, nach der Poeten vorgeben, eine tochter des ^l'ch vorder Helena. Nachdem diese ihre mutier sich durch faris nach Troja führen lassen, uE anderen ?r stes zur am^ Menelaus aber, dem föl- mbe vust war sagte sie dem Pyrrho, einem söhn des Ach« bergab sie auch würcklich demselben nach seiner zuruckkunfft ro a Dieses nahm Orestes so übel, daß er den Pyrrhum m II theil» Ereee des 770 her »es Apollinks tempek umbrachte, und auf solche art den besitz seiner braut erlangte, ov,^. -p. 8. p'»^. /en. l. z v. z»8. ^ermione / von anderen genannt, soll nach den Poetischen fabeln eine tochter i^-rris und Venen?. und eine ge» mahlin des Königs Cadmi von Sidonien gewesen, zuletzt aber «ach vielen ausgestandenen Unglücks - fallen, nebst gedachtem ihrem gemahl, in eine schlänge verwandelt worden seyn. Den na- men soll sie von dem berg Hcrmon bekommen haben, welchen des Cadmi Unterthanen bewohnet. Die kinder, so sie dem Cadmo ge- bohren, werden Polydorus, Semele, Ino, Autonoe und Agave Benennet. Ovkt. mersmorpll. I. z. I'-We/ psntk. p. i;. «7E. I. A c. 40. Sihe Ladmus. ^ermodorus von Evheso, lebte in Italien im elend, und beredete die Römer, welche damals durch innerliche kriege zertheilt waren, daß sie Abgesandte nach Athen und in andere Griechische stadte schickten, um deren geselle zu erlernen, woraus hernach die gesetze der so genannten 12 tafeln entstunden. DieRomer richteten zur danckbarkeit dem Hermodoro eine Ksrue auf. I.Z4 c.1.14. 6«»/. 6e vir. ^Lk. p. 4. ^ermogenes/ ist bekannt, weil der Apostel Paulus seiner, nebst des Phvgelli, gedencket, und von beyden meldet, daß sie nebst anderen in Ästa sich von ihm abgekehrt hätten; dannenhero er gemeiniglich unter die ketzer pflegt gezehlet zu werden. Epi- phanius setzet ihn unter die jenigen, welche die Gottheit Christi geläugnet. TertullianuS, der mit einem andern ketzer dieses namens zu thun hatte, behauptet gleichfalls, daß auch dieser Hermo- genes, dessen der Apostel Paulus gedencket, von der Wahrheit ab. gewichen, wiewohl andere urtheilen, daß dieses aus den Worten des Apostels nicht könne geschlossen werden. 2 ^ c. - v. ,5. li«reü ;l c. 6. sciveriur 6s ll«rellsrcllis wvi spollolici Lc. 6ermogenes/ wird für den berühmtesten baumeister unter den alten geachtet. Er war von Alabanda gebürtig, einer stadt in karren, und hat einen tempel der Diana zu Magnesien, ingleichen einen andern demBaccho zuTeos erbauet, auch verschiedene suchen in der Li-cl-ire-Lui- erfunden, wovon er ein gantzes buch geschrieben, so noch zu des Augusti Zeiten übrig gewesen. l. z c. >. JeEe» enlrerien» üir Irr vier 6s; koimrss. ^ermogenes / ein berühmter redner im andern tec»i<,. wel. cher im 15 den jähr seines alters die riieroric lehrte, im iflden bü- cher schrieb, und im -4sten gantz von allem gedächtniß kam, so daß Antiochus der 8opK!K von ihm sagte, daß er ein alter mann in seiner jngend, und ein kind in seinem alter gewesen, Rmrop. 1.1;. NFMer »n. l6z. ^ermogenes / ein ketzer, lehrte um das jähr 170 in Africa, daß die Materie der weit eben so wohl ewig wäre als GOtt, welche lehre er aus dem Platvne soll genommen haben. Wie er denn auch noch viel andere irrthümer auf die bahn brachte, und deßhalben von Tertulliano, Theophilo Antiocheno, Origene und vielen ande. ren widerlegt wurde. -n pr«k. op. rerculii«»-. s6 e. i7c>. ^ermogenes von Tarsus, ein Griechischer »istonc«-. Er schneb etwas, so dem Kayfer Domitiano nicht anstund, und von selbigem auf sich gezogen wurde; weßwegen er ihn hinrichten ließ, «nd so gar die Spillen, welche solches buch abgeschrieben, aus ereutz zu schlagen befahl. §««»««« w vomiuauo c. ,. l c. .3. , damit er dadurch des Hohen-Prtestcrthllms für allcznc nn« .. n» „u, „>r,sr >v >eyr oar- daß er jenen geisseln ließ. Weil nun sonst die schaar derjeni. unter welchen sich Hermolaus damals befand, unter andern .chten auch dieses halte, daß sie mit dem König speisen, auch von niemand als von ihm selbst gezuchtiget werden durften, per- droß ihn der zugefügte fchimpss dermaßen, daß er mit Zuziehung des Sostrati, und etlicher anderer aus der gedachten leibwache, sich vornahm, Alerandrum hinzurichten. Es wurde auch der an, schlag von diesen jungen leuten so künstlich und mit solcher ver- Rom Babylon Histhrct wacdflöhe Herödes nach der Judaain vor feiner srauen mutier lvie- er ielbst ^"e sich das glück so unverhofft zu ihm, daß er,ein,r auf Antonli rcco.,„„c„^uo.> nicht nur von dem Mb 6. v- wurde. ^ c. 40 zum König 6-6,r-rt sich bald armee bekam, durch deren hülste er ss . . .gantze judaam und Galiläam unterwürffig gemacht, 6s^Lrir I. n c. ulk. Sermolaus / war eines vornehmen Macedoniers, Sopolis, söhn, lind einer von denen, welche dem grossen Alexander zur auf. Wartung und Vermehrung seiner leidwache gegeben worden. Als er einsmals auf der jagd ein wild fchwein fältele, dem der König selbst den fang zu geben vorgehabt, erzürnte sich dieser so sehr dar- ................ über, daß er,enen getsseln ließ. Weil nun sonst die schaar derjeni. selbiges land von den räubern gesäubert, endlich auch ^/ 7/ gen, unter welchen sich Hermolaus damals befand, unter andern oi>mp. 185,4. /r. n. ,047, L c.nach einer z monatlichen^ Vorrechten auch dieses hatte, daß ,ke mit dem Konig speisen, auch laqerung Jerusalem erobert, nnd darinnen Antigonum gcMg» """ —- bekommen, den er nachgehends, allen wettern zu besorgende» wM- läufftigkeiten vorzubeugen,enthaupten lassen; womit dann der cabecr herrschaffk völlig anfhörete, und auf Herodem, emenirwi ling verfiel. Nachdem aber Antonius von Augusto tlbmvuiio worden, söhnte er sich bey diestm letsieren au§, und wurde m wU' .... ,. «»V >.»- ,v,u,ec ver- worvcn, söhnte er sich bey diestm ietstcren aus, und wur schwiegenheit tractirt, daß er unfehlbar seinen fortgana würde er. Königreich Judäa bestätiget, bekam auch des Anovv». ^ reichet haben, wenn nicht der Konig an dem zur ausfuhrung be- stenthum noch darzn; begienge aber dabey eine stimmten tag, da eben alle die zusammen - verschworn« die wache daß er, alldieweil er nocb der anade Anaum unverncmr vor seinem schlaf- zimmer haben sollen, sich bey einer von ihm an. gestellten lustbarkeit so lange verfpätiqet hatte, bis jene durch andere abgelöset worden. Diese eingefallene Hinderniß gab einem von den conssir-nren , namens Epimenes , anlas, , die gantze fache zu vffcnbahren; worauf die ander» insgesamt gefangen genom, inen, gcpeiniget, und, nachdem vorher» in Alexanders gegemvart Hermolaus eine sehr harte nnd freye red wider ihn gehalten, hingerichtet wurden. 1. z c. s. fchoic 80 iähriaen gnade Augusti unverstchereswar, den genlchaffNvied^ km , ^« "'' welcher auß der Parchischen geD. Ä ermolau«, -- kuiiffc z„ beracn Jnd gewesen, so ließ er seine her- stt her sie mit schönen neuen gebäuden / damit nicht nur er sicher , sondern atich vor feine freunde danckbar seyn möchte, wie er dann deren absonderlich v,el zu ehren Augusti aufgerichtet hat, zumal das rk--- «-UM und smxkickc-trum. woselbst alle 5 jähr dem Augusts zu ehren schau-imele gehalten worden. Dieses gefiel dem ermeldten Kayser dermaffen wohl, daß, als selbiger das andere mal in Syrien kam, er des Heroins herrschaffien mit noch; andern Provintzen vermehrte. Daher» ließ er ihm, um seine danckdarkeit zu erweisen, zu Cä- sarea einen tempel erbauen, nebst einem coioiik. der so groß, als des sovü oiymp», war. Agrippam, den grossen freund Augusti, als er m Asten kommenwar,tmÄ,rte er nicht, wie einen König, sondern als einen Kayser. Wiewol er sich nun dadurch, und durch viel andere eingeführte Heydnischespiele und gebrauche bey dem Jüdischen volck gantz gehaßig gemacht, so brachte er sich doch dadurch wiederum in ansehen, daß er einsmals bey theurer zeit oiymp. 188, 4. v. c. 729, L. kl. ;9?9, L, <7.25 dem volck nicht nur den dritten theil dc s zolls geschencket, sondern noch darzu sein silber-iervics umschmel- tzen, und das davon aus Egypten erkauffre getreyd den armen austheilen lassen. Insonderheit hat er sich mit seinem sehr kostbaren und prächtigen tempel-bau, den er oiymp. 190,2 v. c. , L. L4.; 96;, -r. L. 2 9 anfienge, und innerhalb 10 jähren, weit grösser und prächtiger als das vorhergehende gebäu Zorobabels gewesen war, nemlich hundert ehlen lang und eben so viel ehlen hoch, aufgeführet hat, am meisten rühm und gurrst bey den Jüden zuwege» gebracht. Im übrigen war er einer von den allerlasterhass- tigsten Königen. Zu Hause richtete er, absonderlich durch Verleitung seines regiersüchtigen sohns des Antivatri, (welchen er von seiner ersten gemahlin Dora, die aber schlechter herkunfft war, gezeüget hatte,) und seiner rachgierigen schwester Salome, die alle-o»- lpikscion« wider Herodem entdeckte, und auch ihren 2 eigenen Männern nicht verschonte, viel unglück an. Seine andere gemahlin war Mariamne, Älexandri, Aristoduli sohns, tochter, und eine groß- tochter Hyrcani, von dessen tochter Alexandra, eine v-me von un- gemeiner schönheit, mit der er sich oiymp. 184,; v- L. 712, ki. ;942, L. L. 42 vermählete. Deren bruder Aristobulum machte er zum Hohenpriester,ließ ihn aber nachmals oiymp. 13s, 2 v. L. 719, er. lvl. ;949, L. c.;; aus eyfersucht ersäuffen, weilen so wohl die Juden grosse gunst für dene zeigten, als auch Herodes besorgte, Antonios möchte sich durch dessen schönheit einnemmen lassen, und ihm seiner vor-elteren reich wieder geben. Er ließ auch den Sohe- mum hinrichten, weil er die geheime orUre offendahret, die er ihm gegeben, die Königin, im fall er von Augusts verdammt werden solte, umzubringen. Deßgleichen tödete er auch oiy mp. 188, i v. c. 726 , ki. ?956, er. c. 28 obbemeldte seine gemahlin die Mariamne aus blosser eyfersucht, ohngeachtet er sie hefftig liebte, Massen er sich einbildete, Sohemus wurde ihr das vorgemeldte wichtige geheimnis nicht verrathen haben, wo nicht ein licbes-verständnüß zwischen beyden gewesen wäre. Doch trugen auch die vielfältigen anstifftungen und Verleumdungen der muter und schwester Herodis gar viel dazu bey. Indessen gereuete ihn die that bald; daher er auch nach ihrem tod gantz verwirret war, fast von sinnen kam, und öff- ters nach ihr rieff. Bald darauf brachte er auch deren muter Ale- xandram, und seine zwey mit derselben erzeugte söhne, ingleichem alle die, so aus dem Asmonäischen stamm waren, oder sonst in einigem ansehen stunden, um. Er verschonte auch seiner schwager nicht, nemlich des Josephi (der seines vaters bruder war, und den er fälschlich wegen seiner gemahlin Mariamne auß einer gleichen ursach, wie den vorgemeldtenSohemum, in verdacht hatte) und Costobari, der sich wider ihn aufgelehnet. Noch 2 von seinen Weibern , die wider ihn conlpinrten, Doris und Mariamne Simonis , stieß er vom Hofe, und vielen andern von seinen getreuesten freunden gieng es eben so. er. v. 74;, oiymp. 192,4 er. rel. 597;, er. L. 9 gjeng er nach Rom, um den Kayser zu besuchen. Als seine 2 söhne, Alexander und Aristobulns, von Rom zurück kamen, woselbst sie auferzogen waren, ließ er sie wegen der von der Mariamne feinden ihnen aufgebürdeten lästerungen hinrichten. Gleicher gestalt ließ er auch seinen söhn Antipatrum tödten, etwan 5 tag vor seinem eigenen tod, weil er zu entfliehen suchte. Um dieser Ursachen willen pflegte Augustus von Herode zu sagen, daß es besser wäre, Herodis schweln,als söhn,zu seyn. Er ließ Judam und Matthiam, 2 berühmte gesetz-lehrer, lebendig verbrennen, weil sie einige junge leute aufgewiegelt hatten, den göldenen adler, so er über des tem- vels thüre setzen lassen, in stücken zu zerhauen. Doch hatte er an diesem allem noch nicht genug, sondern es musten seiner räche noch einigeHohepriester herhalten,und andere 4 hat er abgesetzt.Er föchte auch das KnKellriM oder den hohen Rath zu Jerusalem sehr an, und setzte an statt der vorigen besitzer, weiche ihne unter Hyrcam regierung zum tod hatten verdammen wollen, und die er hernach alle tod schlug, allerhand schlechte leüt in selbigen rath, nur den erlügen Sameam auß der zahl seiner gewesenen richtern bey leben und am amt lassende, der zwar in der that am schmffsten wider Herodem geredr, aber nachmals, da Herodes neben Sosio Jerusalem belagerte, dem volck gerathen hatte, selbigen die thore zu offnen, weilen es sich seiner Übermächten fünden wegen, die nun Gotl be- straffen wolle,des Herodis nicht wurde erwehren können. Er schlich vfft verkleidet unter das volck zur nacht-zeit, und weil sich die gemeinen leuk mit ihren freyen reden nicht in acht nahmen, so wurden Unzählich viel dadurch hingerichtet, unter welche zahl ewige auch den Zachariam, Johannis des täuffers vater, rechnen wollen, welcher, weil er entweder von der zukunfft Christi geredet, oder fernen jungen söhn Johannem des Wüterichs Händen entrissen haben soll, von demselben zwischen dem altar und tempel soll umgebracht worden seyn. Doch haben hierüber viel gelehrte auch andere gedancken. ( siehe Zacharias. ) Der stärckste beweißlhum seiner unmenschll- chdm lassen daß er das unschuldige kind Jesum hem umaeb^clu ^ L"dere linder,n der gegend Bethle- über dicken aber das gerechte gericht Gottes einaewe dlnw? mehr aus, sondern es wurde sein muste m v 5"tzm>det, und weil er doch imer zu essen haben cknaewem Übliches reissen in dem leib, davon sein fem unÄ worden. Uberdiß schwollen seine füsse und tenivumssnw^»^»^^^^^' und selbst an den heimlichen or- einen ^ bervor, welches alles verfaulte, und ; auch wurde er so . holen konte, und muste also unerträgliche ausstehen, biß er endlich ,m 4vten jähr feiner regierung Olymp. 194,4 zu Jericho gegen das aufbeben. Jedoch hat er auch zn derselben ^ blutdurstrgkett mcht halten können, indem er die edelstm und besten leute- damit sich niemand über seinen tod sreuen könte, Jüdische familien trauren möchten, hinzurichten so« befohlen haben, als er dreselbige unter anderem verwand gen Jerusalem beruffen, und allda in dem -irc» einschliessen lassen. Er hatte ic> weider, lebte 71 jähr, und ward mir grosser pomp in seiner stadk Herod«um begraben. Als er nach Rom entfliehen müssen, hat ce seinem bruder Jostpho die festung Massada zu -lskenciiren überge» den, welche er auch biß auf des Herodis wiederkunsst erhalten hat» Als aber nachgehends derselbe einsmals mit den Parthern bey He- robls abwesenheit sich in ein treffen eingelassen, so wurde er mit dem meisten theil der armee erschlagen. Sein jüngster bruder aber, Phe- xoras, MriZirte nachgehends seinen gantzen hos, biß er seiner gemah» ltii zu lieb (dle vormals nur seine magd gewesen war, und um deren willen er 2 schonen Printzeßinnen Herodis die ehe abgeschlagen hatte) mit Herode zerfiel, und ehe er dieselbige verlassen wolte, den Hof meldete; davor er aber schlechten danck bekommen, indem ihn die- selbige durch gisst soll hingerichtet haben. Er hinterließ noch 4 söh- ne, welche waren Archelaus, Herodes, Antipas und Philippns, die ihm folgten, und wenigst nach Josephs annoch einen anderen Herodem, von welchem der folgende articul handelt. cloÄr. remp. kill. 8crc>» clum. lle nummis »erocliLtl. welcher letstere aber mitver« werffung aller erzehlungen Josephi, die er so wol als fast alle anders alten scribenten für undergeschoben ausgibt, auß seinem eigenen ge«, Hirn, mit Verdrehung einiger alten müntzen Herodis eine gantz neue und sonderbare Historie dieses Königs und seiner nachsolgeren ge« schmiedet hat,welche gleichwol noch wenig beyfal hat finden könen. ^ Gerades / sonstm und absonderlich von den Evangelisten Phi- lippus genannt / war Herodis m-Zm und der Mariamne Simonis söhn. Er war von seinem vater nach dem Antipatro zunß Reichsmachsolger ernennet / aber durch der mutter verbrechen/ die sich der confpirsrmn mit Antipatro theilhafftig gemacht / darvorr wieder ausgeschlossen worden/ dahero seiner in des Herodis öffentlichem testamente nicht einmal gedacht wurde. Er bekam die Herodias zum weibe / welche nachdeme sie ihm eine tochter- namens Salome/ gebohren/ ihne verließ und seinen bruder He- rodem Antipam heyrathete. Nach Josephs/ welcher allein linder den alten seiner Meldung thut/ halte er nach dem tod seines vatterS gar kein Furstenthum noch Herrschafft erhalten/ und .als ein privLlus gelebt» kill. Iltum«L. * herodes/ der Bierfürst / der auch AMipaS/ Antipatev und Herodes der jüngere geheiffen. Er wurde von dem Herode kt. ob er wol sein jüngster söhn war / vor allen andern brudem erstlich zum König eingesetzt/ darnach aber nur zum Vierfürstcir in Galiläa gemacht. Dahero denn nach Herodis tode grosser streik entstanden ist/ indem Archelaus das übrige an sich bringen/ dieser aber das ihm ehemals vermachte Reich nicht verlassen wolte» Doch wurde zu Rom also gesprochen / daß er mit seinem Viersur» stenkhum zufrieden seyn muste/ und kein Konig war/ ober sich wolvor einen wolle gehalten wissen / und Königliche gewalt hatte» Er erwarb sich zwar durch allerhand gebäude einigen rühm / der: aber von seinen lästern fast gantz verdunckelt worden. Nachdem rr Aretä/ des Königs der Araber/ tochter verflossen/ entfuhnö er seines brnders gemahlin / Herodias/ mit gewalt/ undfrevetr sie. Weil aber Johannes der täuffer diese dlut-schande straffte- brachte sie es dahin / daß derselbe an Herodis geburts-tage ^.cvr. 29 enthauptet wurde. Damit aber Äretas den an seiner kochteö bewiesenen schimpss rächen möchte/ führte er wieder HerodeM krleg /und schlug ihn zum össtern. Seme obbemeldte böse thaten nun / und absonderlich auch sein geld-und ehr-gertz waren der weg zu seinem verderben. Denn indem er nicht leiden tonte/ daß Agrippa/ der vorhero von dessen gnade gelebet hatte / pon Ca- ligula zum Könige öecisnret worden / auch die Herodias ihm auffs hefftigste anstifftcte gleiche ehre zu suchen / so gieng er nach Rom/ ihn daselbst in verdacht;» bringen. Agrippa aberschick- tegleich schreiben nach/ darmn erAntipamanklagte/ Mob etz es mit den Parthern gehalten hätte. Hrerauf nun wurde Herodes oder Antipas nebst seiner gemahlm Herodras ^ v. ?s;/^ Lkn. 4° nach Lion in Franckreich verwiesen / von bannen ermSpamm geflohen / und daselbst gestorben ist. Ein anderer Herodes wae aleickfalls ein söhn Herodis K 4 ., der aber m seinen jungen rahren veriwrbcn ist. Der beste aber und der glücklichste unter allen brüdern ist PhilippuS letrsrck- gewesen / dessen tod seine Unterthanen gar ungern gesehen haben. Noch ein anderer Herodes der König in Chalcide hatte zwar erstlich als ern pr-v-m, gelebt / her- nach aber durch die Derenicem / seine dritte gemahlin / die des Aariovä tochter war / von Claudro vorerwehntes Reich bekommen/ der ihn sehr werth gehalten / und nebst andern «Malen/ Eeeee 2 da» ^7^2 ykk das recht über den tempel und die PtMetsschafftüberMn W. Slheunten Herodes oder Agrtppa-n°r. vits Lsssüi-i-Icrocium. E, . ». . . . sewdes/ oder Agrippa « 1 °''^ M kam vor Lcrodis rode nach Rom/ daselbst er mtt Ipcnvrreii M) rwar die günstlinge Lidern / und sonderlich dessen ftengrlastenL oewoaen m machen msnchk/ aber in kurtzem mcht nur alles das seiniae verschwendet / sondern auch sehr viel schulden gemacht» Dannenhcro er sich aus Rom weg begeben/M hätte / wofern ihn lerne treue gemahlm /die Cypros /mcht davon abgehalten/ und ihmdaraufbey seiner l^w^r Hcrodras die stadt Liberias / daß er davon leben konte / ver chaffet.^W rhn aber der Ankipas einsten daimt spottete/wolle gnade leben / sondern begab steh zu dem lscheu Oradlhauei/ und weil ihm auch hier das spiel bald verderbt wurde / so kehrte er wieder nach Rom / als er nicht ohne die grosse muhe das zur re st nöthige geldaufgebracht hatte/ so gar / baß Alerander/curjüdischer vorgesetzter in Egypren / der das meiste hergab / solches er» gentlich nur des Agrippä gemahlin/ derCupros/ und drs aus Hochachtung fürihre gegen den ehemann bezeugende mu / hergäbe, je. doch wolle es auch da anfänglich ein gar schlechtes ansehen vor >hn gewinnen / indem er von Liberi» / als welchem er den tod gewun» scher haben soll / um Caligulam desto eher auf dem thron zu sehen/ gesanglich eingezogen wurde; darauhihm äber durch den bald erfolgten todLrdcriidieglücksssonnevollig aufgegangen/ undet nicht nur von dem Caligula des gefängnlsses entlediget / sondern auch zuni König gemacht / und mit einer goldenen kette beschenckt worden/ die gleiches gewichte mit der eisernen hatte/ womit er in dem gefängnisse war gebunden gewesen / und die er hernach als ein sieges.zeichcn in dem teMpcl zu Jerusalem aushencken lassen» Samariam überkommen/ daß er also der mächtigste in stlncr galt- tzen familie gewesen» In sei»er regierung hat er lich aar gelinde aufgeführet / und absonderlich grossen epfer vor die Jüdischere, ltgrö» bezeuget / welchen er ihre freyheti auf dem gäntzen erd-kreu- se wieder zuwege gebracht/und von dem Caltgula/ als er ihm frcpheit nach seinem gefallen zu bitten gegeben / nichts anders begehret/ als daß derselbe sein bildniß nicht möchte in den tempel bringen lassen / welches ihme anch in der that vcrwilliget ward» Doch brachte ihn sein chrgeitz in unqiück; denn nachdem er nm sich beh dem volcke ein ansehen zu machen / Jacobum / Zebedäi söhn / den Apostel/ hinrichten / undPcttum/ ins gefängntß le. gen lassen / wolle er endlich / als er zu Cäsarccn war / von dem volcke göttliche ehre annehmen / daher» ihn der enqel des Herrn schlug / baß ihn die würmer auffraffen v. 797/ ^n. QKr. 44» Mit dessen tobe ist dem Jüdischen Reicht gar ein eiM gemacht/ und solches zu Syrien geschlagen worden» )->/--/-/»«. Nist. IclumLL- Ls/ir^e. * herodes oder Agrippä mmor. Erwär Herodis III/ Agrippä m-jork jüngster söhn/ welcher/ nachdemcr seinen väter im 17 jähre verlohren / als er eben bey dem Claudio zu -Rom erzogen wurdc/wcgen seines geringen altcrs in dem Reiche zwar nicht folg. le / dafür aber; jähr darnach /r. cnr. 49 / L v. 8°r das Königreich Chalcis/ bekam / welches nur ein kleines stuck landes in der gegend Damascus begriffe/ an dessen statt ihm nachgehcnds noch bessere länder eingeräumt wurden / die doch mit keines vatcrs/ deS Agrippä/ländern nicht zu vergleichen waren/ ind'em er von Judäa und Samaria nichts als das recht in geistlichen dingen hatte/ welches er auch sehr scharff<--x>-guM / also daß 4 hohe Priester von ihm ab-und 6 eingesetzt worden. Er stund den Römern nicht nur wider die Panher/ sondern mich wider seine landsleure bey / weil sich diese von ihrer rebciiion durch kein zureden von Herode wollen abwendig machen lassen / auch einen seiner deswegen äst sie geschickten Gesandten getödtct/ den andern aber mit wunden zurück trieben/ und Agrippam selbst mit steinen aus Jerusalem heraus jagten / hicrnachst aber seine dahin geschickte rmuppeii/ üm sie zur railon zu bringen/ belagerten lind zurücktrieben. Erwär im übrigen eliicr von den besten aus seiner familie/ vordem auch Paulus geredet hat» Er starb in dem; 1 jähre seines Reichs /r. cu.. ,<,»/ v L. 8 ;; / und hat / weil er kein wirb gehabt / auch keine linder hinterlassen; doch hat sich bey ihm seine schwester Dcrcnice / des Herodls ehemalige gemahlin / aufgehalten / und zimlich ver» dachtlg mtt thm gemacht/ die auch nächgehcnbs mit Tito Vespa» siano gar genaue gemeinschafft gepflogen/ der sie aber / um des vvlckshaß zu vermelde» / vor seine gemahlin nicht annehmen dürft fen / sondern endlich von sich schaffen muffen» bistor. lNum. * -herodes ver ältere/ ward vonAlexandro Jan- nao/demjudi/chenKonig/iind dessen gemahlin Alexandra,zumFür- ^s^bumaa gemacht. Er hatte grossen reichthum, und war also nicht so gar arm, wie Eusebius fälschlich vorgibt,daß er ein qölzen- dlener gewesen, und seinen von den rändern gefangenen söhn nicht habe Domren können,sondern erkonte sich noch barm durch sei- uen reichthum bey den benuchburten vollern in guten cre^ie setzen; Mich" einen grossen reichthum hinterlassen, Ä? kem ansehen ihn zu ememKoniglrchen töchter-man» und S ^chal er m Jdumaa gemacht hat. Dieser sein söhn nun ist ge. Wesen ^ntipLter,un,or> vorher» anripss genannt, von aeburt ein tückischer und verschlagener kopff, der Fürstenwmn das ansehen seiner vorfahren in dem smstenthum jdumaa fest gesetzt hatte» Als die beyde drüber in »Judäa, Hyrcamis und Aristobulus, mit einander üneins MdM bat er demHyrcano,weil er sich zu Aristobulo nichts gutes versähe, mit rath und that beygestanden , und durch seine Verschlagenheit Nicht nur der Araber König Äretäm, von welchem Aristobulus ger fangen, und Jerusalem belagert worden, sondern auch Pompeium wider denselben aufgehetzt, welcher nach einer; monatlichen belas gecung Jerusalem selbst Anbekommest, und Aristöbstlum, gefangen nach Rom geführet hat. Weil aber ^neip-rc- sich «ach Heu Römern M allem accummollirte, und deren armee bald mit Proviant, bald mit mannschaffc und geld versorgte, so bekam er bey denselben iü kurtzem eine solche gewogenheit, daß Scaurus und Gabinius ihn nicht nur zu dtn grösten Gesandten, sondern auch nebst dem Caßiö in wichtigen angelegenhetten als rathgeber gebraucht haben, zumal da er sich mit ipLnywen und schmeicheln überall zu >"Nouirenwüste» Doch brachte er sich am meisten empor, als er dem »Meidenden in Aegypten zu hülffkam, Pelusium eroberte, und des parlhcy wieder unterstntzle;Dann es hat ihn daraufnicht nur zum Römischen dürgcr gemacht, sondern auch unter seine besten freunde angenommen, ihm die gewöhnliche steuer erlassen, voN der ankla.Mg des Antigoni, daß er aufunrechtmäßige art seine ge» walt zu vergrößern siichre, ihn frey gesprochen, und noch darzu zuni ?rucurgcore fuciL»r eingesetzt, also, daß sich Hyrcanus mit dem blossen HohenpriesterthüM vergnügen müsse» In dieser seiner neuest würbe suchte er sich fester zu machen, dannenhero er gleich die Mauren verbessern ließ, und überall aufseiner Hut stund, allen aufstand zu vermeiden ; dennoch konte er der verrätherey, so ein gewisser Jnd, mit namtn Malichüs,, (der des Herodis macht, als eines fremden aus cyftr für das Jüdische völck,bey zeiten dämpffeu wolle, ohnerachtet er vorhero von demselben vbm tod errettet worden) heimlich wider ihn mit des Hyrcani mlmd-schencken angesponnen, nicht entsiiehen, sondern ward durch denselben, da er eben bey HM cano zu gast war,ohne dieses letzter« vorwissen mit gisst umgebrachts welches aber Herodes kurtz hernach durch Malichi eigenen tod mit Einwilligung des Caßii, so damal in Syrien gemalt hatte, zu rächest wußte. Dessen gemahlin war die Cypris oder die Cyvrine, aus ei» nein vornehmen geschlecht in Arabien, mit welcher er; kinder, nemlichPhasaelnM/Heroöem,Joseph iM undPhaoram oderPhero« ram, und emc eintzige tochter, Calvinen, erzeuget; unter weichest' Phasaeins zwar von zum »rocurarore des Jüdischen landes gemacht wurde; nachdem er aber dalv als Gesandter an die durch des Aristobuli söhn angeführte Parther geschickt,und von denselben gefangen genommen worden, stieß er seinen kopff so hart an die steine, daß er das leben ohne vie geringsten klagen ließ. Zu dessen ehren ist hernach die stadt Phasaelum erbauet worden. Aerobes.^lieniennsj ein Rediier im 2 secstlo, Ivclchcr sonderlich deswegen berühmt war, weil er cx »empöre überaus fertig und unvergleichlich wohl reden konte» Im 17 sceulo hat man nicht fern von Rom ein Griechisch monumenc von diesem Redner, nemlich eine marmor-stemerne säulc Mit einer Griechischen mscnprwn, so von Clandiö Salmasio ans licht gegeben worden,gefunden. EvMdie regeln der Griechischen svraach so wohl verstanden haben, daß einige von ,ihm sagten, er wäre gleichsam die Griechische spraach stlb« sten» MAntoniniisilliilolopiius und dessen brudeev-rus wurden darinnen von ihm unterwiesen. c«/>-roü-r. ^ero. L in snrlirop. * eiste secte unter den Jüden , deren änhangck glaubten,. daß Htvodes der von den Propheten verheißene Meßias sey, weil das scepier von Juda entwendet gewesen, als er zur crone gelanget.Es wird deren an dreyen orten in dem Evangelio gedacht, und zwar auch daselbst, wo von dem zins-groschcn, welcher den Römern bezahlt wurde, die rede ist. Hieraus wollen einige schl>essen, daß die Herodianer leutc wären gewesen, die sich zu Herode gehalten hättest, lind nebst ihm dtzn trivnt, weichest der Kayftr von best Jüden gefordert,wider die Galiiäcr vertheidiget, als welche letztere vorgaben,daß es sticht zuläßig sey, selbigen zu zahlen.Andcrc wollen, es hätten diele Herodianer noch lang nach des Herodis wd dessen geburts.tag gefeyret, so aber andere von dem Agrippa,so gleichfalls Herodes genannt wurde, verstehen. iE. ste pr.ricripc. r. 4s» conir» Lucifer» io spp» siinrl. »^erodiattus/ ein Lrammrticuz von AlexandrieN, im j scculö, ein söhn Apollomi, so wegen seiner unverständlichen schreib-art Oylcoiur ziigenannt wurde. Er brachte seine meiste zeit zn Rom an dem Kähserlichen hofzst, woselbst er seine Historie aus 8 büchern bestehend verfertigte,welche von dem tod Antonini plil>»k«k>b- biß auf Balbinum und Kisximum Pupienum gehet» Photius sagt, daßHe- rodianus in seinem lHlo wenig ttllioricis etwas nachgebe. Die art selbst eine fach vorzutragen, und der fleiß, mit welchem er alles un- lersticht hat, sind nicht minder an ihm zu loben. Jbm haben wir die beschreibung der eeremonien zu vcrdancken,die man bey Vergötterung der Römischen Kaysern zu brauchen pflegte. Er schrieb «n Griechischer spraach, und wurde zuerst vost Astgelo Politiano Übersetzt. in Ooclio /Vlvmo c i 6, II; ä» >11 Xlaximo öe kLlbino c» is. coll» yy. sts liistor, Ocrecis, Ä tur les biK. Qrccz. * ^erodias/ war des Königs Agrippä schwester, und eine gemahlm desjenigen aus des Grossen Herodls söhnen, welchen die HAl. Schrifft Philippum, Josephus aber bloß Herodem nennet. Sie verließ aber ihren mann, und verheyrakhete sich an Herodem Antipam, dessen bruder- Dessen ursach leichtlich diese gewe,en Als die beyde bruder ist seyn mag, weil nach Josephi ausführlicher erzehlung dieses wabs Aster mann von seinem datier - dem Müssen veröde war enterbet worden, und sem leben in einem pAvsr, stand zubringen mußte Ale," weil 8. Johannes dieser unordentlichen vermZung Ast der war, dachte sie auf Mittel, selbigen aus dem weg zu räumen.Da Nun Herodes seinen geburts-tag b-gieng, tatttzte die lochtet der /oe- todias vor ihm, welches dem Herodi so wol gefiel, daß er ihr unfeinem eyd verhieß, ihr zu geben, was sie fordern würde; wie sie nun zuvor vön ihrer mutier abgerichtet war, sprach sie: gib mir her aufeiner schussel das HauptIohanMs des täussers. Der König ward traurig, doch um des eydes willen und derer, die mit ihm zu tische fassen, befahl er es ihr zu geben, schickte hin, und ließ Johanuem »m gefangniß enthaupten. Sein hauvt ward hierauf hergetragen m emer schussel, und der tochtcr gegeben, welche es der Herodias brachte. Hieronymus sagt, sie hätte seine zunge mitihrer Haar-nadel durchstochen, um sich dadurch an ihm desto besser zu rächen. Nachmäls beredete sie Herodem nach Nom zü gehen, solches aber wurde von dem Kaystr Caligula gar ungnädig aufgenommen, und er nach Luvn ins exUMm geschickt. Es wirdge!a.ck, daß der Kaystr, nachdem er erfahren, daß Herodias des Agrippäschwcster Ware,selbige inJudäam zurück schicken wollen, damit sie au der mst Mäd ihres gemahls nicht theil haben möchte,sie aber habe großmüthig geantwortet, daß, weil sie an des Herodis glück hätte cheil gehabt,wolle sie ihn auch in seinem Unglück nicht verlassen. Sie folgte ihm dannenhero ins elend, worinneu sie beyde starben, ,4. 6. z. ant. üb. 8c ^ öc y. yigoc. .'6uwL».^ ^ewdicus/ mit dem zunamen von stjnem eeprore Cratete also benennet, lebte z>! den zelten Königs Ptvlcmäl Physcönis in Egypten. Er hat einige wercke geschrieben,worunter seine oder von den dingen, die znr comcs6ie dienen. Es ist auch noch ein anderer dieses namens, welcher des Hippocra- tis kcLceproc war. 5 «r-Lrr. hoK'rr- 6s NiNor.Oks-ciz!. I c. 21 0c i. 4 c.6^ ^o»/r«s 6s tcripr.liill.pliilos. I. 2 c. IZ. in Ltksn. p. 4 08. , MR.OOIl.sJI, ein vonHeröde dem grossen erbautes Konigi. schloß, so beydes durch die natur und kunst sebr fest war. Den am laß zu diesem bau harteHerodes genommen,weil er zur zeit dcsPar» thischcn einfalls und der gefangen- nehmnng Hyreani ebenfalls davon flöhe, und um dieselbige gegend die ihn anfallende feinde, so es mit Antigonö wider Hyrcamim hielten, tapffer geschlagen hat. Es lag aufAnem künstlichen Hügel, und war mit runden thürnen sezieret. Man muste über ro« marmör- steinerne stuffen A'iaufstest gcn, inwendig aber waren des Königs sehr prächtig ausgebaute ge- mächer. Zu end des bemcldten Hügels stunden viel kostbare gcbän- de, die würdig zu sthcn waren, sonderlich wegen den vvrtreflichett Wasser - leitungen, durch welche von sehr weilen orten oas waffer hinzu geführet wurde. Weil nun auch die benachbarte ebne voller gedändm war, so schien um das c-keu herum eine vollkommene stadtzn ligen. Ie-Etiittor. iNum. * i^erodorus vonMegarä/war Anmänn von sehr kleiner siaMr, aber dabey so starck und Icbhafft, und von so grossem »??«,! zum essen, daß er bey einer Mahlzeit 6 grosse körbe voll. drodt, ao pftmd fleisch und 8 maaß wein verzehren konte. Er pflegte auO pfAssen zugleich zu spielen, und dieses mit solcher stärcke, daß man es sehr weit hören koste; ja man erzeiget, des Demetrii Poliorcetä solda- ten wären durch den schall seiner pftiffen so bewogen worden, daß sie mit leichter mühe die grosse kriegs-MLcMns, tteiepoM genannt, tragen können,welche sie vorhevo nicht von der stelle zu bewegen vermocht, und also die stadt Argos Anbekommen hätten. ' ^erodotus/ liLlicai-nLürmis, ein berühmter Äilloricusj jä nach Liceroniz aussagein Vater UndFürst derttlNoricorUlv,gebohren I.v. 0.»7I, Olymp. 74,2. z;o,-° M L. 48z. Er war von Hslicürnasso, einer stadt in KleimAsien,gebürtig, wird aber auch Thurius genen- net, weil er mit unter den Griechin war, so v. L. zi», o.ymp. »4,1. ä. z?4v. I. o. 444 die Thurische -ownie in dem untersten theil von Italien gesttfftet. Snidas hält davor, daß er auf der im sul Samos sich an den Ionischen Ni-isÄ gewöhnet, und daselbst "eine Historie, so in s büchern verfasset, geschrieben- die man auch in )er Versammlung der Olympischen schau - spiele, als worbey er sie abgelesen, so vortreflich befunden, daß ihnen der name der 9 Musen beygelegt wurde, wiewvl Plinius will, er habe sie iü der stadt Thurio geschrieben, woselbst er auch gestorben. Es wird darum eine zeit von 240 jähren beschrieben - nemlich von Cyro all biß auf Terrem, zu dessen zeiten der NuMor lebte. Viel haben wider ihn geschrieben, oder ziehen ihn doch in ihren schrifften schakffan, als Plutarchus, Dio Chrysostomus und Harpocration.Gleichwol haben sich auch viel seiner angenommen,als da sind aus dem 16 seculo, Aldus Manutius, Ioachimus Camcrarius, und fürnemlich Hcn- Acus Stephanus, welcher eine doppelte apviogi- vor ihn geschrieben; wiewvl, was das grössere buch Stephan' unter diesem t.tul betrifft, selbiges eigentlich etwas gantz anders, als Herodotum zum zweck hat, und lediglich darum geschrieben ist,damit man unter dem schein solchen zu n-ff-m-liren, allerhand seltsame und fast unglaubliche dinge vvn neueren geschichtm anbringen möchte. Man eignet des Homeri leben diesem Herodoto zu, wiewvl nicht alle darum übereinstimmen. Ostexo Iib. l 6c leßldus Lc 2 6s orst. Oro«y/r«, still. st 12 c. 4- 8-rrÄ«,. poM«,» 6s llripe. still, pstil. p. zz;. st« /e ^uZcm. tur les stillor. ^eroldus / (Basilius Joannes) ward an. i? ti z" Hochstädt an dcrDonau gebohren, legte sich in seiner jugend aufdie .'-«rismors, gieng an. i;;9 nach Basel, und ließ dietiis^og-L Nnd hlstorle ftM haupt-werck seyn. Er verheyrathete sich daselbst, und man gab chm einedorff-pfarr, allein die buchhändler hatten seiner allzu sehr vom k d> - het machten, daß er wieder in die stadt kam, Wo ihm dev recht ertl A 4 seines fleisses das bürgcr. Mld no ^ In , A siel) nach der zeit BasilMm genennet, ^6der weit gebiettet. Seine jchriffren sind j'i>6o. Pku6« ilve öcclamgno pro Oeii Lr^kmo Lorcr. comr2 Nialosum f-- darinnen ek sich in ansehen seines Vaterlands I^ropoMLm nennet; N>kori»kcNi Nrcr3c»nttmiLtL i. 6; sges SermLnorum; ? 2 NnoniL cNrono.oML; Nc Oermcm« vseen- vc,^ qusm pr.m.m v°c-nr.. I°c-5-nriquiliimi- 0,rM»6oxo. Manmnß ihn Nicht Mit einem Teutschen Oomlmcaner, kohanneHeroldo, vermengen, der ein geschickt^ ^Ncoioßu- und Prediger unter seinen glaubens-genossen gewesen, Herold/ (Ich.Christoph) war zu Hall - allwo sein vatev Car! Erv-Freysay zu D'emitz, Worthalcer und Pfänner war, den z r oct. an. iSz i gebohren. Nachdem er auf dem D daselbst den gründ seiner lluNien gelegt, wurde er an.t6;i aufdie acL6en>is nach Jena geschickt. Vvn bar wandte er sich an. 1654 auf die zu Leipzig, g-eng aber das jähr darauf wieder nach Jena, und pmmo. v-rte daselbst in voÄorcm der rechten. Hiermsswurde er an. iü;6 -zsscssar bey dem Schoppen-stuhl zu Hallbald darüiifHvf- und Eon6kor,L!Math der Sachsen-Weissenftlßischsn und anderer erb- landen , MNste auch an. 1660 im namen des ^6mirjilts2cor . 6m- gusti die erb-Huldigung in der Grafschafft Barby Und Herrscbafft Roienburg einnehmen, und wurde auf verschiedene cväyß-tagL geschickt. An. 1666 bekam er das cantzley-MEoi-ium der Sächsischen regirrung zu WAssenfelß, welches er bis an. i668 verwaltet- da er das Rathsmeister-amt zu Hall erhielt, auch darbey von dem Magdeburgischen DoM-Capitnl zum 8yn6,co von hauß aus bestellt wurde. An. r sgo wurde er zum Berg - Richter zu Hall verordnet- ihm auch bald darauf die stelle eines Regterungs'-coiMorisi- Raths m dem Hertzbgthum Magdeburg, nebst der mipeLion übeL die gräntzen, jagd. und forst - fachen anvertraut. Er muste aber an. i6yi einige Widerwärtigkeit erfahren, dannenhero er von seinen bediennngen abdanckte, und die übrige zeit seines lebens ist ruhe znbkachre, bis er endlich den 22 jun. an. 1704 im hohen alter starb. Er hat mit Dorothea Wildvoqelin i; Ander erzeuget, unter welchen sein ältester söhn, Christian, ihm in der stelle eines Jagd- und Forst-Raths gefolget ist. Seine vornehmste schrifftest sind 6s jure rsrikcLtiorur; ilsgoZc s6 proceNum civilem ; contuks- rioncs koreoles; odicrvstioncs korcstsles. Herolde / öder Ehkenholde / sind gewisse vornehme persos nen, die bey ertheilung der waapen, turmeren oder anderen grossen wisnnitäten - als bey Königlichen crönungen, beylagern, tauffen- und dergleichen, gebraucht wurden. Einige führen es von dem Griechischen Wort ksg«- - welches so viel als einen Helden be« deutet, her, und sagen, daß Bacchus seine alten soldaten in Jndicst zu Herolden oder Helden gemacht, daß sie gleichsam der Königs Räthe seyn sollen. Andere schreiben es dem Alcrandrv N. zu - welcher sie nach des Aristotelis rath soll angistellt haben. Andere meinen, Herault bedeute einen VornehMnHevm/ oderHerald einen Diener des Heers / von dem Wort »16 t so einen Diener bedeutet. Sicherer ist es, bloß von dem Teutschen herzuziehen - daß Herold so viel als ein alter Herr / oder guter Soldat sey» Wann selbige bey den Teutschen eigentlich aufgekommen, kan man so genau nicht sagen. Die meisten suchen sie von Caroli Äff. zeiten her, allein weil damals die waapen noch nicht in gewisse ordnun- gen und regnln versasset waren, kan es so wohl nicht seyn. Gewisser ist es, wann man solche von Henrici ^ucupis zeiten herführet f denn weil damals die tnrnieke und Ritter-spiele in Tcutschland in bessern schwang zu kommen beguntcn, und man dabey anfangs mit austhAlung und anwAsnng, bald aber auch mit Untersuchung der waapen sehr emsig war, bat wohl stlbiges den meisten anlaß darzu gegeben. Es waren aber derer dreyerley t Der vor» nehmste wurde genannt der Waapen - König, nex ärmarum ; diesem käm zu, neue waapen zu ertheilen - und die alten nach den Heraldischen regnln zu beurtheilen, ob auch ein jeder ein rechtes waapm führe, wie er befugt, und es feinem Heer - schild gemäß-. Weßhalbm bey turnieren ein jeder Ritter sein waapen vor sich heö tragen - und zu erst dem Waapen-König zeigen muste, ob es tur- Nier-mäßig wäre. Wofern nun jemand An wääpen führte, so seinem stand und Heer-schild nicht gemäß war, hatte der Waa, pen-Köniq macht, solches zu verbieten. Dahcrv hatte er An regt» ster, worinnen alle waapen verzeichnet waren, dattnt er dw sich äußernde streitigkeiten desto leichter entscheiden mochte. Es wut» de aber selbiger mit sonderbarer lo>c„n>rat bestatt'get; denn wenn man einen, welcher ein alter vom Adel seyn muste, zum Waapen- Koma erwählet, wurde er in einem Königlichen'r-n»? in dre kirchL geführet, da ihm dem, derselbige ausgezogen, AN degen angegurtet, der waapen-rock angelegt, eine crone ausgesetzt, und dann AS meß aeleien wurde. Alsdenn führte ihn der Komg an ,cmer rechten aus der Arche, ließ ihn mit sich speisen, Wachte rhm emeN becher voll weins zu, und «e ihm solchen voll gold- muntze» Lernach wurde er von den Marschallen, den und dem gantzen Adel, nach haust' geführt, woselbst ihm des KoNig AU gesatteltes pferd nebst einem goldenen krantz »verschickte. Dre an- dere i°»e, die unter ihm stund, waren die Herolde, welche m krieas- und friedens - geschäfften.an auswärtige Potentaten geschickt, und bey gewissen wlsnmtateu gebraucht wurden. Diese mnaen^ibren waapen - rock, woran vorn und hinten ihres Primrs va m E ' und in der Hand einen weissen stab od r sKpter mtt einem besondern und mit fedew gezierten Hut; Eeeee; sie 774 her «e kanten auchkn eines stembdenKönigs tastl-gemach, unange- «eidet neben, das brod umkehren, und das trsch-tuch mitten ent- wen schneiden. Diese wurden auf solche art bestellt / daß ihnen dtt Princtpal einen becher weins zntranck. D.e drttte k°rre war n »roseouenten oder koursuivsncen, die man auch perlcversnten rn nennen pflegte, und waren gleichsam der Herolden diener, die ftl- N folgen musten. Sie trugen gleichfalls ihren waapen- rock, und es kam ihnen bey turmeren/ wo es nöthig war, das volck rum stille seyn zu bringen, welches sie dadurch thaten, daß sie emen Hab oder eine keule in die hohe hielten, und darbey ausr effm . »iil-ko! Es waren nächst diesen auch die gesettschafts - knechte , die aber nicht weiter als in turnieren gebraucht wurden. Heul zu tag haben die vorigen ordnuugen meist aufgebort, ausser daß man nur noch bey grosstu loiennitatm selbige zu brauchen pfleget , und werden zu jetzigen zeiten an dem Kayferlichen Hof > Herolde gehaltn, als zwey Reichs-Herolde, ein Ungarischer, ein Böhmischer und einOesterreichischer. In Engeüand sind die Herolde schon zu Hen- rici III zeiten in gewisse ordnungen eingetheilt gewesen, daßemtge dem König, andere dem Königlichen hauß, etliche den grossen des ReichS zugehörten. Jedoch waren nur r Waapen-Komge, einer für die südlichen gegenden, genannt Liarencieux, und der andere für den nördlichen theil von Engelland, unter dem namen So waren ihrer auch zwey vor den theil von Franckreich, so unter Enaelland gehörte, nemlich Guyon, so von Eduardo I, und Azm- court, so von Henrico V zum andencken des daselbst erhaltenen be. rühmten siegs eingesetzt worden. Desgleichen war auch einer von Irrland, genannt Jerland, von Eduardo V I aber Ulster genennet. Alle diese gehörten dem König zu. Der Konigin ihre wurden schlecht weg Herolde genennet, die aber nunmehr» gantzlrch abgeschafft sind, so daß deren überhaupt anjetzo nicht mehr sind als ; Könige und 6 Herolde. Richardus III war der erste, welcher die Herolde an. 148; in ein coiießium brachte, und sie mit pr,v>- leeiis begabte. Eduardus VI erklärte sie frey von allen lubllll-en, auflagen-und anderen diensten. Philippus undMaria gaben ihnen noch grössere privii-gi-mind bekräfftigten solche durch offene in weichen die tituls und ordnung der Herolde also gesetzct sind: Qsrrer, ?rinciprl IciriZ Lt Lrwz. LIsrencieux, tcing xr srms be-ZomllLrenk. dtorro/ , icing sc xrm; be - vtorrll Irenk. Q-ner wurde von Henrico V eingesetzt, welcher vornemlich mit Yen csrcmonien und loiennstäten zu thun hat, so zu dem ältesten vrden des hosenbands gehören, beßgleichen die leichbegängnisse der Rittere dieses ordens als Marschall anzuordnen und zu regte, ren verpflichtet ist. currencieux wurde von Eduardo IV eingeictzt, dessen Pflicht ist, alle leichbegängnisse solcher Personen, die unter den ?-urr sind, in der südlichen geaend anzuordnen und zu lliriZiren. bkorroy Muß dergleichen in der nördlichen gegend thun, dessen ur» sprung aber unbekannt ist. Die 6 Herolde oder Waapen-Hertzoge sind Yorck und Lancaster, so von Henrici III söhnen eingesetzt; Windsor und Ehester, welche Henricus III verordnet; Sommer- set , so von Henrico VIII herkömmt; und Richmond, dessen Ursprung unbekannt ist. Man hat auch 4 so genannte ?urlmvsm,. UNter dem NaMeN ?orrcul>i;, Llevvmrorle, k.ouZC - OrxZon »,ld «.oage. Ooix. Aller dieser Herolde iind poursuiv-n» amt bestehet darinnen, daß sie nebst den so genannten Waapen - Königen bey grossen loientiitäten erscheinen, krieg oder frieden ankündigen und ausruffen, fehde-briese überbringen, vestungen oder rebellen auf- fordern/die verräther ausruffen, und beydes dem hohen und niedri. gen Adel in ehr- und waapen - fachen dienen müssen. In Schott- land ist der vornehmste Herold t-yon icmz ar L-m-, unter welchem verschiedene Herolde, Botschafter, noursuivanis. u. d. m. sind. In Franckreich gibt es deren ;o, darunter der vornehmste den na» men eines Waapen-Königs, unter dem tilul v führet. Die andern haben ihren titul von verschiedenen Provintzen des Königreichs, als von Bourgogne, Alen^on, Bretagne, Poitöu, Artois, Angouleme, Berry, Guienne, Picardte, Champagne, Or- leans, Provence, Anjou, Valois, Langnedoc, Toulouse, Auvergne, Normandie, Lyonnois, Dauphins, Bresse, Navarre, Pcrigord, Laintonge, Touraine, Bourbonnois, Elsas, Eharolois und Rous- sillon. Sie tragen bey den Ceremonien ihre waapen-röcke von blau und carmesin-sammet, darauf hinten und vornen; goldene lilien, und eben so viel auch aufjedem ermel, aufweichen der name ihrer Provintz in gold gestickt ist. Der Waapeu-König führet über den besagten killen auch eineKönigliche cron. Ihr bsrcr ist von schwär, tzem summet, und mit einer göldnen borde gezieret. Bey den frie. dens - Ceremonien tragen sie halbe, bey den kriegs, ioienmtäten aber gantze stiefel., Bey den leich-begängnissen der Könige und Prmtzen haben sie über ihren waapen - röcken noch einen langen schleppenden trauer- mantel. In der Hand führen sie einen m-rcu- rmi- stab, welcher mit vivier und mit gold bordirten lilien bestreutem stimmet umgeben ist. An dem halß tragen sie eine meösiiie des Komgs. Ihr amt ist, daß sie vor dem König hergehen, wenn er am tage stmer salbnng in die meß gehet. Sie wohnen den ceremo- men der Rittern des ordens vom heiligen Geist bey. Sie werffen bey des Komgs salbung und bey der tauff der kinder von Franck- reich die „lbern und goldenen müntzen aus. Bey leich, begänq- nissen der Könige stehen derselben r tag und nacht unten bey dem p-rrä- - bett, um den Printzen und anderen vornehmen, so die reiche Mit weyh-wasser zu besprengen kommen, den weyh-Wedel HU prs»1snr,xen. kre»'»'» cle I^vuis Xk. 4^». lid. l ep. irs. ciü i'originc cle I» cbevslerie liv. r rli, krilleriei II! ^ C^oli kurZuncll. rle milikr vLcio lib.i c.ir. ^etmE gloLrium. vz>.«crsU. s. - r c. r. llec»I 4 ic» rnrioü. her Herolds-amt/ (ober) ist ein gewisses coll-Zwm, welM von dem König in Preussen Fnderico I an. 170s zu Berlin, und an. i7°y in dem Hertzogthum Magdeburg aufgerichtet worden. Es bestehet aus einem ?c«6-lemen und etlichen Lllcssoren, welche theils vom Adel, theils aber Gelehrte bürgerlichen standes sind, und gehet dessen absehen dabin, damit aller mißbrauch und Unordnung der waapen abgeschaffet und verhütet werde. Daher» der Adel in allen Provintzen angewiesen wird, seine Adel-briefe, hierzu verfertigte waapen, geschlecht-register, rc. bey diesem coll-Zio M, zuweisen, und selbige in das hierzu verfertigte grosse »rmori», ein« tragen zu lassen. Indem auch in lehns - fällen, n-lkiiirirung zu unterschiedenen hohen Stifftern, wie auch zu dem Johanniter-vrdm, und sonst in demjenigen, was zu dem Wohlstand des Hofs so wohl als des Adels dienet, zum öfftern sich zweiffel hervor thun, welche von andern co»eZ»s. die keinen begriff von den darzu erforderten wissenschafften haben, nicht wohl auszumachen seyn, so ist zu be. urtheilung alles dessen dieses cviieZium vollkommen-uwrilirl worden» />r/k. rom. r izsz, Xerophile/ der zuname einerSibyllä, siehe.8lLVl.l.L. ^erophilus / ein beruffencr betrüger, seines handwercks ein pferd-artzt, lebte zu Julii Os-iLn- zeiten, und gab sich vor E.Marii enckel aus. Er wüste seine Händel so listig »u führen, daß ihm fast die gantze stadt glaubte. Allein Julius ci-lsr, als er von überwin. düng der Söhnen Pompeji aus Hispanien zurück käme, und des volcks gunst gegen diesem kerl fast eben so gros,als gegen ihme selbst sahe, verwiese er ihne ausser Italien. Doch eckühnete er sich nach cLlsrir ermordung fürsandere mahl in Rom zu erscheinen, und machte anschlüge den gesamten Rath zu überfallen und umzubringen, welcher ihn aber beydem kopffe nehmen, und ihm seinen verdienten iohn geben ließ. >. 9. c. 15. * ^erophilus/ ein berühmter Medicus, weicherm der z; ohn,, piscie lebte. Er ist daher bekannt, daß er den Phalaris von einer gefährlichen kranckheit wieder cu-irct, und wird von Tertullian» berichtet, daß er mehr als 600 menschen meist lebendig -nr-omi- ret, um die befchaffenheit der menschlichen cörper recht erkennen zulernen. scs«- cor». üb. cle sniM c. >o, r;> ßnk. «je niscl. vcr. ^erostratus / Erostratus / Lratostratus / zündete an. ;594dmDianen-tempel zu Epheso in eben der nacht an, inwel- cher Alexander L 4 - gebohren worden. Er wolle sich damit einen ewigen namen machen. Die Ephesier liessen ihn verbrennen, und wollen dessen namen so vertilgen, daß ihn keine Nachkommenschaft erfahren solle. Es ist aber derselbe wider ihren willen von dem geschieht, schreiber Theopompo in seinen bücheren aufgezeichnet worden« n-'ab. I. 4. p'«/. Lk. 1.8. c. 14. in vit. Llex. ^ 6erou / lat. tt-ropolir , eine stadt in Egypten an den Arabischen meer-busen, yc> meilen von Pelusium, und So von dem mittelländischen meere. ^erphius/ siehe tLarphius. Herrenalb/ ist ein beym Ursprung des flüßleins Alb im Leo- tzogthum Würtemberg an den gräntzen derMarggrafschafflBadeii gelegenes Clostcr, welches an. 1148. von Berchtold Grasten zu Eberstein und Jta oder Inka seiner gcmahlin gestiftet worden. Es haben Cistercicnser Mönchen darinnen gewöhnet, aber nach der glaubens-resormLtitin ist solches abgegangen.^Lb»»--^^''. Oongr. Lill. 8. öcrnk. * ^errenmeisterthum / oder Heermeisterthum/ begreifftdir u dem Iohanniter-orden gehörige Valley Brandenburg in sich. E» lehörten ehemals hierzu viel comtbnreyen in derMarck, ingleichen n Mecklenburg, Pommern, Verben, Sachsen und Laußnitz,und iund es unter dem Groß-Prior vonTentschland,von welchem auch je erwählten Herrenmeister co»6rmirt wurden. Anjetzo sind nur > zu dieser balley gehörige comthureyen übrig, nemlich i» der neue« Rarck zu Lagau und Schievelbcm, in der Mittcl-Marck,zu Liefe», n der alten Marck zu Werben, in dem Fürstenthum Minden R Vittersheim, und in dem Hertzogthum Braunschweig zu SW linburg, allwo die Hertzoge das ju- pr-ctemsncii wechstls-weifeM en. Weil die ordens-güter mehrentheils in der Marck Branden- mrg ligen, auch durch die alten Churfürsten dem orden vermacht oorden, so haben in ansehung dessen auch crwehnte Cbnrfur teil onBrandenburg die fchutz-gerechtigkeit dieses ordens von uralten eiten her besessen, und daher macht bekommen, einen HerrmeM enen ordenZ«^ommen6acoren zu xrLtenriren, weichethLutzuwgk aehrentheils ein Printz aus dem Hause Brandenburg ist. Selbigen rwählet das capitul, welcher denn Hierauf, vermöge des an. - A usgerichteten Hermbachischen tractats, von dem Großmeuter ve» kohanniter-ordens zu Heitersheim, die conkirm-rion suchen mug. es ist derselbe ein Landstand von der Marck Brandenburg,, M at seine resident; zu Sonneburg. Er muß zwar dem ChurfurM u Brandenburg den eyd der treue leisten, ist ihm aber nut keiner :hns-pflicht verwandt. Er llcpenclixt auch sonst nicht von dem Großmeister zu Heitersheim. snmcrcicunZen vom LnnLree-oröen. jus p. 1.1. rit. ri. nom. i. .2.-. vart. « v. Verzeichniß der Herrenmeister aus dem 8««-»««! r Friedrich von Alvenslebcn an. i;oz. r Gebhard von Bortefeld an- r) 27. r HermannvvnWardergan. « her 4 Bernhard von der Schulenburg an. »;6k 5 Dietmch von Welmdes an. 1400. « Werner von Güntersberg an-1409. 7 Buffo von Alvensleben an. 1422. L Bakthasiw von Schlieben an. 1424. 9 Nicolas von Thierbach an. 14;?. Heinrich von Rhedern an. 1460. 22 Liborius von Schlieben an. 2460. 12 Caspar von Güntersberg an. 2467. 2; Reichard von der Schulenburg an. 247;« 14 Georg von Slaberndorffan. 2492. r, Veit von Thumen an. 2527. 26 Joachim von Arnimb an. 2544. 27 Thomas Runge an. 2544. 28 Frantz Nenmann an. 2,-64. rs Martin, Grafvon Hohnstein an. 2569. 20 Friedrich, MarggrafzuBrandenburg an. 262a. 22 Ernst, Marggrafzu Brandenburg an. 2622. 22 Georg Albrecht, Marggraf zu Brandenburg an. 2624. 2; Johann Georg, Marggrafzu Brandenburg an. 2626. 24 IoachunSlgmund, Marggrafzu Brandenburg an. 2624. 2; Adam, Grafzu Schwächendem an-262;, reg. 26. jähr. 26 Johann Moritz, Fürst zu Nassau, und General-Felv»Mar, schall der verewigten Niederlanden , an. 26^2. »7 Georg Friedrich, Fürst zu Waldeck, Kayserlicher und Holländischer General-Feld-Marfchall an. 2689. 28 Carl Philipp, MarggrafzuÄrandenb. an. 2692, starb 2694. 29 Albrecht Friedrich, Marggraf zuBrandenburg,ein bruder des vongen an. 269;. Arrnhausen / ein vortreffich und sehr kostbares Chur-Braun schweigisch hauß und garten an derLeine,eine stunde von Hannover, aus welcher restdentz-stadt eine schöne siiLe dahin gehet. Das hauß ist sogebauet, daß der Cburfürstliche hofbcquemda log-ren können; »vie sich denn die Churfürsten Ernst August, und dessen sohnGeorg Ludwig , nachmaliger König in Engelland, in diesem von ihnen erbauten und ausgezierten ort am meisten und liebsten aufgehalten. Der erstere und seine hinterlassene gemahlin Sophia, sind auch allhier gestorben. Der garten ist mit dem vortreflichsten grollen» werck,-lieen und orsiiA-rieii gezieret, und wo nicht der beste, doch einer der besten, in gantz Teutschland. Serrnstadt / eine stadl nebst einem schlösse an der Bartsch, in dem Schlesischen Fürstenthum Wolau, gelegen, wiewoi siejetzo zu dem Fürstenthum Lignitz gerechnet wird. Sie ist an. 2709 vermöge der Alt-Ranstädtischen convencio» mit einer Lutherischen kirche und schule versehen, an. 2720 aber durch eine ftuersbrunst ringe, äschert worden, Lttcet 3ckt. ckron. Aersa/ Cecropis, des Königs zu Athen, tochter. Sie öffnete nebst ihren schwestern Pandrosos und Aglauros den korb, worein Erichthonius versteckt war; weswegen sie von Minerva ,(die ihnen den korb anvertraut und zu öffnen verbocken, hiemit über solche that ein grosses mißfallen empfand,) rasend gemacht wurden, so daß sie sich selbst von der spitze eines thurns herab stürtzten. bibl. cksor. üb.bletsm. t. r. * versau/ siehe Hrzan. 6ersent/ ( Carl) ein Frantzöstscher Geistlicher, muste wegen einer gewissen schrifft, die er unter dem namen oprs-ur 6-iiuscks rsvencio scüümLt- herausgegeben , und darinnen zu beweisen ge» sucht, daß die Frantzösische kirche in gefahr sey, sich von der Römischen zu trennen, aus Franckreich nach Rom entweiche», nachdem gedachte feine schrifft durch einen Parlaments-schluß an. 2640 verbrannt, und er selbst durch den Ertz-Bischoffvon Paris und die Bischöffe von seiner ckio-ce-, wegen derselben verdammt worden. Man nahm ihn anfangs daselbst sehr wohl auf, weil er sich aber an. 26;o in einer predigt des )snl-niluii verdächtig machte, ward er genöthigt, sich zu dem damahligen Frantzdsischen ^mbsssscieur zu Rom in schütz zu begeben, konte aber gleichwol nicht die freyheck erlangen, sich vor dem Pabst zu verantworten, sondern ward öffentlich vor das kribuiiLi der wquMrinn gefordert , welches ihn endlich bewog, daß er die gemeldte predigt nebst einer schutz-schrifft für sich in druck gehen ließ, darauf er dann in Franckreich zurück gekehrt, und an. 1660 m diesem Reichgestorden. 2-«,. Sersfeld / auch Hirschfeld / ein Fürstenthum in Nieder-Hes- sen zwischen Thüringen, dem Stifft Fulda und der Grafschafft Ziegenhain, gelegen. Vor dem Westfälischen frieden war es eine GefürsteceAbtey Benedictiner-ordens, welche ihre stiffrnng an. 7;? demKönigePipino zu verdanckenzvon selbiger zeit an ist sie beständig mit einem Gefürsteten Abt versehen gewesen, bis an. 1606 Landgraf Otto zu einem ^ckwinickrscor erwählt worden, dem Landgraf Wilhelm V qefolget. Ob wol an. 2 628 der Kayser Ferdmandns III das Stifft für seinen andern söhn Leopold Wilhelm durch den Churfürsten von Mayntz Georg Friedrich mit gewaffneter Hand einnehmen ließ, da denn der Abt Johann Bernhard zu Fulda selbiges als vicsrius verwalten muste, so Hat doch LandgrafWilhelm solches zu ende des 26; 2 jahres wieder erobert, bis es imWestphä- lischen frieden dein Hause Kassel als ein weltlich Fürstenthum eingeräumt worden. Worauf es die Landgrafen in ihren titu! gesetzt, und an. 2654 deshalben sitz und stimme aufdem Reichs-tage im Fürsten-Rath genommen. Sonst bestehet dieses Stifft in den äin« lern,Niedern Aule, Landeck, Geiß und Creutzberg, denen geeichten der Dechaney, denen gerichten oder Prvbsteven Johannesberg an der Haun, Petersberg, Blanckenheim und Gelungen in Thüringen ,c. darneben hat es einen ansehnlichen lehns»hofvon Fürsten, her 775 Grafen und Herren. Wie denn unterschiedliche örter der Gra f. schafft Gleichen in Thüringen von diesem Stiffte zu lehne gehen, auch das Sachftn-Gothaische schloß und amt-hauß Wachsenburg von einem Abte erbauet, und den Hertzvgen von Sachsen zu lehrn gegeben worden, bclcür. 9 , r6r. ÜLn leuricüen berg-lcüILNera, voce V^Lcüseub. 6 ersftld / die Haupt-stadt in dem Heßischm Fürstenthum glei» ches namens / ligt 4 Meilen von der festung Ziegenhain an die Fulda/ undderGeyse/ welche letztere durch die stadtfliestet.Dm kamen soll sie von ihrem erdauer Herolfo haben/ wie sie denn in unterschiedenen alten Urkunden Herolfs-fel- und Hirzfeld gr» nennet wird. In der stadt ligt die stlfftliche residentz / welcher weitlaufflige gebäudeina theile/ das Hintere und vordere Stifft getheilet wird. Zwischen den beyden Stiffts - aebäuden stehet die sehr grosse / hohe und ins creutz gebaute SliW-kirche/ welche an. 7)7 von dem König Pipino erbauet / und von dem Kayser Ca» rolo N. verbessert worden / wie denn die oben über der kirche ge» standen« küpfferne und übcrgüldete Hand beym herunternehme» solches mit ihrer schrifft bezeuget hat. An. 20;? ist es fast gantz eingeäschert / und von den Achten Megtnhero und Ruthardo/ Freyherren von Beuern / wieder erbauet worden. In der kirche MKaysers CaroliN krLceptor AkuinuS nnd der heilige märty» rer Iusitmis nebst vielen andern begraben ligen. Allein es ist so wol das letstere nvch nie ausgemacht und erwiesen worden / als das erstere gantz offenbar falsch; massenAlcmnus laut dem reugnuß verschiedener Scriventen seiner zeit zu Tours in Franckreich am Psingst-tag an. 804 verstorben/ und allda in der 8. Martins-kir» kranttge wurckmig sie in den öfftern strettigkeitm mit ihrem Abte/ und sonderlich an. 2422 erfahren. Was sonstcn den ort anbelangt/ sohat derselbe 4 gedoppelte thore/ dasClaus-Fraucn-Jvhannis- unv Peters-thor/ welchez letztere von den nahe um dieselbige herum auf lustigen bergen gelegnen klöstern / dem Frauen - Peters- und Johamus»kloster den »amen bekommen / wohin biebevoe viel walfahrten geschehen. Es ist aber das erstere von rmdenM» cheu zahren her gantz zerstört / und um noch einige merckmale von alten gemauren zu sehen / die übrige zwey aber werden noch jetzo von den Voigten bewohnet. Vor dem Peters-thore ist ehedeffeu etnc Vorstadt gestanden / welche bey dem langwierigen kriegs-wesm gantz niedergerissen worden / wiewol jetzo einige Häuser daselbst! wieder angelegt worden. Sie ist mit Wassergräben / hohen auf- wurffen und stadt-mauren für einen anlauff versehen / und hat eine schone von lauter quader-stücken mir einem hohen thum auferbaute vsarr.kircl-e/ demBlschoff8.Martino/8.Vcitund8. Antonio zu ehren erbauet. Das rarh-haußund der grosse marckt sind eben- falswohl zusehen. Ferner ist bey dem Johannis-thor ein reiches Hospital/ welchesan. 2241 von dem Abt Ludwig gestifftet/ aber im jähr i z44von dem Abt Johanne der stadt verkaufft worden/ woraus noch jetzo vielen bedürffkigen hülste gereichet wird. An. 2569 hat der Abt Michael ein berühmtes A-mn-kum allda angelegt / worzu er das bey dem Peters-thore gelegene alle klostersamt der kirche gewiedmet / und selbiges mit 24 oorchl.beschenckt/ auch von Kayser Marimiliano II eine conürmsrion heraus gebracht. Endlich hat LandgrafCarl an. 2687 ein gantz neues fchul-gebäude auffuhren lassen. ES» Licuiao ipli cciNvuz spuck rcksüiN. iu /tctis 85. Leneck., bcscür. Leiten P. 258 6c 468. Lro-vve.«« in smigu. kulck» I. rc. 1,. * 6erstlia/ Rvmuli gemahlin. Er hatte sich selbige/ weil sie eine der canückerskiestenvon der Sabiner geraubtem franenzrmmee war/ zur ehe ersehen. Nach seinem rode wurde sie »orrs genen» net/ weil sie das junge volck zur lugend und zu tapfferen thaten anmahnte. D/.Lvr«». (siehe LOK.1^ und ttOL/e.) tgerspruck/ oder Herobruck/ eine kleine stadt inFrancken/ an bemfluß Pegnitz / nicht weit von den gräntzen der Ober - Pfaltz gelegen / und der Repudlic Nürnberg gehörig. verstau/ eine Barome inBrabant/ welche diePrintzen von Oranieir von langen reiten her/als ein lehn von den Vrabantischcn Hertzvgen/ besessen haben. Nach dem rode Wilhelmi III/KönigS in Groß-Britannicn ward der besitz derselben zwischen dem Könige in Preussen und den vormünden des jungen Printzcn von Nassau streitig. Hiervon wurde Ptpimis/ Caroli.Martclli vater/ He» nstel zubenennet/ entweder weil er / nach einiger vorgeben / da» selbst gebvhren / oder aber / wer! er sich an diesem orte so sehr zu erlustigcn pflegte/ daß er auch einen prächtigen,pallast daselbst aufführen ließ/ welcher hernach von den Normannern zerstöret worden. üb. 2 rer. Lssbsnr. c. r. cie IL cüplom. verstatt/ lat.L-nNsiium. eine stadt in Wcstvhalen an der Weser/ ist in der Historie bekannt/ weil Carolus N. em wmter« quartier daselbst gehalten / und den Abgesandten Alphonsi / Ko» nigs von Gallium und Asturien / audlentz gegeben. Der sitz des Bischoffs von Paderborn ist anfangs eine zeck achter gewesen / blS er an. 799 wieder nach Paderborn verlegt worden. Vor zecken gehörte dieser ort den Herren von Falckenberg/ an. 2608 aber rst ee durch kauff an das Bißthum Paderborn gckomincn. ^^ üü. r. Lk««LsM«» not. sä Irmcnüil. Llo»«- ^ertenstein / eine alte Adeliche familie in der Schweitz / deren stamm-schloß Hertenstein in dem Canlon Bern gelegen. Schon Ün. i284 war eine/ namensMartha/ von diesem geschlecht Dhr» ^ mentLrwnes-cqueopulculLä-leIeÄi8in jun5pruöem!2n°co-,n!>ik». MrindesLazariM^^ rm °-^°r°du-. -«»» ,««« .«-«kr««. her her Mus / dtt an. ^o° Buchenas »aH^'S 6M"i. ^"^oahe / (Johann c>^ Herr zu Valckenburg, stammte aus zeitcn Kaysers Frtdrrm Itt e m beruynuer . / Meverländisthen geichlecht her, und hatte Wil. UÄ-A 8lK«°rda«^EV.!»L^^^ « mmvat-r. ErwardanK-afMoM«^^ aL / hat sich vom See und Herk-nst-in mann am Buchenas, nachtzsick gelassen. rum regni 6cc. ;L x,-L»" welcher Dom»Dechant zu Basel und des Pavsts ^sulii II Adge- ^ndter em die Schwettzer gewesen. 2) Jacobum/ welcher Schrill, beiß zuLueernworden. Hieronymus/ ein encrel desletztern / war deÄntons Lneern Obrister und Abgesandter an den Komg m Kranckreicb / und gicng an. isysmlttode ab. Von feines vru- ders Erasmi söhnen ward Nieolaus geheiinderRaihztillieeln; Jacobus aber erhielt von dem Dischoff ür Basel die stelle eures ^auptmanns zu Zwingen; dessen »ohn^ohann Hartmannhat leinen stamm mit 4 söhnen sortgepstantzet. Nach ansang des 18 6 -uii florirten Jost Frantz Aloysius des kleinen Raths m imen,; Josephus Hartmannus / canomcus zu Wumster / und ^ost Mel» chivr/ Ornonicu; zuLuceM. L«ce/r». kcmmak. ?. z. * Hertha / war eine göttin bey den alten Teutschen auf der insul Heiliqland.' Tacitus meldet/ daß sich dawlbst linkten in einem walde ein so genannter heiligerund mtt tuckern bedeckter wagen nebst einem Priester befunden. Wre nun selbiger die zert gewust habe / wenn die Göttur anzukommen gewohnt gewesen / also sey alsdenn der wagen von wilden ochsen gezogen worden / welchem dcrPriestermit tieffster ehrerdietigkeik nachgefolget / biß er endlich gesellen/ daß die Göttin genug unter den menjchcn gewandelt/ und erste wieder in den tempcl bringen könne / worauf denn der wagen / die tücher und die Göttin selbst in dem see abgewaschcn/ die Key dieser eercmonie gewesenen diener aber durch die see verschlum gen worden. Es ist aus dieser insul noch bis dato ein dicker waid zusehen / wobey ein see voller fische ist/ worinnen man aber nrcht fischen darff. Man erzehlel/ daß/als vor etlichen jähren die st. scher einen kahn dahin gebracht / um darinnen zu fischen / sieden, selbigen am nächstfolgenden morgen nicht finden können. Dem sey nun wie ihm wolle / so wird inmittelst von vielen scribentcn be« kräfftigek / daß man nicht nur auf der insul Rügen / sondern auch fast in gantz Teuischland vor zeiten der götti» Hertha opffer zu brin« gen pflegte. Gewiß ist es / daß die Teutschen unter diesem namen die erde verehret / und daß bey ihnen Hertha eben das gewesen sey/ was bey den Egypliern die m-/ bey den Griechen die «m--» und DiLNL LpK-llL , bey den Phrygiern die L;g>--Ie , bey den Römern die Veli» ?r,lcs und O-Üm. Einige stehen in den gedancken / daß Stonehenge in der ebne beySalisbiiry ein diescrGöttin gewidmeter lempel gewesen; ferner daß man sie deßwegen wie ein weib / wel- ches ein schloß oder eine stadt auf dem kopffträget/ abgebildet/ weil die erde dergleichen trage; baß sie aber in einem wagen von wilden vchsen oder löwen gezogen worden / bedenke dicses/daß die erde eine vmter von dergleichen thieren sey. Weil man auch ihre feste insgemein bey der nacht zu halten pflegte/ so sey daher die Engelläuvische gcwvhnheit entstanden/ die zeit nach der nackt zurechnen / als in den Wörtern Scv-nmßkc, sieden nachte oder acht lage/kurmiZm, vicr- zchen nachte oder 14 tage/ re. u- «><>,. o-rm. c. 40. 2r«! lle civ. vci p.äe tiru van. Lc Keg. seocenrr. p. IZI. I. r Illol. c. 1.16erw. ank. c. 27. r 6c rz. » ^ertittgshause» / Hartingshauftn / eine alte und ansehnliche Adelichefamilie im Rheinland / und insonderheit in Hessen/ allwo sie das Erb-Kuchcnmeister-aml besitzet. Ihr stamm-,schloß Hertingshausen ist an. iorz an das Sttfft Paverborn vcrkanfft worden. Fridrich von Hertingshausen wird beschuldigt/ daß er an. den neu-erwehltcn Kayscr Fridrich von Vraunschwctg ermorden helffcn. Er ist vermuthlich derjentgc/von welchem Spau- genberg meldet/ daß er in einer rencomre an. i4?o in ein betn dcr- maffen gehauen worden / daß er es ablösen lassen müssen. Au. i? 7° starb Bnrckhard / Fürstlicher Heßischer Amtmann zu Lichtenberg. Dessen enckel Johannes/Furstlicher Hessischer Stallmeister zu Cas. sel/ hinterließ; söhne / dre waren-. 1) Johann Philipp / Fürstl. Holstein-Gottorptscher Frauenzimmer-Hofmeister/ dessen nachkommen abgegangen; 2) Georg Bernhard / Fürstl. Hessischer Ober«cowmiM>nur und Jägermeister/ der keine männliche erben gezeuget;;) FrrdrtchBalthasar/Fürstl. Hessischer gehetmderNakh und Hof-marschall zu Cassel/ dessen söhn Moritz Fürstl. Hessischer geheimdcr Rach/Ober-Marschall und Ober-Amtmann zu Darm. stadt / ftlnen stamm mit Georg Adam fortgepflanzt, v»m zrllsin. Lllci rab. 260. Hertius/ (Joh. Nieolaus) ein berühmter Rechts.qclebrter / wurde zu Obcrklee ohnwcrt Giessen acbohren/ allwo sein vatcr Jo. Davtd Herttus Prediger gewesen. Er xromovirw nach geendiaten ZU GlesseN / UNd war anfangs Lllvocsmz reßimmiz »rcHn-rius nachdem ?rvtcK,r poütices 6c juris exkrzorllin-iriu!, bald aber orciins! riu«. An. 1702 ward er juris jittmsrius, au. 1707 aber bey dem juMiM -c26emi.-e nebst den andern ?rvt>üoribus iur-8 Heiken- Darmstadttscher Rath/ und bald darauf m welcher wurde er an. 1710 den i8 sept. im ? 9 jabr seines alters verstoßen. Man hat ihn an verschiedene orr/als nach Straßdurg/ nack Schweden und Leipzig verlanget/ und hak er so gar wcmg stundevor semcm tod von dem König in Preussen eine vo»rio.> im- ttuMmstnd^Äm " ^st?bs.und Cantzler.stelle erhglten. Seine ttytmtcn lmo . Lsbul-e polmcs:; eiewencs priillemi« civil,!; icliiE^- xlu»)uüm„«csrum;k«r«r UiMorim inl-bellj,- ^ cvm- eine compLßnie zu fuß/ ward auch iönst in vielen vernchlungen gebraucht, und muste in ermeldtem iahe mit dem Prwtze» Fcide- rich Heinrich und Printz Emanuel von Portugait eine reiß nach cm-nge antretten, wo man den wegen seiner mit Spanien geführten corrciponcien?, verdächtigen Oouverneur Crönscr seines awts entsetzte, und dasselbe dem geweckten Printz Emanuei von PorlugM auftrug, der aber nur den Utul von dieser wichtigen beslallung führte, deren Verwaltung Überwegen des Printzensjugenoundumr- fahrenheit, und vielleicht auch weil er der Calholifchen religionzugethan war, dem a-Herwgye überlassen muste, welcher währender solcher zeit die befestigungs.-wcrcke in Orange besorgte, und sonst nl- leryand gute austasten bin und wieder im land machte. Weil w« ihm dasgouvcrnemcnrinNiemägeu und die E.'iUancevomKnegs- Rath in den vereinigten Niederlanden abgeschlagen, ließ er steh aus Mißvergnügen und ehrgeitz durch einige Frantzöstsche.vuMr« bereden , daß er ihrem König bey gegenwärtigem zustand der fachen, da man an Unterdrückung der Resormirten arbeitete, ohne Nachtheil der ftinem Herrn schuldigen Pflicht, gute dienste leisten könle, wobey man ihm seinen Vortheil ohnfehibar zu machen verspracb.Er brachte es also dadurch, daß er des Printzen von Portugall unmäßige Verschwendung durch vorgeschossenes geld unterhielt, dahin, daß derselbe deswegen vor der zeit zurück geruffen, und ihm also nunmehr das völlige Zo»ve,-n-msnt anvertrauet wurde. Hieraufmßts er, um sein ansehen durch eine nochmalige xrorogmion seines amts- auf; jähr noch mehr zu befestigen , nach Holland, wohin ihm aber Jacob -ie m?Ue, einer von den ältesten staats-bedienten, folgte, und alle dessen geheime ablichten dem Printzen entdeckte.Gleichivok bestätigte ihn der Printz aufs neue auf; jähr, theils weil er damals seinem tod nicht so nahe zu seyn vermeinte, und also glaubte, ihn allemal nach belieben wieder zurück beruffen zu können, theils weil er sich auch nicht recht überreden konte,daß 6e Hertoghe, der an seinem hoferzogen worden, so gefährliche anschlüge wider sein baust fassen tonte. Nach des Printzen Moritz tod ward ihm an. Or;, von demPrintz FriderichHeinrich die Verwaltung seines amts aber- mal auf z jähr gelassen, und an. 162s, ohngeachtet der von dein Parlament zu 0,2,,§e, welches er durch eine absonderliche parthey, deren Haupt er war, gewaltig drückte, wider ihn eingegednen klagen aufs neue bestätigt. Ob er nun schon die von dem Hof dißfalls an ihn gesandte Deputirte nicht in das schloß einlassen wolle, sich auch sonst durch seinen übermäßigen pracht,und durch imterhaltuuz der streitigkeiten in Orange sehr verhaßt machte, ja ob man gleich gar dem Printzen Nachricht gab, daß er bey der cron Franckwich, L-panien und Engelland,ia so gar be» bemPäbstlichcn ne^tenmid andern auswärtigen Herren, schütz gesucht, auch schon würcklich mit Franckreich wegen überiassnng des can-ls von Orange vor 100000 rrhl. und unter Versprechung des goi,vcrne,ocnrs vor sich und seinen söhn, und überhaupt vor stine gantze famille trE, war der Printz doch so gnädig gegen ihm, daß er ihn seiner treuem ü an ihn geschriebenen briefen erinnerte,und an deren beständigkeit, ohngeachtet der dawider gegebenen Nachrichten, nicht zu zweiffelw versprach. Allein alles dieses, und daß ihm der Priniz, um ihn aus Orange weg zu kriegen, das Nord-Holländische gnuverncmencaiige- tragen, konce ihn doch nicht auf andere gedancken bringen, solidem er ließ vielmehr öffentlich einige Ursachen seines Mißvergnügens herausgehen, und weigerte sich den von dem Printzen an ihn,als seinen lsteucenanc, gesendeten diener anzunehmen, redete von dem Printzen sehr verächtlich, und als einige in Ora,,g- wegen der ero- berung von Hertzogenbusch fteuden-feuer anstellen liessen, nöthigte er sie deswegen aus der stadt zn entweichen. Dadurch nun warb der Printz bewogen,den von Knuyt nach OrsnZc zu sticken, der auch durch Vermittlung einiger in der stadt daselbst in geheim ankam, und unter dem vorwand des Italiänischen kciegs werbcnließ, sich aber hernach dein Oouvcrneur zu erkennen gab, und ihm »ochmal 20000a Pfund Mld das gouverncmciit V 0 N Orange Nils stille lckeiis- zeit versprach,welches aber llc Hertoghe nicht änderst als erblich be» seiner familie annehmen, und wenn selbige es verlassen müste, die befestigungs-wercke r-llrt haben wolle, darüber der von Knuyt ab- rcißte, nach 10 tagen aber unter dem vorwand neue bestellungm mitgebracht zu haben, wieder ankam, und heimlich einige stimm m die stadt brachte. Weil er nuii die hievon vielfältig gegebene nach» richten nicht geachtet, ward er in dem hauß des -!e la vilo durch des von Knuyt leute angegriffen, in den arm geschossen und gefaugm genommen, tonte aber zu Übergebung des castells auf keine weise gebracht werden, sondern starb bald, da kurtz vorher seine stau die oröre zu ausliefcrung des eastclls unterschrieben, an stiner wunde, unter grosser reue wegen des begangenen,und bckantniß zurReM Mirten religion. ?z/e radleau llü lliick. ci'OrsnZe. Äertzbcrg/ eine stadt und 8upcrinr-nllcna im Chur-cräyß§uch. stn , nick iin amt Schweinitz an der schwartzen Elster zwischen Schlichen und Ubigau gegen den Nicder-Laußitziicheli gräntze» gelegen. Lie gehört unter keine amts - jlirirmchiv,,, sondern W am cantzley-schrifft, und hat ihre gehöltzestagdeu, Ritter-güter und dergleichen gehabt, davon aber nach der Hand verkaufst worden; wie sie denn fast die älteste Chur- und ehe Wittenberg aufgekommen, die Haupt-stadt gewesen seyn soll. Sie hat den namen von den Hirschen, die etwa häufig dahermv in den Widern gewesen, und her in den alten ä>ploE.i>u- Hrrtzberg genennet. An. 148; soll diese stadt fast gantz abgebrannt seyn,und an. 1547 ist Churfürst Johann Friderich in der flucht bey Mühlberg in einem holtz vor Hertzberg, der Schwernhart genannt, gefangen worden. An. 1; 22 hat der Churfürst FriderichAndreas Wagnern zum ersten superinrcnö-nten hiehee gefetzt; An. 14 78 haben Churfürst Angustüs von Sachfen- der Churfürst vonBrandenbürg und der Hertzog donBraunschweig in dem Augustiner-kloster allhier mit den AnhaltiftheN rkeoiog,- ein colloguiuiii wegen des jo genannten crypto-LLlvinisnikmi halten lassen. Nach der Leipziger Wacht am 16; 1 setzten die Kayserlichen dieser stadt hefftig zu, sie wurde aber von dem Chur - Sächsischen Feld-Marschall von Arnheim entsetzt. Die nahrung der stadt bestehet in acker-bau, vieh-zucht und dem tuch-handel, und weil die meisten büraer ihren acker-bau haben, so ist allhier eine besondere zunffl der hufner, die ihre lade, ordnung und gesätze samt gewissen Richtern haben,welches etwas besonders ist-An. 172; den 16 maji ist sie biß auf eine gassen verbrunnen. ckescr. z-x. ?. z. ropogr. x>. 74. 2er/e»-» ro^ogr. Ssx. tiip. p. lor. hrrtzberg/ oder Hrrtzberg/ ein festes berg - schloß in der Nie- der-Heßischen Grafschafft Ziegenhayn, nahe bey Grebenau. Dem Landgrafen vonHessen-Cassel gehört darinnen das besatzungs-recht, eigenthümlich aber stehet es den Freyherren vonDöringenberg zu; An. 1; 18 besaß es Friderich Romrod von Hertzberg - und kam mit dessen eintziger tochter an Berthold vbn Lisberg» Weil sich aber seine nachkommenschafft mit in den ftern-bund einließ, so ward es von dem Landgrafen eingezogen, und denen von Falckenberg in lehn gegeben ; doch diese überliessen es bald wieder dem Landsherrn, welcher darauf an. 1487 die vonDörnberg damit belehnet. bslclir. tlsss?. r 9. - HerHoge/ wären anfänglich Üoüveriieun gkosseL Provinzen ist Tcutschlano, welche zugleich mit kriegs- fachen zü schaffen hatten, und daher» Hertzoge, weil sie vor dem Heer herzogen,geüennet wurden. Es hatten nemlich die alte Fränckische und Teutsche Könige Teutschland in gewisse grosse Provintzen und gouvcrnemcns eingetheilet, welche sie durch Hertzoge undGrafen verwalten liessest, deren jene die oberste aufsieht und das regiment einer Prdvintz, diese aber die gerichtbarkeit zu versehen hatten.Siewaren also bediente des Neichs, wurden mit einer gewissen Provintz oder landschafft be- liehen, und neusten dem König und dem Reich treu und gehorsam schwören. Hierzu nahmen nun die Kayser gemeiniglich entweder ihre bluts-verwandten,tochter-männer, nahe freunde, oder die sonst aus vornehmem adelichem stamme waren,und sich dürch ihren verstand Und tapffere kriegs-thaten hervorgethan hatten.Es wird zwar insgemein davor gehalten, daß ein jeder Heitzog 12 Grafen unter sich gehabt, ist aber ohne grund.Denn ob man gleich einige Hrrtzö- ge findet, die über 12 Grafschafflen zu befehlen gehabt, wie man von Pipino findet,daß er seinen druder Griponem zumHertzog uber raGrafschafften inNeustrien gemacht,so ist doch dieses nicht durch- gehends gewesen, ja man findet Wohl Grafen, die keinen Hertzog über sich gehabt. Ihre gewalt belangend, so harten sie die gantzL Provintz und Hertzogthnin im «amen des Kaysers zu verwalten. Wenn krieg war, meisten sie auf des Kaysers beseht die bcnölhigteN trouppeü zuführen und cowwsnstiren. Mit gerichts-handeln hätten sie eigentlich nichts zuthun, ausser in fällen, so die Grafen nicht schlichten kontem Es äepsnUwten aber solche Hertzoge jedesmal von den Teutschen Kaysern und Königen, dergestalt, daß sie ohne deren befehl kein gebot, schatzustg oder steuer den Unterthanen auflegen tonten, und also alle ihre gewalt von den Kaysern halten; Auch esasseN sie solche Herzogliche würde nicht erblich, sondern wenn er vater bey dem Kayser in grossen gnaden war , und einen söhn Unterließ, der zu der würde tüchtig, findet man wohl, daß er znm Nachfolger sey erkläret worden; wiewohl es in des Kaysers gewalt stund, den söhn oder einen fremden zu nehmen-,. Es meinet zwar Coccejus, es hätten die Hertzoge von aüfattg an ihre eigene gewalt find alle rcZ-iiett zu gebrauchen gehabt; Allein matt kan aus dem Hincmako darthun,daß ihre gewalt allein von denKaysern u-x-iM,- tet; es zeugen auch die exempel, daß die Kayser Hertzoge ei» - und abgesetzt habett. Jedoch haben die Hertzoge vor sich eigenthümlich einige ^losi-i. Hercschafften und lande gehabt, welche sie entweder aus Kayserlichen gnaden erhalten, oder von ihren eitern ererbet, durch heyrath erlangt, erkaufst, oder sonst durch andere Mittel an sich gebracht, davon sie nicht Hertzoge, sondern nur Herren genennet wurdemEs haben sich aber mir denHertzogen undHertzogthum- tnern viel Veränderungen zugetragen. Denn als dre Hertzoge zu Mächtig, Und dem Kayser ungehorsam werden wollen, schaffceCari der arösse felbige ab, und verordnete an deren stelle Grafen. Dm« Um geschicht in dessen und seiner nachkommen,Kayser Ludwigs des frommen/ nndKöttig Ludwigs in Teutschland, wie auch anderes Historien oder deren abtheilungen, nicht eine eintzige Meldung ernes Hertzogs oder Hertzogthums, sondern sie werden die obersten Landes - Berwefer öder Qrsvlones genannt. Unter dem Kayser Ar- nulpho wurde das Hertzogthum Lothringen bestätiget, indem er seinen söhn Zwendebolt züm Hertzog darinnen verordnete, und König Ltldwig setzte stinen bruder zum Hertzog in Bayern. Schwaben und Francken haben unter dem Kayser Arnulpho und allen dessen vorfahren Carolitter geschlechts keine Hertzoge gehabt,sondern stundest unter Königlicher cammer, und wurden durch Gesandte s-imiiMriret. Der KöNigConradus aber bestätigte ttnt coniens der übrigen Gräf Burckharden zum Hertzog in Schwärn. Dergestalt waren zu Conradi zelten Arnoldns, Hertzog m Bayern, Bur- die crMicbe wü/de ^m n Sachsen der erste war, dem Conradut folaetew^i^^ ^»stunde, welchem erempel denn die andern vornehmste Hertzoge waren die von Bayern- Mhmsten ^mte?so welche auch zugleich die 4 vor- chdas^ü 7 enEn^k'^ her m Teutschland waren,nemi MerJäM ^ Truchstß-amr, Marschall-aMt und Cäm- merer.amt vevleneten ; wirwol schon von alten Mest ist demeni» ge gesetzt war"emb ?aü"lÄ R v-" gesühret wurden - Hertzo- ^itaber, als die Hertzogthümer össtekszer- and zerthellet,eiNige Grafschafften hierzu erhalten, auch ver- schledene neue burstrnthumer aüffgerichtet wurden, hat sich derlei» ^gestaltzdaß man heut zu tag 7 alteHertzog, findet, als da sind Sachsen, Braunschweig, Mecklen- bürg, Wurtemberg, Holstein, Savoyen und Lothringen. Die aus. gestorbene Hertzogliche familien sind Schwaben, Stehermarck, Karnbten, Crain, Julich, Cleve,Berg, Pommern-Brabant- Geh vern Uäd§LINburg.^-rF--7^-'t« ep- 4 c. 14. vira Lsroli rvlL änir. ktsncor. p sna. I. , c. 6,i.4c. 1 . iHre-rKacL LrckoU örrl. iwp. c. 9 ; sttrigq.Oüc.'l'ssur. L-ttHck prull; jur. ^>ubl; c; jur.xubl; .. ^krtzögkssbüsch / tzois Is t)uc, tat. Sylh-, du«,, bine arosib- volckreiche und wohl befestigte stadt im Holländischen Brabant, wo sich die flusse Aa und Dvmmel vereinigen. Diese flüsse machen in der stadt viel cana!e,und hat stö innerhalb eine veste cicsäciie, nus- serhalb aber z schantzett; Es hat selbiges seinen «amen von dem schonen Wald öder dusch,darinnen vor diesem die Hertzoge von Bra-- bant ihre lust gehabt.,An-1182 ist sie von Hertzog Gottfried voll Brabant - den man Gottfried in der wiege nennet, erbauet, und hernach an. ,196 mit einem wall und graben umgebest, auch nach der zeit mehS bevestiget wdrden. Der Pabst Paulus IV hat allhier nufdes Königs Philippi II in Spanien begehren ein Bißthum an, gerichtet, welches aber durch die religiöns - änderung aufgehoben wvtderw Die kirchen zu unsrer Frauen und zü 8. Jöhannis sind daselbst sonderlich zu sehen. Die Holländer haben diese vestung am i?8;, iüoo und lüo; vergebens angegriffen,aber an, 1629 hat sich Printz Friderich Heinrich von Oralsten deren nach einer 4 monat» liehen belagerung bemächtiget, und sie in der General - Staaten gewalt gebracht, die sie auch noch besitzen. Die umligestde gegenv heißet lÄsiris cic Loh!e vuc, oder die MeMreyHkrtzvgettbusch/ leisjorLru, SxjvX Oucis, und ist es eines von den 4 quartieren voll Brabant; Mast theilet sie ist 4 gebiete, welche seynd Odsterwick- Kempenland, Pöelastd und MaeslaNd; anriq. Lr-tz. Letziu«. ropogr. circ. LlirA ^>. ;s; lÄÄ/k«- obk §) 4 v^ Oucis; lFertzogen Rächt/sitze Roldac. . Hervart/(Bartholomäus) war aus erstem bekandtcn ÄugspW gischen geschlecht entsprossen, und ist der eintzige Reformirte, der dre stelle eines ImSnäsm utid Lonrrolleur stes stnsncss in FraNckreich bediente. Er erwarb sich dieselbe dadurch, daß er die armee, so un» leb dem General Turenne stund, und vordem dieseMHertzog Bern^ hard von Weymar, dessen besonderer freund Hervart gerüesen, zu-> gestandenwük, so wohl durch gute Worte, als aiistheiluiig ansehnlicher geld-summen, welche er damal voll dem sernrgest Herschoß,bewegte, daß sie ihren General, .als sich Verleibe für das Parlament Wider den MazariN erklärt hatte,verließ, und also desselben vornehmen zu nicht machte, wrewohlen hierzu auch sonderlich Mach, damaliger cowmcnstsm von Breyfach, und der schon seit Hertzog Bernhards zelten der vornehmste Gesteral der WeymarischeN armee gewesen, ein grosses beytrug. Hernach leistete er vergleichest diestste dem König noch einmahl,da er die amRhein stehendermup- pen> so dem Turenne die gefangenen Printzest wollen befreyen helft fest, durch Vorschuß 2 Millionen auf des Königs settL erhielt. Er starb am 1S76 als ordentlicher Staats - Rath, und hätte, wettn ernste ihm von dem hofvbrgeschlagen worden, .seine religion veränderst wöllen, die öber-auffsichr der 6r>Äli;en bekommen können. Er hinterließ L söhne und eine tochter, und ist der jüngste söhn als Königlicher Rath Und Reqstetenmeister, im Elsaß 1699 gestorben, die tochter aber stevst ihrer Mutter nach wiederruffung des eckÄs dost Nantes ist Engelland geflohen. * HLKVJ.V, sihe»ELV .. HervetuS/ (Gentianus) ein berühmter voLm- der Sorbonne, lind Lsnonicüs zu Nheims, war gebürtig von Olivet ohnfern Or- leans, ustd lebte um das jähr 1 z so. Er war anfänglich Pfarrer zst Crevant ohnfern Beaugency,der Cardinal von Lothririgen abrr gab ihm hierauf eist c>>n»mcsc zu Nheims. Er hat auf dem Cvricuio zit Trident eine sehr wichtige und ernsthaffte rede gehalten,. darinnen ek von der stöthwendigrert ewer kirchen-verbmcrung mit stach- druck redete,ünd was dieses falls an der aüfführung und bezeugung der vättern auszusetzen seye,zimlich rund und deuttich heraus sagte; Eist gteiches that er auch in denen dieserwege gleich daraufmrt dem berühmtenJesuitenSalistero gewechselten briefen,wie man solches alles »-lammen in denen bekandttM-l-mo,-^ 6u concii- - sö man den berübmtett gebrüderettvute-nir zuschreibet, und m 8>a> Herauß gegeben sind, antreffest kam Sonst haterauch noch verschiedene herrliche wercke geschrieben, als da sistd: ^ccleÜLllicorum Uilciplina; -leve> rsUenllL k,Lrbr; Ue -vlcc,>6>xiL Dümini- tze Llsoäekiai» mLtriwüiiiH cle »Niortiil» p»»rism;6e virsnU^ orio dlvI.krLoc; ^ 6«>«»kistoirs ci'OrIeLi».Lrrr--»- llc lcript. tecul. >6. * Herveus/ Ertz-Bischöffvon Nheims, war aus einem vorstieß inen geschlecht in Franckreich, und wurde nach des Fulconks tod inen geschlecht il theil- Fffff ans / 778 an. yoo zum Kctz-Bischoff ernennet. Er ließ sich si) wohl die Nor- männer wieder zum Christlichen glauben zu bringen, als mich bw zerfallene kirchen-clikcipi,,, wieder anzurichten, sehr hielt auch verschiedene provinciLl.lyuocioi. sergiuö III machte lyn zuin k-eg-ren des stuhls zu Rom, der Komg Carolus aber züm Cantzler in Franckreich. Er wüste sich zwar m beyden fthr wol aufzuführen,war aber gegen diesen letzter»» nicht allzu Lai>ckbar,ln- demer seinefeindRodertumden 1oMi.an.y22 zuRheiMöcromie, allein Hcrveus starb ? tag nach dieser kronung. Andreas üuChesne will in ferner ZeuLLiogie des Hauses Chztiüon versichern, daß dieser Prälat Odonis, Herrn von Chätillon an der Marne, bruder gewesen. Kilt. lib. 4 c. ,1. ^krmo,»Äi in lupplem. i. ; c- 4,. KovN't K: 62!!« Llirilt. Lsve kill. llrrcr. HLR.IIU. war ein altes volck, so in den alten Historien sehr betäubt ist. Ihren ersten Ursprung und ihre ersten Wohnungen weiß man so gar genau noch nicht. Einige wollen, ^fie waren aus den Nordischen landen, so ehemals mit dem namenscandlnavien beleget waren, eiusprolsen. Es wäre aber selbiges zscandinavien noch vor dem Trojanischen kriege durch eine grosse wasscrfluch dergestalt überschwemmet worden, daß steh viel von den einwobnern anderswo hin begeben müssen. Darunter sollen auch die «c>ui> gewesen seyn,welche ihren marsch gegen morgen fortgesetzet,und sich hinter dem schwachen meere niedergelassen hätten. Um diese gegend sind sie bis auf Alepandri ssss. zeiten geblieben, unter welchem der rulvrum König, Anthyrius , krieges-dienste gethan haben soll. Nachdem aber Alexander N. verstorben , hätten die Uerui, ihr altes Vaterland wieder besuchen wollen, und sich dahero an der ost- see um die gegend niedergelassen, wo heutiges tagcs Mecklenburg und Pommern zu finden, woselbst sie die Werlen sind genennct worden. ( stehe werlen.) Hugo Grotius will, daß nach, des Kaysers Trajani zeiten die nc-ul, mit denen aus der insul Rügen in Scandinavien übergegangen wären, aber kurtz vor des Kaysers Ilistiniani zeiten durch die Dänen von bannen vertrieben worden. Procopius gibt vor, sie hätten sonsten jenseit der Donau gewöhnet, und dergestalt an macht zugenommen, daß sie dieLombarder ihnen zinßbar gemachet. Nach diesem wäre» sie durch diese letztern überwunden worden, als welche sie nebst ihrem sichrer dem Rudolpho von Sannen verjaget, und genöthiget, sich in andere lande zu dcge» den, da sie sich denn aufder insul Rügen niedergelassen. Hierauf wäre eine parthcy mit den Gotben in Italien gegangen,die andern aber hätten bey den Lcpilli; ihre Wohnungen genommen. Dieses ist gewiß, daß sie sich in dem; lecuio m Italien gesetzt, woselbst ihr König Odoacer an. 476 den Augusiulum von dem throne stieß, allein er regierte nur bis an. 49z , als in welchem jähre er durch Theodoricum, König der Osi»Gothen, umgebracht wurde. Die «epi-t >- aber giengcn mrt dem andern theile gar übel um, und nöthigten sie, unter der regierung des Kaysers Anastasii über die Donau zu gehen. Dieser aber, als er sahe, daß sie etwas wider das Reich vornehmen wollen, schickte eine armee wider sie, um sie zum gehorsam zu bringen. Sie wurden also von ihm geschlagen, und diejenigen, so von ihnen übrig geblieben waren, erhielten p-rcion. mit dem versprechen, daß sie den Römern treu verbleiben wollen, welche aber davon keinen Vortheil hatten. Als Iustinianus Kayser worden, gab er ihnen einen gewissen strich landes ein, und reichte ihnen andere Nothwendigkeiten, welches sie sich dergestalt gefallen liessen, daß sie sich nicht allein ihm völlig unterwarffen, sondern auch den Christlichen glauben annahmen. Von dieser zeit fiengen sie an, ihre barbarische sitlcn abzulegen, und weit verminst» tiger zu leben; Denn sonst giengen sie meistcntheils blos, ovffcrtcn ihre» göttern menschen, tödtetcn die alten und kranckcn,und lcbcten jN allerhand lüstcn. killor. Ocxk. IVzco/u«, Kill. Qoik. 0>ol. in all lcrixt. Ootk. llc tcripc» 5 ucc. 6erulo/ (Bernardus) BischosszuSpolew/warvon Narni in Umbrien gebürtig, und studirte anfänglich mit grossem lucccis die wM Endlich kam er noch in gar jungen jähren nach Rom, woselbst er «.cfercnll^ius /rpolloiicu; , hernach kullicor , und endlich Bischofs von Spoleto wurde. Pins II machte ihn an. 146a zum Cardinal, und hierauf zum Legaten zu Perouse. Er war ein sehr gelehrter und die gercchtigkeit liebender Herr, aber dabey von grosser einbildung , wie unter andern, aus folgendem zu eriehcn t Als Fridcricus, des Königs von Napoli, Ferdinandi,zweyter söhn, zu Rom war, besuchten ihn alle Cardinäle, bis aufden cintzigen Herulo, welcher vorwandte, daß ein Cardinal dem zweyten söhn eines Königes, welcher des Pabsts vzla» sey, die villrc nicht geben wüste. Er wurde zuletzt unter s-irto IV Bischoff zu Sabina, und starb zu Rom den; apr. an. 1479. rr commcm. ^ervorden/ ein geistliches frauenzimmer-stifst,dessen Aebtißin eine Reichs-Fürstin, ligt in Westphalen an den gräntzen der Graf- schafften Lippe und Ravensberg. Anfänglich ist es eine Grafschstt gewesen, soll aber zu den zeiten KayserCarls des grossen durch einen vornehmen Westphälischen Landeshcrrn , der aufden» Dorenderg geledct, an. 790 zum kloster gemachet worden seyn,oder,wie andere wollen, durch den letzten Grafen Wolderum. Der Kayser Ludo» vicus ?iu5 hat hernach solches in seinen schütz genommen, Ludo» vicus II aber verschiedene zehenden darzu verehret. Andere wollen behaupten, daß dieses kloster vonKayserLudwig dem frommen an. 82; seye gestisttet worden, welches jie durch verschiedene g-pionE erwiesen. Und zwar soll es anfänglich ein Munchs-kloster und dein Abte zu Corbcy unterworffen gewesen seyn - wenn es aber eigentlich an das frauenzimmer gekommen, ist noch unbekandt. Unter selbigem stunde ehemals die stadt Hervorbm, weiche aber die her hcs ArbtißmAima,gebohrne Gräfin von Limburg, gn. 1547 an^M« Wilhelm von Ililich überlassen, worauf es gantz unter ssÄ Brandenburg gediehen ist. Die Aebtißin ist ein unmittelbabr e Reichs-stand, »ind bekennet sich zu der Augspurgischen jedoch hat die Konigrn von Preussen, als Churfürst!,; von Brande,,I bürg, das recht, die osnms-driese darinnen zu vergeben N». gehören dem stifft am, och verschiedene land-güler zu, nicht'weniae- ein ander adeliches jungfern-cu,.vcm, das stifft auf dem berge genannt , welches an. i ioi. ku„airt ist, und von einer 0-^,4« s-. setzet wird. Es hat selbiges stjffr einen zimlichenlehühoffvonverl schcedenen Fürsten und Grafen, desgleichen auch seine erb-äm'er. und ist der Graf von Byland Erb-Iagermeister, der von Morrim zu Rhcve Ecb-Marschall, der von Munich Erb-Schencke, und der von Ledebur Erb-Truchsts. Die jetzige Aebkißin ist CharlM Sophia, Hertzogs Iarobi von Churland und Lvüyst ChakM von Chrir-Brandmdurg tochter, und besitzet solche Abtey stst dem ao.^IuI. an. -688 als Nachfolgerin Eiisabethä,LandgräW von Hesse» - Cassel. itbea-sM. Ue t>,ll. ttLrvosc!. 6, ill kiitoc. lcc. In d,-»-Hgrunllvcstc Lurop. korcmr gcrecklk. tick«. n Kl, eine nackcickl von 6-n üreiriglcciren äieter äcliMii, Mit y-eusscn. -Arvorden/ eine stadt in Westphalen in der Grafschaft M vcnöberg, i o weilen ost-wärts vvn Münster gelegen, und dem tzö- niq von Preussen gehörig. Bey den Westfälischen frivens-trocta- ten wolle „ch selbige an. 1S4S unter die Rcichs-städte mir setzen lassen, wurde auch von dem Chiir-Mayntzlschen lli-ceioiw mit vertreten , weil sie nickt allein an. i;4i- annoch ein Reichs-stand gewesen , und damals von dem Hertzogc von Iülich durch gewW pEa' c auiirt worden, die zwar der Kayser conkrmstt, die stadt aber sich dawieder gesetzct, und an. i6;o jn dem Cammer-gericht eine »KvorLbie icnrcnr erlangt, auch an- 1641 aufden» Reichs-taz Nlit s-lmicrirt worden. Doch wurde die fache gehoben, und die stadt an.»647 zur lukmisll»» gebracht. Die Frantzosen baben selbige an. 167z eingenommen, aber bald hernach dem Churfürsten wieder eingeräumet, «sie ist von zimlicher grosse, und wird durch die Elsa, Aa und Werne in die alle, neue stadt, und Radewich getheilt. Das Fürstliche stifft ist in der stadt, und ein adeliches auf dem berg vor der stadt. Auch »st allhier eine Comtherey des Johan- Niter-Ordens. §c»ef«/cr öc donllerlick cic rckus ,II> ,9. verwart / Hörwart von Hohenburg / eine ansehnlichr Gräfliche familic in Oesterreich , welche von allen zeiten her in Bayern undSehwaben imAdel-standesich hervor gethan,Ursprung, lich aber von Augspurg herstammet. Martin Herwart war an. »;; 6 Commendant zu Kgclh m Ungarn, als die Türcken von sck bigcm orte wcggescklagen worden. Zu ansang des 17 «s-m, wak Johann Georg Herwart von Hohenburg Cbur-Bäyerischcc Cantzler, nnd gab eine Zoologie vor Kayser Ludovicum »svaium widek Bzoviun», ingleichen ckrono!og,Liii nov^m, wie auch »-tmirsii,,, Lrknics: rKcoiogi.r heraus. Sein sohl» gleiches namens war Chur- Büyerischer geheimer Rath, nnd zeugte 2. söhne; Johann Hein» rich auf Allmainishamei» und Bieder, hat den Freyheitlichen cKzr,Ä«> und an. l6Sz die ck-cg-eines Rcichs-Hofralhserhalten; erlebte noch an. 1700 als der älceste im vcsagle» Hohencodeg-o. »md hatte dazumahl schon den Gräflichenbekommen, sich aber nicht vermählet. 2) Johann Georg , Graf Herwart zuHo- hcnbiirg , auf Poschctz uiw Porstriden, ist Kanstrlichrr Ober- Oencrreichischer gcheundder Rcgicrungs-Rath worden, notir. proc 1,00 ^-672. 4 c illuidr. vir, ^erzegovina / stehe Arcegovma. Terzettes; von dieser samilie in Drabant, ist Wilhelm M- üvp Baron von Hcrzellcs, von Wcrchim und von Liedekerche,Königlicher Spanischer Ober-Staals-Ralh in den Niederlanden,zn einem gemachet worden. In dem Königlichen -iss>omÄs wird angeführet, er sey von uraltem Adel, und seine vorfahre» hätten sich um die Provinyen Flandern und Hennegau durch ihre tren-gclcistcte dlcnstc vortrcstich verdienet gemacht. k'crcLo» A route? Ie§ rerrcz 6u ^eszbcrg vor zeiten Hesseburg / eines der ältesten und ansch«- lichsten adcllchcn Häuser m Franckeu, deren stamm-hauß gleiches namens 1 mcilc von Hilperöhawei! gelegen ist. Es besitzet in dem Cobnrgischen die guter Eishausm, Hafenperppach, öteiuftld, Gumpcnshausen und Reurict, und ist schon vor langen Mn i» guten» ansehen gewesen, wie es denn an. 1042 dem lhurmer z» Hall beygeivohiict, nnd » 28 » mit seinen damaligenLandes-yemn, den Grafen von Hennederg , verschwägert geivcftn. Albertus ward an. »»72 zum Bischoff z» Wmtzburg ecwehlet, wie lbm aber der Kaystr und der Pabst zu wider waren., muste er zurück stehen. Earharina, eine verwittibte von Heßberg, hatte die ehre Hertzogs Wilhelm: III zu Sachsen gemahlin zu werden. An.iM bekleidete Johann «siginund die ck^rg- eines RaE,bch bem V!akqgrafc>» zn Anspach. Otto Wilhelm,Fürstlicher Weissenftlsiischer Vicc.Cantzler, cmpsieng an. » 7-5 als Geiandier die lehn zu Wien. Losung, ckron. Ä»//en, LQNäl, ^lesbey / siehe Hasbama. ^esdin oder Hedin/ lat. »cöcna, ist eine kleine , feste und M Morast gelegene stadt an den» fluß csnciic in derGrafschafft MM, gegen den gräntzen der Picardie. Vor zeiten lag sie eine weile vo» demort, ivo jie anietzo stehet; Denn sie ward in den kriegt»,.in zwischen den» Könige' in Franckreich Francisco I und dem KM» Carolo V gcsühret wurden, gantz ruimret, und von dem Hssiss». von Savoyen Emanuele,des Käysrrs General, an» M,Mesnil genannt /wiederum aufgebauet. Mit dem namm Hesdmfert / so man dreser stadt gab, wurde aufden alten wahl- spruch des Hauses Savoyen k. L. u. i-. gczmlet. In dem Pyrenäi- schen fneden wurde dieser platz der Crvn Franckreich überlassen, welche selbigen an. 17 iv »och mehr befestigen lassen. ßeißium. / ( ÄlötNÜNtUlb ) DoKok nnö ^ofe6or tkeoloZiL zu Jena und Helmstädt. Er war den ; nov. an. 1526 zu Wesel in dem Clevischen gebohren. Als er sich auf verschiedenen so wohl Teutschen als Frantzosischen -rcattemien wohl umgesehen hatte, wurde er an.i; ;o zuWittenberg i^Mer, und den 19 may an.i;;; v-'Äor tiicoloZiL. Er kam hierauf nach Goßlar, und wurde daselbst 8llperimcnöenr. Weil er es aber Mit den beyden Bürgermeistern verderbet, wurde er abgedanckt. Darauf wurde er in der Jacobs-kirche zu Rostock; weil aber der Bürgermeister Petrus Brummer seine lehr eine Pharisäische lehr nennte, und er solches öffentlich straffte, auch das, was von Catholischen ceremonien noch überblieben war, vollends abzustellen suchte, wurde er an. i;;6 wrder des Hertzogs vonMecklendurg befehl aus der stadt getrieben. Von dar kam er nach Heidelberg, von bannen, weil er Wilhelms Klebitio in der lehre von dem heiligen Abendmahl nicht beypflichten wolte, oder vielmehr, weil er wider das von Hof ergangene vcrbott das beschelten und verketzeren des gegentheils von offener cantzel nicht lassen tonte, er sich auch bald fort machen muste. Er wurde zwar nachBremen beruffen; weil er aber solche vocmion nichts annehmen wolte, als bis man Albcrtum Hardenberg abgeschaffet, der Rath aber aus furcht vor dem volck solches nicht thun wolte, gieng er von dar weg. Hierauf predigte er zu Magdeburg; allein weil auch daselbst unruben entstunden, und er doch wider verbott nicht abließ, wurde er an. 1562 aus der stadt gejagt. Ferner hat er auch zu Neuburg in der Pfaltz geprediget, von bannen er endlich den 10 oct. an. 1569 nach Jena beruffen wurde. Je» doch, weil zwischen ihm und den übrigen vrofesso-Ru; zwistigkeiten entstunden, muste er auch da fort, und wurde an. 1574 zum Sam- ländischen Bischoff in Preussen beruffen. Er hatte daselbst mit Jo. Wigand einige streitigkeiten, baß er auch deßhalber vertrieben wurde, da er sich denn an. 1577 nach Lübeck wendete, und bald darauf die stelle eines ?l-c>kcttottzMüo!oA!L-primgrü zu Helmstädt annahm. Daselbst war er sehr fleißig, auch am meisten Ursache, daß die lehre ll- ubi^mcs-e auf selbiger sc^emie verworffen wurde. Als hierüber im jan. an. 158; zu Quedlinburg die sächsische, Pfältzische, Brandenburgische und Braunschweigische ideoiogi ein colioquium hielten, verföchte er der Braunschweiger Parthey auf das heffiigste; wie er dann wider die von ihme also genannte Ubi-;,mitten, und sonderlich Jacobum Andreä, auch nicht minder gegen Wigandum und dessen parthcy, fast eben so scharff, als vor» her» wider die Reformirte, loß gezogen hat. Als er ein neu dauß bauete, und aufdas gerüst stieg, fiel er herunter, und bekam schaden am dein, daß er immer hincken muste. Er starb endlich zu Helmstädt den 2z sept. an. 1588. Er hatte zwey söhne, Henricum, der Superintendent zu Hildesheim wurde ; und Gottfriedum , In- speÄor zu Minden. v>r, rkeo!. Ne/er nornenclsl. ?ro- teül ^enenk. tbearr. p. niemor. )ul. * ^esiodus / ein berühmter Griechischer Poet von Ascra, einem flecken in Böoticn, gebürtig. Er war anfänglich ein schäftr, und soll einstens, wie man von ihm berichtet, diesen träum gehabt haben , daß er augenblicklich zum Poeten gemacht worden. Pausa- nias schreibet, daß zu seiner zeit desselben c^rminr in der ivmttn- tempel auf bley geschrieben aufgehoben worden. Seine wercke sind folgende ; 0PS5L ä: ttie;; ttutum Usrcltttt; Us generLtioric cleo- rum. örc. Einige davon sind verlohren gegangen, als cncowium i>- Illttriutti mulicrum, Lc. Etliche machen ihn älter als Homerum; andere sagen, er habe zu gleicher zeit mit ihme gelcbct; und etliche geben vor, er sey jünger als derselbige. Man sagt, daß er von den Locrensern getödtet, und ins meer gemorsten worden; nachdem aber einige meer - schweine seinen cörper an das land gebracht, so habe man seine todtschlager entdeckt und verbrannt. l. »7 c. ri. lle poecis. in billl. QtTc. 1.1 p. 89 hesione/ eine tochter Laomedontis, Königs von Troja. Die Poeten dichten , daß man sie aus befehl des or-cuii einem ungeheuren meer.wunder zum raub überlassen, wovon sie aber Hercules ausfolgende art befreyet: Nachdem er geschwind an dem ufcr des meers einen dämm aufgeworffen, und darauf das ungeheur mit aufgespertem rächen, um Hesione zu verschlingen, heran nahend gesehen, ist er gewaffnet in solchen rächen hinein gesprungen, und von dannen in den bauch selbst gekommen, welchen er nach einer drey - tagigen bemühung von einander gehauen, daß er endlich, ohne etwas anders als seine haare darbey zu verlieren, glücklich wieder heraus gekommen. Als hierauf Laomedon sich gewe- gert, ihm die versprochene belobnung zu geben, hat er die stadt Troja eingenommen und geplündert, Hesione aber dem Telamoin, welcher am ersten die mauren erstiegen, zur beute überlassen. (Sitze solches alles droben unter dem art. Hercules.) o-^. m-. tLmorpli. -i. in nsvig. kroponr. psncli. m^rl,. x.r;8, -Z9. Hesler/ eine uralte und ansehnliche Adeliche familie, welche in Thüringen die guter Marck- oder Kloster-Hesler, BurwHeMv- Schlöden,Meistern, Balgstädt/Goßnitz, Rabis, Mockern, Dolch,rc. besitzet. Sie stammet von dem geschlecht von Burckersrbde, von welchem an seinem ort. Der an-Herr ist Heinrich von Burckers- rode, welcher an, 12)9 zu Eloster oder Burg - Hesler gewöhnet z lassen ^ Hanß haben den geschlechts-uamen fahren die Unssrm ihrem sitz Burg-Hesler, am dach Hesel, so m wie ibre rnsgemein von Hesler genennet, gleich- rvdc aemovnä^ Zu Burckerörode und Dietrichs- aeÄt Nv^,!/cE^a^'"^.Burckersrode behalten und fort- tteß 4'söbnestamm fort, und hinter- d Aelfurth undNeidhard. Von nur dasstte nm'i^8 ^ dstsj sie verehlicht gewesen, sondern " UM 1424 göltetr II gdör? Culik ^^^En der frembde gestorben; jener wohnte zu Marck - Hesler, und zeugete einen lobn söanfl lll, tä das jähr 1482 lebte, und 4 söhne hinterließ -. Hmiß IV, Curt II, Wolss 1 und Heinrich I. Die beyden erstere wohnten zu Marck- Hesler, die letztere aber zu Burg-Hesler. Weil aber der älteste ohne erben, und die beyden »ungern nnverehlicht starben, hat allein II das geschlecht fortgesetzt. Er hatte sehr wohl studirt, besaß auch eme schone bibliothec, die aber im feucr aufflog. Er war der erste unter dem Thüringischen Adel, welcher Lutheri lehre an- nahm, und bekam an. 15;; von Churfürst Moritz das Nonnenkloster zu Marck-Hesler, jedoch mit dem vorbehält, daß er die in dem kloster vorhandene Nonnen zu Marck-Hesler in einem gewissen hauß zeit lebens nach nothdurfft unterhalten, und einige i-aara über sich nehmen müssen. Er hatte; söhne, darunter Heinrich Ik dem krieg nachgezogen, und nach Franckreich gekominen, auch darinnen verstorben ist. Christoph hat anfänglich der Cron Franckreich , nachgehends dem König Philippo II in Spanien unter besten lew»garde, auch unter den Türcken gedienet. Nach diesem wurde er unter Churfürst Moritz von Sachsen Obrister, und von Churfürst Christian» I an. 159; zum i-sspEor der Schul- pforte 7 auch Oouvcrneur in Leipzig, Kriegs-Rath, und Ober-Steur-Eili. nehmer bestellt, und liget zu Burg-Hesler begraben. Moritz I kausslevonHanß Puster zuBockedra au.i?88 Rabis, und wohnte zu Kloster-Hcsler. Er hatte 4 söhne, von denen so fort. Der M söhn war Georg , welcher in seiner jugend dem krieg in Ungarn nachgieng. In der väterlichen theilung nahm er gelb, darvor en an. 1579 von Günther und Rudvlph von Bünau Schlöben mit dem vorwerck zu Möckern, samt dem dorffLichtenhahu und zugehörigen , erkaufst. Er starb aber den ; 1 sept. an. 158 r ausser ehe. Der jüngste, Wolffll, ist jung verstorben, und liget in der kirche zu Kloster-Hesler begraben. Moritz I aber fttzte das geschlecht fort. Er hatte 4 söhne, darunter der älteste Moritz II bald nach der tauff gestorben; Georg Rudolph I war den 2; may au. i?6; gebohren, kam an des Hertzogs von Würtemberg Hof nach Stut- gard, wurde an des der Chur-Sachsen hofTruch- ses, und endlich Ober-Steur-Einnehmer zu Leipzig. Er bekam in brüderlicher theilung Burg-Hesler, Schlöben, Rabis, und das vorwerck Möckern, und starb den 12 febr. an. 1621 ausser ehe. Haus Cuet war an. i;66 gebohren, gieng in den krieg, und hielt sich in Ungarn wohl, fiel aber unterwegs unter eiu wagen - rad, daß er den s jun. an. 1 ;9Z verstarb. Der jüngste Hanß Heinrich I war den 2 z aug. an. i;68 gebohren. Er wohnte in dem klostev HeSler, erbte aber seines bruders Georg Rudvlphs Ritter- guter, Burg-Hesler, Schlöben, Rabis und Möckern, erlangte auch am 1616 durch lchuettrAtinn von Philipp Heinrich von Witzlebm das hauß Wendelstein pfands-weise vor 86502 gülden, überließ aber sein daran habendes recht Churfürst Johann Georg von Sachstm Dieser ist der stamm - Vater des heutigen Heslerischen geschlechtS, und hinterließ 4 söhne und 6 töchter. Der älteste söhn Georg Rudolph II war den 26 apr. an. 1604 gebohren, studirte anfänglich zu Leipzig, und that hierauf eine reise in frembde lande. Er wurde an. 1629 zum virLÄur der landschafft des Salftldischen cräyscs erwählt, an. 1648 Witthums-Rath zu Altenburg, und Amts- Hauptmann zu Dorendurg. Er verbesserte das Ritter-gut Schlöben durch ankauff der hohen und niedern geeichte über Schlöben - Möckern, Gröben, Zötnitz und Brockhausen, und stifftete den schönen lust- garten zu Schlöben. Sein eintziger söhn Hanß Heinrich starb an. 1641 jung. Der andere söhn Moritz Christoph war den 2 nov. an. 1606 gebohren, und lebte in kriegs-diensten. Er wohnte der belagerung vor Breda bey, wurde unter des Obristen Spaa« ren regiment Cornet, und starb an. 16)9. Die beyden jüngcrn söhne haben so viel linien Misstet, indenr der dritte Hanß Heinrich II die Kloster-Heslerische, der vierdte aber Hanß Friedrich die Burg-Heslerische gestifftct. Die Rloster-Heslerische hat gedachter Massen Hanß Heinrich II gestifftet. Er war den 1; febr. an. 1608 gebohren, und studirts anfänglich zu Jena. Hernach begab er sich in kriegs-dienste, wurde unter des Obristen Zullers reaiment Obrister-Lieutenant, und hielt sich in der belagerung von Heidelberg wohl, gieng aber nach dem Pragerischen sriedens - schlug nach vorher gegangenen »voc-- torien wieder aufseine guter. Er hatte 4 söhne, davon der älteste Georg Friedrich zu Leipzig und Straßburg studirte. Er that eme reise in die Niederlande, und bekam nach seiner ruckkunfft dnrchs loos Vitzenburg. Er wurde hierauf inipEor der Schul - Pforte, und Chür-Sächsischer Kriegs-commiLrius. starb aber den 2 nov. an. i7°s, und hinterließ zwey söhne, Johann Moritz und Georg Heinrich. Der andere söhn war Hanß Heinrich III, welcher den 22 dec. an. 1648 gebohren. Er ist den st»6»s zu Leipzig und Tübingen obgelegen; hierauf begab er sich als Cornet unter des General Spaars regiment, ferner wurde er Rittmeister, und wohnte unter anderen dem treffen bey Trier an der Contzer-brück bey. An. 1681 erlangte er von Churfürst Johann Georg III die »„ren - stelle, befand sich an. 168; Unter den Sächsischen troup- pen bey dem entsatz der stadt Wien, wurde an. 1684 Obrister übep die Ritter-pferde in dem Churfücstenthum Sachsen, und an. - Affffr M- 78o hes . General - Major, auch zugleich Ob/r-Steur-Einnehmer m Thüringen. In brüderlicher theilung uberkameran.iS7i Goßmy, erkanffte aber an. 1679 von seinen brudern Schloben. Zu erjt M er verheyratbet gewesen mit Johanna Maria von Zehmen- welche einen söhn, Johann Georg, hinterließ - der aber an. aufder scLilemie Jena durch einen unglücklichen stich um das leben kam. Zum andern mal mit Sabina Margaretha, verwtttwete von Woldeck, gebohrne von Metsch, von welcher 4 söhne, HanßHem- rich, so jung verstorben;. Hanß Heinrich; Christoph Montz und Georg Rudolph, nebst; tochtern. Der drrlte söhn Christoph, welcher den s dec. an. i6;o gebohren, begriff anfänglich an des xll. minlürmori- Augusti zu Hall Hof die jägerey, und begab fich an. 167; an den Caffelischen undHannoverischen Hof. An. 1674 wurde er Fähnrich, zuletzt Obrist-Wachtmeister, starb aber an. 1687 m dem stürm vor Belgrad an einem schuß, und hinterließ einen ein- tzigen söhn, Heinrich Moritz. Der vicrdte söhn war Christian Moritz, welcher an. 1652 gebohren. Er gieng mit zu selb, starb aber zu Straßburg ohne erben. Die andere linie, oder die Burg-Heslerische/ hat Hanß Hein« richs des I von Hesler vierdter söhn, Hans Friedrich, gestifftet. Er war den 22 oct. an. 1610 zu Kloster-Hesler gebohren, und besaß Burg-Hesler, Balgstädt, Ddßlitz, Rabis und Möckern. Hierauf gieng er in kriegs-dienste, und wohnte an. i6;2 als Schwedischer Obrister der Leipziger schlacht bey. Von seinen söhnen sind zu mercken: 1) Georg Rudolph aufBalgstädt und Hoppendorff, welcher, als Cbur-Sächstscher Kriegs-com,ui6snus, bey dem gebrauch des saur-brunnens zu Eger an. 1687 gestorben. Er hinterließ 4 söhne, wovon die ältesten ohne erben verstorben; der.jungste Georg Rudolph aber bewohnet das Adeliche hauß Balgstadt. 2) Hanß Friedrich, so den 7 nov. an. 1642 gebohren, hielt sich anfänglich an dem Altenburgischen Hof auf, wohnte nach diesem zu Burg-Hesler, und zeugete zwey söhne, Hanß Friedrich und Moritz Christoph, welche beyde noch an. 171 ? als Lieutenants in Äomg- lich-Pohlnischen diensten gestanden. ;) Moritz Christoph, so den i, dec. an. 164; gebohren, studirte in seiner jugend zu Jena und Tübingen, reisete in Holland und andere länder, und zeugete vier söhne, welche sind Moritz Friedrich; Christoph Heinrich, so den 24 iun. an. 1686 verstorben; Georg Rudolph, so den 18 tun. an. 1687 verstorben; und Christoph Ludwig nebst ; töchtern. 4) Hanß Heinrich, war den 7 jul. an. 1646 gebohren. Er wurde unter den Lüneburgischen trouppen Obrister-Lieutenant, und weil er sich in der schlacht bey Fleury sehr wohl gehalten, r-commcnllirte ihn der König von Engelland an den Hertzog zu Zelle so wohl, daß er ihm die Commendanten-stelle über Nienburg undHoya auftrug. Er starb zu Nienburg am schlag, und hinterließ einen einzigen söhn, Georg Wilhelm. ;) Melchior Heinrich, welcher an. 1648 gebohren. Er wurde von seinen brüdern wegen leides- schwachheit unterhalten, lebte im ledigen stand zu Balgstädt, und starb an. 1708. In einem x-n-Li. ^§0., so meistens aus einem Fürstlichen -rctiiv exrrswrt worden, findet man von der Hesleri. sehen familie auch Bertholdum, der als zeuge angeführet wird, als an. 1264 das kloster Pforte einige güter an sich gekaufft; auch wird seines bruders Eccardi dabey gedacht, welche beyde ou-i. Kni genennet werden, und sonsten zu Burg-Hesler, allem ansehen nach, gewöhnet haben. Zu Gosserstädt ist vor ur alten zei- ten ein land-gericht gewesen, bey welchem sich als sulliccs und äUellöiez unter anderen befunden Ulricus von Ballstädt und Hen- ricus von Hesler, welcher letztere auch sonder zweiffcl derjenige ist, welchen Landgraf Hermann in Thüringen in einigen llocun-cown wimllcrisiem luum nennet, und dem kloster Heußdorff einige zu Osleben gelegene gehöltze um 14 marck silders überlassen hatte. Conrad von Hesler ist an.iz;2 ordcns-bruder im kloster Pforte gewesen. Keßler/ (Georg) ein Cardinal. Er war ein Teutscher ge» bürtig von Wurtzdurg, legte sich auf das jur, und weil er von natur etwas frey, aber gar geschickt war, machte er sich an des Kayfirs Friderici III Hofe bekannt, welcher sich seiner in verschiedenen wichtigen -nur« bediente. Er schickte ihn als Abgesandten in Franckreich, und brachte ihm den Cardinals-Hul zu wcge, welchen Pabst Sirtus IVihm an. 14-7 auffitzte. Er wäre auch wol noch weiter gekommen, wofern er nicht, als er über die Donau setzen wolle, an. 1482 ertruncken wäre. üb. 4.«. 1. üb. 4, öt 6. tiilloii-c ller Lsrllin. Vesper oder Hesperus, Japcti sohn, und Atlantis bruder. Er ließ sich in Italien nieder, und nennete es Hesperiam. Seine; töchter, Acgla,Arethusa undHesperethusa, insgesamt tte«perill-5 genannt, hatten einen garten in Mauritanien, weicher voll gölde- ner äpffel war, so Hercules wegnahm,nachdem er den brachen, welcher sie bewabrete, im schlaffe umgebracht. Andere sagen, daß sie schaffe mit goldenen fellcn bewahret, welche von dem Hercule weggeführet worden. Etliche halten davor, daß die ttciperill», Mileti, eines reichen kauffmanns tochtern gewesen, welche wegen ihrer sonderbaren schonheit von einem manne, mit namen Draco, bewahret worden, den hernach Hercules entwedcr gctödtet oder bestochen, um sie hinweg führen zu können. Das Griechische Wort , welches ein apffel und auch ein schas heist, hat zu dieser fabcl ge- legenheit gegeben. Die alten nenneten die insuln bey dem Vcklle in ük-ics kieiperiller odek Lorgsller. Lc«/«- lib. 5. Lhx-»«- üb. r. HL8kLR.I^> ein name, welcher von den altcGriechcn der land- schafft Italien wegen des obbemeldten Hesperi, auch dem Königreich Spanien gegeben wurde, wegen des Kech-« oder abend-sterns, welcher des abends gegen westen zu, sich sehen lässet; wie den» hcs Spanien unter allen Europäischen kändern am weitesten aeeeu abend zu liget, weswegen es auch von den Poeten »inm, nennet wird, um es von Italien zu unterscheiden. , csrm. I. oll. zü. ' ' Hesperus / Cephali söhn von der Aurora. Er soll so schön, als die Venus gewesen , und in einen stern verwandelt worden finn welcher des morgens Lucifer, und des abends Hesperus aenenmi wird. Diodorus Siculus saget, diese fabel sey entsprungen von Hespero, welcher aufden berg Atlas gegangen,den lauffder kernen zu beobachten, aber niemals wieder herab gekommen sey. s»-,. Utz I. > « Sessels/ ein Lövenischer OoÄor, war an. 1522 gebohren. Nachdem er seine kullia zu ende gebracht, und 8 jähr die theolvaie m der Abtey llu k-s-c gelehret, ward er Bischoff zu Ivern. Er aima an. i; 6 ; aufdas Concilium nach Trident, und starb an Man hat von ihm unterschiedene schrifften,darunter sonderliche c-ceckikmus, welcher die gantze theoloaie aus den Vatern und sonderlich dem Augustino, begreifft. bli-l. Reiz. ^ scripk. /eculi 16, rliesr,-. ll'liuomioi Icttcr. Sessels / ist einer von denen 12 Richtern des von dem Herkoa von Alba errichteten Flandrischen Raths gewesen. Er pflegte allemahl, wenn gericht gehalten wurde, zu schlaffen, und wenn man ihn um seine Meinung zu wissen aufweckte, sagte er halb schlaffend sll psribulum, sll psribuium. Die l-ouverncui-r der stadtGmt, denen er offt, daß er sie wolle hencken lassen, gedräuet, liessen ihn endlich, ohne ihm vorher den proccß zu machen, aushencken. Hessen /. eine ansehnliche Provintz in Teutschland, welche gegen morgen Thüringen und Ober-Sachsen, gegen Mitternacht West- phalen, gegen mittag.Francken und das Ertz-Stifft Mayntz, und gegen abend Trier, Colln und das Hertzogthum Berg hat. Sie begreifft in sich die landschafft Hessen, besonders das Fürstenthum Hersfeld, die Grafschafften Catzenelenbogen, Dietz zum theil, Zie- genhain,Nidda,cm theil von Schaumburg,Rcichenbach und Beilstein, die HerrschaffcenEpstein, Pleß,Jttcr,Lichtenberg,rc. welche alle zusammen die Landgrafschaffl Hessen heissen. Es sind aber diese stücke, wie unter jedes namen zusehen, erst nach und nach durch kauff, hcyrath, und andere wege an die heutigen besitzet ge, diehen, und ist das eigentliche so genannte land von Hessen der erste grundstein darzu aewelen, welches Henricus das kind aus der theilung der Landgrasschafft Thüringen mit Henrico aus Meisscn bekommen. Vor dieser zeit war Lessen mit Thüringen vercinbahrt, und führte nur den titul einer Herrschafft, weswegen auch der erste abgesonderte besitzer, gedachter Heinrich, und seine nächste nachkommen, besage vieler Urkunden , sich mir Herren von Hessen geschrieben. Weil sie aber nicht allein aus Herzoglichem Brabantifchen, sondern auch aus Landgräflichem Thüringischen stamm entsprossen waren, haben sie fich gar offters ohne Zusatz , Landgrafen und Hertzoge, ing'eichen Hcrtzoge von Hessen ge-. schrieben, bis sie mit der zeit ihren Fürstlichen Landgräflichen x». tonst-cliL^cr ihrer Herrschafft Hessen mitgetheilt, daß selbige ill folgenden zelten die Fürstliche Landgrasschafft Hessen geheißen, und von den scribentcn unter die 4 Fürstlichen Landgrafschafften des Reichs gezehlct worden. In anfihung dessen haben sie aufbem Neichs-tage sitz und stimme im Fürsten-Rath, und wechseln im rsnß« mit den Königen von Schweden und Preussen alsHertzogen von Pommern, den Hertzogen von Mecklenburg, Marggrafen von Baden und Hertzogen von Würtcnberg daselbst ab. Nachdem sich die 2 Haupt-linien Casscl und Darmstadt in das Unter-rind Ober. Furstenthum Hessen getheilt, davon dieses das Fürstcnlhmn an der Löhne, jenes aber das Füistenthiim an derFulda undSchwalni genennet wird, haben sie 2 Fürstliche vor» geführt, worzu Casselwe- gen des Fürstenthums Hersfeld nach dem Wesiphälischen stiebe» noch das dritte gebracht. So sitzen sie auch wegen der GrasschaM Schaumburg auf der Wesiphälischen Grafen-banck, so wol bey Reichs-alS cräyß-versammlungen, die Landgrasschafft Hessen aber wird zum Ober-Rheinischen cräyß gezehlct. In der Reichs-M Wetzlar üben sie die schutz-gerechtigkeit und Reichs-Voigtey, habe" auch die geleits-gerechtigkeik durch die gantze Wetterau. Was jie sonst vor streitigkeilen mit den Grafen von Waldeck, und den angesessenen des Busscckerthals haben, muß an seinem ort gesucht werden. Hier ist nur zu bemercken, daß sie das >»- lle non auf ie>oo gülden haben; sodann baden sie schon von an. i;68 kräht eines erb-vcrtrags das recht der erstgcburt eingeführt, so aber durch den Wcstphälischen frieden recht fest gestellet worden, vie flehen mit Sachsen und Brandenburg in einer crb-verbrüderung, wovon ein besonderer articul zu lesen. Die Darmstädtische link hak von dem Käyscr Ferdiilando II das privilezium erhalten, daß ihre ?»- pilli im 18 jähr msjorenn-s werden, und ist derLutherischenreiigwn zugethan, da hingegen Cassel reformirt ist. Die Lutherische M gion ist an. n24von Landgraf Philipp gleich angenommenM m Hessen anfdessen beseht eingeführet worden. So baldpurMg» etwas wurtzel bekommen, wurden die 4 Haupt-klöster HainaMm- hauscii/Hofhcim unV Gruna eingezogen,und zur Verpflegung armer gebrechlicher weibs-und maniis-pcrsonen aewtedmet, worzu iieauw noch angewendet werden. Nach diesem ist die Reforimttc reiWN im Caffelischen anthcil angenommen worden,bis letztlich LauMs Ernst von der Rheinfelsischen linie sich wieder zu der CatbolM religion gewendet- Was sonsten die politische enmchNW or landes betrifft, so bestehen die Land-Stände aus Prälaten, Mw schafft und städte». Unter den Prälaten beyder FurstentvM werden verstanden der Land-Lommenwur der Balle» HeM « Marburg und Schiffenberg Teutschen ordens, dioOber-VoM0 der 4 hohen Hospitalen, und der Adelichen StrfflerKauWgeN Wetter, whe auch die UnniversitätenGiessen und Marpurg. u ttrRittersthafft sind auch einige Neichs-freye begriffen, welchen es an ihrer Reichs-freyheit nicht Nachtheilig ist. Ehedessen wurde der land-tag sonderlich zu kriegs-zeiten im amt Ziegenhain nicht weit von dem klosterSpießcappel bey einem jetzo noch zu sehenden alten gemauer gehalten, welcher ort für die mitte des gantzen Für- stenthums giltet, und die Spieß genennet wird. Nachdem aber die beyde Haupt-linien ihre Hofe zu Cassel und Darmstadt aufgeschlagen,werden solche land-tage an jedem Hofe besonders gehalten. Das land an sich selbst ist mit allem gar reichlich versehen. Die Franckenberger und Schmalkaldischen bergwercke, führen ein feines silber, welche letztere auch eine grosse menge stahl und eisen geben. Die saltz-queüen zu Allendorff, Homburg vorder höhe, Nidba, Almerode, Hersfeld, Zkauffungen, Wickenrode, rc. geben so viel, daß den benachbarten eine grosse menge mitgetheilt wird. So zeuget auch das land eine grosse gusiwtät wolle und flachs,welche ehedessen unverarbeitet aus dem lande geführet wurde. Land- grafCarl aber hat sich der gelegenheit bedient, da Franckreich seine Hugenotten aussagte, und deren eine grosse anzahl ins land genommen , wodurch gute m-nuKiLturen zu Cassel aufgerichtet worden seyn; wie denn Cassel unter allen Heßischen stützten das meiste in der Handlung thut. Sonst aber haben sich im iü tccuio viel kauf- leute wegen der grausamkeit des c>u- ä'-rib- aus den Niederlanden hin und wieder in Hessen niedergelassen, und Handlung angefangen. So wächst auch in den Grafschassten Catzenelnbogen und Herr- schafft Epstein ein guter wein, welcher nach Holl-und Engellanv verführet wird; worzu dertaback, so allda starck gepflantzt und gesponnen wird, zu rechnen. Die vornehmsten festungen sind Rus- selsheim, Rheinfels, Giessen, Marpurg, Hertzberg, Ziegenhain, Cassel,RintelN,davonGiessen,Marpurg undRinteln noch darzu mit Academiett versehen. dclclir. tteNLn k. c. 4. Scc. D, 7 ,c^» Herllkcke ckrc>a, all Vitr. t, r, l. 1. ric. 17- xsZ. 616. Dessen. Die linie der heutigen Landgrafen von Hessen stammet her von den Hertzogen in Bradant. Denn anfänglich haben selbige lande die c-cri. ein altes Teutsches volck, bewohnet« Als aber in dem dritten seculo die Thüringer aus Nieder-Sachsen heraufzogen, erstreckte sich auch deren Reich über das heutige Hessen, und regierten in demfelbigcn land die Landgrafen in Thüringen. Nach Henrici Rasponis aber, so der letzte Landgraf in Thüringen und Hessen war, an. 1248 erfolgtem tod ist Hessen von Thüringen abgerissen worden, und hat eigene Regenten aus dem hauß Brabant bekommen.Denn Henricus der großmüthige/ Hertzog von Brabant, hatte 2 söhne, nemlich Henricum den gütigen/ welchen er mit Maria von Schwaben gezcuget, und Henrrcum das kmd oder den jungen/ von Sophia von Thüringen, welche Ludbvici VI des Landgrafen von Hessen und Thüringen tochker warzund dieseLanv- grafen sollen, wie man vorgibt,von Ludovico II, Caroli vonFranck- reich, Hertzogs von Lotbringen, und Agnes von Vermanbois söhn entsprossen seyn,wie unter dem kitulThüringen zu sehen.Henricus das kmd oder der junge zugenannt, weil er noch in der wiege lag, als sein vater starb, bekam semer mutter Sophia land, weil selbige ihres bruders Henrici Rasponis, der an. 1248 ohne kinder starb, er» bin war. (sihe Henricus) Ihm wcceckrte sein söhn Otto. Selbiger muste zwar anfänglich das land mit seinen Krädern Ludovico I und Johanne theilen. Doch starb Johannes an. 1; 11 ohne erben, und Ludovicus ward Bischoss zu Münster« Darauf führte er an. 1) 1 r das recht dererst-geburt ein, dergestalt, daß der erst-gkbohrne allemal die landes- regieruttg und den titul eines Landgrafen und gnädigen Herrn haben, Viechs» aber Landgrafen und gnädigeJun- ckern genennet werden sollen. Er hatte von seiner gemahlitt Adel- heit,eineGräsinvon Ravensburg, 4sohne, worunter Ottö Ectz- BifchoffvonMagdeburg wurde, die andern beyden bruder aber,Ludovicus II, und Hermannus bekamen ihre LP2N-Z- zu Grebenstein und Nordeck. Der älteste aber Henricus, lucceUirte ihm an.»; 2j allein. Dieser wurde der eiseme zugenannt, und machte sich bey seinen Nachbarn dergestalt tokwiULi,is,daß man von ihm das spruch- wort führte: , . Hüte dich vor dem Laugräfen voll Hessen/ Wilt dü anders nicht seyn auffgefresscn. Cr starb aber an. i;?6, und weil seine beyde söhne Henricus und Otto, mit dem zunamen der schütz / vor dem varer ohne erben ver» sterben, muste er die land seines bruders Ludovici von GrebensteM söhn, dem Hermanns überlassen. Dieser führte den zunamen des gelehrten; denn weil er von dem vater nicht viel zu hoffen hatte, erwählte er den geistlichen stand, und studirte zu Paris und Prag, woselbst er auch wurde. Nach Henrici tod erhielt er die gantze Landschafft. Es widersetzte sich ihm zwarHertzog Otto i-r- xu; von Braunfchweig, welcher Henrici tochler Judith zur gemah- lin hatte; auch hielt es eine kÄwn. der Gternev genannt, mit dem Braunschweiger , und baueten die festung Sichelstein; doch der Landgraf setzte die festung Sensenstein dagegen, und muste endlich die Braunschweigifche parkhey weichen. Er brachte an.die erb - Verbrüderung mit dem Hause Meisten zn- wegen, wiewol er doch hernach mit demselbigett krieg führte. Er starb den 24 may an. 141und hatte 2 gemahlinnen, wovon die erste Johanna, Gräfin von Nassau-Saarbrücken, die andere Mar- saretha, BurggrafFriderichs zu Nürnberg tochter war. Von dieser hinterließ er einen söhn Ludovieum II, den friedfertigen / so an. 1402 gebühren, war. Er folgte seinem vater in der regierung, wurde aber, weil er noch unmündig war, unter der vormundschaffk der Land-ständen erzogen. Seine eUucscion war so schlecht, daß er weder lesen noch schreiben konte, allein wegen seines herrlichen Verstands setzte er sich in solches ansehen, daß ihm an. 144° nachKay- sers Alberti II tod die Kayser-würde angetragen wurde, welche er Aber in rrwegung, daß er selbige zu mrimeairen nicht land und leu- Sonsten hat er äst» t 4 N die öeydest Und Nidda, die mit dem letzten Grafen an das hauß Hessen gebracht.Er starb ^ ^ Ümer gemahlin Anna Margaretha, Sachsen tochter, z söhne, Ludovicum, Hen- "d^ H^mannum. Hermannus war Churfürst zu Cöün;der freMuthtge/ hätte den -omp^ten des Hauses gemäß, m der landes-regierung folgen sollen, wurde aber von stittem bruder grnöthiget, mit ihm zu theilen, da denn Ludovicus Cassel, und Henricus Marpurg bekam-Ludovtco III hätte zwar sem ältester lohn Wilhelmus ll-cceö.ren sdllen, weil er aber wegen seines verrückten Verstands hierzu unfähig war, übernahm die re» grerung dessen jüngerer bruder Wilhelmus II, oder der mittlere. Dieser that anfänglich den beydenKayferN,Friderico II! unbMaxi- mMano l, theils in Flandern, theils in Ungarn, wichtige krtegs- dienste; darnach trat er an. 14h; im namen feines bruders die Legierung an, und weil mit Henrici, des stiffters der MarpurgifcheN scsllem.e, söhn, Wilhelm» III demjüngern, die Marpurgifche linir an. t;00 wieder abgieng, hatte er das glück, daß unter ihmgantz Hessen wieder vereinbaret ward. Er brachte auch aus des in dir acht erklärten Churfürsten. Philippi inxeoui Pfältzifchen landen, Homburg au der hohe,Umstadt und das schloß Utzberg an sich.JhM folgte in der regierung sem eintziger söhn Philippus der gwßmü» thige« Dieser hinterließ 4 söhne, und machte ein testament, a- «Kra Cassel den 6 april an. i z 6 L, in welchem er seine lande Unter sie der» gestalt.theilte, daß Wilhelmus IV, als der älteste, die helsste von der gesammten verlassenschafft bekam, und zu Cassel rellllitte; Ludo» vicus V aber bekam ein Viertheil von der erdfchaffl, und rellUirte zu Marpurg; Philippus erhielt nur ein halbes vieriheil, und reitt-ritz zu Rheinfelß; Georgius erlangte das letzte halbe viertheil, und r-ll- uirte zu Darmstadt. .Weil aber Philippus zu Rheinfelß an. 1585, und Ludovicus V zu Marpurg an« 1604 ohne erben verstürben, so blieben nur 2 Haupt- liNien übrig, welche noch biß auf diesen tag währen, nemlich die Casselische und Darmstädttsche/ von welchen beyden an seinem ort; wiewol seither» noch 2 neben - unten, als die erst- angezogene Hessen - Rhetnfelsifche und HömbuvgischS entstanden sind,bey welchen ebenfalls in ihren lpecisl-articuln nach- gesehen werden kan. c-crm. snr. vvm urst-runZ verstellen. §««», Tjell^ ekßonic. 0 ,Wc 7 >r biclll cllroiuc. lle kririci^! itrlliL. onr. prot. l^ll. Heralc!. xilrS specisl. I.; c. rz. LeroÄ. ?. r p. 467. Hessen/ ein Braunsthwetg-Wolffenbüktelisch sthlöß, üMt-hauß Und flecken, ; Meilen von Wolffenbüttel auf der straffe nach Halberstadt, hinter dem Hessen-damm gelegen. Hertzog Heinrich Julius hat ein Fürstlich inst-hauß Und sonderlich einen fchönen garten hier angelegt, welchen Johann Royer, Hof-gärtNer, in einem besondern zu Braunfchweig an. tüzi, in 4gedruckten trackat, he« schrieben > HestM/ ein altes HölsteLnifches gefthlechk, aus welchem HüM wicus, so an. 1400 gelebt, dekandt ist, derum die Vormundschaft des Grafen Gerhardt VI Von Holstein mit dessen mutter gestritten, und in einem darüber entstandenen fcharmützel umgekommen. Lo- tentz lebte an. 142;, und Lüder blieb an. nebst feinen söhnett Wolfrath und Bertram in einer schlacht mit den Ditmarschen« bcicbreib. voo Lcklesvv. unc! k. i c.Z P. I/. «!ö lls blvliäk, in «jclcripr. RlLevir. p. ZZ 4 leg. HeftiäuS/ oder HifttäüS/ein söhn Lyfagörä, hätte den höchsten gewalt zu Miletö, einer stadt in klein-Asien. AIs Darius^der dritte Persische König, seinen bekandten feld»zug wider die Scykher in Europa vornahm,liesse ek diesen neben andern vorgesetzten derGries chischen städten in Asten und Thracien, welche sich unter feinen schütz hatten ergeben müssen, zu Verwahrung der über die Donatt geschlagenen brücke zurück, da ihme dann Histiäus diesen grossen dienst thäte, daß er den votfchlag Mtlttadis, diese brück abzubrechen, und also Barium mit feiner gantzen ärmer in Scythien-re, ^ ren zu lassen, damit also sie und ihr volck von dem Persischen joch hefreyet blieben, vornemlich hinderte; Wiewol ihm nun also Darms hiedurch sehe verpflichtet war, ihm auch in gewissen stucken zimliche liebe erwiese, so behielte er ihn doch, als seine fachen wider die Griechen nicht zutn besten abgelösten, zu SUfa gleichsam in einer ehrlichen gefangenschafft bey sich, und sorgte immer, der ihme so viel genutzet, möchte ihm nun, da sich das blatt gewendet, und er ausder andern feite seinen Vortheil besser finden konte, auch nicht weniger schaden. Allein Histiäus wurde dieses »Semems über- drüßig, und weilen er für das geschwindeste Mittel seiner besteyung achtete, wann die Mlesier und andere Asiatische städte denen Persern neue Händel machen wurden, so schrieb er an seinen befeh sha- ber und Statthalter zu Mileto, den Aristagoram, emen heimlichen hefthl, daß er sich empören solle, und damit d«e Perser solchen nicht auffangen »der einige Nachricht davon erhalten tönten, ritzte er die schafft aufdas Haupt eines seiner getreusten knechten, und schickte den also, nachdem ihm das haar wieder gewachsen war, zu Aasta- äora. Dieser leistete alsobald folge, hienge die Jonier, Athemenfetz und Eretrienfer an sich, und fiel fo liess in die Persische ProvintzieN ein, daß er letztlich die Lydifche Haupt-stadt Sardls eroberte,und ,N die afche leqte; welches eben der vornehmste zunder zu dembald darauf von Dario gegen die stadt Athen vorgenommenen Maralho. Nischen krieg geweien ist.Nun argwohnete zwar der Prrsser alsodald, daß dieses eine von Histiäo angestellte fach wäre,und liesse sich gegerr ihm in Ycfftigen droh-wotken aus; weil cr sich aber erböte, die stich wieder zu stillen, so Man ihn nach hauß schicken »volle, wurde ex mit bessern äugen angesehen; Allein sd bald er Nach Garden kämjs und sahe, daß ihm der Persische Feld-Obriste Artaphernes wegeit dem vorgegangenen nichts gutes zutraute, floht er ungesäumt ge» Affff r M 782 hes hev gL» die meer-seite,und wandte alle kräWn awdieAonier von neuem wider die Perser inuthig zu machen. Als ihn die Mstcsier m ihre stadt nicht einlassen walten, und er so gar bey einem zu nacht auf diese stadt gethanen versuch in die bussle verwundet wurde,uberredte er die Lesbier, daß sie sich mit 8 schiffen zu ihm schlugen,wonn tcr sich vor die stadt Bvzantz legte, und ausd^vorbey fahrende Fittiche schiffe loß gienge.Jndessen hatten die Persier ihre fachen gegen eben diese Ionische stadte rn Asien zimlich wohl gttnbret, ohne daß Histiäus parthey genommen, als der vielmehr, wo sich die gelegcn- heit prL5enrirte, beyden theilen abbruch thäte. Allein wie er letztlich in dem Atarnischen gebiet und in Mysicn landete, und sich, um Proviant zu suchen, etwas zu weit ausbreitete, käme ihm Harpa- gns,ein Persischer Feldherr, unversehens aufdcn hals, schlug ,ein volck nach einem harten gefecht, sonderlich durch hulffderAsiatt- sehen reuterey , deren Histiäus nichts als fuß-volck entgegen zu tzcn hatte, in die flucht, und bekam ihn selbst gefangen. Da hatte er nun gehofft von Dario wegen seinen alten Verdiensten gnade zu erlangen ; Harpagus aber und Artaphernes, die Persische Befehls, hadere, wollten es eben dieser muthmaffunq wegen dahin nicht kommen lassen, sondern hieben ihm, ohne crwartung einer hohern orcirc, den kopffab, schickten denselben cinqesaltzen an den Königlichen Hof, und hiengen den gestümmclten leib an ein crcutz. Die,es geschahe ungefehr in der 69 oi>mpjg6e, >. 4, -i, 6 pstttm. Lsr». in Lc. In eben diesen gcschichren kommet »och ein anderer Histiäus vor, der ein söhn Tymnis gewesen, und den Per- siern nicht nur in der empörnng Aristagorä treu verblieben, auch deswegen in dem ansang derselben von ihm gefangen worden, sondern auch hernach in dem krieg Tcrris einen theil der Lauschen schiffen gefübret hat. 1.; öe 7. * -Aestiäa von Alexandricn, eine gelehrte weibs-person , schrieb etwas von dem Trojanischen krieg, ob er wahr oder eine fabcl sey. I. lr. lle bill. Qi-:c. 1. 4 P. z^esus / war ein Gott, bey den alten Galliern so viel als der ra-rs bey den Römern. Bey angehender schlacht pflegten sie ihm den ersten fund, welchen sie gefangen nehmen würden, zu geloben. r. , leuthe von einer gewissen stete, sihe Leuietisten. ^esychius/ ein berühmter o-Lmmsricus, wird von den gelehrten gar hoch geschähet, und hat ein Griechisch icxicon hinterlassen, worinn er viel schwäre stellen mit kurtzen Worten erkläret. Ins gemein hält man ihn vor einen Christen, oder doch wenigstens,daß er von dem Christenthum genaue wissenschafft gehabt, indem er die namcn der Apostel, der Evangelisten, dcrPropheten, und deren, so darüber comm-mirt haben, darum angeführt. Jedoch lasset sich rimlich wahrscheinlich muthmassen, es stye bey dieses Hcsychii buch ergangen, wie es bey allen alten Lexicis und o,oMir„r geschehen i,r, da nemlich fast ein jedweder besitzer die ihme vorkommende anmer- ckungen beygefüget hat. Sc-ÜF-r cte kubril. p. 4;;. lie xklivlo- xis c. ; §. I/. Ls/sk-öo-r«-- ez>. 49,298 A. r6z. * Asychius fVtlH^8M8 , wird illullrix genennct , und hat zu den zeiten Kaystrs Anastasii gelebct. Er hat eine allgemeine Historie von dem Bclo an biß auf seine zeiten geschrieben, wie auch ein compenlliun, 6e vikis pkilotopknrum und äo originibus LonIiLri- tinopolicrnis. coll. 69. 5 »,-/,,;. )clo kcripr. Iiili. z-bil. I. Z c. 19. n,m ausgeben, und von welcher gesagt wird, daß die landschafft Hetrurien oder das heutige Tostana ihren namcn bekommen habe. Die einwohner von Vitcrbo in dem pstrimonio?eiri wollen behaupten , daß ihre stadt von den rui„en dieses »eiruriL aufgeführet worden. Dcbt. 4c , 9. 176. Ketzer/ (Ludwig) gebürtig aus Bayern, wird für den ersten Teutschen ausgegeben, welcher in dem 16 seculo sich unterstanden, wider die Gottheit Christi zu schreiben. Er behauptete zugleich die po>7--mle,und bat selbst 12 weiber gehabt. Sandius jetzt ihn unter die Märtyrer des8ocm,2niikr»,wlewol er mehr wegen seinen lästern, als wegen seinen irrthümmern den 4 febr.1^29 zuZürich enthauptet worden, clc morcivus 8ncin>L». p. 88. bibliorb. snri- IHnitLt. s>. ,6. /c p. izy. ^evelius / (Johannes) ein berühmter ^>rll-mLricu5, ward zu Dantzig an. i6n den 28 jan. gcdohren/ und mit grosser sorgsalt zur schul gehalten. Nachdem er darinnen dtc kun^„>enr2 der Lateinischen jpraach erlanget/ wurde er zu erlernung der Polnischen spraach nach Gondcisch geschickt/ von dar er nach verlaust einiger zelt zurück gekommen/und ferne angesungenen Uug,.-> zu commuiren/ l,ndasL>'">,>.,t"„n zu Dantzig gethan worden. An. 1627 begab er sich in die des gelehrten Pem Crügeri/ damaligen vivk-rK-n! in dem und erlangte durch seinen hm natürlichen trieb in allen -llkcipiini- «rtliem-stch knkurtzevt-ll zimliche wissenschafft; sonderlich wendete er auf cinratbm s- p^cepcor,- nicht wenig fleiß auf das zeichnen und allerhand manische kunste. Als er an. 16;° seiner stuMomm wcgeuvvnskinm!' lern in fremde land geschickt worden/nahm er seinen wea nack^ ' land / Engclland/ Franckmch und Teutschland. l er wiederum bey den seinen an/ muste aber auf derselben verlan» seine üoa.L aufelnige zeit beyseit setzen/ und sich lich auf ne8°t--c-v.i,^^9Nctten ; biß er endlich aufunermsidM anhalten des Crugerr um das jähr 16)9 sie mit grösserem evk-ra e jemals aufs neue vor die Hand nahm. Weiler aber wohl nu ll / daß durchchloffes cslcu>i-en die aufnahm der ^onomie jnder b/e wenig befördert wurde / ließ er an. 1641 rn seinem Hause eine Um zu seinen knnffttgen obs-rv-cionibus erbauen/ und versähe solche mit gehörigen gima»men und s-xernien von purem metall/ die aber nur; biß 4 schuh in -lismcrro hatten. Seine vornehmste arbeit ließ er dazumal seyn (weil ohne genaue und sccurste ci-im^ion dec^ culLkum IlMLrmm sehr schwär fällt die gUÄNMrrcm c!-Iic,uioruw U 6 julliciren) die pliLies lui!« omni»m öicrum rotius mcngz, !Zm mt. ccnrc- ^u»m oecrcsccnrez, UNd also alle m-culas, rLyonegrüz invicsm , m^gnimclinis, llivcrL ügupL, luminiz, umbr.-r ütquecoioiiz mit grösser dcmühung und aufwendung schwärer kosten auf W netteste zu enrwersten/undhal niemand vor ihm dergleichen-°mi. rct/ ausser dem Galilao/ dessen tcNcmr aber nur ruairer r-iumbrirg/ nnd nicht zu gebrauchen ist; Gaffendus aber/ was er angefangen/ weil er meistens fremden Händen trauen müssen / gäntzlich ligen las. seil. Nachdem er dieses wcrck zu ende gebracht/ und nunmehr» M den grossen lcuten selbiger zeit angetrieben wurde / seinen fleiß ach auf die übrige pl-m-ren zu wenden/ ihm aber aller fleiß hierinnen vergeblich ichien/ wo nicht zuvor aller llcii^um kxärum verlertegtc er durch etlicher jähre arbeit mUrum-m- von solcher grös» sc und daß er es hierinnen Königlichen obtcrvLwriiz zuvor that. Mit solchem LpssLmru brachte er es dahin/daß er ausser den 9;o stcrncn / so den alten schon bekannt gewesen / noch anderer 60; sterilen t»c- VC2 ,M hiMMel/ durch ov/crvi-ung p!ur!mzruma>^. c,arum Uild i^cirucimum >n-s,aiLnrrum, Mit UNgläudlicher MÜHe-ic. rcrminwt. Zu geschweige» / was er iri inveäiAsnUo mviu comettwm, i« 6ctc>mi,i»na^ snni lolzrir, molu Iiws: i>b,2iorio M andern wichtigen Materien x^lliret/wovon seine nach und nach m das licht gekommene viele lcriprs, tllZ ieienvA-LpUlL; proltromu! co, mccicus; cum-roz;raz>k>iL ; m^ckins: cosiegis pzrz prim öc pollcrivr- snnus ^Iim2äter>cu5; öl-mLwcnium 8okicsci3num ; XlLrcuriu! IN so!r vi 5 us ; «LrivL Lärm», kzcicr; proUi^omur stkr-momiL cum rum, genugsam zeigen. Es wäre auch noch ein mehrers voinimD hoffen gewesen / wo ihm nicht an. 1679 sein gantzes haust nebst d« daraus erbauten s-ccuis, alle seine kostbarsten warmen». viel sei- ncr gedruckten büchcr und >a8.?L. und die herrliche druckmy iar rauch aufgegangen wären. Solche seine unvergleichliche m-n-m blieben ihm nicht unbelohnt / indem er nicht allein dadurch be» Königlichen / Chur-und Fürstlichen Höfen / deren vornehmsten ikiz und allen gelehrten Männern seiner zeit in besondere Hochachtung gekommen / wie solches die noch vorhandene 16 voiumm- !,> rarum mururrum, so nun in ein voimncii zusammen gezogen W druck fertig ligen/erweisen können; sondern er wurde auch von der Frantzölischcn nnd Englischen locierät / zu einem Mitglied angenommen/ auch über djß von verschiedenen hohen Potentaten ansehnlich beschcnckct. Weil er auch wegen seinen guLingten nicht weniger bey dem gemeinen stadk-uud policey-wesen / als unter den gelehrten eine ehrcn'.stellc zu bedienen würdig war; als ist er zu Dantzig an. 1641 in die schövpcn-banck der alten stadt / und an. w; - >n den Rath gezogen worden / welchen oKcHj er/ dem erster» i°/denr andern ,6 jähr mit gröstem rühm vorgestanden / biß sich endlich allerhand bcschwärliche Zufälle/ insonderheit der stein-schmertz/bes ihm clngefunvcn/ woraus zuletzt der gefährliche äLü»!, Mm-s genannt/ entstanden / welcher ihm den 28 jan. an. 168/eben an seinem gcburlS-lage/ nachdem er 76 jähr zurück gelegt/ das lckn genommen hat. --r-Ljz,1i //c-Vk/tt. /VL/iic. 9.1 öcc. ^everle / ein prächtiges schloß nahe bey Löwen in Draban!/ an dem fluß Der! und dem dach Fura/welches den titul einer nie sührel/ und dem Hertzoglichcn hauscvon Croy und Arscho!zustehet. In dem elwan ;oo schritte davon gelegenen Cölestiner-M stcr haben die Hcrtzoge ihr crb-begräbniß und cmcn stamm-bauin/ welcher biß auf Adams zeiten hinausgehet/ so fern solchercechnM wohl zu krauen ist. I/e---/?. ro«ee- /c- «.'< r»!»«. Neuster / eine alte Adcliche familic m Tyrol / welche vorM auch Piasel von Hochen-Pichl genannt worden. Johann ledaan. 1270. Jacob von Hochenpichl dcr Hcufler beyqenannt/hatan. iZ89 das schloß Raßen oder Räscn an sich gebracht / daheroerW und seine nachkommen die Häusler von Rasen gcncimet. 6 u au-- gang der 17 kccuii unterhielten 4 brüder vieles gejchlecht/ vam Frantz/ hernach Adclbertus genannt / Abt zu Admont genM, cvi'en-IcrLnrxtcm. L»cc/. llemmsr. k. r. ^cuael/ eine ansehnliche Adcliche famiste in SchlcM chc im Nordgau cnlsprosscn/und jich in unterschiedliche lanon au gebreitet hat. Laureat,us von Hengel hak fich um,das fahr -r; /und daselbst 2 lmid-giiter / den df ^ rsri»»L ioiigiruciinir, >/welche gmet feine söhne verkaustt haben. Sem urcnckcl Aldernis zeliateu andern Laurcntium/ welcher an. 1479 dem Kömg Maum Böhmen und Ungarn/ wider die Polen als Ammeister vie Heu nkm?K?^Aigtem krttg in Schlesien niederließ. Seine 5 söh» ne walm i) Andreas / welcher an. 15^7 aestorben/ und unter an- dem Adamum nachgelassen/welcher in dem kloster Leubus Haupt, und Amimann gewesen. r)Lazarus- welcher an. i;6i gestorben/ und erben beyderley geschlechrs nachgelassen. ;) Johannes/ wel« cher sich an. i; 27 bey einnehmung der stadt Rom befunden / und 4 söhne gezeugrt / von welchen Sebastranus Lächerlicher geheimder 8lath und Vice-Cantzler rn Bohmen / Henrieus aber Ertz-Hertzogs Martin,lram Cammer-Herr und Abgesandter in Moskau gewesen. 4) Sebaldus/ welcher an. mittvd abgegangen/ und Bai. thchar nachgelassen / der bey seinem an. 1602 erfolgten tobe seinem aeschlecht durch em testament die erd-gsitec Schrickwitz und Sag. schütz verlteß. ^Stephanus/ welcher als Lands-Hauplmann zu Namslau und «chlcs,scher Abgeordneter an dem Kayserlichen ho- fe/an. 1556 gestorben. Dieser verließ; söhne / von welchen zu mercken i) Lanrcntms / Kayserl. Rath und Camer-rilcai in Schlesien/ wie auch Furstl. Teschnischer Rath / und Ertz-Hertzogs Ma- rtmllianr II Gesandter.an die stadt Dantzig / welcher an. i;8; gestorben / und nebstz tochtern so viel söhne nach sich gelassen / von welchen Frtverlcus sich biß in das dritte jähr bey dem Kayserlichen Abgesandten an dem Türckischcn Hofe aufgehaltcn/Asien und Aftr- «am durcyrcrset/auch zlimRitter des heil. Grads zu Jerusalem geschlagen worden ; Laurentius in Kayserlichen kriegs-diensten in Um gärn geblieben/ Henrieus aber des Königlichen mann-gcrichts im Breßlamschen Fnrstenthum Assessor und etliche jähr i^les gewe. sen/ biß er an. 1S44 gestorben- 2) Andreas/ welcher bey dem Kay- ftr / den Hcrtzogen zu Münsterberg und Oelß / wie auch bey den Hcrtzogen von Lignitz und Brieg / die stelle eines Raths / und Cantzlers bekleidete. Er baute das schloß Dreßkr /jetzt Juliusburq) von gründ aus neu auf/ und zeugte mit seiner andern gemahlin Elisabeth von Gasron 4 söhne. Sigismund Gottfried von Heugel und Polokwttz auf Guttwohn/wurde an. 1694 bey dem Erb-Prin- tzen ru Zrrbst Hofmeister/und zugleich Hof.undRegierungS.Rach/ und starb an. >701. Sein bruder Hans Albrecht von Heugel und Polokwitz auf Manckerwitz / Fürstl. Oelßnischer Landes-Haupt» nrann/Läird>Hvsnchtep/Lo^iilch<'l-iimiö Reglötungs-Rath/ starb an. 1716/ nachdem er mit seiner gemahlin Anna Elisabeth von salcrenderg nnrerschiedlkchc kinder gezeugct / von welchen Si- gtsmulld Adolph an. 17:9 Sachsen-EiscnachischerHof.juncker/ Conrad Adolph aber in Hessen-Caffelischen kriegs-diensten war. In dem jetztgedachrcn jähr lebten auch noch des an. >716 verstorbenen Landes-Hauptmanns beyde brüber. i) Gustav Adolph von Heugel auf Guttwohn / Rocherinne/ Nieder-Strelik und Neudvrff/ Fürstlicher Oelßnischer Rath und Land-Hosgerichts-ersseNor. wie auch des Oelßnischcn Fürstenthums Landes-Aeltester. r) Conrad Hrwrich von Hcugel auf Großdcutschen/ des Oelßnischen Fürsten- tYUMs iM CoNstädtischeN LaNd-Lo!NM>>Hl>»s. Zclltet. curiok. ^eurnius / (Johannes) krok-ssc-r me-NcmL zu Leyden / den »;jan.an. i;4) aus einer alten Niederländischen familie zu Utrecht gcbohren / studirtr anfänglich zu Löven unter Gemma Frisio / hierauf zu Paris unter Dureto/ der ihn so wärth hielt / daß er jederzeit/ wenn Heurnlus etwas zu spätb in die ie spliorilmss tt^pp»cr 2 ris> öcc. Ne vit. nieNicor. bibl. Lclg, 2,4» -le, Ne tcri^e. oicN. LxsAö e!oA. N'lluora. tercee, Lrlien. Lsksv. p. kg- /.e/ck»/. p. 11; ic>. t^eusden/ Huesden/ eine von natur und kunst bevestiqte stadt nebst einem schloß in Holland, an den Brabantissl-en gräntzen, ; weilen von Herkogcnbuich, an etnem arm der Maas gelegen. Es gehöret eine zimlich writläufftige landschafft darzu, und hat vorzeiten den Grafen von Teisterband zugehoret. Robcrtus, der mittlere söhn Roberti I , Grafen von Teisterband, wurde m der väterlichen erd - theilung mit dieser Herschafft abgewiesen, und hinterließ Balouinum, welcher sich mit , emcr tochtcr Ed- mvndi, Königs in Engclland, vermahlet. Man sagt, sie habe ernst eben gärn gesponnen, als sie von ihres vaters Gesandten zu Hcus- den besucht wurde: dahero hatten tue Herren zu Heusdm zmtt waapen in einem goldenen schild ein purpur - rothes rad mrl sechs speichert, und dergleichen über dem Helm, blamn crone zwischen esels-ohren bekommen. Joyomnes IX vH'kauM Heuä- den Hertzog Johanni in Brabant, und starb an. * A^^rn' es war aber deffen sehwester Sophia, eine gemahltn des Grafen von Saffenburg, mit diesem kauff nicht zu frieden, st>r recht an Graf Wilbelmum den gütigen m Holland ; da denn endlich durh den König in Franckreich Wilhelmi sohn, gleiches namens, vermAt, und ihr die streif Herschafft mit gegeben wurde, von welcher zeit an st- beständig bey Holland geblieben, Spener nennet i; Adeliche gefchlechter / hex 78z sich abgestammet, unter welchen folgende deftndet. n-n. Ni^erlanv^^?n-I^^^^bine Freyherrliche familie in den mreoeuanoen, welche von Johann von Heusben, der um das labe cher r von Elshout, mit welcher er vlefe Herrfchafft und schloß auf sein aeschlecht brachte, m ^Vuakh den beynamen davon angenommen. Dessen ur-enckel Gerhard ist an. 1414 von den Gelderern umgebracht worden - dessen enckel gleiches namens starb an. i;88, und hmterlleß vier si>hne, dw waren 1) Cornelius, Herr in Elshout, und Statthalter vou Heusden und dessen i-rnwr-j. dessen söhn Theodorus an. >64» als Obnst-Lieuteiianl rn der schlackt bey Leipzig geblieben; 2) Ae- gtdius, der rechnungs-cammer von Geldern ur^ltä-nr, der an isr- mit hlitterlasiung etlicher s°>hnen verstorben; z) Jvo, der am 162-, als General-Empsanger des Königs in Svanien, durch Geldern und Zutphen, m,t tod abgegangen ; 4) Johannes, der an. 166 r als Konlgllch-Spamscher General-Empfänger von Seeland ver- storbeil^und unter anderen/öhnen Theodorum, Herrn in Midcls- wald, Schatzmeister zu Brüssel, hinterlassen, welcher nachgehends Rttter, und Königlich-Spanischer Ober-Ausseher des canals bey Brüssel, an. 1688 aber zum Baron von Heusden qe. macht worden. Er hat seine familie mit etlichen söhnen fortge- letzet. Lrtce/. ttemmsr. L. r p. Uz. «sie ri* no. ^euodorff/ ein amk und ehemaliges kloster in Thüringen, zwischen der Jlm nndSaale, unweit dem städtlein Apolda gelegen. Es ist den Hcrtzogen von Sachsen-Weimarischer linie gehörig. snogl. Lsx. p. rZZ L 49?. 6eusenstamm von Heißenstein / eine uralte Adeliche und nunmehro Gräfliche familie in den Kayserlichen erb-landen, deren stamm - schloß Heusenstamm in der Heßischen Grafschafft Katzen- einbogen gelegen. Otto von Heusenstamm oder Heißenstein soll an. 942 dem turnier zu Rotenburg an der Tauber beygewohnt haben. Martin starb an. 1540 tm 84sten jähr seines atierö, als Vlce Dom zu Mayntz, und hinterließ 4 söhne, die waren 1) Wallher, des Teutschen ordens Land-Comtur zu Coblentz, und Cbur- Mayntzischer Obev-Hof-Marschali. 2) Sebastian, Ertz-Bischoff zu Mayntz, von dem an seinem vrt. z) Reinhard, Chur-Mayntzi» scher Rath, dessen enckel Johann Heinrich Erb-Marschall desErtz. StifftsMayntz, wie auchChur-Mavntzischer Ober-Hof-Marschall, an. i6i; ohne erden gestorben. 4) Martin, Chur - Mayntzischer Rath und Amtmann zu Sreinheim. Dieser zeugte unter andere« Johannen,, Freyherr» von Heißenstein und Erb-Marschall des Ertz - Stiffls Mayntz, welcher sich in den Oefterreichischen erb» landen nieder gelassen, und an.i?98 gestorben. Von seinen söhne» wurde HanßJörg Kayserlicher Cammer-Herr, Rath und Hof» Cammer - rrLllcisnr der landschasst unter der Ens, und starb an. 1616. Von desselben söhnen, welche den Gräflichen titul erhalten, starb der ältere, Johann Ladislaus, Graf von Heißenstein und Grcbenhanstn, Freyherr aufSternberg, Herr aufRaitz, an. 164z als Kayserlicher Cammer-Herr und Rath, und hinterließ Ferdinand Frantz, von dem das Erb-Marschall-amt des Ertz - StifftS Mayntz auf die Herren von Schbnborn gekommen. Der jüngere, OttoHeinrich, war Kayserlicher Cammer-Herr, und hatte; söhne, der an. 169; als Nieder-Oesterreichischer Vice-Statthalter das zeitliche gesegnet. vom Allein, c. !Z4> iz;. r^/»- ^euterus/ (Pontus) war zu Delfft an. r;;; aus einem al» ten geschlecht gebohren. Sein vater hieß Johannes, und war Stadt-Richter daselbst. Als er den gründ seiner studien gelegt,wurde er nach Leyden geschickt, als eben daselbst an. 1 ?49 Philippus II als Graf von Holland ausgerüstet, wurde, allwo er auch unter dem andern hausten zugleich seine band aufhub, und den huldi- gungs-eyd mit nachsprach, welchen er nie gebrochen zu haben von sich rühmte. Als er das 1; jähr erreichet, wurde er nach Mechel» geschickt, und daselbst von einem frommen und gelehrten Priester, namens Framsscus Paust, unterrichtet. Hierauf grenz er m Franckreich, und kam an. r;6o „ach Paris, woselbst er sich eine zeit lang aushielt. Da er wieder zurück in sein Vaterland kam, nahm er den geistlichen stand an, und wurde anfänglich c-non-cu- zn Gorcum, muste sich aber in währenden mneestchen kriegen nach 8. Truyen r-xirixen, und wurde nach diesem Probst zu Arn- heim. Er starb den 6 aug. an. -611, verschiedene fchrifften hinter» tastend, als: re,um NurAunflstsrum PPros 6; rerum pLl^ic 25 Uin scoue /iullriscLruiii libros l; ; llc vererum sc sui keculi Nclßio; lla ÜberL tiominiL nsriviesre ; c^e vrtkograpkiL Lcl§lca. bidl. Kels. ' eine marck-stadtin der Eligellän- diwen provintzNortbumbertand. SieMaufdersudkchensertL lliilles Tine/ und Wär zu ansang der Sächsischen kilche ein Bl» muimwer Ich/dessen Dlschoff von Beda »szuillsllienüs genen» Der sünme Bischossvon Lrndisfam Oder Holy-Jsland war BWossdieses oM Kakle 9 Lc--ffores. biß endltch. de? sch b v den Dänischen einfüllen und Verheerungen ru Winde kanr nilttlerwettem denEttz-Vsschof- 784 hex hey UchensitzzuYorck/nachgehmdSaberbegabEoERurbam^ES ZSLNÄLE^ John Nevil/ ^l-rquis von Montag,ic die Lancastrier/ und wurde öeßhalben von Eduärdo IV zum Grafen von Northumderland gemacht. c7-r«-/e»r Lricrnnis 9.6;l. MXEIL.I« ist die erd-enge bey Corinlho / so Mörea Mlt dem übrigen Grtechenlande verkmtpffek/ und hat den namen daher bekommen / weil sie in der breite 6 meilen auskragt. Dcmetrtus / Juliuse«^. Caligula/ Nero und Hcrodes ^,cus haben M bemühet / selbige durchhauen zu lassen/ und Morea zu einer msul zu machen / aber vergeblich. Ein Griechischer Kayser ließ am,4, i wider die Lürcken eine mauer darüber führen / gleichwie die Vcnc- tianer schon vorhero gethan hatten; allein Amuralh II riß sie am 146; darnieder / und Mahomet ll ru>n,ctejic am 1465 vollends biß anfden gründ / den Venetianern zu grossem schaden / welche unglaubliche kösten daran gewandt sie zil bcvestigen/ gestalt sie,,6 thürne und drey cskciie darauf bauen lassen. MX^kHOft-VN. von -E - tinv^, fero. war bey den Römern eine sensste / die von 6 Personen getragen ward / und kam sonderlich vornehmen/ reichen und prallcrhaff.cn leuteit zu. Diejenigen / so etwas verständiger waren / liessen iich nur von vieren tragen. Weil aber auch gemeiniglich die todten baar von 6 Personen getragen wurde / so gab man auch denen solchen namen/ wenigstens denjenigen zum schimpff/ die jich aus Hochmuth von s trägem bey guter gesundheil bedienen liessen / wie auß den stichlenden versen Martialts erhellet i , l-Lxior nexspliorir rns 6r leLkics, liccllie z Duco cLmcn liLc rua llr, 2oi!e- l2»6zoilL eil. 6e servil. k-r/r/c«,. * > ein buch/ welches den Hebräischen tcpt der btbcl/ Mit Hebräischen und Griechischen duchstabcn/ nebst dcimidersctzun- gcn der?« dolmetscher des Aquilä/ Lheodokionis und ^yminachl/ rn 6 verschiedenen coiumncn in jich faßt. Man hat nachmals noch die siebende Übersetzung hinzu gefügt/welche zu Jericho gefunden worden / ohne des gmoi-is namen/wie auch endlich gar die achte/ nicopolirsiiL genannt/weil man siezn Niropolis gesunden. Ort- aenes hat eine Übersetzung der Psalmen darzu gethan / und dic>cs buch hat den namen »-x-pion stäts behalten / weil die sünffle und sechste Übersetzung nur einige gewisse biblische bücher betraf / so daß des gedachten OrigeniS wcrck an etlichen orten nur s / an andern aber 8 und in den Psalmen 9 coiumne,, hatte. Andere sind der Meinung/ daß die 2 cviumnen des Hebräischen tertes nicht mit gerechnet worden/ und man die Übersetzung der Psalmen nicht so weil in c«n. jicierstion gezogen / daß das buch davon einen neuen namen hätte bekommen sollen. Als diee-UrMn nur die Übersetzung der7«dolmct- scher/ Aquilä / Theovotiönis und Symmachi in sich begriff/wurde sie iclrzpion genannt / und den namen gab man dißwci- Irn auch den 8 Übersetzungen / worunter die zu Jericho und Ntco- poli gefundene mit begriffen waren. Ruffnus / da er von diesem grossen wcrck redet/sagt/ daß Origenes selbiges wegen den stälcn strettigkeiten zwischen den Jüden und Christen vorgenommen und befördert / um die Christen in der heil. schl ifft recht zu unterweisen / welche allemal die Übersetzung der 70 dolmetschet anzuführen pflegten / gleichwie die Jüden sich auf den Hebräischen tepl bericffcn. Denn solchergestalt wiese ihnen die verson des Aquilä nebst einigen andern Griechischen Übersetzungen des Hebräischen tcricS/ wie die Jüden die bidcl lasen und verstünden. Weil aber wenig lenke vermögend waren / sich ein so grosses wcrck anzuschaffen / so nahm sich Origenes vor/ dassclbige in einen kurtzen begriff zu bringen / und gab zu dem end die Übersetzung der 7--dolmetschet' heraus / welcher er einige aus Theodotionis Übersetzung genommene ni^i-mcmL beyfügte/so diejenigen örter betroffen / wo die7odolmc!schcr mit dem Hebräischen tcrte nicht i'ibcrcin kamen / und diese m p>c,>ic»:2 waren mit einem -tterilmo oder sternlein bemcrckct. Desgleichen bezeichnete ek auch diejenigen p-iNxen mit einem kleinen strichlcin / wo die 7« dolmetschet.' etwas hatten / so im Hebräischen sich nicht befände. Ltt/cör«- um. cccl. I. ü c. r6. c^rai. lcripl. cccics. in Vrigene öc I. r o6v. kkullniim c. 8. cic 9on6cribus öc menk. 129. 19. lupcr Lpis-Usnium. Uilloir. ccic. 6u vieux cellsm. 6« nouv. UiUI. 6cs surcurs ccclcU ^evde/ oder Heide / eine alte Lsronic in Flandern/2 Meilen oberhalb Oudenardc/ bey der Scheide gelegen. Scydcrodorsf/ Hedersdorsf/ eine Abcliche familie, welche schon zu ansang des 14 tccuii an dem Rhein floriret hat. Von dan- nen hat sich eine linie in Franccen begeben, und zu ansang des 17 seculi den Frcyberrlichcn titttl erlanget. Gerlach >uar an. ,Z7l MarschaU der Krafschafft Wicd. Neinhold vertrat an. 15 24 die stelle eines Commcndanten zu Malmoe in Schonen. Georg Freyherr, war an. 1619 Pfaltz-Neudurgischer «Ltakthalter. UM diese zeit lebte auch Damian Ludwig und hatte z söhne, die waren >) Heinrich Philipp Jacob, Obigster und Fürstl. Würtzburgischce Amtmann zu Astchach, der 5 söhne nach sich gelassen. 2) Johannes Lotharius,Obrist-Lieutcnant zu Coblentz. z)Gcorg Eberhard, Kanserl. General-Feld-Marschall-Aeutenant, Ritter dcüTeutschcn ordens und Commendant zu Heydclbcrg. Weit dieser an. 169; in der Frantzösischen dclagcrung so wohl die statt ohne noth verließ, als auch gleich davaufdas schloß wider alle knegs-rLnon übergäbe, ungeachtet ihm Printz Louis von Baaden gewissen luccu^ versprochen hatte, so wurde er zu Heilbrunn in arrest genommen, von dem bey Ritter-orden öcgraäiret, und mit dem -xilio bestrafft. Als ibm dS Luöiteur angedeutet, daß der Kayftr das todes-urtheil in die entss tzung aller seiner ehren verwandelt, soll er geantwortet haben - d S hab ich wohl nicht verlanget, v. r. 9;. L iaU^r. 6er rcic 9. 1000. leb. IL. l.eop. ?. 2. p. 1174. ^ Seydorff/ eine alte Adeliche familie in Tyrvl, welche a»z Schwaben dahin gekommen, und vor 8°° jähren schon mit vielen Adelichen geschlechtern sich verschwägert, wie denn an. 969 M,' gard von HeydorffBertholdi vonSchwendigemahlin gewesen, M nebst andern, vornehmem fraiienzimmer dem thurnier zu gürich zugefthen, auch in gedachtem Jahr auf dem Thurnierzu Messe, bürg Danck-austheilenn gewesen, »ieron^mus von Heydorffwor zu Kayftrs Marimiliani I zelten ein berühmter kriegs-held.rrML ff^rol. ckrentcr. 9. 6;. ?. z. 6 eylin / ( Petrus ) ein gelehrter Englischer Nikoncm unk im-oiogu-, Ware zu Burford in der Provllitz Orford den 2- nov än. 15 99 (andere schreiben an. 1600) aus einer altenWalljsche» Familie gebohren. In seinem 14 jähr wurde er nach Oxford «, sandl, die zu erlehrnen, allwo er auch nachgehend Socius LolieZii worden. An. 1622 verfertigte er seine hetnach so oft vermehrte und verbesserte berühmte L-ozr-p^m. zu welcher er Mehr nicht als 2 monath angewendet, obschon er vorhero in seinem collcZio öffters Ucüioncs cosmogrzpiiiczs gxhgs, teil. Als König Jacoblis I ohngefthr auf ein ort dieser Ocvgttxilir in dem lesen siele, in welchen, der ämkoc dem König inFranckreich bor dem Englischen den vorzug gab, befähle er im zorn das wcrck zu ll'pprilnicreu ; Es wüste aber Heylin solcher scharffen-xccmiM vorzukommen, in deme er die schuld auf den trucker geschoben, nnd gäbe fein werft an dieser stell carriert heraus. An. 162; M er eine reiß inFranckreich, säumte sich aber daselbst nicht gar lang. An. 1627 culpuric'te er in Hoiogis, und behauptete, die Kirche wäre nicht unsichtbar, worüber ihne Joh. Pridcaux, Königl. Hicoi. welcher vorhero das gegeNlheil osienllich aelehret / mächtig gescholten, und einen Nc>i»rminiL»um . Papisten rc. geheißen; Doch brachte eben dieftsHcvliN bey demBifchoff von Bath und Wells, W.Lciud in gnnste,worauf er an. 1629 zumKönigl.Prediger aufrccvmmcn62iion des besagten Lands, lind hernach Zum KcnllLrio von Winchester gemacht wurde, darzu noch in folgender zeit die sehr einträgliche QcÄorcy von Houghton , welche« aber mir deren zu Alresforb und hernach zu Warnborough vertauschel, gekommen. Lo ward er auch an. >6j; OoSonind Tt,-o>. zu Oxford. Bey entstandenem einheimischen Krieg, in welchem er hefflig des Königs Parthey genommen, käme er eben dieserussich wegen um all däs ftinige, so daß er sein armes lebe» zn erhallen zu Oxford seine gutfchen nnd Pferd zu verkauffen gezwungen wurde; Deßwegen er schertz-weise zu sagen pflegte: Er lebe von altem ledcr und Roß-fleisch^ Hierauf gienge er bald in Baurcu- bald aber in Edelmamrs-KlciderN in der irre herum, und tonte nirgendswo eine sichere wohnstätte finden; Einsinals wäre er m den psriLMcnt.riis schon ergriffen, und witschte ihnen doch wunderlicher weis wieder aus den Handen. Bcn wider-cinsttzung Cawli II gelangte er zu allen vorigen Ehren-ämtern, genösse auch deren in guter ruhe, biß an sein end, welches den 8 May an 1662 erfolgie. Er wäre ein Mann von schönen gaabcn, ein guter Poet, or-m, U>iwricus und Lsryricus , cin grosser hässer der Calvmifcheit Meinung von den unbedingten ratbschlüsscn Gottes, ein sonderlicher liedhaber der alten kirchcn und dero ccrcmonicn und ordnungeu; dabero cr auch, weil er für die bey behalt»ng einiger c-c-m»weu ans dem alterthum so starck chstrtc, eben wie sein ka-ronLuud, von einigen für cin Papist ausgeschrven worden. Einige jähre vor seinem töd vcrlohre er durch cin scharffcs sicher seine äugen, wor- durch er in seinem grossen vorhaben sehr viel gehindcret worden. Die vc-sbsi-riLiics, wie auch BischofWilliams, welcher hernach Ertz-Bischofzu Jorck worden, und on-ti. Prideaur , waren stire inächtige feinde. Als Heylin an- 164« einmahls in gegemvart Williams predigte, Und die lcuthe zur moaersiion anmahnete, schlüge dieser hart an die Cantzcl, sprechende: Höre auf/Peter/ von diesen seichen zu tkden / höre auf. Er aber antworte» auf der stelle ohne Veränderung: Mylord! ich habe noch etwas zu sagen / hernach will ich ein end machen. Fuhre au« darauf in seiner Materie biß zu ende fort, obngeacht der BGM in grimmigem zorn einen crfchöftlichen -umulr erregte. Man hak von ihm cuic sehr grosse anzahl in Englisch verfertigter i'0e°iox>- scher, ttiNoc,scher und vn-tischcr schrifften, darinnen sich zwar mir wcitläuffige cc»6iric,n befindet, jedoch auch seine pwiian, Mbmchl weniger eine zimliche Übereilung und negiiZc-»,:-, sonderlich mv>« storilchen lachen, sich bliftcn last. Die fürnebmste sind: Aw- cosmus oder Qcogc-vkic; Historie des Ritters St. Georg aushav« padocicii; »iNoc. vk rke s-bbsr; Hist. von Liturgien ;YM-von den, kpil'copzr; Ovprl/mus; -,nglicus, oder das Lebe» -4e,iüs ceUivivus, oderijöistorie der Vcesbicett2!ier; Das lebenEaroili, Historie von der «.ckorin. der Engl. kirchcn, von Henrico Vlu an bißaiifdieKö»iginElisi,berb; Hlstorieder; NcmonllrLm.artlcM. -rkc lumm. okcnc.n. oder aiißlegungdes 8;wbn>>äk'°M-. in kol.; Von stellUng der H. tafcl gegen morgen widerWMM ' Oalvinills cLbincc unioctceU gegen Parker; Predigte»; , in kol. öcc. k're,/c?. kke)-/m 3U 6cvLnc 6c tes lttitke! > ^ wcices. 1°. >2. k'k'oo/ kill. «8c -rnl.Oxon- zgzinik Mcliolz. (A-c. * ^eyssen/ (Franciscusvon)HcrrzuSommerdift,indtt^^ viul; Holland, ward in dem dorf Llrestii auf der nll«lOv . gcböhren, und nachdem er unterschiedene niedrige gnner vc ^ st in den Rath der Staaten von Holland aufgenommen. Er ward an.lSo;, um bey dem Könige von Frankreich hülffs-völcker zu / in «r^inair Lm^tiäLjeur , dergleichen Verrichtung er übermahl an eben diesem Hofe an. ,6°6, an. lüiy aber zu Venedig und nachdem inEngeltand zu unterschiedenen malen aufsich nehmen müssen. Er ist an. 1641 gestorben „nd hat einen söhn Cornelium hinterlasse«/ der noch bey des vaters leben Louverncur in Niemmegcn worden. hezilo oder Echito / ein naher anverwandter des Marggrafen Eckderti zu Sachsen, ward an. 1054 zum BischosszuHildesheim erwählet, nachdem er vorhero Probst zu Goßlar gewesen. Er hat sich absonderlich durch das blut-bad zu Goßlar bekannt gemacht, wozu die alte gewohnheit, daß der Abt von Fulda bey allen zusam- menkunfften der geistlichen Fürsten seinen platz neben dein Churfürsten zu Mayntz genommen hatte, gelegenheit gegeben. Als nun an. 1062 Kayftr Henricus IV das weynachts-fest zu Goßlar hielt, und der Abt zu Fulda Wideradus in der kirche seine stelle neben Chur-Mayntz nehmen wolle, wolle Hezilo in seiner st-mc« denselben nicht über sich sitzen lassen. Es würde auch schon dazumal zwischen beyden bedienten von Worten zu rhätlichkeiten gekommen seyn, wofern sich nicht Hertzog Otto in Bayern der lache angenommen hatte. Als aber jahres darauf eben dieser Kayftr daS pfingst-fest zu Goßlar hielte, und beyde geistliche Fürsten von Hildesheim und von Fulda daselbst gegenwärtig waren, hatte der erste, nachdem er gemerckt,daß der Fuldifthe gemalt brauchen würde,denMarggrafen Eckbertum I zu Sachsen mit etlichen soldaten hinter den altär versteckt. Wie nun die stuhle soltengesetzet werden, gieng der streit an, beyde Partheyen brauchten erstlich die Hände, und darnach den de- zen, und als Eckbertus dazu kam, so ward ein solches blutvergief- en, daß das blut zur kirch-thüre hinaus liess. Hezilo stund von ferne, und schrie seinen leuten zu, sie sotten sich wohl halten, und daran nicht kehren, daß die kirche entheiliget würde, er wolle dieselbe schon wieder einweihen. DerKayser aber,weil er ein jungerHerr war,un zurzeit noch keine sonderliche --morgärhatte,machte sich aus derkir- che,und ließ der fache ihren laufst Endlich behielten die Hildesheimischen die oberhand.und dieFnldischen wurde theils erschlagen,theils verwundet, uud theils gefangen. Des andern tages ward die schuld aufden Abt zu Fulda geschoben, welchen Hezilo mit allen sseinen leuthen in bann that; Marggraf Eckbertus wüste auch die fache beydem Kayser,der sein naher vctter war, bestens zu entschuldigen, und der Abtmuste noch dazu amKayserl. und Päbstlichen hofgroffe geld-summen sscnwren. (siehe hierüber noch den art. Goßlar.) Hezilo starb an. 1079, nachdem er in 6 jähren die abgebrandte cLriis^Li-kirche vortrefflich wider erbauet hatte, »iillests. mekrop. 8sclis. ebnn». Tezrai / ein Carmeliter, war einer von den Helden des Königs David, dessen erwehnt wird r r;° v. z;. HIssssst .18 > ist ein berühmter canal, welcher durch die gantze stadt Cairo in Egvpten gehet, von dem flusse Nilo an bis in die selber hinaus. Wenn gedachter ström ansänget auszutreten, pflegt man einen hohen dämm zu ende dieses canals aufzuführen, um das wasser abzuhalten, bis daß es hoch genug worden. Darauf wird der dämm weggethan, damit das wasser durch diese 1; schuh hoch Hindurch lausten möge. Dieses wird der durchschnitt von ttUsii; genannt, welches im augusto mit vielen ceremonien und freudm-bezeugungen geschicht. Wenn aber der ffuß gegen ansang des Monats oÄobrir wiederum abnimmt, und das wasser anfangt zu stehen, macht es alle benachbarte vrter ungesund. Jedoch wird dieses stehende wasser sehr hoch geschätzt,als welches dieUnter-nslL den gärtnern verkauffen, die garten-erde damit zu düngen. Eben dergleichen freudm-bezeugungen geschehen in gantz Egypten,wann der ffuß Nilus anstritt, weil die fruchtbarkeit des landes daran hänget. Tdei/eEunä slle snrlcre Lßypristke reilUtckreibunZen. MLUL. eine art von Mahvmetanischen Priestern, welche in den mocböcn an einem erhabenen orte gewisse ihnen beliebige capituls aus dem-icorsn pflegen herzulesen, unter welchen sie die längsten bis auf die freytage »ersparen, weil der gottesdienst an diesem tage länger währet, und mit mehr anbettungen und meder- fallungen begleitet ist, als an andern tagen. voy-Ze -u monc itzibsn. ^iamuen / ist eine wohlbefestigre stadt in der ChinesischenPro- vintz Fockien, auf einer insul, nahe bey dem südlichen vesten lande gelegen, nicht weit von Ganhay. Von hier werden alle waaren aus gantz China in Indien und die Lussanische oder Philippinische insuln verschafft. Sie gehörte vor zciten einem berühmten see-rau» ber, mit namen Jquon, welcher daselbst eine flotte von ;°°° grossen Chinesischen schiffen hatte. Sie ist auch wegen ihren schonen ge- bäuden und grosser Handlung sehr ansehnlich. 0^,»» ciuna. -6iabras/ oder Iabras/ wird vor einen söhn des Jupiters von der Nymphe Garamantis, und vor einen Konig der Getulrer, ausgegeben, welcher die Carthaginensische Konigm Dwo zur ge- mahlin begehrt, und auf erfolgte abschlägige antwort ihr damals noch nicht recht bevestiqtes Reich mit kriegs - macht angegriffen. AIs nun hieranfDido von ihren Unterthanen «ich genöthigt gest. hen,ihnen durch die gesuchte Vermählung einen ftieden zuwegen zu brinaen, soll sie, unter dem verwand, daß sie vorher dem gersi ihres erstengemahls Sichäi ein völliges genügen thun wolte, aufeinen zu solchem end auffgerichteten scheiter-Haussen gestregen seyn, und daselbst sich unvermuthct mit eigenen Handen entleibt haben. Von Birgitts und von Ovidio wird diese Historie des Hiarba und der . hia hie 785 D'do mtt andern umstanden erzehlt. ^.^».1.4.0^. »croia. war ein König in Danemarck, um diezeihda Cbri- III starb,versprachen dieReichs- ^A"öedemMlgen die krön,welcher das beste leich.carmen aufden -in chürde; Darauf setzte Hramus, der ^ni^^AAer kopssaber geringen herkomens,war,em cpimpkium ant, welches den Standen so wol gefiel, daß er mit elnmütblarr stimme zum Konig erklärt, jedoch nachgehends ^ ^^t von Friedlev, des Frsthonis söhn, überwunden, und endlich als er sich an dessen Hof jn Verstellung eines faltz-sie- ders aufgehalten,und erkannt worden,ermordet wurde. 6^. liitr. Dsn. 6» snk. Dän. t loruz O2Q. xv^cammbo/ ein kleiner fluß in Spanien, der in dem zwischen Neu-Castilren und Andalusien ügcnden gedurg entspringt, und bey der stadt Andurar in den Guadalquivir läufst. ^ ^icetas/ein tyrann zu Syracusa, welche stadt er durch hülff der Leonttner, deren Haupt er war, mit veriagung des jüngern Dio- nyju in seine gemalt gebracht hatte; wiewohlen dieser gleichwohl ttnmer die insul wider ihn behauptete. Aber bald hernach kam auch Timoleon dazu, welcher von Corintho war geschickt worden, um die L>yracusaner von beyden Tyrannen zu befreyen. Er schlug ihn auch etliche mal, und jagte dessen volck wieder aus der stadt, wor- innen sie sich nur einige monate hatten mr-memren können,biß endlich Hicetas selbst in einer schlackst das leben verlohr; wornach ihn doch sein feind ehrlich zur erden bestattete. Die geschicht fällt ungefehr in Olymp. ir;. r. u. c. 474. L. 1^. Z704. a. L. r8o> DroL Äc. I. >6. * Hidalgo/ ist in Spanien die allgemeine benennung derer, die sich einer edlen ankunfft rühmen können.Jnsonderheit aber kommt dieser name denjenigen Edelleuten zu, welche weder QrsnUes „och luulsllo- sind.Einige «leriviren dieses Wort von irsiic»; weil nemlich zu der zeit, da die Römer noch meister von Spanien gewesen, die itsii oder coiom« Italic^ freyheit von crib«. nebst andern Vorzügen, genossen, weswegen man hernach die,so dergleichen Vorrecht gehabt, ir-licos, und allmählich, auf eine -orruple art, «»^igos zn nennen soll angefangen haben. Andere hatten mit grösserer wahr. scheinlichkeit davor, daß so viel sey, als u-jo ae slZo, das ist, ein söhn von etwas/ nemlich von etwas rechtem, oder von etwas gutem, gleichwie man etwan rm gegentheil in dem Frantzöst, schen sagt: un komme-le nesnc, d. i. ein mensch von mchrs/um dadurch einen verächtlichen und gering- schätzigen menschen anzudeuten. Wiederum andere stehen in den gedancke», daß Hidalgo zusammen gesetzt sey von vijo 6ci Qoncisi-co»eAen,und ein jedweder ist gehalten,nach der deschaffenheit seines lehn-guts,auf seine eigenb kösten so wol hosi> als kriegs - drenste zu thun. Die Portugiesen geben ihren Edlen, hauptsächlich aber denen, welche weder Hertzoge, noch Marggrafen, noch Grafen sind, den tltul k-nZm. Diese halten beständig darüber, daß auch der geringste aus ihrem Mittel,wenn er einem an dem Portugiesischen Hof besindlichenKöniglichen oder anderm ^m. die viflre gibt, über denselben in dessen hauß die oberhand haben muß; welcher gewohndeit der Frantzösische ^mKüLaeur, kcLrcjuir stoppele, auf seines Königs Ludovik! XIV orlli-e, sich zwar eine zeitlang widersetzte, endlich aber, gleich andern fremden Ministern , unterwarfst «ie /o, Kitt. lle lo; Keye8 Oocjos p. 2)7. cle orig. lingu. btiss- 6-lII. I. I c. 8. all leZ.; C. cl. epillc. L cler. tte nobili. rsre p. Lc. ; n.60,-reL cie polest, in le ipstim I. r c. rz n. 24. t'LA. f. 96. L-E«. l. ?. I. 6 c. 1. Lett cclcwon. polic. p. 6 I. 7. ^iempfal/ war des Micipsä söhn, und des Adherbalis bruder. Jngurkha ließ ihn nach seines vaters tod hinrichten. ( sthe Ad- ^^iera/ war eine gemahlin Telephi, Königs von Mysien, und von so grosser schönheit, daß man sie auch derGriechischen Helena vorgezogen. Eine andere Hiera war an einen Troianer, namens Alcanor, vermählt, und gebahr ihm Bitiam undPandarum.^». >kn.!. 9 V. 67z. ^ierak/ sihe Mrach Agemi. ^ ^ IIILX^?dI8, ist eine stadt in Syrien, sonst Bambyca genannt. Sie hat ihren namen, als welcher eine heilige stadt bedeutet, von der Göttin welche daselbst verehrt wurde. Nach diesem wurde sie ein Ertz - Bischöflicher sitz unter dem Patriarchen von Antiochien. ilb. ; c. rz. l.b. <6. geogr. snk.I. ; c. ir.. HIMJk 0 I.I 8 , eine alte stadt in Groß-Phrygien, oder nach II theil. Ggggg der 786 hie der jetzigen benennung, in der Natolifthen Provintz Oermian, c. Bieres/ ist eine kleine Frantzöstsche stadt auf einer an der küsse von Provence gelegenen insul, 2 weilen von Toulon. Sie ist eine von den alten Marsilianischen colonien, oisti- (welches in derGrie- chischen spraach glückscelig heißt)genaunt,wegen der gute des dasi- gen Hodens. Nachgehends bekmn dieser ort den namen x-LL, von welchem die jetzige benennung Hieres entsprungen, so gleichfalls einigen aufdem Mittel - nieer gleich gegen über ligcnden insuln gegeben worden, welche man sönsten auch u-8 , und u- l-erinr nennet; wie sie denn auch schon vor altcrs Mlul-r l.innc,ile; hiessen, und wegen den sich allda aufhaltenden gelehrten,denen man aber in der lehre von der gnade und bekehrung des menschen einen halben yeisgiLnilmum zumessen wolte, im sünssten und folgenden lecuiis berühmt waren. Lie war vorzeiten ein der vcstcsten Plätzen der küsse, allwo die pilgram, so in das heilige land reisen wollen, absegelten, ehe der see-comp»i- erfunden wurde. Diese stadt und Herrschaffnst vor altem denen Vice-Grafen von Marseille zuständig und ein LpprnLfllum oder abtheilung der jüngeren söhnen gewesen.Gottfried H hat sie an. 1140 seinem iüngern söhn Pons ll- Fos gegeben,dessen Nachkömmlinge solche besessen, biß an. -257, da Ca- rolus,Hertzog von Anjou und Maine, ein brudcr Königs Ludovici 8Ln0di, so bald er durch seine hcyrath mit Beatrix dem Gräflichen Erd - Fräulein von Provence diese Grafschafft in besitz genommen, so gleich sehen lassen, daß er keinen freyen und von ihm unabhängigen Adel im land dulden wolte,wie er dann einen nach dem andern unterjochet hat,biß aufNogerium und Bertranduin llc Fos, Herren von Hieres, welche ihm starckcn widerstand gethan, also, daß er sich gezwungen sahe, sie in ihrer stadt Hieres zu belagern , die sie auch ; monat lang tapffer ausgehalten, endlich aber dem gemalt weichen, und in einen -ccoell eintretten mußten,krafft dessen sie die stadt Hieres mit allen zu - und angehörden, obgedachtem Hcrtzog Carolo übergaben, und dargegcn andere örker und land von ihm empfien- gen. Es wird allhier viel meer-saltz gemacht. Man findet auch nirgends schönere gärten als allhier.Es ist in gemeldler stadt eine coUc. Kiar- kirche vor weltliche Lrno„icor, welche an. 1572 dastlbst durch Wilhelmum te »Ulic. Bischoffvon Toulon, sind gcstifftec worden; und nachdem der daselbst an. 1544 gcstiffrete gcrichts-sitz eines kenznks von dem Senccli^i selbiger Provintz, an. 1644 nach Toulon verlegt ward, richtete der König an. i6;f durch ein -cstü einen andern mit allen darzu behörigen bedienten an.Bey der au. 1707 von dem Hcrtzog von Savoyen vorgenommenen bclagerung vonTou- lon landete die Engelländische flotte allhier. (sihc stillolr. rk!er-> einvw>„c ->2 wocdcn ist. cstil. 7 still. 146.LL7L,« -6ierocles/lebte zu ansang des vierdten seculi, und war anfäiia- lich in Dlthynien, hernach aber OouverneurvonAlem^ drien. Er war der vornehmste urheber der Verfolgung, welche die Christen unter dem Kayser Diocletiano erduldeien.Er ließ siel gh nicht begnügen, selbige durch seine gemalt zu erschrecken, sondern suchte sie auch mit seiner feder zu widerlegen. Zu dem end verser. tigte er 2 schrisslen, worinnm er behaupten wolle, daß die heilige schafft dadurch,daß sie ihr sechsten widerspräche, ihre klafft verlohn Er war gar hefftig wider unsern Heyland und die Avostel,und stellte eine vergleichung an zwischen Christi und des Apollonii Tvanäi wunder - wercken, um darzuthun, daß Apollsnius Christo in die. sein stück gleich käme, oder selbigen wohl gar überträffe; LactaiM und Euscvlus aber haben wider ihn geschrieben. Es wird gesagt, daß der Märtyrer AedesiuS einsten mit einem grossen eyfer befallen worden, indem er, als Hierocles über die Christen zu Mexandrieii zeucht hielt, zu ihm genahet, ihn mit harten Worten angelassen, endlich gar in das gesiebt geschlagen, zu hoben geschmissen, und er. innen, nicht mehr wie bißhero wider die Christen z,Verfahren. Doch ist auch wahr, daß Eusebnis hicvon sehr dunckel redet, und sich vergnüget hat zu sagen, Aedesius hätte den wider die Christen allzu feindseligen Alexandrinischen amtmann mit Worten und in der that beschimpffct, ohne daß er im übrigen desselben namen vermeldet. Die aber alles klar ausdrucken, und den namen Hieroclis deutlich hinsetzen, als ^l-r.ipkerll-z und die Griechische dt-nLZ, haben bey weitem nicht das nöthige ansehen, daß sie eine solche fach könlen glaubend machen, welche auch in der that an Aedestosd leicht nicht zu loben wäre. comra ttie-ockin. ic, oc mLttje, ?2>a:lki»L c.; z> ;e6 Le in nons. still. Iitt>:r * hierocles/ war des Alypii söhn, der in Engelland comw-w-Hrt hatte, und welchen der Kayser Iulianus nach Ierußilein fchicktc, um den tempel daselbst wiederum aufzubauen. Weilda- mahlcn die Christen sich gern an denen rächen mosten, welche ihm in den vorhergegangenen Verfolgungen allzu grosse drangsalenangethan halten, so wurde auch dieser unter des Valcnlis regiermg nebst seinem vater angeklagt und greulich gemartert, daß er sagm solle, was man von ihm verlangte. Endlich als er nichts bekennest wolte, wurde er zur straf des feuers verdammt und gcsfchret; allein, da dieselbe vollstreckt werden solle, kam das volck Haussen - weiß zu dem Kayser, und bat inständig vor ihn, daß er endlich gnad erhielt. Er war in seiner jugend Libanii lchr-jünger gewesen, von dem er gar hoch geschähet worden. L-L»». cp. 184. 8- mcomxr-li. tlci nrcun 1.19. * Aerocles/ein Platonischer istiiioli-pllu; aus dem z seculo lehrte mit grossem rühm zu Mrandricn, und verfertigte 7 bücher vonder providentz und dem tsro > welche er dem Olympiodoro, dcr dnech seine gesandlchafften dem Römischen Reich zu des Kaysers Honom undTheodosti des iüngern Zeiten grosse dünste gethan hat, zuschrieb, wiewol selbige bücher nicht mehr übrig sind. Allein so viel mau aus des Photti -xcraÄ, den er darvon machet, ersehen kam hat er zeigen wollen, daß die lehre Platonis mit der Aristotelis lehre gar genau übcrcin kante, und daß diejenigen, so darinnen einen unterscheid suchten, beyde nicht recht verstünden. , Insonderheit suchte er cic lehre von der providentz und den k-nsiitätemso wol als von des menschen freyem willen, genau zu erklären, und gab vor, daß das mn- hierzu m der lehre von der Wanderung der stele aus einem leib in den andern begriffen wäre. Er wolte auch behaupten, das Plato gelehrt hätte, die weit sey aus nichts erschaffen. ErverM- ralhcte sich auch, und weil seine frau besessen war, bemühest er >>cy, den teuffcl aliszutreibeii, aber vergeblich, hingegen ein andererem, l olopkus, Thcosebius, welcher des Hcrodis lchrmeister gewesen, soll dene, ohne daß er die beschweerüngeu je gelcrnet , gar weht vertrieben haben. Doch wird die cigcnkliche art, so er dabeyge» chct, von Photio nicht angeinerckt- NK.; c. Inül. ^ c. l8. x>role§. in ttieroclem. L/I've NI . liccer. L/rx/e. ^ Aeron I, des Dinomcnis söhn und des Gelonis brudcrKch von Svracnsa,welcher, als er die stadt Gela unter sich geMWi' l glücklich war, daß die stadt Syracusa sich ihm imlcrwarst, °a nur einige bürgcr, welche aus der stadt vertrieben waren, da>c > wieder einsetzen wolte. Er übergab hieraufdie stadt Heia ue> . seinem brndcr Hicroni, und bemühest sich nur, die stadt in bessere aufnähme zu bringen. Er regierte daselbst fthr gmm 0 und erlangte durch feine siegreiche waafcn grossen niM , W / sich auch durch seine gute regterung bey seinen untcrthanm D liebt. Hieron aber, der ihm auch in der regiermig von Wders gesinM, indem er fthrgeitzig und tzrsstig war, bergestast, daß viel den Vorsatz hatten, ihn aus demwege zu räumen ; allein das «ndencken fernes bruders hielte sie noch zurücke. Er suchte seinen bruder Polycelum, weil er sahe, baß er von den Syracusanem geliebt wurde, aus dem wege zu schaffen, zumahl er ihn vor verdächtig hielte, als strebte er nach der kröne. Er wolle ihn dannenhero den Sybaritern, welche durch die Crotoniater eingeschlossen waren, zum fuccurs schicken, damit er elwan im streite mit umkommen mochte; allemPolycelusmerckte es, und bedanckte stch davor. Weil er übersähe, daß er seinen bruder dadurch hefftig erzürnet, retirirte er sich zu dem Theron, Könige von Agrigent. Durch dieses The- ronis Vermittlung wurden beyde brüder einige zeit daraufwieder mit einander ausgesöhnet. Ehe noch diese Versicherung erfolgte, hatte sich Hiero zum krieg wider Theronem gerüstet, um daß er seinen fluchtigen bruder aufgenommen. Allein wie die burger von Himera sich dieser gelegenheit bedienen wollen,Theronis jvch abzuschütteln und Hieronem heimlich anlockten, ihrer statt mit seinem kriegs-volcke zu nahen, wäre dieser so großmüthig, daß er seines feindes rebellen anzunemmen ausschluge, und dem Hier» die gantze fach erofnete ; welche that den gleich darauf gefalzten vergleich am meisten beförderte. Allein Thrasidaus, Theronis söhn und Nachfolger, gienge von seines vatters klugen und friedfertigen rathschlagen ab, und fieng einen unglücklichen krieg weder die Syracusaner an, indem Hieran ihm in das land fiel, da es denn zu einer Macht kam, welche Thrasidäus nebst seinem Königreiche verlohr. Hieron starb endlich in der statt Catana in dem aten jähre der?8sten oiymp. v. c.,87, ivi.;; 17, -e. L. 467, nachdem er n jähr regiert hatte. Er hatte selbige stadt,nachdem er die vorigen Anwohner daraus gejaget, wieder erneuern lassen, und eine Griechische colonie daselbst angelegt. Wie er denn auch selbigem orte den namen Aetna gab, er selbst auch, nachdem er in den Olympischen und Pythischen schauspieien den sieg davon getragen, den namen LinL-nlls annahm. Ihm iuccecNxte nicht sein söhn Di- nomenes, obschon er den vater überlebte,sondern sein bruder Thra- sybulus, welcher sich aber durch seine tyranney bey den Syracu« sauern dergestalt verhaßt machte, baß sie sich wider ihn empörten, und es dahin brachten, daß er gleich in dem ersten jähr seiner regierung oiymp. 78, ;.v. c. 288, ;; 18, c. 466 einen harten vergleich eingehen muste. Er retirirte sich aber in Italien in der Locrenser land, und lebte daselbst vor sich in der stille. Die Syracusaner richteten hieraufwiederum eine freye Republic an, wobey sie sich bis auf des Diönysii tyranney oiymp. 9;, 4. v. c. ,49, ttt. ;;79, L. 40; erhielten. Hieron hat dem tempel des Apollinis zu Delphis sehr herrliche geschencke gewidmet. Von seiner ersten gemahlin, so des Rhegmensischen Königs Anarilai tochter war , hatte er keine kinder; von der andern aber, so des Nico- clis tochter war, hatte er den Dinomenem. oiymp. i, 6c kyrü. 1. r. 4. üb. 7. c. i^. i;6. l> li. «, 167. l. »4. 1.1. * hieron II, König von Syracusa. Er stammte von dcsGelonis familie her, welche eben daselbst regiert hatte. Allein weil seine Mutter nur eine dienst-magd gewesen, achtere ihn sein vater Hierorts gar wenig, und überließ ihn dem glücke. Als er aber einige tage von den dienen genehret wurde, und die Wahrsager daraus schlössen wollen, er würde einsten König werden, ließ ihn Hierocles wieder in sein hauß bringen, und erzog ihn mit grosser sorgfalt. Weil er auch in allem wohl zunahm, nnd sich bey verschiedenen gelegcnhei- ten sonderlich hervor that, bewog es die Syracusaner, baß sie ihn anfänglich zu ihrem obersten Richter machten, und als er selbige siege wohl verwaltete, ernennten ihn alle städte einmüthig zn ihrem 6-n«rLl-c7»p-r-in wider die Carthaginenstr, endlich aber Olymp. 127, 4. v. c. 48;, ä.c.2ü9 gar zu ihrem Könige. Erließ sich hierauf ernstlich angelegen seyn, den krieg wider die Mamertiuer , welche er bereits in etlichen rencnmr-n geschlagen, fortzusetzen, und hatte vor, selbige aus der stadtMessina, deren sie sich wider alles recht bemustert hatten, zu verjagen- Weil sie sich aber nicht im stände funden, ihm zu wiederstchen, gerieth es dahin, daß ein theil die Römer, der andere die Carthaginenstr zu hulffe rieff. Zu Rom stund man zwar anfänglich an, ob man sich darein mischen wolle oder nicht; jedoch wurde beschlossen, sich der Ma- mertiner anzunehmen,welches dann zu dem ersten Pumschen kriege «mlaß gab. Zu dem ende wurde der Bürgermeister Apvius Claudius in Sicilien geschickt, welchem die Mamertiuer ihre stadt übergaben , nachdem fle die Carthaginenstr daraus verjagt hatten. Die Carthaginenstr belagerten hingegen die stadt Messina, und machten mit dem Hierone eine alliantz, welcher hierauf sich mit ihnen conjunssrte. Allein Avpius Claudius suchte dem kriege durch eine Macht den ausschlag zu geben,weshalben er erstlich v. 490, oiymp. 129. z,kl.; 720, ^.o. 264 die Syracusaner angriff, und ob sie sich gleich sehr wohl wehrten, wurden sie doch genothigek zu weichen, da sich denn Hieron nach Svracusa rctiriren muste. Als aber Appius Claudius wider die Carthaginenstr eben dergleichen viüorie erhalten, und sich dergestalt Meister vom felde sahe, gieng er vor Syracusa und belagerte selbigen ort. Hieron, als er sahe, daß gantz Sicilien in schrecken gesetzt, und die Carthaginenstr hingegen sehr geschwächt waren, ließ den Römern friede anbiethen., welchen sie auch annahmen; wie er dann von der zeit an es beständig mrt den Römern gehalten- Er regierte hieraufm die mhr sehr glücklich, war auch in grosser ellime, weshalben ihm ferne söhne eine karue zu Pferde und eine zu fuß zu Olympia,auch leine Unterthanen eben dergleichen daselbst aufrichteten. Er war insonderheit gar freygebig, welches auch aus den reichen geschenkten erhellet, welche rr den Rhodisern reichte, als ihre msul durch ein erdbeben gantz erschüttert worden- Er war der sehr ergeben, wie er dann ^ 8 ^ ein schiff erhallen ließ, welches eines von den berühmtesten gebauen aus der alltiquität ist. Auch hat ev ackerbau geschrieben. Er überlebte einen söhn« .welchermildesPyrrhitochter, derNereis,einen M^namens Hieronymum, gezeugt hatte. Weil er aber sahe, d^. ^bMr zn der regierung nicht allzugeschickt, und also seine wohl-angerichtete regierung m Unordnung gerathen dürsste, sucht» ^ Syracusaner wiederum zu einem freyen volcke zumachen.. Allein stme beyden tochtere hintertrieben es am meisten, weil sie sahen, daß von seines enckels reg.ment sie nebst ihren ehe-herreN dis meiste gemalt haben wurden. Er müsse sich dannenhero entschlief, sen, dieses Reich dem Hieronymo zu überlassen, welchem er bey seiner minder,ahrrgkeit i; Vormünder zuordnete. Er starb endlich in dem yosten jähre seines alters, und wie er es zuvor gesehen, geschah es auch,daß der zustand des Reichs in grosse Unordnung qe- rietb. ?o/yör«s I. r. c.8. Lc ,6. I. 6. c. 12. I. 6. LrH >. rr. 6c »4. L-yL. Micron / war des berühmten Athenienstrs Niciä sonderbare» freund. Er gab sich aus vor einen söhn desDionysii, einesPoeten, welcher der eherne genannt wurde, war aber von dem Nicia erzogen worden , welcher ihn selbst in allen wissenschassten, und in dev music wohl unterrichtet hatte. Er war das Haupt derjenigen, so die Thurische colonie in die Italiänische statt dieses namens führten. in vics d-ici«. lid. 10. * , von Ntz-x, lscer, und vss-1, vi'Ltoris , st» wurden die überwinder in den ülcriz cerrsminibu;, das ist, die den Göttern zu ehren gehalten wurden, nemlich kyri-Hs, oicmeis» illkmiir und oiympiis , genennet , welchen in den nachfolgenden zeiten auch wühl die Capitolinifche, Attische »nd andere sehr berühmte kampf- spiele beygezehlet worden. Dergleichen leuten wiederfuhr grosse ehre, indem sie nicht allein bey dem schauspiele selbst in gegemvart des gantzen Griechenlandes mit einem krantz von grünen zweigen je nach unterschied der spielen und des orts auf den- Haupt sezieret, und nicht minder mit einem palmzweig in der Hand beschencket, sondern auch in ihr Vaterland mit grossem pracht eingeholet, und voa ihren lands-leuten zeit lebens unterhalten wurden. ^Zon. in Lpiik. sä Ivlmsllum. -cygie», Ägonilk. t»cr. c. z/4 ^ieronymiten / ist ein besonderer geistlicher orden in Italien und Spanien. Petrus von Pisa hat selbigen in Italien, und einer, namens Thomas, in Spanien gestifftet, wohin er sich mit einigen seiner gesellen begeben harte. Der PabstGrcgvrius XI hat selbigen an. 1con6 l»„rt. Damals lebten sie nach des Augustini regul, allein ihr General, Lupus Dolmedv, setzte eine andere regul nach des Hieronymi.lchre aufwelche von Martina V bestätigt und ihnen selbige zu führen vergönnet wurde; wiewohl die Hieronymitekt in Italien noch bis aus diesen tag des Augustini regul brauchen. Ihr Haupt-sitz in L)panien ist zu Lupiana in der diöces von Toledo. Es gehört darzu die --mgr-gaiion s. Isidori und deren kloster ztt Sevilien, nicht weniger das kloster s Laurentii oder das Escurial, und das kloster 8. Justi, worinnen Carl der V sich in seinen letzten jähren aufhielt. Hck-7-««-c!c c>rig. reÜA I,c. rr.-4. F-lrr«- cis inycnr. rcr. 1.7. c. 4. cic l'orUrs : 8. kenoit. ^ieronjsmus / ein berühmter Archen - lehrer, war EusebiL eiries Christen söhn, und an. zry gebohren in einem städtlein, vtridon genannt, so an den gräntzen von Ungarn und Daltnatien, oder, wie einige wollen, in Jstrien gelegen. Man hielt ihn von jugend auf zu den liullÄ an, und schickte ihn nach Ront, allwo ee in 81-smmsticis den Donatum, welcher über Virgilium und Teren- lium anmerckungen hinterlassen, und in -Ucro-icis Victorianum hörte. Nach diesem hatte er in der Hebräischen spraach zu pr«-» ceproreu den Iüden k->ri,s»w 3 , und andere 4 in der rbeologie Gre» gorium , Apolliuarium Lsoclicenum, Paulinum ^nnvckcnum, und nach diesen den Dedymnm Llcx«ngr>num. Als er nun zu seinen jähren gekommen, empsieng er zu Rom die tauffe, von dar reistte er erstlich an den Rbein-strohm, hernach faß durch gantz Franckreich, und besuchte überall die bibliothequeu fleißig. Als er nach Trier kam, schrieb er des Hilarii grossen »2- tt-lt gc iynoc !,5 auf dessen bitte gantz ab, welchen er nachmals jederzeit gar hoch gehalten. Hierauf wandte er sich nach Aquileja, allwo er mit Rußn» der kr-sdyt-r daselbst war, und mit Helios doro gute sremidschafft pflog. Ferner gieng er durch Dalmatien « Thracien und Asten, in gesellschafft eines reichen bürgers von An- tivchien, und seines cc»w>tc>puu des Helivdori, und kam nach An» tiochien, allwo er gar schwär darnieder zu liegen kam, aber durch Evagrii hülffe und gute vorsorg wieder gesund wurde., Er fienK daselbst ein gar einsames leben an, dannenhero er sich überall m den wüsten suchte aufzuhalten, bis er im rosten jähr seines alters in eine Syrische wüste kam, darinnen er sich gantze 4 jähr aufhielt, allwo ihm Evagrius die nothdurfft reichen ließ, da er die gantzs zeit in geistlichen Übungen, mit fasten , wachen und beten zug^ bracht, sonderlich hat er durch fleißiges lesen die bibel fast gantz auswendig gelernet, und sich sehr in den auslegungen geübt. Seine zwey geführten in selbiger einode, Jnnocentms und Hvlas» weil sie die harte lebens - art nicht wohl ausstehen konten, verstorben bald. Er selbst muste von dem Meletio und seinem anhang «» der wüsten viel Verfolgungen ausstehen, welche von ihm ausgaben, als wäre er mit des Sabellii irrthuinern behafftet, weil er sich des Worts liypoll--,?« bediente. Dieses bewog ihn nach Jerusalem M gehen, woselbst er sich gantz auf die Hebräische spraach legte, damit er dir heilige schnffk desto besser verstehen konte. Indeffes iKgggg s wurds 788 hie wurde er schon damals sehr berühmt, dergestalt, daß der Pabst Damasus in verschiedenen schwären dingen ihn zu rathe zog -> wie er hingegen in der damaligen Archen'trennungzuAnttochla, da Meletus, Paulinus und Vitalis sich desselben Biß hums zugleich anmaßten, an Paulinum allein hielte /weil Damasus dessen wähl qebillichet hatte. An. ;?8 machte ihn Paullnus, Bischoffvon An- tiochien / zum kre-bycer, welches er auch mit diesem beding annahm , daß er an keine gewisse Arche gebunden wäre, auch nicht genöthiget würde, sein einsames leben zu verlassen, welches er, wie er an den Pammachium schreibet, deßhalben angenommen , daß er die sündcn der jugend beweinen, und GOtt zur barmhertzigkeit gegen sich bewegen möchte. An. M gieng er nach Constantinopel, um Gregorium ktsriLnrcnum daselbst zu hören. Als Paulinus und Epiphanius an. ;8r durch Kayserliche brieffe nach Rom be- ruffen wurden, nahmen sie Hieronymum aus Orient mir sich dahin. Daselbst lebte er gantzer; jähr bey Paula, einer vornehmen und frommen > und erhielt grossen rühm, weßhaloen ihn Damasus zu seinem SccrciLrio machte, wie ihn dann auch alles volck und die gantze ci-rlsen anfänglich des Römischen siuhis würdig achteten. Als aber Damasus an. ;8-; verstorben, muste er von den anhängern des Origcnis viel ausstehen. Denn weil cr die boßheit der ci-rssey in feinem schreiben an die Eustochium nach verdienst entdecket, und sonst nicht nach derselben sich richten wolle, so bekam cr nicht allein keine besvrderung, sonder» wurde „och über dieses verlästert, als lebte er mit Paula, Melanin, Asella, Macellina, Fclicitas, Bläsina, Rufina, und andern weibern, welche er in der gottesfurcht fleißig unterrichtete, in verbottencr lieb?. Darum machte er sich aus Verdruß von Rom weg, setzte sich mit seinem bruder Pauliniano zu schiff, und segelte in Covern, allwo er von Eviphanio aufgenommen wurde. Von dar gieng er nach Llntiochien, und wurde mitten im winter von Paulino nach Jerusalem gebührt, allwo er selbst bekennet, daß er viel wunder geäst,en. In dem folgenden jähr gieng er in EgYPten, besuchte einige kloster, und hörte zu Alerandrien Äidymum; allein, weil er sahe, daß die Münche daselbst mehrentheils dem Origeni zugethan, gieng er bald wieder in Palästinam, begab sich in ein klouer zu Bethlehem, lag den stndien «ehr emsig ob, schrieb ,ehr viel bücher, und unterrichtete viel vornehmer leuten Ander, die ihm zugeschickt warcn ; wie er denn auch so berühmt war, daß er fast vor ein "^cui in der »licoloßie gehalten wurde. Insonderheit ließ er «ein.:, fleiß in ütts- legnng und Übersetzung der heiligen schnffc, auey ausbesscnmg der schon vorhandenen Übersetzungen sehen, durch welche arbeit er sich einen grossen »amen gemacht. Er schrieb auch wieerVigilantium, (den er osstmals spotts-weise l>.rn>uLnr,u,» nennte) Iovmianum und Pelagium , welcher letztere deßhalben eine versolg.mg wider ihn erregte. Nicht weniger bekam er mit seinem alte» freund, dem Rnsino, und mit dem BischoffJohanne von Jerusalem, wegen des Origenil'mi strcitigkeilen, und ob gleich Theophilus ^XLI, ^rinur sie wieder mit einander aussöhnte, währte es doch richt lange, sondern, weil Hieronymus allzu hitzig war, sclstuw solcher streit zu grossem ärgernis aus. Er hatte auch mit Augustino einige h»st'"en von dem Ursprung der seelcn, und sonderlich wegen seiner neuen Übersetzung der Bibel aus dem Hebräischen gründ-tert, welche Augustinus, der kein Hebräisch verstünde, und alo Rom von den Golden eingenommen war, und sich daher viele nach Jerusalem verfügten, nahm er selbige in sein kloster auf, und that ihnen viel gutes. 'Er starb endlich an. 420, alt und lebens satt, iin y i stcn lahr seines alters. Er war sonst ein gar eifriger mann, und der seine skKNen nicht wohl bezwingen tonte, welches er, zumal in semcn streit - schrissten, bezeuget. Er hat sehr viel geschrieben, welche schafften durch Vermittlung Erasini Norccoö.'mi zu Basel a». i <; 16 undizzz, durch Marianum Viciorium zu Antwcrven an. 1578, zu Paris an. 162;, und auf Unkosten Hcrtzog Friedrichs vonGotha zu Franckfurt an. 1684 in ir romls zusammen gedruckt worden. Letztlich hat auch der vrerl^rcc congregskioniz 8. i Johannes Martianay sich um den Hieronymum wollen verdient machen, und ist der erste romus von dieser cllllion an. iüy;, der andere an. rsyy, auch die übrige in den nachfolgenden jähren, zu Paris gedruckt worden. cliron. ope,-. prL-äxa. snn. ä» ^ieronvmus . hieß ftinem rechten „amen nach Hic- ronymus Faulfisch/ wurde aber von seinem Vaterland nach damaliger art vrLgcniis benennet. Er lag den studien mit ernst ob, und als er verschiedene acsllemie,, in Franckreich so wohl als in Deutschland besuchet, gieng er in Engelland, und brachte bey seiner rückkehr verschiedene von des Wiclefs schrissten mit sich nach Prag. Er setzte sich sonderlich durch seine predigten bey seinen lands«leuten in gutes ansehen, wurde auch wegen seinem guten Wandel von Johann Hussen sehr qeliebet. Er wurde hierauf klr- xilicr, und fieng an öffentlich in Bohmen, wie auch in Ungarn und Neusten, zu lehren und zu predigen. Ob ihn nun wohl der König Sigismundus in Ungarn dem Erk - Bischoff von Gran überantworten ließ, so schrieben doch die Böhmische und Mährische Herren so hesstig vor ihn an den Bischoff, daß er ihn in 14 tagen wieder ,loß ließ. Nach seiner zurückkunsst wurde er auch zu Prag ins gefangniß gelegt, aber bald wieder loß gelassen. Er fieng hierauf an, des Hussen lehre eifrig zu vertheidigen. Als aber Huß auf hie das Concilium zu Costnitz beruffen war, und die zeitunamsr^ men erscholl, daß man ihn ins gefangniß gefetzet, gien» Lie2!' mus auf der Bohmen emrathen ebenfalls dabin, nut der w 2 ° dem gefangenen Hnß beyzustehen. Als er nun daselbst erfuhr ^ es dem Huß an das leben kommen solle, suchte er sich ang dem staub zu machen , wurde aber an der Böhmischen gräntze erwv- pet, und gefangen nach Costnitz gefuhret, daselbst fast ein am U jähr meistens zu Göttlichen, eine halbe stul.d wegsvonss ? in einem tieften gefangniß gehalten, endlich vorgeführt, und L viel dmge schuld gegeben, die er solle gelehrt haben. Ansän» ck brachten sie ihn zwar mit vielen drvhungen und hartem traclamM dal„n, daß er des Hussen lehre abschwur. Allein er widerrief abschworung öffentlich, bezeugte darüber seine reue, und hielt „ack diesem über des Hussen lehre weil beständiger als zuvor. Als e nun endlich zum tod verdammt war, gaben ihm die v-nn d-z conc.i,, noch zwey tage bedenck-zeit, in welchen ihn viele von des Hussen lebre adzuitchen ermähnen wollen; allein weil alles verae- bens war, wurde endlich das todes - urtheil den zo may an 14,5 an ihm vollzogen. Hieronymus gieng mit grosser freudiM n, dem scheiterchauffen, als er darzu kam, zog er sich die kleider selbst aus, und kniete nieder. Als er an den pfähl gebunden war, und der scharff-nchttr den scheiter-hauffen von hinten zu anstecken wolle, sagte er zu ihm: Romm hieher/und zünde diesen scheu ter-hauffen vor meinen äugen an/ denn wofern ich mich vor dein feur gefcheuet hatte/ wäre ich an diese stelle nicht gebunden worden. Als das feur brannte, fieng cr an zu singm, welches auch bis au sein end währte, wobey er eine sehr grosse frcudigkcil und bestäudigkeit von sich spühren ließ. r/-»«--» clc VI>ccoii^>ni n>»m von »itzoc, lllcer, und s-t/"«, gppzr-a, oll.nclo. eiogunr. war einer der vornehmsten Priester z» Athen, der den leuten die m, ccrer,5 lernte, und ste >->iowte. Er misste von Atbcn gebürtig seyn, und niemals heyrathen, dahero er sich auch. die kcuschhcit desto besser auszuüben, nut mfft von der beset'nucrct, oder auch wohl gar einnahm. Man wüste dessen naiven gar selten, denn die >>nr>->r>' durffcen ihn memanden sagen; er zog stet' ganl; absonderlich an, und yr.i.-lcnärte die fignr des Schövffers, weil cr die lenke gantz zu andern men'ch.'iimackte, und sie also gleichsam von neuem schuft'. Diese würde behielt ieb- wedcr die zeit seines lebens. Der erste rt'crnpkLML hieß Luw.«>- v»s, dabcro dessen nachkommen Lumolpill? genennet werden. Sonst hieß cr auch tvtM-xvLus. Linor. poü. c. ;i. Lleullnis. ^ievophilus / ein alter kicllicu; zu Athen, ist nicht weiter bekannt, als daß Agnodice, die erste Hebamme in dieser Revudllc, bey ihme in die schul gegangen. Es ist aber zu wissen, daß die Albenicnscr ein gcsatz hatten, daß keine weiss-verson und keni rnccht diese Anist erlernen solle. Agnodice halte eine trechche de- liedung zu dieser wisieuschaffl, steckte sich in manns-kleider, nnd gieng zu Hicrophilo in die schul. Die Athcnicnstschcn weibermachten scluvurigkeiteu , männer in dergleichen 'allen zu gebrauchen, und stürben offt die srauen über der geburt wegen solcher schain- hafftigkcit. Allein Agnodice, wenn sie'crfordcrt ivurbe, offentarle denen sshwangcren vorher ihr geschlccht, und verurmchte dadurch, daß ste vielfältig, und vor allen andern so wohUn kmds- nölhen a's bey anderen umständen gedolct wurde, so daß tic andern f>.ft nie bey dem weibliche» geschleckt rmob- ren. Diß machte schäle augeim und wurden der guten AMrtt vor da» /er<-o,^g eu allerhand lasier, coliuiion-§, und ein lickmi- chcr umaang u.ic den weibera scbuld gegeben, so daß sie ein Ban urtheil würde erhalte» haoeu wenn sie sich nicht durch cntdccknng ihres gcichlechts von diestii aufladen besreyct bäite. Ihre ank.a'ek hielten siw hieraufa» das bcmcldle gesitz, unv wollen ihr mnsolch ' art das handwerck liicderlegeu ; allem die weider zu Mui "- lc-cthrteu sich deracstalt für Pre ärtztiu , daß das gantze gesitz >» ansehe» des wc.bl'cheu gekchiechls aufgehoben ivurde. z^iecvo / sonst gemeiniglich Fcrro genannt, eliie vcu dm§'0 naricn. insnln, die 6 weilen im umfang Hut und dem Grasen» Gomcra gehöret, vie bat viel zicgcn, und nur cmcn ci>M» Weinberg, welcher von einem Engclländcr, mit namcn selbst angelegt worden. Das wnnderwürdiaste auf dieser iM dieses, daß, da sie sonsten kein wasser hat, und alio zunMml chen Wohnung gantz unbequem seyn wurde, die weise lurM n GOttes allda einen bäum von sonderbarer art ^ordnet, » gleichen sonst nirgendwo anzutreffen, auch in dicstr mlm wh ist, dessen blätter, so immerzu frisch und grün, eine MsiM s Wassers geben, daß menschen und Vieh vollkommen BB haben. Die einwohnere haben dieses gehcimnus vor dem>u^p niern bey deren ersten ankunftt mit fleiß gesucht zu verbergm > Hoffnung, sie dadurch zu baldiger verlassnng derselben zu now g allein ein liederliches weibs«bild offnibarte die fach emcw v- nier, und blieben dadurch die einwohnere für '^wer M ren joch. Die Frantzöstsche sA-cn nisgmmn den ersten ^lerilliLnum. Diß alles gehöret eigrntlich >ß ^ Ferro. ^iesmois / vdcr rag»? oximeni», eine gewisse Herssch^ der Frantzösischcn Provintz Normandie, welche die«en>>a>' kommen von Hiesmes, einer stadt in besagter Prmntz , _^ weilen nord - wärts von Mans, und 16 sud - ost - wam v entfernet ist. MB Agham Ferrers / ist eine alle stadt von Higham Ferrers Hundred in der östlichen gegend von der Engelländischen Provintz Northamptonshire, welche auf der ost - feite des fluffes Nine liqef. Sie war vor zeiten mit einem castell bevestiget, dessen rullers „och zu sehen, und hat noch bis anjetzo eine frey-fchule , zur erziehung der jugend, nebst einem armemhauß. Sie fchicket 2 glieder in das Parlament. Aghlake / ist ein ort in Engelland, in der Provintz Cheshire, so unter Wilhelms III durch die Überführung der Englischen trouppen in Irrland , zur wieder - eroberung des besagten Königreichs/bekannt worden/ und auf der nord-feite des ausflusses der Dee liget. Ajar oder Jrar/ ist eine kleine stadt in Aragonien. Sie ligt an dem ufer des flusses Marrin, 12 meil von der Haupt-stadt Saragossa/ in einer an geträyd/ wein, öl, seide und faffran sehr frucht- barn gegend, und hat aufdem Hügel, an dessen fuß sie gebauet ist, ein wohl-beftstigtes schloß. Der König Jacobus I gab sie, mit dem titul eines Hertzoglhums, feinem natürlichen söhn, Petro Fernande;, dessen nachkommen sich hernach beständig Hertzoge von Hijar geschrieben. o/M-w^ll-ii-. ll- i'Lip. x. 6,^9. HII>sskIss, ein fest, welches man zu Rom der kis», vellm oder Cybele zu ehren hielt. Es fiel den 25 mart- ein, und hielt man eine procellion, da ein jedweder, was er in feinem hauß kostbares hatte, vor der Göttin Hertragen ließ. Man durffte sich auch verkleiden , wie ein jeder wolte, da denn manche sich in den Ksbic derer NsgiMacs-Personen einkleideten, so daß man sie von den rechten nicht unterscheiden konte. LEE«, llelullrac. c. -6. /fi«, in <8r«c.L tcrisla. 8. Alarion/ war um das jähr 291 zu Thebatha, oder Thaba- tha, einem flecken in ohnweit Gaza gebohren, und von feinen Heydnifchen eltern nach Alexandrien geschickt,um die gc-mma- ric zu erlernen. Daselbst nahm er die Christliche religion an, und gieng, nachdem er den 8. Antonium m femer einöve besprochen, wieder in sein Vaterland, wo er nach dem tod seiner eltern ihre aü- ter unter die armen theilte, und sich gleichfalls in eine einöde bey Majuma begab. Er führte daielbst em sehr hartes leben, richtete in i-Li-eltwL und Syrien viel klöster auf, wie er denn der erste gewesen,der in diesen gegenden dasMönchs-leben eingeführt,und machte sich so wohl hier als in Egvvlcn und Sicilien, wo er sich eine zeit- lang aufgcyalren, durch viel wunder bekandt; wiewohlen Hiero- nymus in dem leben HlUrionis dieses falls vielen gelehrten allzu leicht gläubig fcheinct.Jn der inful Cyprus, wo er sich gantzverbor- gen hielt, lebte er noch 7 jähr, und starb an- ;7s. Man begeht fein gedächtNiß in V0N dem 5 feculo her. vicr Uilsrioo. L0L0M. l. IZ kill. c. 14 I. s c. y. LsrÄer vier llcs isinrs. * Alarius/ des Crispiniani söhn, und der kirche zu Rom Diaconus. Er war in Sardinien gebohren, und wurde von dem Pabst Leone dem grossen als ein Abgesandter aufdas andere Concilium zu Ephejüsgeschickt, mnden Eutychianern zu widerstehen. Weiler aber sahe,daß daielbst alles wider recht und billichkeit zugieng,machte er fich nebst seinen geführten heimlich davon, um dein Leoni von allem Nachricht zu ertheilen. Hierauf wurde er an. 461 zum Pabst erwählet, schrieb wider die Nestorianer ünd Eutychianer, bestät- tigte dle allgemeinen concw» zu Nicea, Ephtsus und Chalcedon gehalten, und berieffan. 46 ; eines nach Rom, »m die kirchen- zucht wiederum in stand zu bringen. Es sind auch bis llac» einige von feinen fchrifften und briefen vorhanden. Er starb an. 467 , und hatte zum Nachfolger Simplicium. in vir- roorllicum. Kill. lircer. p. r;;- -^ilarius von Arles, war von gebort ein Frantzoß, an. 4 °i ge- bohrcn. Er gieng aufantrieb des Honorati, welcher der erste Liri- nensifche Abt war, in desselben kloster. Als Honoratus Bischofs zu Arles worden, begleitete er jeldigen dahin, kehrte aber aus liebe zur einjamkeit wiederum in fein kloster. Nach Honorati tod wurde er Bischoffzu Arles. Er rte an. 4; 9 bey dem Con-wo zu Rlez, und an. 441 bey dem zu Orange, wie auch am 444 bfv einem andern, so man daselbst gehalten, auf welchem Chelldonms, Bischofs zu Besanwn abgesetzet wurde. Hierdurch verneuerten sich die strck- tigkeitcn zwischen der Arelatensifchen und Viennensifchen kirche, wegen des Vorrechts der kri m,rie oder des vierropoi.ranars. Auch ->k>p-mrte der abgesetzteChelidonius an den Pabst Leonem I,welcher nicht allein von dem Kayfer Valcntiniano ein rei-c.pc auswurckte, Hilarins solle sich in feiner Provintz inne halten, sondern auch einen lvnoclum anstellte, um von dieser fach zu urtheilen. Htlarms gieng zwar zu fuß nach Rom, und suchte den Pabst anfalle weiß zu begütigen, weil er aber sahe, daß derselbe keinen ausspruch thun wolle, kehrte er, ohne von ihm abschied zu nehmen, ohnverrichter fache wieder nach Arles. Dieses verdroß den Pabst desto mehr, wel- cher dannenhero alles, was H'larius gethan, »ttme, und Mil selbige kirche ohne Haupt war, wurde Leontmü Bsschoff von Freius oder korum tuiü. als der älteste unter den Blfchoffen des ^ecro- x°li»n-rs von Arles, ersehen, dieses amt über sich zu nehmen.End- lich wurde die fach durch z seiner Priester, welche Hilarins deswegen an den Pabst schickte, beygelegt. Es haben einige behaupten wollen, als sey er ein Sem, Pelagianer, aufweiche sme damals die meiste aeistliche in Provence geneigt waren, und ob er gleich von dem Augustino viel gehalten, doch nicht in stuckenftmermel« nuna aewesen. Er starb den 5 man an. 449 » Er hat verschiedene lljirissten hinterlassen, als ' viram 8 lionorsk. ; -armen kero.cum NInkseokkillori" -Pillo'a- all ^ugultmum; lle mir-cull- 8. Lene. s,i. lle vir.,!wkc.c.69ö-99. ?r<^rm-kron. ^- -P.87. in cllron. LEE,L4E Lall. clir.lt. hü 78 -) lliss-rr. -pol. ^ l eonem. lM. kelag. lib. r c. QrLtor. ucrer. rzi. ^ ^ gebürtig von Sardis, war Diaconus der Römischen L, mi kn^^^°^^d°bst Liberio nebst dem Lucifers von ^E nud dem Priester Pancratio an. ;;4 an den Kayfer Con- stantium geschickt. Er vertheidigte bey solcher aesandlcbaffr denr-'i- nen glauben aufdem Mayländischen L»,>c>!m wider die Arianer mit solcher hertzhafftigkeit, daß ihnder Kayfer, welcher von den ke» deshalben geisseln lind verweisen ließ.Her- )siA er ,n das kckssma der Cuc-ssoaner, und weidete nicht allein die gememschafft derjenigen, welche aus schwachheit oder furcht gefallen, sondern behauptete auch,daß die tauffderketzer keine rechte taust sey, und Musste dahero alle, so von selbigen die taust empfangen, aufs neue. 8. Hieronymus nennete ihn den Dencalion der weit. Der commcmsrius über des 8 . Pauli episteln , welcher unter 8. Ambrosik ichnfften mit zu finde», und die q»NÜic>E oder fragen über das alte und neue testament, so unter Augustini wercken mit anzutreffen, werden ihm zugeschrieben. «l^o»/E allv. cucik. Alarms von Poitiers in Franckreich gebürtig. Er nahm in seinem alter den Christlichen glauben an, wurde aber durch den fleißigen Umgang mit dem Priester Heliodoro in der schrifft so ge-> lehrs, daß man ihn cinmüthiqltch zum Bischofs in seinem Vaterland erwählte. Es bat selbiger auch,nachdem er schon Bischofs gewesen, seine frau behalten. Wider die Arianer erzeigte er sich gär eifrig, übergab auch deshalben an denKayser Constautium eine besondere schlosst, darinnen er ihm ernstlich zuredete, daß er sich dieser ketzer nicht mehr annehmen, hingegen die Verfolgung der recht-gläubi- gen, und zumal des Athanasii, aufheben möchte. Allein diese frey» Heck verdroß Constantium, daß er ihn schon damals verjagt hätte, wie er bereits andern Prälaten gethan, wofern ihn nicht einige Ursachen davon zurück gehalten hätten. Indessen geschahe es doch ein jähr darnach, als er au. z;6 aufdem Concil.» zu Beziers etwas hart wider die Arianer gesprochen,daß er aufanstifften des Satur- nini von Arles,auch Ursatii und Valentis, welche wegen obgemeld- ter irrigen lehr von denen Gallischen Bischöffen wären entsetzet worden, auf 4 jähr lang in Phrygien verwiesen wurde; und als er sich ihnen nachgehenos aufdcn Lo-icUiis zu Seleucia und Confian- tinopel widersetzet, so brachten es die Arianer, um eines so behertz» ten mannes loß zu werden, dahin, daß er wieder zurück in Gallien geschickt wurde, woselbst er den reinen glauben erhielte. Als nach- gehends unter Julians die recht gläubige mehr freyheit wider die Arianer erhielten , versammlete Hüarius verschiedene Luncillz in Gallien, darin» so wohl die Arianische lehr, samt denen zu solcher behuff gemachten schlüssen,anderer zusammenkünfftcn zuAriminum und Seleucia verdammet, als auch absonderlich Saturninus von Arles und Paternus, Bischofs zu Perigueur derentwegen entsetzet wurden. Nachgchends gieng er nach Manland, um Aurentium vor Valenttniano, als einen irrigen und gottlosen mann, anzuklagen. Weilen aber Äuxentius,wie ihm wenigst von dem gegentheil schuld gegeben wird, nur um sein Bißthum zu behalten sich verstellete, und in der mit Hilario und io andernBischöffen von dem Kayfer geordneten Unterredung, sich gut orMollox erklärete, und bingegen Hila- rius immer fort führe, dene, ob wäre er dannoch heimlich derAria» nischen secte zugethan, anzuklagen, erzürnte sich der Kayfer, und schickteHilarium als einen unruhigen kopffwieder zurück nach Poi- tiers, woselbst er den i; jan. an. starb. Wir haben noch einige fchrifften von ihm, so an. 1652 zu Paris in koiio aufgelegt worden, als da sind! lls liimrsrs libri ir ; sll Contl.ncium über; sllvcilur ^ria- nos öc ^uxemlum über; lls ssmollis sllverf.-trisnoz libLr; comwen» t^rii in piLiinoz; commenrzrii in r^slttiLUM; S. §. üb. i c. ;; L z 8 srMWÄ.rl»«»«» Qsll. Lliri- Üi,r». sll ,z jsn. pzg. 117. ?/». * Albre/ Awre oder Albrie/ eine inful von Cheshire, so bey demausfluß der Dee, nahe bey West-Kirby ligt. ».^ilch von Lorch/ eine alte und ansehnlicheAdeliche familie am Rhein, deren stamm-reihHumbracht an. 1248 anfängt. Nachge- hendö sind unterschiedene davon Schultheisse und Amtmänner zu Lorch gewesen, und scheinet, daß der bey-nam Lorch daher gekommen , weil sie anfangs zu Lorch gewöhnet, oder daher entsprossen. An. 1548 starb Hans Hilch von Lorch, Kayserlicher und deS Königs in Franckreich Obrister und Feld- Marschall; dessen bruder, Philipp, anfangs Schultheiß und hernach Amtmann zu Lorch,hinterließ Diether, der die väterliche -Karge erhalten, und ein ober- al» ker-vater worden Johann Wilhelms des lungern, der an. i68r als der freyen Rheinischen Reichs - Ritterschafft Ritter- Rath verstorben. Von dessen söhnen lebte der ältere noch an. 1717 als Obrister und Commendant zu Coblentz in hohem alter und zwar ledigen stands,; der jüngere aber kam an. 17er als Holländischer unga- llier unverheyrathet mit demErb-Stadthalter von Frießiand/Printz Johann Wilhelm von Nassau, im wasser um. LEör. vom klism. Lllel csb. 147. aknen - rakcl. Alda/ eine Sächsische Printzeßin im achten feculo., Sie lebte so daß auch ein zu selbiger zeit wegen der oster-feyer gehaltener H- nollus sie coolliiirte. Sie starb um das jähr 68 ». Aldburghaufen / eine stadt in Francken an demWera - fluß aeleaen Sre ist jetzo die rcllllcma emes Hertzogs von Sachsen auS dem Gothaischen hauß, Hertzogs Ernestinachkommen,und mrd diese Sächsische linie dahero die Hildburghausische genennet. Die stadt soll ihren »amen,nach der Meinung emes alten Thurmgsschen Ggggg r Lkroni-;. vonChildeberto, des Fränckischen Komgs Clodover, der an. 151; gestorben, söhne, haben, der von seinem vater Schwaben, Bayern, Oesterreich und das Franckenland bekommen, und ,ol- chen ort, wie auch Heldburg, erbauet hatte. Anfänglich war der ort ein blosser unbemauerter marck-flecken, bis an. i;24 GrafBertholt» und Heinrich vonHenneberg durch erlassung verschiedener anlagen und Vergünstigung der einnahm am ungeld die burgerschant dahin gebracht, daß sie den ort mit mauren bevestigten. Derselbe tst unter den Grafen vonHenneberg und bey der pfleg Coburg gewesen,biß er von beyden ab-, und durch heyrath Sophiä, Fürst Hein, richs von Henneberg-Schleusingen tochter, an BurggrafAlbrecht zu Nürnberg gekommen, als dem gedachte SophiaHeldburg,Hildburghausen, Eisfeld und Königsberg zugebracht. Es sind aber die ; ersten örter hernach an das hauß Sachsen gekommen, weilLand- graf Balthasar, so des Churfürsten Friderici I oder Leüicost von Sachsen Vaters bruder war, des Burggrafen Albrechts tochter Margarethen» geheyrathefund sie solchestücke mit und eingebracht. So ist auch unter Churfürst Aiderico II und Wilhelmo,Churfürst Friderici I oder Kei>ico6 von Sachsen söhnen, Hilddurghausen mit den übrigen stücken wieder mit der pflege Coburg zusammen gerathen, so daß an. 144; solche oder den ort landsFrancken, ncbstThü- ringen Hertrog Wilhelm in der thcilung mit seinem brnder, dem Churfürstessvon «Lachsen, alleine bekommen. In der thcilung mit Churfürst Ernst und dessen brnder Hcrtzog Albrecht an. 1485 sind diese Fränckische lande an den Churfürsten kommen, und hernach bey seiner linie,besonders auch stadt und amt Hildburghausen, bey der pfleg oder Fürstenthum Coburg beständig geblieben, biß es endlich nebst dem gericht Schalkau durch die thcilungs- r-ccst von an. 1679 und 1680 von dem Gothaischen hauß von Coburg abgerissen, und Ernesto, des Hertzogs Eruesti in, sechstem söhn, mit noch andern ämlern zugeschlagen worden. Gedachter Hcrtzog Ernst hat darauf den 27may an. 1S85 den gründ zu einer neuen rcggcnrr der stadtHilddurghausen legen,un wiche folgends auferbauen und zu stand bringen lassen.Zu dieses schlösset annehmlichkeit und cvwmo- «iität trägt so wohl der unmuthige ?colpc«st aufdie durch den wiesen- arund vorbey fließende Werra, gegen über llruirte berge, und in dieser gegend ligende dörffer,als der dabey angelegte schloß-garten,das jäger - reit - und zeug- hauß, renn-bahn, fasancu-hauß rc. viel bey. Der jetzt-rcgicrcnde Hertzog Ernst Friderich, Hcrtzog Ernsts söhn, hat die stadt meist neu erbauen, und nach der Holländischen oder neuen anlegen lassen. Es ist allhier auch die rcgierung und »onliltorium für dieznrSachsen-Hildburghaustschcn landes-porkioi, zugehörige städte und Unterthanen angelegt. cobu-gilck- cNronicic. rnnrl. 82x02, ttcnncNcrgisttie «llron. p. 199. Sachsen - Hilburghäusische linie / Ist von Ernesto/ des Her, tzogs Erncsti im sechstem söhne / gestiffket worden. Erwarben 12 jul. an 165z gebühren / stunde an. 167; als Rittmeister unter seines bruvers Heinrichs regiment zu pferdt/und befand sich an. 1677 bey der Spanischen und Holländischen armer in den Nicderlan. den. Nach seines vaters tobe lebte er uncer vormundschafft seiner ältesten bruders Hcrtzog Fndrichs / und wurde ihm zur rrhcbung bincS bey gemernschaffilicher rcgierung im Gothaischen haust 1) die stadt und amt Eißfcld / 2) amt und stadt Hcldburg / z) amt und stadt Hildburghausen/4) amt Vellsdopff-chß-met/ welche stück er aber erst an. 1678 in besitz/ und durch die pu,>ätario,i «i. 2.1679 und hanpt-recekcl. 2. l68o mit seinen drudern/ mit mch» rern jurwus erhielte/ da er zwar die ^mimmsrion der punncocum seinem bruder Hertzog Fridrich zu Gotha / mit dem die 4 jüngsten brüder ein corvuz koc,ii>rt/ pe-^-cuL committtnnc auftrug / aber die gewähr des Reichs-Fürsten-stands sich dabey ausdunge. An. iü8-> dennov. vermählte er sich mit Sophia Heimelte / Fürst Georg Fridrichs von Waldcck / Kayserl.und des heil. Röm. Rcichs/wie auch der vereinigten Niederlanden General-Fcld-Marschalls/loch. ler zu Arslscn im Waldcckischen / wo er auch seinen hofgehalten / »iß an. i68; / da er den z iul. in dem residentz-schloß Hclddurg seinen cinzug gehalten / nachdem er durch den so genannten crleutc» rungs-r-ce/s mit Hcrtzog Fridrich zu Sachsen-Gotha den lü febr. an. -68; l; das amt und stadt Königsderg/soHcrtzogHeiurich sein Srudcr bißhcro inn gehabt / nebst andern orten biß auf 1000 fl. nachschuß-geldcr »och zu seinem vorigen lands-antheil bekommen. Doch nachdem verlegte er seine rciidcntz nach Hildburghausen / daher nun auch diese linie benennet worden. In gedachtem jähr wohnte er dem entsatz der stadt Wien/ an. 1685 aber dem entsalz der vestung Gran / wie auch der belager-und eroberung von Neuhäu- scl/weitcrs an. 1689 der belager-und ciunchmunq der vestung Kay. scrswcrth und damaligenjn den Niederlanden/ ferner an. 1690 der schiachl bey FIcury als Odrister über ein Holländisches regiment;n pferdt / und weiter an. 1691 dem dritten feld-zug wider die Frantzosen und damaligem treffenden / woselbst er sich durch uiedermachung eines Frantzosen / welcher ihn gefangen / wieder dc- frcnet. An. 169z begab er sich in die Niederländische wobey er ebenmäßig grosse gcfahr ausgestanden. Solisten halle er/ ungeachtet odgedachten recsncn/ mit seinem ältesten brnder .kwrtzog Fridrich und dessen söhne zu Sachsen-Gorha/ doch iminerzü nm«. rennen; rumorte auch den Cobnrgischcn wcccltions-vergleich n. 2. T699 den 6 april nicht / und machte bev selbigem fall commune.» r2u,2m mit Hertzog Johann Ernst zu Sachse,i-Saalscld / biß er sich mit Hcrtzog Fridrich seinem vettcr an. 1702 den 10 april / und mit Hertzog Bernhard zu Sachsen-Meinungen seinem bruder an. >7°; den 2; jul. vergliche / und sich mir seinen landen von dem per rcceiw», »n, 1Ü80 tvrmicttN corpore lvßrisse / NNd dabey Mis dtM Coburgischcn crb-fall 6/ das amt Sonncfcld :c. von der rRömhil» dischen erbscham aber 7) die kellerey Behrungen/ L) die Echtrrische lrhen/und 9) bofMilitsch bekäme; seine gemchlin/die den, an. 1702 gestorben / hat ihm 10) die freye GrafschM Ä!«? ' inGeldern gegen Utrecht zu auf seine liniegebcachnErbma?^^ reu an. 1702, phia Albcrrina yrer/ oa er ge roroen ; cm bruder st Der erstere hat sich auch vermMi / . ^ errrna / Graf Georg« Alberti zu Erpach in ÄL tochter / ein vater etlicher kinder worden/ auß welchen anno» Ä der letz-regierende Ernst Fridrich / geb. an. 1707 undsemebrÄ Emanuel Fridrich/ geb. an. 17-; und Georg Fridrich/ 2 ? . ^ildebertus / Hertzog in Ost-Francken/ undKaysers Conra- dl II bruder/wurde an. 9;- zum Ertz-Blschoffvon Mannse 2 let/ und cronke an. 9;8 Kayscr Ottoncm M. Als er ab 7 r zw,M demselbigen und seinem bruder Henrico nebst dem Bischoff RL do von Straßburg einigen Zwiespalt gestiffket/ wurde er nchN da in Hessen / oder wie andere wollen / nach Hamburg verwiesen Er hat etliche leben der Heiligen beschrieben. cic kill. l-ar. I. r c. 40. Aldcbertus von Lavardin / von seiner geburts-stadt M genennek/ war von gar geringer her kunfft/wurde ein MünS m Clum/ hatte Bercngarium zu seinem lehrmeister/ und Hug» von Clum. Hrcraufwurde er^rckiM2c°.-m zu Mans/ und aL 2125 Bischofs daselbst.. Es wird von ihm gemeldet/daß er/chee» Dischoff worden/ein böses leben geführet und sonderlich dem ivÄS- volck sehr ergeben gewesen. Dann daß Jurelus und nach ihm viel gelehrte in dem dicserweqeu von Ivone csmurcnll geschriebmeii drieff Aldcbcrtum von Hildebcrto unterscheiden wollen/Haiteinm genug,amen gründ. Als er an. n°7 von dem Englischen Köm und Hcrtzog in der Normandie Henrico geplagt wurde/ajena es nach Rom/uiid suchte bey PabstPaschalihülff. Als er wieder m Rom kam / wurde er in das gcfäugniß gemorsten/ undsvlieaii Königs Henrici bcfchl seine Unschuld durch eine feuer-prode dar» thun/ welche con-mion er aber nicht annehmen wolle. Endlich wurde er Ertz-Bischoffzu Tours/und starb an. n;6. Er Hai verschiedenes geschrieben / als cr-illoi-s, worunter einige sehr schacffwidec die zu Rom ini schwang gehende lasier / und den allzugrvssen ge. walt / dessen sich die Pabste anmassen / auß welcher ursach sie auch von Flario Illyrico in den Lgraiogum reNium ven-L-isgesetzelworden ; Ii:r»i! ricz; 8. iguZnnir; viram 8, i-rrriL epi, rspkium I» , vcrswclse geschrieben / darinnen er diesen mann sehr lobet/und ungeacht der wider solchen ergangenen banu- straffcn zu erkennen gibt / daß er an dessen seligkeit nicht zweifelst; Iiblum Ue »zuerimoni» L: contl-c^u si>ir>lus öc csrnik öcc. ivs L«-»»-, ep. »77. Ue icrisir. eccieU . Aldebrand/sIodocus) ward 1S12 BisckwffziiSitkm iu deut Wallistr-Iand. Als man in feiner wähl begriffen war, hatten die« des Domcapituls mit den 7 gemeinen in Wallis einen vergleich gemacht, darinnen sie sich der von CaroloII. gegebenen, un vonCaroloV bestätigten verordnung/daß dasWallistr-landbM Bischoffvon Sitten untcrworffcn seyn solle, begeben. Darüber entstund, als sie an. 1615 diesen vergleich öffentlich widmuffttn, ein groffer streit, und weil die Walliser sich weder an diese wieber- rufung noch an anderer böse Unterhandlung kehren wollen, warb der Bischoff Hildebrand dabey so bedrängt, daß er an. 16,7 nach Rom welchen Muste, und ob wol Urdanus VIII dieser fache wegen die Walliser vor sich forderte, liessen sie doch demselben zur antwort jagen, sie erkennten in fachen, die die freyheit angiengen, keimn Richter, daß also der Biscboffin Hoffnung seine fachen gegenwärtig leichter auszumachen, durch Picmont sich nach Hause zu kehren entschloß; Allein die Walliser liessen ihn durch ausgesendete mann- schaffc an seiner reise verhindern,und verbiethen in ihr land zu kommen, da er sich denn z monat auf einem hohen berge in einem Mi- tal aufhallen müssen , und da man ihm aufs mcilen der statt zn nähern erlaubt, so lange mit soldaten bewacht worden, biß er ohne seines capituls vordewust einen vergleich unterschrieben, vermöge dessen und einer an. 1H5 von dem capitul hinzugekhamn oena l- gnng, der Dischoff und alle seine Nachfolger ihr recht an die weil- lichc landes-hoheit verlohren , welcher vergleich denn so geheim av- gehaudelt worden, daß der Päbstljche oiumius . ohngeacht amrle^ ncr bemühung,den innhalt desselben nicht erfahren können. Ml» Bifchoffstarb hicraufan. iü;8 in feiner Bischöflichenmdentz. ^ildedrand/ (Joachimns) nrosttst-rrK-oioZi«;» Helmsiatt, und nachmals QcnerLl.Zupcriinenllcnr zu Zelle, war den 10. nov-an- IÜ2) auf dem kloster Walckcnried gebohren. Sein vater,-W' ricus, war Ncinr daselbst. Er wurde bald anfangs wohl angttuo / dergestalt, daß er in dem 14 jähre feines alters bereits einen Ol nischen so wol als Teutschen vers zu schreiben wüste. An- ^ kam er auf die schule nach Nortbaufcn, und an.1641 ttnaug^^ Jena. An. ,042 gieng er nach Leipzig., und wurde daM Chrlstovboro Preidisto zum Poeten gecronet. An- w nach Helmstädt,woselbst er mit gutem -?pi-utu lehrte, zumam 164« erlaubnisj «hielt, auch Lie lheologie und >hre»°«4u ai / hii Wen. Cr wurde bald hierauf Lonrccior zu Wolffenbüttel, aber nach ablauff eines jahrs an lä; I zum krokeNorc fstsoiogirs und der kirchen.historien bestellet. An. r6;; «ahm er den titul eines o»cto. ris rkcoiog^an. An. I6Ü2 wurde er zum Prediger der Teutschen kirche in Coppenhagen vocwt; allein weil er solches ausgeschlagen, wurde er bald zum Gelieral-suxeri,>cen6s-ir-n nach Zell beruffen.Er starb den 2? oct. an rüyi. Seine schafften sind: 6sp«lc«öL xiimiliv« ecclell« tscris ^ublicis , cemplis ; 6 c llisisrcllia vec. ecclell« Lc. memor. rlleot. ^>, - 98 . 8- Äldegardis / war eine Teutsche von geburt, aus derGraf- schafft Spanyeim gebürtig. Ihre eitern waren Hildebert und Mechtild, von welchen sie an. 1098 gebshren. Sie hat sich von ihrer ersten lugend an Gott gewiedmet , und wurde unter der Aeb- Wn Jutta - des Grafen Megerhardi von Spanheim schwester, in dem achten jähre ihres alters eine Nonne, hernach aber Aebtißm des klosters 8. Ruperti auf dem berg bey Bin gen an dem Rhem- strom, welches sie selbst an. 1148 gestifftet. Sie ist so wol wegen ihrer gclehrsamkeit als frommkeit in grossem rühm gemessn, inson- derhett aber von ihren offenbarungen berühmt. Dieses bewog den Pabst Eugenium III nebst den vornehmsten Bischöffenund Aebren von Teutschland und Franckreich , wornmer auch 8. Bernharöus war/ ihr wesen etwas genauer zu untersuchen/ und als selbiges rieh» tig befunden wurde/ aufdem (.»»ciuo zuTrier zu couRwiren. Wie denn solche auch die Päbste Anastasius IV und Hadrianus IV bestätiget / ja sich und die gantze kirche ihrem gebet gar sorgfältig anbefohlen haben. Sie starb den 17 sept. an. 1180. Man hat von jhr viliomun übror rres ; vicsm 8. Kvbs-ri LonkeNoris ; spillolss I ; expoflli-onum rsZu!« 3 . Nene6iÄi ; 5 . 6s rsrum r> 3 kur 3 lidros 4. clircm, I-IirtsuZ. , L/ri/e bili. lirrer. x. 476. ^ildegardis/ war Kaysers Caroli N- andere gemahlin. Wer ihre Eltern eigentlich gewesen/ ist noch nicht ausgemacht/ indem sie einige vor des Hildebrandi/ Hertzogs in Schwabe«/ lochter ausgeben; andere aber sagen/ sie sey der Jinma tochter / und des Neby / einessohns des Heryogs Godofredivon Alemannien/ enckelin gewesen. Sie wurde an. 772 vermählet / starb aber den ;o april an. 78; zu Tbionville/und wurde in der Abtey 8. Arnulphi zu Metz begraben. Er bat mit ihr gezeuget Carolum/ Köiug m Ost-Francken / Plpinum, König in Italien, Ludovicum 1 / Römischen Kaysir, und Lotharium/ nebst etlichen töchtern. L-Fms. ^enesj. tlildegastus / soll ein alter Gallischer ?!>lio2. * ^ildegrin oder Hildegrrno / erster Bischoff zu Halberstadt/ war ein gedohrl>erFrleß!ä!ldec,und hieß sein vater ThiatgriM/ seine Mutter aber Eiafburg/stin ältester bruber Lndigcr/Abt zu Werthen und Hclmstädt/ auch endlich Bischoff m Münster. In seiner ju- gend wiedmete er sich dem studieren/ und begab sich mit seinem bruder bey dem einfall des noch heydnischenWiltekindi inFrießland nach Rom, und obngefehr an. 78; in das kloster 8. nene6iÄi m»nc. c-Min. Als sein bruder; iahrdaraufvonCaroloN-berliffen wurde, in Frießland und West-Sachsen das evangelium zu predigen/ hat ihm vermuthlich unser HildcgriN/als v),3conu8, hülfliche Hand geleistet / wie er denn noch an. 706 diesen namen geführet. Hierbei) hat er sich zum öfftern in dem kloster Werthen an der Nur / welches von seinem bruder und ihm auf das väterliche erbe gestifftet worden / aufgehalten / bis ihn Earolus M im y lcculo zum Bischoff zu Chälons in Franckreich gemacht/ wie er den an. 809 noch Lpi- KvpW OcieioiisnL heisset, in ivelchem jähr er seines brudersLudl- geri cörpcr in Werthen begraben. Nach dieser zeit ist er zum ersten Bischoffin Halberstadt/ vermuthlich um das jähr 814 von Ludo- vico ria bry antritt dessen regierung verordnet worden. Das 6ipi»- wr aber/ so er in diesem jähre darüber erhalte» haben soll / und worinn das Stifft von aller weltlichen jurisö-Ltion eximirtwird, »st wol schwärlich genuin. Von Hildegrini übrigen Verrichtungen ist keine Nachricht vorhanden/ausser/ daß ergelobt wird,daß er fürsem Bißthum nebst seinerAbteyWerthen fleißig gcsorget/iind es mit viel 6on3n»nen zu vermehren bemühet gewesen , an. 827 den ry jun. verstorben / und zu Werthen begraben worden. sm-guir. tt 3 lbsch 36 . p. zl. Aldericus/ so auch Hunerrcus genennet wird, weil sein vater diesen namen führte, war ein König der Vandalen, und wc-s-urie dem Thrasimundo an. 152;, »velcher ihn eyvlich verband, die Bi- schöffe, so er verbannet hatte, nicht wieder zurück zu rufftn. Jedoch damit Hildericus sein versprechen nicht brechen dörffce,so ricff er sie wieder zurück, ehe er noch den Königlichen Namen angenommen hatte. Er regierte 7 jähr, und wurde durch Güimcrs i-nr-Zuen von dem throne gestossenc ssihe Gilrmer.) ^ildesherm / eins grosse und wohlgebaute stadt in Nieder- Sachstn, nebst einem unter das Ertz-Skifft Mayntz gehörigen hil ^9L Bißthum. Es ist eine neue stadt, und daher nichtwahrscheinlich,daß es ptoiemarsey, wie einige davor hallen. Sie liat an dem fluge Innerste, 7 ober 8 Meilen von Zell, und in dem Biß» thun, gehet die Catholische reiigion im schwänge , wiewohl des groste tbest der stadt Lutherisch ist. Sonst ist die Habt zimlich groß, wird in dis alte und neue eingetheilet, und eine jede hat ihren eige- nen Rath, wtLsie denn mitgnv iÄhvnm pk'ivNeAien vetiehekt M/Uttd ehemals unter den Hausse-städten begriffen gewesen. ES Hütte selbige vor zerten einen, grossen 6 iüriÄ:, wovon die HertzoüK von Braunschweig seit dem Teutschen kriege ein gut stück desmem Indem dreyßlgiahngen kriege hatderKäyserliche General Pap» penherm an. 1H2 diese stadt mit sccurg eingenommen, Herko« Fridrich Ulrich von Braunschweig aber an. rög4 dieselbe eben auf solche an wiederum erobert, und die UgMischen solcher, die sslbss ge entsetzen wollen, bey Sachssnstätt geschlagen, worauf die Jesuiten aus der stadt weichen müssen. Weil nun die stadt viel strei- tigkeiten mildem Bischoffe hak,wie nicht weniger die bürgerlchafst mit dem Rathe, so haben sie dem Hause Braunschweig-Lüneburg die erb-fchutz-gerechtigkeit darüber aufgetragen, weshalben sie bey entstandenen unruhen zum öfftern mit Lüneburgischen völckern besitzt Worden. Fe/v» comio. in rei. Qsrm. lsilgssti, tiickcL«» 6s urb. N3nk.D>//<>zi'. rwse»'. ^ildesheim/ein Bißthum und unmittelbaresStifft inTeutsch-- land, dejsen Bisihvff sitz und stimme auf der geistlichen Fürsten-- banck führet. Es hat selbiges Kaysir Carblns M. anfänglich zit Eltzen, einem lustigen und fisch.reicheu borff, gestifftet; sein sohw aber, Kaysir Ludwig der fromme / an. 822 nach Hildeshcim verlegt, und daselbst eine neue kirche der jungsrau Marrä zu ehren eingeweihet. Es ist dieses Bißthum zimlich groß, ligt in dem Nieder- Sächsischen crävß, und sind nach der zeit viel Grafschaffien darzit gekommen; Wie denn Graf Dernhard von Rvtenburg die Graf« schafft Wintzenberg und die stadt Alvcld an das Stifft gebracht» der Bischoff die Graffchaffl Homburg, Bischoff Heinrich II die GrafschafftDaffel,BischoffJohannes die GrafschaffrPcyne, der BischoffOtto II, Grafzu Wvldenberg, als der letzte seines g»> schlechtS, die Grafschaffl Wvldenberg samt der stadt Bockelum/ desgleichen Lütter, Baremberg und die Grafsihafft Poprenburg- und BischoffHeinrich III die Grafschaffl Schiaden. Wannenhero die Bischöflichen lande dergestalt angewachsen, daß Bischoff Johannes IV aus dem hauß Sachsen-Lauenburg 7 Grasschafften und 21 schlösser besessen. Worüber er dann so übermüthig wurde, daß er dje Hertzoge von Braunschweig gewaltsamer weise anfiel, abee darüber in die Reichs - acht gerieth, deren cxecuc-oa man HertzvA Erich dem ältern und Hertzog Heinrich dem jüngern auftrug, weiche denn dem Bischofs von Hilbesheim über 18 schlösser, 7 städte und ;c>oo dörffer abnahmen, dergestalt, daß die Bsschöffe an land und lcuten mehr nicht,als die; schlösser, Peync, Steyerwalb und Marienburg, samt der stadt Hildesheim übrig behalten; Wie denrr auch das hauß Braunschweig von Kaysir Carl dem V über solche conque-en, ohnerachtet aller Päbstlichen prorellÄtlon an. i;;o b!S leben empfieng/ und selbige durch das cammer-gerichl zuerkannt wurden AIs aber an. iü;s wider das hauß Braunschweig ein widriges urtheil ausfiel,und seidiges nachmals die fach nicht mehr mit solchem ernst trieb, kam es an. 1642 zu einem gütlichen vekgleich» vermög dessen dem Stifft fast alles ausser den ämtern Coldingen« Lütter, Baremberg, und zwar als Stiffls - lehn samt dem hauß Dachtmissen und Westerhof zurück geliefert und abgetrettcn wurden. Die flüsse in demselbigen Bißthum find die Brockgrave,Eine, Gosi, Innerste, Pamine, Lein«, Ocken, Oder, Wesir. An gcbür- gen und Wäldern find die vornehmsten die Sieöenberge, der Sack und Heinerwald. Das cvUcglllm csnc-nicorum bestehet aus mehv als 40 Domherren, welche alle vom alten Adel seyn müssen. Die 2 Erb - Beamten des Stlffks sind die von Schwiegest und die Ritter Kram, deren iene das Erb - Marschali-amt, diese aber daS Ertz-Truchsissen-amtzu bedienen haken. Die Bischöfliche rc>, 6 enr« ist entweder Hildesheim, oder das davon nicht weit entfernte lnst- schloß Himmels-thür. Die beste vestung selbiger lande ist Maricn- burg, welchedie stadt Hiidesheim zur straf ihrer emporung widek Bischoff Heinrich II aus ihren Mitteln hat erbauen lassen. Peyna ist nicht weniger bevestiget, worinnen das hauß^Braunjchweig-Lu» neburg das besatznngs-recht s>r 3 -ren 6 >ret, und Steyerwalda- Dce Bischoffund das Dom-Capitul ist zwar Catholisch, aber so wo! die stadt als der gröste theil des Adels sind der Lutherischen religwn zugethan,wie man denn auch wegen der religion an.- 64; gewisse vertrage anffgerichtet, welche durch den Westphastschen fnedens- schluß bestätiget worden. An. 1711 entstunden zwischen demChur- und Fürstlichen hauß Braunschweig-Llinedura, und dem Dom-Cv-ii«.« reich, und wurde von dem Kaysir Ludovreo p>» und von demPadst xRciraii I nach Nieder-Sachscn gesendet, um die Lauen zu Christs »st lu bekekmen Es ward aber der Kayfer unterdessen inne, daß Eppv seinen sohnLotharium wider ihn aufgehetzet hatte, deswegen vc^ stieß er ihn von dem Ertz- Bißthum Rhenns; hierauf begab sich Evvo »u dem heil. Anschario nach Hamburg / welcher es dahin brachte,daß Eppo Bischofs zu Hildesheim warb.Er starb an. 847. 4 8 . Alfridus/ ein Mönch aus Cordey/ und aus dem Ertz-Lttlfft blutn liekürtia Er hat die csckellrsl - kirche zu Hlldesheim tnner- halb -ü^ätMn erbauet, das Stifft Essen und dieklöster Seeling- stadt und Asuede kunllmet, und ist an. 875 gestorben» ' ; Leutolphus, ein Mönch aus Corbey, starb, ehe er dre Pabst- liche ccinürmstion erhalten. ^ . . 6 Marquardus, ward an. 880 von den ungläubigen Dänen m einer schleicht erschlagen., ^ ... 7 Wiqbertus, ein berühmter ^-äicus, dessen «peeL mem-L m der Hildesheimischen bibliothec anzutreffen sind.Er starb an» 884. 8 Waldopertus, starb an. yo;. 9 Sigehardus oder Gebhard, starb an. yr8. 10 Diethard, vorher Abt zu Hcrsfeld, starb an. 956. 11 Ochwinus,vorher» Abt im kloster Bergen bey Magdeburg. Er hat den cörper des heil. Epiphanii von Pavia nach HildeshciM gebracht, und ist an. 986 gestorben. ir Osdachus, ein Mönch aus dem rloster Reichenau am Bodensee, starb an. 99 ->. ^ . i; Gerhardus I,von einigen Geriachüs genannt,starb an. 99;. 14 8. Bernwardus, Grafvon Sommerseburg, starb an. 1024, (sihe 8. Bernwardus.) ^ ^ iz 8-Gvtthardus, Grafvon Schcyern und em unverwandter Kaystrs Henrici s-nLti, und bishero Abt zu Alrheim in Bayern, starban. io;8,undward mndiemitte des i2seculicsn«,n,iirt. 16 Dietmarus, ein Däne von geburt,nnd bisheroK.EoiiradiH Capellan, starban. 1048» 17 Asclinus oder Aselmus,staroan. 1054. 18 Hezilo oder Echilo, unter welchem das blut-bad zu Goßlar vorgegangen; er starb an. 1079. (sihe Hezild.) 19 Udo, Grafvon Alvensleben, starb an. n 14. 20 Bruningus, vec-nur zu Goßlar, danckte aber ab, ehe er co-7- lirmirt und conlecrirt worden. Er ist nur einen Monat, wie Hübncr aber will, 4 jähr gesessen, und ist ins kloster 8. Barthol zu Saltzen gezogen. „ . 21 Bertboldus I, starb an. 1 i;e>. 22 Bernbardus, Grafzu Rotenburg an der Tauber, und vor- hero Dom-Probst zu Hildesheim; er hat seinen vorfahren Golt- hardum c-noniiiren lassen, und ist an. 115; gestorben. 2; Bruno, bisheriger Dom-Dechant, starban. ri6ö. 24 Hermannus, ein beredter mann, stund bey den, Kayfer Fri- derico in grossem ansehen. Zuletzt that er einewallfarthnach Jerusalem, und litte schiffbruch; seine leute ertruncken alle, er allein aber kamaufcinem brett davon,undmuste sich bis nachJerusalemdurch» bettcln.Er starb an. 1174 aufder rück-reise zu Parma in Italien. 2; Adalogus,bisheroProbst zu Goßlar, starb an. 119t-. 26 Berno, bishero Dom-Dechant; erhat BernwarduM, bett 14 Hildesheimischen Bischoff, c-nomtiren lassen, und ist an. 1198 gestorben. 27 Conradus I von Rabenspurg aus Francken, ist an. 1199 Bischoff zu Würtzburg worden. ( sihe Conraduö/ Bischoffzu Würtzburg.) , ^ 28 Heribertus oder Harbordus, starb an. 1208. 29 Sigfridus I, ein Mönch aus Fulda, starb an. 1221. Conradus II,vonReisenbergausderWetterau,Dom-Dechant zu Speyer,danckte an. 124; ab,und begab sich ins kloster Schönau. ;i Henricus I, Probst zu Heiligenstadt; wider ihnwurde Hermann Probst zuBraunschweig erwehlct,welcher auch besitz von dein Stifft nahm, aber aus furcht vor dem Päbstlichen bann weichen muste. Henrjcusstarb an. 1257. Z2 Johannes I, hat an. -260 die Gvafschafft Peyue an das Stifft gebracht, und ist an. 1261 verstorben. z; Otto!, Hertzog von Braunschweig, starb an. 1279.. )4 Sigfridus II, Herr von QNerfurl, bißhcrigcr Dom-Probst m Magdeburg; er hat die stadl Grünow- und das schloß Lowen- vurg erbauet, und ist an. 1 z 10 verstorben. ;9 Henricus II, GrafvonWoldenbcrg,hat mit der stadtHildcs» heim streiligkeiten gehabt, unb vor derselben die vestung Steuer- wald angelegt. An. i; 18 reisete er zum Pabst »ach Avignon, und wolte sich daselbst wegen anklagung seiner feinde entschuldigen, er starb abcr ben seiner ankunfft zu Avignon. )6 Otto II, Graf von Woldenbcrg, der letzte seines geschlechts; «r starb an. i;;i, nachdem er die Grafschafft Woldenberg dem Stifft vermacht. ;? Henricus III, Hertzogvon Braunschweig, ein söhn Alberti des fetten; wider ihn ward von einigen Domherrn Ericus, Graf von Schaumburg, erwählet; beyde stritten 14 iahr mit einander, bis endlich Ericus an. 1)48 starb. Die bürger, so es mit Erico hielten, hatten die vestung vtcuerwald ruimret; sie musten aber dem Bischoff Henrico davor das schloß Marienburg hclffen aufbauen. Henricus starban. izür. ;8 Johannes II Schadland, bisheriger Bischoffzu Culm in Preussen, ward an. i ^64 Bischoff zu Augspurg, (sihe Johannes Schadland.) ;9 Gerhardus II, ein Baron von Berge»,bisheriger Bischoff zu Verben,starb an. >;98.(stl)eGerhardus/BischoffzuHildesheim.) 40 Johannes III, Grafvon Hoya, bisheriger Bischoffzu Pa- derborn.Hertzvg Bernhard I von Braunschweig hat ihn bekrieget, und z mal geschlagen. Er starb a». 1424. 41 Hertzog von Sachsen-Lauenburg, bisheriger Bi» schvffzu Eamm; er starb an. 14;-. 4» BernhardusII, HertzogvonBraunschweia, 1459, und nahm Mechtildis, Gräfin von Schaumburg, mahlin, „aro aber gleich „n ersten,ahr seines ehestandes ^ ^ 45 Ernestus I, Grafvon ischanmburg, ein bruderder^.» dachten Mechtildis , war der lägerey sehr ergeben, und als er-U Stifft wider das.dauß Braunschweig beschützen solte wattA schlagen, und kranckte sich an. 1471 darüber zu tod. ^ ,44 Henning von Hausen, bißheriger vccznl». Mideribn-,-. wählte man Hermann, Landgrafen von Hessen, und da derselbe ruck stehen muste, Balthasar, Hertzog vonMecklenburg, w 2 nutgewalt be,,tz nehmen wolle; er war aber unglücklich, und nM sich an. 1474 wieder nach hauß begeben. Henning rek-Me äst 1481 seinem lucrcllor, zu gefallen. " ' 45 Bertholt», Baron von Landsberg, ein Vetter des vorher«, henden, war vorhero schon Bischoff zu Verben, und behielt beM Stlffter beysammen. Er starb an. 1502. ^ 4ä Ericus,Hertzog von ^achsen-Laue>iburg,r-ggn,rtean.i?g, semem bruder Johanni zu gefallen, und wurde nachqebends schoffzu Munster. 47 Johannes IV, Hertzog von SachsewLauenburg, r-figmu, ün. 15 27, und starb 20 jähr darnach in einem armsecliqen instand (sihe Johannes IV, Bischoffzu Hilvesheim.) ^ °- 48 Balthasar Mercklin, bißhero Kaysers Caroli Vicc. Cantzler, ward bald darauf auch Bischoff zu Costnitz, und starb an. r;;,. 49 Otto III, Grafvon Schauenburg, weil er die conkEio, an dem Päbstlichen Hof nicht zu rechter zeit gesucht, muste er an. 19)7 das Stifft guirciren. 50 Valeminus von Teutleben, ein Thüringischer vom Wch rKeoioß.LMid juri; Ooctor. Probst zu 8. Barthol. inFranGrt am Mayn, und c^nc,nici,5 zu Mayntz, starb an. 1991. 51 Fridericus, Hertzog von Holstein, starb an. 1996. 52 Bnrcardus von Oberg, starb an. 197;» , 5; Erncstus,, Hertzog aus Bayern, war zugleichFischossß Freystngen, zu Lulttch, und zu Münster,und an. 198; ward ergar Churfürst zu Cölln. Erstarb an. 1612. (siheErnestus/ChuM zu Cölln.) 54 Ferdinandus, ,ein Hertzog aus Bayern, war zugleich Bischoffzu Lürtich, Munster und Paderborn, wie auch Churfürst z» Cölln. Erstarb an. i 6 ;o. (sihe Ferdinandus/ Churfürst in Colln.) 55 Marimilianus Henricus, ein söhn Alberti Landgrafen ck Leuchtenderg, ward an. 1642 eoschuror, und an. i6;oBischof; «r war zugleichBischoffzuLütlich undChnrfürst ziiCöUn,und ist an. iü88 gestorben. (styeMaximil. Henricus/ Churfürst zu Mn.) 56 Jodocus, Freyherr von Dradeck, war des vorhergehende Bischoffs Stabthalter, wie auch Dom-Dechant; an. 1694,0«» ihm ein Cvachuror. Josephus Ocmen5> Hertzog in Bayern lind Churfürst zu Cölln gesetzt; als aber Jodocus an/1702 starb,war du CoLcijulvr eben iN2>l>2ncc mit Franckreich,lind ward endlich garin die Revchs-acht erkläret. Es hat hieraufdas Dom-Capitul sich der regierung bis aufden zu Baden erfolgten frieden angenommen. 57 Augustus Clemens, Hertzog in Bayern, wurde den 8 iaN. an. 1724 erwählt, nachdeme dessen Oncie Joftphus Clemens den 12 nov. an. 172; zuvor verstorben. rL»i.sxilc. ttNöc-d. mcrrop, Alduinus / war Abt von 8. Denhs in Franckreich, hittnnf Abt zu 8. Medardi und 8. Gcrmain. Er stund bei, dem Karste Ludvvico pio und dessen sohn Lothario in grossen gnaden, begleitete auch an. 824 Lotharium nach Rom, kehrte aber im folgenden jähr wieder in Franckreich. Allem als hernach Kaystrs Ludovici söhne wider ihren vatcr r-bcilirlen, begab er sich an. 8;o auf stire feite, und wurde daher» aller stiner Abteyen und geistlichen wm- den beraubet, und in Sachsen ---lehret. Das folgende jähr aber wurde er aus des Hmcmari vorbitte wieder eingcsttzt. An.8tt schrieb er auf des Kaysers Ludovici befehl das leben Dionysti s-zßikL, welches MalthälisQzicnu-, «in vactor von Löwen, an. am ersten pudilciret hat, und nach ihm Snrius. Es wöllen einige verschiedene epistcin anfwciscn, welche Ludovicus und diefek Hilduinus mit einander gewechselt; allein Sirmondus bringet ist dem andern theil seiner Frantzösischcn conriiicn nicht mehr als nnk eine eintztge an den tag. Er zoll an. 842 verstorben seyn, so M gar gewiß nicht ist. c-lgl. c. 8r. L: ctimn. LN Sri- m/«-. !id. r llc Kilt. k-sc. c. zz> c-sll. (dkrilt. rom. ; P-ZZi- Kilt. litter. HII^LI^H» war eines der drey geschlcchter der Araber, welche an. 999 hinüber in Africam giengcn. Die andern beyde w«en Llguc^uin und ^iLkcguii. Alle drey machten zusammen vhngeW ;oooo mann aus, welche sich in die östliche barbarische und viel andere Provintzcn mehr ausbreiteten. Das acschlecht weilet sich wieder in zwey innen , worvon die erstere k-m-.5m,r oder der kleijonier hcisset, welche üooo mann zu Pferd und mehr a>» 90000 zu fuß hernach aufbringen können. Sie sind auch W reich, und wissen sich wider die Türcken wohl zu beschützen, vm sie aber ihnen nicht gewachsen, so reckken sie sich in die Wie». lik. 7. /lttics. Algeland / sihe Heiligland. Alkias / war hoher Priester unter des JsraclstischcnKM Josiä regierung, und fand das gcsttz-buch des HErrn, vc w eme geraume zeit verborgen gelegen, in dem tcmpcl zu ^eru,M - 2 ÄLF. c. 22, 2. ?»7.i/,/>. c. 94. Alle! / ein berühmterRabbi unter den Juden, lang vor Christi geburt geledcl - und wegen stiner geleh"" hil him grosses ansehen bey den Iüden gehabt hat. 8. Lieronymus qeden- ckek seiner bisweilen in seinen schafften. Er war zu Babylon ge- bohren, dahero er auch der Babylonier bisweilen pfleget genennet zu werden, begab sich aber nach Jerusalem , woselbst er mit sehr grossem rühm gelehret hat. Unter seinen Mttipeln ist sonderlich berühmt «,sb!» Schammai, der aber nachgehends in unterschiedene» stücken von seinem lehrmeister abgieng, dahero sich die gelehrten bey ihnen in zwey Haussen theilten, indem es einige mit dem Hillel , andere aber mit dem Schammai hielten. Es wird dieser Hillel der altere zugenannt, weil noch ein anderer dieses namens vorhanden , der unter den Häuptern der schule Hillels der letzte war, und mit dem zunamen der fürst pfleget genennet zu werden. Einige meinen, daß dieser jüngere Hillel derjenige Patriarch der Iüden sey, von welchem Epiphanias meldet, daß er sich kurtz vor seinem end zu der Christlichen religion bekehrt habe. p.». lio. i b-xreti zo. bibl. Nsbl,. r. i p. 787 öc i-:g. L t. z z>. 784 üc leg. all bist. ziliilolo^Ii. Lbr. p. 8 r. hillel / ist ein name vieler berühmten Iüden, welcher verschiedene gelehrte leiste unserer zeit betrogen, daß sie davor gehalten, das mLnutcrixr von Hillels bibel, welches bisweilen in den Hebräischen geschriebenen bibeln mit angeführet wird, sey durch einen alten «.rbbi, mit »amen Hillel, geschrieben worden. Schickardus stund in den gedancken, daß selbiges exemx>sr kurtz nach der Babylonischen gefangniß geschrieben worden. Cunans eignet es einem andern Hillel zu, welcher 60 jähr vor Christi geburt gelebet. Die Iüden haben es gleichfalls sehr alt gemacht; allein der k. Morinus, welcher einige geschriebene bibeln gesehen, worinnen die vgriL leÄioncs aus Hillels bibel auf dem ranb mit angemerckt, saget, daß es nicht über ;oa jähr alt sey. Dem sey nun wie ihm wolle, so scheinet dieser Hillel nicht einer von den alten dieses namens zu seyn , weil er von solchen dingen redet, von welchen man in den damaligen zeiten nichts sindet. Ämo» llikoir. cristg. -Zu vieux keksm. llistoire o»r,. 81. vir. rksoloZ. ini-zuic. Lnnsl^ ?. I p. 5 . bitt. eccl. tcc. -6 teÄ. z p. 172. Icerxer- liiti. p. 2 l. r6 c 2- §. r- . ^ Amera/ anietzo Termini von dem alten »amen Jberm-,- genannt, eine alle stadt in Sici-ien, welche die Zanclaer bey dem >er Romeren nicht r» vermengen tjr) eroberte diese stadr nach e«- him hin 792 renjchllllurm^d^^ / und sehr tapfferer gegenwehr der burge- nieder armanu' 5" - was rn der stadt gefunden wurde, v erdt^ sute stadt völlig zerstöhret lvurde, im b >rt ungezahr 4°° jähr vor Christi qe- ze le nack^n,wn^ ' durch die Zancläer. Etwas E neue stadt nahe bey mw ^Edoch auf der andern stattn des flusics, unv gaden lh^ den namen UrormL , von den keMn bä- dern, jo daselbst waren, welche noch heut zu taae berühmt lind Kutt in der st^t an^a^ch ^M'br gebohren, wurde eine ehren- wav ^"^erlchtet, dre wegen ihrer kunst sehr berühmt war. E4. l. iz. Llcilia Lnciqus. dt. O. 1. r c, >r. * beygewohnt. Ihr erd-begrabniß soll sie von ur-alten zeiten im klvster Ostach haben. Antonius ist an. 1440 vwe-Dom in Kärnd- ten gewesen. Kemmsr. v. b- LoNect. LSOLLlo^. Irrlior. ^ ^ Kmmelms/ (Johannes) an. i?8i zu Stolpe in Pockmcrn gebohren, gwng an. 1601 nach Wittenberg, und r»üirte daselbst ? tühr die llum-niora, nach welcher zeit er sich nach Jena, und bald daraufnach Giessen begab. Nach einer durch Bayern, die Pfaltz, das Eljaß und die Schweitz hingelegten reiß wurde er wEor des Durlachischen «ymnalli, und an. 1612 wurde ihm solche iksrio» zu Speyer übergeben, wie nicht weniger die vrofellion des ll- daselbst. Als er an. 1614 noch über dieses zum obristen Pfarrer allda ernennet wurde, nähme er das folgende jähr zu Giessen den Zl-a-Zum OoÄoris an, und wurde an. 1617 krok. Ibooi. daselbst, hat auch solchem amt mit grossem lob so lang abgewartet, bis ihn an. 1642 den; 1 mart. der tod von aller arbeit ausspannte. Unter seinen schrifften sind folgende zu mercken: )slmca kb-rissirans; Cstvino-kLxitwus; Illea boni Qxwnslli; rLtlionsIs Lcs-Zemicum; cZollegium smi-?bminisnum; Kollegium Irenicum; lle Lsoonicaru, jure Lsnonica L Tbeologia Scliolskica; collegiuoi sati - Leonium; trsLkstus -Zs Scrixt. S., LommemLr. in ep. sci Lalsc. öc kbilew., l'rigz kroxbetics L vissiutariones vsri«. lUem.riiLo!. x.i^ür. cempl. bonor. x>. 140. ^ ^immelscron/ ein ehemaliges berühmtes Cistercienser Nonnen-klvster, in dem Marggrafthum Bayreuth, zwischen Culm- bach und Gefräß, welches Graf Otto zu Orlamünde aus dein dorff und schloß Pretzendorfan. 1280 gestifftet. Heut zu tage wird es ein kloster-amt genennet, und pfleget stch die Landes-Herrschafft öffters daselbst zu -Zivcmren. bitt. xalarw. Fimmels - porte ist (1) ein Jungfrauen. klvster Mercien. ser-ordens in Franckcn, und dem Bißthum Würtzburg, nahe dieser stadt an dem Mayn gelegen, so seinen ansang an. 12; 1 von dem dastgen BischoffHermann bekommen hat. ^ Oong. Qill. 8. Lcrnb. (2) eine Cistercienser - Probstey zu dem klvster 8. Urban in dem Lucerner - gebieth gehörig, unterhalb Nbeinfelden gelegen, aüwo ein von 8. Urban abgeschickter Probst rell-Zixet. * Ammeltrud / eine concutzine Caroli N., die einiges vor dessen rechte gemahlin ausgeben. (Sihe Caroius N.) c«r. in Lsron. r. Z scl sn. 771 n. 1 le<^. / war bey den Hebräern ein maaß, damit man fliessende fachen zu messen pflegte, und hielt so viel als 12 log oder 72 eyer. lle menll Uebr. ivlok. L Lsroo» L-i«. lle niens. L-: ponll. -6inckelmann/ (Abraham) wurde zu Döbeln/ einer stadt in Merffen/ aüwo sein vater / Martin Hmckelmaim / em Rakhsherr und apothecker war/an. 16^2 gebohren. Nachdem er daselbst cim- gen gründ gelegt/ schickten ihn seine eitern auf das gymnsllmn nach Freyberg / von barer sich auf die Universität nach Wittenberg wendete/ und unter Abrahams Calovio die rheologic studrrte. Als er sich hier 4 jähr aufgehalten / ward er in dem stadtlein Gardeley LeÄor, und bald hernach vireÄor des MwnLiii zu Lübeck / welches amt er 11 jähr verwaltet/biß er nachHamburg erstlich zumPredlger bey 8. Nicolai berusscn wurde / und kuch darauf bey dem Land- Mfen von Hessen-Darmstadt die stelle eines Ober-Hof-Predtgers/ 3cnLrsi-8ul-srinren-Ze»tts. und bey der Universität zu Giessen protel- Zonem rbeoioßis: llonorsii^m erhielt. Doch an. IÜ88 ward er wie» )er nach Hamburg berußen / und bey der kirche zu 8. Catharma pim n->llor ernennet. AIs hierauf die streltigkeitcn mit Horbio und v. Mcyem angicngen / muste er sehr viel ausstehen / und wurde / ob er gleich °emr-i verbleiben / auch keinem unter beyden tudlcr.w- M wolte / von beyden feiten hcfftig angefochten. Als er den kmtz )vr Hordii tod heraus gekommenen ll-b m. stimme des Zerren anv. Abraham Hinckelmannen/eroltckte/vermerck. e er den eine besondere Veränderung an seinem gantzen lerve / and bekam etliche tag hernach eine blutstürtzung/woran er an. 169; tarb. Seine bibliothec ward von fernen crven/ die Orimtaüschen and andern manulcript« ausgenommen / vor 21000 jüdische marck mauÄioniret. Won seinen schrifften aber /so thcl s auch m dle Schwedische spraachc übersetzt worden/sind sonderlich folgende,;» nercken' l'crrulliLni sooloßelicus, und buch von der gedult/Lttlltjch , !obi Meotosi^ ev^gclics bypoel-etibus x»nri6-ioium.8.°f°--M^oruM. Sc xociniLEü comäria; Christlichebctrachtnng von der remtgung les bluts Christi; tell-merirucu r-lollsme-Z-s L, r.snne; öcrcülc, Zm daß gar nichts sey die m»r°r-» des Wesens aller nnge; 4° fragen/ betreffend die lehre Jacob Böhmens , ^ II theil. Hhhhh ttamdur. 794 hin . . ^ „ n-mburß-ni--; auserlesene predigten ^bestehend in gründlicher klärung unterschiedlicher biblischer texte. Er ist der erste / welcher den Alcoran in Arabischer spraach heraus gegeben. mswvr. liieologoi-. p. )97- ^iiicma» / ein berühmter Ritter in Engelland / behauptete mit mund und scder die lehre des Ortgcms/ daß auch so gar die bösen geister nach einer langen quäl ru der Holle endlich noch wm» den selig werden. cu, onic. c. ,7 r.s. * rsincmarus / ein berühmter Ertz-Dischoff zu Nheims/ war aus einem Adelichen geschlecht daselbst/ und von lugend aufunter anführung des Abts Hilduini in der Abtey 8 . DenyS erzogen / woselbst er auch so wohl in den studien/als in allem guten zunahm/ und sich dadurch des Kaysers Aidovici gnad erwarb. Als Hlldur» nus an- 8 ;o m Sachsen rcicgir-et ward / begleitete er lhn in fernem elend / und that ihm grosse dienst. Nachdem an. 8 ;; Ebbo von dem Ertz-.Bißlhum Nheims abgesetzet war/ und dasselbe gantzer iahe lcir gestanden wäre/ wurde er an. 84; auf einem zu Bcau. vais an dessen stelle erwählet/ welches auch aus einem andern ln dem folgenden jähr zu Paris gehaltenen convem congrmwtt ward. An. 848 wohncte er dem Loncüio zu Lai-iN^co oder Crecy bey / auch lie- hetmarr mdenen widerEodeschalcum gemachten ^ecreren fernen namcn überall oben an. An. wurde zu Soissons cinff»° 6 ur angestellet/ und auf demselben Hjncmarns von neuem bestätiget/ auch einige krcrb)tcr>, welche Evbo nach seiner adsetzung orllimret hatte / wieder abgesetzet. An. 8 ? ; wurden die des c-onciin zu Crecy / welche Hincmarus zuwegcn gebracht hatte/ auf einem Mo- ac> zu Dalence wieder aufgehoben / welchem si -i-> 8 o das Lvncii.um zu Langrcs und Tont an. 8 ;9 beypstichtele. AIs deren -spimi-dem König Carolo «m-riret wurden / überließ er selbige dem Hincmaro zu r./ut l en/ so er auch in einer besondern Misst that. An. Lüo wohnte er zweyen <>n» 8 >s zu Ackcn bey / auf welchen Thietderga / des Königs Lvlharil gcmahlin / bekannt haben soll / daß sie mit ih» rem brudcr Huberlo zugehalten / welches dem Hincmaro zu vielem Verdruß anlaß gab; weil sonderlich die Prtntzeßin steh nachmalen beschwüret / daß sie durch hartes tractament/ um besten einmal los zu kommen/ zu dergleichen bekanntnus wäre gezwungen worden/ auch sich der Pabst ihrer mit cyfer annahm. In leidigem jähr war er auch bey dem andern cv»c>iio zu Toul / und bey dem dritten zu Ackcn. An. 86 ; wohnte er dem o-nciiio zu Metz bey / von welchem des Königs Loiharti beylagcr mit der Waldrada gut gchclstcn wur» de. Als in selbigem jähr Hincmaro die k>--lvi>>Mii stiner ttrche con. Lrm,>cl wurden / und ihm Nothadus/ Bischoff von Svrstons/ nicht nachgeben wolle / ließ er selbigen durch den schluß eines c.onc,- ii'l absetzen / und in ein kloster stoffcn/ und da er nach Rom spss-u»'- tc / verdammctc er ihn von neuem. Jedoch ließ er ihn nachmals auf ves Pabsts Nicolat vorbitle loß/ wolle ihm aber nicht vergönnen nach Rom zu gehen / welches er auch auf des Pabsts bcfchl nicht andern wolle. Ob nun gleich der Pabst ihn mit dem dann bedro» hetc/ achtete er es doch nicht / sondern wüste seine Verantwortung zu machen. An. 86 ; aber wurde Nothadus auf dem concm» zu Rom wieder eingesetzet. An. 866 pr-Rttirtc Hincmarus in dem dritten concMo z„ Soissons/ aufweichen; Wulfadusund einige andere prMi-rl auf des Pabsts Nicolai bcfehl ihre vorige stellen wieder erhielten / wie denn auch im folgenden jähr auf dein Lo,-«- zu Troyes diese fache genauer untersuchet wurde. An. 869 -°"- ckn.nNlc er seinen vetter Hincmarum/ so Bischoff zu tzaon war/ welches zwischen diesen beyden grosse fcmbschasst erregte. Als an. 88 - die Normänner in Franckrcich einfielen / verließ HincinaruS die stadt RheimS / nahm des heil. Rcmigti Icichnam mit sich / und zog sich über den siuß Marne nach dem walde zu / darr denn im dec. selbigen jahrs in der stadt Espmiay starb. Er war in grosser cliimc zu sclner zeit/ und hat sehr viel Missten hinterlassen. L-. 8 c v,r. iNuiir. c yy. Tcxxsfie»//- in ,piik. liiN. Klicm. I. Z. äsll. Llicitt. 8 c !>i>tllricii 1,2k. kam. r 8 e tr»nc. L.ri,c iuN. lirr. p. z-7. * hincmarus / ein Frantzos und Bischvssz» Laon, war des obi« genHincmari vetter,und von demselbigen in atlem guten aufcrzogci, worden. Als er zu seinen jähren gekommen, wurde er in gewissen Verschickungen gebraucht, und von seinem vetter anbei, König, von dem König aber an andere örtcr geschickt. An. 8;6 wurde er Di- schoffzu Laon, allwo er awangs seinem vetter, dem Ertt-Bischosse zuRbeims, getreulich bcystund, und in allein schuldige folge leistete. Als er sich aber nach diesem durch chrgeitz cinuehmeu ließ,nahm er eine Abtcy, soausscr der Provintz gelegen, ohne dessen willen an, und da er zum offtrr» zu dem 17,1080 bcruffen ward, wolle er nicht erscheinen, nahm die von seinem vetter und andern Bischöffcn excommunicirle Bischöffe auf, und cxcommunicirte auch anderer Bischdffe Unterthanen. Dabey ließ er es nicht bewenden, sondern suchte noch immer seines Vetters ehre z» nahe zu treten, wolle ihn, wenn sie zusammen kamen, nicht ciumal ansehen, sclimähete auf ihn, verlangte, man solle seine Missten verbrennen, sagte, er wäre warlh, daß man ihn absetzte, er wolle es auch noch dahin bringen, und suchte sich gantz und gar,von seiner -'Metton loß zu machen. Ja er redete auch von dem König selbst nicht zum besten, und hatte vor, zu dessen enckel dem Lothario abzufallen. Was noch mehr war, so suchte er auch seine 8cc,c,2 mit gewayneter Hand auszuführen. ^s fände sich auch eine gelegenhcit zu neuer unruhe, rndem die stadt Pauliaciim , so ehemals zu dem Bißlhum Laon gehörig, von dem Komg Carolo dem Hincmaro, als er Bischoff wurde, wieder gegeben ward; Hincmarus übergab sie aber dem Könige wieder, daß er damitNortmannum,einen seiner hoff-leute,belehnte Drest stadt forderte Hincmarus an. 868 von demNortmamio wie, hin der, und als er selbige wieder zu geben weigerte, that er ihn in bann, stieß ihn mit gewaffneter Hand hinaus, verklagte ihn aÄs rinen kirchen-räuber bey den, Pabst. Er erhielte bkraufLm Pabst anben Ertz-Bischoffvon Rheims briefe, in we!chm !?2 digen anbefohlen wurde, Nvrtmannum ln den bann ui tkun Ä, marus aber, der Ertz-Bischoffvon Rheims, welchem die iiiiL- kett wohl bewnst, weigerte sich dessen, auch wolle der König EaL nicht daran, welcher auf des Norlmanni feiten war. hmcm«z aber, Bischoff zu Laon, wurde hierüber dergestalt erbittert, daö 7 seinen vetter nebst dein Konig bey dem Pabst als kirchen M und verachter des Pabstlichen stuhls angab. Hierzu kam, 2 aus erner gantz geringen Ursache alle cl-ricor seiner ckcrce-H dm bann that. Selbige nun ^p-Nirten an denErtz-BischoffzuMinst welcher leidige von dem banne loß sprach, und in ihr voriges am wieder emsetzete, welches denBisthoffzu Laon noch mehr erbitterte Diese unruhe nun suchte der König Carolus durch einen l-Wäm zu stillen, welcher auch an. 869 zu Pist angestellet, und dieser marus darzu beschieden wurde. Allein er wolle nicht erscheinen, sondern war vielmehr so verwegen, daß er den König nebst vielen Bischoffen und andern grossen,öffentlich in den bann that. Jedoch brachte es sein vetter aufdemselbigen ffno8c> dahin, daß es ihm der Konig und andere grossen verziehen, und die fache dem ttnon» anheim gestellct wurde. Hierauf versammlete man im avr. einen andern M°8um zu Verderie, auf weichem zwar Hincmarns erschien , als er aber sich nicht zu entschuldigen wustH -px-Mrte er nach Rom. In dem folgenden jähre wurde ein neuer ssnoöi,! in dem Königlichen pallast zu Artigni, angestellet, welchem auch dieser Hinemarus bel)wohliete,ob er schon vorher» seine apxell«n zu bescheinigen gcsuchet hatte, da er denn von dem Könige als ein rebell, von semem vetter als ein halsstarriger,von demNortmamio als ein ungerechter, lind von seinen ordens-Ieuten als ein lyra« angeklaget wurde. Ob er nun wohl sich mit dem König und seinem vetter wiederum verglich, und beyden den eyd der treue ablegete, auch die übrige» lachen auszumachen ; Richter annahm, welche ihm sein vetter gegeben, entzog ersieh dochkurtzdaraufwiederum solchem juchcio, und sppcttirte an den Pabst. Hadrianus II nnhm sich auch seiner bey dem König und bey seinem vctler mit grossem ciffer an. An. 871 hielte er die parlhey Carolomamn, wclcherm- dcr den König die Waffen ergriff, und wolle dannenhero die»- communicscion. welche sein vetter wider ihn ergehen lassen, nich! unterschreiben. In selbigem jähre wurde der 8> nollu; zu Dem» gehalten, in welchem er von dein Könige Carole und seinem vetter Hincmaro gar hesftig angeklaget, und als er bcv dem ssno-iovernommen,auch überzeuget war, ohncrachtet er nach Röm rle, lind die Richter verwarff, durch einhelliaen ausspruch der BischW seines Bißthiims cntsttzct wurde. Als er aber nach diesem noch immer mehr Händel machen wolle, ließ ihn an. 876 König CarolnS caivur iiisgesäiigiiiß werffen, und zwey zahrdaraufblenden.Nnch Caroli tode wurde er an. 879 von dem Pabst Johanne VIII, als selbiger in Franckreich war, aufdcm Concilio zu Troyes seinesbaa- ncs wiederum entlediget, und ihm aufs neue messe z» lesen zugelassen , auch ein theil der cinkiiliffteu der kirche zu Laon zugetheilet. Er starb an. 882, und überlebte seinen vetter. An Missten hat ck hinterlassen epiliolar 6 s8 tiluciTiLrum; reclrmLrioiicm A procll- MLkionüm i,i Loncilio l'sicLittno öcc. ttitt.i;licm.^>M>"^ in cllron. Qx». Llirilk. bitt. llrrc,, p. Z84. * ^iiidelbaiick / ein schloß , dorffund besondere HerrschMin dem Berncrischen land-gcricht Zollickoscn, eine kleine meilm Bern gelegen. Sie hat vor altem denen Edlen von Ergow geboret, und ist von ihnen an die Edle Stolli nnd Brüggeler,und endlich an die von Erlach gekommen. An. i^o kame sicvonBern- hard von Erlach a» seinen tochtcrmann, Rudolf von BonnsteM, ivelchen nachmals die von Lombach luccclllrtcn, denen sie an. 17^ Hleroiilimus von Erlach, General und Schultheiß der statt Bern abkanffte, und allda ein prächtiges Schloß von grund aus erbaute. * ^mdelopen /ein flecken in Wesi-fricßlaiid, zwischen Staver» und Worcuni) an der südcrsee, i» der GrasichafftWelrerM, gelegen. Die einwohncr daselbst , noch mehr aber in dem bcnach- bartcudorfMolquerc», habe» in ihrer klcidung, sowohl alsmittkr spräche viel absonderliches an sich, welches man als einen ubeM von den alten Sächsischen cinwohncrn anstehet. Andenberge/ eine von den ältesten adelichensamilien inNM mern. Zu des Hertzogs Ottonis I zeitcn werden Fridrich, HM und Victor, der ältere und lungere von Hindenbcrg, m ciMn allen driencn gcnennct; wie den» auch Henning zu selbige» M- an. i;o8 in alten 8ocunic,ircn als zeuge angeführet wird. Hem, tage sioriret diese samilienoch. yommeri. >. 6. , ^litghain/ eine marcktstadt in der Forchoii-H»»brcd in ten> südlichen theile der Engelländischc» Provintz Nonolck, lo,von e denachbarten örtcrn klein-Londett genennet wird. Lie 80 mcilc» von Londen. Hinghoa / eine grosse stadt in der Chinesischen Provintz Sie ist der vornehmste ott in einem gebiete gleiches lwmew , welchem die ciiitzige stadtSienlieu befindlich; sie hat aber viel M und dörffer unter sich , und ist mit herrlichen gebäude» aiUM' Das land umher hat einen grossen Überfluß an stiden mid relMW bey dem,ec Chung ist ei» berühmter valiast, worinncn man an-M eine grosse glocke klinge» höret, ehe schlimm weiter kommen v Oben auf der spitze des beracs Lueung ist ein briiimcil, Hm« nannt, in welchem das waffer steigt und wiederum fallet, wn- ebbe und fluth des mecres. ekin». , ein an den mauren der stadt Jerusalömgegert abend beydem brunnen Siloah gelegenes that , worinnen man die Ander dem Moloch zu opffern pflegte. Es soll seinen nanM von dem besitzer, welcher »innom gcheissen, oder von dem geschrey der geopffeeten Ander bekommen haben, und das that Lenin-inon wie es im buch Josua genennet wirb, so viel heissen, als ein thaldex winselnden kinder. Der hohe ort im thal, wo man die Ander verbrandte, ward lopk-c genannt, von lopk. eine trommel oder paucke/ weil man wegen gedachten geschreyes die trommel rührte. Es würde dieser ort von den gottlosen Jude für heilig gehalten,von dem Könige Iofla aber verunreinigt, Und schreiben die Hebräer, daß er alle todte aase, knochen und andere unsaubere dinge hieher dringen, und um selbige zu verbrennen, ein stätig feüer halten lassen. Endlich soll die Hölle von diesem that den namen LevenNL bekommen haben. jo/. !?, 8. L-F rz.ro. 7 , 6/sM grLmwsc. §. p. 1)9. L. Lcvr L«--/s/o?r 85 z>. spurt lls jure ücbr. n.roH. ckorozr.s c. L«K^rrMll. bsiligcii. c. Z4. n. ro.ig. Qokenn. in fiex. Nentsgl. Anoyosa / ein ort im Spanischen Estremadurä unweit Cow dua gelegen, welchem König Philippus III den titul einer Marg- grafschasst beygelegt hat. §. L»r llc kLipsZu. p. -4-. * waren zu Lacedämon, ? gewisse Ossicieter, welche von den Lpvoris erweblet wurden. Selbige wehltcn jeder 102 der besten kerls aus der stadt,als welche der bern der Spartanischen mannschafft waren, und Juices, ohnerachtet sie nicht zü pferde fassen, genennet wurden» Die nipp-grecs mästen solche fleißig cxercwen, und über ihre aufführung genaue aufficht haben. lls rsp. I.sccll, Me«-/,«- l.Lcon. 8Ikk^R.LkH,VVN r V7»-«k , st , egüitsms . und waren zu Athen 2 Personen, welchen die aufsieht über die raoallerie anvertrauet war. Sie kvntm also alle , die sich nicht wohl hielten , abstraffen und es durffte ohne ihren vorbewust niemand von denen aus seinerZunfft zum krieg ausgelegten und jeweilen eine besondere rott ausmachenden rcüterrn, zu einer andern gehen. Sie hatten acht, daß sich die soldaten wohl hielten , die lenke nicht sosehr mitnahmen , und ihre Pferde nicht allzuscharff bepackten. Sie hätten unter sich gewisse , die nach gelegenheit Der einen troupp oder compagnie gesetzt waren. L lls rep. Ersten. ^ Hipparchia/ des welt-weistn mannesCratetis, (d'e'r^ Otyllip. ;6z6, L. ;r8 gelebt,) eheweib, gebvhren zn Maronea. Sie hatte sich in dessen weißheit dermassen verliebet, daß weder seine armuthmoch der Unwille ihrer freunde, noch anders grosse anerbietungen, diejenigen, die von vornehmem stände und grossem reichthum waren, und sie zu ehelichen versprachen, sie von Dieser beyrath abhalten konten, indem sie vorgab, daß, wenn man ihr nicht zulassen würde, den Cratetem zu heyrathen, sie sich erstechen müste. Endlich, da alles nichts verfangen wolle, bat die freundschafft den Cratetem selbst, ihr diese heyrath auszureden, welcher auch hierzu alle seine beredsamkeit anwendete» Als aber alles nichts verfangen Wolke, wich er ihr seinen blicket, legte seinen stab, lasche und mantel vor ihr nieder, bezeugend, daß dieses sein ganger haußratb wäre, und wenn sie seine ftau werden wolte,müsse sie gleiche lebens-art mit ihm führen. Allein Hipparchia ließ sich nichts abwendig machen,gieng mit dem Cratete unter einen öffentlichen schwibbögeri,woselbst sich stäts viel voick zu versammle» pflegte , und vollzog daselbst mit ihm öffentlich die ehe, jedoch damit sie nicht allen leuten in die äugen fielen, hielt Zeno seinen mantel vor. Wie denn die Lynici, als Crates war, was sie für natürliche, und an sich selbst nicht schlimme wercke hielten, auch sonst öffentlich zü thun nicht ungewohnet waren. Sie gewöhnet« sich auch des Cra- tetis gantze lebens-art an, und zog überall mit ihm herum. Als sie einstens bey dem Lystmacho zu gaste war, machte sie Theodore / dem Atheisten , folgenden falschen ftNMlmum oder u-pKUms. Wenn ich das thäte, was ihr mit rechte thätet, könte Man mich keiner Ungerechtigkeit beschuldigen; wenn ihr euch selbst schlüget, thätet ihr solches mit rechte; folglich wenn ich euch schlüge, konte man mich keiner Ungerechtigkeit beschuldigen. Allein Theodorus - ob er es schon ohne zweiftl wohl mit Worten aufzulösen gewust, wolle es lieber in der that und auf eine recht n. bxpotki. I. c. ,4. * Hipparchus/ war ein berühmter Lllronomm, gebürtig von Nicäa aus Btthynien, oder von Nhodis, wie Ptolemaus will. Er hat zwischen der i?4»nd iszsten oder zwischen x.Ki. ;8rc, und ;8zs vor Christi geburt 128 jähr, um die zeiten des Ptvlemäi kllüometori; Und Ptvlemäi LverAerL gelebet. Plinius gibt ihm ein herrliches lob, und sagt, baß er die finsternissen wohl auszurechnen gewußt,die gestirne sehr wohl irme gehabt, die anzahl der sterne und ihre grosse richtig verzeichnet den nachkommen hinterlassen. Er schrieb der menschlichen seele einen göttlichen Ursprung zu» Von ihm , ...g, als ein commenünsr über des Arat't pbwlio- meiia. 1.1 Lc ». I,b., c. ,6 L10L. ^o/?-«i lls lele^e. marvem. x. 159. M/te. , Apparchus/ des Yisistrati sohn, ein tyrann von Athen, oder mtt-gehulff:n der tyranney seines brnders Hippias, welcher nach desvaterstod^.0ivr°p.sz...v.c.»-7. ^ Z4?7. gierte. Er war gelehrt, TUl»>,rte auch gelehrte; schickte damien- yero dem berühmten Poeten Anaereon eine galere von ;o rudern Hü nach Athen zn holen, er behielt auch den Poeten Simo» mdem bey sich,welchen er gar wol versorgtte. Harmodius ündAri- stogiton todteren ihn a. v. »4,, 66.4. >1. ^7,. <7. z 1 z in währenden spielen, oder unter der proceMvn. die in dem fest der panscNcnLoruM gehalten wurde, und füll ihm solcher tod des nachts vorher in einem träum durch 2 Griechische verft, welche jedoch sehr dunckel, angekündet worden seyn. Auch versichert Aristoteles, und andere, daß dieserwegen demHarmvdio und Aristogitviu, als welche das Vaterland befrcyet hätten, ttsruen aufgerichtet worden. I.; x, rderor. l. i'c. zr. killkr. » ^ippärus / Fürst zu Orchömene m Böotie«, wurde von seiner multer Leucippe gefressen; gestalt man erzehlet, daß alle Weibspersonen in bemeldter prövintz in eine solche grimmigkcit und rase- rey gerathen, daß sie sich mit menschen- fiersch nicht genug sättigen können. Deren grausamkeil zu stillen wurden gewisse spiele angestellet,und demBaccho gewidmet,wobey man sie mit dem schwerst verfolgen und todten dürsste. ,» kE. ^tppias/ des PWrati söhn- und ein tyrann von Athen, nebst seinem brnderHipparcho. Als selbiger ermordet war,wölke Hippias dessen tod rächen; wie es dann würckiich den Harmodium und Ari- stogiton die Mörder Hipparchi das leben gekostet, und dteAthcnien- ser nur härter von Hippia gedruckt wvrden.Aber m die länge wolte es doch nicht gut thun; Massen über die von den Atheniensern bezeugte allgemeine Mißvergnügung letztlich auch die Lacedämonice dazukamen, welchen das Delphische Oracul durch listige Veranlassung CNsthenis, eines vertriebenen Alheniensers, gar ernstlich an-, befohlen hatte, dieser stadt wiederum zu ihrer sreyheit zn verhelften. Als nun diese Athen einige zeit belagert, mäste Hivpias nach ; jähren endlich weichen, nemlich ^ v. -4;. oi>mp. 67, z. ;474, L. L. 5 0, va er sich zü dem Dariö wendete, welchen er auch nicht wenig zum krieg wider die stadt Athen angesporret, und deine würcklich in seidigem feld-zug, si> gut er konte, dienst geleistet, biß er endlich in der Maratbonischen fchlacht sein leben verlöhr; wie- wohlen die beste und älteste Griechische geschicht-schreibereHervdo- tns und Thucydibes nichts hievon melden. Suidas hingegen, doch ohne seinen Urheber anzuziehen, will, Hippias wäre m der nM Lemnvs an einer schmertzhafften kranckheil verstorben. Sonst hätten ihn anfänglich auch die Laeebämöäiet wieder einzusetzen gesucht, nachdem sie erfahren, mie Man sie durch ein falsches »r^cu- ium hjntergäligen hätte, auch wohl sahen, daß die Athenimser nach der nun erhaltenen sreyheit ihnen nur mehr zu Haupt gewachsen wären; aber vergeblich, weil dre letztere allzu gute vorsorg zu haben wußten» , L«c. all ^rr. l, 9 ep K0» «/!. 1.11 c. 9. sllv. L-ciit,, kilillr. ^ ^ippias / war ein Sopkist. Er lebte zu des Svcratis zeiten 86,i.ä»!vi. ^48, c:. 4 6, und war so wohl wegen seiner Wissenschaft,als beredsamkeit,berühmt. Er hatte eine vortrcfli- chen verstand un gedächtniß.Er käm bey einemOlympifchen kämpf nach P-sa, aüwo er nicht nur ansehnlich in kleibern auszog, sondern auch deren künstliche ausarbeitn»;; von jederman bewundert wurde, Von allem, was er an und bey sich hatte, war nichts gckauffet, sondern alles, so wohl kleider als schuh, hatte er mit eigenen Händen verfertigt. Am leib trug er ein sehr subttl gewnrckteS camisvl,weiches drey-drätig,unv zweymal mit purpur eingewurckeL war; um den leib hatte er einen nach der Babylonüchcn art mit allerhand finden bordirten gürte!,über dieses einen weiften Mantel, so alles seine arbeit ware.Nicht weniger hatte er auch den künstliche sicgel-ring, welchen er an der liucken Hand trug, selbst gemacht. Ferner zeigte er bey einer volckreichen versammlung seinen »v»!en ol- krug, eine kleine, aber künstliche stkiegel und dergleichen, so er alles mir eigenen Händen verfertiget, s.'----- z sc or-r. or»- rion- Iid >L c2^ i. r. car. Lrrik. ^ippicus/ ein berühmterl-^ricur. welcher v. L- »'4-- 6 r>, i> 4 . ^>. Z444» e:» 54^ florirte» ist der name, welchen die Poeten einem erdichteten ungeheuer gegeben , wovon die eine helffke eines Menschen, die andere aber eines Pferdes gestalt haben soll. Man hält davor, daß man gewisse vöicker aus Thessalien, welche um den berg Pelion gewöhnet, also genennet, weil sie zu erst der Pferde zum reiten sich bedient, da denn ihre unwissende Nachbarn sich eingebildet, der reutet uud das Pferd wären nur eine eintzige creatur. Das Wort cencLurus wird gemeiniglich in einer gleichmäßigen bcdciitung gebraucht, von einigen aber nur von solchen monkns, welche Haitz einem menschen und halb einem ochsen ähnlich gewesen. Plinius meldet, baß man zu seiner zeit einen würcklichen und lebendigen UippocemLurum zuRom gehabt habe.Dieses letztere Wort ist zusammen gesetzt von ein Pferd, stechen, und n ochse. ^ippocoon/em söhn desLacedämdnischm Königs Oebali- vött orgophone, einer tochter des Persei. Weil er seinen bruder > 0 ,dkbd 2 TvN- 796 hl'p Tyndarum, aus dem Reich verjagt hatte, ^ sAusiA woraufletzt-gedachterftlnbruderchm a.cceci,rte.^«>».^co. ; Hippocrates/ welchen man den Fürsten ^r me6icorum nennet, wurde v. 294, oivmo. 80, ^ z? >4 - H 460 tu der in sul Cos gebohren. Er war ein söhn des Heraclidis von der Pran- thea, und will man sein geschlecht von dem Hercule und Aeftnlapio herführen. Sei» alt-vater Gnosidicushatte schönem buch vondett brächen geschrieben, nach des Galem melnuNgen. Anfänglich legte er sich aufuntersuchung der natur, und nach diesem begunte er die beschaffenheit des menschlichen cörvers ins besondere genau zu erkundigen. Er war der erste, welcher gewisse reguln von der ">cck,->n aufsetzte. Er verkündigte eine pest zuvor, die aus Jllyricn kommen solte, welches ihn so berühmt machte, daß die Griechen ihn als einen Gott verehrten, wie denn auch alte scribenten ihn rühmen« Sein todcs-jahr ist sehr ungewiß, und wird so gar von etlichen blS jn die 106 Olymp, hinäus gesetzt.Das glaliblichste ist/daß er Olvmp. h-v welcher an schönheit mrgends seines gleichen gehabt, noch heutiges tages gar viel zu sehen ist. ' Äippolstein / siehe Hilpoltftein. -sippolyte/war, nach den Poetischen fabeln, eine Kvniam der Amazonen, wider welche Hercules von seinem damaliaenL. Herrn Eurystheo, Könige von Mycena, ausgeschickt wmdemll beseht deren sebel , oder, wie cnidere schreiben^ dine beute zurück zu bringen. Wiewohl nun Hihvolnte mit ibvm Amazonen sich sehr tapffer wehrte, so müste sie dennoch endlich dem Hercules sich gefangen geben, welcher sie daraüfseiUem aeMr und freunde, dem Theseo , verehrte. ^ " 10^ . V. e. Z78, 04. Z608, /i. c. Z76 im 8; jähr des alters verstorben. Seine söhne waren Draco und Thessalus; sein schwieger- sohn Polybius, und sein ckickipui Deripplls,haben seine wisseiischaff- tcn fortgesetzt. Er hat vieles geschrieben. Marcns Fabius Calvus übersetzte seine wercke in das Lateinische, welche an. 1z zä z» Nom gedruckt wurden. Hieronymns Mercurialis druckte sie an. 1588 zu Venedig beydes i» Griechischer und Lateinischer spraäch. lstach derzeit sind sie an. zu Franckfurt mit des Foesii übersstzung, und an. iszy zu Paris gedruckt worden. Hicrnächst hat sie AntoniuS von der Linden an. 16S8 zu Leyden in 2 »ÄLv-bänden auflegen IcljltN. 7 c. I. 26 c. 2. lrili. 6c la me6ccine. ^ippocrcne/ ist ein berühmter bninnen in Böotien, unweit dem berg Helicon. Es wird vorgegeben, daß selbiger von Cadmo, welcher die freyen künste wiederum in stand gebracht, erfunden worden, weswegen ihn die Poeten für den musen-brunncn ausgegeben, welcher aufdcrjcnigen stelle entsprungen, wo das Pferd Pegasus mit seinem fuß hingeschlagen, o-v-4,-» m-tLMnrpK. ^sppodamia/ war Oenomai, des Königs von Elis und Pisa lochlcr. Nachdem dieser Fürst von dem o^cul» vernommen, daß er von seinem schwieger - söhn würde umgebracht werden, that er gegen die freyer seiner tochrer, um ihrer loß zu werden, diese crkla- rung: daß allein derjenige, welcher ihn un wett - rennen überwinden würde, sie haben, und hingegen der überwundene gctödtct werden solle. Erschlug aber diese bedingung deswegen vor , weil er überaus schnelle pfcrd hatte, so daß die fadel von selbigen berichtet, daß sie von den winden gebohren worden. Allem so hart auch diese vorschlage waten, so verursachte dennoch die unvergleichliche schönheit der Hippvdamiä, daß sich ihre licbhabcr dadurch im geringsten nicht abschrecken liessen.Jhrer drcyzchcn,bie allesamt ihr glück versuchten, musten ihr leben einbüffen , bis endlich Pelops, Tantali sohn, sich zum wett-rennen anbot, welcher listige freyer / aber vorher» Myrtillum, des Königs knlschcr, mit geld bestochen, daß er mit fleiß vergaß,vor die achse des wagens etwas vorzustecken. Dieses nun verursachte, daß das rad zerbrach, wodurch der König fiel und tödilich beschädigt wurde. Doch lebte er noch so lang, daß er Myrtillum verfluchen und seinem schwieget - söhn be» fehlen konte, seinen tod nicht ungerochen zu lassen, welches diestr auch that; Denn als der treu-lose kutschcr von Pelope den versprochenen lohn forderte, ließ er ihn ins mecr Wersten, 02-, Appodamus/ war der naine (,) eines Mitessers, dessen Vater Euryphon geheißen ; welcher am ersten unter dcmenigen, so nicht in öffentlichen ämtcrn gesessen, sich unterfangen, etwas von guter cinrichtung eines gemeinen Wesens in schreiben, worinncn er vreyerley Personen erfordert, ncmlich bandwcrcks-lcute, acker-lcnte und soldalen, die einkünffte aber also eingetheilt, daß einige zu dem aoltesdienst, und andere zu den öffentlichen Nothwendigkeiten, das übrige aber zu dcr privat-pcrsonen absonderlicher nothdurfft gewidmet seyn solle. I. r ?olir. c. L. (2) Emes Pythagoräischen rkliotoptii, welchen man voricum und i^iicum dengenannt, dessen lehr-sätze bey dem Stobäo zu finden. (;) Eines Milesischen baumcisters, welcher den berühmten Piräischcn Häfen zu stand gebracht , weswegen man den platz vor solchem Hafen genennet. Es,wird auch eines Alheniensischen bürgcrs, namens Hippodamus, gedacht, welcher sein hauß in Piräco der Re- public gcschenckt, damit gemeldtcr haftn desto füglicher gcinacht werden könte. §c/-o/. <» IIILLOOKOftll - (von dem Griechischen ein pftrd, und der lauf) wurde» bey den alten Griechen und Römern gewisse örter genennet, innerhalb deren man Wi-nn-- Wettrennen mit Pferden anstellete. Man stehet zu Rom nicht weit von dem tnumph'bociett des Kayjers Till die ruciei-a von einein k 6 >ppo wom,.. welcher zu dem pallast der Kayftr gehört. Nahe bey der rieche 6 » 5. Hlgnesc' b^d non einem nndeen ^ippo 6 romo einige nder- bleibungen anzutreffen, und in der gegend, wo die kirchc Ui 8 . »oc- -n stehet, ist vormals des Kaystrs Anrcliani gewesen. Derjenige, welchen Iulms guf dem Palatinsschen berge angefangen, und welchen sein Nachfolger, Augustns, vollen- det / dnt unter nllen Romijcheil b 4 ipk'c, 6 rc>Mi> völlig gehabt, und ist insgemein der grosse c7i,c„5 genennet worden, welches lett- tcre wortvvn vielen als eui evn«,iv>i»,„> vcs Worts t,>ppuckrom»5 ge- braucyl wird. Zu Mäyland hat sich vor alters ein solcher ort in derjenigen geqcnd befunden, wo man ietzo die kirche von 8. «visn- tc^ .ß-»re siehet, und nicht weit davon ist ein andrer gestanden, welchen man der ,o»ne gewiedmet gehabt. Zu Constantmopel hat der Kayier Eonstantinus lVI. einen icki^ockromuai bauen lassen, . ^ippolytus/ des Jrenai discipel, ein berühmter BischoffM Märtyrer, welcher um das fahr azo getödtet wurde. Etliche machen ihn zu einem Biscboffvon Rom, andere von Ostiä, anderem Porto unwest Nom. Es hat aber Stephanus l- kwz-ns aw wahrscheinlichsten dargethan,daßer ein Bischoffvon Portö inNrabien gewesen. Eusebius und 8. Hieronymus eignen ihm viel bücher m, die aber allesamt verlohren wotden, bis aufein eintziges, so m dem Anti-Christ handelt - nebst etlichen kr^mentiL hatihm zu ehren eine li-we aufgerichtet , welche in dem alten geniämr einer wüsten kirche gefunden , und an. izzi durch Vermittlung des Eardinals Marcelli Cervini in die Vaticanifche bibliothec gebracht wurde. Es stellet ihn selbige vor als auf einem stuhl sitzend, an wMem 'mit Griechischen buchstaben ein -^ciu? paNNziiz aüfiojahe eingegraden ist. Ltt/eö/r» ckron, vivl, ite icypk, ecc'ei. c. ül. ^>roIcA. sä Varia täcna. Nick, tiec. -^ipPomenes / war einer von des NevtnNi nachkommen, des Macarei söhn. . Er überwand die Atalantam im wett-lauffen, indem n ihr ) göldene äpssel m den weg warst, die sie unlerweges aufzuheben sich bemühete« Nach diestm erlangten siege vermählte er sich M ihr. Weil er aber, derfabalnach, der v-ncri, dielhm diesen rath gegeben, deshaibcn nicht den gebührenden danck abstattete, soll ihn i'eldige Göttin dergestalt eingenommen haben, daß er seiner,sran in dem tempel der Cybele beywohnen wollen, worüber die Göttin dergestalt verbittert Worten, daß sie ihn m einen lönien, seine fra« aber in eine löwin verwandelt. ic> mM«, . ^ippon / mit dem ziinammen k)> ->7-0-105 > soll eine stall in Africa . inchrweit von tt>ps>o„e x-gi», gewesen seyn, welchem dem vielen gemästet, welches sie fast auf allen Wen gehalst, , genennet worden. Über die ehemahlige beschaffenheit und lag: diests orts können sich die ckribenrcn nicht recht vergleichen. >, >. c. c. r), ,-l 8olin.^. Siphon / Frantzösifch Lonc, und Lateinisch ttippo stcgla!, ist cme stadt in dem Africanifchen Königreiche Algier, so von den Afticancrn bleck Liltzneb genennet wird , wie Marmoliusberichtet. Sie ist sonderlich von des Anollstini Bischöflichem sitze berühmt , welcher auch daselbst verstorben, als die stadt von den Vandalern belagert wurde. An. gehalten. ( siehe Hone.) Nllt <>rb. Lini^. I. 4, c. s. p. ,70« r y; wurde hierselbsi ein Lonciliam 00 1,17. IilDitt, I. ,9. c. z. dl-kilM ^ippöna/ war bey denen Römern die Göttin / welche dli Pferde in ihrer aufsicht haben solle/ und dahero niehrembeils m die pfcrvi-ställe angemahlet ward. Manche nennen sie auch oder Lqucmz. Die ftihr-lent und andere so viel mit pftrdtcn iun- giengen/ pflegten bey ihr zu schweeren. m kürsii. Ivnl. ckcnr. ^rppona Ist her name einer sehr schönen lungfern / welche ei' ner/ namens Fiilmus 8rc»u5, mit einem pftrdt soll gczeuget huben/ und welche hernach zur Göttin Hippona worden. Allein es ist eine albere fabcl. /'/«c. in ackn. -u,. i. z. gci- pLinIi. m>kli. 182. * . Appoimr / von Ephcsö/ Ppthei söhn von Plötis. Ec Mein bernhmtcr Poet / und lebte nicht in der 2z tcn oh mn. wie Euscdm will / sondern oftmp. Als er durch die beyden tyrannm Alhe« naqoram und Comam / von Athen vertrieben wurde / W er sich zu Clazomcnc feste. Er war sehr hcßlich anzilscheu/undgar klein von stattn- / welches ihn aber nur bekannter gemacht. Demi es wirdcrzchltt/ daß/ nachdem Athcnis lind Jupalus/abud« Hacker/ ihn tu seiner garstigen gestalt abgemahlet und,ausMt/ damit die lenke drüber lachen mochttn/Hippoiiar/ mnsich an Wen zu rächen / sic in einer satyrischen schrifft dergestalt dnrchMtli/ daß sie sich beyderscies ccha'ncket hätten. Plniius aber will cS vec tidtchkel halten / und beweiset solches aus vielen cksruen / so Mige nach dieser zeit noch sollen gemacht haben. Solisten wird iM M ihinc angemereret/ daß er nngcacht seiner kleinen stattn-DekM leib und sonderlich besser/ als andere/ im werffen geubet gewuen. Ovldilis scheinet von ihme zu versichern/ er wäre Hungers gepo Veit. j» Ik>„ >/, >1;. I. ir. cx ^tcrrockoro 8cepl. LP' />,-« ckrnnic. ?/,H I. ,6 c. vidl. rckveck. I.- c.rt< L47/7. * ÜI?? 0 ?OOL 8 > ein volck gegen das Seythtsche^ . ncnd. Es wl -d selbiges von dem Griechischen wort'E-stenl pftrdt bedeutet/ und --»c, welches so viel als ein fuß/ denennel/ well ihre füssc den pftrds.füffcn gleich waren. Dicft Del >M daher cntsiandcn seyn / daß sie lerne gewesen / die sehr Well können. z. . ^ippos / ist eine stadt auf der östlichen feite der sft TidenaS / in dem halben stamm Manaffe. Nachdem sie gantz wBe wowem beichte sie Pompc-us N. wiederum mjttmwvhriem. All .ir- I»! !>»! li« Al hlp HLr sie Herodi / dem äksiomten / und die Jüden zerstörten sie in ihren kNkgkN Ml^s tlkllk. J)?'. läc kell. lac. ^/o/e^»s in vies Ivr;. <7e/, not. orb. anricz. l. z c. r§. Appothoon/ ist der name eines alten Atheniensischen Helden gewesen/welchem zu ehren die Achenienser eine von ihren 12 zünss» tcn ttixpocliooinicts genannt, in Lttic. x. 4,5. Ko/. -Vr- ctiL-ni. Lttic.!. i c. Aram 7 König zu Tyl'ö / Davids und Salomöns freund. Er war Adibatt oder Abimatt söhn / fienq an zu regieren 29 ;6/ -1. c. ,048 / und regierte 4; jähr / nicht aber 44 / wie Joscphus will. Er schickte dem Salomon cedern von Libanb zum tempcl. bau/weßhaibcn ihm auch dieser König 20 städtc in Galiläa schenck. te. Erstarb^-1^.2989oder90//r-c.99^oder94. Bozorussein söhn/ iuccecürte ihm. 2 LeF. 2 rLeoM !. z sci Lncol. Aram oder Chiram / ein vortreflicher künstler in gv'ld-silber« und ertz'.arbeit/ von welchem Salomo die Cherubinen und andere zierathen seines tempels verfertigen ließ / unter welchen 2 eherne senkn / die 8 ellen hoch und 12 ellen rund waren / und oben eherne knauffe hatten / die wie litten gestalt und 4 ellen hoch waren; rings aber um die senken herum war allerley gülden kaubwerck / welches die litten bedeckte / und 200 eherne granat-äpffel/wrlche in 2 reihet; hiengcn. r -- 7. e -. 2. hir 797 (Philipp -te iL) ein berühmter ^lstiismLticus und Stern» kundiger in Franckreich / war an. i6;8 gcböhren. Sein Vater war ein mahler/ dessen kunst er anfänglich mich lernte / und / nachdem er ihn zeitlich verlohnen/im 20 jähr seines alters nach Rom gieng/ um sich in der inahlcrey vollkommen zu machen. Nach; jähren aber kam er wieder nach Paris und fieng daselbst eine mahler-schul an. Weil er aber / um die regeln der persp-Live recht zu fasse!) / sich auf die geomerrie legen muste/ kriegte erduld solche ttist zur mariiisti, daß er die mahleren fahren ließ / und sich der mathematischen wis- jenschaMi/ als seines hauprwercks, gäntzlich befliß / dabey er die pM6c und l'umsniors eifrig trieb / und es sonderlich in der Griechischen spraach weit brachte. Er that sich hierauf dergestalt hervor/ daß er vroLNor der mathManc im Königlichen .wieg--,. einer vbn den besoldMn ^ll^nomis in der academic der wiffenschaffren / in- gleichem Königlicher Baumeister und m-okwor in der baumeistrr» academie ward.Er wartete den mathematischen studien uneemüdet/ und ohn / daß er sich den Umgang mit lenken sehr stören ließ / biß an sein end ab / welches den 24 apr. an. 1718 auf dem Königlichen vbiei-vLroi-io, allwo er gewohnt / erfolgte. Er hat einen söhn hinterlassen /der ihm in erkänkniß der mathematischen wissenschafftttt gleich kommt. Man hat ausser den anmerckungen / die er in der academie der wisscnschafften vorgetragen / viel schafften von ihm/ als ^ Onanromguc. ZeAianes Oonicas, ^strtinvmicaz, itiSir« 2s LÄsrkeüiatiqos Le lls kkyLque, "IraikL äs dtccsnic>ue»tkegiL tcicmiLrum ^calleinis- L^llemsrilles chc. So HM er glich dtt ecllcio» der Griechischen mawemacicorum, die im Louvre gedruckt worden/ und die Herr Tavernler angefangen hatte / zu stände gebracht waren alte gefchlechter in Italien, in der landfchäffl der Fünfter, fo anjetzo zum Kirchen - staat gehöret, unweit von Rom. Sie waren sonderlich deßwegen berühmt, weil sie bey den jährlichen opffern, so man dem ober, wie andere wollen, r-ron-L, der Göttin der Wälder, auf dem derg Soracte- anjetzo i! moncs äi 5. Orelle genannt, zu thun pflegte, auf dein feur gierigen , und doch dadurch nicht beschädigt wurden, weßwegen sie der Rath von der Pflicht in den krieg zu zachen und von allen auflagen frey machte. Doch hat schon der alte Römer Varro der fach nicht glauben wollen, und eine gewisse falbe angezeiget, durch wel. eher anfchmierung sich diese leute vor dem schaden des feurs bewahrten. I. il. öc idi ex Vsrrone. UiU. «2tur. I. 7 c. 2. Lttst-o I. 5. * IMkldstl - ein vvlck unter den Samnitern, bereu Haupt-stadt Hirpinum war, fo anietzo, nach Leandri bericht, nur ein dorffiff, Arpaia genannt. Der Hirpiner landjchaffl ist heut zu tag dasjenige, was wir >1 Urwcip-Ua oirl-s nennen, fo eitle Provintz in dem Königreich Napoli ist, deren beste städte sind Benevento, Conza, Avcllmo, rc. 5. rsirfau / Hirschau - zu 8. Aurelio, eine ehemalige berühmte Benedtctiner-Abtey, in dernHertzogthum Würtemberg unterCalw, an dem flust Ragolk < welche um die mitte des 16 c-cui, mit einem Lutherischen Abt besetzt wordem Sie hat um das jähr 64z von Helezina, einer verwittibten Gräfin von Calw, den ersten ansang genommen. Trithemius hat von diesem klvster, und zwar von des- fen anderer WnÜLtM«von an. stzobis aufdas jähr l;?o ein cMo Qicon geschrieben» <>«/» gnnal. 8uev. L»c«/r»k 6. 8. ?. l. Erschau / ist eine kleine stadt in der Ober-Pfaltz, 2 bis ; weilen von Sultzbach und von Pfreimbt, nord- wärts gelegen. Von den einwohnern daselbst werden allerhand lächerliche bege- benheiten, fast auf die art wie von den Schildbürgern in Sachsen, oder von den Schepenstädtern in dem Braunschweigischen gebiet, erzeblet. , ^rvschbertz / ist eine feine und wohlbewohnte stadt in dem Schlesischen Furstenthum Jauer, nicht weit von den Böhmisch- und Nieder»Laußnitzischen grantzen, in der gegend, wo der kleine Auß JaiK in den siuß Böber fället. Vermöge der Alt - Ranstädti- schen covvemion ist vor dieser stadt an. 1709 eine Lutherische kirch und styul angelegt worden. Die einwohner treiben starcken Handel mit lemwand. Eine meile davon, in dem gebiet des Grafen von Schafgotsch, befindet sich ein gesund-bad, welches auch von entlegenen orten her besucht wird. Arsch-feld / sihe Herßftld. Arschfeld / eine von den Msien und ansehnlichsten Adelichen familien in Meissen. Gerhard ist an. 1241 Landmeister in Preussen gewesen. Agnes wird an. 1487 unter die AebtiMnen zu Hoff gezehlet. Bernhard war um das jähr 14;; Chur-SächstscherRath, und befand sich unter den VillcLcoridus her kirchen und schulen m Sachsen. David auf Otterwisch fioiirte um das iühr i;8i als Chür-Sächsischer geheimbder Rath. MMe» smiLl. Lax. Kliili. Qerni. lrcr« ^irschfeld / ein flecken in der Ober - Lausitz an dem Wasser Reiste, eine meile unterhalb Zitrau, welcher stadt es jetzo auch gehöret ; ehemals aber har es Adeliche besttzer gehabt, wie denn an. 1420 Heinrich von Kyaü solches besessen; an. 1406 brachte es der Rath zu Zrttüu völlig, indem vorher schon einige stücke an,ihn gekommen , durch kaust an sich. Im Hußiten- und dem ;o- jahrigm krieg hat der ort viel erlitten, hingegen auch durch die dahin sich recinrende Böhmische sxulsmen zimlich zugenommen. «-'M" l^sus. merclcvv. < -m-.. rkr / eine kleine stadt - nehst einem besten schloß, an dem Neckar, m der Unter-Pfaltz, eine Meile von Heidelberg, gelegen, welchenach adgang des gleich folgenden Adelichen grschlechts an Chur-Mayntz gelanget. ' Arschhsm/ eine Adeliche faMilie, welche man von Ludwig, der von den Römischen Rittern Leivicomo entsprossen seyn soll, Herzufuhren pfleget. Es bekleidete aber derselbe die eines KoNiglich-Frantzosischen Statthalters zü Lion und Mastilien, und gieng an. 7 44 mit tod ab. Otto war an. Ü4ZL König des ritterlichen esels-orden, und dessen bruder Melchior ein Mitalied desselben. Ha.nß, ein berühmter Jurist, starb an. 1440, Nachdem er Chur, PfaltzMer Hof- Richter, und des Engelländischen Königs Hen- V Rath gewestn. An. -ü?2 ist Friedrich, Chur-Pfältzischer Erb'L.ruchfts, der letzte fernes geschlechts, ohne männliche erben Verstorben. V W.L. »0.2,;. ttemmst. ?. 2. j>. ir- Nj. , Arsverg/ Hlrschperg / ein schloß Nebst einer Herrschasst, in dem Bißlhum Aichstadt an der Attmühl gelegen. Von den ehemaligen mächtigen Grafen dieses namens, die sich auch von ihren schlossern Dolenstein und Kreglingen genennet, bat Swigerus das Bißthum Aichstäbt gestifftet. Gebhardus ist an. 1042 daselbst Bischofs worden, und hat nachgehends unter dem Namen Victor II den Päbstlichen stuhl besessen. Gebhardus II ist von an. 112; bis an. 11 49 gleichfallsBischoff zu Aichstädt gewesen. Gebhardus IV, der letzte seines geschlechts, starb an. izo;, und vermachte seine guter dem ieU.gedachten Stifft - das land-gericht aber überließ er an die Hertzo'ge zu Bayern, weil Hirsperg ehemals zn Bayern gerechnet worden. L«»-/ Lsyer. kswmb. 4-. I. Arschthal - ein Nonuen-kloster Dominicaner- ördens, oberhalb der stadt Bregentz, an dem wasser Brrgentz gelegen, ist anfangs aüf dem Hirschberg an. 1422 von denen Grafen Httgo und Sleffan von Bregentz gestifftet und erbauen worden; die erste Aebtißin wate Elisabeth Simlerm von Pfullendorff. Es Ware dieses klvster so unglücklich, daß es von dem straal zu mehrmalen getroffen, und endlich gar eingeäschert worden, derswegen es auch an. 1464 hinunter in das thal versetzt wurde. «.K«r. 1.,» x>. >;/ b. ^ Artrris / (Aulus) ein Römer - ss zugleich mit Vibio Paula Bürgermeister war, welche beyde in der schlackst bey Mutina wider Marcum Antonium v. 711, L. r-i. z 941, L. 4; umkamen, da man i). Brutum, welchen Anwnius, „nter dem verwand des L«ffr>5 tod Zu rächen, allda eingeschlossen, der belagerung befteyett wolte. Er hatte vörhero unter c-care in Gallien gedienöt, auch dessen parthey im bürgerlichen krieg eifrig gehalten. Im übrigen lebte er sehr prächtig, und wäre einer der ersten, welcher die allzu kostbare Mahlzeiten zü Rom eingeführet, welche sich Cicero unter anderen so wohl schmücken liesse, daß er zu sagen Pflegte: Hirtiris wäre sein lehr-jünger in der rede-kunst/ und sein lehr- meifter in denen Mahlzeiten ;weil nemlicy Hirttus auch bey seinen qrösten tragenden ehren - amteren sich von Cicerone im reden lehren liesse,dieser aber bey ihme offt zu gast äffe. Die gelehrten eignen dem Hirtio das achte buch von descL-lsri-Gallischem kriege zu Etliche schreiben ihm auch die comment»«-» von dem Alexan- drinischen und Spanischen kriege zu. Ocexo in epist. in <4a:kr. c. 4Z. in 2 snnsl. Isciti. r'oK«, Üe lull. Latin. i. bibl. L«. x. 20. ^ . .. Hhhhh; Hrrtz« bis hoa 798 hlr his Artzberg/ ßheHertzberg. - Waltm. In dem CantvnCubaboill . ^irtzel ist (i) ein dorff im Zürich-gebiet, ohnweit Wedisch- ^rlche Columbus vor seiner rück-reist in e§E»''^3saöM. weil gelegen. (-) ein berg im Zürich-gebiet, zwischen dem ddrff bauet, und nach der Konigj» »amen nensit- er- Horgen und dem Syl-fluß, welcher wegen dem treffen, so an. , 44 ; Mrde von den Spaniern wegen des vielen an,Cmbg an 8. Urbans-abendzwischen den Zürichern und den übrigen Eyd» HinDemdasRonigliche seid qenennet Di? Na.i«, a ? ^ dajW snossen von Lucern, Ury, Unterwalden und Zug, allda vorgegan- E 8. Doinmgo. In Guacayatimu ist die bäum Ä^EaßiW gen, bi-kandt ist. l.6x->6? l>. cl-rvÄ Cbaona. Die bauot-lladt dnu annü-u wa:?^«^Ivaiia odex Llarou. s>. 24z. " -Arge!/ ist ein fürnehmeS Natckcien-geschlecht in Zürich , aus weichem seither» viel kluge Männer hervor gelretten, die so wohl in dem Regiment, als ausländischen kriegs-diensten, dem Vaterland zu grossem rühm gevienet. Salomon wurde an.16;;Gesandter an König Ludwig XIII in Franckreich, und 2 jähr darauf Bürgermeister. Caspar sein söhn wurde an. 1659 wegen Ramsen Gesandter aufJnspruck; an. 1669 Bürgermeister; an.1681 Gesandter an König Ludwig XIV in Franckreich nach Ensisheim; an. 1682 nach Glaris wegen begehrter Lands-theilung, und an. wurde an. 1696 Statthalter, an. 1708 oberster Feld-Herr, und an. 1710 Bürgermeister, starb aber 14 tage nach der wähl. Hanß Caspar und Salomon, obigen Caspars groß - söhne, waren Odriste in dienstcn der Herren General-Staaten. Ein anderer Salomon wurde an. 1721 Statthalter, und Hans Heinrich au. 172; Bürgermeister. K>SL. Lorl,»L. ttelv. kir- «denß. gekclileckr-bucb. ^ Hiserle von Chodau / sihe Chodau. histam / ein Califf der Saracenen. Er kucc-ttirte seinem bru« der Gezid ll, mit dem beding, daß Valid, Gczidi sohn, nach ihm regieren solle. Er war so verschwenderisch, daß er 700 kleider- gemächer hatte, die allesamt mit den kostbarsten kleidern angefüllet waren. Wann er ceistte, hatte er allezeit 600 cameele bey steh, die mit seinen kleidern und leinen zeug beladen waren. Nach seinem lob fand man 12000 feine henibbcr in seinem klcider- gemach ; allein Valid ließ nichts davon heraus nehmen, so gar, daß Histam auch nicht ein leilach hatte, worinnen man ihn hätte begraben könne», und also sein kammer - Diener genöthiaet wurde, ,yn in ein erbärmlich leinen tuch einzuwickeln. Dieser Histam ließ Johanni Damasten» die rechte Hand abhauen, weil man selbigen ohne gründ beschuldiget, daß er an den Kanser Leonem Isauricum einen aufrührischcn brief geschrieben hätte. (Sihe Johannes Aalnaseenus.) bist. 6cs Icunvclslles. Hiskias / sihe Ezechias. HI8?^XIOVVoderSanDomii!go,ist eine insul aufder Nordsee in America, zwischen Cuba, Iamcuca und Porto Ricco. Die einwohner hiessen sie Avty und Quisqueya, als sie Ehristophorus Colliinbus an. 1492 entdeckte,weiches so viel hei,sei als ein grosses land. Sie hat,nach der Spanier aussage, in die 400 meilen in der künde, 150 in der länge,und 60 in der breite, wo selbige am grossen, zc> aber, wo sie am kleinsten ist. Die lufft darinnen soll >ehr rcmpc- r>rt seyn; andere hingegen berichten, daß des morgens eine »nmäs- fige Hit; daselbst sey, welche nachmittags durch einen sec-wmd, weichen sie Vision heissen, gelindert werde. Der crd-boden ist frucht' bor, und gibt es daselbst eine trcfliche vieh - werde, auch eine grosse menge von Pferden, ochsen, kühen und schwemm, rc. welche die einwohner der baut wegen jagen und tddtcn, das fleisch über den Hunden und vögelst überlassen. Die Spanier beMtzten diese insul mit dergleichen siehe, sintemal vor ihrer ankunfft wenig viersüßige thiere darinen waren, auügenomcn eme gewisse gattung, Hutiäs genannt, welche einem canimchen ähnlich sahe, und eine arl von Hunden, so gilt genüg zur jagd waren, aber nicht betteten. Es gibt darinnen einige otkern und schlangen, die ohne gisst seyn sollen- Desgleichen hat man auch darinnen eine wunderbare arc von kä- fern, cucuzo genannt, deren äugen und feiten, wo ihre stügel sind, so helle leuchten,, als eine angezündete kcrtzc, so daß man in der nacht darbey lesen oder schreiben kan. Obgleich der erdboden hier- selbst sehr fruchtbar ist, so wird doch nur an einigen orten etwas getrauet. Tue vieh-tnfften werden durch einige bäume, so man guL. jrbcs nennet, sehr verdorben, welche eine frucht tragen , die einem apffel ähnlich sibet, roth fleisch hat, und voller saamcn ist , welche herab fället, schleunig wiederum auswächstl und zu einem bäum wird. Zucker-röhre und ingbcr wachst,, allhicr in grossem Überfluß. Die kräuter und gelben rüben werden innerhalb ist tagen zeitig zn essen. I» der Provintz Cibao werden vielgold- und stlbcr-bcrgwcr- cke gefunden, welche aber aus Mangel der arbeite,- aantz nicht angebauet waren, so,daß die einwohner nichts als eine küvsserne müntze brauchten. Die menge der einheimischen einwohner war sehr groß, welche aber meistentheils von den Spaniern getödtet, oder in den kriegen auffgerieben worden. Das ganlze land war vormals in ver. schiedcne kleine Provintzcn eingetheilet,welche von untersthicdlicheü Fürsten regieret wurden; Hygey, Jacuiaguia, Samana, Ciguay, Baquimo over Porto von Brasil, Baaruco, Hanigagia, ssaragua, Hahabo, Cabaya, Marien, Cibao, >2 Vega Real, Magnana. An- jetzo aber ist es in > theile unterschieden, welche sind Vainora, Cu- bako, Caiaba, Caßimu und Guacanaiima. Der Camon Bainora hieß anfänglich Marien, in welchen, Columbus ehemals ausstieg. Er bauete daselbst ein n-1.1 Navcdad genannt, worinnen er eine gsrnsson von ,9 Castilianern ließ, als er wiederum „ach Spanien zurück segelte, um von seiner neuen crsindung Nachricht zu bringen. Als er aber wieder in die insul zurück kam,mich er, daß sie »vn den einwohncrn umgebracht waren, weil sie selbige allzu hatt Cbaona. Die Haupt-stadt der gantze» insul hieß anfänglich Isabella, weil an. 1494 die einwohner aus Alt - Jsabella dabin^ brachtwurden, nach diesem aber wurde sie Sän Dvminao net. Sie ligt auf erner lustigen ebne, ist mit schönen gebaM ^ von der gantzen insul hat seines daselbst.Auch ist allda dieKonigliche cantzley und ein Ertz-IzjsckF welcher den Bischossderstadt a- 1» concexc-vu a- >2 v«a vonN ger insul, den Bischoffvon Juan ste Porto Rico, denBMvff« der msnl Cuba nebst dem Abcvon Jamatca unter sich hat ESaitt auch auf selbiger insul ein Dominicane,- und Franciscaner-klvster 2 Nonnen-kloster, ein co> etzium, so mit 4000 ducaten einkvmmms versehen, lind ein Hospital mit 22000 ducaten.Es wird auch da« tnuntt unk', »»1 t./ lüg gks haidie . - , . ^ ..sehr abgenommen,dergestalt, daß nicht über 2000 einwohner in der gantzen nW, so wohl anSpaniern als Negros oder Mulattas-welche letziccem Spaniern und Indianern qedohren, sich befinden. Fraimscus Drake eroberte an. i z8S Lan Donnngo, und verließ es „ach ej. nein monat wiederum, nachdem er eine gute summe geldcs dafür bekommen halte. Die andern merckwürdige» städte sind (E-p. cion von Christophoro Columbo erbauet, 22 Meilenm Sa» Domingo, welche einen Bischöflichen sitz hat; sodannSm Iago ci- >v! - »V-Ncroz. welcher ort I» einer angenehmcn geM ligt, und Pucrto a-- >2 Plata, so ew. vest c steil hat. Es gibt vulm- suln um Hispaniola herum. Nabe bey Navaza, so eme davon ist, findet man einen wunder-auett, welcher eine i alte mette von dem land in der lce i ü chnb liess unter dem Wasser anzutreffen, und nichts desto weniger so starck heraus springet, daß m^m mitten unter dem saltzigten frisch Wasser aus dcmselbigen haben kan. Die Spanier haben in denen ersten zeiten innerhalb wenig jähre» in die zoooooo von den einheimischen eiinvobnern hingerichiebund würden ohne zweifchwann ihnenCarolus V nicht einhalt gethan häng alle mit einander ausgerottet haben. /,». ücicr. Intt. i° k- ^isterreich/ sihe Istrien. 6>ftläus / ein tyrann von Mileto, sihe HestiäuS. ^ithe odcr Hythe/ ein marckt-und see-haftn-stadt ln demsch östlichen theil der Engettändischen Provintz Kenl. Es ist einer« den so genannten c'-ngue korr,, ligt von Dower west- süd- warls, und nicht weit von Sangate-Castle. Der haftn baseldst ist keiner von den beste», NriiLnni^. ^ittlekschattye/ ist unweit Pinneberg, in Stormaru, zele» gen, und wohl bevcstigt. ^itzacker/ Hitzger/Hiddeoacker/ ein in Ver VraunschweiK Liiuebürgischen Grafschassl oder Fi'irsrenthum Danncberg gelegenes amt und städtlein, in einer lustigen gegend ander Elb, wo die« selbe die Jette zu sich nimmt, zwischen Dömitz und Lauenburg. Hcrtzog Augusrus hat von an. 1604biß i6;ü seine r-li-iem, O hier gehabt. Dreier ort hat sonsicn denen von Bülow gehöret,welchen Hertzvg Otto zu Lüncdnrg wegen verübter räubere» an. usr denscloen abgenommen hat. ropogr. Lrullttrie. p. 11S. issirzkirch / eine Comthurcn Teutschen ordens, in derEM noßischeii Vogtey der freyen ämter gelegen. M 2 XLVI VL, eitt besonderer Mönchs - erden bey den M cken, dessen siifftee Hercvi oder Hizr war. Dieser lebte zu des Or- chanis II zeiten gar armstlig - quälte sich mit fasten, icuM und weinte mit solcher hcfftigkeir, daß, der Türeken vorgebe» nach,« die enget vom Himmel gekommen, um von seiner strengen oiix zu zeugen. Er sott in der cly mi- sehr wohl erfahren gewesen sey», dergestalt, daß er denjenigen, so in seinen orden getreuen, gold an M der ussr-r gegeben. Er soll grün gekleidet seyn gegangen, lehr Misst g qelcbet, ihm seine kleidcr seldst bereitet, auch die speisen vorsm kloster selbsicn zugerichtet haben. Er hat zu den wollen große M- lungen gethan, auch zu Cairo undBabylon armen-hauiergeMe. Lein grabmahl ist zn Prüft, welches durch viel vilgram bmG und von andern gar reich begäbet wird. Sie haben zn CvMM nopcl ein kloster, leben aber nicht so eingezogen, als ihr Mu- Lica«, bild. üe l'kmxire Orro,iism>. >. r c. 20. Foa»g/ ist der gröste fliiß in dem Königreich China , wM Wort in Chinesischer spraach gelb bedeutet, und allo vm W als der gewe stuft. Er entspringet in dem wcst-warts an Ch> gräiitzenden Königreich Lossa oder Barankola, launct M Tarkarey, wendet sich aber endlich gegen China, kommt yv ich der grossen mauer durch in China, krümmet sich aber nach und gehet wieder zurück durch die manren m d>e Tattarw / sich wiederum ost-wärts wendet, und nochmals zwijchcn den Mw rcn durch,ncbcnPeking vorbey,in das Cdinesilche meer laM, dem er einen weg von 17° meilen gewacht. Er >si sta-s 'N'tich'l* fcn überdecket. * .. ^oattgt / der dritte König oder Kayftr in China,Eriuccc dcmLin-nung, und soll 100 jähr regiert ^ben. China gar berühmt, weil er einen c>ck,m von fahren nach welchem sie stäts ihr« Historien «nd die regiern»- ihre ^ Mchlier. Ek Machte gute gesätze, und erweiterte ferne Herrfchaff- fen. F>eL»-o». snki<;. remr. Hobbestus/ (Thomas) ein berühmter Engelländischer k!>üo- -dpku-, war den caprilan. -;88 zu Malmesburv in Engelland von einem Prediger selbigen ortö gcbohren, und zwar so käme er allzu früh z»r wett/als seine mutier aus schrecken rvegen der damals aufder Britannischen see schwebenden Spannischen so genannten unüberwindlichen flotte vor der zeit genast; daher er anfänglich sehr schwacher und zarter natur geweftn/die er aber durch bequeme und offcmalige leibes»ubungen sehr wohl zu verbessern gewußt hat. Als er m der Lateinischen und Griechischen spraach einen guten gründ gelegt, wurde er an. 160; nach Oxford geschickt/ allwo er sich gantze; jähr aufhielt/ und insonderheit aufdie >ogi-und pkyüc nach berAristotelische art sich legte/auch dastlbstnsccsixureus wurde. Als er -o jähr alt war, kam er zu dem Wilhelm Cavendish, so damals Baron von Hardwick war, und nachmals Grafvon Devons» hire wurde, allwo er seinen ältesten söhn,der fast gleiches alters mit ihm war, mkormirte. Hierauf that er mit dem jungem Grafen eine reiß durch Franckreich und Italien, und erlernte selbige spraachen. Als er bey seiner ruckkehr sahe,wie dieAristotelische pkiio-opk-e zim, lich verachtet war, ließ er selbige fahren, legte sich hauptsächlich auf die Griechische und Lateinische spraach, und aufdie puchc. da er dann die Lateinischen Eoricos undPoeten fleißig laß,und imGrie- chifchen den Thucydidern, welchen er auch in die Enaelländische spraach übersetzte, damit er seinen lands-leuten das elend, in welches sie sich durch die clemorrscische regierungs - form stürtzen würden , mit traurigen exempeln vor die äugen legen möchte. Er war auch bey demBacone cieVerulanüo undBaronHerberten vonCher- bury gar wohl gelitten. In demstlbigen jähr starb der junge Graf von Devonshire, da der Vater schon s jähr zuvor verstorben war. An. iüLy wurde er von dem Gervasio Elision angesprochen, feinen söhn in Franckreich zu führen, welches er auch annahm. Aufdieftr reist begunte er des Euciivis ciemems fleißig zu lesen,welche er auch sehr liebte. An. 16; r wurde er von der verwitkibten Gräfin von Devonshire wiederum verlanget, daß er ihren jungen Herrn mtdc- i»irrn solle. An. 16; 4 führte er ihn in Franckreich, und als er zu Paris war, fieng er an die natnr etwas genauer zu untersuchen, insonderheit aber untersuchte er den -osckLmLium der natur, und rommunic-rte darüber gar fleißig mit dem Marstnno, Gassendo und andern berühmten leuten. Von dar gieng er in Italien, und com- municirte zu Pisa mit dem Galileo Galilei sehr fleißig. An. 16)7 kam er mit seinem jungen Grafen wieder zurück in Engelland. AIs indessen die Schottländer nnruh wider den König anßengen, und die Beschösse, so derselbe in Schottland eingesetzt, verjagten, fieng er an vor denKönig zu schreiben,woraus das buch ret. Indes sen nahm er sein buch chiecht (sitze Hachberg.) Hochelaga/ war die Haupt-stadt in Canada/ als diese Pro- vintz von den Europäern entdeckt wurde. Sie war mtt; wällen von boitz umgeben / dre über - ruthen hoch und oben spitzig und schaiss waren / hatte mir ein thor/ und war nach ihrer weise mit pftilem und riegeln wohl befestiget. Sie hatte zc> grosse Häuser / in derm mitte allezeit ein hos war / und darinnen ein platz / wo sie feuev-an- zumachen pflegten. Es lag dieser ort in dec lustigsten gegend deS lanvcS / weit von der see entfernet / und war die restdentz ihrer Könige / welche sie auf ihren schultern zu tragen pflegten / sitzende auf ernem tepvich von feilen gemacht. 1.4 p. 9-. Hocheneck/ siehe Hoheneck. Hochien/ eine stavt in China/ in der Provintz Pekin/ welche 17 andere städte unter sich hat. Hochkirchen / eine Freyherrlichrfamlie an dem Rhein-strom. Von derselben florirle nach ansang des 18 lccuil einer als Ehur» Psältzischcr Cantzler in den Hertzvgthümcrn Jülich und Berg/ und an. 1704 blieb ein Freyherr von Hochkrrchen als Kayftrlicher Ge» neral im treffen mit den Frantzosen bey Speycrdach. Hochländer oder Berg,Schotten / werden die halb-wilde» einwohner m Nord-Schottland genennet. SrHselbst aber helsse» ist der rücken oder das höchste theil von Schottland. Sie wohne» vornemlich in der Provintz Braid-Albain/ wie auch in den benachbarten gegen nord-und nord-westen gelegenenprovintzen / und sind» noch eine überbleibung von den alten erngebohrllen Schotten; weil diese ehemals aus Jrrland kommen / so ist auch ihre spraach noch ein ciixicÄus von der Irrländischen/ mit viel untergemischten Worten aus der Brittischenoder Gallischen spraache. Sie halten sich allein vor die wahren Schotten/ die andern aber vorausländer/ und nennen die in Süd-Schottland s-m-ns. d. i. Sachsen / die in Nord-Schottland 6NN, d. i. Gallier'. Dieungemein harte lebens« art ihrer vorfahren haben sie noch beybehalten / und lachen die andern aus / als lenke / die sich durch Weichlichkeit und Üppigkeit bähten einnehmen lassen. Ihre kleidung bestehet aus einem engen rock/ -er biß an die knie sehet / mit kurtzen ermelri/ und an Wen tragen 8vo hoc sie schuh von rohem kder /so biß uberdre knochel gehen/ dA übrige biß an das knie ist bloß / auch tragen ne keine Hosen. See lieben schr die bundten kleider/ sonderlich die blau und roch gestmffte. Sre find sehr starck/ und so abgehärtet / daß kem menich n Europa so viel auM-cn kan wie sie; leben überaus mäßig von chrem silchen / sagen / und von der milch und fleisch ihrer heerden. ^hre gewöhn» liche nahrung ist halb gekochtes sieisch / m eurem mn warmem was- ser angefüllten ledernen gefäß/nnd wenn sie der Hunger ausdec>agv überfallt/ essen sie auch das wildpratb roh. Die 'aWn unter chlien trincken nur bloß wasser / einige walchen ein gewisses kraut hinein/ und andere trmcken die brühe vom sieisch. Wenn sie eine machen wollen / nehmen jie molcken/ welche jie vrel >ahre alisbehal- ren. Wein und brandtcn-wetn lieben sie auch. Don «ersten lind Haber machen sie ein nicht unangenehmes brodt/ davon sie des mor- qens ein wenig essen / und sich damit biß auf den abend begnügen. Zu Hause schlaffen sie auf der erde /und streuen ein wenig graß unter sich/ wenn sie aber die nacht >m freyen feld uberfallt/legen sie sich nieder wie sie sind/ und seyn unbciorgt/wenn sie gleich gantz verschneiten ; ja wenn sie gleich bey den c-vinss-lenScholten sind/wolicn sie sich doch nicht in ihre better legen. Sie geben sich zwar vor Christen aus / stecken aber in grosser finsternlß/und lurcyien weder Gott noch teufet/sind dabey boßhafft/ raachgierig und grau,am. Lie theilen sich in viel stamme ein / welche sie osns nennen / davon je» der sein Haupt hat. Weiland haben sie den andern Schotten durch ihre räubereyen viel Übels gethan/ biß zu ende des 16 das Parlament in Schottland verordnet / daß diejenigen / so man von lh» uen ertappen würde / den von ihren landsleuten verursachten schaden ersetzen/ oder mit dem leben bezahlen sollen. Ihre waasien lind sturmhauben/ pantzer/ schild/ pfeil und bogen / wie auch bey erlügen degen/ wie sie denn sehr feine degen-klingen machen/ die iie nach Evenburg zu marcktc bringen. Ihre groste smd.i.un,st schone k-oii.w waffen/ und schöne reich ausgezicrte geigen zu haben/indenr sie ungemeine liebhader der music seyn/ welche aber/ wie leicht zu gcdcncken/hierin land von nicht garfurtrcfllcherartlst. Weilen sonst diese lcut zum rauben und beut machen sehr geneigt / und die Heutige Englische regierung sich durchaus wenig gutes zu ihnen verstehet; so wird eben anjetzo (an. 1725) grosse mühe angewendet/ sie/ so viel möglich/ru entwaffnen. amic. llemcr. ^ochstädt/ eine Pfaltz-Neuburgische stadt an der Donau/an- derchalve mcil oberhalb Donawerth und eine meil unter Drllin- gen/ gelegen. Selbige soll den namcn führen von derRomcr hohem lager. Es «st eine kleine stadt / treibet mit vieh und dem feld-bau ihre nahrung / und hat gegen der Donau ein schloß. Nach dem ro» de des wider Kayser Heinrich den IV aufgeworffenen Honigs Ru- bolphi ward Hcrman von Lützenburg von den aufrührischen Stän» den wider den besagten Kayser erwählet / welcher gleich darauf ei» rren sieg bey Hochstadt wider Fridrich von Hohcnstauffcn/ welchen der Kanscr in seinem abwrscn zum Sladthalter verordnete / erhallen / und darauf Augspurg belagert hat; wtewol andere sagen/ daß es Hochstädk in dem Stifft Damberg gewesen. An. 16,4 haben die Croaten allhier grausam gehausct. ES ist aber vieler ort sonderlich merckwürdig worden/ indem der Churfürst von Bayern den Grasen von Styrum den lo sept. an. 170; hierscldst geschlagen/ hingegen dieser den Kayserlichcn beygebrachte streich den 1; aug. an. 1704 von dem Pmitzen Eugenio und Hertzogc von Marlebo- rough so wohl an den Bayern als Frantzoien gar nachdrücklich «csetzt wurde/ wobey deren gegen 20020 mann aus der wahlstatt/ und wol 12000 nebst dem Frantzösischcn Marschau von Lallard gefangen/ blieben. . 47-/0^. sn. >7049. L84. t« r/c hochstcde / hochstädt / eine Adeliche und nunmehro theils Freyherrliche famstie am Nheine/welche vor alters den Grafcn- stand geführet. Bucclinus fängt deren stamm-relhe mil Srbodo/ Grafen von Hochstcde/ an. 92« an / dessen nachkommen sich des Gräflichen cN-rEers biß nach der mitte des i; N:culi bedient haben. Lotharius starb an. n->2 alsBischoffzuLüttich/ und hatte ein fahr vorher die Ertz-Dlschoffliche würde zu Cölln ansgcschlagen / zu welcher an. 12;? seines bruders Theodonei cnckcl/ Graf Conrad/ gelanget. Derselbe kanffte von scinem bruderLotharlo vollends die Grasschafft Hochstcde / wendete sie dem Ertz-Sliffle zu/ und starb an. 1261. Dahero dessen nachkommen den Adel-stand angc» nominell/und sich Herren von Norlhausen und Niederster bcy- genannt. Von denselben florirlen an. 1662 drey drüder: 1) Johann Michael/ als v-c-nu- des Gefürstekcii Sliffls Fulda; 2) Gerhard Wilhelm / als Pfaltz-Ncudurgischer Krieqs-Rath ; und;)Hcr» mann / als Psaitz - Neuburgischcr geheünder Rath und Hof- Marschall. Der letzte hinterlteß 2 söhne/ Philippum Conradum und Zohannem Adolphum. An. 1717 starb zu Heiden plötzlich e,ne von Hochstcde / Ober-Hofmeisterm der verwlttibten Churfürstin in der Pfaltz. -Hochftetter / ( Andreas Adam ) war den 1; jul. an. 1668 zu Tübingen gcbobrcn. Nachdein er zu Böllingen , Tübingen und sonderlich im klvstcr Manlbrunn unter Christoph Zellern den gründ seiner studien gelegt , ward er unter die ltipLnMsten der acadcmie zu Tübingen aufgenommen. Hierauf gieng er nach Straßburg und hörte daselbst Seb. Schmidten , die Fauste, Zentgraven und zu Basel Durtorffen, so dann wandte er sich über Ulm, Nürnberg und Altorffnach Jena/ Leipzig und Dreßdeii/ allwo er von Svener und Carpzov viel lernte / und sich hierauf einige zeit nach Wit- tenberg begab. Von hier gieng er nach Franckfurt an der Oder, und durch Nieder-Sachsen nach Holl-und Engelland. Von Jsaac Abendana ließ er sich im Rabbinischen unterweiftn/und machte sich hoc die Englische spräche so bekannt, daß er unterschiedliches d^z insLatermiche übersetzet. Aus Engelland ward er von dem ürL-ore des Hertzogihums Würtemberg nach Hause Haussen .wß anfänglich zum . hernach aber an. 1Ü97 LMLorcl. zu Tübingen gemacht. An. I Üy8 bekam er die 1-k'okI ncm orMnsnsm mors!,um. Im jähr 172; erhielt erdiei-mf lss'7 excrsorcl.. ward inisieSorder liipcnll.steu und vefper-Prediae'r das jähr darauf?2ssor und Lupci-iurenclcnz , wie auch krok. orclinsrius, und an. 1711 Coiillssorisl-Rath unbOder-Lvf-Pp 7 i' ger zu Stuttgard / von dar er aber 4 jähr darnach wieder nach Tübingen gekommen/ und feine ämtcr mit fleiß und treu ^ waltet / allwo er auch am 27 avril an 17-8 als n°L°r 7 und / wie er selbst gemeldet/ um so viel vergnügter gestorben, weil von seinem Vater zum tode vorbereitet worden, von gelckrkc» sscllcn sn. 1717. - ^ochstrat/ (Jacobus) cm Dominicaner von Cölln, wu-d- also von seinem geburtü-vrte, so in Brabam gelegen, benennet ss studirte die xlnioioxln- zu Löven/ promovwte auch daselbst an 14«- in^sgillrum. Hieraus wurde ereil, Dommicancr Ii»d vriör des. selbige» vrdens zu CöllN / auch Ooctor„nd Nroicssorclieoi,,^^ ihm dieuntersuchung der ketzereycn in der; geistlichen Churst'Mi landen anvertrauet/ worzu er sich nach seiner artgar wohl fchU da er zugleich klüger und Achter seyn wolle, und sich gar nichldU. rcn ließ, denen/ welche er zu sturtzen suchte/irrlhümer undketzmiim ohne den geringsten gründ anzudichten. Gleichwie er aber den Protestanten sehr gram war, al,o war er der ersten einer, welcher wivcr Lutherum gejchrieden / verfolgte auch vorher» den Erasmum und Johanncm Reuchlinum / dessen schrissten er wolle verbrenmil lassen. Als aber Neuchlmus an den Pabsi -x?eNirte, trugseibiaer dem Bischoffvon Vpeycr die fache auf/welcher durch gewisse dar,» bestellte Richter die fache untersuchen ließ, Lieben Lvchstrahalser nicht erschien/ zu den Unkosten cvnllümmnen / und Reuchlinum Ion sprachen Hermannus/Graf von Nuenar/wuste ihn auch zur E°a zu bringen. Denn als er nicht zum besten geredet / stellte criiichi allein in einer toieimcn rede, die er im namcn allcrTeutschen kuL- forum an den zu Franckfurt an. 15 iy neu erwählten Krasser hielty vor, daß dcrHochsirat eine rechte pest vor Teutschland wäre,sonder» befahl auch seinen Unterthanen, des Hochstrats com cnr nichts mehr von käse, cyern und dergleichen , wje ste svnstcn jährlich gewcht ivaren, zu reichen, welches dann Las rechte mittet war,Hochßra!en zu bändigen, Massen er hierauf, ehe ein jähr verflossen war, Wn gebracht wurde, daß er dem Grafen einen schriffilichen wiedm-ss ziistellcii muste. Er that hieraufeine reise nach Rom, und meinte, die stäche mildem Neuchlino vor sich gut auszumachen, nahm auch viel rccomm-nllsrioncs und grosse geld-summen mit, ja esliesscn»ch die Cöllnischen rlicoioxi vernehmen, daß,wenn der Pabst nichNM- de vor ihn den ausspruch thun, sie von ihm abfallen wölken; allein er richtete mit allem diesem zu Rom nicht viel aus. Als er»»» sahe, daß er durch die hierzu bestellte Richter kein gut urtheil bekommen dürfflc,brachte er es dahin, daß ejn jeder von kc» Richter» feine Meinung schnfftlich eingeben inuste, und die fache darauf !i- gcn blieb. Bey seiner riickreisepassetenihmunterweges,alscrom Nürnberg nach Cölln reisen wolle,einige von des Reuchlini anhange auf, wclebcn er auch nicht würde entgangen seyn, wann er nicht bey zeilen wäre gcwarnet worden, und dcshalben von dem Marg- grafcn ein geleit erhalten hätte. Es ist merckwürdig daßdicstc grosse ketzermacher selbst sehr grober ketzereycn beschuldiget, auch zum theil überwiesen worden, wie dann Cornelius Agrippa, m man ihne nicht in ruhe ließ , deßwegen mit einem grossen blich gedrohct hat. Allein seine hefftigkeil gegen andere oyt unschuldige erhielte ihne immer in sichcrhcit. Er starb endlich zu W« de„2i jan. an 1527. Paulus Jovins will, er sey aus Verdruß gestorben , weil er mit so vielen maischen schrissten durchgezogen worden ^ so aber nicht statt findet. Er bat viel schrissten hinter!»!- sei, , als i-lsrAsrirsm zillilotopllis: morslis; cleltruülollcm csdllT; spologts; sliczuoc comrs R.cucklinum; «jclüiillonem vrincipum msnms: Lvnrrs?clru2, kisvcnnsccm; jniiillcsronuin krincssunicMr» euiiclcm ; conkrs Nrezbzrcror conculrinsrios ; cls ^urgskoria; Ä liberrsrc Lllriiiisns; cl^ lllle öc opcridus öcc. Lor». c^>Iss I-7- cp. rü. bibl. I. ly. ep. z A- in cio». c.ZY. in vics keuclilini. ?«>I,il,l. lles Huc. ccvlefl * '.^ochstraten/ einc in Vrabant an dem flnß Merca , s meile» von Antwerpen gelegene stadt, nebst einem schlöffe , welche uii titnl einer Graffchasst führet, und 18 dörffer unter sich begmijl. Vie gehörte ehemals, als eine Herrsch äfft, denen von Buren, M welchen sie durch heyrath an die Grafen von Culenbucg, und von denfelde» auf gleiche weife an Antonium Lalain , Herr» von Mt- tigny, gelanget, welcher von Carolo V zum ersten Graten m Hochstratcn gemacht worden. g-o§r. He,---» !»ss I. L. c. 49. ^ocke / Hacke / ein Adcliches und zum theil Frevhmkches A schlecht in Schlesien, welches sonderlich in den FursientWss Jaucr, Lignitz lind Glogan bekannt ist. Fritschc midLlicas.M. stunden an. 1294 bey HcnricoLrssso, Heryoge zu BreMyllMi- sein ansehen. Conrad Hocke war an. i;i> bey dem HcM Henrico zu Glogau ein vornehmer Cavalier. Renczko genaunl./o- cke, vcrkaufftc an. i;;? das gut Pctrowitz in dcnsOeWlM ' Georg Hocke von Thomaswaldau war an. 146? BilchE ^ ' deut. Frantz, Königs Matthia Kricgs-Obrister, 147; die stadt Brcßlan wider die Polen, und blieb am >47, . bclageriing. es schlosses Sabacz. Ein anderer dicies nanum . an. 1480 Hertzog Heinrichs zu Münsterbcrg Reglecmig.-K Frantz Hocke vön Thomaswaldau auf Iackfchenan nü- höe hob indeM-OelssniMen, warän. i;8; deSOelßuifchmFürstMumS Landes-Hauprmann. Fcidrich von Hock auf Thomaswaldau lind Muhlgast, war an. i6;r Hauptmann des Preichauischen Haltes. Hans Ernst von Hock auf Glasersdorffund Fellendorff, War an. 165; des Königlichen Landgerichts in dem Glogauisthen Furstenthum Beysitzer. Hans Asmann von Hock auf Mühlgast undZeipern, florirte am i6;6als des Lignitzischen Fürstenthüms Landes-Aeltester. Gevrgius Sigismundus, Freyherr von Hock aufThomaswaldan, Waran 169; Kayserljcher Cämmerer, und der Furstenthumer Schweidnitz und IauerLandes-Cantzlarund Landes-Aeltister. An. 1719 sivrirte aus dem Haufe Mittel-,md Niedcr-Glaftrsdorff Hans Nicol aufSchüttlau, Fellendorff und Alt-Wolau , als des Glogauisthen Fürstenthüms Gurauifchen orayfes Landes-Deputirter. Von der Mühlgastisthen linie aber, die zum theil die Freyherrliche würde führet, lebte Fridrich Alexander, Freyherr von Hocke aufSeifferdau, Dittersdach undPakuß- Witz» 5cklcli «urioll Sockerland/ oder Hockeria/ auch pogesanra genannt, ist ein theil von Preussen, am frischen Haff, welches zur hellste dem Konig von Preussen unterworffen ist, und an das PohlnischePreüs- sen grantzet, wohin auch die andere helffte gehöret. Holland ist die beste stadt darinnen. Socota / ein grosser Chäm oder Kaystr der Tartarn, welcher, nachdem er seinen General Gebefaide ausgesandt , die westliche gegenden der weit zu erobern, darauf in eigner perfon nach offen gieng, die Caspifche meer-enge paßirte, und sein winter- gnartier unten an dem berg Taurus nahm. Des Nächsten frühlings darauf «nterwarss er sich alle daselbst herum gelegene Nationen, gieng so baun in Ost-Indien, bauete daselbst die stadt Cambalu, und machte sie zur KayserlicheuresideNtz., Dieses war die letzte von seinen koiigusren; denn ob er wohl willens war, die gräntzen stinerHert- chajst von einem meer bis an das andere auszubreiten, so belangte er sich dochdermassen an der Ost-Indianischen lüfft Und ruchtbarkeit, daß er es vor das beste hielt, in seinem lanb stille zu ltzen, UNd ruhig zU leben. Uifguis. lle LksrLis. Sodal / ein siuß in der Schwedischen Provintz Helsingia, der einen doppelten Ursprung bat, der obere und niedere Hodal genannt, welche oberhalb Linsdal sich vereinbaren, und mit einander dem Böthnischen meer-busen zufließen» * Soden / ein bekannter ort in dem wüsten Libyen, allwo sich die kaufleute zu erfrischen pflegen. Er liget ü tag - reisen von dem Atlantischen meer, ist mit keiner mauer umgeben, und in einiger herum schweiffender Araber Händen, welche der Christen tod-feittde sind. Es gibt allhier viel datteln und gersten. Der lcuten Nahrung bestehet darinnen, daß sie gold, kupffcr und silber in der Barbarey und nach Tombut herum führen; ihrer viel pflegen sich auch in den benachbarten wüsteneyen vom rauben und stehlen zu erhalten. Sodenberg/ Line alteAdeliche familie in Nieder-Sachsen, welche anfangs in der Grafschafft Hoya an der Weser ihren sitz gehabt; nachdem sie aber von den Grasen daraus vertrieben worden , hat sie sich in dem Lüneburgischen nieder gelassen, nttd bey Ahlden das schloß Hodenberg erbauet. Als sie dasselbe gleichfalls eingebüsset, hat siL das schloß und flecken Hudenstiühlen zwischen Zelle undVerden angelegt. Marquard von Hodenberg aufHudew wühlen florirte um das jähr als Hauptmann aufHarburg, und Fürstlich-Zellischer Hof- und Land-Rath; Sein söhn gleiches namens ist an selbigem HofMarschall und Land-Rath worden; von welchem herstammet Boelo von Hodenberg, der am i6;o Fürstlich - Lüneburgischer geheimbder Rath und Abgesandter an unterschiedene Höfe gewesen. ropogr. s»x. ink-r, Soditz / eine Gräfliche familie in Schlesien, Welche in dett Fürstenthümern Troppan und Neisse unterschiedene güter besitzet, sind nach ansang des 17 l-culi zur zeit der Böhmischen unruhe aus Mähren dahin gekommen. Carolus, Schwedischer Obrister, blieb an. 1641 in der schlackst bey Wolffenbüttel. Georg, Graf von Höditz, Herr aufHennersdorff, Johansthal, Roßwald und Her- tzogswald, wäre Kayferlicher wie auch des Printzen in Pöhlell und Schweden Rath, Cämmerer, und der Fürstenlhumer Oppeln und Ratibor Lands-Hauptmann, an. 1654. Ludwig Maximilian war am 1660 Kayferlicher Cammer-Herr, Lehn«Rechts - Beysitzer in Böhmen, und Rath bey dem Bischofs zu Olmütz.^ Maximilian Georg, Lands-Hauptmann des Fürstenthüms Neisse, hinterließ bey seinem an. 1689 erfolgten tod Franc. Anwnium, Kayserlichen Cammer-Herrn, so an. issz gebohren. Maximiliani bruder starb an. 169;, und hinterließ seine dritte gemahlin Polyxenam Süsan- nam, Gräfin von Mansfeld, als Wittib. Mit seiner ersten gemah- lin Barbara Catharina, Otwnis Freyherr» von Nostitz, Lands- Hauptmanns in Schweidnitz und Janer tochler, bat ergezeuget Antonium, so ledig gestorben, Franciscuiü Josephum, sosichan. 1691 mit Anna Magdalena, Freyin von Odersky ; iindCarolum Josephum, Graftn von Hoditz und Wolffranitzo Blsthoflrch-Oll- mützischen Rath und Lehn-Rechts-Beysitzer, so sich Mit Eleonorü Barbara, Gräfin von Tentzin, vermählet, welche ihm verschiedene linder geböhreru Lciiles. ctrron. p. 1724. jerrn. Luro^s-i FürKLnijr. p. zzr. Sodu/ ist der name, welcher dem Persianischen meet-büstn gegeben wird. Sodv/ (Humphred) ein hoch - gelehrter Engelländer, «or-rte ju end des 17 stculi. Er NuUirte zu Oxford, allwo er keUow oder 8oc>ur in dem c^ollcßio VVLcllirmclili, hernach an. *68r I6Lg>npr A«. ferners am rS89 L»cx-»i»urcu« Ibsoloz. und endlich Konigl, . 801 ^°7'i°'derGriechischenspraach und war. Wegen Auer seschicklichkett wurde er auch zu einem Ssceiisn 2 Erk - Bi» fassen vonCantclberg,Joh.Tillotsons undTH.Tenisvns nach ttn- ander angenommen. Noch in seinen jünger» jähren gab er secke öMrrsriQnenr contra kittonam an. l 684 heraus, welche ihm ^ffsisstdrten durchgehends grossen rühm erworben, aber doch Js. Vvßii zvrn wider ihn erregt, weicher ihne in seinem »p- M-fain spotts - weise nurjüven^ gebohren. Zum Vater hatte er Leonhardüm Hoe von Hoeneck, damaligen Rath bey dem Ertz-Hertzog von Oesterreich. Seine eltern liessen ihn in der gottesfurcht, wie auch in den Ädelichen und Ritterlichen Übungen unterrichten, und schickten ihn auf die Universität Wittenberg. An. 1601 den 2; oct. wurde er lUce-marus rlieo- log-«, und in dem folgenden iahr daranfChur-Sächsischer Hof- Prediger. In dem dritten jähr wurde er über die gantze Plauische Luxerinreaöur im Voigtland gesetzt, und kurtz hernach in Wilten- berg Zum 0oAoie rlieoioZiX ernennet. Nachgehends wurde eh nach Prag zum der Teutschen kirchen beruffen, welches er zwar annahm, über nach zwey jähren wieder nach Dreßden als Ober- Hof-Prediger und Kirchen-Rath kam. An. 1604 reisete er mit seinem Churfürsten auf den zu Naumburg angestellten land- tag, und das jähr darauf musie er den vUirs-iombus der Universitäten zu W-ttenderg und Leipzig, all. 1617 aber der in ganb Sachsen angestellten MiLiion mit beywohnen. Über'dieses, daß er mit dem Churfürsten zu selb gehen muffen - ist er auch zu vielen anderen wichtigen »Kuren gezogen worden. Mit Elisabeths Heidelbergerin, aus dem Ädelichen stamm der Heidelberger in Ruhdorffünb Voigtstadt, zeugte er 6 söhne und 4 töchtern. Die söhne, so viel derselben lebend blieben, sind zu hohen ehren - stellen gelanget, die töchtern aber an vornehme Adeliche geschlechter vermählt worden. Er starb den 4 wart. an. 164;. Puffendorff will ihme schuld geben, als habe er sich von dem Kaystr mit geld bestechen lassen, um den Churfürsten von SachftN zu drm Prägen- scheu friedens-schluß zu bereden. Auch schiene er vvrhero nicht wellig beygetragen zu haben, seinen Fürsten wider den ullglückli-- chen Pfaltzgrasen Mbericuin und die Böhmen aufzudringen; wie dann seine sehr hefftige feindstligkeit wider die Rrformirte nicht zu läugllcn ist. Und wie er sich der vereinigimg mit denen Reformirten auf das hefftigste widersetzte, also zeigte er nicht mindere schärffe gegen das Pabstthllm, und Ware sich llicht wellig zu verwunderen, daß er an. 1628, da eben des Kayftrs Ferdinalldi II und der katholischen i-Zue -»acht in Teutschlanb am gröstcn wäre/ sein sechstes buch über die ossenbahrungIohaums, unter dem titul: ^uäicium 6c exciciium mererkicis LsbyloniL komsnL, heraus gäbe ; Wie dann die Catholische in ihren streit - schrifften wider die Prote« stirende sich hierüber nur zu viel zu beschwüren wissen, und immer- wiewohl nicht mir besteck recht, daraus beweisen wollen, daß matt allch von dieser feiten gerne gewält brauchte, wö man Nur die mittet darzu an der Hand hätte. Wenigst hät Höe dadurch die verlenm- dllng, welche anfangs von einige» wider chn Ware ausgestreuet worden, als wäre er im hertzen Päbstisch, mit Nachdruck widerlegt Und zernichtet. Seine schrifften sind folgende : soll»» -l-icll-mo öc Lsl7iniügrum ; vcra LsiviiiillLrum Uclcri^cio; Isbxrinllius llspikicu! contra niigas siscobi Lrctlsri; commsvtsrius in epik. ksulk »ll Oalarss; cominenrsrius in »pocslypiin Lc. Einige Wollen , er habe auch die Vertheidigung des evangelischcll aug - avffels verfertiget/ andere aber vcrsicherll, daß er nur die ^-.-t^non beygefügt, Gerhardus aber das gantze werck ausgearbeitet. memor. tkeol. in cpiii. sU lllom. Lrceniurn Ue öcfcnlione Pupills evSrißelics p. 8. in elog. quvci prsmillt iiaZog. all uluM cvenL llonünics. Lce/e/ T'/rso/. ep. 6Z8. Lxplic. 7 - ll theil- Ziiii 802 hoe Zösingen / (Truchseß von) sthe Truchseß. -^oeicheu/ eine stadt in Nanquin, einer Provmtz ;n China , welche 5 andere städte unter sich bat. Sie lrqet md - warts gegen Cbequiam zu, in einer gebürgichten landschafft. rsoeicheum/ eine Chinesische stadt in der Provmtz Kin ung, welche nenn kleinere städte unter sich hat, und am meer liget. -^ölttlinus / (Jseremias) pr° 5 -ssor der Griechischen spräche zu Leisten/war von Nürnberg gebürtig. Er studirte an,anglich zu Augspurg mit solchem tucccts. daß er alle scluc Mitschüler so wol m der Mechischm als Lateinischen spräche übertraf/ legte sich aber wäre / bemichcte er sich/ daß er die alten anslcger des Aristotelis/ den Themistium/Alcrandrum Aphrodisaum/Sunplictum uist Ammonium in ihrer originsi-sprache lesen mochte. Er nahm auch den Matonem votV und liebte uderdiß die Stosiche phllozophle gar sehr. Nachdem er 8 jähr auf solche art U-gebracht hatte/wmDc er und legte sich auf die thcologlc mid das Hebralsche. Hm» auf wurde er stcünrzu Amberg in der Ober-Psaltz/ allein wegen des dreyßig. jährigen krieqcs muste er sich von dar weg nach Bremen retirircn/ nachdem er seine besten fachen vcrlohrcn. Der Graf von Bentbeim trug ihm hierauf das x-Ltor-- zu :)u)cde an / erstarb aber gleich darauf; auch both ihm die stadt Hain derglerchen an /weil aber die Kayserlichcn dnrch.ihre strctffcreycn das land sehr unsicher machten / wolle er sich in >olchc gcsahr nicht wagen. Er wandte sich dannenhcrv nach Leyden / und pubiic,c,te dajcldst eine Übersetzung der psalinen/ welche gar wohl gemacht war. Er wurde zwar nach'Mlddelburq und nach Bricl beruffen / allein sie wollen ihn zu Lcyden nicht weglassen/.sondern gaben ihm die i-rotcsiMn der Griechischen spräche/ die Vossins niedergelegt haltt. Er unternahm den Avollonium wbo-lium in das Latein zu übersetzen / und ob er gleich mit der Wassersucht befallen war/ auch dadurch so abgemattet wurde/ daß er zuletzt nicht die fcdcr mehr halten kome/ brachte er es doch noch zum stände / daß es ü tage vor seinem lobe fertig wurde / indem er/ was noch fehlte/vollends darznaieiurle. Erstarbdcn r; jan. an. iü4>/hinterließ aber keine kuider» ^oencoirrt/ so wegen der Frantzoscn Niederlage an. 1642 berühmt ist. Es ist ein Ertz-Dischosticher sitz von Cambray in den Niederlanden / wovon cS; Teutsche mcilcn nord-west-wäris/ und noch nicht so weit von Arras süd-ostwaris entfernet ist. ciclcr. kcleü. ^oepsilenrs/ (Henricus) war in Leipzig an. i;8rten29 nov gebohren. Seinen vater mit ihm gleiches namens,der Pfarr- hcrr in der Vorstadt s.Georgen war, verlobr er , da er kaum das zweyte jähr erreichet. Doch ließ ihn sein sticf-vater wohl erziehen, und in dem 19 jähre seines alters ward er zu Leipzig unter dieChur- fürstliche siumnos aufgenommen. An. 1612 bekam er die uro- kesiioncm loZicer. An. 1617 erlangte er die vierte theologische stelle zusamt der inssestion über die ttipciMigcciL kKco>ogiL. Darauf er dann in eben demselbigen jähre an dem Lutherischen iubel.ftste den 6 nov. klicologiL OoÄor worden. Er hatte sich durch seine dcutlich- keit und gelehrsamkeit in solche Hochachtung gesetzet, daß ibn Io» hannes Bcnedictus Carpzov, Martmus Geyer, Avrahamus Weiler und Hieronymus Kromayer in seine» cnUcgüs hörten , ohnge» achtet sie bereits in öffentlichen ämtcrn stunden. Man bcrieff ihn auch an. 1616 nach Altorff, und »achgehends an. 1627 nach Mar- purg, doch blieb er in Leipzig, und wurde darausdas folgende lahr in dem grösser» Fürsten-coUcgio 5 c,„oc , m welches er schon an. Iüc>9 aufgenommen worden. An. Iö;8 wurde er auch mit in das cvnga»riu,i, gezogen. E^nonicus in Zkltz aber ist er schon an. 162; gewesen. An. > 628 wurde er zu einem esnonico znMeiffen erwählet, und bald darwifl» dasCapituhauch endlich unter die vcccmv^ rv; der sc»4cm,c mit angenommen. Nachdem er aber das 60 jähr noch nicht völlig beschlossen batte,muste er sein leben endigen. Unter seinen schrisscen befinden sich Laxonia cvangclics ; cle juliibczrionc hominir pccc.lio,i5z commcorsr. in 8; il'2goßc ack siilaiarcm ulum cvciia, llumini ; comincnr. in ptzil. 9z ; ck,tpu,2r,oiic5 liicolnKic«; coltcginm bitzlicum in giiLruoc z-ciorex ticlci Lrciculo; »ci orciincm por- litcuii kibliciZckcrizni; coinnie» 2,ius in z,lz!,r>. yiz exziliczr. in plUm. sind nach seinem tobe heraus gekommen. Einige wollen ihm auch den grösten theilvon der Vertheidigung des evangesischcnangapffcls beylegen ; allein andere wollen es dem Matthlä.ööe zuschreibe»; doch finden sich auch einige, welche behaupten, daß dieses werck v. Gerhard verfertigt, Höe aber die pr^rion beygefügt, r^«,- rncmoc. clogio t-tocpfncrignv . cznoü prHnilik ibrzog. rocnLclomin. hornig / eine Adeliche familie in Schlesien, welche der stadt Breßla» viel brave Rathsherren und Landcs-Hauptleute gegeben. Sie ist von dem Ablieben geschlccht von Hornick, welches an dein Rhein siorirt, unterschieden, und stammet der von Antonio Hör» nig einem Breßlauisehe» vardiin, st an. i;oc> den Adelstand erlanget. Sem cnckel Paulus besaß das burglchu zu Neumarckt,Kobe- img, Bogenau, Pörelwitz und Schmoltz, und wurde an. 142; Ratbshcrrzu Breßlau- Sein söhn Balthastr brachte auch das burglchu Lissa an sich, und kam an. 1471 zu Breßlau in den Rath. Unter seinen lohnen hattcPaulus die burglehn zumNcumarckt und zuLissa, ward an. 1487 Rathsherr und an. >;o8 Landcs-Haupt- mann zu Breßlau. Seine andere gemahliu, Magdalcna von Reib» Nlh gebcrhrlhm nn. l^2 ^16 Occrecordiin I iccuriL- NIL und c-nonicus zu Breßlau gestorben , und Baltbasar, auf Lissa StrclitzundDrcsky,dessen 4tcr sthnAbrabam, ein Malthcser- Rttter gewesen. Von seiner ersten gemahlin aber hinterließ er hoe Georgium aufWeigwitz und Kreickau, so als Landes-LauvtnMn zu Breßlau an. i; zr mit tobe abg-.eng. Sein söhn Otto aufMM. Witz war ss u.v. wie auch Kayserlicher und Bischöflicher Ares lamscher Rath, und hinterließ Henricum aufMalckwitz, Lissaj Ao genau, Kreickau, Weigwitz und Krolckwitz. Er zeugtezwarmit einer von Mcttich 2 söhne, davon aber einer an. iü4;un-iueli er stochen ward,und der andere in der jugend starb. Sind also damals und auch schon vorher alle die viel und wichtige güter und li. gende gründe, st diese familie in dem Fürstenthum und der stadt Breßlau be,essen, an andere besitzer verkaufst worden. Jedoch flo- rirt diese familie noch in dem Oelßnischen Fürstenthum,und leb en an. 17-9 daselbst Carl Friederich auf Manckerwitz, vormals aus Paschlerwitz, inglcichem sein bruder Gottfried Wilhelm, Herrm Kachel - welche beyde mit männlichen erben gesegnet sind- Lcblclilcbc ciiron. V^LL^cnbrsucli. Ql.nvc-irpl,. untz 8cb!cg curiot. ^orselberg/ lat. ^om iia^isonüs. ein hoher berg in Thürin- gen, zwischen Eisenach und Golba, so von dem fluß Hörst! den »amen bekommen. Es soll ehemals darinnen ein jämmerlichae. schrey gehöret worden seyn, dahero man geglaubt, daß das« das fegfeneb wäre. rer. i twr. wm. 1. ^ ;z. ^0^. icrrgor. Iliur. ^2^.24 zloöschelius / (David) ein gelehrter mann von Augsburg,P« böbren den t4 apr. an. i; ;6. Er wurde bald anfangs von seinen eitern zub schule gehalten, da er dann nebst der Lateinischen eine sonderbare neigung zu der Griechischen spräche von sich blicken ließ; wie er dann bereits ausschulen den Jsocralem, Dcmosthenem, Plutarchiim, Hervdianum, Aelianum, Hesiodum und a»dm Griechische scr,beuten fleißig laß. ANf Universitäten laß er den Platonem, ä'rnophonrcm, Thucydidem, Eustarhiiim. AIs er sinn den gründ seiner studie» wohl gelegt hatte, besuchte ervcrschie» Vene academie» von Tcutschland, und Nachmals andere Provintzm von Eubopa, machte sich mit vielen gelehrten lenken überall de« kaiiiit, durchgicng viel bibliolhequen, und suchte dicraresten co-ii^ und ^ 185 » aufwar auch den snnczu,täten und „>n,ix>iionen sthr er> geben. Er brachte seine meiste lcbcns-zeit mit infoiwirung derju- gcnd in dein gvmndlo zu s. Anna isi Augspurg zu, wurde auch an. 159; in demselbigen g) MNL«io ticd„r und Libiiurli-coriu-. Er zog viel schülcr nach Augspurg, und machte gute leute, trüg auch grosse sorge vor die divliorhcc, daß sie mit den besten cuciicMus angefüllet wurde. Er wandle grossen sieiß an verschiedeneGriechische büchey die er csstte, worzil ihm selbige ^88r- wohl zu statten kamen. Er statb an. 1617, mid hat von schrifften, st er cuirct, hinterlassen! < 8 rLcorumXt 85 r«cu,i> kiblioriiccL/ruxuttLNL incüccm; OriZencw kon- ris ( clium ; ccclciiLldicum 6ra:cum ; ?l>orü biklio:Iieci,m; krocoxil lulioiizm Lr.vcsm ; AcoZrLpkos Oraicos minorer z ccioASS Iez»lio. nuin . ;§9. z,. i,r. ^öven/ Hohenhöveti/ ein flecken , nebst einem schlösse,n Schwaben an dem Schwartzwalde, zwischen Schlingen undGeiß, singen. Es führt den Utul riner Herrschafft, und bat vor diesem gewissen Freyherren eines alten wohl-gebohrncn stammens aus Hessen, den namcn gegeben,ivelche daselbst dleGrafschasslZlcgen- heim inngehabt, und darauf in das Hegöw gezogen. Von denselben wardCarollis an. 918 zu eineinKö>ngaufdemerste»thuristerm der Lchiväbischen Ritterschaffl crwchlet. An. M87 ward Burek« hard Bischof z» Costani;, und an. 14,6 bediente solche würdeHein» rieh, verwest! des Bißlhums Cbur und ThuM-Dechantzu Straß- burg , so an. 1462 gestorben. An. 14;8 wäre Anna Aeblifin z» Zürich und starbe an. 1484. Heinrich, Tbum-Herr zu SttaMg und Costantz, wäre an. 148° burgcr zu Zürich An. rzlLwmbe ein anderer, namens Heinrich, Bischof;» Chur. Au. i;7° g>W der letzte dieses geschkechcs, Albertus Arbogastus, mit tode ab, M- rauf diese Herrschafft an die Grafen von LupffeN gekommen. (M Hupssen») not. kroc. lmz>. L/e». !>iti. iiili^n. ltemm. Lcrm. Wörter / eine lustige und wobl gelegene stadt aß bbt Westr, zwilchen Bremen und Minden. Es soll vor diesem ein blvflcs doch mit namcn Uror gewesen stvn, welches an. 999 von gründn», verbrannt, nachgcbcnds aber wieder aufgerichtet worden, da denn zuletzt die einwohner der alten stadt Corbey, welche in 6 r laM f mabl abgebrannt, sich nach an. 1070 dahin gewendet, und den m zu einer stadt erbauet haben. Sie kommet zwar dem VtiM worden eigenthümlich zu , jedoch sind die Hcrtzoge von BmmiWUM derselben schntz-hcrren , welche auch euren eigenen Vogt daM haben,der ihre rechte in acht nehmen muß. Wie denn stuch me M allein des boltzes und der weide halben des BrannjchweWM schntzeü nicht wohl einen tag entbehren kan. Vorzeiten, ais va faust-rccht und die befehdnngen in Teutschland noch üblich wmm haben die bürger an. 14^4 auch einmal Landgraf LudwWv Hesse» zu ihrem schntz-hcrrn gehabt; und wiewohl nn MaM Kaystr Ludovicus Muz die Grafen von Dassel zu de» SW n den Advocaten und schutz-hcrrn gemacht, deucn beriuiw »e -o schösie von Hildcshcim gcfolget, st sind dennoch die HcrW Draimschwcig wegen der hänstr Ncurnobcr und Mlen k schntz-hcrren geblieben ; wie denn auch selbigen die vogM bals-geriebte daselbst zustehen. Jedoch äusserten l>ch ^ Abt Christoph Bernhard und Hertzog Rudostb AMl j. Braunschweig irrungen, welche auch zur wurcklichen tM> H ausgcschlagcn wären , woftrne nicht Chnr-Mayntz unddtt . Braunschweigische Häuser die stchedcn i; E. amsfof-u " ^ xrovitzoosi-kracisr zu Bilefeld gebracht, daß nemlich die ^ schwttglichen traute» aus der stadt ziehen, die bürgerschafft aber ihres landcs-Herrn gnade überlassen werden solle. Es hat diese stadt, wie andere Westphalisthe städte, ihre besondere lärmen, stcyheiten, gcrechtigkeiten, pollcey, gebrauche und müntze, auch wegen der schifffahrc von Bremen aufMinden seine Nahrung. Es ist selbige mit starcken mauren und thürnen versehen, und fliestet an einer seile die Weser vorbey. Sie hat ein feines rathhauß und z kirchen, als 8. Kiliani, 8. Petri und die Brüder-kirche. Vor zeiten hat sie zimliche» frieden gebabl, ausser baß der Bischoffvon Pader. born, Graf Simon von Schwannberg, an. 1271 der stadt feind worden, und ihr mit feuer einwerffen hart zugesetzt. Sonst hat sie in den Teutschen kriegen auch viel ausstehen müssen. corb. cbron. cr>c. p.?. I. z. c. r6. ssük. I. p. zpo. Lr/?. 1704. Z79. ^of/ lat. CuriL Varilcorum. die Hauptstadt in dem Vorgtlanbe, ligt z weilen von dem Fichtelberge, auch so viel von Planen, Dchlaitz, Wonsiedel, auf einem lustigen Hügel, und ist mit einem walde umgeben. Ihren namen führet sie daher, weil ehemals such einmeyerhoffallda gestanden. Es war vor diesem«» düsterer wald herum. ,Zu des Kaysers Henri« IV zeiten wurden anfänglich z raub-schlosser daselbst erbauet, eines aufdemClausenberg, wo jetzo die 5 . Loreytz-kirche, das andere bey dem dorffe Gottendorff, eine halbe meile von Hoff,und das dritte aufdemSalenstein, dergestalt, daß man von einem zu dem andern sehen kunte; allein weil den benachbarten aus selbigem grosser schabe geschahe, schlugen sich einige vomAdel, namentlich die von Kotzau, «sparneck,Rabenstein, Frilitsch und Lüchov, zusammen,rotteten den Wald aus,nahmen die schlösset' ein, und schleiffeten selbige. Damit sie aber nicht etwa» wieder aufgebauet werden möchten, baueten dieselbigen um das jähr loLy em dorffan der Saale, woselbsten sie einige einwohner hinsetzten; weil aber deren menge je mehr und mehr wuchs,wurde nach und nach die alte stadt Hoffdaraus. Bald darauf fieng man an auf den Clausenberg eine kirche zubauen, und weil die menge der einwohner so groß wurde, man auch häuffig gegen Mitternacht anbauet« so entstund auch die neue stadt daraus,welche anfänglich eineNeichs-stadt war. Als aberBerlholdus IV an. nZovondem Kayser Friderico I zum Hertzog von Meran und Voigtlande gemachtwurde, bekam er solche von ihm zu lehen, und versähe selbige mit Privilegien und ü«uken. HertzogOttrM.sieng an.nzodieneue stadt zu bauen an, tonte aber selbige nicht vollenden. Sein unge- rathener söhn Otto II bekümmerte sich nicht groß darum; als aber selbiger an. 1243 umgebracht ward, und Hoff an GrafOttonem von Orlamünda kam, und zwar dieses wegen seiner gemahlin Beatrix, so Hertzog Ottonis M tochter war, bauete er die stadt bis an Die unterste pforre fort, und erweiterte selbige. Nach diesem ver- kauffte Graf Otto diesen ort an Henricum Vogt von Weida, web cher selbigenmit mauren, gräben, Zwingern und --onU-len befestigen ließ,wie er denn auch daselbst seinen hoffhielte. Kayser Ludwig der Bayer besiehe Fridericum I V, Burggrafenvon Nürnberg, mir der vber-herrschafft über diese stadt, iveil er ihm in dem kriege wieder Hertzog Fridcricum aus Oesterreich getreulich beygestanden, wie Darüber ein besonderes Privilegium den 27 oct. an. 1)2; zu München ertheilet und den i8febr. an. i;28zu Rom durch eine göldene Dulle bestätiget ward, jedoch behielten die Vögte von Weida an- noch die Nutzung. Es kauffteaber BurgqrafFridericus V die gantze stadt folgends Herrn Heinrichen von Weida um 8°oo schock weis- ser qroschen ab, von welcherzeit sie bey den Marggrafen vonBran- Lendurg, als Burggrafen von Nürnberg, geblieben, und zum Ba- teutischen antheil geschlagen worden. Es hat die stadt; Vorstädte, deren die eine die Vorstadt, die andere die gebäue am graben,und die dritte das Fischerdorfsgenennet wird. In der alten stadt ist die kirche 8. Laurentii, in der neuen 8. Michaelis und 8. Francisci, und die Hospital-kirche in der Vorstadt. Nicht weniger gibet es daselbst ein berühmtes gvmnzgum. welches Albertus Alcibiades an. i;4t gestiftet. Sonst ist das rathhauß allda zu besehen. NkL ckrvn. oriz. urb. öc LurMäv. dlorlco. Le-r/c/- Äofalize / eine stadt in dem Hertzogthum Luxemburg an dem Suß Ourte. p. r;-. ^ofer / Höfec zu Lobenstein/ eine alte Adeliche und nunmehr» Freyherrliche familie in Schwaben, ist Bayerischer an- kunfft, und hat ehemals das Erb-Marschall-amr in dem StifftRe- genjpurg besessen, sich auch in den alten zeiten in Seeland und in Holland ausgebreitet. Gremold Hofer von Lobenstein ist an. 948 aufdem thnrnierzu Costnitz, an. 968 aber thurnier-Vogt zu Mer» seburg gewesen. Friderich hat an. 116z dem thurnier zu Zürich beygewohnet. Stephan Hofer von Lobenstein zog an. r; 78 indre Grafschaffk Görtz, dessen nachkommen denFreyherrlichen -UrrLÄer erhalten und die Herrschafft Reutschach an sich gebracht, wie auch Tubein amAdriatischen meer von dem ertz-haußOesterrcich pfands- weis inn gehabt haben. In dem 17 seculo hat sich dieses geschlecht in Schwaben säßbafft gemacht, und florirte an. 1717 ein^ron Hofer von Lobenstein, als Marqgräflicher Bayreuthischer Rath und des Fränckischen cräyseö Obrist - Lieutenant, der seine guter Wildenstein und Neustädtel in Schwaben bey Dunckclsprel hatte. VOM 8clivväbiibNen Ueictüi-uclel. llekuMLr. p. z P2g. 416. it. 17 4 p. 494. Lü; er. ckslum - duck. ^oferus/(Iohannes) war ausMeissen gebürtig,und bekleidete an. iü24 die stelle eines «Eori- zu Spandau in der Marck Brandenburg, als ihm die Sächsische Meow§i den?- Christoph Mayr zu widerlegen auftrugen. Allein unter dieser arbeit geschahe es, daß er sich änderte, und in Oesterreich die Catholische resigwn öffentlich annahm. Hierauf trat er an. '-6z; in den Jesuiter- erden, 8oz und nachdem er sich etliche jähr auf die rbeologism lcliolssiicsm gelegt, fieng er an die Hebräische spraach zu lehren.Nach diesem ward erbch dem gefangenen Ertz-Bischoff von Magdeburg, Chrssmno Wüheliuo, beicht-vater, als er selbigen zu demCatholüchen glauben gebracht hatte. Endlich starb er an. 1646 zu Prag, in dem 44 rahr MNkö Mtekö/UNv hitttepjkLß luHoriLM tu« converl'. ^ viu^iL!S5 concrs üü cent.ur'Lm bibl. cjiär. bro^r. Hoffaus/ (Paulus) war zu Bingen in dem Ertz-StifftMayntz gebohren, und brachte sich durch scnie gelehrsmnkett m grosses ansehen. Als er in seiner jugend von einem hohen rhurn sie!, gelobte er in die lvciecät Jesu zu trclten, wenn er unbeschädtgel davon käme, und machte solches werckstellig, nachdem er zu Cvlm, Rom und an andern orten den studien obgelegen. An. rz;8 warb er zu Bvno- nien ooÄovrii-ologi^, hernach zu Wien KuNioiumDireetor. und nach ; jähren LeAor des cvUegii zu Jngolstadt, welche stelle er auch zuMönchen verwaltet, biß er rrov-ncislü burchOber-Teulsch- land worden. Nach diesem ivrrrd er Visier»? durch Ober - Teutsch» land, und muste letztens das amt eines Leüori- des coUegn zu Iu- golstadt wegen hohen alters niederlegemSein tob erfolgte an.lüos, in dem 8 ; jähr seines alters. Er hat raccekilmum aus demLateinischen in dasTeutsche übersetzt,und unter demnamender Bayrischen tsieologorui» öe cvmmunivne luv UN3 specis geschrieben« Dem Smidelino und Cyriaco Spangenbergen, ivelche dieses Merck angegriffen,hat er geantwortet»^,'^, bibl.s. gis,. bioxr. ^of-geißmar / Geißmar / eiue zimlich weitläufftige stadt nebst einem amr, in Nieber-Hessen , 2 meilen von Cassel, gelegen. An. iü;y wagte der Käyserliche GeneralLmtersam einen stürm aufdiesen ort,ward aber mit grossem verlurst abgeschlagen.In eben diesem jähr entstund aühier ein gesund-brunnen. Vor diesem haben die Hessen den auf einer grossen eiche hieselbst angebetet- rer. tvlvg. I. ; c. »7 p. z;c>. KeL deidlir. p. 8 ,. ^4^. öilst «lc guercu spus 7i. L. ^ovi iscrs. * vofheim / ein ehemaliges klosier, ; stund von Darmstadt in dem Heßischrn amr Dvrnberg gelegen, ist an. r;z; von Landgraf Philipp dem großmüthigen nach austreibung per Mönchen zu einem Hospital vor presthaffte und arme weidö- Personen verordnet worden, gleichwie er auch die andern; Haupt-klöster HeyiimGruna und Marrhausen zu solchen Hospitälern, theils vor manns- theils aber vor weibs- Personen gemacht, welche dahero noch jetzo die 4 hohen Heßifchen hojpitäle heiffen.Eine meile von Höchst und 2 meilen von Franckfurt und Mayntz ligt ein Chur-Mayntzifches städt-. ieiN gleiches Namens. ttess bes-krsib. psg. 107. 4Z4. Hofkirchen/eine Gräfliche familie in den Oesterreichjschcn erb- landen, deren stamm-reihe Bucelinus mit Udalrico von Hvskirchen an. 1; 80 anfängt. Derselbe wurde ein groß-vater Iohannis, welcher sich um das jähr 1464 zuerst einen Freyherrn in Kulmütz ge- nennel-Von dessen söhnen ward Laurentius von Hofkirchen, Freyherr von Kulmütz, Kayserlicher Rath. Von dessen enckeln haben sich Christoph und Iobst wider die Türcken wohl verhalten,und dabey ihr leben geendigct; Wilhelm aber ist um das jähr i;oo Kay- serlicher Hof-Kriegs - Raths-?r«Läcar gewesen,welche stelle auch sein söhn Georg Andreas verwaltete, der wegen den Böhmischen Händeln, an denen er theil genommen, in Kaystrljche m,gnade fiel, aber vor seinem end noch ausgesöhnt würbe. Dieses Georg» An- Lreä bruder Wolffgang zeugte unterschiedene söhne, von denenLau- rentius II sich als Kayserlicher General hervor gethan, WilhelmuL II aber; söhne hinterlassen. Dieselbe waren l)WenceslausWil- helmus, der noch an. 1670 als Bischoff zu Seccau floriret, und den, Gräflichen cK-r-Äer auf seine familie gebracht; -O WolffLorentz, Cbm- Sächsischer Lämmer - Herr und Chur - Brandenburgisthev Obrister, der an. 1672 verstorben; Carl Ludwig,der sich im dreyßig- jähriqen krieg als Kayserlicher General-Feidmarschall hewor ge- die Türcken an. 169; bey Giula an der Theiß rot-lirer geschlagen, und bald Varaufzu Debriczin mit tod abgegangen, 2 söhne hinterlassend. Man sagt, daß er sich in seiner todes - stund einen spicgel vor das bett setzen lassen, um zu jeden , mit was vor concenaocs er mit dem tod ringen würde. üemm. psZ. 2. siim insiZn. Orkllm. vt'üice p> r. ^ofmann/ eine Freyherrliche familie in Steyermarck, welche das Erb-Land-Hofmeister-amt in selbiger Provintz an. 1440 erhalten, an. 1627 aber wieder veriohren, nachdem einige dieses ge- schlechts in der Böhmischen Unruhe mit verwickelt gewesen. Spe» uerus leget ihr auch das Erb- Marschalls- amt in dex «steyermarck bey, und berichtet, daß fle dem.Kayser Friderico IV, der auch son- sten III genennet wirb,und im 1; seculo regierte, ihr aufnehmen zu verdancken habe. Zu des Kaysers Ferdinandi I zeiten hat sie sich irr Oesterreich auch ausgebreitet, und die schlösser Ober-Wallsec, Senfftenberg, Stcyer, Weiß und andere an sich gcbracht.Friderich Hofmann Herr in Gmnpühel und Streich«» bey Rottemann in der Steyermarck gelegen, war ein groß-vater Johamns, weicher des gedachten Kaysers Ferdinandi I gehcimder Rath gewesen, und zu erst die Erb- Land- Hofmcisier-cbLi-ge m der Steyermarck erhalten; er soll auch Erb-Marschaü in Oesterreichwordm seyn. Seine söhne waren: i) Adam, der an. 157 ? als Burggraf in derSteyer- marck verstorben; 2) Ferdinand, der um selbige zcrt als Kayserli- chcr Caininer-Nra-ll-jenk florirte. Johann Weickhard war an. 170s als Kayserstcher Cammer - Rath bckandt. Ob der Freyherr Hof- mann von Löwenstcin / so an. 1709 als Kayftrlicher la-jor und Commendant zu Landau verstorben, hieher gehör« kau mau nicht gewiß sagen. tt-mwsl. t-. Z. Irin» Hsjv Äofinatttt / (Caspar) mess'c-n-.' voÄor lind Professor in Alt- dorff. Er war an. i;?^ zu Gotha gebohren, und verlohr gleich daS nächste jähr darmifstinen vater, also daß er von dcmgroß-vater mütterlicher stits,Joh.Leuffer, erzogen werden müssen.In dem ry jähr seines alkers begab er sich zwar aufdie uni verirr Leipzig,muste aber so wohl wegen arinuth, als Unpäßlichkeit, nach dem ersten halben jähr diesen ort wieder verlassen, und würde die ttuciis aufzugeben gezwungen worden seyn, wofern nicht das folgende jähr ein ^ ' be!/undam lü;c> die ^Mer-wurde erhalten/ auch an. lS;; e die kirchen-diener aufgenommen worden; well er aber M student aus Straßburg ihm und feinen freunden die bejchaffenheit und gute concbrionc» dafelbst gerühmt Hätte; wannenhero er sich besuchet/und an unter' man erst fcssor . gute con-...... r,—,.., nach Straßburg begab, und mit privat-inkocmrrionen 2 jähr, so gut er konte, fortbrachte. Hieraufwendete er sich nach Nürnberg, und bekam daselbst alifrecommenULkion Des procoiiocsrii einige untergebene- mit welchen er sich 7 jähr in Altdorff aufgehalten, bis er das den ür-siicis gehörige ssipenssu,» empfangen, und seine weiß in Italien angetretten hat. Aufder rück - reife erhielt er in Basel den OoÄorir. und langte in Nürnberg an-1606 iviederum «n. Weil nun noch in demselbigen jähr dorr herum die pest regierte, so wurde er zum pest - vicMco gemacht, und das folgende jähr zum kroLsso^ rnAltdorffernennetzwelcheS fein amt er so -eißig verwal- tet, daß er es auch bey abnehmung der kräfften im hohen aller nicht unterlassen hat. Er starb an. 1648. Unter feinen büüMi sind: v-. liacum ieötiün. !ib.6; clccsiorÄeccommencrnu; cripzrticur; (.'ommeor. in Lrlcnum cle ulu psrrium cocporis IiuinLni- sie gciierrrion: Komin,;; ootL^crperu«:,ni22lrni lle otlibu; Iibruw;p 2 kbologi 2 z-srv». inlticmio. nc; mcsiicL; cl« mellic-mencis oüicinsl, ssss»//« memor. wellicor, in l-insicu. renvvsr. P. Is6. ^ofmann/ (Melchior) ein Patriarch der WiedertaHrin Holstem und den Niederlanden. Er war von geburttin Schwab/ lernelc anfangs das kurschner-handwerck/warff sich aber nachmalr für einen Prediger aus. Er fieng erst in Liefiand ohnecintzigmie- ruff an zu lehren / gieng von dar nach Magdeburg / und an. i;,? tn Holftein/iüurde auch von dem König ^ - ist Kiel zum " warutte.Ecj . .. nöthigsten stücke Christlicher lehre/ sondern handelte vondec äuf. nchlmig der Hütten des stiffts/ von allerhand gelichlern äusseres, fenbahrung / und vergleichen dinam. Er aak nor/ ^ofmann/ (Daniel) Supcrmkcnllen; und Professor tkeoloxiL zu Helmstädt, war zu Hall an. i;;8 gebohren. Er fieng bald il! feiner fugend an zu Jena pnvLrim zu Nocken, wurde hieraufp-ot.ssor 0,2- IcÄicL und ekk-c.r. auch nachmals an. i ;79 lloevor und Professor »KeoloM zu Helmstädt. Er war das Haupt einer rkeuioxischen f-Kion - welche zu end des 16 seculi daselbst viel Unruh machte. Als ihm nemlich die formulL coneorUiL zu unterschreiben vorgelegt wurde, wegerte cr sich dessen beständig, und konle sich mit dem Jacobs Andrea gar nicht vertragen. Er »volle die allgegenwart Christi nicht zugebe», sondern mir, daß er an vielen orten zugegen wäre, welches zwar einigen streit nach sich zog, so aber bald Miller wurde, jedoch war dieses der ansang zu vielen folgenden streitigkeiten. Er griff aber nicht allein die Hclmstädtischen prvssssorcs an,wildern auch viel andere, sonderlich den Hunnium, daß er von der p>Lc,ctt>- oskion anders lehrte, als es der verstand der tormui« concoi-u.L mit sich brächte. Er warff ihm vor, er habe auf des Lutheri earheder l dergleichen dingen. Er gad^vrVderMgsim, wurde an. -;;4 kommen- DiczeniLen / so wider ihn schrW/ ... -.- .-»v»».'»-». ».'»» griff er sehr heffiig an / wonmttr insonderheit Nicolcms von AA dorff und Marquardüs WchuldorptuS / Prediger von Schleswig/ wareii. Diesen strettrgMen nun adzuhelssen stellcte König Weinens 1 ein coilocjuium zu Alensvurg an / welches an« IZ29 den dvit- ncrstagnach indemFrancistaner'klvsier geholten wurde- Die llircÄorcs des coiloczul, waren der Cron-Printz W. stlännS U 1 / bey weichem vck Cantzler Detlev Nevenstau/derL!» neral Johann Ranzou und Johann Dugenhagm/k>°sissvr ck-o. >»8^ von Mittenberg/ wären. Des Hofmanns divständewM Johann von Campen mit Jacob Hegge/ ein Dautzlger/ welche aber durch dieses coUoquwm -u bessern gedanckcn gebracht wotdm. Wider ihn waren Herchä'nnus Tastius/ Pfarrer von Husum/ welcher das meiste wort fuhketc/ Slepstanus Kempe/ Prediger vsn Hamburg / Sticolaus Boie / Pfarrer von Wesselbur / und andere mehr. Es soll auch v. Caristadr von Wlttenbcrg aüfHvfmanns begehren in Holstein gekommen seyn / sich aber Nicht nach FM ^IN'N Ni'kt'-iirt'k ^ . viel gefährlichere lehren auf die bahn gebracht, als vorherv in der bürg getrauet haben. ES wurde auf diesem coiin^uo nur von den! sinsterniß, indem das concoissm - buch lehre, die urfach unserer er, heliigcn abendinahi gehaudeil; denn alS.Hofmanit in diesem v» wählung sey ausser uns zu suchen,Hunnius aber und Myims jagen, lcn mchl sorlkommen kunic / wolle er nickt weiter aeben. Au« Laß die erwählung aup die Vorsehung des glaubens gegründet siy- Hunniusund Mylius brachten es dahin, daß er an. 1; 9; von einer Versammlung der rsicoiogen conllemmrt wurde. Denn als einige »keaivßi von Leipzig, Jena und Wlttenberg an. i;9i Samuel Hubers anderer Hochzeit beywohnten, verfammleten sie sich besdal- ber bey Polycarpo Lystro, da einige der Meinung waren, man fvlce Danielem Hofmannum durch eine öffentliche schrifft vor emenCal- vinisten äeci-nrcn, und daß er unter diejenigen ketzer um zu rechnen, die man meiden müste.Die meisten vocs aber giengen da hinaus, man solle ihm ernstlich zuschreiben, und ihn ermähnen , ihrer Meinung beyzutretten, widrigen falls er in den bann gethan werden folte. Hunnius schrieb ihm deshalben einen sehr langen brief, wornssder Hofmann in dem folgende» jähr eine apoing.c pusslcirte, darinnen er die Ursachen zeigte,warum er den Mittcndctgern nicht beytretten könte, indem er vorgab, er habe in ihren schrisiten mehr k .^^nicht weilergehess Biigm vagen vejchloß das coiloquium mit einer orrnon. worinnm erbst HomiaiinS »-xumcnrz ins besondere widerlegte; woraufHofmm aus Holstein gejagcl würde / uNV sich nach Straßburg wandte/ woiclbst eran. i z ry eine falsche rci^iian von dlcscm colloguio dniKn ließ/vorgebend/ als hätte er deut Bugenhagcn das maul gestopffel/ und die notsr» aus haß gegen ihn nicht recht prow-oiiircl. Mein bugenhagcn ließ die -urkcnstschxn dieses colloqu,, drucken/ mid wieß ihn ab. Von Straßburg gieng er um das jähr iz n naib Eniden / und brachte solche schwa'rmcreyen am ersten in die Nieder» lande/ nahm auch seine anhänger daselbst dergestalt ein/ daß sie Eliam hielten / welcher vor dem jüngsten tage komme« lhui aber ein alter Wmast aus Friidland zuvor sage» wolle/ daß der Magistrat zu Straßburg den Hofmann inamß legen und nach Verlaufs von 6 monaten wieder loß lassen / Mem er wte der andere Elias das evangclium über den gantzen crdböde« zu^c.n.imoczuwu», ,vc,eyc iyn anrlagle, er unruycil verur,achete/wurde IM )U"W amizzrd ßlaldE Lätte in feinen lbegbu- ä°v-o Sc ei>r,tto am 1598 von der psisiow. n»c»u; angestellet/ allwo man thm vergönncte/ mit oen PttviM psiic gar verächtlich geschrieben, sie unter die wercke des flctsches ge- zu ässpmircn. Od er ltün gleich nachdrücklich ubmwget war/ ur? . ^ , . . ..,u a,tpuc> sem, vorgegeben, sie sey der galt, zuwider, auch cnlfprün- er doch nicht nach / seine leHrm äuswdMch/weHaibcnnian l gen aus selbiger alle ketzereyen, welches alles zur veraebtiiiisi ,v-p-, .. linddcr t.cui.äl ielbstuachdA Macschrgliche hasst zu bringen/ zumaibascke -auwoes^ur- anhanger vorgaben/die stadl Straßburg solle das neueJerusM im, pllitolopliischen äliciptiucn ffen, als psrroni, und der gantzen univcrlllät gereichte. Weil nun kaselius bey Hof gut gehör fand, wurde er auf crkanlniß der Fürstlichen regierungverurtheilet, öffentlich zu revocssc», welches auch den 19 mertz an. 1601 geschahe. Er mustc sich hicranfin das klostcr Amelunxdorn unfern Eimdeck begeben, allwo er sich eine zeitlang aufhielte. Jedoch bekam er befehl, wieder nach Helmstädt zu kom. wen, um den wittwewklcum allda in ordnung zu bringen, erhielte auch erlaubniß pnvscim zu lesen, wiewohl solches nicht mit so grossem zulauff geschahe, als er vermeinet. Er bekam aber zuletzt eins kenn /1,1 ,v>>» v»v...».Jerusalim den ^unb^t-.^ü.. ^ st^ue Reich Christi würde aufgerichtet >M. te / ld ^ Hofmann der Elias wäre/der da kommen so!» AIS sss Henoch/ welcher ihm solle beyttcuen. er w, rb, kett gefaliglllß sahen / wölken sie versichern/ dermss? wiederum aus selbigem heraus trettcn/und alle hin. Eliao ^umen. Sie sagten/ unser Cnochund unser welche i ^e 2 lichter aus der offmbnhruU dessm schaden zufügen/ und so fern ich M understchett sötte / wtt-d.ein Der aus ihrem mM- schware spraach, daß man ihn kaum verstehen kume, weshalben er gehen / und ihre feinde verzehren. Als sie aber sahen/ daß HofM sich zu seiner tochter nach Wolffenbuttel wendete, bey welcher er im innert der zeit / die von einigen ihrer Propheten war verkundW vct. an. 161 - starb. Er bat viel sacken aesckricben, a„ck ,„ii d>-„, worden / nicht wieder aus dem actänaniß befreyet ward / warm «i- e-i>» ^ ... 7 ... . 7 , 4 . starb. Er hat viel fachen geschrieben, auch 'mit dem Theodors Beza einige conr-overlien gehabt. Seine schriffren sind: lzuLitionum lechongonum stn g-LviltirriL conrroverg» lle fgcro- tänÜL c«ns pLrs prims; Lpologis millH sll Hieollorum Leram ; rc- fponlio öc rscioncr scl iigns Llliissopliori pcLslil ; cle >7 erroribus crss- ssoribuz ^sc. crnllreie; Ne usu 2c applicscione norionum loAicrium »ä res rkeoiogicLs; über Lpologericus ressonllens clisrcis minissrorum cc- rtellL Lrcmcnüi; ossicinL locorum kbcologicorum; ex^licLkio ssnren- ri«in epiNois canoiiicr joliLnniz /epottoii. 6^»«^ cie unicl vcrilsrL. memorir ^uüz p. ^ lliss. eccl. lib. z f. r p. 87i. pr^k. q.r p.r^;. pllil. I. 6 c. 17 p. zri. Ld»»"»/-ir-eworatz.scclsL f,c. 17 o. »i. Lq/t«. tcerssr. kiüori» k. , I.17 c. S. tz. sie sehr bestünft/Häss^ ».-"«-»-r --- nur noch r kr ste wissen/sie sollen „iS Esdrä ^ lmd ber-est jich aufdasemB reit cinziisteifn tcmpel»bau auf eben eine so lange und machte worden. Er starb aber lm gefangniß/ andcrni Lchttt?cr Öffnung zu schänden, ll« genommei,/m/c ^ habe von dcrMarla nlchtsansich rurqclL sündlrch; Christus habe nur eine na» und daß der ^ erlangen / läge bloß an den menschen/ brauchen wuie /c!^ ^achdem er seinen freyen willen recht zu gerne viclwcbr ^. c^.?^^ verdammt würde; die kuider-tauffe kom« uiid der menschen feind her/ a!S von SB L> » Uilt, Lllertva. Lilobr, p. - c. Ä vliF, . ,. — Historie/aÄgn, lüg; tkeoloZ,« voÄor worden/da er die prossssionem liigorii,A biß an sein ende / so den ic, may an. 1706 erfolget/ mit rühm »er» sehen / und sich durch sein compcncliiim tiissvricum, , ' aber durch sein in druck gegebenes l»icoa umv-rs,ie! macht. i- B V i-s «>ji r,«' ös Lüi> !A- ^!s' i-! ^.1' !D!i! "'ich L> ft Hof L proZr. »i,Lb»ptl6». GttE kik. snsb»^. sSl s». i;,z. «ss»-«LM. tümms concroverl! z6r. L^/s. ^ofmann / (Samuel) von Zürich/ einfürtreflicher -»nkrek-it. mahler / dessen stucke noch heut ;u tag in hohem märth gehalten und aufgesucht werden/ starb an dem zu Franckfort. ^csclsw. * ^ofmannswaldau / (Christian von) Kayserlicher Räth, und der stM Breßlau Raths-ur-rfer, war gedohren zuBreßlau an. 1617- ein söhn Johannis von Hofmannswaldau,KayserlichenRaths und Cammer-L^crecrrii in Schlesien. Die xymnstis zu Breßlau hatte er zu seinen ersten lehrineistern. Von hier kam er nach Dantzig zu Johann Mohingern / woselbst er die welt-weißheit und staats-wis- senschaffl erlernete, darbey die Welsche, Frantzösische und Nieder- Teutsche spräche gleichsam spielend begriff, und mit Martin Opi- tzen gar genau becannt wurde. Er gieng von dar in die Niderlan- de, und lag den Nuclüs i; monat in Leiden unter der anführung Salmasti, Vossii, Boxhornii, Barläi und Mesterzii ob; wendete sich alsdenn in begleitung des Fürsten von Tremouille nach Engelland , und nachdem er die landes-sprache daselbst begriffen - nach Frankreich, da er in Paris mit Grotio, Thuano - den PUleanis, Goboftedo, Petavio und andern gelehrten legten bekannt würben Von hier reiste er über Lion nach Italien, und ergötzte sich inRom mehr über die gemeinschafft mit deN gelehrteste leuten,insonderheit mit Naudäo und HolsteniS, als über die anschauung der eingefallene gedaude,so lange,bis er sich wieder nach dem Vaterland kehrete, und im ruckwege sonderlich Florentz,Venedig und den Kayserlichen Hofzu Wien besähe,woselbst er gelegenheit hatte, mit demKayserl. Gesandten, dem Herrn von Greiffenclau - nach Cönstantinopel zst gehen; er wurde aber von seinem varer nach Hause beruffen. Als er darauf sich allda verheyrathet , erwählete ihn an. 1646 der stadt- Rüth in Breßlau zu seinem mitgliede - welches amt er gantze;; jähr bis an sein ende mit sonderbarem rühm verwaltete, und die höchste oder Präsidenten-stelle darinnen erhalten hat. Diese würde Vermehrte der Kayser Leopoldus ( an welchen er 4 mal von der stadt abgeschicket worden) gleich in dem ersten jähre seiner regie- rung dadurch, daß er ihn zu seinem Rath ernennete. Den grösten kühln hak er sich durch seine Teutsche poesie erworben, darinnen er so glücklich war, daß er vor asten andern den vorzug erhalten. Daß gute poeten nur gebohren, nicht durch kunst gemacht werden, hat er durch sein erempel bestätiget; Denn er hatte gleich von fügend auf einen ziemlichen trieb zu poetischen suchen, war auch darinnen fast stin eigener lehrmcister,indem er ohne einige anweisung durch fleißige Verlesung der reinen Teutschen Poeten reimen,und bey anmachenden jähren, vermittelst der durchlesung gelehrter schrifflen, auch endlich lichten gelerNet. ZU gleicher zeit war sein landsmannOpitz, durch der Frantzoscn und Holländer poetische wercke angeleitet worden, mit seiner feder an das licht zu treten, dessen reine schreib- art demHofmannswaldau so wohl gefiele,daß er sich aus «eine erem- pcin regeln machte, und bey Vermeidung der alten rohen Teutschen arssich der reinen lieblichkeit so viel als möglich gebrauchte, bis er nachmals auf die Lateinische, Italiänische, Frantzösische, Nie- der-und Engelländische Poeten gerieth, daraus er die sinnreiche ersindungen, durchdringende beywörter, artige beschreibungeu, anmuthige verknüpffung sich je mehr und mehr bekanntmachte, um solches in seiner mutler-sprache anzubringen. Deswegen übersetzte er aus den! Italiänischen des berühmten Guarini trauer-und freuden-spiel, der getreue Hirte genannt, und aus dem Frantzosi- schen desZheophile, den sterbenden Socratem. Seine heldest-brieft aber machte er aus eigener erfindung, und stestete mehreiitheils Teutsche in denselben vor. Die art zu schreiben darinnen ist länffig, leicht und mehr lieblich als prächtig worzu Omdlus sem ansührcr gewesen. Seine übrige poetische wercke sind r die erleuchtete Maria Magbalena; die thränen der rochier Jephta; die thränen Johannis unter dem creuize; klage Hiobs aus dem; cap.; und Caw; ingleickzen Hochzeit-gedichte; geistliche öden; vermisch- te gedichte; poetische grabschrifften; begräbniß-gedichte, und dergleichen. Er hat zwar auch ein gedichte von dem dreyßig-,ahngen kriege zu verfertigen angefangen; selbiges aber hernach verbrennet. Der beste unter allen seinen verseil soll der seyn, welcher m jenier erläuchteten Maria Magdalena stehet! die schwindsucht der ver- nunfft, fo man die liebe nennet- Erstarb den 18 apr. an-1679, und hinterließ 2 söhne, davon der eine Johann Christian an. 171; gleichfalls Raths-?r«l-- zu Breßlau worden. vs» Lsl,«»7?cr» rraurr-recle. Hofmeister / (Groß - oder Ober-) - bure-u -iu «.»>. gehalten. Unter ihm stehen: der erste Hofmeister, der orlllNLi'r- Hofmeister , und noch 12 andere Hofmeister, davon alle viertel jähre ihrer drey aufwarten. Außer diesen legen ab.^^Nmk!bediente bey ihm den eyd denrme -lißwrc- a- kr^'7 k ^ °E-.er- -l° Iz couronne. k«»^ori-. sll an. 170s. p. pag. 4,, Lrm-ö. bei^,Ä/nnem ^ ein Augustiner-Mönch ausSchwa. empor, dafl er die sich durch seine meriren st winde auch leines ordens verwaltete , Er hat verschiedenes widerLm,erm?"m^ Niederlanden. sÄrlnl" Scha^zA barfuffer-orden an, studrrte in dem Closter desselben Ordens m Par.s an. i? i;, ward nachmahls selbst Leimeist r /d st kr« in dem Closter zu Zürich. An. 152° Mr er sich in Co- ^"tz auf, und pflöge von bannen fteundschafft und bUefwech. sei mit Zwmglro. Nachdeme er fünf jähr hernach zu Schaffhau» sen im barfusser-closter das predig-amt verträte, ward das werck der Reformation ernstlich von iyme getrieben; doch weilesdes. wegen unter der burgerfchafft streit gab, ward er vom gegentheik ^ dMgm sogleich in Zürich zum Prediger im Frauen-Munster angenommen. An. 1528 wurde er mit Johanne und Cajpaw Megandro gen Bern beruffen, die schulen dastlbst einzurichten, bekäme auch bald eine ?rotesiion, welche er einer Pfarrey zu Zoffingen im Ergöw verwechselte, allwv er an. i;;; an einem schlagfluß verstorben ist. hoftnristek (Johann Rudolf) aus einem berühmten k»»ici°n> gejchlecht von Zürich , wurde rkeol. Ü- iing. pul» -Mette einen traccat über den Namen Jesu, wie auch einen andern von der malstgkeit j stäche an. 1654.^,/-/. Geschlechtb. * . Togo / (Thomas) ein SchottlänbifcherPrediger des kirch» spiels Kildarn, in der Grafschaffk Rosse,Nahebei) des okkouir Hause. Erkam an. 16;; ins predigt-aMt,wurde aber nachCaroli II wieder e,n,etzung abgefetzt, weil er es mit der Bischöflichen parthey nicht halten wolle, hernach lange zeit gefangen gesetzt, und endlich gar verwiesen; woraufer sich nach Holland begab, allwv er wegen jemer gelehrsamkeit, und frömmigkeit sehr werth gehalten wurde. Man giebt auch von ihm vor, daß er eine gäbe der vrvphezeyuns gehabt, wie er denn desPrintzen von Oralsten erhöbung auf den Engellandischen thron schon vorher verkündiget. Nachdem nun selbiger zur crvne gelanget, wolle er ihn zu einem seinerHof-Predige« in «Schottland haben, er starb aber drüber im ftpt. an. 1692. HO6OL, das votgebürge bey Chcrbourg in Franckreich, welches die nördliche und östliche küste der Normandie zusammen hanget. Der daselbst befindliche haftn wird durch ein ü-rc, i'in- ä r^,llLwe genannt, beschützet. Allhicr verbrannten die Engclländer im gesichte des Königs Jacvbi II einige Frantzösische schiffe, und ttstliirten an den kästen einen theil von der Frantzösischen armee, Nachdem der Admiral Rüssel ihre flotte unter des Tourville rsm» msnllo an. 1692 geschlagen hatte. ^öhberg / ein Gräfliches und Freyheitliches geschlecht in Schlesien, welches einige von den Marggraftn von Steyermarck, andere aber von besten von Hohenburg aus dem Elsaß herleiten. Melchior von Hohenberg kam an. izio mit dem KayserHenricc» VII, bey dem er die stelle eines geheimdm Raths vertretten, aus Lurenburg in Schlesien, und hinterließ 2 söhne: r) Henricum, dev von an. 1; 1 z bis 1;;; Abt zu "Fulda gewesen« 2) Fridericum, welcher dem König Johatmi in Böhmen, und dessen söhn, dem Kayser Carolo lV, ansehnliche krftgs-dienste geleistet, in deren und des Abts zu Fulda ansehen derKayftr bewögen worden, ihm und feinest nachkommen den Freyherren-stand zu verneuern. Gedachter Fri- dericus zeugte mit eister von Schönaich; söhne, Johannem, Nico» kaum und Hartmannum, von welchen der letztere den geistlichen stand erwählet, Nicolaus aber die Buchwaldische und Johannes die Fürstensteinische, gleichwie dessen söhn die GnttmaNnsdorffischS lüste angefangen. Die Fürstensteittische linie, so ist dem Grafen stand stehet, kommt gedachter Massen von Johanne I, Freyherr» von Hohberg auf Conradswaldau, her. Von seinem andern söhn Johanne II ist die Guttmannsdorfflsche linie entsprossen, der erst - gebohrne aber Christophorus zeugte Conradum, welcher bey den Königen in Ungarn und Böhmen Uladislab und Ludovico Rath, wie auch Lan- des-Hauptmann derFürstenthümer Schweibnitzund Jauer gewesen. Er hat an. i;v9 von dem von seiner mutter Catharma von Liebethal ererbten grossen vermögen das hauß Fürstenstem erkaufft, und nebst ? rochiern 4 söhne gezeugt, von welchen Chnstophorus eine beständige nachkommenschafft gehabt. Er war an. i;?°Kay. sers Caroli V und Königs Ferdinand! I Rath, und hinterließ Conradum III. Dieser war des KaysersFerdMündt I und Mattink« liani II Rath, wie auch der Fürstenthumee Schweibnitz undJauer Landes-Hauptmann, und starb an. i;6;.Von fernen kindern sind zu mercken 1) Conradus I V welcher an. i;6°die erbliche P-oor,-. tät der vor 16100° st. verpfändet gewesenen Herrschafft Fürsten» stein, um noch dazu gezahlte 72000 rthl. käuflich an sich brachte, und z söhne hatte, die aber ohne erben abgestorben. 2) Henrrcus, welcher in brüderlicher theilung Oelß bekam, und bey seinem an. 1 ü 1 z erfolatem tob unterschiedliche kinder hinterließ, von welchen Henricus I zu mercken. Er war der Kayser Ferdinand« II und III, ^ - — — der Fürstenthümer Schweibnitz und ter undOber-Rechts beysitzer.Fw- seiner getreuen dienste an. 1640 in dcn Feyherren-, Leopoldus" aber an. 1666 in den Grafen-stand, Jiiii ; wor» worauseran.r^mittodab^ »sich nrerckwürdig JohannesHcnricus II,Kayser!lche^Ralh, Ober- Rechtssitzer uü Landes. Aettcstcr derFurstenthumerSchweidmtz un Jancr,welcher an.168; mit demReichs-grafllchen-lxiomscc begnadiget worden,undan.i698 gestorbcn.Von seinen söhnen lebten noch an. 1719 r» Rohnstock Johannes Henricus III, undzumirsten- stein und Fricdland Conradus Ernestus Marimiliannö, Reichs» Grafen von Hohberg und Freyherrn auf und zu Fücstenstein/ welche beyde mit erben gesegnet sind. - Die Guttmannodorfflsche lime, so Ka-o-usirt ist/ stammt ob- aedachter Massen von Johanne II, Johannis I söhn, her. Er hinterließ Fridericum, welcher 15 kmder gezeugt, darunter sonderlich rnerckwücdig 1) Balthasar, dessen kinber alle in Schlesien geblieben, ausser dem ältesten Johanne, welcher sich in Oesterreich niedergelassen, und bey dem Kayser Marimiliano II Furschneider gewesen. 2)Henricus, welcher der Kayser Ferdinandi I und Maü- wiliani II Cammer - Rathin dem Hertzogthum Schlesien gewesen, und an. i^üy gestorben. ;) Melchior, welcher bey dcn Kaysern Ferdinando I und Marimiliano II die stelle eines Hof- Cammer- Raths bekleidet, und in Oesterreich die Herrschafft Ottenschlag, Dürrenbach und Windorffbesesscn. Er gab den ansang der in Oesterreich fortgepflantzten Hohbergischen lime, und hinterließ bey seinem an. izos erfolgten tod unter andern ; söhne, von welchcnMcl- chior die linie zu Dürrenbach / Ferdinand die zu Veldcck / und Frlderich die zu Ober-Thumrietz/ gestifftet. Des letzlern enckel, Wolffgang Helmhard, Freyherr von Hohberg und Guttmanns- LorffaufRohrbach, Klingenbrunn, Siessenbach und Ober-Thnm- rietz, verkauffre an. 1664 alle seine guter in Oesterreich, und begab sich an. iüü; nach Regenspurg, allwo er an. 1688 im 76 jähr seines «Iters mit Hinterlassung einer einzigen tochtcr gestorben. Er war .ein gelehrter Herr, und schrieb unterschiedliches, als 6eo,§ica cu. riols, oder das Adeliche land-leben; den Habspurgischen Otto- lbert; lust- und artzney- garten des Propheten Davids rc. Die Buchwaldische linie, so von einem in dem Fürstenthum lkiegnitz gelegenen schloß den namcn führt, hat obgcdachler Massen gkicolaus um das jähr i;yo gestifftet. Derselbe hinterließ 2söhne, von welchen Melchior seinen stamm in Schlesien fortgesetzt, Fri- dericus aber in Böhmen verheyrathel, und ein stamm - barer der Herren von Hohberg in Böhmen und Lausitz worden. Von des letzt-gedachten Melchiors nachkommen war Ligmund aufFuchs- rnühl zu ansang des r? ftculi Königlicher Dänijcher Cammcr-iun- cher, und ein großwater Johannis Sigismundi, der an. 1674 als Fürstl.LiegnltzischerRegierungs-Rath gestorben. Des letzter» söhn, OttoConrad, n-ron von Hohberg auf Pohlschüldcrn, erhielt an. 1714 den Freyherrlichen cK-Ec-, und fiorirte noch an. 1719 als Landes-Aeltister in dem Fürstenthum Liegnitz. Um eben diese zeit war Otto Heinrich von Hohberg auf Schützcndorff, des Fürstcn- Ihums Neisse hoch - meimrter Landes - Aeltester. LcNKl. eurioil Hochburg/ (Christian) war den 2; jul. an. 1607 zu Lüncburg von einem luchmacher daselbst, Georg Hohburg, gedohren. Er wurde gar frühzeitig zu einem wäysen, aber durch vermittlung eitles Predigers daselbst, IVI. Locken, als welchem seine mutter diesen ihren söhn auf dem tod-belt anbefohlen, zur schul gehalten. Dieser verschaffte ihn, auch, da er nur 1; jähr alt war,eine cvnöMoo zu iiikormiren. Nachdem er sich eine zeitlang allda aufgehalten,kam er «Mich in die klostcr-schule, und weil er eine schöne stimm hatte,auch die wutic wohl verstund, muste er in dem chor siiigca.Daselbst legte er nun die tunäsmems seiner ckuäien; weil er aber keine Mittel halte, auf univcrtzkäten zu ziehen, wurde er nach Lauenburg zu einem zoll- einnehmer als inkorm-uor rccommenäirsbey welchem er sich so lang aufhielt, biß er so viel erworben, daß er seine reiß weiter fortsetzen konte. Hierauf begab er sich nach Königsberg in Preussen, und nachdem er sich eine zeitlang allda auffgehallen, kehrte er wieder nach Lauenburg, allwo er omo- wurde, und darbey die früh - und Wochen - predigten verrichten muste, da er sich denn mit Caspar Dreuers, gewesenen zoll - einnehmers, tochter verlobte. Als ihm emstens nach gehaltener predigt, darum er des Schwenckselds gedacht, ein buch dieses namens gereicht worden, soll Hohburg dergestalt gerührt worden seyn, daß er so gleich aller weltliche» dinge, so gar auch seiner verlobten braut, vergessen, und in stätem weinen, feufftzen und andern buß-übnngen die zeit zllgebrachr.Hieraufwurde er an. 1640 LutzCourcetor zu Ultzen, da er denn ebenfalls die srüh- «nd Wochen - predigten bekam. Weil nun die straffen der grossen sicherheit und boßhett überall überhand nahmen, machte er deßwegen ein allgemeines gebät, und that selbiges allezeit ugch der predigt, welches gebät in dein büchlein vomTcutschen krieg noch stehet. Die Geistlichen legten sich darwider, und begehrten,er solle mit dein gebät umhatten, von welchen er aber verlangte, man solle ihn an» weisen, ob etwas darinnen, so wider die schrifft wäre. Weil nun Hohburg vermeinte, daß er nicht mit gutem gewissen folgen könte, relvlvirte er sich, das predigen gar zu unterlassen, da er denn auch seines schuldienstes entsetzt wurde. Er begab sich hieraufnachHam- durg, und wurde bey dem Commendanten allda intormsror, st, welchem dienst er auch verschiedene bücher schrieb, worunter seine p-s- xis/ir,,ci,LNL> meäulls Lsulcri, das ärgerliche Christenthum, welches er unter dem nanien Bernhard Bamnanns geschrieben, wie auch unter Elia Pratorii »amen seinen spicgel der mißbräuche bey dem predig-amt, in welcher letztem schrifft er grosse hcfftigkeit ver- spuren la>,et. Weil aber der Commendant nicht länger in Hamburg blechen konte, gieng er nach Lüncburg, und wurde in derStcr- michcn druckerey c»rr«aor. Doch auch hierbey konte er nicht lang bleiben; da es sich denn fugte, daß Hertzog Augustus von Wolffen- »utlel ihn vonrte, nnd »hm den r^r z„r prvb-predigt selbst aufsetzte, welche er auch mit allerseits vergnügen abgelegt haben soll. gegebener, wähl unter dreyen Pfarren, erwählte er die geringste aus einem dorff, Borne genannt. Als indessen eine Super, stelle ledig wurde, trug ihm Hertzog Augustus solchefelbstman- er schlug es aber aus, um der ursach willen, daß er sich fast „ick? tüchtig genug fände, nur aber einfältige bauren die wacht zu hallen, geschweige denn über so viel andere lehrer, daß auch der Her' tzog sagte: der soll es haben, und will es nicht, hundert andere wollen es wohl gerne haben, und können nicht. Kaum saß er daselbst ein paar jähr, so wurde er auf vielfältiges anhalten einiger?i>eo WZorum fort geschafft. Seine gegner zogen viel Puncte aus seinen schafften,und forderten, er folte sie wicderruffen. Er aber weigerte solches und verlangte, man »ölte nnt Gottes wort und der that erweisen, daß feine lehre nicht der warheit gemäß sey. Endlich setzte man ihn ab, warffihm seinen hauß-rath und andere fachen aufhje gaffen, und muste er mit Hinterlassung aller aufdie pfarr-güter vor. geschossener unkösten und unter den bauren häuffig stehendengel» der», so er ihnen bey dem damaligen kriegs-wesen vorgestreckt,über hals und kvpff, und zwarmit 8 kleinen kindern,aus dem land ziehe». Da kam erstlich ein aus Quedlinburg zu ihm, welcher ehemals sein schul-camerad gewesen, der sich alles guten erbot, undihn bewog, daß er sich dahin zu ziehen retoivwte. Allein da er gar wenig reiß-kösten hatte, fand sich ein ihm unbekandter mann aus Nmn« berg, welcher auf der Leipziger meß seinen zustand erfahren, iintz ihn, in Braunschweig hundert ducacen zu empfangen auwieß, da. von er aber nicht mehr als 50 thaler annehmen wolle. Daraufbe- gab er sich nach Quedlinburg; allein weil er seinem freund gestanden, daß er unter des Eliä Prätorii namen steckte, und dieser solches entdeckte, wolle man ihn auch daselbst nicht dulden. Es geschahe,daß ihm ein kind allda verstarb, dasselbe muste wohl 14 rag »»begraben ligen, biß endlich der befehl ertheilte, daß solches in der stille solle beygesetzt werde». Weil er nun nach anderer gclegenheit sich umzusehen genöthigt ward, brachte er es endlich dahin, daß seine familie daselbst solang geduldet wurde, bis er wieder käme, da er sich indessen bey Joachims Betkio zu Linum aufhielte, und allda seine -potogism pMoiiLllLm verfertigte.Es wurde ihm hieraufunversehens anlaß gegeben, in Gelderiand an einem ort zu predigen, da ihn ein gewisser Landsaß aufseme schloß-capel! zumPredigec annahm, doch mit der bediiigung, daß er mit dem cnnlillorw »iid den streit-articuln der Resormirten nichts zu thun haben, sondern nur Christum und seine nachfolge predigen wolle, da er den» ftine sa, mitte nachholte. Dieses währte wiederum eine kurtzezeit/bisersel, bigcnHerrn eines Verbrechens wegen erinnerte, undihn gar ». coMivullicirie, da es denn so weit kam , daß derselbe Landsaß dem Hohburg den ort verfchliessen ließ,allwo sie sich zu versiunmlen pflegs ten. Also fieng er an in feinem wohn-hauß zu predigen, so ohngc» fähr ein halb jähr währte,bis er wiederum in dem sieckenLatuniM eben dcnftlbigen conällioncn zum Prediger bestellet worden, allm er in die > 6 jähr gcpredigel. Ais er aber daselbst anficng, seine -li-o. logi-m zu schreiben, verbot ihm das conlillorium, ohne ihre cenlllr nicht weiter hierinnen fortzufahren; allein er kehrte sich nicht daran, sondern gab noch verschiedene bücher in druck, und unter andern feinen unbekandtcn Christum.Man drungc auf ihn, solches buch zu revociren, und als er es nicht thun wolle, lüssenÄtM sie ihn von »einem dienst, verboten auch dem Rentmeister, ihm nichts weiter von »einer bcfolduiigzu zahlen, worauf er frcuwillig abdanckte, und »eine rück-ständigc beiöldung im stich ließ. Darauf begab er »sich nach Am»Ierdam, lebte allba eine zeitlang sehr kümmerlich, und wurde hernach zu Middeldurg durch »einen söhn, der ein färber war, ernähret. Bey einbrechendem Frantzöstschm krieg zog er mir den »einigen nach Hamburg, und wurde von den Meimonisten zu Attenau zum Prediger angenommen, jedoch, W er mit ihren ccremomen keine gememschant hätte, da er auch mit dcmLabadic und Antoinelte Bourignonbckandtworden, kviewvl er sich mit ihnen nicht recht vereinigen könncn.Er starb endlich den 29 oct. an. 167;, und ligtaufderResormirten kirch-hofbegrasen. Erbat viel fchrisslcn hinterlassen, als da sind ausser den bcmis-gedachte», bcrtz-wcckcr; pr-xl; Osviäica ; hcimiichcr Prüfung vor- trab, unter dem namen Andreas Säuberlich; von Ursache» M Teutschen krieges; Teutsch-evangelisches Jüdcnthum; Fursill- cher iugend-lpicgel; rKcoiogiL Herold; hertzens-rbcolog!-; llicrz; crklärung einiger lieber unter dein name» Ehru- stiani Montaltii; von der wieder>gcbnrt; Vaterlands xottill» myüics; davon aber die meisten von den Lutherischen rkeo. kogir. Glaßiv, Sauberto, Müllers und andern sind widerlegt worden. Sein lebens - lanffist von »einem »ohn Philippo belchrMi, und an. 1698 gedruckt. klLrvnilck kersisc. LknllcnwlW p. i p> rz8. H. LUoüe-«- in iisgo^. sä ttiikor. (.licriönck. Limdk- k- r p. 144. icecrer- liittoric ?. z c. iz. ^ohenbera / eine Schwäbische Graffchafft in dem Schwach walb a» dem Neckar / welche man insgemein das land yoM- derg nennet/ und von dem mmmehro ruinirten Mpedrii»«» bar. Sie wird in die untere und obere Graffchasst cuMMki/ und gehört meistens dem Hause Oesterreich. Die ehemaligen vm fen drcses namens werden von einigen mit den MalMM vm Hochbcrg / so von den Hertzogen zu Zartngeu hergestamlnek/ c kunäirt. Sie haben aber lhrcu Ursprung von den Grafen von H mingcn gchabt/welche vor altcrs mächtigcHerren inschwam ^ dein Elsaß gewesen. Von denselben ist vor andern Mrechl/ m m das jähr i2g8 gelebt/ anzuführen / dessen wchter/ Anna/em s mahlin Kaysers Rudolphr l/ und eine stammmuiM dcö MP Oesterreich worden. An. 1486 starb Siaismundus / der »M dieses geschlcchts / die Graffchafft aber batte schon an. n/l hanK Oesterreich käuflich an sich gehracht/ öaW d>e hol) Hohenzollem nachgehends die stadt und Herrschasst Haigertoch durch tausch erlanget haben, er-»/» -nnsi. 8uev. i.; ?. z c. 6. p. ,>-4 !>i>. ; ?. Z c. Zy p. »8r. yili. p. 46;. L«ri«s c!e nüßr. Acnk. x. 4--r. tkesir. gen. p. ;is. L«,« Orstcn- srsl p. ioor 5 c>. Hohenberg/ ein ehemaliges Gräfliches geschlecht/ welches von den Marggrascn ln Cärnvten seinen Ursprung genommen. Denn rs hal Otloeart l/ des ersten Marggraftn anderer söhn / Bern. hardus/ nur den Gräflichen titul geführet/ und unterschiedliche söhne gezeugct / von denen Otto / der um das jähr noo gelebt/ das annoch in Carndten befindliche schloß Hohendurg gebauet/und sich davon benennet. Dessen nachkommen haben auch die Herr» schafft Wolgersdorffin Ober-Oesterreich an sich gebracht/ welche nachgehends Kaysers Ferdinande I gemahlt» gekausst/ und deren einkunffle su pi-s caut-s zu Wien gewiedmct. Erasmus / der letzte dieses geschlechts / starb an. 1529 / und hinterließ eine cintzige loch. ter/ Annam/ deren gemäht / Wilhelm von Noggendorff/ die Grafschafft Hohenbcrg an Scbald Pögl von Reiffenstein käuflich überlassen. L«cc/. st-mm. ?. z 57. L/e». mir. p. 46;. cic miZr. gcnk. p. 177- Hohenberg/ eine Adcliche familie in Bayern/wtlchc an. 1677 den Ircyherrltchen nebst dem titul Herrn zu Weitingen / welcher ort von dieser familie besessen wird / erlanget. Sie ist jederzeit ist Ertz-Hcryoglichen bleusten und ansehnlichen cv^en/ als Rath / Ober-Vögte/ LandeL-Hauplmänner besagter Grafschafft Hohenberg n.ff w. gestanden/ist auch an. iszound 1668 mit dem xr«. Hohmdorft'/ HohnSorff/ eine uhralke Märckische Adcliche familie/so vorzeiten auch im Hertzoqthum Magdeburg und selbiger gegcnd gewohnt. Volrad und sein söhn Otto werden in einem ciissio- wsisErtz-BischoffsWrgmannt zirMaßdedurg/an. 1162 dem klostek Nremburg gegeben/ als zeugen angeführet. Conrad wird m einem brlefe Bernhardt Grafen von Aseanien / an-1194 dem gedachten kloster gegeben / als zeuge benennet. Christoph Sigmünd hat als Chur-Sächsischer Munster dem wahl-tage des Römischen Königs Josepht I an. 1680 zu Augspurg beygewohnet- An. 171 ; rummL-i- u>rte ein Dänischer General-Lieutenant/ von Hohenoorff/ e« rück in PomMcrn. 8sx. -Hoheneck/ ein schloß und Herrschasst in derWetterau/den Frey» Herren gleiches namens zuständig / davon der vierte theil von Chur« UM/ das übrige aber von dem Reiche zu lehn gehet. Inder dreyßig.jährigen unruhe bedienten sich die Freyherren des unglückseligen Zustandes der Pfaltzgrafen dergestalt zu ihrem nutzen/ daß sie auf gethane Vorstellung bey dem Kayser Ferdinands!l / wie nemlich ihreHerrschafft von undenckltchen jähren her gantz von dem Reiche zu lehn gegangen / und sie den vierten theil Chur-Pfaltz zu lehn nicht auftragen können / auch allem ansehen nach sie zu solcher austragung genöthigt! worden / von dem Kayser ein a-c- er heraus brachten / daß hinführe die bürg und Herrschasst Hoheneck gantz und gar vom Reiche zu lehn rühren solle. Nachdem aber Churfürst Carl Ludwig in seine Pfältzische lande wieder eingesetzt wurde/ musten auch die von Hoheneck wie vormals den vierten theil besagter Herrschasst von ihm wieder zu lebn nehmen / wovon der lehnsbriessa.1651 / nebst des Kaysers Ferdinandi II aecrer und andern beym Lünig im ?»rc. h-°c. conr. z alm ; 6 >n 5 . z 14! Lc. zu finden. hoheneck / Hocheneck/ eine uralte Adcliche und nunmehro Freyherrliche familie, welche fich tn; Haupt-linien, in die Ahein- ländische/ in die Oesterreichische/ und in die Schwäbische getheilet, davon die letztere nunmehro abgestorben. Landolphus von Hocheneck war an. ic-48AbtzuKempten. Iost von Hochen. eck, der an. 1092 verstorben, war ein vater Ruperti, der an. 116; dem thurnier zu Zürich beygewohnt; Landolphi, der die Rheinländische Haupt-linie angefangen; und Petri, welcher der Schwäbischen undOesterreichischm Haupt-linie urheber worden. Die Rheinländische Haupt-linie hat gemeldter Massen Lan- dolpbus, der an. i198 verstorben, qestisstet. Sein söhn Jost hin. terließ unter andern Landolphum,Dom-Dechant und hernach Bischofs zu Worms, der an. 1247 verstorben; und Reinhardten , der das geschlecht fortgevflantzet. Von seinen nachkommen starb Jost an. 1511, als Chur-Pfältzischer Rath und Hvk-Marschall, welche «Karden auch sein söhn Philipp erhalten, der ein vater gewesen 1) Hanß Cunvnis, Teutschen Ordens-Comturs zu Horneck und Winden, 2) Hanß Erhards, der an. 158; als Obrister inBayern verstorben, und ;)Hanß Wilhelms, der an. 15 84 als Marggrafli- cher Baadischer Rath uud Hof-Marschall mit tode abgangm, und »ERLEN- LLLL'«" Und Dm 7 araft?m Herr von Lvcdeneck ^ >ohn Johann Felix, Frey- Amtmannzu Diepu'rg wordm^A^erwÄ RM^Ober.L^Ä / -T-ver.Hot.Äirarschall und v,cc. Dom zu Ascbassenbura Seme söhne waren Johann Adolph, Freyherr /Abt und Fürst m Fnldä, unvJohann Reinhard,der an. 1672 als Cbur-Mannuiscliee Rath und Vicc Dom zu Aschaffenburg verstorben, und folgende 9 söhne hmterlaffen : 1) Anselmum Frank, welcher an iA/alä Dom-8ctzo,M-rzu Mayntz Und ^itVotzeab- gegangek; 2) Phstrpp Adolphen, der an. 170; als Teutschen Or- dens-Ritter,Raths-Gchiettger der Ballay FranckenMidLomm-^ ü°ur zu Nürnberg gestorben; ;)FerbinandFriedrichen, welcher an. 1S72 zu Rom, als CannnicurzuLüttich Und Hofmeister beydem Eardlnalvon Hessen, todes verblichen; 4) Johann Philippen, der Naths-Gebietiger der Ballay Francken, und comm»ncieur zu Blo- menthäl worden , und 5) Lochar-um Fridrtchen, Cbur-Mayn. tzischen Rath, Cammetherrn und Ober»Amtmann zu Bischoffs- henn, der an. t7°; mit Hinterlassung etlicher söhne das zeitliche verlassen. Der Schwäbischen und Vesterreichtfchen Haupt-linie Urheber tst vorgemeldler Massen Petrus worden, der an. n6; dem thur- Mer zuZurtch, gleichwie sein bruder Mpertus, mit beygewohnet; Er wurde ritt groß-vatcr Rudolphi, der anfangsKayserl.Hof-Cantz- lergewelen, an. 1284 aber Ertz-Blschoff zuisültzburgworden, uud Rudolphi II, (so mit nnem qeschwister-kind war ) dessen enckel Johannes zu mcrcken ist z derselbe war ein vater Petri, welcher seinen stamm in Schwaden fortsetzte, der aber m 17 decui-r erloschen , und Hermanns, deran. 157° zuLandsbut verstorben, Und bey den Franciscanern begraben worden; dessen lohn Matthäus , PfaltzgrafFridrichs in Bayern Cammerer, wurde ein groß- vater Hermanns des jüngcrn, welcher bis an. 1449 Hertzog AI- brechts zu Oesterreich Kuche-und Kammer-Meister gewesen, und die Oesterreichische Haupt-linie exrichtet hat. Sei» ur-enckel,Georg von Hocheueck zu Hagenberg, war dreyerRömifcher Kayser, Ferdinand! I, Marimiliam II, und Rudolphi II Obrister Jägermeister, Land-Rath,Nieder-OesterreichischerRegiments.Rath, Landes-Hauptmannschaffts-Verweser, Verordneter, undLand- Qbrister-Lieutenant in Ober-Oesterreich. Von dessen söbnen hin. terließ Ehrenreich, Ober-Hauptmann in Ober-Oesterreich , keine männliche erben; Emannuel aber würbe ein groß-vater Hanß Adams, zu Schlieselberg und Brunhoff, Verordneter in Oesterreich , dessen söhn Johann Jörge die väterliche ck^gc erhalten, und leinen stamm mit 4 männlichen erbe» fortgepflantzet hat. vom L-isl-i. ^clsi. lsb. zz. seq. 4-, ^oyen-EIb / eine dem Grafen von Martzin gehörige stadt und Herrschasst in Böhmen , hart an den Schlefischen gräntzen , 7 Meilen von Zittau gelegen. Bey diesem orte wird die Eibe, so nicht weit davon in der Schlefischen Herrschasst Kynast entspringet , zu einem rechten flusse. Es ist daselbst ein schönes zinn-berg« Wecck. Loöe^r. ^ohenembs / Grafschafft, find besondere zum Schwäbischen ttäyß gehörige Reichs-Gräßiche lande. Selbige ligen oberhalb Bregentz im Rheinthale nach Graubündten zu, und sind darinnen die beyden starcken berg-festungen?tlt-und Neu-Hohenembs. Das schloß Alt-Hohenembs ist sehr bekannt, welches sonst Amisum genenner worden, aufChuk-Welsch aberAlt-Amychs heisset 5 wie denn Kayser Heinrich der VI etliche gefangene Edelleute aus Neapolis und mit ihnen des Königs Tancredi jungen söhn inRhä» tien geschickt, selbigen die äugen ausstechen lassen, sie in die festung Amisum gelegt, und allda ihr lebenlang gefangen sitzen lassen. Es wird von einem köstlichen brunnen, so darauf befindlich, gesagt, der aus dem felsen heraus springet, und dieses als etwas wun- derwürdiges an sich haben soll, daß, wenn das wasser daraus zu waschen öder zu sudel-arbeit gebraucht werde, solches ertrockne, und 14 tage aussen bleibe,so sonsten nie geschähe. Gleich darunter ligt das schloß Neu-Hohenembs / darunter ligt der flecken Embs, welcher aber durch das Gräfliche schloß, den künstlichen lust-und thier-garten und den bekannten schweiel-brunnen sehr berühmt ist. Ferner gehöret darzu die Grafschafft und das schloß Vadutz, wozu die dörffer Kleinen-Meyls, Trysen, Vadutz und Schon gehören. Die Herrschafften oder Grafschaffcen Vadutz und Schellcnberg sind an. 1698 an den Fürst Johann Adam von Lichtenstein verkaufft worden. u-tcripr. Lk«r>L. cllron. sleivek. 2erLe,r ckron. 3 uev- i. p.ssz. ^Hohenembs/ ein Reichs- Gräfliches geschlecht in Schwaben, dessen Ursprung in Rhälien oder Graubündten zu suchen ist, allwo das stamm-haus ligt. Es war diese familie schon in dem 10 seculo bekandt, Massen man findet, daß Georg von Embs dem thurnier zu Rothenburq an. 942 und noch ein anderer dem zu Hall in Sachten an. 1048 beyoewohnt habe;D>etericus I aber, der für devStamm- vater der heutigen Grafen gehalten wird, war an. 117s auffdem thurnier zu Cölln. Man findet, daß dessen nachkommen sich bloß mit dem Ritterlichen stand begnüget, und das jchloß Hohenembs beständig besessen haben. Noch zu end des 15 seculi und ansang des folgenden, wäre sonderlich Jacob von Embs berühmt. Er drente anfangs Kayser Maximilians I in Italien an. 1509 wider die Ve« netianer, und fürnemlich in der langwierigen und scharffen belage- * runa 808 höh boh mkben ibm dann von den Frantzösen das zengnuß ge- Gallevate in deck Mayländischen geschenckt. Der Kavier ^'^dübua/ wobey ,vm dann nvci^o^.^^ Eeine dfftcrs und nandus I inachte ,hn zum erstenReichS-Grafen, und wurde mtt mehrerer ckpfferkeff gefochten, noch mit mehreren, eyfer dem auf der Schwäbischen Grafen-banck angenommen.Der Ertz.He?- ^m^nenfeind abbruch aetban, als biefer e-.pic-.in Jacob, (wie „e tzog Ferdinand von Oesterreich aber gab ihm die Vogte» der L ^ nach a vohnbeit derftlbm zeit zu nennen pflegten) und der schafft Feldkirch, Bregentz und Hoheneck, folgends auch die M PrintzRndolph von Anhalt; biß gab ihnen fvlgendsanlaß den er- Hauptmannfchafftder 4 HerrfchafflenvordemArleberg. Z Üern m ibre meas-dlenste zu ziehen, da sie dann mit ferner treu und gemahiin war Hortensia Borromea, Gllberti Grafen von 8°ftderweilm „ngemein vergnügt gewesen. Als kurtz vor der -»» . fchlacht bey Ravenna Lächerliche Lvoc-ror.- an die Teutsche bey der Frantzösischen armee stehende kriegs-leuthe ankamen, wodurch ihnen befohlen wurde, fo gleich nach Haus zu kehren, und »immer wider die Spanier zu fechten, dunckte es den von Embs unbillich, nachdem der König in Franckreich dasTeutsche kriegs-volck jolang mit grossem kosten erhalten, dene nun in den verdrießlichsten Müllen zu verlassen. Aus dieferurfach, und da ihm der befehl zuerst m ... die händ fiel, unterfchlug er denfelben, und offenbahrte hingegen d>e Hannibal; Georg Sigismund; Marx Sittich IV, so Cardinal fach dem unter den Frantzösen damals so berühmten o-ev-n.cr wurde undFrancisiusLeopoldusHLnonlcu 5 voiiSaltzburg.DttäI. Bayard, und durch dene dem comm-nckreudeil General Gaston a- teste, Jacob Hannibal, ist der stamm-Herr aller heutigen Grasen Foir; worauf fo gleich der schluß gefaßt wurde, eine fchlacht zu von Hohenembs; besten erste gemahiin war Anna Sidonia, Her- wagen, damit nicht etwan bey anlangung neuer oder gleicher c>/ci.cr tzog Adam Wentzels von Teschen tochler, von welcher er aber nur das Teutsche suß-volck durch andere wege mochte wanckelmuthig ...-. - Caspar kauffte vonGrasCarl Ludwig von Sultz anm'älLdieE^ schafften Vadutz und Schellenberg um 200002 qvld - milden. sitzte das gefchlecht fott. Er halle 2 gemahlinnen, die erste w" Eleonora Freym von Welsburg, die andere Anna Amalia Graf Carl Ludwigs von Sultz tochter. Aus der ersten ehe warenH gemacht werden. Wie man nun die Spanier in einem wohl - verschmitzten lagerangreiffenmuste, empfieng Embs bald in dem ansang einen schuß durch den leib, von dem er zur erd fallen muste; Er richtete sich zwar in dem augenblick wieder auf, und sagte feinen trouppen: Lasset uns heut dein Rönig in Franckreich wohl dienen/ dann er uns auch bisher wohl -cLü.rt hat. Aber mit diesen Worten sanck er zum andern mal nieder, und war tod. Sem l.iculcnLnr, oder der nächste vKciec nach ihm, Fabian vo» Schla- berndorffgab darauf der fach den ausfchlag, und inachte durch eine überaus tapffere und rühm - würdige that fo wohl den Teutschen, als Frantzösen, einen weg in das Spanische lager. (sihe Schla- berndorff.) Wie dann diese bißhcr in Tentfchland wenig übliche umstände, baß - Teutsche zu erbaltung des grösten siegs, welchen die Französische waafen jemahlcn wider Spanien erhalten, nach der ältesten und gewissesten Lcibenren zeuqnuß, schier am meisten beygetragen, gar wohl verdienen, in dieses Teutsche i.cx>con eingebracht zu werden. In dem übrigen soll diese Historie vollkommen zu Machen, auch bis nicht vergessen werden, daß einige dcrFrantzöfi- sthen Sccibemen, aus welchen obiges gezogen ist,noch vieles von litt. fern, Jacob von Embs anmercken,daß,ob er gleich eine zimlichc zeit unter denFrantzoscn gedient,und inFranckrejch gewesen,er dannoch die spraach dieser na-ion niemals gelernet oder lernen wollen , und sollen also die einige Frantzösische worte,so man von ihm hören können,diese gewesen seyn: Lön jour.xtvnleigncur. Er hat auch deswegc stäts einen solchenDollmetsch um sich gehabt,auf den er sich in allen fällen gewiß verlassen können. Es ist zwar auch wahr, daß,wie man aus Guicciardino sehen kan, ein geschrey ausgesprenget worden,als ob dieser Teutsche Obristen, (welcher da schon durch einen fehler Jacob Emser genennet wird) in obgemeldter schlacht mit dem Haupt des Spanischen fuß-volcks Zamudio getroffen, und von deine für der saust erlegt worden. Jedoch wo man die genaue umstände der schlacht ansitzet, kan jederman klar sehen, daß dieses falsch sey, massendas wenige Spanische fuß-volcksso noch ausser seinem lager, und also vor dem tod des cspicsm Jacobs aus die Frantzösische trouppen gestossen, gar nicht wider suß-volck, sonder» gegen die reu. terey gefochten hat; daher auch ihr gcschrey hauptsächlich gewesen : a c>r rsv-llos, weil sie Wohl wußten, daß, wo die Pferde einmahl gefallen, die reuterey wegen der damaligen schwären rüstung leicht wurde zu überwinden seyn. Sonsten hatte dieser Jacob von Embs unter seinem Teutschen Haussen noch einen bruder, dessen vor - oder lauff-namen die Frantzösen verschweigen, und allein melden, er habe bald nach dem treffen bey Wiederholung und kund - machung der Kayserl. befehlen, die Teutschen kriegs-leuthe, welche denen folgen eme eintzige tochter hatte; Von der andern, Franciscg, Johann Georgs von Hohenzollern tochter, hatte er; sthne, darun. ter der jüngste Melchior so fort verstarb. Die übrigen haben so viel linier, gestifftet, mdem der älteste, Carl Friderich, soben n »ov.an I6rr gebohren, die Hohen-Embsilche linie fortgesetzt. Er starddcn rooct. an. -07;, und hinterließ von seiner gemahiin CorneliaLu- cia, Petri Hertzogs zu Alten-Emds tochter, r söhne, davon der jüngere an. 1674 starb; der altere aber, Frantz Carl Anton, Grafiii Hohenembs, Eallarate und Vadutz, Herr zu Schellenberg, Do- rcnbeuern und Lüstenau, war den 1 aug. an.,6;o gebohren.Erhat sich mit Francisca Schmidlm von Lebenfeld, seines Ober-Mgers tochter, vermählet, die er ihm zur lincken Hand trauen, und hernach von sich ließ, und keine kinder mit ihrzeugte-Er lebte aufdeinsW Herbruck in der Schwcitzerischen landschassl dem Rheinthalae- nannt- Der andere söhn Frantz Wilhelm hat die vadutzjsche linie gestifftet. Er starb den 10 sipl. an. 1662. Seinegemahlin war Leonora, Vratislai Grafen von Fürstenberg tochter, von welcher Ferdinand Carl gebohren worden,und an. .686 verstorben,der von seiner gemadlinMaria Jacoben Eusibia, Gräfin von AZGch keine kinder hinterließ. Jacob Hannibal, der andere söhn Frantz Wilhelms, welcher an. rS;; gebohren, ward Cammerherrbeyber verwitlibtcn Kaysirin Elconora. Er hat mit seiner gemahlin Anna Amalia, Rudolphi Freyherr« von Schaunstein und Ebrensteinin Graubünbten tochter,Joseph Leopold und Bartholomäum Hanni- balem gezeuget.Dieser hat an. 1718 noch gelebet,usi die mit schwäreii schulden beladeneGrafschafftHohen-Ems seinem sohn,GrafZcantz Rudolph, vermittelst eines darüber getroffenen Vergleichs, »äi- rct.Sein jüngster bruder, Graf Frantz Wilhelm vonHohen>Embs, so an. 1654 gebohren, war unter PfaltzarafCarlWlippsvoMn« bürg regimcnt Obrist-t.ieucLi.Lnt . starb aber den ri aug. an.ni-i an den in der schlacht bey Salarlkement empfangenen wunden,sti- ne gemahlin Louisam Josepham,gebohrne Printzeßin vonLichlen« stein schwangeres leibs hinterlassend, welche hernach den -8 mertz an. 169-Frantz Wilhelm znr weit gebracht. L-M- clisp. ;r> äc tc; noler luc ccr llcUrLdzpj!. vtiff. ssltglis. 2e>/. cliron. 8ucv. nokii. proc.!./ c. 6. ?. r p. 694. vue/c. k. II p. silgg.* wollen, Druck in das vatterland geführet; Dieser könte also wohl Marx Sittich von Embs seyn, den sein vatcr Marguardus von ^ohenfelV/eine Frcyherrliche und Gräfliche familie in Oestw reich und am Rhein, welche von Babone,der an. 104s gelebt, unb einer von den ; 2 söhnen des Grafen Babonis von Abensverg gewesen, herstammcn soll.Von dessen nachkommen ist Heinrich Hm vonHohcnftld zuStiela um das jähr irro der HertzogenmStcyec Cammer-juncker gewesen. Sein druder Georg hat seinen stamm beständig fortgesetzt; dessen ur-enckcl Rüdiger, so an. izro ßo» rirle, wurde ein vatcr Georg und Hansens, welche besonders zu Embs mit Anna von Landenberg gezcuget, und welcher gar kurtz mercken. Georg wurde ein groß-vater Luciä von HohenftldMlche nach den obgenieldten occuirenLjcn unter den armeenKaysersCarl sich an. 1468 mltCalepin Ottomaim,desTurckischenKav>ersAnui- V, und zwar ebenfalls in Italien grossen rühm erlangt hat; zu. raths II sich», und des damaligen Türckische» Kayscrs Mobomets mal ihm die in der schlacht bey Pavta in Italien,wider Franciscum bruder chlieh versprach ; weil selbiger aber vor der Hochzeit M, I befochtene viüoric am meisten zugeschrieben wird; wesivegen er ckN'fl sie nach Erlan in Ungarn in ein klostcr, und endigte bannn auch von dem Kayser Carolo Vdie'Frcyherrliche würde erhalten, ihr leben; und Christophs, der an. 1454 Amtmann zu LintzM Dieser hatte 4 söhne,worunter der älteste Georg Sigismund c>no. ein vater Rudolphs, Ritters von Jerusalem und des heil. Gram- wcv8 zu Costnitz und Basel war,der dritte Marguard III vonEmbs «nd Christophs, Burggrafen zu Wien gewesen, deren beiMM sitzte das Frcyherrliche gefchlecht fort, so aber mit dessen sohnMar- söhne ohne erben verstorben. Vorqedachter Hanß von HobenW co ausstarb; der vierdte starb unverehlichct. Der andere söhn aber, >var um das iahr 140; Pfleger zu Stahrenberg, und ein grotz-vanr Wolffgang Dietrich, wurde zum Grasen von Embs gemacht, und Wolffgangs, ebenfalls Pflegers daselbst und zu Artcnfee; dM vermählte sich mit Clara Medicea, des Pabsts ?>> IV sihwester. Er iob» Georg, Vogt zu Wels, kauffte das Ritter - gut AistcrsiMi starb an. i;;6, und hinterließ z söhne, darunter der mittlere, Ga- überliest aber die sortpflantzung deS gcschlechts seinem bmber M hriel,obne erben verstarbcher älteste,Marx Sittich aber hat die Alt- bann, Herrn zu Aistcrsheim ; derselbe war ein groß-vater MC' Embsische familie in Italien gestifftet; Er gieng erstlich in krieg, gangs,Herrn zu Albenegg und Aistcrsheim,der Mterschafft ovM hernach auf zureden Pabst ?ü IV aus dem Hause w-llic.r sii„cr Enß verordneten Kaysirlichen Raths, welcher durch seinen M Mutter bruder, ward er geistlich, wurde an. rcür Cardinal, Bi- Achaz folgende; enckel sahe, 1) Christoph,FreyherrnvonMe»' schoff zu Costantz und ewiger Päbstl. l.cgLr zu Ävignon und Anco- ftld zu Peuerbach, der um das iahr iü;o zu Wonfickel im na, un starb an.. ;n.Sein sobnRobert waroMarggrafzuGalara, land gewöhnet, und keine beständige nachkommenschaMMM und heyrathete die Hertzogin Cvrncliam Urfinam, von welchen die ssck 2) Marx, von welchem die heutigen Grafen vonHoyeW Hertzogcn von Altcmps und Galara hergekommen, (sihe Altemps Oesterreich abstammen, ;)Ludwig, zuWeidenholtz, ver an.l und Embs.) Der jüngere, Jacob Hannibal hat die Ho- Hen-Embsische in Tcutschland fortgesetzt. Dieser Jacob Hanni- val wurde unter seines vettern Johann Jacobs lle Medicis, Marg- grafen von Marignano,vormundschafft wohl erzogen. Er that sich .... .. ^ rm krieg sonderlich hervor, wurde auch von ?i» I V tind V znm Ge- Adams worden, der ohne kinder verstorben, und 2) Achaz, H-r.' ncral über die Pabstliche crouppen gemacht, und von Philipps II zu Aistersheim »nd Weidenholtz, Kaysirlichen Rath, ReiM-dy» »nSpanien bekam er wegen jreu-geleisteten dienste» dieGrafschafft ningmeistern, Obristen und Commendanken der GrafschW^L uvstuttttucu, als der Ritterschafft verordneter gestorben s und unter M gende 2 söhne hinterlassen, i)Jöhann, Freyherren zu AMSM Albenegg und Mühlhausen an der Enß, der Cbur-PfalW Staats-Rath und Hos- Raths - ?c«6ll-nr. und em vater W«" Adams worden, dcr obne kinder verstorben, und^ 2) !ich !>' und Chur-Trieri sitzen Rath undCammer-?i'-sKäsmen,deran. IS7» verstorben, und von welchem die heutige Freyherren von Hohen- ftld un Rhein-land abstammen; sein söhn Wilhelm Lotharius, Kayserllcher Rath, Reichs-Pfenningmeister, wie auch Chur« Trie- rrscher geheunder Rath und Ober-Äintmann zu Limburg , Will- mar rc. hat seinen äst Mlt 7 söhnen fortgesetzt, von welchen der a„- dere,Da!man Ludwig, an. 1707 Dom-Herr zu Lüttich und des Nltter-Stiffts zu 8. Man bey Mayntz gewesen. Die Oesterveichische Gräfliche linie hat vorgedachter Massen Marx, Freyherr von Hvhenfeld zu Albenegg, fortgesetzt. Seine söhne waren 1) Wolffgang Ludwig von Hvhenfeld, Freyherr von Alstershelm, Herr von Grassau, Süssenbach rc. welcher Lutherisch geblieben, und an. 168° gestorben. Er hinterließ (a) Oltonem Lvlglsmundum, Marggraflichen Bayreuthischen und Anspachi- schen gehemidenRath/desKayserlichen land-gerichts in demBurg- grafthum Nürnberg Land- Richter, wie auch Hofgerichts - zu Bayreuth, der seinen äst nicht fortgesetzt. (°) Oltonem Ferdi- nandum, Herrn zu Ildesberg bey Crems rn Unter-Oesterreich, der nach seinem den i? jan. an. iSz i erfolgten rode dre Gca.cn voir Hohenlohe in derHerrschaffk Ordruff -'--«-f-cr. Wolffaangs alte« ster söhn / Georg Fridrich / sichtete den Werckersheumschen äst/ und bekam die z ämler Weickersheim/ Schrotzberg und Hollmbam. ll theil» 8io höh . . Er bat sich in dem dkevßig.jabrigen krieg sehr berühmt Macht / und in des Königs von Schweden namen dem Schwäbischen ctäy s-m°d- 78 M^ linEva/ GräsinvonWaldstem/ erhielt er cimge lehenmBoh- men / die ihm aber der Kayscr Ferdmandus II einzog virdoch hatte er mit selbiger keine kinder. Von der andern / Maria Magda« leim / Gräfin von Oettingen / hatte er eme eintzige tochtcr/ Elco« tioram Magdalenam/ welche ihrem vetter/ Graf Hemrich Fr « derich zu Langenburg/vermahlt wurde/und also starb der Wer« ckersheimische äst den 7 jul. an. «64; mtt rhm wlederum ab. Der andere söhn / Graf Krafft/ stifftete den Neueiistemlschen äst / welchem die städke Neuenstein / Forchtenberg/ Krnitzclsau/ Mr« chelbach und andere zu theil wurden. Er hinterließ von ferner gc- mahlin Sophia/ Pfaltzgräfin von Birckcnfcld /14 kinder / als s söhne und 8 töchiern. Unter jenen haben der andere und letztere / namentlich Crato und Marimilianus/ ihr leben ausser ehe beschlossen / die übrigen 4 aber haben nach des vaters an. 1676 er« folgten: tobe die lande unter sich getheilet/ da dann der älteste/ ^o« bann Fridrich / Graf zu Hohcnlohe und Gleichen / Herr zu Lan« aenburg und Cranichfelv / die Oermgische linie stisstete. Er war den ;i jul. an. 1617 gebohren/und bekam in der theilung Vre heln« te von Ocringen/ woselbst auch ein bekanntes gymnLlmm. Er starb aber im 8 ; jähr seines alters den 17 oct. an. 1702. VonLomsa Amöna/ gebohrner Hcrtzoqin zu Holstcin-Nordnrg/ hat er hin« teriassen Graf Fridrich Krassten / welcher den 22 ftbr. an. 1667 ge« bohren wurde/ und sich zwar an. 169; mit Christina Elisabeth«: Sophia / gebohrner Gräfin von Erpach-Fürstenari / vermahlet/ aber mit ihr keinen erben gezeuget hat; Johann Ernst / welcher den 24Niertz an. 1670 gebühren; Carl Ludwig/so den 2; sept. an. 1674 oebobren; und Johann Fridrich/ so im jul. an. - 68 : gebühren. Graf Krafftens dritter söhn / Graf Siegfried / bekam Weickcrs- heim und vermählte sich mit Maria / Gräfin von Kaunitz / so des Grafen von Hoditz wittwe war. Selbige aber / als sie sich nach einigem vorgegangenen Mißverständnisse von ihm gewendet hatte/ wurde einst mit ihrem kammer-mägdlein im bette tod gesunden; es ist auch nicht kund worden / auf was art sie gestorben; Jedoch weil das kammer-mägdlcin einen becher in der Hand gehalten haben soll/ ist der verdacht gefallen / als wäre ihr gisst beygebracht worden/ aus beysorge/ sie möchte sich mit ihrem gemahl wieder vereinigen/ und ihn zum erben aller ihrer guter / deren sie gar viel hatte / ein« setzen. Er vermählte sich zwar an. - 078 zum andern mal mit Pfaltz- grafFridrichs vonZweybrr'ickenPrintzeßin/SophiaAmalia/hatte aber von selbiger keine erben / und starb den 26 aprst an. 1 684 . Der vierte söhn / Wolffqang Julius von Hohcnlohe / Kayserlicher Gc- mral-Feld'Marschäll/ stifftete den Neueitstemischen zweig. Er war den; aug. an. 1622 gebohrcn / und hat sich erstlich in denen Fraiitzösischcn einheimischen kriegen rmderm Printzen von Condc / da er des Hertzogen von Orleans leib'wacht comm^mirte / hernach auch sonderlich in demLürcken-krieg/durch viele tapfferc thaten hervor gethan. Er hat aber mit seinen beyden gemahlinncn/ als mit Sophia Eleoiwra / Hertzogs Joachimi Ernesti von Holstcin-Plön lochter/ urw Francisca Barbara / deZ Grafen Francisei von Wcltz tochtcr / keine erben hinterlassen. Er starb den 26 dcc. an. 1698 / und hinterließ seine lande dem ältesten brudcr/ Johann Fridrich von Oeringcn. Der funffte sohn GrafKrafftens / GrafJohann Ludwig/war den 1 jun. an. 162; gebühren/ und bekam seinen an« theil in der Grafschafft Gleichen / seinen sitz aber zu Küntzclsan. Er hatte von seiner qcmahlin Magdalena Sophia/ Gräfin von Oettingen/ keine linder/ und starb den 1; ang. an. 1689. Den dritten oder Langendurgischei: äst stifftete Graf Philipp Ernst/ welcher an. 1628 starb / und ob er gleich 7 söhne gezeuget / hatte er doch / weil die andern meistens jung verstorben/nur seuien jüngsten söhn/Graf Heinrich Fridrich / zum Nachfolger. Diese: war den 5 sept.an.162; gebohren/und vermählte sich den 2; jan. an. -6;r mit seines Vetters / Georg Fridrichs / cintziger tochtcr / Maria Magdalena / mit welcher er 4 kinder erzeugte / die aber in ihren jungen jähren verstärken. Zum andern mal vermählte er sich den 27 jun. an. 16; 8 mit Juliane Dorvthca/Graf Wolffgang Gcorgens von Castel tochtcr/ mit welcher er -6 linder zeugte/ worunter der älteste söhn / Graf Albrecht Wolffqang/ den 6 jul. an. 1659 gebühren worden. Er vermahlte sich den 22 ang. an. 1636 mit Sophia Amalta/ Graf Gustav Adolphs von Nassau-Saarbrücken loch« ter / und hat mit selbiger gezeuget Fridericnm Ludoviciim / Philip« Pnm und Christianum/ welche; aber jung verstorben; Ludovi« cum/ gebohrcn den 28 oct. an. 1696; Christianum / gebühren an. 1698; und Albrecht Wolffqang / gebühren in: may an. 1699. Der andere söhn Ludwig Christian/gebohrcn den 7 dcc. an. 1662 / starb den 8 may an. 166;; ferner Philipp Fridrich / gebohrcn den 9 jun. an. 1664/ starb den 14 jul. an. 166; Christian Krafft/ gebohrci: dcn i; jul. an. 1668/ wohnte zn Schrötersbcrg/ und hatte sich den 6 dec. an. 1701 mit Maria Catharina Sophia von Pfädclbach vermahlet; Mdrich Eberhard/ gcbohren den27 nov. an. 1672/ hat Klrchdcrg durchs looß bekommen / und sich im dec. an. 1701 mit Gräfin HNdmea Albertina von Erpach-Fürstenan vermählet/ jo ran. an. 1709 gestorben / und Mauritius Ludovicus / verschrben" ^ sedvhren / und den; april. an. 1679 -st von Graf Georgcns an« ?1'"ä>ard / gestlfftet worden. Selbiger hinter« --^-----hstn Agatha / einer Gräsin von Tübingen / ei« «Mer seiner qemahlin Dorothea/ rmer Gräfin von Reuß /; söhne zeugte / Ludwig Eberhard / mkn- Vlaoelvachtschen/ Waldenburgrschen und Schittingsfür- hob ras enzimmern und Smdrmgen an dem Cochar erhielt Kn./ te von seiner gcmahlin Dorothea / Gräfin von Erpach wovon der älteste gleich wieder verstarb. Der andere/ Krafft/,hat mit seiner gemahlin / Floriana Ernestina/ Prin Z von Wurtcmberg/; söhne / Eberhardnm Fridertcmn Etmeffim!, Christianum Albertum und Sylvium Ernestum gezeuget /2 aber jung verstorben. Der dritte / Hiskias/ hatte mit seiner 5 mahlm/ Dorothea Elrsabctha/ aus Waldenburgischer liim/^ kinder / worunter nur der eintzige Ludwig Gottfried / welcher dm; dccemb. an. 1668 gebohrcn/ das geschlecht fortgesetzt. Erverm-id sich den 27 oct. an. 1639 mrt freu Louisa Charlotla/GrafHeinM Fridrtchs vvn Langenburg tochtcr/ hat aber mit selbiger keine erbm gezeugek. Den waldenburgischen äst stifftete Philipp HeiM dieser hatte zwar mit seiner gemahlin Dorothea Walpurgis < K. ne/ worunter aber Johann Ernst / Johann Christian und M . milian Heinrich in gar jungen jähren verstürben. Der «iltell, Wolffgang Fridrich/ vermählte sich den 24 aug. an. 1646 mit M Christinn vom Langcnburgischcn stam/und zeugte zwar mit selbim 9 kinder/daruntcr; söhne waren/die aber vor dem vater abaienm Dessen brudcr/ Philipp Gottfried/ vermählte sich mit Am Christina/ Gräfin von Limpurg/ mit welcher er aber keine Mir gezeuget/daß also nach seinem tode der Waldenburgischen,1« dergestalt zertheilt worden/daß zwey drikthcile dem Mch bachischcn/ein dritthcil aber den Schillingssürstlschen zugekommen. Des Schillingsfürstischen asts Urheber war Graf Georg, Friedrich / welcher in der theilung die Grafschafft Schil- linqsfnrst nebst dem amte Bartcnstein erhiclt.Er hinterließ an.,6;? von seiner,gemahlin Dorothea Sophia/ Gräfin von SvlniS/ von io söhnen nur 2/ Graf Christian und Graf Ludwig Gustav. Jener erhielt das amt Dartcnstejir/und hatte von sei,,« gemahlin Lucia/ Grasn: von Hatzscld/ nebst; töchtern c« eintzige,: söhn / Philpp Carl Caspar/ gebohrcn an. 1668. Seine erste gemahlin war Sophia Maria Anna/Graf Ludwig Gustavs von Schillingsfnrst tochtcr/ die aber an. 1698 im kindbcttcverstorben / worauf er sich an. 17°° im jun. zum ander,unalMi der Printzcßin Anna Johannen«: / Landgraf Wilhelms m Hessen-Rheinfclß tochtcr / vermählt- Den SchillingsfüMen ncbcn>astsetzte GrafLudwig Gustav fort/ weicherden 8ju».m. i6;4 gcbohren. ErwarKayserlicherwürckltchergeheimderRch/ Cammerhcrr/auch ehemals Kayscrlichcr Gesandter bey dem Churfürsten zu Mayntz. Er hatte von seiner ersten gemahlin/Maria Eleonore:/ GrafHcrmanni von Hatzscld tochtcr/ Fridrich Hermann/ den i; oct. an. -6;8 gcbohren; Carl Wilhelm/ gebohrm den; april an. 1661; Heinrich Moritz/gebühren den «7 map an. 1662/ welche aber allerseits jung verstorben; und Philipp Ernst. Von der andern ehe hatte er Johann Philipp/ gcbohren den mcrtz an. 1669/ welcher aber den 22 aug. an. 169; zu Heilbrunn an cnicc wunde / die er in einem mit den Frantzosen gehaltenm schar,nutze! empfangen hatte / verstarb-Er kuccccUrte also dem«r Graf Philipp Ernst/wclcher zuvor Domherr zu Mayntz und Cöln gewesen / hernach aber Kayscrl. gchcimder Rath worden. Er trat an. 1697 die rcgiernna an / und vermählte sich an. 1701 mitFran- cisca Barbara / Gräfin von Wels/ Wolffgangi Julii/ Grafen von Hohenlohe-Ncnstcin wittwe / mit weicherer Ernst Willst» Fridrich gezeugt. ox>. 1.1 c. 42. VI. N-1. i c.^ ^ohensax / sihe Sax. ^ohenschongau oder Hohenschwaiigau / ein artiges und zimljch dcvcstigtcü Baoerifches schloß auf einem berge,ligi nahe am Lech ohnwcit der stadt Füßen , und stößt an die Tyrosische Witzen.^ Es führt mit feinem zugchör den namen einer Reichs-Hcrr- sehafft - welche ehemals den Herren von Fraunsberg gehörte; Nachdem aber selbige in Ladislao an. i;67ausgiengen, wurde ZU folge der von dem Kayscr Carolo V erhaltenen expcüLnr,Albrecht, Hertzog in Bayern, von Marimiliano II damit bestehen. E» wurde nebst dem so genannten Lcch-Rhcin, nach der achts-crklah- rung des Churfürsten von Bayern,dem Stiffte Augspurg, wegk» gesuchter inöcmnisL«on > eigenthümlich überlassen, aber m dem Baadischcn frieden wieder an Bayern lclliwiret. ?. >- >>- ^ohenstaussci: / ein altes berühmtes schloß in Schwaben- am Nemsthale zwischen Göpping und Hohen-Rechberg,ohMM 4 incilen von Sr»ttgard,uiid eine meile wcgesvon dem bernMM klostcr Lorche auf einem hoben berge gelegen, war ehemals M stamin-hauß des geschlechts Hohciistauffcn. Es war sehr reue, und wnrde von demKayscr Lotbario II belagert, aber nicht WM ncn; wiewol heut zu tage nichts als einige ru 6 cr., annoch umg stnd, insonderheit der sogenannte manns-thurn und der vuvM lhurn. Die übrigen gebände haben die bauren an. «HfM danrahligen tunmlt verwüstet. Es ist selbiges an die HerWM Oesterreich gekonnnen, Hertzog Albrecht aber und Leopold W» es an. 1:70 an die Edlen von Riechhcim für iraoo MMW gülden verpfändet, und diese es an. iz/i an ErafMu) r Würtemberg verkaufft. 8 uev. L-l/m cl-kon-duiv-t" .^ohcnstauffcn / geschlecht. Es ist dieses, ein uraltes^ schlecht, w von dem obigen schlösse den namen führet, gleich anfänglich nur eine Adeliche familie war, so habe-, doch durch ihre treue in besondere Kayserliche gnade gesetzt-oav > :n den Hcrren-sttuid sind erhaben worden. Henrieus »o» höh ssauffen ist der erste, welcher aus diesem geschlechte bekannt iff. Selbiger lebte unterdes Kayftrs Henricilll regierung, und war «in gar begüterter Herr, zumal er zu Waldhausen seine cantzeiey hatte. Seine gemahlin Hildegards war eine Gräfin von Hrlf- fenstein, GrafUlrich des jungern tochter, wiewohl andere sie vor eine Gräsin von Hohenlohe halten. Seine söhne waren Fridrich, von dem so fort; Ludwig von Hohenstauffen, welcher an. 1080 den gründ zu dem schlösse Stauffeck gelegt; Gualterus, Freyherr von Hohenstauffen aufElisabetbenberg, starb an. 107;; Conradus starb an. 1070 in der jugend ; Otto, Freyherr von Hohenstauffen, war Bischoff vsn Straßburg, und in der religion verdächtig, darum wurde er Klüsmsricuz benennet. Man gab ihm schuld, daß er des klostcrs Ettenheim-Münster abnehmen verursacht, angesehen er dem Kayfcr tsvori6rte,und gestattete,daß selbiger die kloster-güter kriegs-leuten einräumte. . Sonst übergab er samt seinem bruder Hertzvg Fridrichen die väterlichen erv-güter an 8. kille^-kirche zu Schlerstadt, welches Stifft hernach dem hohen Stifft Straßburg einverleibet worden. DerBischoff Otto wohnte hierauf dem ersten creutz-zuge in das gelobte land unter Gottfried von Bouillon und an. i°s 9 der eroberung Jerusalem bey, und kam glücklich wieder zurücke. Die kirche, die er aufrichtete, dauere er nach dem moaeUe des tempels zu Jerusalem. Der älteste, Fridrich, der alte genannt, wurde aus einem Herrn von Hohenstauffen/Hertzog in Schwaben. Er widmete sich von jugend aufdem kriege, und diente zumal Kay- ser Heinrich dem IV getreulich; weil er auch in der schlackst wider den Gegen-KäyferRudolphum sich sehr wohl gehalten,und zu dessen siege am meisten beygetragen,gab er ihm zu belsbnung seiner treuen dienste feine tochter Agnes zur gemahlin, nebst den Hertzogthümem Francken und Schwaben. Er musie zwar mit Hertzvg Bertholdo von Zäringen,welcher auffeibige lande rEeaiWn machte, darüber krieg führen, jedoch war er chm überlegen, und behielt selbige. An. i rar vollführte er den angefangenen bau des klosters Lorcha, welches für die Benedictiner gestifftet wurde, und fügte demselben das Hohenstaufsifche erbbegrabniß bey. Er hatte; söhne, wovon Hermannus in der kindheit verstarb, die übrige beyde, Frideri- cus der einäugere und Conradus, Mieten 2 lmien. Conradus war Hertzvg in Francken, und wurde nach des Käysers Lothar» tobe an. nz8 Kayser. Seine Prmtzen von der gemahlin Gertrud waren Fridericus, der an der pest, oder wie andere sagen,imOrient gestorben, und 2 Prmtzen hatte, darunter Fridericus an. 1165 ad- gieng, und Conradus ebenfalls jung verstarb; Conradus starb an. 114; ; Henricus wurde bereits in seiner kindheit zum Römischen Könige erwählet. Er giengin und Syrien, verharrete dase!bst,4 jähr und starb; Remboldus starb an. 1140; Wilhelmus und Fridericus starben in der ersten kindheit. Der andere bruder aber, Fndericns der einärmete setzte das geschlechte fort- Er war ein tapsserer Herr, und führte mit Kayser Heinrich dem V krieg, muste >lch aberzu Fulda vor ibm aibmirciren. Er bemächtigte sich ehemals desgantzen strichs am Rheine von Basel bis nachManntz, und bauete viel vestungen,daher das sprüchwort gekommen: Her- tzog Fridrich ziehe allezeit mit des Pferdes schweiffe eine festung nach. Er verbesserte an. n 1; samt den Land-Herrn und Edlen die bürg ;n Hagenau, davon noch die Burgmänner mit ihrem freyen sitze und Wohnung kommen. Er richtete auch die zu §. Wal- purg, welche zuvor Graf Theobald von Mömpelgart allein vor 2 Münche erbauet, zu einer vornehmen Abtey auf, wie er denn auch in selbiger kirche begraben worden. Er hatte 2 gemahlinnen, die erste war Judith, Hertzvg Heinrichs des schwartzen in Bayern tochter, von welcher Fridericus LgckLrnüs , der hernach Kayser wurde; die andere war Agnes, Iriderici, Grafen von Zweybrü- cken und Saarbrücken tochter, von welcher Conradus, Hertzvg in Schwaben, Francken und Pfaltzgrafbeym Rhein. Der jüngere Conradus wurde nach PfaltzgrafHermannitode, als welcher ohne männliche erben abgieng, an. nzü auf einem Reichs-tage zu Goslar mit der Pfaltz beym Rhein belieben,brachte auch stadl und schloß Hcydelberg, so ehemals zu Worms gehörte,an die Pfaltz. Er that seinem bruder in den Italiänischen kriegen gute dienste, machte viel stifftungen , verwandelte Neuburg am Neckar in e,n Iungfrauen-klostcr, und starb den 6 nov. an. 119 c- Seine erste gemahlin war Elisabeth,eine Hertzogin in Bayern,oder wie andere wollen,eine Pfaltzgräsin beym Rhein. Die andere gemahlm Jr- mentrudis wird von etlichen Jrmcngardis oder Agnes genennet. Von diesen beyden hatte er 4 kinder, worunter Conradus, Pfaltz.- grafbeym Rhein, an. 1186 vor dem Vater verstorben, undzuScho- nau im klvstcr begraben worden; Cunigunda war Aebtißin des klosters Neuburg; 'Gertrudis aber starb in der jugend. Weil er nun keine männliche erben mehr hatte, rcgxmrte er rein von der Collni- fchen kirche tragendes lehen dem Ertz-Bischoffe Philippo zu Cölln auf, daß er dasselbe änderte, und von neuem seiner gemahlin und tochter Agnes verliebe, wie auch an. 1084 geschahe. Als er nun starb, so fielen die Pfältzischen lande aufseine tochter Agnes, welche mit Hertzvg Heinrichen von Brannschweig, Hertzvg Heinrichs des kämen söhn,vermählet war. Dessen ältester bruder aber Fridericus der Rothbarth/setzte das geschlechte fort. Er war an. 1121 ge- bohren, wurde nach seines vatersFriderici des einaugrgtm tobe Hertzvg in Schwaben, und an. 1152 »ach seines vetters Conradr lll tobe Römischer Käyser. Er vermählte sich anfänglich mit Adelheid Margqrafin von Vohburg, ließ sich aber wegen naher anverwandtschafft gar bald von ihr scheiden. Die andere war Beatrix , Grafen Reinaldi in Burguudien tochter. Sem ältester söhn war Henricus VI > welcher in dem Ven jähre seines alters bereits zum Römischen Könige gekrönet wurde. Er folgte dem vater m der regierung, und bekam mit seiner gemahlin Eonstantm die Königreiche Neapolis und Sicilien, starb aber an. n?8, und hinterließ höh 8n emen euitzigsn söhn, Fridericum I! > von dem hernach. Anderlei I anderer lohn war Fridericus, welcher zu seinem antheii dasHer- nebst der erbschafft Welphonis undGrafschaffd erhielte. Denselben ließ der vater von kindes-beinen cÄÄ^„.^^'^^?,"^^'Hken,nachgehends diente er dem vater stz sttzb im gelobten lande; er commsnäirte auch an. ny» ^ Christliche armee daselbst, und befochte eine grosse viLtorie wi- bald darauf. Der dritte söhn war klur Hertzvg in Francken,aber nach auch Hertzvg in Schwaben wurde. Er E regte mtt semes bruders,KayjersHenrici VI, willen,Hertzvg Bertholdenvou Zanngen; als er aberdarzu anstalt machte, wurde er getodtet, und lrgt in dem kloster Lvrch begraben. Der vierdte söhn >var Otto, welcher die Grafschaffl Burgund bekam. Die folgende; söhne, Wilhelmus, Remboldus und Fridericus II starben in der kindheit, und ligen in dem kloster Lvrch begraben. Der achte war Philippus, welchem Henricus VI aufdem tod-bette seinen jungen Prmtzen Fridcricum II anbefahl. Wein weil selbiger noch zu jung wär, so erwählten einige Ottonem IV , Hertzvg von Braumchweig, andere hingegen hiengen diesem Philipps an, welcher auch durchdrang. Er wurde a». 1207 von PfaltzgrafOt- ten von Wittelsbach umgebracht. Seine gemahlin war Irene, des Königs von Dalmatien tochter. Er hatte 2 Prmtzen, Reginoi- dum und Fridericum, welche beyde in ihrer kindheit verstorben. Henrici VI söhn aber, Fridericus II, setzte das geschlecht fort. Dieser wurde wider Ottonem IV zum Kayser erwählet, und starb nach vielen unruhenan. irzo. Erhalte 6gemahlinnen, darunter die erste war Constantia, Printzeßin aus Aragonien; die andere Jolanta, Johannis von Brienne, Königs von Jerusalem loch- tcr; die dritte Agnes, MarggrafOttonis von Mähren tochter; die vierdte Rutina, GrafOttonis von Wolffrathshausen tochter; die funffte Jsabella, Hertzvg Ludwigs in Bayern tochter; die sechste Mechtild, Königs Joharmis in Engelland tochter. Von den- ftlbigen hatte er viel söhne und töchtern. Unter diesen war Agnes, Landgraf Conradi in Thüringen gemahlin, und Constantia, Land» grafLudwigs zu Hessen gemahlin. Unter seinen söhnen waren 2 natürliche, weiche er von Bianca, Marggräsin von Moutferrat, erzeugt.hatte, ncmlich Manfrebus, Hertzvg von Tarento, und En- cius/König von Sardinien, Hertzvg in Löngobardien, welcher aber an. 1249 von den Bononiensern gefangen wurde, und in seinem 2a jährigen arreste sterben muste. Seine rechten söhne waren Henri» cns, Iordanus und Conradus. Jordanus starb gar jung, Henricus aber wurde an. 1222 zum Römischen Könige gekrönet; allein weil er sich auf des Pabsts anstifften wider seinen vater verhetzen ließ, wurde er vvn selbigem zu Worms arrestirt, hierauf nach Heidelberg ,. und von dannen nach Aizen, endlich aber in Sicilien geführt , allda er nach einer; jährigen gefängnuß starb. Seine gemahlin Margaret», Hertzogs Leopoidi von Oesterreich tochter , gebühr ibm 2 Prmtzen, Fridericum und Henrjcum, welche aber von ihrem unächten bruder, Manfreds,durch gisst hingerichtet wurden. Der dritte Printz war Conradus, welcher auch an. 12^7 zum Römischen König erwählet wurde. Er suchte zwar nach seines vaters tode die Kayftr-würde zu behaupten, konte aber nicht durchdrungen, weshalben er sich in Apulien begab, und daselbst an. 12z; verstarb. Vvn seiner gemahlin Elisabeth», Hertzvg Ottonis in Bayern tochter, hatte er emen emtzigen Prmtzen, Conradinum, welcher zu Landshut in Bayern erzogen ward. Als er erwachsen war, zog er an. 1267 mit einer armee in Apulien,um das Königreich Neapolis, welches Hertzvg Carl von Anjou erobert, wieder zu erhalten, war aber so unglücklich, daß er von selbigem geschlagen und gefangen wurde, auch endlich an. 1269 aufdem öffentlichen marckte zu Neapolis durch des henckers Hand sein leben lassen muste. Mit ihm gieng der Hohenstaufsifche stamm gäntzlich ab. Dannenhero Kayser Rudolph von Habsburg,als er zu der Kaystr-würde kam,seinen andern söhn Rudolphum mit den Schwäbischen landen belieben. Otto üe kri'cier. I. ckro». Putins. O«/» ^nn. 8uev. Le-Lvx, NlrzLlcke ctzronic. ckron. 8vir.Ä«M/A» ckrom'c. ttslv. bist. ?3iLtin3. uisiler kürlten-tLsI c. I. ^ohenstein/ eine stadt nebst einem schloß und amt, an dem ur» sprung der Passarge, in dem Brandenburgischen Preussen. Sie ist an. i;i2 erbauet, und an. 1709 durch die pest sehr mitgenommen worden, krculll ÜLLts. Zcngr. ^ohenstein/ ein Heßifches amt und schloß in der niedern Grafl- schafft Catzenelnbogen, eine weil von Schwalbach aufeinem fel- sen gelegen, war ehedessen eine vestung und gancrben-hanß, ist aber iin kriegs-weftn zerstört worden. Unten am festen hangt ein altes schloß, der Greiffenstem genannt, davon man keine nachricht findet, als daß es die emwohner vor älter alsCatzenelnbogen ausgeben. tzlslll belcll. p. »4- ^ohenstein/ ein schloß, ftädtlein und amt desMarggrafthums Meisten gegen die Böhmische und Ober-Laußlötjche grantzen gele. geil, und der Sächsischen Chur-linie zuständig.Es ist vor di-iem arr vestes schloß gewesen, soll auch eine besondere Hcrrschafft, und dem ae cblecbt von Clomen, so zu Wila oder Wehlen an der Elb regu,- rec, nebst Königstein, Lilrenstein, Schreckenstein, Rathen und Clo- men oder Lohmen zuständig, gewest» sty«- Nachdem haben es dre Birken von der Dauba, BohMischer ankunN. samt Lohmen besessen, wie sie es denn noch an. 1414 mne gehabt,E» hat sie aberCbur- fürst FuderKus kiscillus um das ,abr 1444, .weil sie dem Stifft Meisten zuwider gewesen, gezwungen, daß steRühlbera an der Elbe davor nehmen müssen. Worauf gedachter Churfürst Hohenstem eingenommen, und der Cron Böhmen entzog:», weil daraus aroj- ser schaden durch die streiffcreyen gesehen w.r. Hernachmals bar Kkkrk 2 Heip 812 höh Hertzog Georg von Sachsen die vonSchlemitzdamitbegnad-ge, Ld diese denen Herren von Schonburg es kauff-weiß udeM höh «nd diese Venen Herren von ^cyouvu-v --- Von denen von Schönburg ist es letztlich unter Churfürst Moritz von Sachsen an. 154; samt vergangen pfleg gegen Penigk, Wcch- ' ..— . »Lm «-In,,,!, VöU VtKVlkN (ttl. I 54 Z sel- und Rochsburg rc. wiederum völlig an das hauß Sachsen gelanget und zu einem grantz- und amt-hauß gemacht worden. Es gehören zu diesem amt die städtlein Neustadt,Schandau, Sebnitz,das amt und städtlein Lohmen, Wehlm rc. An. 1724 den rr sept. ist dieses stadtlein durch eine feuers-brunst biß auf etliche wenige Häuser in die asche gelegt worden. proa-om. !vi>w. ^>. >5,,-. i?e. «z-c-rstci» rliercr. 8sx. ij,. ri. LikV/e^r snnsl. Lax. ^.iocr. ^ohenstein / eine kleine stadt in dem Ertz-gebürgischen cräyß in Meisten/2meilen vonZwickau zwischen Penick und Glaucha gelegen.Sie gehört/ als einBöhmisch lehn/ denErafen vonSchön- VUrg. jirocir. Sohenstein/ist ein altes berg-schloß und davon benennte Graf- schafft an den Anhaltischen gräntzen. Das schloß ist von zimlicher ligtaufeinem rothen harten stein - felftn/ eine starcke meil höhe'/ ligt aufeinem rothen harten stein-selten, eine starcke ineii weges von der stadt Nordhaustn, und eme Halde meil von dem tlo- ster Jhlefeld. Dessen erste kuntzL-ion wollen etliche Conrado, Ludo- vici Larbatl. Landgrafens in Thüringen söhn,an. I0ÜI beymeiie», wiewohl es wahrscheinlicher/ daß es schon längst vor Caroli A/ 1 . zelten gewesen. Die Grafschasst Hohcnstein hat von dem sch oß iyren kiameii/ und einen zimlich weitläuffigen bezirck. Ob sie gleich vormals ihre eigene Grafen gehabt/ so sind doch selbige an. 1 mit Ernesto, dem letzten dieses geschlechts, völlig abgestorben, und diese lande theils an Chur-Brandenburg , theils an die Grafen von Schwartzburg gekommen. Denn nach dessen erfolgten, todtnchen Hintritt haben die Grafen zu Schwartzburg und Stolberg,vcrmog einer an. 14z; aufgerichteten erb - Verbrüderung sich der ihnen angefallenen Herrschassten Lohra, samt den städtlem Elrich undBlci- cheroda, wie auch Klettenberg und deren zugchorden an. i;s; onmasse» wostcn/zumal solche erb-vcrbruderung von deinChurfur- ften und Hertzog zu Sachsen war conürmirt worden. Allein weil her Churfürst Augustus von Sachsen die Herrfchafft Lohra an. .457; samt aller zuaehör zeit währender Bischöflicher vLc-mr dem Halberstädtischen Dom. Capitul'gegen Verwechslung anderer Mannsseldifchen güternvcrwilligt hatte, jedoch mit dem beding, daß es dem hauß Schwartzburg und Stollberg ohnschädlich seyn solte, maßte sich HertzogHenricus Julius, desStiffls Halberstadt/der beyden fchlösser Lohra und Klettenberg mit gcwaff- rieter Hand an, und entsetzte die Grafen, denen er wegen versessener lehne und mangelderKayserlichen verwilligungüber gedachte umon Eein recht zugestanden, ihrer genommenen polleiz. Die fach wurde vor das kammer-gcrichl zu Speyer gebracht, da denn an. 1 so > ein Lvorstzier ausspruch vor die Grafen erfolgte, mit anbefohlner «xccuüon und verweigerter revillon. Solches bewog Hertzog Fri- derich Ulrich von Braunschweig, daß er einen gütlichen vergleich anbot, welcher aber wegen einfallender kriegs-rroubien nachblieb. An. 162; nahmen dwKayserlichcn völcker die fchlösser Lohra und Klettenberg ein. An. i6;4tratHertzog Friderich Ulrich die Herr- schafft Lohra ab, Klettenberg aber nebst dem städlleinEirich behielt er lebens-lang, doch nach dessen an. 16;; erfolgtem Hintritt bekamen die Grafen die völlige polldllion, nahmen die Unterthanen in Pflicht, und legten zu Bleicheroda eine cantzlcy an. An. 16; 6 nahm Johann Reichard von Metternich, Vicsrius r» Halberstadt, besitz von beyden Herrschassten, worwider die Grafen vonSchwartzburg und Stollberg nicht allein pror-kirtcn, sondern auch die fach zu Re- genfpurg bey der Reichs - Versammlung vortrugen, allein bey dem erfolgten Westfälischen frieden wurden diese beyden Herrschassten nebst den zugehörden dem Fürstenthum Halbcrstadt aufewig einverleibet. Dannenhero auch Churfürst Fridericti Wilhelm von Brandenburg GrafJobannem zu Sayn undWitgenstein mit denselben bestehen. Es hat aber Fridericus I König von Preussen selbige Herrschassten ails ein Bischöflich-regsissches lehn völlig wieder eingezogen. Jedoch hat das Gräflich-Stvllbergifche hauß das amt Höllenstein, nebst den darzu gehörigen dorfffchassten inne. 2-^0. urslicr Cr-ten -kssl^>. ,76, »88 kogg. Lr/ 70 /. k-exoÄ. k» l xxg. 179, 640, 6;;. 6ohenstcin/ sind sehr alte und inThüringen bckandteGrafcn. Es werden selbige von LandgrafLudwig dem bärtigen von Thüringen und Hessen hergeführet. Dessen schwestcr Gutta war an GrafLudwrg rn Linderbach und Bielstein vermählet, und hatte einen söhn, namens Beringer, welcher in dem kloster Reinhardsbrunn begraben, und ; söhne hinterlassen hat, namentlich Ludwig, Grafen von Lahr; Conradum, ersten Grafen von Höllenstein,de,. sen erst-gebohrner söhn das klosterJhlefeld gestifftet hat, und Die- trich von Bercka; wiewol viel eher davor gehalten werden will, daß dieser Conrad selbige linie nur erneuert- Conradi söhn Eliqc- rus bauete nach seines Vaters tod auf einen felsichten berg gegen luden ein schloß, und nannte dasselbe die Jlburg oder Eylendnrqgmd nennte sich davon Herr und Graf zu Eylenburg. Dieser richtete ? jlburg in ebenemfeld einen grossen steinernen Leuchter aufmitemem immer-brennenden licht, und weil viel srem- Wend ihre Wohnungen aufschlugen, und ihrer andacht pflegten, that ihiien der Graf Eligcrus alle» Vorschub. Als fch" f^nf'"iöhu Eligero II deren anzahl sich vermehrte, stiff- gemahlin Lutrada,Gräfin von Orlamünda, Lehnherrn, Hertzog Heinrichs des iö- wen/das kloster Jl'eld, und wurde von ihm mit der Grafschasst Ewker i^ H'" Eligerus III,welcher bey ^ m grossen gnaden stund. Diesem folgte sein söhn, oder, wie andeie wolle», sein bruder Henricus I um das jähr vornehmstenTeutschen hohen schulen, anst) zu Päüs'inFranckreig? Nachdem er sich darinnen vest gesetzt, legte er sich aäntzhch ttutzium rkeoloßlcum und den geistlichen stand. Bey seiner rü'k kunfft in Tcutschland wurde er von dem Ertz-Bischvff z„ MM! bürg zum Dom-Probst nach Gopiar beruffen, wovor er sich nb e bedanckte, und lieber in einem niedrigen stand leben wolle,als wd r Probstheystchen ehre. Mit lolchcm Vorsatz aleng er »ach Erfurt lehrte und predigte dastlbst mit sonderbarem einst, und vermMn« die leute zur büß. Von bannen berieffen ihn beyde brüder, Hi»«. cus mid Conradus, Landgrafen zu Thüringen und Hessen, an irnz nach Eisenach, woselbst er 7 jähr lebte, biß er daselbfl das xrcdm- kloster cinwcyhece. Er wurde auch zum ersten vri», darinnenvn, ordnet, und unterrichtete seine untergebene Mönchen fleißig,inso», dcrheit von Christi verdienst und dem heiligenAbendmahl.An.1-4r folgte er dem Landgrafen aiifdieReichs-versainmlungnachFr«- furl, ließ sich auch da,eicht mit tzupunren und Vertheidigung obiger religions-pimcten hören, aber er erkranckte gar bald,und AardM ohne verdacht beygebrachtcu giffts. Sei» leichnam wurde „ach Eisenach gebracht, und daselbst beerdiget. Dietrich, bemeldlen Gi- geri velter, lebte um das jähr irzz, und vermehrte dieGrasschM mit dem städtlein Elrich nebst dem schloß Staulsenburg.Eein soh,, Heinrich II, so um das fahr 1260 lebte, soll Klettenberg, Spaten, berg, Kirchberg und Grellsten hinzu gebracht haben. Sein söhn, Dietrich III, folgte ihm,welcher zugleich ein Herr zuSondersbau. se», Straußberg und Vogstädt war. Dessen söhn, Heinrich IV, war ein Herr von hitzigem gcmüth, indem er an. i;o; eine ftbde gegen den Abt von Fulda erregte, er wurde aber von demseibiW gefangen, und müsse sich schwär i-Lnrxiommi. Er erbautedas schloß Bcnickmsteiii, und soll Herr über Schartftld, Lara, Bleicheroda, Heringen und Arten, worden seyn.Ecin bruder,GrafDielrich IV, leistete LandgrafFridcrich denr erste» treue dicnste, wogegen erihn und seinen bruder an. 1; ,nit der so genannten goldenen ane belehnte. Er verkausste au. i;44 Vogstädt an Bruno/Herm-u Qm. fürt. Sein söhn,Heinrich IV,oder der jüngere/lebte nm das,ahr i züo. Er wurde von dem Bischofs zu Hildcsheim gefangen, und führte mit der stadt Nordhausen krieg. Um selbige zeit soll Mra, Morungen, Wipra, Hcinrichsburg und Schönwerd an die Graf. schafft Hohenstcin gekommen seyn. Dietrich I V vermählte sich an. 1 ;S6 mit Lntqard Gräfin zu Mansftld.GrafErnstwurde anazy» zum Bischofs zu Halbcrstadt crwchlet. HeinrichIVhallen,den damals gar unruhigen zeiten viel zu thun, die gräntzen stineslandes zu bedecken. Es ist aber diese gc,-cLlo§ic zimlrch unrichtig, biß nnf Graf Ulrich. Dieser regierte schon im 1; secnlo,ilnd starb an-iM. Er hinterließ einen söhn Dietrich VI, welcher das klosierWalcken. rieb sehr beunruhigte, auch mit seinem vcttcr Graf Dietrich dcni ältern, welcher das schloß Hvhcnstein besaß, viel unnöihige handkl anficng; allein weil der Maragrafvon Missen sich der fache an. nahm, verkausste er seinen aiicheilan Höllenstein, Kelbra undHk- ringen an GrafBothen zu Stolbcrg. Sein söhn Ernesius führle mit Hertzog Erich von Braunschwcig krieg,kam aber an. -4-4 mf einer Hochzeit im sviel nm sein leben. Er hinterließ; söhne, worunter GrafErnstBrunonsedlem Herrn zu QuerfurhArlerw Vogstädt und Gchoven Mangle. Sem söhn Johannes vcrkauffie hingegen Graf Gcbhard zu Mansfcld die Herrfchafft Heldrmigcn, worüber grosse irnmgcn entstunden, starb aber an- -4yr ohne erben. Um selbige zeit zog auch eine linie der Hohcnsiemischm Grafen in die Marck Brandenburg, und wurde von dem Cbmfsirsicn mit der Grafschaffk Vieraden belieben. Heinrich der kühne verfiel mit Bisch off Burckhard zn Halbcrstadt m eine schädliche fehtc, worinncn er dcn Bischoff gefangen bekam. Scin sodn Ernst rcncie an. 14S1 mit Hertzog Wilhelm von Weimar in das gelobte land. Er hinterließ verschiedene söhne, worunter Wilhelm an. i;°s Bischofs zu Straßbnrg wurde; Johannes folgte Hertzog von Sachsen in Frießland , lind ward daselbst mit einem verMielen pfeil umgebracht. Heinrich IX pubilcirte an. iz-, ciiicdcrg-M- heit/verniög weicherem jeder bergwerck siichen und anlegen inochst, wodurch der 8. Andreas-berg auf dem Hartz in aufnahm kani. Graf Ernst wurde au-1; z c> vonHertzogPhlllpssvonBrailnichWg mit dem Luttecberg, welches vor zeiten ein Gräfliches HM stn, samt dem darzu gehörigen theil des Hartzwaldcs und mvcm gercchtigkciten belieben, starb aber an. m2, und binternest k«. mar Wosssgang / welcher an. 1 z; 1 der bclagerung Magdeburg m- bcnmobntc, imd an. i;8°siari>, ter dem Churfürsten Mauritio mit beywohnte, und an. i;8° si, und Wilhelmum, welcher unter des Kaysers Caroli V anneciil Brabant kriegs-dienste that, auch daselbst an. irr4sein lebcncn- digte; Ebcrwcin, so an. 15 60 verstarb, und GrafErnst, NM an. 1;;; «n der schlacht bey Siversbaustn, zwischen ChurW Maurltlo zu Sachsen und Marggraf Albrecht zu Brandend,irg gehalten, die halipt-fahne führte, und an. 1 >62 starb. Es endlich der aantzc Hohensteinische stamm ab, und zwar mit desor- gemeldten Graf Volcmar Wolffgangs sohn, Ernsten, welcher bist 8 Ilu. Nil. 159) cL^. 14. cjironic. )" 8elclirei!)un^ I^eNen 4 c. /. 2 fi. 617. neb. ctironic?. 1^.255. biK. kriä. I. Z l6p. 147' uralccr Osten. Qzj 2^6. Äohentrimms / ein altes bnrg-stcll in Graubündten, so vsr« mals König Piviil in Franckrcich, zwischen denen zweyen Mki, ist Damms und Flimms aufeinem hohen felsen erbauet hat. nach ward es z„ eiiierHerrschafft eines eigene, iAdellchenge,WW und nach dessen abgang wurde schloß und Herrfchafft an dasSM bbux erkguffr; Folgeuds kam ks an die Freyherren ppii Hoiecu M ich! !i« Nil p:! 8- k, Ki isy. h!!I k!«„ >»!!> Z-i, höh von diesen Pfands- weiß an Herrn Johann von Plant« und wciters an,ernen tochlermann Herrn Rudolph von Schauenstem. KliLt. lib. 7 P. 86. b. * ^ohentwiel/ lat. Oueiium oder l'uelL, ist eine berühmte berg- vestung imHegöw in dem HertzogthnmWürtemberg, in einer lustigen ebene gelegen. Es befinden sich zwar da herum nebst dem alten wüsten schloß Schliffen, noch einige andere berge, so ihr aber so gar nahe nicht lrgen, daß sie ihr schaden tönten. An der mitte und helffte des berges find einige Häuser und ställe erbauet, so durch eine mauer an den seifen angehänget find,und wohrndurch man auf den stiftn muß. Diese vor-vestung ist vor die pferde und soldaten, und hat einen guten brunnen , da hingegen sich die Haupt-festung oben mit regen-wasser zur zeit der noth behelffen muß; Diese lrgt nun aufeinem gahen und gleich in die höhe steigenden stiftn, worzu nur ein zugang ist, welcher mit abgeschnittenen brücken zerstückelt. Aufder andern feite commmrt zwar der berg und hsltzung, und ist daselbst der weinwachs ausserhalb der festung; doch kau man auch da nicht füglich hinzu kommen, als von oben herab; Sie bauen daher ihren wein zur nothdurfft selber. Die festung selbst hat keine wälle, aber gute mauren. Sie hat fast eine Viertelstunde in ihrem umfang, und ist mit vortreflichen qewölbern und kellern, so in puren festen gehauen, versehen. Auf der feite gegen dem Boden-fee hat sie in ihrem bezirck ein ronllci, uwer welchen mit erstaunender mühe behältnisse vor soldaten und andere nothdurfft in den stiftn gearbeitet seyn. Es ist auch ein schloß niit zimmern versehen darneben zum auffenthalt der Hertzoge, desgleichen eine kirche und zimlicher waafen-platz; doch liget der ort ausser dem wege, und an keinem rechten paß- baß er einen mächtigen stind abhalten könte; Er dient aber dazu, daß man von daraus das herum ligende land im zäum halten, und etwas hinauf flüchten kan, wie denn die Hertzoge von Würtemberg zu kriegs-zeiten ihr -irjv und andere Kostbarkeiten allda verwahren. Den Schweitzern hat der ort öffters zu ihrer bedeckung von dieser feite, da die Schweitz etwas offen ist, angestanden, sie haben ihn aber von den Hertzogen nicht erhalten können. An. i zao hat der Hertzog Ulrich von Würtemberg diese wichtige vestung durch kauffvon ververwittibtenFrauenvon Klingenberg überkommen. In dem zo jährigen kriege fetzten die Kay- serlichen dieser vestung etliche mahl hart zu, konten aber nichts davor ausrichten; Als sie aber nach der Rördlinger-fchlacht gantz Würtemberg überfchwemet, und derHertzog endlich mit demKayftr verglichen wurde,so muste derselbe versprechen, diese vestung an das hauß Oesterreich abzutretten; weswegen er seinem Commendan- ten dem Obristen Wiederhold die vestung zu übergeben oi-lli-e ertheilte. Es wolre aber der Commendant solchen defehl durchaus Nicht r-lpcÄften, sondern schützte vor, fein Herr sey darzu gezwungen worden, und achte er sich schuldig, die vestung dem Hause Würtemberg zu erhalten, womit die Kayftrlichen zu frieden seyn muffen, bis der Hertzog durch den Weffphäiischen frieden in alle seine lande rclllluiret, und dahero diese anforderung abgestellet wurde. Vor diese treue des Eommendanten hat der Hertzog desselben nachkommen immer mit der Eommendanten-stelle bedacht, wie denn ; Mederholde daselbst Eommendanten gewesen. ( sihe Eberhar- k>US III.) vo-r cicLcis annis. ^shenwart / lat. 4ioclic>vvsrcum oder Raps pi >ma, ein schöner Bayerischer marckflecken und Benedictiner Fraucn-klsster gleiches namens im Btßthum Augsburg, unweit Pfastenhoftn am wasser Paar und an den Pfnltz-Neuburgischen gräntzeu gelegen. Das über dem flecken auf einem anmukhigcn Hügel ehemahls gelegene sehr veste stamm-schloß verwandelte Rapoth Graf zu Hohenwart aus dem geschlcchte derer von Andcchs an. ivgi inbesagles kloster, deine auch Wiltrud dessen tochter nach ihres ältern bruders Or- tolvhs tode alle ihre guter schenckte, und erste Aeblißin darinnen wurde. Sonst soll an diesem orte das in der NonüL imp-rüOcc,, llsntiz, und dem sogenannten Irinei-Li-io ^nkonini vorkommende, und im ietsteren zwantzig tausend schritt weit von Augsburg gegen Oesterreich aefttzie §ubmomorium oder 3u.-»monr»riulii gelegen seyn. l. r. 7. ^/L. ?. I. p. 48z. 77«»^ kayer. llsrvMb. xrg. rz. p, ,77. Qcrm. , <7eÄ«rr. Leogr. ^nk. * hohenwart / das geschlecht, ist eine linie von den in Bayern sehr berühmten Grasest von Andechs. Die ersten, so sich alw geschrieben, waren GrafArbonis von Andechs söhne Ratpott, Geb- hardus, so an. yy4 zum Bisthoffzu Negcnspurg, und Arbo, so an. isii zumErtz-BischoffzuMayutz crwehletwurde. Ratpotssöhn warOrtvlph, welcher aufder heimreise von Jerusalem starb, und zwey söhne/Siegfrieden undOttoncm,hinterließ,so sichGrafen vonSchrobenhauftwLebnau undThaur genennet und M.H76 lhr geschlecht qeeudiget haben sollen. Es erweiset aber Hund, daß um diese zeit Marggraftn von Hohenwarth in «Lteyermarck gewesen, so er aus diesem geschlecht zu seyn glaubet; und Schönleben erzeh» let, daß noch zuvor einige dieses namens nach Crain gekommen, und daftlbst den ritterffand angenommen, von welchen sich das noch jctzo daselbst blühende Adeliche und Freyherrllche geschlecht derer von Hohenwarth herführet. Es besitzet dieses in demHertzog. thum Crain vielherrschafften und fthloffcr, bencbenst dem obristen Erb-Trnchftssen-amt und theilt sich in 2 linien. Tue alterefuhret den namen zu Gewachstem,die jüngere aber zu Furcht und Messenbach. Von jener ist schon an. 1467 Andreas als Landes-Hauvt- mann in Crain Hauptmann zu Mvdlmg und obrister Erb-Truch- fts in Crain und der Windlschen Marck, bekannt gewesen. Die letztere hatsich an. 1641 ausderSceyermarck, dahin pe an. i?y 4 gekommen, in Crain niedergelassenwnd ist von derbsten m waapen unterschieden. Nach ansang des -8 Kcu>, «»r-rte srancsscus Eras- mus von Hohenwarth, als ein berühmter Gmealoglst,M Hertzog« Es "gen die Fürstlichen Ho- Würtember? bnv von dem Hertzoqthum dem Furstenthum Fürsiendera und GraMiaflt in die breit?" ""'schloffen,/ und betragen etwa 6 meilcn so ein? uralte die eigentliche Grafschaffk Zollern, uralte nat allen ihren regalwn, herrllchkelrenundocn- uunritteibahre und unlehnbare Grasjchafft ist, und von einer schönen bergvestnug, Hohenzoliern genannt, 2 meiien von Tübingen bey dem stadtieln Hechlnaen ae- legen, den namen führet, welches ein vornehmer Land-Herr, Da- Nicko, an. 829 bejesscn» Den namen führen einige von den zollen her, welche Kayser Heinrich III allbere»t Ferfricdo Evlummo, der schon zu Kaysers Conradi II zelten aus Italien gekommen seyn soll, gegeben ; Wiewohl Cernitius will, daß Petrus Columnius, zum andencken seiner in Italien verlaffenen güler, dieses schloß zu Henrrci V zelten erbauet, und solches Zagerollen geheissen, somit der zeit Zollern genennet worden; Welches letztere aber nicht wohl seyn kan, indem das schloß Zollern älter ist, als der Columneser schloß Zagarella ohnfern Rom. Die Schwäbischen städte verwüsteten es an- 142;, jedoch hat es der GrafLudovicus Nikolaus in dem 1; leculo wieder erbauet, daß es an. i6;4kaum nach einer jährigen woguscl- von denWürtewbergern hat erobert werden können. Nächst diesem gehört darzu die Grafschafft Sigmaringen, davon an seinem orte; ferner die Grafschafft Beringen, welche an die vorige gräntzet. Sie hat ehemals ihre eigene Herren eines alten Rhätffch-Schwäbischen geschicchts gehabt, die entweder mir den Grafen von Dillingen einerley herkunfft, oder doch sehr nahe verwandtschaffl gehabt. Die Grafschafft Scbwavach deren. Haupt-schloß z meilen oberhalb Augsburg unweit der Werbach gelegen , soll vorzeiten mächtige Herren Ungarischen Ursprungs, die sich von Baltzhauftn geschrieben, gehabt haben. Selbige ist an die Herrenvon Rechb'erg, und von diesen an das haußHohenzoüern gediehen. Die Grafschafft Hcngcrloch hat ehemals zu der Graf« schafft Hohenberg gehört, und ist von Oesterreich gegen die Herr- schafft Rakunz an das Zollerifthe Haus gekommen. " Die andern vrterstnd Bißingen,Habsberg,Hechingen,Kilberg, Lausen, Nera, Sigmannsdorff, Stetten, Weßingen, Wittenhauftn.Zimmern, u. a. m. Diese lande haben an flüssen die Donau, Lanchart, Star- zel, Tejach, und sind sonst von zimlicher fruchtbarkctt. Es sind heutzutage2linien, wovon die Hechinglsche das Fürsterrthum Hohenzollern samt dessen zugehörden besitzet. Der andern Fürstlichen linie gehören die Graf-und Herrschafften Sigmaringcn, Beringen, Haigerloch und Wehrstein zu. 2--7e,r ckcon. 8uev. ?. 1. p. ;zr. hohenzollern / ein ur-altes Gräfliches geschlecht in Teutsch» land, so die ehre hat, daß aus demselben das jetz- florirende Königliche Preußische und Vrandenburgijche hcmß entstanden, und zu ansang des. 1-den seculi in den Fürsten-stand erhoben worden. Von dem Ursprung desselben sind gar verschiedene Meinungen. Erstlich haben viel geglaubet, das Hohenzollerische geschlecht stamme von dem berühmten Italiänischen hauß derer von Columna oder Co- lonna her,aus welchem um das jähr 1080 Petrus, oder dessen sobn Ferfridus, oder auch alle beyde, um vor den Verfolgungen Pabst Hildebrauds, oder Gregor» VII sicher zu seyn, sich zu dein Kayftr Henrico IV in Tentschland reürirt, und von ihm mit dem stück lan- des in Schwaden, so man nachgehenbs die Grafschafft Hohenzollern genennet, wegen geleisteter treuen dunste belehnet worden. Allein daß diese Meinung falsch, ist nur daraus abzunehmen, daß schon lang vor dieser zeit Grafen von Zollern gcwesen.Andere meinen es besser zu treffen, wenn sie es umwenden und sagen, die Co- lumneftr stammen von einer neben-linie des Hauses Zollern her, die Cvnradus Grafim Sulgöw gestifftet; aber auch diese erzehlung wird von andern in zweiffel gezogen. Eben so ungewiß ist, was einige vorgeben, daß der erloschene stamm der Grafen von Zollern durch die von Eolonna wieder ersetzt worden seyn soll. Unterdessen ist gewiß, daß die Colonneser die Grafen von Hohenzollern vor ihre zZEen ausgeben. Die, so den Ursprung des geschlechts von den Habsburgern herleiten wollen, können auch keinen genügsame» betreff aufbringen, viel weniger einen stamm -vater der Grafen von Zollern aus dem Habspurglschen hang nennen. Nicht mehr gründ haben die, so die Gneise» zu Urhebern dieses Hauses machen. Zum wenigsten läßt sich leichter eine aiwerwandschafft >" coii/nerLit als in reÄ» zeigen. Ungewiß ist, ob, wie Pregitzer haben will, Thaßilo Guelfonis I bruder, beyde aber Graf Jftnvards, ohne gewesen, welcher Iftnbard mithin der gemeine stamm - vater beydee Häuser wäre.Bertboldus aber,Welfi II bruderffo um das zahr 1024 gelebet, kan aar nicht vor den stamm-vater p-ll.ren, weil es schon 200 jähr vorher Grafen vonZvllern gegeben.Jn summa,es ist alles was von dem ersten Ursprung dieses hohen Hauses gesagt wird, mz höchsten graä ungewiß, sonderlich wenn man nut Pregitzem uni» denen dieser gefolget, biß aufden ansang des; ftcnlr zurückgehet« und Pharamund der Francken Konig, oder wohl gar den Tro,änlichen Antenor zu vor-cltcrn der Grafen von Zollern machen wolle. Wir wollen,was miteiniger gewißhett von dicftnmzeschleüll gejagt werden kan, im folgenden vorstellig machen. Tbaßilo, Graf zu Lem"von dem hernach 2) Eriboidum, Abt in der Reichenau; Fridericnm zu Hechingen, weicher ohne erben starb; 4) Gotz- boldum, Graf zu Bussen, dieser fttztere hmkerlreß Berchtvldum welcher mit des Grafen zu Snlgow erb- tochter Conradum mid Meinradum gezeuget. Der letztere ward als ein emsied^mn dce Schweitz, wosetzo das klo^rEinsiedelnstehet, .snonitlrt; Conradus aber, welcher auch Colm und ^ nennet wird, soll von Zventiboldo, Komg ,n Lothrmgüii, verlue. den, und der Urheber folgender Italiänischen vrter, ^elonna, Zu- aianound Zagarollaieyn. Seine söhne wareilLudomms, Abt in oer Reichen.au; Hugo, von den, dle r-anll, zu Ven^rg und Parma herstammen; Meinradus ll, Urheber des t-mises Golalto, Siegfried, ein vater der Grafen von Pfullendorff, und Rudolph, em uamm-vater der Grafen von Sigmarien. Obgedachter Dancv, Dancmarus oder Tanquardus fetzte das Uerifche gefchlccht for, und starb an. 866. Seine gemahlm war Margaretha,Gräfin von Cilly. Ihm folgte sein söhnRndolphus, welcher an. 9; ; dem v tburnier zu Magdeburg beygewohnet, und dem Kayser Henncol wider die Hunnen gute dienste geleistet. Seme geniahlin war Anna oder Elisabeth, eine Gräfin zu Rhcineck.Deffen kmder waren Otto, Eriboldus II, Abt und Herr zu Sulgow, und Margaretha, Theo- dorici zu Puttringen gcmahlin. Otto, (den andere Riwolphl bru- der nennen) war mit aufdcm thurnier zu Magdeburg, und hatte von feiner gemahlm Ottilia, Gräfin zu Vehringen, 2 > ohne,nem- stch Wolffgang und Friderich (I.) Dieser zeugte mttemer Marg- grafin aus Mähren, AgneS, die sich mit Bürcardo, Graten zu Vehringen, vermählet. Wolsigana befand „ch an. 948 auf dem thurnier zu Costnitz, und zeugte mit Metta oder Mczzavonmassau, cinen söhn, namens Friderich I, (II) welcher um das mhe 98° ge- lebet, und das schloß Hohenzollern erneuert haben soll. Seine gemahlin war Ursula, Gräfin zu Hohenberg, von welcher er z fokne erzeuget, nemlich Bnrcardum, der um das jähr 1019 ge edet, Johannen, und Fridericum II (III) oder Frido!inum,dcr ihm folgte. Dieser lebte um das jähr und hatte von feiner gemahnn Sophia, Pfaltzgräfin von Tübingen, 4 söhne, worunter der erstcGras Burcardus ihin folgte; der andere Wetzel blieb in der Wacht an. io6i,undgieng oh»e leibes-erben ab; der dritte, Albrecht, war Abt zu Albersbach; der vierdte Eitel Hai,ß soll eine Gräfin von Habsburg zur gemahlm gehabt haben. Wiewohl andere Burear- dum und Wezeln nicht vor Friderici II oder Fridolinr lohne, sondern vor dessen brüder halten. Einige machen auch Bnrcardum zu Ferfridi brnder, und beyde zu Petr, Columnä söhne»; hingegen behauptet Pregizer die hier angeführte gcncLiozi«-. Mehr gedachter Graf Burcardus fetzte das gefchlecht fort, diente anfänglich dem Kanstr Hcnrico IV wider die Hunnen, und blieb nebst >cmem bruder Wezel in einer sch.'acht, die Hcrtzog Nudolph von Schwaben, dem er bcystund, wider Dertholdum von Zähringcn gehalten, au. roül. Seine gemahlm war Anafiafia, Gräfin zu Rheinfelden, Hertzogs Rudolphi von Schwaben fchwcster. Gr hatte 4 söhne, worunter Fridericus III (IV) ihm gefolgct; Burcardus; Albertus war Lonvenlusi in dem klostcr Albersbach, und Fridericus. Von diesem letztem oder dessen bruder Bürcardo, möge vielleicht ihren Ursprung gehabt haben Wczel, dessen an. 1119, uud Johannes, dessen an.i izi gedacht wird, ingleichcn Ulricus, Abt zuReichenau, der an. n;6 aelebt, und Demuth oder Denckmuth, die nebst ihrem gemahl Graf Bartholomäo von Bibereck, an. 1126 das klostcr Roggenburg gestifftet. Obgedachter Fridericus III (IV) genannt Mauke, war des Kaysers Henriei V beständiger gesährc in feinen kriegen, und hat der stadt Speycr an. 1111 ein sonderbar p-lvN» xlum zu wege bringen helffen, weswegen fein bildn»; daselbst in der Dom-kirche stehet. Einige nennen ihn einen Pfalkgrafcn. Seine gemahlm war Adelheid, Udelhild oder Verena,Gran» von Kyburg und Dillingen, welche ihm gcbohren Rudolphum, von dem hernach ; Fridericum, der mit Üdclhcid, einer Gräfin von Simmern, Eginonem und Albertum gezeugt; Cunonen,, welcher dein thur- nier zu Zürich beygewohnt; Albertum, welcher ledig gestorben, und Emerentiam. Der älteste Rndolphus II, war ein tapfferer Herr, wohnte an. 116z dem thurnier zu Zürich bey, und halffden « fept. desselben jahrs,in begleitung seiner brübec Friderici und Cn- nonis, Welfonem Hertzog in Bayern vor Tübingen wegfchlagen. Von feiner gemahlin Agnes, Frcvin von Gundelfingen, hatte er 4 söhne, nemlich Friderich IV (V) welchen einige auch Rudolph Friderich nennen, von dem unten; Burcardum, welcher au. 1170 gelebet; Fridericum, der eine Gräfin von Habsburg zur gemahlin gehabt; und Conradum I. Dieser ward der erste Burggraf zu Nürnberg, aus diesem hauß, vermuthlich durch feine gemahlin Maria, GrafDiepoldi zu Vobburg tochter, aus welchem hauß etliche vorher Burggrafen zu Nürnberg gewesen. Biß hicder gehet veralte Zollerifche stamm, der sich um diese zeit in 2 äste oder li- nicn, nemlich in die Vurggräflich-Nürnbcegifche und in dicHoben- zollerifche getheilct. Um die art und weiß können sich die 8 cnkcmm vichi vergleichen. Rcntsch und einige andere, sonderlich Branden- burgifche aurorcs, machen Conradum I zum stamm-vatcr derBurg- grafen von Nürnberg, und seinen bruder, Friderich, zum stamm- höh nicht an solchen fehlet, die Fridcrieo I (III) auf dessen Atem der gantze cilNcniu; ankommt, Conradi II brudcrFriderieum II ZUIN Vater geben, da Pregizer beyde zu dessen söhnen machet. Obgedachter Conradus I nun soll, nach Rentschens eutwurff, Fridericum I, Burggrafen zu Nürnberg, gczeuget haben , welcher sich an. 1214 aufdcm Rcichs-tagzuAugspurgbefunden, undan. i2i8gestorben. Seme gemahlm war, Sophia, Ottonis cllviu5. Marggrafen zu Mensen, tochter, Mtci Hertzogs in Böhmen wittwe, welche ihm Cvnradumllund.Fridericum Ilgebohrcn.Dieser,nemlichFride- II, Burggraf zu Nürnberg und Äbenberg, wegen seiner ac- und Kaysers Conradi IV vluts'fteundin gewesen,überlebte seine bhider, und vermachte daher und Fürth nach Bamberg, Äbenberg und Spalt nachEichstädMirnr. berg dem Teutschen orden, dessen Landmeister in Fransten er v ,i. leicht an. 127; gewesen. Jener, nemlich Conradus II, soll «L Friderici II geheimer Rath und General wider Hertzog Frider c m von Oesterreich,Wch seines altem sohns HenriciOber-Hofme« gewesen seyn. Seme gemahlin Clementia, sovorKaystrsAu« phi I schwester gehalten wird, hat ihm nebst Adelheiden, Psa,k 2 Nabothonis in Bayern gemahlin, Fridericum III (l)aebvbrm Dieser starb den - 4 ang. an. 1297, nachdem er sich 2 mal verm« erstlich mit Elijabcth, Ottonis III des letzten Hertzogs ru Mewn schwester, und nach deren an. 1272 erfolgten, tob mit Helena, A berri l Churfürsten zu Sachsen tochter, so an. 1)09 gestorben D r erste gebühr ihm r) Johannen,, 2) Sigismundum, welche berde von dem pobel zu Nürnberg erschlagen, als einer von ihren ja d. Hunden eines senjen-schmids kind zerrissen; auf der entlvffenm thäter Häuser ist ein immerwährender zins geleget, und den Bura, grasen angewiesen worden. ;) Mariam, eine gemahlin Lud«,, Grafen zu Oettingen, welche ihrem vater, da er ohne männlichen, den abgehen solle, durch Käystrliche Necrera an. ,27; undan. irzi als univcrsLi-erbin Mdlliruirt, dessen sie sich an. 1287 begeben, nachdem aus des vatcrs anderer ehe kinder erfolgt. 4) Adelheid, Hen^ rici Grafen zu Castel gemahlin. 5) Elisabeth, Gottfrieds, Grasen von Hohenloh gemahlin. Von der andern gemahlin hatte er (1) Johannen, I, welcher gar jung zu der rcgierung gekommen, und an. i zoo gestorben. Seine verlobte war Agnes, Henrici jLandgrafen zu Hesse» tochter. (2) Fridericum IV (II) vondemher. nach. (;) Annam, Ei,nconis Grafen z»Nassan gemahlin. IvOss. GrafGebhardi von Hirsberg gemahlin. Jetzt - gedachter Fridericus IV (II) starb an.,; ;2 den 20 may, nachdem er mit Margaretha Hertzog,,, aus Kambien gezeuget 1) Johannen, II, von dem hernach; 2) Fridericum, Bischofs zu Regenfpma; z)Co„radum, welcher am i z ;4 gestorben. 4 )Catharinam,Graf Ebcrhardi von Werthe,,,, gemahlin. ;) Agnes, GrafBmhM von Greißbach gemahlin. 6 ) Anna»,, eine gemahlin eines Land. grasen von Hessen. 7) Albern,,,, den schönen/ weichern». ,;6i gestorben, und mit Sophia vonHeimederq 2 lochten, gezeuget, da. von Margaretha an Balthasar Landgrafen in Thüringen, Ama aber an Suantiborn, Hertzoq i» Pommern, vermählt worden. 8) Dertholdum, Comtbur zuVirnsberg, Kaysers Ludovici V Hof. Cantzler, Bischoff zu Eichstädt. Obgedachter Johannes IIM an. i ;?7 den 7 oct. nachdem ihm Elisabeth, Bertholdi zuHem- berg tochter, gebohrcim (1) Fridericum ^(Hl)von dem hernach, (r) Margaretha,,,, Stephant r-KuiLci, Hertzogs in Bayern, gemahlin. (;)Elisadetham, welche sich erstlich mit Ulrico, Grasen von Schanmburq, und hernach mit Alberto Grafen von Leuchten« berg vermählet. (4) Anna, Aebtißiu zu Birckenfeld, und hernach zu Himmclscron. (;) Adelheid, welche ihrer schwester in derMe» zu Birckenfeld iucce^jrt. Obgedachter Fridericus V (III) starb den 2, jan. an. 1,98, nachdem ihm E!isabetb,MarggrafFnbM 8 cvcA zu Meissen tochter, gcdohren 1) Johannen, III, welcher an. 1420 gestorben, und von Margaretha, Caroli lV tochter,M linder hinterlasse». 2) Fridericum VI, ersten Churfürsten;n Brandenburg, (sihe Brandenburczisches gefchlecht.) ;)Elisa. bclham/KaylerüRuperti gemahIili. 4 )Bealricem,Albertiiiiitdem zopff/Hcrtzogs von Oesterreich, gemahlin. ;)Margarethain,Her. maimi Landgrafen zu Hessen gemahlin. 6 ) Catharinam, Aebtißn zu Hof. 7) Ännau,, die ihrer schwester Catharinä wcc-Arte, und sich an. 1429 oder ;oj„ dem Hußiten-kricg aufder flucht verlobe, 8 ) Veronicam, Barnimi VI Hertzogs in Pommern gemablin, Obgedachter Fridericus IV (V) führt in den alten ciocumtnwden namen iüullr.r und hochgcbohrcn, woraus einige schlicsscn, er habe von seinem bruder Conrado das Biirggraftbum Nürnberg geerbt. Seine gemahlin., eine Gräfin von Zwcybrückcn, gebahr ihm liebst 2 töchlern, davon Sophia an Conradnm, Grafen zu fireyburg, und Anna an Gottfried , Grafen zu Spanheim, vermählet worden, Eitel Fridrichen, und Fridrichcn, ivclchcr an. 1267 das kloster Stelen indem Gnadenthal, nächst unter dem stamm-hauseHo, hcnzollern gestifftet hak, und den 24 may an. 1289 ohne erbenM seiner gemahlin Ubclbilde Gräfin vonDillinqen zu haben, gestorben ist. Der älteste, Eitel Fritrich, ist nach Pregüers Meinung der stamm-vatcr nicht allein der nach ihm gefolgt«, Grafen „nd stur. stcn zu Hohenzollern, sondern auch der übrigen Burggrafen ;>t Nürnberg, und derer von ihnen entsprossenen Churfürsten zuB« denburg. Er brachte seinem fchwager Rndolpho I an. 127; de post von dem Kayferthum und ward davor mit demBurgMWM belehnt. Seine gemahlin war Clementia, Anna ober MM, Gräsin zu Hadsburg, Kaysers Rudolphi schwester. Er halleM selbiger 2 söhne, Fridrichen I, (III) und Eitel Fridrichen II, wll' ehe» beyden brüdcrn ihr vater die Buragrasschafft Pürnbcrg u»» die Grafschafft Hohenzollern überließ, die sie nach Wem Mttr- gestalt getheilct, daß der älteste Fridrich das Bnrggrasthum bek« und sich hernach allein einen Burggrafen von Nürnberg gene«, welcher der stamm-vater des hcüiigcn Hauses Brandenburg >l- (übe Fridericus. ) Der jüngere, Eitel Fridrich , Zollensche lande, und nennte sich dahero bloß einen Maien » Zöllen,. Jedoch werden Eitel Fridrichen I nebst 4 töchtmW» Ottilia, Alviconis Grafen zu Sultz, und Sophia, RabAd; ?Mg< grasen zu Krainburg gemahlinnen, Anna aber eine klolter HM frau zu Steten gewesen, und Eupbemia ledig gestorben, now , dcre 1 ohne zugeschrieben, nemlich Rudolvhus,welcher DomhcM Grasin vonRbeincck und Albertus,söGuttam, Gräfin von HE stein, zur gen,adln, hatte; Johannes, welcher Doni-H»,' , Cölln und Straßburg war; Berchtoldus, welches , r Marggrasin von Montftrrat vermahlet; Leiten Mayntz ^ mit einer höh Probst zu Augspurg, und hernach Bischoffan. obern 04. Eitel Fridrich II setzte die Hvhenzvllerische linie fort , lebte um das jähr 129°/und war Admiral auf der Niederländischen see. Seine gemahlin Hildegardis, Gräfin von Schlüsselberg, gebahr ihm nebst 6 tochter«; sohne; von jenen wurde Sophia an Conradum von Furstenberg, Catharina an einen Grafen von Thierstein, Clara an Berchtold,, Truchsessen von Waldburg, Leutgardis an Conradum von Schlusselberg, und Margaretha an einen Herrn von Hohen» sachsen vermählt, Cunegundis aber ist Aebtißin zu Lichlenthal bey Baden gewesen. Die söhne waren Eitel Fridrich III, von dem hernach, Fridericus zu Schaltz-oder Schalcksburg, und Fridericus zu Meickenberg, dessen Wittwe Udelhild samt ihrem söhn Friderico die stadt Muhlheim an der Donau an. dem Stifft Costnitz verkaufft. Eitel Fridericus III nun, welcher sich und seine brüder die ungenannte von Zollern nennen soll, setzte das geschlecht fort, und zeugte mit Margaretha, Eberhardi des durchläuchtigen zu Wurtemberg tochter, Fridericum V, von dem hernach; Friede- ricum, Chorherrn und Vizdum zu Augspurg, so an. 1,49 lebte; Johannem Fridericum, so an. izn auf dem thurnier zu Raven- sperg gewesen; Albertum, dessen an. i; 17 und i;68 gedacht wird; Agnes, welche an Ludovicum von Savoyen, Grafen zu Vaud; Catharinam, so an Ottonem zu Eberstein, und Sophiam, fo an einen Grafen von Fürstenberg vermählt worden. Fridericus V, oder der ältere, genannt (pstertag/ein lustiger und angenehmer Herr, setzte das gestechte fort, und starb an. i;4°. Seine gemah» lin Agnes, Landgräfin zu Nellenburg, Eberhardi tochter, gebahr ihm Fridericum V I, von dem hernach; Fridericum, Q-nonicum zu Straßburg und Augspurg; Fridericum Ostertag, welcher An» nam ( Magdalenam) von Hvhenberg zur gemahlin gehabt, und an. 1412 gestorben; Johannem, welcher an. i; ;c> dem thurnier zu Jngelheim beygewohnt ; Margaretham, eine gemahlin erstlich Alberti Grafen zu Abensperg, hernach Wilhelmi Grafen zu Buchberg MdMagdalenam, welche an denGrafen zuMontsachsen vermählt worden. Fridericus VI der schwartzr oder hochgebohrne genannt,setzte das geschlechte fort. Erhielt eine gute remerey, womit er dem Reiche grosse dienste leistete, und blieb an. i;86 0 >. 1402) in der schlacht bey Semvach wider die Schweitzer. Er hat sich 2 mahl vermählt, i) mit Anna einer Gräfin von Hvhenberg, s) mit Adelheid Graf Gottfrieds von Fürstenberg tochter. Seine linder waren Fridericus VII, von dem hernach; Eitel Fridericus III, welcher dem Hause Oesterreich gute dienste that, und an. 14; 1 starb, von seiner gemahlin Anna Gräfin zu Sultz keine kinder nach sich lassend; Fridericus Arplin, e-nonicus z„ Srraßburg, Bischoff zu Costnitz, starb an. 14)6. Friedericus Fritzlin , Ononicuz zu Straßburg; Fridericus Hüglin, Closter-Herr' in der Reichenau; Wilhelmus, so dem thurnier zu Bamberg beygewohnt; Margaretha , welche an einen Grafen zu Nassau, Agnes, so an Henricum, Grafen zu Fürstenberg vermahlt, und Anna, so eine Nonne im klo- ster Stellen worden. Der älteste söhn, Fridericus VII , genannt derivetttnaer/ setzte das geschlechte fork.Er wurde also genennct, weil er an feines vetters Grafen zu Oettingen hofauferzogcn worden. Er führte krieg mit den Reichs-stadten, sonderlich aber mit Rvtbweiler und der Gräflichen wiltwe zu Würtemberg, Henrica VvnMümpelgard, worüber er an. 1421 gefangen,sein ftamm-hauß zerstört und die meisten alten mnnumenc- verlohren worden. Er starb an. 1422 auf der reise nach dem gelobten lande. Seine gemahlin war Ursula, Freyin von Ratzuns, Heinrichs, Freyherr» von Ratzuns tochter, dessen erbin sie auch gewesen, dannenherv sie diese frehe Herrschafft Ratzuns in Graubündten an das hauß Zollern gebracht. Sie gebahr ihmJodocum Nicvlaum, von dem hernach , und Henricum, L-nonicum zu Straßburg. Andere setzen noch hinzu Fridericum «.ixolum und Johannem Fridericum, welcher an. 144; auf dem thurnier zn Stuttgard gewesen seyn soll. Jodocus Nicolaus setzte das geschlechte fort. Er bauete sein alt-väterlich berg-schloß Hossenzollern an. 1454 wieder auf, muste sich aber an. 1456 gegen Graf Ulrich von Würtemberg verschreiben , daß er seinem Hause weder hieraus noch aus Hechingen etwas zuwider thun wolte. Bey dem KayserFriderico III und dem Ertz-Hertzoge Sigismundo stund er in ansehnlichen diensten, und starb den 9 febr. an. 1488. Seine mit Elisabeth, Grafen Johan- nis von Würtemberg tochter, erzeugte kinder waren, Eitel Fridrich IV, von dem so fort; Friedrich, Bischoff zu Augspurg, welcher Hechingen und Hohenzollern besser bauen haiff, und den 8 mart. an. verstarb; Eitel Fridrich,Marimiliani l Admiral in denNie- derlanden, blieb den 27 jun. an. 149° in einer schlacht; Fridrich Albrecht,Marimiliani I Obrister,blieb an.i48; vor Utrecht; Fridrich Johann, Marimiliani I Oberster,blieb an. 148; in der schlacht beyDendermonde; Helena, eine gemahlinJohanis,Truchseßen von Waldburg. Eitel Fridrich IV pflantzte das geschlechte fort. Er wardes Kaysers Marimiliani I geheimder Rath und ObristerHof- meister, Ritter des goldenen vliesses, General in Spanien, Lands- Hauptmann der Grafschafft Hvhenberg, erster Cammer-Richterzu Speyer, brachte das Reichs-Erb-Cämmerer-amt an sein hauß, vertauschteRatzuns an Oesterreich gegen Haigcrloch,ward mit der Reichs-steuer der stadt Reutlinqen belehnt, und starb den 18 jun. an. 1512;» Trier. Seine mit Magdalena, MarggrafFriderici zu Brandenburg tochter, erzeugte kinder waren 1) Franciscus Wolf- gangus, Lands-Hauptmann der Grafschafft Hohenberg, welcher den -6 jun. 17 verstorben, nachdem er mit Ronna, Marggraf Christophori von Baaden tochter, gezeuget Christoph Fridrich, heran. 1;;; vor Marseille geblieben;Eleonoram(Helenam,)so an Christophorum Grafen zu Lengen und Nellenburg; Annam, foan Fridericum Freyherrn zu Hohen-Sachscn; Elisabeth, so an Chn- stvphorum ffe Lc«l« vermählt worden, und Roflnam, eine Nonne m höh 815 KavÄarow vL sich ließ. Dieser halff unterem o V die stadt Metz belagern, und stund MaragrafAl- kÄ^KV^?^nburgbey. Erstarb den 10 jun.an.i;;8 , uni> zu Zimbern, keine kin- ward Ritter des goldenenvliefies, und starb zu Pavia den 1; jan. an. 152; an beygebrachtem gisst. Seine aemablin, ^kobanna ron Borseln, Philipp; von Witthem erb-tochter, gebahr ihm Carolum HM Fridrich, sodeni7j.chchE^;44v?^^^^^ Defir geblieben, Felir Fridrich, der in Kayftrlichen kriegs-dien« die nicht zu cur-ren war, daran er an. rssi oder Es starb. Mit seiner gemahlin Maria, Gräfin 8l6 hol) MräKn von Ziemen, evbm des Bergen ob Zoom, Zkugre er eine eintziae tochter, Henriettam Franciican,, welche chr mütterlich erb ihrem qemahl Friderich Moritz vo»E, Grafen voilA- vergne, an. 166s zugebracht hat, und an. 1698 gestorben. Hierauf fiel die Fürstliche Legierung auf seinen nächsten bruder, Phlkpp Friderich. Dieser war bey dem Ertz - Ottfft Colln und Vtraßburg c->n°nicu-, verließ aber, weil fein älterer bruder keine männliche erben hinterließ, aufvorhergehende Pabstliche mffcMzc,°n den geistlichen stand, und vermählte fleh an. 1662 mit Maria Sldoma, Marqgraf Hermanni korcunau zu Banden tochter. Er trat nach feines bruders tod dieregieruim aiywclche er auch biß am 1671 aeführet. Seine Ander waren 1) Friderich Wilhelm, von dem so fort; 2) Hermann Friderich, qebohren den n ian. 166;, welcher die csnoniäce bey dem hohen Stifft Cölln und Straßburg verließ, dem krieg folgte, und darum anfangs o-ner-l.Wachtmeister, dann Oencr-i-Feld-Zeugmeister, und an. i724wurcklicher6c^crL> Feld- r^LrtcKsii wurde; Seine erste gemahlin Eleonora Magdalena, Marqgraf Christiani Ernesti zu Brandenburg Culmbach tochter, startn» Etlingen an. 1711, und hinterließ Eberhardinam Eleono- Lam nach sich; die zweyte aber Maria Iofepha Teresia, Frantz Albrechts, Grafen von Oettinqen- Sviclberg tochter, brachte ihm Mariam Christtnam auf die welk. z) Leopold Friderich, gebohren an. 1666 den n febr. blieb als Käyferlicher 1684 den 18 jul. vor Ofen; 4) Maria Margaretha Apollonia,, gebohren den L6 apr.an. 1670, starb den 24 apr. an. 1687- Der älteste Frideri- rus Wilhelmus, gebohren an. i Sü;, Käyfcrlicher o-nc-s,. Fcld- Marfchall-t-lcm-nLm. wohnte an. 1691 dem treffen bey Salame- went bey, ward an. 1702 in dem bey Friedlinqen gefangen, machte Ach aber wieder loß,und ist es falsch,was etliche berichten,daß er damals umgekommen. Er hat an. 169, den Fürstlichen littst vor sich «nd alle feine nachkommen erhalten, auch wegen des Burggraf- thums Nürnberg einen erb-vergleich mit dem hauß Brandenburg bis auf Käyferliche coi-llrmsno» gemacht. Seine erste gemahlin war Maüa Leopvldina Louifa, Gräfin von Sintzendorff, an. 1687 den 22 jun. Nachdem diese den 26 may an. 1709 zu Wien gestorben, bat er sich mit MaximilianaMagdalena,Fräulein von Lützau, vermählet. Sie wurde erstlich Homburg genenner, nachgehends aber von dein Kayfer in den Grafen-stand erhoben. Seine Ander sind Fridericus Ludovicus, Fürst zu Hohcnzol- lern, Burggraf zu Nürnberg rc. Käyferlichcr General von der ca- v-lierie, und Obristerüber ein regiment ctti-Lllirer, gebohren den ;o auq.an. 1688 zu Scraßburg, welcher sich den -8apr. an.' 722 mit Maria Cäcilia, Frantz Albrechts, Grafcns von Oettingen» Spielberg , und Johannä Freyin von Schwcndi tochter vermählet. Louifa Ernestina Friderica, gebohren zu Ulm den 7 ian. an. 1690, gieng, als sich der vater zum andern mal vermählte, zu Wien ins kloster,ward aber den 19 febr. an. 171; an Francifcum Antonium, Fürsten von Lamberg, vermählt, und starb an. 1720 zu Skcyer, nachdem sie zuvor eine Stern- crcutz- ordens- vsme wurde; Char- lotta, gebohren und gestorben an. 1692; Christum Ebcrhardina, gebohren den; mertz an. 169;, gehet ins kloster zu Pilsen in Böh- Fridericus, gebohren und gestorben an. 1697 und Sophia wen;_ . ^ . Friderica, gebohren den 16 febr. an. 1698, ist in einem Niederländischen kloster; Eberhardus Fridericns, der cintzigc söhn von feiner zweyten noch lebenden gemahlin,gebohren den 18 stpt. an. i7> 1, wird cle Homburg genennet. Die gerechtfame des Hauses Hohenzollern anbetreffend,so sind sie 1) des heil. Röm.Reichü Erb- Cämmercr, womit sie von Brandenburg belehnt worden. ( sihe Lämmerer.) 2) Ihre lande tragen sie nicht von dem Reich zu !ehen,ausserdaß sie von dem Kayfer den blut-danu, und eine steucr über das Schultheissen - amt in der stadt Neullingen empfangen. Das andere, als die Graffchafft Vehringen, gehet an Oesterreich zu lehn, welches auch über Sigmaringcu die Ober-Herrfchafft fu« chet, darwider sich aber die von Zöllen, bis hieher mz.nccniret. So tragen sie auch die Herrfchafft Haigerloch als ein Hvhenbcrgifch stück von Oesterreich zu lehn. Die Graffchafft Hohenzollern aber ist »iiogizi und unlehnbar, wie solches Kayfer Ferdinandus in offt-ge- dachten Fürsten-briefen bekennet, z) Das land ist gar klein, und hat ein Fürst vonHechingen jährlich über ;oooc> fl. nicht cinkünffte. Mit ihren lehns-v^nen ist es wie in dem Würtcmbcrgifchen, daß sie Reichs-immctli-ri und keineLandcs-stände sind, muffen aber doch vor dem lebn'gerichte erscheinen / welches aus denen lehn-manncn bestehet. So ist auch unter die Privilegs des Hanfes Hohenzollern zu rechnen, daß sie von dem Käyferlichcn Hof-gericht zu Rohtweil -xi- «ilrt sind. Mit der Fürstlichen würde ist es so beschaffen, daß anfänglich von dem Käyfcr Ferdinands II an. isr; nur Johann Georg von der Hechingifchcn linie in den Fürstcn-stand erhoben wurde ,welche würde nach ihm allemal der älteste Herr dieser linie führen, die andern aber im Grafen-stande verbleiben sollen, wie denn auch an. i6?z dessen ältisterPrintz Eitel Friderich in dasJür- sten-coUegi'im eingeführet worden. Nachqchcnds wurde auch Meinardus Sigmaringifcher linie von dem Käyfcr in den Fürstenstand erhoben, dcrsitz und stimme aberaufdem Reichs-tag blieb allein bey der Hechingifchcn und Johann Georgischen nachkommcn- schafft. Hierauf haben Eitel Friderich von Hechingen undMeinar- dus von Sigmaringcn mit Kayfcrlicher co„6>-mskicin einen lractat errichtet, daß allezeit nur der ältst - gebohrne regierende Herr ein Fürst sey, die andern aber in dem Grafenstand verbleiben sotten,bis endlich an. 1692 Fürst Friderich Wilhelm von dem Kayfer Leopold ein exiengnns-cli^iom» erhalten, daß hinfort auch alle ce-llcrren und jüngere Herren feiner linie Fürsten seyn sollen. Dergestalt sind dcutiqs tags die Haigerlochifche linie und nachkommcnschafft,Graf Francifci Antonii und die gebrüdere des Memardi von Siqmarin- gcn nur noch im Grafensiand.Jm rang baden die Fürsten von Ho- tzenzollern aufdemReichs-tag nachAreWurg chren sitz bekommen; höh Sie haben aber nachgehends gesucht, sich an die Brandeuh^l. schen Marggrafen anzuhangen, und mit denselben dievierdteS als die Churfnrstliche,Bayreuthifche, Anspachische undZEr scks auszumachen, wodurch sie zwar keinen höhern sitz aufderFmL banck verlanget,, dennoch aber ausser diesen in der personal Fürs, chen würde den Marggrafen gleich und vor alte Fürsten qeMek auch allen denjenigen vorgezogen seyn wollen, denen diese vom Vrandenburgifchen hang vorgehen, worinnen sie aber von den mei' sten Fürstlichen häujern Widerspruch gefunden. Wegen der erb- folge und titulatur haben sich die Fürsten und Grafen von Hoben« rollern schon mit demChurfursten FriderichWilhelm vonBranden- burg verglichen, daß sie sich Burggrafen von Nürnberg nennen mö. gen, gleichwie die Brandenburger wiederum sich von Hohenzollern schreiben. Aus welchem vergleich die von Zollen, die allererst «, geführte p^r-mion anfdie alte,denen Marggrafen gleiche,Fürsten- wurde grünven, weil dadurch das Königliche Preußische hMß ßx vor ihre stamms- verwandten und vor Burggrafen von Nürndera erkannt. Sie fetzen noch hinzu,daß ihnen diese würde schon vorzeiten der theilung in die Burggräfliche und Zollcrifche linie zugestanden, ob die von Zöllen, gleich nach dem damaligen gebrauch den tiiul von Nürnberg nicht geführet; so wären auch die Grafen von Zollern und darunter Friderich im titu! den Fürsten gleich ge. halten, und iiiuiwcs, wie auch hoch - gebohrne Muiire worden, welches in damaligen zcilen ein kenn - zeichen eines höhern als Gräflichen standcs war; wiedenn daraufder Kayfer Ferdinandus II in seinem Fürstcn-briefbefonders icNcüiret. Endlich ist noch zu bemercren, daß der Kayfer denen von Zollern den littst oheim gibt, so sonst eigentlich nur den weltlichen Churfürsten geschiehet. ttLictir-Lrciiiv psrr. istec. num. I von >Zollcn 2 ollein. kreFttre« Tcu,. scllcr r-ßi'ei-uiigr-chicgcl. Lg/i/r»« burix-r berickr von öcw tta- benxolleriickcn tt»inni - bnum. 2oIIerilclis ßencilo^c. ttcmiriL iNullrillimL fninili« 2ollereniis. llemm» ßenenlozicum iLollc^rnuni. ttcminsr. Lrnnclcnl,. L««» Lccje-nbLvn, origincs Nrznscnb. Lixcbmkter ile oii, ßinib»5 i^Lbffnnglco - 2ol>erenlibuz. /ZexoÄ p. ;;ok. I. pr«cell. unci ller sukor clcr Lrgn-ienb. llsztt. ^oher Priester / war unter denen alten Hebräern der vor* nchmste Priester / welcher aus den söhnen Aarons abstammen» ste. Seine würde war so groß / daß er nach dem Könige der vor« nchmste in gantz Israel/auch vrLll-l.nr über das grosse ^ncckiu« war; wicwol man dadey nicht glauben muß/ daß dieses8vnesrillm so lange gestanden / und biemit der sonderlich grosse gemalt/welchen der Hohe Priester durch diesen Vorsitz erhalten hat / M dli zcilen hindurch gedauret/ wie die Juden vorgeben. Erwarb m den vornehmsten und älkcsten des volcks aus scinen brüdern erwehret,; denn es kamen nicht eben allezeit die crstgebohcnen zu dieser wurde / sondern wenn einer eines von den gebrechen halle / die r-. vir. r,, -7 beschrieben werden / so konte er nicht darzu gelangen. Zü diesem amt ward er eingeweihet / indem man ihn abwusch / mi! dem heil. öl salbte /und die heil. klcidcr anzog. Die Juden Beben selbst / daß dem Priester über die äugen mit der salbe em mutz gemacht worden sey. Seine klcidcr / die er anziehen mustc/wam gantz änderst/ als man sie insgemein trug/und auf Göttlichen beseht gemacht/ als der leib-rock/ amk-schtldlein/seiden rockn. Er durffke keine wittwe / geschwächte/ oder verflossene zur ehe nehm,. Er hatte deßwegen einen grossen vorzug vor andern / daß er m der traucr sich nicht bcschercn/odcr sein Haupt entblößen/ auch nicht b!t klctder zerreißen/ oder zu einem todten / csmochte gleich valer oder muttcr seyn / nahen durffte/ sondern im lempcl bleiben kome. v«-. 21/10. So hatte er auch das Vorrecht vor andern Priestern/daß er allein am versöhnnngs - fest ins allerheiltgsie gehen / auch Volk sonst durchs llr.in Uild5tiuaim>m fragen kome.Vermögc GötllM Verordnung war nur ein Hoher-Priester/wcil es aber wol geschahe/ daß einer gebrechlich oder verunreinigt ward / kam ein anderer an dessen stelle/ ja wenn auch der Hohe Priester gleich frisch und gesund war / so hatte er doch scinen welchen man M bcdürffcnden fall brauchen konte. Und dieses ist die ursache/warm im N. T. vieler Hohcn-Pricstern Meldung geschichet/wiewohlaW nicht zu läugncn/ daß durch das work auch nur enmt- uehmer oder in grossem ansehen stehender Priester verstanden werden könne. Doch ist noch eine wahrscheinlichere crlaulmmg him über/ welche darinnen bestehet/ daß eben zur zeit Christi/und nutz vorher/ die Hoben Pricstere von den Römischen 6ouvcmcms, M Jüdischen Fürsten aus dem stamm Herodts,welche sich bcrglciW rechtens anmaßkm/ so offt stnd geändert und emietzclwordcn/ oax nothwendig sich zu verschiedenen Zeiten nicht nur zween / lom >l auch drey / vier / und mehrere haben können zusammen ; welchen dieser titul beygelegt worden. ll- /ucc-u. --> - ricbr. «je rcb. rsckr. !ebr. * ^olach / (die Graffchafft) wird das an den Schwäbischen M Fränckischcn aräntzen/ um die siüffc Japt und Kocher/ gclcM und den Grasen von Hobenlohe aehörtqe geblct genennet - d«» auch diese Grasen so wohl Grafen von Holach / slS von lohe hctffm/ sonderlich den den Frantzosen/ welche das !M Wort nicht so wohl aussprcchen können. * . holdem / (Johannes) ein berühmter mahler/ und ^ lers söhn von Augspurg gleiches namens/ der dlck ' üM an. 1498 daselbst gezeuget/hernach gen ^asel gczoge /vm seinen jungen Johannes die mavlcrey nilt MelbahreMM!. ^ lehret; er wurde damals in ermcldtcr stadt ncht mcl MMs ^ g'te unter den gemeinen künsilern/ und schasste um dc rag >^ das likde drvdk zu erwerben / wendete de-neden als mr Kkudee nicht wMg an den erquicklichen kebenffaO. Der erste? st) etwas aufferordentlrcheS an seiner kunst erblickte /war der berührn» tt Erasmus / der auch so gleich mit ihme dekandlschaffr gemacht/ und von stund an suchte sein schwaches glück auf stärckerr füffe zu setzen. Er harte Erasmr bridnuß verfertiget / welches er so wohl getroffen/ daß man daran nichts zu verbesseren wußte; und als er kUllllmö ves EküWl buch / Lncommm Ivlorjee genannt / von der ersten ellicivn drsjahrs i;i6/mit Oswald Müller/einem Baßlc- rtschenschulmelstcr/ in verschiedenen abend.stunden durchgienge/da rhmr Müller allem ansehen nach des Erasmr text und wort erkläret/ es ihm sein Numor eingab / und sichs auf jeden ort zu schicken schrene/eine zimliche anzahl bilder und risse mit der feder beygefüget / womit sich Erasmus hernach / als ihme Müller das buch für 10 tage geliehen / nicht wenig belustiget. Dißmalen ist solches «---empisr annoch aufder universitäts'koblloikc.-. nebst anderen Holbnnischen kunst-gemahlden / zu sehen; Carvlus Patin aber hat dre Zeichnungen biß auf 2 oder; in kupffer stechen lassen / und seine an.iüyü herausgegebene neue auflag dieses wercks damit sonderlich Meret ; wie dann auch seirhero von Gudcville bey dessen Frantzö» sischer Übersetzung brschehen. Als hernach ein Engrlländer durch Basel gcrcrset / nahm er auf anhalten des Erasmi den Holdem mit «ach Engelland/deme Erasmus über dieses sein bildnus und rccom. men^nonsffchrcjbcn an den Englischen Cantzler/ThomasMorus/ mitgegeben / und dessen kunst mit mehreren! gelobet. Er käme nicht mir allem glücklich in Engelland an / sondern wurde auch vom Cantzler gar wohl empfangen / welcher ihn aber nicht gleich für den Konrg Heinrich VIII gebracht / sondern drey jähr lang bey sich behalten hat/ in welcher zeit er sehr viel stuck für ihn verfertigte. Nach dieser zelt/ bat der Cantzler den König zu gast und führte denselben in.den saal/ darinnen alle diese gemählde waren / worüber der Konig gleichsam erstaunend sagte/daß er dergleichen vorher niemals gesehen habe und fragte nach dem künstlet/ der ihme dann auch furgestellet wurde / welches den König höchlich erfreuet/ also/ daß er dem Holbein alle seine gnad und wohlgewogenbett zugesagt und jhne sehr wärlh gehalten hat/ wie sich dann solches auch erwiesen / als Holbein einen Englischen Grafen / der ihn mit einer unkommlichen vlliren wieder feinen danck und willen bceh« rcn/und seine gemählde vor der zeit besehen wollen/die treppen hin« unter gemorsten und darauf zum dach-fenster hinaus sich zum König üivrct hatte / dessen schütz er auch wieder den Grafen genossen. Er hat die zeit über / da er gelebt / sehr viel und nunmehro hochgeschätzte stück in Londen gemahlet/ und ist nur schad / daß ihn die pest an. 1554 so frühzeitig hingeraffet und unter andere todten verstecket hak/da er nicht mehr als 56 jähr alt gewesen. Er ist auch gut in der minirrur gewesen / welche er erst in Londen ergriffen hat. In Engelland / wie auch zu Basel sind viel von seinen stucken anzutreffen/ worunter das lcyden Christi/so auf dem rach-hauß aufbehalten wird/und ein leichnam Christi / so auf der universitäts- bn-iiock-c befindlich / fürtreflich sind. Solisten hat er/ ehe er in Engelland gegangen / auch die gantze äussere mauren verschiedener Baßlerischenhäuseren/ von oben biß unten gemahlet; darunter die mahlere» des Hauses zum Tütttz genannt/weil es zu sonderbarem glück nicht sehr von dem regen kan bewaschen werden/ noch in sehr gutem stand ist / und viel von den krnnercn sehr hochgeschätzte bilder und stellungen vorweiset. Daß er aber auch das rath- hauß zu Basel samt dem sogenannten tdbtentantz gemahlt/ ist falsch / wiewol verschiedene rcAbeschreibungen solches auf eine gemeine gayen-red hin gemeldet haben. Vielmehr kamen die ersten gemäblde/ nemlich an der mauren des rath-hauses/guten theils zu stand/ ehe noch unser Holbein einen pinsel fuhren konte/ daher» auch Patin in der verzctchnus der Holbeinischen arbeit davon still geschwiegen. Das andere aber/wovon bey Patin nur zwcifeihafft gedacht wird / hat zum urhcder einen anderen/ in der that ebenfals sehr guten/Baßlenschen mahler/ welcher der zeit und kunst nach wohl bat mögen ein lehr-jünger Holbeins seyn,/ namens Hug Glauber/wie solches mit ausdrücklichen Worten über dem bild des vom tod an den kantz mitgenommenen mahlers in alten Teutschen reimen / als dergleichen auch über allen anderen stucken dieses tod» ten-tantzes stehen / vermeldet wird. Das in Londen befindliche bild- nuß König Heinrichs VIII in lcbens-gröffe/ ist em unvrrgleichli» ches kunst.stuck. Von einer grossen anzah! anderer sihe Patins im-> so er dem leben Holbeins angehänget. Die furnemsten Italiänische mahler / sonderlich Caravaggio/ haben kein bedrucken gemacht/ noch bey seinen leb-zeitcn/ihme in ihren Mahlereyen nach» zuahmen. 4Ä6 Lo/ös». Lc»llc«. r. r k>. » 49 - * Holcke / Henrieus) Kayserlicher Feld-Marschall/ war aus der Holsteinischen insul Alse / aus einem nunmehro abgestorbenen Adelicben aeschlecht entsprossen / und soll sein vater / Heinrich Holcke/ Königlicher Dänischer Obrister 8-c,«-r,u5. so allemal einer vom Adel jst/qewesen seyn/wteDanckwerth davor halt. Er besaß die guter Erckbestrup und Welstrup / und diente Konrg Chrk- ßiano IV in Dancmarck lange zeit/ bis erObristerworden. Er führte an. 1627 die 6 Schleßwigische land-compagnien; es wurden aber diese semevölcker von dem Kayserlichen General GrafHen» rich Schlicken bald ruinirct. In demselbigen zahre ward er auch bey Bernstein in der Ncumarck von den Kaiserlichen volckern gefangen/ und nach ferner erledigung nach Stralsund mit z com» pagnien Schoiken und einer compagme Dänen sesendet/ allwo er auch eine zeulang Commendanl geblieben ist / nks solchestabt von dem Hertzoge von Frtcdland angegriffen worden / welcher sich hernach der König in Schweden mit noch mchrerm ernste annahm. Als an. 1 S29der friede zuAideck zwischen dem Kayser Ferduiando U und dem Könige in Aänemarck geschloffen worden/ verließ er bor dem ^kEn^ttnstt/und nahm von dem Kayserlichen General? wcrbm^e^iU", ^'edMnd / ein regiment von zooo mann zit nebera"r»mmr.^/-^ lhm denn das Stifft Lübeck und amt Pillen ken »EZmrek wurde. Dieses sein regiment führte Generalat des Grafen Lilly in die alte Marck / von Schweden/ der ihn an. 1651 indem snE« Ertz.Dttffke Magdeburg überfiel / im» Otto Ludwig ruintrte. Als nach bey Leipzig der Hertzog von Frledland das Generala« über dir Kayserltche armee wieder bekam/ befand er sich bey dem- ielve» / als an- i ü;2 drr stadr Prag wieder eingenommen worden» Hierauf eroberte er Egcr /und ward von dem Wallrnstemer / d« er vorhero schon General'Wachtmetster gewesen / in vemselbigen jähre zum Feld-Marschall erkläret / und ihm etliche tausend manir übergeben / mit welchen er in das Voialiand einfiel / Adorff? Hoff und Zwlckau annahm / und in den Chiir-Sächsischen landeir ztmltch übel hausete» Er cu-ssungwte sich hierauf mit dem Gcnerak Gallas/ eroberte Freyberg/ stieß zu des Heryogs von Frledland Haupt-armee bey Altenburg / halffLeipzig einnehmen / und wohnte den 6nov. verschlackst beyLützeubey. Als an.-6;; derHertzox von Fcrcvland eine neue armee aufgerichtet hatte / unrcrgab er ihnr abermal em eigenes corpa. mit welchem er in Massen einfiel? und dte stadt Leipzig einnahm. Jedoch weil damals zwischen dem Hertzoge von Frredland und dem Chur-Dächsischen General-Lieu» renant Armm ein stillstand getroffen worden / quittirte er selbige stadt bald wieder / und nahm seinen rückmarsch nach Böhmen? ließ auf demseibigm Zwickau ausplündern / und erkranckte im Voigtlande an der pest / die er von einer mEeN-, welche er iir dergleichen kranckheit besucht / bekommen haben soll. Er starb als» den ;c>aug. an. 16;, zu Adorff im Voigtlande / und sein leichnam wurde an. 16)4 in Dänemarck geführet / und daselbst prächtig begraben. Er war vorhero von dem Kayser Ferdinands II in dm Grafen-stand erhoben / und ihm die Hcrrschafften Eschel / Raden» thal und Wallensrrulh zugewendet worden. ciiorogr. Nols. p. 19. ^oldenbp/ ein Engelländlschcs ctssii ln Norchampwnshire? der rron gehörig. Es ist selbiges dadurch bekannt/ daß CarvlusL von dem 17 febr. an. 1646 bis den4iun.au. 1847 darinnen qe» fangen gesessen/ von bannen er durch den Corner Joicr nach Chilv» derley und von darnach Newmarket gebrach; wurde. nist- wor. änß!. ^oldernesse / ein vörgcbürgL an der küstr von Iörkshire ? welches von Saltfleet/ einer stadt in Linevlnshire / nord-wärlS ltgct/ sich weit in die see hinein erstrecket / und viel städte auf sich Irgend hat. Der König Iacobus I machte an. 182s John Ramfty? Viscounk von Hadinglott in Schottland / zum Grafen von Hol» derneffe und Baron von Kingston an der Lhames. Der Printz Ruperms bekam von dem Könige Carolo l an» 184; gleichfalls diesen titul. Lric. p. 17a. -FoldingshMsen / eine alte Adeliche famtlieim Rheinlande? deren stamm-schlvß Hvldingshausen im Fürstenchum Naffan ge» legen. Humbracht fängt deren ordentliche stamm-reihe mit eine»» -non> mo um das jähr 1480 an. Um das jähe i; 60 florrrte Heinrich? Amtmann zu Siegen und Nassau / welcher ein vater worden i > Johann Georgms / deran. 1602 als Domherr und Ertz-PriesteL zu Mayntz verstorben; 2) Johann Friedrichs / der an. 1617 alt Dom-8ckaisUcr zu Speyer und Kayserlicher Cammer-Gerichts» /un-irormit rode abgegangen;;) Philipp Albrechts/ welcher dar geschlechl forkgcpflantzet hat. Von dessen nachkommen lebten an- 1712 sechs brüder/ unter welchen Friedrich Wilhelm die stelle eines Domherrn zu Haiberstadk und Cammerbcrrn bey dem Bi» schoff zu Osnabrück bekleidet. vom Mieia.Lllet p.r66» . holest / lat. Uoiii. ein Bischöflicher sitz aufder nord-seite vow Island in einem engen und liessen chale gelegen. Der kurtzcste tagt im wimer währet allhier 2 stunden. Er wurde an. 1106 zum Biß» lhum gemacht / und Hialter/ der 22 Bischoff/ nahm an. -5;-» die Protestantische lehre an / und reformim. Soiltwd/ ist die vornehmste von den vereinigten NicheMndi» fchen Provintzen unter dem titul einer Grafschafft- Es ist selbiges eine halb-inful, hat dieser gegen abend,mvrgen Und Mitternacht,bis Maaß aber nebst der Provintz Brabant und dem BißthUmUtrechs gegen mittag. Im ansang war diese Provintz lange so groß nicht z> als jetzund, wie es denn nicht mehr als Süd-Holland oder den Dortschenwerber in sich begriff, wurde auch, vor der Daneü ein- fall, unter dem allgemeinen Namen Frießland mit begriffen, abeö die Dänen gaben ihm hernach den ttamen Holland. Von dein Ursprünge dieses namens sind ungleiche Meinungen, Mdemes Wege» der vielen büschcu , die man allhier ehemals gefunden » gleichsam Holtzland oder ein hohles land genennet wird , weil es durch die kaninichen gnuqsam dnrchgehöhlet. Andere hassen es Olemus land, von einem Römer oder Friesen, Olemus - dessen bey Ta- ciw, als eines Römischen befehlshabers mP.eseM land gedächk wird: jedoch so, daß matt beyneben nicht dre geringste spur des namens Holland hier herum innekt verschiedenen t--cM-« aNwffet; welches mehr als genug ist dieses vorgeben zu widerlegen. Etliche führen es vondem Enger-Sächsifcheii Worte Ho dene her , das ist ein thal; andere nennen es nach dem zwischen Utrecht und Rhem aelegenendörffe Holland. Vorzeiten wurde esu-lr-iHLgenennet, vonBatw, des Königs derCatten söhn. Der erdbsden ist in diesem lande so weich Und morastig,daß er nicht wohlkan geackert werden» An vielen orten ist nichts anders als wiesen, welche die see über-, schwemmen würde, woftru selbige nicht die dämme zurück hielten, die mit grossem sseiß aufgeworffen worden, und im stände erhaltet; II theil» LillI wetz werden. Die vornehmen von diesen dammett m d der vo M , Maas, Sparendam, Medemblick, rc. Der beste the von Aorv Holland ist aus der see qenomen worden,nogen Scnliaero saaen / daß diese Provintz ^ seye, und doch a» allen dingen überMbabe.Dle lufft ist m^^ als warm. Es wird eingetheilt ln Sud-HoUllnd/ welches zwischen Seeland, Brabant und Utrecht liac, und bis an den dämm von Sparendam gehet; und jssford-Holland / so stch von Am- sterdambis an die nord-see erstrecket. Beyde haben oyngefehr so meilen in ihrem umfange, und sind an etlichen orten lehr schmal. Es sind in dieser Provintz ry mit mauren und wallen umgebene städte, nebst vielen andern, so vorzeiten mauren gehabt, und noch bis dato ihre alte Privilegien gemessen, und 4°° dorffcr. Achtzehn! von diesen städtcn senden ihre Deputirte auf die lanb-tage. ES wurde selbige Provintz von dem Kayser Carolo i,2ivo, zu einer Grafschafft gemacht. Lidericus, Hertzog von Aguitamen, war der erste Graf, und der König von Spanien PhilippuS H der letzte, welchen die einwohner verwarffen, und nebst annchmung dcr Pro» testantischcn religion auch zugleich der freyheit sich anmasseten. Die Holländer haben verschiedene arten von mLnuNEurcu, und hauptsächlich von wollen und leinen zeugen. Ihr Handel mit but- ter, milch, käse und meer-fischen ist groß, der herings-bandcl aber am allergrösten. Wilhelm Bueckcld war der erste, welcher die weise erfand, die Heringe einzusaltzen, weswegen Carolas V io cui->cux war, daß er sein grab zu Biervlict besichtigte, woselbst er an. i Z 47 begraben worden, und aufdeme einen ausdie von solchem gezeigte art mit meerwasser, hiemir ohne andere Unkosten,gesaltzenen Heringe mit seiner gesellschafft genösse. Ihre Ost-und West-Indiam» sche compagnien bringen eine nngemcine menge vo» waaren herzu, welche hernach in gantzEuropa verführet werden. Die grosse menge der flüssen und cänalen sind in Holland zur handesschafft sehr bequem , und es giebt im Winter eine schöne ergetzlichkeit, mit schritt- schuhen und schütten daraufzu geben und zu fahren, unter welchen letzern einige von menschen, andere aber von Pferden gezogen werden. Ihre Häuser sind über alle Massen nett und sauber. An statt des holdes brauchen sie torff, und ihr kalch wird von inmchel-imd auster-schalen gemacht. Die gemeinen leute »siegen zwar gerne mit ihren guten freunden zu trincken, und sich lustig zu mache»; für ihre eigene familie aber kauffen sie um den monat november emen gantzen oder halben ochsen, nachdem selbige klein oder starck ist, sal- tzen ihn ein, und hängen ihn in rauch, damit sie ihn ini sommer mit duttcr und eßig essen mögen. Im Winter kochen sie alle sonittage rm stück rindsieisch, wovon sie hernach die gantze woche leben, ieboch dabey auch fische, milch und garten-gewächse essen- Alle diese dinge müssen verpustet werden, wie man denn angemerckct, daß, wenn in Holland eine 9 jährige kuh etwan für 20 croncn vcrkauffi wird , von selbiger schon 22 eronen -cci§ gegeben worden. Der -cc». ist aufsaltz, obst, wein und die dienstboten gelegt, und sehr öffters müssen die einwohner wegen ihre gütcrn vom hundert eins bis zwey geben ; ja es ist vielleicht kein land in der weit wie dieses, da die einwohner mehr geben müssen, und doch dabey so vergnügt leben, welches von ihrer Handlung, nüchlerkeit und arbeitsämkcit herrühret- Das goiiverncmcnc belangend, so schickten vor diesen! nur 6 städte ihre veourirre zu den länd-versammlungen , ncnilich Dor» brecht, Hartem, Desst, Leyden, Amsterdam und Goude; allein der Printz von Oralsten, Wilhelmus I, vermehrte deren anzahl bis auf 18, indem er noch Roterden», Gorcum, Schiedam, Schoonhoven, Briel, Alcmaer, Hoorn, Enckhuysen, Edam, Monikendam, Me- demblick und Purinereud hinzu that. Diese letzte ist zwar eine gantz kleine stadt, hat aber dennoch eben so viel stimmen bey den land« Versammlungen,als Amsterdam, gleichwie die Provintz Ober-Jssel bey den General-Staaten eben so viel stimmen hat, als dieProvintz Holland. Man hält dieses vor eine pollnc von dein Printzen von Oralsten, daß er die gemalt des Adels verringert, und die kleinen städte in gleiche anrorität mit den grossen gesetzt, als welche man leicht gewinnen und aus seine feite bekommen kam DicRitterschafft hat nur ein ^orum . und ordnet aus ihrem mittet 12 Dcpmirtezu den land-versammlungen ab, jedoch haben sie nichts desto weniger ein grosses ansehen in dem regimeut, weil man ihnen die besten stellen von civil- und Iiiiücac-bedieittiiige» nebst der Verwaltung der kirchen-guterund llom^inno gibt. Sie sendet ihre Abgeordnete zu den gencral-verfmimlungen, hat auch die erste stimme in der Versammlung der General-Staaten, und ist befügt, einen rath in den 2 grosse» gerichts-höfen zu ernennen. DerRaihs-k'cnl:-.-„.iriu;. vor diesem der Advocat von Holland gencnnet, welcher ein in den gesalzen nnd gebräucheu des landes erfahrner mann und dabcn geschickt senn muß bey öffentlichen gelegcnheiten reden zu halten, führet gleichsam das czoceiiLnzk, und kommt auf ihn zum öfftcrn das meiste an. Er sitzet zu nächst bey den vepurirten in allen 910- ^,,c>-ii-vcrsa,nnstungcn. Er trägt die fache vor, nimmt die rath. M)lage an, und bringt den gemachten schluß in eine gute ordnung. Tue oepu„rte der städtcn bestehen insgemein aus dem Bürgermeister und einem oder mehr Rathsherren, nebst einen! Rechtsgclehr- ten, in welcher ordnung auch vollst wird. Die übrige städte und stecken haben keine stimme,so gar auch der Haag selbst nicht,welcher doch vielen andern städtcn vorzuziehen. Die zähl der vcomiitei! ist ungewiß, nach den gewohnheiten und dem belieben der städtcn, weil legiityc stadt nur ein vo-»,» Hat-Diwtaatcn odcrStände voii.öol- allezeit viermal des sichres in dein Haag zusammen , n ? "'dem sochnannten Hof von Holland , nemlich iin febr. jun. sept. und nov. Daselbst handelt man von Vergebung aller lcdi- AH-ssEmwoii erneucrung und richtigkeit der verpachteten staats- mii-k n ^"ltrag der kosten zu Unterhaltung der bedienten, wie auch von allen andern der Provintz wohlfart abzielenden wichtigen fachen, so fern sie nicht in der umon ausgesetzt sind; niMinniger von den streitigkeiten , welche zwischen den städtcn sich nen. Ausser dieser Versammlung findet sich in dem Haag d» k comimmrte Rath; dieser bestehet aus z Personen deren einer von L edlen, einer von den vornehmsten städtcn, nnd einer von den M gen städtcn, welche stets in dem Haag bleiben, und unter communi crrio» mit dem Stadlhalter der Provintz deren bestes beobachten' propon-ren bey den staats-versammlnngen, vollführen die qeM» rekolurior»:;, und convociven die Provincial-Stagten. Wann,Ick die Abgeordnete der Provincial-Staaten eines schlusses reralicl n senden sie einige ihres mittels nach ihren städten, um von Ma n die vollmacht der Vollziehung zu hohlen. Ist die fache wichtig, die städte aber nicht einstimmig, scheiden die o-pmirte alle von ein. ander, insiormiren zu Hause ihre oberen, und-üffoniren sie ziirein, willigung. Zu verwaltung der gcrichtbarkeit ist ein hohes c°i,Mi- um. bestehend aus 12 Rathsherren, bestimmet. An dieseraerichtS- psiege hat auch die Provintz Seeland theil, und setzet z Personen darein. Die übrige 9 Räthe cicpcnMren von Holland, und HM dieser Rath der justitz-hof von Holl-und Seeland. Der Stadtlal. ter beyder Provintzen ist das ober-haupt, und bat die macht die Rathsherren zu llcnominiren, ausser einem, welcher bascorpo dee vaosiielle zu benennen hat. In criuiinri suchen hat keine zppeisili-m von diesen! hosgcrichte statt, in civil fachen aber kan man an den hohen Rath ^P-Mren, welcher auch in dem Haag -esicsirek. Dieser ss>pc»Liic>u.gericht ist an. iztzr an statt des Parlaments zu Me» cheln, dahin sonsten die rechtliche beruffungcu aus den gesammte» Provintzen crgiengen,aufgerichtet worden. In diesem con^io sitzen i2Adcliche mid gelehrte Personen,unter welchen einerv-.rc-llst. Zje privat-personen haben ihre erste -wtLnr vor ihrem stadt-Magistrat, und können an den justitz-hof appeMreu. DieSlaatcn aber nehmen allhier die erste und vo» diesem wird keine »ppcNzsion weiter verstattet. Da aber jemand das bcnesicüun r-visioni; LSomm ergreiffen will, werden die Provincial-Staaten oder gewisse cnm- mitzürii aus ihrem Mittel auf des imocrrrme» lösten verordnet, welche die fache noch einmahl untersuchen. Das recht,wornach gesprochen wird, sind die provi»c>.ll-c»»llicunoncs uiiL gcwohnbeiten, und wo diese aufhören, wird die cicc.sion einer fache aus demjm« civiü gesucht. Hierncbst sind auch 2 coilegi.1. darinnen die cani« mer-sachcn abgehandelt werden. Das erste wurde an. 1446m Hertzog Philipps von Burgund aufgerichtet, welchem dieaussicht überchie ciumLinen anvertrauet ist, darinnen ein „M einigen Cainmcr-rälhen, Rcntmcistern, erullircrn und einem sitzen. Das andere ist nicht so alt, und werden darinnen alle rech- imngen über die i.npalls und zölle, einkünffle der geistlichen guter, krlegs-unkösten und dergleichen untersucht. In diesem coiiczio sitzet einer aus dem Adel und 2 Ocpurirte der städte von Holland und West-Frießland, welche solches amt drey jähr lang verwalten. Weil aber unter dem namen Holland öffters alle 7 vereinigte Pre- vintze» verstanden werden, so dienet hier auzumerckcn, daß diese aus den gedachten 7 Provintzen bestehende Rcpublique z unter» schicdlichc Versammlungen hält, welche geuennet werden die General-Staaten , der Rath von Staaten und die renc-odcrrcchnniigs- cammcr. Die General-Staaten bestehen aus Oc^rten jeglicher Provintz. Der Rath von Staaten rcpr.vie.im-etdie gantze Republik in abwesenheit der General-Staaten, und wird von den vepumic» allerProvintzen kocm,ret,ist aber denGeneral-Staatcn nicht gleich, weil eine gewisse bestimmte amahl versouen darzu abgeschickt werden , nemlich von Holland drey, von Gelderland, See-land und Utrecht zusammen sechs,und von Zrießland, Gröinngcn nndOver» Assel durch die banrk einer. Wr»n ste vorlren, so werde» ihre Personen gerechnet,änderst,als bry driiGeiicral-Staatciichaallevcxmirle cincr Provintz zusainmrn mir ein vorum haben, wenn ihrer auch gleich 6 oder 12 pcrsonrn wären, stntemal ihre anzahl von dem bc- licben der Provintzen llcpenlln-cl. Der Ratb von Staaten bewerek- stelliget alle von den General-Staaten gefaßte schlüsse, nnd schlägt ihnen die besten Mittel und wcge vor, soldaten mid geld alifzubrin- gen. Er sorget vor die militz und sestmigs werckellegr in dem sid liehen lande schatzungen auf, ordnet das regimeni in denen nach der Union conqncsirten Plätzen, hat die zu ansserrrdcntlichendingen bestimmte geldter unter den bänden, und regieret die staats-ausga- ben nach der verordmmg der General-Staaten. Was die rcnt-oder rcchmings-cammer betrifft, so bcstebcr stlbige aus 2v-w>->rtcimn ieglichcr Provintz, welche alle ; iahr einmal verändert werde». Ausser diesen Versammlungen hat man daselbst auch den >o gcnnnn- tenRath der ^ümir^Nrät. Wenn dieGeneral-Staateil eine Mein die see zu schicken beschlossen babcn,so bringet dieser Rath alle dinge in gute ordnung. Er wird in z colicZi» unterschiede», wovon; m Holland sind, nemlich das erste zu Amsterdam, das andere jiiM- tcrdam , das dritte zu Hoorn, das virrdte zu Middelburg m Lee- land , und das fünssce zu Harlingm in Fricßland. Ei>f >edes M diesen cnilcxüz bestehet aus 7 Dcpmirten, unter welche» von derselben Provintz, und z von den andern erneimet wcrecn. Der ^clmiräi jst allezeit ?rLiillc„r in diesen versainnilinigen/aielcycr ausser seincr Vesilldung auch einen gcwlsscn>!Nthcil len hat. Der Stadthalter oder Oouvc-n-ur von Holland, der Printz von Oranieu, war ehemals General über die armee, m- gleichen ^clmirai, und hatte alte kriegs-ciuirg-n zu vergede». Staaten einer icglichen Provintz haben imicrhalb ihrer eine ^btoiurc aewalt, legen tarcu auf, schlage» müntze u-d-MtzU wenn sie mit dcncn andern 6 Provintzen vereiniget publiquc zutammen zu kormircu, welche von den Genera -Sinn x>r.rieniiret wird, so haben diese letztere allein macht, mll EM tige» Potentaten friede zu machen, krieg anzufangen , "d" on Nisse auszurichten. Diese cintheilung wurde gleich anfangs ven v NchWg dieser Republic gemacht, Wozu der Mutz VönSraniett nicht wenig beytrug. Die Staaten von jeglicher Provintz maffe- teu sich die fouv-rsinen rechte an, die fönst denenKönigen vönSpa- nien gehörten, Und pr-ekrv.rte dem Printzen Wilhelm von Nassau alle gemalt, die er als vlco.ue und Gouverneur dieser Provintzen hatte. Denn weil die vereinigten Provintzen ihr aufnehmen mei- stentheils demselben zu verdancke hatten, haben sie auch diePrintzeü von Oranien nach einander zu demStadthalter-amte b eruffen,und sie zu Häuptern erwählet, jedoch allezeit mit der deschaffenheit, daß sie nicht Herren des Staats gewesen, sondern unter der Provintz aefatzen, gewohnheiten und louvcreinität behalten worden find. ES wurde zwar anfänglich Wilhelinus III, König von Engelland -, vermittelst des an. 165° aufgerichteten ewigen eciiets, von allen grossen staats-cli-rZen , insonderheit aber von dieser Stadthaller- fchafft, ausgeschlossen, muste auch dannenhero an. 1672 bey antritt der angetragenen General-Capitain-und Adimral-cysrZs vermittelst eines eydes der Stadthalterschafft absagen, weil selbige nach denen von der Witlifchen parlhey geführten prmcipM mit jenen incompsiibie war. Allein es muste sich solches bald änderst schicken, indem die städte der Provintzen Holland undSeelanddiese endliche «.oniLc-rion der stadthalterschafft erliessen, und dem Printzen selbige würde antrugen, wormit der ansang den 29 jun. an. r 072 gemacht, und daraufvon den übrigen stäbtm bald nachgefolget wurde. Es war aber der Stadthalter nicht nur General zur fte und zü lande, sondern auch das oberste Haupt in policeymud gcrichts-sa- chen, und berechtiget, die tncisten obrigkeitlichen Personen in den städten von Holland, Seeland und Over-Pssel zu erwählen,da man ihrer seyn sotten , davon er denn die Helffte erwählte. DieStaaten gaben ihm zu seiner Unterhaltung alle Monät ivoooo pfund , und wenn er bey der armee war, bekam er noch 40000 pfund mehr, anst 's« den looooopfunden, so zu geheimen dunsten bestimmt, wormit er nach gefallen handeln kunte. Er 6-rißirte die armee, dorffte aber 'ohne der Staaten einwilligung nichts wichtiges unternehmen. Er führte einen zimlichen staat, und hätte viel puvil-ßl-. Nicht wenigerhaben sich dieHolländer in Ost-Indien veste gesetzt,und daselbst 'auf der inful Java in der stadt Batävia eine eigene regievung angerichtet, welche stadt auf denen rmnen der alten stadt Jacaträ aufgebauen worden, nachdeme sie den Kayser von Mataran , und die mit ihme verbindete Engelländer, von welchen sie in ihrem >1-. gärln waren belageret worden , nach erhaltenem entsatz unterm GeneralKöhn/gäntzlich geschlagen,und sich also der gantzen gegend tmjahr lüiy meister gemacht. Sie griffen hieraufm der insul Java noch ferner um sich, und hielten die Könige von Bantam in der vestung Bataviagefattgen, woselbst die zwey jungen brüder in fichereverwahning genommen wurden. Denn der letzteKayservon Mataran hinterließ ; söhne; unter diesen rebellitten die beyde jüngste, der älteste aber rieff die Holländer Um hülste an , und gab ihnen die stadt Japara , üo meilen von Batavia ltgend, woselbst fie ein k-'i-r baueten, und darein eine starcke besatzung legten. Der rrieg währte so lange, bis einer von den brüdern getödlet, und der andere gefangen bekommen wurde. Als nu» aber der Kayser den Holländern eine grosse summa geldes schuldig war-, so gab er ihnen auch die stadt Chertbött, die 20 weilen von Batavia ligt,durch welche beyde städte fie mächtig wurden , den Kayser selbst unter W joch zu bringen. Sie find auch meister von der insul L-umatra woselbst sie ein ck>rr zu Padan und 2 contoi-- haben , so daß die Könige von Achcn und die übrige kleine Herren der insul ihren Pfeffer und gvid niemand anders als allein den Holländern verkauffen borsten. Über dieses haben sie noch 6 ZenerLt-ßouverne,neus in Indien, worüber sie »bloim ^ befehlen haben. Das erste ist au f der küste von Coromanvel, allwo Paliacate die Haupt-stadt ist; das andere ist zu Ambonavder Amboyna, einer von den Motuckischen insuln, wovon Victoria die beste stadt ist, von wannen ungemein viel würtz-nelcken weggeführet werde» ; das dritte ist aufder insul Banda, worinnenmüstaten-nüsse wachsen; das vierdte ist zu Ter- nate, so eine von den kleinen Moluckifchen insuln, worinnenGama- letne die Hauptstadt ist, allwo sie die nelcken-däume verwüstet haben- um die nelcken vonAmboyna desto theürerzu verkauffen; das fünff- ie zu Ceylon, allwo Cvlumbo die beste stadt ist und da- stchste ist zu Malaca in einet JndiaUifchen Halb-Jnstil. Eolumbonahmen fie gegen der mitte des 17 ckcuii den Portugiesen weg, aufwelcher insül sie; vcstungen haben. An, 1641 nahmen sie Malaca ein, Und vertrieben die Portugiesen daraus. Ausser diesen ß-neral-xouvcrnc- öder allgemeinen regierungen haben sie auch einige absonderliche , allwo der Oouvcrneur Commendant genennet wird,, als auf dem vorgebürge guter Hoffnung - zu Macassar in der insul Ce- lebes, zu Padan in der insul Sumatra, zu Timot, so eine von den kleinen Moluckifchen insuln, zu Andtagirv in der insul Sumatra- und viel andere mehr auf den küsten von Malabür- Nebst dem haben sie auch einige conroir- an verschiedenen andern orten, als zu Jspaban und Gaumaron oder Bandarabassi in Persien,von wannen sie seide bringen; zu Suratte, Agra und Amadabat in dem gebiete des grossen Mogols; zu Bengala; zu Palimbang und Jambi in der insul Sumatra; zu Banka, einer insul unweit Sumatra ; und endlich zu Siam und Ligor MTonquin und MJapan. In China brachten sie hiebevor ihre waaren bis in die benachbarte insuln, von wannen sie die Chineser heimlich wegholten. An. 168; schickten sie 4 schiffe dahin nebst einem /cmb»U 4 cieur und vot- ttestichen aeschencken vor den Kavser und dessen rvNmittos, weil sie vernommen, baß die Chineser sich entschlossen, ihnen ihre Häfen zu öffnen Jn bemeldten gouvenicmens muß alles geschehen , wie es von dem Rath zu Datavien befohlen worden. Es bestehet solcher aus dem General , welcher alles zu befehlen, und niemand rechen- schafft zu gebest hat; dem o-ucrzi-osteÄo're. welch« M einkünffte unter Handen hat, und davon rechenschaffl geben muß; und endlich aus den 6 vr-imLir.und einigen extrsorciinLi v Räthen, deren bisweilen 2 und manchmal 4 sind , Nachdem es den 17 reÄoren, die allezeit in Europa sind, gefället. Diese Versammlung ran alle amter vergeben, jedoch mit der cvmpagnie bewilliguvg , welche gemelUlgllch alle dessen schlüffe billiget. Der General wird nur auf ; lahr erwählet, bleibt aber Loch seine gantze lebens-zeil- weil es der cvmpagnie nicht zuträglich wäre, wenn sie alle; iahe ccnen mann bereichern solle. Er bekommt zu seinem tractament alle monat Mo fronen, und cronen zu feiner laset; seine gantze fa» milie aber und Hofhaltung wird noch ä von der compagme er, hallen. Er hat den schlüffel zu allen Magazinen, und kau also daraus nehmen, wenigst zu dem gebrauch seines Hauses , was ihm beliebet, ohne jemand davon reche,sschafft zu geben, für sich selbst ab« darffer nicht handeln. Er fahrn niemals aus,daß er nicht ;c> leid- tradantm vor seiner kutsche, eine compagme fuß-tradanten hinten nachgehend, und ir s-Lg-- zu bkyden seilen lauffend hat,und nimmt die /lmbsMaeu-r der Indianischen Könige mit einem „»gemeinen pracht und staat an. Ausser dem bemeldten Ober-Rath ist daselbst noch ein-gerichts-coü-ß,um , welches aus einem Präsidenten, vlcs. Präsidenten und 12 Räthen bestehst -, die beydes civli-md krieges- fachen ohne fernere L^pelistton entscheiden, auch macht haben , den General selbst zu verdammen,wenn er des hvch-verraths überzeuget worden. Die Holländische Compagnie hält in gantz Ost-Jnvickt nur i2oöd mann von rechten cHsclpi-nirten soldaten ; allenthalben aber, wo sie eine g-rmion haben , gibts auch viel mannschafft , die geschickl ist ,-beyvorfallender gelegenheitben degen zu führen. Dek General-Major commsnalret alle unter dem General stehende crouppen. Darnedenhalten sie in Indien allezeit i üo kriegs-schiffe, deren jegtiches so bis üo stücke traget, und können zu kriegs,zecke« gar leicht 40 der allergrösten ausrüsten. 8s»v>-. ststus vcLllerLcj velgli. VelA. circ. rsmargue, für l'etarckes vrnvincez unlos. kick. mstslligut ck ttollanZe. iie LkoiA- 6s A»m su 168; -Si 1S8S. kievoi«! ?. i p. ;;4- * lieh zwar stund selbiges land, welches ehemals Batavien genennet wurde, unter den Römern, Wiewohl mit dieser freyheit,daß sie ihre Magistrats » Personen und Regenten aus ihrem Mittel erwähle« Lorffcen, und der Römischen Monarchie zu mehrers nicht als zu einer kriegs-sckocisrion verdundett gewesen. Zu des KayserS Neronis zecken haben so wohl die Batavier, als ihre Nachbarn die Fncßländec sich dieser gemalt der Römer und der auf sich habende« -fthatzung entbrochen. Nach der zeit aber ist Holland unket die Könige von Fricßland gekommen, dis Carolus k-ls-tLiiu? die Fcieß- länder bezwungen,ihren König RatbötUm verjagt,und sichTeulsch- -lands dvn dem aiisgang des Rheinstroms an bis zur Wechsel bemächtiget. Carolus R. wiewohl er zum ösftcm der Sachsen re» bellion erfahren müste , behauptete dennoch durch seine glückliche waaffen die herrschafft auch über dieHollästder.Ansanglich räümtb bemeldter Earolus N. dem Bischofs;» Utrecht bey nahe die herschafft übet Ho'ltand ein,Md gestattete ihmdiemelsten inrrk6cn selbiger Provintz, aus kein« andern ütsach, als das Cbtlstenthunr glauben zü bekehren. Mein bet Bischofs Gottfried von Utrecht Machte viel 'Unruh im land, so daß bet König Carolas c-i vus sich genöthigt fand- solche unnöthige fehde dürch einfttzüüg eigener Grafen über die Provintz Holland abzuschaffen, wotzu noch kam, bäß die Normannet Um selbige zeit einen einfall in diese -lande thaten, wie denn auch nach einiger muthMssung von ihnen der name Holland Und Seeland aufgekommen seyn soll. Es wolle« zwat einige, daß Graf Dietrich, Graf Gerolfs in Frießland sohn, den littst des ersten Grafen von Batavia geführet, welchem König Carl det AnfälttZe in Franckreich an. 91s nicht nur dieUusben alten Friesischen landen zu einet neuen Grafschafft gemachte lände, sondern auch das kirch-sviel von Egmond, undwas.darzo gehöret/ verehret haben sott. Allein es,st sicherer zu sagen, daß der ersttGraf von Holland -, Dietrich I , Hertzogs Sigeberti in Aqüitanien soh« gewesen. Er fand zwar von dein Burggrafen zu Leiden Und einem von Falckenburg, weicher der vornehmste indem land war, viele« widersprach, drünge aber unter Caroli-e-tti hülffe durch. Hierauf -empörte« sich die Friesen, und jagten ihn zum land hinaus. Ihm folgte sein söhn Dietrich II , welcher die Äbtey Egmond stifftcte^ Er hatte eiüen söhn Dietrich III , welcher «icht mit Unter dicRe- genten gerechnet wird.. Er hatte aber Mit feiner gemähliU Hildegard, König Lüdwigs V in Francken tochter 2 söhne - EgbertuM Und Arnoldüm. Der erste trat in geistlichen stand, und ward Ertzs Bischoffzü TrM, ArnoldUs aber ckicre6>rteseinemgroß-vaker; er heyrathele Graf Dietrichs zn Ringelheim tochter Lüitgard, welche des Kaysers Ottönis N. Mutter -leibliche schweflet war,wodurch er in die Kayftrliche freundschafft «nd in grosses ansehen kam. Er machte sich von der Fränckischen ober - herrschafft gantz loß , Und begab sich unter die Teutschen Kayser. Nach fünff- iähriger regis- tilng gerietb er Mit deN widerspenstigen Friesen in ein hitziges ge» fecht, worinnen er erschlagen - und an. 99; in dem kloster Eqmond begraben ward. Er hinterließ ; söhne, Dietrich IV Uüd Sigeftk bum, welcher die Herrschafft Brederode zu seiner bekam» Der erste söhn, Dietrich IV, folgte an. 99 t dem bat« in der tegie-- rung im 12 jähr seines alters. Et führte unter seiner Vormünder an» führüng milden Meßländern krieg, bekam auch den Bischoffendlich gefanaen.Er hinterließ von sein« gemahlin, welche desKaysets Ottonis Ü tochter war, »söhne, Dietrich V und Iloreiitium.Die» Lllll » " ' zu Lüttich bey,hatte aber da- 820 hol trich V wohnte an. ro 48 dem thurnierzttLürlrcyoey . selbst dasunglüch daß er demPfaltzgrafHermanns bey Rhem eine tödliche wunde versetzte, worüber er v>eU"de" E unversehens von einem vergiffteten pftil getroffen, s Vvvtet. Florentius verfolgte den krieg wider fernes bruders widerwärtige, schlug auch selbige zu zweyen mahlen, soll aber, als er unter einem bäum geruhet, von Cöllmschen meuchel-mordern seyn erschlagen worden. Er hinterließ von seiner gemahlin Gertrud, HertzogVern- hards zu Sachsen tochter, Bertham, welche dem Komg Phchppo l in Franckreich beygelegt war; Florentium und Albertum,l0 beyde Canonici zu Utrecht waren, und Dietrich VI. Dieser hatte Mit dem Bischofs zu Utrecht, welcher sich des landes anmaffete, viel zu thun, und weil selbiger Hertzog Gottfried in Brabant zu hulffneff, muste er sich rcuriren. Als aber Hertzog Gottfried an. -07; von einem seiner leib-g»rcl>: entleibet war, bekam Dietrich durch Vermittlung seines stief-vatcrs, GrafRoberts von Flandern, Holland wieder,und empsieng an. 1077 die Huldigung mit seiner gemahnn Wit- hild, Hertzog Friderichs zu Sachse» tochter , führte er eine vergnügte ehe, und starb an. ioy -.Ihm folgte fein söhn Florentius 11, sonst der dicke zugenannt, starb aber an. 11-;. Seine gemahlin war Petronclla, Kavfers Lotyarii II fchwester, welche den gründ zu dem klostcr Rheinsburg, zwischen der stadt Leiden und der see befindlich, gelegt hat. Er hatte mir ihr Florentium den ichwartzen; Simonen,,'der frühzeitig verstarb; Hedwig und Dietrich VII. Dieser folgte seinem vater, und bezähmte an. n;8 die^Meßlan- der, reisele hieraufan. 1140 zu dem heiligen grab nach,,ermalem, und starb an. , 1Er hatte von seiner gemahlin Sophia, Pfaltz- graf Ottonis bey dem Rhein tochter, 5 söhne, worunter Baldui- nus, Bischofs zu Utrecht; Billiaerns, Burggraf in Holland; Otto, Graf zu Beuchen; Dietrich, Bischofs zu Utrecht war. Florentius III aberder erst-gedohrne folgte bem valer. Er fuhr. te einen krieg mit dem Grafen von Flandern wegen eines zu Geervltet erhöheten zolls, wurde aber darinnen gefangen, und an. n6; zu Brügge auffgebracht. Wolle er nun des arrclls loß seyn, so muste er das land von Waas an Flandern überlassen. Er stellte an. 1170 einen prächtigen rhurnier zu Cölln am Rhein an, und zog kurtz darauf mit yooo mann in das gelobte land. An. n88 that er mit dem Kayser Friderico N"l,Lroll^ einen mum l; Rupertum Florentium, Probst zu Utrecht, und Dietrich VIII, welcher als der erst-gebohrne seinem vater an. nyo lucce- «llrte. Er hatte mit feinem unruhigen bruder Wilhelmo I viel zu thun, und hernach mit den Grafen von Flandern. Er ward von dem Hertzog von Brabant in einer fchlacht gefangen, aber nach erlegter rantzion loßaelassen. Er starb hierauf an. 120; nicht weit von Dordrecht. Von seiner gemahlin Adelheit, GrafDiclrichs von Eleve tochter, hatte er nur eine eintzige tochter Ada; diefelbige befahl er zusamt dem land auffcinem lod- bett feinem bruder Wilhelms; So bald aber der vater die äugen zugedrücket, verheyra- thete sie die mutier Adelheit ohne des brudcrs und der Stände von Holland wissen an den Grafen von Loon. Solches kränckte Graf Wilhelmum gewaltig, welcher sogleich in Fricßland gieng, und sich mit den vornehmsten daselbst wider Graf Ludwig von Loon und dessen gemahlin Ada verband. Von dar verfügte er sich in See- land, und brachte in Ziricksee die vornehmsten selbiger provintz auf seine feite. Der Grafvon Loon war unterdessen zu Hartem; aber der Herr von Egmond und andere brachten ihn dergestalt in die enge, daß er sich zugleich mit dem Herm von Amstel nach Utrecht rcclliren muste.Die gemahlin Ada flüchtete hingegen init demHerm von Voorn in die bürg zu Leyde». Sie ward daselbst vou den Herren von Egmond, Kcnnemers, Wassenacr, und Rheinländern belagert , muste sich auf llillrerlon ergeben, da man sie denn gefangen nach dem Tercl führte, wofelbstsic an. 1204 starb.DerAdä todbe- kümmerteGrafLudwig von Loon, welcher demBlschoffvonUtrecht ottci-irte, gegen sicherer hülffe die Provintz Holland von ihm zu lehn zu empfangen. Der Bischofs ließ ihn: solches gefallen, und that sein bestes. Unterdessen bemächtigte sich Graf Wilhelms parthcy vieler örter, und that grossen schaden. Der Herr von Amstel, welcher dem Grafen von Loon anhicng, verdiente auch schlechten lohn, indem dieKennemers seinem land grossen schaden zufügten,welches den Bischoffbewog, fried zu machen. Graf Wilhelm blieb hierauf Herr von Holland, meinte auch nach des Königs von Schottland, seines schwagers tod,selbige crone an sich zu bringe»,aber vergebens, indem er wieder umkehren muste, und endlich an. rar, starb. Seine erste gemahlin war Adelheit, GrafOttonis II in Geldern tochter. Nach deren absterben vermählte er sich mit Hcrtzogs Edmunds von Lancaster tochter Maria. Mit bcndcn hatte er Ottoncm, Bischofs zu Utrecht; Florentium IV; Thcodoricum, Burggrafen in Holland; Nichardum, und Wilhelmum. GrafFlorcntmü IV trat die regicrung an. 122; an, ward aber aus blosser , weil er sich auf einem thurnier sehr wohl gehalten, von dem Grafen von Clermont erstochen. Erhalte von seiner gemahlin Mechtild, Adel- heiten, Graf Johannis von Hennegau gemahlin ; Florentium, Stadthaltern m Seeland; Wilhelmum II, der ibm folgte, und Margarethen«, GrafHermanns zu Hcnneberg gemahlin, welche im 421km mhv ihres alkers aufdem chnr» srmlag um y uhr vorlnit* tag 164 Wider m grosse der kleinen raaben auf einmal allerseits >e- bendlg soll zur weit gebracht haben. Graf Wilhelm war mirs jähr "V öre regierung antrat, da indessen fein Vetter Bi- schoffOtto von U-recht die rcgierung führte. Er wurde an. 1248 zum Römischen Kay,er erwählet. Er hatte mit der Gräfin Mar- garetha von Flandern einen gefährlichen krieg, indem selbige noch hol immer des Kayfers Friderici II parthey hielte, worüber an -r-, aufder inful Walchern eine fchlacht gehalten wurde, darinnen beyden feiten mann aufdem platz blieben. Im ansanä ^ jahrs 1256 begunten die Frieylanberzu r°l>°Nlren, und als er dM, eilte, zerbrach unter ihm das eiß, daß er also samt dem pserd „ck den wenigen sinnigen stecken blieb, da denn die Friesen ihm anst n halß kamen, und ihn tod schlugen. Er hatte von feiner gemahlin Elisabeth,HertzogOttoms zuBraunfchweig tochter,einen emtziaeniolm Florentium V, welcher damals nur 6 iahe alt war, da indessen des Kayfers Wilhelmi bruder, GrafFlorentinDrossart in Holland die regierung führte. Nach dessen tod mästete sich der vormundfchM des obgemeldten Florentins fchwester Alid an, so des Grafen m Hennegau gemahlin war; allein die vornehmste des landes bestellten GrafOtto von Geldern zum--lwwllu-ioe-, melcheraiich die ohcrhand behielte. An. 1277 trat er selbst die regierung an, M versuchte an. 1282 sein heil gegen die Frießländer, um seines vaterS tod zu rächen. Wenige zeit daraufreisite er zu dem König Eduard» von Engelland, da indessen die Holländische» vvm Adel, weil ihnen des Grafen zunehmende macht verdächtig schiene, den Grafen in Flandern, des Flomitins fchwieger-vater, überredeten, daßcrM- delburg belagerte. Solches trieb GrafFlorentin aus Engelland, und daß er bey Ziricksie eine armce vcrfammlete. AIs er aber anf des Hertzoqs von Brabant ?»«>>- persönlich in Flandern gieng, belegte ihn der Graf mit ---rck. Wolle er nun frey seyn, so muste er vor die kriegs-kösten eine ansehnliche summa gelds verheißen, und daß er den Adel wolle ungekränckt lassen. Aber kaum langte Graf Florentin zu hauß an,als er des Versprechensvergaß,dieHmen von Vere, Borsilen und andere vertrieb, und den Secländischen Adel auf das neue drückte. Weil er aber sahe, daß Engelland mehr den Brabantern k-vonllrte als ihm, richtete er mit Franckreich eine Llllälice auf, coiijuiißckte feine te»--9z'en mit dcrFrantzösischen armer gegenFlandcrn, allwo die Vlämingcr in Cadfand eine hane niedcr- lag eriilten, anch.blieb in solchem tneg der gröste theil des Holiän- dlfchcn Adels. Damit es nmi der Provintz nicht an Edefleuie,, mangelte, adelte er auf die 40 reiche baureif, wodurch er sich immer mehr und mehr bey dem Adel verhaßt machte, daß sie ein geheim Verständniß wider ihn machten, ihn unter dem vorwanbeiner angestellten falcken-iagt ins netz lockeren, und mir ri tödlichen fliehen hinrichteten. Die thäter rcrinrten sich in das schieß Krolien- durg, wurden aber von dem Grafen von Eleve darinnen belagert, daß sie sich endlich aus bungcrs-noth aufllckci«>on ergebenmus:en. Etliche von den gefangenen thäten; wurden »ach Dort,etliche»«; Delpt, etliche aber nach Harlcm gebracht, und enthauptet., Der Haupt-thäter abre Gerhard von Felsen ward nachLepdcngcsnhrrl, un lebendig in eine tonne,so von innen mit fcharffennägelnbesthla- gen, gesteckt, und z tag in der stadt herum gerostet, daraus geköpft und gerädert; einige aber von diesen rott-gesillen entkamen, md rc-innen sich nach Preussen. Unter diesen Unruhen sahe es in Heiland sehr schlecht aus, indem der Graf von Eleve in Nord-Hofland sich vest zu sitzen suchte. Graf Guido von Henncgau ergriffEist- Holland. Der Difchvfi von Utrecht bemächtigte sich der stadt Mulden, und brachte die Friesen auf feine feite; Wolftal "" v-i- belagerte mit hülst des Grafen in Flandern Middclburg. Benjol- chcr Verwirrung schickten die Herren von Bredcrodc, Ewiiond« Wassenacr,nebst einigen llcpunrten von den städten nachEngcfland, den minder-lährigcn jungen Grasen Johann abzuholen, welche >b» auch heraus brachten, daher ihm au. 1297 in Holland gehnldW wurde. Hierauf besiegte er die ost - und wcst - Friesen, weil er aber dem Wolftat von Borsselen allzuviel einräumte,wurden bicholm- bcrfchwürig, und vertraucten dem Grafen vonHeimegandie^- miniiUzlioi, auf4iahr, biß endlich Graf Johannes, der letzie M» gefchlechts, an. 1299 starb, und mit ibm der gantzc stamm dermn Grafen von Holland abgicng. Hierauf ckklä'rtcn die HolIM Graf Iobannem von Hcnncgau an. izoo vor ihren regirmM Grafen. Weil aber nach absterben des gefchlechts der Graienm Holland diese Provintz samt Seeland aii das Reich gefallen muste er diese lande von dein Kavsir Alberto zu lehn nehmen, u hatte viel mir demDifchoff vo» Utrecht,und zumal nm dcmMM von Flandern und dessen biinds-gcnossen zu thun; allein er dcMc wider beyde eine herrliche v>stvr,c ,n Eadfand,bekam auch msiM fen von Flandern selbst gefangen. Er starb an. 1104, mid Wm ließ von feiner gemahlin Philipp», Graf Heinrichs zu Llchem - tochter, Wilhelmum III den czüticzcn; Johannen! I , Grann,u Ostcrband; Johanncm, Herrn zn'Beaumont, Tolcn, Gouceu Schonhoven; Hciiricum, Lsonnlcum zu Cambray; Mariam,-' doviei Hertzogs von Bourbon gcinahlin; Adelheit, des GraM Clermont gemahlin; Margaretbam, vermählte Graun zu M - Malhildin, des Herrn von Nrelle gemahlin. Sein allestcr ss» Wilbclmns III war bisher» Stadtdaltcr in Holland aewenn-l^ feines Vaters tob aber fiel ihm die völlige regierung Mr Am ' Seeland und Hennegau zu.Er verknüpffcc das Amstel-lanonn Graffchaffl Holland, stund an. 1 ;a6 der Königin JiaPflal» , gelland wider ihren gcmahl Ednardum II, und hernacb dem> » von Franckreich wider den Grafen von Flandern dey.ENlM lich an. iz;7, und hatte von ferner gemahlin Johanna,- von Valois tochter, Wilhelmum IV"; Margarethamsies^W Lntovici aus Bauern gemahlin ; Philippam, des Komgo Vc III in Engelland gemahlin ; und Johannam, vermahlte i Jülich. Wilbelmris IV folgte ihm in der regierung / . .. iz;8 wider die Mohren in Spanien, und noch un ... wider die Saracenen in Syrien zog. Erstund hl"a>ssöcM- - Philippo Valesio wider den König Ednardum III . bey, wandte sich hernach gegen die Friesen, wurde aber rei n gen unvcrmuthet überfallen und erschlagen.Er hat > hol Amsterdam sehr grosse privaten ertheilt- Cr hinterließ von seiner gemahlm Johanna, Hertzogs Johannis lU in Brabant tochter, keine erben, sondern nur einen bastard, weshalben der Kayser Ludwig aus Bayern mit den Reichs-Ständen einmüthiglich beschloß, daß beyde Grafschafften, Holland und Hennegau, dem Reich Heim- gefallen waren. Dieweil aber der Kayser selbst des verstorbenen W.lhelmi schwester Margaretham zur gemahlin hatte, übergab er ihr selbige lande. Diese setzte ihren dritten söhn, Hertzog Wilhel- mum, unter gewissen bedingnngen zum ^mimki-zcore. allein weil selbiger gar übel hauß hielte, übernahm sie selbst die regierung. Mit dieser regierung waren die meisten Holländer gantz nicht vergnügt, und erweckten allerhand Klonen. Etliche erwählten Graf Wil- helmi parthey,und nennten sich Rabeltauer/dadurch andeutende, wie sie ihre gegner gleich kleinen fischen verschlingen wölken, und trugen allerseits asch - farbige mützen. Der Kayserlichen wittwe Margarerha parthey nennte sich von Hock oder fisch-hackcn, damit der Kabeljau gefangen wird, die Hukische / und trug eine rothe vier-eckichte mutze zum merckmahl. Anfänglich schlug Margaretha mit den suxiimr- rroupxen ihren söhn Wilhelmum, als aber selbiger ausTeutschland hulfferlangte,besiegte er die mutier in einer schlacht bey Gravesand. Nach erlittener niederlag entflöhe die verwittibte Kayserin Margaretha zu ihrer schwester der Königin in Engelland, Da es endlich zu einem vertrag gediehe, muste sie ihrem sohnPrintz Wilhelms, Holland, Seeland und Frießland völlig abwetten, vor ihre person aber behielte sie das eintzige Hennegau, wohin sie sich an. i; 51 erhob, und; jähr biß an ihr end daselbst wohnte. Wilhelmus, Hertzog in Bayern, als er 7 jähr nach seiner mutter regiert hatte, gerieth in eine gemüths-blödigkeit, tödtete Wilhelmum von Wa- lermgen, und ward hernach z o jahr im Haag in Verwahrung gehalten, bis er an. i; 77 starb. Von seiner gemahlin Mechtild, gebohr- ner Gräfin von Lancaster aus Engelland, hatte er keine krnder,folgte ihm also sein bruder Albrecht, welcher schon bisher» die regierung sUmimNrirct. Dessen erste gemahlin Margaretha, Hertzog Ludwigs zu Brieg in Schlesien tochter, gebahr ihm unter andern kindern die Printzcßin Margaretha, Hertzogs Johannis in Burgundien ge- mahlin; desgleichen Hertzog Wilhelmum VI in Bayern. Dieser ftlgte dem vater, und lebte im ehestand mit Margaretha, Hertzog Philipps des sühnen in Burgundien tochter, erzielte mit derselben die eintzige tochter Jacobam, und starb an. 1417. Sein bruder Johannes', Bischofs von Lüttich, gab zwar das Bißthum auf, und vermählte sich mit Elisabeth, erbin von Lurenbura, in Hoffnung,die luccellion desto eher zu behaupten, jedoch behielt Jacoba den platz, und empfiena an. 1417 die Huldigung über Holland, Seeland und Hennegau. Ihr erster gemahl war der Dauphin aus Franckreich, des Königs Carole VI lohn, und geschahe die Verlobung an. 1406 im fünfften jähr ihres altcrs,als sie aber an. 1417 das beylager vollziehen wolle, starb der bräutigam. Der andere gemahl war Hertzog Johannes von Brabant an. 1418, doch gieng sie nach 4 jähren von ihm, und konte nicht wieder mit ihm ausgesöhnet werdcn.Dcr dritte war Humphredus, Hertzog von Glocester aus Engelland, jedoch verwarff der Pabst die ehescheidung. Der Hertzog vonBur- gund,PhilippusLvnuz,war auch nicht damit zufrieden,weil ihm solcher gestalt die erbschafft hätte entgehen können, am allermeisten aber proieMrte ihr noch lebender gemahl, Hertzog Johannes in Brabant, darwrder. Indem nun Jacoba an. 14;; den 4 ten gemahl, Francken von Borsselen, Stadcbalter in Holland und See- land, nahm, wolle sich Philipp der gutige/welchen sie bereits zum erben eingesetzt hatte, diese lande matt nehmen lasten, und nöthigte sie, ihm die Provintzen bey lebens - zeit abzuwetten, und mit einer gppLnsßcinHollandvorlieb zu nehmen-Philipp der gütige brachte also diese lande an das Hertzvgthum Burgund, und folgte ihm Carl der kühne / durch dessen tochter Mariam, als sie sich mit dem Ertz- Hertzog Marimiliano vermählte, Holland, Seeland und Hennegau nebst den gesummten Niederlanden auf das hauß Oesterreich gebracht wurde» Le/xle«»?. 2)--«^ Lnnxi. istoUsng. rcrum Vsli. bist. Iltz. 4. btr/^orre etx-er'ÄF r» rer. kiillc.!. 6 . Lieber» rcrum klsnllr. >. 6 . Li-nert-i rer. Lelz, ann. Lresvis. Lcervee» Lstsv. illukr. rbeser, Lrir. urslrcr - tssl. Holland / oder Vieu-Holland/ ist ein land ini-»- /ruk^ii/ so an. 1644 von dcnHollandercn eindeckt worden. Es ligt vonNcu- Guinea und den Moluckischen insuln nord-warks / und wird gemeiniglich in die Provintzen Conoorde / Diemens und Pierre Linus rc. unterschieden/ ist aber noch wenig bekannt. Neu-Hoüand/ in Nord America/siehe Zorck. (Neu) Neu-Hslland/ eine kleine landschafft in Moftau/ von den Holländercn also genannt. Sie ligt an dem nord-meere / nahe bey der mcer-enge Waigats / so insgemein die straffe von Moskau ge« nennet wird. Holland / ist eine kleine stadt / nebst einem schloß in dem Trandenburgischen Preussen / in dem Hockcrlande / zwischen Elbingen und Liebstadt / nickt weit von dem Drauscn-see gelegen. Sie soll von etlichen Holländischen Edelleuten / die nach ermvrdung ihres Grafen Florentii V Hieher geflohen / an. 1296erbauet/ und zum andencken ihres Vaterlandes also genennet worden seyn. Die stadt hat sich / nachdem sie an. 15 21, von den Elbmgem und an. 154; von einer ftuersbrunst sehr verwüstet worden / wieder so erholet/ baß sie cinederreichsicn und besten in Preussens. ^-« 5 - krcuR biüor. snnsi. ttollxnll. Üb. 6 . Holland / ist ein stück von der Engclländischen Provintz Lincolnshwe / welches diesen namen Holland / Hoyland oder Hayland entweder von dem vielen Heu / (aufEngcllandtOhay genannt) so darinnen wachset/ oder vtlleicht von der gleichhett/ hol 821 so cS mit Holland m den Niederlanden hat/ bekommen, siehe Rech Lrirsnn. Holland / eine berühmte familir in Engelland. ThomaSHol- larw/ ein Ritter / heyrathetein der mitten des ig-iecub das so genannte schöne Fräulein vvn Kent,.. Grafen von Kent / und über M-S ward er mit dem Ritter.o den ^cc°. 24 tzelp ro Lnglizji Holland / (Johannes) Hertzog von Ereter oder Erceter/ war ein halb-bruder des Königs von Engelland / Rtchardi II / von des- scn mutter / Johanna / einer tochter Edmundi / Grafen von Kent/ welche nach dem tod ihres ersten gemahlS / Lhvmä Hollands/ Grafen von Kent/ zum andern mal mit Eduardo/dem schwachen Prin- tzen / sich verheyrathct hatte. Jetztgemcldter König machte ihn an. i; 88 zum Grafen von Huntingdon/ und -o jähr hernach zum Hertzog von Echter. Es beehrte ihn auch derselbe mit der würde eines Groß-Cämmerers/ und mit dem orden des hosenbandes. Allein da es mit Richard» II an. 1 z 9? dahin kam / daß die Engeiländcr ihn absetzten / und Henrieum 1 V von Lancaster auf den thron erhuben/ ließ das Parlament diesem Johann Holland weiter nichts / als den kiwl eines Grafen von Huntingdon. Hierdurch ward er bewogen/ nebst andern Lords / worunter auch seines bruders söhn / Thomas Holland / Hertzog von Surrey/ sich befand / eine conlpj^rwn wider Henri« IV leben anzuspinnen / und nach deren entdeckung / öffentlich die waffen zu ergreiffen / ungeachtet ermeldttr Henrieus IV eine besondere gewogenheit gegen ihn blicken ließ / auch desselben schwester/ Elisabeth/mit ihm vermählt war. Es lieffabermit seiner parthey sehr schlimm ab / und er selbst / da er nach Esser sich l->virt hatte / von bannen er nach Franckreich überzugehen suchte/ ward endlich zu Prittlewell gefangen / und zu Pleshey an. 14°» enthauptet. (siheBeaufort (Thomas) «gleichen Holland ( samilie.) Lrirsnliig. Tke vol. r x. »77. r? 9 > Holland / (Johannes' hergehenden,muste nach best lasten, baß die würde eines Hertzogs von Ereter durch"den König Henricum Van. 1416 Thomä Bcaufort, Grafen von Dörfer, verliehen ward. Nachdem aber dieser ohne erben mit tobe abgegangen, auch indessen sein eigner ältester bruder, Richard gestorben, rellicuirte ihn an. 1444 der KönigHenricus VI in die väterliche eh-! renstellen , worunter sich auch der titul eines Hertzogs von Ereter befand. Ausser dem war er Graf von Huntmgdon und Jvory, Lord von Sparre, Admiral von Engelland und Jrrland, Lieutenant von Guienne, Constable von dem Tower zu Londen, und Ritter des hosenbandes. Er starb den; aug. an. 1447. LricsnniL. /,,/!. 0/ voll 1. bclp ro Lngü-b bist. Holland / ( Henricus) Hertzog von Ereter, ein söhn des nächst vorhergehenden, welchem er beydes in der Hertzoglichen wurde und in der stelle eines Admirals von Engelland luccell.rle. Er hielt es, bey den streitigkeiten über die Englische crone, mit demLancastri- schen baust wieder das von York, und that fern äusserstes, daß ey Eduardum IV, ungeachtet er dessen schwester zur gemahlin hatte, von dem thron flössen möchte. Endlich warb er den i4 ,apr an. i47i in der wider denselben unglücklich abgeloffenen schlacht bey Barnet dermaßen verwundet, daß man ihn als todt von der wahl- stadt trug. Er kam aber wider zu sich selbst und flöhe in das i»n. ÄEium m Westmünster, von bannen entwich er heimlich in die Niederlande, allwo er schon vorher eine Zeitlang auf eine so armst- liae art im exll-o gelebt, daß er in zerlumpten kleidern und barfuß sein brodt vor den thüren gebettelt. Nach verlauf einiger zeit ist LUll; M s) Hertzog von Ereter, ein söhn des vor- essen unglücklicher Hinrichtung geschehen 82 L Hot fein cörp« durch das meer an die kästen deMomntz Keck worden, woraus man gemuthmasset, daß er na A) Engellaud zl r cr zu kehren vorgehabl, unterweges aber durch schlffbruch »mgekom- AEN. LrirsnniL. vo!. r o. 4)0. Kel^i co K>Ü:. ctiron. ^o. Holland / ( Philemon ) wurde in dem -»'^o der heil. Dreyeinigkeit zu Cambridqe erzogen, promov.rte daielbst in voüorem mccdc-».-- . und ließ sich in Covenlry nieder. Er ist vornemlich deswegen ben'imt, weil er sehr viel schrifften, und sonderlich historien- bücher in das Engelländische übersetzet. Die vortrefllchste unter seinen Übersetzungen ist Lrmdcleni öricannia , welche in anjeyung dessen, daß zu dem Lateinischen original viel neue dinge hinzu gethan worden, vor etwas mehr als eine blosse Übersetzung zu halten ist. Sonderlich ist auch dieses von ihm inerckwurdig, baß er nnt einer eintzigen feder ein gantz groß buch schreiben können. Holle/Helle / ein altes adeliches geschlecht in Nieder-Sachstn, welches anfänglich in Jütland und in dem Hertzogthum e^chleß- wig gewöhnet, von bannen aber von den Dänischen Königen vertrieben worden. Hieraufhat es sich im Braunschiveigischernn der GraMafft Wvldenberg niedergelassen, und den rltter-sttz Holle erhallet. Nachdem aber etwan vor 4°° jähren einer von vieler famrlre rinenGrafenvonWoldenbey Grabsdorffin einer rencomre erlegte, wurde er genöthiget, feine guter mit dem rucken anzusehen,und lieh in das Stifft Minden zu wenden, wiewohl nachgehcnds einige dieses gefchlcchts sich wieder in das Braunschweigifche begeben, von welchen ein äst sich zu des Hoch-Teutfchmeisters Alberti zciten in Preussen mit Paulo von Holle nieder gelassen. Johann von Holle war zu den zciten Kayfers Carvli V ein berühmter kriegsheld, und berichtet man,daß gedachter Kayser ihm auferleget, dem in die acht erklärten Hertzog Magno von Braun chweig keinen beystand zu leisten noch Vorschub zu thun. Ein anderer, namens Johannes, insgemein Jens genannt, hat sich an. bey Hertzog Albrecht zu Sächsin und Lüneburg wider Hertzog Erich zu Lauenburg tapffer gehalten, und ist an. i; 8 ; im stürm vor Reckling geblieben. Nach ansang des 16 becnii lebte Dietrich von Holle, und hatte; Ohne, die waren i) Thomas, Dom-Probst zu Minden und Dom- HerrzuMünster, welchen derGrafvonHoya 7 jähr gefangen hielt. Sein natürlicher fohn Dietrich von Holle, hat dem Kbnig in Dä- nemarck Friderico II im Dittmarsifchen kriege als Rittmeister ge- dienet, und ist von den bauren erschlagen worden. 2) Frantz, Erb- Herr zu Rinteln. Weil fein fohn Dietrich mit vorgedachtem Thema zugleich gefangen wurde, zog er mit einer anzahl reuler vor des gemeldten Grafen von Hoya schloß Derenburg, eroberte dasselbe, und bekam den Grafen gefangen, weichen er auch lebenslang in der gefangenschafft behalten. Er errettete also feinen bruder und seinen söhn, welcher bald darauf an. 1549 zUWittenberg starb. Der vater aber ist HertzogHeinrichs zu Braunfchweig Rath worden, und mit demselben vor Jngolstadt gezogen,und an. 155; zu Antwerpen verstorben, eine tochterChristmam hinterlassend, welche Henricum von Rantzow, Königlichen Dänischen geheimbdcn Rath undiLtadthal- ter in'den Holsteinischen landen, geheyrathet,und demselben 4 tonnen goldes oder 400000 thlr. heyraths-guth zugebracht. ;) Henri- cus, welcher in der schlackst bey L-ievershausin an. 155; geblieben, und seinen stamm mit; söhnen sortgepflantzet. Um diese zeit haben auch Afcha und Georg von Holl als kriegs-helden sich hervor gethan ; jener war anfangs Hertzoglicher Amtmann zu Pcine im Stiffte Hildesheim, und nachgehcnds Ngnaiirte cr sich im Diltmar- stfchen kriege an. 1559. Gemelkter Georg ist an. 1552 der stadt Trier wider MarggrafAlbrecht zu Brandenburg mit einer anzahl volcks zu hülffe gekommen. An. 15 5 7 hat er dem Könige in Spanien wider Franckreich ein regimcnt zngeführet, und im seidigen kriege unterschiedene örter erobert. An. 156; hat crdemKönige in Dänemarck wider Schweden gute dienste geleistet, auch Hertzog Adolph von Holstein den Rath gegeben, wie die Dittmarsin unter das loch zü bringen. An. 1561 ward Eberhard von Holle Bi- schoffzu Lübeck und an.iz66 zugleich zu Verben. Zu unsern zelten 6»r>rte Herbold von Holle als Cbur-Hannoverischer Höf-Rath, und an. 1714 kam ein Schwedischer Gcncral-Feld- Marschall-Licutcnant von Holle mit feinem Könige aus Orient- p. -17. tiolch ^llel cttron. k. li j-, iv. /rclcl-ssicgcl. Hollenburcz / ein schönes schloß nebst einer Herrschafft an der Drau in Karnbten, so nach abgang der Herren von Hollenburg an baß hauß Dietrichstein gekommen, von welchem heut zu tage eine kinie den namen führet, annal. L-r. Holles/ eine vornehme familie in Engelland, welche von sehr langen zeite» her i» Nottinghamshirr ansehnliche guter besessen, und vor andem sich hervor gethan. Aus derselben war entsprossen der Ritter Wilhelm Holles , welcher an. 1541 Lord Mayor von Londen gewesen. Dessen urenckel, JohaNn Holles, ein Ritter, er- wieß in kriegs-diensten eine sonderbare tapfferkeit, vornemlich an. 1588 wider die Spanische see-armade, hernach unter dem Grasest von Esser in der ?»pc-linon wider die Tercerische instiln, ingleichen UnterWilhelmoFir-Williams wider die rebelten in Jrrland. Auch leistete cr dem Statt viel gute dienste zu sriedcns-zeiten, un ward in ansehungdessen vondemKömqeJacoboIan. 1616zumteil-vonEn- gelland mit dem titul eines Lords Haugthon von Haugthon, den 2 nov. aber des iahrs 1624 zum Grafen vonClare gemacht.Er zeugte mit Anna, einer tochter des Ritters Thvmä Stanhopc von Shel- ford, 9 kinder, von welchen folgende erwachsen: 1) Johannes, von dem gleich linten; Denzil, von dem ein eigner articul zu sehen; z)Carl; 4)Wilbelmns; 5)Eleonora, vermahlt an Oliver Rr- Williams , Grafen von Tyrone in Jrrland; s) Arabella, vermählt an Lhsmam Wentwörth, Grafen von Straffoch. . . tode, welcher an.i6;7den4vct. erfolgrestucccllirte ihm fein ^ söhn, Johannes, welcher den ; ja,,. an. 1665 mittode'abaienasL er vorher von Elisabeth, der ältesten rochier Horatii, Lords N,,/ von Tilbury, ein vater von 2 söhnen und von iz töchtern werd, Diejenige, so von den letzter« erwachsen,haben sich folgender «eM verheyrathet (1) Anna an Eduardum, einen söhn und erben phili, Grafen von Lincoln, (2) Elisabeth an Wentwörth, Er-st« von Kildare in Jrrland, (z) Arabella an den Ritter Eduard Ä' seter, (4) Susanna an den Baronet, JvhannemLort, (ssiDiant anHenricumBridges, und ( 6 )Penelope an denBarvnesJacovM Langham. Von den 2 söhnen überlebte ihn der eimc Eilbcn welcher Gratiam, eine rechter WilhelmiPcrvoints vonTholverstn heyrathete, und mit ihr; söhne nebst 4 töchtern zeugte. Drey vo, den letztem verehlichten sich, nemlich Elisabeth an EhristordorM Baue, nachmals Lord Barnard; Marl-a an Hugvnem Boscaircii, und Gratia an Thomam, nachmals Lord Pelbo.m. Von den söhnen stürben die 2 jüngste in ledigem stände; der älteste aber, hannes, a-ccc-lirte dem vater an. iü88 den -6 jan. und stieg, Als durch seine heyrath mit einer tochter und erbin Henrici CaveM, Hertzogs von Newcasrle, ( welcher den 26 jul.an. 1691 ohne mäjj, liche leibes.erbcn das zeitliche gesegnete) theils aber durch Mit eiftr vor das inrercss- des Englischen Hofes, noch viel höher, als alle ferne vorfahren; Denn an. 1694 den 14 May machte ihndcrAcnig Wllhclmus III zum Marggrafen von Cläre und zum Hertzog m Newcastle. An i698empfieng cr den orden des hoscnband'es. ?la. 1700, wie auch an. i?°6, war er einer von den Comnussarien, welche an einer Vereinigung der beyden Reiche EngeUand uiEcholk- laud arbeiteten. Lwwohl Wilhelmus III , als die Königin Anna, gaben ihin eine stelle unter ihren gcheimbden Räthen. Auch mmi- nete ihn die letztere zum bewahrer des geheimbden siegels. Fcriur war er Lord-Lleulenant von der stadt und von der Grasschaffk M tingham, Lord-bewahrer von dem walde «Lherwood, Lvrb-Lirule- uant von dem östlichen und von dem nördlichen theil von Dorckshi- re, ingleichen Oouverneur von Kingston bey Hüll. Mit obcrwchi- ter silner gcmahlin zeugte er nur eine cintzige tochter, Henriellam. ttclzr ro LnKlizsi tiitkor/ ^68. 41z. H ?- ->z. Holles / (Denzil / Lörd) ein jüngerer söhn des IN dem vorhch gehenden articul erwehnlen Johannis Holles/ ersten Grase»m Cläre / gebohren an. iz 98. Er war ein überaus kluger mann / M dabey ein eifriger Verfechter von den rechten und fteyheiten seines Vaterlandes. Dieses letztere bewog ihn / an. 1628 den Hertzog von Duckingham und die damalige hof.parlhey/mit grossem nach« In dem Parlament anzugrelffcn. Hierüber müsse cr nachmals M langwierige gcfangrnschafft und schwäre Verfolgung erdulden/welches nicht wenig barzu beytrug / daß er zu ansang des taugen Parlaments/ welches vor CaroluM I so unglücklich ablieff/ sich W hitzrg wider das >nrc^ge dieses Königs erwiest. W er aber nach' gehends warnahm / daß Cromwell vermittelst der armee sich M gantz imbdrantwortlichcn gcwall aiimaffcke/siichte er mit allen krH teil / folche seine anschlag zu hintertreiben. Wiewol er lni» in dem Parlament ein sehr grosses ansehen sich zuwege,, gebrach; / so imisst er es dennoch zuletzt geschehenlaffen/daß diewidrige parchco il»id!k .yvchverralhs beschuldigte und nebst andern von den Parlaineni!» Versammlungen ausschloß. Hierdurch sahe er sich genölgigk/nach Franckreich überzugehen / und daselbst biß nach Cromwcls toHit bleiben / in während welchem -xllio er die an. 1699 zu Lvnden gedruckte nicinoirci zu papyr gebracht. So bald die conjunäumi sich vor daS Slüartische haust etwas besser anlicssen/ sani er znÄM Eugelland / wohnte den berathschlagungcn des Generals Wims des Grafen von Manchester und anderer wohlgesinnten / mu lc»/ und / nachdem die Wiedereinsetzung Caroli ll ftst gestestl wosse»/ war cr einer von den veputlltcn des Parlaments / welche dieß angenehme bvllschafft/ nebst 50000 psunb sterlmqs/ nachdem«; uderdringrn musten. Hierauf machte ihn an. i sü i der gedachte König Caroius II zum pa,-von Eugelland / mit dem littst eines l'ms Holles von Jsicld in Suffer. An. issz ward cr als cxtraorclinairc nach Franckreich geschickt/ und nachgehcnds als Königlicher Bevollmächtigter zu den BrcdaischeN trackaten. Erstaw an. 1679/ und ward zu Dvrchcster begraben / allwo ihm lein M trr/Johann Holles/ Hertzog von Newcastle/ein stattlich mcnr aufrichten lassen. Er hatte sich dreymal verhcyraihel l.m Dorothea/ einer tochter und erbin des Ritters Franelsci AGv von Dorchcster ; 2) mit Johanna/ der ältesten tochter des AMM Johann Shirlcn von Isvillc / einer wttlwe des Ritters /Wamc Court;;) mit Esther / einer tochter Gidconis >- «>, HsiV M Colomdiers in der Normandie / und einer wittwe Iacotn »E aus eben derselben Provintz. Von den zwey letztem halle er« kinder. Die erste aber gcbahr ihm 4 söhne / welche insgesamt > gestorben / biß auf den eintzigen Franciscum Holles von Wme. burnc 8 . Martin / Baronet / welcher zweyinalsich verchnchttt'/ mit Lucia / einer tochter des Ritters Robert Cacr von rMoro-H- mtt Anna / einer tochter des Baronets Francisci Pile von bm ton Beaucamp. Die erste gcbahr ihm Mariam und Deuill '^ welche beyde in ihrer kindhcit stürben/die andere aber Jvhaima » welche glcichfals bald wieder mit tod abgieng/ und einen Ei namens Denzil. Dieser ward nach seinem gkost-vaterkord Wu allein da er kaum das 20 jähr erreichet / und sich noch mählt / starb er und endigte den besagten titul. ->/ - p. l>6. Lkevro,>r o/ve»L -7 74 o//». Holnburg /eine kleine stadt nebst einem schloß / BerchtelM jimanktt/m Unter-Oesterreich / an der Donau/ meist von hol so nebst der dazu gehörigen Herrschafft Enzersdorfdem Bißtkum Freyiingcn zustehet. Holobolus / war Prediger unter des Kaystrs Michaelis reglerung. Er war ein junger mensch von guter beredt» samkelt und zimlicher fahigkeit / nur fehlte es ihm am ,u-iicio. und hatte er kerne -on-Zu»-. Er hielt wenig auf qotkesfurcht / und war thm eine rellgion wie dre andere. Seine kühnhctr war die Ursache seines Unglücks / indem er den Kayser öffentlich zu straffen kein be» dencken trug/ daß er fernem Pupillen das Kayfeechum entzogen. Der Kayser wurde hierüber so gar erzürnet / daß er Holobolum greiffen ließ / und rhm die lippen zu durchstechen und in die nasen zu schneiden befahl/wodurch cr/um sich eine Zeitlang zu verdergen/m ein klo» ster zu gehen gezwungen wurde. Einige jähre darnach/ais seine na. se/welche man aus mitleiden nur durch einen kleinen schnür verle» tzet/sast gantz in den vorigen stand gebracht worden/hat der Patri» arch zu Constantinoyel / der grossen staat von dieses menschen wis» senschafft machte/ für ihn bey dem Kayser / und wurde auch seiner bitte gewahrct.Er machte ihn alsobald zum und Prediger in seiner kirche/wo er dann qrosseehre crhielte/weil er nicht alter als 2- jähr war/daß auch der Kayser ihn in seinen pallast fordern ließ/ und unter die zahl seiner rKcMogucu,» setzte / damit er nebst andern an der Vereinigung der Griechischen kirche möchte arbeiten heiffen. Er war aber stets zuwider/ und so kühne / daß er den Kayser von neuem aufbrachte / indem er trotzig zu ihm sagte/ daß die Vereinigung mit der Lateinischen kirche eine ohnmögliche fache wäre. Der Kayser/welcher seine Meinung verbarg/ verordnete unterdessen/daß er steh nur nach Bilhynicn in ein kloster begeben möchte. Als man ihn aber berichtet / daß Holobolus nicht unterliesse wieder diever- einigung der kirchen zu pcn-m-ren/befahl der Kayser/ daß man ihn zu Constantinovel behalten solle / allwo er denn / unterdempEexr anderer verbrechen/ welcher halben man ihn angeklaget/ mit einem strick am halse durch die stadt gcführet/ und durch alle quer-gassen gepeitscht wurde. Dieses verfahren jagte den ci-.-»cis ein solches schrecken ein/daßsteversprachen/ dem Kayser/ der sich mit der Lateinischen kirche zu vereinigen entschlosten / zu gehorsamen. M-/N üb. z L: 4^oÄ»», c. i, üüi. cles scbipm. cies QrccsI. 4. ^olofernes / war General über des Nebucadnezars armer. Er belagerte Bethulien / eine stadt in Judäa / und brachte selbige zur äussersten exrremstät / wurde aber von der Judith umgebracht r (siehe Judith.) ^olowezin/ ein kleiner ort in Litthauen in der Woywodschafft Mscislau/ nicht weit von Mohilow / allwo an. 1708 dm 14- julii zwischen den Schweden und Russen eine schlacht vorgicng/ darin» die erstere das seid behielten. Holstein / lat. ttoikLki». ein Hertzogthum in dem Nieder- Sächsischen crayse / so nach dem norden vermittelst der Eyder und Levensaw an Schlcßwig / nach süden durch die Eibe an Dre- men und durch die Travean Mecklenburgund'Lauenburg gräntzet/ auf der rechten feite von der oststce bis an Fernern / welches zu Gchleßwig gehört / und auf der linckenvon der west-oder nord-see umschlossen ist. In der länge mag es 17/ in der breite ir Meilen groß seyn. Das land ist an gute ungleich / imnaffen es an einigen orten grosse heyden/ überhaupt aber an beyden stekankcn gute fette schwartze erde/die unter ändert» auch herrlichen weihen trägt/ander west-see aber die reiche Marschländer hat. (siehe Marschland. Berge giebt es ausser dem Kalchbcrg und Seegcberg keine/ aber viel fruchtbare walder an eichen und duch-bäumen / sodann viel fischreiche seen ; unter den fiüssen sind nach der Elbe die Evber/ Stör/Trave/Schwemm mw^charkaw die vornehmsten. Neu- stadt/Hilligenhaftn und Kiel haben gute Häfen. Die übrigen städte ausser Hamburg sind die eigentlich also genannte vier-stadte / Kiel/ NendSburg/Jtzchoe und Oideschlo / so kubisches rccht/und ein »?- pcli2rio-i--gerjcht haben/ dahin verschiedene stadte in Holstein und Schlcßwig provociren; ferner Krempe/Wilster/Seegcberg/Hilli- genhafen/Nenstadt / Oldenburg / Lürkenburg/Gluckstadt/Plon rc. Das gantze Hertzogkhum wird in vier theile/Holstcin insonderheit/ Stormarn/ Ditmarschen und Wägern unterschieben/welche theils dem Könige in Dänemarck / theils dem Hertzog zu Goktorff gehö- rcn/wie hernach / und unter jedem besondern amcui dieser lanv- schafften zu ersehen. . . . ^ . . Holstein/ insonderhett, gräntzet oben an Schleßwig/ zur rechten durch die Schwentin an Wägern, unten durch die Stör an Stormarn,zur lincken durch den Holstein-graben und liesse moräste an Ditmarschen, und ist 9 meilen lang/ und ; merkn breit. Ausser dcr Eider/ so allhier entspringt, sind noch diese flusse barmn: der Ieven,die Gistlau, Beck/ Enbeck, Schmale, Braembeck. Die äm- ter darum sind Renßbnrg / Hanrow, Kiel und Slemburg grvsten- theils, dann noch die W>lstermarfch,die kloster Jtzehoe, Pretze und Bordesholm gerechnet werden. Die zwey ersten nebst Steinburg «nd Königlich, Kiel und Dordesholm aber Hertzogltch. Zu Caroli Ä. und den folgenden zeiten wurde die gantze gegend, wo Holstem insonderheit, Stormarn und Ditmarjchen !igt. KisnL und ktorctäibmgiL genannt. Die erste Grafen, so IN diesem land regiert haben, sollen aus dem geschlecht der Meyendorffgewe- sen seyn/ und einander in dieser ordnung gefolgt haben: Udo oder Otto!/stirbt an. 8io. Eridacus. Ludolphus, stirbt 876. Udo oder Otto II, stirbt 879. ^ ^ Es gründet sich aber dieses vorgeben, was Udonem I betrifft, mir aufeine stelle, da solcher vor einen Kayferlichen ,n Hamburg angegeben wird, und die z übrige haben gar keinen gründ. . . hol 82z daß Carolas V. die aus uach^rauckreich und anderwärts gefangen führen lag bracht M wS Ludovico wo Ecbertus wffder zmück K T-beller ist von den damaligen Zeiten nichts bekandt Mir nsvmi ^ ebenfallsunZewiß. Herman- tdll ain-v ^ Hertzog von Sächsin gemacht, der äte^Mn von seinen nachkommen allemal ^.v^ odu das Hertzogthum Sachsen, und der jüngste die Grafschafft Holstein besessen haben. Die namen dieser Kraken werden folgender gestalt angeführt: ^ Kraken Hermannus von Billingen von 960 bis an.9?r. Lotharms bis ion. ' Ditmarus bis ic>;o. Bernhardus bis io6r. Hermannus bis 1078. Doch der einige gründ, worauf diese erzchlung beruhet, ist dieser, daß die,«: letzt-genannte aus dem Billingischen stammen, malten / Grafen, jedoch ohne weitem znsatz, genannt werden, u/r GsM zu Holimn, von dem man gantz sichere Nachricht hat,heißt Gottfried,von dem ein eigner arttcul. Ais solcher an.noä umgekommen, war die Grafsihafft Holstein von dem Hertzog zu Sachsen, und nachmaligen Kayser Lothario II an Adolphum/Gra- fen von Schauendurg, gegeben, bey dessen nachkommen sie auch geblieben. Damals war das Wagerland in den Händen der Wen- bijchen volcker,undDümarschen war gleichfalls von derGrafschafft Holstem abgesondert, daher diese nur Holstem insbesondere und Stormarn begriffen. Die Grafen aus dem Schauenburgifchen hauß waren folgende: Adoiph I, von an. no6 biß n;z. Adolph II, bis an. n 64; zu besten zeiten bekam Hemicus von Vadewlde einige jähre dre Grafschafft, und vereinigte mir derselben Wägern. Adolph III, bis an. 120V, da ward er von dem Dänischen König Wvldemaro II vertrieben, und Albertus von Orlamünde davor eingesetzt, bis an. irr;. Adolph IV, von an. irr; bis irzg. Seine beyden söhne theilten sich in die Kielische und Rendsburgische niste; die,e erbte jene, theilte sich aber wiederum in dieRends» burgische und Schaumburgische oder Pinnebergische. Von dieser letzten ist der articul Schaumburg nachzuschlagen; denn sie haben in Holstein nichts besessen, als die Grafschafft Binneberg. Die beyde andere haben folgende lucccls,oos-ordmiiig gehalten; Rendsburg. Gerhardus I, starb an. irgi. Henricus I, starb an. i;io. Gerhardus M. starb an-1^40. Henricus II, starb an. i;8i. Gerhardus VI/ starb an. 1404. ^ . Henricus III, starb an. 1427. Adolphus VII1 starb an.i; 90. Abolphus VIII, starb an. 1459. Bey Gerhards VI von der Rendsburgischen linie ist zu mercken/ daß derselbe nicht allein die Kielische lande geerbt, sondern auch zum allerersten das Hertzogthum Schlcßwig als ein lchen von Dä? nemarck auf sei» hauß gebracht. Nachdem Adolphus VIII gestorben, siel Schlcßwig von rechtswcgen an die cron Dänemarck; auf Holstein aber machte die odgedachte Schaumburgische linie an- spruch. Es behielt aber des Adolphi VIII eintziger schwester Hed- wig, und Theodorici, Grafen zu Oldenburg, ältester söhn, Christian, damals König in Dänemarck, die oberhänd, bey dessen nachkommen so wo! dieses Königreich, als die Hertzogthümer Schlcßwig und Holstein noch bis aufden heutigen tag geblieben. Er erhielt von Kayser Friderich III an. /474z daß Holstein zum Hertzogthum erhoben, und demselben Ditmarschen einverleibt wmde;wie- wol das letztere damals noch seine freyheit behauptete. Bey seiner erhöhung auf den Dänischen thron hatte er dem letzten Hertzog Adolphs VIII aus dem Schaumburgischen hauß versprechen müssen, daß Schleßwig niemals mit der cron vereinigt bleiben solle, und diesem zu folg verordnete er auch seinen ältesten sohnIohan- nem zum König, und den jüngsten Fridericum zum Hertzog von Schleßwig und Holstein. Doch Johannes zwang diesem eine thei- lung dieser beyden Hertzogthümer ab, und ob er gleich hernach, da er selbst König worden, alles wieder zusammen bekommen, theilten doch seine z föhne Christianus III,Konig und Johannes der ältere, wie auch Adolph, dieselbe zu Rendsburg an. 1544m drey gleiche theile. Noch vor dieser Heilung, an. 1; z ?, daHertzog Johann und Adolph noch minderjährig waren, machte Christianus III vor sich und diese zwey brüdermls Heryoge zu Schleßwig und Holstein/ einer seits, mit dem Reich Dänemarck anderer stits,eine umon, krafft deren die vorfallende streitigkeiten in vergüte durch acht Rathe, 4 Dänische und 4 Holsteinische entschieden werden, und beyde theile einander zu krieas - zeiten beystehen sotten. Und diese unin» ist m nachfolgenden zeiten allemal in den strettigkeiten Dänischer seits zum gründ angeführt, und dahin ausgelegt worden, daß die Her- tzoge ohne der Könige vorwissen nichts in kriegs - und andern wichtigen fachen vornehmen könten. Nachdem an. 1559 von Christian! III söhn Friderico II und seinen beyden vettern, Hertzog Johann dem ältern und Adolph, Ditmarschen unter das joch gebracht,und unter sie drey getheilt worden,starbJohann der altere an-1 e 8 ° ohne erben; worauf zwischen König Friderico II und Hertzog Adolphs an. i;8i den 19 ftpt. zu Flensdurg eine neue theilung vorgenommen worden, welchembst zuziehung derRendsburgischen ö. 1544 Riel. Johannes I, starb an. 126;. Johannes II, starb au. r; 16. Johannes III, starb an. i;;-. 824 Aöl das kunä,«°»e ist, aufwelcher die abcheil.mg ^ H-ch°glhl,mer Schleßwiqund Holstem in die Königliche undHertzogllch'G linie verübet; Denn vermög derselben gehöret zu demKo- Nialicben antbeil, in Schleswig: Hadersleben, Flensburg, die m- tül Alsen und Arroe, darauf Sonderburg und Rorburg befindlich, Lst dem ÄLden ländlein Sundew-ei, und dem Ruhe - kloster, ib beutias tags Lürburg genennet wird. In Holstem. Rendsburg, Seaeberq, Wüster. und Cremver-marsch, -ttzehoe, Plon, Hellgen- Lasen, Steinberg, die drey klöster Segcberg, Rhemftld undArens- böck, und die südliche helffte von Ditmarschen. H^tzogli- üien an^heil/mSchleßwigGoltolp/ Huium, ^tapelholm- derstede, Hütten, Wittensee,Mohrkier, Apenrade, TondermLAm- kloster, Nordstrand und die insul Feinern; m Holstem: Kiel, Neu- münster, die; kloster-gürer Cismar, Reindeck, Bordrsholm,und die Nördliche helffte von Ditmarschen. Die Prälaten undRltterschafft nebst dem recht auf Hamburg blieben ungetheüt, und dieses hat anlaß zu allen streitigsten gegeben. Denn Hertzoglichcr seits hat man die qemeinschafftliche rrgierung nur von d,e,en drey stucken al- Ln deren auch in den tractaten ausdrücklich gedacht wird, verste. ben, und Königlicher seits dieselbe auf alle höhere^,-- ausdehnen, und die Hertzoge darinn an das vorwissen und emwilllgung der Rostige binden wollen; wiewol endlich die erstere erklarungindem Travendalischen frieden bestätiget worden. Worzu noch dre lehns- vffjcht, welche die Hertzoge durch dcnOdenseeischen vertrag von an. i?79 wegen Schleswig erkannt, gekommen, davon diese aber durch den Coppenhagischen frieden an. 1660 frey erkläret worden. Was mit dem Bißthum Schleßwig vorgegangen, davon steht in dem ar- ticul Schleßwig Nachricht. Das übrige von der Holstem»,chen Historie geben die besondere articuls von LenKonigen inDanemarck und den Hertzogen zu Gottorp, die in folgender Ordnung regiett Haben: Könige in Dänemarck. Friderieus II, starb an. i;88. Christianns IV, starb an. 1648. Friderieus III, starb an. 1670. Christianus V, starb an. 1699. Friderieus IV, heutiger König. Hertzoge zu Gottorp- Adolphus, starb an. 1586. Friderieus II, starb an. 1587. Philippus, starb an. 159°. Joh. Adolph, starb an. 1616. Friderieus lil, starb an. 1679. Christian Albert, starb an. 1669. Friderieus IV, starb an. -7°r. Carolus Friderieus, heutiger Hertzog; unter dessen Minderjährigkeit seines vaters bruder, Christianus Augustus, die -ä- loiiustr^eion gefuhret. Hertzog Johann Adolph hat unter Kayserlicher bestätigung an. 1608 das primogenicur- recht in seiner linie eingeführet, daher solche bis aufden heutigen tag unzertheilk geblieben. Aber König Fri- dericus II hat an. 1564 durch einen zu Flensburg errichteten verglich mit seinem bruder Johanne, dem junger», eine theilung eingegangen, und ihm Sonderburg, Norburg und Plön abgetrellen, dagegen dieser auf die übrige väterliche erbschafft verzicht gethan. In dem vergleich selbst ist das Wort theilung ausdrücklich zu finden; man hat aber Dänischer seits es vor nichts anders als eine verstanden wissen wollen, darüber jederzeit sehr gestritten worden, (sthe hierunten bey der linie von plön.) Inzwischen find dadurch in dem Königlichen theil zwey Haupt - Innen, die Königliche und Sonderburgische entstanden, davon die letztere steh wiederum «rstlich in vier, als Sonderburg/ Norburg/ Glueksburg und plön/ hernach die erstere von diesen vieren weiter in die Frantz- hagische / Catholische/ Augustusburgische/ Beckische und wresenburgische getheilet hat. Der stamm - vater aller dieser neben-linien ist gedachter Hertzog, Johann der jüngere. Er war den 2; mcrtz an. 154; gebohren,und starb den 9 nov. an. 1622. Seine gemahlinne waren Elisabetha, Hertzog Ernsts zu Braunschweig Grubenbaqcn tochlcr, welche an. i;86 verstarb, und Agnes Hedwig, Fürst Joachim ErnstszuAn- halt tochter, Churfürst Augusti von Sachsen Wittwe, so an. 1616 verstarb.Von selbigen zeugte er 12 töchtern und 1 1 tvhne.Diese waren Christianns, gebohrcnden i4vct. an. 1570,starb den 4jun.au. i6;z; Ernestus, gebohren den 7 ian. 1572, blieb an. 1596 in einem treffen mit den Türckcn bey Erla ; Alexander, von dem so fort; Augustus, gebohren den 29 jul. an. 1474, wurde mit obgemeldtem seinem bruder Ernesto an. 1496 bey Erla erschlagen; Johannes Adolphus , gebohren den 17 stpt. an. 1576, starb den 21 ftbr- an. 1624. Er wär mit Hedwig Maria, Printzeßin aus Pommern,ver» lobet, welche aber an. 1606 vor der Hochzeit starb; Friderieus von Norburg, und Philippus von Glücksburg, von welchen beyden her. nach; Albertus, gebohren an. 1484, starb an. 161;. Aus der andern ehe waren Johannes Georgius, welcher an. 1494 gebohren, und an. 161; gestorben; Ioachimus Ernestus zu Plön, von dem hernach; und Eberhardus, gebohren den 21 april an. 1601, starb 4 tag nach seiner geburt. Unter diesen haben nur 4 so viel linier, fortgepflantzet; Alexander die Sonderburgische, Friderieus die Norburgische, Philippus die Glücksburgische, und Ioachimus Ernestus die Plomsche. Alexander, welcher die Sonderburgische linie fortgesetzt, ,var den 20 jan. an. 157; zu Sonderburg gebohren. Er besaß die helffte von der rnsnl Alsen, auf welcher die reifem? Sonderburg gelegen. Er starb den 1 z mertz an. 1627,und hinterließ von seiner gemahlin Dorothea, Graf Johann Günthers von Schwartzbnrq tochter, L söhne, welche wieder so viel neue linien gestifftet. Der älteste,Johann Christian, welcher den 26 april an. 1607 gebohren, reifte zwar zu Sonderburg, allein weil er viel schulden machte, und we. nig von den dänischen geMen abtrug, so griffderÄch Sonderburg weg, bezahlte die schulden, und gab dessen bim r ^ nein Printzen,ChristianoAdolpho, das übrige hinaus.DieierkaMe dasürFrantzhagen imLauenburgischen, daher seine linie die'krank« Hagische genennet wird, und starb den 2 jan. an. 1702. Seme ae, mahlin, die an. 1709 verstorben, war Eleonora Charlvtta, Hertzog Frantz Heinrichs zu Sachsen-Lauenburg tochter, von welcbee LevpoldusChristramis, so den 24 aug. an. 1678 gebohren,undObri. stcr über ein Dänisches regimenl zu pferd war, starb aber den n jul. an. 1707 ohne eheliche erben ; Denn die drey Ander, Chrisna. nus, geb. 1704, Leopoldus Carolus, gebohren an. 1704 un^Chrj. stianus Adolphus, gebohren an. 1706, so er mit eines hof-üschlerL tochter aus Zechdie noch darzu von ihrem ersten mann soll eniiof, ftn gewe,en seyn, erzeugt, können sich nicht i^mm-ren. Sein bruder Ludovicus Carolus, gebohren den 4 >un. an. 1684, ist denn oct. i?°8 gestorben, und die zwey Ander, so er mit seiner gemahlin Anna Dorothea von Winterfeld gezeuget, als Eleonora Charlolta Christinn, gebohren den 14 nov. an. 1706, und Christianns Mol. phus, gebohren den 16 sept.an. 1708, sind in der wiege gestorben. Der dritte bruder war Johannes Franciscus, gebohren den zojul. an. 1684, welcher den 22 jan. an. 1689 verstarb, daß also die Witze Frantzhagische linie nunmehr ausgegangen. Der andere Prinz Alexandn,Hertzogs zu Sonderburg,wäre AlexanderHenricus, welcher den 12 sepr.an.1608 gebohren,un an.1667 gestorben.Semege, mahlin war eines Lutherischen Hof-Predigers zu Sonderburg,na, inens Heshusii, rechter. Er trat aber nachgehends zur Catholische» religion, und starb in Kayscrlichen diensten in Schlesien.Er st,ffietr dahero die so genannte Schlesische oder Catholische linie. Sein ältester Printz Ferdinandus Leopoldus, welcher den 24stpt. a«. 1647 gebohren, und Dom-Dechant zu Breßlau,auch Domherr M Oimütz, wurde, starb im aug.au. 1702; Alexander Rudolphus, welcher den 2; aug. an. 1641 gebohren, ward c-nomcu.zuOlnM und Drcßlau, und beruhet noch auf ihm allein seine gantzc linie; Georg Christian war den ;i dec. an. 16;; gebohren, und blieb als Kayserlicher General-Wachtmeister, den 19aug.au. is-i in der Wacht bey Salankemen wider die Türcken; und Leopoldus, ss den 14 dec. an. 16 4 7 gebohren, starb an. 16 4 8. Der dritte Printz, Hertzogs Alexandri zu Sonderburg, Ernst Günther, war den 1« oct. an. 1609 gebohren. Er lebte auf der insul Alsen, und Wels die Augustusburgische linie, welche von dem schloß Augustus. bürg, so er daselbst erbauet, und nach seiner gemahlin genennet,de» namcn führet. Er starb den 18 jan. an. 1689, und hatte voll seines gemahlin Augusta, Hertzogs Philipp, znHolstein-Glücksbmgtoch, ter, Fridericum, welcher den 27 dec. an. i6;r gebohren, unddeir ; aug. an. 1692 m der Wacht bey Enguien in den Niederlanden umkam; Phillppum Ernestum, welcher den 24 oct. an. 1644 ge. bohren,und den 8 sepl. an. 1677 vorStettin inBrandenburgische» kriegs-diensten geblieben; Erncstum Augustum, welcher den; ocl. an. 1660 gebohren. Er bekannte sich anfangs zur Catholischenre- ligwn, und war allbereit e-,>onicu, zu Cölln, trat aber an. wieder zu den Lutheranern. Seine gemahlin war eine K-rnncA von Vollbruck.Der jüngste bruderFriderich Wilhelm,Dom-Probß zuHamburg,welcher den 18 nov.an. 1668 gebohren,starb an. ,714. Seine gemahlin, Sophia Amalia, deS Grasen von Wefeld loch. ter, hat ihm Christian»!» Augustum den 4 aug. an. 1696 gebohren, der nebst seines vaters bruder noch der eintzige von seiner linie ist. Er vermählle^sich den ;i jul. an. 1720 zu Callenburg aufdcrDa» Nischen insul Seeland mit Friderica Louyse, Gräfin von Domes, kiold, Christian Guldcnlöw und Cbarlottä Amaliä von Guldenlöi» tochter, so aber erst verwichencö 172; jähr wieder verstorben.,Sie hatten beysammen 2 Printzen erzeugt, so noch beyde mindmähktz sind. Obiger sein vater hatte neben Louysa Sopbia und Anglist« Amalia noch Cbarlottam Mariany so an. 1721 in dem oct. nibrin zu Herford worden. Der vierdle Printz Hertzogs Alexandik zu Sonderburg, Augustus Philippus, hat die Leckifche linie ge» stifftek. Er war den 11 nov. an» 1612 gebohren,und bekam das gut Bcck in Wcstphalcn, welches sein vater, Hertzog Mrandcr, denk» von Quernheim abgekaufft. Er vermählte sich an. 1S4; znm crsim mal mit Clara, Grafen Antonii zu Oldenburg - Dclmenhorst loch- ter, so aber ohne Ander abgestorben; zum andernmal au. iö4!>M Sidonia, Acblißin zu Hervorden, seiner ersten gemahlin schMtt, welche gleichfalls keine erben hinterließ; zum drittenmal a».l^« mit Maria Sibylla, Gräfin von Nassau. Saarbrücken, Wilb« Ludwigs und Anna Maria, Marggrafin zuBaaden-Durlach toch. ter, so an. 168; die weit guiirirte/Dieserlctztern mitihm meM Printzen waren 1) Augustus, gebohren an. 16;;, starb den rSjG» an. 1689 als Chur- Brandenburgischer Oberster vor Bonn an des Ruhr. Dessen gemahlin war Hedwig Lounse, eine gebohrne Gräfin von der Lippe, von welcher Friberich Wilhelm, der an. >Kr ge- bohren, und in Kayserlichen kriegs-diensten ist. Er hat i>ch tholischen religion gewendet, und ward Kavftrl. Gencral-rM Marsch all-HurcnLiit i„ Sicilien, allwo er auch an. 1719 mnkvnj- mm ist,ohne einen männlichen erben zu hinterlassen. r)Lu,bwlgM derich, welcher an. 1654 gebohren, und Stadlhalter ü> KomgE in Preussen ist.Dessen gemahlin ist Louyse Charlotte, HertzogVM Günthers von Augustusburg tochter, von wclcker sridcnch Helm, so den 18 jun. an. 1687 gebohren, und Königl. PreMMr Oenerrl-^isjor und zu RöNlgsberg Worte», dem tod seiner ersten gemahlin, einer Priiitzeßin SchKmmsri M Pohlen, in der zweyten ehe mit Ursula Anna, einer BurgW von Dohna lebet; Carl Ludwig, so den 18 stpt- an,-69° arbM", und an. 17«; zu Wien Catholisch worden; und Philwv Wnhunv so den 10 jun. an. 169; gebohren. ;) Maximilian WulM, an- 1664 gebohren, und in dem fedruario an. iüsr hol Morden; 4) Anton Günther - welcher M. röüä Mohren, lebt Mvrrmahlt , und in Holländischen kriegs - diensten. Ernst Castmir, war an. 1668 gebühren, und starb im febr. an» 169;. Dessen gemahlin war Maria Christine» - Freyin von Prösing, welche den 8 mertz an. 1696 verstarb. Hertzogs Alexandri von Sonderburg funffter söhn, Philipp Ludwig, ftifftere die wie- senburgische linie. Er war den >7 oct. an. 1620 gebühren, und kaustte Wtesenburg in Meisten, wovon diese linie den namen führet; tviewol er solches feinem ältestenPrintzen abtrat,und sich nachmals ins Voigtland nach Ober-Kokau gewendet hat, aüwo er den re> mertz an. >689 verstorben, und zu Kirchberg begraben worden. Er hatte; gemahlinnen; die erste war Catharina, Graf Christians von Waldeck tochter, welche im aug. an. 1649 verstarb. Die andere, Anna Margaretha, Landgraf Friderichs von Hessen - Homburg tochter, starb an. >686. Die dritte, Magdalena Christina, Gräfin von Renssem Planen, starb den 18 dec. an. 1697. Von selbigen hatte er 2 Printzen, deren der älteste FridericuS, so den 2 febr. an. iö;2gebühren, Kayserlicher General-Feld-Marschall ward, und an. »724 den 7 oct. den geist aüffgegcben. Er hatte sich mit Charlotta, Hertzogs Christiani von Liegnitz und Brieg tochter,vermählet , so aber von ihm geschieden worden, und zu Breßlau den 24 dec. an. 1707 gestorben ist. Von ihr ist ein söhn, Hertzog Leo- poldus vorhanden, welcher den ,r jan. an. 1674 gebohren, und nachdem er zu der Cathvlifchen religivn getretten, sich den ; mertz an. chia mit Maria Elisabeth , Johannis Adami, Fürsten von Liechtenstein tochter,und MarimiliaNiIacobi,Fürsten vonLiechten- stein wiltib,vermählet,die ihm verschiedenePrintzeßinnen gebühren; der jüngere bruder Hertzog Friderichs, Wilhelm Christian, welcher den i ? jan. an. >66» gebohren, und in Chur - Sächsischen kriegs- diensten alsGeneral-Majvr gestanden,ist an. 1711 den 2; febr. auf einemChur-Sächsifchen iager-hauß unweitSchneeberg verstorben. Die Holstein-Nordburgische linie ftiffteleIohannis des jün« gern söhn, Fridericus, welcher seine rellöenrrzu Nordburg in der Jnsul Assen aufschlug, wiewoldaö schloß Nordburg nachmals von dem Königin Dänemarck eingezogen, und der linie vonPlön überlassen worden. Er war den 26 nov. an. r;8 > gebohren - und starb den 22 jul. an. 1658. Seine erste gemahlin war Juliana,Hertzogs Franeisci vonSachsen-Lanenburg tochterzdie andereEleonora,Fürst Rudvlphi zu Anhalt-Zerbst tochter; von weichen Johannes Bvgis- laus, so den stpt. an. 1629 gebvhren, starb den 17 dec. an. 1679 ledigen stands; Christianus Augustus, so den 20 april. an. >6;s gebühren, reisete zweyrnal nach dem gelobten land, diente den Engelländern und Holländern zur ste, und starb den 4 iun. an. >68; tn Holland und Rudolphus Fridericus, welcher den r- stpt. an. 164; gebvhren, starb den 14 nov. an. 1688 zu Fürstenau in Schlesien. Seine gemahlin war Bibiana, Sigismundi Sigfrieds,Grafen von Ptomnitz tochter, und eine wittwe Czinsckow Howorä, Freyherrn von der Leipe, von welcher er herrliche güter in Schlesien erhielt,. Sie starb den 19 aug. an. 168?, nachdem sie Ernst Leopold s tag vorher gebvhren,welcher sich nachgehcnds inHvllän- difche kriegs- dienste begeben. Die Holstein - Glückodurgischö linie Hütte ihren namen von der rellnenrr Glücksburg , so im Schleßwigischen, an dem ort, wo vor diesem das Ruh-kloster gestanden, gelegen» Derstiffter wat HertzogJohaius des jüngcrn dritter söhn,Phiüppus,welcher den >; mertz an. >484 gebohren, und den 27 stpt. an. >66; gestorben,nachdem er ein vater von 14 kindern worden, und den rühm eines sorgfältigen hauß - Halters hinterlassen; Seine gemahlin war Sophia Hedivig, Hertzogs Francisci von Sack-stn-Lauenburg tochter, welche den i fcbri an. iS6o verstorben. Von selbiger sind Johannes, Mohren den 2; jul. an. 1625, starb den 4 dec. an. 1640 ; Fran- ciscus Philippns,gebühren den 20 aug. an. >626,ertranck an. >650 in der Loire in Frankreich; Christianus, von dem so fort; Carolus Albertus,gebohren den 11 ftpt.an.i 629,starb den 26 nov. an.>6;i; und Adolphus, welcher den 2 > oct- an. i5;> gebohren, und den 27 jan. an. 1648 zu Kiel gestorben. Christianus setzte das geschlecht fort. Er war den iy jun. an. >627 gebvhren, und starb den >7 nov.an. 1698. Seine erste gemahlin war Sibylla Ursula,Hertzogs Augusts zu Braunschweig tochter. Nachdem stlbige den >2 dec. an. 1671 2 tag nach der geburt einer Printzeßin verstorben war, vermählte er sich zum andern mal mit Agnes Hedwig, Hertzogs Joachim Ernsts von Holstein-PIön tochter, welche nur Z tag nach ihrem genialst, nemiichden 20 nov.an. 1893verstarb. Er hatte verschiedene Printzen, Fridericum Auqustum, den 4 jun. an. >664 gebohren, starb so fort; Philippum Ernestum, von dem so gleich ein mehrers; ferner Christianum, gebohren den 1 febr. an. >678, starbden >2 april an. 1679; Joachimum Ernestum,gebohren den Li jun.an. 1679,starb den >7 ftbr.an.i68i;ChristianumAuglistüm, gebohren den >6 april an. i68>, steht als Obrister in Dänischen kriegs-dicnsien; Fridericum Wilhrimum, gebohren den 29 jul. an. >682, starb den 19 dec. an. >688. Philippus Ernestus pflautzte allein die linie fort. Er ist den ; may an. 167; gebohren, und hüt mit seiner gemahlin Chrisiina, Hertzogs Cbristiani zu Sachsen - Eisenbergtochter, gezeuget, Fridericum, gebühren den > april an. 1701- so sich an. 1724 mit einer Gräfin vonSolms-Rodelheim vermahlt; Christianum Philippum, gebohren den 21 jul. an. 1702, starb den >6 febr. an. 170;, und Christianum Ernestum, gebohren den 18 Holsteirt-Plönische oder Arttböckische liNie stifftete Herzog Joachim Ernst, Johannis des jungem jüngster Printz.Ek war ien 29 auq. an. > gebohren. Er wolle behaupten, daß Plvn eine vom Königlichen büufi wäre, sondern daß es sein echtmäßiges antheil an der Grafschafft Holstein sty, wonmder iber Dänemarck xrorsüirte. Als an» >667 die Grasschasst Ölden- war er ohnstreitig dem grad nach licken Ä -n^ und sie wurde ihm auch von dem Kaystr- i s aber an. 1671 die erste helsste, Mr ,^°dann Adolph die andere helffte von sol. vlilnian «'^drussano V, und nahmen dafür ein «gui. Slttern auf der insu! Assen und im Hok Picken von Dänischer Hoheit frch ^ ^ gcmahll» war Dorothea Augusta, Hertzogs ^G ottorp tochter,welche den ; - rnertz an. >682 Aöw^ 6)4 gebohren, und General-Feld- Marfchall der N.annfchweiglsch-Wolssenbuttelisthen rrouppen ae» Wesen. Er hat seine tapfferkeit in verschiedenen --mp^nen in stallen, Dänemarck, den Niederlanden, Ungarn und Tencsch. land erwieien. Er erhielte von dem König in Dänemarck stadt und am! Segeberg - und starb den andern jul. am .Seine gemahlin war Dorothea Sophia, Hertzog Rm dolph Augusts vvn Braunschweig tochter, von welcher seinen tod überlebten, Adolphus Augustus und Christianus Carolus, die aber beyde in eben demselben jähr gleichfalls verstürben,der jüngere ,m >4 und der ältere im 24 jähr seines alters, welcher letztere am > 7°° unter der Vnrc des Kaystrl. Groß - Gesandten die Ottomamii- schePforte besuchte,und von seiner gemahlinMaria Elisabeth So- phsti, Hertzogs Rudvlphi zu Holstein - Sonderburg in Norburg tochter, zwar einen söhn Leopoldum Augustum hinterlassen, der aber rm vrerdten jähe seines alters an. >706 verschieden. Joachim Ernsts anderer söhn, Augustus, war den 9 may an. >6;z gebvhren. Er war Chur - Brandenburaischer Feld - Zeugmeister, und bewiest sich in Ungarn wider die Turcken, auch im Elsaß gar tapffer. Ev wurde auch Stadthalter in dem Hertzogthum Maabedurg.Endlich starb er zu Norddurg, so er vvn dem König in Danemarck den 17 sept. an. > 699 an sich erhandelt. Seine gemahlin war Elisabeth Cbarlotte von Anhalt Hürtzgerode, Fürst Wilhelm Ludwigs von Cothen wittwe, von welcher Joachimus Fridericus den >ä mag an. i6S8 gebohren, so inHolländischen kriegs-diensten als LriZs-llet gestanden, und an. 1706 die regierung über das Hcrtzogthum Hoss flein-Plön, nach absterben des vorgedachten unmündigen Printzen Leopold; Augusti, cmgetretten. Seine erste gemahlin wäre Mazda» iena Juliana, Pfaltzgraf Johannis Caroli zu Birckenfeid tochter- so den ; nov. an. >720 zu Plön nach einem; tagigen bett-lager gestorben; Die andere aber, Christians Charlotta, Fürst Christian Eberhards vonOst-Frkßland tochter,so an. >721 znBraunschweiz mit ihm vermählt wurde. Sein bruder Christian Carolus, so den 20 aug. an. >674 gebohren, gieng in Preußische dienste, hat sich an. 1702 an Fräulein Christinam von Aichelberg vermählt - von dero er neben Wilhelmina Augusta einen söhn, namens Friderich, Carl, Herr von Carlsteinzugenannt, so den >; dec. an. >722 von dem König in Dänemarck neben seiner schwester zu Printz und Printzeßin von Kön. Dänisch- und Hertzogl. Holsteinischem W- biüt erklärt- auch in das Hcrtzogthum Norddurg eingesetzt worden-» Der dritte söhn Hertzogs Jvachimi Ernesti, des stamm-vatcrs deg Plönischen linie, Joachimus Ernestus, wurde den ; oct. an. >6;', gebohren. Er bekam aus väterlicher erbschafft das amt Redwisch? gieng iü Spanische dienste, und weil er die Catholische religivn an« nahm, wurde er General-Lieutenant, Ritter des göldenen vliesses- Admiral von Ostende, General über die reuterey in Flandern,und QrsncivokSpamen,und starb den 4 jul.cm.170o zu Madrid.SeinL gemahlin war Jfabella Margarciba Francista, 24z,-c,uiün von We- fterlvo, des Barons von Petersham wittwe,von welcher Johannes Ernestus Ferdinandus, so dm 4 dec. an. >684 gebohren, und an» >704 6rsn-i worden, er rdiöi'rt zu Rethwisch, und besitzet dieGrafschafftWesterloo in Brabant^>ie er von seiner muter geerbt» Der vierte söhn Jvachimi Ernesti,des stsm-vaters dieser linie, waL Bcrnhardussso den ; > jan. an. >6)9 gebühren, starb den ; jan. an. >678.Der fünfste, Carl Heinrich, gebohren den 20 mertz an. 1642- starbden 20 jun. an. >6;; zu Wien. AufReichs-undcrayß-tägen führt dasHochsürstl.haußHolstein wegen der theilung zwey stimeNj, Und zwar die König!, linie eine unter dem namen Holstein - Gluck» statt, und die Hertzogl. eine unter dem namen Hslstein-Goitvrff. in lcüiaiie aber ist ein unterscheid, in dem Holstein-Glückstadt,Wiesel Mit comr-rMion von Hessen undWürtemberg,unter die so genante sirernirende häuftrmit aufgenommen worden, Holstein - Gottorff aber, jedoch unter einem Kayserlichen iLiv-ronc, «e ->on piDj-iö-cLi,-. 60, denselben nachsitzet. Die lehens - reichung, so ehemals aus be- sonderm xriviiegi-,, vvn den Bischöffen zu Lübeck im Namen des Kaysers geschehen, wird zwar seit an. >;44vvn dem Kayser unmittelbar verrichtet, jedoch nicht beyden linien zugleich- sondern so- daß jede einen besondern -Äum vor dem Kayserlichen thron zu ceiebri» ren pflegt. Unter den vorzügen der Fürstlichen Häusern ist auch das Privilegium lle nonÄppeliunci», fo dlestlhe von Marlmiliano II an» >570 erhalten- welches in liquiden schuld- civilen- injurim- und ei- Niqcn andern fachen obn-uwiM, in übrigen aber aufdie MmmE sppeiizbiiem von;oo Rheinischen gülden eingeschranckt ist. Das aemeinsame land - gericht, dahin die in dem land ger meintglich gehen, und vor welchem auch die hohe Landes - Herr- schafft selbsten zu erscheinen pflegt, wird wechstl-weiß von jähren ;U jähren in Srhleßwia und Holstein gehalten; damit aber hierdurch die suchen nicht verzögert werden, so sind in Holstem die guswsl. geeichte angeordnet, welche aus dem Land-Cantzler - zwey Adelk chen und einem gelehrten Rath bestehen,und die fachen entscheiden» Von dem so Mannten Hoisten-iand-recht, folget ein besonderer ar« ticul. Der Adel im Holsteinischen besitzet schone guter, die mehren-. theils -Uolli-! sind, jedoch mit dem beding an die tochter vererbech daß die söhne solche um einen geringen anschlug behalten können» II theil» Mmmmm M Die vornehmsten geschlechter sind Ahlefeld Buchwald, Bülowe, Damm,Gadendorp, Hartem HestemHockui, Melmann, Magnnssen, Meinsdorsser, Pentzen,^)etersen, ^.lessn, Dazwischen/ Qualen, Rantzowen, Ratlotven, Reventlowcn/Rumoren, Sehstedt, Wedel, Wensien/Wrsch/Wlttovpen/Wonbflelhe, Wvyen rc. A-/M->/-i. L»oec. c-r/e, Ls//Ä1. so Tierörrrl. in sccccki liilkor. Lrxo 6^»r-»-rr. Violen. ckrc>n.'L/,Ä^e»i>. Zclisumd. cbron. ^Ee/,„Er Sc ^/»c/'c/- Ol^cnh. cl,roo. O/c-rck-rtolkkcin. cticon. iLncter- beschreib, von 3cli>clvv. uncs ttollkein. Lke«-,»- ropozrspli. cicc. 8sx. jnf. >Io//-rr inrroö. in kik.clierlon.cimlzr. §/e»e« tyUog. Kitt. genesl. H,. 108. nocik. proc. Imp. I. 4 c. y p. 2,62. Lr-^o/Lz/c/ic»' x. I 5cA. - p. 517 öe ?. r p. 7;8.Li/»r§s8.cicI,i.srckiv p»"- sxcc. 2 con. tin, r lorcü 4 Ldrlisü. 20 sbssrr x>. i - Z41 öcc. ^olftemus / (Lncas) war zu Hamburg an. 159.6 gebohren. Er setzte sich anfänglich so wol auf dem Mmnsiw m ,einer vate-e- stadt, als auch auf verschiedenen Teutschen scannen fest, uiw hatte sich durch seinen flciß, ingleichen durch seine rclsen,elne grosse «ruclirion erworben. Als er nun die meisten lande von Europa besehen, that er mit dem bekannten o-ogrspiio. Philipp» Ck:verlo,eme reise nachItaiicn, mildem Vorsatz, sich m selbigem lande in E'P"- rstlbus Komsnis zu pcrfe^ionire». Weil er sich nun durch seine -ru-lirion zu Rom bekannt machte, auch bald daselbst zur Catholi- schen religion bekennte, machte ihn Urbanns VlII zuin o-ooo,co, Jnnocentius X aber zum LMHorlic-srio der Vaticamschen bidlio- thec. Alexander VII schickte ihn an. 1655 nach Jnspruckdie Konl- ainChristinam zu empfange,welcher sie auch daselbst in offentlickzer «ersammlung in den schooß der katholischen kirche aufnahm. Er starb endlich zu Rom den 2 fcbr. an. 1661, da ihm denn von dem Cardinal Darberini, dem er seine vortrefliche bibliothcc vermacht, ein prächtiges grabmahl gesetzet wurde. Er hat viel schriffte» hinterlassen , worunter seine s-nciiciscionez in iüulckii Iibrum conics tiic- roclem ; kc>rxli>rii scriprs clc Ap);Iunnrum commu, «iione tub unics spcci'e ; ^tlisnsgi llomili.v tcpcem ; csksloß!,, ck«« in Spill. Urksn. p. >8l. Lsm/---'-« »om. >. bil>I. Vinöod. x. 12. in vics Uci-cscii I. 4. Lsiüel jucicment iler Z^svsnz. in cpick. sc! 6sckcn6.p.!.Iik>.i7.c.I.§.5. rom. z. -/er e/-ri/in-L p. 78. ^olsten Landrccht / ist ein gewisses recht, dessen man sich in Holstein unter den baurs-leutcn zu bedienen pflegt, und nach welchem ihre rechts-händel kurtz und anfällig entschieden werden. Die Gelehrten vermeinen in selbigem viel fußstapffrn des alten Teutschen Processe! anzutreffen; wie denn die nördlichen Provin- tzien Teutschlandes überhaupt mehr von ihren alten gcwohnhcitcn ,übrig behalten, und die Römischen rechte in selbigen nicht so sehr, wie bey den andern durchgedrungen. Daher Ulricus Huttenns noch zu seiner zeit gefugt, daß Nicder-Sachftn nichts von Bartolo und Baldo wisse. io prs/ssr. s6 Ssrvrsm k4cmo. x«//-ir61Ü. scs-lcm. p. z8;. in prasssr. scl coiilliis ssüonicngs. ^olte/ein ehemaliges Freyherrliches gcschlecht,welches in dem St.fft Oßnabrüg eine Herrschafft und vcstes schloß dieses namens besessen. Es sind von demselben absonderlich berühmt gewesen Wicholdus, Freyherr von Holte, ein gelehrter mann, der an. 1298 Ertz-Bischoff und Churfürst zu Cölln worden, uiw an. -;c>6zu Soest verstorben; FernerLudolphns, der 28te undWillielmus, der zote Bischoff zu Münster. Gegen die mitte des 16 «-cn!, war Her» mannus von Holte Abt zu Werden und Helmstadt. Wenn eigcnt« lieh dieses geschlecht abgegangen, findet man nicht aufsczeichnet. Vorgedachtes schloß aber hat an. -144 der Bischoff zu Oßnabrüg wegen der vonHolke verübtem muthwillen angefangen zu belagern, und nach 7 jähren erst gewonnen. o«»L» mciropoi.!. c. z^. 1. 8. r. ,4. ik. zq. Xltci-st>icgcl ?. > öc r. lismm-buck zc,. ckron. kei'gcnli'. p. ZIZ. ^oltz/ eines der ältesten und ansthnlichsten Adclichen Häusern in Schwaben, von welchem Siegfried an. 1120 bekannt gewesen. Seine tochter Marquarda hat zu des klosters Holtz crbauung an. iizo den platz hergegeben; sein enckcl aber Fridrich von Holtz auf Hindern-Holtz hat an. 1165 dem tnrnicr zu Zürich beygewohnt. Don Georg Fridrich handelt der folgende articul; desselkvn cn. ckel, Eberhard Fridrich, starb an. 1707 als Margqräflicher Bayrcu- Ihischer Rath und Landes-Hauptmann zu Neustadt an der Aisch, lind hinterließ z^öhne. An. 169; verkaussle er das Rittcr-gut Mühringen in Schwaben nebst einigen lehnstücken in Franckcn,an MarggrafGeorg Fridrich zu Brandenburg vor 56000Rhelnische gülden. iicick? grcbiv. psrc. Isicc. comin. z ZI^. L«ce/. gcin- ,nsr. ?. 1. sbii-n-ttfül gorcr von tZolcr. ^oltz / s Georg Fridrich von) Cbur-Bayerischcr General- Feld-Marschall-Lieuteiiant, ein söhn Georg FridriMS, und Anna, Johann Georgens von Geißberg tochter, begab sich in'Cbur-Bayc. rnche und der Catholischcn ügu- dicnstc,ohngeachtet er der Lutherischen religion beständig zugethan blieb. Er verstünde die srciMeLu. rsm niUiksrcio wohl, und nach bedienung einiger geringen cbsr^cn ward er Gmeral-Quartier-Meistcr und Obrisrer über ein regi- ment, befand sich 011.164; bey den, einfall zu Duttlingcn, allwo der General Rantzau mrtder unterhabendenFrantzösischen armee qäntz- lich rniniret wurde, wobey er durch seine Vorsicht, weil ibm die liegend sonderlich bekannt gewesen, überaus gute dienste gethan. Er verennete und occ»x»rte auch damals das schloß Homburg , und wurde an der knicken feite mit einer kuqcl verwundet. Hierauf ward er General-Wachtmeister, und als an. 1646 die Cbur-Baye- rssche Generals JeanHtte er wider den Kaystrlichen General Grafen vo»M» inWestphalen, der ihm aber bevNiben 2regiinentekunkerdM Obristcn Eratzenstein und Dallivig ruinirte, 8 von seinen fahuc» erbeutete, auch Hain und Lnncn cinbckam. Darauf Heßische völcker zusammen, co,i,ucgwte sich mit Hcrtzog Georg von Braunschwejg, entsetzte Coesscld, halffHam und Linienwiev ° erobern, und erledigte die bcvdc gesangencObristenCratzenstenn >w Dallwig. Er war auch wieder die Ligistiscbcn völcker >m Lu» Münster gar glücklich, und nachdem er auf seines Homi besw eine reise in Holland gethan, marschirtc er aus WcsrMlc» »M dem Rhein und Mayn-strom. Da aber inzwischen der "ayuruch grosse sieg bey Nördlingen erfolgte, führte er die armee in HM"' und folgcnds zurück in Westphalcn, da cr Lünen, so der GMi"" Gelen wieder eingenommen hatte, anderweit belagertc,uno so w ort nebst Camen und Unna eroberte, auch mit einigenLuncvmg ' scheu völckern sich folgcnds in derGrasschasst Pvrnwut co->!Us-.' und an. 16;; Rhencn in Westphalcn,welches die KaystrsluM" ckcr den 15 ian.dnrch einen anschlag occuvirct hatten, ihnennl abnahm. Als nach erfolgten: Praqcrischcn friedens-stlM !>" .. Landgraf Wilhelm mit dem Kavser nicht aussöhne» wolle, u der Kayserliche General, Graf Johann von Götze, wPder - ^ General-Lieutenant Melander, nahm Paderbsrn, DormM"' hol Sock, Hain und andere orte wieder ein, dergestalt / daß Melander die Westphaltsche lande verlassen muste. Ihm fehlte auch an.iü;? der versuchte entiatz auf Ehrenbreitstein, hingegen eroberte er den <; jun. selbigen jahrs die Münstcrische vestung Rechte , nebst Lemgau und Bileftld. Weil aber bey hcrannäherung der Käyserlichen armer mehrgedachtcrLandgrafsich nach den Niederländischen gräm tzen zurück ziehen muste / rückte er mit denselben in Ost-Frießland, und nahm die schantze von Werden und Stückhansen ein, worauf sie die quartiere in solcher Grafschaffk bezogen. Es starb aber sein HerrzuLiereden 21 sept. an. 16x7,und ward um eben selbigezeit durch mr-rputttion der General-Staaren der vereinigten Niederlande mit dem Graf Ulrich von Frießland ein vergleich getroffen, daß man in dessen landen derHeßischenarmee aufs monat quartier und unterhalt geben solle,zu welchen rrsctLcen er verordnet gewesen. Er wurde hieranfvon der Heffen-Casselischen wiktwe in vörmund- schafft ihres sohnes in der vorigen kriegs-bestallung gelassen. An. i6;8 ,.ba er die quartiere auch aufMeppen, so kurtz vorher» der Churfürst Carl Ludwig von Psaltz au sich gebracht hatte, exc-ncti- ren wolte, wurde er von dem Printzen von Oranien zu einem andern entschluß angewiesen ; Wie denn auch in selbigem iahre der waaffen-stillstand zwischen den Käyserlichen undHeßischen völckem erfolgte, woraufer Paderborn, so er kurtz vorhero eingenommen, zu des Churfürsten von Cölln, als Bischoffs daselbst, Händen überlief- ferte, auch Lippstadt evscu-rie, und bis an. i6zy sich ohne kriegs- sLlonen in Ost-Frießland befand. Als aber im selbigen jähre das Lündniß zwischen dem Hause Braunschweig und Lünebura und der Landgräfin zu Hessen geschlossen worden,weswegen er selbst zu mehr gedachtem Hertzog Georgen von Braunschweig eine reise gethan, ward die bisherige neütralität und stillstand der Waffen aufgehoben, auch conjung-rte er sich den 6 may an. 1640 mit der Französischen, Schwedischen und Braunschweigischen armer, und befand sich in dem lager bey Saalfeld, wider die Kayserliche armee, und wider Ertz-Hertzog Leopold Wilhelmen von Oesterreich. Weil man ihn aber verdächtig hielt, als inclinirte er auf Kayserliche feite, wurde er nach Caßel beruffen, und bekam daselbst seine erlassung. Er befand sich hierüber nicht wenig mißvergnügt, begab sich aber zu Pfaltz- grafWolffgalw Wilhelm zu Ncuburg, blieb eine zeitlang in dem Hertzvgthum Jülich, und erkauffte von dem Pfaltzgrafen das amt Ängevort, von dem Grafen Hans; Ludwig von Nassau aber, einige güter in dem Hadamarischeu. Als nun an. 164; der Kayserliche General-Feld-MarschallGrafvvnGelen in Chur-Bäyertsche bleuste trat, bekam er das Generalal in Westphalen, wurde auch in den Grafen-stand erhoben, da er den «amen Melander fahren ließ, und sich wiederum Holtzapffel nennte. Er stellte hierauf neue Werbungen an, entsetzte an. 1646 Zons, eroberte auch Eiskirchen, Heinsberg, Münster-Eifel und Nodeck, muste aber vor der stadt Duren wieder abziehen. Als berKayserlicheGeneral-Feld-MarschaUGraf Matthias Gallas gestorben, kam er an dessen stelle, rückte hierauf gegen den schwedischen Feld-Marschall Wrangel in Böhmen, lag bey Eger eine zeitlang demselben gegen über, und hatte daselbst den 14 aug. eine glückliche sLion. Weil auch die Schwedische armee endlich aufbrechen muste, verfolgte er dieselbe, nachdem er sich mit dem Chur-Bayerischcn General, dem Grafen von Gronß- feld, zwischenCaclan undSatz,vorher conjunZtret, durch dasVoigt- land undThüringen bis in Hessen, worinnen er, und zwar,wie man vermeint, aus begierde der räche mit der armee ligen blieb, viel örter sehr verwüstete, und das schloß zu Marpurg belagerte, durch tapffere gegenwehr aber des Obristen Johann Georg Srauffs wieder abziehen muste, und nochdazu eine harte wunde am topffem- xfienge, welche ihme von einem balcken wäre geschlagen worden, den unter währender kostbaren Mahlzeit, so er zimlich unvorsichtig , in der stadt Marpurg angestellt, eine stuck-kugel aus dem schloß loßgerisscn hatte; wie dann der Commendant, der die fach leicht erfahren, eine zimliche anzahl stücke dahin richten, und als eben eine grosse gesundheit solle geiruncken werden, auf ein gewisses aus der stadt empfangenes zeichen abfeüren lassen. Wie er in diesem krieg von ansang biß zu ende, und zwar unter beyden partheyen gedient, also endigte er darmn letstlich noch kurtz vor desseiUieschliitz sein leben. Dann als den 8 May an. 1248 die vereinigte Schwedische und Frantzösische armeen auf Bayern loßgiengen, die Kayserliche und Bayerische aber sich vor denenseloen zu beschutznug des landcs über den Lech ziehen wollen, fielen die erste den letst'eren zwischen Susmarshausen, und Augsburg in die , und machten davon einige tausend nieder, wobey dann auch Melander durch 2 schüsse in die schütter und rechte brüst getrvffcn ward, woran er zu Augspurg in dem qasthvff zur trauben »och den,ewigen nachmittag verstarb. Sein leichnam wurde den 17 M>. von bannen auf seine güt.r in der Grafschafft Nassau Hadainarischen antheils qeführet. Er blieb bis an sein ende der Reformieren rekgwn zugethan, und hatte sich an. i6;8 zu Groningen in den Niederlanden mit des Obigsten Bernhards Bogslasis von Plattn wittwe, einer gebohrnen Hallin, Frau von Essern, vcrehttchet, und mit leidiger eine eintzige tochter Elisabeth Charlotten erzeuget , weiche sich an den Fürsten Adolphum von Nassau-Siegen vermahlet, und selbt- gem dessen guter zugebracht hat. -E,». r-b. 8 u«. /mscss, noc. proc. !,; c. 6 Lcc. * ^olnavffel/ eine Reichs-fteye Grafschaffk in dem Fursten- chMt Nasiw / welche vor diesem Esther gchelffen/ und em amt von 14 doJ m aeweien. Nachde.-n aber drc wittwe des berühmten G^ ^s vv Ho tzapffcl ftwtqes/nebst den Vogkeyen Mlbach mrd Zpmrodä/von dem Fursicnvon Naffau-Hadamarani^; erkaum / bat üe demselben den tetztgen namcn beygelegt. Jh-k ein- 2 wchktt / Gisabetha Cbarlot-a/hat nach ih^Sg-inahIs/Avoi. phl von Naffau-S'chaumburg tvde/ die stadt Holtzapffel erbauet/ hr)I 82^7 ri?von^'aw^^°'^^ worauf deren älteste an Wilhelm Mo- MrLWVLS Spanten und Polen ausgebreitet / und von dem Labst ^mween» tio XI bestätigt worden. Erwaran. iüi; geböhren/undstudir. teu- Onaolstadt/ward auch daselbst noch dasselbe jähr / nemttch an. 164 °/ nach Saltzbura / im c dachte «ng-s-w» zu stiff-en. P verwältt-c umUdMene geift- liche stellen / und zuletzt machte ihn der Ertz-Dischoff von Maynk zum zu Bmgcn / da er denn an. 16 ; 8 gestorben / vor alkerSLoltdorp /, eine uralte ansetzn, ltche Welche famtte/ soll nach einiger Meinung Sächsischer an. kunfft und von den edlen Schadewachten entsprossen seyn. Allein gelegen. Sle wird unter diejenige Welche gcschlechler gczehlt/ mit welchen an. 926 die stadt Brandenburg besetzt worden / nachdem die Wenden daraus vertrieben worden. Bruno von Holtzendorff ist an dein Hose Graf Siegfrieds vonRingelhcim (der um das jähr y4s dre Marck Brandenburg besessen /) in grossem ansehen Man. den/hat sich auch vorhero m der Macht mit den Ungarn bey Mer. sedurg an. 9z; Munden. Achim von Holtzendorff Schloß-Haupt, mann zu Stendal / befand sich an. 1240 in dem wessen bey Mitten, walde/ darmn Otto Marggrafvon Brandenburg / wider Hern. rieh / Landgrafen in Thüringen / das seid behalten. Albrecht wur. dc an. 1410 / als er mit denen von Quizow einen Anfall in Sachsen gethan / nebst l i reutern von den Sächsischen Hertzogrn gefangen. Dteser Albrecht mag sich nachgehends in Sachsen niedergelassen haben / denn man findet Albrecht und Marqoard von Holtzendorff unter denjenigen Meißnischen vom Adel/ welche an. 141; mit dem Chur-Fursten zu Sachsen aufdas nach Costnitz gezogen. Dietrich stund um das jähr 14;° bey dem Churfürsten zu Brandenburg in aisschen / und wurde/als dessen Obrister/ dem Hertzog Wilhelm zu Sachsen mit einer anzahl reuter wider dessen bruver den Churfürsten zu Sachsen zu hülffe geschickt. Bernhard von Hol« tzendorff auf Stolpenhahn in der Marckgclegen/Hirtteriieß Die- wich aufSidow und Kolken; dessen söhn Lidorins auf Sidow hat 2 söhne hinterlassen; der jüngere/namens Claus/aufFalckendcrg/ Pretzschen und Jagow / hat seinen stamm in der Marck Branden, bürg mit drey söhnen / Zabeln/ Adam und Hansen fortgesetzt. Der ältere aber/namens Antonius auf Sidow und Kötten / ist anherc der Meißnischen t>mr.cti-worden ; von seinen beyden jüngern M- nen/Dietrich und Joachim/findet man ebenfals keine weitere nach. richt / als daß der erstere 2 söhne verlassen / der älteste söhn aber Siellanus hat das Ritter.gut Dröschkau inMeiffen an sich ge» bracht / und dem Chur-hause Sachsen anfangs als Stallmeister / und hernach als geheimderCammerherr und Amts-Hauptmann zu Mühlbcrg getreue dienste geleistet; auch sind die beyden Churfürsten Augustusund Christianus I in seinen armen Morbcn/laut seines cpirrjwn in der Sophien-kirche zu Dreßden / allwo er an. i6oz verstorben. Sein jüngster söhn gleiches namens hak 7 männliche erden hinterlassen / die aber alle erbloß abgegangen; Christin- miS htngcgcn/der attestesohn / hat sernen stamm beständig fortgc» setzt. Er besaß das gut Wmmannsdorff / und gierig am 1662 als Amts-Hauptmann zu Rochlitz und Leißnig mit lüde ab/einen söhn/ Christian Sigmund auf Thalwttz / Chur-Sächsischen Cam> merherrnund Amts-Hauptmann zu Eilendurg nnd Diebcn/Hin- keriaffend/der an. -68; verstorben. Dessen eintziger sohn/Christoph Sigmund auf Dalwitz/Ävnigllcher Polnischer uiwChur-Säch- sischer Cammerhcrr/vrrließ an. 171z das zeitliche. Seine beyde ge- mahlinnen sind gebobrne von Schonberg gewesen; die erstere aus dem Hause Maxen/die an. 1696 verstorben/hatte ihm 2 söhne hin« terlassen/davon der eme auf der Universität Witlenberg am 171; mit rode adgegangen/der andere aber die groß-väterliche Schön» bergische Ritter-guter Bärenstein/ Daruth/CnnnerSdorft rc. geerdet. Lon der andern gemahlin aus dem Hause Bibcrstein/Hat er einen söhn / namens Gottheiff Sigmund hinterlassen. ckrvn. kM-Ltr. 8 -oiogu-, war den i r dec- anHö^zu Rügenwalde in Hinter-Pvmmern Mohren. An. 1684 erhielt er zu Oxfort die ^Zuter. wurde / welche ihm das jahc darauf zuFranckfurt an derOber bestätiget wurde. An. > Ü85 ward xx MlN ?roi. OÜüol. LxcrLoi cl. jn geDLlchtklN vkilkük! / kl> hielt aber an. 1686 die Hoj-Prcviger-steüezu Stvlpen in Pom- mern; doch an. 1696 wurde er wiederum als pk> t. 016m. und Tk°o>. exr,-orä. nach Franckfurt beruffen/nnd ward Noch selbiges jähr 'rb-»!. «rain. Endlich starb er an. 1717. Man hat verschiedene schafften von ihm/als ä n-rr. Csinlttan» ; -is ps^cjeüiNÄrikinL ,öL bin gemacht/wie sie dann fürnemlich aufdteVereinigung der Proteitte. rcnden zweckten; auch vtel-i!jk>u!a 6 c-nen> nemttch a-s- retiLlonc, cte 8 . nominivus Otzl z lle 88 . 'rrlnilsce ; üs sceiAu ckrilli-a intsros; -le kcie; ll-nscesLate bonvium opeiuu,; lls szcrrmencis in gen-rc; -tcbzprllmo ^uäLlco-Lkritti-ino ö-c. Ler/«. von gsiciirten lscllen 1718. Holnhalb/ ein altes und ansehnliches geschiecht in Zürich/ von deine sich schon an. silrich bekannt gemacht/der sich tu der Morvnacht daselbst so rühmlich gehalten / daß lhme das bur- gerecht darfür zu lohngegedm woMn^Nachdeu.e nun htttauff 828 hol hom dich, Hans eine «mlicht mk m -s-.Ek-lscffkN,Md ,o',amd 7 sür. M'en anaewacksin/haben sich endlich von vemscldtgen solgenoe sur ncmlich hervor gethan: Leonhard / ein tapffevev und unverzagter Hcld/schlnge die von dem Frantzösischen Ainbaffadorenihme aufge- traqeneObersten-stcll auß/erhielt aber nachgehcnds solchen in Denetranischen dicnsicn/ und versähe das wichtige burgcrmel» sier-ammt in seinem Vakterland von an. 1609 biß an. 1617 / da er starb. Conrad/ sein söhn / V. O. N. -ct.crte betrachtungen über das leiden Christi / schriebe auch wider die -rxoc-iypti,- riLugrLni c^ropoiirLnd Heinrich ward an. 1617 nach des ovt- qen tod burgcrmeister/versähe mehrere gesandschafftcn mit grossem lob/und starb an-1 az/.HansMrich zog an. - 610 mit einer compagme inFranckreich. An. i6;6. gsenge n. Holtzhalb als gesandter wegen dem Nambser-gcschäfft naher Jnspruck; David wurde an. 1687 Abgesandter der 4. Evangelischen orten an einige refonmerle Po» ienkaten und stände in Tcutschland / um den Frantzösisch-und Pie- montesischen Erulantcn einen gütigen auffnahm und schütz zu pro- cn^iren / wurde an. 1710 Bürgermeister und an. 17-0 legte er aue seine ehren mit dem tode ab. Deatus ein trefflicher poet und r>c„s wurdcZunsstmeistcrunddes Nahts an. 1619 und gäbe das obwol kleine doch sehr nützliche werck /n-inry-um führet. An. 990 wurde der Bischöfliche sitz von luer nach Dnrham versetzt/nnd zwar dieses wegen den Dänen/welche zu der» selbigen zeit mit ihren stätigcn einfallen dicgantze küstc in furcht hielten. Die lufft dieser insul ist nicht nur sehr kalt / sondern auch vielen aus der >ec aufsteigenden dünsten und nebeln untcrworffcn/ und dahero diese gcgend weder aninmhig noch gesund; wiedann auch dercrdboden sehr fchicht und voller steine ist. Sie wird von ei» nein flusse gewässert /welcher ost-wärls aus einem stehenden reiche entspringet/ und hat nicht viel geträlde noch weyde für das vich. Fische und vogel sind das beste / was man auf dieser insul haben kam Weil nun selbige nicht sonderlich viel geachtet wird / so istsie auch nicht sehr bewohnet; gestalt nur eine stadt daraufist/ welche «inckirchc und ein hat/ncdst einem bequemen hafcn/so von ei» nein korr, das aufciucm berge stehet/ beschützet wird. »NII. Lrirsrm. lgol^Vak/ (Franeiscns) ist der Eo, des gelehrten Lateini» scheu . welcher an. 1604 zu Sonth-Ham in der Engcllän» dffchen Provlntz Warwickshuc «.-Kor wurde. Weil er ein mann von grossem ansehen / und darneben sehr gelehrt war / so crwehlte man ihn in dem ersten jähr Caroli l / zu einem m-mvr« der so ge- nanntcn c°nvoc2-,on. Endlich starb er an. 16; ; in dem kosten fahr seines allers / nachdem er des Königs wegen sehr viel gelitten / und hinterließ einen söhn / imt namen Thomas / durch welchen das vor- bcmcldte ci-ü,»,>.ir,um sehr erweitert und vermehret wurde/so daß es an. 1677 in groß toiw heraus kam. ^oniar oder Oiiiar / ein ^Lkiicmsticuz aus Arabien Man weißt nicht eigentlich/ zu welcher zeit er gelobet / sondern nur / daß er einen Mittat von seinem geburtS.tagc geschrieben / welcher in drei, buchet' emgeiheilet. ckron. mailicm. 1'oF«, ciü lciem MZ- tNcm. c. 64 §. io. ^omar oder Omar / ein befrenndtcr des MahometS/und ausleqer semes gesatzcs.. Er widersetzte sich dem Alt/ welcher dieses war / und den > anfeine andere weise erklärte / woraus denn 2 haupt-sectcn entstunden /die euIdcr Ära e„ wc chesich an den Hon>ar h,engen/ d ,d^d M"^/welcke dem AI, folgeren. Um das jähr . Z70 „ahm 8 . 7 ^.. König der cher sei/eiiieii rothen an/ um sich von den Tü^ hom -^ombecke/ ein unweit Mecheln inDrabankgeleqMscklM nebst einer darzu gehörigen Hcrrschafft/ so an. lügi für M An. ton Loequet/ Spanischen Staats-und Ober-^mi^iitchz«M/ n einem erhoben worden. L cnec?. -le Homburg/ein schloß, stadt und herrschafft in der GrafschM Sayn, welche Graf Gottfried mit seiner Gemahlin an. 1276 ex- heyrathet. Die stadt hat schon von alten zelten her das reckt gehabt, daß die Grafen daselbst silberne müntzcn schlagen Lmffen, wovon der bestatigungs-briefKayser Caroli IV noch vorhanden und von dem Kayser Maximilian» II erneuert worden. An. 12,4 theilten sich die beyde drüder Johann und Engelbert dergestalt,dak jener, als der erstgebohrne, die gantze Grafffchaffl behielte, und Engelberten nur die Herr,chafft Valendar und Homburg abtrat Nachdem aber die nachkommenschasft Johanms ausstarb, und alles an die Homburgische linie kam, haben sich diese wiederum in die Berleburgische, Saynische und Wittgensteinische linie gelhei« let, davon die Berleburgische wieder eine neben-linie gemacht, so ihren sitz zu Homburg bekommen, und noch florirt. (st he Saxn.j Keictis-sictiiv psrc. ff-ec. conr. Z skrti.; sl>s. zy n. 246. Homburg/ eine veste stadt und amt im Wester-Reich ohiMit Zweyvrücken und Saarbrücken gelegen, hat den alten Grafen von Saarwerden gehört, nach deren abgang mit Heinrich an. i;-7 sie samt der gantzen Saarwerdifchen verlassenschaffrandashauß Naffau-Vaardrücken gekommen. Wiewohl der Bisthvffvon Mch von welchem ein theil der Graffchaffk zu lehn geht, die Grafffchaffl als ein bcimgetallenes mann-lchn ansähe, und die Hertzogevon Lothringen damit belehnte, welche sich auch in den ;o jährigenkriegs. r,ouoi-„ umer Vorschub der Kayserlichen in besitz setzten. Ob nun wohl im Westpbälischen frieden die vestuug Homburg dem Hause Nassau-Saarbrücken einzuräumen ausgesetzt war, so wolle sich doch Lolhrmgcn daran nicht kehren,bis man endlich 011.1670 einen vergleich auf dem Reichs-tage machte, vermöge dessen das schloß Homburg den Nassauern rcittcuirt werden, den Lothringern aber erlaubet >eyn solle, so lange »aon darinn zu ballen, bis das von dem Reich versprochene gcid wegen dem erlittenen schaden iin Teutleben kriege ausgezahlet worden. Es ist aber solches nachdem geändert, und das schloß Cb»r-Trier in ckguctk^-lcin gegeben Worte», bey dem es geblieben, bis au. 1679 die Frautzösifche--'miauen anglengcn, und dieses schloß m der Frantzofcn Hände fiel, welche ba- feivst e>ue neue stadt erbauet. Hierbei) blieb es bis auf den Ryß» wickifchen friede», in welchem es an Lothringen auf obige dedin- gung abgetreten wurde. Doch haben es die Frantzostn an. >704 »nb an. 1706wieder innc gebabt, und selbiges aufdas neue zu be» vestchen augesangen. Sieist an. 1714 in dem Baadische» frieden an den Kayser abgetreten, und die ko»>Kc2tton geschleißt worden, (sihe Saarwerden.) 01. ?. 1.c. 6 . §. 7. 6 «/rk»n e- ttar. Luiop. p. 6;r öc sAZ. 6. k. r. 6 7. 184 äc k. 9 c. 167. Lx-'o/-. p. l. Homburg oder Homberg/ ist ein berg-schloß an dem mde- ren Haucilstein über dem DorffLäuffelfingen gelegen. Es wäre vormals ein Gräflicher sitz, und halte sich diese Grafschafft vor diesem in das Frick-thal und bis an den Rhein erstreckt, wie davon ihre alte «.cnacmr und schloß auf dem berg, oberhalb dem dorn Wegstettcn/gewesen ; nach crbauung aber dieses neuen schloff» bliebe das alte wüst und öde ligen. Es find die Grafen von Honi- blirg reiche und gewaltige Herren, und dessentwegen asvocii,,oder Schirm-und Kasten-Vogte der Hohen-Stifft in Basel gewesen. Graf Rudolfward Bischoffzn Baselan. iii4;GrafWttnetbat sciiicn vctter von mütterlicher linie her, den letzten Grafen >M Napperswyl oben am Zürich-see Rudolphum geerdet. Der leM Gras Merlin von Homburg ist an. 1)29, und also mit ihme der manliche stam abgestorben; Homburg aber mit der stattLieaMal est schon an. 1 dem Bischoff von Basel, Petro von Upheli »n> 2>oomarck silbcrs vcrkanffsworden. Es bliebe also diesiGM- schafft bey der st.ffc bis an. 1400, da BischoffHumbert voMeW» Nciiendnrg solche an Marggraf Rudolf von Hochburg vesiM, lind in folgendem 14^1 iahr der stadtBaselverkaufft bahwelcheenik Vo.ffen daraus gemacht, dir alle 8 iahr einen neuenLand-BA bekommet, uLtiron. Las. I. I x. z; öc 41 - '' ?- ?8< b. »Jomburg/ Hohen bürg/ ein ehemaliges berühmtes klofler Thüringen an der Unstrntt, eine Halde weile von LmMMtza, waches an. 8oc> von Carolo II. vor geistliches frauenzimmcr galM worden. Nachdem aber dasselbe den ordens-reguln nicht nachgekommen, und die klostcr-einkünffte geschwächct, so bat derKaM Lotdarius II aufeinrathen des Ertz-Bischoffs zu Mayntz, Mff» an. i > ;6 mir München besetzet, und einem Abt die mch-ü-onm» getragen. An 107; den 1; sept. wurde ein Fürstentag darnmmgc- halle», aus welchem es die Ertz-Bischöffe von Mayntz und k.onn so weil brachten, daß der KayserHenricus IV mit dcnSaWnM, Thüringern einen stillstand eingicng. An-1; 42 bat es der Wy Nicolaus Höpffner, welcher sich zu Luthcri lehre bekaniite., dem Hause Sachsen übergeben, und sich jährlich ;o si, den MuiM> aber, deren nur noch 4 übrig waren,1; st. davor ausbedungen.k.nv lieh ist es an. 1744 von Hcrtzoa Moritz zu Sachsen, nebst dem.m- gustiiier-kloster zu Langenjaltza, dem Rath daselbst vor moJv' verkauffct worden. n,i>7,'c. 8- clcü. k. ctinon c. 2,9. o/nr. C nr. re>-. Itiur. r. 2. p. 85- Homburg / ein altes berühmtes, aber ruinirtes, bergssäMin dem Hcrtzogtbum Brannschweig- Wolffcnbültel, r mcilcn vv Eimbcck, dessen bcfitzcr, die Cammer-Herren von HomvnG°°» dabey gelegene städllcmOIdeudvrf erbauet- hom Homburg/ von dem gebürge beygenannt an der höhe/eine stadt, schloß und amt m der Wettern», einem Landgrafen vonHes- fen-Darmstadt,^ der allda residiret, und davon dessen linie den na- men führet, gehörig. An. 1640 wurde hier der Kayserliche Obriste Delrzenauer mir seinen 820 mann von dem Schwedischen O- bristen von Rosen überfallen, und dieselben theils gefangen, theis niedergemacht. t. 4 p. -09. Homburg/istein besonderer äst von der LandgraflichenHesscn- Darmstadtischen linie. Der Urheber derselben war an. i;y? Fri- dericus I, des LandgrafenGeorgii ldritter söhn/ der bey seinem an. i6;8 den; maji erfolgten absterben von seiner gemahlin Mar- garetha Elisabetha/einer Gräfin von Leiningen/4 Printzen hinterliesse. Der älteste Ludwig Philipp starb an. 164; im 20 jähre sei« nes alters unvermählt; der andere Printz Wilhelmus Christo- phoruS bekam das amt Dingenheim / und ward deßwegen der Landgraf von Dingenheim genennet. Sein eintziger söhn Leo» poldus Georgius starb an. 167? vor dem varcr ohne erben. Von denbeydentöchtern ward Christinn Wilhelmina / HertzogFrie- dcrichs zu Mecklenburg-Grabau / und Magdalena Sophia/Graf Wilhelmi zu Solms gemahlin. Der ;te Printz / Georg Christian/ diente Spanien und Franckreich/ ward Catbolisch / starb den n aug. an. i677/und hinterließ von seiner gemahlin Anna Cathari» na/Detlevs Pockmischen von Farbe tochter / und eines Grafen von Ahlefeld wittwe/keine erben. Der 4tePrintz und regrerenderLand- grafzu Homburg hieß Fridericus/ soan-16;; gebohren/er war der Reformierten religion zugethan / und starb an. 1708. (siebe Fridericus.) Dieser leistete halte 2 qemahlinnen. Die er» ste Margaretha / eine gebohrne Gräfin von Brahe/ starb ohne kin» der. Die andere war Luisa Elisabeths / Jacobi / Hertzogs von Curland/rechter/ und gebahr ihm sechszehen Printzen und Prin- tzeßinncn/auß welchen folgende sechs dißmal an. 172; annvch le« ben. i) Charlotta Dorothea Sophia/gebohren an. 1672 vermäh» let an. 1694 mit Hcrtzog Johann Ernst von Sachsen Wevmar. 2) Friderrcus III/ von deine hernach.;) Hcdwig Sophia/ geboh« ren an. 1675. 4) Wilhelmina Maria/ gebohren an. 1678 / eine gemahlin Antonii Grafen von Altenburg. z) Eleonora Marga« retha/gedohrcn an. 1679.6) Casimir Wilhem/ gebohren an. 1690. Die dritte gemahlin Sophia Sibylla / Gräfin von Leiningen We» stcrburg gebahr ihm Ludwig Georg an. 169;. Die; hier genannte Fürsten haben allesammt stamme. Fridericus III hat von seiner gemahlin Dorvthea/Ludoviei VI Landgrafen zu Darmstadt lochtet/ 12 kinder gezeuget / von welchen annoch in leben Ludwig Johann Wilhelm Grüno/gebohren an. 160; und Johann Carl Wil- Helm Ernst Ludwig / gebohren an. 1726; beyde befinden sich dieser zeit inMoftau.Dem printzCasimirWilhelm/ber in der vättcrlichcn rrb'thcilung das amtHertcnsleben bckomen/istvonChristianaChar- iotta/ einer Gräfin von Solms.Grciffenstein gebohren worden/ erst im vorigen jähr an. -724/ Fridrich Carl Ludwig Wilhelm. Der jüngste der Fürstlichen gebrüderen endlich Ludwig Georg / deine von dem vatter das amt Oebsfeld / und von der mut» ter Oberbronn zugefallen / istverhcyrathet mit Christina Magdalena / einer tochter Volradi/ Grafen von Limburg / und hat schon an. 1714 von derselben die Printzeßm Sophiam Charlottam Wilhelminam Dorotheam Fridcricam gezeuget. * Homburg an der Ohm / ein Heßisches städtlein / wird in den alten Urkunden Hohinburg geschrieben / und ist sehr alt. Dre kirche daselbst ist an. i;ü7 erbauet. Über der stadt ligl ein lustiges / und mit einer absonderlichen maur umgebenes berg-schloß / an welches sich zu beyden feiten die stadt-maur schlieft. Es hat ehemals den Tempelherren gehöret- ««n'. belHir. 9.207. -Aomedes / (Johannes) der 4ste Großmeister der Johanniter Rittern zu Malta/ ein Spanier / war anfänglich o>mmcnc,zror zu Caspe in Aragonien/und wurde an. 1523 abwesend zum Großmeister erwählet. An. 1;; 0 schickte er einige Ritter an den Kayscr» lichen Hof/ und ließ daselbst Vorstellung thun / daß man Trtpolt/ weil es wider die Lürcken nicht zu beschützen / verlassen mochte / so aber nicht angenommen wurde. Als an. 154° Wilhelmus Weston/ Groß-wr.or in Engelland / verstorben / zog Henricus VIII aus En« gelland die ordens-güter ein. Wegen diesem verlurst ließ der Großmeister das grosse schiff zu Malta abdackcln / damit er der kosten einiger Massen schonen möchte. Er ließ hierauf an. 1 ;4 r das schloß 8. Ange mehr bevestigen / stifftete an. N48 den rcligtons-c°nv-m des klosters öe is u.LüAion zuTripolr/ und starb an. 1557. b-/-«- «te I'orctre lle 8. )ern. pttvilcgcs Nelorcire. MNLK, war bey den Hebräern ein maaß/ damit man ge- irayd und andere trockene fachen messen konte. Wann diß Wort in dem Hebräischen mit einem 7 geschrieben / und deßwegen auch von einigen oomer oder »om«-r genannt wird/ bedeutet es den zehenden theil eines und hält ohngefehr so viel in sich / als ein mann des tags essen mag; laut der Nabbinen bericht faßte es 4; und e,n fünffcheil eyer. So es aber mit dem n geschrieben wird/ bedeutet es die last eines csels/ und hält in sich 10 Lpiia, das ist 8-s oder 82m. und folglich 4f2o eyer / so daß es vollkommllch um der Hebräern Lor übereinkommt. 16. zs. LLecL. 4;, >I. 6e locntt ttcbr. * Momenten / soll eine gewisse nstion an den gräntzen von Afrika und Asien seyn / deren Königreich der heil. Gregenttus zu dem Christlichen glauben bekehret. Viel halten solches vor eine andächtige fabel. Dieses aber findet man fast in allen ^wr.bu-. welche von der kirchen-historie geschrieben / wie auch m Ludolphs Historie von Aethiovien/ daß ein Konlg der Homeriten wider die m seinem land befindliche Christen unerhörte grausamkeiten aussendet / end« . . . hom 82Y nm-?welcherdIm^?»!^!^^ ^°ulg derAxumiten (oder Abyßi- Troia/zu den zelten Lycurgi / welcher M chm in der 2 gesprochen / gelebet habe. Seine geburts-stadt ist ungew'ß / und haben sieden stadke / nemltch Smyrna / Rhodus/ Colophön / Salamis/ Chros / Argvs und Athen / darüber gestritten / deren jede behauptet / daß er rn ihr gebohren worden. Herodotus und andere machen ihn zu emem Aeolier. Er soll anfangs Melestgcnes ge« helffen / und nach seines schulmeisters tod an dessen stelle zu Smyr- na gelehret haben / hernach aber hin und wieder gerriset seyn / und als er blind worden / auch zu Cumä vergebens um einen beständi« gen lebens-unrerhalt angehalten/ den namen Nomens. (welches einen blinden bedeutet)bekommen haben. Aufseincn reisen hat er mit denen von »hin verfertigten liebern sich in öffentlichen zusammen« kunfftcnhorenlaffen/auchan unterschiedenen orten vor den thürerr sein brodt damit erbettelt/wiewohl auch dieses nicht genugsam ?ro- l»rt ist. Endlich soll er/da er von Samos nach Athen reisen wollen/ an dem Ionischen ufergestorbcn und daselbst begraben worden seyn. Etliche memen/ersey «usvcrdruß gestorben/ wcilereinrätzel/ so thm gewlsie fischcr vorgelegt / nicht auflösen können/wclches aber vvn gük ülten scnhknkendOv gthLllten wird.Don dkN er rn Griechischer spraye verfertiget / ist viel verlohren gegangen/ doch sind seine vornehmste heroische werckc/ die illas und oaM» noch übrig / deren jem zwar den zvrn oder die Verbitterung des A- chillls wider Agamemion/und die daher entstandene offtmalige Niederlage der Griecher zum zweck hat/zugleich aber doch einen guten ihm des Trojan listen kricgs vorstellet; gleichwie hingegen in der ochiie- die herumirrung des nach qeendigtcm Trojanischen krreg fern Vaterland wüdersuchenden Ulyffis beschrieben wird. Diese gedichte hat Lycurgus zu erst/nachdem er sie zu Chio bekommen/ gantz aus Jonien nachGriechmland gebracht. Nachdem sie aber nach ihm dennoch in stücke abgetheilt / und auf des Solonts defehl also abgesungen worden / so hat Pisistratus wieder alles -mi-chrt / und sie in ordnung bringen lassen / wie wir sie jetzt noch haben ; wiewol die crmci, so hernach darüber gekommen / bald etwas hinzu/ bald aber davon gethan. Der rühm / welchen Homerus durch diese gedichte erlangt / ist ungemcin groß/ indem man dieselbe unter den Griechen und Römern schier so hoch/ als unter den Christen die bibel gehalten / sie in die schulen eingeführt/ damit die jugend darnach unterrichtet wurde/ auch dem Homero selbst tcmpelnndca- pellen/wie einem Gott/zu ehren aufgebauet. Kurtz/die gedichte Homeri wurden vor die grielle der religion / wie auch aller weißheit und wissenschafften angesehen/so gar / daß noch zu unsernzeiten einige die geheimnisse bannn finden wollen. Die meisten piuiofoplli meinten ihre Philosophie nicht wenig devMget zu haben/ wenn sie derselben gründ mit einem vers dieses alten Poeten bekräff- tigen konten / wie denn nicht nur die , cvmn. Thales und andere / sondern auch so gar die 8-eprici sich auf den Homerum beruf- fcn. Es haben auch bereits viel unter den alten über seine o?--» commenkiret/ gleichwie Aristarchus darüber criciiiret/ die fehler der -obsten verbessert/ auch die nach und nach von andern eingescho- bene verse wiederum weggethan hat. Von seinen Griechischen s-ko- iisllen sind noch zwey vorhanden / Eustathius/ Ertz-Biscboffvon Theffalonich / und Didymus / wiewol der letztere vor ein fälschlich eingcschobcner smor. und das unter solchem namen hervorgekom- mene werck für eine sammlung allerhand alter gwnen und außle- gungen über diesen Poeten / die aber gar verschiedene Urheber haben / gehalten wird. Hingegen hat es einige gegeben / welche Homerum mit seinen poellen vielmehr für einen vater der albernen pos» scn und des aberglaubcns / als eine quell der wissenschafften / gehal- ten.Also hat Zvilus gantze bücher wider die ilmtz-w undoch sscsm geschrieben / und der weltweise Xenophanes hat das / was Homerus von Göttern gedichtet/gantz abgeschmackt beftinden/ worinnen ihm hernach Plato gefolget. Ja man erzehlet / daß dieser Poet selbst (villeicht eben dieser Ursache halber) von den Athenienfern als ein unsinniger um ?o cirackmss gestrafft worden. Wie jhn LurianuS hin und wieder herum genommen/zeigen seine annoch vorhandene schrifften/ der neuern/ als des BoiSroberk/Perrault/ Clerc/ Terrassen /Moths/ und anderer nicht zu erwehncn. Überhaupt ist gewiß / daß Homerus in beschreibung so wohl der Gottern/als menschcn/sich nach den sitten seiner reiten gerichtet / da eme gewlffe rohe und wilde art mit grosser stärcke und unerschrockenhert begleitet / die fürtreflichste lugend und Vollkommenheit ausmachen mußte. Wann man also dieses dichters beschmbungen gegen unseren heutigen sitten und lcbensmrt oder auch wohl gegen der gesunden vernunfft halten will / muß man nothwendig sehr vrel an Mine außzusctzen finden. Wo wrr aber/ wie es hier eigentlich seyn sott? vielmehr betrachten/ wie gut und geschickt Homerus dasiemge ausgedruckt habe/ was er nach den sitten seiner zert hat anzeigen wollen / so wird ihme wohl kein verständiger den namen eines grossen und fürtreflichen Poeten und Redners streitig machen. Das leben Homeri haben Herodotus und Plutarchus beschrieben- Ob aber die noch vorhandene und diesen beyden scrlbenken zugeeignete beschreibunqen hiervon recht und nicht untergeschoben seyn/ darüber sind die gelehrten nicht alle ewig / obwohl die meisten/was einmahl das erste detrifft/der letzter» Meinung sind. ja vic» Uowxri. 2»/^- lle leZibu; I. r> z. 1.2Z c. 14. 00Ä. MMMMM ; ^r. 8go hom hon ickiiia-;. IZ. v,a ceLy-Ms- hon Lrr. l. ;c. ü Sc l -17 c. §^7-coIIeLr2,'tt 6 e »omer, v.rr Llcripns ^ ' ^^F/^e-rrM cie ta- ten vornemlich bekandt, biß er endlich den isftbr. an.iSn^ starb, seines alters 48 jähr., Seine schrifften sind: cke»»»« " x«/«, orzr . ^ ijc viomc-i p-.cris. LporlicnttL v!omer>. ko tcripromm liildori- cc.ncr »oE>. /sE«- L«^«< rli6'--rr-r. öe ttomero. -I-: tzoec,? 6'«c,5. 6-^«-cii-Iog. cie ?ocr, 5 . L^sr» com^LrLilon c! Homere öc 6e V>rZ. L«rü «7 jugemen8 c!c; s^vsns lurles?ock. ^L>»cr«r Libl. 6r.rcs >. II c. I. -i« k-» dibko- klicqne unive^stlle I.r p. 8; lcgq. ^omerus / der jüngere genannt, lebte um das 4YO jähr der stabl Rom. Er war aus einer stadt in Carien, namens Hieraposts, gebürtig, und eines Byzantinischen weibs, namens Myro, lob», 'welche einige versc geschrieben, so hoch gehalten werden. " Z--i,7e I>oöie5 O rccs. - ^omodei/ (Ludovicus) ein Cardinal, gebohren zu Madrid den ro may an. iSztz.Sein vater war aus einem vmiebmenMay- landischen geschlccht, hatte aber eine OLmcausdemSpanijchen hauß Pacheco, aus welchem sich die Hertzoge von Uceda schreiben, gehenrathet, und sich mit seiner gantzen faimlie nach Madrid hege- den, weil er daselbst ein grosses vermögen, auch an dem Hof ansehnliche schulden zu fordern hatte. Dieser Ludovicus gieng aufverlan- gen seines vetters, gleichfalls Ludoviei Homodei,welcher vouInno- centio Xan. iü; i zum Cardinal war gemacht worden,und an. 1685 in dem 77 jähr seines alters starb, nach Rom, da er denn bald dre würde eines Prälaten erlangte/ auch die Me eines <^ommjüänl bey der Apostolischen cammer kausste. An. 1690 den 1 z febr. erhielt er von Alexandro VIII den Cardinals-Hut. Er blieb aber beständig in Verordnung der Cardinal-vi-comrum , damit er seinen ältesten bruder,den Marggrafen von CastelRodrigo, von welchem er die ausmachnng einer jährlichen penlloozu erlangen sich vergeblich bemühete, in der furcht erhalten möchto daß er noch wohl einmahl heyrathen dürffte. Den Mangel einer loliöen gelehrsamkeit ersetzte er durch seinen lebhafften verstand und durch seine icharff- ttribsn ien von Honduras und den Provintzen Nicaragua und Fucastn Diese landschafft ist bey nahe 100 meilen lang, über 8°breit, uud hat einen grossen Überfluß an Honig, bäum-und schaf- wolle und andern dingen mehr.Sie bringet so viel mayz oderJndianischkm hervor, das man selbiges im jähr; mal einerndten kan. Desalei. chen gibt es auch darinnen einige gold - und silbera er >.uu> svlcw's !!nt grosser gcschicklichkcit verrichtete, lag er ihm an, sihe One. HOXL8H8. (PetrusDamianiöc) warCardinal nnWschoff von Oiria. Er war aus einer Adelichen familie von Ravenna, und nahm den namen Damiani an, welchen seinbruder sonsten führele, welcher ihn hertzlich liebele, und vor seine erzichung sorge getragen hatte. Nach diesem trat er in den Denedictiner-ordcn zu Font. kirche von 8. Carlo -i- Milanesi, welche obgidachler sein velter mit «»gemein grossen nnkösten hatte auszieren lassen, begraben. /-re p. z66 lejir. 1706. ^omodens/ (Signorinus) ein berühmter Rechts - gelehrter von Mayland, welcher um das iahr i z 40 lebte. Die rechte hat er in vielen vornehmen Italiänischen städten,als zu Bononien,Padua Parma, Pavia,Turin, und darauf zu Verceil gelehrer,an welchem letzter» ort er endlich an. 1 z6r, oder etwas zeit hernach,verstorben. Er war in allen rechten sehr wohl erfahren, wie denn Baldus und andere bcühmte leute sehr wohl von ihm geredet. Er hat nebst andern schrifften einen c-L-tsc hinterlassen. 6- guLstlon-, urrum 60- 4 tor eguici prs-birenciur l in ^(.ris I. r c. 64. vol. r z>. rr6. * IIO WXLIOXI8 H, wurden einige ketzer des 4ten seculi und anhänger des Photini genennct, weil sie nur die menschliche natur in Christo erkenneten. ,, ,r. in VtL,uLrr,A. Lii -n. ;;7> inrrocl. 26 bist. ccclcst k- H4s- ^onan / ist eine Provintz in China, welche Nanquin gegen morgen, und Tensi gegen abend hat. Die Chineser geben vor, daß diese Provintz gleich mitten in der weit sey, und nennen sie ihren iust-garten, weil sie über alle Massen fruchtbar ist an allerlen obst, getrayd, vieh-wäyde und bäumen. Sie hat 8 grosse städte, nebst loc, grossen flecken, toris und schlössen!. Die vornehmste städte sind Caifung, Queilc, Changre, Gueihoei, Hoaiking, Honan, Nanyang und Juning. cu,,,». Äondius/ (Henrieus) war aus einer Adelichen familie in Braband an. 157z gebobrc», und in vielen wisscnschasscen, als dem zeichnen, kupsser-stechen, der bt-irk-g, o-nmsr-,2, ?erific<5tivs. iVrcl>-eÄ„i-2 und kortiüc^rion sehr wohl erfahren, so daß er aufsol, chcm fuß Printz Wilhelm von Oranien in dem Haag viel jähr aufzuwarten das glück gehabt. -cc-cl. ?. p. ^7. * Hondiuo / (Iodocus) ein berühmter Niederländischer Qeo- war an. iz6; in einem kleinen Flanderitchen flecken, Wackene genannt, gebohren. Als er kaum »jähr alt war, nahmen ihn seine clrern mit sich nach Gent, da er von iugcnd aufcin gutes nLiure! von sich spüren ließ. In dem 8ten jähr seines alters fieng er an zu zeichnen, auch in bei» und kupffer zu stechen, und zwar, welches »och am meisten zu verwundern , ohne eintzigen lehrmcister. Er nahm auch darinnen dergestalt zu, daß er unter die vornehmsten kunstler verdiente gerechnet zu werden. Dannenhcro, als der Hcr- tzog von Parma Antwerpen belagerte, und sich aufeinem dorffBe- vere genannt, auffbielte, ließ er ihn durch seinen beicht-vater zu sich entbieten. Als er zu^ dem Hcrtzog kam, wurde er gar gnädig einsich nach Rom zu begeben. Weil er aber hiezu keine lust hatte,gieng er heunllch wieder darvon. Er schrieb daneben eine unvergleichliche band, und war in dem schrifft-giesse» wohl erfahren, welches er al. es von sich stlbsten erlernt hatte. Als man nun eine solche geschick- uchfcit bey ihm anmcrckte, hielt ihn stin vater zur schul, da er denn die Gnechtiche und Lateinische spraach gar geschwind erlernte. Als er das roste zahr seines alters zurück gelegt, gieng er von Gent in Engclland, und wandte sich nach Londen, da er sich qa»h aufdie ->><>,tegw. Allda verfertigte er giobo. von „ngeinciner arosse, gieng dara uf zurück in die Niederlande, und setzte sich zu Amsterdam. Daielbst machte er sich durch seine herrliche land, char» AveUano, und stjfftete einige kldster. Als er sich nun durch f«n k. be» und lehre hervor gethan, machte ihn (stephanus IX an. i°>7 zum Cardinal und Bischoffvon Ostia, wiewohl er sich lange genug weigerte, solches anzunehmen. An. 1059 wurde ervon NicolavII nach Mayland geschicket, daß er die Möwe und priester-ehedaselbst abschaffen, und zugleich die Mayländische kirche der Römischen uncerwerffen soite; allein als er dahin kam, widersetzte sich diese- risey sehr starck, vorgebend, der l-monic wäre sie nicht zugethan, der coelibsc aber scn unerträglich, zudem wolle es sich nicht thun lassen, des Ambrosii kirche dem Römischen stuhle zu untcrwerffen, und daß ein Bischoff über den andern sich eine gemalt heraus nehme. Ob nun gleich die cleriscy so ungestüm war, daß sie darüber einen auflauff errcgete, worinnen Damiani selbst in leib-und lcbens-ge- fahr gerieth, wüste er doch alles gar weißlich zu stillen,und nachdem er denErtz-BischoffGuidonem auf seine feite gebracht,die fache mit beyderseits vergnügen glücklich auszumachen. Er kehrete dannen, hero wieder nach Rom; weil er aber die üblen m»,« der Römischen geistlichen nicht ertragen tonte, danckte er von seinem Blßlhmn ab, und gieng in eine einöde. In folgendem jähre wurde er vonAleran- dro II aus selbiger wieder hervor gezogen und in Franckreicb ae» schicket, einige Klöster zu reforwi-ren. An.ioö z wurde er nach M- rentz geschicket, daß er die zwistigkcit, welche zwischen dem BWff Perro daselbst und den einwohnern vonFlorcntz entstanden,beylegen solte/An. 1069 schickte ihn eben selbiger Pabst an den KayfcrHenri- cum V , welcher seine gemahlin Berthain von sich zu flössen gesonnen war, welches er aber hintertrieb. Als an. i°7r der Ertz-Di- schoffHenricus von Ravenna verstorben war, welcher sich iintee dem Pabst nicht bequemen woltc, und dannenhcro von Alcrandw II in den bann gethan war, wurde er nach Ravenna geschieht, um selbige einwohner davon loß zu sprechen, und sie wiederum mit dem Pädstlichen stuhl auszusöhnen. Als er dieses ausgerichtet, gieng er nach Facnza zurück, woselbst er mit einem fieber befallen wurde, woran er den 2 z ftbr. an. 1072 starb, seines alters 66 jähr. Seint schrifften sind mir des Constantini Cajetani amnerckungen zu Ro« zusammen gedruckt worden. Die vornehmsten sind: Lpillol-r»» libri 8 ; lermoncL ; virs: srneiorum ; libe- corrcciioni kspL Ä Lpiicopi, L:c. in vier OrmiH. L-o ckwn. OUin. I. r. clc vir. iliuti 7 .c. i6r. ^o»o 74 ki« /wgulloäun. 1 .4c>i, in ÜAno vir.r. bitt. Kgvenn. I. z. lle or (Petrus)Abtm§- Mariä odnfernRavena,lebte in dem ir kccuio. Er hat einige regem gezchriebeffo «onlkiturioncr ?orrucnt-8 inriruliret werden,welche nun zwar sonsten dem Petro Damiani zuschreibet. Pcnnot aber und andere behaupten, daß dieser Abt von dem obigen DamiamM unterschieden, welches auch destomehr daraus erhellet, dag er an. 1119 gestorben. bild. canon. rcgul. 6- kcrlxk. c-c.-e in suLd. ^onffeur/ lat. ttongorluw.eine kleine stadt in der Nermandch bey dem ausfluß der Seine. z^onn ecou r/ lat. dtunorir cuii,, oder ttunnicuriL . ist eine kleine Frantzösische stadt in der Picardie am flusse Scheide, nmlmvm Cambray, woselbst an. 1642 der Frantzösische General, KM «- Guiche, und Marschall von Grammonk, nebst dem MarsthMe Rantzau, von dem Spanischen General Lamboy eine M»ch^ Verlage erlitten. .. ,. IssOXOX.eine gcwisseGottbeit ben den Römern, gemeinM mit Virruke oder der tuqend vergesellschafftet, welcher die RM einige ld-kuen ausgerichtet hatten. Ivre temvel waren st gwam ' daß man unmöqljch in denselben hinkommen kunte, ohne dmw c tempel vi,c»ri; oder der Tugend zu geben. Diese bende emgeM Gottheiten,finden sich auch gemeiniglichaiifdenenRomMenm tzen al,o vereiniget. Marcellus, welcher sie erbauen still. - - ordnete zugleich, daß man sie nicht allzu hoch führen solle, weder weder den Wahrsagern damit einen gefallen zu erweisen, oder aber die anbeter dieser gottheit dadurch die demuth zu lehren, ü-ero - liilc. l. rZ öc ry. in 8lsrccUv. I. ^ Ne civ- Lci c. 20. hnc. Lnricz. c. n p. ;r/. Tonsratus / war stiffter des LerinifHen klosters , und Ertz-Bi- schoffzu Arles um das jähr 426» Woher er eigentlich entsprössen, ist nicht ausgemacht. Einige sagen/ er sey ein söhn desKönigs von Nicomedten gewesen; andere, er stamme von einem Könige aus Ungarn her; wieder andere sagen, er sey aus Bourgundien; andere aber, er sey von Arles gebürtig, welches letztere wohl das sicherste ist, das übrige hingegen- sonderlich , was von dieses manns Königlichem Ursprung aus Nicomedien oder Ungern vermeidet wird, alles falsch und erdichtet. SS viel ist gewiß, daß Leontius, Bischoff von Frejus, ihm gerathen, sich auf die insul Lerins zu rer-rwen, all- wo er die schlangen, wodurch diese insul unbewohnt gemacht wurde, soll vertriebe«, und das berühmte kloster daselbst Misstet haben. Die smvres setzen seinen tod auf den isten jan. an. 429, welches aber so gewiß nicht ist. 8. Hilarius, welchen er unterrichtender ihm auch in dem Brßthum Arlessuccsöiret, hat sein leben beschrieben, welches aus einem alten Lerincnsischen msouscr-pc von Vincentio Barrali zu erst heraus gegeben, hernach auch von Surio und Bol- lando ihren v>r>8 Ssnätorua, einverleibet worden. Cassianus clscli- ci'rte ihm sieben seiner coilarionen, die er mit denEremiten gehalten. §. Eucharius redet in seinen büchern llc iLulle «cm,. sehr wohl von ihm. Ä^o»r«-k cLirn.suclisr. vir. illull-. lle NLtsIibas. climn. I^iriri. L»^r konnf. /.rcl. kill. sccl. Loöe»-,-«- Lc §c«voLr Qail- Okrill. t. l öc 4» LLsiiLN, illullr. Is«c^>skill. öe krov. * ^onoratus / von Champigni, ein Capuciner, ehemals Carl Bschart genannt, war den 7 jan. an. 1567 zu Paris gebohren, und hatte zum vaterJohannem Bochart, einen «staats-Rath. Nachdem er den gründ in der pkiioiopkis geisget, nahm er nebst dem Grafen von Bouchage, den Capuciner-orden an. Er hatte sich kaum ein wenig in der MeoioZie veste gesetzek, als er zum Ausräi-n! und aufseher über die novirios in dem convcnc zu Vcrüun, und nachmahls zum prov-l-cisi erwählet wurde. Nicht weniger wurde er von des vrdensGeneralmzumLerisrLi.LoliiiiiillKrio verschiedener Provlntzen, und letztlich zum 6-ner->i. so bey dem Surio befindlich. Jedoch haben einige gelehrte verschiedene fehler darinnen angcmercket, welche Surius alle gelassen hat-^s-ss-r- kill. kLt.tx c. -r«- 62!!. Lkrill. Kitt. IM. ^civerisr. I. ;8 c. * ^onoria/( suka or-cs) Kaysers Valentiniani III schwester, lebte an dessen Hofe gar liederlich, und ward einer ungeziemli- chen gemeinschafft mit Eugenio einem gewissen Hof-bedienten überwiesen, wurde dannenhcro von ihrem brndcr verflossen, und muste sich in Orient zu Tdeodosio dem jungem rennren. Damit sie sich nun rächen möchte, berieff sie der Hunnen Konig Attilam in Italien, und trug sich ihm zur gemablin an; Es ist auch gewiß, daß Attila vor dem ansang feiner kriegen diesen vorwand hat angefangen zu gebrauchen, und das reich für Liest Honoria begehrt. Allein Valentinianus gab solcher einen andern mann, und antwortete dem Attilä, daß in dein Römischen reich die manner und nicht die weibcr herrschten. Auf müntzen wird diese Printzessin genmnct; welchen ti- tul sie gleichwohl mehr sich von feststen scheinet angemaßet zu haben, als daß ihro dene ihr bruder, oder der Römische Rath bey ihrer so schlechten aufführung solle gegeben haben, krsgm. in Lxc. äe I^egLc. in cüron» Lo-rM, reZno occiäonr. ^ Honorias/ ist ein strich landes in klein Asien, ein theil von Ponto, worinnen Heraclea, Claudiopolis und Hadnanopel ligen. , . . ^snovius I, luccelllrte an. 626 Bonisacio V in der Päpstlichen würde, und war des Rathsherrn Petronii söhn, gebürtig aus Lamosgn» lll Er wieß die Bischoffe m Jstnen, die sich damals miteinander zanckten, zu ruhe, und nahm sich der Engelländischen und Schottländischen kirche insonderheit an. Auch soll er das fest der creutz-erhöhung gestifftet haben, nachdem der Kaystr Heraclins das heilige creutz den Persern wieder entrissen, und mit grosser pracht nach Jerusalem georacht. A s an. 6;z Cyrus, Bischoff von Alcrandrien , durch ein öccl-r bekräfftiget, daß in Christo nur ein emtziger Wille sey, und Sophronius, Patriarch von Jerusalem, welcher damahls zu Alcrandrien gegenwärtig war, den Cyrum wegen dieses os- fenbahren irrthums stra^steL-auch sich von ihm adkonderte, that Sergius, Bischoffvon Constantinopel, dem Honono die gantze fache kund; H-morius aber siel dem Cyrs bey, radelte des So- phronir verfahren, und wolte aus der belügen schafft und me- len stellen der kirchen-väter darthun, daß in Christo nur ein ein- tziqcr Wille sey , welches er denn hernach auch m vielen andern behaupten wollen. Deßwegen ist er von dem üten concilw gen«-. 8^i vor ?!rannt^ 7 rdmverdammet, und von vielen Päbsten da. so'ches m miMrE-ä K^onius und Bellarminus bemühen sich, aeMmbeU^^ä Johannes psvrbesius aber behauptet das ^ endlich dieser Pabst den r; sept. an. S;8. Lsnr. 7 c is ö- n. Ue 8.0m. ponk. lib. 4 csp. ,r. L». 2« sn. Sz;, 64;. Ulk. eccl. ü-c 6 I. 2 n.ir. r-M nor-r. c»->c>I. ^6;. !i,y. uikruct. Iiitt. rnsvl. l. Nlü. Ncrer. Honorius II, sonst Lambertus genannt. Er war von Bono- «ren gebürtig, und von geringer ankunfft, wurde aber zum Bi' AU von Veletn, und hernach zum Cardinal von Ostia ge. wacht. Nach des Pabstv Calirti II tode erwähletcn die Cardmale Thibaidum an dessen stelle, welcher den namen Cölesti- Nus annahm; allein da sie nach der wähl das i'e O-„m iru-ir- sungen, wurde Lambertus durch Roberti Franqipani mächtige parthey zum Pabst erkläret und davor ausgeruffen. Damuf danckte Cölestinus gutwillig ab, und Honorius that des» gleichen, um eine allgemeine gutheissung seiner wähl dadurch zu erhalten, welches auch geschahe.Platma verwirfst zwar die unzim- «che arr seiner erwählung, gibt aber doch im übrigen diesem Pab- ste das lob, daß er ein sonderlicher Patron der gelehrten gewesen. Zu seiner zeit wurde Arnulphus, ein vortreflicher Prediger, welcher der Römischen cicrifty Wollüste, boffart und geiy mit ernst gestraffet hatte, von den Priestern zu Rom ermordet, welches sonderlich daher kam, weil ihn die grossen daselbst hoch -Ei. Eten. Er »pprobiite Kaysers Lothar» wähl, und that Javiers Henrici V enckel, Fridericum und Cvnradum, die das Reich suchten, in den bann, nicht weniger auch Anselmum, Ertz- Bsschoff von Biayland, welcher Cvnradum mit der Lombardischen crone gekrönct halte. An. 1127 führcte er wider Roge- rium, Grafen vonSicilien, krieg, weil er das Hertzogchum Ea- labrien und Apulicn eigenmächtig an sich gezogen, und ertheilte allen denen häuffigeü ablaß, die in selbiger expcciicion sterben würden, that auch in dem folgenden jähre Rogerium in den bann, und fiele ihme selbst mit emer armee in das land, zu deren sich der meiste Apulische Adel schlüge, der auch den Pabst wider Rogerium sonderlich soll aufgehetzet haben, dieser aber schlüge den Pabst und seine rebellische vollen. Weil er aber dennoch eines so gefährlichen feindes loß seyn wolle, warffe er sich nichts desto weniger Honorio zu füllen, und bäte um gnade, bey welcher gelegenheit Honorius ihm einen fuß soll auf den hals gesttzet haben, mit aussprechung der Worten des Psalmisten: Auf Sttern und basüisken wirst» czchen/ löwen und drachen wirst» zerrretten. Doch liesse stc!) Honorius im übrigen allda völlig begütigen, und nähme sich ftrners der rebellischen undertha- nen Rogerii nichts an. Als er; jähr, 2 monate und einen tag regieret hatte, starb er den 14 febr. an. 11 w- NL---», 1.4 c. vir. Pont. p/-rrr»rr. bibl. koncill kill. Pap. * honorius III, ein Römer, des Haimerici söhn, sonsten Cen- tiuö Sabellius genannt, war anfänglich von Cölcstino III zum Cardinal des tituls von St. Johann und St. Paul gemacht, und wurde einen tag nach Jnnocentii III tode den iL nilii an. 1216 zum Pabst erwählet. Dieser bestätigte den Dominicaner-orden aufÄomimct verlangen, wie auch Francisci orden, und verschiedene andere mehr; wie er denn aufDvminici angeben das obriste Hosmeister-amt des Päbstlichen Hofes anstellete. Er krönte Petrum vonCourtenay zum Kayftr zu Constantinopel, und reitzke die Christlichen Fürsten zu einem krieg wider die Saracenen in dem gelobten lande an. Weil auch der Kayjer Fridericns II denselben zug aufsein aeheiß nicht so fort übernehmen wolle, that er ihn in bann, starb aber an. 1227, nachdem er 10 jähr, 7 monat und n tage regieret hatte. Fünfftausend Personen kamen durch ein erdbe- beN Nach seinem tvde UM- lle viris komillcuni. bibl, ponrif. 2NN. min. t» I all 2N. I2IA. Fe7«ö in bild. k2pLtus> honorius IV, ein Römer, sonst Jawbus Saveüi genannt, Lucä Savelli söhn. Urbanus lV hatte ihn an-1261 zum Cardinal gemacht, und nach MartinilV tod wurde er an. 128; mit allerbe- willigung zum Pabst erwählet. Er bekräfftigte des Pobsts Martini verbot wider Petrum, den König in Aragonien, daß er sich nicht unterwinden solle, das Königreich Sicilien unter seine botmaßig- keit zu bringen, und that deswegen den söhn in den bann. Desgleichen widersetzte er sich auch dem König von Engellanb, als selbiger von der clerifty bcn zehendcn haben wölke, und nahm sich des Römischen stuhls mit grossem eifer an. Er befahl den Konig Ladis- laum ln Ungarn abzusetzen, weil er in seinem Christenthum nicht gar zu eifrig wäre, und versähe den Carmeliter - orden ttut neuen privii-wen. Er starb im apr. an. 1287. Nach fernem tod entstunden erschröckliche erd-deben, nebst einem so grossen sterben unter den Cardinälen, daß man die wähl eines neuen Pabsts anferne zert- lanq anstehen lassen muste. Man findet zu Rom noch einige eprsteln von ihm, und fein ^6« toör kikliorli. honorius / ein Gegen-Pabst - (sthe Cadalous.) honorius / ein Römischer Kaystr, Theodofii söhn von der Flaccilla, und des Griechischen KaysersArcadii bruder. Er war denysept.an. ,84 gebohren, und wurde den 20110V. an. zum Kaystr ernennet, trat aber erst an. die regiemugan. Theodo» siuS hatte Stiliconi, zeit währender »underiahrigkelt des Honoru, die reqierung anvertrauet, und Eildonem zum «ouvs-n-u- von Afrika gemacht; allein beyde erzeigten sich vor solche gnade sehr un- danck» 8 Z 2 hon hoo danckbar. Gildon -glitte zuerst, wl-rde aber bald von ftmem eigenen bruder Mascezel überwunden, und erwürgte M im aesäiionl«. Stillcon hingegen führte anfangs o>e ^eicyv.gr. fei)äffte wöbl' wie,bann theils durch feine gemachte anstallen,theil- durch feine aegenwart, Britannien von den Picken und Schotten, Africa von den /eultu-üs und Lubsssis befreyet wurde. Sonderlich aber fchluge er die Gothen und Hunnen, welche unter ihren Königen Alarich und Nadegaifus fchon tieff in Italien eingedrungen waren, deren letzter» er fo gar fienge und todtste. Weil aber ludest sen Stilicon den bösen vorfatz hatte, jemen söhn Lucherium auf den thron zu bringen, fo ließ er Alaricum mit fleiß entwltichen, uiid reime heinilich noch andereBarbarifche volcker an, >n ^sranckrclch UNd andere Röniifche Provintzen einzufallen,^»m bey der dadurch verursachten Verwirrung fein abfehen desto deyer zu erreichen, jedoch ehe er solches ins wer« stellen konnte, gab der Kayfer, nachdem er Stiliconis verräthekifche anschlage erfahren, dem Hera- cliano befehl, ihn zu todten, welches aiich an. 4^8 bewerkstelliget wurde. Doch wie die foldaten, welche auch aufLliliconis tod heutig sollen gedrungen haben, gleich darauf viel Unordnungen an- sienqen, lind sonderlich die von Stilicon unter die Römische-roup- pen untergesteckte viele Barbaren hart druckten, schlugen steh deren auf einmal in die dreyßig taufend zu Alarieo, der steh durch listige Veranstaltung Stiliconis bis dahin nahe an den Alpen aufgehalten halte. Worauf Alaricus von neuem in Italien einfiel, und nachdem er die schönste gegcnden davon verwüstet, und Rom selbst belagert , einen für das Römische volck sehr schimpflichen frieden erpreßte ; Als aber dene Honorius nicht halten wolle, gieng Alarich noch einmahl für die stadt, da endlich die Römer guten theils auf Alarici befehl Altalum an. 4°9 für ihren Kayfer erwählten, wiewohl dieses dannoch nicht verhinderte, daß nicht die Gothen gleich das folgende jähr wieder kamen,Rom mit stürm überwältigten,und darinn sehr übel hauseten. Das beste glück für Honorium wäre, daß Alarich noch in eben diesem jähr an einer kranckheil stürbe, da inzwischen der Kayfer zu Ravenna bliebe, und der fachen ausgang in der stille erwartete. Doch wurde es nach Alarichs tod wieder unversehens besser; dann obfchon Gratianus, Constantinus, nebst seinem söhn Constante, Marimus und Jovinus sich in Engclland und Franckreich, wie auch Heraclianus in Africa, nebst andern mehr an andern orten,zu Kaysern auffgeworffen hatten,demüthigte sie doch Honorius alle mit einander durch seine Generale, unter welchen sonderlich Constantius war, welchen er nnt seinerschwester Placidia, des Gothischen Königs Atbaulphi witrwe, vermählte. Endlich starb er an. 42; am schlag zu Ravenna ohne lcibes-erben. Einige sagen, daß er wenig verstand und noch weniger muth gehabt ; andere hingegen loben ihn als einen gottsfürchtigen und gerechten Herrn. Was die heyrathen des Honorii anbetrifft, fo halte ihm Stilicon feine beyde töchtcre Mariam undTbermantiam eine Nach der andern zur ehe gegeben, die aber beyde ihre jungferfchafft behalten haben, weil ihre inutter Sercna durch nestel-knupffen den Kayfer zum beyschlaffunvermögend machen ließ. Die urfach dieses Unternehmens bestund darinn, weil die mägdlein noch nicht mannbar waren, und doch diese Verbindung mit dem Kayfer aus xniicifchen Ursachen sich nicht wohl wolle aufffchicben lassen, die über fehl schlugen, weil die beyde töchtere der Serenä frühzeitig dahin stürben, und zwar eher, als ihre Mutter vor rathfam befand, dem Kayfer die nestel wieder aufknüpffen zu lassen. Doch wie diese seltzame umstände allein von dem abergläubischen und dabey noch allen Christlichen Kaysern sehr gehässigen Zosimo erzählet werden, so hat man eben keine grosse urfach, dieselbe zu glauben. in cln-on. I,b. 7. O-o/i«, IM, 6. lid» 5. * Honslaerdyck/ ist ein prächtiges schloß des Königs von Engelland Wilhelmi III. Es ist selbiges unfern dem Haag gelegen, und sowohl mit einem prächtigen pallast, als mit einem schönen lnst-garten versehen. Nach dessen tod ist solches an den König von Preussen gekommen.belclireiiruiiz cier00ieclei->Lnll.'n p.iz;. Honte/ ein fluß in Wcstphalen, welcher in dcm Oßnabrüggi- schen entspringt, und bey Elsflet, einem dotff in der Graffchafft Oldenburg, in die Weser fällt. Es führet auch der westliche arm der Scheide, welcher sich von Sandvlict bis nach Vließmgen erstreckt,diesen »amen. lopogr. Qerni. inf-r. Honterus / (Johannes) war von Cronstadl aus Siebenbürgen gebürtig, und studirte zu Basel, als die Protestircnde lehre sich hervor that. Er kehrte hieraufwieder in fein Vaterland, legte auf seine kosten eine buchdruckerey allda an, und ließ allerhand büchcr auflegen, worunter auch die Augfpurgifche co-Lssion und einige schafften Lutheri mit waren. Hierdurch verursachte er, daß der gantze Rath, nebst der bürgerfchafft und dem umliqenden land sich zu der Protestirenden lehre bekannten. Hieran f stifftete er mit be- willigung des Raths das daselbst noch llorixende g; mn»Num acLlle- w,cum > und machte darinn unterschiedene Verordnungen. Er schaffte die ohren-bcicht ab, und brachte znwegen, daß an. 1542das heilige Abendmahl unter beyderley gestalten gehalten wurde. Er hat hinterlassen ruci.mcms colwograplssi: iu Versen ; < 1 c VLrisram ferum nom-nclstmib lilr-os L. 77»»-^ Nick. ccclcl.'rrs.ssz, bcsckreibung 8iebe,Mü>-ßen. ffe pzc,. illullr. vir. . ^oofr / (Petrus Corneliz v-o) ein sehr berühmter und angesehener Niederländischer »Mnricu;, ward den 16 mark. an. N8i ru Amsterdam gebohren, allwo fein vaker Bürgermeister wäre. Er Ware Herr oder lop-rcL von Muyden, und Land-richter über das Gvyland,wurde auch von deinKömg inFranckreich,LudovicoX7kI, zum Ritter des 8. Michaels - ordens geschlagen» Er liebte zwar hoo durchgehends alle Küssen, fürnemlich aber die poL und hat es in diesen beyden s0,weit gebracht, daßih„die länder insgemein denNiederlandischdn Tacitum und 2 - 5 ' rum zu nennen pflegen. Seine Niederländische Historie, unter dem titul: o-icKieUenissc, legt worden, und fo wohl wegen des vollkommener wL schafft in Staats - und knegs- -Liren, als auch dessen U' und männlicher ciogu-r-- ihm ein grosses lob erworben, fana,7» von der abdanckung Caroii V, und gehet biß aufdas iabr lü,» Sonsten hat man von ihm glich «Mm. »snrici ;v n-x. 6g„ Iskion. L l-n. cloruLz i^ecliccÄ.', wie auch cpjstelil, comvdien E dichte rc. so in 4 zusammen gedruckt sind. Diejenige, AM in der seine m->jMatifche kurtze ihme abzulernen gest,ein. sind darinn nach C.Barlai urtheil eben so unglücklich gewesen, die, fo den Pindarum i«iciren wollen : ttoolMum qmraw! ,1^ «muirri, Ncig- öec. Er besaß die Holländische fvraach so-ccursi daß er hicrinn andern 8cr,bemen zu einer gewissen rege! und M» schnür dienet. Er starb im Haag den Li may an. >647.7^ Mar. bivgr., lffoll. Icirckcnli.» Oonf. Illcol. * Hsoge / (Cornelius) war gebürtig aus dem Haag/undsM protcMc», nach ein kupffcrstecher.Wcil er sich aber von dem Svoiis» schen Hofe hatte gebrauchen laffen/wider das leben des Prtntzmvoa Oralsten / WUHelmi/ingleichen wider das-mcE der Eenetch Staaten nachtheilige dinge vorzunehmen / so ward er an- i.-zr durch des henckerS Hand hingerichtct.Er gab sich zwar vor einen na, tnrlichen söhn des KaysersCarolt V aus; allein weder der holzn Madrid / noch die Stamm in Holland erkmneten ihn dnoor/nnd diese letztem c^rten ihn dannmherv gleich andern verrälherndst Vaterlandes, ve N Angler, k. 2. p. 41z. Hsok/ (Nobrrtlis) cin berühmter Englischek?ss>°fop!,mi,»h vocr. ^cciic. ward auß einem guten geschlccht in der Insnl Wighl an. 16;; gebohren. Erwarcm unansehnlicher/NnbbiMchm, aber in im- issir und trcsiich erfahrener Mannzbetaimde« rowegen zu Londen von Ioh. Cnstcr ein jährliches 5t>pcn-iium M über die mccu^nic pudlice zu losen. Er war im übrigen ein Mllt glied der Königl. Sncictät,Professor Ocomekric^ und der erste tor der p-nclulum zu den nhrcin sein leben beschloß er in Lrcili-llU Ooileg.den; mcrtz an. iLeincschriffken sindXticioxr-plii-z I.cÄ>oo. LuclcrirnL - kiiiloloplsicLl (colleeHons ; Operr Von R. Waller cölcrt öec. Oonrin.of. Loüicr, Lupjrlilii. Hoorer/(Richardus)ciner der furnemstm sssieologorum sn En» gelland/ wäre an. 1 ^4 in oder bey Erster gebohren und in c^, cMrilf, coUcgio zu Ot'ford auscrzogcn / allwo er auch an. rius und rnL^llcr srrium , und an. i;7y c lttriur der HebrälM profcilinn wurde. Als er sich aufdas 8ruclium sskevlagj-begebeil/ erlangte er unterschiedliche predig-dicnst / als zu Drävton in W Duckinhamischcn / zu Doscum bcn Salisbury / zu BischoMvM bey Cankccdnm rc. So wurde er auch an. i z yz vvn dem Ettz>Dl» schoffWhllgiffl zum -ster of rsie i'cmplc gemacht. Er halle !>»! ehe stn «iifälligcs/ doch dösts weib/und eine wahrhafteMW» pe. Lerne gantz ungemeinc qclcdrsamkcitiind scharMinlgkeilbak er sonderlich in seinem wclt-bcrühmlcn werck: ofss- n-wr vfr-u-. LMcsi Noiilic» ii> fol. grzclgct / in welchem er dlerechle der Enali» scheu kirchc mit grossem nachtruck / stärckc und woff-rMon vechih- ret; Es hat selbiges nicht nur von Usscrio/Mortaii / Gandm/Loik und andern berühmten Männern / ja Königen und Päbsten/ dos herrlichste lod erhallen / sondern wurde auch von König Carole! vffters durchlescn/lind scincn Kindern zu lesen r-commsnciMt. Die 8 erstere bücher desselben sind von ihme ohne stnigewiderttd/icke die ; iclstere aber hak man ungleiche Meinungen; Barter erk«! sie lhme ;u/dic meisten andere aber hallen darfür / daß sie Hockst nicht in solchem stand/wie sie nach seinem tod heraus gekorn«? verserligcl habe/ stntemahlcn davon scbr ungleiche und gantz naltst schiedcnc coplen hrrfür kommen. Sonsten hat man auch noch aadr» re rrsciLt von ihm/ als eine antwort ans ssr-vc-z xupp>,c»lion; 5-r. mo ,,8 von der rechlfcrttgung/wcrckm und glauben; von hochMh; von sorgen und for'cht z von der gcwlßheit des gIaubens;i-e"M ein theil der EpistelIudä:c» Er starb den r nov. an. iSoo. Sme ledcns'bcschrcibmiq ist von Isaae Wallonin einem clgenen-»mr vcrfcrklgck hcraiiß kommen, r* es», 07-r., -nriq. L s-ii-n. Oxon., * Hooper/ (Johannes) Bischoff zu Elocestcr/und einer voll do sten/so linier der Königin Maria reglcrung um der rellgion wM hlngerichkct worden. Er war in Svmmcrselslstre gebohren /und wurde zuerst in Orford / hernach aber ausser Engclland crzoM Die Ursache war / daß er in dem verdacht des r.uMcr-mfm, war/sd gar/ daß/ als man ihn bey pumiciriniq des ffc-r«? derso gciWM 6 articul anfinchtc / er verkleidet in Irrland / und von dann die Schwcitz fliehen mnstc /woselbst erinkl BulliiM'/ W' lcr und Nachfolger/ in brkannrschafft kam/ und aufdeffencinrailM heyrathcte. AIs hernach Ednardns VI den thron bestiege»/hmc an. 1549 wieder zurücke in Engclland/ und halffden DischosiBM ner mit anklaam/als sclbiacr seines Vistlhums beraubet werden ! >' le/wclchrs hernach zur zeit der Königin Mariä seinen mehr verschlimmerte. Das jähr darauf wurde er zum BliW M Glocester erwählet; allein Crammer/Ertz-Bischoffzu Casitccknck und Nidlcn/der Vischossvon Londen / wollen ihn mchl emwaM wofern er sich nicht m dcr klcrdungund lehre ihnen co^rmlm« gleich bezeige» wolle. Da er nun den u-Lmi-rock nicht ssimiM» wolle/ wurde er in arrcst gesetzt. Endlich aber / als der Lld Warwick bey Crammcrn scinclwegm >nrerceMttc/li»d der Mio tlnm befehl gab/daß man in dergleichen dWkissals blosse» eklem Hop m'en ^cp-n 6 ren solle / wurde er würcklich zum Bifthoffe von besag. ^ "un in dem Dlßthum von Glo- eester sesk saß / welches vor eine allzu genüge stelle für ihn geachtet ^ ^as von Warwick noch darzu die einkünff» !/>n^n ^k»k'cester /dessen Bischofs/ Neach / dazumal ge> fangen saß. Weil er nun Blschoffwar/predrgte er sehr offt/ besuchte scme c!.°-c» fleißig / war gegen arme lenke gastfrcy / und wurde von vielen sehr geliebet. Allein da Maria zur regieruug kam / welches ^^!!,°'^v!?..^?^'l,e/ho!eic mani!)n gleich nach Londcn/und setzte thu daselbst in das gefangniß/die Fleet genannt. Als er einige monate darinnen verblieben/ wurde er endlich zu verschiedenen malen M-mi-wet/iind von ihm gefordert / seine Meinungen zu wieder» rüsten/ welches er aber nicht thun wolle / und also zum feuer ver» dämmet wurde. Zu solchem ende brachte man ihn nach Glocester/ rnwAchcrstadt er mit grosser hcrtzhafftlgkett mn. 1^4 den tob er. litte, (M übrigen war er ein mann von vortreflichen gaben/verstun. de die Griechische und Hebräische spräche sehr wohl / und war ein guter pKuoldpiE, aber nach dem zeugniß der Protestanten ein noch besserer rNeoMgu-. Der DischoffLatimer und er/welche zuvor we- gen den carcmonten mit einander streitig gewesen / wurden zur zeit ihres lewens mit einander gute freunde/ nachdem jener an diesen ei. nen überaus freundlichen und demüthigen brief geschrieben, n« mark. Ooc/r iiiLrrvr. clieslr. ^>. 16 z. Nist. . EU», (ein Herr von guten Mitteln) genennet worden. An. 149; zog Georg/ ein söhn des vvrgcdachten Dietrichs/ mitFriederico dem weisen in das gelobte land / und wurde ihm hernach von dem- selbeuund dessen bruder Wilhelme an. i;i; den iy scpt. nebstWil» Helm von Plauschltz aufgetragen / die erb-huidigung in Hessen wegen der erb-verdrüderulig/in ihrem namen einzunehmen. Ruvolph und Georg litten an. N25 von den aufrührischcn bauren grossen schaden. Um das jähr 1; ;2 storirle Ernst Friedrich und Christoph gebrüdere/ weichen Hertzog Georg in Sachsen auferlegte/ ihre guter zu verkaufsen / und sich anders wohin zu begeben/ weil sie sich zu derLuthcrischen lehre bekannten; sie wendeten sich aber nebst andern zu dem Chursürstcu/nnd erhielten durch dessen mrerpollcioii so viel/ daß sie bey dem ihrigen geruhig bleiben komm; der mittlere wohnte an. iz; 9 derkirchen"->Rscic,-iin Thüringen/ als vir-Sor, bey. Christoph hinterließ 4 söhne / von welchen; ihr geschlecht fortge- vflantzet. Einer von denselben/ Georg Friedrich/ wurde Sachsen- Coburgischer Hosrath. Johannes/deffen söhn / hinterließ 7 mann. liche erden/ von denen an- 1717 nur noch 2fioriret/nemltch 1) Christoph Gottfried / der zu Milverstädt lebte / allwo sich auch alle von diesem Hause noch übrige befanden; 2) Georg Friedrich / Königlicher Polnischer und Chm-Sächsischer »General-Major/ wie auch Commendam der festung Pleiffcnburg. »Ei. 8---. n-, /,,,,, Zzx. ZI. 7 7 z. Piollrom. laikn. I,utü. > von ^ 0 ", srm» und /e-x,», puZns, war zwar bey den Griechen in krafft des Worts seldsten ein allgemeiner name für alle öffentliche fechtet'/ bey denen Römern aber ward er gleich unter denen ersten Kayscren gebraucht / eine beson- Lere art ihre».' fechteren oder anzudenken/dle mit jchwa- rer rüstung / wie die soldatm im krieg/ versehen waren. csi. I. Len. I. ; Lnnrrov. 8^rur». * > ein zuname/ welcher der Heydnischen göttin Juno m per Vriechischm landschaffr Ais gegeben wer! man . , hvp 8ZZ eben diuEr waffen ausgerüstet vorstellte. AuS baß auch Jupiter dm beynam-n 1^'^1 ' bekommen. ^>Lnrli. mvcüic. p. 7; 7.1, sx sondern "ur keine altefcribenten anführen/ ^ desglerchen gesunden wird/ und noch über dlß die zu.ammensetzung der zwey wörteren -^->7 waffen / oder riechen / der eigenschafft der Gttechischen ipraach eben nicht allzugcmäß tst / so hat man ursach genug an diesen tituln des Jovis und der Juno zu zweifeln. * hoppenrodms / sihe vopperodius. hoptzerus/ (Joachimus) ein berühmter Rechtsgelehrker/ war zu L>neck tu Friexland aus der alten Hvpperischm samilie / brn ii nov. an. 152; gebühren. Weil sein vcuer jung verstorben/ nahm flch fein groß-vater feiner erziehung an. Er legte seine K>- iowZicis und in der Platonischen imiiMopMc grübet / welche er hernach zu Lövcn neben der iunspruck-mr fortgetrieben hat / und giena daraus nach Paris und Orkans. Als er an. 1549 wieder nach Lö» ven kam / wurde er voctor der rechten / und lehrte daselbst als keiLr mit groffein zugang. Hierauf wurde er Königlicher Rath zu men ist. An. i;66 derieffihn der König Philrppus II in Spanien/ daß er ihm daselbst / in fachen die Niederlande betreffend / mir rath an die Hand gehen sötte; wie er denn auch von selbigem geadelt / und zum Groß-siegel-bewahrcr gemacht/ auch mit der Herrschaffß Dahlcn und einer sonderbahrcii jagt-acrechtigkeit im Osterland be- schencket worden. Er starb endlich zu Mahrid den 1; dce. an. 1 ;/ü. Seine vornehmsten schrifften sind: Ue -rc« nbri z; -ä num cie obligsrionilrus iibri ; ; clispoliriones in inffirmL öü cligeiiL; Ilkgogc in vcrsm juris pruclencisni; 3 ü 6 u»rllum s. Uö vern zu, rirprullenciL !,b. ir, vvclckes bucli er rum SNllcncken teincu erllAebollr, nen unll krülireirig verdorbenen sobnesbelluLrUi sl!o becicrclc > cr/crc t. 6e jnris 2c lcguni con-lsnll2rum tcienriL!. 4; reruw clivinsrun» Lc buinLnarum l. 4 » rbemicieni li^ycrborezm /. f. der Griechischen spraach / in welcher er «xceiürt haben soll / hernach l-ogic«, daraufiR-tic-e und endlich i»Mn>r. iuÄnisn. Ee starb an der pest/ da er eben /icsUemiL «.eötor wäre / an. 1564. Eu hat Aenea Sylvii/oder Pii ll »puleuiL in einen band m kai. zusammen gclesen/und denen eine pr-rücion vorher gesetzet; so har er auch Luciani »pers QrLc. üsc. in 4 voi. in 8. heraus gegeben. L« /ri-7. 'o optaiivHeath / in der Engclländischen Provintz Staffords- hire/ welcherart sonderlich wegen der schlacht berühmt ist/ ;oda. selbst an. 164; zwischen dem Könige Carola I und den Parlaments- rrouppm gehalten wurde / da auf Konigltcher fette der lapffere Spencer/ Graf von Northamplvn / blieb. -nur. Li^i. ^opton/(Rudolph/Freyherr zu)Königlich-EngelländischerGe» neral. Sein vater war Robert Hopton/ ein Ritter vonWitbam in der GrafftbafftSommerset, und wurde an. i;98 gebohren.Er sötte anfänglich in Lincolns colleZ!» zu Orford stubireii/ nahm auch darinnen zimlich z»/ jedoch begab er sich bald i» kriegs - dienste. Anfänglich war er in den Niederlanden als Vo!vn»„e. von dannen begab er sich in die Pfaltz, und diente dem nemerwablten Könige Fri- derico von Böhmen. Bey seiner zurückkunfft in Engelland wurde er von dem Könige Carolo I in Groß - Britannien bey seiner crö- nung zu Londen zu einem Ritter von dem bade geschlagen,>var auch an. 1641 und 1642 ein glied des Engellandischen Parlaments im untern Hause. Als die meisten glieder wider diestnKönig waren-und es zu einem öffentlichen krieg ausschlug.trat er an. 1642 auf dteKo- niqliche feite, und erwieß seine erste dienste durch die emnebmunz des castels Sberbourg, erlegte bey Bodman 20 compagnien Parlament-seher völcker zu fuß undzu Pferde, nahm mchLancesthon, Salta, Holsburg und Brabock ein. Er schlug nebst Heinrich Wil- moten den; iul. an. 164; bey Kundwayhill den Parlamentischen General, Wilhelm Waller, siegte in der schlacht bey Srratton in der ProvintzCormvall über denGrafen von Stamford, entsetzte die belagerte stabt Plimouth, daß die feinde abziehen mustem belagerte die stadt Ereler,vor welcher der PsaltzgrafMort,; geh ancy emfand, ek dclä cymmsnöc» cccill'te, wurde uuch den 4 uu. 164; VON ftinein Könige zu Orsord zuin Freyherr,, von Hopton und Stwr- ton znm andencken des an dem letzter» orte erhaltenen steges für sich "und ferne männliche leibes-erben gemacht, auch wenn selbige alle würden verstorben seyn, wurde solcher titu! für seinen Vetter den Ritter Arthur Hopton und dessen männliche cie,cenllemen bestimmet. Er versuchte hierauf das belagerte schloß Arundel zu entsetzen, wurde aber von dem gedachten Wilhelm Waller m selbigem abre den Winchester geschlagen; doch erlangte er das generame über die Königliche völcker in der Provintz Wallis. Als er aber die von des Parlaments Generale, Thoma Fairfar, belagerte stadt Herford entsetzen wolte, zogFairfar von der belagerung ab,und ließ Wilhelm Wallern mit wenig völckern davor stehen, ihm aber ruckte er entaege», und fand -du in der stadt Terringkon / bis er angnss, und seine völcker heraus tchlug, welche zwar mchrenthetts, mich er selbst, entronnen. Gedgchtsr Fairfar verfolgt; ihn auch m Corn- NiW!- Nun uff wa^ hör wal, und eroberte darinnen die Haupt- stadt aellanda^ ausgeschlossen. Er kam hleraufn; Hol- LduM an. 1649bey dem KönigeCarololl m dem />aaa,welcher ihn zu einer cockcrensmit den General-Staaten der vereinigten Niederlanden gebrauchte.Als sich aber «elbige mit dem EngellandischenrroieNor, dem Olivier Cromwell, meme aN'-»-- einliessen, und er dergestalt in Holland seine sicherhert l'lcht fand, begab er sich in Flandern, da er denn mr sept. an. 1652 zu Brügge, mit tode abgicng; Sein leichnam aber wurde m die festung ^iuys geführet,all>vo er so lange über der erden gestandenHis er nach deS Königs Caroli II rcsiiturion in Engelland gebracht, und daselbst bey seinen vor-eitern zuWitham begraben worden.Seme gemahlln war Elisabeth, ArthuriCapell zu Hadham tochter, und des Rt.lerWu- stiniani Leven wittwe,mit welcher er aber keine kinder ge;eugel,da>; also seine 4 schwestern und deren linder seine guter erbte». tiill. moc. ^ngl. HOHsl (siheRuttenberg.) HOR-L > waren bey den Heyden gewisse,göttinnen,die den vier jahrs-zeitenvorgesetzt waren.Man hielt sie für der,ouncnkammer° fräulein, welche ihre kleider verwahrten, sie anlegten, auch au,„cht über die blumen hatten; zu einer multer wäre ihnen die ^-".5 gegeben. ^ci vers. H0R.L hiessen in der alten kirche, und sind noch heutiges tages bey Calholischen,gewisse stunden,in welchen die Geistlichen nach den regeln der heiligen vater ihren gottesdienst verrichten müssen. Es sind deren an der zahl sieben, m-ruc,„>z. die hielten,prima.rcrriL, ILxr-, nons, v-tzer- und som^icroiiuiu. rsrinn. -t» waren fest - tage, so man den ttoris oder iabrs - zeiten zu ehren hielt, und sie bat, daß sie das getreide beschützen , die grosse Hitze abwenden, und zu rechter zeit regen bescheren möchten. Man hat sie im ftühling, sommer, herbst und wintcr, und also des jahrs viermal gehalten, und bey dem opffer das fleiich nicht gebraten, sondern gekocht. inOraxiL kcriLtL. gc tb- ttisLr«c. -^orasowitz / Horadiswitz / einestadt in Böhmen, indem Prachenser crayse,unweit Piseck,än dem fluß Ottau oder Welle,gelegen, und heut zu tag den Grafen von Stcrnberg gehörig. Das nähe hierbey befindliche und den Maltheser - Rittern zuständige Nonnen-kloster Bor, ist an. 1421 von den Hußiten verbrannt worden. niilcell. kok. HOH^III- war ein altes berühmtes geschlecht beyde» Römern, woselbst sie sich unter dem «.owuiu feste sctzten.Es theilte sich selbiges in z familieu,dervuiviUerch^rbskerund cociirer- Insonder» heit haben selbiges gefchlechte die z brüder berühmt gemacht,welche sich mit dergleichen ; brüdcrn unter den Albanern, so den »amen cunLiii führten, ^.v.86, oi>mp.28,i. ^-bl.zz 16, a.c.üög in einen kampffeinliessen, mit dem bedinge,daß,welche parthey die oberhand behielt, dessen volck die ober-herr,chaffl über das andere haben solle. Als nun bereits 2 von den «meiern umgebracht waren, und der dritte zwar noch unverletzt es mit den drey noch übrigen cun-nern, deren gleichwohl ein jeder schon einige wunden empfangen,allein zu wagen hatte, ergriffer listiglich die flucht. Als aber die andern, so viel es ihre kräffte zulicssen,ihm nachsetzten, und also sich von einander entfernten,kehrte er wieder um,und weil er noch frisch war,töd> tete er einen nach dem andern. Da er wieder zurück nachRom kam, begegnete ihm seine schwcster, welche an einen von den «Ubiern verlobt war, und als sie ibrcs bräutigams waffe,i st,he, welche Ho. ratius triumphirend mit sich führte, wolle sie sich nicht trösten lassen, welches ihrenbruder dergestalt verdroß, daß sie ihren pr>vac-ck- I-Ä der liebe ihres Vaterlandes vorzöge, daß er sie aufder stelle er» mordete. Es wurde zwar hierauf ein peinliches gcrichl, nur aus L Personen bestehend,angestellt, jedoch dem beklagten dabey erlaubt an das volck zu »?p-iücren ; Da ihne dann die erstere nach dem scharffen recht zum tod verbackten,das volck aber,in ansehung seiner so grossen und noch gantz frischen Verdiensten, wie auch daß seine schwester zu erst beydes wider ihren bruder und das Vaterland sehr gröblich gefehlet, vollkommlich Lckckckte. Horatiusvuiviiiur, welcher unterTarguinio ickltz» lebte, hatte 2 söhne,worvon der eine des Horatii cocckis vater war; der andere auch Horatius nuivllius genannt, war V 24z, /r.kl.;475, ä,c.<;o9 Bürgermeister, und weidete das cLpicollum ein. Er hinterließ einen söhn gleiches namens, lvelcher/-v.277, ^07, ^„cbst dem T. Mencnio i.-- nLro Bürgermeister war. Dieser hinterließ 2 söhne, Horalinm ?m- v.iium. welcher ^-,v. 297, /r. bi. ^27,^. e. 4^7 nebst den, Q-Mi» nutio ^ugur.uo Bürgermeister war, und Horatium narbrrum, welcher >r.v. ;o;, a. -4. 449 nebst dem L. Valcrio Bürgermeister zu Rom wurde, und wegen den Sabinen, triumphirte. Sein söhn gleiches namens war l>ibu»us Cockulsn pokcstskc m einer zeit, da es war beliebt worden , dieses amt an statt des Bür- germeisterlichenmnd mit gleichem gemalt,ciuzusührcn.Auch finden sich noch andere dieses geschlcchts, die ebenfalls viel wichtige stellen zu Rom bedienet haben, i,b. 5.° öc,r onomLÜ Kom. ^ * hör horatius/Mit dem zunamen Ock-;, welches Wort einck einäugigen bedeutet, war ein Römischer befehlshader in dem kr ^ welchen Porsenna wider diese stadt geführet. Als sich dieser duw unversehenen Überfall des berges Janiculum bemächtiget undnnn dar über die dort befindliche holtzerne Tyberchrücke, einen vssemü weg in die stadt hatte, hielte coc>«-r. fo eben-die wacht aufder brücke commsvclicrte, erstlich zwar neben Sp. Lartiv und T. Herminio bald hernach aber gantz allein die feinde auf, bis das theil davon so hinter ihm war, auf feine eigene »räre niebergewvrffen wor den,um ihren marfch aufzuhalten; darauf sprang er also gewaffnet wie er war , in den fluß, und gelangte auf diese weiß n die stadt, woselbst man ihm zu ehren eine tt-rue aufrichtete, undsoviel acker gab , als er in einem tage umpflügen kunte. Polybius saat zwar, diese tapffere that hatte thue das leben gekostet, und er wäre m, fluß ertruncken. Allein bey so grosser anzahl deren,die das qe«- the,l schreiben, und noch zum Überfluß von dem geschenck melden, womit er von den Römern begäbet worden,lässet es sich schwärm glauben. 1.2. 1. ; c. 12. ^ cr^ horatius/(klsccuz) ein berühmter Lateinischer Poet,Nr zu Venusio, einer Römischen coionie an dm gräntzen von Apulien, ^.v.689,^ i9'9, ^-L.ö; gebohren, und zwar war sein qroi- vater ein freygelassener gewesen. Sein vater wandte alle sorge an, ihn zu Rom wohl zu erziehen. Hierauf gieng er in den krieg, und fand sich in der Wacht bey Philippis auf Bruti und Caßii feiten. Sein kluger verstand und seine gclehrsamkeit setzten ihuhieraufbey dem Kaystr Augusto, und zumal bey dessen vornehmem Staats- Minister dem Mccönate in sehr grosse gnade. Er war auch fönst wegen seinen herrlichen gaben in der poesie bey jederman wohl gelitten. Quintilianus behauptet , daß unter den Lateinischen i-ck- clr fast emig und allein Horatius würdig zu lesen sey.Er starb V. 746, ä.ki.;976, L. 8, nachdem er; 7 jähr alt worden; und zwar an einer sehr schnellen kranckheit, welche ihme nicht zuliesse sein ie- stainent zu nnterzewhnen; Dahero erAugustum von mund aus zum erben ernannte, e^ciu grosser gönner und freund Mecönas, war in gleichem jabr, und nur kürtzlich vor ihme verstorben. lle poer. cjislog. clc poer. I-grin. I.ottcü.bil>I. pvsk. r>. r. onom»si. ^. 4 oz. bibl. p.zo, tsü. Virs diorLt. * horatius/ ein berühmter Poet zu Rom, in dem i; scculo,M der erste, welcher auf des Pabsts Nicolai V befehl ttomm ili^c°> übersetzte. Er schrieb auch ein ponm» unter dem titul i'orc-rlz, dar, innen er von einer coi,«pi>Llion handelt, die von Stephane ror»ck wider crwchntcn Pabst erregt worden. i,b. 27 Kikor. V-. Nüt. lle bisi. l.2r>n. üb. ^orburg/ lat. ^r,acmuarir, einschloß im Ober - Elsas, an dem fluß III. In denen Römischen zeiten war es ein sehr gute stadt,allein die viele einfülle der Alemannischen völckern von jenseit des Rheins habe» selbige gar stbr hernieder gebracht. Dem KM Gratiano glücktecs einst, daß er obiger feinden nächst dabey in dir dreytfig tausend erlegte. Folgender zeit war es der sitz und hauv!- ort einer Grafschafft des namcnsHorburg, welche nach abgang des männlichen stamms durch erbschajft ans hauß Würtcnbcrg gediehen ist. sscr. Lermsn. I. z, Keck» lopogr. ^Isät. ^ ^orburg/ ein Oettmglschcs schloß, eine Meile von Donawerth aufNördlingen zu gelegen. An. 1648 nahmen cs dieKayserlichtii ein, verliessen es aber bald wieder, rop. 8-x. -46. ^orda/einKönig der Hunnen, welcher nebst Wen mitertha« an. 829 den Christlichen glauben annahm. IIOIsOssl.I 'I, waren gewisse fest-tage bey den alten Mnm, also genannt,weil sie an selbigen eine trächtige kuhe nebst ihren jungen opfferten, welche von den alten Lateinern oder kolsr.ge- licnnet wurden. Diese feste durssten auch an den so genannten unglückseligen tagen gefenert werden,an welchen sonst alle andere opf- fer verboten waren. üb. z »p. ro. H 0 K.VONILN 8 L 8 ,cin gewiß volck in Apulien,deres hauvt-stadt Erdonia war. ^oreb/ein bcrg in dein steinigten Arabien, ein stück vom berge Sinai, gegen dem lande der Midianiler über. Kircherus meldet, daß unten an dcmselbigen eine inLkipnon mit alten AmmM buchstaben gefunden worden,fo unter andern dieses in Uch Wiicu, daß Gott eine iungfrau schwanger machen würde. Bey diciemreu ge hütete Moses des Iethro fchaafe, und wurde von einem enM dem brennenden dusche, der doch nicht verzehret wurde,besthMu die Ander Israel aus Egyptcn zu führen. Aufbieten; berge wjiM auch das gcsctz gegeben,wo anders selbiger, nachHierouvmiber>M einerley mit dem berge Sinai ist. Alhier hörte gleichfals CIia° m sanffle stimme. Man sagt, daß er sich von Petra in Arabia bis an Aelan am rothen mcere erstrecke. Der namesso ihm von den Kadern gegeben wird, ist 6>bvi block- , die Europäer abernenneM Sinai. Es sind auf diesem berge sehr viel capellcn - cu>Mr f und Münchs-zellen- Auf den benachbarten bergen halten sichO chische und Lateinische Münche auf, welche auf stlbigen gärten haben,die nicht allein sie,sondern auch gantz Groß-Cano den besten früchtcn vcrsthen. Man muß aufdiestn bcrg ourw! > fen steigen, und wenn man gantz oben hinaufkommt, so Donu daselbst eine hätt - capelle und eine gewisse quelle, woraus M» sende zu trincken pflegen. -L. e^oss-c.z., L. ^ -s.r-e Nbglcg üc Lsnssn. noric. orb.smig. ^orebrten / Ovebiten/ war nach ansang des 1 s/""'Egx der Hußiten eine rotte in Böhmen, welche sich am emrne zwischen Lodetz und Lipnicze, den sie Horeb nennten, hör M'd Mfamnien verfchworrnhatte. Sie thaten in Böhmen sehrSiä schaden, und wüteten arger als die Hußicen, absonderlich gegen die Catholsichen, denn wenn st- Priester oder ordens-leute aufsiengen, verbrennclen sie dieselben,oder bunden sie und stellten sie hernach im kalten Winter auf das eiß. Ob gleich der Pabst Martinas V das «nutz wider diese rotte predigen ließ, konte sie doch nicht getilget werden, endlich schlug sie sich zu den Husiten und wurde von deren Heerführer Zifchka zimlich im zäum gehalten. 2 -"-^ eLllmwckL rkroii. P.Z74. lLLesKsÄr ljuitiren-jcricg^.- 9.17 . Morgen / ist ein grosser und schöner marck.flecken/ anderthalb merlen über Zürich an dem see gelegen. Er hak vor diesem samt Maschwanden und Ruschiickon zu der Herrschaffl Schnadeidnrg gehort/welche denen Freyherren von Efchenbach zustande; als aber dieses hanß durch die Königin Agnes und die Ertz-Hertzogen von Oesterreich außgetilget wurde/ käme dieser ort an die von Haliwyl/ denen leidigen nachgehends an.1406 die stadtZmich abgckanffr/und neben Dallwcii und Kirchberg zu einer oberwogkcy gemacht. Horden hat die zahlreichste und weitläuffigste pfarrcy rn dem gantzett Zurich'gediet/ ernen strengen paß / sonderlich mitwaaren in bre V Carhollsche ort / einen sehr schönen und sichern scc-port samt einem rauff-und zoffhauß. Um das jähr 119° ist daselbst ein fraucn-klo- sier Dcrnharbiner-wrdcns gestanden. Er hat auch sein eigen gecrcht/ so auß dem Statthalter und 8 ncben-richlern bestehet/die über seid, schulden sprechen / und jährlich 9 mal ihre anNoE halten. Es wer» den allkier auch sehr gute stem-kohlen gegraben / und hat die stadt Zürich an diesem und angräntzenden orten sehr schöne Waldungen und höltzer/ daranß jährlich viel «oo klassier auf dem durchlanffen» den Syl»fluß kommlich biß in die stadt gcflösset werden / worinn auch der oberkcikliche thicr-gartcn / darin» viel hoch»gewiw und sonderlich eine grosse menge rehm sich aufhalten. An. 1440 in dem alten Zürich-krieg ist dieser flecken von den Evdgnoffrn eingenom» Men worden» l. 6 x> 14«» mLrclcvvürll. vvn M- «cb p. irr. * ^ormisdas/ gebürtig von Frosinone / äns Omp-gns äi rr»- wZ. Er war anfänglich O-aconusder kirchc zu Nom/ und wurde hierauf den 26 jnl. an. ; «4 nach des Synlmachi absterben / zum Pabst crwMet.Er bemühcle sich gleich anfänglich/wie er die Occi» dentallsche kirche mit der Orientalischen wegen einigen über die Eu» rvchianischen irrthümcr entstandenen zwistigkciren wieder mit ei» nander vergleichenmöchte/und trieb dannenhero durch verschiedene Gesandschäffken und briefc/vte er deshalden an den Kayser Anasia- slnm und die Orientalischen Bischöffe abgehen ließ / die fache heff- kig/fand aber von selbigen den großen widerstand. Er schickte bre» raufan.; I;/und wiederum an.; 17 den Ennodlnm / Bischoff von Pavia/a» den Kayser Anastasium; es war aber alles vergebens/und wurden die Gesandten nicht ohne schrmpffwieder zurück gesendet. Als Anastasius verstorben / und Justinus an seine stelle Kayser worden war / sendete HormisdaZ die dritte Gesänbkschassr an dre Orientalische kirchen. An. 91; schickte er den Bischoff Germa- num von Eapua/ um von selbigen die conllrmanon des Chalcedo- Nensischen ss--r,m zu ersuchen / welche er auch leichtlich erhielt / und brachte es endlich/ iedoch mit grosser mühe / dahm/ daß Acacii und anderer Bischöffenamen aus den kirchen-buchern ausgerhan wür» den/welches der Kayser um friedens willen zustund. Er starb den ;o avrrl an. zrz. Man findet einige eprfleln und ckecrer^ von chm. L/sr,»« vit. koncitt. i. 278. ^ormisbas I, König in Persien/tu^LNiike an. 27; seinem Vater Sapvres / und regierte nur ein jähr/ zu der zeit / als der Kayser Aurelimuio Antiochicn/Edessam und Palmyram wieder einnahm/ nachdem er die Zenobiam bezwungen. Äormrsdas II > war des NarseS söhn/und lucceMrte sclbrgM an.; io in der regierung von Persien. Er regierte 7 jähr und ; monat/that sich aber durch nichts hervor. Sein söhn Sapvres II ceMtteihman. zig. ^ormisdas III. war König in Persien/und üicceMi-te an. ;8ä seinem varer Choiroi dem grossen. Er wurde öffters von den Ro» mern geschlagen/und schickte dqher das letzte mal in grossem gnmm dem Varani/seinem General / weides-kleider/welches die Persianer vor ein zeichen einer unauslöschlichen Ungnade ihres Königs hat» ten. Allein Baranes erregte hierauf einerebellion / ließ der gemah» lin des Königs vorseinem angesichte die äugen ansstechen / und erönte dessen söhn/ Chosroen II > welcher seinen vakcr Hormlsdam an. zu kode prügeln ließ. 4.^-xdo»-. Iw. 18. Ld- Formisdas IV. sonst auch Jesdegirdis genannt / SiroeS söhn / kaman.özo zu der Peruanischen crone/undwurdean.6;L von den Saracenen ausgestoffen. ÄLeLe^cKroi,.niü.82rLc. im. 1 c. z, ^ormisdas/dcs Königs Saporis in Persien druder/ist aus ei» nigen besondern, redcn/sv er geführt/ bekannt. Denn als Kayser Constanmms zu Rom einzog / und aufdes Lrajanl marckt gekommen / verwunderte er sich über des Trajanl bild zu Pferde / welches von metak aufgerichtet daselbst zu sehen/ und gab vor/cr wolle lym dergleichen machen lassen. Allein,Hormtsdas/oer bey ihm stunde/ antwortete ihm / der Kayser solle sich zuerst nach eurem varzu beno» Mqlen stall umsehen / aisdcn» wurde es sich mtt dem Pferde wohl schickm.Eben dieserHormisdas/als er gefragt ward/was ervon der stadt Nom dielte ? antwortete / das gefiel ihm wohl / daß ore men» schcn daselbst stürben / wie an andern orten. ^«»,«»«» iid. isc.lo. HI 0 IIM 08 » k^ionilL, wareintantzbcy den Griechen/ da junge gesellen und jungfrauen eine bundte reihe machten/und un» bor 8z; Urund "oäK-tt bMlguna! Mncben / welcher Lheseum/ zusamt denm mll wZ än^» CreW-n germeten siede» päa m r sismh n/ E auf drese art / um rhc aller fteude zu bezeugen / solle ge el ret wben tantzcn. cis 8-tk-rr, 26 Uvm«r. ,f l. iS. ciicllrs. * Horn / eme stadt/ Ploß und ämk in der Grafschasst Livve / Grasen zur Lippe gehong. Eine viertel stundedavon liat das alle monumeni- Uupes Nicgruw oder der Etternstein genannt. 6orn oderHoorn, gleichesnamensiirl Src irgt an der Maas/ nicht wert von Ruremont / und gehöret zu hsvl üfstermchlschen Brabant. Es gehören aber zu dieser Graf» schäm Werth/ Western/ Nere und andere Hcrrschafften nebst unter» schredenen dorffern. ^om oder Hoom / eine Wohlgebaute stadt in Noch-Holland an der fuder-fte,/ welche ihres guten Hafens wegen grosse handel- schastt treibet. Sieist die 1; stadt in der vrdnung/ unter denenjeni» gen / welche Deputirte zu der Versammlung der Staaten von dec Provlntz Holland abordnen. Sie ist um das jähe 1 ;cx> erbauet/ und an. 1426 mit mauren umgeben worden. An. r; 5 7 gicng sie fast gantz unter / als durch ein groß ungewitker die dämme aufgc» brechen / an. 1577 aber hat man sie regnet. Sie ist auch durch die kE-on deriesncmsrsund oll-rsins bekanntworden / welches streit sich an. 1441 geendigek. An. 1482 ward sie auf Crtz-HertzogZ Maximtliani von Oesterreich befehl erobert und ausgeplündert» Eswrrd jetzv allda fürNord-Holland geld gemüntzer/undwöchent» sich ein kase-marckt gehalten / anch die Holländische käse von dae durch die gantze well geführct. namviL. «o-rdo»». rk^er. »oii-, Neig. gctcr. circ. LurZ. Los 2nnst. auttr, I. 9. Zgorn/ Oxo, e»puc Üol-MÄNUM, das äusserste vorgedürge in dee I'crrs -lei Fusgv / in Süd-Ameriea/ welches Jacob !c Maire/ eilt Holländer / aus der stadt Horn gebürtig/ an.-6-s erfunden hat» Die Spanier nennen es auch c-xo lle s. Salvador. Horn oder Hornes. Das gefchlecht der Grafen von Hornes in den Niederlanden, woselbst sie die Reichs-Graffchafft gleiches namens, unter dem Westphälifchen cräyß gehörig, und die würbe als des heil. Rom. Reichs Obrist-Erb-Jägermeister besessen, stammet her aus dein Haufe der alten Hertzoge von Brabanr, von Wilhelms I, Herrn von Horn, und Weert , einem bruver Arnold!, Grafen vonLsoß,welcher um das jähr 1090gelebet,und pon Agnes von Cuych Johannem I; HermannUM, so an. nzo Bifchoffzn Utrecht worden, und Wiihelmum Horn von Goor hiuterlajftn.Jo- dannes I hinterließ Wilhelmüm II - so des Rom- Reichs OdristeL Erb-Jägermeister worden, und mit Marggretha- der erb - rochier Theodorici Grafen von AltenaWiihelmum III, Theodoricumj- Engelvertum, BeatriceM, so Alfardi Herrn von Brederode, und Margarctham, so Arnolphi vonWachlendonck gemahlin worden, gezeuget. Wilhelmus III wurde ein Vater von ; töchtern und ? söhnen , darunter Theodoricus Herr von Altena, Gerhard Herr von Cranendonck, und Engelbert, Onon-cus bey 8. Lampert zu Lültich war, der älteste aber Wilhelmus IV allein das gefchlecht durch Margarctham, Arnolphi Grafen von Lodz und Ehiny rochier, fort- psiantzte,indem er zu söhnen hatte Wiihelmum V, Herrn von Safi- stmbergsso ohne erden vor dem vater starb; Gerhardum undThev» doricum, der löw von Eleve genannt, cänoMcuM zu 8. Lamperk in Lültich und Probst zu Mastrich;Gerhard starb an. rfzzzSeinL erste gemahlin wär Johanna von L/uvain oder Löwen- erh-tochtee Henrici Herrn von Louvain, so ein enckel gewesen von Henrico l und V, Hertzog zu Lothringen und Brabant, Herrn zü Löwen; die andere gemahlrn warErmengarde vonCleve,frau vou Cranendonck, welche ihmTheodoricum von Hornes,, Herrn von Perweiß, gedoh-, ren, so keine nachkommen gehabt. Aus erster ehe war Johannes von Hornes, Grafvon Saffemderg, so ohne pEsricht gestorben; Wilhelmus VI und Otto von Hornes, Herr vsü Moncomet, Admiral von Iranckreich - unter dem König Philippo v-iciw ; W;l- helmus VI, Herr pon Hornes, heyrathere an. Ode, stau von Putten, und an. i zrr Elist oder Adelheit, Theodorici- des letzten Grafen von Eleve,und Margarethä,Gräsin von Habsburg,rochier/ so an. i;4; starb. Aus erster ehe hatte er Gerhardum- Herrn von Moncomet, so nebst Ludövico- Grafen von Holland, an. i?4;m der schlacht wider die Friesen blieb, und 4 töchtern. Aus der andern »he Wiihelmum VII, Herrn von Altena; Theodoncum, HerM von Perwciß; und Dietericum, Herrn von Beauc-gnies, davon jeder eine eigene linie fortgepflantzet; ferner Arnulphum oder Ar- noivum von Hornes, so an. 1)78 zum Bischoff zu Utrecht,und hernach zu Lüttich erwählet, und an. i;8; -»--tecr-rt worden, wolewir er an. i;89 gestorben, von welchem ein eigner artrcu!; Erhardum- L-nonicum -ü Cölln, und eine tvchtcr. Die erste liM» fieng an I Wilhelmus VII, Herr von Hornes, Weert, Altena, des heil. Röm. Reichs Oberster Erb-Jägermeister, sonnt I>abrlla,Mans itts Herrn von Arckel und Ermcngarde von Eleve tochter. Milhel-- wum VIII; Theodoncum von Hornes, Bischoff zu Oßnadrüg, und Godostedum Rittern, zeuget. Wilhelmus VIII wurde durch Dorotbeain, Gottfrieds, Herrn von Heinsbergen, tochker, ew va- Nnnnn I teß ?aco- terWilhelm! IX, der zu Memnachfol^ LLK»»»LLTM^. L.L«r«^ von Mocrs und Beatricis von Eleve tochter tod, ein srancsseaner- Nnch , nachdem er mit ihr gczeuget hatte Jacob.,m II,Johan- nem/ so an. ,482 nach Ludovicv von Bourbon zum BlfchoffziiLut- tich erwählet worden; Wilhelmnm, so jung; Fridencum, soohne Linder verstorben, und Margaretham,so sich mit Philippo vonHör- «es, Herrn von Gaeßbeck, und hernach mtt Johanne von Monl- inorency, Herrn von Novele, vermahlet. Jacobusll, Grafvon Hornes,Herr vonAltena,Weert und Cortresen,starb an. i;o;.Ser. ne erste gemahlin war Philippina, Ulrici, Grafen von Wurtem. Hera, und Margarethä von Savoyen tochter; die andere Maria von Grotuse, Ludovici, Printzen von Steenhuystn, und Maria von Borsclle, tochter. Seine Ander warenMaria, frau von Montigny, so sich mit Philippo von Montmorcncp/ Herrn von Mvelc, Margaretha, so sich mit Eberhard von der Marck, Grafen von Aremberg vermählet; Jacobus lll, Grafvon Hornes, so an.ohne erben starb, von seinen drey gemahlinneN, Margaretha von Croy, Claudiana von Savoyen, und Anna von Burgund; und Johan» »es, Domherr bey 8-LaMpert zu Lüttich, so nach seines brudcrs tod Grafvon Hornes wurde, und sich mit Anna, Florentii von Eg» mond tochter, Jofephi von Montmorency, Herrn von Nivele wit« tib, vermählte; weil er aber ohne erben mit tod abgieng, und aho mit ihm seine linie sich endigte, so nahm er dieseSJosephi vonMont- morency söhne, Philippum und Florcntium, an lindes - stadt an, und verschaffte ihnen alle seine guter, welche slloprion blecoiiarer-i- linien der Hornischen familie nicht vor gültig erkennen wollen, im dem es nicht an Vg^ten fehlte. Allein die von Montmorency haben durch ihren grossen creclir bey hofdie Grafschafft Hornes, mit ausschliessung derer von Hornes behauptet, und den titul davon, Wiewol gar kurtze zeit,geführet.DennPhilippus vonMontmvrcncy, Grafvon Hornes, welcher diese Grafschafft nebst den Herrsthafften Altena und Weert von seinem srief-vater, und von seinem schwager die Grafschafft Nuenar, Mocrs und Saverdam geerdet, wurde auf beseht des Hertzogs von Alba den 12 tun. an. i;68 zu Brüssel enthauptet, nachdem sein john Philippus bereits vorher mit tod abgegangen war; da denn die Grafschafft Hornes mit den darzu gehörigen Herrfchaffteu von dem BischofsziiLüttich eingezogen worden. Des enthaupteten Philipp! bruder Florentius, Freyherr von Mon, tigny, Ritter vom göldnen vließ und Oouvcrneur Tournav, wurde an. i;6? nebst dem Grafen von Berg in Spanien geschickt, und daselbst ins gefängniß gemorsten, darinnen er zu Segovia an. 1;72 durch gisst sein leben beschliessen muste, und stille guter wurden von dem Hcrtzog von Alba eingezogen, und weil sein fohnPhilipvlisan. r?6S und'Florentius an. 1; 70 mit tod abgieng, so endigte sich diese drancke aus dem hauß Montmorency völ'jg, und hat die aus dem Gräflich- Harnischen hauß noch Normende, und vouDietcrico dem !öwen/ Herrn von Beaucignies angefangene drille linie, den titul der Grafen von Hornes fortgeführet. II Die andere linie stammet her von Tbeodorico von Hornes, Herrn von Perwciß, einem söhn Wilhelm« VI und Adelheiden von Eleve. Er hinterließ Wilhelmum, so an. 1412 starb, Theodoricum, soohne erdeti mit tod abgieng, und Henricum, 8-ncctzai der Graf- schafften Loo;,und des Lutticher la»des,so an. -408 in einer schlackst Umkommen. Dessen söhne waren Tbeodoricus, Bischoff zu Lüc> ttch, so nebst seinem vatcr in der schlackst geblieben, und Jobannes, welcher zwar Henricum nach sich gelassen, der aber an. 148; ohne erben von seinen beyden gemahlinnen gestorben, und also hat diese andere linie sich mit ihm geeüdiget. III Die dritte noch jetzt üorirende linie der Grafen von Hornes, fieng an Dietricus, zugenannt der löwe/ ein söhn Wilhelmi VI. Er zeugte mit Jsiibella von Montigny Arnulphum und Jo. hannem, zugcnannt den wilden/ welcher Arnulphum, Herrn von Kestenich und Brunsbovcn zum söhn hatte, dem sein vatcr Philip, pns, Herr von Beaucignies, iucccckrte. Arnolphus, GrafvonHor- ues, wurde durch Johannam, fraucn von Hontstote, Hautekerke, Logueren, ein vatcr Johannis, seuccUsis von Brabant, Admirals vonFlandcrn, so an. 14;6 geblieben, und vonJfabclla von Tri- mouille, Philippum, Grafen von Hornes, Hcrrn von Gacßbcck, (welches er wieder an sich brachte) und Brunshoven, vlcamcc von Winoxbergen, rc. so an. 1488 gestorben. Seine söhne waren Ar- nvwhlis von Gacßbcck, Johannes von Beaucignies, so eigne linicn gestiffcet, und Franciscus von Logueren, so ohne erben mit tod absangen. I Arnulphus, Grafvon Hornes,Herr von Gaeßbeck re. starb an. »so;, und hinterliessvon Margaretha von Montmorency, Mari- milianum. Er vermahlte sich an.,mit Barbara, Johannis, v.comre von Montfort, tochter, und starb an. I§r3. Unter stinen6 klndern sind zu mereken Henkicus von Hornes, Graf voii Haute- kerke, so ohne erben mit tod abgegangen; Philippus, Probst bey 8. Johannis zu Utrecht, und Martin, Grafvon Hornes und Hau- tckerke. Von ,emm kindcrn ist Philippus an. 1572, und Wilhel-- mus an. i;8o zu Queinoy, desgleichen Marilnilianus, alle; ohne erben gestorben; Maria von Hornes vermählte sich mit Philipps, Grafen vonEgmvnd, Printzen von Gavre, und als er an. izye, in der jchlacht bey Ivry geblieben, mit Caspar von a-ncvc. Xtarc,,,,'? vonLullui, Gregorius aber, Grafvon Hornes und Hautekerke,und Acmentiers.pflantztcn ihr aefchlechr in 4beson- und4) Wstrd fork.^ "o« Hautekerke, r) Gueldorp, z) Niette, hör (1) Georgius, Grafvon Hornes und Hautckerke,stach an «§ss und hinterließ von Eleonora, Lamoraldi, Grafen von tochter, Franciscum, so an. 1629 ohne erben verschieden raldum, so durch seine gemahlm Juliana, Johannis von M-Ä' Freyherr» von Petersherm, und Margarethä von Pallantbw-» bürg tochter, die Grafschafft Herlies, so ihr von .hm von Pallant zugesallen, bekam. Eine von feinen; töchtern 2 Eleonora heyrathete an. 1642 von Louis -l- Spinola, Harzame, geheimen Rath bey dem Htttzog von Pfaitz-Neub»^ und sein einiger sohnPhilippus Lamoraldus, so dmZf/brZ gestorben, zeugte mit Dorothea von Ligne, Caroli Hertzogs vmAV. schotttochler, Philippum Eugenium, so seingeschlccht fortqepä tzet, Marmulianum, Übrtsten zu pferd, Aldertum, Bischoff« Gent, so an. «694 gestorben, Jacobum, Ernestum, und Euaenwm Albcrtmn, Domherrn zu Colln, Francistam Eugeniam, so sich m Lamoraldo Claudio, Fraucisto, Grafen i» Tour und Taris, s» an. 1677 gestorben, ClaramEugeniam, so an. 1667 sich Hanna Baptist«, Printzen von Montmorency, Margaretbani. so sich mit dem Grafen von Bucquoy vermählet, Und Jsabellan, Francistam, so zu Bairlaimont geistlich worden. Philippus Eu so von Carole V diesem hauß erblich gegeben worden, starb an. 1617,und hinterließ von Barbara von Jcude von Ch-Mllon, Robertum, so ein IM worden, Godofrednm, Herrn vonArmentiers, AmandunyHerin von Gueldorp, ivelche beyde ihr gefchlecht fortgepflantzet, und Heu« riciim, Grafen von Hornes, Herrn von WerenyKayserlichenObri- sten Falckenirer, der mit der ersten gemahlin Jfadella von Sur- mont 2 töchcer, und mit der andernMaria Monir, eine tochterM riam Barbaram, so sich mit Wilhelms Grafen vsn Tätlendach vermählt, gezeuget. (2) Gottfried, Grafvon Hornes, KönigstcherSpanischttklo«. nills-rius der armecn in Niederland und Burgund/pffankte die linie von Gueldorp fort, und starb an. 1664. Er ivard dnrch'Catbmna von Hammc ein vater von ; töchtern und r söhnen, davon der »g- ste Ainandiis Fraueistlis, als cspiiLin in Spanischen dunsten in der blüce seines altcrs starb, der älteste aber Johannes, so an.M verschieden, zeugte mit Maria von Govr, nebst 2 töchtern, Augu- stinum Fraiiciftiim, Lspiisin von einer durch Kayser Carolum V diesem haust erblich gegebenen Niederländischen comxgZme, Dio- nystum Jofephum, Kayftrlicheil Cammer-Raih im HertzdgthM Schlesien, und Francifcum, Grafen von Hornes, an. 1684, so sich an. 1711 mit Jsabclla, frauen von Solbcrghen, vermählet, welche ihm Victoriam Aligustmam Eleonoraman. 1711 gebohren,soablk bald wieder gestorben,nnd alsdemi Agnetenffo den 21 ian.an.171z anfdie weit gekommen. (b) Amandlisll, Grafvon Hornes, Amandil, Hcrrn von Av mentirs fohn, würcklicher Cämmcrer des Ertz- Hertzogs WMi, und feiner gemahlin Jsabellä, hatte von Jfabella se ls Faille, 8 linder, darunter Catharina, so sich mit von Louis Abarca vonDo- lea, Nc Dorrcs, Hcrtzog von Almazan, und Maria, so sich mit von Juan lle Zunlga und Cardenas,Hcrtzog von Pennaraiida, vermählte; Martinns Jgnatius, Grafvon Hornes, somit Su- sanna von Groot, Hnbertnm, der eine aus dem vornehmen hauß Mariquez gchcnrathet, gczeuget, und die b-snebc von Nie! den söhn, Johannes, Grafvon Hornes, Freyherr von BoM, Io Johannam von Bronckhorst von Battenburg zur gemahlm M-, hlNkcrlicß nur; töchker, daß also seine linie im 1? stciiio verloM' Gerhard von Hornes, Oauv-rneur zu Mccheln, starb an. iolr .w. r>98 hatte er sich mit Honorina von Witthem, crb-ftaus»M Ische, vermahlt, und mit ihr; töchker, nnd Ambrostum von nes gezeuget. Dieser wurde von Margaretha von Baillem c> ter Eugcnii Marimiliani, so das geschlccht fortgesetzet Xtsirre cic czms, unter der Spanischen rciitterey; AlbettiWM / c-nonici zu Mons den 8-Waudrud; Honorinä, so an. w cistum, Grafen von Wesel, gchenralhet, und noch; töchker , w . ledigen stand gestorbcii.EiigenlnsMariMlltanlls von Horms,g >. von Beaucignies, Freyherr von Bortel und Lesdain, Her .. Ische, zeugte mit Anna Maria von Croy, MiiW Eman^ / hör Grafen von Solre tochter , Philippum Cmanuelem von Hornes, pursten von Beaucignies, so sich mit Maria Anna Antvinetta, Hmncr Ernestl/Fursten von Ligne, Gouverneurs vesHertzogkhums Limburg, lochtet, vermählet, welche ihm Marimilianum Emanue- »em, Grafen von Bailleul, den ;i aug. an. 169; und Philippum Maxnmlianum Iostphum,Freyherr» von Lesdain, zur weit geboh, . ^svtt/(Arnoldus, Grafvon ) Cardinal und Bischoff von Lüt- tuch. Anfangs war er Bischoffvon Utrecht. Als aber an. i;?8 eben zu der zeit, da er sich in Rom befand, durch absterbenJohannis von Ärkel, das Bißthum von Lüttich sich verledigte, gab ihm solches Urbanus VI , welcher seine wissenfchafft, sonderlich in der juri^ru. cknr, seine ansehnliche Person, seinen verstand und seine kriegs-er- fahrenheit zu einer grossen Hochachtung gegen ihn stch hatte bewe» gen lassen. Allein unterdesien war Eustachius kenk-acius von Ro- chefort durch die Domherren zu Lüttich zum Bischoff erwählt, auch von dem Gegen-Pabst, Elemente VII , bestätigt worden- Als demnachArnoldus sich meldete, ward er nicht angenommen. Zwar die Uneinigkeit so zwischen seinem gegner,und dessen bruderWalthe- ro, entstund, nebst den bündnüssen, so jener mit den benachbarten Fürsten, vhne derLütticherwillen, geschlossen hatte, brachlenso viel zu wege, daß diese zu ausgange des jahrs i;?8 Arnolds, als ihrem Bischoff, den eid der treue schwuren. Doch aus politischen Ursachen, und wegen der starcken innerlichen sEo-ici,. so er noch hier und da merckte, begnügte er sich mit dem littst eines kr«6äenren von dem Capital, und zog, nach Hinterlassung eines Statthalters, in die llirsces von Utrecht, um allda den unruhigen nachbarn aus Geldern einhalt zu thun. In währender solcher zeit überrumpelte sein gegner die fladt Mastricht, und hausete beydes daselbst, als an andern orten des Lütticher gebiets, so übel, daß vollends alle gews- genheil vor ihn sich verlohr, und an. i; 79, an dem tage 8. Severini, Arnoldus von dem Capital,ingleichem von dem Magistrat und von dem volck zu Lüttich , in dem besitz der Bischöflichen würde vollkommen befestigt ward, worzu die mit seinen mütterlichen anver- wandten, WenceSlav, Hertzoge von Drabant, und dem Hertzoge von Iülich, geschlossene siiisnr ein grosses beytrug. Einige zeit hernach that er eine reisenach Engelland, kam aber zurück, ohne daß er, nach seinem verlangen, zwischen dem Könige Richards II und Ludvvicv, Grafen von Flandern, einen vergleich hatte stifften können. Weil er allezeit mit grossem eifer wider den Gegen-Pabst Clementem VII die parthey Urbani VI gehalten hatte,so ernennte ihn dieser an. i;8; zum Cardinal-Priester. Vier jähr hernach starb er zu Lüttich, an einem geschwär zwischen den schultern, in dem ;2 jähr seines alters. Sein cörper ward in der Grafschafft Horn, in dem Cistercienscr-Nonnen-kloster, Kayser-bos genannt, begraben. ae e^ilc. I.eoa, , /'M'vrs., elencli» (Üsr6ln. i^orn / ein Gräfliches und Freyherrliches geschlecht in Schweden, welches von denen vonHorn in Pommern herstammt. Sigis- mund von Horn ist mit dem Hertzoge Albrecht von Mecklenburg, der seiner Mutter bruder den König Magnum von dem thron stieß, zu erst nach Schweden gekommen, und hat seinen sitz auf der insul Oeland erhalten , allwo er 2 schlossern Kleinmnd Groß Horn den «amen gegeben. Er ist an. 1)44 gestorben, und ligt mit seinem söhn Clandiv in dem kirchspiel Peßnes begraben. Gregvrms von Horn, zu Kraboo, des vorigen söhn, war ein vetter Olai Gregerson zu Anmine, so das geschlecht nach Finnland brachte. Er hinterließ 2 söhne; des einen, nemlich Gregor« Oloffons, pokentat, tst m dem dritten grade erloschen, der andere aber hat die familie fvrtge- pflantzt, und hieß Heinrich Olofsohn zu Aumine,war Stadthalter über Norder-Finnland, und soll seine eigene frau an» 1420 haben verbrennen lassen, welche eine von Dechen, aus einem Westphali- schen geschlecht gewesen. Dessen söhn, Claudius Heinrichlohn, zu Aumine, war an. 1412 Reichs-Rath und oberster Land-Rrchterm Suder-Finnland, und hatte zur ehe Cbristinam Frille, Christian! Frillens zu Hapanien, Schwedischen Reichs-Naths und LagMWs in Suder-Finnland tochter, welche an. 1448 gestorben. Heinrichs Claudii söhn zu Aumine, war Claudius Heinrichsohn II zu Aumt- ne, welcher gleich als sein groß-vater, Schwedischer Reichs-Rath und oberster Land-Richter in Süder» Finnland gewesen, auch an. 1497 ein clecr-r und orclre des Schwedischen ssnscs gegen Christi- ernum II, König in Dänemarck, mit besiegelt hat. Er hinterließ r söhne,ChristiernClaudii sohnzuAumine undHenricumClauttt söhn zu Kancas; von dem ersten stammen her, die erb-und Freyherren zu Aumine, und von dem andern die Grafen zu Berenburg und dre Freyherren zu Marienburg, Erb>Herren zu Kanckas» tkearr. nobil. 5usc. Zeriesl. vrsuuscri^r. unä vriZittst- ^ocumeneen. 60m/ (Carolus von) Erb-Herr zu Kanckas, Schwedischer General-Feld-Marschall und Statthalter über Jngermannland, wie auch Kerholmische lehn. Sein Vater war Heinrich Claudit söhn,Reichs-Rath,General-Feld-Oberster undStadthalter indem Hertzogthum Finnland, unter welchem,als damaligem «ouv-rnear des Hertzogthums Estland, dieser Feld-Marfchaü die stadt Reval, so an. 1577 von dem Czaar, Ivan Basilowitz,mit ;°soo mann belagert war, solchergestalt a-k-näiren helffen, daß selbtgerdre belage- rung aufzuheben sich gezwungen sahe. Er wurde an. i; 80 von vem Könige Johanne in Schweden nebst Ponto ren,und in abwesrnheit des damaligen Schwedischen Gencral-Feld-Oberstcn, Jacob Lsr6ie, als Haupt das cammsnöo führen solte. Darnach begab er sich nach dem eroberten Nvteburg, bezwäng das c-keil Caporie in Jngermannland, wie auch Augdoa und Jama, endlich den; dec. Ivanogrod, woraufer auch von Gustavs Adolphs zum^ou- vekneur über Narva und Jngermannland verordnet wurde. Er reisete hierauf an. 161; in Finnland, da indessen die Russen Augdoa eroberten, welchen ort er anfangs vergeblich wieder belagerte, jedoch bey der andern delagerung an. iüi; eroberte. Erwürbe an. i6i; von Gustavs Adolpho nebst dem gemeldten cic is Lsr-lie und Caspar Mathisoln Krusen, zu den »sÄtten, mit dem Czaar ll-puci- ret; als aber selbige nicht zu stände gekommen,auch derKönig selbst den krieg wieder Moscau fortführte, und die stadt Pießkov anfänglich belagerte, thaten die Russen einen ausfall, mit denen sich dieser Feld-Marschall in einen scharmützel einließ, darinnen er an. 1616 im zasten jähre seines alters umkam. Er hinterließ einen eintzigew söhn, Gustavum, Erb-Herrn zu Kanckas, welcher an. 1614 von seiner gemahlin, Margareten Finke, letzter und eintziger erbin desselben geschiechts, gebohren worden. Sie war eine tochter Göderick Finke zu Pvrkala und Svnnes, Schwedischen General-Feld-Marschalls. Der König Gnstavus Adolphus cmpfund seinen tod nicht allein sehr hoch, sondern wohnte auch seinem leich-degängnisse, so aufseinem väterlichen sitze Kanckas gehalten worden,selbst in hoher Person bey- Als er und GrafJacob -i- «srcke Novogrod belagert hatten, schrieb der König an sie, daß sie gegen Gott und die natur sich nicht sollen opi-nirriren, indem ihm an ihnen mehr gelegen sey, als an Novogrod. Locce»» liiüor. äusc» L ilikoc. belli Lueco-f^olcovir. 60m / (Gustav von) Freyherr zu Marienburg und Erb'Herr zu Kanckas / Königlicher Schwedischer Reichs-Rath / Gencral- Feld-Marschall/ Gencral-«->uvc>-nsurderHertzogkhumer Bremen und Verben / wie auch oberster Land-Richter über Nrryke/ war ein söhn obigen Eberhards. Nachdem er scme reffen in Fraiickrerch/ Engclland nnd die Niederlande abgelegt / auch aus der Universität Oxford den timl angenommen / greng er m Schwedische kriegs-dienste/ wurde anfänglich an. i6;4 Rittmeister / und her» nach an. isz; unter des Obersten David Lesle reglmcnk zu pferdt / Oberster-Lmmnant/ welches regiment er zuletzt/ nachdem Lesle reiigmrtt/ völlig bekam. An. »64a wurde er in dem treffest.bey Planen gefangen / und bekam nach seiner befreyung die stelle emeS General-Wachtmeisters. Er wohnte den vornehmsten kriegs-unter- nchmimgmdey/ und als an. 1646 mischender cronSchweden und Churfürst Maximilians zu Bayern ein geschlossen wurde / hinterließ man ihn dem Churfürsten als einen gelssel. Nach geschlossenem Mstphäiischm frieden legte man ihn Mit einigen re» Nnnnn r stmentem ^ hör § meutern in den Chur-Rheinischen cdäyß/bißernaSdemzwNurn- Lena an lücOeksotülentrledeus'.cxccuiioi-b-c.acls.wttLe^ UIWPwr den gekommen/ daervon de^Kölüg-tt Christim-um und oouvcrnLur über ^sttgermailli la.id lind das KeryoiMNVc !chn/ nne auch zu einem Freyhcrrnvon Marrenburg gemacht wor» den. Er führte auch den namcn eines Herrn zu Kanckas / Portal« und Sonncs/ u. und ward an. 16^4 von seidiger Ä onigin zu einem Rcichs-Rath erkläret. Er diente dem Koma Carl Gustav wider den Königin Polen/und ward/ als der Feld-Marschall / Graf Gustav Adolph Löwenhaupt/ an rü^-6 in Llcstand verstorben/an dessen statt dahin verordne!/ und unter Graf Magno Gabriel a- osrNic au. Iü;7 in solcher Provintz wider den Mvwowltljchen Gc- ncral Matwil Wasiwoirtz Szeremet gebraucht. Wieder denn da. mals auf deni wege nach Kexholm 4000 Russen angriff/selbige erlegte/ auch Narva/ Noteburg und Kerholm von den Moseowtti- scheu bclagerungcn und bloguL-lmbefreyete; wornach er noch sei» diges jahr an des Grasen Magni cis stelle zum OEr-i. Qom.nsnNcur über vie kneges-macht in Fmii-EchAef-undInger. mannland verordnet wurde. Er that hieraus in dem Dänischen krieg gute dienstc als Reicks-Geiieral-Feld-Zeugmeister/und ward an. rüü; / nach absterben des ältern Grafen von Kvnigsmarck zum Gencral.Fcld-Marschall und 6 cncM- 6 oi,vc^-ur über dieHertzog' thümer Bremen und Verben verordnet. Er blieb letztlich in seinem Kouverncmenr> und starb zu Srade den 28fcbr. an. IÜÜÜ / worlll' nen sein vetter Heinrich von Horn/ihm nachfolgte. Er hatte; ge» mahlinnen / die erste war Maria von Monier / des Oder-Geiger» Meisters und Laiid-Hanptmamrs über Wcstcrdotten / Stelln von Monier/ rechter/so er an. i 6;6 geheyrarhcl z dic andere/Darba» ra Kurk/ gedohrne Freyhcrrtn zu Lempele / Johann Knrck / Frey» Herrn zu Limmigo/Schwedischen Reichs-Rathsund?^Mc„rca un Finnländischen hof-gerrchte / tvchter / mit welcher ersieh an. 1644 verehlichet; und die zte Maria Silberhielm/so er an. 1660 gehe»» rathet. Er hat 2 söhne und; töchtern nachgelassen: Eduard/ Freiherr zu Marmidurg/ aus erster ehe/ gebohrcn an. -040/ scarb an. 1687 als Oberster / und hinterließ von seiner gemahlin / Martha von Orenstlrn / 2 söhne / davon der älteste / Gustav / Freiherr zu Marienbnrg / als Oberster zu vferve / in der ^t-vn bey Calisch an. 1706 gefährlich verwundet und gefangen worden; der jüngere bru- dcr/ Gabriel / Freyherr zu Manenburg / blieb in dem treffen bey Iungfcrnhof in Curland an. 170z/als Oberster von der Liefiändi- schen Nitker-fahne. Carolns / der andere söhn / gebohren aus der dritten ehe an. ,664zu Slade/ hat die meiste zeit ausser Schweden auf reisen und au unterschiedenen Höfen von Europa zugebracht; die älteste tvchter/ Margaret!)«/ aus der ersten ehe gebohren an. i6;y / ward an. 1658 mit Gustav Scop / Freyherr» zu Limingo/ NcichL>Oberster«Hosmcistcr von der vcrwillweten Königin Heb» wig Cleoiivra vermähl!; die andere Maria / ebenfalls aus der er» stcn ehe an. 1642 gebohren/ wurde an. rüüo mir Jacob Johann von Laube/ Freyherr» zu Kuddinq/ General von der mt'rm-ri- und Louvcnieu- über Narva und Ingermannland / vermählet; die dritte Margarekha/ aus der andern ehe an. 1646 gebohren/ wurde an. 1660 mit Andrea Lilienhök/ Freyherr» zu Ncrpiß/ uiLllllemen des Königlichen "woo-is zu Wißmar / vermählet. ?«- clc rcbus (,'sroll Oullsvi un>! von Lclivvctten. ^orn/ eines von den ältesten Adclichcn Häusern in Pommern/ und im Mecklenburgischen/ welches schon an. i -98 daselbst bckanl gewesen. Nachgehend; hat sich NieolanS/Hauptmann zu Loytz und darauf Burchard/zuerst als Fürstlicher Pomerischcr Hof-Gerichts» Verwalter / und hernach als Cantzlrr Wollgastischcn ciMriüz hervor gethan. Der letztere ist ein vater worden Philippi/dcr anfangs die väterlichen cb-rZen bekleidet / nachgehcnds aber von dem König in Schweden um das jähr -6; 6 zu seinem Rath / und endlich zum rrLilcKmm zu Wolgast gemacht worden. An. >70; war Heinrich Nudolph von Horn Schwedischer Oomm-Mr,,r zu Narva / als dieser ort mir stürm an die Russen übcrgieng; ingleichem storine einer von Horn au. >714 als Königlicher Preussischer Land-com. lwiHrd» jin Anhältischen / ob diese beyde aber zu dem Poluerischen Horn gehören / kan man gewiß nicht sagen. L-,cc./». po,«mcri. 1.6. Horn/ eine Adeliche familie in dem Hertzogthnm Lüneburg, welche sich vor diesem in dem Ertz - «Llifft Bremen aufgehalten. Gerhard, Dietrich und Heinrich/ haben an. 122z einen Ertz - Bischöflichen drieff/ als zeugen unterschrieben. Dietrich/ der von einigen einGrafvon Horn genennet wird/ wurde an. izvü Bischoffzu Oßnadrüg. Claus Heinrich war an. i6;o SchwedischerLandralh/ und hatte einen söhn gleiches namens/ welcher die -Marge eines Lü- neblirgischcn Land-commNUrU erhalte»/und 2 männliche erben ge- zeuger, nemlich Dietrich Gebhard und Claus Heinrich/davon der letztere eine Baroneßin von Kimpinsky geheyrathet. ktiearr. nob. Lrein. ^orn / (Caspar Heinrich) ein bckandtcr WittcnbergischcrJu- rist/ wurde den ; febr. an >6-; 7 zuFreyberg gebohren/allwo er auch auf dem „nd nachgehcnds zu Leipzig lindFranckfurth an der Oder seine llucii-, sonderlich aber dieRechlsgelehrsamkett fleißig getrieben. An. 1679 kam er wieder nach Frenbcrg, und begab sich von dar nachTcnstadt, um sich in der xrax, etwas iimzusehen/mach- te sich aber ein jähr daraufaui die reist/ besähe Holland/wo er sich beySlockelmanen sonderlich aufhielt,Frankreich unddieSchweitz, und gwngdurch dasReich wieder nach Hanse. Kurtz daraufhatte er / das glucke,daß ihn der Herr von Wolsramsdorff, u» vove cxr-aorcii- N-Iire zu den cookerentzen zivisthen dem Römischen Reiche und granckrclch , nach Francksurth am Mann, als seinen sccrcr-rmm, umnahm. Au. iü 8 ; kam er zuFreyberg in Rath, und ward zu. hör gleichvoAor.M. 1687 ward er^ileüar derJuriffischenw ^ Wittenberg, an? 1688 ^-ivocs-u-vrttioLriuz ilnhofMächh an ?rot--ss°r jur,z und Ericsson im schoppen-stiihle und hvf-qM, - L 1700 orciwar.u5 rm Nieoer-Lausitzischen land -ger ich / M 170Ü ^ilctiol- conllkor», Uiidaii. 1709 4 ppcNLiion 5 - MalK chen würden und äintern er an. 1718 den 6 stbr.im 68 ladr e atters gestorben. eseine schritten sind: keipons,; ju-t-uar,?." ? etLllii Uüjure proccN/L ; -lc-wm-! mslo sempcr mslo; LllNlllgiion-5^ Lcbilrcri I.!'. " ^orn/(Gülden) ein berühmtes Horn von gvld, welchesweggt seiner raritat in Daiiemarck aufbehalten wird. Es ist st dlaes c» 20 julii an. -ü;9 bey^Galhus, nicht weit von der stadtTunkcr» » dem Hertzogthnm Schleßwiz,vou einer dirne, namens Catbarin- Schweus, aufdem >elve gefunden worden. Selbiges wurde b e-- aufdem Kömge Christianol V in Danemarek von der erßndmn oRc-ret, welcher solche mit einer aniehnlichul beehrunq bcaiiü--,- get. Es „nd von die,em hörne mancherley gedancken, wozu es ebo, nials gebrauchet worden,in dem Wormius behaupten wii,es st»ei» kriegeö-Horn gewe,en; allein Trogilus Arnkiel behauptet vielmehr es sey ein heydrusches kirchen-hor» ge>vestn,wodurch die priest»die leute zu den opffern undk.cchen - dienst zusainmen geblasen hätte», in dem bie darauf besinbliche bilder von dem Heydnische» mtzc»- dienst handelten. Von diesem Dänischen dorne ist das HldeMir- gische güldene Horn zu unterscheiden,von welchem angeführet wird, daß als Otto, Grafvon Oldenburg, um das jähr 982 aufder jagd gcwestn/imd ihn sthrgedürsteher gesageuachGort wann ich nur einen kühlen trunck hatte. Darauf habe sich ein der» auf» gethan, daraus eine galante weibcs-person gekomen, welche ihm einen verguldeten und künstlich gearbeilelenpoc2t,so ,n der form eines jager Horns gewesen, gereichet, mit der Versicherung, Laßes seinem haute wohl gehen würde,woferne er den Witzen becher würde aus, trineken.Der Grafaber habe sich darzn nicht reiowirenkönnen,sondern bc» wem hinterwärts über die achseln auf den erdbode» gegossen, und sey mit dem Horn davon gcriten-Hieraufhabe steh die Weibes- persvn in den geöffneten berg wieder zurück gezogen, von dem vergossenen geträiickeaber sey etwas aufdas pftrd gekvmmen,wor- von die haare abgegangen. Das born hac Graf Otto mit nch in seine residcntz Oldenburg genommen,woselbst es auch eine sehr lange zeit gezciget worden; anjetzo aber hat man es in Coppenbagen. Was dieses vor» für eine Materie habe, ist noch unbekandt; denn man hat es zwar anfänglich für gvld gehalten, als aber em fnß da- von gebrochen, bat es „ch nicht wvllen schmeltzen lassen, sondern so bald es in das feuee gekomnien, ist esgleichgesprungen. ppmct-l» OMciib. cbron.Nb. i c. z. melcremLiL Lrr. ixec. contin. 2 n. rrr. * ^ornbeck oder ^oorubeck / (Johannes) war zu Hartem an. 1617 gebohren. Seine eitern waren aus Flandern,alle»i sein groß« vater, Johann Hornbcck, hatte sich au. - ;84 um der ceiigion willen nach Hartem begeben. In dieser seiner gedlihrts-stadtwnrde er biß in das 15 oder rüde jähr seines alters erzogen. Nach diesem käme nach Leyden, gieng von dar an. 16; z nach Utrecht, kehrte aber im folgenden jähre wiederum zurück nach Leyden. Er wurdean.lsz- ziun Prediger wer,vertrat auch solche stelle gantz ingehcim m Cöllii, wiewohl nicht ohiic gefahr. An. 164z kam er wieder zurück in Holland, und wurde den 21 bcc. dieses iabrsvoü-)r.An.i644bekam er verschiedene vocLiionen, in dem er indem febr. zum Prediger zu Mastricht, im martio nach Grast inNord-Holland,»nd im majo zum rbcc>lvg>L »achHardcrwick berußen wurde; allein er schlug es alles aus, und nahm die ihm nachwcrls un i»!> angetragene rkcologjsche p-os-ll>on zuUlrecht an.Jm folgenden >W re wurde er Prediger daselbst, imd verrichtete denke stellen mil M- chem fleiß, daß er sieh aller lenke gewogcnheic darben erwarb. Lvm es ihm aber in die länge z» sthwär werden wolle, machte ihm der daselbst ohne sein suchen in dem Prediger-amte einige V lcichteriilig. A». 1654 wurde er nach Lenden bernffen, wojelW ct eben diejenige stelle erhielte, so er zu Utrecht gehabt, und biß-m M ende, welches dem scpt. an. i66ü ersolgcce, beharret. Erverew- rathete sich an. ,6z2 mit Anna Brrnbardiii,und zc>igecc mtt jelbl- aer 2 söhne, worunter der älteste, Isaac Hornbeck, ve-'wWM zu Rotterdam, nndseit dem 12 ftpt. an. 1720 Groß-' cniwn-nu-M Holl-und West aufweichen die Der lüngsteaderHcnricusAcmyIilis,wurde . , derProvlntz Holland. Er war in vielen sprachen, und ldnderum m den kirchen-geschichtc», wohl geübel, und hat verschiedene MM» hinterlassen, wornmer die vornehmsten r mllirmionezrli-uwß^, irciiiciim cie Uuclio öc coiicorttl»:; äe coumcimione ersiigclil-, ciiiiLnllmus conünslur; ; comrncncsrius . üie 4 lr. Ls/tk, ^ Axff hör Hornberg/ eine stadt und paß durch den Schwartzwald in dem Hertzogthum Wurtemberg am flusseGutach nebst 2 alten schlossern auf einem bcrge,welche den paß Ucssnnwen. An. 1707'gatke dieFran- tzosen diesen ort inne, und liessen ihn kortlLcKen, er wurde aber bald darauf von dem Hertzoge zu Würtemberg eingenommen, und die g-rmlon zu krkgs-gefangenen gemacht. Nähe dabey ist das an. 109; erbanete Benedietlner-kloster Älpershach.^voM^s,^ LLc, gsogra^u» AeAtkFe» z,r/?o^re r. I Horneck von Hornberg einerley waapen führet, und von denselben abgestammet zu seyn scheinet. Heinrich war im 14 s-cuio Abt zu St. Peter und dessen bruders enckel Anton um das jähr 1454 Schultheiß zu Hagenau. Der letztere ward ein groß-vatcr Johann Reinhards, Hanauischen Amtmanns zu Reichshofen, dessen enckel gleiches namens an. 167;, als GräflicherHanauischer Rath,Hof- meisterzu Bischoffsheim, wie auchObristerund Commendantzu Hanau, verstorben. vomLU-m. ^sornburg / eine mittelmäßige fladt, nebst einem schloß und amte, in dem Fürstenthum Halberstadt, 1 meile von OsterwyckM der Ocker und Jlsa gelegen. Sie ist vor diesem veste gewesen, und vielmal erobert worden. An der einen feite ist der so genannte Fallstein , und an der andern das so genannte Steinfeld. Klaust, clirunic. ^omby/eine marckt-stadt in der EngelländischenProvintz Lan- cashire, am flusse Lun gelegen, ohngefähr 7 Metten oft - und nordwärts von Lancaster, so wegen ihres schloffes bekannt, als weiches der alte sitz des Lords Morley und Mount-eagle ist. ^orne-Castle/ eine marck-stadt in Lincolnshire, am flusse Baue,ohngefähr 20 meilen ost-wärts vonLincoln,io4 Meilen aber von Londen. ^orneck/ ein schloß in Franckcn, welches bey Gundelheim ligt, und ein Commenthurey des Teutschen ordens ist. Aomeck von Tornberg/ eine Adeliche familie an demRhein- strohm, von welcher Arnold um das jähr H48 bekannt gewesen. Fridrich florirte um das jähr iz;7, und wurde insgemein der lange beygenannt, gleichwie zu selbiger zeit Arnold Horneck von Hornberg den beynamen eines alten geführel. Von jenem stammele» her Johann, der um das jähr iüo; Fürstlicher Würtsmber- gischer Wittib Hofmeister und Baden - Durlachischcr Jägermeister gewesen; Johann Albrecht, der an.1628 als Fürstl. Baden- hor 8Z9 a°^Eden versehen, als M Slanvils Kswains ^ durch bleBöhmische krieg diePfaltz verberget wurde, in den Branbenvurguchen landen zubringen. In die schul gienq er zu getrieben,als nach Nürenberg, ^lajsenburg, Neustadt an der Kulmen, da er leine Mutter, wie zu stenfeld gewesen, deren bruder Wolffgang Ernst an. 1632 als Rap- polsteinischer Hof-undStallmeister verstorben. KE^.vo-a LK-m. Alle! csb. igL. ^orneck von weinheim/ eine Adeliche familie im Rheinlande, welche von der vorhergehenden,gleichwie im waapen, also auch sonstcn, qantz unterschieden ist; den beynamen mag sie von dem städtleinWeinheimin der Unter-Pfaly, 2 meilen vonHcidelberg gelegen,erhalten haben. Hans Horneck,genanntHornickel von Wein« heiM/lebte rim das jahr i zsi. Von dessen nachkommen ist Wolffgang Eberhard um das jähr 1640 ein Kriegs-Obrister gewesenzdes- scn bruder Bernhard hat das geschlechr fortgepflantzet.n«-»^. vom liticin. Lclsl kab. 194. Homeck/(Antonius) ein gelehrter und frommer Geistlicher, ward gebohren zu Bacharach inderPfaltzan. 1641. Sem vater wäre daselbst em ansehnlicher mann und stattschmber. Er zu Heydelberg unter anführung Fabricii und Spanhemn dre rK-°- logis; in seinem 19 jähre begab er sich in Engelland, und wurde an. iü6; in devKönigin ONegmm zu Oxford aufgenommen; wegen seiner wissenfchafft in den Orienlalijchen sprachen erlangte er grosse gunst bey 0. Barlow. An. rüs; Nahme ihn der Hertzvgvon Albe- marlezum Louveroeur seines sohns,des Lords Torrmgtons,au,und gabeihme hernach dieLeLmiamvon Daultonin Devonshire. An. 1671 wurde er zum Prediger Ssvo^ Kirch erwehlct, an welcher stell ersuch 26 jähr biß an feinen tod verblieben, ohngeacht er we- am aerinaem einkommen kaum darbey seine familie erhalten, uiw wohl eine fettere pfrund hätte erlangen können. So hat er auch an.i68i zu Cambridge in v°Ä°>.--m ssb-oioA. ?rom«v,err. Erwar sehr gottsfürchtig, demüthig, freygebig, eifrig und guthertzig. Kurtz vor feinem tod ward ihm 011.169; durch r-comm-mi^oo des^um.- r-iRyssels,ohn fein nachwerbemvon demErtz-BischoffTillotson,eltt c,no»iczr von Westmünster conkcrlretMs welchem er guten nutzen hätte schaffen können,wann er nicht so vergnügt für ,ich sechsten,und so mitleidig gegen die arme gewesen wäre. Er war sehr mit dem stem geplaget, dabey er zwar ein grosse gedult hat sehen lassen, aber darunter an.1696,erliegen müssen,nachdem ihn vor,einem end derBi- schoffvon Bath undWells, Richard Kidder, heungemcht, und ihme hernach ein treffiches lob wegen seiner gottseligkechin einem von seinem leben und tod Handlenden,und in druck gegebenen-isscms.hmter- lassen.Er ligt begraben in der abbtey zuWestmunster,und hat unterschiedliche bücher in Englischer sprach verfertiget und herausgegeben,als' l'Ns »Äppli slceticlc. dabey ein clttcourz von dem leben ver ersten Christen/ welcher auch ins teutsche ubmetzt worden; vf- betrachtuna des letzten gerichts alle sinnliche freud verbittere und tödte; 1-ys Lxerciie okxiayer, odergebetbuch; ferner'rn-- gi--2tl.su okLonflU-mt.oozI'beb-chLxercsse; Tb- ok rbe -Ik-r; 'I'b-cru- cikeä sechs; Ibe ürll ssuiis ofsserfon; Sermons upon Nie s Lkspl. ok klerdew' s Volume ol Sermons; UNtersthiedliche sthriffteN Wider düs Pabstum u. a. m. So hat er auch andere werck ans taglrcht Her- land einemRath der Englischen ssepublic bekandt worden, und von demselben viel gunst genossen. So that er auch eine reiß in Enqel- land,und naym gewaltig die Presbyterianische parthey an. Endlich jähe ihn das gluck mit gnädigem äugen an, daß er erstlich nach Harderwyck , zu der kroteMon per^tutorie»?v!>r,r Und OevArenkie. und hernach nach Leyden in Holland zu der Eonschen kroLMon beruffen wurde, welche er beyde lucceMve angenommen. Er hatte zwar auch andre vor-cionen, als nach Nimägen und Franck- furt an der Oder zu einer theologischen urotetlion, schlug aber fol» che aus gewissen Ursachen aus. Er war ein sehr belesener mann und von grosser gedachtniß, wiewohl ihm dieselbe,weil er sich zu viel daraus verlassen, und er die nöthigen surNores nicht allzeit aufgeschlagen, offt gefehlet;Ek wüste die fachen in einem koffilichen begrismit emer gutenichreibartwohlvorzutragemDaß er zuweilen gantz im kops verwirr gewesen,ist unläugbar;dessen ursach aber ist nicht recht bekandt; einige meinen,es sey daraus entstanden,weil er von einem betrrig!ichenEl).millenin demHaaguin;üoo gülden sey betrogen worden; diese unsinnigkeit soll auf den -xcek bey ihm gekommen seyn, daß er einst auf die gaffen gantz nackend gelauffen, und gerus» fen » era un^usm villilll üommea, UsrscliliLcum t Lgo ium LU^M j und anders mehr. Er starb an. 1670. Seine schrifften sind:«illo- ria kNiio5o^Ii!cL,iu 4;oNgin./zmeric^k4ilior.Lcc>ek.üL ?rol>k.;8sogrs- pkiL Vetus SscrL öc krops>.,Orl>!s jmpersns; Orvis kolicic.) zrcr VloLg srca kloLs; OiNertLrion. ttiüor. unter deM Iiailieil ttonorii 8,-ggii; Lommemsr. Ns lkstu Lccles kritLonira: jy 4. öcc. S0 schrieb ei' auch ö- Ltars muncii wider Jsaac Voßium, zu behilf des Hebräischen texrs,welcher ihn aber nach seiner gewohnheit auf ein höllische und trotzige weiß mit einer antwort abgefertiget. kr«k.s- llcöi- Kr»2i,r E.läker. in otlis. ^ Torttmsld/ (Samuel) einSchwäbischer Rechtsgelehrter, gebühren den 28 sept.an.i;)7.Sein vater warSebastianus, LoEo^ risi-Rath in demHertzogthumWürtemberg. Nachdem er in seinem Vaterlands den gründ semer stubien gelegt hatte, wurde er an. i;;r nach Tübingen geschickt, und daselbst zum L-lcc»>Lur-o gemacht,von dar kam er an. i; 54 nach Leipzig,woselbst er sich bey Joachim Ca« merario aufhielt.An. i;;; gieng er nachWitteNberg, und hielte sich daselbst 2 jähr bey Melanchthone auf. Hernach besuchte er die vornehmsten acaciemien in Teutschland, und gieng daraufan. i;§9 m Franckreich, woselbst er sich in der Frantzösischen spräche dergestalt veste setzte, daß man ihn für einen gebohrnen Frantzosen hielt. An. i;6i wurdeerzu Dole in Burgund r-ieencistusjuris,und gieng hierauf nach Speyer, um sich daselbst in der Mxi zu üben-Kurtz darauf kehrte er in sein Vaterland zurücke, wurde OoLtor und bald darauf Professor jurir zuTÜbiNgeN,auch Lllyocst bey dem conllkorio daselbst. Hieraufwandte er sich in das MaggrafthumBaden,woselbst er anfangs Rath und hierauf Cantzler wurde. An. wandte er sich nach Heylbrunn, woselbst er synciicus, und in selbiger qualität an. i;82aufden Reichs-tag zu Augspurg,auch an.i;94üufden zuRe- genspurg geschickt würde. Endlich starb er den 1 febr- an. 1601 zu Heylbrunn. Er hat insonderheit 4 romos reperrorü juris und einige ^oewLkLelliret. vir. ^urcconfulc. tiieatr. psg> ysr. ^orttsteiil/ eines der ältestenAdelichen Häuser in Schwaben,so Nunmehr» den Freyherrlichen titul führet. Ludovicus, Herr von Hornstein,hat amRheine gewöhnet, und ist der erste von derRheini- schen Ritterschäfft gewesen, welcher an. y; 8 dem thurnter zu Mag? deburg mit deygewohnet. Wolffgang ist an. n6; aufdem thurnier zu Zürich erschienen. Deffen söhn Ernst wird an. 1209 zuWorms, und von dessen nachkommen Johann Neidhard an. in? zu Jngel- heim, Conrad an. i;62 zu Bamberg,undBruno an. i4;s unter die thurniers - genossen gezehlet. Zu ausgang des l ü sscuu lebten Johann Christoph, Kayserlicher geheimder Rath, undSigismund des Teutschen ordens Land-Comtur durchs Elsas.Des letzter» bruder Bruno, Herrin Göffingen, hat dieGsffingische link fortgesetzet, des erstem bruder aber,Balthasar aufGrieningemist ein groß.vater worden Balthasar Ferdinands, Herrn in Hobenburg undGrienin- gen, der zuerst den Freyherrlichen titul geführet. Er hinterließ ; söhne , von denen Carl Balthasar noch an. 171 ; als OireÄor der Schwäbischen Ritterschäfft im Hegöw ll»r>ret. llemmsc.p. vom Scllvväbifcllen ssciclis.LNel. HOR.VI.06IIIU- heist in der Griechischen kirche ein buch, aus welchem man täglich dien-»-- zu singen pflegt.-v« gl.crr. xsg. 1794. Moroses/ (Rodericus) MarggrafzuMortara, war ein fohlt Antonii von Horoscö, so Köiiigl.Nichtec in Palencia gewesen,auch eine zeitlang in Amerika gelebet. Sein bruder Diego, em Jesuit, wurde an. 1616 von den Jesuiten in Amerika erwürget; er selbst aber war in der stadt >- Plata, in der Amerikanischen Provintz snten einen anschlag, weshalben er sich auch unter dem schein,als ob er auf Flir msrzcki- ren wolle, solcher stadt näherte, seinen zweck aber nicht erreichte. Hierauf rückte er nebst o»,- Felipe llcSylva folgends vor die stadt, belagerte sie, und eroberte sie mit sccorci. Wenige zeit nach der ero- berung von Lerida entsetzte er auch die von demFrantzösischcuMar- schall äü is Motte Houdancourr belagerte stadt Tarragona in Aragonien, und conrimiirte unter des von Andreä von Cantelmo ober- xenerLlsr auch an. 164; seine dienste in Catalonien und Aragonien. Sie waren aber in ihren con>llill„icht einig, und erfolgte an. 164; die Wacht bey Lorenzo, da der Frantzösische General, Grasvon Harcourl, den sieg erhielt, dieser Marggraf von Mortara gefangen wurde, und Cantelmo ihm die ursach der niederlag zuschreiben wolle. Als an. 1647 der Printz von Cond- mit der Frantzösischen armeedie belagerung vor Lerida auffheben müssen, brachte er 1000 mann zu verstarckung solcher stadt sinnt vielem Provisor »nd muni- rion hinein, und ward au. rüzo abermals in Aragonien und Catalonien gebraucht, da er Flix, Torlosa, Fulset und Miravel wieder eingenommen,ob schon seine damalige armee nicht über 1000 mann starck gcweftn. An. 1652 belagerte er die stadt Barcellona,vor welcher t)on Juan llc Lullris auch anlangte, und selbige mit sccoro einnahm ; nach welcher zeit er nicht lang gelebet. HOR.ONstIssL8, eine Persische gottheit, sihe , heissen bey den alten Römern mszsrmcn und xrovislir-hauser, dergleichen so wohl der gantzen «.epublic. als auch diesem und jenem privsc-mann zugehörten. Man hatte aber nicht allein körn darinnen, sondern auch alles andere, welches zur nah. rung und Unterhaltung der soldaten gewidmet war; dahero sich in allen Provintzen dergleichen fanden. Sie wurden mit grossem fleiß verwahret und bewachet, als wovon in den gesalzen und Verordnungen der RomijchenKaysern gar offtmal Meldung geschiehet. Es waren sonderbare Personen darüber gesetzt,welche cuitoller. auch wohl I-Lkronl korreorum pukiicmum, genennct werden. Wegen der guten sicherheit wurde wol auch etwan privsc-leuthen erlaubt, ihre grösie kosibarkeiten dahin zu bringen, n--". ^nnsi. 1. 2. /.«m, in /Ucx. §ev. c-rFo-/. vsrisr. l.lo c. 27. c 7 odec. gebohrcn, promovwte zu Padna unter Fortn- nio Liceto den umay an.r6;c>,undward zuUlm^issicuzundk'w. fcllor plivkiccs an. Iü;;, in welchen bedienungen er an. 1Ü61 deine may verstorben - Er hat einen rrsKsr msais ellirt, und l-iiiomA Zweck, versprochen. ciisr. ^orstius / (Jacobus) ward an. 1^7 den 1 mayzuTMli gebohrcn. Er ward an. 1556 zu Franckfurt an der Oder und an. Ivü2 Ouotor in der kiellicin . woraufer diepesxin zuS- gan, zu Schweidnitz in Schlesien, und zu Jglau in Mähreu mt gutem fortgang trieb, bis er an. 1580 Ertz-Hertzogl-Oesterreiel»» scher Leib-eeicciicui wurde, in welcher llsrion er vier jähr verdankte, lind nach diesem eine mcllicinische prok-Mon zuHclmstädk scc-p-irte. Seine antrits - rede äs remoris aikccmlurn roccllcmsm L csmm rc- mcäiir ist sehr wohl geschrieben. Er verheyrathete sich zum erste» mal an. 1562, zeugte mit dieser stauen 10 kinder, und nachdcmer sie an. i;8; vcrlohren, nahm er sich an. 1587 die andere. Ermr ungemein gottsfürchtig, ruffte den lieben Gott bey -üst>°MWg seiner artzneyen inbrünstig an, und meinte, seiner art heute halte» göttliche hülsse gar sonderbar nöthig, wie er denn zu diesem eiid sie die rvic6>cvr ein besonder gebet-buch in druck ausgehen lasseu-Leuie andern schrisstcn sind commcotsrius in libmm liippvcisiiz siecorc:; lr. czuslcm ptlsrrnscopotsm eile convcoisk; lls morbo episew>cokM> cskksrrsli per torsio Luropsm grsllsmc; äs virr vmikc»; ciünvchm- bulonibus ; öe ctenre sureo pueri Lilclii > bey welcher Historie,die »l>j einen betrug,hinaus gcloffen, er etwas zu leicht-gläubig gewemi, und diesen guldnen zahn vor eine Vorbedeutung von dem »istch«' den Untergang des Türckischen Reichs gehalten hat LätkoIicL 6e rebus lecunciüm öc prsrcer' »LturLin; pkicL öc me^icinäles; com^encliuiu meäiesrum intiilucionum; bsrium; ein Teutscher er-List von den hülffs - Mitteln wider ris pcst, und eine Teutsche veriion von Lemnii bu ch s- vcculi» Mir- wirsculis. ^orstius/ (Johann Daniel) Gregoril Horstii ältester M ward zu Giessen gebohrcn, und erhielt anfangs eine , xwMi.on zu Marpurg, nachgehends inViOch >v» ^ hör Helle eines Landgräst-Hessen-DarmstadtischenLelb-^-cl!« bediente. Von da kam er nach Franckjurl, ward auch in die -ca-l-miam na- NU-L curwlorum, unter dem Namen pKiLiüx auffgenommen , und starb an. 168; den 27 jan. seines alters 68 jähr. Seine schrifftcn sind tt.ppocrmes T-Icsnii, «elmonrü. Lsrcelli. LlpsZnc», Uox- !ei »iiorumczue reccnrioruni commsntir illullrsta; clecas otzsecvario- numAc cpillolarum »natomicarum; pliarmacop»:» Lsleiro-Lkemica ciiarolics. Er hat auch 2accl>ia: csu.rllloncs melllco-Iegales, und R.i- verü Opera rosllics wieder drucken lassen. Lr-r^e. war bey den altenRömern eine Göttin, welche ihrer Meinung nach, die leiste zu lvdwürdigen thaten ermähnen, und durch heimliche bewegungen dazu neigen solte. Sie war auch die Göttin der jngend, und zwar vielleicht deswegen, weil die jugend munter und hertzhafft ist, welches zu sonderbaren thaten nothwen» dig erfordert wird. ^hr tempel zu Rom wurde niemals zugeschlos. sen / um dadurch zu zeigen / daß die menschen ihr gantzes leben hin» durch zur lügend musten angefrischt werden. Der name kommt her von dem Worte llarurl, ermähnen. In folgender zeit wurde selbige auch «ora genennet. ( sitze Herstlia und ) Kom. 46. hortensia/eine Römische dame / des Redners Hortensii toch- 1er. Sie hat sich in der Historie dadurch berühmt gemacht/daß/ (als die i'numviri. Antonius, Octavius und Lepidus, er. v^ir, L. xi. ;y42/ 6. c. 42 eine schwäre laxe oder kopff-steuer auf 1400 der reichsten Römischen weibs-personen geleget/ damit sie ihrebeu- tel füllen mochten / und sich kein allvoc-r unterstehen wollen / für sie zu reden ) selbige mit der gantzen crouppeder weiber für die i'rium- viras zettelten / und für ihr geschlechl mit solcher beredsamkeit und Nachdruck gesprochen / daß sich jederman darüber verwundern müf» sen.. Ob man gleich anfänglich gegen sie hart war / und die weiber zurücke weisen ließ / so entstund doch darüber ein solches geschrey / daß die Iriumviri genöthigt wurden / die fache bis auf den andern tag zu verschieben. Sie hatte sich anfänglich an die O,o,cs -cireui- rcl / welche denen irmmviris am nähesten verwandt waren / da sie denn auch von der fchwester des Octavii / und des Marci Antonii Mutter höflich empfangen wurden; allein Fulvia / die herrfchsüch- tige gemahlin des Antonii/ ließ ihnen die thüre vor der nase zuschla. gen / worauf sie sich an die T>,umviros selbst machten. Der aus- spruch geschahe endlich dergestalt/ daß nicht mehr als 400 weibs- persohnen ihre guter anzufagcn solten gehalten seyn. Lk««. »»«1 üb. 8. CLP. z. -L/ö«. 1,8. 4. A»r/rttH»»» I. I.e. I. L/r^/r. horlensius / ist der name einer bürgerlichen familie bey den Römern / weiche vielleicht von dem garten-bau ihren namen erhallen. Richardus Streinius zwar und mit ihmAntonius Augustinus wollen ein ?acr>c,sches geschlechte daraus machen. Weil aber selbige bürgerliche obrigkeiten geführet/ zumal das rrivunar, scheinet das erste wahrscheinlicher zu seyn. Es wird in den Römischen jahr- büchern eines / namens l-uci,-- Horlensius / gedacht / welcher a. v. ;; 1, /r. c. 42; rHbunus rlctzis gewesen. Er klagte Sempronium Atratinum / welcher das vorige jähr Bürgermeister gewesen war/ an/ daß er dieVolscier verwegentlich angegriffen hätte; allein seine 4 co»c°L > welche der schlacht mit beygewohnet hatten, baten ihn so inständig, diese anklage fahren zu lassen/ daß/ als er alles gethan/ um sie zu bereden,ihn nur machen zu lassen/ er es ihnen endlich ein» gehen nuiste, nachdem er sie von der rewiurion sahe, daß sie lieber so lange ihre obrigkeitliche würde niederlegen wollen / als der Proceß wahrere. Mehr als 100 jähr darnach findet sich ein anderer / namens <)uii!ru5 Horlensius OiÄscor. Er zog das volck / welches damals einen aufstand erregte / und sich aufden berg Ianiculum begeben hatte/ wieder zurücke/ und machte v. 468 / a. x>. ;6y8 / c. 286 ein gesätz/ daß forthin alle Römer sotten verbunden ftym den piel-ii-iris,oder den gesätzen des gemeinen volcks/zu gehorsamen. Er starb in feiner cliLsku^, so noch nie geschehen. >>8.41. X!/r/c. >. 6. c ?/,». I. 16. c. lo. äe civ. Del. I. c> 17. öekam. äe kam. Xoi». horlensius / (<2uwtu8) war V. 6;9, X,. ;86y / c. uz gebohreii/ lebte zu des Ciceronis zeitew und war fast so ein berühmter Redner/ als selbiger. Wenigst / da er etwas zeit vor Cicerone kommen war, hatte er bey weitem das gröste lob in der wohl- redenheit davongetragen / und wie Cicero von ihm sagte/ in denen geeichten aeherrschet, biß dieser lctstere aufkäme/ und sich nach und nach über ihne fchwunge. Horlensius hielt seine erste rede in dem 19 jähr keines alters mit solchem Nachdruck/ baß er nicht allein von jederman / sondern vvrnemlich auch von den beyden Bürgermeistern/ l-ucio Oallo und (Zuinku 8c»:vols, so vor die gelehrtesten leute selbiger zeit gehalten worden, lob erhielte. Damals redete er denAfricanern das wort vor dem gantzen ratb.Kurtz darauf führte er dem Könige von Bithynien das wort, welches noch besser von starten gieng. Als sich aber -a. v. 66;, L. xr. ;89;, yi das Helium sociale anhub/lind darinnen die gerichts-stuhle der stadtRom geschlossen waren, gieng er in den krieg. In seinem andern feld- zuge wurde er Oberster, worden es auch verblieben; Denn obgleich m dem kriege, der unter dem Syüa wider den Mithridaten gesühnt wurde, einesHortensii, welcher Oen-rai-c iemenaucgewssen sey, gedacht wird, so scheinetdoch selbiger ein anderer zu seyn. Er gieng hieraufalle ehren-ämter in der Republic durch, indem er (L--rlloc. -r-Iiiis, Ura/toc und zuletzt a. V. 68? / k. !VI. ;yl;,-r.c. 69 nebst cruinm Cäcilio Metello Bürgermeister wurde. Es fiel ihm her» nach die Provintz Creta durchs loß zu, daß er darinnen die unruhigen einwohner zum gehorsam bringen solle; allein well er zu Rom einer von den vörnehmstenRednern war, wolle er sich lieber vor den hör 841 bi!e Bwvintz sein?»!'' ^kerne krieg ss-hren, überließ also stl- > dem Metello, welcher darüber ttium- ^irre, und den zunamen <8rei,cus erbielle. Er war von vortrekl- ^eichmobi^u'^^Z^alt / daß er nichts zu papicr brachte / und gleichwohl alles, was er mellirixt, von wort ui wort bermiaal'n ^ner^u§"'^<^^ von ihm, daß er einsten einen gantzen tag bey und hernach alles, was darinnen verkaufft nach Verordnung heriagen können. 7 lm reden starcke bewegungen, weshalben ihm cinsmals «s ^vrquatus vor den Richtern damit durchzog, und ihn Dionysia nennete, welches per name einer damals berühmten täntzerin war. Wem Hortensiiiö aiitwortete: er wolle lieber Dionysia heißen, als mit dem Lorqualo von schlechten llullUs ,,„d sitken seyn Jedoch tst dieses gewiß, daß viel gezwungenes wesen bey ihm mit nncerlieff, mdem er sich allezeit vor dem spiegel ankieidete/nnd seinen rock wohl rn die falten legte. Ja, als einsten ihm einer seiner co»^n in einer engen gaffe begegnete, und solche falten ein wenig in Unordnung brachte, soll er ihm einen mu,r,m-proceß an den halß gemorsten haben. Er hatte grosses gut gestimmter, lebte auch darvon gar herr- lich,indem er sich verschiedene lust-häuseranschaffte,als das rulcula- num. eines zu Baust, eines zu Laurentum, und ein anders vor dem Flumentanischen thore. Weil er auch wohl zu leben gewöhnet war, widersatzte er sich den policey-gesätzen, welche die Bürgermeister v. 699 promulZsten wolteu, um allen unnöthigen pracht aufzuheben- Er strich selbst ihren pracht, den sie in ihrem Hause führten , dergestalt heraus, daß sie sich nicht weiter getraueten, ein solches werck auszuführen, welches mit ihrer eigenen ccmUuire so schlecht überein käme. Er war der erste, welcher bey einem gastmahle, woraufer die äugurss «aLirte, Pfauen zurichten ließ. Er hielt sehr viel auflust-häusre und lust-wälder, und war eben so sehr für seine krancke fische besorget, als für krancke knechte. Er liebte die ahorn- bäume fehr, welche er zum öfftern mit wein begoß, dergestalt, daß, als er einsten mit dem Cicerone zu versetzen hatte, er 'selbigen bac, denrermii, vor dieses mal aufzuheben, indem cremen ahorn-baum, welchen er erst kürtzlich aus sein land-gut Tusculum gepflantzet hätte, mit wein begiessen müste. Er und Cicero waren zwar äusserlich gute freunde, doch meinten sie es nicht recht,indem Cicero dem Hortensie bald den rühm nahm, daß er der vornehmste Redner zu Rom sey ; wiewohl selbiger ihm ziemlich nahe kam, und zwar behielt er stink rühm bis ins alter;wie man bau von ihme angemerckt, daß, als er nach seinem Burgermeisterthum, und da er nun alles, was er durch seine beredsamkeit gesucht, allbereit erlangt hatte, sich einige zeit sehr versäumt, er jedoch durch den zunehmenden grossen rühm des Ciceronis zimlich wieder aufgemunteret, und zu mehreren! fleiß angesporet worden. Seine gute und anständige s-Non, hat ihne sonderlich biß in seinen tod begleitet, und zu dem grossen rühm seiner wohlredenheit, und dem glücklichen ausschlag seiner reden, das meiste beygetragen. Als er bey hohem alter dem Messa» la, seiner fchwester söhn, das wort geredet, die fache auch erhalten hatte, daß er abloivirt wurde, muste er doch erfahren, baß ihm solches übel ausgedeutet, und er von dem volck ausgezischet wurde. In seiner jugend verheyrathete er sich mit des L. Catuli tochter. Allein nichts ist mehr zu verwundern, als daß er den Catonem um seine tochter Porciam angesprochen, welche bereits an dmDibulum verehlichet war, und von selbigem 2 kinder hatte, daß er sie ihm auf eine zeitlang zur frau wolle zukommen lassen, um kmder mit ihr zu zeugen, er wolle sie allezeit nach verlangen wieder auslieffern. Als aber solches nicht angehen wolle, sprach er den Catonem um seine eigene frau die Marciam, des Marcii Philippi tochter, an, welches auch mit genehmhaltung des Vaters beliebet, und die Marcia, die schon schwanger war, in des Hortensii hauß gebracht wurde, woselbst sie so lange blieb, bis er starb. Nach des Hortensii tod gab sie dem Latoni gute wort, daß er sie wieder annehmen möchte, damit sie sich nur bey den damaligen schlechten zelten nach feinem »amen nennen könte, welches auch geschahe, ob sie gleich von Hortensio einen söhn bekommen,von dem hernach. Er starb endlich L. v. 72;, L. Xl. ;y;;, L. c:.; I im 64sien jähr seines alters. Serenus Sam» monicus erzehlet,er habe feine stimme vor seinem tode gäntzlich ve» lohren, welches von Glandorpio unrecht also verstanden wird, als wären ihm die ädern im halst gesprungen, wiewohl keines von beyden zu glauben, weil Cicero, der so welllänfftig von Horten,w meldet, dessen nie gedacht hat. Wohl aber gibt Cicero zu verstehen, daß Horlensius noch wenige tage vor stimm tod den Appinm Claudiiim vor gericht beschützet habe; durch welche übel verstandene Worte sich Sammonicns wohl mag haben verführen lassen. Er bat seine reden, snnaies und poemara puliliclret, von welchen aber nichts mehr vorhanden ist. in Lrmo öc llc orar, Ill>. II» 87II- Sc Q'acunc. pr«k. Ill>. i. contra v. L>ro». iik. Sc Zg» !. 8 . c-10, I. r. 8 srurn c. 9. I. zs» c. ii. 1. 2 . apoioZ. L-re». * horlensius / ( cru>nm-) des vorigen söhn, führte sich so übe! auf, daß ihn der varer deshalb-» enterben wolle. Jedoch wenn es eben derjenige ist, welcher nach des Casaris tode i-roconll,, Mace- donren worden, muß er sich gantz geändert haben. Er schlug sich zu dem Bruto,wurde aber in der schlacht bey Phillppis gefangen, und aufM. Antonii beftbl über dem grabmahl des c-st Antonu, well. chen er als seinen gefangenen hatte hinrichten lassen, m^r-ret. Einiae wollen davor hallen, daß dieser HortenstuS eben der,emge sty /welcher suiu Cästiris partbey wider Pompe,unr gehalten. Weil er nun Hortensii eintziqer sohn gewesen, so scheinet auch, daß er L. Hortensii Cordioms und N. Horten,u «orraii vater gewesen , wovon jener sich in allerhand Wollüsten herum gewaltzet; von diesem aber wird jetzo zu sagen seyn.^«-^», m Lmro c^s II theil. Ooooo is.nk. ««»». - - 7 '. ^ - »'» ^ ^»eb^arw aröß^vaßer mit 4 söhnen, die er / ohne die töchter zu ^Äen-ae?euqel hatte , vor den Rath trat, und öffentlich um eine bevsteuc^V des Hortensii stehet beym Tactto. Ti- berms"dess"n wcrck nicht war freygebig zu ftyn ,. leß ihn hart an, als er aber sahe, daß derRath andere gedancken hatte,crbotte er sich, deme vor jeden söhn lluce,,» seactt>2, nach unserer heutigen muntz fünfftausend Usjol» oder fünff orths-thaler zu zahlen, da selbiger vorher vonAuqusio,damit er heyrathen mochte, -l-oe- lcUctt.um. dasist, 2; tausend solcher stucken, nach unserer artzu rechnen, empfangen hatte. Allein weil der gute mann dabey entweder aus schrecke oder aus schamhafftigkeit (indeme es in ansehen seiner her- kunfft, und der vielen Unkosten, die in Rom darauf gierigen, eben wenig genug wäre,) hiezu still schwiege, so gäbe ihm Twe- rinS letstlich gar nichts, daher dieses hauß m die allcrgroste und bedaurlichste dürfftigkeit gebiethe. Doch ist nicht zu ver,chweigcn, das Valerius Marimus die ursach von dieses mannes ungluck auf dessen eigene liederlichkeit und Verschwendung schieben will; wiewohl crs gar leicht aus schmeicheley gegen Tiberium also hat thun könen , als deren sich dieser icribcnr auch sonsten allzusehr schuldig machet. Er gibt aber dem gegenwärtigen Hortensio, an statt Uor- rsli, den zunamen Lorbio. Tkcr/. ^ 4 »»^/. I. r. c. Z7. L-r/. >6ortenstus/ (Johannes) aufFrantzosisch sie-I-rllms,Konrgs Francisci Leib-Ellicur. Er war ohnfern Laon aus der Picardie gebürtig, und sein vater Johannes, war Hauptinann des schloiies Lamelle in der cllwces Laon. Er lehrte anfänglich zu Paris in dem colleßio des Cardinals l° Moine die llumrniorL, legte sich hicrnächst aufdiem-llicin,wurde an. l; 14 i^ccai-ureusdarinnen, an. IZI 7 Licenkist, und an. I? 19 voötor. Es erhellet aus dem register der scs-lcmie zu Paris, daß er an. i;Ll der vornehmste OuÄc-r.und an. I;; I Oecsnu- selbiger f-cultät gewesen. Weil er in derGriechischen spräche sehr wohl erfahren war, ermähnte er alle seine zuhörcr mit ernst darzn, und damit ein jedweder Galenum in der spräche, wo- rinen er geschrieben,nachlesen tönte, verehrte er die Griechische --u- rion in die bibliothec desselbigen coiiegH. Er stund auch in solcher repiitLtion > daß man davor hielte, er würde alle krancken können gesund machen, woferne ihre stunde noch nicht gekommen. Endlich starb er am schlage, als er an. iZ 47 seinen geburts-tag scherte. Von ihm stammet Menagius her. rewsr^ues 5 ur la vic ilc kicrre L^rsulk. L-17/e. ^ortensius/ (Lambertus)war zu Montfort/ einem unter Utrecht gehörigen städtlein/an. 1 z°i qebohren. Sein vater war ein «ärtner / daher nahm er den namen Hortensius an. Er kam sehr Hing nachLövcn/ woselbst er sich in crlernung der Griechischen/ Hebräischen und Lateinischen spräche wohl übte. Von dar wandle er steh nach Utrecht / woselbst et ein schul-coil-xL, nicht aber ucÄor. wie Pantalcon will/wurde/und darauf kremier. Wegen der innerlichen unruhe/ wandte er sich zu dem Herrn von Zuilcn auf das schloß Harea / und wurde von dar zum Leüor der schule zu Naer- den in Holland beruffen/wclchem amte ergantze 23 jähr vorgestanden. An. i?57 wurde er zum LcLm der schulczu Delft bcrnsten/ er schlug es aber ab- Alsdiestadt Nacrdenan- iz/rvondcs Her- tzogs von Alba söhn ausgeplündert wurde/traffauch sein hauß dieses Unglück / und wurde sein natürlicher sohn/Augustinus / vor sei. nen äugen erstochen / ja es hätte nicht viel qefehlct / man hätte ihn selbst umgebracht/ wofern er nichlvon zweyen seiner ehemaligen um. ci^uill, namens Levino Wclbano und Johanne Castiltano/ welche die Neapolitanische völckcr commsnUirten / aus solcher lcbcns-gc- fahr wäre errettet worden; indessen brachte er nichts davon als sii- nebücher/ weshalbcner nachmals dem Weldanoseinen Luranum der an. i?78 heräus gekommen / a-giciret. Er hielt sich hierauf einige zeit zuUtrecht auf/weil man ihn aber wieder zurück nachNaer- den verlangte / gienq er dahin / und hielt sich meinem wirlhs. Hause auf/starb aber bald daraufan. 1574 auf einem land-gut ohnfern Naerden/der»oogve Lngi>qcnannt/uud ward zu Naerdcn begraben. Er tranck gern / und lebte am liebsten in gemeiner gcsill- schafft. Er war zwar dem geistlichen stände ergebcn/hatte aber doch 2 unehliche sohne/den Augustinum/welcher orgLniu war/und Hie- ronymum / welcher den geistlichen stand annahm. Er hinterließ an schrifften einen trsKat lle belln LcrmLnico z lle lumultibur ^n-bLxiti. llLruni; explzn2cione5 pvetaruni vcrerum ; clc t'eceiiionibus Ulrrsjü, Ami;. ^ 4 »-/xe« bibl. kclß. LrbEnL- Lel§. vics Uoneiiiü. vik. pkilos. L-r>/e. znni ,705. hortensius / (Martintis) ward zu Dclfft in Holland 160; gebohren / und ist an. l6z4 Nrofcllbr XlLlbLMLtum zu Ams damworden/aberan.i6;9 in der besten blütc seiner jähren verst den. Man siehet aus der vvrrcde/die crimilippi 4.21,5^-^! cnmm »tioniku! in worum tczra: lliumum Sc 3MIUUM vorgesetzet hat / l aus denen starcken «bjccHonlbus. die er Tychoni Brahe dar WE/js wle hoch er es m dieser wissenschaffl hätte bringen könn Man yatvon Ihm ciiilörcsclonem lle XlLtcurio sud 8ole viln A Vc " wvi5z.ttn,as Wider Keplern und ein paar or-tion» cte urilikLt oiZnirsre mLrbcicoz, und lle oculo cjusque prLllLnris. Dos übt ^erfruhzettige tod unterbrochen. Gasscndus ist fein sondcrd r^6 gewesen / und Hut mit ihm «orrchouckttt. o/ers hör hos -csortleder/ (FridericuS) WeimarischerHvfrath/«MG Amfurt bey Magdeburg von geringen eitern gebohren / aber«» einem von Asseburg erzogen. Nachdem er in denaumuW^,,,,.„ nommen / erhielt er anfänglich bey dem Hertzoge Johann zu Weimar / als er noch Printz war / die stelle eines wk»-m-:o,u und nachgchends eines Hofmeisters und Hofraths zu Weimar ssr wurde in den wichtigsten Verrichtungen / auch in der JüIilbisäM lucceMous-sache / Und lN andcrnistreitigkeiten des Hauses Sackseil starck gebrauchet/ bis er endlich an. 164° starb. Erbinterließ 2 tochter / so an den Sächsischen geheimen Rath / Zachakiam M schenck von Lindenhoven/verehlichet wurde.Er hat ein grosses werck von den Ursachen / ansang und fortgang des Teutschen krieaeS schrieben/ so er aus dem Weimarischen^cbiv zusammen aetram/ welches sein schwicger-sohn / Zacharias Prüschenck/ nach seinemto- de/weit vermehrter cllirct hat.Er war auch gesonncn/den vermehrtzu -cllreir/ und bat noch sehr viele Er- hinterlassen/ weh che in der Fürstlichen bibliothec zu Eisenach zu sehen, inrroll. 26 lcript. kill. ccclell pgg. 117. -Kerze» örr xrsf/HiZÜi Iblirinßcn ,7. ^ovvendill / Oouverneur der Dänischen Provintz JütlM war durch seine seeraubereyen kurtzc zeit nach der geburt Christi Ä mächtig. Coler/ Konig in Norwegen / rüstete deßhalbcneineMe wieder ihn aus und trafihn/ da er ihn langeverqebens gesucht/auf einer insul in einem walde an. Daselbst wurden sie einig / ihre streu tigkeiten so bald selbst auszumachen/und zwar solle der iiberwinber dcn/der unterliegen würde/ bearabcn/wclches auch Homndillbe« König / da er ihn erschlagen/ that. Er ward aber hernach selbst ive» gen eines aufruhrs wieder seinen König hingerichtet. i, i. Iss0Kl)8> cin name/ welchen die Egyptierder sonnegabes/ weswegen auch die theile des tages/ welchen die sonne verursacht/ von dcnLatcinern KolL.das ist stunden/genennet worden. Die r-, an zich selbst haben die Poeten zu töchlern der sonne und ckr°m. oder der zeit gemacht /und ihnen bevgelegt / daß sie ihrem vatet den wagen und die Pferde ben frühem morgen zurechtemachen/lindem tage die thorc öffnen müssen, in mg.öc »Ln««. Ili-ll, öc 4. 1.4. c. 4. psntb. m) lli. p. 6oseas / Dccri söhn / aus dem stamme Jsaschar/ und der stadt Detdscmcs / ist der ordnung nach der erste unter den kleinen Propheten. Er predigte unter den Königen von Juda/ Usia/ Jolham/ Ahas/ Hiskia und Jerobeam II - dem Könige von Israel/dasist/ von bl. ;i89/ä. L. 795. biß XI. ;rz7/ ^.L. 727. Er straM der Jüden abgöttcrey / verkündigte die gefanqenschafft beydes Israel und Juda / und hat ohngefähk 90 jähr gelebet.^/-»--. >. «--- xo». in zirLiLl. cie vir. Nrupbcr. oillc. blbl.ÄÄ^- encbirill. bibl. 4 -r» prolcgomcn. Ac. 6oseas / Ela söhn / der letzte König in Israel. Er bestieg nach ttmordnng seines vorfahren/ Pckah/ den thron im 20 jähr> tham/ oder im dritten Ahas/ seines sohns/welchen selbiger M gchülffcn in der Königlichen rcgierung angenomlncn. Jedoch>vir- 2Leg. 18/1 gemeldet/ daß Hoscas seine regicrunq im ir jähr Ahas / und also erst 9 jähr hernach angekreticn/ weswegen ihm auch die heil. schrillt nur eine 9 jährige rcgierung zuschreibet/ weil Samaricn seine rcsidcntz und hanpt-stadt im sechsten jähr Hiskia von Salmanassar/ dem Assyrischen Könige / eingenommen worden. Die ursach dieses Unterschieds kan diese seyn / weil innert den ersten 9 jähren Hoscas nicht so wohl in seiner regimmq mag belustigt gewesen sinn / daß er sich getrauet den Königlichen titul angi- nehmen / ob er wohl sonst die Königliche gemalt in bänden gehabt/ und von ihm also wol gesagt werden kan/daß er regiert habe. Oder auch / mag wohl ein unterschied zu machen seyn zwischen der em- dung des Pckah durch Hosiam / und zwischen dem wurckliche» re- giment Hosiä sechsten. In der zwlschcn-zcit/und ehe sich noch das volck entschlossen / diesem letztem undcrwürffig zu seyn/ haben wol die vornemste und älteste die fachen führen können, «4 I. 9 c. 14. /ü-xo». ^rolegon,. Lrvez«,. llj/cn/snnsl. ^ofttibandes / oder Ritters 8 . George / (erdendes) ls,FvaNtz> torlZi-c lldL jarrericr,:, hat siiNt stisslilNgdeM Könige Eduards III'zu dancken/ einem Herrn / der dainals iiber Franckrcich imd Schottland triumphirtc/ die Könige/dMMM von Franckrcich/ und Davtdcm von Schottland/ zu gleicherzeltm gesanglicher hasst hielt / und an. i; 4 s oder diesen orden eingesetzt. Einige halten dafür / es sey aus liebe zu der GräfinMarina von Sallsbnry geschehen / so im tantz mit dem König eine» von ihren strumpf-bänderii vcrlohrcn/ welches der Konig a»M°' ben / und darbcy gesagt: «on„v s<>ir , qui ms> xcnic: d. 1. Lroy dem / der deshalben was üvels gedencke / welche wo«« zum wahlfpruch des ordcns gediehen. Allein die Engcllaiivec« mcn sich dieses zum schimpff auf/ und klagen insgemem rum Vergilium an / als hätte er es der nr-lo» zur schanv ero M- wollen vielmehr / Eduarbus IN habe zu solcher stMung an aßg- nommen von einem sieg/ dene er in Franckreich erhalten /mww" bey er in der schlachl ein dergleichen hoscnband sum fcld-relWK geben hatte. Doch schrieben auch einige gar den ersten ansa v chardo I bey anlaß der von ihmc in Eypernund dem gslobleniM geführten kriegen zu; nach welcher Meinung Eduardm UUM» nur müßte wieder erneueret haben. Andere aber bcnwm!/ ric legenhcit sey von einer besondern kriegs-that ßttiommeri/mw . orden der namen vom hoscnband gegeben worden/weilmaiim> stück allein von dem gantzen ordens-klcide anfänglich MM reu!!^ erwählet / um dardev die Ritter zu erinnern / daß lis oiircy m k- s !« !« v ia fiü II» K N »II !S> « K !il! i!« Lj »/ iii litt >!II ll- z in W e b>! V kll d ü lL l.ü Ü- k!I !:!- A r/ s K c( ir h S h kii K tz hos ständiger band der einigkeit und freundschafft verknüpffct seyn sol- kn. Der ordcn hat seine eigene ockcisurch / als den Prälaten des hosenbandes/ welcher allezeit der Bischoff von Winchester ist; den Cantzlcr / der der Dlschoff von Salisbury ist; einen LeZikr-wr. welcher derDechanti vonWinbsor ist; und einenWaapen- König / den man «Er nennet/ weicher auf die reremonicn bey den r°i-a- 1-ttatcn der m.itter/so LmZkk« o/ -ke Zsrrer gcnennet werden / bey chren .»Klonen auffrcht bat. Das Capitul der anwesenden Rittern wird jährlich am 8. Georgen-tag / als den rz april aufdem schloß und rapelle zu Wrndsor/ so der König Eduard deshalbcn er. bauet / gehalien. Das ordcns. zeichen ist ein blaues hosen-band/ welches m,t gold/ perlen und edelgesteinen besetzet / und dieses müs. sen sie allezeit an dem lincken fuß tragen. An ihren Kielen festen tragen sie mich einen rock / manrel und mütze von fchwartzem summet / nebst emem Hals-band von purem gold/mit roth-geschmeltztcn rosen / rn emem blauen ewckiiirten band / den wahl-spruch mit güldenen buchstaben in der mitte. Sie dürffen sich öffentlich ohne ihr hosen-band nicht sehen lassen bey-rthl. straff für den/ der sie am ersten darüber antrifft; doch wenn sie auf der reise sind/ist ein blaues band unter dem stiefel schon genug. Die güldene ordens-kette ist aus 2 Zarter« oder rund gelegten hosen-bändern / mit der aewöhnlichen umschrrffl / nebst einer meisten und rothen rosen in der mitten / und so viel geflochtenen knoten / wechsclsweise zusammen gefügt / daran unten des Ritters 8. Georgen bild zu pferdt / nebst dem brachen zu sehen / welche kette die Ritter bey solennen fest-tagen ausserhalb über dem Mantel zu tragen pflegen. Selbige ist nach dem rang der Ritter von unterschiedlicher kostbärkeir / mit diamanten und andern klemodien besetzt / wie denn diejenige / so man dem ehmaligcn König Gustavs. Adolphs in Schweden überreichet/ in allen buchstaben durchgehends mit diamanten sezieret gewesen / und zusammen 411 stuck derselben in sich enthalten. Ja dasjenige ordens-klctnod/ so die Königin Anna an. 170; dem vuc en. TLroj,. 7/sr«>Z-Z. ?. r p. rol. ^osidäer/ wird besser Hasideer geschrieben / ist eine gewisse brüderschafft gottseliger leute unter den Jüden gewesen/ sozu den reitenEftä und verletzten Propheten ihren ansang genommen- Sie ergaben sich freywillig zu dem dienst des gesätzes / und reichten die unkösten zu dem tempel und den opffern her. Sie wandten y stunden auf das gebet / und liessen täglich ein schuld-opffer für sich opffern / ohne an dem nechsten tage nach dem versühn-fest- Sie sahen meist nieder auf die erde / Stengen nichtmit blossem Haupte/ sahen nicht auf die seile / kamen zu keinem gastmahl fürnehmer leute/ und was dergleichen mehr war. Kurtzlich/sic wollen mehr thun/als das gesätz erforderte. Nach Scali-zeri Meinung sollen die Pharisäer von denselben hergekommen seyn; einige aber wollen / daß die zur zeit der vcrsolgunglbeständig gedlicbeneJuden insgesamt diesen narrten bekommen. D-'«/.«je ; lcÄ. l. , c. ro. Lr-Llo-Ar nur. Ä«j Lvkrl ?. ; §. rr. L inbcx.lLlm. vocib elencb. rrikarr.c. rr. comr. bar. exerc.in. 9. ctub. evsug.p. »8 kbes. 1.* -sosius / (Stanislaus) Cardinal und Bischofs von Ermland/ war an.i;o4zu Cracau gebühren / und wurde von seinen eitern bald anfangs nach Padua geschickt/allwo er mit dem Regmaldo Polo/wclcher hernachCardinal wurde/gute freundschafft pflog/und den Lazarum Bonamici zu seinem p^ceprare hatte. Von dar wandte er sich nach Bonomen / und erhielt daselbst von Hrigone Boneompaanoi den voLors Hut. Von dar gieng er zurück m Polen / woselbst ihn der König zu seinem s-cr^r-o machte / und nachmals in der cantzley brauchte. Er stund bey dem Komge Slgts- mundo Augusto rn sonderbaren gnaden / welcher sich auch seiner m den wichtigsten dingen des Königreichs bedtcnenwolte; und well er sich in den geistlichen stand bcgab/bekamer ein onomcar zu Cra- cau/und nach diesem das Bißthum Culm. Er wurde hreraufvon hos land/und wurde von dem Pabste Pjö IV an den Kayser Ferdinan- dum gesandt/um bey selbigem so viel aus;urtchten/daß daS conc,b- um zu Lrient möchte fortgesetzt werden. Es wird versichert / daß/ nachdem Hosins bey dem Kayser den vorrrag gethan / selbiger zur antwort gegeben / daß er einem solchen menschen / dessen mund em tempel / die zunge aber em des Hess- Geistes wäre / nicht vermöchte zu widerstehen. Eben dieser Pabst schickke chm am -V- den Cardinals.hul nach Wien zu/ welchen er anfänglichausschlug.Al- lein der Pabst befahl ihm solchen anzunehmen / auch 2 monate da- rauf/ daß er nach Trident gehen / und daselbst das c»ncn,um alS sein Gesandter nebst den bendcn Cardinälen von Mantua und Se- ripandeerDren solle. Er verrichtete selbiges so glücklich / daß ihm auch der Pabst nach geendtgkem Lonc-uo einen gar verbindlichen brietdeshalden schrieb. Wiewohl jedoch verschiedene habeinirkyei- len wollen /er wäre etwas zu einfältig gewesen/und hatte sich allzu- lcickt von anderen regieren laffen/als daß er einer solchen Versammlung m amuAmir ähtgkeit hätte vorstehen können. Es will aeiäMwerdcn/Mhakte er deshalben der 24 k-k.ou dieser versamm- mna / worinnen von den heimlichen ehen gehandelt wurde/nicht bmnmbmn wollen /weil er ihren schluß nicht qebllllgct/ es ril aber vermuthlicher / daß er kranckheit halber nicht vardev seyn können. (M vNe^ s«n Bißthum/ und acheffew äomn, conj.gio ; Ue mW vui'Z-rt ; rec,nr->riouszseprew; juälcium oc cenlurs «je slZorzoöL ^rinirsre. Lc Mus fremdesprachenuberseAnd^ deil. ^e/e^r virs ttolli. «je/cripr, Poion ,, 7 ckesrr. vir. litter. I. 68. I,jg. concil. IrMenc' Nsran. ex. I «. cLlliZL«. ex Ls/sutr. I, r. c.«t» conrin. «je script. cccl. c. zr. 0Äs«»«r in ciien«o Lornsn. p. ,6is. nomsncl Lrrcjin. r>. i;i. I LeLijemie «je« tciences. ckeakr. p. 4;. * ^ostus/Bischoffvon Cordoua/siehe Osius/ hospinianus / (Johannes) ein peott-nr>r zu Basel/gebürtig von Wteln aus der Schweitz / hat zu Tübingen studirk/ und allda den Zrscjum^lLZMeru empfangen. An. 154; ward er zu Basel in conM.um tllcui«. ?lli!o5. aufgenommen / und bald darauf;» 2 p«o- tcltionen / als Orarons- und «.KetoricL , zugleich beruffen / welche er doch an. 1546 um der krvteM orZzni verwechselt/ bey deren er auch biß an sein end / welches in den iun. 157; fiele / geblieben ist/und sein leben auf6°jähr gebracht hat. Seine schafften sind: CLrmen ksncMr. in L 4 . st, Lwerrkoken; (suLtkion. OisIEic«; LZic. Lrsmin. UrtiLni Lellua. OrZsn. Lrill. «See. Lccles. L Lczcj. Libllotli. * ^ospimanus / oder Wirth / (Rudolphus) war zu Altorff, einem flecken zur Grafschafft Kyburg gehörig, in dem Canton Zürich den 7 nov. an. 1547 gebohren, und wurde in seinem siebenden jähr nach Zürich geschickt, um daselbst seine kucken zu treiben, worinnen er unter feinem oncie. Johanne Wolphio,gar wobl zunahm« Als ihm aber an. i;6; sein Vater gestorben war, bekam er an Ru- dolpho Gualtero, welcher fein tauff-path war, einen grossenPatron. Er gieng hieraufm dem folgenden may vonZürich weg,um sich auf andern ^»öemien umzusehen, und hielt sich 2 jahr zuMarpurg auf. Ferner lebte er 6 monat zu Heybelberg, von dar er von feinen vorgesetzten zurück beruffen, und an. i;6y zum Pfarrherrn aufdeflr Hirtzel; stunden von Zürich gelegen, gemacht wurde, allwo er verblieben biß an. i;?6, da er zum ?rovckore der obern Lateinischen schule in der stadt ernennet worden, zugleich aber das predig- amt zu Schwamendingen, eine stunde von der stadt, versehen müssen. An. 1588 ward er Trrcki-Visconus der Arche zum grossen Münster« und 6 jähr hernachPrediger in der Arche zumFrauen-münster. Ob er gleich fast ein gantzes jähr mit dem staare befallen war, that er doch fein amt allezeit gleich, biß ihm solcher an. isiz glücklich genommen worden. Er ward endlich in dem 7-6 jähr seines alterS gantz kindlich, starb auch in solchem zustand im mertz an. 1626. Er hat Viel fchrifften hinterlassen , als: -je oriZine L proZreNu riruum Lc c-eremouiLruln ecc!eÜLkicsrum; «je rempll's; «je «Vionscllir ; «jg fekis j «jc coeuL «jomiliics; «je oriZiue Le proZrsku conrroverll« läcrg- menrLri-r; concor-jiz «jilcors; NikoriL ffe/uicics, welche alle ZU Getlss an. iü8i in 7 foliantenzusammen gedruckt worden, ausserdem, was noch in klSco. geblieben. //crÄcFFS» virs^-ist-imLN-'. Hospital/ ist ein flecken nächst bey dem Gotthards-berg in dem Urseler-thal gelegen,so den namen von der Herberg hat, so allda vor diestm den reifenden zum besten ist erbaut worden. * Hospital / (Michael >') Cantzlcr von Frankreich, war an. i;o; zu Aigueperft in Attvergne gebühren, und war «ein Vater des Onnek-bois Carls von Bvurbon, hernach seiner schwester, derHer- tzogin von Lorhrmgen, Leib-^e-iicus; sein groß-vater aber wird von Belcario, Varillas und einigen andern zu einem Jude von Aviqnon gemacht; wiewohl solches noch nicht so gar gewlß ist. Sein vater gieng mit dem Lonn-b-b-i aus dem Reich, und ließ seine ganye familie zurück, da denn dieser Michael, welcher damals zu Toulouse Kuckrte, anfänglich m -»ek genommen, bald aber auch wieder losgelassen ward, weil man auf ihn nichts bringen konte. An. 1526 war er bey fernem vater m Italien, der ihn unter eines eftltreibers k-ckr. wegen den herumugenden feinden,vonMayland nachPadua schaffte,um daselbst seinen Kucken abzuwarten. Als er nun solches s jähr getrieben, ward er zu Rom ein /tu«jj«or ck 8.uor->, welche stelle er jedoch auffgab, weil ihm der CardinalGramont bessere beförderung in Franckrerch versprach,^ ibm aber damals fehlschlug, weil gedachter Cardinal bald hernach starb Hierauf sieng er an zu prLc,ren, und als er solches einige i hr äetA E einer frauen die stelle eines Dar- lamentEaths, und ward aw-547 nach Bononien aufdas ^«-u. cNium aefchickt. Nach seiner ruck-k»nfft ward er bey Königs Hen- riri ll fch vesterMargaretha,Cantzlcr in ihrem HertzogthumBerry, und derKönia machte ihn zumOber-Rechnungs-i''-a-j;«jenten. Nach LMntodwardercln mitglied des geheimen Raths, mmie aber a "ich darauf gedachte Prmtzeßin Margaretham nach Savoyen b letteu, da er denn als ihr Cantzkr bey ihr blieb, biß er an 1; so Cantzier von Franckreich ward. Dieses hatte er mehrentheils der Königlichen Mutter zu verdanckm, die ihn gegen d,e Gulfen zu ge- « Ooooo » brau- 8^4 hos . „ , brauchen dachte. Er führte ^ ^^n^angelegen seymUnter an- auf, und ließ sich das gemeine bestelltem angel^ wurde, derm veryliiderte er, va8 0 9 wider willen, und hingegen willigte er,obfchon aum,v^, sperren, in ern ^^^s^w^mider^dieProtestanttn, welches von der stadt, darin- net wird Er wohnte in selbigem jähr der Versammlung zu Fontai- nebkäu, ingleichem der zu Orleans, welche bey ansang des Königs Caroli IX regierung gehalten wurde, der zu 8. Germam e-> Laye an. i;6Äem -oUoqulo zu Poissy selbigen jahrs, der versamnlluna zu Moulins an. i566, und andern mehr, bey; es wurde auch bis an. 1568 nichts wichtiges ohne seinen beyrath geschlossen. Er be- mühete sich des innerlichen friedens halben gar sehr, den Reform^ ten die religions-sreyheit zuwegen zu bringen, weshalben «hm auch die Catholischen nicht gar günstig waren,und ihn heimlich für einen Protestanten hielten, auch daher» sagten: Gott behüte uns vor -es Hospitals messe. Allein er war von so grossem amehen, daß er ohngeachtet alles Widerspruchs der Römischen parthey durch- drung. Endlich, weil er niemals zum krieg wider die HiiKonotlen rathen wolte, machten ihn seine feinde und selbst die Königliche Mutter bey dem König, der ohnedem gegen die Hugenotten erbittert war, so verhaßt, daß er nicht mehr zum kriegs-rach gezogen ward. Als er nun sahe, daß er sich den grostcn theil des Hofes und selbst den König auf den hals gezogen, danckte er von sechsten ab, und begab sich im jun.an. 1568 auf sein lust-hauß Vtgnay,ohnfern Estampes, da wenig tag darauf die siegel von ihm abgefordert wurden,die er auch willig hergab. Man sagt, er hatte bey der Pariser blut-hochzeil auch ermordet werden sollen,wen es nicht dieHer- tzogin von Ferrara abgewendet hätte. Er starb endlich den 1; may an. 157; im 68 jähr seines alters, und wurde auf seinem gut Ca- moteur ohnfern Fontaiuebleau begraben. Er hatte von Maria Morin eine eintzige tochter, so an Robertum Hurault, Herrn von Bclesbat, Königlichen Rath, «.cquLcenmeister und nachmals bey der Hertzogin Margaretha von csavone» aus dem Königlichen hauß Franckreich Cantzler, vermählt. Es haben einige bemercken wollen, daß er dem Aristotcli ähnlich gesehen. So viel ist gewiß, daß er ein gelehrter,kluger und erfahrner mann gewesen.Selbst die von der Römischen kirche können ihm das lob nicht absprechen,daß er die wahre Wohlfahrt von Franckreich ohne arglist gesucht, sich der auffrichtigkeit und unsträflichkeit hauptsächlich beflissen, aller Ungerechtigkeit gesteuret, deswegen auch offt den grosten im Reich, mit sonderbarem muth widerstanden, und viel dem land hochst- nützliche Verordnungen befördern helssen. Man hat von ihm -xi- üolss scu sermoncs; kLrsngue contenLiic I» rcmomrrncc tkike ctevrnk ckaries IX und po°mrrs.Sonberlich hat dieser mann in Lateinischer spraach, so wol in gebundener, als ungebundener rede, fürtreflich wohl geschrieben , wie dann bekandt, daß einige seiner gedichten auch selbst von gelehrten Männern für alte und in der besten zeit versertigte stuck sind angesehen worden. >„ ciox. THevrv vie 6e» komme» illuürcs. letkre«. eloZe öuLonneksbleKkonmorenc/. kill. öckrrnce. clogcr. ^47/«. * Hospital / (Michael Hurault von ) Herr von Bclesbat rc. war obigen Cantzlers enckel, und sonst auch unter dem namcn des Herrn 6u Fay bekandt. Sein groß-vater befahl ihn in allen wissen- schafften zu erziehen, hinterließ ihm auch seine KiKilorK-c. Er war erst bey dem Kvnig Henrico III in Franckreich «.cquscemneister, weil es aber an diesem Hof so schlecht zugieng, verließ er denselben, und begab sich in Navarrische dienste, da er denn bey König Heinrich Cantzler, und von demselben in wichtigen Verschickungen nach Holland und Deutschland gebraucht ward.Man findet jedoch nicht, daß er die Reformirte religion angenommen. Es wird davor ge, halten, er Habe können Cantzler von Franckreich werden, wenn er nicht das Staats-Kiimllerium selbst verlassen u»h dem krieg nachge« zogen wäre. Er starb an. 1592 vor Verdruß, weil er das gouvernc. menc von Quillebeuf in der Normaudie, welchen ort er beseitigen und sich daselbst mit 800 Engelländern setzen wolte, auf beseht des Königs, der ihm deswegen nicht recht traute, an den Hern: von Bellegarde übergeben solle. Er hinterließ von Olympia «m Faux, des berühmten Guidonis von Faur, Herrn von Pibrac, welcher kr-^enl bey dem Parlament zu Paris war, tochter, verschiedene kinder, worunter Petrus Hurault von Hospital, xcguecenmeister war, welcher erben hinterließ, und Guido Hurault von Hospital, war Ertz-Bischofs von Air. kiii. 6» kt-icr« ° Galluccro an ein ander hauß gebracht- Ein anderer tobn des besagten Petri von Galluccw war Alphonsus von Galluecio, Herr 6c Carolus II von Napoli an. 1 ;°8 das recht ertheilet, daßerzahrlich,n ferner Herrschafft Hospital 8 tag hos lang einen jahr-marckt möchte halten lassen. Dieses Alvboull Fribericus vonGalluccio, Graf von Hospital, hat MMam L Prmtzen von Tarento tochter, zur ehe gehabt. Diesem > 2 » 2 söhne zugeschrieben, Fridericus und Johannes; KiderlsÄ. cher keine ünber hinterließ, daher die Herrschafft Hospital 82 tags von den kloster- nmgsrauen 6-il -innonciLa,-s, Navoli v senwird. Verändere,Johannes6ei'Hospital, hateinensobna! habt gleiches namens, welcher sich an. 1,5° in Franckreich det, und den namen 6e i Hospital aufseine nachkommen fortgepflantzet. Er war Herr von Chvisy aur , desKvniasÄ. hannis Rath undCammer-Herr, ward auch an 1 ; 6 vvnseLm zum Großmeister der armbrust-schützen gemacht. Erheyraik an. i;64,Johannam Braque von Choisy, Nicolai Bm L m von Chvisy Ch-tillon, so bey dem König Carola V Rath, Hv 2 ster und General der ün-ntzen gewesen, endlich aber als Adqesand. ter rn Engelland gestorben, und Johannä von Tremblay, simm» Chvisy, tochter, die ihm bemeldte Herrschafft zubrachte. Seine kni. der waren Frauciscus II . 6 - i'Hospital, Herr von Chvisy, welches zum unterschied anderer orter dieses namens -ur log» beyaenannl wird. Er war Hertzogs Caroli von Orleans, wie auch der Köniae Caroli VI und VII Rath und Cammerherr, ingleichen Ober-teiw. und Jager-meister in Franckreich, Champagnie unbBrie, und end. lich der KoniginJsabella, gebohrner Hertzogin von Bayern,Ober. Hofmeister; JacobuS oder Nicolaus, ein Geistlicher; Agnes,^0. hannis von Beaumont , des Hertzogs Johannis von Berry Cwn. merherrn gemahlin; Nicolea, Anselmi ll-Bouteville, Herrn m Orville; und Catharina, Nikolai von Fonteney, Herrn von 8 . Lie» baud, gemahlinnen. Von Francisco stndgebohren Catharina, die an. 1424 anJohannem vonCourtenay,Herrn vonChampignelles nü BIeneau,vecehlichet worden; und Johannes III a-i'HospilchHm von Chvisy, der an. ^45 8 gestorben. Er verhcyrathete sich an. 144s an Blancam von Mannes, Thomasini und Elevnorä von Bmes tochter, welche mit dem hauß Croy, den Hertzogcn vvn Arschok, Printzen von Oranien und Grafen von Chalons verwandt gewesen, und rhm gcbohren Adrianum, Herm von Choify, welcher Königs Caroli VIII Cammer-Herr, Hauptmann über eine cowxszme, General-Lieutenant in Bretagne, auch Qouverncur von 8. Malvnnd Caudebec gewesen; und bey der Königlichen armee in der Wacht bey 8. Aubin 6„ Cormier die -v-mgLrU- geführet, wie denn auch der darinnen gefangene Hertzog von Orleans in seine verwa^ rung überlassen worden. Er starb an- 1509. Seine gemahlin war Anna von Rouchaut, Joachimi, Herrn von Gamaches mb Boismenart, auch Marschalls von Franckreich, und Franciscä von Volvire tochter, welche ihm ; söhne und; tochter gebohrcn. Es sind ausser 2 söhnen, Adolphs, der dieHerren von Chvisy fortgepflantzet,und Carole,welcher eineneue linie der Herren von Hospital und Hertzoge von Vitry gepflantzet, von denen hernach soll gesagt werden, die übrigen jung verblichen. Fcancisci anderer Du war Ludovicus, Herr von Nogent in Brie, welcher an-1511 ohn- vcrheyrathet gestorben. Seine tochter aberClaudia,MichaelisPi- gaffe, Herrn von Carebonncs in der Normaudie, gemahlin; und Maria, welche erstlich a»Hurtinum 6-i'Estandart, Herrn von Conbcrt, hernach an Johannem Cbcna, Herrn 6u Bcssay, und letztens an Franciscum/Hcrrn 6-1- Fett- -u vicomrc vcrehlichetwar. Adolphus 6e? Hospital, Adriani söhn, Herr von Chvisy, Königlicher Rath und Cammerherr, Hauptmann von Fontaiuebleau und Ober-Forstmeister über die Waldungen von Orleans,heyrathcte Louisen von Poisieu, Claubii von Poisteu, Herrn von srims Mine und Montigny,CLpir-ioi bey derKöniglichen fthloß-pforte, tochter, mit welcher er; söhne gezcuget, Johannen; IV, welcher das ge- schlechte fortgepflantzet; Henricum, vicomkc -j» Vaur und Herrn von Mainville, der an. 1501 des Hertzogs von Aujou KlritteUc^r- öcrokbe worden, und ohne kinder gestorben; und Renaturn, welche« eine neue linie her Herren und Grafen von Mesme gestifflet, von dem hernach. Johannes IV, Lldolphi ältester söhn, führte zu erfl den titul eines Grafen von Chvisy. Er ward von dem KöniMaro- lo IX zum Ritter des Königlichen ordens,zum Cammerherrn,uud zum Hauptmann über eine von 50 man» cüraßirergemacht, war auch des jungen Hertzogs von Alengoii, Francisci,Hot- meister. An. 1547 verchlichte er lich mitLeonora Sruart,Hertzogs Johannis vonAlban natürlicher tochter, von welcher, aussercimr tochter,namensCathariua,die erstlich BaronJohaimis von Orbcc, hernachRenati vonLaval,Herrn 6- i-Faigne,gemahlin gewesen,ge- hohrcnJacobus.zu erstGrashernachMarggraf vonChvisti, deran- 1598 den Königlichen orden erhalten, auch ckev2>i°r ä'k°Ek0e» der Konigin Margaretha, llouverncur und seneckri von Auvergue gewesen, und anfangs Magdalenen von Coss, Arturi, Grafen von Secondigny undMarschalls vonFranckreich tochter, hernaWralv ciicam >c Picard,Jacobi von Beauvau wittwe, zu gemahlinnen gehabt,von denen gebohren Carolns,Marggraf von Cbony, vouo m hernach; Arturus, ein Capucincr; Achilles, Baron von Cord», der mit inner gemahlin Catharina von Bruges, Renati Herrn-^ Gruthuien tochter,keine kinder erzielet; Franciscus,so ohnverehiM gestorben; Louise, die an. 1610 johannis 6- ls Croit,Barons 00 Castres, gemahlin worden; Magdalena und Jacobina,Nonn «- Francisca, Jacobi i<- Roy, Herrn 60 u Gränze Qumei geiliM»- Genevieva, eine Nonne. Carolus, Marggrafvon Cboisy, seiner mit Renata von Beauvcau,Jacobi Herrn vonRiva» t0M- geführten ehe gezeugct Nenatum, Marggrafcnvon CbE ' lichMariamCharlottam 6e i» Marc,Henrici Robert«, GrastN- Braine tochter, und nach ihr Helenam von Moutiers,Jacobi,« romte von Mcrinville tochter,zu gemahlinnen gehabt, und M von der ersten zwar 4 kinder gebohrcn, die aber alle sniMag stophen; von der andern hat er gehabt Gabriel, MaMastm hos Chorfy; Franciscam Margaretham Iacobiiiam und Franciscam Henricam, so beyde unverehlicht abgelebt; Renatam und Francia- nam, Nonnen; Carolum, genannt den Grafen von Hospital, vormals Qou veracur von Monaco, rc. Alerandrum,Herrn von Hospital; Franciscum/ einen Ritter; Mariam Charlottam, eine Nonne; Margaretam; Genevievam und Charlottam. Renatus -lel'Hospi, tal, Abolphi jüngster söhn, Ritter vom Königlichen orden,Herr von §sinre Mesme, Lorey/ Villemadeur, Mainville, Vicomte tz« Vaux, Baron von Montigny, rc. hatte zur gemahlin Louisen von Mont. mirel, Frau von Chamburey, mit welcher er gezeuget Annam 6- !' Hospital , Herrn von Lsinre Mesme, Villemanoche, rc- der an. »602 verstorben,und hatte von seiner gemahlinIacobina u'Huraut, Jacobi Herrn 6u Marais «le Vueil,tochter, Jacobum; Aegidium, Priorn vonVillemvutier;Mariam,des Herrn von Brecour gemahlin, und noch eine tochter. Jacvbus, Herr von S. Mesme,rc. hatte zur gemahlin Claram von Barillvn,Jacobi Herrn vonMarcy rochier,des Präsidenten Barillon,und des Herrn von Morangis,Königlichen oräinairen Staats-Raths undvireÄor.r derfinantzen,schwe- stcr, von welcher gebohren Annas II, Graf von S. Mesme, Herr von ChatelaimBretancvurundVillemanoche, KöniglicherStaats- Rath, t^sicre cle camp oder Obrister über ein alt regiment zu fuß, General-Lieutenant derKöniglichen armeen, weiland HertzvgF Gaston von Orleans Ober-Stallmeister, auch Hofjuncker und Stallmeister bey dessen nachgelassener wittwe. Von seiner gemahlin Eli- sabetha Gobelin, Claudii Gobelin, Königlichen Staats- Raths,k^nre c>LLKe^uSccL,„ndInte»danten derKöniglichen armeen, tochter, war Antonius,Marggrafzu S. Mme welcher aber todt; Wilhelmus Franciscus, von dem hernach; eine tochter, iso-mol- tcüe lle I' Hüpital genannt, welche den 5 ian. an. 1684 verstorben; Antonius, Obrist-Lieutenant unter der leichten reuterey, der in der schlacht bey Rhetel blieb; Maria, Claudii Vikars Faye, Herrn von Mauvilly gemahlin; Elisabeth«, die unverehlichet geblieben; Sylvia Angelica, Philippi von Torcy, Herrn 1 - Tour, c-ouver- neurs von Arras,gemahlin. Nun ist noch übrig die jüngste linie der Hertzoqe von Vitry, welche es zwar höher als die vorige gebracht, ' ".- , .... —Dxxstjfftcrder- hos 84? den, zugebracht; und Nicolaum Johannem, Ritter von Vitry, der noch vor dem vater verstorben. §-»-»»,67^4- kierslU. Iik.2 c. 44. genes!. Os!I. 9. 160. c!n )uin lle i 7 v 4 >x. 6 ra.tt«o-L.tt/r »-e»r4^^^gn. 1704 9.169,204,»». * Hospital/ (Wilhelmus Franciscus von) Ritter und Marqaraf von S. Meine und MonMerl, Graf von Andremont, H^r von Ouquesst-Chaise?sBeau und von andern orten,gebohren an.issi. In seiner ttndheit hatte er 2 von denen der erste zu er. lernung der -»»Meks sich einige bucher angeschaffet, welche auch bey ihm eine begierde erwecket, solche wiffenschafft zu erlernen.Als aber besagter iehrmeister gleich hernach mit tode abgegangen, ließ er mcht nach, alleine darinnen zu studiren, und zwar mit ivlchem wc- ceis ,daß sein anderer i-rs-cepror, der sich gleichfalls auf die mstllc- msric legen wollen, es lange nicht so weit, als der untergebene bringen können. Wie er denn in dieser wiffenschafft für sich selbst und ohne eintzige Unterweisung dergestalt zugenommen, daß, als er im 1; jähre seines aiters bey dem Hertzog von Roann-s von einer de» ren aufgaben des Klr. Pascal über diejenige krumme figur, welche von deucn 6 someltt 50 yciois und inFrantzösischer sprachwouleire ge- heissen wird,reden hören, er dieselbe sehr glücklich und geschickt aufgelöset,daß sich alle darüber verwundert haben. Dieses ttullium hak er nachgehends allezeit mir solchem sieiß und mit so grosser emsigkeit -xcoliret, baß weder das Hof-und weit-leben, noch selbst die kriegs- verrichtungen, in welche er sich gleichfalls eingelassen, ihn jemals darvon abhalten können,wie er denn auch unter seiner zelte demselben obgelegen. Er war zu pferbe, unter dem regiment des Colonel-Generals Grafen von Auvergne, muste aber selbige cKarZs wegen schwachheit seines gesichts niederlegen,Massen er die standar- te nicht sehen kunte. Hieraus danckte er ab, und legte sich mit dem grösten ernst auf die mskiieckn. dergestalt, daß, weil er mit allzugross ser emsigkeit darüber gelegen, solches auch seinen wd sol befördert haben. Er starb aber am schlage den 2 febr. an. 1704- Er hat die meisten prudlem-m, so in der gelehrten i--urns>e,i aufgegeben worüber schonvor einigen jähren wieder vergangen ist. Der stifftcr der- den, glücklich geioset, auch ein buch geschrieben unterchem titül- selben warCarolusclc l'Hüpital/Herr vonVitry/Adriani,Herren von -nslrie lle- -nkmwem pecl». ^ Choisy, jüngster söhn,welcher mit seiner gemahlin Claudia Girard, llu ju,n - Fort« ck usseau, verheyrathet gewesen, gezeuget Franciscum, Herrn von Vitry und Coudert, welcher mit seiner gemahlin Anna Ne is Ehastre, Claudii Barons von Maison- fort tochter, gezeuget Louisen, Johannis von Veymer, der bey dem Hertzoge Francisco von Alen^on I^sitre lle ls AsrUerobbe gewesen, und Ludvvicum, Marggrafen von Vitry und Ritter der Königlichen orden.Dieser war in den innerlichen kriegen sehr bekandt,Massen ihn der König Hemicus III zum Qouvsrneui über Las schloß Dourlens in Beanffe gemacht. Als aber besagter König ermordet worden, hat er nebst einigen andern Edlen von derKöniglichen par» they sich zu der üg»- begeben, und zwar, wie er vorwandte, aus einem gewissens-scrupel. Der Hertzog vonMayenne machte ihn darauf zum Qouverneur der stadt Meaur an der Marne in Brie,allwo er der union sehr gute dienste that. Als er aber innc ward, wie das ihm und seinen reutern rückständige geld, so sich auf-7002 ducaten beiieff, zwar von den Spaniern dem Hertzoge von Mayenne bezahlet, von diesem aber zu andern dingen verwandt worden, ergab er sich neben der stadt Meauk an den KönigHenricum IV,welcher sich damals schon zur Catholkschen religion bekannt hatte, und bekam 20000 rchl. zur Vergeltung, ward mich in dem gvuvernemenr von Meaur bestätiget, und über dieses zum Lspicsm der Königlichen garde gemacht. Erftarban. isn, und sind ihm von seiner gemah- lin Francifca von Brichanteau/Nicolat,Herrn von DeauvaisNan- gis,und Johanna von Aguerre tochter,gebohren Nicolaus, Hertzog von Vitry, Marschall von Franckreich; Franciscus, Graf von Nos- ny, Marschall von Franckreich, von welchen beyden hernach; Anto« nia Caroli von Leuis, Grafen von Charlus und Louise,Hcnrici von Vaudetar, Marggrafen von Persan gemahlinnen, und Lonise Aeb- tißin von Monvilliers. Nicolaus, Ludovict ältester söhn, von welchem hernach, vcrheyrathele sich an. 1617 an Lucretiam Mariam Douhier, des Ludovici Ue >2 Tremouille,Marquisen vonNoir-mou- tier wittwe, und des Vincentii Douhier,Herrn vonBeaumarchais, riiretoriei- llc epLrgnü ältesten tochter, welche dieser mit seiner ge- mahlin, Maria Hottmann, gezeugethatte. Sie starb den 18 febr. an. iüS6jhres altcrs 66 jähr. Die mit ihr erzeugte kinkerwaren Franciscus Maria, von dem alsofvrt; Nicolaus, Marquis vvnVi» try,welcher sich mit Maria Brulart von Boulay vermählte, «ud Anna, Aebtißin von Montvilliers. Franciscus Maria von Hospital, Hertzog von Vitry, war Qouverneur von Meanx und vorhero General -Lieutenant in Bne, und Obrister über das regiment der Königlichen mutier. Er tbat seinem König an dem Chur-Bayeri- . heyratete an.i646MarlamLouisamE!iiäberhamAmacam vonPot, Claudii, Herrn von Rhodes, und Gcoß-Cäremonien-meiffers von Franckreich tochter, welche den 27 may an. 1684 als wittwe ver« sterben, nachdem sie ihm gebohren Franciscum Mariam, Grast» von Chateauvilain, welcher au 1654 gebohren, und den 21 nvv. an. 1674 als er zuParis des nachts herumgegangen,von einigen nacht- schwärmern erschossen worden; Mariam Franciscam Elisabetham, stau von Vitri, welche den 27 stbr.an. 1680 an Phrlippum,Herrn von Torcy verehlichet worden, dem sie auch die erbschafft des Hauses Vitry, jedoch ohne den Hertzoglichen titul,welcher -Distel wor- -6ospital/ ( Franciscus e «--ßo„oc- ten dem Könige gute dienste,und nahm ihnen Pardaillan undTheo- bon weg- Er wohnte der delagerung von Nouan und von Röchelte an. 1628, und iü;c-ver eroberung von Savoyen bey. Daraufbe- kam er «tzre in Lothringen zu gehen, aUwo er an. i6;z ver crobe» riing Nancy beygewohnet, das schloß Spisenderg an. 16;; eingenommen, und an. i6;6 den ;o may und i ju». in dem treffen bey Jvois die srriereßsiUe von der Königlichen armee comwLnlliret, auch bey der wieder-eroberung Corbie sich befunden. Das folgende jähr i6;7 ließ er als General-Lientenant unter der armee Hertzog Bernhards von Weimar seine tapfferkeit in der schlacht beyKensin- gen, und an. i6;8 in der belagerung von 8- Omer sehen, allwo er auch bi-ristet worden. Darauf comm-n-iirte er die Königliche armee selbst, eroberte Nenty und Catelct, und ward von dem Könige zum Louv-ro-ur vvnLothringen gemacht, welches Hertzogs rroup. xea er an. I6;s in dem treffen bey Morhagne geschlagen, und das gantze land vollends unter feines Königs gewalt gebracht. An. 1640 trug er ein grosses zu der eroberung von Arras bey, indem er in das von den Spaniern gleichsam belagerte Frantzösische lager provis« und tuccur- brachte , und gab ihm darauf der König das 8»uv«rnc- mcnc von Champagne und Brie an statt des von Lothringen. An. 164; erlangte er den Marschalls siab, und gleich darauf comw-in- llirke er in der Wacht bey Nocroy den lincken flügel, eroberte auch die schon verlohrne stücke wieder, ward aber dabey sehr gefährlich kleckstet. An. 1649 bekam er das gouvr-nemenr von Paris, da er zuvor das von Champagne ausgegeben, lind blieb dem König in den innerlichen »«ubien an-1652 zugethan. Er starb den 20 aprilan. 1668. Seine gemahlinnen sind beyde merckwürbig, indem die erste Charlotte ll-r Essars, desBarons vonL-antour inChampagne tochter, die er um das jähr 1629 geehiichet, und mit welcher er keine kinder qezeuqet, erstlich Königs Henrici IV, hernach Ludovici, von Mi« den 28 aug. an. 16;; geheyrathet, welche ihm zwar einen söhn gebohren, der aber in der zarlen kindheit wieder verstorben, oall. 9. ,.ü«. kist. rn. 1704. 9- il». Hospital / (Nicolaus 6 -1') Hertzog und Marggrafvon Vitry ulidArl, Graf von Chateauvillain, Herr von Coubert. Er war ein söhn Ludovici, Ritters der Königlichen orden und 09,^5 von der Königlichen von Francifca von Brichanteau, und an seiner vaters stelle ^«9-»!» zu König Ludwigs XIII zeiten. Er gab a». 1617 auf Königlichen befthl dem Marschall von Ancre den rest, Ooovo; und 846 hos hos Hot > » dessen stelle Marfchall von Franckreich, dem flecken MeduZa zuzeiten RomM nach Rom begab, und ward zurvergeltunga^ ' P. js eine stimme schloß gegen die Vadmer tapffer -l-tenäiren halff. Aus diesem iss mit dem rechte , oaß ", All gchabtt An. -ü. 9 ward schlecht ist der König Tullus Hosi.'ius auch enOroffen. ZM-Ü I» dem ,Ä- «l>,iw->l>g,- -- >«-<> An. i6;r bekam er wider die ttugonor«-n «ecaeäü ?Sancerre und etliche andere platze. An. 16;- das 80u-rne-e»- von Provence , hatte aber daielbst nut dem Lrtz- Mschoffvon Bourveaur, Henrrco von Escoubleau, grossen streu. Weil er auch denselben zimlich grob rrsÄ>rct, fiel er m des Hofes mianade, und ward, als er nach Paris kam, den 27 oct. an. iü;7 srrcitiret, und in die bslliNc gesetzet, aus welcher er auch Nicht eher defrcyet worden, als bis der Cardinal Richelieu den 19 jan. an. 164; gestorben. In dem folgenden iahre ward er zum Hertzog nm> i'sir von Franckreich gemacht, und diese wurde seiner Herrschastl Ebateauvillain inChampagne beygelegt,wiewol er solche nicht lange genossen, sondern noch selbiges jähr den 28 sept. zu Nandy bey Me- tan im 6; jähr seines altcrs gestorben. tMdo/gen. o-n. p. r6,. /,///. 2N. >704. p. Nr- Hospitale / hieß in den mittlern zeiten das gebäude in den klöstcrn , da hinein man die fremden wgicrte. Man hatte deren immer zweyerley, eines vor leute von conlliuvn. das andere aber vor schlechte pilgcr und reisende. NolpiisiLrius war der Geistliche, der solche gebäude in seiner aufsieht hatte, und die fremden versorgen muste. «i« tt, I. p. 874- HQ8?HIlssN.Zu alten Zeiten hatte man in städten keine gast- Höfc, darinnen man leute von conNicio» nach würden hätte bewirthen können ; daher wurden die leute genöthiget unter einander einen vergleich zu machen, daß sie einander aufnehme» wollen, und das hieß Iioihuium LUIII siiguo tLcere. DalNit sie nun einander desto besser kennen, und kein betrug vorgehen möchte, io machten sie gewisse teirerLstioipitLiir-tts, oder langlichce stäblein von helsjcnbein, oder anderer Materie,aufsolchen stundenlgewisse buchlraden,und ein jeder nahm also die helffte zu sich, die man hernach bey vorfallender gelegenheit brauchen konte. Man hielt aber von dieser art der freundschafft fast eben so viel,als von der bluls-freunbjchafft, daher es ein grosses verbrechen war, wenn das ju§ boipmi verletzt ward. Man hatte aber auch eine art des iioipicu, welches städte, Revu- bliguen, und Könige mit einander machten, daß sie einander oder Leren Gesandten aufnahmen, und wohl r^ctirten- 6c teÜerir j. 917, 918. H 08 ? 0 I)^K. ist ein titul, welchen die Türcken denen Für- sien von der Wallachey und Moldau beylegen. Es soll derselbe nicht so wohl deren vorzug vor andern,oder deren gemalt über ihre Unterthanen, als vielmehr diejenigeunterthänigkcit andeuten, welche die Ottomannische Pforte von ihnen xr-rici-Nirt. Wenigst siehet man nicht leicht, daß sich diese Fürsten diesen titul selber beylegen, sondern nennen sich vielmehr Principes v7L>Lcb,L 6cc. Doch, nach andrer Meinung, bedeutet so viel, als einen Feldherrn oder Kriegs-Obriste». In der Polnischen spräche heist es soviel, als ein Wirth. t)»r. clign. > 11 . ciiill 11. c. §.^l. * Hosschius/ (Sidronius) ein Niederländischer Jesuit, war an. 1596 in der Menschen n>«ces gebohren,und hat sich durch seine vortrefliche Lateinische gedichte, so zu Antwerpen an. i6zü in 8 heraus gekommen, sonderlich in g-ncre eieZiac», darinnen er sowohl als die 2 andere aus seinem Orden, welche ihme gemeiniglich beygefügt werden , Wallius und Bccanus, gar wenig seines gleichen hat , grossen rühm erworben , wie denn sonderlich auch Pabst Alexander VII, so selbst ein guter ?oi-c war, viel auf ihm gehalten. Er starb zu Tongres an. i6?9. Loxric/E n,ss. z. ll-pocr. Lrr. retlex. llir is pocrigue. jugemenk cles iLvsns tue Iks kockes mocierncs. Hoffen/ des Ali aus Persien söhn; (sihe Hocen.) Hostasius / ein soldat von Ravenna in Italien. Er ließ seine tapfferkeit bey der delageruug der stadt Pavia sehen, als selbige von den Frantzosen eingenommen wurde. Er war der erste, welcher durch die vr0ckc j„ das schloß, und von dar in die stadt eindränge; wiewohlcn jedoch die that so gar ungemcin groß nicht ist, weilen da- mahl dereommcnä-mBalbiano schon c^piruNert halte, und nirgend grosse gegenwchr geschahe. Indessen erzehlct Jovius, er hätte hierauf von Lautrer, dem Frantzösischen General,begehret, daß er ihm zur belohnung des Kavsers Anconini ii^rue zu pftrdc, so vorzeiten von Ravenna nach Pavia gebracht worden, scheuchen möchte, welches ihm verwilliget wurde; allein die einwohner wollen solche durchaus nicht missen, und deschencktcn ihn davor mit einer crone von maßiv-goldc, die er endlich annahm, und »1 der kirche zu Ra« venna aufhangen ließ, daß selbige ein ewiges denckmahl seiner tapfferkeit seyn solle. biss. li!,. r;. * Hoste oder l'Hoste / (Johann) war zu Nancy zu ausgang des lü lccui, gedohren. Er lehrte anfangs die rechte, und hernach die n,2c>iem.^c zu Pont a Mvusson, von wannen ihn der Hertzog Heinrich von Lothringen nach Nancy kommen ließ, und ihm die aufsicht über die bevestigungs-werche im gantze» lande auftrug, ihn auch zum obersten Mgcmcu- „nd Kriegs-Rath machte. Er devestigte Nancy, und schrieb viel mrchcmarischc bucher, die zum theil noch nicht gedruckt sind. Wir haben von ihm ic t'ommaire 6s i» spkcre srtihcicllc ; I» pczriquc cie gsomcccic; cicscriprions 6c iilzges llcs principLux iiillrumsiiz lle gsomcccis; 6u Lsllcsi, 6c c^usire; rszon ; gnomon; NLron llc Ircob i inlcrprersr. 6u scznll src clc r.ulle 6cc. " § H 08 ssIIstj) ssöö-IIIstst , zu Rom, gehörte zu den pstrinis tsa-llus. <2»e hatte ihren Ursprung von Host» Hostilio, der sich aus „ , / welche durch die zynanim derer K1snc>noiu,n.e2coi>um,1 ubuiorum und 8Lic^Lrumi,ntercÜ,i- den werden. Der leiste kommet ausser den alten lcnh-^en «>!» ,» einigen müntzen vor, welche ein gewisser L. Hostilius Ät-m-. M Römischer muntzmeister, wo Nicht vorgesetzter oder (PMor «n« Provlntz hat prägen lassen, cx numwiz Lrxc»»»-» 6 c gcncivus Kom. 6c llx/r»«« 6c frmil. 8,om * ' PI 08 HssI)sscV,. eine gottm. Die Heyden glaubten von ihr, daß !>e die ansucht über das getrmde hatte,wenn die letzten äbren ss groß wuchsen,als die übrigen,und solcher gestalt alles im feldealeick Der name kommt her von dem alten Lateinischen werte würde. lltMirc.welches so viel hieß, als gleichmachen/ wvvvn^mm rum, die gleichheit hergeleitet wird. p«^->.^«L»/r. 6 cciv.v-i. Hostilius / ( Cajus) .vl^cinus zugenannt- Er war imsis jähre der stadt Rom Bürgermeister daseid,t, und hatte mit den Niinian- tinern einen vor die Romer höchst-fchimpflichen vertrag gemacht, so lponlloraumLnrwg genennetwird. Er wurde deshalben densclhe» ausgeliefert, weil die Römer solchen vertrag nicht vor genehm hol. ten wollen; allein weil sich die Numantiner weigerten, ihn nehmen, kehrte er wieder zurück nach Rom, woselbst man ihn kaum dulden wolle, /--i-ix-epir. 59 . iw. 4 . i/«. üb. r. c. 18. Hostivitius/ verletzte unter den alten heydnischenHertzogen in Bohmen,führte erstlich krieg mit dem Kayfer Ludovicv?io,hernach machte er an. 840 mit demselben friede. Mit einigen grossen in dem lande hatte er gleichfalls zu thu». Zuletzt verfiel er wieder mitLudo- vico LccmLnicu IN krieg, und ward von ihm geschlagen. Lx-i-u. cliron. Ln. 846 . Löbm. ckion. p. 84 . repp, c. 8 . p. Z 44 - mitcell. 6 ec. i.I. 7 . lc 6 l. I. c. il, p. zr. Hottentotten / werden einige von den einwohliem der Utl. ran,scheu kuste der Caffern gencnnet/ sonderlich von denen/weicht um das vorgcburge der guten Hoffnung herum ihren sitz haben. Sie werdcnm gewisse n-cw,>en eingetheilt/deren in der zahl i7sind; eine icde hat ihren besondern obcr-herren oder icou^ui. und eine je« dc Krsu- oderdorssihren Vorsteher oderObmann/welcherdieübec- treuer straffen barst: die gemeinen angelegenheiten aber werden in der Versammlung aller Obmännercn bey dem kouqui abgehandelt/ welcher auch der gantzen vistio» Feld-Obrister ist/und bey blasung emcr knimmen zincke comm-nllirt/ oder das volck zum streit anstst schet. In einer irden x.rsiie wird ein mann/öfflers auch ein weid bestellt/wclchcs an statt des wcllici dienen und die krancken besuchen muß / uiigeacht solche pcrson in der artzncy wenig erfahren hat; fer« ncr ein geistlicher oder 8 uri, welcher alle ihre sitten und gebrauche polaren / auch bey Hochzeiten / kindbetterimien und todeS.Wlen seinem amt vorstehen muß. Daß aber nach dem zeügnuß einiger icribc-iicn dic,e lcmh keine crkaimlmiS Gottes noch Gottesdienst haben sollen / ist falsch / sintemalen sie einen Gott erkennen/den sie Qoums Dcquvs. oder den grossen Os-IILM neimm/rum unterscheid des mondes/den ,ic auch für einen Gott halten und nennen. us außgeschiiiltcn / entweder / damit sie desto schneller lausten / wie sie dann in der that den pferdleu gleich zu rennen geschickt Wd/odec aber eine bcschncidung darum anzudeuten / sintemalen dabey ein schaaf znm opffer geschlachtet wird. Die neügedohrenc kinder wer« den mit kuh-mist uberschmicrt/ und zum trocknen an die wanne sonne ansein stück fell gelegt/ hernach / wann sie gesäubercl/M fett wlder der sonnen hitz gerieben. Der ehebrnch wird bey ihnen mit dem lod gestrafft/ und also eben so scharffals der diebstaU eS kan aber ein mann so viel weider nehmen als er will / auch M nach belieben wieder zurück schicken; das weib hat gIMalS m freyhcit ihren mann auszugeben/ darffabcr künffligs nicht inG hcyrathcn,; so ostt sich eine witlib von neuemverheyrathel/nutzste sich ein gläich von einem fingen abnehmen lassen. Sie beobchlcn auch gewisse verdoltciie g^ll. und straffen die mit dem tob/ sodar- wldcr hanblm. Ihre spraach ist sehr seltsam/ und dem geschmjdcc welschen hanen gleich. Der älteste söhn ist der -i-Kime und ciNM erb / und bekommen seine brüdcr nicht mehr/als er ihnen gMM cclliren will; die töchtern aber bekommen gar nichts / auch NW einmal das sonst übliche heyralhs.gul; ja wann eine »imer r lM lern auf einmahl gcbicrct/so wird das einte bind eMwedervon!» an lebendig begraben / oder sonsten in eine wildniß versteckt; ro - men aber2 knaben zugleich auf die welk / so ist in dem baust am sonderbahre frcüd/ und wird/jeboch mit auSschliessmig der wMw eine köstliche mahlzeik gehalten. Die lrammg der neucu ebelleli " geschiehet auf folgende weift: Die manner machen emcn kreist >m den bräuligam/ die weiber aber um die braut; daraufkomme, 8 ur> zu einem jeden besonders / benetzet seine Hand mit seinem W , und salbet sie also dreymal mit dem wasscr/ welches sehr ste«m ihre haut gerieben wird; aus diese ammithige ccrcmnm-Mgm" ßrLruiÄrions.compiimcmen; die weider machen sich Mit Miernu einige runde flecken in das angesicht/ und vermeinen also »0, schönhcit zu prcLm,ren. Der mann bedienet sich sitmeimM , stillen Müßiggangs / und lasset dem weid in guttr ruhe alleu» ardeits.sorge auf dem hals; bey der Mahlzeit sitzet das mm r .. aus der erden und muß ihren hungrigen bauch so lang mirsre Keifen / biß der mann den fern,gen gefüllel / da sie dann zu den keßen gremen kan; ,n dem übrigen leben sie ftiedsam mit einander / sind auch aufrichtig/ redlich und gutthätig so wobl gegen sich unter einander / als gegen die fremden; ihre nakur und remp^-mem ist sehr starck/ daher sie auch ihr leben sehr hoch bringen / und das 8 c> jähr bey ihnen für nichts sondrrlichs gehalten wird; sie vermischen das fett von den geschlachteten thieren mit dem ruß der töpffen / und beschmieren also ihre haut wider die stechende Malen der sonnen; je reicher einer ist/ je offters er ein solches thut/ und bekümmeret sich wenig / was er d«n benachbarten für einen geruch prel-nrire; ihr gröster reichthum bestehet im Vieh. In Winterszeit tragen sie eine rauhe beschmiert« mutze auf dem kovff/ die unter dem hals zugebunden wird; um den Hais gehet ein riemcn / wbran ein lederner bcütel hanget; dee schultet wird mit einem schafs-fesi bedecket / welches mit riemen unter dem arm zugebunden wird; die schäm bedecken sie mit einem stuck katzen-fcll; an dem lincken arm über dem esi lenbogen tragen sie grosse ringe von heißendem / und in derselben Hand einen fuchs-oder katzm.schwans an einem stock / welches ihr naß'tuch ist; die weider bedecken ihre dein mit ringen von schafs-fel- len. Ihre Häuser lind klein und schlecht / und sehen einem backofen gleich / so daß zu ihrer anfbauung nicht mehr / als ein paar stund / nöthig sind; mr tten darinn ist ein loch zum ftür / und rings herum locher in der erde eines halben schuhes liess/ darein sie sich schlaffen legen. Das hauß-gerath bestehet in etlichen töpffen / einem Hund / einem croEn oder fett /bogen / pfeilen und stecken. Die dörffer sind in die ründe gedanen/und werden vfft von einem ort an das andere verrücket. Liese Hierüber weiters den articul Caffraria; sihe auch bey DsAer. Lo/Lc eZ-c. * ^ottitiger / (Johannes Henricus) war den l ü Mertz an. IÜLÄ zu Zürich gebohren. Sein vater war Johann Caspar Hottinger / welcher über die schiffcr gesetzt war. Wie denn auch unter seinen Vorjahren Nikolaus Hvttinger/ ein bürger von Zürich / der erste gewesen / so in der Schweitz wegen der religron umgebracht wor- den. Er wurde bald anfangs zur schul gehalten/darinnen er auch sehr fleißig war. Weil er aber bey müßigen stunden die fischerey zu üben pflegte / trug es sich ernsten zu / daß / da er über dem fischen bcariffen war / und lange vergeblich gefischet/ ein sehr schwarer fisch anbiß / aber sich wieder los riß. Wer! er nun aus bcgierde die an- gel nebst dem fisch wieder zu haben / sich in das waffer begab / wäre er bey nahe ertruncken/wofern nicht die nachdarn ihn schreyen gehöret/ und dergestalt errettet hätten. Er legtesich nebst der Lateinischen insonderheit auf die Orientalische sprachen / da er denn die Teutschen predigten so fort Griechisch nachschreiben konle/ auch in der Hebräischen spraach/ die er sonderlich liebte/ wohl zunahm. An. iS ;8 den rs mertz wurde er auf der stadt kästen nebst Johann Henrico Oltio nach Genss geschickt/ da er sich vornrmlich zu Fri- derieo Spanhemio hielt. Allein als er sich kaum 2 monat daselbst aufgehalten / Meng er durch Franckreich / Flandern / -Leeiand und Holland / und kam nach Groningen/allwo er bey einem Juden Hot 847 an .—..... .uu^'wo ruvolvyen wegen seiner sonderbares wissenschafft inderAechiopischen und Abrssynischen spräche sehr bekannt. Als er wieder zurücke nach Heidelberg kam / und nun dre versprochene; jähre umwaren/ dachte er zwar/wie er wieder in die Schweitz zurücke kehren möchte/ allein der Churfürst vonPfaltz erhielte so viel von denZürichern/daß sie ihn noch länger allda liessen- Jedoch wurde er an. 165 y von der Republic Zürich an denHertzog von Wüttemkeva »«««» —. " ..—. 8 ,. .. vkll 8IIVV. vvlgenzayrs zn^zunch glücklich wieder ankam. Als um selbige zeit die Teutsche dibel nach dem grund-iexte solleverdehert werden / und man diese arbeit verschiedenen rkeoto§i5 zu Zürich aufgetragen / wurde Hvttinger zum MreÄvre darüber bestellet. An. I Ü6; ließ er sich in Schwaden schicken / um wegen Damals anscheinender Türcken gefahr mit dem .i6zy nach Leyden / allwo ihn Jarobus Golius in sein häuß aufnahm / und lhm seine kinder zu mkormixen gab/ da er denn nicht allein des Golii unlerrichtung in den Orientalischen sprachen fleißig gemessen kunte/ sondern auch gelegenhcü hatte/ bey einem Lürckcn jich in der Arabischen und Lürckischen spräche vestek zu setzen. In währenden 14 Monaten/ die er sich zu Leyden aufgehalten/ hat er vielAradischecoMcezdeZ Golii abgeschrieben/ und Golius selbst hat rhm das zeugniß gegeben / er habe mehr Arabische coMces abgeschrieben / als andere ihr ledtage lesen würden. Als an. 164t Guiltelmus Boswellus im namen der vereinigten Niederländer als Gesandter nach Constantinopcl solte verschickt werden/ wurde dem Hvttinger angetragen / daß er als Gesandschaffts-Predigee mitgehen solle; allein die Republic Zürich wolle es mcht zugeben. Als er hierauf in sein Vaterland zurück berüffen wurde / that er zuvor in gescllschafft Churfürst Carl Ludwigs von Pfaltz eine reise in Engelland / da er sich insonderheit mit Jacob» Usserio / Johanne Seldeno/Pocockio und Wheloceo bekanntmachte. Von dar begab er sich in Franckreich/und kam zu Paris in Hugonis Grotii / auch der Frantzösischen Prediger / des DrelinrorrM/ Dalläi und ande- rcr/auch Gabrielis Sionitä undMarini Mersenni bekanntschasst. In selbigem jähre laugte er glücklich wieder zu Zürich an / und wurde in folgendem jähre 1642 zum krokelrorcberküchen-historie in dem obern co!i°g,» ernennet. An. 164z wurde ihm auch die ^»5. rkeolox.csrscllek. indeM coüegiokucnsojcscizllnd.derOrieNtalischcN sprachen in dem obern coiiegioübergeben.An. 16? z bekam er die ?ro- Lss.rkcoiogi« alten testaments / und wurde zugleich t'rofcNoc con- kivversisrum exrrsorUinsrius, auch wiuei« aeimicrel. An. 1667 becieffen ihn die Staaten der Prvvintz HoTsnd auf die aeademie Leyden / und baten ihn deshalben von dem ^sgiMst zu Zürich aus. Als nun selbiger es endlich bewilliget / machte er sich den z jun. nebst seinem ehcweibe / ; kindern/ einer magv/ stwm schwager/Wilhelm Freyen/und RittmeisterGeorge SchMbergcrn auf denweg; allein dacrsichauf dcnfluß Limarsetzte / um sein land-gut / so i meile von der stadt lag/indrssen zu verpachten / und kaum einen büchsen-schuß von der stadt war / stieß das schiff an einen unter dem wasscr verborgenen Pfahl und schlug um. Hottinger zwar nebst seinem schwager und dem Rittmeister waren durch Oaffttget / geriethen sie selbst darüber in gefahr / dergestalt / daß Homnger nebst dem Schnreberger uniersuncken / und ob sie sich glelch zu helffen suchten / auch von denen / so zu hülste gekommen/ noch heraus gezogen wurden/ sind sie doch so bald gestorben. Die stau nebst dem schwager und der magd wurden noch kümmerlich errettet / die; kinder aber einige stunde bernach an verschiedenen orten am user todt gefunden. Merckwürdig ist es/ daß 8 tage zuvor an einer tasel bey dem catheder / worauf er proKrirte / dieser verß DklejtN tVUkdö : LarwinÄ jam mvnöNs canir exe^MLÜL c^Znus ; hK niemand erfahren können/ wer selbigen angeschriebm;und daß den 7 tun. an welchem selbiger begraben worden / ein grosser schnee gefallen. Nebst seiner wlttwe Anna Ulrich hater4söhiietr»d L töch- ter hinkerlaffen/darunler der älteste Johannes Henricus gleichfalls in Orientalischen sprachen nicht unerfahren gewesen / und als ?ro. kessor znZürich an. 1692/der anderc/Salomon/abee Ul§ MeöicinL OoAor UNd ?roLelIor ÜN. 171) UNd der dritte JohannJacob als k°rokcm>r liisoiogi« zu ZstUch / sich durch verschiedene schafften / sonderlich seine «-irische kirchen-ge» schichte / in; grossen gusrk.bandern/sv wohl als durch viele gelehrte ideologische / historische und cdroiioiogische viüirrscioncs bekannt gemacht. Der vorgemeldte erste söhn Johann Henricus / bat auch von sich einen söhn / gleiches Vornamens hinierlassen/ welcher vor- mal bey der umvertstätMärpurq gestanden / und düfer zeit einr ideologische pcokctttvü in Heydelbrrg verwaltet / auch ebenfahls aübereit viel proben seines Misses und geschicklichkctt abgelegt hat. Seine schrifften sind ; ttoclcgus LkriNisnus; rdeisuruz xkilotogicus; dikocis eccledgktics - gismwstics Lksllisic« öc Z^riLcs- linguL dsr- wonics ; SosisLiä kiüorico cdeologics > aillerisrionsz iniicsUsncrx ; jüris dlediLorum leger r6r ; taiegms Orienrsle ; bibliordscs Onemsllz; btbliocdecsriur ^uscinzigrrirür;LiPpi Ucdrsicl; cxercirsriones ÄntHio- rinisnee - dilioris Onsnisliz; dilloris: cresiionir exsmen tdeologico- pdilologicuüiz eiZ-mologicum Orientsie; compenöium umverde tdeolo- gi« ssuctsicT; H-c> LieeÄeFzei'r dilloris viiL ör okirns dtoningeri. rdeskrum p. 647. snimsllv. i. l c. r. * . Höttmann / (Vincentius) Herr von Fontenay/ Reguttenmei- ster und Aufseher über das finantzen-wesen in Franckreich. Sein ge- schlechte war nach seinem ältesten und ersten ursprung/welcher bekam ist/ von Brcßlau aus Schlesien/von wannen es sich in die Laußniz/Meiffen/ auch ins Clevische ausgedreitet/wlewohl es dan- noch auch zu Breßtau / wenigst noch zu ende des i ö sceuli/ in gutem flor gewesen. Henricus Hotimann kam am ersten mit dem Htttzoge Engelberro von Eleve in Franckreich. Sein älter-vaker war Vin- eenlius / Parlaments.Rath zu Paris. Sein groß-vater / Francis- cns/ Königs Henrici III -rdretdricr, und nachmals Hmrtci lV Abgesandter in der Schweitz. Sein vater/Timoleon/war Präsident über die casse zu Parts. Dieser Vincentius war anfänglich biß an. i6;6 indem hohen Nach zu Paris/und wurde hierauf ReqMenmejster. Nach diesem verfahr er die inrenUsmen-stelle von Tours/ BourdeaurrindMontauban/ wurde an. 166; ocnersi- krocurstor bey dem hosigei lchle/ und nachdem selbiges au. 1Ü69 aufglcng/ inren^sncüber das finantzen-wesen. Erstarb immartio an. lü8z< o»si wegen der nähe einander nur schaden thäten.Drey jähr darnach wurde er nach Bourges beruffen; allein als er sich wegen der entstandenen »muhe daselbst nicht sicher gnug achtete, grenz er nach Orkans, und von dar nach Sancerre. Jedoch am befehl Marga- rethä ausFranckreich, so Königs Henrici Il schwcstcr war,gieng er wieder zurücke nach Bourges, und setzte seine prall-Mr,,, daselbst fort. Er hatte sich kaum etliche jähr allda aufgehalten, so gieng die bekannte Parisische blut-hochzeij an. 1572 an.Er wurde zwar auch mit aufgesuchet, aber durch hülste einiger Teutjchen noch kümmerlich errcttet.Jndessen muste er seine schone bibliothcc, die er vorher schon einmahl cingebüsset, abermahl in, stichc lauen. Er wandte sich hieraufnach Genf, und fieng dajclbst auf begehren des Raths an zu lehren, wiewohl er bald diesen ort mit Bafel verwechselte, der ihm so angenehm war, daß er auch die voc-r-v» nach Leyden ausschlug; obschon er gleichwohlen auch inBasel die öffentliche Juridische uroKMon, so man ihme antrüge, nicht annemmcn- wollte.Doch vertrieb ihn die pestmnd zwar nach Mümpelgard, wo «r seine frau vcrlohr,uud daher bewogen wurde,sich in seinem witli- ber-stand bey seiner stauen schwestern zu Genf aufzuhalten. Der König Henricus von Navarra machte ihn hierauf zu seinem ge- heimoden Rath, worvou er aber wenig nutzen halte. Er solle auch durch Vermittlung des Cantzler Hospitals Königlicher xk„s werden, so aber gleichfalls nicht zu stände kam. In seinem alter legte er sich auf die ctz; mi>-, erlitte aber viel schaden dabey. Als endlich der Hertzog von Savoyen Genf mit krieg angriff, begab sich der rnffund fnedens-begierige Hottomannus wiederum nach Basel, allwo er dem 2 febr. an. i 5 90 an der Wassersucht verstarb, und mit gröster ehrbezeugung in begleit der gantzcn Universität zur erden bestattet ward, da auch der ort zum grab und grab- mahl von denen vorsteheren des Münsters oder der hauvl-kirchen wäre verehret worden. Von seiner ehefrau, Claudia Brucrin, hatte er einen söhn, namens Johannes, welchem er seine MbiivillL- samt dem land-gut Villers, so aber damahlen conkHort ivar, voraus vermachte; einen anderen, namens Daniel, den er wegen feinem üblen verhalten enterbte, und vier töchtcren; Johannes hatte in der that sehr gute stucNa, wüste sich auch treflich in die leute zu schicken, hatte lang bey dem Hertzog von Leyccster, auch als dieser das cowinsncj,, in den Niederlanden führte,die stelle eines 5 ccrcr.Mi versehen, e-ll-tte nach seines vatcrs tode dessen letzten willen zu folg seine schrifften,und brachte seine übrige meiste lebenä.-zeic inFranck- rcich zu, da er der vornemsten lcuten ftcundschafft genossen, auch zu einigen wichtigen Verschickungen gebraucht worden. Seine jchriff- ten sind durch Jacobiim Lectiiiui in; romo; zusammen getragen. Iiill. Iib.9y e!og. Vlorrom. inrc,- virzr llsiclc- iicri p. 206 llc lcrl^r. Kom. p.i.c,7r, clvgc? r. r p. iz L r, z s,. * ^otton/ (Petrus)ward zu Amsterdam an. 1648 gebohrcn, mid legte daselbst den gründ zu leinen llucills. Er gieng von bar nach Londcn, wo er sich aufdie mcgicw legte, und nachdem er in dieser facultät an. 1672 vocwr worden , zu Amsterdam die aufsieht über den öffentlichen garten bekam. An. 169z bekam er zwey voc^Es nachGröningen undLeyden,davon erdie letztere als urvt'-iioi-nviLiij- ces annahm. Er war ein Mitglied der Englischen wcictät und starb im iau. an. 1709. iLrepuki. cjez Icrrres^Lnvicr ,7oy. IIOÖoder HIIOVPIID8. ist eine stete gewisser herum streissender Mahomctaner in Arabien, welche in qezelten wohnen. Sie haben ein besonder gefätze,welches ihnen besteiget, ihre ce- remvuien und gebet unter einem gezcltc ohne licht zu verrichten, worauf sie sich mit der ersten wcibs. person, die sie antreffen, fleischlich vermischen. Es sind ihrer etliche zu Alexandrienz sie müssen sich aber gantz heimlich halten, weil man sie lebendig verbrennet, wenn sie ertappet werden. oder > llov^me hejst in der Arabischen spräche so viel als ein gottloser, geiler und abstheulicher mensch. 27 ,c-i,e»§k-vov^ACL I I. lle i'cm,,,re Oir«,n Houdait/ist eineFrantzösische kleine stadt in dcritte llci rsnce.am fluffe Vegre, unweit Deaüffe, 12 meilcn west-wärts von Paris, und z nord-ost-wärtü von Dreur gelegen. Guaguinus sagt, daß der König Robertus daselbst 2 kirche» habe erbauen lassen. hou hoiv 6-werbeck/ Overbeck/ ein Freyherrliches gefchlcchhwM-, aus Brabant m Polen, und von bannen in Preussen ae »>2 Wilhelm befand sich an. 1^29 in Wien, als die Türcken k-' lagert hielte».Johann Dietrich, Chur-BrandenburM Minister, hat sich gegen ausgang des ,7 stculi, durchch e« , ' schafften und wichtige Verrichtungen an dem Polnischen Mb! rühmt gemacht, -u - i-reuss. ' reb. gell. v. V V. ^ Hougtoi, / (Johannes) ein Engellander, war anfänM n». auf oer umversttat zn Cambridge, und nachmals ein Car bau. ser. Er wurde bey anfang des lcl-ilmsrk welches unter dem «2 Henrico VIII entstund,hingerichtet, indem man L W henckehund ihm nachmals das Hertz aus dem leibe gerissen,wie m^ den verrathern m Engelland thut; welches den 4 may an. 1 schahe. Man hat einen r»mu,n von seinen episteln zusammen aeim. gen. t»bl. carrkull p. ,94. iu>mmnenMa. ^ovius/ (Matthias) Ertz-Bischoffvon Mecheln, war aus U. diger stadt gebürtig,und daselbst an. ^42 gebohren. Er Mitten,e , und wurde anfänglich Pfarrer daselbst in der kirche m St. Peter, auch für einen der vornehmsten Prediger seiner reit ae, halten. Nach diesem wurde er lliccini-cur ike»ioß> r. jn-er kirche daselbst ^r-wwizcunu-, und als die Ertz,BischöflicheüM durch Lavini Torrcntit tod ledig war, Vicsriu; gsncrwz. auch letz. lich an. 1596 Ertz-Vifchoff. Er hielt an. 1607 den dritten xc°vw. cläi Hnoclum zu Mecheln, bey dessen anfange er eine herrliche rede ablegte, wie man den mißbrauchen, so in der kirche eingeschlichen. am fuglichsten abhelffcn könte. Er war dem Ertz-Hertzoae Alberto von Oeuerreich und der Infantil, Ifabellä gar angenehm,Lerae» stall, daß sie ihn auch zu ihrem Staats-Rathe in den Niederlanden machten. Er starb den 20 may an. 1620. Es wird von ihmgesagh daß, als er einsten bey einem vornehmen Herrn zu gaste gewesen, und ein kunstreiches aber unzüchtiges gemahlde gesehen,habe er den »reiß dafür geboten, damit es möchte verbrannt werden. 6,«^« lle urbe Ivlccsilln. bibl. Neig. kill. eccl. flu kzvr-bz,, c. 1 6sII>T ckrilk. 6ouiiercs/(Antoinette lles)istzu ausgang des i7ftculiinder Frantzöstschen poesie, und sonderlich in Verfertigung der ichille« >ehr berühiut gemessn. Dem allen ohngeacht thut sie doch hier und dar in ihren schrillten, die m 2 oü-v- bänden zusammen gedruckt worden, ihres unglücklichen zustands Meldung, welches man daher zu kommen glaubt, weil ihr mann, vereine stelle bey der-mii-lls bediente, dem Louvois nicht in allem folge» wolle». Sie starb zu Paris an. 1694 und hinterließ 2 löchrern, barm ane eine Nonne worden, die andere aber sich gleichfalls durch ihre poe, sie bckandr gemacht, und den preiß in der scrllewi- krsn;°il-dabsa getragen, «/«r-w-. Mouline oder ls Houlme / ein kleiner Mn's in der NvriM« die, so an das gebiete ie Mans und den fiuß Orne gränhet. ^ounslow/ ein marckt-steckcn in Middleser in Engelland, der weaen einer grossen beyde bekannt ist, woselbst der König Jacodick II seine armem zu lagern pflegte. ^outckerckei, / ein kleiner ort in Flandern nahe bey CM, welchen wcyland Kayser Carl V. zu gunsten des Hauses von Hom nnl dem titul einer Grafschafft begäbet hat- Howard / ein berühmtes geschlecht in Engelland. Vor den M Heber ivicd insgemein gehalten Wilhelmus Howard, welchervw- schiedene gütcr »> Wigendall, »1 dem westlichen theil der Eraf- schafft Norfolk besaß, und unter den Königen Eduardo I imd 11 das richter-amt führte. Sein söhn Johannes war dcy dem M»z Eduardo I Cammer-Hcri, »nd bediente unter Ednardo Ildas amk eines Sherifs in der Provintz Norfolk und Suffolk. DessenlM I,. »--1^ ttt aivinii'oi I und halteelneit Johannes II, war unter Eduardo III Admiral, sohu, Robcrtum Howard,welcher aber den; jul. an. i Z'8 vor om vater starb. Desien fohn war Johannes HowardIII, der choder- tlii» Howard II hinterließ, welcher durch seine Vermahlung M Margaretha, Thomä Mowbray,Lertzogs von Norwlk,tochlerM gründ zu der hochhcit dieses geschlechtü gclegc.DennJohannes iv r der aus dieser ehe gezeugt war, hatte sich bey dem König MlE IV und Richards IIIin solche gnad gcsctzct, daß er von deinerM zum Ritter des hosenbands und zum i-or-l gemacht, auch >M m aiisstcht über see - jache» angetragen wurde; von Richarco aocv wurde er den 28 »in. an. 148z zum Marschall von Engellano, »nur Hertzog von Norfolk, und letzlich zum Groß- Admiral von Ciigel- land, Irrland und Aquitaiiicn gemacht, kam aber u> der W» bey Bosworth um. Sein söhn Thomas wurde an eben Mg tag, als sein vater Hertzog wurde, zum Grafen von HUsstt g macht,aber in obiger schlachi gefangen, jedoch von komg Hei dem VII zu gnaden angenommen, und nicht allein m vorlgew ^ den wieder eingesetzt, sondern auch zum Groß-Schatzmcl!l>r tc . net. König Heinrich der VIII machte ihn hieraufM Mari d von Engclland und zum Hertzog von Norfolk, wie er denn > durch eine fchlacht, die er wider König Jacobum V von ^ land gewonnen, wohl verdienet hat. Er hatte lehr viel kmott, unter EduardlisHoward zumRitter des hofenbandes und W von Engelland gemacht wurde. Er kam aber a». milden Frankoseii bey Brest gehaltenen sse-ichlacht um. hclmo stammen die Freyherren von Els"tzlöam und Erat Nottingham her. Von Edmunds ist Catharina V) Hcnricr VIII aus Engellandgemahlin, bekandt. Der mw Hm mas Howard II, wurde anfangs von dem Koiilg Henm v zum Grafen von Surrey , nach der zeit zum Groß«Schah ^ M tt! Zngellmid lind zum General über die Königliche völcker gemacht. Nach des Vaters tod wurde er Hertzog von Norfolk, und an. i?;; Marschall von Engelland/ auch -- in Inland. Er kam aber nach diesem anfseiner feinde anstifften bey dem König m ringnad, als wenn er nebst seinem söhn Henrico, Grafen von Surre», nach dem Reich trachtete. Dannenhero sie beyde gefangen gesetzt, und der söhn aufdem rathhauß zu Londen enthauptet wurde. Der valer wurde zwar zum tob verurkheilet, >edoch, weil der König darüber verstarb,blieb die sx-cmio.-, nach,indessen muste er doch bis zuchcr MariHregierung im gesangniß aushalten, welche ihn völlig loh sprach. Sein jüngster söhn, Thomas, halte sich mit Elisabeth« Marney vermahlet, und wurde durch selbige v-c»mcs zu Bindon, wiewol solche würbe mit seinen söhnen, als die keine männliche ?o„ il-rität hinterliessen, wieder abgegangen. Es folgte seinem groß- vater in dem Hertzogthum Norfolck und in andern hohen ehren» stellen sein enckel, Thomas Howard III, von Hennen, indem dcr jüngere lohn Hcnricns oyne erben verstorben war,von welchen beyden hernach. Er hinterließ ; söhne. Von dem andern, Thomas Howard, stammen die Grafen von Suffolk her, von welchem hernach. Von dem dritten, Wilhelms, stammen die Grafen von Car- lisle her. Der älteste, Philippus, setzte das geschieht fort, von welchem hernach.Sein eintziger sc-hn war Thomas Howard I V, Hertzog von Norfolk, Graf von Arundel und Surrey, Reichs-Mar- sthall in Engcüand, welcher den 24 sept. an. 1646 zu Padua verstarb, von dem hernach. Er hinterließ verschiedene söhne, deren die meisten aber in der jugend verstorben. Der vierdte unter selbigen war Wilbelmus Howard, Grafvon Stafford, von dem hernach. Der älteste aber Henrrcus, welcher sonsten unter dem namen no„ron j unter dem tirul, Howard »r Estmgham,. auch zum Groß-Ad- miral von Engelland, Inland und Wallis.Hierauf wurde erCaru- mcrhcr: und geheimer siegel-bewahrer. Ihm folgte lein söhn Caro- lus, welcher der Königin Elisabeth Cammer - Herr und Groß-Ad- nnral war, auch von selbiger zum Grasen von Nottingham gemacht wurde, von dem hernach. Weil aber dessen männliche post°- rstät mit dessen enckeln abgieng, kam die Hinschafft Effmgham an Franciscum Howard von Greak-Buckbam. n , 26). Lrit. ^ 4. p. 2^.6. Howard / (Thomas II!) anfangs Grafvon Surrey, nach- mals Herhoa vonNorfvick und Erb-Marschall m Engelland.vein Vater war Henrrcus, Grafvon Lurrey, welcher aber, weil man ihm schuld gab, daß er nach der cron Engelland getrachtet, und sich Mit Maria , Königin von Schottland, vermahlen wollen, den is HM 849 Graf^hmwis>' Witter Francisca von Vcce - ^oyanurs von Oxforv/ tochter. Er solare fernem arv^ - n ^ als auch m alieu'hoy^ ( Und jtund vey der Koiuain Maria und El.saberb L«' SlME.er ohne ettaubniß ^dem M.LLMchs m aber aus inner freunde cinrathcn wieder zurück kam, wurde er anfangen gesttzt. Jedoch weil er sich sthriffrirch erklärte er wolle ucü Mll bet Maria auv Schotklastd nicht werter einlassen, wurde er loß- gelaffm. Well er steh aber nach drejem wieder mit seidiger Königin zu vermahlen suchte - auch veshalben mir Franctreich und den Ew tholrschen geheime anschlage pflog, und dieses wunderlich an lall kam, wurde er in den rowLr gesetzt, und nach Untersuchung der lache verurtheilt, daß er zum gericht-platz geschlerffer, geyencket, ihm das eingeweyde aus dem leib gerissen, und er endlich geviertheilt werken wlte, welches er mit sonderbarer bcständigkett anhörte. Jedoch erhielt er es, daß ihm den 2 jun. an. 147; der kopffabgeschlagen wurde. LIiN p. rrz. §en. kril. p. 7Z. 6oward / (Henricus) des obigen Thomä jüngerer bruder ES legre sich in ftiuen jungen jähren auf die ttullia. und wurde ein gelehrter Herr. Die Königin Elisabeth rcil.-m--rte ihn so fort bey an» tritt ihrer regierung an. i; ;8 in die ehre und guter, die ihm durch seines vakers beschuldigtes verbrechen entzogen gewesen, und was er einer der vornehmsten Herren, die bey der regierung selbiger Königin, und auf der» absterben KönigJacobum in Schottland zu der Engellandischen cron verlangten, und der das gemeine volck zu diesem Komg neigte. Wannenbero selbiger, als er an. 160; zu dieses kröne gelanget, ihn in seinen geheimen Rath zog und mit gittern ve- schenckte, auch in selbigem jähr zum Grafen von Norchampton machte, zum Qouve.ncur über die; Engellänbische seechaftn setzte- znm connLiLwo des csstttls Dover verordnete , und an. 160^ mbst Hertzog Ulrich von Holstein zum Ritter des Engelländischen hosen- bandcs schlug. In demselbigen jähr war er auch einer von den Engelländischen eoinmiiHnen und Richtern wider diejenigen , so bett König und das Parlament mit pulver in die lufft zu sprengen sich vorgenommen. Anfänglich war er Freyherr zu Marnhil, und erlangte an. röo 8 das Königliche sieget, wurde zuletzt Cantzler des sc-iclsmis Cambridge, dauere vbn seinen eigenen Mitteln eine neue Arche zu Londen, zur heiligen Dreyfalliakeit genannt, auch zu andern zelten; Hospitale, als zu Greemvich in der Grafschafft Kent, zu Clune in der Grafschafft Vhrcwsbury, und zu Rising in dev Grafschafft Norfolk, worzu er auch grosse cinkünffte legre, so, daß in solchen ; Hospitälern 44 arme lcure nebst ihren auffsehern ihren unterhalt haben sollen. Er verheyralhete sich auch niemals, und ge- riech an. 1609 mit seinem vetter, Carolo Howard- in grosse weir- läuffrigkeit. An. 1610 erlangte er nebst einige» seiner coawrwn ein Königliches -stffomL. ein von Sebastian Eabot neu - erfundenes land in West-Indien anzubauen- und eine neue cownic daselbst anzurichten, welche auch, nachdem er Johannem Güium, einen dür» ger vonBristo! nebst andern hingesendet,in guten anbau gerietst WiL er denn auch, daß die neue cwonie in der insul Bermuda in West- Indien zum guten stand gekommen, viel beygerragen, daher eint von den 8 darinnen abgetheilten landschafften nach seinem namen Norchampton genennet worden ist. Er gieng endlich den 14 um. an. 1614 mit tod ab- und setzte seinen vetter, GrafThvmam von Arundel, zu seinem erden ein. Er wurde in der Arche des -att-iis zu Dover begraben, wostlbst ihm auch ein ansehnlich monum-nr von wciffem marmor auffgerichtet worden.Wiewol nach stillem tod ein gerächt entstanden, daß sein leichnam nach Rom wäre geführt worden , zumal ihm einige beymeffen, daß er zu der Catholischm reli- gion,sonderlich zu der Königin Elisabeth zelten, nicht ««geneigt gewesen,und die Catholischm geistlichen in Engelland kommen lassen. Auch sollet der schmeicheley sehr zugerhän gewesen seyn.Sonst watz er ein verständiger und belesener mann. vitt. krikLm,. Howard/ (Philippus) Grafvon Arundel und Surrey. ES war des Hertzogs von Norfolck - Thomä Howard III, ältester söhn. Er bekam von seiner Mutter, Maria- Fiz-Alan Heneici, Grafen voll Arnnyel, tochter, diese Grafschafft, und stund anfangs bey der Konigin Elisabeth in sehr grossen gnaden. Weil er aber der Catholi- sihen religion ins geheim zugethan war,fanden seine feinde, worunter der Grafvon Leicester der vornehmste war, gelegenbett , ihn zu stürtzen. Denn er wurde vor den geheimen Rath gefördert, und ob er gleich allen vorwurffvon sich ablehnest, dennoch defehlicht - sich in seinem Hause inne zu halten. Als er aber nachmals Weder frey- und indessen ein cciier wieder die Jesuiten und Cathvlstche gnstllchö »romulK-t wurde, suchte er sich aus Engelland weg zu machen- allein da er in einem haftn in der Provintz Susscx zu schiffe gehen wolle, würde er durch die stiniqen verrathen, in den row-r zu London qeführet, und ihm nicht nur gefäNgnlß, sondern auch looocr pfund sterlinas straft zuerkannt. An V8y wurde er von dem Parlament zumtodeverurtheilet; jedoch scvmckstlkmbleKomgmdas leben,und er würde wieder in das gesangniß zurücke gesuhrer,darinnen er den i° nov. an. 1 starb. Er ist sonderlich deswegen berühmt, weil er ein sonderbarer liebhabet von smiquttastli Gestalt man sonst in Enqelland z» sagen pflegte : der Lord Burleigh hätte die vollkommenste bidlwthec vor einen poimcum; der LvrS Bacon vor eine» p!»'ioir>Wi,m; Seldenus vor eine» inltoricum ^ der Bischoff Ufferius vor einen rUeoiogum; Henry Howard, Graf Nortampton, vor einen ?o°ten ; Oughtred vor ernen cuni; voÄor Hammond vor einen grÄmn-Lttcum. oder allgemei» II theil. Ppppp üell holv nen-nn-um; und der Grafvon Arundel vor einen Herold oder -rmiquLrium. /«k-o/Oen. Lrirsnu. ^ ^ Howard/(Thomas) Grafvon Suffolck, Groß-Schatzmeister in EngMnd, des obigen Philippi jüngerer bruder. Er war von Tbomä Howard III anderer gemahlm, Margarecha And ew des Groß-Cantzlers in Engelland, Thema Andley zu Waiden tochter, wodurch die Herrschaffl Waiden aufihn gefallen, und er m der iugend der Lord Howard zu Waiden insgemein genennet worden. Er ward an-1;8; von der Königin Elifabeth in die durch seines vaters verbrechen veriohrne ehre relliruicet/Und an. i>mt s Königlichen schiffen wider die Spanischen ausgesendet,da er denn bey den Azorischen insuin unglücklich war, und das Haupt-schiff unter dem Ritter Richard Granvill von den Spanischen unter Alpbonso 6c Bazan übermeistert wurde. An. izy6 war er bey der eroberung Cadir vicc-Admiral. An. 1597 wurde er nebst dem Grafen von Esser und Walther Raleigh mit 2° kriegs-schiffen geschicket, um die Azorischen insuin den Spaniern wieder abzunehmen, aufwelcher reise er den Grafen von Esser und Raleigh,welche m grosse Verbitterung zusammen gerathen, wieder mit einander verglich. Der neue König Iaeobus »enge ihn den 21 üil. an. i6oz zu einem Grafen vonSnffolck, machte ihn auch in selbigem jähre zu seinem geheimen Rathe, gab ihm viel von seines vaters conklci-llen guten, wieder, und nahm ihn in den erden des Engelländischen hosen-dandes auf, auch ward er durch des Grafen von S>alisbury,Roberti Cacilli,be- förderung an. 1607 KöniglicherOber-Cammer-Herr. Er verhey- rathcte sich mit Elisabeth, Henrici Knevet , Herrn zu Chariten, tochter und erbin, so vorhero den Ritter Richard Rieh zur ehe gehabt, aus welcher ehe sein lucceüoc, GrafTheophiluS von Suffolr, Graf Thomas von Berckshire, Henricus, Carolas,Robcrtus,Wil- helmus und Eduardus, von denen die; letzter,, Rirter vonBalh gewesen , und 4 töchtern , von denen Elisabctha, Wilhelm Knolln, Grafen zu Dambury, und hernach Eduardum, Herrn von Vaur, geehlichet; Francisca, von welcher ein absonderlicher articul folget ; Catharina, die mit Wilhelm Cäeiln , Grafen von Shrews- bury, an. 1603 vermählet worden; und Margaretha, so jung verstorben. Er verhcyrathete bey seinem leben an. 1619 seinen lohn Theophilum mit Georg Humey, Grafen zu Dumbar,rechter, und trachtete an. 1609 seinem vetter, Carl Howard., Grafen von Nottingham,von der Admiralschafft ab,und sich an dessen stelle zu bringen, so ihm aber nicht angehen wolle. An. 1614 ward er an des abgelebten Grafen von Salisbury statt, durch beförderung seines eydams/desGrafen vonSommerset, Groß-Schatzmeister inEngcl- land, wiewohl er zu diesem amt gar nicht tüchtig geachtet ward,und durch seine schärffe und geitz viel Unordnungen machte. An. 1618, oder, wie Dugdale will, 1620 ward er nicht ohne schimvff wieder abgesetzet, und ihm zoooo pfund sterling zur strafe zu erlegen zuerkannt. Er rLnrirte sich hiernächst auf seine land-güter, und lebte als eine privLt-verson, bis er den 28 may an. 1620 in seinem Hause zu Eharimerow mit tode abgegangen. ^cneriog. Lrirann. Howard / (Francisca) eine tochterThomä Howards, Grasen von Suffolck. Sie vermählte sich anfangs an Robertum-fEvreur, Grafen von Essex, desjenigen söhn,welcher unter der Königin Elisabeth regierung enthauptet worden. Sie war von persohn sehr artig, aber von einem sehr lasterhaftsten gemüthe, dannenhero gleichwie jenes den Printzen von Wallis, Iacobi I ältesten söhn, anfangs bewog, sie zu lieben, also vcranlassete ihn das letztere, und absonderlich die bey ihr wahrgenommene Vertraulichkeit mit dem vicomrc von Rochester, daß er anfieng sie zu verachten. Der ietztgedachte Vicomre. Robert Carr, welcher nachgchcnds Grafvon Sommersct ward, undIacobi 1 v^vorir war, hatte sie dermassen eingenominen, daß sie, um ihn heyrathen zu können, anfänglich ibrem gemabl mit gisst nachstellte, und, da ihr solches fehl schlug, gerichtlich von ihin, als von einem, der zu dem ehestand untüchtig wäre, geschieden -u werden begehrte. Wiewohl nun diese bcschuldigung falsch war, indem der Graf von Esser nachmals mit seiner andern gemahlin einen söhn gezeuget, so brachte sie es dennoch endlich dahin, daß die ehescheidung,und bald darauf, peinlich den 26 dec. an. 161z, ihre anderweitige Vermählung mit Mylord Rochester erfolgte. Vorder aber hatte sie nebst diesem ihrem liebhaber noch eine andere schändliche that begangen, indem sie beyderseits den Ritter Thomam Querbury, (welcher aus redlichem gemüthe und aus einer wahren freundschafft wider die crwchnte ehescheidunq geredet hatte,) nicht nur unter einem falschen vorwand in das gefängniß, sondern auch in demselben durch gisst um das lebe» gebracht hatten. Eine Zeitlang blieben sie deswegen unangefochten, wcll.RobcrtCarr von den, Könige allzusehr geliebt, und dannenhero von jcderman gefürchtet wurde; doch endlich überließ der König sie beyderseids der Mir- da man sie denn der besirgten vergifftung überzeugte, und deswegen den 2^ may an. 1616 zum tod verdammte. Es ward aber dieses urtheil nicht vollzogen, sondern aus einer absonderlichen Königlichen begnadigung blieben sie bis den 22 ja,,. a„. 1622 in den, covvcr gefangen sitzen, und erhielten hernach frcyheit, die übrige zeit ihres lebens m Schottland zuzubringen. i»ll. wm. 2. k» 8 > 6 - 7 , 705. Thomas IV ) Graf von Arundel und Surre», Relchv-MarschaU n, Engelland. Sein groß-vater war Thomas Howard III, der in Engelland enthauptet wurde. Sein vatecPhi- llvpus, welchem alle lerne guter eingezogen wurden, starb im gc- vo» »einer gemahlin,Thomä Dacres,Freyherr» zu Gillesland, tochter, dlcstn einigen söhn, GrafThomam Howard. Als er ,e,ne rei,en in Franckreich und Italien abgeleget, ter ^0" dein Kötzige Jacobo in alle seines Vaters gi'l. »»» N^.^o^u-ret. Er führte hiernächst den titul eines Grafen von Arundel und Surrey, Freyherr« von Howard, Mowbrav, how Segrave, Ckarck, Brewes, Gorpes, MallraverS und Granite Er warb an. 160; ein Engelländisches regiment von 1,00 ma fuß, und führte es dem Ertz-Hertzoge Alberto von Oesterrc ck » hülffe zu, befand sich unter dem General Ambrosia SpinvIabenÄ belaqerung von Wachtendonck und in andern kriegs-verricbtunam Erwürbe hieraufvondemselbigen Könige zumgeheimenSwM Rath gemacht, und erlangte an. 1611 den OLrrer°orden,wardamÜ solgends Oouverneur von den Provintzen Norfvlck, Surre«, ss,,a sex, Northumberland, Cumberland und Westmorland. Er beul tete an. r6i; des Königs tochter, die Printzeßin Elisabeth,nackib. rer Vermählung mit Churfürst Friderico V vonPfaltz bis in d - Niederlande, und war an. 1614 einer der vornehmsten, hieben Georg von Villers, so nachmals Hertzog von Buckingham worden snimirten, den damahligen Lvonten,ben Grafen von Svmmerstt, aus der Königlichen gnade, wie auch erfolgte, zu heben. Er aenvL auch selbiges jähr seines verstorbenen Vetters, GrafHemrichHo- wards zu Northampton, erbschafft, und that im nvv. desselbinen jahrs mit seiner gemahlin eine reise in Italien. Er ließ Las« durch Wilhelmum Pettäum viel alte Griechische und Lateinische msrmors zusammen kauffen, die er nachmals in die gärten des Arundellischen pallasts zuLonden setzen ließ. Sein enckel aber,Graf Heinrich von Norfvlck, schenckte selbige der s-g-lemie zu Oxford und nachmals haben sie Humphrid Prideaur und Johannes Sel- dcnus in einem eigenen erkläret. An. 162° empfiengeri» des Königs »amen den Frantzöstschen Gesandten zuLonden, und erlangte den 29 aug. an. 1621 das Reichs-Marfchall-aint m Engelland, nach diesem wurde er auch Schatzmeister. An. i6rr verordnete der König, daß bey währender v-c-nx des Groß-cv°Mz. b>--amts in Engclland, er alle zu solcher kunüion gehörige Verrichtungen exerciren »ölte. An. 162 z ward er Ober-Richter über alle gehöltze und wäldcr in den landen von North und Trente. Er war einer "von den Königlichen OommliUrien, die an. iür; milden Spanischen Abgeordneten Don Carlos Cvloma und Ferdinands Bonhout wegen --cklrurion des obbemcldten Churfürsten vonPfaltz und dejssen lande crLÄirten. Als er an. 1626 wider mehrgedachten Hertzogvon Buckingham und dessen ->Äi->»eii im Parlament eysrig redete,ward er von demKönige Carolo I auf eine Zeitlang in stimm Haine zu Haltung des arr-N; verwiesen, jedoch als seine Mitglieder im Parlament steh »einer annahmen, der pöbel zuLonden »ich auch deshalben unwillig erwiesen, wurde solche Verordnung wieder aufgehoben. An. 16z; wurde er von demselbigen Könige an »eine schwester die vcrwittwete Churfürstin von Pfaltz, wie auch an die vereinigte Niederlande als Gesandter geschickt, um jene über den lod ihres ehegeinals zu conkoiircn, und diese, sich desselben »»mündiger söhne anzunehmen, zu bewegen. In demselbigen iah«hub er auch den Königlichen Printzen, Iacobum,Hertzog zu Vorck,im namen Churfürst Carl Ludwigs von Pfaltz "und PrintzFridnch Heinrichs vonOranien, aus der tauffe. An. i6;6 wurde er an den Kayser Ferdinandum III wegen rcstiruno» der Chur-PfWschen lande ge»endet. Er that hieraufeinc reise in UngarnaimdastWdie vestiingcii zu besehen, und zog abermalszu dem Kan»striiach Regen- spurg , richtete aber nichtsaus. An. 16;9 machte ihn der Mnig bey sich damals ereignendem, doch bald wieder gcdämvffcen kriege, zum General wieder die Reichs-Stände in Schottland. An. 1641 wohnte er dem Parlamente bey, als der v,ce-k.e von Irrland, der Graf von Stafford, zum tode verdammet wurde, muste auch aufdcs Königs befehl das todcs-nrtheil mit unterschreiben. Jnscl- bigem jähre war er auch cinervon den Königlichen v-puiatm,die mit denen in Engelland angelangten Niederländi»chen GestMcn die heyralh zwisthcn der Königlichen Printzeßin Maria nnd Prmtz Wilhelmovon Oranien, »Euten. An. 1640 wurde crzumGeneral der Königlichen armee erkläret, und zog an. 1642 mit derMl- glichcn gemahlin,als sie »olche ihre tochter nach Holland fuhrleM dahin, und von bannen wieder zurücke in Engelland. An. 1644 wurde er von dem Könige zu einem Grafen von Norfolcr cmrel; Er zog aber bey damaliger innerlicher unruhe mit Königlicher cr- laubniß in Italien, und starb zu Padua den 24 sept. an. 1646 m s9steu jahrescincs altcrs. Sein lcichnam wurde hieraufnach W- gelland gebracht, und zu Arundel begraben. triin. poll. c. 4. zisg. 74. Howard / ( Henricus) Hertzog von Norfolk,,Grafvon Arm- dcl, Surrcy und Norwick, Baron von Mowbray,Hoivard,^M» ve,Brewfe, Fiz- AlamWarren, Clun, Osivaldestre, Malir»s, Greystvck, Furnlval, Verben, Lovcrot, Strange und .yoward m Castle Ristng, Ritter des hosenbandcs,Groß-und Erb-Mar»M von Engclland, Königlicher geheimer Rath, om Oouverneur von Norfolk, Surrey und Barckshire, auch - neur des c-lleiz von Windsor. Er bekam alle diese tttnls IM M den nach seines vaters Heinrichs, Hertzoas von Norfolk, abltem". Er vermählte sich an-1677 mit Maria Mordant,Grat Hcnmw von Pelerborongh und Penelopä O-Brien, einer Gräfin, eintzigen tochter, führte aber init selbiger eine > gnügte ehe,indem ste die »chrancken ehelicher pilicht ubcnchmmu an. 1692 wegen ehebruchs gerichtlich von ihm gelchlemiM Er Ware nachgchcnds willens, sich mit eines SchoinMiia u mamis, namens Browne, tochtcr-kind zu vermahlen. Er Wv . den 1; apr. an. 1701, und folgte ihm, well er keine erben Me X in den Hertzoglichen und andern titnln »eines drndcck, rjb r« Thomä Howards,söhn. /«öo/geu.Lricsnn. ' unll 1701. Howard/ (Wilhelmus) Vicomre von Stafford. ErwarTh^ ma Howard IV vierdtcrsohn von Alathca Talvot, GOMbvM ftn vonShrewsbury tochter. Erwürbe wegen Maria / Henncr, Vicomt« von Stafford, schwesier und «bin, von dem Kmug Carolol an. 1640 zum Freyherr» und vi-omce von Stafford gemacht. Nachdem er sich verleiten lassen in die contoir». sowrderKonigCarvlumII und die Reformirle religion in Engelland entsponnen war,mit zu treten,solche aber an. 1678 durch Tttum Oates und Wilhelmum Bedlow entdecket ward, wurde er gefangen gesetzt,und ihm den 7dec. an. 1680 durch das Parlament das leben abgesprochen,er auch im yostenjahre seines alters aufdem Jacobs II retirirthatte,zurück kam, und vicnmre vonStassord wurde.Sein anderer bruder, John Howard, wurde an. 1Ü88 von Jacobs II als Abgesandter in Lpanien geschickt, hielt es beständig mit selbigem Konlge, und starb als Cammer-Herr an-1700 zu St. Germain> ^ ^6. Lrir. ^r. 7^. Howard/ ( Wilhelmus) ein söhn des unter Henrico VIII sehr berühmten Lhoma Howards, Hertzogs von Norfolk. Er ließ nach dem erempel dieses seines vaters so viel treue und tapfferkeit sehen, daß ihn die Konigin Maria zum Qouverneur von Calais, zum Baron von Effmghain, zum Groß-Admiral, und zu ihrem obristen Eammerer machte. Die Königin Elisabeth conrinmrte ihn in dieser letztem ckrrße, die er aber hernach dem Grafen von Susser abtrat, da er zu der würbe eines geheimen Siegel-Bewahrers erhoben ward. Nicht lange hernach starb er an 157; und hinterließ von inner gemahlin, Margaretha, einer tochter des Ritters Thomä Gamage, Carolum Howard, Grafen von Nottingham und Groß- Admiral, von welchem ein absonderlicher articul. ^ L^^uik. 6' r. r. p, rS^. s-Admi- ral in Engelland. Sein Groß-vater war Thomas Howard II,Her- tzog vonNorfolk inEngelland,soan.rc;4 verstorben;sein vater aber, Wilhelmus Howard,Freyherr zu Effingham,welcher ihn mit Margaret», Thomä Gamage, eines Engelländischcn Ritters , tochter, an. 156; erzeuget. Nach semes vaters tobe wurde er Baron von Effingham, auch noch bey dessen leben an. 1570 mit einigen Engel- ländischen schiffen geschickt, um des Königs Philippi ll in Spanien braut,Annam, des Kaysers Marimiliam II tochter in Spanien zu convo) >ren. Er intlnuirte sich bey der Königin Elisabeth dergestalt, daß sie ihn zum Ritter des hostn-bandcs machte, auch ihm an seines vaters statt das amt eines Ober-Cammcr-Herrn gab, und ihn in den iee-aLrwen vor vielen andern brauchte. Weil er nun hierin- nen eine sonderbahre wisscnschafft erlanget, bekam er an. i;8; auf absterben des Reichs-Admirals, Eduardi Olinton, Grafen zu Lincoln, selbige stelle. An. i;88 hielt er sich wieder die von Philippo II wider Engelland ausgeschickte unüberwindliche siotte wohl. An. 1596 wurde er nebst dem Grafen Robert von Esser mit einer flotte in Spanien ausgeschickt, mit welcher er Cadix einnahm. Da er aber wieder zurücke kam, wolle man die ehre demGrafen von Ester alleine zuschreiben , darüber zwischen ihm und demselben nicht geringe j^iouiis entstund. Als an. i-;97 der Graf von Esser mit einer flotte wider die Azorischen insuln ausgelaufen war, blieb er in Engelland , und wurde inzwischen von der Königin mit des Grafen von Esser Mißvergnügen den 22 oct. selbigen iahrcs zum Grafen von Nottingham, das jähr vorhero aber zum Ober- Richter über dieParks,wälber und holtzungen in dem suder-thcile von Engelland gemacht. Erwürbe hierauf zu den wichtigsten aSUren des Reichs gezogen, und Mngirte nebst Robert Cäciln und Walther Raleigh fast alles zu Elisabethä zelten alleine. Er war an. 1598 unter den 8 Deputieren einer, welche das bündniß mit den vereinigten Niederlanden erneuerten, wurde auch in selbigem jähre bey besorgtem Spanischen einfalle zum General - Lieutenant über die -wiicr zu Lande verordnet. An. i6oi halffer nebst andern den Grasen von Essex ruiniren,beredete auch bieKönigm,einen Nachfolger zu ernennen, welches der König Jacobus aus Schottland war. Nach deren tobe war er der erste mit, welcher dessen partbey hielte,und ihm den eyd der treue leistete. Bey dessen an. 160; erfolgt« krönung verwaltete er das amt eines Groß-Lllewards, wurde auch an. 1605 von selbigem als Gesandter nach Spanien geschickt, da Philippus II den geschlossene» frieden mit Engelland in der stadt Valladviid beschwur. In felbigem jähre ward er zu Untersuchung des vorge- wesenen pulver-verraths gebrauchet, und an. 1609 von feinem bluts-verwandten, Henrico Howard, Grafen von Rorthampton, sin Elisabeth, aus Engelland in Seeland, harte auch an. 1614 mit der stadt Londen einen harten streit wegen der jur,zll,Äion auf der Thensse. Er wurde auch Ouuv-rneur der Provintzen Suffex und Surrey. Unter dem vorwande aber seines hohen alters wurde ihm an. iü2i die Reichs-Admiralschafft entzogen, und Georg Villers, Hertzoge von Buckingham, gegeben, jedoch genoß er von dem Könige eine jährliche penll»». Er starb endlich zu Haiglmg rn derPro- vintz Kent den dec. an. 1624. Seine erste gemahlin war Catba- rina Caren, des Freyherr» zu Hmisdon, tochter, von welcher Wilhelmus Howard, Freyherr zu EffmAam, welcher cmnoch bey ,ev nein leben, au. >615 gestorben; Etifabety, Johannis Mordant, Grafen zu Petcrborough, gemahlin; Carolus Howard, sein Nachfolger ; Elisabeth, Hemrici Southwels gemahlm; Hmnca, so anfangs Fitzgeralb, Grafen zu Krldarenmd hernach den Freyherr,, Henricum Lodham, geehlichet; und Margaretha, Richard Leveien, v>ce. Adinrralsin Engelland, gemahlin, gczeuact worden. Seine apdere gemahlin war Margaretha, Jacobl Stuarli, Grafen zu how hoy 851 tharina^ ^ Katharina ) Königin in Engelland. (siehe La-> lic^n a^md v°nE^ 5 W^^Howden-Wapentake, in der öst» HowdZL genZ^^ 'EU iigende ^i-»,iu.. angesehener EnglischerPrcdiger undn-o. A 8, t rssb^lsriLnischer Parthey , mag. ,-crr. ist qedokren den I- an.füzozu Loughborough in der Provintz Leicestcr, allwo stin ^>are. Er wurde in Inland, und hernach wäl-ren-- dem emheiMilchen kneg in Engelland erzogen, KnMrte zu Cambrid- ge und Opsord, da er auch das n-cc-isureac empfangen, wie auch nachgehends das ^-nikerium, ward 80cm- in coiicgin Maqdalenä» und daraufnoch sehr jung, r^mNLi-zu Torrington. Er verrichtete lein Predig-amt bey Cromwcll mit grossem Widerwillen, jedoch bediente er sich desselben zu beförderung der religion und guter kün» sten, wie auch znn, Vortheil vieler selbst von der widrigen Parthey - deswegen rhne i). Wilkins und andere ansehnliche mann« sehr lieb gewonnen. An. 1662 legte er sein amt ab, weil er nicht tust hatte zu -ontorwieren, lind zöge zu Lord Maffarene in Jrrland, da er für ei- ne zett, wie auch nachwerts in Engelland, die freyheit zu predigen erlangt. Bey angehendem stürm wieder die krechylensner, verließ er Engelland, und kam erstlich in Teutschland-und darauf nach Utrecht, allwo er vielen berühmten Männern lieb und wärth ware, auch offters Königs Wilhelmi und damaligen Printzens von Ora- men, LMveriscion zu gemessen die ehre harte, und bey demselbigen lebenslang in besondern «Kimen stuhnde. Sein wd folgte den 2 apr» an. 170;. Er war ein mann von grosser gelehrsamkeit in l'lieoiogis und iekiioiopllic,sonderlich aber in ^lst-pk^icis; „eben deme von »»gemeiner penerrsrion und scharffstnnigkeit, daher er sbkruiir M.1- renen mit grossem lust untersuchte, und ob er gleich der kümmern Meinung beygepflichtet, hielte «doch von gelehrten und frommen LxitcopLnten sehr viel; Er bemühete sich insonderheit die Haupt» Wahrheiten und pfusche mscerjen des Christenthums flerffig zu Untersuchen und einzuschärffen. Von seinen schrifflen, welche theils m allerhand predigten, theils in lubcllen OMristillnen, betreffend die heilige Dreyeinigkeit, die Vorsehung Gottes rc. theils in orsÄi, scheu vilcurstn bestehen,sind sonderlich berühmt: c.ivinß^-M- xie ok Qoci, der lebendige tempel Gottes/ in 2 theilen begrief- fen, in welchem er neben anderein Spinosam und andere seines gleichen gründlich widerleget, und die tvnllswsnt her religion erweiset ; OeNl-vrinA in Ooä , Freud in Gott ; klellcllnei; ok tks K-lZkteons,Glückseligkeit des gerechten rc. Lx «jus Icripcis Sc vics per * ^owova/ein Gräfliches gcfchlecht, welches in dem; feculo aus Sclavvnien in Böhmen gekommen. Zu ansang des 11 feculj war einer bey dem Hertzoge Jaromiro Jägermeister, und errettete so wol denselben, als sich selbst aus der mordcr Hände, weswegen ihnL der Kaystr Henricus II mit einem besondern waapen, darinnen s schwache aste, red« von 6zacken,creutz-weise übereinander ge- schrenckt, in güldenem selbe zu sehen, bestehe, und zum ersten Herrn inBöhmen oder den nächsten nach demHertzoqe erklärte.Gesa Ho-> worez war bey dem Hertzoge Sobieslao geheimd« Rath, und hatte ; söhne, welche sich in ; Haupt-linien vertheilet, und sich nach ihren residentz-schlössern benennet haben. Der älteste, Zdislav, Herd zu der Lcipe, ward ein stamm-vater des Leipischen Hauses; der andere, Jaroslaw, Herr zu Ronnov, ward ein anherr des Grafen von Ronnov; der dritte, e-milo, Herr zu Lichtendurg, stifftcte die Lich- tenburgische linie. Von den bcyoen erstem hat man absonderliche articuis nachzuschlagen; die letztere aber, so von dem schlösse Lich- tenburg, weiches die Hussiten zerstöret, den namen erhalten, ist gegen ausgang des -6 feculi ausgegangen, und deren waapen so wol als der tttul an die Grafen von Nachod gekommen. Nachdem auch König Johannes in Böhmen an. i;;9 Heinrich, Herrn zu der' Leipe, aufseilte öLlcenllenteu und lUccelttve anf die von dem Hause Howora herstammende erben das oberste Erb-Marschall-amt iit Böhmen verliehen, und in folgenden zelten einiger streit sich deswegen unter den geschlechls-verwandtcn «eigner, so haben in dem i? seculo nicht nur dieHerren zu derLeipe und bieGraftn vouRönnov- sondern auch die Herren von Bercka, als welche mit einander gleichen Ursprung haben, den geschlechts-namen Howora wieder angenommen. Leck/, wir. liovorr. I>. I, II. c-lb. iisin- MLtogr. ?, II. ^owson/(Johannes) war zu erst Bischoffzu Orsord, Und hernach zu Durham. Er ist wegen des buchcs, wonnnen er zeiget,m welchem falle eine ehe-scheidung rechtuiaßig geschehen könne, wie auch wegen seinen predigten wider den kirchcn-raud und wlder des Pabsts wpremar. bekannt, die ihm der Konig Jacobus I zu verfertigen auferlegt, um sich von der bezüchligung, als ob er der Cache!,- schen religion tsvorillrw, loß zu istachen. Er starb an. 16; 1. (Andreas)ei» gelehrter Niederländer, gebohren zuBrug- aes,ward Königlich« prott-ist»- der Griechischen sprach zu Douay- und starb zu ansang des 17 seculi, mehr als 8o jahr altt Er war ein auter Lateinischer vo-4 und schrieberrago-ciien über Biblilche Historien, ^iesien, eine poerische värLpin'älln »der den Propheten Ezechiel und anderes mehr, so von den gelehrten wohl aufgenommen worden. Er hat es Catullo zimlich glücklich nachgemacht; sein llvius ist cnrreÄ, und hält zwischen den, hohen und „lederen die Mittel- straß. Er ließ auch zu Verfertigung einer Griechischen 0r-mE,c 4. iziüLllakrovLi drucken, da er in der ersten handelt von den Ursachen Ppppp» detz 8;r hoy <-a„uotton dieser tdrach , in der anderen von ihren in der dritten findet sich etwas über die ?-> dollmetscher,und m der letzten rechet er, welches die beste art der Griechischen aussprach ftye.; NcdÄiestm hat er aus dem Griechischen übersetzt und mit versehen Qr-corom ttorologium, ^enologium und LuckoioZmm winur- Endlich hat er eine Eoi-i-m tscro-prof-nsm angefangen, »velche'erst nach seinem tod das licht erblicket. ^ . Nr/". Libliocli. LeIZ. /ickrr«. r-rs -Ir. Llbl. rcclel'. * Hopa/ einschloß / flecken und Grafschafft m Westphalen a» der Weser zwischen Minden und Bremen. Dar schloß / so 4 messen oberhalb Bremen an der Weser ltgt/ und von einem arm dieses fluffcS/ die alte Weser genannt/ umschlossen wird/soll an. 1071 von Hoyone Edlen Herrn zu Potteburg und Memmeburg erbauet worden seyn / welcher von den Nüstrmger Friesen vertrieben wor- den/und sich von Graf Wilhelm zu Brunshansen diesen ortans- oebetten: welches aber nicht wohl seyn kau/weil >chon über 200 zahr vorher der Grafen von Hoya gedacht wird. Um dar zahr-29? ist das schloß neu gebauet / und villetchk von der lincken fette der We- scr/ wo noch ein platz die alte Hoya gcnennet wird / auf die rechte gesetzt worden. Es hat dieses schloß starcke mauren/ und wird über dem/wie gedacht/von der Weser umschlossen. Der dabey lügende flecken ist nach der länge an beyden ufern der Weser erbauet / mit bürger-recht versehen / und hat sich wegen des fruchtbaren bodenS und dequemlichkeit zur schiff-fahrt vor dem dreyßig-jahrtgen krieg zimlich wohl besunden/in demselben aber sonderlich/ an. 1622 und 1626 ist er übel mitgenommen worden. coxo^. bru,uu,c. v. /eh. Die Grafschafft Hoya begreifft nun einen zimlichen strich lan- des zwischen dem Bremischen/ Lüncburqischcn/ Mindischen und Dicpholt/ welcher meistens fruchtbar/ ausser der grossen Sulinger/ heyde. Die Grafen / von denen so fort / haben nach abgang vieler Lldelichen gcschlechter/ die sonst hier gewöhnet / dieses anich,'.liehe land an sich gebracht. Nachdem diele gestorben / ist das land also anheilet worden/ daß das vornehmste/ als Hoya/ Nienbnrg/ Lie« venau und Stoltzcnau an die Hcrtzoge zu Braunschweiq und Lünc- durg/ als Lehens-Herren e Ucht und Frcudendcra aber an den Land- grasen von Hcssen-Cassel siel. Der Grafvon Oldenburg muste we« gen der halben Grafschafft Bruchhauftn oder des amles Harpstält/ Draunschweig-Ll'medurgischer lchens-mann werden. Was nun die Grafen von Hova betrifft / wird deren schon vor an. 820 gedacht / und rechnen sie einige unter die zahl der gcschlcch- ter / aus denen die Sachsen ihre 12 Vierherren crwchlct. AIS an. 92; die Hunnen bis ins Stifft Bremen streifzten/ widersetzte sich selbigen ein Grafvon Hoya nebst einem von Alvenslcben. Walihe« ru-/Grafvon Hoya / war bey dem Kayser Henrico l Stallmeister / wurde aber in der schlacht bey Merseburg an. 9; z erschlagen. Dessen brudcr HenricuS wohnte auch der schlacht und dem darauf gehaltenen turnier zu Magdeburg bey / und pflantzte dar qc« schlechte fort. Dessen söhn war WältheruS der jüngere/von dem Ernestus/welcher des Kaysers Conradi ll an. ioi9zu Trier an« gestelltem turnier beywohnte. Dessen söhn Hcnricus folgte Kayser Heinrich dem dritten in unterschiedenen feld-zsigen in Böhmen/ war auch bey dem an. 1042 zu Halle angestellten lurnier. Dessen söhn Wilhelmus befand sich an. 11-9 aufvcm turnier zu Göttin« gen/und erzielte mit seiner gemahlin / einer gcbohrnen Gräfin zu Bruckhausen / Gcrhardnm/ welcher 2 söhne hatte/ worunter Ger« kjarduS/ Bischofs zu Verben wurde / der jüngere Henncus aber setzte daS geschlechie fort. Dieser hinterließ viel söhne / worunter GerharduS co-chmor des Ertz-Stiffs Bremen war; WcdekinduS war Bischofs zu Minden. Der dritte söhn Otto stifflclceine neue stamm-linie / welche daher die Ottonischc gcnennet wird. Der jüngste aber Hcnricus stifftelc die Heinrichische linio Otto hatte von Nira/Gräsin zuWaldcck/ nurcincn cintzigensohn Johannen; / welcher mit Hertzogs Hcnrici von Sachscn«Laucnbmg koch« ter einen söhn erzielte / Hcnrieum. Dieser bekam von Helena/ Her« tzogs Magni des jüngern mit der kette zu Draunschwcig tochter / Ottoncm. Seine gemahlin warAdclhcil/ des Grafen zu Ritdcrg eintzige tochter / von welcher qebohren / Hcnricus / der Bischofswürde/ und Conradus/ Graf zu Hoya. Dieser ererbte von seiner mutier die Grafschafft Ritberq / und pflantzte selbige stamm- linie/welche aber frühzeitig vcrwclckte. Der dritte söhn/ Ottonis/ Johannes aber/setzte das geschlechie fort/und zeugte mit seiner gemahlin Adelheid/ gcbohrner Gräfin zuBronchorst/ Gcrhar- dum / welcher anfänglich Dom-Probst / nachmals Ertz-Bischoff zu Bremen wurde /und.an. 146; starb. Der andere sohn/Joban- ncS/war Bischoffzu Munster; der dritte Friedericns / c-silonicu; zuColln; mit dem vierten und jüngsten Ottone aber gicnq der Ottonischc stamm an. 1489 ab / indem er nur 2 köchtern / aber keine männliche erden hinterließ. Die Hcinrichlsche stamm-linie stifstcte Henrici jüngerer söhn / Hentteus/ welcher wegen seiner strenge die axt bcygcnannt wurde. Er führte mit den Bremern wegen dem schlösse Tedinghauscn krieg / und erbauett die stadt Niendura. Mit seiner gemahlin / einer gcbohrnen Gräfin von Wunstorff/Hatke er einen eintzigen söhn/ namens Gerhardum / welcher wider den Bischoff von Osnadrüa krieg führte / uiid dem letzten Grafen Henrico die Grafschafftcn alten und neuen Brnchhauscn abkauffte. Seine gemahlin war Helena / HcrtzogS Albeiti zu Sachsen tochter/ von welcher Otto/ der sich von mgend aufzn dem geistlichen stände begab. Insonderheit suchte er seine beforderung bey dem Stiffke Münster / woselbst ihn auch die. zum Bischoff p->NuM,k„/ und hernach die Lsnabrügger iu rhrem fand er an beyden hoy welcher Bischoff Otto gefangen nahm / und Alten-Bruchkanim m die asche legtc.Es empörten sich auch die bürger vonOmabrü^ und belagerten an. 1424 die kircke daselbst; tage DÄm Ä bruder Johannes wurde Bischoffzu jaderborn md L Hildeshcim/ starb aber an. 1424. Der jüngere bruder m « ein vatcr Albern / Bischoffs zu Minden / so an. 147? schlösse zu Pekershagcn starb; dessen bruder Emus war BiM?, Oßnabrug / weil er aber mrt den csnomciz sich nicht vmÄD" t-/ wurde er abgesetzt/ und entstund -in groffE ^ starb aber darüber an. i4s8; der dritte sokn Erici / Johannes d streitbare/ führte wegen seinem bruder Ericomit dmOßnabL gern viel krieg/ wurde aber von denselben gefangen / und sta b U ltch an. 14; c. Sem enrtzmer söhn von Elisabeth/GrafOnoniSn Dicpholt tochter / war JodocusI/welcher müden Htttzog/nk Luneburg schwäre kriege gefuhret / indem ersich der stadt W j. Hern, wider ihren Bischoff Bartholdum annahm / dem die Hm ge von Luneburg beystunden. Er starb an. i;o, / „nd himeM seine gemahlinJrmgard/GrafBernhardS des streitbaremukM tochter/als wlttwc/so dleHertzvgc von Draunschwcig undLimebm mit drey söhnen aus dem besitz stiessen.Alösie aberan. -zirki-M von dem Hause Luneburg erfasste/ gelangte sie zu dem vorigen HM Semekinder waren Johanncs/dcr streitbare genannt/weicherm Schweben glcug/und sich durch seine gute grätendaselMw Gustavs I in nngemcine gnade setzte/welcher ihn auch MC»», verneur zu Stegcburg IN Ost-Eokhland bestellte / und Mit seiner verwittwcten lchwcstcr Margarciha vermählte. Ihm wurden die wichtigsten fachen anvertrauet / wie er denn auch aus tragender in Gothland/ DIccklngcn und andern Provinkcn m allen schßossern / kirchen nnd klöstern die-rck.vkn durchsuchen wüste / ob etwas vorhanden / wodurch der König sein recht über diese lanber bchaupten könte. Als die Lübecker nebst andern hanseM- tcn an. i?;z grossenneinigkeitanspönnen/ undes in Schweden zimlich lrnbc aussähe / wollen sie den jungen Snante Slure be. reden/ daß er sich wider König Gustav,,m möchte zum anführet gebrauchen lassen. Indem er aber solches abschlug / begehrten siem dem Grasen Johann von Hoya eben dergleichen. Derselbe im eben damals wegen seiner gemahlin/ die derKönig Gustav mich. ren väterlichen gutem vcrkürtzte / ein Mißvergnügen / daß er / M zorn und chrgeitz bewogen / denselben gehör gab. Man schreibt!/ daß er an. iz;6 in verschlackst aus Füncn / in welcher derKönig ChrjstianuS v,üc>r-6ile/wäre gefangen / und im Herabsteigen von dem pfcrdc durch einen Holsteinischen vom Adel/Dellev von Re« ventlau / aus einem alten groll geködtcl worden. Von obbemeldiec seiner gemahlin hinterließ er 2 söhne / Jodocum / welcher von Francisco von Halle gefangen wurde/ unffin dem gefängniß starb/ und Johannem / welcher Bischoff znOßnabrüg und Muster ge- nennet wird/sonst aber den rühm hat/dgß er ein gelehrter Herr gewesen. Jodoci I anderer söhn aber/ Emus/ führte garem stilles und einzogencs leben zu Stoltzcnau / und starb an. i<47 ohnehin der. Der drille söhn war Iodocus I II> welcher sich an. i;4r zu der Lutherischen rcligion bekennkc-Er genest; wegen einigen geldernmi dem Herrn Francisco von Halle unddcsscn tocktermann in schwäre irrniigen/ welche aber an. r?z8 durch König ChristiamimIIIm Dancmgrckiind Chnrfürst Angustum von Sachsen beygelegt worden. Seine gemahlin warAnna / GrafWolffgangSzu Gleichen tochter / von welcher i z linder/ darunter 7 söhne. Albertus bezeim- rc zur zeit des >nrcr,m§ vor die Lmherische lehre einen grossen eifer/ starb abcram>;6; ohne kinder ; IodocusIV starb an. niz zu PariS; Wolffgangns war c-ny»ic„s zu Srraßburg / siel aber einstens von dem pfcrdc/ und zerbrach ein dein / woran er an. tte? starb; Johannes starb in seiner kindhcü aufdem schloffcDorchloh; Erirus kam zur rcgiemnq / starb aber an- ohnecrben; Fu- dericus war^nontcur zu Slraßbnrg/ und starban.iz7°Mllo kam nach Erici rode zur rcgicrung/ starb aber an. i?8r ohne a- den / nnd mlt ihm qieng dcr gantzestammder Grasen von Hm ab. Wie die Grafschafft zertheilt worden / ist vorhin qe!ncldct.B übrigen crzchletHammclmaim / daß zu einem Grafen vvnHW/ dessen namen er aber verschweiget / ein klein männlcin gekonn» so ihn gebeten / er möchte die folgende nacht scme küche und saal einigen gästen einräumen / und seine clomclilquen nichts davon wg- seil lassen; es wäl cn darauf in derselben nacht viel kleine M wie bcrgmäimlcii, gekommen / die nach gehaltener mahlmigM morgen wieder abschied gcnomcn/lind demGrafcnzmdanMkel folgende geschcnck hintcrlaffcn: cinschwerdt/cinsalamander-laaen/ und einen güldenen ring/ in dem ein rother löwe oben eingeinM / mit dem bedeuten/solange diese ; stücke beysamm blieben/M der Graf und scinenachkommcn cinigkeit und glück haben; w M sie aber von einander kämen / würde sich Uneinigkeit und MM einstellen; es wärcnbald darauf die 2 ersten stücke verlohnn W" gen / der ring aber biß anfdcn letzten Grafen geblieben. -»Ircr Orztvn N-sI pgA. ;r;, vvelcker iick son-lerlicli - burxiicver clironic, ciironici comikum Sclisuenbmgcnuuw." k>c 7 ic/ei/'sm/o re^. Qcrmrn. c. i sq. be6n84geM"'' An. i;99 wurde sie an einen vom Adel, Hermann von A I Furstl. Holsteinischen Stadtdalter, verbeyratbet. Nach bW lebte sie auf ihrem land-gut, da sie denn mit buchcr-leien, M rerligung Teutscher versen ibrr zeit hinbrachte. In-wM-n ^ zu ihr Nicolaus Letingius, welcher sie völlig mit seinen hoy Mnahm. Sie sieng an. 1627 zu schreiben an, und bekam sonderlich wegen Vertheidigung ihres anführers mit den Predigern von Holstein gar viel zuthun/ weswegen sie auch ihr Vaterland bereits um das jähr i6;r verließ, und wie einige wollen, auf recommencisrion des Hertzogs Friderici von Holstein an die Königin Lbristinam, nach Schweden gieng, allwo sie noch an. 1648 aelebet. Man mer- ckct von ihr an,sie hatte kein lebendiges thier todten wollen,und lauter tobte und stinckende fische gegessen, sie hatte auch viel Hunde des, wegen gehalten,damit die lause un flöh aufselbige von den menschen tnöchten gesetzt werden. Sie gibt auch zu verstehen, daß sie die Ro- sen-creutzer, den David Georg, Schwenckseld und Weigelium hoch gehalten. Ihre schrifften sind zu Amsterdam an. 16^0 zusammen gedruekt worden. klsionitcli- hermcriicii Lkristenrkum. »0/^- Icircken - killorie ?. ; c lo §. 14 , 1;. LkoLr. pzrc. , is-g. tiiltor. Liwbr. pLg. 141 iegg. in Mnreceo b^rcrico- ksnar. z;tz. ^oyerswerda / eine stadt, schloß und Herrschafft in der Ober- Lausitz und dem Budißinischen cräyß , an der Nieder - Lausitzischen grantze, 8 Meilen von Görlitz, 2 von Camentz, und zwey von Bau- tzen gelegen. Den namen soll sie von GrafHoyer von Mansfeld haben, weil dieser ehemals einen strich landes in der Ober -> Lausitz besessen; die Böhmischen solventen aber a-riviren ihn von Hsvera, Hertzogs Iaromiri von Böhmen Ober - Jägermeister, der seinen Herrn aus der todes-gefahrerrettenhelffen, deswegen er zum Fronherrn von dem Duba von Kayser Hermes II gemacht, auch diesem aeschlechtder strich hiesiger orten eingeräumet worden iey. Andere leiten den namen her von den berg- Häuern, die ehemals da herum nach eisen - steinen gegraben hätten. Vorzeiten ist es eine berühmte land»veste gewesen, über deren eroberung die gesammten a städte an. 1467 fast jähr und tag zubringen müssen.Heut zu tag ist es eine unter einem starcke schloß ligende stadt von Häusern und drüber. Ehemals hatte die stadt und Herrschafft unterschiedliche besitzer Herren-standes. Solche waren erstlich die Herren von Schonburg, so allhier von an-1448 und noch eher bis an. 1522 geherrscht.Nachmals hatte es einer von Maltitz, nach diesem Seyfried von Prom- nitz, und als solcher an. 1-197 starb, einer von Ponigkau inns. Von diesem aber kauffte es Johann Georg der erste Churfürst zu Sachsen , dessen enckel Johann Georg der III dieselbige in ein cammer- gut verwandelt, und einen Amts-Hauptmann und Amts-Vogt da hinein gesetzet. Nach der zeit kam die Herrschafft an den Königl. Polnischen und Churfürst!. Sächsischen Groß-Cantzler, Grafen von Beuchling. Allein von diesem gediehe sie wieder an die Chur- sürstliche cammer, und letztlich durch kauffan die Polnische Fürstin UrsulamCatharinamLubomirsky,Fürstin von Teschen. Diese herrschafft hat sonsten vortrefliche hcyden und über 60 reiche; wie denn auch die stadt besonders in einer nahrhafften gegend, und um und um mit wiesen, wäldern, ackern und reichen umgeben ist. Die einwohner sind Teutscher und Wend'scher n-rion unter einander, daher auch in der pfarr-kirche so wohl Teutsch als Wendisch gepre» diget wird. An. i^bey damaligembauren-anffstand, wollen sie auch in dieser Herrschafft rcbeiiwen, wurden aber bald getrennet, und zu ruhe gestellet. via. I.au6r2isclio merclcvvuräigtieireli k. zc. 9 unll ll. DpoF''. Haym/ eine nunmehro Gräfliche familie in Missen, deren stamm, hauß Hoym im Fürstenthum Halberstadt, 1 messe von Quedlinburg an den Anhaltischen gräntzen und am fluß Selck gelegen. Sie hat auch von uralten zelten an im Grifft Halberstadt koriret,woselbst sie mit dem Erb- Cammerer- amt belieben worden. Haymon, der dritte Bischoff zu Halberstadt, von welchem an seinem ort, soll die weltliche regierung seines Stiffts einem beamten ausgelragen haben, welcher der heutigen Herren von Hoym stamm- vater worden. Nachgehend? ist Gedhard von Hoym zu der Bischöflichen würde daselbst an. 14^8 erhoben worden. Vorhero aber wurde Fridericus von Hoym an. i; ?6 zum Bischoff zu Merseburg erwehlet, welcher dazumal v-c-nus zu Naumburg war. Er erhielt auch alsbald die conflrm-rion bey Jnnocentio VI zu Avignon, und kam mit einem kostbarenBischoffs «Hut und helffenbeinernenBi- schoffs.stab zurück. An. - zag ward er zum Ertz-BischoffzuMag. deburg erwählet, aber der Kayser und der Pabst ubergiengen ihn, und conksnrten diese würde einem andern; und ob wohl dieser von Hoym igjahr hernach zum andern mal von dem Dom - Capital zu Magdeburg zu dieser ehre erhoben wurde, er auch selbige annahm, starb er doch kurtz darauf. Friderich und Hanß von Hoym sind der Slifft.Halberstädtischen statten Hauptleute gewesen im krieg, den ihr Bischoff an. 14z? wider die Grafen von Hohnstein gefuhret. Im folgenden seculo hat sich zn Kaysers Caroli V zeiten Gebhard von Houm in Ungarn wider die Türcken als Obrister wohl verhalten , dahero der Kayser seinen stamm in den Freyherren - stand erhoben, dessen nachkommen haben sich auch in Oesterreich niedergelassen. Gegen ausgang des 16 seculi hat Christoph von Hoym, ?^llaenr imFürstenthum Anhalt, (dessen vater Heinrich aufHoym und Ermsleben, Stadthalter im Bißthum Halberstadt gewesen) die Herrschafft Dreißig unweit Zeitz erkaufst, und ist ein anherr der Herren von Hoym in Missen worden. Dessen nachkommen auch in der Nieder - Lausitz das Ritter-gut Kittlitz unweit Calau, (woraufan. 1668 Alexander Jacob von Hoym erster Ober-Amts- zu s-übbcn iloriret) wie auch in der Ober - Lausitz die guter Dürrbcnnersdorff, Gudeborn, Schönbach, Schwöllen rc. an sich gebracht. Ludwig Gebhard, des vorqedachken Christophs urenckel wurde vom Kavser Leopoldo zum edlen Panner- und Freyherr« von Hoym gemacht ; er betzß viel güter, und starb um das jähr 1709 ohnqefäbr, als Königl. Polnischer und Chur - Sachsischer ge- heimbder Rath, Cammer-Ober-Hauvtmann des Thüringischen cräyfts rc. Von dessen söhnen ssorirte Adolph Magnus, „ . hoy hra 8;z A?Lv0n Hoym, Herr zu Sprembera, Neusaltz rc. noch an. i?ie, alsKonigl-Polmicher und Chur-Sächsischrr cisbiners-undStaats» genier Rath und Lenersl'-r-c^ . O,r-»or. warlRUserei^n^^^^^ Sellarc. . ^ ^ zeit Königl. Polnischer und Chur-Sächsischer Cam- einer^nEna^- ist mit anzuführen, daß ^^er Adelgir ein Hertzog worden , vom IM /iciei - ihieg-I x, z p unter die so ae- nannten berühmten 12 Helden zu Bern gezeltet wird. 6owd^.eine Gräfliche familie in Oesterreich, so unter dem Kayser CaroloV aus Spamen dahin gekommen, und ihren edlen Ursprung aus Spanien vor Kayserlichen 0 omm,L«en zu Worms den i2 ,uiu an i;4c erwiesen. Gundisalvus Gnterry-i-Hoyos zeugte mit Marra, einer tochter Alphonsi a-lo-Rios, Jobannem A'phonsum, der von Catharina-t-Sagedro ein vater wurde Al- phonsi Martini, dieser von Catharina Mata, ein vater Joban- nis Martini, welchem Agnes -l- iss Huclgas L Carranza, Johan. nemHoyos gebohren,der sich in Teutschland begeben, daselbst durch Agnes a- Salamanca sein geschlecht fortgepflantzet, und die Herr- schaffte» Sturenstein, Guttenstein, Rothengrub, und andere güter mehr an sich gebracht. Seine söhne waren Johannes und Anto- nius, so Bischoff zu Gurck worden. Johannes aber zeugte mirEli» sabeth, Hans Ungnads,Freyherrn zu Sonnegg tochtcr, Ferdinan« dum Albertum, einen vater Adami Eusebii; Ägnetam, so anHan- nibalem, Herrn von Zintzcndorff, vermählt worden, und Lubovi- cum Gomez, Grafen von Hoyos, dessen söhn von Susann«, Bal- thasars von Trautsohn Freyherr» tochter, war Johannes Baltha. sar, Graf von Hoyos, Ritter des ordens 8. Jacobi 6° Spada; er begab sich anfänglich an des damaligenErtz-Hertzogs Matthiä Hof, und wurde dessen Cämmerer, hatte auch bey desselben Kayserlichen crönung zu Franckfrwt das 6i,e»oriumstn der hof-cammer geführt, ist hernach Land- Marschall in Nieder - Oesterreich, mit dem titul geheimen Raths worden, und an-1627 zu Wien gestorben, mit seiner ersten gcmahlin Catharina, einer tochter Moritz Christophs, Freyherr» von Khevenhüller, und Sibyllä, Gräfin von Montfort (deren groß-mutter CatharinaKönigsSigismundi I in Polen tochter gewesen) so an. 1620 todes verblichen, hat er gezeuget Johan- nem Ludovicum, Kaysers Ferdinandi II Cämmerer, so sich mit EleonoravonHerberstein verheyrathet, Franciscum Mauritium, und Johannam Franciscam Catharinam, so Hof- O»me bey der Königin in Polen gewesen. Mit der andern gemahlin,Dorothea Freyin von Teuffelin hat er z töchter und 1 söhn Johann Baltha- sar gehabt. Dieser hinterließ von Esther Susann«, Ehrenrici,Grafen von Trautmannsdorfftochter, Carolum Franciscum, Kayserk. Cämmerer und Reichs-Hof-Rath, so sich mit Maria Gabrielis äs Caretto, Ottonis Henrici, Marquis 6s Grana jüngsten tochter, verheyrathet, und den 18 jan. an. 1706 gestorben.Ludovicus Ernestus, Grafvon Hoyos, Kayserlicher Cämmerer,wurde unter demKaysee Leopoldo Hof-Cammer-Rath, welche stelle er auch unter denKav- sern Josephs und Carolo VI bekleidet. Er pflegte sich mehrentheils aufseiner Herrschafft Froschdorff, unweit Wienerisch - Neustadt, woselbst er einen vortreflichen garten angelegt hak- auszuhalten, ist aber an. 1718 im junro gestorben. Maria Susanna war Hvf- vsm-bey der Kayserin Amalia, starb aber de»4nov. an. 1714 im 27 iahr ihres alters. KK- vesLü//-,, siwsl. kcill. ?. biii. lnllgn. kg. k. in msmM. Dozier/ (Petrus) ein Edelmann, gebürtig aus Provence.Sein vater war StephanusHozier, opic-m undBürgermeister der stadt Salon in Provence. Er war Königlicher Rath, Richter und Ober- Anffseher über die Frantzösischen waapen, auch wegen seiner gelehr- samkeit und unvergleichlichen gedächtnisses berühmt, als welches so groß war, daß er in die 50 fahr Kullirle, und niemals das geringste von allem, was er gelernet, vergaß. Indessen wird ihm von Doileau und andern schuld gegeben, daß er bißweilen denjenigen, welche sich eine alte Ädeliche herkunfft zuzuschreiben lnst hatten, sehr leicht zu willen worden seve. Erstarb zu Baris den letzten nov. an. 1660, und hinterließ von Jvlanda Margaretha Ceuini 2söhne, Ludwig und Carln, welche dem vater in seiner wurde nachgefolget. Lkon'e, srinori'Ll cle vsupkins. * Hrabanus/ (Maurus Magnentius) Ertz-DischoffvonMayntz, einer von den berühmtesten scibe-ssen des 9 seculi, war ein guter rkiioiopbm , Poet und ibsologu-. Diejenigen irren, welche an statt Maurus, Mayrus oder gar Mayer schreiben, indem nicht zu läugnen,unserHrabanus habe nach der damaligen zeiten gewonhett aus grosser 6ev<>non gegen den heiligen Maurmn ihm selbsten dre- sen namen beygelegt. An. 8ic> wurde er «.<-Äor der schule, und an. 822 Abt in dem kloster zu Fulda, worein er gethan worden, da er noch sehr jung gewesen,und es nachmals durch ferne grosse geschick- lichkeit in gar grossen ruffgebracht. Er wüste sich zur zeit der unglückseligen spaltung zwischen Ludovlco und dessen Andern so weißlich auffznführen, daß er beyder Partheyen gunst behielt, und sie wiederum mit einander versöhnen halff. Er ließ ein trost-schrei- ben an Ludovicum, welcher ungerechter werft abgesetzt worden war, abgehen, und gab hernach einen ers^r von dem schuldigen reihe» der kinder gegen ihre eitern, und der Unterthanen gegen ihre Ober-Herren herauß. Nachdem er sein obbemeldtes amt nrederge. legt hatte, um desto ungehinderter dem üuö.ren abzuwarten, und einigen von den ordens- brüdern seines klosters einen gefallen zu erweisen, begab er sich aufden 8. Peters-berg,erbaueke daselbst eine kirch,und wandte seine gantze zeit aus geistliche ubnngen, und auf das lluckua, der heiligen schrifft. Als der Komg von Teutschland, Ludovicus, nach Ratesdorffkam, welches erne von. Fulda -i°peo6,- rende Priorey ist, ließ er Hra^nmn zu sich ruffen, und zeigte ihm hra hrz welches in der wetten gelungen werden solle. Hiermit n.acyie er sich alsosort über solche arbeit, und schickte „e hernach, da sie serttg, Lemeldtcni Herrn zu. Desgleichen äeciicwle er ihm auch zu eben der- sclbiaen reit einen commenrLrium über den Propheten Daniel; verfertigte einen ----Äse von dem anschauenGottcs,nebst einem 6 >>c»u,- von der reinigtest des hertzens, und schrieb über diß auch eunveit» läufftig werck, 6 e uiiiverio, oder ctxmo!c>z,srum Opus. Nachdem Ludovicns 6 -rms,»cu- vernommen, daß er dieses werck heraus gegeben, sprach er ihn darum an ; worauf ihm Hrabanus eine abschlifft davon zuschickte, nebst einem brieff, welcher zeiget, daß beweibter Herr gelehrte leser um sich gehabt, welche ihme dann und wann aus solchen düchern, die er zu seiner gcmukhs-ergotzung dienlich erachtet, etwas vorlesen müssen. Eben dergleichen bediente hatte auch KayserLvtharius um sich,wie gleichfalls aus einem fend- schreiben Hradani erhellet,welches im ansang seiner predigten über die episteln und Evangelia, so er aufdes gedachten Herrn besehl geschrieben, zu finden ist. Nachdem der Ertz-Bstchoff Orgar an. 847 dieses zeitliche geseegnel hatte, erwählte ihn das Capitul zu Mayntz an dessen stelle. Sie zogen ihn gleichfalls mit gemalt aus seiner em- samkeit, ungeachtet er durch einige Unpäßlichkeit sehr gejchwachet worden war, und brachten ihn vor den König Ludovicum, welcher in diese wähl willigte. Hierauf wurde er indes Kayserö gegenwart, gegen ausgang des jun. in der Domcklrche zu Mayntz eingeweihet. Drey monat hernach hielt er in der Adrey zu 8 . Alban zu Mayntz, aufhudovici besehl, ein cor>c,Hm und im folgenden iahr noch eines, ailwo Godeschalci Meinung verdammt wurde. Er zog selcht im land herum, Gottes Wort zu predigen, und das volck zu unter- richten.Die in dem Mayntzischm gebiet an. 8 ;- entstandene grosse Hungers - noth gab ihm gelegenheit, seine liebe an den tag zu legen; Denn er begab fiel) aufeui dorffm selbiger llicecc-, Winsel genannt, und speisest daselbst täglich über zoo arme lenke, ausser denen, die täglich von seiner tasel äffen. Zivcy jähr hernach hielt er, auf Lu- dovici 6 c-M.i„ici befiehl, übermahl ein Lcmeilium zu Mayntz, welchem die Aebte aus den östlichen gegenden von Franckreich, aus Bayer» und Sachsen beywohnest». Auf diesem Lo,>ciu<> wurden einige frage» über gewisse kirchcn-.sachcn entschieden, iedoch sind die daselbst gemachte schlüsse nicht mehr vorhanden. Obgedachte über die schrifft waren fast nichts mehr,als blosse cx- irsÄ oder auszüge aus den schrifften der vätern nach der damaligen klieoiogorum gcwonheit. Er starb an. 859. Wir haben unterschiedliche clliriones von seinen werckcn. Grorgius Ealvonerms, Cantzler der univcrlilät zu Dvuay, hat sie an. 1627 in 6 vc>>»mwL j»tv!. zusammen gebracht, und zu Cölln drucken lassen. Im ansang findet man Hradani lebens-lauff, welcher von desselben schüler Radol- phv geschrieben worden. Desgleichen hat auch Trirhemius bcnscl- bigen in ; büchern geschrieben, welcher gleichfalls an bemeldstin ort zu finden ist. Doch sind nachmals noch einige andere schrittst» des Hradani heraus gekommen, die in besagter cnM-Äion nicht zu finden;Nemlich po-»,z» bey demNäwxio «om. 4 miste,st,,, ae prLgcllinLiionc Oci > Spill.; und andere. Unter seinen noch nicht gedruckten schrlfftcn.ist das in derKaystrljchen bibliociiec jl,Wien befindliche 6Ioll6riuin staciiio- l^llcoritcum st stmncicum über die dibel nicht zu vergessen. SzxeLex,. c. 89 rer. stiogvinr. I. 4. Lxv'v'ucx«, Lnri^. kuI6. öcc. hradeck / eine freyherrliche familie in Böhmen, deren stainm- hanß das städtgen Hradeck im Prager-cräyse gelegen ist. Promis- laus von Hradeck befand sich unter denjenigen vomAdel,welche sich au. izip in einem treffen tapffcrverhalten, und bahero von ihrem Könige zu Rittern geschlagen worden; Habarlus Lopota von Hradeck wirb unter diejenigen Land - Stände gezählet, welche an. >440 nach Alberli Königs in Böhmen tobe die Verwaltung des Reichs bessrget, und eine» laud-frieden aufgerichtet. Henricus sie Hradeck ist im I? seculo Hec-M,; zu Prag gewesen. Wentze! Ernst Mar- ouard auf Wernsdorff ssorirte an. 1716 als Kayserlichcr Rath, Untcr-Land-Cainmerer,Stadthalter, und des grösser» Land-Raths Beysitzer in Böhmen, wicwol einige dessen mimen Marquard für den gcschlechts- „amen halten. ^rateck/ (sihe wünftlberg) ^roby/ ( sihe Lloster-Grab.) ^rzan von Harras/eine Gräfliche familie in Böhmen, welche mit dem Hertzoge Czecho dabin gekommen, und in der Böbnii- schcn uuruhe dcm Komge Ferdinando H getreu verblieben. Vor alters rührest sie den beynamen Homutiz; im r6 seculo aber hat sie angefangen sich von Harras odcrHarrasso (sonder zweiffel von emem jchlosse und sitze dieses namens (bcyzuneimcn. Johann Aoam war an. , 670 Mystrl,eher Rath, Cämmerer, Königlicher Sta.thaltcr und Ober-Land-Iägeriueister in Böhmen, und ward zu cru aus dein Frcyhcrrlichen in den Gräflichen stand erhoben. Er besaß die Hcrrschafflcn Notcnhauß, Eitlitz und Platten, und hatte unst-richiedene ,vdnc,von welchen Sigismundus Valentin, der die Herr,(Hamen Rotenhauß, E-tlii; -c. nahe an Meisten gelegen, an. I?c >7 Fürstlichen Personen, deren zahl umimschrencket ist, und in ,r M rern, Gräfliche» und Freyherrsichen standes, so dann einem Cann- ler, Vicc Cantzler, Lccrccario. Schatzmeister, Herold und bc. Die dazu gewiedmestn ämter in der Ober-Pfaltz wurden ,n Commenderien gemacht, und bekam ein jeder Ritter, ausscr den Fürstlichen, eine davon. Das ordens-zeichen ist ein viereckichtes creutz an einem rothen bände, nebst einem stern auf der brüst und aufdem mantel. Der wahlspruch bestehet in den ; alten werlen mit Gothischen duchstaben: in trau fast/ d. i- in der treu schocke beständig. Die Pflicht der Ritter bestehet hauptsächlich darinnen, (,) dem Churfürsten treu und hold, (2) gegen die armen darni- hertzig zri wyn, wie denn ein jeder Ritter bey seiner rechnen i°» duccircn für die armen an den Schatzmeister bezahlen muß. Sie Verben egpirularucr durch die meisten stimme erwählet,aufftttdem Stadthalter und dem Cantzler,welche unmittelbar von dem Ckc. surften gesetzet werden. ^ubertinus/ ein Minorit, gebürtig von Casal, welcher um das jahr iz i; berühmt gewesen. Als damals bey den Francisca- »crn die conrrovcrs getrieben >vurde,obChristus und dieApostelivaS eigenes besessen oder nicht,und daraus ein gefährliches lliiilw-entstünde zwischen den so genanntenspiniuziitzu;, welche dafür hielten, Christus habe weder etwas eignes, noch in gememschaffi besessen, und den vrarerculls lle cvinmuiiitzrc- welche sagten, Christus und die Apostel hätten zwar nichts eigenes, aber wohl m gemcmschaffk besessen, warsscr sich zum Haupt der 8 pirimellum auf, und sührete ihre fache gar ernstlich, bis sie solche durch des Pabsisa». izirer, folgten aussprnch verlohrcn. Er hielte hierauf bey demPabstan, daß ihm nebst seinem anhang allein zu leben inöchte vergvnnenver- den.kome aber solches nicht erhallen,dannenherv er neue Händel nn- sieng. Als er aber daraus viel unruhe vermuthete, verlangte er,daß ihin möchte vergönnet werden, den Franciscancr-ordcnzu verlassen, und eniBcnedietmrr zu werden, welches er auch erhielte,und wurde ihm das kloster Gemblours in Brabant angewiesen,dahincraebcn solle. Endlich soll er sich zu den Carthäusern gewandt haben. Man hat rekpoiilioiiein ci,c» cjULllionem 6 c pLUpcrlLieLllcilli ä: ^poiklo« rum : Litzeccm vir.r crucillx.^; opuz cle tcpicm ll^ciduz ecclelir. NnH wollen einige dafür halten, daß er die ersten bücher 6 s imim,« Lllrilli verfertiget-in in bibl. LMust in sn.^iinor. k> z. llill. iillcr. »pp. psß.ir. ^ubertus / Bischoff von Mastricht und Lüttich, war Dertran- di, Hertzvgs von Aguitanien,sohn. Nachdem er zu seinem alter gekommen war,schickten ihn seine ckeunde zn dem König Thcodvnco, welcher an. 68 ° zu regieren ansieng. Er wurde daselbst bald Hofmeister, weil er aber sich mit drm Ebroino, weicher der vornehmste Staats-Minister war, nicht vertragen konte,wandte cr sich yl V pmo Heristallo welcher zur zelt Onnvern-ur m Austrastcn war. Dieser Plpimis führte ihm damals eine person von grossenqualM ten, namens Flornbane, zu, mit welcher er einen söhn,namens Ao- ribertus, zcngete, der ihm hernach in dem BißchumLüttich folgere. Die grosse Inst, so er am jagen halte, mn welches cr össtcrs den gottesdienst vcrfäumcte, gab zn feiner dekehrung anlast, wieble Historie meldet. Denn es erschien ihm ein Hirsch, welcher zwischen feinen Hörnern ein c,uciflx hatte, und dabey hörele er eine stime, die ihm die ewige vrrdammniß ankündigte, wofern er sich nicht bekehren würde. Dieses geschahe in dem Ardemicr walde, oder wie andere sagen,nahe bey dem fluß Seine, da er noch zu Host lebeie.Dar- auffaste er gleich den schluß, ein geistlicher zu werde», und gM nach Rom, woselbst ihn Padst Scraius l nachLamberti todeM Bifchoff von Mastricht machte. Die grosse chrerbieliMl cr gegen Lamberlum seinen vorfahren trug, so zu Lüttich begrabe» war, verursachete, daß er seinen Bischöflichen sitz in diestn davm- gen kleinen flecken versetzte,welcher nach der zeit eine von den mächtigsten städle» in Niedcr-Tcutschland worden ist. Bemelolcr K war ehemals von Tongern nach Viastricht gckoiilmeli,von kalM» ihn nunmehro Hubertiis nach Lüttich brachte , welchmolcheli m ansieng mit neuen gcdänden zu erweitern, ben DlschöflMll fili lm dessen Hainen belegte,und zuinBischöflicheil sicgel des heiligen .am» bcrtl bildniß verordnete, mit dieser überschkissl: N1ZOL ccclefl.r tili^, das ist, das heilige Lüttich/ der kw»"° Den kirche tochter.Danncndcro haben ihn einige den lsifllerM crsienBischoff vonLütlich genant,ob er wol eigentlich der iMW> Bischoff von Tongern und Mastricht war. Er starb am 7 H ' ^ wie andere sagen, an. 7 ;c>, und ungefehr 100 jähr »ach lunem l - wurde auf Verordnung eines zn Aachen gehaltenen - leichnam in ein berühmt Bencdicliner-kloster in dem urom lvalde, fönst Ardninergenannt,gebracht, welcher rrtnach 0», immerfort den namen S. Hubert geführet hat. Dahm >vercui > - L öimmgen gebracht/welche von rasenden Hunden oder andern unsinnigen threren gebissen worden, da man dann ihre stirne ein wenig aufschneidet, und ein klein stücklein von des gedachten heiligen Prälaten amts-kleide darein leget, wovon sie hernach wieder curirt werden sollen. ^ 4 »». crsirs clez tuperüirions. vr//L« icript. vet. rerum l.eo6icniium. ^ubertus 6s Burgo / war des! Königs in Engelland, Jo- hannis, Cammer-Herr und oberster Richter in Engelland, welcher in der Engeüandischen chronic deswegen berühmt ist,weil er in dem i; seculo das--keil Dover wider des Königs inFranckrcichLudo- vici söhn tapffer 6sksn6iret, und noch dazu in einem see-treffen einige demselben zu hülffegeschickte rrouppen erleget hat. huberus/ ( Johannes ) ein ^e6icus zu Basel, welcher daselbst an, 1507 gebühren. Sein vater war Martinus, welcher sich in dem Schweitzerischen kriege dahin begeben, und das btirger-recht erlanget Hai. Er wurde anfänglich in der schule zu Basel zu den studien angehalten, und von dar nach Schletstadt geschickt. Als er von bannen wieder zurücke nach Basel kam , hörete er Henricum Gla- ttanum, gieng hieraufan. i;;; nach Paris, und wurde daselbst K'orksr. Von dar wandte er sich auf andere Frantzvsische acade- mien, sonderlich nach Montpelier und Toulouse, aüwo er auch wegen seiner gelehrsamkeit und wissenschafft in der Griechischen spräche zum «,e<5toi-L erwählet wurde. Als er 11 jähr in Franckreich gelobet hatte , kam er als DoÄor msciicinT wiederum zurück, und fieng an mit gutem luccssz zu prsAiciren. An. 1544 wurde er pro. kessor piiysic- zuBasel. Endlich starb er an. i;?i. P^»r«/eo»pro 5 op. cbesrr. vic. >nc6. riicsrr. pag. 12,64. huberus / (Samuel) ein söhn Pein, der erstlich zu Bern ein schul-biener undZwingliianhänger, aber hernachLutheri lehre zugethan gewesen, worinnen er seinen söhn,wie dieser nachmals er- zehlet, gleichfalls erzogen. Indessen ist mit vielen smiiemischen zeugnussenzu beweisen, daß Samuel Huber vor seinem streit mit Abrahams Musculo und seiner daraus erfolgten entsetzung in der lehre von dem H.Abendmahl,welche damals schier den einigen unterscheid zwischen den Evangelisch-Lutherischen und Reformirten machte, gar nicht für Lutherisch habe angesehen seyn wollen. Sein streit aber mit Musculo entstünde bey anlaß des erst in selbiger zeit aufdem bekannten coiio^mo zu Mümpelgard erregten streits von der gnaden-wahl, da Huberus, so Musculo ohne dem schon längst gehäßig wäre, diesen angeklagt, als hätte er, Bezä zu gefallen,die meinungCalvini angenommen und unterschrieben,welche doch vorher die Reform. Eydgnoßische kirche, und sonderlich die Berneri- schenie gebillichct; Es wäre auch dabey dieses manns geschrey so groß, daß sich endlich der Rath zu Bern gemüßiget befände, deßwegen eine öffentliche Unterredung anzustellen, zu welcher auch Beza als mitbeklagter, und andere vornehme Schweitzerischei'KsoioZi, ais schieds-leuthe und Achtere, erforderet wurden; wie dann auch der Rath selbst einige ansehnliche glieder aus feinen Mitteln dazu ordnete. In dieser versamlung nun zeigte Huber seine blösse vielfältig , und muste über viel seiner vorher geführten anklagen, wie schwätzbafft er auch sonsten war, verstummen, als die er nun gar nicht, wie er sich erbotten, zu erweisen wüste. Wie nun dieses die von dem Rath zugeordnete vomierte so wohl als alle übrige kinmüthige l'beoiogi sahen , und daß hingegen Huber bey so schlechtem beweißdannoch die gröste frechheil un Unverschämtheit gebrauchte, erstatteten sie dem Rath von allem bericht, nach welchem Huber,ungeacht die aus selbigem anlaß versammlete n^oiogi für ihne gebetten, semer biß dahin gehabten Pfarrey zu Burgdorff entsetzet ward, mit dem angehängten? befehl, sich forthin des schel- tens wegen den vorgeschwebten artickuln, und absonderlich wider Musculum zu enthalten. Und da er dieses sehr schlechtlich beobachtete, kam er ins gefängnuß, und ward endlich des lands verwiesen. Er verfügte sich hieraufins Würtembergische, und suchte durch allerhand ungleiche hinderbringungen nicht nur Musculo, sonderen so gar seiner Obrigkeit desSlandsVern verdrus und Handel zu erwecken,so aber durch die von diesem letstere dabey gebrauchte klugheit, noch glücklich verhütet worden; diß geschahe an-i;8? und i;88. Nun wäre es zeit, daß man auch anderwärts, wo zuvor so viel auf Hubern gehalten ward, in der that und von nahem sahe, was er für ein mann wäre. Kurtz nachdem« er aufTübingen kommen, hat er schon seine hernach bestriktene meinuug, daß Gott alle menschen zur seligkcit erwehlet habe, öffentlich dargeleget, und darvon gewisse cksies in einer 6>tp,,tstion pubiicisret, so auch dieTu- bingischen'rbcoioZi geschehen lassen.Jnsonderheit wolte er behaupten, daß alle menschen, auch die verdammten, erwehlet waren. Dem ungeachtet wurde er an- i?yr zum ?iotsllorcilien!oZi> nach Wittenberg beruffen, auch daselbst inOoLoremi'lisoiog,^ p,om°vi- ret. Das jähr darauf contsrirte er darüber privatim auf einer reise mit Aegidio Hunnio, und oppomrte auch Salomon Gestern öffentlich. Nach langem disputieren kündigte ihm DoÄor Polycar- pus Leyser, sein c»iicZa. die brüderschafft öffentlich auf, da er sich zwar erklärte, daß er, wofern man ihn nicht m der lehre angreiffen würde, von den bewusten rerwinis abstehen wolte. Als aber Hun- riius seine rkcles von der pr-clellinarion puklicicrte, und Huberus nicht damit übereinstimmen wolte, auch voÄorLeyser ihn in der cons-rcn^ einen ketzer gescholten, erklarete sich Huberus mit semen coiieZen öffentlich von der fache vor der gantzen univcrstat zu 6>- svurircn, welches aber jene nicht zugeben wollen, damit es nicht nn beyseyn der studenten geschehen mochte. Indessen wurckcten seme gcqner bey dem damaligen L6m„»israror der Chur Sachsen einen befebl aus, Huberus solle dieses streits weder pubi.cs noch privat, m gedencken. Weil er es aber nichts desto weniger m-oii-g-en und predigten gethan, auch bey der an. i ;?4 erfolgten Churfurstlichen und MppuAe nom' d Huberus nach Dreßde/, entschlagen, hat er sich so wohl zu Hall in Sackssen, 3 s bernack m Ermrt aufgehalten, und daselbst etliche strAr-bücher geA tholisch.n unvRestrmlrten geschrieben. Zuletzt ist er zu seinem loch' ter-mann nach Osterwick gezogen, hat sich allda nach des Prchigers zeugniß, still und eingezogen gehalten, und ist darauf den 2; wart an-1.624 rm 7?sten jähr seines alters gestorben. Es sind in dieser streMgMt mel schrifflen heraus gekommen, worunter sonderlich derWurtembergische^hcoioZorum sL» ttubcriLNL.^«»,« isicksn. predigt unä isbcns iLuistttubsri. liisr. ecclss. lebenz- lauLslubsri, 6s pscr. illuiir. vir. Kill. ecclss p. ^86- rliestt. intro6uK. gci tt L. p. 981. Icirciien-bill. p. 2.1.16, c. zo. Lcbvvcirreritciis llirciuu»- llilkoris. * . huberus/ (Ulricus) wurden r; mart. an. r6;6zuDockum in Frießlano gedohren. Nachdem er den gründ seiner ltu6ien und zumal der Lateinischen, Griechischen und Hebräischen spräche in ftmemvateriandeundzu Leuwarden geleget, zog er an. i6;i nach Franecker,».studierte daselbst die strasso wohl unter demWissenbach, als zu Utrecht unter dem Antonio Matthäi undCyprianoRegnero. Von dar gieng er an. i6;6 nach Marpurg, und nachdem er sich ; -ahr daselbst aufgehalten, auch allda in OoÄorsm juris p,umov>rct, wurde er im -isten jähr seines alters zum ?rof-»öte liillor-Lrum und c>ogusm!«zu Franecker ernennet,welche stelle er auch an.i6; 8, nachdem er sich zuvor bey Böcklern einige zeit zu Straßburg aufgehalten, antrat. In diesem stände hielt er bisweilen von ü nhr des morgens bis aufden abend um 8 uhr, eine lifch-stunde ausgenommen, öffentliche und absonderliche coiisHa. In dem rasten jähr wurde er ii-etor maßmücus, und an. nach Wissenbachs tobe kroüüllr juriz. Er wurde zwar auf die acsciemie zu Leiden be- runen, allein er schlug es ab, und die Frießlandischen Staaten vergrößerten seine einkünffte und ehren-stellen, daß er krokeiLr jurir publici und kill glich des LcnLtäs tuprcms priLonim curi« ward. Von der Ullivcrlltät nahm man ihn in das Frießländische ober-ge- richte zu Leuwarden. Von dar schickte man ihn nach vcrlauffdreyes zahr wicherauf die univerlität, daß er daselbst mir dem titul eines Lx-8enrc»riz von publici; leLUonibus frey leben könnte; deswegen beehrte man ihn auch mit einer jährlichen sehr ansehnlichen p-ullou. und gab ihm nach dem K-Eors den rang über andere. Er starb im nov. an. 1694, und hinterließ ; söhne, worunter sichZacharias sonderlich bekannt gemacht. Er hatte verschiedene streitiqkeiten, als mit den Predigern zu Franecker, denn da selbige das Frantzvsische tantzen lernen beeifferten, schrieb er darwider, und bemühete sich,zu beweisen, daß den llullioi,; juris nicht nur vergönnet,sondcru aufge- wiffe art nöthig sey, tantzen zu lernen, damit sie ihren leib wohl zu stellen wüsten. Insonderheit aber hatte er mir Jacobs Perizvniv, als welcher ihn vieler irrkhümer beschuldigen wolte, grosse streitig- keiten. Seine schrlstten sind; cis jucs civitsris ; 6igcesiioiics )uiil- nmneL ; prLleÄions; all jnllicuticmc; ; Positionen juriz; suipici» lloloeüics sxsrcicscionum ; vinclici.v juris Lmelsnllici ; furisprullenris krillc» ; jurispru^entis llo6icrnz ; tpeciccien pbilosopbi« civiiir; '6s concuriu rsrionis üc tcriprurte; inibirntiones bigori,v civilis; Lunomi» Romans; 6s gsnuinL «csce -ril/riorum. orsr. pLrenraüs. bloü. icircken un6 scbuIsn-llLSt ?. r. c. 4. p. F09. M0NLt5-Zsiprscbs. 1700. p. zls. ^ubrieg / eine ansehnliche familie in Schlesien, welche den Fürstlichen Münsterbergischen und Würtembcrg - Oelßnischen Häusern in die anderthalb jähr ersprießliche dienste geleistet. Johann Hudrieg, Cantzlar des Oelsnischen Fürstenthums und des coniikuiii Eüor primsrius, starb an. 166;, und hinterließ z söhne, die waren i) Hans Fridrich , welcher an. 170; ohne lejbes-erben gestorben. 2) Hans Christian, welcher bey dem Hertzoge zu Wür- temberg-Oelß die stelle eines Regierungs-nnd Cammer-Naths vertreten, und an. i678in Zeßel das Kalckreutische antheil, auch an. 1682 das guth Wischegrade käuflich an sich gebracht. Erstarb an. 1717 und hinterließ einen einigen söhn IuIium Fridericum/welcher zu Francksurt an der Oder seine lluäiL Lbloivirt, und hernach als Lisursnznt unter Heffen-Cassel unterschiedlichen feldzügen beyge- wohret. z) Hans Ernst, welcher anfangs Hertzoglicyer Würtem- berg-Oe!ßnisa)cr Reglerungs-Sectsr^tius, nochmals aber ein Mitglied des Raths-LuUegli zu Breßlau gewesen, welche letztere ehren« stelle ftin nachgelassener söhn, Ernst Christian, an. 1719 bekleidete. bcblell curiui. ^uckelius / s Johann Jacobns) ^-6. voüor und profcllbr zu Basel, lebte in dem 16 lecuio. Von seinem Ursprung und herkom- men ist nichts bekannt. An. 1547 wurde er zu Basel unter die zahl der studenten aufgenommen, hieraufempfienge er die pkiio- sopbicos. nemlich das kLccLisursÄt an. i;;o und hernach das Er lehrte öffentlich in dem ?«6LZoZso die Griechische sprach, und wurde auch als Äilsssor jndas collc^ium ms6icum rsci- pirt, stürbe aber schon an. i;64r>c6icioL temeiorics in toi.; I)s isimLribus Oerma- ML daiaeis, teutsch ; Ulid «xsmen Icproforum in 8vo M1. 1560. L» LB/- 7 ., psffk-. 6»ü. bibl. cLs//«» Lxir-pb., Vic. prost Last * HucZ/ 856 hlld hm 6 ucz / ei» schloß in Siben bürgen, ( sitze tiust.) / ^iwn der) eine von den ältesten Adeirchen familien in ^ e. ^..^7 h»e bng woraus sich wahrscheinlich schliessm last/ daß allda eine pffantz - sraor gewesen. Sertorius hat so gar Mhier eine g L ^ --- die Hymnische Mgmd m den ^ ErlMischösiicher 'Bremischer Voigt »u Langemvedel gewelen. Ani i;8o bekleidete Christoph die wurde eines Probsts zum üben kloster und an. 16;; büssete Arnd in dem treffen bey Hameln >em leben ein. rv^ki. „ob. n-em. Hudson / (Henricus) ist einer von der Engelländer vornehmsten schiffern / welcher an. 1609 in die nördlichen gebenden von America gesinibt wurde/ um einen kürtzern weg in Osti ndien gegen Nord-westen zu suchen. An. 1612 entdeckte er daielbn eme meer-enge lind einen meer-bnsen / die nach seinem namen genennet werden. Die so genannte meer-enge führet diesen »amen nicht jo wohl wegen ihrer engigkeil- gestalt sie weit genug ist, als vielmehr deswegen / weil sie eine in gedachten meer-busen führende ist. Die meer-enge erstrecket sich von osten gegen Westen zu , und gehet bis an die nördliche gegend von Estoriland , oder br^aor - her meer-busen aber bis an die gräntzen von Canada oder Neu-Kranckreich» Hudson / ( Johannes )ein gelehrter Englischer ichilnwßu; und H. Schrifft Ooctor, ist gebohrc» zu Wedehov/ Nicht weit von Co- ekermouth / einer statt in Cumberland/kurtz nach einsetzung Caroli II an. 1660. Die o-sm>n->cic lehrnte er bey Hier. Hecstclter,einem Locio in der Königin LoUsgio zu Opsord; schon an. 1676 wurde er ituaierens halber in eben bis o-iiegium verschickt/ da er unter der anflicht Tbomä Crostwaith, eines gelehrten uno gegen freinde sehr höflichen manns / die pviloidpli.LM begriff/ wiewohl er damit icder- zcit die st.icü^ vumsniigris zu vercinbahren suchte, in welchen er auch durch seinen unermüdeten fleiß so schöne prvgrcv machte, daß ihme wenig in seinem coiicg.o bcykamen. An 1701 wurde ihme auf absterben Th. Hyde, ?rocobibiiorbecLr>i> die aufsieht und bedienung der LoäicjLnischen bibiiotbec anvertrauet,welche er biß an seilten tob behalten; darzu käme an. 1712 die prLt-Äur cws -uiLk. Orford, zu welchem er von dem Cantzler der universttät, auffürbikt des berühmten -vleciiH Job. Radcliffbcförderet wurde- Durch seine immer anhaltende arbeit wurde seine sonst starcke compwxi<>„ so verderbt, und stme gesundbeit also geschwächt, daß er endlich in eine Wassersucht verfiele, an deren er den 27 ,>ov. an-1719, seines al- ters ohngefebr 57 iaht, gestorben. Er wäre ein man» von alter anfrichtigkeil, ungemeinem fleiß und arbeitsamkcit,wie auch grosser mocicliie , jedoch nicht allzu scharffflnnig ; Er hat sehr viel alte cu>- rliorcs in einem guten stand heraus gegeben , und mit klcmen epischen anmcrcknngen oder v-tt-nten >ecttunen, auch offt mit gantz neuen Übersetzungen aus demGriechischen und Latein versehen, als: an. IÜY2 Veliejum pLtcrcuIum i„ 8 vo; 3n. ispü 1vuc;ci.clc.i, in-t'ol. so um ein merckliches gebessert ist; an. 1704 O-on>ini,n tt^lic3,„2i,. in r. Voi. in f„I. > an. 1698 biß 1712 vier ^oluin. Leog-apkorum Lra/cor. minnrum in 12. ;a>I. 1708 UNd 1718 l.onginum ; alt. 171L tvlwrin -tkriciitLm; alt. I7>8 >k-topi lind endlich floicpki Opera in r. Vo>. in kol zu Otford in Hicarro 8!>elö. a». 1720. Diese sind auf rccommenllscion des sterbenden Hudsons von >1. Hall gäntzlieh zu stand gebracht worden, welchcssauch eine kleine lebcns- beschrcibimg des LUmp denselben beygefügt, sihe /- ote^c. Libl. snc. öc moderne 7t. 14 . p. r. * Aldwikswall / eine kleine stadt in derProvintz Helflngen, ist am ln»> vociinico gelegen, lind hat einen bafeii/dcr aber von schlechter Wichtigkeit. Nichts destowcniger führen die eiinvobner einen zimlichen Handel mit den waarcn, die man in dieser landschasst antrifft, als welche sie nach andere» Schwedischen örtern rc„. Es bestehen dieselbigen in flachs, lelnwaiid,ho>tz,dntter,ad«vn- derlich in eiiigesaltzenen fische», als da sind : lachs, hecht, ströiii- ling, re. wie auch in allerley vögeln, als dirckhünern, hgselhi'mcrii, aucrhähnen, so man in dieser Provintz in sehr grosser anzahi findet, und welche sie des winters, wenn der schnee gefallen, auf schlimm nach Stockholm und andere städte herunter führen. Sonsten ist nicht weit von der stadt eine Königliche ^oiorie von monsquetm, Pistolen und anderm schieß-gewehre. »ricann. Lr/r/-r^r- Sv/- 2 ,'ve,kc?r?. 1. p. 1.1. ^ucd.li - Barbar / ist ein grosser fluß in der Barbaren in Aftica. Er entsvringet aufdcm Atlantischen gebürgc, unweit Lvr. bus im Königreich Tunis, und drehet sich durch gedachtes gcbürge vielmahls herum, daß reisende Personen, die von Bone nach Tunis wollen, »c mabl darüber gehen, wiewohl ohne brücken lind kähne. Er hat viel corallen, und fällt nahe bey dem Hasen von Taburo in die mittelländische fte. eine'Schwedischeinsul; (sihe wcen.) ^ - -1 ° berichtet, die SilpcmstHe fugend in den Lüteimschen aufqency^bn ergab sich an. ich» uttd Gnechcki iO^ ^den König CarvlumIII. Lie nach der schiach. i Ncu-Casillien nntnschickmi rst "vn «MN and ^ dem Hause Toledo zugleich dm WZichmVKrm. ... lw. l.... ^uesden / eine Holländische stadt, (sihe Heusdm.) ^uete / eine stadt in Castilien, welcher König Heinrich IV an. ,474 den rittst eines Hertzogthums in v. Lopez Vasquez ä- Acunna, zugeleget bat. Es ist aber solcher littst unterm Koni; Ferdinand und der Königin J,abella wiederum abgegangen, M erloschen. 8. tLssägn. p. ^24. Hufnagel / s Georg ) em sinnreicher mcchler nnd von An, torff, geboyren aii. 154;. Sei» vatter wolle ihne zu der hanttmg riehen, er hatte aber eine solche lust zu dem zeichnen, daßer auM vrten, auch seldsr lu der schule leine abriß machte, und darum öfters unfreundlich empfangen wurde; Ader auch solche rvmpüm-m hatten bey dem knaben wenig eingang, vielmehr vergrößerte,H hierum seine begicrde von rag zu tag, so daß endlich sein »aller,»ach vorher gegangenem zusvruch eines Savoyischm Gesandten, lM ru willen -u werden »nd ihne zu einem mahler zu verdingen Mö- ihrgel wurde. Da ergrieffe er nun in kurtzer zeit, wvrnach er jch»» solang geseuffzet, und was ihme bey inner vroHMon »och ermm- aelte, ersevie er durch einige schöne reißen ; Er wäre aberbM, sem allem uuglücklich, und muste bey seiner ruckkehr M sein glich den unbarmheristgen Spaniern, w damals in stmem vailcriM lagen, zur beute lassen; dennoch erholte sich sein kraffstoser bM bald wiederum, anfangs zwar zu Aug,purg bey denen Grast»« Fugqer , nacbgehends aber zu München bey dem Hertzoge in Bayern, weicher lästere ihme eine sehr reiche undechachmM- ordner. Hierauf tratte er in Känscrs Rudolphi dienile,u„dc!.d°. rirte ihme 4 büchcr über allerhand arte» von thieren, welchedm Käyser so wohl gefallest, daß er ihne zur rewmp-nr mit 4°°°.B» krönen beschencket. Er wäre sehr arbeitsam, und dem schlaff,» m» nia ergeben, Laß er alle morgen um 4 ubr schon über jemer fasse, wie er dann von Teutschen und Lateinischen verstn ein gantz buch verfertiget. Er starbe an. -üoo und hinterliesse einen Svbii, namens Johannes, der in der Mahlerey gleichfalls einen ttnWd chcn inann abgäbe, ^c-stem k. r. * ^ugeiiius / ( Constantinus ) Herr von Znlichem, 8 -«!-« und Rath bey den Printzen vonOranien, einer der beste» körffeM besten voerei, des 17 lcculi , ward IM Haag an. i;y5 den 4 stl'i. sj-:- bohren. Sein vaker hieß Christian Hugenius, Sccrc.Lri,,; beyWtz Wilhelirown anbegin dcrNiederländisthenRepnblic, sein grehatst - 6 uerga / ( Cyprianns,») ein berühmter Cistercicnscr, anS Spanien gebürtig, hat lange zeit stuf der Lc^cm.c zu Alcala die heilige schrifft erkläret. Er verstund die sprachen und clieoiagi- wohl, Und starb an. i züo. Man hat verschiedene co,»>i>-,.kzrms vo„ ihm über die Psalmen, über das buch Hiob, und über das höhe lieb. st- tmer. NiipL... viris. LcLocr«- Sc ttibl. ttitpzn. Geistliche - persthnen: ^ugo / der Abt, war Caroli ^ " ' Er war M von 6 uesca/ lat. OK»liebem», , eine grosse stadt an dem flnß - .. VVH Jsuela in Aragonien, nebst einer Universität und einem Bißthnm seiner m^.r.est^Ncgma erzeuget hatte- ffs'K blÄ'« unter den Em-Bischvff zu Saragossa gehörig. Sie wäre schon len, von 8 . Wast zu Arras , und von zur zeit der Romcren wegen ihrer grosse und reichlbümcr in anse» einer ichlacht in Angoumors an. 84 - 4 . ^ hei:, hatte auch unter denen ersten Römischen Käyjeren das recht Er müntzen zu prägen, auf welchen sie u.v-v.ewr ok» ücncnnet wird, Hugo / (Wilhclmus) Ertz - Bischvff von Mvru»' . > war rin Edelmann ans Braband Eoriielins Huyqons, seniegrch muttcr hreß Gerirut Back. Sein vatcr Cbristig,n,s, der nachdm tode des Prinlzen 8 ec.crsri,iü bemn^taats-Ratb wurde,bat r söhnt und r töchtcr, gezcngct. Maulitins, der ältere, ward den i-imy. an. i;y; gcbobren, und iucccllg'tc seinem vater als Etaals- 8 -c.-- r-riu^ Die ältere tvchter Gertrud Huygeiis ward an PbiliPM Doublet Herr» von 8 . Annelant, General-Einnehmer dcrvmö nigten Niederlande, vcrheyrarhct, die andere Constanlia ward an. isor den 2 aug. gcbohren, und lmwachcte David >-Leu ^Wilhelm - ( sihe Milhelitt. ) Der jüngere söhn, imscr Constaninni^ ward, wie gesagt, scucc^iuz hei, PrintzDidrich Heinrich, »Mt stelle er den dieses Printzen Nachfolger» so lange bediente, bis aßt seinem ältistcn söhne von freyen stücken abtrat. An. , 66 . wartet nach Iranckrcich geschickt, bey König Ludwig XIV die eiim»- mung von Oranien zu suchen > und als er dieselbe endlich an> M erhielte, nahm er von diesem Fürsreiilhiim ini namen seines Harn mit grossen tvlcnmläte» poill-il-. Er ist zn einem hohen alter gekein' mcn, nnd hat drm banse Oranirn 62 iahr gedienrl, dabey crattt alle guteii kunstc geliebrt, und verstanden, auch mit den gelehrt.«! feiner zeit? als denen vicmllir, uiit Vossio, Pnteano, BalM, l>»r> neillc, v. Merscnno, Cartesio, Wieguesort, Dariäo nnd viel.» an« dcrn einen beständigen brief-wcchsel untcrhaltcn hat. V»» IMk ftärckein der pvelic zeugen seine trrflichcn gcdichte,welcl.ecrunlik dem namen momc».» cicful.o-.L coireii lassen. Er starb endlich « Präsident im Rath des Printzen von Oralsten an. «87 im 7 ' iK seines altcrs. Er bat; söhne und eine cochtcr gezeugct. Da alle. ste Constantin ward an seines vaters stelle 8 -cre»nuz hen demM» tzen vonOranien , und ist in solcher guttat an. lüy/imncaai» Haag verstorben. Der andere Christianus Hugenins, eiim rct grösten di-ulion^k'co-um in Eiirapa, bat sich nie verhcyratbcsM ist den 8 jul. an. > 69 ; seines alters 76 iahr verstorben. Da u» ist als vepnt.rtcr bey der Admiralität von der Maaß an. ansang des stil. zu Rotterdam seinen brüdern im lode nachIstM hat aber eine ansehnliche fainilie ui Holland hinterlassen, dan» sein ältester sobn die Herrschafft Znlichem besitzet. Die loümrm unserm Hugcnio, namens Susanna, bat sich an 'hbilivb vermahlet, dessen Mutter unsers Constantilst leibliche sie also unter sich geschwistcr-kind gewesen. hug von Pawls aus Langnedoc gebürtig/ und nahm den Franeiscaner- orden an/in welchem er sich auch dergestalt empor brachte, daß er General davon wurde. Konig Henricus der grosse bediente sich seiner in verschiedenen wichtigen Verrichtungen in Italien / Teutsch- und Engelland. Er dienete hierauf König Ludwig dem XIII/ welcher ihm an. 1612 das Ertz. Bißthum Ambrun gab/ worzu er den -6 nov- zu Rom in der Arche S. Paust eingeweihet wurde.Er trug zu der Vermählung der Printzeßm Elisabeth aus Franckreich nur dem Könige von Spanien, auch der Printzeßm Henrietta Cathari- nä mit dem Könige von Engelland vieles bey/ und begleitete beyde in ihre Reiche. Wie er sich denn bey dem Könige Carolo von En- gelland dergestalt in gnaden fttzete,daß er ihm vergönnete/die fir- niung nach Eacholischer weise in selbigein Reiche zu ertheile«/ welche mehr als 10000 Personen von seiner Hand empsiengen. Wie- wohlen in den folgenden zeiten des klagens nicht wenig über ibne worden/ da die Königin auf viele bey den Engellandern gar zu sehr verachtete/ und zum theil auch verhaßte aberglauden fiel / worunter vornemlich die procetlion nach Tiburn/ oder zu dem galgen / allwo die vormal wegen hohen verraths schuldig erklärte tzakbolische waren gerichtet worden / zu zehlen ist. Aus dieser ursach ward er auch einst samt denen übrigen Frantzösischen bedienten der Königin von Hoff und aus Engelland fortgeschickt. Er hat auch zu Ämbrun das Iesuiter-coliegium gestifftet/ und die haupt-kireye daselbst nebst dem Bischöflichen pallast repLrjret. Er starb endlich den 27 oct. an. l648.§E/«/r^/r»«ö inLall. pollr. cieDaupllins. ck LnZIeierre ; bist. ck Angler. * ^Ugo / Bischoffvou Grcnoble / war zu Chateauneuf/ ohnfern Valence in Dauphine gebohren. Sein vater war ein vornehmer mann/ und machte xrotesiion von dem svldaten-lcben. Anfänglich war er mit einem csnomcsr in der Haupt-kirche zu Valence verse- hen/woselbst er gar bald in ansehen kany dergesralt/daß der berühmte Hugo / Ertz-Bischoffvou Lyom als er von dem Pabst Gregorio VÜ als Gesandter in Franckreich aeschicket wurde/ihn zu seinem Rath annahm/und sich seiner zum offtern bediente. Er folgere selbigem mit nach Lyon/ und von bar nach Avigno», allwo ihm durch einige Deputirte der clerisey zu Grenoble das Bißthum daselbst angetragen wurde. Der Gesandte conllrirte ihm hierauf alle or- den/und beredeteihn mit nach Rom zu ziehen/um von dem Pabst selbst den Vischoffs-Hut zu empfange»/ weil der Ertz-BischoffGarmond/ unter welchem er stund/ öffentlich für einen s-moni-icuin p-is- L'te. Der Pabst weyhete ihn auch zum Brschoffzu Grenoble ein/ und die Gräfin Mathildis trug alles bey / was zu dieser ceremome von nöihen war. Er reisete aber von Rom wieder weg, und begab sich in sein Bißthum, bemühete sich auch daselbst gantze 2 jähr vergebens den Unordnungen abzuhelffen, so alldort eingerissen waren. Nach diesem wandte er sich in die Abtey cb^e-vieu, und nahm den Benebicliner-orden an; allein der Pabst,als er solches vernommen, schickte ihm einen ausdrücklichen defehl zu, sich wieder in sein Bißthum zu wenden. Obngefähr; jähr nach semer rückkunfft nach Grenoble nahm er daselbst Brunonem nebst fernen 6gesellen aus, und setze sie iu der Carthauß ein. Er wohnte an. 1112 dem Lonci. !--> zu Vienne in Franckreich bey, auf welchem Kayser Henricus V in den bann gethan wurde. Er starb endlich den 1 apr. an. 11 ;2, und wurde 2 jähr nach seinem lobe von dem Pabst Innocentio ll cr.ioniüret- Augo/ zugcnannt^rrsms oder von Evesham/weil dieses letztere der name seiner geburts - stadt in Engelland war / erlangte stracks in seiner jugcnd den rühm einer so sonderbaren gelehrsam- feit/ daß man ihn deswegen den nnomx seiner zeiten mulirte. Vor- ncmlich brachte er es sehr hoch in der rnaMeniLcic und in der c>n,wodurchMartinus iv bewogen ward ihn an 1231 nachRom/ allwo damals viel gefährliche kranckheiten grusMten / zu verschreiben. Daselbst that er dem gedachten Pabst ein so vollkommenes genügen/ daß ihn selbiger gär zum Cardinal-Priester S. Lauren- tii in Lucina machte/auch in einigen >eß-rionen gebrauchte/ worunter die eine an den König von Araqonien / Pelrum III/ gerichtet gewesen seyn soll/ um die Ursachen seiner kricgs.zurüstungen / >0 bald hernach wider Sieilien ausbrachen/zu erforschen/ wobey man sagt/ eS habe gemeldrer König aufsein befragen geantwortet: wofern es eine von seinen Händen wüste/so wolle er dieselbe abhauen. Dem orden der Mmoriten hat dieser Cardinal gute dienste geleistet/ und ist endlich um das jähr 1237 an verpest gestorben. Es werden ihm folgende schafften zugeeignet: Cs,-o->ss .neMcinLtcs proktcm-ua varia ; tuper opsrs ksbriuin Ilssc ; <8 cursnciis; polliÜL luper bibUs; vencslogla Lbnlli bum/rnL 6sc. 6-llr,pc. Log!. no- wenclgr. OLräin. 6-^50». ^uao . oder von S. Cher/ingleichen von S. Theo- doric/ein Dominicaner/ war von Darcelionctta gebürtig/einer stadt/ weiche chmahlcn zu Provencc/jetzigcr zeit aber dem Hertzoge von Savoyen gehöret; wiewohl andere ihn aus Burgund ent- sprossen zu seyn achten. Er war eurer der berühmtesten lente sei- ner zeik/welcher die pkiioiopliie mit gloiftr leputscion lebrie. Es wird dieses von ihm angemerckck/ daß er der anbettle!)- rer von Paris / und der erste Cardinal seines ordcns ist/welchem InnottiMusIV an -244den Cardinals-Hnt aufgesetzet. Nachmals wurde er als Gesandter in Teutschland geschlcket/ und m wichtigen ^Liiren gebrauchet. E.r hat bey müßigen stunden viel fachen geschrieben/als da ist sein comm-mLnu/i über die bidel/ und welches das wichtigste/seine biblische concor^r. von welcher man sagt/daß er 500 Münche daran arbeiten lassen. Dlejes hat dem Eudalio/ einem Griechischen Münch von Rhodis/anlaß gegeben/ dergleichen eoneorsisni! in seiner spräche zu verfertigen/ und dem hug 8;7 MWVÄMsps rir 1^ ^ ^ in cmalogo. L. üoir. ^ ^ ^ov.; LkoroZUil,. 4 6c 9. kr- vomw. " v>:z Urbani IV. 1.^z -Is vir. ttlull^ ^ Mt V0N Froi- kon. Pabst «usMmiche^ --sux com.r. kibl. cillere. ^ ^ugo/Abt vonCluny/warDalmatii/Herrn vonSemur/sohn/ we chcr von den alten Hertzogen von Burgund abstammeke/ von welchem er an. -02; gebohren. Als er zu Chalons studiertc / höre- te er von^em strengen wandet der Münche von Cluny reden/de- rcn Abt W. Odilo war / welches ihn auch bewog/ selbigen orden anzunchmen. Hierauf wurde er mior in selbigem kloster/und nach Odiloms tobe an. -043 Abt und General des ordenS- Er warben allen Potentaten m sonderbarem ansehen / weßhaldcn ihn Kayser Henncus 111 zu seines Printzen taiiff.pathen erwählte/welchem er auch den »amen Heinrich nach dem vater beylegete. Wie er sich denn nachmahls gar sehr angelegen seyn ließ / bey Gregorio VII dw LbioMuon von dem bann für diesen seinen tauff.pathen zu wege zu bringemAlsFerdinandi des qroffcn/Königs voilSpauieli/sohn/ Alphonsus-von seinem brudcr Wanctio gefangen gehalten wurde/ hielt er sich an diesen Abt/ welcher Sanctium desänfftigte/ und Al- phoisso seine freyhett wieder zu wege brachte; weßhalden er aus danckdarkert zu der Adtey von Cluny grosse einkünfste schlug. Nach vielem wurde er durch alle Bischöffe von Burgund gebeten/ sich in die stadt Aumn zu verfügen / und den BMoff Haganon mir dem Hertzoge Roberto von Burgund/welcher unter dem vorwandc/daß ihm der Dischvff grossen überlast gethan/ das land sehr mitnahm/ wiederum auszusöhnen. Der Abr begab sich an des Hertzogs Hof/ und erhielt von ihm alles/ was er wünschte. Pabst Leo IX/ als er eine reise in Franckreich that/ wolte diesen Hugonem zum reise-ge- faimen haben, sein Nachfolger Victor 11 / als er den Cardinal Hildebrand/als seinen i-ex-m.», in Franckreich schickte/ befahl ihm Hugonem mit sich zu nehmen/ welcher denn auch als Pädstltcher W-ALMS dem concüio zu Lyon beywohnete. Pabst Stephanus X/ Victoris Nachfolger, wolte nicht änderst als m des Hugonis Händen sterben. Alexander II brauchte-thn als seinen Legaten/ um die sLiie des Rvbmi/welcher sich für einen Abt vvn Reichmau ausgab/ zu untersuchen. Gregvrius VII beriefst!)» zu sich nach Rom/ um sich seines raths zu bedienen. Erstarb den 29 apr. an.--03/ oder wie andere wollen an. - -09. 1., cp. - L «s. Oo,,vics liugonir. kill. tic- cer. 4:2. ^ugo Viuk45i3. war anfänglich Dlschoff zu Die/und nach. Mals Ertz - Dischvff zu Lyon/auch t.°8-r des Päbstlichen stuhls in dem - itenseculo. Er wurde an. 1077 von Gregor!» VII gebrauchet/ um die fache des Bischoffs von Dole zu untersuchen/ und pr«, llllirw hierauf in dem L»ncim, zu Langres. An.-030 er auf delN Lonciiio zu Lvon/wurde auch in selbigem jähre Ertz-Vt- schoffdaselbst. An. -037 that ihn Pabst Victor III in den bann / er wurde aber von Urbano II wieder amm virer. An. -094 that er den König Philippum von Franckreich aufdem c»nc,No zu Ostia in den bann. An. -09? befand er sich auf dem concMo zn Clermvnt- Einige wollen behaupten/er sey von Alexandro II zum Cardinal gemachet worden/es ist abervermukhlicher/daßersnie gewesen. Man kan zu dem ende des Yvonis ? z episiel lesen / darin» er Pabst Paschalem II bittet / keinen Cardinal - in Franckreich zu schicken / sondern die fache vielmehr einem Frantzösischen Prälaten anzuvertrauen / als dec Huqo von Lyon sey / welcher sich schon durch dergleichen Verrichtungen bekannt gemacht habe. N" epill. IM. r ep. 11 6s !>d. ; ep. 14. I-eo L/rA». Nb. z c. 64 6s 74. in 6sU. Lllrill. ^Ugo von Fiaviani/ einBenedictiner.Münch von S. VanneS zu Veroun/ und nachmahliger Abt zu Flavigni in Burgund/ lebte in dem i-seculo. Er hat eine thronte von Christi gebührt an/ bis auf das jähr -002 geschrieben/ welche Ladbeus pum.c.ret hat. in NZno vll!L. L-rLs-M c. - vitzi. nov. t>-,FLvr- »r«. ll-ll. liccer. p«A. 444. suao ki.oiri/ccL! 48 ! 8 . ein Prämonstratenser - Munch von rry in der Gras schafft Namur aus dem -2 seculo. Andere ma- ihn mit unrecht zu einem Dencdictiner. Er hat e,n sin-on,-»,, nieben/ dessen ersten theil Bernharbus Notlendorplus °mret ; wie auch vir-in 6sß--ll,l n. Ivs^cL; VN3M u. IN.L KNvellcnlls; vl- v 16« Ncuvvenlls; libi-os r 6e regis pnrellars 6s cii- »e 3s ttimi-um die Datusius -cvre! hat.Fernec ) er von einigen für den amor-m virv korben, gehalien/welches nickt seyn kan/ indem selbiger schreibet / daß er nichts gesetzet/ vas er aesehen/oder was er von denen/ die es gesehen/ gehöret e/da doch dieser Hugo gantze hundert jähr na«) Norberts ge- ,/p/o». in «llron. I-rsnnnnürst. Lci sn. 1 IZ 4 - . 'reis- cc-rve. ^-7 -k-ii Qaaaa Luüo/ Qqqqq hug SF- 7 ?LÄLdSA»w ballen- Er starb an. i6jy indemkloster S. Vernarbt zu Rbeln beraen/ dabin er sich hatte brinaen lassen/ als er m demLazareth zu Buchottvon derpest war angeftcckt worden. Er besässe die Ionische/ Spanische/Teutsche und.Frantzosische spräche volltg/und Hinterließ folgende schrtfften: vc pnm- tcrlb°,>6, ris- emblem. elcgiis 6c aKcÄibus 53 . ?->trum illuttr., obliU.NreäLnam, 6c «iliris equcllri snrigus ; 6e vers 6c!c cLtllolic-. öirr. bMgr. Lo/-l,ve/-/ bibl. 8. st. _. , r5uas/ (Jacoblls) ein'rlleoitiguj und 03 nn„!cu 5 von Ryj el aus Flandern gebürtig / hat sich mit einem buH bekannt gemacht / das voller wunderlicher einfalle ist. und allen baicht / den w r von den ältesten Römischen geschichten haben/umstoffct/barg gest lauter ungegründete gevrchte aus seinem eigenen gehrr, bungek. Der litul heisset: Vera Uilloria 8.0HI3»3 tcu vrij;o I^3ki, vci Icail« sc K.0MLN« urbi- e'lencvttr longL vcruttaiir xruäuÄ-. «.om» >6;;, 4. ^ugovon LaitgreS/ Bischoffftlbiger stadt/aus dem lleschlech« te Dretteuil/war von Beauvais seburtlg/ anzüglich em NiUnch von Clunn und hernach Llcricus zu Chartres. Nach diesem wurde ?r an voR Roberto zum Bischof ernennet/ auf dem LoncMo zu Reims aber / welches durch Pabst Leonen! IX an. iü4y gehalten wurde/ wegen der 6mome abgesetzet. Nach vielem gieng er in das kloster S. Vanncs zu Vcrdun/ wormncn sem drw der Valerianus Abt war. Er schrieb einen von dein leid und blute Jesu Christi/welchen er an Dercngarium -66ces,,tte/ und des heiligen Vietoris leben in versen.Er starb an. -060. In des Pabsts GregoriiVII briefcn wird Hugo MnxnncnLfm'i-uxlluociw- ge- setzt; denn selbige epistcl ist an. 1078 geschrieben / tn welchem dieser Hugo bereits gestorben war. 1.6 cp. 7. in örll. Oiiriii. ^ugo von Rotiern / Ertz-Blfchoffselbiger stadt, war desDro- gonis, welchen sein Vater Pipinus Hcristallus zum Hertzog von Campagne gemacht hatte, svbn von der Anstrude. An. 72; wurde er von feinem vetter Carolo Martello in arr-n gcnoinmen. Er,soll den 8 april an. 7)0 verstorben seyn, und Odericus Vitalis fuget bey, daß fein leichnam von den Mönchen zu Jumiegcs nach Haspis gebracht worden, so ohnfern Cambray gelegen. Er starb unter ei, nem grossen schein der Heiligkeit, und sein gedächtniß wird noch jährlich von der kirche zu Rouan gefeyert. Ldc^-»o. z^ugs von Rouan / oder von Amiens / war anfänglich ein Mönch zu Clunymach diesem vrior zu 8.Pancratii,und leölich Ertz- Bischoffzu Rouan. Er hat sich durch seine frömmigkeit, gute dien» ste und gelehrsamkeit empor gebracht- Er hat unterschiedene ten geschrieben,worunter sind cie 6lverli5 guLliionivur und 6- lEr-li- dus N3kir in LrikLnnia /rrnioric-l. Er wurde auch I-e§rc des Pädstli- chett stuhls, und starb im nov. an- 1164. cx. r;. !ik. i cp.4. cz-> 101. ep. 1;. in Os». Lllrik. I^ngo llc 5. <3/k8^ir.lo, ein Mönch aus der Abtei) Mont- Mayeur von Arlcs, war ein Edelmann aus Provence, und lebte indem i; seculo.Er ist an dem hofLudovicill, so König von Nea- polis und Grafvon Provence war, wohl angesehen gewesen, und hat unterschiedene fachen geschrieben, als rccucii 6-s vier 6-5 po-t-5 krovcn^ux, und verschiedene verse in vioven^iischxm äiaiccto.öcc. ct 7 o-> 7 i 7 ^r»e. * >6ugo lle 8 ViLi'oiiL, ein berühmter 1 'licoioßi», gebürtig aus Sachsen,oder wie andere wollen, von Zpcrn,wird sonsten auch OiclLicsiur genenntt. Erfieng an. in; indem 18 jähr seines alters an, sich Gott zu widmen, und gieng in die con^c^rion c-nonico. rum rcguiarium 8. Augnstini von 8. ViKor nach Paris, zur reit ihres ersten Abts Gilduini, daher er auch den namcn 6- 8. v-üor- erhalten. Er lehrte daselbst die i'Kcoiogic bis an seinen an. 1140 erfolgten tod, und wurde nur der andere Augustinus, oder Ungu» /rugukmi genennet. Einige wollen, er sey auch Cardinal worden, welches aber nicht eintreffen will. Er hat unterschiedenes geschrieben, als : Uc tcripruris c-e lcriproribus lacriz prsuiorsrioiies ; LiiiiorL- rioneg in pcnkareuckum; jullicez; libros 8.cgum; plLlmor aliquot; llircnos; stoelsm , ücc. snnotLlioncz clucillsioriai astcgnriarum in ro- tuni rellLmcncun, vetus; snnorarion« clucillLtori-j silc^ori^rum in nuLruor cvLNßeüs ; clo clcullro Lnim.i: libror 4; 6c mcllicinL 3»imL - 6c Lrcsdlo»: Iibrc>5 4 Und clc l-ci-smcntirckrilliLNL 66ei librvr r,welche alle in; koiisnren zusammen gedruckt.ez>. 77. c« L-»/» üb. ; ep. ,9. I. » c. 14. 6nn^Vc». c. r;. §e»e»/r;. <74i,e. ^Ugo / der Abt, war ein söhn Conradi, des bruders dcr Kay- serin Judith, Ludovici mi gemahlin, und also mit Carolo c»i vn nahe verwandt; welcher ihn zu vornehmen ehren-stellen erhob Erstlich war er Abt zu Tours, hernach ernennte ihn Carolus c-i. vn zum Ertz-B'schoffvon Colln, welches er aber doch nicht wurde, sondern Roberto korci j„ dem gouvernement des landes zwischen der Seine und Loire Mcc-6irte,und wider dieNormänner sich sehr wohl hielt. Nach Ludovi« Cniv, tod war er einer von den vornehmsten Häuptern der,enigen kEion. welche Ludovico lll undCarolomannü aufden thron halff. Er befand sich nach diesem an. 886 in der bela» hug aerung Paris durch die Normannen, und starb an. 887. Lk-ce»/. »6 an. 877. ^ 7/7 ?«/>. Lz-i/r. Zo;. ckron. s6 ann. 877. ^^0 6e oblill. x^riv. I. 11. sä cgxirul. Lalvi p. 104- in nor. a 67 .upi cp-L Zy ^4Z/. jM ss krance t. l rol. 8c>7 leg. ^ rVeltliche Personen: Hugo/ der Abt, Hertzog von Franckreich oderReusrriawd Burgund, Grafvon Paris,rc. wurde der weisst zugenannt,wegm seiner schonen gestalt, und zum unterschied Hugonis des fchwar- tzen/der zu seiner zeit lebte; der grosse/ wegen seiner leibs-gröff^ der Übt/ weil er die Abteyen von 8. Denys, 8. Germain und 8. Martin zu Tours inn hatte. Er war ein söhn des Robertill,' welcher nach seines bruders Eudonis Königs in Franckreich M wider Carolum ä.mpiiccm einen auffstand erregt, sich zum Königin Franckreich cröncn lassen, aber in einer schlackst mit gedachtem Carola an. 92; umgekommen, (siheRobertusII, Robert,desllar- cken söhn rc ) Nach dem tod seines vaters hätte er können gW. falls zum Kouig gecronet werden, er überließ aber diese ehre M- willig seinem schwager Radulpho, Hertzog in Burgund. (sibe Rä- dulphus/Konig in FranckreichHDoch schien er nachmals solches zu bereuen, indem er sich mit Herberts, Grafen von Vermandvis, wider Rabulphum in ein bündniß einließ; wiewol er sich bald wieder mit diesem versöhnte. ( sihe Ratzulphus.) Nach RaduW tod an. 9,6 war er am meisten darzu behülflich, daß Caroli simxii. cis söhn Ludovicus wcrzmrnnu?, der nach Engelland geflohen war, nach Franckreich bereisten, und aufden thron gesetzt wurde. Weil aber derlelbe noch sehr zung war, führte Hugo die vormundschaffl, und bediente sich derselben dergestalt zu seinem vorthcihdaß ihm daß halbe Hcrtzogthum Burgund an- 9)6 gegeben ward. (->) Als aber Ludovicus die grosse inclm-rion gegen ihn mäßigte, ließ er sich mit dem unruhigen Herbert», Grafen von Äermaiidois, und andern «dermal zu einer rcbcilion verleiten, heyrathete auchOttonisN. Königs in Teutschland schwester; doch ward an. 942 wieder find gemacht, (sihe Ludovicus I V, st'rznsmc-.) Im folgenden jähr ward Hugviii ein söhn gebohren, welchem Ludovicus, als rath, a!« sobald daöHcrtzogthiim Franckreich oderNeustrien bestättigte;auch Hiigoni -'.iLgno selbst die andere helffte von Burgund noch darzn gab, um seine freundschaffl beyzubehalten. ( 3 ) Aber Hugo,welcher hiedurch so mächtig war, als der König, suchte nur allein sinnen nutze» ; und ob er gleich dem König versprochen, ihm die Normandie bey gelegenheit der Minderjährigkeit des damaligen Hertzogs Ri- chardi, erobern zu hclstcn, hielt ers doch heimlich mit den Normannen«; und als Ludovicus gefangen, und ihm ausgehändiget wurde, zwang er denselben, nicht allein Richards die Normandic toi-»- nner zu destätrigc», sondern auch Laon, seine vornehmste vkstuug, ihm selbsten zu überlassen, (sihe Ludovicus IV, K verband sich auch an. 946 noch genauer mitRichardoMd gabihni seine tochler zur ehe; Ludovicus hingegen machte mit Ottone ül. in Teutschland und mit dem Grafen in Flandern eine -an-nr, und braclstc es endlich dahin, daß Hugo aufdcm concillo zu Jngelheinl und Trier an. 948 excomMunicirt wurde, und an. 9;° durch Vermittlung Otlonis II. fried machte, sich Ludovico subwirrirte, M ihm Laon wieder gab. (sihe Ludovicus st'rLnümrr.) Als Ludwi- cus an. 954 gestorben, halffer nichts desto weniger dessen fohnLo- thario aufden thron, weil er vor rathsamcr hielt, seine macht zu vermehren, als mit gefahr, solche zu verliebren, den Königlichenll- tul dem rechtmäßigen Herui zu entreißen, dem ausser den uiitertha- neu in Franckreich »och die Teutschen und Normänncr wurttu dcygesianden seyn. Er ward auch deswegen zur danckbarkeil von dein neuen König zum Hertzog vonAgmtanie» gemacht; tonte aber dieser ehre nicht gemessen, weil sich dcrGrasvon Polsters darnM setzte, und Hugo im juu. an. 946 starb, ehe er seinen zweck erhielt- (c) Er rcco,nmcn6itste aufseincm tod'bctt seine kiüder dein öerW Rlchardo I von der Normandic. Er hatte; gemahlinnen: JuM, der Rolhildis tochtcr, welche vor Ludovici des stammlcndm schwester gehalten wird; Ethildcm, Eduarbi des alberen/Honigs von EngeUand tochter; und Hebung, Henrici I Achter , und Ottonis I schwester. Von den beyden erstem hatte er» kindcr, aber von der letzen hatte er Hugonem KE von Franckreich; nebst Ottone und Lcnrico Eudone, nuchmao Hertzogen vonBurglind, und r töchtcr, DeatriccinchiedemörM von Rhcinfclden, lind nachmals Hertzog Fridcricheu, Herm von Bar, ersten Hcrtzogc von Oder-Lotbrinacn, vermahlt war Emmam, eine gemahlin Richardi I, Hertzogs der Norm«» (H (H 7 ^/s^s«^. clicon 36 LN. (b) 7 ,/e,» 36 an. 943- ... 36 an. ^^4 6c 956. öc cdeo-r. süiHis. h 7 I. 4 c. ir. .. ^Ugo e/t?LttU3. König ist Franckreich. Er wär Hug» des grossem söhn, welcher ihn bey feinem absterben an.y;o>u des Hertzogs von der Normandie, Richard, I, sch>^M< damals kaum I; oder 16 jähr alt war. Sein vatcr ha tedie m Ncustriam und Burgund als Hertzog besessen, und Zuletzt nom s. zu Aquitanien Hoffnung gehabt. Nach feinem lob aber Miro n fen länber unter seine föhne dergestalt getheilt, dah Hugo .. Graf zu Paris und zugleich Hertzog von Franckreich oder . blieb, und feinen brudern Burgund überließ. An fast am »s Hugo der grosse sonst mit den Konigen, undilisondcchmmir dovico ui-r-msriiio. jederzeit in streit und unruh gelebt, >o> ^ sich im gegentheil Hugo cap-rus bey dem König ^Mrio m ^ seinen gehorsam und andere lugenden so beliebt,daß er dem : ward, und von ihm die Grafschafft Poiticrs geschc>>ckt°emm-^ Es wüste auch Hugo e-pec»? die Geistlichkeit durch sich zum freund zu machen; wie bann sonderlich an ihm S- hug wird, daß er die Abteyen 8. Germain, 8. Denis, und 8. Riquier gutwillig auffgegeben, um den mißbrauch abzubringen, daß weltliche undverheyrathete Personen Abteyen besässen, (b) Er machte sich auch dadurch bey der clerisey beliebt, daß er die reimen des H. Nicharii zu der Abtey dieses namens wieder brachte,weswegen ihm dertitul: beschutzer des glaubens / beygelegt ward. (-) Im krieg erwieß er grosse tapffcrkeit, und brachte es endlich durch diese und andere grosse guaiiräten zuwege, daß, als des Königs Lothar» söhn und Nachfolger Ludovicus V nach einer kurtzen regierung an. 987 mit tod abgieng, er noch in selbigem jähr von den Ständen, die sich aufseine zusammenruffung zu Noyvn befunden, zum König ausqeruffen, und den ; iul. zu Rheims von dem Ertz-Bischoffdaselbst gecronet wurde. (ll)Carolusl, Hertzog von Lothringen, Lu- dovici I V Iransm-rini söhn, war die einige von dem Königlichen geblut noch übrige Person, und hatte auch das nächste recht zur crone; allein seine liebe gegen die Teutschen, nebst dem, daß er dem Kayser als valaii geduldiger,machte ihn bey den Frantzosen verhaßt. Der Hertzog von Guienne hielt zwar seine parkhey; aber Hugo gieng demselben bey zeiten auf den hals, und zwang ihn durch eine Harte schlacht, daß er sich ihm lul,,nmiren muste. (e) Der Kayser Otto III, welchernicht gern sahe,daß sein vatall König wurde,auch in Italien viel zu thun hatte, nahm sich der fach gar nicht an. Carolas kam also allein mit seinen Lothringischen vöickern an, und Hatte das glück, daß er Laon in kurtzer zeit einnahm, auch Hugo, welcher ihn wieder daselbst belagerte, nichts ausrichten konte; ,a, als Hugo Arnulphum, den natürlichen söhn des Königs Lothar», der bey Carolo war, auf seine feite brachte, und ihm das Ertz-Viß- thum Rheims übergab, spielte dieser Rheims selbst Carolo in die Hände, (k) Allein Hugo brachte es doch endlich durch heimliches Verständniß mit dem Bischoffzu Laon dahin, daß seine rrouppen heimlich in Laon eingelassen wurden, und Carolum selbst gefangen bekamen, den er hierauf nach Orleans schickte, woselbst er bald hernach gestorben. (g) Hierdurch bekam Hugo eine ruhige regierung, die er gemeinschafftlich mit seinem sohnRobertoführte,den er gleich im sechsten monat nach seiner crönung zum König gemacht hatte. (K) Den Ertz- Bischoffzu Rheims Arnulphum ließ er nach diesem wegen seiner untreu auf dem Concil!« absetzen, bekam aber deswegen streit mit dem Pabst, der Arnulphum lomcn-rte, auch in der heyrath seines sohns Roderti die llisseniacic», verweigerte. (>) Hugo aber ließ Arnulphum nicht loß, und starb, ehe der streit ein end hatte, den 24 oct. an. 996, oder wie andere sagen, an. 997. Seine gemahlin war Adelheid, welche einige vor des Grafen von Poitou, andere aber vor Hertzogs Wilhelmi III von Guienne,so der flachs- kopffgenannt wird, tochter ausgeben. Von selbiger hatte er Ro- herlum, König von Franckreich; Hedwig, Raineri V, Grafen von Mons, und nachmals Hugvnis, Grafen von Dagsburg, gemahlm; und Gislam, Hugonis I, Herrn von Abbevillegemahlin. Er hinterließ auch von einer KisKreiL Gozelinum,Abt von Fleury, und nachmals Ertz-Bischoffvon Bourges, welcher den 191,00. an. ic>8o verstorben. Den namen Capecus soll er,wie einige amores berichten, wegen seines grossen kopffs bekommen haben. Er war das Haupt des dritten stammes der Könige in Franckreich oder der Capctingi- schen linie, welche noch bis diesen tag den thron besitzet. Sein verfahr aber, von dem man gewiß versichert ist, war Robertus der ftarcke/Graf zu Paris. Ob nun dieser Robertus aus Carolingi- schem, oder wie andere vorgeben, aus Merovingischem geschlecht abgestammet, ist gäntzlich ungewiß. (>) Hugvnis mutier aber war Hedwig, Kayftrs Ottonis 1 schwester. (sitze Hugo der grosse.) Sonst wird von Hngone oxero noch vorgegeben, daß er das recht der erstgeburt in der iuccciüon der Crone eingeführt,und verordnet, daß die natürlichen kinder nicht lucccwren sollen; desgleichen, daß er die cllsrgs eines .viajor llomns abgeschafft, und hingegen 12 n-sirs lle krance nuffgerichtet; so aber alles misch ist. Diß aber ist gewiß, daß unter ihm Paris wiederum die Königliche r-nmnr zu werden angefangen, (m) (2) LtirÄS. s. Lir^rri lib. 4. cliron. all an. 960. b) ctüron. I. z c. 2Z. c) c. 24. ll) cllron. all an. 9^7. cl. 2. 6 cr 5 sr,i epill. 107,kdllron. ?/o- cl. 2. e) cllron. Llielne r. 2 p 6;i. Conf. Libl. ivl3S. k., p. 272. i) ax. llu ttkekne t. 4. concin. 6c cNron. an 2». 991 Icg. 6ert>erlrorar. in concil. lllolomsnll 6c cpill. all )ollann. XV. ?ap. 29. anna!. cccl. r. 10 all an. 99! n. 2l>sgus^. ll) ciiron. all an. 996, lle re lliplom. I, 2 c. 26 n. 2Z 6 c pro an, 987. L«/,,- L!«r 6c perr. lle lle -llarca lliispan. 1.4 all an. 997 öc crir. in Laron. e. 4 all an. 998 n. i p. 76 col. r. w) OE-t kill. lle Franc, r. i col. 1014. Feg. -6ugo / des Königs in Franckreich Robert! söhn / wurde noch den ieb'.ze!tcn seines vaters den 9 jun. an-1017 am pfingstssest zum König gckrönet. (sihe Robertus König in Franckreich.) Er war ein Printz von guter Hoffnung / seine muttcr aber / cme chrgeitzlge llanic , hetzte ihn zu einer revolle wider den vater an/ dre »doch Nicht lange daurte/ indem sich der Printz lllbnMrirle. Bald hernach starb er den 17 sept. an. 102^ / als er ig jähr alt war / und hinterließ keine nachkommen. Er wurde in der Abtey 8. Corneille zu Com- piegne begraben. m vüa xolls-ci 1.; p. 69. üE,/. xd«, ; c 9. Lrir. in Laron. k. 4 all an. Ior 8 n. l, 2, ; p. ,z; scq. ^ugo / zugenannk der grosse / znm andencken Hugonis des grossen / der Hugonis capcn vmer gewesen. Dieser war Koings Hermcr I in Franckreich dritter sohn/und Phtilppl I bruder / auch dtt 8 mit Lk/Lm""Eer allen Christlichen Prmtzen vrc kUlce YLitle / UNO ütw ÜM wemülten jsissUl- er am io98 wr-der nach Franckre,ch;alser abcsan ?°9y Le, dahin?wurrw ab//an""'^^ worden/ reiste er zum andern mal dem Tst decken flacht mit Svlimannv/ vem L.urer!schen Sultan / auf den grankcn von Romainen bore verwundet / und hierauf nach Tarsts in Cliieien gebracht / allwo er noch rn seldtgem iahr gestorben, (v) Er war 49 jabr alt/in d bak. te von semer gemahlin Aiix von MtMandois und Crespi / so E. bertl IV tochccr war/ ; söhne/ Rabulphum I/ Grafen von Ver. mandois; Snnonem / Bischoffvon Noyon; und Henricum von Lhillet/ zugenannk Aimert/ nebst4 töchtem. Einige Geiiealogisterr geben ihm auch noch ernen söhn / Hugonem/ zugenannk den ein- atigigkia / welcher Hugo von Chaumont ist / LonncraMc p»n Franckreich / um das jähr n 16. (a) «,/k^. LeLap. in mulLo Icai. r. i r. 2. (d) all an. 1,02. ^ugo/ GrafundMarggrafvon Provence/ und hernach Kö- mg von Jtalren/ des Grafen Lhidaldr söhn von der Berkha/ so des Lorham/ Konrgs in Lothringen/ und der Valdradä tochter war. (-) Als Ludovicus L«5omllss, König zu Arles und Kayser/ an. 902 rn Italien von Berengario I geblendet/und nach Provence wieder zurück zu gehen gezwungen worden / setzte er Hugonem/ der sein naher verwandter war / zum Regenten seines landes / weil er selbst wegen der blendung nicht regieren konte. O) Nach der zeit aber brachte es Hugo dahin / daß er die Grasschafft Provence er» hielt/ undLudovlci.kolomllis söhne Carolo Constantinonur die Grasschafft Vienne ließ. (c) Er ist aber niemals König in Provence gewesen / sondern erst hernach wegen Italien König gcnemrt wor» den. (ll) Dann an. 92s wurde er von den Jkalianern wider Ru- dolphum ihren König zu hülffgeruffen / und weil ihm die semer muter Bertha bcystunde/ brachte er es dahin / daß Rudol» phus Italien verlassen/ und sich mit ihm an. 9;° dergestalt vergleichen muste / daß Hugo König in Italien blieb / und Rudvipho Provence überließ /.mit ausnahm der Grasschafft Alles / die Hugo vor sich behielte. ) In« zwischen erregte BercngariuS / Marggrafvon Jvrea / des chema« lrgen Königs in Italien und Kaysers Berengani I enckel/ cme re« bcllion wider Hugonem / welche zwar anfangs unterdrücket / und Verengarius genöthigt war / nach Tensschland zu dem König Ot« tone I zu fliehen. O) Endlich aber kam Verengarius an. 94? wieder/ worauf alle Unterthanen von Hugone absetzten / der hierauf nach Provence sich rechte/ und daselbst rn ein kloster gieng/ darin» er bald darauf gestorben/ seinen söhn Lokharium in Italien hinterlassend / der eine zeitlang daselbst noch regierte / wiewol alle am»«- tät bey Berengario war« (0 (») s. um. lls krovcncc k. I p. 92;. (k) Ä/. ll. I. p. 781. (c) öc cllron. an. 9Z1. (ll) crik. in Laron. r. ; all an. 926 n. 4 p, 8.21 col. I. (e) l. z c. !Z. ( 7 »nk. Kill. lls Provence I. 6- lle reßno Lurgunll. I. 1. (f) I. 4 c. r. Lonf. crir. in Larnn. c.; all an. 940 n.; p. 827 col. n (Z) cllron. all an, 9zz öc all 9Zö. (k) I. 4 c. 6. lle allminllt. iinp. I. i c. r6. Lonf. in inner. Irai. ?. l p. 222. (i) cllron. all an. 940. !. ; c. 4. (ic) I.; c. 4, (i) ckrott. all an. 94;. I.; c. 12, >z, 14.. ^ugo / mit dem zunamen der schwartze/ Hertzog von Burgund ein söhn Richarbilulliri,irii> und bruder Rudolphi, Königs in Franckreich. Nach seines bruders tod ward er von Ludovico irransmarins dem Könige, und Hugone dem grossen, Hertzog von Franckreich, gezwungen, den halben theil des Hcrtzogthums Bur- gundlermeldtem Hugoni dem grossen abzutreten. (2) Nachmals bekam Hugo der grosse entweder nach dem tod oder durch absetzung Hugonis des fchwartzen auch den Überrest des Hertzogthums. ( sihe Hugo der grosse.) (H p/o^o^H all an.q^. h ucso/ der bastard zugenannt. Er war des Königs von Lothringen Lothani fohn vvn Valvrade, und weil nach dem tode Lu« dovici nsldi in Franckreich grosse unruhen entstunden, suchte er sich znm iberrn in Lothringen zu machen, ward aber von Ludovico II König m Deutschland daraus verjagt. Daraufhieng er Man die Normänner, welche endlich von Carolo r>ass-> in dem frieden erhielten,daß Hugoni die einkünffte des Skiffts Metz zu seinem unterhalt , und dessen schwester dem Hertzog der Normänner zur ehe gegeben ward. ( sihe Larolus oaM>z) Nach dem tode dieses Hertzogs machte er neue unruhen,verwüstete Lothringen,und plagte das arme volck erschrecklich. Carolas Oassu- abcr ließ ihm a.889 die äugen ausstechen, steckte ihn hierauf in das kiostcr zu S- Galt, und schickte ihn von dar nach Prüm, woselbst er starb. lle ßeüis Franc, üb, ? c. ;9. FÄÄ LEt'ec. all an. t8^ 6c L8). LLM»s all an. 8S;. all an. 886. Qqggq - Hugo 86o HUg I, von Lusignan, war König von CyMN- Er starb an. «»y hinterließ von Alik/ Heinrich des II Grafen von Champagne tochler, seinen Nachfolger Henricuin nebst 2 tochtern, Darm und Jsabella. Dessen söhn Hugo II starb m dem 14 jähr seines al- ters ohne erben. Sein vetter, Hugü III-Henricr ^?n Pmtlers,sur- sten von Antiochien, söhn, folgte ihm. Dieser ließ stA den r^ sept. an. 1629 zum Könige von Jerusalem krönen, und starb den 26 mart. an. 1284. Er hinterließ 6 söhne und) tochtern. Der?-»- r>/r»co/. Le/öÄr kill. regni Uierülül. xsucto / ein söhn Prumilonis / Marggvaf zu Brandenburg,zü der zeit Kayser Ottonislll, hat sich sonderlich in Italien berühmt gemacht, daß er gedachten Kaysers Reichs-Verweser gewesen. Er war im anfange dem spielen , schmausen und jagen sehr ergeben , daher denn die regierungs»geschäffle ligen blieben. Als er sich aber einsmals auf der jagb von seinen leuten verirrt, und m einer hole übernachten muste, ward er von allerhand gesichterN beunruhigt, welches er den andern morgen dem FlorentimschenDlschojst erzehi- te, der denn daher gelegenheit nahm, ihn zu grosscrm fleisse m je>- nem aMte und zu stifftung einiger klöster zu ermahnen.Hugo besserte sich dadurch auch würcklich und erbaute nicht allein 7 kloster, sondern nahm sich auch von selbiger zeit der regletung mit großem eifer an. Er hielt täglich gewisse stunden, da er die vbhandene streitigkeiten entschied,und jedermann vor sich ließ.Den Müßiggängern war er so gram, daß er sie für sich und von ihnen rechemchM ihres lebens forderte, daher denn diese gewvhnheit zu Florentz noch in acht genommen wird- In dem einmal gethanen aus,pruche war er unveränderlich, und richtete, sonderlich was grosse verbrechen waren, ohne ansehen der person. Man weiß fürnemlich von ihm zu erzehlen, wie er dem von den Römern im c^iioiio belagerten Kayser durch eine besondere list davon geholffen, wie im leben Oltonis III zu sehen. Er starb an. i°oi, und ligt zu Florentz m dem von ihm gestiffteten kloster begraben. t. 8 l6. z^ucko IV,war Eudonis III söhn,Graf von Chalons, Herr von kharolöis,Rochefort,rc. Man meinet, daß er den 9 mart. an. 1212 sey gebohren worden. Er erhielte die Grafschaffr Chalons von dein GrasenJohanne vonBurgund an. ir;7, und begleitete den Konig, S. Ludwig, auf seiner ersten reise übers meer an. 1248. Nach diesem machte er mit Balduino II, Kayser von Constantinopel, einen kraA-r. welcher im jan. 12S6 geschlossen war, worinncn der Kayser ihm und seinen erben das Königreich Thessalonich und unterschiedene andere Herrschafften übergab. Er hatte 2 gemahlinnen, wor, von die erste Jvlanta, Roberti III Grafen von Dreur tvchterwar, mit welcher er; söhne und ; töchtern zeugete.Die andere warBea- trix von Champagne, Königs Thibaldi von Navarra rochier, von welcher er einen söhn und ; töchtern hinterlassen, < 7 /,e/ne. Hugo / Graf von Tirven in Irrland. Er war Matthäi, Grafen von Tiroen söhn; Denn König Henricus VIII aus Engelland machte Conum Oneal Claud, einen Jrrländischen Herrn, in der Provintz Ulster samt dessen ältestem söhn Matthäo, und dessen 6e- tcenclcnten zu Grafen von Tiroen. Dieses verdroß den iüngern söhn, Johann Oneal, daß er den ältern bruder, den er für unächt ausgab, auf der jagd umbrachte, und da der vater aus grau/ darüber starb, sich des tituls annahm, auch folgends von der Königin Elisabeth in Engelland abfiel, an. 1567 aber auf einem gastmahle getödtet wurde. Darauf machte die Königin des Matthäi söhn, Hugonem,dessen mutter von geringem stände war,zum Grafen von Tiroen. Er kain bald mit einem andern Jrrländischen Herrn, Tourloch Lenigh, in streit, welcher aber durch dessen tod sich bald endigte. Hierauf trachtete er die Provintz Ulster in Jrrland sich un- terwürffig zu machen, und als des abgedachten Johann Oneals unächter söhn, Hugo, ihn bey der Königin in Engelland angab, als ob er mit den Spaniern coiiuw'ue, ließ er selbigen mit list fangen, und befahl hernach ihn zu Kr-„gu>>ren. Als aber diejenige, so die «xecution verrichten sollen, sich dessen weigerten, soll er selbst am ersten die Hand an den strickgeleget haben,und da er beshalben nach Londen cinxet war, erschien er, erlangte auch seine aussöhnung, zog aber die einwohner derProvintzUlster,welche von dcnEngelländische Beamten mit schwären auflagen beschwüret waren,nach und nach an sich,und schloß mit ihnen einen bund,um dieEngelländer ausJrr- land zu vertreiben,und die Catholische religion wieder einzuführen. Nachdem dieses feucr einige jähre geglimmet, brach es an. 159; mit eines Inländers,Mac Guir genannt,aufstand anfänglich aus, welchem er an. 1594 mit der gantzen Provintz Ulster öffentlich folgte. Er belagerte hierauf Monaqh, nahm Cavan und etliche andere veste Plätze ein, und obwol der v,ce-8L in Jrrland Rüssel mit dem General Norris ihn mit seinen->-ll>.Prentcn an. 159; feindlich angriff, setzte er sich doch zur gegenwchr, stellte sich aber immer, als wolle er sich liwm>tt>ren. An. 1596 kamBorowes, als neuer General und vicc.kLin Jrrland, der an. 1 ^diesen Grafen von Tiroen >n einer schlacht erlegte, bald aber darauf verstarb. Die Königin gab hleraufdas 6-n-rsiar dem Grafen von Ormond,gegen den er fleh zwar anfänglich verstellter weite accommoctjrte,nber wieder zu den Waffen griff, und die Engelländische völcker bey Ar- magv in die flucht trieb, auch ihren Obersten Pignahden er für sei- nen ärgsten feind hielte, erschlug, so,daß, als der Graf Robert von Esser an. - 599,als ein neuer General, in Jrrland geschickt wurde,er den zustand daielbst nicht zum besten fand, sonderlich, weil auch die Provintz Momoma dem Grafen von Tiroen zugefallen war,welche aber der Graf von Estex samt Lagcnia bald wieder zum Königli- chen gehorsam brachte. Er ruckte hieraufin die Provintz Ulster,und nöthigte den Grafen von Tiroen,um frieden zu bitten, indessen ab« hug Handlung ein 6 monatlicher stillstand beliebt wurde. Alsab-^M Graf von Esser nach Engelland reisete,und daselbst in verbaKküm fiengder Grafvon Tiroen neue Handel an, dergestalt, daß d e sz' nigin Carolum Dlunt, Freyherr» von Montjoye, mit srffchemss», cke dahin zu schicken genöthigt wurde. Dieser trieb ermedteE fen in Ulster zurücke, eroberte das castell Derri nebst andern öm n schlug den Spanischen in ;4 schiffen bestehendenlucmrz. Kingsal, und als der Grafvon Tiroen solchen ort zu entsetzen kam schlug er ihn, und bekam Kmgsal mit accorü ein. Nebst dem wm' de die Provintz Momoma und Lagenia wieder zum gehorsam ^ bracht, das erste schloß Dumbai erobert, und der Grafvon Arom genöthigt, sich in waldern und andern morastigen örtern auffuba ten, bis er sich endlich an. 1602 mit einem fußfalle anqab, und d r Königin Elisabeth sein leben und güter anheim stellete, wodurch dieser Jrrlandische krieg zum ende kam, und ihm fein vermögende, schnitten ward. An. lüo; kam er in Enqelland,und wurdevvndem Könige Jacobo zu gnaden angenommen. Hierauf lebte er bis an. t6o7 in Ulster, und unterließ nicht den Pabst und den Kdnig M Spanien zu neuer sslMenr anzumahnen. Als ihn aber darauf die einwohner der Provintz Ulster wegen vielen gewaltthaten den dem König Jacobo anklägtett, rennte er sich mir feinen kindern, verwandten und vermögen, heimlich zu schiffe nach Franckreich.unl» von dar in Italien, da er zu Rom verblieb, in blindheit gerieth, und da,elbsi an. iüiü mit tobe abgieng. Wenige tage hernach ward sein söhn, der in Spanischen kriegs - diensten in den Niederlanden ßch befand,zu Brüssel in seiner kammer an einem strick erdrückt gefunden, ohne daß man wüste, ob es von ihm selbst vdervon andern geschehen. Er wurde zeit seines lebens in Engeiland für einen rebel- len, in Jrrland aber für ein beschützer der freyheit und religion gehalten. In seinem exiiio starb an. lü°8 sein schwager Rodericus, Grafzu Tircomrel, an. 1609 dessen bruder, der Freyherr von Cal- fum, nachdem der dritte br»der,Hugo, Grafzu Tirconnel, allbe- Veit an. 1Ü02verstorben, und dessen söhn Hugo, Freyherr zu Don- gamam, alle drey zu Rom, ailwo sie nebst ihm listen müssen. snnzlcr rcr. lukLIjs. ßcllsrum. Lnnsk ttwern. z^ugodaldüs / f Udalricus,) sonst auch Kimm; genannt K I^.und krotcllor Ltkice; zuBaftlgvür zu Bifchoffzell in demTurgöiv um das iahr 1496 gebohren. An. 15 40 erlangte er wegen stinerge- lehrstiilikeit den L-cc-i-ureLk gi-Lii-, und hernach das KtsgNierium zn Basel.Hierauf wurden ihm unterschiedliche stellen, theils ini Gm. nastc,, theils im ?L-8rgoßeo, als die Nrokelüc, l.ogicx und dann Lchi- c.1!,anvertrauet; bey dieser letzteren brachte er bey zo jähr zu, und starb an.1571.Bev entstandener religivnsänderung,weil er mit drin wiedcrtäufferischen sauerteig angestecket war, verließ er die ßudicn, lehrnte ein handwerck, und endlich legte er sich gar anf denfeldbau; doch ist er nach reifferer Überlegung hernach wieder zu ßch und seinen studien gekehret, und hat nützliche dienste geleistet. Er hat auch etwas in der anrcomie und borsnic studieret. Von ihm hat man ein Teutsche chronic von derTeutschen Ursprung,sittemgesätzen,stied- und knegs-stichen bis aufdas iahr 15)9. Lri-i. in vol. IkeLkr. V.vi. in Vit. 14 . !k-lH LÄ«. io Vit. prok. LLÜI^ 155 . " ^ugonet/ war Cantzlerbey dem letzten Hertzoge vonBurgund Carolo^u-i-ccmnd nebstJmbercourt einer von dessen vertrautesten Ministern. Beyde waren des Connctable von Franckreichhudovi» ci von Lurcndurg, Grafen von E. Pol, tod-feinde, und halsten viel zu seinem Untergang. ( sthe den articul von demselben.) Endlich aber hatten sie beyde auch kein besser ende; denn als nach demto- dcs-fall Caroli an. 1477 die Flandrischen Stände eine beyrath der einigen tochter und erbin desselben, Maria,mit daU Dauphin von Franckrcich vergeblich zu stiffcen sich bemühest», der König Ludovicus XI auch innerliche Uneinigkeit in Flandern zu erregen suchte,und denDcputirten vvnGcnt,die von gedachstrM- ria wegen der beyrath an den Frantzösischcn bofgeschickt woM, einen drief zeigte, worinnen die Printzeßin meldete, daß sie in dieser fache alle vollmacht ihremCantzler usi'Jmbercourtgegeben,wurden dieselbe so böß darüber, daß sie nach ihrer zurückkuiifft beyde gefangen setzten, ohne genügsame Ursache zum tobe verdammten, und das urtheil auch, ohncrachlet der flehentlichen bitte der Printzeßin, vollzogen. Lommc, mcm. ctisz>. 16, , 7 - kill. cle krsnce r. r col. izzz, 1417. Augonotten/ ist der name, welcher den Frantzößschen Protestanten gegeben wird. Etliche sagen, er sey entsprungen von M Hugo - thore in der stadt Tours, wo sie zu anfange der -ctorw«>on zusammen zu kommen pflegten. Andere hingegen geben vor,er komme her von des Königs Hugonis geiste, welcher sich in bem«r stadt bey nacht-zeit vfftecs sehen lassen; daß man sie also deswegen, weil sie sich auch bey der nacht versammlet, zum spottHugonottM gcnennet. Andere führen ihn von einem Teutschen Gesandten her, der im ansang seiner rede bey dem worte vuc nos stecken geblieven. Indessen so man alles recht betrachtet, und sonderlich daß,dre for- mierung und endung des wortsHuguonot gar nicht FrantzoiM» scheinet wol am gläublichsten, selbiges sey aus dem Distichen wo r Epdgenol; also corrumpiert worden z Massen nicht nur unlirel- tiq die Reforinirte und Evangelische lehre zu erst aus m Schweiß, welche unter dem namen der Eydgenoßschaffr vcraM ist,in Franckrcich gebracht worden, sondern auch.ebeu dieM- tzosische Reformirte in denen ersten zeitcn einmal auf erschoucnw bericht, daß sich der Eydgnößische Fryburg für die Mor mation erkläret hätte, dahero gantz gleicher masseu die benennm kribourxz empfangen haben. Carolus IX vcrbott diese» nainm durch ein öffentlich eöiA. iib.4. flucierg-«-«- - «j-sx. -Ar. »ist. «ie I' LstiÄ lie hül hün 86r Suguccio/ oder Hugo/ ein Römer/ ward von Cölestino III, für zig / und LiMirke unter ihm 6° ka«> »a -mMsssone. Ee dessen anverwandten ihn einige ausgeben / ;um Cardinal gemacht/ httltJrch darbey dergestalt wohl / daß ihm auch oriv-mm zu lesen auch von demselben/ wie nicht weniger von Jnnvcentio III, zu ent» vergonnetwArde/da ibn ^ .e Päbstlichen 6ecr«a glvs- ftn verfertigte.Als an. irn der berühmte Saracenische Monarch. Miranwlitt/ die Europäische landschafften/ und sonderlich Spanien/ mit einem gewaltigen einfall bedrohek/muste er wider densel. den das treutz predigen.Er starbums jähr 121;, und ward zu Rom in der kirche 88.Silvestri und Martini/ wovon er den titul geführt- begraben, Lr-rcs»., , c^^ccrs/. ia VIM LsjetSai Ikien«»- L/^xtrrreA. ckvoa. liirlsug. Hugutcic» / (Franciscus) von einigen auK-le Aglizzonis zustt» Nannt / ein Cardinal / gebürtig von Urbino. Er legte sich in seiner jugmd aufdie Pädstliche rechte / und ward einer von den berührn» testen auSlegern der vecrerorum. Bomfarius IX machte ihn zum Ertz'Bischoff von Bourdeaur/und schickte ihn/ als seinen Legaten/ jn die Königreiche Castilien / Leon / .Aragonien und Navarra; da er denn seine berrdtsamkeit auf eine so geschickte und glückliche art zu gebrauchen wüste / daß man in besagten iändecn die parthcy deS gegen-Padsts ClcmentiS VII verließ. Jnnorentius VII erhielte ihm die CardinalS-wurde. An.,1400 that er / den hohem alter / einkreise nach Italien/ und bemuhete sich / zu aufhebung des damaligen rcKismLlls > Gregoriurn XII zu bewegen /daß er / nach seinem zuerst gethanen versprechen/ die Pädstliche würde freywillig niederlegte. Als er nichts ausrichten kome / verließ er diesen Pabst/ und ward zwar deswegen aller würden von ihm entsetzt / bald aber auf dem Lonciiio zu Pisa völlig reliicuirt; woraufcr der wähl Aleran» dri V. ingleichen Johamüs XXIII, beywohnte. Den 14 iul. an. i4-L starb er an stein.schmertzen zu Florentz / in dem 8; jähr seines alrers / und ward zu.Rvmm s. begraben» < 7 on/e/-->". elenck, Lsrllni. ?^/ri/r/r. , Lr^co»., Qgll. (.'drill. /»dill. . ! / ern Adclrches gcschlecht in dem Fükssenthum Anhalt/ von welchem Bccmaim zuerst/ Wiewolohne bcnemmng der reit / Lhomam / Dänischen gchetmden und Staats-Rakh / anführet. Nach diesem hat Jacob bey, dem Churfürsten zu Brandenburg/ Johanne / in dem 1? seculodie stelle eines Cammerhcrrn bekleidet/ und mit demselben eine reise zu dem heiligen grabe gethan. Dessen rnckel / Friedrich / ließ sich in den Dänischen kriegen wider Schweden gebrauchen / und zeugte 4 söhne/ die waren (1) Thomas/ Ehur-Brandenburgischer Hofmeister und nachgehends Cammer- Rath ; (2) Tobias / AnhälttschcrRath und Cantzler/ von dem hernach; (z) Josias / weicher an. 160? / als Kayserlichcr Hauptmann / in den Niederlanden gestorben ; (4) Friedrich / welcher in dem treffenbcy Mons indem Hennegau geblieben. Tobias auf Frcy-mid Niedlcbenwar/ wie gedacht/bey dem Fürsten zu An» halt / JohanneSeorgio I. Rath und Cantzler / und trug sehr vie» les bey/daßdieReformirte religion in dem Anhältischen ausge» breitet ward. Er hinterließ; söhne / Christranum / Tobiam und Gottfried. Der jüngste / Gottfried / hat als Kayserlicher O- bristcr an. i6rs in dem ländlein ob der Enß/in einer mit den aufrnhrischen bauren gehaltenen Macht/ sein leben eingebüffet/ und von seiner gemablin / einer Gräfin von Tschernin / keine erben nachgelassen.Der mittelste/ Tobias / HerraufNeipzig undBee» sen/warCammcr-Iukmen.„nd geheimdcr Rath zu Dessau/und starb an. 16;s indem?8 jähre seines altersohne erben/ nachdem er unterschiedliche Gesandschafften abgelegt- Er war ein gelehrter mann und vortrefflicher Poet/ welcher der Teutschen poesie zuerst die rechte art gegeben/und dahero von vielen der TeurschMirgi» lius und Ovidius genennet worden. Der älteste/ Christian/ wab Kayserlicher Obristerund CommcndankzuSpieaelbcrg in Mäh« ren- Dessen cnckel/ Melchior Tobias / Fürstlicher Änhältischer Land»rarh und der landschafft Unter-vEn>-, Aarb an. -091/und hinterließ 4 söhne/ die waren 1) Dietrich Casimir/ anfangs Chur» Hannoverischer Hauptmann / und hierauf Fürstlicher Anhältst scher Stallmeister; 2) Tobias Gottfried / Hertzoal-chcrGothast scher Obrist-Licutenant;;) Christian Adolph / Gothaischcr Ritt» Meister >4) Ludwig Friedrich/ Gothaischcr Hauptmann. Lad. Nist. I. 7. r 4 e«//rer/?. Ne?oec. Oerm. Hülffenberg/ Gehülffenbevg/ ein berühmter berg in dem Eicksfelde / zwischen Dinaelstadt und Wanfricd/2 messen von Mühlhausen / gelegen- Er hak den namen von der capclle / welche 8-Bonifaciris darauf erbauet und 5 - ü-ssurormm oder 8- Hülpe ge» nennet / zu welcher jährlich 8 tage vor Pfingsten eine grosse wall- farth angestellet wird. Vorher» hat er Gtuffcnberg qcheiffen / weil die Thüringer daselbst den götzen Stuffo/ welchen Bonifa- ciuS herunter gcworffen / verehret haben. snr. genr. 6- (llrill. VtzurinA. I. z c. ia p. 6 ? lq. ^ülsemann/ (Johannes)war zu Essen in Frießland den 26 nov. an. 1602 gebohren. Anfänglich wurde er in seinem Vaterland« unterrichtet; als er aber das 12 jähr seines alters erreichet hatte/ thaten ihn seine eitern nach Norden in Ost-Frießland. Nach ver» lauffeines jahrs wurde er aufdasg/^nsiium nach Stade geschickt/ nnd von dar an.iüi8 nach Hannover., Ais er nun den gründ seiner studien gelegt hatte / wurde er von seinem vater an. 162s nach Hausebernffcn/an.-621 nach Rostock aeschickt/und von daran. 1622 nach Wittcnberg / allwo er in Friderici Balduint Hause war/und nebst selbigem auch Johanne« Scharfium / Jacobum Martini und Balthasarum Meisnerum hörctc., Als Balduinus verstorben war/ sieng er an. 1627 zu Henrtco Hopfnero nach Leip» / welcyer allda profLNorideolomM und der HebraWm spräche war. Er bekam daselbst erlaubniß/pri^ in der zu lesen / und wurde auf des Grafen von Ost.Frteßland befehl/1 <- rcnrisr ln der rlicoiozie. An. 1629 wurde ihm eine prediger.stelle zu Norden aufgetragen / die eraber ausschluq. Er gienq hierauf von Marpurg weg/besuchte dre vornemsten -can-mim vonTeutschland/ kam aber gegen ?auii wiederum zu seinem alten e^c-prore. dem Henrtco Höpfnero/zuruck. Bald darauf wurde er znm ?r«i'cs. ldre bernfftn/ welches amt er annam. An. I6;o wurde ee in gegenwart des Churfürsten vonSachstn derverwittibtenFürstin von Anhalt Zerbst und der Grafen von Solms nndOst-Frießland Gesandten;umvoÄic>r-ilieolog>-e creirkt / und verehlichiesich auch an demselbigen tage mitFriderici Baldujnt hinterlassener wittwe. Er stund daselbst seinem amt wol vor/ wurde auch in verschiedenen Verschickungen/ in fachen/ so wo! die kirche als betreffend/ gebraucht. An. iö;o wohnte er dem zu Leipzig gehaltenen cvnvent bey / wvrinnen von den Lutherischen von Vertheidigung des aug- apffels Augspurgischeb cv»Llii»n cleiikeritt wurde. Als er an. 1642 eine reiß in sein Vaterland that / und bey dieser gelegenheii die Nie» verlande durchrrisele / wurde ihm daS vsttE in der Lutherischen kirche zu Amsterdam angetragen/so er aber nicht annahm. An. 164? wurde er auf das coiic^umm nach Thoren geschickt/ woselbst er das MicÄürium bet) denAugspurgtschenconfsilio-is-verwandten führte. Nach des Matthiä Hve tod wurde er an dessen stelle zum Ober» Hof-Prediger und Kirchen-Rath ernennet / aber bald darauf zum Prediger zu 8.Nico!al/v>'okeNoreMeoioßiL,Agen;>re coiiNkorii und jofpkLtore der Churfürstlichen -liumnoru.n zu Leipzig beruffcn. Er verfügte sich dannenhero den 11 jnn. an. 1646 dahin / und wurde bald daraufziim cLnomco zu Zcttz erwählet / auch an. iü?l zum Probst daselbst und zum 8cn>oi-o des Capilnls zu Naumburg. An. 16?; erhielt er das Necemvirsr der -cLöewie zu Leipzig /und wurde an. 16;7 Ononicus zu Meisten. Nachmals wurde er «uperiinenNcor zu Leipzig/ erhielt auch an. r66o die incheÄion über den Sächsischen cräyß. Als er an. 16? 6 an Ostern predigte / wurde er mii einee schwachheit befallen / welches auch den io sonnkag nach D>nirLt>- an. iüüo geschahe. Er kuntc sich nach diesem nicht recht wieder erholen / biß er endlich den 12 jnn. an. 1661 verstarb. Er hatte i« kmder/ von welchen ein söhn Johannes/ geheimer Rath zu Darm» stadt worden. Seine schrifsten sind; coNeZium puvücum snii-k-pl- sticulli; drsviLkium 1keo!ox>icum; MLNU»tc cvnketlwniz LugugLNL - <^slv>nilmii5 irreconcilisbiüs; merbocius concionsncti ; edexr rliLLkr. p. 6rz. L-ixo/r memorstzlüs. tcc. 17, hülfen. Von dieser Adelichen familie ist an i;74 Hivb Preuf» sischer Land-meister in Licfland gewesen. Nachdem sich auch einige von derselben in Lausitz gewandk/ist das gut Grmia unweit Görlitz an sie gediehen. Ob nun wol solches jetzo in anderer Hände gckom» men ist / so halten sich die ehemaligen bescher doch amroch im lande auf/ mit unbenommener freyheit wieder tn demselben anzukauffem in I.Lullrx. merclcvv. k. ; p- 47 ° Offnen / ist eine alte/ Rittermäßige/ reiche und Adeliche samt« lie inSchafbausen gewesen; sie nenneten sich Hünen von Beringen/ von Hüfingen / von Schafhausen und von Hüningen / je nachdem sie von einer brsncke waren. An. 127? wäre EderkardtHnnSchult« heiß zu Schafhausen. An. 1299 war Ulrich Hün von Beringen des Raths. An. 1; z; warJacobHün von Beringen Abt zu Schaf» Hausen; an. i;8ü wurdeEberhardtHün zuSempach erschlagen. * ^üssenberg / (von) waren stattliche und alte Edelleuth/eben- fals zuSchashausen/deren bürg Hünenberg am Zuger-see gelegen/ im Sempacher-krieg zerstöret worden ist. An. in? wurden dle er» stcn Schweitzer von einem von Hünenberg gewarnek/ sich wegen den Oesterrcichischen in acht zu nemmen (wovon in der neuen-m- tion des Simlers ?->Z-69 und 70 zu lesen.) An. -?86 wurde Rü- dolph von Hünenberq Ritter zu Sempach erschlagen / und dessen sitz zu Reichenste ob Laldeck wurde vön den Lucernern zerstöhret. An. -4H würde Götz von Hünenberg / Ritter/ zum ersten Bürgermeister zu Schaf Hausen erivchlt. * Zunicke / eines der ältesten und ansehnlichsten Adelichen Häuser in der Marck Brandenburg und in Ntever-Sachscn/welches sich auch in Meisten ausgebreitet. An. 92s hat sie sich rn der stadt Brandenburg niedergelassen / als die Wenden daraus vertriedess worden. Albrecht Hünicke war an. ,66o Frantzvsycher RMmelstec und -tn vater Melchiors / des Havellandtschen crayscs Dcssen söhn / Albrecht Fridrich / Chur-Sachsischeewnrckltch^ geheimdcr Ratb/ und Ober-Hofrichter zu Leipzig / hat untcrsch ed- Uche gesandtschafflen verrichtet/und ist an. 1704 verstorben. LNNLl 8 ax. r 4 LrcIcj«clle cliron. xroctr. ^Üttittaen/ eine berühmte Frantzöstsche bestung ÜM Rbcitt» strmn/ liat eine viertel messe unterhalb Basel in dem ElsaßMett aebitti Ehemals war sie nur ein dorff ln dem Lanserer amt /allwo schon seit alten zelten wegen der bequemen überfahrt über denRhcm eM tbnrn / von denen land-leutcn der mauß-thum genannt/nnt 862 hün l)Ul !icke arm« unter dem Hertzog von Sachsen-Eisenach diesen lhum und sch?n mrck-in/ W-He dabey eine druck über den fiu und be haupkete den posten eiulge zelt gegen die FranWn. Dieses gab solchen für die zukünfftige zeit eine mnncrung /W des or s mehr und gewisser zu versichern / wellen von dieser selten gar leicht ein einsah! auß Teutschland ins Elsaß / und serner ms Burgund geschehen köntc; sicngen daher gletcy nach geschlossenem Nimwegr- scheu frieden an / den ort mit macht zu bevestigcn/ wicwol ue einige zeit vorgaben/ daß es nur eine schautz oder hornwerck abgeben iolte. Und obschon bald hernach sonderlich bey deschchener erwettming der vestungs-werckcr / der L^mon Basel sowol als die gautze Eyv- gnoßschafft darwider pro-ckirten / und durch ihren Gesandten am Französischen Hofe deßhalben Vorstellung thaten / tonten sie doch weiter nichts erhalten/als daß die vestung etwas von der stadt Basel solte entfernet seyn / und wurde selbige den 21 aug. an. -os i am 8- Ludwigs, fest eingeweihet / auch hernach immer mehr bevculget. Die festung bestehet aus einem funffeck; ausser dem ist daselbst auch Eine comi-rt'cLrpe IL schuh hoch über dem Wasser / wie auch nochelN ander groß hornwerck/ dessen aussentheile sich weit hin gegen Basel erstrecken. Glcichergcstalt wäre auch hier eine brück über den Rhein / so zum theil auf einer insul stehet/ und gleichfals null einem hornwerck toccillc-ret gewesen; aber an. - 699 muste in t'rastl des zu Ryßwick geschlossenen fricdcns/ die brücke weggethan / auch die schantzcn in derinfui/ und aufdcm Teutschen bodenycschlelfft werden. Es wurde zwar an. 170z von den Franhosen m angesichl der Teutschen gegen über bey Fridlingen stehenden cmnec guten theils wieder angefangen / und nachmals nach der Fridlniger-fchlacht gantzlich in alten stand gesetzt; aber auch an. >7>4liacy dem Badl- schen ftieden von neuem ^llrt. Die gebaude dieses wns lind lehr schön / und kan der platz inwendig 4000 mann beherbergen. Von dieser vestung langet eine c-non-kugel biß mitten in die stadt Basel. reis-, bclclireivunß V. 1 p. 259. * Hünwvl / oder Hinwyl / ein dorffin der dem Canton Zürich zustehenden Herrschaffl Grüningen gelegen / woselbst vor vielem emschloß gestanden/von dem eine bekannte Adelichefamilie inder Eydgnoßschafft den namcn bekommen / welche die Hcrrschassten Ellgaw/ Ward-Egg:c. besessen/nun aber ausgcstorben ist. ^uißdurg / ein berühmtes kloster in dem ohnweit Halberstadk gelegenen Huywalde/ welches an. 1034 von dem Halberstädtischcn Dischoff Durchardo / auf Veranlassung einer Nonne von Quedlin- bürg / namens Pia / vor Münchc und Nonnen zugleich gcstistlet worden / welche letztem aber / seit dem ansang des >'ccmi / sich nicht nichr darinnen gefunden. An. 127; üdernclen 2 abgesetzte Ächte und ; brüdcr den 14 Abt Wernern in der rirche und richteten ihn mit schlagen übel zu/ weil er ihnen kcin weitzcn.sonvcrn roggen. brodt zu essen geben wollen. Lnrig. Occ- berZilciic ciiron. 9. »AI. -6uitfeld/ (HaralduS)von Odcrberg/ Reichs-Cantzlcr in Dänemarck. Er war ein gebohrner Däne / und ein sehr gelehrter mann / wcshalben ihn König Fridrich II in Dänemarck an. -;86 an des Hilarit Grubde von Lystrupp stelle zum Neichs-Cantzler gemacht/ welche stelle er auch bey des Königs Christiani I V regicrung mit gutem rühm comMuNet / biß er den 1; dce. an. 1609 mit tod abgegangen/ da ihm Jacob Uhlefcld Mcccä-rei. Er hat verschiedene buchet' geschrieben / als 0905 clironolo^icum und KMo-iam cccicNL- tticam ; Iiiltoriam üc rcz ßcttss rczum vzoorum ; UltV -in- ill Dänischer spMach in druck gekommene Dänemärckischc Nelchs-chronic/ welche sehr hoch gehalten wird- >>vp-,,nncm. ^uldeilderg/istursprünglich eine der urältestcn Nittermäßi- gen Drabantlichen familicn. Die richtigste Z-ne-iogi- fängt an von Salomon GieliS Ritter / welchem an. 909 als einem dainalS schon uralten vornehmen Edelmann der Graf von Löwen / Ba- ßyn der grosse (da er seine 7 töchter / weil sein eintziger söhn Wollart Bischofs zu Lüttich worden/ an die alleräliesten Adclichcn Häuser mit grossen k>rivi!c§u 8 vcrheyrathct) die sechste tochter Judith gab. Sein söhn Otto Gielis / Herr von Hcvc / hat Gerdcrg- he/ erb-tochterder Herrlichkeit Huldcnberg in Trabantgchcyrä- thel/ welche dessen söhn/-Benedictus/ nebst dem titul Herr von Hnldcnbcrg nach Brabanlischcn lehn.rcchr geerdet, undüufscinc poke-mäk gebracht. Dieser Dcnoit war ein berühmter Ritter / hat das schloß zu Löwen wider die Kayscrliche armce nebst seinem söhn Yerst so tapffer verfochten / daß sie an. 10,2 hat umsonst abziehen muffen / wovor sein Landshcrr Lambcrt/ Graf von Drabant und Löwen ihn/wie seinen söhn Ycrst an. i°;/ Heinrich/Graf von Drabant und Löwen / zum Ritter geschlagen. Des Ritters Ycrst söhn Gcrard / Hcrr von Huldcnberg / auch Ritter / ist in dce schlackt beyGrimberg geblieben/welche da für Hcrtzog Gottfried III in der wiegen zngcnaunt/ gchalicn wurde. Gerhardt dritter brudcr Christian von Huldcnberg / ist mit den Hertzoaen von Bra- baut Gottfried II und III in Teutschland und in Kaysers Frideriei I dienste gekommen. An. - -; 8 --,^L 5 hat er dieses Käufers schutz- brieffund stlfftung derAbtey zu Bildhausen mit untcrschrichcn; das ,st noch zu Bildhauscn. Sein sohnConrad ist an dem Hofe des Hertzogs in Bayern Ludovici s-v-n gcwescm/ hat an. 1266 ingiLt. 9,8/ellr.die ttinUsrion des klostcrs Fnrstcnfeld uitter» schrieben / wie dasso noch zu Fürstenfeld ist/ bezeuget. Sein ivhn Arnold hat nebst 9 andern Rittern und cdclkncchtcn an. i z 10 cm wegen des Römer-zug, Kaysers Hcnrici VI I mit derReichs-stadt Spener/ allwo rm ^»-ciuv das original „och ist/ aufgerichtet; ist aber ohne wccetti»» gestorben / und also die erste co>»ni°von dieser Bradantischen familie in Teutschland mit ihm erloschen. Hingegen hat Christiani druder Arnold in Drabant das bul geschleckt fortgepsianket. Des Arnolds söhne Arnold und auch der vater selbst haben mit Gottfried III undHeinM M tzogen von Brabank/viel a-piom-rL unterschrieben. Ein o ^ , mit dieser ihrer untcrschrifft ist noch in dem kloster zu Wineen ! anderes in der Abtey Tongerlo/ und noch eines in der M Forest/ stehen auch ln rr»p>>. er-b. 4-0x9,»,^ und 2 !. mehr. Als Hertzog Heinrich I an. ir °8 diestreitigkeitdes kl u r Villary durch seine p-rc-curia.- UecMn'te/ stehet Heinrich von 07 4 denberg unterschrieben, vm. ima. sux preuve;. Dieser Heinrich u? der / welcher dem Hcrtzog Henrico I das leben in der schlack L Steppen an. 121; den 1; oct. rettete/ und darüber aus der wakf stadt bliebe. v,a. r-opk. xr-b. 9.18-1,8.4. HeinrichIIIHe>M. von Bradant hat Gcrard von Huldcnberg an-irüoden-s M zum execuror seines t-staments verordnet, vi-i. am. cav z!' 9. is-undr--op'i.U5^. -uxpr-uve.. Woutier/Herrvon Hiildenbeea Ritter / unterschriebe mit Joanne I Hertzog von Brabant/die tM. öLkion der eapcUe an. - 289. Er ist auch an. 1 za-z in demkrieoeini. terder zahl der 26 Barons und Ritter gewesen / welche bey Seh. cke zoo riammrnrzn Pferde und viel insLinenc schlugen/und !?o. gefangen nahmen, viö. rrvpk. Als an. izr8 dcrKönigMm n Schottland dein jungen König in Engelland Eduard III den stier angekündiget/ gicng Hertzog JohannIII mit? dcrvvrnehiM Ritter ansBrabant nach Engelland. ?-rr. viv-usm kill. n»i>. r nennet diese 7 Ritter/und unter denselben Waltherum-ck HM. derga. Er war auch an. izro im kriege Königs Eduards nndee Franckreich. via. ?crr. vi v. Dieser ist es/vvn dem der Frantzöfislde Nilior. Vl-I. I redet. Klil'tze halber wird hier vikl anslie- lassen auch abgebrochen. Einelinic ist noch in Brabank; Die andere/ welche durch M» mum von Huldcndcrq /der zur zeit der reforms-Mn unter dem o^ a^llda nebst vielen andern vom Adel unlerdem Grascnvon NOu nach Teutschland gekommen / flonrek auch wieder in Teutschland/ und stehet mit der in Drabant von Erasmo her in cominwMe guter corrcipo-lUcnx. Von dieser linie aber ist Ihro Köüigl. Aa» lest- von Groß-Vritannien Gcorgii I gchcimder Rath und Lx-rsorämsirc am Kayserlichm Hof Daniel Erasmns von Hulden- bcrg nebst seinen 2 brüdern und allcrdreyen kindcr noch allein übrig. Er hat weiland Kayscr Leopolds seine adkunfftvonderBrabanli- scheu familie mit-tocumencir llomcliici; 9-obiret / weicheil ihm in Pt-rpcruLin rci memoriLm ein Kayserlich giplows sxmttonisk cc>nll5wsrioni5 an. 1698 gegeben. KayserCarolusVIHatWMd seine brüder in des heil. Nöm. Reichs Frcvhcrrn-stand erhoben/ und beyder Hungarischenerömmg zu Preßbrirgihn r-8 «.egn, nu-ißL-iL mit dem incHZcnzc durch eilt anderes clipivm, reciplret / seinen Namen auch arkiculis Uk-gni Ulllön. gn. , 71 ? 2rl. 1;^ einverleiben lassen. Er soll nur einen fohn haben. Seine jetzige ge- mahlin ist aus dem uralten Muitten Sächsischen geschlcchtdererm Ponickau / und war sie Ihre Kdntgl. Majest. von Polen und Chnrfürsil.Durchl.zuSachsen/Hof.undOberaxeULti^z.Mhs/ HerrnvonSchlcinitz/ wttttb/als er sie »u Drcßdengeheyralhelhat. ^ull / ist der name einer stadt und eines flusses in der östlichen gcgcud dcrEngclländifchen Provintz Zorkshire. Der flußsso dieser stadt den »amen gibt, läufst von norden gegen lüden zuin bicHlM der. Die stadt, welche sonst auch Kingston uvon HM genmet wird, Iigt aufdcr westlichen feite des flmjcs, und auf der uord-seite der Humbcr, obngcfehr 12 weilen von Spurnhead, wofebstdiestbc breit gewordene Hinüber sich in die sie ergiest. Dieses ist einer von den vornehmsten platzen in der gantzcn Graffchayr Dock, ob er rvol nicht sonderlich alt ist. Er wurde von Eduards I gebauet, und von ihm Kingston gencunet. Dieser König ließ auch den dabey bejlvb- lichen Hafen ausarbeiten, und gab der stadt herrliche p-mMn, daß sie bald in grossen gor kam. Es ist noch biß sa-o eine sthr grosse stadt, wiewol sie nur 2 pfarr-kirchcn hat. Sonst ist sie mit schonen gcdäudcn rmd wohlangcrichtcten straffen ausgezierct, hot aufber waffcr-stite eine steinerne mauer, da die schiffe anlanden, nÄeinem zoll-haufe, und ist mit manrcn, graben, bastercn und mein eastclle sowohl loriillciret, daß sie vor eine der besten vestungnun dem gantzcn Königreiche gehalten wird. Der König Caroles! machte diese» ort an. 1642 zu einem waffcn-platze für die nördliche gcgcud ; allein da er poitcttion davon nehmen wolle, M M l)ohu Hotham, damaliger Louverncur des orts , davon ab, NMM hernach von dem Parlament gut gesprochen wurde. RobertM Point, Daron von Holm und Burggraf von N-wark, wnrbe von dem Könige Carolo I an-1628 zumGraft» vonKingston upo-> crncnnct. ( sthc Pierpoint.) ll-scr. 8ri»nn. Äuln/ (Wilhelm) ein kardinal, gebürtig von Estain, in ich ^ia-c-L von Verdrill. Er nahm in den UuciUnvohl zu, undvorucM' sich in der jurisprucj-nx, wie er denn auch durch feine mcmcn - cU>a>^conus zu Vcrdun und nächst dem zu Metz wurde, irr wur aufdasOon-Uium zu Bafel geschickt,auch fand er sich bey der des gegen-Papsts Felir, welcher ibn zum Cardinal machte, dicfem machte ihn Nicolaus V den ly dcc. an. 14490-« zum Cardinal. Auch erlangte er viel ehre zu Rom, wofelblt n e 28 oüovr. an. 14z; starb, OLii. 90,9. ° ciinzux. ^ulsius / ( Antonius) ein berühmter NlederländlM 7 d-°- logu- in dem 17 li-culo, ist umdas jähr lüiz ged.obren. Crem zu erst in die 2^ jähr die protcGoncm der Hebrasschen das p-llorzk zuBrcda,hernach ward er auf Leyden bcrnffe>y -« er die 'rkoiox^m und Hebräische sprach ciocirle, und ss-ss'' ^ TNeoiogici worden. Er war der alten Orlkosoxen lehr llüMj r than, und konte keine Neuerungen in vertragen; 0«- ^ hul hum Nicht nur M« vottn feltzame Meinungen von dem Hebräischen und Griechischen Bibel-text hefftig angegriffen , welche ihm aber schimpflich genug begegnet/sondern auch dem coccejsnilwo, welcher damabl in Holland das Haupt empor zu heben anfieng - ernstlich widerstanden. Er starb den 27 sehr. an. 1685. Seine schafften sind i I2omenclscor.Ki!,Iicu5»-brL0-I.srinu§; I^ib.pcslmor.pievr. cum not. «rsmwsk.; ^utkemis rsxkus Ncbr. ronrrs /ok. Vossium; -ittcscssockel, oder Hieolozis ^uäLlcLöe Lxsmcn OtccUccic, chörSico»kolew. ; Spsrimen 'tLeolox. »xpock,«. r 8) kein» cvntro- verllsr. Ikeol. ; k4or> cnz prLsllswiricurri; VlucleUs propkec. V.TScc. in Niederländisch ; Lloisssrsm. kilper äu^ullsn. rootess Scc. L« eM §c»/>/. Sc * ^ulsius / ( Henricuä) ist an. 1654 den ro octobr. an das licht dieser welk gebohren worden. Sein vatter war Antonius Hulstus, Pfarrer zu CroNenburg und hernach zu Elverfeld - allwo er seine schul-jahre gemacht hatte, und an. 1667 zu Augspurg -a icsivne- pubiicLs prümovlrt worden - worauf er das Kullmm xyiiolvplii-um und darauf das ickeMogicum zur Hand genommen. An. 167; giengr er auf Marpurg - und von bannen begäbe er sich nach Ley- den und endlich nach Harderwickh imGelderland,allwo er an.1679 den Voüo---Zr2ö in ^ticoiog.L annähme. An» 1681 wurde er zu gedachtem Duisburg Professor 1 KsoloßiL. Er bat im 66 jähr seines alters ein mägdlein von i6 jähren geheyrathet, ist aber an. 172; den 27 april gestorben. Unter seinen schafften befinden sich / äugen, salb vor einen übelsehenden Handleiter. LLc. -üw; Suismim. i6ö;; ZUlNML ItieologiL 1689; rlc principio crellenSi! 688 ; LornniUüi 1694. >lc vsllibus kropkctäruni 8Lcris. 169z.; ^Ura V^illislmi III. ^1. krir. 8.eg.z Verbs Itlliel, Ucbsl Sc penniei - l6yz. Lomrnenrsrius in Iltseliz prisci ptLrvgsti vsr sc dons 171;. Lsuls Oci 17/7. Kkslcllsseclecus t-v6. viflertstioncs vsriL. LÄ/rotLer. Lre«»c/r/I kslcic. 5» Llss-, 7. Allst / eine kleine, aber wohlbefestigte stadt ün Holländischen Flandern / eine von den vier Holländischen Ämbachten. Sie hat 9 bsllionen nebst vielen aussenwercken, und wird durch viel schantzen bedeckt. Sie ist die Haupt-stadt des landes von Waes, 4 weilen von Antwerpen. ^unm oder Uiiick/ eine stadt in Schweden, bey dem ausfluffe eines gleich benannten strohms / welche dem angelegenen theile von Lappland den namen gibt/ daß es Uma-Lapmarck genennet wird. Selcr. Luecis;. lie/c/'xcrö«^ s c- z. - sind eine kesssder ueuerenRechts-gelehrten, welche die Römischen und Iustinianischen rechte aus den Gkrechi« schen und Lateinischen snriquitäten, und der Historie erklären. Sie thaten sich allererst im issecuto hervor/ und war Andreas Miatus der erste, so diese lehr-akl einführte. Weil in diesem feculo die Lateinische und Griechische spräche durch hülffe PMiani, Parrhasii, Vembi / Erasmi und anderer, welchen allen Laur. Valla vorgegangen war/wieder in vorigen standt gesetzt wurde/ und die begiecde die alten suwrcs aus dem staube hervor zu ziehe, zn corriZiren und;» erläutern eine durchgängige mode wurde,auchAiciatus sahe,daß hierdurch der Römischen Rechts-gelehrsamkeit zugleich ein licht aufgesteckt würde, gebrauchte er sich dieser inittel mit so gutem Vortheil, daß ihm insonderheit in Franckreich und Teutschland viel nachfolgten/ welche das von ihm angefangene werck immer mehr und Mehr zu seiner Vollkommenheit brachten. Absonderlich machte sich Cujacius sehr berühmt / als von welchem die gantze lesse nachge- hcnds Lujscisner genennet worden. Ihre arbeit bestund hauptsächlich darinnen / daß sie den text nach den bewährtesten manulcripris von den bisherigen fehlem der vuigsr-r säuberten / die uberdleibung der alten gesätze und bücher derer Römischen Rechts-gelehrten zusammen trugen / die Griechischen contküm-ooez und deren ausleget aus tagelicht stelleten, und die duncklen stellen aus der Historie, und stellen derer alten surnrum erklärten, und also von den ungereimten auslegungen derer ^rcurllsner retteten. Ob sie nun zwar hierinnen den rechten weg gefunden, so verfielen doch darbey einige vornehmlich in diesen fehler, indem sie erstlich allzusehr an dem buchstaben und vsnsmibuz leÄinnibus hiengen / und hiekbey die Lpplicscion her gesätze indem bürgerlichen leben vergaffen; daher es geschahe, daß ihre schafften bey den gerichtcn und entscheidung der rechts-handel in kein ansehn kamen, sondern in diesen die ^ccurllsni jedesmal den vorzug behielten. i c. 170. ^Umber / ein grosser fluß in Engelland,welcher Zorkshire von Lincolnshire absondert. Er hat keinen eigenen Ursprung , sondern wird von unterschiedlichen zusammen-lauffcnden fluffen gemacht. Die vornehmste daran gelegene örter sind Hüll in Jorkshire und Barton auf der andern feite M Lincolnshire, allwo er sehr breit ist, und sich noch immer mehr und mehr erweitert, bis er endlich m die see fället. ötirsnnis. Humbertus I, Graf, Dauphin von Nennvis, aus der fami- lie 6e ls ssour Nu?in Er vermählte sich mit der Printzeßin Anna von Dauphin-, welche Guidonis XI, so um das jähr 1270 starb, eintzige tochter war, führte einen krieg wider Savoyen, und wurde von allen Potentaten feiner zeit sehr hock gehalten, hat auch verschiedene stüfftungen zu klöstern gethan. Er starb endlich an. 1)07 in einem Carthäuser-habit. Sein söhn, Johannes II, sscc-clierte ihm. Die andern kinder waren Hugo, Herr vonFoucigNi, so an» r;2; ohne erben verstarb; Guido, Baron von Montauban; Hen- rims, Bifchoffvon Metz, so an. i;-4 verstarb; Adelheids an 1287 mit Graf Johann I von Forcts vermählet wurde; Margaret«, des Grafen Friderici von Saluzze gemahlin; Beatrir, Hllgoms von Chälons, Herrn von Arley, gemahlin; Catharma, dieanPhi- livpum von Savoyen, Printzen von Achaia, ^mahlet; Alerla,io jüm errett mal mit AimakS völl Poltkers, unv MU andem Mal Mlt V""» 86 ) soİ? 5 erwählet wurde; Und Maria. pi-wL. Sakttes war. e^F,-uiss m.osü. Osupkiine c. r. I 6 ^ t»koir. LäVv)-. eZ-oxic/- Uilioir. öü ^v.?i""^bneral von einem feld-zuge wider die unaläubmen erkläret- cken kMabeit'nÄ^^D^^ ^ aber von keiner sonderli- ^ ^5^ Nach seiner zurück kunfft an. 1; 4; vermachte er Dauphin- an. iZ44 Philippo VI vsi-ko, durch eine öons- bem beding, daß fein zweyter söhn Phjlip- pus das land beutzen, den titul und das waaprn davon führen, und chm erne summe geldes davor bezahlen solle. Diesir rrsüsr ward an. i)4y mcht allein bestätiget, sondern auch folglich ex«wrtt, in- dem Humbertus den besitz des landes CaroloPem ältesten söhn Jo- vanms/Hcrtzogsvou der Normandie,des damaligen Frantzösijchen (.ron-Printzens , abtrat. Nachgehcnds nahm er den geistlichen stand an,begab sich an. nzi in ein Dominitalier>klosier,unv nahm zu gleicher zeit diesen geistlichen vrden an. Er wurde bey der messe zu Mitternacht 8ussv>->conux; bey der vorangehendem tage visco- bey der dritten Priester. Acht tage darauf wurde er zum titiilar-Patriarchen von Aleranvria, zum Prior der Jacobiner zu /tUminillrsrore desErtz-BlßthUms Rheimsge. macht. Er starb den 22 may an. i;;4 zu Clermont in Auvergue. Ä« Nilloir- cjes vsupllins. Ä-ew»' Uilloir. äs Dsupliii^, iiill. fle krLvtS I. r eol. 4.9;, leg. ^umdertM I, Mit der weissen Hand zugenannt, Graf von Maurienne und Savoyen. Er regierte um das jähr 102; oder i°27,und ist ein stamm-vatee des hausesSavoyen. Etliche sc>il>-n. ten fuhren stin geschlechte von Bosone,dem Könige von Provence, her; andere vön Hiigviie von Italien; andre von den allen Gra- fen von Macon, oder von den Marggrasen von Jvrea; noch andre MiN Bertholdo von Sachsen; und einige von dem Kayser Ludovico. Er stund dem Kayser Conrado III bey, als er das Burgundische Rerch, welches ihm Konig Rudolphus III vermacht, eroberte. Für jolchen dienst soll er von demselben, vder wie andere wollen, von seinem nach,olgA Henrico III, die landschafft Cbablais und 8. Man- rice m dem Walliser-lande erhallen haben. Er starb an. 1048, und htnterlietz von seiner gemahlin Ancilia, Adclis oder Alehia, Ama- beum I Und Ottonem, der seinem bruder Amadeo w-recNrte, nebst einer tochter. Uiss 8c corpore Sc I20. ßuine Oomlni. 6e vir. Ülustr. c. ,;o. rorN. 6 snr, leÄ:. a'rc ?»» rfumdertUS / der fünsste General des Dominicaner - ordeNs. Er war von Romans aus Dauphin-, in dem alten KömgreichBur- aund aebürtlg, welches denn anlaß gegeben, daß einige gemeiner, er sey ein Burgunder. Er starb an. 1276 zu Lyon, allwo ek mitten m dem chor der Dominicaner begraben legt. Man hat verschiedene schafften V0N ihM, als da sind l U>rwon«r 6« vsrM ; spi. 864 hum k°u 6° trlbu. von-; -Mirurionu« tp.«u.-I.um l.btt s», »e-ul- 8 . ; 6 °v.r. illulic. orä. ?^cl,car. (Hone»' tiiltoir. llö vLUpklne. <„mble / lar. üomele» , ein kleiner fluß in Hampshire, welcher nahe bey Bushivaltham entspringet, bey Botely vorbey la„fft, und den haftn, Humble-havm genMnt, an der östlichen fette von 8 - Andrew - . gegen der insul Math über, torm.ret. eser faim e war Alekander,welcher von dem KomgJacobo VI, clls crone kam, zum Grafen von Hume erkläret nnirde. Dieser Kong, wenn er von der macht des Schottlandrschen Adels redte, pflegte zusagen, daß, ob schon ihrer viel von deu>elbigen eine zrmlicye Mannschaft aufbringen könten, er dennoch keinen wüste, der vermögend wäre, innerhalb -4 stunde» aufseilten beseht 1200 wohl. bewaffnete und moncirte reulcr in die Abtey Holyrood-Houseswo- selbst seine hofhaltüng war) nach Edendurg zu schaffen, als emtzig und allein der i-°rg Hume- Der Graf von Dumdar und der Polwarth führten auch diesen zunamen. (sihe polrvarty.) Humev/ (Georg) Grafzu Dumbar, Freyherr zu Barwick in Schottland. Er war eines Schottischen Herrn, Davids Humey, söhn, und von dem geschlecht Mandersen, die sich Humey oder Hume nennen. Er kam in des Königs Iacobi VI in Schottland änderbare gnade, hingegen lud er sich bey einigen ftmd,chM am, und gab ihm Jacob Duqlas schuld, daß er seines schwahers tod be. fördert hätte. Dannenhero, als an. izy- GrafFrantz von Both- wel, welcher dem Duglas sich beygefügt hatte, einen plötzlichen entfall zu Edenburg in die Königliche --cll-le-,- that, suchten ihn einige zu tödten, er > 4 >vwte sich aber in des Königs gemach, verband geh mit dem Hertzog von Lenox und andern Schottischen Herrn an. i;yr wider den Reichs - Cantzler, Johann Maihtland, dessen sonderbarer freund er vorher gewesen, zog an. 159; wider den Grafen zu Athohder sich empört hatte, mit dem König zu selb, welcher ihm mehr und mehr gnade zuwandte, so, daß er nach des gedachten Reichs - Cantzlers an. - z 9 ? erfolqtem tod am meisten bey dem König gegolten, welche gnad er aber mißbrauchte, und die alten diener wegbrachte, sich auch sonst also erwieß,daß ihm die gcist- und weltlichen feind waren. Er brachte den Unter-Schatzmeister, Georg Elphingston, um sein amt, und erlangte solches an. -6oi von dem Köiüg vor sich. Eben dasselbe jähr wurde er zum Ritter geschla» gen, und erwarb grossen reichthum. Als der König an. 160; die Engclländtsche crone bekam, machte er ihn den/j»l.an. 1604 zum Freyherr» von Barwick, und kurtz hernach zum Grafen von Dumbar in Schottland, und schickte ihn an. 1605 mit grosser -m<>- rität und Pracht in Schottland, da er sich seiner gewalt sehr übernahm, auch den König bewog, um der alten Grasen smoritatzu schwächen, mehr neue Grafen und Herren zu machen- Er ward an. 1608 zum Ritter des Engclländischen hosen-bandes gemacht, und starb an- - 6 -o an einem lieber,wiewolDugdale an. - 6 -- setzet, auch einige von beygebrachtem gisst etwas sagen wollen- Er ward zu Westmünster begraben, aber wenig beklagt. Er war ein mann von reifem verstand und wenig Worten. Seine erben waren seine töchter, deren die älteste Jacob Humey, die andere Elisabeth,Thco- philus Howard, Graf von Suffolk, geehlichet baden. Lsrunag. Sumieres / (Louis -le Crcvant, Hertzog von) Marschall von Franckreich. Er war über diß Ritter der Königlichen orden, Herr von Mouchy, Vicomre von Briquett, Nsron von Preuilly, von Cha- telmontagnc, vonCudun und Alay, von Loches inTouraine, Großmeister von der ar-Mett-, General-Auffscher über Pulver und salpeter, Lolonci von dem regimcnt der Königlichen tullliers, und der bombarclirer, !ULirr- cle c.lnip von einem regimcnt »vLilcric, Louverncur und General - Lieutenant von Flandern und von den congueteu, so der König von Franckreich seit dem Pvrenäischen frieden gemacht, auch absonderlicher Om-v-rn-ur von Ryssel, Ar> inentieres,und Compiegnc, vorher aber von den -oo Edel- leuten-u bcccis Cvrbin.Sein Vater,welcher 0N.IÜ48 gestorben,war Ludovicus von Crevant, v-i->rqu>5 ll'Humieres, seine Mutter aber Jsabella Phelippeaur, eine rochier des Staals-^crcmi-ii, Raimun- di «l'Herbaut. Die würde eines General-Lieutenants erhielt er an. i6;7,und den Marschalls-stab emvfieng er den 8iul. an.-668,nebst den Henen von Cregui und von Bellesonds. An. 1676 den ; - jul. eroberte er nach einer sechs-tägigcn bclaqcrung die vestungAire,und den 9 aug. die Linckerschantz. Das folgende jähr den 11 dec- bemächtigte er sich, nach einer -- tägigen Lrrsquc, des orts 8. Guilain. An. -68; den 6 uov. nahm er nach; tagen die stadt Cor- tryck ein, und den -°ten desselben monals Dirmuidcn. An. -689 rvmmsncllrte er die Frantzösische armee in den Niederlanden, da er den 2; aug. bey Walcourt durch die c-ouppcn des Fürsten vonWal- deck einige nicderlag erlitte. An. 1690 im april ward in sein f-vcur dasHumieres zu einem Hertzogtbum erhoben, auch solches den 2, des gedachten monals in dem Parlament zu Paris--cgMnret. Man bat die jährliche einkünffte von ftincn vielen amte.ni auf2;o°°o Frantzösische pfund, und dessen ungeachtet r>e schulden, so er hinterlassen, auf 2 Millionen und 40000° pfund hum geschätzt-Er starb als Sub-O°csnu 5 der Marschälle von Franckreich, den 28 aug- an. -694 zu Paris. Mit seiner gemgbim ö Antonia Theresia -l- 1 - Ckwtre, hat er 4 töchter gezeugt chen die älteste, namens Julia,sich im april an. 1690 A von Aumont, I^srquis cie Ebavves,Könialiek-m cxss,".,. c, von Aumont, ^srqu.s sse Cyavpes,Königlichem FrantzvsilÄ n K- neral-Lieutenant,vermahlt, und nach ihres vatech tod diesem gemahl, dem sie eme töchter gebohreu, das Hertzogthum HmnÄ zugebracht. Er hat einen söhn gehabt, welchen mandenK von Vass- genennet hat, er ist aber an. - 684 den; aug -»8» tvdes verblichen, rom. 6 PLg.Zzs. * " ^" foulen MNIUVH, em Monchs-orden, so von etlichen bischen Edelleuten m, -2 ftculo gestiffiet wurde. Denn als ser Henncus IV einige Mayländer in Teukschland --icglrt 2 !° schlugen ,ich an. -187 andere zu ihnen, zumal als Crema, TvrtW und Mayland von Friderico verwüstet waren. Mang von Meda war einer von denjenigen, welche am ailcrineisttn n8° daran arbeiteten, diesen orden zu stand zu bringen: er wmn- auch von dem Pabstlichen stuhl an. 1200 bestätiget. Als indem ftculo Carolus Borromeus,ihr?iok-İ-, viel mißbräuche nmäid neu gewahr wurde, als daß in 9° klöstern nicht über ,?°ord »4 leute waren, bemuheie er sich sie zu rek-m-ren, worüber ciniae ihnen so ungehalten wurden, daß sie einen kerl, mit »amen Hm», nymus DonatusFarina,anstifteten und dingten, ihn zu erWeffa,' wie dann der boßwicht würcklich ein röhr auf Borromenm aber ohne dessen schaden; welches unternehmen verursachte, daß Pabst ?>ur V an. 157° diesen gantzen orden abschaffte, und ihre guter einigen Cardinälen, die nicht viel einkünffte halten, zinciiln/ Zu des Pabsts Jnnocentii III zeiren haben sich auch einweM, ttumiii-r, genannt, gesunden , welche er aber verdammt hat. ü/ ckron. LN. c-emonent-j. tiilkor. ^ieöivlLii. I. ir. sll an. 1199. t I. I. * Iff(IölOKI8H, ist der nam, welchen man einer in Roni auffgerichtcle» gescllschafft von gelehrten und lcharffsiiinigen Personen beygelegt, deren achehen dahin gehet, allerhand sinnreiche ech,- dliiigeii ailsziiführeii.Zu ihrem simidild haben sie eine aus dmi mea auffsteigende dicke wolcke erwählt, welche in einen sanfften reW ausbricht, und diese umschriffl hat: kt-clir2jzmineciulci. DieM genheitdarzu harein Adclichcs Hochzeit-fest gegeben, bey welchem etliche aufgeweckte gemüther das anwesende frauenW. mer mit allerhand schcrk-gedichten und andern klugen einfallen belustigt, weswegen man sie beu t-umori, welches dem FranMchen bcrux essiriis gleich kommt, liruüret. ^umphrcdus/ Hertzog von Gloccster, der jüngste söhn KS Königs von Engelland, HenricilV, von dessen erstergeimW, Vkaria, einer tocbtcr Huinphredi Bohnns, Grasen von Hnesir!!. Sein ältester bruder, der König Henricus V, machte ihn an. i-m zum Hertzoge von Cloccstcr, und vor seinem an. igrr eriölM tode, ernennete ihn derselbe zum Vormunde seines noch mcht zwey- jährigen sobiis und Nachfolgers, Hcnrici VI, wie auch M Zie- gcnten des Königreichs Engelland. In dieser hohen würde sicher sich das warhasstige beste sowol des iungen Königs, als der wer- thauen mit solchem cifcr, nur so grossem verstände, und miteim so sonderbaren redlichkeit angelegen seyn, daß ihm die Engelländtr fast durchgehends den zuname>i des czuteii Hertzogs bcyleM A». - tr; hcyrathete erJacobinanyeme töchter und erdmWildelmi von Bayern, welcher ihr unter andern die GrasscbafftcnHeiMM und Holland gelassen hatte. Es hatte aber diese Jacobina, unter dem vorwand einer allzunahcn vcrwantschafft oder eines uiW- sta ndigcn rr^ü2.i>cnls, sich eigenmächtig von ihrem ersten gemahl, Johanne, Hertzog von Bnibanl, geschieden. Als nun a». i-n Humphrcdus mit einer ftarckcn armee in dieNiedcrlande gieugM von Holland und Henncgau besitz zu nehme», fand er von feilen de- besagten Hertzogs von Brabant einen so siarcken widerstand, daß er beyzeiten sich zu-"inren vor nöthig erkannte. Hierbey ficlerM gleich , und zwar zu grossem Nachtheil der Englischen conguÄnui Franckreich, in eine grosse feinkschafft mildem Hertzog von Ärgernd, weil derselbe sich des Brabantlschen Hertzogs, als seines Vetters, angenommen hatte. Es bekam auch jener Jacobinam in M gewalt, und wiewol sie mit der flucht sich nach Holland l-^rle, wohin ihr Humphrcdus (mehr aus schuldigkcit, als aus liebe) M) ferner tuccurs sendete, so kam es doch endlich so weil, daß die wie ehe wieder vor gültig erklärt,und um aller i»rcrc6wtcn bcwilligW erneuert ward. Zugleich vermittelte es der Hertzog von BedM Huinphredi bruder, daß dieser, ungeachtet der vorbcrgcgang« ausforderung zu einem clu-il, mit dem Hertzog von Burgund M verglich, an welchem er aber an. -4)6, da derselbe, die belagmM von Calais aufzuheben, durch tbn gezwungen ward, sich MM rächete. Zu ausgang des iahrs -42c zersiel er dergestalt mit siM" vettcr Heurico Bcaufort, Bischof von Winchester, well beym die -urorltät, so ihm, als Regenten, zukam, aufviclsa-ligemm- letzte, daß es darüber bennahe z» einem innerlichen krieg in EM land ausgcschlagen wäre, wenn nicht des abgedachten ocssW von Bedfört kluge bcmühung das nächst-solgende iahe eine» MM zwischen beyden zuwege gebracht hätte. Als aber an. 14^8 Marter Bischofs als Cardinal und Päbstlicher l-cg-r sich in LNMM einsand, gab die in solcher m-si-rät von ihm angemaßte geiM-u einem neuen Unwillen anlast, welcher sich auf feiten HumM» gar sehr vermehrte, als seine andere gcmahlin, Eleonora, « tcrReginaldi, tzoi-ct Cobhams, aufdicses CardinalsaninM.L' - 44 - einer zaubercy, wie auch boßhafftigcr anschlagswidcrtt'M nigs leben, beschuldigt und so weit gebracht ward,das her gegangener öffentlicher kirchen i büß, aufdem -uü-n zu tzsu lij « « « li! S- dc> j!k hr! i«t k I!Ü ilsk lA I!« « ilii ii>l, bist >!!« hl!M hm bis cm ihren tob gefangen bleiben muste. Das darauf ftläende jähr übergab Humphredus i4arcicuis wider den Cardinal; allein der König Miete einen neuen verglich zwischen ihnen. Das gröste Unglück für den Hertzog von Glocester war dieses/ daß er, aus einer wohl-gegrundeten versorg für seines Vaterlandes beste dem Kö» nig rieth/ mit einer tochter des Grafen von Armagnac sich zu vermählen/ und hingegen die angetragene heyrath mit Margarethe einer tochter des muisr-Konigs von Neapolis und Srcilien,Renati von Anjou / auszuschlagem Da nun dessen ungeachtet die letztere durch allerhand -mr-Zuen, insonderheit durch des Grafen und nach» maligen Hertzogs von Suffolk, Wilhelm 6s u Pole/ angewendeten ficiß/ denvorzug behielt/ ließ sie, mit zuziehung dieses Wilhelm/ angleichen des Cardtnals von Winchester/ und anderer feinde des Humphredi/ sich äusserst abgelegen seyn/ dessen Untergang zu befördern. Anfangs bewog man den König/ aus allerhand nichtigen Ursache«/ ihn von den staats-geschWen auSzuschliessemHernach klagte man ihn öffentlich am als ob er in währender Reichs - Verwaltung wider die gesätze gehandelt. Weil aber dieses zu nichts anders diente, als daß seine Unschuld/ und des volcks gewogenheit gegen ihm deut« sicher an den tag kam, so lockte man ihm bey gelegenheit einer ausgeschriebenen Parlaments-versammlung/an. 1447 nach Bury/vder 8. Edmundsbury/ in Lancashire/ und nahm ihn daselbst mit allen seinen bedienten in »rrek. Wiewol nun ausgesprengt ward/ daß er vorgehabt,denKönig zu ermorden/ damit er seine gemahlm/Eleono- ram/ wieder auf freyen fuß stellen tönte/ so glaubte es doch kein mensch / sonderlich da man sahe / daß alle seine leute wieder loß kamen/ so bald er selbst auffgehdrt zu leben. Dieses letztere geschahe eis nen oder doch sehr wenig tag nach feiner inhaffkirüng, da man ihn tod in seinem bett fand- Daß er von gram oder an einem schlag- sinß / oder an einem geschwär gestorben / hielten die allerwenigsten vor wahrscheinlich/ und fast iederman urtheilte/ daß man ihn ermordet. Indessen weil an seinem öffentlich ausgestellten cörper kein merckmabl einer gewaltthätigkeit erschien,so meinten einige- daß man ihn zwischen zwey bett - pfulen erstickt/ andere aber/ daß man ihm gleichwie dem König Eduards II wiederfahren, ein glü- endes eisen in den hintertheil des leibs gesteckt. Er ward zu 8. Äl- ban in Herefordshire begraben. Das unglück / so nach feinem tod Engelland überfiel / machte seinen Verlust noch empfindlicher/ und seine feinde verhaßter/ welche letztere auch an ihren eignen Personen die göttliche räche betraff. Er hatte weder von der ersten noch von der andern gemahlin einige kinder. Man meldet / daß er auf folgende art sich habe zu Muiiren pflege« r Humphredus/vonGot- tes gnaden/ eines Rönigs söhn/ bruder und vetter / Hertzog von Glocester/ Hennegau/ Holland/ Seeland und Grafvon pembroke/ Herr von FrießlanS/ Groß- Cäm- merer von Engelland/ uror-sto, des Reichs/ und beschützet der kirche von Engelland. Im übrigen wird von diefemHertzog gerühmt/ daß er ein sonderbarer gönNer und beförderer der ttucNen gewesen / zu deren behuffer unter anderm mit nicht geringen unkö» sten den gründ der öffentlichen vlbiiacksc aufder univerllcht zu Or- ford gelegt. Er war auch selbst ein sehr gelehrter Her!/ vornemlich in den rechten und der Mronomis, so gar / daß er von der letztem wissenschafft einen mit dem titul-. rabuia ciiEwoum, geschrieben.üb. r;. Lrt-v.?.or.A.ngl. kriranniai ssvol. i. L-»«. Da/rrs/', lils ok K. VI- Humphrey/ oderHumphredus/ (Laurentius) ein gelehrter Engelländer in dem is seculo,ward zu Newport Panne! in dent Buckinghamischen gebohren. Zu Orfort legte er die anfange seiner kullien in dem LoüsAio . allwo er auch nach empfangenem KiLZillcr-titul die Griechische spraach gelehret, und sich mm Priester oraim'ren lassemJn währender regierung derKoniginMa- riä erlangte er von seinem LoücZio erlaubnuß, sich in die frenide zu begeben/da er sich dann nachZürich zu denEngl-exiNamen verfuget. Als mit Mariä tod auch diese verfolgung abstürbe/ kehrte er wieder in sein Vaterland/ und wurde an. 1; 60 der Königin prossssor ssk-ol. »u Orford/ das folgende jähr aber k^ll-lent seines vorigen OM"- Nach diesem erhielt er das üscanse von Glocester / und daraus das von Winchester. So er sich besseren den cc-emonien und dem regi- ment der Englischen kirchen hätte bequemen können, so wurde er wegen seiner geschicklichkeit und erbaulichem Wandel zu den höchsten würden gestiegen seyn; Sein umgaNg aber mit den Zuricher- Ibeologig und fleißige correffoli6snx, so er mit andern Reformltten unterhielte / erweckten in ihm einen abscheu von der Englischen iiiersrcliie so, daß ihn einige für einen wo6sraren Prssk)-rcr,s,ier hielten. Crwarsönsten in allerhand wissenschafften wohl geübt, der spraachen erfahren, und ein treflicher i'K-o!ogus. Er starb an. 1589 seines alters 6; jähr. Seine schMen sind: Lp-llaia 6s era-- cls lireng 6c klornerl lctffions '8c lmirarlone vor 6- ^unii cornu copi^; 6 s LeügiUs canlsrvaüone öc ickormskione / 6 squc primatN P.cgum; 6 e rarione inkerprütAnäl autkorcs ; Optimales, üve 6 e nokllirste/ eju?c;ue origikic; ss /uelli Lpsscopi Sslirbui-g. virs < 8 - mors, ejus- gue 6 oÄrir>-e 6 rkenlio; ^eluiriliiii psrs pciwa, 6 ve 6 s praxi cur,L contra kcch. 6 - Principes ; Ljulci. prrs Iecun 6 a; pksrsssilmus vekus öc navus; purirsno-papilmi S 2 N.st 6 crstiu; Orsrion. XVoo 6 llo- cb>L üabrtL öcx- Kill. 6'Kng!sr. 1. r. Oxo»., MrotsF. VVoo/t /Vcact. Oxon-, Lara!. ^ ftüchte mehr. U Aquitanien, Eudonis söhn und nach- den krieg seines vaters mit Carolo Markella endlich zu dem vasaUsZio verstehen. Nach Ca- roli Martelll tode rebellirte er wieder, ward aber von Pjpino und Carolomanno zur rsilon gebracht, (siheliiviMs der kurne.//oier- auf gieng er in das kloster, und überlreß die regierung seinem sobn ^ ^"ig Pipinv viel zu thun hatte. Ais aber derselbe gestorben, übernahm er das regiment von neuem- und be» kriegte Carolum M. der ihn aber schlug, und bis an feinen tob im flksängniß sitzen ließ» 36 an. 7 Z; leqn. Laroli S- snnzl. -6 Ln» 76-. killoire 6e Irsnce kom» i co? Z 66 , 41 , 7 . . Tund und Alten-Grotkau/ eiNe alte Und ansehnliche Ädeliche tzmilie in Schlesien und Ober-Laußnitz, welche sich in die Häuser Rausse m dem Liegnitzjschen, Unwürde in der Oder-Lausitz, und Dolgtmansdorffin Schlesien vertheilet» WilhelmHunö hat an. zu Jngolstadt, Fridrtch an. i -6; zu Zürich unv Andreas an. »2;; zu Wurtzburg dem thurmer beygewoyntt, wiewol nickt ausgemacht ist, ob sie alle; zu dieser Schlcsischen familie gehören. Breßlauischen. Heinrich von Hund war am zu Matz Burggraf, und an. r;r; Hauptmann. Hildedrand von Hund und Alten - Grotkau zu Rausse, Fürstlicher Liegnitzischer Rath unv Rittmeister, hinterließ r söhne, Wentzel und Christoph r ^ Der erste, nemlich Wentzel von Hund aufRaüsse, Wiltschkam Pelschkendorff, Unwürde rc. starb an. 16,7 als Fürstlicher Lieqni- tzsscher Rath, Hof-Richter und Landes-ältester. Er hinterließ a söhne, Wolff Caspar und Heinrich Wenzel, durch welche sich dieses gefchlecht in die Häuser Rausse und Unwürde getheilet. r) WolffCafpar von Hund auf Rausse/ Wiltschkau und Petschken- dorff starb an. i68r als Kayferlicher Hauptmann und Landes-äl- tester des Fürstenthums Liegnitzc Sein söhn Wentzel Hildedrand, Landes-altester des Fürstenthums Glogau, wie auch Königlicher Mann und Ober-Steuer-Einnehnier, gieng an. 1708 mit tode ab, und hinterließ Hildebrand Rudolph, welcher an. 1694 gebohren, »WeinrichWentzel von Hund auf Unwürde/Mönau und Ober» gebeltzig starb an. 1697, und hinterließ Joachimum von Hund unv Alten - Grotkau auf Unwürde, Mönau, Obcrgebelzig, Groß- Schweinitz unv Zoblitz, welcher noch an. 1719 als KöniglicherPol- nischer und Chur - Sächsischer Rath,wie auch Landes-ältester des Bndißnifchen cräyfes-gelebet. Von seinen kindern vermählte sich an. 1710 Johann Hildedrand auf Mönau, Merzdorff, Räuden, Beerwalve undLießke, Königlicher Polnischer und Chur-Sächsische Cammer-Juncker, mit Sophia Elisabeth« von Wehten aus dem Hause Diehse, Christoph von Hütiö und Alten - Grötkaü, der andere söhn des vörgedachten Hllvebrands, zeugte mit einer von Eckwart unv Schreebensbörff Gabriel auf Böigtmansöorff. Dieser hinterließ » söhne Gabriel und Hans Ludwig. Gabriel von Hund und Alten-Grolkau aufNeüdorfuiw Keuschen, Fürstlicher Liegntz tzischer Rath und des Wshlauischen Fürstenthums Landes-Haupt» mann, starb an. 1664, nach sich lassend Frantz Ludwig und Christoph Fridrich. s) Hans Ludwig von Hund und Alten - Grotkau aufBoigtmansdorff, starb an. 164; als Kayferlicher Rittmeister, und hinterließ; söhne, die waren (1) Ernst Ludwig, Chur-Bran- burgischer Oberster; er starb an- 1699 aufseinem guth Ophauseü bey Querfurk, und hatte; söhne, von denen Augustus Alexander bey seinem an. 171; erfolgten tode Fridcrieum Lndoöicum und WilhelminamAmaliam nach sich gelaflen. f-) HansLudwig,Chur» Sächsischer Obrister-Wachtmeister, welcher an. 1699 aufseinem. guth Prathey bey Wlktenderg mit tode abgegangen, und Wolff Siegfrid Ludwig hinterlassen. (;) Ludwig Dietrich,welcher unter den Holländern als Rittmeister gedienet, und mtt seinen zu der Catholischen religion getretenen vettern wegen seines väterlichen erb-guthsBoigtiNansdorf schwäre Processe geführet, die Nicht allerdings nach wünsch ausgeschlagen. Seilt eintziger söhn, Fridrich und an. 1712 das kriegs-leben quirrirt, worauf er sich in der Ober- Laußnitz niedergelassen, und an. 171? die ritter-guter Ebersbach. und Siebenhufen in deck Görlitzischm crayse angekaufft. ScKls5. curioL Hund von Wenckheim znm ?IltensteiN/ eine alte Adeliche familie in Feancken,und insonderheit im Coburgischen. Ihr stamm- schloß Altenstein ligt 2 meilen von Hilpershausen, und lst mt dem- selbigen WolffHund Wenckheim an. 1496 beliehen worden. Defl Hunaiüi/ ist ein Hafen in der Barbarey, so 14 Meilen von Tre- En aeleaen. Erwürbe von den Afncanern erbauet, und hat eme Lne M dieschiffe, so von 2 kleinen thürnen und erner ho- en und schönen maur gesichert wird. Es war der vornehmste Harn in dem Königreiche Tremefen, nachdem die Spanier Oran EnoEn! « grossen anspmch von den Vemtiamm lnd Genuesern wegen der banM-wolle und lernen zenges. Die hnn« de an demhofe Churfürst Johann Fridrichs zu Sachsen mögen und nachaehends als dessen Hauptmann in der ichlacht bey Muhl- beraam 1547 gefangen. Er starb an. 199; als fürstlicher Cantze- lev.Rath zu Wurtzburg, und hinterließ 5 söhne. Von denft den hat ssbr!stovb an i;94 vre -karZs eines Stallmeisters, und an. -6°§ eii es Hofnle-ster^ Raths an dem Fürstlichen Hofe zu Coburg erlanaet; und Curt Reinhardtstein groß - vater Hans Ernstens " »theil, Rtrrr wsr- him worden, welcher nebst Hans Georg Hund von Wenckheim MN Ältcnfleiir d--m leichen-proceß Hertzög ErnstcnS zu Gotha an. 167z beyaewoh^ gehöret auch Georg Hund von Wenckbeim, welcher an. 1572 unter die Hochmeister des deutschen vrdens gezehlet wird. c-o^. 5 sx. 6^/-^» keiner-oraen. rsund von Saulheim/ eine alte Adeliche familie am Meine, deren ordentliche stamm-reihe Humbracht gleich nach ansang des , 4 ftcull ansänget- Nachgehends hat Johann aride,ch H»ud von Saulbeim, der an. 1612 des Johanniter-ordcns aurfl »ndGroß- ?r,or in Teutschen landen worden, diesem geschlecht "n gr olles ansehen zuwege gebracht. Johann Christoph, Fürstlicher Smyeu- scher Ober - Amtmann zn Morgcntraut,hatte; söhne, die waren i) Johann Philipp, Dom-Herr zu Mayntz. 2) Johann Reinhard, Der an. iü;° als Dom-Dechant z» Speyer verstorben, z) Aoo ph, welcher Dom-Probst zu Mayntz worden. JohannAdolph, der mn Das jähr, sü; als Cbur-Mayntzjscher Obrist-Lieutenant m d Com^ mendant zu Königstein florirel, hat leinen stamm mit pichen lohnen fortgesetzet.Ubrigcns ist dieses geschlecht em äst von der Rhein- ländischen Adelichen familie von Saulheim, die sich schon vor alten reiten in unterschiedene linien,als Erlenhaupt von Saulheim,vlitt von Saulheim, Kreiß von Saulheim, Mohn von Sau.belm, gelten von Saulheim, und Hund von Saulheim vertheilet, welche aber alle bis auf jetztgedachten Hund von Saulheim abgegangen. vom R.llcin- Xilcl rsb. 22c> lcoo. Hund von Lauterbach/ eine alte Adeliche faimlie in Bayern, so sich von ihrem ritter-sttze Lauterbach beynennet. Hans Hund siorirte uin das jähr 1;WiguläusHund zuSultzenmoß,Le>iting und Steinau, j.u.v. Pfleger zu Dachau, und HertzogllcherBayc. rischer Rath,hat kvierropoii» SLiisNur^enicm.und an l; 98 ein Bayerisches stamm-buch der Adelichen gcschlechter in Ri-o heraus gegeben. Georg hat sich an. 1529 in der belagerten stadt Wien wider die Türcken wohl verhalten- Hans Wilhelm von Hund, Erbherr der Herrschafft Adlzhansen in Bayernchat um das jähr 1618 gelebt, und die weltberühmte gnadenreiche capelle und kirchfahrt Maria- stern in Tara, 1 viertel-stunde von dem schlösse Adlzhaulcn,erbauet. cchel-lpieZel?. r psg. 14;. zAundes-feld / ein offener Mit stadt-gerechtlgkeit versehener flecken in Schlesien, an dem fiusse Weida, im Hcrtzogthum Oels, eine meile von Breßlau gelegen, ist sonderlich deswegen berühmt, weil Kayser Henricus V von Doleslao, Könige in Polen, an. 1109 daselbst geschlagen worden; daher er auch so wol den Teutschen als Polnischen namen Psie Pole bekommen. Es ist auch iin scpt. an.r;;9derSchlesischeFürsten-tag allda gehalten worden,als eben die pest zu Breßlau grsll.rte. Heutiges tagcs gehört er dem Prala^ ten Prämonstratenscr-ordens bey S- Vincens in Breßlau. bild. pol. Lcbr'ck/tt/. cliron. 5 ile 5 . Liles. c. 7 p. »2. Ott- »ogn. ?. 2 p. 427. Hundes-Höle/ Lrona öeili CLNI in Italien, (sihe Aguaiio. Fundes-orden/ soll ein besonderer rittcr-orden des Hauses Montmorency in Frankreich seyn. Franciftus vonBcllesorest führet an, daß, als BouchardIV von Montmorency, ziigenannt Barbetorte , erster Baron von Frankreich, mit dem Abt Adrians von S.Denys krieg geführet,KömgLudwig ihm sein schloß genommen, und ihn dadurch zum gehorsam gebracht habe. AIS er aber wieder zu gnaden angenommen worden, hätte er sich an-1 102 zu ihm nach Paris in gesellschafft vieler Ritter verfüget, welche allesamt ein Halsband in form eines Hirsch - geweybes getragen, nebst einer mc- cUiii-:. worauf ein Hund gcpräget gewesen, und zwar dieses vielleicht um ihre treue gegen den König damit anzuzeigen. Um dieser Ursache willen , soll auch. das hang Montmorency einen Hund auf dem Helme führen. Auch wil eben dieser Bellcsorest noch ferner, daß obiger Bouchard R Montmorency in ersehung des guten -uLüs. welchen solcher erste orden gehabt, annoch einen anderen orden, Vene er den hauen-orden geheissm,hinzugethan, auch folglich beyde in einen zusammen geschmoltzcn seyen. Allein da sich Bellcsorest in diesem allem lediglich auf eine alte schafft gründet, hingegen aber kein geschieht - ichreibcr, weder von denen orden selbst, noch von einigen Personen, die solche sollen getragen haben , die geringste Meldung thut, so lasset es sich nicht so leichtlich glauben. Andreas 6» Chesne gestehet wohl, daß die Herren von Montmorency ein wind-spiel mit bangenden ohren auf der Helm-decke geführet; aber von dem orden selbst scheinet er nicht gar viel zu halten, zumal da er beweiset, daß dieses geschlecht vormals einen pfau an statt des Hundes geführet; wiewohl er endlich zu- giebet, daß Carl von Montmorency, welcher unter Philippi Vale- sii regierung die Helm-decke geändert, nicht aberBouchard diesen orden seiner gemahlin, Johanna vonRoucy,welche in ihrem waapen 4 Hirsche geführet,zu liebe könne gestifftet haben. Leüe- .UMONL!. ein NunörR sind eine Grafsthafft gehabt, worunter er gehöret. Geringere fachen wurden von zehmdazu verordneten männern in einem jedweden stein»», wichtigere von hundert männern in einem jedweden t>u»örR,und die schwäche von den Dcpntirren oder von dem Königlichen Stadthalter dergantzen Grafichafft ausgemacht. Ward einer angeklagt, so muste er in seinem wmllrest lind in seinem tiRmZ csulio» si-ilc» ; kunte er solches nicht thun, so ward alsbald nach aller schärfst wider ihn verfahren- ergriff er vor gestellter --»cion die flucht, so verfiel sein rirlimg und sein Ku»st-est in eine gelb - straffe, welche dem Könige erlegt werken muste. Durch diese anstatt ward es allenthalben so sicher, daß man gold auf öffentlicher straffe ligen lassen, und es wieder zu finden ge. miß seyn kunte. Derjenige, welcher ber gantzen Graffchaffl vorge. setzet war (von einigen Cent-Graf genannt) bekam in Mischung dessen unterschiedene zu seiner nothdurfft und crgötzlichkeit. z- e.zn der iagd, gereichende pr^-l^stn»» oder »Mute. In einigen Graf- schafften von Engelland, als in Porkshire, in Notlinghamshire, 11. s.w. wird die eintheilung durch sogenannte Wgpomstc« gemach;, welches wort so viel als waapen-berührung bedeutet, weil reinlich der, so über einen solchen bezirck gesetzet ward, von allen e^ wachsencn Personen desselben bey dem antritt seines amls, seine rüstmig lind absonderlich seinen speer berühren ließ, zum zeichen , daß sie unter ihm den Königlichen Verordnungen nachleben wollen. Im übrigen ist zu mercken, daß bisweilen ein »unLs^ oder vv^ponrsice zwey, drey bis viermal grosser oder kleiner sey, als das andre- -k^cnr, in gloststr. Lamst-N - Lrirsnistr. Amdsrück/ Ist. ttunnorum »Lödu8, ist eine Teutsche landschafst am Nhcine. Sie wird von den Hunnen also heneimet, weil diese örtcr, so zwischen dem Rhcinc, der Mosel, der Nahe »nddcr Saar ligen,der Hunnen rück oder crtt-ii gewesen; oder weil etliche allhicr zurück geblieben, die entweder Alliier ihr König, als er sich nach der erlittenen grossen niederlag bey Cbalons durch diese gegend zurück zöge, allhier gelassen, oder vorhero der Kayser Tratimius hieberge. setzt, diese damals rauhe und bergigste gegend zu bewohnen. Daher nachmals auch diese gegend owmL §LuromLium, weil die Huuiien aus Sarmaticn gekommen, oder p^gm «».worum. das Humien, göw genennet worven.Wie denn auch noch etliche örtcr darren ke» namen führen, als das schloß Hunottsicin, das schloß und stadt isa» stelhun, die dörffer Hunttbeim und HllNdtshailsi'ii, der Hu» brmin rc. Auch haben etliche dörffer alle jähr ihre ziistmlinelikiiM gehalten, welche sie das Hlmds-gedingegeneniiek. Es sindrvcrnch- me wäldcr darinnen, der Jcderwald und Saue; das vornehiM Wasser ist die Slmmcr, davoii das Hertzogthum Simmcrn den mcn hat.Es gehört diestrHiindsrück theils den beyden ChMiirjMl von Pfaltz und Trier,theils dem Landgrafen von Hessen, lind lhcus dem Marggrafen von Baden und den Rhcingrafe». Coblentz um Bachcrach sind die bekandtcsten Plätze darinnen. -äuton. x-lotditsn. P2g. 14. copogr. pLizcin. * ^undwyl/ ist eine pfarr-kirche und starcke gemeinde in dem land Appcnzell der äussern Roden zwischen Herisali und AppenM gelegen, welche von denen i r Roden des lgndcs r ausmachet e H ' ren von Nchtenberg gegeben , von denen es die Grasen von pu« nau geerdet, die solchen tltcl noch gebrauchen ; Wiewohl Johanm der letzte ftines geschlechts nicht scnn kan; siillcinal nichUM;-«' i;7i bey Königshöfen in der Elsaßischen chvonicp. 279 einer, mens Werner, vorkoint, sondern auch an. i;yr Gotz mw U. Schultheiß von Hunenberg in der Vereinigung v- Georgcn-n beym llsto clo psce pulli. 1.2 p. 2; 2 anzutreffen sey»,da doch-b-m; Johannes schon an. i;6; verstorben. ^uncricus oder ^onoricus/ ein Köiiig der Africa. Er ducccä.rte an. 476 seinem vater Gemme», und wo eyfriger Arianer. Nach erobening der stadt Rom hatte er M hun desKaystsValentimani rechter Eudbxia vebmähket, Wer sich über aufdem thron feste gesetzt / erzeigte er sich gegen die rechtgläubigen sehr grau,am, gestalt er auf anreihen der Manischen Bi- schoffen erne grosse menge von geistlichen verjagte, und bey nahe 400000 Personen hinrichten ließ. Unter diesen musten auch sein drüber Theodoncus und dessen kinder, desgleichen der Patriarch der Ananer nebst allen, aus die er einigen verdacht gemorsten, seiner Grausamkeit herhalten» Endlich ward er an» 48 z von würmern gefressen, dre aus allen theilen seines leides heraus kamen, wie Victor UkicenKs berichtet. Gregvrius 1*uronsniis schreibet von ihm, daß er rasend worden, und seine eigene Hände gefressen habe. Jstdvrus setzet hinzu, daß das eingeweyde aus seinem leibe heraus gehangen, Und er alst» em solches ende genommen habe, wie Anus, dessen nts er durch so viel blutvergiessen fortpflantzen und bevestigen wolle. Utc. 6e perlec. Vsiilj. t. r c. z llikor. t/r- Äungarn/das Königreich, (sihe Ungarn.) junger / (Albertus ) ein Ootor juris und Ideologi« in dem iö teculo. Er war von gebürt ein Teutscher, des nachfolgenden Wolffgangi, eines gelehrten /uriken söhn, krokeilor zu Ingolstadt, auch Vice-Cantzier selbiger 2c,6cmi-, und canonicu-von Passau. Er hat sich nicht allein durch seine gelehrsamkcit,sondern auch durch den eyffer, weichen er vor die Catholische religion bezeuget, sehr be- kandt gemacht, weshalber er zum öfftern die feder wieder die Mocc- llsmen ergriffen, auch eine orLtwn gehalten, unter dem titul : 6« bomoloßis üve canlcnlu L-urlterl cuin pliilotopbiL Lpicuri, 6c lcript. lec. ,6. Sunger/ ( Wolffgang ) gebürtig von Wasserburg in Bayern, war im 16 lecuio Uroketlor juris zu Ingolstadt, Cantzler zu Freysingen, und CaMmer-gerichts-Ewor zu Speyer. Er hat für die Kay- fereFridrich den rothbart undLudwig denBa^er eine avoiugis geschrieben, die er aber aufguter freunde einrathen zurück gehalten; no»i über Cuspinianr Stares verfertiget; den LsrMoiom-rum Lologniauln super ^urli. lisbirs 6. vtegüus pro p-crc Wieder drucken lassen, und aus dem Spanischen und Italiänischen excirawrium Lulicorum 6e ollicio Änlich ur ArsriLM principis conleguitur <8r con- Server, übersetzet» Man setzet stillen tod in das jähr I;; z. ^ungevbach/ ist ein bach zu Wangen in dem omon Zürich, welcher bey einer langwierigen erfahrung dieses merckwürdige an sich hat, daß er nur in theuren zeiten fliestet, daher auch der ihm gegebene name Hungerbach her zu leiten» srL-Lcb«., Natur-geW r. k.lz. * Hungerford / ist eine stadt ist KentbUrg-Hundred itt der südwestlichen gegend von Barkshire. Sie stösset an Wiltshire, und liget aufder jud-östlichen feite des flusses Kennet, ist auch sonderlich wegen ihren vortreflichen forellen und krebst» bekannt. Hungquang / Kaystr in Sina» Als der Sinesische KaystL ZuNghin sich an. 1644 selbst erhencket, und der austührer Haupt Li- cungzus flüchtig werden müssen, wolle zwar der Ehiuesifche Herr Üsanguei, daß die Tartarn aus Sina sich wieder in ihr Reich begeben sollen; sie nahmen aber die gelegenheit in acht, liessen mehr frische völcker aus ihren landen kommen, und erklärten den ü jährigen Tunchi zu einem König, welches die Sinestr in grosse Verwirrung setzte, bis sie den muth fasseten, und Hungquang, des verstorbenen Z'ungbins schwester söhn,welcher damals aus berProvintz Honan, allwo er wider des Licungzi anhang gestritten, zuNanking anlangete, mit grossem Pracht kröneten. Dieser schickte einen Abgesandten an die Tartarn, und erbot sich mit ihnen frieden zu schlies- sen, auch die Nordischen lande seines Reichs, die sie bereits eingenommen hatten, abzutreten,welche aber solches zu thun sich weigerten , und das reich gantz zu haben verlangten. Inzwischen kam ein jüngling nach Nanking, und gab sich vor des Tunchings ältesten söhn aus, welchen aber Hungquang in ein gesangniß werffen ließ, worüber dessen anhänger einen tumuic erregten. Diesen mwuic machten sich die Tartarn zu nutze, und setzten mit schiffen über den also genannten Saffran-fluß, der zwar an der andern feite mit Si- nestrn sattsam besetzet war, aber von ihnen verlasen wurde. Hierauf giengen die Tartarn aufdie Provintz Nanking loß, eroberten nach einiger gegenwehr die stadt Yangcheu mit stürm,und bekamen durch Vermittlung eines verräthers, Threns, im junio an. 164? den Hungquang aufder flucht gefangen, welcher dem Tatarischen Könige Tungchi nach Pequing zugeschicket worden,und daselbst auf dessen beseht vor der stadt-mauer an einer bogen-sähne anfgehencket worden, worauf Tungchi das Königreich Sina völlig an die Tartarn brachte. äe kcllo 8>nico. Hunibaldus / ein Fränckischer smor. welcher zu Clodoväi des «rossen zeiten lebte. Er schrieb eine Fränckische Historie, darzu er verschiedenes auS der vruiöen schrifften gesammlet. Allein, diejenige Historie, so wir heut zu tag unter seinem namen haben, ist unstreitig suppowret, und mit den lästerlichsten Fabeln erfüllet. 1 "- rtiemiur hat ihne sehr imlrirt- oriz. krgnc. I. ; c. ; 6e bikoricis l.Lrmis i.r c.rr. 8r»-»v. 6,5ert. 6s6oLi,s impok. H.6. ^ >Hunnäus / ( Augusttnüs ) Ononicus von 8. Peter zu Lösen, verstund diM--c>ic-8>c und die sprachen wohhworinncn er auch mit grossem rühm lehrete. Man brauchte ihn, die bibel zu c»rr,g>ren, und der PabstGregorius XM schrieb an ihn, daß er die p-rr-s mit MLNutcrlpris cont'erlkLN Möüütö , UM sklölHL höuö sccui'Ltek vkUs cken zu lassen. Er würde auch solches übernommen haben, wofern er nicht um eben selbige zeit im sept. an. 15 77 verstorben wäre. Er xublicirte lummsm ; Lxiomsm ecclcliL 6« 1»crLmei>cis «c. ^ 4 ^«« biküpkl,. SslK. äs stripr. üc. -S. h!M ES werd von deren ankunffr verschicdenilch geschrieben. Die Hunnen selbst fuhren ihre ^cneLiogic von Noa mer E M vor, daß der Gothische König Fili- ^ als er m Pan lonien gekommen , etliche Alrunen und zaüber. r dieselben hätten sich in die wäider rekirirxt, und daselbst mit den Saums vermischet, woraus diele NIM. sschgebohren worden. Weil aber Iornandes einGvthe,und also der Hunnen feind gewesen, so ist auch selbigem hierrnnen wenig glauben zu zustellen. Andere wollen die Hunnen von den Gothen herleiten, oder von den Sarmatiern, Am sichersten ist es, baß man selbige von den Scythen herführet, indem sie anfänglich hinter dem schwachen meer gewöhnet, wo heutiges tages die gräntze zwischen Asien und Europa ,st. Sie zogen sich nach und nach mehr an den see Maotis und an den fluß Don ; weil sie aber sahen, daß dieses land viel besser war, als ihre wildnrsse, die sie sonstcn bewohnet, kamen ge in dem 4 lecuio bey vielen 100000 unter 6 Hauptleuten über den fluß Don - umzogen den Mäotischen see, und schlugen sich erstlich durch die Alanen, und hernach durch die Bothen. Daihnen nun das land immer besser gefiel, rückten sie zu des Kaystrs Valcn- tiniani zeiten immer weiter, biß sie an die Theiß kamen. Herma» naricus, der damahlige Gothische König, widersetzte sich ihnen zwar, wurde aber durch verrätherey ermordet, und die Gothen genöthigt zu entweichen. Nach diesem bekamen sie auch tust zu dem lande jenseit der Donau. Ihnen widersetzte sich der Römische Landvval Macrinus, doch weil die Hunnen weder schiffe noch brücken über die Donau hatten, war er ihrrnthalben ausser sorge» Indessen schwummen die Hunnen vhnfern Ofen bey nächtlicher weile aufblasen über die Donau, überfielen die Römer im schlaff, und erschlugen deren etliche tausend. Als sich aber selbige ermann» teil, wurden die Hunnen gezwungen, wieder über die Donau zu schwimmen. ES kam hierauf an den Oesterreichischen gräntze» abermals zu einer Wacht, in welcher die Römer aus das Haupt geschlagen wurden, und den Hunnen Pannonien lassen muste». Diese erwählten hierauf an. 401 Attilam zu ihrem König, von dem an seinem orte. Er hinterließ r söhne, Adalricum und Cyabcun,welche mit einander krieg führten,in welchem Adalricusin einer Wacht, die um das jähr 458 gehalten wurde, erschlagen ward. Ob nun wohlChabadas selb erhalten, wollen ihm doch die fremden völcker, zumal die Teutschen, nicht p^r,reu, ia der berühmte Römische General , Dietrich von Verona, gieng ihm dergestalt zu leibe, daß ee endlich Hungarn verlassen, und sich nach Griechenland Kitren muste, Daselbst soll sich dieser Chaba gcmtze 1 z jähr aufgehalten haben. Nach diesem ist er mit so tratürltchen drüdern und i zooa Lberbliebenen Hunnen um das jähr 471 wieder htm in Scythien gezogen, allwo er seinen groß-vater Bendegaz noch soll am leben gefunden haben. Es blieben aber von den Hünnen viel zurück,masi stn sich ;c>ov darvon in Siebenbürgen niedergelassen, welche sich Nicht mehr die Hunnen, sondern 8icuios, das ist so viel, als die üder- bltebene/nennten, daher ihre nachkommen noch jetzo die Zeckled aenennt werden. Attilä 2 andere söhne, Ernacus und Durichus, suchten zwar das Hunnische Reich in Ungarn wieder auszurichten, wurden aber von den Ost-Gothen verjaget. Als die Longvbardes im 6 lecuio ittJtalien zogen,kamen die Avareyeme Hunnische Ei- , wieder in Ungarn , wurden aber unter Cachano III abermals aus Pannonien vertrieben. Diese rufsten ihre IandSleute,die Hunnen , aus Scythien zu hülste, welche mit grossem schwärm in Siebenbürgen und nachmals in Hungern gekommen, und nachdem sie die damaligen einwohner, die Slaven, überwunden, vereinigten sie sich mit den Avaren, und neunten sich Hunnavaren/ woraus die Ungarerentstanden, (siheUngarn.) Wiewohl dieses gewißlich nicht die wahre Meinung von dem Ursprung der Ungarn ist, und diese vielmehr ein besonderes Scythisches volck gewesen, so lasset man doch so wohl was hier gemelbt wird, als das folgende biß zu ende des articüls stehen, so wie es vön dessen auto-e gefetzt worden, damit der leser desselben gedanckeN der ördnung nach vernehmen möge. Die andere und gewissere Meinung aber von der Ungarn Ursprung behält man sich vor anzuführen Und zu bewähren, wann man zum at- Ungarn wird kommen seyn - wohin auch solcher eigentlich gehöret- Zu des Kaystrs Arnölphi zeiten thaten dieHun- nen unterschiedene Unfälle in das Teutsche Reich NndFranckrtch. Mit dem Kaystr Ludwig machten sie einen bunb wider die rebellische Mähren, welches land sie auch eroberten; als aber der Kaystr selbiges rekiwiret haben wolle, beschuldigten sie ihn eines friedens-bruchs, fielen mit einer starcken a.rmee in Bayern und Oesterreich, und hausten überall sehr übel. Der Kaystr Ludwig gieng ihnen hieraufentgegen, und griffsie in Bayer» an der Donau an, die Wacht währte ; tage, in welcher die Hunnen immer gleichsam flüchtig waren i ihre flucht aber brachte thuen den sieg zuwege, indem sie die Teutschen in einen Hinterhalt lockten, und darinnen fast alle niederhieben. Der Kaystr konte sich mit genauer noth nach Passan isiviren. W schickte ihnen zwarHertzvgDm-char- den mit den Sachsen, Francken, Schwaben, Bayern und Oester- rcichern entgegen, sie wurden aber bey Eisenach geWagen , und blieb sein gantzcü Heer. Der Hertzög Gebhärdus aus Frauckm muste ebenfalls an den Voigtlandischen gräntzen dem feinde das selb räumen. Der Kaystr selbst wagte noch einen zuq wider sie, wurde aber von ihnen überwunden, und muste ihnen einen jährlichen rribur versprechen, da sie die Teutsche lande verliessen. Unter dem Kaystr Conrado I thaten die Hunnen an. 9-4 abermahl einen grausamen einfall in Bayern und Oesterreich, wurden aber von den Teutschen mit grossem Verlust zurück getrieben ; nicht änderst eraienq es ihnen, als sie 2 jähr hernach von dem Bayrischen Her- tzoae Arnolpbo sich in Teutschland locken liessen. Bey dem ? ein- Rrrrr 2 br«O örucki aber an. 917 Miste vorgedachter Kayser, als welcher mit den unruhigen Ständen im Reich zu thun hatte, ihnen den Frieden mit veAL iäbrigen -vu-s abkanffer,. Unter HeE a..-upj'reqiernng thaten die Hunnen an. 92; adermahl cwen grau. samen einfall in Italien und L-chwabcn, durchstrelffren Sack sen - Tbürittaen und Franckcn, und hanseten überall erbärmlich, ablon- derlich ward Magdeburg dazumahl von ihnen gantz verwüstet. Der Kayser Henricus widersetzte sich zwar ihnen auf das möglichste, und bemächtigte sich eines ihrer vornehmsten Generalen mit ist, welcher sich mir so viel gclde,als er schwär war,rantzionieren wolte; Man wolte ihn aber nicht eher loß geben, biß sie einen s jahngen stillstand eingiengen. Unter dessen setzte sich der Kahler m gute kriegs-verfassung. Als nun an. yzr den endigung des stilistanoes die Hunnen den gewöhnlichen cribuc wieder forderten , schickte der Kayser ihnen an statt dessen einen schadichten Hund ohne schwantz und obren. Den schimpffzu rächen fielen sie mit zooooo mann >n Teutschland ein. Ein theil davon -gstte in Tbüringcn, der andere aber belagerte die stadt Merseburg aufdashcfftigste. Der Kayser- welcher unterdessen eine armee gesammlet, wolte den orl rntietzen > es zogen sich aber die Hunnen/ als sie solches erfahren, zurück, und lagerte sich der Kayser hierauf 1 weile vonMerfeburg aufden so gesandten Keuschberg, mit den Francken,Schwaben,Oefstrrclchern, Thüringern,Hessen und Rheinländern, und kames in d,e>er gegend hernach zu einer solchen blutigen schlacht, daß die Hunnen, so gut„e sich auch wehrten, den kürtzern zogen und deren ic>crooo erleget, auch 5-so->o gefangen worden. Nach des Kaysers Henrici nucupis tode fachten sie zwar an. 9;? / 944 und 948 wieder in Teutlchland einzubrechen, musten aber mit Verlust wieder abziehe,n^Enduch fielen sie an. 95; auf anhctzung Bifchoff Gerolds zu Saltzburg und Hertzogs Conradi von Kärndten in das Reich ein, und verwüsteten alles, wo sie hinkamen. Als sie aber nach 2 jähren wieder zurück gehen wolten, griff sie der Kayser Otto I unweit Augjpurg am 8.Laurentii tage an. 9;-; dergestalt an , daß die meisten auf dem platz bliebe», ihren Heerführer ließ er aufhencken, und die andere gefangene lebendig begraben. Von der zeit an haben sich die Hum Um nicht wieder nach Teutschland gewaget, sondern ihr ordentliches regiment in Ungarn geführet. Sonsten war es ein rohes und barbarisches volck; sie frässen menschen-fleifch, truncken menschen- blut, bissen ihre linder also bald in der wiegen in die backen, damit sie von rindes-beincn an der wunden möchten gewöhnet werden , und was dergleichen mehr war. >)->-- lle rekus Lecicis, ^o. bitt. Iil>. 6. c. 24. tib. 6 c. liiit. dlungsr. llc ingrellu tianNorum in ksnnon. i?'bgel äcr eilten. Uungrr. sk;UNUiadcö / (Johannes Lorvillus) LouvLrneur des König, teichs Ungarn. Er war einer von den besten kriegs-heiden seiner zeit / welcher sich durch seine tapfferkeck und mgend sonderlich be. kannt gemacht. Sein vatcr soll Butho/ ein edler Wallach/gewesen seyn; die mntker Elisabeth aus dem geschlcchtc der letzten Griechischen Kayser von Constantinopel. Seine vorfahren sollen erstlich zwischen der Huna und Corona in Croatien um das jähr 127) gewöhnet/ von bannen sich an die Sicbendürgtschcn grantzen gewendet / und allda zwischen Waradein und Clansen- vurg das >chloß Huniad erbauet/sonsten aber von den allen Golhcn hcrgcstammet/ und in das alle Römische geschlcchtc der Loi-vino. rum gehcyralhct haben. Andere aber wollen ihn vor des Kaysers Siqismundi unachten söhn halten/vorgebende/daß/als selbiger in Siebenbürgen gewesen/ er eines Wallach,scheu vomAdcl schöne lochter geschwängert/und als er sie; monat darauf besuchet und in solchem zustande angetroffen/ ihr eisten ring verehret / und darbe» befohlen habe/ baß sie sich wohl in acht nehmen/ und was sie gebühren würde/ fleißig anfferztchcn lassen solle. Hieraus habe er sie reichlich ausgestaltet / und an einen Wallachen verheyrakhct. Als nun die mntter den neugcdohrnen Johannen; einsten auf dem schösse gehabt / und selbiger mit dem ermeldlcm ringe gespickt / sey ein rabe zugeflogen kommen / und habe selbigen ring hinweg gc» führet; die mntter habe ein geschrcy gemacht/worauf der mann herbey gekommen/welcher den rabcn mit einempfeilcgeschossen/ und hierdurch den ring wieder bekommen. Als nun dieser Iohan- neS erwachsen / habe die inulker selbigen vor Digismunknim ge- bracht / und den ring vorgezeiget / welcher ihm darauf viele guter und Herrschafften eingeräumet; soader Bonfiniusvor cme fabcl hält. Erhat sich durch seine tapffcre thaten berühmt gemacht/ in. dem er an. 1442 und 4; die Türckcn schlug/ und von Belgrad verjagte / nachdem sie diese stadt 7 monat belagert hatten. Desgleichen warerauch mit in der schlacht beyVarana/ bieder gantzen Christenheit nachtheilig war / als in welcher LadislauS gctödtct wurde. Nachgehends wurde er zum oouvcrncur von llngarn gemacht/ und jagte den Türckcn eine solche furcht ein/daß auch so gar ihre kindcr seinen nameu ohneenlsctzen nicht hören kirnten. Sie ncnnctcnihn insgemeinj^iciwain, das ist/ Johann den gottlosen. An. 1448 den 17/18 und 19 oct. wurde er von den Tmcken geschlagen. Die schlacht geschahe an den Bulgarischen gräntzen / und wahreteqantze; tage. Endlich als ;4°°o Türckcn und 8->°o Christen geblieben waren / so erhielt Sultan Amurath II das seid/ und corvinu- muste sich aus dem staube machen. Aufdcr flucht ge« rreth er zwey straffenraudcrn in bte Hände/ dieselben zogen ihn aus/ und nahmen alles / was er hatte. Er pflegte aber ein güldenes mit rbelgestemen versetztes creutz auf seiner brüst zu tragen. Indem sich nun die rauber veshalbcn zanckrcn/ welcher das kleinod behalten loste / ,versähe corvmu; seine gelcqcnheit/ und stieß den einen dar. '"Jcr / daher der andere / wie er sahe / daß es also hcrgicng / selber abschied nahm. Nach diesem gteng er; tage in -er irre herum / bis er endlich ernen hrrtm antraf/ dcr rhm aus Meiden -wiebeln und einen krug wasser vorsetzte. Hierauskam er vien/ da er zmar arrcsttrct/ aber bald wieder lokMaff n mÄ und darauflangte er bey den seinigen inUngarn an war er von Gras Ulrich von Cillcy / welcher das 8->uv„„ 25m Ungarn gerne selber haben wolle/ beydem Könige Ladisll..? unglimpffek worden / als suchte er sich Königl!cheyemIam°,L men; allein erwürbe in seinem gouv-rnemcnr bestätiget / Gras von Cillcy kam davor in Ungnade. Als Mahoinet il an Griechisch - Wciffenburg. belagerte / 6cf-n6>tte"r se b gm »« wohl/ daß der Sultan mit vertust mann diebelageruna»c° heben mu,re. Seine gemahlm war Elisabeth / Mich Ä schwcster/ aus dem vortrefilchen geschlcchtc der Gherebier 2 rcn / von welcher er 2 söhne / Ladislanmund Matlhiam/ und- ne rochier Beatrir/ hinterlassen / welche erstlich an Graf 8erM dum von Franglpan und Madruz / und nach dessen tobe an an Marggras Georg von Brandenburg - Anspach vermUn worden. Von gedachten söhnen ward der älteste LadiSIauS m er den Grafen von Cilley ermordet / enthauptet / ob eraIM-ck sich von dem Komge Ladislao ?c>m,umo p->rciomrer wordenmnf- dcr^ andere aber Matthias gelangest zur Ungarischen Crone D Matthras c->rvi.u-.) Mahomet II war sehr irauriMec L nen lodeS-fall; gestalt er ihn den vorlreflichsten soldaten in derv, ll nennte / und sich unglücklich schätzte / daß kein anderer seines > chcn mehr übrig wäre / mit dem er fechten / und die verlohrne eb« wieder erlangen konte. Der Padst CalsttuS III weinte binerlieb a alle Christen betrübten,ich hcffltg über seinen tod. »-«2 ^ ckroi, ttungzr. E. Uui!°. r»--» xllren-lfiiegcl lik.; c. ro, ° °° ^unmadcs / (Matthias) siehe Matthias c°rvmu§. ^unniuö/ (Aegidius) wurde an. i;;ozu Winreden/eimk stadt ln dem Hcrtzogrhum Würtcmbcrg/ von schlechten eitern ae. bohren. Nachdem er die schulen zu Adelbcrg und Maulbrunn de. sucht hatte/zog er nach Tübingen auf die Universität/und war in dem 17 jähre seines allers schon fähig/ den gr»-iumeineswM-i anzlinchmcn.Nach die,em legte er sich auf diernco-oZi-, und brachte es dahin / daß man ihn erstlich unter die llipcn^km / undher» nach in das^inntcrium mit aufnahm / da er sich in predigen und ll>,uut»cio,»i,uL sonderlich hervor that. An. I Z 7 Ü erhielt er dieri'-o- schc prokdtl.on zuNkarpurq, und muste auf des Landgrafen Ludwigs desehl mit Polycarpo Lyscro O°Äorwerdcn/ welcherWe- re ihm auch in den streitigkcitcn / so er mit Ursino / Gräbst / Welch und den Fiacianern halle / getreulich beygcstanden. Hieran bcricff ihn der äll,n„!ittrLror yxu Chnr-Sachscn / FridericnS Wil- helmuS/ nach Churfürst Christiant I absterben nach Witlenberg/ und nahm ihn mir sich nach Regcnspurg aufden Rcichs-kag. Air dargienger/ aufHertzogFriedrichsdeSIVzu DricgundkiM anhalien/in Schlesien / um den damaligen Reformirten Uup-n». tc,>llcnten/ Lconharbum Krculzhemtum/ samt allen Reformir. ten wegzuschaffen / und das land bey der Lutherischen lehre zu er« halten. Das folgende jähr daraufhatte er viel comrovenfin mii SamueleHubcro undv. Parco / retu-irstbaszu selbigcrzcitW tcr dem »amen Marggraf Ernst Fribrichs zu Baaden heraus ge- kommene buch / inqlcichcn etliche von Dellarmini schrifftcn/da« rinnen er den ablaß hefflig -teken-ii-el halte/ stellte auch einer»--, in^-ivii in dem Anhalitschcn an / woselbst man die L-ll-pKo-z ab. bringen / und dildcr/ orgeln und altäreabschasicn wolte. Da- mals suchst der Pfaltzgrafam Rhein / Philipp Ludwig/einever. elnigung zwischen den Catholischen und Lutherischen zu Wen/ und ward zu solchem ende zu Regcnspurg auf seine kosten ein -°»°- yumm gehalten/dahin auch HunniuS sich begab/und sich milden berühmten und „cbst den Lulherischen unlerrcdete. Weil man aber auf feiten der Catholischen aufsolche art/ die demHunnionicht anstund/ Mlpm.ren wolle/ verschlug sich solches coNoqu.um ftuchtloß / und zog auch HunniuS nach hau. se / woselbst er alsobalb crkrancktc/ und den 4 apr.an. 160 ; starb. Seine schrifften/ unter welchen sonderlich seine comm-num über die cpistcln Pauli bekannt / sind nach der zeit in r kosi-iM zulani» men gedruckt worden. vic. ivcoi. x. ^ 4 . ^uimius / (Nikolaus) ein söhn des vorhergehenden / Mia Mcrscburg an. i?8s gcbohren / und von p-iv-t-into-mLwnbvzM lcrrichtet / biß er mit nutzen die icenon-z pubNcr; hören konle. W er in der imilokopsiie genügsamen gründ gelegt / beflisse er sich >« dcr isi-olnqie. kehrte aber wieder zu der unnolopdi-, nachdem er aus dem Regcnspurglschen coiioquio deren nutzen er,ehen halle. Cc that sich auch bald also hervor / daß man ihm nicht nur eine ctu-.stelle in der i-tiiiokopiilschen K>cui-ät zu Witlenberg auch die frcyhcil iccHcwes insoingicz; zu halten gäbe. Nach dleW vertrauctc man ihm die Eilenburgischc supeiinr-ncim, >vmM die voüor-würdc annahm / und sich mit einer gkbohrnen Leu m bacherin vcrehlichte. AIs er hier; jähr zugebracht/wurde er M I>lotc,n>re HiLvioZi« nach Wiktenbcrg/ an. 162 ; aber nachckw bcruffen / auch ihm das folgende jähr die Lupc-u-r-l'-iu- osiM! übergeben. Nebst seiner mo-tcranon war er absonderlich M gu thätig gegen die vertriebene und armen / die er auf alle iM fördern suchte, wonst hatte er eine sehr gute natur/ ^ . tc er selbige durch viel arbeit und studiren so daß er 0M lcrhand kranckheitcn sein gedächtniß gantz einbuffele/auch daw nach / als er 57 jähr und 9 monat vollbracht / nut uw E» Unter dessen schrifften sind diese: ^iniücni tcgirimi, acmonllrsrio; Itunnio prr,icum Nanc Ltum; cxLmen crrorum kliociniz», ; «iiss>ur. ämi^tiokio.; hun äs kunäLmene»1i äillcnlli äOillrin« evsngellc«, 7.mkersns- ZL ^IvillMn.v; 2poll.list «.omgn-L ecci-llL- -k znciqu- ^pollolics . pelUs 0VM2 8.2M2NL secier äskrsÄL; ksrmonis cv-rngsiiorum äominics- iium cum killnriis V. 1 °.; exjroine ereäsnäorum Lc. memor. 6unmus /, (Hilfreich Ulrich) ein bekannter Teutscher Jurist/ Aegldll Hunntl / des Wlttcnbergischen rk-oiogi söhn / und Nico- tal druder / war i^otsNor )ur,s zu Giessen und Marpurg / änderte aber nachmals dte reltgion / unter dem vorwand / weil die Luche- nsche lehr an und vor sich selbst ein böses leben verursache / worinn rhm aber ist Hemme! rn Jena wohl geantwortet. Er hak verschiedene rucoioZ-sche cr^Äste für seine neu-angenommene confelsion ge- schneven / a!s ittöillozubiüs srßumsML LLLlioUcL reügionis; IL PTL- juäiciL, daß die krorcNznren in ihrem gewissen überzeuget waren/ ) retolukionem ^uriciicsin LriuM äici-lium qua-nionum; unter seinen Juristischen schrrfften aber sind vle reioiueiones LkloIucikliniL in Irsurierun, > worüber kv Mit Bacho- vio in sehr grossen streit gerathen. 6 «»äL^or. ^unsdon/ (Henricus Cary/ Baron von) war wegen seiner mutcr/Marm Dolenia / gcschwrster-kmd mit der Königin Elisa» beth. Diese erhub ihn nach und nach zu der würde eines Barons von Hunsdon/ eines Gouverneurs von Berwick/ eines Lord-Cäm- merers und eines Ritters von dem hosendandc. Man rühmet von chm / daß er gegen seine freunde/ gegen seine bediente/ gegen seine Komgln und gegen sein Vaterland vollkommen gut gesinnet wäre; dabey war er sehr tapffer/ zugleich aber etwas zu hitzig. DieKö- Nist!» / welche seinen muth und seine treue kennete/ verließ sich gar sehr auf seine sorgfalt / und sie mochte in ihrer rsiiäemr seyn / oder indem lager bey Tilbury (damals/ da die Spanier mit einer lau» düng rn Engelland umgiengen) so übergab sie allemal diesem Lord die bewahrung ihrer person; unterdessen ward er dabey weder sehr mächtig / noch sehr reich. An. ->69 erlegte er die armee/ welche kHwrä Dacres zn befrcyung der Schottischen Königin Maria aufgebracht. An. 1587 ward er in smkLllsäe an den König von Schott- land/ Jacobum VI / geschickt/ um die kurtz vorhergegangene Hinrichtung der jctztgedachten Königin zu entschuldigen. Er starb am L? 96 . Lriraun. ryü, Z4r. r/e 7 .^,^ killl ä'Lllgl. r ^>. 18;.; 64. ^untcliss/ ein ott an der küste der Engellandischen Provintz Aorkshire. Allhicr pflegen die meer-kälbcr zu schlaffen / und sich in grosser anzahl an die sonne zu legen/ jedoch dergestalt / daß allemal eines von ihnen gleichsam wache hält / und bey herannahung eines menschen entweder einen stein von dem fclsen/ worauf es ligt/ herab schmeißt / oder mit grossem tumulr ins wasser hinein fällt / als wenn es den andern dadurch ein zeichen geben wölke/ welche hierauf wieder zurück in die see lausten / und mit ihren hinter-süssen einen solchen nebel von fand / kieß oder steinen auswcrffen / daß ihre Verfolger dadurch zurück getrieben werden. Jedoch fürchten sie sich nicht so sehr vor den wcibcs-personrn/ gestalt sie dann auch öfftcrs von lenken in weiblichem NsMc gefangen werden. An eben diesem ort werden viel gelbe und rothe steine gefunden / wie auch noch andere / so mit einer rauhen rinde bedeckt sind / und am geruch und geschmack dem Vitriol / salpeter und schwefel gleichen. Lrit. p. 7-o. zäunte / ein fluß / weicher in dem Wcstphälischen Stifft Oßna- brüg / nahe bey dem dorffHolthuisen entspringt / hernach aber bey der kleinen stadt Hunteburg vorbey und durch den Dummer-see läufst. Sobald er aus demselben heraus gekommen/ empfängt er den namen der Lohne / bald aber hinter Dicpholt wrder den namen der Hunte / worauf er bey Wildeshusen/bey Blanckcndurg/ bey Oldenburg/bey Huntorpund bey Huntebrugge/ vorbey gehet/ und endlich bey Elsfliet mit der Weser sich vereinigt. zäunte oder Dinant / (Gualterus) ein Engelländischer Car- melit/welchen der Pabst EugemusIV in Engelland schickte/um die Prälaten zu dem conciuo zu Ferrara zu beruffem Er äissusirre daselbst sehr eifrig / widerlegte auch der Griechen srZumencs mit grossem Nachdruck. Er hat eine rci«ion seiner streitigkeiken hinterlassen/ und einige andere Theologische und historische schrifflen / vornemlich aber einen kurtzen -x-r-Ä des comsNo^s. Er starb m cr- nem hohen alter an. 1470. äs llnpr. ,-rng!. /-«««- Kivi. csrm. in pLrlläox. in s^z». iäcro. äs kill. kae. i. z. - 6 unringdoir / die Haupt-stadt in der Engelländischen land» schafft Hunlingdonshire / 48 Meilen nord-ost-wärts von Londen. Es ist ein vortreflicher ort/welcher sehr lustig an dem ufer der Ouse gelegen. Vor zeiken war diese stadt so groß und volckrcich / daß 1; kirch-spiele darinnen waren / so aber anjetzo biß auf; herunter gekommen ; doch ist es noch biß a.>co ein guter ort vor die mulandt- schc bandelschafft. Er ist wohl bewohnt/und hak starcken zuspruch von reisenden Personen / gestalt alle /die entweder von Norden kommen / oder dahin wollen / dadurch mnsscm Es sind auch hier dje ruciera VON elNkM altkN cä^eU / sO VON dLM K 0 Ntg MUNi bO dMl ältern erbauet worden / zu sehen / und von einer Abte» / welche die Kayscrin Malhüdis und Eustachlus Lovelost gesttfflct. Über dieses ist dieser ort auch bekannt wegen des Grafen-Muls / so unterschiedliche familien nach der Normannischen eroberung davon gefnhret haben / unter welchen auch einige Schotflandische Könige und Fürsten gewesen, sihe Hastings. Lric-»-»L. so. 17a! p» LrA. r^utltittttdsnsbire/ lat. Lrmkini-ronicniis comitLtus, eine GEcha'st m EkAlanch welche mit Northan.pwn- Bcdford-und Cambridaesdire umgeben, und zimirch klein ist, so daß sie sich kamn aLf^ Die g^tze Grafsthafft ^ bundrets eingetheilet, wonnnen 79 kirch-iviele und 6 marckt.stavte . . hun 867 wurden von den Römern icsni genemm. Z ur e w r dem Königreich Merciafan- eine sebr böMia e Lincoln. Vorzeiten war es vlatt und cben^ m ' "" übrigen ist dieselbe durchaus piaii ulio coen, w daß nur an wem« orten etlicbe kleine vimel Wort hat dieses ländlein von dem Wort »um jagen/ dekomen,weil vor diesem, ehe noch die wälder ru tr^e^ck w^dväi'vai^nnen"^ ^dsmung ausgerottet wurden, vor- ttäyd, gleichwie hingegen die thäL gut sm^ Der östliche theil aber gegen Cambridgeshire ist etwas morastig» Das vierdte theil dieser landjchafft gehörte vorzeiten der oba-'meld- ten Abtey. Unter den besten gebäuden darinnen ist Hsindolton- castle und Hinching Brook. Das erste schloß gehöret dem Grasm von Manchester, und das letzte, (in welchem eines von den vortref- üchsten zimmern in gantz Engelland ist) dem Grafen von Sandwich. Nahe bey 8. Nlvts ist ein dorff, mit namen Hale - Weston- worbey 2 nicht weit von einander tigende brunnen sind,der erste davon hat süß wasser, und vertreibt die dunckelheit der äugen, der andere aber hat einen widerwärtigen geschmack, und hilfst wider die kratze und den aussatz. Huntinqdon ist der eintzige ort in der Pro» vintz, welcher einige glieder in das Parlament schickt, ausser den r Rittern der Grafschafft. cEö^ÄLrirsoni-. ^untrngdsn/ (Georgius Hastings, Grafvon) stammetehee aus einer familie, welche unter dem König Eduards IV mit dem Freyherrlichen titul war beehret worden. Durch eine rare giückst- ligkeit und besonders kluge aufführung, erhielt er sich bey vier sehr unterschiedenen rcgierungen in beständigem crcMr an dem Englischen Hof, nemlich unter dem König Henrico VHI, welcher ihn zum Ritter des hoftnbandes machte; unter Ebnardo VI, welcher ihn mit ansehnlichen ämtern versähe; unter der Königin Maria, welche ihm unter andern das commaiMo über die c,ouppen anvertraute, so den Hertzog von Suffolk gefangen nahmen; und endlich unter der Königin Elisabeth, die ihm gleichfalls nicht übel wolle. Er starb den 20jun. an. 1 ;6o,und ließ von seiner gemahlin, Catha- rtna . 426,4-8. r/e kill. 6'Lngl. roiri. r x. 4S. ^untingdon/ (Robertus) war an. i6;ü zu Deorhirst in Glo- dester gebohren. Sein vater war Prediger daselbst, und hatte unter seinen vielen Andern vier söhne zu dem llullio ikeoivßico gewidmet. Darunter war dieser Robertus der andere, welcher zu Bit- lcsden die schule, und zu Oxford die univcrürät besuchte, daselbst auch unter demPocockio in den UnZuis Oriemsiikus solche Processen machte,daß er an. 166; mit rühm iei-gillsr werden kunte. An.iü?» trat er rn die stelle eines bishero bey denEngelländischen kaufleulen sich ausschaltenden Predigers, mit namen Frampton, da er alsobald, nachdem er sich zu Epheso umgesehen, nach Alexandrien, und endlich nach Aleppo schiffte. Allhier bekam er einige schöne bücher unter Händen, so daß es ihyr eine grosse hülffe war, daß er zu hauß schon in der Bodlejanischen KibHorKec die EL. ein wenig kennen geicrnet. Er hielt auch stäts gute corresponUsnr mit Fello,Pocockio, Marschallo und Bernardo, undkaufftein Persten, Egypten, Syrien und Palästina die herrlichsten msnullrip». Indessen, als er Syrische bücher auffzutreiben bemühet war, gerieth er mit Stephans Petro, dem Patriarchen der Maroniten, zu Antiochien in gute bekandtschafft, durch dessen Vorschub er Upkrsmi b^ricommsn- rsriuca inlleorzreuckum und etliche Komiken, auch andere Syrische bücher, davon man in der Christenheit noch nichts gewufl, mit leichter mühe erhielte.Zwar ließ er sich auch sehr angelegen stylydieSy- rtsche verton der episteln 8- Jgnatii auszutreibcn, weil er von Pst Fellen zu Orford hierzu ernstlich ermähnet worden; doch tonte er mit seinem höchsten Unwillen dißfalls nichts ausmachen. Hierauf begab er sich in Palästinam, Samariam und Galiläam. Sonderlich war er -urieux , die zu Sihon sich befindende Samaritaner zu besuchen, bey denen er viel bücher geschwind laß,und über dieses ein schönes ckronicon, woraus die biblische und kirchen-historie, daftrn es solle Lässet werden,nicht wenig siecht empfangen dörffte, mit sich brachte. In Egypten war er hierinnen sehr glücklich, daß er viel Egyptische und Arabische Ee. um schlechten preiß erkaufftsDie vornehmsten hiervon waren drey exempiari» von den Egyptischen 4 cvanqelien,welche Thomas Marschallus, der seine sonderbare lust an dieser spraach hatte, heraus gegeben. Zu Alcair hatte er mit einem Egyptischen Priester gedungen, die s voiumin- conc.iiorua, abzuschreiben, und mit einem andern, alle bücher der Propheten,so in Coptischer spraach sich befunden, zu -oxssen; worzu rhm sonderlich ein Capuciner, mit welchem er gar gute freundschafft hielt, nicht wenig behülsiich gewesen- Zu gleicher zeit unterredete er ,ich mit dem Ertz-Bischoffvon dem berg Sina, Johanne Lascarr, wegen des zustands der ihm untergebenen Christen, und sonderlich der kiküork-cdesklosters 8. Eatharinä aufder spitz desselbrgen berges, doch musten sie hier bald wiederum von einander reisen,und bedauerte er nichts mehr, als daß ihm alle gelegenheit abgeschnitten, mit diesem mann weiters zu co..fe. ssen, mit welchem er so gern wegen etlichen bey ihm sich befindlichen rarenGriechischen undArabischen m-nullripris gehandelt hätte,dicsclbige in Engelland zu übersenden. Besser alück wieberfuhr ihm bey dein Carmeliten Archangelo äs 8 .Tberesia,einenr>äis 5 >onLno inPersien,welcher ihn nicht allein von dem zustand der Sabäer oder Mandarer unterrichtete,sondern auch noch an. 168; drey ihrer sehr hoch und rar gehaltenen bücher übersendete Nun fieng er an in Orient auch eine menge von raren mun- üen zu sammlen, deren etliche wohl zuvor in der gantzen Christenheit noch nie gesehen worden. Er brachte auch gar viel andere rare fachen noch zusammen, und ließ nachmals viel ssLÄ« und Rrrrr; der hun hur , tnJtasien glücklich an; allhier besähe er«'"> d-evornehurstenstad- Lelen gelehrten män.ttEbckandttEMich kam erwiedernachOr- ford, und promovirte an. 168; IN voÄorcm rb-olo«,-.-, woraus er denn, nach entdeckter -o-'ss'/»«»" gegen benKomgamtE wider die s^verlrriar, so die Königliche gewalt zernichten walten, an Caroli II hofnach Landen gieng, da er sich in allen fachen ge- schicklich aufzuführen wüste. . Kurtz darauf ward er zum LpKoM über das coUeßium 88.7nnitLr>5 nach Dublm vociret. Hier neu er alfobald das alte testament, gleichwie zuvor das neue, in Jrrlan« bischer spraach übersetzen ; Zu welchem werck der weit - berühmte Boyle,seinen lands-leulen zu gut,müh und kästen gern darauf wen» bete. An. 1692 wurde er aus Engelland,woym er sich nebst andern l'llcoloßis wegen den kriegs-rroublen in Inland, an»1688 rcririrei hatte, zu einer reichen pr^b-n-le auf dem land, und kurtz daraus zum Rappotifchen Bißthum in Jrrland wiederum voc.xel; doch als er hierzu kaum war orUlmret worden, siel er unversehens m eine kranckheit, und starb an. 1692. Der lcichnam ward in die cavelle des abgedachten c»n-8" > dem er eine zeillang vorgestanden, begraben, und von der wittwe ein schönes exir-pMum von marmor aust- gerichket. virs Ijunringroni. Huntlv - Nabb/ ein ort an der küste der Engelländijchen Pro- vintz Vvrckshire, der viel rauhe felsen und stein-klippen hat, unter welchen einige von unterschiedlicher grosse zu finden, die gantz ni- gel.-rund sind, und wie grosse stück-kugeln ausleben; wenn man leidige zubricht, findet man steinerne schlangen darinnen, die wie em faden zusammeu gewickelt sind, und keine köpffe haben. Krlr. p. 721. ^unguaim/ eine Provintz in China, so fast in der mitte der andernProvuitzen ligt.Der fluß Kiang unterscheidet sie m das nördliche und südliche theil. Die Chmeser nennen ,ie > daüist, das fisch- und reiß- land,weil viel fische und reiß darinnen zu finden. Sonst wird sie auch der Chinesische koru-bvden genennet, gestalt man unter den khinescrn sprüchwortö-weiß zu sagen pfleget,daß die Provintz Klangst China mit einem guten frühstück versehen, Hun- quang aber es gantz unterhalten könne. Es gibt darinnen 1 8 grosse städte nebst i°8 kleinern, ausser den vestungen, flecken und dörstcrn. Die grossen städte sind Nuchang, Hanyang, Sianyang, Tegan, Hoancheu, Kincheu, Jochen, Changza. LllML. ^urault/ (Philipp) Graf von Chiverny und Limours, Cantz- ler von Franckreich. Er war aus einer altenRitterlichen fannlie m Bretagne, ein söhn Radulphi HnranIt,Herrn von Cbiverny,der vor NeapoliS an. 1527 starb,und also erst nach dessen lod gedohren,peinlich den 2; mertz an. izrg.Er legte sich aufs Nullwen, »ndwardan. Parlaments-Rath, und an. lz62Kcgu-cen-Meister, von welcher zeit an er sich am hofbekandt machte, und sich an den Cardinal von Lothringen hieng, der ihn bey Catharina von kiclllcis recom. menllirte,durch die er an. 1566 zumCantzler des damaligenHertzogs von Orleans, Hcnrici, gemacht ward. Als dieser Printz König in Polen worden war, ließ er ihn mit voller macht, seine angelegen- heilen und geheimnisse wahrzunehmen, zurück; da er aber wieder nach Franckreich kam, machte er denselöen zum Cantzler seiner Ritter-orden, an. 1578 zum Siegelbewahrer, undan. iz8rzum Qouvcrneur von Orleans,Blvis, Lodlin und Cbarlrcs, ob es gleich sonst was ungewöhnliches ist, daß lente, die vom krieg nicht hergekommen seyn, gouvcrncmcns bekommen. An. i z8; aber ward er gar zum Cantzler von Franckreich erhoben. Ob nun wohl der König anfänglich ein grosses vertrauen zu diesem xli-Mei- trug, so änderte stch doch solches, als dieLigistischen unruhen auszudrechen begunten. Denn, weil der König den Cantzler für einen anhänger von demGuisischen hanß hielt,gad er ihm an. 1^88 seinen abschied, und Chiverny begab sich auf eines seiner land-güter, allwo er in der stille lebte, und keine paclhey erwählte. Nachdem aber Heinrich I V zur Crone gekommen war, bericff er den Cantzler, wegen den vielen Unordnungen, die im Königlichen Rath eingerisscn, an. 1590 wieder nach Hof, da dann Chiverny auch alfobald alles von neuem in guten stand setzte, und theilsPurch sein beyspiel, theils durch sein zureden, die meisten alten Räthe wieder herbey brachte. Er hatte hernach viel theil an der eroberung von Chartres, an der übergab von Paris, und einrichtung des regiments nach deren erfolg, wie auch andern wichtigen dingen,die bis an. 1599 nnterHeinrichs IV regierung vorgiengen.Denn in diesem jähr starb er auf einem seiner land-güt'er, dahin er zum zeit - vertreib gerecht war, und zwar aus eigner schuld, weil er einen bruch, den er lang gehabt, und der sich damals, als feine gutsch aufcincm gepflügten ackcr- selb im spatzie- rensabren alfo hart umgewendet wurde, baß sich sein leib zu sehr erschütterte, auf einmal befftlg verschlimmert, verhalten, bis er nicht mehr zu heilen war. Er hinterließ ; söhne, Hcnricum, Grafen von Cbivcrnv, in dessen kindern dieses hauß ausgegangen; Philippum, Bischoffvon Chartres, der an. >620 verstorben ; und Ludovicuin, der keine erbe» nachgelassen. Er ist ein mann von gründlichem ver. stand, grossem siech, »nd sonderbarer treu in semen Verrichtungen, neuen gesalzen und gefährlichen änderungen sehr zuwider, sonst gegen iederman freundlich und leutselig gewesen. Im übrigen mcrckt man an ihm, daß er nicht den gröstcn muth gehabt, weil er selbst in leinen m-mo.rcs von sich gestehet,daß er es immer mit drn ksvariren und sonderlich mit denen gehalten, die zu seiner zeit in Franckreich säst allen wichtigen begebenheiten drn ausschlag gaben. Insonderheit ist er sehr an der schönen Gabrielle cl'Etrees aehanqen, zumal da er ungeacht seines alters mit einer ihrer nahen verwandlinnm, hur hus der -le Sourdis, in liebe lag. Aus seinen angezogen res blickt viel Hochmuth hervor, und melden auch sonst die aMck' schreibet von ihm, daß er sich auf seine Verrichtungen nicht««! sondern auch auf seinen Grafenstand und auf seine Muvcrn -2 Viel zu gut gethan. N-XEr. ttt. * ^urault cle l'Hospital, (sihe MichaelHurau!t/ sind gewisse so genannte 7 7 grosse steine in der En- gelländischen Provintz Cornwall, da einer soweit von dem andern ist, als der andere. Sie sind vermuthlich entweder zu sieges-Mm oder gräntz-steinen aufgerichtet worden. Wiewol die gemeine sW dabin gehet, daß es in einen solchen stein verwandelte menschen nw ren, welche an einem ,onntage das in Cornwall übliche spiel, Engclländisch i-lurung genannt, getrieben. Igürnle/ Hörnte/ ein berg im Zürich-gebieth oberhalb Fischgp thal gelegen. Nicht weit darvon hat die Roß ihren Ursprung. IIOIxOX8.einNord-Americanisches volck iiiCauadavderNeu« Franckreich, welches anfänglich sehr wild war, nunmehro aber der Frantzosen freund worden ist. Sie begraben ihre todten cerper Haussen - weise, und pflegen sich nicht nach ihren vätern zu nennen. Darneben sind sie überaus sehr zum diebstahl geneigt, so gar,daß ßr nur den füssen eben so gut als mtt den Händen stehlen können. Ihre weider tragen einige Hals-geschmeide und arm-bänder, ihre Wen sind der andern cmwohner in Canada gleich, r«« M. orb. /e L-r/e , L«,«. ep-c. ^urtado/ (Thoinas^ ein oiencus r-gulsriz aus demMinm- tcn-orden. Er war von Toledo aus Spanien gebürtig, lehm z„ Rom,zu Alcala und Salamanca, und starb 1659. Er hat geschrieben, -eto!ur,i>iiu,i> lUll-rtlum litzrur 6; lle conZrur tuiicnrzriMe «- LicliLli. ; rclolmivnum morsllucri lle lrcrL tibrozn. loluiioiicr cle unico mrrczrio, welchen letzterii rrsstLc er widttdÄ Thcophili Raynaudi krLätrr lle rio pci pelicm schrieb, welcher ihn« aber durch einen vorlreflichen crErc antwortete. bibl. trtich. clc icripc. tec. 17. z^urtadovon Mendoza, (sihe Mendoza.) ^rusai oder Ehusai / war einer von Davids getreuesten dienern, und lebte a». zc>c>;. Als er von deS Absaloms auffuhr Nachricht erhalten, kam er mit zerrissenen kleidern zum Könige David, und hatte erde auf sein Haupt gesrreuct. David jagte hierauf: daß er ihm einen grossen dienst thu» würde, wenn er zu seinem söhn A salom hmgienge,und sich stellte, als ob er seine parthey hielte, unter diesem vorwande aber ihn ausforschete, und des Ahüophels dosen anschlägcn sich widersetzte.Diesem gehorchte Cbusai alfobald, glcng nach Jerusalem, Milnmrte sich bey Absirlom, hielt ihn, wie er beordert war, zurück, daß er seinem vater nicht nachiagetc, und Alsdann dem Könige alles zu wissen, was vorgieng. - §<"»- c. lg-H?. I. 9 anr. c. 8.9,10. IV-xo/eü. zn. VI. zso; o.; vurde, danckte er daselbst ab, und wurde cus und^ont'ulcnc zli Lüneburg, allwo erden 9bec. i;87 starb. ^ (dslcnllLslum pLr^ccuum. llclic. vic- ^uß/ ( Johannes) war aus cinemdorfc,Hussenitz genannt, geringen eltern den i jul. an. gebohren. Nachdem er kunU^.ncncr auf schulen gelegt, studirte er anfänglich zu er aber keine lcbens-mitlel hatte, nahm ihn ein umffiior zu f^muio an, und wird vorgegeben, daß, als er einsten die hlstom v S. Laurentio gelesen, er einen versuch thun wolle», ob er mM che marter ausstehen könte,und eine glüendc kohle an jeinm ic -g halten, da es ihm aber gar empfindlich gewesen, lolwe weGiv fen,nnd seine schwachhcit beweinet habe- Er legte sich ant« s , auf die pliliosopkic, erlernte auch die Hebräische spräche, u die p-cres fleißig. Hieraufwurde er an. rsyl L-cc^ur-^an. ^ und an. 1400 Prediger bey der kirche BetblehemN ^ Er machte sich hierbey durch seine beredMkeck und hilf keit sonderlich bekannt, daß er nicht allein grossen znlauffim predigen bekam, sondern auch beydes Königs WenceSlai gemahiin bncht-vater wurde. Nach diesem ficng er an, von dem verfall der rirche und der Nothwendigkeit des wahren Christenthums öffentlich zu predigen, dabey auch des Pabsts ailzugroffe gewalt zu vernich- ten.Was einige vorgeben,Huß hätte auch gelehret,baß der kelch im heiligen aoendmahl allem volck mitzutheilen sey, ist nicht erweislich, und erfindet sich vielmehr , daß Jacodus cie wi-L. sonst auch Iacobellus, solches auf die bahn, und bald hernach auch m Übung gebracht, als Huß schon auf dem Loncibo zu Eostantz wäre. Fast zu gleicher zeit hatten 2 brüder aus Engelland, Jacodus und Couradus von Candelburg, in ihrem gemache auf einer feite das leiden Christi, aufder andern den Pabst mit feiner pracht vorgestellt, und weil Huß solches öffentlich gelobt,wurde em grosser zu- iauffdahin von dem volcke- Hierzu kam, baß HicronymusFaulfisch, soustprsx-n 5 § genant,welcher ausEngelland wieder zurück kaiN/sich zu «hm gesellte, und weil selbiger viel von des Wiclefs fchrifften mit sich brachte, bcgunte Huß die darinnen enthaltene lehren mehr und mehr auszubreiten. So lange nun Huß nur weltlicher Personen lasier straffte, wurde er überall für einen heiligen mann gehalten; da er aber auch den Pabst und die geistlichen angriff, wurde die cllrifty sehr darüber erbittert, und bewog die Teutschen KlüZiiiros und llu- ^iol'os, daß sie Husten bey dem Könige Wenceslao in Böhmen verklagten , welcher die fache dem Ertz - Bischofs Wvllbra von Präge auftrug, der einen stnollum berftff, aber den ausspruch that, daß man nichts ketzerisches an ihm fünde; Huß wäre bey seiner oi-m-iL- rion mit einem eyde verbunden worden, die warheit zu sagen, die tönte man ihm nicht wehren. Hierauf fuhr Huß, wie er angefangen hatte, fort, welches aber Ursache war, daß seine wiedersächer die Teutschen wider die Böhmen, so meistens Husten anhiengen, verhetzten, woraus viel unruhen entstundemJedoch, weil die Teutsche in academischen fachen; v»» hatten,bieBöhmen aber nur eins, und jene dahero fast allezeit einen «.eLor°m ihres mittels erwählten, druugen selbige mehrenthcils durch. Als nun den ersten may an. 1408 wieder ein neuer «.ecio,- solle erwählet werden, baten die Böhmen Hassen, daß er sich doch bemühen möchte, wie er es dahin brächte,daß,weilCarl berste diePragische scaciemis nach derParisi- fthen gestiffret, sie auch ins künffrige; vor» und die auslander nur eines haben möchten. Die fache kam vor Wenceölaum,welcher bis zu austrag der fache seinen Küche.meister zum keöwr setzte. Indessen verfügte sich Huß zu Wenceslao, und zeigte ihm Kayser Carl des IV bulle vor,worinnen er diePragische scan-mi- nach der Pariser gestifftet,dahero selbiger nach vorgehendem rath den 27 stpt. an. 1409den ausspruch that,daß hmführo bieBöhmen ; stimmen,und die ausländer nur eine eintzige haben solten. Welches denn diese letstere bewog, daß sie bey etlichen taufenden von Präge wegzogen. Hierauf wurde erdenket, an. 1409 zum KEor erwählet. Als nun Huß seine lehre immer mehr ausbreitete, bat die ci-ftfty den Ertz - Bischoff Sbinco, baß er einen ftnostum ansetzen, und Hassen darzu beruffen, auch die fache an den Pabst Alexandrum V nach Nom gelangen lassen möchte. Der Er!;-Dischvff brachte die fache au den Pabst, welcher so fort beseht ertheilte, die ketzer zu vertilgen, auch nicht zuzugeben, daß anders als in kirchen und capellen, keines weges aber in klöstern geprediget würde. Hierauf ließ der Ertz- Bischoff alle bücher des Wiclefs, Hussens und andere dergleichen in der stadt Prag aufsuchen, und derer über 200 in feinem Hofe verbrennen. Huß aber kehrte sich nicht daran, sondern redte den folgenden sonntag auf der cantzel scharst darwider, weshalben der Ertz - Bischoffdre fache an den Pabst Johannem XXIII, Aleran- dri V Nachfolger, gelangen ließ, welcher selbige dem Cardinal Co- lumna auftrug, der auch Husten nach Rom berieff, um sich daselbst zu rechtfertigen. Allein des Königs Wenceslai gemahlin, Regina, bat den König, daß er Gesandte nach Nom schicken solle, welche es dahin bringen möchten, daß Huß nicht zu erscheinen nöhtig hätte, warum denn auch die acall-mii: zu Präge und die meisten Bohmi» sehen von Adel und städte baten. Wenceslaus schickte hierauf den 14jan.au. 1411 Gesandte nach Rom, ( denen auch Huß selbst ein entschuldigungs - schreiben mitgab) welche von dem Könige sowol als den Reichs-Standen und sc-ciemie herrliche teitimai»a mitbrachten. Allein der Cardinal Columna wolle von diesen entschnl- digungen nichts annehmen, sondern thatHussen in denbann. Die Gesandte prurcikiften darwider, und 2ppeüirten an denPabst,welcher die fache 4 andern Cardiuälen auftrug, welche aber solches nur verzögerten. Als indessen der Ertz>BischoffSdinco von Prag an. 1410 verstorben war, und der Pabst an. 1412 wider Ladislaum, König von Reapolis, das creutzpredigen ließ, schlug Hußden 7 jun. öffentlich -Net« darwider an, und ob sich gleich einige deshalben mit ihm öffentlich einließen, konten sie doch nichts erhalten,sondern Huß wurde von allem volck nach Hanfe begleitet und ihm deyfall gegeben.Ja die Studenten fielen den,der den ablaß verkündigte,öffentlich an, zerrissen ihm seine bullen, und verbrannten sie öffentlich. Die Prediger fiengen hierauf an,aufden cantzeln wider ihn zu lehren, und als einige von dem volck ihnen öffentlich widersprochen, wurden sie gefangen gefetzt,und ihnen die köpffe abgeschlagen. Als nun Huß fortfuhr) auch wider des Pabsts gewalt zu lehren und zu schreiben, kam den 9iul.au den neuen Ertz-Bilchoff von Prag em gar fcharffes ck-cec, durch welches Huß in den bann gethan,und aller qottesdienst, so lange Huß in Prag seyn würde, ernstlich ver- seuli.cye appciiLiion ^ ...u, _ land, da er sich einige zeit aufdcm Moste Klakowetz aufhielt, und auch aliföffeuklichem selbe predigte- Letzlich begab er sich zu feinem Erb-Herr», Nicolao vonHussenitz, welcher ihn auch in schütz hus 860 nahm. Indessen setzte der Pabst Johannes XXIII auf des Kay- serö Sigismundi anstifften, das berühmte Concil»»» zu Cvstnitz an, zu weichem auch Huß mir vordrer wurde, und Sigismundns gab einigen vom Adei befthl, Huffen dahin zu bringen. Als Huß hierauf nach Präge kam, schlug er an alle coüezis, kirchen und kld» ster an, daß er bereit wäre, emem jedweden von seiner bisherigen lehre rede und antwort zu geben; allein es wolle sich niemand finden. Als hierauf der Ertz - Bischoff den 27 aug. eine Versammlung der Geistlichkeit in seinem Hofe hielte, schickte Huß fernen strocur»- cor«m, Johannem von Lessenitz, dahin,daß er von ihnen vernähme, ob sich jemand fünde, welcher ihn einiges Irrthums oder einer kctze- rey beschuldigen könte, derselbe solle auftreten, er wolle allezeit seine lehre vertheidigen; allein der rrocursryr wurde von des Ertz-Br- schoffs Hof-Marschall abgewiesen. Er schickte hieraufden beweibten krocurswreM an den Ertz - Bischoff Conradum selbst, als selbiger nebst andern Reichs - Ständen m dem klvster S. Jacobs eine Versammlung hielt, und gab daselbst ein schreiben ein, wvrrmien er bat, daß, wenn der Ertz-Bifchoff ihn einiger irrthumer überweisen könte, er sich gar gerne eines bessern wolle unterrichten lassen, wü« ite er av?p Niet,t« eniner ikn o» .l'». . ..».^ thu keines irrthums zeugen, nur dieses wäre sein rath, Huß solle sich von dem banne loßzumachen suchen. Hierauf schickte er seinen »«>- curLwrem au den Bischoff Nicolaum von Nazareth, und bat selbigen, daß,wenn er ihn keines irrthums überführen könte,er ihm darüber ein öffentlich zeugniß ertheilen möchte. Dieser ertheilte ihm ein herrliches zeugniß, darinnen er ihn als einen virum oMoiicum lobte. Als inzwischen Huß den Kayserkichen geleits-brieferhalten, machte er sich nebst seinen krocursc-ribus, Wentzel von Duba, Johann von Chinin und Henrico Latzenbock,den 1? oct. an. 1414 auf den weg, da er zuvor seine reise durch öffentlichen anschlag kund gemacht,auch seine freunde zur treue und beständigkeit in der von ihm gezeigten lehre in einem briefe sehr nachdrücklich vermahnet. Überall wo er durchrcisete, kam das volck hauffen-weise zusammen,ihn zu sehen und zu sprechen. Insonderheit wurde er zu Nürnberg wohl empfangen, da er denn auch an die kirch-thüren öffentlich anschlug, und sich erbot, von seiner bisherigen lehre jedermann rede und ant» Wort zn geben. Wannenhero er auch einsten mir einem Carlhäuser und X Alberto,Prediger zu Sr. Seba!d,bis in die spate nacht von glaubens-sachcn geredet, und von den mgAiNris das zeugniß erhielt, es sey alles dem Cathvlischen glauben gemäß. Endlich lang. te er den; nov. an. 1414 zu Cosinitz an, da denn des andern tages 2 seiner xrocurscorum. namentlich Johannes von Chlum und Heinrich von Latzenbock, bey dem Pabst audientz suchten, und selbigen berichteten, wie Huß unter Kayserlichem geleit angelanget wäre < dabey aber baten, daß ihm kein leid wiederfabren mochte; Welchen der Pabst zur antwort gab: daß, wenn er auch gleich seinen drüber umgebracht hätte, er nicht zugeben wolte, daß ibm einiges leid geschähe, weiches Huffen gantz sicher machte. Als indessen den 16 nov. das cionciimm seinen ansang nahm, traten Hustens Widersacher, namentlich Johannes Stephanus Paletz, welcher ?ro. Lübr iveoiogiL zu Prag war, Christians Prediger zu St. Michaelis m «lt-Prag, und Michael lle esull-, Prediger in neu-Prag, auf, übergaben einige lehr-sätze, brachten auch von Hustens leh» re und leben viel unanständige dinge vor. Die anwesende Cardinäle gaben diesen allen gutes gehör, und erklärten stlbige articuls für irrig; wie sie denn auch den 28 nov. den Bischoff Augustinum von Trident, den Ritter Johannem von Potlim und den Bürgermeister von Costnitz mit befthl an Johannem von Chlum schickten, daß er Huffen vor sie stellen solle. Ob nun gleich Huß lieber vor dem concu-o sich hätte vernehmen lassen, so ließ er sich doch durch freundliches zureden bewegen, und erschien nebst Johann von Chlum vor ihnen, da sie vorhero unter sich als einen glaubens-arti» cul feste gesetzet, daß, des sichern geleites ungeachtet, ein ketzer dennoch gestrafft werden müsse. Ais nun Huß dergestalt vor ihnen erschien, redeten ihn die Cardinäle an, daß, weil sie viel von ihm gehört hatten, sie ihn auch selvst darüber zu vernehmen verlangten. Worauf Huß antwortete, baß er eben darum gekommen wäre, damit er die csiumnien, die seine Widersacher von ihm ausgestreuet hatten, von sich adlehmte. Hierauf gjengen die Cardinäie davon, und überliessen denHuß nebst dem Chlum, der bereits darzu verord- neten wache. Chlum beschwärte sich zwar darüber,aber vergebens, indem Paletz und Michael -riley nebst einer grossen menge volcks war. Nachdem sie meß gehalten hatten, wurde durch den Bisthoff von Con- cordien abgelesen,daß alle anwesende sich still halten sollen,bey straff des bannes-Der BisthoffvonLonden hielteine predigt überRöm.s, daß der stündliche leib auffhöre / welches er aus dem Aristotele ausführte, und denKayserdadurch rechte/ Hussen zu verbrennen. Darauflaß derkrocur-rordesLonciiii die articuls wider ihn ab,fügte auch noch bey, es wolle verlauten, Huß habe sich vor die vierdte perfon in der Gottheit ausgegeben,und was dergleichen mehr war. Indessen lag Huß auf seinen knien,und befahl sich göttlicher gnade. Als er aber sahe, daß er wol sein todes-urtheil empfangen würde, wandte er sich zu dem Kayscr Sigismundo,ftagend r ob dieses das sichere geleit gehalten hiesse? worüber der Kayscr soll cndlhec seyn. Endlich wurde durch den Bischofs von Concordieti das blut-urtheil abgelesen, welches denn alle und jede, so bey dem Lonciiio zugegen waren, billichten, der eintzige Graf, Caspar Schlick, so des Kayfers Sigismimdi Cantzler war,widersprach solchem, sagende: Erkönne diests mit gutem gewissen nicht unterschreiben. Huß redte zwar die Versammlung an, und fragte: warum sie seine bücher verdachten, die doch kein mensch noch widerleget,und die auch sie weder gesehen noch gelesen hätten ? endlich fiel er aufseine knie, unb betete dergestalt : HErrIEsil Christe/ ich bitte dich durch deine Unendliche barmhertziqkeit/ vergib meinen feinden/ welche mich durch falsche und darzu bestellte zeugen angeklaget/ vieler irrthumer beschuldiget/ und nun unschuldig verdammet haben; worüber aber fast die gantze Versammlung lachte. Hierauf wurde er auf einen erhabenen ort gestellet, und ibm die gewöhnlichen Priester-kleider angezogen, wobey er sich des meisten klcides, worein Herodes Christum kleiden lassen, erinnerte. Hier wurde ihm nun durch den Ertz« Bischofs von Mayland und andere nochmals zugeredet, er solle wiederruffen, allein er sagte bf« fentlich: Erstünde nun vor Gottes angestcht/ ohne dessen schwach und Verletzung des gewisscns er nimmermehr thun konte / was sie forderten. Darauf muste er von seiner bilhne absteigen, und nahmen ihm der Ertz-Bifchoff von Mayland und der von Bgantz den kelch, den sie ihm in die Hand gegeben hatten, mit dreien Worten: O du verfluchter Judas/der du den rath des frredens verlassest/ und mit den Iüden rathschla- gest/ sihe/wrr nehmen dir diesen kelch. Woraufer antwor- ^ Ä'i allmächtigen GOtt und meinen HErrn nEfum Christum / daß erden kelch des hevls nimmermehr von mir nehmen werde/ und glaube unae- ^e'ffelt/ daß er mir ihn heute i» seinem Reich geben wird. Alsdenn nahmen sie ihm fast mit eben solchen formten Priester- klerder ab, wobey sich Huß der Verspottung Indessen waren sie auch lang nicht einig, ob sie mit der scheer oder dem scheer- messer verderben sol, rem daß auch Hu« deshalben zum Kayscr sagte: Ich wundere Huf mich/ daß/da alle so grausam sind/ sie ,,, .. samkeit nicht mit einander »herein kommen lich verderbten sie ihm die platte mit der scheer, und creutz über den kopff, erklärten ihn auch nunm M chc» «i-d- T--E M,°» «l ihm L°L L?!- m-ch!- MUS-, doch, ,»«!«„ , I-M L mit den Worten: Dieser ist der ertz- ketzer; worbey 28 abermals mit der dornen-cron Christi tröstete. Endlich sie ihn der weltlichen obrigkeit, milden Worten: Iektii^ü wir dich dem weltlichen gericht/ und deine seele bestb » wir dem teufet. Aufdrefe wort wandte sich Huß tzhrjL Ä betete: OHErrMsu/in deine Hände befthiichTn! geist/ den du erlöset hast. Alsdenn übergaben ihn die BilckM mit folgenden Worten dem Kayscr: Die Versammlung zuM- nitz uberlassetHussen/als welcher an der kirche keinen D l mehr hat/ der gemalt weltlicher gerichte. Worüber der L ser auffstund, nno Hcrtzog Ludwig von Bayern, der neben ihm M dem blossen schwerdt in der Hand stund, dergestalt anredete- Dieweil wir das schwerdt haben/so nehmet diesen verfM. tcn keyer/ und straffet ihn/ wie es einem keger zukomme' Dieser rieffdem Richter zu Costnitz, und übergab den HnssenM folgenden Worten: Im »amen des Rayfers Giaismundt übergebe ich euch den ertz-ketzer Huß/nehmet ih,r hm/und verbrennet ihn. Dieser nahm ihn ,0 fort an, und ließ ihn HM Hertzog Ludwigs soldaten gebunden führen. Vor und dinier ihn, giengen s Häscher, auch folgten bewaffnete männer, welche ihn dergestalt zu dem richt-platz führten. Als er vor der kirch vorbey geführt wurde, sahe er seine bücher nebst der Böhmen sion;- schreiben verbrennen, worüber er lachte. Indessen nahm » gelegenheit, denicuiaen, so ihn begleiteten,kürtzlich anzuzeigen,,» innen seine lehre bestanden, wie er fälschlich angcklagei, ihni ml falsche articuls,die er nie geglaubet, -mpm-ret worden, und er als» gantz unverschuldet zu diesem richt-platz geführt würde. Wvlbey er dann bat, sie sollen ja glauben, daß er nichts irriges gelehrchunv vor feine fecle Gott bitten, wiederholte auch zum vsslern Liese»: In deine bände befehl ich meinen geist. Als das volck sahe, wie er dieses alles mit so grosser standoaffligkeit und freudigkeit thäte, muste es ihm das zeugniß geben: daß sie zwar nicht wüste», was er vorhero gethan, jetzt sähen sie aber nichts, als gutes, vm ihm, wünschten daher, daß ihm ein beicht-vatec möchte zugegeben werden. Ulrich Neichenthal, ein geistlicher und verordneter uÄm. cu;, oder geschicht-schreiber des OnciM meldet, er selbst hätte bey folgender ausführung des Hussen nahe bey der richt-statt selbigen befragt: ob er beichten wolle.Huß habe mit ja geantwortettAIsaber er,Rcichenrbal,hicrauffeinen gegenwärtigen Priester, namens lll- rich Schoranb, der vom conciUv macht zu deichten und gl>l°lm°a zu geben hatte, erfordert,hätte crHussen,wiewol mit Wichen» ten, zu verstehen gegeben r wo er die kctzcrey, wegen deren »verdammt feye,nicht wiederruffte, so könne er ihm nach denen c-Mi. sehen rechten keine -Ktoiurion geben. Hussen erklärung düranswÄ nach Reichenthals bericht: So wäre dann die deicht nicht Mg, weil er kein tod-fünder feye.Hicrauf wurde er auf Hertzog Ludwigs von Bauern befehl durch die Häscher zumfcheiter-hauffcn gesühnt, da er denn mit erhabener stimm ftufftzcte: HErrIEfu Christe/ ich will die grausämeund erschröcklichemarter um-eines heiligen Evangelir und der lehre göttlichen wortswillen gern ausstehen/ du wollest mir nur mit deiner hülffmd gnad beystehen. Als ihm indessen die vavicrne mütze mil j leu« fein von dem kopff gefallen war, und Huß solche aufder erden ligen sahe, lachte er darüber; die soldaten aber fetzten sie ihm mit vielen fchmähungen wieder aufdas hanpt.Als man ihn nach diesem; mal um den fchciter-hauffen führte, bat er die anwesende», iie nMleir doch nicht glauben,daß er um falscher lehre willen den tob verdient hätte, indem er diejenigen irrthümer, welche ihm feine widersachek schuld gäben, gar nicht gelehrct. Als er hierauf sich gegen M Wächter bedanckt, und ihm der hcnckcr die kleider auszog,wurde» mit 7 stricken an ein starckes brctt gebunden, und ob matt UM anfänglich mit dem gesicht gegen morgen gekehret, so wurde er doch auf vorher gegangenes gefchrcv,er sey nicht wärth,daß ihn die W bescheine, gegen abend gewendet. Als nun auch noch ein emW« ger armer banr zugelossen kam, und boltz zu dem fcheitcr- hnuM brachte, lachte Luß darüber, und riessaus: L> heilige cmfall- Merckwürdig ist es auch, daß er kurtz vor feinem tob soll ausgnni' fenbaben: Heute bratet ihr eine gans/ aberuberi°oM werdet ihr einen schwanen hören singen/den solt ihr um gebratcn lassen. Ändere sagen, er bade es an die Böhmen geschrieben, da gleichwol in der that kein sicherer bcweiß deswM fürzubringen ist. Als er nun dergestalt angebunden wnrMn>M der Hertzog Ludwig von Bayern und des Reichs Erb-MarM, Graf von Papvenheim,ehe der fcheiter-hauffen angesteckt wurde, zu ihm, und ermähnten ihn nochmals, er foltefeinc lebre wiedemM"' allein Huß gab zur antwort: Ich schwöre beydemdrey-M genGott/ daß ich alles dieses/ was mir durch sistME gen schuld gegeben wird / weder geschrieben noch E«» habe/ sondern in meinen predigten nichts anders geMu als daß ich die menschen nach der heiligen schufst Reich Gottes führen möchte/ weshalbcn ich nun m» W digem inuth uird guten« gewissen sterben/ und mit -icn ? tod meine lehre versiegten will. Als der Hertzog Lud« g' W dem Grasen von Pappenheim dieses vernahmen, rlM m M und befahlen, den scheiter-Haussen anzusteckenda indessen v ? mit lauter sttmme das 8;-mdoium vc,cä.-num abiung, mwmy riess: IEsu Christe/ du Sohn des lebeildigettMttes/» barme d«M meinibiS er endlich das dritte mal von denn« ^ hus rs> ihm durchgeherids das zengnis geben, daß er mir grosser freudig- keit gestorben» Es gaben aber die Böhmen, und insonderheit die Lc-äcm-e zu Prag Mißvergnügen über Hustens Hinrichtung durch öffentliche Mufften an den tag. Wie denn auch die Böhmen muntze auf ihn schlagen liessen, und dessen grdächtniß feyerlich hielten. Er hat viel fachen geschrieben, welche mit Lutheri vorrcd an-15)8 zu Nürnberg zusammen gedruckt worden» inkorie cles Loncilu von LokLiix. Nik. Lokem. -Ls. liikoc. Kokem. ^eo^L/r beUum ttuilic Kitt. concil. Sslil. ^o/oM-»er nsrr. bürg befunden. Seines sohns Eckinbrechti fohn, Ludwig, war an» 1,296 aufdem thurnier zu Schweinfurt , und pflantzte durch feine ; söhne,Fridericum, Luzen undFrowinum das gefchlechte fort,davon aber des mittlern poNeclrät nachgehends wiederum verloschen» Von dem Friderico aber kommet die linie der Hütten von Fran» ckenberg/ und vonFrowin derervon Sköckelderg her. FrowiN vonHutcen, Ritter, hinterließ einen söhn gleiches namens, welcher Ritterund Vogt zu Schwartzenfelß an. 1565 war, und mit Fran Luckarden von Stöckelberg Uiricum von Hütten zum Stöckelderg, Ritter, zeugte. Dessen fohn, Johannes der ältere, Waran. 142k aufdem thurnier zu Darmstadt. Er hinterließ Laurentium voN Hütten, Fürstlichen Fuldifchen Rath, der durch ferne aufrichtigkeit und Mäßigkeit einen grossen rühm erhalten, und dem Würtenbergi* sehen Haufe grosse dünste geleistet» Seine söhne waren Ludwig, Fridrich und Ulrich» Des erster» pcMrität gieng bald Unter. Der andere, Friderrch von Hütten, zu Stoltzenderg und Grunaü, waö ein vater Eitels von Hütten zu Stöckelberg, so Johannem undSe- bastianum zeugte, jener hinwiederum Wvlff Ludwig, Chur- Pfältzifchen Rath und Vogt zu Germersheim, und FlorraNüm, so anno 1627 gestorben ; Balthafar Philipp, Georg Fridrich und Albert Heinrich hinterlassende. Sebastian wav ein Vater Cyriaci Eitels, so um das jähr 1621 starb, und JvhaNN Gdttfriv und Philipp Daniel nach sich ließ, von welchen Gottfried Christoph und Fridrich entsprossen. Der dritte,Ulrich vonHutlen,diente dem Kayser Maximilians aü. 1492 in dem kriege wieder die Ungarn. Er starb vhngefehr mn das jähr 1520, und ist bekannt wegen seinem fohn, Ulrich vonHutten, von dem ein absonderlicher articul. Von den andern söhnen war FrowiN Ertz-Truchstß bey dem Bischofs zu Würtzburg, und Unter dieses letzter« söhnen war WvlffDierrich Dom»Dechant zu Würtzburg an. 15 58; er rcllßm,. te an. 1564, war Dom-Herr zu Aichstädt, und starb an. 1575; Lorentz war Amtmann zu Mainberg; Mangold war Rittmeister» und starb an» 1558 , über dessen absterben Petrus Lolichius eins siegle geschrieben. » Die Franckenbergische linie hat Fridrich von Hütten, MtE Und Fuldischer Marschall,so an. 1^29 lebte,angefangen, und durch seine söhne, Conrad undFrowin, den stamm in 2 ästen fortgepflan» tzet. Conrad war ein vater Fridrichs von Hurten, Ritters, welchen Conradum, Amtmann zu Trimberg, zeugte, dessen ,ohn gleiches namens, ist als Fürstlicher Würtzburgischer Rath und Ober-Hoft meister an. 1502 gestorben, «eine söhne waren,i)Ludwtg,Ritter» Fürstlicher Würtzburgischer Rath und Amtmann zu Trimberg» welcher alle thurnier zu seiner zeit besuchet, und dem Bsschoffvon Würtzburg,wie auch dem Hertzog Ulrico vonWurtemberg, sonderlich an. 1514 in dem bauren-tumnlt gute dünste gethan» Er starb an. 1517, und hatte 6 söhne, unter denenJobannes,Hof-MarschaL bey dem Hertzoge Ulrico von Würtemberg, nicht lange darauf von jhm erstochen worden, wie unten besonders zu sehen. 2)ConraS zu Birckenfeld, Amtmann zu Arnstein und Schmalkalden, so an» 151; dieses zeitliche gesegnete, darin» ihm an. 15; 9 fern fohnDern. hard, Amtmann zu Königshöfen ,nachWe, hinterlassende Mau- ritium,so an. 1556 Dom-Probst zu Wurtzburg, m,d an. 15;? Bifchoffru Eichstädt worden; Phillppum / welcher Ritter, Kay- ürlrckier Oberster , Rath und Oouvemeur des Königreichs Peru in Wsi-ZidünnLdL eran. - 5 i 6 mit der Vclstnschcn flotte ab- aereiftt; als er aber sich wieder zurücke begeben wolle,wurde er an, i;46 durch verrätherey ermordet, und Wilhelmum, so an. 1554 zu Moßbach/ welcher im ledigen stände an. z starb ;Md Bern- hardi von Hütten, aufLördern Franckenbcrg, der Kayser,icher uiid Marggräfllcher Drandenburgischer Rath und endlich Ober-Vogt ll theil» (K-rrir) D Hut Er starb gleichfalls an. -6,;, und hat unter > Fridrich das geschlecht fortgeietzt. Er war Maragramwer, VcandenburglfchcrOuoltzbachisrher Hofmeister/ und starb an. iszo, Vitum Ludovicum hinlerlastende / welcher an» starb, nachdem er nebst verschiedenen andern k-ndern auch an. r6;6 Johann Ernsten von Hütten zu Franckenberg gezeuget. ffrowin von Hütten / Ritter, ein söhn des oben gedachten Fnd- richs, blieb in einem treffen an i;?;. Sein söhn gleiches namens, war Ritter, Vogt zu Schwartzenfelß und Fürstlicher Fuldlscher Marschall an. 1407, unter dessen söhnen Johannes von Swltzen- bcrq, Ludovicum und Iohannem zeugte. Dieser starb an. 1461, einen söhn gleiches namens hinterlassende, der ein vater w-w Fro» wini zu Hausen, Ritters,Kayserlichen Kriegs-Raths,Chur-Mayn- tzischen Raths , Hofmeisters und Marschalls, so an. 1529 gestorben, und Jacobi von Hütten zu Salmünster,welcher an. 148; dem lhurnier zu Bamberg, und an. 1487 dem zu Worms beyaewohnet. Jener, Ludovicus zu Stoltzenberg, Ritter, war ein vater Ludwigs, und groß-vater Dietrichs, dessen söhn Ludwig / Burggraf zu Geln- bauscn, an. i;;2 starb, Valentinum nach sich lassende, besten söhn, Johannes zu Stoltzenberg und Soda, Iohannem Hartmuth und Fridericum zeugte. Johannes Hartmuth wurdeWurtembergischer Ratb und Obcr-Amlmann zu Wcinsberg und Meckmuhl, hernach Vitzthum zu Aschaffenburg, und starb an. 1646, hinterlassende Jo. hannem Fridericnm zu Salmünster, welcher ein vater Johannes Henrici, dieser Johannis Wilhelmi, und dieser hinwiederumMari- miliani worden; Georgium Ludovicum zu Soda und Saimun- ster, Obersten und Commendanten zu Hanau, von welchem Georg Fridrich, Johann Philipp und JohaunReichart entsprossen, davon der erste nebst seinem söhn gestorben,der andere aber bat etliche soh« ne gezeuget; und Philippum Ebrenreich, dessen söhn, Johann Philipp, als Teutscher Ordens-Ritter an. 1684 vor Neubäusel ge. blieben. Fridrich von Hütten, zu Stoltzenberg, war gebohren an. 1590, und starb als Oberster an. i6;§>. Sein söhn Johannes, Würtzburgischcr Rath und Amtmann zu Mainberg, ist ein vater worden Francisci Christophen, welcher den 2 october 1724 zum Bischoffzu Würtzburg, und Hertzog in Francken erwählt worden; Francisci Ludovici, so Dom.Herr zu Würtzburg, 8. Burckhard und Comburg war, den geistlichen stand aber relig^rtegind sich mit Johanna Juliana, Freyfrau von Bissen, vcrheyralhete; Petri Pbilippi, der an. 1679 gebohren , und an. 1692 Dom-Herr zu Würtzburg ward; Conradi Wilhelmi und Friderici Casparis. rtzurnicr tzucli. ^clel-lpic^cl?. i. , o,i- k/,» poem. üb. 4. eleg ti>gor. I.urliersn. Lttcr/r»/ Ocrlii. üemmarogr. liöctilie ricrclel'eursckl. s.iü/. leg. Lutten / ( Johann von) war Ludwig Huttens von Francken- berg söhn, einer der geschicktesten und annehmlichsten cav-nlerr seiner zeit. Sein vater, der mit Hertzog Ulrichen von Würkcmberg wohl stund, that ihn, nachdem er sich im Venerianischen kriege eine weile versucht,an dessen Hof, allwo er sich auch i» kurtzer zeit so be» liebt machte, daß er Hof-Marschall ward, und lebte der Fürst sehr vertraut mit ihm, bis er eines Würtembergischen Generals tochter heyrathete; Denn der Hertzog verliebte sich in diestlbige, und beredete sie auch zu seinem willen; Doch war ihm der mann im wege, der seine frau allzu genau beobachtete, daher er den cntschiuß fas, sete, ihn selbst anfdcn knien zu bitten, er möchte ihm doch diese liebe erlauben. Hütten, der wohl sahe, daß die fache zu seinem verderben ausschlagen würde, entschloß sich wegzuziehen, und wendete eine familien-angelegenheit vor. Aber der Hertzog, der wohl verstund, was es heissen solle, ermordete ihn unter dem schein einer Unterredung in dem Beblingischcn waldc,und hieng ihn mit seinem gürtel an einen bäum, wiewohl er durch seine guten freunde abgenommen und heimlich begraben ward. Diß geschahe an. i z 1 c. Sein cörper soll 4 iahr hernach, da man ihn ausgegraben, noch aantz frisch geblutet haben.Einige sagen,sinne frau sey des Schloß- HauptmannsTbumii tochter gewesen, mit derer sich aufaustifftcn der Hertzogin vcrheyrathet, weil sie der Hertzog vorher schon gestehet lle lirersc. r. l -9- clirom'c. Lutten / (Ulrich von) ein söhn Ulrici von Hütten / wurde an. 1488 den 20 oder21 avr. auf dem schloß Stöckelbcrg gebohren/ und an. 1499 m das klostcr Fulda geschickt. Weil ihm aber dieses leben nicht anstund / so gicng er / ehe er noch p<-ofck§ gethan / aus kinralhen Croti Rubianlund durch beyhülffedeS gelehrten Schwci. bischen Ritters EitelwolffS von Stein nachCölln auf die hohe schu. le/und von da an. i aufdie neu-angelegte universitätzu Franck. fürt an der Oder / allwo er / wie man insgemein berichtet / bey der ersten promooon in dem 18 jähre seines alters wurde. Nachdem er etwa anderthalb iahr an diesem orte gelcbet / und nun ttn begrlffwar/ sich von dar weg zu begeben/ schencktcihm der Marygraf Albrecht von Brandenburg / nachmaliger Churfürst zu Mayntz / 2ooducatcii / um seine ass-ii- desto besser fortzusetzen. Er begab sichdaraufan. i;o8 nach Italien/ nahm / weil er kein Seid von Hause bekam / unter den Kayserlichen kriegs-dicnste / und wohnte/ ungeachtet seiner msi-me, der delagcrung von Padua bcy-INdlcstm >^°9 lahrereiietc er wieder nach Deutschland/und kam biß m Pommern / dachn die Neapolitanischekrauckheit/ so er lnItasten bekommen / sehr hart angriffe/ und weil ihn ein 4 Mcsficbcr dazu ubcrsicl / gcriclh er in solche armuth / daß er das thmcn suchen / und osst aufdcr gaste schlafen mnste. nal,mihn der Bürgermeister zu Erypswalde/ WcdeguS W'"s / m Haiist / und streckte ihm etwas geld vor / begegnete chm aber sounhöfilch/ daßerstchrmnov. entschloß / zu fuß nach Rostock zu gehen. Als er aber nicht weit von der stadt gekommen/ Hut kam er nach Rostock / -lo-ote daselbst mit ungemeimm zeilaG 2 ließ die gedtchte / so er auf den von Lochs ihm angethanen sch 2 verfertiget / an.10 zusammen drucken. Nach diesem M M eine zeitlang zu Braunschwelg auf/ und wendete sich von dar » L Franckfurt am Mayn / gleng aber un dcc. an. 1 z 10 nach M m. berg / allwo er an. I den 1; febr. sein buch zu end brachte/ und es zu Letprtg drucken ließ. Von dar reisen» in grosser dürfftigkett durch Boymen nach Mähren/ allwo ihmv» Bischoffzu Olmutz/ SrantSlaus Thurzo/ einpfcrdundemM, K.sttch mse-geld/dec Dom,Probst aber einen schönen rm 8 te / woraus er sich nach Wlen wendete / Und bey vielen vvrnch» und gelehrten lcuten in besondere Hochachtung kam. Ob ernm gleich durch die dem Kayser Martmiliano zu ehren verfertigtem sc/ welche IvachtMus Dadranus und andere zu ansang des jM i; 12 in den druck gaben / aufdas neue einen grossen rühmn!» te; so wollen doch diese seine ssuMs und levens-art weder seinem^ tec noch den Geistlichen zu §ulda gefallen. Denn diese hätten ji>n gern in ihr kloster gehabt/ jener aber wünschte nichts mehr/ MW er ein guter Jurist werden mochte / damit er seiner familiednml- eins nützliche dienste leisten konte. Er entschloß sich also enM/ auf cimathen Crott Rublanl / dem väterlichen willen zu folgen/ begab sich an. 1; -2 im apr. nach Pavia/ und legte sich / ohnM, tet er ein viertägiges fieber dekam/mit äusserstem fleiß auf die nG- gelehrsamkcit. Er hatte daselbst rn dem 4 monat nach seiner g», kunfft das unqluck / daß ihn die .irantzosische desatzung gefmW nahm / die Schweitzer aber/ da sie die stadt eroberten/ihmM das seinigc raubten / worauf er lm mlto kranck und von allen Mitteln entblößt nach Vonomm kam. AIs nun der KayferWc Bm- schaffter und Blschoff zu Gurck/ Matthäus Lange / zuMsmz des gedachten jahrs durch diese stadt gicng / ersuchte ihn dte teul. sche nL-.on, aufbensclben em Lateinisches gcdlchl zu verfertigen/ womit er aber bey dem Dottschasster schlechten danck verdient!. An. izi; ließ er sein gedicht/ vi, boom genannt/zu Bono« drucken/ und sahe sich gcnothigct/ wieder in den krieg zu gehen/ wiewsl er dieses mal wegen seiner beschwarlichm kranckheit/daM er gantz lahm war/ nicht lang im selbe geblieben/ sondern sich Kid nach Rom gewendet. Wie er aber daselbst an. 1514 durch den von Stein die zeiiung erhielt / day Albertus / Marggrafvon Drnn- deuburg/ Ertz-Bischoff zu Mayntz worden/ und gesonnen sey/eine socicr-ir-m u-e,-r>am in Mayntz aufzurichten / käm er wtedecnch Teutschland/ und ließ semc'.p'Z^mmrrä zusammen drucken. Ä er nun zwar hoffte / daß er von seinem vater und freunden / Wr als das erste mal würde angesehen werden/ nachdem erßchaiW rcchtsgclchrsamketk gelegen; so schlug es ihm dennoch fehl/und sagten seine feinde / weil er weder vuüor noch wLMcr wäre/ so sey er nichts / welches ihn dann auch veranlaßte/ ein qespräch unterm titul ncm.,zu schreiben / wodurch er sich aber bey dcn ItebhMll der tciioiLlLschen pvUokopiiic grossen haß und feiiidschafft zuzogt. Er nahm aisoscmc zufluchk zu dem vorgedachten von Stein mb dem Frowin von Hütten; davon ihm der erste rieth/ ein auf des Churfürsten Alberti einzuq zu Mayntz zu schreiben / M« ches er auch verrichtet / so vor ein meister-siückc gerühMWd/ und schenckctc ihm der Churfürst roo ducaleü ; er blieb auch dtn Winter an. ,514 meistens in Mayntz. Inzwischen hatleIohannks Rcuchlin oder Capniomit einem geiaufftcn Juden zuCöllnmmnS Pfäffcr-koru viel vcrdrüßllchkcllcu gehabt; an diesem sich nunF rächen / nahm er die gelegeuheit/ da an. a; >4 cin andrer gelanffut Jude zu Halle in Sachsen wegen mißgchandelter Hostien und anderen ubclthatcn verbrennt wurde / und schrieb m lcclciLritl.msm/oliLnnis pipcricnrni vi»m. ErMaggUchdgM» entweder selbst angefangen / oder doch angegeben haben/ dtchbe. kandiert epMolss osiscu-nrum virorum zu schreiben. DeßgitlW machte er auch ein grosses "i-mc», »iumplnis c^cm^nü gemnnt. In der fasten des jahreS gicng er mit dem Herrn von Lw nach Franckfurt am Mann/um Lrasmum zu svrcchen / und vonm lndas Embjcr.bad/ allwo er zu seinem gröstcnlcibwesen erM/ daß der von Stein gestorben / und daß der Hertzog "mms Würtembcrg seinen vcller Iohannem von Hüllen umgedkE P' dc. Er schrieb hierauf an MarquarduM von Hanstem / Lm Hervn zuMavntz/ cmcnhltzigelidricf/ gicng mctltchen«Mn nach Mayntz und verfertigte daselbst mu-'M » lostriinig lle tztuiicn inrc,iruni , in verstN/ wit NUch NN^M „d,. von Fuchß/ Dom.Herrn zu Bamberg / einen ausfuhrlM " richt / und andes entleibten vatcreine lange lerwcile war die Huttenischefamilic auf rächender den H « bedacht / und als unser Ulricus im jul. aus,cm vatttW Stöckelbcrg kommen / schrieb er eine anklage in LatelmsMin / ehe an den Kayser und Wtände des Reichs / welche/ wie auV nachfolgende 4 or-cione-au hcffligkcit des m r üdectresfcn / an reinigkeit verspräche aber gleich kommen. O, nun wohl hierdurch seiner familic zu dienen suchte/ blttv vWu^ vater dabey/ daßersetne bißhcrige aulli» sahrm lassen/uno Kor werden soite. Dabcr (weil er an dem von Wtcm ftmen L . verlohrcn) er sich im folgendcnHcrbst rum dritten mal nach begeben mustc / woraufcr bey der zuruckkunsst seine bedteiiW" Mayntzischen Hofe antreten solte/ welches er EraßnvttM/^ vielmehr wünschte ein paar jähr beu ihm Uizubungen /uno ihm nach Engcllaud zu gehen. In Italjeu nun lM"r MU-i sonem Mailium / ließ aberdcn Vorsatzvc>es»r zu^ ren / legte auch seinenrcht bey ftste/sondernschueo 1516 ^>ro§oosticon sll I.eonem X. k> ttt. wie auch alldkrs lNkV ^ Hut Sielt sich biß in sommer zu Zrom auf; weil auch des ReuchlinS sirerk- sache mit den Prediger-München wegen den büchern der Juden nach Rom gelanget war / so setzte er eine inrerc-il.onem an den Cardinal Adrianum oketlensem für Reuchlin in Versen auf/und ließ sich auch bevder Loricisn» neben anderen uoecen hören. Als er aber zu Mterbo mit einigen bedienten des Frantzösischen Gesandten am Pabstlichen Hofe in Angelegenheit gerathen/ und denjenigen/ so ihm einen zimlichen hieb über den lincken backen versetzet / erleget / auch die übrigen 4 starck bleßirt / so glaubte er/ vordenFran- tzoscn in Rom nicht sicher zu seyn/ und begab sich deßwegen nach Bononien/ schickte aber vorher an Crotum Rubianum das über diesercncomre gemachkeepi^rammL nebst verschiedenen a- krru 8.0- wrnc», und gcciöiite dem Nicolao Gerbelio seine LpikoiLm XUI- xiiniiisnui» e-xsLrLm Ittii-e worauf EobanusHessus eine schöne antwort verfertiget. Erwachte auch aühier die andere/ dritte und vierdle orscion wider den Hertzog von Würtemberg/ und ein gcspräch/iRsisrismus betiktelt / richtete aber nichts damit aus / sondern der Hertzog ward -mmviret- Hütten lebte nun zwar bey den Gelehrten in grossem ansehen/ weiter sich aber des Renchlins sehr eifrig annahm/unddiespMoiÄs oMcurm-um virorum verfertigte oder doch verfertigen ließ / so predigten die Münche öffentlich wider Erasmum/ Reuchlin und Hütten / und da die beyden ersten sich öffentlich entschuldigten/ blieb die schuld anfdemvon Hütten allein / und wurde er durch Bilidald Pirckheimern an. 1417 gewärmt/daß Meuchelmörder wieder ihn ausgeschickt wären. Weil er auch dem Francisio Maria von Rovere/ so das Hertzogthum Urbino besessen / wieder das im jan. ergangene Päbstliche verbott/ aus gewohnheit den titul als Hertzog von Urbino gegeben/ so ward er in bann gethan. Als auch zwischen den Lemschenund Jtaliämrn zu Bononien eine ausruhr entstanden/ und ihm aufgetragen war / die fache der Teutschen n»r»>n bey dem o»c>verneu-der stadt zu 6 e- tenci,rcn / er aber denselben durch die an ihn gehaltene rcde hefftig erzürnet hatte/ so musteer sich gegen ende des sommers an. i;i? von Bononien nachFerrara begeben/ daersichetliche tage aufhielt/ und von 2 Herren von Hurten/ so nach Syrien reisen,! / nach Venedig beruffcn wurde. Von dannen gieng er nach Dtvckel» derg / und beschloßseine epigr-mmL» auf den Kayser und den Ve» nettanischen krieg heraus zu geben / a-äicirte sie auch dem Kayser. Peutinger nahm hierdurch gclegenheit/ ihn bey demselben zu re- commcmMren/ ließthnzu sich nach Augspurg kommen/ und brachte es dahin / daß ihn der Kayser zum Ritter schlüge / und zum Poeten crönte. Damals befand sich auch der Churfürst Albertus von Mayntz bey dem Kayser/welcher den von Hütten versicherte/daß er die vor etlichen jähren von demHerrn von Steinvor ihn aus» gederene bcdimung Habenseite; worinnen ader selbige bestanden / bat er nirgends gemeldet/ es scheinet aber/ daß es entweder ein Lämmer-Herrn oder geheimen Rachs-stelle gewesen. Jmnov.be» gab er sich wieder nach Stöckelberg / und äsMcirte Padst Leoni X des Nsur. V^ttL c!cc!slliLrion!:ni -le fstto crectics 6c eivennrL OnliÄNN- ni clonLtione, gieng unter der iiMe des Königs Caroli mit in Spa. nien/ und kehrte über Franckreich zurück. An. i;i8 langte er zu Mayntz an / und legte sich eine diblioihec zu. Damals hatte man allda ein vom Livio mit Longobardlschen buchstaben gefun» den/ in welchem 2 neue bifihcro abgängig gewesene ducherbefindlich waren. Hütten machte hierzu eine öeMcLuon an seinen Chur» fürsten/ und ward dieses werck an. 1518 zu Mayntz gedruckt; er folgte auch seinem Churfürsten nach Augspurg auf den Relchs-tag/ «ufwelchem derselbe den Carvinals-Hut cmpfieng. Er trieb dabey noch immerdte Nu6lL und schrieb verschiedene fachen/ als ein ge» spräche unter dem titul machte auch eine -xtiorrscionem sa ^rinci^es OermLnos, ur dellurn grurcis concvrglLliter intersnt, UNd ließ an Pirckheimern eine lange epMo>-»m vicce 5 ua- rLrionem expo- ncnrem von Augspurg abgehen / und drucken/ meb auch anfdem Reichs-tage mit allen kräfften des Reuchlins angelegcnheit / gieng endlich wieder nach Mayntz/ curirke sich an seiner beschwarltchen kranckheit/ und schrieb 2 Mäiogos.fekns genannt. An. y? 19 befand er sich unter der armee / welche der Schwäbische bund wieder Wur- temberg zu selbe führte / schrieb auch die grsru>Lnor,8-rede über den überwundenen Hertzog / und ließ seine wieder denselben verfertigte fachen zusammen drucken- Zu ende des monats may gieng er wie» der nach Mayntz/ und war willens zu heyrathen / that eine rerje nach Italien/fand zu Fulda indermmjotkLcPllntum/ Qulntl- lianum undMarcellinum/wie auch ein «visc. Neunte eccieü-e con- lcrvLncls 6c kcliismsre inkcr licnricum 1^/ 6c OregoriuM V ll > Welches er an. 152° zu Mayntz drucken ließ. Er verfertigte auch sem buch cle iueV-nsreä 6c lignoLuLi-coPariNeN kt' ftlNe tUr alt sich stwjt erzehlet/ und gab einen öiswgum, korcun» genannk/tngleichen seine iri2(temNom3r>a und Inipicicme,- heraus.Jnmittelst hakte crLuthers schrifften gelesen / und nahm sich dessen sacke mit grossemeyfer an / in Hoffnung / der neue Kayser Carolns V wurde ihm glctchfalls bevstehen. Er schrieb einen kurtzen anszng/wie sich allezeit die Päbste gegen den Teutschen Kaysern gehalten / fand aufder reise zu Boppard im Trierischen ein Er. und eMrtees an. i;2o mit dte» sem tÜUl' t'cKitmLre exrin^uencio öc vera lil)srrLre sä- k-reng.,. Er schrieb von Mayntz unterm 4 jun- an Lutherum / und reißte noch selbigen tag nach Trabant zudem Erk-Hertzoge Ferdinand. Weil er sich nun völlig vor Lulheri parlhey erklärte/ die Teutsche freyheit wider den bisherigen zwang rn reltgrons-sachen 6ete„ci.rcn wolte / und zu seinem wahlspruch auf seine schrifften setzen ließ: l-A-r L,e-> oder vive IM-m-s, oder-»stU-«?--°us vincula eorum öc projic>»mui A nobis Iptoium , so schrieb der Pabst an Carolum V und andere Fürsten / befahl auch dem i^uM^r. Hogstraten / daß er ihn gefangen nehmen und nach Rom schicken solle ; ja es waren auch einige/ so ihn um gisst oder durch das ^ . Hut 87O heimlich aus dem wege räumen wollen. Solches ward tcken ru Bruffel hinterbracht / da er sich mit et' kerweaes^?^»am^n nach ^bcr-Tcutschiand aufmachte / un» "'"ran / welchem er mit seinem schwerdt zu fuffefiel/ ließ er ihn ziehen. ^? 5 ^Ee sich bey dem Churfürsten von Mayntz / wi- von Hütten emrte und zu Mayntz gedruckte bü» .^.hurfursten veranlaßte /daß er ihn von seinem ^e Sucher bey straffe des bannes zu lesen ver- ^dtt. Da er also vor der gerstiichkeit nicht sicher war/ begab er sich nach Franckiurt/ und im sept. aus des Frantz von Sickinaen veikes schloß Ebernburg/und schrieb von dar aus mtt grosser l ?ff^ Lawtnan den Kayser/ an denChurf. Friedencum vonMü'en/ an Albertum Churf. von Maynß/an Sebastian von RotÜhchn/ und an die «ursten und alle Stande von Temschland / beschwärte sich wider die ihm angedrohte gemalt/ und ermähnte d e Teut- schen / das von der Geistlichkeit ihnen aufgelegte joch abzuwerffen/ und sich wieder die ihnen angebohrne freyheit zu setzen/ welche er auch sohoch schätzte / daß / ob ihm gleich der König in Franckreich 400 cronen jährlich p-nllon und den kiml eines Raths angebottcn/ mit dem beding / daß er sich aufhalten möchte wo er wölke / er so!» ches doch nicht annehmen/ un-keinem auswärtigen Primen sich unterwurffiq machen wollen; gab iich auch anfvcrschicdmen von seinen schrisftm den Lüul OermsnicX NkLNÄNs PI Opugn2ron5, und gu'ttitte seinen platz unter des Frantz von Slckingen regimenk / so aus lauter Rittern bestund / weiche von dem Kayser Carolo V doppelten sold / nemltch 200 dncaken/ genUc,» bekamen. Obbe- meldte k!ag»schreiben hat er damals bald in Teutscher spräche he» raus gegeben / damit es auch der gemeine mann wissen möge; und damit er seine brüder und verwandten seinetwegen m keine Verantwortung bringen mochte / so -em, w er ihnen/ als der erstgcbohme/ das väterliche erb / und verbotk ihnen / ihme mit nichts behzusiehen. Weil auch der Pabst unterm 1; jun. eine bulle wider Luther hatte ausgehen lassen / so machte Hütten sehr scharffe rand-gloffen darü» der / und ließ sie drucken. Da Luthers bücher zu Mayntz verbrandt worden / gab er in Teulschen und Lateinischen verser- eine klag über den Lutherischen brand zu Mayntz heraus/ deßalclchen eine klag und vermahnunq gegen den übermäßigen gemalt des Padsts/ und dre ungastliche Geistlichkeit. Ferner schrieb er einen driefunterm s dec. an Luther / darinnen er grosse Hoffnung auf den Kayserlichen General Frantz von Stckmgen setzet / daß/da er bey dem Kayser in grossem ansehen wäre / er sich seiner und des Lutheri ernstlich an« nehmen werde / aeciicirte auch dem von Sickingen die von ihm in das Teutsche übersetzte gesprach-büchlem tekns 1 6 c 11, v-mscu-, und im'picEss, und hatte vor / alle seine schrifften zu vertauschen / da« mit,sie der gemane mann lesen könte. Er machte auch 4 andere ge« spräche LuUicMrm , monicorcm primum üc secuiMum ünd pr»cil>nes genank/welche er an. i;2i demPfaltz-grafenJohani a-Mcirte. Ferner ließ er um selbige zelt ein büchlcin/ so er bey Frantz ovn Sickin« gen gefunden / wie man cun-m,- hMen soll / und von Verleihung geistlicher lehn-pfcünden/nebst Cvnrad Zärtlins ermahnung/daß ein jeder bey dem alten Christlichen glauben bleiben solle / drucken; schrieb hierauf; invccuv--- auf die 2 Päbstliche Legaten Hierony« mum Alcxandrum und Marinum Earaccivlnm und in a-rcUnsler Lpilco^os 6c sscerclores, UurUerum Vc/nrmsti« in Ooncilio Osrmsni.« impußNLnrsü. Deßgleichen zwey brieffe an den Kayser / einen an den Churfürsten Albertum / welchen er seiner beständigen hochach« tung versichert / wie auch 2 brieffe an Luther / welcher aber seine grosse hcfftlgkeit in religions-sachen nicht billichte / und sich daher nicht mit ihm einlassen wolte. Er schrieb ungefehr um diese zeit in Teulschen Versen / beklagung der frevstädte Teutscher n»rio„; lebendige abconcrsLüur des gantzen Pabsthums/ samt einer ermahnung an die freye starcke Helden Teutscher -»»on sich davon zu errct» ten/ so msnis tturreni bctittelt ist/ und an. I6;2 unter der rubc.c: Aufwecket' der Teutschen n»«on, wieder aufgelegt worden/u. a. m. auch etliche ohne seinen namcn/als eine klägliche klag an den Christlichen Kayser Carolum von wegen Luther und Ulrich von Hütten/ auch wegen den Cnrtisanen und Dektel-München/durch 15 bunds- genossen; zwey qesprach-büchlein/Karsthans/ und dergleichen. Er gab auch seine entschulbigung heraus / als solte er wider alle Geistlichkeit nnd Pricsterschafft seyn/ mit erklärnna etlicher seiner schriff- ten / und schrieb im jul. aus dem Sickingischen schloß Landstall eine demüthige erinncrung an eine gemeine stadt Worms. An. 1522 gieng er mit Frantz von Sickingen zu selbe / nnd straffte em Car« thäuser-kloster um 2000 gold-gülden/weil sie sein biidniß verunehrt hakten. Er hatte sich aber schon zimliche zeit vorher / ehe derselbe tn seinem schloß Landstall belagert ward / in die Schweitz rec.r.ret/ und sahe sich genöthiget/ gute freunde anzusprechen/ und viel schulden zu machen. Er befand sich zu ansang des 152; ,ahrs zu Dasei/ da er von dem Rath mit dem öffentlichen geschcnck beehret/nnd von den vornehmsten lernen häussig besuchet ward. Erasmns / welcher ihn sonst so sehr in seinen schrifften geruhmet/ war der eintztge / so ihm keinegab/auch keine von ihm annehmen wolte/aus furcht für der Geistlichkeit. Weil er nun in einem gedruckten briefan Lau« rinum die a-prccirung dieser bcsuchnng dem zugeschrieben / daß dec von Hütten wegen seiner grossen Unpäßlichkeit nichfauffer einer ein- geheitzten stubc bleiben/er aber keine vertragen konte/so verdroß solches den von Hütten dergestalt/ daß er eine sehr v-Mem-nte sxp». n..iLnoncm wider Erasmum schriebe / darinnen er ihm seine unbe« ständigkeit und furcht vorwarff; da denn Heinrich Eppendorffmit Erasmo -rEiren wolte / daß wenn er üoo gülden gäbe / solte sie nicht gedruckt werden; allein der von Hütten ließ sie dennoch drucken / verfertigte auch ein lächerliches büchlcin wider einen gewissen meckcuw daselbst; inzwischen aber brachte es doch die Geistlichkeit (k.rrrl'L) dahin/ dahin / daß er nicht lang- sicher daselbst verbleiben konte /sondern Kck nach Millbauscn begab/ da ihn ek» 8ccn-rLc>us emlar zeit m dem Auanstlnerckloster verborgen hielt. Er musie sich aber von ear rn der nacl u'ivAn/ und kam nach Zünch zu Zwing w /Oned von daraus an Eobannm HO-m nach Erfun/ lAckie sinn ein büchlein in r>rsnnos/ >o er solle drucken lasten/ und war bedacht sich weiter in sicherheit zu begeben; allein es nahm seine alte teanck- hcik wieder dergestalt übe, Hand/ daß/ nachdem er sich aus die tnsi-t Uffnau gegen Rappe, sweil über im Züricher- see zu dem a lwortigen Pfarrer / Johann Schncck/ welcher die lähmnngen glueUlch cuc,- renkonte/ begeben/ er daselbst den -y oder; > aug. an. izr; un ;6 jähr seines alrers starb. Liese insisi wird daher von einigen die Huttens'insul genannt/ und hat ein Fränckischer vom Adel fol- -ende gradschrifft setzen lassen: lllicüuucs surscus j^cer, orztoroue llilcrrus » ^urrcnu? csl-minc Lc cnle porcn-. Es haben auch die besten Poeten von Teutschland sein grab Mit ver- scn beehret / und Eobanus Hessus hat cii-logua, morris öL «micm geschrieben. Erasmus hatte unterdessen wider «mrem cxpostuiLrio- "em eine glcjchfals hcfftige ipc>ng-»m oder purAscioncn, verfertiget/ so aber Hütten nicht mehr zu grsichte bekommen. Es schrieb aber ein klecitcus, T)tk 0 BrUtlfeIs/->ro tlluirc»» llefunci» LllLrLimi ipong,L,n, rctfwntMncn. Nach seinem tod sind auch von seinen schrifficn noch einige unter seinem namen heraus gegeben worden/als ein geiprach/ Arminius genannt. Denn als der wcMcus l.occcu§ des verdorbenen von Hütten biblivri-cc an sich gebracht / so kauffte Ilc lhm sein vekter Mauritius von Hurten / so hernach Bischoff zu Aichstadt worden / wieder ab / und ließ diesen Armiinum drucken. Desgleichen gab Ioh. Herwagius/ L. SLlullil L: s^Lurri, Ilorcs fctcctu pcc jll. Illurrcnucn c^uiiccn ejusciem^ue sclloliis illull-Lios an. IZ 28 ZU Straßbnrg heraus. Unter weilten oder gar keinem namen/ hat Hurten auch verschiedenes heraus gegeben/ und zwar unter dem Namen Licuctiert N)-re»i , I riumplium Lspnioc.is ;NNt-r dem NailieN llchyllcrii Lorslli , Dialogas fcikive cLilllillos; mvmuoi; tlaco- lum; piccacis öc kuperllilionis pugnam g OonciliatzuIuM l'licolo- gillarum; Lpoplikiiegmara Vallifci öc paspuilli llc llepravaro ccclclla: ssaru ; Illuricnuai iltustrei» . wie glich orarionem all daroluiii i-lax. <5c Qerm. I-rincipcs pro Hurccno öc I.urt>cro. Ferner istvonihmohnk namen lutiu, llialogus; «rarioall Llirigulli pro jutio H; pliilaiecis lliLloguzllcfaculkLribusssomsncnlium;?asguilli Viaurani varia lluipta; orakio, nc Principes in lleciro.« praRarioriem , guam legali I.con,s X peiicrznr, con-enti-nr , u. a. m. Wie er denn auch viel andere trlycischr pieces wider die mißbrauch selbiger zeit/entweder selbst geschrieben/ oder seinen guten freunden zu schreiben angegeben/ deren er unter den Gelehrten so viel in allen hindern hatte/ daß Drun- fels von ihm meldet / er habe/ als er mit ihm zu Worin; gewesen / sich vorgenommen / seine brieffe / deren er von Königen / Fürsten / Bischvffen und den gelehrtesten lernen bey 2000 beysammen gehabt / in ordnung zu bringen / und unter dem tirul kanllliarinn, «p.Notzrum drucken zu lassen / so aber wegen seines frühzeitigen to- dcs nicht erfolget; seine c,pe>-L »o-rica hingegen sind an. izz 8 iii 8 heraus gekommen. JacobusBurckhard hat an. 1717 sein leben in 2 theilen heraus gegeben / aus welchen / und denen dem Durckhar- den annoch abgängig gewesenen schrifften dieser amcul---rraiii- ret worden. ^utterus/sLeonhardns) ward zu Ulm/allwo sein vater gleiches namens Prediger war, an. >;6; gebohren, und anfangs zu Hanse in freyen künstcn anferzogen, nachgehends aber nach L-lraßburg geschickt, allwo er sich 10 iahr lang aufhielte, und an. 1 ;8; ^^gillcr wurde. Hieranflegte er sich gantz aufdie l'iicoloZie. gieng an.i;yi nach Leipzig und »ach 2 jähren nach Heidelberg und Jena, an wel, chem letzter» orte er in Doetorcm prcnnovirte. An. i zy6 bekanr er eme 'dtz-otoZische protccllon j„ Wittenderg,vcrehllchre sich an. 1 5 99 mit Barbara Manlichia aus Angspurg, und starb an-1616 ohne erben. Er war sehr arbeitfamsso wol im bücher-schreiben als llocic- ren; nur ließ crgegen seine Widerpart gar zu grosse hessligkeil spüre», und brache offt in solche scheltwort aus, welche man von einem rlieolog.» nicht ohne bedauren hören kau ; dessen ein Muster seyn mag, baß er dieMarryrer der Frantzösischcn kirchen schlechter dings mit den Arianeren und ^„cilrimrarüs, welche auch um ihrer lehre willen gelitten, wil verglichenbabcn, von welchen doch sonstcn so viel fromme und gewisscnhaffte Evangelische zu allen zeiteu gar ein anderes urtheil gefallet haben. Seine schrifften sind: -^natviir mcrllollica ^ugulf. contczllonis; retucario lluoruin tibroruin Nctlarini- t>i lle nrilla ; üitputLlioiies clc lormols concorlliL; 8L: Perlons Olirilli conkra Lcllsrni.; concrovcrti« bina: lzenerales I»crz ckriprurs cnutrLjoluirss Le cle pcrl'onaLIirilH contra Lalvinillas; ^Äioin jacob. Lrertcruni lle irnpcrarnrum in tcclem apoULk!co-8.onianam munig, ccnkia pro kelicol. llc Llcman^is», concorclia concor; cowra Kuciol- ptzum Vlolpinianuni z IcÄioncs evanAcliorum öc cpillolarurn anni- vcrtzrix, ktzraicc,6ra:cc, -Zic. z loci cornmuncs tUNcolopici » cr Troo^,^,; sltcrs-rras-iriori^Oül contra tacrigciuni papale iniMaticum ; lliccin- üa explicario cpill. all Oalaiaz; cpitome tzitzlica ; Oalvinilla aulico- pvliticu-; Oalvinills auüco-puliticus alter, nicmor. * ^uttiten/ gewisse ketzer in dem 16 stculo,die man sonst auch liniier die Widertäuffer zählet. Sie führen den namen von Jacob Hut- huk hya ten, ober,wie er von andern genennet wird,Iaesb Luten/ll«»» Schlesier, der mit andern erstlich in Bayern, hernach i» 4 qelebet, und so grossen anhang gehabt haben soll, daß des 16 seculi fast etliche -°°° aus Tyrvl, Bayern und andeni m » zu thuen gezogen. Er lAbst aber ,oll zu Jnspruck verbrannt weid« seyn. Er hat folgende schrifften hin erlassen: rechenschM ,,L religion, lehre und glaudens; anschlüge und verivundern dern und aller gottlosen gegen die frommen; von den 7 siegeln des schlossenen buchs,rc. Von ihren lehr-sätzen kan man nichts aew.lÄ sagen, jedoch wird ihnen ichuld gegeben, daß sie gelehret: sie » leiblich da? volckiFsrael,und wollen die Cananiter mit demschm»!, te ausrotten, dazu Gott die zeit anzeigen würde. Auch solle,nie schreckliche gesichre vorgegeben, die kirchen verachtet, eine sonder, bare Heiligkeit äusserlich von sich spuren lassen, und mit einMae, kleibern, niedergeschlagenen äugen, freundlich lächeln, und erdleb leter gedult gewandelt haben. Ihre güter haben sie gemein gchM u. d. g. Es hat sich aber selbige lcet nach Huttens tobe bald wjchcr verlohren. cnron. lec. ,6 c.71. llc orlu Se m«. grcs. iiLrcs. I. r c.16. 11. z. Lix/c^ex leben jzc. ttuttets. L» Hico!. biü. p. 6r. c»t. iiLtcr. I. ir p, Ottiizoz- bspt, p. 80. ^-roÄilcctLct-bild. p. r I.16 c. r> n. 1Z4. ^uttwyl/ ist ein Bernerisches städllein, an den Lucerner-arän. tzen, zwischen Vrandis und Willijaw gelegen. Es wurde vor die^ sem von eigenen Herren beherrschet; Nach deren abgang, fiele es an die zu Burg/orff --eiillwendc Grafen von Kyburg, ohne zweiffel als ein eröffnetes Lehn. An. i; 4 o nachher Lauppen-schlachi,zogen dle Berner vor dasseibige, schössen es in brand, plünderten es md inachten die bürger theils nieder, theils aber führten siesie gefangen naher Bern. Als hernach die stadl und Grafschafft Bmgdvrff «i Ber» gekommen, war Hutkweil auch mit darinnen begriffen, die niedere Herrlichkeit aber wäre deren von Grünenberg Pfand, ms welchen Grimmo selbige an. 1404 an Burckbard von SumiswO, dieser aber an. -410 ker,stadtBer» verkaussc bat. An. i;;7gni neuen jahrs-tag ist das städllcin gautz abgebrannt. Es gehört in die land-vogtey Trachselwald. Dw rebellische baure» haben an. >6,-; allhier ihre Versammlung und abrede gehalten. §?«»,/>/. ,il>. ?.I. r. Lkron. p. ür. ^uy/ lat. oder ttuyoinim, die Hauptstadt des Condws in dem Stiffc Lültich, ligt an der Maaß zwischen Lüttichund Na- mur, nahe bey der gegend, wo die Huy hinein fällt, wovon die stadt den »amen hat. Sie ist sehr alt, ligt in einem lustigen thalzwischen den bergen, und wird von der Maaß in 2 theile unterschieden, aber durch eine brücke an einander abhänget. Vorzeiten halte fie ihre besondere Grafen, die ste hernach dem Bischoff von Lültich gckn. Es sind feine kirchen darinnen, jedoch ist die zu unsrer stauen die vornehmste.Oben aufdcm berge liget ein zimlich befestigtes schloß, welches nicht allein in dem Spanischen,sondern auch in dem Frau. tzöstschen kriege viel ausstehen müssen; wie es denn an. ,6->z die Frantzosen eingenommen, aber die-uiürten an. 1694^«,^ haben. Diese letztere eroberten es abermals an. 170;, und die Frantzoftn.unter anführungdcs Churfürsten von Bayern,an.i?--;. Doch m eben diesem iahre brachten es die ^bücken von neuem unter ihre bolbmaßigkeit. cic gell. Lpitc. l,coll. roxogr. Uclg. 6tticcr«x^r>tt Lclg. 2 cil, llclccipi. VVestpkrl. ^uybert/ ( Petrus von) Herr von Burgh,Crayestein,!c. Ee war aus einem berühmten Holländischen geschlecht von Cormllo Huybert und Johanna von Hemstedt den i aug.an. 1622 zn M- delbura gcbohren, wurde auch den 24 wart. an.-646 zum Mh daselbst erwählet. Er ließ so viel geschicklichkeil spüren,daß die W< vintz 679 wurde er zum Ltaats-^cce-grio der ProvintzLce- land crucnnet, und im maio selbigen iabrs bey dc» sticdens-!"«- ten zwischen der kroneSchweden und Däuemarck,so dEMim!« lung Franekrcichs, Engelland, und der vereinigten Iaedma« qepsiogen wurden, als picniporcnrigrius gebrauchet. ErhaueM bey diesen Verrichtungen dergestalt wohl aufgeführet, chg «inl wart. a». 16-4 die stelle eines v-nllonzrii der Provmtz Hcelan. M hielte, worbey er sich gar ernstlich angelegen seyn ließ, die st-MM und gesätze seines Vaterlandes zu behaupten, wcshalden er denn d.» den Obern sehr beliebt war. Er wurde an.1667 zmn t,Lr>« der vereinigten Niederlanden zu den mit Engellanzzublee vorgenommenen friedens - rra/rLten ernennet. Endlich er > dem Haag den 7 ian. an. 1697, und ward in der capeue der mw zu Burgh in Seeland begraben. Er hat; söhne hittterlaycwMS der älteste Antonius von Hiiybert, Herr von Cuniiimgen, NM dem obersten gerichts« Hofe - der andere, Johannes von..m. Herr vonNootgawc, Gencral-LieutciianN'on ber . dritte aber ein mitglied in dem Ralb von Flandern, und eurer "vl den oicccduren der Ost-Indianischcn comp<-Zn>c worden. - ^>uygens / ( Constantinus) Herr von Ziiyllchcnchside yUd sslXssGIXLIssl.st, war ein fest, welches von den Laccd-Ml' er» jährlich im monat dem Avollmi und -Yv e zu ehre» qestycrt ward. Der eigentliche ort dieser stadtAmycIä,und sonderlich der darinn benndliche rempe> ? ^ Cs wahrere; tagelang; den ersten und letzten grenz es gantz krau- ng zu,I)a lle oes Hyacinthi tod beweinten. Sie speiseten ohnekrän- tze / a„en kern bwv, sondern mirzugemüse, jungen nach Asche kein irev/ nahmen auch sonst nichts vor, was man bey dergleichen festen uin. opfern pflegte. Den andern tag aber gierig es desto lustiger zu, da sage man überall schauspieie, die knaben spielten auf cytharn, man ritt aus schonen Pferden auf dem schauplatz herum, das frauenzimmer ließ steh in wohl geputzten fenjften auf das cNsstruir, tragen, man opferte viel, und bat auch so gar das hauß-gestnde und rer. OrLL. 6. ferists.4.6.62 fcklzVrKc. ^ hya hyd 871 chische Me Li, wehe/ auf der blume stunde. Die Lacedämonier pflegten ihm zu ehren ern gewiß nacht- fest, ttv-.cwrl>ir zenanr/, u MLILIII. kH^OL8 (flhe ttrdOlün) «hü?»«»i-d-nm od«-m-u» von wLyramln Carlen, war» von germgem yerkommen, gelangte aber durch seine qcredrsmn^lL zu den höchsten regiments-stellen.''Nachdem A zu Amwchmsst .^ ybreas/ ein berühmter Redner von Mnlasain Marien . . waren 6 töchtern desErichthei, welcher geringem herkommen, . dem Könige von Athen, Pandioni, Mccc6irte. Sie bekamen ihren zunamen von einem ösrffe Hyacinthus genannt, allws sie sich, ihrem vatenaude zum besten, opffern liessen. Denn das or^culum hatte ausgesaget, daß, wenn der König Erichtheus eine von seinen töchtern ovfterte, würden die Athenienser Eumolphum, den Kömg halte in der stadt fast so viel zu jagen, als EulhydeWus,welcher der mach- riML.war.Weii aber vieler gar tyranisch regierie,redete ibn . ..... ...- ..,............ ^ ^ ^ . gar tyranisch regime,redete ihnHydre- m Tyracien, überwinden- Darzu waren sie gleich alle mit einander as emjren dergestalt an: Du bist ein nothwendig übel unserer .. - - - -- stsdt/mdem wtr mit dir nicht wohl leben/aber auch nicht ohne dich. Als damals Labienus, der Caßti parthey hielte, sich zu LenParthern geschlagen,welche sich des kleinen Asiens bemächtiget hatten,und sich der Parther General nennte, sagte Hybreas überlaut: und ich wolle/daß man mich derCarierGeneral nennte;Allem weil er sich nicht sattsam mLimcnieen konte,gieug er ar nach Mnlasa wieder riirü,^. „16 willig, und wolle keine der andern dißfaüs weichen, dahero liessen ob hch alle ü für ihr Vaterland aufopffern Sie werden deswegen neosk ihrem vater unter die zahl der gottheiten gesetzet, und in de- sonderm verstände die jungsrauen genennet,wei! sie als jungsrau- en starven. Ihre eigentliche namen waren: Protogenia,Pandora, Prooris, Creusa, Orithya und Cbthoma. Einige sagen, daß nur eine oder zwey von ihnen geopffert worden. ,8.hyacinthus/ ein berühmter Dominicaner aus Pol«, oder bttbnehr Schlesien. Er war an. n8; zu Kanth, einem städllein in Schlesien,; meileu von Breßlau (und mchlvon Steinau aus Polen, wie Lecmd. Alberti vermeinet)aus dem alten Hause der Grafen von Odrovas gebobren, aus welchem viel vornehme lente im Königreich Polen entsprossen. Sein alM- vater war Saioius von Odrovas, welcher die Tartar» zum öftrem geschlagen, und Polen davon befreyet hat. Sein groß varer führete gleichen namen, welcher sich auch wider andere feinde der kröne gar wohl brauche» lassen. Weil selbiger die Graschafft Konske erhielte, wurde er nachmals Salvius von Konske genennet. Er hinterließ r Ander, unter weichen der älteste Eustachius dieses Hyacinthi vater war,der jüngere aber, Ivo genannt, wurde Bischoff zu Cracau. Hyacinthus, nachdem er seine ikulllr hststlbst, wie auch zu Prag und Bononien, wob! geführer hatte, wandte sich zu seinem vetter, dem Bischoff zu Cracau, welcher ihm ein csr>onic->c in seiner Haupt-kirche gab,und rhlfan. 1217 mit sich nach Rom führete, woselbst er Oommicum, stmter des Prediger-ordens, fand. Hyacinthus ergriff in seinem ?4 jähr die rcwiuAo.i, stlbigen orden'anzunehmen, und that durch Pabstliche ckllpenUcion seine p'oLLon innert 6 Monaten, damit er desto eher wieder in Polen zurück kehren möchte. Er nahm seinen weg durch Karndten, das Stifft Saltzburg, Steyermarck, Oesterreich , Mähren und Schlesien, ließ auch überall viel eiffer von sich spüren. Als er zu Cracau wieder anlangete, wurde er nicht änderst angesehen, als wurde er von dem Padst geschicket. Sein vetter,der Bischoff, gab ihm ein hauß ein, worein er die kwvMo- aufnehmen konte, auch die Arche der heiligen Dreyeinigkeit nebst einem platz, woraufer ein kiosterbauen ließ. Nachdem dieser convcm gestifftet war, wandte sich Hyacinthus nach Norden, um daselbst den Hey- den das evangelium zu predigen. Er gierig durch Massovien und das Königliche Preussen, von dar durch Pommern in Schweden, Dänemarck, Norwegen und Schottland,und stjfftete anverjchieve- mn orten viel klösier seines ordens. Nach diesem that er eine reise nach Constantinvpel, und von darin Moskau, brachte auch viel Heyden zu dem Christlichen glauben. Dieser glückliche svrtaang gab ihm gelegenheit, ein prächtiges conv-nr seines ordens inKiow zu stissten, allein die Tartarn eroberten diese stadt mit stürm. Als selbige aber einziehen wollen, nahm Hyacinthus die nebst einem Marien-büde, welches von alabaster war, und ergriff nebst seinen ordens-brüderndie flucht nachdem stadt-thore, sonach Polen zugehet. Da er nun daselbst kein schiff fand, um damit über den Dnieper zu jetzen, soll er über solchen fluß aufdem waffer gegangen seyn, nicht anders als auf der erden ; seine ordcns-bruDer aber sollen auf dem meß-gewand gefahren seyn, welches sie ohne emtzige gefayr an das uftr gebracht. Hyacinthus setzte jeine reise bis nach Cracau fort, allwo er 2jähr blieb. Nachmals gieng er m die Tartarcv, und bekehrte viel daselbst ; ja er gieng so gar bis m Indien. AIs er wieder zurücke kam, starb er zu Cracau,den iü aug. an. 12; 7. Er wird wegen seinen grossen wundernttMLumLnirgW genannt. Es haben auch viel Könige von Polen seine c3nu»,ll»r,on verlanget, bis endlich Pabst Clemens VIII an. i?y4 sein gedacht- niß aus den 16 aug. zu ftyren verordnet. Sein bruder war der heilige Ceslaus,gleichfalls ein Dominicaner zu Breßlau. /chnzles ci-6. vomin. 6ü vir. clar. or6. k-LMc. s L»A^r- «»> r. z. 11. 27 §. II. 6c Lilck. crullit. io- 6ign. c. 6. Hyacinthus / ein sohu Amyclei, Fürst zu Amyclä in Pelopon- ncso, wurde zugleich von Apollo und Zephyrus gelieber. Die -wett» geben vor,daß, als einsten Apollo sich mit ihme m werffung des lliiki, ( so eine flache runde scheide, welche man grad in die höhe werffen muste) zur iust übte, habe Zephyrusausneyddcn6,lcu>» des Hyacinthi nüt solcher heffligkeit zurück aufdesten Haupt getrieben, daß er alsobald davon gestorben. W-e sich nun Apollo sehr darüber bCtl.'ÄLt, Äst habe die ihn wiederum zu trösten/ das blut deS jungen Priimen in eine blume seines namens verwandelt, welche eine purpur-farbe hat. Sie wollen auch, daß zum angeden- cken der von Apollo über solchen tod geführten wehklag, die Grie- nach Rhodisgmd von dar nach Mylasa wieder zurück, als Labienus das kleinere Anen verlassen halte. s^--. Ho». vo>z§c 6' n^i,e. ein fest, welches man zu Argis bey eingang des monats »---ms-, der Telesillä zu ehren feyerte/als welche, da der Lacedämonier König Cleomenes die stadt belagert hatte, das frauemvolck c»mmr„6>rte, und dieselbe tapffer llefenss-r- te. Die weider zogen alsdenn manns-Ander, die männer aber weiber-kleider an, und man vpfferte der Veneri oder l-u»«. /»«< in OrLcis teriscL.k^/oÄM 6c ttitis Or«e. z I. ; Hyde / eine vornehme familie in Engelland, welche von langen zeiten her in der Provintz Cheöhire in gutem ansehen sich befunden. Derjenige, so dieselbe am meisten empor gebracht, ist Eduard Hy- de gewesen, welcher zu der würde eines Gras en von Clarendon und eines Cantzters von Engclland gestiegen. Seine merckwürdige i-rs sind in einem absonderlichen ar'licul zusehen. Was seine Ander und nachkommenschafft anlanget, so hat er mit Francisca,einer tochrer, und zuletzt eintzigeu erbin des Baronets Thomä Ailesbury, weicher bey dem'Könige Carolo I die stelle eines Requ-lenmeisters bekleidet hatte, 4 söhne und r töchtern gezeugt, nemlich(i)Henricum, seinen Nachfolger in der würde eines Grafen von Clarendon,von welchem unden; (s) Laurentium, Grafen von Rochester, von dem gleich» falls unden; (P Eduardum, welcher in dem mittlern tempel zu Lonben sich aufdie rechtsgelehrsamkejt legte, und unverheyrathet starb; (4) Jacobum, welcher einsmals, da er den König Iaco- bum ll, damahligen Hertzog von Iork, nach Schottland begleitete, aufder see verunglückte; (;)Annam, mit welcher der ietztgedach- teHertzog von Hort sich vermählte, und4Printzen wie auch; Printzeßinnen zeugte, welche insgesamt in ihrer kindheit stürben , ausgenommen Maria und Anna, deren die erste eine gemahlin des Königs WilhelmiHI, die andere aber dessen Nachfolgerin aufdem Englischen thron wurde; ihrer beyder mutler, die Hertzogi» vort Work, nachdem sie vorher sich zu der Catholischen religion bekennet,starb den ;i mertz an. 1671, in dem ?4jahr ihres alters, und bekam ihr begräbniß z tage hernach in Henrici VII capclle zu Westmünster. (6) Franciscam, welche einen Lissuire in Here» fordshire , namens Thomam Keigtley von Hartingsforddury, heyrathete. Der älteste söhn Henricus erbte an. 1674, nach feines Vaters tode den titul eines Grafen von Clarendon, und empfieng von dem Könige Jacobs II, gleich in dem ersten jähr seiner regierung, die würde eines geheimen Sttgel-bcwahrers, ward auch bald hernach als Lord Lieutenant, oder vicc-König, nach Irrland geschickt. Allein weil er daselbst den absichtenderjenigen,welche den Wachsthum derCatholischen religion wüntschtcn, sich allzu eysrig widersetzte, sa muste er nicht nur bald wieder von daiuien zurück kommen,sondern auch die siege! von sich gebe.Er starb an. 1709, nachdem er zweymal vermählt gewesen (1) mit Theodosia, der dritten tochter Arthuri, Lords Cape!; (2) mit Flora, einer tochter und eintzigeu erbin des Liguire. Wilhelm Backhouses von Swallowfield, und einer Wittwe des Baronets, Wilhelm Backhouse. Mit der letzter« hatte er kein And, mit der erstem aber einen eintzigeu sohnEduardum, welcher ihm, nachdem er vorher Lord Cornbury geheißen, in der wurde eines Grafen von Clarendon lucceMte- Es vermahlte sich derselbe mit Catbariua, einer tochter Henrici, Lords Obrien, ältesten sohns und erben Henrici,Grafen von Tbomond. Die Ander, so er mit ihr gezeugt, sind -) Eduard, Lord Clisto» und Cornbury: 2) Cathcm-> na, welche nach ihrer matter tode, das absonderliche recht einer Baroneßin von Cliston erbte, und an. -?°8 in dem iS iahr yreS alters ledig starb; worauf solches recht auf oberwehnttn ihren bruder fiel; z) Theodosia. Laurentius Hyde, des Lord-Cantzlers Eduard, andrer söhn, stund in gar sonderbaren gnaden bey dem Komge Carolo II. An. 166c war er einer von den vier ocpmirten des unter-hausts,welche der Universität zu Orsord für die an dem KonigeCarolo I erwiesene treue 5oic,i.i-c-r danckeu muste», bey welcher gelegenheit man ihn r,,m voÄorc suris erklärte. An. 1678 ward er nach Holland an den Printzen von Oralsten gesendet, um demselben die fortsetzung des kriegs wider Franckrejch zu rathen. In eben demselben zahr ward (Krrrr ;) er, hyd !bn"dasDar!a^^il?ci>!er absonderlichen »cl-lc-L mit unter die- ?^n aussck,liesiüna von allen öffentlichen ehren-amtern SÄL ^ A«n di-s-- ---m-dw ftme kn^nMuna vor ihn, und machte lhn den 24 avril an. 168 l zum vi^Äafen Hyde von Kennelworth, wie auch Mn Baron von Molton Basset, den 29 nov. an. ;682 zum Grafen von Rochester, und den A aug! an. 1684 zum Lord Präsidenten seines gehe.mden Hkatbs Der König Iacobus II gab ihm den 16 sehr. an. das mn?ei'nesGroß-schatzmeisters/ und nicht lange hernach den Ritterorden des hosenlxmdes. Als er aber sich angelegen seyn ließ, zu verhindern , daß nicht an statt seines bruders, des Grafen von Clarendon, derGrafvon Tyrconnel Lord-Lieutenant von Irrland werden möchte, auch sich weigerte, zu der Catholischen religion M treten, iiel er einiaer Massen in des letzt besagtenKomgs ungnade,und muste ,u L-Z SL .«-6 d° - m-d-ck. aen indessen weil ihm dagegen eine lahrliche pe»6on von 5000 pfund sterlings angewiesen ward, so ließ er nachmals von ^acobo II sich nach Holland schicken , und that daielbn vor dessen "nc-elld so viel, als meinem vermögen war. An. i 6y i den l mart. nahm ihn der König Wilhelmus III unter seine geheunde Rache auf, und den 12 dec. an-1700 erklärte ihn derstlbezumLor^Licutenomt von Irrland- Mit Henrietta, der funfftcn tochter Richard» Boyk, Grafen von Burlington und Cork, zeugte er nur einen söhn, Hen- ricum, Lord Hvde, und 4 töchtern, nemlich (i) ^tnnam, vermahlt an Jacobum Butler, Hertzog von Ormond; (2) Henrietram, vermählt an Jacobum, Grafen von Dalkeith, ältesten söhn Ha- cobi, Hcrtzogs von Monmoulb ; (;) Marlam, vermählt an §ran- ciscum, Lord Conivay; (4) Catharinam. Der lobn, Hcnr>cus, heyratbete Iohannam, eine tochterdes Ritters Wilhelm, Levi,01, Gower, welche ihm 5 töchtern gebohrcn 1) Henricttam ; 2) An- nam, welche an. 17--9 starbIohannam; 4)Calharmam und Cbarlottam. 0/ 7, p -ü- , ;>6. 77^/7», iicip cc, LuZIizli. llikocy p. rüy, 46». Liss. vvl. ^yde/ ( Eduard ) Cantzler von Engelland , und ein groß-vater der 2 Englischen Königinnen Manä II und Ännä. Sein vater Hieß gleichfallsEduard, und worein Ritter, wohnhafft in Cheshire. In seiner jugend lluöirte er zu Londen in dem so genannten Klivie lernte die rechtsgelehrsainkeic, und als er hernach einen absonderlichen eyfer vor das Ereil- des Königs Caroli I sehen ließ, machte ihn derselbe nicht nur zum Cantzler von seinem LxcK-guer, sondern auch endlich zu einem seiner geheimen Räthen. Der König Larolus II schickte ihn in währendem seinem exllio . mit dem -Nr. Ecr seines -imd^M>ll-urs, in die Spanische Niederlande. Einige zeit hernach gab er ihm das amt eines Staats-s-E^,,, und letztlich erhub er ihn zu der Cantzler-würde. In allen diesen bedienun- gen erwieß er sich so verständig, so redlich und so unverdrossen, daß ietztgedachter König, »ach seiner Wiedereinsetzung aufden Englischen thron, ihn in der würde eines Cantzlers von Engelland bestätigte , auch den ; nov. an. 1660 zum Baron Hyde von Hyndon in Wiltshire, und den logpr- an. 1661 zum vicc-Grafe» Cornburyin Orfordshire,ingleichen zum Grasen von Clarendon, machte. Die Vermählung seiner tochter, Annä, an des Königs bruder,Jacobum, Hertzog vo»Vork, vermehrte sein ansehen gar sehr,und seine sonderbare geschickltchkeit brachte zuwege, daß Carolus II eine geraume zeit seinen rathschlägen am meisten folgte. Allein dieser vorzug erweckte bey vielengrossen einen neidwieder ihn,und bey einem amt, wie das seinige war (insonderheit bey der damahligen bcschaffen- heit des Englischen Hofes ) kunte es uninüglich seinen feinde» a» allerhand scheinbaren beschuldigungen wider ihn fehlen. Den 10 jul. an. i66; übergab Georg Digby, Grafvon Bristol, dem oberhause desParlaments sehr viel articuls wider stine pcrson.Es wurden aber dieselbe, mit Zuziehung der Ober-Richter desKönigreichs, den 14 jul. vor unzulänglich zu anstellung eines peinlichen proc-lidr erkläret. Wiewohl er nun solcher gestalt in seinen vorigen würden blieb, so hatten doch die vorbesagte vorwürffe bey vielen gar »ach- theilige iinpr-lston-s von «hm hinterlassen, und bey dem Könige selbst verringerte sich allgemach die vorige gcwogcnheit gegen ihn. Danncnhero, als man wegen den vielen unglücks-fällen,womit der Englischestaat in den jähren iS66 und 1667 heimgesucht worden, vor rathsam hielt, einen oder den andern grossen dimill-r dem Unwillen des volcks gleichsam aufznopffercn, war sich desto weniger zu verwundern,daß seine feinde gelcqcnhcit fanden,mit grösser»,Nachdruck an seinem untergange zu arbeite». Zu solchen, ende wurden den 6 nov. an. 1667 aufsneue viel articuls wieder ihn indem unterhause des Parlaments eingegeben, und selbige 6 tage hernach in dem „amen der Gemeinen von Engelland, dem ober.hause ordentlich vorgetragen. Die Haupt-puncte solcher und der zu erst erwehn- ten anklage gierigen dahin ,) daß er den, Könige gerathen, sich in den stand zu jetzen, eine willkührliche gemalt zu -x-rciren; 2) daß er durch allerhand reden und Handlungen den König bey seinen Unterthanen m den verdacht zu bringen gesucht, als öd es derselbe »n seinem hertzen mit der Römischen kirche hielte; z) daß er sich ftlbst in den crell.c eines sonderbaren Patrons der Englischen kirche zu ictzen getrachtet, und dennoch den Römischen Hof, wie auch die Gngliiche , in unterschiedenen begebcnheiten mehr flat- tltt, als es einem Protestanten zugekommen; 4) daß erden schädlichen Verkaufs des jee-haffens Duynkirchen an den König von Franckreich zu erst auf die bahn gebracht und befördern hclffcn: E, Vermittlung der heyratb zwischen dem König und der "Arsche,, vicht die gehörige Vorsichtigkeit gebraucht, auch dabey hauptsächlich auf seines schwieger-sohns -'-»«sss- ge- hyd gen sich bemühet; 7) daß er mit desKönigs feinden u^ liehe corrcssonllemxen gepflogen; 8) baß er in vielen andern stückm wider des Komgs und des Vaterlandes bestes gerathen und ^ delt,u. s. w. Ungeachtet das ober-hauß;i,nlichwohlvvribn ° net war,, so sahe er doch vorher, daß jeine feinde die ober-baÄ halten wurden, und beschloß demnach, sich bey zeiten änderst wohin zu rcririren. Er ließ aber ein schreiben an die sämtliche ksm non Engelland zurück, wonnnen er mit grossem Nachdruck ausdiewi, der ihn vorgebrachte beschuldigungen antwortete. Doch den ,' dec. war dieses schreiben, aufdes Parlaments Verordnung, dured des henckers Hand verbrannt, und den 18 dec. verglichen stch bcrd Häuser, wiewol nicht ohne viel wiedersprechen, wegen einert»» so nachgehends die Königliche bestätig»»« erhielt, vermöge deren er aller seiner ämler verlustig seyn, und auf seine gantze lebens zeit das Reich meiden solle. Indem dieses wieder ihn vörgieng, hatte er sich nach Frankreich gewendet, allwo er die stadt Mvntpelier m seinem aussenthalt erwählte, endlich aber zu Reuen in derNorma^ die den 19 dec. an. 1674 daS zeitliche gesegnete. Von seiner nach- kommenschafft ist der vorhergehende articul zu sehen. JnwähM dem seinem Wohlstände hat er, aufbefehl des Königs CarvliII, die Historie der zuletzt vorher gegangenen rebcllion geschrieben, und nach seinem tobe ist eine geschieht seiner zeiten , und vornemlich seines Miiiilteni, herausgekommen, welche er in währendem seinem exilio zusammen getragen; So wohl das eine, als das andre, wird durchgehends sehr hoch geschätzt. K-ip wLnxini, tMmx p 269. p. 161. lie t-r/L. Hyde/ (Thomas) ein hochgelehrter, und sonderlich in den Morgenländischen sprachen treflich erfahrener Engelländer, ward zu Billingsley »,,Shropshirean. iü;6 von Ralph, einem Prediger gcbohren. Schon in seiner jugend thäte er so grosse proZr-Nn, daß man etwas ungemelnes von ihm verholte; wcßlwcgen erauch bey Verfertigung der Englischen Po-Zioicorum von Walton zu hülffge- zogen wurde, wie er sich dann in cm-ewon des Arabischen, Syrischen, Persischen ö-c. gebrauchen liesse, und dcn pcn:LicucKuw i-cr- licum so wohl in Persische ciiLsZÄcrcs übersetzt, als auch mit eim Lateinischen Übersetzung begäbet. Er verstünde aber nicht nur Hebräisch, Arabisch ü-c. sondern auch das allePersische undMedische, uiid konle dergleichen schriften lesen, die ausser ihme niemand in Europa konnte-^ Das Chinesische hat er von einem gebohrnen Chineser, Schin Focung, ( welchen die Jesuiten mit steh aus China gebracht, da er etwa, ;o jähr hatte, und in der Chincstschen Merkur sonderlich wohl geübt, auch der Lateinischen sprach Nicht uuerfabrenwäre,) crlchrnet. Erwürbe in dascolleZiumk-zi. zu Oxford als ein mit-glied rccipi-rt, und an. ,66z r>I,orUccgsj,iz der Bodlejanischen biblioilicc. Er promovlrte nicht nur zu erst in kUgiidrum . sondern auch hernach in v°ü°. rcm 1'licologiL , und wurde in gedachtem Oxford prolsssai der Hebräischen, und hernach auch der Arabischen sprach; wcirers an. 1678 ä-cwllisconus zu Gloccster und an. ,697 cznomcurzuOktdrd. Seine heraus gegebene schrifften sind : OrsioZu! nivüo-K. jrnce in toi.; VTitznlL longir. öc Iztiiull. llellrruw bxLrum ex obldivL- tioncUlujzi, Lcißlli ex perr. in l.sc. vcriL Üc commeiitLr. jlluflrZtLMg; -ebrLliLm kcn ?crirol Orcliok i,LolLw,oder Lormou^pbiZMilLateill- übersetzuiig und anmerekungen, in 4; i>ZÜLkus lu-li- on-w-li. um in 8 ; st>ito-iL jiüligion. vcrerum pertsrum ; p^ittolL ss mcnium L 9on, bey E-Berhartst haben ein gestir» daraus gemacht.02,,,/. lw. 9 mcrsm. ü-F-m-ltw». IDt OfhIOIILss, von u-dw^LguL, und^>r nichts anders als eine waffer-orgcl,dergleichen bey den alten M bius erfunden, hat. Sie bestund aus vielen pfciffe», die im wM stunden, doch jede in gewisser lliilaux, „nd wenn das wafler erM wurde, gab sie einen schönen klang von sich;A»cin diese wWlM ist nach der zeit verlohren gangen. ll- rcb. llcpcra. r,r>/c HH)K0kIR.I8'I?I.'I'L>sihc^c!U^ii und H^OKOklssOKIsswon ück^, -gu-, und-->, k-w. zu Athen ei» fest, darinnen man die betrauerte, die im smB luvio umkommen. Zu Aegina hielt man ein fest gleiches nnm dem äpoiiin, zu ehren im mvnat Oclplunio, wobeyallcrhM w streite angestellet wurden. 74/0/-^. Ä^drusa / oder iMos, eine Gricchische insul unter V» tianischer botmäßigkeit, welche einen brunnen liat,v>p.^ nannt, dessen wasser sich nicht mit dem wein vernnjchen >!>!!' . oder gesundheit /eineheydnischegötti'','« vor des Aesculapii tochter, von einigen aber vor deßen 0. ausgegeben worden. Ihre brüder werden Machaon und r rius, ihreschwcstcr aber Iason von dcmGriechijchcn wori»-- > heilett/genennct- o-xz-. >» li>mn. x-nM. w)lb. I « I> «i !- in k> t« ki l!l tt! i« d« !« sll! k ili l» ki si «! lt d l« 1.1 !! hyg hyp . Tyginus/ ein AtheniensischerpKüofopkM, welcher Telophoro in dem Römischen Bißthum Lcc-Mrte. Er war derjenige/ welcher die weyhung der kirchen und den gebrauch der vaihen bey der tauff einführte. Der Bischoff zu Smyrnch Polytarpus, wurde von ihm «rllimret» rie luCcept. inkLnr. ex ds^riimo. ^i^Zinus / ein berühmter QrLMmscicuz. des Kaysers Augusir fteygelassener, und des Ovidii sehr guter freund/ war/ wie einige wollen, aus Spanien/ ober/ wie andere sagen/ von Alexandrien gebürtig. Er hat verschiedenes geschrieben, worunter sein üb» Lsbu- Isriun und xoetieon -ttronom-cum. Ein anderer dieses namens hak Ii!-rum ßiowmicuii, iive - lo/opl.o- ihrer zeit übertraf. Der BischoffSynesius nennetesie seine Meisterin in der miiot'oMc/ und bezeugte ihro grossen reipe«. Auch warihre lebens»art sehr wohl eingerichtet; dessen vhngeachtet muste sie eines erbärmlichen todes sterben; dann als sie mttOreste/ dem Louverncui- von Alexandria/ des dortigen Patriarchen Cvrtlll fetn- dc/in guter Vertraulichkeit stuhnde/nnd die unter diesem ober.hanpt stehende geringere Geistliche auf diese gute vE -m argwohn faßten/ als verhetzte sie Oreflem noch mehr wider Cyrtllum/ griffen sie bey ersehener gelegenhett zu einer so verzweifelten mache / daß sie dieselbe nach vielen dreien Mißhandlungen endlich miß raserey mtt steinen oder scherben-stückem zu tod schmissen/ ja so gar den entsteh ten cörper in stücke zerrissen. CMillus hatte hieven wenrg ehr/wantt solches durch seine oröre geschehen wäre; es wird aber ein gewisser Petrus / leser der kirchen / für den haupt-ursächer dieses tvds gehalten. Sie soll schön gewesen styn/unv bey Mdoro/emcM AioA-o zwar in der ehe/ doch jederzeit als eine mngftau/ gelebt haben. Ihr rod fallt ohngefehr in an. 4';. Sie hat einen commc-,r»-um über Oiopk-arum ' Ornonew ^ttroliomicum und in LotucL ^pollonii geschrieben. cp. ir>, 80, 114. §oc». inil. ecci. I. ^ c. 5. Ärce//,. I.lch c. >6. §«r4^. pr^I. in Lucl. lle pllil- üc icient. MLivcm. ttitkor. muiiücum pliiioio^iiLrum. * 6vvatius/Kaysers Anastasii vettcr/ ein berühmter General/ hatte/so laus sein vetter lebte/grvssen theil an der regicrung. Nach ^yp 8^2 de^zEm kaum e^ ^'kden th ron zu setzen / und wur. ?"E'l «"N sprung ihrer gotier/ und die reise / so Avollo in selbwVllnv Aan haben soll / beschrieben. Phcrenieus meldet / da^ sic von^den ^^u- hergestamet/ und,ich mit Saturns nach deren niederla" ge dahtn begeben hätten. Die Römer suchenden Ursprung des namens ihres berges i^ann, den ; und wie Kell! Lbdreviskor Melvtt/ sSsvll tiNks solchen liyperborei kochtek / Mit »amen Phalanta oder Pallanta / dahin gekommen seyn'/ a s Rom erbauet worden / und Latinum von dem Hereule empfangen / auch darauf dem berg von ihr» die benennung gelassen haben. Pinda. rus treibet mtt chrer religron das gesvorte/ wenn er meldet/ baß sledemApMm hakte csel.zn opffern pflegen / welcher sich dann des lachtns nicht enthalten können / wenn er derselben obren so schön ausgeputzt gesehen. Allein Solinus erzchlet recht ernstlich^ daß sie dem Apollrm Del,» ,hre ersten fruchte durch keusche jungfrauen ubersandt hätten. Die Grrechen schickten ihnen im geaemheil grosse geschencke / um selbige dem Apollini zu bringen. Clauvianus de- Mercket / daß dem Apollini sonderlich die greissen ge- Dtedmet gewesen. Durch das Hyperbvrifchc meer wird insgemein den die berge verstanden / so anietzo die Stolp-bergr missen / und m der nördlichen gegend von Moscau gegen dem ausfluß der Obs zu lrgen. Durch das Hyperbolische volck aber werden die leute litt dem mttternächtlichen Sarmmien verstanden/ wie auch diejenigen/so nahe an den see-kusten wohnen. LroL s/c., gs conl. Koo. t. 9. stscl, Hypertdes/ ein rednervon Athen/ des Plmomsund Jsocra. irs üNc.pu!. hatte auch theil an regierung der statt. Er widersetzte sich den beyden Kontgen/Bhilippo undAlepandro N- sehrstarck/ M er ihre steigende macht seinem VMterland für peemäici-rlich hielte ? er war dabey so gewissenhafft / daß er zu erner zeit die schönsten xromcneii des Harpalt ausschlugc / als es aufLaredämonloß gehen solte / ob schon er gegen selbige nicht weniger feindselig gesin» nek war. Nach AlexandnN. rod und der Atheniensern durch An» ttpmer bey Cranon erlittenen blutigen niederlag / als dieser o-ne. rm über alles meister wurde / und sich Hyperides von deme wegen te/ flöhe er in die insul Aeginam zu dem altar»iepki,w/ wurde a» der daselbst von einem / namens Archias/weggerissen/ und nach Cormthus zu Antiparro geschlept / welcher ihm so gleich an die foh ter schlagen Ueß / um also so wohl die geheimnissen der statt Athen/ als dre seitherige scharffste feinde der Macedonier/ söihme bewußt waren / auszupressen; sein helvemrnuth wäre aber hiebe» so groß / daß er um nichts verrathen zu können/ sich selbst die zunge abbiß/ worauf sich auch Antipaler mtt seinem tod bemigen muste. m A ich gehe. Diodorus macht ihn zu 84mim bruder / und sagt/ daß er zuerst den tauff der sonne/ des Mondes und der andern sterne beobachtet/ und die stunden unter» schieden habe. ^yperius/ (Andreas Gerhardus) war zu Wem in Flandern den i6 mahnn. i;n gebohren. Sein vater/ein allvoc-t, liesse ihn an verschiedenen orten studieren / und befahl / da er sterben solte / thne nach Paris zu schicken; er gieng auch an. r;r8 nach gcschlos« senem frieden dahin / und bliebe daselbst biß an. i;z;/ da er neben den l'iieologicis auch ir>e- rgrionc ttuciii1?!,eo!o- mci; 6- forwsnllis eoncioriibus ; cisLkeliloZo; lle ijUOii<ÜsnL ieSione Lc msciirski'onc sscr-irlim tirersrum ; lle csrsLtiell; 6s publica-r- psupe- tes beoeLesitiL r Nv tttis!-- ecclsLsktsis; cle -snjuKi«, wmillrorum c«- hyp hyr . Md. in vitis Lveoloßorurti p> 187. ^ ^k>vvermttessret / eine von des Dangt, KotttgZ von Argos/ ;o töeütern, jo an Lynoenin, einen von Äegypti zo söhnen, vermählet hyr hys bubi / der sich dadurch juck Herren des Zanken . gttraueke/ bilttcriistiger weise gelobtet wurdc/weswen^E nus/ um sttnes vaters tod zu rächen / äufPtblemä^e^' aber ihm nichts anhaben kunte/ weilseinemu er, d8u dazu,na! Ptolemät gefangene waren. Er stund andere' schivesterii/ daß sie nemllch ihre männer gleich in der ersten zu hulff war gel uffen worden /^ und wurden die belagerte nÄ? nacht/ da sie bey ihnen lägen/ umbringen svlteu / sondern ließ Lyn- eeum leben / und zwar mit dieser bedingung/ daß er ihre jungsraii- schafft ihr nicht nehmen solle. Als Danaus dieses erfahren / warst er sie ins gefängniß/ jedoch wurde sie bald hernach ihrem ehemanne zugestellet. «/F-X ^vpsidratea/ des Königs Mithridatis gemahlin. Sie ist darr bekannt/ daß/ weil sie ihren ehe-Herrn bertzlich geliebet, sie ihr aar abgeschnitten, manns-kleider angezogen, retten gekniet, und mrstchr tapferen gege!iwcI)rziilttstdi 7 rch"hunq^^A ^ bracht^daß HyrcanuSMs für em glück zu schä^ mit dieicm beding den ftttden zu schiiessen/ daßdie Mn N wehr aussse crn/dic vcstruigs-werckc zuIerusalem schlMn,, ^?^ udrtgen dem Antiocho ,o wohl gleich m,e summ ^ 2-7 als hernach auch einen jährlichen cr.vm erlegen sollen. HyreaL stunde nach diesem in gutem vernemmen mit obigem An« tete dene auf seinem grossen feld-zug wider den ParkhisA KL M gmÄuitt wüsten zu führcw uin demseiben auf ftmer flucht vor Ay^ind hatte auch"zultt^dasi!nck / En! ^-Nnnil ido/pejo nachzufolgen-^ LgeV 6xpsicreon / von Mileto in Iomen/ vermählete sich mit Ncä- ch Phönicim "^zchn^un^ siimn qcwal^ LZSLL'SS L»8«iA!KMMr an den tag gekommen war, brachte er sie auf.die insul Naxos m den «S-r/ «D daselbst besindlichen tempel der Göttin Vesta. Daraus kam Hypjl- creon, und forderte sein weib, welche ihm aber die Natter nicht folgen lassen wollen, weil sie unter der Göttin schütz war. Vieles veranlaffete zwischen vbbemeldten beyden volckern einen krieg. H vpsipvie/ Königin von Lemnos, wurde von andern weibern aus der »n,ul Lemnos verlriedcn. Denn nachdem selbige alle ihre Manns - Personen, und so gar auch ihre eigene vater und manner umgebracht, wollen sieHvpsipylen nicht milcr sich leidcn,weil sie ih- mtt den Römern emen bund / eroberte Samariam/ Sevibm n nebst andern örlern mehr / und regierele über die Jüden , wiewolohnc amnaßung des Komglichm liiuls. Erememe^ schon von seinem vater mit den Römern ausgerichteten bund/> g schiene semc ireundscham selbigen sehr augeuchm zu seyn/ a Z durch sta^niiader Nachbarn Syriens dieses lctstere reich umso mehr zu schwachen verhvsslen- Solisten hatte er sich ein sehr!« rett rü den Pharisäern gehalten / warst aber endlich/ bey einm ga»tz sonderbar,, anlaß/cme gantzlichemigriadaufsolchesttk/chlM j,ch von der ze„ an zu den Saddueäern/ und starb gleich im M res vaters Tboas verschonet. Darauf wurde sie aufdcin mecrvon jähr / (so das 6z° jähr der stadt Romi>mlhm r ttmgeinee-raubcnl gesnigen/Mid anLycurgimiKom söhnen. i. ,z aneiq. ^ ^" VlMerlaMg, r verkaiiffswelcher sie zu seines sohns Archemori amme n,achte Penn kurtz zuvor hatte sie zwillinge gebohren, die Iason auf der reise nach Colchis mit ihr gezeuget. Nach diesem geschahe es, daß sie den Ar- givern zeigen wolle, wo die brmiioqiicllL.mgia wäre, und dahero ,hr pstege - bind inzwischen milcr einen bäum setzte, welches mtter- dcssm von einer schlänge qctödlct wurde. Hierauf wolle sie Lycnr» aus todten lasse», Adrastus aber und die andern Ärgster erhielten Ae noch bey dem leben. Ihre geschichte wird von andern gantz an» berserzählet.Die gdttinVcnuö hätte alle weider inLcmno stinckend emacht, daß die männer nicht um sie bleiben konten, cü sey nun, ?aß diese stauen die opffec dieser gvltin unterlassen, oder daß sie dieser insul gehäßig gewesen, weil man sie da mit dem Kirne jm ehe» vruche ertappet hätte. Die männer enthielten sich also ihrer wer, der, und brauchten ihre sclavinnm, welches die weider in solche ra» serey setzte, daß sie eine allgemeine mattLcre des gantzen männlichen geschlechtes vornahmen. Die cinigeHypsipyle verschonte ihrem va» ter Thoas, gab aber vor, als wenn sie ihn ebenfalls aus dem wege geräumet hatte, und ward darüber Königin. Eine zeit darauf ka» meu die Argonauten in die inful, die bey diesen Wittwen anqeneh. me gaste waren. Die Hypsipyle hatte vor ihre pottst-- den Iason, der zwey knaben Mit ihr erzeugte, aber sie doch zuletzt verließ. I. 4 öc - l'ueksicl. stl7s?8s8st'stlvll. sind eine gewisse art Icuth /die man findet in dem c/Lkstoxo der ketzcr des 4 seciill / mir dem beyfügen / daß sie den sabbalb auf eine sehr strenge art gcfeyret / daß sie das fcucr angebetet /und daß sie m ihren meisten lchr-sätzen und rcliqions-.übungm dasJudenthnm mit dem Hcydcnthum vermischt. Den namcn selbst haben sie bekommen/ weil stc die namcn/ GOkt der Vatler/ Sohn und H. Geist/ nicht amicmmcn wollen / und / da sie im übrigen an der lehre von einem einigen göttlichen westn lest hielten / solches gemeiniglich mit der bencummg ^ des allerhöchste,,/ andeuteten. N,L. OrLt. .9., Or-r. comrs Lu- nomiuin. * Hyrcania/ anietzo Mozendran genannt / war vorzeiten eine Drovmtz von Pcrsten/ wo anictzo Tabarcstam / Kilan und Gor- ginn llgen. Sie gehörte den Parthern / und hatte Parthm-Iand gegen mittag / Margmam gegen morgen / Medien gegen abend / und das Casptsche mccr gegen Mitternacht. Die hauvl-stadl darin- neu war Hyrrania / hernach Simaruse qenaiint. Diese Provintz ist so fruchtbar / daß ein weliistock dariiinei, mehr als 44 maaß wein / und ein fcigcnbaum in die öoschesscl feigen geben soll. ^jhr gctrevbe kömmt aus einem saamen / welcher aus dem Halme stillet / und Honig fleußt aus ihren östbäumcn. Das HyrcanischeMeer erstrecket sich vvn demMvscowltlschen Königreiche Wracan anfdcr nord- seite an biß gegen mittag an Fcrabath/120 Teutsche meil wegeS. Die breite abervonderProvintz Chnarcsma an biß an die berge von Circaffien oder Vchirwan traget yo meilen aus. ^in der mit» ten ist das waffer saltzigt / wie in andern mcercn / jedoch hat es weder ebbe »och simh; desgleichen ist auch kein guter haftn daran. Es hat insgemein nicht allzu liess waffer/ und ist dahero beyistnrm» Wetter sehr.gcsahrlich.Olcariusgibct cineweitlaufftigebeschreibung von dieser ,ce / als welcher gantz darüber gefahren ist / und unter andern berichtet / daß erinnert 2-, tagen zwischen Rcschal und Schamakap über 80 flussc paffiret / die alle in diese see fallen. not. orb. snr. i. z c. ro. Syrcanische meer / siehe das vorhergehende Hvrcattia. ^yrcernus II / Alexandri I ältester sohn/llEciitt< stimmvM in dem bohcmpriesterlichen amte / und halle auch recht zur kröne/ welche ibm aber sein bruder Artstobulus mit gewalk nahm/und «hirc nach weniger zelt so gar auch der hohm.pncsterltchen misse beraubte. Da hatte sich nun HyreannS allem ansehen imchiiinim zu hclffen gewußt / wo nicht Amipater/ verschon bey seinemv« das meiste gegolten halte/ und damahlen der Provintz JdliM vorstünde/thmc gerathen hätte/ zu Ama/dem köntge der Araber/ seine Zuflucht zu nehmen/ welches ilme auch so wohl auMa» gen / daß durch dessen hülffArisiobulus geschlagenund nithtM eine schwäre summ ^,irio„iclt wurde; als bald daraufPmM sich in dieser brüdcrn fachen / nach denen von seinem stand erhaltenen orarn, mischen solle/ wußte sich Hyreamis bey deine so wohlzu inllnuircn / und sein Vortheil so lrcflich zu betrachten/daß ihm mit dem reich „och das Priesterlhnm von neuem zuerkannt wurde. A thäte zwar nachmals Artstobulus / und sein söhn Alcjaiider Dem versuch / Hvrcauo zu schaden / es fehlte aber allezeit / biß endlich der unglückliche Hyrcanus auß Mangel nöthiger die dM c«lLri trcü'gclcistcie dienste thcur zu bezahlen gcuöthigclMsse/ und obwol diese oberwehme beyde feinde schon allbcrcil nmkomm waren/ dennoch anAnlipalcr einen so schädltchen widerstand hakte / daß sich dieser durch scm c-c. L Lnr><^. >. ,4 L 15. * ^ystaspes/ ein PcrsianischerPrintz. ErwarbesMmm oder/wie der „amc sonst auch ausgedruckt wird/ArMsW/« dem geschlccht der . »yd des Komgs Damm r. sie» vater. Er ist mit einem gantz andern Perser gleich» »mm nicht zu vermischen / welcher sonst«, auch Hhdaipcs gcmnnclaM und in seiner jugcnd eine reise in Indien accha» h» / " l'Iicoloeizm NLlurLlem Nthst dtV allrc>!c-zic begriff- ? rücke kam / communicirte er seine erlanglen wisscisschassm, um ' gis in Persien. Iustinus mache, sibl'v,c!wcrck,M^^^ ku,ist und wisscnschafftdcr znkniifftigcndingm / u>ibrM Christlichen Ichrcrcn/Cleiiwns.;!^^nyrmuniiidsattsHlll>.^tt h. sich gar sreymüthlg auf denen Weissagungen von ssblst 0'^^ doch das glanbltchstc ist/daß bey?«« e^ !ö/.,. I -- 3 - iab iac iac 873 Dieser buchstabe ist zuweilen ein vocF,? oder stlbst.laustnder, und bißweilei, ein conIdn-M oder stummer»buchstabe. Unterschiedliche völ« cker, sonderlich die Jtaliäner, Svanier, En» gel-und!Holländer sprechen daß Jaus zwey oder mehr verschiedene arten aus. Die alten Römer verwandelten jezuweilen IinU; als Oecurnu;, lVIaxurrms , für Oecimus , lVlaxi- mu5> wie den» auch der buchstabe E manchmal in I verwandelt wird.Jn den Römischen zeichen oder abgekürzten schrifften bedeutet dieser buchstabe die Wörter/ Imrs.IunmL, siuiiu5. sus, Im auch die zahl Eins rc. 10 c. 2Y. cle cauÜ5 iingu« ttm.lib. I c. 40. cle reüa pronunk. Iac. liriAU. c. 8. * Iabajahiten / eine gewisse stete unter den Mahometanern. Sie geben vor/ daß die erkanntniß Gottes sich nicht auf alle dinge erstrecke/ sondern durch die erfahruug vollkommen gemacht werbe. Desgleichen halten sie auch davor/ daß Gott die weit nur zufalls weise regiere / und nicht alle zukünfftige dinge von ewigkest her ge» wüst habe. /krc/r»t. empüe Orcorn. . ^abal, Lamechs sohn, und der bruder Judals, aus Cains geschlcchte/ war der urhcber derjenigen / die in Hütten wohneten/ und sowohl ihr vieh darinnen neben sich hielten, als auch nach aufgezehrter weyde von einem ort an den anderen zusamt denen hüllen herum führten; welche gewobnheit ihme nachmals viele Arabische, Africanische und Scytüche völcker, so unter den namen Scythä, Nomades rc. bekannt sind, scheinen abgelernt zu haben, so daß er eben in absieht auf diese leiste ein vater ober Urheber derer, die in Hütten wohneten und Vieh zogen, mag in heiliger schrifft genennet werden. 6s«e/s 4. //er,bist. karr. * . 'Fabes < eine stadt in Judäa in der landschafft Gilead, deren einwohner durch die schärffe des schwerdts ausgerottet wurden,weil sie den Jsraeliten nicht wider den stamm Benjamin zu hülffe kvm» mcn walten. Jedoch blieben noch 400 jungsrauen übrig, die an die übrigen von dem stamme Benjamin verhey rathet wurben-Ohn. gefehr 400 jähr darnach verheerte der Ammoniter König Nahas das land Grlead, belagerte aber sonderlich Jabes sehr hart, und wolle den bürgern keine bessere fciebens.conbstionen eingehen, als daß sie ihm die stadt übergeben sotten, und sie zwar ausziehen möch» ten, jedoch daß einem jeden das rechte aug auSgerissen würde. Al« lein Saul schlug die Ammoniter, und entsetzte den ort. /«ss.ri. i >Ls»r. 11. nor. orb. am. p. 6;7- Jabln / ein König der Cananitcr, hielt Israel 20 jähr in der dienstdarkeit, worauf seine armee unter des Sissera commLn- 60 von dem Barack geschlagen wurde. Die schrifft meldet von ihm, daß er 902 eistrnewagen gehabt, /sssn. /« imposseurs inttKNW. "kacca/ eine stadt in der nördlichen gegend von Aragonienmebst einem tttadell und Bißthum, so unler den Ertz.Bsschoff von «Lara. gvssa gehöret. Sie lieget am flnsse AragonJinten an dem Pyre» iiälichen aebürge, 16 Spanische meilen von Saragossa gegen nor. den zu, 8 von den Französischen grautzen, und 8 von Huesta in Aragonien nord. westwärts. Die eimvohner geben vor, daß diese stadt von Baccho zu erst sey aufgebauet worden. Jedoch schreiben andere/ daß sie Pompclus erbauet habe. Philippus II ließ dielen ort in ziemlichen defensions-stand setzen. öe1ckl-e>bun§ 8pan>en x>. 4 n. cleiicer cle i'ssfpsgne p. 666. (Jaccetius/ (Franciscus Cataneus) oder Diaccetus / ein be» rühmter kbilosopbuL.wardcn >6 nov. an. 1466 zu Flvrentz gcbvb» ren / und wurde des Marsilii Ficini discipel / bey welchem er auch dergestalt zunahm, daß er so wohl vor einen der besten Platonischen Philosophen seiner zeit,als vor einen trefflichen Redner vaßiren Ion« te. Er fvlgetc in der philosophischen profeßion dem Ficino, welcher ihn darzu tüchtig erachtete. Er starb endstch an. 1522, wurde bey seinen vorfahren in der kirche zum heiligen Cceutz begraben,und hin» terließ 1; söhne. Er hat verschiedenes geschrieben, als cle pul- ckro libro; rre5; cle smore libror rr«; psi LplirLÜn in poüücuin T'kesgenem klLtonis; in ^rissocclem cle coelo Lc meceori;; enarrL- tionem in I'laMnis Ivmpolium; orarionem in Innere laurencii Xss- clices ; epiliols; VLNL8. Sein leben hat Euphrosi-nus Lapinus be» schrieben. Es war auch ein anderer dieses namens Lsnonicus zu Flvrentz, Päbstlicher I'rotonot.vin; , Oocror der rechten und Bi» schoffvon Fiesoli, welcher dem Loncilio zu Trident beygewohnet, und den 4 nov. an. 1 syz verstorben ist. Er bar virsm clkriHi und IVlLri«; 8. Oominici und einiger Blscböffc von Fiesoli ; verschiede» ne Icrmones; episteln und evangelia auf das gantze jähr geschrieben. äeIcripr. flor. LAI-e/Itsl. iLcrs p. ;4o, und curirtc die kranckbei» ten durch verborgene dünste und magische cbsrLcssere;, wodurch er sich einen grossen »amen erwarb. Man sagt auch, daß er dadurch eine pcst vertrieben die in gantz Egvpten graßwet, und sonderlich die gisttige einflüffe des hnndsgestiriis, oder vielmehr der sonne, die, wann sie darein tnttct, und m denen heissen ländcrn bekannter maß sen offlmals viele schädliche kranckbeiten verursachet, sehr nach. drücklich zu mäßigen gewußt habe; woraus die Egvpter zur danck» barkcit ihm einen lcmpel gewiebmet, wvrinncn sie ihm bey öffcnt» lichen land.senchcn qeopffert, unv mit dem seucr vor seinem altare einige boltz.Haussen in der stadt angezündet,um dadurch die lufft von allen gifftigen dämpffen zu saubern. in voce ^ckcn, ex -L- tisno. * 'Jachiades / oder Rabbi Joseph Bcn Joseph Jachia / ein berühmter Rabbiner m dem i 6 len lecuio, ist zu Lisabon in Por» lugall gebühren, und gestorben in dem 4z iahr seines altcrs > 1 . IA. st- zryy, d. i. /Z. 0.1; ;p. Er lehrete in der 8ynsßo§e zu Imo» la, und soll sich durch allznhcfflig studiren lein lebens-ziel verkürtzec baben.Er hat geschrieben: IderecKttliLstm, darinnen er unterschied» jichc allegorische ort der Oemsr« auslegt. Ein auslegung der ge» botten des gesätzcs. chorar. Or. darinn er von der zukünffligen weit, paradiß und Hollen handelt; unterschiedliche commenranos, als über die z lAeZillor und HsgiograpliL. Sein parsphraliz über den Propheten Daniel, darinnen er den Jüden Hoffnung zu einer be» vorstehenden erlvsung macht, ist mit einer Lateinischen Übersetzung, unv allerhand anmerckungen, da auch des Juden falsche Glossen widerlegt werden , von L. i'Lmpereur zu Amsterdam an-16;; her» ausgegeben worden. Ein andrer Joseph Iachiades stockte in dem i zten leculo. und war das hauvssder Jüden IN Castilicn; sein ae. lehrsamkeit bestund in der Hebräischen vers> kirnst und wisseiifchafft der daher er auch über die Liilce oder decisioncn des Tal» nindS einen Lommenranum verfertiget, so aber aufbeiehl Vinccii» tu Ferrerii mit feucr verbrannt worden. Er soll das yostc jähr über» schritten haben. 8ckLl1ckeI. IlLlckabb. r. in LarLpK. Jackson/ (Thomas) einer der fürnebmstcn theoloqcn feiner zeitcn, in sprachen, küusten und wissenschaffccn, sonderlich in der IvlotLph-'iic trestich erfahren, mit welchem ein grosse tiefsinnigkeit, stattliches urtheil, nzid sehr weitläufftige lectur »1 Hissorici; und l>Llnbu5 verknüvffet war, ist gebohrcn zu Witto» bey dein stuß Wcer in Dunclm an. 1Z79 an 8. Thomas fest. Zu Oiffnrt legte er das fmidament zu seinen Kucl»; unter ansübrung Crankanthorp, und wurde an. l6o; lVlagisser arkiurn ; dann 8oc,U5 in Lollegio ctorpo- N5 Lkriill. dessen I'l-XkcÄuz er hernach worden, und 1622,8. ssbeol. 0 . und Professor. Über das genoß er auch etliche benolicia Lecle- liassica, zu erst in seinem Vaterland, hernach bey der kirchen 8. Ni» colai zu Newcastle upon Tync, endlich zu Witncy im Orsurtischen; dazu kam auch der vecsnsr zu Pcterburg. Wegen ,einem unsträf. lichen wände!, grosser freundlichkeit, gelehrfamkeit und arbeit,am» keil war er bald bey iedcrman lieb und werth, sonderlich bey Ertz» Bischofs Laud; obgleich ihm die Prcsbyterianer abgünstig waren. In alle theile der lheologie hat er liess eingesehen, sonderlich aber ließ er sich starck angelegen seyn, die eigcnschafften GotteS und die iac ^ r» articul des Apostolischen ^mdoii gründlich auszulegen. Ob sch^ -V- »ach den zelten des Dordracemschen 8^ao-ii gelebt M dockt, konte er sich keines wegsan denen llccrem halle«, mevnte die darinnen enthaltene fatalkat aller fachen, wie auch ch pLrnculLrifkrML krLNS-, seyen nicht nur in heil. schlifft unb M,u. den vcrnunffl ungegründet, sondern auch den eigenschMen Gstl-s und der aantzen reiigion zuwider lauffend. Doch war er kein M. sser, sondern modelt und ftiedens begierig; und deshalben Kkläne «r stä, in einer dedication an den Grafvon Pemdrvk, da er Mein Armlnianer durchqehechell worden, auf nachfolgende weiß: wann Aeieniaen,, welche so mächtig die Arminianische oder Lu. iberische lehren in diesen streit»Puncten mMilichen/ mir >wse r vuncren einstehen; 1) daß der allmächtige Schöpfer eine wahre freyheil habe gutes zu thun; 2) daß Äienachkömmlinst Adams ein wahre freyhek haben böser ku thun; so will ich mit denselben über nichts andres streu ien; es wäre dann, daß man noch hierüber dispmken niölle / ob über etwas anders/ als diese Puncten Zwilchen denArminianern und ihrem gegentheil/konte ein«» Ec- entstehen- Ich meines orrs kau nach memem mni. aen verstand nicht sehen, was ausser diesen 2 Puncten rw stben ihnen für ein realer unterscheid der mepnungm wvn kan. Jackson Ivurde wegen obigen Meynungen m dem indulen Twisso widerlegt. Er starb den 21 stpt. an. , and wurde in coil. Lorp. Lkcissi zu Orsurt zur erden blsiM. Seine schrifsten, die er heraus gegeben, sind in grosser anzchl z m mach seinem tod zusammen gedruckt. um kiner kbens.beschreibNg vbn Edm. Vaugban in; t°>, an- 16,-z aus tages kcht^kMiM, von weichen fa..vcr,.cv ... — sonderlich'berühmt und'hoch gefchäb?ist w'e grH auslegung der ariicuin desAvostolychen glaudens,rc./«f>?,^ i- css e/,r: ökAI-rce zjst, K. «»,2,. * ^acob/ der Patriarch, Jsaacs sohn, von der Rebecca. Er .weil er, als er aus mutrcrlcibe kam, mit sei, -6-» nwic E« war zwar der jüngere schn, je. ward also genennet, ner Hand des Esau fersen hielt. doch vcrkauffle ihm Esau'das recht bec erlicii geburl für cin rM gerichte. Es merckcn aber die gelehrte» an, daß das recht deren stcn gcburt unter andern auch das prkstcrthum welches in " " ' ' ^ . . ..m sich begriffe», den damaligen zekcn von dem ältesten söhne eines jeM. che» geschlcchts verwaltet worden, und dcchcro wurde Esau von Paulo cm gottloser und unhciliger genennet, weil er heilige dinge vcrkauffet. Nach diesem erhielt Jacob durch Issr seiner mMeZke. decca von seinem vatcr Jsaac den fegen vor Esiui, weil er aber sich vor seinem bruder furchte, stöbe er zu seinem veltcr Laban. Unler« Weges sahe er im träum die Icitcr Gottes, und die Engel aufder» selben auf und nieder steigen, und erhielt die Verheißung von Gott, daß fein saame solle vermehret werden, wieder staub aufctteii. Als er zu dem Laban kam, wurde er von ihin wohl empfangen, und weil er ihn um seiirc tochler Rahcl ansprach, muste cr um scktze 7 ,ahr dienen. Weil ihn aber Laban betrog, und bey näcbllichkk weile die älteste tochter Lca beylegte, miste er um die Aahcl noch andere 7 fahr dienen. Nasti 20 fahren stöbe Jacob von Laban, mil er sahe,daß er ihn neidete; und ob ihm gleich selbiger uachiagie, va» mochte er ihm doch nichts zu thun sondern machte einen bmid nii! ihm. Als nun Jacob seinen weg weiter sorlsetzle, begcgnelcn ihm die Engel Gottes, und er hieß selbige städle Mahanaim. .hieraus schickte er boten an seinen bruder Esau in das land Scir, und such» te ihn mit gcsthcnckcn zu vcrsohncn- In der nacbt aberrangrin iiiaim mit ibm, biß die „wegemröche anbrach, weicher dasgckn« cke seiner hüffte anrührte, uird ihm solches verrcnckte. Wer sich mit feinem bruder Elan ausgesöhnet halte, zog er nach Salem,;» der stadt Sienem, in dem lande Canaan, und kauffte ein kiick a« ckers von den Andern Hemor, allwo er seine Hütten aufrichlcic; er muste aber auf Gottes beseht nach Bethe! ziehen, woselbst ihm Colt abermal erschien. Hierauf wurde er über den Verlust seinessM Joseph sehr betrübt, jedoch nach etlichen lahre» erfreuet, als er Nachricht erhielt, daß selbiger »och lebte, welcher ihn auch zu sich nach Egnvtcn holen ließ, da er nebst leinen linder» und kindes-kim der» in dem lande Goscn wchnete. Als er nun 147 iahr alNM, und 17 iahr in Egyptcn gelebt hatte, nahm er von dem Joseph« cyd, baß er ihn nach seinem tobe aus EgYPlcu führen, und m sei» ner vätcr begräbniß dringe» solle. Auf seinem todt belle segnete« seine übrigen söhne, und nachdem er von der zukunfft dcsMM geweissagct halle, verschied er, ward hierauf embalsamirtt, in das land Canaan gcsührc,und daselbst in der zwcyfachen hole Abrahams begraben. Von seiner ersten frau Lea hatte er 7 Ander, Wen, Eimevn, Lcvi ,Juda, Jsaschar und Zabulon, nebst einer lMr Dina. Von der andern Rahcl hatte er Joseph und Benjamin. M der Büha, Rahcls magd, hatte er 2 söhne, Dan und NapMi. Von der Zilpa aber, Lca magd, Gad und Äser. Man hat abcr M zu gcdeucke», daß Jacob , weil er viel weider zuglclch gehadh dP ' Halden vor »nkcnschzu halten sey; denn ausser dem, daß damalsdie pol/ZLmi» üblich war, so suchte er nichts, als die fottpßanM des menschlichen geschlcchts. Wcshalben Augussnus von m» get: daß Jacob mit seinen vielen weibcrii viel kemchcr gcwcjcn, »>» mancher Christ mit einer cintzigcn. c/e». 2f. ///>,/>vir. I'orpk. ^kssüsittr ckron. äcvcc«» N . ^acob, Matthans söhn , welcher von8. Mattbäo indem^' schlcchrs»rcgister des sohnes Gottes mit gemeldet wird- 8. 'Aacob/ ein Ritter» orden in Holland, w«sde i2yo von dem Grafen Florentio von .yolland gestisittt, und M aus 1 r vornehmen Herren. Deren zeiche» war 8. Jacobs inm^ iac M'st seinem daran Hangenden dlldnisse. »n». 1Ia!>LncL !id. enr»'urtl. Jacob , ein Ungar , welcher das hauvt der so genannten Schä' fer.,eete war. Man sagt/ daß er sich in seiner jugend in den Elster' cienstr.ordea begeben, hernach aber ein Mahometaner worden sey, wiewohl andere solches leugnen. Er redete sehr gut Französisch, Teutsch und Latein/ und war sonderlich bemühet/ den gemeinen unbeständige» pöbel durch gute worle an sich zu locken. Er gab sich den »amen eines Propheten, und ermähnte die leute durch seine predigten zu einem kriege, um das gelobte land von der Türcken gemalt zu befteyen, und des Königs 8. Ludovict tod zu rächen; worzu, seinem vorgeben nach, allein arme und geringe leute wür- den gebraucht werden, damit Gottes krafft und macht dadurch desto bester sich offenbaren könte. Darneben rühmte er sich, baß lhm die luiigfrau Maria und die heiligen enge! öffters erschienen, und viel mitHm zu thun hätten; wie er denn auch selbige aufdie sahnen, die sein anhang gebrauchte, abbilden ließ, auf seiner ei« genenaber emlamm, so ein crentz hielt, führte. Nachdem sich nun eine grosie menge von ichäsern und banren zu ihm geschlagen, vertheilte er sie in gewisse compagnien und regnnenter, setzte Oder« sten über sie, und nennte sich den Regenten von Ungarn. Darauf zogen sie an.irsi, ;oooo mann starck in die Picardische stadtAmiens hinein; Jacob aber gierig nach Paris, machte daselbst in 8. Eusta» chn krrche weyh-waffer, und predigte in priesterlichen kleidern. Wie sie nun m die 100000 mann starck worden, gaben sie vor, daß sie sich von einander sondern wollen, um an unterschiedenen orten sich ein« schiften zu lassen. Jacob aber wurde mit denen, so bey ihm gedlie« den, als ein Prophet m Orleans angenommen, ohngeachret der damalige Bischofs, Wilhelm von Bussy, solches verbothen. Von bar gieng er nach Bourges < und bemühete sich auch daselbst, wie» wohl vergeblich, das volck zu verführen. Denn weil die Königin Bianca an alle Prälaten und regiments-personen einen beseht erge« hen lassen, diese schwärmer auszurotten, so ergriffen die einwohner zn Bourges die waffcn wider sie, ohngesahr 2 metlen von der stadt. Jacob wurdc von emcm fleischer todt geschlagen, und alle seine leu« le blieben cnliveder aiifdem platze, ober wurden der odrigkeit über- lieffert, um ihren vcrdienle» lohn z» empfangen. Die andern schä» fer wurden gleichfalls zu Marseille, Aignemorte, Bourdeaux und an andern orten mehr medergemacht, ober gehangen, so, daß von dieser faction fast nichts mehr nach Jacobi töde überblieb, Uitt. ä« 8. üoeud 6n lS88- Jacob Den Hajim oder Lhaftm, einRabbiausdem röten fecwo. Er ist wegen lammlung der makoi-stt berühmt, welche an. zn Venebig nebst dem biblischen texte der Cbaldäischen psea- xllraü und den Nabbllilschcn oommemsnis ist gedruckt worden, und von den Jüden hoch gehalten wird. Dnestr Rabbl hat vor die grosse malorLh eine vorrede gemacht, wonnncn er von dem nutzen dieses wercks handelt, und dabey zeiget, was Kerl und Lerib sey, welches nichts anders als kie vLr'iLmein Ieättoneln des Hebräischen ti xis bedeutet. Er wolle nicht zugeben, daß diese auf dem ranve der exemplarim , und in der collecrlvn der nuilorskmltangemerckt würden, weil man an der art zu lesen billig zu zweiffeln hätte. Des« gleichen mercket er auch an, daß die Thalmudtsten nicht allezeit mit den suüoobn'L der rnLkorM überein kommen. Ausser den verschiedenen von den Masoreten colligrnen, und von diesem Rabbi auf den rand seiner edllivn gesetzten glossen, sind noch einige andere hinzu gefügt worden, welche nicht in der enthalten, sondern seine eigene coüeÄionss aus etlichen m-uiukcnpris sind. Dieses ist wohl zu beobachten, daß einige gelehrte seidige von der mstorsl. Nicht unterschieden habe». äE« Kitt- ilu vicux rekamenr. /e/srerM dik>, tt,sbbin. magnar. ; p. 841. Jacob Den Naphthali / siehe ^laron Den Ässer. Jacob-Jan / ein Armenier zu Zulfa gebohren. Er war an. IÜ4I l^eAeLcd-ll-lcci» oder der obersle von des Königs inPersien schreinern,der geschickteste kopffin mechanischen dingen in dem gan« tzcnKönigreiche, und erfand viel schöne dinge.Er reistte »1 Europam und leenete daselbst die buchdrucker-knnst so wohl, daß er zu Jspa- han eine bruckerey aufrichtete. Daraufdrucklen sie in der Armenischen spräche 8. Pauli epistclii nebst den 7 buß-psalmen, und war - ihr vorhaben die gantze bibel zu drucken, wann sie nur gute drucke» färbe darzu zu machen gewust hätten. Über dieses führten auch die copisten, nachdem sie gemercker, daß ihre arbeit m gefahr gerieth, und künfftig nichr viel mehr gelten bürssee, über sie stetige klagen, und suchten anfalle weise diese neue kunst zu verhindern, als durch weiche sie ihrer Nahrung beraubt werden mögten. Es darff sonst niemand das amt eines obewsthreiners verwalten als ein Mahn« metaner; der einige Jacob-jan aber hatte dcsfallS wegen seines unvergleichlichen kopffs ein sonderbares Privilegium. Der König bemühete sich zwar öfftkrs, ihn dahin zu bewegen, daß er von der Christliche» reiigion abtreten und die Mahometanische annehmen möchte; allein er ließ sich Nichts zum abfalle bringen. V0)-a§e cle kecke. Jacob, (LudoviclM ein Carmcliler-Münch , des Königs in Franckreich Rath und Allmosenirer, gebürtig von Cbalons in Burgund , war ein mami von sehr grosse,« fleiß, und legte sich sonderlich aufdie kenntnlß der düchern. Wenigst hat er viel zu dieser wist sensthafft dienendes geschrieben; darinnen doch nicht alles gar zu gewiß , und vieles mehr auf anderer bericht, als eigener gewißhcit, und durchsthuiig deren düchern, von welchen er Meldung thut, ge- setzet wird. Er starb zn Pariß den 10 may an. 1670 bey dem 6e- ucr--ll-?iDMLkor Harlay. iOeine schrifften sind: bibliokkeca pon- rikci» ; n sieb cle.-i piu-, deiles biblivtiieguei, bibiiogrsp'uis, kgrikna Le dibliogeapllia Osllica universal r an. 164z- 44 kg-; cle claris kcrt- proribus Lsbillonenlibuk, mmulur; Lee» * ^ iac 875 aeöolle?n gelehrter Engelländer, ward in KenL -Äden ü Lmivdn'' Erfurt/ daselbst er am ^lagittsrii empfangen; worauf er in die zahl I l ' recwlM wurde, und ein ben-keium in seinem hatte ^ ^ widersetzte sich zwar den Brownisten, und mir Franc. Johnson betreffend das Enk^?E«^?^-Eämpffen; doch hielt er es mehr mit den un Epneopaleu. Er starb in seinem Losten fahr, amiüri. Oeme herans gegebene schrifften sind inlEnglistber svracb Englische kirche und iVünitteriun, ^ 's Ew tractae von dem leide» und sieg I. C. Wider BtsthossBillvnsivercke von die,er Materie; Anfang imd einst« tzung der wahren, sichtbaren Christlichen Archen, samt ferneres auslegung eben desselben, rc. Kitt. Oxön. * Jacob, (Henricus) söhn des vorhergehenden, ward im diöceS von London gebohren, und in den Niederlanden bey dem berühmten Erpenio m den stndien auftrzvgen, unter dessen anführunq er lreflich wclt m erlernung derMorgcnländifchen sprachen gekoüicn. Einige zeit hernach kehrte er wieder in Engelland, und ward keilov oder Mitglied des collegü MerronenL in Oxfurt, welchen Platz er aber unter Cromwels regierung verlohren. Er starb zu Cantelbury an. Iö;r, seines allers 44 fahr. Er ward zu seiner zeit für ein wunder in Orientalischer wiffensthaftt gehalten, und dem ttuäio klü. loiogico st sehr ergeben, baß er zuweilen seine anderen ampts-ver» richtungen gäntzlichhindansetzte, worüber er ein oder andermal von denjelben ist suspendiret worden. Seiden hülle sehr viel von ihm, und soll auch ihm einen theil seiner Orientalischen wisscnschasst zu verdancken haben. Als er aus stillem colleZio vertrieben worden , und Mangel an unterhalt hatte, nahm sich Seldenus seiner an, und gab ihm seine kleider zu tragen , worüber er spottweiß von seinen bekandten, der iunge Selben, genannt worden. Er hat viel geschrieben, davon aber bey seinem leben nichts zum Vorschein gekommen; als: üi-rca, Le Asr. koemms; Ll)motecllnis CÄtKolica, barinn von dem iirspriMg und natur rc. der buchstabe» gehandelt wird. L. L. 2,. oder Lommenr. äs Lopücll OriZimburz 6r4mili4l. Iledr. LeogrspkumevL. Io1»gneloloziL, Oi msri rubro. u. a. m. Einige von seinen büchcrn sollen nach seinem tod unter anderer Personen namen im brück erschienen seyn, wie bann Wood eczehlet, daß das berühmte buch Oeiplli kll«nicirLmes, so unter Dickinsons namen heraus kommen, denselben zum Urheber habe. kioo.4 ckchen. Oxon. 8upplem. ro /. Oibi. * Jacobacius / (Dominicns) ein Cardinal und Dischvff von Luceria. Er war Christophori söhn, gebürtig von Rom, und wurde in den canonischen rechten wie auch in der theoiogie wohl unterrichtet , worinnm er dergestalt zunahm, baß er von dem Padst Sixw lV.Jmiocentio VIll, Alexandro Vl.Jullo U und Leone X in den wichtigsten Verrichtungen des stuhls zu Rom tonte gebrauchet werden. Dieser letztere machte ihn den 2 mi-an. 1517 zum Cardinal, als er 74 jähr alt war. Er hatte schon das Bißthum Luceria, als er noch das zu Massano und Grosse!» erhielt, und starb den 2 jul. an. 1527, oder wie andere wollen, im jan. an. i;r8° Seines brubers söhn Christoph Jacobacius, Bsschoff zu Massano erlangte auch die Cardinals-würde von Paulo Hl, an. i;;6 auf Caroil V anhalten, und starb an- i?4v. Kjtt. ä« (.'srllm. in Iscod. * Jacobäa / siehe Iacobina. Jacobaus / (Oligerius) ward an. in der halb.insul Jüttanb zu Arhusen, wö sein vater Bischoffwar, gebohren. Nach desselben tobe schickte ihn seine multer, eine tochter des berühmten Casparis Barthoiini, nach Cvpvcnhagen, von dar er stme reist nach Franckreich, Engelland, Teutschland und Italien antrat. Nach seiner wiederkunfft'ward er an. 1679 kroteilor melli- cin-e und xkilotopkips zu Coppenhagen, und an. IÜ?8 machte ihn der König zu seinem JuslitiemRath. Der Verlust seiner ehessrau einer tochter Caspar Barthoiini, den er an. 1698 erfahren muste, rührte ihn so sehr, daß er in eine tödtliche Melancholie verfiel, und ob er sich schon, um derselben abzuhclffen, anderwärts verheyrathe» te, vermehrte sich doch die kranckheit immer mehr, die ihn auch im 51 jähre seines alters hinweg nahm- Seine schrifften sind: nis ciitkerrar. corvpenäium iniiir. mecl. cle raair Le lscerüs llillerr. inulleum LeZium. und andere» oS. 1702 p. 28;. Jacobellus/ ist einer von den vornehmsten anhängern des Jo» hannis Huß gewesen. Er wird auch sonst Jacobus Mistnsis oder äs Miza genennet, nicht wie einige dafür halten, well er aus der stadt Massen, sonderen weil er aus der stadtMvstn m Bohmen gebürtig gewesen. Er wird aber nicht allein von seinen feinden, sondern auch von seinen freunden Jacobellus oder der kleine Jacob genennet, daß also nicht zu vermuthen , baß alle, die ihm diesen namen gegeben, jölches zu seiner beschimffung oder Verspottung gethan. Und ist bekannt, baß dergleichen von eines leben leibsge» stall hergenommene benennungen zu stlbiger zeit gar üblich gewejcn seyen, und niemanden für eine schand geachtet worden. Diestr mann war Pfarrberr in der Dragischen kirche zu 8. Michaelis. Man will sonst vorgeben, daß er der erste gewesen, der die lehre, daß man das heilige abendmal unter beyderley gestalt adimnistn» cen solle, wiederum hervorgebracht, und daß PetrusDresbengs, maleichcn Johannes Huß, solches von ihm angenommen, und wiewol unter den gelehrten noch gar sehr darüber dispulirel wird, so ist doch die 428 erfolgten lobe setzte er seiner schwe« ster söhn Philippum ttonum von Burgund zum erben ein, welcher hierdurch eine gedoppelte Ursache an Jacvbmcn zu kommen kriegte. Denn es hatte über dieses dieselbe kurß vorher ihren rechtmäßigen gemahl Jolianneni von Burgund, weil er ihr wegen schwacher let« beö'consMulivn nicht mehr anstund, verlassen, und Humphrcdniu Hertzog von Glocester, Königs Henrici V von Engclland brudcr, geheyrather. So bald sie aber den tod ihres vettern Johamiis von Holland vernahm, gieng sie nach Holland mit ihrem gemahl über, allba sie von Philippo so übel empfangen wurde, Laß sie nach ver« lohrner schleicht gar in seine Hände gerieth. Sie entkam aber bald aus dem gefängniß und rechte den von Glocester an, ihr allen mög« liebsten beystand zu thun < welcher ihr auch mit hülffe an Hand gieng, obschou der Pabst die ehe -vor ungültig erkläret, und er sie schon wieder von sich gelassen hatte. Unter diesen Händeln starb ihr rech« ter mann Johannes von Burgund und Jgcodma erregte alles wie« der Philippum, wurde aber endlich von ihm zu Gent eingeschlossen, unk muste versprechen , daß Philippus die lande bey ihrem leben verwalten, und nach ihrem tode ihr erbe seyn solle, worbey sie sich, ohne stiiien willen nicht zu heyratben, verpflichtete. Es währete aber nicht über 5 jähr, so verhcyrathete sie sich an Franciscum Bor« seil, Gouverneur von Seeland / welches Philippus vor einen stte« dens'drnch auslegte, und ihnen mit einigem volck auf den halß gieng. Er bekam so gleich den neuen mann gefangen, und drohe« tc hart mit ihm zu verfahren, welches der Jacodlna so nahe gieng, daß sie, um ihren mann wieder zu bekommen, auf allen ansprnch an die erbschasst ihres vaters verzicht bat, und sich nur einige wem« ge einküuffte nebst dem timl einer Gräfin von Osieroanl vorbehielte. Solches inusten dic Bayerischen Hertzoge, so damals einander leibst in haaren lagen, geschehen lassen, da sie doch das nächste recht zu der erbschasst gehabt hätten. Sie starb an. i4;L. ^/rr. ?. r. d 7 r>. 64. ckroru ll»v. p 41. bett. ä'Uol- Irmll. relpoule su guettionL ckuri pro- vinclLl. i. 2 P. I legg. Jacobina / Hcrtzogin von Montpensier, war Iohan« nis von Longinc toehler, und ward an. i;;8 an Ludovicum von Bourdon, Hertzoq von Montpensier, verheyralhct. Sie hat in der Frantzösifche» histone ciiicn berühmten liahmeii , weil sie eine Osms von gany sonderdahren verstände, und grossem geiste geweten. Schon unter Franci/eo I halte sie viel gunst am Host, weil, wie man sagt, dessen dritter Printz, Carl, Hertzog von Orleans, sie geliedct. Aber unter Frau« cisco II halste am meisten bedeutet, auch an den staals-geschäffteil sonderdahren theil gehabt. Denn sie stund bey Calharnien von MediciS in grossen gnaden und hatte viel gemalt über Antoniuui, König von Navarra. Sie gebrauchte sich dieser Vortheile, die in« lieriichen viiruheii so viel möglich zu stillen, der gemalt der Ginsen enthalt zu thun, dem unentschlossenen Könige von Navarra ci» Hertz einzusprechen, und that absonderlich der odgedachtcn Königni, die eine zcitlaug immer auf 2 achscln tragen mnsie, mit ihrer geschieklichkeit in staaks-sachen trefliche dicnste. Sie beförderte den berühmten Michael l'liolpital, zur Cautzlar. würde, hals zu dem religions-gespräche zu Pvlßi, erhielt zwischen bcmcldter Königin und dem Könige von Navarra ci» gutes Verständniß, brachte den Admiral Coligni bey jener trestich ans drct, und gab durch dieses alles der Guisischen gemalt ein starckeS gegen-.geivichte. Denn ob - sie zwar de» Gmsen eine zeillang schmeichelte, währete solches doch nur so lange, biß ihr gemahl einen theil von der Bvurbonischcn verlassenschaffl erhalten, in welcher fache sie unter Fraucisco ll so sehr dnrchdrang, daß der König offt selbst vor sie arbeitete ob es gleich seinem eigenen nutzen zuwider war. Sie starb,da die allgemeinen angelegmheiten ihrer am meisten nöthig gehabt hätten, den r8 aug. an. i;6i. Sie war immer der Resormirtcn rcligion yennlich zugethan gewesen , und diß gab sie absonderlich in ihrer letzten ziemlich langwierigen kranckhclt zu erkennen, indem sie den beystand eines Reformirten Predigers begehrte. ^ cszm. I'isiic.-. Lloge st- K4r. ste IVlont^ensser. rac . Jacobina/ eine Italiänische weibs.person zu Roviqo, Mwrl« cher gemeldet wird, daß ,ie einen wahrsager-aeist qebadi d-r aus ihr offt recht vernemlich geredet, (.mcmnmulu- aebMn und wenn man ihn bey diesem nahmen genennt, recht ^ Wesen. Er antwortete auf allerhand fragen von schweren M verborgenen dingen, doch waren die anlwvrten von rnküuff j. gen fachen insgemein fahch oder zweiffclhafft. Rhobiainus > 1 die Jacobinam m lolchem zustande selbst gesehen haben, und 2 sie viele vornehme leute zu Vermeidung alles detrugs nackm» haben ausziehen lassen. /eivch-FE, levt. snug. i. ^ ' Jacobiner/ siehe Dominicaner. Jacobiten/ sind eine gewisse stete morgenländischer CbrRm Sie fuhren diesen nahmen von Jacob Baradeo, sonst Tran« genannt, einem Syrer, des Emyches und Dlostorl schl ier »7 ren ketzerey er in Asien und Afcica, zu ansang des sken secuü so weit ausbreitete, daß endlich indem 7 lecuio die verschieden, steten der Eulychianer den allgemeinen nahmen der Jacobuen d, kamen. Dieser nähme begreiffc auch die Mvrgenländischen M »ophysiten, ober dieienigen , welche nur eine, nemlich diemeM. liche natur in Christo erkennen, unter sich. I» solchem wellen verstände gehören unter diese» nahmen auch die AbvßinerundAr! menianer. Diese Jacobiten leugnen die heilige Dreyemiakeli > nd inachen das zeichen des creutzes nur mit einem fingcr, um dadurck anzuzeigen, daß in dein göttlichen we,en nur eine persow sey M tauffe verrichten ste also, daß sie zugleich den klndern aufdiesilnie mit einem hel„en eisen ein zeichen machen , nachdem sie selbste w. vor beschnitten haben, welche Ceremonien sie aufdie Worte IM, liis dcs tänffers gründen: Er (nemlich Christus) wird euch mit dem heil. Geist und mit ftuer tauffen. Ihr Malischer Iriarü), welcher sich ehemahls in dem klvster Saffran aufhieli, rcsidirt itztzu Caramit in Mesopotamien, der Uncanische aber zu Alepandrien, welcher des T»olcvr> und der sogeliamilenCopb. tttc» irrkhümern anhänget. Gedachter Asiatischer Patriarch führet den lttul von Anliochien, obwohl auch ein Griechischer Pj. schoff, der stnic» sitz in Dama,eo hat, darauf prälcnsivii mu« eher. Von diejem Patriarchen zu Anttochien depenbire» die 4 Ertz-Büchösse , von JMtsalem, Damasco, Edessa, CMm, und sehr viele ordenö-b, über. Also prälcndirt auch ihr Patriarch in EgvPtcii den sitz von Alexandrien,ausweichen glcichjallsdieGne« che» sich ein recht zugeeignet. Alle,» „ach drin tcWM.M haben die Jacodilc» aUcnlhalocn die oder.hand behallcii, so,daß sie auch um« ster von diesem sitze geblieben , von welchem die Aelhiopische be« pcndiret, allwo die Christe» Eulychlancr und Jacobiten oderCa» tholisch sind, gestalt der histornche bericht, so wir von AelhiMii haben, uns versickert, daß Alvarez un nahmen des KaystrsAa« vid dem Padste Clemenu V 11 gedorsam versprochen, sodann, taz der Padsi I V een deruymien Andreas Oviedo unter Clautii, (so Davids söhn war) regierung dahin gesandt, und daß Gabriel, der Patriarck von Alexanenen, an. izy; stiucn ^rcKi-Oiacomm ncdsi r Mönchen an den Papst Clemcmem Vlll adgeschickk, um ihn seines gehorsame und Verlangens, paß seine gantze kirche mll dem Römischen M wiederum mremigl werde» mochte, zu verji« ehern. Diese Depulirtm erkannten die Römischc vor die nchie kirche, jedoch bat man dir ttaco noch keine ftüchle solcher erkäiiiil« mß gesehen. Die anzahl aber der eigentlich sogenannlrn Jacobi« ken ist nicht gar groß, Massen dcrciiJilcht über 40 öderen familien sind, welche vorncmlich 1» Syrien und Mcsopolamim wohnen. iLie sind unter sich selbst zwiespältig, inmaffc» cs eiche mit der gcmemschassl der Römischen kirche halten, andere hinMil selbige verwersse». Ja auch diese letzter» sind nicht allzuciiiig mit emalidcr, weil sie 2 widerwärtige Patriarchen habe», unter welche» cnier zu Caramil und der andere zu Derzapharan rcsidlret. Ausser diesen beyden ist noch ein anderer zu Aleppo, AndreasziigeiiWil, welcher mit der Lateinischen kirche gleich gesiunct ist. Der IM Sacchml gedruckt in der Historie von seiner socielät cliier confemitz, so zwischen dem V. Chnstophoro Roderlco, des Pabsts Abgesa»!^ teu m Egypten, und zwischen den Jaeobittschen Cophten/vou ivte« .dcr.vcrciiilgung der beyde» kirche« gehalten worden. Daraus«» hellet, daß die gelehrtesten von dieser stete nur m dloffen worlen von den Calhvlischeii iinlerstchicke» sind, welche sie allein deßweac» gcdranchen, bmiur sie zeigen mögen, wie weit sie von billigung der Ncsiorianischen meyiiungen entfernet seyn. L'l-yck,«, sm. lvm. 2. bild. l>b. igc. s2. pll.r. tupplem. Lopr. in d.li. ^Miopica I.; c. 8> yi io.l i/e/. liiil. )Lcodiciirum.sV5rr,»s„^.liich. cler scliilw. äcs Lieci, Jacobsdal, ein Königlich hauß in Schweden, ohngcfchr eine Halde meilc von Stockholm, ist ohnstreitlg das feinste nn gMM Königreich. Die Könige in Schweden halten sich mchmilW daselbst des sommers auf. Es sind allba schöne spatzier-gange, au« genehme lonksincn und grölten, wodurch dcr vrt sthr amiullhigßk« machet wird. r>. Jacobus, der grössere genannt, Zededei söhn. ErM« be ned» seinem brudcr Johanne von Christo zum apostebanuc u« ruffcn, berste beyderseits ttneliLi-xeni oder doiincrckinder»«>» »' Herodes Agrippa ließ den Juden zu gefallen diesen Ai'olicl cull'M lcn. Einige sagen, sein ankläger sey dadurch bekehrt worccii, er diesen heiligen mann mit grosser beständigkelt sterben dcre berichten, daß er Phygellum und Herinogcncm gciMu l vor ihrer dekehrung beyderseits zaubcrer gewesen, u,»d >/«»>'»/ dem wahren glauben wieder irre gegangen, wie 0. i '.,, get. Er war der erste Märtyrer unter den Aposteln, 41. Die Spanier geben vor, daß dieser Jacvbns ihr M!»' s iac D/ dessen leichnam von Jerusalem nach Spanien gebracht, und unter dem Koniq Alphonso L-iüo, einem BischoffTbeodomiro durch ein Helles licht in Gallicien entdeckt worden , worauf bald unzähli. ge wunder zu Compostell geschehen seyn sollen. Als der Bischoff von Compostell die vermeynte reise dieses heiligen Jacobi in Spa» nien auf dem grossen Lateranensischen ttonciiio unter dem Pabst Jnnocentio Hl ansührte, um dadurch zu erweist»/ daß seine kirche von der zu Toledo nicht dependirte,konte er auf die wichtigen gründe nichts antworten/ welche der Ertz-Bsschoff, Rodericus Ximenes, wider ihn vorbrachte. Der Cardmal Baronius behauptete gleich» falls in seinen anmerckungen über das Römische märtyrcr-bnch diese erdichtete lradition/ nachdem er aber durch viel wichtige ur» fachen, die sich auf verschiedene Pabstliche brtefe, und viele zeügnisse berührter aurorum gründen, eines andern überzeuget worden, widerrief er in seinen anaalikus gedachte meynung, welches ihm aber sehr theuer ankam; gestalt er deßwegen von den Spanischen scribenten sehr unhöflich tractirt wurde, welche zur bekräfftigung ih» rer meynung vorgeben, daß sie den ganzen leichnam dieses Avo» stets haben, so aber der Wahrheit nicht gemäß seyn kau, woferne an» Vers ein theil davon in 8. Saturnini kirche zu Thoulouse ist, wie die clerisey dieser stadt vorgiebc. Chorier will in sturer Historie von Dauphins erweisen, daß die reliquien , von denen die Spanier so viel sagens machen, nichts anders als die übrig gebliebenen stück» lein von dem cdrper eines gewissen heiligen Mannes aus selbiger provintz, der Iacodus geheißen, nicht aber des Apostels, seyn. In Jerusalem siehet man eine diesem Apostel gewiedmete kirche,' so odngefahr ;--o schritte von dem Sions.thore ist. Es ist eine von den feinesten und grössten in der gantzen stadt. Das mittlere gewöl« be liegt auf 4 starcken Pfeilern, und ist oben offen, wie die kirche des heiligen grabes, damit mehr licht hinein falle. Es sind; al» läre darinnen, in z gegen morgen zu stehenden choren. Zur lincken Hand, wenn man hineinkommt, siehet man eine kleine capelle, welches der ort seyn soll, wo dieser heilige Apostel enthauptet wor» den, weil es vorzeiten der öffentliche marckt-platz gewesen. Die kirche gehört den Armenianern zu, welche allda ein wohl'ge» bautes klosster haben, worinnen allezeit ein Bischofs und 12 ober is Geistliche sich befinden, welche den ordentlichen gottesdienst halten. Die kirche nebst den darzu gehörigen Wohnungen soll von den Königen in Spanien gestifftet seyn, damit die pilgrame dieser nation darein aufgenommen werden möchten. Nahe barbey ist, der gemeinen sage nach, das wohnhauß des heiligen Apostels Tho» mä. Man sagt, daß alle Mahometaner und Jüden, die hinein gicngen, sterben müßen, weßwegea die thüren zugeschlossen sind, um diesem Unglück vorzukommen. i, v. 19,20. cap.z v iü, 12 v.i.a leqg- ep. all Oecemium epick. all L.SAex IlispLNi-x. annal. y. 6 s- ^e„«kick. eccl. 1 .1 11. > 8 . kick. lle Osupkine r. 2 !. 1 lecck. 6 . Iliffzn. vinllic. kutelaees. vo^ags lle la rerss Isinre. 6,2-s anricz. axock. 7/^e»rs»t memoir. ^>onr iervir ä? kick. Lcclef 8. Ickcobus, der kleinere oder gerechte, war unsers Hey» landes bruder, den Joseph mit semem ersten weide gezcuget halte, oder wie CbrysostomuS und Hieronymus will, Maria, der Mutter Gottes schwester und des Alpbai söhn, des Apostels Judä brudcr. Er wurde nach Christi Himmelfahrt von den Aposteln zum er sten Bischofs von Jerusalem, wie man gemeiniglich vorgirbt, erwählet, und präsidirte in dieser gualität auf dem zu Jerusglem von den Avo» steln gehaltenen Loncilio. 8. Paulus nennet ihn eine seule der kir» ehe, und sein leben war so heilig, daß auch Jostphus die zerstörung der stadt Jerusalem vor eine gerechte straffe der Jüden halt, weil sie ihn getödtet haben, init dem beyfügen, daß solcher tod den ehrlichsten leuthen unter dem volcke sehr mißfallen, und deswegen bey dem Römischen üouvei-near Albino ernstliche klägden wären geftihret worden, auch der König Agripva ihne gar wegen solcher und anderer nicht ungleicher gewaltthäkiger Handlungen des Hohenpriester» thums entsetzet habe. EusebiuS meldet nechst dem Hegesippo, daß ihn die Juden zwingen wollen,Christi lehre öffentlich zu verwerffen, welche er aber auf den stuffen des temvels mit wunderbarer besinn» digkeit vertheidiget, daß die Pharisäer seine ärgsten feinde darüber gantz rasend worden, und ihn von der zinne des tempels herabge» stürtzt hätten, worauf man ihm vollends mit einem walckers-prügel das gehirn aus dem koste geschlagen. Also empfieng er die inarry» rer-crone im 62 jähre,nachdem er seine kirche ohngefebr 29 jähr lang regiert hatte. Epwhanius sagt : es habe dieser apvstel erlaubniß gehabt, auch in das allerheiligste des tempels einzugehen, welches sonst niemanden als dem Hohenpriester vergönnet war. Chrusosto» mus füget noch diefes bey, daß seine knie und ftirn so hart worden als eine cameels.haut, weil er sich im gebet stets zur erde niedergeworf. sen. Wir haben eine epistel von ihm, so an die allenthalben unter den Jüden zerstreute gläubigen gerichtet ist, und von Eusebio vor kein canonisch buch gehalten werden wilkAuch hat Guilielmus Po» stelluS das prorevangeliam unter dessen Namen am ersten mit ausO» rient gebracht, worinnen er von Christi und der mutter Gottes ge» burt handelt,welches aber fast durchgeheuds verworffen wird.Nebst dem findet man in verschiedenen editionen der operum pacrum eine liturgie unter seinem namen, so durch das zeugniß 8. Cnrilli und Procli Constantinopolitani autorisirt seyn soll, so aber gleichfals vor ein unechtes werck gehalten wird. snng. 1. ro c. 8. L«/L- -E I. 7 c. 19. lle scripror. c. 2. ep. H7. 77-ss- suz 6r«co-ckom. 7s^»rch^«^. 77-LrsM-- »«/l i lle verko Oe>. ttir/s^s rinnor. in kick. Ikukekü. Ttcks^E-rlle orllinik. s-ics. 7es lle rek. k-icurg. 1.1 c. 8. 6,-s-s Kilt. liner. in in snriguirsrib. apockol. 77//s,„s«t. ineinoir. pour ser- vir. ä l'kick. ecclelrack. L-ls/c» collex »jwcr^kor. dl. T. * iac 877 vonNisibe, der weise zugmannt, warBischoff einer stadt m Mesopotamien, und muste wegen seines cy. sortpflantzung'des wahren glaubens viel von m !>« ^"^rener und kctzern leiden. Er war mit auf dem Niceni» An., und erlöste seine stadt von der Perser belaqerung. Denn man sagt, daß nachdem er ihre armer auf des heiligen E» phrems begehren verfluchet, Gott so viel fliegen unter sie geschickt, daß sie dadurch abzuziehen genothiget worden. Baronius meldet, daß dieses an. ;;9 gleich nach Constantini tode geschehen sey; ande» re hingegen sagen, daß es sich an. beyder anderen belageruna zugetragen habe. Er hat unterschiedliche commem-Mos in Svrl» scher spräche geschrieben. Gennadiuö, der sein buch, lle virkiiiu- ttnbus, von ihm anfanget, sagt, daß er 26tractate verfertiget habe TLssütsE in jacobi vics. 77,ss^s, sttt, kick. 1. 2 . ckron' 6s»»s,Ä«L in caral. 77„ns»;«s. rtz-e. ' D-önlge von AragonLen: 'Zacobus I > König von Aragonieu. Et war Königs Petri II söhn, von Maria, Gräfin von Montpellier in Franckreich Als er noch in der wiege lag,hatten einige verräthcr em loch in die decke ge. macht, und wollen den jungen Printzen zu tode werssen, verfehl» tcn a-ber, daß der stein neben die wiege fiel. Als sein vater an. 121; bey belagerung der stadt Muretunweit Toulouse meiner Wacht wider Simon von Montfort getödtet wurde, folgte er ihm rn der regicrung. Da er i; jähr alt warcheyrathet er Eleonoram, Ferdinandi des Konigs von Castilien, schwester,wurde aber lojahr hernach durch Pabstliche dispemation wiederum von ihr geschieden. Er nahm den Mauren Majoren, Minorca, Valencia und andere Herrfchafftcn mehr weg, m welchen er bey die 2000 Christliche kir» chen foll erdanet yabe.Desgleichen fchlug er auch dieFürsten, welche in währender feiner minderjähkigkeit llbeüirten, und erlangte den titiil kellicoik,. Er trat die Grafschaffl Montpellier, welche er von seiner mutter geervet, dem Könige in Franckreich, 8. Lndovico, an. irzg gegen einige Herrschafften in.Lavguedoc ab, und versprach, die morgenländifchen ungläubigen zu bekriegen, hielt aber in der that wenig. Seine liebe gegen das frauenzimmer verursachte, daß er offters mit dem Pabsie in streit gerieth. Er aßignitte feinen ; Printzen feine lande annvch bey lebzeiten, und theilte Alphonso Ära» gvnien, Petro Catalonien, und Jacobo Valencia, nebst den Balea» rifchen infuln zu.lind starb den 27 jul. an. 1276 im 71 jähr stines al» ters, nachdem er 6; jähr regieret hatte. 8»^,„kick. 1.2. I» i; Lc 14 lle reg. ^rsgon. "Jacobus ll, der gerechte, Petri III söhn. Er/uccedirte an. 129, feinem bruder Alphonso m, welchen nran den gütigen zu» namete, und wurde zu Saragossa den 24 fept gekrönet. Er brachte Sicilieu unter sich, worauf er wegen feiner mutter Constantia von Siciiien, prätension machte, nahm auch den litui eines Her» tzogs von Wulicn und Fürsten von Capua an. Er ließ in Siechen seinen bruder, welcher sich zum Könige davon machte. Fu ansang seiner regierung schloß er mit Franckreich friede,war aber in einem kriege wider die Maurer und Navarrer unglücklich. Er ließ j», ei» ner allgemeinen Versammlung der Reichs-Stände dieses llecrer ma» chen, daß Araqouien,Valencia und Catalonien niemals von einan. der zertrennt werden sollen. Endlich starb er zu Barcellona den 2 nov- an-1,27 im Wahre feiner regierung und im ss feines alters. Von feiner gemablin Bianca, des Königs Caroli von Napoli loch» ter, halte er Jacobum, so anfänglich mit Eleonora, Printzcßin von Castilien < versprochen war, welche er aber noch vor der vermal)» King verließ, und ein Johanniler-Ritter zu Jerusalem wurde; Al» phonsum I V, der ihm folgte; Petrum Raimundum und Johan» nem hinterlassende; darneben halte er; töchler, ConstantiaimMa» riam, Blancam, Nolantam und Jsabellam, welche alle biß aissdie Blancam, so in ein klosler gieng, an vornehme Herren vermählet wurden. z. 2 kickoe. 1, 14. üb. 7. Bcönige von Lypern: 'Jacobus von Lustgn-an, König in Cypern, war Petri i und Eleonorä von Aragonieu söhn. Sein erster titul war, Fürst von Tabarm. Nachdem er seine lapfferkeit bey verschiedenen gelegen» heilen sehen lassen,wurde er endlich m einem treffen von den Genue» fern gefangen, welche ihn bis au, i;8; behielten, in welchem sah, re Petrus 1 ! oder Petrinus fein veltcr dieses zeitliche gesegnete, wor» auf ihn die Genueser mit dieser bevingung wiederum loß gaben,daß er ihnen Famagusta nebst dem darzu gehörigen gebiete abtrelten solle. Er wurde zu Nirosta zum Könige gekrönet, fuccedirte Leoni oder Lionnello, dem Könige in Armenien, und starb an. 1410 ckrs- Kick. Ovpii. 1 .9. kick. Leo. ck« kick. Lonckanr. ^acobus/ des Königs in Cypern Johannis III natürlicher fohlt von Maria Patra. Er wurde von feinem vater dem geistlichen stände gewidmet, und muste auf dessen bcfehl die stelle eines 8uk- visconi annehmen. Allein da fei» vater an. >4;8 dieses zeitliche gesegnet, ergriffJacobus wider Charlotten, Johainiis HI einige tochter und erbiii, die Waffen, stieß sie durch des Sultans Melec» Ella hülffe von dem throne, und mästete sich des Königreichs mit gewail an. An. 1470 vermählte er sich mit Catharina Cornaro, Marci Cornaro, eines edlen Venelianers, tschker, welche die Re. public Venedig adoptirt hatte, so, daß sie als eine rechter 8. Marci ausgestattet wurde. Erstarb den ; um. an. 147; und hinterließ seine gemahlin schwanger, llrs//,. Kick. llett^pre. 6«,- kick.lle. 8avo/s. Ssössz 878 iac Aomge von Engeland: rac —I dermalst der Könige von Engeland,inSiHott« za,w adÄ" vi/w^^ Henrici Swart Darlev, und der Königin von Schottland Maria, gcbohren zu Edcnburg den -Y nin. an ^66 kam zeitig auf den thron durch die Verwirrungen, die'durch seim mutter in bec Königl. fa-mlie erregt wurden. Denn da diele ihren gemäht halte umbringen lassen, sich aber deswegen bald bernach selbst der regierung begeben muste, ward der Mge Minb den-y ,ul. an. 1567 zum Könige bestätiget. Er warb unter der Echt einiger Grosse» aus dem schlösse Sterling erzogen, und das rcgiment biß auf das jähr 1578 erst durch denGrafen von Mur. rai, hernach durch den von Leuox, ferner durch den Grafen von Marr und endlich durch den von Norton geführt, welche gantze zeit voller innerlicher uncuhe war, indem die anbänger der entrunnenen Königin stets trachteten, daS gegenwärtige ,regiment wieder über den Haussen zu werffen, und bißweilen anschlage machten, sich des Königs seiner perfon zu bemächtigen, und ihn gar nachFranckreich zu führen, wie bann diese parkhcy von den Frantzostn unterstützt ward,dahingegen die König,« ElMcth inEugeland sich der andern annahm, wiewohl es nur heiffen solle, daß sie die Konigm Mariain mit ihren Unterthanen zu vergleichen bemühet sey. Dabey aber »nisten die Schotten auch gegen sie auf der Hut seyn, weil Visa» beth bey dieser gclegenheit der Crone Engeland einige Herrfchafft über die Schölten zu wege zu bringen suchte. An. 1578 beredete» einige, die dem Wasen von Morton nicht gut waren, daß der König die regierung selbst übernahm- Man kan sich aber leicht die rechnung machen, daß es wegen der jugend des Königs und weil man das rcgiment m keine ordentliche Verfassung gesetzt, noch gar Unordentlich müsse zugegangen sey», gestalt dann alles voller par» theylichkeiten und trennungen blieb. iLvnberlich waren die Gros» stn auf des Königs seine zwey lieblinge, die Grafen von Leuox und Aran sehr übel zu sprechen,so gar, daß sie sich auch an. is8r des Kö« nigs seiner Person bemächtigten, und ihn nöthigten, den von Leuox aus dem Reiche zu schicken. Jedoch entgleng Iacobus an- i;8; ihren Handen wieder, und wolle »im sein eigener Herr werbe»,wie» wohl er den Grafen von Aran wieder alles bey sich gelten ließ, und damit den unruhigen zustand seines Reichs vermehrte. Denn weil dieser Graf von der Frautzösischcii parthey und dein Guisischen haust zugethan war, kunle die Königin Elisabeth und die Schotten, die es mit ihm hielten, feine gunst nicht vertragen. Daher entstun» den innerliche cmpörungcn der Grossen, streissereycii und vorspiele zum kriege aufden gräntzen zwischenEngelanb undScholtIand,und gar der verdacht wider den König, als wenn er die protestantische rrllgion verlassen wolle, von welchem die geistlichkeit bereits predigte. Endlich behielt doch die Englische parlhey die oberhand- Iacobus ließ sich von der Königin Elisabeth weisen , schloß mit ihr eine off. und defenstv-alliantz,schickte den Grafen von Aran von Host,und nahm die seinetwegen flüchtig gcwesenenHcrrcn wieder auf. Bald hernach erfolgte der gewaltsame tod feiner mutter in Engeland,und da that er zwar anfänglich sehr böse. Allem wie ihm die Vorstellungen geschahen, daß er sich damit an feinem erbrecht an Engcland schaden würbe, ließ er sich wieder bciänfftlgen, und verbünde sich mit der Königin Elisabeth wider die Spanier, ungeachtet dieselben alles versuchten, ihn ausihre feite zu bringen, wie sie dann auch, da er nicht zu gewinnen war, an. > ;89 die Calholischen Schotten zum aufruhr wider ihn aufbrachten, den jedoch der König, der persönlich wider die rebcllcn zu felde zog, bald zerstörete. Als er in diesem jähre zur Vermählung schreiten wolle, halte Elisabeth gerne gesehen, baß er sich die Prmtzcßui von Navarra, Henric» IV stme fchwester, erwehlt. Er hatte auch, weil sie ihm sehr eingelebt warb, nicht übel lust darzn, wenn er nicht um die Dähuifchc Printzeßm bereits angehalten gehabt, bey der er auch blieb, entweder, weil ihm nach 14 tägigemgedetedieselbige eingegeben ward, wie einige wollen, oder weil die Navarrische Prmtzeßin schon etwas alt, ihr bnider aber ohne gelb und in die Liglstttchcn Händel verwickelt war. Als ihm diese feine Dänische braut über vermuthen lange aussen blieb, schiffte er ihr biß nach Norwegen, dahin sie durch stürm ivac verschlagen worden, entgegen, unb überwinterte hernach nebst ihr zu Eroncnburg, woranfsie im früblinge an. izyo »ach Schottland zogen. Daselbst aber unterhielten sich bey des Königs stmcr allzu- grossen gelindigkett vielfältige Verwirrungen. Die Spanier halten tich eine starcke varlhey unter den Calholischen zuwege gebracht, die Protestanten und sonderlich die Preßbuteriamfche geistlichkeit waren schwurig, daß der König die von der Römischen kirchc duldete und hätte» ihn deswegen lieber selbst wegen der rcligion verdächtig gemacht, des Königs vertrauteste Munster erweckte» bey andern gegen sich eiffersucht, der König wnste sein ansehen nicht zu gebrauchen , und diesen erdilterungen dadurch ein ende zu machen. Daher kain es inehr als einmahl zu thätljchkeiten auch selbst gegen den König, den diemißvcrgnugten bißwciicn auf seinen schlossern über- «elen, auch ihn einmahl i;y; würcklich.nöthigten seinen bvfzu ver- ändern. Zwischen ihm und der Königin von Engeland war zwar äusserliche glite freundichafft/in der that aber ein grosses mißtrauen, welches durch etliche übelgesinnte, die sich öfftcrs ausSchotlland an den Englischen hofdegaden, durch die feindseeligketten, welche bey- de volcker an den gräntzen gegen einander übten, und endlich dadurch unterhalten wurde, daß Elisabeth sich niemahls recht wegen der cronfolgc in England vorIacobum erklären wolle,daher er 1 2 zeit seiner Minderjährigkeit den Bttchöfltchen sehr zu kopffe gemach sen waren. Es schloß Iacobus bald anfangs friede mit den Sva, niern zu grosser besremdung der vereinigten Niederlande. Aberes soll ihn dazu bewogen haben, daß er sich gleich mit dem ersten Au lamenle vcrunwilligt, und alsoaufden fall, wenn innerliche-w. stigkeiten entstunden, die Hände von aussen frey haben wollen N« doch brachte er in dicsemParlamente die Vereinigung von EnqelM und Schottland unter dem »amen von Groß-Brikannien zu stäche An.iöo; brach die erschrecklichepulvcr-verrätheceyaus; durchweh chederKönig mit dem gantzen Parlamente den z nov-in dieluffisM gesprengt werden. Die schuld käme dessals aufdie von der Römischen kirche, denen sich Iacobus weniger geneigt erwieß, als sie ge- hottl hatte»; und mustcn so wohl andere gefangene, alsinsonder- heil die Jesuiten, Garnet und Oldcorne, welcher letztere sonstM, Hall hiesse, die fach nach allen umständen gestehen. Es wurden deswegen alle Jesuiten, und was aus ihren schulen kam, verbannt, und den Unterthanen eine neue eydes-formul vorgeschrieben, über welcher der König hernach mit Bellarmmo streitsschnfflen gewechselt. An-16oy halffer den stillstand zwischen Spanien und de» vereinigten Niederlanden vermitteln, dabey er gerne viel zum vertheile von Svamcn gethan hätte, bessern nicht der König j» Zrauekreich an dieser vermitrelung mit theil gehabt. Wiewohl er nun,derSva- Nischen beinnhungcn ungeachtet, senie Printzeßin 161; an den Churfürsten von Psaltz vermahlte, so ließ er sich doch durch die Spanier hernach abhalten, daß er an den angelegenheiten der Protest«», damit sein schwicger-söhn viel zu thun hatte, keine» theil nahm,,». Massen ihn denn der Spanische Gesandte, Gral Gondvmar fast be> zauberte, und so eingenommen palte, daß er mit ihm, als miidcm vertrautesten freunde umgicna- Sonderlich machte ihm Goiidv» war öfftcrs die freude, daß er schlecht Latein rebele, da denn der ick- nig ein »»gemeines vergnügen halle, wenn er ihm schier weist» km- te. An. i6lü berückten ihn tue Holländer gewaltig, indem stechn durch Bariievcllcn,ihren Gesandten, beredeten,der Rcvudiic Pnel, Flißmgcn uiid Raitiineiikeiis, welche platze die Engclländer seil ter Königin Elisabeth zelten pfandweise nme gehalten, wiederum einzuräumen, und an der schuld, damit die Niederländer der Crvne Engeland vcrhafflcl, ein grosses nachzulassen, um welches fimchs willen, Iacobus hernach zu Bariicvclds stmem Unglücke vicl soll beygetragen haben, wiewohl nicht die list dieses Munsters aUciu, sondern auch der geld-mangel desKömgs,darc!N er durch Verschwendung an die savorttcn gerathen war, an diesem Handel schuld gewesen. Der Spanier ihre praeticke» aber,durch die sich Iacobus verleiten ließ, äusserten sich sonderlich, als sie ihm die Vermählung ihrer Jnsanlm mit seinem Cron-Prmtzcn eingeredet. Diß werck lag ihm io am hcrtzcw daß er m der that keine grössere parlhie zu finden mei- iiele, und deren erlangniig, ungeachtet deü mttcrschcidcS m der reli- gion, vor gantz möglich hielle. meinem Parlamcnle,welches darüber sehr erregt war, that er die seltstmic vcrfichcrviia, er wolle nicht werth sey», ihr König zu hcissen, wenn kiest Verbindung nicht -um aufnehme» der Protestantischen rcligion in und ausserhalb des Königreichs diene. Den Spamern that er, währender zcil, da deswegen gehandelt ward.anch mit Nachtheil seiner ehre,allen erfiimlichen gefallen. Der berühmte Ralcigh, der anfänglich mit stmem vermissen und erlaudniß einen zug nach West-Indien gethan, wardst- rcmwcgm am leben gestrafft, nachdem Iacobus vorher dcm hion- bomar alle anstaltcn zu diesem zuge cntdcckel,dadurch dcmi die Spanier anlaßhekamcn, sich in bercitsthaffl z» halten. Ihnen m liebe wurden den Calholischen in England vicl ungewöhnliche M» heitcn gegeben, und da das Parlament dawider redete, hub es der König auf, und zog vcrstlnekcne von dessen gliedern zur firagc. v den deswegen ließ er auch seinen schwicgcr-sthn, nachdcin dcne re in den Böhmischen Händeln war unglücklich gewcstn, ohne HMc und in Holland noth leiden. Jedermann meinte, er wurde imia- wegen mit dem haust Oestercich brechen, und die Englische» Parlamente lagen ihm deswegen eifrig an,mit frcywilligemMU'blelW aller Unkosten , welche zu solchem krieg nöthig stn» wurden. that aber weiter nichts, als daß er viele »nfriichldare GcsanvtsaM- tcn nach Tcutschlanb schickte und vorschlage ju,rgu>!>chcnhg»dln»g thun ließ, die aber zu Wien, da man Iacobi stme schwache >Wi merckte, fast verlacht wurden. Indessen bildete er sich an, W er bey dem Ocstcrcichischc» Hause treflich angcstheu sey, well a ßw mit ihm zu dcschwägcrn suchte, und der Hof zu Madrid wüste m Ansehung dieser fache einen so scheinbaren ernst zu bezeigen, daß Im dus meinte, es sey alles richtig, und an. >6r; seinen Prmtzcniw! unvcrmulhet nach Spanien schickte, in Hoffnung, das! er die licnm 0 daselbst vollziehen solle. AIs man aber dirstn zu Madrid now ga ' tze 6 mvnale aufgezogen, zerstchlug steh das werck endlich ausamM und zwar/ wie es hcissen solle, bloß über des Pfaltzgraft» iac Aelegenhiz't, von dem die Spanier nichts wollen mit eindinaen last > bcnnmehro ward IacobuS döse / und gab vor, daß' er mit den Oesterreichern einen krieg anfangen wolle / wie er denn auch schon wurcklich dem Grafen von Mansfeld volck und geld gegeben. ehe man sichs versähe, war der zorn verraucht, der von Mansfeld bekam ausdrücklichen befthl, den Spaniern auf keine AM i.u treten, so ward das gantze werck zu nichts, und die Maltzijchen Handel blieben nach wie vor unter Gesandten. Gleich, wohl wendete sich der König mit seinem vertrauen nach Franck» reich und warb da um eine Printzeßm vor seinen Printzeu, da denn abermahlSin dem ehewergleich den Catholischen allerhand vorthei. le versprochen wurden, ja der König soll selbst Hoffnung gemacht haben, ihren glauben anzunehmen, so bald er sich nur ohne gefahr darüber werde erklären können. Ehe aber diese heyrath vollzogen werden kunte, starb der König den 27 mark. an. iür; a» einem sie, her,oder wie andere wollen,an giffte-Denn es soll ihm durch die mut« ter des Hertzogs von Buckingham ein Pflaster in die seile seyn gelegt worden, aufwelches er sich gleich übel befunden,und groffen schwer» tzcn bekommen. Er selbst mag zum wenigsten diß vor die Ursache semes rodes gehalten haben. Denn dadieartzke, so davon nichts wüsten, aus der Veränderung des Pulses urtheilten, daß die t'ranck» heil gebrochen sey, sagt er; sie irrten, Buckiugham werde des» fern bescheid zu geben wissen. Er halte mit seiner gemahlt», An, nen von Damiemarck, zwey Printzcn und vier Prmceßinnen er» zeugt. Der älteste Printz Hcnricus Fridericus, ein Herr von grost ser Hoffnung, starb vor ihm an. i6ir, und zwar, wie viele wollen, nicht ohne vorwissen, oder doch zu schlechtem betrüdmß des vaters, der ihm, wegen seiner gunst bey dem volcke nicht gut war. Der an. dere, Carolns, ist ihm in der reqierung gefolgt. Die eine Priutzes» sin Elisabeth war an den unglücklichen Pfaltzgrafcn, Fridericmn v-vermählt, und ist an. i6;r gestorben, drey andere aber von ih» ren schwestern sind jung verschieden. Es war dieser Iaevbus ein schlechter Regent, ein Herr, der keinen erhabenen geist hatte. Er bildete steh auf den König zwar viel ein, und war vor die erhaltung seines ansehcns treflich eiffersüchtiq, wüste aber nicht recht, »vor, innen er es suchen, oder wodurch er es behaupten solle. Wie die leute von kleinen gaben, war er eigensinnig und doch unbeständig. Er hjeng an favoriten und wüste dieselben nicht zu wedlen, wie denn von den beyden vornehmsten, dle er als König in Engeüand gehabt, der Graf von Sommerset ein bösewicht, und der von Buckingham ei», leerer kovfgewesen. Das beste an ihm war sei. ue gelebrsamkeit, davon er aber mehr besaß, und sonderlich inehr zeit, und nachsinnens daraus wendete, als einem Könige anstän« big ist, »vie seine zusammengedruckten opera bezeugen. Er war aber von jugend aufdazu mehr, als zur regieruugsckunst angeha!» ten worden, und hatte sich bey Zeiten darein verliesst, »vie er denn noch nicht 20 jähr all gewesen, da er über die offmbahrung ge» schrieben, «sein erster in der religion ist sehr zweydeutig gewesen, und wie er sonst alles that, wenn er einen Vortheil »vereiteln rühm zu erlangen hoffen kunte, so meynt man, er würde auch darinne leicht zu beugen gewesen seyn. Sein Hertz war nicht aufrichtig, sondern voller Mißtrauen »md furchtsamer Verstellung. Seine schrifften darunter sonderlich das sogenannte vonum LeZium oder. vermahmuig an seinen söhn, und die -»polossm pro kiclelikAis sammt der dafür gesetzten wichtigen vorrcd an alle Christlichen Könige und Fürsten, sind mehrmahlen heraus gegeben worden. ss,tt. 8cor. l. 18 leg. /.srrer blk. 6'ffngler. r 2 . cls rebr>5 Llilltb. merrioire;. rnernoirer. bitt. cls bouis Xlll. * 'Zacobus n - von Engelland, der ?de aber dieses nahmens von Schottland. Er war des Königs Carvli l anderer söhn von Henrietta, Königs Henrici I V in Franckreich tochter, gebohren zu Landen den 240er. an. i6;z, und ward gleich daraus zum Hertzoge von Yorck erklärck. In den bekannten Unruhen zwischen seinein vater Carolo l und dem Parlaiuenie in Engelland, »vurde er an. 1646, nachdem die Parlamentsttroupvcn Orford eingenoinmen, von selbigen nach London geführet, und daselbst der aufsieht des Grafen von Northumberland übergeben. An. 1648 abervon dem Obersten Bamsield in weibes-kleidern zu seiner schivester, der Printzeßm von Oranien, in Holland gebracht. Nach seines va. ters tode gieng er nach Pariß zu seiner mutier, und ließ, da er 20 jähr alt warunterschiedliche proben seiner tapfferkeit unter der von dem Turenne commandieren Frantzösischcn armee sehen. An. ,6;s verließ er Franckreich, und half die Spanische armee in Flau. dem unter dem von Juan cls Austcia und dem Printzen von Con« de commandiren, welcher letztere seine tapfferkeit öfflers ruhmete. An. i6üo kam er mit seinem bruder Carolo »vieder zurücke in En. qelland, »vurde gleich zum Grafen von Ulster in Irrlanv , und zum Lord'Admiral von Engelland gemacht. An. lös? erhielte er einen sieg wider die HMMsche flotte, so der Admiral Ovdam commandirte, welcher in der activ» mit ix kriegssschiffen blieb. An. 1672 command-rte er die Engelländische und Frantzgjische flotten, und föchte zweymahl wider die Holländer, aber mir ungleichem ausgangs. In der ersten Kamille verwechselte er seine schisse zu dreyen mahlen, nachdem diejenige, worinnen er war, durch» bohret und unbrauchbar gemacht worden. In dem folgenden rabre bekmnete er sich öffentlich zu der Catholischen kirche, »vurde mich an. 1678, als die Catholische conspiratton an den lag kam, von v. Oates und von andern mehr beschuldiget, daß er derer dauvt wäre, auch dieses von dein Pariameme dermassen übel cm. Pfunden, daß er sich, aufcinrathen seines bruders; mit gcmah» lin miv kiudern in die Niederlande begebe»», und einige monate zu Brüssel aufhalten muste. Das Parlament aber promulgirte eme LÄe. kcafft deren er von der succeßwn ausgeschlossen,cyn lolte. Es wurde selbige von dem mllerckMise aufgesetzt, und durch den Lord iac 87Y Ruffel zu den Lords gebracht, aber von den Bsschöffm und der Hof» partyey verworffeu, sonderlich, da sich auch der König selbst dagegen erclarcle. Nachdem das volck ein wenig »vieder besänfftiget war, ^ H^-tzvg zurück, und »vurde nach «Schottland geschickt, va. Man.den staat zu regieren, »väre aber auf feiner reise dahin bald er» lruncren. Zu ansang des l68chen jahrs »vurde e»n Partan»e»»t zn Orroco gehalten, »velches sich gegen den Hertzoq sthr »viedrig be» i^geke, »voran der Konig ein solch »»»ißvergnügen hatte, daß er es gleich d»ssolv»rte. Der Graf von «shaftsbury, ein grosser feind des Hertzogs, wurden» arrest genommen, und deshoch-verraths beschuldiget; weil aber die Richter den wider ihn dargebrachten zeugmffen keinen glauben geben walten, wurde er absolviret, und rmrlrte sich darauf in Holland. An. »68; beschuldigte einer, mir ncchmenKee!mg,die Ncm-consormisten »ind andere einer conspiralion »vider den König und Hertzog, wodurch alles in einen andern staub gebracht »vurde. Obgemeldter Mylord Ruffel, der Oberste Sidney und andere mehr, wurden hierauf exequiret, der Graf vor» Esser wurde in den rower gesetzet, »voselbst er hernach »»»st ab. geschnittener kühle angetroffen worden, welches aber / ob er es selbst oder jemand anders gethan, niemahlen gar zu klar worden ist; wiewohlen gar starcker argwohn eben auf den Hertzoge von Uorck u»»d seine parthey siele. Der Hertzog von Monmouth, My- tord Gray und Lir Tboi»»as Arinstrong würden gleicher dinge beschuldiget, und daher die flucht zu nehinen genöthigct: worauf proclLmsrionss »vider sie heraus kamen. Der Hertzog aber kam »n kurtzem wieder nach Hofe. Die Universitäten nebst der cleristy erklärten sich durchgehends vor »hn; wie denn auch von den meisten orten des Königreichs abdreffen an ihn gesandt wurden, ihn zu careßiren. Die dlon-conformisteu »vurden vor seine feinde gehalten, oder doch wenigstens vor solche, die es nicht anstichtig n it ihm meynten. Darauf »vurde er zum Lord'Ober.Lc>mm>Lrw> von Schottland geniacht, da er denn in dem Parlamente den König präscnttrte , und zu Versicherung seiner succeßion eine atte heraus brachte. Der Graf von Argile wurde wegen hochverratbs ver» dämmet, salvirte sich aber noch mit der flucht, und gieng in Holland , jo baß endlich der Hertzog, alles Widerstandes öhngeach. tet, seinem bruder Carolo H> »velcher den s febr. m». »68; dieses zeitliche gesegnete, siiccedirte, und den 2; apr. nebst seiner gemah- l»n Maria, von Modena, zu Westmünster gekrönet wurde. So bald als er den thron bestiegen, gab er eine proclamation herauß, des mhalts, daß alles in dem stände bleiben solte, wie es bißhero gewesen, uno prorcstirte ftyerlich, daß er die Engelländische Arche bey ihrer freyheit schützen und erhalten wolle. Woraufman dann auch eine solche zuversicht setzte < daß der gröste theil von der geist» lichkeit damit schiene höchst vergnügt zu seyn. In dem folgenden »nvnak majo landete der Graf von Argile mit einer parthey in Schottland au, und erkläret«: sich wider Jacob» regierung, weil er aber über 2000 mann nicht zusammen dringen kunte, »vurde er durch den Grafen von Dumdarton geschlagen, gefangen und zu Edeudurg den ;o jm». hingerichtet. Ferner landete der Hertzog von Monlmvutt), Königs Carvli ll natürlicher söhn, zu Lime an, be» kam einen grosser; cmhang, »vurde von demseldigen zum Könige „ erkläret, schlug auch in einigen scharmützclu des Königs Jacobi trouppen; »vurde aber letztlich zu Sedgennoorz umveit Bridge» water, gäutzlich erleget, hernach verkleidet gefangen bekommen, und den 15 jül. vordem rower zu London exequiret. Nach diesem entstund zwischen dem Könige und dem Parlamente eine zwitracht, weil nen,lieh der König Carholiche Officierer unter der armee be» fördert, den k. Peters nebst andern Catholischen in den Staats- Rath aufgenommen, und noch andere »nit wichtigen ämtern begäbet harte, ohne daß sie den von denen Lords vorgeschriebenen cyö ablegen dürffen. Darauf wuchs das Mißvergnügen von tag zu tage. Dasjenige aber, »velches sonverlich d»e cleristy, d»e vormahls stl»»e freunde gewesen, erbitterte, war, daß er auf den Universitäten Catholische collegen einsetzte, ihnen über die decla. ration wegen der geivissensssreyheit zu lesen befahl; viel Protesti» renve ihrer ämter cnlsttzcte; eine geistliche commißion von solchen personen, die »hin in allen stücken savvrisirtm, angerichtet, und zu Richtern in vorfallenden streicigkeiten der Englischen kirche ernennet, welche commißion denn den Bischofs von Landen von seinem amce suspendiret, und den Ertz'Bsschoss von Cantelderg nebst andern 6 B'schössen, so die declaration von der gewissens.freyheit nicht von den cantzel» »voltcn publiciren lassen, gefangen in den rower geschickt, welche-edoch auf anhalten des volcks Wider ledig aemacht worden. Über dieses gestattete der Komg, den Reichs- aestiren zuwider, die Catholische reliqron m öffentlichen capelle», und Archen; den Ständen schmählerte er die freyheitm, und nah»» den städtcn, so das recht haben, Parlaments» glieder zu crivehlen, die sogenannee cllsrlrez ab, setzte in Schottland einen Catholischen Vice-tts, welcher den Protestircnden allerley Verdruß- lichkeit anthat, und ließ in selbige,», Reiche miedecla« den, krafft welcher er vorgab, daß er eme absolute macht hatte, und die Unterthanen ihn» m allen zu gehorsamen stbuldig wäre»», ckilerdurch nun zog er si«H seinen rnin ausden hals. iDann als stl» ne Unterthanen durchgehends sich befahreten , daß durch ihn beydes lbre religion und freyheit über de" Haussen geworffen werden dürffte und dabey die proben, wodurch man die wahrbMige ge» burt des vorgegebenen Printzen von Wallls zu mveism sich öemu» bew ihnen keine gnüge thaten; so ubersirndken ihrer viele, beydes von den aetst'UNb weltlichen Lords, nebst andern stands«Personen, eine invitation an den Printzen Wilhelm von Oramen , als wel» ttiner aemahlin halber der rechte erbe zur Crone war, und er. WüoLmmS'S« 88o jac General-Staaten, ließ dergleichen an den vornehmsten Teutschen hö» fen thuii/und machte zss einer tandung inEngelland grosse zurüstung. Ob nun gleich der Frantzöstsche sowohl als der Engelländische Adge» sandte dieses unternehmen zu unterbreche» suchten, auch der König Jacobus in Engcllaiid allerhand vortheilhasste Vorschläge ' that, morburäi er d egemülber zu gewinnen suchte, und sich zu deinen, de erbot? eines und das andere, was den Engellandlschen gesetzen zuwider liesse, abzuschaffen, auch ein Parlament zu beruffen, so wäre es jedoch nunmehr zu spath, und wollte solchen gezwungenen versprechen und anstellungcn niemand gern trauen. Indessen se» gelle der Printz von Oramen den i nov. an. 1688 mit beystand der General«Staaten, des Kavstrs und anderer wider Iacobum verei. nigten Potentaten mehr, weil selbiger es mit Franckreich hielte, von Holland ab, und kam mit einer flotte von 6;z schiffen, grosse und kleine zusammen gerechnet, und 21002 mann ohne die volomrun und flüchllinge, in Engcllaiid an, paßirrc vor der Englischen flotte, die in Duyus lag, ohne einigen widerstand vorbey, theils wegen er» nes llnrer den soldaten entstandenen Mißvergnügens, theils auch wegen conlrairen Windes,landete hieraus den; nov. bey Tvrbay an, wurde von einer gross»» menge beydes von dem Engel«unb Schott» tändischen Adel begleitet, und marschirle nach Ereter, woselbst er seine declaration publicirte, und hierauf noch mehr vordem Adel nebst einer grossen menge des land'voleks an sich zog. Inmillelst hatte der König Jacobus nicht allein einige proc>»msnones wider den Printzen pubuciret, sondern auch eine starcke und wohl-einge» richtete armee beysammen, aufweiche er sich vorncmlich verließ. Da er denn Printz Georgen von Dänncmarck zum LenersiiMmo, den Lorv Dartmouth aber zum Admiral cruenuete. Dabey hatte er auch eine grosse artillerix von 40 halben carthaunen und ro mor» fern, und campirte bey Salisbucy. Allein, da einige regunenter veferllrten, und der Lord Dclamere und der Graf von Danby (zu welchen die Priiitzeßm Anna und der Bischoffvon Londen ihre zu» flucht nahmen) in der nördlichen gegend eine ziemliche armee auf den deinen hatten; so bann über diß fälschlich ausgesprenget wurde, daß der Printz von Oranien wider den König Iacobum in anmarsch begriffen wäre, auch selbiger siehe, daß der Printz George nebst den Herizogcn von Graflon und Ormond und dem Lord Churchil ihn Verlässe»; retirivte er sich nach Londen. Darauf marschirle der Printz weiter fort, und schlug des Königs lrouppen bey Reading. Der König schickte den Grafen von Fcvcrsham an ihn, um ihn zu ersuchen, daß er nach 8. James kommen, aber zuvor seine armee addancken möchte. Allein, der Grafwurde auf des Printzenbe» fehl in arrest genommen, worauf der König nach Franckreich zu gehen trachtete, wohin er feine gemahlin nebst dem kinde bereits voran geschicket hatte; enwurde aber verkleidet an der küste gefan« gen, und von den fchissleulen sehr unhöflich lracliret, sodann unweit Feversham wieder an das land gebracht, und so bald man ihn erkannt, von dem benachbarten Adel gantz höflich aufgenom» men. Unterdesscu, da der König abwesend war, versammletcn sich unterschiedliche Lords zu GuildhaU, unter welchen auch der Ertz» Bischofsvon Cantcrbiiry war, begaben sich aufbes Printzen von Oranien feite, erkläretcn sich, daß sie ihm in feinem unternehmen, die Protestantische religion nebst ihren gcfetzen und freyheiten z» be» schützen, beystehen wolten, und sandten den Grafen von Pembrokc, den Lord Weymoulh, den Bsschoff von Elv und Lord Culpepper ab, dcmfelbigen mit ihrer rcsolulion aufzuwarten , welche dann «ebst 4 Rathsherren und 8 gemeinen von der stadt Londen ihre ad» dresse dem Printzrn überreichelcn. Mittlerweile aber schickeren eben diese zu Londen versammleten Lords zu dem Könige »ach Fc. versham, und liessen ihn bitten, wieder zurück zu kommen, so bag er auch den i? demnach Rochcster, und des nächsten lagcs nach Lon« den kam. Allein er retirirte sich zunr andern mahl, wozu ihme Wilhelmus selbst die gelegenheit liesse, drr auch vorher feine anhab tung auf der ersten flucht nicht gern gesehen hatte, und kam wieder zurück nach Rochcster, in begleitung der Grafen von Dunibar» ton, Arran und anderer mehr. Von bannen machte er sich des morgens um 2 ubr auf, und gieng nach Franckreich, nachdem er zuvor alle zu deruffung eines Parlaments gehörige fchrifften ver» branut, und einen brieff von eigener Hand hinterlassen, des in» Halts, daß er sich deßwegen fortgemacht, weil des Printzen gar» de um n uhr in der vorigen nacht ihre post zu Whilehall genom» men, er auch über dieses durch; Lords des nächsten morgens um i uhr gleichsam eine orbre bekommen, sich vor ir ubren aus fei» nein pallast weg zu machen. Mittlerweile riß das gemeine volck in Londen die nemamgebaueten capellen nebst den capclle» des Spanischen und Florentinifchen Abgesandten darnieder, der Lord» Cantzlev Ieffries aber und andere mehr, die man der Republic vor schädlich hielte, wurden in arrest genommen, und der erste gab bald darauf im wwer stmc» geist auf. Endlich, nachdem man allenthalben ausgesprenget, daß die Inländer ein blul-bad und sonderlich zu Londen anzurichten willens wären, so stund das gam tze volck auf/ und derk-oi-ck- öksfor nebst den Rathsherreu und ge« meinen der stadt ließ den Printzen von Oranien ersuchen, daß er vollends zu sie kommen möchte. Den 22 dec. nach des Priimen ankunfft, kamen die geist.und weltlichen Lords in dem Odcr-Hause zusammen, nachdem sie vor wenig tagen eine affociation unter» schrieben, und ersuchten ven Printzen, daß er die Verwaltung der regierung über sich nehmen, und auf den 22 des nächstfolgenden ian. eine Versammlung beruffen möchte, so, daß die Paria» ments-glieber, welche zu des Königs Caroli II zeilen gedienct, erscheinen selten. Da nun die gedachte Versammlung den 22 ja», bey einander war, danckken sie vor allen dingen dem Printzen vor dasjenige, was er bereits gethan, und recommendirte» Irrland seiner Vorsorge. Acht tage hernach erklärcte die Versammlung , wiewohl nicht ohne vielen wieberspruch in dem oder-hause, den Eu» jac glischen thron vor vacant. Als hier« die verfammlun. «,»« declaration .ausgesetzet, um alles wiederum in e n n ^ und guten stand zusetzen, so erkläretcn sie den Prii" „ulÄ Printzetzin von Oranien zum Könige und Königin, mimitratiou rn beyb r nameu, die würckliche ausLibuÄ d Königlichen gewall allem bey dem Könige seyn solle. Die g,, 7, betreffend, )o warb befchlosien, daß vor allen andern die ^ der gegenwärtigen König,n, m ermanglung aber dieser 2 " tzeßi» Anna nebst ihren erben, und in entstehung selbige, A ' tzen feine in der regierung nachfolgen sollen. Bald daraus 2 " d'eybe Mai-stäten öffentlich proclam.ret. Die 7 m! e» 7 w chL von dem Schottlanbischen adcl in Londen befanden, ersuchten » König, die admimstratwn der regierung ihres reichs cbensM m.r steh zu nehmen, und eine Versammlung daselbst zu beruffen 2 chcs.er auch bewilligte. Indem nun die Versammlung ß, 5 kam sie 2 bliese, einen von dein Könige Iacobo, und den ^, 7 » von dem Könige Wilhelm. Ehe sie aber nochLeueLeMm machten sie zuvor eine acte, worinnen sie ihre versammluna Ms»» und rechtmäßig wolten gehalten wissen, und erklärten endlicl d » 12 april an. 1689 den Schottlanbischen thron gleichfalls vor - 7 . canr. Nach die,em setzten sie eine declaration ihrer rechte und skk». heilen auf, und erklärten den Printzen und die Printzeßinvvim. men aufeden.die weise, wie die Engelländische versammluna«. lhan, zum Könige und Königin. AIs nun der König Jacob daß die Schottländische Versammlung seinen brief nichts ack ec siistiete er den Burggrafen von Dundee, welcher sich davon gen, an, baß er mit beystand der Bischöffe eine andere dmckn tolle; allem alles vergeblich. Hierauf büffele Dundee u, « schlachl das lebe» ein, wodurch Iacobi inwreike „jchr wenig den litte. Nach diesem segelte er selbst den 10 mertz von Brest ab, landete in Irriand an, und brachte in kurtzen fast das gantze «i>, Nigreich unter sich, biß aufLondonderry, welchen on er von dem ende des aprils a», biß aufden 1 um. belagerte, da denn die bcla. gelten sviiderlich durch Hunger sehr viel ausstunden, und sich über alle Massen rapffer hielten. Es ward auch endlich seine armee imi grossem Verlust zurück getrieben,so,daß sie ihre b^^cgiücke uiid a,n. Munition hinter sich im stich laste» iiiusten-uiid noch darzu derFmu- tzösischeGcneral Monmon in einem ausfall gelobtet wurde. Mnen desfcru lucceli harren vesJacobi lrouppen Wider dicssladlJnskilling. Der König Wilhelm schickte den Hertzog von Schomdcrg hinüber, welcher den 24 aug. an. 1L89 nicht weil von Bangor anlandest,und nach einer belagerung von etlichen ragen Carickfergus eroberte, woraufIacobus alle Jrrläuber von is jähren biß aufs so aufbot. Im folgenden october eroberte der Hertzog von Schvmberg Wirst, mont, und trieb die Irrländcr von dem Newry-paß hinweg, ,vp. von des Königs armee wenig mcilen entfernet, und;--oo2 mann starck war. Als im nsv. die Frantzöstsche Eatholicken unter tck Hertzogs armee selbige den» Iacobo in die Hände zu liefern versprochen , so näherte sich derselbe je mehr und mehr dem Enaellanbi- scheu lager. Allein der vcrrälherische anschlug kam an den tag, und wurde also zu wnffer. Zu gleicher zeit erlegten die von IM- Img 5000 wider sie auscommandirtc Irrländcr. Das ivichiW, so ßch »achgehends begab, war die incdcrlage, so der König Jacobus bey dem fliiß Boyue erlitte; darauf retirirte er sich wieder in Franckreich, und Jrrlanb, wurde rmmrttclst gäntzlich durch bis Königs Wilhelm tronppen rcduciret. Endlich zeigte ßch Jacobus das Ictztemal bcy ls Hogue, allwo er einen theil der FrantzösWii armee commandirle, und mit seinen äugen ansehen muste, wie«- mge der besten schiffe von der Frantzvsifchm flotte durch die Engel' läiidcr unter dem Atiiurai Rüffel in Brand gesteckt wurden, üb er linn gleich zu verschiedene» malen wieder gejuchct in Irriand ober Engelland einzubrechen, und zu dem ende im monat sebr. a». i0p6 eu, gefährlicher anschlag uuterhandcn, auch er mit einer Me,bereits bis nach Calais gekommen war, M'.v man vermeynle den A- lug Wühelinuiii zu ermorden, so wurde doch dieser anschlag an- »och zu rechter zeit entdeckt. Er musie dannenhcro in Franckreich aushallen, allwo ihm KönigLudwigXkV dasschloß 8. GemM en Layr zu semer residcutz einräuintc, allwo er auch den löscht, an. 1701 verstarb. Er hatte sich.zwcymal vermählet. Sciistw ste gemahlin war Anna Hydr, Eduard! nachmals Grafen von Clarendon älteste rechter, von welcher Carolus und Jacobus, soPg verstorben; Maria, König Williams gemahlin, und die Km- giu Anna gcbobrcn worden. D>c andere >oare Maria Beamk Eleonora von Este, Alphonsi l i- Hertzogs vo» Modeua, lvchler, mit welcher er sich Ki. >67; im nov. vermählet, und die de»7 inai> an. 1718 in Franckreich gestorben. Erhalle mit seidiger verschiedene kiiibcc, Caroliim. Hertzog von Cambridge; CalbarW« Jiabclicn; Charlotte» Manen, welche alle noch in ihrer kinM verstorben. Hicrncchsi eine todte tochter, so zu 8. Gerinaui oc» 11 scpt. an. 1689, und Marien Louistn, sode»r8 um. a».l°?r daselbst gebohrcu, und den 18 apr. an. 1712 verschieden. AM diesen ist Jacob Franclscus Eduard, dcr so gcnannrc Printz M Wallis, bekannr, welcher sia, nach stnics vatcrs lobe Jacoduinm König von Groß-Britaittilen nennen lassen. Daneben Me« er auch einige natürliche kinder von Arabella Curchil, dcSHerhW von MarlebourO schwcster , als Iacobum, Hertzog von BMM Grafcn vonTinmoulh, Baron von Boßwor, Vkarschall vo« gram reich; und Heinrich, Hertzog von Albcmarlc. Dieser >vmo"- iL8s von dem Pabst zum Groß-Prior bcsJohannilerwrdeMM Engelland gemacht,und »11.1702 zum General-Licutcnamub» . Fräntzösischcn galeerc»;cr starb aber in selbigem labre-"iw Wim>» eine tochter Henrielten,so au einen Irrländlschen von Adel ver«M let. Von Calharinen vldley,Gräfin von Dorchesler,BaroMßii> Arlinglon, hatte er eine tochter, so an den Bgeon dsgrave vermählt; und Eatharmeii, so Thema Barons rac Serna» Jacobi Grafen von Auglesey, und endlich an. 1706 ->o. hanms Grafen von Buckmgham gemahlin worden///. /-> eMo- ls cle nupens -lngl. , IMoi-ia ,erum mursr. in AÜL. /s/e/>/,rir hilf. cles revoluuonz ä'^riLleter- ,-e. Ililloire cles evenem. rrcigigues ä'^nglecerre. »itlosse Ie- creie cle ss.-ccgues II. Ililioire cle 6uillesume III. /-s- 7 rc,r» or- 5 un. lVIsri»-. -xj gen. Lrir. L. xr. c. s. relke-belchi- l- 2 . * ' Rönig von Majoeca: Iacobus von Aragvmm , König von Majoren. Der Könia von Aragomen, Petrus, mit dein beynameu eecemoniokus, ver» mcb ihu um dav,ahr 1 ;4I oder 44 mit unerhörter grausamkeil aus feinen Herr,chafftcii, ohngeachtct der Pabst Clemens VI und au. dere pursten sich dieser tyranucy wider,etzten. Dieser Könia hatte auch einen lohn, mit namen Iacobus, welcher der Köniam iwu NavM uud Gräfin vonProven/e, Johanna idnttergemA und ,ich an. r;ü; mit derselbigen vermählte. Weil aber diese Prin- tzeßu, ihm nicht den titul eines Königs geben wolle, so dünckte ibm die,e Verachtung dermaßen unerträglich zu seyn, daß er sie; monat nach dem bcylager wieder verließ, und an. 1^7; vor bckümmerniß starb. bitt. cle Viovence. Ich. 9. lib. r 5. Könige aus Schottland: fZacobus l. der i--rte König in Schottland. Er war Roberti !I1 ivhn, und wurde rn Engeland, daernochPrmtz war, ge» sanglich angehalten, als er aufdem wege nach Franckreich, m Fianborough m Yvrckshire angeländel, um sich zu erfrischen, gestalt damals zwischen den beyden nationen ein siiUesiand der Waffen war, kam aber an- 142; nach veraccordirrer rantzton und hinter» lassenen geisseln wieder nach Hause. Bey seiner ankunffc beschwerte sich das volck über viele Ungerechtigkeiten, die sie nach seines vacers tobe durch berLouverneucs üb!e regici'lilig ausgestandego daß er,um das gemeine volck zufrieden zu stellen, einige des Adels in arrest nehmen ließ, bis zu der nächsten Versammlung des Parlaments, weiches den 27 may an. '42; angesetzt wurde. Mittlerweile empfieng er nebst semer gemahli» am ro april dieses japrs die crone. Als daS Parlament beysammen war, machte man viel nützliche gest» tze, sonderlich wtber den diebstahl und strassen.raub. Nächst dem berathschlagte man sich, wie des Königs rantzton zu erlegen sey, weil die schatz-kammer gantz erschdpffet wäre. Wert nun die Edel. leute sehr hart baraufdrungen, indem ihre söhne zu geiffeln gelassen worden, so wurde zu dem ende eine taxe des 20 theils anfalle mobi» licu geleget, welche aber das volck für unerträglich hielte. Dahero, als der König sahe, daß die erste zahlung sehr schwer einzubringen war, erließ er ihnen daS übrige. Das Parlament arrestirte den Mirdo, Hertzog von Albaiiicu, und letzt gewesenen Lcmverneur des Königreichs, wie auch zwey von seinen söhnen, den Grafen von Lenox nebst dessen ichm-cger-sohne, und noch 24 andere des vornehmsten Adels. Des Lc>uven,eursjs„!gster söhn Iacobus, wurde durch dieses seiner familie zugestoffenes Unglück gantz rasend gemacht, daß er Dunbartou aboranule, John Howard, des Königs vettcr, nebst ;2 von dessen leinen tödtete, und darauf mit seinem rathgeber dem Bischofs von Lismvrc m Irrland flöhe, woselbst er auch starb, In eben diesem iahr wurde vbgemeldler Mur» donebst seinen 2 söhnen und schwieger.sohn von einem Parlamente zu Sterling verdammet, und enthauptet. Darauferoberte mau binnen emer kurtzcn zeit alle diejenigen Plätze, welche es mit den rebelten hielten. An.^426 wurden Johann Stuart von Dernly, General über die «Ltt-ottländische cavaüerie in Franckreich, und der Ertz-Bischoff von Rbeiins als Abgesandten in Schottland abgefertiget um das alle dmibniß mir Franckreich zu erneuern, und eine hcyratb zwischen des Königs Jacobi tochter und Caroli Vli söhne, welche damals noch beyderieits kinder waren, vorzuschlagen, so auch beliebt wurde. Zwey jähr hernach zog er m die Oberländer, um die gercchligkeit daselbst zu handhaben, reparirte das casrcllInvernes, um die räuberische rotten im zäum zuhalten, welche das iand mit schatzungen plagten, ließ 40 von den räbels« führern gefangen setzen, den Macrory aber und Macarihur auf» hencken, und beredete die übrigen mit guten Worten, ihre Pflicht l„ acht zu nehmen. Alexander von den msuln, der gröste mann im gantzen Reiche, war in gleicher schuld, wurde aber durch seine freunde wiederum ausgesöhnet, und bey Hofe gnädig aufgenom» men. Allein da er wieder nach Hause kam, versammlcte er seine cameraden, plünderte und verbrannte die stadt Juvernes, und belagerte das castell, retirirte sich aber bey herannahung der Kö» niglichcn trvuppen nach Loghaber, und weil er 10000 mann bey sich hatte, resolvirte er sieb, auszuhalten. Weil aber die Cattcms und Camerons, zwey räuberische rotten, von ihm absetzten, danck» te er seine armee ab, rcliririe ,ich in die westlichenlmsuln, und ge» Dachte in Irrland zn silchen. Jedoch als er sich des Königs gna- Deunterwarff, wurde er zwar aus der Königin vorbiite pardoni- ret, aber gefangen gesctzet. Bald darauf gerierhen die Caltans und Camerons einander selbst in die haare, und rieben sich fast gäntz. lich auf. Donald Balock aber, des Alexandri vetter, wolle selbigen rächen, und sich seiner annehmen, überrumpelte dahero und schlug deS Königs trvuppen in Loghaber, welche von Alexanvro und Alan Stuarls, Grafen von Caühnes und Mar commandi. ret wurden, und verheerte das land nüt feucr und schwerst - flöhe «her mit seinem raub auf die insuin, als er hörte, daß der Könia in anmarsch gegen ihn begriffen, welcher biß dahin ihn zu »ersolaen sich vorgesetzet hatte- Allein da die Ldchottländer ihn er. stickten, das land um ernes menschen willen nicht zn ruiniren, und hm z°° von den vornehmsten räubern überlieferte.«,ließ er von seine rac 88: vornehmen ab,nachdem er zuvor gedachte rebellen allesamt aufhen- Kn lassen.Jcdoch liepsichdiests cm bcruffener räuber. mit namen Mac Donald von Rosse,nicht abhalten,nebst seiner rotte die bcnacb» barte gegend und unter andern eine arme Wittwe zu plündern. Als diese nun solches dem Könige zu klagen drohest,ließ er einen ichmidt holen,und ihr Hufeisen auf die fusse schlagen,damit sie desto geschickter zu der reise wurde. Allem so bald sich das weib von den schmecken wlederuni erholet und gesund worden, berichtete sie es dem Kömae Daraufgab die,er gleich befehl, daß man mit Mac Donald, so dazumal m gesanglicher hasst war, und 12 seiner spieß, gesellen eben also verfahren, und thuen Hufeisen aufschlagen solle.' Nachdem dieses geschehen, wurden sie durch die qantze stadt gefübretl und gieng vor ihnen ein Herold her, der den leisten kund that, was die Ursache solcher ungewöhnlichen straffe wäre. Daraufwurde der t-'spMm, nebst seinen Wellen gehangen, und ihre cörper an öffentliche galgen, so an den landstraffen stunden, angemacht. DeS Königs nächste sorge war, Donaldum von den insuin aufzusuchen, und als sie hörten, daß er in eines Edelmanns Hause in Irrland verborgen läge, schickte er hin, und ließ ihn abfordern. Weil nun gedachter Edelmann sich befürchtete, daß er etwan aufdem wege entwischen, und die schuld auf ihn geschoben werden möchte, so hieb er ihm gleich den kopff ab , und schickte solchen dem Könige. Nachdem man nun solcher gestalt die räudcrey gedämpffet, war der König besorget, daß in dem gantzen Reiche recht und gerechtigkeik gehandhabet, und allenthalben recht maaß und gewichte gebrauchet werden möchte. Zu dem ende wurden an. i4;o den 14 oct. viel heilsame gesetze gegeben. Um diese zeit kam die Königin mit zwil- lingen nieder, weiches verursachte, daß man öffentliche freuden» feste anstellte, binnen welchen der König den Archibaid Duglas und John Kenneday vardommte, welche wegen einiger hitzigen und ungeziemenden reden, die sie wider die regimmg ausgestossen, in arrest genommen worden. Duglas wurde zu der Königlichen kinder päthen erwählet, und dessen söhn zum Ritter geschlagen» Nach diesem bearbeitete sich der König dahin, daß die geistlichen rcformiret, und ihrer tyranney vorgebeuget werden möchte.Er stiff» tete öffentliche schulen, und erwiest den gelehrte» leisten grosse gnade , wohnte ihren clispmmicmibus bey, und gab den Lecllonbus der Universitäten befehl, daß sie keine andere als alleine rechtschaffene und verständige leiste zu geistlichen ämtcrn präsentsten sotten. Er ließ auch aus andern länbmi geschickte künsiler und handwercker holen,und beförderte die handelschafft, wodurch die städte wiederum mit einwohneru besetzt wurden. Als sich das volck beschwerte, baß allerhand liederliches und üppiges wesen,als schwelgen,sauffemmas» queraden, täntze und kleider-pracht durch seine Hof-leute,die mit ihm aus Engelland gekommen, in dem lande eingeführet worden, und täglich mehr überhand nähme, so reivrmirle er diese Unordnungen unter seinem Adel, theils durch ernstliche besirafungen, theils aber auch durch sein eigen exempe!, und durch heilsame gesetzt. Durch Den tod des tapffern Alexandri, Grasen von Mar, eines nalürii» chen sohns aus dem Königlichen Hause, bekam der König Bnchcm und Bar, weil Alexander keine erben balle. Indem er nun über dieses auch einige dinge von dem Abc! eingezogen, so erweckte ihm der Grafvon Mol, als weicher Robert! II rechtmäßiger söhn erster ebe war, aber von der crone ausgeschlossen worden, allerhand verdrüßlichkeit, welches seinen tod beschleunigte. Inzwischen kamen einige Abgesandten aus Franckreich, des Königs rechter Mar» garetam heimzuholen, welche vormals an den Dauphin verheyra» thet worden. Zu eben derselbigen zeit kamen auch Abgesandten aus Engelland an, um dieses zu unterbrechen, und den König von Schottland zu bereden, daß er eine stetige oüenllv-und cielenliv- alliantz mit Engelland schliesscn möchte. Nachdem man dieses dem Parlamente zu überlegen vorgetragen, waren zwar die geistliche» Lords ungleicher meymmgeii. Der Adel aber erklärte sich burchge« hends für Franckreich. Also blieb es dabey, daß die Priutzeßin nach Franckreich gesimdt wurde, welche kaum der Englischen flotte eutgienge, die auf sie laurete. Daraus machte sich der König Iacobus zu einem krieg mit Engelland gefasi, und legte dcm volcke eine kopss.steuer auf, um dadurch eine flotte auszurüsten, fand aber seine Unterthanen dazu so übel geneigt, daß er ihnen auch dasjenige wieder gab, was er allbereit von idueu Anbekommen hatte. Mittlerweile fiel Piercy von Norlhumderlcmd die Schottischen gräntze» an, welchen William Dualas, Graf von Angus, mit einer gleich starcken mannschafft entgegen gieng, sich in ein treffen einließ, izoc» von dessen leisten niedermachte, theils gefangen bekam, und hingegen von den seinigen niemand sonderlich vcrlohr, als den Alexander Johnsohn, einen tapffern Edelmann. Bald darnach griff König Iacobus das casteü Roxborough an, welches die Engelländer inne hatten, und würde es auch ohne zweiffel einbekvinmeu haben, wenn er nicht wäre qenöthigct worden, seine armee von einander zu lassen, nachdem seine gemahiin ihm benachrichtiget, daß man eine conspiration wider sein leben angesponnen, worvvn der Graf von Athot das baupt war. Als nun hierauf der König die fache untersuchte , bekam Athol von seinen spionen am Hofe von allem, was daselbst paßirte, Nachricht, so baß er endlich, um seiner eigene» aefahr vorzukommen, den gefaßten mörderischen anschlug folgen, der gestalt ausführte. Nachdem er einige von des Königs bedienten bestochen, kam er nebst seinen übrigen spieß'gesellen biß vor deS Königs gemach; als sie daselbst angelanget, kam gleich einer von den Königlichen dienern heraus, welchen sie alsobald niedermachten,und ob gleich eine hsf. Dame sie bey der thure aufzuhallen such» te, drunqestsie doch durch; die Köuigm bemühest sich zwar ihre» qemabl zu bedecken, sie wurde aber weggezogen, und der Konig nach vielen beygebrachten wunden, den 12 febr. an. 14;? ermordet» Gleich baraufversammlecen sich die sämtlichen Reichs>Stande,und verfolgten die mörder mit höchstem ernst, um die liebe an den tag zu legen, die sie zu ihrem König getragen» Sein Nachfolger war ' »theil Tkttr der 882 Lae der jü,laste unter feinen Zwillingen , weil der älteste schon gestorben. Seine qemahlin war Johanna, des Grafen von L>alisdury tochler, aus dem Königlichen geblüte von Engelland, die schönste Dame z„ ihrer reit, in welche er sich zeit seiner «»Wesenheit in Engelland ver. liebet hatte, wobey der Englische Hof damals meynte/ daß dieses eine bequeme gelegenheit, ihn zu ihrer parrhey zu ziehen, geben wür« de. bitt. 8cot. Iib.17, >8. /.e§/e«5 Kitt. 8cor. lib. 1. ^ncobus lk, der Ivzte König von Schottland. Er siiccedirte seiiie-n vater Iacobo I in dem ?ten jähre seines alkers, welches ei. neu grossen streit unter dem Adel verursachte, wer inzwischen zum V-ce-Köntg erwählet werden solle. Die competenten darzu waren Archibaldus, Graf von Duglas, der gröste Herr damals in Schott, land, so wohl an reichthum als macht, nebst Alexandra Levingsto» und William Creigthon, so beyderftils aus guten familien waren, und sich durch ihre klugheit in adhandlung der staats.sachen unter 'egieruiig in grosses ansehen gesetzt hatten. Auf diese bey» voriger reqierung ^ fast der gantze Adel, und wollen hingegen den Grafen von r n.snm . als welcher auch dem Könige selbst allzu tt>r- Duaias nicht haben, als welcher auch dem Komge jelbjt allzu tor- micladel war, so daß Alexander Levingsto» zum Regenten, und W'lliam Creigthon zum Cantzler erwählet wurde; allem kaum war man von einander gegangen, so wurde der friede durch factio. ncn unterbrochen, so daß der Cantzler aufdem schlösse zu Edenburg es m,t dem Könige hielte, hingegen der Regcnte mit der Konigm zu Sterlinq parthey machte. Duglas, welchen dieses, daß man ihn vcrmorffen, sehr disgoustirte, sahe die Unordnungen nicht mehr als gerne; und die leute zu Annandale, die unter «einer Herrschaff! stunden, plünderten die benachbarte gegcnden auf eine recht feind. selige weise. Der Regent und Cantzler schrieben zwar deshalber an ihn, allein er that so gar kein einsehen darinnen, daß er auch noch Darm allen unter seiner Herrlchafft stehenden ernstlich verbot, nicht zu erscheinen, woferne sie Vorgerichte gefedert wurden. Miller, weile riß die Königin ihren söhn, den jungen König, listiger weise aus des CantzlerS bänden, indem sie auf das schloß Edenburg kam, muer dem vorwand, ihm eine vilire zu geben, und führte ihn in einer kiste unvermerckt mit sich hinweg, lüde ihn,ehe er noch von sei. ne» dienern vermisset wurde, zu Lei«) auf ein schiff, und brachte ihn noch vor abends nach Sterling, wodurch denn des Cantzlers ansthen gewaltiglich siel. Gestalt man ihn auch als den Urheber aller bißherigen Unordnungen anklagte, und in einer geheimen RaihSwcrjammliiiig beschloß, ihn aufdem schlöffe zu Edenburg zu belagern. Woraufer den Duglas um hülffe ersuchte, welcher ihm aber zur antwort geben ließ,daß dem gemeinen wcsen dadurch nichts abgehen würde, wenn gleich er und der Regent einander die Hälse brächen. Dieses jagte beyden Partheyen ein schrecken ein, und ver. ursachte, baß man einen schleunigen vergleich traff, vermöge des. sei, der Cantzler das schloß übergab. Die Königin und ihr anderer genialst, Jacodus Stuarl, wurden hierauf »edst andern mehr inS gefängniß geworffen, als tolche, die wider den Regenten conipirir. ten, aber bald wiederum loß gelassen, da denn zugleich der Regent vieler böser dinge beschuldiget wurde. Nicht lange darnach über. fiel der Cantzler den König unweit Sterling, und brachte ihn mit 4000 reulern nach Edenbürg, woselbst er mit grosser fteube anfge. nommen wurde. Der Regent, da er sahe, daß man ihm zu schlau war, und er nicht wieder fortkommen kunte, verglich sich mit dem Cantzler. Mittlerweile seuffzete das land unter den räubcreyen und Plünderungen der Duglasischen faclion. Endlich aber zog der Cantz. 1 er ihn und «einen druder durch listige Worte nach Hofe, da man sie aber gleich beyderseits, auf seine und des Regenten Verordnung, an des Königs lafel anfiel,und ihnen unverzüglich die köpffe vor die füs. se legte, auch einige von ihren anhängern gleichfals hinrichtete. Um diese zeit trat der Kömg dic reglerung selbst an, und William, da. maligcr Grafvon Duglas, erkannte sein unrecht, that dem Könige einen fußfall, erhielt auch pardon, und kam bey dem Könige m sonderbare gnade, welche er dazu anwandte, sich an den letzt ge. wesenen Regenten und Cantzler, so nunmehro ausser dienstcn waren, zu rächen. Wie er cS denn auch dahin brachte, daß sie gefordert wurden, von ihrer regiments.verwallung rcchenschafft zu geben, welches sie aber nicht thun wollen, mit einwendung, daß ihre fein. dc nicht Richter seyn könten. Darauf braelffe Duglas zuwege,daß sie vor redellen erkläret wurden, und ihre gütcr confiscircl werden sollen. Dieses verursachte einen offenbaren krieg zwischen beyden vartbeyen/ deren jede einen besvndern anbang von dem Adel halte. Duglas belagerte den Creigthon in dem schlösse zu Edendurg, traff aber ktztlich mit ihm einen accord, und Creigthon wurde wieder zum Cantzler gemacht. Nächst diesem entstunden zwischen etlichen Adellchen Häusern, welche die ruhe des Königs verstörten, einige hcfftige streitigkeiten. Duglas brachte zuwege, daß die Levingstons bey dem Könige in öffentliche Ungnade fielen, so baß der vater, wel» cher,Regent gewesen, in gesangliche hasst genommen, einer aber von dessen söhnen gar enthauptet wurde. Nachdem der stillstand zu ende gelauffen, ereigneten sich zwischen den Engel, und Scholtlän. dem öfftere scharmntzel, wiewohl fast immer mit gleichem Verluste. Darauf wurde der stillestand auf 7 «ahr erneuert. Nichts destowe. nrger brachen die, so an den gräntzen wohneten, den stillestand, und trieben grossen raub aus Schottland hinweg, welches dann ei. nen neuen Peg verursachte, weil die Schottländer zur revsnee fast gantz Cumbsvland verwüsteten. Nachdem nun die Enqelländer unter des Grafen von Northumberlanb und Maiks commsnllo eine armce aufbie deine gebracht, paßirten sie damit die siüsse Solwav und Anna«, campirten beydem flusse Sars in Schottland, und schickten Partheyen aus , das land zu plündern. Sie wurden aber von dem L-chottländischen General Wallece angegriffen, so daß auf Englilcher feite in die ;ooo, aufder e^chottländifchen aber nur «ov geblieben, «ach von jenen viele vornehme gefangen wurden. rac Über dieses bekamen die Schottländer viel beute, verlohnn ihren General Wallece, welcher vhngefehr nach; mvnaien m,»» empfangenen wunden starb. Nach diesem würbe an. gelland ein stillestand auf z jähr geschloffen. Das folgende jabr ^ ' wählte sich der König mit Maria von Gelderland, einer Frantzösifchem geblute. Mit dem Grafen Duglas ereignete M eine neue Unruhe, inmassen ihn derKonjg in verdacht hatte U er unter der Hand mit den Engellandern etwas anspönne, und ,1°^ andere von dem Adel auf feine «eite zöge. Weil er nun war, und ibm alfo der Konig durch öffentliche gewalt nicht M beykommen Lunte, ließ er ihn nach Hose holen, nebst versprecdum eines sichern geieits, so von vielen Edelleuten unterschrieben M besiegelt worden. So bald er angekommen, gierig der König mit ihm auf die feite, hielt ihm seine unziemliche anjWoe »or sonderlich das bemeldte vcrrätherische dündniß, und ermähnte Um davon abzustehen. Ob nun wohl Duglas auf alles übrige gantz n. wüthig geantwortet, so häsitirle er doch bey diesem letzter» Puncte, und bat um frist, sich darüber erst mit seinen bundsgenossen rüde. rathschlagen. Allen, der König gerielh dadurch in grossen eifer, und erstach ihn aisosort mit seiner eigenen Hand, nebst beyfügn», dieierworle: wenn du die Kgue nicht brechen wüst/ soM ich es thun. Dieses geschahe im ftbr. an. 14;-. Daraufsucce. bitte des Grafen ältester bruder, welcher nebst seinen übrigen bm» dem und freunden die Waffen ergriff, den König vor meineydig er. klärte, den von ihm und feinern Staats.Ralh besiegtsten und M«. schriebencn tslvuw conäuttum an den schwantz eines Pferdes knöpf, le, und den krieg öffentlich declarirte, weicherm verschiedenen gegenden des Königreichs durch dieso beyden Partheyen anbien. gcmgeführet wurde. HieraufberieffderKömgdie Stände zusam. wen, und erklärte die Duglasse vor redellen. Ais nun einige von deren Parthey deferttret, suchte Duglas in Cngelland hülffe, aber vergeblich. Endlich, da er von feinen freunden zu iiefferung einer schlacht angetrieben wurde, er aber darzu gantz unwillig war, ver. aniaffcte dieses, daß ihrer noch mehr von ihm abfetzten. Worauf er in Engcüand flöhe, von daraus die SchottiänLischen gräntzen beunruhigte,und sich endlich mit Donaldo von den insul» vereinign. Diese gelegenheit ergriffen die Engelländer, und fielen unterPrer. cy von Northumderland in Schottland ein, wurden aber von George Duglas, dem Grafen von Angns, geschlagen, welches ver. ursachte, daß sich Donaldus von den infuln bald demnlhigie. Nach. dein also die innerliche unruhe gcsiillct war, setzte sich der König vor, Engclland zu bekriegen, weil man den stillestand gebrochen halle. Da geschahe nun, daß eben zu derselben zeit Abgesandten von dem Hertzoge von Dort, nebst andern Personen mehr, von dem EW. ländlichen Adei ankamen, nnd ihn bittlich ersuchten, ihnen wider ihren König beystand zu leisten. Zu solchem ende marschrrteer niil einer grossen armce fort, wurde aber durch einen verstellten PU. sichen Gesandte», welcher ihm mit dem bann drohete, oberm dem Könige von Engelland suborniret war, an seinem vorhabe» verhindert, und genöthiget, sein kriegs.heer abzudancken. Allein nachdem er hinter den betrug gekommen, rüffle er die armee wieder zusammen, nnd nahm die stadl Roxborough ein. Gleich aber, als er das schloß belagern wolle, kamen neue Abgesandten von dem Hertzoge von York, der ihm vor seinen guten willen danckele, aber dabey verlangte, die belagerung aufzuheben. Dieses verdroß den König nicht wenig, so, daß er die belagerung fortsetzte; er winde aber an.1460 unglücklicher weise durch eine seiner eigenen canonen, welche um sich schlug, des lebcns beraubet. Der Adel crschrack über seinen tod hcsstig, verbreite ihn aber, und die Königin, welche eben desseldigcn tages in das lager kam, trieb den Adel mit märn» sicher hertzhaffligkeit an, die belagerung fortzusetzen, und brachte ihren söhn, welcher damals 7 iahr alt war, in das lager, allwo er gleich zum Könige ausgeruffm wurde. Endlich ergaben sich die Engelländer nach einer lapffern gegcnwchr, und das castcll wurde demosirel, damit es nicht zu einem neuen kriege anlaß gebeniM« le. Kitt. 8cor. Kilt. lull. änZI. "Jacobus Hl, der loche König inSchvttland. Erficngscitt regierung im ytcn jähre seiner alters an, und nahm von dem Am die Huldigung in Kelso ein. Darnach wurde er unter stiner nnimr vvrmundschafft auf das schloß zu Edendurg gebracht, nnd blieb da« selbst biß zu der Versammlung der Ncichs-Ständc. Das erbe, was der Adel that, war, daß sie in Engclland einfielen, einen grollen tbm davon plünderten und verheerten, und so dann mit grober beme wiederum zurück kamen, nachdem sie viel schlössen demoiircthaM. In eben dcmstldigcn jähre wurde der König Heinrich >uEMllM von dem Hertzoge von Bork geschlagen, flöhe dahcro in Schottl« suchte daselbst hülffe, trat den Schotten Bcrwick ab, um ße dG eher auf seine feite zu bringen, und schlug eine henratb zwüchcn ccm Printzen von Wcillis und'des Königs Jacobi schweiia vor - «o am nicht zum essett kam. Nachdeni die stände von ScholWwzU sammen gekommen, so cntstnnd unter ihnen ein grotier streu, wa in währender minberjährigkeil des Königs Regeiikc werde» M- Die Königin begehrte vor ändern darzu berechtiget zu ieyn. Kennedy aber, der Bischofs von 8 . Andrews, ein mann zwar r geringen herkommen, aber grossen ansthen, nebst Duglas, c , Grafen von Angns, sahen es vor gut an, baß die Stande nie» Wahlen möchten , und dieser mcymmg waren auch die immm dem Adel. Endlich wurde die fache also beygelegt, dax das i lamcnt eine gewisse anzahl zu Regenten erwählte, unter ana die eine heifftc der Königin freunde, die übrigen aber, des ne dy und Duglas ihre waren. Daraus kamen Abgetauet > Engelland, die um eine» stillestand der waffcn anhielten- uc a auch auf15 jähr vcrwilsigt wurde. Im nächstssolgenden lahre, sich an. l4S;, starb die Königin. Alexander, Hcrtzog pou Albai»^ iac des Königs brnder, wurde auf seiner zurückkunfft aus Franckrcich von den Engellandern gefangen genommen / aber wiederum auf freyen fuß gestcilet; wiewol dennoch die Schotten dieses vor einen beuch des Westandes auslegten - und den Engellandern mit emeui kriege braueten. Bald darauf wurde daS Kömgreich durch Dona?» dum von den insuln zerrüttet, welcher sich zum Könige auswarf/ in baS vcste land einfiel/ und den Grafen von Athol gefangen nahn,/ welcher in einer kirche schütz suchte, die Donald gleichfalls plünder. te. Alleur femc flotte erlitte aufdem rück Marsche sthUvrnch, und er wurde gantz rasend und verwirret im kopffe / welches leine freun, de bewegte/ baß sie die beute und gefangenen zurück schickten/ und die kirche», die sie beraubet hatten, mit allerhand gaben descheuck- ten / um Gott dadurch wiederum zu versöhnen. Nach diesem wur- d?n die öffentliche staatS-sachen von Jarnes Kennedy mit grosser kllighefc gesi-hret, so, das jederman daran ein sonderbares vergnügen halte. Um das sechste jähr dieser regllruna kamen die Bvyds bey Hofe hoch ans bret/ nachdem der vornehmste aus dieser familie darzu bestellet worden, daß er den jungen Kömg in den kciegs-rün- sten unterweisen solte, welcher durch seine schmeicheley desselben gemilth wohl einzunehmen wüste. Um selbige zeit erneuerte der Ertz-Bsscüoff von Uork seine prätension auf die kirche von Schott- land / daß nemlich selbige umee feine iunsdicrion gehörte; allein der Pabst annullirte solche durch ei» herausgegebenes vecret. Mittlerweile nahm die gewalk der Bvyds je mehr und mehr zu; Robert/ das Haupt unter ihnen / wurde nach deS Kennedy ?öve zum Zlegenten gemacht / und fein söhn Thomas / mit des Königs ältester schwester vermählet. Eden zu derselben zeit schickte der Kömg einige ck-n- d»staclem5 in Dänemacck / um Ma' garctam / des Kömgs daielbst lochter zu werben, weiche heyrath schleunig bewilliget und vollzogen wurde. Dänemarck begab sich dabey ftines ansprnchZ aufOrckiicy, --n- andere um Schottland gelegene insuln. Indem feine faction unterbrochen. Der König und die Königin wurden am 10 jul. an. 1470 mit einander vermählet; woraufer unaufhörlich der BvYdS Untergang suchte, so gar / daß er sie auch an aus- ländlichen Höfen verfolgte- Seine schwester beredete er / sich von Thomas Boyd zu cherden / daß endlich ihre familie gantz und gar ruinirt ward. Nach diesem beredeten den König seine bedienten,- wie es billich wäre / daß jederman in seinem gantzen Reiche von ihm dependitte / und er daher gantz allejne die macht zu straft«/ zu parvviiiren und zu belohnen hätte. Worauf er Bischöffe und Aebte die zuvor durch dre Lsnowcoz erwählet worden. Und seinem amte hindern / ia »„> ...v.»., ,.. ^ und hielt ihn biß an seinen tod gefangen. An. 1476 ergriffJohaun von den Insuln die Waffen / und fiel einige Provintzen an, mbmit- tirke sich aber doch letztlich. Nach diesem wäre bey nahe ein krieg iac 88z terdessen/ da diese Zwietracht vorgimg, beredete Alexander/ deS Komgs brnder, den König in Engelland, die Schottländer mit krreg anzugreiffeu. Gestalt er denn auch nebst dem Heryoqe von Glocesier und des Königs brnder, Richard , mit einer ssrmee biß nach Edeuburg kam / nachdem Berwiü sich ihnen auf den, Marsche ergeben hatte. Der Kvmg verschloß sich in baS tastest , der Adel aber nahm »ch des ReichS an, brachte eine armee zusammen, siena niit dem Enaeüandlschen Genera! an zu tractiren, zu welchen: sich aus liebe gegen ihres Königs brnder eine grosse menge Schottinn» der geschlagen, und verlangte/ daß die so lauge versprochene h y. rath Wychen des Ksmgs Eduardi wchter undJacodi soh ie vollw» gen werden mochte. Hierauf antwortete der Heryoa von Kloce. ster, daß er in commißion hatte, das heyraths.guc wieder m fvdcrn. und daö castell Berwick wieder einzunehmen, welches man auch bcwAigle, so, daß das schloß den rs auq. an. 1481 an sie überaß den ward. Alexander aber, des Königs brnder, wurde durch des Adels mterceßivn wiederum ausgesöhnet, und zum Regenten ae. macht. Wein da ihn des Königs bedienten beschuldigten, das er es allzusehr ant dem gemeinen voicke hielte, wurde er aufs neue ae« nöthiget, sich davon zu machen, und in seiner abwesenheit verdammet. Bald darauffiel er, und James Duglas mit zoo reutern in Schottland ein, wurden aber geschlagen Nachdem zwischen En- geb und Schottland ei» 7 »ähriger stillestand geschloffen worden, lind der König Jacobus lll jeine tugenLI,äffte qcmchlin bearabcn lassen, wie auch in eben demscldigen jähre seinen brnder Alexan« drum verlohren hatte, so gerieth er wiederum in seme vorige lebens» art, daß er nemlich den Adel von allem ausschloß, und nrchcswür» Lige gemeine leuce ur alle staarS.ämter sitzte. Das Haupt der hos. xarthey war John Ramsey, welcher wegen seiner ingend z» Lander noch mit dem leben davon gekommen, und nicht, wie seine ca- meraben, hingerichtet, imwiltelst aber nmunehro so unerträglich war, daß keiner von dem Adel mir ihm auskommen tonte. Der König suchte einige von dem Ade! durch liebkosende werte auf seine fette zu ziehen, damit er sie allmählich ausrotten möchte, und entdeckte dem Grafen von AnguS, Georgio Duglas, dieses sem vocha, den, in meymmg, ihn dadurch zu seiner parlhey zuziehen. Mein der Graf mißnctt) ihm solch schädliches vorhaben, und offenbarte es dem Adel, Da nun der König sahe, daß er vcrralben war, ergriff er aiiofvrt die Waffen; der Adel that dergleichen, und erwählte den Königlichen Printzen zu seinem General, welcher sich dann leicht darzu bereden ließ ,Jamit das Königreich nicht den Engcllän. dem zu theil werden mochte. Der König paßirte den flnß Fortv, schlug sein iager zu Blacknes auf, und schrieb an den König in Franckreich und an den Pabst um dülffe; Wein der Adel nöthigte ihn aM-cM zu einer schiacht, wocinnen sie anfänglich den kürzern zogen, endlich aber den sieg behielten, so, daß der König ftlbssauf der flucht erschlagen wurde. Nachqehends verfammlcte sich der A- des und machte den Königlichen Priutzm zum Könige. Dieses geschahe ÜN- 1488. bild. Hcoc. der! hatten. Meni da man aues renuiiu^, . gute beygeleget. Nachgehend« gab der König den zauberen, gehör, welche ihm sagten, daß er durch seine eigene Unterthanen fallen würde. Dadero verwarft er das collegium sicher Edelleute, und regierte alles durch geringer lcuke ralh, unter denen sonderlich Robert Cockram war, welcher wegen seines starcken leides und kühnen ge« mülhes aus einem dandwecckä-manne zu einem grossen Staats- Minister gemacht wurde. Als der Ade! sie!) mit einander berathschlagte , wie sie den hvfvvn solchen mchkswurdjgc» bcsrcym möchten , kam der König darhimer, und Johannes, des Kömgs jüngster brnder, welcher von der damaligen regiermigs-arcfrey wurde von des Königs !e»lm in arrcsi acssomiueu, und m aufdesselbigen befehl z» tobe blillen. Alexander, dessen wurde alcichfals eingezogen, salvirte sich aber mit der flucht in Frauckreich. Bald darauf wurden tractaten mil Engettaud beschlossen, Paß Ceciiia, des Königs Eduardi in Engellaud tochter, an des Kömgs Iacobi söhn, vermählet werden solle, zu welchem ende man auch von beyden selten geißeln auswechselte. Allem nicht lange darnach erfolgte ein kneg, worzu die Schottländer von den Frgntzosin, die Engeüander aber von dem Duglas und Mrandro, des Königs brüder, so damals beyde iwEugclland sich aufhielten, angereitzt wurde!', so, daß der König Jacobus eine armee zusammen brachte, und btß nach Lander marschirte, Engestand anzn« greiften. Hierauf verfammlcte Acchibald Duglas, Grasvon Au- cnis, den Aöe! zu mitternachts-zell in der kirche zu Lander, hielt erst zu demsilbiam eine lange rede, beklagte sich darinnen sowol über die gegenwärtigen Räthe als über den zustand des Reichs, und ermähnte sie, die nichtswürdigen leute von dein Könige wegzutreiben, welches von allen beliebet und vor gut angesehen wurde. Als nun Duglas mit seinen freunden nach des Kömgs zelte macschirten, seine bösen Räthe anzufallen,und sie vorder armee zu richten, so schickte derKönig, nachdem er von ihrer Versammlung vernommen, ihnen den Cockram entgegen, um zu vernehmen , was sie wollen. Allein indem dieser aus dem wege war, nahm ihn Duglas bey seiner güldenen kette, übergab ihn dem Marschast, und gwng hierauf weiter biß in des Königö sthlaffgemach, daselbst war niemand, der sich ihm widersetzt hätte, und also nahm er alsoforl die übrigen Rä. rhe hinweg. Die soldaten brungen aisobald mit grossem eyfer auf ihre Hinrichtung,und boten die rinnen von ihren pftrde-zäumeu dar, fle daran zu hängen- Die vornehmste Puncte, deren man sie be. schuldigte, waren diese, daß sie dem Könige gerathen, bösi mün. jze zu schlagen, seine Königlichen verwandten aus dem wege zu räu- - und'bie zmiberer um rath zu fragen. Nachdem die execlition - />s!/,w>'tt , weil weder der men, middie zmiberer um .. geschehen, wurde die armee von einander gelassen, __ König zu ihnen, noch sie zu dem Könige ein vertraue» hatten, Un» jacobus l V > folgte seinem vellcr Jacobs M in dem men jähre lcmes allers. Er forderte gleich bey ansang seiner regiermig den tlouvernom des scylofies zu Edeuburg auf, solches zu übergeben, welches auch geschahe. Daraufgieng er nach Sterling, welches casieil ihm die garnison ndergad. Desgleichen submilrirle sich auch Slnbreas Wood, und brachte mit seinen r schiffen 5 Englische krieas« schiffe in Lellh, weiche der König Eduard, die Wen zu plündern, ausgeschicket. Bald darauf ließ er sich mit Stephan Bull, Wecker von eben dem jetztbe,agte!i Könige, den vorigen aSwm zu revau» giren, ausgeschickt worden, in cin see-lreffen ein, da denn nach einem hitzigen gesechtc die Engclländrschen schiffe Wasser zogen, und also bey dem ausflusse der Tay strandeten, worauf er sich dersilben bemächttgle. Nachdem das volck in Nord-Schottland von diejein zmeylen sieg Nachricht bekommen, begab sich ein jeder nach Hanse. Hieraufberief der Kömg ein Parlament, vor welchem er eine so grosse klughell sehen ließ, daß auch die widrigen Partheyen ibm ihren gebor,am zu erwc neu sich beflissen. Um diese zeit kam Peter Warbeck in Schottland, und beredete den Reichs-Nalh, daß er rechtmäßiger erbe der EngW-en kröne wäre, lveöhaibeii mau ihn mit aller ehre,i-.bezeugui!g aufnahm, fader König Jacobus gab ihm leine dlutS'freunvin, des Grafen von Huntley tochter, zur gemnhlin, und stund ihm mit einer armee bey, Engelland anzn» greiften, wormit er auch Northmnberland plünderte. Allein da Kömg Jacobus sahe, baß niemand von den Engelläitdem zu ihm stieß, fleug er an den betcug zu inerckm. Der König Her.ricns V U! in Eugclland rüstete sich hierauf, dieses zu rächen, wurde aber durch einen innerliche» aufstand davon verhindert» Nachgehends siel der Kömg Jacobus aberinal l.^Engelland ein, aber vergeblich. Bald darauf wurde Hialas, ein Spanischer Abgesandter, welcher eine heyrath mit den Prmtzen Arthuro von Engelland zu tractiren gekommen war, ersuchet, durch seine vermittelMg einen frieden auswürcken zn helffen. Zu solchem ende hielt man eine zusammen- kunfft zu Jebbiirg in Schottland, woselbst die Engelländer die susantwortling des Peter Warbecks begehrten, welches aber Ja- codus nicht eingehen wolle, so daß man eudilch emcn stillestand auf etliche monate lchloß, binnen welchen Warbeck aus Schottland fortgeschaffet wurde. Bald daraufknin es würckllch zu einem ftie» dens-schliisse, und Margaretha, Königs Henrici Vt! m Engel- land wchter, wurde an den König Jacodum ehelich versprochen. Räch vollzogener heyralh brachte der König mit lhurmerc» und rik» ter-spielen zü, wobey viel ausländer sich einfunöen. Daranffieug er an schiffe §» bauen, unter welchen ; von einer Kigememen grosse waren, ausser vielen von mittler gattung. Eines von den grossen war so beschaffen, daß man an grosse dergleichen noch nie aufdem meere gesehen halte. Hierinnen wollen es ihm die Könige von En- Maul) und Franckreich noch zuvor thun, und bahew ließ ein jeg» Tttttr ll theil- Uch» 884 iac rac sicher eines baue«/ aber von so unmäßiger groye, daß man sie gantz !i»o gar nicht brauchen konce. Nachdem also der König JacobuS icuie schätz, kammcr erschöpffet halte, führte er dem alten gebrauch der sogenannten Wardship wieder ein , welcher darinnen bestund, baß die Könige die mitzung von der minderjährigen Ander gülern einzogen, bis selbige erzogen worden. Ob nun wohl dtejcs dem lande sehr beschwerlich war, so war doch der unterlbanen liede ge. gen diesen König so groß, baß sie dadurch sich nicht zum aufstande bewegen liessen. Er resolvirte sich hierauf zu einer rege m das ge» lobte land, um dadurch seine» gedanckcn nach für die fünde zu brissen , daß er wider seinen vater die Waffen geführet, wurde aber durch den krieg daran gehinderl.Dmn nachdem berKaystr, die Ve» netianer nnd die Lchweitzer in eme HZue, wider Franckreich geiret« lei!, ,o schlug sich auch der König von Engciland zu ihnen, und suchte seine prälensio» aufdie Normandie wieder hervor; der Kö' nig JacobuS aber wotte sich rmr keiner parlhey recht einlassen, war dieFraftn aber doch mehr zu der Frantzösifchen mcstmrct; ichickle dahero der gcl, die Graftn Lcnv^ de,mmck?n"o!' Schlei, , 1 ». Konigui Anna in Franckreich seine flotte zum geichencke, und die >.— ^ „e,lmcken, Hepburnaderbfich Schottische clerissy, welche mit Frantzösijchem gelde bestochen wor» den, Hemühete sich ihn gantz und gar von der Eugcllänbischcn Parthey abzuziehen. Zu solchem ende wurde Forman», Bsschoff von Mnrray, in Engeilaiid gcschickct, eine zwietracht anzurichten, in. dem er ein gewisses sehr hoch sich delaussendeS vermächtmß fordern loste, so der Printz Arihurus stincr schwester, ber Königm in Schottland, zugedacht. Allein Henricus Vlll speisete ihn mit gute» wone» ab, und wurde also sein vorhaben zu wasser. Mittlerweile verzog JacobuS, Graf von Arran, welcher als Admiral von obbeineldler flotte für Fra»ctreich dahin abgcichickl worden, ' ^ ' '.-ctt-. ter mann sey , so dann ihn vor der gefahr warneie, in welche er sich begeben würde, und all» seinen abschied nahm, jedoch zum pfände ferner neue gegen den König nnd das Vaterland, seine soh. ne und Vasallen hinter sich lieh. Der übrige Adel, als er sahe, bnß er dem semde an mannschaffl sehr ungleich war, erhielt endlich von dein Könige so viel, bah er feine armer vvrtheiihaffüg posiirte. I« aber die Engelländer solches mcrctten, richteten sie ihren marsch so em, aiS wenn sie in Schottland einzufallen gejvnnen waren, ,o- gen also den Kömg Jacvbum von seinem pvsten hinweg, nnd fließen auf ihn zu Flvdenhstl. Die EngeUänder zertheilten sich m r armem , deren jede den Schottländern fast gleich war. Ein cvrpo von diesen cvmmandtrte der Admiral Thomas Howard, Edward Howard und Marmaduc cemsschle. das andere aber derMnnal, Graf von Surrey, Edward Stanley und Lord Dacres. Der Ah. rüg Jacohns führre das Haupt-corpo von den Schvltländern m, imt flciß solange, bißdieFrantzvsen ihre schiffe wieder abgctackctt hnlicu, da kam er erst zu Brest an, da bann das obgemelblc groll- schiff ebenfalls abgekackell und daselbst gelassen wurde. Jnzwnchcn wurde Robert Catt, der Ober. imsseäror von den milllerii grantzeu m Schottland, von de» Engestäliben, bey einer gräntz-verlamm- lnng ermordet, welches baun nebst der >ache, die sich mit Andrea Varwn, einem derühmtell Schollländucheii See-Capltam zuge- trage», der gleichfalls gelobtet und sem schiff von Howard, dem Englischen Admirale, zur friedens-zeit weggenommen worden, eine vollkommene ruptur veranlaßte, sv, dag der Graf von Hume m Engcllanb einfiel, und von bannen eine reiche beule zurück brach- te, aber auch zugleich eine grosse anzabl von seinen lculen durch listige austclluug einiger ichnap-hähne verlohr. Aa Molle aber der Frantzösische Abgcsirnble, beredete nebst der Elerisey ben Kömg Jacodnm dahin, daß er Engclland wegen obbeineldler Ursachen einen krieg zu wasser und zu lande ankündigte, wojerne nicht Henri» cuo VlH die wider Franckreich und de» Hertzog von Geldern in Händen habende waffcn niederlegen würde. AIS Henrlcuü sich darzu nicht verstehen wolle, brachte der Kömg JacobuS eine armer zusammen; allem, da er in der Arche zu Lmliglhquo in der vc,per war, kam ein alter vcnerabler,mann mit einem dauer-tlelbe, und um den leib mit einem leinen gürlel dcgürtet, mitten durch daö ge- dränge des vvlckö zu ihm, und warnete ihn, baß er von seinem vorhaben abstehen, und sich der gcmemschaffl und des ralhS der we>. her cntschlagen möchte, oder iviist würde er nnd seine anhänger kein glück haben. Nachdem er dieses geredet, verschwand er, und wüste niemand wie und wohin, wie solches Buchananuö, welcher diese gcschlchte von David Lmdsey gehöret, der selbst dabey zugegen gewejen, berichtet. Allein der Kömg letzte dessen ungeachtet Innen marsch weiter fort, ob er schon, wie andere melden, zu Jcd- dorvugh noch eme Warnung durch nn gefpensie bekommen, welches in das gemach getrclien, wormnen er nul feinen Edelleute» ge- schmausn. Nachdem er in EngeUand gekommen, eroberte er die schlösser Norhain, Werck, Etcl Ford, rc. mit stürm, und vcr» herrte die dabey gelegene laubsthasit. Allem nachdem er sich m des Herrn von Ford grmahlm verliebet, die er gefangen bekommen, wurde er gantz uachläßlg m feinen geschäfften, lö baß seine armee aus Mangel des provianlü nach und nach bestrickte, b»S letztlich nicht mehr als noch etliche wenige Edelleute nebst ihre» freunden und Unterthanen m dem lager übrig blichen, welche aber gleichfalls dlsgustirt waren.Dcr gröffeste theil nnhe lhin, daß er stme zeit nicht 10 vergebens zubrmgcn, sonder» vielmehr Bcrwick allaqni- rcn möchte, allem er hatte Am beliebe» darzu Unterdessen jorder- lcn sie dieEngellälidcr zu cmcr fehlachk aus,darüber hielte» sie triegs» rath, unb wurde von dem großen theile gcralhen, daß der Kömg wieder nach haust ziehen, »»b mit einer so geringen macht keine ichlacht wagen möchte, dabey vorgebend, taß er Franckreich zu gefallen alldercil genug gethan hätte. Wem der Frmitzöfssche Abge- sandle und die bestochene Hof-leute drangen imt ihrem widrigen rathe durch , daß der Kömg stehen blieb. AIS die EngeUänder auf den desiinuiilen lag sich nicht eingestellet, ersuchte der Schotlländi» ehe Adel den Kömg abermals wiber nach haust zu marsch,rcn,weil er ,es amtz» mit ehre» thun könte, und sühne ihm zugleich zu ge. mulhe, baß die Engelländer mit liess verzögerten, weil sie wohl wüsten, daß stme armee endlich auseinander gehen würde, stün- be ihm aber dieser rath nicht an, so möchte er sich doch nur einer benachbarten brücke bemächtigen, die er gar leicht mit seinen gross scn canonen bedecken, und al>o den Engelländcrn den paß über den fluß Till abschneidenköme. Anfalles ö,e,eS antwortete er: daß er nul de» Engelländer» fechten wolle, wenn sie auch gleich 100000 mann starck wären. Dieses verdroß den Adel ziemlich; jedoch de- w.uhelc sich DuglaS, Graf von Augns, nochmaiS ihn zu crgrelffuiiq des obgedachle» raths zu bereden, aber alles vergebens, gestalt lhne der Koulg m gwffcm zorne nach haust gehen hieß, »voferne er sieh surchlele. Dieses preßte dem alten Grafen einige thränen her» aus, welcher cenlich dem Kvmge zu gcmnthe führte, daß st», vorige» verhalten gnugsam der well offendahrct, baß er kem verzag» mit dem Lothialttschen Adel in der restrve. Die Gordons schlügen bald der Engelländer stucken flügel, worauf Lenvxund Argyledurch jener glücklichen si-cceA angeftischcl , ihre glieber zertrennest«, und in grosse Unordnung gerielhen, welches dann nicht allein ihren, sondern auch fast der gantzen armee Untergang verursachst, wiewohl des Königs corpc, und Hepburiis brasste noch immer fort lapffcr fochlcn. Der streit währte biß in die nacht, da beyde armem endlich auseinander giengen, und niemand wüste, wer den sieg erhalte» hatte, so, daß der Lord H»me und feine leute, sv nvch gantz dahinten blieben, bey guter weile »nd bequemlichkeil die beule auflasen. Allein, da des andern morgens der Enqeliändische Lord Dacres mit einer parthcy ausgeschickt wurde, von dem sein. de kundschafft einzuziehen, und die Schoitländische arstlleric von al. ler mannschaffl verlassen antraff,machte er alsoforl mit grossen freu. den den sieg kund, daß er nemstch auf Engclländischcr seilen wäre. WaS den König Jacvbum betrifft, io melden die Engelländer, daß er m dem treffen geblieben sey. Allein die Scholständer, und sonderlich einer von innen dienern, von welchen es Buchananns erfahren, geben vor, daß er nach Ler flucht die Twede paffnel, und aufbes Lords Hume oräre gelobtet worden, welcher auch As- halben vor recht gestellcc, aber in crmangelung zulänglichen de- wclstü adsolvirt wurde. Das gemeine vvlck flallirle sich dann!, daß er »ach Jerusalem gezogen sey, um feine gelübde zu vollbringen, und zu stwer zelt schön wieder kommen würde. Die ScholMdcr vcrlohren zooo mann. Die zahl der gebliebenen Engelländer war jenen zwar gleich, bestund aber mcssleitthciis m gemeinen schalen. Hingegen kam eine grosse menge von dem ScholtländiMii Adel um, unter welchen Älexantcr ElPhinsion, der an gestalt, fia- lur und klcidung dem Könige sehr ähnlich war, und m der schlachk blieb, dessen cörpcr hernach gesunden und vor des Komgs seinen ausgegeben ward. stritt,Loch,,«», »»»«» kstd. Lcvr. niaÄacmu^mg in Schottland, war des vorigen O. Erfolgte seinem vater an. isr, m sehr zarter sw Staute nach des verstorbenen Königs das^r^im, " iur Regcnlin vecordlietm. Es!var die,es aaben sich die Scholle» weiblicherheicichaffrunter, wm Ü!. ^ weniger hcdeuckeii, solches zu ichi, len, iömovi d>e darzu tüchtig waren, grosieii Mangel bol- Aussigen innerlichen uiiciu,gleite», alSarO viele umgekommen waren. Mr ^"ech ticles Mittel desio leichter ftiede mitED. ^ 'v^.^uch aus die vorlchnffl dcr Regeiilin an ihren >uEngcland erfolgte. Es verfiel aberdas ^ lchadliche lvalluugcii. Demi als die König», DsiglaS vermählte, und dessen haust durch ttt> Englischeu bevliaub alle geivalt an sich zu ziehen reichte» l,ch >hme andere, darunter Alexander Hunstttr ^ hicngcn sich heimlich an Franckreich, dr»». ^ Lass die Kömgin vermöge deS tcstaiiients, wegen an- keryryralhuiig ,ncht mehr Regentui fern töiM, ch. dgzjJohamiStuarlen, Hertzog von Wanten,«» ^rrcn aus Königlichem gcblütc/die regieruug von deuStanden M- gerragen ward- Es hielt sich tcrlclbc m Fcaiickrciw aus allMcr war erzogen worden, und wüste von bannen abgeholt werden, da- ycr ce> bann gcjchahc,daß der Frantzösische bot immer mchrgcieM. sich,,, die Schoitiicheu fachen zu mengen. Mmos- icu denn dcr Kouig FnmcistuS den neuen i >« öko duldanfangsmt ,^E uud vvlck auShaiss. Derselbe kam erst >m inn. an- »»/ Millenveile aber wusle in Schottland memaub, wer koch oderkiicc ey, und war deßwegen alles voller gewallchaligkeilei! raui'eiiS Nd moroench Als er d«S rcgiiiieul mm aiiaetrctteu, fand er sich M' tvigl, bloß m,t sccmddcl, äugen zu stheu, und mit stcmddenchwiztl voceu, weil er weder der spräche noch der Reichs- gcfichäM k»M Aus den ralh derer, welchen er sich vertraute, solle den m. ncymstcn von den verschiedenen Partheyen in dem Königreiche >M den kopffcn gegriffen werden, deowegcn die vmvillbelc mit Ihrem gcmahl nach Eugelaud flöhe. Sie wolle An ningkiiÄ- nig liiituchmcn. Allem der Vice-K.e mcrcklc den Handel,nndc»W vemeldeu ihrer aussieht, und verordnete drey edle Schoten, die HO wechselü.lvcist st,»er erziehung annehmen sollen. Er zog an, Franckreich, nachdem er etliche Regenten E die Mk lemer adivescuhcir bestellet. Es war aber diese eulsernnng des A- ^Ui Königen l>, Franckreich und Engeland adM' o«, gestalt den» auch um dieselbe zeit die verwittivte KaniM Mk ...... jM- ihrem damahligen anderen gemahi wieder »ach SchdillO»- - iac Cr kam aber zu ende des jahrsi^i wieder / theils weil ihm die schollen wieder russten, bey denen es währender zeit abermals sehr verwirrt zugegangen war/ theils/ weil ihn der Hof von Frankreich, der den Engelandern aufbicser feite gern was zu lhun schaffen wolle, dazu bewog. Es kam auch mit Engeland würcklich zur Weiterung niib stunden beyderseits armeen schon gegen einander. Jedoch warb damals keine thatttchkest sonderlich ausgeübt, sondern ei» stillstand von etlichen monatengeschloffen. Darzu war der Vice-Le genölhi» get warben, weil der Schottische Adel durchgehends schlechte Inst gegen die Eugelanber zu fechten bezeugte, weswegen er zu ende des lahrs l zrr wieder nach Franckreich gleng, um von daher die hülffe zu hohlen. Er brachte solche auch, wiewohl ziemlich spät an. i;r; und zu ielnem ichlechlen nutzen, weil die Schotten abermahls nicht wollen wider die Engelander geführet seyn, und der mehreste theil des Adels den Frieden suchte. Solchen zu erhalten, nahmen ste die zeit in acht, da der Hertzog von Albanien an. i;24 wieder nach Franckreich reiste, führten den jungen König nach Edenburg und ernährten ihn daielbst vor volljährig, worauf er die regierung selbst übernahm,und erreichte also des Vice-Le feine gemalt von sich selbst ryr ende, mit dem Englischen Hofe aber ward um >o viel leichter zu gütlichen Handlungen geschritten, und ein stillstand aufetlichefahre gemacht. Es entstund aber baiv eine gefährliche innerliche unruhe. Dugias, der verwitbeten Königin ihr gemahl, kam zu derselben lh- rem groffen verdruffe wieder nach Hause, weil sie semer überdrüßig worden war. Alsbald hiengen sich diejenigen, weiche mit der Kö. «igln und ihrer parlhey nicht zufrieden waren, an lhn, und er such. te mit gutem willen des Königs in Engeland, derber Königin ihren freunden, als Frantzösisch'gesinnten, nicht viel traute, die gröste ge. walt bey Hofe an sich zu ziehen. Zu dem ende bemächtigte er sich nur seinen gchüiffen des Ebenburgischen schlosses und zugleich der Person des Königs, dem erune le,b-wache von leisten, die ihm ge» treu waren, zuordnete, ihm auch, um seiner desto eher versichert zu jeyn, zu einem wollüstigen leben antaß gab. Er behielt ihn aber doch nur zwey jähre, denn obgleich die parlhey der Königin sich ver. gedlich bemühete, ihn mit gewalk aus des Duglas Händen zu reis- sen, so enlgieng demselben doch der junge Herr an. 1527 bey der nacht, und begab sich aufbas feste schloß Sterling. Er deruffte darauf die Stände zusammen, und gegen dieselben betheuerte er eydltch, daß er bey der Duglaßischen parlhey keinen augenblick sei« nes iebcns sicher gewesen, gestalt ihm denn einer einmahl m die au« gen gesagt, daß sie ihn eher >n stücker zerreiffen lassen, eher ihn ihre gegner mu gemalt bekommen sollen. Diesemnach erhielt er leicht, daß die Duglaffe als verräther veructhciiet ivurden, die sich aber an ihrer seile auch stärcktcn , und das land mit ihren streiffereyen sehr verheerten, so daß sich der König ein gautz jähr mit ihnen herum zie» hen wüste, biß sich der Köms von Engeland in das Mittel schlug,und einen fünffiäyrlgen stillstand stifftete, wiewohl Loch Duglas wenig sicherhest vor sich m Schottland fand, und deswegen nach Enge» land gieug, da ihn König Henricus mit nntcrhall versorgte. Es defliffc sich hierauf Jacodus das Reich in ordnung zu dringen, und sonderlich von den sehr mächtig gewordenen rändern zu befteyen, wider die er zum theil selber auszog, wie er sich denn sonderlich an die wilden Anwohner der insuln imScholttschen meere machte, und sie zum gehorsam zwang. Es schien auch, als wenn alles gar ruhig und friedlich werden wolle, als an. 1;;; eine neue zwistigkeit mit Enge» land entstund. Denn well Duglas dem Englischen Könige stets in den obren lag, brachteer ihn endlich widerJacobum auf, der sich ohnedem durch einige Handlungen mit demKayserCarolo V bey dem EngllschenKömg einigermassen verdächtig gemacht-Es ward Loch der krieg noch in der blüle erstickt. Denn da die Engelänber kaum über die Schottischen gräntzen eingefallen waren,schlug sich der Kö» nig in Franckreich in das mitte! und stifftete frieden. ,Als der König ruhe bekommen hatte, war er bedacht sich zu vermählen, ungeach» tek ihn davon seine hossleulc, die ihn so besser zu lencken gedachten, und insonderheit das Hamlstonische hauß sehr zu hindern suchte, welches sich Hoffnung zur Crone machte, wenn er unvererbl stürbe. Es hatte ihm deswegen VerKayser einige ihm verwandte Printzeßin« nen vorgeschlagen. Man sahe aber, daß solches nur geschehe, ihn von Franckreich und England zu trennen. Hingegen suchte ihn der Kömg in Engeland aufeden diese weise zu gewinnen. Denn weil er gerne gesehen hätte, daß sichSchottland mit ihm wider den Pabst vereinigte, ließ er Jacsbo nicht nur von der reformation einen ge- schmack geben, sondern lud ihn auch zu einer persönlichen Unterredung cm, dabey er ihm versprach, ihm seine tochter zu geben,und ihn zu seinem Reichsfolger, auch gleich jetzo zum Hertzogevon Yorckzu erklären. Allein die Hamütone und Catholische geistlichkest hielten lh» von dieser reist ab, indem sie ihm des Königs von England seine auftichtigkest verdächtig machten, auch endlich ihm gar eine grosse summe qelds anboten, welches allezeit eine gute würckung bey ihm zu haben pflegte. Ihn selbst trug auch ohnedem seine Neigung nach Franckreich, da er schon längst durch Gesandten um die älteste Königliche Printzeßin Magdalenen werben lassen. Francsicus hatte sie ib»! zwar wegen ihres siechen Zustandes, der sie zum kmder zeugen untüchtig machte, abgeschlagen, und ihn hingegen zu erwehlung kmcr andern Frantzösssche» Printzeßin zu bewegen gesucht. Allem ferne Nebe war so beständig, daß er an. 1 ?; 6 ohne jemanden sem abseyen zu entdecken, selbst nach Franckreich schiffte. Die Hamillo- uc liessen zwar einmahl unterweges unter dem vorwanb eines unge- witittö w'iedcr umwende», da der König eben schlieff. Er erzürnte sich aber hierüber dergestalt, day er es den Hamiltonen nicht verzechen kunle, und stgelte beinwch von neuen ab. So bald er und die Prunzeßi» Magdaiena einander faden, war die jache zwischen ihnen richtig, wiewohl sie schon längst ihre liebe zu einanoer durch briese unterhalten, und weil sich der Komg in Schottland iol- wiemeiiw mühe um die Printzeßin gemacht, kunle ihm selbige wiewohl er seine emwilligung lehr ehe uiigemeiüe muhe > FrmiAscus nicht wohl versagen, iae 885 haben. Es ward also das beylager den i ja», an. gehalten, es starb aber diese Königin lm ju!. Leyeiden s nach ihrer heiw.sübruna. Auiler der ariil. ugion halber vcrk ^ikn», ,' —' öodatiret worden, ,o oay man lyrcniyaiocn va- llck getragen. Der Kbnig aber vermahlte auae aeiMrffen auf die er schon vorher ein ^ gemerckl, daß er scine erste gemah- ^ werde. Diele doppelte Verbindung mit Kvnige m Engeland, der aber doch nvch- mahls »ersuchte, ob ^acvbus nichl zu einer genauern vereiuigung mit lhm zu bringen sey, deswegen er denselben zu einer Unterredung zu Norck von neuen einladen ließ. Die geistllchkeit aber und die Frantzvsiche parlhey hatten den Koniq in Schottland deraestalt eingenommen, daß er „ach Jorch, ungeachtet er es versprochen vatte, nicht kam. Hingegen verhetzten ihn die Geistlichen wider Henri« cum als einen ketzer, machten auch, baß cr selbst den tstul als aeken. jor stelei annahln, wobey ste ihn reichlich ililt gelbe versorgten, ihn auch gegen den adel aufbrachten, und zur verfölgung derer, die der religion halben verdächtig waren, verleiteten, damit er etwas zu constsciren haben möchte. Endlich kam es an. i;§r mit Engeland zum kriege. Jacobus commandirle seine armce in persvn, zerfiel aber dabey vollkommen mit dein Adel. Denn weil die meisten Nicht gleich nach seinem belieben schlaaen wollen, schalt er sie vor feige leute und verräther. Ja als Maxwell sich erbot mit ic-oo-z mann den Engeländern einen streich beyzubringen, erlaubte ihm solches der König zwar, gab aber aus haß gegen die Grossen seinem favoritcn, Olivier Sinclair,einem menschen von schlechter hcrkunffk in geheim ern Patent, vermöge dessen er das obcr-commandv bey der armer haben solle. Z)iß machte Sinclair kund, da die Schotten gleich einen Haussen vonsooEugeiänberii zu qesichte kriegten,und entstund darüber bey ihnen eine solche Unordnung, baß die wenigen Englischen dadurch gelegcnheit fanden/ das qantze Schottische Heer zu schlagen, wybey fast die gantzc Generalität gefangen ward. Des König,der schon einige zeither in seinem gemütbe sehr unruhig gewesen , und von allerhand grausamen Vorstellungen in träumen gewal» tig war angegriffen worden, zog sich diesen unglücklichen streich dergestalt zu gemüthe, daß er wenige tage darauf be»i;dec. an. 1542 starb. Er hinterließ von seiner letzten gemahlln eme einige tochter Mariam, die 8 tage vor seinem tobe gedvhrm war, und hernach Königin inScholtland ward. Dieser Kömg hatte viel gutes an sich, das aber bey seiner auferziehung meistens verabsäumt war worden, da man ihm den behörigen unterricht nicht gegeben, und ihn noch darzu in ein müßiges wollüstiges leben zu verwickeln bemühet gewe» ' sen, weswegen er auch der liebe zum fraucnzimmer sehr ergeben war, und verschiedene natürliche kmder zeugte. Die geld.begier» de war daher bey ihm erwachsen,weil man ihn anfänglich gar knap gehalten, und weil er, als er selbst zur regierung kam, nicht nur die Königliche einkünffle zerstreut, sondern sich auch von allem hauß« rath entblößt sahe, den er gantz von neuen anschaffen mustc. Sonst war an ihm zu lobe», daß er sich im essen und trincken überaus mäs« sig bezeugte, und in der arbeit unermüvet war, wie er denn sonderlich in den zügen wider die räuder vfft tag und nacht hintereinander im harten wüster ohne speise und tränet zubringen kunle. /?»-/,»»»- rer. 8coc. I. i;,l4. lull. 8cor. still, st'/tn» gier. I. i. Ackeret bitt. äe k rsnce. Lcc. Jacobus VI und VH; siehe Röntge von Engeland. Geistliche Churfürsten: Jacobus l, Churfürst und Ertz-Bischoff zu Trier, war ein ge- bvhrner Freyherr von Sirck ober Sarch. Er wurde an. 14;-) cr, wchler, gelangete aber erst an. -4;S zu dein ruhigen besitz, nach« demer Rabano von Helmstabt, der von dem Pabst ihm entgegen gesellet worden, 60000 fl. vor seine präcension ausgezahlet hattc.Än. 1456 ertheilte ihm der Pabst die privilegm, eine Universität in Tner anzulegen, worauf er an. 1446 das zeitliche gesegnete. 6. 8. p. i- /6>^. Lnnsl. ck'rev. jacobus ll- Churfürst und Ertz-Bisthoffzu Trier, war der äl. teste söhn Christophori I. Marggrafen zu Baden,gebühren an. 1471. Er ward an. i;o; von seinem verfahr, Johanne U- zum coachu, wr des Ertz-Stiffls angenommen, und gelangte noch in selbigem jähre zu der Succeßion, obgleich das Dom-capstul Pialtzgras Georgen darzu erwehlet hatte. Er stund bey dem Kayjer Wanmiüa- no I in sehr grossem ansehen, und setzte sich durch leine gelehrsam- keit in sonderbare Hochachtung, wie er denn an. r>o;, aus demda» mahligen Reichs-rage, den auswärtigen Abgesandten in Jraliam. scher, Lateinischer,Frantzösischer und andern sprachen in des Reichs »amen geantwortet. Allein d-estn rühm verbm-ckelte er lehr durch sein unkeusches leben, welches auch zuletzt eine uriach semestodes war, denn er von einem schuster an. 1511 i» Coblentz erlclde» muste. /mLs/l II. V. 1 .4 c. 8 §. 9. 6 . p. I. 6 ,'«^ LNM Jacobus HI- Churfürst und Ertz-Bsschoffzu Trier, war aus dem Wichen geschlccht von Eltz encsprojjen uub an. 1^7 erwehlet morden, nachdem er vorhero DeesnuL gewesen. Bald zu ansauge ftu.er regllrum, verfiel er mst der stabt Lr.er, welche -dre Reichs, freyheit wiederüm hervor suchen wolle, m emen krieg, und haltt Las alück-daß ihm dieselbe an-, s8o,vermoge enics Kayserllcven urtbeils, schlechter dinaes milerworffen ward. Er bat auch die ober-Herr» schM über b-e Adcev ä. MaP-m., -»gleichen die Abtei, Prum an dasStifftgebracht, und ist an. is8i verstorben. L. 8. p, Allerhand andere printzcn. "Jacobus von Savoyen Fürst von AchM und Moreg, Map 886 jac von m 7 M., 7 tz'A'v°nN^m^ ir?o in Bieinont eine laxe aufdiewaarcn, so von dar ui Savoyen verführt ivurdcn, zu legen. Dieses verdroß den Grafen von «2a« 7 °ven, Äinademü VI . welcher der grüne zugenannl wurde- nicht ivcnia, daß er auch deßwegen ssornmiilu, >05 in Premonl jchicke,von welcheuKcobusemeu hinrichten l.eß. Dieses machte den Grafen vollends erbittert, daß cr wider Iacovum zu selbe zog, ihn Wangen bekam, und leine besten platze eroberte, w, daß ,dreier unglucrliche Herr, um feine freyheit wieder zu erlangen, des uberwmders begeh» ren thun muste, wvraufer den 17 may au. r;6s dieses zeitliche ge» segnete. hssk. clc t.Lvove. Iacobus von Savoyen, Hertzog von Nemours und Genevois, ^iLrouiz von 8. Sorlin rc. öouverneur von Dauphlna, Lwmiois, . Forests, Beaujolois und Auvergne. Er war des Hertzogs Philip» pi von Savoye» Nemours söhn, von Charlotte von Orleans geboh» ren den >2 oct. an i;; I, in der Abtei) Vanlnisant l» Champagne- Er verlohr seinen Vater, da er ein kind von r >ahren war. Seine uiutstr erzog ihn mit grosser sorgfalt, nnd führte ihn an. i;;6 mit sich nach Annccy in Savoyen, zu der zeit, als Komg HrancnciiS i rein Hertzoqe Carole von Savoyen den krieg angekündigt halte, er» hielt also durch ihre klugheit und vor,ichtigkeil de„en guter. Er gieng lm i? fahr seines alcers an den Frantzolllchen Hof, ließ ,eme lapffeckeit bey verschiedene» delagcrunge» und ichlachlen sehen, folgte König Henrico dem ll m Lothringen, und kam nachmahls m Piemont. An. is?i warfcrstch in Metz, befand sich das >ahr darausiil der schlackt bey Dourla»s,nnd nachmahls an., ;;4 in der bey Reim. An. 155; gieng er in Pieinonl, nni der bclagerinig Ul» pian beyzuwohnen, und stritte in einem besondern gcfcchte leib vierte gegen den Margqrafe» von Pcjcara und «eine geführten. Er selbst kam gegen be» Maragrasse» zu rennen, jedoch also , daß ste beyderseits ihrelantzcn, ohne einander schaben zuthun, zerbrachen- Er diente hieraus unter dein Heryogc von Gusse in Italien, wurde nachgehends General über die cavallerie, wohnte an. 1562 der ero» dcriinq von Bourqcs bey, wurde in Dauphins geschickt, allwo er Vienne einnahm , nnd den Baron von Adrets jchlug. welchen cr nachdeiii wieder aufdes Kömgs leite zog. Er befand sich au. 1 ?66 bey der versanimlnng der Alande zn,Monlins, und trug an.. 1567 beyder gefährlichen glicht des Königs von Mconznach Pa» nü, auf welcher er den vorzug commündirtc, viel zu erbaltung der Königlichen Person bey. Noch m eben diesem jähre befand er sich in der schlackt bey 8. Denis, diente hernach eunge zeit unter des Hertzogs von Anjon armce, unb commandirtc an. izöy ein eigen cor,>o. den snccurs zu verwehren, welcher den Hugenotten aus Deutschland zugeführt ward, den er aber nicht hindern kuntc, wor» aufer sich wegen der gicht-die ihn grausam plagte, von Hofe weg be» gab, und, ausser, daß er au. 1574 auf eine kui tze zeit wieder am ho» fe gemessn, sein leben vollend zu Auecy chidrachte, allwo er sich, weil sslii gantzer leib durch die kranckhcit verderbt war, die zeit mit al» Icrhand curicusen wissensshafftcn, sonderlich der natur-kündigung, Mahlerey , blldkauermnd bauckunst vertrieb, und an. i;8e dem; jun. verstarb. Er halte vormahls an Franciscam von Rohan die ehe versprochen, begehrte aber solche nicht zu halten, und, wiewohl das Navarrische kauß sehr darauf drang, ward eS doch, weil ste re» formirt war, unter Carol: IX regieruug dabui vermittelt, daß cr deii proceß gegen sie gewann und von seinem versprechen loß ward, darauf er sich mit Annen von Este, Francssci des Hertzogs von G»i» se wilbe, vermählte, von welcher er 2 löhne Carolum und Henri, cum hinterließ. Er war ein tapffercr, kluger, großmüthiger, hößl» cher und gelehrter Herr, immassen er verschiedene sprachen redete , und sowohl iu gebundener als liugcbundencr rede mit grosser fertigtest zu schreiben wüste. In seinen umgcn und gesunden iah» ren war er einer der schönsten Herren,einer zeit und in ritterlichen Übungen ungemem geschickt gewesen, hatte aber auch ziemlich un. ordentlich gelebt, und sich sonderlich in der liebe dergestalt über, nomme», daß cr gantzc 20 ,ahr durch die gicht davor bl'isscn müs. seil. ssranc. r. (E.'/iE,, hilf. cle ^svoyc. Iacobus von Savoyen, Grafvon Romont, Baron von Baue, war des Hertzogs von savoyen Ludovici iinigster söhn, von Anna von Cvvcrn. Sein valer gab ihm sein leib.gedmge zu O.uicrs, den 26 febr. an. 1460. Er war behertzt und tapsser,aber dardcy zornig, nnd ein feind des friedens. Carolum ^uclacein.ocn letzten Hertzog vvn Burgund, liebte er überaus hefftig, und diente ihm wider Ludo» vicum IX, König in Frauckreich. Er wurde an. 147 z i» dem srie» den eingeschlossen, genoß aber sslbigen nicht lange, und zwar wegen folgender begebenheit: Ein Schwätzer führte durch das land Vaur einen mit schafssellen beladenen wagen , und wurde daselbst übel tractirt, welches er der Endgcnosscnschafft klagte. Darauf begehr» ten die Schwcitzer latisfackion, welche ihnen aber der Grafvon Ro. mvut nicht geben wolle und dahero ergriffen ste beyderseits die Manen. Der Hertzog von Burgund schlug steh zu seiner parthey, wurde aber in den 2 berühmte» treffen bey Grandson und Morat an. 1476 geschlagen, und indem dritten vor Nancy vcrlobre cr gar das leben. Nach dieses Hertzogs todc hielt steh Iacobus von Sa» veyen an den Hertzog Maximilian»,» von Oesterreich und nach. mchlige» Kahler, welcher ihn zum Ritter des güldenen vlicsses, und hernach zu einem der vornehmsten Rärde bey ssinen, söhne Philippe machte. Diesem leistete Iacobus bey der helagcrung vvn jac Terouane, und an. 1479 in der Wacht bey GmieM bumste. An. -48- würbe er .int,n den fraeden eingcsE und starb den ;c> jan.an. .486 1» der Pssardie in demT,- Ham. inem.2. Iacobus von Bourbon!. Graf von Marche und Ponch, 7 , Herr von Montalgu, Eonbe - Carenci und (.omieE von ^ reich. Er war Hertzog Ludwigs von Bourbvn dritter svlm Maria von Hemiegau. Er begleitete den Hertzog Iohanncm v,n Normandie, jo nachmahts Komg wurde, in Bretagne, und bc 2 sich an. i ;4ü in der jchiacht be» Creci, wo er auch verwundet um de, und nahm hierauf Komg Carolum ll von Navarra in am» Er erhielt an. i;s4»ach beS Carol, von Spamen lobe die steile ! „es conneisbis von Frauckreich, üderüeß aber selbige Kualtew VI. Grafen von Brienne und Hertzvqe vvn Athen wieder br wurde i» der schlacht bey Pomcrs gefangen, befand sich nag, Bretignischcn sriedenv-lractacen in ber schlacht bey Brianais, vbn fern Lvon, allwo cr euilge wunden empsteng, woran er de» c M au. i;ür verstarb, und wurde sei» leichuam in der Iacobmer-ki che daselbst begraben. Er vermahlte sich an. 1;;; urst Johaumn von 8. Paul, Hugoms von Challillou, genannt von 8. Paulchmn von Leuse, Eonbe und Carency. rc. ältesten tochler und erdin, « welcher er Petrum gezcugct, der nebst seinem vater in der schla«. bey Brignais umkam; Iohannem, Grafen ste >L Marche; Ig. covum, von welchem die Herren von Preaur herstamme», von dem hernach ; und Iohannam,Ludwigs, Vicomie von Beaunm! in Manie gemahlm.i^'^^ssu- l.? Kist.^nu!. Iacobus von Bourbon, 1 1 Graf äs iu Marche undCas,kch,c. Er war des Iohamus söhn von Calharinavon Vendome, und des Jacob, 1 enckel. Er begleitete a». 1; yü Iohannem von Burgund, Hertzog von Revers in Hungarn, wurde aber in der schlM bey Nicopolis gefangen. Im folgenden jähre, nachdem er sich nui groffcin gelbe raiitzionicel, kam er zurücke in Franckreich, und erhielt die stelle eines ober-EämmererS. Er nahn» hieraufdieMtheudes Hauses Burgund wider die von Orlcans an, belagerst Pustel i„ Beansse, allwo er aber gefangen genommen wurde, und nicht cher, als nach dem an. 1412 geschlossenen frieden wieder loß kam. tzc vermählte sich au. 1406 um Äealnr von Navarra, Lurch III züngstcr rochier, von Eleonore, von Eastilieiyund hinterließ von selbiger eine mitzige tochler Eleonoraui von Bourbon, Bernhards vm Armagnae, Grasen von Parblac,gemahlu>. Nach deren tobe ver. chlichle er sich an 141z zum ander» mahle nist Johanna II, A iilgiii vo» Neapolls und Sicilien, Gräsin vv» Provence,rc. Ladis. lai, genauiil des großmüthigen und stcghafften schwester. ErnM hierauf de» lltui eines Kömgs an, wurde aber von gcdachicr seiner geinahliii gar übel gehalten , dergestalt, baß sie ihn gar in das ge» fäugmß werffen ließ. Wanncnhero er sich aus Verdruß wieder zurücke in Frauckreich begab , den Fraiiciscaucr.ordcn zu VssaM annahm, und darinnen den 24 sspi. an. 14)8 verstarb. ösi-o-zW». Iacobus von Bourbon, Herr von Argies, Preaur rc Obm schcncke i» Frauckreich, Iacobi, Grafen cle lr Marche, dritter söhn. Er wohnest an. i ;?7 der ecoderung von Ardrcs bey, uud folgte an- i;8r Könlg Earolo dem Vl in Flandern. Nach diesem befand cr sich bcy den rillcr-spiclen. welche an. izüWey heimführn»., der mgln Iiadclla gehalten wurden Der König gab ihm hierauf die stelle eines Okersschencken, cr starb aber an. 1417. Von seiner ge. mahlin Margarethe,, Frauen von Prcaux, haue cr Ludwigen m Bourbo», welcher a». 14,5 i» der schleicht bey Acuicourt innkam; Petnim, der das gelchlechte fortsetzte; Jaeodum, von dem so fort, Carolum , ^>cssch.econe.m von Sens"; Iohalinem, welcherillNg verstarb; und Marien», jo ihrer drüber crdm war. kitk. gonsal. Iacobus von Bourbon, Baron von Thu«, rc. Er « Jacob,, Herrn von Argies söhn,und wurde anfänglich zu dcm geili» iichen stände gewiedmet, erhielt auch einige geistliche beueficieu, m« dem cr Schatzmeister der heiligen capelle von Pariß, Dechant m 8. Marti» ;» Tours, und /ssc'histmsonus von Srus wurdc.^ Er verließ aber hicrausan. 14,7 den geistliche» stand, imd vermMc sich mit Johanna von Momaivu, Iohanms Hcml von Marcoul' sts, GroßaieistcrS von Frauckreich tochler. Nach deren au. Iro erfolgten, lobe wurde er en, Eölestuier, in dem klostcr Ainbrrh lv >» dem walde von Orleans gelegen. Au. 1422 begab er sich m 'M, veuce, um die klöster ssuv g ordcns zu vuiriren. E»ugc zeit d»r» auf wurde cr em Frauciibauer; jedoch als er bald darauf W Italien, woselbst er steh ziim aiideru mahl vermählet hatte, rück gckchrcl, warde er umgebracht. sseW- uuum M- NLskus PI O iiustlc> pollik nsgligsve stivinq conlil. ^crcobus, Graf von Murray in Schottland. Er wurde Iiis. gemei» der Issicw vou 8. Andrews genaiiM- weil er die Pnorcy lel. biger kirche ,n Schottland haue. Er war der Königin Mona« Schottland uatürllcher druder, und erbtest an. i;ü7voineloW.r M Grafsshafft Murray. Der König Iacobus V machte ihn amaiiß' steh a». 15 ;c> zum Vice Kü.und schickte ihn an die grantzen, umm dem Grafen von Northumbcrland zu lrackiren; alteiiy wm jie,» mst einander üdercm kommen kimstü, lief alles fruchurf ^ Er wurde hieraufnebst andern in Frauckreich gelchicss, umwW einer gemahliu vordem König zu tractireu; allein wen >ie m»i> jatlfam insiruirec waren, wolle es auch nicht von Älach des Kömgs Iacobi V tobe blieb Mureay m g"tc>'EM AIs aber die Königin Maria sich niit dem Grass» 1 zum drstlenmahl vermählest, verlangte sie zwar von il)l!i, caj, er ! ihre ssite trete», und diese Vermählung billigen solle; "Ur>n darzu nicht zu bringen war,machte er nebst andern cmeuiunirm wider den Äothwch brachte es auch endlich dahin, baß I"' rae mit der flucht aus Schottland jalviren muste. Er ließ hierauf die Königin in arrest nehme»,/ welche die Stände der regierung ent» setzten- Als nun Jacovus V >, ob er gleich kaum ein jähr alt, zum König ernennet war, wurde dieser Mu-rray indessen bis zu dessen ma-jorennität zum Regenten erkläret.Er verlangte hierauf,daß man ihm die gefangene Königin Mariam in seine Verwahrung geben möchte, und suchte diejenigen, die es mit der Königin gehalten, fleißig auf zumahlen die, so an ihres andern gemahls Henrici Dar» läi tode theil hatten. Unter selbigen war auch ein Hamilton, wel» chen Murray in arrest setzen lassen. Allein er entkam, und passere dem Murray zu Lithquo auf, gab ihm auch, als er an. >570 auf der gaste herum ritte, einen schuß, woran er starb. Es ist dieser Graf Murray sonst deswegen bekannt, daß er die Reformirte reli» gion am ersten in Schottland eingeführet. Ob nun gleich die mei» sten demMurray ein gutes zeugniß geben, so will doch Camdenus denselben beschuldigen, als seye er an allem der Königin Unglück schuld. kiüor. 8cor. snn- L7e/r--/« Memoirsr. Andere berühmte Personen: 'Jacobus, Baradäus und Tzanzalus beygenannt, aus Sy« rren gebürtig, ist der Urheber und Patriarch der Jacvbilen, die von ihm den namen führen. Seine lehre hat sich durch Syrien und Armenien ausgebreitet, davon sein catechismus, welcher sich zu Rom in Arabischer spräche befindet, zu einer richtschnur dienen muß. Er lebte um das jähr , und muß also weder mit dem Jacobs Edesseno noch dem Jacobo, einem Bischoffe zu Sarug, vermenget werden. commem. Kill. ^rkiop. I> ;,c. 4. n.zi« kill. eccles dl. 1. "Facobus Heraclides oder Dasilides/ wird von vielen vor einen betrüger gehalten. Er gab vor, baß er von den alten Despo» ten oder Woywoden von Moldau und Wallachey herstammete, und daß er Erb-Herr der insul Samos und Marggrafvon Paros auf dem Lrckipela^o wäre. Er präsentirte eine schöne und anlehnst» che person, und verstund die Griechische, Lateinische, Jtaliäni» sche und Frantzösische spräche sehr wohl. Viel Polnische Herren nahmen fich seiner dermasscn an, daß fie ihn mit gemalt zum Despo» ten von Moldau und Wallachey machten, nachdem fie Alexandrum an. 1561 geschlagen hatten. Daranfbestach Jacobus die Bassen und den Groß'Vezier, daß fie ihn durch den Türckischen Kayser Solyman ll in seinem Fürstenthum bestätigen halsten. Allein er regierte mir ; jähr. Denn nachdem die Wallachen einigen arg« wohn von seinem herkommen geschöpfft, fielen fie ihn in seinem päl» laste mir gemalt an, worauf er gleich seine Fürstliche insignien zu sich nahm, und mit grosser beständigkeit den tod erlitte, -ve L--«- lez Imxolleurr inÜAner. jacobus vonBononien, der alte Cloststoe genannt, ein be» rühmter Rechtsgelehrter in dem ir iscuio, als der nebst Martins, Bulgaro und Ugolino a Porta von Kayser Friedrich dem ersten in die Roncalische selber beruffen worden, die rechte des Kaysers auf Italien auszuführen. Er mag um das jähr n6l verstorben seyn. cle clar. leg. inkerxrer. I. 2. c. 16. jacobus kalscoloZus, ein Griechischer Edelmann, stam» te eben aus dem geschlecht her, welches das Griechische Kayser» thun» biß zur eroberung Constantinopel durch die Türcken an. 14;; besessen. Wie dadurch selbiges hauß in grosses elend verfiele, und sonderlich er selbsten von der armuth sehr hart gedruckt wurde,gieng er nach Rom, und wurde ein Dominicaner-Münch. Weil er aber von unbeständigem gemüthe war, und einige stücke Christlicher re» ligion in zweiffelzog, gerieth er in die inquifitiyn, woraus er ent» flöhe, und in Teutschland gieng, allwo er fich vor einen Protestan» ten ausgab. Von dar zog er in Polen, und gesellte fich zu den A» rianern. Als der Kayser Maximilianus H Nachricht bekommen, wo er wäre, ließ er ihn wieder zurück nach Rom bringen, allwo er seine irrthümer abschwor. Als er fie aber nachgebends wiederum hervor suchte, wurde er an. 156-; ohne alle gnade zum tode verur» theilet und verbrannt. Faustus Socinus hat emen weitläufftigen tractat wider ihn geschrieben. lle or. Kar- rest I. 4 c. 12. Lcl an. 157;. ^ jacobus von Valencia, stehe perez. jacobus von Viterben / ein Augustiner und Ertz»Bisthoff von Neapolis, war ein gelehrter und frommer mann, weshalben er auch zu dem gedachten Ertz-Bißthum befördert wurde, worinnen er dem Philippo Minutoli folgere. Er starb aber an. i)c>8- Man schreibet ihm verschiedene werckc zu, als lls regimins ckrittianor. ^uocllibeca. cle icnm. ecclef jacobus von Vitrz/ / insgemein 6 e Virrisco genannt, war von Vitrv, einem kleinen ohnfern Pans gelegenen flecken gebürtig, ob gleich andere vorgeben, er sey von Argentevil entsprossen gcwe» sen. Er war hieselbst anfänglich Prediger, und wurde hieraufLa- nonlcm l apr. an. 1244, sein leichnam aber wurde in das kloster nach Ognies gefuhret. An. dreas Hoyus bat sein leben beschrieben. Seine schafften find: k>- -looclcoiLlls 8c occiclcniAÜs l. ) ; e^illolL fLnylurccL fuos in LorkLnnAiz cle cspks DsmiLks; epillcrls scl Honorium III; cON- in evanZLÜa Lc epiltolss rvliuL snni; vi» L. käarise OZnia- lad 887 >ac worffen , und an statt, daß sonstcn gesagt wurde: du bist erde, und soll wieder zu erde werden, diese Worte geführet: du bist ein Gib«, imer, und wirst nebst andern deines gleichen wieder zu nichts we den, wiewohl dieses vielmehr seinem Nachfolger PorchetoSpinola wieberfahren. Er starb endlich an. »rs8. Er wird vor einen srom» men und gar gutthatigen mann gehalten, war aber nicht gar m gelehrt, viel »veniger von einem guten und satten urtheil; als wo. von die unzehliche abgeschmackte und lächerliche fabeln, welche er allerorten »n seine, gar unrecht also genannte Lesenclsm auresm eingemischet , nach dem unbeargwohnten zeugniß der gelehrtesten und vernunfftigstenCatholischen strlbenten,nur allzuviel beweißthum geben. Er hat die Lateinische bibel am ersten in das Italiänische übersetzet, wiewohl solche vcrston nie gedruckt worden. Daneben hat er geschrieben killonsm Lomksräicsm, live legenäs sures cle vikis fsnclloruin; guaclrsgellmale; sermones lls plsmstu L. lrssn-e Virginis; serrncmes cle »empöre; Lrmoner cle kLncllis; msrislesu. reum; ckronicon fanuenL civitalir; likrurn cle opulculiz Lusulli- ni. Sev-A. supplem. ckron. l.i;. lle vir. iliuttr. orä. prseäic. 1.4. ck.-rWL bibl. I. 4. 1.2 cle kill. l-sr c.6o. äe illuttr. clomm. cleÜL I-l^ur. kill. litt. p. x 19. * ^ -Thomas) H. Grifft voökor und Presbyteriani» scher lVlmllker,n Engelland, ist gebohren an. 1622 in Leicester Shire. Zu Oxford in Magdalena Hall legte er unter v. Wilkin. son die fundament seiner studien. Nachdem er krccaisureus sr. lium worden, kam er nach Cambridge, und ward für ein zeit 80» cius in Trinity Lolleäg , da er wohl angesehen war. Hierauf an. 1647 begab er fich aufLondon, und würd von der Gräfin Dowa» ger von Exeter für ihren Lsplsn angenommen, da er gelegenheik hatte in der stadt zu predigen. Er verrichtete sein klmitterium in Imägale l?srirk, so lang die regierung solches ihm verzollte, mir gutem applaufu j als der ein mann von Moderation, demuth und sehr gutem Umgang, auch seine predig.«« deutlich, kräfftig und be» weglich soll gewesen seyn. Eine schmertzhaffte kranckheit, bey deren er alle Christliche gedult verspüren ließ, nahm ihn den 27 mart. an. »687 in obgedachter Gräfin hauß hinweg. Seine bibliothec, wel» che aus vielen raren wercken bestund, und hoch ästimirt wurde, ward um 1 ;oo pfund sterling an einer öffentlichen auction verkaufft. Neben unterschiedlichen leich'UNd andren predigten, welche er bey solennen occafionen gehalten, hat er «m druck lassen ausgehen ein commemsrx, oder predigten über die 4 ersten Vers des 8ten capikd an die Römer, 4« s ireLrile c>fkol^ veclicsrion, aus anlaß der brunst zu London rc. SA * Jacqueline/ siehe Iacobina. fLCtzl7L8.lL, war der «amen einer rotte aufrührischer bau» ren, welche an. 1; ;8 zur zeit, da der König in Franckreich, Johan» nes ll. von den Engelländern gefangen gehalten wurde, und das Reich durch innerliche factionen zerrüttet war, (stehe Johannes II König in Franckreich ) sich wider den Adel zusammen schlugen, und alles plünderten und verheerten. Diese emporung entspönne sich in Beauvaisis. Der rädelsführer war ein bauersmann, mit namen Caillet, welchen die Edelleute zum spott fsgue- Kon-Kom- rne nannten, daher der Name >a facquerie kam, und waren ihrer anfangs nur hundert, hernach vermehrte sich ihre zahl in Brie, und in der Picardie biß auf neun tausend. Wiewol andere den namen von den damaligen bauern.röcken, fagues genannt, herführen. Sie ruinirten unterschiedene castelle, machten fich aber durch ihre grausamkcit verhaßt. Sie eroberten durch verrätherey, der bür. ger die stadt Meaur, worinnen eben alle Damen vom Königlichen Hause zugegen waren. Allein der Adel, so fich darinnen befand, wehrete fich, ohnerachtet seiner wenigen anzahl, so tapffer, daß damals über ;ooc> dauern umkamen. Der Dauphin erschlug ihrer mehr als 2000, und König Carl der böse von Navarra, erlegte den Caillet, und ließ ihn enthaupten; wodurch dieser ausruhr ge» stillet wurde. k. 2 psg. 444. Kitt. cltz Lrsnce t. 2 col.; 8r feg. 'Zaddus oder Jaddoa / succedirte dem Jonathan in dem Ho. henpriesterlichen amte zu Jerusalem. Zu seiner zeit wurde Alexan» der der grosse auf die Jüden zornig, weil sie an den Persern getreu blieben, und seine armee nicht mit nothwendigen lebens.mitteln bey währender belagerung der stadt Tyro versehen wollen, und beschloß dahero, fich an ihnen zu rächen, undJerusalem zu belagern. AI» lein Jaddus gieng ihm in seinen Hobenpriesterlichen kleidern entge' gen, da denn Gott des Königs hertze dermassen änderte, daß«, an statt sein vorhaben auszuführen, Gottes namen, so an de^ gvl» denen stirn-blate des Hohenpriesters geschrieben stund, anbete. Ja Josephus und noch etliche andere melden, daß er auch Mt zu Jerusalem gevpffert habe, um seine gnade zu erlangen- Dabey un» lad iae ch^Aion tragen','Äs'aufÄ^^^^^^ -Paddus verwaltete das Hohcpriestcrliche amt ohngefchr ic> >ahr, woraufOnias der erste dieses namens ihm folgte. snmi. 4. 21 . ciiron. cle L. O. l. 8 c-45- 'Jade/ ein kleiner stuß in der Grafschafft Oldenburg, weichn: z biß 4 Teutsche meüen von seinem Ursprünge, bey einem borst, gleichfals Jade genannt, einen ziemlich grossen Meerbusen formt« ret- Derselbe gehet in die Nordsee hinein, und hat zur rechten er» ve landschafft, welche davon das Butjadiger« oder Bnbjadinger» land hcist. "Jadera/siehe Zara. . soll, nach Joseph! bericht, der Name des zu Jerobeam gesandten Propheten seyn, welcher sich von einem falschen Prophe» teu betrügen ließ, und dahero von einem löwen umgebracht wurde, t. 8 . c. ^ael/ Hebers des Keniters weid, welche iin jähr der weit 2740 dem Sissera, der von des Jabin armee General war, einen nagel in den schlaf hinein schlug, nachdem selbiger von den Jsraeliten ei» ne Niederlage erlitten, und darauf zu ihrer Hütte seine zufluchl ge» lwmme,> hatte, um e,n wenig darinnen zu ruhen. ^ c. 4. siehe Sissera. ^ägenreuter/ eine alte Adeliche familie in Oesterreich, so nun» mehreren Frcyhcrrlicheu oharsÄer erlanget hak. Deren ordenl» liehe stamm« reihe sänget Bucelinus an. mc> mit Johanne an. Von dessen nachkomme» fforirle Siegmuud aufPernau an-1460, und ward ein groß-vater Hanß Liegmmid Jägcnreutcrö von Per« nau zu Wcrna und Pcuerbach im lande ob der Enß, von dessen soh« nen ist WolffEbrenreich an. iüi;als KaystriicherObristerwerstor» bc»z Wolff Hector und Wolss Christoph haben ihren stamm fort» gepsiantzet. Des letzten iüugcrer söhn, Hans, Adam, Freyherr zu Pcrnau Püllmg, rc. starb an. 1686 im 80 sichre seines alterü zu Re» genspurg, und hinterließ eine» söhn Christoph Adam. ak- nen-ratel ckiekez Aotcblccsirr. sHägermeister-aint/ des heil. Röm. Reichs. Zu vieler cliarxe gebe» sieh so wohl die Hergoge von Würtcmbcrg als auch die Chur» surften von Saelsten an. 'Jene wegen der Grasschafft Aurach, von welcher doch nicht erwiesen, daß es dcs Reichs Jagerincistcr- amt, als vielmehr der Schwäbischen Hertzoge gcivcscn. Wie sich denn findet < daß diese dergleichen ämler an ihrem dose gehabt, und bat Hcrtzog Conradin von Schwaben Graf Eberharden I von Wär« lemberg mit dem Marschall. amt in Schwaben belehnet, (siede würtcmderg und Aurach.) Die Churfürsten von Sachsen aber gründen ihr recht darauf, daß Kayscr Carl der >V Churfürst Rudol» phen zu Sachsen an. izzc> dieses amt zu verwalten gegeben. «^0 soll auch gedachter Kanser Car! I V solches Obcr-Jägcrmcister.amt Den Landgrafen zu Thüringe» und Marckgrasen zu Meisseu Bai» thasarn/Ludwigen und Wilhelmengebrndcri, an. i;;c>zu Bubißin den nächsten dicnstag nach ValenS.tag verliehen haben. Daher» auch MarggrafFriedrich der strenge solches crb»aml an. izzüzu Metz bey solennem Rcichs.tagc samt dem Grafen von Schwach» bürg in gcgenwart dcs KayserS verrichtet,und ein groß wild schwem, wie auch einen Hirsch erleget. Welches priviiossum auch an. 1661 am 28 aug. von dein Kayjer Churssirst Johann Georg dem andern wieder erneuert worden. ?. 1. p. 2;?. Jve./cr rbeÄir. j,r«lens. I. 4. s. ,0. 6. Ik., sJäcterudorff/ lat. OsrnoviL, ein Fürstentbum in Obcr-Schlc» ficn aissden Mährische» und Böhmischen grantzcn, so vor das kleinste in Schlesien gehalten wird. Es geboren dazu die 2 Weichbilder und stäbte Jägern! orff, und Ldb« oder Lübschütz, sinnt cllabe» sie« ckeu und adclichcn Rittcrsttzen. Die stadt Iackkriidorff ist die Haupt «stadt, liegt am siiisse Ovva, 4 weile» von Ralibor, hat ein schloß, worauf vorzeiten dieHertzogc rcsidirel, lind war chinals zieinlich bevestigt. Anfangs regirtcn über dieses Fürstenthnm zugleich die Hertzoge in Ober-.Schlesien zu Teichen, welche von Ula» dislao II hcrstammten. Hernach als eine theilung unter ihnen vor. gieng, so blieb Jägcrnborff bey dein Fürstenthnm Ralibor, und be. kam hieraus von dieser linie eigne Hertzoge, von welchen es durch hevrathuiig der Printzcßi» Barbara, Hcrtzogö Nicolai V tochler, an. ,47; an die Freyherren von Schellenberg gelangte. Als aber Liest an. i,ü erbloß abgiengcn, fiel es an die cron Böhmen als ein verklagtes lebn, und wurde au.izr; George Marggrafvon Brandenburg damit belehnet. Nachdem auch dessen söhn George Fric» brich ohne erben an.-üo; verstürbe, bekam es der ChurfürstJoa» chimusFridcricuS zu Brandenburg, der es seinem Printzen Jo. hann Georgen überliesse, welchen aber, weil er m der Böhmischen Unruhe des Churfürsten Fridcrici V zu Pfaltz vartbc» ergriffen, der Kayser an. >ür, in die acht erklärte, lwb Jägcrnborff dem Für» stcn von Lichtcnstcni gab , welche es noch b,s; ckaro besitzen. Die prätcnsioN/stBrandendiirg daranfgcbabrchal es gegen den Schwic« busischeu kreiß im Glogauischen Fürstenchun, an. iü 8 s, diesen aber nach der zeit vor eine summa geltes an den Kauser wieder abge. trclten. Lileiioorawi. c. 7 tz. 64. bicbles. cbron. 1o- kogrLph. 8 ilcsi '(Zägersburg, ein schönes lust.und jagd.schloß, nebst einen lvier« guten, in der Grafich äfft Catzenclcnbogen, 2 meilen vor dem Landgrafen daselbst gehörig. Der Landgraf Lu dvvicus V h-r es erbauet. ttöllön p. <2. l°s. » e ra Iägersburg / ein Königlich Seeland. iaf Dänisches schloß auf der ich Iagersburg/ein altesjagd-chäuß in der Neumarck Branden, bürg, an einer ste und grossem wnlde. ^ilHgerspreiß / ein Königlich Dänisches lust.schioß, aufder in« Aägiftorff/ siehe Iegenstorff. Jsaen / lat. (Mmnii m, Lienns, Oninffix, eine grosse und ne stadt in Andalusien, zwischen Ubeda und Alcala Real am 2 e Frio, an dem fuß eines berges, y oder 10 weilen von Gra 2 Nahe dabey liegt cm schloß auf einem berge. Der Kön^FM dmand lkl von Callilien riß an. 124; diese stadt aus dccMaim Handen, und richtete daselbst ein Bißthum an, welches „nier d n Ertz-Bischoffvon Toledo stehet. Es giebt daselbst schone klösterm» Archen, darinnen man unler andern das schweiß.tuch Christi-ei. get, welches er der Vervnicä mir seinem eingedruckten bilde M hiiiterlassen haben. Allein es wird dergleichen schweißtuch bekauw ter Massen noch an mehr anderen orten mit eben dem vorgeben vor. gezeiget, und die gelehrte beyder religionen, haben längst «je. sei,, daß Veromca ,elbst zur zeit Christi gar kein weibs-name sen, sonderen erst hernach bey anlaß solcher vorgebenden adbildma des Heylands aufkommen, aus denen wörtercn ve,-L icon, d§« wahre bild / zusammen geschmolssn, und sodann allgemach von ungeschickte» leute» ziemlich einfältig und lächerlich zu dem »amen eines wcides, welchem der Herr Christus sei» eigentliches cormo- Käc sollte verehret haben, wäre gemachet worden. Vor diesem mag Jae» ein Königreich gewesen seyn, daher es die Könige m Svanien noch jetzv in ihrem litul führen. An. 1712 ist es durch em erdbeben sehr beschädiget worden, kultoris. bilkonL clel Keinc, cketzacn. relscion ckel obisssclo clevren. ciclicerstel' ;<- 6 , * ^Zaser-el-Scadek/ der sechste Calif, Mahomets nackstlaer unter der freie der Persianer oder Schiais. Er verordnetes daß wenn einer von den Jüde», Christen oder Heydniicben götzendic- ncrn ein Mabometaner würde, derselbe alle gütce seiner sannste zu rigen haben ivlte, dergcualt, daß er seinem vater ober imitier nicht mehr davon geden durffte, als was er aus gutem willen thu» wolle. Daher kam es, daß viel Armcnianer, Gcorgiaim mid andere in Persien lebende Christe» »,» schnöben gewinjis Wille», die Mahomclanische rcligion annahmen. vo^e st- L-Me. ^affa/ lat. lopps- eine stadt im gelobten lande an dem Mi!! lellänbiichen meerc, 24 meilen von Jerusalem. Viel stnbeule versichern, daß es eine von den ältesten städlen in der weil sey, ge, stall ste ihren »amen von Japhel, des Noa söhn, bekomme», well eher noch etliche jähr vor der lüiidsiulh dcn gründ darzu gelegcl ha» bcn soll. Sie hat einen sehr begucmc» Hasen, welcher am »ach. sie» bey Jerusalem lieget, woselbst die schisse, welche Haarn S iiig zu 'Tyro, Salomom zuschickte, ihr holtz und ihre malinMll nc ausluden. Allhicr trat auch der Prophet Jouas in das schiff, alS er nach Tarscn in Cilieien segeln wolle, und ihrer viel hallen da, vor, daß er auch mcht weil von hier durch dc» walisisch imedliM aus land gespien worden. Die cmwohucr diests oris, welche d,c falsche» göller der Sidonicr andclelc», wnrdcii ron Petra zum Christenthum bekehret, welcher auch allhicr die Tabäa wiederniii lebendig machte, und das gcsichte von den lbicrc» halle. Judas Maccabälis zerstörte diesen out, wie auch hernach der Kaystr D> tilS. Nachdem die ungläubigen das heilige land erobert, r»M< teu sie alle sec-.häscn, um die Christen davon aiiszuschlieffcn.Wiii Gottfried von Bouillon, der erste König von Jerusalem, svili« ficirte das castel zn Jaffa aufs neue, und legte eure bestMig dar« ei». Die Saracenen lhatcn unterschiedliche starckeansallcalifdie« te stadt, aber alles vergeblich, biß sie endlich Saladiniis an. 118S cmbckam und tcmolirte. Nachgchcnds ließ König RichardI m EugcUaud , und nach ihm Ludövieus lX König von Frauekrcich, an. > 252 beydes die statt und fcstliiig wiederum gantz neu aliftaiicu. Allem da er wieder zurück m Frauckrcich gekommen, ciMR ßr an. > 2Ü8 der Cgvrr„che Sultan. Nach der zeit haben die Dir« ckeu sich deren bemächtiget, und lolche »1 den schlechten und elende» stand gebracht, wonnnen sie itzo ist. Was ihre geistliche regienuig anlanget, so halle ste vor zeilen einen Ertz.Bsschvss, sv imlcr dc» Palriarcbc» von Jerusalein gehörte. Dein weltlichen regniM nach stund sie uulcr gewissen Grafen, welcher lilul zugleich mil ter statt verlohreu gegangen. Anitzo dcstchcc dieser ori aus eiiugeii schlcchleu Häusern, und cincm klcuicii sorl mita thürmen, jo N»O eme siemerne mauer zusaiiimcii gcfüget sind, und von einige» L»r> ckii, und Arabern vor be» Bassa von Gaza, in dessen gewan m >!l, bewachet werden. Die alten getaute sind bcrmasscn cingMM und ruiiilrel, daß man nicht mehr weiß, wo 8. Pclri capclle, n» gerbcrs Simconis oder der Tabaa hauß gestanden. DiessM»«' me, so nach Jerusalem reist», lande» mehreiithcils be» Jaffam. c/,rbeLie. cerrL iänAa?. bittoria reZiu - so>)w!Mni. vog aZe lle ls rerre ümue. noi. or . ane. ^affaitapatam, ein den Holländern unterworM^ All docy wohlbewohmes Königreich,' an der nördlichen kulle m tischen iustil Ceylon. Es erstrecket sich in die länge aus 6 , ui dk "- lc aber auf z Teutsche meilen, und wird'in 4 landsthasstew iiu > - Velllgamme, Tcnnamarachc, Wabdemarach und ^, Halle eingetheilet. Der gross stuf,, welcher sich durch r M ^- das mccr crgcust, macht es zu rincr haibuisiil. Dle hauchiac '6g Wchfais Jaffanapatam, und hat eine trefliche festunq, welche vrereckigt, und mit starcken thürmen und mauren versehen ist. Die Holländer haben sie samt dem gantzen lande/ an. 1658 den Porlu. ssssss"r)^ck>e 40 jähr davon Herren gewesen, abgenommen. ^ Iagello/ Großhertzog von Litthauen nnd nachmals König von Polen, unter den, «amen Uladlslai V. Sein großvatcr, Gedemi« mis, war erst Rittmeister, und an des Lilthauischen Großhertzogs, Vtlhenes, Hofe gewesen, hatte aber mit dessen gemahlin wider ihn LviMnrl, ihn gelobtet, jene geheyralhet, und sich zu anfange des 14 secuu zum Groß'Hertzvge erklären lassen. Vor seinem rode hat« te er leine Herrschafften unter seine 7 söhne getheilt / unter welchen endlich Olgerduü den Großhertzoglichen titul, nebst den meisten landschafften, behauptete. Dieses letzter» söhn war Iagello, wel« eher an. i;i8,nach seines vatecs todedie regierung antrat.Er nahm nicht lange hernach einen schlechten menschen, der erst ein besser ge« Wesen zu seinem vornehmstenMinister an,gab ihm seine schwester zur ehe, und ließ durch denselben sich bereden, seines vaters brnder, Keystulum, feindlich anzufallen, den er auch endlich in seine ge« wall bekam/linb in dem gefängnisse stranguliren ließ. Dessen söhn, Vlkoldus,entstehe zu den Teutschen ordens.Rittern,unbda ihm die« selbe bestunden, machte er sich durch einen nachdrücklichen einfall m Litthauen so formidabel, daß Iagello vor rathsam befand, ihn durch heimliche iractaten zurück zu beruffen ; da er denn feine vä» terlrche landschafften wieder bekam, hingegen sich verpflichtete, Jagelloni allezeit getreu zu seyn. Indessen daß dieses vorgieng, war an. i;8rLudovlcus, König von Ungarn und Polen, ohnemänn» Elche erben mit tode abgegangen, und feine jüngste tochter, Heb« wig, von denHolen als Königin angenommen worden. Ihre neue Unterthanen verlangten,daß sie sich vermählen möchte, und es gaben sich beyzeiten unterschiedene an, welche nach solcher ehre strebten. Die vornehmsten waren Ziemovitus, Hertzog von Mafovien, Wil» heimus, Hertzog von Oesterreich und Iagello. Der erste kam in keine betrachtung. Der andre gefiel der Königin, aber nicht den Polen. Der dritte, ob ihn gleich seine etwas unansehnliche ge« stall bey der haupt'pcrson nicht recht recommendirte, behielt den« noch endlich die oberhand, weil er eine immerwährende vereint» gung des Großhertzogthums Litthauen mit dem Königreich Polen versprach, auch sich verbindlich machte, nicht nur vor seine per« son den Christlichen glauben anzunehmen, sondern gleichergestalt denselben in gantz Litthauen einzuführen. Unter diesen bedmgun« gen (von welchen er diejenige, so feine eigene taufst antraff, alsbald erfüllete, und sich dabey Uladislaum nennen ließ) gieng an. i;86 die Vermählung vor sich, und ward er zugleich durch den Ertz'Bi« schaff Bozenta von Gnesen als König von Polen gecrönet- Nicht lange hernach begab er sich mit einigen Priestern in Litthauen, zer» störte daselbst die Heydnische tempel, vertilgte ihre abgöttische on cula, löschte das sogenannte heilige feuer aus, und brachte binnen jahres'frist, theils durch der mitgenommenen geistlichen fleiß, theils durch seinen eigenen exemplarischenjeifer und durch sein bewegliches zureden,diese gantze uation zu dem Christenlhum.Nachgehends stiff» tete er die Universität zu Cracau, worzu der König Casimirus aübe» reit einigen ansang gemacht hatte, und ließ zum besten der studierenden fugend unterschiedene gelehrte ieute aus Böhmen holen. Die Litthauerhuldigten zwar demKönige und der Königin Hedwig, sowohl, alsdiePoylen; indessen aber gab ihnen dennoch Iagello, mit vorbehält der treue, absonderliche Heryoge, anfänglich zwar feinen bruder, Skirgclo, und hernach an. i;yr seinen obgedach» ten Vetter, Vitoldum, welcher bis an. 1440 mit grosser autorität und gejchickiichkeit regierte, auch dem Jagelloni zum öfftern gar wichtige dienste leistete. An. 1414 ward der Lithauische Adel glei« cher Privilegien mit dem Polnischen theilhaffcig gemacht. Nichts« destoweniger hat die vollkommene Vereinigung beyder nalionen nicht eher, als an. i;6s, zur richtigkeic gebracht werden können. Das rnerssivürdigste, so unter Jagellonis regierung vorgegangen, sind die blutigen kriege, so derselbe mit den Teutschen orbcns-Ritlern in Preussen und Liefland geführet. Anfangs verhetzten sie Jagellonis bruder, Andream, und setzten ihn mit gemalt in, die provintz Reussen ein. Doch unter Skirgelons und Vüoldi anführung ward Andreä parthey überwältiget,und er selbst gefangen nach Polen ge« schickl.Unlerdessen liessen die gedachtenRitter nicht nach,auf vielfal« tige art das Polnische und Lithauische gebiete zu beunruhigen; ja sie brachten endlich eine armee vnn 8;oc>o, oder, wie die Polnischen scribenten melden, von 140020 mann zusammen, und vermeynlen dainit Iagellonem gäntziich zu unterdrücken. Dieser aber hatte von Polen,Lithauen, Reussen und Tartacn eine sehr grosse macht, welche, von einigen auf i;oc>c>o mann geschätzt wird, zusammengebracht, womit er ihnen an. 1410 nicht weit von Marienburg in Preussen eine so blutige Wacht liefferte, daß 60000 von den semi« gen, hingegen zoooo biß 40000 von der feindlichen armee aufdem platze blieben, worunter sich zugleich der Großmeister Ulrich von Jungingen in eigner Person befand. Den sieg nebst i;ooo gefan. genen erhielt Iagello, welcher daraufDantzlg, Elbingen, Thorn, Culm, Königsberg und andere Preußische stadle einnahm, auch noch in eben demselbigen jähre einen neuen sieg über die Ritter davon trug; da denn endlich diese letzter» sich zu einem frieden bequemten, welcher durch des Kayscrs Sigismundi Vermittelung noch vortheilhafftig genug vor sie ausschlug. Sie handelten nach diesem zwar öffters wider denselben, kunteii aber nichts gegen Ja« aellonem ausrichten. An. -4- r reifere dieser zu dem Ungarischen Könige Sigismunbo, und empfing von demselben die Polnische Reichs«in1iM>L, welche durch der Königin Hedwig groß-mutter, Elisabeth, nach Ungarn waren transferirt worden. An. 1412 ver« pfändete ihm jetzlgedachter SigismunduS gegen em darlehn von «ooooBöhmischen gülden.einen theil des Zipserlandeö,welcher noch lag iai heutigestages zu Polen gerechnet wird. An. 1422 trugen ihm die Standen von Böhme» ihre crone an; allein er wegerte sich dieselbe anzunehmen, und recommendirte ihnen seinen Vetter Coributh. Ee hat 4 gemahlinncn gehabt, welche er insgesamt iolennirer crönen lassen. Die erste war die eingangs erwehrte Hedwig. Wider die« selbe fassele er, gleich in dem andern jähre nach seiner Vermählung mit ihr, auf angeben eines, mit »amen Gmevvsz, einen argwohn, als ob sie bey seiner abwesenhcit in Litthauen von ihrem ehemaligen liebhader, dem Hertzoge von Oesterreich Wilhelms, einen heim. liehen besuch angenommen. Allein der ankläger würbe zu schänden gemacht,und sie behielt den ruhm emcr sehr lugendbafftenFürstüi biß an ihren tvd,welcher an. i zyy mkindesnöthen erfolgte.Nachgehendä heyralhete erAnnam,welche Wilhelmus, Graf von Wy, mildes Königs Casimiri m tochter Anna gezeuget hatte.Nachdem diese an. 1416 gestorben, vermählte er sich mit Elisabeth , einer tochter beS Woywoden vvn Sendomir, Ottonis Pileczy, und einer wittwe ei» nes Castellanen, Iohannis Laczy. Weil sie vorher zweymahl entführet worden, und in eine sehr üble nachrede gerathen war,so mißfiel den meisten Polen diese Königin, und viele beschuldigten sie, daß sie Jagelloni etwas von einem liebes.traucke muste beygebracht ha» ben. 'Sie starb an. 141Y, und z jähr hernach nahm er zur vtervtm gemahlin Sophiam, Andreä, Fürsten von Kiow, tochter. Diese ward von Vttoldo, dem Hcrtzoge von Litthauen, einer untreue angeklagt, und da man einige aus ihrem ftaucnzimmer deswegen auf die solter brachte, nenneten dieselbe 6 Mannspersonen, welche ihrer liebe sollen genossen haben. Doch Iagello hielt sie, nachdem sie einen solennen eib geschworen, vor unschuldig, und zeugte mit ihr 2 söhne, Uladislaum und Caffmirum, welche beyde nach einander Könige in Pvhlen, der erste aber auch zugleich König in Ungarn, worden. Er selbst starb m einem hoben alter, den letzten May an. ,414. Seine letzte kranckheit soll davon entstanden seyn, daß er allzuspät in die nacht hinein dem gesange der Nachtigallen zugehöret. Der männliche Jagelionische stamm ist an. 1572 mit dem Könige von Pvlen/Sigismundo Augusts, ausgegangen. oW k-ictm-m. /ksrtösocL «ie red. kolon» I. i c. 2. l'olon. lle reb. Lolon. tta- te ok kolanck?. i lerc. 2 ler. 6. I. i; p. 207. 'Fagodna oder Iagniero, eine kleine aber wohlgebaute stadk in dem Königreiche Servien, zwischen N>ssa und Griechischweis- senburg. Sie gehört den Türcken,und hat ein schönes bad. L-sc-- rv-tr besckreibunA von Ongsrn. "Jagos/ sind einwohnerdes Königreichs Ansico in Nicder-Ae» thtopieu, oder wie andere sagen,in Congo. Sie sind starcke und sehr hurtige, aber dabey auch grausame leute, welche öffentliche fleisch, bäncke haben, worinnen sie menschen-fleisch zur speise andern leisten verkauffen. Man sagt, daß bey ihnen ein vater seine söhne, vnd diese wiederum ihres vaters fleisch ohne graue» und entsetzen auffressen. Sie wandern wie die Araber von einem vrt zu dem andern, gewaffnet mit einer axt, bogen und pfeilen,und leben bloß von rauben und lodlschlagen. Sie beten die sonne, den mond und viele andere götzen an, und sind fast durch gantz Africa ausgebreitet; die meisten aber von ihnen pflegen offters in das Königreich Ansico einzufallen. ^krics. 'Jaguana/oder 8 swLK 4 Lris äel>?uerw,eine kleine ffadt nufder insin 8. Domingo, nebst einem bequemen Hafen, so von den Engel» und Holländern sehr vfft besucht wurde biß endlich die Spamer allen Handel verboten. Sie wurde von den Eugeiändern an. izgr unter dem Grafen von Newporc eingenommen, und fast gantz rui» niret. sse llescr. nov. orb. >. I. c. 7. ^ahorlick/ ein kleiner fluß, welcher in der Polnischen Woywod« schasst Braclaw, in klein Reussen, von norden gegen süben fliest, und an. 170; zur gräntze zwischen dem Königreich Polen und der Türckey erklärt worden. 'Zarcza/ siehe Iaycza. "Jair/ ein Richter in Israel, war in Gilead gebohren aus dem stamm Manasse, uud succebirte Thola dem sechsten Richter H. ivl. 2827, und also ohngefehr 1227 jähr vor Christi geburr. Unter ihm wurde das volck wegen seiner abgöttcrey -8 jähr lang von ben Phi. listern und Ammonirern gefangen gehalten. Jair richtete die Kinder Israel 22 jähr lang, die zeit ihrer gefangenschafft mit darzu gerechnet, starb im jähr der weit 2848, und hatte ;o söhne, die über so viel städte Herren waren. Dieser Jair ist von des iLegub söhn unterschieden, c. 10. 1.; anri-zu. »n. 28; x 2. 27^2827». i. ^sajus/ sonst le Jay/ ( Claudius) ein berühmter Jesilit, war aus Genevvis in Savvyen gebürtig, und einer aus den zehen ersten mitgesellen des Jqnakii Lviölä. Er stund bey dem Kayser Ferdi» nando I in solchem ansehen, baß er ihm das Bißthnm Tr iefte anboth, welches er aber anzunehmen bedencken trug. Auf dem Lon- oilio zu Dient vertratt er die stelle des Cardmals und Bischoffs von Augspurg, Ottonis von Truchseß, als dessen Deputtrter, und wüste sich durch seine unvergleichliche gemülhs. gaben bei Massen zu re- commendiren, baß er von freunden sowohl als feinden welch gehalten ward. Sein eiffer die Catholrsche lehre auszubreiten, war iingemein; zu dem religions.gespräch aber,dazu ihn die Sachsiftben lchrer einluden, tonte er sich nicht rcsoiviren, weil er eben bemühet war, in Wien ein coilegium zu staube zu bringen. Er starb an. i;z2in der jetztbesagtcn stadtunb hinterließ 8xecwum pr-rswi; ex 8. 8cripkurs Lec. 8'.,^/,,,,, bitt. koc. )eku. cko toript. too )oka» bibl» 800. )osu» ^ 'Fakotin/ ei» flecken in Nieder-Volhynicn an dem flusse Supoi- hak clN festes schloß,Uick> gehöret dem Czaar. kolonisp. n theil. Uuuuu waaren i^rben allhier aufcamecle gctabcn, und zulande nach A- üiam aebrachk, welches die am weitesten gegen luden zu an dem Nilö gelegene stadt in Egvvten, und von Ialac ohngcfehr i r tagrel» stn entfernet ist. p«8. > 7 . (alofes / sind gewisse einwohner in der Afticanifchen Provintz Niaritien, zwischen den deyden armen desflusses Nigri, Senega und Gambea. Ihr land heist glrichfals das Komgrerch Senega, und erstrecket sich m der lange von osten gegen Westen zucmfn;, m der breite aber längst der see>küste auf60 Meilen- Ihr Komg nennet sich den grossen Jalvff, und schreibet sich einen Herrn von r; oder 14 Königreichen. Die Könige von Baool, Cayor, Jiiala unb Alk/ - sind seine Vasallen, und es .crstrecket sich feine Herrichastt von dem grüne» vorgeblirge an biß nach Cassa». In diclein gantze» Reiche ist keine einige m>k Mauren umgebeiie stadk, sondern nichts als ostme flecken und dörffer. Der vornehinste ort in dem Königreiche E>e» nega, allwo der grosse Jaloff feine Hofhaltung hat/ wird Tubaca» tum genenuet. Es ist darinnen eine so unmäßige Hitze, daß der Ja. Miamis daselbst so heiß, als bey uns der May ist. Weil das land keine Weintrauben hervor bringet, so machen sie wem aus dalteln. Ihr körn- welches sie May; nennen, ist eine art von Hirsen. Ta« back wächst darinnen sehr wohl; allein sie wissen ihn nicht recht an« jubauen und zu gebrauchen. Es gibt auch daselbst viel groiieö viel). Die cinwohncr des nördlichen theils sind nur schwartzbraun, die a« ber gegen lüden zu gantz kohl-schwartz. Lie sind alle mit einander der zaüberey ergeben. Die meisten unter ihnen sind ackerleme, si« scher oder ichäfer; sehr wenig aber kauff»odcr hanbwcrcks»Ieute.Ibre vornehmste waaren sind ochlen-häute, helffenbem, wachs, Arablich hartz,amdra, gold und silber. Der gröste gewinn, den sie von aus» ländlichen kaufleuten ziehen, bestehet in eisen, kupster, corallen, cry» stallen, spitzen und drandewein. Ihre ordentliche Waffen lind ein Tmckifcher febcl, bogen und pfeile. Einige hallen eine zaquaye o» ber lantze 1» ber rechten,einen grossen schild aber in der linckcn Hand, und tragen an der feite einen sebel. Ihre renkcr sind sehr hurtig und geschickt, können auf dem falte! stehen, wenn ihre pferke iin vollen lauffen sind, und in einem angenblicke vor. und hinterwärts schieffe». Sie verlieren keine zeit mit bclagerung der städte, svn» dem stecken alfobald ihrer feinde dörffer in den brand. Wenn sie die Königl. trommel, Omblümbe genannt, verlieren, die sie 10 sorg. fällig verwahren, als die alten Römer mit ihren adlcrn zu thun pflegten, si, ist es ein zeichen, daß sie gäntzlich geschlagen worden. Die crone ist erblich, jedoch mit dieser besondern weist, daß alle brüdcr des Königs erst sticcedlre», ehe seine söhne darauf prätcnsion machen können. Der grosse Ialof tarirct niemand, als nur auS» ländifche kaufflcure. Seine gröste einkünffte sind die geschencke, die er von andern Fürsten empfängt,nebst den stlavc»,die er in den krie. gen wider feine Nachbarn gefangen bekommt,und so dann verkaufst. Allein derKönig vonIuala nimmt von jeglichem Unterthan lährlich ein klein kvpff-gelb.Diests volck trägt grossen rcfpect gegen ihreObcr» Herren. Wie aber ber grosse Ialof der mächtigste ist, also wieder, fähret ihm auch die gröste ehre. Seine Unterthanen komme» nicht anders vor ihn, als mit staub auf ihre» köpffen, mit »ackeren lei« dem,und anfdcn knien krichend Ihre religion bestehet 1» Haltung des Mahomckaiiischcn gcsetzcs; allem der gröste theil unter ihnen hat weder tcmpcl »schaudern öffentliche» golleSdicnst, gestalt sie durch die Marabonls oder Mahometanischen Priester in »»wissen' heil erhalten werben, damit sie glauben, was diesen beliebet. Des» gleichen wird auch unter ihnen die gcrechligkcit sehr übel verwaltet, denn diejenigen, welche die gröste» geschencke bringen, haben auch gemeiniglich das beste recht.Untcr ander» haben sie diese» leltlämcn gebrauch,baß der verstorbenen brüder und schwcstern alle ihre verlas- fenschasst erden,und hingege ihre kindcr davon gäntzlich auSgeichlof. se» sind,und zwar solches,weil sie bemcldtc Personen vor ihre nächstcu bluls.freundc daltenzwas aber die kmder anlanget, es noch ungewiß zu seyn glauben,ob sie den verstorbene» angehören. !),>/>/>--,« Eies. Iamagorot / Gam/ lat. eine wichtige scstung in In» germaiinland, ; meilen von Narva, an einem sehr fischrcicpen dach, welcher inSgemeui die Iamischc Bcck genannt wird. Sie ist Nicht groß, aber mit starckcn steinernen mauren und 8 rondclen umgeben. Es ist dabey eine vorstadt,so ehmals von den Russe» bewohnt ward,welche unter Schwedischem fchutze stunden. Sie wur. be sonst vor den fchlüsscl beSMofcowitischc» Reichs,und vor unüber» windlich gehalten,biß sie der König GnstavAbolph an. iüi7erober« 1 e.An. 170; ist sie von den Russen wieder eingenommen und darauf auss neue forlisiciret worden. 6/«.^,, l?ars reiieb. p. > z. »»^clefcr. Lueci«: P.4Ü9. IttifclieeiblMA 8cbvellen ?. r p. isv. "IMnaica- eine -liord-Amcricanische instil. Sie liegt zwischen den Iropicir, a» dem lVlsr stel lgorr, ohngefchr r4v Meilen nordwärts von dem festen lande, 1 ineilen südwärts von der grossen in« sul Cuba, 20 westwärts von Hifpaniola, von Porto Bcllo nord« wärts 160, und von Carthageng 140 meilen entfernet. Sie crstre» cket sich in die länge auf 170, und i» der breite auf?« Englische mei» len, und hat ohngcfehr 4 biß z milionen morgen acker, deren 900000 au. 167«; mit einwohnern besitzt und angebauet worden. In der mitten liegt eine gantze reihe von bergen, welche die instün von osten gegen Westen zu unterscheiden. Ausser diesen sind darinnen noch einige andere berge und hdltzcr mit grossensavanern odcr cbe. nen silbern untermischet, worvon man glaubet, daß sie ehemahls Indianilche weitzen'felder gewesen, welche hernach die Spanier, jam nachdem sie in die 60000 einwohner darnieder gemacht . trifflen verwandelt, und mit Pferden, kühcn und fchweinen haben, die daselbst wohl gedeyhen, daß niiiiinehro grM »eÄ Pferde und andere vieh gantz wilde in dem qehölne herum iss, E? Die lufft ist hier ,o temperirt, als sie an ein«» orte ftyL ! sie fort und fort von frischen ost-winden gekühlet, und duchÄ ge regen und nacht'thaue erft.jcher wird. Sonst ist diese m wenig den sturm-wlnden und beffligen ungewittern umccwo R wormit die Caribes und andere orter mehr,n dieser qcaend mobirel werden. Die ost-winde fangen allhierdes mvraens m uhr an zu wehen,und contmmren biß gegen ü oder 7uhr nachmibM worauf sie die west.winde ablösen, welche die eunvohnec land.« de nennew Man hat allhier keinen rechten minier, ohne da??» den winter-inonaten etwas mehr regen und donner ist als m an derer zeit. sind auch die tage und »ächte allhier fast das a« jähr durch immer von einer länge. Die besten städte darinnen lind S.Iago, Port Royal und Passage.Die gantze instil wird in 14Ü cd- spiele eingetheilet, deren 7 aufder südlichen feite liegen, nen« Port Royal, 8. Catharina, 8. Johannes, 8. Andreas, 8. Davi^ 8. Thomas und 8. Clarendon, in welchen 500s familien und vdn. gesihr 45000 einwohner sind. Aufder »ord-feiie liegen8.Geme. 8. Maria, 8. Anna, und 8.Jacob. Aufder ost.si,reist8. EU,, tha nebst andern r kirchfpielen, welche durchgehends sehr volckreich zu werden anfangen , und bey nahe üooo einwohner haben sollen Ausser dem volckc in den gedachten 14 kirch-spiele» sind daselbst noch in die 4000 sie-rauber, und wasser-Icuie, die um die insuln herum kreutzen , und hin und her fahren. Die früchle und waaren der instil sind guter zucker, cacao in grosser menge, indigo, daunnvolle, lvback, fchncckcn.fchalen, häute, holtz, faltz,i„gber, Pfeffer, Piments oderJamaischer Pfeffer, LuLjacum.China'wultzessLckLpLrU^cM Mula, tamarmd, vinello, achiat, aloc, beiijoui, cochenille. Ihre kühe und schaff sind sehr groß. Sie haben auch maul-efel bendeS wilde und zahme m grosser menge. Über dieses hat auch die msnl viel ziegen, fchweinc und canmichen, aber weder Hasen noch Hirsche. In allen ihren flüsscn, niccrbusen und ander» wassern, gidt eseine unzehlige menge von fischen. So hat man darinnen auch keinen Mangel weder an zahmen noch wilden gcflügcl. Unter andern hol man hier ein gewiß thier sllißskor genannt,welches m vielen von ihren flüsscn und wichen zu finden, und von dem raube derjenigen lhicrc und vögcl lebet, die dabin kommen und lcinckc» wollen. Diese können sie gar leichte fangen, weil sie an dem Usir der ßüffe lang ausgestreckt liegen, und m solcher postrur wie ei» stück dürre holtz ausleben; sie sind 10 biß > einige auch 20 schuhe lang, und haben 4 süssc oder vielmehr floß-federn, womit sie beydes gehen und schwimmen. Vorwärts können sie sehr geschwinde und starck gehen, aber sich ohne viele mühe nicht bald umwende». Ihr rücken ist mithalten schuppen oder schalen bedecket, baß man sie schwerlich todten kan, wofcrnc man sie nicht durch ein äuge oder den bauch sticht Jedoch hat man selten erfahren, daß sie eine» menschen angefallen. o 8.Inga erbaucten, und darinnen ruhig fassen, biß der orr von cinw!, Jackson genannt, nebst einer flotte Englischer stc-räuber an. iD überrumpelt wurvc, welche aber gleichwohl, nachdem sie diese M geplündert, selbige den Spaniern zum besitz wiederum uberllcW. Nachdem den Engcländcrn ihr anschlug aufHispaniola mMW, landeten sie hieran. ,6sz mit 20000 man» unter Pens und Vene» dies commando, so von Cromwel» h,eher gesandt worden, an. nm sich an dem König von Spamen zu rächen, welcher CarollmsUM terhielt. Weil nnn die Spai-icr iniveriiiögciid ivaren, einer jo grossen macht z» widcrsicbrii, so rclinrien sie sich in ihre mloer und festen örter, i» bossnung, dasicmge wieder eiiijiihckonniien, was sie icncn durch etncn vergleich überlassen; aUcinIer auWvg bewieß es anders. Demi einige von den E»geläiidmi ncngen anliV 1» der msiil niederzulassen, und darinnen ihre wohnung ausiilW' gen, die andern aber trieben capercy ausdie Spanier, ww ss'M len dadurch grossen reichlhuin. Nachdem nun daS gerückte M von weit lind breit erschollen, gierigen viel Icutczu ihnen geschahe es also, daß diese insul nincrhald wenig jähre» mächtigen colomc der Engcländcr wiirdc.Di.c ü^lPorbssWNiM dieser insnl wurde an. 1692 durch ein erschrecklich erdhcdcii gan» lia- zerstöret. Ausser dieser sind allhier noch unlerjchiedliche am gute Hafen.Öe bilfona novi orbir. - 'Iamaifoit/ ei» grosses theil von Japan an der westlichen ks- ste der msnl Niphon. Diese landschaftt wird sclm>li>gllch n grosse Provintze» odcrKönigreichc enigccheiict, Vingo, Bitio oder Bitcon, Fogui, Jüuigalo, Tome, rc. moll gen städten gleiches namens. Iamba / eine Indianische stadt und Königreich Es^ ^ inst» diffelt des flusscü Ganges,in der herrschafft des grossii.. l 1 < zwischen Parna oft- Nabgracat nord- Labor wcst-wss -)a Werts. Die stadt liegt nahe bey einem fluffe, zwilchr» rcl 0 ram ran ges und den bergen, welche dieses Königreich von Lahor scheiden. Calsm ist gleichfals eine gute stadt in dieser landschafft oelcr. Inä. orienr. ^ Iambis, eine Indianische stadt und Königreich/ aufberin» sul Sumarra , ist wegen der Handlung berühmt. Ismbttchus, ein Babylonier, lebte in den, andern lecuio um ter Antoninl kbilosoph, regierung, und beschrieb die Historie von Rhodts und Simontdä liebes»hanbeln. Er rühmte sich der zaube» rey. Iamdlichus / ein Platonischer klülolopkus, in dem 4kecuM weicherm Cdaleide, einer stadt in Syrien, gebohren, undPorphy' rii schüler war. Sie waren beyderseits vortreffliche kkülolopkü.wle» wohl man sie der magie beschuldigen wolle. Iamblichus florirte unter der söhne Constantini b 4 a§ni, und unter Julian, des abtrün» nigen regierung, welcher letztere drey driefe an ihn schrieb,die noch vorhanden sind. Er hat unterschiedliche wercke versertiget, als das leben Pythagora und Alypii, nebst einigen orscionibu-, worinnen er die leute zu dem Kuäio plüiosopkico ermähnet,rc. Ludolphus Ku» sterus hat an. 1707 von ihm virsirckMsZor« mit gelehrten anmer» ckunqen heraus gegeben. Eunapius hat sein leben beschrieben.Man findet auch noch von einem andern Iamblicho Nachricht, der von Apamea aus Syrien gebürtig gewesen seyn, und sich unter ber re« gterung Valentis vergifftet haben soll. coä. 94. kick. cles Lmpereurz Lec. "James / (Thomas) ein berühmter Englischer ämiguariur und ^beologuz, ist in dem l6 Lc. aufder insul Wiaht gebohren, und an. 159; 80cm- Lollegü nov> zu Oxfurt worden, daselbst er auch den Lmäum delsMerii, und hernach an. 1614 den VEorst in Ideolog, A angenommen. Er ward der erste kibliorkecsriui Loäle- MNU-! , und hernach 8ubäecsnus zu Wells. Sein gröstes vergnü» gen bestund in lesung aller msnuicripkorum, wie er bann hierin» sehr glücklich war, und gar genau die falschen suekores und vrt von denen warhafften wußte zu unterscheiden. AIs er ein Mitglied der convocatwn zu zelten Paroli i gewesen, that er den verschlag, es sollen alle lvl8. der altvättern, die so wohl in privat als öffentlichen bibliothecken befindlich, genau durchsucht werden, um die verfall schungen der Papistischen editionen an das heitere tagliechtzu briu» gen. Er starb im aug. an. 1629, seines alters ;8 jähr. Von ihm hat man : Lclogs Oxomo - Lsncsbrig, oder Larslo^. lVlsnuscripc. Lellum kapsle: Loncoräsnri« 88. kscrurn. Inäex lillror. proüi- bizor. 8pec>r»en corruprelsrum koncillc. ^ msnuäaÄion rc, Oivi- nir/ u. a. M. kkiv-F univ. Oxon. 8upplem. ro ). Lollier Oiüion. * Iamestown/ so genannt von dem Könige in Engelland, Ja» robo t, ist die vornehmste stadt in Vlrginien, an dein flusse Pow» hatan gelegen, nicht weit von dessen einfall in die nvrd.see. Sie wurde von den Engelländern um das jähr 1607 erbauet- Iamestown , eine stadt in der Inländischen Grafschafft Le« Lrim in der Provintz Connaught, also genannt von Jacvbo I- well cher sie erbauen lassen. Sie liegt an dem gusse Shannon, und ist mit guten mauren umgeben. Allen, zu des Königs Caroli I zeiten sind deren gebäude in den damaligen kriegs.troubien mchrentheils ruiniret worden« Iamets / lat. 6emmacmn, eine kleine stadt in Lothringen bey den Luxenburgischen gräntzen, an einem kleinen flusse zwischen Montmedi/Damvilliers/Stenai und Longulc gelegen, und der crvn Franckreich gehörig. L.eilebekck>reik>ur>g van l.orliriogen, Juni na/ siehe Lueg. Iamnia oder Jabnia/ ein stechafen;o Meilen von Jerusa» lem, und ohngefehr 6 südwerts von Joppe. Die einwohner dieses vrts, welche Syrer waren, hatten emstenS vor,die Jüden zu ermor. den, gleichwie die zu Joppe gethan hatten. Allein Judas Mac» cabaus überfiel sie bey der nacht, verbrannte alle ihre schiffe in dem Hafen, so daß man die flamme davon zu Jerusalem sehen kunte, und kam also ihrer verrätherey zuvor. Der König von Juda Ustas rmmrte die mauren dieses vrts; und Judas Maccabäus schlug da» bey eine Arabische armce. r e- 2 26.1 4, iv> i2 Ackscc. n. nvl. orb. sne. >ib. csp. i;. Janconia, ein Osi'Jndianisch Königreich auf der halb.inüst jenseit des Ganges, indem Königreiche Pegu. Gegen osten fiös. stt es an den fluß Mecoa , und gegen abend an den fluß Menan. äelcr. knä. orienrsl. Jancowrtz/Ianckau oder Iancoweitschy/ein marckflecken nevst einem schloß in dem Czaslauerckreyß in Böhmen, bey well chem an. ,64; den 24 febr-bcr Schwedische General Torstensohn einen vollkommenen sieg wider die von den Generalen, Hatzfeld und Götz, commandirte Kaystrliche armee defochtcn. /'«/«.»^.äe rek>. Luec. Janeiro / kdio äe Ganairo/ oder Ganabara Ianvariuo/ ist em Americanischer fluß in Brasilien, welcher von der südlichen gegend dieses laudes sich in die see ergeuff. Es führet diesen namen auch eine gewisse Provintz, deren stäbte sind 8. Sebastian, welche rmen guten Hafen wie auch ein schloß und einen Bischofs hat,Anqra ckelor Reyes, Esls äs Pledro, rc. V,e gehöret den Portugiesen, Mb wurde an. i^i zu erst von einem Frantzösischen Protestanten entdecket, welchen aber die Portugiesen au. i;;8 daraus verjagten. In dieserProvintz sind zu ausgangs des 17 kecul- unterschiedene golv- reiche bergwercke entdeckt worden. Der fluß Janeiro wird bey sei. nem einflusse in das kvlsr äsl blorä von den beyden tocrs 8. Jean und 8. Croix verwahret, und pflegen die Portugiesischen flotten biß» weiien von daraus nach Hause zu gehen. An. 17,0 thaten die Fran» ran 89r tzvsen auf den Mm von dieser Provintz unter kvkr. ls Clerc eine lau» düng mit 700 mann, sie wurden aber von den Portugiesischen so übet empfangen, daß sie fast alle theils todt, theils gefangen blieben, und die 6 kriegs-schiffe imverrichteter fache wieder nach der mstil Martemcs zurück kehren müssen. Das jähr darauf aber gellmg eS ihnen besser, Massen sie sich im sept. unter Mr. äu 6ue chvouln der stabt,8. Sebastian, und hernach des castells ohne einigen widerstand bemächtigten, sich 2 monate in dem lande aufhielten, und nach» dem sie mit Verbrennung vieler Portugiesischen kauffarthcy.schiffcn und andern ftindsellgkeiten, grossen schaden gethan, mit einer an» sehnlichen beute zurück kehrten. 128 cbeii. /.ser äe. tcr. novi orbis. Janrway - (James) ein Englischer Mwtter von der Pres. byterianischen Arche, gebohren von einem Prediger in Herford 8l»re ; studirte zu Orford in LKritt LKurcK ; lebte nach verlassung dieser Universität eine zeit lang im privat.stand; hielte aber, wann es die zeiten gelitten , unfern von London Versammlungen, da er offt ein grosses suäuonum hatte. In seiner letztem kranckheit ließ er zwar eine grosse fromkeit sehen, fürchtete sich aber, er möchte aus begierd dem pudlico zu dienen, in seinen pnvsr-pflichten etwas ver» absaumet haben. Starb den 16 mark. an. 1674. Seine Missten sind : lckesven upon Lsrrk. F. biis oi bis Krockier I. ksrievsv. Tke tsincs kncoursgsinenc co äiligence. s Tolre korLkulären. k-egsc/ ro bi« krienäs Lec. 2 * ß^dliLDl.H'8, ein berg der stadt Rom, aufder andern feite der Tyber, woraufJanus, der König in Italien, vorzeiten angebetet wurde, und des Römischen Königs Numä grab war. Hierselbst schlug Porsenna, der Konig von Hetrurien, das lager auf, als er Rom belagerte. Dieser berg hat einen schönen prolpeü gegen die stadt Rom und in die umliegende landschafft, weilen er höher als die andere Hügel dieser gegend ist. 8. Petrus soll aus demseibigm den Märtyrer»tod erlitten haben. Anjetzo wird er klomorio oder der goldene berg wegen seiner färbe genennet.Jn denen alten zeiten wäre dieser berg wohl mit gebäuden und Häusern angefüllet, auch mit einer mauer umgeben, aber doch eigentlich nicht zur stadt Rom gerechnet, oder, wie die Römer zu reden pflegten, in das pom«- rkum eingeschlossen. Die lufft davon ist schon vor altem für gar un» gesund gehalten worden, und wird der ort eben aus der Ursache heut zu rag wenig bewohnet; nur baß viele klöster und gärten dar» auf angelegt sind. Lk-r,. i.,. /v;». >,b. 26. Lc>- rns. K.0MS. ^ Janinal, eine Adliche familie in Graubündten, welche von Johanne Janinal zu Plürs, der zu ausgangs des I; leculi geiebet^ hergeführel wird. Autonius war an. i66o Kayserlicher Rath, und Ober-Berghauptmann durch Ungarn und Böhmen. Sem bruder? Johannes Baptist«, hat das geschlecht fvrkgepflantzet.L«ee/.ttemm<. ßET'VLLL, waren bey den Römern die knechte, welche die thüre hüteten, und sich mehrentheilS nebst einem Hunde in dem aeria aufhielten. Manche waren an eine kette gelegt, andere aber gren» gen frey herum , nachdem man ihnen etwas gutes oder böses zu» trauere. Ihre Verrichtung war, daß sie auf die aus.und eingehen» den acht gaben, und, die nicht hinein sotten / abweisen »nisten r ingleichen das ftuer, so in dem mrio den k.sribu§ angezündet ward, auf einem kleinen altar stets zu unterhalten. Etliche hatten auch Isnirrices. welches mchrentheils alte Weiber waren. äe jsnull ver. c. 16. äs operir lerv. psg. i;;. üb» 926.927. , , Janitscharen, sind des Türckischen Kaysers soldaten zu fuß- Der name kömmt her von ßegni, welches neu heißet, und Ickeri, ein soldak < woraus )egimclleri gemacht worden, so ein neuer soll date heißet, und von uns Janitscharen ausgesprochen wird. Vor» zeiten bestund diese militz allein aus Christen-kindern, so von armen eitern an statt des csrsck oder tributs hingegeben wurden, welchen der Groß'Sultan von allen Christen, die m seinen landen der ge» wissens'fteyheik geniessen wollen, forderte, oder es waren auch solche, die man von den Christen gefangen weggeführet. Auitzo aber ist die gewohnheit des kinder.triduts abgeschaffet, ausgenvm» men in Mmgrellen und an andern orten gegen dem schwachen Meere zu, wo man den csrsck nicht an gelbe bezahlen kan. Die anzabl dieser Janitscharen ist einmal grösser als das andere, nach» dem die Türcken geschlagen werden oder nicht. Vor diesem war sie biß auf;;ooo mann bestimmet; vor etlichen jähren aber ist sie bey nahe 100000 starck gewesen. Allein jetzo ist diese anzahl sehr verringert, wenn wir auch gleich alle diejenigen darzu rechnen, well ehe dergleichen stellen von dem kisjs und 8eräe,5 > oder von dem JanitschareN'Aga, damit sie von andern leuten gefürchtet werden, oder frey von tridut seyn mögen, oder um anderer Ursachen willen erkauffen. Ihr sold ist des tages von 2 biß 12 aspers, ausser dem äoHm-m, welcher ihnen jährlich an dem ersten tage ihres rsmsr-m, oder fasten-zeit gegeben wird. Der besondere lervice, oder was die Janitscharen noch ausser, ordentlicher weise bekommen, vermehret ihren sold um etliche wenige aspers. Nebst d;m haben sie die ver» ficherung, daß ihnen ihrer jdld unverrückt gegeben werden muß, wenn sie auch gleich lahm und zu fernern kriegS.dicnsten untüchtig werden sollen,weil sie vmrscs und ^Isräur oder solche soldaten sind, deren sold auf ihr gantzes leben sich erstrecket. Zu Constantmopel sind sie verbunden in ihrem oäs oder gemeinen zimmer zu logiren. Es sind aber vor alle Janirscharen zu Constantmopel -üo derglei» chen zimmer, worinnen sie iogwen müssen, oder widrigen falls ernst» lich gestrafft werde». Diese zimmer haben bißweilen 2 biß zos mann m sich, nachdem es die zeit mll sich bringet. Au einer ge» wissen stunde müssen sie sich in ihre kämmen, begeben, worauf der Oäsksici oder Louvernsur jedes zimmers, oder in dessen übwesen» !1 theil» Uuuuus heik 892 ran bell der allst,', oder koch, die abwesenden bemercken, daß sie gestraft fel werden, wenn sie nicht nrlaub gehabt, oder zum wenigsten be» weisen können, daß sie durch einen ausserordentlichen fall an ihrer »urückkunfft gebindert worden. Ein jeder ist verbunden zur friedens» reit in die gemeine büchse seiner kammer, oder in den gemeinen schab der Ianitscharen anderthalb pro ccnr von allem gelde, was er an sold empfanget, in kriegcs.zeitcn aber 7 zu geben. Davor bat er in seiner kammer einen platz, so; schuh breit und 6 lang ist, ru seiner matratze, und übcrdiß zu seiner mittaqs-und abend, mahl« reit eine schüssel voll reiß, ein stück schöpsen.fleisch, brod und wasser zu genicsscn, und also kan er stets etwas von seiner besoldung hinke» gen. Ihre kleibung ist ein äoliman, oder langer rock mit kurtzen ermcln, welcher in der mitten des leibeS mit einem coustsc oder lei» neu gürte! umgürtet ist, so mit vielen färbe» gestreiffet, und an den enden goldene und silberne frantzen hat. Über ihren cloiimsn tra. gen sie'eine spski oder blaue weste, die säst ein solch ansehen hat, wie unsere campagne-röcke. An statt eines turbans tragen sie ein rarcola oder seid. kappe, so auf beyden schultern herabhänget. An hohe» fest-tagen zieren sie ihre» rsrcoia mir einem röhre voll langer federn, so an das vordere theil ihrer kappen geduudcn ist. I» Con» stantinovei haben sie selten etwas anders in der Hand, als einen langen stecken oder ein Indianisch röhr. Ihre krieges.waffen aber sind ein sebel und robr oder musqucte, worden sie auch eine pulver.vder vatron-tasche auf der lincken feite an einem ledernen riemen hängen haben. Um ihren rechten arni pflegen sie luntc zu wickeln. In A» sien gebrauchen sie aus Mangel des pulvers bogen und »feile, und haben allezeit einen dolch oder Messer bey sich, womit sie denjenigen dräuen, die ihnen zuwider sind. Diese bogen und Pfeile muß ihnen der oder Unter'Generai'Schatzmeister schaffe». Die Iamlicharen pflegen selten zu heyrathen, weil sie davor halten, daß ein vereblichier nicht so hcrtzhasstig und tapffer seyn könne, als ein solcher, der allcine vor sich zu sorgen hat. Jedoch frischet sie ihr ge» fetze mehr darzu an, als daß es ihnen dasselbe verbieten solle. Denn wenn sie es mit ihrer Off>cierer bewillig»ng thun, dürsten sie nicht in den gemeinen kammcrn logiren, ohne daß sie alle freykage er« scheinen, und sich ihrem V Veclcclva^ oder Kammer>Schatzmeister zeigen müssen, widrigen fals aber ihres soldes verlustig seyn. Wenn sie ein Und bekommen, lässet ihnen der Kaystr des tages über etliche wenige aspcrs mehr geben. Anjetzo sind sie nicht mehr in so grossem ansehen,als vor diesem. Gestalt sie in solcher autorität stunden,daß sie an. «648 den Kayscr Ibrahim absetzten, und ihn in dem tastest der sieben thürme strauguiirteii. Allein nach der zeit haben die Groß» Vczicrs, um so wohl ihrer Principalen als ihre eigene autorität zu erhalten, sie zu demüthigen sich beflissen, indem sie die verwegensten unter ihnen bey der belagcrung der insnl Candia aufopfferten, und denen andern zu heyrathen, oder einige handthierung zu treu den, wider ihre alle gewohnheil und disciplin, vcrgvnneten; so daß »hr corpo anjetzo meist auS faulen und unerfahriien leisten bestehet. Nichts destoweniger waren sie doch an. 1687 so kühne, daß sie sich zu denen Spahies schlugen, und Mahomet ben l V von dem throne herab stürtzttcn, seinen bruder aber Solymann den st ll zum Kayser machen halsten. Binnen welchen troudlen sie auch die vornehm« sien bedienten des Reichs darnieder machten, die reichsten bürgee plünderten, und einen theil der stadt verbrannten, /kstc«, lle st'em- pire Ottomann. lslemoireL liiKorigu«. ^aiiitscharen.Aga, ist der General über das gantze corpo der Ia»stschacen,dcr oderzie unter allen Agas oder Officierer» der Tür» ckischcn infanterie. Der name kommet her von dem Türckischen Wortes, ein Meister, Herr, oder stab, welches das comman- clo zeichen ist, so dieser Aga an ausscrordeiitlichcn tagen in der Hand hat. Dieser General wurde vorzeiten aus den Ianitscharen erwäh» lct; allein, weil man verspürte, daß dieses bey den andern allezeit viel Verdruß erweckte, so erwählet ihn der Sultan anjetzo aus denen seines 8'ersglio. Er bekömmt eine ziemliche gase, und wird öfftcrs von dem Sultan beschencket, sonderlich wen» sich die Ianitscharen tapffer gehalten haben. Desgleichen bekömmt er auch viel gcschencke von solchen, welche sich um krieges'dieuste be» werben, oder nur den tstul der Ianitscharen suchen, um sich da» durch ein ansehen in ihrem heymalh zu machen, und von dem tri» Hut frey zu seyn. Wann er durch Constanlinopel gehet, begleitet »hu allezeit eine grosse menge von Ianitscharen, sonderlich bey em» poriiiigen, wie a». 1687 geschahe. Denn bey dergleichen qeleqenheit fordern sie ihre , oder begehren sie vermehret zu haben, oder plünderen die stadt, wie sie an vielen entern in dem Türckischen Reiche gethan haben, und ermorden alle, die sich ihnen widersetzen. Wenn dieser Aga eine cmpöruna stillen will, so nimmt er 0 oder 40 Klangi; oderIauilscharcn.Ofstcierer, nebst 5 oder ü-x> man von dergleichen militz nist sich, um der schuldigen sich zu bemächti» gen, und sie in, das gefangniß zu führen. Jedoch ist der Aga nebst den Officirern offtcr» von der militz verlassen worden, welche steh sckien Christen bewohnet wird. ran Die Lmour L>c»> em dorff der ungläubigen, wie sie den! 2 ^ heissen, wo keine mosquecn sind, und den nahmen Christen geben. Dleienigen, so dahin gerciset, haben 2 Mittel um einen sehr wohlfeilen preiß angetroffen, als 22 ?? eher, rebbuner, reiß, dutter und vortreflich obst. ObnÄ?"^ Meile davon findet man guten mnscatcller>wei„, aus der ins ^ nebos, den eymer vor ohngefehrgroschen. Man kan ausd vorgedurge die gantze schone gegend um Troia nebst den Küss n N thus oder Scamander und Simvis sehen, welche beyde s?. .' dem berühmten berge Jda, so 2 meilen von dem grossen Tm?»? scrnet, herab kommen. Diese zwey in der Historie soberühinll 2 sind nicht breiter, als etwa« der Gobelinemfluß zu Pariö ^ im sommer sind sie bißweilen gar ausgetrocknet. Unter Lei» ^ ten Troja kommen sie zusammen, lausten daselbst unter ei» ,,z' tzernen brücke, so von steinernen »feilen getragen wird, und m L sich ohngefehr bey einer halben meile jenseit des vvrgebüraesT zari, nahe bey dem tastet Wa, in die meer.enge. a- t.'c>nstkanünvple. ^ ° Janna/ oder Iannina, eine an den Mutzen von EM»,. he bey dem berge Pmdus, in der Griechischen landschaffi lien gelegene stadt, weiche ziemlich groß und wohl bewodnl « Gantz Thessalien wird bißweilen von ihr Janna oder Iamnu-i ^ nennet. ^ Mannes und Iambres sind die nahmen, welche der HM Paulus zweyen Personen giebt, die dem Moses widerstanden; und mit welchen die Juden auch von ,chr langer zeit her die Zauberer des Egoistischen Königs Pharao benennet haben. Die gelehrten haben verschiedene gedancken darüber, ob diese nahmen aus der Egyplischen oder Edräischen spräche müssen hergeleitet werden. Dann daß einige sonderlich aus dem letzten haben Ambrvßus ma. chen wollen, ist sehr alber und lächerlich. So sind sie auch hierüber nicht einig, woher seidige der Apostel genommen. Einige meynen, sie wären in einem damahls befindlichen buche vorhanden geive« sen. Andere glauben, daß ihm selbige durch die tradilion bekannt worden, welche er aber nach der ihme beywohnenden gaabbrs heiligen Geistes von ander» falschen tradilioncn habe Merscheidea können- Wiederum andere halten dafür, daß dem Apostel mchr« gedachte nahmen Iannes und Jamdrcs durch eine besondere göil» liche offenbahrung bekannt gemacht worden. Wovon sie zweyte Meynung am meisten Wahrscheinlichkeit hat, da auch so gar W nius deS Iannes, als eines berühmten Zauberers Meldung lhul, und seidigen neben Mosen setzet. l. ;o c.1«. M- inull. p. 4; kcgg. Dr,^/,Hn snnorsr. scl dstum. ir, 1 Le 2 8. obkerv. in gua-llsrn 8.8. ioc^c. /es äe en§LÜrim)ssko c. 20. in clubiir vexrr. * ist eine art von Päbstlichcn Cantzeley.bcbicM, denen obliegt, die Päbstlichcn bullen zu übersehen und zu ändern. Man nennet sie auch t'Lnicipsmes, weil ihnen ihre einkünffie mf die annaren und andere ausferligungcu der Pädfllichc» Mtzeley angewiesen sind. Ianoez, (Bartholomälis) ein Spanier, lebte zur zeit bei Papst Urdani V.und schrieb ein buch, worinnen diese; Irrthümer enthalten waren, nemlich, daß der Widcr.Christ noch in eben deliistlblgen jähre, da er dasselbe buch schrieb, nemlich an.nso uud zwar an dem pfingst.tage kommen würde; daß alle erwachsene gläubige würden verführt werden ohne einige Hoffnung der beleb, rung; und daß hingegen alle von dem Wider«Christ verführte D den, Heyden und Mahometancr sich bekehren würden. Der tzeß« Bischofs von Toledo ließ dieses buch verbrennen, und dersuüo, ivi> derricfendltch stiiic Irrthümer. /trsrEsüLunumiz;- n-9. ck/ss,^ro«sib,ll. n. 4. ^anoueky von Janowiz, eine Adeliche familie in Böhmen, deren stamm-schloß gleiches nahmens in dem Czaslaucr-creyse, i mellc von Kutlcnberg, gelegen. I» dem -s leculo Hai sich eine li« nie davon in dem Hcrtzoglhum Wurteinderg niedergelassci!, und da« selbst das Erbschencken>amt erhalten. An. i;sr starb WllbelmnS JanovSky, bcygenannt der Böhme, Würkembergsschei EcncrO Feld.Zengmelsicr und Hauptmann zu Al'chberg, em valer Her. manns, der an. i;8y Fürstlicher Würlembcrgischcr HopM. lchall gewesen. Dieses letzten cnckel, Friedrich Ludwig, Wurkcni' bergischcr Rath, Obcr.Amtmaiin zu Brackcnheim midl^-.'äottec Schwäbischen Rllterschafft aur Kocher, lebte noch an. iü7o.o«- ktcmmsr. p. I. ^ansenius/ (Cornelius) B'schoff zu Gent- Er war zu HE in Flandern gedohrcn, und tractirte aujanglich stme studicii um r dem Eligio Houchario. Hierauf begab er sich nach Loren, er a iahr die Philosophie studirte, auch sich m Lcr Lalcmnchcm <»i,ii>s,sn „nv Ulrich? rismiieb feste setzte. Aaen rchtiu Dtt Iaullss!"rcu ^bc^ die bcntMetheiltt! clüscden und Hebräischen spräche zienilich feste setzte. - - ^ siae in des Ianitscharen» ^stc er sich gantz auf die theologie, welche er auch zu LnMrlo, m .... ^ ^ f» i» die ir jähr erlMss Aga gemalt. Jedoch werden sie allezeit bey der nacht Hingerich» tet, damit nicht etwa» ihre cameradcn, um sie zu erlösen, einen aufstand machen mögen. Die k-llsca oder die strafe des prügeln auf die fußsshlen ist nur aufdic geringen verbrechen geseyel. Wenn sie aber den tod verdienet haben, so lässet sie der Aga strangulire», oder in einen lack nähen, und in einen sce schmeiße». Wenn der Ianitscharen. Aga stirbt^, so fällt alles das scinige der Ianitscharen tssco , und Nichts dem < 2 UltaN zu. kolemoire, Nittorigue;. ^anizari, ist ein Asiatisches vorgebürge in der gegcnd, wo sich die meer.ciige von Gallipoli ober der DardancUen ansänget, so vor zeitcii p,omcmro,iurn 8,A«UM genannt wurde. Es ist darbey ein borff mit nahmen Lrvjaki oder klein Troja, so von den Gricchi» dm m Brabaut in die . .. nack iEn ^ Pf-ichcrr zu Cottrych, und als er zuM ^ ^ über düs colleZium rkeolo^orum düDjk livvö OecbLiiczu 8. Jacob, Mid von dem Könige W' fclio°nack° 2 r^n»Michaelc Bajo und Johanne Heb neu »ach stiiierrückkuusstan. izL/zumm starby!?.^. ' ernennet, und von lV bestätiget. Er 16 apw au.i;7ö, und es that ihm Petrus Simonis, her ' e, die Icichwcde, welcher auch des tzernach Bsschoff zu Ivcrii wurde Ianseiiii schrissten zustimmen drucken coinmenksrii in conaorciiam ac eoism laye». Dieselben lülloriam xaraptirsfiz Le snnoiLiianez in omner pft>mo5 , eom meucsm in xroverbi» -Homomr z snnoriujoaer i« liooum IV^ ian §Llornv!i'i 5 ! breviz conkeüio 66ci. äs fcripc. kec. lL. ^--e-e bikl. 8e!§. ckeilluttr. Lanäi». 6t-«ss^--Hkrc>»ic' (jalliL ckrllk. r. 2. ^ausenius, (Cornelius) Bischoffvon Wem, von welchem der bekannte nähme der Jansenisten herrühret. Er war den r8 oct. an. i?8s zu Accoy, einem dorffe ohnfern Lecrdam in Holland gelegen, gebohren- Sein vater hieß Ian Ottje, ein schmibl, die mmler Lyntje Gysberls, er aber wurde Cornelius Janstn genen. net. DenZrund seiner studier, legte er zu Utrecht, wurde aber von darnach Loven geschickt, und daselbst von den Jesuiten informirt, da er dann in der Philosophie dergestalt zunahm, daß er nach verlauf zweyer jähre m XlsMrum promovirte. Nachmahls legte er sich mit ernst auf die theologie, und nahm unter seines velrers, Jacobi Jansenii, anführung auch darinnen wohl zu. Weil er sich aber durch allzufleißiges studieren fast die schwurdsucht an den hals gezo. gen, wurde ihm von den rneäic; gerathen, die lufft zu verändern, da er sich denn gantze 12 jähr in Franckreich aufhielt, und daselbst ziemlich hervor that, auch brachte ihm Johannes cku Verger cle Ha. vranne, der sonsten unter dem nahmen bes^KKeckc 8. Cyran be» kannt ist, mir welchem er zu Lyon genaue freundschafft gemacht, zu Pariß eine prLcepcoramr zuwege. Wenige zeit darauf gteng er nach Bajonne, um mit dem berührten Vergerio fernere freund, schafft zu pflegen, allwo er auch des Bisthoffs gewogenheit erhielt, welcher ihn zum Principal in einem colieZlo machte. Als aber selbiger zu dem Ertz-Bißchum Tours erhaben wurde, gieng 6» Verger nach Pariß, und Jansenius wieder zurück nach Lösen, all. W0 Man ihn in dem colleZio 8. kulcken-c zum krmclpsl Machte. Weil er aber zu der Philosophie keine lust halte, wurde er an. 1617 voüor rveoiogise, und bald darauf k'rotelior, auch von der acade. mie an den König Philippum l! zweymahl als Gesandter in Spa« nien geschickt. An. i6;o wurde er von dem Könige zum krotöllor der heiligen schrifft ernennet, und p jähr darauf eben au seinem ge- burts.tage zum Blschoffvon Wem gemacht, und an eben demsel. bigen tage das folgende jähr darzu eingeweyhet. Er soll aber dieses Blßthum durch das buch »Vlars SMcus verdienet haben, darinnen er an. iü;c> vie bündnüffen, welche der König l» Franckreich Lu» dovicus Xtli mit den Protestirenden unterhielte, und.alle hülste welche er selbigen in denen damahligen kriegen leistete, überaus scharst durch die Hechel zöge, und dessen sich seither die Jesuiten meisterlich zu bedienen gewust haben, um den Frantzösischcn Hoff wider den nahmen Jansenii uno aller Jansenrsten zu verbitteren. Doch er starb bald oarauf den 6 may an. iü;6 an der pest. Er war simsten ein gelehrter mann, der sein Mißvergnügen an der ge» meinen pllilolopllie gar zeitig blicken lassen, auch auf anderer ertn. »erungden Marcum Antonium cke OoininK nicht wiederlegen wol. len. Welches ihn hernach desto mehr graviret, als er sich den Jesuiten überall widersetzte. Sonderlich hat er lange zeit in lesung Der kirchenwäter zugebracht, und darunter am meisten denAugu. stinum hoch gehalten, dessen schrifften er zehen mahl gantz, und die bücher cke grgcla mehr als ;c> mahlburchgelesen. Er hat einige schrifften hinterlassen, als da sind: orsciockeinrei-ioriz Komin,; re- Lirmskione; slexipksrmscum pro civibus 8^lv-e ckuLenükus; tpongiam norarum, guiku; slexipksrwscum alperkll Voeriu;; le- trsreuckus leu ccrmmenrariu; in 4 evanZeüs; comment. in ; li- dro 5 ^065; lAsr; Lsllicu; teu cle juüiriria arrnorum Lc köellerurn R.eZi; SalliL, welches buch er unter den nahmen Alexandri Patricii Armacaui schrieb. Er hinterließ auch das berühmte buch, worüber nachmahls so grosser lern, worden, unter dem titul Augusttttus,weil er aber solches nicht zum druck befördern tonte, übergab er solches seinem vertrauten freunde Liberto Fromondo zur Publication. Die» ser edirte eS an. 1640, worüber nachmahls der bekannte Janseni» stische streit entstand. Denn weil die sogenannte Molinistsiche lehr von dem freyen willen des menschen, deren damahls der gröste theil desJesuiler-Ordens beypflichtete, in selbigem buche überall ange. griffen war, so fiengen sie an den Jansenium m östentlichen schriff. ten zu wiederlegen,wiewohl dessen lehre grossen anyang bekam. Je. doch brachtet» es die Jesuiten dahin, daß er sammt seinem anhange zu ketzern gemacht, und aus dem bemeloien buche e haupl.sätze ge. zogen wurden, welche der Pabst Urbanus Viu an. 1641, hernach Jnnocentius X an. l6s?, auch zuletzt Alexander Vll l an. ,6;7ver. dämmt. Sein leben hat Libertus f,eomondus beschrieben, und dem berührten buche vorgesetzt. bwi. Le>§. kiss. kaparus. Kilt. )an 5 eri>smi. Ort» or. cke cauka )an- lenirics. ilireociubk, Kilt. eccles. Lscxer-Kilb. k. 2. 1.17 c.14 ^ 'Jansenius (Jacobus) voÄor rkeoloZi^ und Oecksnr von 8. Peter zu Löoen, war an. 1547 zu Amsterdam von Catholischen eitern gedohren Als ihm aber der vater frühzeitig abqieng, wurde er von der Mutter an. 1564 nach Löven geschickt, woselbst er die pki- lolopkis in dem Poreensischen Mmnalio, die ckeoloZie aber in des Pabsts Adriant VI colieZio erlernte. Er wurde hierauf l-icenriar in der rkeologie, an. i;?s der erste kr«les in dem nemanfgerich. teten Augustiner collegio, und an. 1189 ?rseler in dem Päbstlichen colleZio. Dann wurde er an. I z 80 krotellor kKeoIoZi^, den 2Y aug. an. i;84OoKor und XkaZilier, und kam an. I? 9 ; an des Tbomä Stapletoni stelle. An. 1614 wurde er Dechant bey der colleZiac-kirche zu 8. Peter. Weil er aber schon sehr alt, und darzu mit dem ckil-agra hefftig befallen war, muste er seine profeßion indessen durch andere verwalten lasse». Er starb endlich den zo jul. an. 162s. Seine schrifften sind: inkirmio cmkolici eccleksüse; m lacrom millöe sLnoncm z lirur^iaa ; commsniAnn; in OannsL (tLNUcol'um ^ commsnrarw; öc sxpollno ,n plaimo; D2v,ll,co;z expolicioin k'iopkemm )ob; expolitio in evanZ. 8. )oksnnir; vic- tL aoLainoak. onartakio pallioniz. ^em leben hat Johannes dKa« fius beschrieben. cls Lripr. kec. 17. bibl. LeIZ. ^ ^ ian 89z vm AwaMn v^V/'". Mahler, gebürtig von Anttver. seldiaen ,eck als ^ berühmt, und zwar eben zu der. iewlgm zeit, als Paul Rubens aus eben selbiger stadt sicki dureb ül. » schone wercke beruhn,t machte. Jns«elt wüste er schöne killongu« mahlen, und waren seine färben vvrtreflich. x-leinoiie-, ausdemordcn-lels Trapc.waran.i6Le zu ssariß gedohren, und nennte sich, ehe er den aelstlieben st,i»a ergriffen, den Grafen von Rofcnberg. Weil er der weltliche» Verrichtungen, die er bißher m krtegs-übungen mit gutem rühm getrieben, uberdruhig war, begab er sich in den gemeldten orben ste Is Traps. An. 1704 muste er nebst andern stllieil ordcns-brü» ^oß'Hertzoglich .zlorentinischen läusser gehen, mir die Verbesserung des ordens daselbst zu besorgen. Erstarb bar. aufan. 171° i» der Abtey Buon. Sollazo, die ihnen der Groß-Her. tzog eingeräumt. Sem leben ist in Italiänischer spräche in ir herausgekommen. ^ ^anson, sonst Jenson, (Nicolaus) ein Frantzofe und benihm- tcr Buchdrucker. Er gie ng an. 1486 nachVenedig und anderwärts, bastldst seine kunst in bessern stand zu bringen- Seme schöne buchsta» den behielten vor allen andern den preiß,wiewohlcn er auch vmchie. denes mit curstv > buchstaben,die nichtj onberlich schön sind,gedruckt harzund dieVenetianer haben ihm den rühm,so sie nach der zeit durch die Manutlos erhalten, grossen theils zu dancken. Einige haben ihn gar unter die ersten ecfindcr der dnicker-kunst gefttzet; vermuthlich weil sie die ältere und eigentliche Urheber derselben nicht kanuten- Massen sonsten klar genug, daß nicht nur schon mehrere jähre vor Janson bucher gedruckt worden , sondern aüch er nicht einmahl der erste gewesen/ welcher die erstndung in Italien gebracht. 0«^//«,, kilk. Vener. ge oriZ. arsts rvpogr. innoclukk. aä nor. rei literarire c. il §. 12. * Issnthe / ist der Name, welchen die Poeten einer Nymphe des Occaui gegeben, ingleichen einem andern frauenzimmer aus der zu dem Königreich Crcta gehörigen stadt Phestos. Von dieser lestteru hat man gedichtet, daß, sie an Jphkn, welche jcderman vor den",ohn des Lvgdi und der Theletusa gehalten, da sie doch gletchfalS ein welbs-bild gewesen, versprochen worden, und man die Hochzeit all. bereit angesetzt, die göttinJsis den tag vorher die Jphis meine manns-person verwandelt; woraufbiezwey göttinnen Venus und Juno, nebst dem gott Hymenäo, sich in eignen Personen bey den vermählungs-ceremvmen dieser zwey liedhabcr eingefunden. lib. 4 inekLiri. i^xv/tLil 78 der nähme desjenigen monats, mit welchem fast durchgehends baS jähr angefangen wird. Das Wort wird von dem Heydnischen gott Jano hergeleitet (weil derselbe zu erst den feldbau erfunden, und mit seinem gedoppelten gesteht, sowohl ver. gangene als zukünfflige dinge gesehen haben soll) oder von lanua , weil er gleichsam eine thüre des jahrs sey. -Longinus hat ihn auf Griechisch oder d. i. einen jährlichen vater der zeiten, verbollmetschet. Numa Pompilius hat diese» wo« nat, zugleich mit dem lksbrusno. den übrigen Monaten, welche Romulus eingesetzt gehabt, beygefügt, und ihm-9 tage gegeben, zu welchen hernach Julius Cäsar noch r hinzugethan- Die Äthenie». ser nenneten diesen monat von dem work . hoch. zeit, dergleichen man sonderlich in dem ks»uMc>. weiter bergöt. tin Juno gewiedmet war, zu begehen pflegte. Bey den Hebräern ist der monalh Tebeth, was bey den Christen der Isnusrm« heist. c!e ciie nst.c.22. cle sürro inulgi-. psss lle onA. 8c proZr. iclol. I.2 c. 17. Alilicz. Kom. l.4 c. s. 7;^ srckseol. att. i. 2c. 10. Hßi,. I^anus / der erste König von Italien, wurde nachmahls emer der besondern Götter der Römer. Es wird vorgegeben, daß er durch seine klugbeik und lügend seine Unterthanen zu anständigen sit» ten gebracht. Ferner soll er dem Saturno, nachdem er von sei« nein söhne Jupiter aus Arcadien vertrieben worden, ein stück von seinem Königreich eingeräumt haben. Nicht weniger soll unter sei. nen Unterthanen lauter gottesfurcht regieret haben. Daheroee- nach seinem tode göttlich verehret und mit 2 gesichtcrn abgebildet wurde, weil er nemlich, wie Plutarchus berichtet, sein König« reich tn emen gantz andern zustand gebracht, und seine wilden nn. terihanen gantz hösslich gemacht hat. Andere hingegen legen dieses von seiner gemeinschafftlichen regierung mit Satürno aus. Erst war er bey den Heyven ein Gott der vergangenen sowohl als zu. künfftigen zeit. Dahero er mit dem einen gcsichte rückwärts, mit dem andern vor sich siehet. Ja man findet ihn auch manchmal mit 4 gesichter» abgebildet. Die alten Jtaliänerpflegten aufber emekr feite ihrer münye den zwey-köpfigten Janum mid aufder andern ein schiffzu prägen, damit anzudeuten, daß Daturnus zu wasser in Italien gekommen. Dieser Gott war über den ansang und das ende aller dinge gesetzt, und es wurde von ihm gesagt: daß er das jähr öffne und wieder zuschliesse, auch daß er den eingang und aus» gang eines jeden Hauses verwahre. Wie fie denn von ihm ihr gebet anzufangen pflegten, und der erste tag im jähre ihm gewiedmet war, dahero der monat Mausrius den »amen hat. Wenn sich ein krieg anfieng, wurde sein tempel zu Rom aufgethan, und hingegen zur fricdens.zeit zugeschlossen. Wovon zu mercken, daß er vor Christi geburtnur ;mal geschlossen worden, nemüch das erstemal unter Numäregierung, zum andern, nachdem aten Carihaginenfischm kriege,und zum ;ten mahle nach der bey Activ zwtsthen Augusts und MarcoAntonio gehaltenen schlachtMiewohl Vene Augustus hernach noch zu zwey unterschiedlichen mahlen zuschlösse. Weil Janus über den ansang aller dinge herrscheie, so wurde ihm in seuic rechte Hand ein stecken und in seine lincke ein schlüffel gegeben. Manchmahl führte er in der rechtenhand die zahl zoo und m der Imckeu 6;, weil Uuuuu; js viel so viel tage im jähre sind. Diejenigen, wc'che.fiis^nfabeln dss wahrbett hervor suchen, lagen, kaßLeratte^a us uemand mi^r e n eichen dessen aus , baß er beydes die alte welk vor und die neue nach der sündfluth gesehen- Sein schiff erklären sie von der arche, und seine behcrrschung des anfangs und cndes davon, daß er das ende der ersten und den ansang der andern welk gesehen, welche er gleichsiim eröffnet, dessen zeichen der ichluffel ist. czu«tt. Kc>w. 24. Lsrura. i c. y. cle lkeologiit gennli. ff,',-. sneiczu. K.om. //«rt. Demonttrsr. LvsnZ. annczu. Kam. c. r. * ^anus zu Eberstädt / eine Adeliche familie, welche in Thu« rinmu in der Herrschafft Tonna florirt. Ihre richtige stamm««,, he wird mit Rudolph Heinrichen an. 1482 angefangen. Verleibe ward ein ältcr.vater Heinrich Werners, von dessen söhnen folgen» der zumercken; 1) Henricus WilhelmuS, ein vater Balthalar Wil« Helms, welcher an. 1707 alsObrist-Wachmeister mit hmleriaffung r männlicher erben verstorben, r) Lubovicus, fürstlicher Alten» burgifcher Wittumbs-Rath und Hofmeister, der an. 169» zu Groß» Göttern mit tobe abgegangen, und ; söhne hmterlaijen : August Albrechten, Commendanten in Ungarn, Adolph Wilhelmen, Kayferlichcn Obersten im Maylänbtfchen, und Lebrechc Gottfrie» den, Rußifchcn General-FelbniarfchaU-Lieutenant, welcher an. 1718 mit lobe abgegangen. 6c>rK»Dfflom. Iaocheu/ ist eine grosse stadt in der Chinesischen provintz Ki« angst, und der vornehmste ort in einer landschaffl gleiches namens, worunter ü andere nable gehören. Es ist selbige wegen des feinen porcellanS berühmt, so m der stadt Feustaiig aus einer gewissen gallunq erde gemacht wird, welche man von der stadt Hoiecheu, so an den gräntzen der Provmtz Nanguin gelegen, herbringet, wo» selbst der Porcellan nicht gemacht werden kan, weil sich das wasser nicht darzu schickt, g-ahe bey der stadt Man ist der dcrg Tehung, von welchen ein dach herab läufft, besten wasser allezeit einem regen» bogen ähnlich stehet. dma. f^apan/ ein aus vielen instiln bestehendes fand im äussersten Mm, heget nord'vsswärts gegen Californien, oder ncu-Grana« da, von dem eS durch das meere abgefonderet ist, wiewohlen cim« qc sich einbilden, daß gegen selbiger feiten Asien mit America gäutz« ijch zusammenhange; abendwärts gegen die insul Corc und China, initternachc-wärts gegen das land von Jedso, und mittag.wärts gegen die Philippinischen insuln. Alle Japanische infuln zufani» men genommen, haben in ihrem umfange etwas über 6->c>, ihrer länge 200, und ihrer breite nach an manchen orten ro, an andern aber,--, 60 und mehr Frantzösische metten. Das gantze land, so biß an- i;;o aus sa Königreichen bestanden, wirdjetzom; thei» le getheilet. Der erste, so in ansehung der andern gegen morgen lieget, undNffhon, oder daö eigentliche Japan genennct wird, begreiffet 5, Königreiche unter sich; der andere, welcher gegen China lieget, und aus 9 Königreichen bestehet, hcissct Lmw; und der dritte, so sich zwischen vorigen beyden mitten innc befindet, und 4 Königreiche unter sich hat, Ticoco. Unter den Königrei« chen, welche in dem besonders so genannten Japan liegen, sind 5, dic bcs Kaysers cigcnthum, oder NomLmen hcisscn , deren bescher vor den Ober-Herrn des gantzen landcs gehalten wird. Das land hat gesunde lustr und alte leuce, auch sommers-zeit sehr grosse Hitze, so aber durch die umliegenden meere und gewäffer temperiert wird. Die käste währet allhier weit länger als die Hitze, woran die vielen berge, die mit allerhand crtz, sonderlich gold und silbcr angefüllet, schuld sind, womit das land bedecket, welches aber dem ohngeach» tet sehr angenehm und so fruchtbar ist, daß eS jährlich 2 mäl lrä« get. Man findet allhier bey nahe alle bieicmgc» bäume, so man in Europa hat, überbiß einen palm-baum von besonderer art, unv ausserordcnlliche grosse ccbern. Das land hat Überfluß an zahmen und wilden lhicrcn, und fische giebt es die menge. Kein wein wächst allhier, und die cttiwohncr verfertige» einen tranckvon reiß, wie die Europäer das bier, doch trincken sie meistens thee, den sich «nieder, er sey so vornehm als er wolle, selbst kochet, und auch nach essens nichts als sehr warmes getränckc. Ihr lrinck'gcschirre, so nur von erde, holtz oder eilen gemacht ist, hallen sie in grossen, werth. Ihre Mahlzeiten und gastcreyen sind sehr kostbar und präch« tig. Sie haben weder lischtuch, Messer noch löffcl, an deren stelle aber zwey kleine steckgm, mit denen sie die speisen geschickt in mund zu bringen wisse», und durchgehend!) so viel abscheu vor rind.und schöpfen, als die Europäer vor hundmnb pferde-fleisch. Die wohn.gebäude sind meistens von holtz und lhon, wegen der vielsäl» tige» erdbeben, auch die reisen aus Indien nach Japan, der vielen seeräuber und eines starckcn Windes halber, sehr gefährlich. Die ein. wohner habe starcke wohlgesetzte leiber,und so bald die kmdcr zur weit gcbodren, werden sie mit kaltem wasser abgewaschen, und von ju. gend aufgewöhnet, alle ungemächlichkeiten mit unglaublicher gc» dull auszustchc». Die haare der jungen Icute sind gäntzlich, der bürger und bauren aber biß auf den halben kopf beschorcn. Die Edelleulhe und Standes-personcn lassen hinten nur eine kleine locke stehen, und wer dieselben empfindlich beleidigen will, darff solche nur anrühren- Sie haben insgemein nicht mehr als ein weil), ver« stoßen aber dieselben geringer Ursachen wegen; die weibcr hingegen börsten iich nicht >o schlechterdings von ihren männern scheide», sie mnstcn sich denn m den dienst und schütz eines mächtigern Herrn begeben. Standcs.persobuen können ihre frauen nicht vcrstoisen, wohl aber mehr denn eine haben, und die weibcr, so den geringsten schein enies ehebruchs von sich geben, werden harr gestrafft. Ihre rleider und fast durchgchends von leide Je vornehmer eine fran sst, je mehr pfleget sie rocke und deren manchmahl biß zwantzig an» zuhaben, die aber sehr dünne sind. Ihre art die kranckbesi,» zu curiren ist der Europäischen gantz zmvieder. Sie lassen zur aber, geben auch ihren Patienten nichts als gesaltzem. und harte speisen, und ihren krancken die freyheit, ihrem awe > folgen. Ihre ärtzte urtheilen die kranckheilen aus dem miß L Japaner sind ungemein ehrgeitzig unb über den geringsten sMimA sehr empfindlich , dabey aber höflich und aufrichtig, meisten 2 von gutem verstände, und tieffer einsieht, auch feinde derjenigen die andern übel nachreden. Alle großsprecher halten sie vor «amn hingegen aber dasjenige sehr genau, was sie versprechen, bo, erschrocken nnd hertzhafft sie sind , so sehr nehmen sie sich in acl, jemanden zu beleidigen, thun auch nichts, was wieder n stand ist, erweisen einander allen reffest, sind feinde des aeides diebstahls, qelb.spielens und überhaupt alles betrugs, geben a,,ck wieder was man ihnen zu viel giebt. Stanbes«personen lesen M unter ihren haußgenossen einen vernünfftigen und tugendhaffm menschen aus,der ihnen täglich ihre begangene fehler vorhalten m„v Armuth achten sie vor Nichts fchimpsslichcs, weil sowohl HM als niedrige barem verfallen können- Ihre gedult und großmuth inwi. derwärtigkeiten ist unglaublich, sie beklagen sich auch über nM, können das angethane unrecht mit einer gelassenen mine verbeissen, und sind vollkommene meistcr über ihren zorn. Sie ziehen ihre km» der mit der grösten gelindigkeir ohne drohungen und schlage, M dennoch erweisen die kinder ihren eitern ungemeinen reffcff, weil jenen bekannt ist, daß diese gewalt haben, sie zu todten. Die väter schicken ihre kmder vor dem siedenden jähre nicht in die schule, in» dem sie solche nicht eher vor fähig darzu halten. Wenn kinder sich. tigkeiten untereinander haben, so muß eines voo gleichem alter die« selben entscheiden , wodurch sie ihren verstand zu schärffen, und ihnen die liebe zur gerechligkcit einzudrücken suchen. Standes-per» fönen pflegen ihren Andern, wenn sie ro, ober 2; iahc all sind, ih, re landschafften und guter abzuwetten, sich zur ruhe zu begeben,und ihnen mit rath und that an die Hand zu gehen. Wen» die Japaner jemanden grüssen, so enlblösscn sie die füffe, indem sie ihre schuhe ein wenig vorwärts davon abschieben, wie man es manchmal mit den Pantoffeln zu thun pflegt. Bey annehmnng der Visiten stehen sie nicht auf, sondern bleiben sitzen, und meinen dadurch den ankam« mcnden besondere ehre zu erzeigen. Die fchwärtzesien zahne sind bey ihnen die schönsten, und die schwache färbe ein zeichen der sreude, die weesse hingegen ein mckckmahl des traurens. In den häusem tragen die manns. Personen mänlcl, beydem ausgeben aber legen sie selbige ab, und ziehen weite Hosen an, die sie bey ihm zurück« kunffr wieder ausziehen. Mit den köpften gehe» sie allezeit und al« lenthalben bloß, die Standes«pcrsoncn aber lassen sommers-zeit einen schirm über sich tragen. Und die vornehmen weibes-perss« nen bedecken ihre Häupter mit einem stück leimvand, in form eines schleyers. Ihre spräche ist sehr nachdrücklich und wort-reich, und die worte sind nach bewandlniß der Personen eingerichtet. Einige gehören vor alte, und andere für mnge leutc, einige Vorstandes, andere vor geringe, einige vor manncs-andere vor weibes-perso« nen, ja die qnalität der person , so sich des Worts oder redens-art gebrauchet, kan ein schimpff-zu einem ehrcn«und ein ehmi-imk zu einer schnnpff«rede machen. Ein wort, das in dem munde ei« nes Fürst«» ein chremwort ist, wird auf der zunge eines burgers zu einem schimpff.worte, und wenn eine manns-perfon sich einer re« dens«art bedienet, die vor eine iveibs-person gehöret, so bedenkt sie gantz was anders, als wenn sie von biefi-r ausgesprochen worden. Anderer worte und redens.arten gebrauchen sie sich bey dem reden, anderer bey dem schreiben, und anderer, wenn sie etwas druckn lassen, ja so gar zeit und ort, wenn und wo etwas geredet wird, auch die höhe und liesse des accents ändern die bedeutn»-, der worte. Bey dem schreibculbediencli sie sich eines doppelten alphabcts.- eines bestehet aus buchstaben, das andere aus figurcn, wie bey den W« ncstrn. Die kinder derer standes-pcrsvnc» gehen bey den Banzas in die schulen, welche sie lesen, schreiben und biß vicrzeheu arlen von buchstaben machen lernen. Einer davon bediene» sie sich ge» gen einen König, verändern gegen einen Unterthanen und so ferner , nach bewandlniß des standcs. Zum schreiben gebrauchen sie an statt der jeder eines ehernen oder silbernen pinstls, und ihre dm» te ist nichts flicsscndeS, sondern eine dicke und zwar entweder lchwar« tze, oder rothe materie von hohem werth. Ihr papier ist fcincr und gläter als das Europäische, aber nicht >ö weiß. Dieses be» schreiben sie nur auf einer feite; weil die andere blau und au einigen orte» mit silberner glaßraute überzogen ist. Ihre art zu Weiden ist viercrley. Die erste und älteste, baß sie von der rechte» band gegen die Nucke schreiben, die andere aber gehet von der Nucken zur rechten, und die dritte ist der allen Griechen ihrer gleich , welche die erste zeile von der rechten zur linckcn anficiigeii, mid die amere von der linckcn zur rechten machten, auch also wcchiels-wcpe »n schreiben sorifuhren. Die vierdlc bestehet dämme», daß sie »uo« lumnen von oben gerade herunter, nach der Chümer und mesi c», Indianer art schreiben, und von der rechten feite anfangen. M die pferdc steigen sie von der rechten zur stucken Hand. Ihre wasim sind fäbel, dolche, düchscn und lange piqucn. Diese tragen M vom zwölfften >ahrc an, und legen solche mcnnlls eher ab, ais o n sie sich des abends, und zwar in klcidcrn auf ihre binzen«reckc» M ruhe hcgcbcn, da sie dieselben an ihre schlassstalken hangen. GM» wie aber kein Reich in der weit ist, welches so grossen und iaMr» Veränderungen umerworffen, als Japan, also fallt es auch schwer, dlc regierungs.art desselben zu beschreiben. Wen» jahr.büchern der Japaner zu krauen, so haben sie vor ; , jähren nicht mehr als einen Alonarchen, oder Kahler ^ chcr Dao, oder Dairi genennct wurde, und über herrscherc. Dieser hatte 2 grosse Herren, als staals-bedientc» 0» sich, die mau Endes ncnneie. Wie nun einer davon iahe, oa? rap Dairi mehr der Wollust, als regicrnngs-sorge nachhieng, jörebel» litte er wider denselben und brachte den andern staats.bedicntcn um. Die vornehmsten im Reiche, so das aufnehmen des rebelst, xenden Cudo mit eifersüchtige» äugen anstehen, griffen zwar zu den Waffen, unter dem vorwand, den Dairi zu vertheidigen, allem ihre rechte absicht war, sich so viel landes, als möglich zu bemäch. tigen, und den Cudo dadurch zu verhindern, steh zum absoluten Herrn von Japan zu machen. Der deswegen entstandene krieg war langwierig und hartnäckig, Cubo aber so glücklich, daß er endlich den großen theil des landes unter sein loch.brachte. Die» jcniqen Grossen ader, so einiges land erobert und innehalten, behielten dasselbe gleichfalls und nenncten sich Jacakas, oder Kö« nige davon. Dieses nun war die Ursache so vieler noch währenden Königreiche. Weil sich aber der rebelstrende Cubo zu dielen Koni« gen nicht viel gutes versähe, und der abgesetzte Dairi noch beym le. den war, so verglich er sich mit selbigem, setzte ihn wieder auf den thron und er blicv StaaA-Minister, ledoch,b, daß der Dairi nur den namen eines Ober.Htzrrn und Kaysers und die gemalt dignitä. teu, titul und wapen zu ertheilen, der Cubo aber die würckliche regiernng, administration der lanbes-emkünffte und völlige both« Mäßigkeit über die armeen behielt. Bey vieler regierungs-art ist es viel ioo jähre geblieben, und Japan hat 2 Kaystr, einen dem namen, den andern der that nach gehabt. So umschränckt aber die gemalt des Dairi ist, so sehr wirb er doch von den Königen und an» dern vornehmen des landes respeckirehweil er ihrem ehrgeitz durch er» theilung gewisser ehrenstellemtitul und wapen ein gnügen thun und sie vor andern distinguiren kan.Und eben deßwegen haben die kleinen Könige stets ihre Gesandten an seinem Hofe,machen ihm jährlich rei» che präsente, auch wohl persönlich ihre aufwartunq, der pöbe! aber, der ihn selten zu sehen bekommt, hält denselben so hoch, als emen goll. Seine restdentz ist die stadt Meaco, eine von den grösten des landes, m welcher er sich, nebst seiner gantzen Hofstatt aufhält. In seinem pallast hat er ;S6 götzen, von denen er alle nacht einen an statt der schildwacht vor sein bette setzen läßt,wenn er nun nicht wohl ruhet, so wird der götze geprügelt und auf 100 tage aus dem pallast verbannet, alsdann aber wieder zu gnaden angenommen, und in seine vorige ordnung gesetzet. Er hat nicht niehc als eme gemablm, und so offt der Neumond angehet, muß er sich derselben j biß zum Vollmond, enthalten, speiset auch so dann des tages nicht mehr als einmal. Wenn seine gemahstn unterm zosten >ahr stirbt, so darff er sich wieder vermählen, nicht aber wenn sie bey ihrem absterben über jähr alt ist. Sonsten stellet die gestalt des Dsiff mehr einen wilden menschen, als Kaystr vor, weil man ihm weder haare, bart noch nägel abschneiden darff. Seine vornehmsten bedienten werden ConA« genennct, welche derselbe als Commissarien durch das gan- tze land herum sendet, die streitigkeiten zwischen den Königen und andern Grossen des Reichs in der gute beyzulegen. Und so weit er» strecket sich das ansehen und gewall des Japanischen Dairi. Wie ader einer dem andern, nach öden beschriebener Veränderung in der regierung succediret, davon findet man keine Nachricht. Neben dem Dairi, haben auch die nachkomme» des Lubo> oder würcklichen Kaysers lange zeit zu Meaco resibiret und den Kaiserlichen titul ge. führet. Alle Könige des landes huldigendem Eubo, und halten ihre Gesandten an seinem Hofe, um mit demselben und dem Dairi, des landes und ihre eigene angelegenheiten zu tractiren. Dieser Lubo, oder wie er auch sonsten gcnemiet zu werben pfleget, Eubors- lna, ist der würckliche bcsttzer der oderwehntcn 5 Königreiche, oder Domainen, die ihm jährlich ? Millionen goldes einbringen. Seit dem I7ten leculo hat er seine rcsidentz von Meaco nach Jeho trans» feriret, und den Dairi zu Meaco gelassen. Die stadt Jedo ist so volckreich, als nicht leichtlich eine in Europa. In der ringmauer derselben stehet ein grosses, starck bevestigtes prächtiges schloß, in welchem der Eutzorams, oder Kaystr, stme gange familie und Hof» statt residwen. Wie übrigens die regimentsssolge derer Euborama, seit obgemeldter Veränderung, bewandt gewesen, davon findet man biß zu den zeiken, da Japan den Europäern nach und nach bekannt worden, nichts zuverläßiges aufgezeichnet, wohl aber, daß die Nachfolger des Dairi und Luborama die regierung, obbeschriebencr Masse»,'neben einander biß an.i;6; fortgeführet. In diesem iah» re aber gieng es dem Luborama, oder Kaystr, eben so, wie es seine vorfahren dem Dairi gemacht. Dieser hatte 2 staats, bedienten, einer war Reichs.Cantzlar und hieß Mioxindono, der andere hatte das comrnanclo über die soldaten und den namen Darandono. Beyde verschworen sich wider den Kaystr und belagerten denselben in seiner restdentz. Wie sich nun dieser nicht ergeben wolle, so zün. beten sie selbige an vier orlen an. Der Kaystr, welcher sich in äus. serster lebens.gefahr sahe, nahm 200 mann von seiner Hofstatt zu sich, und setzte sodann mit entblößtem säbel aufdie rebellen an, in der absieht, sich durchzuschlagen. Der anfall war zwar verzweif» fell, allein der Kaystr muste doch, nach einem hartnackiglen ge» fechte, leben und crone im stiche lassen. Seine qantze familie ward hierauf jämmerlich ermordet, biß aufeinen bruder desselben, der ein Bonze war und im kloster steckte. Mioxindono ward sodann Kaystr, es währere aber die freude nicht lange; denn der noch le» bende bruder des ermordeten Kaystrs, Kovadono, entwischte aus dem kloster/ und wurde durch hülffedes Vatadono und Nodunan» ga, welche den Mioxindono und Daxandono anfbas Haupt gesthla» gen, wieder aufden thron feines druders gesttzet, und endlich auch an-1;?; von Nobunanga ermordet, welwer sich zum Kaystr auf. warff, aber gleichfals an. i;8o mit seinem gantzc» haust zu grün» degieng. Nach diesem gelcmqete an. -584 Taickosama zum Kay» serthum, welcher an. i sy8 starb, und einen unmündigen söhn, Fj. dcri genannt, unter der vormundschaffc des Daiftifama hinter» ließ. Daiftifama vermählte alidbald seine noch kleine tochter mit dem Printzcn Fideri. Wie ihm aber seldsten ein apvekic zur Crone ankam, ,o verbrannte er beyde in dem schönen schlösse Osacka und 8d? ward Kaystr. Auf feinen an. 1617 erfolgten tode , kam fein söhn Xognu , und wie dieser an. i6;i die weit verlassen , des Xogmis söhn, Torognufama zur regierung. Mit diesem starb an. , 6^8 das geschlechte des Daifusama aus, und stin nächster anvcrwandter Quane ward hierauf zum Kaystr erwchlel, von dessen nachkommen man weiter keine Nachricht findet. Die Unterthanen in Japan wer» den in geist» und weltliche abgetheilet. Von diesen ist der Adel der ansehnlichste theil, weicher aus 4 classcn, nemlich Königen, Für» sten, Grafen und Herren, und dem gemeinen Adel bestehet. Es ist schon oben gemeldet worden, bey was vor gelegenheit in Japan so viel Könige entstanden. Diese sind von den n tchkommen des Lubc>, oder würcklichen Kaystrs, nach und nach wieder unter das joch gebracht, die eroberten Königreiche aber von den Kayserv ih» xen vertrauten, mit der bedingung, zur lehen gegeben worden, daß sie zur kriegs.zeit eine anzahl ioidatcn. aufihre kosten stellen müssen, doch haben sich jene das recht vorbehalten, ihnen qemeldte Kö» nigreiche wieder abzunehmen und andern zu geben. Auf solche wej. se erhalten sie gemeldte Könige in beständigem gehorsam. Der A» del hat eine unumschränckte gemalt über seine Unterthanen , diese hingegen die fteyheit, ihre Herren zu quiltiren, ja so gar die was» sen wider sie zu ergreiffen, ohne deswegen vor rebellen gehalten zu werden. Es giebt hstx weder ordentliche Richter noch Advocaten. Bey gemeinen leuten werden die streitigkeiten durch schiedS. lenke, bey dem Adel und Standes.personen durch die Waffen entschieden. Verbrennen, umgekehrt cceutzigcn, mit 4 Pferden zerreißen, und es» nem so viel waffer in den hals füllen , biß er ersticket, sind die här« testen strafen > weiche der Kaystr, Könige und Magnaten ihren un« terlhanen, die väler aber ihren hindern dicksten. Die Könige wer« den nicht am leben gestrafft, sondern unfeine unfruchtbare HM von einer weile groß in das elend qeschicket, die andern Grossen des Reichs aber müssen sich entweder selbst mit einem mcsser die lei» der aufschneiden, oder werden von den Kaystrlichen soldaten in th» ren Häuser» umringet und ermordet, dieses machet inkam, jenes ader nicht, und das härteste bey solchen strafen ist, daß sich selbige auch auf die bluis.unv qemüthS.srennbe der Verbrecher erstrecken. Von der relrgwn, götzemdienst und geistlichen untenhanen des Ja» panischen Reichs ist endlich noch folgendes zu mercken. Die Japaner haben zweycrley götter. Die ersten hallen sie vor teufet und beten dieselben unter mancherley gestalt an, damit sie ihnen kein leid thun möchten. Die andere sorte aber bestund ehemals aus ihren verstorbenen Kömgen, Helden und Gelehrten, ,0 sie unter die gök« ter gesetzt, und nur um die qüter dieses ledens zu bitten pflegten, weil sie von einem künffttqen nichts wüsten. Jetzo aber sind nebst vorherqemeldlen, ihre vornehmsten gotter Amida und Xaca. Die» strXaca ist ein boßhaffter und arglistiger mensch gewesen. Ansang« sich lebte derselbe in China, und die Japaner wissen viel lächerliche fabelnden seinem Ursprung zu erzehlcn. Seine begierde, sich in der well groß zu machen, brachte ihn endlich dahin, daß er eine neue reliaron erdachte und denen Chmesern viel von einem gott verschwatz« te, den er Amida nennete. Weil er aber in China wenig beyfall bekam, so wandle er sich nach Japan. Allhier gab er vor, er wü. sie weit vortrefflichere götter, ais die Japanischen, welche Foto» anen hiessen und einen zum vberchauvt hatten, der Amida geiiennet würde, und die menschen nach diesem leben erst recht glücklich machte. Die Hoffnung eines kunffttgen glücklichern lebens machte daß Xaca grossen anhang bekam. Unter den vielfältigen fabeln , die er den Javanern weiß gemacht, ist die transmigration der sie« len eine der vornehmsten. Denn er gab vor, es muffen alle stelln S 4000 malm diecörperder bestim paßiren, die stelln der groben ft'mder aber 7 mal in die cörper der schlangen und saue kommen. Wenn sie nun i» bicstn busse gethan, und sich von ihren funden ge. remiaet hätte", so kämen sie m die cörvcr der ochsen, Vogel, fische, ja so aar in die bäume, vlöcketen / sängen, lchwämmen und blühe, ten mit denselben. Endlich aber wenn die jeele so vielmal tranS» formiretwäre, qelangelesiciNiAenweiffenelepbantm, und folg. ich zu ihrer vollkommenen glu-kseligkeit. Und eben deswegen sind dw weissm eleganten bey den Indianern m so grossem ansehen. Die aedeimnisse seiner reiigivn hat Xaca, nach dem vorgeben der Bvmes in r°°->bücbern geschrieben, und die erklarung derselben ,0 von seinen vertrautesten hinterlassen, welche die lehre des Xaca fort» und ihn selbst unter die gotter gejetzet, jedoch also, daß sie dem Amida vor ihm den vorzug gelassen; wie denn Amida bey ihnen m so grossem ansehen ist, daß sie glauben, er tonne ge beständig g uck« ich machen, wenn sie nur zum offtcrn sprachen - glücklicher Ami« da mache uns selig. Vorgelochte vertrauten des Xaca sind die uc« hebtt der sogenannten Bonzes, oder Japanischen Priester, die steh nach und nach bey den eimvohnern in ,0 grossen -^ gesetzet, daß sie den grösten reffet von ihnen haben, theils von wichen Bonzes ebeninven städten, theilsaufdem lande , theils aber m gewissen klöstern So sehr sie aber in den gründ»/ätzen ihrer religwn , und folalicl, in Knff fetten unterschiedet, sind, so kommen sie doch dämm L in daß si s h des ehelichen lebens, -eisches und fische ent« llalke, 1^ ihre haare au köpfte» und harten glatt abscheren lassen, und LL l ch M Die vornehmsten stücke ih« res amts sind predigen, beten, opffern, die ,uge»d unterrichten, n.m i- / iE,i deaeabe,>. Von den todten haben sie den grösten vrokl , indme das gemeine volck in den gedancken stehet, die stelln chrer verwandten wüsten in jenem leben noth leiden , wenn sie den Vorige; in diesem nicht reichlich aümost'N gaben. Es giebt auch mttde tlcmres, welche in den gebuegen wohnen, und diese üben bm einer gewissen walftahrt die groste tyranney gegen diev.lgrime aus womit es folgende bewandmß hat. In der staot Nara ver« sich jährlich an einem gewissen läge mehr den i°°o ver,o« nen^diest thun über unwegsame und wüste geburge eine wallfahrt von'una sehr 7; FrantzösiLc weilen zu einem tempel des Xaca. AtzA werben M von obgemeldten wilden Lcmr« gesnhret^biß 896 iap Die LE» !?d 7 /!pitze desselben einen eismien balcken vestegemackss d r ohuqefchr; clen lang hervor raget , und welchen sie mit der gro. »en aeschwmdiqkcit zurück nehmen können. An dem ende die,es Hackens ist eine wage mit-schalen. In eine derselben wird ein pilgrim qcsetzet, in die andere aber em gewM geleget, und der Dalcken sodann mir den waq.,chaalen über den felsen hinaus gescho. den So bald der pilgrim also zwischen Himmel und erde hangt, so befehlen ihm die öonrer, baß er alle seine fünden mir lauter slim« nie beichten und bekennen solle. Wenn ihnen nun an solcher deich, tc das geringste mißfällt, ,o schütteln sie den balcken, an dem die wa. ae hänget, dergestalt, daßdie schale, in welcher der pilgrim sitzet, die überwicht bekommt, und sich dieser von der entsetzlichen hohe m tobe siüctzen muß; stehet ihnen aber das bekaimtniß des pilgrims an, so ziehen sie den balcken wieder zurück, lassen diesen heraus und sich einen andern an seine stelle setzen. Diejenigen nun, so aus Diesem gefährlichen beichtstuhle davon kommen, werden sodann in vbgemeldten tempel des Laca, und von hier durch einen augeneh» wen weg wieder zurück nach Nara geführet. Alle Lonrc; haben ein souversines obcr.hauvt über sich, welcher Jaco oder Laco ge. nennet wird. Dieser rcsibirct zu Meaco, hat ihnen absolut zu deseh. teil, ihrcreliglvns.strcitigkcilcn zu unternichen, einen auSspruch in selbigen zu thun, und ihre glaubens.articul zu erklären. Er erwch. lcl die Puncte-, welche die fachen, so von geringer Wichtigkeit sind, entscheiden, und den Ertz . und Bischöffcn gleichen. Da nun die D.ierarcbie der Japaner ,o ordentlich cingcrichlct gewesen, sodarff man siel, nicht wundern, wärmn die Christlichen Mißionaricn bey ihrem unternehmen von dieser so grossen widerstand gefunden. Der erste, so sich angelegen senn lassen, die Japaner zu Christo zu bckeh. reu , ist 8. Franciscus Lavier gewesen. Dieser langete an. 1,49 in Japan an, wohin ihn die Portugiesen, die an-154-das erste mal m Japan gewesen, brachten, und predigte das evangclium von Christo mit solchem Nachdruck, daß sich in knrtzer zeit viel 1000 Japaner lausten liessen. Hierzu konten die Lonrn, ihres imeresse wegen nicht wohl stille schweigen, sondern fanden endlich, nach viel« faltigem vergeblichen disputircn, einen weg, den Kayser Dassusa» ma zu bereden , daß die Christen an. -6-6 auf einmal überfallen, und theils jämmerlich ermordet, theils wieder Heyden zu werden gezwungen wurden. Mit welcher graujamkeit auch die nachkom. me» des Dalfusama dergestalt fortgefahren, daß sich weiter kein Christ in Japan darff blicken lassen, und die Holländer, so dahin handeln, aufbefragen, ob sie Christen wären, sich mit der antwort, sie waren Holländer, durchhclffen müssen; wobey aber zu mercken, daß in dem verstand der Javaner und nach der meynuna, welche sie einmal gefastet haben, der name Christ nichts anders bedeute, als einen solchen Cathollschen, welcher dem Römischen Pabst sich durchaus unterwirffet, und dessen obersten gcwall über weltliche Könige und Fürsten biß zu dem recht der entseyung und Versteifung erkennet. 6>.^enge Gades, oder wie der ort jetzo heißt Gibraltar, ausgebreitet haben. Daher von ihm auch die occidcntalischen völ. cker und die Teutschen ihren Ursprung herführen sollen. AuS diesem Japhct scheinen die Poeten ihren Japet gemacht zu haben, als von welchem sie melden, daß er ein söhn des Himmels und der erde, unter den Thessalicrn sehr mächtig gewesen, und mit der Nymphe Asia, Hespcrum, Atlanten,, Epiinelheum und Prometheum gezeugt habe. anncj. I. 1. in ckron. Lc an. 8. vee. eeKam. xeogrgpk. kscra. Rapides oder Iapodes, waren alte völcker, deren Diony. sius Halicarnassensis, Strabo, Plinius und andere gedencken. Ins. gemein wird davor gehalten, daß sie in derjenigen gegend gewohnt, wo sich heutiges tagcs das Hertzvgthum Crain und insonderheit die Windische Marck besindel. Sie hatten sich durch ihre tapfferkcit beyden benachbarten formidabel gemacht, und über die Römer selbsten erhielten sie zweymahl innerhalb -c> jähre» nicht geringe Vortheile. Dieses bewog den Kavser Augustum, daß er ä. V. 720 in ihr land, welches Japjdia genennet wurde,mit grosser macht ein« fiel. Allein sie wehrten sich als verzweiffclte leute, wollen auch zu. letzt, da sie sich übermannet sahen, Ueber insacsammt durch das schwerdt oder durch fcuer umkommen, als der Römischen dienst, barkeit sich unterwerffen; dannenhcro sie fast gäntzlich ausgerottet wurden. 8t^so lib. 4. 7. K/<„. >,b.; c. 18,19. > in Ill^ric. Oeckckr. geogr. sneigu. p, 69, 70. ^aquelot/ ( Jsaac) war zu Dass», einer kleinen stadt in Cham. pagne, den i ü dec. an. 1647 gedohren , alwo scin vatcr bey der Re» chrmirten kirche Prediger war. Er kam gleichfals zu diesem amte iaq iar in dem ri jähre seines alteers. und führte sich dabey so aus h,- u.» unterschiedene kirchen m Franckreich zu ihrem paiwre rer,Im,.sn Als das edict von Nantes m Franckreich aufgehoben wurde l 2 er sich nach Heydelberg, woselbst die verwittwete Chur.fürsij, der Pfaltz gar sonderbahre zeichen eurer Hochachtung gem, hn L ren ließ. An. -686 kam er nach dem Hang, und weil die rr 2 Holland deschlosteu hatte,- FrantzolischePrediqervvn denvmmi ,. nen aus Franckreich zu unterhalte»,fiel die wähl auf ihn,da er allezeit den letzten lonntag in einem jedweden mvnak des mor2 frühe predigen muste, weiches er mit grossem zulauff verrtcdl- Da nun auch der Konig von Preussen ihn einsmahl hd u, bericff er ihn zu seinem ordentlichen Frantzösischen Ked » nach Berlin, woselbst er auch den i; ocwbr. an. 1708 a . gestorben ist, da er eben über einem werck von der götllichkeit d. heiligen schrifft begriffen war. Einige zeit vor seinem ende ame b er mit dem berühmten Bayle in einen hefft,gen streit, nachdem e denselbiqen in seinem lractal, den cr conlormue clelaioi ^ ,, raikos nennet, angegriffen. Sonst hat er sich auch durch seine hjs. scrtation Kir l'exiKence cle Oieu bekannt gemacht. Einige haben ihm auch das buch, so den titul führet: Xv>5 Wr le eabi-ru siu 80. cinisniime cle Kir. ^urieu beylegen wollen, wie er sich demnvmck, lich deswegen für dem hmollo zu Leiden an. 1691 veranlworlen müsse»; er hat aber beständig geläugnet, daß er dasselbe verfall, get. nouvelle cle I» republiczue äer lerer« moir cle ciecembr paß. 686 Lc kecz. 'Jaquerie , siehe Iacquerie. 'Jarauna/ ein in der Provintz Dauria an dem flußM, gelegenes festes schloß, welches mit Cviaüen besehet ist, und dm Rußischen Czaar zugcbörct.Dle Heyden so in dieser gegend wohnen, werden Konni Tungusi genennet. 'Jarchav/ war der gelehrteste unter den Indianischen W- losopkir oder Brachmancn. Insonderheit war er ein unvergicich. Ilcher sternkündigcr, gleichwie Hicronymus berichtet, und zugleich erzehlet, daß Apvllonius Thyanäus in Ost Indien gemset sey, ihn zu sehen, da er ihn denn aus einem güldenen stuhle sitzend, und seine schmier in der stern.kunst unterweisend angetroffen habe. Phile, stralus meldet, daß Jarchas Apollonium mit 7 ringen bcschenckct, welche» er die namen der 7 Planeten gegeben, damit er aufeinm jeglichen lag in der woche einen besondern tragen möchte, weiche ringe mit einer magischen und wunterthätigen krafft begäbet ge< Wesen. ss. ^archi, ( Salomon) ein berühmter Rabbi, sonst Nabbl Sa- lomon Isaacidcs , oder nach den anfangs buchsiaben Nasch, genannt, war von TroycS aus Champagne gedürug. Er fieng im zojahre seines allers zu reisen an, kam in Italien, und W dar in Griechenland, Jerusalem und Palästina. HierauswaMe er sich in Egvptcn, woselbst er sich mit dem Rabbi MaimoMS bekannt machte. Ferner that er eine reise in Pcrscnland, jy die Tartarey, in Moscau, und in andere mitternächtliche läuder, u»d gicng nach 6 lahren durch Teutschiand in sein Vaterland zurück. Er vcrehlichte sich nach diesem, und hinterließ; töchter, welchem so viele gelehrte Rabbinen verdevrathet wurden. Er starb endlich zu Troyes im 74 jadre seines alrcrs, und sein leichnam wurde in Böhmen geführet, allwo man ihn an. i,8° zu Präge begrabeii. Seine dücher werden bey den Juden sehr hoch gehalten, worunter sein cornmenrariur über die heilige schrifft und über denTalniudisi. Wie denn auch einige seiner schussle» m das Lalem sind übcsschel worden, worunter sein commenrariur über den Joel , Obadiain, Jonam, Sophoniam und das hohe lieb Salomonis. Es wird auch von ihm gerüdmct, baß er m der aslrologie und mediem webt erfahren gewesen, bibl. Kabbln, KlK. cni. veu rett. bibl. Kabbln. mrrocluKlo »ci blK. pbil. ebr. p. 117. l^KVIdg8 ( Franciscus äe5) ein sehr berühmter bildhaucr, bürtig von Breda, welcher unter andern wcrcke», die sehr hoch geschätzt werben, die vortreffliche siatue des Königs Ludooici Xir , aufdcm sogenannten platz ller VlKoirerzu Pariß, verfcrliglhol- Er starb an. 1694. ff^KOiK8, ( Maria Catharina äer) eine Frantzösijche f>E> welche sich durch ihre romane» bekannt gemacht. Sie war Alciicon, einer kleinen stadt in der Normandie gebvhreu, wojkW ihr vatcr amtmann >var. Als sie das r 9 iahr ihres allere cmia'ei, und wohl sahe,daß sie in ihrem vatcrlande wegen ihrer armuliM^ würde forlkommc», wandte sie sich nach Pariß. Wsil !>c>mr giiteni verstände war,brachte sie sich daselbst gar bald in kmwleM l da sich denn KIr. cle Villc - Oieu ein woblgcwachscncr von ai fand, der sich mit dieser lles ^arcllns bekannt machte, lie, so gleich nicht schön war, zu lieben bcgunle, und endlich gw eyr thcte. Allem weil selbiger bald darauf verstarb, begab !>e W ein klostcr. Jedoch gieng sie bald wieder heraus, und oerM thcte sich zum andern male mit KK. cle la Chale, Araber ckmi bald versiard. Hieraus entschloß sie sich,mchtwlcbcr zu be "wo / hingegen ihre übrige lebens-zeit m der galantem ruzubrny «>, > chcs sie auch bereits bey ihrer mäuncr leb-zeilen loU golhan t'ti ' Insonderheit wustc sie ihren galancu vccs iveist zu antwom - starb endlich an. 1684. Ihre romancn sind , annsles palanre; ; saiaurecie; gren^ciine;; exiiec oe is ^ . . guibe ; Ie5 clerorclce; cle l'amour ; porccair lles soibleiie» u liebst „och vielen andern,welche in mebrern kleinen bckavwai samme» heraus kommen sind. Ihre schrcib-art iowob 0 findiiiigcn ivcrdcii für sehr artig und nngeiiehm geachtet, ' ^ K sie durch solche kleine histörichcn die alle weitlauffligeroma - che diß zu ihrer zeit gar sehr die mode gewesen, EH»»' V , ' ' vic cl^auleur-krancoid , herunter gebracht. rar Fckred/Mahalaels söhn, wurdet. M.r6r. gebohren, da sei« Baicc S; jähr alt war- Er zeugte den in der schrtfft so berühmten Enoch Ivl. 62;, welches das 162 jähr seines alters war/ und starb an. »422, nachdem er 962 jähr alt worden. Lc Faretta/ lat. Derizz, einer der grösten flüsse in Sicilien, wel- cher nn vLl 6, Demvna zwischen dem berge Madonia und dem Aetna entjpringt, und; weilen sudwestwärls von Cakanea in die sie fallt. Farmslinskt / eine adeliche familie in Polen, welche von ei» nrm Croaten , namens Chodko, der dem König Uladislao Jage!» ioni kriegs-dienste gethan, und in einer schlacht geblieben, ihren Ursprung hat. Derselbe nahm von dem bey dem stadtgen und fluffe Smotrycz,gelegenen gute Jarmolinze,so er an sich gebracht,den na« mcn an, und hinterließ Olcchum oder Alcxandrum,einen berühm» ten General,welcher sein stamm.gut Jarmolinze an. 14;; zu einer stabt gcmacht/uud von dem Könige dasTeutsche recht barinne erhal» ten DiesesOlecht söhne,Dachmus undFöbvrius fiengen 2 absonber» liche linien anssener die zu Jarmo!inze,und dieser die zu Sutkowice. Nachdem aber die erstere abgegangen , hat die andere das stamm» hauß Jarmolinze geerdet, selbiges befestiget, und den »amen Jar» molinskr beständig fortgepsiantzet. Alan findet viel berühmte Ge» uerals auS diesem geschlechte bey dem orb. Lol. row. 2. Farnac, ein geringer flecken in der Provintz Angoumois, führt den litul einer Grafschafft, und liegt an dem fluffe Charente, zwi» schen Chateanneufund Cognac-Er ist wegen der schlacht zu mercke», in welcher Heuricus, Hertzog von Anjou, nachgehends König in Franckreich/als damahliger General der Cathoiischen, an. 1569 die Protestanten unter dem commandv des Printzen von CondL schlug, welcher letztere von Montesquivu, einem Capitain unter des Her» tzogs armee, als er sich anderen schon gefangen gegeben hatte, mit schlechter ehre gelobtet wurde, ohngeachtet er 100002 pfund zu sei» ner rantzion anbot. Es gehöret der ort den Herren von dem Hause Chabot, worunter Guido Heinrich von Chabot,Marquis vonJar» nac, Königlicher General-Lieutenant bey dem gouv-ernemem von Saintvngc und Angoumois war. commenr. äs ttam re- l!Z. /ker/Zs.Z irin. LsII. * Faromir/ eine stadt in Böhmen, in dem Königgratzer-crayse, an der Elbe und dem fluß Uran, welche von dem Hertzoge Jaromi» ro erbauet worden, und heut zu tag eine von der Königinnen leib» geding. städten ist. In dem Hußiten kriege ward ste von dem Zischka gewonnen, und wider den gemachten accord übel gewar» tet. Der Kayser Carolus I V hat allhier ei» regulier.kloster gesliff» tet. Ilölim. ckron. eziir. rer. Loli. Faromirus, Hertzog in Böhmen, ein söhn Bvleslai II, ward von semem bruderBoleslao III castrirec, von dem Kayser Henrico II aber an. 1 105 an desselben und des verstorbenen Wladeboji stelle zum Hertzog gemacht; und endlich von dem andern druder Udal- rico von der regierung verdrungen. Er starb um das jähr 1040. (siehe auch Bolesläus lll und Udalricus.) ?. »sr. c. 8p. ;zo. epic. l, r c.iq. p. 1^7. lVlilcell. äsc. 1, i. 7 ksÄ. 1 c. 17 p. 64. Faropol, Hertzog von Kiow, einer Poblnischen stabt in der Ukraine. Er beredete boßhafftiger weise die Reußischen Fürsten, wider den König in Pohlen, Boleslaum lll - um das jähr»126 zu conspiriren. Bemeldte Fürsten schickten unter dem schein der freundschaffl Abgesandten an diesenKömg, welcher dann unverhofft, da er sich nichts böses vermuthete, von seinen feinden angefallen wurde. Der Woywode von Cracau, welcher den meisten theil der Polnischen cavallcrie commandirte, machte sich gleich aus dem staube, so bald er etwas von dieser Überrumpelung vernommen; worauf Bolesläus ihm ein hasen'fcll, einen rocken mit flachs und einen strick schickte. Nachdem nun der Woywode also beschimpftet war, hieng er sich an einen glocken»strick, nach welcher zeit der Castellan von Cracau die stelle des Woywode», beydes was die würde und authorität betrifft, beständig vertreten hat. in vilLLoIeL>Li. Faroslaus, Großfürst in Rußland, war ein söhn Wolodomiri I. Sein vatcr halte ihm in der theilung gn. 1005 die Provintz Ros» sow,seinem iünqern brüdern aber das Hertzogthum Kiow zngeschla» gen. Allein er war damit nicht zu frieden, nahm deßwegen Kiow mit list ein, und erbeutete darinnen alle väterliche schätze. Hierauf kam es zu einem kriege, in welchem Jaroslaus mit seinen bunds» genossen, den Pieczyngis, in die flucht geschlagen ward. Nachge» hends siegele er zwar über seinen bruder Suenlopulcum, Hertzog zu Twere, ward aber hingegen 2 mal von den Polen geschlagen, wel» che Sueliwpiilcus zu hülste geruffen balle. Diesem ohngeachtek Krachte er endlich die Fürsten in Rußland unter den fuß, und ward an. »ois Herr über das gantze land, woraufer an. »c>;8 den Polen grossen schaden zufügte. Seine Unternehmungen, so er wider die Griechen zu wasser an. 1240 vorhatte, wurden durch einen hefftigen schiffbruch, welchen er erlitte,zwar unterbrochen; als aber dieselben seine grantzen verunruhigten, erhielt er zu lande unterschiedliche schlachten. Er starb an. »052 in dem 76 jähre seines alters, und hinterließ; söhne, welche Rußland unter sich getheilet. DZ-zxA lkitt. Uol. 1.2,;. Zen. »ab. Faroslaw/ von einigen Jerislow genannt, eine stadt und Provintz in Moscau, unter dem tttul eines Hertzogthnms. Die Provintz ist ziemlich groß, und liegt gegen die landschafft Rostow zu. Die stadt liegt an der Wolga, ist groß,und mit palisaden beietzt.Dte andern städte in der Provintz Jaroslaw, sind Romanova, Ri» diena, rc. Es waren hierselbst vormahls einige besondere Fürsten, Speiche hernach der Groß»Zürst von Moscau, Johann Bastlowitz , . . . rar 60-7 ^ ^D.ibrigen vertrieb > nach welcher zeit der älteste Drink Grvß.Aurstcii vvn dieser Provintz tilulirt worden, wie deim aucb dw 8L-L?!» '°°"2 " Lik >« ÄäAwlarv, eine Polnische stadt in dem district von Premislom m Reussen, am fluffe Sän gelegen. Es ist ewe ante festm a wegen emch grossen jähr »marckts berühmt,so daselbst jährlich den > - Farrtgius/ (Petrus) ein berühmter Prediger unter den smten. Er war von Tülle aus Limvsin gebürtig, und kam be» den Jest-ikenin gutes ansehen. Allein weil er von seinem orbenmcd so wichtige ehrenstellen erhielt, als er gern gesehen, entschloß er sich die Protestantische religwn anzunehiucn. Er entdeckte dieses sei.» vorhaben dem Vmcent, so Prediger zu Rochelle war, allwo er auch an. 1647 am neuen jahrs.rage die Catiwlische reiigion abschwur Er gieng von dar nach Leyden, predigte daselbst vor einer sehr arott sen menge, führte die Ursachen seiner rcligiv»s,ändenma an, und suchte jedermann zu bereden, baß er mit den Cathoiischen nicht die geringste gemeinschafft hatte, weshalben er auch von den General» Staaten eine jährliche pension erhielt. Allein die Jesuiten waren sehr übel auf,hn zu sprechen, und brachten es dahin, daß er von den gerichten zu Rochelle zum stränge, und hernach zum feuer ver. dämmt wurde. Dieses alles erbitterte den Jarrige nur desto Mehr, und, weil er ein hitziger kopff war, suchte er nur gelegenheit, sich rächen. Er that selbiges durch ein buch, welches den tittil führet: les lettuws rn>8 kur l'eckLlimr, wormnen er die Jesuiten so hefftia durchziehet, als ihnen sonst nie wiedersahren. Er antwortete auch ins besondere dem l^srer Beaufes, welcher ihn L psi-r üimeariffen Man soll aber bey dem allem als ein kennzeicken eines sehr Mim'» men gcmuths ansitzen,was er/elbstc» von sich gestehet, um seine vie. le erzehlungen von allerhand ärgerlichen Händeln, welche unter denen Jesuiten seiner Provintz sotten vorgegangen siyn, zu beglaubigen : Daß er dergleichen dinge jeweilen ld bald er ste gehöret, m» sammt denen vor»und zunahmen deren so es betraff, auch aller ü» brigen umstanden der örteren, zelten, und dergleichen aufs fleißia» ste aufgezeichnet; obschon er im übrigen damahl eben keine sonder, liche Muthmaßung haben konte, baß er hernach so hesstig mit diesen seinen drüdcrn zerfallen wurde. Die, welche solchermaßen im frieden an den krieg gedencken.und sich daraus so ernstlich rüsten und bewaffnen,sind in der that nie gute freunde, und immer falsche boß- hasste leute. Ob man nun wohl hieraus hätte schließen sollen,Jarrige würde beständig bleiben, so bemühete sich doch der Jesuit Don» thelier, welcher in der ttme eines ^mbsiLäsul-z in dem Haag war, selbigen wieder aufdcr Cathoiischen feite zu ziehen, welches auch an- 1652 erfolgte, indem Jarrige sich von Leyden weg und nach Antwerpen wendete, allwo er sich wieder zu der Calholischen lehre begab, und solches durch eine öffentliche schlifft bekannt machte , worin- nen er zeigte, wie er bloß aus unbesonnener Hitze und rach'begierds zu der Protestanten seile getreten wäre. Einige wolle», die Iesui» ten hätten ihn nachbeme eiiigemaiiret; allein ob mau gleich nachmahls nichts mehr von ihm gehöret, so mag es jedoch auch geschehen seyn, daß er von sich selbst«, gern verborgen geblieben; wie er dann nach der vorhercrzehlien anfführung, in der that nicht viel ur- sach gehabt hat, sich ftmers unter ehrlichen leuten sehen zu lassen. Seine meisten umstände kau man aus seiner mractation sehen, üi- ttoire äs l'eäit cle lÜLmer. * Narrow / eine Engelländische stabt in dem Blßthum Dur- ham, auf der südlichen feite des flusses Tine, ohngefehr ; Meilen von der gegend, da er in die see fällt, welcher ort sonderlich deßwegen zu mercke», weil er des berübmten schul. lehrersBe» dä geburts-stadt gewesen. Liirannis. äettr. Lri- tLNN. Jarsey, siehe Jersey. , 'Jasenitz/ eine kleine stadt an dem einfluß der Oder,in dem Ste. tinischen district, in Vor-Pommeru, war vor diesem ein berühmtes kloster. ein fluß in Sicilien im Vsl äi Noto, welcher sich zwischen den städten Noto und Syracusa in das Ionische mecr ergeust. 'Jasides, ein volck, siehe Curdes. I^aßmund, eine von den ältesten und ansehnlichsten Adeli'chekt familien in Pommern, barauß unterschiedene Land.Voigte in dem Fürstenthum Rügen entsprossen. Heinrich Jaßmunb war an. Ot? Hertzogs Bogislai V in Pommern bloranuz. Caspar hat gegen ausgang des »6 ttculi als Land-Voigt in Rügen floriret. Um das jähr »6;o hat Balthasar als Pommerischer Land-Rath geledet. An 1716 floririe einer dieses geschiechts als Fürstlicher Mecklenburgischer Ober»Hofmeister. I. ü. 'Iaßmütide/Jasmouth/em vorgebürge aufder insul Rügen, allwo dens unbpaug. »7»; eine scharffeaction zwischen der Däh- Nischen und Schwedischen flotte vorgicng, darinnen aufDähnischer feite der V-ce-Zchmirsl Juei, auf Schwedßcher aber die beyden Zkämirslz Henck und Lille tob blieben. Die Dädneii bebauvteten die see, und die Schweben retirirten sich in den Hafen Carlscron. "Fassn / Aesonis, des Königs in Thessalien söhn. Er wurde nach seines Vaters tobe unter Pcliä vormundschafft gethan, welcher den Chiron zu seinem lehrmeister machte, und darauf, um seiner loß zu werden, ihn nach Colchis schickte, «in von bannen das gdidene vlicß zu hohlen- Denn es war dem Peliä durch das ors- II theil. T x r x v cnlurrr 898 ias cuium kund gethan worden, daß ihm voneincrsolchen Person >e. nnnsittlide, we ehe nur uut einem schuhe zu chm lvm mmwürde,s 7 hen>ach von den- Jasone geschahe, als er den am bern schuh i» einem fluffeveclohren, über welchen er die Göttin cu» no, unter der gestalt eines allen weides, gefubrel. Bey rtejergrltt qenhcil tüsteteJason das berühmte schiffArgos aus, siegelte damit ab/und wurde'! als er an die msul Lemnus kam, dajeldst von der M-iaiii Hypstpile beydes an den tisch und m das bette ausgenom« me». Von dar gieng er uaeh Eolchis, tödlete durch hulsse der Mc« dea, so des dasige» Königs rochier war, und sich in ihn verliebet, den brachen, der die reiche beute bewahrte, und hcyrathcte sie zur banckbarkcit. Er wurde aber hernach an ihr untreu, und vermahl» te sieb mit Creusa, Crevntis, des Königs von Eornilho tochler, wcl» ches Medeam dermasseii erbitterte, daß sie sie alle beyde m dem Ko» Ulglichen vallaste verbrannte. Einige haben diese ternere Nachricht von Jasone, daß er von der Venus einen vogcl, Jnnp genannt, em> pfangen, welcher die krafft gehabt, liebe zu wnrckcn. Nachdem er nun Medeam damit bezaubcrt, so habe selbige ihm eine gcwisie sal» be gegeben, sich dadurch wider die ochsen zu verwahren, welche aus ihrem munde und auö den nasemlöchern silier speyeten. Daraus sey er zu ihrem valer Aela hingegangen, und habe ihn um das gol. dene vließ angesprochen, welches ihm dann dieser mit lolcher bc» dingung zu geben verbeisse» daß cr bcmeldtc ochsen unter das jocy bringen, die zähne, so er ihm geben würde,säen, und hernach die dar« aus bervor gekommene bewaffnete männer todten solle, welches al« les Jason verrichtet. Darauf aber habe ihm Actes seyn vcrspre« chen nicht halten wollen, sondern sich vielmehr bevdes ihn und >ei« nen geführten umzubringen bemühet. Andre sagen, daß er ihm seine tochter Medeam gegeben, und nahe bey Ponto gärten gepflan« tzct, welche seinen nahmen geführct. I. 7 mcmm. Xlecl. cla tsrgon. in cbron. Jason- ein Jude. Er war des Hohenpriesters Onias bruder, un5>vustesich beyAntiocho dem edlen sowohl einzuschmeicheln,daß er seines bruders würde durch geld erhielt- Darauf bcmübctc er sich die Jüdischen gebräuche abzuschaffen, und an deren statt Heyd« Nische einzuführen. Zwey >ahr darauf wurde er durch Mcnelai, so Simonis bruder aus dem stamme Benjamin war, Vermittelung seiner Hohenpricstcrlichcn würde entsetzet. Allein als er nachge- hends die Nachricht von Antiochi tobe vernommen,zog er mit gemalt in Jerusalem ein, vertrieb Menelaum, und ließ viel bürger hinrich« ten, kourc aber dennoch der vorigen würde nicht wieder thcilhafftig werden. Danncnhero verließ er die stadl, und flöhe um sicher» heil willen in Arabien; allein Aretas, der Arabische König, per» trieb ihn von bannen. Weil er nun auch keine gunst mehr in Egypten hatte, so retirirlc er sich nach Sparta, starb daielbst mies elenden tvdes, imd blieb uubegraben. ^ 1,11 c. 4 Le 9. snnH. Lc äe Hella Piäsicc». Lc in snnsl. tscr. 'Jason/ von Cvrcne, ein berühmter Gestbichtschreiber. Er leb» te IN der 190 ol^mpiscle zu Ptolcmäi Philometoris zeite», und schrieb r dücher von den denckmücdigcn lbaten der Asmonäer oder Maccabäer, welche von dem Urheber des andern bucbs der Mac» cabäer, kurtz zusammen gezogen worden, wie er selbst bekennet. 2 2 v. 24. lle scripr ec clek. prol. in I>h. Xelaccab. enchincl.bibl. Jason, (MainuS) einer der berühmtesten Rechtsgclchrten sei» ner zclt, wurde an. 14z; zu Pcsaro von einer magd, welche sein va> tcr Andreas Mainus,so von Mayland verbannet worden,gcschwän. gert hatte, qebohren. Sein vater begab sieb nach Atayland wie» der zurück, und ließ daselbst diesen söhn erziehe», wiewohl er viel rauhes von seinem praeceprore mustc über sich ergehen lassen, ohligc» achtet dieser die ehrlich gebohrne Ander des Andreas Maini viel bc» scheldcner zu traclircn pflegte. Hierauf wurde er nach Pavia ge. schickt, daselbst der rechtsgclehrjamkcit obzuliegen. Allein er vcrsiel gar bald in ein sehr liederliches leben, und verlohr durch das karten» spiel sein geld und büchcr, so, daß er in einem erbärmlichen zustande aufzog. Doch diese züchtigung, darumcn ihn sein valer eine zeit» lang aushalten ließ / hatte so gute würckung bey ihm , daß er so wohl in gedachter stadt, als auch zu Bonoiiicii, gute» fortganq »1 den rechten gemacht, so daß er auch an. 1471 vor tüchtig erkläret worden, selbige zu lehren. Er that dieses biß aufdas ,abr 148s zu Pavia , von dar er nach Padua beruffc» worden. Obngeachtet er sehr grosse besoldung hatte, und ihm jährlich 1000 ducaten gcqe. den wurden, da doch die Viotell'or« vor ihm kaum r bis ;oo beka» wen, so ließ er sich doch daran nicht vergnügen, sonder» verlangte von tag zu tage neuen zusatz. Als man ihm nun endlich nicht mehr in sein verlangen willigen wolle, nahm er nach ; jähren von Padua abschied, und begab sich nach Pisa, allwo er eine ansehnlichere pen» sion bekam. Doch an. 1491 wurde er nach Pavia wieder zurück beruffen, allwo er so berühmt worden, daß er biß an die ;c>oo disci. pul zehlen kunte. Das folgende jähr wurde er nach Rom geschickt, da er bey dem neuen Pabst Alerandro V I eine sehr schöne qratula. tion ablegte. Und als er nachgehends bey dem Kayicr Marimilia» no, welcher sich Blancam Mariam des Hcrtzogs Galeacii Mariä Sfortiä zu Mayland tochter beygeleget, dergleichen gethan, wurde er vorlreflich beschencket, wie auch zum Ritter und <-'c>mKe palLüno gemacht. Als hierauf LuSovicus Sforlia an. 1490 zum Hertzog von Mayland gemacht worden, hielt er abermahls eine nette rede, und wurde darauf desselben Rath. Durch das viele bücherlesin, welches er offcmahls bey licht und verschlossenen laden bis an den hellen mittag contiuu!ret,iviirde er fast gantz blind, so baß er steh ias genöthiget fand,seine leÄioner gantze y jähr einzustellen vieles anhalten Komgs Luboviei Xtl in Franckmch, auch mit dem schloß Pivpera belehnet, und ihm noch viele guter dazu gescheucht, ließ er sich bewegen, daß er wiche fortfuhr die rechte zu lehren. Bey diesem Könige stund er in s»! 5 scn gnaden , daß dieser m hoher persin seme leÄivne. m dw A' ? Cardinale und mehr als 10° anderer Großen, zu Pavia be m? und,hm die große chrerbietungen erzeigte, so, daß er ihm L^ gang ließ, und jagte: die Königliche Hoheit wüste an djchn,^ der wurde eines lehrers nachgesetzt werden. AIs ihm nun m Z Komgs Hofmeister dieze guter wieder genommen worden, b k er ,ich deßwegen bey mchr-gedachtem Könige, weicher auch ,,» brtef vor ihn jchnech so aber gar wenig fruchtete. 8,e,M nun vor andern grogen rühm erworben, al,b wurde er von» deßwegen hefflig beneidet, abfonderlich war Philipvus Decuis abgejagter temd, ,0 daß, als ste einst in einem engen gäßaen ein! der begegneten, ste »eine auf einander warffcm Man dem M von ihm, daß er steh «eine libellen und l essonls ungcmem theuer be zahle» lasse», fo daß man ihm 90, 100 ,,„d mehr ducaten vor eine Wiche jchrissl erlegen muste, da andere vor ihm Mit „um, Man waren. Doch that er den clientcn dieses, daß er ihnen den schaden wenn ste den proceß verlichren würden, qni zu machen versprach -ch den letzten fahren seines Icbens wurde ihm von dem Hertzvae von Mayland vergönnet, nicht weiter stet, n»t collegUr zu beschwere» Wiewohl er auch nicht im stände gewesen seyn würde, seine,um,»' gen amle vorzustehen. Denn man sagt, daß er zuletzt »ich! aliu,. wobt dey verstände gebiieden, und dadinch sehr verächtlich werden Abiouderlich verfuhr seines bruders loh» gar übel mit ihm, lind traclirte il,n mu harte» schlägen. Er halte »ur einen nalürlichA lohn, Polydamas , welcher auch ein jOu; gewesen, und m der K. Public Gcnua dlcnsten gestanden; sonst aber lebte er uuverehiictl, wetnvegcn ihn auch der König Ludwig XII m ssrauckmch eins. Mahls zur rede gesetzet, dem er aber gcautworlc! haben seit, daß« diejes darum thäte, damit er anfallen fall durch des Königs u» comiiicndatio» clnen Cardinal abgeben könte. Er starb endlich a». 1519 den 2^ mertz m dem 84iabre seines altere zu Pavia, ver» lchiedene schriffte» hinlerlasicnd, als da sind eincommem-iiWi,!« die pLnäediLL, und den cvciicem, ferner vier volum,or von re. spoiifn,, und eine crklärung des llluts cle LÄiombu§. lle c-isiP leAumlnkerprttibur iib. i I c.,27. /c'iEmelogm c.de. 3 e plaZio Iirerario n. 471. acallemie icicvcer rom- 1. Jasprin/ Jafperin, eine kleine stadt in Ober-Ungarn, in der Grafschassl Peu am klemcn flösse Zagiwa- . Jasquc/einZürstenthum in dem Königreiche Pechen, ander kuiic von Kerman. Das lanv, so zwischen dem vorgebürge m Jasgue und dem von Gnadet, so r südliche spitzen von Pechen sind, gelegen , desgleichen von der sec»feite an bis' an die Provmtz Ker» man, gehört z kleinen Fürsten, unter welchen einer ein Mabvmcla» ner ist, die andern beyde aber, deren Herrschasitcn ostwärts liegan heydmichc götzen.dlencr sind. Der cruc ist der mächtigste nndtcr nächste an dem gebiete von Orums. Er uciiuct sich einen Füsicn von Jasgue, wie seine vorfahren gethan hahcn. Nachdem da K< mg Abas I Ormus eroberte, forderte er von diesem Fürsmi MM jährlichen tribut/ allein da Cba'Scphj seinem vater sehr jung int« rcglerung folgte, weigerte sich der Fürst von Jasgue ieruerc zadiliiig zli tbiin. Adas 11 wolle sich deßwegen rächen, und rüstete -oa«, mann wider ihn auS, unter dem commaoclo des Kau von Ormch weleber aber m einem mvrastc vcrsanck. Daraufwurdc testencam- seinem bruder aegeden, welcher sodann indes Priiitzcn « Jasgue Herrschasitcn ciuficl. Dieser war glücklich, und aisennni Iichcr z» >ev,i vrr»icmte,uahm cr sich vor, aus dcvolisn naLMclia zii rcisrn. Ais der Kau hiervon Nachricht bekommen, ließ er -o§-» rüstete schiffe au den Arabischen küstcu auf ibu laurcn, weiche ib» gefangen bekamen, und nach Ormus brachten. Mittlerweile Hai» te sich der Kau wegen der grossen Hitze auf das gebürgt etwas oder 12 meilen von der stadt gemacht, wohin man den FürsteiMN Jasgue l» des Kaus gezclt brächte, Als nun unterdessen des Zur» stcn gemahlm,cmc bcbcrtzlc llame, von ssmcm Unglücke uachricht te» kommen, so maeble sie sieb geschwinde, ob wob! m gcbcuu, ant 6c>o reulcrn, welche von ibrcs geinahls OcnerLl I-.emrngnl com» mandtret wurden, auf, überrumpelte den Xan um imileuiM « seinem gezelle, lödteteibn mit ikrcr eigenen band, machtc taraufm meisten von seinen im festen schlaffe liegenden leiitcn nieder, !»,!>«> lötete also ihren gemabl m> angestellt der erschrockenen PcrMk. Hieraiif schickte der König in Pcrstcn einen neuen Kan mit mann zu pserdc aus , den Fürsten zu demüthigen. Min d>ei« erhielt durch seiner naehdarn , der obgedachlc» Heydmjchcii M' strn, beystaiid, noch rmrn sieg, wiewohl er darben iwnat-I.>eurenLnc einbüffele, als welcher den teinden ill die banec qerielh. Als der König davon Nachricht bekommen, übergab« lh» dcm Xan.iim ssincr r brüder tod an ibm zu rächen. M» erdachte derselbe die grausamste straffe, ließ des Lieutenants mlt drcnncnden wachs»lichtern Wicken, und ib» auf einem cammc m solchem jämmerlichen zustande durch die stadt von n dis i»« ubr Nachmittage herum führen. Dlesss gcjchabe z lagc»aa> in ander; da er dann solche Marter mit st'liderbahrcr bfinll 4 kclt ertrug. Endlich ersuchte der Oberste von der Sdelim sehen compaqnie, welcher an solcher barbarijchcn P'unam euien adschru hatte / den Xan, daß cr doch mithören mm » diese» unglückiceligen mann zu quälen. Hierauf brachten i> . an das ufcr des meers, uud enthaupteten ihn. a-rr,,-, «cn > , k clal'aise. Jasst oder^asi / die haupt'stadt in der Moldau an dein M Lav Pruth, oder ;o Meilen von den Polnischen gräntzen. Sie bat ei. ne gute vesnmg, und ist der Fürsten von Moldau refidentz. Die Cv. sacken eroberten sie ehemals, nach der M aber haben die Türcken eine starcke deiatzung in dieftr stadt gehabt- Nichts destoweniger wurde sie a. iS8a von demKönige m Polen auf seinem marsch gegen die Tanarn erobert, und darauf mit einer ZLrmlon versehen.' Als aber noch vor seiner zurückkunfft ein feuer darinnen entstund,welches den meisten theil davon verzehrte, nahm er seine mannschafft von Dar wiederum weg, und überließ den Wallachen die stadt, sie wie» der aufzubauen. 'Java, eine grosse Asiatische insul auf dem Indianischen mee. re. Die ist von Sumatra durch einen arm von der see adge» sondert, welcher die meer.enge des Sunds genennet wird, und den benachbarten insuin den namen gtedet. Sie war vorzeiten vielen Fürsten unterworffen, und in y Königreiche zertheilet, wci» che waren Banlam,Iacatra, Japara, Tuban, Jortan, Passar» Van, Panarucan, Balambuan und Maceran, deren jegliches eine stadt gleichen namens hatte.Anitzo aber sind nur rFürstcn darinnen, uemlich der von Bantain, und der von Maicran, welcher ein Kay» ser von Java litutiret wird. Das land ist über alle Massen fruchtbar, sonderlich an gewürtze, und hat einen grossen Überfluß an Pfeffer, bcnzoin, zucker, wie auch gold.und crtz-gruven. Die haupt'stadt von der ganzen insul ist Maieran, so grossen Zuspruch von den Engel'Und Holländern hat, welche letztere sich an.1617 meistes von Iacaira gemacht, undden orl Balavia genannt haben , so anltzv die residentz des Gouverneurs von der Ost-Jndischen compsZme, und die beste vanck in Indien ist. Die meisten ein» wohner dieser insilhsindMahomctaner. Die südliche gegeno davon ist noch biß unentdeckt. An. i;;i war hteselbst Odericus, ein Münch, weicher meldet, daß diese iustil ;ooo meiien in ihrem umfange gehabt, und in 8 Königreiche eingetheilt gewesen, welche aber alte unter, einem Haupte gestanden; desgleichen daß sie voller Anwohner, und eines der reichste» Königreiche der weit, auch der Königliche pallast mit bunden gold-und silbernen steinen gepflastert geweien, und daß gedachter König allezeit die Tartan, geschlagen, wenn sie ihn angegriffen-/«er,-.r im. i. kütor. Inclics IP, c. ,7,20. siehe Vemtam. "Xavalguito, ein ort im Königreich Andalusien, bey Iaen gelegen, so an. 1607 vvm König Philipp m mit dem titul einer Marggrasschafft zu Misten deS O. Manuel sse Benarides beehret hat- * "Javan / Iaphets söhn, wurde ohngefehr 4 oder s jähr nach ver sünvfluch gebohren. D>e Ionier und Griechen sollen seine nachkommen seyn. Er hinterließ 4 söhne, Elisa , Tharsis, Kithmr und Dodanim, von welchen die gelehrten unterschiedene voicker in Griechenland herleiten '.vollen, so aber fast auf mulhmassungen nur hinaus laustet. 6 s». c. ro. A. li^. r§;r n. 22. MsieZ. in c. 10 Cenek. Javarm/siehe Raab und Navariiio. 'Jauer / daS Fürstenthum, ist eines der allerconsiderablesten ssi gans Schlesien, ,ö die gräntze mit Böhmen und Lausitz hält, da es von jenem das hohe Riesen-gebürge, von diesem der Queiß ent» an der andern feite stdsset es an die Schlesische Fürstentbü " Es hat 4 Weich iav 8SS nehmen Adel, und lreivi nmul» .... ligten leinwande» und schieyer. Vor alters gehörte das Iaurische Fürstenthum den ersten Hertzogen von Breßlau und Liegnitz, nach Henrici 11 tod ader an. ,24t behielt es sein söhn Boleslaus ll dA- vus. Nach ihm gelangte es nach und nach an seinen jungem soh» !slaum Lloriokum oder Bolckonem I, welcher auch das letztem, sojan. 1; s8 »arv, w;rvee . , , »er wittwe Agnes, Ertz-Hertzogin von Oesterreich, auflebens» !a>ig mit gewissen conditionen überlassen worden, worauf, als sie an. izsr gestorben, selbige völlig, vermögedes mit dem Kayser Carolo I V, als er sich mit Henrici 11 des letzten Hertzogs von Jaucx erb.tochter Anna vermählet, geschlossenen trackaten, auf ihren - - Von welcher zeit an diese ero-rocyrer A»„u v.., söhn den Kaystr Wenceslaum gefallen. .. beyde Fürstenthümer unseparirt stets beysammen geblieben, und dnrch einen vollmächtigen Königlichen Lands. Hauptmann regieret worden. Sie sind auch die eigentlichen güter eiues Cron-Prm- tzen von Böhmen. Sie haben ein juäicium msppeüsbiie, das rothe sieget genannt, bey welchem der Landes-Hauptmann pxäsi- diret. "Jauer / vor alters Jawor / lat. ffaurovi» , die Haupt-stadt obgemewten Fürstenthums, liegt 7 meilen von Breßlau, und; bon Licgnitz, in einer angenehmen ebenen gegend, da eine messe Larhinter sich schon das Riesen-gebürge nach und nach anfängt. Als Schlesien unter die söhne des vertriebenen Hertzogs Uladislai an. ZiS4 getheilet wurde, war sie schon als eine stadt mit pfäien um- schlössen, und bekam sie der Hertzog Boleslaus 1 /ckms, bey dessen nachkommen sie auch geblieben, wie sie denn an. 1244 sein urenckel Hertzog Henricus lll von Breßlau besessen, und ihm die Fürstliche Kurz zu seiner beständigen wvhnung erwehlet und erbauet, von dem Ae an. 1266 aufSenrjcum 1'robum, und an. 2290 auf Henricum V Lrsckum zu Breßlau und Liegiutz gekommen, welcher diese stadt nnd andere seinem bruber bein Hertzgge Boickoni adgetretten. Diese stadt ist mit starcken mauren und einem graben befestiget, und Küsset ein dach, die wütende Neisse, darbey vorbey. Vor dein breyßigjährigen kriege war sie wohl bewohnet, und angebauet, und trieb einen grossenleinwandt Handel, daher auch noch die Schiesi. scheu leinwandte in HollandJaurische iinnen genennei werden. Allein als von an. 1S4S an die Schweden die stadl >nne hauen, kamen an. 1648 die Kayserlichen aus Liegnitz dnrch eine kricgcSIist hinein, plünderten die Häuser, und steckten sie in brand, wodurch die gantze stadt samt der bürg in die asche gelegt wurde, von weicher zeit an sie ihre Nahrung verioycen,«nd sich nicht mehr erholen tönen. An. iS48im Westfälischen frieden bekam sie die freyheit, daß eine Lutherische Arche in der Vorstadt allda möchte erbauet werden, worzu auch an. 1708 nach der Aitranstädtischen conventtou eins schule kam. In der bürg oder dem schlösse hat der vvllmächligeK ö» mgiiche Landes-Hauptmann der Fürstenthümer Schweidnitz und Inner seine residentz. O/r-Lk/st 1 E. Volon. ppLjtz-lss'jcKron. 5 ll-s. LüeüoZr. tttiönix reälvivus clucsr. 8uiän. Irm- rov. "Javersac / war einer von denen, welche mit in der contra» vers zwischen dem Balzac und dem Pere Goulu intereffirel waren. Er war aus einer kleinen stadt vhnfern Angouieme gebürtig, gieng aber nebst einem buche, so er einen Osscours vesAnstarque an bei; Nicandre in lituliret, und welches er wider den Phyllarchuni und Narciffum (unter welchen namen der Pere Gouiu und Balzac stecken) geschrieben, nach Paris, wiewohl seine crmgue nicht weit her ist. Er wurde allda in seinem bette mit prügeln, dcgcn und Pistolen angegriffen. Allein weil er jung und munter war, ergriff er seinen degen, verfolgte seinen feiub biß auf die gaffe, und wehr» te sich dergestalt, daß jederman von ihm redete, wie wenigstens Ke fach von ihm und seinen freunde» namentlich von Sorel m der Libllorkc^ue krrmMfe erzehlet wird« Nichts destoweniger wurde die fache nach diesem gantz anders referiret, in einer schrifft, so den titul führet: ba cleknne ssu kaisssm laverlac, als »ach welcher der gule kerl bey keiner gar ehrbaren gesellschaffl in seinem bett von bc» nen prügleren sollte angetroffen worden seyn , und deren streiche biß aus ende m>t grdster gedult ertragen haben. Jedoch hat solche erzchlung grossen schein einer fabel und verleumbdung. Man schrie» be solche dem Balzac zu , deine auch Javersac wegen ansiifftung der prüglung sechsten schuld gegeben , da Balzac so gar in dem ti» tul vdgemeidker schufst die fach gern auf den Gouiu, oder wie er da redete, auf die LNies Li. conteäersr clu krmce »es teuill« hatte schieden wollen. Andere entschuldigen so wohl den Gouiu als den Balzac. Dieses ist gewiß, daß Balzac, als er aufdas todbette kam, und sich erinnerte, wie er in leinen ersten jähren um dem Javersac Hände! gehabt, einige seiner freunde zu ihm geschickt, und ihn zu sich erbeten. Als nun Javersac zu dem sterbenden Balzac gekom» men, hat er ihn mit grosser fteude umarmet, und haben sie sich also mit einander vertragen, weiches den Javersac dergestalt be» woaen, daßstr solches mit weinenden augenzannahm, und ein ton, nermacme, um seines freundes tob zu hetrauren, bihl. kraue. * "Zavolmus oder Iabolenus kril-M, ein berühmter stechts» gelehrter unter Tra;ano,Hadriano und Ankvnino l'ic), der auch den noch berühmteren Salvium Julianum zum lehrjünger gehabt, und ihme so gar in Verwaltung derer wichtigsten ämteren und provin» ken mit seinem rath an die Hand gegangen. Gleichwol)!«, wäre er zu zeiten von seltzamen und fast thorechten einfallen; dessen zu einem muster dienen kan, was Plinius der jüngere erzehiet: Ais _ ... .. - --.^ ^r einer wollen, und v>mu»,u>w ..hätte dieser Priscus Jadolenns sich zum gespolt anstellend, als ob er meynte, man woll von ihm reden, den vers unterbrochen, und darein ge« Nissen - Leo vero von jubeo; da dann die unerwartete, aber zu» gleich ünzeitige und unhöffliche bomssse bey den anwesenden grosses aelächter, und dem guten Passicno ohne sein verdienen zienilicheir schtmpff und beschämung zugezogen. Plinius giebet bey diesem Maß zu erkennen, wie man sich wohl zu verwunderen habe, daß ei. ne solche personzso viel von denen rechten raths gefragt werde; klaget Vene auch deutlich der leichtstimigkeit an. Die schrifften so von ihm m corpore juns angeführet, werden, sind: Lx c-Mo l. 1;. Lä klaul'mrrr l. z. kpittolLrurn 1.14. epitt I. ü epssl. 1 s rtrsL äe clsr. AeZ. Inl. l. 1 c. Z2. vlr« 1. L1. I. iü-. ^ "Tavols/ Iavoup / ^nsserisum , Liv'.tÄ! 6sbs!itsns, ist zwar nunmehr ein dorff 4 stund von Wende gelegen. Ware aber vor diesem die Hauptstadt der Gabalen und sitz desBsschoffs zuMen« de, oder im Gevauvan. Man hat allda viele alte muntzen, auf- schrifften, wvtcnkrüge rc-herfürgegraben. ^ Jauregul / (Jan) ,st derjenige, ivelcher Printz Wilheknien von Oranien Lurch einen pisivlen-schuß meuchelmörderisMer weise auS dem wege zu räumen trachtete. Er war von Bilbao aus Biscaia ge» durtig, und kam an. 1682 nachAntwerpen,all>vo er bey einem Spanischen kauffmannCasparci'Annastro in dienstetrassund selbigen die drieft copirte-DieserAnnastro-weil er eine zeither sehr unglücklich in seiner Handlung gewesen,»nd-gmöthjget befand auszutretten/wosern er sich nicht durch ein ausserordentliches irilttei sich rettete, gerieth ungefähr mit einem seiner landes-ieute Petro cle Zsimca, so dazu» mäht zu Lisbon Handlung trieb,in eine vertrauliche corresponbenn. Dieser rieth ihm, er solle den Prmtzen von Oramm ermorden, und versicherte ihn zugleich, daß er bereits mit dem Könige in Spamen seinetwegen eine schriffcilche capitulalion geschlossen, inhalcs deren ihm selbiger, wann er gedachten Prmtzen würde ermordet haben, 24000 ducaten m sssdcr.müntze oder an einkünfften,nebst einer Cvm» mendercy zu S. Jacob und andern ansehnliche,1 bedienungeii zu ae. den versprochen. Annastw beliebte dieser, Vorschlag, wess ^ M aber selbst auszuführen sich mehr qetrauete, überredete er dienn seinen handels-diener Jamegui, welcher ein junger verwegener und n theil. 2 zugleich 9OO iaw Lay ruaieicki iebr abergläubischer mensch war. Weil sie sich aber nicht ne?!n,.ien konten, ob die Mordthat vermittelst eines mstohlen.fchtts» sssoderdolchSqschehn folte, indem Jaurcgni sich enichuldigte, Laß er mmÄ gewehr loßgezundet, so übte .hnAnna» stro 10 lange im schienen/ biß er vcrmeynre, daß er stin vorhaben ins mcrck zu richten tüchtig wäre. Jauregui sahe aljo leine gelegen» heil ab/ und weil in Antwerpen dazumal allerhand sreuven. bczeu» gunacn wegen des anwesenden Hertzogs von Alen^on, weichen die Niederländer auf emralhen des Printzen von Oramen zum Hertzog von Brndant und Grase» von Flandern ernennet hallen / vorge» nommen wurden, begab sich der Meuchelmörder den >8 mertz an. i-8r in den palast des Printzen, welcher dazumal mit leinen söhnen und etlichen vornehmen tafel hielt. Als nach gehaltener tafel der Printz nebst seinen gälten durch das vocgcmach in sein zumner sich begeben wolle, und diesen im verbcygehen ungefähr die tapelcn «igle, aufweichen Spanische ,vitalen zu sehen waren, verletzte Jauregui, welcher heimlich nachgeschlichen war, dem Printzcn ei» m» pistohleii.schuß, daß die kugel unter dem rechte» ohr zu dein rechten backen wieder heraus gieng. Die anivesenden Herren ver» setzte» dem Mörder so fort einige gefährliche stlche, und die Hellebar» Vierer gaben ihm vollends den rest, der Printz aber, welcher,einer wunde anfänglich nicht wahrgenommen, schrie, man solle den tba» tcr nicht lödlen: er verziehe ihm feinen tod, wandte sich hierauf ge» aen etliche vornehme bediente des Hertzogs von Aleiwon, und sag» re: Jhro Hoheit verlieren einen getreue» diener. Man vlsittrte >o fort oc» mördcr, und fand bey ihm außer einigen in Spanischer spräche geschriebenen bliesen, einen blossen dolch, den er aber, weil ihm das unter währenden loßzünbe» gesprungene röhr den bäumen abgeschlagen, nicht gebrauchen können. Unter den briefschassten funden sich allerhand gebete, wormncn er unlerschicdenen Marien» bildern und Heiligen gewisse gcschencke versprach, dafern sie »hm in seinem unternehmen behülsslich seyn würden, insonderheit fand man eine Nachricht, >» welcher er vorgab, daß er diese that auf Königlichen befehl verrichtet, und versprach, er wolle dememgen, so ihn wohl halten würden, innerhalb 8 lagen Königliche pardon verschaffen. Diese Nachrichten hinterbrachte der von 8. Aldegvn» dc so fort dem räch und volck zu Antwerpen, welches wegen gefallen Verdachts wider die Frantzosen, als wann sie die Urheber des mcu» chelmordcs wären, sicyichon zu einem aufstand fertigmachte. Weil man auch erfahren, daß der Jauregul von des Annastro Handels» bedienten geivefen, und dieser etliche tage vor begangener that sich .nach Brügge gewandt hatte, versicherte sich der Rath dessen hauß» genossen, und unter denen Antonio äe Vencro und eines Jacob» ner-Mönchs, Anton Timmermanns von Dünkcrquen gevürilg: beyde bekannten, daß sie mit Annastro an dieser that theil halten, und zwar der letztere, es hätte ihm Iauregm selbigen tages vorher sein vorhaben in der beichte entdecket, und gefragt, ob er solches mit gutem gewissen lhun könrc, worauferihm zur antwort gege» den, daß im fall er nicht mit gelde hierzu erkaufst wäre, sondern diese that bloß zu Gottes ehren und nutzen der Cathollschc» religion unternehme, »ym solche wohl vergönnet sey, und habe er ihn »ach« gevends vicscrwegen absolvirct. Sie wurden htcraufden r8 mcrtz gedachten jahres gchcncket, und nachgehcndö so wohl als des meu« chelmörders cörper gevierlheilcl. ttec. n >. 4. Lecuell äe t'»tlsr1inur,nnd an. r;8o l'rsvoc Sex mir- ctzsnz zu Pariß war, welches der nanie der ersten Magistraten oder Präsidenten «stelle indem staöt-Rath alda lst. Nicolaus >c Jay war Königlicher 8ecrerarmr und Rentmcister zuFrancisci l zem», welcher ihn ersähe, daß er nebst dem Lonnekable von Moillmo» renci und andern Herren, Kayser Carln den V an den gräntzen des Königreichs empfangen, und selbigen wieder biß in Flandern bc» gleiten solle. Johann >e Jay war auch an. i; sr Königticher 8e- crerrcka,. und hatte von GuiUcmcltc Hottmann Nicolanm >c Jay, Herr» von Beauvilliers, welcher Königlicher 8ecre,srius. und nachmahls Rath und Rechnungs-beamter war. Dieser heyrathete Magdalenen Gron, Frau äe >r mKton rouge, und der Hcrrschasst DUy, und halte mit ihr nebst andern kindcrn diesen Ntcolauin le Jay, Ludwigen, so Ritter von Malta war, und Jacodum le Jav/Staats-Ralb. Dieser Nicolaus war an., ü°o Rath bey den enquetm ein Palais, nachmahls Königlicher 1 'rocursioi- bey den geeichten, und letztlich an. iüio Königlicher Richter in bürgcrli» chen fachen. Er besanfftigte durch seine kingheit daö volck zu Pa» riß, welches nach Konig Heinrichs des grossen kod einigen lumult erregen wolle. An., 6,; wurde er Präsident bey der grossen ge» richts.kammer, welche stelle er 17 jähr bediente. Weil er bey dem Printzcn von Conde wohl stunde, und selbiger mit andern malcon» lentcn eine cvnföderativn aufgerichtet, wurde er an. 161; aufKöni» glichen befehl arrestlret, und auf das schloß zu Ambosse gebracht, Lay Laz jb konte auch, vhngeachtet aller protestation des Parlaments, «iM eher loßkommen , als biß mit dem Printzen von Conde stjed, schlössen war. Da nun selbiger an. ,6iü von dem Könige arrM. rct war, salvirte er sich nebst dem Hertzoge von Maine, aussurckt eines neuen qefangnlsses, und kam erst an. ,617, nachdem,,?, schalls von Ancre fall, wieder zurück, und in sein amt. UM Ludwig berXtll ernennte ihn an. lözo nach des Herrn vvnEdam. pigny lobe zum ersten Präsidenten, und zum Groß-Siegelverwai. rer der Königlichen orden. Er starb aber an. 1640, elog. cle; prem. l?relicl. ciu Lsrlem äe l?ariz. ' 'Iayck/ ein grosser fluß in Sibcrien. ,Er wendet erstlich stj„m llauff gegen das ciß-meer, von dar gegen subm zwischen den Nag«, schen Lattarn und dem Königreiche Tunien, desgleichen zwischen der Zavolbensilchen und Calmuckischen Horde, und fällt endlich in die Caspische see. Das land wird gcnennet Pascatir oder Si» berien. Das volck darinnen redet noch biß aufbissen ragdie Hm. garische spräche, gestalt allhicr der sitz der Hunnen war. ^ cleleZarione p. zz. Iaycza/ Giösa/ Jaytza oder Gmtza/ eine kleine befestig, ke llavl an dem fluß Plena m Boßnien an de» Croatischen gräntzen hat ein festes auf einem sehr hohen seifen gelegenes schloß,Sie wurde an. 146; durch de» König in Ungarn be» Türcken entrisse», welche selbige »och eben dayelbige fahr, aber vergeblich, wieder zu erobern suchten.Jevoch ist dieser ort nachgehends unter Solymgnno 11 gg. i z-7 in ihre Hände gerathen, und zum sitze eines Gängigst oder Louverneun gemacht worden. ^rzyges/ein Europäisches volck in Sarmatien, welches U> nigBoieslaus der keusche in Polen an. 1264, und nach ihm Mus a,i. ir8r fast gäntzlich ausgerottet. Viele von diesen leulen mim» ten sich >» Ungarn, nicht aber, wie andere wollen, in Siebendür. gen, und sind diejenigen, welche mau Jazyges Metanasles nennete. Sie wohnen noch anitzo in Ungarn z>vsschcn der Donau und der Theiß, oberhalb den Eumanern in dem Hcveftr Comitat, und wird dieselbe gegend, so nicht gar zu well von Pest anfängt, LUM ressio nennet. ?oIoniL, l'olon. p, 2;y. 67 ^^» noc. orl>, rnr. üb. r c. L. ^das/eii, Bischoffzu Edcffa, wohnte dem ztcn allgenicken Ooncilio bey, war einer von den vornehmsten beschützen! des Ne, storii, und schrieb einen drief an Maris, einen Persianer, woriinim er Rabnlani,seinen vorfahren,schilt,daß er Theodorum,den Bischof von Mopsuesta, verdammet, welchem er hingegen ein grosses lob beyleget. Dieser briefbcgreifft die meisten lehr.sätze gedachter kctzcr in sich. Als er nachgehcnbs init der kirche wieder verlohnet worden, that er 4 Priester aus seiner diöces in baun, welche von seme,» urtheil weiter appeUlrtcn.Darauf beschuldigte ihn seine übrige Clmsth unterschiedlicher lasier,welches vermachte,daß man seinetwegen ci> neu k^noflum zu Tyro und hernach zu Beryto hielte,woselbst aber die anklage falsch erfunden, und er also «».448 absolviret wurde Allein Dioscöriis und fein anhang setzten ihn dciioch in dem folgenden jähre aufdem ssnollo zu Evhefo ab,warffcn ihn i» das gcfängniß,u»d ver» fuhren mit ihm sehr grausam.Das Ebaleedonische (soncllmm annul» lirte diese abfctzung, und brachte ih» wiederum in ftme» vorigen ehren.stand. Sein briefan Ve» Maris gab »1 dem solgendc» jecn» kulo zu vieler unruhe anlaß. Gestalt Tbeodorus, der Bsschossjil Cäsiirea m Cappabocien, ein anhänger des Origenis, und der Ace» phalianifchen ketzcr, den Kayser Jnstinianum crmahncle, des Thcodori von Mopsuesta, und des Tveodori von Cv> 0 schrisskni m» der den Eyrillnni, inglcichcn obgedachtcn bncftcs Bischosss Joa zu verdamme» , und dadurch den kirchenssriede» befördern zn belf« fcn. Dieses bewerckstelltgte der Kayser aufdem zu ConstaninWel an- s;; gehaltenen Lonclllo.welches die sack>e der; capilul gcvcn> nec wurde, und eine spallung zwischen uncerschlediichcuBisclwH» liuS kirchen verursachte, so lange zeit währcte, ehe sie adgeschM werbe» kimle. LN. 44Z. (.'onc,!. Lkaleell. c. )4. noc, Loncil. chr,s. llüi. cla dletdorirnlime p. 274. ?Iberg oder Jburg , eine kleine an dem fluß Collbeck i» Wst» pba-,» gelegene ,iabl, nebst einem schlösse, woraufWileknidus residirel baben soll. Bischoss Benno zu Oßnabrück erwchlle es zn feiner cessdentz, nnv legte allbicr an. 1068 eine BcnediclinerMc» an ; worauf stme Nachfolger daselbst ibrcn sitz gehabt, biß Eniejins Augilsliis gegen ansgang des 17 tecul, selbigen ugch Oßnabrückm» leget //»cL,. L. 8. p. r. 'Iberg, IM Lhnrlhal, siehe ^bcrg- Aderig/ soll nach dem vorgeben einiger Spanischen stribeomi eine aast gemessn seyn, welche Jderus, einer von den ersten»»«' kömmlingen Noä, an deiilciiPeii ort qcbaiick, wo heutiges V» Tortosa m Ealalonicu sicher. Es ist aber lauter fabelwerck.* 'Iberia/ ein iiame, fo von Strabonc und PIinlo SMleiige' gebe» wird, und zwar entweder wegen eines gewissen Komas, m namcn Jber, oder wegen des flnsscs Jbcrus, so anitzo Ebro gem»' nct wirb- ^beria, ein land in Asien, so eigentlich Georgia odcr GüW» ist. liehe Georgia- TZbrahim/ ein Türckischcr Kayser, des an- '^'7 Erdim Achmcts lüiigstcc söhn, war an. 16,2, oder!vie andre «om 16,4 gedobrcn, und soll anfänglich den nahmen a > haben. Als lein ältester bruder Osman Kavler wurde, mtz >. ge» verwahrlich ballen, doch wurde er a». -622 unter oco 2 ^ pha regierung loß gelassen. Sein bruder Amuralb d ,624 aufdas neue in gefängliche hasst »cbmem hatte äs. würge» lassen, wofern chn nicht seine inutter errettet. Nach "lsa Lbr iby ica an. 164; erfolgtem tode, wurde er aus dem gefäugniß hervor gezo» gen,und auf den Türckischcn thron gefttzet. Er »erneuerte bey an» tritt seiner regierung den frieden mir den Christlichen Potentaten; jedoch als die Maltheser-galeren unter dem Ritter lls Bois-Bau» drand zwischen Rhodes und Alcxandria seine schiffe angegriffen, und eine von seinen Sultaninen gefangen bekamen, entschloß er sich, sol» ches an Maltha zu rächen, änderte aber nachgehends fein vorhaben, schickte seine armee nach Canbien, weilen wenigst die Malthesi» sehe schiffe mit ihrer gemachten beut allda eingelassen, und einige fachen verkanffct hatten, aus welcher ursach die Veneltaner sich her» nach sehr gegen die Malthefcr beschweret haben. Die armee Jdra» hims nun bemächtigte sich der inful 8. Theodor», eroberte Canea und Suda, welcher krieg denn mit abwechselndem glücke geführek worden, und sich nicht eher als mit der eroberung von Candia ge» endiget hat; wvbey die Türcken jedoch eine unzählige menge volck verlohren, auch sonderlich zu waffer und in den see-schlachten un. gemeinen schaden empfangen haben. Mittlerweile machte er sich durch seine grausamkeit und Wollust bey jedermann verhaft,daß end» lich die milch nebst den Ministern wider ihn conspirirten, den Muffti auf ihre feite zogen, und den ansang mit des Groß-Veziers Hinrichtung machten. Darauf erregten sie den r; jul. an. 1648 einen großen tumult in Constanttnopel, darinnen er von dem thro» negestossen, und wiederum in »ein voriges gefängniß eingesperret, sein söhn aber Mahomet I V a» seine stelle gefttzet wurde. Bald darauf ward er, auf seiner mutter bewilligung , den 27 juiii Mit einer bogen-sähne strangUliret. Ackere»--;. Lonrin. cle cttslco. cooll. * Ibrahim / ein Vczier und des Türckischen Kaysers Soly» manni H favorite. Er war zu Genua gebühren, und kam durch annehmung der Türckischen reliqion bey gedachtem Herrn sehr hoch. Man sagt gleichwohl, daß er noch immer viel gunst vor die Christen im hertzen behalten, daher er verursacht, daß an. is;r der gewaltige zug der Türcken wider Ungarn und Oesterreich gantz frnchtloß abgelausten, auch soll er hernach um den »Sultan von den Christen abzuziehen, den krieg wider die Persianer gerathen ha» den. Weil aber selbiger übel ablieft. und man ihm schuld geben wolle, als corrcspoiibirte er mit dem Kayser Carolo V, auch noch ü» bcrdiß ihrer viele den Ibrahim wegen seines grossen anfehens be» neideten, worunter sonderlich die Sultanin Rorana war, so überre» dctc selbige den Kayser, daß er ihn aus dem wege räumen solle. Weil er aber geschworen hatte, daß sein favorite bey seinen lebzeiten nicht getödtct werden solle, so ließ er ihm unterdessen, da er schlieft, an. 1546 das leben nehmen, weil der schlaff auch eine art des todes wäre. ccmün. "Ibycus / ein Lyrischer Poete aus Griechenland, so in der Kosten Oymp oder im ri4 jähre der stadtRom berühmt war. Er schrieb viel bücher, von welchen Henricus Stcphanuü einige U-sA- menrs zusammen gelesen hat. Man sagt, daß er von dicben ermor» det sey, und daß er bev seinem tode die um ihn herum fliegende äl» -.viianim rme reitlana her» ice ich' ico 901 verfertigte viel herrliche wercke darinnen. Kitt. ä« iconocistter. lLLdll, Wen nach Camdmi Meynung die alten einwohner in Suffolk, Norfolk, Cambribgeshire und Hunkingdonshire gewesen seyn. Sie waren ein starck und kriegerisches volck, traten mit den Römern in eindündniß, zerfielen aber letzlich wiederum mit densel» ben , brachten eine armee zusammen, und verschantzten sich. Al» lein fie wurden von den Römern an demjenigen orte, da ihr lager offenstund, angefallen, und nach einem täpffern widerstand ge» schlagen. Ostörius war zu derseldigen zeit der Römer General in Britannien. c!-W./-nr Lrie.p. ;54. ic»06I.Ldl8, sind des Groß -- Sultans pgZen in dem 8ersxk,o» Der name kömmt her von tck, welches in heißt, und oZisn, ein Es, und heißt also gleichsam so viel, als des innern vallasts. Die Türcken pflegen aus einer politiicden maxime ueber Christen» ickaven, als qebobrne Türcken zu ihren dicnsten zu gebrauchen; wer! nemlick, «elbiae alle liebe ihrer freunvschafft und Vaterlandes verloh» ren haben, und also nichts als ihrer Herren Ereüc suchen. Sie werden auch zu den grösten Margen m dem Reiche befördert, nach. dem man sie tüchtig findet. Etliche sind zu Aga über d,e Späht, oder r-i Generalen über die cavallerie gemacht worden, welches, nächst des Groß'Veziers, des Muffti und Bostangi stelle die wich. tigste im gantzen Reiche ist. Daher werden auch die lckoAlsm mit grosser sorgfalt in den Ser.agiien zu Per«, Coustantmopc! oder A» drianovel erzogen. In dreien; Vollasten haben sie eine olla, oder eb en gewissen ort, wvrinnen allerley lchrmeister sind, die sie in den sv achen, q setzen des alcorans, reiten, schiessen, kr.egs» exemtien, und wom sie selbst tust haben, unterrichten. Ihr ober.aufjeher ist qnmi.ch '''aller bedienter aus dem.-^-o. Lsp^Ls genant, welcher sie mit ungläubiicher sirenglgkell zu ihren Übungen anhalt, auch die geringsten verbrechen mit der ts?sLs ober abprugelunq der fuflsodlen bestrafet, oder ihnen davor schimpfliche und verdrußliche wercke zu thun auferleget. Wenn sie ein starck «ercmum vorneh» men wollen, so schürtzen sie ihren llolimsn oder rock unter dem gur» ttl auf, daß man die Hosen sehen kan, welche von groben luche^der von Wen, die wie gemsenPauke zugerichtet, gemacht sind. Ihre vornebmste kost ist reiß. Vor dem 4°sten ,ahre gelange» sie zu kei» nen änue n, es sey denn, baß der Sultan d.ßfalsemem oder dem andern eine sonderbare gnade erzeigen will- Kkerno-rn ll-tton- del sey, uno oa>! ervcv .. siern gebeten, davon Zeugniß zu geben. Als nun eine Zeitlang her» hack) einer von diesen Meuchelmördern einige älstcrn geseben/sö habe er zu seinen gesellen gesagt: sehet/ hier sind die zeuczen von Ibyci tode. Dieses sey vor die obriqkeit gekommen, welche gleich solhane mörder einziehen, und aufdie solter bringen lassen, da sie denn die that gestanden, und gehenckct worden. Daher kam das sprüchwort: Ibvci gruez, welches von gortloftn lenken gebraucht wird, deren heimliche übelthaten an den tag kommen, /'ä-rs ksr- En. 4 Tute. lid. r. lib.zü. c, insclsA. 'Icarra/ ein berg in Attica, dessen einwohner von den Egäern entwroffen, und die ersten waren, welche dem ösccllo eine ziege opfferlen, .weil selbige die Weinberge beschädiget hatte. Unter ihnen hat die alle art von comödien und tragödien ihren Ursprung genommen. Von der insiil Icaria siehe Nicaria. vo^sge. 'Icaeius, der Erigonä vater. Er machte einige dauern trun» cken, welche ihn hernach todtsten, und in einen brunnen schmissen. Dieses entdeckte sein kleiner Hund seiner tochter, welche sich hierauf vor bekümmerniß selbst erhieng. Allein lupiccr machte sie allerseits unsterblich, und verwandelte Icarium in den stern Lomes, Ln§o- ^ nam in das zeichen der jungfrau, und das hünvgen Mera in den kleinen hunds-stern. l>k>. 2. sttron. 'Icarus, Dädali söhn, wurde nebst seinem vater von Minoe, dem Könige in Creta, in ein gesängniß geworffcn- Wein sie entflohen beyde in 2 schiffen, dasienige aber, darinnen Icarus war,aieng verlohren. Dieses gab gelegenheit zu der fabel, da man vorgab,sie wären mit wächsernen flügeln davon geflogen. Virgilius hat es mit 2 Worten ausgedruckt, wenn er saget, daß sie entflohen wären, remigio alarum. Bochartus gedencket, daß Jcaria von Icaro den Namen bekommen, als welcher, da er der sonne zu nahe gekommen, und also stine wächstrne flügel davon geschmoltzen, aufbieft gegend herab gefallen sty. cke increclib. c. 1;. F,- Lsnssu j. 1 c. 8» ^casia/ eine vornehme weides.person, war eine von denjeni» gen, welche TheophiluS, Kayser zu Constanttnopel, an.8;o in sei» nen landen zusammen suchen ließ,daß er eine davon ihm zur gemah» lin ersehen könte. Sie hatte zwar den Kayser durch ihre schönheit eingenommen, allein weil sie selbigen, als er einige worte mit ihr gesprochen, «m reden nicht also vcrgiiüqte, wie er suchie, wurde er gegen sie gantz kaltsiniiiq. Ob er nun gleich schon willens war, ihr den qöidenen Reichs apffel zu reichen, zog er doch selbigen zurücke, wandte sich zu der Tbeodora, prasentirte ihr selbigen, und nahm sie zur gemahlin an» DWrhalben gieng Icasig in ein kloster, und hues. 'Ichtershausen oderUchrerrchshaustn an der Gera in Tbü» ringen, eine halbe meist von Arnstadt gelegen, ist ein marckflecken und amt dem Hertzoge von Sachstu-Gotha zuständig. Ehemals war es einNonnenckloster Cistercienser-ordens; Churfürst Iohan» nes von Sachsen aber hat es secularisirt; worauf es in der an., 572 gemachten landesttheilung und hernach an. 157; ertheilten Kayser» liehen lehn-dricff, als ein amt unter des Fürstenthums Reichs» lehen gefttzet worden. Heryog Bernhard fieng an. 1L7Ü aühier ei» residentz-schloß zu bauen an, ehe solches aber noch zu stände gebracht wurde, legte er seine Hofstatt nach Meinungen in das Henneberai» sehe, und trat dieses amt an Sachsen-Gotha ab. snnal. 8nx. pLA. 6;i. istr ttorirencl« Lochs cüpl. k^. 2 c. ;4. 'IcolmkM / ist eine von den westlichen insuln von Schottland. Sie lieget nicht weit von der iniül Miü, ist 7 weilen lang, und nicht über eine breit, dabey sehr lustig und fruchtbar, und wegen vieler antiquitäten, sonderlich aber deswegen berühmt, weil sie des hei» ligen Columbi rcsidentz gewesen, weicher daselbst ein kloster hatte, wvrinnen er sein leben zubrachte, und unter seinen München scharf» fe disciplm hielte. Es war auch ein Nonnen, kloster darinnen, nebst einer pfarr-kirche, und vielen prächtigen capetstn, deren einige von den Königen m Schottland, die andern aber von den kleinen Köm» gen der insiiln erbauet worden. Die Bischöffe der insuln haben auch hier ihren sitz gehabt, nachdem die Engelländer die insiil Man ero» bert. Unter den antiquitäten ist allhier noch ein gewisser kirchhoff zu sehen, wo nicht allein der gantze Ade! der insuln begraben liegt, sondern maiiIehct auch daselbst; etwas erhabene ,begräbnisse, wo» rinnnen 44 Schottische, 4 Jrrländjsche und 8 Norwegische degra» ben liegen- Es sind dabey noch 6 andere kleine insuln, welche zu dem demeldten Nonnen.kloster gehöret haben. c-M- Lrirsnkiis. lLOdlOl^^LUk, oder ausTeutfth hllder» stürmer/ sind diejenigen genennet worden, weiche die bilder Got» tes, Christi und der Heiligen, aus den kirchen hinweg geschafft, und zu nichte gemacht, auch davor gehalkcn, daß deren gebrauch iu re» ligions-sachen schlechterdings zu verwerffen sey. Hingegen hat man tconolsrrrs oder biltzer-verehrer solche geneunet, welche den ac» brauch der bitter nicht nur gebilliget, sondern auch denftlben eme absonderliche ehrerbietung erwiesen. Mit beyseitsttzung dessen, was von beyderley Meinungen nach der heiligen schcifft zu urtheile» sey, ist aus der Historie kürtzlich folgendes hiervon zu gedencken. IrenäuS und Epiphanius melden, daß die erste Christliche kirche keine diider gehabt, wohl aber diejenige, so es mit Simon dem zaubcrer, Basilide, Carpocration, und andern ketzcrn gehalten. Um das jähr zy; soll Paulus, Bifthöffvon Nola, den hlstorischen gebrauch der bilder eingeführt, hingegen Basilius, Cyrillus, Auau» stinus, Chrysostomus und Evwhanius sich darwider gesetzt haben, so gar, daß der letztere ein mit dem bilde Christi bezeichnetes tuch, weiches er in der kirchen eines Weckens, namens Anablatha, unfern Bethel, hangend fände, in stücken zerrissen. Gregorms lalsZrms hat an Serenum, Biftboffvon Marseille, welcher die bilder zer» brochenballe, ausfolgende art geschrieben: man könne sie auf gleiche art, als etwan die bidlckche bücher zur eminemng und un» terweisung der unwissenden gebrauchen. An. hat der Pabst Xrrrü; Con. 2 902 rct lda Constanlinusl diejenige verdammt, welche den heiligen bildern die L der wehe ihnen L-eignete ehrerb.emng vcrw g rttn. ^ unmilteibarcr Nachfolger , Gregor us " - dat st^mrl, daß man deni aedächtniß des unwissenden volcks durch bilder zu yuiffe rom wen müsse Um eben diefelblge zeit bat der Orientalische Kayser, Leolv" ober Isauricus, befohlen, die bilder aus den kirchenlM. wea zu nehmen und zu verbrennen. Dessen iucceckor, Constanti» nus V- oder Copronymus, hat in dem t-onccko, welches an. 754 u Constantinopel gehalten worden, seines vorfahren meynung be» .räfftiaen lassen; wobey man die bildcr vor gotzen erklärt, weil die göttliche natur Christi nicht gemahlt, seine menschliche aber, gleichwie au» der Heiligen ihre, indem sie erhöhet worden, kcl» ncsweqes mit'sarben vorgestellt werben konte. Der nächstfolgende Kayser Leo IV, oder Chazarus , bekräfftigte das vorhergehende, und wolle seiner gemahlin Irene nicht mehr beywohnen, als er sie einer andern meynung gefunden. Nachdem er aber an.780 gestor. den, und Liefe Irene über ihren minderiahrige» «ohn, Constantl« num VI. die vorimindsichafft bekommen, ließ sie, aufanregen des Patriarchen Paust, ein Concilium nach Constantinopel ausschrei» den, und solches nachmals nach Nlcäa verlegen, allwo an. 788 der schliiß gemacht ward: die bilder wären nicht nur in ansehung des historischen qebrauchs zu dulden, sondern auch aus göttlichem be« fehl der kirchen nöthig, ja zu vencriren, zu grüssen, zu kullen, zu verehren und anzubeten, auch mit aufsteckung von Wachslichtern, mit räuchwcrck und auf andere art zu bedienen. Eben dicsi Kav» serin Irene ließ gedachtem ihrem söhne, Consiantino VI, weiter dißsalö in die väterliche fußstapfen trat, die äugen ausstechen, auch dene gleich daraufgar umbringe,wie sie nicht minder ihres gemahls 4 brndern gethan, doch eben i» viel aus Herrschsucht, als eiser für die bilder, welcher letztere jener m diesem weid fast rasenden paßwn zum vorwand und hebuffdienen muste. Der Occidcnkalische Kav« ser Carolus Kl. setzte diejcm ihrem beginnen an. 794 das Franck» surtifehe (Concilium entgegen, worinncn der historische gebrauch der bilder gut gesprochen, deren anbetung aber verdaun, und das erwehntc Nicänische Concilium, als em pkeiPlo-hnottur, verwarf« fcn ward. Nach Irenens absterben ficng der Orienlalifche Kayser Nicepborus l-ogoMcres gleich wieder an, sich denen bildern nicht aUzugünstig zu erzeigen, und sonderlich die denen zuwider waren, gelinde zu halten. Und als Michael dieses Nachfolger, sich wieder auf die andere feite gelencket, zeigte Leo V oder Armcnius, welcher auf jenen folgte, nur um so viel mehr eiser, die bilder zu verfolgen, und an. 8;o wolle gar der Kayser Theopbilus deswegen haben, daß man mich andre dinge nicht mahlen solle. Um dieselbe zeit ward auf einem isnotto zuParis geschloffen, daß man die bilder weder aus einer närrischen hoffark oder sonderlichkeit abschaffe», »och auf eine abergläubische art anbeten, sondern dem gedächtniß zum besten behalten solle. Indessen hat des Occibentalischen Kay fers Ludovi« ci I Hvfprediger, Claudius, Bischoff von Turin, alle in dieser seiner biöceS befindliche bilder und gemählbe hinweg thun lassen. Nach» dem der abgedachte Kayser, Theophilus, an. 84r rml tode abge» gangen, führte dessen hinterlassene gemahlin, Thcodora, als >h« rcs minderjährigen sohns, Michaelis III- Vormündern,, den bilder» dienst wiederum ein, welchen zwar Bardanes abermal abschaffte, Bassins l aber, auf einem zu Constantinopel gehaltenen Loncillo, an. 8S; und 871 auf das neue bestätigte. Von solcher zeit an, sind die bilder so wol in der Griechischen als in der Lateinischen kirche in gebrauch geblieben, doch nicht ohne Widerspruch unterschiedener lehrer, auch nicht allenthalben und bey alle» ausgleiche art; indem sich immer leute gefunden, welche indicsim stück weiter, als andc» re, gegangen. Sonderlich ist merckwürdig, daß wie sehr auch die Griechen denen büdern seit der hier gcmeldtcn zeit ergeben gewesen, sie dannoch vor denen geschnitzten aus einer soliden Materie gemach, ten, und gleichsam auf sich selbst bestehenden bildern einen grossen abscheu bezeugen, und sich dicsesfalS lediglich mit gemahlten bil« dern beheiffen; in dcr j wicwvl nicht gar wol gegründeten cinbil» düng, als ob die gefahr durch die bilder in abgöltcrey zu verfallen, bey dieser letzteren art weniger zu befürchten. Und ist diescsfals fast lächerlich was K/Ir. Addison noch neulich,! gemeldet: Ein Grie« chischcr Priester, der nach Venedig kommen, um gemahlte bilder für seine kirchen einzukauffen, hätte keine stücke von Titians seinen annehmen wollen, weil nemlich wegen der künstlichen schatticrung die bilder nicht änderst aus dem gcmahlde hervor zu kommen schie» nen, als ob sie ansgehauen wären. Seitdem Luthcri und Calvini lehre in Teutschland und anderswo aufkommen, haben diejenige, so des erstem bekänntniß folgen, den gebrauch der bilder, sofern denftlbigen nicht der geringste culms religioku; erwiesen wird, bey« behalten. Hingegen des Calvini glaubenü» genosten haben selbige fast durchgehends m ihren kirchen gäntzlich abgeschaffet. K«r.r7. 1.1. c. r;> Z f. I. 8. 6e rc§no Iral. t. in Kitt. in bild. 6aU. in snnsl. . in i R.eg. c.7. L.«. in comp. bitt. univ. «.,. * Idacius/ ein Spanier; gebürtig von LamegoinderProim Gallicicn, lebte um das fahr 44s zu des KaysirsVasinlimani 11 zeilcn, und war Bischoff, nicht von Lamego, wie einige wolle», sm. dern von Chaves. Als an. 461 die Suevi in Gallicicn übel haust, ten, wurde er von leidigen gefangen genommen, aber „ach verkniff dreyer monaie wieder bcsreyet. Er starb endlich bey hohem alter an. 468. Er bat eine chronic geschrieben, welche er von dcmMy. ser Theodosio anhebet,^und biß an. 467 cvmmuiret, welche »M andern auch Jacodns Sirnionvus cdirel hat. Nicht weniger Hai er IstkoL ktonsulsse5 geschrieben. cle vir. illulck. c. 9. 0'^eZe,. car. e 7 ^-ve Kitt. Imer. p, 1^. Idacius Llarus / wird vor einen BischoffzifVich in Calalo. nie,, qedailen. Trilhemins hat ihne unrecht mit dem vorhergehe», den vermischet. Er lebte um das jähr ;8z, und war den PriMa. nisten sehr entgegen, wider welche er auch ein scharffes ellitt m dein Kayser Grackano zu wege brachte. Er hat wider selbige c>» apologericum geschrieben, ferner librum conirL Venmunlliim,ilir- conum-zi-isnum, welches buch jedoch vielmehr von einem ander» gleiches namens scheinet geschrieben zu seyn, weilen die alte» iu er. wehnung der schussle Idacü Clan ihme solches nicht beylege»; auch in dessen vorred gedacht wird, daß es zu Neapel verfertiget morde», ivohm obiger Ciarus nicht scheinet hinkommen zu seyn. Opulcal, contra krereker. //rrrs,in Vrikcill. gtever«, üb. 2 kill. Iscr. cle vir. üluttr. c. 2. c!e kcrizic. ecci. k./ ste Kitt. t.sr. Kitt. liirer. p. 162. * Idülus / ein bcrg in Covern, wovon die göttin Venus dcN M nameii Idalia bckomincii. i ckkneill. Idanha^ velha, oder die alte brygenaunt, ist eine von dene städlcn der Portugiesischen landschafft Beira, an den gränhcn der Spanischen Provmtz Ertremadura, an dem kleinen stiisseMM gelegen. Vor ailers hieß sie Jgcditania, und war in großem an» sehen, hak auch die ehre gehabt, des berühmten Königs Wamda grburts.ort zu seyn. Der König Sanchv! > nachdein er jie den Mohren abgenommen, hak sie den Tempelherren geschämt. cnckei Sancho II brachte sie aus den rliincii, worimiett uciich ml der erodernng befand, wiederum empor, und in dem >s iecuiohat sie dcr Köiuq Johannes lil mit dem stadt-rechtdegimdigt. M» rechnet, daß etwa« üoo familien von bürgern sich dafelbst befinden. Nicht weit davon liegt ein kleiner ort, Idanha a nova genau»!. Der König Phiiippus H von Spanien, nachdem er sich der IM von Porcugatt bemächtiget,machte den von Pctro so Alca-M ll»' runiro znm Grafen cle la Ibanha. An. 1704 ward Jdaiihn - von dem Spanischen General von Joseph cle Salazar cmgciM' men, bald darauf aber von den Portugiesin wieder erobert, ckau» da la mens, ist ein anderer ort l» Porttigall, welchen Komg M livp II zu einer Grasschafft erhoben hat. -es7 epir. clele; Kitt. Vormgues p. c. z, 9, 19. I'- 4 r. Kitt. 6c Lss>. I. 6. c. i r. llelic. 6e VoriuALi. p. 7Z Z. Ivathyrsuo ein König der Europäischen Sc>sthen.iYM des Saulii löhn, regierte nach seinem vater, und Calvida, vettcr, oder wie einige siegen, gleich nach Tbomyri. Lr ham e überaus schöne tochtcr, welche Darius Hystaims loh'V in Pcrsten, zur ehe begehrete. Jdathyrsns aber verjagte lie w welches Darinm dermassen verdroß, daß er ihm e^e« weg a n»" digte , und eine armec von 700000 mann wider ihn ms M1 te. Damit aber dieses krieges.hccr eine aus d Scythien haben möchte, so ließ Darius zwey große bruem > , eine über den Lokz-Korum "Vkiacicum, und die ^'rerc . Donau, und bestellele dieIonier dazu, daß HV.selb geb soicc». Wo der erzehlling dcS Suidä zu rrancn, ,0 giu'g susDario entgegen, besserte ihm eine l^ Heer 90000 mann, und,agte ihn m die flucht. mc ' ^ Hcrotori/ der auch eben »m selbige zeit gelebt, ist mck glaiiH ide ido idr ids diger, nach welcher Jndathyrsus immer vor Dario gewichen, da« nur er deue fern von der Donau in ausgezehrte und magere örkec zuge , unduachdeme dessen armee dadurch ruinnt, desto knauer schlagen möchte; er solle auch würcklich in so weit zu seinem zweck gekommen seyn, daß Darms,als er wall) genug des semdes lssk, und seine gefahr ersehen, mit größer mühe, aber sedoch ohne förmliche fchlacht oder niederlag die Donau wiederum erreichet; allwo iin> ter denen Astatisthen Griechen oder Iomern , welche er die drücke zu verwahren hinterlassen, ebenfals verschiedene sich gefunden hat« ten, welche anqeratdeu, daß man durch aufhebung der brückeJind wegfüyrung aller schiffen Darium Mit leinen Persern in denen Sey» tdischcn wüsteneyen solle crepiren lassen. Justmus, welcher diesen Kömg Iancirum nennet, sagt, daß Darms, nachdem er auf die Jonier ein mißtrauen geworffen, als hatten sie den feind dahin zu vermögen gemcht, die drücken abzubrechen , und der Persern rück» marsch zu verhindern, aus furcht wiederum zurück aeciler sey, und 70000 mann unter dem commanclo des Megabazi, eines seiner Generale, in Europa gelassen habe, welcher damit Tbracien und Macedonien erobert; welches alles auch von Hcrodoto bestätiget wird. I. 4. I. ll. c. 6. . * Idelphonsus, Graf von Toulouse, stehe Alphonsus. Idomeneus / ein Kriegs» Held und Fürst in Creta, welcher den Griechen in ber belagerung der statt Troia beystund. Als er von bannen wieder zurücke gieug, und »nterweges einen grogm stürm erfahren muste /chat er ein gelübde» daß er daß erste, so ihm, wann er nach Hause käme, begegnen würde, den göltern ovffern wolle. Allein es trug sich zu, daß ihm stm eigener lobn zu erst in den weg kam, da ihn zwar das unbedachlsame gelübde reuele, er aber doch selbigen würcklich opfferu wolle, welches auch gewiß ge» schehen wäre, wofern ihn nicht seine Unterthanen aus seinem Reu che vertrieben hätten, worauser sich in Calabrien begab, und äst» da eine statt bauete. m ; cklneill. Idomeneus von Eampfaco/em Lillkoi-icur und ?KiiosopKu5, War des Evicuri dtscipul, und lebte zu des Ptolemäi Lagi zeiten in der ioy Oh-inp. im 4?o lahre der stadt Nom. Er hat ein buch von dem Socrate, und eine Historie von Samothracien gelchrieben. in 8ocrsw LcHpicuro. /-Vvt,1.4. 8r,-.r^v I. 1F. Idra/ ist eine kleine stadt ohne mauren andern fluß Elsinan, in der schwedischen Provintz Dalecarlien, vor deren vornehmsten oct sie vaßiret. Idria, eine kleine stadt in dem obern theil des Hertzogtbums Cram, an den qräntzeii der Grafschafft Görtz, gelegen, in deren nachbarschafft stch das sehr nutzbare quecksilber.dergwerck bestndct, woraus die Holländer jährlich vor etliche tonnen golbes abholen, um, theils vermittelst eines zusatzes von schweiel, zinnobcr davon zu machen, theils auch solches an die orte zu führen und zu verkauften, wo man dessen in anderen metall-berqwercken voimötbeii hat. Al» lein da so wohl dieses, als andere gleicher ari seit langer zeit an Holländische kaufflente zu dieser ihrem grossen nutzen vers tzet gewe» sen; so baden I. K. M. i» deue» nächste» jähren solche wieder aus» lösen lassen, um den prosit für sich felbst zu behalten. * "Ideis/ em Arabischer Herr, war aus dem Hanse und der stete des Ali, und stöbe umdas jähr Christi770wegen des Abdala, ei» nes Califfs in Syrien Verfolgung m Asricam, da er dann in Mau» ritama Tinqitana, oder in der westliche» barbarey lehr freundlich aufaenommen wurde. Weil er von dem Mahomec herstammele, wurde er von allem volcke vor einen Heiligen gehalten, und daher» auch für einen Fürsten oder Califf erkannt. Er war der erste, wel» cher die Nabomctamsche lehre iinrer thuen cmfudrele. Mir enier Christlichen sclavm aus dem geschlechte der Gothen zeugece er einen söhn, mit namen Iris, so einer der mächtigsten Monarchen in A> frica wurde, und erbauete Fez. ckck,-^/-, 1. 2. Idro / lat. Grus, ein städtgen in dem gebiete der Vcnetiani» scheu landschafft Brescia. Einige leiten den namen her von der grossen schlänge, welche der Griechische Hercules in dieier ge» aend soll erlegt baden, andere aber von dem ivort wasser; weil eine ste dabey liegt, welche davon ksgo ci'Jdro genenncr wird. Dieser grantzet oben an das Bißthnm Trident, und ist nicht aar weit von dem b-ago cll Garda entfernet. Die lange desselben träat 7 bis 8v"o, die bre-.te aber etwan 2000 schritte aus. Mitten hindurch läufst der fluß Chlcsa. 8ck-mxlatr ci« leriegs IN Icsi-en p. <;4Y. "ldssein, ist ein Nassamsches städtgen ohnftrn dem Rhein, IN einem uiiiaen rhal gelegen. Es liegt an der Catzenelenbogischen aränne eine halbe stunde von Schwalbach, und ist bißhero eine fellve m einer Fürstlichen linie aus dem Hause Nassau, welche daher Len mtien fflMt. N>cl>t weil davon liegt das hauß Adolphseck, welches der Kaystr Adolphus auf einem runden hohen festen er» bauet hat. Doposr.HLff p.tt. / ist eine Fürstliche Nassauische linie, welche aus der -°-;aarwrucksschen entstanden. Der stiffter derselben war Johannes, Mruf k dwias von Nassau.Saardrücken dritter söhn , welcher zu stine n an hllldw Herrschafft Jdstein und Wisbaden erhielte. Er war den 24 nov an. 16°; gedohren, »nd hinterließ von lemelibey. den aemablinnen Sibylla Maqdalena, Marggraf George mie» dr chs von Baden tochter, und Anna, GcafPbillpv Georgens von Le ninqM'Daqsbilrq tochter, verschiedene kmdcr, worunter Gu. üavus AdoWhus gedohren an. iü;2, an. 1S64 m der ichlachtbey 8 k^ottbard blieb. Friedrich Ludwig gedohren an. -6;z, starb an iür6' und Johannes gedohren an. rü;8 , starb an. iS^8, der lüngste söhn ade/ George August Sanzuel, überlebte ihn. Er war idu jea 90g stebohren, wurde an.-688 in den Fürsten« sich m selbigem tahre nnl Henrielta Albrecht Ernsts von Oettingen tochter, mit wel» ^ kmrer gezeiiget, darvo» aber die Printzen gestorben sind. Er hat an. 1721 gleichfais sein leben beschlossen, kurox. Kerotll r. I P. 628. oouveeLinen von Luroxg.. * I'duuir'a/ eine Provintz in Palästina, so in der schrifft Edom genrnnet wird, lieget zwischen dem steinigten Arabien, Judäa, dem rothen meerc,und der mittelländischen seenuid bat verschiedene stäb- ^ Hauptstadt darunter ist Gaza oder Gazara, woselbst Cambyses leinen ichatz ließ, ais er Egnvteii ellinebmen wolle. Die Jdumaer stammeten von Esiu JsaacS ältesten söhne ber. Weswe» sten Gott den Jüdcn verbot, daß sie selbige mchl hassen, noch bm übrigen Heyden gleich halten ,ölten, well sie ihre brüder wäre». David überwältigte ste, und als sie nachqehends wieder abgefallen waren, brachte der Kömg Jofaphat sie nebst den Ammonüern wun» derbarer weise wieder zum gehorsam. Hierausfieien sie nochmals zu Kömg Jorams zeiten wieder ah , wurden aber aufdas neue be» sieget und gedemülbiget. Allein da die Chnldäer unter dem Ne» bucadnczar Jerusalem belagerten, schlugen sie sich zu ihnen, daher entstunden die in den Propheten hin und wieder befindliche klagen, weiche ihnen die göttliche strafe andeuteten. Wie es denn nach Hlcronyml bericht, würcklich geschehen , indem sie in eben diese!» bige dlmstdarkeit gerielhen, worein sie die Jüden bringen helffen. In den nachfolgenden zelten bekriegte sie Hyrcanns, und brachte es dahin, daß sie die Jüdische lehr niusten annehmen, in welcher sie nach von der zeit an beständig verbliebe» sind , auch in der letz» ten belagerung Jermalem diese stadt mit nicht minderem eifer gc» gen die Römer beschützet haben, als die Juden. «rs//«§. oHs-E. 7^7. in den. noc. orb. Anr. I. ;c. 14. * kOV8, heist der 1; oder i 5 tag eines monats, und kömmt her von dem alten Lateinischen Worte iciuai'e > gleich machen, weil die läus dre monate fast m 2 gleiche theile unterscheiden. Denn in dem rnarrio, maio, ju>!0 und oÄobn sind die Icius die I«tage, in den übrigen aber fallen sie ansden 1; lag, gestalt sie allezeit 8 tage auf die nona; folgen, cslenciLr. ffona. Ne ann. Lj inens. Korn. ankig. kdoin. I:b. 4. csx. 4. i^nr. snc. Z.oir>. Jeanes/sHenry)ein Engl. Geistlicher, kffag'ilffrckniumvoll Allcnsay m Dvinmerset, gebohren ungefehr an. iün, studirte in Opsiurt, allwo er ein guter lliffuisio,- und berühmter Prediger ab» gegeben. Vorher bediente er andere kirchen , als zu Kingston, zu Chedzsy, rc. Zu ansang war er der Lp>lhox-»I-kirchcn zugethan, und eifrig für die impositionewnach lesnng aber derPuritamschen bücher fiel er bieteu zu. Er war ein guter lvlerLxhvücus, und controversist, von freudigem geist und ein Verächter weltlicher dingen; schrieb in Englisch viel fachen,als wider Haw.mond und J.Tayior; ic. cn, kra« ctat vvn enthalimig von allem schein des bösen, 1640. /t vmllicsiion c>i O. Dvviki. Lgainlt si. üooclvvili, tol. Daß der Mangel dts kirchen» rcglments kein gültige »rjach der absönderung vo>n he,!, abcndmahl sey, 1650. iVlixiure ockscholaiiical wild pr^ötical Oivinir/, jn zwey kdeileu , 4.16;' , rc- starb im aug. iüür. ' ^7. lllff öe sue. Oxou. Le alrunlle. * Jeannin/ (Petrus) Freyherr zu Nasry lind Cbagnv, Präsi» de»t des Parlaments von Burgund. Er war an. 1; ?9 zu Antun in Franckrelch gedohren, und wurde anfangs Advocat zu D»on, auch machten ihn die Stände von Burgund zu ihrem consiilcnten- Als an. 1572 ber befthl nach Duo» kam , die Hugonotten daselbst gleich als zu Paris zu massacnren,widersetzte er sieb inir aller gemalt. Bald darauf wurde er Cantzley-Verwalicr in Burgund, Paria« mcnls>Rath,ui!d letztlich Präsidente.Zur zeit der lligue schlug er stch i t84zu selbiger,und war ber Ligiilsicii geheimster consulentc, wurde auch von dem Hertzvg von Manie an. 1591 an den Hertzsg Carl Emanue! von Savöyen , und ferner zu dem Könige Philippe II m Spanien geschicket.Er befand sich a».i;s4 in der stadt Laon, als sol« che von dem Könige belagert wurde. AIs aber nach der fchlacht bey koniLme IchÄiwoilh die lligue einen ziemlichen stoß bekommen, und König Heimcsts IV in Burgund eingerücket war, suchte ce ihn auf allerhand weise zu gewinnen, brachte es auch dahin, daß er sich ihm unterwarff, worauf er zum obersten Präsidenten in dem Parlamente von Burgund gemacht wurde. Er muste alsdann meist um den König seyn, und wurde in den wichtigsten geschafften ge» brauchet. An. 1602 wohnele er den Snvoyischen tractaten bey, und an. 1607 den Nlederlandisshen, in welchen der 12 jährige stille» stand mit Spanien geschlossen ward, die er auch beyde, sonderlich aber den letzteren sehr klüglich zu stände bringen helffen. Er söhne» te an. 161; dm Printzen von Conbe mit der Königlichen wittwe, Maria Medicäa, aus, wurde aber noch in demselbigen lahrePvtt dem amte eines Königlichen Raths abgesetzet. Nachdem König Ludwig Xlll zu der reqierung kam, setzte er ihn in seine vorige würde ein, vertraiiete ihm bas finaiitz.westn, und brauchte ihn m wichtigen Verrichtungen. Er starb endlich den ;i oct. an. 1622, und ward zu Antun in Burgund begrabe». Seine vornehmsten Verrichtungen sind in einem buche unter dem litul: les negorisaol» clu preiillem lle siesnnin, zusammen getragen , aus welchen lenke, id m staats.sachen zu dienen, und insonderheit zu schreibe» haben, gar vieles erlernen können. Komm« illuikr« x. 1 x.78. «« Iebus, Canaans söhn, war der stamiwvaterves volcks, wel» chesben namen der Jebusiter führete, und Jerusalem Jebus nen» nete, wie 8. Hieronyinus berichtet. Sie knnten vor Davids zei. ten nicht aus Jerusalem vertrieben werden , und wir lesen nicht, wo sie nachgehends hingezogen ; wiewohl Eßdra ihrer zu ge» dencken 9O4 iec red beuchen scheinet. >e> >8. 7«che. i, 19. 2 -äE. s. 7 ö^»le/. "sechs,iias oder Jehsjachtm / ein König in Juda. Die bü. cheroer Könige nebst Iercmln geben ihmd!e,en lctzternnamemder erste aber wirb ibm von dem Evaiigelisten Makkhao beygeleget. Er warJoaänms söhn , weicherm, andern iahrc seiner rcgiernnq die Königliche gemalt mit ibm theilcte. Er fieng aber an alleine zu regieren im ,4; ;stcn jähre der weit. Mein das jähr daraufkamNe- bucadnezar, nahm ihn und seine muttcr nebst seinen wetbern, käm» merlingen , und andern grossen Herrn des Reichs, gefangen, und sühn te ste nach Babylon, woselbst sie in der qefangenschafft biß an. ;47r blieben, da Evilmerodach, nachdem er seinem vatcr ge- folgt, den gefangenen König von Juda unter die vornehmsten Fürsten seines Hofes sttzetc. 2 -Vcx. c. 24. 2 c. ;6. 4 v. ,2. Decker/ einfluß in dcmStifftLttttich, welcher in Brabant, a» den grantzcn der Grafschafft Namur, bey emem kleinen ort, Latin genannt, entspringt, hernach bey Boret,wvrn und Tongern vorbey länffl, zuletzt aber bey Masirich m die Maaß fallt. Iecsirn/ war einer von den 4 söhnen, welche Abraham von der Kemra hatte. Erzeugeteben Seba, von welchem ein theil der Araber, und Dedan, von welchen, die Dcdanäcr abstammen. 2s 2; 85 49. 'Fcdburgh/ siehe ^edburgh. ^eddo, ist die haupt.siadt m Japan, und des Kavsers resi- dentz. Sie lieget an dem ufer des silijseü Tonkaco oder Toukou, na» he bey einem grossen meer bustn, der wegen des vielen jandcsnicht liess ist, wcßwegen auch keine andere, a>S gantz kleine schiffe da» selbst hinkommen können. Es giebt allda viel fische. Die Häuser dieser statt sind von leim getrauet, und nnt hvltz gedeckt den regen abzuhalten. Es giebt auch allda viele pallasie vornehmer Herren, die lehr prächtig ausgeführet sind. Unter den thorcn ist Das grosse oder sogenannte Karger-thor, weil der Kayscr dadurch zu feinen pailästen gehet, scheus würdig, welche, gleich wie auch der andern Könige », Japan ihre, meistcnthcils aufden höchsten örtcrn der stadt zu finden sind. Aufder einen leite dieses erhobenen Platzes stehet ein lusk-lburm, so der Kaysers-ihurm genannt wird, und un. ten an dem berge ist ein sehr prächtiger lcinvcl, welcher vor so heilig gehalten wird , daß niemand, als der Kayscr, nebst denen von dem Königlichen stamme und den, ärckwonre oder dem obersten Priester hinein achcn darff. Der straffe» in der stadt sind sehr viel, unter welchen die meisten 180 clle» lang sind; eine aber darunter ist bey nahe eine Tcuklche weile lang. Sie haben daselbst beydes Wider feuersmolh und diebe eine sehr gute anstalt, sintemal auf jeglicher straffe ein oder mehr Magazinen sind, wohin sie gleich ihre be» stcn fachen schaffen , wenn etwa fciicr auskömmt, und zu ende jeglicher straffe sind gewisse wach-pfortcn, wo alle nachte wache gehalten wird, um zu verhindern, baß ma» bey entstandener fcucrS- brimst nicht aus einer straffe m die andere lausten und die diebe nicht entwischen können. Der Kayscrlichc paUasi zu Jcdbo ist mit; wällen und ; graben umgeben. ES sind viel prächtige znnmcr darinnen , unter welchen das erste 2 geschoß hoch, und von den andern durch eine reiche göldenc gardme unterschieden ist. Zwischen dem ersten gemach »iib dem ersten walle ist die lcid-wachc, welche aus ;oOberrichters von der Königs-banck An iü 84 , da er vermöge der zuletzt crwehnten.function die aewöhnMe circuimr hielt, brachte er es mit drohungen oder aufandere att dahin, daß viel städte und corporLiioner ihre ckrmes oder privilcm- dem Könige auslicfferten. Nachdem Jacvbus II den Enaliscdm thron bestiegen, meiste er an. ,68; auf dessen dcfehl m den mv ». tzen herum ziehen, und über diejenige, so es mit dem Hertzvae m Monmouth gehalten,gerichtlich verfahrenzda er dann aufeinegM unglaubliche art sich strenge erwiest, und nach seiner zunME sich dcrühnite, er hätte mehr leute durch den hencker hinrichten las. scn , als alle Richter in Engelland, seit Wilhelmi des ervdmrs zeiten. ES ist auch dieses einiger Massen wahrscheinlich, weil»»- an den beyden ortenTaunton undWcllsrz? Personen aufsemen auz. spruch gekeucht und gcvierrheilt worden. Hicrbey ließ er zugleich eich unverantwortlichen geitz dlickcnzinmasseii er unter andern vv» einem eintzige» Edelmann 140s--pfiind steriiuqsgenommen, um ihmdas leben zu tristen. Gleich »ach dieser blutigen expedition machte ihn der König zum Lord-Eantzlar von Engelland, und an. iszs er. nennctc er ihn zum dcysitzer der wider die landes-gesetze ausgerichie« ten geistlichen comiffion.Jn diesen beyden ämtern beförderte er »ach allem vermögen,lind zugleich mit einer unerträglichen unbescheiden- heil, die vo» Jacobo H zu Unterdrückung beydes der Resormirten reliqion und der srcyhcit gemachte auschläge. Dannenhero, als die Englische nation solches joch von sich abzuschütteln suchte, und an. ,688 dcrPrintz von Oranien deßwegen der stadt London mit scmer armer sich näherte, war er einer von den ersten, welche sich nach der flucl-t umsahen. Allein da er sich nach gelegcnheil mithat , nut einem sahrzcuge nach Holland oder nach Hamburg sich zu retirlren, ward er den ,2 dec. zu Wavping in einem kleinen Hause, als ein dooisman» gekleidet, crtapt, mit genauer noth dm Händen des auf das äusserste wider ihn erbitterten gemeinen vM entrissen , und gesanglich in den rovrr gebracht. Dasilbst zcZ er sich durch unmäßiges lrinckcn ein hitziges sicher zu, woran erdcii 28 april an. ,489 mit rode adgieng, worauf man ihn indercapM des rover, nicht weit von dem grabe deß Hcrtzogswvn Monmoulh, beerdigte. Den ü nov. dessclbigcn jahrs rcsolvirte das imterhauß des Parlaments, daß mau nicht mir seine guter einziehen, svndem auch sem gedächlniß aller ehre unwürdig erklären solle, und den r; may des folgenden iahrs ward er in der Königlichen Lmnellle -ä- ausdrücklich ausgenommen. Man findet nicht, baß er von sei»» gcmahlin, welche Anna geheißen, einige kinder nach sich gelassen. r. 1'lieLrr.lkurop. t.iz. l,elp ro LnglirbUtkor)-. ^egenstorff, ein schloß, torff und berrschafft ; stund W Bern an der Landstrasse zwischen Bern und Eololhurn gelegen, gehörte vorzeiten e»,em adelichcn baust, so daher den nanu» ge- sührel. Aus deine lebten Hug an.,,8,;Enno an. irzo; Heinrich an. 1277. Nachdem käme diese berrschafft an die edlen vo» Er» lach, welche selbige länger als 180 jähr besessen, ferner an ttr edlen von Dicßbach, und von diesen durch hcyrath an die edlen M Bonsicttcn; so dann durch crbfchafft an die edlen von WailcMyl, von denen sie endlich durch kauff an. ,720 an den ictzlmallgc» vr» sitzer Friedrich von Erlach gelanget, welcher auch seitdem da» schloß stattlich reparirci, lassen. * ^ehu / war der ,ode König in Israel, Josaphats W, »nd Nimsi enckel. Er wurde durch einen schülcr ocs Propheten ssW- aufGottes dcfthl zum König gcsaldct, um das hauß Ahabs auszurotten , welches er auch that. Denn er erschoß Joram mt «in Pfeile, tödcctc Jcsabcl, und darauf erwürgctcn die grossen zu^a- Marien selbst 70 kinder des Ababs, damit sie dielen neuen Mig nicht zu ihrem feinde haben möchten. Nachgchcnds sicllcke er M, un, die Baals-Pfaffen, so bcn Jesabcl in grossen gnaden siuiidc» , desto leichter auszurollen, als wolle er diesen Baal weit mehr ehrm, als Jcsabcl gethan hätte. Daher ermähnte er alle priesterdickSM tzen,daß sie sich zu einem grossen opffer vcrsamlen sollen. Nage »un alle mit einander in dein tcmpcl waren, ließ er sie durch M M ten niedermachen, und das götzcn.dild des Baals in ßnmN Mk chen, welche» eyfcr Gott selbst lobclc. Allein Ich» Dr >M gc darinnen fort, sondern ließ die kälbcr zu Dan undBmMcM ünd wurde dahcro von Gott durch Hasacl, den Komg m Lvric ' gestrafft, welcher tu sein land einfiel und daffclbige verwM' Erstarb ^.^.,178, nachdem er r8 jähr regieret halte, rt- 9. L 22, !. 6 LNl. - I ' ;i> 73 . ,, Iehu/ ein Prophet des Herrn , Hananuöbn^ Ec vcrkiiM. te dem Bacsa, Könige von Israel, altes ungluck, betraf, zuvor. Einige halten davor, daß ihn habe tödlcn lassen, und zwar in, anfange j> ; lozlcn jähre der weit. Andere hingegen vcnicmcn eil , ein Prophetc dieses namcns des Josaphats thaten beM i Wiederum sind noch andere, welche vorgeben, baß ihrer z ses namcns gewesen. ,, Jelphe oder Jußpha/ einevorstadtvEMabawdek^^., stadl in Pcrficn, ,0 von den Arnieniamichen Ehrme" . wird, welche von dem Pcrsianijchen Komse veci k » ^ , ren Sie haben allhier einen Patriarchen, welcher von dem Könige in Persien, ungeachtet er ein Mahometanischer Fürste ist, sehr respe» ctiret wird, und ir Bischöffe. An-1609 wurden 1000 Armenia» Nische Christen von dem Könige in Persien Abbas auf einmahl hin« gerichtet, unter dem vonvand, daß sie sich dem Papst unterworf« ftn hätten, p. S8- peitsch, Göltzsch» ein festes schloß und paß an der Oder in Schlesien, zwischen Breßlau und Brica, den Grafen von Sauer» mann gehörig. Es kam an. iü;4 in Sächsische und an. 1646 in Schwedische Hände, worauf es von den Kayserlichen an. 1647 vergebens belagert, und erst nach dem Westphälischen frieden von den Schweden verlassen worden, 5clll«s. cllron. Fempterland, lat. , war vor zeiten eine zu Däne» Marck gehörige Provintz von Nordland an den gräntzen von Nor» wegen, gehöret aber nunmehro seit dem an. 164? zu Bromsebroo geschlossenen frieden dem Könige in «schweben. Es ist eine kleine Provintz, stösset gegen norden an Lavvland und Angermannland, gegen osten an den Bothnischen meer-dusen, gegen mittag an Hellingen, und gegen Mitternacht an das qebürqe Scarsfielt. Das land ist mehrentheils berqigt und waldigt, und hat einen engen klei» nen sce, woraus ein siuß entspringet, der sich hernach in den 8inurn Lorknicum ergiesset. Die einwohner nähren sich meistens von dem fisch.fange. Es sind keine sonderliche ssädte darinnen, ohne allein ; schlösset, nemlich Ressund, Docre lind Ltth. 8ue> cia. öeickreiKunA 8clivveäen p. r c. z. ^ena, eine stadt, Universität, schloß und amt in Thüringen an der Saale, 2 weilen von Weymar gelegen, in einer anmuthigen ge» gend, aber mit hohen bergen umgeben. Einigen scheinet Jena der älteste ort zu scvn, und von dem dach Jemda, der unweit davon flieffet, den nahmen zu haben. Die ersten crbauer dieser stadt sind ungewiß, indem einige die Thüringer, andere die Schwaben und Hcrmundurer, oder wie es am wahrscheinlichsten ist, die Sorben und Wenden davor ausgeben, indem selbige in dieser ge» gend gewöhnet, und verschiedene dörffer um Jena herum, als Clößwitz, Eeschwitz, Osinaritz, Cunitz,Ncrickwitz, Löbnitz,u.d.g. angelegt. Und zwar, wie es fast das ansehen gewinnen will, ist aus verschiedenen dörffern eine stadt entstanden; wie denn dieses gewiß, daß die Vorstädte von Jena dörffer gewesen, auch in den alten regt» stern ihre vorige nahmen noch behalten. Es hat dieser ort in alten zeiten verschiedene Herren gehabt. Anfänglich hat selbiger den Marggraffen von Meisten zugestanden, wie denn auch Marggraf Eccardus ir, den GrafSiffrid von Nordheim an. 1002 ermordet, ailhier begraben worden. Nach diesem ist die helffte an die Gra» fen von Lobdaburg, und die von ihnen entsprossene Grafen von Arnshaug gekommen. Es bat aber Marggraf Friedrich mit dem gebissenen backen den einen vierten theil an. i zoi mit Adel« Heiken, Gräfin von Arnshaug, erheyrathet, und den ander» vierv» tentheil a». i;i; kauffweise von den Herren zu Elsterburg und Arnshaug, wieder an das Marggräfliche hauß gebracht. Als Marggraf Friedrich der streitbahre sich mit seinem bruder Wilhel» wen an. i4i i abtheilte, fiel Jena dem jüngern zu, wiewohl sie an. 142; miteinander umtauschten, dergestalt, daß stadt und amt Jena an Churfürst Friedrich den ftreitdahren, Leipzig hingegen an Marggraf Wilhelmen kam. Hierauf bekam Jena Churfürst Friedrichs andrer söhn, Sigismundlis, und nach dessen absterben Hertzog Wilhelm der tapffere, welcher auch an. 1446 mit Kayser Albrechts tochrer, Annen, hieseibst beylager hielte. Nach dessen to» de kam dieser ort an Churfürst Friedrich den gütigen, und nach die» ses absterben an die Ernestinische linie. Churfürst Johann Frie» brich ließ allda an. 1548 ein acssteinicurn anlegen,wel» ches nach erhaltenen Kapserlichen Privilegien an. i;;8 in eine völli» ge acaüemie verwandelt wurde; wie man denn auch bald einen schöppenstuhl und ein Hof-gerichte allhier angerichtet. Nach diesem ist die stadt zwar zudem Weimarischen antheile geschlagen worden, die Universität aber der Ernestinische« lulle biß jetzo gemeinschafft» lieh verblieben. Nach Hertzog Wilhelms tode ist in der unter dem hinterlassenen Printzen gemachten theilung stadt und amt Jena dem jüngsten Hertzog Bernard zu theil worden, der seine residentz dahin verleget, und erste eigene linie gesichtet, so aber mit dessen Printzen, Hertzog Johann Wilhelmen, wiederum verloschen. Es ist hierauf Jena an die Eisenachische linie gekommen, welche selbigen ort an» noch besitzet. Der ort ist nicht groß, hat ein Fürstliches schloß, und ist init; kirchen versehen, worunter die zu 8. Michaelis dre vornehmste, so einen altar hat, unter welchen man weggehen kan. Die collegien-kirche hat vormahls den Dominicanern gehöret, ist aber bald nach aufgerichteter academie nebst dem daran stossenden ge« däude darzu gewidmet worden. In dem collegio ist die bibliothet und das müntz-cadinet nicht zu verachten. Ausser der stadt findet man den Hausberg nebst dem sogenannten Fuchsthurn, den Gleiß» berg, welcher wegen der trefflichen kräuter berühmt, den Luther- brunnen, woselbst sich Lutherus öffters aufgehalten, den Fürsten» brunnen und andere; auch giebt es viel Weinberge da herum. In dem dreissigjährigen kriege hat dieser ort viel ausstehen müssen, indem er bald von den Schwedischen, bald Kapserlichen völckern ausgeplündert worden. Nicht weniger hat auch daselbst die pest zum öfftern graßiret, zumahl an. ,578, in welchem jähre man die Universität nach Saalfeld verleget, und an. i6zü. An. i6üc> entstund allhier ein hefftiger stubenken tumult, so aber,nachdem die ra» dcisführcr theils darinnen umgekommen, theils gefangen weg» steführet worden, sich bald wieder gestillet. geo- xeLpkur Le Lrckueäu; feneotir. kissor. lempli lenenllr. mercLA'ürcliAlceiisn cler 1.snÜArstiictiL6c Iliüringeu. saus!. §sxoN« Hur. rer. Illur» TZena/ (Gottfried von) Königlicher Preußischer geheimder Raty und Cantzler in dem Hertzvgthnm Magdeburg zu Halte. Er war den 24 nov. an. 1624 zuZerbst gcbohren,al!wo sein vatcr und grvß-vater Ober-Burgermeister gewesen. Seine vorfahren haben sich erst in der Grafschaffl Schwartzburg und in Thüringen aufge» hallen, indem iz kecuioaber indemErtz-Stifft Magdeburg nie» dergelaffen. Nachdem er auf dem zu Zerbst, wie auch zu Wiltenberg, Marpurg und Giessen studieret, wgleichen die Niederlande, Engelland, Holland, Frankreich »nd Italien durchreiset, ist er von Churfürst Carl Ludwig von Pfaltz zum krotessore ssris zu Heidelberg, und hernach an. iüs; von Churfürst Friedrich Wilhelmen zu Brandenburg zum krot'essore zu Frankfurt an der Oder verordnet worden. An. 1662 wurde er zum geheimbdm Rathund Cantzler des Fürstenthums Minden gemacht, auch bald hernach als Abgesandter nach Regenspurg, unv von daraus an die Churfürsten zu Mayntz, Bayern und Psaltz verschicket. An. iü8e hohen gerichte fertiget.* 'Jencköping/ oder Ieneköping, lat. lenecosss, eine Schwe» dische stadt w Smaland, so eine Provintz von Ost-Gothlandisi. Sie liegt am südlichen uftr des sees Meter,ist gautz von boltz ge« bauet, und 17 Teutsche weilen westwärts von Calmar entfernet. Der ort hat keine mauern, aber das schloß ist mit einem aufgewors- fenenwaü verwahret, und an einem see gelegen. Die stadr beste» bet aus einer cintzigen langen gaffe, welche mit lauter handwerckern besetzet ist. So macht man auch daselbst feine lapeten. Die Kö» ujae hielten vorzeiten allhier ihre zusammenkunffle; wie denn auch Steno Sture an. 1 z«; hier eines jähen todes verstorben. Als der König Christianus IV in Dännemarck an.iSir Jeucköping einneh» men wolle, haben die Schweden das schloß selber in brand gesteckt, die ftstung aber noch conserviret. 8uec. keLreLanZ tzokvveäen l?. p. 7-. 'Xenckrvitz,Iencowitz,eine uhralte Adeliche familie inSchle« siewlstaus dem qefchlechtderer vonHabdanck in Polen entsprossen, und schreibt sich aus dem haust Goldschmieden in dem Breßlaui» scheu. Laurentius Nicolaus von Jenckwitz auf Poslauiz zeugte Mit Barbara Weigelin, Petrum und dff Ambrosium. Dieser starb an 1477 als Lanonicus des hohen Dom-Stiffts zu 8. Jvhannis in Breßlau. Jener aber hinterließ 2 söhne, Pclrnm und Nicolaum, davon der erste an.1521 als Lsnonicus zu Breßlau, der andere aber an i<-;7alsLanbes»HauplmanndesBreßlauischmFürstenthums verstorben. Sein söhn Abraham von Jenckwitz auf Goldschmieden, Jarau, Kutsch und Baumgarten, gicng an. iüv6 als Landes» Haupkmann des Breßlamschen Fürstenthums mit tode ab. Lcllles. curiok. ^enisceV oder Jenci/ ein siuß in der nördlichen gegend von Mvscau, in der Provmtz Lovia, nahe bey dem vvlcke, Tingöses genannt. Er bat aufder vst«feite grosse berge, aufder westlichen aber eine grosse und sehr fruchtbahre ebene. Man sagt, daß dessen lauf sich so weit erstrecke, als des siusses Oby, und daß er in vorigen zeiten fast 70 weilen lang in das land hinein geflossen. Letcllreibuog d/lolcau. "(enischius/(Paulus) wurdeden27jun.an.iss8 zuLintwer- pevgebohren. Er war sehr gelehrt, und verstund verschiedene sprachen ; jedoch weil er ein buch unter dem tikul ckeisuruL animsrum« geschrieben, wurde er vertrieben, und muste gantze so jähr biß an seinen tod im elend oder doch ausser seinem Vaterland zubringen,wiewohl er dabey eben nicht sogar unglücklich gewesen, ober sonder« bahre noth ausgestanden. Er lebte auch biß an sein ende in gutek aestindheit, und brachte seine zeit mit leimig heiliger schriffr, der mu» sie und mecksmc zu. Er hatte 19 kinder, von welchen nicht mehr als 4 lebten, als er starb. Er wurde in dem letzten jähre seines lrbens von einer kranckbeit hart angegriffen, und starb den 18 dec. an. 1Ü47 zu Stultgard unter sehr grossen schmcrtzen. epilk. 190. * "teMa oder Ienitza, eine kleine stadt in Macedonien, so voik denTürckcn erbauet worden, und zwar an dem orte, wo vorzeiten Peüa, des qrvssen Alexandrt qeburts-stadt, gestanden, an dem Thcss Alonsschen meer.buscn, zwischen den flussen Bcvoda und Castora. Sie liegt rg weilen südwärts von Tbeffalonich,und eben so weit ostwärts von Edessa. "lens/ oder Gens, auf Ungarisch Deßne, ein befestigter ort in der Ober.Ungarischen Grafschaffl Owo, zwischen den beydm llüssen Fekete Keres und Fekier Keres, nahe bey Giula gelegen. An. 169; den 28 may musten ihn die Turcken mit accvrb an den Prm- tzen Carl Tdomam von Lothringen, welcher in abweserchell des Generals Heüßlek die Kaystrliche trvuppell cvminanbllte, er» U theil. Dvyyy Fen» 9v6 ieli iep ier s^«"rkVL 5 , eine gewisse art heyd,«scher leute in Indien, und zwar sonderlich in dem Königreiche Golconda glauben nur einen Gott, wie auch der leelen Unsterblichkeit, halten aber davor,daß stlbiaeaus einem leibe in den andern wandere,haben dahero einen absehen an allem blntvcrgiessen, wollen auch keine un» vernünftigen lhiere todten, aus iurcht iieinlicb, daß l>e clivan drm» neu ihre vater oder freunde zugleich todten mochten. In ihren re» ligionen werden sie von ihren sogenannten Bramtns oder lehrern regieret, X/s«cke/,/t> rom. 2. 'Jenupar, eine Indianische stadt und Königreich, innerhalb der halb'inlül Pisse,t des Ganges, in dem lande des grossen Mogols. Die stadt liegt an dem fluß Eoul, unten an einem gcbürge zwischen Delli und Lahor. Ausser dieser stadt liegt auch Niconvat, nebst einigen andern örtern mehr. "Jephtha/ war der yte Richter in Israel, welcher dem Thvla und Iair im amte nachfolgte. Er war ei» söhn Gileads, von ei» ncmkebs-weide, weswegen ihn seine brüder nicht unter ihre zahl haben wollen. Man sagt, daß er sich darauf in ein gewiß land begeben, welches in der schrigt Tob genannt wird , und daselbst das Haupt über eine räuberilchc rotte worden sey. Als sich nun die Jüdcn von den Ammonitern unterdrücket sahen, nahmen sie ihre zuflucht zu Jephtha , wegen seiner erkannten tapfferkeil; welcher so dann ein grosses Heer zusammen brachte, damit K 284? wider die feinde des volcks Gottes zu felde zog, und ein gelübde that, daß er, wofern erben sieg erhielte,, daS erste, was ihm bey seiner zurückkunffc in den weg kommen würde, dem Herrn opfern wolle. Darauf schlug er die Ammoniler, fand aber bald Ursache sich sein unbedachlsamcs gelübde reuen zu lassen Denn da er zu» rück kam, gienq ihm seine eigne tochter > welche von Phtlone Scla genennet wird) mit grossersreudeentgegen, und kam ihm also zuerst in den weg. Dieses kränckte den Jephtha hefflig, so baß er ihr mit grosser detrübniß das gethane gelübde kund that. Die jung» srau aber bat den vater inständigst, daß er selbiges erfüllen möch» te, welches denn auch nach 2 inonatcn, die sie sich zu bewcmung ihrer iimgfrauschafft vorhero ausbat, würcklich geschahe. Im» mittelst fieng der gantze stamm Ephraim an, auf den Jephtha zvr» mg zu sevn, weil er sie nicht mit in den krieg genommen, so daß sie auch würcklich wider ihn rebcllirte». Allein Jephtha schlug ihrer 42000. Die gelehrten führen über bemeldres gelübde unterschied» iiche mcyuungen. Einige halten dafür, daß es vor unbesonnen zu achten, und dessen Vollziehung sündlich gewesen sey. Andere hi». gegen behaupten, daß es Gott dem Herrn gefällig gewesen, und durch reqierung des heil. Geistes geschehen, womit, nach dem zeugniß heiliger Schrift dieser Richter erfüllet gewesen. Andere hingegen halten davor, baß die tochter Jephtha nicht geopfert, sondern nur zum dienst Gottes gewicbmet, und an einem gewisse» orte verschlossen worden, wo sie ihr leben in stetiger iungfrauschafft habe zubringen sollen, vermeynen auch, daß wenn man den gründ» text recht betrachte, nicht zu beweisen sey, daß man sie würcklich geopfert. Jmmitkelst baden die Israelitische iungfraucn alle jähr an einem gewissen orte sich versammlet und sie 40 tage lang bewei» net- Agamemnon lebte ebenfalls zu dieser zeit, und cö halten ei» nige davor, daß selbiger dieser that nachgeahmet, da er seine loch» ter Jphigcniam vor das Griechische Heer geopfert, andere glau» den mit einiger Wahrscheinlichkeit, das gantze gedieht von aiiffop. ferung der Iphigeniä durch ihren vartcr habe sturen Ursprung aus der degebnus der tochter des Jephtha gehabt; um so mehr, da der uame Iphigeniä, aus dem wort i-§A,. so eben in Gric» chischer sprach des Jephkhcs tochter bedeuten kau, scheinet ent» standen zu seyn. Jephlha starb Xl. 28,-4, welches das sechste jähr seiner regierung war. csp. n. . cliscrib. cle voco fsphchik. cllss. cle voro feplubsr. in club. vcxar. p. zgS ke-z-z. Le in pecul. ciistbrc. ^uoe iub^unÄ» ett ipiiux äubiir. * Jeremias, ein Prophet aus Priesterlichem stamme. Er war des Priester« Lilkiä söhn, und fieng im 1 z jähre der regierung Jo» siä an zu weissagen. Das unglück aber, welches Jercmias und die Prophetin Hulda den Juden braueten, kam unter dieses Kö» nigs regierung noch nicht. Als nun diese seine Weissagung vor Jo» achim'gekommen war , welchen der König in Egvvten auf den thron Juda gesttzt, und selbiger also von dem unglück körte, so ihm darinnen prophezeist worden, schnitt er die schuft mit einem fe» der- messer cntzwey, und schmicß sie ins feuer. Allein Gott befahl dem Propheten, eben dicselbige dräuung m ein ander buch zu schrei» den, und noch mehr darzu zn thun. Jmmittelst brachte dieses die Jüden wieder ihn in den Harnisch , so daß er drey oder viermal in ein gcfängmß geworfen wurde. Als die bofleute des Königs Jede» kia es nicht vertragen kunten, daß er, ohngeachtet seiner gefangen, schaff!, die Juden noch immerfort wegen ihrer fünden strafte,und ihnen die göttlichen strafgerichtc,so ihnen über dem hanple schweb« ten, vorhielt, so warfen sie ihn in eine tiefe grübe, die voller schlämm war, allwo er unfehlbar umgekommen wäre, woftrne nicht ein mohr,iml namen Edcd.Melcch,welcher wegen seiner vcr» dienste an des Königs von Juda Hofe in grossem ansehen lebte, von Zedekia urlaub erhalten hätte, den Propheten aus dem dcmcldce» orte heraus zu nchmeii. Nachqehends eroberten die Babylonirr, nach Jcremiä Weissagung, die stadt Jerusalem, da ihm dann Ne» buzaradan, Nebucadnczars General, freyheit gab, entwetcr mit nach Babylon zu ziehen, oder in Judäa zu bleiben. Darauf er» wählte der Prophet das letztere, um mit vor des allda noch übrigen volcks Wohlfahrt zu sorgen. Er gab Gebaljah, dem binterlassrnrii Louvei-neur in Judaa, einen guten rath, welcher aber solchen aus dem sinne schlug,und mit allem seinem volcke gctödtet wurbc.Nach» sehenbs suchten die Jüdcn, weil sie sich vor des Königs zu Babel ier ?ete, grimm furuM», ,>^011-0« vurcy eine sucht m Eavvt,n mias widersetzte sich zwar diestm ihrem vorhaben, so n, . n"" allein sie führten beyde ihn und Barucb mit sich bmmea pten straffke erste nach seinem gewöhnlichen eystr, ,neuen göttercydermassen, daß sie endlich solches nicht länq^ ten, und ihn dahero m der stadt Taphnea lvl. . . Ä 4; ol/mpiacle zu wde gesieiniget haben sollen. Evivhaiius die EgYptier annoch zu seiner zeit viel von ihm gehalten ^ seinem grabmahle gar grosse ehre bezeiget. Victorinus Marn,?° ber hält davor, er sey noch nicht gestorben, sondeniweL Lst „och aufdehallen, um bey der well ende den Amichrist Auch werden ihm noch andere bucher zugeschrieben. Ls, ! « ' -je virnpropkemrum. V , /«L. -Mc. bibl. enckirillmv'"^ Jeremias I. ein Grieche undPatriarch z„ Constautinovel/suc» cedirle dem Theolepto um das ,ahr izro. Das solaende iabr r-, stte er nach Jerusalem, das heilige grab zu besuchen d, n d .' gleitende clerijey aber wurde unlcr sich uncins, so, daß ein L wiederum davon zurück nach Constantinopel kehrte. hatte einer, mit »amen Johannicns, des Jcremiä stelle em nommen, nachdem er dem Sultan ciiikn grossen tcidut versvrocdm Allein Jercmias wüste nach seiner zurückkunfft die ,achc also zu A-! len, daß er in ,emcr ehrenstelle blieb, und hingegen seine part ausgetrieden wurde. Dazu half sonderlich Idradim, d-z Sultans Groß Vezicr, der Jcremiä guter freund ivar, Man sM, daß bcr Turcklsche Kayser lhn nöthigen wollen, eben so viel zu ac. den, als Johannicus angeboten, und daß Jercmias lieber se,» amt quittiren als dieses eingehen wollen. Allein die Griechen, M,. ehe diesen Prälaten wegen seiner sonderbahren freundlichkm und deicheidenheit sehr werth hielten, widersetzten sich seinem vorhaben, mib bezahlten den tribm srcywillig vor ihn Nach der zeit gebrauch, leer seine bey den Türcken erworbene gunst, viel Übels ovittenen GriechischenChristci, abzuwenden, sonderlich alödieTürckcn weren dem von solchen bey belagerung verschiedener stäLlen cinpfnndenen widerstand einsmahls schier den emschlußgefaßt batte», dieGrie» chilche emwohner aus allen solchen ccobcrien Plätzen ausMacn, und keine andere als Türckische emwohner fürohin Larinn zu dul. den. Er starb au. 154;« 1,2 PurcoZr 6 -«-- Lc in ckron. in LNNLl. clu-on. ecclet. (inrecse. * ^ jercmias ll, war erstlich I^erropolimnu; zu Larissa, und!«, dem, ,6 lahre seinesalterü an. i;72 kurtz nachdem MctrophaukS srcywilllg abgedanckt, zum Griechischen Patriarchen erwählet. Nachgcbcnds wurde er bey dem Sultan bcschuldigel, daß er mit dem Römischen Padstc driefe gewechselt und frenndschasit Upßo> gen halte, da er dann aufdcs Sultans besevl gefangen gefitzt,und hernach an. i z8r gar ms elend vertagt wurde. Man sagt, baßber Pabst Gregor,us Xill sich sthr bemühet, ihn wiederum aussrcyen fuß zu dringen, sey auch ihn zum Cardinal zu machen gesonnen ge> Wesen, Er empfieng die ihm von den Protestanten i» Teuischland zugeschickte Augwurgische coufcstion mn groncc hößiaikest, nnb grlf IN seiner cenlur» eccleii-c orienkL>>5 ewige dinge gar deschkfi deutlich darilincii an, welches Lucas Onandcr bcantivorlele. U wurden darauf noch unterschiedene icunsilcii gewcchsest, doch ohne frucht, weil der Patriarch von stincr meymmg im aernigsien nicht ahivctchcn woltc. cbron. ecctcs. Orsccur. bist. ecclel. nov. teüsm. secul. -ä >>, 8; 2 ieczg. ^eraenberg/ siebe Ge-opgenberg. )Ierger/ siehe Jörger- ^crichau, emc kieinc in dem Hertzoqthum Magdeburg an der Elbe gelegene stadt, nebst einem amce, davon der Zerichmsche krcnß den naincn bekommen. -^ie Hai vorzeiten eigene Herren go habt, welche allhicr m dem jähre 1144 cm PrgmvnslralenfirMtt gestiftet, so aber nachgehends eingegangen, da denn desselben cn>> künffre zu der Ertz>B>schöfflichen tascl gewidmet worden. 6. 8. k'. 1. > bO§>-. Jericho, eine stadt m dem gelobten lande , ,so vorzeiten dir paluisiadthieß , weil sie rings umber mit palm>ba»me» lMMkN war. Sie lag im stamme Juda aus einer sehr schönen ebene, ro ftld'wegcs von dem Jordan und izo vonJcrnsalem, wurde von den Jebnsitern erbauet, und war die erste stadt, welche dieIeneM iliilcr des Iosna anführnng emnahmc», nachdem aufGvstcr bcfihl durch der vosaunen hall die mauren iiiedergesaUen.Dlc stadl ivme vcrdranni, alle mensichen und vich biß aif die Rabab, als welche m knndschafler aufbehalten , umgebracht, und alles silbcr »nd M nebstjaUem gcräthe dcni Herrn gehciltgct.Iosna verfluchte auchm stadt, daß, wer ihren gründ wieder lege» würde, solches fii« ersten söhn , und wenn er ihr thor setzen würde , solches fiilicn Mig' stcn sobn kosten solle, wie denn auch solches eintraf, als euuM" von Bcthcl, namens Hicl, zu ansang der regierung des MW Jssiwhar von Juda und des Königs Achas von Jeristalcm dcnm wieder zn dancn anfieng, indem er seinen ältesten Mi, nnim"» Adiram , und scinen jüngste!! söhn , Sag>>bdarüber verM. Die letzten Könige in Jndäa beflissen sich sehr diest stadl mil Mw ligcn gcbäiidcn anszuzicre»; 1a sbcrodcs von Atealon iiahni gar selbst seine residentz ,n einem sehr schönen pallastc. Es "M daselbst ein Kippocti-omux, wormnen sich der Adel im ander» dingen zu üben pflegte, nebst emem sehr prachstgu . piiirkemro, wo öffcnlliche spiele gehalten wurden. Die ab eroberten diesen orl zur zeit der unter Nespasiani regieriWM ^ ten Jüdischen kriege. D>c ebene bey Jericho ist ohMM -»« rer -m.Iang und s breit. Josephus berichtet, daß man daselbst den lchonsten dalsam gestinden, woher auch die stadl den »amen Jericho bekommen, weicher so viel heist als ein guter geruch. Heut zu tage siehet man keme bäume mehr daselbst, die balsam geben, sondern noch etliche wenige palm.bäume. Sonst giebt es alda einige wilde bäume, und unter andern eine art von psiaumen, woraus ein gewisses ol oder balsam gezogen wird, so allerley wunden zu besten Mist- In den kleinenwäldern aufbemeldterebene giebts einige kleine wiloe bäume, welche eine frucht tragen, die runden äpffcln gleich siehet, und eine gelbe färbe hat, worinnen an statt der kerne kleine iiiißgm zu finden, die so rund, wie die erbst», und sthr wohl gelchmack sind. Andere hingegm tragen rothe äpffcl, die so schön aussehen, als wann sie mit vergöldeten zinnober gemahlt wären,a- der inwendig nichts als ein garstig stinckendes Wasser haben, lind wenn sie trocken werden, so bleibet nichts als die blosse schale daran übrig. Es ist sehr wahrscheinlich,daß die scribenten diese äpffel meynen, wenn sie von einigen gcbencken , die an dem Ufer des todten Meeres wachsen, und von aussen sehr schön anzusehen, inwendig a. der voller schickender asche seyn sollen. Es wird auch von der rose von Jericho gemeldet, daß sie sich nur in der Christ-nacht von einander thue, so aber nichts ist, indem solches geschiehet, so offl man sie in das waffer setzet- Es ist dieser srt von vielen wunderwercken, si> der Herr Christus daselbst verrichtet, bekannt, indem er einen blinden sehend gemacht, auch sich in des Zachät Hause daselbst aufgehalten. Gegen die nördliche seile der stadl Jericho zu, liegt der berg Quarantaine, welcher diesen nennen daher bekommen, weil auf demselben Christus 4s tage gefastet haben soll. Er ist über alle Massen hoch und uneben, so, baß man sehr schwer zu derjenigen hole kommen kan, worein sich unser Hevland soll begeben haben. Helena, des Kaystrs Constamim kvl. mutter, hat eine capelle darauf bauen lassen, nebst einem altare, worauf zu zelten messe gelesen wurde. Man siehet hieselbst bilder der Engel und vieler Heiligen mit sehr lebendigen färben. Nicht weit von bannen ist eine grolee, die mit allerhand figuren, als der Verkündigung Mariä, der heiligen Engel und Apostel ausgemahlet ist, und sehr alte Griechische duchsiabcn in sich hat, die etwas vergangen sind, jedoch so, daß man die färbe davon noch wohl sehen kan. Einige geben vor, daß dieses der ort gewesen, wohin die heiligen Engel Christo nach seiner fasten und nach dem wider die teuflische verflichungen erhaltenen siege speise zugebracht. Jedoch behaupten andere mit mehr Wahrscheinlichkeit,daß es die wüste des Jordans gewesen, darinnen Jesus 40 tage gefastet; weil nemlich der Evangelist Marcus berichtet, daß er daselbst bey den wilden lkieren gewesen, welche aber zu diesem berge nicht wohl kommen können,weil selbiger gantz und gar unfruchtbar sey. Ohngefthr 4 oder ;oa schritt von diesem berge war der brunnen Elisa zu sehen, welcher diesen namen daher bekommen, weil besagter Prophet dessen wasser, so zuvor bitter war, süsse gemacht- Der daraus kommende strohm läufst bey Jericho vorbey, zertheilet steh so dann m verschiedene kleine ströhme,welche das land wässern, und ergiest sich endlich in den Jordan. Zur zeit der creutz. fahrte» ist dieser ort sehr berühmt gewesen, heutzutage aber ist es nur ein von etlichen Arabern bewohntes borff /-/. 4-t. 6. > /K«. iü. i, tkeafi-. rerrrc stmäse, äe la rerre saime. nor. c>rk>. ane. Ievmin / ( Michael) ein Englischer l^eologm, gebvhren zu Knvwewn in Devon den i nov. - ->90, studirte zu Ovfurt in collegro corx. Oiillt,, da er auch tocius und rnMtker schürn IÜI^ worden. Er rejsete mit der Printzeßin Elisabeth,welche an den Pfaltz- grasen verheyrathct worden, und deren Prediger er war,den Rhein hinauf und nahm zu Leiden den OoAor-grsllum in ItieoloM an. Hernach wurde er Carost I ordinari capcllan und K.eAc>r bey der Archen 8. Martin; davon er aber 1042 bey ansang des einheimischen kriegs von den Preßbyterianischen vertrieben, und eine zeit« lang in der fremde, hernach in einem dorff Kemflng im Privat» stand lebenmuste. Den 14aug. i6;y, als er von einem dorff, da er morgens geprebiget, ausben abend nach hauß reiten wölke, fiel er vom pferb, und war tob, daraufcr 2 tage hernach in der kirch zu Kemsing begraben worden. Er soll ein ehrlicher und in heiliger schufst wohl erfahrner IbeoloZur gewesen seyn. Schrieb in Englisch : l?Lrspbr3les in proverbia 8Llornon'iL. bol. lü;8. Oornmenr. in Ikcclelislkeln; toi. Oe virs Lc obiln ^oräani Lcc. ^ snüg. tiitk. «niv. oxon. * Jermyn , (Heinrich) König Carl desI Schatzmeister und Groß-Slallmeister der Königin, welche Printzeßin erinFranck- reich begleitete, da ihr gemahl mit den Parlamentischen in krieg verwickelt war. Dieses und anderer getreuen bleuste wegen machte ihn der König an. 164; zum Baron von 8. Ebmunbsbury. Er besorgte i; j«hr die verwaltung von ihren hauß - wesen, ward auch zu unterschiedenen Gesankschafften gebraucht, wovor ihn Carl H an. iüüo zum Grafen von 8. Alban,und an. 1671 zum Lord Cbam- bellan machte. Er starb an 168; unverheyrahtet. Icroboam I. König in Jsrnel.Er war Nabats söhn, und wurde von dem Könige oalomvn erzogen. Als selbiger aber vernommen, daß er sein Königreich erden würde, weil,hm nemllch der Prophet Ahia io stamme davon verheissen, indem er seinen Mantel uns stücken zerschnitten, und ihm 10 davon gegeben, so stellte er ihm nach, und nöthigte dene in Egypten zu fliehen. Nachdem Salomon gestorben, stellte sich Jcrodvam nebst andern vor dessen svhn Rehabeam, und bat ihn demüthigst, daß er doch etwas von den schweren auflagen erlassen mochte, womit sie gepreßt wurden. Als er aber eine schlechte antwort von dem Könige erhalten, fielen die!« stamme ab, und erwehltyi den Jeroboam zum Könige, wodurch dir Königreiche Juda und'Jsr.ael von einander gerissen wur. Wn. Nachdem nun Jeroboam König war, und sich bejahrte, . ^ rer 90-7 von wm Zimmer hinauf nach Jerusalem gehen'solle, ??^Pad nach wieder abfallen, und stüi m der'maM^^'^?^ würde, ließ er 2 goldene käl- ausrittn?»^ ^ Bethet, das andere aber zu Darr r^^"',uuv.brachleferneUnterthanen dahin, baß sie dabey ,h. hielten. Bald darauf schickte der />err einen a m . welcher in Jerobeams g 7 ge»E den besagten altaren wegjagte und sprach! daß ein iodn au^ dem hauie Davld gebohren werden solle, mit namen ^ostas, wel» cher alle Priester des altars, so darauf opffertc 7 , ausrotten wür- dö/ und dieses um deßo mehr m beßatiaen- aab er ein 7)^6 der altar denselbigen augenblick sich em wey st,astete 'Äst frew hett des Propheten verdroß den König dergestalt, daß erstine Hand ausstreckte, und einem von,emen dienern befahl, rhn z u are ffen. welche Hand aber alsobalb vevdvrrete. Darauf ersuchte ihn derKö- mg, baß er Gott vor ihn bitten mochte, um seinen arm wieder m heilen, dieses that der Prophet; allein der König besserte sieb docd nicht dadurch, so baß er in seiner gottlosigkeir starb, nachdem ^ ohngesehr r i oder 22 jähr regiert hatte. 1. /<ö«. n, 12,1; LeLqo 2. 9,10. ist». 8, amig. Lc in snnal. verer. reiiam. Jeroboam H, regirte anfänglich mit seinem vater Joas zugleich, und trat im zan jähre der Well die regierung alleinc an. Er war ein tapfferer Fükst, und hatte rm kriege groß glück, schlug die Syrer öffters, nahm ihnen alles wieder ab, was sie von seinem Königreiche erobert, und brachte noch die stadt Damascuü und E- mata darzu, so, daß unter ihm das Königreich Jsi aei säst eben die grantzen hatte, welche zu Salamonis zeilcn gewe,en. Jedoch harte Gölt kein Wohlgefallen an ihm, weiter abgöttisch war, erfüll- te aber gleichwohl die verheissungen, welche er seinem groß-vatcr Joahas gethan hatte. Er starb in dem 41 jähre seiner regierung. 2. 14. stb. 9 amig. i cstron. Le ä,k-Ns-'i«, snnal. üicr, V. 1. Jersey oder Iarsey/ lat. L«Hres. eine insul auf dem Britannischen meere, jö; wellen westwärts von den Frantzösischen küsten und;o mellen südwärts von Engelaut) abgelegen ist. Sie gehörte vor zelten nebst Garusey unrer das Hcrtzoglhum Norman- die, allein seit Robert,, des Hertzogs von Normanbie, und William/ des Conqueranten, ältesten jöhns tobe, sind beyde biß auf diesen tag zu der Engelländischen Grasschafft Hampshire gerechnet worden. Ihre form ist einiger Massen oval, gesrall sie von Svuthwovn-pool biß ander, berg Orgnil-castle 10 meilen lang, und von Dubon-Potut biß an Plimouth - Bay ü breit ist, in welchem bezircke kirchspiele und 2 castelle sind, nemlich Monwr- gual und Elisabeth. Das land darinnen ist anmukhig, und der erddoden fruchtbar, gestalt es gut getreide und graß hat. Die benachbarten seeu geben zur sommers-zeik einen grossen Überfluß an fischen, sonderlich meer-ayle und krebse, welche unter allen, ,0 man an den Englischen küsten findet, die fettesten und großen sind. Die Anwohner beydes von diezer und der andern insul Garnsty, sind dem Ursprünge nach Normärmer und Britanmer, reden corrupl Frau- tzösisch, und treiben einen grossen strumpff-hanbel, wie denn ihre wolle sehr fein und weiß ist. Die meisten von ihren schafen haben 4 Hörner. Es hielt diese insul bey den damahligen unruhenKö- nigs Caroli H parthey am längsten,und ergab sich nicht eher,als biß CäroluS II nach der Macht bey Worcester m Franckreich sich begeben hatte. In ansehung dessen schickte dieser Herr nach jeiner Wiedereinsetzung den Anwohnern an, iüL; ein weiß silberstück, welches von ihren vornehmsten Personen getragen werden solle. Lrit. p. 77;. Jersey/ (Neu-) ein stück von Neu-Mion in America, jö in Ost'UNd West-Jersey eingetheilt wird. Das erste liegt zwischen dem ;9 und 41 grad lmirullims kepremr. und gräntzet südwärts an den Oceanurn, vst-wärts aber an den guß Hudson. Dieses land hat eine überaus feine läge, so wohl wegen der gemäßigten Infft als fruchtbaren bobens. Desgleichen hat es einen schiffreichen fluß, und Ane bekannte Bay, Sandhock genennet, und ist reich an wall- fischen, stockfischen und grossen mackerellen. Insonderheit hat der fluß Hudson viel störe und andere fische mit schuppen. Man hat all- hier noch viele grosse eichen und andere bäume als castanien, cedern, eschen und tannen. Das land bringt viel Engelländisch getraybe, wie auch Indianisch körn, flachs, Hauff und dergleichen hervor. So mangelts ihm auch weder an allerley art von vögeln, noch an obst. Die waaren des landes sind Pferde, Ander schweine, körn, dritter und käse, welches alles nach BardadoS, Jamaica und andern dabey gelegenen insuln, wie auch nach Porlugall, Spanien und den Canarien-insuln verführet wird. Ihr wallfisch-öl und ßoß.fcdern, desgleichen ihre blber, und äffen werden nach Engelanb geschickt. Der einheimischen einwohner sind gegen die colonie zu rechnen sehr wenig, und daher sind.sie den auüiander», so daselbst angebauet haben, mehr dienlich als schädlich, so baß diese sich gar nrcht für ihnen zu fürchten haben. Die süb- und westliche gegenden liegen an der sie und am fiusse Delaware, führen den namen West-Jersey, und habenjalle bequemlichkeiten des andern theils. Die Engeiänber, welche sich allhicr wohnhafft niederlassen, kauffcn das land von den einheimischen einwohnern , wodurch sie sich ihrer liebe und freund- schafft versichern. Das land liegt insgemein hoch und gesund, und hat keine Verdrießlichkeiten von den so genannten Muskero fliegen. Man hat allhier pech, thär und hartz, wie auch ein gewiß groß thier Moose genannt, aus dessen leder vortreffliche toller gemacht werden. Die vornehmsten städte darinnen sind Shrewsdury, Mid- dle-town, Bürgin, Newarck, Elisaveths.town, Wood-bridge und Piscataway. U theil. Nvvvv» Jersey- 9v8 ier . ndee "ksriev / ( Grafen von ) in England. Diesen arosilvateraberwar vice-Graf Granden,n Irrlanv,em halb-brudcr des berühmten Georg» Villiers, Hertzogsvori Bück 8 -»,^ Nilter und Stalllneister von der Koiiigm Maria H- An. 1691 empfienq er die würde eines t'alrs von Engeland, m>l dem üul"» nes vice-Grasen Villiers von Darlsord, und eines Barons von Hoo. An. 1697 den 24 lept. ward er zum Grafen von ^cr,ev ernennet. In eben demselben jähre ward er einer von den Ober-Richtern des Königreichs Instand, lind einer von den Englischen P.enipo- tcnriarien bey den Ryßwickischeu friebciis-tractaicn. Bald darauf erhielt er den cüar«üer enies ausserordentlichen EAmballaueur; an die General »Staaten, und eine stelle in dem Königlichen geheim» den Rath. An. 169!! fuccedlrte er dem Grafen von Porliand m der qualität eines ausserordentlichcn ^mbLtiallou» an dem gran. tzvsischen Hose, und als er von dannen zurück kam, folgte er dem Hertzvgc von Slireivsbiiry in der würde eines von den obersten Staais.Seccetarien. A». >700 ward er, nebst dem Grafen von Portland, zu schliessimg der tractale», welche die lheilung der Spanischen nwiiarchie dclraffeu, alsUlemporenuanur ernennet, wie auch zum Lord-Cämmerer des Königlichen havles. Über die» ses hatte er,in währender regierling des KönigsWilhelmi ll», zwey» mahl tue ehre, einer von den Oder-Richter» des Königreichs Enge» land zu seyn. Mit Barbara, einer tochter Wilhelm' Chimns, ge» Heime» Cämmerecs bey dem Könige Carolo 1 l- zeugte er i) A»l" helmum, von dem gleich unten; rJHcnricum;;) Mariam, ver» heyratdet an Tbomam Thynne von O>d»Wi»dfor. Der alieüe >oh», Wilhclmns, hcyrathete die cuitzige tochter Frideria Herne, eines Lsguire von London, namens Judith, welche ihm WilheliNiiN! und Barbaram gebohren. /, p.; üelp. ec> Lnslud tiitior)- ^>. ;üi. vol. z. siehe villiers. Jervenland/ ein bistrict in der Liesiändischen Provintz Estland zwiichcn dem Fmnländlfchen und Liciländischen mcer- buien, darin» neu Willkiistein, Ober-Pghle», Fclin, La>s Karckus und Tarvast gelegen, l-Se-/,,-«/. Jerusalem, die haupt.stadt des heiligen landcs, so von den Türcke» Elkodl, Cuzumobarech oder Codsbacich, die heilige stabt gcnennel wird. Sie hat noch unterschiedliche andere namen, als die stadt David, die stadt des friedens, rc. Es lag diese stadt mit» tags'wäris in dem stalnme Juda, imlleriiachtwärtS aber in dem stamme Benjamin, daher selbige bald zu diesem bald zu jenem gc» rechnet wird. Sie war auf einigen Hügeln gelegen, auf deren hoch» sten, so mau die obere statt ncimcie, David die bürg Sion erbaue» te, wovon der äusserste theil, Milo genannt, von David acbauet, und deshalben die stadt David hieß. Der andere Hügel wurde Acra gencnnel, und das war das alte Jerusalem, dahero selbiges von Zion öffters unterschieden wird. Der dritte Hügel ward Moriah genennct, woraufder tempcl erbauet, welcher nicht grösser war, als daß selbiger darauf stehen kome. Nach der zeit wurde selbiger erweitert, »nd viel herrliche gcbäude mehr dabey aufgeführet. Der viertle Hügel hicß Bezetha, welches die Griechen . die neue stadt »eiinetcn, welche der König Agnppaü mit einer maucr zu umgeben, anfieng, doch aus furcht vor dein Kayser Elaudio unterließ. Gleichwohl führten die Jüden selbige fort. Gegen über lag die bürg Antonia, worzu der Hohepriester Hyrcaiius den gründ legte, als welcher ohnsern dem tempel, einen thurm bauen ließ, wörinnen er meistens wohnte,und den piiesterlichcn ornat verwahr» te. Der König Herodes aber ließ diesen lhurn zu befchützung des tempels, weit mehr befestigen, und nachdem Römische» Auto» nio, dem er sonderlich zugethan war, benennen. Es war die gan- tze stadt sehr feste, und mit einer dreyfachen mauren umgebe», in deren äussersten 90 lhürme waren, die 200 schritte weit von einau» der gesetzt, nebst einem m seifen gehauenen graben, wie sie denn die Jüden zu des K'aystrs Claudii zciten »och mehr befestigen liegen. Der tempcl war mit eigenen mauren umgeben, und diente der statt ju einer citadelle. Man hält insgemein davor, daß Melchiscbcch diese statt erbauet, und sie Salem genennet habe, woraufsie die Je» bunter eingenommen, und ein torc darinnen ausgerichtet, so sie Je» dus genennet, aus welchen beyde» namen, Jcbus und Salem das Wort Jerusalem entsprungen seyn soll. Josiia eroberte den ork, und lödtcte zugleich den Kömg Adonizedeck nebst 4 andern Fürsten, seine» bundsgenossen, die stch ihm widersetzten. Jchch deS Jostia lo. de nahmen die Jebusiler den orl wieder cm , kontcn ihn aber nicht lange behalten, weil ihn die Jsraeliten bald wieder eroberten, biß aufdie ober»stadt, welche David erstlich im 2986 -ahre der weit einnahm. Salvmo» ließ unterschiedene gebäude darinnen aufführcii, als den tempel auf vberineldlem bcrg, da vormahls Jsaac solle gc» opffert werden, den Königlichen palast, oder das so genannte häuft Libanon, das hauß der tochter Pharao und andere mehr. Nach dessen tode nahm Slsack, König in Egypten die stadt ein, und plün» dectc sie. Unter des Königs Amazla regicrung eroberte sie Joas, König von Israel; die Syrer zur zeit Manasse um das jähr der Welt ;rio, und der König zu Babel Neducadnezar unter Joachims regierung an. ?4;L. Dieser Babylonische König ließ den Zedckia darinnen, und letzte ihn zum Regenten. Allein da ihn hernach sei» bigcr zum zorn gereitzet, kam er wieder vor Jerusalem, machte alles darinnen nieder, ließ auch des Königs palast nebst dem lemvcl und andern gedanden mehr in brand stecke,die mauren niederreissen, und die gantze stadt ruiniren. Siebcnziq jähr hernach, nemlich im jähr der well;;iü schickte Cyrus die gefangenen Jüden wieder zurück rer in Iudäam, welche so dann Jerusalem und den tempel babels undEidra ansuhrung wiederum aufzubauen ansi? w- ' her daran verhindert wurden, biß endlich Nehemias an gantze werckvollendete. ^.Ast.;6>y kmn Alexander Jeru,alem, welchem der Hohepriester Jaddus die statt widerstand ergab. B. Ast. ^29 „ahm sie Ptolemäus Lagt muthet ein, und führte viel Juden mit sich weg in Eavv'm » ;8ü6 wurde die stadt von Antiocho Epiphane aberm^Mber,^ geplündert, 8°°oo Juden erwürget, eben so viele zu Scian/n macht, ,80° ceniner „lbers aus dem tempel genommeii . Ä« dem Jovi Olympio,eingeweichet, auch dasgesätz.buchve allein bald darauf nft ,ie ihm Judas Maceabäli« Hände». Andere Könige m Syrien bcinüheten sich gleichsah ge unter sich zu bringen, „e wurde aber von den Haßmonüern .5 er.defendiret. Jedoch, als Aristodulus und Hyrcaüus .v ' Ä Königreichs Juda miteinander stritten, kam Pvmpejus v 5 tE stadt, eroberte selbige ohne schwerdtschlag, weil sich ihmeHyrea«» gern unterwarff, den tempel aber nach drey monatlicher b ,am-, rung, da er denn den Arlstodulum, dessen Leute sich in dem kemr wider ihne gewehrct, nachdeme er ihren Herren schon vorder 5 sanglich angehalten halle, mit ketten gebunden nach Rom «, und den Hyrcanum zum König enisttzie. Nach diesem erhielt ch, rodcs von den Römern diese stakt nebst dem Königreiche J»oL- weil sich aber Antiochus, Aristobuli söhn, m Jerusalem fesieaeM rückte er mit der Römer hülffe davor, eroberte selbige, und L grossen schaden darinnen. Jedoch er ersetzte solchen durch die v-äcb» tige aebaude, so er wieder ausführen ließ. An. 6; unter dem land. psteger Florus, ( welcher,c,n weib dem Kayser Nero überlasse» hat» te, mithin aufdesscn gnnu sich verlassende tyrannisch und geisiare. gierte,) empörten „ch die Juden, deswegen der Käyser Vespasia. »um mit 60000 mann ins Jüdische land schickte,woraufder Jude» elend angegangen an. 67. Das letzte Unglück,so dieser stadt beqea. net, geschahe an. -0, da Tilus des neuen Kcmsers Bestimm», sch» umdieOster.zeit, als eben eine grosse mcnaevolcks von allen ende» dahin gekommen war, sie belagerte, rmd nach ausgestandener äusserster hungcrs.nolh an einem sonntage, war der4aug. des tempels sich bemächtigte. Dieser wurde in brand gesteckt, und diesolhale» bekamen von Tito erlaudniß, die stadt gleichfals zu verbrennemDas obere theil der stadt oder die bürg Zion hätte sich halten können, al. lein Gott überantwortete sie gleich,als in der heiligerer Hände,so,daß am 8 ftvt. an einem sabbaie Titus gantz Jerusalem in seinen Hände» hatte, so hernach gantz und gar in die asche gelegt wurde. Währender delagcruiig wurden 10000 mann gelobtet, und -7000ge. fange». Jedoch blieb noch ein theil der maucr nebst den; lhürme» so Herodes erbauen lassen, Hippicns, Mariamne und Phaselus siehe», damit es der Römischen besatzungzu einem aufentbalt diene» möchte. A. 1 ;r sieng der Kayser Adrianus an Jerusalem , ob» wohlc» nicht just aiiffdcm vlatz , da das alle gestanden, wieber auszubauen , und ncnnete eS Aells ospieollna. ließ überlas lhor ein schwcm in stein hauen. An dem orte, wo Christus auftt- siandcn , wurde dem Jovi eiu tempel erbauet; wo Cbristusge. creutzigct, siuudder Veneris säule. Darüber redcllirtcn die Juden mitcr dem Barcochab. Ob sie nun wol einen gewissen uiittr- irrdlschen orl hatten, wohin sie sich im fall der noth relinrc» kouu- ten, so halff ihnen doch dieses alles nichts, sonder» die Römer schlugen sie dermassen, daß Judäa fast gantz wüste wurde. Daraus verbot ihnen AdrianuS nach Jerusalem zu gchen , ia Eustdius fehl noch darzu , daß sie solchen ort auch nicht einmal von ferne, ober von einem erhabenen orte ansehen dürsten. Kayser Inlianus wolle Christo zu krutz den tcmprl wiedrr aufbauen lasse» ; allein da solle ei» untcrirrdisches feucr ledesmal des nachts verzehret baden was kagS vorhero alifgcbanet worden, also daß Julianus von stimm vorhaben absieben müssen. Der Kayser Cvnsianlinns bcstlM Jernsa- rusalcm wiedrr mit cinwohuern, und baucte »cbsi seiner muller He- Irna verschiedene kirchcn daselbst an dem orte, wo Christus gebohrt», begraben und gen Himmel gefahren. Unter des KavstrsHc' raclii regicrung an. 614 wurde Jerusalem von dem Könige in Per- sie», Chosroc l l cingenoinmen. Nachgehends au. ü;ü kam diese stadt nebst dem gantzen heiligen lande an die Saracenen, und m gantz falsch und alber, >vas mehrere scribciile» der msilercn jenen, welche sich allzu iciebt vo» dein falsche» Turpuio verführe» laW, meiden, daß EaroluslU. diese stadt zusamt dem gelobten lande eingenommen , oder gar von dein damahligen Persischen König Aaron, als cm gcschcnck erhallen dadc. Das altem ist wahr, daß Vvu dem Carolo AI. das heilige grab zu cigcn gesclicnckct mns lahr L°?> wiewohl auch dirsrr bcsil; nicht gar lang scheinet gedaurct zu haben. A». 1096 thaten einige Europäische Fürsten nach dem zu ClcmiM gehaltenen Loncillo , unter anführung Hertzog Gottfrieds von Bouillon, einen zug in das gelobte land, und eroberte» JcniMM an. 1099, woraufberübrtcr Hertzog von Bouillon Komg wurde. Nach ihm folgten unterschiedliche andere, von den Saracenen stets verunruhiget wurden. Unter reMN Guidonis von Lnsignan, welcher mit seiner gemahlin e:>vvlla^ cronc bekommen, erhielt Saladmus, Königin EgyPü'iU"^. neu unterschiedliche siege wider die Christen,und crobcrlc enonmv 2 oct. an. 1187 Jerusalem »cbst dem gantze» heiligen lanre, , auf Tvro, Tripoli, Anlwchien und einige schlöftcr, w Christlichen Händen geblieben. Der Kayser Frickerich ttr > berte zwar an. 1229 das aanizc Köniqrcichwieder, nacnleMr > kehr adcr machten sich dicTürcken an. -244 wieder An. 1288 nahm Alfir, Sultan m Egnvlcn, den CdckkcniM>M weg, so, daß sie letztlich nichts mehr übrig behielte» , c»s - p ck'Acrc, oder Prolemais, ivelchc» orr nachgehenes a». Sultan, Mclcc Arafc, Alsirs Nachfolger, belagerte, und >M 4 ^ gen, den 29 may mit stürmender halidäinbckam, da er ane e» ^ rer «er niedermachen ließ, biß auf diejenigen, so in kühnen entflohen. Seit dein Acre verlohren gegangen, so ist kein Christlich knegschecr mehr nach Jerusalem gekommen, sondern allein pilgrim. Der letzte besondere König von Jerusalem war Johannes von Brienne, dessen tochter der Kayser Friedrich II zur gemahlin hatte / welcher dadurch den titul und das wapen von Jerusalem auf die Könige von Neapolis und Sicillen gebracht hat. Es kam hierauf das heilige grab in die Hände der Egyprijchen Calisss oder Fürsten , und blieb unter ihnen biß an. i; 17, da der Lürckische Kayser Seiim sich mej. Ser darvon machte, und amtzo stehet sie unter dem Bassen von Damasco- Die neue relationen, so wir von Jerulalem haben, versicheren uns, daß diele stabt voritzo sehr schlecht bewohnet, und daß der qröste theil der einwohner auS der tolstscesca und dcu bedien» ten des Last, bestehe, wie auch, daß eine grosse anzahl von vervlx, 8Lnwnr und andern Türckischen München sich daselbst aufhalte, welche ihre mosqueen allda haben. Die andern einwohner sind Araber, Jaden, Avyßiner, Griechen, Armenianer, Marsnüen, Nesto» rianer und einige Franciscaner-Münche, welche daselbst das schö« ne kioster 8. Falvscor > wie auch noch eine andere Wohnung bey Fem heiligen grabe besitzen. Es werben noch biß äruo viel öner da» selbst gezeiget, deren in der heiligen schrifft gedacht wird. Sie ist noch die Haupt«stadt im gelobten lande, liegt auf einem ftlsigten berge, uud ist wegen der liessen thäler, damit sie umgeben, von natur veste.Sie liegt nicht mehr an dem alten orte, «»dem der Ca!« varien.derg , welcher sonst ausser der stadt war.- itzund fast mitten darinnen ist. Wenn man aufden andern benachbarten bergen ist, so hat es das ansehen, als wann die stadt in der mitten eines ->mpki- ltieam läge. Ausser ost>feite ist der öbberg, so von der stadt durch das thal Josaphal abgesondert ist, welches sich gegen norden zu er» streckt und den bach Kidron hat. Gegen süden liegt der berg Scan» dal, das thal Gehinnon aber westwärts. Das heilige grab stehet zwar unter der Türcken hcrcschafft, es haben es aber bishero die Franciscaner innen gehabt. Jedoch will noch gezweifelt werden, ob es das wahre grad Christi sey. In dem vorigen kriege zu ende des 17 leculi wollen die Türcken selbiges den Christen verkauffen; weil sie aber grosse geld-summen forderten, kam es nicht zum stau» de. * Das Bißthum zu Jerusalem. Die kirche zu Jerusalem, welche die heiligen Apostel gegründet haben, ist vor die erste in der weit zu halten. Sie wurde durch die ausgieffung des heiligen Geistes, durch der Apostel predigten und durch 8. Jacobi des kleinern martyrer-tod geheiliget, welcher der erste Bsscvoff gewesen seyn soll- Nichts destoweniger stund sie unter der von Cäsareen. Auf dem Nicämschen Loncillo erhielt zwar der Bischofs von Jerusalem den titul uud rang eines Patriarchen, je» doch blieb die jurisdiction dem Patriarchen zu Cäsareen, wie er die» selbige vorher über andere Bischöffe seiner Provintz gehabt hatte. Allein aus dem fünfften allgemeinen oder Constantinopolitanischen Concilioan «ollen, wie Wilhelmus von Tyro berichtet, die Bischöffe, nach Verdammung der so genannten ; capitel der kirche zu Jerusalem, die städte Cäsareen im gelobten lande und Scylho» polls, so zuvor unter dem Patriarchen von Anliochien gewesen, wie auch Beryius uud Tvrus in Syrien, die vorhin unter dem Bi» schösse zu Aleraudrien gestanden, uuterworffe» haben. Damit nun Cäsarea ein-eczmvslenr dafür haben möchte, so machte es der Kay. str zu einer so genannten civirme proccmiulsri, welche würde sie schon zuvorhero gehabt hatte. Diese kirche hat berühmte Bischöye gehabt, und von den Hcyden, Ketzern, Saracenen und Lumen unterschiedliche Verfolgungen gelitten. Loncilia zuIerußrlem. Das erste conolium daselbst hielten die Apostel, um einen an« dem Apostel an Judas stelle zu erwählen,da denn das loß Matthiam was. Aufdem andern erwählten sie 7 O'-aconos, in welchem es klar ist, daß auch denen gemeinen Christen, die gantz keine Priester waren, das recht ihre stimmen zu geben seye gelassen worden. Das dritte, so insonderheit der Apostel veriammlung geuennel wird, wurde um das jähr 49 gehalten, weil einige die neubekehrten Chri» sten zu Haltung des gesttzes nöthigen wollen, woraufder schluß fich sie sollen sich enthalten von dem opffer, von dem blute, von erstick» tem und von der hurerey. In dem vierten schlössen die Apostel, daß man um der schwachen willen aus dem Judcnthum die ceremo. nie» des gesätzes annoch einige zeit zulassen solle, ungefehr rm ,ahr -8. An. 1L7 hielt ber BischoffNarcissiis daselbst ein covc-lmm wegen der Osterfeyer. An- ;;; ließ der Kavstr Constantmus IA. den zu Tyro ver-sammleten Morgenländischen Prälaten anbefehlen, daß sie nach Jerusalem kommen, und allda der emweyhung emer prächtigen kirche, welche er nahe bey dem heiligen grabe auffuhren lassen, beywohnen sollen. Eusebius berichtet, daß dieser akkus mit allen kirchen»ceremonien gefeycrt worden, und daß in wahrendem feste einige von den versammleten Bistboffen geprediget,andere hm» aeaen mit einander sich unterredet, und die H. schnffr erkläret, und diejenigen, so keine gaben hierzu gehabt, die heilige läci-smema ausgespendet hätten. Als die rechtgläubigen Blsthoffe von Jeru» salem weggegangen, so hielten die Arianer, so damals Enstbianer genennel wurden» einen tffnollum, und nahmen Armm in die ge» meinkchafft der kirche aus. Andere halten davor, daß diese versam» lMg einerley mit der zuTyro, oder doch derselben fortsttznng gewe» ken . melcbe Atbanasius exorclium ssnollorum Ln.-mzrum nennet. An. hie t MaMusvonJerusalemeinens^oclum . da diejeni» aen, welche zu Tvro bey des Athanasii absetzung leiden musten, al» kes dasjenige, was sie w.der ihn gethan und geredet, öffentlich wie» derrieffen , und es der Arianer und Enstbianer gewaltthatigkert zu» schrieben ^ An 454 dielt Juvenalis, derBsschoffdreser stadt, ein concLum prssinciale, um die wahre und reine lehr daselbst wieder ier ies 909 auszurichten, und das Lonciliuin Lkrlceäsnenle eitirufübren schrieben die Bischöffe einen ss nocial-brief an die Priester Munche «n dem gelobten lande, um ihnen dasjenige, so be» schloffen worden, kund zu thun, und sie zur bestäudigkeit in der Ca. Wolischen lehre zu ermähnen. Es ist auch noch ein kvriollal - brief von einem an. ^ 18 unter des Kaysers Justini reglerung zu Jerusa» gehaltenen Loac,I.o vorhanden. Nachdem der Bischoff von Jerusalein, Petrus, vonMennas deu> Patriarchen zu Constanti» nopel, driefe bekommen, worinnen ihm drrselbige kund gethan, daß Sevems Antiochenlis, Petrus von Apamea und Zvara nebst den andern Lcspk-illr auf einem in seiner stadt gehaltenen concilio per. dämmt worden, versammlet«: dieser auch einen h nollum, worin, nen alles dasjenige angenommen und bestätigt wurde, was matt aufdem Loncilio zu Constantinopel beschlossen halte. An.-ii? wur» de zu Jerusalem ein cvncilium gehalten, welches das fünffte all» gemeine Lonollum billigte , so, daß in diesem letzten (?oi,ci!>o das Bißthum Jerusalem mit der Patriarchen.würbe begabt wurde Als manSophroniumnach Modesto an.szz zum Patriarchen erwählt hatte, hielt dcrselbige ein L.'okicilium wider die Monothelcten, und schickte ihre acken den Päbsten Honorio und Sergio von Constanti» nopel zu. Wir finden auch unter den colleÄioniKus der Lonciiio» rum einen kxnollum. welcher an.726 zu Jerusalem wider die söge» naunie Agonycliten gehalten worden, die immer stehend beteten. Wilhelm von Tvro gedenckt auch eines Loncilli, welches man an. royy/Nachdem Jerusalem von dem Hertzoge von Bouillon erobert- und Daibert zum Patriarchen gemacht worden, gehalten. Nach der zeit sind noch unterschiedliche andere versammlet gewesen, als an. 1107, an. rm wider den Kavsec HenricumlV, welcher sich der Archen einkünffle anmaffete, an. m? wider Arnoldum, wel» chen man mit gemalt zum Patriarchen machen wolle, und an.n;6 oder 1142,welcher letztere s/naclu, durch Albericum,des Padsts Ab» gesandten , zu einweyhung einer kirche beruffen wurde, wobey ein streit wider Maximum, einen Armenianischen Bischoff, entstund« Die anzahl der Patriarchen zu Jerusalein von 8. Jacvbo dem klei« nern an, welcher an.;; zmn ersten Bischöffe verordnet worden seyn soll, biß aufAmericum 11 an. 1194, welcher ihr letzter war,erstreckt sich ohugefähr auf 70. 11. iibri /k-FE« /VeÄe«. /,/>s»»s,. -kAz /ipottol. /seit«,. L'e- et-sts,. Baals-Pfaffen zu bestrafung ihrer goltlosigkeit hin» richten lassen, wolle dieses Jesabel durchaus rächen, und ließ ihm dahero sagen, daß siechn, ehe noch ein tag vorbey gehen würde, eben so lractiren lassen wolle, wie er ihren Propheten gethan, we!« ches verursachte, daß er abermals die flucht ergreiffen muste. Nach« gchends wurden die fünden Ahabs und Jesabel immer grösser, unv kam endlich noch dieses darzu, baß gedachte Jesabel den unschuwi« gen Naboth umbringen ließ, um ftinen Weinberg dem Ahab zu ver» jchaffen, darauf die von Ella propheceyele göttliche räche erfolgte« Denn Ahabs hauß kam an. ;i;8 im kriege um, und als Jehu in die stadt Snmarlen gekommen war, ließ er die Jesabel von einem seniler herab schmeißen,da sie dann von den bunden gefressen wurde« I 16,18,19- 21,4, y. /i»-«ie/. Fs/rs». Lc LM,.« sNNLl. Jesi/ lat.tLtts oder Liüum, eine Italiänische stadt in der Marck Ancona, an einem flnß gleiches namens gelegen. Sie ist von mit» telmäßiger grosse und hat einen Bischoff/welcher dem Pabst un« mittelbarer weise unkcrworffen. Jesselmere oder GiUemere, eine Ost-Jndianisthe stadt mch Königreich, liegt in der halb-insul disseil des Gasiges, in des grossen Mogöls lande. Die stadt ist groß und wohl bewohnet, liegt 40 Lenk« sche meilen von dem ffusse Jndo gegen osten zu, und fast eben so weit nordwärts von GuZurate.Jn bemKomgreiche sind noch unterschie» Vene ansehnliche örter,als NabaMpour,tt.^„L-9Ä Kitt.lvcl.Onenk. Jessen/ ein siädklein und 8upennkepllur im Chur»kreise, unv dem Chur» Sächsischen amt Schweinitz, liegt unterhalb Lochatt oder Annaburg, bey Schweinitz über, ; meilen von Juterbock. Ihr name ist aus der Wendischen spräche herzuholen, und Heister Jessen darinen eine senst./'-^-^ÄrKestr. 8sx. k.; ps§. ,54.^/- ^»Meikn. Isnä-ckron. pLA.yl. ropor;,.8ax. psZ.io?- Jessenins/ (Johannes) oder Ießinsky von Groß »Jessen, iriÄicmE vodtor, Kaystrs Ruvolphi II unv Matthiä Leib» und Churfürst!. Sächsischer HoMeckcus , wie auch und Cantz» ler der academie zu Präge, war ein söhn Balthasars Jessinsky, der sich nach Breßlau aus Ungar», woselbst sein vater Stephan Rich» ter oder Hauptmann der Gespannschaffk Thurocz gewesen, begeben. Yyyyy r E? yio ies ,,, ,x aebobre» den 27 sepl. an. rsü4, nub wurde wegen seiner gclehrsalnkeit berühmt, mclirtc sich aber gar sehr in die Böhmische rwnihe / und wurde von den Standen m gejchiett > auf iei* ner rüekreüe aefanaen aenoninien, und nach ^ölen gefuhret, iedoch balddaraufgeen einen gewissen Jtaliäner wieder ansgclöset.Als er aus dem qefangn'ß kam, schrieb er die,e 5 buchstabm an die mau« rcn - I kv-r Xt. ltck. leg. welche ihrer viel auszulegen sich bemühet haben, aber vergeblich, biß endlich Ferdinandus, Ertz-Hertzog von Oesterreich diese auslegung machte: Impei-mor lVIarüii»; Ivlents lVlaruo rnoncmr. das ist: der Kayser Matthias wird im Monat Itianio sterben. Dargegen schrieb er an die inauer: feilen, menri- r,L, rnals morre inoneri>, das ist: Iessen du leugst, und wirst eines bösen tödes sterben. ES wurde beydes gewisser Massen wahr; beim der Kayser starb im maryo, und Iessemmn ließ Ferdinandus, nach» dem selbiger bey der Böhmen Niederlage a». 1620 gefangen worden, an. iü2i zu Prag hinrichten. Von ihm sind verschiedene medicini. sehe schrifften vorhanden, als epittola cke kauguine ; lLoroLttre; , inKirurion« clururAic»; bittoriL snscomi»; rrsÄsmr enge von Smigar abge» Wildert ist. Einige stehen noch in zweifcl, ob es eine msui oder vcst land sey. Wenn wir den Cbinesern glauben wollen, so ist eS ein stück von der Lartarey, welches die Königreiche Zu», und Niulhan in sich hält. Es wird m den Chinesischen jahr.büchcm angemerckl, daß aufder ander» seile des landes Leavttmig nord-oslwärls länder von Soooo ttscliis oder beynahe 24 grade» zu finden styn. Allein durch die letztem schiffahrten ist eine mcer.enge zwischen der grossen Tartarey und dem lande Jesso entdeckt worden, die mcer»enge von Jesso genannt, welches mit bcmcldtcr mcynunq dcr Cbmeser nicht uberejn trifft. Die ctnwvhner von Jesso bedecken sich mit häuten von wilden thiercn, und tragen, wie man sagt, eherne brust.har« Nische, die eine» »feil aushallen können. Sie sind lehr zum kriege geneigt, so, daß sich die Japoneser vor ihnen hefftig fürchten. Sie haben keine sonderliche religion, ohne daß sie die sonne und stcrue anbeten. Desgleichen ist auch keine rechte policey oder regiment unter ihnen. Die Holländer haben wahrgenommen, daß diese leute nicht soj barbarisch seyn als sie gcschicnen.Ob wohl dieses land nahe bey Japan liegt, und mir durch die meer-enge von Sungar davon abgesondert wird, so bat doch derKaystr von Japan niemals die von dem user entfernete Plätze erfahren können, ob er wol öfflers geschickte leute ausgcsandl, das land zu entdecken. Denn diese ha« ben niemand anders antreffen können, als einige grobe bcrg.bau. reu, die ihnen keinen richtigen bcscheid geben können. Man hält davor, daß diests land biß an nvrd'America gehe, und an die be« rühmte meer-enge von Anian stosse, die man lange gesucht, aber noch nie gefunden hat. Ve/Hprio Lbm». relativ cle regione bild. 'Jesietten / Nestelten / ist ein Gräflich SultzischeS schloß im Klellgow am Rhein gelegen- An 1677 hat es der Graf denen Eyd. genossen in ihren schirm zu besetzen geben wollen, allein es wäre diesen nicht anständig- * 'Jesua/cin Spanischer Rabdi aus dem geschlechte Levi, welcher in dem i s teculo lebte, und ein sehr nützlich iverck ssir alle, so den Talmud studircn wollen verfertigte. DiestS wcrck führet den littil: lksiicoM olsm, ober der weg der ewigkcit; worinncn er lehr artig erkläret, wie die Talmudischen vocstorez z„ reden pflegen, wie sie ihre emwürffe machen, und wie sie seidige beantworten. Dieses werck ist vielmals im Hebräischen heraus gegeben worden. Con« stantiuus PLmpereur, kiotdlidr der Jüdischen controvcrsicn zu Lcyden, ließ eine Lateinische »Verletzung davon an. 16,4 in bemeld. tcr stadt heraus gehen, worzu er auch den Hebräischen tert setzte, bibl. kdabb. gefugter / ein gewisser Mönchs.ordcn, so von Francisco Bin. cenno und Johanne Columbmo von Sicna in dem 14 ieculo gestiff. tctworden. Sie wurden auch Hicronymitcn genannt, von dem heil. Hicronymo. UrvanuS V bestätigte diese stifftung an. 1)67, worauf andere Päbstc selbige mit lchöiicu pnvücg-K verieheu, und die drüder Llericr» -tpottoiicoz benamcl haben. Ihr erstes vorgc« den wäre, sich wider die ungläubigen in krieg zu begeben, und er. hielten sie auch dadurch vornemlich bey obgcmcldlem Pabst gunst. Ader nach und nach schwiegen sie davon still, und theilctcn sich in verschiedene klöster, alle in Italien. Sie sollen ihre meiste zeit mit hätten und dem gottcsdienst zubringen ; selbst aber lasen sie keine meß. Allem a». 1668 wurde dieser orden von Elemente IX abgeschaffet. Diese Jesualer thaten z gelübde, und trugen weisst rocke ohne aufschlage, >amt einer viercckigten aschenfarbigen kappe. Sie verdienten sich ihr brvd durch ihre Haube arbeit, und mengten sich weder in geistliche noch westliche geschaffte. Platina meldet noch von einem anderen ordcn, der um an. 1,26 in Portugal! c»t. standen, UNd sich kliiner stelu genennet. in vikL 8.J0. kisnn. Lolumb. Le Kitt. relig. bild. eccless dg. D. tec 14. Lee. * ^ Jesuiten oder Religiösen von der gesellschasst Jesu/ wer. den von dem Tridcnunischen (.'oncilio cicr.ci regulär genannt. Sie erkennen Jgnatium Lovolam vor ihren stiffter, welcher diese geiellichafftan. i;,4 zu Paris angefangen, und darein Francts« cum Xavcrium nebst noch 8 andern zu erst aufgenommen. Pari« ms lll bestätigte selbige an. mündlich, und in dem folgenden lahre durch eine den 27 sept. battrte bulle. Weit aber nach solcher W ies ihre anzah! nicht über 60 schreiten solte, so wurde diese wachse hinderliche emschränckung durch eine andere bi«, marin an. 154; aufgehoben. Eben dieser Pabst und ger Julius lll- Pius l V und V, Gregocius XM „nd v ss 2 andere haben hierauf der Mielal noch mehr herrliche vriÄ 7 ? thebl, wodurch sie über alle Massen mächtig worden, undstw M^ der gantzen weit ausgebreitet hat. Sie pflegen ausser den ÄI? chen z gelübde bemPabst noch das 4 zuthun,daß sie nem,ieh ?2 ihm allenthalben wollen hinsenden lassen , daher» sie aucl so vIV ge mMone-. an alle orte der weit abfertigen, um die e,E. Christlichen glauben zu dringen, worüber sie aber, zuwn n K na und Japan, grausame Verfolgungen aussieben müssen theilen sich ohne die Novmn, weiche zu einer 2 jährigen vrobiwn! verbunden sind, m v.ererley classen ein. Denn entwL ? Priester oder iogenannte?rokest>. so alle 4 gelübde öffenilicd anlegt haben, unb vor die vornehmsten gehalten werden; oder 8 jucorci kpimuswr, >o nur die ordentlichen I gelübde ober (.'osclMror» remporsle^. die in der that M!r lavenbriiderm,v und allerhand weltliche geschaffte und bienste abwarien müssm.d m noch aber unter ben ; gelübben stehen; oder endlich Ocaci r» nach den übernommenen ; geli'ibden etliche jähre dem stndiren'o. liegen, eheste zu höherenpriesterlichenwürden steigen, midmlM. der unter die protetior oder geistlichen coschuwre-, geMl werdm können. Man nennet sie auch Lcbolssticoi oder sludeiiten, me ü- denn in ihrer klewung von den andern darinnen unterschieden ünd baß sie über dem rocke noch ein kleid mit ermeln -ragen, danlei. chen sich ehemals die studemen zu Paris zu Jgnalii zeiten bedMl Sonst wird m die locictat niemand leicht aufgenommen, erse» denn von sonderbaren gemuths-gaben, von grossem reichttM, ottr aber von vornehmen stände. Ihr Oberhaupt, welcher den uuil ei- nes ?r-rpoüu xencrsiiL führet, behält sein amt lebenslang ebne abwech-lung, und restbirl beständig zu Rom, allwo er noch k b aeiiali!ite Oenersl--ulichcnccn, nemllch von Italien, Teulschignü, Franckreich, Spamen und Portugal, samt einem bey sich bat. Obbcmeldter ihr stifflcr Jgnattus war ibr erster Ge- ueral. Demselben folgte JacvbuS Lainc;, ein Spanier, wewe dem Tridenimiichcn (.onciiio mit bcnwohnele, und den sibr an- isü; un e; lahre seines altcrs starb. Francsscus Borgig, m! hin Heryog von Gandia, war der dritte in solcher diqnuäi. Darnach kam Eberhardus Mcrciiriamiö, von Lüttich gebürtig; so dann Claudius Aqnaviva , aus dem Hause der Hertzogc von Atri, indem Königreiche Neapolis; weiter Mulms Vstelieschi, so guS einer allen edlen Römischen familie entsprossen, und an. 164; verstorben! nach bic,cm Vincenlins Caraffa von Neapolis, und Frnncistus Piccolomliii von Sicna; ferner Aierandcr Godoscedus; Gosmn Nickel, cm Teutscher ; Johannes Paulus Oiiva; Tdvrsno Gonzalez, ein Spanier, rc. Es werden aber ziw assistentz von Pasten ; provmtzen gerechnet, aiS die Römische, Sicilianische, Neapolitanische, Mayläudlsche und Vcnetiamsche; zu der vou Tmlsch- land hingegen gehören 10 provintze», als die von Ober-Tculscliiand Nieder-Rhem, Ober-Rhein, Oesterreich, Böhmen, kln» clro-belZics, ÜLlIo-belßics, Polen, Llllhaiien und Engeiland; unter der Frantzöslschen stehen; provintze», als die von Franckreich, Aguitaiilen, Lyon, Toulouse und Champagne; inner der Sa« Nische» aber sind iv Provintzen, ncmlich Toledo, Castilicn, Ära- gomen, Bätica, i^ardimen, Peru, Ncu-Svamen, MM bcrPhilippinc», Paraguaja, lind die vice-provmtz Cb>li. In der Portugiesischen assistcnö find begriffen z provintzen, PockWil Goa, Maiadar, Japan', Brafilien, »nd noch die provintzW» na- In diesen jctzlcrzehlten und darvon devendireiiden landschaff« ten haben sich schon an. 1079, 2; proin-hänser, 17^00^,88 lerninsris, 160 refidenticn, 48 besondere probation-bälistr, nnd 160 sogenannte mitlioner befunden, in weichen 176;; dieser abschafft zugethane und baruulcr 7870 gcwcihete Priester gelcbet.M ist leicht zu glauben, daß seil dem solche anzahl sich nicht verringert, sondern gar um ein gewaltiges zugenommen haben 11W, weil binnen dieser zeit die souclät keinen so harten drangsaicn als wohl ehemals untcrworffen gewesen. Denn an. 1598 wurden !>e aus Franckreich durch einen schlug desParlaments zu Paris M« Iich vertriebe», indem man sie beschuldigte, daß sie Johannen! Castcll, den König Heuricuin I V zu ermorden, angemm kam. Ja es wurde auch zu dessen angctcncken an dem ort,wo ilaiicils lauer eltcrcn hauß gestanden, siechst bey dem esisiz, wostch m Parlament zu versammle» pfleget, eine Pyramide mit einer »M' aus schimpfflicheu inscrwtlou wider stc ausgerichtet, welche bis zu ihrer restitution an. 160; stehen blieb. In Engeiland l>cx cie Königin Elisabeth an. 1602 ebenfalls eine scharssc verordnungwner die Jesuiten publtcircn, welche hernach an. ,üio unter KdWSJacob! I rcgierung nach dem entdeckten vulvcr-vcrralh crucucrl mu de, also, daß sie sämtlich das Reich meide» müsse». DeMiM Unglück begegnete ihnen auch an. -üo<; von der Repubsic kcncW an- >607 in dem Königreiche Polen, und an. 1619 m BoM'v Schlesien, Mähren und Ungarn, wiewohl sie nach der HM W allda wieder sehr feste gesetzt, und zu weit mchrerm miMn M reichlhum gekommen. Thuanuü lehrcibet, daß auch a»- ' der Pabst Clemens VIII wider stc hefftig sey ausgebracht w^cn' nachbem sich einige von ihnen zu vertheidigen gelüstet, es »>urece kcin glaudens-arliciil, daß der Pabst Pclri rcchtmähggcr mM ger sey, mgleichcn daß man seme deichte durch bricse und . dem Priester an andern orten chun könne; cs wurde tbucu mu auch zu grosser uiigclegcnhcil ausgeschlagcn seyn, wen» >"«> Königs m Spanien AbgcMdtcr bey dem Pabste ihr wori ge häike. Mit andern ordcn der Catholischcn kirche haben ue n» grosse controversten gehabt, so aiich zum theil noch waiiw>, i. ' mit den Tbomisten oder Dominicanern lnidJanicmilen/ chen sie des k>e!ax,»r>ssmi beschuldiget werden, da hmiMn e - fts lullen selbige Manichäer und Vertheidiger der absoluten gnad en> Wahl nennen. Einen andern streik haben sie wegen der sittcn-lehre, welche sie, nach der Jansenisten vorgeben, gantz verderben und verfälschen. Ferner sind sie nicht einig mit den Dominicanern wegen gewisser Meynungen und gebräuchen, welche der Jesuiten ir >>5 i-oozni den neudckehrten in China erlaubet, als solche , die mit der Christlichen religion wohl bestehen tönten / die aber von den Dv- niinicanern als abergläubisch und hevdnisch vcrworffen werden. Lindere Widerwärtigkeiten/ so sich zwischen ihnen und den Beue- diclinern - Tbeatinern und ksrrivuz Oracor» entsponnen, zu ge- schweigen. Nicht weniger sind sie auch von eintzcln Personen un- ter ihren religions,verwandten hcfftig angefeindet und verunglimpft fet worden, als von Pascasio, Pascali, Scioppio, Arnäldo rc. die sie in ihren ichriffen mit den alierheßlichsten färben von der weit abzumahlen bemühet gewesen; allein es ist die societät in der postels ihrer reputalion und ungemeinen meriten um die Catholische kirche dennoch »»verrückt geblieben. Endlich kan man auch anmerkten, daß, wiewohl svnstcn dieser erden eingerichtet zu seyn geglaubt wird, dannoch schon vor mehr als hundert jähren der bekannte und für den orden sehr cyfrige Mariana noch vieles darin» zu änderen und zu verbesseren bat finden wollen; wovon das buch erstlich in Spanischer sprach auskommen, und nachmahls in mehr andere ist übersetzet worden. vica8. lAnarü. bltkor. 8. st. Lonilmunoner 8. st. äs ONA, inonacb. bild. I. Lc I; I. chrw- cle oriA. 8. st. orclio. rel'l- Kiotor. caralvAUs. bild. stetuic. bitt. Islames. lirei ss provjncisle». lVI^tieria stestmarum. steluintinus. rnonsrcb. lotips. äs ttrsisAsm. ste- tuil. ttukker. l in bitt. kspsr. I)is- tercsrio cie tuperttmoto mormor. s^ucl Lllineat. culcu in analeäk« kitior pküokopk. p. rü; l'ec^^. * stL8blni88L, oder wie sie in denNiederlanden genennet werde, patersNboppen, ist eine art von Nonnen, welche um das jähr r 540 lhren ansang genommen. Denn als um diese zeit der Jcsui- ten Urheber, Jgnatius Loyola, zu Rom seine confirmation erhalten , begab sich in gleicher Hoffnung eine weibs.persön, namens Elisabeth» Rosella, von Barcellona dahin, welche vormals dem gedachten Loyola viel gutes erwiesen. Von dieser zeit an hat sich eine besondere Versammlung von solchen Nonnen hervor gethan, die sich nach und nach durch viele theile von Europa und sonderlich durch Deutschland ausgebreitet. Gleichwie sie aber den Jesuiten in allen stucken nachzuahmen suchten, also richteten sie nach ihrem exempel die verschiedene sowohl hohe als niedrige bedienungcn ein, verbanden sich auch, die gelüdde der armuth, keuschheit und gehorsams zu halten. Nachmahls hatten sie ihren besondern babit, den sie aber heut zu tage nach gefallen verändern mögen. Weil aber allerhand Unordnungen bey ihnen eingeschlichen, als hat sich endlich Padst Urbanus VHI genöthigt befunden, die gantze socie- tät durch eine eigene bulle an.iözo aufzuheben. Dem aber ungeach« «ndct inan sie noch hin und wieder, sonderlich in den Niederlanden, gleichwie auch zu Cöln, Wien, Präge und Breßlau. jstli. I. in exsrn. bull« tjrbsni Vkt! contra stetui- ^sta;. comrnenr. äs?rech)'lerilst vercr. ecclek. cp/e- clistert. cle letumllis. bilkor. psp>ar. 'Jesus/ ein söhn Sirachs von Jerusalem, lebte an. ?7y8- Er sammleke einige spräche der weisen zusammen, und verfertigte in Hebräischer spräche das buch, welches im Lateinischen Lcclebstti- cu;, von den Griechen aber»5, das ist, ein mit allen tu» genden erfülltes buch genennet wird, worauf es von dessen enckel, der, wie einige dafür halten, gleichen namen gehabten die Griechi. sche fprach übersetzt worden. Die scribenten komen wegen des jahrs, worinnen dieser letztere gestorben, nicht überein. Er selbst bezcu- get in dem x>rc>!c>§c> von sich, daß er in dem ;8 jähre, unter dem Könige Ptolemäs Evergete nach Egyptcn gekoiumcn , welches gleichwohl etwas zweiffclhafft gesetzet ist; doch scheinet vieles der verstand zu seyn, daß er m dem ;8sten jähr stines alters, unter dem gedachten Könige nach EgYPten gereiset sey. pro«m ecclek. /o. prolex. in Lccleliawcum, in encbinä. bibl. inrroäuÄ. sä bitt. phüos Lkr. p. 79 "(esus Christus / wahrer Gott und mensch, dessen name eu nenSeligmacher und Gesalbten bedeutet. Er wolle von einer inng. stau, die einem manne verlobet war, und Maria hieß, gebohren werden. Seine empfängniß wurde selbiger durch den Engel Ga- briel zu Nazareth angekündiget, berste versicherte, daß der heilige Geist über sie kommen, und sie schwanger werden wurde. Ob nun aleich die Evangelisten in anfuhrung der geschlechts-ordmmg des Lern, Christi mit einander zu streiten scheinen, indem Lucas meldet - Joseph wäre gewesen ein söhn Hell, Matthäus abereanfuhret, er wäre gewesen ein söhn Jacobs, so geschiehet solches entweder nach einer doppelten art der gcschlechls'erzehlung bey den Israeli- ten indem selbige ihre geschleuster nach einer natürlichen und ge. schlichen ordnung zehlten, da man durch die erste ordnung die na- türlicbe und eigentlich vatter verstünde, durch die andere aber dk , so nach dem gescch oder vermög der gewohnheit der Juden für solche musten gehalten und aus dergleichen ursach als vatter qeeh- ret werden; wohin dann vornemlich zweyerley arten von vatleren ... reblen wären, deren eüstwedere neben der qualitat eines Natur- Ib vattrsnc.nem der beyden Evangelisten platz haben kan. i Ni chae welchen, da sie ohne kinder gestorben, ihr nächster bm- der! öder and rer anverwandter, wie das gesatz geredt und befohlen hatte , saamen erwecket; und 2. die ichwlegervat- wr Da dann dieses letztere am wahrscheinlichsten vorkommet, und nach sÄ m der Evangelist Lucas das geschlecht-register der 9IL Maria, als des schwähers, des großschwäbcrs und so jerners beschreiben wurde; wie Matthäus hin« hoturliche vätter oder vorfahren. Daß aber das Eeä lihrlsti.nichl von Maria allein wäre hergeleitet worden, hatten wir zu gedencken, daß es vielmehr bey den Jüdcn ae- ^ohullch , das geichlechte der jväter anzuführen; und ivetl sie als ausgemacht voraus setzten, daß Joseph und Maria cmvcrwandten und aus emenigeichiechte waren,,v folgte, baß Christus von Maria gedohren, vonDavib herstamen müste,wet>Joseph aus diesem haute war,und alsoMana auch nothwendig aus demselben seyn musie Die zeit der gebart Chr.stlanla-.gmd, so schuhe >b,che tndemö ab der regierung Kaysers August,, da dieser eben das Römische Rcicü schätzen ließ, und Cyrenms Land. Pfleger imSyrien, ode? wst sich die Worte der gründ.,prach ebenfalls übersetzen lassen, ehe noch'Cn. renius Landpfleger ward, und da auch HrrodeS kAssnu« neck, am leben war. Der tag aber der geburt Christi wird von ellicven auf den 6 jan. von dem Scaliger zu ende des ftpt. von andern in den junium: von den meisten aber auf den rz dcc. gesttzct. Der vrt wo er gebohren, war Bethlehem. Seine geburt geschahe in qrvs. ser armieligkeit, Massen er daselbst in einem elenden stalle gebohren wurde, und war seine wiege eine krippe. Ein Engel von, Himmel verkündigte solches den Hirten, so des nachts ihre heerde auf dem selbe hüteten, und befahl ihnen, sich nach Bethlehem zu dem neu. gebohrnen Jesu zu begeben. Zu gleicher zeit höreten sie in den lüff» ten die Engel singen: Ehre sey Gott in der höhe, friede auf erden, und den menschen ein Wohlgefallen. Als nun acht tage nach seiner geburt verflossen, wurde er nach dem gesetze Mosis beschnitten, und empfieng den Namen Jesus. Hieraufkamen; weisen aus Morgenland , so durck, einen ausserordemlichen stern solche reise anzu« tcctten waren angereitzct worden, der sie auch nach Bethlehem füh» rete. Daselbst beteten sie den neugebohrnen Heylanb a», und brachten ihm geschencke. Als nun 40 tage nach seiner Igeb urt verflossen , wurde er in den tempel deS Herrn gebracht nach dem gesetz Mosis. Einige zeit hierauf, als Herodes nach dem leben Jesu trachtete, erschien dem Joseph ein Engel im träum, der ihn erinnerte , er solle das kind Jesum und seine mittler nehmen, und in EgYPten fliehen, damit er des Herodis grausamkeit entgehen möchte. Nachdem Herodes verstorben, kehrcten sie wieder aus Egvv- ten zurücke; und weil die eitern Jesu alle jahr aufdas oster-fest nach Jerusalem gicngen, so nahmen sie ihn, da er zwölff jähr alt war mir sich dahin < da er sich denn in dem tempel mitten unter den lehrern fand,und mit ihnen sich aus gottes Wort befragte, auch eine solche weißheit durch fragen und.antivorten von sich spühren ließ,daß sich iederman über seinen verstand verwundern musie. Er wurde, nachdem er wiederum aus EgYPten gekommen war, zu Nazareth auftrzogen, und war daselbst seinen eltern Unterthan. Es ist auch sehr wahrscheinlich, daß Christus daselbst so lange verblieben, bis er ftm prebiqamt anzettelten hat, wie denn die heilige schrifft von dem übrigen nichts meldet, was er eigentlich biß in das ;o jähr gethan. Die meisten Archen.väter halten dafür, er habe gleich und neben seinem pfleg, vater, das zimmer.haiibwcrck getrieben. Daß auch dieses zur zeit der alten Christen müsse eine bekannte tradition gewesen seyn, erhellet aus der Historie eines Christlichen schulmei- sters und des sophisten Libanii, besKayserSJuliani bedienten-Denn Julianus und seine hof.leute pflegten Christum den zimmermann zu nennen. AIs nun Julianus in den streit wider die Perjer zog,so fragte Libanius den Christlichen schulmeister, was der znnmermaim machte. Der schulmeister erschrack darüber, und wüste nicht, was er antworten solle; da aber Libanius mit fragen anhielt, fo sagte er: dieser verfertiget einen sarg vor deinen Herrn. Darauf blieb auch würcklich der Kayser in einer schlackst. Nachdem aber Christus von dem geist in die wüsten geführek worden, 40 tage daselbst gefastet, und die Versuchungen des satans überwunden hatte, so fieug er bierauffau in Judäa zu predigen, die apostel zu er wählen, und viele wunderwercke zu thun. Von den jähren feines predigt- amts sind verschiedene meymmgen, indem einige behaupten wollen, er habe 4 oder s jähr und etliche monate gelehrel; andere aber wollen ihm io jähr beylegen, und daß er im zosten jähre seines ak» ters sein predig.amt anzettelten, und im 4vstcn jähre gelitten habe. Da hingegen sind andere, welche vorgeben , er habe nur i, 2 oder; jähr gelehret- Am sichersten aber ist zu sagen, daß er in der mitten des 4teu iahrs gelitten, weil alles, was bey den Evangelisten erzehlet wird, in der besten ordnung also kan gefasset werden , wenn wir diese zeit dem nllmttecko Christi zueignen, auch selbiges also mit der Weissagung Daniells wohl übereinkömmt, als nach welcher dem ininiikeckc» Christi eine halbe jahr-woche zugeschrieben werden muß, welche vierdte halb jähr ausmachen; nickst weniger schreibet auchJohanncs dem m mttenoChristi -c osterfest zu. Die haupt'snmma seiner lehren kommet darauf a», daß er die gnade Gottes den menschen verkündiget, und qezeiget, daß nun solle erfüllet werden, was Gstt den vättern verheißen, und bestätigte seine lehre mit lauter wunderwercken. Er richtete sich aber m seinen predigten nach dem verstand der menschen, daher er sich meistens der Parabeln bcdienete, hielte auch unter seinen zuhören, einen unterscheid, und lehnte stets mit lebeudiger stimme,nicht aber durch schnfften. Denn ob gleich viele vorgeben, er habe einige schrifftett verfertiget, säuberlich aber einen briefan Abgaram, den König m Edessa, so ist doch dieser briefvor dem ; seculo nach Christi geburt aans unbekannt gewesen. Ob er nun gleich andern viel geistliche und leibliche wohlthaten erwiese, so lebte er doch selber in grosser armuth, und besaß vor sich nichts eigenthümliches. Als er mit feinen jüngern in Jerusalem eingezogen war, sein leiden daselbst anrutrctten, so hielt er bald darauf, nemlich am 14 tage des Monden Nssan, und also einen tag vor dem osterlamm der Jüdcn, das pascha mit seinen jüngern. Er wüsche hiervey seinen jungem s ies iet 27 ^ » - » diefüsse, und sitzte das heilige abendmahl miter zweyerbey gestalt ein. Als er nun am rüst-tage aufdcr schäveistadte zwischen r übel« thäterv von den Jüden gecreutziqet worden/ so kam des abends, da er bereits verschieden, Joseph von Anmathia und nahm seinen leichnamSaufPilati Vergünstigung von dem creutz, und legte ihn in ein neues grab. Bey seinem tobe aber ereigneten sich viel wun» derwercke, indem die feist» zersprangen, die sonne sich verfinsterte, und der Vorhang im tempel zerrisse. Am dritten tage nach seinem tode stund er wiederum aus dem grabe auf, und nach dem er sich zu vielen malen seinen jünger» und andern lebendigen gezeiget, so fuhr er am gasten tage nach seiner auferstehung am öldcrge in ge« genwart seiner jünger aus eigener krasst gen Himmel, und letzte sich daselbst zur rechten seines himmlischen Vaters. I. i tu/i. eccl. c. 7» ckronol. cke cocnL Lkritb, exkrema. (ckv. cle Aenerlloßla Lbntii r. , operum c. 1. cke nakali^eku Lttnlii irem ele marke lest, Lbr>tb> l. ;. /p/EckcE«ssin originib. cccles /iLei«r»,.memoirer pour tervir s I'stiK. eccl. /t-,«- cle AenealsAia lle prselepi Lbrildi, in llubiir evang. cstlserr. stur une rnecksille ci'stlerocle ^mipar. //».,» ckemontdrsr. evsnZ. ttb/tss, clilsterr. cle mirsc. ^estu. sssr^rk» coclex »pocr) pb. dl. Deitsrn. * 'Jesus Christus / ist ein gewisser Ritterorden in Portugal!; siehe Christus-orden. Jesus Christus / ist der name eines gewissen Ritter-ordens, fv zuAoignon au. ,;ro von dem Pabsl Johanne xxu gesnfftet woroen seyn soll, welchen der Pabst Pamus verneucrte. Allem, weil blelemgen, so Johannis XXll leben beschrieben, anfuhren, daß er den orden der Ritter Christi mPortugall bestätiget, niemals aber, daß er einigen gestifflei, so schemer es wohl einerley zu seyn. Die Ritter dieses ordcns lrugen ein gantz golden creutz, so roth ausgeleget in ein ander creutz emgeschlosieu, und gleichergestalt mit gold unterleget ward. Das Ritter.zelchen des vorgedachlen Poclugiesilchen vrdenS war dem schmeltzwercke nach, so daran zu finden, von diesem unterschieden. virs IoliLnni5 XXll. luri^rucl. keroiCL. c?r>/>-tt KRier- «rclen. Jesus und Maria-orden, war zu deS Pabsts Pauli V reiten m Rom bekannt. Wiewohl man nicht eigcnttich weiß, wer ihn gestifftet, so ist doch am glaublichsten, daß solches vv» erstgedach- tem Pabst geschehe», oder doch projcctircc worben. Wenigst hat man die gesetze eines solchen ordens, und vermög deren sollen die Ritter bey solennttäle» ei» weisses kleid tragen, und ein jeder verbunden seyn, ein pserd und einen bewaffneten mann wider die streissereycn der feinde des kirchcn-staats zu unterhalten. Ihr or» dens-zeichen war ein Himmel blaues creutz, in dessen mitte die na» wen Jesus und Maria einander gegen über stunden. Der Groß« Meister muste zu Rom aus ; Rittern, welche der Padst dieser digni» tät würdig schätzte, und dem capikel zu dem ende vorschl»g,erwchlet werben. Auch die welche aus gnade» ohne ahlegung ihres adcls auf die probe m den orden begehrten ausgenommen zu werben, sotten ei» liecommiMclel-ie, wenigst von zwey hundert lhaler einkünfften, sliff« ten, welche sie zwar lebenslang selbst gemessen mochten, aber so, daß selbige »ach deren lobe dem orden hcimfielc. cslal. orcl. egu. n. s8- (/»«/!<»,,,«/ bat. c>rcl. rel. Jethran / ist ein gewisses gebürge ,n dem steinigten Arabien. Es negelzwllchcn Faram nord-und Eilan südwärts, hat 6 weilen in der lange, lind erstrecket sich in der forme euies rke-ln biß an das östliche nftr des rothen meeres, so daß wenn der sud-wind starck wehet, er dessen krasst so sehr wieder zurück treibet, daß kein schiff in der unten gelegenen mecr-krümme stille liegen kan, und ihrer sehr viel daselbst zerscheitert worden. /eines. Jethro oder Raguel/ Mofis schwibgcr-vater, war ein Prie» ster,» der wüsten Mib,a». Arlabanns »ennel ihn bey dem Euse» tsto einen König in Arabiemweil uemlich ohnc zwcifcl in diesem lau» be die Königliche würde m»t dein priesterlhum vereinbaret gewesen. Nachdem Mo>eö auö Egvplen geflohen,heyralhele er in Midian an. r?o;Zephora, deS Jethro lochter, weiche mit ihm 40 jähr lebte. Als nachgchends diejer Jethro von den wundern gehöre!, welche Gott durch seinen schwieger-sohn gewürckel, da er die kinder Israel aus ihrer dicnstdarkcil unter dem Könige Pharao crlösete, besuchte er ihn in der wüsten um das iahr r;4s, und gab ihm den rath, daß er das volck »»gewisse zünfftt eintheilen, und darüber Obersten, Haupllcute und andere unter-Officicrer setzen möchte, um die gc» rechtigkeik zu handhaben, und un kriege zu dienen. c. 4.1 z. clemoniiksc. cvseiA. üb. conirs Iuclsc 05 . //»L» fc>». Comment. ».clcLp. in 6sI»iL5. in Lxvclum. ss«/. ück/,LnnLle;. Jett von Münyenberg / eine Adelichc familie am Rheine. Humbracht führet zuerst Iettam von Müntzenberg a» , die a». i z;o an Friedrich Hornerk vonHornbcrg verheyrathel worden. Um das jähr ,499 hatte dl. von Muntzcndcrg eine von Eppelshenii zur ehe, deren urenckcl, Johann Christoph, starb an. 1609. Dessen älterer soh» gleiches namens war jahrs vorher» zum wüsten Broel ermordet worden, der jüngere aber, Johann Carl, Fürstlicher Hessischer Cammer-Juncker, wurde ein groß.vater Johannis Ottoms, der an ,6-7 als Würtzburgischer Hauptmann vor Philippsvurg ge» blieben. Dessen söhn, Johann George Harimann, Chur-Cölmscher Cammer-Herr, Lrlaumeister und General-Adjutant, hat sich an. 170, mit einer von Padberg vermählet, den Freyherrlichen Wa. ick iev ,'ez rsAee erhalten , und seinen stamm sortaexflavkek .. vorgedachlen Johann Ottens brudcrs sühn, ist «« ch°kharinS, cher weise todt gewvrffen worden. ""ü^li- ! vom fsbeln, Jetze / ein flnß m dem Luneburgisthen, der seinen msvnm in der Den Marck hal bey dem klosier Dambeck bey SallMdes,»«». gehends durch das Luchamsche und Danncbergische bey HiW» ,n die Elbe gehet. ropo^. LeunAc. p.,s. ° "teven/ ein kleiner flnfi in Holstein, ohnweit Rendsburg, M jn die Eyder. 8ck!«w,§ unä ttolk. k.c. ^b^evern, eine besondere Herrschafft, so ehemals den GrM vvnDldendurg, nunmehro aber den Fursien vvnAnhali-ZM,«. siedet. Es gräntzel selbige gegen abend und mittag an O„. land Gegen morgen aber sind die grantzen der Jade-fluß u»td>e Grasschafft Oldenburg. Mitternachlwarls ist es von der ste um. flössen. Die grosse erstrecket sich auf; meNen in die länge,«, ,s> viel die breite, und bestehet selbige aus; kleinen länbgen, Rustrm. aen, Ostringen und Wangerland. Darzu gehöret die siM ^ vesiuna Jever, tngleichcn die Voigtcyen Hohenkirchen,Minstu,gs. dorff, Riistringen, ddch Rickeihausen, Sckiagen, Tidenseld, Vijchhausen, u. a. m. Veral. ten reiten waren die einwohner gaiitz trey, nur daß sie einem schsi. erwählten Landrichter oder Voigt gehorsam geleistet. Als abend- re Hinge mannschassl nachgehends viel mulbwillen verübte,wusle ßch Edo Wimeke, aus dem acschlcchte Papinga, bey seinen iandsleu- ten den Rusirmger-ßriesen, so beliebt zu machen, daß sie ihn als c>. neu streitbaren mann an. in; zu ihrem Hauptmann und RkMei, erwählten; bey dessen nachkommen die regierung dieier Hmscbch über roo jähr geblieben. Edo Wimeke der jüngere binleriiesi m seiner qemahlin Hedwig oder Hcilwig,einer Gräfin von Oldenburg, einen lob», namens Christoph, welcher ausser ehe verstorben, und rwev töchter, Annam und Mariam, davon die letztere «Um als rr- bin überblieb, sich aber nicht verheyralhetc, Diese, weil sie von den Grasen von Ost-Fncßland viel ungcmach ausstehe,, muste, mig chr väterliches erb-land Jeveru, so insgeiamr -lloclir! güicr waicu, Kavser Carl dem V > alS Hcrtzvge m Brabant und Grafen reu Rolland, zu lebn auf. Daher es auf dem Reichs-tage zu AugWrg an le48dem Burgundischen kreiß incorvorirl wurde. DusteM. ria setzte durch cmau. i?7; aufgcrichtclcs lestamcnl, sovoudem komerneur der Spanischen Niederiande des,altiget wurde, Graf erobannscn XVl von Oldenburg zum erbe» ein; der auchd-uiii, ,u Brüssel belehnt wurde, und den Proceß, so der Grafvon Osl-Zrch land vor dem Brabanter lcheu. Hof deßwegen führte, gcwanw W aber GrafJohaimsens löhn, Anlho» Günther, an. , 6 ü- ohne ehe. liche leibcsserben abgieng, vermachle er diese Hemebaffi Kim schwester söhn, dein Fürsten Johann, von Zerbst. Nun HM der könia von Däncmarck gern selbige Herrschafft gehabt, occuM auch an. ls?; bev gclcgenhett deS damaligcn Relchs.kr,cqcs ticiel. be .vorgebend, daß er als Graf von Oldenburg recht daran,'baue. Morr» noch kam, daß Franckreich an. - 68 r dieseHcrrschOals em Burqundlsch lehn, welches ibm, als Hcrtzoge von Burgack, beimacsallen, dem König von Dänemarck zum lecompM der M tdm geschlossenen alliantz geschencket; danncnhcro selbiger die M; chc beamlen daraus vertrieb. Es beschwerte sich zwar das bauz Anhalt sowohl als der Burguudische Gesandte hierwidcr aus dem Reschs-laae; allein weil Frauckrcjch damals mächtig war, und sich Dänemarcks annahm, kunte man nichts ausrichten. Endlichw»r- de es den 16 ,ul. an. 168Y zu Coppenbagcu dergestalt vergliche,!! dashaußAnhalt^Zerbst,'olte allen guleru^tiecsindtt'Grakschch ten Oldenburg und Delmcnhorsr, auch ^tad-l>i>d Bulbia iii,ic . and, darauf es aus GrafAnlhon Guittbers lcstament als -Hvst,-- und fickescommisr-gürerii ein recht prälentirte, ausser dcramvait- schaffl auf Kntphauscn, absagcn , und darüber i°°ooo «bl. mer- halb z fahren bezahlen; hlnaegcn wolle der Kon-g von L Miu ck allen semcn ansprüchcn auf Jener» rennncire». Von solcher j I an ist diese Herrschafft bey dem Hanse Anhalt-Derb» bcslandsg g » bliebe». Olcienb». cbiron. /"cke/ !>. t . b>- Iwr. pr-nc. Xnbslr. p. roi. Lurop. kcrolc! ?. 1 p. s gr. Iczid I > der; Califf oder Mabomels nachsolger. Er rcgierle nach leincs Vaters Moavia tode an. 68r, folgte aber demselbigcu in der tapsserkcit nicht nach. Sein gantzes vergnügen suchte er ui Verfertigung von allerley licbcs.vcrstn. Im andern jal rc siucr rcW ruiig erwählten die Araber Cufa de» Hussein,deS Ali sobn zum lia- liff. Dieses veraulassele, daß Jezid eine grosse.irmcc zlisailiiiicn brachte,und das commsnclo davon seinem bruder Ilbdala gab, >vel- cher den Hussein vcrrätherischcr ivcist hinrichten ließ, als er auidec ebene Carabula um Cufa herum euic schlackst liestrii wolle. Daraus verfolgte Jezid das gantze gestblechlc des Ali-und laß eine» grss- sen theil von dem Arabischen Adel hinrichten, wodurch er stch bcp allem volcke verhaßt machte. Um diese zeit wiegelte Muctar, cimr aus dem gcschlechte Ali, gantz Pcrstcn aus, ließ sich ciuen C>E nennen, und gab vor, daß Jezid sich besser zu einem Poeten als Könige schickte; dahcro wäbrcte seine regierung nur; jabr. SM s»hn Maala aber, welcher ihm darmuc» solgctc, regicrle nur s uis- Natc. ^tncL I. r. Jezid H , der n Califf oder nachsolgcrMahomets, kam noch Omar ll zur regierung, dessen ältester bruder rr war. Er nmce zwar nach Eolyman Hnsseins tobe erwählet, weil er sich aber eines aufstandes von der armee befahrcte, welche de» Omar habe» nm- te, so überließ er diesem seinem längsten bruder diecrvne, und snc- ccblite ihm nachgrhciidS. Er fieng an. frz an zu regieren, M wurde gleich aniaugs gcnölhlgek, eine aemce wider einen n»u^ iez des namens Iezid auszusenden, weicher sich einen Caiiff von Persten nennele, und Damascum zu belagern kam. Diesem tyrannen grenz Marvan, des Iezid H General, entgegen, cödrete ihn, und brachte also Persien wiederum unter seinen rechtmäßigen Herrn. An. 724 befahl: er, auf anstiften der Iüdcn, alle bildcr aus den Christlichen kirchen hinweg zu nehmen, starb aber zu ansang des /-Wahres, ehe noch dieser befehl vollzogen wurde. bitt. 8slLcLl>. ä,tnCL. ttitä. ües kconoclslker. 'Iezid oder Gelid, der 1; Califf oder Mahomets Nachfolger. Er regrerte nach seines Vaters Gualid lade an. 746, und wurde Ge» Iid zugenamet, weil er schön war. Dieser Califf brachte Cypern un» ter steh und sichrere alle etnwohner der inful mit fleh in Syrien.Dem Patriarchen zu Damafcv ließ er die zunge ausfchueiden, weit er wider die Manichäer und Araber gepredigct.und verwieß ihn in das glückselige Arabien, woselbst ihn die ungläubigen todteren. 8. Pe» Irus der Märtyrer muste um gleicher Ursache willen sterben. Eine zeitlang hernach wurde Iezid von den Saracenen verrätherische« weise erschlagen. ^kricL üü> 2. ^Iezides/sind eine ge>visse art völcker in der Türckey und Persten. Sie haben diesen namen von ihrem Haupte dem oben angeführten Iezid I - einem Arabischen Fürsten bekommen, der Hüffan und Hussein, des Mahomets schwleqet'vaters M söhne, erschlug, und deswegen vor einen valcr.mörber und ketzer von den Mahometanem geachtet wurde; von welcher zeit an die Türcken diejenigen, die ei» ne andere stete als sie haben, die Jezibcn zu nennen pflegen. Es sind in die 220000 Iezides in Persten und der Türckey. Sie ha» den einerley spräche init den Curdes öder einwohnern in Curdistan, weiche der Perstamschen sehr nahe kömmt. Es sind aber die Jezi» des in zweyerley aattunqen unterschieden, nemlich in weisst und schwache. Die weisst» gehen wie die Türcken gekleidet, und sind nur den Hemden nach von selbigen unterschieden, als welche an dein halse nicht aufgeschlitzt sind, wie jener ihre, sondern nur ein rund loch haben, wodurch sie den kopffstecken können. Dieses wird un» ter ihnen vor ein geheimniß gehalten, und soll zum andencken eines glantzmden scheines geschehen, welches an dem hals ihres Haupts und Fürsten nach einer 40 tagigen fasten vom Himmel herab kom» men seyn soll. Die schwachen sind gleichsam ihre Münche, ob sie wohl «m ehestand leben. Sie nennen sie Fastns oder arme; ob sie wohl in der that das reichthum hefftig lieben, und armulh hassen. Die Türcken haben einen abscheu vor ihnen. Wenn man einen un» ter ihnen am höchsten schimpffen will, so darff man ihn nur einen Iezid oder söhn Jezids nenen.Sie heissen sie esel,welche am jüngsten tage die Jüden in die Hölle werden tragen müssen. Daher» pressen sie sie auch mit allgemeinen auflagen biß auf das blut. Hingegen halten auch die Iezides die Türcken vor ihre todt-femde, und wenn sie etwas im zor» verfluchen wollen, so nennen sie es nur einen Mu» selmann oder Türcken. Die Iezides halten die Christen sehr werth, und nennen sie ihre gevattern, weil sie nemlich glauben, daß Iezid eben derstlbige gewesen, welchen die Cdristen Jesum nennen, oder aber, weil ihr religions.stifftcr Iezid steh vormals zu den Christen geschlagen, und mit ihnen wider die Mahomelaner sich verbunden, die er nachgehends in einer gewissen schleicht erleget, worinnen die s Generals Hussa» und Hussein geblieben. Gleichwohl sind sie we» der Türcken noch Christen, ob sie wohl Christo mehr als dem Ma« homel zugethan sind. Sie halten sichs vor ein rühm, daß sie wein trincken und schweine-fleisch essen, woran die Türcken und Jüden einen abscheu haben. Die beschncidmig fliehen sie so sehr als sie kön» nen, und nehmen selbige niemals an, als wenn sie von den Tür» cken darzu gezwungen werden. Im übrigen sind sie über alle mas» sen unwissend, und gebrauchen keine bücher, ihren glauben darin» nen an den tag zu legen. Sie nehmen beydes das alte und neue ke» stament an, ob sie wohl nicht darinnen lesen, ja etliche unter ihnen brauchen auch den alcoran, und sagen daher» gemeiniglich wie die Türcken, daß diese; bücher vom Himmel gekommen. Daher» glau» den sie auch viel wunderwercke, welche Christus soll gethan haben, und die doch nicht in dem evanqelio beschrieben sind, als daß er gleich geredet habe / da er auf die welk gekommen, daß er einen menschen von den todten auferwecket, welcher schon vor woo sah» pen gestorben, und viel andere dinge mehr. Sie thun gewisse ge» lübde und wallfahrten , wie die Türcken und Christen, haben aber keine tempel, und gehen auch in keine moiqueen, es wäre denn aus curiosität. Jedoch giengen sie gerne mit in die Christlichen kirchen, wenn sie sich nicht beshalden vor den Türcken fürchten müssen. Sie halten keine feste noch feyerlage; bey ihrem gottesdienste pflegen sie Christo, der jungfrau Maria, Zacharia, Most und bisweilen auch dem Mahomet zu ehren geistliche lieder zu singen. Wenn sie beten, kehren sie ihr angesucht gegen morgen, wie die Cbristen thun, und nicht gegen mittag, nach oer Türcken weise. Einer von den vor» nehmsten Puncten ihrer religion ist, daß sie dem teuffel nicht fluchen, ja nicht seinen namen nennen sollen, weil sie sich nemlich fürchten, baß er diesen schunpffrächen könte, woferne er bermaleins bey Gott wieder in gnaden käme, wie sie solches möglich zu seyn glaube»; oder auch, baß sie ihm Nicht etwan nach dem tobe in die Hände ge» rathen möchten, da er sie bann vielleicht desto härter abstrafen, und sich also an ihnen rächen bürffte. Wenn sie von dem teuffel reden, nennen sie ihn den engel Paon, oder den, welchem die unwissenden leure fluchen. Sie begraben ihre todten ohne einige ceremonten an dem ersten orte, wo sie hinkommen. Jedoch haben die reichen ih» re begräbnisse an gewissen zum gottesdienst gewiedMeten örkcrn, welche, wenn sie jemand von den ihrigen begraben, einen gewissen gesang singen, auf der zilter darzu spielen, und ihre stimme nach dem musicalsschen instrumente richten. Bey dem tode eines schwär» tzen dürsten sie nicht schreyen , sondern müssen dabey lustig seyn, wie bey einem banquel, um dem cmzug, weichen der todte in den ünmei hält, damit feyerlich zu beehren. Die schwartzen werden >f iff ist igl ign 9lZ in solchen ehren gehalten, daß wenn man von ihren kleidern redete denseldigen ein besonderer name gegeben wird , ob sie wohl nur dek färbe nach von andern unterschieden sind; als ein Hemde belegen sie nicht mit dem gemeinen namen, sondern nennen es ein Priester« - ein manlei muß eine kappe, und der tnrban oder bund eine rrüuL heissen. Jedoch sind diese schwartzen Iezides mehren» theils nichts anders, als bloße schäfcr, deren vornehmste verrich» tungen darinnen bestehen, daß sie auf den bergen die schase und siegen hüten. Ein schwacher Iezid darff kein schaff Huhn noch andere lebendige thiere umbringen, jedoch cffen mag er es, wenn es ein weiffer geschlachtet hat. Sie sind Lurcbgehends ein starck und nn. verdrossen vvlck, gehen in gestllschafften, wie die Araber zu thun pflegen, und verändern ihre Wohnungen alle 14 tage. Sie wob» nen unter schwartzen aus siegen.haaren gewebten zelten, somit grossen sträuchen und dorn.hecken, welche in einander geflochten, umgeben sind. Ihre zelte stehen >n der runde, so daß in der mitten ein offener platz ist, allwv sie ihr vtch haben. , Im sotmner campi» ren sie oben auf den ebenen Hügeln oder an flusscn, im Winter aber machen sie sich auf die berge. Ihre Waffen sind bogen und »feile, schleudern, und ein Türckisctzer sebel. Ihre Verrichtungen bestehen darinnen, daß sie das vieh Huten, und das land besäen; wiewohl ihnen die Türcken die crudte wegnehmen, und kaum soviel übrig lassen, als zu ihrer nvthdurfft gehöret. Weinberge ober gärten vfleaen sie nicht sonderlich anzubauen - sondern leben meistenlhcils von fleisch und kräurern. Ihr drodt ist sehr dünne, welches sie auf eisernen tellern bey Hellem jener backen. Wem, sie wein haben kon» nen, trincken sie selbigen zum Überfluß; und welches zu verwundern, so nennen sie selbigen bißweile» das blut Jesu Christi. Denn wenn sie brv ihren gastcreyen einander die gläser oder becher in die Hände neben, so sprechen sie diese Worte darzu nrmm hin den kelch des blutS Jesu Christi. Da denn derjenige, der ihn annimmt/ die band dessen, der ihn darreichet, küsset, und mit ehrerbietigkeit daraus trwcket Diese und viele andere Ceremonien mehr, welche ke einiger Massen mit den Christen gemein haben , geben anlaß za alauben. daß sie von den Arranem, ober von einigen andern ketzer« enssvrunaen, oder doch mit seidigen sich verewigt baden mögen. Ihren ehestand anlangend, so pflegen sie ihre weider um rc>o kro. nen m kauffen, welches gemeiniglich dem braut» Vater gegeben wird Dieses ist der ordentliche weiber-preiß, es mögen nun scl» biae vornehm oder geringe, arm oder reich, schon oder beßlich seyn. Daherkömmt es, daß die Männer ihre weider gemeiniglich wie Aasen rractiren, ja auch wiederum verflossen können, wenn sie nemlicb Aebte oder Einsiedler werden wollen.. denn um anderer ur» fachen willen gehet es nicht an. Welche unter ihnen ihre barte ab. scheren , die werden vor ketzer gehalten, so daß sie nicht das ge. rinaste davon abschneiden dursten, ja es wird vor eine fünde geh«!, ten, wo sie selbige nicht so lang wachssn lassen, als sie tonnen. rttealre äs lalurHme. If/ eine kleine inful mit einem schioßmufdem mittelländische« Meere, an den küsten von Provence, gantz nahe bey Marseille,ge. legen. Nach dem tode des KönigS von Franckreich, Henric» Ü1, bemächtigte sich derselben der Groß»Hertzvg von Florentz , Ferdi» Nandus l, und zwar unter dem vorwande, daß, bey den dawali» gen Unruhen in Franckreich entweder die Spanier oder die Refor» wirken würden gesucht haben, sich Meister davon zu machen, in der that aber mit der absicht, seidige vor sich zu behalten; wie er sie den« noch mehr befestigen und mit einer beständigen guten aarnison vcr» sehen ließ. Allein da der König Henricus I V sich aufbem Frantzö» fischen thron fest gesetzt hatte, rührte er nicht eher, als bis, ver» möge eines in Florentz den 1 may an. izyg durch den berühmte« Minister und nachmaligen Cardinal 6'Ossat geschlossenen tractats, und nach erlegung einer summe von mehr als 20000 thalern, alles restituirtward. Lettee, sskM-k. 'Iffenthal / (von ) ein uraltes adeliches geschlecht i» dee Schweitz. An. i28y ware Ulrich Schultheiß zu Büren und Burg. dorff, an. ij;i, i;;?, Lülhold Probst zu Zoffmgen. An. 1272 Marquard Convent.herr zu 8. Urban, Miete das Iohanniter» hauß zu Reiben an. r;;i. Sie waren grossegutthäter des klosters 8. Urban. * Iflinger von Graneck, eine AdliLe familie in Schwabe«, welche den beynamen von dein alten schlösse Graneck führet. Con» radus lebte um das jähr i ?yc>. Johann Jacob war um das jähr 1640 bekannt, und hat ftm geschlecht mit 8 söhnen fortgepflantzet, von welchen der älteste, Jacob Carl, HoffMarschall an dem Für. stenbergischen Hofe zu Möskirchen worden. ttemm. ?. von Lcttvvseb. 8.. /iclel. Olssi Lnn. 8uev. in parsl. °Iglau/ lat. IZlovis, oder lsisvia. eine volckreiche und best» stlgre stadt in Mähren bey den Böhmischen grantzen, an dem flusse Jqlau gelegen, 24 Teutsche weilen von Präge, und ic> von Lwtz. Sie ist wegen ihrer guten tuch-farben bekannt. Es hat auch vo« ihr ein eigner kreiß seinen namen. ropoKrsM mikcellanea. 8. Ignatius/ ein Bischoffzu Amiochien und Märtyrer, folgte dem Evodio, welchen 8. Petrus daselbst eingesetzt haben soll, als er an 06 nach Rom gegangen. Er wird von einigen vor das kmd gehalten, welches Christus aufseme arme genommen, dahe. ro soll er auch Tbeophorus seyn genennet worden, so aber gantz ungewiß. Dieser heilige Bischofs, welcher nebst Polycarpo ein schü« ler der heiligen Apostel, und sonderlich 8. Iohanms war, vermal» tele sein amt 40 jähr lang mit recht Avostolijchcm eifer. Als abee unter der brüten allgemeine» Christen« Verfolgung, welche an. 107 unter Trajano angieng, 8. Jgnatjus den Christlichen glaube« auch in gegcnwart des Kavstrs vertheidiget halte, wurde er zum tobe verürtheiiet, daß er den müden thicren zu Rom vorgeworffc« H theil. Zzzi; werbe« 914 igN LLSLÄM HM ru äwilade!vdia,Smlrna und nn den hell. PM)calpmn. u und Hicronymus schreiben ihm nur 7 briefe zu, welche wir bähe. ro vossfeineunqezweiffeltefchr.ffken halten , wiewvhnuchiussbg- eines und das andere von fremder Hand "wa e.ngelchlichen leyn. Isaac Voßmsund Usserms haben diese briefe ediret- Der erste bat sich zu stuicr edlkion eines Griechischen manuicrlpts aus des Groß-Hcrtzogs von Florentz bibliothec bedienet/ welches vor > 100 jähr alt gehalten wird, und halt keine andere vor Ignaln rechte schrifften, als allem die 7 brieft/ so in dem Florentinnchen mann- script gefunden werbe». Ufferins bat zwey m Engelanb gesmidcne msnuscripra gebraucht.Er erkennet aber nur sechs briefe vor recht/ und verwirfft den letzten an den heilige» Polycarpum, als welcher nicht in feinem rrmnuicnprc, der alle» Lateiiulchen iibeefetzillia zu finden gewefen / wie in dem Flvreniinilche». Diele editio» wird vor die beste gehalten. 8. Ignatius erlitte den märlyrer«lob zu Rom den 1. fedr. an. ioz; wiewohl andere aus des Adonis marlyr-bnch wolle»/ daß fein lvd an. 104 unter Atttci Lurani und Marcelli Bürgermeistcrlichcn rcgicrung sich zugccragcn habe. /--,'/>c«c/-. e- pitk. sc! ^stilipp. 8. Iii>. s. cap. 28 Lclvers. basrei. Dc/xc». bom. 6 in evsng. Luc« ststk. Üb. ; csp. ;c>. ^>,/,^n,r/r«, epili. Lcl Lpiäk. Le cle s) noä. ^rim. Le 8eleuc. //«e--,». csf>. >ü carsl. Le lib. Lclvers. ?«!«§. c'/-,I/>s//. in sjur encorn. lik>. 6 cLf>. 8. 7 /,ec^ret. cHsl. 1, 2 Lc L-v-iF-. üb. 1 csp. iL. ^VLe-r- ///,',ssfs(.-»2-e. »/« /--»». clilleNLk, cle ^Lkritzus /tpottolicis, bibliorstecL pL- rrum ^pottolicorum Orseco-ttLtin-c prcrmilia. l/sv/re/lr/" clisteirLk. cke LpvpkregmLie k^narii: smor meus crucilixus elt , x>arr 2 cx- srciweivn. seleclbsr. n. 111. Janatius/ ciu wegen siincrgclehrfamkcilund gottesfiirchlbe. rüh.uter Patriarch zu Constanttnöpcl. Er >var bcö Kavlcrs Mi> chaclis Curopalaiä Rangabchwelchen Leo,der Aruieniancr,an. 8>; von dem throne ,metzle,dritter lohn. Dieser tyranne machte Mlchae. lis 2 svhiie/ Theophilaelum und Nicclam zu verschnittenen. Der letztere wurde m ein kloster gethan/ und nahm hierauf den »amen Ignatius a»/ welchen er hernach stets behielt. In dieser seiner emsamkeit brachte er sich durch feine tugenden und herrliche ge. müths-gaben ein grosses anfchen zu wege. Er wurde hierauf k-e- Ac>r, Diaconus , Lrestz^rer , und an. 847 nach dem Melbodiv/ Patriarch zu Constantmopel- Es widersetzte sich zwar Grcgormü, Bischofs von Eyracus, dieser wähl / welche» Ignatius nachmals gerne abgesetzt gesehen. Allein die Päbste Leo lind Benedictus zu Rom wollen nicht darein stimmen. Die damahlige Kayscrui Theodosia hatte einen bruder / mit namcn Bardas/ welcher seine rechte qemahlin verlassen/iuid mir jemer schwtegerttochtcr blutfchan« de tried.Darüder straffte ihn Jgnatms/ und da er sich nicht bessern wolle/ trieb er ihn aus der kirche, als er an dem feste der heil. drey Könige an. 8s8 daS heilige »achtmahl empfangen wolle. Dieser damit er sich rächen möchte / beredete den Kaystr, daß er die regle- rung allein antretten und befehlen möchte/ daß der Patriarch feiner mutter und schwestcrn haare verschnitte/ um sie in ein kloster zu stecken. Als nun dieser Prälat selbiges nicht thun wolle / wurde er in die insiil Terebinthum verjaget/ älda sehr hart verwahret/ und Photius bcn 25 beccmbcr des gedachten zahrcs an dessen stelle ein» gesetzt. Hicraufwurde Ignatius an. 86, vor das Concilium zu Constantinopcl bcruffcn / daselbste» abgesetzt/ und wieder aufsei, ne msul geschickt. Allda mustc er sei» leben kümmerlich zubringe»/ biß Basilms zur rcgieruna kam , welcher an. 867 Photium ab und Jgnatium wieder einsetzte. Er starb endlich an. 878- in viiLlgNLNi. //7. wan uiu ihn her verfammleten,zu unterrichten Pflegte,machte L ei» gro„eS anflehen, daß auch die Inquisition sich genöthiaa d 2 sich, der fache zu erkundigen. Ja es kau, so weit, daß man >bn gesanglich warst und nicht eher hetaus ließ, als biß er versmü, innerhalb 4 lahren nicht zu lehren , wodurch dcr russ vo» ihm n! grviier ivurde, stntenial in deni gesänguisse selbst sich viele vml»M zu ihm veriammlelen, und ihn biscimren hörten. Unterdessen m ließ er dennoch diesen ort, weil ihm die bedmgung, sich des ich» z ,v lange zu enlhallcii, gar zu harte vorkam, und begab sich Mg, Salamanea, allivo er in feinem beginne» fvrifuhr. hnM wurde er gleichfals in ein gcsängmß geworffen, und mit eben so. chcn bcdmguiig.n, wie zu Alcala, heraiig gelassen. Derowenenich lc er den ,chluß nach Pariß zu gehen, und langte daseldsi nn sibr an. 1; 28 an, mit dem feste» Vorsatz, an diesem orte fleißig m M>.' rcn. Allem der armielige zustand, darinnen er sich befand, „idkin er auf den gaffen betteln, und sich in das hospual von 8. Jacob ho geben musie, hmdcrle ihn an diesem Vorsätze. Er bedienst sich zwar nnlcrschietcncr Mittel, alle schwürigkesten zu heben, doch wann er eines überwunden, so fand sich alfobald etwas neues. Das gröstewar, daßerm verdacht kam, sowohl wegen feiner besondern lebens-art, als auch, weil er die lugend Mit ernst zu einem gMchcn leben zu crmahncn pflegte. Man gab ihn dev der inquWio» an, und fehlte es wenig, daß nicht der L.eÄor des Lollegil 8. Barbara ihn hatte mit rnthen gcisscln lassen, weil er Lurch ferne ermahnun, gcn zu dem geistliche» leden einige fchüler vom fiiidiren abhielstM- wobl hernach dersclbige, da er Jgnalium reden hvcle, für ihm ino verfiel und um Verzeihung bat. Er seihst studirre dabey die Last,»,« sehe spräche in dem collc-Zlo von Moncaigu, und brachst es endlich so wett, daß er den curium pliilosozNiue und ibeolog!« absolvirle. Dabey er eine gewisse anzahl von li'.ttqe,eilen bekam, die sich durch ein gclübde mil ihm zu einer neuen ledensmrl verdundcn. Evlchrs gcfchahe in der kirche von Monlmarlre den is aug. an. an welchem orte und an wclcheiu tage sie iiachgehciids'zweymahl dieses ihr geluddc n,lt emerlcv ceremonlcn erneuert haben. Lnfanz- lich wäre» ihrer, 8. Jgnatium umgerechnet, mir lieben, endlicha- der wurden ihrer zehrn. Sie belchloste» linier sich, Ignallns solle wieder nach Spanien kehren, daseldsi cmigc geschästie zu verrichten, und nachgehends nach Venedig sich begeben, dahin auch die andern den 2, >a». an. iz;7 von Pariß aufbrechen wolstN/wiMvhI sie lolches noch eher, nemlich ten z nvv. i;;S bcwerüsici!iM,uÄ also den 8 >a». an. > zzusammen kamen. Indem aber IMius feine mitgcsellen erwarkelc, war er nicht Mlikng, fonbccii bcninhcte sich stelen zu gewinnen^ genclh auch zu diese: zctt in ' " mil Joh. Pelro Earaffa, dem stisttcr des Thcalmcc-ordenS, der hernach unter dem namcn Paust l V Pabst wurde. Hierauf nun bereiteten ste steh zu der reife nach Jerusalem, worzu sie sich durch ein gelübbc veidiiidltch gcinacht, gicngen mich z» dicsim cndenach Rom, des Pabstcs fegen und crlaubiiiß zu diesem vorhadcn zu erlangen.. Da ste wiederum nach Venedig kamen, zu fchlße zugehen, sande» ste keine gclegcnhctt darzn, indem der kneg iml den Türckcn dergleichen sch»siarlh nicht zuließ. Damit sie nun ihrezal nicht vergeblich zubrächten/ zcrlbcilte» sie sichln die slädtcdcöVe- netimiilchen^ gcdielS, und predigten auf de» gassem Jnsondcrbeil dcgadcn sie sich an örler, ivo acatemieu waremdic silidirendelugend zu gewinnen,und an sich zuziehen, und glcngcn endlich wieder nach Rom. Um diese zctt machie Jgnatnis den grimd-riß von ein« neuen lvcietät, welche der Pabst Paulus III an-1 S4° mit einigen liinila- tioncn und an. 154; ohne stmitattoncn bestätiget. ^JgnallnSwurde zuni General dieses neuen ordens an. isgl erwählet, und M sich zu Rom auf, da hingegen feine mitgcstllcii sich aflcnldaldcn zcrstrencten. Er ließ sich anek> daselbst unter andern die dekelMg der Jüdcn und der weids-pcrlbncn, die ei» »»züchtiges leben W- ten, angelegen seyn, und nahm sich auch darben der wanlen au- Ob er nun gleich hierbei, viel fchmach, böse nachreden und Verle gungen ausstehen muste, ließ er sich doch hierdurch an dein vorn- tzc, feinen orden m ailfnahme zu dringen, nichls hindern. (Mottn zwar auch einige wcids-perfv»en sich in dicstii orden brM i, gleichwie auch in andern orden gewöhnlich, da so wohl wads-M manns-personen ihre eigene kloster haben,weil er aber wahcgeuvn mcn/wst viele mühe ihm die direction dreyer ivcibs-peWien vew fachet, wolle er feine foeietäl davon desrcycl wisse». nachdem er an. i;;o durch den PahstJulmni iii lemen orduiM le bestätigen lassen, »polte er von dem gencralat ^bdancken, aber leine mikgefellen nicht wollen gcfchcbon laste». Allv ldu diele würde biß an das ende feines'lcbens,welches er den >4 " - an., 556 crrclchet.Der PadstPanlns V fetzte ihn an. -609 umrr fteltgcn, und GregvriuS der xv an. 1622 unter Vie zahl dttHM il) ik il gen. Imwccnrius X und Clemens der IX vergrößerten seine ehre durch verorvnung mehrer ceremonien, womit man allenthalben Ignatmm als einen Hetltgen verehren solle. Am meisten wurde sein rühm ausgebreitet durch den grossen und »»gemeinen Wachsthum seiner locicrat, welche/ ob sie gleich auf das heutigste hin und wieder angefochten würbe,bmoch gar bald zum höchsten grad der autorität gekommen, welchen sie noch viß anitzo dchauptet/und sich durch bre gautzcwen m unzehligencollegln ausgebreitet / beyden meisten Cacyoilschen Höfen 0 lebeichtvater-stel!e,und auf den meisten univcr» sitalen die protttüones cheologica; und pkilokopkicas erlanget ha» beu. Sonst ist noch merckwürdig, daß das bauß, wvstlbst Jgna» tius gebohreii/ heutiges tages ls länrs Lal» genennet wird, und nachdem die verwlMdie Köniaiii in Spanien an. i68r solches den Jesiillern geschencket / haben sie daselbst ein collegimn ihrer socielät aiifgerichter. Das leben 8. Ignarii ist von Johanne Eusebis Nü« renbergio und von andern/ deren anzahl fast auf20 sich belaufst, de» schrieben/ worunter auch der berühmte Jesuit Bouhours sich befin« det. l!i vir. Ignac. cls kofoiL. Sc bl- büork. tcripror. toc. fest 8c in vir. Ignar. sss I.ozo>:i. kick, soc jes. in kick. Jeluir. ckri/- äu tLnariüns ele l'Lsslile romLine./.»^«, kickor. lekuil. >. i c. r. //»cks 'Ihor / eine Indianische stadt und Königreich auf der halbsin» sul icnleil des Ganges. Das Königreich liegt in der südlichen ge» gcnv von Indien/ m dem festen lande nahe dey Malaca/ welches daher» von dem Könige von Jhor offl angegriffen worden. Die stadt/ wovon selbiges den namen bekommen, stehet auf Pfeiler» na» hc vey einem fluffe gleiches namens/ welcher bey dem vorgebürge Svncapura in die sce fällt. Es ist ein guter Hafen da>e!bst. Das grölte theil der stadt wird Batusaber, das kleinste aber/ Cota»Sabran genennet- Das land ist fruchtbar an Pfeffer und andern Waaren. Die eimvohner sind Mahomctaner/haben gnugfame tapfferkeit,und grosse neignug zum Handel, sind auch liebhader von der schiffarlh, und alle benachbarte iiifuln sind fast colonien von ihnen, undbepen« biren von ihrer regierung. eielcr. Inssi«. 'Ihov, Jngor, ein Rußifcher Fürst/ war ein sohnRurici, weicher gani; Rußland unter feiner bokhmäßigkeit gehabt hatte. Er bemächtigte sich des Fürstcnthnms Kiow, und brachte diejenigen/ so es befassen/ listiger weist um das leben. Da er aber an. 950 die Drzewlmws/ em unter ihrem eigenen Fürsten stehendes vvlck/ mit tribut belegen wolle / ward er von denfcldigen getödtet. Doch fei» ne wirwe- Olba oder Olga- so nachgchcnds die regierung führte, rächte seinen tod auf das nachdrücklichste. Denn als die Drzewla» m ihr eine Vermählung mit ihrem Fürsten, Miskina, antrugen, ließ sie die deswegö an sie abgeschickte Personen lebendig begraden.und die andere aus ^0 ansehnlichen manern bestehende Gesandfchafft,welche sie sich ansgebemi/ glcichfals aus dem wege räumen. Hieraufthat sie den Drzewlcmis zu wissen, sie möchten zu dem beylager ansialt machen, indem sie in bercilfchaffl stünde, mit der grossen Gesand» schafft aufzubrechen. Wie »un diest nichts Übels besorgten, und ihr mit zoosmann entgegen reistten, wurden sie von einer weit stärcke» ren armce dermaffcn empfangen, daß sie alle aufbcm platz blieben. Hieraus giengOlga vor die Hauptstadt des landes,und belagerte die» selbe ein qantz javr lang, biß von beyden feiten ein friede geschlossen ward. Nach diestm nahm sie zu ConstaMinopel an. s?4 die Griechj. sche religion und den namen Helena an, ihren söhn Svanloölaum aber tonte sie zu dem Christenthum nicht bereden. Sie liegt zu Pa» reslcm begraben, und wird von den Russen vor eine Heilige gehal» teil. Kick. ckoi 1 . i. ^ cle bckolccivise ortu. 'Iksworth/ oder Jkworth/ eine marckstadt in Twmgo.Hun. Lreb >n der Graffchassr Suffolck. Sie hat ihren namen von den al» ten Jcenis bekommen, so daselbst herum gewöhnet. Die rullers von einer durch Gübert Blunk gestlffteten priorey und einem alten ratbhaust, so man daselbst noch sicher, zeigen, baß es vor zeiten ein ansehnlicher vrl gewesen seyn wüste. Vor nicht allzuvielen jähren wurde hiestlbst ein topff mit Römischer müntze ausgegraben, wor» durch besagtes noch mehr dekräfftigct wird. ckEcke», lk ir. 9. ;?4. "Ila/ lat- Via oder Lpiäia, ist eine von den westlichen insuln von Schottland, gegen Canlyr über, und hat einen grossen Überfluß an gctrcive, siehe, Hirschen und rehen. Die besten städte darinnen sind Kilmany, Dunweg und Crome, ausser welchen noch eine grosse anzahl wohlbewohnler dörffer daselbst zu finden ist. Hr^e-r, briran- »is. clekcr. Liir. / die Haupt-stadt in einer von den ; ablbeilungen des Graubündner.landes, und zwar in derjenigen, welche der graue bund genennet wird. Sie liegt an dem vorder-Rbein, nicht gar weit von dessen Ursprünge, und ist nicht sonderlich groß. Es wer» den daselbst wie die bunds-versammlungen dieses oberen bnnds,also auch jeden Umgang die bimds-tage gemeiner ; bündten gehalten. An. i;?s ist allhler zwischen Graf Rudolfs VI von Montfort und dem Freyherren Ulrich Wallher von Belimont, damahls Herren Zu FlunmS, in der Grub und Lungmtz, den 12 Man ein treffen vorgegangen, in welchem, nachdem der sieg lang in zweiffel ge. standen, der von Bellmont obgesiegt. Graf Heinrich von Hur. mingen und mit ibme viele tapfere vom Adel wurden erfchlagen nnd der Graf von Montsi-ct gefangen, welcher feine beyde «ohne Midolff VII und Ulrich I" an feine statt in die gefangnus gestcllct, bannst er loß wurde. Sie sind auch bis an. N 79 darinnen gefes« sen mit grossem kummer- An. 1484 ist dieses städtlein unglücklich abgebrandt- KK. 10. 9. zog. 6«/-^ X-Ksn. üb. 10. 9. Is0. * Istburg/ siehe Eilenburg- ^Ichester/ tat. lickaist. eine marcktstadt von Martock-Hun» il 915 dreb in der südlichen gegend vvn Sommersetshire, so genannt von dem fluffe Jlt oder Evü, auf dessen südlicher ftite sie ltegt. Es ist ein'sehr alter ort, der vormals überaus veste und so volckreich ge» Wesen, daß er in die; ü Pfarrkirchen gehabt, von welchen nnr noch s übrig sind. Im übrigen ist dieser der ort, wo das gemeine ge» fäugnrß der Graffchaffl zu finden tst. Lrirannl». 'Ildephonsus / Ertz'Bisthoff von Toledo in Spanien, war aus einem vornehmen geschlechte von Toledo entsprossen, und sein varer hieß Stephanus , die mutter Lucia. Er wurde anfänglich von Eugenio, dem Ertz-Bischoff von Toledo, wohl unterrichtet, und von dar in Siechen geschickt, allws er den Jsidorum horte» Ob er nun wohl zu allerhand hohen dingen employirct werden solle, > meng er doch in ein kloster, wurde Abt, und nach Eugen« tode Ertz-Bischoff von Toledo. Er wohnte zuvor schon dem achten Lvncllio bey, welches in selbiger stadt gehalten wurde, desendirte auch beständig, daß Maria zeit lebens eme reme jungfrau geblieben wäre. Er starb endlich den -6 fcbr. an. 667. Seine schrifftm sind - äe illidLkL virssmirme L-Iansc; äe IcnproribuL eoclesiAckicis Z vriZine ^ockvinm. Lcc. Ildephonsus/ Graf von Provence, flehe Alphonsus- Eleven / oder Ildtng/ ist ein schöner lanb.sitz in dem kirch. spiele Kingston in Ost-Kenl. Er ist aufber noch-feite von Barham Down, da man nach Dover zu reffet, gelegen , von ziegclsteiiim «bauet, mit iust-wäldern, garten und angenehmen höltzern ge» zieret, und hat einen weiten proipcct über den thal nach Sandwich und der instil Tbanet zu, wie auch m die see hinaus auf die 6 mei. lcn. Dieser ort gehört dem Ritter Thomas Turner, einem von den Friederichtern der Grafsthafft, wo seine familie schon lauge zeit in flor gewesen. "Xlefeld / ein ehemaliges Prämonstratenser« kloster in der Graf. schafft Lohenstei'n, ungefähr 2 messen von der Reichs.stadt Nord- hausen , nordwärts gelegen. An. 1 ryo ist es von Eligero, Gra. fen von Hohenstetn, gestifftet; an. ^4; aber von dem damaligen Abte, Thoma von Stange, m eine Lutherische schule verwandelt worden, wormnen mann-- Personen umsonst in den studien unter, richtet, auch unterschiedene davon in allen stucken frey unterhält. Der Churfürst von Hannover ist Herr davon; doch haben die Grast» von Stolberg das recht, einige von den freystellen daselbst zu LNNH. "Qenfew/ eine von den ältesten Adelichm famikien in Pommern , und in dem Mecklenburgischen. Wilhelm lebte um da§ iabr 1,66, und zeugte i)Johannem, einen Johanntler-Ritler, -) Henningen. Des letzten, söhn, Otto, HertzogS Ulrict zu Star- aard Ralh', hinterließ 4 söhne, die waren ,) Joachim in Müg» genberg, 2) Henning aufJIenfeld ja dem Wolgastisthen , ;) Johann in Gloxin, 4) Otto- Diese 4 bruder haben sämtlich ihr ge- schlccht fvrtgepflantzet. AckE-!. kommerl. l.«. ^ler / ein Teutscher fluß- der durch Schwaben läufst. Er ent- Mmaec in dem T,Mischen gedürge nicht weit von dem Lech-strvm, an drey unterschiedlichen orten, die bey Obersvorffzufämmen kommen , und alsdena erst bekommt er den namen. Er laufst zwischen dem Alven-aebürge herab, und durch die stadt Kempten,allda mars mit flößen zu fahren anhebet, bis er eine halbe stunde Weges oberhalb Ulm in die Donau fället,und dieselbe schiffreich machet. ^ dekckreibunK Illckrom 5 . irw. üermsa. sccko- pvArspk.8uevi«. "Hha Grande/ eine insul an Brasilien, wo sich der fiuß Jcmry- ro in die see ergieffet. Sie hat etwa» 18 messen im umfangend hak qanne wälder mit citronen und pomerantzeinbaumen. rela- tion äu äe dckr. äe Lenner. p, 87. 'Videos/ eine von den ,4 capitamen in Brasilien , der crone Börluaall zuständig-Sic hat ein städtlew gleiches namens,,m übrigen aber nichts sonderliches zu mcrckcn.ck/d^^mer^ 9.4-9. "Llinskoi, eine stadt in Siderien, an dem fluß Jini, welcher 1» denTunguska fället. Die gegenb wird vonTunMen und Russen bewohnet. sn. lüsA. ^lione/ hieß des Trojanischen Königs Priami älteste tochter, welche nachmals an den Polymnestor, König von Thracien, vermählt ward. il. ssckF. Ln. 1 .1 V. 6; 7. Aioneus/ war des Trojanischen Phorbas söhn, und,'des Königs Priami enckel. Er begleitete Aeneam nach Italien, und weil er sehr beredt war, so ward er von demselben in unterschiede* rien Gesanbschaffren gebraucht. -« /La. /., v. ;2;. "Ilium/ siehe Troja. "Ill/ em fluß im Elsaß, welcher an den grantzen des dem Br- schaff von Basel zugehörigen lands in dem Burgundischen gedürge Jura entspringet. Er fliest durch das gantze Elsaß, welches auch von ,hm seinen namen haben soll, wie er denn in alten Urkunden auch Alse geschrieben wirb. Anfänglich kommt er aus dem gebür» ge hervor, gehet auf Brunbrut durch die Herrschafft Mörfperg, Grafschafft Pfirdt, und das Sundgau. Oberhalb Mühlhausm fallen die Halle und Larqe, ingleichen andere bäche hinein, und alsbenn fliestet er durch Mühlhauien. Unterhalb Mühlhausen bey JUzach fällt die Tolder hinein, gehet weiter aufScblettstabt s da die fecht herbey rinnt, nebst dem dach aus dem Leberthai) Benfeld» Erstem, Grafenstaden, Straßburg und Wantzenau. Allda kommen die JU und Sauvel gleichfalls zustimmen, und fallen mit andern Wägern m den Rhein. In der stadt Straßdurg wird der fluß die Breusch genannt, welches schon aus König Hssderichs beftey» ungs'dxiefe des klvliers 8. Stephan zu Straßdurg zu sehen. Wie« Zzrrz» wo! 9i6 iü wol im Elsaß ein anderer flnß ist , der auch bev Straßburs an der lasiMc^al bcrad. Bludmymw Zcloklrch vordco miMaldB m bern in den Rhein fällt. 6^. m p'n^- 1 l- sät ^ Tllla/ ist ein kleiner ort in Roussillon, am wasser Met, ober. bald Perpignan gelegen, der aber den kitul einer V-ce-Graffchastt Illtsweil / ein Dorff und Herrfchafft WolKw Bmier.gebiets, vorzeiten ein stauun-bauß der Wen vonrmswcn. An. - 7-9 verkaufften des allda,-gen Venncr Buepers sthne die,e Herrschafft an den chmaligen Kaystrsschen Gm ralm ^ nunmehro Schultheiß zu Bern, der stlb-ge an dm Stand Bern ge gen so viele Gerechtigkeit zu Seedorffvertau,chet. . 'Illock / eine kleine stadt, nebst einem festen schlösseSc!a> vomen ^ messen von Esseck, an der Donau, strlegen. Sie wur» de an-1688 von der aus ;ooo mann bestehenden Turcklschen besä« tzung, bey annäherung der Kayserüchen, verlassen, vorhero aber in brand gesteckt. Onom. xt. 1'. r. "kilov / ein in der Ober.Ungarischen Grasschafft Trenschin ge. legenes festes schloß, welches die Kayserlichcn au. 1708 den mal. contenten mit gemalt abnahmen. l oder E'vM^OOL. gewisse Spanische ke. her, welche uin das jähr is?s zum Vorschein kamen. Es ist diese stete dergestalt starck worden, daß man auch deren an die zehen tausend gszablet bat. AIs aber die Urheber davon zu Cvrdova von der inquisttion gestrafft worden, gierig diese secte fast gantz unter, bis an. iür;, da stemit noch grösserm lermen in der6>«c«von esc. vilien wieder hervor kamen. Der Bffchoff, Don Andreas Pache» co, «enersl-Inguilicor in Spanien, ließ 7 von den radelsfuhrern verbrennen, Und zwang ihre anhänger, ihre irrtyumcr entiveder abzuschweren, oder sich aus dem Königreiche fortzumachen. Das wider sie heraus gegebene edict machet 7s irrthumer nahmhafft, unter welchen dir vornehmsten diese sind, daß sie vermittelst des- innerlichen seelen.gebeks und der Vereinigung mit Gott (deren sie sich rübmren) in einem solchen stände der Vollkommenheit waren, daß sie weder der guten wercke noch der sacramente nöthig hatten, ja die grösten fchandthacen ohne fünde begehen konten. Es that sich nach der zeit, da sie in Spanien ausgerottet waren, eine neue art ketzer hervor, die ebenfalls den nahmen lllum'm-m führten. Die» fe lehrten, daß die menschen mit Gott so vereinigt werden mästen, daß alle ihre Handlungen vergöttert würden, und daß, wenn sie zu solcher Vereinigung gelangt, sie fo dann Gott allein in sich würcken lassen wüsten, ohne selbst einige Handlung zu verrichten, daß Gott nichts liebe als sich selbst, und daß wenn man ihre lehre annähme/ man so dann des geistlichen standes entbehren könte. Aufdes Kö» nigS Ludovici XIII Verordnung wurden diese leute in Franckreich an. 16;; vertilget. aä an. 162; ri. 7. 6 inckron. rnunäi cap. 28- kiü. eccl. lib. kill. ?LpslU5. Lelrer-hiüoriL k. ; c. 7. n. 6. IHO8H^RI, ist der nähme einer zu Casal in Montserrat auf. gerichteten gefellschafft gelehrter leute, welche, an statt eines sinnbil. des, die sonne mit dem gegen über stehenden wenden gebrauchen, wobey die Worte geschrieben sind: lux mäestciens. sIllyeczhafi, (Stephanus) von Jllyeczhas, ?aiLkinu8 des Kö« nigreicbs Ungarn, Ober-Gespan zu Trentschin und Liplow, Rieh« tcr der Cumaner, so an. 1 ^46 gebohren. Er war des Fürsten Si» gismundi Bathori in Siebenbürgen Hofmeister, und gerieth wegen einiger fchrifftcn, die er wider den Kayser Rudolphum H heraus'ge. geben, in ungelegcnhcit, fo daß er nebst dem Johanne Jovio hart an. geklagt und bereits beschlossen worden, ihn zu arrestiren. Er säl. virte sich aber, als er nach Wien vor den Ertz-Hertzog Matkhiam zu Oesterreich dieserhalben gefordert ward,aufsein schloß Trenschin, und folgends mit grossem gut nach Pohlen, woselbst er 2 iahr verblieben , und von Stephan» Botschkay,als solcher das Fürstenthum Siebenbürgen erlangt hatte, an. i s°; wieder beruffen , und ihm Trenschin und andere güter wieder gegeben worden. Diesem Botschkay aßistirte er hernach mit rath und that,und ward von ihm nach Wien gesendet, die friedens-tractaten mildem Kayser Ru« dolpho u furzunehmen, dahin er auch von dem Botschkay zum an. dern und drittenmahl geschickt, und der friede endlich durch ihn bc. fördert und geschlossen ward, bey welchem er auch nicht leer aus. gieng, indem ihm die schlosser Bozin und 8. Georgen eingeräumet, und das schloß Hodvlix in Mähren übergeben ward, bald nach sei. ner wiederkunfft aber an. 1606 starb Botschkay. Jeit währcnder stiner Gesandlfchafft halte er sich sonderlich bey dem Ertz.Hertzoa Match,a mimuirt, welchem er versprochen, noch bey leben Kay. scrs Rudolphi > > die Ungarische crone zuwege zubringen, und nach. dem er nnt dieses Ertz.Hertzogs vertrautesten Ministern GrafPau. lo Sipto Trautsohn, Carln von Lichtensteln und Siegfried Breu. nern unterschiedene geheime conferentzen gepflogen, brachteer den Standen zu Preßburg diese mawrmm für, die ausser dem Cardinal Francifco Forgatsch sich mit ihm con. Ober.Ungarn zu Cafchau und der enden Ertz^ HertzogsMatthia angelegenheit folgends auch in acht,».brachte solche an. iüc>8 zu gewünschtem ende, fo, daß er noch selbigen jab« res , theils durch abgenvrhigte, theils durch frcvwilliae ab. trmung Kaysers Rudolphi I i . die Ungarische crone er, ma e zuPreMrggeaömwarb. Wleichbm ^ ill ilm nuna aber ließ der neue König Matthias die Wahl des ?a!,nni für. nehmen, welche dahin ausfiel, daß dieser Stevhauns Jllyeshazi, der damahls schon Ungarischer Neichs-Hofmeistcr war, zum Uslr- tinc, desselben Königreichs erkläret wurde, nachdem solches amt seit GrafThomä Nadasti tobe von an. 1562 vaciret hatte. Nachdem er nun diesem seinem 0K00 mit fleiß und sorgfalr fürzustehen an. sieng, und die Türcken, welche die gesihloßne friedensckractaken um recht expliciren wölken, zu andern gedancken zu bringen, sich bemüh, te, ward er an magen.befchwcrung kranck, daß er nichts verdauen können, begab sich daher um besserer bequemlichkeit willen, aus Un. gärn nach Wie» in die cur, woselbst er an. 1609 den s may seines alters s; jähr gestorben, nach Bozin geiühret, und in einer von ihm allda gebauten cavclle begraben worden ist. Er war der Luche, rifchen religiou bis an sein ende zugethan, verlangte auch in seiner letzten kranckheit den Protestirenden Prediger zu Hörnals zu sich, mit welchem seinem begehren er an den König Malthiam m Un. gärn verwiesen worden, darüber aber gestorben. Er soll in die 2; tonnen goldes werth verlassen, dem König Matthiä auch ein an. sehnliches legiret haben. Seine gemahlin war Anna, Graf Pe» tri Erdödi,'Bani in Dalmaticn, Croalien und Sclavonicn loch« ter, mit der er aber keine kinder gezcuget. AuS dieser familie ist auch Nikolaus Graf Jllyeshazv von Jllyeshaz, Ecd.Herr der Herrschafft Trentschin, Wstethin und Brnnow, der Trcntschi» »er und Liptauer Gespanschafft erblicher Ober. Gespan, Kay. ftrlicher geheimder Rath, Cammer. und Ungarischer HossCantz. ler, welche stelle er unter den Kaysern Josepho und Carole VI verwaltet. Ilbt-VLILOXI. Die Römer nenneten anfänglich alles basje. nige Jllyrien, was zwischen der Donau und Italien vom Ursprung derselben biß in den Uomum Lux'mum lag. Sie rechneten also un. ter die Jllyrische völckec die Rbäticr, die Vmdelicicr, die Nord. gower, und alle andere die Donau hinunter. Nachdem aber die Römer in Jllyrien einbrachen, und die Rbätier davon zuerst über. wanden; so haben sie den «amen des Jllyriens aus ihre» über. wundmen Provintzen hinaus und weiter gegen Orient in Ungarn getrieben, ss daß nitninehro Jllyrien hieß, was vor diesem nur ein stück davon gewestn. Dahcro noch heut zu tage Jllyricum diejeni. ge landfchasst ist,welche Pannonien oder Ungarn gegen Mitternacht, und das Adriatische meer gegen mittag hak. Die alten unterschie. den sie in Liburniam und Dalmatiam. Das erste theil wurde von den Römern »och io jähr vor dem Carthaginenstschen kriege, das andere aber nicht eher, als zu des Kaysers Augusti zeiten bezwun. gen, und in das obere und untere getheilet. Die völcker, so dar. innen wohncten, waren die Japydes, Lidurni, Dalmatä, Daorizi, Vmdelici, Ardiäi, Pleräi. Die einwobner waren grausam, und, welche von ihnen an das Hadriatische mcer gräntzten, schreckliche see.räuber. Anitzo aber wird fast dieses gaütze land, so in Vene« tianifchen und Türckischen Händen ist, biß auf Raguia und einige andere örter, unter dem Namen Sclavonicn oderDalmaiien be. griffen, gleichwie an gehörigem orte angemerckt worden. Der Jl. lyrische meerchustn, so auch der mccr.duftn von Drin gcneiuiet wird, ist einerley mit dem 6olko
  • . snr. lib. 2 . c. 8. Illzach/ ist ein dorffder stadt Müllhausen im Suntgöw gkhö. rtg , welches sie samt Mattenheim an. 14;; vom GrafUlrich von Wurtemberg crkauffl hat. Es lieget eine stund unterhalb Müll» Hausen beym kiuflirß der Dollcr in die III. cllton. Das. p. 60. * 'Ilm, ein fluß in Thüringen, entspringt aus dem Thüringer, walde, anderthalb weilen über Ilmenau, und hat den «amen von einem Jlmeii.bäume, welcher vor zeiten bey ftinem Ursprung solle gestanden seyn. Er läufft aufJImenau, Langewieftn, stadt Ihnen, Kranichfeld, Tannerobe, Bercke, Weimar; Snltze, und fällt unter Camburg in die Saale. Ein anderer siuß dieses namens läufft in dein Brauuschweiger. lande durch Einbeck, und eine grosse messe unter der stadt in die Leine. IVleitnilclie cssron» /Ääticri ori^. 8sxon, OLileliiche ohronic. lat. UmL, insgemein Stadt Ilm, eine stadt nebst einem schloy und amte, an dcm flusse Ilm in Thüringen, 2 messen von Arnstadt,gelegen. Sie geboret dem Fürsten zu Schwartzburg.Ru» delstadt und muß mir Ilmenau in dem Hennebergischen nicht per» wechselt werden. An. 14^0 ist sie, bey währender Uneinigkeit der Schwartzburgischen Grafen von dem Churfürsten zu Sachsen, Friederico dem gütigen,; wochen mit 18000 mann vergebens bela» gcrt worden. goldgülden von den Grafen von Schwach» buch auf Ilmenau verschrieben worden, wieder an Henneberg. Fürst Poppens von Hcnneberg andere gemahlin Sophia, eine ge» bohrne Hertzvgin von Vraunfchweig, Hertzog Ernsts jüngste loch» ler, hat ihre lerbzicht allhier gehabt, und die stadt mit allerhand gebäuden gezieret, auch den spithal dafelbst errichtet. Nach des Hcnnebergischen stammes gänylichen abgang an, i;8; ist trafst der an. i;44 den 1 fept. zu Kahla errichteten erd.verbrüderung, die» ses land an die Hertzoge von Sachfen gefallen,und gemeinfchafftlich admimstrirek worden, biß an. i6üo, da die theilung zu Weimar vorgenommen worden, worinncn das amt und stadt Ilmenau an Hertzog Wilhelmen von Sachstn-Weiinar gekommen, niw daß die dergwercke gemein verbleiben , da denn bey dessen linie ckeicenckenr, und zwar der lpseial-Weimarischen linie es noch jetzo ist , die auch deshalbcn an dcnHennederg-Schleustngischen vock auf den Reichs» und Fräuckischen creyßckägen participlrt und alternirt. Sonsten ist Ilmenau wegen feiner dergwercke schon lange berühmt,und giebt es vornemlich kupffer allda, hat auch als eine bergstadt die freyheit zu müntzen. irin. 6er,n. p ;99. rer. Hur. p. rri leg. KIsnnekerAikcke ckron. p. i; i chg. Luror cke l-anclgrsf. IKür. annales 8axon. p. 442. Ilmenau oder Elmenau/ ein fluß im Lüneburgifchen, hat seinen Ursprung bey dem docffe Bocke! im amte Gifhoru, nimmt darauf, 1 kleine ströme zu sich , welche Auen gencunet werden, da» her der jluß Elmcnau oder gleichsam Elvenauen genennet wird. Er gehet an Lüneburg vorbey/und nicht weit von Wiesen an der Luhr m die Elbe. Die stadt Lüneburg gebraucht sich dieses flusses mit grossem Vortheil zur Handlung nach Hamburg. copogr. Lruutuic. p. 16. /Ilmftadt, vorzeiten Eioffstadt oder Elffstadt, eine reiche Pramonstraienfcr.Abtey, und stecken, in der Wettern», 1 weile von Friedberg und 2 von Franckfurt gelegen. Sie ist an.107; von dem frommen Westphäkscheu Grafen, Gottfried von Cappenberg, ge» stlfftet, und in dem dreyßigjährigen kriege fehr mitgenommen worden , wie sie denn damals ihre schöne orgcl und bibliolhec einqebüf» ftt. viraLomius b>. 6ociotrec!i. kettkr. Hecken k. 20.4 p. iSz. /Ilo/ Hlowski, eine Adliche familie in Polen, so aus dem hau» sePrawbzcck, welches schon in dem n tecuio flonret, feinen ur» sprung genommen. Alepanver Ilo war um das jähr i^sr Woywo» dc zu Plotzko, und vertrat die stelle eines Odristen indem damali» gen wiege. Sein älterer fohn, Johann Sckienck von Wiskow, bat an. 1588 die pLüa Königs Sigismundi unterschrieben; der jün» gere abcr, namens Andreas, Castcllan von Wiskow, ist an. i?8t, wegen eines begangenen mordes, zu Warschau enthauptet worden. Felix, Scanislaus, Alexander, Christoph, Johannes und Uladis» laus haben die mahl Königs Uladislai l V unterzeichnet. An. iü;4 wurde dl- von Ilo, Kayserlichcr Feld Marschall, nebst dem Gene» ral Wallenstem, zu Egcr hingerichtet. E-E ttemm. ?ol. ?. 1. 8ckv.!crieZs-Zetck. ^low/ (Christian, Freyherr von) war aus einem Adlichen ge« Flechte in dem lande von Sternbcrg, in der Marck Brandenburg entsprossen, und hatte sich durch stine in dein dreyßigjährigen kriege dem Haufe Oesterreich in der Pfaltz und Schlesien geleistete kricgs» dienste zu der würde eures Kanferlichen General- Feld-Marfchall« Lieutenants erhaben, und sonderlich bey dem Hertzoge von Fried» land beliebt gemacht, der ihn auf eine gantz besondere weise auf seine seile gezogen, da er ihn nein ich erst au dem Kayserliche» Hof sehr verkleinert, hernach ihm gerathen, an diesem Hof die Gräfliche würde zu suchen, und als ihm selbe wegen der gedachten beschuldi. gungen abgeschlagen worden, steh deswegen zu rächen angetrieben. Als demnach hierauf dem Hertzog das commsnäo niederzulegen befohlen worden, war Ilow mit unter denen, die ihn im namen der gautzen armee ersuchen meisten, dem Kayferlichcn befehl nicht zu gehorsamen. Dieser Ursachen wegen, und weil er an der Pils. Nischen verschwerung theil gehabt, ward er, als des Hertzogs Hinrichtung an. iü;4 z'u Eger vor sich gehen solle, nebst andern des Wallensteins vertrauten, angefallen und erstochen, wobey er unter den übrigen allen den grösten widerstand gethan, und den Obrist» Lieutenant Gordon mann für mann zu fechten ausgefordert. Er hatte sich mit des Grafen Wratislaw zu Fürfrenberg lochter Wer» tina verglicht. /Ils / ein fluß, welcher an den Böhmischen grantzen entspringt, und bey der stadt Passau, wovon ein theil deswegen die Ilstadt ge» nennet wird, sich mit der Donau vereinigt. /Ilsenlmrtt, einstecken und amt, nebst einem schlösse, in der Grafschaffr Kerniiigeroda, allwo GrafErnst zu Swllberg, der aü. 171s ohne männliche erben verstorben, residiret hat. Es war ehemals ein Benedictiner > kloster, welches zu ansang des 11 ieculi Arnolphus, Bischofs zu Halberstadt, gestifftet, und das von dem Kayser Henrico l angelegte alte schloß, so ihm Kayser Henricus II geschenckec darzu gewievinet bat-Einige geben den raten Bisthoffzu Halberstadt, Viiconem, vor desselben stiffter an, er hat es aber nur wieder repariret, nachdem es an. 1084 durch den krieg war ruimrel worden. An. i;49 ist es eingegangen, ?reuck'. ttsLts-Zeo§r. 6. §. L. 2. P> 48. ^reyherrliches geschlecht von TraHberd , c>» welches vor alten zeiten den Gräflichen titul von Mö ilv ilz im 917 dericus Jlsimg, Graf von Mdringen und Hohenricden, hat sich an. 1178 in Augspurg niedergelassen, und sollen dessen söhne und nahe anverwandren, ander zahl 22, in dem damaligen Bayerischen ine. ge theils geblieben, theils aber dermaßen herunter gekommen seyn, daß sie genothiget worden, sich in Augspurg, allwo sie sich durch unterschiedliche geistliche stifftiinqen einen ewigen rühm gemacht, niederzulassen, und nur den Adelstand zuführen; woraus« die Her. tzoqe in Bayern ihren Erb- Marschallm, denen von Gumpenbcrg und Biberbach, die nahe bey Augspurg gelegene Graffchafft Mö. ringen verliehen haben. Sebastian, Bürgermeister zn Augspurg, ward an. 142; von PetroReblingern, einemI'Lkckciozu Augspurg, ermordet. Ein anderer vieles namens gieng in seiner jugend mit dein Ertz-Hertzvge Alberto von Oesterreich in das gelobte land, wie auch in Sicilien und Spanien, ward darauf Bürgermeister zu Augspurg, und an. 1464 von dem Kayser zu einem Ritter acschla» gen. Er hat eine Historie von seinem geschlcchte, aber keine erben hinterlassen. Von seines druders Iohannis cnckeln ward George Jlsimg von Lichtmderg, Odrister, und bey den Kayser» Carola Ferdinands!. MapimilianoHund Rudolpho II geheimdev Rath, wie auch Stadthaller in dem Hertzogthum Würtcmberg, und zeugte ; söhne, Friedericum, Maximilianum und Georgium, welche die Freyherrliche würde von dem Kayser erhielten, aber oh» ne erben verstürben. Des vorqedachten George des ältern bruder, Melchior, hak eine beständige posterität nach sich gelassen, welche den Freyhcrrlichen ckarsttei- undzugleich den beynamen von Tratz» berg, Vischach und Curabcrg führet, Kitt. inckgn. üb. 2- c. 4;. 3NNL>. 8uev. ?.r. p. i)8- cks rnigr. Zent. I1K.7. p. ;28. ttemm. k. /Ilva/ eine insul, siehe Aelhalia- 'Ilus, der 4te König der Trojaner, war des TroiS und der Cal» lirrhoe söhn, Ganymedis und Assaraci bruder, welcher letztere des Capys vater und des Anchlsagroß-vaterwar. Er regierte 54 jähr, nemlich vom jähre der weit 2740 biß 2794, da ihm sein söhn Laome. hon sncccdirte. Einige sagen, daßer Tantalum bezwungen, und aus seinem Königreiche verjagt habe. KK. 4. I. /Ilz oder IM, eine stadt in der Woywodschasst Scndomir in Klem-Polen, unten an einem gcburge gelegen. Es ist eine ve» stung darben, welche der Bischoff.von Cracau inne hat. Lc I'olonia. /Imam,- ein name, welchen die Mahomckaner ihren Priestern gehe». Diese Jmams, welche die ihnen untergebene Moscheen in acht zu nehmen haben, müssen in dem alcorane wohl belesen seyn» Kitt. cle I'ernpkL Ortomsnn. /Imaus, ist ein berühmtes geburge in Asien. In der wüsten Tartarey wird es Mathcgar, sonst aber Belgiimi und Altbai neuen. nec. Die Tartariichen Könige werden darauf begraben grossen Mogols lande helft eS Dalangner und De Nauaraciil ES fängt sich bey dem berge Lamms unweit der Caspischen see an, ae. bet darauf südwärts durch das gantze feste land von Asien, unter» scheidet die Asiatische Tartarey in 2 theile, und endiact sich bey dem Ursprünge des Ganges, allwo es sich gegen osten und weste» aus. breitet, unb eine nord-grantze des Königreichs des grossen Mogols oder von Jnbostan wird. ^ /Imbercourt / einer von den vornehmsten Ministern des letz» ten Hertzogs von Burgund, Carol,/tuckack, hMe meistens einer, ley tkra mit dem Cantzler dieses Hertzogs Hugonet, daher man nur diesen arlicul nachschlagen kan. /Imbrael/ der ai Califf, oder Mahomets Nachfolger, fieng an. 8;4nach seines vaters Mahomets tobe an zu regieren , führte stetige kriege mit dem Kayser von Constanlinopel, und gewann ihm viel vorcheile ab. Nachdem er die stadt Amorium in Phry» gien rmmrt halte, bekam er die vornehmste von des Kaysers ar» mec gefangen ; und als ihn der Kayser Theopbilus ersuchte, selbige gegen eine rantzion von 250000 besans oderdoppel-ducaten an gol» de wiederum auszulieffern, so ließ er ihm zur antwort sagen, daß die summa noch nicht zulangte. Dieses empfund der Kayser der» mästen schmertzlich, daß er an. 842 vor dekümmerniß starb. Im» brael regierte biß an. 849, unb hinterließ sein Königreich dem Me» mon. /ttilca i. 2. /Imerette oder Imirette / ein Königreich, welches die §eo- grapk, vor ein stück von Mingrelien rechnen. Die Türcken nennen diese landschafft l'ackeL-'I'ckoucK ober I?i>cks-Xourkckouc,das ist, ein kleines Flirstenthum. Es wird von dem berge Caucaso, Col» chide oder dem eigentlich sogenannten Miiigrelien, dem schwachen meerc, dem Fürstenthum Guriel und Georgien oder Gurgistan umjchlossen, und ist irü Englische meilen lang und 60 breit. Ge» gen mittag hat es Giiriel, und gegen Mitternacht die schwachen Circaßier oder Hunnen, welche vorzeiten das Römische Reich per» wüsteten. Imerette ist ein höltzicht und gebürgigt land, hat aber viel anmuthtge thälcr und fruchtbare ebenen. Notdwendlge lebens» Mittel kan man darinnen viel eher bekommen als in dem Königrei» ehe Minqreiien oder Colchis. Man müntzct auch darinnru geld. Im übrigen ist das land voller flecken und eisen-gruden. Was die sllten der einwohner betrifft, so kommen solche ziemlich mit der Mmgrelier ihren übercin. Der König bat; gute ftstungen, die eine heißt Scander, und liegt südwärts; die andern 2 aber heissea Scorgia und Regia, und liegen nordwärts unweit Phafls. Die Könige von Imerette haben lange zeir die Abcas, Mmgrelier und die einwohner von Guriel unter sich gehabt, allein i» diesem letzten seculo haben bemeldte ; nationen rebellirt, worauffle ber Türcki» sche Kayser, unter dem vorwande, sie in schütz zu nehmen, nach einander zinßdar gemacht hat. Die einwohner m Abcas erlegten Zrzri? ihre" yi8 imh nni lmo rT'SSi« be,mÜlMe'auch der Koch von Jmerette denTürcken 8° knid» jähr. ttck m Ricken ^ uefi der Sultan d.ese Fürsten .» dein besitze ihrer lände^, weil es unmöglich ist, die Mahomelamsche rel En allbier einzuführen, weil dafeldst an wem und feigen em Überfluß zu finden, und anbey die Wohnungen hier und da zerstreuet «eqen, am allermeisten aber, weil die emkunffte des lanbes und aller nutzen, welchen man daraus ziehen konte, den grossen kosten auf keine weise auszutrage» vermochten. Der König von Jme« rette giebt sich den titul eines kkexpe, welches in der Georgl« schen sprachöso viel als ein König heist und zwar nennet er sich zyleppe lVleppe;, oder einen König der Komge. Er giebt vor, daß er von David und Salonion herstamnie. c./,^»-ck«r. vo^s§c cke kecke. * ^mhof/ eine Frcyhcrrliche familie, welche in Francken die Herrschaften Svilsberg, vber.Schivanbach, Gintzclhofen, nie« der.Meiting und Leulershoftn besitzet. Von selbiger werden zu erst erwehnct Rnkolph, Slgismund und Heinrich, welche um das jähr irü? zu Launigen gewöhnet haben. Um eben diese zeit hat sich dieses gefchlechl auch in Graubündten hervor gethan, wie denn Wilhelme,». 1289 »nd dessen fohn, Jägli, an. i;;2 Landarm männer zu Davos gewesen. Um das jähr i,4° lebten 2 brudcr, Johann und Eonrab, davon der letztere sich zu Nürnberg aufge« halten, und in seinen nachkommen, welche man daselbst zu den vornehmsten ehren.ämtern gezogen, in gesegnetem andcncken geblie. den. Noch a». 171; lebte allda Johann Wilhelm, der sich durch seine genealogische Missten eine» unsterblichen rühm erworben. Gegen ausgäng des iL scculi hielt sich George an dem Würlcmdcr. glichen Hofe auf, und pflantzle seine luuen in Schwaben fort; dessen iiachkommcn sich Jmbos von und zu Kirchen, TcUissurl rc. genen» nct, von welche» Hans Ernst an. 1712 gclebct. ES scheinet auch zu dieser Schwäbischen brauche zu gehören Johann Joseph, Frey« Herr von Jmhoss, der »ach ansang des >8 leculi als Kayscrlicher Ober-Oesierreichischer RegierungS-Rath floriret. An. 1606 be« gab sich Carl in Böhmen, und ward daselbst Appellalions-Rath, zog abcrau. 1610 von dar wieder weg. An. 171; floritteRudolph Eäspar, als Kavierlicher Eammer«Hcrr, RcichS-Hofrath und Wolsscnbültclischcr gehennder Rath, wie auch Oiretzkor der knegs« und acciS-assairen. Er hat unterschiedene gesandschafften, inson» dcrhcit an. 1709 a» dem Königlichen iLpanischen Hofe zu Barcello» na und jahres daraus an dem Kayserlichen Hose, verrichtet- Dessen bruter, Anton Albrecht, war 011.1706 Königlicher Polnischer undChur»Sächsischcr Caiimier.Präsibent, und halffdenAlt.Ran« städtischen frieden stisslen. Er hat darauf 7 jähr auf der festung Königsieingefangen gesessen, nnd istenvllch an. 171; den 10 dec. zu Dreßden verstorben, nachdem von ihm r tage vorher ein stein eines hüner.cycs groß geschnitten worden. ikemm. p. ^/>^eck,ec§ckron. vorn d-ctivv. Lkeickr-^ckel. kücktenss). Imt Icon / siehe Amiicon. Immirenii / ein volck in der südlichen gcgend von Peksien ^ Miaies um das jähr Edristl zur zeit des Kaysers Anastasit die Ehristlichc rcligion annahui. leelt.l.^vzct/>L.l. 16 c-N. Imola / lat. korurn cornelii, eine wohlgcbauetc und volckrcj. che siadl in Romagna, aufeiner kleinen inful, welche der fluß San« lerno machet. Sie gehöret zum kirchemstaat; ihr Bischofs aber stehet unter dem Ertz>B>schost zu Ravenna. Man glaubt, daß die« se stadt von den Römern erbauet, von Narsete rumirt, und von den Lombardiern wiederum reparict worden- Sie hat unter« schicdliche Herren gehabt, biß sie endlich Cäsar Borgia unter Alex. andro Vk eroberte, von welcher zeit an sie dem klrchen.staar unter« worffcn gewesen. Es sind einige conttimckon« H-nocksl» von Ru« dolpho Palevtto und Ferdinanto Mlllini vorhanden, deren jener an. 1614, und dieser an. 1622 Bischofs zu Jmola gewesen, /Gs- ^s!.;. /^/«». I. I. 2 cke bello tior. 1.8 hjli. de/Z^rr, nvi. orb. slit. h2 c. 9 v. 67;. cleliccr cke l'lrslie» Imdla/ siehe Johannes von Jmola Tartagni. Impenale/ ein fluß, welcher bey der stadt Oncglta, aufber Genuesischen küste, in das Ligustische mcer fällt. Imperiale/ ist eine stadt in sud.Amcrica, in dem Königreiche Chili, welche den titul eines Bißlhums führet, und den Spaniern gehöret. Sie wurde an. 1551 von Valdwia, dem »oberer dieses landes, erbauet, welcher aber das nächstfolgende jähr von den In« dianern erschlagen wurde, nach welcher zeit diese stadt in einem gantz unansehnlichen stände gebliebc, so daß sie zu keiner rechten gross sc gedeyewnoch in einig aufnehmen gebracht werden können. Sir liegt 6 meilen von der stid-sec auf einem erhabenen rauhen stücke lan« des, worauf man kaum kommen kan , und hat den fluß Cantcn ge« gen mittag, nebst einem andern gegen abend. Das land umher ist fruchtbar an getrcide, wein »nd vieh.weyde, und bie fliW sind schiffbar. Der Bischvffdicses orts ist der andere in Chili, und hat in die 80000 Indianer unter seiner aufsieht. Es sind dabey herrli« che gold.bergwerckc, welche aber aus Mangel der sclave» und we. ge» der stetigen kriege nicht bearbeitet werden. An. iüoo wurde dieser ort von den Indianern eingenommen, nachdem er ein gantz jähr belagert gewc,en, und die meisten cinwohncr Hungers qcstor« den waren. Sie verbrannten die stadt / verwüsteten die dabey ge« legene landschaffl, und belagerten hierauf Sosorno. In diesem imp lna kriege wurde Valdivia nebst Angel, Sanoto, Cruz, ChillaiindNi, ,a Ricca eingenommen. Daraufwurdcn die Indianer aufidrc' cke ,0 vcrmessrn, baßsie.tapfferwider die Spanier stritten midd ' ren eine grosse anzahl erschlugen, /.-rcr. äekcr. r>ov. oG Jmperiali / ist eine der vornehmsten Genuesischen siinusie»' Johannes Jmperiali wurde 1617 Doge zu Genua. Desseniodn Johannes Vincentiils, war Hertzog von 8. Angelo in dem tzbn 7 . reiche Napoli. Er that der Repuvlic Genua sehr grosse dM? wurde auch vonPhilippo I V m Spanien in wichtigen vcrrichiunam so wohl am Römischen alsMantuanischen Hofe gebraucht. Dm> den war er ein gelehrter mann, welcher auch in verschiedenen N-ü liaiuschen academien mit eingeschrieben war, und hat poetische wer. cke verfertiget. Er zog sich aber durch seine mcriicn viel widerwärti. ge über den halß,weshalben er einsten aus Genua vertrieben wurde jedoch kam er mit grosser ehre zurück, und starb daselbst um das 164s. Aus diese,» geschlechte war auch Josiphus Renalus riali, welchen Jnnocentius Xl z„m General. Schatzmeifier der Päbstlichenkammer machte, und dardey zu einem lichter, gewissen streit'sache über der KöniginChristina bedienten setzte. W aber selbige der Päbstlichen kammcr zuni besten abgethan wurde, lud er sich dadurch der gedachten Königin haß aufden halß, d„ß x! also bey derselben leben nicht Cardinal werden konte. Alexander VlU aber machte ihn darzu den 1; febr. au. 1690, und zum hW. ten zu Ferrara. (?/-«/,»< Geste. ckGuom lerrer. /M/>ecka/r musira hickor. Le icripr, ckells I.iAur. reite.bx. tcheeib. p>. 728. Imperiali/( Johannes Baplista) ein berühmter Italiänischer Meciicus , war an. 1569 zu Vicenza in Italien gebohrcu, Mb wur. de bald anfangs zum studiren gehalten, welches er zu Verona, Bo« nonien und Patua trieb. Nach seiner zurückkunffl wurde er zum krotellore meclicin« in seinem valerlandc verordnet- Ob er nun wohl zum heokeilore nach Padua und Mcssana beruffe» war, so ließ er sich doch durch seiner landslcute bitte bewege», und blieb m Vicenza, woselbst er an. 162; verstarb. Sei» söhn war Johannes Baplista Jmperiali, welcher sich durch sein w.uflrum wvticum und iitulL'um p>,)6cum bekannt gemacht, /e. F»/,. lnuireum. /-«-e-e«-, lhcsrrurn psg. 1)47. Im Thurn / stehe Thurn (Im.) Imtram, ein Münch von Corbie; siehe Ratramnus. Ina/ ein Wesi'Sachse, welcher an. 690 dem Kcdwallasncce« dine. Seinen ersten feldzug lhal er in Kcnt, alda, weil man den Moho, seines vorfahren brnder verbrannt halte, sattsfaclion zu sor« Lern. Viclred war dazumal König ,n Kcnt, ivclchcr um weniger verwegener leute willen sein reich ,n keine gcfahr sttzcn wolie, und dähero Ina mit einer grossen summa geldcs befriedigte. An. 710 überwand er Gereut < den König in Wales. Desgleichen er« legte cr auch den Kenwolff, mir dem zunamcn Clito, welcher titul damals nur denen, so aus Königlichem geblüte entsprossen, gege« den wurde. Nach diesem und einige» andern fcldzügcii mchrgicng er an. 726 nach Rom und beschloß alda sein leben. Er war der erste/welcher dem Pabste den Peters-pseniiing vmvilligke; indem er zu Rom vor die Engelländische iugciid eine schule angelegt haben soll, und zu deren milerhalt auficglich hauß de» clensnum l'cui, ober auf Englisch tomeicor gelegcl.,vH„/-^^ sä so. 727. Inachus/ machte den ansang zu dem Königreiche der Ärgster in Pcloponncso. Sem söhn Phöroncus folgte ihm- Joscplms Ta« tianus, Appianus Alcrandrinus und verschiedene alte zcll'.bcschrci« ber mehr geben vor,daß dieser Fürst zu Mosts Zeiten gelebt hade.Al« lein Euseblns Cäsariensis hat nach der zeit erwiesen,daß er noch jähr vor dem auszuge der kindcr Israel aus Egyvtcn gclebct,unb ist gantz unsircilig, daß die Griechen die Zeiten Jiiachl nnd dessen sohus Phoronci durchaus für die allcrälteste zeitcn rcchiicn,daher auch der letztere von einigen ihrerPocten cm vater des menschliche gcschlcchts gencuncl wird. Es scheinet aber, daß es von dem wortc «,-i-wcl« cheS die Griechen auch von den Göttern lagen, herrühre- Dick» ahcr mag seinen Ursprung von den Euakmi oder riefln haben, deren in heil. schnfft gedacht wird. Mittlerweile ist bekannt,wie die Poe« ten gedichtet, daß JnachuS der Jo vatcr gewesen, welche ron dein Jove geschwächt! worden. Strabo, Plinius, Pausanias und au« dcrc gcdcnckc» eines gleichbenabiiileii flusscs in Pcloponneso, IM' chcn Sophianus Planitza iicnnct. Noch ein anderer gleiches na» mens ist in Acarnanien, welcher nilt dem flussc Achelous sich rml« tilget. /§/?/>/,«§. Lsrissn. !- y ae lloctr. cenip. c. i8> ^k/crre/i chron. rctoi m. I. i r. i. noinia ^pollocl. s« Inarus / ein vornehmer Herr in Eflvptcn. Eigentlich ein Libyer von geburt. Als er nach.sierns nicdcrlag und wd M M' fischen fachen anseinem sehr schlüpffcrigc» fuß fade, erregst cr eme enwörung wider die Persianer, und erlegte Achamcmden, einen Pcrsianischcn Printzen, in einer schlacht, worinnen Mglclch i°°°^ mann aufdem platze blieben,erhielt auch siarckc hülste von den.M nicnscrn. Endlich aber wurde er von Meaaba;o,dcr Pcrjer HM« rale, geschlagen, welcher ihn aus einer scstcn statt, inner vmM chung Königlichen pardons, heraus lockte, worauf er nch ergav-a lein Amenophis, Artarerris mutier, wolte nach einiger MG» H des Achämcnidä tod gerochen wissen, und brachte es dabin, k Inarus an ein creutz genagelt nnd enthauptet wurde, ^erom scheinet zwar z» versieben zu qehcn, daß ibme am leben .>"ck!» s schcbc»; allein weil dieser scribenl eben zu selbiger zeit ucfl g^. tcn verzeichnet, so mag wohl die crtödttmg des Jnari cr b» v erfolget sey». Sonst hatten auch die Perser dem ck^ri,, ' '„niNnm aclassen. mens Tannyras seines Vaters Fürsicnthum gelassen. I, Z. * Incns, 1 rn Pcm ««nie,welchen man den Kaysern von Änchassra, die insul der Masses, welche diesen »amen von einem berühmten Augustiner, kloster bekommen, ,o an. 1200 durch den Grasen Strathern in Schottland gestifflet worden. Sie ac- horet zu der Grasschafft Strathern. LritMni». 'Inch-Reith / ist eine kleine insul auf dem flusse Fortb, gegen Lcily über m Schottland. Man halt davor, daß es Ptolemäi Victoria, und der ort sey, woraufbte stadt Caer gestanden. Diese insul hatte vor diesem eine/estung, und wurde zu des Königs Jacobi V zerten von den Engeiänbern erobert, aber nach einer tapffern gcgeuwehr wieder weggenommen. < 7 --»^«, ttritLums. ^nchofer, (Melchior) ein berühmter Jesuit, der an. i?84 zu Wien gcbohren warmnd «11.1607 zu Rom in den orden getreten ist, nachdem er sich vorher der NechtS-gelehrsamkeit beflissen. Er lehr» te hernach eine geraume zeit zu Mcßina die Philosophie, mathema» tick und tbeologie, gab auch daselbst an. i6zc> ein buch heraus un» ter dem titu!: epitto!« L. IVl-iri«: virZmis Ld lVletlänenfes verikss vimUcara. Dieses buchs halber muste er nach Rom, und ward daselbst von der conAl-sMone instici-, zur rede gestellt, verantwortete sich aber so wohl, daß ihm erlaubt ward, diß buch, jedoch mit emi» gen änderungen, unter dem titel conjeLnio.ist epittolsm 8. kvlzn« Vii-ssmis-ist ivIetLnenlss an. lözz wieder an das licht zu stellen. Von der zeit an hat er sich in Rom aiifgehalten-uud ist bey dem Pab» ste sowohl als vielen Cardinälen, wegen stiner gelehrsamkett, fröm» migkeit und aufrichtigkeil in grosser Hochachtung gestanden, so gar daß er bey der congreßarioiie 8. ottlcii einer von den cenkonbus ge» westn. Hingegen machte er sich unter seinem orden wenig freunde, weil er es nicht billigen wolle, daß die Jesuiten sich so sehr in weltli». che Händel mischten, und in ihren streitigkeiten mit den Jansenistcn rbre parlhcy nicht allerdings hielt, gestalt er sich denn des Arnauld sein blich cte la s,eguente corr-inunion sehr wohl gefalle» ließ, auch davor hielt, daß man in feinem orden auf vielfältige weist von der alten rcinigkeit abwiche, welches alles er denn nach seiner gewöhn» liebenvffenhertzigkeit ungescheut bekannte, und aus ebensolchem triebe, nach absterben des Ordens. Generals Vitelleschydem Pabst verschiedene artickel übergab, in welchen er die reformation des or» dens vor nöthig achtete. Da nun vollends der bekannte und wie» der die Jesuiten gerichtete tractal, monarchia lolipiorum genannt heraus ?am, von welchem nun fast kein zweiffel mehr ist, baß ihn Jnehofer verfertigt, soll solches den orden dergestalt verdrossen, haben, daß der General mit einigen andern beschlossen , ihn an emcn andern ort zu verbannen und ingeheim fortzuschaffen. Man sagt, ein vornehmer Herr habe sich zu ausführuiig dieses wercks gebrau» eben lassen, und Jnchofern unter dem schein einer Unterredung bey späten abend auf stlncm wagen aus demTeutschen colleglo entführt. Als aber die in dem colleZio befindlichen Teutschen die fache also» bald an die Cardinäle Franciottt und Bardarini, diese aber an den Pabst gebracht, habe dieser dem Jesiiiter-General mit so harten Worten zugestkt, daß Jnchoser,ob er gleich schon etliche meiien weg» gewesen, den folgenden lag wieder in sem coileZiurn gelieffert wor» den. Er ist endlich zu Meyland den 28 sept. an. 1648 gestorben. Seine schrifftcn sind ausser den schon benannten ri-Lttsrus ss-ilepricus cle terr« folsigue moiu tec. 8. 8. Lc 8. 8. Patres; cle sacra iLlimtsre; ttittonL trium rnsgorurri; imnales ecclettsttici Hurigsrise und einige andere, die er unter dem nahmen K. ?. L I>. Lc L. ingleichen scarlemici Verrurnnii heraus gegeben. TotDve/ bitzfloch. scrlpror. 8.1. p. 6c>8. cle bonis Le malis libris. mora> le prsrigue r. ; p. 686. tuba magnar. i in rnom- co p. i i sg. (Incise, ein ort in Piemout bey Nissa dellspsZUs, so den titnl einer Marggrafschafft führet. * ldicl.O8I, waren eine gewisse art von München, welche sich bey den städten, dörffern oder klöstern absonderliche zelten machten, und sich in selbige einschlössen, damit sie ihren gedancken nach Gott desto besser dienen köntcn. Sie durfften aber aus so einer clause nicht wieder heraus gehen, ausgenommen, wenn es die höchste noth erforderte, und der Bischofs sie erst mit seinem siegen dimittiret hatte. //, 2,44. MLO6MD1, ist der nähme einer zu Venedig aufgerichteten ge» ^stllschasst aelchrter leute, welche den fluß Nilum zu ihrem sinnbilde haben/ mir der beyschrifft: Incognico e pur nolo.das ist,unerkannt und doch bekannt. mcokdidOi'i'icoi.L, oder D^8I^8D^, sind gewisse ketzer, welche zu Alerandria unterdes Kavsirs Justiniani regierung entstunden, und sich dem (/oncilio zu Chalcedon widersetzten. Den ansang darzu gab die von den Eutychianern erregte streit-frage: ob der leib Christi von jeiner em» pfängniß an. verweßlich oder unverweßlich gewesen. Sevcrus hielt dafür, daß er verweßlich gewesen; Julianus Halicarnasseus aber behauptete das gegentheil, und gab vor, baß er weder hungern,noch dursten, noch müde werden können, sondern daß er nur dem äusser» liehen ansehen nach, aber nicht würcklich dergleichen und andere dinge erlitten hätte, weßweqen sie ttiiLncrtiatt« genennet wurden. Evagrius meldet, daß der Kavsir Justinianus diesen ketzern gewo» gen gewesen, und die rechtgläubigen verfolget habe; andere vecthei» dlgen den Kaysir. 1.4. Lnecdor». in breviLrio. (le tecttis. lin. 17. sä sec. ü. in )uttmisno orrho- doxo. sd < 7 . 8z IdlLO8O8, ist ein nähme, welchen die Hevden gewissen Halbgöttern gaben, so vor zeiten kaum und 8»^» genennet wurden. Dieses Wort kommt her von mcubo, ich liege drauf; weil man vor» ^ 919 trüae>?und§s weibcr gesillschafft verlangen f^en, unddes nachts bey ihnen lagen. Allein es ist vieles des leibch^ geringe Unpäßlichkeit d r a v ae, e,iue w^ ^ 7 den Teutsche» aber aus enwrbi^,,, ^bestehetmeiner beschwerung, welche und verkinder °u^bet, das gehirne anfüllet, d rchacb n kö,m(n ^ die lebens.gcister durch die fehn-adern nicht ourchgeyen können. tte civ. Oeil. I c c. 2;. s/nr. anlig. c. 1 p. 148. einBischoffderMamchaer, welcher um das jähr 5-4nebst emcn schräm, aufCabus.deö Königs in Persien befehl, ^/"de. Dw Ursache war, weil er dessen lohn Pharsuasa verfuhrt harte,um welcher uriache willen dieser Herr auch alle übn» versammlet, aus» Indagine (»l, und d-, (Johannes) siehe Johannes Ha» ZtN. 'Independentcn, sind eine gewisse art der Presbvterianer in Engelland, welche in währendem kriege zwischen Carolo 1 und dem Parlamente entstunden, und fouderlich an dem Olivier Cromwell ei. nen rückenhalter hatten. Sie haben ihren nahmen daher bekom« men, weil sie glauben, daß eine iegliche gemeine, sie sey groß oder klein, eine vollkommene iurisdiction vor sich selbst habe, und also weder von einem Bisiboffe noch 8Jno(!c> oder Loncilio dependire. Wiewohl sie dabey gestehen, daß die 870061 eine göttliche ordnunq seyn- Dasjenige, was sie besonders vor sich haben, ist dieses, daß sie diejenigen, si sich in ihre gemeine begeben wollen, vermittelst ei» nes Hundes darein aufzunehmen pflegen, und sie dahin verpflichten, daß ein jeglicher bey seiner gemeine die predigt des göttlichen Worts hören und der heiligen sacramenlen sich gebrauchen solle. In an» dem stücken kommen sie mit den Presbylerianern überein, und durch einen vor einiger zeit zu London getroffenen vergleich sind sie auch, was die kirchen-zucht betrifft, näher zu ihnen getreten, als sie vor diesem waren. Hierbey ist zu mercken, daß auch die Wieder» lauster und andere mehr in den dingen,so zu der regierung der kirche gehören, Jndependentcn sind. bitt. örik-nn. //EM. exLmen (le lndeperidemilmo. spittola sd //s^- bitt. ecctts. p. 776 leua. Lc glibi. lumel, lrircben-und sebulen-ttsst. ^nderstorff, oder llnterdorff, ein Bayerisches kloster und Prob,icy der regulirtcn Chorherren 8. Augustini in dem Bißthum Frevsing. Es ist von Ottone I V, Pfaltzgrassen von Wiltelsvach, zu aus,öhnung des Pädstlichen stuhls,an dem er sich nebst Kavsir Hen» rico V verariffcn, an. 1126 gestifflet worden, und hiesse dazumahl nach der daselbst befindlichen Niclas, kirche im Wörth. Nachdem aber der hievey gelegene flecken Jnderstorff von Ottone, Frcyherrw von Jnderstorff, nebst allem zugehör dem kloster mit dem beding verehret worden, daß solches aus ewig sein ivapen und de» nahmen des gescheuckten orts führen solle, ist der letztere in erstgemeidcen verwandelt und biß dicher behalten worden. Hier werden des stiff» lers wie auch seines vaters und der ihrigen gebeiue in küpfferncn sargen verwahret, und haben sonst fast bey 40 Adelicher familien an diesem ort ihr begräbniß, vor welche ehre das kloster vor alters einen jeden von diesen familien ein paar filtz-schuhe,als ein geschenck, jährlich muste überbringen lassen. 177. 'Iiidia, ist eines der grösten länder in Asien, welches seinen nahmen von dem flusse J»do, so hindurch fliest, bekommen hat. Die einwohner nennen es Hmd, und an cllichen orten, sonderlich disseit des Ganges, Jndostan, die Hebräer Hodu, andere aber Indium ori- emaleiN, um es von America zu niitcrschciden, welches West-Jn« dien genemiei wird. Ja es wollen einige dafür halten, daß es das» jemge land sey, welches in heiliger schrisst Chavilah genannt wird. Gegen abend gräntzet dicsis grosse land an Persien, und wird davon durch ein groß gebürge abgesondert, gegen morgen bat es den fluß Ganges nebst dem Damasischen gebürge u»b dem Meandro, wo» durch es von China abgesondert wird; gegen mittag flösset es an beii meertt'ustn von Bcngala und an das Indianische meer, und gehet bis an Calecnt, gegen Mitternacht aber hak es den berg Jmaus,wodurch es von der Tartarey unterschieden wird. Die vor» nebmsten flösse sind der Ganges und Indus. Die neuen scribenten unterscheiden Indien in ; theile: das erste ist schon in die i;o jahr lang des grossen Mogols land gewesen, die andern 2 aber sind halh-instiln, und werden durch den meer-busen Bengala von einan» der gesondert. Diese hatten in den vorigen zeiten nicht mehr als einen König, welcher von dem meer-busen Cambaya an biß nach Bengala und biß zu der ander» feite des vorgebürges Comori herrschte, ametzo aber ist es unter vielerlei) Fürsten zertheilet. Die Ursache war, weil der letzte König Ramras ; Gurgianische sclaven zu üoucei-neurs machte, den einen zu Decan, den an» der» zu Viiapor, den dritten zu Golconda. Diese empörten sich alle ; Wider den Ramras , tödteicn ihn, und nahmen den Kö» niqlichen titnl an. Des Ramras nachkommen verschantzten sich in dem lande Karnateck oder Bssnagar, allwo sie noch heut zu ta» qe Rayas ober Könige sind. Das übrige land wurde unter die Ko» nige und Fürsten, die sich heut zu tage allda befinden, getheilet. Daher jetziger zeit die westliche feite oder disseit des Ganges fast un» ter die 2 Könige von Golconda und Vssavor, oder Jdalkan ge» theilet ist , welcher letztere mit dem grossen Mogol stets krieg führet. Es sind darinnen die Könige von Samorin und Cochin nebst vielen idlaigue- oder zinßbahren Fürsten , wie auch die Kö» nigreiche Decan, Onor,Balcetor, Ganara und viel andere mehr. Darzu kau man noch setzen die küste von Malabar, worauf die Ko» nigreiche Calecut, Cochin, Coulan, und andere sind, die fast Y2O in alle mit einander nach ihren haupt.städten genennet werden. Ge« aen ost n n iieat die küste Corowandel - aüwo Negapawn, Malia. ?w r § T oma m.v d,e Königreiche Bisnagar, Narsmgua , .md ^rira liegen. Die Pvrtugiejen und Holländer ha« aufdiesen k?sten unterschiedliche Plätze, wie auch die Danen auf d -§e von Coromandel und Tranquebar. Die andere ha b-m. sich welche wir vor den dritten theil von Indien rechnen. Legt oft. wärlö und wird Inclia exrrL ÜLngem genennet. Man unter' scheidet es gemeiniglich in; theile: das ersie, welches gegen norden ieat, ist das grbste, und hat die landschafften der Komge von Zlva, Gean, Arracan und das alte land der Brachmanen in sich. Das andere begreifft des Königs von Siam land, und das dritte, wel« ches ostwärts lieget, fasset Cochinchina und T-mquin in stet). Die a«. ten erd'befchreiber melden, das vor zelten ?ooo anfthnliche stadtem Indien gewefcn, unter welchen die allerderuhnitesie dclsa war, so von einigen vor Lscotzl geburths-stadt gchaltez, wird. Diejenige feite von Indien, welche unter der hitzige,: 2 ona gelegen, ist ei» per hefftigen sonnen.hltze unterworffen, st» aber doch von dem regen und durch die winde etwas gemäßiqet wird. Insgemein rechnen sie nur - iahrs-zciten, nemlich den sommer und Winter. Der letz« te begreifft 4 monate in sich, nemlich den junium, julium, augustum und septembcr, binnen welcher zeit es stets regnet. Die andern 8 monate machen den sommer. Das land ist über allemassen frucht» bar, und doch wächset wenig getrayde darinnen, aber an dessen statt viel reiß, Indianischer weitzen nnd garten-fruchte; olivcn, wein und dergleichen wachsen daselbst nicht, sondern werden von andern orten dahin gebracht, hingegen mangelt es nicht an an« dcrn schönen fachen, als ba sind palmcn, welche dattcln kragen, citronen, pomerantzcn, die man atlda in grossem Überflüsse hat, feigen, cacaos.iii'isse, granat.äpffcl, gewürtze und viel specereycn mehr. Der bäum, weicher die cacavs.nüffc tragt, ist eine art von Palmen, und verstehet die Indianer mit viele,1 zu dem menschlichen leben gehörigen Nothwendigkeiten: denn sei» fasst dient ihnen zum gclräncke; aus dessen fruchten machen sie brod und öl, aus der gro> den rmde allerlei, qefässe, becher und löftel, und aus der darunter tte» gcnden zarte» rmde gärn und zeug zu kleidern. Das stamm-holtz nebst den asten wird zum bauen gebraucht, mit den blättern bebe» cken sie sich nicht allem, sondern schreiben auch darauf als auf pa» Pier. Das aus dem fasste diests baums zubereitete gclräncke schmeckt fast wie wein, und wird in 24 stunden sauer. Ausser die» sein ist Indien auch sehr reich an zucker, allerlei) raren tigeren, per« icn iiiidctclgcstcineii, wie auchgold'iuid silbcr«bergwercke», deren es so viel darinnen giebt, daß die alten genic»»et,cs sey auch der fand, die steine und erd'fchollcn lauter gold; jedoch findet man kein kupffer und blcy darinnen. Sonderlich hat man ; reiche bia« manl'gruben, eine zu Raolconda, fi>; lagc.rcilen von Golconda ist, eine zu Goney und eine zu Soumel in dein Königreiche Bengala. Auch hat man allda indigo, salpetcr, seyde und sonderlich bäum« wolle, wovon das arme volck bunte zeuge macht. Die Indianer sind mehrentheils schwartzbraun von gesichte, darbey starck und di« cke, aber sehr faul und über alle Massen geil. Die meisten unter ihnen gehen nackend, doch findet man auch einige, die wüllen, leinen oder feidemzeug zu tragen pflegen. Sie essen auf betten, oder auf die erde ausgebreiteten tapeten, und bedienen sich öffters einer ge« wissen art fallatS, fo belle genennet wird. Ihr ordentlich gc« träucke ist pattn-wein, oder eine andere art aus reiß gemacht. Sir find dem kriege sehr ergeben, und baden feit der zeit, daß sie mit den Europäern umgegangen, fchlcß'gcwebr an stall der bogen und pfcilc zu gebrauchen angefangen, womit sie sehr geschickt umzugehen wissen. Bey ihren armecn gebrauchen sie clepbanten, dem« ein jeglicher ein castcll anfstmem rücken trägt, worinnrn sich 4 oder mit bogen und pfcilen bewaffnete Personen befinde!!. Der grosse Mogol hat die meisten, und eS wollen einige, daß er derer etliche ic>oc> in das seid stellen kam Ihre jähre rechnen sie nach dem lauste des mondcn. Sie sind in der artzenev-kunst, Likrc>loß,e, auch cm wenig in mLtKeli erfahren, wiewohl sie viel wunderliche prmcipis habe», sind auch darben in andern künstelt und wissenfchafftcn sehr unwissend. Die, fo unter ihnen der Hcydiüschcn religion zuge« lhan, verbrenne» mehrentheils ihre todten, »nb ihre weider, deren sie nehmen, fo viel sie entehren können, halte» sich es vor eine ehre, wann sie sich mit auf den fcheitcc>hauffen wcrffe», und zu afche per. brennen lassen,welche hernach ihre freunde in gewissen krüglcin auf« heben und verwahren. Die Ursache will man daher führen, weil die weiber vor diesem häuffig ihre männer vergifftet hätten, um an. dcre zu bekommen, weßhatben von ihren alten Königen dieses gcfetz gegeben morden, welches nachmahls zurgcwohnheit gediehen. Wie. wohl diejenigen weiber, welche knider haben, darvon bcfreyct sind, jedoch mit dieser bedingung, daß sie niemahls wieder heyrathen. Ihre vornehme Herren nennen sie Caimales, welche nicht in siäd« ten wohnen, sondern ausser dciifeibigcii besondere Häuser haben, die mit mauren und gräbcn umgeben sind. Ihre Edelleute nennen sieNafros, welche man indem 7 sichre ihres alters mit einem ge» wissen ole bestreichet, um die glieder gclencke zu machen, und als. bann zu den Waffen anführet, woraus bann vornehmlich ihre milch bestehet. Über dieses haben sie ihre eigene Könige oder Fürsten ü« ber sich, welche aber mehrentheils von den Holländern oder Portu« gie,en dependiren. Theils unter selbigen sind so ehrgeitzig, daß sie sich auch nach ber anzahl ihrer mvbilien, elephattten und juwctcn ti. tuliren. Was ihren Ursprung und alten zustand anlanget, hat man fast nichts als lauter fabeln, indem vorgegeben wird, baß ttLccsiur oder siiber ?Lter bajelbst qebohren sey, und das aantze land mit einem Heere rasendcr^veider unter sich gebracht habe. Nach tuesiun soll Hercules undSemiramis, Ninigemahlni, mir ihrer u cgreichen arnwe biß in dieses land gekommen lehn. Die Könige i n Bersten bc,assn vor zeiten ewige theile von Indien; als aber Alexander IvlLgnu; Darwin acschlagen, marfchirtcer dahin, und über wand Porum, der Indianer vornehmste» König. Nach Ale« lN xandri zeiten haben die Indianer mit ihren Fürsten sehr smdn,, gelebct, und sind durch kewe fremde volcker verunruhiaet wo c-n Ais dieVenetwner w den crentz-zligen Pkolemais inne HM, «» gen sie durch Persien und die Tartarey einen Handel sehen waaren an, welche sie alsdann durch gantz Europa ' ten, und damit «ehr grossen pw 6 r machten, weil sie die ei» u. ,n waren, lo damit handelten. Jedoch bahnte» sich die PortUMtn zu des Könlgs Emmwelis zeiten an. 1497 durch Vastum Ganm nen weg nach Ost.Jndien, stelllen ihre schiffahrten dahin an, u n zogen dadurch allen Indianischen Handel an sich, setzten sich an » darinnen feste, und legten ihren Hauptsitz zu Gva an. Ob um gleich die Portugiesen eine zeitlang diesen Handel alleine trieben, brachte doch der König Philippuslt aus Spanien selbige biinmi Denn als selbiger nach des Königs Henrici von Pvrwgall an. nüö erfolgten, tode sich dieses Königreichs bemächtiget, und die Lvi. länder wider ihn revotlirt hatten, verbot er seidigen, ihre dich,, rige schiffahrten nach Lissabon, allwo sie die Indianischen waarm abgeholet, und welker verjährt hatten. Dieses bewog die HM», der, daß sie an. 159? vier schiffe um Africa herum nach OstIn« dien schickten, und als selbige mit reicher ladung wiederum zurück kamen, wurden bald mehr schiffe ausgeschickt, welche die Spanier und Portugiesen daselbst vertrieben, und sichlest zusetzen nnKcn. gen. Als dergestalt alles glücklich von stallen gieug, wmdea» 1 üoL die Ost«J»dianlschc compagn ie gestifftct, worauf sie an. Jacatraeroberten, unddaraufan. ibiy die fesiung Batavia an- legte», welches nun der hauvtsitz der Holländer in Ost-Indien ist. Es bemüheten sich zwar die Holländer einen nähern weg in OnI,,. dien über nova Zeindla auszufluten, komm aber wegen des auf ber see häuffig schwimmenden eiscs nichi fortkommen. Ihrem» g,o» und gottesdicnst belangend, so sind die emwohner »> Zndikn entweder götzen-diener, Mahometaner, Juden oder Christen. Die Heydnischen götzen-diener wohnen meistemheils m dem südlichen theile von Indien, mtter welchen ewige Gott anbeten, andere aber gar die lciiffcl verehren und ihnen opffern, um dadurch ihrepein, welche sie etwa» zu gewartet,, zu vermindern. Insonderheit aber koml das hanplwcrck ihres gottcsdimsics darauf an, daß sie zwar viel loo göttcr anbeten, aber nur cm ewiges göttliches wesen vor den Ursprung aller göttcr und anderer dinge halten, welches sie Isparetta nenne», so nach ihrer sprach die göltlichkcit heißet. Diese, sagen sie, habe sich, als noch nichts erschaffe» gewesen, in ei» ey verwandelt, daraus Himmel und erde nebst allem, was darin« ne» ist, hervor gekommen wäre. Nachwahl sey clwas enisianden, so sie kiwelinAL nennen, und in ihren Pagoden a!S göttlich vml>. ren. Verinillelsi dieses KKrelings sollen ; grosse gölier ihren an. fang genommen haben, nemlich Bramma, Wischmum und M> ra. Brainma solle alle dmge machen, Wlschtnum soll sie regic. ren, und Ispara selbige wieder verderbe»; von dem Bramma st. gen sie, baß er ein menschlich weftn habe mit 4 Häuptern, und daß er den menschen 4düchcr von ihrem gottesdienste hiiilerlaßen. A- doch wird Ispara vor den grüstenGoti gehalten, wtlchcr mn; äugen und auf beyden feiten mit ,s Händen abgebildet wird, an seinem hälfe hänget eine schelte, an verfilm hat er einen Haittn Mond, und ist mit schlangen und liegen,bekleidet- Vvnscinek gröffe sagen sie, daß selbige alle 7 bnnmcl übcr sich und alle-Mllr unter sich bcgreiffe. Ferner glauben sie die forlivanberung der sec- len aus c:nem leib in den anderen, und tragen eine grope Mät gegen alle lebendige dinge, sonderlich gegen kühe und ochsen. Se haben auch eine gewisse art von München, welche iwilmscrl in ei« ncr sonderlichen pottrur sich sinken lassen, z. e. daß sie ihre arme nach dem Himmel aufgehoben , oder crmtzwelse halten :c. EswiiS vorgegeben, daß 8 . Thomas daftlbst tas evangelium gerrechel habe, weswegen sie auch die Indianischen Christen 8 . Themas- Christen nennen Sie crzehlen sehr wunderbare dinge von ihm,weiche ur ihren iaht.düchcrn defchricdcn seyn sollen, und von kleinen» den, in Maladar in ber gemeinen sprach gesungen werden. M' fäus ineldel, es sey des H. Thomas cörpcr zu Maliapour, „er alten cjngcgaiigcnen kirchc, so vormals ihm zu ehren erbaun, gefunden worden, von wannen man ihn nach Goa gebracht, m ti, eine prächtige kirche daselbst gelcgcl. Andere aber wollen id alS habe 8 . Barlholomäus das evangelium daselbst gepredigct.hm dem ; scculo soll Panlänus,, welcher aus einem stoischen pmMo- pko ein eifriger Verfechter des Christlichen glanbens worden, m dem Bischoffe Dcmelrio von Alerandrici, dahin geschickt womn styn, mn das evangelium zu predigen. Zu Kaystrs " des grostci, zeiten rciM Meropms von Tyro mit zweyen jantt m lern, namentlich Aedcsius und Frummtius als kauffleute, >>> h» dien, deren der erstere darinnen umkam, die r andern das evangelium dafeldst, und es wurde vorgegeben, bG, > wieder tn ihr Vaterland zurücke gekommen, öabc AilMaiD . Frumentium zum Bischoffe von Jnbici, gemacht, und W mn ewigen zugegebenen Priestern widm zurücke gelchickt. T!« .» »ischen götzen.dicncr m Indien sind ivcit mehr alS der „er, und,war giebt es deren vorncmlich siebenerlei) < - sind : die Bramins, Ketris, Rafpoules, Bemann V. . Charadcs, Nertcns und Taquics; die Bramuw rulMN allen Brachinanen, beten einen sonderbaren Gott an, "» >> « tabram nennen, und vor den Ursprung aller dinge, ano r ^ schdpffer der gantzcn wett erkennen. Sie lagen, dah er;» ,. bc, welche aber nur eine einige goltheil ausmachten. aMic« ein jeglicher Bramin eine in ; lhcllc uutcrschlcdcnc önnu ^ den tragen sieturbans aufben köpffen, 2 hcmdtc», an die kitte,vnd das andere noch ein wenig binnnttt rcich - ^ ^ schuhe. Sie lege sich sehr auf die EMclW.lind habe zu berühmte schule u, der stakt Benarez, zjedoch gchet U dahin,daß sie die sonnen-und moiid-finilcriiliie a> -> ^ Das gemeine volck hätt diese Bramins vor 10 hemgc mn , ^ seidige nicht allein zu führern m der religion i ^ nid Wen auch öffters das weltliche regiment anvertrauen. Die Ra» siiontes werden von eistgen mit unter die Banjans gerechnet, «e. hören zu der fette von Samarath, und glauben Mit ihnen die fort» Wanderung der freien. Sonderlich aber geben sie vor, daß die sie» le» der menfchen in die leiber der vögel fahren, welche so dann ihren freunden das ihnen bevorstehende gute oder böse verkündigten. Daher körnt es,daß sie aufden gesimg rind stug der vögel fleißig acht haben. Sie pflegen waffen zu gebrauchen; wie denn auch das Wort ratpome eigentlich fo viet heist, als ein kriegerischer mann. Die Ketris oder KatriS essen allerley lebendige thiere, ausaenom» wen kühe und ochsen, und sind durchgehends kaufleuthtt Die Banjans sind mchrentheiis Wechsler und meckler, worlnnen sie den Jähen nichts nachgeben. Sie leben von reiß, buttcr, milch, obst, kräutern, eingemachten lachen und brodle, und pflegen sich alle tagezweymal zu baden, um dadurch vor ihre fünde gnug zu thun. Die Iogos oderJognis sind gleichsam pilqrame oder geistliche wan» LerS'Icnte, die auS einem Königreiche in das andere ziehen, und sich allemal heiffe länber und einsame örler erwehlen. Sie leben von allmosen, und werden vor sehr heilig gehalten, weil sie viel zeit mit strengen fasten zubringen. Etliche halten sich viel jähre lang bey dcn thürendcrtempel auf, sind gantznackenv, leiden allesun- gemach von sonne, wind und stürm, und gehen von dar niemals weg, als wenn sie ihre nothdurfft verrichten. Jedoch sind die mei» sten grosse betrüget, und machen sich durch ihre fchcinheiligkeit bey andern ein sonderliches ansehen. Wann sie aber gewisse jähre in solcher strengigkeit zugebracht, werben sie zu grossen ehren gezogen, und börsten alsdann allerhand lasier frey ausüben. Sie haben ei, nen gewissen kmpeeio-- über sich, den sie jährlich in einer allgcmei, uen Versammlung erwählen. Die Cvarades oder Svudras sind kriegerische leute wie die Raspoutes, jedoch mit diesen; unterschiebe, daß sie sich allezeit zu dem fuß volcke halten , gleichwie die Raspou» tes zur reuterey. Die Verlens leben >n einer gemcinschaffr unter sich wie die Münche, halten freywillige armuth dergestalt, daß sie nichts als die üderdliedenen stücken, so von anderer leute lisch kommen , essen. Sie wollen durchaus nichts, das ein leben hat , gemessen, daher sie auch allezeit abgesotten wasser trin» cken, weitste sich einbilden, das wasser habe ein leben, wol» len es also nicht eher trinckeu,. als bis solches durch das jener vertilget worden. Dahero haben sie auch allezeit, wann sie gehen, einen kleinen desen in demhänben, womit sie den weg kehren, damit sie nicht etwa unter dem gehen einen kleinen wurm zertretten mögen. Sie gehen weiß gekleidet und mit blossen köpffen. Darneben bescheeren sie ihr kien, oder rauffen vielmehrdie haare gantz aus, und geloben stetige keuschheit. Die Faquirs sind eine arr Münche, diessehr strenge leben. Sie pflegen fast niemals aufctwas anders zu ruhen a!S auf einem dicken, seile, welches so hänget, baß sie gleichsam darauf reiten können. Die Mahometaner sind in Souiiis und Chiais unterschieden, deren jene berstete desAbubc- kers/Unddiese.desAli zugethan stnd.Der grosstMogol und diegrösten an seinem Hofe halten es meistemheismit benSounis,welche mir den Türckcn übereinkomen. Hingegen giebt es sehr viel leute in seinem lande, wie auch unter den Alnas oder ihm zinßbareii Fürsten, die sich zu den Chiais bekennen. Die Römisch,Catbolischc religion ist hier nicht im schwänge, als nur unter estigen Europäischen kauf, leutenlund etlichen tv-MonLni-., die nach Siam oder an andere Indianische örter reisen. o, cls laclis. Tvtlrst- cle reb. Irul. cle rebus LmLnuell; LormZsIIi« L,e§i§. vo^gAsr. Oilstr- lLnons kilboriguez kur cliverz kuje», die üli ,707 zu Rotterdam heraus gekommen , p. 2;7 kecz. /.-! 6>»'LS tur lü Ostriliisnilme cler IlzcisL. idlvILHO ist, wenn den Unterthanen angesagt wird, daß sie ihre gaben abtragen sollen. Hernach bedeutet es auch eine zeit von jähren, woher aber diese benenmmg gekommen, und ob man in solcher zeit die gaben abgetragen habe, davon können die gelehrten nichts gewisses sagen. Denn daß man insgemein sagt, Äugn» stus habe sie aufgebracht, daß die Römischen Unterthanen alle; jähr ihre gaben abtragen sollen, das ist noch nicht bewiesen. So viel ist gewiß, daß man erst zu Constantini XI. zelten von an. ;-2 oder; 1; die incllÄiones zu zehlen angefangen. Man hat aber der» gleichen IncliÄiories dreycrley arten: Lonttrmmopolic-ma fangt vorn ersten sept. LonstLmini-wL oder LEksreL den 24 sipt- kcmriü- cm oder komsna den I jan. zu zehlen an. Weiches in der chrono- logst zu allen zelten vielerlei) simpel verursachet, weil die Pabstliche ein jähr langsamer als jene zehlet. 2 p. 26;. 954-9;;- nclOlLstl/lc; auch incliALtes, waren gewisse einwohner in Spcst nien, die heut zu tage in Lampourdan, in dem Furstenthum Ea- lalonien, an den Frantzösischen grantzen, nahe bey der Grafschafft Roussillon wohnen. Sie hatten ihre» »amen von der stadt Jndi- cc, deren Slrabo so wohl als des volcks feststen gedencket. /^s- tvlarcs bliss,. I. 2 c. 17. äelicer x. «i8. * MOIWILS vll. heissen bey den Römern diejenigen Götter, welche m Italien gewöhnet haben, nach der zeit aber als gölte» anqenommen worden, von inüu, welches bey denen ältesten Lateinern! so viel als m bedeutet, und dem wort sgo. sooffthelsset, Wohnen. Festus erinneret, man hätte diejenigen gvttcr insgemein also qenennet, deren eigentlichen namen inan nach dem damaligen aberglauben nicht dorfftc aussprechen. Der erste, der diesen namen bekam, war Aeneas. ^rnostum I» r ^>. zr. äe kscrik. c> §.9;;. ind 921 NomwäÄan des grossen Mogols. tzs gräntzet welimllna ^5^lÄie Hictarey und das Königreich Thibet, üdriam ?ber Cosmite, wodurch es von dem ien abgesondert wird, und südwärts an den meer-bu« de schaff? vorgebnrge Maladar. Die grosse han- n 8 von av!?, m mAb-che getrieben wird, nebst dem, daß man ^'deraus fuhren varff, verursachet den dar- reichthum. Denn die Türckey nebst dem aeiendnstmeu'4!^!^ der Handlung in dlestv Die kauffmanns.waarcn des Königreichs Argu, Siam, Macassar oder Celedes, Sumatra, Ceylan, in die Maldivischcn Ehlande, Mozambstue und andere örter mehr versandt, woraus hingegen die einwohnen von HNdosta» einen unsäglichen reichthum an gölde ziehen. Des» gleichen bringen ihnen auch die Europäer viel gest zu, welches her» nach die einwvhnev landet in lhem manusüLtueen dee ulbermnd gold-zeuge gebrauchen, die sie hernach den Hofländern gegen ertz, Muscat-nüsseund ziinmehivelche ste aus Indien dahin bringen,den Engelandern vor bley, den Fcantzosen vor scharlach, und denen miS USpeck und Persten gegen vferve überlassen und vertauschen, em übrigen ist dieses reich mit innerlichen kriegen und empörungen «ehr geplagt, und zwar dieses wegen der streitigkeiten, die sich öff, ters zwischen den söhnen des grossen Mogols wegen der crone ereignen , worzu noch die unruhigen köpffe derjenigen kommen, die sich m den walbern und aufden bergen aufhalten, und niemahls aäntz» ilch lmterstas joch gebracht worden, weil der vornehmste theil der Kayserlicheisarmee aus dergleichen volck bestehet, die ihnen also nicht leichte ablegen. Siehe Indien 'und Mogul. Ki- ttoire cle graricl stloAo!. ^ndous/ ist eine gewisse art der Heyden in Indien, auf der an» der» leite desWanges, die nicht zu den Bemaus gehören, weil sie al» lerley thiere tsdien und essen, ochst» und kühe ausgenommen. Sie glauben einen einigen Gott und die Unsterblichkeit der sielen, sind a» der dabey vielem csterglauben ergeben. Sie Pflegen in einem k reist zu essen, worein sie keinen Benjan kommen lassen,lals vorsivelchen sie einen grossen absehen lragen.Sie sind mehre,itbeils svldaten,und dcr grosse Mogol besitzt mit ihnen seine besten Plätze. 'Iildre/ tat. lnärus, In§er >5 oder Lnger, ein fluß, welcher in der Frantzösischen landschafft Berry, unweit 8 . Sever entsprinat» hernach bey!s Chaire, 8. Chartier, Cbateauronx, Bourg c!e Dcols, Vllle Dien, Bucanxais, Palluau, Herveaux, Cbatillon, le Brist» endlich aber bey diesem letztem orr, in der landschafft Touraine,stch mit dem ffnß!« Eher vereinigt. In währendem seinem lauffnim» met er einen kleinen fluß in sich, weicher Jndrois gencnnet wird. ^ndulphus/ der 77 König in Schottland, fieng seine regierung an. ;99 an. Die ersten 7 jähr lang hatte er friede, in dem 8 abch wurde er von den Dänen beunruhiget. Denn weil eS selbige ver» drvß, daß er der Engeländer alliantz der ihrigen verzog, und daß ein stetiges bündniß zwischen den bcydenKönigen vonEngel-ulidSchott» land wider sie gemacht worden, so rüsteten sie eme flotte aus, um un» ter des Hags und Helvici commando Schottland anzufallen. Als sie etliche mal zurück geschlagen wurden, stellten sie sich, alS ob sie nach Hause segeln wollen, kamen aber bald wieder zurück, und landeten zu Boin in der nördliche» gegend an,wohin Jndulphlis ihnen mit seinem kriegs-heere entgegen kam, und sich in eine schlachtest» ließ, da man dann aufbeyden feiten mit grosser tapfferkeil stritte, biß Graham und Dunbar mit der Lothiamschen mannschafft die Dänen in ei» grosses schrecken sitzte, und sie nöthigte, wieder anfihrc schiffe zu fliehen. Allein Jndulvhus, welcher sich gantz entblößt hatte, um die Dänen mit desto mehr geschwindigkeit zu verfol» gen, wurde aus einem schiffe durch einen pstil, oder wie einige sa» gen, von einem feindliche» Corpo getödtel, da er sewigeS mit einer geringen macht verfolgte. bitt. 8 cor. 'Indult/ (Päbstlicy) also wird eine jedwede verwilligung ge« iennet, welche der Römische Hof, vermittelst absonderlicher bul« m, eintzelnen Personen, oder gantzen colleZiir und gemeinen, er» heilt, vermöge deren sie wieder die Verordnung der gemeinen rech» : etwas thun,oder erlangen können. Man pflegt dieselben in activ» nd in paßiv.indiille einzutheilen. Jene bestehen darinnen, daß ei« cr z.e. gemalt bekömmt, nach seinem gefallen gewisse geistliche encbciL zu conftriren, und zu denselben jemand zu nominiren oder u präsinttrcn; dergleichen die Päbste ortentlicher wcise den weit» chen Potentaten, wie auch den Eardinäien, Bischoffen und andem Prälaten einräumen. Paßiv-indulle bestehen darinnen, daß z. e. incr gemalt bekömirit, die collation gewisser geistlichen beneficieli, der die nominatlon und Präsentation zu denselben, vor sich selbst o» er vor andere, so er dazu vorgeschlagen, anzunehmen. Diejenige - nilt dergleichen paßw-indulten versehen sind, werden Inclulmrn, Mist. Incstl»sre5, genennet. Gecrönte oder souverame hauptce ileaen, in krafft der von dem Pabst ertheilten indulte, zu den con> sttonLl-beneüM.das lst zu Ertz-Bißthümern, Bißthumern und Orcyeip zu nominiren. Also hat der Pabst Leo X dem Komge von rranckrcich, Franclsco I ein neues stdult, gegeben, betreffend die ominanon zu Ze-11 con6ckongl-beiie6cii5 IN den landschafften Bre» aane und Provence, welche in den concordalcn nicht mir begriffen garen Die Könige von Franckreich haben auch dergleichen or die neueroderte ländcr erhalten, gleichwie z. e. st anse» ung der Grafschafft Roußillon von Elemente IX geicbehen. Kit dem stdult der Cardiuäle hat es diese beschaffenheit, baß sie da» urch privilegirt werden, bcneücia reeulsn» und Lculsns zu behal» m, diesilbiak in coisimenclsm zu conseriren, oder aus solche art zu 'ilkherl- Aaaaa« E' 922 lllf in collation der von ihnen dependirenden beneficien m. vm, der w aenani^ cckEckro cküb con-e.. aber vergeblich, zu er. Kalten gesucht, daß ein jeder von ihneweinmal in lelnem leben,vor sich selbst, wenn er ein clencu; ist, oder wldrigenfais vor einen ai ' v/i-n me ccken er ZU solchem ende ernennet, ein oenettcmm. w meist unter öoo Llvres jährlich einbringen barst, ( es mag dasselbe seciere oder reguläre seyn, auch die so genannte dlgnitären IN den calhe bral. und collegiat-kirchen,nicht aufgenommen ) nothwendig erhast ten muß, nachdem vorher der König ersuchet worden, an welchen ordentlichen collaiorein es ihm gefällt, ( nur die Cardmale und -avon befreyet,) seine nominalion dißfals ergehen zu laffeii, doch so daß, wenn der collaror eine eintzelnepcrjon ist , dergleichen recht nicht mehr als ein einziges mahl in seinein leben bey ihm cxerciret werde, und wo gantze gemeinen collarores stnd, nicht mehr alS clii« mahl bey dem leben eines Königs- Derjenige, welcher ein solch paßwunbult auf ein gewisses ckeneckciurn erhallen, muß aus der cantzley ci» Königlich schreiben, welches auch in dem Parlament registriret zu werben pflegt,a» einen gewissen collmorem oder Patron aliswurcken, demselben solches übergeben und abschristl davon las« ftn, damit er ib» nachgehendü nul dem erste» vacamen ckeneckcw versehe. Solle innerhalb 6 monalen,von der vacantz an zu rechnen, dem Inckoimrio aus sem begehren die Provision verwegen werden, so kan derselbe sich an gewisse execurores des Apostolischen manbals oder iiidulls abdreßlrcn. Paulus ltl bat zu solche» epeculorcu den Avl von 8. Magloire, den Abt von 8. Victor und den Cantzler der kirche zu Par-tß ernennet. Allein m ber bulle des Pabsts Clementis IX ist solches amt dem Abt von 8. Dcnischem Abt von 8. Germam tler ssrer und dem Geest«^rcckicki^cono von Pariß auigelragcn wor« den. Pasquier sagt, dieses pnvstegium sey deswegen dem Paria« niknt ertheilt worden, damit es nicht, wiem den vorhergehenden zciteii,dcm Röm. Hofe sich allzusehr widersetzen möchte. Einige Hai» ten davor,das berPabst Eugciinis I V durch eine bulle von a». 1414 zuerst dieses indult verliehen. Man findet aber,daß schon ioo ,ahr zuvor, als der PabstVenedlctus XH zu Avignvn rcsidirrt, derglej. chen nominsrione; geschehen. Eigentlich hat erst der Padst Pan« Ins Ulan. i;;8bey bcr zu Nizza mit dem Könige Francisco lge« haltenen confcrentz. solches recht durch eine bulle recht bestätigt, und an. 1668 hat berPabst Elcmens IX durch eine bulle die vorher« Hendel» vielen stücken noch verbessert. Der PabstBmediciiis XIII hat an. i;yü der umvcrsiläc zu Pariß ein mduit zugesendet, vermo« ge dessen die Mitglieder derselben zu den ckeneticN der ckioeceMnorum sich nominiren kunien; allein sie hat dieses recht sich zu bediene» vce» adsäumet. /'^9ttreriecckcrccke»ckelskrsnce. /.eurer ./(//- rorn. ; r>. 9; sequ. /)5 Intanr« genannt,weil daselbst zu anfange des 14 Lcuii zwey Castiliamsche Infamen,Johannes und Petrus,in einem scharmützel gegen die Mohren ihr leben eingebüsset. /-„r. cke reb. gett. kerckin. Aragon. Keg. rom. i scripr, tlisp. ss 7; 9. commenc. rer. Aragon. I. 729.7;S. Oerrst ?. 2 ckec. 107!. 164. ckilk. cke bispanna 1.9 c. 8 l. 2; c. i/W. //e-er 1.4 ckikcurso 8 p. 26; 7 /,».,«. bild. 1.46. (so/./»/!, rom. ; conttir. 5 . ;ü6. IFnr. ckign. ist ckick. ; c. 4. §. zclick. n c.4 §. 4- .^nfantado/ ein Hertzogthum in Castilien, welches aus den stadlen Alcozer, Salmeron und Valdeclivas bestehet, und daher sei. ven namen hat, weilen es viele Jiifanten von der Königlichen taun. lie besessen. Anfangs hieß es nur der Staat von Infantado, wel« chen König Heinrich I V in Castilien a». 1469 dcimvonDiegv Hnr» tado ste MendozmMargqrascn voniLantstlana und Grafen zuReal, zu einer Vergeltung verehret, daß er des Königs Prmtzeöin die In« anf lug fantin Johanna so wohl bewahret hatte. An. 147; aber «Mb, ,>> zu einem Hertzogthum gemacht. LonnzAnnaäe crbin dieses Hcrtzoglhums, und hat eü ihrem geschlechiA^ ten von Rodrigo cke Menboza in die ehe zugebracht. ^ ° zeugte tochtcr vonna Lomsa brachte es zu ihrem mann v N ^ Gomez äe Sandava. Ihr beyder söhn v. Rodrigo ä- ° a cle.,2 Vega ist kinberloß verstorben; woraufdasHernvalbinnan ck Catharma cke Mendoza SandavalRoxas gefallen, welche es fals ihrem ehmann v. Rodrigo cke L,!va Herzog zu Pastrcn a d Estremera zugebracht hal. 8 r. xiLrrlle. emr. st'Ltpsgne. wm, 198 . von üranä. in 8 pnn. * ^ ELvOdwi. lat. !nt«cuncli das ist unfruchtbare/ werdend!- Mitglieder einer an. iü;o zu Rom aufgerichren geieyrien geicllsckM genennel,welche znm sinnbilbe einen unfruchtbaren acker haben, aus den es schlichet,mit ber überschritt: g-rmmabi-ch.xx,vird grünen. EbUckn, ein opffer dey den Römern, welches man den L inLnibur oder interi!, das ist , den verstorbenen steten Mette, und zwar aus der Ursache, damit sie desto ruhiger seyn, und nicht so lau. ge umgehen möchten- Von getrancken brauchte man darzueniae« wtsscs wasser, weiches bey die,er ccremonie mit dem allen wo« > sr. teriLl, ober sguor arteiir benennet wurde, so dann auch wem, niilch und blut: opsser aber machte man so wohl von menschen als tlD ren. E» warm abwudcrlich die so genanmen lacra noven- cliLlia oder neuntagige tcycr zu diczem dienst der «dgestorbrnende. stmimetzmid leistelen solche so wohl die dlMs.sreunde und verwand, ten als andere, die mr leben gute fteundichassl.gepflogcn, emandkr Mit grosser sorgfalt. lle tun. Kam. 4, r. cke zur. mrui. r, n. T'rchr«, l- 9 s 7 > 9 Z 8 .* ldlb'U<.XlElv8. war m den klöliernder siechmeiflev, oderei. „er von den Mildern, der die krancken m seiner aufsichthaltt, und sie pflegen lasscn.mustc. lnürmaria, die siech.siube,oder das kranck». hauß../« 2 69. 'ssznöelyerm / emeFreyherrllchefamllieandem Mine,,»-!, che von oem m der Umer.Ptaltz geiegenen stecke» Jngsthrun, M ihrem iramm'haiise, den namen bckoimnen. Heinrich, der um das iahr 948 gclebet, wird von bensclvcn zu er,i angeführel. Ederhard ,mrb an. i;oo und hinterließ r ,öhne, davon der längere, Carl,sich Veusier von Ingelheim gcncimel,welchen namen ,eme nachtoimn. ,cha„l bestanvig geluyrel, biß sie an. i;Lo mit Johann Carni crlo« ,chcn; der altere adcc, Philip, errichtete eine eigene luue, mlche noch stornt < und die Freyhcrrllche würde an sich gebrachi hat. Von ocrstlbcn ist vor andern George Hans zu merckcn, dcjjcn sshi, Anlelmus Francncus von an. 1679 bix 1695 den Ectz«Bljchößichm iliihi zu Mayntz brie>>ui, nachdem er vorhero unter den MoM da,elji -treck,prew) rer und eine zeiilang Statthalter zu Erffm gi. weien. Philipp Ludcwig, Amt zu Miltendurg und OdrnichMc. »ant, starb an. M7, und hnuersteß Frautz Adolph Friedrichen, weicher anfangs Chur.Mcher gchennoec Ralh und Pitzlhinn m dem Rhiiigau, ycrnach aber Kay>erucher gehemidcr Ruch »nö Präsident des Cammcrgcrichls zu Wctziar worden. Er hat nch an. iü 8 ; iml einer Hreym voii Dalberg memävlcr, und iml dersK'm 20 Ander beyderley gejryiechls gezeugct, davon »och n°ü >hm >4 gelebel, iv imlstens ,n oen gc>>llichen stand geleclen. r. lvck. ^Uei, euck. 44 , 4 Z. V. I p. LÜ 9 sag. tl 4 «s, sn. 170; p. 122 log. Ingelheim/ lat- Ir>L0lbcrruum oderLnssilinckemmm,ein slädl' gen un erm Ryeni.urohn,, m der U>stcr.P,aitz, zwischen Wynlj und Bingen. Der vrayiee Caroius Xt. löst nach ewiger mcynung daieivst gebühren ieyn,re ist aber falsch. Denn EgwharluS derich- lel ausirucklich, day Cacoius XI. ^„gclhcmi erst, nachdem er.itay. irr worden, gebar,er haoe. (...) dtayser Ludwig der fromme Hai lcl- bigc voucndel, weicher auch bte,elbst an. 840 verstarb. LM >li kurier oet von den oieien Concilien, so daselbst gehalten worden,berühmt. An. 788 wurde daselbst Thaßilo, Hertzog von Bayern, von seinen eigenen nnterihaiien vor einer verjammlung von Prälaten angeckagl, der verratherey udcrzeugcl, und von seinen landsm« den zum lobe veniriheiict. AUemCaroius xr. veränderte diese brate dergestalt, daß kurier Herycg und Lheodonis söhne nur m das kivstcr Lvresheim, hernach aber in das zu Iuimcgcs gebrach! wurden. Nachdem durch den wegen des Ertz-Bssthums vrn Rhenns zwischen s^uigo von Vermandrus und Arloid m dem 10 leculo M. ilaneenen ilreik viel nnnii en sich erhuben, schickleAgapchistt irr ncn Gcianblcn au den Ravier Ottvncm in Teutschland, mid M ihn ermähnen,cm allgemeines Eoncllium der Frantzvstn und Leul- ichen zu versammle», von welchen so wohl diese zwisugtcst als auch der streu des KömgS Ludoeuci l V, welcher Likrswswwr ziige- »aim wurde,.iml Hugvne entschleden werden möchte. Mst» E'ulicilium wurde an. 948 zu Ingelheim verstimmtet, welchem der Kayier und der König mit bey.vvhnelen, und nebst de» Prälaten auf einer bauet lasten. Da crzeblle Ludovicns alles nurechbio M Hugv angethan, und erbot sich, seine fache so, wicIas Voncumw wolle, zu rechtfertige», oder ihm eine schlackst zu lüstern. /»Mb Ichrieb das Ecuicllmm an Hugonem, und cmiahnte ihn ^ des banneS znm gehorsam. Ariold wurde in seinc>n Lrtz-BVvm dcstallger, stun ^muiur und Widersacher hingegen so -s bann gethan, biß er sich gcdem ülhigct. An. 1 chü E'bc oa ^ HenrieuS I V hierselbst von seinem sobne desKaYlerliehenoinai raubet, (a) in vir. c^-u oli lVI. ccint. cnr. m ckaron. -°w. i -ick LN. 742 n. 24. ÜV/./.,)!, Apologie pro üenrico IV. 5> I^aisk. not. (Nil. p. 188- ickn. 6erw. 'IirgeUus/ Ettilluo/ dlcstn naineli haben ; Könige m SM- den gefuhret. Der erste hat von an. ;?8 bis ^gr. ei, bere folget seinein valer Hagumo II Ringoni ISb rung, und warb aufdcr iagd von einem wilden lhure getori ^ . ing dritte war ein söhn Amundi, und regierte von an. «s, hiß s«, Sein pflege.vater gab ihm wolffs-hertzen zu essen, wodurch er grausam worden. ^ Es waren damals viel kleine Könige jn Schweden, da« von lud Ingcllus in 2 unterschiedenen malen ihrer 12 zu gaste, und lies»eim Palast zupulver verbrennen. Als allenthalben ein qros. ftr aufstand deswegen entstund, so verbrannte er sich letztens selber. 8cbveä. bild. in 8uecis. 'Ingelmünster / siehe Engelmünster. Imgelram / Angelram oder Engelram / Bischoff zu Metz, war erstlich Caroli Allmosenircr oder ^rcsiiäisconu;. Um das jähr 769 succedirte er 8 Chrodegango, wurde in den wichtigsten angelegenheilcn gebraucht, und wohnte dem Loncilio zu Franck. fürt bey. Nachgehends schickte ihn Carolus lk-l. nach Rom, da denn der Pabst Adriauus durch ihn die colleÄionsm canonum ü. herbringen ließ, welche aber anfänglich in Franckrcich nicht angenommen wurde. Dieses geschahe an. 781. Er starb den rz dec. an. 791. epitt. ; csp. epitt, 24. äe episc. dckeksns. Lall. Lkritt. äe concorclia sscerä. Le imp. /^ngenuus, ( Dccimus Lälius) ein Louvernsur in Pannv» nie», welchen die soldaten unter Valeriani und Gallieni regierung an. 258 zum Kayser erkläret, als beyde Kayser anderswo deich äff. tiget waren, und man in Moesten und Pannonien sich vor einem einfalt der, Sarmatier sehr zu förchten hatte. Allein er war bey dieser emporung unglücklich, sintemal er gleich im ersten jähr seiner angemaßten regierung von Galliens geschlagen, und zu Mursia, ei» ner stabt m Pannonien, an. 261 gerödtet wurde. Andere sagen, er habe sich selbst encletber, um den feinden nicht in die Hände zu fal« teil. kill. äe zo r/rsnnir, in epir. Kitt. * /Ingerburgis/ oder Ingelburg/ auch Gerberg, von einigen «her unrecht Boiilde geuennct, weil biß ihrer groß-mutter name ge» weien, » ) Kömgin in Franckreich. Sie war Waldemari 1 - des KouigS in Däncmarck/Itochter, und wurde an. 119; in der stadt Amiens mit Phillppo Augusto vermählet, und des nächsten tagcs daraufgecronet. s) Allein gleich den ersten tag nach dem bevlager war der Konig nicht recht zufrieden mit derselben, 28 tage darnach schied er sich gar von ihr zu Compiegne, unter dem vorwande der nahen dlut-freundschafft, und hcyrathete an. 1196 Agnefen von Me» ran. Darüber beklagte sich der König in Dänemarck, Canutus I V, bey dem Pabsie Cölestino lll, und nachmals beyJnnocenrivill, welcher so dann aufdem Loncilio zu Dijon an.i iy9,woraufPetrus von Cappadocien fein Gesandter war, den König in den dann that. Dieses schmcrtzte Philjppum heffttg, daß er sich bey dem Cardinal Wllhelmo von Champagne, Ertz-Bsschossvon Rheims, und andern Prälaten mehr, die in solche ehescheidung gewilliget, deshalden be. klagte, und mitlcrweile Jngerburgim in dem schlösse Estampesan« laoo oerwahrle; allein da er nachgehends sahe, daß das an. 1201 zu Svlssous gehaltene Loncilium ihn mit keiner andern bedingung als dieser, daß er seine gemabliu wieder annahm, absolviren wol» te, nghm er sie von freyen siücken, ohne des Loncllü schluß zu er« warten, wieder zu sich. -) Eine zeit lang hernach schickte er sie wie» der zurück auf das schloß Estampes, jedoch nahm er sie an. irr; aufs neue zu sich. Endlich starb sie an. irzä zu Cvrbie in dem 60 jähre ihres alters. Einige scribenten melden, daß sie heimliche mänqei an stch gehabt, welche der König nicht vertragen können» Sie hatte keine kinder. critica in ttaron. k. 4. aä LN.lly; r>. 9 p. 707 col. I. sä LNN. 119;, /Zwecke» ck. 3 . e)/k-Lsr^»rinvirs ksiil.ikugLä sn. i Lkilippiä. in ckron. ä. 3 . ///. u. milcell- i. 1 P. 422. in ckron. sä an. 12 > z.- ^ngermannland/ lat. Ingns, eine Schwedische Provintz, grantzec gegen morgen an Moscau, gegen abend an Liefland, gegen 'mittag an Pleskou, und liegt zwischen dem sec Ladoga und dem Finnlandischcn meer-busen- Der fiuß Nervaist daselbst als ein ca« »al zwischen dem see unb dieftm meer.buscn. Ihr bezirckbeträgt von mittag biß Mitternacht 40, und von abend biß morgen 46 mei. len. Es ist ein fruchtbares land, welches an getreyde und weide einen grossen Überfluß bat. Sie gehörte vorzeiten den Moskowitern, die sie aber an. 1617 kraffc eines friedemschlusses den Schweden ab» traten. Zu ansang des 18 keculi aber bat es der Czaar den Schwe» den wieder abgenommen, und dem Fürsten Menczikoff den titul als Hertzog von Ingermannland gegeben. Dieses land ist wegen der darinnen befindlichen vielen elend.lhiere berühmt. Die besten Plätze darinnen sind Noteburg, Nienschantz, Jvanvgrod, Kapur» ga, Iamagorod, Gam, rc. 0/e^,r?er6sn. reile-besckreib. neue beicssreibunA von 8cbvveäen p. 44. äelcr. 8ue- ci-e. kescbreibun^ 8cbvveäen! p. s c. z. 'Inglares, (Aloysius) war an. 1622 zu Nizza in Italien ge. bohren, und trar an. rüz? in die 80c. Mu, darinnen er die ma» thematick und oratorie etliche jähre gelehret. Nach diesem ward er bey dem Printzen Carl Emanuel von Savoyen iviormseor, und predigte hierauf in den vornehmsten Italiänischen städtm, biß er «n. i ss; „1 Messina das zeitliche gesegnete. Seine schrifften sind : ^krisäne rberorurn; inscripkion« , epirspkis Le elossis; scsiols veri- rsiis Lrincipibas aper» , Lkrittuz ßssuL ; concion« czusärsgetirnL- ker Le süsr. bibl. 8. /. "Ingo / diesen Namen haben t Christliche Könige in Schweben gesüyrei. Ingo I ein sobn Olai l, hak von an. 900 biß 907 regieret, «nd ist im kriege wider die Russen geblieben. Ingo II beygenamt der fromme, hal-von an. >0,9 biß 1064 regieret, und die überblci. düng von dem heydnischen götzenvienste verstöhret, daher er von dein voicke erschlagest worden. Ingo iit beygenamt der gute, war ing inh ini S2? rm söhn Königs Phllippl, und wegen seiner gottesfurcht berühmt, irr vat von an. 1110 biß 1129 regieret, und seine gemahlin Ragntlv M iiach ihrem tode als eine Heilige verehret worden. Es wird die» see Konig von einigen scribenten , welche den Heydnischen Kömg Jngonem, der um die mitte des z kecui, geledet, mitzchlen, Ingo IV genennek. 8ckvveä. kill. /^Ngolstadt/ lat. inZvlttsämm, eine wohlbevestigte stadt in Ober-Bayern an der Donau gelegen. Sie hat sonst Engelstadt geheißen , und soll von den Angel-Schwaden ihre benennünq haben. Vor zeiten ist es nur ein dvrff gewesen zu dem klvster Altach gehörig, ist aber von dem Kayser Ludwig aus Bayern und seinen nachkvm. men zu einer stadt gemacht worden. Es ist selbige die vornehmste vestiing im Bayer-lande, und von Hertzog Wilhelmen an. 15:7 angeleget, nach der zeit aber mehr bevestiger worden. Auch giebt es allhie'r ein starckes schloß an der Donau. Die haupt.kirche ist zur lieben stauen, so au. 1420 von Hertzog Ludwigen mit dem bart er. bauet worden, worwnen ein herrlich Marien-bild zu sehen. Die hohe schule, so unter den Catholischen eine der berühmtesten , ist an. 147» von Hertzog Ludwigen dem reichen gestifftet. Das Jesu,« ter.collegium ist auch gar schön < und mit einer herrlichen bibiivtbec versehen. Von dem zeughause wird auch viel wercks gemacht. Die Häuser sind meistenthells auswendig gemahlet, ober weiß angestrichen- die gaffen breit und gerade, auch das Pflaster gut, jedoch giebt es allda wenig Nahrung und einwohner. Der König Gustav Adolph belagerte diesen vrt an. iü;r vergeblich, uud der Marggras Christoff von Bade» wurde durch eine stück kugel an seiner seilen er» schössen. C/üiE'-H 6erir>. ikin. (lerrn. äe s- csä: Fe^r«L äe reb. 6erm. reise-betcbr, sx. las. äe rebur 8uecicir. ^ngolstetter/ (Johann) ein berühmter lVleäicus und vb)-6- cus von Amberg aus der Obrr. Psaltz. Er hat unterschiedliche schrifften hinterlassen, und unter andern auch einen kractal von dem goldenen zahn, welchen Chnstophon Müllen söhn von natur ge» habt haben soll. in vk. meäic. Lerm. in stinäen. renovsco, nssm-bcelc äer dercemäe Oeneer, en Leelmelkersp. 2;;. 'Zngondis, Sigeberti I, KönigS von Metz oder Austrasieir rochier, vermählte sich an. 550 mitHermenigiidb, einem Spani» schen Printzen, Leuvigildi, Königs der West-Gothen söhn. Diesen Herrn bekehrte sie von der Manischen zu der Catholischen religion, welches denn ihre schwiegcr. mutier dermaßen erbitterte, daß sie von verteidigen aufs übelste tractiret wurde. Mitlerweile wurde Hermenigildus , welcher die Griechen zu hülffe geruffen, gefangen genommen, und erlitte zu Toledo den 1; april am oster.heiligcn abend an.c 86 den märtyrer.tob. Jngondis wurde von eben diesen Griechen gefangen genommen, starb aber, ehe sie noch Constanti» nopel erreichte an. 585 in Africa von hertzeleid. Sie hatte einen söhn init namen Athanagilbus. in cwon. ^§ngor/ stehe Ibor. "Ingulphus/ ein gelehrter Cngelländer, war an. io;<- zn Londen gebohren. Sein vater war des Königs Edliardi hostdedien» ter, er sechsten auch stund bey der Königin Editha in grossen gna. den. Er legte den gründ feiner studien anfänglich ausbem svmns- 6c> zu Westmünster, und nach diesem auf der acadenüe zu Orford. Als Hertzog Wilhelm von Normandie an. 10z r in Eugelland kam, um sich mit dem Könige Eduard» zu unterreden, wurde er bey ihm bekannt, gierig mit in die Normandie, und wurde dessen 8eci-el». riu5, kam auch bey ihm in besondere gnade, dergestalt, daß er fast den gantzen Hof regierte. Weil er aber beshalber »ehr beneidet wurde , gieng er nebst einigen Teutschen unter anführung des Ertz» Bischoffs Siegftidi von Mayntz ins gelobte land. Ws er nach aus» gestandener vieler gefahr wieder zurück kam, begab er sich in das kloster Fontenelles m der Normandie, und wurde ein Münch, auch bald daraufPrior. An. -076 wurde er von König Wilhelmen aus Eugelland zum Abt des klosters Ccoilaud in Eugelland Bencdicti» ner> ordens gemacht, und von demselbigen so wohl als von dem Ertz'Bischoff Lanfranco sehr werth gehalten. Er nahm sich dieses klosters äusserst an, brachte selbigem viel peivüegm zu wege, und baucke die zerfallenen gebäude wieder auf, biß er an. 1109 verstarb. Er hat eine Historie des klosters Croiland und anderer in Eugelland beschrieben, so von an. 664 biß ,1091 gehet. FeLiME. üb. 2 c. 47. LÄde bitt. ükior.p. 4;z. 'Inhambano, ein Afncmiisch Königreich in Nieder. Aethio. pien, zwischen Caffrerien und Monvmotapa gelegen. Wie das land und die einwohner darinnen beschaffen seyn mögen, ist noch nicht allzuwohl bekannt. ' ^Inhamior/ ein Africanisch Königreich an den grantzen deS landes der Caffern. Es liegt an dem fluffe Cllama, und soll eine geraume zeit zu Monvmotapa gehöret haben. 'Iniskilling oder EnneskiUing, eine stadt in der Provintz Ulster und der Grasschassl Fermanagp in Jrrland. Cwm.wcll hat» te nach endtgung seiner schwehresten kriegen einen theil yuier alten soldaten alldahin, als in cin-c pflantz.stadt, gesttzet. Dero tavffer» keit schiene nachmalen in bero nachkomenden sich immer wiederum zu erneueren; wie sie dann sonderlich dahero berühmt ist, well sie sich zu ansang deS Königs Wilhelm« regierung so tapffer wider die Inländer und Frantzosen destndiret. Denn die Euncbklllingcp schlugen den Hertzog von Berwick, des Königs Iacobi ü natürlichen söhn, weicher zu Ralfemulling eine von ihren Partheyen mit r zoo mann anfiel, und nöthigte» ihn, baß er sich mit Verlust 2 mann zurück ziehen muste, welches im sepk. an. rüFy geschahe. Über biß schlugen sie auch noch zum öfflcrn des besagten Königs par» theyen, sonderlich aber im aug. gedachten sichres, unweit Lisnack, II theil. Aaaaaa» Mvo 924 NU Ulk U 1 N allwo sie den Obersten Hamiltonsich zurück ;u ziehen nöthigten, nachdem sie igo von den «einigen getodiel »»d zy gefangen bekom. men , keinen einigen mann aber von ihrer feite verohren halten. Nachdein sie noch selbige» taqeS mit -20° mann cavaUeeie und-->°o mann infanterie unter dem comm-mcio ees Obersten Woolsl» ver starcket worden, marschitten sie so fort,auf die femde loß, so bey Neuton Bnliler waren, und fchlnqcn sie daselbst von einem Hügel herab, worauf sie sich vortheilhafftig posiiret harken, weil sie aber mit 7canonen die land straße zwischen zwey Morasten bcpflantzel harren, kunte die Enneskillingische realere», nicht weiter avanciren; jedoch fiel die infanterie durch den morast auf die feinde loß, rodle« lc ihrer 100 und eroberte ihr geschütz. Darauf verfolgte sie vollends die reuterey biß nach Cava», da dann von dem feinde in die 2000 theils ersoffen, theils getödtet, aber gefangen wurden, unter welchen Officirer waren, und insonderheit der Gcneral-Lieute» nant Macarty, welcher, nachdem er nach Londonderry gefangen gebracht worden, die bey seiner ehre gegebene Parole brach, und in Franckreich entrann. Ferner schlugen auch die Emieskilfinger unter dem Obersten Cloyd zooomann, welche vor hatten, Slcgo anzugreiffen, und ob diese ihnen schon an mannschafft weit über« legen waren , so warffen sie dennoch selbige über den Haussen. Im matt an. 1690 nahmen sie Belturbett ein, und trugen durch ihre tapfferkcit nicht wenig mit bey zu dem siege den Bonn- Man hat sonderlich in acht genommen, daß die Carholischen Jrrländer sich vor diesen leuten r heraus gefürchtet haben, und, wie sie dieselbe an ihren kleidern leichtlich erkannten, welche von allerhand ungleicher färb und gestalt, meistens aber schwache denen Priestern abgenom» mcne rocke waren, offt vor dem treffen vor ihnen geflohen find. Dahero als man diese Enneskiliniger einsmals, in der ineynmrg sie zu ehren, gantz neu und gleich gekleidet hatte , gefiele die fach weder ihnen selbstcn, noch konnte sich die Generalität wohl dabey befinden; daher man sie bald wieder zu ihren vormaligen vielfardi« gen und zerrissenen kleidern kehren liesse, //-ff. F'/,,c. äe Hibern, sh/ckk-ert. in * MIH^, war bey den alten Griechen ein goitesdienst, den man unterschiedenen gölten», voriicmlich aber der Ceres leistete. Er bestund aber darin, daß einer sich einem qvtt mit gewissen ccreinonien weihen ließ,und sich ihm die gantze zeit seines lebens zu dienen ergab, worbcy verschiedene opffer des nachts in aller fülle verrichtet, dein inirmro aber alle Heimlichkeiten desselben gollesdienstes,die sonst Nicht ein jeder zu sehen bekam, gezclget wurden. luckrsr. c. 16. I. ?sy. cliil. cle releiarnin Lc m)üierioruin lrsciiüone, ViürwberA. 1708. siehe EleuflllM. ^Nkweil, ein dorff und herrschafft, anitzo zu der Bettlerischen Grafschaffl Wangen gehörig, vorzeiten ei» stamm.hauß der Edlen von Inkwcil, von denen diese herrschafft an die Grasen von Ky» bürg gelanget- GrafEgon und Bcrchtold vcrkaufften sie wiederum an die stadt Burgdorff, von deren sie ferner an. 1-721 kauffs-weile an den ebmaligcn Kayserlichen Generalen von Erlach, anjetzo Schultheiß zu Bern, gebracht ward. Dieser aber hat «elbige gegen ein gleich« gültiges herrschastls, recht zu feinem ncu-erbaiiten schloß Thunstetten an den Stand Bern zu dessen crmeldler vogtey Wangen vertauschet. * ^nn/ lat. Oenu; oder^sinus, ein fluß, welcher in dem berge Besnina, so ein arm der Jütischen alpen ist, in Gcaubl'liidteii entspringet. Er durchstreichet das Pündlnerische Engadin, benetzet Finstcrmüntz, allwo eine brücke darüber gehet, lausst alsdann durch das Kramvacher lhal, Stambs, Jntzinge» und lincker hands bey der Tvrolischen Hauptstadt Inspruck vorbey aus Schwatz, von dar wendet er sich nordwärts aufKuffstein,und lausst weitere in Bayern aufRoscnheim, Wasserburg (welchen orc er als ein halbünsul inn- glebct) und Oeltingen,allwo er «einen lauffostwärts gegen Braunau einrichtet, alsdann wendet er sich gegen nord-osten, benetzet Schar- dingen und sencket sich darauf bey der Bischöfflichc» stadt Passat, in die Donau. Man hat eine gaktung perle, die man Palsauer. perle nennet, welche darinnen gefunden werden. liss 10. ckron. ^>. lyyseg. von kalrenunct warmen wackern I.z. c. 26. /t«,/.mn. (leern. p. 1^0. reisen. * 'Iilnerlothi / eine stadt in der Schottischen Provintz Loqbabre, so vorzeiten einen ansehnlichen lahrmarckt hatte, als worzu es auch sehr wohl gelegen ist. Allein sie ist in den Dänischen kriegen der. Massen ruinirct worden, daß sie nach der zeit niemals wieder in den vorigen stand gelangen können. Das land umher ist so lustig, daß die Könige in Schottland vorzeiten ihre residentz dort herum auf dem castclle Evonia aufichlugcn. In neulicher zeit ist dieser ort sonderlich wegen der garniso» und deö dasigen tor«, so der Oberste /M commandirct, bekannt worden. llelcripr. ijrir. p. 442. Itrir. JZmiernesse, besser Jnvernesse, eine alte stadt in der nordli. chen gegcnd von Schottlaub, und zwar der vornehmste ort i» einer Grafschafft gleiches namens, wovon der Hcrtzoq von Gordon, erblicher LKcrick oder Land-Voigt ist. Es wird allhicr ein starckcr Handel getrieben, weil der ort an dem flusse Neffe liegt, welcher schiff, dar ist, und diese sonderbare eigenschassl an sich hat, daß ob er wohl in einem kalten lande fliest, er dennoch niemals zufrieret, son. der» das eiß, wenn man etwas hinein lchmeisset, zerschmcltzet. Dieser stuß entspringet aus einem see, Loghncsse genannt, welcher ;o weilen laug, aber von ungleicher breite ist, die ncmlich an elli- chen ortern mehr als >r, an andern aber nicht über 8 ineilen aus- träget- Er dienet sonderlich darzu, daß man darauf viel,immer, holtz aus den benachbarten gegcnben nach Innernesse bringen kan. Der fluß hat einen herrlichen lachsfang. Lrst. x-L- 670. ckescrPr. örit. p. 4^. Innerste / ein fluß in Nieder-Sachsen, heraus!,-«- a, - gebürge entstehet, vor den berg.städten Grund undMu^^' ferner vor Hildcsheim vorbey gehet, und so dann bey Scir2"! die Leine fallet. * päbste des namens jnnocentius: jnnocenttus von Alba gebürtig, succedirte Anastasto, dm 18 may 402. Er bestrafftc des Ehryivstvmi Verfolger, MsÄ te einen brief an Johannem von Jerusalem, weilstlblmdK lag,, parthey wider Hiewnymiini angenommen, und ihm aeleoni heil gegeben, feine Irrthümer im orient auszubreiten. Erv Ä nete eine fasten an jeglichem svnnabende, weil unser Levlaud d, sen tag über in dem grabe gelegen. Desgleichen verdamme era»L die Catavbrygi,chen ketzcr, und verdammte des Pelaqii unb ssL stini Irrthümer. Du seiner zeit verdammete der svnoM m Nm. ges die Priscillianisten. Er starb an. 417- clc vir iliug, c. 4;. LN.402. Mol. lmer 20Ü. jnnocentius n, ein Romer, hieß zuvor GregoriuS. Cr war Iohanms äe Paparescis söhn, anfangs Abt des Benedichm. klostcrs zu 8. Nicolai, wurde ader von Urbano ll an. iliguimEw dinal gemacht. Er begleitete den Pabst Gelasium II in Fraiick. reich, und Calirtus II schickte ihn als Gesandten in Deutschland Darneben verwaltete er »och andere wichtige angelegenbeileii mehr,' ehe er den 17 sehr. an. n;o an Honorii I I statt zum Pabst erwählet wurde. Da man dann zu gleicher zeit auch Petrum, Leonis söhn, welcher sich Anaclctum H nennete, crwählete, dessen parthey die Römer, Mayländer, Rogerinü der Hertzog von Sicilien, md viele andere mehr, hielten, wodurch Jnnocentius sich in Franst, reich zu «ckiriren genölhiget wurde, allwo er verschiedene bonM hielt, -nemlich zu Clermonl, Rheims und Puy en Vclay. Gm zu dersclbiqcn zeit wurde dieser Jnnocentius noch von einem andern Loncilio vorPen rechtmäßigen Pabst erkläret, welches die Fran. tzösischcn Prälaten zu Estampcs hielten, dem 8. Bernhard mit beywohnte, und Jnnocentii recht ernstlich behauptete. Den -r wart. an. uz, kam dieser Pabst nach Lüttich, und ciönle daselbst Lotharium, gleichwie auch noch in eben demselbigen jähre König Ludcwlg den jünger» zu Rheims, und an. uz; LotbariumM Römischen Kayscr zu Rom. Nachgehends kam er wieder,n Ita« Iien, hielt zu Piaccnza und Pisa (.onciiis, gicng mit dcmKayser Lothario nach Rom, und hielt an. nzy das andere LvmLm I-arhevanense, worauf er Abailardum nebst dessen schlllcr Amoldo von Brescia verdammte, wurde aber noch in eben demselbigen jähre von Rogerio, dem Könige in Sicilien, gefangen, nut welchem er in eine» krieg verwickelt war; allein dieser streit wurde hmiach mit dieser bcdingung beygelegt, daß der Pabst Rogcrium mit der crone von Sicilien belehnen müsse, wofür dieser jenem den eyd der treue schwur. Nachgehends hielt dieser Pabst eine imterredurg mit dem Könige 1» EngellandHcnrico zu Cdartrcs, woruin er jenen dahin zu bewegen suchte, daß er eine reife ms gelobte land thau möchte. Ausdcm Lalerancnsifchc» (.oncilio verordvete cr,daßüin laye an eine geistliche vcrfon Hand anlegen folte. Er staibdeiir» fept. an. 114;, nachdem er >; jähr, 7 monat und u-tage den Päbstlichen stuhl befeffcn hatte. ckron. epick. in Innocenr. II. bibl. konr. cbr« dick. liner. Jnnocentius III- war zu Anagnia qebobrcn, TrastMiidi es Grafen von Signia fobn, und hieß zuvor Johannes Lostariiis. sr wurde anfangs studirens halber nach Rom, Bononnn und Paks geschickt, nach stiner rückkunssr(.'Lnon cu; zu Anagnia,n»d m sölcstino III, oder wie andere »vollen, Elemente lil, mm Eardnul 'cmacht. A». 11 y8 wurde er >m; 7 jähre seines altcrs zum PMe rwählek, und stlssicte die Verfolgung wider die Albigcnnr an. Er estäliglc Oltonein I V in der Kavserliche» würde wider PhiliMM ns Schwaben, und bemübete sich, die Christen zu einem «o genaN' tn heiligen kriege amnrenzcn. Bald daraiifthat er Ottonem >v n den bann, nnd wieaelic Fridcricum II wider ihn auf, wcicheili c aber gleichwohl die crone nicht zuerkennen wolle., Achm" »achte Johannes, König in Engclland, um des Pabils hulM widlk en König in Franckreich zu gemessen, die KönigreicheEnD-M trrland dem Römischen stuhl zinsbar. Er war sehr hrchlMW »d that viele Potentaten in den bann , worunter der M g kohannes von Engclland , Petrus König von Ar-Minu, er König von Portugal! , Hertzog Dandalus von Lo cdig und andere. An. 1«98 schickte er den Cardinal v/trum m sapiia in Franckreich, um den König Philivpum Augustum i» )egcn,stuie verflossene gemahlm Jngerburgim wwder anzunckm - ln. i >yy verbot er den Metzern die heilige fckiriljt in FranissM wache zu lesen. An. 121; hielt er daS Latcraneniischc L°ac, ' ivraiif beschlossen ward, daß der Punct von der tranosubilani 0» unter die glaubcns-articul solle aufgenommen werden, -a cnn auch die Dominicaner und Franciscaner dw confirmat o» » er erden aufdemielbigcn Voncüio erhielten. Er hat veriKi Hrifften hinterlassen, als: termoner clerempore ocirn > onremru muncli; clem/ckonirmicka: ; epickolas, Ltc. b-ck>>. Von:. ck.iDL dick. liner. p. 481. Innoccntius I V> zu Genua, aus dem haust N^ivus en von Lavagna waren, gcbohrcn, Wri ourde aus einem Cardinal-viacono des diwlo8.^m v lin. an. 124; zum Pabste erwählet, nack,dciu oobl 2 monat leer gestanden. Ungeachtet er des -HE ^ i ll vertrautester freund gewesen, w vertolgre er w> r ^ r zu der Päbstlichen würde gelanget, mit weil gröberer z> v ^ lNN als einige seiner vorfahren gethan hatten. Als er sich befahrete, daß sich der Kaystr rächen möchte,begab er sich an. 1244 in Franck- reich, und berief in dem nächstfolgenden jähre ein allgemeines Lon- eil,um nach Lyon, worauf der Kayfer in den bann geiban und ab. gefetzt wurde. Da aber selbiger an. 1 2;» dieses zeitliche gesegnete, verließ der Pabst Luvn, und begab sich an. >252 wieder nach Rom. Er verfolgte nicht weniger Kaystrs Friederici II söhne, Cvnradum und Manfredum, welcher letztere aber seine völckcr, die er in das Königreich Neapolis gesendet, schlug. Dieses Unglück befehle», «igle des Pabsts tod, so daß erden 7 dec. an. 12^4 starb. Erwirb vor einen gar gelehrten Pabst gehalten, und von einigen Juristen em vater und werckzeug der warheit genennet. Er machte aufdem Concilio zu Lyon ble Verordnung, daß die Cardinäle purpurfarbne kleider tragen sollen, um sich darbey zu erinnern, daß sie schuldig wären, ihr bluc vor den Päbstlichen stuhl zu vergießen. Jedoch verfolgte er den gelehrten und frommen Vischoffzu Lincoln, Robert Grosted, welcher unter andern ihn den Antichrist genennet. Die geschichtschreiber berichten, daß bemeldter Bischöff nach seinem tobe diesem Pabst erschienen, und ihn mit diesen Worten angeredet habe: Vem mist? sä juäicium! Er schrieb einen appsrsrum , oder ßlotls« über die äecrekslez. äÄWme»- re. cÄD«. ^nnocentius V- zuvor Petrus Tarantasia in Taramasse an-122; gebohrc» war. Er nahm i seines alcers den Dominicaner-ordcn an, lag zuPg ob, allwo er auch Doüor und krotellor tkeolossl«, ingleichcn an. 126; Provincia! dieses ordens in Franckceich wurde. Gregorius X machte ihn zum Ertz-Bistboff von Lyon, und indem folgenden jah. re wurde er Ertz-Bischoff zu Ostia , mich bald darausCardinal. An. 127; wurde er der oberste VamicemisriuL von der Römischen kirche, und wohnte das folgende jähr dem zu Lyon gehaltenen Lon- cilio bey. Nach Gregorii X tobe wurde er den 2; ftbr. zu Rom gecrönel. Er hat wenig ausgerichtet, nur daß er die Florentiner von dem Päbstlichen dann, darein sie seine vorfahren gethan hatten, mit dem bedinge toßgesprochen, daß sie die Gibeltiner aus der stadt schaffen sollen. Er starb, nachdem er nur; monat regieret balte, den 22 jun. an. 1276. Man hat von ihm compenäium rksologi^, commenrsrium in czuscuor iibro; tenteac-srum. />-,/, bibl. pr^ä. /ahihi. I^onr» I^nnocentius VI, hieß zuvor Stephanus Albertus, und war Biichoff zu Clermont. Er war von Is Mont einem orte bey Pom. padour in Llmolsin gebürtig, anfänglich Dodlor der rechten und Advocat zu Thouloüst, woselbst er auch ein collegium vor 20 arme schüler gestiffret, nach diesem Bsichoff zu Noyon, zu Clermont, und kcenitemisriu;, letzlich Cardmal-Bischoffzu Ostia , und succedirte Clementi Vl den 18 dec. an. i;;r, zu welcher zeit der Päbstliche sitz zu Avignon war. Er bemübete sich, den Römischen hos, als welcher sehr verdorben war, zu resormiren, und dem kriege zwi. sehen dem Könlge von Engelland und Franckceich ein ende zu ma. chen, aber vergeblich. Zu seiner zeit halle ßoasunsL äs kdupe 8ciüs, ein Franciscaner'Münch, die offenbaciiiig q>. Jobaniils wider die Päbsie erkläret,und selbige Wider-Christen genennet, wes. wegen ihn dieser Jnnocentms VI verbrennen ließ. Er hub den von seinen vorfahren ertheilten ablaß wieder auf, und befahl allen qeist» lichen bey strafe des bannes sich wiederum zu ihren gemeinen zu ver. fügen, mit Vorstellung, daß sie ihre heerde nicht den 'Mietlingen über. lassen solle». Er führte mit unterschiedlichen Fürsten krieg,welche, seinem vorgeben nach, des kirchewstaats sich anmassetcn. Er ließ es geschehen, daß Carolus IV zu Rom von den Cardinälen gecrö. net wurde. Jedoch muste er zuvor einen eyd leisten, daß er zu susse in die stadt Rom eingehen, und nach der crönung Italien so fort wieder verlassen, auch ohne des Pabsts willen nicht wieder hinein kommen wolle. Er starb zu Avignon den 12 sept. an. i;S2, und hat einige episteln hinterlassen. Vor seinem tobe war eine ungemei. ne sonnen.siiistermß. stehe Aiberti. lliü. konr. Q-2-L Kilt. Ihrer. Lpp. x>.; I. äe I's- pis ^ven. "Fnnocentius VIk. hieß Cosinus Meliorati, und war von Sulmona gebürtig. Er besaß vorher» einige prälaturen zu Ra. venna und Bononien, und wurde an. i;8y Cardinal. Aber nach Bonifacio IX wurde er von den Carbinälen zu Rom den 17 oct. au. 1404 zur zeit des lckilmsns wider Petrum äe Luna, welcher sich Benedictum X lII nennele, und zu Avignon residtrte, zum Pabst erwählet. Vor seiner wähl muste er schwören, daß er die Päbstli. ehe würde wiederum aufgeben wolle, im fall Benedictus dergleichen thun würde. Allein da er einmal zum Pabst erwählet worden, gedachte er nicht mehr an sein versprechen. Als ihn nun einige von den Römern deshalber ermähnten, auch verlangten, baß ihnen die Engelsdurg und das Lsssicolium wieder, wie vor diesem, einge. räumt werden solle,so ließ er ihrer eilffen die köpffe herunter schweif, sen, und ihre cörper zum fenster hinunter werffen. Dadurch wur. den sie dermaßen erbittert, baß sie König Ladislaum von Napoli zu hülffe rieffen, das Lssscolium einnahmen und Jnnocentium nöthigten, daß er sich nach Vitecbo retiriren muste, von dannen er nicht ehe wieder zurück nach Rom kam,a 1 S biß ihn die Römer selbst, welche mit Ladislao wieder zerfalleiyan.igoo einholten; da er dann Ladislaum in den bann that, aber noch eben dasselbige ,ahr lewen gehst aufgab, nachdem er aufdem Päbstlichen stuhl 2 jähr und 22 tage gesessen hatte. Gregorius XU succedirte ihm. 7 /,-^. ^ "rnnocentiuü VIu, aus der Genuesischen fainilie derer Cibo, hieß anfänglich Johann Baptist«. Sein vater war Aranuö Eibo, lNN Y25 geth 11, Er war welcher Renata von Aniou, König zu Neapolis gute dienste und deswegen von ihm zum V'-ce X.s gemacht worden. Er war an. i4;r gevohren, und an der Neapolitanischen Könige Alphvnsi und Ferdinand, Hofe erzogen , biß er studirens halber nach Pabua gieng, von dar er zum Cardinal Philipp» Lalandrinv nach Rom kam. Hierdurch ward er am Päbstlichen Hofe bekannt, und mach» te ihn Paul N zum Bsschoff von «^avvna, Sirius I V aber zum vsrsrio, Bsschoff zu Melphi und Cardinal, da er sich denn in un. terschiedenen legationen und sonderlich in der Teutsche» um den Rö. mischen stul wohl verdiente. An. 1484 den 29 aug. ward er zum Padst erwehll, und hatte ein unruhig regiaient. Denn die Ursi» ner und Cvlonneser gerietheu heffttg an einander, so baß Rom selbst mit raub und mord erfüllet ward. Hernach bekam er auch mit Fcr« dinandv Könige von Neapoiis Hände!, indem er sich theils einiger ins elend vertriebenen Neapolitaner annahm, theils auch den von seinen vorfahren dein Könige erlassenen tribut von 20000 ducaten von neuen forderte. Weil nun hierdurch seine schatzkammer gewal. tig erschöpfst ward, machte er einen Haussen muc amter, die er verkauffte. So brachte er auch den landfluchtigen Türckischen Sultan Genies aus Franckceich nach Rom, und sich damit nebst einem stück von dem heiligen speec die 40000 ducaten zuwege, wel. che dec Türckische Kavstr jährlich auszahlen ließ, baß Gemes in sicherer Verwahrung gehalten würde, siebe Eiern?« Man meynt banne loßgefprochens darein den Norwegern an. 149 7 - hak er von dem sie ,em vorfahre gethan hakte, und ven ncorwegern an. 149! erlangt, die messe ohne wein zu halten, well leidiger entweder gefroren oder sauer worden, ehe man ibn dahin bringen kunie. Er hatte vor seiner erhebung iü kinder gereuat, davon noch ein ,vhu und eme wchrer am leben waren, als er Pabst wurde. Den söhn Francsscum machte er zum Grafen von Angui. lara, und verheyrarhete ihn mllLa-irentii Medtcis tochtcr. Die lochter Theodorica gab er an Gerardum Usodimari einen Genueser, weicher m die famüie Cibo aufgenommen ward. Man halt ihn vor den ersten Padst, der sich zu seinen luiehlichen kinder» bekennet, und selbige mit überschwenglichem reichthum aus denen Archen, guter» begäbet. Es ist auch falsch, was Coeffeteau ohne den ge. rmgsten beweist, nur um dem hievon genommenen vorwurffe des är, Plessts auszuweichen, vorgiebl: JniioceiitiuS hätte dieie kinder vor seinem Padstthnm aus rechtmäßiger ehe erzeuget. Er starb den 2; jul. an. 1492, da er eben i-n begriff war, die Christlichen Fürsten zu emem Turcken-kriege aufzumuntern. Die geschieht«: beschreiben ihn als einen lanfftmüthigen und liebreichen Herrn, der auch den geringsten Personen fmmöllch lind angenehm begegnet; aber im übrigen dem geitze ergeben, ohne wissen,ch«,fft und mit keinem svn« derlichenverstrarb begäbet. l,b. 22. inlimocemio V Ul. genes!. 20 illnttr. in lrsl Lmil. -» ^nnocentlus iX, von Bononien, hieß zuvor Johannes Au« tonniS Fachmelti. Er bekam erst von dein Pabst Pio'tV eine prala» tur inCaiabricn, wohnte nach diesem dem Ooncilio zu Tridem bey; letzlich machte ihn Gregorius Xl 1 l zum Cardinal. Er wurde nach Gregorio XlV den 29vct. an. i;yi zum Pabste erwählet, und starb 2 monat nach seiner wah!. 'Iiinocentius X. ein Römer, hieß zuvor Johannes Baptista Pauwhillus. Er wurde anfangs in verschiedenen Verrichtungen gebraucht, und von Gregsrio XV als bllmriuz nach Napoli ge. schickt. Urbamis Vlll gab ihn an. i?2s seinem Ncpoten, dem Cardinal Francjsco Barbarin!, als er in Franckceich und Lwanien geschickt wurde, zum Osrsno zu, und blieb er daselbst lttiter dem titul eines Patriarchen von Antivchien und Päbstlichen Xumü, biß er Cardinal wurde. Nach dessen tode aber wurde er den stpt. an. 1644 zum Pabst erwählet. Er war in einem übel» berüffwe« gen seines allzu vertraulichen Umganges mit der Donna Olliuwia Matdnchmi, ieincS bruders hinterlassenen gemahlin, welche fast die«,nutze Päbstliche regierung verwaltete, und alles nach ihrem kopffe einrichtete. Als er kaum den Päbstlichen stuhl bestiegen,ver» jagte er alle von der Bardarinischen familie aus der stadt Rom,ohn» geachlci er > iirch sie auf den Päbstiichcn stuhl erhoben worden; worauf selbige ihre Zuflucht zu dem Cardinal Mazarini »ahmen. Weil »un dieser es vor eine bequeme gelegenheil hielt, gleiche macht mit dem Hause Oesterreich in dem concisvi zu erlangen, so brachte er es dabin, daß der König in Franckrcich au. 164? durch einen öf» fentlichen brieffan deu Pädst erklärte, daß er die Barbarin, in sei. neu schütz genommen hätte. Dieses kräuckte den Pabst dermaßen, daß er; Cardinäle beorderte, um von den Barbarinis wegen der gelber, die sie binnen der zeit, da ihr Vetter den Päbstlichen stuhl besessen, empfangen, rechcnschafft zu fordern, und mit ihnen t» der fache nach befinden rechtlich zu verfahren. Im jan. an. 1646 gaben die Barbarini ihre rechnungen ein, wider weiche er aber mit grossem Unwillen crcipirte, und ihre guter ohne rechtliche formst, questrirte, so daß sie ihre Zuflucht au heilige orcer zu nehmen , auch endlich gar in Franckreich zu geben genöthiger wurden; von wannen der Biichoff von Angers ihrentbalben nach Rom kam. Desglci. chen nahmen sich auch die Venetianer ihrer fache an. Als nun der Padst dem Könige in Franckreia) keine solche antwort ertheilen ließ, womit er zu frieden stvu können , so ließ selbiger durch leinen ^mbstLäeur bey den Münsterischen friebens-lractate» anderer Po. tentateu Abgesandten erinnern, daß das friedenS-werck zu keinem stände gebracht werden könne, wvferue nicht die Barbarin, wie- derum'in das ihrige eingesetzt würden. Weil aber der Padst sich nicht bequemen wolle, attaqmrten die FraniM-n an. 1647 Ordi, tello, unv überrumpelten 8. Stephans, welches dann die stavt Aaaaaa; Rom I um 926 inn Rom sihrallarmirte, si> Paß der Pabst endlich, da !ich die Italiani« sehen Fürsten ms Mittel schlugen, etwas uachziiacbci, ansteng, und den Barbarmi zum besten unlerschiedliche dinge emgleng. Allein sobald alS der Marggrafvon Torrecu,a die Frantzoien die bringe. r»ng von Orbirello aiiszuhebe» genöthigct halte, nichte der Padst seinen alten baß wieder ste aufs neue hervor. Darauf gieng eine andere Frantzöflsche flotte auf Italien laß , und nahm Piomb-iio und Porto Longone weg, welches den Pabst etwas ge>chmeidiger gegen die Barbarmi machte. Weil aber Franckreich gleich da. Mahls in einen innerlichen krieg verwickelt war, so fragte der Pabst unterdessen incht viel darnach, wie sehr sich auch die Frantzöstschcn Ministers wegen der restitution der Barbarin! bemühetcn. Nach. gehends schickte er einige von seinen MinistcrS zu den Münsterischei, tractaten, wobep Chigi, sein dlunriur, als er hörte, daß ein grosser theil der geistlichen guter den Protestanten gelassen werden solle, wi> der den frieden iölennitcr protestirle, und zugleich über die in den Oßnabrügglschcn tractaten vecwilligte gewillens freyheil, dermas» se» erbittert wurde, daß er die von dem frieden aufgesitzte schrifften zerriß, und dißfalls nichts weiter vorzunehmen sich refolvirte, sondern den frieden durch eine bulle zu vcrnichligen suchte. An. 1651 wur. de die crone Franckreich zu Roin so wenig ressectiret, daß deren Ministers verschiedene bctchimpffungen empstcngcn. Als nun fol. ches der Frantzösische Hof zu rächen suchte, trat der Pabst in eine genaue fremidschafft mit Spaiuen, und machte mine, daß er die Barbarin, wiederum aufnehmen wolle, welche denn chlche gelegen- heil mir beyden Händen ergriffe», an. i6zz des Pabsts gunn wieder erlangien, und ihn aurcitzten, das Königreich Navoli steh unter» würflig zu machen, wodurch beydes der spanische und der Frau» tzösifchc Hof sehr disgustirct wurde; allein der Cardinal Anloiiio Barbarin! blieb Franckreich getreu. Düster Pabst gcrielh auch au. 1649 mit dem Hn'tzoge von Parma in einen streit, welcher auf Frantzöstfche hülste steh verlassend, allzuweit in das Päbstlichc gebie- kirchcn-gürer in denen ledig stehenden tc hinein gieng, aber gcstchlagen, die stadl Castro erobert, und auf mern anstatt derer Bifchbffeu und ^ Pabittiche onckre rasirec wurde, fö daß der Hertzog zu einem güili« ^ .- ".ls vcrgchr», chen vergleiche sich verstehen muste. Au. 16c; vcrdaminle er die bekannte» ; Janfemstifchen Propositionen, und starb bald darauf an. >6s§. Als die,es Padsts rod kund worden, so enlstmid eine all. gemeine freude unter dem gantzen volcke. Sem cyffcr für die er. Haltung der Vorrechten sowohl feiner klrchcn und amts, als auch aller versöhnen, welche unter ihm stunden, und zur Geistliche» Hie. geringerm elstec das imeodlö ,,„d die gehoreten, ist daszemge, p von denen, welche ihnc lobe» ..- — ^ Ibr^Komgs, M rarchie geiweeiku,. , , . wollen, am meisten erhebt Wird. Journal cle t>. Xmour. bitt. pscis VVettphsl. Kitt. I'onnt. kitt.ttL- pLtur. /«,/,//>/„ ttkau külme. Xckemoirc-i ilu tlsrll. cke Ke-r .k« * ^nnocentius XI, hieß zuvor Beuedictus Odescalchi. Er war a». itzn zu Conio qcbohrcn i» dem Hcrtzogthum Maylaud, aus einer Adelichen familie, wurde in der Jefniten-fchule unterrichtet, studirle darnach zu Rom surr, nahm hieraufkriegs-dienste a», und gieng als ein Officircr in Tculfchland und Polen. Von dar kam er nach Navoli, wurdedafcldst Oottor. und demuhetc sich hierauf einige rccominendalions' schreiben a» den Cardinal Bona zu bekommen. Wie aber dieser an ihn, merckle, daß er zwar von gutem verstände, aber nicht allzugelchrt war, riech er ihm, fein glück weiter im kriege zu suchen. Allein als ihm Odeschalchi wichtige Wechsel-brieffe, die er mitgebracht, zeigcle, ließ ihm der Cardinal einen stuhl bieten, und ertheilte ihm den rath, er solle sich einen dienst in der Apostolischen kammcr kanffcn. AIs er dieses »ach dcö Padsts Urdani VIII tode gethan, bcmühcte er sich der Dann- O- lympia qunst zu erlangen Zu dem ende kauffle er vor ste sehr schöne raperen und kostbahre silder-lervicer, spielte zum öfftern mit ihr, und ließ sie grosse gcld-summen gewinnen. Worauf ihm seidige an. 1647 den Cardiiials-Hiil zuwege brachte. Bald darauf wurde er Legat von Ferrara und Bischoff von Novara, hielt sich auch m solchem stänke sehr eingezogen. Nach Clemciitis X todc wurde er an. 1676 durch einige wohlmeyuendc Cartmälc aufdcn Pädstlichcn stuhl erhoben. Die Frantzöstfche parthcv trachtete zwar den Ro. spigliosi zu erwehlen, da es ihnen aber fehl schlug, gaben sie gleich, falls dem Odescalchi ihre stimmen. Allein da die fache zu einem enlfchiusse gereichen solle, hielt der Cardinal ck Estrecs die völlige mahl eine Zeitlang auf, hiß er genüge orclrc; aus Franckreich ein. pfangen haben würde. Milllcrwe le stellte man andere Cardinälc aus die wähl; allein beydes die Cardinälc und Las vvlck richteten ihre inclination beständig auf den Odescalchi, so daß in wäbrciidcr solcher verzöaerung die Cardinälc nichts anders thaten, als haß sie sich immerfort mit einander zancktcn, und zwar dieses mit so wenig Höflichkeit, daß sich auch Colonua und Maldachino vor uar. reu u»d bestien schallen. Da indessen auch kerKönia von Franck« reich diese wähl billigte, so wurde silbige bewerckstclliget, ohnge« achtet sich der Cardinal Allieri nebst siincm anhange hefflig widcr. setzte. Jedoch verlangte Odescalchi zuvor, daß die Cardinäle eine resvrmalion des kirchemregiments, wvvo» er ihnen einig proicct vorlegte, uiitcrschrciben möchten. AIS er mi» erwehlct worden, nahm er den nahmen Imivcentius XI au. Die Kölugm Cbcistina war die erste, welche ihm die süsse küsscte; auch verursachte die zeitima von dieser wähl eine allgemeine freude; an dein Pabstc aber merckte man keine andere Veränderung, als daß er tieffstnniqcr zu seyn schiene, als vorhin, und als er das volck segnete, badcv viel thränen vergoß. Das erste, so er vornahm, war,' daß er dre miß. bräuche des imponimi abschaffte; jedoch damit sich sein vcltcrOon Livio Odescalchi über seine strcngigkeit nicht zu beschivercn hätte, >0 verm echte er lbm iävilich z oooo cronen. Darauf zog er die »nko« sten und ausgaben ieincs ciaenen böses ein, und beichiutte den frein, den Abgesandten ibre vmbcr gehabte gliartiersareyhett. Daneben beforecrie er eine k,rchen-reformation, wegen bisher cingeschlichcncr simonie, auch anderer mißbrauche und ärgerlichen lebens, und ordnete 4 Cardinäle, deriemgen leben und wandei, so nach Mn» mern strebten, zu unter,uchcn, verbannete die huren aus Nom bot das spielen, und war besorgt, daß die so genannten tzLwn - , Rom ihre crecluore; Nicht betrugen mochten. Weil die Chrislina den grösten theil ihrer einkünffle Lurch ven Knea ve ok. ren, machte er derielbe» eine lahrliche venston von ,2002 »Wen Hiernächst bemübete er sich, zwischen Franckreich und Omemim einen frieden zu stissten, und hingegen die Christen zu einem 7m. ckeii-kricqe zu bewegen. Er hallender viel Unruhen. Seine ml, zwistigkeck ereignete sich mit dem Svauischen Lmbsssalleur j„d-m einige die Spanier wegen ihrer ungeziemenden procedure» affro,. tirct. Ob nun wohl die urheber von dem Pabste mit gebühre, straffe angesehen worden, so wolle doch gedachter ämbMgM ick mit nicht zufrieden seyn, sondern forderte eine mehrere saiisfaclm und einhielt sich des hoffes. Desgleichen wolle auch der Vice.x,L von Napvli dem Päpstlichen bttmcio keine audientz ertheilen, wcl. ches denn den Pabst hcffrig verdroß, so daß er sich deßhaldeu ui dem coniittorio höchlich beklagte, baß ihm die guten dienste, so er dieser crone erwiesen, also vergolten werden sollen. Dahero gab er em ebict herauf kraffl welches er allen und jeden, wes standes sie auch wären, verbot, keines ausländischen Fürsten oder eines andern vornehmen Herrn wapcn über ihre tbnrcn zu setzen, gestalt dieses mx Verkleinerung, ja gäntzlichen schwächimg seiner Moritat gereichte Dieses allarmirle die Spamcr nicht wenig. Ihr verlangte aubtentz, es wurde ihm aber selbige so lange venvckmt biß dem dluncio zu Napoli dergleichen wieberfahren, und der M nig solches durch ein eigenhändiges schreiben begehren würde. U. lein dieser streit wurde endlich in der gute beygelegt. Hierausbc- kam er mit Köing Ludwig dem XI V i» Franckreich streu wegen der rcx-cke ober dem Königlichen rechte, die geistlichen benchcla 1 kirchcn-gürer in denen ledig stehenden Bssthümern und Ertz.M liiern anstatt derer Bischdffen und Ertzdischöffc» m vergehen, um, biß zur destelluiig eines neuen Prälaten die eniküiiffiei, zü gcniesscn, welches sich demeldter Monarchc ziieignete. Hierüber beklagte sich der Pabst an. 1 78, so daß man endlich kiesen streit mit ziemlicher Hitze zu treiben ansicng. Der Cartmal ck'EstrecS wurde dOalber nach Rom gesandt; allein der Pabst blieb beständig auf seiner mcynung ; hingegen behauptete das Parlament zu Pari,; mit nicht geringerm cissec das inceocsse ,„,d die p--«wxLiiv ihres Königs, und verdammte an. 1681 des Padsts darwider aiisgelagencs Kreve. Damit ste nun ihrer fache einen desto grossem Nachdruck neben möchten, so berit'ffen ste <111.1682 sichs Ertz-Bischöffe, aSVffckD, und 7 zu Bißlhümer» ernennte Personen, nebst einige» Delmiimn von der geringern clerisey zusammen, führten ihnen zu gemülk, wessen sich der Pabst wider die rechte der Frantzösische,, kirchc unter, nähme, und schloffen 4 vroposttivnc», wodurch sie des Padsts macht i» Franckreich aiissnhcben suchten, welche ste allen Fra»tzösischc>i kirchcn und Bischöfen zuschickten, nachdem sie von der gantzen Versammlung unterschrieben, und durch des Königs General-Anwalt den 2; matt. an. 1682 rcglsirirct worden, hingegen caßittc der Pabst alles, was man ,» bie,er Versammlung geschlossen,auch nahm er sich vor, keinen von den geistlichu,, so dieser vcisalninluiighcy. gewöhnet hatten, zu befördern. Nachgehe,its sitzte die Versammlung untcrichledl chc propotllione., auf, iin, den zzöiiig und Pabsi mit einander zu vergleichen ; allein weil beyde vartheyen einander nichts nachgeben wollen , so wurde der streit suspendircl, „meine desvrgliche spallimg zu vcrmetde». Hiernachst entstund z>M>cn ihm und dem Kömge 1» Franckreich ein neucr streit wegen der quarkiers-fteyheiten der ausländischen Abgesandten, alsw.ichedcr Pabst nach dcö Hcrtzvgr von Estrbes todc aushub. Daraus schickte der König den Xllseguir cke Lcwardiii nach Rom, welcher dann als Frautzöstschcr ^mbsttscleur ciiicu lnsolcutcii »iid gantz unge- wöhnlichcu cmzug hielte, dcßhalden aber von dem Padlic in den ' banii gethan wurde, woraus hernach viel scrupel ciilstaiiden. Der König >» Franckreich nahm zwar an. 1L88 dem Pabste die Grasschnitt Avlgnon, rief auch den Lavardm an. 1689 zurück iilid av- pcllirte an ein gciicral-conoünin; allein der Pabst ließ sich durch mcl ts bewege»,und es wäbrkc dieser streit biß an sein ende. An. 1688 kam auch des Königs von Snmi Grsirndlichafft zu Rm an, welche bey dem Padst audientz halte, und Hoffnung machte, als wen» dessen autorität auch 1» Ost-Indien solle angenommen werde». Unter diesig Padsts rcgicrung stürbe» viel Cardinale, da dem der Padst an. 1681 16,und an. 1686 andere 27 crlcdigicstellciiwie' der besetzte. Den streit wegen des von Padst Paulo V eingcfiihrlc» ottlcu von der unbefleckten ciiipfäiiaiiiß der heiligen ilingsraiiManen unterdrückte er,wie auch viel iiidulgeiitlen und ablasse,so vEN- to lV,E»gcliio III, Johanne XXiii,LeoneX. GregorioXV M- bcn worden, nebst denen, so auf80000 ,abr kräfftig siv» sollen, M von einer allen tasel abgeschrieben worden, die in der L-urrMW- scheu klrche z» siubeu icyu soll. Gleichergestalt verdammte er« 6; morai-sätze, welche kie Icsiiitcu und andere Casiiiste»zuocham- tcn gcmchel, und von denen un gegentbeil viele Cathol.M W beklmitcn, daß durch solche fast die gantzc Christliche MEt über ei» Haussen gcstosseu ivurde. Zu ende seiner regiermig d>H cr die rripge Lllisncezwischen dem Kavsir, den Polen und Peiiena- nern wider die Türckcu befördern, verwilligteauch grogegele-siun- men zu den, Türckcu -kriege. Von den Mittel», welche er !>«, und seinen Nepoten übergab, behielt er nur 600 reichsinaler M- lich, solange er lebte, zu verzehren , daher er nllck bloß zur m zahlung der Pädstlichcn cammer.schiildcn , und zm» ^ Christenheit anwendete. Er war dem Molinos »ickit uocl gM> gen, und gieng es garsihwcr zu, ebe er silbigen ! stiren ließ, daher auch das aml der »igulsitton cuiige Dtt'm h» ihm schickte, welche ihn seines glaubens halber detragcn ltttt FÄner wird gesagt, daß er die sonst am grünen donnerstag gewöhn» liche excommumcation der Protestanten nicht verrichten wollen, lind hatte er sich zu der zeit allemal kranck gestellet, wie er denn auch von aufhebung des edicts von Nantes in Franckreich Nicht eben zum besten soll geredet haben. Er starb den 12 aug. an. 1689, nach. dem er der Päblichen kirche 1; jähr mit grossen rühm vorgestan» den, und wurde sehr bedauret- In dem augcnblicke, da er starb, fiel ein grosses stuck von dem Lolossec, zu Rom von sich sechsten ein. Man hat rings um sein grab in der Peterskirche ein gegirter machen lassen, wobey das volck täglich auf den knien liegt. Vim Innocen- rg Xi. rmrniün. kom. sieZsiio ttAvLräin,. 6-llIia vinclicar». resseb. Letr mollsrckie universi Klitoris kspslus. * Innocentius XII. ein Neapolitaner, vormals Antonius Pignatelli genannt. Er war den 1; mart. an. 1 üi; zu Neapolis aus einem sehr alten Adelichen geschlechte gedobren, welches aus einer in Ober-Caladrien gelegenen stadt, namens Tropea, ent» sprossen. In seiner jngend begab er sich nach Rom, um allda in dem temMsno dasjenige zu erlernen, was zu dem geistlichen statt« de, dem er sich ergeben, erfordert würde. AIs er stine studien zu ende gebracht, erkannten verschiedene Päbste feine mcriten; da. hero machte ihn Urbanus V11 1 zum vice-Legatm desHertzogthunrs Urbino; Jnnocentius X erklärete ihn zum lngwücore von Malta, zum üouverneur vonViterbo, und zu seinem dluncio nach Flo» rentz, Polen und Wien; Clemens der X machte ihn zum Bischofs von Lecce, zum 8ecreisrio der congregation der Bsschöffe und or. dens«Ieute, wie nicht weniger zu seinem Hofmeister; Innocenlius XI setzte thin den Cardinals.huk auf, machte ihn zum Bsschoff zu Faenza, und Legaten zu Bologna, endlich aber zum Ertz-Bischoff zu Neapolis. Nach Alexandri V11 1 tode wurde er den 12 ,ul. an. rüyi zum Pabsterwählet. Die sreuden.bezeugungen hierüber wa« ren in Rom gantz ungewöhnlich. Er erklärte sich bald anfangs m des Jnnoccntii XI fußstapffen zu tretten. Er schaffte dayero an. 1692 durch eine bulle den nepcmünum ab,machte gute verordnn»« gen vor die armen, und verglich sich wegen der regale mit Fcanck« reich. Unter ihm entstund an. 1698 der streit mit dem Kaiserlichen Hofe, weil er nicht gestatten wolle, daß jemand in dem Päbstlichen gebiete die lehn am Kayferlichen Hofe suchen solle, welcher auch noch nicht gehoben. Als an. 17°« das jub,l«:um solle eröffnet wer« den, hätte er zwar gerne die sogenannte heilige pforie selbst eröff» net, worzu er sich bereits emen goldenen Hammer machen lassen; allein er konte Unpäßlichkeit halber nicht darzu gelangen, sondern musie es dem Cardinal Bouillon, als Vice-Dechant überlassen. Er starb endlich nach langwieriger kranckheit den 27 sepl. an. 170°. dolernoires äu rems. Luroziseiscker bitioricus. reisi-be- Ickreibung. innocentius xm, ein edler Römer, aus der alten und vor« nehmen fannlie von Conti, zuvor Michael Angclus genannt, (siehe Conti eine familie.) Er wurde gebohren zu Rom denmay an. iüz;. Der vater wäre CaroluS ll, Conti, Hertzog zu Post und Guadagnuolo, und die Mutter Ilabella eine Hertzogm von Muti, welche ihne als ihren zten söhn von jugend an zum geistlichen stan« de gewidmet. Sein fertiger geist, benebst einer sorgfältigen aufcr» Ziehung verhiesscn von ihme srühzeilig einen geschickten Prälaten und Staatsmann, welches dann auch, als er zu reisten ishren ge« kommen, sowohl genelhe, daß er stuffen-welsi von einer bedie. nung zu der anderen, und so endlich biß zu der höchsten würde ei. »es PabsteS gelanget- Anfangs verträte er die stelle eines Cam. mer< Prälaten beyPabst Alexandra VIl 1, biß er von dem ncinlichen als Inrernuncius nebst Slocco und Beretlo an den Doge Morosini nach Venedig abgeschickt ward. Hierauf wurde er Gouverneur in Most, Viterbo und vielen anderen stäbten des kirchen>staats. So dann ernennte ihne Pabst Innocentius Xi l, zum titular.Ertz.Blß« thum von Tarfus, ferner sandte er ihne als Xuncmm nach der Schweitz, und endlich nach Portugall, woselbst er 6 jähre geblie« den. Zu der Cardinals-würde aber ward er von Pabst Clemente XI ausfolgendem anlaß beförderet: An. 170S hatte dieser Pabst euie grosse Cardinals. Promotion vorgenommen, da er nemlich auf einmal 19 Cardinäle crciret. Unter diesen befände sich einer, na. mensGabrielPhilippuci aus einem burger-geschlechte von Macera» ta entsprossen. Er wäre Ookkor jurir und wegen seiner lugend, gelehrtbeit und erfahrenheit sehr hoch gefchätzet, als derentwegen er auch vorhin von Pabst Innocenlio X I I, zum Votsmecli 8:Zn»- rurr erwehlet worden. Als ihme aber zur ferneren belohnung sei. ner Verdiensten in ermeldtcr Promotion von Clemente x i, auch die Cardinals.wi'irde angetragen ward, weigerte er sich dieielbige an. zunehmen, wobey er auch aller gethanen Vorstellung ungeacht so standhafftig verblieben, daß diese vacanle stelle mit einer anderen Person besetzt werben muste, und dißmahlen fiel Clemens mit «ei. ner den Mi jun. des bemelten jahrs vorgenommenen 2 ten wähl aufunsern Michael Angelum, der sich auch zu annehmung dieser würde gantz willig und bereit finden liesse. Worauf ihme zu bc« quemlicher subsistentz, ferner die B'ßthumer von Onmo und Viter. ho, das erstere nemlich an. 1709, das andere aber an. 1712 zu. gelegt wurden. Bev dieser ehren «lstelle führte er zu Rom das proieÄorar der cron Portugall. Hicrnechst mrnese er sich bey vor« fallender gelegenheit, absonderlich indem spanischen succestions« streit, gegen den Kayserlichen Hof, mit deme ermeldte crone m slliance stunde, nicht abgeneigt. So fern wäre aber, daß ihn die«, scs an seiner ferneren beförderung etwas zu hinderen vermochte, daß es vielmehr zu solchem ende als ein kräffttges mitte! gedienelz Denn an. 1721 am tzten may ward er im 6üien jähr,eines alters mit cm« belliqen stimmender anwesenden z; Cardmalen an des abgeswr. denen Clementis X1 stelle zum Pabst erwehlet. Als welches er derjenigen parthey, foman Kayserlich'gesinnte nennet, vornehm» inn ino 927 lich zu dancken hatte, worauf er auch den namen Innocentius Xm annähme, und sodann mit gewöhnlichen solemmäten in diese wür» de eingesetzt und gecroner wurde. Seine regierung bat er anae. fangen mit ablaß geben, erleichterung der befchwerden des volcks, loßlaffimg einer anzabl ruder-.sclaven, erhebung des vorigen Pabst. liehen Nepoten zum Isiencipe 6i Sogüo, und seines bruders Bern» hardi Maria von Conti zur Cardinals-würde,wie nicht weniger seiner übrigen drüder und naben anverwandten zu unierschiediichen geistlichen und weltlichen ehren.stellen.Währcnder regierung krach, tele er zwar die zwischen denenCathotischen potentzen und demPäbst. liehen stuhl waltende streitigkciten in der gute zu heben, muste aber solche mehrentheils in der Unrichtigkeit, da er sie angetroffen, auch wiederum verlassen. Also muste er zugeben, baß Commacbio in Kayserlichen Händen bliebe, gleichwie er auch nicht hindern konte, daß der Spanische Jnfanl von Carlos vermög der quadrupelmi» liantz, die Investitur der Hertzogthümer Parma und Piacema von des Kaysers Handen empfienge, hiemitdiese lande als Reichs-lehn angesehen wurden, obwvhlen er an seinem ort dem Kaysir die in» vcstitur über Neapolis gegeben, und wegen der geistlichen benefi» cien in diesem Königreich deme seinen willen ziemlich gelassen. Die einige constitutions«sache in Franckreich hat unter ihme färben Päbstlichen stuhl ein besseres ansehen gewonnen, als sie vorhin ge» gehabt, doch mehr darum, daß er es damit seinen weg gehen lassen, als daß er selbs etwas dazu beygetragen. In dem Chinesischen be» kehnmgs-werck wüste er sich ebenfalls begnügen, alle bullen, so sein Vorfahr beßfalls heraus gegeben , zu dekräfftigen; inzwischen wa« re er so glücklich, daß ihme der Chinesische Kayser durch den zurück gebenden Apostolischen Bisitatoren Mezzabarba eine.mit n über die Massen kostbaren perlen besetzte tadacksckofen, samt einem sehr grossen gantz weissen papagey nut rother brüst zum präsent über» reichen liesse. An. 1722 wurde mit dessen beyhüisszu lsvoi- des Prä» tendcnten ein gantz fonderbahrer, obwohl gleich den übrigen un» fruchtbarer anfchlag aufEngellanb gemacht- Hingegen hatte sich der Cardinal Alberoni unter diesem Pabst eines besseren glücks zu getrosten, alldieweilen selbiger nicht nur alle wider dene eingebrachte beschuldigungen vor nichtig erklärte, und den Proceß gäntz» lich aufhöbe, sonderen auch ibme den i2ten jan. 1724 den solang erwünschten Carbinals.Hut aussetzte. Jnmitlelst halte die Päbst» liche Herrlichkeit bey Innocenlio kaum ewige jähre gewähret, als sein durchstmmerwährendc stein-schmertzen ohne deme geschwächter leib,und bey welchem er sich im übrigen weder zu der von denen artz» ten vorgeschriebenen diät bequemen, .noch sonsten, was das essen betrifft, im geringsten binden lassen wolle, mit einem hcfftigen und tödtlichen fieber befallen ward. In diesem zustande ward er zwar noch von denen gesamtenCarvinälen ersuchet vier in dem Car» dinals-Oolieglo ledig gewordene stellen zn ersitzen; dessen er sich aber weigerte, sprechend: Ich bin nicht mehr von dieser weit. Gleichwohlen liesse er sich nachvemc noch bewegen, diejenige di» spensaiion zu imrerschreibe», vermöge welcher der Printzeßin von Turenne und ihres verstorbenen gemahls leiblichen brnder dem vuc cle Bouillon ftcyheit gegeben wurde, einander nzu heyrathen. Sechs stunden hernach aber, als den 7 mertz an. 1724 verstarb er im 69 jähr seines alters, und ehe er noch das dritte jähr seiner regierung völlig zu ende gebracht. An seine stelle ward den folgenden 27WN mav nach einem io wöchigm concisvi zum Pabst erwehlet Bin» cenliusOrsini, seit deme Benedicius der XIII genannt, damali« ger Cardinal und Ertz. Bischofs zu Benevento, aus dem ordcn der Dominicanern, da er bereits 7; jähr alt, mid die Cardinalsttvür« de z2 jähr bekleidet, ist der heut zu tage annvch regierende Pabst. 6ePr. im K. cicr loclr. Xlercures lilllor, * Idllgoxilbixl'l, werden die Mitglieder einer zu Parma in Ita» jien aufgerichteten gelehrten gesellschaffl genemm. ^Innthal / siehe Engadin- " 4. xsnck. rn/ch-c. x. 189, 22z. iNOX > war ein fest, welches man an dem Wasser Jinis in dem Lacedämvnischen gebiete feyrete, in welches man einige drodte warff: blieben solche in dem waffer, lo hielt man es vor ein gutes zeichen, wenn sie aber das wasser auswarff, so war es unglücklich. Der. gleichen fest ist auch zu iMegara und Cormth gehalten worden. LrisiL. 'Inowlocz , eine zu der Groß.Polnischen landschafft Cujavien gehörigen Wovwodschafft, welche; districte in sich Met, nemllch den von Bydqosty, den von Bobronicz und den von Inowlocz. Sie erstreckt steh von dem sie Govlo und ver ffadt Cruß.vick biß an die Meicnsil und an die Pommerische gräntzen. Die besten orter so ^ m nisigcn, sindCrußwick, Bydgosty, D.dvw, Gnieukow, Solec, Strelon und Wratislaw. Der ort Inowlocz. welcher gany klein ist, wird auf Lateinisch inolocrmm ober auch sumclsäiriLvm g» P-äntzen der beyden Woywovschafften Lenczttz lnH mid Sendomir liegt eine stadt, welche gleichfalls 2 >wwloczheist, all wo sich ehemals ein prächtig schloß befunden. e-,««-,»- üsre ot Lolanck. p. I lecr. s. "riiamiltioii/ ist ein gewisses von den Päbstcn wider die, so ketzereyoder übest» lebcns beschuldiget werden, gesiifitetes hac es aerichte Es hat «elbiges in demi; leculo lemcn Ursprung,als Pabst InnocentiusUl enuge Cistercienser, zu welchen sich auch Dom,- mcus aefeUele, nebst andern geistlichen Personen in Frauckreich schickere, um der Albigcnser und Waldcnser sieche zu unl-rsuchen. Weil aber noch keine gewisse rege! war, warb auf dein «11.1229 zu Toulouse gehaltenen (.oncillo unter andern auch verordnet, wie man wider die vermchnlc» ketzer verfahren «olle. Anfänglich zwar übergab Pabst Gregor,uü kX diese inguistlion den Bstchössen, als er aber vermeynic,'baß selbige zu gelinde wären, überließ er selb!» ge den Domiiucanern. Allem weil diese das werck allzuhvch trie» den, wurde» sie nebst dem Bifchoff, der ihnen zugethan, aus der stadt Toulouse verjagt, doch aber bald wieder eingenommen, und ihnen ein glimpflicher Francifeaner zugeordnet, nichts defiowcui» ger bald daraufalle nmgebracht. DerGrafRaymondns von Ton» tonst verfuhr wider die lhäter mit aller schärsse, und nach dessen lod bekamen die Inquisitoren unter seinem Nachfolger Alfonso alle frey« hell. Indessen halle Kaysec Fridcricus I l an. 1244 eni scharffes edicl verfertigen lassen, wodurch er die Inquisitoren m seinen schütz nahm, und ihnen die schuldig befundenen mit dem fener zu straffen befahl, diejenigen aber, so wicterruffe» würden, zum ewigen ge« fängniß zu verdamme», allem we,I er so fort darauf mit dem Pabst Junocentiol V viel Händel bekam, wurde auch dieses edict nicht publicirek. Nach desKayfers an. irzo erfolgten, tode fand der Pabst gclegcnheir, die Inquisition an. irz i in Italien einzuführen, welche er den Dommicancrn und Fraiiciscaiicrn übergab, sedoch daß die Bischöfe allezeit Richter in dem Iiiqnlsilivns.colleisic) seyn solle», und die Mellon von dem Msszifirat ernennec ivürden. Als die inquisition dergestalt eingerichtet war, wurde selbige in dem grössten theile von Italien angenommen, biß auf das Königreich Napvll, und zwar dieses wegen eines Mißverständnisses, so da« lnals zwischen dem Pabst und dem Könige war. Die Rcvnblic Venedig hatte erst das iahe zuvor gewisse geistamd weltliche Richter bestellt, welche unter des Doge direclion die ketzereycn nnlersiichen sollen, daher es dieselbe mehr eher als zu des Pabs Nicolai I V zci» ren, und zwar nicht anders als unter gewissen bedingungen, an. nahmen- Einige Provintzen von Teulfchland und Frankreich nah« nie» die inquisition an, machten sich aber bald wieder davon loß. In Spanien nahmen selbige die Aragonier zu erst a» ; allem als der König Ferdinand und Isabella/ahen, daß viele bekehrte Iu. den und Mohre» wieder abfiele», sichreren sie aufemrathen Frau« cisci von Torqncmaba und des Cardinal Pein Gonzales von Mcn» doza, so Ertz'Bischoff von Qkvilien wm, an. >478 dieselbe auch in Eastilicii, und nachmahls in gantz Spanien und Spanischen prvvintzs» em, biß auf das Königreich Napoli und die Nicderlaii« be, in welchen letzter» sich allezeit »»ruhen geäiissert, wann die inquisition hat wollen slabilirl werde». In Portugal! führest sel. bige Kömg Johannes l l l cin. I» Frauckreich bemühele sich zwar der Hertzog vvn Guise lind dessen bruder der Cardinal von Lotbrm. gen, die Königin Calharinam gleichfalls darzu zu bereden, welche aber nickt daran wolle, sondern die nnlcrsiichung der kctzereven den Bischöllcn, die bestraffimg aber den welll. Richtern überließ. In Spanien »nd Pvrlugall sind die Könige l'rorediore; davon. Diese ernennen ei» seder m seinem Reiche einen Präsidenten, wel« chcr von dem Pabst bestätigt wird. Der Präsidente ernennet die lninrillrorer zu iebivcdem rribunLl, jedoch wenn sie zuvor von dem Könige sind approbirec worden. Der oberste Jnqnisilionü.Ralh von Spanien ist zu Madrid und der von Portugal! zu Lssabon. Das Haupt des Inqiiisilloi>s«Raths zu Madrid ist der Ertz-Blichoff von Toledo, als (len^al-Ingmlitor - diesem sind ; Rathe zugeordnet, deren einer cin Domiincaner sivn muß, z Secrelarie», cin vor» nehiner von Adel, so irgcnts -stcavcle oder em welil. Richter qewc» sen, em einnehmer, nnd wohl-o dicner, so mcßingene creutze au den mantcln tragen. Ausser diesen giebt es eine grosse menge von bedienten nnv zugethanen, die man laminare; nennet, welche gleichsam schonen odergchülffcn sind, und die inquisitcv. in arrcst nehmen. Selbige stehen vor keinem andern geeichte, als vor dem InqiiisitionS.Ralh, dahero lassen sich die vornehmsten Herren in Spanien darzu gebrauchen, »nd solle» deren über 20000 sei,», deren gesellschafft lalamL dermal,(lall , oder die heilige brüderschafft ge» nennet wird. Dieser hohe Rath hat über alle andere inquisition vollkommcntlich zu befehlen, allermassen solche ohne der gencral- jnquisilion cinwillignng keine straffe crequircn können. Es sind aber die inqmsitionS.gcrichtc zu Sechste», Toledo, Eordova, Gra» nada, Murcia, Valladolib, Barccllona, Saragossa, Valen« cia, Conipostcll, Cucnca, Logronno, Derena, Palermo, Me« xico, Carthageua, Lima, 1» denen insuln Maiorca, Sardinien, und denen Canaric». In diesen niquisition'gcrichtc» wird die Ich» rx, so wider die Eatholischc kirche ist, untcrsuchel, nicht weniger auch die Polygamie, hexcrey und dergleichen wider die natur strei» Knde lasier. Wenn nun einer dergleichen von 2 zeugen bcschuldi» gel ist, werden einige laminarer und zwar von der condilion als der niqnisit ist, gcschickct, um ihn in verhafft zu nehme». Da wird sich keiner weiter widersetzen, denn so bald sie nur sagen auf dcfcbl der inquisition, so wird ei» solcher mensch von allen freunden, selbst von vatcr und mutter verlassen, und unlcrslehet sich kein mensch sich seiner anzunehmen, weil sie sich dadurch nur verdächtig ma» chen. So bald er 1» das gefangniß kömmt, welches keine feilster hat, sondern nur kleine löcher, daß man ihn nicht sehen kan, wird ihm das Haupt gantz abgeschoren, und er wegen seines namens, Vaterlandes, eitern und vermögcns gcfragct. Damit er auch alles recht ansage, wird er um der barmhertziqkeit Christi willen-«.», ren. Wenn er nun alles erkläret, versichert man sich c, d« und verkaufft solche an die meistbictende, und wenn m ^ loß kömmt, erhält er doch selten etwas wieder, wej, ^ die Unkosten der inquisition rechnet. Mau sagt ihm weder ster, dessen er beschuldiget wirb, noch stellet man ihmsiin-F."' ber und zeugen vor, sondern er muß alles errathen, und me»» ' jengen wider ihn ausgefeget, da hilfst keine wiederrede. 27 . er wird verdammt. Wann cr 2 oder; nivnat i» dem gefananiöst,,» sen,wird er vor das f» genannte heilige anst gcführehund ffaM »m der oberste inguNiror. warum er da sey? wenn er den» ,aa, er 2 nichts, wird er unter Versprechung das leben zu behallen, 72 nec alles zu bekennen. Nach diesem wird er wieder zurück 2 s gefangniß geführet, allwo er biß auf das erste urlheil des alaubM kturo cla te genaiint, manchmal 2 oder; jähr aushalten mun, n - daß er bisweilen vorgeführet wird,da man ihm gleiche fraae von I Der sicherste iveg soll seyn, daß mau sich lelbsien angiebl, da kömmt man noch mcbrenchcils mit dem leben davon, sonst wenn man s ne inifchuld mit gemalt behaupten will, wird man aufder rein e', aussage nichts destoweniger verdammt. Wenn aber ein incs« >7 lasier bekannt, so muß er auch feine geleiten, die ihm behülffiw gewesen, anzeigen, und wo er dieses nicht gutwillig thun will, wird er auf die foller gefpannet, biß cr bekennet, und so darff man we. der vacer, mutter noch kinder schonen. Wird er wegen des dcnrbums eingesetzt, „nd bekennet es, mach« auch andere nach,, haffi, ,0 entgehet er dem rode, wofern er sich nur nichlwiederauf gleicher lehr bctretie» last, läugnet er aber fein isidenihum, md wird doch überwiesen, so firangnliret mainh», und wirfst ihn s» bami „is fener. Wann einer besiändigjläuguel, zum andern mal vor dieses geriefte kömmt, oder eines grossen lasiers, als dervo> Ivz-amm, heperey , und anderer wider die nalur lauffenden fünden beschuldiget wird, so wird er verbrannt. Sind es aber andere dnige, wird er mit consifeation ber guter, landes-verweisung oder geringern Iclbes.sirafieii beleget, welches auch den Protefianlcn ge. schiebt. Kommt einer wieder loß, so muß er einen cörperlichcu G leisten, daß er von dem, was er gehöret oder gesehen, mchis mG. gen wolle. Beschweret,er sich aber, und es wird erfahren, wird cr znm andern male ergriffen, nnb zum lobe verdammet. Das osteniliche mqmsillons'gcrichlc wird »ich!eher, alselwan alle 2 oder; ,ahr und zwar mit vielen ceremoilien gebalien; ins. gemein wird ein fstllaq darzu erwöhlet. Es wird solches;» M. drid aufcineni öffentliche» platze, welcher wdoch mit einem grosse» liiehc bezogen wird, an andern orten aber »1 einer kirche gehalst». Dasilbsi wird eme grosse bühnc ausgerichtet, und darauf in form eines Lmph'illleain viele siye, wohl vor ; biß 4000 mann, über einander gel anet, da den» die mgullirows ihren gewisse» orl ch. den, nicht weniger auch andere collegia; in der mitten Mtder 6enei--l, snguilicor auf einem stuhl. Auch sindcl man dar« aus einen gefchmncklen altar , cantzel und einen kleine» sitz, worauf der beschuldigle sitzet. Das genchie Heber sich von inor. gens s iihr an , und währet biß gegen abend. Man führe! als. dann die gefangenen aus ihrem gefangniß, welche mil cincii! engen kleide von fchwartzen lnchc weiß dnrchwürckct angeilM sind. Über dieses trage» sie einen Habit, lambeniro genannl, wel. ches wie ein Meßgewand gemacht, worauf verschiedene hilder, >«. aus man sehen kan, was der beschuldigte vor em urtheil zu gcwnr. teu. Die, fö der lodes-siraffe entgehen,tragen eine» von braunen in» che, worauf hinten und forncn ein rothes Andreas, creutze zu sehen. Die, lö zwar zum tobe verdaninrehader wegen ihres frcywilligcn be> kännlnlsses noch gnade erlangen , wagen einen langen rock, so nn! umgekehrten flamme» versetzet, welches die Porlugicfeu kogore- volio nenne». Die aber zum fener verdamme! sind, tragen cincn grauen rock, worauf des mquisiten Portrait im fener zu sehen, >oc!. ches die icnffel anblasen. Unten sindcl man feine» »amen »cbsls-'i- nein lasier verzeichnet, ciilwcdcr porhereie comumar, wennerni fincm inipiilirien irrlhnm verharret,oder poe llci-cle neZ-uivo con- viro , wenn er beständig läugnet, obiigeachstl er durch zengmustr- wiesen worden, oder por hercie i-elsz», wenn cr wieder in feliiciM' rigcn irrlhuin gefallen, llbcr dlß trägt er eine pavierne mühe M dem Haupte, welche mit leiiffel» und flammen bemahlet ist, so sie CarochaS nennen. Alle zusammen tragen eine gelbe wachs-Mll in der Hand und gibt man einem jedweden einen famistarcndeshci. lige» oilicii bcr ihnen biß an den lod bevsteben »mß, wclchwsst ihre» palhen nciiiien. Alsdann gehet die vrocchon an. Dst D»'. nnliicaner izehcn nnt der sahne dcs heil. Doinimci,voran, WM folge» die übrigen jiiqnisttvrcn alle mit wachs > fackeln, und bau» die beschuldigten , deren einer auf den andern lolgel. wä diSsscn füsfen »nd köpsscn, biß auf die zum lobe vcrdammlcn, welchesst Mütze tragen. Auch wird ein gropes criie>fir mit getragen, dW> gcfichke denen, so noch der lodes.strafe entgehe», zugckehttl um, denen aber, so zum lobe verdamm! sind, wird der rücken zugcrchra. An deren feste werde» auch die gebeine dmeiiigcn, so m dünge» fängnisse gestorben sind, oder welche erst nach ihrem wde m u^n» quisilio» komincn und ansgegrabcn worden, in schwartzen sarged so Mit flammen und tenffel» bemahlet sind, nebst dericlbc» ow, 0 in lcbcns.grösse von pappe gemacht »nd bemahlet, M r>ner,s.'angc vorgetragen. Wenn sie nnii an dlegerjchls.siellekoinincn, mmn ein jeder feinen platz em. Darauf tritt ein Prediger aus, mw M eine fermo» von bekehrung der Inde» nnd ketzer. Wann dieser gi prediget, steiget einer von den Inquisitoren auf, und lUfll cnici, >n quisite» nach dem andern. Der beschuldigle gehe!von ch>e'>nm-, und wird durch einen Alcaide vor den mguNiwr gc,nbrel,da er iW sein urtheil höret. Wenn nnii aste uriheil verlesen sind, toi» > ei» inauilicornebst einige» Priestern zudem», welchemchl an i bcn gestrafft werben, gibt ihnen einen streich mit der russe, "iq machet sie dadurch von dem banne loß. Was die andern Mannt, so ubergiebt »e derMgwüwr der weltlichen vbngkeit, bittet darben die anwejenden Richter um der barmhertzigkeit Gottes willen/ gü» tig / und wo möglich, ohne blut zu vergiessen, mit ihnen zu versah« ren. Allem/da dieser unglückseligen tov schon vorher beschlossen ist, und der weltliche Richter die macht nicht hat/solche von der gesetzten straffe zu dcjreyen; so kan man diß alles nicht änderst ansehen, als ein gespott. Darauf werben sie zum scheiter-hauffen geführet, und ein jeglicher ins besondere an einen pfähl gebunden. Ehe aber sel« bigec angesteckt wird, fragt sie der scharffrichter zuvor, in welcher re» ligion sie sterben wollen? wenn sie nun sagen, daß sie als Christen stür. ben, werden sie erdrosselt und alsdann verbrannt,wo nicht, verbren« net man sie lebendige Nicht weniger hat auch die Inquisition auf» M aus die bucher, dergestalt, baß ohne deren consens kein buch darffgedruckt werden,wie man denn auch die aus fremden Reichen dahin gebrachte bucher darinnen eraminirct. Inquisition von Goa: . Die Portugiesen haben in dieser Ost.Jndischen Haupt-stadt die inquisition gestlfftet- Es giebt daselbst 2 lnguUjrorez, deren der ei« ne, welchen man den obersten ingullftor nennet, allezeit ein welch» cher Priester, der andere aber ein Dominicaner ist. Nächst dem giebt es auch daselbst verschiedene Deputirte des heil. Ecü, >vel» ehe aus allen geistlichen orden in grosser anzahl sind. Diese wohnen dem gerichtc zwar diy,aber nicht eher,als diß sie darzu beruffen wer» den. Andere werden (^vsliücstores des heil. oKcü genennet, wel« che die bücher exammirenmüssen. Auch giebt es einen kromoro- rem, ?rocursroi-em und Advocaten vor die gefangene, welche dergleichen verlangen, wiewohl selbige mehr darzu dienen, der in« qmsiten gedancken auszulecken, als sie zu vertheidigen. Der oberste chquiiiwr daftlbst hat grosse autoritär, welche sich über alle geist» und weltliche Personen erstreckt, biß aufben Ertz»Bischof seinen o» bersten Vicsnum, den Vice-Kc und die Louverneui-z. Alle übrige kan er lassen in arrest nehmen, jedoch muß er es an den Königlichen Hof berichten, und von dem inquisitions'Rathe geheime orvre erwarten. Inquisition zu Toulouset Dieses ist die erste inquisition, so durch Pabst GregoriUm lX angelegt worden. Dieselbe hatte anfangs grossen Widerspruch, jedoch bekam sie an. 1229 völlige sreyheit. Nachdem aber die Wigenser in Franckreich zerstreuet worden, fiel auch die inquisition wieder- und behielten sie ausser der Untersuchung der geistlichen bücher, nicht viel übrig, jedoch wurden von dem Parlamente manchmal einige fachen, die ketzerey betreffend, an selbige gebracht. Nicht weniger behielten sie auch lange zeit das recht, daß ihnen alle jähr öaS pröto» coll, so bey der wähl der Capitularen zu Toulouse gehalten ward, uiuste zugeschickt werden, um zu untersuchen, ob jemand unter den erwählten ermann der religion halber verdächtig wäre; allein die» fts recht wurde durch einen Parlaments-ausspruch an 1646 dem Ertz-Bischofe von Toulouse zugesprochen. Indessen lassen die Ja» cobiner noch immerdar einen ihres orbens von dem Könige zum Inguiinor bestelle», haben auch noch ein hauß daselbst und gewisse angewiesene besoldungen, wie sie denn auch eine kleine versamm« lmig halten, welche sie die inquisition nennen, jedoch ist heut zu tage fast nichts mehr übrig als der name. Inquisition zu Venktzig; Es dependirt stlbrge eben so wohl von dem Politischen Staate - als die weltlichen gerichte. Sie bestehet aus dem Päbstlrchen blun- cic>, dem Patriarchen, dem kaisr inquiliror, der allezeit ein Fran» ciscaner ist, und; Rathsherren, ohne ivelche nichts geschlossen wer» den kan. Dahero kömmt es,daß wenn es das staats-interesse betrifft- die inquisition nicht viel vermag. Es kömmt vor dieselbe nichts als ketzerey, auch verfährt sie so gar scharffnicht, wie denn auch die gü» ter der verdammten den erben bleiben. Sie hat keine gewalt über die bücher. Den Griechen und Armenianern wird ihr freyer gor« tesdicnst daselbst gelassen, nicht weniger werden die Jüven gedultet; wie dann auch zu Padua Ooüorer von allerley religivnen gemacht werden. Inquisition zu Rom oder Congregation Setz heiligen oKcii: Selbige hat Paulus IV aufgerichtet, Pius V verbessert, und Sirius V a». 1 s88 in eine andere ordnung gebracht. Sie verfam» let sich alle Wochen 2 mal, ärmlich mitwochs in dem conveme ciel- Is lkitinerva, allwo der sitz der inquisition ist, und montags vor dem Pabste. Sie bestehet wenigstens aus rr Cardinälen, deren wähl der Pabst nach seinem gefallen einrichten kan, welche General»Jn» quisilorcn genennet werben, und aus einer ziemlichen anzahl Tkec»' iogoruin, welche hrcrbey Consulcnten sind, deren commitkarms allezeit ein Doniinicaner seyn muß. Von biestn werden die inqui» sichren in den Prvvintzen erwählet. Lstorsc» äell' origine ckell' inguiliüone. 6ire 8ixl0 V- llili. ingulk kd/E»«/llelietz! 6e l'Lspsgve p. 901. ldl(Ml 5 l 1 ' 08 .L 8 .Unter benRömischen Kaysern war es ein Magistrat oder Lommillsrius, den man in die Provintzien schickte, die fachen und streitigkeiten, welche der gaben und kributswegen entstunden, zu entscheiden. Bey den Fräncklschen und Englischen Königen waren es Lominiffsrii, die auch justitzssachen zu untersuchen Hatten. !i 2, 8;. Ins, ein grosses dorff an einem erhabenen drt zwischen dem Nmenburger.Bieier»!inö Mutter-lee im Caisson Bern gelegen; all« ins Sr9 wo ein schöner wein »wachs und die einträglichste pstund des landes ist. A«.8;o ward BischvffDavld von Lausanne, als er sich da» hin gefluchtet, von den scinigen verrathen, und unfern davon ermordet. An. wurden die Engeländer daselbst geschlagen, ;oo mann erlegt, und von den Bernern eine gute beute gemacht. Im Burgunder.kriege an. 147a wolle Graf Remont dieses dorffüvcr» fallen, würde aber von den Werdern mit stangen und gabeln so rauh empfangen, daß er mit schänden die flucht nehmen neuste. An diesem ort wird auf «eben zins-tag das landgericht der gantzenGraf- schafft Erlach gehalten. Lkron. rnscr. 8renler cbron. * Inspruck / lat. Oemponr.jst die haupt.stadt in Tyrvl und ehe» mahlige residentz der Grafen., Sie liegt in einem sehr angenehmen khale an dem flusse Jnn, worüber eine drücke gehet, daher die stadt den namen führet.Sie ist sonsten schon,wohl erbauet,und mit feinen Häusern versehen, hat gegen dem schlösse Awras wie auch gegen Hall im JnMhai keine mauren, und ob sie schon gegen andern or. teu mit; lhoren versehen, ist sie doch nur vor eine offene stavt zu halten. Die oächcr sind mehrentheils platt, und vor den Häusern sind schwidvogen, darunter man gehen kan. Die Vorstädte sind nicht weniger wohl erbauet. Otto Hertzog von Meran, hak diesen ort mit der ltadl-freyheit versehen. Nach dem aber das hauß Ocster» reich Tyrvl zu besitzen angefangen, haben sie auch daselbst ihre Hofhaltung gehabt, und zu dem ende die noch alda stehende ansehnliche bürg erbauet. Dieses ist zwar ein gar weitläufftigcs aber unförmliches gebäude, weil es zu unterschiedenen zciten ausgeführet worden. Die cantzle) liegt mitten auf dem marckte, woran das goldene dach zu scher, welches Ertz-Hertzog Friedrich mit der leeren lasche an. 142; machen lassen, so 200000 ducaten schwer seyn soll. Eden dieser Ertz-Hertzog Friedrich soll auch die r8 metallene bilder, welche in der B«rfüsscr>kirche zu sehen, haben machen lassen, wiewohl der Churfürstvon Bayern selbige in seinem letzter» einfalle meistens wegführen lastn. So ist auch in selbiger kirche des KayferS Maxi- wiliani i prächtiges grabmahl zu sehen, und viel capellen, welche verschiedener Ertz-Hertzoge von Oesterreich grabmahle zeigen. Eine Halde stunde davon liegt das Ertz'Hertzogliche lustsschloß Amras an dem fusse eiws berges, woselbst man einen grossen vorrath von allerhand raritäten findet. Kayftr Maximiliamiö I hat an. 1404 hierseldst mit Bianca, Hertzvgin von Mayland, ein prächtiges bey* lager angestellet. Churfürst Moritz von Sachsen hätte Kayftr Carl den V hieselbst bald gefangen bekommen, da er um feinen schwähee Landgraff Philipp vvnHessen der gefangenschaffi zu defreyen, unser» muthet die waffen ergriffe, und um der fache desto chendcr ei» en. de zu machen , ungesäumt auf den damals noch gantz ungerüstetcn Kayftr loß gienge.Karftr Fervinandus ll ließ sich an.i üar daselbst mit der Hertzvgin Eleonore, von Mantua vermahlen. An. 1649 that die Königin Christin« von Schweden allster ihr öffentliches Catholisches alaubens.bekäNntniß. An. 170; wurde dieser ort voir dem Churfürsten von Bayern erobert, aber bald wieder nebst dem gantzen lande verlassen. 2-»^- m». Eerm. LestsirsibunZ T/roh. reise-betchrsib. P. * Insterburg / ein feiner ort in dem BrastdeNbijrgisthest Preussen , mBartland, wo der stußJnsier (welcher in Nadravia, bey Lasteinen, an bei, gräntzen von Samögirien, entspringt- und in seinem lauff die kleme flüsse Ragup, Bödüp, Jvdup, Eimen, Nipok Und Steige in sich nimmt) mit der Angerab sich vereiniget, woraus allda die Pregel entstehet. Es hat dieser ort ein schloß , ingleichm die stavt'gerechttgkeit - ist aber ohne mauren. Indessen gehört eilt grosses amt darzu, welches vor das beste scatullemamk des Königs von Preussen in selbiger ianvschafft gehalten wird, zumal es 1; messen in die länge und 8 m die breite sich erstrecken soll. Es ist sonsten dasselbe den Branbenburgischen erben in Francken von bei« cron Polen bey abgang der Cburfürstlichen iinie in dem Welaur» sehen vertrag vor isooov rtdl. verschrieben morden- In verpest an. 1712 ist das amt fast gantz ausgestorbeN , und sonderlich diö Schweißer»familteü, die einige jähre zuvor sich daselbst niebergs» lassen, darauf gegangen. Das hiesige bier soll gantz schwach, ünv so starck seyn, daß es sich wie Vrandwein anzünden last- Die vor» wercke Dzauver und Altenhoff sind durch eine schöne linden-slies zusammen gehängeb kreuü. Kssrs-geoAr. Infubdia/ ward vor alters diejenige landschafft genennet- wel« che yeuliges tages das Hertzogthinn Mayland heist, öder vielmehr nur ein stück davon, nemüch was zwischen den beyden Offen Adda und Ticino liegt. Die einwohiier nennet man Insubres, welche ursprünglich aus Gallien hergekommen seyn sollen. IMVLL:, hiessen in Rom eine anzahl kleine aber an einander stossende, und rings herum von gassctt, wie eine insul von wassern/ umgebene häustr / in welchen deswegen die ärmere burger zss wohnen pflegten, welche man davon lnluisnos nennete, da hinge» gen die, so Vergleichen an einander stossende gebäude zusammen! besassest, wie es gemeiniglich geschahe, vom'mi Inkulgfum hiessen» Der unterscheid zwischen insul» und Häusern, iniulls und ävmibus bestünde also darinnen, daß die llonws, ob sie schon gemeiniglich» auch allein innert ihrem umfang und mauren stunden , und am keine andere gebäude anstießen, dannoch nur für emzeler, aber gar reicher und vornehmer Haushaltungen wohnung zu dienen pflegten. Fds«-«. it»L. M.LseL Db.- Lc dier. e> 99. Sc 46. !. 16. c!e ulu ä Iisbir. Koiri. E. I. z c. 4. Olisei v» i-.rr.L»K^ Julius '» Woff M Naumdiirg, M-chael Held.ng, Mul^Bi- V^n^idou, und 6uLs8Ln-u- von Ma«, und Johann A. Churfürsten zu Brandenburg Hof-Pre-igenDichs-tz. gricola, des ^ re ligio>is.vrdtiung,w>e es m den Reichs, ten u"t gesamte ) und versicherte» barbeyden Aay. ablochen gn '^l ,n sich hielte, so der Calholisch-nre. Ugivn zuwider wäre, ausgenommen d.e r puncle, Ließ sich insonderheit das M pud!,cum angelegen seyn, und wußte sehr wohl mit hohen stands.personen umbzugehen. Daher er auch seine Profeßion 1625 frcymUig abgelegt, und sich mit sämtlicher familien nach Straßdurg begeben. Schon vorder war er bey i-> jähren Mauritii Landgrafen ui Hessen Rath: und machtest!» Ludo» vicus XIII König in Franckreich zu seinem Kämmerling. An. i6;o wurde er von dem Landgrafen in Hessen zu dem Reichstag nach Regcnspurg, und bald hernach von den Proleltierendm Churfur» sten und Fürsten, alS kleniporemisnus nach Leipzig gemiidt. Au. iä;i verrichtete er von stiren er meldten Königs viele gesandschaffte, als au die Churfürsten in Sachsen und Brandenburg. an den Ko» nig in Schweden Gustaven» Adolphum, a» den Hertzrg von Wur» temberg rc- biß er an. rüzr von Lndovico zu einem reststrenden Gc» sandten in Straßdurg aemachc, und unter die Mrmmstcn llr« dieses Königs gezehlt worden. Er wußte seine pe.'stn niit aller gravität, würoe und magmstccntz wohl zu verstellen,,daher er osst, als er seine würde etwas hoch treiben wolle, m grozc ditstcultaten gerathen. Er hat sich r mal verehiichel, erstlich mii Jacob Corel Frantzösischen Predigers zu Basel rochier, Elisaieih, hernach init Dionvsia, Herrn >e Bc'v Balti, Königlichen Rau s, undPrast» deuten des Parlaments zu Metz , tochtec : von weichen beyden er unterschiedliche kmder gehabt. An. >644 im ma:r. ward er von einem hitzigen lieber angegriffen, und nach etlichen wvchc» zu Slraßbnrg weggenommen; daselbst er auch in beglcitnng vieler hohen Herren zur erden bestallet worden. Lx /. sta- selbst Kebalrenen leick-reäe; Xrckiv. scsci. IbNil. Lcc. * fIntapherneo, war euicr von den 7 grossen Herren in Persien, weiche zinamincn conspiririen, »m dc»!Usz,-um, welcher sich der croneangemaffcl, von dem tbrone zu siürtzcn. Er verursachte sich sechsten und einem grosse» tbeii der semigen den tod, als er Mis vcr. druß, daß idne des Dar» bedienstdie doch dessen eine genügsame Ursache hallen, einsmals nicht wollen in deöKönigs geheimes znn. mer eintretlen lassen, selbige» nastn und obren abhieb, und nach« deine er ihnen noch dazu cmen zäum an den halß gelegt, also ihrem Herren dem König zuschickte. Er meynte dessen befugt zu seyn, weil die obgemcldte sieben Perser, ehe sie noch einen aus ihrem mit» tel zum König erwehlct, sich also verglichen hatten, baß der würck» liche König keinem aus ihrer zahl den zugana nie weigeren solle, ausgcnomincn in cinmi einigen ausgedruckten fall; gedachte aber nicht, daß Darms zu selbiger stunde eben in bemsclbige» fall sich bc» finden tonte. Dieser solle nun sich darüber heffrig entrüstet, und die that kurtz um für den anebrnch einer wider ibne gemachten heimlichen anspinnung gehalten haben; daher er Jntaphcrnem samt allen dessen blnrs.freunden, als ob die «amtlich an der eingebildeten rnsaminmschivöriiiig theil hätten, gesanglich annehmen, und bald darauf zum tod verdammen ließ. Sei» weid kam alle tage vor des Darii pallast, und bat um gnade. Nachdem sich nun der König durch ihre thränen zum mitleiden bewege» lassen, gab er ihr die fteyheit, jemanden aus der gantzen gesellschaffl zu erwählen. Dar» auf erwählte sie ihren brnder, und bat, daß der König selbigem Las leben schenckeii möchte. Darüber verwunderte sich der König, und fragte nach der urstrche. Hieraus gab sie zur antwort: daß sie stn fall der noth einen andern mann und andere söhne, aber keinen andern brnder bekommen tönte. Diese antwort gefiel dem Könige dermaften, daß er ihr nicht allein ihren brnder, sondern auch ihren ältesten söhn ioßgab, Jnlaphcrncs aber »ebst den übrigen wurden hingerichtet. tib. ; c. i,zLc uz. * ^iteramna/oderInteramnium/ ward vor altcrs die in dem Hcrtzvgthum Spolew liegende stavt Teringenenncl, und zwar deswegen, weil sie auf der einen feite imt dem floß Nar, aufdcr andern aber mit einem aus diesem fluß geleiteten tieften graben um» gebe» ist. IX1'L8.cL8808.L8, hiessen in den mittlern zciten die Vic-rii oder HclrnlnistrLtore;, welche bcv einem vacancen Bißlhum fo lau» ae die regicrung übernahmen, biß wieder einer gewehlet war. D« 2, 98- 'Intevcidona / oder Intercidonus, eine von den z hcydni» sehen gottheiten , welche als beichützer der schwängern »veibsr ange» puffen wurden, stehe Deverra. ^"n^prnlk. in)ch. p. rr;. IM'LL.VIL'LVIA, war in den mittlern zelten, wenn der Pabst oder auch ein Bischofs ein gantzes land oder stadt in den bann that, so daß aller gvttesbienst verboten war. Denn es durffte kein Geist» lieber eine messe lesen, nicht predigen; der schmuck und Crucifix wurden vom altar weggenommen , niemand durffte covuliret, oder mit Christlichen Ceremonien begraben werden rc. /)«11. L. 99- wurde ein gewisses kormulsr einiger glaubensmr» tienl genennet, welches nach Lulheri tobe Carolas V an. 1548 den Protestanten aufdringen wolle. Es wurde ihm dieser namc des» wegen gegeben, weil es nur auf eine zeitlang, bis nemlich ein allgemeines Concilium die damals streitige reiigions'Puncte würde entschieden haben, gelten solle. AIs nemlich der Kayser den Snzglcalbischen Hund zertrennet, und nun die religions.irrungen Dieses prvject schickte der Kayser dem Pabste zu, u,n bGi, batlvn zu erhalten, womit ihm aber dieser nicht willfahren wolle, indem er sich besorgte, der Kaysir n-ochte sich zu einem hau« der kirche in Teutschland anfznwerffen lnchen, da er sich bemühet«. Ilgions.sachen zu entscheiden. Hierauf ließ Carolas V emize re. dens>artcn darinnen mildern, und piiblkirte so dann das svP. nannte imestm den is may an. l548aufdcm Reichs>tgge jl, Aug. spurg. Mein dieser Vorschlag gefiel weder dem Pabße noch stn Protestanten, als welche hausteiiwcise darwider schrieben. Dir Pabst halte zwar vor einige Prälaten zu dem Kayser zu stiuM, und dieses mlerlm corrigircn zu,lasten; allein einige Cardinak M zu Bologna versammlest Bstchoffe wiedemethcn es ihm. Jmmit. tclst prvlesiirtcn die Lmherischen Prediger darwider, zumal an stn fenigcn orten , wo die Obrigkeit das ,menm angenommen HE, welches in vielen Reichsstädten aus furcht vor des Knistere dröhnn, gen geschahe, asto, daß in Schwaden imd an dem Rhein-sin« 400 Prediger deshalb«! abgcdanckt wurden, woraus nach,11M die instremiststchen und Adiaphvrisüschen evnirvvcrsien eutstuOm, mdem einige davor hielten, man könne >n etliche» mmebdiiW das inrerlne wohl annehmen, welches aber andere nicht msiasim woltcu. Desgleichen wolle es auch der gefangene WiMl m Sachsen nicht annehmen. Es »niederlegte gleichfalls Mer! sie. nalis, BisttEvon Anranches, und em berühmter Dieolvxuttkr facullär zu Paris das inienM in seinem buche, welches ersmi-lo. rum titulirte.Anderer seil« aber verfuhr auch Carolus V nni ben ör. lern, so cssiiicht annehmen wolle», sehr sircnge; wie crdann die bcndcii städst Magdeburg mid Eostnitz, weil sie sich ihm stßM ivldcrscplcn, aller ihrer rechte beraubte, wie es ihme dann an! du Icsilcrciüo wohl gerathen ist,daß sie sich endlich an dashauß Ocker, reich als einen hat ergeben müssen, und von selbiger zeit an an. noch unter Ocstcrrcichischcr boihmäßigkcil stehet. Kai. lib. 20. //EM" I>b.;. >;.^/>-^stist,conc. Tnüenr.I>b. bist. conc. Inüenr. rom. r lib. 4 still, sturster. stlii, äu sturster. c< 4. ^nterlachcn,, Interlappen/ lat. Imerlscug, war ebeM ein reiches klsstcr 8. Mgustim ordcns, an.n;o von Sägers H reii zu Obcrhofcii und Ried Misstet, zusanir einem Nnniimkili. stcr, im Berncrischen Oberland zwischen dem Brlciitzcr>undThu. »cr.sec, daher es auch den namcn Inrerlneui führet, gleich,nie es den »amen Iiilerlappe», gunli uner lupicier von denen Mv ho. Heu stotzichlcn ftlsen, üi deren mitte es auch,.obwole>i m einem D> „cn weilen that gelegen, herbekommen. Kayser Lolbariusil. Conradns II, imd.CarpIiiä IV, baden selbiges besreyeiimd bcM. Die kastvoglcy sühirle anfangs Vmholdus V, Heryog vsnZcm». gen, crbaner der stadt Bern, und nach ihme Walihcr von M. dischwcil der erste Echuliheiß zn Brr», biß sie endlich an. «1-an die stadt Bern gelanget, als deren es dervwcgen zinßdar nme. Dieses klostcr bchcrrschcle das gantzc lhal Grindelwald, crkaHe aiicki die hcrrschaffl Rmggenbcrg. An. 1449 wäre» die vrdcnS. Icntbc daselbst»! c>» so ärgerliches leben gerathen, daß eö>wpvckcr scstola viriomm gcnemict wurde. Sonderlich aber glt'iige esdch den Nonne», als welche 40 an der zahl, samt einer PnomiM tcr dcs Probsts inspcclion stunden, so Hunde durcheinander, daß das klostcr durch ihre Verwahrlosung in kurtzer zeit r mal abgedniml. Durch solche Unordnung ward d,e stadt Bern vcraulas. set ihren damaligen stadtschrciber, OoL. Thürmg Frickcr nach Rom zu senden, um dastldji eine resormation dieses klssices zu de« gehrcn,a>s welche denie auch würcklich imlgcgcbc», und inichwerls, ödwohlcn nicht ohne grossen widerstand des dasigcn Prvdsics und der convcntualcn vollzogen Worte». Dus Fraiicii'closier aber ward an. 148Ü aus gleicher nrsach aufgchaden, und zur neuen W nach Bern verlegt. Zur zeit der reforinalion empörten sich diese vrdeiM leuce wieder die nadc Bern, und wollen die meß allda wiedmini eingeführt wstien, wurden auch hicrimicn von vielen OberlMi« scheu gemeinden, und denen Unterwaldncni iinlcrsiützci; Mde» neu Bcrnerischcn truppeii aber, so wider sie ausgezogen, baldm« wiederum zu paaren getrtcdcn. Endlich übcrgadc» an. >sr» Probst und convent allda daS klostcr an die statt Bern, da M' gen ein jeder derielbcn niit cmciii jährlichen unterhalt »metB ward. Damit wurde dieses klostcr sccniar isirl, und in eine Hand' vogtcy verwandelt, welche die bende herrschaffleii Grindelivalö nNd Riiickeiibecg begreiffct Das klostcr ist mimehro von dem MdUM bewohnet, und wird bajelbst eine grosse anzahl armer Iculc vmP' gcl: Es hat auch noch aus heutige» lag jemen Schaffner zu AM der des klosters. bmiß chewohnet. Bey dcmc ist auch mcrttM big der schöne und zahlreiche fisch-oder alböcks-fang, nniimchro fast gäntzlich in adgang gekommen, ffü örme M d, rauhe Wasser des fluhes die Caiider genannt, in den ^Mergre r Ziehet. * I dM8.lt.L6E, VI. Tcntschland hat zwar versi-hicdcne >"l-o regnL, aber niemals ein so langwieriges, als in dmi n blM, babt. Nach Henriel 11 und Alberti todeb) ß ° Reich einige Wochen leer, m dem gedachten jahrhindert HM ^ eer« int hat das mterreZnum viel jähre gewehret. Einige fangen dasselbe von den zeiten Friderici ll an- weil dieser nicht nur von vielen Pabsten mit dem dann beleget, sondern auch von Jnnocentio l V auf dem zu Lion an. 124? gehaltenen Loncilio der Kaystrl» würde beraubt, und öffentlich semes Reichs entsetzet worden, c) wodurch sichnnige Geistliche bewegen liessen, daß sie die parthcy ihres recht, mäßigen Königs verliessen, und ihm den Landgrafen von Thürin- gen HenncuimRaspoiiem entgegen fetzten. Andere fangen dassel. be von an-i2;i und dem in diesem jähre erfolgten tobe Friedrichs an. Aber auch diese dedencken nicht, daß dessen anderer Printz Conradus, der einmal von den Teutschen Fürsten rechtmäßiger weüe erwehlet ä) und als Römischer König feinem damals noch lebenden Vater an die feite gefetzt worden, ein gegründetes recht qe» habt, welches er wider aste Prätendenten mir Nachdruck zu behaup. im gesucht. Nicht weniger irren diejenigen, welche von Conradi an. 1254 erfolglem tode ihre rechnung anheben. Denn man kan keine urfach erbenckcn, warum man Wilhelmum, Grasen von Holland, aus der reihe der Könige fchliessen, und fein in Teutsch, land geführtes regiment zum Zwischen-Reich zehlen folte. Zwar kan man nicht leugnen, daß Wühelmi wähl anfänglich ungültig gewesen, weil sie zum prajubitz Friderici u und feines fohncs Con» radi, welche ein weit gegründetes recht halten,vorgenommen wurde. Jebennoch da nach dieser beyden tobe alle Fürsten Wilhelms einmulhig anhiengen, und ihn vor ihren König erkennten, so wurde die anfangs unkräffllge wähl dadurch gültig, und gleichsam ex poik taÄo legitimim. e) Endlich scheinen es auch diejenigen so genau nicht zu treffen, welche den ersten ansang des imerrexm auf das 2256 jähr, in welchem Wilhelmus fein leben eingebüsset, setzen. Vielmehr wird man am besten thun, wenn man von dem 1257 jähre, und dem abzuge R'chardi k) aus Teutschlanb zu zehlen an. hebet, weil von demselben b,ß an. 127; Teutschlanb gar keinen Kö» nig gehabt, und also i ü ,ahr durch ein wahres Zwifchen-Reich sich darin ereignet hat. Zwar wenn inan den zustand des Teutschen Reichs etwas genauer betrachtet, so war derselbe freylich auch vor diesen zeiten elend genug beschaffen,und gieng es da zum öfftern der. Massen untereinander,als wenn keinKonig vorhanden gewesen wäre. Fridericus > i und sein söhn Conradus 1V hielten in den letz« ten jähren sich mehrentheils in Italien auf. Vor Wilhelms von Holland, als einem ohnmächtigen Herrn, bezeugte fast niemand die gebührende Hochachtung und respect. Zu Utrecht wurffihm ein burger mit einem Ziegelstein nach dem kopff. K) Der Graf von Waldeck hatte das Hertz, dem Könige seine gemahlin wegzunehmen, und solange vorzuenthalten, biß sie mit einer geld-summ« wieder von ihm ausgelöset wurde. -) Der Ertz'Bisckioff von Cöln weite ihn gar mit dem pallast, worinnen er sich aufhielt, zu Neus verbrennen, st) Alle commercla und Handlungen lagen darnieder. Die straffen, die wege, die wäldcr waren im gantzen Reich unsicher, rmd allenthalben mit räubern angefüllet. Deswegen stetigen die am Rhein gelegene städte auf eines Mayntzischcn dürgers Rar« bsvoniS einrathen an, i) ein bündniß unter sich aufzurichten, um da» durch so wohl den commerciis zu helffen,als auch den überhanbneh. wenden räubereyen zu steuren. Die von Cöln, Worms,Straßburg und Basel waren die allerersten, welche unter sich nicht nur auf 10 jähr einen fneben, sondern auch ein bündniß schloffen. Wilhelmus vonHollano bekräfftigte solches, und als die vereinigte städte berlge. machten vrbnung nach bald zu Vtraßburg, bald zu Basel, bald zu Oppenheim, bald zu Mayntz, bald an andern orten öfftere zusam» menkünffle hielten, wurde die zahl der bundes-genossen von tage zu tage starcker, und zchlte man an. 125; schon folgende städte darun. ter: Mayntz, Cölln, Worms, Speycr, Straßburg, Basel Zürich, Frwurg, Brisach, Colmar, SüMstadt, Wetzlar, Gellenhausen, Franckfurl, Marpurg, Agisvelt, Grunperg, Hirschfeld, Valtda, Mulenhausen, Münster, Bremen, Hage» nau, Weiffenburg, Neustadt, Wimpen, Heidelberg, Läutern, bürg, Oppenheim, Friedberg, Aschaffenburg, Seligenstadl, Bnigen, Erpach, Bacherach, Wesel, Poppard, Andernach, Bon, Neus, Aachen und noch 6 anderer, deren nahmen nicht aufgezeichnet sind. (m) Niemand war übler mit diesem bunde als die Fürsten deS Reichs und der benachbarte Adel zu frieden. Wenn beyde dachten bey diesen zeiten im trüben zu fischen, und eine stadt nach der andern an sich zu ziehen, oder vermeynten doch wenigstens die zolle an dem Rhein nach gefallen steigern, und von den stäbten einfordern zu können. Allein da diese sich so genau mit einander verbunden, muffen die Fürsten das erstere nicht nur unterlassen,sondern auch die zölle wieder herunter und aufden alten fuß setzen. (») Ja sie wurden gezwungen sich in die zeit zu schicken, und felbst in dasjenige bündniß zu begeben, welches ihnen doch äusserst verhaft Und ein dorn in äugen war. Wie denn folgende geistliche und weltliche Fürsten in gedachten bund getreten: Gebhard, Ertz-bi. fchoff von Mayntz, Clino, Ertz-Bsschoff von Cölln, Arnold, Ertz- Bischoff von Trier, Richard, Bsschoff von Worms, Henkich, Bi- schoffvon Straßburg, Gerard, Bsschoffvon Basel, Jacob, Bischoff von Metz, Henricus, (0) Abt von Fulda rc. Ludewig, Pfaltzgraf am Rhein, Cuno, Wildgraf, Wither, Grafvon Catzenelnbogen, Friedrich, Grafvon Leiningen, Berthold, Grafvon Ziegenhayn, Poppo, Grafvon Thüringen, Ulricus, Graf von Pstrt, Sophia, Landgräfin von Thüringen, und viele andere mehr. (p) Einige in Schwaben so wohl als Yachsen gelegene städte folgte» dem exem» xel der Rheinischen. Goßlar, Quedlinburg, Braunschwelg, Got- ringen, Ermbeck, Northeun und viele mehr, verbunden sich wider ihre feinde dülfliche Hand einander zu leisten, (g) Wiewohl alle diese in so unruhigen zeiten getroffene vündnüssc waren von schlechter Lauer, (r) omn sie zerschlugen sich bald, weil die dunbes. genossen Aneins unter sich lelost wurden, und i» viele blutige kriege mit ein- ander zerfielen. Also zum Exempel war der Bischofsvon Straß» dmg so wohl, als die stadt dieses nahmens,», dem Rheinischen bunde int 9zi verhinderte dieses nicht, baß beyde mit ein. ,L'^^"?^Migkeiten Miethen. Der Bischofs Gervlseck praicnvirte in der stadt eine grosse gewalt, „ eStrnßvurg hingegen, so ihre erworbene sreyhcu mit Nachdruck zu verlhewigen suchten,fielen aus der stadt, und zerstörten zuständige schloß Haldenvurg dermassen, baß kein fteu, aufbem andern blieb. Gualterus suchte hernach die geistliche Waffen herfm, und weil er mit seiner krieges.macht der stadt nichts anhaben tonte, belegte er sie mir dem bann, nachdem er vvrhers der gantzen clensey ernstlich befohlen, daß sie die stadt verlassen, und zu thm sich heraus begeben ivlien. Der ErffBffchoff von Trier und unterschiedene Aedte nahmen sich des Bffchoffs an, gleichwie hinge, geu dle Grafen von Kiburg, von Habspurg, von Ravenbnrg , von Ochsenstein und Freybnrg die parthey der stadt ergriffen. Zwar suchte Richardus von Cornwal, der eben um diese zeu aus Butan, nie» in Teutschlanb ankommen war, diese unruhe in ihrem ersten anfange zu unterdrücken. Allein beyde pariheyen waren auf einander dergestalt erbittert, und Richardi ansehen so gering, daß weder die stadt noch der Bischoff sich an seinen befehl zu kehren begehrten. Vielmehr fielen die dürger von Straßburg, ober vielmehr Graf Rudolfs von Habspurg, nachmahliger Kayser, mit Hülff der stadt Straßburg und anderer mitverbündeten, die städte Misthaufen,Col» mar rc. feindlich an, und als sie solche nach geringen widerstände erobert, muffe die blutige schlackst bey Haußbergen unsern Straß, bürg an. 1262 dem gantzen kriege den auSschlag geben. Der Bischofs, ober gleich durch seine lapffere gcgenwehr zeigte,daß auch ein geistlicher seelewhirt dann und wann einen solbalen abgeben könne, zöge dennoch den kürtzern, weilen er sich durch den an der zahl viel stärckem ftind im freyen seid ziemlich unvorsichtig umrin» gen ließ, und verlohr nicht mir seine beste mamischaffl, sondern muffe auch sehen, daß der vornehmste Adel von den siegenden bür» gern gefangen hinweg geführet wurde. Gualterus selbst konte mit 2 von Adel kümmerlich entrinnen, und deßwegen waren die friedens» Vorschläge, welche der Bischoff nach einer so grossen Niederlage dem Rathe thun ließ, so lange vergebens, (-) biß dieser unruhige mann selbst vor kummer und hechelest) starb, (r) und sein Capitel dadurch in fteyheit setzte, einen sichern vergleich mit der bürger» schafft aufrichten zu können. Unterdessen gieng es an dem Rhein» flrohm fürnenstich über die Kayserliche täftl-güter und stoinsm» her, weil alle auch sonst ohnmächtige Fürsten sich von diesem noch uderbliebenen kleinen reff zu bereichern suchten, (u) Sonderlich machte der Pfaltzgraf am Rhein Ludovicus Severus sich kem gewissen, der Geistlichkeit selbst die ilügel zu beschneiden, und viele von ihren gütern an sich zu ziehen, weßwegen ihn aber der Pabst m den bann thun ließ. (x) Überhaupt kan man wohl sagen, baß die zeiten des Zwischcn-Reichs, fast der gesammten clerisey fatale und trüb« seelige zeiten gewesen. Als Engelbertus, der Ertz>Bffck)off von Cölln, die stadt dieses nahmens durch hülffe des Hertzvgs von Lim« bmg, des Grafen von Eleve und anderer um ihre fteyheit zu bringen suchte, nahm Wilhelm Grafvon Jülich dieser bedrängten stadt sich mit gröstem eifer an. Das glück war auch diesem Herrn der» Massen günstig, daß er nicht nur die Bischöffliche trouppen bey Ma- tienwaldc in einer schlacht erlegte, sondern auch Engelbert»« persönlich gefangen bekam, und ; gantze jahr aufdem schloß Nibdeck nrrett halten ließt ()-) Nicht besser ergieng es dem Ertz-Bischoff Gerhard von Mayntz,welchen Hertzog Albrecht von Braunschwejg, nebst dem Grafen von Eberstcin, der schimpfflich von ihm geredet, in einer feld-schlacht gefangen bekam, und diesen bey den füsseit aufhengen, 2) jenen aber nicht eher loß ließ, biß ihn Richardus von Cornwal mit 8000 marck silbers rantzlvmret. s») Die Aebte von Fulda wurden von den nahe gelegenen raub-schlössern derer von Albe! nicht wenig angefochten. Man weiß, wie viel Müde Henricus der Prälat dieses klosters hat anwenden müssen, bevor erden Grafen Bartoldum von Ziegenhayn, der so viele unruhe» anrichtete, bändigen konte. bk>) Hingegen gieng es seinem Nachfolger Berrhol» do desto unglücklicher. Denn als dieser in Henric: fußstapffen trat, und nicht wenige raub-schlösser, sonderlich aber Franckenstein, Nie» derschlitz, Warpurg, Schwartzenfelß und andere mehr der erden gleich gemacht, wurde der Adel auf ihn dermassett erbittert,daß die von EverSberg, Steinau, Brandaw tc. sich mit einander verbunden, in das kloster brachen, und den unschuldigen Abi wüten unter wehrenden amt der messe niederstießen- cc) Auch die Bischöffe von Hildesheim muffen gar viele Verdrießlichkeit ausstehen, als Johan» nes von den Grafen von Woldenberg und Herren von Eskerdc verschiedene güler an sich kauffte, worunter die stadt Peine war, auf weiche das Hauß Braunschwejg gleichfalls einen gegründeten an» spruch zu haben vermeynte. üff) So confus es im geistlichen stände und bey der clerisey aussähe, so elend und kümmerlich, ja um so viel desto schlimmer war es mit dem weltlichen beschaffen. Zwar schie» neu diejenigen theile von Teutschlaud, in welchen mächtige Hertzo« ge regierten, und dem muthigen Adel widerstand leisten tonten,mit» ten in dieser unruhe noch ziemlich ruhig und glücklich zu seyn. Hin» gegen gieng eS in den Provnitzemwo entweder keine, oder doch nicht gar mächtige Fürsten damahls vorhanden waren, desto schlimmer: zu. In Schwaben war kein Hertzog, in Francken kein Regent, seit dem gewaltsahmcn lod des jungen Conradmi ee) gewesen, und da der Schwäbische Adel ohne dem bey vielen bewehrten scribenten das lod hat, daß er sich schon zu Philipp- des Schwäbischen Kay, fers zeiten mehr ausrauben und plündern als andere dinge gelegt, M so ist kein wunder, baß eben dieser Adel, in dem grossen mcerre- ena.da weder ein Kavstr noch Hertzog vorhanden, und al,o kem Richter in Israel war, je länger je mehr sein ansehen um, ferne macht ausbreitete. Unterdessen irren diejenigen dennoch, welche sich überreden, daß der Ursprung des unmittelbahrcn Reichs. Adels in dem grossen mrerreZno seinen ersten ansang genommen. Denn w,r haben deutliche zeügnisse, baß sonderlich der Schwäbische un« ti theil. Bbbb.bbs mitte!» 9tz2 int SS'lS Kavstrs Pdllippi zu suchen. 8s) I» Tdur»MN loste man meymn, würde die Rltterschafft.ruhiger uium^^no gewesen fty» w dork dieses land seine Fürsten behielt,aber weit gesehlet. T>enn wen Henricus Brabantmus mit dem beynahmendas kinv, unv Henri» cus tiluttei- der Marggrafvon Melssn, ailf^huringeii zugleich ih« re prätension machten/ so entstunden daraus innerliche "»b blutige kriege. D>e Thüringischen Edelleute fischeten mehrencheils im irüben. Sie hleugen bald dieser bald icnec parthey an. Sie baue« teil säst unüberwindliche bergschlössr an vielen orten Haussig aus, und kau cä seyn, daß sie anfangs zur eigenen stchcrheit des Ad IS dienen sollen/ so aber nachgchenvs von ihnen zu rauv>schlosser>, ge» macht und zu Verletzung rostender Personen gebraucht wocdcn stno. Heloensicin, Kragenburg/ StcantzenaU/ Luchtewald mid unzehliche mehr sind von dieser gattnng gewesen/ und von dem Thurm glichen Adel damahls befestiget worden, KK) Als Nudolvbus stlastwur- xicus , welcher ei» grosser ftlnd dieser gaiuerdei, und raud-schloster war/ i>) aufden thron gelangte/ ließ er 66 davon m dem einzigen Thüringen zerstvhren / woraiis von der menge und anzahl der ubrl« geil/ so sich in gantz Tentschland dcfuiiben, gar leicht wirb geur» theilet werden können. kll) I» dem Hertzoglhum Braunschwelg und Bißlhum Paderborn fiengen viele von Adel sich ihren rechlma,« sigen Herren zu widersetzen/ und dasjenige hanbwerck zu treiben an, von welchen die in Schwaben/ in Thüringen/ in Francke» profcs» sion machten/ sonderlich machten die 2 Adeliche geschlechler von As» stburg und Wolffenbüliel dem Hertzvge Alberto von Braunschweig dermassen viel zu schaffe»/ daß er wider dieselbe mit dein Bstchoff von Paderborn ein bündniß auszurichten genothigcl wurde, tl) Die von Wolffenbüitel wurden aus ihrem festen schloß gleiches nahmens vertrieben/ die Affeburger aber inchi nur aus ihrer festung Affeburg/mm) HerllngSberg nn) sondern auch aus dem gantzen Braunschweiger lande gejaget, aller ihrer güler beraubet/ und der« massc» gedeinüthiget/daß sie m langer zeit mcht wieder auskommen Lonten. 00) Da »im also in Tentschland das rauben und plündern kein ende nehmen wolle/ kamen viele mächtige Fürsten, sonder« lich Otto von Brandenburg, Albrecht von Thüringen, die Her» tzoge von Brannschweig/lind die Hollsteinstche Grasen an. 120; zu Quedlinburg zusammen/ und verbunden sich diesem entstandene» Unheil mit allen kräfflen zu steuren. pp) Der Pabst Gregorms selbst / weil ersähe/ daß die clerisey bey dem vacanlcn Äanstr. thron grosse gesavr und schauen litte, vermahnte die Churfürsten abermahl, daß sie z» einer wähl schreiten / oder gewärtig seyn möchte» / daß er Mit Zuziehung seiner Cacdinale ihnen -x otkcio einen Kayser setzen wolle, gg) Und hierdurch wurden diejenige»/ welchen das wahkrechc schon damahls alleine zustunbe / bewogen, zu Fraiicksnrl eine zusammenkiinssl anznslellen/ in welcher sie den Grafen Rndolphum von Habspurg erwehlten. Also nahm das grosse iarerreZnurn, welches zwar eigentlich Nicht 28, sondern ,6 )ahr, und also doch lange genug gewähret/ ein erwünschtes ende. s) Vika toleiuvveici kpiicopi kaderkorn. h. 9; p. 447. k) in vira Ikenrici VII s>.66 be 67. c) liebe den arncul kristericuL I l. d) v. aÄa eledkon» Lonradi l V apud/.c»p/r»,rr//„ in prodrorno codicir diplornanc, n. y p. 9. e) liebe den arcicul vVstbeini von Holland. I ) s. den arkicul /s.lpkoniu5 uncl thickardus. g) T^»/ic//u/ /^^.e»,i//,// I. 11 ree. Inlübr. p. 592, 9z leg. tckkron. ^uAulksuum p. Z76. k) tklkronicon lVI. Uelgicum p. 24;. i) />»- tLe»//E in cbronico Uirssugienli sei an. 1254. st) tz'/.r- all an. 1244 p. ;ro. >) tzt^.te,//rV ad an. irzz p. zro. rn) v. Takula; tbedcri; niagni Kbenenli; apud /,,//>/,/- <-«//- t. 2. t^odicir diplomarici p. 96 Lc 97. n) v. erstem kakn- tas p. 9;. 0) 6I>^// /// breviarium k'uidense p. 4,8. in //>/» ssmagmare rer. 6erm. p) v. rskuia; tkedenz ss.benenlir p. 96 Le 97. g) 6c//.»ec»E p. 2. -innal. kaderk. l. 11 p. 91. I. ;. ^nliguir. Loslar. all an. 1257 zr. 276. r) (Ibroni- con. ^uxuliannm p. Z7; Le 78. r) Uaraleipomena k/rihei-Aenli; p. N4 r) /l/nnale; (.'olrnaricn!« U. 1 p. 8 all an. 126;. u) Lkronicon Lolmarienke U. 2 p. ;8- cllcir iinperii rez , czuaz guiliber Dominorum porerarcontiscavir. x) s///..-/-/ ez/ilk. cle conrroversa elebsione Kicbsrcü §.9 zi. 17. v)(ikronicon IVI. Lelgicum p. 26. /Vsrtz///calalogu5 epilc. Lolonienlium p. 9. 2) ^n.,/^- „tt cbronicon. apuci /V//i.ee,E in anliguir, llrunlvic. all an. ,2s6 р. 171. s>./»x»«r I 8 8»x. c. 21. aa) 8upplemcncum L r//,6ertl L>c///r/b-r6»rLe»/sr2c!Ln. 1256 p.2;8 bb) Lreviarium b'ulstense in vira lkenrici lV P. 4)7 estic. Vauliman. cc) /Vrsr/r/L/r/^ I. 4. -innrl. kulci. p. ; 11. Lreviaruw kulclense in vica Lerkolcli II p. 4)8. üb) Cbronicon Mstücheimenle apust /^.r///s,»///,/ s> 96. apucl Te/s,/»//«/» l.i P. 7;,. ee) liebe den arricu! Tonradinur. tl) c.!>»r^/„ p. ; I 88) p. ;il. kk) liebe den arricul Tburmgen. /^re.>/H«-:r//-/r I. 11 ad an. 1247 se^. Le Kilt. t.rndgraviorum Tkuring!^ cap. ;6 Lee. />.»,////», anuaie^ Isenacenkes p. 47. ii) ^0. s'«/o.e-. 1 ckron, Lr. n. 224. (ao) tia ßmenc. Drltilianum p. 9;. * Ikg'l'k'R.K.LX, wenn zu Rom im ansang der Republic ein Kü» lug gestorben war/ so ward gleich nach dessen tode ein lmerrex gc» wehtet, welcher unterdessen die Republic zu regieren hatte. Sei« ne regierung aber währte nicht länger als 8 tage, hernach ward ein alwere« wieder so lange gewehlet, so daß das letzte mahl, da hernach die eoniuie, ans regimenk kamen, n solche inrerreseL int nach einander gewesen. Nachmals under der BuraermMer,^ regierung wurden auch bißweilc» solche InremeLe; ermfia.- « sich die stadt durch einen zusah! ohne höchste Obrigkeit, das ist kulLL und t'Eorcs befand / welches in selbige» reiten um in ni/i ehendcr geschahe, da diese amter mit zu end lauffenoem scheu » sechste» auffhoreien, und hingegen durch die bey anlaß deren ne>>7» erwehlungen entstehende gezancke, und protestatiollen derer uil>» norom Illebis, die fachen gar leicht dahm gedeven mochten vor solchem tcrmin keine neuen bestimmcl waren. Fn deraiM,» fählen dann wäre der alte gebrauch, baß sich die kamst, M» viel deren das rechte alter erreichet, und in Rom anwesend war n zulammcn thaten, und einen aus ihnen durch die mehrere stimm» zum Imern-Zs machten; welcher dann entweder seidst in anaM. lcr Versammlung des volcks ordentllche Obrigkeiten mvehien i-« oder, wo dieses nicht geschehen mochte, wie es dann von den, ersten imeevege fast mmmer geschahe, nach verfliessung fünff m. gen, für sich selbste» einen ander» l-uerreZem. welchen er woite, doch allein aus den karriwr ncnnele; und so ferners bis man ordeni. Ische Obrigkeiten hatte. de Lomir. Lom. kisls^ilkr. ^.om. c. 9. /ksss»«- 7, i ü. l. 969. * IHtorcetta/ (Pro,per) war an. 162;lnSiciliengebohren, unb verfügte sich, seiner eitern beseht zu folge, an. 1641 nach Lala« nea, um daselbst in bec jurisprudenz einen guten gründ zu leM alle!» nach etlichen monalen begab er sich heimlich „ach Messm, unb trat in dein folgenden ,ahre >n die 5 oc. Weil er vvu iugend auf nichts mehr gewünschel, als in wen entfernten ländern hcii Christlichen glauben auszubreiten, so trat er die reise »ist dcsondem srenbcn an, alü cr aii.>6z6»ebsi andern nach Chma geschickt ward Hierseldst predigte er in der provnitz Chiansi das evangcimm mü solchem sncccß/ daß er innerhalb 2 sahrcn 2000 stete» zehlen konle, welche er zu Christo gebracht hatte. Um diese zeit ward er beschul, digel, als wenn er das Haupt von einer gewisse» räuberischen rolle sey; dahero der Chinesische Kayscr ordre steUle, sich stmcr pnson zu versichern, und die von ihm ncuerbaule Iirche mederzurelffen; das letztere bewcccksleUigten seine feinde alsobald , das erstere aber Uttlcrl,e>scn sie, aus dcysorge, es inögle ihre falsche anklage da> durch an den tag kommen. Nachthemds ward er an. iü-4, bey der damaligen versolgung der Cvcisien, nach Pekin, und M dar nach Canton gebracht, um daselbst , nebst noch andern -4, ar< rcsr zu hallen. Er erhicll aber, nachdem er einen an seine stelle ge. fangen zurück gelassen , dic freyhcst, im namcn , einer mikgefange, neu alü krocuraror nach Europa zu gehen, und kam an. 1S71 sss Rom an , woselbst er so viel erlangte, daß er noch 40 Personen aus der Societät mit nach Chma nehmen mochte. Bey seiner zurück- knnssc waren die obgcdachte gefangene sämilich der hasst enrlaW, Mll welchen cr diß an sciuen lod das wvn Gottes ausgebreitet. Er hat kUnarum Icieiuiain poücico-moralem cum ckaeaücnbur 8iow- liku» Lc kaknk, Mglcichen riarrarioacm de milllone Vkineiiü rb an. 1481 all 1669 herausgegeben. bibl. Loc. )est>. Iittremont/ ist daS fünffle Panner, oder Gemeind im im. der» Walliö, so den nahmen von lhrer tage hat, Massen sie M. scheu hohen gedürgen eingeschlossen ssl, und aus zweyen thälerm destchek. Das erste helstet das Bamuen.lhall, dardiwch der ftß Dransa lausset. Das andere lst Sl. PcterS.tdal- Der hanpt vrl m dieser gemeind ist Branschena in welchem St- Stephans kwche de> rühmt lss Nach diesen, orl sind am,och St-Peter, cdl. Mc>c>S/ Sar Orsicra/te. /01. valek. p. r8- * Idll'^OHDk,, hcist in der alte» kirchc ein gewisser vers aMss schrifft, de» man », den Kon; bey ansang des gollesdiensts zuM' gc» pflegte. Von dergleichen haben hernach die sbinitagc m der sa' stcn ihre namcn bekommen, alü invocavir, weil man an diescin sönillagc die Worte gesungen : Invocavir me, L exauckiLm ixloin. /^/ä. ,/1.91,1 s. Da 11 r, 114. IKUKOX^I'I, ist der name, welchen die Mitglieder einer z>> Slcna in dem Florenlmischei, attfgcrichlctcn gclchclen gesell schau! angenoilimen have». Ihr sinnbild bestehet n, einem ausgehollen unb von »ine» mit saltz angefüllten kürbiS , welcher au stall eui« saltzfasses dienet, und diese beyschrissl hat: meiiora laicm, das ist, das beste steckt verborgen. IdlVL.TI'II'OKä > war in den Miller» zelten,wenn einer in sein aml unb würde, oder auch zum besitz eines gutes mit gewissen cerc. llioiilcn eingewiesen warb. Soich-s' geschahe nun entweder durch clnen dricf vder össenliieh msirnment, welches einer dem ander» »n bcliseyii eimqcr zeugen gab: oder durch gewisse'ssmbola - die am zu verschiedenen zeilen nnd an verschiedenen örlern sehr »nterM. den gewesen , z. r. wenn man einem ein stück von liegendenguicw übergab , sb geschah es mit Überreichung eines stuck rastn», m tiianchmal an einen äst gesteckt war; ober man gab ihm einen !N> eken n, die Hand, re. Wenn einer n, cn, land.gul oder pemchM cmgcwicse'n ivard, so geschah cS mit Überreichung des dcgcns, ea- durch die slirlsdiction angedeutet ward; die Geistlichen wnrdenui ihre ämter durch Übergebung eines buches, rniges, »nütze u. d. g. entgewiesc». D» II, 2 116. >- . so hiess» die Cisterciciisec-Münche^ jenigen, der im chor mtoniren oder ansangen niuste. AM> . scr nicht da war, that es der ncchste nach ihm, welcher e>uv,n lorianur hieß. 6V//?»».S-r/§ lex ecclek. pari. r p. 69 < MVOL/^TI > ist der beyname, welchen steh d,c zu iLlena in den, Florcntimschen anfgcrichkcten gelehrten gcstW > gebe». An statt eines stnn.bildcs brauchten sie bck vorslcllm g u glüenden cisens, welches auf einem amboß durch clnen hainmerg schmiedet wird, Mll der umschnffl: in guarcangue torwLk, v ist, m allerley gestalten. ioa °Io/ Jnachi und Jsinenä tochter. Sie wurde von dem In» plter geliebet, und um sie vor der göttin Juno zu verbergen , in eine schnee,weiss kuhe verwandelt. Als aber Juno hinter diesen betrug kommen war, bat sie selbige von Jove aus, und übergab sie dem Argo, welcher ioc> äugen hatte, zu hüten. Nachdem nun Mer» curius aufJovis befehl dem Argo den kopff abgehauen , schickte Juno eine bremse oder wespe diese ihrem che-derrn so angenehme kuhe zu plagen, welche sich denn letztlich in die fte stüctzte/ so her» nach von ihr den namen wäre stonmm bekommen. Ntan setzt hin» zu, daß sie bis an den fluß N>lum gcschwummcn, und von den Egyvtiern unter dem namen Isis angebetet worden; desgleichen, daß sie Epaphum gebvhren, weicher, als er vor seinem väter,vein Jovi, vorbey gegangen, seinen namen in den fand geschrieben habe, um daraus erkannt zu werden. «.merLmorpb. Lorimk. "Foab/ ein söhn Zur, von Zermacher schwcsier Davids,und Ge. neral aber dieses KörngS kriegs.heere. Er ließ bey aller gelegenheit viele zeichen seiner tapfferkeit spühreu, welche er aber x. Xt. 298? durch eine« meuchel > mord an dem Abncr sehr verbiiuckelte. Ein jähr darnach wurde durch seine tapsserkeit die bürg Zion den Je» busilern, so sie inne hatten, wie auch unterschiedliche andere örter den feinden abgenommen. Er söhnte den Absirlom im >ahr mit seinem vate'r wieder aus, da selbiger aber sich wieder diesen em» psrte, und in der flucht an einer eiche hangen blieb, so nahm Jo» ab ; spiesse in seine Hand , und fließ sie dein Absalom ms hcrtze; vbschon David gar ernstlich befohlen hatte, dem knaben zu jchonen: Ader Joab zöge den wahren nutzen Davids und des gantzc» Landes dessen willen vor. Hernach schlug sich Joab zu des Ädomä parthey wieder Salomon ; doch da dieser aus oen königlichen thron erhoben wurde , ließ erden Joab an. ;ori umbringen , oder gleich die Hörner des altars ergriffen hatte, 2 ck-re». 1 /esF. 1 1.1. aruiguir. füll. Lc LUii^uic.vec.reiiLm. * 'Joachas oder Joazas , wie ihn Josephus nennet, siiccedirte seinem varer Jehu in dem Königreiche Israel X. dA. ^79 , und wurde abgöttisch wie seine vorfahren; GOtt aber straffte ihn durch Hasael, den Kömg m Syrien und Benhabad , den söhn Hasael , welche eine grosse Niederlage unter semem volcke anrichtete»/ berge- stalten daß kaum so. reutcr, und zehentausend mann fußvvlck dem König überblieben, so geschehen umb das jähr der weit;, 84. Da nun der König in Syrien den Jsachas nebfl seinem votae icyc drängele, rieffer zu dem Herrn, welcher ihn auch erhörte. Denn er gab Israel einen Heyland , der sie aus der gemalt der Syrer führte, oaß die kindcr Israel in ihren Hütten wohnten, wie vorhin. Doch blieb Joachas immer bey der fünde JeroboamS, und ließ die käiber zu Da» und Bethe!, wie auch den Hayn zu Sama- ria stehen. W nun Joachas 16 jähr regiert hatte,starb er,und>vur» de zu Samarien begrabe». 2 l. 9. anriguir. c. 9. snnal. vec. teli. * joachas / so von Jcremia und Esta Sallum und Jechonias gencnnet wird. Er war Josiä/Kömgs n> Java ,bhu, vvn der Ha- mutal, einer tochter Jereiiiiä von Lwna. ütach jemes valers woe an. ;42s »ahm ihn das volck im lande, fälbele ihn, und setzte ihn an seines valers statt zum Kvinge ein. Er that aber , das dein Herrn übel gefiel, wie leine vanr gethan halten. Er wurde bähe- ro von Pharao Necho, nachdem er; monden zu Jerujalem regiert hatte, gefangen genommen/ und mit in EgYPlcn gebracht, wvstlbst er aus vert ruß etliche zeit darnach verstarb. 2 /r-F. 2;. lib.io.Lmi^uir.cÄp.6. snnal.ver.ceck. 8. Joachim/soll der ehemann der H. Anna und vater der junaf. Maria gewesen seyn.Er war,wie man vergibt,ein sohnPanlhers und groß.svhn Barpantherö,inib wurde vhngefthrX.lVl.z99o gedohren. In dem 26 jähre seines altcrs heyrathele er die heilige Annasto zwar anfangs unfruchtbar war, aber nach 26 jähren ihres ehestandeo die jungfrau Maria zur well brachte. Und also zwar lautes die tratst- tion von diejen beyden eheleuthen, ohne daß die heilige Schristrme» der dieser ihrer nahmen noch geschieht die geringste Meldung thut. Ja Epiphannls, welcher zu erst davon gedacht, gibet zu erkennen / daß er alles aus einem solchen buch entlehnet, welches er sechsten voll vieler gottlosen fabeln zu seyn achte. Doch hat die,es nicht mö» gen verhindern, daß nicht beydes der Anna und dem Joachim zu ehren Feste eingesetzet worden, wie dann das Ictstere an. 1622 un» der Pabst Gregorio X V seinen Ursprung gehabt, da das erste schon an. 1584. gestifftet wäre. 1.2. biii.c.z. LNNLI.V.T. * Joachims that/ lat. Valli8ssc>AcKimlca > eine berg»stadt in Böhmen, ln bcm Einbogcuer-kreyß, oder wie andere wollen,in dem Satzer-kreyß, hart an den gräntzen des Sächsischen Ertzgebürges, allwo zuerst diejenige müntze geschlagen worden, welche davon be» ständig den namen thalcr behalten, gleichwie man sie eben daher in der Lateinischen spräche V-lllenle-oder stoacllll-mco.; ncunet-Sie ge» hörte ehemals den Grase» von Schlick, daher auch aufden aller» ersten thalern derselben bilduiß aufder einen feite stehet. Die stadt ward erst an. r; 16 nachJntdecktcm silber- bergwerck erbauet, da sie vorher ein schlechtes borst gewesen,und Conradsgrün geneunet wor» den. ^er/e^ lopogv, stöbern. p.zs. iniscell. clec.i.I.i.c.17. p.48-8ei,;.c.4.§.7.p.;4. jetrl.ööbrn.p.ioo. Joachimus I, der Teutsche Nestor genannt, Churfürst zu Brandenburg, Jvhannis des grossen söhn, wurde den 2, febr. an. i4»4 gebvhren. Sein intorlnsror war der bekäme bilkoncu« Joh. Cario, der ihn so unterrichtet, daß er den Abgesandten in ihren ei» genen sprachen herrlich antworten können. Seine gelehrsamkeit brachte ihm die Hochachtung und Freuiidschafft Königs Francisti l 983 ioa in Franckreich, und Pabst Leonis X zu wege. Von dem ersten soll er eine pension gehabt haben, welches ihn bey dem Kayftr Carola V in ziemlichen verdacht gesetzt. Von seiner astrologischen w.ssen» schafft können die von ihm herausgegebene prognotticL eine probe abgeben , darinnen er unter andern seinem Hause die Königliche, und gröste würde in der Chrisieubeit verspricht, welches man in Friedrich I König in Preussen erfülle! zu seyn glaubet: wicwol un» gewiß, ob er nicht sich die Kayftrliche und semem bruder dem Churfürsten zu Mayntz die Päbstliche würde heimlich versprochen. Er trat an. 14YY die reqierunq an, und stifftete au. 1506 die uni» versität zu Franckfurl an der Oder, welches ihm sein varer aufdem todbette noch recommcndirt hatte. An. 15,7 erhielt er die neue Marck von dem Teutschen orden in Preussen erblich, nachdem Churfürst Friedrich l l leidige an. 145s wiederkäuflich an sein hauß gebracht. An. 1524 erhielt er nach absterben des letzten Grafen Wichmanm von Rupin als Lchens.Herr diese Grafschafft, und an. 1529 wurde zu Grimnitz ein neuer vergleich mit Pommern getrof» fen, wodurch dem Hause Brandenburg gegen gäntzliche erlassung der lehens.vflicht die gewisse Hoffnung der succession unvmitbeleh» nung bestätiget, auch verordnet worden, baß bey jeder Pommeri» schen Huldigung auch ei» Brandenburgischer Rath seyn solle, dem die evemuLl-hüldigung zugleich geleistet würde. Wie denn dieser vergleich nicht allein von dem Kayftr bestätiget, sondern auch an. i;;o so wol bey der lehen-empfäiigniß, als auch bev der Huldigung es würckiich also gehalten worden. Sonsten wohnte er an. ibidem wahl-tage zu Francksurt bey, und soll nebst seinem bruder Al» berto zu Mayntz Larvli wähl hauptsächlich befördert haben. An. 1521 begab er sich aufden Reichstag nacki Worms, wo er seme grosse beredtsamkeil vergebens anwandte, Lutherum zu einer rcvo» cativii zu bereden. An.lsrZ brachte er den von Minckwitz, welcher den Bischoffvon Lcbus.Georqiiim von Blumenthahim Fürsteuwal» de üverfallen und geplündert halte, zum gehorsam, und nahm daS schloß Teupitz ei», wohin sich die räuber retirirt hatten. An. 1; ;o war er aufdem Reichs-tage zu Augspurg» wo er aufanhalten der geistlichen Churfürsten Kayser Carl» mit einer schönen Lateinischen rede bewillkommete, wie ihm denn auch daselbst den Päbstlichen dluncwm zu empfangen, und den Prolestirenben Ständen, wie auch den Siebeubürgischen Gesandten, welche hülste wiver den Türeken begehrten, zu antworten aufgetragen worden. Er war ei» gcrechtigkeit liebender Herr, welches er unter andern an einem seiner beliebtesten Höflinge bewiesen, an dem er, wegen einer n dem wald verübten beraubunq eines kauswanns, das todcs.urtbeil alsvbald vollziehen lassen. Übrigens war er Lutderi reformation zuwider, so baß er auch mit seiner eigenen gemahliu Elisabeth, Kö» nigs JohannrS aus Dänemarck tochter, weil sie sich öffentlich zur Lutherischen reliqwn bekemiete, sehr übel zufrieden war. Daher sich dieselbe aus surcht übet trattirt, oder gar eingemauert zu werden, in Sachsen retiriren muss'. Er starb den 11 jul. an.i;zs zu Skcnbal. 8cript. LiLnclenburssici. uern äe kilkoriL retormsilonis. ^oachimus U - Churfürst von Brandenburg, des vorherge» henden soh», wurde den 9 jan. an., <105 gcbohrcn, von Johanne Flinctio unterrichtet, auch unter seines Vetters Churfürst Alberti von Mayntz aufsicht erzogen. Als er erwachsen, nahm ihn sein va» tec mit an KaystrS Maximiliani l Hof, welcher ihn lehr wehrt ge» halten, auch nach kinmüthigem bericht der Brandcnbiirgischen scri» benten, eine von seines svhnes Philipp! I ln Spanien töchtern ver» lobet, die aber vor dem beytager gestorben, ob schon der nanre die» ser Printzeßin unbekannt, und die Oesierreichischen scribenten nichts davon gedencken. Weil er die Reichs-tage von jugend auf fleißig besuchet / ist er dadurch zu einer gründlichen staats. wissnschasst gelanget. An. i;;2 zog erCarolo V mir 2000 pferden wider die Türckcu zu hülffe, und würbe von ihm, weil er sich in einem treffen bev Leopoldsdorffwvhl gehalten, und einen Türckilchcu Bassen er« legt, mir einem Ritter-gürte! gewöhnlicher Massen bcjchencket. Nachdem er an. is;z die ClM'fürstliche regierung in der alten und mittel-Marck angetreten, (denn die neue Marck samtCrossn be» kam sein bruder Johannes) erhielt er an. izzz das erb.recht auf Croffen. An. l;;9 aber bekannte er sich zu Spandau samt seiner Hofstaat öffentlich zu der Lutherischen religion, welches ihm seine multer Elisabeth,sein vetler MarggrafGeorg in Francken, und sein Vr-ecepror Funccius gerathen, seine beyde schwieger- väter aber, und sein velter, der Churfürst Albrecht zu Mayntz, aufdas euftrste wiederrathen, welchen er m einein noch vorhandenen bricf 4) ge» antwortet. In eben diesem jähr verbesserte er auch die besoldungen der Professoren zu Francksurt. An. 1540 ließ er das Churfürst!, schloß zu Cöln an der Spree von gründ aufbauen. An. 1542 ward ihm das commLnclo über die Reichswrmee wider die Türeken aufgetragen, welches er auch übernahm, und einen zug in Ungarn that, wobey aber wegen einfallender seuchen, und anderer hmde» rungen wenig ausgerichtet würd.:. Bey dem Smalcaldischen krie« ge hielt ers zwar mit dem Kayser, halff auch den Landgrafen Phl» tipp von Hessen bereden, sich demselben zu unterwerffen; war aber übel zufrieden, daß der Landgraf gefangen genommen, und nebst Churfürst Johann Friederichen so hatt gehalten wurde, wie er denn bey nahe dem Cardinal Granvellano, der die Veränderung des wor» les eintet in ewig gemeistert hatte, eines versetzt hätte, wenn nicht andere durch gute Worte ihn zurück gehalten hätten , doch erhielt er durch seine mlerceßion, daß das wider Churfürst Johann Fric. drrchen gefällte todes-urtheil geändert wurde. Das so genannte mrenm ließ er sich durchaus nicht aufdringen, sondern erhielt viel» mehr von dem Kayser die ernencrung der ihm vorhin schon zugestan» denen gewissensssreybeit. Jedoch ließ er sich durch einige beleidi» gmig,so ihm von den Magdeburgern wiedersahre», dahin bewegen, baß er seinen bruder Johannem von dieser stadt, die occaüone des lmerlm; in Kayftrliche acht gerathen war, durch eine zu Tanger» münde gepflogene Unterredung abzog, und dem Churfürsten Mau» Bdbbdd r rllio 9Z4 koa ritin von Sachstn erstlich in perso», hernach mit seinen völckern die» selbemr überaade nöigeu halff. Nachqehends aber.- als seine tN. LanbgrafPhilipvs nichts helffe» wolle, war er s br wobl rufrieden" daß Churfürst Moritz selbige zu,a,nt der re. ttaions.sseyb t mit den Waffen erhielt. Nach diese.» Passamschm vertraa bemühett sich der Churfürst vergebens, seinen Vetter Marg. !ras Abrecht von s men unruhigen Händeln abzubringen, und ver. saalc bcnM'en alle hülffe; erneuerte vielmehr die erb-verbrüberung mit Sachsen und Hessen zu Naumburg an. den ü mart. m welchem jähr er auch die vestung Spandali anlegen ließ, die sein Nachfolger erst zur Vollkommenheit gebracht. An. i; ;8 wohnte er nacb Caroli abdanckunq Ferdinands cronung , und an. 1562 der wähl Marimiliani ll bey. An. 1564 erhielt er von dem Kayserdie sxpeÄ»nr auf die unmediaten Reichs-Iehn des Hauses Anhalt, wel. cbe von den folgenden Kaysern confirmirt und an- isgs mit den Magdcburgischen lchen dieses Hauses consolidirt worden. Er hat nebst seinem bruder Johanne in seinem alter, nach einem mit Kav» ser Ferdinands getroffenen vergleich, angefangen, den littst eines Hertzvqs zu Croffen und in Schlesien zu führen. Auch hat er an. i;6y von dem Könige Sigmund Augusto in Polen, dessen schwe. ster er zur ehe hatte, vor sich und sein hauß die mitbelehnschaffl über Preussen ausdem Reichs.tage zu Warschau erhalten. Eonsten will man als etwas besonders von Ihm angemerckt haben, daß er von vielen wichtigen dingen, sonderlich dem absterben seiner besten freunde, namentlich Landgraf Philipps zu Hessen, Hertzog Al» brechts in Preussen und anderer besondere ahndungen gehabt, wie er denn auch seinen lvd einige tage vorher gemercket haben soll, und noch wenige stunden vor stinem tvd, da man noch keine kranckhcit an ihm gespüret, daü dstdniß des gecreutzigten Jesu auf den tisch mit kreide qemahlet. Er starb au. 1571 den ; ja», von gisst, wel. ches ihm ein Hof-jude Lippold, der besorget, er möchte zur rechn,mg gezogen werden, in einem trunck malvasier beygebracht. L'cnpr. Lranäenb. in lsttioriL eleÄ. ürLnstenb. sage Nieter driet stehe unrer ÄelsnchkhoniL brieten, wie lls.nn solcher vvürck- tick in ster stskelischen estirion von an. 156; p. s2o ru Lnstcn ist, vnst Zar vvobl verstiener gelesen ru vversten , ist aber »llein sn sten kölnischen stccn-g biZistnunstum l Zericklcr. * ^oachimus Friedericus/ Churfürst zu Brandenburg, Chur» siirst JohannisGeocgii sohn, war gebohren den r//an. au. 1546. Mit semer gcburl gieng es so hart her, daß die mutter Sophia von Liegnitz am 9 tage hernach starb, er aber durch bäder von mal. vasier und andern stärckenden fachen erhalten werden muste. In seinem 7 jähre ward cr Bischoffzu Havelberg, und - jähr darauf zu Lcbuö. Unterdessen wurde er von Thoma Hübnern fleißig unterrichtet, und that an. i?6s Maximiliano H krieasdienste in Ungarn. Im folgenden jähr wurde er nach dem tode seines vettern Vigis« NlUNdi zum skstministrslore des Ertz'Stifftcs Magdeburg vostlstirt, welche wähl Mapiintlian durch ein schreiben an das Capitul gedstli« get. Er hat zuerst die Dom« und andere kirchen, Stiffte und klö. ster seinen Lutherischen glaubei>s.gcnossen eingeräumet, und auch selbst an. 1x70 sich verehlichet, welches bißher »och kein Bischoff ge« waget hatte; worüber ihm zwar sein sitz und stimme aufden Reichs, nicht aber creyß.tägen disputtrlich gemacht worden: weswegen er sich auch der ersten enthalten. Doch hat er im übrigen alle vorzü» ge und gerechtigkeilc» eines Ertz>Bischoffs zu Magdeburg über ;o jähr ruhig belcssen, in welcher zeit er mit einigen Grafen von Mannsseld zu thun gehabt; erstlich da er gleich an. 1 ;6ü das schloß Rotenburg an der Säle einem Grafen aus diesem banse, der es m eben diesem jähre mit gewalt erobert hatte, wieder abdrung, und den Grafen selbst gefangen nahm; hernach,da er nebst Chur-Sach» sen das antheil der Vorberortischen linie wegen vieler daraufhaff» tendcr schulden an. 1570als Lehens,Herr sequcstrirt, und an.ls?, das veste hauß Mannsfeld selbst eingenommen und besetzet.An.157l fiel ihm die Sommerscheburg nach Christophs von Elcinbera tode wieder beim. Es wurden auch die ämter Sandau und klostcr Je« nchau von denen von Saldern und Krusemarck eingelöset. Au. 1574 tractirte er Henricum lli von Franckreich, damaligen neuerwehl. tcn König in Polen, aufseiner durchreise zu Halle, gab ihm aber doch sein mißfallen an der 2 jähre vorher angestellten Parisischcit blut« Hochzeit nachdrücklich zu verstehen. An. 1576 ward das Bb schöfliche schloß zu Wolmerstätt fertig. An. 15 78 ward er mit aus das Hertzogthum Preussen belehnet. An. 1579 schloß er mit Chur« Sachsen einen vergleich zu Eisleben: in diesem begab sich der Cbur« fürst aller ansprüche auf das Ertz-Stifft, insonderheit die städte Magdeburg und Halle, die er wegen des Burggrasthums , ober wegen des in der belagernng an-1551 aufgerichteten enpsnikr ma» chen könte, ingleichen bes anspruchs aufbie Mannsfeldifchcn berg» wercke, und behielt sich nur den titul eines Burggrafen vor, nebst den 4 ämtern Gonnnern, Elbenau, Ranis und Gottau, worzu er noch in dem Mannsfcldischcn Eislcben, Rammclburg, Born» stätt und Voigtstätt bekam. Hierauf nahm der Ertz-Blschoff die bißher 6; jähre unterbliebene Huldigung in der stadt Magdeburg ein, mit der er zwar an. 158; in neue irrung wegen der geistlich und weltlichen jurisdietion gerathen, die aber durch Vermittelung der Churfürsten zu Sachsm und Brandenburg bald wieder beygelegt ward. An. 1580 halffer die tormulLm concorllis-, die im kloster Benzen nahe an Magdeburg gemacht worden, befördern. AN.159Ü wohnte er der crönung Christiani I V in Dänemarck bey, und stund aufder see einen grossen stürm aus. An.1598 ererbte er von seinem Vater die Chur und Marck zu Brandenburg, und überließ das Ertz. Blßthum seinem damals 8 jährigen söhn Christian Wilhelm. In seiner Cburfürstlichcn regierung war das erste, baß er durch seine Gcsiindtcn zu Gern in Vöigtland init MarggrafGeorg Friedrichen den daher genannten Gerani/chen vertrag aufrichtete, welcher sich Srvstcn theils aufeine vo» Churfürst Alberto Achille gemachte ver» ioa ordnung gründete, durch beyderseits Räthe an. izyZentwM^ im folgenden whr bey des Churfürsten und Marggrafe, pZM chen zufammenkunfft zu Magdeburg revidwt und besiät-m m , 1 aber von MarggrafGeorg Friedrichs erben Marqq,asMM,° und Joachim Ernst angenommen und placidirt.' - worden. In vertrag, welcher von nun an als ein p-eüum tsmiii^ Lnen/l pragttiLlica anzufehen seyn solle, ward das jus primvMnitmg, gefübrek, daß der jedesmalige Churfürst alle Märchsche länd/r auch die Neue Marck, wie auch das Preußische lchen nach §2 Hertzvg Albrecht Friedrichs, mgleichen das Hertzogthum und den anfall von Pommern, Mecklenburg , Holstein A b Braunfchweig, Lüneburg rc. allein und unzertheilt haben , in ^ , cken aber mehr nicht als 2 regierende Margqrafen seyn, und die brigen vorhandenen söhne mit depulaleii versehen werden lo m Ingleichen ward verordnet, wie es mit ausstattung dcrPrinn «n. neu gehalten werden solle: nemlich eine in der Marck solle rovoo g in Francken aber 12000 fl. nicht aber land und leiite empfanam Damit die Verordnung desto besser gehalten würdeffoire jeder Arm ehe er zum genug,eines deputatS (in der Marck 6°°° fl.) aMm wurde, welches im 18 jähr geschehen solle, sich durch ein,er» an eides.statt verbinden, daß er damit zufrieden seyn, und darüber halten wolle. Als m diesem iso; iahrMarggrafGevrqFne. brich starb, nahm er von der crbschafft das Hertzogthum Man. dorff, welches ihm dieser Marggraf schon 8 jähr vorher als eine äonsnonem morm csulL verschrieben, zu sich, die Fränckischen län. der aber überließ er seinen halb. brüdern Christian und Joachim Ernst, deren erster» er damit vor die Neue Marck, welchem aus dem väterlichen testamenl zufallen sollen, contcntirek. sie. sem jahr ließ er auch die vestung Driesen gegen Polen anlegen. An lüo; sttffrcte er das geheime Raths.collegium zu Berlin , machte auch eine volicey.und klcider.ordnuna. An. 1S05 erlangte er nach einigen schwürigkeiten, die ihm seine brüder in Francken machten, die vormundschaffl des blöden Hertzog Albrecht Friedrichs in Prens. sen, und nahm die Huldigung ein. Und als ihm das folgende jähr übermal eiuige schwürigkeil wegen der Preußischen lucceßion ge. macht wurde, jandte er etliche Räthe auf den Reichstag nach Warschau, welche aber vo» einer parlhey foldaten auf öffentlicher straffe übel traclirt, und der Lecrerariu; gar umgebracht worden, welches der König an den thäten,, deren man habhafft werden können, bestraffet. In eben diesem >ahr ließ er auch die Franckfvr. tische nniverstläk ihr,ubcl .jähr begehen, und an. »07st,Meer das 8)'INNSÜUM zum JoachlMslbal, sonach derzeit nach Berlin verlegt worden. Au- 1608 ließ er die Dom-kirche zu Ccl» derhch ligen Dreyfaltigkcil wiedmcn, und cmwcvhe», schaffte auch eini. ge ceremonim ab, woraus es das ansehen gewann, alswolteer allmählich auf der Rcformirten feile trete». Er starb in diestm jähr den 18 ml. auf seinem wagen unfern Köveiilck, von welchem ort er wegen eines verspürten magcn krampffes nach Berlin eilen Wolle, d'cripkore; Ursnäenkurgici, XäsZllehurgici, öoiullici. Oec liersuisclle vcnrg^ bellnller sich in ^ ^.eicllr-ikrcllvxM. Ipec. conr. 2 c. 4 ss; r>. 20, ^oachimus Ernestus/ Marggraf ju Brandenburg,« stiffter der lungern Fränckifchcn linie zu Anfpach, wurde zn Cöln an der Spree an. 158; den ; jnn. gebohrcn, in fcincr mgend auf die univcrfftäl Franckfurt an der Oder geschickt, »nd an. >i84M coLllMore des Johannilcr'Mcistcrthnms erwählet. Er halDü' »emarck, Franckreich, Engelland, und die Niederlanden beschüi, und nachdem er die an. 160, ihm zugefallene helffle der Fräncki. schen lande unterhalb gcbürgcs angetrcttcn, und scine regiernngzn Anfpach angerichtet, ist er aus tust zu den kricgs'üblmgcn wicdtt in die Niederlande gegangen, und au. iSoö in der harten actien bey Roerort auf das dritte pfcrd gekommen. An. >s°y »nd i»l folgenden iahr halst er seinen bruder den Churfürsten, und UM' Ncuburg bey dcn JüIichilchcn landen schützen, indem eralsdas Haupt der liiiion m Eisaß einfiel, die völcker, so der BüW zu Straßburg, Ertz«Hertzog Leopold , nach Jüllch fnhrai wolle, zcrstrcuete, und Dachstein, Molsheim nebst einigen andern orte» im Elsaß einnahm. Zu ansang der Böhmischen»»' ruhe gieng er /erstlich mit der unwiis.armcc in Schwaben, M sich bey Ulm, und wölken den Churfürsten von Bayern tuM», in Böhmen einzufallen; es wurde aber durch den FranWM Gesandten bald vermittelt, daß die nuion vcrjprach, sich der UM mcn, so lange die unriihe in diesem lande bliebe, nichl anMi!« wen. Erzog daraufin die Nieder-Pfaltz, konte aber wider «n verschlagenen General Spüwlam nichts pi-olllsbl« ausrichte so gar baß er selbst darüber bey den linirten Ständen in mig-erm! kam. Wie sich denn ohnedem diese union an. idri zerschlug, M Marggraf starb an. 1625 den 25 fcbr. am schlag. Sei» »«»' cken erhalten unter den gelehrten die sogenannten kille,amE«-- 8>ca, oder 4 um den Jupiter sich herum drehende kleineMeW/ welche sein ^ltronomur Simon Marius an. 1629 cntdM, « ihm zu ehren also gcncmict: wicwol das folgende iahe der/M»' Nische I^Llllemsiicu; Galilcus sie auch zuerst gesehen haben wm, und dem Florentimschen Hause zu ehren l^ellices ülle,L neMic- 8c,iplo,ez LrLnllenbu,A>ci. 'Joachimus/ aus Calabrien aebürtlg, war anfangs ein C>' sterclenser.Münch, nachmahls Abt, und endlich stistkcrund n Abt des klosters Flora, allwo er auch eine besondere co»MN dieses namens ausgerichtet- Er war sonderlich um das i« berühmt. Doch ließ ihn bereits 1 > jähr vorbcro der K« ^ . chard in Engelland,welcher sich damals zn Mcssma m Llcu t» hicll zu sich holen, weil er wegen vmchicdcner PM'hcccynngm bcruffcn war. Eben damals verkündigte er unter vielen aMn, ge», daß dcr Antichrist zu Rom nunmchro gcbvhrcn, und wn> loa lob aufven Römischen stuhl erhoben werden. Er starb endlich noch vor dem jähr I2I; , in welchem sein buch , darinnen er eini je mey. nungen des Petri Lombardi angreiffet, aufdem t)nocio Q^reranen- n verdammet worden. Seine übrige schrifften sind: cie concorä.a veceris acnovi relbsmenk'l litzri V, die er aufbefehl der Pädste Lnci IH. Urbaui III, und Clemcntis Ili verferliaet; commenraria in Hiererniarn ?rc>pttecLm ; Psalterium cleccm cnorclrrum; commen- tsriL in ffelaiam propkersm; commenraria in nonnuüa capira ^sum, -rtzacue, ^aettari-e Le iVlaiackise Proptzersrum, weiche fthrifften insgesamt zu Venedig an. ms heraus gekommen. Wer« ter hat man von ihm commenrsrium in ^pocai/plin o. )okalmis; varicinis cie kummic L.c>MÄnis konüflcibus , welche Mit anmerckiiN» gen Paschalmi Regiselmi, Josephi Scaliqeri und Iohanms Ad. raSder heraus gegeben worden, wiewohl man sie viel vermehrter bey dem Wolfio lN seinen leÄicrnibus memoratzilitzub finden kan, wie dann, da sich mancherCopist in denen kiösteren die frevheit nah. me, zu solchen wunderbaren schrifften, was ihne die verwun> derung zu vermehren gut seyn bunckte, beyzufügen, die mann» scripten von dergleichen werckeu nothwendig gar sehr von einander unterscheiden seyn müssen. Auf der bidliolhec zu Basel findet sich ein solches exemplar mit gemahlden , darauß auch des Wolfii aus» gab sehr vieles tönte beygesetzt werdeu-Seme eommenrai-iainck^riili revelarionein in Ltirtzream Lc lvkeriinum commenraria nebst cillt» gen andern propheceyungen sind in Italiänischer spräche zu Vene. big mit Anselmi Marsicani anmerckungen heraus gekommen. Al» leftineschrifften sind durch das Laleraiiensischet.'c>ncilmm an.iri;, wie auch durch das zu Arles an. 1260 und durch den Pabst Ale» xandrum I V verdammt worden. Gleichwohl hat sich ein Abt sei» nes ordens, namenS Gregorius Lande, gefunden, der ihn wider diese deschulbigungen in einem zu Paris an. ,üLo ,n toi. hcrausge» gebenen buche vertheidigt. VkÄ» in iMo vlr«. knbi. lcupr. Litkerc. * 'Joachimus / (Georgrus) Kb«cicus zugenamet. Er war ge» boren den 16 febr. an.i;i4 m der L-chwäbiichen stabt, Veltkirchcn genannt, welche nahe an den Graubünderlschen gräntzen, unsern vom Rhein,ehe noch dieser flnß in den Bobensee fallt, lieget, und un» streitig zu dem alten Rhälia gehöret hat. Daher er dann auch den zunamrn LkMcus annähme- Er wurde em vortrefflicher tvl-aue- inalicur und Vrotcffor zu Wtttenberg. Er hielt des Copernici mey» nung von bewegung des erdbodens vor vernünfftig, reisete veshal» den zu ihm, und wurde ein öffentlicher Copcrmcaner; wie er denn auch Copernici schrifften nach dessen tode heraus gab. Er hat un» lerschiedliche wercke verfertiget, deren er in einem sendschreiben an Petrum Ramum Meldung thut. Darunter sind auch seine epke- rnenäer, nach der Copernicanischen fy'portteli, und der lractat cle rloVtlMii rrmiißulorum. Ein Ungarischer Freyherr nahm ihn zu sich nach Caschau, und gab ihm daselbst eine stude ein, die nur neu war gebauct worden, worüber ihn der schlag rührte, daß er den 4 dec. an. ijf-6 starb. in vü. pkilos. üerm. i^/s«,cie ina- rkemar. cie psw«s illuttr. virorum. * "Joad/ siehe Iojada. 'Foas/ Königin Juda, war ein sohnAhasiä, undsuccedirte seinem valer X. Xl. ;,; 7, durch rath und hülste des Priesters Jo> zadä. Seine großmutter Alhalia, ein weib von einer unnalürli» chen grausamkeit und Hochmuth, ließ allen Königlichen saamen umbringen, damit sie allein zu der regierung kommen möchte, bis aufden Joas, welcher durch die sorgjalt der Iosebetb seines vaters Ahasiä lchwester und des Hohenpriesters Ioiadä eheiveib, mit fei» ner ammc 6 iahrim Hause deü Herren versteckt ward. Indem /ten jabre seines alters wurde er daraus geholet, und durch hülste des Ioiadä auf den Königlichen thron gesetzt, Athalia aber umge» bracht. So lange Iojada/ der nach einiger meynung, welche die Worte Christi von Zacyaria Barachlä söhn, so von den Jüden zwi» schen der hall und dem altar geröstet worden, hieher ziehen wollen, auch noch mit dem ander» namen BarachiaS soll geheissen haben, am leben war, und auf sein lebe eine aufsicht hatte, führte er sich sehr fromm aus, und that was dem Herrn wohlgefiel, indem der wah» re goklesdienst wieder eingeführt wurde. Als aber Iojada todt war, folgte Joas den schmerchiern, ließ sich wieder zu der abgölte» rey verleiten, und lbat alle greue! seiner vorfahren. Da ihn nun Iacharias, Iojada söhn, auf göttlichen befehl hiervon abmahnte, so ließ er solchen in dem Hofe am Hause des Herren töbten. Gott erweckte aber zur straffe wider ihn die Syrer, welche zwar mit we» nig mannschaffl in Iubäam und nach Jerusalem kamen, gleich, wol aber von Gott qcstärckl wurden, oaß sie an dem Joas straffe übeten. Nachdem sie von ihm zogen, und ihn in grosser krauet» heil liessen, machten zwey seiner knechte, einer em Ammonit, der ander ein Moabit, einen bund wider ihn, und erwürgten ihn auf seinem bette in dem 40 jähre seiner regierung. Er wurde in der stabt David begraben, aber nicht unter der Könige gröber. 2 /k-F. n legst. 2 ck/E,. 2; Lc 24. PcksttL. 2;,9 ancig. lull. Fckkrck»«,. ann-il. ver. reit. LttckcMr«, encstir. bibl. p. 11;, * ^ob/ ein mann von unvergleichlicher gedult, soll nach eini» germeynung lvi. 2^29 Mohren seyn worden. Sein vaterlaiid wäre das lande Uz, so zwischen Edom und Arabien gelegen ist. Lste setzen voraus, er wäre eben derjenige, dessen Sen. ;s,^; unter dem namen Jobabs gedacht wird, und welcher ein söhn L>cra von Bazra war, aus dem geschlechte Elau. Andere aber halten dafür, Job sey vielmehr aus dem geschlechte Nachor, vks bruderS Abrahams, weil Len. 12 gemeldet wird : Nachor wäre der vater des Uz gewesen. Dem sey nun wie ihm wolle, so ist doch biß gewiß, daß dasjenige, so in seinem buche rukhaiwi, sich würcklich begeben hak. Denn ob.wohl einige uD. r'ob joc 92«- ter den alten Jüden und Christen in der meynung gestanden einevMabelgewesen, unddaherowäre >eineHistorien»? eme Parabel, von einem andern bloß zu dem ende erdichtet. r,„g tt^iö'echeu//v'^ S-dultvorgestellt werbenmöA tc, jo erhellet doch das gegenlheil aus heiliger fchnfft selbst, Massen Gott der Herr dessen beydem Ezech 14, 14 und Ävbi"- 11 Meldung thut. Hierzu kömmt noch , daß in dieser tnstorre n.mien der Personen , völcker und länder deutlich ausgedrückt wer» den »welches Hust in Parabeln nicht zu geschehen pflegt, anderer Ursachen zu geschweigen. Sonst ist sehr wahrscheinlich dost ent» weder Job selbst ober e,nerauäst,,!en ft^?,'rhLr?on L sem buche sey. Zum wenigsten ist gewitzt daß es bereits vor dem Propheten Ezechiel, als welcher an dem angeführten orte auf viele gttchichte zielet, sich unter den Eanomschen büchern mit befunden zu welcher ze,t aber Jod elgenrüch geleber, ist unbekannt, weil so ches der heilige Geist nicht offendahren lassen, auch die eitern und vorfahren des Jobs noch zwclffelhafftig sind. Doch ha, en Usse. nuv, Brougblonus und andere dafür, er habe zu den zeltender Egyptlschen blenstbarkeit geledet, und sey zwischen Joseph und Mojes zu seyen; welches insonderheit durch das höbe alter so dieser mann nach der fchriffl muß erreichet haben, sehr qläublicb geinachel wirb. Von letncm wanbel bezeuget die heilige schafft, daß er schlecht, recht und gvttsfürchlig gewesen, und das böfe ae« meydec habe. Weil solches aber dem satan zuwider war, so klagte er ihn vor Gott an, er fürchtete ihn nicht aufrichtig, sondern thäte solches nur zum schein wegen der zeitlichen wohlthaten, so ihm Gott erzeiget«:. Allein Gott wolle.diesen Verleumder zu schau» den machen, und deS Jobö bestänbigkelt in dem guten an den tag bringen, darum erlaubte er dem satan, ihm alles zu nehmen, aber seines lebenö zu schonen. Dieser Miete banuenhero es an, daß seine beerben vieh geraubel oder sonst umgebracht, auch seine kin» der durch em hauß, darinnen sie speijeteu, erschlagen wurden. Doch bezeigte sich Job bey diesem allen sehr gedulrig. Dieses ver» broß den jaian dermassen, daß er Gott ferner bat, er solle ihm er» laubnjß geben, den Job an seinem fleische anzugreiffen, ,chlug thu auch, aufzulassung Gottes, mit heßstchen blättern. Es ver» mehrte aber seine trübsasl sein eigenes weib und freunde , welche ihn ossi durch mancherley Vorstellungen von seiner gvttesfurchk abziehen wollen. Doch da er auch dieses gcdkilkig ertrug, erhörte ihn Gott endlich , und" gab ihm mehr, als er ver» lohreii hatte. Einige wollen, sein creutz habe 7 gantze jähr gewähret; andere aber meynen, eS habe mir ein jähr gebau» rct , weiches aber vor gewiß nicht kan gesagt werden; in» gleichen auch dieses, wenn er eigentlich verstorben; indem etliche jagen, seinwd fty in dem 211 jähre ieines alterst. ,Vl. 25)9 ge» schehen ; etliche aber in dem2i7 lahre stines alcers, ,VI. 2,4;. cle I). 1.18 c. 47. ttvariil. 2 cie psrjen,. jobi. s/oops in cornmem luper lobum. annal. ver. rett. in annsl. in ttiikoris lob. clemonttrsr. evangel. Lcc. O "Job / ein Mahomctaner von Medina gebürtig, sonst Abu» Jov, ober Jobansari genannt. Er war ewer von des Mahomets cvnsorten, wurde aber bey der belagerung der stabt Constantinopel so durch Jezib, deü Callphcn Moavias söhn geschahe, an. 67; ermordet. Man siehet dieses Jobs prächtiges grabmahl obnfem dem Hafen, an der mauer zu Constanlinvpelmll>'..o der neue Gros- Sultan von des Mufti Hand das schwerdt zu empfangen und einen eyd abzulegen pfleget, daß er die rellgion der Muselmänner und die gesetze lhrcsPropheten Mahomets beschützen wolle./ü,^, äe l'Lm- pire Orromsn. 'Jocasta / Creontis, des Königs von Theben tochter, und Laii eheiveib. Sie war des Ocdip! mutier, welcher sie hernach un» wlisenttich henrathete, und mit ihr Polynicen und Etheoclem zeugte. Als sich aber selbige m einer wegen der successiv» gehaltenen Macht einander selbst aufgerieben hatten, machte dieses ihrer multec Jocasia ein solch hertzeleyd, daß sie sich selbst enlleibete. Ibebaill. ch:»eca a:äip. ^ocundus oder Jucundus / (Johannes) ein Dominicaner von Verona gebümg. Er lebte zu ansang des 16 stculi-untcr des Pabsts Leonis X und des Kaysers Maximillani l regierung, und war zugleich ein rbeoloZas, pbilosopbu; und pkilologur. Auf eiuer reise nach Rom erkunvigte er sich fleißig der basigen anttqui» täten m der srckireöiur , bilbhauer-kunsi und inscriptionen , wovon er auch ein buch verfcrliget, und solches Laurentio von. Medi« ces dedicirie. Desgleichen schrieb er auch anmercklingen über den Julium Cäsarem, und war der erste, welcher die brücke, so die» ,er Kayser über den Rhein schlagen lassen, in kupffer brachte. Ais ersieh an. izc,7 zu Paris aufhielt, gab er das bau.wesen der so» geuaimtcn iiebe»zra»en.brücke,wie auch der andcre»Set»een oq6 iod lö Wesen welcher die -drantzösischen Verse nach art her Lateinischen daß man selbige eben wie die ^eu'Mescalwicren mögen ,v wntii Alliiere inlches von dem Baissagen. L)ie>eo aocr iil gc.vlv, dÄ er tragödim und comödie» nach der alten artm Frantzomchee svrache zu schreiben angefangen. Er war sonst zu der dichl-kunst unae. ie, i gesch ckt, und wüste mit unglaublicher geschwind,gke.l vme! 7 schmbcn,so baß er auch an seinen besten, comod.en und traaödien niclil über zehen inorgen gearbeitet. Jin ubrlgen ist auch die menge der versen , so er geschrieben, fast unzehlich i nassen er allein über das beginnen des Iulii Casaris, welcher mit hindanse» tzunq des verbotls, so der Römische Rath ergehen lMn, Mit sei. nem kriegsvolck über den fluß Rnbicon gesetzer , am die zehen tau. send Lonners soll verfertiget haben. Er war dabey ein guter redner, inglcichen in derbauckunst, Mahlerey, und andern wisseiischafften wohl erfahren , verstund auch die kriegs.exercllicn wohl- Er starb jm julio an. i; 7 ) im 41 jähre seines alters, und nach seinem tobe wurden einige seiner Poesien zusammen gedruckt- mbi. cül^ut. r. i 1^7. /isrEt. Leinens, t. z P.41Ü. ^/e»^«3Nki-UsilIer r, 2 p. 27. //«-/o. * Jodocus/ Mgrggraf in Mähren, wurde nach Ruperti tode an. 1410 zum Römischen Kavstr erwchlet. Jedoch sagen tue scn» denlen, baß nichts besonders von ihm anzumcrcken gewesen als sein grosser barl. Er starb »ach ; monaten stnicr crwehlung, und soll gar nicht gecrönet worden seyn, weil er sich wie in allen andern,also auch in dieser fache verdrossen und sehr langsam erwiesen. Er wird auch von vielen scridentcn gar nicht unter die Kayler gezehlct. Mu. tniö aber setzet sein ende an. 140;, und will, baß er gleich nach WenceSlai absetzung zum Kavstr sey erwählt worden, cM. 6erm. I rL. aan. U07. I. 7. tlws. snn.8uev. p- zl. ü c.7. Jodocus, ein bekannter Heiliger aus Franckreich, war des Königs Julhael aus Bretagne söhn, und des Judichaels brudcr. Dieser sei» brudcr folgte zwar dem vatcr i» der regierung; doch, weiter derselben überbrüßig war, gienger m das kloster 6, Meen von Gael, welches er Misstet hatte. Er überließ also die regle, rnng diesem seinem brudcr; selbiger aber halle eben so wenig de» lieben darzu, gieng heimlich nach Auranchcö, und begab sich ui die 8. Pclcrs.stadt ln der gegend Ponlhteu, astwo ihn der Hertzog Haymon zu seinem Hofpredlgcr machte. Er retirirce sich hierauf in eine wüste, und bauele sich e»> berhauß nebst einer culsieblerey. Einige jähre darauf gieng er nach Rom, tam von dar nach Paris, und kehrte daselbst in emeni geringe» Hospitale ei», wo heut zu tage 8 - Jodoci kirche ist. Bey seiner rückkunstt legte er die reliquien, die er von Rom Mitgebracht, ni der 8. Martmickirche, welche Haymon ohnfern seiner zelte bauen lasse», nieder. Er starb end» tlch in seiner euisiedlerey den i; bec. an. 6;z, oder wie Mabillo» nius will, ÜS8. vila 8. ^ocioci. LNN. Ueneäici. kom. 2. Jodutte/ wird vor einen Heyd Nischen abgott gehalten, waL aber eigentlich eine statue, welche Lvlharius, Hertzog zu Sachsen, als er Kaystr Heimchen V besieget, an. m; zu Leecheiyeld beym Welphsholtz aufrichten lassen. Es war ein gcwassneler man»,der in der rechten Hand einen cs-tium . ,n der stucken aher JM s chilb mit einem welssen roß im rothen felde, als dem Sächsischen wa« pen, hatte. W>e nun dieses das denckmahl eineö siegeö war, wcl. chen man der göttlichen hülste zuschreiben wolle, lö ward der nap» me d'ancsuin -aljuiorium darbey gebraucht,woraus hernach die Uli« gelehrten und lhummcn leuthe sank Jodut gemacht, und den na« men dem bilde selbst zugelegt haben. Der Merßburgische Bischost Werner zerstörte solches wegen dem dabey undcrlaustcndcn aber» glauben. 7 /^/mo/./. 0«^ in clitserlLi. acaci. Tc/,«e/r. äeictol. ver.tclisn. incol. * Jocl / einer linter den 12 kleinen Propheten. Man weißt es. gemstch nicht, zu welcher zeit er gelebet , weil er solches in senier propvcceyung nicht anzeiget. Es wird aber gemeiniglich davor ge. hasten, daß er zu einer zeck imt Hosea und Ämos gelebet, und die Verwüstung des laiidcö, so durch die Assurcr solle geschehen, von welchen auch das Königreich Juda verderbet, aber wieder crrct. tet werden solle, vorher verkündigt habe. Er muß zu einer sol» chen zeit gelebt haben , da Gott der Herr das land mit cmcr dür. rcn zeit und grossen menge Heuschrecken , raupen und käfer beim. gesucht hat. Welches er als ein böses amen gufdie folgende vcr. Wüstung des landeS beutet, und deswegen zur busse vcrmabncl. l euch 2. oKcina biblics. in encstiris d,bl. ciemoolkrac, evang. prole^ornen. Lee» Borger / eine Gräfliche familie in Oesterreich. Helmhardus Jörger zu St- Georgen lebte an. i;oo, und hintcrstcß Herman. num und Johanne»?, dieser Conradlim und Bernhardum. Con» radus Jörger oder Gcorger lebte um das jähr 1,57, und hatte 4 söhne, davon der dritte Helmhardus sein geschlcchi bis auf unsere zelten forlgcpflantzet. Er lebte an. ivZi, und ließ nach sich von Demuw Lehrpolier»,, Helmhardum und Johannen,, davon je. ner einen söhn Georgium, der ohne erben starb, duner ; söhne Helmhardum, Wolffgangum Jörger, Rittern , so an. 1417 Friebericum den jungen,, Ertz Hertzogen von Oesterreich, in daS heilige land begleitete, und Johannen, hinterließ, von denen der erste und letzte eine eigene Ijlne ausgerichtet, allein des letzter,, st,, lie ist wiederum verlo,chen. Helmhardus wurde ein vater Lil. pranbi, dieser Wolffgangi Jöcgcrs, so von an. i;,; bis, <21 Kaysers Marimiliaiil Lands. Hauptmann in Oesterreich ob der Enß geweien, hernach Kömqs Ferdliiandl Rath worden, lind an. 1 ;»4 verstorben. Mit Dorothea von Raungen hat er; söhne 1 ö gehabt, darunter Christoph, Johann u»id HildcbrM , angefangen, davon aber die erste und letzte schon wieder m,--," bei, sind. Christoph Jörger, Freyherr von Tollet, stbM^' 1570von dem Kayser Maximilians II aus eigenem anin.k Oesterreich ob der Enß neu-aufgerichtete Obriste Erb. 9»»^^ meister.amt vor sich und seine 4 söhne, welches auch bis .,, bey der Jorgerischen faunlie geblieben, da die Grase» von M gau damit sind belehnet worden. Sein bruder Johanns Freyherr von Tollet, der jetzigen Grafen stamm.vatter, Ä" gemahlinnei, und unter,chjetene kinder, darunter vornedm, . mercken 1) Sebastianus Jörger , Freyherr von Tollet. Ä' Land.Hofmeister in ober-Oesterreich, der von Maria Naben,» >» tu,Johannen,Jörgen,, Freyherr«, derNiedec-OesterreichL,' landschafft Pra,«denken , nachgelassen, so mit Barbara Föwksm Johannem Marimilianum, Johanne,» Ehreiisried, Mann,., Septunlum Jörger, Herrn in Tollet und Götzersdorff, «revb m von Krcußbach, Erb. Land. Hofmeister in Ober.Oesterre,a> m, cher durch seinen söhn Andream Christianum ein vater werd Caroli Grafen Jörgers, der an., 677 in der schlachl bey Zenm a blieben, und eine von Töckely, des Frantz Esterhajy >vm,b , ,,, gemahlin gehabt, und Johannem Helffricum Jörger, Erb.LaO Hofmeister m Ober-Oesterreich , gezcuget. Dieser hatte 4 aema . Iinnen und von der ersten Elisabeth Gräfin von Althan» Jvbaumm O-Nintinum, GrafJörger, Kauserlichen geheimen Rath, ssä,,,. mcrer, Stadlhalter m Nieder-Oesterreich und Ritter des M,, neu Vließ, von dem im folgenden arlicul. 2) Helmhard Praer Freyherr, war ein vatcr Caroli, welcher Carvlum HelmhMnn und Carolum Wilhclmum zeugete, und Georg» Wilhelm, C-nn. mer.Präsitenten beym Kayser Ferdinando II so mir Fellachevon Polheim und Maria Anna, Barkholomäi Graf KhevenhiM tochtcr 4 töchter erzeuget, davon die älteste und jüngste an EmS. mum Herrn von Slahrenberg, Anna Maria, so an. 1687 den, an Ferdinand»», Grafen von Rucbcr, und Anna N« au Herrn von Landau und an Herrn von Zuitzendorff vermahiige. westn. Und;) Wolffgang Jörger, Erb. Land. Hof,»eM j,, Oesterreich ob der Enß, Kayserlicher Cammer < Rath, obr,snr Proviantmeistcr in Ungarn und Oesterreich, wie auch Barg-Vogt zu Weiß, welcher 4 gemadliniicn gehabt, und cm vater Hch„» hardi, dieser aber Georg,, Ludovici worden. Lermsn. 10p. kierrirrmk. ; p. 74. 7.-/,. s's'I/l-e/,» tlolleäksneL kilkorico genealog. p. ,8^274. "Jörger/ ( Johannes Quinlinus) Graf von Tollet »nd Zag. ging, Freyherr,» Pollenbrin, und Kraisbach, Ritter deSM. ncn Vließ, Kayserlicher gehemier Conserentz. Raih, Eannnmr und Nietcr-Ocsierrcichischer Stadlhalter, einer von dcn vmmii» testen Ministern Kaysers Leopoldi , ein söhn Johanms Helstni, Freyherr«, von Jörger und Ettsabelha Grast» von Allhann, im gebohrm um das >abr,624, und ivurde »ach vollendete» lmel« nnp reisen Kaysers Fertinandi I Il und Königs Ferdinand, I V CM» mcrcr> blieb es auch bey dem Kayser Lcvpoldo, welcher ihn is;y den 9 avg. in den Grafen stand erhob, m seinen fernern dich. sten in wichtigen angclcgenhcitcn gebrauchte, und an. isz, M geheimen Rath ernennte. An. ,S87 den r; oct. wurdeec,mtcS Grasen Eonrad Baltbasarü von Slahrenberg stelle zum Lladihal. tcr der Unter. Oesierrcichischen lande bestellet, iind alselncheW daraus der Kavstr z» der Ungarischen crönuiig Ertz»Hertzogs phi »ach Preßburg sich begäbe, hat er in dessen ad>vc,e»bcil die tödliche eiiicichtliiig nut den laternm in der stadt Wien gemM daß alü der Kayser den rü ,an. folgenden lahrs wiedw zurüekgi» kommen, er die strasse», wodurch er gefahren, vermöge dieser neuen anstatt schön illiilmiiirt gefunden. An. 1689 wurde er« dem Kayser zum Ittmcix>L>-(lommii!rno bestellet, mu dem Liiräi« scheu Gesandten, wegen des angebothenen sriedens zu lracnr-n. Nicht lange hernach bekam er den RUlcr.orden des goldene» Blies, scs, lind wurde auch nachgehcnds i» den geheimen Co»iercntz'Mlh gezogen. Endlich starb er den 17 sebr. an. >70; im 8r »ihr seines attcrö^ und hinterließ den rühm, daß er cm ausrichligcr undcni» stgcr Staats« lAiniiloe geivestu. Er hat 10m LLwcrckiz in dW htiilcrlassen und zwar mit dem tilul I V Larr; es stnd aber die er« sten z theile niemals geschrieben, viel weniger heraus gcgcbcium. den. Er hat r gemahlumc» gehabt, Mariam Evam Anrmni, Frcyin von Königsberg, und Mariam, Grast» von hosenM. Die kinder erster ehe sind alle vor ihm gestorben, unter denen;» merckc» Johannes Petrus, Graf Jörger, sein ältester schn, m Cavallier von ungemciue» qualilalen, welcher an. iM zu LM vo» lenies vaters gcweicucn Amtmann oder Regciiicn cischeM ,vorbei,. Denn als dieser mördcr sich aus des Gras IbrgerS d» sten begeben, und nicht bald andere ihm anständige finden kmc, mcyiile er, daß ihn sein voriger Herr nicht guugsam recomMiNM' te, suchte sich also aufsolchc weise an ihm zu rächen, diißttm» bciislaiig empfiudc» solle; paßte atto bey der so genandlcnM chaclcr.kirche „1 Wien , diö der alte GrafJörger iml dnlemle' nein liebsten söhne dahin m die messe gefahren kam, da » dilsui, als er aus der kutsche stieg, nahe an icuiciii vater ersehenen, M ob er zwar sein Mium m der kirche suchte, ward er doch fcrl, lind lebendig gerädert, wobey er, liugcachletstincrmE dennoch darüber vergnügt war, baß er den GrafJörger loem digct, daß er sich lebenslang darüber würde betrüben wW"' andere söhn starb als Obristcr eines ^aystilichen regm"» - > e >691. Die kinder anderer ehe sind Maria Joiepha, >0 anlt > Rüdiger», Grasen von Stahrmberg, Kavicrllchen MiM» Rath, Gcneral.Fcld. Marschalln, obristeii >ricgs^ Eoimiieiioameii zu Wien und Ritter des goldenen BIlcjjce, may a». iö8y vermaylel, und bey dessen een i°1a>>. a». n . folgten absterben alü wiklib hmtcrtaffc» worden. Wmuil ! i ! Loh nachgehends mit Gmidaccarn Thoma, Grafen von Stahrenbera, Kayjerllchen geheimen Rath, und Hof-Cammer-Präsidenten auch Jettler des goldenen Viiesses / vermählet. Johannes JosephuS biraf von Jorger , Kaysers Josephi erster Cammer.Herr, welcher »ch mit Maria Juliana, Vigismundi Herrn von Stubenberq loch« ter und Grafen von Rattmannsdorff wittid, vermählet. Auto» mus beschloß sein leben als obrister. Lieutenant unter dem Lavier. Carolus blieb gleichfalls als Obrister-Lieutenant von dem Alt« Stahrenberglschen rcgiment den-Laug. an. 1696 bey Kerzkeret i» Ungarn wider die Türcken. Maria Rosalta wurde den 4 man an» 170; anJohannem Leopoldum Grafen von Herberstein vermäh. let. Franciicus Graf Jörger ward an. i7c>4KayscrIicherCäm« mcrer, und an. 1706 den 18 may Obrister. Maria Anlonia, Gunpemars Josephi Grafen von Stahreuberg gemahlin. Fran. c>ica Elifabelha ward den 12 aug. an. 1705 an Adolphum Grafen von Martcnitz vermählet, und Maria Carolina Kayferliche Hof» Lame bey der vcrwittiblen Kayferin Amalia rc. kebeachekck. Ueo- xolcli. Lcc. S- Johann von Acon / ( Ritter-orden von ) ist, wie man vermuthet, um daü>ahr 1254 aufgekommen, und unter der re. gicrung des Spanischen Komgs Alpyonsi des weifen in grossem stör gewesen, nachgehends aber in abnehmen gerathen, und mit den Johannitern vereiniget worden. Diese Ritter trugen ein weisses creutz auf einem schwachen Habit, und folgeren der cegul des heiligen Augustini. Zu diesen Rittern zehlet man die von 6. Thomas, wiewohl einige emen absonderlichen orden daraus machen, und vorgeben, der Engelländifche König Richardus I habe selbigen, nachdem er die stadt Acon eingenommen, Misstet, welcher nach» gehends den berufenen Ertz - Bifchoff von Cantelberg, Thomas Decket, zum Patron gehabt. Es sollen aber diese Ritter anstatt des meisten ein rothes creutz gefuhret habe», in welchem die bild» Nisse des heil. Johanms und Thoma zu sehen gewesen. bild. ckrori. orä. egu. vermenget die in dem heiligen lande gelegene stadt Acon, wovon der »bedachte orden den «amen bekommen, mit Ancona m Jlalien. L-. o. csrsl. orcl. egu. Leönigin von Engelland: Johanna Seymour war eines Ritters rechter, ward aber von Heurico VIU wegen ihrer fchonheit und aumukh geliebt, welche liebe vielleicht etwas, jedoch ohne jchuld dieser Johanna zu Annen von Boulen lobe mag beygetragen haben. Der König heyrathete sie an. 1 den tag darauf, nachdem Annen der kopffwar abge» schlagen worden. Sie war so tugcndhafft und wüste sich in den König so wohl zu schicken, daß sie die einige von seinen gemahlin» neu gewesen, mit der er nicht Widerwärtigkeit gehabt. Allein sie starb in dem ersten kinddette an. i,;?, nachdem sie einen Printz, namens Eduard, zur weit gebracht. Der König betraurete ihren Verlust so sehr, baß er m zwey jähren nicht wieder an eine vermäh» lUUggedachte. bitt. ct^vKlet.t.i p. ;6l, 401,42-. Königinnen von Franckreich: Johanna, Henrici l, Königs von Navarra eintzige tochter und erbtn, wurde den iL aug.an.1284 an Philippum kulckrum, so hernach zu der Frantzösischen crone kam, vermählet, brachte ihm das Kömgretch Navarra zu, stifftete an. i;o; zu Pariß bas be« rühmte colleZiui» von Navarra, und starb den 2 apr. an. i;«4 Nils dem schlösse Wncennes. ^E-wr/ir-L. Kitt. cle k'rsnce rom. 2p.;;o. D«»,e/Kltt. ckekrancerom. rcol. r;s, zsr Lc ;6-. Johanna, des Pfaltzgrafen von Burgund, Ottonis lV. loch» ter, wurde an. 1 ;c>6 zu Corbeil an den König in Franckreich, Phi» Uppum V. vermählet- Als man sie aber nachgehends einiger lie« des-inrriguen beschuldigt hatte, wurde sie fast ein jähr lang in dem castelle zu Dourban gesanglich gehalten. Allein,da sie ihre Unschuld erwiesen hatte, nahm sie ihr gemahl wiederum an. Nachgehends stifftete sie nahe bey den Barsuffern das so genannte Burgundische coilessiuin. Unterschiedene scribenten, so zu ihrer zeit geiebel / rüh» men sie als eive gottselige Fürstin. Sie starb zu Roye in der Pi» eardie den l jan- an. i z-y. Kitt. cke Vrsvce rom. -p. z68- >Os»^e/kitt. cke Vrsnce rom. 2 col. ;87. Johanna/ Philippi Valesii, Königs von Franckreich erste ge» mayiin, eine tochter Roberti H Hertzvgs von Burgund, und von ih» rer mutter Agnes eine euckelin Ludvvici des heiligen. Anfänglich war sie an Philippum, Printzen von Tarento, versprochen, welcher sie aber an. i;i; an Philippum Valesium überließ, und hingegen dessen schwester Catharinam heyrathete. Sie ward nebst ihrem gemahl an. i;-8 zu Rheims gekrönt, und von demselben so hochge» schätzt, daß sie fast allenthalben sich zugleich mit ihm unterschreiben muste; auch liefet man in unterschiedenen Wüsten und verordnun» gen dreses Königs folgende Worte: aufeinrathen und mit bewilll» gung der Königin, unsrer liebxn gemahlin. Sie hat, wegen ihrer güligkeit, sansstmuth, keuschheit und sorgfalt vor das gemeine beste, . ein grosses loo erlangt. Sie gebahr nebst 4 söhnen, und einer tochter, welche unbcerbt gestorben, auch den folgenden König Johannem. Sie selbst starb an der pest in dem Komi cks blecke an. !?48 in dem ;; jähre ihres alters. Kitt. cke kian- cs rom. 2P. 42;. Johanna / Caroli I V Königs von Franckreich dritte gemah« ?in, welche mit ihm geschwister-kinb und Ludvvici, Grafen von Evreur, tochter war- Tue Vermählung geschahe an. i;-s. Sie halte nur; tochter, von welchen s Mg gestorben, die dritte aber, nahmens Johanna, so erst nach Caroli I V tödtlichen hintrilt geboh. ren worden, sich an Philippum Hertzog von Orleans vermählt. Sie hätte es gern dahin gebracht, daß einer von ihren töchtern das Königreich' Navarra anheim gefallen wäre: allein die Stände l0h 9;7 desselvigcn Reichs wollen nicht darein willigen. Sie lebte 42 »ahr nach ihrem gemahl, und starb an. i;?c> zu Brie-Comte. Robert in dein 6s jähr ihres alters. 7^-^ Kitt. äe ittsnc- rom. 2 p. ;8o» Johanna / des Königs Johannis von Franckreich andre ae. mahlm, eme tochter und erb in Mlhelmi Grafen von Bonloane undvonAuvcrgne, die er mit Maraaretha von Evreur aezeuat. Zuerst heyrathete sie Philippum von Burgund an. ,;;8, und lebte 8 jähr mit ihm in grosser cinigkeit, ungeachtet er vffters seine liebe aufandre versöhnen wendete. Sie zeugte auch einen söhn, nah» mens Philippum, und 2 tochter, Johannam und Marqaretbam, mit ihm. Als dieser ihr erster gemahl an. 1,46 in der belaacruna der stadt Aiguillo» umgekommen, ließ sie sich gefallen, Johan. nem, damahls nur Hertzog von Nvrmandie, und nachmahls Kö» mg von Franckreich, an. 1 ;4y wieder zu heyrathen. Dieser hatte schon sehr viel kinder von seiner ersten gemahlin, Bona aus Böl,. men, ließ sich aber theils den verstand und die gute aestaik der ver» wittidten Hertzvgin von BurguNd,theils aber das staatS.imereüe. zu dieser andern Vermählung bewegen. Als er an. 1,56 in der Wacht bey Polsters von den Engelländern war gefangen worden, bemühete sich Johanna, dem verfallenen zustande von Franckreich wieder aufzuhelffen. Da sie aber sahe, daß solches nicht möglich war, retirirte sie sich in Burgund, allwo man ihr, ungeachtet sie zu der andern ehe geschritten, die vvrmundschafft über Philippi hinterlassene kinber beständig zu fuhren verstattet halte. Sie war kaum 8 oder is monat daselbst gewesen, so verursachte ihre betrüb» niß über das Unglück ihres gemahls und seiner länder, daß fie i; sz in dem ;8 jähre ihres alters mit lobe abgieng. Von dem Könige Johanne Hütte sie keine kinber. Im übrigen hak sie nebst andern milden fachen das grosse Hospital zu Boulogne Misstet. Kitt, cle krsnce rom. 2 p. 46,-464. Johanna/ Pelri I- Hertzogs vonMirbon, tochter, eins der schönsten Printzeßmnen ihrer zeit. Konig Carl der V- der wei» se zubenahmt, vermählte sich mit ihr an. i,49, und lebte sehr ver» gnügt mit derselben. Sie starb nach einer 40 jährigen ehe, an. i;?8 »M sehr. Kitt cks vrsacerom. r p. 504. Johanna/ Königs Ludvvici XI in Franckreich tochter, wurde an. 1476 an Ludvvicum, Hertzog von Orleans, nachgehends Kd» nig von Franckreich, vermahlet; weil aber solches eine gezwungene ehe war, und ihr gemah! sie als eine ungestalte und sehr heßlicbe Printzeßm nicht liebte, vhngeachtet sie gegen ,hn grosse liebe hegte, brachleeres, da er nach Caroli VIII tobe, unter dem nahmen Lu» dovici XII. zu der Crone kam, und des verstorbenen Königs willwe, Annaw, die eine erbin von Bretagne war, heyrathen wolle, bey dem Pabste Alexandro so weit, daß diese ehe den -r dec. an. 149s vor nichtig erklärt wurde, indein er den Pabst versicherte, daß er sie Nicht berührt hätte. Darauf begab sich diese Printzeßm nach Bourges; und stiffme den sogenannten orden äe ? /Moncisäe; desgleichen ein coilessmm aufder Universität zu Bourges, und starbt den 4ftbr. an. 1,04 oder izo;. DieFrantzösische geistlichkeit hak sich zum öfftern bemühet, sie unter die zahl der Heiligen zu brin» gen, weil sie jederzeit ein frommes leben gesühret. Kitt. genes!, äe krsnce. in orig. relig. snnst» kibl. äe» ttmm. lcsv. 8e^s/E imsgez. ^ e!og» lies temmesillutt,er. Kitt. äe krsnce rom. -p. 886. Mt-Zcom.- col. i; 25. RönLgittnm von pkchvckrrck: Johanna, König Ludwigs x in Franckreich tochter,von Mar» garelha von Burgund. Sie war das eintzige lind ihres valers; nach dessen tobe die Crone Franckreich an dessen bruder Philippum V fiel; Navarra aber nebst Champagne und Brie ihr zugehörte, weil daselbst die weibliche erbsolge statt hatte. Web sie aber nun ein kleines kind war, so führten ihre vettern Philivpus V und Caro» lus IV Könige in Franckreich die regjerung sowohl in Navarra , als in Champagne und machten endlich gar anjpruch auf diele län» der. Doch endlich ward zu ansang der regicrung Philippi Vk Valesii an. 1;;; ein vergleich getroffen, kraffl desseü ihr Navarra völlig gelassen, und an statt Chamvagne und Brie, so bey Franck» reich blieben, die Grafschaffteil Mortain und Angouleme mit oem beding gegeben wurden, daß solche an Franckreich fallen sollen, da- ferne sie ohne kinber verstürbe. Sie halte sich schon vorher den 27 mark. an.iziL mildem Grafen Philippo von Evreur,so KönigS Philippi III von Franckreich enckel war, vermählet, welchen durch sie König von Navarra wurde. Sie starb den 6 oct. an. i;4y aufdem schlösse Conflans ohnftrn Pariß, und hinterließ einen söhn, Carl den bösen, nebst 4 töchtern, worunter Johanna eins Nonne zu Longcamps war, und starb an. i; 84. Die andere Jv» Hanna wurde an. i;?7 mit Johanne I, Vicom« von Rohan, ver» wählet, Kitt. krsnc, p. 178. ^««/Kitt. äe Vrsncs rom. 2. col. 4; 8. Johanna/ Königin von Navarra, war Henrici n von Albret und Margarethä von Valois tochcer, an. 15; i Mohren. Sie ward aufdes Königs Francisci I befehl zu kleills 1« Tour; erzogen, weil er besorgte,ihre eitern möchten sie nach Spanien verheyratben, wie sie auch vielleicht mögen in willens gehabt haben. Zum wenigsten geschahe die Verbindung der Johanna mit Wilhelms ill Hertzoge von Eleve, welche Franciscus I stifftete und an. i?49 odev 1541 zu Chatclleraud mit grosser pracht vollziehen ließ, gegen ihren willen, und soll man um selbige zeit einige Messe, die von ihren nach Spanien gegangen , aufgefangen haben. Ader an. i; 4 j, da des Hertzog von Cleve vom Kayser üvermunvcn und dieser Vermählung abzusagen, genöthigt worden war, erlangten die bemühmigen des Königs von Navarra, die er sich vorher stets mit protestiren und ll theil. Cccccc aller« diese heyrath kaussenden erklärungen gegeben, end» lich ihre knifft,indem die geschehene Verbindung in der lhat veunch t u ward LiEN vermittelte Heinrich N ,,n oet. an. , 548 ihre verinäbiuna mit Antonio von Bourdon, Hertzoge von Vendoine, d m sie auch nach ihres vaters h-ntr.lt an. .rcr das Königreich Navarra mdraclile. Sie ist wubcrl.ch wegen der religions. Handel, die damahls in Franckreich so eifrig getrieben wurden , merckwu dig Fwar ließ ste schon von an. 1;; ? an einige »eigung gegen die ressrmation Lubren, war aber darinne wenigst ru leidiger zeit »och Ziemlich kaltsinnig,weil sie theils wegen ihrer jugend mehr auf zeitver» treib, als aufernstereligions'.geschäffle dachte, theils auch sich durch die drohlmgcn des Frantzösischen Hofes fchrccken ließ, welcher von einem kriege schwatzte, im fall man der Hugenotten lache mi Na- varrtfchen und m Äearn fördern würde , daher sie auch genöthigt ward, nebst ihrem gemahl izz8cine reise zu Henrico l l zu thun, am welcher sie ausdrücklich gegen denselben, der leinen elfermm Hugenottischen gottesdienstc nicht verbarg, sich verlauten iahen,wenn er seine guter vcrliehren wolle, das könne er thun, sie sey nicht willens, die ihrige» einznbüssen. Als an. rsüi ihr gemahl an ^rancisci i l Hofe wegen der religion i» gcfahr war, auch sie leibst m Bear», da ste geblieben, aufgehoben werden soltc,wovor sie jedoch durch die wach« samkeit der Hugenotten bewahrt wurde, bekannte »euch offenllich zur Rcsarmirlen religion, versorgte Navarreins inil allen noth« wendigketten und beschloß sich daselbst gegen ihre mnde zu hallen. Inzwischen erfolgte Francifci i l tod, und sie begab »ch »ach hole zu ihrem gemahl, verfiel aber bald »1 grosse vcrdrüßlichkellen. Denn als sich der König von Navarra bewegen lasten, die Calholuche parthcy anzunehmen,gleng er mit ihr lehr harr um, lag nicht allein in öffentlicher liebe mit einem kainer-fräulem der Regenlin, sondern bedrohte auch >cme gemahlin, sich von ihr zu scheiden, und ihr ihre väterlichen länder zu nehmen, im fall sie feinem crempcl nicht folgen würde, welches sie aber großmüthig beantwortete, und sich au. i;ür wieder m Bear» begab, da sie denn auch zu Nerac anlangte, ob ste gleich durch Mvnluc verfolgt ward. Hiefeldst nun legte sie die Hand mit ernst an das refornialioiis.ivcrck, schaffte die messen« berall ab, und machte allerhand kuchcn-ordnnngen, welche biß auf Ludwigs Xill zciten an. 1 üio im schwänge geblieben. Der Padst citirte sie zwar an. izüz nach Rom,und erklärte sie, im fall sie binnen ü monalen nicht erschiene, ihres Reichs verlustig, weil sich aber der Frantzösische hofüber dieses lmternehüieii lehr beleidigt erzeigte, meiste das urtheil wiederruffen werden. An. izüg. hallen einige ihrer Calhollsche» unlerihanen den anschlug gemacht, sie mit hülste einiger Spanhchen vblckcr zu Pau;» übci fallen,und »ebst >h« reu kilidern der Spanischen mgmsttion in die Hände zu lieffcru, so ihr aber durch die Köiiigm von Svamen noch bey zelten eindecket warb. Das folgende iahe ward sie von Carl» IX und seiner matter besucht, da denn der König den von ihr abgeschafften Catholi- sehen goltesdicust zu Nerac wieder ausrichlcle. Weil sie aber die folgenden iahre hingegen sich immer mehr und mehr bcmlibcle, die Hugenottische religion einzuführen, ward in ihrem lande alles unruhig, und der Frantzösische Hof gab ibr auch allerhand anlas, zu argwohnen, indem man sie immer bereden wolle, nach Franckreich zu kommen, der Cardinal von Lothringen auch gar soll auflast gemacht haben,ihr ihren Prjntzen zu entführen. Danncnbero entschloß sie sich endlich ihre länder zu verlassen,und begab sich au. izS8 nebst ihren kinder-n nach Rochelle zu dem Prmtzcn von Conde, da sie denn zur gemeinen suche theils selbst geld vorschoß und ihre kleiiiodien anwendete, theils mit ihrer vorbnte bey her Königm von Eugclland einen ziemlichen beytrug heraus brachte. Als dieser an. , ssüy m dem treffen bey Jarnac geblieben war, unterfintzlc sie die Hugenottische parlhey mit hcrtzhastlen zureden, brachte es auch so weit, daß ihr söhn zum Haupte derselben erkläret ward. Nun hallen zwar zeit Ihrer ahwesenhest die Königlichem vermöge des beystandcs von eini. gen Navarrischcn Unterthanen, Caibolischer religion, steh ihrer länder meistens bemächtigt; allem der Graf vom Mvnlgommcri, den ste dabin schickte, beachte in kiirtzcn alles wieder unter ihre doch« Mäßigkeit, dabey man denn hemrrckl. daß die Königin dereinst bc- fehl gegeben , denen, 10 ihre lintcrihancn wären, die capitulation nicht zu hakten. Endlich ließ ste sich von dem Frantzösucheii hoff Hoffnung mache», baß man daselbst einen grossen haß gegen die Svanler kcge und ihr wieder zu ihrem lande helffen wolle, worzu die Vermählung ihres sohneS mit des Komas ichwcslcr noch meh- kern schein gab. Ais sie aber zn Panß grschästlig war, klcidnngcn lind kleinodien zur Hochzeit ciiizukauffen , starb ste an einem hitzigen fieder den 8 jn». 1572. Viele habenmulhmasten wollen < man habe ihr durch verglfftcte Handschuhe, die ste bey einem wegen solcher Waare berühmten Mayländcr cingekauffr, hmgeholffen.' Sie war eine hertzhafftc, verständige, tngendhafflc Prilitzeßm, redete unterschiedene svrachc», sonderlich die Lateinische und Ovaiilsthc. In der religion, so sie angenommen, war ste zuletzt nach abgelegter lugend sehr eifrig und beständig, gestalt ste einmahl aufdic Vortheile, damit siedle Königliche frau mülter zuräiiderung bewegen wolle», geantwortet, sie wolle ehe ihren söhn und ihr gantzeü Reich, wenn sie es fassen könte, ms mccr werssen. So war auch ihr lcstaiiicnt voller zeugnisse von ihrer sorgfall vor erkallung der Hugenollllchen kehre. Von ihren kindern stehe Antonluo König m siöavarra. Bey der gehurt ihres Prmtzen Hcnrici, fang ste auf begehren ihres Vaters, der ihr mit Vieler bedingn»» gleich nach der gehurt fem te- siament zu übcrgeben versprach, muten m den schmcrtzcn ein Gas- tonisch liedgcn. Daß sie sich nach ihres gemahls tobe zum andern mahl heimlich verbcyrathct, aus welcher ehe ck'Aublgne gedohren worden,ist eine fabel. Loh welcher an. ,;r8 noch vor stimm vatcr Roberto König, starb, lochtcr von Maria von Valois , ,einer andern Ihr groß-vater vermählte sie an ihren »euer, Anbream von Allem diele ehe war wegen Ungleichheit der gemülhcr ick? m i ->' lieb , und ist nur zu klar am lag, daß sie dene gewalilhäh^m^ hat hinrichte» lassen, an. 1,46. Nach ihres groß-vacers w^?! - 1,4; die regierung in dem Königreiche Napoli - De0Nlginnen von Neapolis: Johanna k.war Caroli von Anjou, Hertzogs von Calabrien, sie an. - vlapou an, mw-s. gierte gantze; ,ahr nebst ihrem gemahl; Das folgende 08,» mahlte ste sich mit tbrem vetter, Ludwig von Tarenko weil der König Ludwig aus Ungarn mit einer starcken anzuge begriffen war, um seines bruderö tod zu rächen, ^ sich in Provence retlriren,allwo ste dcmPabsiedieGrasschaff y»! non vor eine gar geringe ,nmme verkanfftc.Nachdem derKöninÄ' wig das Königreich Napoli wieder verlassen,und Carln von Äinvsi zo, als welcher des Andreä tod befördert hatte, kmrichlenlassm kam ste im a„g. an. -;48 zurücke, und eroberte die meisten iÄ wieber. Ob nun gleich der König Ludwig au. 1 six k die enge trieb, so schlug sich doch der Pabst in das mitte!, uns «5 thigle Kömg Ludwigen, Johannam in dem ruhigen besitz des nigrcichs zu lassen. , Hieraufwurde sie an Pfingsten an. s-sE ihrem qemahlc gekronel. Als dieser an. n ür verstorben war, ver heyrathele sie sich zum dritten male mit Jacob» von Aragon >en,Kn. fanten von Maiorca, welcher nicht lange bey ihr lebte, indenss, ihm den kopff wegfchlagcn ließ. An. N7S vcrmählle sie sich,um vierten male mit tcm Hertzog Ollone von Braimfchwelg, und weil sie keine kinder halte, iv nahm sie Carolum von Durazzo an knideS stall an, ließ selbigen wohl erziehen, vermählte ihn mir ihrer base, und würde ihn unfehlbar zu ihrem Nachfolger ernennet haben. Weil ersieh aber sehr undanckbar gegen die Königin ermicß, Maller durch Verleitung desKöniqs in Ungarn,(welcher ihm sinne aiismuch, so er nach dem lobe der Johanna aufNeavcl machen tonte, abtrat, und des Pabfls Urbani VI, welcher ihn mit dem Königreiche Napo, li! elehnic,) an., ;8° wider seine Wohlthäterin sich cmvöne, so st . bergab diese Königin auf des Padsts Clemenlis VII rath, ihr recht an die crone Ludovico, Hertzoge von Anjou, des Könias John,„ns II in Franckreich söhne, wodurch das Königreich Navol, in em kricgs.scucr gesetzt wurde. An.i;8> gewönne Carolus von Di>raM eine schleicht, in welcher dieser Johanna vierter eke-mann Ollo von Brauiifchwcig leibst gefangen wurde, eroberte daraus Napoli, und zwange die K önigin, so sich m das castell ciel.'0vc>, als die beste citadell dieser stadl < gcsiüchtek halle, daß sie sich musie eracben. Daraufließ sie Carolus von Durazzo nach Muro bringen in die so genannte ikatnicala, und nach 7 oder 8 Monate» aus dem Wege räli. me», welches m dem z8 jähre ihrer regierung geschahe. Ewige berichten, daß sie ersticht, andere, daß sie straiigulirt worden, inid zwar an cbcn beul orr, wo sie vormahl ihren ersten gemahl Andrem erwürgen lassen , wie solches der Ungarische König Ladislans dem von Durazzo seinem Generalen besohlen. Doch wollen noch an. dcre, daß sie enthauptet worden, und zwar den z man an. iK. Man lagt, dass Ansilmus, ein gewisser sicrnkiindlger aus Provence, da man ihn gefragn: was die Prmtzeßm Johanna, so damals noch sthr iimg war, vor cmcn gemabi b,kommen würde? Mit diestn Worten geantwortet habe: Xkanrubirur cum ^ttlO , welches IW. re wort aus die namcn ihrcr ehe,Herren geziclcl, die nemlich gehas- scn Andreas, Ludovicus, Jacobus, Otto. Im übrigen lieble sie die wlssenschafftcn und gelckne leutc, woran es an ihrem dose niemals mangelte, von welchen sie auch auf das äusserste heraus gestrichen ward. Allein ihre viele und grosse lauer sind allzuklar anging, als daß sie sich durch emigc siallcrcycn solle» verkleisteren lasten, ck/- hilk. Keap. Inli. Xaay. kd/k-'. hiik. gencsl. cle la mL,k. cle Vrance. epik. llereg. 8ioil. Lc lütt. cle tti oveiice. cle Is wir son ci'^njou. vier cler clamer illulkc. äe llspir -zven. ^ Johanna Ik , war Jobannä I Hase, und Caroli III, Hertzogs Von Durazzo, lochten, cben desjenigen, welcher die vorgenielttc Johannam halle tödicn lassen. «Lw war an. 1 ;7i gebohrcn, und wurde an. 140; mit Wilhelms von Oesterreich vermählet, welcher aber an.1406 vcrstarh.Nach ihres hruders Ladislaydes Königs von Napoli tobe, nahm sie possessiv» von der regierung, welches an. 1414 gesthabc. Darauf vcrmählctc sie sich mit Jacobe von Mur- do» , Grase» cle In XkLvcüe z allein Ihre allzufteye lebens-arl ward ihme bald verdrießlich , daß er ihren Cämmcrlmg Pandolso W- po, mit welchem sie einen sehr vcrdächligc» Umgang halte, wb hanplcn ließ, sie aber also verwahret«:, daß sie sich keiner Reich»' geschafften annehmen konnte, und nicht besser als eine qeMM gehalten ward. Doch als sie sich durch ihre list, und verinMl der cnldcckunq eines anschlags aufden König, so sicsclbst angewon- nc» hatte, seine grinst und Vertraulichkeit wieder»», zuwcgcn ge- bracht, undzicuilichc frcyhctterlanget halte, fyielle siebleiachid wohl, daß sie ihren gemahl unversehens aufeiiick inMcil Mosaiken , und gefangen ms castell llell'Ovo stecke» llcffe. ErcnluM zwar auf einem Genuesischen schiff, getraucic sich aber >uch---'ss, im Navolltanischcn sicher zu styn, begab sich deswegen wieder n Franckreich, und beschloß sein leben in einem klosler zu ' Hlcraufzerfiel Johanna mit dem Pabstc Martino V> wErU-' dovicum kll, Hertzog von Anivu, mit dem KönigreicheIaipon oe kehiictc; zu weichem sich auch der Königin General von dieser hcfftig deleydigct worden, sehlua, w , in grosse gefahr gcrieldc. In dieser noth adovtirle lie den KvW Alyhonsum von Araqonien; allein Alphonsns erwieß sich w »ncE bar dargegcn, daß sie an dessen statt Ludovic»m vott A»lsu annaW- r.—.. ... . .. . Xk.. .1 LDll'MW Nach diesem eroberte ste an. lgrz die stadtNapoli. nier hatten zuvor einige städte eingenommen, wurden am ' wiederum daraus vertrieben. Darauf gewann Ludovicus von a ioh ^^schlacht beyMila an. 1429, und starb an. ,444. Nach. ^machte Johanna das Königreich Renata vvnAnjou, des Königs Ludovic» bruder, der aber selbiges wider Alphonsuin mchl vermochte zu behaupten , und starb an. 14;; in dem ü; jähre ihres alters, nachdem ,ie über so jähr regieret hatte» Lönigin von portugall: .. Johanna , Jnfantin und Regentin von Portugals. Siewur» ve an. i4?r gebohren. Ihr Vater war Alvdonsus V. König in Por- tugall, welcher so grossen ewm von ihr machte, daß er sie an. 1470, da er mit den Mauren krieg führte, als Regentin in dem Reiche hinterließ, worein sie sich dermaßen wohl zu schicken wüste, daß sie alles voick werth hielt. Als der König wieder zurück gekommen, begab »e sich in ein Dominicaner-kloster, Odivellas genannt, ohn- geachtet viel mächtige Monarchen um sie freyeren. Sie starb Mönch au. !4yc>. Amck». Löniginnen von Spanien: .Johanna, des Königs Henrici I V in Castilien und Leon an- dere gemahlin. Sie hatte von ihrem gemahl keine kinder, daher nahm sie Bertrandum von Cueva zum gehülffen, und zeugte mit demlelben an. 1459 eine Printzeßin gleiches namens. Ja weil der Komg Heinrich diesen Bertrandum nachmals zum Grafen von Le» benna machte, wollen einige dafür halten, daß es mit des Königs willen geschehen. Henncus ernennte zwar diese Johannam zu seiner Nachfolgerin, allein die stände vermählten dessen schwester Jsa» bellam in aller stille mir dem Aragonischen Cron-Printzen Ferdman» Ob auch gleich Henricus die jüngere Johannam mit Hertzog Carln von Berry, so König Ludwigs des XI in Franckreich bn>» der war, zu vermählen suchte, so starb er doch an. 1472 vor der Vollziehung. Dahers als nicht viel vor sie auszurichten war, muste sie sick) in Portugall reliriren, und mit dem Königlichen tirul, den sie führte, begnügen lassen. Die alte Johanna aber begab sich in rhr kloster zum heiligen Crcntz zu Samaren , welches sie gestifftet hatte, worinnen sie an. 148 > verstarb, l. ,. l. 2;. cb/Ie e!og. ller clsm. illuilr. .Johanna / Königin von Castilien, war des Königs Ferdinam dk und der Jsadellä tochter, an. 1479 gebohren. Sie wurde mit des Kaysers Maximiliani I Printzen, dem Ertz-Hertzoge Philipp» von Oesterreich, den 21 oct. an. 149L vermählet. Allein es schlug diese ehe nicht zum besten aus, indem Johanna nicht gar wohl bey verstände und hefilich war, dahero Pbilipvus andere lieber, als sie hatte, welches dann nicht wenig beytrug, daß Johanna in einigen Wahnwitz verfiel, welcher sich nach ihres gemahls kode, den sie gleichwol immer gar sehr geliebet hatte, nicht wenig vermehrte , und biß an ihr ende continvirre. Als ihre mutter Jsabella verstarb, verließ sie in ihrem testament, daß zwar diese ihre tochter das Königreich Castilien erben, die verwalcungdes Reichs aber bey Ferdinand» L-uliolico biß zu des enckels Caroli majorenmtät bleiben solle; allein Philippus mästete sich der regierung in Castilien an/ starb aber darüber an. i Nach dessen tobe wolle zwar diese Johanna die regierung in Castilien übernehmen, doch weil solches viele Unruhen unter den Grossen machte, behielt Feroinandus die Verwaltung von Castilien biß an sein ende. Nach solcher zeitwoltett die meisten Spanier sie ungeacht ihrer Unfähigkeit wiederum zur Königin haben, und so gar deswegen ihrem enckel Carolo V nicht schwören. Allein der Cardinal Lunenes dränge doch für Carolum durch; jedoch so, daß, so lang Johanna lebte, selbige m allen Königlichen Verordnungen neben Carolo, und zwar zuerst, gemeldet wurde. Ihre kinder siehe im arlicul ihres ehe-herren Philipp!« Sie starb an. 1 ^ in vlla Ximemi. «L«, ärc»/«, I. 21. LNN. öelg. * Ertz-Artzoginnen von Oesterreich t 'Johanna, des Kaysers Caroli V tochter. Sie wurde an Jo- hannts III Königs von Portugall Prmtzen Johannem vermählet, nach dessen tode sie um Sebastian», der nachmals König wurde, niederkam. Sie starb an. 1478. »nn. Le!§. Johanna, des Kavsers Ferdinandi I tochter, wurde den r; sän. an. 1547 gebohren,und an.i;6z mit dem Groß-Hertzoge Fran« cisco von Florentz, Cosmi I sobne, vermählet. Sie starb aber an. r;78, und hinterließ ihre tochter Mariam Medices, Königs Henri» ci 1V von Franckreich gemahlin. Qsts elog. cles 0sm. illullr. Andre berühmte weibes-perstmen: 'Johanna/ Gräfin von Flandern und Hennegau, gebohren an. H9;. Sie war die älteste tochter und erbinBalduinilX, Grafen von den jctztgedachten landschafflen, welcher an. i2c>;,als Con. ftantinopolitanischer Kayser,von seinen feinden hingerichtet worden. An. 1211 ward sie zu Parts mit dem Jnfanten, von Fernando, einem söhn des Königs von Portugall, Sancho I, vermahlt, nach. dem sitz vorher viel andere hohe freyer gehabt. Der Frantzöstlche Erb.Printz, nachmals Luvovicus VIII, nahm ihr vie städte 8amr Omcr und Aire, nöthigte sie auch, nebst ihrem gemahl, verzicht darauf zu thun, ingleichen auf alles, was sein vater Philippus II in dem nicht lange zuvor zu Pervnne geschlossenen frieden an Bal- Luinum IX abgetreten hatte. Dieses verursachte eines theils, daß von Fernando bey seinen Unterthanen nicht viel gewogenheit fand, andern theils aber, daß er nebst seiner gemahlin an den Frantzosen sich anfalle weise zu rächen suchte. In dieser letzter» abstcht schlössen sie ein bündniß mit dem Könige von Engelland Johanne. Die Frantzosen, so bald sie solches mne worden, thaten einen eiusall M Flandern, und machtest darinnen grosse progressen. Ob auch ioh W gleich denn und wenn von Fernands ziemliche Vortheile davon tma, so muste er dennoch , weil seine feinde allzusehr üderhund nahmen, sich an. iLi; nach Engelland retiriren. Von bannen kam er noch in eben demselbigen iahre mit einem ziemlichen succurs zurück, und that den Frantzosen nicht geringen abdruch. An. 1214 trat der Käufer Otto >V Mit in das bündniß wider Franckreich / und den Le j„>ii desselben jabrS kam es bey Bovines zu einer blutige» Macht, wo. rinnen die Frantzosen die oberhand behielten, und von Fernando selbst gefangen ward. Man brachte ihn nach Paris, und seine ac- mahlin Johanna that ohne Verzug eme reise dahin, „m durch einen fußsall bey dem Könige Philippo II seine sreyheit auszuwürcken Allein sie muste unverrichteler jachen sich zurück in Flandern bea^ ben,allwo sie, weil mir Franckreich ein stillstand geschlossen war, it, ziemlicher ruhe und mit grosser klugheit die regierung führte, auch so wohl durch allerhand milde stifflungen, als durch andre zu ihres landes besten gereichenden austasten sich beliebt »nachte. An. 121g soll sie, nach einiger scribcnten bericht, Burchardum von Avesnco, mit welchem wider jhren willen ihre jüngere schwester Margamha sich vermählt gehabt, auf dem schloß zu Rupclmonde haben köpffen lassen. Das Fürstenthum Alvst, und einige andere örter entzog ihr der Kayser Fribcricus II unter dem vorwande, daß sie nicht z'u rechter zeit die lehen darüber gesucht- Als an. 122; der König Phi- lippus I l ,n Franckreich mit tode abgegangen war, that sie eine a» bermalige reise, um ihres gemahls loßlassung auSzuwürcken, zu dessen söhne und Nachfolger Ludovzco Vi > I; sie kunte aber auch dieses mal nichts erhalten. An. irrs kam einer zum vorjchein, welches sich vor ihren vater, den Kayser Balduinum, ausgab, und so grossen glauben bey den leuten fand, daß man ihn zu Valenciennes, zu Rössel, zu Brügge, zu Couctray, zu Gent und an andern orten alS den rechtmäßigen Landes-Herren aufnahm. Die Gräfin Johanna, welche anfangs diesen aufstand verachtet, demübele sich hernach vergebens, denselben mit gemalt zu umerbruckco. Ja zuletzt, weil sie bey ihren Unterthanen nirgends recht sicher war, muste sie nach Franckreich fliehen, und daselbst den König um hülste ansprechen. Dieser schickte an den vermeynrcn Balduinum einen Herold, und ließ ihn, mit Versprechung eines sichern geleits, nach Compie- gne auf eine mündliche Unterredung einladen. Er kam auch, alS ein Griechischer Kayser gekleidet, und mit einem prächtigen gefolgt würcklich dahin. Weil er aber mit beantwort«»«; der vorgelegten frage» nicht recht halte fortkommen könne», so sahe er sich, so bald er zu Valenciennes wieder angelanget, von seinem bißherigcn anhange dergestalt verlassen, daß er aus furcht nach Burgundien sich retirirte. Daselbst nahm ihn Eberhard von Chastenay in verhaffk und überliefferte ihn vor 400 marck silbers der Gräfin Johanna- Nachbem er nun auf der folter gestanden, daß er ein belniger sey, namens Bertrand ober Bernhard, gebürtig von Rheims, so ließ sie thu zu Ryssel öffentlich aushencken. Viel aber blieben beständig dabey, er wäre der wahrhafftige Balduinus gewesen, und bloß aus regiersucht von seiner leiblichen tochter zu einem so schmählichen lod verdammt worden. An. 1226 erhielt endlich die Gräfin Johanna- daß ihr gemahl, nachdem er-r jähr und ; monat gefangen gesesten, wieder auf freyen sich gestellet ward; worauf er zur banckbarkeiß vor das mterells von Franckreich die Waffen führte. An. 12;; start» er zu Noyon an dem stein, und ward. ist dem zu Marguette von seiner gemahlin gestiffleten Cistercienfer. kloster begraben. Er hatte Mit ihr nur eine emtzige tochter gezeugt, welche aber unvcrhcyrathet gestorben. Nachmals stund es daraus daß sie den Grafen Simon von Montiert zu ihrem andern gemahl erwehlen wolle. Allein auf einrathendesFrantzvsischendvfes vermählte siesich im oct.an.ir;? mit Thoma, Grafen von «savoyen, des regierenden Grafen Ama» däi >V jünger» bruder. Er ward von den Unterthanen seiner gemahlin sehr hoch geschätzt, zeugte aber kein kind mit ihr, und also fielen ihre länder auf ihre abgedachte schwester Margarctbam, als sie im dec. an.1244 zu Ryssel mit rode abaieng. Ihr hinterlassener gemahl ließ sie, aufihr verlangen, zu Marquette bey ihrem erste» gemahl begraben. ^»»Ä/e^^eM»^,-pc>rLinsnue>8ue>rororr>.i<. llb. 8. annsi. Hannon. s Bertrand von Rheims. Johanna , des Grafen von Revers und Flandern, LudoM tochler, m;d Johannis von Bretagne, Grafen von Montfort gemahlin , machte fich wegen ihrer tapfferkeit hoch berühmt. Den» als ihr gemahl, welcher nach dem tobe seines bruders sohns Johan« nis IN, des letzten Hertzogs von Bretagne, um die succeßion dieses Hertzoglhums mit Carolo Grafen von B>ois,krieg führte, gefangen worden, und der Graf von Blois hierauf das gantze land einnehmen wolle, that sie ihm solchen widerstand, daß er nichts aus. richten konte. Vornehmlich machte sie sich in der belagerung vorr . Hcnnebout an. i;42 einen grossen namen. Denn als der Graf von Blois die stadt attaquirte, that diese tapffecc Printzeßin, nachdem sie zuvor ihr volck angefn scher, bey einem gewissen orte der stadt, so nicht belagert war, einen gusfall, und ungeachtet sie nicht wehe als üo mann bey fich hatte, verbrannte sie doch viel feindliche M te, ia sie qieng in der eyl biß nach Brest, oder wie einige sagen, nach Anray, kam mit einem starcken succurs zurück, und schlug sich wiederum durch in die stadt. Da endlich die besatzung an dem war, itck m ergeben, stieg sie aufeinen thurn, t,nd nachdem sie die Englische flotte, so ihr z» hülste kam, von weitem erblickte, hielt sie d>6 Übergabe noch auf, und nöthigte den Grafen von Blois, sich nach gnknnffl der Engelländer, mit seiner ganyen armee zurück zu ziehen. Sie that nach diesem selbst eine reise nach Engelland, und bewog den König Eduardlim i U. daß solcher all. i;4; m Bretagne aus« üiea Da nun solcher den berühmten sieg bey Croissy wider Phi- tvvllM VI von Franckreich deformen, kam sie nebst ihrem söhn M kiwiaem besitz des Hcrtzogthums Bretagne, welches noch eine lan» ae reit hernach dem banse von Montfort bliebe. recker- eke- «le la kiance. cie kesnce r. n eol. 482 wM ^ lvtheil- Cccccr» Iö» 940 ioh Jobanna/ Caroli Grafen von Valois und Margaretä von Smltcn, ersten gemahlin, töchter, Komqs Philipp, VI in Franckreich schwester,und Eduardi 11 > KonigS m Engelland schwle. ger-mutter, rZie war wegen ihrer gottessurcht und grossen klug« heil berühmt, und wurde den 19 may an. i;o; an Wilhelmum 1, den frommen zugcnamet, Grafen von Hennegau, vermahlt. Nach« dem aber dieser Herr den 71»». an.i;;? verstorben,und einen söhn, namens Wilhelmum > >, und 4 töchter hinterlassen, nahm Johanna in der Abtcy zu Fonlenelle den geistlichen Habit an. S'e brachte zwischen den Königen von Engelland und Franckreich, gleich da sie mit einander schlagen wollen, an. i; 4 « einen stillestand zuwege. Endlich starb sie bei, 7 mart. an.1400. cllron. tliit. -le krance r. 2. col. 47; leg. Johanna, Oarc oder Osy, insgemein kucelle ä'Orleans, oder die Jungfer von Orleans genannt, war gebürtig aus einem schlechten vorffe Damrcmy, be» Vaiicoulcnr in dem lande Barrois an der Maaß gelegen, allwo sie ein bauer Iacodus von Are mit sei« ner fraue» Isabella gezeugcl hatte, und muste ihren eitern von iu« gend aufbie schafe hüten. Als sie das r8 iahr ihres alters erreichet, gab sie vor, daß sie einen ausdrücklichen befebl von Gott hätte, die stadt Orleans, welche damals von den Enqelländern belagert, und in die äusserste noth gerathen war, zu entsetze» , nicht weniger den König Carolmn Vll, her von den Engelländern fast gantz vertue» den war, zu Rbeims zu crönen. Nachdein sie »nn ihren Vorsatz den eitern und nachbar» angedeutet, begab sie sich zu dem Lou- verneur zu Vauconlenr, Baudricoiirt, und trug ihm ein gleiches an. Dieser hielt sie zwar anfänglich vor wahnsinnig; jedoch als sie in ihrem gantzen wesen sattsamen verstand von sich blicken ließ, ihm auch von dem scharmntzel die herings.schlachl genannt, so in währender belagerung von Orleans vorgefallen, an eben dem tag, da solches geschehen, und davon man zu Vaucoulciir noch keine Nachricht haben.konle, anzeigung gethan, schickte er sie an den Koma nacd Chinon. Sie kam hierauf»» lager in manns-kleidern an, und ob sich wohl der König gantz schlecht angezogen, auch mitten unter seine bofleute gestellec, über dieses sie ihn niemals gesehen bat» te, kannte sie ihn doch gleich, erzeigte ihm auch in gegenwart eini» gcr seiner vertrautesten Minister eine begebeabeit, die sonst nie» wand,als dem König allem bekandt war. Der König ließ sie hierauf cramimren, es bezeugten aber alle Geistlichen und Parlaments» Herren, daß etwas übernatürliches an ihr zu spüren wäre. Als sie nun den König ihres badenden bcfebls beredet, befahl sie ein schwerdt zu holen, welches in dem begräbmsse eines gewissen Rit. tecs hinter dem grossen altare in der L>'. Catharmemkirche zu Fier» bois liegen, und aufdcssen klinge ein creutz und eine lilie gestochen seyn würde, vorgebend, daß sie hiermit die Engelländcr schlagen und Franckreich erretten würde. Als nun die abgeschickten alleS nach ihrer aussage so befunden / ob sie gleich ihr lebtag vorher lve« der an dem vrt gewesen, noch das schwerdt gesehen hatte, wurde jederman überzeuget, daß etwas göttliches durch sie würeken müste, und hicraufwnrden ihr einige trouppen zugegeben < mit welchen sie fuccurs und vroviant in die bereits auf das äusserste gesetzte stadt Orleans brachte. Ja sie nöthigte endlich durch ihre ausfälle die Engelländer, daß sie die belagerung mit grossem Verlust aufheben neusten, weqe» welcher that sie denn sich in ein ungemeines ansehen setzte, und ihr zu immerwährendem andencken der name lVueells ä'Qrleans beygelegt wurde. Als dieses geschehen, beredete sie den König, gerade nach Rbeims zu geben, welches ihm auch berge« stall glückte, baß sich die meisten städte unterwegs ihm unterwarf« fcn, weil sie alle den Enqelländern gram waren, woraufCarolus endlich den 17 jul. an. >429 M Rbeims von dem Ertz-Buchoffda» selbst gecrönet wurde. Die Jungfer wolle sich hierauf wieder nach hauß verfügen, weil sie sagte, daß sie nunmehr ausgerichtet, was ihr Gott befohlen. Der König wolle sie aber nicht weglassen, und zur danckbarkeil erhob er sie nebst ihren eitern und brüdern. und männlichen und weiblichen nachkommen derselben, in den Adel« stand, gab ihnen znm wapen eine» schiid, darin 2 lilien init einem schwerdt, aufdesscn spitze eine crvue rubele und legte der familie den namen cle Lis den, davon noch heutiges tags nachkommen vor. Handen sind; wiewol nachgchends den weiblichen descendenten, wc« gen vieler Unbequemlichkeiten, an. 1614 der Adelstand genommen worden. Indessen fuhr die Jungfer von Orleans fort iu ihre» hel« den.thaten, ward auch vor Paris hart verwundet, und endlich in einem ausfall vor Eomviegue an. igzo von den Eugelläuderu gc. fangen, die solches vor einen grossen sieg schätzten, indem sie öf« fcntlich sagten, daß sie es hoher achteten, als wenn sie 500 mann gefangen hätten, liessen auch das sse veum deswegen singen. Die Jungfer ward Johanni von Luxembourg zur Verwahrung übcrge. Leu, sie svrung aber in währender qefanqenschafft von einem hoben thurm herab, und weil sie sich am dein beschädigte, und nicht wci« ter stieben konte, wurde sie nach Rouen gebracht. Daselbst ivur» de sie vor dem inquisilions.qcrichtc als eine hexe angeklagt, desglei« chen, daß sie ihr gcschlecht verunehret, und manns-kleider aetra« gen. Man legte sie zwar aufdie foltcr, konte aber nichts aus ,hr bringen, weil sie bald dieses bald jenes vorgab, auch von der her» tzogin von Bedfort vor eine wabre Jungfer erkannt worden, und sich endlich dem urtheil des Pabsts zu unterwerffen versprach. Den« noch ward sie als eine der qotteslästernng, Hexerei) und kelleren über. wiesene person verdammt, und dem weltlichen arm übergeben Weil sie aber kurtz vor der erecution alle erschcinungen wieder läucv nete, und alle trrthumer abschwur, ward sie zur ewigen gefängniü verdammt. Allein sie wldcrruffle dieses den folgende» tag, gab vor, sie hatte es aus furcht gethan, und deswegen ward sie als ce- lapka zum feuer verdammt, und solches urtheil an. 14;, den zoten rnarl. vollzogen, wobey einige Frantzosen vorgeben, daß man ihr IKrtz noch unter der asche gantz gefunden. Jmmitcelst befahl Kö. ioh nia CarolusViss ihren anverwandten, daßsiebcydenW Alchkern auf eine revisivn des wider sie ergangenen procchs L aen sollen. - Auf derselben aniuctmng nun verordnete der PM UMS M den Ertz-Bisclioff von Rbeims und die BAvffe von U. ris und Contances zu Commissarlen, welche zu Neuen an. 14« rusamMen kommen, und nachdem sie viel zeugen abgehör«, dich Analer vor unschuldig , und den proceß, durchweichen siever. dämmt worden, vor null und mülltg erklärten. Es ward auch auf dem marcktplatz zu Rouen, wo ihre erecution geschehen, eincrnitz, und hernach nicht weit davon eine Ikarus, dadurch sie inwM. kleiden, vorgestellet ward , ausgerichtet. Dem ungeachtet will ii„ aewisser Frantzoß, namens Vigmer, dte ark ihres IvdesjnWW rieben , und vorgeben, ste habe sich nach diesem an einen cavckr, Robert von Hermoise, verheprathet, mit dem sie hernach zu M lanae zeit im ehestand gelebet, und sey eine andere unter ihren, na. uen verbrannt worden. Es zeuget aber Marcellus mit unterschie. denen aründen, daß biciemge Johanna, Ivan. 14z6zu Metzz„in Vorschein gekommen, eine dctrugerin gewe,en. Indessen wM ücl, die scnbenlen nicht darüber zu vergleichen, ob es etwas gM. chcs oder natürliches ,E ihr gewesen, vu Hmllan saget, es ßi, ^obanna entweder des Johann, Bastards von Orleans, oderdeS Herrn vvn Baudkicourk, oder des von Polhon mrnresse gcwesm. ^eke Herren, als sie gesehen, daß der König in einen «in zu. ünnd aesetzt wäre, da er sich weder z» rathen noch zu heißen ge. wüst, und wohl angem.erckt, daß ohne e,n austerorbenliiches iM den erschrockenen gemülher» nicht wurde aiifgeholffcn werden ksn. nc , hätte» sich dieser Johanna, als cnier listigen person bed«, ste 1 allem wohl unterrichtet, und dergestalt vor den Komg gesch. „V nun selbst diese Personen die fragen gethan, io wall es .lür leicht acwesen, daß sie viel geheime dinge entdecket, deMMii llemobiull?rnchte. Dieses hätte der König und das volck als m ko °G t ge Ktes nulle, angenommen, welches auch B« statten aeaanaen. r äe?-lsr gekM. ce p , äe 3°ksnn-. k k. ME. ste Lkarles Vl. lih. 6 rechest«. /il ^ ll-ik. äc krancc. r. r col.ioz6segg- ce/ oriß. etc i» mvnsccwe. s'eet-i v ol, r ciiss. M. orb. rerr. c. "Johannes der Täuffer/ und vorlauffer des Herrn CHM, wird auch in heiliger lchnssl eine stissie emcsPrcdigcrs li>dec iMc, derEngcl so vor dcmMcßia den weg bereiten soll,der in dcrkr«. Iia,vor ihin hergehen ,oUe, und ein Prophet des Höchsten gcnemikl. Es wurde seine cmpfangniß von dem Engel Gabriel siinem valcr Zachariä, dercmPriester aus derordniiiiq Abiawar, kund«, thun, als er in dem lempel des Herrn Priester «aiuts vßeale, M vor dem Allerhöchsten räuchern wolle. Dies vcrhc>ssimg des hcmii wurde mm erfüllet, und Elisabeth, des Zachariä weid, so wii teii töchter» Aaron, und eine getreiindtin der jungfta» Maria war, brachte einen lohn zur weit. Der vrt wo die medertuiiffl der Eli- sabetb geschehen, wird gemeiniglich vor die stadt Hebron, aufden. Jüdischen gcburge gelegen, gehalten. Andere aber setzen den ge. durts.ort Johanms näher zu Jcrulalem gegen Emmans'zu. bat Auguslinus angcmcrckl, es wäre nicht ohne sonderbare pc» dcntz Gottes geschehen, daß Johannes zu ter zeit gebohren im> den, da die tage im jähre sehr kurtz werden, Christus aber um die zeit, da sie wiederum zuzunehmen ansangen, um dadurch aii;ii> zeigen, wie Johannes sich vor Christo ernietriqcn solle, u>id wie hingegen die,er grösser als jener sey. AIs nun Johannes an dem 8ten tage nach jemer gcburt solle beschnitten werden, so wolle» ihn cmigc von den gesrcuntlcn und Nachbarn der Elisabeth den »amen Zacharias hcvlcgcn; Ellsabeth aber verlangte, er solle Johannes heissen, weil ihm der Engel des Herrn bereits diesen namen Den zugedacht, ehe er noch empfange» worden, ungeachtet, daß ü,. ner m ihrer srcundschaffl diesen naincu führte. Weil auch Zacha, rias wegen imglaubens gegen Gott bey der Verkündigung eines seh« »es war stumm worden, so wiiickteii sie ihm, wie er ihn wolle» neu lassen. Da er nun em täfele», forderte, den rechten namc» seines sohnes darauf zu zeichnen, so schrieb er nicht nur, solidem sprach auch zugleich mit wiederum geöffneter zunge: er heissei 3»' hanncs. Dieser Johannes gad, ehe er noch gcdohrcn wurde, gleich« sam einen Proplwtcu ab, weil er vor freudcn darmucn büpßcie, als die Mutter Gottes zu semer muiter, der Elisabelb, kam. Vm scmer auferzichung wird iu heiliger schrissl wenig gemeldtt; und ob gleich Baronms vordstcdt, er wäre in dem zlcn iahrc stincs Ms in die wüste gekommen, so sindcl man doch hierzu den geruiM gründ nicht, viel ist gewiß, daß er in der wüste so lauge gi« blieden, biß er vor das volck Israel hervor trctlcn solle. Es beuchtet sonstcn ein aller Luäkor.tmß er m der wüste» deiijenigcorlgcsebm, woselbst siel, Johannes ansgehalten, mid ivelcherLavias gcheW. Daselbst habe er in einer höle, ohngesebr eine meile jenseit des Jordans gewöhnet. Es soll auch in dein 7 sccvlo an diesem orte ei« kirche und ein klostcr erbauet worden scvn. Einige wollen gar vorgeben > Christus wäre, den Johauncm daselbst zu besuchen, M öfftern dahin gekommen. Allein Chrysostomus glaubet vielmehr, Jobanncs habe Christuin nicht eher gekannt, als biß er ihn-M lauffen wollen, welches auch mit der schrifft übereinkommt. Leine lebcns-art anlangend, so war solche nicht herrlichbrnn er ml« te ein kleid von cameels-haaren, und eine» ledernen gurtet um sä« lcndcn, seme speise aber waren Heuschrecken und wildhonii!- -il- er sich nun eine geraume zeit in der wüste aufgehalten, geichMW selbst der beseht Gottes zu ihm, sich von bannen mifMachM- Gieichwie aber das Propheten-amt damals zugleich in lehre» or stunde, also verwaltete er solches anch tmilich. Cs ivare aoa die haupt-summa seiner lehre, wie Chrisius auf kiest well ist""' Loh MM wäre , und das Reich Gottes nahe worden, darum sotten die menschen dn,,e thun. Er predigte also die tauffe der duffe zur ver. gcbung der sunden. Denen nun, die ihre sünde dekenneten, theil« teer die tauffe mit. Da aber viel Sadducäer und Pharisäer zu sei. ner tauffe kamen, ertheilte er ihnen solche nicht, sondern wiese sie mit harten Worten ab. Es stund aber das volck, so zu ihm kam nicht nur in den gedancken, daß er ein grosser Prophet wäre, son« dem es hielten ihn auch viele vor Christum selbst. Allein Johannes zeigte ihnen, wie er ste zwar anitzo mit waffer tauffe, es würde aber ein starckerer nach ihm kommen, der würde sie mit dem Heil.Geiste und mit feuer muffen. Zu derselbigen zeit kam auch Jems aus Ga- liiaa zu ihm, daß er sich von ihm lausten ließ. Aber Johannes wehrte ihm anfangs solches, weil er glaubte, er habe viel mehr nöthig, baß er von Christo getauffc wurde. Er ließ sich aber den» noch durch das zureden des Herrn Christi endlich darzu bewegen. Inzwischen hatte die predigt Johannis einen solchen Nachdruck, baß die Juden aufdie gedancken Miethen, er mäste wohl seibsten Chri« stus seyn. Zu dem ende sandten sie Priester und Leviten von Jeru« salem zu ihm, um ihn zn fragen, wer er doch eigentlich wäre. Er bekannte ihnen aber frevmütbig , daß er weder Christus, noch Ellas noch sonst ein Prophet sey. In seinen predigten schonte er niemand, der auf bostn wegen gicnge; sonderlich aber stellte er Herodi Antipa, dem Vierfürsten inGallläa, sowohl seine übrigen bösen thaten, als auch dieses frey unter die äugen, baß es nicht recht sey, daß er seines bruders Philipp! weid, die Herodias zur ehe habe. Solches verdroß den Herodem sehr, daher ließ er Johannem in ein gefang« mß legen. Allein die Herodias war damit noch nicht zufrieden, sondern sie wünschte gar seinen tod. Da nun einst Herobcs seinen geburts-tag sicherlich begieng, und seinen Obersten und Hauptleu«, len, wie auch den vornehmsten in Gallläa ein gastmahl ansrich« teke, so trat die lochter des Herodias vor dem Herodes, und zeig» te ihre geschtcklichkeit im tantze». Weil dieses.ihm sehr gefiel, ver« sprach er ihr, daß er ihr alles, was sie von ihm bitten würde, ge» den wolle, solle es auch die helffte seines Königreichs seyn. Als sie nun auf anstifflcn ihrer mutter um das Haupt Johannis bat, wurde sie ihrer bitte gewähret, obgleich solches dem Könige sehr schwer eingieng. Demnach schickte er den hencker hin, und ließ Johannem enthaupten. Es wurde hierauf sein Haupt unfeiner schüssel hergetragen, und dem mägdiein gegeben, welche es ihrer mutier zustellte. Josephus giebt vor, Johannes wäre zu Ma« chärus, einem schlöffe auf dem gebürge in dem lande JuLa, wo» selbst Herodes seinen geburts.tag begangen, enthauplec worden. Und zwar soll dieses nach der gemeinen jahr-rechnung zu ausgang des ; i ober im ansang des jahres des Johannis, einige zeit vor ostern, geschehen seyn. Ais Johannes enthauptet war, kamen seine jünger, da sie solches hörten, namen seinen leichnam, und legten ihn m ein grab. Da geben nun einige und sonderlich Hie» ronymus und Cusebius vor, er wäre zu Scbaste, der Haupt, stadt in Samaria, begraben worden. Einige aber wollen solches nicht einräumen. Indessen will man sein grad daselbst gefunden haben, als selbiges unter dein Julians stpolisra von den Hey« den wäre eröffnet, und ein theil von seinen gebeinen von ihm ver» bräunt, der andere aber durch die Christen erhalten worden, wel» che sie einem Abt zu Jerusalem, mit namen Philippus, sollen ge« bracht haben. Dieser, weil er sich nicht würdig geichatzt, einen solchen kostbaren schätz zu verwahre, habe sie demH.Athanasio zuge« sendet, welcher sie unter einen altar vergraben, und dabey glcichlam ausPcophetischem gszste zuvor gesagt,daß sie einmal zu grossen nutzen dienen würden. Man will auch vorgeben, daß sein Haupt zu Je» rusalem wäre begraben, und von dar nach Emesa , einer beruhm» ten stadt in Phönicien, gebracht worden. Weilers ist auch be« kannt, daß solches noch heut zu tage an mehr als einem Catholl» sehen ort vorgezeiget wird, ohne daß es noch ausgemacht, welche un» 1 er allen das wahre Haupt Johannis haben, oder ob auch eines unter allen dessen wahres und eigentliches Haupt seye. c. 40,;. z, v. r c. 4, z, 4 c. ii, llc. 14, ; legg. 6. >. /st,. 1. I. 7 c. rs bell. juä. 1.18 anrig, Ma. in 1. Le in Obaä. 1. bild. eccles I. 11 r. r8. in annal. exercic. aäverlus Laronmm. rnemoire; paar kervir Z. I'biüoire äe Vegüleecim. 1 psrr. 1. /-SM. bild. eccl. dl. 1^. p. ;ro. legerichte über das Jüdische volck, ober die zcrstörung der Republic und stadt Jerusalem verstanden. Übrigens ist unter seinen z epistcl» die erste jedesmal vor canonifch gehalten worden ; was aber die beyden letztem anlanget, so hat man selbi« ge zwar vorzeiten nicht mit in den csnonem aufnehmen wollen; allein derer lehren, schreib-art und zweck erhärten zur gnüge, baß auch solche Johannes verfertiget habe. 10, rc. 4, 21. i; , z;,2o, 2. 1, iz. 4, 17.8, 14. 1. L«- üb. z c. 1 ü. L. üb. 2 c. 2z. ecimm. in 2 Lor.210m. s. Lcc. Lnkig. spott 8cc. * päbste des Nahmens Johannes: 'Johannes l> war aus Tofcanicn gebürtig, Constantii söhn, und des lituis karnniLchii Priester. Er succedirte Hormisdä den aug. an. ?2,. Zu feiner zeit publicicle der Kayfer Justinus sehr scharffe ecli-lds wider die Arianer, und nahm ihnen ihre kirchen. Die» scS allarmirte Tbcodoricum, König in Italien, welcher ein Aria« mr war. Daher» suchte er den Kayfer zu bcsänfftigen, und zwang zu solchem ende den Pabst, daß er sich in dieser fache zum Abgcfand» ten nach Constanlinopel brauchen ließ, welcher denn zu Constanti» nopel mit unqcmemer Pracht angenommen wurde. Anastastus und andere berichten, daß er die restitution der Arianifchcn kirche zuwege gebracht habe. Allein dieses ist nicht wahrscheinlich, finte« mahl Theodoricus ihn nach Ravenna gefangen schickte, woselbst er den ,8may an. 526 hu»gers sterben niuste, nachdem er die kirche 2 jähr, 9 mouat und 14 tage regiert halte. cliron. I. z llial. c.2. Johannes II. I^l. rcunur zubenahmet. Er war ?roMi sehn aufdcm berge Cölioin Rom gcbohrcn, und succedirte Bonifacio lI in der Päbstlichen würde zu ansang des 5,2 jahres. Der Kayfer JustinianuS brauchte ihn zum Abgesandte»,am zu untersuchen was mit den sogenannten Acömiten, welche ketzerische Münche waren, zu thun sey. Darauf berief Johannes an. 5,2 einen hnoclum von Bischöffen, welche sie verdammten, und schrieb Justiniano einen dricf, worinuen er ihm solches zu wissen that. Dicsir Pabst billigte auch die abfetzung Coulumeliosi, des Buchoffs zu Ricz, in einem an die Frantzösifchen Bifchöffe abgefertigten jend-schreiben. Er starb endlich den 26 jun. an. s;;. drev. c. 20. c7»2,e. Johannes Hl. ein Römer, mit dem zunabmen Catclinus,war Anastasii söhn, und regierte die kirche nach Pclagii I tode 1; iahe weniger 24 tage, nemlich von dem 27 iul an. 559 an biß den dritten gleiches monals an. ,572- Man hat nichts sonderliches von ihm, ohne daß er die begräbniffe der märtvrer repariret, und die kirchen der heiligen Apostel Jacob, und Philipp, erbauen lassen. in snn. 8c 6/,^/ne liild.cles l'sper. Johannes IV, von Salona aus Sclavonicn gebürtig, war des Vcnantil söhn, und wurde tichoiail^u; zubenahinet. Er succedirte dem Sevcriuo den ;r bec. an. 6;9, und schrieb zu allfang feincr re. gicrung einen gelehrten brief an die Schvltländischen Prälaten von der Oster-feycr, weil selbige das Oster.fcst nach der weise der Mor» geuländischen kirchen scherten. Noch einen andern brief schrieb er an Constantinum Heraciil söhn,welches eigentlich eine schutz-schrifft vor den Pabst Honocium wider die Monothelilcn ist. Seine re» gierung währte mir r jähr s monste und s tage. Denn er starb ioh Johannes V. von Antiochien, einer stadt tn Syrien war Cyriac,/obn. Ehe er Pabst wurde, miste er sich? ', wichtigen ge,chafften brauchen lassen. Der Pabst Aqachon N te ihn als seinen Abgesandten auf das sechste allgemeine änc Nach Benedicti u tode den 2 jul.au. 68; wurde er erweblet regierte die kirche i jähr und n tage. "7 Johannes VI, ein Grieche, wurde nach Sergio I den rs 0!,-» ocl. an. 701 erwählet. Er regierte die kirche z jähr, r monals 12 tage, und starb den 10 jan. an.70;, nachdem er die kirchen w«: Andrea, mgleichen 8. Pelri und Pauli in einigen stückn revav. rcn lassen, und an verschiedenen orten 9 Priester, 2 Oi,conoiM i; Bifchöffe gemacht hatte. Gifulpho, demHertzoavonBen. vento, dräucleer mildem göttlichen gerichke, wofern er nichts n dem sogenannten exarcli-e eingenommene städte wieder heraeden würde. Hierdurch ließ sich besagter Hertzvg gewinnen, nnd dec Pabst rantzionirte dicgefangenen mit dem kirchen-schatze. 701, 70;. ^ Johannes V i l. Platonis söhn, ein Grieche, kam den i mark oder wie andere sagen, den I May an. 70; zur regierunq. D» Kayfer Justinianus schickte ihme einige Puncte zu, und gab ihm d-. fehl, einen hnoäum zusammen Muffen, um dasjenige, was darinnen der Christlichen lehre gemäß, zu bestätigen, dassidme aber zu verdammen. Daraufversammlete er zwar an. 707 » hnotlum. richtete aber nichts aus. Nachgehends untersuchn » Wilfriedi, des Ertz-Bischoffs von Jorck, fache. welcher »»schul- diger weise vcrsölgcl wurde, und setzte ihne wiederum mit ebnn in ftiu Ertz-Brßlhum ein. Dieser Pabst hak nichts denckwürdiges ver. richtet, ohne was etliche stifflungen sind, d,e von ihm herrühren sei. len. Er starb den 24 sept. an. 707. Fe/s I.; c. ro. Johannes VIII, sonst Johanna oder Agnes genannt, soll ein w«id gewesen,eyn. Es wird vorgegeben, daßeme namens Eil- berta von Mayntz gebürtig, sich zu einem Engelländer, welcher >» dem kloster Fulda gelebet, gehalten, von welchem sie auch den zunahmen Anglica angenommen. Lie soll sich hierauf in manns. kleider versteckt haben, und mit ihrem geliebten studircns halber nach Athen gegangen seyn, und daselbst in siudien dergestalt in- genommen haben, daß sie nach ihrer rückkunffl nach Rom, ^ man sie als eine manils.pcrfon, Jehannes Anglicus genannt, M sahe, vor tüchtig gehalten ward, um,das jähr 8t4nach LevmslV absterben den Päblichen stuhl zu belrettcn. In dieser würde nun soll sie alles gethan haben, was einem Padste zukömmt, Bifchöffe ein. gefetzt,Priester gcwcyhet,messe gehalten, kirchen und altäre consecn- rcl, sacramcnten administriret, und dergleichen. Allein sie soll von einem ihrer bedienten, oder wie andere sagen, von einem Cardin»! schwanger worden seyn ; daß stein einer procession ausöffentlicher prasse ohnfcrn dem Collfäo mit einem inngcn söhne niedergekommen, aber darüber ihren geist aufgeben müssen, und aufselbigcr stelle ohne weilläuffrigkeil begraben worden, nachdem sie den Päbß. tichen stuhl 2 jähr, einen monat und 4 tage besessen, Dicks W die Ursache seyn, daß die Päbste bey den processioncn zur Latcru- nensischcn kirche obige stelle vermeiden, auch daß man nach dirsm den neu-erwähllc» Pabst auf einen stuhl sellr llcrcoesna Wannst gefetzt, um dessen geschlccht zu erforschen. Nun sind zivar schr viele, welche dieses vor eine unfehlbare warhcit ausgeben, und kÄ theils darauf bcruffcn, daß nicht nur alle alte llliloiici und Cbwni- cken kurtz nach dem ansang, oder doch gleich von der mitleanbcS zehenden secull an der zahl über zwcyhmidert dieser gefchichl geben- ckcn, sondern auch dicscldige m einigen alten Manuscripicn dci Anastasil Libliorkec-cii, welcher eben um die zeit, Ivomn man die Johanna sitzet, gelebt hat, unter der zabl ter Päbsicn vermeldet werbe- Sodann ziehet man auch die zu Rom annoch vorhandene seilsm liercorsriLm, und andere kleinigkelleu an. Allem dis alles machet die fache noch nicht aus. Die viele Ecribenicn, welche dieser fach erwehiicn,haben dicsilbige einer von dem andern können abschreiben; und ist es in denen mittleren und dunckclcn zeilcn, in welchen solche alle gelebt, eben nichts neues gewesen, daxeine sonderbare fcltzame fach ober bcgedcnhcit, so bald sie von elncni, auch ohne gnugfamcn gründ angeführet ward, alfodald vv» rinek grossen anzahl anderer ziemlich blind und unbesonnen iiaebaeM' den worden. Was die mamifcriplcn des Anaslasii anlangl, l» mangelt diese gefchicht in denen meisten, so wir heut zu lag deM können. Nur ist em streit wegen eines gcwksscii exemplars, ml' chcö sich vormahlcn in ter Hcydcldcrgifchen B>bi>olbcc solle beM den, und diese Historie an ihrem rechten ort unter denen leben «r Päbsten enthalten haben, auch von einem unstreitigen allerlbM gewesen seyn, wie es die Mayntzlfchc ??. Jcfuitc», wclctic» leidiges zu ihrer ausgab Anastasii von an. 1601 durch Frehcrum M Heu worden, silbstcn gestehen. Nun da fonstcn silbigeS buw ,«' dcme der odgemcldtc reiche bücher« schätz nach Rom in den WW gebracht worden , siithero nicht mehr zum Vorschein kommm ist; so lasset sich doch auS Frchcri und Salmasii zengiiM!, t- solches mehreren gelehrten wüthen crzchlct haben, zlcmlich uar n weisen, daß dergleichen geschrchrc in solchem buch «Bonden, >» gar die H. H. 1 '?. von Mayntz in denen 2 stucken ihrer neuen m lion, welche ste Frchcro geschcnckct, dicsilbige gclalicn MN, hingegen alle andere Mayntztsche cxcmplare drc geschlcht lanm dingen auslasscn , und nur von denm eälconbus als cine nnn ckung vermeldet wird, daß einige Loälce; nach Leone iv ian« bie Johannam sttzereu. Indessen wie dem allem, l»>fl cs M l da rinn dieses Heydelbergiftbe Manuscript nicht mehr zu sehen, und Wir aho von dessen umständlicher beschaffenden , und wie alt es eigentlich gewesen, den gewissen bericht nicht selbst einnehmen können, uns lediglich darauf zu gründen, und deswegen der streitigen gcschichl glauben beyznmcssen. Die sogenannte ssUa ckei-corsriL gibt noch weniger beweist, als welche schiechterdmgen ein aus den alten Römischen baden, noch übriger stuhl ist, worauf man die Päbste vormals gesetzt, und dabey aus dem i,; psalm gesungen: der Herr richtet den geringen aus aus dem staube, und erhöhet den armen aus dem koch. Ferner ziehen die; so diese geschieht verwerffen, für sich an, daß alle scribeulen biß auf Marianum Seolum darvon schweigen. Pyotiuö selbst, welcher doch damals mit heffrigkeir wider den Pabst schrieb, sagt kcm Wort davon. Ja seidiger so wohl, als alle andere alter zeiten , setzen Beuedictum zum unmittelbaren Nachfolger LeomS, zumal auch aus der chronologic bie 2 jähr, so diese Johanna zwischen obigen beyden Päbsten gesessen, gar nicht heraus kommen wollen. Indessen glaubet man gememig. lieh , daß etwas anders hierzu muß aulaß gegeben haben, sintemal Aoentnius meynet, es rühre solches von einer Florentimschen wet- des-perso» Theodora hec, welche ihrem geliebten Johann, X zu der Päbstlichen würde verholssen Panvimus will es von Johanne Xil herführen , der eine mairreüe, namens Johanna, gehabt, und Leo Allalius von einer Mäyntzischen weibeö-person, Thtvta, welche sich für einen Propheten ausgegeben, und viele Händel angefangen. /ks/-,« k-/4r,. clar. iriul. /§. nun. Los. ckevir. Korn. Lonr. ctv paps kcem. Lspllls monltrola. piirsca. cliacride. ?spa tvornina. /,cs contur. lab. cke ffott. lhipilia. cle Iohsnna, lli-czuii. hilf. cke Vspa tde.nius. * 'Johannes VlH, ( nach deren meynung, welche nemlich iäiigncn, daß ein weil) Pabst gewesen) ein Römer. Er war Gunol löhn, und folgte Adrians ll den 14 öec. a». 872. Er crön- tc Carolum Lslvum nach Lubovici ll lobe zum Kayser, weiche cc- remome am Christ-tage an- 87s geschahe. Dieses mißfiel den Jta- liänern, dahero geschahe es, daß etliche von ihnen, alS Fvrmo« sus, Bischoff von Porto, und die Grafen von Tuscanello wider ihn consp,ritten. Dieses, liehst dem/ daß die Saracenen Rom zu belagern dräucten , nölhigte ihn, daß er bey dein Kayser Earoio t^tt-o hülste suchte, welcher ihm dann solches nicht aoichlug, in Jtalten kam, und den Pabst zu Vercelll antrass. Allem, da er von bannen an. 877 wieder zurück kehren wolle, wurde er mit gisst hingerichtet. Gleich zu derseldigen zeit bekamen Lamberc Graf von Svolelo und Albertus, Marggraf von Loscanien, den Pabst Johaunem gefangen. Er entrann aber bald daraufwleber auS ihren Händen, segelte nach Provence, wurde von bannen nach Lyon gebracht, und kam nach Troyes, woselbst er ein OonclUum hielt, und Lubovicum den stammleiiben an 878 cröute. Nachdem er gehöret, waS die Saracenen in Italien vor ichaden gethan, mu- sie er wieder zurück über die Alpen, und eS berichten einige scrlbcn. tcn, daß er ihnen einen crivut zu erlegen genölhigel worden. Zu selbiger zeit geschahe eS, daß er Photiam auf beS morgenlandischei! KamecS Bastln anhalten, m die gemeinschaffr der Römischen kir» chc aufliahm, und ihn wieder m die Parriarchalyche wurde zu Cvnstantinopel einsetzte. Baronius meldet, daß vielleicht hieraus, da er dem Kayser so leicht gewillfahcet / des gemeinen volcks mey. rmug entsprungen, daß der Pabst Johannes Vllleln weid gewesen. Carolus kam an. 880 nach Rom, woselbst ihn dieser Pabst zum Kayser crönte. Er starb ben 1 z bec. an. 88r, nachdem er -o ,ahr unb 1 lag Pabst gewesen. Sein epimpiimm ist m der Dalicamschen kirche zu sehen. 4« Johannes IX, von Dvoli gebürtig / war Rampoaldi sohw find succedirte Tdeoboro ll an- 90c- Onuphrnis bemercket, daß er sich Sergio, Benedicü söhn, und des Grafen von Tuscanello Vetter, widersetzet, welcher mit gantzer gewalt Pabst seyn wollen. Dieser Johannes IX hielt an. 921 w Ravenna ein Lonciiium von 74 Bischössen, von welchen des Pavsts Formost schlüsse vestätlget, hingegen eines andern Loacilü llecrers, welches Stephanus Vlll wider ihn gehalten, verbrannt wurden. Gleichfalls bestätigle er auch Lamberti Königs in Italien crömmg, welchen die Jtaliä- vcr wider Acnoldum auf ben thron erhoben. Seine regierung währte 4 jähr und is tage. Er starb an. 90;. ^,»4. soh 643 Se"rw 7 "ck 'breitsöhnen, welche sie von dem Pabst, xtÄ 0 l.' ^"lle, auf den Päbstlichen stuhl gesellt wisse» ilin dcn Pabsi^o,>m!»^x a ''^"mch einige !e,bwachie ocn Pabsi Johannen, X stranquliren , nachdem sie allbereit seine« me. tt?dak er a?." 77" Nied/rmachen 7 a.kw öder vor bttümmer»>s / , entweder durch gewaltsawceit Abgesandten zu ihrem schwager Hug°„k, ,d 7 ^a„-ub n wofern er sie heyrathen wurde. Dieser vorschlaa eebitterie söhn Albertcum bermassen, daß er beydes sie und ^oha> mn ,n daS gefangmßwerffen ließ, worin die,er an. 9,6 todes verblieben mist. lnia meldet, daß als dieser Johannes Padst worden, s y m Emu« km brunn mlt blut geflossen, worauf die Ungern und Saracenen ,n Italien viel blut vergossen, und alles verheeret. 1 Z c. i r. ,/u vier üer Usper. ' Johannes Xil .Alberici söhn, ein Römischer U-krieius. bekam nach Agapett II tobe die Päbstliche würde: da er nur 18 jähr alt war, den marl. an. 9?ü. Sein voriger name war Octavianus, den »amen Johannes aber nahm er entweder mm andencken,eines vctters Johannt- ^ 1 , oder um dieser Ursache willen an / weil einige schmeichler das Wort von ihm gebrauchten, dessen sich die schriffc von dem voriäuffer Christi bedienet - Es war ein mensch von Gott gesandt / der hieß Johannes. Dem sey nun, wie ihm wolle, ,0 ist dieses gewiß, daß nach berselbigen zeit die Padste mehrcntheils ihre »amen verändert haben. Die ,cribe»ten berichten, daß dieser Pabst allen lästern ergebe» gewesen sey. Als er jade, daß Bercngarms und sein söhn Albertus in Jta- I,en unglaubliche grausamkeiten verübten , rieffer den Kayser Ot- Ivuem au. 9Ü1 hinein, versprach ihm alle treue, und schwur darzu bey dem corper des heil. Pein; allem nichts destoweniger vergaß er seine zusage gar bald, und schlug sich zu dem tyrar.nen. Darauf kam Otto wieder zurück nach Rom, und der Pabst Johannes mu- stc sich aus furcht vor ihm unsichtbar machen. Nachgedeiids be- riegen die Bssckiöffe an. 96; ein Concilium, und nachdem sie die wider ihn eingebrachte erschreckliche klagen vernommen, schleuste ihn ab. Ungeachtet dessen aber kam er dennoch wieder nach Röm, so bald Otto diese stabk verlassen hatte, hielt den 26 sehr. an. 964 emen hnoclum, und ließ alle acten des wider ihn gehaltenen Lon- cilii verbrennen. Darauffuhr er in stiller gottlosen lebens-arl fort. Allem Luilprandus schreibet, daß ihn einstens a» einem abend, da er bey einem weibe gelegen, die leuffel so erschrecklich geschlagen, daß er acht tage hernach gestorben; welches vielleicht des wci- bes-mann, mit einigen gehülffen mögen gewesen seyn. Er starb den 1; may an. 964. Platina meldet, daß er an boßheit alle ftme vorfahren üderiroffen, und daß um die M seines todes viel wun- ber-zeichen m Italien geschehen, als daß ei» über alle Massen grösste stein m emem grossen sturm.wctter aus den wolcken herab gefallen / und auf vieler leute kleidern blutige creutze gesehen worden. I. r unnsl. l. 6. /k/,eFr».'. //«c/L- hitioriL teculi yLc io. 0,,T,e. hiKori- kspzru» §cc. Johannes Xlll, eil, Römer / war zuvor Bischoff zu Narni, und succedirte Benedicto V an. 96?. Er wurde durch des Koysers aulorität erwählet, welches die Römer sehr schmcrtzte. Der Pabst erwieß sich gegen sie etwas strenge, welches sie dermaßen auf ihn erbittert machte, daß er endlich nach Capua zu dem Fürsten Pan. doifo seine zuflucht zu nehmen genöthiget wurde. Daraufkam der Kayser Otto ihn wieder einzlisetzen. Nachgehends wohnte er einem ttoncssio mit bey, welches an. 9S7 zu Ravenna gehalten wurde- Man sagt, daß um selbige zeit die Polen den Christlichen glauben angenommen, und daß dieser Pabst zuerst die glocken- weyhe angeordnet habe. Platina meldet, daß der Römische stadt- Obriste Rotfredus, welcher das volck wider ben Pabst aufgewiegelt, nachdem er demselben wieder überliefert worden, um ihn willkührlich abzustrafen, zuerst mit den haaren an das Haupt der statue des pferdes Constantmi gehangen, hernach auf einen esel gesetzt , seine Hände an dessen schwantz gebunden, also durch die stadt hindurch geführet, unb fast zu tobe gestäupt worden. Dieser Padst starb den 6. sept. an. 972. /,e- Or-,c. zn snrull. ckl/Dö. . Johannes X , ein Römer, und anfangs Bischoff zu Bono- nie», nachmals aber Ertz-Btschoff zu Ravenna. Er folgte den 24 jan. an. 9-s dem Landoni, worzu ihm ferne ln-ilrüste sTheobora behülflich war. Die Saracenen haustten zu seiner zeit sehr übel, wider welche der Pabst mit des Marggrafen Alberici von Tosca- wen hülste stritte, und sie zu verschiedenen malen schlug. Dahero mag es vielleicht gekommen seyn, daß Platina von ihm gesagt, sein gcmüthe sey mehr zum kriege als zur rellqion geneigt gewesen. Zu seiner zeit schickte der Griechische Kayser Constantmus HX und Nicolaus, Patriarch zu Constantinopel, eine Gcsandschafft nach Rom, um die Griechische und Lateinische kirche mit einander zu vereinigen, welches aber der Bulgarische krieg verhinderte. Leo owenür meldet, daß dieser Padst, well ihn sein gewissen,vieler fünden beschuldiget, nach Compostei geschickt habe, und für sich wallfahrten thun lassen. Gleichergestalt halffer auch die uneinig, keil der Frantzöstschen Prälaten wegen des Bischoffs von Utrecht stillen. An. 928 wurde dieser Pabst von Guibone, so Hertzog von Loscanien, Hugonis Königs m Italien bruder, und MaroMei- ms »»keuschen weibes mann war, gefangen genommen. Drese Johannes XlV, hieß zuvor Peter , war Bischoff zu Pavia, und des Kaysers Ottonis l 1 Cantzler. Er wurde nach Benedicto VIII an. 984 auf den Päbstlichen thron erhoben, nachdem Ma- jolus solche würde nicht annehmen wollen. Als Bonifacius V > 1. mit dem zunamen Franson, ein Gegen-Pabst, welcher nach Con- stantinopel gewichen, von des Pabsts Benedicti tobe geboret,kam er also bald nachRom,l>eß durch hülffe seiner fteunde denPabst gefan- gen nehmen, und den 29 aug. an. 98; stranguliern. Ob nun solches wegen seiner tyranney ober durch des volcks boßheit, und neid geschehen ist,wie Platina spricht, ungewiß. Er besaß den Päbstli- chen stuhl nur r jähr und etliche monate. «85. Johannes XV. ein Römer, Leonis söhn, wurde von der Clertsey zu ende des 98; jahres erwählet. Nachdem der Gegen- Pabst Bonifacius todt war, jagte Cresccntins, welcher dazumal m Rom in grossem ansehen stund, dem Padste eine,olche furcht ein , daß er sich befahrele, es wurde ihm gehen, wie Johanm XI V. Dieses war eine von den Ursachen, welche ihn bewegten, in Tosca- wen zu gehen, und den Kayser Qtroncm III um schütz anzuflehen. Hiedurch wurden die Römer scheu gemacht, Daß sie ihn wieder zu- 944 ioh 5 >no 6 uin. Darauf bearbeitete er sich, dre Uneinigkeiten zwischen Etbelrrdo, Könige in Engelland, und R'chardo ^Hertzoge m Nor. maubie, bevrvleaen, und die Unordnungen, welche m der klrche zu Rbeims wegen Arnoldi abssPungentstanden,abzuthnm Miller, weile hatte neb bemeldter Ereieentlus in dein eastelle von 8» Ilngelo zu Rom veste gesetzt- Da dann der Kayfer aufder Römer bittklcheS ersuchen binkam, ihn zu belagern, binnen Pabst den 7 man an. 996 mit tobe abgicna. Platina berichtet,daß »wischen diesem Pabste und der clerisey ein stetiger haß, und er so lehr dem geitze ergeben gewesen, daß er alles zu sich gerissen, was er be» kommen können, um seine bluts. freunde zu bereichern. Ferner setzet er hinzu, daß zu seiner zeit ein erschrecklicher comel sich sehen lassen, woraufeinepesi,hungcrs>nolh und erdbeben erfolgetnvclches man vor göttliche straf»gerichte wegen des geitzes und Hochmuths dieses Pabsts gehalten, der beydes Gott und menschen verachtet habe. 5'«,/. I. l cle Zeit. LnZI. F-eoE. Johannes XVl. ein Römer, war Roberti söhn, und wurde nach Johanne XV erwählet, wiewohl ihn Baronius gar nicht un« 1 er die Pädste rechnet. Crescentius, welcher zu Rom in seiner ty. ranney noch immer fortfuhr, nöthigte ihn, baß er den Kayfer um hülffe ersuchen und von dar sich wegbegcben muste. Allein er wur. de bald wieder zurück beruffen, starb aber gleich »ach seiner wieder, kunffl den 1jun.an.9y6. Einige geben vor, daßihm Gregorius V succcdirel habe. ^r« Kilt. äe! 1 'rper rom. l. Johannes XVH, ein Gegen-Padst, hieß zuvor Philagalbus. Er war von Rossano aus Caladrien gebürtig, und Bisttioff zu Pia« cenza. Crescentius, welcher Rom in seiner gemalt und das castell von 8 . Angelo mne hatte, brachte es dahin, daß er wider Grego. rimn V erwählet wurde. Dieser Bischofs , welcher verständig und dabey reich war, hatte viel freunde, und wurde von dem bcmeldlen tyrannen beschützet. Allein nachdem der Kayfer Otto Man. 993 Erescentium aus seiner bürg hinaus getrieben, nahm er auch Phi. lagathum gefangen, ließ ihm die äugen ausstechen, und seine hän« de und obren beschneiden. Ferner wird berichtet, daß die Römer, nachdem sie sich seiner bemächtiget, ihn unfeinen esel gesetzt, und also um die stadt herum geführt haben. Der Cardinal, Petrus Da« miani, setzt hinzu, daß sir ihm den schwany in die Hand gegeben,und «r unterwegs ausrnffen müssen: daß solches alles derjenigen strafe wäre, welche die Pädste von ihrem stuhle herab zu stürtzcn suchten. 6/«^ l. l bitt. c. 4. Leo I.r c. 23. L>^- epek. 2 »ä Laiclol. ss« Johannes XVIII, so genannt von denen, welche den Gegen. Pabst Iohannem XVII unter der Päbste zahl rechnen, wurde durch des Grasen von Toscanello faction nach Sylvestri II lobe an. ioo; «rufden Päbstlichen stuhl erhoben, welchen er nur 9 monate besaß. Einige sagen,daß zu seiner zeit die wähl der Päbste dem volckc gäntz» lich genommen, und allein der Clerisey eingeräumet worden sey. Dieser Padst wurde Sico zubcnamet. Johannes XIX, welchen Platina den XX nennet, weil er Johannen» und den Gegen.Pabst Philagathum oder Iohannem XVII mit unter die Päbste zäblele. Er wurde nach dem obstchc». den den 20 „ov. an. 100, erwählet. Einige sagen, daß er ein Rö» mer gewesen, und mit dem zunamen Fasanus oder Fanasus geheis« sen hade. Petrus, ein Patriarch zu Antiochia, giebt in einem briefe an Michaelem Ccrularium für, daß dieser Padst die Grie. chische und Lateinische kirche miteinander vereiniget, und daß sie »hn zu Constantinopel in dem canone der messe mit genennet hätten. Johannes XX, Gregorii, des Grafen von Toscanello söhn, «ndVenedictr VIIIbruder. Ehe er noch Pabst wurde, machte man ihn zum Römischen bürger. Er erlangte die Päbstlichc wür» de durch sein reichthum und seines Vaters ansehen, crönte Conra« dum 11. und starb den r nov. an. ic>rPlatma meldet, daß er zwar niemals die heiligen ocden empfangen, iedoch ein gutes leben geführt habe. 6/4^ lib. 4. Lesf)ss,e»/ss. L>6MEz esslli. 6,roco«<»^. Johannes XXI, zuvor Johannes Petrus genannt, war Car. dinal von Arcscati. Er war von Lissabon aus Portugal! gebürtig, ein Mcchcrii von profeßion, und war sein Vater gleichfalls ein artzt. Er war anfänglich -li-cbiclisconur, darauf Ertz'Bsschoff zu Braga in Pvrtugall, und an. 1279 machte ihn Gregorius X zum Cardl» nal. Endlich wurde er nach Adriani V lode den 20 sepk. an. 1276 auf den Päbstlichen stuhl gesetzt. Er schickte an den Griechischen Kayfer, Michael Paläologum, einige Abgesandten, und ließ ihn durch selbige dessen, was aufdem Lonciiio zu Lyon unter Grcgorio X beschlossen worden, erinnern. Er hielt lehr viel aufdie astrono. mie, und bildete sich aus dem gestirne em langes leben em, wurde aber darinnen betrogen, indem er den 19 oder 21 may an. 1277 m Viterbo verstarb, und zwar den 6 tag darauf, nachdem er aus ei. nein zmuner, so er nahe bey seinem pallaste bauen lassen, gefallen und verwundet worden. Er hat einige schriffccn hinterlassen, als lurmyulLs loZica;, lkesLurum pauperum; Lcc. LV«,>a.r. ^o»L.r- liili.cker r»pe 5 . /«ooäi bibl. LvNlik. Linien «sie fceipr. mecl. Johannes XXII, sticcedirte Clementi V an. r;i6. Er war ausber stavt Cahors gebürtig, eines armen schusters söhn, und hieß mit seinem rechten namcnJacobus Ossa.Erwarzwar klein von per. so», aber von gutem verstände, dahero napm er in den Wissenschaff. ten, zumal in den rechten, Italien erlernet, wohl zu. Loh welche er so wol mFranssr»-^». ^ , Er war anfänglich bey dem ^ fchoffPelro von Aries, welcher Königs Caroli ll von ler war. Als selbiger verstorben, machte ihn Caroli Lbn ev tus selbst zum Cantzler. Nach diesem wurde er Bssclwff!, an. izio Ertz-Bifchoffzn Aviglion, daraufCardinal undE 2 zu Porto. Als Clemens V verstorben war, blieb der «Ä ^ stuhl, so damals zu Avignon war, 2 fahr und drüber ledm ^ Cardinäle hatten sich zwar zu Carpentras versammlet, komen.k in der wähl eines neuen Pabsts nicht einig werden. Mu,« ^ damaliger Graf zu Pvitiers und hernach König lange, reich, gieng aufbefehl seines bruders Ludovici X nach j-vm zu versuchen, ob er es nicht dahin bringen könte, daß der stuhl wieder besetzt würde. Darzu bediente er sich be» den »älen aller ersiimlichen mitte! undlsst, sogar, daß er sich.Ä,' das conclLve. so in der Jacobiner kloster war, einschloß, und Ä eher wieder heraus zu lassen dräuete, als biß sie einen Pabst er 2 hätten. Dieses jagte ihnen ein schrecken ein, und da ste ^ tagen noch nicht eins werden konlen, steileren sie es mit eii'bL, bewillig,ina in des Cardinais und Bsschoffs von Porto Jacob, ckne sa oder Uffe willkühr, einen zu ernennen, wen er wolle, wcw,, dann sich selbst erwählte, undausrieff: M bin pabst' so den- oder 8 sept. an. i;iü mit allgemeine» vergnügen derqantzenm. sammlung geschahe. Er wurde hierauf in der 8. Ioba,in,s,kilcbe zu Lvon gekrönet, zog nach Avignon, und regierte daselbst, M dem er zuvor den Carbinalen eydlich zugesagt, daß er niemals nach Rom kommen wolle. Dieser Padst canonisirte Ludovicum, ftnen Bsschoffz» Toulouse, Tb-main, Bsschoff von Herford, und Thomam von Aquino. Er bestätigte den erden der so genamm Christ-Ritter in Pvrtugall, deren Pflicht war mir den Saracenen in Africa und den Mauren in Granada krieg z« führen, und resor« mitte den so genannten orde» von Grandmont, desgleichen ver> wandelte er unterschiedliche Abteyen in Bißthümerssundmachie einige Bischöfliche wie auch vittDvmckirchcn in La»guedoc,Guie,>. ne, Poitou und Svanien zu Ertz'Bißlhümern, worunter Toulouse war» In dem Ertz-Bißthum Bourges richtete er die BObimier 8.Flour, Vabres, Castres und Tülle auf, und in dem von Pm, deaux, Condom, Srarlat, Lufon und Maillezais. Dle Prvvm Tarraqona unterschied er in 2 theile, und machte Saragossa zu c>. nem Ertz'Bischöstichen sitze. Er gab dir Llememinaf, so nW anders als einige von seinem vorfahren Elemente V, der >b» M Cardinal ettvählet, gemachte Verordnungen waren, heraus, wie auch die so genannten Lx-rav^ßaniei. Zu dessen zeitcn wurdevon einigen Ludovicus, Hertzog in Bayern, und von ander»Fnderi. cus, Ertz.Hertzog von Oesterreich, znm Kayfer erwählet; allemttr Pabst war Ludwigen zuwitcr, und bestätigte Friedericum, ia a that an. 1 za; Ludovicum gar in den bann. Dieses bewog selbigen an. i)27 einen zug nach Rom zuthun, allwo er sich von den Carbi« nälcn krönen ließ, den Pabst nach Rom cilirle, und da er nicht er« schien, von der Padst.würde absetzte, auch an dessen stelle Petruin Ranuccium von Corbcria, einen Franciscaner.Mönch,unlerdun »amen Nicolai V zum Padsie crwchllc. Ob nun wohl selbigen M» chael cle Cefena, der General dieses ordens, nebst seiner Cleristb, beydes durch predigten und schrifflcn tapffcr vertheidigte, so gieng diese parthey doch bald zugrunde, und Corderia, nachdem er sich gefangen nehmen lassen, wurde an. izzo nach Avignon gefnbrkl, woselbst er mit einem stricke um den halß den Pabst um gnade bat, und 2 ober z jähr hernach m dem gefängnisse starb. An. 1 ;-r gah er ein eäiöd heraus, wormnen er alle diejenigen vor ketzer erklärte, welche behaupteten, daß Christus und seine jünger nichts eigcuis gehabt, und verbot allen streit darüber. Er staluirle aiich, daß das anschauen Gottes der fettigen fetten und die quaal der verdaun tcn vor dem grossen gerichts-tage nicht vollkommen wären, welche mcyiilina er aber auf des Königs Philwpi Valeln in Franckmch Veranlassung, verließ. Darneben beschützte er die Gucll'htn wider den Kayscr Ludovicum, zwischen dessen und des Pabsts lrWM unterschiedene treffen gehalten wurden. Nach diesem trat der PM mit dem Könige von Böhmcn i» ein bündniß, wodurchzMca ihm und verschiedenen andern Italiäuischc» Fürsten ein krieg er« regt wurde, in welchem die Pävstiichcn lrouppen gleich zu derzeit, da JohannesXXli starb, eine grosse Niederlage erlitten. Mn hat verschiedene schrifften von ihm, als da sind: epckol«; iswa- nea ; ralsLiktakio num snirn,« sLNÄorum von iwrnwc Oei vilione snre fullicium exrremum? Iibellus äe cooremlu muvoi; sr! rnerallorum rrsnimurslori». »Lrnr,^. D' LeFFer«, hülfoi-. ?Lp. 8cc. Johannes XXIU, vorhin Ballbasar Cossa genannt, war zu Niapolr gedohrcn, und hatte zu Bononien studirt, woMi » auch voäor der rechten wurde. AIs er nun nach Rom MiNM tc, fragten ihn seine freunde, wo er hm gedächte ? er an >mim. daß er nach Rom gehen und Pabst werden weite. Der Ml> 0 nifacius machte ihn bald zu ftinem Cämmercrchcruach zum scono zu Bononien, zum ?roronc>kLno und au. 1401 zum varc ' schickte ihn auch als Legaten nach Bologna- An- ,4'° den 17 > 0 nach Alcxandri V tobe wurde er von tcn Pisauilchen Earrn zum Pabst erwählet, jedoch mit dieser bedmgung , oall'tt" des kirchcN'fridcnS willen Gregorius XII und Beiied>clu ihren anspruch aufdie Päpstliche wurde fahren lass» wm" ' dergleichen thun solle, wiewol er sich besser zu cmcm Ma n zu einem Pabste schickte, und er seine wabl nnl gcwall ov c ^ der» erzwungen halte. Andere hingegen jagen , oaf, a e> ^ Königs von Napol,, Ludovici von Än>ou recvnimci.dano ' r gelanget sey, Das zu Pisa an-1409 gehaltene Vvociin-m orr^^ roh neA baß binnen; jähren ein anders gehalten werden Me. Hier» aufhielt Johannes ein Loncilmrn an. 1412 zu Rom , und walte dem grossen Pabstlichen LKismLt, abheiffen, welches aber bald auft gehoben wurde: sintemal tSigismundus das berühmte Costnitzer» conolium ausschrieb. In dessen anderer session den 2 macr. au. r4i; stieg Johannes auf seinen thron , wandte das qesichte gegen den altar, laß mit lauter stimme eine gewisse schrifft, so ihm durch Johannem, Patriarchen von Antivchien, überreicht worden , und versprach unter wahrendem lesen, daß er sich der Päbstlichen würde begeben wolle,, woferne die andern beyden Pabsten der« gleichen thaten oder stürben. Ob er aber durch gewalt hierzu qe» nöthiget worden, oder es aus Übereilung gethan, weiß man nicht eigentlich zu sagen. Das gewisseste ist, daß er ungern genug so wohl an das Constantzuche Oonciimm überhaupt, als auch injon« derheit an die endlich dahin fürgenommene reise kommen ist; aber wegen des heffigcn anhalten Sigismundi und fast aller die ihm an» noch anhiengen, wohl hat kommen müssen- Seinen schlechten willen zeigte er erstlich, da er schon auf der hinaus reise, so bald er von dem Arlenberg im Tyrol den Constantzer.see ansichtig wur» de, das bekannte Italiänische sprichworl gebrauchte: Also werden die fuchst gefangen; womit er genug andeutete, wie er sich zu Cvn» stantz schon fast für verlohren schätzte. Über biß ist auch unschwehr zu beweisen, daher schon vor seiner ankunfft, und sonderlich auf der reist durchs Tyrol sich mit Hertzog Friedrichen von Oesterreich gegen erlcgung von stchszehen taufend ducaten verglichen, daß ih» me solcher, wo es der Pabst nöthig befände, wider von Cvnstantz forihülffe, und dann in seinen nechstgelegenen landen auffentball verschaffte. Dis ward auch bald ins werck gesetzt, da sich der Pabst bey gelegenheit eines durch den Hertzog zu dem end angestellten thur. niers in eines gemeinen reuters Habit einen bogen am pferd mit füh» reud aus der stadt machte. Er begab sich erstlich nach Schafhau» scn, so dann gen Lauffenburg, Neuenbürg, Breysach und Frey. bürg, welche alle Friderico zugehöreleii, wäre auch gern weicers gegangen, und hatte den weg durch Franckreich wider nach Italien genommen, wo es ihme der Hertzog zu gelassen. Allein dieser wolle so leicht nicht drein willigen. Sonderen weilen er sich wegen eniführung und auffenthaltung des Pabsts in kurtzer zeit nicht nur vom Kaystr in die acht erkläret, sonderen auch seiner besten erb» länderen beraubet sehen muste, und keine andere Hoffnung mehr übrig war, den Überrest zu erhalten, noch auö dem gefährlichen Handel zu kommen, als wo er Johannem wiederum zu des Loncilü Händen liefferen wurde; so hielte er dene wider seinen willen auf, und brachte ihne endlich zurück nach Constantz. Da ward er vor dem concilio vieler gar abscheulicher Missethaten, sonderlich der simo» nie, unzucht, ehebruch, blutschand, sodomilerey rc. angeklagt, und durch zeugen überwiesen, auch deswegen in der zwölfften session den 29 may des gedachten jahrs abgesetzt; woraufer dem Lonciiic, seine remmciatwn freywillig übergab- Nachgehends wurde er unter PfaltzgrafLudwigs Verwahrung nach Mannheim ober Hei« delberg gebracht, und muste daselbst bis all. 1416 gefangen sitzen« Einige lagen, daß er seine Wächter mit zovoo ducaten bestochen habe; andere hingegen berichten, baß man ihn loß gelassen, nach» dem die kirche durch Martini V wähl, Gregor» x 11 wd, und Benedicti X1 l excommunication in ruhe gesetzt worden« Dieses ist zum wenigsten gewiß, daß Ballhasar Cossa den i4jun. nach Florentz kani, und dem Pabste Martino einen fußfall that, wel» cher ihn aufnahm, zum vecano der Lardinäle und Bisthoff von Frescatl machte, auch dabey verordnet, baß, in ansthung dessen was er gewesen, sein sitz m den Versammlungen höher sein solle als der andern. Allein er starb bald daraufben 22 bec- an. 141-, und erhielt durch seines freundes, Cvsmi äs Mebices, versorge und rmkosten ein prächtiges begräbmß. Sein leben hat Theodoricus lle Niem beschrieben, so in Meibomii rom. 1 rer. 6erm. zu finden. in Kitt. Lonc. Lonüanl. 6errr>. kcripts. »s. Dtt ärv. k^onc. Lonlkanr. * Aaysiv ZU Eonftantinopel: Johannes l /LvrnikcÄ oder 2elnssces genamet, war des Kay» sers Romain des lungern General'Feld.Marschall, und wurde hierauf durch die Vermählung mit der Prtntzeßin Theodors dessen schwieger'sohn. Als nun Romanus an. 96; starb, hinterließ er unter der vormunbschaffl seiner wittwe Theophvnia 2 gantz junge söhne. Allein die wittwe verheyrathete sich mit Nicephors Phoca, welcher nachgehends Kaystr wurde. Sie war hieraufbedacht, ihren beyvcn söhnen Bastln) und Constcmtino, zur crone zu helffen. Als sie aber merckle, daß Nicephorus seine» drüber aufden thron erheben wolle, schlug sie sich zu Johanne Zymssca, welcher ohne demmitNicephoro nicht wohl zufrieden war, selbigen an. 969 in seinem pallast umbrachte und ihm also succedirtej; darauf cröntc ihn der Patriarch Polyeuclus am heiligen christ-tage, nachdem er zuvor einen eyv abgelegt, daß er die crone des Kaystrs Roman« söhnen seinen schwägern hinterlassen, und alles was er als eine privat»persvn besessen, den armen geben wolle. Das.volckjzu Con» stantinopcl nöthigte ihn, Theophaniam, des Kaystrs Roman« und Nicephor« hinterlassene wittwe, von dar wegzujagen, und des bemeldlen Romani tochter dem Kaystr Ottoni dem grossen in Teutschland zuzusenden, welcher seidige an seinen söhn Ottonem den jünger» vermählet. An. 970 vertrieb Johannes die Sarace« nen aus Antiochien, schlug die Lürcken, Rcussen und Vulgärer, und bekam ihren König Boris nebst dessen gantze» haust gefangen. Sol» chergestalt gicng das Königreich der Bulgaren zugrunde, undih» rer Haupt-stadt Parasthlaba wurde der namcJohannopolis gegeben. Als man überall hoffte, daß er durch seine klughe«« das Reich m ru» he setzen »vurde, brachte ihn einer von seinen kammcr-dienern zu ^ . Eoh 94S starbdÄvstden^>1?°^ ^reichte er noch Constantinopcl, und tage reaiert 'att/ nachdem er ü jähr weniger etliche kstlde Maaen 'var der erste, welcher müntzen mit Christi sttisL lassen. ann. 67-/-/- lutk. Lonlksmmopolir. x. I; 5 ke^lz. ll Lomnenus, insgemein Lslo Jolisnne;, das wohEmltche^^/fgenannt, weil er der schönste und no Rmnmo a^ . - ° Er succcdrrte seinem Vater Ale- m ^ Denn in demselben jähre als ee m Crlluen eine >agd hielte, verwundete er sich selbst mit cinemr vergifftetcn pstile, woran er sterben muste. Man sagt? daß M «hm em gewisser artzt vorgehalten, daß er beym leben erhalten wer« ^''kolite, woferne er sich eine Hand ablösen lassen wolle, er sol« eingehen wollen, ftndern zur antwort gegeben habe « baß thm zu der regierung eines so grossen Reichs beyde Hände nöthi« waren. Er starb den 8 april. nachdem er 24 jähr , 8 monate und etliche tage regiert hatte. c?,1.7. S«,/ I. L7«»<-rce»/ss l. 4 epÄ. zy. «-Ontrannnopol. p. 25; tegc^. . Johannes UI, Ducas, Batazus, oderDiplobastazus, VVE einigen auch Vatazns zubenamt. Er vermählte sich mit Irene , Theodori Lascaris tochter, welchem er an. 1222 succedirte, und zu Nicea regierte, da die Lateiner Constantinopel inne hatten, und wurde von dem Patriarchen Emanuel gekrdnct. Er trat mit dm andern Griechischen Fürsten in ein bündniß, stellte so viel troup- pen als er konte in das seid, und griff Robertum, den Römischer? Kaystr zu Constantinopel, an. Allem Johannes von Brünne ^ Konigvon Jerusalem, schlug ihnan. 12;; und Jmmittelss erhielt Johannes Ducas viel Vortheile zur ste, erlegte die Scythen, Tartarn und Bulgare», und setzte das Reich auf allen seilen m ruhe., Er begab sich bieraufin ein bündniß mit den Türcken, und vermahlte sich zum andern mal mit des Kaystrs Frlderici l l tochter» Er starb an. 12;;, nachdem er ;; rahr regiert hatte Mb 62 jähe alt worden war. Sein söhn, der jüngere TheodoruS, Lascaris «md Ducas zugenamet, succedirte ihm. S^^lib. 2. in Lliron. in snnsl. Johannes IV > zubenamet bakc-eris, Theodori des jüngem söhn, wurde nach seines Vaters tobe an. 1258 gekrönet, als er nur: 7 oder 8 jähr alt war; und verwaltete in dessen das reiche, als des jungen Printzen Vormund Musalo, der sonst auch das amt eines obersten kleiberwerwabrers kroioveüiarü, als eine kron-cksi-gs trüge, gar wohl und löblich. Allein an. 1259 maßte sich MichaeL Paläologus des Reichs an, ließ den Musalonem durch einige böß» Wichte im tempel erschlagen, auch baiv darauf diesen jungen Prin» tzen des gesichts berauben, und zwar entweder wie ewige wollen^ mit einem helffen decken, aber wie andere berichten, durch brennend Pulver, welches er ihm in die äugen wcrffen lassen > worauf man ihne in ein schloß der provintz Bllhynten rellgirte, allwo es noch lang,wiewohl in der stille, gelebt, und erst unter des ältercnAn» dromcum regierung gestorben ^ Johannes sV Lamscurenus, war ein bedienter an Anbro» nici Paläologi des jüngern Hofe, und nachmaliger Kaystr. Ee war aus der berühmten Cantacuzenischen familie enlspropen, und sein vater war OouveMeur in Peloponnest, seine mutier Tdeodo» ra aber aus Kayserl. stamme. Ais er in seiner jugend wohl unterrichtet worden, wurde er am hose erzogen, und anfangs bey Andromco dem ältern Cammer.Herr. Allem als selbiger spürte, daß er es mit Andronico dem jüngern hielte, kam er bey demstlbew in Ungnade, wurde jedoch von diesem letztem zum Gouverneur m Thracier« gemacht. Als selbiger an. i;a8 fernen groß.vaier An- dronicum von dem throne stieß, machte er ihn zu seinem vornehmsten Xkin-tter, und that nichts ohne seinen rath, trug thm auch die Reichs'gestllschafft an, so aber Cantacuzenus nicht annehmen wolle. Als Andronicus starb, setzte er ihn seinen beyden söhnen, Jo» hanni und Emanueli, znm Vormunde. Diesen stund er eine gute' zeit so wohl vor, biß die Kaystrin Anna nebst dem Patriarchen Johanne und andern vornehmen Herrn unruhe erregten, da er sich dann in Macedonien begab, aber von der Anna für einen rebellm erklärt wurde. ES fand sich bald eine große menge von Officierem bey ihm ein, welche ihn nöthigten, daß er an. i;4« zu Dllymo» tiche in Thracien die Kaystr »würde annahm, und zu Hadrtano- pel gekrönet wurde. Jmmiltelst setzte man dem Migen Johann« Paläologo die crone zu Constantinopel auf. Wie nun beyde ihre freunde und anhänger hätten, also erwuchsen hieraus zum Nachtheile des gesammtm Reichs r widerwärtige Partheyen. Canta» cuzeims schlug sich zu den Türcken, uno eroberte Lydie» und Cap- padocien / nebst vielen andern Proointzen und stabten; wre dantk so gar Constantinopel an. 1447 den 6 jmner durch verratherey lK seine Hände kam; und der junge Johannes Palaologus endlich sich gezwunaen befand, einen vergleich anzunehmen, vermittelst welches er dieses Cantacuzeni schwester hcyrathen, und sodann beyde das reich gemeinsamlich verwalten sollen, nur baß Palaolo» aus, als welcher bessers recht hakte und ein gcbohrner Kayler- licher Printz war, den Vorsitz haben, und in denen unter deydek namen ausgehenden befehlen zu erst sollte genermet werden. Zuvoe setzte er den Patriarchen ab, welcher seiner wähl zuwider war, unö hielt daraufan. i)47 ein klein coocilmm zu destättlgung der irr» lhümer desPalamaS wider den Barlaam uno dessen anhänger. Allein da er sich mit allen obigen Vortheilen nicht vergnügte, und ss wohl den ersten rang vor seinem schwieger.sohn nehmen, als auch heme eines und das andere abzwacken wollte, setzte sich jener mss UM« Dbddbd ernß 946 ioh MnPrinÄing^ Ist«daß'erstK mndkeftsletztcrm flotte Wchchg!'',auch er nachmahlt iu verschiedenen treffen zu landuntengel^en, end» lich die Hauptstadt Constantinopel durch hulffe der Quecken erobe« ret, und Cantacuzenus an. i;;; Das rnch gar aufzuheben gcnothl üel ward; wiewohl er in seiner eigenen hievon aufgesetzten erzeh. ima den schein haben will/ alstzatte crs freywilllg gethan. Er de« gab sich hierauf in ein kloster aufdem berge Aldos, woselbst er ei« mn Münchs.hadit und den namen Ioasaph / wie auch Christodu« los, welches so viel heistals ein knccht Christi/ annahm. Sem söhn Matthäus/ welchen er bereits zum löcceliore in der regierintg bestimmet/ folgte ihm m dieser eliisamkeitnach, gleichwie sich auch seine gemahnn m ein Nonnen . kloster begab / und ihren namen Ereile in Eugenla verwandelle.Jn diesem kloster.lcben war er nicht müßig / sondern wie es ihm an küigheit und verstand nicht Mangel, te/ also schrieb er mancherley bücher/ als butonLin rerum ab clronicir Le keiplc, Zettsrum; oiuuone!; »poloZiam pro tiäe Lkri- ttiLna. Seine andere kinder waren / Thomas / Manuel / und Andronicus, ausweichender andere das Hcrtzoglhum Sparta ge» führt; sodann Helena, welche nut dem viclgemeldlen Johanne Halaologo vermählet worden / ferner Maria/ eine gemahlin Nl» cephori Ducä/ Fürstenö in Acarnanien/ und endlich Theodors/ welche an den Lürckischen Sultan Occhan getrauet worden, l'./- Kilt Conllaminopol. p. 4?; logg. * Johannes VI- Paläologus, sonst Lalo'Iohannes ruhe' nainel. Er war Andconiei des jünger,, föhn, welchem er/ wie bereits vorhin gedacht/ succeblrtc. Johannes V riß ihm das Reich aus den Hände'» / jedoch schlug er ihn mit beystand der Genueser und Türcken / so daß er zu letzt vom Kaystrthum abstehen muste/ wie schon »n vorhergehenden articul gemeldet- Er gäbe den Gc> mieseren zur erkänuclichkeit die msul Metelino oder Lesbos, und vermählte seine schwestcr mit Gatreiuzzo ihrem Generale. Seme regierung war nicht glücklich. Mit den Bulgaren muste er einen grouen krieg führen / wormnen er, nach derSavovssehen geschicht« schreiber bericht / gefangen / allein von ihrem Hcrtzoge Amadco VI, welcher auf des Pabsts Urbani zu Avigno» bereden einen seid. zug wider die ungläubigen vorgenommen/ wiederum erlöset und auf freyen fuß gestellt worden. Dieser Kayscr Johannes wurde auch genötbiget mit den Türcken sich m cm bündnis; cinzulalse». Allein Amuralb l fragte nicht viel darnach / nahm ihm unter, schiedliche Plätze hinweg / und richtete an.i zür seine rcsidentz zu Adrianopel auf. Sem lohn Antronicus suchte ihnc von dem throne zu stürtzcn,dessen vcrrälhersscher anschlag aber zu allem glück noch zu rechter zcileu ldeckt wurde. Indessen nahm man diesen Prwtz getan, gen/und wollen einige gar/er wäre durch heissen cssig des gesichtv dc» raubet worden; wiewohl diests m ansehung dessen, s'v er hernach verrichtet/ nicht wohl zu glauben scheinet. Massen er nach zwey fahren durch hulffe der Genuestrcn, welche Galala »in halten- aus seinem gesanglich encruimeii / und durch des Bulgarnchen Königs Sismannt/ sowohl als des Türckischm Kaysers Amuralho und der Genueser hülffe an. >;?; Constantmopcl eingenommen/ wo« selbst er seinen vatcc und bruber r iahe lang gefangen hielt. Man sagt/ daß er zuvor in Italien gegangen / um die Christlichen Für» stcn um hülffe zu ersuchen / und baß ersieh zu Rom den >8 ocl. an. i;6y cydlich verbunden/ die Griechische kirehe nur der Lateinische» vereinigen zu helffen. Indessen als der vatcr nach verfing dieser zeit eben wie vorher Androiucus aus dem gesanglich cnlkommen/ «nd seine zusiucht zu Bajazeth dem Türckische» Suilan nahm / gäbe Andronicus daS Reich frcywiilig auf/ cniwcder aus reu, odcr weil er nicht ferner ursacb geben wollte / daß die Türcken durch ge« lcgenheit der einheimischen kriegen zwischen tenenGr-echlschenPrin. tze» selbigen allen zuletzt Meister wurden. Doch umue sein vatcr Jo» hcmnes VI, den Tücckc» nur zu viel unlerworffen seyn / um nach allen diesen unruhcn lmangcfochtcn zu regiere». Indessen muste er viel von kranckheiten-sonderlich dem podagra leydei,/ welches er sich durch sein wollüstiges leben solle zugezogen haben; Er soll nach dem tod seiner ersten gemahlin Helena die seinem söhn Manuel schon verlobte Eudociam Alcxü Kaysers von Trapez,,»! wchter/alü er sich in ihre schönhcit veriledt / ob er schon ziemlich alt und mit der gicht behafftel / dannoch für sich behalten haben. Weil AndronicuS der älteste söhn sein recht übergeben, so hatte er schon einige zeit vor' feinem tod den anderen söhn Manuel zum Lalle^s und Nachfolger im reich angenommen/ und starb an.i;91. c.'/,^/>»/s>/. /c/.-- bitt. Lurc. /f/s,/.k///. 0/////>!>/-///^. a^ä/-//,c/// bild. Ij^rsmin. Icripe. 6//I-:/,L//.'/r bild. lle ove. cliionic. iclo/m. lulkor. LcmtkLm'mop. p. ^06 icgg. * Johannes VIlPaläologus / kam zu der regierung/ als sein vater Emanue!! l! selbige frcvwillignlederlcgte. Er wurde den ro jan. an. igiy qecrönci/ und m,t Sophia/ des Marggrasen von Montferrat rochier/ vecheyraldel. Man sagt / daß er ausser dieser noch eine andere gemahlin gehabt / uemlich Mariam Coinncnam/ des Kaysers Alcxii tochtcr. Onuvhrius und andere kalten davor / daß er an. rgrf dieses zeitliche gesegnet/ und ihm sein brudcr Jo. Ijannes V > > I succedirt habe.Alletn es ist ein Irrthum, welcher daher gekommen/ weil man nicht genau obstrvirct, daß Emanucl, welcher rmMönch wurde-an. 142; gestorbeii/und daß ,en, söhn damals nach der Griechischen weise zum ander» male proclamirl oder gccrönet wurde Im übrigen war dicserKayser nicht glücklicher als sein vater/ gestalt vieTürcke täglich mebr und mehr eroberten und unter andern an.rgzi Thessalonich wegnahmen; nachdeme man sie vorher an. 1425 mit mühe und nicht ohne bezahlung einer grossen summe gcldS von dir belagerung Constantinopel weggebracht halte. Weil nun ioh einer Savoyi. Johannes wohl sahe, daß der gantze Überrest seines Reichs vollends zu theil werden durffke, und er bey Niemand bey den Lateinern hulffe zu ,uchen wüste, so verlangte er bm 2 u der Vereinigung der Griechischen und Lateinischen wüste Pabst EttgemuSiV- und ließ ih» bahero durch stch-x' c,os in diesem vorhaben unterhalten, auch zu wissen ih„„ das ein Concilium „ach Ferrara beruffen hätte; dahin kam w s an. ig;8 in eigner persvn mit vielen Prälaten uudGttea 2 .. Fürsten, und wurde mit ungemenier Pracht empfang-,, ch l" gchendS wurde das Concilium wegen der damaylü qräsnr-Ä,' pell nach ^lorcntz versetzet, und vordemeldte veremigmia a„ geschloffen/aber von derGriechischen kicebc nicht angenommen ZU darans kehrte der Kahler iviederum zurück m Griechenland/ und starb an. 1448/ oder wie OnuphrmS und andere woll«,, »n ,." Er hatte von ; gemahlmnen dannoch keine kmder gezeuget, wcme! gen lhmc sein druder CoiistantuiuS Paiaologus,m Griechischen Kaystrlhum nachsolgle, unter welchem endlich ConstaiMiwpel m den Türcken eroberet / und diesem Reich em ende gemacher ward Sonstm wäre zu gleicher zeit noch cm anderer Johan,icsPaloo!o>' gus ein söhn Andrvnici, von dem in vorhergehendem amcul,welch» sich auch einiger maffen des reichs anzumaßen schiene aber sich doch bald mit seinem vettern desJohannis VI i vauc Manuele >K. lävlogo dahin verglich, daß er ihme den höchsten gemalt allein si-ß; nur mit dem beding/ daß, alldieweil jener seine reise mOccidM vornahm, er hingegen in dessen nahmen die regierung verwalten solle. Doch muß immer eine heffttge cyffersuchi zwischen ihnen ae. blieben seyn / weil Manuel gleich »ach seiner widerkunffi Ichan. nein in die insul LeinnoS verwiese, wiewohl dieser hernach von dan< ne» wieder hervorgezogen, und mit dem Fürstenthum Tbessnionica beschcnckcl worden. ssbF. lib. r. ch>«c/».. o-«- ^///-/«, cnron. /.//// ,NNi. LonKsntinop. p.;;; leg.* Johannes, der tyranne zubenahmr. Er war der oberste Kayserilche becreranui, und wurde in dem ; stculo durch tza> stlni, eines Römischen Generals beystand, an. 42; nach Ho. »orii rode zu Ravenna zum abendländischen Kaysec gemachi. Allein das folgende jähr wurde er von der armee, durch welche Thcodvsius seine base Placidiam und seinen vcrier ValeiMnn II begleilen ließ iviewohl mehr durch die List des Asvar,als die lupfe» keil der armee, geschlagen und rulniri. Da n mefonsteu die barba« r„chc vöickcr, jö damahlen m Occidcnl den grösten gen>glt haimi, am meisten günstig gewesen, und sonderlich die H»ii!>c»mnz>ein. licher macht zu hülffe kommen waren. Er ward zu cssmleia, ober »ach anderen zu Ravenna enthauptet, l. 7 c. 2;. Lättigc von Aragomctr rmd Navarra: Johannes I-König von Aragoinen/si Igle stimm vntcri'-k.'ro IV an.i;84i Allem seine unlerlhancn vcrachiclen ihn wegengi. ncr schwachyett , daher es kam, daß die erste zeit seiner eegleruiig voller unruhe war. Er war dem lagen sthr ergeben, simb aber darüber, indem er einem wolffc nachiagc» wolle, den is may A i zy; „n 44 iahre seines aliers, da er mir 9 oder io fahr NMl halle. Sein bruder Martinus svigle ihm mit ailSschliessung feinet lchwieger-lohns, Mallhäi, des Grafen von Foix, ivelchcr »m scnnk tochtcr Johanna vermählet war. /V/.,/^,/^ i. 19 Johannes II > war erst Hertzog von Pcnasiel / hernach aber König von Navarra und Aragonien. Sem vatcr war ZerdiiW« dns von Castilien, Koma von Aragonicn. Die Crone von Na. varra bekam er durch dissan. 1420 getroffene hcyralh mitBIa««, Caroli des edlen odcr andern Salomons tochtcr/ und Marmn/ bcl Königs von Sicilicn / witlwe. Er zeugte mit ihr Caroluni/ tzcn von Viane. An. >44- gicng sie mit rode ab, worauf viel» he in dem Reiche erfolgte. Denn »achtem sich Jobannes zum an. der» mahle mit Johanna Hcnriguez, des Rcichs-Marschalls von Eastiiien toetilcr/ vcrheyrathet halte / so wolle der Pmitz ckVW durchaus nicht leiden, daß sie theil an der regierung baden >o!lc, als welche nach seiner immer lote ihm gehörte, woraus Miss» den Häusern Beaumoiit und Gramonk, welche r sehr ausehnlichc fa> millen in dem Reiche waren, faclivncn entstunden; die erste hieltcs mit dem Prmtzen , welcher gckrönet, aber nachgchcnds ui « schlacht erleget, »Doch luir stnicm vatcr wiederum ausgejiM wurde, welcher ihm Eatalonien gab. Als an. igzL stm knM Alphonsus, dcr tavffcre zubenannt, starb, nahm er auch Arago' men iii bcsttz. Nachgehendö fährte er einen scdarffen krieg wmk den König von Eastilien, Hcnricum I V. Mittlerweile crgnff M soh» EarolnS, welcher von feiner stieff-mutler beleidigt wordm/l« Waffen aufs neue, wurde aber zum andern mahle geMMi m gefangen genommen. Darauf machten die Calalonicr lci»el>ve.' gc» einen anfstand, nnd nüthiglc» den vater, ihn wieder lox zu u» se» ; allem eben deffclbigen tages, ncmlich den r; sepl- an. er aus freyen fuß gestellt werde» solle, starb er, und zwar, M berichtet, an einer gewissen eingegebenen artzency, welche ihm!».' »e stics-iiinkter durch leinen eigenen leib-meckcum beybringen H' sen. Hierauf empörten sich die Cataloincr mitbesstano dcs^ nigs von Castilien wider Johannen,, Weil cs nun D^em danm » gleich an gelbe mangelte, vcrsatzrc er an. >462 die MniluM" Rvußillon und Ccrdagne an Lubovlcum XI König von -ss'EE gegen 200000 krönen an golde, wiewohl die statt PklPignM nicht unter daS Frcmtzöstschc loch begeben wolle. Seme WM,c. leonora vermählte sich mit Gallon I V, Gra>cn von Wll- w» bey seines schwieger'vatcrs lcdzeiten Stadthalter von . ss Aus seiner andern ehe zeugte er Ferdmandum, welcher l>w a sabella, der Cron«erbin von Leon und Castilien , veriiialM. starb zu Barccttoiia den 19 ja», an. 1479 »» 8 ^ nnd wurde in dem kloster unserer lieben tränen oestwbln "g >. Seine tochtcr Eicvnvra >ucceb>rle chin i» dem öiv>"ilmw ioh varra. lid. 2;, 24. inä. i,b. 20. L» ve ^ar-c-r Kitt. 6e Lesrn sc kßs.srre. 7»,q«et tntt. 6c Lss. ^ /Johannes. Ui, König von Navarra, war Alani von Albret Mli/ und vermahlte sich an. 1484 mit Catharina 6c Foix, Fran» Assi Phobi, Königs von Navarra schwester und erbin. 'jedoch wäre durch ihr mißvcrstandniß bey nahe der gantze staat ruinirt worden , indem sich zwistigkeiten Mischen den beyden Häusern von Beaumont und Gramvnl wiederum ;u äusser» anfiengen, da es denn der König mit jener, die Königin aber mit dieser parthey hielt. Ob nun wohl diese Unruhe wiederum beygelegt wurde, so bekam er doch mit Ferdinands von Spanien zu thun, als welcher an. 1512 in Navarra einfiel, und das land in weniger zeit unter sich brachte. So bald als er an den gräntzen war, relirirte sich Johannes in Bearn. Da nun Ferdinandus sein vorhaben bewercksseüiget, suchte er solches durch allerhand gründe zu rechtfertigen, tonte aber nichts finden als das kriegs«recht und eine bulle von dem Pabste, Julwll, welche demjenigen, der sich des Königreichs zu erst be« mächtigen würde, recht darzu gab, weil es Johannes mit dem Concilw zu Pisa und mit König Ludwig dem Xll von Frankreich hielte. Der König von Franckrcich schickte ihm zwar succurs zu; allein er war dessen nichts gebessert. Endlich starb er in einem dvrffe in Bearn den r 6 jun. an. r ? > ü. Seine gemahlin Cathari. na überlebte ihn nur noch 8 monate. Ihr lohn Henricus kam nach. gehends zu der kröne, welcher mit Margarethe des Königs Frau« cisci l in Franckrcich schwester , eine lochter zeugte, mit nahmen Johanna, so Henrici !V mutter war. Er hinterließ auch einen natürlichen söhn, Carl genannt, der an. 1528 in der bclagerung Neapolts gestorben. /.<» ve bllk. 6e t. in snnal. bitt. 6e kiLncc. Leönig in Armenien: Johannes !, überließ sein Königreich seinem vettcr Leonhund wurde ein Franciscancr»Münch, in welchen Habite er wider die Lürcken stritte, und an. r;o4 erschlagen wurde. snn»l. 6e LourZvAne. B-önig in Böhmen - Johannes, des Kaysers Henrici VII söhn, aus dem Hause Luxemburg. Nachdem der alte Königliche stamm in Böhmen von PrimislaoI mit Wenceslao V (U>) an. izos erloschen, so hat» ten die Stände anfangs Rudvlphum von Oesterreich hernach Henricum von Cärnlhen, der des letzter» Königs älteste schwester Annam zur gemahlin hatte, erwehlt, sie waren aber mit beyden, insonderheit aber mit dem letzten so übel zu frieden, daß sie ihn des Reichs wiederum verlustig erklärten, und eine solenne gesandt» schafft an den KayserHenricum V l l abschickten, und dessen söhne Johann,, der 14 jähr alt war, mit der jüngsten schwester gedach» ten Königs Wenceslai V Elssäbetha, so noch ledig, und im i8jahr ihres alters war, das Reich anboten. Nachdem nun das beylager mit dieser Printzeßin zu Speyer vollzogen war, gicvg Johannes nebst derselben mit einer armee nach Böhmen, und weil das gantze land Henrrco von Carnthen gehäßig war, ward solcher aus Prag versiossen, und muste Jvhanni das gantze Reich überlassen, so dieser auch hernach ruhig befasse. Nachdem er sich an. i;n mit seiner gemahlin crönen lassen, war sein erstes, daß er eine reise nach Mähre» that, und dieses land von der Verheerung, welche es sowohl durch die häuffigen straffcmräubereyen als durch die Ungarn erlitte, durch strenge execunone- besreyete- Gleichwie er nun hierdurch der Unterthanen qunst erlangte, also mißfielen hingegen seinen Böhmen seine unmäßige auflägen und der haß gegen die Böhmen, welcher sich auch gegen seine eigene gemahlin so sehr bli» cken ließ, daß es offt zu einer rechten ruptur und krieg zwischen bey. derseits Partheyen gekommen, biß endlich auf Vermittelung Kay» fers Ludovici Bavari, dessen partdey Johannes wieder Friedrich von Oesterreich hielte, an. i;>8 mit diesem beding friede wurde, daß keine Teutsche mehr zu ämtern gezogen werden sollen. Er brachte hieraus die meisten Schlesische Fürsten, welche von den Polnischen Königen viel Verdruß erlitten, auf unterschiedene arl da. hin, daß sie sich in seinen schütz begaben worzu sie auch vermöge des mit König Wenceslao lV(Ii) an. ir?o eingegangenen Vergleichs einigermassen gehalten worden, (siehe Schießen-) Deß» gleichen ergab sich an iziy die gantze Lausitz an Johannem, und was Henricus Hertzog von Jauer in Schlesien daran hatte, trat er gleichfalls an denselben ab. Die übrige zeit brachte Johannes meistens mit reisen und kriegen in fremden landen zu,und weil dieses den Böhmen sehr beschwerlich fiel, erregten sie unterschiedliche un» ruhen, worüber Johannes dergestalt verdrießlich wurde, daß er einmahl Böhmen an Ludovicum Bavarum gegen die Unter.Pfaltz vertauschen wolte, welches bloß durch der Böhmen wiedersetzung . verhindert wurde. An. 1; -8 ward er durch den Großmeister deS Preußischen Deutschen orbens in Polen beruffcn, und nachdem er daselbst wider die Litthauischen Hevven gestritten batte, nahm er den titul eines Königs von Polen an. In diesem fcld.zuge vcrlohr der König Johannes ein äuge, und kam nachgehend incognikc» nach Montpelier, die me6icc» dasiger berühmten Universität zu con« suliren, woselbst ein Jüdischer Ocxttor ihn vollends auch um das andere brachte. Dieser blindheit ungeachtet gieng er dennoch in den krieg; wie er denn wider Kayser Ludwigen aus Bayern >n I» tasten zog, aber nicht gar viel ausrichtete. Wegen der acquisitio» von Schlesien gerieth er an. mit den Pole» in krieg, und be« iagcrre Cracau, aber vergebens. Jedoch da ihm die Polen VÜ>Ie» fien liessen, machte er friede. Hierdcy wird erzehlet, daß der Kö. mg von Polen zu ihm geschickt, und ihm Mntbieken lassen, daß ioh 94-7 er gesonnen wäre, mit ihm den unter ihnen schwebenden streit ver. Mittelst eines dolches, den beyde mitbringen sollen , in einem um» wer alleine zu schlichtem Hierauf solle ihm Johannes dieses ruc antwort haben tagen lassen: daß, woferne er sich mit ihm in einen gleichen streu begeben wolle, er sich zu erst seine beyden äugen sol. te ausstechen lassen. An. i,4; that er mit seinem söhn Caroio eine reise zu dem Pabst nach Avignon, und erhielte, daß Prag zu einem Ertz-Bißtbum erhöhet wurde. Endlich als der König in Franck» reich Philwpus Valesius von den Engclländern mit krieg überzogen worden, kam er demselben, ob er gleich blind war, zu hülffe, und wohnte den -6 aug. an. 1446 der schlachl bey Cressy mitbey, wel- che die Frantzostn verlohnn. Er föchte dennoch sehr tavffer, ließ sein Pferd an den zäum eines von feinen besten reutern binden, und rannre mit solcher wulb unter die feindliche armee hinein, daß er getödlet wurde Er hatte; gemahiinnen. Die erste ivar die odae- dachte Elisabeth«, Königs WenceslaiH (IV) in Böhmen tocbker, mit welcher er qezeuget Carvllnn IV seinen Nachfolger, und Kay. ser, den er bey semen lebzelleu zum Marggrafc» von Mähren mach. te; Johannem Henricum, welchem er durch besten yeyrath mit Margaretha Mauitaschia das Hertzvgthum Kärnthen zu wcge ge- bracht, welches derselbe zwar durch die chcscheidunq, welche der Kayser Ludvvicus Bavarus bekraffligte, wieder verivhr, weßwc» gen zwischen dem Könige Johanne und diesem Kayser, und bcyder. festigen nachkommen, jederzeit grosse Verbitterung gcwe,en: ferner Wenceslaum, Grafen und hernach Hertzog zu Luxenburg; und; töchter Margaretham, Henrici Hertzogs zu Bayern, Judith ober Bvnam, Königs Jvbanms m Franckrcich, und Annam, Ottonis von Oesterreich gemahlin. Die andere gemahlm Elssabetha, Her» tzogs Friederici kulclmi in Oesterreich wüster, starb noch vor dem beylager, und mit der dritten, Beatme, Hertzogs Ludovici von Bourbon wüster, zeugte er auch keine Ander. IW. 20. cm,«, ckron. p. zo;. c. 8 p. Z79. epir. Iib. ; c, 17.18 mittell. 6ec. r l. 7.ttxr.r c.l. Lönige von Laftilien: Johannes!, König von Leon und Castilien, succedirte sei. nem valer Henrico H an. i;79 m dem 21 jähre seines allers, unk» vermählte sich mitGevnora von Aragvnien, mst weicher erHen» ricum!H - seinen Cron-erben, und Ferdinandum, König von A» ragonien, zeugte. Die Engelländer hatten wegen Constantiä, des von Pedro tochter, und Johaiinis, Hertzog« von Lancaster gc» mahli», einige prätensionen auf sein land, dahero brachte Eduard, dieses Hertzogs söhn, eine armee in Spanien, und verewigte sich baielbst mit Ferdinandi, des Königs von Portugall, trouppcn, welcher damals mit Johanne in feindschafft lebte. Jedoch wurde die fache noch in der gute beygelegt, indem der König von Castilien, welcher damals ein wittwer war, sich an. i;8? mit Bcatrice von Portugall vermählte, und zwar unter dieser bedingung, daß die Ander aus dieser ehe Ferdinands siiccediren sollen. Da selbiger bald hernach starb, erhoben die Portugiese» Johannem, ihres verstor» denen Königs natürlichen söhn, aufben thron. Der König von Castilien aber wurde in einer Wacht erlegt, und stürtzte hernach auf der jagd mst dem pferde, an welchem falle er den 9 oct.i; 90 seinen geist aufgeben muste. l. ig- 1.2;. bitt, VlilpLN. Johannes !l> Henrici m sdbn, wurde, da er nur n monate all war, zu ende des igoSsten jahres durch seines Vetters Ferdinandi Vorsorge, so bernach König in Aragonien warb, und die ihm ange» botene kröne von Castilien großmüthig abschlug, zum Könige er» kläret. Paulus 6e Burgvs oder 6e8. Maria, Bischofs zu Cartba» gena, ein gewesener Jude, wurde zu dieses Pnntze» Hofmeister bestellet, und seine mmccr Catharina führte indessen die vormund. schasst, welche aber diesen jungen Pruitze» gar weibisch erziehen ließ. Als er noch nicht recht erwachsen war, bekam er mit dem Könige von Navarra und Aragomen krieg zu führen, welche er da» hin brachte, daß sie um friede bitten muste» Bald darauf bekam er mit den Mauren im Königreiche Grauada zu thun, deren Kö» nig er doch wieder eingesetzt hatte, welcher ihn aber nichts deswwe» niger attaquirle. Allein Johannes erlegte an ,4; 1 , rooo Mauren , und verheerte das aantze. land um Granada herum- Man sagt, daß er diese stakst gär leicht hätte erobern können , woferne nicht Alvarczcke Luna, sein favorik und Reichs-Marsch»!! von Ca» stillen, durch die Mauren sich hätte bestechen lassen. Dieser Emitter machte auch sonst dem Könige viel unruhige zeiten, indem die Unterthanen seinetwegen viele jähre nach einander fchwürig waren, biß er endlich enthauptet ward. siehe Luna ( Aivarez von ) Des König Johannes starb den 20 aug. an. 14,4 im 50 jähre seines alters , und im 48 seiner regierung. Henricus I V, den er mit Maria von Aragonien gezeuget, folgte ihm. 7« Lönige in Longc»: Johannes, ließ sich an. 149° tauffen, und nahm nebst seinem ältesten söhne und den vornehmsten am Hofe auf des Königs von Portugall, Johannis II inständiges bitten, welcher ibm einige Pre- diger zuschickte, die Christliche religion an. Damit auch alles volck seinem cxemvel nachzufolgen angereihet wurde, ließ er solche tauff- handlung öffentlich anstellen- Dieses brachte bey dem volcke eine arosse begierve zu Wege, daß sie gleichfalls nebst ihrem Komge ge- taufft werden wollen. Dabcro fienqen sie an eme kirche zu bauen, worzu am dritten mall der erste nein qeleget wurde. Allein es irug flch m, daß etliche von des Königs unterchanen, welche aus den insiiln' so aus dem fee Zembre liegen, wohnten, sich empvreten, und 1» der dabey gelegenen landfchafft verlnasscli wüteten, daß ee aenötl)iaet wurde / jvkche Unruhe m möglichster eü zu stillen. Weil zi theil- Dbböbd 2 er nim 948 «oh er nun auch seine taufte nicht gerne aufschieben wolte, so emvfieng er selbige eben an dem tage , da der erste siem zu der gedachten kir- che geleget wurde, und zwar dieses nebst L vornehmen Herren, welch- mit ihm t» den krieg ziehen, und seine armee commandiren sol. ten. Ais nun der Köuigmbmarschiren wolle, gab ihn, der Portugiesische Abgesandte eine standarte oder sahne, in deren mitten ein crcutze stund, nebst beygefügter erinneruiiq, daß solches ein kenn. zeiche» der croiliE oder des heiligen feldzugs wäre, welche» der Pabst Iniwccntius VM wider die ungläubigen angeordnet halte. Hierauf verlangte auch die Königin getaufft zlj werden, welches denn geschahe, so daß man ihr den »amen Elconora gab, welchen die Königi» in Portugall führctc. Endlich marschirte der König mit 80000 mann wider die rebclle» zu felde, und demüthigte sie. Nachdem des Königs von Congo ältester söhn aus einer lchlachl, worinnen er wider einige feinde stritte, wiederum zurück gekommen war, ließ er sich gleichfalls m der neuen kirche», so damals schon völlig gebauct war, tauften, und nach dem Infam von Portugall Alphonsus nennen; desgleichen cmpfieng der Adel nebst dem gro> sten theil des volcks die heilige kaufte, und wurde also hierdurch eine grosse freudc erreget. Allein des Königs anderer söhn, welcher ein sehr liederlich leben führcte, wolte lieber bev stmer abgölterey verharren , und machte sich daher nebst einigen anhängern von dem ho. fe hinweg. Bald darauf wüsten des Königs concnbinen, welche er nach annehmung des Christenthums fahre» lassen, ihre fachen also anzustellen, daß sie wiederum aufgenommen wurden, wodurch es dann geschahe, daß der König aufS neue in senie alle lasier und gewohnheiten steh Sein ältester söhn bemühetc sich zwar, ihm solche fünden zu gemüthe zu führen; allein durch diesen seinen elfter brachte er sich um jcines valers gnnst, und der andere söhn wurde wiederum zurück nach Hofe geniften. Endlich brachte des Königs lov den neuen Christen einige ruhe. Hicraufkam AlphoiifuS, weil er wüste, daß ihn diejenige», welche wieder in ihr abgöttisches wcfe» zurück gefallen, hafteten, bey der nacht zu kein Königlichen pallast, ver>aiiimletc des nächsten morgenS die vornehmen des Hofes, und wurde von ihnen ruin Könige erkläret. Sein brudcr war damals ausserhalb der stadl, und erwartete einige tronppen < allwo er die lchlachl vrrlohr, und gefangen wurde. Einige sagen, daß er in dem gcfängiiiß gestorben sey; andere hingegen geben vor, daß er ent- hanvtet worden, jedoch biß w den tod bey feiner abgölterey geblieben. Solchergestalt nun behielt Alphonfus daS regniient in frieden, und brachte diei-mgen. welche unter dem vorwand der rcligion sich kniporeien, zum gehorsam, , 4 , -Unca 1. y. Lönige in Dänemarck und Schweden - 'Johannes >< Königin Schweden, war des Königs Suercheri ll >, welchen man den frommen zuzuuamcn vflegtc, söhn, und der letzte von der S uerchcrifchen samilie. Er fiiccebirce Erlco X um das jähr Christi 1218 oder 20, und wurde wegen feiner sonderbaren leutseligkcit der gütige zugenannl. Jiiiöutcrhett erzeigte er sich sehr freygebig gegen die geistlichen. Er regierte aber nur eine kur- «e zeit, indem er an. >22; verstarb. LV,«» OoM. hilf. nov. cleferipk. chchieci«. hilf. 8uec. 'Johannes!!- König von Dänemarck,Schweden undNor. wegen. Er war Christiam l söhn, von Dorothea , Marggrasin von Brandenburg, an. >455 gebohren. Lcm vatcr halte ihn be. reits bev seinem leben an. 1478 mit m die regierung genommen, biß er ihm selbige an. 1482 durch feine» lob völlig übcrlicß. Sem jüngster bruder Fricdericns 1 solle vermöge väterlichen cestamcnteS Schlcßwtch und Hollstein allein habe», er tbeiletc aber selbige mit ihn, nach »einem gefallen, (siehe Friedericus l, König m Däue. niarck.) Bald anfangs schickten die Dänischen Stände eine gc- sandtfchafft in schweben, und verlangten, daß sie Johanne», auch vor ihren König annehmen möchlen. Sie erwähleten ihn zwar, icdoch machte ihm der bißhcriqc Oouvemeur c^teno Llur so viel zu schaffen, daß er erst nach 14 jähren selbiges Königreich erhielte, da er den Stur an. 14s? bey Stockholm schlug, und ihn nöthigte das Reich abzutreten, hingegen mit Finnland vorlicb zu nehmen. An. isoo suchte er die Ditmarsen zu bezwingen, erlitte aber von selbigen eine sehr grosse Niederlage. Dieses bewegte die Schweden zum ab- fall, deraestalt, daß er mit zurückbleibum; seiner schwängern ae- mahlin, Ehristma, einer tochter des. hurfürsicn Erncsii von Sachsen, Stockholm verlassen musie. L,ie verlangten thu zwar wieder in Schweden; allein weil er merekle, daß sie ihm nachsicUctrii, gienq er bald wieder zurücke. Die Schwede» »ahmen hierauf Stockholm ein, und stiessen die Königin in 8. Brigitten klostcr. Sie suchte» auch nnrube in dein Königreiche Norwegen zu mache», wurden aber von banne» wieder versaut. Er starb den 20 apr. au. isi; zu AlborainIütland. Ihm folgere fein sohnChristlernus ll. /o. kisfor. 8uec. < 7 /^/--.« bitt. 8sxor>. Kaxon. hilf. Osn. /r. hilf 5 uec. "Johannes !!l- König von Schweden. Er war dcsKönigs Gustav, von Schweden söhn, von Catharina, Hertzogs Magni II zu Sächsin. L-wenburq roMer, an. 17 gebohren. Anfangs war er Hertzvg von Finnland , weil er sich aber mit des Königs Sigismundl Angusti von Polen tochter vermählte, hekam fem ältester bruder Ericus XIV , König in Schweden, einen argwohn auf ihn, als strebte er gar nach der crone. Er wurde biccaufde- schuldiget, als hielt er es mit den feinden von Schweden, und weil er einen krieg von dem Könige Erico bcsahrclc, rief er feinen schwager den König von Polen / den Hertzvg in Preussen, und andere zu hülffe, befestigte stine schlösset!, und nahm die Finne» in Pflicht. Nachdem den 12 auq. an. 156; Abo mit list erobert war, brachte man Johannen, nebst seiner gemahlt» und dienern nach Stockholm gefangen, allwo er vor gcricht gestcllel, von Jöran Person, so des Königs böser rathgeber war, als ein rebelt aiige- Lol) klaget, auch mit seinen anhangern zum tobe veniM«,-, welches urtheil auch die vornehmsten Stände untersst,^?'' sten. Dem zn folge wurden viele stiner dieuer kinaer hannes aber zum ewigen gefangniß nach Grypsbvlm vmv.-ö,?"' welches ihm seine gemahlt» gutwillig folgte. Allein wk ,>^2 nig Ericus aus der LttroloZie, deren er sehr ergeben oder doch zu sehen meyme, daß ihn Johannes noch von dm, ' ne stossen würde, hatte er ihn gerne aus dem weg- geraum, fern er sich Nicht vor seinen andern brüdern und vor den vvo,2' sten des Reichs auch dem Komg von Polen gefürchtet N> den einige, daß der König bißweilen z» ihm ins gesängM gen , mit dem Vorsätze , ihn zu ermorden. Als,rihn aber aÄ' habe er sein vorhaben geändert, sey ihm zu fusse gefallen, un» 2. gebeten, weil er wohl wüste, daß ihm sein Reich bescheret, so 2 cr sich seiner erbarmen, und ihn nicht eines schändlichen tod L ÜLrctie den ry fept. an. l s 68 von den anwesenden EU, den vor einen König angenommen, hingegen Erich znm ewige» ge. fängmß verdammet, darinnen er gar übel gehalten, und endlich gar mit gisst hingerichtet ward. Er machte bald anfangs milM ncmarck und Mofcau fnede, jedoch kam es mit diesem letztem a» i?72 mLieflanb zu einem kriege, darinnen 700 Schweden iSoov Russen den 2z ian. an. ^7; bey Lobe in die flucht schlugen, bis endlich an. 1574 friede wurde. Er bemühete sich auch,einekirche». rcformalion in stinem Reiche anzustellen, und gab vor, daß M nach der kirche dcr ersten teculorurn nach Christi geblirt geMcl werden si'lte, es wurden aber mchrenthcils der Carbol,sehen lehre und gcbräuchc wieder eingeführet, worzu seine gemadlinCalhan»» am meisten beytrug. Es wurden hierauf viele Niederländische Jc. stillen ins Reich beruften , den 14 inn. an. iz?; ein Ertz Wloff mid 2 Bischöffe mit Catbolifchen ccrcmoiiien emgeweyhel. a»ch eine neue kirche» - ordnung und UrurZie unterschrieben, welche die Priester mehrenlhciis annahmen, weil er ihnen tue gefalle dey leich- begäiigiiisse» bestätiget. Der König schickte hieraiifPonium-le l, Gardic nebst Feclcnio mit dcr liwrche nach Rom an den Pabß Ere- gornim , allem bicfem gesiel es nicht, daß weltliche Hcne» sich m rellgionS-fachcn mengen wollen. Dechalben hatte der Ä- mg Johannes vor, sich mit der Griechischen kirche zu cvmormiren. Jedoch schickte der Pabst den Jesuiten Poftcvinum als Gesandt!» m Scknvedcn, welcher den König in dcrEalbosischen rettgionbc- stärckcn inuste. ES wäre zwar bald zwischen ihm und feinem drüber Carln zu einem krieg ausgebrochcn, doch wurde die fache »och durch die Königin und Hcrizoq Carls gemahlin beygelegt. Jinniil- lclst aiciiq dcr krica in Liefland fort, welcher anfangs von der Schweden feite fchläftng gcführcl wurde, doch «hielten siemitd« Polen hülffe den 21 oct- au. >578 eine» herrlichen sieg über die Ruß feu. Als er sich hierauf mit Polen genauer verbunden, schickte er unter dem Pont» cte >» Gardic cme starcke acmce wider die ZWs, welche an. 1 z8> Narva , Jvanogrod, Coporic und Witlstm cro- berleu, auch die Mofcowlicr etliche mal schlugen. Endlich kam csde» 9 may an. 158; ;»einem 2monatlichen stillstand, welcher bald daraus in c men zweyiährigen verwandelt wurde. Kurtz darnach starb die Königin Catharina. Da denn Johannes abcmials im sinn balle, sich mit der Griechischen kirche zu vereinigen, und zu dem ende die liruexie m die Griechische Mache übmetzcn ließ, welche lncvmiug er aber uachqchcnds geändert, auch die IM» aus dem Reiche geschuftet. An. 1 s8S erneuerte er den stillstand»»! Mofcau auf 4 lahre, verglich sich mn icuicm bruder Earln, >>«!> machte ihn zu feinem Statthalter m alle» Rcichs-gefchäfftm. N bekam hierauf mit den Mosiowiln u wieder zu thun, welche an. i syc» Jvanogrod und Covorie aufs neue bekamen.Er starb j»EW- Holm den 19 nov. an. > >92. memo- rab. Luropre. büd. 8ucc. Lönigvon Engcland: Johannes / Lackland oder ohne land zubenamet, m Henricl li vierter söhn, und regierte hcy dcsvaters lebzeilm die von dcmsi'lhc» nenerohcrtc Grasschafft Jrrland. Als um brndkk Rlchardus, dcr dem vatcr m dcr rcaierung folgte, auf der ruck- reife von der creutzsarlh i» das gelobte land, in Tcntfchland gefangen gehalten wurde, maßte er sich aufeinralhcn des Königs W- ilvpl Augusti in Franckreich dcr crone Engcland an , vcrlohnleH aber hernach wieder mit feinem brudcr , (stehe Rlchardus Kann, in Engcland und Phil. ?lugust Kömg m Franckreich M als derselbe an. 1199 mitlode abg!eng,iücccpirle er ihm stmcs noch älter» , aber bereits verstorbenen brudcrs, MMdS von Bretagne söhn, Artunis, übrig war , weil damals die Mi- sions-ordnnng »ach ewiger meynung es also vermochte., Er wM auch anfänglich ohne jemandes einreden zum König gecrl>neI,M machte nicht lange hernach mit Frazickrcich friede. (M Mi- August. König in Franckr.) das >ahr hernach adcr >mn1»k Artue durch beystaud des Königs Philipp! Augusti von und einigermalconlenten Vasallen die crone dispulirlich; hannes überrumpelte ihn an. 1202 iiiwcrmutbcl zu M>rcorli" " Bretagne , und brachte ihn dastlbst un gefangniß »m ras »0 - Eonstantia, dcs imiqcn Printzcn mutier, suchte d>cram M König in Franckreich, als Oder.Lehnsherrn von Bretagne, roy Mordthat halben recht. Dahero wurde Johannes nach Franck. reich geforvert, und da er weder selbst erschiene, noch sich durch an. dcre vertheidigen ließ, vor strafwürdig erkanm , so baß er trafst des« sen alle länder kn Franckreich verlohnn haben solle. Der König Philippus Augusius schritt auch so gleich zur cxecutton, und brachte in wenig jähren, durch beyhchffe der mißvergnügten Vasallen gantz Normanbie, Maure, Anjou und Poitou unter sich, die er mit feiner crone wieder verewigte.(siehe Philippus ll Augustus/König m Franckreich.) Alles Liefes setzte Iohannem bey semeu Unterthanen in große Verachtung und Ungunst , welche noch vermehret wurde durch leine allzuharte auflagen und sein lchacsses versahre» gegen die geistlichen,gestalt er dle Prälaten und Bischöffe ihrer guter beraub / le, und wen er wiche nicht heraußgeben, auch die Investitur der Bt- schöiie behaupten wolle, wurde er auch von dem Padst Jnuocentio H1 in den baun gethan , welches er aber siey noch nichts anfechten W. Allein da er vernommen, daß der Padst durch ein wider ihn ausgesprochenes urtheil alle seine Unterthanen von der Pflicht und treue gegen ihn losgesprochen, und d,e crone an Franckreich üoecge« den, kroch er zum creutzcmnd veriprach au. rri; beydes vvr sich und seine nachkommen dem Römischen stuhle einen lähriichen mdut von rcx-o marck sildcrs, so bec PelerS-groschen genannt ward , zu reichen; ja er gab auch mit großen solennttälen die crone Engelaut» vor sich uno ferne nachkommen dem Pabste zu iehen. Er bestätigte auch be» Unterthanen alle ihre a!te pr>vüegiL > so sie noch von Ll. Eouarbo Conteuors herluhrtev , die ihnen aber seit Wilhelms d.on>guecko> L sehr beschnitten worden; er vermehrte auch >o!che mn «eueu privilogstr, unv biß geschahe durch ein lolenneS inlimmenr, «LAiiL cstLr» genannt, welches den iSjuii. an. i2i;zuRunne. mono, euiem orte zwischen Slantes und Wmdlör > ausgerichtet wurde. Mein kaum war dieses geschehen, ,o ließ er sich von dem eide, wormil er dieses mstrnmeiil beschworen, von dem Padst wieder avsoloiren, und revocirce alle zugestandene zura, weiches denn die uulerlhauen dergestalt in Harnisch brachte,..daß nachdem auch die kriege mit Franckreich übel liesse», und der König Philip« pusAugustUS an. 1214 die schleicht bcyBovmes gewonnen hatte, sie Lubvvicum, des gedachten Philippi söhn, zum Könige machten, und ihn den 20 may an. 1216 zu London crönten. Hierdurch wurde Johannes dergestalt desperat, basier auch entleyiosten war zu Muamolmo, der Saracenen Könige, überzugehen, und ein Lureke zu werden, wofern er von ihnen hülste haben könte. End« ttch starb er mitten unter diesen Unruhen den is oct. an. 1216, und recommenblrte fernen svhn Henncum, der damals nur cm kmo war, zu seinem Nachfolger, der auch so gleich einhellig davor an« genommen wurde. Seine erste gemahlin war des Lord Huberts tocyler, die andere hieß Amiem oder Havosse, und war William oder RodertS des Grasen von Glocestec cochter; die dritte war Isadelta, Aimari, des Grafen von AngoulLme lochler, welche zuvor mit Hugone vvii Brun, dem Herrn von Marchc versprochen war. Die kmder, !o er mit diesen ; geinahlmnen zeugte, waren Henricus lll, sein luccettor; Richard , Graf von Cvrnwall und Römischer Kömg zu zeilc» des -merreZm; Johanna; Isadclla und Eieonoca. Die erste von dielen Pruitzeßinnen wurde an den Kömg von Schottland, Alexanbrnm, die-andere an den Kaystr Fnebencum t!, und die brüte an den Grafen von Ehester, St« mon von Monttorc, vermählet. L»e veewittwete Konigm ver« heyrathcle sich wiederum au Hugonem, den Grafen von Marche, weichem sie der König Johannes an dem hochzemlage, worzu er Mit emgeiaben war, vormals genommen hatte. l. I.i;. -Le/«-- Litt. ä'?«nAlec. lulk. cl'^vtzier. r-1 x>. 447 /Le Lrssrr- r. 1 p. i;8 !eqq. Löntge in Franckreich: Johannes I, polkbumus, Ludwigs des X söhn Er war nam des valers tobe, da immittelst sein vctter Philippus, Graf vonPoitters, die regcnttnschasslführte, den i s nov. an. iziüge« bohren , starb aber 8 tage hernach , und wurde bey dem leich.de» gängnissc als König von Franckreich und Naoarcaprvclaimcet, weswegen er auch mit recht unter die Könige von Franckreich ge. rechnet wird. .V 7 ere,-r- Kitt. clebrance r. 2 p. ;;y. ce. rem. b l Lvc. O,//r,e 7 . bild äe brnncer. rcol. 404. 'Johannes n, von einigen bonuL oder der fromme genannt. War bey seines.vaterS Phstrvpi VI lebzeilen Hertzog der Norman. die, und legte m dem damals angegangenen Enginchen kriege von seiner lapfferkeic schöne proben ab.' (siehe Philippus Vt König in Franckr.) Er fuccedirce demselben an. r;zc>- Gleich zu an» fang feiner regierung liifflete er,oder wie einige wollen, erneuerte er den so genannten steru-orden, ( siehe Stern-orden ) und ließ Rndolphum, den LonnerWle von Frau,er. ich - Grasen von Eu, hinrichten, weil er dem König m Engeland, von dem er gefangen worden, zu seiner rantzion eine überaus grosse summe gelbes, so er nicht bezahlen konte, oder anstatt dessen die sestnng Games in der Normandie zugeben, und solchergestalt dem femv emeiilchlüssel dessRerchs in die Hände zu spiele»,versprochen. Mit Engcland hatte Iobannis Vater einen stillstand gemacht, der von Johanne von einer zerr zur andern bis an. 1;;; verlängert, aber schlecht beobachtet wurde. Der König in Navarra Eärolus, dem Johannes seine eigene tochler zur ehe gegeben, verursachte endlich, daßeszuin offenbaren krieg kam. Denn weil Johannes in der noch war, bediente er sich der gelegenheit, und machte wieder an pruch auf Champagne und Blois, ohngeachtet diese fache zu Philippi Vale- ffi zeit durch einen traccat verglichen worden. Und weil die Enge- länder Angoulestne und die andere landschafften, so er vermöge gedachten tracrals besaß, verwüstet hatten, forderte er andere davor. ioh Y49 Der König gab ihm auch Menlan und andere Plätze in der Nor-nwa. die, damit er vergnügt war. Angonleswe hingegen gab n natt ae. hends einem faoor.ten, Carolo-le I- Cerda, welcher aberAch darauf zu Aigle, einem klemm orte in der Normandie, auf anstMm desK0i>E vonNcwarrwder demselben jederzeit gram war,erstochen wurr^. Well nun der Koiug von Navarra alle seine Plätze befestigte und Johannes befürchte,er möchte sich zu den Enqcländern sM gm pardomrt er ihm auch diesen sire-cy. AIS aber Carolus von nmem m,t Engeland correlpondlrte, und so gar den Frantzvsischen Crom Pnntzen verführte . der ;edoch wieder zurücke trat , nahm ihn F,? daneS aufemem deswegen angestellten banquele zu Renan ii ärmst und ließ rdn nach Paris fuhren, allworr i»S gefänqniß gell n? und den vornehmste,,0 es Mit Ihm hieilewo.cköpffe abgeschlagen wurden Um eben selbige zetl sielen die EngeUänber , der iiiit dem W ua l Navarra vorher genommenen abrede gemäß, in die Normal welche aber Johannes an. lapffer wieder zurü'ke schlm Das nächstfolgende jähr plünderte der Engelländische CrowNriim s-. duarb Mit 17020 mannQuerc-, Auvergne Limo,in und Berri und wolle dergleichen auch in Anj.-u, Pvitou und Tonrainc thun Alle n der König, welcher damals gleich zu Cbartres war, übecsiei ibn den iy sept, an. 1 z;6 bey MaupertuiS, 2 Meilen von Postlers, wo. selbst er sich in den Weinbergen verschmitzt hatte. Ob »un wohl der Prmtz sich erbot, allen schaden, den er auf seinem Marsche von Bvurdcanx angethan, wieder;» ersetzen, und binnen 7 jähren ae. gen Franckreich nichts feindliches zu tenkiren; so unterließ doch der König nicht, weil er den sieg schon in Händen zu haben vermeynte, die Engclländer mizugreiffen- Er hätte sie noch durch hunaer ohne schwerdt-streich zwingen, und den Englischen Printzen gefangen bekommen können, allein die Frantzostn waren zu hitzig, und ver. ließen sich zuviel aufihre große anzahl. Deswegen sie dam, den ftmd in seinen! besten Vortheil, zwischen Weinbergen, zäunen und clelliees angriffen. Mein da die vorangernckte 6enz cl'srniA theils durch die Englische bogen, schützen nieder gcsthossen, theils durch deren reutercy in Unordnung gebracht und zurück gejagt worden, gerieihm auch die hinter solchen stehende trouppm ,1, Unordnung; sonderlich flöhe die andere lmie, welche der Daiiphin führte, fast ohne gegenwehr davon- Daher fiele nun die gantze macht beS fei», dcs aufbie dritte linie, so das Lorp? 6e rellerve machen jc-lte, da dann der König mir dem wenigen rest, der bey ihm blieb, sich zwar lange zeit mit grosser hertzhafftigkelt wehrte, auch nebst seinem jüngsten löhn Philippo , nachmals Hertzog von Burguno, welcher damals nicht über io jähr alt war, und nach der zeit den Man en des kühnen empfieng, verwundet wurde, endlich aber sich einem E- deimanne aus Arlois, namens Johannes von Morbec, welchen er vormals wegen einiger verbrechen weggejagt hatte, gefangen geben mustc. Der Prmtz von WaUis tractlrte ihn sehr höflich, als seinen Herrn, wartete ihm auch selbst des abends bey der lasest auf. Allein weil er sich befürchte, er möchte ihm entwischen, oder auf der reife nach Landen wieder entrissen werben, fo machte er einen stillstand auf etliche jähre, und fandte ihn gleich des andern laqes nach Bvurdeaux, und von dar nach London, woselbst er g-inhr lang gefangen gehalten wurde. Mitlerweile war in Franckreich ein ciendcr zustand. Denn weil der Adel durch seine zagheir und flucht die Niederlage bey Poitiers und d ie gefangeusthafft des Königs vcn.rfachet , warb er in dem gantzen Reich verfolget und gebasset. Hingegen die bürgerschgffk und sonderlich der pöbe! zu Paris unter anführung des k> evor der kaufleute, zogen alle gewalt an sich, zwun» gen den Croli'Printzen Carolum, Dauphin und Hertzog der Nor« wandte, baß er alle Minister abschaffen, eine Reichs. Versammlung beruffen, und einen ausschuß der Stände zu feinem gcheimdcn Rath machen muffe. Die pacthey des in der gefangenfchafft sitzenden Königs von Navarra schlug sich auch darzu, bemächtigte sich vieler Plätze i» der Normandie, streiffte biß nach Paris, und befteyete endlich gar ihren König mit list, welcher hierauf seinen einzug zu Paris hielte, sich zum Haupt des pöbeis gebrauchen ließ, unv gar auf die crone Hoffnung machte. Die anfrührischen crivehilen hierauf zum zeichen unter sich, daß sie ihre mützen halb blau und halb roth trugen, und kamen einmal hauffenwciß vor des Dauphins pal- last, brachten 2 Marschalle vor feinen äugen um, und zwungen ihn mildem gantze» Hof, ihr zeichen z„ tragen. Endlich aber ent- wischte ihnen der Dauphin nach Comviegne, woselbst aller Adel sich zu ihm schlug,da es dann zu einem öffentlichen innerlichen krieg kam. Es entstunden darneben viele banden von strassenräubern, die sich cornpsZmes nennten, desgleichen eine neue bauremrotte in der Picardie und in Brie, la staquei-ie genannt, (davon ein eigener ar. ticui) die das gantze Reich verheereten. Ja es war an dem, daß der König von Navarra in Paris solle eingelassen, und daselbst zum Kömg von Franckreich ausgernffen werben, als der krevoe der kauffmannschafft, so der rädclsfschrer des unruhigen pödels gewesen, ermordet wurde; woraufder Dauphin, welcher sich mit einer armee genähert hatte, um die stadt mit gewalt zu zwingen, mit frolocken eingeholet wurde. Der Konig von Navarra kündigte hierauf dem Dauphin den krieg an, und schloß eine oKenffv-PHänr mit Engelland. Es kam zwar an. i;c8 zu Londen zu einem frieden, kraffl dessen die Normandie, Boulonois und die Grafschafft Guincs an Engelland abgetreten, und von dem König Johanne üooooc, thaler an golde bezahlet werben solle. Aber der König von Navarra, der Paris gantz eingeschlossen hatte, verursachte durch feine Verheerungen, daß der Dauphin diese geld.fumme nicht auftreibcn konte Im folgenden jähre ward zu London ein anderer friede geschlossen, wodurch der König Johannes an Engclland abtrat die Normandie, Gule»ne,Poitou,Touraine, Anjou, Manie, Gascogne, und alle Plätze, so die Engeüanver jemals in Franckreich besessen, nebst den Grafschafften Boulogne und Guines, und zwar mit aller souveränere, desgleichen daß der Hertzog von Bretagne ein Vasall von Engellanb sey, baß Johannes zu seiner rantzion 4 Millionen Dhbbbb z gold 950 loh gold thaker bezahlen, und vor diestsnlles Eduardus M auf feinen ansprach auf Frankreich verzicht thun solle. Als aber der Dauphin und die Stande von Frankreich hicrinnen nicht willigen wollen, kam Eduard ///mit einer armee selbst dahin, verheerte das gantze Reich, bequemte sich aber doch endlich, nachdem er durch ein grau» samcü sturm.wetler erschreckt worden, zu gelinden conditionen, und schloß denbmay an. zu Bretigny einem kleinen dorffbey Chartres einen frieden, darinn er die abiretung der Normandie, Touraine, Maine und Anjvu, desgleichen den anspruch aufben le» hensmexum von Bretagne, und eme Million lhaler nachließ; und daß im folgenden jähr die renuncialion aufFranckreich eingeichickt, und dagegen auch der bißberige lehens.cvd wegen der Frautzöstschen Proviiitzen nachgelassen werden solle. Der Kdnig von Navarra. ward auch mit in den frieden eingeschlossen. Im übrigen kau man die damalige armuth des Königlichen schatzes daraus schliesset,, baß Johannes li bey seinem emzug in Paris nicht einen silbernen teller wehr auf der tafel hatte. Zu aujtrcibung der rantzion wurden dem König von dem Padst zwey zehenoen über die clerisey verstattet. Es wurden d»e Juden gegen eine siniimc gelbeö eingenommen; und nach diesem war das gelb so rar, daß man lederne müntzen, darin» nen nur ein silberner naget stack, gebrauchen müsse. Zu allem die» sem kam noch, daß die besiitziingen der Englischen platze, so an Franckreich wieder abgetreten wurden, weil sie ihren sold nicht ein» pfangcn, sich ebcnfals nach der vorerwehnte» exempel unter dein namen Lomp-Amen zusammen schlugen, das gantze Reich durch« strafften, und erst nach langer M völlig ausgerottet werben tonten. Es gab auch sonst noch viele schwürigkettcn wegen erfüllung der frie» dens-puncten, insonderheit schickte Eduard /// die renuncialion auf Franckreich nicht ein, ob er gleich sich als souverän, m den ihm abgetretenen Frantzösischen Provuitzen aufführte. Doch kam es zu keiner ruprur. An. i;Si starb der letzte Hertzog von Burgund, da denn sowvl der König von Navarra alü der König Johannes darauf anspruch machten. Doch der letztere behielt den platz, und gab das Hcrtzsgthum an.i;6; seinem vierten söhn Philippo dem küh» nen, jedoch mit vorbehält der souveramelät- Hierauf beschloß er aufdes Pabsls Urbani V und des vertriebenen Königs von Eypern zureden, einen zug in das gelobte land zu thu». Ehe er aber solchen anstellte, war er willens Engelland noch einmal zu sehen, entwc« der, wie einige wollen, eine gewisse Osme daselbst zu besuchen, in die er sich zeit währender seiner gefangenschaffl verliebt bade» sol» le, oder dem Könige Eduardo /// zu bezeugen, daß er keineswc. geü daran schuld hätte, daß sein söhn, der Hertzog von Anjou, ei» ner von den geißeln entwischt wäre, und noch andere streitige pun» cten auszumachen: welches wenigst der vorwand war, dessen sich der König bediente. Allem gleich da er dieses bewerckstclligec halte, wurde er den L apr.a. i >64 zuLondcn von einer plötzlichen kranckhett überfalle», an welcher er seinen geist aufgeben müsse, und zwar im sr jähre seines altcrs. Dieser König Johannes wurde vor einen der lapffersten und redlichsten Herren semcr zeit gehalten, wie er denn zu sagen pflegte: daß, ob gleich alle treue und glauben aus der weit verbannet wäre, man dennoch solche allezeit m dem munde der Röntgen finden solle. Ader an klughen zu regeren war ihm sein femd Eduard /// weit überlegen. Er ver» mahlte sich zum ersten mal an. mit Bonna von Luxemburg, des K önigs Johannis in Böhmen lochter. Die kinder, so er mit derselben zeugte, waren Carolus V, fein Nachfolger; Ludovicuü/. Hertzog von Anjou, von welchem der andere zweig der Könrge von Napoli berstammcl; Johannes, Hertzog von Berri, welcher ohne männliche erden starb; und Philippus der kühne, von welchem die letzten Hertzoge von Burgund entsprossen sind; Johanna, eme ge» mahlin Carol«, Königs von Navarra; Maria, die an Robert Gra« fen von Bar vermählt wurde; Jsadella, die Johannen, Galearium Visconti zu Mayland hcyralhete, und Margaretha, die eine Non» rre zu Poissy wurde. Die andere gcmahljn Johanna, Graf Wil» Helms von Auvergne tochter, starb ohne erben. lib. 9. 1 . 1 . /» //»,//>,». /v,r,u, lik. z. 1. r P.429- t. 2 col. ; ; z segg. * Bcönige von ^Zerusirlem und Cypern: Johannes von Brienne, König von Jerusalem, und nach» Mals Kayscr von Constantinopel, war des Grafen von Brienne, Erhardi l l und Agnes von Montbeüiard söhn. Er zog in der fünf« ten crentzfahrt an. 1 199 mit den Frantzofen in das gelobte la»d,halff an. 1204 Constantinopel erobern, und fetzte sich durch seine tapffcr» krit in ein solch ansehen, daß die Stände von Jerusalem nach ih» res KöniqS Emerici von Lusignan tobe eine Gesandschafft in Franck» reich abfertigten, ihm nebst Maria, jo Conrabi Marggrafcn von Montserrat und Jsabellä, Königin von Jerusalem tochter war, Las Königreich anzubieten. Dieses nahm er mir dewilligung dcS Königs Philivpi Augusti, welcher ihm 40000 pfund verehrte, an, und kam an. i2lo jns gelobte land, hielt daselbst mit gedachter Maria beylager, und würbe im ocl. gecrönel, allein die fachen stunden damals in Orient vor die Christen gar schlecht, weil der Pabst mit den Aldigenfcrn zu thun hatte, und die Könige zu Jcru» salein ohne hülffe der ccentzsahrten sich nicht erhalten konlen. An. 12,7 kamen einige Frantzv,lsche Herren an, durch deren bcystand Johannes die stabt Acre enlsatzte, welche von Corradino, denr Sul« ta» von Damaico, belagert wurde. Dacauferobecte er nach einer anderthalb,ähr,geri belagerung Danuata in Egypte», kome aber solche» ort nicht über 8 monat erhalten, weil man sie zu erlöfunq der Christlichen arwcc/ die der Egvplifche Sultan qantz eilige» schlösse» hielte, auslicfferte. Bald hernach verlodr er feine gcmah. Im, und kam zurück in Franckreich, daselbst hülffe zu suchen. Auf der reife verehlichle er sich aufs neue mitBercngera von Eastilicii, des Königs Ferdinands lll fchwester. Im nächst.folgtndcn jähre ioh wohnte er Ludovici des jünger« crönung und cinwcihnna de» ...x gieng darauf nach Rom. Er halte eine e.ntzige toMerVÄam genannt, welche er m dcm,eiblgcn >ahre, nemlichan,1^- den KayferFriedericum ll vermahlte , und zwar nut dieser ^7 gung, baß er leme lebens.zett uber daS Königreich debaien ,7 nach ihm Friedericus,olches erden solle. An. -2:9 erwählte die Frantzoien m, Orient zum Loaverneur des ConstantmopoiL n„chen Kaylerlhums bey wahrender minder, ahriguil Baidum, daher nahm er den Kayserlichen tilul an, wie alle Kavserlicde»»,' Münder bey damaliger zeit zu thun pflegten, und kam mi 12,, ,! Constantinopel an, woselbst er durch den Patriarchen Simon 7 crönet wurde. An. 122z und;; schlug er zu verschiedene»ma n den Griechischen Kayscr zu Nicaa, Johannen, Ducas, Valme? nannt, welcher Constantinopel wieder zu erobern suchte Ernarl im wart. an 12,7, und hinterließ von ieiner anderii ge'mMn Al. Phon,um von Brienne, Grafen von Eu. Nils. (honllsnrinop. Johannes I- König von Cypcrn, war des Hugonis Hälkest-V söhn, König von Cvpern und Jerusalem. Er folgte seinem » tcr an. 1281, starb aber an. irxz ohneerden, und folgte ihm sein bruder Henricus l >. bist. Johannes von Lusignan l > . König von Cypern , Petri >1 Königs von Cypern und Jerusalem söhn von Valentin« vonMav.' land. Er vermählte sich an. 1411 mit Charlotten von Bourdon, Johannis von Bourbon, Grafen cke m Marche tochter, so eine der schönsten Prmtzeßmnen ihrer zeir war. Er starb an. 14,1, M hinterließ Johannem Ui- von dem sofort; und Jacobum, Se. nechal von Cypern, welcher ohne erden verstarb. Kill. Nill. Aen. dranc. Johannes Ul. König von Cypern, Jerujalem und Am-' nien, folgte,einem vater. Er vermählte sich nul Helena Palävlv' ga, des Theodor,, Woywoden von Morea, tochter, die ihm eine emtzlge tochter, nahmens Charlotta gedahr, so zum ersten mahl mit Johanne vonlCvlinbra, und zum andern mahle mu Hcrm Ludwigen von Lavoycn vermählet wurde. Johannes starb äa 1458, und hierauf massele sich sein dastard Jacodus, welchen ee mit Maria PatraS erzeuget, des Königreichs Cypcrn an. L- Kill. L')pr. kill.ge 8avo)c. Lonige in pohlen: 'Johannes Albertus, Königin Polen, Casimm!V andrer fohu, gebohreu an. 1459, cm gelehrter aber gar »ngsticklicher Herr. Er wurde an. 149- mit dewilligung seines brudccs Ladislai M Könige in Ungaru und Böhmen erwehlct, führte trug widerCu» phanum, den Woywoden in der Wallaches, welcher ihn an. ,«7 durch einen Hinterhalt schlug, so daß er die Türckcn zu hülffe rüsten müsse. Dieser gclegeiihcil suchte sich Fridericuo, Hertzog M Sachsen, damahliger Großmeister m Preussen, zu bedienen, in> dein er der cron Polen nicht huldigen wolle. Als »imJohannesÄ derluS ihn mit gewail darzu zwingen trachlelc, siard er am W. ge, und iwar mwerheyrakhetbein L inn. an. r;oi. Kolon. Johannes Cafimirus/f Casimirus V. Johannes > U. König in Polen. Er war Jacob! Sobieski, CastcllanS von Cracau mngstcr söhn. Sckne mmter war Slanii, iaiZollklewSkl, des Groß-Cantzlers und GcncralS der cron Polen tochter. (siehe Zollktewsky Stantslaus) Johannes wurde den 24 aug an. CroN'Groß'MarschaU, an. 1667 aber Cron- Groß'Feldherr, des Königs Obcr'.Hof>ncistcr und Woywod m Cracau. An. >667 riß er den Cvsackischen redcUcii in der Ukraine üo städtc wiederum aus den Händen, desgleichen commaiMeer die belagerung der ststung Poddais wider die Tarlarn, und m> dcrle 2 ,ahr hernach die gantze WoywodschafflBrackla» in Nieder« Podeste». Ausser diesem machte er sich auch durch noch vcischie« dene andere heidenmäßige thaten berübml. An. 1671 schlug er in währender belagerung der stabt Leopol oder Lciiidcrg an Pelloivin Rslh'Rcusscn die Türckcn , und gewann den n noo. an. 167; die berühmte ichlachl bey Choczin an dem Nicster, und an den M dausschcn gräntzen, welche sich des sonnabends anhub, und den dritten lag daraus nut erodcrung gedachter fcllung vollendet würde ; die Türckcn verlohrc» blcrbey 8000 Janiischarcn und r°ooo Svahi. Weit nun um selbige zeit der Kömg Michael Kor» Wlcsnowisti verstorben, wurde er an dessen stall den iy man an. iö,4 zum König in Polen erwehlct. Die crönung geschahe aller' erst 1; monale hernach, dnmen welcher zcic er untcrMdM sckilachten wider die Tnrcken gewann, und selbige dahin nolM - baß sie zu Zurowna einen frieden machen müssen. An. 1676 erM er von bem Kömgc m Franckreich durch öclss» Adgejandlen, da Marggrafen von Belhunc, den ordrn des Heil. Geistes, 'E auch bey vielen andern gelegenhcitcn verschiedene Kennzeichen M frcnndschafft gegen diesen Kömg an den lagsscgtc, »umaM U viel zu seiner wähl beytrug. An. 168; HM er vorncm iä d e M Wien imt cnlictzen, wie er denn in eigener pcr,on z« ' war,und grosse ehre einlegte, einender v^icdmlicn LE pferdschweiffcn mit eigener handelnd durch 'K'lchntidiing mna dessen so den pserdschwciff sührcke, gewann ; w'cwodl er nacn ^ sem wenig wider die Türckcn auorichlclc, oder a>>ch a»lM' wolle. Er redete unterschiedliche sprachen, war cm NE 0 ^ bücher und gelehrten lculc, und ein tapffcrcr Herr, ^ Mr am ^ bereicstcrung seiner familie etwas zu lePr soll geiehen yam«. ^ gemahlm war Maria cle la Granne, des Morggratm ^ aus dem Hause ete-ls Gränze >u N>vcrnoiS lochler, deö w I Prmtzcn Johannis Zamosky ivitlwe, mit welcher er z p« d 0^ loh zeuget, Jacob Ludwigen, Wxanderu, der den i-nov. an. ,714 zu Rom gestorben, und Constantinnm Uladislaum, und eine witzige tochtec, Theresiam Cunigundam, so an den Churfürsten von Bayern vermählet worden. Er starb den 17 jun. an. 1696 zu Warschau, und das folgende jähr wurde der Churfürst Friedrich August von Sachsen an dessen statt ekwehlel. l-es snecäoW äeVo- io§ne. Brönige von Portugal!.- Johannes!, dforkur, König in Portugal! und Algarbien, ein vater des Vaterlandes zugename,, Perri des arausamen um ächter söhn von Theresia Laurentia, einer vornehmen Adestchen Darne, w von einigen mit unrecht vor eme Jüdm gehalten wird. (3) Er war Großmeister des vrdcns von Avis, und wurde an. 1 ;8; nach seines bruders Ferdinandi tode von den Portugiesen zum Könige gemacht, weil des Ferdinand» rechtmäßige brüder von Jo, hanne I in Casttlien gefangen gehalten, und die einige lochler Ar» biiiandl, namens Beatm < crne gemahlin Johalims I von Lastn lien / von den Reichs. «ständen ans haß wider die CastiUancr vor unächl erkläret ward. Geincldter Johannes von Casttlien ergriff zwar die Waffen, und die hinterlagene Wittwe Ferdinand!, na. mens Eleonora , war ihin auch anfänglich behülstich, baß dergrö. sie theil von Portugal! unter des Castlllauers gemalt kam. Allem Johannes Nochm hatte die liebe des volcks auf seiner seile, die er durch erstechung des Grafen vo» Andeiro, der Eleonorä duhler, an sich gezogen. Hernach als Johannes l von Casttlien Lisbon be. lagerte, kam die pest unter seine armee; und endlich, als er an. i;8; wieder ankam, ward er bey dem flecken Aliubarotta aufs Haupt geschlagen, und muste Johamus von Casttlien söhn Henri, cusan. 1411 meinem solennen frieden endlich Johannem dlotknm vor einen König m Pormgall erkennen, fb) An. 141s eroberte dieser Johannes l die Africanische festung Ceuta; (c) und an.i4iy ward durch den flnß seines Prmtzen Henrlct dle in,iil Madera ent. decket, und hierdurch der gründ zu der nachgehends erfolgten ent. decklMg von OssJndien gelegt, (ä) Es ist auch zu mercken, daß Johannes l die »rsrn üifpsmcLm abgeschafft und «rsm ^KriKia- N3M in Portugall eingeführet; ferner, daß er das corpus juris ,n die Portugiesische spräche übersetzen lassen, und die Königliche re. stdentz, welche bis dato zu Coimbra war, nach Lisdonn verlegt hat. (e) Nachdem ihm der Pabst Urdanus V l den eyb erlassen, mit welchem er sich an. i;87 zu einem geistlichen leben verbunden, vermählte er sich imt Philippa, JohanniS von Gaunt, Hertzogs von Lcmcaster, und seiner ersten gemahlin Bianca rochier, des .Königs in Engcland Heurici l V schwester. Er hatte von seidiger unterschiedene kmder, worunter Eduard sein Nachfolger war; Pe« trus war Hertzog von Coimbra; Henricus Großmeister des ordens Jesu Christl, welcher den mathematischen künstcn und insonderheit den schiffarthen ergeben war, auch um deswillen sich nicht verhcy. rathete, und zu Sagres m Algarbien an der see wohnte, um seinen speculsnonen besser abwarten zu können; Johann , Großmeister des ordens 8. Jacob und Vonnetable von Portugall; Ferdinand, Großmeister des ordens von Avis, der in einem unglückliche» zug wider die Mauren gefangen ward, nnd in solcher gefangcnschafft sterben muste, davon unter dem König Eduard gemeldet wirdzund Alvhonsus, ein natürlicher söhn, von dem die Hcrtzoge von Bra« gauza abstamme». Er starb endlich den 14 aug. an. 14;;. (3) äe versLeZ. Vortug. genes!, 9. irül. 7 »,/,^/'. tternnia ssu- ssr. ksbuls i Lr r. (b) I 18 c. A , ic> fegg. Le 1.19 c. 8- ä" kilior. kni lernp. libr. z. 9. 14; legg. (c) ää. ». Le in cont. kseon. sä ä. snn. fä^) sä sn. 14,8 u. 21. 0/-',,,-, äe gettis Lrnsn. I. 1 (e) ä. l. 'Johannes u > der grosse zubenamt, folgte seinem Vater Al« phonso V an. 148 r. Eve er Kömg wurde, war er an, 1471 mit bey der erobemng der städke Arzila und Tanger, und an. 1476 ließ er seine tapfferkeit in der schlackn bey Toro wider die Castilianer sehen. Als er zur regierung kam, setzte er sich vor, die grosse ge. walt des Adels in dem Reiche, sonderlich aber des hau,es Braqan. za , zu unterdrücken, tracttrte dahero alle Edelleute hart, und als unter allen der Hertzog von Braganza am ersten rebellirte, ließ er ihn entbchchten, relegirte seine anverwandten < und zog alle ihre guter em. Hernach als seines vaters bruders söhn, Johannes Hertzog von Vsseo, wider ihn conspirirte, erstach er ihn inil eigner Hand. !» Als er nach diesem friede hatte, schickte er schiffe auS, um neue länder zu enidecken, war auch so glücklich, daß Petrus Dia; bis an das Ospc> tton« 8'pei kam. Weil er nun viel von ei« nein Priester Johannes hatte reden hören, daß solcher ein Christ« sicher König in Indien seyn solle, suchte er mit ihm communica. tion zu haben, und schickte etliche Juden, die der Arabilchen spra» che kundig waren, zu land durch Africam bis an den 8inum?erli- cum, welche die beschaffenheit der länder, und wie weit Indien entfernet, so damals alles unbekannt war, entdeckten. Hierdurch bekam Johannes ll Inst bis nach OssJndicn schmezu schicken, und rüstete zudem ende würcklich eine flotte aus, wurde aber durch den tod verhindert, ein mehrers zu thun. (b) In Guinea bauete er das casrell äe Mina, und die festung Azaaior in der Barbarey er« gab sich ihm aus schrecken. Zu eben dieser zeit kam der berühmte Columbus auch an den Portugiesischen hos, und erbot sich neue länder gegen Westen zu finden, wurde aber abgewiesen. Als nun nun hernach America durch denselben entdeckt wurde, verdroß cö die Portugiesen, welche dem König riechen, er sötte Columbum, da er wieder zurück gekommen war, umbringen lassen. Johannes aber that es nicht. Hingegen fieng er einen streit mit Castiiien an, und behauptete, daß ihm vermöge der Päbstlichen bullen al. leine zukäme, nach America zu schiffen. Hierauf wurden von ioh ' beyden theilen commilLr» geschickt, die fache gütlich abzuthun; die auch an. 1492 zu Tordestllas zusammen kamen, und den 7 mn. sich dergestalt verglichen, baß die welt-kugel in zwey theile vermtt« lehr einer m qedancken durch die beyden polc.8 gezogenen linie, we« ch- aufdem xgusrore hundert Meilen von den Azorischcn und b«« poverdstchen insuln gegen Westen fallen sötte, zu theilen, und das westliche theil zu Castiiien, das östliche aber zu Portugall zu rechnen sey. Dieser ausspruch ward auch von dcm Pabsi"^ ä-Ln. !4Y', bestätiget, tzc) Aber diese würckliche qräntzschewuna ist niemals vorgenommen worden, sondern unter dem Koniae arss. hanne lll ein neuer streik entstanden. Sonst ist zu mercken, daS Johannes i l die Juden, so aus Castiiien verjagt worden, alle in ftin land aufgenommen, bey welcher gelegenhett über zwantzia tau send Jüdische Haushaltungen sich in Portugall nidcrqelaffen die bann auch ein grosses reichthum mitgebracht, welches bernacdun. ter der nachfolgenden regierung Emanmlis, da man den arösten theü dieses volcks zwange, wenigst zum schein die Christliche Nett. gion anzunehmen, mcistentheils darinnen verblieben ist Er starb den 29 oct. an. 149;. Er hatte2 söhne, einen rechtmäßigen, Al» phonsum, der sich mit Ferdinand, llstbolici rochter Jsadella an 1490 vermählt hatte, aber einige monatc nach dem beylaqer von dem Pferde stürtzte und todt blieb; und einen unächten , Gevrqium, dem er gerne zu der snccesston geholffen hatte; er tonte es aber nicht dahin bringen, sondern muste das Reich feinem nächsten an« verwandten Emanueli lassen. Sein leben haben beschrieben Vas» conccUns; Gnrstas äe Resenbe; CbrlstovaläeFerreira; und erst vor kurtzem Johannes TeUesius, Marggraf von Alegrcte; dessen werck in dem Haag au. 17,1 nachgedruckt worden, stehe Vifes. (3) TeA-F«- in VIM )0ÜLNM5 ll 9. 40. i;o. 9. 270 leoa. lütt. äe I'c>,r. r. I 9. 492 legg. (b) Te/fe/L, 9. fegg. ,! lletcrizik. Olittp. äs rebv8 LmsNueliS I. 1 ttilkc»-. Inclic. I. 1. (c) p. i); fegg. 242 legg. vie käbirüctte bulle lieber be^ ftrsr-ro unci sä an. 149; äerglcicben in äesklerrn coä. für. gent, äiplom.unä in msgnc» Komsno c. i p. 466. * Johannes!!!, folgte an. If2i stillem Vater Cmanuei. Der Kömg David m Abyßinien ließ ihm durch seine Abgesandten zu der crvnc glück wünschen, und ihn dabey ersuchen, daß er die mit lcincm vater gemachte bündniß nebst der porigen freundschafft continmrett möchte. In Ost «Indien fieng das glück der Portugiesen, welches unter seinem vorfahren aufden höchsten grad gestiegen, unter ihm ein wenig an zu stutzen, theils weil die Portugiest» mehr auf ihr incereile und reichthum, als die tapfferkeit sich beflissen, theils weil die Indianer ihnen allgemach die kriegs-künste ablernten. In« sonderheit fieng der König zu Cambaya mit dem Türckischen Sultan an, mit gemalt sich wider die Portugiesen zu rüsten; be» lagerten auch die festung D>» zu zweyen malen, aber jederzeit ver» gebens. s) Jedoch fügten sie den Porkuaicsen in commercien-fachen umerfchieollchen schaden zu. Wegen der Moluckifchcn insuln be« kam Johannes l N mit dem Kavser Carolo V einen streu, Vene schon iiiilcr dem König Emanuel der berühmte Fecbinantus Ma» gellainis veranlasset hatte. Dann die Spanier sagten, diese in« sul» gehörten zu West-Jndir», weil ste durch die von Magellano gefundene und benennte straß dahin gelangen tonten, da hingegen die Portugiesen solche noch zu Ost'Jnbien rechneten. Endlich aber weil Carolus V gcldcs benöthiget war, perkauffte er krafft eines traclats äs an. 1529 allen seinen anspruch an diese instiln der Cron Portugall vor; zoooo dacatcn; wiewohl die Spanische scribenten sagen, daß dieselbe vor dieses geld nicht verkaufst, sondern nur ver» pfändessworden. b) Sonst ist zu mercken, daß Johannes ill den Jesulter-orden am allerersten unter allen Europäischen Potentaten in sein Reich genommen, und denselben zu Missionen in Africa nnd Indien gar nützlich gebrauchet; wie dann Franciscus ssave« rius den Portugiesen den weg nach China gebahnet, auch Japan entdeckt hak.c)Es führte auchJohannes M die Inquisition zu erst in Pvrmgallem, und starb am schlage den n jun. an-1;;/- Mit Catharina von Oesterreich, des Kaysers Caroli V schwester, zeug« te er; söhne, welche alle in ihrer Minderjährigkeit mit tode abgien» gen, desgleichen starb auch noch vor ihm a». i;;4 sein söhn Jo« hannes, Prmtz von Portugall, welcher aber noch vorhero mit Jo« Hanna, des Kaysers Caroli V rochter, einen söhn zeugte, mit »a« menSedastiaiyder erst nach seines vaters tode gebvhren wurde,und dem groß'valer in der regierung nachfolgte. Die Printzeßimien waren Maria, des Königs in.Spanien Mlippi gemahlin, so denn Jsabclla und Beatrix, welche jung verstorben. Sein leben haben beschrieben Franciscus Andrada und Emanuel äs Sousa Coutin» ho, beyde in Portugiesischer spräche, stehe auch von ihm kJ/E-e/- /,„» p .282 fs^. ; c. 16 k>. 291 leg. TViVti«»» in §enes- iog. p. 1269. in bittor. Inäic. 1.8 p. 227 usgue sä tinem. in bittons äe Inäis. 3) Da,»ick». » oppugnsüo urbis Öienüz - Lc äs bello Lambsico secunäo. äesZIeicken äs rebus L ttuliisnir in Inäis spuä Oium yettis , to bsväs in lkiss-snis illulkrsts enrbslcen linä. b) LonguiKs äs lsr Islss däslucss p. 4; legg. bittor. Inäic. l. ic> 9.270 fegg. nnä äis kortugielilcbe äeäuÄion. to ersssn. 17,; >in klssß'.vie- äer sutseleßc voräen, unter äem ticul norice Le iuttiücslloa äu ncre äs Is colonie äu ^scrarnenc äs 8. Vincent, in 8- c) 9. zrü. 9. 291. /srrrcrk» in tbessurs rerurn lnäicsk» rom. i. "(obanneslV- ausdem Hause Braganza, ein söhn Theodo« sti, Heetzogs von Braganza, nnd Anna; JohanniS Ferdlnandt äeBelast», Vonuersble ,n Spanien, lochler; ein cnckel Jvhan« niS l- Hmsoas von Bragantza, welcher an. >s8o wegen ,cmcr ge« mähst» Calharma, Eduard, Hertzogs von Guunaraens wchter, und Könias Emanuels enckelm, auf d»e Cron Portugall pratensivn gemacht 952 ioh gemacht hatte, aber von dem Könige in Spanien Philippo H . vcrdnmgen worden war., Nachdem """^^ dortugieien endlich des Spanischen jochcs müde waren , und die revolcc vorhalten, warssen sie ihre äugen aufdiesen Johanncm, Hertzog von Bra» qanza, welcher aber als ein stiller nnö ruhe liebender Herr, an» fängiich keine rechte lust darzu hatte. Well ihm aber d,e Spamer, die sich nichts gutes von ihm vermuthete, auf allerley weife nach dem leben aestellet, so redete ihn senic gemahlm Louga, des Hectzogs von Medina Stdonia in Spamen tochter, mit diesen Worten an : Mcm tilld, du siehest, daß die Spanier dir einmal den tob zuge» dacht haben. Wann du Hertzog von Braganza bleibest, bist du verlohren; und wann du die crone annimmst, auch. Also ist es besser, du sterbest wie ein König, als wie ein Hcrtzvg. s) Hierauf ließ er sich endlich durch das zureden feiner ambitleu,en gemahlm, und seines Agenten zu Lisbonn, Pmlv Rlbeyro, bewegen, die ange» bollenc crone anzunehmen, und als die revolre glücklich ausfchlug, ward er an. »640 oen i dec.ziilii König erkläret. Jedoch waren eini« ge Grossen noch auf Span,Der sene. Dannenhero auch kurtz nach dem amritt ftiner reglernng sich eine confpiratlvn ansponn, wvr» mit der Ertz'Blschvss zu Braga, und der Hertzog von Cammha nebst dem Marggraftil von Villareal impticiret waren, die aber, nachdem dre confpiralion enldeckt wurde, alle das lebe» lassen inu. stc». Weil nun der neue König Johannes l V mit Spanien einen schwere» krieg vor sich hatte, Portugall aber in gar lchlechten und arme» zustande war, so machte er mir Lranckreich und Engelland alliantzeii, die ihm auch einige hülffe zusandten, wodurch er m stand gesetzt wurde, daß die Spanier, welche eben damals iuEa» lalomeu, Italien und den Niederlanden ihre Hände voll zu thun hat« le», wider Portugall inchlö ausrichten konteu , sondern vielmehr verfchiebenen activnen den kürtzer» zogen, wiewol es nie zu einer Haupt,chlachl kam. Mit den Holländern, welche unter währen» der verenngung der cron Portngall mit Spanien, die Portugiest» sche conqueten in Ost-uno West-Jndien angegriffen hatten, mach» te er gleich zu ansang einen stillstand auf 10 fahr. Und zwar so ward dieser friede m Europa gar wohl beobachtet. Aber m beyden In» dien wollte jedes theil über baS andere zu klagen haben. Sonderlich aber siifflctcii die Portugiesen in dem wichtigen stuck von Brasilien, welches die HoUänbisch'Ostnibischc compsxme allbereil nnler sich gebracht halle, eine gäntzliche revolre an, und »amen dieje rebellen dem gemachte» vertrag zuwider von neuem unter ihre bvllmä» ß,gleit, wodurch sie bann die Holländer fast aus dem gantzen lau» de verjagten, und an. -6x4 den haupt.vrt Recif eroberten. Hm. gegen verlohren sie um so viel mehr >n Ost'Jndlen, allwo die Hol» lander sich bey diesem anlaß, von den Plätzen auf der nuül Zcylon, Malacca, denen küsten von Malabar, Coromandcl, von Eochin, Earanor, Cranganor rc. Meister machten, biß endlich a». iüüi der friede erfolgte. Mit dem Padst hatte der König auch grossen streit. Darm derselbe bull es mit Spanjen, wolle ib» vor keinen Kömg erkennen, und nicht emnial die von ihm uoimmrte Bischof» st bestätigen. Well nun die Urchen m Portugall hierdurch ohne Prälaten waren, rieche man dem König, er stille sich von den, Päbliachrn gehorsam entziehen, und er hatte auch anfänglich gu» te lust darzu. AIs aber das inqujsilions.gericht greulich darwiber fulmnnrte, ließ cr jich davon ablchrccken, und nnlerwarff sich der Päbstlichcn vcrocdnnng mit grosser gedult. Er war überhaupt ein Herr von keiner restlulwn noch lavsserkeit, liebte die ruhe, jagd, Nilisie und tantzen über alles; daher auch der krieg wider Spaine» st schläffrig fortgesetzet worden. Solisten war er freundlich gegen jedcrman, hielt »eh sehr schlecht und mäßig m kleidung und kost; wie er denn aitch vssl zu sagen pflegte: daß einem Rönicke ge» bühtte, leutselig zu seyn / daß alle klcider den leib bedeck» ten/ und alte speisen eine nahrungv kraffl hatten. End» lich starb er zu Li„abon an emer verstopstnng des urmö den L nov. an. iü;ü. Von seiner gemahlt» Linse, Johann Emanucl Percz von Guzmann, Hertzog« von Medina Sidviua tochter, halle er einen,ohn, Thevbvsium, welcher mng verstarb; und zwar aus cliLgrln, weil ihn der vatcr aus mißtrauen und nc>d nicht wolle in csmpLgne lassen. Alphvnsum V l und Pclrum, welche ihm bey» de gefolgct. Helium Lullt»». ste sti- vis regn. L»kk>I. Le Lorrug. pro ,ure ksnniL. Lonste ste d.rlce)rs hilloriz ste 1'oriuL»! retk»ur»sto. kiitori» stelle guerre sti Lvrtogallo. lVke- molre5 ste Lremonc st'Ablsncourr. revolukion; ste Lorru- x»>. Ittemr, Lurop. rom. 6, 7. lck»ubüüne »st hh. »nn. * Johannes / ein Portugiesischer Printz. Sein vatcr war Pe» trus der strenge, König von Portugall, und seine mittler die bc» rühmte Agnes ste Castro. Sein ältester brudcr Fcrdmandus be» stieg an, 1)67 den väterlichen thron, und heyralhete nachgchends, mit grossem Mißvergnügen feiner Unterthanen, Eleonoram Tcllcz steMeneseS, milderen schwester, Maria, Johannes vermählt war. Da diese Königin keine männliche erden aufbringen kunte und daher vermuthete, daß Johannes nach ihres gemahis tobe König werben dürffcc, mißgönnest sie ihrer schwester die ehre, nach ihr auf den Königlichen thron zu kommen, brachte dannenhero Johanni einen falschen verdacht wider dieselbe bey, und so wohl dadurch, als durch die Hoffnung, so sie ihm zu einer Vermählung mit ihrer tochter Beatrix machte, verleitete sie ihn, basier gedachte seine gemahlm ermordete. Allen, wegen dieser that musst er flüchtig werden, da er denn an den Castilianssche» Hof sich begab, und mit Constanlia, des Königs Hennen 1 natürlicher tochter, sich zum andern male vcrhcvratyelc. Dieses Henrici! I söhn und Nachfolger Johannes I vermählte sich mit der cintzigen tochter, Bcatnx, welche Elconora dem letzten Könige Fcrcinan. ioh do von Portugall gebühren hatte. Da nun dieser « mit rode abgieng, suchte Johannes l ihm m Pvrtu.w i rcn, und damit ihm der Printz Johannes nicht ^lced,. fallen möchte, ließ er ihn auf daS schloß zu TÄeLsaesan^"'^ Die Portugiesen widersetzten sich unter dem GrosimM^ Acn. Johanne Nolho, den Casiilianifchen Waffen, und K standartcn, in weichender Printz Johannes in keikm ey vorgestellt ward. Allein obgleich die Castilianer den kürk^n^" ^ so blieb doch Johannes einmal wie das andere gefangn . ^n, gedachter Großmeister erlangte endlich die Porti,Ä«,. Mit «einer ersten gemahlm, Maria TcUez ste Menesse ^ emcn söhn, Ferdinand,»», gezeuget, welcher von einer ^ in Gallicien sich den beynamcn ste Eza gab , und von vielen Ä ? 4 r kinber bekam, worunter sich eme tochter bemud.,'!^^" tzogm von Villabermosa warv. Von seiner andern stantia, hinterließ Johannes r tochter, nemlich Beairicem fiu vonValencia liiCast!lien,uiidMariam,eine gemabiin dÄr r' Pedro Nunno. Auch halte er z natürliche k.nder, w ch- ZL wohl versorgt wurden. ^ epig ^ Lorrugues. p. ; c. s. 00, n. rVLr-««., bitt. ste l. sz Bönig von Schottland: Johannes/ mit dem zunamen kalloluz. war ausdercn»» manoie gebürtig, ließ sich aber nach AlexandriNI ali'n»/ . folgten, lobe zu einem Könige in Schottland ausrüsten '§. 7 ., dcShalben mit Roberto Brusio viel Händel, welcher eben so na,« recht zu der crone hatte, als er; »nassen ihrer beyde» grvßnm e m schwesteren, und zugleich des verstorbenen Königs Aleraud tauten, und also mit dessen vater Mxandro U geschwislme ünk»» gewe,en waren. Jedvchweil dieser Johanes von der älteren schwel,» Margarelha herstammele, hat scii, recht unstreitig, wie es'eM „1 der that geschehen, vortrcffen ,ollen. Dann weil die Schollen den streit nicht ausmachen tonten, wurden sie endlich dad» eins, baß Konig Eduard! in Engelland den ausspruch ihm Dieser that vor Johanziein den ansspruch, jedoch mit dembedlo! ge, daß er ihm huldigen solle, welches auch Johannes nach der Schottland,,chen icridenlen bericht, aus Herrschsucht soll eim. gangen habe» ; da im gcgenthcil die Englische scribenicn behaup. ten, es wäre d,s ein uralles recht der Englischen Kvmgen aeivesen, und halttn solches die Schottländischen Stände durchachcudS und namentlich die sämtliche Candidastn des Königreichs, »cch ehe Koiug Eduard den richterlichen sprach über die slmlm lucccffwn aus sich genommen, also erkannt- Jedoch wie dem e>I» tem, als Johannes auf dem throne saß, wolle er an nichts gcbini. den seyn, vaherv gieng ihm Ebuardus zu leibe, und nöldigic ihn, baß er sich an. 129k ergeben, und in London arrest halten mch. Er kam endlich durch Padstliche interceßion loß, renuncirlems Schottland, und starb an. 1 ;o; als ein pckv»ru 5 . leck«,. Bönigcm Ungarn: Johannes Corvinuo, siehe HunniadeS. 'Johannes von Zapotia, cm söhn Slephani WvywM in l^icvrnburgen, war wegen seiner lapffcrkett sehr berühmt. Er würbe be» n »ov. an. 1; 26, nach Ludwig dcs jüngerii, der tts Ptohatz blitb, lobe, von ciNMi, Ungarischen Stäiidcn M Ä« Nige gccrönet. Weil nun der Ertz'Hertzog FcrLinandns von Öc» sierrcich, welcher mtt Anna, des bcuieldlen Kömgs Mm schwester, vermahlet war, von einer ankeren parthcy UiignrijW Stande gleichfalls gecrönct wurde, und Johannes iFerdniMts nicht gewachsen, auch von ihm bey Tockay geschlagen war, so begab er sich unter des Türckischcn Kaysers Solymamn schütz Die» sc ruckten nicht allein in Ungarn, ,ondccn belagerten auch an. ijr? W>cn, musten aber wieder davor abziehen. Endlich erfolge a»s eme» langwierigen krieg, so zwischen beyden geführel wurde, ist» dc, dergestalt, daß Johannes König bleiben, Ferdmandus M nach besten rode gantz kliigarn allein haben, und so Johannes mit >oh» hmlcrüe»e, selbiger das Fürstenkhum Eicdcnburgcu HM' nicn ,olle. Johannes starb endlich den 21 >ul. an. izgo, u,id b»>» terlicß von seiner gemahlin Jsadella, Königs Sigislinindi UnM tochter,ciiicn lvbiiJohaiinemSiqlsmulidiim.Esdcmühetench M hernach dieKömgüche wülwe, des vorgcdachteftiedeiisgchlnjjcsW geachtet, ihrem Printz zur Ungarischen Crone zu verbellen, er nm e aber mit Siebenbürgen verlieb nehmen- ( siehe Johannes vl glSMUNdUS, Fürst in Siebenbürgen.)/,'. sppencl. ooal»i- ^tult. I. 9. I. «9. (.'er.»»- euris I. 2;. Lhurfklrstcn und Ertz-Bischöffe zu MaM: Johannes!, war ein Grase von 8. Paul aus dem M xemburg, und wurde an. - ;?> envehlcl, ,ahr Bllchoff zu Straßburg gemessn. Er war Dr b,, ^ wurde bahero nur spollSwei,e B>lchvtt Hammel g lunnet soll er sich auf gut essen und tr.ncken wob « ' ^ Die Mayntzer waren ihm ,chr gebagig , .wid awnU ' u 7 ; 7; dureb g-fft aus dem weg-, wiewohl ewige Mus folger Adotpho von Nassau ichuw geben. TU tvls,) ncr. ^ . Johannes U. war ein söhn Adolvhi, Jdueu, und Wtsbadcn, und ein öruder iciws ^ ^ Adolpht 1 . D>ecanonic,zuMavlitzhattenGotttt d, b ftn von Leinmgcn, an. r;9; crwchiclz blkstr JMNi S 0 ^ ioh demselben von dem Pabste vorgezogen- Man giebt jk,m Wutv - daß am sein anstifften der neuerwehlceKayscr Fridcricus vonBraun» schweig an. 1400 ermordet worden, (flehe Fritzericus lV Kav» sir) Dazumahl soll einer in der Dom-kirch zu Mayntz auf emcm stem diese Worte emgegraben gefunden haben: Vene Lc mveme« - er kchrete des nachts daraufdiesen stein um, in meynunq einen grvfl stn schätz darunter zu finden, traf aber auf der andern seile die. st Worte an: lvloßunr,» ab snriguö UeauLn, worauf denn diese verse gemacht wurden: LeZuIa non kclla lVto§un«s cliKs , ^lamgue Ducern ürsvic Vrigericum , gui <^usii Üsvich Lrunlvig prorexit, Zentemczue susrn dene rexir» Mein was von dem stein gemeldet wird, ist ein alberes aedichte- Die knittcl verje aber sind in der gemeinen einbildung, als ob die. ftr Blich off Johann der anstiffter obgemeldten Kayser-mords ge> Wesen, also aufgesetzet worden, mögen aber darum dessen noch kei» nen lichere» beweist geben. Der Blschoff selbst soll sich hierüber mtk ernem end purgieret haben. Doch war das übelste, baß die vornehmste mteressirte solches nicht glauben wollten. Daher svn. derllch des entleibten Kaysers bruder Hertzog Hcnnch von Braun« schweig ins Ertz-Stiffl einfiel, und an vielen orten grossen scha» den verursachte. Auch brachen an. 1406 einige zusammen gerat» tete edelleute biß in die stadl Mayntz, plünderten einen theil davon, und erschlugen viele kurzer. Svnsten hat Johannes an. 1404 das schloß zu Höchst erbauet, und dabey handlanger.arbeit verrichtet, um seine bedienten zu gleichmäßiger arbeit aufzumuntern. Er starb an. 1419. /?«§«/. 6srm. 8. p. I. tom. ; rer, 6erm, psA. 42; Lraunkchv cNron» t. 26s iegs. Fe»L. lVlanst'. cliron. fi>!. zoz. * Johannes Schrveichardus, war aus dem alten Adelichen geschiecht derer von Croubera an. izz; gebohrcn. Seine eitern wievmete» ihn zum geistlichen stände, und nachdem erstinekuckm auf den Teutschen und Niederländischen academien zu ende ge» bracht,Zünd von reisen wieder zurück gekommen war, ward er Dom-Herr und folgends Dom-Dechant zu Mayntz, wie auch Probst zu St. Alban. An. 1604 ward er zum Ertz-Bischoff und Churfürsten zu Mayntz erwehlek, und wohnte daher unterschiede» mn Reichs'tagen und der wähl Kaysers Matthiä und Ferdinands II dey. Es wird sonderlich an ihm sein aufrichtiges und friedlie» bendes gemüthe gerühmt, welches er fürnemlich dey denen da» mahligen Böhmischen Unruhen blicken lassen, da er die Protesti» rende Stande versichert, daß sie sich in den Obermnd Nieder. Rhei» mschen Creyßen wegen der religion nichts zu befürchten haben selten , ob schon die Catholische die Waffen vor dem Kayser würden ergreissen müssen, wie er denn auch vorher» die Ungarischen und Böhmische» Stände zu ablegung der waffen eifrig vermahnte. An. 162; brachte er eS dahin, baß die berg-strasse, welche das Pfaltz» Gräfliche haust seit an. 146z besessen, wieder an das Ertz-StM Mayntz gelangte, und auf eincr an den Sächsischen Hof an. 1624 angestellten reise, vermochte erben Churfürsten von Sachsen, den Hertzog von Bayern als Churfürsten zu erkennen. In seinem am 1626 gemachten testament hat er seines brudern söhn, Adam Phi» tippen von Cronberg, zu seinem Haupt-erben eingesetzet, und nicht allein viel ansehnliche leg»» zum besten seines Churfürsten« thums gestifftet, sondern auch die übrige Cronbergische familie gar wohl bedacht. Er starb an. 1626, und liegt zu Mayntz begraben. Johannes Philippus, ein Freyherr von Schönbom, wur« de an. 1642 zum Bischoffzu Würtzdurg, und an. 1647 zum Ertz- Bischoff zu Mayntz erwehlet. Zu seiner zeit wurde die berg-strasse von Chur-Pfaltz wieder an das Mayntztsche Ertz-Stiffl eingelöset, und an. i6z8 der streit zwischen Mayntz und Cölln wegen der Kay» ftrlichen cröniinq beygelegt. An. 1664 brachte er durch die Französische hülsss völcker so damahl nach der schlackst bey 8. Gott- bart aus Ungern wieder zurückkamen, die stadt Erffurt völlig an Mayntz. In eben dcmselbigen jähre wurde der streit zwischen Mayntz und Pfaltz wegen des wildfanges geendigt, flehe Carl Ludwig Churfürst von Pfaltz und Um 167- starb er im 70 iahre seines alters. Er bat sich in allen angelegenheiten sehr enisig erwiesen , daher man damahls den Mayntzischen Hof aulam lsboriolsin genennet. setzen cler Lkurkürtten TU Ertz-Bischöffe und Churfürsten zu Trier r Johannes l.war des Kaysers Henrici VI Cantzlcr, und wur» de an. n88 erwehlet, gelangte aber erst an. 1190 zum besitz. Er hielt es bald mit Philipps aus Schwaben, bald mit Ottone aus Braunschweig, nachdem es die zeit erforderte, diestadt Trier aber blieb meistens aufOttoms feite, daher sie ein pnviiegmm von demselben erhielte, so nachgebends das kunstsment der Trierischen freyheil genennet worden. Als er an. nyr die jurisdiction fernes Ertz-Blßthums etwas zu weit ausbreiten wolle, ward er von dem Grafen von Vicnne gefangen, bald daraufaber von PfaltzgrafJo- hanne mit gemalt wieder loßgemacht. Als er an. 1196 einen alcar bauen lassen, soll der rock Christi sich wieder gefunden haben,welcher in den bisherigen Verwüstungen verlohren worden. Er starb an. ,2iz, und ward in dem kloster Himmelrvdt begraben. Lerm. 8« p. l. LIINLl. ^l?ISV, Johannes 11, war Jacobi I. Makggrafens zu Baden, zier söhn, und behauptete das Ertz-BiMum an. 14? r wieder den Hertzog von Bayern, der sich aufdie hülsse Hertzogs Philipp, von Burgund verließ. Zu seiner zeit ist die Universität zu Trier zu vol. ligem stände gebracht worden. Es stunden ihm viel malcontentm nachdem leben, wie er denn an. 14SS aüfdem schlösse zu Cocheim gen, aber ohne schaden durch untergelegtes Pulver in die luU Er starb an. r^z-und'batte seinen vetteV Ja- cobum >l zum Nachfolger, ^«ce/. 6erm. 8. p. 1. tviive- xenesl. snN. ^?rev. ^ ^ ^ ^ Johannes N I. war aus dem Adelichen geschlechte von Me- tzeuhamm, und wurde an. 15;, erwehlet. Er starb an. 154° und hinterließ den rühm emes guten haußhalters. Zu seiner zeit ist die Universität zu Trier renovirt worden. . Johannes IV. war aus dem Adelichen geschiecht von HagcN/ hieß sonsten Johann Ludewig, und wurde an. 1540 erweblct. Eil hat die Herrschafft Montreal wieder zu dem Ertz . Slifft gebracht, und ist an. r;47 mit tode abgegangen. F«ce/EF>». Johannes V. ein Grase von Jsenburg, wurde an.1 ^Zerweh' let, und starb an. ,5^6. Zu icwer zeit muste die ftadt Trier dem Marggrafen Alberto zu Brandenburg herhalten, welcher auch an. l?;2unterschiedeneklöster hierum indieAstVegelegt, und Johannen: aus seinem lande vertrieben. Johannes V l- war aus dem Adelichen geschlechte derer von Leyen, unbwurdean.i^ü erwehlet. Bey antritt seiner regiermig fanden sich unterschiedene lenke von Reformirter religjon in Trieb ein, welche sich unter dem gemeinen volck einen grossen anbang gemacht hatten, und als er mit ernst hinter der sacke her war,' so kam es endlich soweit, daßersicha». i^S aus derstadtretiriren muste. Nachdem er aber jahres darauf die Universität zu Trieb den Jesuiten eingeräumet, so muste» die Refvrmirten die stabk verlassen, es gab aber hernach einen neuen krieg,indem dieselbe an. izsöihre völligefrcyhettmit macht behaupten wollen/ und als der fache vordem Kayser Maximilian» U solle ein ende gemachk werden, starb der Churfürst in währendem streit. srmsl. Luxuü. Irevir. Johannes Vtt. aus dem Adelichen geschlechte von Sckön- berg in Nheinlande, wurde an.,z8i erwehlet, da er eben das 8e- «storar der Universität zu Trier verwaltete. An. 158; ließ er den rock Christi öffentlich zeigen, und einem junacn von Adel/ der etwas unbebacklsam mit einer geweideten Hostie umgegangen war, den kopffabschlaqen, obgleich dessen Mutter eine Natürliche wüster des Churfürsten Friderici zu Pfaltz war. Er hat sich sonsten sehr angelegen seyn lassen, die Catholische religion mit macht sottzupfian- tzen. Er starb an, is 98. S«n/. Johannes Hugo / war aus dem Adelichen geschlechte von OeSbeck, und wurde an. 1672 LoaclMor.au, 1676 aber Ertz-Bi» schoffund Churfürst zu Trier. AIs der König von Franckreich an- 1684 die festung Luxemburg erobert hatte, so suchte er die alle schütz» gerechtigkcit, welche ehemahls den Heryogen von Luremburg übeö die stadt Trier zugestanden, wieder hervor, und ließ die wälle unv mauren dieser siadt bemollren, unter dem verwände , daß sie beh einem so mächtigen schutz-patron sicher genug seyn könte. Es wurde auch das Tnerische in dem gantzen darauswährenden kriege vM den Frantzosen dergestalt mitgenommen, daß der Churfürst meistens zü Ebrenbreitstein seine resideNtz nkhiNeN müssen- AIs nach- gehends der krieg auf das neue angieng, hakte der Churfürst nstedeb das Unglück, daß die Frantzosen sein lalld sehr Mitnahmen, biß selbiges aii, 1704 nach dem siege bey Höchstädt ihnen wieder entrissm wurde, Endlich starb er deN 6 jan. an, 171 - z» Coblentz, als detz letzte seines gcschlechts. von 8.. -v. isb. r;i. Churfürsten und Feryoge voir Snchstn Johannes / der beständige / war Churfürst Ernste,,s von Sachsen andrer söhn, den zo iun. »«.1467 gebohrcn, Von jugend auf wurde er an Kayser Friedrichs des > > > Hof, welcher seiner groß- mutrer bruder war, erzogen, wie er denn auch mit Maximilian» I einen feldzug in Ungarn that, und als Stiibl-Weissenburg an. 149a erobert wurde, war er der erste auf der Mauer. Nach seines ältesten bruders, Churfürst Friedrichs des weisen tode wurde er Churfürst, und half gleich bey antritt seiner rcgierung den bauern-krieg mit beylege». Er prorestirte nebst andern wider das scharssc ecüü. so an. 1929 aufdem Relchs-tage zu Spetzer wider die Lukheraneb publiciret wurde, und übergab an, i;;o aufdem Rcichs-tage zü Augspurg dem Kayser die bekannte confeßiom Er lüthte hierauf von demselben die belehmmg über die Chur-Sächsischen lande, weit er aber von der Lutherischen lehre nicht ablassen wolte, könte er selbige nicht erhalten. Ehe er nun von Wgspurg weggieng, ließ ev dem Kayser durch Marqgraf Georgen von Brandenburg nochmahls zu entbieten, daß ehe er von der gedachten lehre wiederum abtrete, er sich seinen grauen kopffvor die füsse legen lassen wolle; dem der Kavstr geantwortet: nicht kopff ab wein Fürst, nicht kovffab- Darauf richtete ernebst andern Prorestanreii an. 15;-, den berühmten Schmalcaldischen dund aiifmib starb ben ,6 aug. an. aufdem schlösse zu Schweinitz ohnferN Wittenberg, dahin er sich einige tage zuvor von Coburq aus zur iagd begeben, am stein Und an andern zufälligen leibes-schwachheiten, Massen man ihn, an dem einen fuß die grosse zehe ablösen müssen. Er hakte 2 gemah» lintien, Sophiam,, Hertzogs lAaAm zu Mecklenburg tochter, und Maraaretham, Fürst Walvemar, zu Anhalt tochter, von welchen er, söhne hatte, Johann Friedrichen, Johann Ernsten, und Johann Friedrich den II. 07-4^«»,. ckron. Laxcin. Lz/k« vitse LleÄ. Kitt. l-ucker. AM- sein. 8ax. Johannes Fridcricus, der großmüthige/ war des Cbiirfürs stenJohannis erster idbn, und wurde den; ivn. an. zu Tor- gau aebohren. Er brachte mitten aufdem rucken ein gold gelbes «eutze aus mütterleibe mit; dannenhero ein aller frommer Pred,- ll theil, Eeeeee geh 954 loh «er, der ihn aetewsst, bereits gefaget, daß er in seinem leben gar grosses creich würde trogen müssen. Er wmde bald anfangs durch Georguim Spalatmum in altem guten ^oist unterrichtet. A lvurdk cNI. I von Svanini tochter eine che-beredung getroffen/auch leidige dem Käufer selbst genehm gepalte»; es gie»g aber ^cielbe weg ^ Unterschieds i» der religio» wieder zurücke. Hingegen vermahlle sich an. i;r? mit Hertzogs Johanms von Julich, Cleve und Berg tochter, Sibvlla. Er wobnete hierauf au, i;nebst ,eincm vater, dem zu Äugfviirg gehaltenen Reichstage bey, und unlersthrieb nebst »hm die cviiftßion. Lein vater schickte ihn an. i;; > aufden wähl tag nach Cöll», allwo er Ferdinand! I wähl zum Römischen Ko» vig bcffiiq widersprach. Er trat nach ftmes vatcrS erfolgten, tobe an. i;;r die rcgierung an ; es wurde ihm aber von dem Kay>er die dclehnung verstigt; jedoch vergliche er sich an. ,;;4 mit Ferdinan« do I zu Cadan in Böhmen, da er ihn vor einen Romijchen Komg erkannte,hingegen versprach Ferdinanduä daran zu jey», daß er Mit Sachsen bestehe» würde, welches auch den 20 noo.^an. i;n M Wien erfolgete. Er erneuerte im selbige» jähre den Schmalcaldi» schen bund, ließ an. 1-D7 die Schmalcaldischcn articul aufsetzen, und lösetean. 15)9 das Burggraffthnm Magdeburg, welches leine vorfahren der stadt Magdeburg verpfändet hatten , nebst den dar» zu gehörige» ämtern , wieder ein. Er hatte mit seinem vettcr , dem Hertzoge Maurilio von Sachsen, einen krieg wegen der stadt Wurtzeu, welcher sich aber innerhalb 8 tagen und zwar am öfter» sonnabend endigte, und daher fpoitsweifc der jlade».k«eg, davon an seinem orte nachzusehen, geneunt wurde, wie er denn auch m selbigem jähre wider Hertzog Heinrich den iüngcrn von Braun« schweig krieg führete, au. 1542 Wolffeubutte! eroberte, und selbigen Herr» das land zu räumen nöthigte. Er rüstete sich hierauf zum Schmalkaldischcu kriege, welcher nach Luther« tode iin mlio an. 1546 angieiig/nachdem derKayfer den Churfürsten zuvor m die acht erkläret hatte. Er gieug mit seiner armee dem Kayser an die Donau entgegen, ließ aber bey Landshuc und Ingolstadt die gelc» geuheit vorbey, deuselbeu zu schlage», ehe er sich »och durch die aus Italien und Flandern anruckende alte kriegSwöleker verstarcken tonte; wie solches Laud'GeafPhilips von Hessen,und alle erfahrene Haupileulhe cpsserigst anrietben. Durch vcrsaumung dieses ersten Vortheils nähme alles den kcebsgang. Dann es fiel der Hertzog Mauritius Churfürst Johann Friedrichen ins land, und eroberte binnen 1; tagen alles, biß aufEistnach, Golda und Witlenberg. Der Churfürst brachte zwar nach seiner rnckkunffl nicht allein alles wieder unter seine gemalt, sondern nahm »och darzu Hertzog Mo» ritzen fastalles das seinige, belagerte auch Leipzig im «an. an. 1^47, und zwar mir solchem ernst, daß 14002 feuer-kugeln hinein gc« worffen wurden. Jedoch ivolte man den commandirendc» Ossi» cierer» die Ursache zuiehrcibe», daß dieser ort nicht übergegangen. Er schlug hieraus den Kaystrliche» entsalz, und bekam Märggraf Aldrechten von Brandenburg, der solchen commandirle zu Roch» litz gefangen. Wofernc nun der Churfürst dem Hertzoge Mauri» tio aufden leib gegangen wäre, hätte er vielleicht selbigen bald über den Haussen werffen können; allein er ließ ihm zeit, sich wieder zu er» hohlen, und schickte 2 starcke sterscstcmenrk, cineö in Böhme» und das andere in Nicder-Sachfen,daher Mauritius sich mit dem Kayser bey Eger coniungirte, und den Churfürsten , welcher sich unter die stücken von Wittcnbcrg setze» wolle, ben Müblberg übcreilctc. Der Churfürst war eben an dem sonntagc kchfencoiuiiL; ldomwi den 2; apr. an. 1547 in der kirche, als man ihm amagtc, der Kayser fetzte über die Elbe,jedoch wartete er die predigt vollends aus, stellte nachmahls seine lrouppen in fchlacht.ordnung, und föchte gantze 9 stunden tavsser; weil er aber kaum 9000 mann bey sich hatte, und der Kayser ihm weit überlegen war, muste er endlich un» tcrliegen, und suchte sich mit der flucht nach Wittcnbcrg zu salvt» ren. Er wurde aber von einem Husaren, nahmens Joseph Luca» nus,ertappet, indem luicken backen verwundet, und weil er gantz umringet war, ergab er sich einem Meißnische» von Adel, T>lo von Trotte genannt wurde hierauf vor den Hertzog von Alba, und her. nach vor den Kayser gebracht, welcher ihn sehr hart anließ. Der Kayser rückte hierauf vor Wittenbecg, und weil steh der ort nicht so fort ergeben wolte, ließ er den rc> maji an. 1-147 dem Churfürsten den tod ankündigen, welches er aber gantz gelassen annahm, und Hertzog Ernsten, der eben mit ihm im schach spielcle, ermähne, tc im ipülc fortzufahren; wobey er dann absonderlich eine grosse gegenivartigkeit lind sehr unerschrockenen muth soll erwiesest haben. Jedoch wurde die lache durch Churfürst Joachimum von Branden» bürg und Hertzog Wilhelmum von Eleve also vermittelt, daß der Churfürst zwar bey dem leben bleiben, aber Witlenberg abtreten, der Cbu>'.ivurde remiiicireii, und feine »leisten lande Hertzog Man» ritio überlassen muste. Der Kayser wolle auch, daß er steh dcmie» "ißen unterwersscn folte, was er in religions-fachen aiiSfprechcn wurde, !v er aber kcineswegcs annehmen wolle, und fein gewissen anfalle weife auch mit augenscheinlicher IcbciiS»gcfahr frey behielte. Er muste hicraufdcm Kayser gefangen nach Augfpurg folgen,allwo er aus,einem quartiere mit ansehen muste, wie der Kayser den 24 stbr. au. i>;48 dle Sächsische Cbur aufMauritmm tranSserirtc. Ob lbm gleich hieraus der Kayser anlag, das imei-in, anzunehmen, so wolle er, aller promcssen und drohungen ungeachtet, doch nie» mahls darein willigen. Der Kavfcr führete ihn von dar gleichsam „n truimph durch Bcadam und Flandern, biß er ihn endlich zu In» spruck durch Spanier verwahren ließ. Er legte hieraufnvch^im gefangnlß den gründ zu der academic Jena, indem den 18 mart.an. 1548 jelnm Befehl von seinem Pnntzen ein m>cum daselbst eingeführet wurde, worauf aber erst nach feinen, ^ stb' ^n.i iz i die Inauguration der acadcmie crfolgcie. AIs der neue Churfürst Mauririus dem Kavfcr an. 1542 so gcsichwin» ve aufden teld gieng, wurde er endlich der gefgugenschassl loßge» ioh der fchlacht bey Sivershaufen blieb, forderte er von dessen lassenen brudcr und erden Augusto das Churfürstenthum Lastpn wieder; es wurde aber an. 1^4 al,o verglichen, daß er rivm 4 gusto die Chur-würde und lande lasten muste, jedoch Aitenbnra nigsderq und Alstedt nebst 100000 fl. an geide bekam. Er 2 endlich den ; mart. an. 1554, nachdem er seiner gemahlm tod kn» zuvor erlebet hatte. Er hatte von feiner gemahim 4 Prinken, de. ren der älteste Johann Friedrich II zu Golha, der anderes, Wilhelm zu Weimar restdirle; der dritte Johann Ernst ll 2 vor dem vater; der vierdte aber, Johann Friedrich der lll stM an. 1; 61 unvet'heyrathet. ckron. 8sxon. zz, xon. in virr /c>k. ^-^cle L. 6ei-m. cle ti. Oe,m. 6,«,,' ^^^E cle L. 8msIcLlci. lillss tkun§. Kill. in zrncl. I-urker. snn. 8axon. /Erckli ^on. nurnilm. * Johannes GeorglUS I, Churfürst Christ,am l anderer Wtz von Sophia aus dem Haufe Brandenburg, gedohreu den z man an. i;8;. Erwurdenebst femcm älter» druder unter Hertzog M helmS von Aicendiirg vsrmnnbfchafft erzogen, und in dem seines alters zum ^cimimtiraror des Stiffrs Mecstburg erwählet. An. 1601 that er incoxniio eine reise in Italien, muste aber dabey viel gcfahr ausstehen, crkranckte auch zu Maylanb, und weil« keinen deicht» zeltul bey sich hatte, wolle ihn keinmellicara,imh. men; doch ivurde er bald erkannt, und ihm von dem HeetzWW Savoyen grosse ehre angethan. Nach seinerrückkunfft trat eray. iüo; die Meneburgische Lliffts»regicrung würcklichan. Nach seines ältern bruders Christiani N absterben wurde er an. 1611 Churfürst, exercirte auch in solcher qualität das Reichs,vicsnsi zweymal nach einander, ncmlich an. iüi2nach Rudolphi/ktobe, und an. 1619 nach Kaysers Matthiä absterben, und erneuerte au. 1S14 die erd'verbrüderung mit Hessen und Brandenburg. Jn dm Böhmischen unruben irat er deni Kayser bey, und balff demsM. gen Böhmen, Schlesien und Laußnitz wieder zum gehorsam bri>!> gen, worden die delagerung von Bautzen sonderlich merckwürdig war. Weil er aber dergestalt 70 tonnen goldes zu des Kaysers bim. sten aufgewendet, so ward ihm von Ferdinand? //das Narggraf, thum Laußnitz an. 162z pfands>wctfe eingegeben., AlsderKayser die Pfältzifche Chur an. 1L2; auf Bayern lransferirte, wolle er anfangs nicht darein stimmen, doch ließ er es endlich an. lürzmuf dem Churfürstcn.tagc zu Schlcustngen geschehen. Es.wurbe hier, auf, nachdem das css-ll von rcstitution der geistlichen guter an.iüry publicirel worden, von dem Churfürsten begehret, die dreyBW- mcr Meisten, Merfeburg und Naumburq den Calholischen wieder adzulrcteu. Als indessen König Gustav Adolph von Schweden den Teutschen Hoden betreten, suchte er zwar den Churfürsten a»sse>nc feite zu ziehen, welcher aber sich noch neum-ss zu hallen suchte, und zudem ende an. i6;i einen convem der Protestanten nach LMM nnsfchricb. Allein als der Kayf General Till» nicht allein die siadl Magdeburg zerstörcte, sondern auch dem Churfürsten müder gon, YmKayferlichcn armcein fem land siel, ricffer denKonigznhnffe, und bcfochte uebst lcldigcm den 7 fcpl. an. >6z 1 einen sieg bey Leipzig. Die Schweden gicugcn nach dieser fchlacht in das Reich, der Churfürst coe-' in Böhmen, woselbst er auch die HauptstadtPnz eroberte, w.lchc adcr an. 16;r wieder vcrlohren gieng, undWk- dcn die Sachsen bald darauf aus Böhmen vertrieben. In der M» fcrl. General Wallenstcui brach auch in Meisten ein, llnd eroderie Leipzig nebst andern stadlcn. Der Churfürst ricff den Konhi m> dcr zu hülffe, welcher auch mit feiner annce kam, und denüiM. an. iü;2 erhielten sie die fchlacht bcy Lützcn, wocbcy abcr dcrW nig von Schweden fein lebe» cinbüssle. Nach diesem gicwi der Cbur>Sachsifche General Arndeiin ui Schllstcu, eroberteBricz und andere brler, hingegen fiel der Kaystrliche General Holac obii- vcrfehcns in Kllcisscn cni, eroberte Zwickau und Leipzig, miilic M wegen grassirendcr pesiwiedcr zum lande hinaus. Jndcmstlgm- dcn jähre eroberten die Sachien Bautzen , Göriitz lind ZikM/iM schlugen uillcr dcm General Arnhcun die Kaystrliche» dcyLicgiil?, daß ibrer 4000 auf der wahlsialt blieben. ES winde aber noch >» dcmfclbigcu jähre an einem frieden mit dem Kaystc geardcilcl, wacher auch an. 16,4;» seiner Nichtigkeit, aber nicht eher zum völligen etkeü kam, wormueu dem Churfürsten ncdll aiim» conkitioncn die Laußnitz erblich überlassen ivurde. Niemand M' psund dasselbe übler als die Schweden, als welche bicrain niiicm Sachsi'ii aiibuiideii, uub sie mi selbigen jähre bcv Domltz, ciM flecken in dem Mecklenburgischen, schlugen. An. iü;ü erovmm die Sachsen zwar Magdeburg, erlitten aber bey WülM iii m Marck eine ziemliche nicdcriagc. Die Schwebe» rliekleii an. >0,» vor Leipzig, wurden aber von den .Kaystrlichcn imdSaebien^ in Pommcrn zurück getrieben. An.iüzy erbiciie Bamer bey HM uitz ciucii ziemlichen sieg, eroberte Puma mit ssirin, belagcrie iio Frcpderg vergebens. An. 1642 erhielten die Schweden Er e GeneralLovstenfohn bey Leipzig eine ricinlichevickmie-liiidd men darauf Leipzig ein, welches sie hiß nach dem WeM« frieteuS-fchluß inne behielten. Nachdem aber an. ^ 2 ,.. den bcy Jancowitz m Böhmen wieder einen sieg bcMst>i, m>W dieSachien mit den Schweden stillstand, iedochwurdende^ n, stfchen lande bald durch die KaystrI. bald durch dw vebwE völcker sichr mitgcnomcnchiß endlich an. >648 her 2he>.lP-.a>»ey > de erjolgetc. An. 1654 ließ er an den Böhmische» PEe» s ? Gcorgen.stadt vor die um der religion willen anlegen. Er starb endlich den 8 oct. an.>ü;7- Im war Elifabclha, Hertzog Friedrichs von Wurstmd ^ Mi die aber a». 1606 verstarb; die andere MagdaleiiaS>Ma, '^ LrafAlbrecht Friedrichs von Brandenburg >» Preniie» ki>cy^r,^ roh welcher letztem ee 4 Mntzen hinterließ, Johann Geökgvm i l , der lyur m der Chur folgte; Augnstum, vcnstiffker der Weissensel« fischen, Chnstmnum den sttffler der Merseburgischen, und Mau« Mlum den stlffter der Zeitzischen linie > deren jedem er gewisse lande illseinem lande angewiesen hatte. vorn leurlcüeil Lrre^e. Llmr-8äcttttlöttL attrowa. Lclmirsnlls LLxon. c!e rebu; Luec. AckEr» snn. 8sxon. . I^^bi'i'ks Georgius II, Churfürst von Sachsen. Er war obigen Johann Georgen des I ältester Printz, gedohren den ;r maji an. iüi;, und folgte demvater in verChnr, wie auch in den mei» sten übrigen landen. An. 1657 verwaltete er das Reichs, vicariw. wahlete hieraufnebst andern Churfürsten, Leopoldum zum Kayser, und wurde auf seiner ruckrcise zu Weimar unter dem namen des preißwurdigen zum ober. Haupte der fruchtbringenden gesell,chaft ernennet. Er wohnete an. 1664 dem Reichstage zu Regenspurg persönlich bey, wurde an. 1659 von dem Könige Carolo 11 von En. gestand zum Ritter des hosenbandes gemachet. An. 1671 verglich er sich mit Hertzog Julius Frantzen von Sachsen-Lauenvurg berge« stall, daß besagter Hertzog beyde Chur.schwerdter, jedoch mit un« ter sich gekehrten spitzen zu führen befugt seyn solle, wobey sie auch wegen der Laußnitz und Lauenburgtschen lande eineerb-verbrüde« rung zusammen aufrichteten. An. 1673 hielt er mit seinen brüdcrn eine solenne zusamuienkunfft zu Dreßven, welche unter allerhand bitter, spielen mit sehr grossen freuden.bezeugungen vollbracht wurde. Er bekam das letzte jähr einen unheilbaren schaden im gesichte, und starb den 22 aug. an. 1682 aufdem schlösse Friedenstein zu Freyberg, wohin er sich wegen der in Sachsen graßirenden pest samt der Hof. statt begeben. Sein eintziger Chur.Printz von Magdalena Sidyl« la, Marggraf Christians zu Brandenburg tochter, war Johann George ul - und folgte ihm in der regierung. prosoxogrsptt. Lledt. kecular« 8Lctt1isctie rutsminsnieunikr. sun.8axc>n. 'Johannes Georgius III, Churfürst von Sachsen. Er war den 20 jul, an. 1647 gcvohrcn, wurde von jugend auf zu allerhand ritterlichen Übungen angehalten; und weil er in der jägerey abson« derltch zugenommen, wurde er an. 1661 von dem Kayser zum Reichs-Jägermeister erkläret. An-1672 machte ihn sein vater zum Landvoigt in derOber-Laußnitz, ließ auch das schloß Bautzen zu einer residentz anlegen. An. 1S74 gieng er mit einem corpo von 6000 Sachsen an den Rhein-strom, wohnete dem treffen bey Sintz« heim bey, und ward mit genauer noth aus der feinde Händen erret» tet. An. lüZo trat er die regierung an, halffan. isg; die stadt Wien entsetzen < that an. 1684 eine reise nach Venedig, und über. ließ ber Nepublic zooo mann, welche auch in Morea gute dienste gethan. An. 1L86 trat er mit in die Augspurgische alliantz, und ließ von seinen völckern 5000 mann nach Ungarn gehen, welche zur eroberung der vestung Ofen nicht wenig beytrüge». Als hierauf an. l688 der krieg mit Fpanckreich angieng, that er zuförderst eine reise in Holland, führete gleich nach vollbrachter reife in begleitung beWr Printzen seine armee selber zu selbe, und trug an. 1689 zur eroberung von Mayntz nicht wenig bey. An.iäyl wurde ihm das vder.commsnclo über die gäntze Reichs.armee aufgetragen, wel« ches er auch übernahm; er erkranckte aber in währender campagne» und starb den ,2 sept. an. 1691. Als man den cörper eiNbalsamir« te, fand man das Hertz gantz verwelcket, und keinen tropffen blut darinnen, da doch alles andere noch frisch war, welches zu allerhand gedancken anlaß gab. Er hinterließ von seiner geinahlin An« na Sophia, Königs Friederici >U in Dänemarck tochter, 2 Prin» tzen, Johannem Georgium l V und Frtedericum Augustum, die ihm deyde nach einander gefolget. Lurop. hittoricu». s»o. 8axon. Johannes Georgius >V , Churfürst von Sachsen, Johann Georg des IN ältester Printz den 18 oct. an. iüS8 gcbohren. Er wurde in allen Fürsten anständigen qualitäten erzogen, that auch an. 168; eine reise durch die vornehmsten Reiche von Europa. An. 1691 trat er die regierung an, und vermähletc sich an. 1692 zu Leipzig mit Eleonöra Erdmutb Louise, Printzeßin von Eisenach, Marggraf Johann Friedrichs von Anspach wictwe. An. 169; erhielt er den orven des hosen-bandcs, und gieng bald daraufwider die Frantzosen persönlich zu felde. Er wolle das andere jähr der« gleichen thun, wurde aber mit einem hitzigen fieber befallen, woran erden >8 oct. an. 1694verstarb, und weil er keine erben hm» terließ, folgte ihm sein bruder, Friedrich August. Lurop. tiitton- cus. snn. 8sxon. Hertzoge von Sachsen: Johannes Friedericus, der mittlere / Hertzog von Sach« ftn, war Churfürst Johann Friedrichs von Sachsen ältester söhn, gebohren den 8 jan. an. i^ry. Er wurde nebst feinen brüdern so wohl erzogen, daß er nicht allein Lateinisch peroriren < sondern auch die Hebräische bidel verstehen kunte. Er halff hieraufin währender seines vaters gefangenschafft mit seinen brüdern,den gründ zu der academie Jena legen, und an. i;?4die erbwerdrüderung mit Hcn» neberg errichten. Nach seines vaters an. 15 c 7 erfolgten, hintritt, führete er die regierung 8 jähr allein, hatte anfangs feinen sitz zu Weimar, verlegte aber selbigen aufWilhelm von Gruittbachs an« geben an. 1^64 nach Gotha. Well er sich nun durch feines Cantz« lers Christian Brück bösen rath verleiten lassen , mid Grumbachs so eifferig annahm, wurde er selbst darüber in die acht erkläret, in der stadt Gotha belagert, nach deren eroberung gefangen in einer schwachen kutsche nach Wien gebühret, und zu Neustadt gefangen gehalten. Es wurde zwar an. is 8 s seineerlevigung beschlossen, well ihm aber der Kayser Rudolphus i > so harte condttionen barbcy vorlegen ließ, wolle er selbige nicht annehmen. An. 1.9°; lteß ihit der Kayser wegen besorgender Türcken.gefahr nach Steyer bringen, . Eoh 9^5 I-!-), verstarb ^ jähriger gesängnißden 9 maji an- selbst^arabr» ^'"^-bichnarn warb nach Coburq gebracht, und da» lwvs von^/st>.. erste geinahlin war Agnes, Landgraf Phi» ' Eere Elisabeth, eine Pfaltzgräsi» Seine starb auch Euch vor ihm, s die lbm auch eine lose Vettel zu, als ,vä° Anna von Eleve, des Königs Henne, villl lavier ^ ihm zu vermählen suchte, so aber Printzen waren Johann Casimir, welcher zu ^.vburg, und Johann Ernst I ll , der zu Eifenach residtrte. 8 Loch. 87 «^«. comm. tntt. Lock. 8sxon. ^Hertzog von Sachsen zu Weimar« Er war Churfürst ^ohann Friedrichs anderer Printz, gebohren zu Torgau den - r marm an. i s;o Ju seiner jugend that er den Kö° "iiM m sranckreich Henrico N, wie auch nachgehenbs Carola!X vortreffliche kcieas.dlenste, und bekam deswegen von dem erste» die stadt und Herrschafft Cdatillon in Burgund und von dem an« der» noch dazu ;8°oo srancken jährlichen besold, welche dienste er aber an. i säg völlig qnitttrte. Er überließ anfänglich seinem alte» sten bruder, Johann Friedrichen, die regierung allein, doch theil, ten sie an. i;66 mit einander, und bekam er die Weimarische lan« des-porlion. Nachdem aber Johann Friedrich sich in die Grum» bachiichen Handei mischte, und in die acht erklärt wurde, sprach ihm der Kayser dessen lande zu, und halff er auch die stadt Gotha erobern. Jedoch trat er an. i § 72 seines gefangenen bruders söhne» das Furstenthum Gotha und Essenach ab. Dem Churfürsten Au« gusto von Sachsen überließ er wegen aufgewendeter kosten zum Go» thaischen kriege die ämter Sachsenbuvg,Ärnshaug, Weida und Zie» genruck, welche die 4 assecurirten ämter genennetstverden. An. 1 schickteer seine MeoioAor zum Altcnburqifchsn colloguio, in wel» chem er selbst die Präsidenten« stelle verträte. Er wohnte an. 1 <70 dem Reichstage zu Speycr bey, stellte auch in bemselbigen jähre eine general-kirchen-visitation an. Er starb den 2 matt. an. >,7;, und zwar nicht ohne Vermuthung von gisst, welches er 2 javr zu» vor an einem hohen orte empfangen haben solle. Von feiner ge» mahlin Dorothea Susanna, Churfürst Friederici U I zu Pfaltz tochter, hatte er s Printzen, Friedrich Wilhelmen, von welchem dre Alienburgische linie forigepstantzt worden, und Johannem, dee die Weimarische iinie erhalten. lle Kill. Lorksns. bild. 6ork. LNN. 8sxon. 7s»,r«/-« 8sxon. numisin. Johannes CasiMirus / war Hertzog Johann Friedrichs des Mittlern von Golha dritter söhn, den 12 jun. an. 1,64 aufbeut schlösse Grimmensiem zu Gotha gebohren. Er zog an. 1578 auf die academie Leipzig, wurde auch unter Churfürst Augustt Vorsorge dergestalt erzogen, daß er schon im 11 jähre seines ailers Lateini» che verfe geschrieben. Als sein varer wegen der Grumbachischek Händel gefangen in Oeuerrelch geführel wurde, trat er an. i;84 noch bey dessen lebzciken die regierung an, bekam Covurg zu seinev residentz, und überließ seinem bruder Eisenacb. Er hat sich vor» nemlich durch das K/rnnsttum Lsiimirianum.ivelches er zu Codurg denrftpt. an. >»c-i angeleget» und mit vielen intraden versehen, berühmt gemacht, wie er denn auch die bürg bey Coburg aufdem berge bevesiiget, und mehr gebäude aufgeführet. Er wohnete am ic94 dem Reichs tage zu Regenspurg bey, war an. ,6io bey deE wegen derHertzogthümec Jülich, Eleve und Berg zu Cölln angestellten Handlung, und auf eurer andern deshalder zu Iüterbock angestellten zufammenkunsst, wie er denn auch bey dem convenk der Mitten zu Rotenburg war. An. 1612 wohnete er des Kaysers Matthiä crönung zu Franckfurt amMayn bev, an. 1627 der ver» Neuerung der erb-verbrüberung zu Naumburg, »nd an. iü;i dee Protestanten convent zu Leipzig, muste aber in dem iäbrigc» kriege vieles ausstehen. Seine erste gemahlin Anna, war Churfürst Augusti von Sachsen tochter, von welcher er sich aber wegen be» schuldigker untreue den 27 nov. an. iryz scheiden ließ. Er vermäh« lete sich hierauf zum andern mal mit Margaretba aus dem Hause Braunschweig, zeugele aber mit selbiger keine erben, sondern starb unter währender predigt, die dem König Gustave Adolphs vo» Schweben zum andencken zu Coburg gehalten wurde, den >ü jul« an. i6z;, und hierauf fielen die lande an seinen bruder Hertzog Johann Ernsten von Eisenach. arm. 8»x. Johannes Ernestus lV. Hertzog von Sachsen, Weimar!» scher linie. Er war Hertzog Johannis von Sachsen Weimar äl» tester söhn von Dorothea Maria, Fürst Joachim Ernstens von An» halt tochter, den 21 febr. an- 1594 gebohren. Er begab sich an« 1608 aufdie academie zu Jena, und wurde den io aug. seidige» jabres zum K-eAare tzHsgmticemittiino erwählet- Er wobnete an« iüi2 des Kaysers Matthiä wähl.und krönungs.tage zu Francksurt am Mayn bey, da er denn in dem ring-renncn den besten genunsk Varvon getragen. In dem folgenden jähre reisite er über Lothringen in Franckreich, Engettanb und die Niederlande, wurde auch überall sehr wohl aufgenommen. Nach seiner rücttunfft trat er derr ro oct. an. 161, die regierung Wcimanscher lande an,wurdeauch Smdthaltek der baley Thüringen. An. 1620 trat er in Konig Fne. drichs von Böhmen kriegs.bestallling, gieng aber nach der schlachk bey Prag in Niederländische dienste, und wurde «11.1622 von dm Spaniern gefangen, doch bald wieder losgelassen. Er begab sich hierauf wieder in feine residentz Weimar, wurde aber an. iSr?heV dem König Christians I V von Danemarck General. Feld - Marschall, auch selbigen jabres von den Kavstrlichen M einer reucon« rre bey Nienbnrg an der Weser in die achtel geschossen. Er conjun» Mte sich hieraus mit Graf Ernsten von Mansfelö, und meyntte dem Kayser in Hüngarn eine diversion zuguachen» sepatttte sich aber bald wieder, zog sich zurück nach Schlesien, »ahm Jagern- dvm > nb OppelN ritt- und schlug ewigeKayMHe volcker dey Mhei!» Eereees Troß 956 Loh Troppau, gieng darauf in Hungarn, conjungirte sich wiederum mit dem Mannsfelder, als aber selbiger verstorben, führete er die gantz mißvergnügte armee nach der Schiesischen gräntze, nahm Hohenwalde undJablunckaem, bekam aber in währendem mar. sche über einer nicht allzuwohl gekochten speise einen eckel, erkranck» ss darüber, und stacb an der haupt'kranckheit in Hungarn zu K. Martin in der Grafschafft Tuwtsch den 4 dec. an. 162s, seines al» ters ;s jähr. Sein leichnam ward nach Troppau gebracht, da, selbst einbalsamiret, nach Weimar geführet , und allda den 18 jul. an. 1627 beerdiget. Er halte sich nicht verheyrathet. Er war bey dem Kayser dergestalt in Ungnaden, daß ihn selbiger in die acht er. klären Wolke. rcile-kelckreikunZ KI. ^so. Lrnttr. FeÄ Oetteereickittker lorbeer-Lramr. Kitt. snn. §nxon. Loh pftrde lmrcklich an. vor Fwda in sehr grosse waffttÄgeM se mich Gocha, und W ^ubolsiadt Alteuburg, M Litt«! auch bald daraufMch ^ aber beyde glücklich sche an der Saale um,« u noderung voll Namur unddercM. ttl- Er woM lnnam ^ ^.^rakAdjutam bey. An. m Bravmica dascibst zum Kayserllchen General. N »ach WM ^ wohute m demselbigen jähre h« d^AW des A-wsses Ederudurg unter dem General«^ - - -GenttalThimW beu" Man. 1698 der Hertzog von SachlemGolha. der Marg. gras von Brandenburg und der BlschoffovnWurtzdmgdemKay. Mooo mann zu hülffe in Ungarn schickten, wurde ihm Las c°m- daNr auftragen ; als aber bald darauf die fnedenS. tta taten u Carlowitz gepflogen wurden, begab er sich ebe« . dal n A . 1699 trat er eine reise m Franckreich an, und kam W ^ mruv-ims ru Weimar ältester in ,,rosse qefahr, indem das schiff aus eine sandbanck ge. Johannes Erncffus /H°^M'Nam GeorgS zu Anhalt Z ?, würde. Zu ende des jahrs 17°° kam er zurück nach GH«, söhn von Eleonoren Dvwtheen, ü«Ut ^ovama . wenaaderdmrfjun.an-1701 wiederjort, be,uchtedieHmiim. Mng we Mecklenburgische Hofe, gieng von yambmg nach Sckra smid/ und vondar zur jee m Culland^ aUwverden-.. ftpt a^ ändete. Er begab sich hieraus m das - tochter, aedohren den 2 sept. an. 1027. Er trat an. 1646 seinem» sc in die Niederlande, Franckreich und Italien an, und kam den 8 jul. a». 1S48 glücklich wieder nach Weimar. Er war ein sonder, barer liebhaber des weydwercks; wurde aber an. iüs6 aufder jagd von einer ottergefährlich gestochen/ daß es nicht viel gefchlet, er wäre gar darüber drauf gegangen. Er regierte nach seines vaters an. 1662 erfolgten, tode mit seinen brüdern die lande gcmeinschafft. lieh, doch als sie an. 1672 mit einander theileten, bekam er den Weimarischen antheil. Als Hertzog Bernhard von SachsemIena an. 1678 verstarb/ nahm er die vormundschaffl des unmündigen Printzc» Johann Wilhelms über sich / welche er auch biß an sein ende geführed Er starb den i; maji an. iS8; nach ausgestande. nein langwierigen lager, und hinterließ von Christina Eissabelha/ Hertzog Johann Christians zu Holstein. Sondecdurg tochter, 2 Printzen, Wilhelm Ernsten, nachmals regierende» Hcrtzog von Weimar, und Johann Ernsten, welcher den io jini. »11.1707 verstorben. ^v»//e" snn. 8ax. Johannes Georgius / Hertzog zu SachstinEiftnach, Kay. ftrlicher General-Feld-Marschall-Lieutenant, war Hertzog Wil. Helms von Weimar fünfflerPriNH, den 12ml. an. i6;4gebohrcn. An. i6s2trat er seine reise über Straßdurg in Franckreich an, und Nachdem er sich driltchalb jähr in frembden landen umgesthen, kam er den 17 nov. an. 1654 glücklich wieder zurücke. Er begab sich bieranfan. i6;6 in Cbur.Brandenbnrgischc kricgS.dienste, und er. hielt sofort das alte Spanische regiment zn Pferde. In eben dem. selbigen jähre wurde er in einer mit den Polen und Tartarn gehal» teneil rcncomee jenseit Lyck in Polen zugleich mit einem vergitteren pseste in rücken und mit einer imisguclen-kugel an der fußsohle gefähr. lich verwundet. In der mit seinen brüoer» an. 1662 gemachten ablheilung, bekam er Marcksuhl zu seiner restdcntz. AIs aber 10 iahe darnach die Menburgische linie ansgestorben, auch Hcrtzog Adolph Wilhelm zu Eisenach verstarb, und eine neue crdthclluiig gemacht wurde, bekam er Eisenach zu jciner hofhaltuna, aus der Henneber» gischen erdschafft Kalten. Northeim, unv aus der Altenburgischen verlassenschafft daö amt Crainbcrg. An. 1674 erhlcll er von dem Reiche die General-Maior-steile, kam auch zu dem ende nach Nc. genspurg, um die Pflicht daselbst abzulegen, und wurde bald darauf Gcncral'Feld-Marschall'Lieutenant, agirtc auch in dem damalige» kriege wider Franckreich im Elsaß, war aber bey der Kehlcr-schan« tze in grosser gefahr. Nach geschlossenem Nnnweg,scheu frieden beschickte er an. 1681 den Fraiickfmter.coiigreß. A». 168, bekam er das senioral in der Ernestinischcn limc und die vormundschafft des Jenaischen Printzen, starb aber den >9 sept. an. 1686 anfber >agd am schlage. Seine gemahlm war Jvhannctta, GrafEnists zu Sayn tochter, und Landgraf Jvhannis vo» Hessen. Darmstadt Wittwe, durch welche die hklffle der Grafschafft Sayn an das hauß Eilenach gebracht wurde. Sein ältester Prmtz kam an. 1684 in der bclagerung vor Ofen nm, und also folgte ihm Johann Georg der jüngere, alS aber auch seidiger an. 1S98 ohne erde» abgicng, Johann Wilhelm. Von seinen r hinterlassenen Printzeßnmcn wiir. de die älteste Elconora Erdmuth Louise, anfangs mü Marggraf Johann Friedrichen vo» Anspach , nach dessen tote aber a». >syr mit Cbnrsürst Johann Georgen I V von Sachsen vermählet, so an. 1696 verstorben; die andere Frieden« Eissabelha, ward an. 1698 an Hertzog Johann Georgen vo» Wcisscnfclß vermählet. »uns!. 8sxon. killler-inA p. 6. Virn l-eopoleli. Johannes wilhelmus/ Hcrtzog vonSachsen.Gotba, Kay. ftrlicher General,Fcld'Marschall-Licutenant, und Englischer auch Holländischer General-Lieulenant. Er wurde den 4 ocl. an. 1677 zum Fcicdmstciii gebohrc». Sein Vater war Hcrtzog Friedrich von Sachsen-Golha, die mnttcr Maqdalena Sibylla, des Ackminittr«. rons Augusti von Halle tochter. Er wurde in allen Fürsten anstän» digen studien wohl unterrichtet, ließ auch bald anfangs eine Neigung zum kriege von sich spühren, wanncnhero ihm sein vatcr annoch in lungen jähren ein regiment gab. Nach dessen tode gieng er nebst seinem ältern brudcr an. 1692 in die vereinigten Niederlande, hielt sich eine zeit lang in dem Haag auf, und wurde von dem Könige Wilhelms sehr gnädig angesehen. Vondar gieng er an. 169; nebst seinem bruder nach Engelland. Nachdem er sich einige zeit darin» ncn aufgehalten, kam er zurück in die Niederlande, und begab sich zu der Misste» armec in Brabant. Von dar gieng er über Amster. dam, Cöln und Franckfurt mit seinem brudcr zu der Reichü-armee in Teutschland, blieb auch bey selbiger, und trat unter anführnng des Generals von Wartenslcbcn seine erste csmpsZne an. Bey derselben endigung gieng er in die Schwcitz, über Schafbausen und die Wald.städte nach Basel, und von bar zurücke nach Golha. Im Winter selbigen jahres gieng er in Italien. Hierauf begab er sich an. 1694 in Brabant, und trat sein commsocko als Oberster zu quartier, woselbst ihm der König nebst den seimgen freye tascl M quartier antrug. - Er bekam alsdcnu erlaudniß em wur m SüM, den zuthun, und gieng den ; apr. an. 1-02 zuRevalzii s« muste aber ohnweic Sandham einen gefährlichen stürm auM / da das schiff an einer klippe zecstossen wurde, daß er sich nig Personen kaum noch aiifdie klippen rctirireu konte. Wtie vcrwittwele Königin von Schweden selbiges erfuhr, ließ ße ibn auf einem Königlichen jagd . schiffe abholen, da er Leu n M glücklich zu Stockholm ankam. Er kam durch TeulschlanL eiiLW wieder zu der Schwedischen armee, und wohnte der activ» beyM. towsky und der erodcrung von Tborcu bey, vor welcher stablmj, scheu dem Könige und ihm eine stück-kngei durchflog, und dem hin. ter ihm gestandenen General Licvcn den schcnckel abschoß. M gecndigter cLmpsgne gieng er den 6 dec an. 170; über DmitzMid Brcßlau nach Berlin, machte dem Köinge von Preussen schiere, verenr, welcher ihm eine und andere LvLNkLZen antragen ließ, die er aber wegen deS Schwedischen enxLZemcms ausschiug. seiner rückkünfft m Pole» gieng er mit dem Könige von Schweben nach Dantzig, und wohnte der eroberunq von Lcmberg bey, W auch an. 1704 und -70-; fast bey allen actioneii i„ Polen. Nch» dem sich aber der Pr»,tz den ; aug. an. 170; von de», Könige >n Schweden beurlaubet, gieng er in Kayserliche dünste, sühne all Kayseriichcr GenerahFeld-Marschali-Llciiteiiaut auch Engcllnnhj. scher und Holländischer Gencral-Lieulenanl 4Golhalsche regimcn« ter m Italien, woselbst er seine tapfferkeü bey paßnung der M, bey dem cntsatz von Turm, bey den bclagmmgcn von Pavian,id Alcxandrien, welche letztere er allci» commandirte, und beyan, der» gclegcnheilcn sehen ließ. In währender bclagerung der eiln, belle zu Mayland that er cme rcije nach Golha, wartetedemM ge von Schweden zu M-Ranstädt aus, gieng aber >m juttio wicssr zurücke in Italien, und langte de» i »il. an > 707 glücklich zu Tm>» an. Er führte bey dem cmbruche in Frauekrcich ein besviidcrS coi-sio, facililirle die vaßirung des flusscs Var, und ließ bey der belagcrung der stadt Touton nisoiiderheit seiue tapffcrkcil sehen. Allem, da er drn 14 aug. in den »pprocken das commLncto übernvin, men, wmde er den i> darauf frühe morgens in einem avW durch eine iiilisqiiclen.klige! unter dem lnicken äuge getroffen, taß er zwischen; und 6 uhrcn verschied im 29 iahn stmcs altern. /»«- 8Lckkl'rker Zekckickr!-Ienlenclcr. snn. ^nxon.diov. liner. (iarm. 170; ;c>2. I'rrionLlis msnutcriprs. Chttrfürstcn und LNargguafen Zu Brandenburg/ wie auch Burggrafen von Nürnberg: Johannes/ Churfürst zu Brandenburg, wegen seineriiatiik der grosse / wegen ferner beredtsamkcil aber der Teutsche climo genannt, Churfürst Albern Achillis ältester söhn, war gebohrc» za Onoltzbach de» 2 aug. an. 14;;. Er wurde a» seines vetlem Churfürst Frieden« II Hof sehr wohl erzogen, und gieng in Drin i; iahr wider die Pommern zu selbe. Als sein vaier die Wrer, hielt, machte er ihn zum Statthalter in der Marck. An. brachte er König Matthiam von Ungarn ,, Cmnmr von Polen »ob Uladisiaum von Böhmen, welche um Böhme» sirillcn, »nd dL, bey der benachbarten lande nicht schonten, durch sei» ansehen uns nachdrückliche rede, bey Breßlau ;» einem stillstand^, da er ilch sonderlich erklärt, daß er nebst Churfürst Ernsten von Sachten ren, lenigcn mit einer armec verfolge» wolle, der ihre vorschlage Ml annehmen würde. Als Hcrtzoz Heinrich X zu Glogau n»-. starb, setzte er seine gemahlm Barbara, unsers Churfürst» icM' ster, zliiii nnivcrsal.crbcil cm. Weil aber des verstorbenen veim Johannes kl damit nicht zufrieden war, kam es zum kriege, >>'->! chcr 6 jähr gewähret, da den» endlich verglichen worden, Barbara, bic sich ihre prätcnffon desto nachdrücklicher zu deM' ten, mit dem Böhmischen König Uladislao IV vwvdct HM ( welches nachqchends aber wieder zurück gegangen) «s thum Crossen als eine kvpokkec über zoooo ducaten hadcii M- wclche ducacen sie an. I z 10 ihres bruders Marggrat M brichs söhn, Marggraf Castmirn geschencket. Wie »achM' an. i ;;8 das hang Brandenburg erst die völlige dieses Hertzogthum überkommen, ist an stMem orte ongm>c - An. 1484 »nd also noch ehe er Churfürst worden, hat die na neburg ihn z» ihrem Schntzherrn erwchlt, welche gerecvug , wie Cernitilis meynet, bis auf stinc zeim, geblieben, .lw folgte er seinem Vater in der Chnr, und ffellte am Mün . Marck,sein hoflagcr an, wobey es hernach beständig - roh Zwey jähr daraus kriegte er mit seinen Unterthanen in der alten Marck, sonderlich der stadt Stendal, zu thun, welche wegen der bür-accise, so im gantzen Churfürstenthum eingeführet wurde, re» bcllirte, etliche von seinen lenken tödtete, und sonsten allerhand insvlentien verübte, worüber nicht allein die vornehmsten rädeis« führer getödtet, sondern auch die stadt ihrer fürnehmsten privilegien beraubet worden. Was in der Pommcrische» fache mit ihm pa» ßirt, stehet in dem leben Hertzogs Bogislai X. An. 1498 erhielt er von dein Pabst Alexandro V l em Privilegium, eine neue Universität zu Francksurt an der Oder aufzurichten, weil er aber den y ian. an. -499 zu Arneburg in der alten Marck vor allzugrosser ftttigkett gestorben / muste er die austührunq seinem Nachfolger überiajsen. Von seiner gemahlt» Margaret», Hertzog Wilhelms III m Sach» scn.lochker - hatte er ; Printzen, worunter der älteste Wvlstgang bald wieder verstorben; der andere JoachimuS U folgte ihm; der dritte Albrecht war der bekannte Churfürst von Mayntz. Ke«/c/,in elem 6rau6eQb. ceäernl^L) n. 8ciipr. LrWÜeLk. Johannes Georgius ^ Churfürst Joachimi II söhn, von Magdalcna, Hertzogi» zu Sachsen, gcbohren den n stpt. an. Er halte sonderliche lust zum studiren, welches er auch auf der Lcaäemie zu Fcanckfurt au der Oder mit fleiß trieb. Er that Kayser Carln dem V in dem Schmalcaldischen kriege gute dünste, wurde von demselben deshalben zum Ritter geschlagen, wie ihn denn auch der König Philippus ll in Spanien an. i;;0, hernach der Kayser Ferdinandus I, endlich Maximilianus II zu ihrem Rath und zukünfftigeli Feldherrn bestellet. An. 1571 folgte er seinem vater in der regiernng, erbte auch n tage darauf von seinem vetter Johanne von Cüstrin die neue Marck nebst dem Für. stenthum Crossen, jagte alle Juden aus dem lande, und bestraffle seines vaters mörder, den mn eigen weib verrathen, ernstlich. An. i;7d wohnte er des KaysersRudolpht II wähl bey, erhültbü seinem vater versetzten Herrschaffken Storcauund Beskauerblich, erneuerte an. 1587 zu Naumburg die erb,Verbrüderung mit Sach. stn und Hessen, richtete Mit Ehurfürst Augusto von Sachsen eine solche freundschasst auf, daß sie auch einander versprachen, daß jeder des andern bild mit ins grab nehmen wolle. Er erhielt an. r??8 zu Warschau die mitdelehnschasst auf Preussen, so ihm 10 jähr hernach von dem Könige Siglsmmttv bestätiget worden. Er war für sich ein guter «conomus, worzu ihm in seiner jugend seine zahlreiche famille gelcgenheit gab- Und bey seiner eigenen re« gierung so wol, als bey dcrAnhaltischen und Chur > Sächsischen vvrmundschafft, deren jene über Fürst Joachim Ernsis kinder an. i; 86 , diese aber über Christian! 1 söhne an. 1591 ihm aufgetragen worden , stichle er das finantz-weftn in guten stand theils zu setzen, theils zu erhalten. Er hat auch seinen freunden zu dienen keine mühe noch kosten gespart. Wie er denn dem Könige Henrico IV in Franckrcich, und dem Cölnischen Ertz-BischoffGebhard Truch, ses, wiewol dem letzten vergeblich, deygcstanden, an. 1; 78 einen vertrag zwischen Polen und Dantzig stifften helffen, und an. 1x79 bey dem Eislebischen vertrag zwischen Cbur-Sachsen und Magdeburg , seinem söhn dein damaligen Ertz-Bifchoff zu gefallen sich des rechtes, so er nach dem an. 1; ;o geschlossenen niparric an der stadt hatte, begeben. In religions,fachen hielc er eS mit Churfürst Augusts, und halffan. i^o vie so genanme sormulsiN concorcii^auf alle weise befördern. Er starb endlich m gulem frieden an. 1598 den 8 jan. Er ist der stamm-vater aller Churfürsten und Marg- grasen zu Brandenburg , die nach ihm gelebet. Wie er denn mit seinen; gemahlmnen 2; kinder gezeuget, welche in dem articul Brandendurgtsch geschlecht nachzusehen. 8ci,pr. Lraaäenbur- 8>ci. Johannes Sigismundus / Churfürst zu Brandenburg. Bey seiner geburt au- 1^72 den 8 nov. ließ sich eben ein neuer stern in der calliopM» sehen,welcher daher der Brandenburgifthe glucks, stern von einigen genenet wird.Er ward von feinem grvß-varerChur- fürst Johann Georg erzogen , an. i;88aber nebst seinem bruder nach Straßburg gesendet. An. i s?ü begleitete er seinen vater auf der reise nach Sänemarck, und brachte seine übrige zeit meistens in Preussen bey seinem schweher zu, bis er an. >6o8 seinem vater m der Cbur siiccedirte. Er bekam die postvon dessen tob, darr eben auf der reise m Preussen begriffen war, welche er, weil seine geqenwart sehr nöthig war, fortsetzte, und unterdessen Adam Gans Freyherr« von Putlitz zum Statthalter in der Marck verordnete. Als er zu anfang des , soy jahres die curLne feines blödsinnigen fchwehers nebst der Versicherung der siiccesston von dem König Sigismundo in Polen erhalten, gieng er nach der Marck, und nahm daselbst vossession von Schwel und Vierraden, welche durch den kod Martini, des letzten Grasen von Hohenstem Märckifcher linie, ihm zugefallen waren. Die wichtigste fache, welche i» die. ses Herrn regiernng vorgefallen / betrifft die Jülichüche erbschafft, welche der Churfürst nebst dem Hertzog zu Pfaitz-Neudiirg anfäug. tick) gemeinschafftlich lin besitz hatte. Doch entstund hernach darüber zwischen beyden bcsitzern ein krieg, und ist die fache bey Joh. Sigmuuds leben zu keinem stände kommen; wie unter dem articul Jültch mit mehrern zu sehen. Bey dieser gelegenbeit machte der Churfürst die so genannte Hufeistrische schuld in Holland , welcher wegen hernach die Holländer an Churfürst Friedrich Wilhelm eine forderung von 12 Millionen und 6000c, st. machten , ihm auch tue festunq Eleve deshalben vorenthalten wollen, wovon an seinem or- te. Was seine übrige geschützte Mangel, ist er an. i6,i bey leb» zeiten seines fchwehers Albrecht Friedrichs ,,mit dem Hertzoglhum Preussen nicht mehr als cursror, sondern für sich sechsten zu War- schau belehnet, aber die siiccesston weiter niemand als seinen brü- Lern, und deren söhnen versprochen, auch sonsten unterschiedene harte conämoae; vorgeschrieben worden , als daß er das lehrn, ioss s;7 Nicht, wie einige zeit her, durch Gesandten, sondern in person, und dazu kniend empfangen, und versprechen müssen, jährlich über die ertraordinairen sudsidün ;oooo gülden zu erlegen / den Cathvlischen caünder cmMehmm, und selbiger religion ein freyes exerciüum in diesen landen zu verstatten.An. 1614 den 24 feb.betanke sich der Churfürst öffentlich zu der Reformrrtm religion,wobey er feine meistens Lutherische Unterthanen durch ein patent der religions. freyheit versicherte. In diesem jähr ist auch die erb,Vereinigung mit Sachsen und Hessen zu Naumburg erneuert worden. An. 1617 war es 200 fahr, daß die Brandenburgische Cbur auf das hauß der Burggrafen von Nürnberg gekommen. Man hielt für etwas curibses, daß diese jadr-zahi in den Worten lohaunSig» XlVnv ChVrfVrst enthalten war. An. 1618 wegerte er sich, jemand von seinen Theologen auf den Dvrdrechtifche» ssnoclum z„ senden, weil ihm die meymmg von der absoluten Prädestination, die man daselbst fest fetzte, nickt anstund, welche auch feine unttrtha. nrn nie angenommen. In eben diesem ,ahr that der Churfürst eine reise nach Preussen, und ward daselbst vom schlag gelahmel. Worauf er wegen zunehmenden Unvermögens an. 1619 den 22 nov. die Cbur an seinen söhn überlassen, und den 2; dcc. daranfzu Berlin in einem privat'beuge Verschieden. scripeoreLQeanäeNbur^ici Lorurstci. ir, c!e causti ^ uhaca Lcc. Marggrafen zu Brandenburg: Johannes/der weise und weiH/ (»'bu; und pruäen;) der ernstdaffttge / uem das äuge T^utschiandes genannt, Maraarafzu Brandenburg, Churtucsi Joachiml I,ohn, gebvh. ren den ? aug. an. 1;1Vermöge väterlicher difposilion bekam er Crossen nebst der neuen marck , IN Leren regierimq er ein recht beMül eines löblichen Fürsten gegeben. Er machte sich sonderlich durch die festunq Cüstrin bekannt, welche er an.vvrtrestich anlegen ließ, wie er denn auch ein prächtiges resident;, schloß, so aantz mit kuvffer gedeckt, nebst; ansthnlichen zeughaustrn crdanet. Er trat zwar an. 1 c;8 mir in den Schmalcaidiichen bund : als ihm aber von dem Kavstr wegen der religions-freybei Versicherung gegeben worden, stund er davon ab , und ließ sich vielmehr w Kay» ür leben diensten Wider diesen bund gebrauchen, wie er denn m üll cr sabne die Worte führte r gebt dem Ray er was des Rax» s ist Doch konte er weder durch der ItüoloMrum noch Kö» was a-erdinandi Vorstellungen zu aunchmung deSmemm gebracht werden, und muste sich an. 1748 von dem Reichs - tage wegbcge- ben. damit nichi durch sein cxempel andere dcstarcket murren. ch»ie er a-ürst lebte sonst sehr ordentlich, und soll leben tag in, lhei« abaethe-lr haben , davon er einen zu feiner «»dacht,, den andern ru sei en und feines ianbcs, den dritten zu anderer Fürsten angele- an d i n angewendet. Erstarb den >an.an. r;?-/ und weil er vo. üiner aemahlin Calharina ane Braunschweig keine mann. -we rb n ließ fiel ftm '.and Churfürst Joachims heim.. 8»,pr. kranstenb. sonsterlick brük bs/m ongm. Lranä. Johannes Georgrus / Marggrafzu Brandenburg, Her. tzvg zu Jggerndorff. Er war Churfürst Joachim Friedrichs von Brandenburg söhn, von Calharina, des obigen Marggrafen Jo. Hamas zu Brandenburg tochtcr, den w dcc. an. 1577 zu Wolmer- städt gcbohren. Erwürbe an. i;88 studirens. halber nach Straß, burq geschickt, auch daselbst nach absterben des Bischoffs Johanuis Grafen von Manderscheid, an. 1592 von theils Domherren, wel» che der Lutherischen religion zugethan waren, zum Bischoffe von Straßburq vostulirct. Hingegen erwählten die Catholischen Her« tzoq Carin von Lothringen, der auch Cardinal war, zum BWoff. Dieses veranlaßte einen krieg, da denn die Lothringer Wasselheiin und Dachstein einnahmen, die Brandenburgischen über Mvltzheim eroberten. Jedoch verglich er sich an. 1604 durch Vermittelung Hertzog Friedrichs von Würtemberg dergestalt, daß daö Bißthum dem Cardinal von Lolhringen bleiben solle, hingegen erhielt der Marggraf, 00000 nhl. Haares gelb nebst andern conditivnen. An. 160; that er zu König Heinrich dem I V in Franckrcich eine reist nach Metz, cmpfieng an. W07 von dem Kayser Rudolpho II die lehn wegen des Hertzogthums Jägerndorff, welches ihm sein. vater übergeben, trat, auch st fort die regiernng an, Er leistete an. -an dem Könige Matthiä von Böhmen die huldi- gung, und hielt demselben zu ehre» den oct. ein ring - und quintan - rennen zu Breslau. An. 161; trat er zu der Reformirtcn religion, und ward nach Marggraf Georg Albrechts von Brav» dendurg absterben zum Herrenmeister der Marck Brandenburg er. wählet. AIs sein dritter, Churfürst Johann Vigismund, sich in Preussen aufhielt, wurde er auch zum Statthalter der Marck Brandenburg gesetzt. An. 1617 schickten ihn die Schüsiscke Für. sten und Stände Ertz'Hertzoq Ferdinands entgegen, ihm seine wähl zum Böhmischen Könige zu hinterbringen. AIs er bey sei» nen Unterthanen die Reformirte religion einführen wolte, verklag, ten ste ihn hierüber bey dem ober-amte;es wurden ihm auch an. 1617 die Herrsckafften Oderburg und Beuchen ab, unb der Königlichen cammer zugesprochen: daher als die Böhmen Churfürst Friedn» chen von der Pfaltz zu ihrem König erwählten, er sich zu ihm schlug, und den succurs führte, welchen dü Schlesischen Stände ihm zu» schickten, wurde aber deshalben von dem Kaystr Ferdinands II m die acht erkläret, seines Fürstenthums Jägerndorff entsetzet, und solches Fürst Carl von Lichtenstein übergeben. Er eroberte hierauf die Graschafft Glatz nebst andern orten ,n Schlesien, conjungirke sich mit dem Sübenbürgischcn Fürsten Bethlen Gabor, starb aber zu Lcutsch in Siebenbürgen den 2 wart. an. 1647, worauf er nach Caschau gefübret, und daselbst Fürstlich beygesetzt wurde. Er hinterließ von seiner gemahlin Eva Christum, Hertzog Friedrichs zu Eeeeee; Wur» 958 ioh Würtcmberatochter, einen eintzigen söhn Ernsten, welcher zum Statthalter in ver Marck Brandenburg verordnet wurde, aber mit seinem tode die Iägerudvrffifche linie endigte. Lcnpcorcr Lrsn- tlenburgici. Burggraseir zu Nürirberg r 'Fohannes II, Burggrafzu Nürnberg Friderici H (IV) und MÄgarethä von Karnthen söhn , ist nach hiulrüt semes vaters ei» ne Zeitlang unter nütlerlichervorimmbschaffl gestanden. Hernach hat er mit seinem bruder Alberto t'alckro die kegierung einträchtig verwaltet, und in derselben an. i;;8 Culmbach nebst der daran gelegenen festung Plasscnburg, Gold-Cronach, Bcrncck, Treb» gast, und andere örter von GrafOtto zu Orlamüude crkauffr - it. an. rz48 Weissenstadt von dein tloster Wald>Sach>cn- Erhielt sich meistens an Ludovici Lavari hofauf, und erhielt an. 1546 von ihm die Statthalterschafft über die Marck Brandenburg, weiche nachgehends sein euckel Fridericus l erblich Überkommen. Ob schon Johannes nebst seinem bruder Albrecht an. 1146 sich wider den da» nialigen König Carl aus Böhmen von dem Kaystr Ludwig mit 200 Helmen oder bewaffneten männern bestellen liessen, auch der er» stere sich angelegen seyn ließ, nach Ludwigs tod dessen Pruitzen we» gen der erbschaffc aus einander zu setzen; so sind doch beyde drüber von gedachtem Carolo, da er nmunchc Kayscc worden, als sie sich ihm submiktirten, a». 1)47 in dem lager bei) Nürnberg gar gnädig empfangen, und mit vielen Privilegien begäbet worden. Der Kayser hat ihnie auch die ehemalige Reichsstadt Feuchlivang an. r;57 versetzet. Das Johannes i» gmem ansehen gestanden, kan man auch daraus abnehmen, Laß Gcrlach Churfürst zu Mayntz an. i Z4y sich in ein bündnüß, ciuandcr im fall der noch bcpzuste» hen, Mit demselben eingelassen. Erstarban. izr? den 70er. nach. dem er vorher an. r;;o daSAugustincr-kloster iuCulmbach erbauet, welches Lutbcrus bey feiner abreise vor das schönste femes ordenS gcrühmet, und durch seine nachdeiickliche reden daselbst den ersten gründ zur resormatton in dem Burggrafthum Nürnberg gelegt. Lcnpr. ttrsnelenb. Johannes III, Burggraf zu Nürnberg, Friderici V söhn, hat nach väterlicher disposition oberhalb des gebürges regieret, rmd zu Plaffenburg gewohnt, wiewol er sich meistens bey seinen schwä» gern König Weiitzeln in Böhmen und Siglsmundo in Ungarn aus» gehalten, welchem letzlcrn er an. i z yü in der grossen schlacht bey Nicopolis das leben erhalten, indem er lb» in einem schlfflem über die Donau salvirt. An. 14,; ist er mit 120 pscrdcn auf das lium zu Costnltz gezogen, und soll r Grafen von Orlamünba unter seine» bedienten gehabt haben- Vorher an. i; yyhat er Crcilsheim, samt andern geringen orten von dem Landgrafen von Leuchtendcrg erhandelt, Erlang aber und Br>re»stadt an. 1400 von der croi, Böhmen herbey gebracht. Kayser Wcntzel hat ihm an. 1,90 nach absterben Conrab, von Brauneck drey 8 theil au der stadt Kitzmgen mit allen zollen und geleiten zu Ober und Unter-Bratt, Biberl rc. verlieben, und Kayser Rupertus hat ihm die stadt Fcuchtwang, die seinem grvß.vatcr schon verpfändet war, von neuem und so ver. setzt, daß sie hernach nimmer cuigelöstt werden mögen. Er starb an. 1420 am tage Barnabä, und kam die suceesslon auf seinen bru» der Fridcricum, den ersten Churfürsten aus dem Burggräsiiche» stamm, ö'cripr. örsueleiiburA. pfttltzgrafcn am Rhein und ^ertzdge in Bayern; Johannes wilhelmus / Churfürst von der Pfaltz, ward an-lü58 gebohren. Sem vater war Churfürst Philippus Wilhel« mus, und seine mutier Elisabeth» Amalia Magdalcna, Landgraf Georgil il zu Hessen-Darinstadt lochter. Nach absterben seines Vaters an. 1690 bekam er daS Cburfürstenthum , und verhcyra» thete sich bald darauf an. 1691 mit Maria Anna Louysa, Groß» Hertzoqs CosnnM zu Florcntz lochter, nachdem seine erste qc« mahlin Maria Anna, Kaysers Ferdinand, IN Printzeßm, an. iL8s verstorben war. Gleich beym antritt seiner regierung müsse er die resideutz Heydelberg und fast die gantze Pfaltz von den Frau« tzosen verwüsten sehen, welches ihn doch nicht abschreckte, indem Spanischen crb.strcitOesterrcichlschc parthey zu nehmen, dleihm auch guten Vortheil gebracht. Denn ob wohl sein land der fcuid» liehen gemalt den gantzcn krieg über sehr herhalten, und die „ach der acht des Churfürsten Maxuniliani Emanucls von Bayern »hm an-1708 übergcbene Ober-Pfaltz samt dem Ertz-Lruchsessc» aml nach der aussöhnung des Churfürsten von Bayern an diesen wieder gegeben werden müsse: auch die von dem Könige Carl» IN in Spanien versprochene Statthalterschafft der Spanischen Nieder, lande, ihre würckung nicht erreicht, sofft ihm doch das Hertzog» thum Limburg von dem Hause Oesterreich abgctretten worden. Das eintzige, so die Protestircudc wider ihn geklagt, ist, daß er den Cathvlickcn viele Archen derer durch den krieg vertriebenen Refor» mirte einzuziehen erlaubet,und sonst in derRcformirtcn rcligion der» gleichen Veränderung mehr vorzunehmen verstaklct.Und obwohl daS Evangelische corsiu; denselben durch eine Gesandschafft beschickte, welche nach gethaner gütlichen Vorstellung mit ziemlichem ernst redete, so hat man doch wenig mehr ausgerichtet, als das em Reichs«8ravamen daraus worden, welches man dahin verscho» den, biß eine Reichs-Deputation zu erörtcrimg der rcligioiis.be. schwcrungcn Niedergesetzt werden könne. Allein die Psältzer ha. den solche nicht erwarten wolle», sonder» es sind »11.1709 etliche 1020 fauulieü nach Engelland aufgebrochen, allda man sie „ach Inland, Neu-Norek und Carolma in America vertheilt. Es würden ihnen auch noch mehrere gcfolget sey», wo nicht die E». gelländer ihrer überdrüßig worden, und die letzten wieder zurück geschickt hätten, zmnal da dgs volck ju arbeiten kcjne lust bezeugte. loh Mit seinen beyden gemahlinncn hat er kestie posierität b daher die lande nach seinem an "- - 1716 erfolgten abstttbm an bruder Carl Philipp Statthalter in Tyroi gefallen. Luwn k. l x>. ZvL. klarop. VLrn. cieLn. 1709 urul i^ii. - Johannes Casimirus/ Pfaltzgrafam Rhein, . reich zu , thäte auch nachgehends seinen glaubenssgenoffe!! 8a gute dlenste, indem er ihnen 2 mal, nemlich an. „k 157s, mit einer suserleseneii mannschaffc zn hülffe kam stlnes vaters an. 1576 erfolgtcm koke bekam er in der erstben«? das amt und schloß Lauter», und nahm sich der von seinem br U Churfürst Ludovico, vertriebenen Ncformirtcn mit aller an. An. 1578 ernennte ihn d,e stadt Gent zu ihrem General 8 er aber in den verdacht kam, daß er die Niederländischen' mit dem Englischen gelde an sich zu bringen suchte, und darä>M einer mit den Epamern gehaltenen Wacht den kürtzern ica c, gicuger nach Engelland über, und erhielt daselbst dm vM'dj hoscnbandes. An. 158; stund er dem abgesetzte» Churfürsten» Cöln, Eebhardo, bey, indem es aber an volcke sowöl als be überall mangelte, und sein vbgedachter drnder an. isz-^ zeitliche gesegnete, so wickelte er sich mit monier aus diesen Händeln heraus, und »ahm die Administration der Chur, bey iullidmäb. rigkeit des zungen Printzcn, allein über sich. Ob nun gleich ss, verordneten Vormünder, Brandenburg, Hessen und Wüttenihew, ihr recht erstlich vor der Cammer zu Spcyer und hernach mit dm Waffen behaupten wollen, so brachte er es doch dahin, daß der Kayser ihn in dem besitze bestätigte. Er stellte hieranfan. i;z. Heydelberg und an. 1586 zu Marbach ein religwns.gchräch M, schende» Lutheranern und Resormirten an, und starb den 6,an. 1592, von seiner gcmahlin Elisabeth, Churfürsten August, m Sachsen lochter, keine männliche erden hinterlassend. Die Ln. theraner wurden zu seiner zeit m der Pfaltz schlecht gewartet, M viele Prediger in das exlliuin verjagt ; nur der Lormui» Loncor- äi-e war er auch keines Weges zufrieden, wie er denn ein eigen buch unter dem tilul: Christliche erinnerung von dem concor« dien-buch drucken lassen. l. 104. 120. sie tt. lj. V. 2. Johannes/ Pfaltzgraf zuZweybrücken, war an. 1,84 ge» bohren. Sein vater war Pfaltzgraf Johann der ältere zu Zwey, brücken. Nach desselben absterben trat er an. 1604 die regierung in dem Zweybrücklschen an, und nach Churfürst Friedrichs IV von der Psaitz tod, ward er durch desselben lcstamcnl zum ^-lmini- ltraror der Chur erklärt, von welcher würde er gleich den hetz nahm, auch in derselben, ohngcachtct des von Pfaltzgraf W> I>pp Ludwigs zu Neuburg, der die nähere vcrwaiidschasil urnve»' bete, geschehenen Widerspruchs, von Rudolpho U bcschützl ward, um so viel mehr, weil er wegen glcichheit der religivn der Aue« fürstl. willive, deren kuidcrii, und dem gantzcn lande HM war. Er führte auch krastt solcher atmimstralw» nach abslcrttii gedachten Kaysers Rndolpht, das Vic^nak, und halst hicranfW, ier Matlhiam erwehlcn. An. > ü > o trat er in die evangcliiche uum, undan. iüi; legte er gemelkteadimnsslralion nieder, vhiMch« tet der Churfürst Friedrich V >em >8'iahr noch nicht erreich!, he» hielt sich adcr, biß daß derselbe solches wnrcklich erfüllet, hieven Wallung der Relchs.geschässte vor. Nach der zeit lchle er hetzn« dig in Zweybrücken, ausser daß er, wie der Churfüm eec Lofiiu« fchc crvne annahm, Skatlhallcr zu Hcybclberg ward. Udrigeiis müsse er bey den damaligen knego«u»ruhc» von den Kayserlichkii viel erdulden, bis er endlich an. 16,4 gcsivrbcn. ErhalsichM« mal vermählt, als erstlich mit Catharma ü- Zchha», des V>cMi« «le Rvhan in Franckreich lochter, und den» mit der allem Puiu tzeßili dcö Churfürst Friedrichs IV Louisa Julia»», anch iml M der. den gemahinuien kinder gezeugt. Johannes, der unbarmhevtzige/war ein söhn WemEra« fen in Holland und Hcrtzogs ni Bayern. Der valer haue ihm «ud seincni rnittler» bruder Alberto, /eui au theil uuHertzoglhiimBuv, ern noch bey siinen lebzcttcn abgclrcicii, daiml sie dem ällauttu' der Arilhclmo VI nach des vaters tobe keinen streit wegen ttr Grasschaffl Holland machen sölken. Solches Bavcrische W theilten sie mit einander, daß Aldcrt Llraubingcn bekam, in!« chcs aber nach seinem an. 1 ;88 erfolgten lobe ^vhamii zusiel- Weil er nu» an. 1 zpo Bi'choffzn Lültich wurde, so nuisic er seineM« rischc» lande durch verwallcr versehen lassen. Nachdem adcr still aliester bruder Wilhelm an. 1417 verstarb, lind mir eine e>M lochter Jaquelmc hinterließ, gab er das Bißlbum zu Lülü» M, und hcyralhele Elisabethen von Lurembnrg, des Kaysers Sgis» mundl brudcrü lochter. Hierdurch suchte er den KaM mssW teite zu dringe,1, durch dessen beyhülsse er auch seines hruttrs m» iasscnschastt wider die Jagueline, so sich derselben cdensalls a»i»V tc, behauptete. Er starh an. 1428 ohne erde», und setzte i» Drill testamcnte seiner schwestcr söhn Philippum bvnum re»B»YM zum erben ein,wider welchen sowohl die Jaquclluc, als mich dicka« mahts enlkrässtcten Hertzvge von Bayern z» schwach wäre». N' her sie geschehen lassen müssen , daß Iaquelnic ihr recht dem vo» Burgund abtrat, und zufrieden waren, daß sie nurdtSJsM» Bayerische vcrlasscnschafft unter sich rbcilcn kuntcn. ckron. Lsv. p. 41 . V. 2 l. 7 n. Lüe 6z. 'Johaililts, zu München, war der älteste sobn McMci fromme«, mid Anna Hertzog Erichs I von Griibenbageii lvam- Nachdem väterliche» lcstamente regierte er die lande mit MM ankern bruder Sleaniund gMcmschaffilich, und die uhr>gc» c s ioh bruder, Albert, Christoph und Wolffganq, mnssm mit Fürstlichen unterhalt zufrieden seyn. Er war em crnsthafftrr und dabey zanck - süchtiger Herr, welcher alles mit dem Legen ausgemacht wissen wolle, und daher nicht zufrieden war/ daß, da Heinrich der reiche von Landshut die gantze Jngvlstädtifche verlassenschaffr an sich ge« zogen, dessen söhn Ludwig nur etwas weniges davon heraus gegc« den. Er forderte dieferhalder Ludwigen auf ein äuell heraus, wurde aber von feinem friedliebenden bruder Siegmunden zuftie« den gestellt, und starb an. 146;. V. 2 l. 9 n. ir. Zertzog von Braunsihwcig^Lüneburg: Johannes Friedericus/ Hertzog von Braunschwe-q. Lüne« bürg zu Hannover. , Erwarben 2; aprck an. 162s gebohre», Her« tzogs Georgil von Lüneburg dritter fohn. Er that in seiner lugend eine reife in Italien, und bekannte sich an. iLzi öffentlich zur Ca« tholischen religion. Als der älteste bruder Christian Ludwig an. iüü; zu Zelle verstarb , wolle dieser Johann Friedrich m dem Zel» lischen Fürstenthum folgen. Weil aber der andere, Hertzog Georg Wilhelm, vermöge väterlichen testaments, die wähl hatte, kam es endlich durch vergleich dahin, baß Hertzog Johann Friedrich die beyden Fürstenlbümcr Calcnberq und Grubeuhagen mit dem Göt, tingifchen clittnät bekam,unb feine rcsidentz zu Hannover auffchlttg. An. 1667 that er wieder eme reise in Italien, und hielt sich eine zeit lang zuVcuevig auf.Als er aber an. >679 zum dritten male dahin wolle, starb er unterwegs zu Augsburg den 18 dec. an.167s,und hin« terlicß keinen männlichen erben. Er war sonst ein großmüthiger und kluger Herr. «Leine gemahlm war Benedicta Henrietta,Psaltz« grafEduardi beym Rhein lochler, von welcher 2 Printzeßinucn, deren älteste, Cbarlotta Felicitas, an den Hertzog Rainaldum von Modena, und die jüngste Wilhelmina Ainalia an den König und nochmaligen Kayser Jostphiun vermählt, comm. bild. cle c!om. Lrunsaic. Lil tin. blamb. bild. remarguen an. lüys p. ;S 7 . Die Zeryogen von würtemberg/namensJohann Friedrich, siehe in dem Haupt- arttcul IVürtemberg. hertzog von Pommern: Johannes Friedertcus/ Hertzog in Pomment, Pbilippi l söhn,stunde nach frühzeitigem absterben jeines vacers unter der vor« niundschassl seines vettern Barnimi Xi, hielt sich auch einige zeit in Kayserltchen dssnsten zu Wien, und bey der arinee in Ungarn auf. Au. i;zä ward er Bifchoff zu Camin, und wurde uucer seiner re« gicruiiq die Lutherische religion vollkommentlich etabltret. In der an. iz6y vorgenommenen iandcstbeilnng bekam er Stettin und Hinter-Pommern, wiewol sich Hertzog Barnim XI bey ablcgimg der regieruiigs>Iast, neben der ober-aufsicht des gantzen landcs ein Fürstlich rerrirorium und einkommen IN diesem theil , sonderlich die stadt Stettin selbst zuvor behalten hakte. An. 157° hat er als Kay« ftrlicher Vrincipsl Lommisssriai den frieden zwischen Däncmarck und Schweden zu seinem besondern rühm, aber auch nicht ohne seine grrsse Unkosten Misstet. An. 1571 hat er von dem Hanse Brau« denbnrg die amvartüng an die Neumarck, Sternberg, Vierraden und Lvckemtz, und an. 157; Kaystrliche confirmation darüber erhalten. Als eben dieses jähr auch der alte Hertzog Barnim starb, trat er die völlige rcgierung über gantz Hinter-Pommern an, und hingegen, vermöge eines Vergleiches, seinem jüngsten bruder Casi« mir das Bißtbum Camin ab; setzte darauf im lande die gute an, stallen Hertzvgs Barnimi fort, bauete hin und her Fürstliche Inst« lind iagd'hänstr, sonderlich Friedrichswalde. Wegen der auf die» se, und viele andere ziim Fürstlichen ffaal gehörige dinge, gewen« beten Unkosten, wolle der Hertzog an. rz8i eine accijc und tranck« steucr anlegen, es ist aber solches durch beständige widerfctzuiig der Landstände, die sonderlich von Wolgast aus gestärcket, und vom Kayserlichen hofgeschützer worden, damals hmkerblssbcn, und hat der Hertzog einen revers von sich gestellt, damit und mit neu.giige» legten zollen die Landstände zu verschonen. Mit der stadt Stettin hat er sehr viel zu thun gehabt, indem diestlbe von ihren alten pri« vilegien nichts fahren lassen wolle. Doch hat er nicht unterlassen, die unterschiedenen aufrühren einiger bürgcr wider den Rath durch seine interpvsition zu stillen. An. i ;y8 suchte der Hertzog abermal die accise und trancksteuer einzuführen, und, alö sich die Landstän» de gewegert, ließ er die cantzeley schiiessen und das jnstitz.werck niederlegen- Darüber erschracken die stände, und willigten zwar nicht in die fache, übernahmen aber doch eine grosse summe geldes zu bezahlen. An. 1606 that Hertzog Friedrich eine lust-reise und schlittenfahrt nach Wolgast, fiel aber daselbst bey einem tantz, ver« muthlich durch zersprengung einer ader, in eine tödtliche kranck« heit, und starb den y ftbr. im z8 jähre seines alters. Er wird als ein kluger und tapfferer auch strenger Herr beschrieben, welches letztere er sonderlich an; Rentmeistern bewiesen, die er wegen ihrer untreue ohne gnade hinrichten lassen. Im übrigen war er einer der gelehrtesten Fürsten zu «einer zeit; wie er denn auch eine schöne biblwthcc an seinem Hof angelegt, die nacbgehends von Hertzog Pdilwvo sehr vermehret worden. In politischen dingen sahe er a»f gute ordnnng, und ließ sich sonderlich angelegen seyn, einen recht Fürstlichen staat zu führe». Er war auch für die ruhe der kir, chcn bemübet, welches er darin gezeiget, daß er unterschiedene all« gemeine zufammenkünffte der Pommerischen Geistlichkeit angestellt, Nieils wegen der koi-mul« concorcüse, weichein Pommern nicht angenommen worden, lbeils wegen der heimlichen Reformirten, denen sich sonderlich 0 . slymmelius und Salomo» Gcsnerus wi« hersetzet, und darüber viel ausgestanden haben, der letzte auch gar seiner dssnste erlassen worden, weil sich ihre Widersacher Bergius, Fristus und Stichius hinter ves HcrtzogS Räthe steckten, und da« roh Y5S durch eine zeit lang den meister spielten, zuletzt aber doch ihrer dien» sie erlassen wurden. ; V 2 ?orr.merlr»äes. -Zerren und Zeryoge zu Mecklenburg 'Johannes, mit dem beynamen stibeoioAus, Herr zn Meck» lcnburg, ein fohn Henne, Burewins des jüngern, und Sophiä, einer tvchter Caroii 1 - Königs in Schweden. Er zog in seiner >u« und fand daselbst in den studien ein so groß ver« ntze 20 jähr baranfm^nv-^. - gend nach Paris, bruder Bmewm zu Rostock, Priebislaus zu Parchim. und Fürst der Wenden. wetteten Um deswegen, mwqgbe, - , de . m. namen Rneese Issneke, Er kehrte sich aber nichts varan, stund der reglerung mit ivnderbarem fleiß und nicht geringen ruh n vor AIs der Churfürst Albrecht von Sachsen den Bifchoff von Ratzes bürg verjagte, nahm er ihn in schütz, und Mete aufsein einrücken zu Rbeenm, Nickt we,t von Ratzedurg, zu untcrrichtung des Frauenzimmers ein jungftauen.kloster. Nach Licsiand that er in eigner person einen zua, um daselbst die abgotterey unterdrücken zu helffen. Uyter den löblichen Verordnungen, die er in seinem lau. de gemacht, ist nicht zu vergessen, daß er die sicherbeit der land. straffen auf alle weiss zu befördern gesucht. Er starb an 126» Mtt seiner gemablin Luitgarb, einer lvchter Popponis, Grafen von Henneberq, hat er 6 söhne gezeugt. Drey derselben, nemlicb Nicoiaus, Hermaimus und Pvppo, stürben im geistlichen stände^ Johannes residine zu Gadcbusch, und ließ einen söhn gleiches namens, welcher aber ohne erben starb. Albertus hatte gleichsals keine nachkommensshafft. Henricus, mit dem zmiawen von Je» rusalem, hat allein das glück gehabt, sein geschlecht fortznflantzem VanäLl. Ouc. Xleclenb. s^llox.psx. 708. /-»/,«/'. nor. proc. imp. 1.4 c. ; ^ "Johannes, Hertzog von Mecklenburg, ein söhn Magni s. welcher thu mit einer Printzeßin aus Rügen, namens Agnes, ge» zeuget. Er succedirte, da er noch sshr jung war, diesem seinem vaker, nachdem derselbe an. i;8e gestorben. An. 1408 empörten sich die bürger zn Rostock und Wismar wider ihren Rath; allein Johannes, nebst seinem vctker Alberto IV, dem söhn Albmi ll, gewesenen Königs in Schweden, brachte die rebcllen mit gemalt zu dem schulbigen gehorsam. Au. 141z stifflele er die Universität zu Rostock zugleich mit dem gedachten Alberto, und mit dem Rath derselben stadt. An. 1422 wollen ihn die Schweden, welche mit Erico Xlll sehr übel zufrieden waren, zu ihrem Könige machen. Er ließ sich aber nicht sehr angelegen seyn, zu solcher wurde zu ge» langen, und starb gleich das folgende jähr. Seine gcmahlin war Catharina, eine lochter Erici I V. Hertzvgs von Sachsen-Laucn» bürg, und bey gelegenheit dieser Vermählung joll zwischen dem Laueiiburgischeii und Mecklenburgischen Hause ein gewisser erb-ver» gleich aufgerichtet worden seyn. Von seinen ; söhnen sind Johan» neS und Maqnus ohne erben mit tode abgegangen; Henricus aber mit dem zunamcn der fette, hat das geschlecht fortgepflantzt. VaväLl. //srei'i bitt. Ouc. XlecLIenb. chron. Kolrocb. I)llIoZ. p. 712. /M/Mnor. I'. I. 4 c. ^ tz. 4. "Johannes ui, Hertzog zu Mecklenburg aus der Stargardi» scheu lnue, ein fohn Johannis des ll, aus dieser link, und enckel Johannis des erste» Hertzvgs zu Mecklenburg. Er führte streit mit dem Churfürsten in Brandenburg Jodoco von Mähren, der ihn vorher zu seinem Stadthalter gemacht, und hatte das unglück, in dessen gefangmschaffl zu gerathen, worinnen er auch unter dem folgenden Churfürsten Frssderico i lange zeit zu Ratenau behalten, und nicht ehe als an. 1427 mit der bedingung loßgelaffcn wurde, daß er zoooo rhaler bezahlen, und seine lande von Brandenburg zu sshcn nehmen muste. Er starb an. 1440, und hinterließ von fei» ner gemahlm Dorothea, Fürstens Alderti zu Anhalt tochter, Jo» hannem iV, der a». 14;; ohne erben gestorben. s/llox. p. 710. /.»»»; iLeicks-ürebiv,k.7. P ;oo. Lrieä.I. llrsnä. x. 248-277.286. "Johannes l V, der älteste fohn Hertzvgs Johann Alberti I, ge» bohren den 7 mertz an. izzg, succedirte an. 1576 dem valer krafft des in dem testament eingeführten pnmogenimr rechts, welches sein jüngerer bruder Sigümundus Augnstus, der blödes verstan« des war, durch einen vergleich an. i;86 bestätigte. Johannes I V verfiel gleichfalS hernach in eine Melancholie, daran cr an. izgr starb- Von seiner gemablin Sophia, Hertzvgs Adolphi VIII zu Holstein rochier, s söhne hinterlassend, Adolph Friedrich 1 und Johann Albrecht II > die die lande checkten, und zwey linien, eine zu Schwerin, die andere zu Güstrow formirten. WoA. zi. 720. X. tt. 1,4 c. ; §7. "Johannes Albertus I. der älteste söhn Hertzvgs Alberti Vl dessshönen, von dessen gcmahlin Anna, einer Brandenburgischen Printzeßin, den 22 dec. an. 1525 gebohren, führte erstlich vor sei. neu vier brüdern die regiernng nach seines vaterS tode an. iz47 allein. Da aber sei« velter, Henricus der friedfertige, an. izzr mit todabqienq, und einen söhn Phiiippum, der wegen blöden ver. standes nicht regieren kontc, hinterließ; entstund um dessen vor» mundschafft, und zugleich wegen einer theilung zwischen ihm und seinem andern bruder Ulrico, Bsschoffzu Schwerin, grosser streit, der nach vielen tractalen endlich dergestalt geschachtet wurde, daß beyde brüder gleiche theile machten, und Johann Albrecht zu Schwerin, Ulrich ader zu Güstrow residirke, jencr auch den dnt» teil bruver Cbristovhornm, B-schossen zu Ratzebnrg, dieser den vierten, Carolum bey sich auferzogen. Nach vielem reformirten dende brüder das land mir gleichem cifer, und versahen es mit gu. tm gesehen. Ais W Rostock an. die burgerjchafft mitIem 2 960 ioh Rath zerfallen, bekam Johann Albrecht von dem Ufer cvttttmf. Lnn di-t, k-nrirlk'tieli: well er aber nnl oem ^taly uno vvltt scharst umgieng?zerfiel er von neuem mit sk-nem bruderUIrich/ der an Rostock die gemcinschafstllche regrerm^ sich aber bald wieder, bauten zu Rostock miecitÄcleHe, Allsten aber mifverLanbstände Vermittelung solche wieder mcberm aen die Rvstocker unter freyen Himmel abdittetdun und huldigen, sodann loooo gülden bezahlen meisten. Zugleich ward auch an. 1-772 zu Slernderg mit den Lanbstanden ein vergleich getroffen, und ihnen ihre privilceia bestätiget und erweitert/ dagegen solche 400000 gülden zu bezahlung der schulden beyder Hertzoge verwilligteu. An. 157; machte Hertzog Johann Albrecht ein tcstamml,barmn er ver. ordnete, daß hinfübro der erstgebohrne unter seinen nachkommen die regierung allein führen / und die übrigen söhne mit Apanagen versehen werde» sollen / mit dem zusatz, daß diese verordnung auch in dem antheil seines bruders Ulrici statt haben sötte, baferne sol» cher an seine linie heimfiele. Zu demtendesetzte er semem suiigstcn soh» Siglsmundo Augustv/ber etwas blöde am verstände war.Stre» jjtz, Mirow und Jvcnac zur apanaZe aus. Dieses tcstament ward von dem Kayser, auch nach semem tobe, der an. 157s erfolgte, von seinen beyden söhnen bestätiget; daher ihm der älteste / Johannes 'V allein succedirte. Beyde bat er mit Anna Sophia, Hertzogs Alberli in Preussen tochler, gezeuget. s^llog. p. 718 keqq. dl. I'.l. 4 c. ; z. 6,7. R.eickr-arckiv e.7. pa§. ;o2, Johannes Albertus U, der jüngere söhn Hertzogs Johann,- IV , den 5 may an. 1591 gedohrcn, war erstlich nebst,einem bru. der Adolph Friedrich unter der vormunbschafft seines vettern, Ca« roll, Hertzogs zu Güstrow, der, weil er keine erben hakte, und also seine lande auf die beyden brüder fallen sollen, dieselbe knctz vor seinem lobe an. 1608 zu einer erd« verein, und eventualen gleichen theilung bewogen, die auch an. i6n würcklich vorgenommen, und ohncrachtet des groß-väterlichen testamentS, darin die pnmoxeni- rur verordnet war , an. IÜ2I nochmals bestätiget worden. Kraffk solcher tbellung fiel aufJohanncm Alberlum der Güstroivische an« theil, (stehe Güstrow) nnd aufdessen brnder der Schwerinische. Weil auch Johann Albrecht zu der Rcformirten rcligio» stch dekan« te, muste er sich gegen die Landstände an. lüri verbinde», in dem lande in religionS.sachen nichts zu ändern, so auch geschehen. In dem zoiährigen kriege, so damals angegangen, hatte er nebst ici« nein bruder das Unglück, gleich andern Standen des Nieder«Säch« fischen creyses in die acht erklärt zu werde», da er dann nach Lü« deck stch rclirirte, und seine lande dem Kayserlichen General Wal« lenstem überlassen muste, der an. 1628 voi^Ferdniando H damit belehnet wurde. Doch als der König in Schweden an. iü;o m das land kam, setzte er die rechtmäßige Herren wieder ein Johann Albrecht aber starb vor ansgang des krieges an. i6z6 mik hinterlas« sung eines eintzigen sohnes Gustavi Adolphi, von seiner dritten ge« mahlin Elconora Maria, Fürst Christian! zu Anyalt-Bernburg, tochler; mit dem seine linie hernach wieder erloschen. tslloA. p. 72;. /?»/,./! dk. V. 1.4 c.; z, 8, i8< )k«»/F^K.eickr.srckiv k. 7 .k-;n.;;o.s,ü. ; 4 l. Grafen von ^ollfkein r Johanne»!, Graf zu Holstein, der älteste söhn Adolph, lV des barfüssers, stunde nebst seinem bruder Gerhards unter der vormundschafft seines schwagers Adcl, Hertzogs von Schleßwich; studirte zu Päriß- ward aber durch den feindlichen cinfall Erici VI Königs m Dänemarck, der das von seinem vater Waldemaro ll verlobrne Hollstem wieder erobern wolle, nach Hause genöthigt. Hertzog Adel und die stadt Lübeck halsten ihm aus diesem kriege, der mit dem gewaltsamen tode Erlci erst an. 1250 ein ende nahm. Er leistete hinwiederum Hertzog Adeln,und nach dessen lobe seinem söhn Erica wider den König Christophorum I bcystanb, und schlug m gesellschafft seines bruders Gerhardt denselben an. 1261 aufdcr Lovcheide bey Schleßwich, da er den König nebst dessen multcr Margaretha gefangen bekam. Anfangs verwaltete er als Senior die Graffchassr Hollstcin allein, hernach theilte er mit Gerhards dergestalt, daß er demselben Hollstein und Stormarn ließ, und vor fich Wägern nebst Kiel behielt. Gerharduö wolle aber auch Kiel haben, weil nun um eben diese zeit ihr beyder vetter Conradus, Gräfin Schauenblirg, ohne erben starb, so ward der streit so ver« mittelt, daß Johannes I, Gerhards t Schauenblirg vor Kiel über« ließ. Von dieser zeit an waren in Hollstein zwey regierende Haupt« linien, davon Jvhannis l seine zu Kiel refidirte, und mit Adolphs Vil an. i zyo abstarb, woraufdie länder an die nachkommen Ger« hardi l.so zu Rendsburg hofhielten, gefallen, und gany Hollstein wieder vereinigt worden. Johannes l hat die Herrschafft Stein» wldde vor zoo marck an die Bischösse zu Minden verkaufst. Er starb an. 1266. Vdn seinen kmdern folgte ihm Johannes H in der Grafschaffl; Adolvhus, der pommer zugcnaunt, von dem ein ei« aener articul, Albertus ward Thum-Prodst zu Magdeburg , und Eilika, eine gemahlin Ottonis > V Marggrafcn zu Brandenburg. ckron. 8ckaurr>b. ap.r. i rer. 6e>m. p. -,14. ck/»,i»Fe^/,e»-^ 8cllaumb. cbrcm. I. 2 c. l p. 77, kcczcz. bitt. rer. Oaa. I. 7 p.zaü keczcz. "Johannes kk, Graf zu Hollstein, aus der Kiclischen linie, ein fobn Johanms l. dem er an- ir66 succedirte. Die fobne auS der ersten ehe mit einer Gräfin von Wunstorff erzeuget, nötbigte» ihn durch eine gewaltsame qefangennebimmg, ihnen seine lande bey lebzeiten zu theilen, da denn der älteste idhn Adolphus, von dem auch ein besonderer articul, Seegeberg, Johannes Plön Und Bramhorst, Nicolaus Oldeßlo bekamen; wiewohl sie insgesamt ohne erben gestorben. Johannes H nahm sich seiner »mein der ioh heyratheke, mit der er seinen Nachfolger Johannen Sckaurnb. cbron. I.r.c. Er starb an. irsi. 8s seq^ Johannes m. mit dem zunamen barZus, der müde, zu Hollstein, von der liine zu Kiel, ein söhn Jvhannis >l ,,,d Agnes,Königs Eric; VU in Dänemarck hinterlassener willwe-um! deren und Komgs Eric, V! il vormundschafft er erstlich ich,, Gerhardus V sein vetter, aus der Rendsburgischen linie Adolphi von Seegeberg, des stiefbruders Johannis ll, M izi; desselben lande anmaßte, widersetzte er sich ihm nebst ;,d2 Grafen von Schauenburg und den Dilmarschen, konteabernnas ausrichten; worauf er Konig Christophorum liin DänemM als stinen balb.druder, der ihm auch Feinern schenckke, oder wi L Dänen schreiben, zu leben gab,zu hülffe nahm, wider den aber K , hardus hingegen Woldemarum Hertzog zu Schleßwich, schwester söhn, erregte, der denselben vom thron stieß. Grafen brachten bey diesen Dänischen Unruhen das meiste vonÄ newarck unter sich, und Johannes 111 insonderheit bekam LajM Falster midSchonen als ein Pfand wegen vorgestreckter2°°°°marck von Christophoro l >, muste aber nach dieses wd Schonen an bm König in Schweden l^la^num gegen ein stück gelbes, und dasAi' ge an Cbnstophori i l söhn Woldemarum I > l abtreten, wovor dieser jedoch der stadt Kiel die stapel-gerechligkeit der Dänischen waa» reu , so vorher Lübeck hatte, verliehen, welches der ursprmiM Kieler'umschlags ist. Hingegen verkaufst- Johannes lII be» U, beckern den Hafen Travemünde vor 4000 Lüdische marck. Er starb an. i;;s, und hinterließ zum Nachfolger seinen eintzigen W AdolphilM VlI. Schauen!), ckron. 1 .2 c. 17,1z,,) p. 96 kecz^. hertzoge zu Schleßwich und vollstem : Johannes/ der ältere / zum unterschied des nachfolgenden genannt, ein söhn KönigsFndcricil in Dänemarck, gebolmnan. i;ri, ward erstlich von den Bsscdöffcn dieses Reichs anserWn, in der abstcht, ihn seinem bruder Chnstiano l 11, welcher die Ealho. lische religion veränderte, entgegen zu setzen. Nachdem aber dieser die oberhand behalten,und Johannes crwachftwward zwischen bey» den, und dem drillen bruder Adolph an. 1544 eine ecbiheilnng der lande Schleßwich und Holstcm vorgenommcn , worinn ihm .ya> dcrslebcn, Döring, Tondern, Lökmtloster, nebst den drey börffem Borchstetl, Lchmdeck und Campen ; ferner Rendsburg und Bor« disholm zu theil wurden. AIS hernach an. i;rs Dilmarschen mit gesummter Hand unter Holstein gebracht worden, erhielt er den milllcrn theil dieses landes , so Rendsburg am nächsten lag. Er starb aber vhnvcrmäblt an. is 8 o, da denn seine zwey bruder sich in seine länder theilten. 8 .eicll 5 -arckiv. pam hec. conrin 2 kub tkotttein p. ;6. hlloge p. 110. /m-dss. ch r. >. 4 c.s. Johannes/ der jüngere/ ein sob» Königs Christian« m ig Dänemarck, und stlffter dcr Sontcrdurgischcn linie, bekam an. 1564 von seinem bruder, Könige Fribcrico 11 Sondcrbnrg, Nor« bürg / Plön und das kloster Ärcnsbcck; dagegen cr anfalle udri» qe väterliche vcrlasscnschafft verzicht that. Als hernach Hcrtzoz Johann dcr ältere an. i n8> mit tod abgegangen, ward von dessen erbschafft lhme von dem Könia noch das ländgen Sundcwilt / und das kloster Ruhcklostcr in Angcln zugclcgt, an welchem letztem ort er hernach ein schloß unter dem »amen Li'irburg oder WiV bürg, erbanete. Er starb den 22 nov- an. >ürr. Von seinen k«n« dern tinb nachkommen stehe den articul Holstein- beschreib. Schlckvv. ur>6 Üollk. L. I. islloAe gcnezl. «all. p. 1 ;2. nolik. procimp. l.4 c.y §. zr p. 27z. ^eiclei' srchiv. ?. spec. conr. 2 p. 26z, 2Ü6. Johannes Adolphus/ der dritte söhn Hertzogs Adolph«, des stamm -vaters dcr Gottorpischen linie, gebobren an. >57», an. i zgü Ertz'Bischoff zu Bremen, und an. n87 Bischoff Z>«!«» deck, succedirte aber nach dem tobe seines bruders Pbilivpi an. i;S7 in dem Hcrtzoathum, und trat hingegen besagte LMr mk eimviUigung der capilnl seinem bruder Johanii Fridrichc» ab. An. 1S0; „ahm er zugleich nebst dem König in Dänemarck MM» IV die Hulbiglmgi» Hamburg ei», lind stmib «bin indem Ml mit dieser stadt bey. (siehe Lhristianus > V König in Danemam ) Au. 1608 machte er eine väterliche disvofition, daß hin«ubro unier seinen nachkommen das ju; primo Aenimra- in alle» Lehen antta beobachtet werden solte, welche auch von Kayscr Rudowbo U «regen Holstein, und von dem Könige Cbrlstiano > V von Danemam wegen Schleßwich bestätiget wurde. Er war gottssurchtig, lehrt, n»b legte die bibliotbcck zu Gottorp an. Als er an. ^ z 1 mark. starb, hinterließ er von seiner gemahlin Mgnsta , Friederlci l l in Dänemarck tochter, 4 Printzeßinncn und; 4»» tzen, darunter Fridericus l N ihm in der regierung s0We,.irr phus, von dein ein eigener articul, inte» krieg Miig ,.und sov ncs, von dem auch ein eigener articul, Bssciion ll« L'wra «>«« - seneal. Kitt. p. 161. ' u -»«n n sr, s, p. 280.K. /». parl. spec. conrin. 2. lud ttolü ?' ra-; 7 . Johannes , der jüngste söhn Hertzog Jobannis Adolp^;^ Holstcm-Goltorp, gcbohrcn den i8mart an. 1L06, willigmig in daS von dem vater eingeführte' durch einen rev-r; an. 1S-4. Dagcgenstbm st««« n mn ^ Hertzog Fridericus > 11 zu dem Bißlhum Ludcck, als i r v bann Friedrich an. >6Z4 mittodc abgicng, behulstiM wa , >» .. nebst ihme l» dem Westfälischen stieben erhielte, daß m l ioh thüm sticht secularisiret wurde. Er Machte asich äti. 1647 mit bem raplkui einen vergleich, daß Nach seinem tode seine sechs nächsten» ''üchfviger aus dem Hause Gollorpj gewehlet werden sollen; und starb beili 8 febr» an. 165 s» Nachdem er von seiner gemahlin Ju- stana selicttas, Hcrtzoqs Juiii Friderici zu Würtemberg lochlcr, eine Prilitzetzin, und ; Prlntzen gezeuget, davon ihn nur der letzte, Johannes Al,gustus,uber!ebt,weicher zu Leipzig, Straßburg und in Holland anfangs wohl studieret, hernach aber in eme blödiqkeit des Verstandes verfallen, und an. iüz6den ry jan. zu Hamburg ge» storbett/ mithin diese linre/ jo von dev Bischößichen reildentz die Eu* tiNlsche genennt ward / ^e^chlvssen. eeneal. KiA. p. 167. /M/is/dl. u. l. l-4 c.y H. ^8 p. 282. 8.. park. Ipecial. cont. 2. lud Kolke« p. üS, ^ Johannes Fridericus/ Hertzog zu Schleßwichcholstein und Ertz'Bnchoffvon Bremen, war an. 1577 gebohren Sein vater war Hectzog Adolph von Holstein.Gottorp. Als seine 2 ältern brü. der verstorben, und der z das Ertz-Bißthum Bremen und Bißthum Lübeck nach getroffener Vermahlung ausgegeben, ward er an. 1597 zum Ertz.und Bischoff postuliret. Hierauf trat er eine reise nach Italien, und ließ sich Graf Johann zu Oldenburg tochter Anna Sophia versprechen, welches aber eine zeitlang geheim gehalten ward, weil er sich hierinne» einiges wiederspruchs von seinem DvM'Capitul befahrte. Endlich ließ er zwar an dem Kayserlichen hoffvurch seinen Cantzler ansuchunq thun, daß er ohngeachtet der verehliguug bey dem besitz des Ertz-Stifftcs möchte gelassen werden; es gieng aber doch zuletzt die gantze fache zurück, theils weil sich die liebe zu gedachtem Fräulein bey ihm verlohren, theils auch,weil die fache an dem Kayserlichen Hof wegen unterschiedener zufalle in stecken gerathen war. An. 1621 nahm er Königs Christian« IV in Dänemarck zweyten Printz Friedrichen zu seinem LosHuiar an» und ob er gleich nach der zeit die Waffen wider den Kayser mit gedachtem König in Dänemarck nicht ergriff, muste er doch nach Publication des Kayserlichen restitlitioiiEcliLs sein Ertz-Bißthum verlassen, und solches in den Händen Ertz-Hertzogs Leopold Wilhelms von Oesterreich sehen. Dadurch nun ward er genöthigt, bey dem König in Schweden schütz zu suchen, der auch an. is;o in ein bündniß mit ihm trat, weswegen man sich von Kayserlichek feite vergebens bemiihete, sich seiner Person zu bemächtigen. Nun nahm er zwar durch hülffe einiger zustimmen gebrachten völcker etliche örter seines Ertz-Stiffts wieder ein, ward aber von den Kay« serltchen gar bald vertrieben, biß er endlich an. i6;2 durch Schwedischen beystand zu dem völligen besitz fernes Ertz-Sttssks gelangte» Er lebte hierauf noch biß an. is;4, da er in dem alten kloster bey Buxlehude unverheyrathel gestorben, aber doch 2 ausser der ehe erzeugte söhne hinterlassen, davon der eine Johann Friedrich von Holstein der Kömgin m Schweden Stallmeister gewesen» Fürst zu Anhalt: ^'Fshärines Georgius n, war ein söhn Johännis CäsiMiri zü Denau, gebohren den 7 nov- an. 1627. Nach zurückgelegten reisen begab rr sich ctn.töiF lli Schwedische kriegS'dienste, u.defendirte in dem folgenden jähre die stadt Conitz in Pommerellien wider die Po», ien,ward aber endlich gtnöthlget dieselbe zu übergeben. Wie hierauf die Schweden ihre Waffen wider Dänemarck wendeten, halff er die aufder halb-insul Jütland gelegene festung Friedrichs «öde erobern» An. rS;8 ward er Chur«Branbenburgischer General über die ca- balleric und bald hernach Stadthalter in der Marck Brandenburg» An. lüsg bekam er nach seines Vaters tode die regierungmnd 2 jähr hernach die cssarAs eines Chur-Brandenburgischen General-Feld» marschalls» An. 1672 ward er 2 mahl an den Kayserlichen Hof geschickt, um einige anzahl trouppen vor Chur-Brandenburg, welches sich mit Holland in Lili-mce eingelassen, anzuhalten. An» 1681 muste er abermahls an den Kayserlichen Hofgehen, da ev dann unter währender belagerung der stadt Wien den geheimen kriegs.con- Ws mit beygewohnet» Er starb an. 169; den 17 aug. zu Berlin, und hinterließ von Henrietta Catharina von Oranien, mit welcher er sich an. 16^9 vermählt hatte, § Printzeßinnen- und einest Printz Leopoldum, der in dem Reiche sowohl als in Italien unö den Niederlanden seinen Heldenmuth sehen lassen» Kitt. p.;. ^ Fürst von LlchtensteLti : Johannes Adamus Andreas 7 Fürst und Regierer des hauies von Lichtenstein rc. Kayserlicher geheimer Rath und Ritter des goldenen Vliesses, war ein söhn CaroliEusebii, gebohren dennov. an. I6s6. Nach hingelegten kucliid und reisen vermählte er sich den 16 ftbr. -SZi mit Erdmuth Theresia Sophia- Ferdinanbi Josephi Fürstens von Dietrjchstein tochter, noch bey iebezeiten seines Vaters, welchem er an. »684 succedirte, und durch seine gute wirlhschafft, die von seinem vater ihm hinterlassene auf viele tonnen goldes sich erstreckende schulden in; jähren meistenkheils bezahlte. Hierauf fieng er an seine ohne diß conkäeksble ländercyen Mit ankauffung mehrer Herrschaffken zu vermehren, wie »dann un- ter andern an. 169; die grosse Herrschafft Göbing in Mähren an der Ungarischen gräntze, von dem Grafen von Oppersdorff, an. L694 die ansehnliche Herrschafft Sternbekg gleichfalls in Mahren «n der Schiesischen gräntze von den Hertzogen vonder Oelß, an» 11Ü99 die freye Reichs-Herrschafft Schellenberg in Schwaben von den Grafen von Hohrnembs, und sonst noch viel mehr Herrichaff» ten und güter im Reich, Böhmen, Ungarn, Mahren und Oesterreich an sich brachte, welche.er allemahl in guter «conorme zu er. halten, und selbige auch noch zu verbessern gepachtet, Dabey war er ein grosser liebhaber von der ck^mis, mablerey und allen kunllen lind wiffenschafflen, so curiös können gmcnnct werden, daher er Nicht allem die grölten künstler in Tcucschiand, ,ondern auch aus. wärllge mit seinen grossen kosten zu befördern gesucht,und ist nichts tzsn maßimym zu kostbar für ihn geweM, weßwegen auch Mr v 96 k Paritäten zu Wien eine bön den vor« unttt ttliche Über dieses bat er sehr viele und dar- bvchst kostbahre gebaude ausgeführet, unter welch" <^«?^°ren sein neues hauß in der stadt Wien hinter den; seiner kostdahrrn kruL, «„smeud . cm - gallcrien einem Königlichen pallast zu vergleichen garten m der Vorstadt ZU Wien, dessen aross's kai'ä gleichfalls mit künstlichen Mahlereyen, sonderlich der «rosse kaal H'Nler demselben hat er eMe ganbe vlrstM das Lichtenlhal gcnanltt, erbauet, und mit nützlichen aebäuden «w «conom,e versehen. Nicht weniger hat er fast auf allen sti. n Herschafften entweder die allen schlösser in bessern stand ae>c>»t und wohl ausmeubliret, ober gar neue aufgebauet, auch an zierlicher einrichtn,ig dec wirthschaffls.gebäude nichts ermangeln lasi - wozu er viele Millionen verwendet. Und ist höchst zu verwunder . wo er bey dergleichen so grossen ausgaben und geführten vielen und kostbaren gedauden, so viele neue Herrschaffken aukauffen.auch »och grosse baare mitte! binterlaffen können; welches aber alles von seiner guten «conomie und genauen aufsieht dependirte. Und war er msgemein in Wien der reiche Fürst Hans Adam genennet. Bey allen diesen pnvar Verrichtungen aber hat er sich auch nicht entzogen, dem Kayserlichen Hofe zu dienen, wie er denn Kayserlicher Eämmerer, und an. 1687 zum geheimen Rath ernennet worden» An. 1694 bekam er den Ritter-orden des goldenen Vstesses, und wurde hernach um das ende der regierung Kaysers Lcopolbi gebraucht , eine Kayserliche bsnco zu ekabliren und das cüre«one.m> davon zu führen, deßgleichen auch ein und anders in Cameral-we- stn einzurichten. Der Kayser Josephus schickte ihn nebst dein Oe- stcrreischen Land-Marschall Grafen von Traun im febr- an. 1708 als Bevollmächtigte aufden laiid.tag der Ungarischen Stände nach Preßburg,dieses Königreich wieder in ruhe zu setzen, welches er ihm durch verschiedene reisen Nach Preßburg sehr hat lassen angeleget» ichu, so enblich auch an» i-i t zum esseik kommen; woraus er m W>en, ailwo er sich ordentlich aufgehalten, an. 171» den 16 jun» gestorben, nachdem ibn taqcs vorher» der schlag betroffen hatte, im ;6 iahr seines ältcrs» Mit seiner obgedachten gemahlin, so es alswittwe hinterlassen, vater 7 kmdererzeugetr i) Mariam Elisabeth, so gebohren 9 may an. iü 8 ; und den 21 apr. an. 170; ai» ihren vetter Maxitnilianum Jacobum Mauritmm, Fürsten voir Lichtenstein Gundaccarischer linie vermählet, den 21 apr. an. r 7°9 aber in wittwen stand versetzet worden» Worauf sie sich deiii 5 mark. an. 171; Leopoldum Hertzög zu Hollstcin Wiesenvurgi» scher Imie zu ihrem andern qemahl erwehlet- 2) Carolus Ioscpbus-- 1o d«n t; oct-an. 1634 dieweil erblickte,und den iü febr. an. 17-zP selbige wiederum verlassen Muste. ;) Maria Antonia , ge- bohren den 1; apr. an. 1687 - so den 24 ian. an. 1704 a« Marcum^Adamum Grafen Zobor/ einen sehr begükerten Herr» in Ungarn, vermählet worden. 4) Franciscus Dvminicus, gebühren den 1 sepk.an. 1689,muste er,als er von seinen reisen zurücke kam, und nach Wien eilte, 4 Kunden davon zu Wölckersdorff ait kindes-blattern den 20 mark. an» -71t sein leben.- und damit zu» gleich vie Carolinische männliche linie des Fürstl. Lichtenstelnische« Hauses deschliessen. ;) Gabriele ward gebohren- an» 169z unv den 1 vec. an. 1712 mit Josephs Johanne Adams, Fürden vott Lichtenstein aus der GundaccarijcheN linie, vermählet, starb aber: zu Brunn den 6 oct. an. 171;» 6) Theresia Anna Felicitas, wurde den 24 oct. an. 171; zu Scbwartz-Kostolitz Mit dem Printz Es Manuel von Savoyen, Grasen von Söissons, Rittern deS goldenen Vliesses, Kayserlichen General, vermählet. 7) Und Dominica. Weil er nun seine männliche bescendentz mit seinem söhne an» 1711 abgestorben gesehen, ivm aber vermöge der Uhralten msH- rsts stifflungen und erbwercinlgüngen, ausser dem alten tn-l.okilc» die freye dsspositiori über die von seinen vorfahren herrührend^ Herrschaffken, unter seinen Lgnsren, mit seinem selbst erworbenes vermögen und angekauffkeN qülern unter seinen descendenlen nach eigenen belieben ünumschranckt gewesen; als sind nach inttbalß derselben packen sttnenz ncchsten anverwandten Antonio Flsriano 7 Fürsten von Lichtenstein aus der Gundaccarischen linie, die übral- ten rriLjorLts-stifftungcn, jedoch nicdt anders als wie zur zeit der fun« dation gewesen, auf Jägcrndorff, Tropoäu, Mährisch Triebau- Eisenberg, Hochenstadt, Goldenstem, Schildberg und Schöuberg» ferner auf Feldspurg, Prbnitz, Blumenau, Bäumgartcn, Eißgru- be, lammt der prätension aufTeschen, so biß j Millionen austragm soll, anheim gefallen. Alsdemi hat er aus freyer dispvsikiön deS Fürsten Philipp» Erasini von Lichtenstein,; söbneü öermächt: dem ersten, Printz Josephs Wenceslao vie Herrschaffken Vadutz und Schellenberg sammt einem capital in Schwaben von »zoooo gülden , Buczowitz, Turau usiv was dem anhängig, das hauß in veS Hcrren.gasse zu Wien, eines zu Brünn, alsdenn das gestüke und alle Pragertschc Häuser. Dem andern Printz Enianuel die Herrschafft Rostock, Poforzitz und Noivhirod, das kostbahre neue hauß unö bett garten zu Wien, samt allen mobilien, und der bibliolheck,wie auch dem grossen bräuhauß allda in der Vorstadt zum Lichtentha! genannt ; dem dritten Printz Johanni Aniomo d,e Herrschafft Lands» cron und Lanrsbekg, die dorffschafften Rostany, u. a- m. mit ihrem zugehsr, und ein hauß in Brünn, wie auch oie Ungarische Herr- schafft oder das dafür ausgelegte gcld von 129000 gülden. Aller» dreyen aber die Herrschafft Lundenberg,wofern sie den KayserliaM conlen8 zum m-sorLt ausbringen. Seinen tochtern hat er verschafft, und zwar den beyden ältesten, als der damahls verwilkibe- ten Fürstin von Lichtenstein und oer Gräsin von Zobor, zu gleichett theile» die Herrschafft Göd-nq, der Printzeßi» Gabriele i -e Herr« schassten Slernberg und Ausie. Der Pcintzeßin Lberellä. >ea>le- lek, Skwotew Anzowez uno E'-'ch. Der Prmtzeßm Dvnuuica- Rothenauß, Plailcii, Zcblitz, Zenahorra uno Braunmohiyutten» Uherdiß bat oie Fürstliche Wittib eine M«e abstaltung an gulem f ' Ffffff 8E ZLLL.?e^«.Sa!!e.;'S meü-ernchthum dieses Fürsten abzunehmen ist. französische/ Italiänische und andereprintzen ^ ^ ^ H^-tzoge von?l!enson: Rabannes l-der weise zubenamtt/ war Pettf ik und Maria Ekamaillare von Rea-nnont Maine söhn , und kam den y may a» - - 8 ? aufdcm schlösse Essai an das tages-iichk. Er diente dem Köniae in Franckreicl, Carolo V!, und erklärte sich vor das hauß OrleanS wider das von Burgund. Nach diesem halffcr an. 1409 imd 1410 die ftiedens. traclatcn -wischen diesen beyden Häusern zu Cbartres und Bicestre beiveeckstelligen, und ihm zu gefallen mach» te dee König den i ian. an. 1424 die Grasschasst Alencon zu einem Hertzogthum. Im folgenden iahre den 2f oct. conimandlrte er m der scblacht bey Azincourt das andere treffen, und hielte sich vor» trcflich : -nassen er, nachdeme die erste linien schon völlig gefchla- gen, den ft-nd hertzhafft angriff, schr ticff in dessen jchlachtord» nung hineindränge,und den Printzen von Yorck einen bruder desKo» Mas nieder! jede, auch durch einen andern streich dem Konig leibst die crone vom Haupt schlüge. Er ward aber von den feinden gleich darauf umgebracht Kick. (.'sroli VI. /,,,»«/. kick. ste krance r. 2. * Iohannes u - der schöne zugenamet, wurde den r mark. an. >409 aufdcm schlösse Arge,itangebohren, und ficng an. -424 an, >eme lapfferkcit in der schlackst bey Neriieuii sehen zu lassen,all» wo ihn die Eugclcmder gefangen bekamen, und ihn zu Crotoy in der Picardie verwahreten, bis an. 1427, da er sich durch eine grosse rantzio» befreycte, nachdem er die stadt Fougeres um ein ge» riuges gelb an den Hertzog von Bretagne verkaufst. Nachgehends diente er Carola VII mit grosser treue bis an. 1440, da er einer von den räoelSführern der empörung/ so man la pi-aZucne zu nennen pflegte,war/und zu dem n-ißverstandnisse zwischen dcmDauphin Ln« dovico, dessen lauspalbe er war; und dem König seinem vater nicht wenig beytrug. Nun ward er zwar damals wieder bcgnadi» gct. Allen- an. -4sü ward eine neue conspiration, die er -mt den Engclänvcrn gefüdrec, entdeckt, worzu ihn theils die falousie nue» der Carolnin von Auiou, der mehr als er beym König gölte, theils aber dieses bewog , daß ihm der König in den- streit wieder den Hertzog von Bretagne, von deiner Fougeres wieder einlösen wol» te, nicht beystund. Da nun die conspiration entdeckt worden, er auch solche leibst deka»dt, verdammte ihn das Parlament zum lo» de; jedoch schenckle ihm der König noch das leben, nahm ihm aber seine besten guter, und hielt ihn m dem castcll Loches gefangen. Al-ein da Ludwig der Xl an. -46- zur cronc kam, setzte er ihn wie» der in seine vorige frcnhcit. Allein dieser gutlhat ungcacht begab sich dieser Printz dannoch hernach an. -46; mit i» die so genannte Iigue clu dien puklic, und da man ihn zum andern male beschuldig» te, baß er mit den feinden des Vaterlandes correfpondiret, wurde er auf das neue gefangen geätzt und vernrlheilcl, daß er an. 1474 im julio enthauptet werden solle; allein der König pardonntc -hn abermals; und starb er erst 2 fahr hernach durch kranckheit. Sei» ne erste gemahlin war Johanna von Orleans, Hertzogs Caroli von Orleans älteste rochier; die andere Maria Armagnac, Graf Job -mus l V von Armagnac tochter, von ipelchcr der Hertzog Aenatus von Alenzon war. blick. Oaroi, vil Lc l^ullovici XI. b>,s Hasie/ kick. cie Vrauce com. 2. ^ ^crtzogevonAnjou: Iohannes von Anjou I, Hertzog von Duras und Salcrno. Er war Carolt ll des lahmen, Königs von Navoli-md Eicilirn, Grafen von Provence rc. und Maria von Ungarn söhn. An. - 288 muste er auf feines Vaters Verordnung nebst seinen bruder» Roberto und Rainilnido geiffel abgebe». Als d-estn Alsonsus 1 U sonst auch Lonu5 znqcnannt, König von Aragonjen Mlt dem beding der ge» fangenschafft erließ, daß er Caroluin von Valoir, des damaligen Königs in Franckrcich Philipp! ckulckck bruder, vermöchte, seinen anspruch aufAragonicii/welchesNeich ihme dcr Pabst MartinuS I V nach denen so genannten Vglsei-K ^iculirzur strass und raach wegen solcher that gcschcnckct, auffzugebi ii, auch hiezu dcS Pabstö ein. willigm-g auszuwürcken, wo aber solches innert denen nächste» ; fahren nicht ins werek gesetzt wurde, sich selbst widern»-im gesän» gnuß stellen sollte. Nachgehends schickte ihn sein bruder, der Kö» mg Roderlns, mit einer armer in Italien, um sich dem Kayser Henrico VI-, als selbiger in Italien eingefallen, zu widersetzen. Es warffsich auch Johannes wii-cklich in Rom, und behauptete einen theil der stadt, sonderlich das quartier, wo das Lapikoiiuin, Q-ckei 8. ängelo, und St. Peters kirchcn liegt, nicht nur Wider die Colonneser vor des Kaysers ankunfft, fonbern auch gegen Hcn» ricam selbst. Und wiewohl dieser endlich mit grossem blutvcrgicsscn sich des Ospnolu bcmeistcrct, wollte ihm doch die fach durch star» ckcn widerstand des gegentheils,so diesen Johannen- von Amou zum hauvl hatte, nicht weiter gelingen,daß er zulctst der alten gcwohnheit zuwider an statt der St.Pelers.kirchcn sich m St-Johann vom La» Man muste crönen lassen, und also von Rom wieder fortzöge. Jo» hanncs halffhierauffntchk minder die Florentiner wider Heiinci macht beschützen, bis endlich der krieg durch des KaPiers tod ein ende nahm, als dieser eben Johannis vatter den König Robertum selbst in seinem Königreich Neapolts hermzusuchen gedachte. Jo» hamies starb in ziemlichem alter den z apr. an. -;; 4. Seine erste gemahlin war Mathildis von Hennegau; die andere Agnes von Perigord, von welcher gczeuget worden C-volus, Hertzog von ioh Duras, Ludwig, GrafvotzGravina, KönigsCaM, m kleinen genannt, vater, und Robertuü, PrintzvonM»,» 'v, Johaiines von Amou Ii> Hertzog von Calabrien M M-m. gen, war Renati dcs froinmen , Königs von Napoii und 8i a ^ Gcafens von Provence, und Jsabella emer Hertzogm von M gen , söhn. Er wurde den 12 aug. an. 142z gedvhren, unds . te an. 1452 fenier inutter m dem Hertzvqthum Lothringen war ein tapfrerer, großmüthiger und leutleiiaer Prmtz, richtige freund,chafft, und mangelte ihm nichts, um der M» Held zu seyn, als gluck. Als der König in Aragon,en, N-w uiid Sicilien, Alphonsus V, an. -4^8 mit todeadgiena, M er seines damals noch lebenden Valero recht auf Neapel und 8,. Iicn, wieder Asso-isi söhn Ferdinandiim auszuführen, und nadm sogleich emen zug nach Neapel über die see vor, bekam auch in kur» tzcm Apulicn -mler scme gewall. An. -460 schlug er Feruuandiim ,u der ichlachr bey Sarno. Endlich aber wurde er doch umveii Troyes ,n Apulien überwunden, und im folgenden jähre aus d» infüI Jschla zu weichen-genöthiget, vou wannm er sich an. 14S; nach Marseille begab. Zwey jähr hernach trat er aus mchnM. gen über den König in Franckreich Zudovicum Xl, weil jhnM» selbe zu einem neuen zug nach Neapel keine» beystand leisten wolle, mit m die von den Grossen des Reichs angestiptete ügue cku bim Public genannt, und erhielt in dem daraus gcfolglen fmdeii, das versprechen, daß ihm der Köing eine gewisse anzahl vvlcks zu einem zug nach Italien geben wolle. An. 1470 ergaben sich die Calais« liier, welche wider den König Johannen- ll von NavarraM Aragonien rebellirten, Renata, der aber wegen ailers nicht ab» kommen konte, und daher seinen söhn Johannen- ihnen zuschickte, dem Ludovicus XI auch die odgemeldle versvrochene imMschaßt gab, aber solche wieder zurück gehen ließ. Dieser aber ward auf seine eigene kosten mit erlanbniß Ludovici XI eigen volck, giciig da» Mlt vor Barcelona, so ihm alsodald die thore gutwillig vssuele, schlug den König Johanne,» von Navarra vor Peralla weg, nahm Gironna ein, und eroberte nach erhaltenem neuen succurs sasigautz Catalomen, starb aber Mltlcn unter diesen guten progrcsien anm »cm siedcc zu Barcellona dcii -ö dcc. an. -470. Von filier Mas. l»t, Maria von Bourbon, hatte er Rcnatum, der nmg vcrsiard; Johaimcm il, Hertzog von Caladr-en, welcher kurtz nach dem va» ler starb; uns N-colanm , Hertzog von Caiabcicn und LothNM. k-ck, Xcap. X6c Kilt. cke t^-ov. gM» „4,^,kick. ckc Ick^nce iom, 2 col. ,28) - >->4- ^cryoge und printzen von Bourbon: Iohannes 1, ein söhn Ludwigs des U > Hertzogs von B» bon , von Anna Dauphmc von Äuvccgnc, erklärte sich unlcrt-r regternng Caroli VI Kön-gs m Franckrcich vor daS hanßOilmS wlder daö von Vurgmid, auch gab ihm der Köing das connnaiito über die armce, ivelehe in Guienne >v-der die Engclanber geschickt würbe. Desgleichen war er bey der belagernng der stadt t>viiW» guc und Arras, und commandirle an. >4-s die sv4,>iK-mekr aemce m den- treffen bey Azincon-c, wostldst er gefangen lllidmch Engeland gebracht wurde, allwo cr an. 14)4 nach eimr is>ahn> gL-i gesaugenschafft dieses zeitliche gesegnete. Seine gemahnn m Maria, Hertzogs Johamno von Berry wchlcr, und LMwigstha« lillons l t! w-ilive. Von selbiger wurde» gebohren, Ca-olue I , Hertzog vv» Bonrbo»; und Ludwig, der snng ve-staedj mgln» chen ein anderer Ludwig, von welchem die Grasen von MMi» sier herstammci'.; wie er denn auch verschiedene naintliche lM hinterließ. Iohanncs I I. der fromme zubenanit, ein söhn CaroliI Heu tzogü von Bonrvon, und Agnes von Burgund, ließ a».-4;°hch lcdzcile» seincs vaters, da er »och den liiui eines Grasen von Lla» inoiik führte, scme lapsscrkcil m der schlacht bey FvmiignyWN, -vorbey er zum ersten mal comma»bn tc. Nachgehends war er m bey der crodcrung von Baycnr, Caen, Bourdeaur und anorrn örlcrn mehr, so den Engeiaiidm- nnrcr Carola Vil adgcnomM wurden, und wnrde desiwcgen von ietztgckachlein Kv»igzni»nou. vcri-ouc von Gmcmie gemacht. Nach dessen tob wohnte er an. i 4 ü-dcs Kömgs LncoviciXl krönimgdcy, allwoerdeSHM von der Norm>»i,.e stelle vertrat. Well ihm aber diclrrUW sein gouvcrnemelil von Gmciuie nahm, stciig er an Mit da! llvrn gen mlßvcrgnilgtcn Printzen von gedlstt zu conipinren, und« einer von den vornehmsten Häuptern der so genannten bgac ua Public Wider gedachten König. Weil er aber etwas zu M l das seid rückte, ehe seine übrige Partisans fertig waren, wum zu einem frieden an. 146; gezwungen, den >ö>" äcnc gcniW Cbarlvlta, die des Königs schwciicr war, »och zu ivege orwch Nichts dcstowc»!ger als die Norinandie bald hernach nahm cr Roucn vor des Kvmgs bruder» Carolnin, Berry, der baS hanpl der iigüe war, 1» dcsch, ""d >M „ darauf erfolgten frieden n»t eingeschlossen. Lauut !Y - « König beständig von den ändert, mißvergnügten lreime > MW gad er ihm alle peniionn, die er --»ler dem vvrigenKvulg^e < -Mb die er -hm genommen hatte, wieder /.vkrheyralhele n tcr an dessen bruder, und crwicß -hin grosse -MttMen, . am meisten unter den Lig-rten, wegen seiner klugMiiud M keit fürchtete. Es blieb ihm auch der Hertzog nach diesun d treu, halffihm die Norma»dle iviedcr einnehmen, und v dahin, baß auch der Hertzog C^rvi-is von Guie^ bruder, sich m-t deinselbc» ans,ol)ncle. Er an. 1468 aufder reise nach Peromie, zu dem Hsstzv^ gund, und empfieng von ihm an. 'lds den Rill"'^ ' - ^ chaelts. Hieraus quittirte er den hos bis zu des Ko>W ^ Loh xauf er weder seinen drudek, der nebst seiner gemahlin Mtta, Lu> ddvici XI tochter, zur vormundfchafftlichen regierung Caroli Viu bestimmet worden, dehaupiete, baß ihm solche regierung zukäme Anna von Bourbon brachte ihn zwar aufihre feite, als sie ihn am 148t zum Reichs.Marschaü von Franckreich machte. Er ließ sich aber bald wieder von dem Hertzoge von Orleans zum neuen auf« stand bewegen, wiewghl er doch bald wieder von demselben abtrat, und sich mit seinem druder aufrichtig versöhnte. Er starb endlich auf seinem schlösse zu Moulins ohne ehelich« leibs«erben den i apr. an. 1488 im Srsten iahre seines alters. Jedoch hinterließ er einige natürliche kinder, worunter Matthäus, Herr äe la Röche en W« nier und Bolheon, Admiral und Louverneur von Guienne und Picardie wurde, Carolus, von dem die Marquisen von Lavedan »inb Malause abstammen, und Hector Bischoff von Lavaur und nachmals Ertzbischoffzu Toulouse. Kitt. lle Lourko». ckE- Kitt. cle Vrunce l. 2. * Johannes von Bourbon I, Graf cle ls Marche, Vendome, rc. und Königlicher General« Lieutenant in der Provintz Lunosin. Er war Jacobi von Bourbon söhn, von Johanna von 8. Paul, gieng an. >;6ü mit dem Lonnemkle Guesclin m Castilien, und halff daselbst Pelrum den grausamen bekriegen. Nach seiner rück« kunfft führte er mit den Engeländern krieg, und fand sich in der Macht bey ComineS, nicht minder an. i;8rin der bey Rosebec. Er gieng hierauf mit dem Könige von Franckreich an. i;88 in Gelberland, und an. i;yi in Languedoe, starb aber den n jun. an. i;y;. Er vermählte sich an. 1,64 mit Cakharina von Vm« dome, Johannis V l tochter, von welcher Jacobus von Bourbon II, Graf cle ls Marche; Ludwig, Graf von Vendome, und Johann, Herr von Carenci. Kitt. caroli VI. Johannes von Bourbon ll, Graf von Vendome, rc. war LuowigS von Bourbon söhn / von Johanna ae Laval. Er hielt sich zu des Königs Caroli V l 1 zeitcn bey verschiedenen gelegenhellen sehr wohl, und wurde an. 1451 beyder belagerung von Fronsac zum Ritter geschlagen. Bey der krönung Ludwigs des X i vertrat er des Grafen von Toulouse stelle, war an. 146; m der Macht bey Montlehery, und starb auf dem schlösse Lavardm ohnfern Ven« dvine den 6. jan. an. 1477. Von seiner gemahlin Jsabetla von Beauveau waren Franctscus von Bourbon, Grafvvn Vendome; und Ludwig, Pciutz von Rocheckur.Hon, von dem die Hertzoge von Montpensier herstammen. hertzoge von Bretagne: Johannes I, Hertzog von Bretagne, Graf von Richemsnt, ie ksoux oder der rothköpffigte zugenamet. Er war Pem von Dreux, Maurier zugenamet, und Alire, einer Gräfin von Bre« tagne, söhn, kam an. 1217 andaslichtder welk, folgteseinem Vater, und führte mit den vornehmsten feiner Unterthanen, sonder« sich den Baronen von Lanvaur, Craon und Gwmorbem V-cont- re von Laon krieg, welche er zum gehorsam brachte; desgleichen hatte er einen streit mit der geistlichkeil- weshalden er nach Roni reistce. Hierauf folgte er an. 1270 dem Könige Ludovico 8. auf dessen anderer reise in Assicam. Er hielt nach feiner rückkuoffl sehr strenge über der gerechtiqkeit, machte unterschiedliche gute stifftun» gen, und starb den 8 oct. an. 1286. Von seiner gemahnn, Blan« ca von Champagne, Tdidaidl, Graftns von Champagne und Brie, Königs von Navarra tochter, hatte er Jvhannem u - Her« tzvg von Bretagne, von dem hernach; Pelrum < welcher an. 1241 gebohren, und an. i-ss zu Paris gestorben; Thibaldus-Ro« bertus und Eleonor stürben m der jagend. Kitt. cle Lre- tsZne. Johannes ll - Hertzog von Bretagne, von Franckreich, Graf von Richemont, waran. 12;« gevohren. Er diente König Pbilivpo dem schönen gar getreulich, welcher ihn auch an. 1297 zum Laie von Franckreich machte. An. I;o, gieng er nach Rom, um des Pabsts Elementis V krönung beyzuwohnen, hatte aber das Unglück, daß er daselbst von einer eingefallenen mauer beschädigt gvurde, woran er noch in eben demselben iahre zu Lyon verstarb. Bon seiner gcmahlin Beatrix, König Heinrichs IN von Engeland tochter, war sein Nachfolger Artus; Johannes, Grafvvn Riche» ifiont, welcher an. n;4 ohne kinder verstarb; und Petrus, V>- Pomre vvnLcon, welcher ebenfahls ohne erben Mit tvde adgieng. Johannes n 1 - Herzog von Bretagne, Graf von Riche. mont, Vicomre von Limogcs, der crütige zubenamek. Er war des Artus ll söhn, diente dem Könige Philippo V-lletioan. ij4<- m dem Flanderifchen kriege, und starb zu Caen den r; apr. an.i;4i. Er hatte; gemahlinnen, deren die erste Jsirbellcr, des Grafen von Valois tochter; die andere Jfabella/ Sanctii IV. Königs von Castilien rochier ; die dritte Johanna, Ebuaevi, Grafen von Savoyen emtzige tochter war, hinderlieffe aber bannoch keine er» den. Seme kriege mit seinem velter Johanne IV > sitze in dem folgenden articul. * Johannes! V. insgemein von Montfort genannt, Hertzog von Bretagne. Er war ein söhn ArtuS I! und dessen anderer ge» Mahlin Jolanta vo» Dreux , Gräfin von Montfort, Roderti l V, deö Grafen von Dreux tochter, gebohren an. 129;. Dieser Ar« lus vermahlte sich anfänglich mit Maria, Gmdoniü l V. Grafen von Limoges, einigen tochter, mir welcher er Johannen, ui, so ohne erden starb, und Guidonem von Bretagne, Grafen von Psn» thievre zeugte, welcher letztere eine tochter, Johanna, die lahme zngenamt, hinterließ, so erdin von Bretagne und Caroli von Blots gemahlin war. Dieser vetter nun Johannis U >, Johannes l V , irm mpffKer «nö kühner Herr, maßte sich dessen iandes an, wel» ches denn die langwierigen und schädlichen streitiqkeitm zwischen deck beyden Häusern Montfort unv Älvis verursachet, wodurch fast gantz Bretagne zu gründe gegangen wäre. Das erste behielt zulekst, wie« wohl erst nach dieses Johanms lod, die oberhand, ungeacht das andere den König von Franckreich , Phiüppum Vslettum, und dessen söhn Johannen, auf feiner feite hatte. Johannes von Mont» fort wurde in der stadt Nantes belagert, und in dem castclle gefan» gen genommen. Hierauf führte man ihn nach Paris, und fetzte ihn daselbst in den thuen, des kouvre, woselbst er bis an. 1,4; bleiben muste. Er versprach zwar nach feiner loßlaffung keinen an« spruch mehr auf das Hertzvglhum zu machen, hielt aber fein wort nicht, sondern fiel ins ianb em, nahm Dinanl weg, und gieng nach Engeland, um daselbst hülffe zu suchen. Als er sich aber j» seiner Hoffnung betrogen sahe, starv er nn fept. a». i; 4 ; vor Mißvergnügen. Seine gemahlin war Johaana, Ludwigs von Flau» dern, Grafen von Revers tochter, vo» welcher Johannes V , von demsi>fort. * Johannes V.derlapffereundüderwinder genannt,weil er bey währender Uneinigkeit zwischen seinem hau,e und dem vonBlvis in dem kriegs. wefen auferzogm morde,und letztlich den sieg erhallen. Dieses geschahe nach seiner vcrjaguug, da er von der gantzen Fran« tzvsifchm macht angegriffen worden, und nachdem er 7 Machten gewonnen, auch seinen Widersacher, Carolum vvn Blois, im lref» ftn deyAvraian. nüg erlegt hat. Au. r;s; den 12 avril wurde ihm krafft der zu Gcrrande gc,chlossenen fttedens-cractaten, Bretagne überlassen. Im folgenden jähre kam er nach Paris, dem Kö« mg Carola V zu huldigen. Er üderwarss sich zwar anfänglich mit demselben,doch diente er thm nach diesem getreulich.Er siard cnoilch zu Nantes den 1 nov. am ,; 9 S- Er hatte; geuwylmnen, Manam, Eduard« M. Königs von Engelland tochter; Johaunmu, Thomas Holandi, Grafen von Kenl tochter; und noch eine Johan» nam, Caroli ll, genannt des vöstn, Königs von Navarra roch« ter, von welcher Johannes V l unv Artus i ; i, Hertzoge von Bre« tagne; AegidmS, weicher an. 1412 vernarben; und Richardus - Graf von Estampes, welcher das geMechle foctgefetzck. Johannes VI. Hertzog von Bretagne, k-ir von Franckreich rc- Ritter des güldenen Vlieffts, zuvenamt der werfe. Er war ven 24 dec. an. i;89 gedohren, und wurde neust seinem vruder von dein connersbis Elision zum Ritter geschlagen. Die Gräfin von Pont» hievre ließ ihn aufbas schloß Chanwnceaux gefangen setzen, er wur« - de aber von seinen Unterthanen wieder befreyet. Er starb den »9 aug. an. 1442. Seine gemahnn war Johanna, KvmgL Caroli VI tochter, von welcher Franciscus 1. Petrus, Hertzog von Bretagne, und Aegidius, weichen fein bruder Franencus am 14^0 erdrosseln ließ. sncien eksräevrel. Kitt. Lreuzne» hertzog von Burgund t Johannes der unerschrockene/ wurde desi tg may qtt. zu Düon gebohren, und führte bey lekzeiteii feines Vaters, M» sipp, des kühnen den titui eines Grafen von Revers. An. i;ys com» incmdirte er die armee, welche der König in Fcänckreich Carolus V» Siglsmundo, dem Könige in Ungarn, wider den Lürcklfchm Kayser Baiazet zu hülste schickte. Unter dieser armee waren 200s vornehme Edelleute und Stands.perfonen, allein sie wurden alle» samt m der schlachl bey NicopoliS den 28 fept. durch ihre allzugrosse Hitze in Verfolgung der femvc, darburch sie von den Ungarn abgc« schmkten worden, entweder qetödtet ooer gefangen. Bajazet sich deren mehr als üoo in des Grasen von Revers grgenwart nieder» machen, verschonte aber noch desselben, und i s anderer grosse» Herren, vor welche jener 202000 bucaren zur rantzion zu erlegen sich erbot; wie sie denn nach; nionaken, da solch gew ausgezahlet wak> alle mit einander loßgelasten wurden; An. 1404 starb fein vater, da denn Johannes, als derälttfie, mit feine» brüdern aljv theilt^ daß er Burgund, Vmncko comrs, Artois und Flandern behielte. Und gleichwie sein vater mit Ludovico dem Hertzoge von Orleans in beständigen streit gelebt, weil jeder an dein FeautzösiMn Hofe, daher König Carolus V l an dem verstand krancke lag, die regle» rung gerne allein führte; also setzte er solchen fort, und zwar mir solchem erfer, daß er den Hertzog Ludwigen von Orleans den r§ nov. an. 1407 zu Paris meuchelmörbcrijcher weist niedermache» ließ. Diese schändliche that wurde ihm doch wegen feiner macht, und weil man bewegte, er möchte bey den damaligen Englische» kriegen sich zu den feinden schlagen, parbomct« Er muste aber gleich darauf nach Flandern gehen, und daselbst Johanni vo» Bayern, dem Bifchoffe von Lüttich, wider dessen untecthanm devstehen, welche er auch vor Mastrich wegjagte, und sie den rx fept an-1408 schlug. Mittelwelle aber hatte die Königin in Franck» reich Elisabeth» nebst der verwtttiblen Hertzogin von Orleans es bey dem König dabin gebracht, daß der erste parbon wegen des morbs des Hertzvgs von Orleans wiederruffcn, und ihm eine sehr fchimpffliche straffe angekündiget worden. Daher, als er mit de« rebellischen milcrlhancri in Lüttich fertig worden, kam er mit de« waffnerer Hand nach Paris, und erhielte, daß dieses wieder um» gestoßen wurde, und man sich mit einer kleinen submission begnüg« le. Er war aber hicmit noch nicht zufticoen, lönoern riß auch bis regierung an sich, ward aber durch die andere Printzen vom ge» blut genöthigt, an-141» zu Biccstre friede» zu machen, uns einzuwilligen , daß er gleich den andern Pciiitzei, , nicht wieder ohngeruffen nach Hofe kommen wolle. Weil aoer feine gegcmvar« khey ocm frieden zuwieder voick warb, une u, Paris groiie Unordnung stlfftetr, ward er an. 1411 von dem Dauphin uuch Hofe gttaH den, da er zwar kam, aber zu grossem m.xoeiguügm oes Hosts Englische völcker mitbrachte, und da er nacsmaiS gar ben Kvuick u theil» Lttfffs 964 l'oh entführen wolle, muste er sich, da ^?Ä.7^eMäre7^E>>diich retiriren , ,mv ward vor e-nen ft'nd des erkia et. Enm da man einen krieq mit EngeUanv besorgte , wa d an. r4'4 tueve gemacht. Es währte aber nicht lange '^Meule M) o er Her tzoq dieses elende» zustandes, darmn ^ranckeuch an. 4 ; wider die Engelländer verlohrnen schlachr sich dchnde , »nd sie- g neue unruhc an. Weil auch inzwischen der Konm und der Da» vbm mit der Koniain zerfallen, und diese nach Tours reiegirec wo de ' vereimate er sich mit derselben, und nach dem er sie in fteyhell gesetzt 7 ?ührte sie sich als Regentin des, Re.chS auf, und machte Verordnungen, wie es der Hertzog >m>njchle. Es ward zwar an. 14'9 eine Versöhnung zwstchen dem Hertzog und dem Dauphin gcstisstet, aber sie war zu beyden theilen ">chl auftichllg, und endlich als beyde dem 10 sept an. 14/9 eine c^uferem; hallen sollten, um ihre zwistigkeiten völlig beyzulegen, liesse der Dauphin, so durch dieses Mittel den Hertzog listiglich in seinen Vortheil gelockt, solchen aus der brücke zu Monlcreau«Falit>Vonne, von Tannequy cku Chatel, einem alten diener hes Hertzogü von Orleans, und an» deren dazu bestellten lenten ermorden,welches iiachdielemlzu schreck« lichen unruhen in Franckreich anlaß gegeben. Die gemahlin des Hertzogs war Margaretba von Bayern , Hertzogü Alberti von Bayern, Grafens von Hennegau und Holland älteste tochter, mit leidiger hatte er einen söhn , Philipp den gütigen, welcher ihm folgte. VI. D« bild. cke Lurs. llilt. cle b'rance r. 2. * bild. cbron. ^ ! Lur§. Heryoge von Longueville: Johannes von Vrleans / Graf von Dnnois und Longue« ville, der siegreiche und lriumphirende zugenamet, war em natürlicher soyn Ludovici des Hertzogs von Orleans, besten vatcr König Carolus V war. Die immer war Maria von Enguien, vormals Alberti Cany cle VarenneS eheweid, von welcher er an. 140; gcbohrcn worden. Er ward in seiner jagend dem geistlichen lebe» gewidmet; nachdem aber von seinen beyden brudcrn der eine als gefangener, der andere als geissel in EngeUand gekommen, ward er in krieg gethan, um dcrmaleins den lob seines vaters an dem Hause Burgund zu rächen. In diesem absehen hielte er die parlheydes Königs Caroli Vli wlder die Engclländer, und legte die erste probe seiner tapfferkcit ab, da er a». 1417, als er eine con- vo/ in die belagerte stadt Montargis bringen solle, solche stadt gar . entsetzte,und die Grafen von Warwic und Suffolk davor wegschlug. I» der sogenannten henngS-fchlachtaii. ,428, da er ei» Englisches convo> , so nach dem lagcr vor Orleans abgicng, ohnweit Nou» vrai erbeuten wolle, so ihm aber fehl schlug, bekam er eine tödliche wunde. Nachgchends schloß er sich in Orleans ein, und beschütz« te solchen ort mir grosser tapfferkcit wieder die Engelländcr, und da er endlich nicht länger zu halten sich getraucle, wolle er die stadt in brand stecken, und sich alsdann durch die feinde schlagen., Im« mittelst aber kam die berühmte Orleaiijsche iiingfer, und nöthigte die feinde die belagcrung aufzuheben. Auf diesen sieg folgten noch viel andere, daran er grossen anthcil hatte. Denn er war mit in der schlacht bey Patai in Beausse, beförderte an. 1429 das unter« nehme» auf Chartres, riß an. 14; c undden Engelländern 8. Denys undCrcil aus den Händen, und halffim folgende lahre Paris erobern-An.l4;8 eroberte er von denEngelländernDren: unbMon« targiS, und erhielt vondeKönige das ßouvnnemenk voiiMomcrcau. Än.i4;9 aber ließ er sich nebst ander» zu einer revoke wieder deuKö« nig bewegen indem er wider dcnLcwne»b!e und andcreaus z-iloulie wegen ihres anschens die waffen ergriff-Doch unterwarffer sich bald wieder, und ward vom König begnadiget. 2 » eben demselben fahr schcnckte ihm sein bruder Carolus Hertzog von Orleans die Graf« schafft Dnnois, zur banckbarkeit vor seine grosse bemühung, die er wegen seiner besreyimg aus der gefangeiischafft in Engelland an« gewendet. An. 1448 schickte ihn Carolus V u nebst andern Mi« nistern und Geistlichen nach Genff, um daherum so wohl nnt dem wider Eugenium l V gewehltcn Padst Felix, alS mit dem Lonci- Iic»> so diesen geivehlct, und eben um diesclbe zeit sich von Basel gen Lausanne verfüget hatte, zu handeln, daß solche sich mit dein vor kurtzem an Eugen» stelle gesetzten neuen Padst Nicolao V verglci« chen möchten, welches auch glücklich ins werck gestehet ward. Er diente nachmals dcin König in dein zug wider die Normandie sehr getreu, nahm den Engelländern daselbst viele ftstungcn weg, und bemächtigte sich sonderlich an. ,449 der stadt Rouen, ward auch an. 1450 zum Oouvemcur von Caen gemacht. Im solgendeii jähr ließ er seine tapfferkeil inGuienne sehe», und eroberte das gantze lwtd in einer cLmp»Zne. Carolus V l > gab ihm zur dauckbarkelt dentituleines eciölecü des Vaterlandes, mitdcc Grafschaffc Lou« gucville und andern ländcrn, Icgitiinirtc ,hn, und machte ihn zum Groß'Lämmercr von Franckreich. König Ludwig XI aber setzte ihn wie alle andere getreue diener seines vaters hindan,dahero er sich mit in die wider denselben gestifftete li§uc clu dien public einließ, nach erfolgten, frieden aber ward er von demIKänig wieder hervor« gezogen , und an. 1466 zmnhaupllcmcr Versammlung, die die im Reich eingcrissene Unordnungen in der justitz rcsormircn solte,gesetzt. Er verheyratbetc ihn auch in selbigem jähr mit Agnes von Savoycii, der Königin jchwestcr, vertraute ihm aber kein commrnllo mehr in der armce, unter den, verwand seiner schwachen constitntio» Zwey jähr hernach wohnre er der verfammlimg zu Tours mit bey Endlich starb er an. 1470 im 67 jähr seines allers. Seme erste gemahlin war Maria Louvet, Iohanms, Herrn von Tbecis und Ealamer, Präsidenten von Provence, tochter; die andere Maria, Jacob, von Harcourt, Grafen von Tancarville tochter, von wcl« cher Francifeus, der das geschlccht der Hertzoge von Longue« ville fortgesetzet hat; die dritte, odgedachte Agnes von Savoye». roh -le krnnee r. 2. /«'. < 7 /,^. Johannes Ludovicus Carolus von Orleaua, . von Longueville und Estoureville, souverainer Prinn ^ Chatel, Graf von Dunois, rc. Er war Henri ci l l, Longueville söhn, von Anna Genevieva von Bourbm . den r2 jan. 1646. Er cedirle das recht seiner ersten gebun.k? rolum Paris von Orleans, seinen jüngern bruder, 1672 bey Tolhuis am Rhein erschossen wurde, und nahm liche» stand an. Es wird gesagt, daß, als er sichM » suiter.colleZio begeben , deren orden er anfänglich annehmen lcn, er un gehirne ,eyverrückt worden. Er starb im sehr an" 7 ' machte aber ei» testament, worinncn er das Fürsteiillium Chatel und die Grafschafft 8. Paul an den Printzen von Li n ? machte, worüber es nachmahls so viele scrupel geaeben;nich an i« wegen der zetztgemeldlen verruckung, als deren man ziemilck? cke beweise auf die bahn brachte, sonderen hauptsächlich , wMj! Stande des landes nicht erkennen wollten, daß man sie »ach n willktihr, an weiie man wolle, verschencken lind vermaclmi L te. Die Grafschafft Dnnois aber nebst andern sielen als lehne der kröne heim. (siehe Neuf-Chatel.) Usmb. M guen an. 1Ü99 x. ;z. ^ ' Hertzog von Lothringen: ^ Johannes/Hertzog von Lothringen und Marchis,war des z?« dlilphi iöh», welcher an. i;4ü in dec schlacht bey Creci aelödiet wurde. An. i; es ließ er seine tapfferkcit m der Wacht hm W. tiers sehen, woselbst er verwundet und gefangen wurde. Hernach als er wieder auf freyen fuß gestellel worden, trat er eine reifem Preussen an, kam aber bald wieder zurücke, um Carvlo von AW und Chatillon seinen, vetter wider Iohanncm von Momsortzi! helf. ftn. Caroliis wurde a». 1)64 in der schiacht bey Aorai geiöW Hieraufdemühcle er sich, die einwohner zu NeusCbastci an der Maaß von der Croue Franckreich abzuziehen; allem die fesinM wercke, welche er bey dieser stadt aussübren lassen, wurden wie. der niedergerissen. Als ihn hernach das Parlament zn PariSvor sich fordern lasten , wurde cr den 27 sept. an. i;zr nut gisste va- aeben. Seme erste gemahlin war Sophia, Ebcrhardi i V, Gm, fe» von Würtcmdcrg tochter; die andere Margarelha, Ludwigs, Grasen von Los und Cdlncy tochter. Aus erster ehe war Carolus l> Hertzog von Lothringen , Graf von Vaudcmont, welcher dasge« schlechte forkgcjctzet. Hertzog zu Mayland: Johannes Galeacius / Galeaci! Mariä fohn, varanfäng. lich nach der ermordung seines vaters unter seiner muller und bis berühincen Siinouelta vormundschastt. Allein sein veller Lndovi^ cus Morus karleie es so, daß er seiest das defft m die Hände kmg' te, lind bchiUl Johannes Galeacius nichts als den namcn einr- Hcrtzogs, ward auch so.vcrachllich gehalten, daß man nichleim mal vor besteUung seiner lasscl rechte jörae trug. Endlich da es an dem war, baß Ludovicuö durch Vorschub tcS Kayscrs du He? tzogliche würde gar an sich rcissen wolle, starb er an. i^aiienm» langsanicn siebcr, das wie man argwobetc, durch bcygedrachlm gisst solle styn verursachet worden. Seine gemahlt» war IsMa Printzeßm von Mavolis, milder cr gezeugt, Francsscum, da nach Franckreich geflüchtet wurde, und als Adl von MarnM'- t>cr sich au. 1 ,, 1 auf der lagd vom pferdc zu rode stürtzic, und nam , des Kömgs in Polen, Sigismuiidi gemahlm. 76^»^ hitlor. Xlelliol.chb. ö. 7«»/,./ yiltor, zemsl. Inel. LeUilj>»n. Fürst in Siebenbürgen "Johannes Sigismundus / erster Fürst in Siebenbürgen, war ein söhn JohaiiinsvonZavolia, Ziönigüi» Ungarn,welchen er mit seiner gemahli» Jsadella stönigs e^igismuttdi ,u Polen loch tcr, gezeugt. Nach iemeü vaters au. 1540 crsolgtcm todc, w« ihm der Buchost zu Waradci», Georgivs Marliniilms, inmvor' mund verordnet, welcher die Königliche immer dahin bccMll daß sie siel) unter Türckijchcu schütz begab, mid durch deren M die Ungarliche cronc vor ihren söhn zu erhalten pichle, ungcachic. der verstorbene König Johannes, imt dem Komge AcrdinandoM clatcn eingegangen, daß dieser scm. söhn nach iEl» kode mil eie benbürgc» zufrieden ieyn solle. Als nun der Tückische ücaylcrlM ausstch der Haupt-stadt Ofen bemächtigte, muste ö>c vttivittil>le 80' mgin sich nebst ihren Priutzc» in Siebenbürgen öcgcbrii, >MW der Vormund George untreu wurde, und eS dahin vracyie, ear sie an. i z zo dieses Zürstculhum Ferdiliaudo liberlasjen, dessen statt mit den beyden Fürstenthümern Ralibor und " Schlesien nebst einer lährlichcu pcnsion vorlicb^lichmcn mu> a izzü abcr rufsten die Sicdcudürgcr Johann viglslttUiidtNMU- welcher hernach von Ferdinands dessen ehemals ihm m vrM.- jüngste Prmtzcßin Johanna, wie auch seines vaters crbM g ler m Ungarn, nedst dem Königlichen clliil langte, nnd als er wegen des letztem absviidewlich al jchlaW worc bekam, sich unter Türckischcii schütz begab, und 6^ . - viel Verdruß verursachte. Es war sonste» dieser 8"^ ^ scheu ketzcrcy zugethan, und besetzte zuletzt alle amter mit M'a^ Er starb aber an. 1571 unvermählt, nachdem er dcmKayser Marimiliano i> beimlichelractalengesllMM- ^ neu unter andern enthalten war, daß dinsuhro alle M»' " ^ denbürgcn des Römischen KayserS Vasallen seyn lvllu>. i. 9. sxxcnck, sä Loniur. ^ ^ roh Aojpodcku in der Wallache^: Johannes Duca, Hospodar in der Wallachey und Moldau, ba fanv sich an. 168; mir bey Lee Turckischen armee, weiche die Kay- Milche residentz Wien belagerte- Ais er aber wieder zurück kam, fiel er den Polen in die Hände/welche biß dahin in seinen landem ziemlich aufgeräumet hatten. Ob er nun wohl dem Potocki roooo ducaten vor seine rantzion erlegte, so ward er doch, wider ge- gebene Parole, dem Könige in Polen ausgelieffert, zu Lemberg getrau verwahret , und erst nach r jähren durch den tod befreyet. Denn als er an den, fest Maria-verkündigung von dem Königlichen bedienten aus der Griechischen kirche, die er zu besuchen er- laubnltz hatte / herauß gezogen wurde, überfic! ihn plötzlich ein schlag-fluß, worüber er nach z tagen feinen ge-st aufgab. Einige Monat vorher hakte feine gemahiin einen abgeschickt j welcher die verlangte rantzion von ,8ooo ducaten nach Polen überbringen solle. Indem er nun fcmen weg durch Siebendüraen nahm, und von dem General Tekely einen paß Lnd evnvsy begehrte, liess die zeiwng von seines Principalen tode ei», worauf der ictzterwchnte Genera! und andere Grosse in Siebenbürgen sich des gelvcs anmaßten. Nach- dem aber des verstorbenen söhn, Constantiuus Duca, die väterliche würde erhalten, brachte er es bey dem Römischen Kaysec dabin,daß ihm die entwendeten itzooo ducaten von denjenigen/ so sie unter steh gttbeiiet hatten / an. 170z müssen restitmret werden. //EL. --e- an. 170;. tupplem. 2, z, 4. Andere p ringen: Johannes von Oesterreich / oder von Juan 6 s Austria, wie ihn die Spanier nennen, war des Kaysers Caroli V natürlicher sohl,/ gebohrcn zu Regenspurg an. >747- Die geschichtschreibcr sind wegen seiner geburt nicht einig. Insgemein wird geglaubet, daß seine mntker / eine Fürstin, und mit gedachtem Kayser gantz nahe verwandt gewesen. Andere hingegen melden, daß er mit einer Regenspurgischen jungfrau gezeuget, weiche Barbara Blum« bergtn geheissen, so nachgehenbs eine nonne worden. Weil sein Vater Cärolus V bey unlerfchiedlicheii gelegenhciten LndoviciQui- xada seines Ober-Hof-Marschalls treue erkannt halte, vertraute er ihm dieses kind, und best,hi ihm, daß sei» ehe-weib, Magdaleua Moa, selbiges auf dem lande erziehen, und ihm fein herkommen ja nicht wissen lassen möchte. Diesen bcfeh! richtete Quixada mit allem flcisse aus, und als der Kayfcr starb, eröffnete er dieses geheimniß feinem söhne Philippo II. Da nun dieser letztere an. ic 6 i zu Valladolid war, stellte er sich , als wolle er auf die iagd gehen, und befahl Ludovico Quixada, daß er den von Juan zu ihm bringen möchte. So bald nun selbiger vor den König kam, fiel er vor ihm auf die knie. Der König aber richtete ihn aisobald wieder auf, und sprach zu ihm: wisset ihr auch wol, wer euer Vater gewesen 7 ihr seyd einer hohen person kind, der Kav-er Carolas V war euer und mein vacer, Hiemäcüst befahl er, daß er ihn, nachfolgen «ölte, und ließ ihn so dann an stinem Hofe erziehen. An. i;?-) schickte er ihn in das Königreich Granada wider die Maurer, woselbst er den krieg glücklich endigte. DaS nächstfolgende jähr ernennte er ihn zum Admiral über die flotte einiger Fürsten, die sich wider die Dürsten zu streiten verbunden hatten. An. 1571 gewann er den 7 oct. die berühmte schleicht wider die ungläubigen in dem goltö von Le- panto; die Dürsten verlohren daselbst r^ooo mann und die meisten von ihren Officirern. An. 157; eroberte er Tunis und Uferte in Africa, weiche platze die Dürsten in dem folgenden jähre wieder hinweg nahmen. An. 1575 wurde er »ach Ludovici Rcquesseni, des Groß-LominÄnllsurz von Castilien tode, kouverneur über die Spanischen Niederlande. Vor feiner anknnfft plünderten die Spanischen Soldaten die stadt Annverve», und weil die Catholifchen Prsvintzen sich vergleichen besorgten, vereinigten sie sich mit Holland unv Seeland, krafft einiger zu Gent geschlossenen tractaten, so insgemein der Gemische vertrag genennet wird. von Juan bj!- ligte diese tractaten, und schickte die Svanisichcn soidacen aus den Niederlanden weg. Allein er änderte sich bald, und machte sich Meister von Namür, Chariemsnr und Maricnburg. Die Stande ergriffen zwar wider ihn die Waffen, jagten ihn ins Lurenburgische, und erwählten den Ertz-Hertzog Matthiam , des Kaysers Rudolphi bruder, zu ihrem 6ouvemeur, und den Printzen von Oralsten zu ihrem General- Lieutenant; allein von Juan wüste seine fachen so wohl zu führen, daß er nach ankunffr der crouppen, welche ihm berHernog von Parma, Alexander Farnesius, zubrachte, zu ende des jan. an. 1578 wider die Missten bey Gemblonrs eine sonderbare und wichtige schlachl gewann. Hierauf eroberte er unterschied. Üche vrter- Er war ein verwegener und unruhiger Herr, welcher allezeit nach hohen dingen strebte, wodurch er sich aber nur seinen Untergang beförderte. Anfänglich sachte er sich zum völligen Meister der Niederlande z» machen, woran sonderlich sein Secremnu; Escovedo sehr eifferig solle gearbeitet haben. Er brauchte zu dem ende allerhand listige anschlüge, theils bey dem Könige von Spa- nien, theils bey den Staaten; allein weil man feine anschlüge bald zu meisten begnnte, gieng alles wieder zurück, und Escovedo, als er sich dessen am wenigstes, vermuthete, wurde aiffbefehl des Königs zu Madrid erschossen. Sonst hatte er auch mit dem Pabst heimst, ehe Handlungen gepflogen, daß er ihm zu oem Königreiche Tunis verhelfst«, möchte; allein König PhilivvuS II, a!S er solches erfuhr, hintertrieb es, damit er ihn nicht möchte zu mächtig werden lassen. Hierauf correspondirte er heimlich mit der in Engelland gefangenen Königin Maria von Schottland, vermeynend einen versuch, auf Engelland zu thun, selbige Königui aus dem gefangnjsse zu erlösen, und sich nebst ihr auf den thron zu setzen , hatte auch bereits von dem Pabste den titul und die belehnung über solches Reich erlanget, wie ihm denn auch Pblstppus II in diesem stucke nicht.entgegen war; allein es wurde auch dieser anschlug zu Wasser. In Franst- loh 965 reich comsiwndirte er mit denen von Guise; als ihm aber seine an. schlage nicht gelingen wollen, ward er voll nnmuths, daß er endlich ,n dem lager vor Na,nur an einem schlag-flusse, oder w e an dere wollen, an beygebrachtem gisste dcn.octan-^verstarb! ^ Murstche rochier; die erste hieß Anna, war zu Madud von einer vornehmen Osme. Maria von Mendora, ae» stee" die ^ Blirgos in dem Benedictiner. klo- gebühren zu Neapviis von einer Änlichen Name von Surrcnto, namens Diana Pbalanqa. Sei. bige war anfangs m vem kloster 8. Clarä zu Neapolis, sind heyra» thete nach oiestin Francsscum Brancaforle, Printzen von Butero m Slcmen. Beyde stürben jm febr. an. ,s;o fast aufeinen tag. äe bell. steig. Kitt. >ib. 48. SkLscr fpieeel vornehmer Mmstroruin p. 41. ttnmo oamaLkinc, la tpaUa wo- rione ttellaca nel cielo 61 IVlarrc. unter stein vorle ^milche. ^ 'Johannes von Austria/ der andere/ des Königs PWppj l V in Svanieu natürlicher si,hn. Er war den 7 april an. 1629 von der Donna Maria Calderona , einer schönen comödiantin geboh- ren, weiche bald nach der geburt des kinbes in ein klvster girna» Ja es wollen gar einige vorgeben, er sey der Spanischen Königin Elisabeth rechter lohn gewesen, und milder Caiberonäihrem, weil sie zu gleicher zeit nieder kommen, umgewechselt worden. Er wur- de in allerhand wissenschafflm erzogen, und weil er von treflichem verstände war, so wurde er auch m den sprachen, Historien, markest- music und allerhand mechanischen künsten sehr erfahren. Der König erkannte ihn an. 1642 vor seinen natürlichen söhn, machte ihn zum Groß-Privr deö Mallheser- ordens in Castilien, und indem kriege wider Portugak zum LsneralMmo. An. 1647 brachte er die rebellierende stadt Neapviis wieder zum gehorsam, und gieng nach» gchends in Flandern, um allda die Spanischen crouppen gegen Franckreich zu commandiern. W. rü^s wurde er Louvemeur ü» ber die spanischen Niederlande und Burgund, von dannen er aber wieder zurück in Spanien beruffen wurde, und nachmals an. >662 und iüüz gegen die Portugiesen, jedoch mit schlechtem glück, zu selbe gieng. Nach seines Vaters tode brachte er seine meiste zeit zu Consuegra zu, allwo der Groß.Priorn von Castilien residentz ist, indem ihn die verwttlweto Königin ;n Madrid nicht leiden mochte. Jedoch beriess ihn König Caroius II wieder nach Hofe, und brachte er es bald anfangs dabin, daß die Königliche muttcr nach Toledo geschickt wurde. Er bekam hierauf alle staats-affairen unter die Hände, und sind viele der meymmg, daß er gesonnen gewesen, die crone auf sich zu bringen; allein er starb den 17 sept. an. 1679, und wurde in das Königliche bcgrädniß in dem Licunsl gebracht. Er hat eine überaus schöne nalnriiche tochter, mit namen Theresia, hinterlassen, welche er im jähr i6S, von einer vornehmen Dame gezeuget, die aber nach seinem tode in das Carmeliten-kloster zu Madrid gegangen. Die tochter ist den 26 nov. an. 1719 zu Brüssel in einem convente gestorben. l>. Lustrsn Vo^sZe st'Lsps- gne.^1»«»)- relAÜcm.blLrnbufgcr kistor. remarczuen an. 1699 p.218- ^)cktriarchen zu Alexandrien: Johannes I > lalaista zugenamet, war anfänglich Priester und Schatzmeister zu Alexanvrim, wurde aber nach vielem an des Timothei Solofacioli stelle an. 482 von einigen, die hierzu bestochen waren, zum Patriarchen erwählet. Acacius von Constankinopel/ der ihm sonderlich feinb war, beschuldigte ihn vor dem Kayser Ze» noiie unterschiedlicher dinge. Die vornehmsten Puncte darumer waren, daß er sich wider seinen eyd znm Bischoffvon Alerandrien machen lassen, nnd seinen vorfahren, des Dioscuri namen mit in das klrchen-register zu setzen, beredet hätte. Aufvieies Bsschoffs an- reitzen verfolgte Zeno den Patriarche Johannem, vertrieb ihn, und seltte Pekrum Mongum einen ketzer, wiederum ein. Daraufdegab sich Johannes nach Rom, woselbst ihm der Pabst Felix Itl das Bißtvum Nola gab, weichem er mit grosser treue vorstund, biß er endlich in frieden starb. brev. crp. 16,17.18. an. 482. 6lre,e. bitt. cie I'LZIiie. Johannes n. Mela zngenamet, ein ketzer, succedirte Ana- stasro an. 497, welcher gleichfalls ein irrgläubiger war. Liberatus und Leontius melden , daß er das so genannte elliüurn Kenocicum, welches der Kayser Zeno heraus gegeben, unterschrieben. Er be» saß den stuhl biß an. ,os, da ein anderer ketzcr an seine stelle kam, rind ihn vertrieb. csp. 18. ssiiss äe t'Lgliie. Johannes UI- kckscblotg genannt, ein ketzer, wurde durch seine freunde nach Johannen an. c°ü zum Alexandrimichen Biß- thume befördert. Gleich anfänglich nahm er des Zenvnis Kenor,. curn an, verwarfst das Cbalcedonensische Lsnclliurn, und verfolgte mit unglaublichem grimm die gantzen rojahr, da er die mche regierte, die rechtgläubigen. Man sagt, daß er an.^is gestorben. /VrcL/>/,. ckron. TrseEL-'brev. c. 18. Johannes folgte Apollinario als Patriarch an. ; 7 °, führe- le sieb wohl aufund starb an. ;8r. m ckron. an. ^70, ;8i- Johannes V- welcher wegen seiner ungemeinen liebe gegen die armen den titul eines allmosen-gebers verdiente. Er war von Amatbus aus Covern gebürtig , und fem vatcr ivar Evlpha- nius, Ssuvernear von besagter iiisul. Er folgte dem Theodors an. 610, und muste ihn Kayser Heraclius darzu nöthigen. So bald er aber Patriarch worden, suchte er alle ketzcreyen und angerissene simonie aufzuheben, reformirte die silten der gastlichkat, er- bauete kirchen und Hospitäler, und gab mit sonderbarer freudig!«! alles, was er balle, den armen, welche er »eine Hären nennte, alS er sich auf seinem koddette erinnerte, daß er noch an stuck geldeS 966 roh übrig hätte - so machte er ein testawent, und hinterließ es gleich» falls denen armen Er starb in Ewern, wohin er sich begeben hat» te, um dem grimm der barbarn zu entgehen, welche amüro mme machre« Alexanbrien zu belagern. >» vim. ckrült. . , . Patriarchen von Antiochlen: "Johannes I, war von jugend auf zum studieren in der heiligen schlifft angehalten. Er ivurde von dem Theodors von Mopsuesta in dem klvster 8. Euprepii ohnfern Antiochien auserzogcn, und hatte Nestorium und Theodoritum zu mmschülern. Er folgte dem Theo. doro in dem Patriarchat an. 427. Er fiel aber in Nestor« irrthu« mee, steckte auch damit feinen freund Theodorum von C»rus an, durch welchen er die sn»rkem»ra widerlegen ließ, welche auf einem von Cvrillo Alexandrino gehaltenen LonciKo wider den Nestorium gemacht worden z ja er selbst bcmühcte sich, selbige zu widerlegen, vorgebend, daß sie des Cvrilli nicht wären. Der Padst Cölestmus schrieb an ihn,und vermahnte ihn, Nestorio zu widerstehen, welches er auch, dem scheine nach, that, und ihm darüber feine gedancken m einem briefe eröffnete, wodurch er sich bey demfelbigen m einigen verdacht fetzte, nachgehends aber durch die genaue corrcwondentz, so er mildem ertz-ketzer Nestorio auch nach desselben ercommunica» tiön hielte, fein gemüche klärlich offenbarte. Dem Nestorio zu ge« fallen wolle er auch an. 4? 1 aufdem allgemeinen Lcmcilio zu Evtze» so nicht erscheinen, woselbst sie auf ihn gantze 14 tage warteten, und die leüioner nicht eher anfiengen, als biß er ihnen zu wissen gethan, baß er nicht kommen würde. Dessen ungeachtet kam er ;tage darnach, als Nestorius schon verdammt worden, nebst de» nen unter sich habenden Bsschöffen zu Evbesus an, und beklagte sich darüber, daß man auf ihn nicht gewartet hätte, hielt auch selbigen lages heimlich in seinem Hause ein klein Concilium von zo Bischof» fen, die alle mit einander entweder wegen begangener übellhaten, oder wegen ihrer keyereyen abgesetzt und verjagt worden. Diese er« kühuten sich, Cyrillum und Mnemonem von Epheso abzufetzen, und die andernBifchöffe besLonciiü luden bann zu thun , welche da» hcro diesem Johanni befehlen liessen, daß er vor ihnen erscheinen, und von feinem thun rede und antwort geben folte. Ais er sich des« fen weigerte, wurde er in bann gethan. Hierbey ist zu gedenckcn, daß durch dieses kleine von Johanne gehaltene Lcmcilmm die Pela« gianischen Blsthöffe wiederum eingesetzt, und darneben dieser lehr» satz behauptet worden, daß Adam nicht ,einer fünde» wegen gestor» den, auch daß die erb.fünde nicht von den eitern aufdie kinder fort» gevflantzct würde. Dieser ketzerische schluß schlich sich nut unter die clecrela des Ephesinischen lsoncilii ein , und 8. Greqonlls war der erste, welcher dieses in seinen briefe» an Euloginm von Aleran» drten, Anastasium von Antiochien und an Narsetem entdeckte. Nichts destowemger betrog gleichwol Johannes von Antiochien durch seine briefe Kayfer Tbeodosium den iüngecn, und nach dem concllio wurde der kirchemfriede durch die zwischen Cvrillo schwe» bende mißhelliqkeit eine lange zeit zerstöret. Endlich that er an.4;r einen wiederruf, versöhnte sich mit dem Pabste, dem Evrillo uitd Paulo, dem Bnchoffe von Einesa, welchen er nach Mrandrien schickte, verdammte hingegen Nestorium, und unterschrieb die »- Är deS Ephesinischen Loncilii, wovon alsobald dem Pabste Strlol». welcher Cölestino folgte, Nachricht ertheilt wurde. Nach der zeit hatte der Patriarch Johannes immerfort einen abscheu an deS Ne» ßorii ketzerey. Endlich überließ er seinen stuhl, nachdem er ihn r; jähr besessen, feinem Vetter Domno, welcher an feine stelle erweh» let ivurde. ^< 5 ta lsoncil. liplicl. 77 ,7.,/,^^- sn. 427,4Zo. sVire»/» Kitt. ckribkettoriLnitlrie. Hits. eccl.dk. 1 . L/E.s« s-'r«. kittoir. cle l^eglise. LIrr,«. Johannesil, wurde an. royo zum Patriarchen erwählet, da sich die Lateiner selbiger stadl bemächtigten. in ckron. Patriarchen von Lonstantinopcl: "Johannes Lhrylostomus / war aus einem edlen geschlechte zu Antiochien um das iahr; 54 gebühren. Sein vater warSccun. dus, ein Officier, die mutter Anthusa, ein tugcndhaffres wcib. Er wurde von Llbamo in der rcdecknnst, und von Andragalho in der welt-wrißheit unterrichtet. In der khcologie hörte er Carlerimn und Dwdorum, Archimandriten zu Antiochien, und Mclctium, bey welchem er sich; gantze ,ahr aufhielte, welcher ihn auch laufftc, und zum leÄor zu Antiochien machte. Nachgehends nahm er sich vor, die rechte zu siudireu, änderte aber scuicii Vorsatz wiederum, und ßeng ein einsames leben an. Als Meletms von Anliochicn, welcher viel auf ihn hielte, von dem Kayfer Valeme in Armenien verwiesen wurde, begab sich dieser Johannes aufdas gebürqe bey Antiochien, 11,id lebte daselbst 4 jähr lang in solcher strengen dusse und lödtung des stoisches , daß er feine gesundheil mercklich darüber zusetzte, und daher genöthigel wurde, wieder zurücke nach Anlio» chien zu kehren, woselbst ihn Meletms, nachdem er aus seinem elende wieder zurück gekommen, an. ;8i zum Diacono ordmirtc; in seiner emöde schrieb er das buch vom Pricstcrthum , und als er Diaconus worden, gab er seine schrifftcu von der göttlichen vorse» düng heraus, und verfertigte darneben seine homiiien von der un» begreiflichen nalur Gottes, deren einige wider die Jüdcn gerichtet sind, nedsi andern herrlichen zchrisstcn. Flavianus, welcher Meletio jucceditte, machte ihn an. ;8ü zmn Priester; da er denn die meisten ichriffce» verfertigte, die >vir noch von ihm haben , und wegen seiner bercblsamkelt wurde er Lkr^sottomus oder golden mund > benennet. Nachdem Ncctarmü, der Patriarch zu Eon« staiumopel, dieies Milche gesegnet halle, ecwävlle man Cbryso» sivmum den 2ü fedr an zy8zu dessen Nachfolger, weicher aber sehr schwerlich von Antiochien wegkommen konre, weil ihn das volckdaselbst geem behalten wolte. AIs er zi-CönstantiliMi^. kommen war, wmctte er einen scharffen befth! wider mianer und Montanisten aus, reformirie diemißbräuche »s sttten der cleristv, und wandle eine» guten theil seiner einklinm. Unterhaltung verarmen, und zu aufbäumn; ui!lcrschiedlii,V pttäler vor die krancken an. Die allzugrosse sreyheü, ' sich nahm, den stoltz und Hochmuth der grossen öffenilm, u, ,S ,5 erweckte ihm viel mächtige feinde, unter welchen auch ö» ,2 war, der bey dem Kayfer 1» sonderbaren gnaden stund. Des„>««i widersetzte er sich mit grosser hertzhaffligkeit de» Grannen des und msonderheil dem Galnas, weichem er keine kirche rtancr einräumen wolle, die er »achgebeuds gar aus Consimmn ' pel verdannele. Hicrnächst gcricth er auch mit Evivhmiio der Origenisten, ingleichen mit Tbeophilv von Alernndrien j>ig »7 welcher, um sich an ihm zu räche», die Bifchöffe nebst «,7 serin Eudoxia, als welche Chrysojloinus elliche mal Mas« verschiedene andere vornehme Personen, auf seine st,« an. 4°; >n der vorstadk von Ehaicedon einen s^nocium verstimm!«, worauf Johannes citwel, allda vieler dinge beschuldige;'. endU aber gar adgesttzt wurde, weil er aussolche deschnldjg,„i->en 2 anlworlen wolte. Darauf verjagte ihn der Kayfer aus UMm stanlinopel in Bithynien; allein weil das volck deShalben einen m s stand erregte, wurde er an. 404 bald wieder zurück berußen o?o,t> in demfelbigen jähre erneuerten seine feinde wiederum ibre reckn gunqen, und als sie hörten, daß er wider die einweihunq emerae, wissen statue, welche der Kaysecui zu ehren aufgerichtet ivvrch geciferel hatte, machten sie seidige dermaffen aus ihn erbitte«, siechn abermals aus Constantmopelverjagte, ja ihn auch m M. rea verfolgte, wohin er sich begeben halte, und ihn letztlich M Cucusus, einem wüsten orte, schickte; >cdoch wurde er üderE wo er diirchreisele, wohl empfangen, und auch in seiner wildn« fleißig besuchet. Allda empsicng er briefe von dem Römisch», Pabste Jnnocentio I, wie auch von den meisten abendländischen Prälaten, die ein hcrtzliches mitleiden gegen ihn bezeigten. M gleichen schrieb der Kayfer Honorius anleinen brudcr Arcadivm, und bat vor ihn. Nachdem er nun an dem oemeldten orte viel um gemach ausgestanden hatte, wurde er nach Arabiffr m Armenien gebracht, und nachgehends halte man vor, ihn vollends nach U. lhyuS am schivartzen meere zu schaffe». Allein er ivurde unleme. ges von den soldaten, so ihn dahin führten, dermaffen barbarisch tractirct, daß er an. 407 auf dem wege starb, im zr oder;; jähre seines alters. Eben, Icichnam ward nacy Constanlinopel gefühm, und daselbst begraben. Er ivurde von den Pabste,, der Griechische Augusimus genannt, und von allen wegen stuics cifers srkrhvch gehalten. Er hat sehr vieles geschrieben, worunter seine homilien die vornckmstm sind, welche nebst andern schrifflcn in 8 wmii« Henrico Savilio und ankern sind zusammen gedruckt worden, und deren vcrmebrlcre edikion nun (an. >72;) von dem gelehrten Ec« nedictuier Dom Vernarb cle Monfaucon besorget wird, mit-« klirtzcm solle zu end gekracht werden. 8c' äiLioxus cle viia ttkr^tottomi. Lc vi„ (skr^soticrmi. /epiit. ZffVo««,d-«- vie cie8. ^ean Llirz sottome. Kitt. liuee. ii. in amiguiiM bus eccietialticis. in cirs ffo. Lkr)io«omi an. i;c>r ecijrs. * Johannes II. aus Capvadocicn , wurde an. tiMidesKay« strs Anastasii zciten zum Patriarchen erwählet, trat aber sein M nicht eher an, als bis Justmus gccrönct wurde. Indem ma»diese ceremonie verrichtete, verdammte cc Eutnchcil, Nestorium, Ee« verut» und andere ketzer, und nahm das Cbalccdonische (.Ulmm an. Vier tage hernach dcricffer einen h nollum von 40 Blschößen, um dasjenige zubilligen, was geschehen war, und setzte des Wstt Le-nis liauie» mit in das kirchen«regisier. Desgleichen wurdm auch die ersten allgemeinen 4 (.'oncsia mit hinein gerückt, unddie von Anastasio verjagten Bffchöffc wiederum zurück geruffen. L- in snnsl. Kilt. cle l'LAÜle. clicoo.eceles, l-icrcse. n ' ^olachcu; gru.uwt. Er war dcr Aiitichi. 2 Lvniiaulmovcl, oder /tpockstanm, M mit unter eine gewisse ketzerische parM, wci. bal'iiibiachle, daß ihn der Kayser IustiniMiSM Eulychii strlle setzte, da er denn d,s an. s?8«ii ^ Er brachte an.;;odie GriechlsÄm ^ emccoUectioii nachten mateuen, Mdverßchgtca». J4ven erlte» nomocaooncin. ckwnic. Mch- ur. -cclef Eutychius. ^ ^ ^7 lesunLkor. von «einem vielen faste», MW aus Cappadocicii gebürtig, und trieb anfaiigstii, ^ ' chsü mau aber viel gutes den ihm aiimcrckle, wurde und endlich durck, dcs Kaystrs Tibcrn.tthcmii' A Eulychio an. ;8; zum BischossvonConstaMiopche, e Er nahm an. ;8y aufemcm zli CoustauMiopelgebaliruai beii liriil eines aUacmemcii Büchoffsan, wrl. grochru zanck mit dem Ronuschen Pabst erregte, mM ^slandtcn „act, Constanlinopel schickte, welche die/«- vor ungültig erklären, und Johannen,, westrue vie,em tiiul „,chl abstünde, in den dann ibnn Mn. orius na that eben dergleichen r dock, krdrtc sieb tubrlc dlcscu litui di? au lemen an. <>-<- erwlglm Ick- orus »widet, daß er eine verton vo» »ngemcinermDM st>". vermögen den armen gegeben, nnöM lau nach «einem lohe m seinem hause nichts mehr Mwttn sarg ioh Äs eilten alten beschM'en rock, und ein elend höltzera bette, worauf der Kaystr Mauritius an hohen fest-tagen, wenn er dusse thun wolle, zu liegen pflegte. -fft. epitt. ä- ttiipr. bitt. eccl. D. äe ls, primLii- re ea i'cglils. L-r«„o/-. epitt. bitt. ecclef X. 1. ckronic. ecclef Lr«c. fl-DS. » v r/ Patriarchen von Jerusalem: "Johannes I- Patriarch zu Jerusalem, soll um das jähr I2.Q vcm Bcniamtn suuedirct haben. Zu seiner zeit wurde die kirche zu Jerusalem erschrecklich verfolget. Lr-Mi--r cbron. AN. HZ. Johannes V, 8vncellu§, das ist, des Patriarchen von Con» stancinope! VicLnus und qehülffe, und Verwahrer der heil. Archen» gefasst Er folgte dem Thoma H an. 6s8, und hieng den Mono» thelitisthen Irrthümern an; wiewol ihn die -uba des 6ten ttnorli ci> lien orrhoäoxurn oder rechtgläubigen nennen. Er starb an. ÜÜ4. in cbi-cmal, sn. aüch, Johannes VI, ein abgefallener Münch und MonothelM t-vuroe ni-.t gemalt auf den patriarchalischen stuhl gefetzt, nachdem der tyranne Philippicus Bardanes den Bischofs Cymm an. 712 verjaget hatte. Allein bald hernach setzte Anastasius, da er Kaystr worden, aufdeS Padsts Gregorii ll anre-tzung diesen Joyannem VI wiederum ab- 712, 714. I-'Ä,/. lA- Johannes VII oder VI. Nach deren rechmmg, welche den den jctztgedachcen abgefallenen Münch aussen lassen, war 8^nce!- lu« oder Loachuror der kirche zu Eoakantinopel, und des Kaysers Thcophili lehrmeister. Er hielt allezeit die parrher, der büder»stür» mer, auch wird er von einigen vor einen Hexenmeister gehalten. An. 8z; wurde er zum Patriarchen eiugeweyhet, und zwar nach Theodors. Ais au. 842 Michael l I! unter seiner mutler Theodor« vsrmuiibschaffc Kaystr wurde, setzte diese Printzeßin Johaunem ab, und gab sein amt Ptethodio. Nachdem selbiger in einem kioster ge» wisse büder angetroffen hatte, wormnen sie verschlossen worden, ließ er ihnen die äugen ausüechen. Da drests die Kaystritt Theodor» erfahren , gab sie befehl, daß man ihn eben so tracknen solle; allein in ansthung einiger Personen , die vor ihnbaten, wurde dieses urtheil geändert, und ihm an statt dessen 200 streiche zuerkannt. k?L,-o/>»/.4rsL. bild. IMAA. rettic. - Johannes VIII; siehe TiphMnus. Johannes!^- Lsmmeru-zugenamet. Er war Diaconus und ItrcuivLnus der Arche zu Constanrinopel, und wurde um das jähr Christi ny8 nach Gregvrio Tiphilmszum Patriarchen erwählet. Die Catholjsichen stridenten geben vor, er habe behauptet, daß das heilige sacrameut des leides und bluts Christi verweßlich sey. (?E- cbron. 8/>-^,/,,««»-. <7<,-r,e. Johannes X, welcher von einigen Beccus gcnennet wird. Er war anfänglich der Griechischen Arche tti-cKK-Lrius - und wider» sprach der Vereinigung, welche der Kayser Michael VIll auf dem 2 Ooncüio zu Lyon an. 1274 unter dem Pabst Greqorio X zwischen der Griechischen und Lateinischen Arche stifften wolle. Der Kayser bemühete sich zwar anfangs aufs äusserste, ihn auf stinc feite zu ziehen ; allein da er nichts auszurichten vermochte, ließ er ihn in ein g-ssängniß werffen, und ihm darinnen des Nicephoxi Blemmida schrissien vorlegen. AIs er dieselben durchlcst», und die suchen ein wenig genauer überleget, änderte er seine meynung, und hielt es mit der Lateinischen Arche wider die Griechen. Dannenherv wur» de cr durch des KayserS Michaelis Vermittelung, nachdem Jose» phns Galesius abgesttzt worden, an. i274Palriarche, kam auch bey dem Kaystr in sehr grosse gnade. Nachdem aber derselbe verstorben , gieng er aus furcht vor dem pöbel an. 128z in ein kloster, und der abgesetzte Jssephns kam an ferne stelle. Jvsephi Nachfolger , GeorgiiusCypAus, relegirte Beccuni an den fuß des becges Olympus; weil er sich aber hierüber lehr hefftig beschwerte, wurde ihm vergönnet, seine jache vor dem ccmttttorio zu Constanimopei zu führen, welches er auch mit grosser beredtsamkeit that. Allein, u>>il er nicht nachließ der Lateinischen kirche das wyrt zu reden, wurde er aufdas8. G.'örgeii-castel m 'Bithynien gefetzt, woraufer in ziemlichem elende starb. lib. z. canrin. lsaronii. /.es äe perpelurcecclettse or. Lc occiä.conseniions. Johannes XI, von Sosopoli, einer Bischöflichen stadt in Thracicn gebürtig. Er folgte dem Anastasio an. 1294, und brach, te sich durch seine lugenden in solch ansehen, daß er aus einem kloster, worein er sich nach seines wcibes tode begeben, heraus ge. nommen, und zum Constantmopslitauischen Patriarchengemacht wurde, in welcher würde er bis an. izoi lebte. üb.7. in cllron. an. 1 274 n. tz. Johannes Xll, war zuvor in des Kaysers Andrvnicidrensten, und wurde an. iz iz nach Niphon zum Patriarchen von Constan- Anope! erivählet. Die Griechen hatten unter sich diese weise, daß diejenigen, so man zu Patriarchen erwädlete, den Münchs» Habit annehmen musten, woftrne solches zuvor noch nicht geschehen. Daher» machte sich Johannes zu dieser ceremonie fertig; allein der Kayser widersetzte sich ihm, weil er wüste, daß selbiger mit dem zipperlein geplaget war, imd daß ihm die artzte fleisch zu essen per» ordnet hatten, welches er als ein Münch nicht hätte thun dürsten. Grsgsrsscherichtet, daß dieser Pacriarche sich sehr bemühet, die Griechische spräche wieder in ihre rechte reinigkeit zu bringen. Er starb an. i z rc>. 6>-E--cki üb. 7. 8>.'»ä-r»r-L LN. l;i; n. 8. ckron. ecclest «ttrecE. Johannes xm/folgte demEsttta, einem Münche von dein berge Arhos, um daH jahr >zz i, oder wie Onuphrms will, an. 1 Z4i. Er vräsidtvre aufdem I/nocio, welcher um Barlaami und Palamä irriger m/yming willen angestellet worden, und wurde an. IZ4Z abgesetzt. bitt. lib. 2,cie Ilei^- olliattis leu (Juiesttt» (Ir.eci 5 . cbron. escief 6r»c. . Johannes tl , beygenamt l^epoz, ivax von schlechtem hcrtommm, und anfänglich ein Münch; nach diesen wach er e,n Drechzuer. ,edoch war er den Ariauern, Macedon E, n ,,,w andern fetten zugethan. Weil er aber selbige mich d stm aL jchworen, erlangte er nach Cyr>Il, rode an. ;86 die Nilchöllime wurde zu Jerusalem. Er dE viel streit mit Evipha.Uo ,,b N ronymo wegen des Or-gems , welchem er nicht abgeneigt war. Pelagium verdammte er am dem (Ullo zu Diofvoli in dem ae. lobten lande, nahm ihn aber hernach wieder in die gemeinschafft der kirche auf, wcll cr glaMe, daß Lechelbige seine irrchü ncr um geheuchelt und un rechten ernu wcherriihen hätte. Licraus schrieb Augustiims an ihn, mit augchmgtem bericht, daß Pelaaiuö ein Heuchler und betruger wäre, und von der gnade Jesu Christi sehr böse mcynungen führte, wie er ihm denn auch zugleich ein buch von der menschlichen n-itur, welches von diesem kctzcr geschrieben, von ihm aber widerlegt worden, mitschickte, und darneben in aller seiner Mitarbeiter «amen um die stta des Divspolllaniichen Ivnocii anhielte. Als solche Augustmus von ihm empfangen hatte, verser» tigte er daraus ein gewiß buch, welches man in dem 17 idcalo in einer Abtey der Lsnowcorurn regulsriurn gefunden hat. Bald darauf, nemlich an. 4-6, verstarb Johannes. Er hat verschiedene schcifftm verfertiget, welche Petrus Wastcllus an. 164z zu Brüst st! in tol. zusammen drucken lassen, wiewohl viele darunter befindlich, welche ihm fälschlich zugeschrieben werden. L',-E^.r,§ ep. 6l. ep. 2s2. lib. ; bitt. c. z;. ÄNtiauik. Lrie, c, 9 bitt. keisz. dÄvs. Patriarch zu Grado: Johannes, war anfänglich ttrottttor der xrsmmstic ttnd Bi» schvss zu Trieste, in stiner gebucts-stadt, allwv stme famille unter die ansehnlichsten gezchit wurde. A». 759 ward er au statt des verstorbenen Vitallcmi, Patriarch zu Grado, wiewol ejmge das fahr 764 odrr 766 sttzen. Er hatte den rühm eures frommen,rechtgläubigen und gelehrten Mannes,-'vertheidigte auch die rechte stiner kirche mit grossem eiftr so wo! wider den Lonqvbardrscben Kömg, als wider die ihm untergebene Bisthdffe. Er machte sich die beyde» Hertzvge von Venedig, Johannen', und Marmtimii Gaibaios, erst- tick, dadurch zu feinden, baß er emcn Griechen, namens Cyristo- phorum, weil er ihn vor einen Heuchler und sonst vor untüchtig er« kennte,nicht nur kemesweges in dem Bißthnm zuVenedig bestätigen woitc, sondern auch noch darzu in den bann that. Hiernächst er- brtterte erste noch mehr, da er wegen ihres böstu lebens sie selbst straffte, und g ieichfals mit dem bann brohete. Deswegen schickte der voZL Johannes seinen söhn Mauritium nach Gmbo, welcher den Patriarchen an. 802 aufeinem hohen thurm nahe an dem ufte des mecrs führen und von bannen herunter siürtzen ließ. Hierüber entstund ein so grosses Mißvergnügen unter dem volck, daß beyde Dogen, valer und söhn, mit genauer noth Lurch die flucht ihr leben erretten kunten. Hingegen ward Fortunatus, ein netter des entleibten Jvdaimis, zu der würde eines Patriarchen von Grado erho- ' ben. f'aÄr.f bitt. Inaul. parc. I üb. 2. snosl, t-ain. rc>m. I PL«, z. clei-e§n. Iral. üb. tta!. ttcr. rom.;. ^7o>-s/r»i bitt. Verier. üb- 2 p> 46. 6 r»str>,br»r bittor. Venel. üb. e. /r-ests äelk. leMeottell» Liocep. ^8-ii«i,a. siehe X-ac' tunatus. Lardinäle: Johannes von AbbeviUe / ein Cardinal aus der Picardie. Einige nenne» ihn Johann von Atgrarn, und versichern, baß er ein Münch von Cimu, und Prior von Abbeville gewesen. Dieses ist gewiß, baß er als Ooüor zu Paris, die theologie mit grossem rühm gelehret hat, auch DecLnm zu Amiens worden. Nach diesem wurde er an. 122; Ertz-Büchoffzu Besan?on, und an. 122700» Grcgorio IX zum Cardinal gemacht, welcher ihn auch als Gesandten in Svmm'N und Portugal! schickte, um daselbst das creutz wider die Saracenen zu predigen. Nach diesem jchickte er ihn auch an Kavstc Kriebrich den tl.. Ihm wurde der titul eines Patriarchen von Constantinopel angetragen, welchen er aber nicht annehmen wolle. Er starb zu Rom an. 12; 7 zu ende des stpt. Man hat von ihm einen cormnemsnurn über das hohe»lied; 4 bücher von predigten, rc. cbion. cke üguo vit«. Lc in 6regor. IX. ttsl, IscrA. Vetonüo. />-«-». 6sll. pur». Kitt. cles fac- «linaux. Johannes , mit dem beynamen Camvanus, gebürtig von Saierno, ward aus einem Münch von Monte.Caßnio, Lurch Cö- lestlnnm ID, zum Cardinal gemacht, auch nachgeheuds als Legal nach Teutsthlauv geschickt. Nach dem tobe dieses PabstS ernenne» ten ihn 10 von ben vornehmsten Cardinälen zu dessen Nachfolger; allein aus beysorge einer spaltunq begab er sich stmes rechts, uriü halff die wah! Jnnocentil III beförberw welcher hernach aus dauck- barkeil ihn mit vielen wohlthaten und ehrenstellen begnadigte. Unter andern schickte er ihn mit dem ckarAtter eines Legaten,erstlich in das Königreich Mapolis, ferner in Sicilien, und endlich m Engettand, Sclrvttland und Jrrlanb. Bcy der letzten legakion ver- dunckelte er den rühm seiner Mäßigkeit in essen und lrincken, stiner gelchrsamkett und andrer Verdienste/ durch Vengeitz, dem er meinem 968 ioh nem hohen grad ergeben war. Er starb zu Rom um bas jähr 1210. LE««. annsl. Knßl. Johannes CMnenL. von dessen geschlecht und Vaterland nielitö aesunden wird, soll zu Moni Eaßinein Benedictiner»Münch gewesen, hernach an> 87; von Johanne V1U unter die Cardinal» viscono« aufgenommen worden, und um das iahr 88; gestorben seyn. Er bat in 4 büchern das leben Gregor,, ivi. ingleiche» Cle» mentis > beschrieben »»deine kirchen.historie zu verfertigen vorqe. habt, zu deren behuff sein sonderbarer freund, Anastastus k.blM- - tkecs,m5, »nterfchicdenes aus dem Griechischen in das Latcumche übersetzt. Etliche confundiren ihn mit Paulo LaKnenii, za gar mit dem Pabst Johanne VIII. in cliron. />. cle vir. rlluKr. monr. ^ in I)ibk. Koncil. V I nicht Bißthum...., , als ein trefflicher 1 skeo!o§uL und Prediger/ unter die Cardinal« Priester, mit dem titul 8. Sabinä, aufgenommen, auch bald dar» aus, nebst dem Cardinal Wilhelms cle Altavista, verordnet, die sa» che des Gegen-Pabsts, Clementis V 11 - zu untersuchen. Nachge» henvs muffe er als Legat nach Castilien gehen, imK selbige» König, weil er diesem Gegcn-Pabst beständig anhieng, mit dem bann be» strafen. Nach seiner zurückkaufst halff er die offenvahrungen der heiligen Bngitka examimrcn, und bestätigen. Darauf begleitete er Urvanum VI nach Neapolis, fiel aber daselbst in den verdacht,als ob er mit den Königlichen Ministern wider dieses Pabsts leben ge» fährliche anschlage geschmiedet, ward deswegen den 11 jan. an. >;8; zu Luceria ln vcrhafft genommen, auch endlich, nach einem langwierigen harten tractainent, im dccembcr destelbe» jahrs zu Genua, nebst 4 andern Cardinälcn, in einen sack gesteckt und in dem meer ersäufst. Er soll cle reinporc Lc ssnÄir. it. pLispiiiLsc; in pallionem Ooniini geschrieben haben. Tssi-rm/t/s»» ch- ss.c»/. elenck. Carclin. /'»»r-i-r. V»//ece/t. ä'. Johannes, von seiner gcburts-stadt Creina zugcnamt, ein Cardinal-Priester, zu welcher würde ihn an. 1099 Paschalis II er» hoben. Als wider dieses letzter» Nachfolger, Gclastum 1 >. der Kay» ser Henricus V den Ertz-BischoffvonBraga, Mauritium Bour. bin, mit dem zunamcn Gregorii VIU zum Pabst erklärt hatte, zog der Cardinal Johannes mit einigen trouvvcn wider diese» Gegen» Pabst zu selbe, belagerte ihn in der stadt E»tri, und besserte ihn ge« fangen in die Hände Calstli U- welcher nach Gelasto U zu der Pabst« liehen würde gelanget war. An. 1124 schickte ihn Honorius 11 alS seinen Legaten nach Engelland und n- cilis hielt, worinnen er Wider daö unzüchtige leben der Geistlichen scharsse Verordnung machle.EtlichcEnglische scribenten beschuldigen ihn, daß er dessen ungeachtet einsmals an eben dem tage, da er des morgens mehr gelesen,in verbotener gemeinschasst mit einem lieber» liehen wcibsbilde gefunden worde,wobey er zu seiner entschulbigung gesprochen,daß er zwar die laster der clcrisey zu strafen gekomen,selbst aber solchen gesetzcn keineswegeS untcrworffcn sey.Anbre halten die» ses, gleichwie auch, daß er der simonie zugethan gewesen, vor einen erdichteten vorwurff, und tadeln nur dieses an ihm, baß er sich dem Gegen.Pabst Anaclew l l geneigt erwiesen, von welchem er gleich» wol nach einer kurtzen zeit wieder auf Jnnoccntii U feite getreten. Gegen die kirche8. Chrysogoitl zu Rom,wovon er den titul geführt, war er sehr freygebig, und starb an. n;8 in einem Hoden alter. Er hat cle rebur s se geliis in lexacione /tnglicsns ; cle sckümare H- nacleti; cle expuxnsrione 8urrü Lcc. geschrieben. > 5 . in essil. 6 ?/./^». 'Johannes von Lothringen/ war RenatiU.Hcrtzogsvon Loiyrmgen, söhn, gebohren an. 1498- Durch seine mcrilcn er» hielt er verschiedene prälaturcn, wurde Ertz»Bischoff von Lyon und Narbonne, Bstchoss von Metz, Lt«?on, Verdun, rc. Abt von Clu» ni, Fe>camp, Marmoustier, ic. Leo X machte ihn an. 1; 18 zum Cardinal des tilule 8. Onupbrii. Er war ein grosser liebhader ge» lehrler leute, wannenhero auch selbige ihn hoch ästimirtem Er stnrb endlich üN. I f;o. Lkriü. clet'rLnce. Johannes von Orleans / der Cardinal von Lsngucville ge» nannt, war des Franckscl Grafen von Dunois söhn/Hcrtzog von Longueville. König Ludwig der XU, als er noch Hcrtzog von Or» leanS war, ließ ihn sehr wohl erziehen, brachte ihm auch die Abiey cku Bec zuwege, und an. i?or das Ertz-Bißthum von Toulouse. Er brauchte sich auch seiner in vielen wichtigen geschäfflen. Cle» meng Vil ertheilte ihm aufinterceßion des Königs Francifci 1 den Cardinals.hur. Er starb aber bald daraufzn Tarascon. bUtoir. cle Ikoulous. b-tll. Lliriü. Johannes von Rupescissa / titular.Patriarch von Constalig tinopel, Blschoffzn Paris, nachmals aber Ertz-Bischoffzn Reuen und Besancvn, und Cardinal. Er wurde von einem kleinen flecken, so unsern Lyon gelegen, also bciicnncl, und war eines wein-arbeit ters soh». Weil nun der vaier nicht viel zum besten halle, wurde er ein chor-knabc in ber Johaiines.kirche zu Lyon, gicng aber von dar stubirenö halber nach PariS, und wen er von scharffcn verstau» dc war, nahm er darinnen dergestalt zu, daß er Oc>Aor in den rech» ten und in der theologie wurde. Er wurde hieraufOüiciLli» zu Rouen, und nach dem auf dem Concil,0 z„ Costnitz zum Bnchoff zu Rviien und zum Patriarchen von Aguilcia gemacht. Pabst Marimus V machte ihn zum Bischoffzu Gencve, nach diesem wur» beer Blschoffzn Paris,mglelchen Ertz B>schoff zuRouen.An.1426 machte ihn eben selbiger Pabst zum Vice-Eantzler der Römlschen ioh kirchs, u»V darauf zum Cardinal und tikular.Pätrlarchcn n.« stankinopel. An. 1429 bekam er auch daß Ertz-BMum sz^„ Pabst Eugenius IV machte ihn zu seinem Gesang reich, er starb aber aus seiner reise an. 14;? zu Bvnvnien, wL er auch begraben worden. m lvisruno V Lc , Vesomio. Lall. Lstrill. ° ° Johannes von Turrecremata oder Eorquemadg, -m Svanier, wurde von einem flecken, so in der diöccs von ? gelegen, also benennet. Anfänglich wurde er ein Dvmiliic 7 n 7 .» Vailabolib, gieng aber nach Paris, und wurde vocko" theologie und den Päbstlichen rechten, wvrinnen er auw r lehrte. Nach seiner ructtehr in Spanien, wurde er Abt deß klU 8 . Pauli zu Valladolid und 8 . Pekri zu Toledo. An. 14N de « ihn Eugenius IV nach Rom, und machte ihn daselbst zunE-M^ l-alam. schickte ihn auch auf das conclllum zu Basel, allwv e 1,7 der die Hußitcn hefftig stritte, und des Pabsts parthey mit arMm eifer hielte. Daselbst wurde ihm von dein Loncili» der Brio -'z offenbahrungen zu untersuchen aufgetragen. An. 14,7wurden wiederum aufdas Concilium zu Basel geschickt, bald aber aiifdaß so der Pabst Eugenms zu Florentz angestellet, zurück beruffen, ^ wo er wider den Marcum Ephestnum mit Ernst lehne. Ebe»sei. biger Pabst machte ihn an. i 4;9 zum Cardinal des liluls k Siüb und schickte chn in Franckreich, daß er einen hnostum z„ BvuMs halten solle. An. 14^ wnrde er Bischoff z» Orense in Gallicieii, und bald daraufvon Pabst Nicolao zum Bischoffvon Alda inRa, liengemacht. Plus II machte ihn 011.1464;,imBischoffvonEn» bina, und gab ihm den titul eines beschütztes des glaubens. be starb endlich den r6 sepr. an. 1468 seinesalicrs 8°jähr. Erbat viele schrifftcn hinterlassen, als da sind: commevisiim inliecie. rum 6 r-iiiLni; summa cle ecclesia Lc esur LuAvniLke; exposikio evist. Lauli; commenianur in psalmos; sermon« cle rempore LLnäiv rrLÜaru 5 cle sgua beneciiÄs, Lcc. ctiron. L/e»./«». Crve. Ertz-Bischöffe und Bischöffe: Johannes I. Ertz-Bstchoffzu Bremen, war von gebur! ch Da»e, und hieß mit bem zunamen Fursat. Sein valer soll ein Officier bürgerlichen standes, seine inutler aber aus Königlichem geblüte entihroffen gewesen seyn. Anfangs war er Dom-Probsizn Rothschild, und hernach Ertz-Buchoff zu Lnnden niLchviiei,. Weil er dem Dänischen Könige Erics V» nicht alles unrechlm, statten wolte, ward er ins gefängniß gcwvrffcn; er machte sich aber durch stricke, ftilc» und andere inttrumemr, die ihm seine an. verwandten zugebracht halten, nicht »ur loß, sondern er entmisch, te gar aus dem Königreiche nach Italic». Der Pabst BonifiM VIII nahm sich seiner nachdrücklich an, lind that gantz Dänemmck deswegen in den bann. Weil aber gedachter Kömg sich daran »ich! kehrte', so hub der folgende Pabst BenediclusXi„ach 6jährenden bann auf, setzte »ach Lundcn einen andern Eitz-Bischoff, uns vertröstete diesen Johannen, auf eine bessere stelle, esschlugabek derselbe das bald daranfcrlediatc Ertz.B'ißchum Riga aus, wellet nicht aus das Lundisckte verzicht thun wolte: endlich nahm er an. izoy das von dem Pabste Clcmcnte V ibm angclraqeneErtz W thun, Bremen an; er regierte auch eine geraume zeit gar friedlich; zuletzt aber gericth er in eine solche Verachtung, daß man kaum der. gleichen exemvel in den Historien finden wird. Das Iom-CaM »volle durchaus Hcrtzog Johamiem von Lüneburg an srme stelle W! Ertz.Blschoffe habe» , es konle aber scineii zweck nicht erdalkrn, weil der Pabst den Dänischen Johanne»! nachdrücklich stiMIc; wicwol er deswegen dennoch grosse brangsalcn ausstehen mime, so gar daß er in Bremen nicht mehr sicher war. Er nahm iMiif seine zuflucht zu den Diltmarseii, wrtrd aber von ihnen »nilorll zurückgeschickt, ohne daß er solches rächen können. Hernach c» gab er sich nach Nörden in Ost.Frießland, und hieselbfl dE iH wcib die kühnbcit, daß sie mit einem drügel aufden Ertz.V>Wll loß gieng, und auf ihn zuschlug, weil derselbe ihr nach ibrcmc. dünckcn etwa» nicht hatte gcrechtigkcit wietcrsahrcn layrn. AE diesem zog er »ach Wildcshausen, da ertappte ihn einer von Mll feinden, Otto von Oyka genannt, der »ahm ihn gefangen, dW ihm Hände und füssc, ließ ihn aber endlich, nachdem er MM schlägen hart traclirct, wieder loß. Letztens zog cr an. i p? M einem grossen schätze nach Avignon in Franckreich, gllwo lich cn Pabst damals aufhielt, und starb bald hernach dastlbu. Der M > hatte sich selber zum erben seiner verlasse»schafft cuigMHk. stcv haben nachgcbends noch 2 Ertz-Büchöffc zuBremcn den naniw Johannes geführcr; als Johannes von Ecistmnliorv von an. iz 7 biß 1421 und Johannes Rode von an. 1496 diß.izn, von wtM aber nichts besonders z» sagen ist. m mekwp. > 8 sx. LNNLl. ^1-cbicsiisc. Hicm^ IN enron. k' r. 2. Iiill. (»erm. in cbron. Krem, Johannes UI, Ertz-Bischoff zu Ealtzbiirg, war «ncs bl>M söhn von Brcßlan, und hieß mit dem zunamen Viirsius. «rr n seiner gelchrsamkeit und vcrstanbcs wegen erstlich Probn zu !, kirchett, darnach Bischoffzn Erla und Waradem, und nawtkin-k an. 1664 eine gesandlschaffl von Kömae Matlbia C°rvlno >> u gärn am Kavserlichen dose glücklich zurück gelegt, und nie m, sche crone, so daselbst 24 iabr war ansgehallen worden, emgelöstt, auch zugleich das üble verneviiie» zwttchcn cen ^ scheu und Ungar» auS dein qrimdc geboden, ward er - 1 Ertz.Bischoff zu Gran. ES begunle aber bald daran: dcS Königs gegen ihn adzunebmcn, weil man ibn in vcnna ^ als wenn er es mit dem baust' Oesterreich blcllc. H» » , ^ auch, daß ein Münch, namens Gabriel, am dost ^ors stund, der auch endlich gar durch recommendalion de.< > s Cartiiials-Hiil erhielt, welches beydes Johannen, anrcitzv', roh E-"77/ ehe man stchs vermuthete, mit seinem grossen schätze nach A»en gleng; dastldst würbe er von dem Kayser Friderico III wohl empfangen, absonderlich da er einen starckcn vorschuß zum beylager des Prmtzens Marnniüanr mit der Burgundischen Prin» Weil dazumahl Ertz.BMvff Bernhard zu Saltz» bürg uch gegen den Kayser verlauten lassen, daß er abdanken wol» so ward es dahin gebracht, baß Johannes an dessen stelle das Bernhard Ertz-Bischoffzu Saltzburg. D>e ^alizburger waren auch mit ihm zufrieden. Denn ob er wohl ^>eß, und dem Kayser z» gefallen 2 kostbare Gejandlschafften nach Burgund und nach Acker, über sich nahm, so giengen ble Unkosten doch alle von seinem auS Ungarn mitgebrach« Doch als an. i487der abgedancktc Ertz.'Bischoff Bernhardus starb, wollen die meisten Domherren den Probst Chrmophsrum Ebron zum Ertz.Bischoff erwehlen. Allein Jo. hanneö letzte sich ihnen dcrmassen entgegen, daß sie sich alle, ausge» nommen r, nach Muhldorffretiriren musten. Hierauf regierte er Mit gedachten 2 Lanonici-, biß an seinen an. 148? erfolgten lod, Lsn weichen auch einer Fribericus Graf von Schaumburg, der von emigen nur einer von Adel von Schaumburg genennet wird, jem Nachfolger worden. kill« 8alsti>. melrop. von Bayeux, Bifchoffvon Avranches, und nach 0 ie>cm Ertz>Bllchoff von Rouen. Er hielt an. 1074 ein Loncilium, und machte darauf einige llecr-m, welche gewissen lasterhafften munchen nicht anstunden , welche sich dahero wider ihn erregten, Mb ihn, Lleflucht znergreisseu nöthigten. Er legte alsdann auf vev Pabst Gregorii VII Vergünstigung, welcher seine gründe durch einen Legaten untersuchen lies, fei» Ertz-Bißthum nieder, und be» gab sich aufcm land«gut, um bey feiner schwachen leides« beschaffen» heu desto ruhiger zu seyn, wurde aber von den München der Ab» tey 8. Quen daselbst überfallen und ermordet. Er bat ein buch cle VMCIL ecclettstliciL geschrieben. tt// lib. I eplli. y. epiil. sts in ü ti. dlorm. Iip. 4, 85 Lall. Lllritt.* "Johannes/ Bischoffz« Worms rc. Er hieß mit dem Mäh« nun Schadiand, und war aus dem Cöllnischen gebürtig , wiewohl einige scribenten ihn vor einen Frießländer halten wollen. Er war orcl. pv^clic. lAsMer, und ward an. N4-Bsschoff zu Culm in Preussen. Wegen feiner gelehrstunkeit stund er bey dem Pabste Gregorio Xl wohl, welcher ihm auch an. i;6s zu dem Bißlhum Hildesheim wider des Dom-Capikuls willen .verbalst. Ais er in Hildesheim ankam, fragte er zu allererst, wo die biblivthec wäre, darauf führten ihn die Hof-leute ins zeughauß, wiest» ihm das ge« schütz, und sagten: das wären die bücher, mit denen seine vorsah» rcn die zeit vertrieben hätten, und die würde er nunmehr auch zur Hand nehmen müssen, wofern er die gräntzen des BObumS wlder alle nachdaren dejchützen wolle. Er hielt hierauf bey dem Pabste um ein geruhiger Bißtbum an, und ward an. r;6y zum Stifft Augspurg befördert; er resignirte aber an. N72, und wird ihm schuld gegeben, daß er einen grossen schätz, und sonderlich viel kir» chen'fchinuck mit sich genommen, als er daraufBisiHoffzu Worms worden. Er ward auch daselbst nicht sonderlich geiiebet, und starb an. I t7f. cstslog. llpikcop. ^sormsr.m üerw. ss kreutl. /<> ,,merropvlis. Johannes von Ragusa/ mit seinem ersten Namen 8wici; ge» nannt, war ein Domimcaner.münch gebürtig aus Dalmatiew Er machte den ansang seiner studien zu Pariß, allivo er schon an« 1420 den 8 nov. Ooüor Ikeolossise wurde, fetzte sich auch bey die» ser Universität in solche Hochachtung,daß er hernach an. 1422 als de« rcn Abgesandter auf das Loncilium zu Pavia verschickt w»rde,auch über die vor dem Loncilio schwebende Materie mit PabstMartinv V zu handeln befehl erhielte, wie davon die crelllliv und inttruüicmss sammt noch mehreren schafften dieses Johannis cle Ragusio, so auf der bibliotheck zu Basel aufbehalten werden, weit» rällfftigen bericht geben. Weil er der Dominicaner ?vc>cm-L. wl- 6ensrsli5 war, wurde er an. 14;; auf das Loncilium zu Bafel geschickt, allwo er wider den Johannem Rvckyzianmn und die Hußiten gantze 8 tage sehr hefftig redete, auch auf dessen gegen«a»twort hernach replicirte; wovon das erste stuck in denen Dom^ Lonciiiorum gedruckel, das andere auf der Baßlifche» bi» Lliotheck annoch geschrieben aufbehalten wird. In dem folgenden jähre wurde er nach Constantinopel geschickt, um die Griechen zu einem Loncilio zu mviw-em Man brauchte ihn auch sousten zu den allerwichtigsten Versendungen an Könige und Fürsten, sowohl als zu denen auf dem Loncilio vorgefallenen Handlungen, so offt er all» da zugegen war. Er führere den titni eines Bsschoffs von Argos, Apilcopi Hfgerstis, woraus die gelehrte insgemein sehr unrecht ihne zu einem Bifchoffvon Straßburg machen wollen, als wanns Lx». Icopns ttrgeminensss hiesse. Als der vvm Baßlifchen Loncilio er» wehllePabst Felix V. an. 144° neue Cardinäle machte, erhieltedie» ser auch einen platz unter denfelbiaen, mit dem littst 8. Sirtt. Wei» len aber nachdem endlich geschlossenen verglich zwischen Felice V und Nicolao V des ersteren Cardinäle solche würde aufgeben mu» ssen, so geschahe es, daß auch dieser Johann von Ragusa nach seidiger zeit von denen wenigsten Seribenten mit diesem tstu! ist be« ehret worden; daher die neue -tutor« fast durchgebends vernei» lien, daß er je Cardinal gewesen, und sich nicht darein finden kon» ven, wan ihme von einigen alten ivlcher titul beygelegt wird. Aus diesem ist auch klar, baß es falsch waS man msgemem vor» giebt, als ob dieser mann schon an. 14)8 von dem Baßlsschcn Loncilio ausgesetzet, und sich für Eugcnium IV erkläret hätte. Die Xl8. Loncil.LsüI. erzehlen Mit vielen umstanden, daß er noch eine gute weile hemach dieser vcrsqmmlung gar " ioh 969 Schienet habe. Jedoch,da in denen letzten zelten des Loncilii keine Meldung mehr von deme geschiehet, ,st wohl zu glauben, daß sol» ches deßwegen erfolget, weilen er die parthey geändert; wiewohl dabey sich zu verwundern ist, wann ihme in solchem fall sein Car» dinals. Hut nicht bestätiget worden, nachdem« einmahl ein solcher mann, welchem alle gehcimnussen des Loncilii vollkommen bekannt, nach der damahligen Pvlilick Eugen» nicht hätte zu theuer können erkauftet werde». Wie dem allem, so sind seine Manuscrwken/ drieffe und inttruÄioneL, welche er auf seine^rnbrU^es empfan» gen, und viele dergleichen rare stücke in Basel zurück geblieben und werden noch stnfetzo auf der bibliotheck allda verwahret. Seine schrifften sind ausser der Lepiic und vupiic wider Rockezana ein weilläufftiqes,und,wie es scheinet, offt umgegossenes, auch in ver» schiedcne stücke zertheiltes werck L Domherren versperrten sie des abends beysammen, und wollen sie auf den morgen alle niedermachen; sie wurden aber durch andere bürger errettet z gleichwie auch bald darauf zu Tongern ein vergleich zwischen dem Bischoffe und dem Stiffte aufgerichtet »vordem Nach 2 jähren, nemlich an. 1406, fiengen die Heybrolen eine» neuen tiimult an, ruffteii Dietrichen von Parwys zum Bischoff aus/ und wie die Lsnonici in solche wähl nicht willigen wollen, wurde» ihre Häuser geschlciffr, ihre einkünffte eingezogen, und andern, die keinen gefallen dran hatten, der kopffvor die füsse gelegt. Es wurde auch der neue Bifchoffvon dem Gegcn.Pabste Bencdicto XIH zu Avignon confirmiret. Bey dieser unruhe hielt sich Bischoff Johannes anfangs zu Mastricht auf, an. 1407 aber zog er durch Franckrcich, Engcland und Teutschland, und erlangte endlich bey seinem bruder Wilhelm» Grafen in Holland, und bey Johanne Hertzog in Burgnndien nachdrückliche hülste. Mastricht warS zwar von den Lüttichcrn mitmacht, aber vergebens belagert. Am 1408 kam es Zwischen den AUiirten des Bistboffs, deren armes ,;oc-o mann starck war, und zwischen den Lutkichem,die 10020a ins seid gestellet halle», unweit Lüttich zu einer schlackst, in weicher die letzter» 2;000 mann eingebüsset. Die vornehmsten rebellm waren auch darunter, andere 72 von denselben würben ins wassee gemorsten, und »och andere 72 wurden gcköpffl und gerädert, und hiermit muste sich Lüttich schlechterdings dem Bischoffe unterweist« fen, welcher darauf an. 14-8 das Bißthnm aufgegeben, und sich mit ber Lützelburgisüicn Printzeßin Elisabeth vermahlet, mit welcher er aber biß an seinen an.-4-8 erfolgten tob eine unfruchtbar^ ehe gcführet. lcripc. rer. Leoci. m libr. 2 rer» Lcoll. bitt ezstsc. Lesä. . ' Ilcheii. Gggggg JohE r )70 El)h nre-s/z^E8l8 oder W«.lM0M8I8>geburtrg vvi^ 2 a "n ausPortttgall^cr gcdurt nach L^ASüK^PKS 4»L ncr rück kehre in Spanien wurde er Bnchoffzu Girona, well er sich aber den irrchümmr der Arianer hcffi'g w,der,ctzke, veriagke ihn der König Leuvigüduü , welcher diesen ketzem zugethan war, von dan' mn Er begab sich inCatalonien, und sti,fiele an dem fuß des Py. renäisshen geb.'.Ms ein klostcr Biclare genannt. Er ha des V-croris von Thunis chronic von dem rahre;6ü dch 59-> conti« nnirct. cle vir. illulir. c. ;i. //Er,«5 I.; c. Z7. I. ; c. i;. bibi. ü,s?. //-ss-rre»»- LlDS. Johannes von Ochöford / Bischoff zu Norwich, war von stinm, vaterlande benennet, und ledle in dem ir ieculo. Ernavm in den studlen dergestalt zu , baß er endlich Oecanuizn SaliSbucv wurde. Er hielt es mit dem Könige Henrico lk wider den ^hv« mainvon Eantecdury, und bekam darvor das Blßkhum Ehichester, nach diesem das von Norwich. Er schrieb auch wider bemeldlen Tdomam, und wurde von dem Könige m Sicilien geschicket. ^Er hat eine reise-beschreibung und Historie von Engelland Hinterlagen. cle lcripc. ^ngl. prüct. Kilt. 8coc. s'rMr l. 2 ae tritt. bar. c. ;6. Johannes von Saliöbury, Bischoff von Chartres, war aus einem gute» geschlcchie/ und wurde von leincm vatcrlande also be» nennet. Anfänglich wurse er bey dem Ade Pccro von Eelles erzo« gen, gieng aber von dar nach Pariß, ivoselbst er LerLtor wurde. Weiler gieng er nach Rom zu dem Pabst Hadriano l V , welcher sein landüinann war. Er begab sich aber bald wiederum zurück nach Pariß, und lehrcte daselbst eine zeitlang, batie auch den be« rühinren Petrum von Blvis zum Zuhörer, gchch dle'seln that er ei» nc reise in Engelland, hielt steh bey Tbibaldo, Ertz Dischoff von Cantcrbary auf, und nach de„en tobe bev seinem Nachfolger Thomas Becker. Er war demselbigen so sehr zngelha», daß er an. iiü; mit »hm ms elend zog, uns war auch von ihm keines weges abzubringen, bahero ihne Petrus BlesenstS des Thomä Hand und aug nennet; wiewohl er bev dem allein dessen gar zu grosse hartnä« ckigkcit gegen seinen König meyniiahlen scharff genug ladelie. Nachoeiii er dergestalt 7 lahce herum gezogen war, und sich mit dem Könige ausgesöhnet halle, kam er zurück in Engelland, wurde aber bald darauf an. , >72 zum Bsschoss von Chartres in Franck- deich beruffc». Er wohnte an.' 1,79 dem Ltoivalio O-ueeLnenli bey, starb aber an. i > 8r- Seine srommkcit und cyffer werben von allen,die ihue gekannt, gar lehr gelobet. Man Hai oon ihm poli- ci-Liicum ss cle nug>5 ceuialium; ^elslogicur, darinnen von der vislekric und gantzen Philosophie gcbandell wird ; vimm 1 'Kom« Lsnruar z commenranos in epitt. t'uuli; ej,ilto>L5 Lec epilt. /'crc,,, F/c/c«/H cpikk. />/>,„ //c//,rc„„»ll5 I. 2 cle liile. Oac. c. z r. 6all. Lbrilt. eiiT.«. * Andere geistliche und berühmte männcr: Johannes Bassianus von Cremona, ein woblgerathener schulcr Bulgari, und berühmter Rechlsgelehrter des 1 2 lecul,, so gar, daß man ihn zu verleiben zeit die interne der rechte, ober wie andere wollen, den spiegcl ber well gcncniicl bat. Er bat etliche lumrris; cliZcttorum, Le Lurlienr>c»i'um wie auch ZiolllrL m teucl» geschrieben, und ist an. 1197 zu Bvnonien verstorben. S-»- cle cl. lex. inwrprec. I. 2. Johannes von Lappadvcien/also genannt, weil er in dieser Provnitz gedohren war. Er stund bey dem Kayssc vustnnano m sonderbaren gnaden, dienele ihm in Verfertigung lcmes cockcü,,wir» be hernach zum Bürgermeister, und an. z;8 zum l'^ i^ko rü ober oder.Hofmeister gemacht. Er machte stet, durch viele un. gerechllgkeil über alle Massen reich. IustimamiS mustc ihn emstcus um einen zu Constautiiiovel fcmctwegcn entstandenen anftuhr zu stillen, feiner ämler entsetze», gab ihm adcr ,olche bald darauf wie» der; allem well er endlich »wickle, daß sem edrqcitz keinen andern zweck balle, als sich selbst zum Kavstr zu machen, verwiest er ib» m eine vorstabt vor Chzico, Aeraze gencnnl. ivostlbst cr ein Mönch wnrde. Als man ihn hernach beschuldigte, k aß cr mit crmordung Eufcbii des Bifchoffs in besagter stadt zu thiii, gehabt, wurde er auf die solter gebracht, um die Meuchelmörder zu offcnbahrcn. Daraufnahmen sie ihn und zogen ihm ein,schlecht leinen kleid an , wormncn er durch gantz Egyvren gesührckwurte, und zwar i» sol- cher armulk, daß er ssm drod beiteln muste, ,edoch nichts destoweni» ger nvch immer Kayser zu werden bossele. Zu Antmoe musie er ; iahr lang gefangen sitzen, und wurde endlich wegen feiner vcrbre» chen hingerichtet. I., st-ö. I'eri'. Johannes von Lastet Bolognese/ ein sicuifchncider, wel. chcc an. i e;o beruhint war. Er aroeitcle vor den Pabst Clemenlem VII und den Kayfer Carolum V. und war überaus geschickt, die allerbesten qcmäbldc des Michael Angclo und anderer berühmten mahlcr in stein zu lchneidcn. Er starb an. isz; zu Faenza. enireüenr tue I« vie; cler peinkre;. ^I^HsNUies Ll.I^/hcdI8, sonst auch 8 LttOO^ 8 Hc 08 ttiid ^ genannt, war um das jähr zr; gedohren, und begab klostcr anfbem berg Slna. Nach des Abts tobe schloß er sich in si-inc zolle ein, und lebte gantz vor sich, wurde aber nach d,e,em zum Abt selbigen klosters erwählet, wormnen viel emsichler lebten, denen cr gar wobl vorstiinbc. Er ü^^-^'ch den;o matt. an. 606. Sein leben ist von r Astönchen beschrieben worden. Seine schrisslen sind: sc»i» psrLckist, worü» Loh ber so viele commentirek haben, und i'Wer zZ xEorem v, ^iiim cssr,,., ' "levoig, Johannes Damascenus, ein berühmker SNjsckee pr ker. würdevoll ieinem vaierlande Damastenus, samkeit Chrysorrhoas, von den Arabern Manieren qencmm valcr war ein vornehmer bürger vvn Damasco.und bwdem- raccnischen Fürsten geheimer Rath, welcher ihn vondem ^ in allen wissen schafften wohl unterrichten ließ. Nach se >»^2 tobe folgere er ,hm in der geheimen Raths stelle, und war b ,777 Saracenen in grossem ansehen. Als der diiderssiml mime«/ te er den gebrauch der bilder aufdas äusserste zu vertheldiaenusiÄ bcshaldcr wlber Kay,er Leonem dcn Isaurer, und wider timim Copronvmum,welcher ihn durch einigeBisckvssc in// ^' thun ließ. Allein weil ihn der Kayfer hev bey dem Earam ckm Fürsten Hisiam fälschlich angegeben, als suchre er sich dr/nM Damascnü zu dcmeistern, ließ er ihn, die eine Hand abhauen, m wohl vorgegeben werden will, als sey ihm selbige in der nach der angewachsen, welches Spanhemius weilläufftia widerleg Er erhielte hieraufje»ie diwißion von den Saracenen, da crbcm alles verkaufftte, und unter die armen ausiheilete, nach^rn^ lem gieng, und daselbst em prcsbytcrial erhielte. Zuletzt aber er in ein klostcr, darinnen er endlich um das jähr 760 starb. Mn hat von ihm 6 - üäc orrkocioxL I,bror4 ; prralielomm 0PU5; llc ürcrn imaxinibus ,Lcc. die nachmals verschiedentlich sind Mumm getl licket worden. vira vLwsscerli. A«. »v»>r,§. corisp. op. Oamasceni. bild. ima§. E Johannes 6e OLO der stisstcr des so genannten ordcns dkk liebe, war zu Montemorr el dkovo. einer statt in Porwqaii. jg der Provmtz Alentejo gebohren. Als cr einstens den berühmlm .Johaniicm von Avila predigen horte, wurde er dadurch dermal! beweget, daß cr gleich alles verließ, um sich gantz und gar Gell zum tiensic der arnicn zu wledmeii. Zu solchem ende begab er ßch in daS Hospital zu Granada, woselbst er den ersten gründ zu stirem örben legte, welchen Leo X an. izro destäligre. Er starb denz matt. aii. izroindcm 5z jähre seines atters. Paiilus IV balnach» mals dlest congregation bestätiget,welche ausser den; gewöhnlichen gclüdben auch das viertle hat, daß sie sich zum dienst der arnicn mlcdmen. siehe Noch ci» anderer dieser »auirns« gedurk ein Spamcc, storirle ums >ahr irxo, und hinlcrlicsse ve» lchicdene schrisslen. * JohanuesHagen/ äe lnäsgme zugenamct, gieng in dein rz labrc seines alters in das Carlheuscr-kloster zu Ersiitt, und blieb darinnen ;? iabr, binnen ivclchcr zeit cr ; klöstern vorünnd, und sehr viel schrisslen edirle, deren Pctrcius 4; z zählet- Er starb an. 147z. /^r>77l,5 b,bl. (sarrbus. lclehsts. brl, s-»/ Gleisn. Isnck ckronic s>-iz;. ;;y. Johannes Hagen, sonst Lk InclaZinegenannt, warumdai jähr >s,r Pfarrheiss zu Steinheim am Mann i» der biöcesM Mayntz. Wcaen seiner geschicklichkeir adcr wurde cr nach Zim gescliickl, um den Ertz.Bischöff ichen maiilel vor den ChimUcii von Manntz von dem Pabst zu lösen. Nachdem cr auch sonnen ßch an verschiedenen bösen aufgehalten, wurde er Oceane» hes st-on» barts.coilczch zu Franckfnrk ani Mann. Er war in der »ilwloxie trcstich erfahren, hat auch verschiedenes geschrieben , als iarrosu- lft once aporclekniaiieaa in esiirornaniiam, ph) liv?nomiam, astwlo- Aiarn naiuralem, Lee. //e/zfre,/, virae. rbcacr. bsciüi, lanü-clii onic >i. z zy. Johannes a sest, ivivia, vorbero äe 8 . I>rro genannt, wak ein Barsüssee»Carmel>ler>Mlinch, von Calaborra in Svanlen gebürtig. A». > z 8 ? gieng cr nach Jialicn, um daselbst leinen orten weilcr sortzuvstamzen , da cr sich denn bey dem Pabst Paulo V und dem Carbmals.eollccho. insonderheit aber bey Bellarmino, i» grosses ansehen scyte. Er starb an. 1S14 in dem klosterzu Frescali, ünb hinterließ viele schrisslen, welche an. ,e>rr in z vol. iind an. ,Sso m 4 col. zusaunne» gedruckel worden. 5E. -es!'»». I. 2. e. ;7- bibl. ttissan. p. z4^. Johannes von Zi»ola, em berühmter Rechtsgelebrler M Bvnonien. Er war daselbst qebobren, wird aber Imoln genannt, weil seine eitern ehemals b>ni lbst gewöhnet hatten. Er wurde m lugend aus zum studieren angehalten, und borte anfangs zu Perugia Angclum Ubalbum, uachgehcnds aber zu BoiwiiicnFrW ciscum Ramponcm und andere gelehrte männcr mit solchemßM daß er Ooüor und bald darauf i'rotcllor zu Padua wurde. An. 1402 zog ihn der Heetzog von Fcrrara aufscinc iiellangclcgie acadc- nnc, und von da kam cr nach etlichen iabrc» nach Bononien, da- stgcr Universität wieder cmszubclifen, welche durch ei» gewisses m- rui ziemlich verfalle» war, krafft dessen niemand als eingebohrne lli den Oi-oicllor-stellen sollen bcförderl werten, Er hatte dasungM, daß er ftm hauß, hibliothec und IVI8r2 durch brand verlohr-»no starb den >8 febr. an. >4;6. Seineschrlsttcn sind: coaiMmu» in äccrersIeL , in Olcmeniins; Le. OiZetkun, insorriLium.i"i»eE. viiae. sie cl^r. Ie§, inlcrgr, 1 .11 e. 88- /'/cZ-ec« tkrairum. Line. Johannes / mit dem zunamcn Marcus, war des heM Barnabä vctter, wird von etlichen vor den Evangelisten MMiln gehalten , aber ohne gründ. Man bält davor, daß>mwr)MM in seinem banse das ostcrlamm gegessen, wie auch daß der nciM Geist darinnen über die Avostcl ausgegosscn worden. Lv vici ma wiß, daß Petrus die gläubige» allda angetroffen, als ihn aus Herodis gcfängmß erlöset hatte. In der Avostel gc!chiw>. se» wir auch, baß leine nmtter Maria gcncnnet wird, »m e » Ursache an emer zwistigkeil gemessn, so zwischen Paulo liiw oau ba entstanden, weil Barnabas haben wolle , daß dM ß"' ^ Loh mit ihm ziehen solle, Paulus aber solches nicht vor gut ansähe. -VttL apoü. c. 12. v. ir c.r; v. VikLörrnLÜ-e.. //»?/>«,T'rLs- «rE. mernoirer pour ssrvir a 1'kilk. eccl. rom. 2 k. 1. Lnc-I-i- dsn. Johannes Onea! / stehe Oneal (Johannes) 'Johannes von Matha/ der erste Patriarch des ordens der heiligen Dreyeinigkeit, ober von befreyung der gefangenen. Er war aus emem flecken, Faucon genannt, in Provence gebürtig, und wurde an. n60von Abelichen eitern gedohre». Erfühlte fei» ne studim auf der Universität zu Paris , und wurde Doktor rüeolo- xia-. Es wird vorgegeben, daß als er seine erste messe zu Paris gehalten, er ein gcsichke gehabt, welches ihn bewogen, gedach» ten orden zu süßten. Er gefettete sich hieraus mit Felix von Va» lois, gieng mit seidigem in die wüste Cerfroi ohnfern Meaux, und von bar nach Rom, allwo Jnnocentms U i selbigen orden an. 1209 vestäiigte. Der Padst brauchte sich seiner in verschiedenen verschl» ckungen, wie er denn auch zu den Barbarn in Africa gieng, um die Christen sclaven zu befreyen. Er stifftete an- 1200 das erste klofter seines ordens zu AcleS m Franckreich, »nd starb endlich an. iri; zu Rom. i. 6 Kitt. ssrLnc. äs orig. rnonaü. Lorrel'«: bitt. cle krovvnce. Johannes von Paris/ ein Dominicaner-Münch und zugleich Ooctor und i/rotessor tbeologi« > flockte zu ende des 1; seculi. Er machte sich insonderheit in der damaligen streiügkeit, die zwi» scheu dein Padst Bomfacio Vlli und dem Könige Philipps kulckr» aus Franckreich getrieben wurde, bekannt, nahm sich des Königs parthey an, uns defendirte selbige wider den Padst aufdaS eysng» sie. Er that sich darneben so woi in predigen als lehren sehr her» vor. Allein, weil er eine gewisse rückn von der gegenwart des leides Christi in dem heiligen abenbmahl behauptete, nemlich, daß die Göttliche nalur Christi sich mit dem drodt vereinigte, und selbi» ges also zu seinem leib machte, wodurch er dann die soviel« und grosse anstoße der lehre jvon der transsudstantialion zu vcrmeyden und aufzuheben vermeynle, so examinirten ihn die Bischöße, Wil» Helm von Pans, Aegidius von Bourges, Bertrayö von Orleans, ÜNd Wilhelm VVN Amiens, nebst einigen DoÄoribus lüeoloA«, und vecbollen «hin ferner zu predigen oder zu lehren. Er provo» cirte aber an den Päbstllchen stuhl, und gieng deshalben nach Rom, woselbst er um das jähr 1 ;»4 verstarb. Seme schrifften sind rrsÄ». rus cle ressia porckzre Lc papali; clererrninurio cle rnoäc» exüken- cli corpori! Lüritk. iri tLcr-rrrrenro Llcsck; corceÄorium llo» Ärin« 8» Hiom«. 6«l/. ./s conrin. cle lloZmare rrausfublisnüLlionü. eis, * Johannes von Parma/ General der Franciscaner, lebte in dem ir seculo, unv svll das sogenannte evsnZckum scrernumge« schrieben haben, welches an. 1258 auf des Padsts AlcxandrilV befehl verbrannt wurde.Dieses buch wäre aus den träumen und ein» dildungen des Abts Joachim Cynlli des München, und anderer Lnsricorurn zusammengcplackl, enthielte viele gantz neue und ge» fährliche lehren, solle gleichwol an füttrefflrchkeit und Heiligkeit das alle und neue testamcnt weil übertreffen, ja diese beyde gött» iiche büchere, mußten nach imihalt sslches neuen evangelii nun» mehro abgeschaffet seyn, und selbiges unter dem name» des evan» gelir des heiligen Geistes fortbin allein gellen. Den Hauptzweck des gantzen gettchls gäbe man endlich zu verstehen,durch den jchluß, welcher vermochte, daß von an. irüo an niemand als die Herrn Baarfüssere, die menschen von geistlichen dingen, die zum heyl bien» ten, unterweisen tönten. Indessen haben seither» die Francisca» ner nicht gestehen wollen, dasiber Verfasser dieses buchs der General ihres ordens gewesen, sondern ein anderer gleiches namens, Lnnsl. lcknor. scl sn. 1257. allannum 12^7nurn.Z. ^Vsts/» üilk. ecclek. nov. reit. ^ Johannes von Udine / ein berühmter Mahler zu Mine, in Fnaul gedvvreo. Er lernte die kunstvoll dem Giorgion, kam nach» mals zu bem Raphael m Rom, nahm auch in solcher kunst berge» stall zu, baß er bald alle andere übertraff. Insonderheit wüste er ihiere, lanbschafften, blunien und früchte wohl zu mahlen. Er war auch der erste, welcher die kuustbiider auf marmolsteinerne «rt zu machen, erfand, und brachte es in seiner kunst sehr hoch. Man grub zu seiner zeit in dem allen gemäuer von des Kaylers Litt pallast, um ewige statuen und antiquitären zu finden. Als man nun erwab erde hinweg geräumet halte, wurden dergleichen figu» rcn oder büder gefunden, so man nach der zeit grotergue genannt, weil man sie in grollen zu erst angetroffen. Desgleichen fand man Einige kleine historyche gcmählvc nevst andern zirrrathen. Diejes veranlaßte ihn, die ,siehe zu untersuche», uno er prooirre es jö ian» ge, biß er endlich sroresco-werüe zu verfertigen anfieng, und war M ber erste- welcher diese art zu mahlen m der well wiederum starb zu Rom «. 1564, und wurde bey feinem ster Raphael begraben, ss-rDr, vies ller peiaerez, xemrres. Se/rLr?» emrer. lur lez vier llex peinlrez. ^ ller Johannes, (Erafmus) ein bekannter k/nirarirtt ru 16 ieculi. Er war Kecior zu Aulwerpen, Mull? an, ^ öe» neuen und irrigen Meynungen wegen in Polen ceüriren daselbst einen streit mitFausto Socino, ob Chr stusvor c-I» turen gewejen, welcher r tage währte, !iMauf S° L 5 ö mge, was darbey vorgegangen war, im druck ausäeben u!s Von dar gieng er ,n Siebenbürgen, aliwo ihn die E" 2 Ciaufenburg zu ihrem Prediger machten, jedoch m t dem bedinge meynungen von Christo, als ob e? vor sew"r Mutter wurcknch schon gewesen, nicht öffentlich lehren ,d t? «5» sonst in der Hebräischen spräche wohl erfahren, hat auch bmits m Antwerpen ern buch geschrieben, wornmen er seine irrthümer vorae! stellet, so aber bald confi scirt wurde, bibilow. JohanmsvvnLeyden, oder Johannes Beukolsz. Er war an.i5rc>zu Leyden gebohren. hatte anfangs das aweidett handwerck erlernet, gieng aber nach diesem unter die comödiö, und weiter unter die Wiedertäuffer z., Amsterdam. JME aber,ewige an. izzg m Munster feste gesetzet, beaakckm m A die,er Johannes von Leyde» nebst dem Johanne Nattbia davu? und brachte es nach dieses letztem tobe so wert, daß man ewen Propheten hielt, und er dadurch sich aller giwalt anmaßte Wannenhero er auch eine neue regiments-verfassung -u Münll?n machte, und i-richter nach seinem gefallen setzte. L übm L auf die polr-gain-e daselbst e»n , und vergönnete alle frerweii U fieisches, da es denn bund über gieng, und nahm er stlbst auM jeuier ordentlichen stau noch 14 andere, von den schönst n. um man finden kunte. Wenn sich auch einige fanden, die so chem m « fuge wwersprachen, so hatten sie doch nichts davon als daß er ste durch den Kmpperdolling hinrichten ließ. Ja er warffstcb ruleüt gar vor einen Komg auf, worzu ihm ew goioschmidt bebüWch war, welcher ihm in Versammlung des volckS ein blosses ickm>E gleich als aus göttlichem befehle überreichte, weshalb volck den 24 jun. au. i; ,4 vor einen König ausrieff. Wenn ir aus. ritt, wurde,hm e»n fthwerdt, eine crone, eine bibel uno e.n Reichs» apffel, alles von gold und edelgestemen vorgetragen, und er miß. brauchte seme gemalt zu allerhand grausamkeil. Er nennete Reich das Königreich Israel, stch aber einen drener der aerccd iäl kell im neuen tempel Gottes. In währender dieser reaieruna hielt der Bischoff von Munster die stavt blvquiret, und als se biae ru des äussersten hungersnoth gebracht war, bekam er durch v rmtt° telling eines durgers, den 14 jun. au. solche ein, und wurde Johann von Lcyden lebendig gefangen. Er ward hierauf einem pserde an den jchwantz gebunden, mnste al,o zu fusse h,ß auf düs schloß Dulme marschrren, und da man ihn vor den Bsschoffae. bracht, war er noch ^verwegen, , daß er vorgeben mochte - es sey dem Büchoff kein ,chade zugefügt worden, indem bev oieier gelegenheit die statt ohne dessen kosten trefflich wäre befestiget wor» den, und woferne er ,a noch mehr haben wolle, solle er ihn nur irr einen eisernen kaficht sperren, und in der weit herum führen laß» sen, jederman wurde gern, ihn zu sehen, gclo geben wollen. Er wurde hierauf an verschiedenen Höfen herum geffchret, nachmals an. r;;s mit gluenden zangen zerrissen und durchstochen. rumalc./evLvLpt. llemiterck. obücl.Iilonatt. //E„. lle llulk. lAonslier. Lu- lüer. tülioire cles /znsbLxrittes. lcerrer. 2 l. is c L.tz. 1 Johann Georgenstadt, istein berg.städtgen, welches dee Churfürst von Sack),en, Johann Georg l, an. 1654 indem crtz. gebürgischen kreyß, an den Böhmischen gräntzen, aufbauen la,» sen, und zwar vornehmlich den Böhmen zum besten < welche um der Lutherischen lehre willen vertrieben worden. Es liegt dieser orl; weilen von Schnecberg, auf einem berge. Unter bcmselbeir befindet stch ein eisenhammer, nebst einer schmeltzhürte, WittiMhal genannt. Johanniter Christen / 8. Johannis Christen/ werden in Persien und Arabien an einigen orten der gegend Balsara gewiss se lenke von 8. Johanne dem täuffer genennet, welche die tauffe^ wiewol ohne benennung der heiligen Dreyfaitigkell, und das heilt» ge adcndmahl, nebst andern ausserliche» »ckbu-des Christenthums? fleißig beybehalten, sonst aber von der Christlichen lehre selbst gleich andern Orientalischen Christen, wenig wissen schafft haben, sse?»,«- reileb. 1.2 c. 8 l>. l- Johanniter-Ritter / flehe Malkheser-Ritter. Johanniter-Meister / in Tentschland, ist das Oberhaupt über die 4 Großmeister thumer des Maltheser.ordens, nemlich das Teutsche - Böhmische, Hungarische und Dänische, davon die beyden letztem eingegangen, und nur der titul davon vinttciret wird- Es ist die würde eines Johanniter-Meisters um das jähr ir;o aufgekommen. Er ist ein Fürst des Reichs, und hat fitz und stimme auf den ReichS.lägen, erkennet aber nebst dem Kavscr auch de» Pabst vor seinen oderherrn, und muß dem Hochmeister zu Malta gewisse jährliche respons'gelber und Türckn steuern lieffern. Es wirb heut zu tage obrister Meister des Jobaiinitrr>orbens auch Groß.Pnor von Deutschland genennet. (siehe Malta.) Vor dies sein halte er grosse einküiiffte, durch die religlous-auLrruiig Luihe» ri aber sind ihm und dem gantzen orden viele orbcnS.güler ünb eom» menthureven in Hungarn, Siebenbürgen, den Wenvrichcn landen, Pommern, Bremen, der Marck Brandenburg, Sachjen, Schweitz, auch Ost'urw West.Frießiand entzogen worden, derck U theil. Ggggggs ein» 972 ioh ttnkünjfle auf; tonnen «oldes MrW gerechnet werden^^E job^n^r-or-iv». k. Lurop. kerolä. Lmer orclsn. Verieicbniß der ^ohanttiter-Meister und Groß- ^ r^ ^ Zn TeuMland nachanleikung Meg'ftr» und Decmannt. 1 Heinrich, Grafvvn Toggenburg, au. 1250. 2 Heinrich, Grafvon Fürstenberg, «11.1272. , Johann, HerrvonLupffcn, an. 1289. 4 Gottfried von Klmgenfeis, an. 129;. ; Heltwig von Randerfack, an. 1299. ^ 6 Albrecht, Grafvvn Schwartzenburg, an.izrs. 7 Berchwld, Graf von Hennebcrg, an. 1)27. 8 Mdolph von Maßmünster, an. n;i- - Herbegen von Rechberg, an. 1; r 10 Eberhard von Rofenberg, an. i;?s. 11 Conrab von Brunsberg, an. N84. ir Friedrich, Grafvon Zollcrn, an. i?94. i; Amandus zu Rhein, an. 1408. 14 Hugo, Grafvvn Mvntfort, an-1414« 1; Johann Lessel, a». 14^2. iü Johann Vchlcgeihoitz, an. 14;?. 17 Reichart von Bulach, an. 1466. 18 Johann von Au, an. 1469. iy Rudolph, Graf von Werdenberg, an. 1486. -0 Johann Kcrkntzer. an. i;oo. 21 Johann von Haltstein, an. i;ir. 22 George Schiümg, an. 1546. Der erste Groß-knor ' Fürstenstänb erlangt 2; George vonLohenheim Bombast, an.i;;z. 24 Adam von ochwaibach, an. i;6/. 2; PhilippFlach, an. 157;- 26 Philipp Rietesel zu Camberg, an. 1594. 27 Bernhard von Angcloh, aii>i;s8. 28 Philipp von Lesch, an. 1599. 29 Wippart von Rofenberg, an. 1601, -c> Arbogast von Andlau, an. ,607. ; 1 Johann Friedrich Hund von Sauiheim, an. 1612. Hartmann von der Tanne, an. is;;. ;; Friedrich, Landgraf von Hessen, an. 1647. ;4 FrauciscuS von Svnnenberg, an. 1682. Franciscus von Fischeringen, an. iSZ;. ;6 Hermann von Wachtendonck , an. 168;. 27 Bernhard Wilhelm von der Rhebe. ;S Uosivin Hermann Otto, Freyherr von Mervelt, 1721« so den an. "Zohannsburg / eine stadt, amt und ziemlich festes schloß in berBraiibenburg'Preußischen prvvintz Slidgu an der Pisse, so mit einem wall und guten wasscr-grabcn von Hertzog Albrecht um« geben worden. Churfürst Friedrich hat an. 1698 den König in Polen Friedrich August sehr herrlich allhier tractirt, zu dessen andencken , wie damals verlautete, die einwohner von allen oneribur befreyet werden sollen. kreuch unä kraliäeub. §eogr. 8. 'Johansen / 8. Iohaniti'S'InsuI / ist am oberen ende des Bleierssees zwischen den beyden stadtgen Eriach und Landarvn gelegen, wäre ehemals ein reiches cioster Benedicimer orbens, die Adtey Eriach genannt, und Misstet an. 1090 von Huldrico Grafen vvnFönix, nach dessen lobe aber von denen Grafen Cuno und Burckarden von Rostnburg, Bisthöffen zu Basel und Lausanne fortgesetzet- Die schirm »vogley stunde aiwrnmive bey denen Gra> fen von Neuenbnrg und Nidau, von denen solche an. 1,95 an den Stand Bern,als Herren der Grafschafft Nidan gelanget.An. 1449 lebten diö ordcns'leute daselbst so ärgerlich, daß die stadt Bern be. wogen ward, ein ernstliches bestraff-und ermahnungs-schreiben an den alldasigen Probst abgehen zu lassen. Nunmehro wird die« ses kloster seit der reformalion von einem Bernerische« Landvogt bewohnet. * Johnson/ (Benjamin) gebohrm in Westmünster, allw seine mutier einen zjegeldccker zu ihrem andern manne nahm. E legte den ersten gründ seiner studien zu London in der 8. Martini schule, besuchte darauf die Westmünsterische schule, und gebrauch te sich der amveisting des gelehrten Cambdeni. Nachgehends wur de er zu Cambridge mit in das Johannes-cotlessmin aufgenommen Allein, da es ihm an unterhalte mangelte, muste er sich bald wie derum fortmachen, und sich aufseines vaters handlhicrunq legen da er denn das neue gebäude in Lincolne verfertigen haiff. Als mai aber an ihm wahrgenommen, daß, wie er in der einen Hand ein mauer-kelle gehalten, also in seinem schubsacke ein buch gehabt erkannten hieraus einige vornehme leute feine Inst zum studieren und schafften tbm Mittel und weqe an die Hand, darinnen fomu fahren, worinnen er auch sehr wohl zunahm. Er war ein man, von unverglciclllichen gemütbs.gaben, der auf das geschwindelt etwas fassen tonte. Wenn er unter gelehrten leuten war, pflegt kr g.cmtz stille zu sitzen, und wenn er auf etwas antwort gab, kam selbiges überaus klug und bißweilen spitzig heraus, sonderlich erccl. litte er IN Verfertigung theatralischer wercke, wie er denn auch vor ioi iol den sinnreichesten und zierlichsten comodiensschreiber gehsittn wnv- de Er starb an. i 6 ; 8 - ^oia / ( Elisabeth ) oder von Rojeres, war eine Spanische vswe aus dem 16 seculo, welche nach einiger bericht in der Haupt» kli-cbe ru Barcellona mit jedermans Verwunderung predigte. Auch wird angeführt, daß sie z» des Pabsts Paul, Ul zeiten cme grosse menaeJüden zum Cakbolischen glauben gebracht, und daß sie m aegemvart der Cacdinäle des Johannis Scott bucher erklärt habe. clella Osticta, "Loiada/ ein Jüdischer Hoherpriester, so von dem Josephs auch Jöiw qenennet wird. Er war ein sehr frommer und gottsfmchti. «ermann, und sahe mit grossem verdrusse, daß die Atbaüa, deS Könias Jorams in Juda wiltwe, alle Königliche Ander umbrin. aen ließ, biß auf den Joas, welchen Josabal, Jorams tochter, und Joiada gemahlin heimlich wegnahm. Jojada ließ ihn heimlich in dem Haufe des Herrn aufziehen, und machte ihn zum Koni. ge, vorbero aber ließ er die Alhaliam umbringen, unv den tem- vel Baals zerstören: denn er halte einen sonderbaren eyfer vor den wahren gottesdicnst, erwieß grosse treue an feinem Könige, und trug eine heimliche liebe gegen sein Vaterland. Er starb endlich im jähr der weit; 191 im i;o jähre seines alters. Er ist von einem an. bern Jojada, 10 Hoherpriester unter der reqierung der Perser war, wohl zu unterscheiden. Man meynt, daß er auch Barachias geheißen, und eben der sey, von dessen fohns ermordung Matth. 2; geredet wird. Doch wird dieses nicht von allen gelehrten angenommen. Siehe Joas. 2 /A-F. 11. 2 22,2;- 24. 2;. ck-,/,in LNNLÜb. * Jsolakim/ zuvorhero Eliaktm genannt, war ein söhn JosiaS, und ein druder Joachas, welchen letztem Pharao Necho, der König in Egypten, von dem throne stieß, und ihn an feine stelle darauf setzte. Erwürbe in dem 25 jähre feines aiters Konig über Juda und Jerusaiem, und regierte zu Jerusalem 11 jähr. Unter seiner regierung stunden viel Propheten auf, nichts destoweniger that er, was dem Herrn übel gefiel, und verübte grosse qreuel; dahcro Gott zur strafe den Nebucadnezar über ihn schickte,welcher ihn überwand und zinßbar machte; als er aber von ihm wieder abfiel, wurde er nach Babel geführek, und starb daselbst. Unter ihm hat Jcremias sehr viel erlitten, welcher ihm fein Unglück vorbero verkündigt hatte, r 2;, 24. 2L-^». ;6. /ere,». 22ÜL;ü. üb. i c> an«, ßuä. 8.r/,^»«§ snnal. V. 1 . encbir. bibt. k- i°4- ,^c>ice/siehe Ioßius. sIoignK, lat. suiniscuni, eine kleine stadt an dem siusse Tonne, in der Frantzösischen landschafft Champagne, in der gegend von Sens gelegen. Sie führet den titui einer Grafschafft. sIoinville/ eine kleine stadt in Champagne, liegt an der Marne zwischen Chaumom nud 8. Dizicr. König Heinrich ll machte es an. i;c2 zu einem Fürstenlhnm, daß es von den lüngst.gebodrnen aus dem Hause Guise solle besessen werden- beschreib. b»nch. reicks. JoinviUe, eine vornehme Adeliche familie in Franckreich. Gottfried von JoinMc, 8er>ecbL> von Champagne, lebte um das jähr 11 ;o. Sei» söhn war Gottfried von JomvlUc, 8enccbsl von Cbamvagne, weicher in dem gelobten lande ohne Ander starb; Wilhelm, Ertz'Vsschoff von Rheims, von dem hernach; Simon, von dem so fort; Robert und Guido, Herr von Sailli. Simon von Joinvllle, 8enecb-i> von Champagne, vermählte sich mit Ermen- garde, zeugte aber mit selbiger keine Andm. Aus anderer ehe zeugte er Johanneni, von dem so fort, und «Limonem, von dem die Herren von Marnai und Gex abstammen; und Gottfrieden, Herrn von Vaucouleur. Johannes von JoinviUe, 8enecbat von Cham- paqne, lebte zu dcs^KönigsLnbwlgSlXzcitenumdas jahrirüo, dessen leben er auch beschrieben. Sein söhn war Anstlmns, und dessen söhn Henricus, welcher nur eine eintzige tochter hinterließ, Margarelgm von JoinviUe, so an Hertzog Friedrichen von Lothrin. gen vermählet war, und ihm diese erbschafft zubrachte. (siehe Gut- fk.) D« /s ^^2: ck« JoinviUe / (Wilheltmis) Ertz-Bischofs von Rheims. Er War Gottfrieds von JoinviUe söhn, und zwar anfänglich ^cbicüL- conus zu Rheims, oder wie andere wollen, zu Cbalon, Blschoff zu Langres, und nach diesem an, 1219 Ertz-Bischoffzu Rheims. Er wohnte des Königs Philippi Augusti leich.degängniß an. 122; bey, und krönte Konig Ludwigen den VIU nebst seiner gemahlin Bianca; letztlich gieng er inLanguedocwider dieAlbigenser, starb aber den ;nov. an. 122L zu 8. Flour in Auvergne. ^»kkilipp. em fest des Herculis zu Theben, welches man dem Io» lav zu ehren so genenuet. Man hat an selbigen, kampf-fpicle geh«!- , oerer uberwinder einen Myrten, krantz bekam. Pausanias mercket auch an, daß noch zu seinerzeit eben dieserJolaus in Sardinien verehret worden, und einige örter derselben insul von ihme den namen hatten. Sihe auch Jolaus des Jphicles söhn. ui Lboc. 8ct-o/, Lr-ecis terisis. * ^olanta/ eine tochter des Königs in Franckreich Caroli Vii, wurde an. 1452 vermahlet an Amadeum IX Hertzog von Savoyen uach dessen todc an. 1472 sie unter währender Minderjährigkeit ih> res ältesten sohns Philibcrti die vormunbschafft führete. Sie muste steh sowoi wider ihren bruder, den König Ludovieum XI in Franck. reich, als wider den Hertzog Carolum Xuäacem von Burgund in acht nehmen, wAl ihr aber von dem, erstem mehr gefahr obichwcb- te, hielte stk es meistens mit dem letzten, der üe auch mtt der hoff-, NilNg io! Ann-En Eklltzsge tochter und erb!» Maria», an ihren Printzen zu vermal, len / aufkclner parthey erhlelte. hatte auch noch eine denSckwe^,.^^^'', Denn sie zerfiel wegen einer streitigkeit mit ^ ^ ' welche m die guter des Savoyischen Grafen von Fvmonc einfielen, und noch mehr conquctm ;n mache» suchten. Md der Hertzog, welcher ohnedem eine ursach zum krieg wider die Schweitzer brauchte, bediente sich dieser dazu, daß er dem Grafen von Romom beystelwn wolte. Nachdem aber die fachen des Her. tzvgs unglücklich liessen, hieng sich Jolanta an den Frantzösischen Hof, und war eben im begriff an. 1476 nach Lion zu geben, und mit ihrem bruder Ludovico XI eine Unterredung zu halten. Der Hcrtzog von Bur^uiw aber / da er solches erfahren , ward derge» statt unwillig auf sie, daß er sie durch Olivier lie In Marche von Gcneve entfuhren, und auf das schloß Rouvre bey Dijo» setzen ließ. Weil man sie aber nicht genug verwahrete, fand sie mitte! zu ent» wischen, welche sie ihrem bruder kund machte. Weil aber dieser inzwischen ihren Printzen, den jungen Hertzog, mit guten Worten ,n seine gemalt gebracht, auch bereits Chambery und Montmelian besetzt, und die Hcrtzogin besorgte, es möchte svwvl der König, als der Hertzog von Burgund sich von Savoven meister zu machen suchen, lieh »e »ei, vor ihrer befteyunq von dem König erst verspre. chcn, daß er sie nebst ihren kindern nach Savoycn gehen lasse», und Wider den Hertzog von Burgund beschützen wolte. Und hierauf ward sie durch den Herrn von l^hauinont / Louvei neur von ^.ham* pagne, besreyci, nach dcmFrantzösischen hofqebracht, und hernach wieder nach Savoyen gelassen, woselbst sie nach dem gleich darauf gefolgten tod des Hertzogs von Burgund ruhig lebte biß an. 1478, da sie mit lod adqieng. HUi. c!e IVIemoii-es ckOIivier cie la Xlaecbe. D^s/ bitt. äs llrance rom. 2 col. i z gs, i;y8.1400,1427. Jolaus/des Jvhicles sobn. Er halff dem Hercnli die üyllram überwinden, dergestalt, daß er, so bald Hercules derselben kövffe herunter gehauen, mit einem glüenden eisen über die Hälse fuhr, um dadurch zu verhindern, daß sie nicht wieder ivachien möchten. Zu belohnung dieses diensts erhielt Hercules bey der Göttin Hede, daß sie ihn wieder jung machte, da er bereits aufder gxnbe gieng. //e- 9 rnetsrn. Jolaus oder Iollas/ war Antipatri, eines von Mrandri Xl. Generalen und llouverlieur^ von Macedome» söhn, des Cassa»» dri bruder. glachbem dieser Antipater durch anstifflen der OWM' pjas, Aiexandri XI. mutter, seines xc-uvernememr einsetzet wer» den solle, und Craterus würcklich von Alexandra bestimmet war, solches von lhme zu übernehmen, auch Antipater wohl gar arg« wohnen mochte, dieser letstere dörffle beseht haben, ihn umzubrm« gen, beschloß er, sich an des Königs Person zu rächen, oder >ve« nigst seinem unöergang durch die äusserste mitte! vorzukommen; schickte demnach etwas von dem Wasser eines arcadischen sces, No» naciis genannt, welches wegen seiner kälce demienigen, so davon lranck, alsofort den lod drachte, diesem seinem söhne, um es dem Könige zu trmcken zu geben, dessen mnnbschcncke er war. Nach der meisten Scribenten zengnuß solle Iollas dieses giffl-wasser unser den schon nach der gewohnheit von ihme gekosielen wein gemischel, und also den König ohne seine eigene gefahr dadurch vcrgifftet ha» den. So bald Alexander einen schluck davon gethan, empfand er aisobaid eine solche durchdringende pein in seinem magen, als wenn er mit einem »feile durchschossen worden, welche dergestalt zunahm, daß er endlich sein schwerdt gar auszog, und, »m der Marter loß zukommen, sich selbst entleiben woite, jedoch musste er noch daran sterben. Im übrigen muß doch Iollas kurtz nach Alexandro ge. starben seyn, weilen Olympias noch vor ibrem rode, dessen corper solle haben ausgraden und ins meer werffen lassen. Woraus viel« leicht die einbildung einiger neuen sccidenten entstanden, welche melden,Iollas wäre durch kostung oder credenzung des obigen gisst» trancks ebenfahls an seiner gesundhell dergestaiien geschwächet worden , daß er davon todes verblichen. 1.1 c. 5. /«/. 1.12 c. 14. IN /Ilex. Lc H/perill. !. 8 c. l. ; c. ;o. /),-> Orae. S4. I. 10 c. 10, che. l. 19. Doch wollen und ä'tt/.s-r,, das gisst wäre durch Eassanorum dem König beygebracht worden, so aber nicht gelten kan. ^ Jolcos / itzt Iaco genannt, ist eine alte stostadt in Magne« sta, einer Provintz in Thessalien. Sie ist nahe bey der stabt De« melrias gelegen, nicht weit von dem im» LLZaLo, jetzt c-olto -ll -Irmiro und Loltt, äe V0II0 genannt, unten an dem berge Pelion, welcher anjetzo Petras genennct wirb, und von der stadl Pagasa, jetzt Vollo genannt, 20 ttsllis, auch eben so well von Armenio e»t« lernet ist. Diese sradt war vor zelten wegen des Iasonis geburt und der Argonauten Versammlung berühmt, als sie nach dem gol« denen Messe reisen wollen ; wie Iason selbst von der benachbarten stabt Pagasä, bey denen Poeten ossl l'sg-ckEm Ia 5 c>n genennet wird. 1,7 meesm. l.;. * Jole/ Euryti, des Königs in Oecalien , von dessen erster ge« mahlin tochter, in welche sich Hercules verliebte, und daher mit ihrem vater diesen vertrag machte, daß, im fall er ihn nberwinden würde, er seine tochter haben solle. Nachdem ihn »un Hercules erlegt hatte, forderte er selbige, und da ihm Eurylus stm wort nicht halten wolte, tödtete ihn Hercules, führte «eine tochter hin» weg, und gab sie hernach seinem söhne Hyllo. Allein Dexamra, Herculis gemahlin, war so eifersüchtig auf chres mannes neue liebe, daß sie ihm, um ihn davon abzuziehen, Ncs» vergifftetes hembde zu» schickte, woran erstarb. 0?,^. ymeram. Jollvbet/ (Evcrt) ein Advocat des Parlaments zu Paris, wurde den 20 jul. an. 1601 zu Orleans gebohren. ^elchwie e alsosvrt in stiner jugend einen frühzeitigen verstand an sich spuren stieß, also setzte er sich in seinem männlichen alter durch seine gelehr« iol jon 973 samkell bey jederman in grosse Verwunderung, sintemal er nicht al. lein ein erfahrner jurist, sondern auch ein guter pvete, grosser plli- I0I0MS, pkllosopllur und rKsoloAU5 war. Er war von Natur eines lustigen kurneurs, welches er bey jeglicher bequemer gelegcnheit k» hen ließ. Sein carmen in bgmiam, ein Lateüüich herostch gedieh» te, worinnen er des Königs Gustav! Adolph! in Schweden thaten beschreibet/ wird sehr gelobet. In Fcantzösischcr spräche schrieb er eine weMäuffkige Historie von Schweben, die er aus den glaub, würdigsten archiven, so ihm von vannen zugeschickt worden , ge. nommen < und in manuttripro noch bis claco in der Königlichen biblwthec zu Uvial verwahret wird. Arrhenius, welcher in Lateinischer spräche des Grafen Ponti lls la Gardie leben beschrieben, citirt bemeldtes buch an vielen orten. Ausser diesen 2 schriffien, de. ren eine in ungebundener und die andere in gebundener rede beschrie» ben worden, hat er noch viel »sn verschiedenen male« rien hinterlassen, die in seines sohns Evert Joüybet, so sich in Englische bienste begeben, chnd vormals beS Hertzogs von Mich» mond intormarcir war, Hände» sind, und vielleicht mit der zeit auch an das licht kommen dürfften. Er starb den 20 jul. an. 1662, welches gleich sein geburtsckag war. ,v.v, ^ -LIE-U» ^ IVUI. u». 1V07 zu Paritz gevoyren. An. i6si bekam er ein Canvnicat, und begleitete hierauf den Hertzog von vonqueville nach Münster, begab sich sodann wahrender un. rntzen m Parih nach Rom, und kehrte nach deren endigung wieder zu seinen Verrichtungen nach Pariß zurücke, wo er in einem hohen aller, und nachbeme er fast biß an sein end eine sehr gute gesund, hell genossen, an. 1700 sein lebe» beschloßen, und von jederman das lob eines geschickten, frommen und aufrichtigen mannes dar. von getragen. Der Abt >s Gendre hat an. 17°° M Paris sein LioZ'ium Lateinisch drucken lasten. Ion / Xnthi, des Königs in Thessalien, söhn. Sein vatev gab ihm die landsihafft Atticam, die er hierauf nach seinem «amen Jomam nennte, worinnen er eine stadl erbauete, die aus 4 an. der» stadren, nemiich Marathon , Oenve, Probaiinthvs und Tricvxytbvs bestund, und daheroTetcapoiis gcuennek wurde. Das volck zu Athen theilte er 1114 classen, nemiich in soibaten, Priester, kümiier und tagelöhncr, und erbaute 2 städte darinnen, eine zum andenckcn seiner gemahlin Helice, die andere aber zun, gedächtmß seiner lochter Bura over Buris, welche hernach beyderseits durch ein erddeben verschlungen wurden. Dieser König ließ z söhne hin. ter sich, deren namen folgende waren : Puiceus, Pythion, Ae» gicoros, Argaveus, Hoptes und eine tochter, mit »amen Bura, ^Ionadab / der söhn Rechab, führte ein sehr heiliges und strenges leben, tranck keinen wein, wohnte i» keinem Hause, bau» etc weder äckcr noch Weinberge, und lebte also fast wie die alten Manche. Diese arl zu leben befahl er auch seinen nachkömmst», gen, den Rechabllen, welche selbige genau bcobachleten, seinem befehle in allem gehorsam waren, und dahero von Gott gelobet und gesegnet wurden. Dieser Ionadab war es, weichen der König von Israel Ich» mit auf stinen wagen nahm, als er auszog, an des Avabs haust räche auszuüben. 2 iz, 16, 17. /e,E.;s. y Lirr, c. 6. V'h',,//«, cie Kecbabitir. ^ZonttS/ ein söhn Amithai, ist einer von den 12 kleinen Pro« phele», unter selbigen aber der erste und älteste. Einige unter den Juden geben vor, er wäre der söhn der wiktwe zu Sarepta, der durch dm Propheten Eliam wiederum von dem tode erweckt wor. den. Sie fugen noch hinzu, er wäre des Propheten Elisäi clilcchul gewesen, daher hatte er unter der regierung des Ioas und Amasiä der Komge in Juda busse zu predigen angefangen. Sicherer aber ist zu lagen, daß er gelebt habe unter dem Könige Ierobeam aus den nachkommen Ich», welcher 41 jähr zu Samaria regierte. Als Jonaö anKonigIerobcams Hofe viel gutes hatte stifften helffen, wurde er von Gott nach Ninive inAssyrieii gesendet,wo damals des Sarbanapall vater Ascrazapes, oder wie er im 2 buch der Könige am i z v. i s genennet wird, Pbul, hofhielt, welchem er vor sei» nein untergange auch dusse predigen muste. Denn daß durch diesen Kdmg, welchen Ionas wegen seiner dußftrligkeit lobet, nicht Sardanapalus könne verstanden werden, erhellet daraus, weil er nicht zu einer zeit mit Ioas oderIeroveam, sondern nach ihnen erst geiebet hat. Ob nun gleich damals die Ninivitcr busse thaten, sind sie doch darinnen nicht beständig verblieben , sondern »och ärger worden, als sie vorhin gewesen. Jonas wolte dem ersten beruff Gottes nach Ninive sich entziehen, daher stohe er auf ei» schiff; Gott ließ aber ein grosses ungcwitter auf dein meere entstehen, und als die leute im schiffe das lovß unter sich wurffen, um zu sehen, wer an diesem ungcstümm ursach wäre, fiel es aufihn. Daher wurde er aus dem schiffins meer geworffen, und von einem walisische ver» schlangen. Als er aber darinnen ; tage und ; nächte verharret, und Gott um hülffe angeruffen, ließ ihn Gott wiederum unverletzt durch den walisisch aus land speyen; woraufer sich denn nach Nini« ve begeben. Wo er wieder an das land geworffen worden, ist so genau nicht zu sagen, doch scheint es, baß es ohnfern Joppen geschehen, allwo er zu schiffe gesessen. Er vermeynte, Gott wür. de die stabt uncergehen lassen, daher begab er sich aus der stabt; weil aber die cimvohner an Gott glaubten, und daher verschont wurden, verdroß es ihn , und wendete sich gegen morgender stadt an einen erhabenen ort. Daselbst ließ Gott einen kürbiß über sein Haupt wachsen', der ihm schatten gab; als aber s icher durch einen wmm.sttch verderbt wurde, war Jonas sehr unwillig darüber, ob er gleich nicht daran gearbeitet und ihn aufgezogen hatte. Gott wolte aber dardnrch seine gütigkeit gegen die bußfertigen zu erken» nen geben, und zeigen wie sehr es ihm zu hertzen gehe, daß sie ver» derben sollen. Vielleicht daß auch die Rabbimschen fabeln jemand Gggsag; dein» 974 ton belustigen, wenigstens muß man dabey den verfall des Jüdischen volckes, in ansehender qelehrsamkeit und gesunden vernunffl be» wundern. Salomon Jarchi sagt, der fisch Jona sey männliche» geschlechtes gewesen, weil aber der Prophet sich da im geraumen befunden, habe er noch an keine busse gedacht, und Gott nicht an» geruffen; darauf habe der fisch von Gott befiehl empfangen, Jo. «am aus seinem magen in den magen eines andern fisches auszu» speyen, der weiblichen geschlechts und gleich trächtig gewesen; in dieser engen Herberge sey er erst in sich gegangen, und habe den schönen gelang verfertiget, den wir noch heut zu tage lesen. An» dere setzen hinzu, daß der fisch, der Jonam verschlucket, 7 äugen gehabt habe, die dem Propheten zu fenstern gedienet, dadurch er alles was im meer gewesen, gesehen, und sonderlich den weg der Jsraeliten durchs rothe meer, genau in augenschein genommen habe. Die Heyden haben von dem Hercule fast dergleichen vor» gegeben. Auch sollen ihm die Türckcn eine schöne mosquee gebauet haben. 2 /e-x. 14.. I2. I. sneicz. c. II. «r«,. peri- plur chalsck./kerckeFFe,«, encffjr. bibt. p. 212. sea. äuld. äs ia bible. * Ionas/ Bisthoffvon Orkans, lebte unter der Kayser Ludo. vici e» und Caroli Lalvi regierung. Er war ein mann von sehr grossem ansehen, wurde von den Prälaten selbiger zeit fleißig um rath gefragt, wohnte verschiedenen Concilien bey, und ließ sich die ketzer zu widerlegen sehr angelegen seyn; wie er denn aufKayscr Ludwigs des frommen befehl wider Claudium von Turin, der sich denen bilderen, welche selbige zeit in Occidcnt mehr und mehr aufkamen, sehr widersetzte,und; bücher schriebe, welche nachmahls von ihme dem söhn Ludovici Carolo Lalvo zugeschrieben worden. Doch finden fich auch in diese» des Jonä schrifften verschiedene bin» ge, eben was die bilder betrifft, welche der Römischen kirche gar nicht anstehen; Massen er zwar die bilder zur Zierde und erinne» rung will behalten haben; jedoch also daß solchen im geringsten kei» nc Verehrung erzeiget werde; aus welcher ursach Beüarminus, Ba» ronius, und andere Römische scridenten, vor ihme eben sowohl als vor Claudia Taurinenfi warnen. Sonst verfertigte er auch ein buch zur Unterweisung deS jungen Königs von Aquilanicn, Pipini, eines sohnes Ludovici ko, welche schrifft Luc. ct'Acheri ediret. In» sonberhess ist seine Christliche siltenssehremerckwürdig, welche der k. vom. Joseph Mege üdcrsttzct hat. Er starb an. 841. oper. sstverl. 6oclelck. cle rnirscul. s»n- öenecbcssi l. 1 c. 2s. cle lcnpr. eccles in »nnsl. in »pparsr. /.»c. rom. 4 spicil. Lc Lall. Lkritt. * Ionas/ oder Ionnh aben Gannnch/ ein Jüdischer Rad» bi und artzt von Cordvva aus Spanien, lebte zu ende des 1 r seculi. Er ist nebst dem Jehudah Hing der berühmteste unter allen Jü» bischen grainmaricir, und hat eine Arabische grsmrnaric nebst einem Wörterbuch geschrieben, welche wercke ins Raddinische übersetzet worden. Er gestehet darinnen, daß die Hebräische spräche enii. gen theils verlohren, und durch hülffe der benachbarten land'spra» chen wiederum ergäntzet worden sey. Der K. Kimchi widerlegt öfters sein Wörter, buch , gleichwie auch des Jehudah Hiug seines. Eden letztgedachter Rabbi beweiset auch, daß diese alten Hebräi» scheu ßrammarici Nicht sonderlich viel aufdie niasora» oder iie doch wenigstens nicht vor unfehlbar gehalten, weil fle allein aufden ver» stand sehen, und nicht die allgemeine rege! der mslors überall ap» pliciren, ohne an den orten, wo sie es vor nöthig halten. /et jugem. cler savanr. bibl. l^abbin. rusgns l.; p. 786 . Ionas Arngrimus, siehe Arngrimus. Ionas/ (Justus) wurde den; jun. an. 149; ru Northaufien ge» bohren, allo sein vater Bürgermeister war. Er legte fich anfänglich aufdie rechte, bald aber hernach aufdie theologie, ward an. izrr Probst des colleZi, Allerheiligen zu Wittenberg, und daraufvLüor cheoiogl«. Er wohnte nachmahls verschiedenen der religion halber angestellten conventen bey, befand fich an. 1529 bey dem coilogulo zu Marpurg, und an. auf dem Reichs-tage zu Augspurg. Richt lange hernach wurde er Prediger und kroteüor thec,lo§>« zu Wutenberg. Als Hertzog Heinrich an. i; ;9 die religion in seinen landen änderte, brauchte er ihn auch mit darzu, er wurde aber noch in demseldigen jähre zur inspection der kirche nach Halle beruf» fen. Ack ü?4ü gieng er mit Luthers nach Eißkben, und war bey dessen tobe'. Nach diesem hielt er sich eine zeiklang an den Sachfi» scheu Höfen auf, wurde Prediger zu Eisfeld, und daraufder Fran» ckischen kirchen inspseror zu Coburg, woselbst er auch den 9 oct.an. i;;; verstarb. Seine schrifften sind : ssekensto pro cochuZM sa- cercloisli; snnorarion« in Liliz ^poktolorurn; lrLÄ. cle religions l-urc-rnm Lec. Ausser diesen hat er Lutbero in der Teutschen über. schling der bidel gedolffen, auch dessen buch cle inM angulsn ver» kiret. I.urkerLni5mi. 82x0012. vilL tAelsncbrkonis. vit. Ideal. Ionathan/ König Souls söhn, welcher elnen bund mit David Mawre, der ihn beb hatte wie sein eigen Hertz. Er iahe seines vater» haß gegen David mit grossem vcrdrusse an, daher demahete er sich sehr, solche mit einander zu versöhnen. Saul war zwar über den Jonalhan sehr ungehalten, baß er imt David, als seinem feinde, jo vertraute freund,chaffl hielt; allein Jonaihas blieb darinnen gegen David immer beständig, und demüheie sich, durch allerhand Mittel ihn von der vcrfolgung Sanis zu defreycn. Nedst diejem erwiest rr auch grosse tavffcrkeit wider die feinde, indem er die Philister zu zweyen malen zuin streit aussortierte und schlug. Ewsmahls klct» kerte er init seinem lvaffen'kcäger einen hohen berg Mit Handen und ion Kssen hinauszu den Philistern, welche aus grosser furcht vor ihilk niederfielen, und sich viele erwürgen liessen. Saul, welcher diese Philister verfolgte, und sich an ihnen rächen wolle, verbot einsten, daß niemand biß zu abend etwas essen solle; allein Jvnalhas, der dieses verbot seines Vaters nicht gehört hatte, reckte seinen stab aus, und tunckte mit der spitze in den Honigseim, welchen er in dem wal» de fand, und genoß davon- AIs ihn nun Saul deßhalben wolle tödten lassen,so setzte sich das volck darwider, daß er beym leben blieb. Er wurde aber in einem streit mit den Philistern nebst sei» nem vater und brüdern umgebracht, welches dem David sehr zu Heryen gieng. Josephus meldet, daß er dem Jonathan zu ehren epimpkirc und Verse habe setzen lassen, welche man zu seiner zeit noch gesehen habe. i ö-M 14, ;o,7 E,cp ' ^ Ionathas/ des Judä Maccabäi bruder, war ein vornehmes Haupt unter den Juden, welche von den Syrischen Königen verfol» gel wurden. Nach des Judo Maccabäi tobe erwehllen ihn die Jüden zu ihrem Regenten. Er verknüpffte das geistliche und weltliche regiment/weil er ein Fürst und Hvherpriester zugleich war. Bacchides, ein General der Syrischen armee, trachtete ihn zu über. fallen, Jonathas aber entgieng solchem unternehmen glücklich, und widersetzte sich den Syrern so tapffer, daß sie friede mit ihm einge» Heu müssen. Als sich der ruff von seinen grossen thaten allcnthal» den ausbreitete, suchten die benachbarten Könige, sonderlich aber Alexander und Demetrius 8owr, ihn auf ihre fette zu bringen. Er schlug sich zum Alexanbro, welcher ihn in der Hohenpriesterlichc» würde bestätigte, und trug eine herrliche viclorie wider den Deine» trinm davon. Des Demelrii söhn schickte feinen General den A» pollonium wider den Jonathan; dieser aber zerstreuete die feindli» che armee, und erhielt hierauf innerhalb einiger jähre viel siege wi» der sie. Er erneuerte auch mit den Spartanern und Römern den Hund, schlug des Demetrii völcker aufs neue, zerstreuete die Araber, und ließ die mauren zu Jerusalem wieder aufbauen. Als er aber von Tryphone, der sich des Syrischen Reichs mit gewalt demäch» tigt, nach Ptokmais gelockt wurde, ließ selbiger ihn gefangen neh» men. Ob nun gleich Trypho eine ansehnliche summe geldcs zur rantzion vor den Jonatham von seinem bruder Simone erhalten, ließ er ihn doch nedst allen denen, die bey ihm waren, umbringen. i c. 9-1;» cuikicp ^ucl. lib. 1 enclur. bitzl. Ionathas/ des Adjathars söhn, war Hohepriester. Er ist umerfchieden von einem andern Hohenpriester, der ein söhn Joja» dä II war, und unter der regierung der Perser lebte. Jadduö, un» ter welchem Alexander in Orient grosse progrcssen machte, war sein Nachfolger, c. ,r v. n. Ionen, ist ein kleiner fluß im Zürichgebiet, der aber zu re» gens.zeiten sehr groß wird. Er entspringt im Vischenlhal zwischen den dörffern Waid und Fischenkhal, im gebürg Scheideck genannt, führet seinen laust etwann eine messe lang, und senckel sich zwischen Wurmspach und Rapperschweil in den Züricher ste- lib. üp-g. i;8. * Ionia, eine Provintz in Klein.Asien, so anjetzo Sarchan oder Sarchioo heisi, lieqtzwischen Aeolien und Caricn. Die Griechen halten dahin ihre colonien geführek, und bestund selbige aus 12 städ» len, worunter Samvs und Chips auf insuln lagen; iwler den ü» brigen waren die ansehnlichsten städte Miletus, Epbesus, Smyrna, Coiophon, Heraciea, Ensshräa, Clazomene, rc. Herodotus versi» cherr, baß diese städte alle mit einander sehr lustig und vorthesshaff» tig gelegen, und die landschafft überaus fruchtbar gewesen. Die Jonier waren dem kriege, tantzen und inusic ergeben, und hatten viel berühmte und prächtige tempel > desgleichen hatten sie auch aus» wärts viel colonien, allwo sie ihre tapfferkeit sehen liessen, gleichwie ste solches daheime wider ihre nächste »achbarn thaten. Die schü» ler des Thalctis Mleiss wurden die Ionische stete genemiet. Das sogenannte Ionische meer ist nicht daßicniqe, welches an Jonicn stdsset, sondern das siück von der mittelländischen ftc, welches zwischen Griechenland und Skiffen gegen Macedonie», Epims,Ächa« ja und Pclopvnnesus zufließt. Einige halten davor, daß es seinen namen von der Jo des Jnachi tochtec bekonimen. Hingegen stehe» andere «n den gedancken, daß die Jonier ihren namen von Java», Javhets söhne, hüben- > 1. !.iq. var. kick. l. 8 c. 9. (?-//«>--«, nor. orb.sm.l.; c. ;. D-«' Ionlchus oder Jonithus, des Nvah söhn, welcher ihm, wie einige scribcnten davor halten, um das jähr 1756, und also nach der sündfluth gebohren seyn soll. Es wird seiner weder in der heiligen schrifft noch in einem andern bekannten buche, sondern allein in des Märtyrers Mekhodii schrifften gedacht. Man jagt von ihm, daß er die stern.kunst erfunden, und viel besondere dinge von stiffttmg unh Veränderung der Monarchien gewcissaqet, auch solche gehcimnüsse dem Nimröd, einem von seinen schillern, offendahrt habe. Andere setzen hinzu, daß er, nachdem ihn Nvah nebst einigen von des Ja- phels söhnen ins land Ethan geschickt, daselbst eine stadt gebauet, lind sie nach seinem namen Iomca geuennet habe. Allein es ist alleS ungewiß, und weil die heilige schrifft nichts davon meldet, schlechterdingcn zu verwerffen. 0. bitt. Kbol. Husetl. ; super Leu es csp. 10.2». rn. 17^6 n. i p» l9;ü 0. i. * Ionquierö/ lat. Juncsiis , eine stadt in Provence, an dem mit» tel.mecrc,; meilen west'wärks von Marseille, und 1; subwarls voll Avignon. IsnHus / (Johannes) war von Rensburq im Holsteinische» gedürrig, und diente zu Franckfu-clh am Mahn an oer lchuk ai» ion ivp ior kro-keKor. Man hat von ihm einen lractat äe scripronbW lli- D'eies buch ür an. Gis von Jvh. Christoph Dorn vermehrt heraus gegeben worden, und er soll in willens gemessn seyn ae t»-rmmLk,c,8 zu schreiben. Er starb um das iahr idZo. MAerrr. Gr !sr crit. Kits. lchrttL. IonveUe/ ein ort in der Grafschaffl Burgund, in der krevtzch, von r'drr Mr Savne, an den gräntzen von Champagne, gelegen. Tue Saone fliehet mitten hindurch. Zn ansgange des jahrS i6;6ward er durch den Hertzog Beruarb von Sachsen-Weymar eingenommen. Joppe, siehe Jaffa. Ioram, ein söhn Achabs, König in Israel, folgte seinem bru- der Ackaga m der regiernng im jähr der weit; i; 9, trat i» semes va- ters sußstapffen, und betete fremde Götter an. Well die Moabi. ter ihm dememgen tribnt, den sie sonst seinem vatcr geliefferl, abzu- starren sich weigerten , so überfiel er sie mit krieg. Josaphat, der König in IuLn, ließ sich mit ihm in ein dündniß ein, »nd kam in person zu ihm. Der Prophet Elisa versprach ihnen auch sieg wider dre Moabiler, und daß sie sollen m der wüste was- ser zu trmcken finden. Er hatte hierauf auch eine» krieg mit dem Könige in Sprien, Be» Hadad , welcher ihm öffters, wiewohl vergeblich, Hinterhalt stellte. Dieser belagerte Sa. marien mit einer sehr grossen macht, und brachte den ort zu einer solche» hungers'lioih, daß ein esels-kopff 80 stlberlinge, und ein vier» kel-kad laiiben-mist 5 siiberlinge galt. Es waren auch L weider we» gen grolser himgers-noth eins ivorden, ihre beyden kinber mit em« ander zu verzehren,sie halten auch schon eines gegessen, als aber das andere solle gclchlachret werden, halte es die Mutter versteckt, worn- her denn das andere weib sehr zornig wurde, und als der König Io» ram aufder maner gieng, schrie sie ihn um hülffe an. Der König zerriß hierauf,eine kleidermud beschloß bey sich, den Propheten Eilst, todten zu lassen, weil er ihnen gewisse hülffe vermischen hatte. Elisa aber wrach dem volck einen muth zu, und versicherte sie, des morgendes tageS solle unter dem thore zu Samaria ein scheffe! sem» mei-mehl einen seckel, und r scheffel qersten einen secke! gellen. Diese prvvhezeyung hatte aucssihce würckung, indem Gott der .Herr eine grosse furcht unter den Syrern erweckte, daß sie die flucht nahmen, und ihre Hütte», rosse und esel in dem lager zurücke liessen. Ioram ließ sich aber durch diese wunder'wercke des Herrn nicht bewegen, von seiner gottlosigkell abzustehen, welches >hm Gottes zvrn und viel Unglück über seinen kopff häustte. AIs er in dem streite wider Ha» sael, den König zu Syrien, zu Ramoth in Gtiead ge,oblagen wor. den, kehrte er nach Israel um, sich daselbst heilen zu lassen. Iehu, der General seiner armee, der von dem Elisa durch der Propheten kinber eines zum König in Israel war gebildet worden , baß er das ganye hauß Abab umbringen mochte, gieng alsofort nach Jseecl. Ioram zog ihm entgegen, und traf ihn auf dem acker Nadoth des Jssreelitcn an. Da schoß ihn Iehu mit einem pftil durchs hertze, daß er in seinen wagen fiel, und ließ seine» leib aufdas seid werffen, damit die propheceynng des Eim wider das hauß Ahad inöebte erfüllet werden. 2 /k«F. ;,s, 7.8- 2 22. I. 9 sn- rig. inst. 'Ioram König in Juda, folgte seinem Vater Josaphat tn der regiernng an. ;>4z- Erwarkaum auf den Königlichen thron erhoben, so ließ er seine brüder und die vornehmsten rm Reiche, ivc!» che sein vatcr am meisten geliebt hatte, hinrichten- Er folgte allen greucln der Könige Israel nach, und betete auf einralhm seiner ge» mghlin, her Atbattä fremde götter an. Er bauete götzen.tempcl in allen stadten Juda, und verursachte dadurch, daß seine Unterthanen den stummen gvtzen dienten, Ob er nun gleich hierdurch Gott hefftig erzürnte, so wolle ihn doch derselbe nicht alsobald vertilgen, sondern suchte ihn durch allerhand crentz wiederum aufden rechten weg zu bringen. Denn die Edomiter fielen von ihm ab, und die stadl Libna machte sich von ihm loß. Die Philister und Araber thaten einen cinfall m Iudäam , da sie mit seuer und schwerbt alles verheerte». Dock» konte diß alles sein Hertz nicht erweichen, vielmehr zwang er seine Unterthanen mit gemalt, den götzcn aufden höhen zu opffern. Es kam aber einsmahls eine schrifft von dem Propheten Ella zu ihm, und verkündigte ihm darinnen Gottes grosse strafe. Erste! hierauf in eine schwere kranckheit, welche ihn in seinem ein» gcwende so plagte, baß sie nicht zu heilen war. Endlich nachdem diese kranckheit r jähr gewähret, so starb er. 2^. 8. 2 21. üb. 9 Llchg. just. c. 2 Lc I. I bitt. tücn, Jordan/ ein fluß in dem gelobten lande, welcher nach Plinii bericht, aus einer quelle, Panion genannt, entspringen soll; allein IosevhiiS versichert, daß, oder wohl aus verhole Panion zu kommen scheine, er doch aus einer andern quelle, Phiale genannt, entspringe, welche 26 feldweges von Cäsareen entfernet sey ; von bannen flieste er eine ecke unter der erde, biß er endlich bey Panion zum Vorschein komme. Dieses hat man nicht eher erfahren, als zu des Vierfürsten Hervdis zeiten,welcher ein bund stroh m den quell Phiale hinein warss, so hernach bey Panion wieder heraus kam. Dahero der gemeine irrthum billig zu verwerffen, als wenn er aus 2 quellen entstanden, deren der eine Ior, der andere Dan genennet würde. Dieser fluß gehet durch den see Samachonltes oder durch die Wasser Merom , kömmt sodann in den see Genczareth, und fallt endlich in daS todte meer. Im wintcr ist dieser strohm wie der Nl- ins gantz klein, und im sominer lanfft er über, wenn der zerflbmo!» tzene ichnee von dem berge Man» hinein lanfft. Es sind viel fische darinnen, weil das land - wodurch er lauffss wenig bewohnct >«t, welches aus diestr nrsach zu der Syrischen Königen und hernach zu der Römer zelten das lange feld gcnennek wurde. Restende Lor 975 Personen haben angemercket, daß das wasser dieses siuffes sich nicht mn dem waster des todten meeres, wodurch es läufft, vermischet. Ewige hallen davor, baß er unter der erde mit dem rothen ober miliellanoiichen mecre vereinigt sey. Es wird gesagt, baß das waster Views strohms memahts stmckend werbe, und zwar dieses darum, weit Christus darinnen getaufft worden; wie man denn auch an dem orte der tauffe cw kloster erbauet, so aber emgeqan» gen; wiewohl die pilgrame »och jährlich, zumahl an Ostern, da» selbst zu baden pflegen, und sich manchmahl wvht goov Christen dalclbst befinde». /./cap.c. 1. /-/«,. llb. - kbe-ire. teer. LuÄ. Oestcripi. kals- üwse.6b^r^/nc>t. orb.snr. * Jordan, eine uhratte Abstehe famiste in dem Holsteinischen weuye sich m Schlesien, (allwo sie das hauß Alwaschkau in dem Fürstenrhum griffe besitzet) und absonderlich in Polen ausgebreitet hat. Pcochonus Jordan wurde an. 966 von dem Pabsre zuin Bsschoff nach Posen von Rom ausgeschickt. Heinrich war am rozq bey dem König Bolcslav Notarius. Nicolans, Mdislai Ja« gellonis Cantztar, erhielt an. -gw das Ertz-Bißthnm zn Halicz, und m eben dem >ahre erklärte ihn der Pabst, wider des Dom-Capituls willen, zum Ertz'Bsschoffvvn Gnesen, da er denn auf dem Costni- tzer-Lonobo das z»imm aufsei» Ers-Stifft brachte. Er starb zu Lubitz in Ungarn, als er sich wegen dir friedens-rractate», als Ab» gctänbter, bey dem Könige aufhielt. Johannes, so an. 1422 Ca- stellan zu Zips , »nd Groß.Urocutmor von Cracau gewesen, hat eme beiländige postemät nach sich^ gelassen, welche den beyngmen von Zackttczin angenommen, Sein söhn-Nicolans, Castellan von Woymck, starv an. r; rr, nachdem ihm seine gemaylin, eine Gräfin von Tarnvv, Spileck Jordan von Zacklicziii gebohren, welcher die stelle eines CromGroßschatzmeifiers bekleidet, und sich in dem kriege mit Moscau vor andern tapffer erwiesen hat. Frantz, Ertzschenck des Königreichs Polen, florirte zu ausgang des 17 stecäii. Vieler andern zu geschweige;,,die sich alsWoywvden,Cantzler,Generals u-sf. hervor gethan. Von der liine,so in dem Holsteinischen und selbiger gegeud flomet, war Hemrich an. 1627 Cantzler zu Halberstac-t» Hieyer mag auch geboren der Königliche Polnische »nd Chm» Sächsische Genera! von Jordan, welcher an. 1S98 eine Gestand- schafft m Franckreich verrichtet, an. 1706 aber, als beym einbruche der LXhwiden in Sachstn stin dragoiier.reglmcnt von dem Odn» strn Gbritz in der Ober-Lausitz zwischen Reichendach und Lödau unveriniiihec angegriffen wurde, an einer empfangenen lödllichen bleffiir sem leben endigen muste. In Mähren ist auch em gcschlcchk von Jordan anzutrenen, welches durch Thomam, einen derühm- len tviecllcum. so des Dubravii lustkostmrn IstnstemiL- mll anmerckuu» gen erläutert, an. >577 den Adelstand erhalten. So ist auch ein Adlich gcschiechle Jordan von Jordan an. 167; unter die Land- stände in Tvrol aufgenommen worden. t/f-oLH orb. ko>. tt. 2» /.sc.e cstron. essn. rer. Lost. p. So;. D)r. estrenLr. ?. r P. 124. Jordanes, (Raimundns) ein Abt, stvclcher in dem 14 steculo florirei, und den is vi'ichem, so er geschrieben, den namen Iclior»- vorgesetzt, deßwegen nian ihm auch nachgehends solchen zunamen dcygelegl. An. 1 ü;4 sind gedachte steine schriffteu durch den druck heraus gegeben ivorden. Jordanus Saro, der andere General des Dominicaner-ordens. Er war aus der Mayntzistchen diöccs gebürtig, und wurde um das iahr 1221 ein Dominicaner. Bald daraus wurde er dieses vrdens krovmcislir in der Lombardei), und letztlich nach dem vo- rnmic-o, General. Er hielt an. l2;6 ein generai-capitel seines or« dens zu Panß, und trat bald daraus nebst ewigen stincs ordens zn schiffe, um das gelobte land zu besuchen, erlitte aber ohnfern Jaffa schisstbruch. Seine schrifsien sind: über cie origine tui orchnir; coeonL virffmis tvl.u!^; Leander Alderti hat sein leben deschriebcm lupplern.ckron. Iib.21. F«»»»./ex llili.LrW- ckic. bibl. krasäic. lle kick. llsc. Jornandes oder Jordan / ein Gokbe von gcburk, Alans Wamulbis soh», war ecsttich der Gothen 8ecrerarius in Italien, hernach Bischofs zu Ravcnna. Er schrieb 2 historische lrackate zur zeit des Kavsters JustiniaNi, nemlich an. zza sein buch -le rsbm 60- rllicis, gestalt essm dem 19 capitul dieses bnchs meldet, daß 9 labe zuvor, ehe er selbiges geschrieben, die pest fast das gantze Römische Reich verwüstet habe, welches an. 54; unter Basilii Bürgermei» sterlicher regiernng geschahe. Und begrciffer dieses buch eine ziemlich fleißige erzchlinig derer Gothischen geschichten von denen alte. sten zeiten her biß zum unieramig deren in Italien aufgerichieiett Reicbs, unter Wttige, welcher von dem Römischen feld-herren Belisariv gäntzlich überwunden worden. Eigentlich ist jedoch die» ftö buch Jöriiaudis ei» kurtzer begriffdes grösseren wercks Cassiodo» ri, weicher die gleiche Historie in 12 büchern viel weikläufftiger und genauer beschrieben halte; welche vielleicht eben bey anlaß dieser kürtzeren erzMung sind verlohren gegangen, wie es bekannter Massen noch vielen anderen sürtreffiichen wercken ergangen ist. Ausser diesem hat Jornandes auch noch einen andern lractat, cle regno- rum Lc remporum stucoeKone geschrieben, welchen Trichemius unrecht cle xecki; Lornsnorurr, cituliret / weil Jornandes darinnen auch von den Assyrern, Meden und Persianern handelt- in calal. cle scripk. in s^pÄrst. ^E«/ as h-n. ev-Dsp. 292- ^ Jormco/ siehe Jrnis. Jortan / eine stadt mstd Königreich in Ost-Jndieu aufder insul Java, aus der nord-küstc, bat viel obst und ialtz. Du stadt bat e nen guten haftn, welcher sehr vsit besuchet wird, und iwrschm 976 ivs Paiambuam und Pasäraum liegt. .^^b/eine insul aufdemAegeischen meere,so eine von den Spo- ravlbus ist, und gegen die nord.seite von Creta zu liegt. Sie wird «üu ^0 genannt , von einer stadt dieses namens, weiche der vor» >u der msul ist. Plinius versichert, daß das grab Home. rr daselbst zu setzen sey, wodurch der ort sehr berühmt worden ist. /V,». I.,q,c. ir. ,!.^^abat/ Ahasiä, des Königs in Iuda, schwester, und gemah» IiN des Hohenpriesters Jvjadä- Als sie in den Königlichen paltast meng, und sahe, wie Athalia allen Königlichen saamen hatte um« dringen lassen, und daß nur noch ein einiger, ncmlich Joas, welchen -seine amme versteckt hatte, übrig blieben war, nahm sie diese beyde mit sich, und ernehrte sie, ohne daß es jemand als Jojaba wüste, heimlich in dem tempel des Herrn, biß ins siebende jähr, in wel» Wem Joas zum Könige gemacht wurde. 2 n. r 6/^,«. 22. 1.9 sm. Jucl. Iosaphat/ König in Iuda, succedirte in dem Reiche und in «Üeu lugenden seinem valer Assa. Aus seinen thaten siehet man, daß er ein rechter Nachfolger war der frömmrgkeit und der lapffer» keil des Königs Davids, von dem er seinen Ursprung herleitete. Als er in dem Reiche bestätigt wurde, säuberte er die kirche von den heydnischen greueln, da indessen Gott der Herr einige seiner feinde zurück hielte, einige aber ihm unterwürffig machte. Ob er nun wol «in frommer König war, so versähe er es doch darinnen sehr, daß er mit dem gottlosen Könige Ahab einen bund wider die Syrer auf. richtete, und selbige bekriegte, in welchem kriege Ahab, weiter die prophezeyung Michä verachtet, um sein leben kam. Als aber Iosaphat von dem Propheten Iehu war gestrafft worden,' daß er sich mit Ahab in einen bund eingelassen, so bereuere er solches, kehr. tc sich mit seinem volckc bußfertig zu dem Herrn, und bestätigte in seinem gantzen Reiche geistliche und weltliche ämter. Da er wider die Moabiker und andere völcker stritte, hielt er eine fasten, und rieff Gottes hülffe wider sie an; wie er denn auch einen herrlichen sieg über sie davon trug. Als er sich aber mit Ahasia vereinigte, auch mit schiffen auf das meer zu fahren, gefiel es dem Herrn übel, so -aß die schiffe zerbrochen wurden. Unter diesem Iosaphat haben unterschiedliche Propheten geiebel, als Mich«, welches aber ein gantz anderer Micha ist, als der, dessen prophezeyung wir haben, Mgleichen Jebu, Jehaziel und Cliestr. Er starb zu Jerusalem im «0 jähre seines allers, nachdem er 2? jähr von an. ;i2i biß;i49 regirt hatte. 2 17 scgg. Iw. 8 Lc 9 ÄNriy. )uci. - snusl. V. 1 . //eike/F«,», encdir- bibl. Iosaphat Thal, liegt unten an dem ölberge bey der stadt Je» rusatem, und ist das Lobethak genennet worden, nachdem Josa« phat der König in Iuda, Gott vor die wunderbare wider die So« rer ihm erzeigte hülste daselbst gedanckct. Aus den Worten Ioel z, v. i2, hat man schlössen wollen, Laß das jüngste gericht tu diesem thäte werde gehalten werden; bahero es gekommen, daß die un» schuldig leidende zum öfftern ihre widerparth in das thal Iosaphat eingeladen, wie man denn unterschiedliche cxempel findet, daß der. gleichen provocirte Personen plötzlich mit tode abgegangen. 2 Q,,-». so. lberlr. vir. hurn. cüsserr. cle provocil» in vsll. Josef/ Abu Techisien svhn, war der andere König von Ma- rocco, aus dem geschlechtc der Almoravide». Weil ihm die stadt Agmet, so zwischen bergen gelegen, nicht anstund, bauete er, so bald er den thron bestiegen, die stadt Marocco, oder doch wenigstens vollendete ec selbige, inmassen einige sagen, baß sein vatcr selbige zu bauen angefangen habe. Nicht lange hernach führte er mit den einwohnern in Fetz krieg, welche von 2 Fürsten regiert wurden, und brachte solch Königreich unter sich, vonvannen gicng er nach Algier und Tunis, und machte selbige Reiche auch zinßbar. Dar» «uf gicng er wieder zurück nach Marocco, und neiinetc sich L-Wr- el-lvlumenm, das ist, einen Regenten der gläubigen , woraus man hernach verstümmelter weise Mrsmc>lin gemacht hat. Nachdem nun Josef so weit gekommen war, kehrte er seine siegreiche Waffen wider die Araber, welche auf dem gebürge und in der wüste von Numidia wohnten, so anitzo Biledulgerid gcnennet wird. Eine zeitlang hernach entschloß er sich,aufersuchung des Königs von Gra. naba, hinüber in Spanien zu gehen / welcher die andern Mauri« schen Könige beredet hakte, den Joses vor ihr Oberhaupt zu erkennen , und sich unter seinen schütz zu begeben. Als nun Joses solch erbieten angenommen, paßirte er die meer« enge bey Gibraltar, und belagerte, nachdem er seine kronppen mit jener ihren vereinn get, die stadt Toledo. Als er aber post erhielt, daß der König Al» phonsus ,m anmarsche begriffen wäre, retirirte er sich nach Grana. da, und that hieraufeinen versuch auf Murcia, welcher ort sich ihm gleich ergab.- AIs er vernahm, daß es die Mohren gereuet, daß sie ihn zu sich geruffcn, brachte er die Königreiche Murcia, Granada, Cocdova und Jaeu nebst einem theil von Valencia umer sich, gierig hierauf wieder in Africam, und hinterließ seinem vetter Mahomet in seiner adwesenhcit die regierung zu führen. Als er daieidst angelanget, pudlicirte er eine gsrm, welches eine art einer eroiHste oder heiligen feldzugcs unter den Maurern ist; und nach» dem er eine mächtige armee zusammen gebracht hatte, schiffte er solche bey Ceura ein, landete bey Malaga, und belagerte Toledo von neuen, muste aber zum ander» male unvcrrichteler lachen ab« ziehen. Bald darauf schickte Josefden Mahomet, Valencia zu de. lagern, welches er that, und den König davon tödtete. An. 1109 gewann Josef die schlacht, welche die historien-schreider die schleicht der 7 Grafen nennen, weil 7 Spanijche Grafen darinnen blieben, ausser den Prmtzen Dom Sancbo, welches den König Alphvnsum dermaßen kränckle, daß er bald darauf todes verblich. Des fvt. ios genden jabres starb Josef zu Marocco, und folgte ihm sein söhn Ali oder Hall« ^tric« !,b. 2. Ioief H - der andere König von Marocco , aus dem geschlech» tederAlmohades,- kam an. 1196 nach seines Vaters Abdulmumen tode zur regierung. Nachdem er die Könige von Tunis und Bugia seine Vasallen in ihre» Herrschaften veste gesttzet und beschützet bat« te, kam er an. r 1 sZ^mit üoooo reutern und mehr als 100000 fuß» gängern hinüber in L-vanien , und zwar auf anhalten der Mauri» schen Könige daselbst, welche ihm zu huldigen sich erboten, im fall er sie von dem loche der Christen erlösen wolle; als er aber sahe, daß er stärker als sie war, bemeisterte er sich ihrer Herrschafften- Die Christen thaten ihm zwar anfänglich einigen schaden, letztlich aber erhielt er unterschiedliche Vortheile über sie. Allein bey belagerung Verstirbt Santaren, welche er plötzlich überrumpelte, würde er mit einem vfeile verwundet, welches ihm den lod zuzöge. Hierauf huben die Mauren die belagerung auf, und die aus Aftica gievgen wiederum hinüber in die Barbarey. Sein söhn,Jacob Almansor, succedirte ihm an. 117LtUca llb. 2. Joseph / Römischer Kayser, ein söhn des KayserS Leovoldi, von.Elevnora Magdalena, einer tochter Philippi Wilhelmi, Chur» fürsten zu Psaltz. Er ward gcbohren den 16 (>6)jul- an. 1678, und bekam ausser dem «amen Joseph, nachfolgende: Jacobus., Jgna» tius, Johannes, Antomus, Eustachtus. Zur Obrist. Hofmeisterm verordnete man ihm eine verwittwete Gräfin von Breuncr,aus dem Gräflichen Hause Nothafft, zum Obrist-Hofmeistcr aber an. rüg; Carolnm, Tbeodorum Ottoncm, Fürsten von Salm. Zum mtor- iriLkvre in kumanioribuz Sc rheoloxicis ward ihm ein weltlicher Geistlicher, namens Franc. Ferd. von Rümmel, gegeben, welcher aus einem Adelichen geschlechr in der Ober.Pfaltz entsprossen war, und nachmals von ihm die würde eines Bischoffs und Fürsten von Wien erhielt. In poücici» unterwieß ihn sonderlich der Baron Wa» gner von Wagenfelß. An 1687 den 9 dec. ließ ihn sein valer (doch so,daß er sich auf seine lebens-zett die würckiiche regierung vorbehielt) auf emem zu Preßburg angestellten Reichs-tage zum Könige i» Un» gärn crönen, wobey die Ungarische crone, in ansehung der männ» lichen nachkommen des Kaysers Ferdinandi I, vor erblich erklärt, auch zugleich die claiisul von dem; 1 articul des Königs Andrcä lle an. 1222 ( vermöge deren ein jedweder Ungarischer Edelmann macht bekam , wen» ein König die lanbes-pnvilegis verletzen solle, die Waffen wider denselben zu ergreiffen) aufgehoben ward. Den 24 >an. an- i6yc> erwehllcn ihn die Churfürsten zu Auglyurg zum Römischen Könige, nachdem vorher der König von Frankreich, Ludovicus XlV, solche würde vor seinen Dauphin zu erlangen, sich gar sehr bemühet gehabt- Zwey tage hernach erfolgte an eben dem« selben ort die solenne crönuug. Den 24 ftbr. a». 1699 vermählte er sich mit der an. 167; den 26 april gebohrnen Printzeßm, Wilhel- mina Amalia, einer tochter Johann Friedrichs, Hertzogsvon Hans» ver, nachdem vorher auch einige ablichten theils auf des Kbmgs von Dänemarck, Christiam V, Printzeßin, Sophia Hedwig, theils aber auf des Marggrafen von Auspach, Johann Friedrichs, Prin» tzcßiii, Wilhclmiuen Charlotten, gemacht worden. Von gedachter gemahlin hat er nur folgende; kinder bekommen i)Mariam Io» ftpham Benedictam Anloniam Theresiam Taveriam Philippmam, gebvhrcn den 8 dec. an- 1699; 2) heopoldum Joserhum Johan» nein Thadbanm Antonrum Narcissum Jgnativm Tavcrium Phi» lippum, gedohren den 29 oct. an-1700 und gestorben den 4 aug. an. 1701; ;) Mariam Amaliam Josepham Amiam Theresiam Cvrdulam, gcbohren den 22 oct. an. 1701. Den 26 jun. an. 1702 rcisete er von W>m ab, um die Reichs, armee wider die Frantzosin zu commandiren; da er denn die vestung Landau, nach einer har» ten belagerung bcn9stpt. zur Übergabe nöthigte, und im nov. zurück nach Wien kam. Weil die Frantzosen das nächstfolgende jähr dieser vestung sich wieder bemächtigten,so gierig er den i stpt.a.i7->4 abermai in eigner perso» zu selbe, und brachte es iö weit, daß gedachter ort den 2; nov. capituliren muste, worauf er den 17 dec. wieder zu Wien anlangte. Den 9 may an. 170s starb sein vater, und also trat er nicht nur die Kayserliche würde, sondern auch dir regierung von den Königreichen Ungarn und Böhmen, ingleichen von den übrigen Oesterreichischen erbländern in Teutsch land, ivürck- lieh an. Er fand sich aber gleich anfangs in 2 sehr schwere kriege verwickelt,den einen in Ungarn, und den andern gegen Frankreich. Was den ersten anlangt, so war der Fürst Franc. Leopoldus Ra- goczy einer verrälhercy wider den Kayser Lcopoidum beschuldigt, und an. 1701 nach Neustadt in gefängliche hasst gebracht, den 8 oct. aber desselben jahrs mit list daraus befreyet worden ^voraufer rn Ungarn und Siebenbürgen, einen grossen aiibang bekommen, und mit beyhüiffe Nie. Borezeny, der Grafen Caroli, Ant-Ester- hast und Fsrgatsch, inglcichcn des Ozkay, dcs Bezcredv und anderer, es dahin gebracht hatte,daß der «röste theil der erwehntcn land» schafften, nebst sehr vielen wichtigen ortern und vestungen, worunter Neuhäusel selbst sich befand, theils gezwungen, theils srcywilüg, sich an ihn ergaben, welches alles man damit entschuldigte, baß auf andre art die von den Teutschen auf vielfältige weise, beydes in religions.lind in weltlichen fachen, gekränkte fteyhciicn und rech- - tc der Ungarischen nation nicht erhalten oder wieder hergestellet werden könten. Franckrcich unterstützte diese kvlLlcomemcn mit geld und aufandre weise. Hingegen Engeiland und Holland liessen sich angelegen seyn, diese unruhen beyzulegen, weswegen man auch öfftere conferenzcn anstellte, und an. 1706 eine» drey monallicheit stillstand jchloß. Allein die tractalen zerschlugen sich allcnuil frucht» loß, und die widrige Parthey machte hier und da progressen, that auch sonderlich durch öfftere sirciffcreym an den Mährischen,Sie»' ermärckischcn und Oesterreichischen gräntzen groiien schaben. Ja, an. 1707 kam es so weit, daß man zu Onoth den Fürsten Ragoczy zum Fürsten in Siebenbürgen erklärte, und in Ungarn ein m-cr- ^ Andern theils erlangten die Kaystrliche troup« ven unter chren Generals- Guidonc von Stahrenbcrg, Siberl Hei» steril/ Rabutin, Cusani, Kriechbaum/ Löffelhvltz, Palfy/Slcinvlste, Birmono und andern / nach und nach grosse Vortheile über die miß« vergnügte,waren in den meisten treffen,sonderlich in dem bey Trent. schin, sv den; aug. an. 1708 vorfiel, ihnen überlegen, und eroberten die meiste verlohrne platze, biß endlich, nachdem 011.1710 den r; sept Nenhäusehunb zu amange des jahrs i7"Caschau wieder einaenom» wen worden, den 29 april des letztqedachccn jahrs ein vergleich er» folgte,welcher auch,obgleich Nagoczy vor seine person denselben nicht annahm,sondern lieber dastand räumte,den bißherigen krieg in Un. gärn völlig cndigic.Dcr krieg mit dem Kdnige von Franckreich war daher» entstanden,daß dieser letztere,nachdem an. 1700 den 1 nov der König von Spanien, Caroluskl- ohne leibes.erben mit tobe ab. gegangen, dessen Reiche und landschafften, unter dem vvrwande eines von ihm hinterlassenen testaments, vor seinen cnckel, Philip, pum, Hertzog von Anivu, m besitz genommen hatte; ungeachtet der in Teutschlaiid befindlichen Ocsterreichischm linie ein unstreiti- ges Vorrecht zu gedachter erbschafft zukam. Es hatten aber so wohl Leopoldus, als Jostphuö, allbereit an. 170; den 12 sept. ihr recht aus Spanien dem Ertz-Hertzoge Carolo, einem jünger,- bruder Iosephi, abgetreten, welchem zu der Spanischen Monarchie würck» lich zu verhelffev man schon zu Leopold, zeiten, mit beystand des Teutschen Reichs, der Engeländer, der Holländer, des Königs von PortugaU und des Hertzogs von Savoyen, eyfrig bemühet ge« weftn war; worzu auch, sonderlich nach der bey Hochftädt den i; aug. an. 17S4 wider die Frantzosen erhaltenen grossen viüsrie, M viel Hoffnung hervorzuthun anfieng. Diese nun vermehrte sich durch sehr merckwürbige progreffen unter Iostphi regierung; doch fast am wenigsten durch die Reichs »armce. Denn an. i/vs verlohr man Crvmveissenburg, und wiewohl Drusenheim nedst Hagcnau eingenommen wurden, so fielen doch Las nächstfolgende ,ahr diese 2 örcer wieder in Frantzvsische Hände, und der Marschall cle Villars beschwerte die Pfaltz, nebst den benachbarten örtem mit grossen contribulionkn. An. 1707 machte es eben derselbe in diesem punct noch ärger, bis ihn endlich die Reichs-annee, unter bem com- mLnllo des Churfürsten von Hannover, sich zurück zu ziehen nöthigte. Die folgende jähre gieng auf dieser feite wenig vor, ausser baß an. 1708 den Frantzosen ein ausFreyburg gemachter anschlag mißlunge; da sie einige allda in der dcsatzung ligende Schweitzer. Officiers meynten gewonnen izu haben, baß sie von selbigen bey nacht sollten in das schloß eingelassen werden: anstatt diese Schwel» tzer die Frantzösische Versuchungen sogleich dem Cvmmendanten von Harrsch entdeckt, dieser aber zu empfahung der Frantzojen solche austasten gemacht hatte, daß wo sie ankommen wären, ohne zwei» fel dieser anschlag sie viel bstits wurde gekostet haben. Allein ob» schon der Marschall VillarS um selbst bey ausführung des an» sthlags gegenwärtig z» seyn, im herben Winter von Paris nach Breysach kommen war, und noch den tag zuvor sich mit allem fcr» tig gemachet hatte; so erhielte er doch noch vor nacht wind, wie die sachenjanderst beschaffen wären, als er vcrmcynet, und gienge also dieses so wohl wichtige als gefährliche undernehmen ohne der Frantzosen schaden ab. Im folgenden jähre geschahe von Teutscher seilen ein stärckerer versuch , da der Kaystrliche General Mercl mit einem ziemlichen Lorpo Reuterey von der Reichs-armee an der Lauter heimlich über den Schwartzwald mit grosser eil ruckte, und ehe sichs jemand versehen konte, durch das Baßlische gebiet, (>ve. gen dessen sich doch beyde kriegende theile mit der gesammten Eyb» gnoßschafft einer festen Neutralität verglichen hatten, und allwo in vertrauen auf diesen verglich, und gegebene ficherheiten, die sonst auch an sich selbst gar nicht schwäre passe unverwahrt waren gelassen worden,) ins Ober-Elsaß einbrach, und darinnen eine drucke über den Rhein schlug«. Dieser unvermuthete streich hätte für Franckreich sehr gefährlich seyn können, wo die Teutsche Haupt- amiee an der Lauter zugleich wäre über Rhein gegangen, und sich ausber rechten seitett dieses flusses bis an die druck hinauf gezogen hätte, um so mehr, weilen damahle» auch der Hertzog von Sa» vollen mir 40000 mann bis an bei, Rhone,stuß durchgedeungen war, auch in k'rsncke Lomkö ein ftarcke auftuhr auäbrechen lvllte, ver» mittelst dessen, wie das gerächt gienge, sich daherum, gleichsam im Hertzen von Franckreich, eine macht von mehr als 80000 maii sollte fest setzen. Indessen geriethe doch die fach in kurtzem sehr ubrl, und ward der darauf gebaute grosse anschlag bald an ansang zu was. stk. Die haupt-urfach ist wohl, weilen die armee an der Lauter, durch verschiedene zufalle gehinderet, allzulangsam anruckte, die Frantzosen hingegen keinen augenblick versäumte», den ttomre o„ Lourg mit starckcn trouppen auf das Mercische Lorpo iosgehen zu lassen, welcher dann solches bey Rumersheim gäritzlich schlug, und was nicht getödet oder gefangen warb, in groster confuston und mit eylfertigster zerreissung ihrer gemachten drucke wider über» Rhein jagte. Hingegen gieng in den Niederlanden alles desto glücklicher von statten, wobey der Printz Eugcnius, als Kayserstcher,der Hertzog von Marlborough, als Englischer,und der Herr von Ower» kerk, als Holländischer KenerLlLmu;, einen unsterblichen rühm erlangten. An. 170; ward Huy verkehren, aber auch bald wie» der den Frantzosen abgenommen / den >8 tul. paßirle man die stind» liche linien bey Tirlemont, auch fast zu gleicher zeit m Flandern, und hierauf folgte die eroberung von Sout Lecuwen. An. 1706 den may wurden die feinde bey RamelliesundIudorgne geschla. gen, und in eben derselben csmxsgne die stavte, Lovcn, Brüssel, Mrcheln, Antwerpen, Gent» Oudenarde, Ostende, Meenen, Dmdermonde, Aekh, nedst unterschiedenen andern, eingenom» wen. An. 1707 gieng auf beyden theilen nichts wichtiges vor. An. :?p8 machten sich die Frantzosen meister von Gent und von Brug. Ze; allem hasse in dem treffen bey Oudenarde den n -ul. den knr» tzern gezogen, busseten sie nicht nur die gemeldete s städte wieder sie musten auch die stadt Rysscl nedst der citadelle an vre AUurte übergeben» Dieses dewvg sie, an. 1709 frjedens.vor» ichlage zu lhnn, welche aber, weil man sie rächt aufrichtig fand, kelaesweges verhinderten, daß man nicht Tournay und MvnS er» vverryatte, nachdem vorher den 10 sept. unweit diesem letzern ort, em sehr blutiger sieg wider sie behauptet worden. An. 1710 über» n^gman den 21 april die feindliche linien bey Pont L Vendin, wor» feste vrter Douay, Btthune, 5. Venant und Aire in der Allurten Hände fielen. In Spanien erklärte sich an. 170;, nach der eroberung von Barcellona, der gröste theil von Catalonien und von dem Königreich Valencia vor das hauß Oesterreich. An. 170S ward der Hertzog von Anjvu von der belagerung von Barceüov« mit,0 grossem verlurst abgetrieben, daß auch Aragonien und Ca» stillen grvstcntheils der Oestcrreichischen parkhey zufielen; allem man prvsequirte den sieg nicht, auf die art, wie es hatte geschehe« können oder fvllen, daher man noch in eben demselben jähr eine» grossen theil der gemachten conqueten wieder verlohr. AIs hernach das folgende jähr den 2; april die wichtige Macht bey Almanza von den feinden gewonnen ward, mufien sich sehr viel Plätze, und da» runter auch Lerida, aufs neue an dieselbe ergeben. An. 170z folg» ten sonderlich Tortosa und Denia diesem exempel, welches durch die von den Engeländern geschehene eroberung der insulMinorca einiger Massen ersetzt ward. An. 1709 bemächtigten sich die feinde der stadt Alicante, hingegen des Kaysers und des Königs von Spa» nien Carvli Ul General, GrafGmdo von Slahrenberg, der stadt Balaguer. An-1710 war ltztgedachter König so glücklich, daßer ben rü jul.bey Almenar, und den ro aug. bey Saragossa, die ar» mcen des Hertzogs »ou Anjvu.aus dem selbe jchlug, worauf er selbst von Madrid besitz nahm, auch einige zeit allda verbliebe, und sich jlim König ausrüsten liesse. Allein weil indessen Phllippus starcken succucs von Franckreich durch Navarca erhielte, die Portugiesen gegen die gemachte Hoffnung sich mit Carolo nicht conjungirtcn,und Mdcrlich auch die lebensmttlel sehr knap wurden; mußte man sich endlich zum ruckmarsch gegen Ärragonien entschliessen. Wobey dann wgleich die grosse schwärigkeit sich ereignete, daß sich die trup» pcn, eben um noch genug Proviant zu finden, von einander theilen mußten ; massen die feinde daher gelegenheit nahmen das Engli» sche äerackernem unter dein General Stanhope in Brihuega ein» zuschliessen, und nach einer ernstlichen gegenwehr, da der ort gar nicht fest war, zu knegsgefangenen zu machen. Der GrafGmdo von Srahccnderg wäre inzwischen zurück marschiert, in Hoffnung die Engellänber z» entsetzen, geriethe aber dadurch selbst samt König Carolo m grosse gefahr, wer! ihme die viel stärckere und allve» reit sieghaffie armee des feinöes nun samenlhafft auffden hals fiele» Das treffen geschahe bey Villa-Vieivsa, in welchem durch die gute concluire des commandirenben Generals, und rapfferkeit der meisten truppen,nach schon geschlagener Reuterey, das meiste fußvolck deS fcinvs gefchlagen, und die armee nur mit verlurst der bsZsxe, auss welche die feindliche reuterey zu allem glück der alliirten, so gleich nach erhaltenem vertheil gefallen wäre, durch einen merckwürdi» ge» marsch ohne sonderbaren schaden vor dem immer nachfolgenden scmd bis m Arragonren und Catalonien geführet ward. AufdieseS name die nun an zahl so weit Überwegende feindliche macht wieder dergestalt überhand, Saß an. 17 r 1 den 2? tan. auch die stadt Giro« na sich an sie ergeben muste. Ausber feite vsn PortugaU gieng in diesem kriege nicht viel besonders vor, als daß die Portugiesen an» 170; Albuguerque, und an. iT-oüAlcantara eroberten, hingegen an. 170; Babawz vergebens belagerten, und an. 1727 Scrpa, Mvura unb Ciudadrvdrtgv verlohren, auch an. 1709 unweit Ewas eine Niederlage von dem lptarciuis äe Pay erlitten. In Italien warben rüaug. an. 170z bey Cassano eine action vorgegangen, wovon sich beyde theile, doch die Kaystrliche mit dem besten recht, den Vortheil zueigneten, welcher hingegen in der action bey Calci» nato den 19 april an. 1706 den feinden zufiel. Wider den Hertzog von Savoyen war die Frantzöstsche macht dergestalt angewachsen, Laß an. 1706 seine residentz-stadt Turin in der äussersten gefahr stund, in des Hertzogs 6e is Feuillade Hände zu fallen. Allein es verthct« bigte sie nicht nur der Graf von Dann mit grosser tapfferkeit, son« der« es erhielt auch der entsatz, welchen der Printz Evgenius zuge* führt, den 7 sept. einen sv herrlichen sieg, daß die feinde mit sehr grossem Verlust abziehen, und ungeachtet um eben dieselbe zett ihr General Medavi wider die von dem Erb»Printz von Hessen-CaM bey Lsttißlione clells Lrivere commanbirte Kaystrliche und Hesiilche trouppen glücklich gewesen war, das gantze Maylandstche, uns fast alles, was sie in dem obersten theil von Italien inne gehabt, theils mit gemalt, theils aber vermöge einer im mart. an. <707 ge« schloffenen capitulation, räumen muste». HieraufwarbdasHer« tzogthum Mayiand dem Könige von Spanien, Carolo Ul - gege» den, doch daß der Hertzog von Savoyen Aieffandna, Valenza, Lomellino und V»l cli Sesia, nebst deren zubehörungen, so wo! als den Mantuanischen antbeil des Hertzoglhums Montferrat, vor sich dekain. Die Italiänische ReichS. Vasallen, '''MderbeN üw' rentz, Parma, Genua und Lucca, muste» nachgchends dem Kay« ser starcke comribuiioa« erlegen, und >n der . mitten des ,ahrs 1707 aiena ein Kavstrlich llerackement nach dem Königreich NmpvliS, so auch in chrtzer zeit durch die gute Malten des Cardmalö Gnma» ni, des Grafen von Martinrtz und des Grafen von Dann, der bothmäßtqkeil des Hertzogs von ANiou voMg entzogen ward, bey welcher expedilivn die den sept. erfolgte eroberung der fcstuim Kaeta, und darinnen geschehene gefangennehmnng des von dem ckrerkoac einaesttzten Vice-Ikd, Hertzogs von Estalona, und midrZ Kssen, das merckwürdigste war. /In eben diesem ,ahr ^727 belagerten die Alliirten die stadt Toulon in Provence, Wen sich aber genöthigt,^>wstibe^nachdem sie von dem -s 1«!. bis 978 ios den r i aug. gewähret, wieder aufzuheben, worauf der Hertzog von Savoyen in wenig lagen die festung Susa einnahm. Al'..l7o'8 im aug. ergab sich das Königreich Sardinien an den König Caro« !um III. und Eriies nebst Fenestrelles fiel in die bände des Hertzogs von Savoyen, welcher letztere in den nächstfolgenden jähren (in« sonderbeit wegen einer aufdie landschafft Vigevano von ihm gemach« ten prätension ) gegen den Kaystrlichen Hof, einiges Mißvergnügen, und daher gegen Franckreich keinen rechten eifer mehr, bezeigte; wie denn diese cron ebenfalls seit dem entfatz von Turin wenig auf der feite von Italien vcrsiichte, ausser daß selbige an. 1710 einen H anschlug, doch vergebens, aufSarbinieuformirte, und an. 1708 mit einem gleichmäßigen succesö bemühet war, durch den Mar» schall cle Tesse die Italiänische Potenzen zu einer alliantz wider das hauß Oesterreich zu bewegen. Mit dem Pabst Elemente Xl gelung es dißfalls einiger maßen. Denn über diesen hatte schon seit gerau« mer zeit der Kayserliche Hof sich beschweret, baß er eine alizugrosse partbeylichkeit in taveur Franckreichs sehen liesse , und daß er dem Kayser in seinen rechten, sonderlich wegen des Parmesamichen und andrer von dem Reich als lehen dependirender örter, aufvtelfältige art abbrach gethan hätte. AIS nun deshalven die Kayserltchen trouppcn an. 1707^ quartiere in dem Kirchenstaat nahmen, auch an. 1708 gar in das Ferrarische eindcungen, Comachio, nebst Magnavacca, inglclchen einige andre umliegenoe orte besetzten,und die zuerst gedachte Plätze befestigten, brachte der Pabst eine armee auf die deine, und gab das commanclo über dieselbe dem Grafen Marsigli, welcher ehemals dem Kavser als General gedient, und wegen des verlusts von Bmach wiche würde aus eine schimpfliche art eingevüsset hatte- Dieser vertrieb zwar anfangs die Kayserli. ehe, so der Geueral Bonneval commandirte, aus etlichen platzen. Allein der Grafvon Dann ersetzte solches durch den gebrachten suc« curs, eroberte viel örter, als : Bvndeno, Ostellala, Steliata, Lagoscuro, Ficcarnoto rc. nöthigte die stadl Bologna zu anrieh« mung der Neutralität, wie auch zu bcwilliaung von quartieren, und richtete darauf seinen marsch nach Nieder Aomagna, mittlerweile der Printz von HessemDarmstadl mit einem andern corpo aus dem Neapolitanischen in das Päbstlichc gebiet rückte. Hierdurch war der Pabst genöthigt, durch einen vergleich , welcher an. 1709 den I? jan. mit dem .VlLrgujr cle Priä/ als Kayserlichcn Gcvollmäch« tigten, geschlossen ward, unter andern die abvaucknng seiner troup« pen, bis, ingleichcn die recogmtton Caroli llt vor einen Kö» nigvon Spanien, zu versprechen. Meinen anhang desFcan« tzöflschen kriegs hatte man den ausstand anzusehen, welchen zu aus. gange dcS jahrs 1705 die baurc» in Bayern erregten, indem durch sie die Kayserliche aus Vilsburg, Burghause», Brannan,Schar, dingen, Cbamb, und einigen andern, theils m Bayern theils in der Ober.Pfaltz gelegenen örtern vertrieben wurden. Man brach, te sie aber gar bald wieder zum gehorsinn, nachdeme einige tausend darüber niedergehauen, auch die sich vorgehabt«! München wider die Kayserliche zu regen, durch entdeckung des anschlags gleich im ansang underdrucket worden. Es gewann auch das ansehen, als ob es init dem Könige von Schweden, nachdem derselbe a». 170s mit seiner armee aus Polen in Sachsen gerückt, zu einem öffenl. liehen bruch kommen würde; allein diese furcht verlohr sich durch die im aug. an. 1707 theils zu Alt'Ranstadl. theils zu Wolckewitz in Sachsen, geschlossene tractaten, wornmen der Kayser den Schlesiern ihre religions-freyheit, auch eines und das andere dem Hertzoglichen Hause von Holstein. Gottort znm besten, einräumte. Das übrige, so unter dieses Kaysers regierunq vorgegangen, und vor andern anzumerckcn, bestehet kürtzlich m folgenden. An. 170z im jun. ward die stadt Dvnauwerth wieder vor erne freye Reichs, stadt erklärt, und den 29 dcc. Mindelheim mit dem ütul eines Fürstenthums und unmittelbaren Reichs. lehns dem Hertzoge von Marlborough gegeben. An. 1706 den 2s april wurden die 2 brü. der, Joseph Clemens und Marimilianus Maria, Churfürsten von Cölln und von Bayern, als Alliirle von Franckreich, in die ReichS.acht erklärt. In eben demselben jähr ward die Gräfin von Berlips, erwehlte Aebtißin des Enalischen weltlichen Stiffts zu Präge, nebst allen ihren Nachfolgerinnen in dieser Abtcy, zu der würde einer Reichs.Fürstin erhoben. An. 1707 den 1; april ivard der König von Preussen mit der Grasschnitt Meurs, als mit einem Fürstentdum, belehnt, und den 1 nov. cmpfieng Leopold Mat« thias, Graf von Lambcrg, vor sich und auf seinen, wie auch,ei. ner männlichen nachkommen, abgang vor die so genannte Mari. milianisthe seiten.littie, den Reichs. Fürstenstand, worzu hernach den 10 may an. 1709 die würckllche belehiimig mit der Landgraf, schafft Leuchteuberg erfolgte. An. 1708 vertrat der Kayser zwey» mal die bräutigams-stelle, einmal den 2; april bey der Vermählung des Königs Caroli III mit der Printzeßm von Woissenbültel, Eli» sabcth Christin«, und das andre mal den 9 >»>-. bey der Vermählung seiner schwester / Maria Anna, mit dem Könige von Psrtugall, Johanne V. In eben demstldcn iahr den z r inay rückten die Nie. dcrfächsische creyß-trouppenin die stadt Hamburg, um der Kayser- stchen commissivli, welche die streitigkeittn zwischen dem Rath und der bürgcrschafft daselbst untersuchen fälle, hülfliche Hand zu bieten. Den 2; jnn. ward der Churfürst vvn Pfaltz, durch feine Gevoll. mächtiqte, mit der durch des Churfürsten von Bayer» achts.erklä. runq erledigten alten Pfaltz > Chur, »»d barz» gehörigen Ober. Pfältzifchen Reichs»leben, mit der Grafschafft Chamb , mir dem Ertz. Truchfessen« amt und dem anhängigen vvrsttz und stimme in dem Churfürstlichen collexio, wie auch mit dem Reichs. vicariLt, öffentlich bestehen. Den zo jun. geschahe des Hertzogs von Man. tua Caroli IV, als eines Frantzösifchen blindes, aenossen, erklarung in die Reichs.acht. Den 8 scpt. warb der Kayser, in der qualilät eines Königs von Böhmen , ingleichcn der Churfürst von Hanno. ver, durch ibre Abgesandte bcv der Reichs-versammlung zn Regeii. /purg in das Cburfürstliche coUc-xium würcklich introducirt. An- ios 1709 den 2 oct. ward, nach anleitung des von Leopolds an. is-i gegebenen und an. 1696 wiederholten cle^e», HenricuS Feanas. cus, Graf von Mausfeld und Fürst zu Fondi, als wnrcklicher Reichs. Fürst öffentlich erklärt. An. 17,0 den 12 apr. ward die Chur > Hannoverische gesandfchafft, im namen ihres Principalen, mit der Ectz-Schatzmerster.würde belehnt, und in eben diesem jähr bekam der Hertzog von Modena gegen eine summe geldeS das Her. tzoglhum Mirandola, nebst dem Marggrasthum Concocbia. An. 17, i den 28 jan. warb das cammcr.gericht zu Wetzlar, nach gecn. digler solennen visttation desselben wieder geöffnet, und den ,9 mark. der Kayserliche Odrist. Hofmeister, Joh. Leopold Donat, Graf von Trauttön, in den Reichs»Fürsten, stand gefetzt. Bald darauf, ziemlich den 17 apr. erfolgte der frühzeitige tob des Kaysers Josephe, und zwar an den Ander.blättern. Von seiner äusserlichen gestalt, wie auch von seinen andern eigenfchafflen ist kürtzlich noch folgendes beyzufügen. Er war von einer mittelmäßigen und wodi prvpvr» tiomrlen grösse, weiche gleichwohl der kleinen statt,r näher kam, als der langen. Seine glieder waren starck , doch nicht sonderlich fleischig- Das gcsichl, woran eine Hohe stirne zu sehen, war gleich, falls nicht völlig und etwas länglich, und halte viel rölhe an den orlen , wo fönst ordentlich dieselbe zu seyn pflegt, an den übriges aber eine sehr meiste färbe, wiewohl dieselbe in den letzten jähren durch das öffrere jagen sich ziemlich geändert. In seinen lichtblauen äugen, welche anseilte angenehme art hervor stilnden,jelgtesichei. ne grosse lebhafftigkeit, gleichwie in seinem gange nnb Wesen etwas majestätisches. Seine zahne waren weiß und in guter ordnung, seine tippen aber, obgleich starck, doch nicht,wie man sonst bey den mitcc« lippen vieler OesterreichlichenPrikitze angemercktthcrvorgeheb.Nach» dem er seine erste jugend zurück gelegt,pflegte er eine sehr blöde pcruque zu krage», weil von dergleichen färbe auch sein haar war, doch so, daß seidiges ein wenig in das röthliche fiel. Auf reisen, jagden und sonst ausserhalb der stadt Wien, bediente er sich, an statt der sonst gewöhnlichen mantel.lrachl, einer Frantzösifchen kleidung. Er tantzlc vollkommen wohl, und in den eigentlich so genannten m« reiflichen exercinu hatte er Nicht viel seines gleichen ; absonderlich wüste er mit einer rmgcmcinm fertigkeil, beydes im flug und un lauf, zu schiesscn. In der music war er so weit gekommen, daß er nicht nur das clavier, die Home clouce. und andere iMrumcms, überaus wohl traclirle, sondern auch selbst componiren kunte. In der mLchcli.und zilförderst in beyderley gattungen der sl'cimeÄur. hatte er sehr gute xrokecktur erlangt. Hiednächst verstund er, ausser feiner Mutter»,prache, die Ungarische, Böhmische, Lattlinstüe, Spanische, Italiänische und Frantzöstsche, und zwar in einem sol. chen grad, daß er auch die unterschiedene cliLleüos von einigen der« selben (absonderlich von der Italiänischen) in leinen reden nachzu« ahmen wüste. In feinem goltesdienst war er eifrig und ordent» lieh, doch so, daß er weder von der clerisen über die gebühr sich len« ckcu ließ, »och auch gegen andre glaiibciis'genossen ein seindsecliges gemüci) zu erkennen gab. Gegen feine eitern ließ er viel ehrerbie« kling, gegen seine gemahli» und gegen sein geschwister viel liebe, gegen seine Mnittrer, bediente und Unterthanen (nach dem innhalt seines wahlspriichs: amore Lc rirnore') eine durch gute gemäßigte antorikät, gegen die arme» eine sonderbare qiilthaligkest, und gegen seine feinde viel großmuth sehen. Darneben liebte er die gercchlig« keil, blieb standhaffttg bey femcn entschliessungen, nnb war von ei« ncm durchdringenden verstände. Seine Haupt-neigungen waren ehrgeitz, und Wollust, deren jene durch seine frcygebigkeil, durch seine Inst zu dem kriege, durch seine begicrde, prächtige gebäude aufzu« führen, und durch sehr viel andere kcnnzeichen, diese aber dadurch sich.hervorthqt, daß er in allerhand erqötzlichkcile»,,insonderheit in der jagd, in dem Umgänge mttfcauenzimmer, in frölichen difcour« scn u. s >v. sein gröstes vergnügen suchte, so offt nemlich die wich« tigste regieriwgs'geschäffre 'ihm etwas von zeit übrig liessen. Er hatte wenig xbleKML, und war daher zur ungedulk und zu einem geschwinden zorn von natur nicht wenig geneigt. Doch ließ er sich durch glimpfliche Vorstellungen bald wieder besänssligen, und wüste mit zunehmenden jähren vorgedachte beyde regungcn gar sehr im zäum zu halten. Der oberivehme Fürst von Lamberg, welcher kiil-tz vor -hm, nem/ich den 10 mark. an. 1711, mit tobe abgieng, war viel jähr nach einander sein liebster favorit, und erhielt sich mit desto leichterer müde biß an sein ende in völliger gnade, weil er bloß an seinen vergnüannglle.keineswegcs aber an den staats «ange« legmheilen theil nahm. 'Nach diesem Kavser wird eine von des Vorstädten von Wien die Iostphs.stadt genannt, auch bat von ihm sowohl die den iZ dec. an. -70z zu Wien eröffnete academie der wlssenschafften, als die nach dem Schlestschen religions.frieden zu Liegnitz aufgerichtete Ritter-academie, den namen derJostphs« academie bekommen; und endlich ist noch zu mercken, daß von eben diesem Monarchen, da er nur Römischer König war, das un« weil Wien befindliche Kays. lust. schloß Schönbrunn auf eine fchr mLgniggue art angelegt, und gebauct, und von dem Kayser Carols VI der verwittibten Kaysecin Amalia eingeräumet worden, »c,leben )otepbi cler üsZbsKren in 2 Meilen. Viel .märe me- moiren unci NLcbricbten von cten äsmsIiZen reiten. J§oseph, Jacobs und der Rahe! söhn, wurde an. 2289 geboh« ren. Er ward unter allen seinen drüber» von seinem vater am best« tiasten geliebet. Dieses erweckte unter den andern einen batz gegen ihn, welcher durch auslegung etlicher träume, so Joseph in ihre» va« terS Jacobs gegenwark ihnen eröffnete, vermehret wurde. Denn es träumte ihm einsmahls, er bände mit seinen brüdern aufdem selbe garben, seine garbe richtete sich auf, und der andern ihre neig« ten sich gegen seiner. In einem andern träume kam ihm vor, als wenn die sonne, der mond nnd eilfsterne sich vor ihm neigeten-Sel» ne brüder neidete» ihn deßhalbcr, und trachteten feiner loß zu wer« Ven. M nun Jacob chn einsmahls zu seinen brüdern auf das ros . s r/ UM zu sehen, wir es mit ihnen stüude, so würben ste ems, tbn zu todten; sie wurden aber durch Rüben von ihrem vor» haben abgehalten, und warffcn ihn in eine leere grübe. Als aber indessen ein Haussen Jsmaeliter von Gilead kamen, und hinab in Egypten reistten, zogen sie Joseph auf einrathen seines bruderS Juda wiederum aus der grübe, und verkauffken ihn den Jsmaeli» lern um ro siiberlinge, welche ihn mit in Egypten zu dem Pottphar, des Pharao Cammerer und Hofmeister, brachten. Dieser setzte ihn über sein hauß und jeine guter. Sein weib aber warf ihre äugen aufJvieph , und muthece ihm böse dmge zu. Da sie nun öffters ihre unkeuschheit durch gebehrden gegen ihn verspüren lassen, weite sie solche emsmahls mit ihm, als sie gantz Meine war, ausüben, fastete ihn bey dem rocke, und muchete ihm einen beyschlaff an; er wolle aber solches nicht thun, und ungeachtet sie ihn bey seinem klei» Le erwischcte, ließ er doch solches in ihrer Hand zurücke. Dieses verdroß sie dergestalt, daß sie vorgab, Joseph hätte sie mit gemalt schänden wollen, worüber er dann in das gefängniß gelegct wurde. Weil er aber gnade bey dem aufseher des gefängniffes fand, so wur» den ihm alle gefangene unter seine Hand befohlen. Als nun der schencke und decker des Königs in Egypten, weil sie sich an ihrem Herrn versündigt hatten, in das gefängniß, wo Joseph war, ge» leget wurden, so traumere ihnen beyden ein gewisser träum. Jo» seph legte ihnen solches aus, daß nemlich der schencke wiederum zu seinem vorigen amte,der becker aber an den galgen komme» würde; welches auch geschahe, und wurde der schencke wieder defreyet. Jo» seph bat diesen zwar, wenn es ihm wohl gienge, solle er seiner ge» dencken, aber er vergaß ihn. Nach - jähren träumcte dem Pharao von sieben fetten und eben so viel magern kühen,inglerchen von sieben vollen und eben so viel versengten ähren.Da wurde nun Joseph aus dem gefängniß gelassen, dem Könige diesen träum auszulegen, wel» che deutung dahin gieng, daß sieben gute, und sieben böse jähre kommen würden; darum gab er dem Pharao einen rath, er solle in vorrath getreybe aufschütte» lassen. Dieses gefiel dem Pharao sowohl, baß er ihn über gantz EgYPtenland setzte. Als nun die theuren jähre kamen, dakauffle jederman bey Joseph getrcyde, undJacob,da er dieses erfuhr,sandte seine söhne gletchfais dahin,daß sie dessen einen vorrath einkauffen selten. Jojcph, ihr bruder, ken» riete sie gleich, er stellete sich aber an, als wenn er sie vor kund» fchaffter des lanves ansehe. Sie wollen sich rechtfertigen, und sagten dem Joseph, von was vor einem geschlechle sie wären, und wie sie noch einen kleinen bruder zu banse hätten. Er sagte aber zu ihnen, sie sollen, damit er. dcsiomehr versichert seyn tönte, einen Unter ihnen zum gessel bey ihm lassen, und indessen ihren jüngsten bruder holen, befahl auch, daß man ihre lacke mit gctreydc füllete, und einem jegliche sein gelb in feinen facke nebst der zehrung auf den weg wieder gebe- Simevn blieb indessen zurück als ein gefange» ner, biß ste aus Canaan wieder kämen. Da ste nun m»t ihrem jüngsten bruder Bemannn wiederum bey Joseph ankamen, fo tra« kürte er sie insgesamt herrlich, ließ ihnen auch ihr gelb vor das ge« träyde m ihre fäcke, und feinen silbernen decher in des jüngsten sack legen. AIs ste aber auf ihrer rückreife nicht weil von der staot kom« mest waren, fchlckte Jofcph feinen baußhaiter ihnen nach, weichet sie als uNdüNckbare wiederum zurücke dringen solle. Endlich gab er sich ihnen zuerkennen, und nachdem er sie seiner liebe gnugsam versichert halte, bat er sie, baß sie feinen vater Jacob in Egypten bringen möchten, welcher Mich aN. r;L9 dahin kam, unvan.a;4§ daselbst verstarb. Joseph hatte sich verhevrathet mit der Asmath, der tvchtcr Potiphera, des Priesters zu On , von welcher er den Manasse und Ephraim zeugelc. Als er nun merckte, daß fein en» de bald würde herbey kommen, so befahl er den kindern Israel, daß sie seine gebeme tu das land Canaan bringen sollen. Er starb endlich im i ic>jähre feines alters, nachdem er 8-> jähr m Egyvten regieret halte. ; I fegg. ck»/>«e» 5 . 10. I. 2 Anricju. c. I, 2. »nn. V. P. kill.ps- triLrck. ?. r exerc. ro, 8. "Joseph / der lungfrau Maria vertrautet, uttd eist vfieg« Vater Jesu. Er war ein söhn Jacobs nach dem Matthäo, und ein söhn Heil nach dem Luca. Und zwar war er ein söhn Jacobs nach der natürlichen orbnnng, nach der gesetzlichen aber em söhn Heu. Als er gewahr wurde, baß seine verlobte, die Maria, schwanger war, wolle er sie heimlich verlassen; es erschien ihm aber ein en» ge! im träum, und sprach zu ihm, er solle Mariam nicht ver« lassen, denn das in ihr empfangen wäre, käme von dem heiligest Geiste. In dieser zeit hatte der Kaystr Augustus in feinem Reiche eine allgemeine schatzung ausgeschrieben, und weil Bethlehem das Haupt des stammes Davids war, so kamen Joseph und Maria da» hin, um sich des Kavstrs befthl zu unrcrwcrffen und ichatzen zu lassen. Dieser ort war aber fo klein, und kamen fo viel lenke da» hm, daß Joseph und Maria keine Herberge finden kunken; daher musten sie sich in einen stall verfügen. Da geschahe es nun, daß Maria den Meßiam zur welt gebahr. Weil aber Heroves dieses kmd Jesum wolle umbringen lassen, fo erschien ves nachts dem ^o» seph em engel rm träum, welcher ihm sagte, er solle dasselbe und dessen mutter zu sich nehmen, und in EgYPtenland fliehen. Da Herobes gestorben war, offenbahrele ihm dieser engel abermals m rmem träume, baß sie wiederum in Judäam kommen losten. Die Evangelisten,neiden weder weiter von seinem leben, noch von jel» nein tode etwas. Doch halten einige U-rre^ davor, er sey stets un» verheyrathet geblieben, ; ae temp. sävers. llelviü. Lc jov. 1.1 cke lulln, virx. c. 7. /«,< cpill. aci ^nlt. in »nnslwus po» ülico-ecclettsllicis t. i. Joseph von Arimathia/ ein RathSherr zu JMiMein. Er sührcle diesen naiiien vo» seinem gedurls.orle Arimalhia, wlnJi' hüg auf dem gebürge Ephraini gelegen, und vormals Ramalha ios geheissen, woselbst auch Samuel grdvhmi. Er kam stach Jesü« salem , kauffte sich daselbst mit gütern an , und ward allda m bell großen Rath aufgenommen. Er war irnl darbe» als Christus vov den HohenpriesterCaiphasgeführetwurde; weiter aber ein heim« licher junger Christi war, wolle.er in seine Verdammung nicht wil» "gen. Nachdem Christus an dem creutz gestorben, bat cb P>la» tiim um den leichnam Jesu, weichen er auch erhielte. Hierauf wickelte er ihn in ein rein ieinwand, legte ihn in seilst eigen neu grad, welches er in einen festen hatte hauen lasset,, undwältzere einen stein vor des grabes thüre. Es wollen einige vorgeben, baß er nach diesem ms gefängniß gesetzet, aber durch einen engel wie« der befteyet worden. Jedoch hätten ihn die Jüden nebst der heiii» gen Magdalena, 8. Martha und Lazaro aufem schiff gesetzet, unv den welle» übergeben. Dieses wäre in Provence angelandet, voll dar Joseph in Engelland gegangen. Andere sagen, daß, nachdem er es mit den Aposteln gehalten, ley er endlich zu Jerusalem ge> storben, sein leichnam aber sey zu Caroli zeiten durch Form« uatum, Patriarchen von Jerusalem, als er sich wegen der Sara« cencn von dac weg begeben, mit in Franckreich gebracht, und da« selbst beygesetzet worden. -7. -5. 2;. kill. l. I c. 21. ckE. exercl kill» crit. smibaroniLnis p. 28 tegcz. t/r/tr,rnemoir, pour, 5ervir ll lchill. eccleüall.r. i. Joseph / genannt Barsabas / zubenamet der gerechte ^ einer von den 7r jüngern Christi, welcher zugleich nebst Matthia, dargestellet wurde, um des erhencktm Judä platz zu erfüllen. Eint« ge wollen, daß es eben ver sey, dessen cap. 4, ;6 gedacht, und we!» cher Joses Barnabas genenncl wird, indem einige cowcez Joseph lesen; allein solches hat schlechten gründ, indem der letztere noch darzu mit dem zunamen nicht Barsabas, sondern Barnadas bristet. 1,2;. 4, ;6. Lc L»/v»«», sci K. I. Arne ÄNtiHu. spoll. Joseph/ Zachariäsohn, eist Jüdischer Hauptwann, wurde von Juda Maccabav in Judäa gelassen, als selbiger in Gilead zie» hen meiste, um allda wider die Aminoiiiter zu streiten. Als er voll Judä und seiner brüdern tavffcrn thaten hörete, wurde er begie» ng, seine tapfferkeit gleichfalls sehen zu lassen, aber er ward voll Gorgia geschlagen, i Ack-«. s. Joseph / ÄnUpatri oder Antipä söhn, Und Herodis des grossen vruver. Er deftiibirle die festung Mascala wider Antigonuin, des Hyrcani bruder, als selbiger wider diesen wegen des FürstenthumS krieg führte, und cvmandirte nachgehends einige von seines bruders krouppen. Es gav ihm selbiger den rath, daß er sich in keine gefahr begeben solle; allein da er nichts destowcmger gegen Jericho marschirle, wurde er daselbst von Antigoni trouppen angegriffene und in der schlacht getödtet. Autrgonus ließ-ihm den kopff abhauen, ungeachtetPheroras, desJosephs anderer bruder- zo ralencevor sei» nen gantzen cörper gebotren hatte./^/^. l. 14 »mig. Iuü.c.rs.r?.^ Joseph I, Patriarch zu Constantinopel, wurde an. 1419 nach Enlyymiv, oder wie andere tagen, an. 1424 erwählet, und war zuvor lvletropoliksnus oder Bilchoff zu Ephesv gewesen. Er zog mit dem KayserJohanne 5 'sl«ologo aufbas conciiium nachFerra» ra, kam so dann nach Florentz, und starb daselbst den 9 jun. an« I4jy plötzlich. l. I c. ckroü.^»e«,8^/- 2--«, Kur. kill, Loac. lblorevt» vkroü« ecctes 6r^c. Joseph it» vvek wie ihn andere Nennen, Zoasäph i, Patri« arch von Cvnstankinvpel, lebte um das jähr Christi 1460. Dis Historien, schreiber berichten, daß ein gewisser bedienter des Türcki» schen Kaysers, welcher der Christlichen religion zugethan, und in grossem ansehen bey Hofe gewesen, sich von seinem rechtmäßigen eheweib zu scheiden - und eines Atheinensischeii Fürsten witkwe zu biyrathen, im sinne gehabt, welchem sich dieser Patriarch hierin» Nen widersetzet habe. Dieses machte den bedienten bei Massen ra« send- daß er dem Patriarchenden bart abzuscheren befahl, wel« ches der gröste scdimpff ist, so man im Orient einer geistlichen per« son anthun kaN. Meist der Patriarch ließ sich alles dieses sticht an» ftchren, sondern voll vielmehr gantz freywillig seine Hände und füsse, ja auch den kopff dar, ehe er solche fünde zulassen wolle. Dar» auf wurde er abgesetzt- und eist ander - mit stamm Marcus Tylo« carabes attseine stattzstmPatriarchett gemacht.^»/,lurco-tEc« i. I Lc r. AN. 1461 n. 17. ckron. kb» clef. (rrsec. p. ;4 z 5egg. Joseph m.vder Joasüpy Il>folgte drinZiösthflö äst. ic;c. Er hatte einen sehr hochmüthigen gcist- wbrübcr er mit seiner clcri« sey vieles zu schaffen bekam, wie er denn auch ver simonie über« wiesen wurde,wodurch er sich vollends dergestalt verhaßt Machte-daß er gar abgesetzet wurde, und Metrophsnes a» seine stelle kam. 0»«- ckron. 1urco-6r«e. ckron.tzccl. 6rsec. Joseph/ (derbster) ein sehr berühmterCapstciner, jjebpü» benzu Paris den 4 nov. an. 1577- Nach seinem passen - des damals regierenden Königs Heimeiln bruder, demHertzog vo» Alencon ward er Franciscus gemufft. Sein vater war Johannes le Clerc au Tremblai , ämb»t5»i!eur zu Venedig , Cantzier ves bc« sagten Hertzogs von AleilcvN lind l?re6cieür aux reguöres cl u ?Alsi5 beydem Parlament zu Paris, welcher an. 1587 gestorben; seine mutter aber Maria 6e >s Fayette- eine enckelin Claudii üe ia Fayet« te, Herrn von Saint Romain, dessen bruder, Gübertus, Mac« schall von Franckreich gewesen. In seiner ersten jügend zeigte es schon ein vortreffliches naturell, und studircc anfangs zu Paris ist dem cvileLio ste Loncourt. unter Galandiü und dem gelehrten Schottländer Triton. Hernach genoß er mit sonderbarem sncceß 51 weil. Hhhhbb » W 98o ios die privat-Information des berühmten Murrst, lernte nebst der Griechischen und Hebräischen, die Teutsche, Englische, Spam« sche und Italiänische sprachen, und dabey ließ er sich nicht weniger die mathematische wisscnschafflen, ingleichen das reiten, fechten, tantzen und die music angelegen seyn. Ungefähr in dem iy >ahre seines alters that er eine reise nach Italien, und von dar nach Teutschland. Nach seiner zurückkunfft wohnte er unter dem Lon- ne-able ste Mvntmorency der belagerung von Amiens Mit bey. Hiernächst als sein unverwandter, klonst steMsk cle Berzeau, in der gualitäl eines ^mbastssteurz exlraorstiu»,re an die Königin Elisabeth abgeschicket warb, begleitete er denselben mit nach En« gestand. Nachdem er von bannen wieder nach Franckreich gekom- men, wolle man ihn an ein vornehmes fräulein, die er altbereit in seinem iü jähre zu lieben angefangen, verheyrathen. Allein er hatte schon eine geraume zeit den vorsah gefastet, ein Capuciner zu werden,welches er auch endlichswiewol anfangs mit grossem Widerwille» seiner Mutter und andern «»gehörig?) bewerckstestigte,und zwar nahm er als tsoviriur den 2 febr. an. i;yy zu Orkans den Habit nebst dem namen Joseph an, das folgende jähr aber ward er zu Baris den ; febr. völlig eingekleidet, und legte in die Hände des ksrers Angeli, ehemaligen Hertzogs von Joyeuse, seine gelübbe ab. Hierauf studirte er zu ChartreS 2 jähr die theologie, und nachdem er zum Priester geweihet worden, gab man ihm gleich hernach das amt eines Vroteildeiz VKüosoplst« in dem Capuciner« kloster zu Paris, ferner die stelle eines K-tsMri dioviriarum zu Meudon und zugleich erlaubniß zu predigen, wie auch beichte zu hd« ren; da er denn bald einen uugemeüien -ipplaukum bekam. Zu ausgauge des lahrs e6o; ward er als (-usrstiLn »ach Bourges, und von dannen nach Maus, nach Angers, nach Reimes, nach Chi- non, und nach Samnur geschickt. An die,em ietzkcrn orte brach« te er stillem orden em kioster zu wege, dergleichen er auch nach» niahls zu Postlers und zu 8. cl'Angely that. Seine gröste sorgfalt war, alsöstiKon-miu-, so wohl mündlich als schrifftlich, die Rcsormirke lehre zu bestreiken, auch in unterschiedenen klöste» ren eine ordentlichere und strengere lebend-art einzuführen, in wei« chem letztern er insonderheit die gute mlention der Aebtißin von Fontevraull nachdrücklich secunbirte. An. eüio wohnte er dem General-capicul seines orbcns zu Paris bey, und nachdem man ihn den ;jan. an. iSe i in die provmtz Touraiiie verletzt, begab er steh zu ausgange desselben jahrs nach Tours, allwo man ihn alSbalv zum Oestnicore, und nicht lange hernach zum Vi-ovMcis! erwehlte. An. i 6 i; fand er gelegenheit, bey dem KönigeLudovico Xltl sich bekannt und beliebt zu machen, indem er bey gelegeuheit der vist» ten, so er als Proviucial m Poitou ansiellen mvste, den Priutzen von Cvndö. welcher nebst andern Grossen die wassen ergrissen hak« te, unvermerckt dahin disponirle, daß er zu Loudlui einen vergleich cingieng, wie es der Hof verlangte. An. eüis that er eine reise nach Rom, und zwar unter andern in der absteht, dem Pabft ein project zu einem allgemeinen feldzuge der Christen wi« der die Türcken zu offeiibahrcn. Dieses gefiel nicht nur den, Pabst, sondern auch dem König von Frankreich, welcher gern gesehen hätte (um die macht des Hauses Oesterreich zu schwächen, oder doch von sich und seinen Mieten zu entfernen ) wenn der Körnig von Spanien wäre zu bewegen gewesen, sich in dieses projcctir« te'bündmß wider die ungläubigen cmjulassen. Man sthickle ihn also mit dieser commission aus Franckreich nach Spanien. Den sojul an. iüi 8 trat er diese reift an, kam den folgenden 14 aug. nach Madrid, und brachte im jan. berühmt gemacht, und mit welchem er schon seit an. 1610 eine vertrauliche freund« schafft aufgerichtet hatte, aus seinem exilio zu Avigno» zurück be. ruffen ward, und die qualilät eines vornehmsten Staals-Mmisiers bey der gedachten Königin anzunehmen ftcyheit erhielt- Mit sei« nem project eines neue» creutz-zugs wider dkLüreke» kam es so weit, daß aufsein zureden, CaroluS, Hcrtzog von NevcrS und nachmahls von Mantua, zu solchem ende einen neuen Rstter.orden aufrichte» te, worüber er, »ebst vielen, so denselben angcilommc», au. ,619 den 1 nov. in der cathedral-kirche zu Revers in des P. Joseph, als Päbstlichen LomMillani, Hände den eid ablegte. Auch in andern ländern traten unterschiedene vornehme Herren in diesen orden, und der Pabst ertheilte demselben seine confirmation nebst ansetzn« lichen Privilegien. Allein der gleich darauf i» Europa unter den Christen entstandene krieg machte alle diese anschlage zunichte. In 2 andern proiccteil war der Vscer Joseph glücklicher, erstlich daß er einen neuen juiigfraueir-orden, unter dem titiil eiiier conZregL. rion ste Mrre Dame stu (lalvaire, vermittelst einer hülle des Pabsts Gregorii XV, den ri marl. au. 1621, nach vielen hindernüssen, zu stände brachte, wovon bey seinem leben ein kloster zu Postlers, eines zu Angers und 2 andere zu PariS gestifflec wurden; hiernächst daß er an. 16,7 einvoükoiilmcne gemalt erhielt, zu auübreitung des Ca« tholischen glaubens Million« in der provmtz Pvitou zu stabiliren, welche hernach immer weiter stch ausbreiteten, biß ihn endlich an. 1625 der Pabst Urbanus Vlll zum 8upecioee einer auf die länder der ungläubigen gerichteten grossen Mission ernenncle; da er denn durch beyhülffe der frcygebigkeit, so der König bisfalls sehen ließ, sehr viel xsststonariar nach Griechenland, Armenien, Naivsten, Palästinam, EgMen, Pcrsicn, der Barbarey und andern ab» gelegenen landjchafften sendete, von deren guten progressen die con« gregation cle propaZansta üste zum öffcern Nachricht bekam; er selbst aber empfleug durch dieses Mittel unterschiedene dem staat zu« traglicke kundschafften. Wider die Rrformlrtc in Franckreich gab erzden rath, die waffen zu gebrauchen, und halff nicht nur den Her» tzog von Luynes, rngleichen den Konig stlbit, darzu anfrischen, sondern befand sich auch in eigener Person bey denen an. 1620, ,621, und lö22 dißfaUs vorgenommenen erpeditivnen, wobey er lvwol durch predigten, als durch allerhand nexorisnon«, das beste sei» ner religion nach vermögen beförderte. Als den ; ftpt. an. 1622 Richelieu die Cardinals-würde erhielt < trug derselbe kein beben» cken, den Vmer Joseph als denjenigen anzusehen, dem er die vorher gegangene nomination darzu vornemlich zu dancken hätte. Hernach da dieser neue Cardinal den 29 apr. an. 1624 zum Premier-itstimker erklärt ward, ließ er alsbald den P. Joseph zu sich kommen, und weil derselbe ohnedem als Provincial stmcs ordens auf das zu Rom ausgeschriebene General-Capitul reisen muste, so trug er «hm an den Pabst und an den Hertzog von Savoven un« terschiedene wichtige commilston« auf, mit welchen er an. i ür; im martio von Paris reiscte, und den i z desselben monats nach Turin, den io apr. aber nach Rom kam. Nach seiner zurück« knufft beschloß der Cardinal von Richelieu, ihn in staats-sachen be« ständig zu gebrauchen.Z» solchem ende legte er an. 162? stinProvm» cialat nieder, und nahm von derstlben zeit an niemals wieder eint« ges amt in seinem orden über sich. In dem may-monatdes letzt» gedachten jahrs ward er wegen dcrValtelimschcn streicigkeiten aber« mal nach Rom geschickt, von dannen er im lulio zurück nach Fon« tainebleau kam. An. 1626, als Richelieu schon im begriffstund, sich von dem Hofe hinweg zu begeben, und dardurch seinen feinden die öberhand zu lassen, brachte er ihn auf einen andern schluß, wo» durch hernach dessen öberstes und unumschränckles mmilierium voll» kommen befestiget ward. Und ist von einigen in acht genommen worden, daß bey denen vielmahl entstandenen grossen wiederwär« tigkeiten Richelieu sich offt ziemlich zaghafft erwiesen, und deswe» gen solcher leuthen, wieder P. Joseph war, nöthig gehabt, um ihne bey der erforderlichen standhafftigkeit zu erhalten; wobey bann diestr sich so gar der schärffeste« Worten nicht solle enthalten, und den Cardinal in solchen Fällen gemeiniglich unepoule momüee, eine mir waffer begossene Henne,genennei hadcn.An. 1627 halff er be König überreden,die be lagerung vonRochelle vorzunehmcssam auch selbst im ocl.zu der armee,allwo er denHertzog ste laTrcmouille zu an« nehmung des Cath. glaubens bewog, auch tag und nacht beschäfftigt war, etwas auszusinneii,wodurch die erobcrung des gedachten orls befördert werden möchte.Nachdem dlejelbe den zo oct.an. 1628 er« folgt, wolle ihm der König das daselbst neu aufgerichtete Bißlhum geben; allein er schlug es aus, gleichwie er schon vorher mildem vonAlbi gethan. An. 1629 begleitete er den König beydem selb« zuge wider den Hertzog von Savoyen, negotiirre mit demselben, wie auch mit dem Hertzoge von Mantua, befand sich hernach bey der erpedilion wider die Resormirten in Languedoc, und brachte zu ausgange des ecmcldelen jahrs Edmundum Nichcr zu einer re« traclalwN wegen seines blichs ste eccküawca 8c pol,rics polestme, wobey ihn einige beschuldigt, daß er demselben gemalt angeihan, Nachgehende! folgte er zum andern mal dem Könige, da er unter den Hcrtzog von Savoyen zog, und wagte dabey in unterschiedenen gefährlichen accioneii sei» leben. An. iS;o warb er dem an den Kaystr und an die Teutschen ReichS-Slände abgefertigten lasteur exrraorstinrire, Leon Brulart, als Mitgesandtcr beygefügt, und hatte den vornehmsten antheil bey diestr schweren negotlatlon; »ach deren glücklicher endlgung er den ;o bec. wieder nach Paris kam. Awangs zwar schien es, als ob er bey Hofe in Ungnade gefallen wäre, indem er i» stm kloster sich zu reunren beseht erhielt; allein man sahe bald das gegentheil. , Denn nach wenig tage» fieng Richelieu an, fast alle staats-geschäfite mit ihm zu theilen, und gab ihm zu solchem ende ein zumner zunächst dem seinige» nicht nur zu Rucl, sonder» auch in dem Louvre, zu 8. Germain, zu Fontaine- blcau, inib überall wo er herum reiscte. Zu gleicher zeit aßignirk ihm der König, welcher ihn sehr werth hielt, eine jährliche pension vor stch und 4 andere Capuciner, die als 8ecrersni unter ihm ar- deileten, ließ ihm auch dabey eine carope unterhalleii.Von dieser ;iit a» biß an seine» lod sind fast alle wichtige staals> sgchcn durch seine Hände gegangen, und man konle ihn mit recht cmcn Premier - VI,- nittre des Caiidiiials von Richelkii neiiiieu, gleichwie hiligcge» dieser es bey dem Könige war. Daher kam es auch, daß fast alle, die dem Cardinal feint waren oder wider denselben schriebe», sich glcichfäls wider ihn erklärten. An. r6; i that er wegen der Italiänischen anqeleqcnheiten eine reise an den Päbstlichen dos Au.i6;r trug er viel bey, baß Julius Mazarini a» dem Frantzöftscheii Hofe den ansang seines glucks machte. In eben dennelben jähr folgte er dem Könige nach Languedoc, als der durch den Hertzog von Orkans und den Marschall von Monlmorency erregte ausstand gelinkt ward, auch coutribuirte er um diese zeit ein grosses zu der alliantz mil der cron Schweden, und zu deren nachmaliger vcrnenernng. In der ast-stre mit denen vor besessen gehaltene» Nonnen zu Lvubun, welche sich an. 16,2 cmfieng, uizd etliche >ahre währte, lolltcr Pater Joseph einen sonderbaren antheil gehabt haben, insofern, daß er, nachdem? die erste guten theils durch die Capuciner ili Lou- dun angestellte besitzung übel ansgefchlagen, und Grundier selbige sowol als noch einige andere anstiffter solches auf ihne gemmitzten ärgerlichen belrugä im rechten scharffverfolgk, um seine V.?. zu ceretten , dem Cardinal weiß gcniachcll, als ob Grautier Urheber wäre von einem gewissen sehr anzüglichen buch, so vor kurtzem unter dem Ntul der Lourstonmere ste Laustem,wider selbigen ausgegangen wäre. Da»» hierdurch liesse sich Richelieu leichtlich zur rachgier bewegen, und weil man doch unter selbigem vorwand dem Grundier entweder nicht wolle, ober auch in ermanglung des nöthigen deweises, nicht tonte beykommen, solle sobald der tst-W gefastet worden seyn, die besitzung zu erneueren, und sodann die «acb ios durch solche von dem Cardinal selbst ausgelestne Richter richten zu lassen / bey welchen Granvier sicher genug haar lassen müsse. Der beschworung selbst »ahme sich Jostpv nichts an; doch wollen einige/er habe heimlich eine reise nach Louvun gethan, um selbst von nahem zu erforschen, ob die fach also beschaffen / daß auch ver. ständige leute solcher glauben zustellen tönten / und also für die Exorcisten einige ehre zu hoffen wäre; mit dem vesten Vorsatz / sich auf solchen fall an die spitze dieses erdichteten teufel-krieges zu stel. len. Wein da er als ern schlauer kovff leicht gemercket, wie der betrug nicht gar lang / und auch dieses meist bey dem gemeinen volck währen wurde, hätte er sich davon weggcdrähet, und sich vergnügt, seine niedrige ordcuS-brüver darum handeln zu lassen; indessen aber den Cardinal in seinen gedancken erhalten, damit das werck biß aus ende getrieben wurde. An. 16z; ließ er sich mir grossem eifer angelegen lev» - die ircte der so genannten Alumbrados- welche sich in Franckreich hervorzuthun anficng- daselbst zu unterdrücken. Zu ende des ietztcrwehnlcn iahrs gab ihin der König seine nomination zu der Carbmals-würde - welche man aber anzunehmen an dem Römischen hose viel schwierigkeiten machte^auch haben einige da- vor gehalten, daß Richelieu selbst unter der Hand seine Promotion zu hintertreiben - oder doch zu verzögern gesucht. An. 16;8 im apr. warb er mit einem schlagsinß befallen - welches ihn bewog - ungeachtet er daran curirt worden - seine meiste übrige zeit entweder in dem Cgpuciner.klostcr a la >ue äs 8 . Honore zu Paris, oder in dem daselbst befindlichen klostcr äu Lalviä,-e, anfeine gantz eingezogene art ziizubrmgen; wiewvl er mich vorher, da er andern Hofe gelebt, in seiner kleioung, in seinem heile und in seiner kost sich beständig, wie andre Capnciner, verhalten. Den i ? dec. an. > 6 ; 8 rührte ihn, da er abends speisete, von neuen der schlag, und benahm ihm die spräche, nebst aller empßndung aufdcr einen feite, doch nicht den verstand- Der Hertzvg von Orleans und Richelieu besuchten ihn in solchem zustande, worinnen er den folgende» 18 dec. vormittags um 11 uhr mit tobe abgieng Lein leichbcgängniß ward fast mit nicht geringern ivlenmtäten gehalten, als wenn er schon würcklich hätte den Cardinals-Hut erlangt gehabt. Seinen cörper legte man in der Capuciner, Arche neben den eingangs erwehnten t'. Ängelum von Ioyeuse, stin Hertz aber ward den Nonnen clu (lrssaii-e überantwortet. Von seinen anverwandten ist noch zu mercken, daß sein jüngerer druder, CarolusMarquis äuTremblaystn anjehung seiner das Avuvernemenr von der dassiüe erhalten ; daß seine schwe- ster Maria , Jobannem von Veaumont , Xflacguis äs 8. Elienne, geheyralhet, und daß einer von seinen Nickeln, der Abt äu Tremblay genannt, L-inonicuz von der kirche äe dl. llame zu Paris worden. Im übrigen hat dieser t>mer Io- seph unterschiedene schrifflen heraus gegeben, als l'rsrigues äs Piers Lc äs äevorion; Draire äs iü meilleure rnLniere ä'enrenäre ls melie Lc äs corrirrmriisr sLinremsnc; l.S5 äispoücionL s la gusrre conrrs le Rurc ; A'inliruüion pour le; t'rinces; Lc leur imerelt pour I eu- treprise conrre!e Turc; l^'erar äsplorsols äe la clirerienke Le la moniere cle >a relever ; Iraiks cle la milice ckrecieane Le le; mo/en; äs lerablir Le äs la tHre sublitter; Aa Turciaäe en verz Imin;; RrLire äs I'oraäon irienrsle ( wegen dieses letzter« tractats beschuldigte man ihn an. i6r; einer kctzerey, welches er aber vollkommen von sich ablehnte ) OeL-nie äu'K.07 Le äs le; XliuiliireL (dieses publicir- te er unter dem namen äu 8isur äs .lVloncLAnez, wowider hernach der Abt äs Morgucs oder äs 8. Germain eine satyre schrieb, unter dem titul: VrLl-, Le bon; svi; äsh'rsucoi; iiäele;) ^vsrrisiemeur äs Oeonvills sux krovmces (worwider der jetztgedachte Abt sein ^ver- lissemenr äe d^icoleon 3. (AeonviUs heraus gab) Loup ä'eriit , und andere mehr. In einem tractat, welcher an. 16,7 zuerst heraus gekommen, UNd zwar Mit dem tittll I'^mb-iÜLäeur ckimengue ou le c^erc^eur cles clu c!e , ist diesoö P. ^0» sephs nicht zum besten gedacht. Am heffriasten aber hat man ihn an. iüzS in dem so genannte» LaMolicou brancoi; durchgezogen, welches hernach an. 164; der Abt von 8. Germain nebst andern satyrischen schrissten in zwey voluminibu; inguarro wieder auflegen lassen, und dem Könige Ludovico XM selbst dediciret. l'-- L,l ',r ss» /(. pai uu ono- Nsme. s „«iMsrls .Z' grr^. sse /.e niiv. (le Ixruis XIII. ^ ^ofevk) Albs / ein Spanischer Jude, schrieb ein buch in Rah. biMlch'Hebrälscher spräche, lepsser iLkanm geiiannl, worinnen er die vornehmsten glaubens-arkicul der ^nden abgehandelt. Ess behauptet, daß die bücher der heilige» Musst in wahrender Babylonischen qefangenschafft unmöglich haben können verMchet werden, weil daselbst allezeit Priester und iehrer des gesetzes gewesen, hierzu sekt er auch dieses »r^unrem, daß die Lamaritaner, welche doch der den jeinde gewesen, eine Hebräische abschrifft von den s du. chern Mosts gehabt, die in allen stücken mit lhren exenw arien u. bereut gestimmet. 8,Ml>». bwl. K.»bbm. nui- xn» l.; p. 796 segg. stamme der Hohenpriester, und 'eme Mutter von d m Komg gedlüte der Aßmonaer oder Maccadaer war. ^.w 'rde ume d s KavstrsCaligulä reg.erung an. ;7 gebohre», >md cdte ma umer ?wmitiano. Er wurde von tilgend auf so wvv> unlerricyiel / v-ui Er gestllete sich h.eraM ru bem Bano von de Eßa r 'e«e, bey d -, LSrle.n ios 981 26 iahre feines alters nahm er eine reise nach Rom vor, und zwar >vegm einiger Pnester, welche der Landpflcqer Felix gefan. gen »ach Rom gelchickt yalte. Daselbst machte ihn ein gewisser und bey Nerone grosse gimst hatte, bey der Kaysenn Poppaa bckaudt, durch welche er bey dem Kav» fer recommeudiret wurde, auch dessen gnade erlangte. Nach seiner !^angehender allgemeinen empö- rung des indischen volcks zum General der Galiläer gemacht, wel- che clisrge er nach jemer eigenen crzehlung, zwar ungern angenom» men, aber hernach beydes vorsichtig und klug bey den so vielen entstandenen hindern»,ien von freunden und feinden geführt, biß Io. tapata erobert wurde, da er nebst 40 man» von feinen leisten in einem brunnen oder in einer hohle sich zu verbergen qcnöthiget wurde , wormimi er auf eine fast unglaubliche weise solle erhallen wvr. den seyn. Dann als feme mitgesellcn, ungeacht der von Vesvasta- Nv verhcissenen lebensssristung und des darauf gesolgten evffriaen anmahnens Joseph, sich keines wegü ergeben, auch insonderheit die,en nicht aus ihrer höle hinweg zu den Römern lassen wollen, fand er sich zuletzt gezwungen den Vorschlag zu thun, daß man daS iooß wnrffe, und well ihnen kurtzum beliebte, sich da zu ermorden, je einen nach dem andern in der ordnung, welche das!ooß zeigen würde, hinrichtete. Hier solle nun ihme das iooß immer verschonet. haben, biß von der gantzen zahl er allein neben einem anderen überbliebe. Diestn sagt er endlich noch beredt zu haben, daß er sich mit ihme den Römern ergäbe. Hierauf will er dann Vespastano ge. weissaget haben, daß er noch Kavler werden würde, und erhielt dcsbalben seine freyheit, Er war mit Tito bey der belagermig der stadt Jerusalem , und schrieb hernach 7 bücher von den Jüdischen kriegen, welche Titus so werth hielte, baß er sie nebst einer eigenhändigen approbation und lobsehrifft in die öffentliche biblivthec zu setzen befahl. Nachgeheuds blieb er zu Rom, genoß daselbst des Kavstrilchen Mitzes, und wurde mit einer jährlichen penflon, wie auch mit dem Römischen bürger.rechte und einer ehren-säule begnadiget, welches ihm dann zeit und gelegcnheit gab, seine ro bücher von den Judifben antiquiläten zu vollenden; welcher zweck darum sthr rühmlich wir, weiter sich vorsetzte, durch genaue Vorstellung der Jüdischen geschichten und alterthümern diestm seinem dazumal durch die gantze weit zerstreuet«,, und in gröstem elend lebenden volck, einige glinst und achtung unter denen vöickern in alle» landen , als deren sie eben hoch vonnöthen hatten, zu erwerben. Er schrieb auch r bücher wider Apvionem von Alerandria, einen Jü- den'fenid, iigleichen einen discurs sonderherrschafftdervernunsst, oder von deui märtyrer.tode der Maccabäer, welches das zierlichste unter allen seinen schrissten ist. Über dieses hat er auch eine Nachricht von seinem eigenen leben geschrieben. Es ist noch ein anderer also genannter Josephus-Morionives zugenamet, welcher gleichfalS eine Historie von dem Jüdischen kriege geschrieben, oder vielmehr verfälschet hak. äs vim sua, Lc i. i. 2.;. äs LxpuZn. sslle- rvs. Velpick. c. Lpol, c. 17 Le. rl. , I. 4 äs sbtt. csr. c. 1; Lcc. in cbron. Le lillb. !. 4 ep,22z. I.i. äiv. inK. cap , 7. coä 47,7^ Le 2z8. . ssc,r/rKe>.. juALm. äs; kitlor. L'c/r, epickol«. /ttrz. in przet'rir. ssolepbi. ^ "Fosias / König in Jüda, folgte seinem vater Ammon im jähre der weit z ;g4- Er war ein sehr weiser und frommer König, und stellcte zu Jerusalem wie auch in seinem gantzen Reiche eine genaue Archen, resorination an. Unter ihm wurde auch das gesttz. buch gefunden, welches der Priester Hilkia zum Könige sandte / da er- denn durch dessen lesimg so gerühret wurde, daß er Gott nm rath fragte, erhielt auch durch die Prophetin Huldam die Nachricht, baß fein Königreich solte untergehe». Er wandte aber durch eyftiges gebet und thränen Gottes strafe von sich ab, machte einen bmid mit dem Herrn, reinigte den tempel und das Reich von der abgötterey, schaffte alle Wahrsager und zeichendeuter fort, und richtete den wahren gottcsdienst wieder auf. Unter seiner regicrung fieng der Prophet Jereniias an zu weissagen. Es zog auch Pharao Necho aus Egyplen herauf, stritte mit den Assyrern und Babyloniern um die Monarchie, und kam biß nach Carchemis am Pbrak. Da gieng ihm Jostas entgegen, und hielt mit ihm auf der ebene bey Megid- do ein treffen, allwo Jostas lödtlich durch einen pfeil verwundet, und nach Jerusalem gebracht wurde. Er starb auch daselbst im; r jähre seiner regierung, zu grossem betrübniß der stinigen , und des Propheten Jeremiä, welcher ihn beklaqete, auch viel klage.lieder über ihn gemacht, also daß daraus eine gewohnhett entstanden. 2 /cSF. c. 2;. 2 c. 24,2z. c. 22. c. 49. >. 10 Lmig. )uä. c.; Lc 6 . snnal. V. D« encnic. bibl. p. 504. ^oßius, ober Jorce, (Thomas) .ein Engelländcr, aus einem vornehmen geschlcchl entsprossen, begab sich zu London, nebst 6 sei. ncr brüder, m den Dominicaner-orden, hörte unccr Alberto Xis- §no sowohl die Philosophie, als die theologte, empfieng zugleich mit Thoma von Aquino, die hflaMsr-würde, und lehrte hernach in unterschiedenen klöstern mit sehr grossem Lppl-mlu die gedachte wissenschafften. Als er hierauf 7 jähr Provincial von Engeüand, auch eine zeitlang des Königs Eduarbi I deichtvater gewesen,ernen- nece ihn, wegen seiner vielen Verdienste und sonderlich wegen seines tuqendhafften wandels,Clemens V an. 1 ;o; zum Cardinal-Priestcr, des tiruls 8.Sabinä. An.i z io solle er, nebst dem Cardinal, Nicvlao äe Prato,dle stelle eines Legaten bey dem Kayser-Henrico VN-verwalten ; allein er starb unterweges in dem Savoyischen den 1; dec. des letztgemeldcten jahrs; worauf man feinen cörper nach Engel- land führte, und zu Oxford beerdigte. Es werden ihm folgende schrissten »Ugeeianet: Lupe,' 4>>droc senrenusrum , pottill» m ps->!- Hhhhhh ; rsrium« 98r ios renum; comment. in ss-s»igm/eremismz poft',1!» in prsvechis 8slom., comrnem. in Lenetin ; lle conceplione 8. ^lsri« virs.; m csnlic» csnncor.; cle üsm animsrur» pott morrem; kermoner pcrsnnum; ^ugettioneL cIieoIogicse;contn«l lconoclska;; inübr. ^uguwni lle civ. vei; cle lloünns kckolsrium; conrrs )o>i. Vuns 8coturn; ^Qeüurn c^e eonlvlsnone ^ cle r^oncOräiL 8^ Dbomse ^quinarir; l^ioclübet, Scc. Wiewohl einige davor hal» ten, datz Thomas von Aquino etliche von solchen schrifften gantz oder zum theil verfertigt. Kitt. -lnxl. ll- tcripl. ^n§I. snnLl, k^ 44 E svn. l 91 inor. bib!. Josua/ ein söhn Nun von dem stamme Ephraim, wurde von Gott noch bey Mvsts lebzeiten zum Heerführer und regenren deS volcks Jstael erwählet. Er trat auch solches amt alsobald nach Mo» sis tobe an im jähr der weit 2584. Seine erste that war/ daß er kundschaffter »ach Jericho sandte. Hierauf zog er mit einem kriegs» Heer aus SMim gegen den Jordan, da sich dann der Jordan, in« dem die Leviten die bundes.lade voran trugen, zcrtheilete, daß sie trockenes fusses durchgehen kunten. Er setzte auch mitten im Jor- dan ein denckmahl dieses Wunders, und als sie gäntzlich über diesen stuß gegangen waren, richtete er die 12 steine, so sie aus diesem fluß ° geholet hatten, zu Gilgal aus. Da nun alls Könige der Amoriler und Cananiter feinen anzug vernahmen, wurden sie gantz verzagt. Gott aber befahl dem Josua, daß er die kinder Israel, die in der wü» sten gebohren worden, mit steinernen Messern beschneiden soltc.Vier» sehen tage hernach hielten sie das passah.Indessen ließJosua die stadt Jericho belagern, deren maurcn auch von sich seldsten einfielen, alS die bundeSrläde zum öffter» uni selbige getragen worden, und die Priester die posaunen vorher geblasen hallen. Ai wurde durch ei« ne kriegeS.list eingenommen, und die Gideoniler, welche sich gleich» sals eines Überfalls befürchteten , machten einen dund mit dem volcke Gottes. Adoni Zcdek, der König zu Jerusalem, sahe dieses letztere nicht gerne, daher verband er sich mit 4 benachbarten Kö» rügen, und bekriegte die Gideoniter; Josua aber kain ihnen zu hüls» fe, und ihre feinde wurden theils durch das schwer)!, theils durch den Hagel, den Gott auf sie fallen ließ, umgebracht. Das wunder« bareste, so bey diesem siege vorgegangen,ist,daß die sonne dem Josua zu gefallen zwölff stunden stille gestanden, damit er seinen sieg wider die feinde desto länger fortsetzen tönte. Innerhalb s jähren hatte er fast alle städte des landcs Canaan eingenommen, und z i kleine Könige geschlagen. Ihre länder wurden hierauf unter die y stäm» me und unter den halben stamm Manasse ausgetheilet. Iowa aber, nachdem er 17 jähr regieret hatte, starb m dem nossahre seines allers an. 2^9;, ober wie andere wollen,2600. Sonst wollen eini» ge fürgeben, er wäre nicht der Urheber desjenigen duchs, so unter seinem »amen in heil. schrifft vorhanden ist; allein man kan das gegenkheil unter andern beweisen eben aus diesem buche Josua cap. 24 v. 26. Andere aber meynen, weil verschiedene reden und aus« druckungen darin,, vorkommen,so nothwendig erst nach seinem tode haben müssen dazu gesetzet werden; so hätte das übrige entweder rin Prophete, oder ein von Gott erleuchteter mann, so vielleicht Elba sey» können, hinzu gethan. 5 c. 24. /,/r,4 c. i keqo. ra saricz. ^ucl. sna. V. T. in ^os. okk. b,b>. 4 « prolcgom. kcriprursc 8. üb. r. cap. ; Z. r. //«sr. llemonttr. evsnZ. eocbir. bibl. p. 60, ür kegg. "Josua Dar Nun/oder ein söhn Nun. Ebed Jesu tribuiret diesem Svrer ein buch, welches den titnl führet; ill-oloZia, dar« innen sich befinden fragen über die gantze heilige schrifft, welche in L romor eingetheilet; äecition -5 -akuuin Lc semenriarum, viel brie» ft; ein wcrck von dem unterscheid der geistlichen ämter, und ein klein werck von den b^mnis. L^s 4 /e/« csral. kcript. 8)'r. 'Josua oder Jsa, 2-!ebK, das ist, der edele oder durchlauchtige zugenahmet. Er soll nach einiger Eccribenten bericht ein söhn Baiazethü des l gewesen seyn, welchen Tamcrlanes an. 1402 in ei. nen eisernen kefigt sverrete, nachdem er ihn auf der ebene bey An« goua geschlagen hatte- Andere jedoch halten ihn für einen bctrü» ger oder mir für einen Printzen des gebluts. Nach vbgemeldter niederlag, als im Reich alles in gröster Zerrüttung war, nahm Jo. sna durch beystand der Janitscharen und vornehmsten Häupter unter den Türckcn, welche aus der schlacht entrmmen waren, die regte, rungüder sich, eroberte die stadt Bnrsia oder Prusa,als den da» mahltgen sitz des Türckischen rcichs. Allein Mahomct, einer der jüngsten söhnen Bayazeths, der sich auch ,cho» in Asien ftstge« setzt hatte, gienge auf ihn loßamd als er durcheilten umweg über den derühinten paß Cap, Derbent in kleu,«Asien eingedrungen, Jsa aber die von ihme vorgeschlagene landestthcilung nicht annehmen wolle, ward dieser von jenem in einem harten treffen überwunden, darum gleichwohlcn Jsa für seine person sehr tapffer gefochten und den Ein Beg, einen der vornehmsten Generalen Mahomets mit eigener Hand erlegt. Durch diese nieberlag gienge alles vcrlohren was Ist, biß dahin innqchabt, und mustc er sich gen Constantino. pel zum Griechischen Kavsir mit der flucht retten. Nach kurtzem entschlösse sich Soliman Zcledis der älteste sobn Vajazeths, welcher seyl des vaters Unfall die Europäischen länder besessen, und zu Ha. drianopel seinen sitz gehabt, dem Jsa bey;,,stehen, in der Hoffnung, wann dieser nebst Mahomcth gegen einander brav die kopffe zersios. st» hätten,atsdgnn beyden desto leichter mcister zu werden.Jsa gien. ge also mit neuer macht inAsien überaucktelin sein voriges gebiet ein, da er die, so sich gutwillig ergaben, wohl und gelinde tractirte, mit denen aber, welche widerstand thun wollen, sehr scharff verführe, bey welcher gelegenheit, dann die stadt Prnsa, allwo sich die ein« wohner anfdas schloß retlnrct, und von keiner übergab nichts hören wölken, völlig cingeäscheret wurde. Aber bald daraufkam Maho» ios iot iou mech herbey, und schlug den Jsa nachmahlen, daß er kaum mit M- nigen entflöhe. Dieser erhielte zwar wiedernm etwas hülffe von einem gewissen Jsfendiar, welcher sich bey selbigen Verwirrungen des Ol'tomannijchen Reichs auch von einem kleinen ländgen mel« ster gemacht, und in der stadt Castamona residirte. Jedoch war auch dißmahl der ausgang nicht besser, als zuvor; wiewohl Jsa und der Jsfendiar dem Mahometh an der zahi weit überlegen wa« ren. Jsa meynke gleich darauf seinen bruder in der liistigkett, deren er sich nach jeweiligem glücklichem streich für einige zeit zu ergeben pflegte, unversehens zu überfallen, oder wenigst in dessen neuerober» ten land gute progressen zu machen. Allein sowohl seine vorige Niederlagen als die kleine aiizahl volcks, welche er mitbrachte, hat« ten ihn dergestalten verachtet gemacht,daß man ihn nirgendswo aufnehmen wolle. Auch suchte ihn Mahometh nach erhaltenen be« richt alsodald auf, daß er sich gegen der meer. feiten retten music, und ins Smyrnensische gebiet gieng. Da bewegte er nun widerum einige kletne Herren, daß sie sich aus mitleyden seiner noch zuletzt annahmen, Massen er ihnen mit weinen zu verstehen gab, wann ex auch zu diesem mahl seinem jünger« bruder,und der glcjchwohlea vor ihme kein recht zur krön hätte, untenliegen solle, wäre er fest ge« sinnet, sich trgendSwo zu verbergen und seinen knmmer in der stille b iß an den tod zu tragen. Es käme auch würcklich dazu. Maho» melds alle und schon so offt sieghaffre kriegs'leute rannten dem neu» zusammen geraffte» volck deö gegentheils ohne langes gefecht überü leib, und erhielten in wenig aügenblicken eine vollkommene viüo- rie. Jsa, welchem zwar ßhnedeme wenig Hoffnung mehr über» biiebe,seine fachen herzustellen, führte nach solchem das vorhaben aus, wovon er zuvor gesprochen hatte, und als er seine flucht m Caramanien genommen- solle man von der zeit an nichts mehr von ihme gehöret haben. Dann was die Griechische scribenlen me!« den, er wäre lebendig in stmes brubers Hände gefallen, und auf dessen befehl erwürget worden, mag gegen die crzehlung derer Tür« cklschen den stich nicht halten; um so mehr, da der gantze krieg in Asien, gar fern von denen gräntzen Griechenlands ist geführet worden. Diese geschieht trug sich zu bald nach ansang des 1; t-culi. />e«»c/ 4 D. Ilikk. J/lukuIin.!. 2, killt, lurc.* "Iotapata oder Jonitera/ war vor zeiren die festeste stadt in Gaiiläa in dem stamme Scbulon. Sie lag gantz auf einem seifen, war so hoch, daß man unten in den thälern kaum die spitze davon sehen tonte, und war ringsherum imt bergen umgeben, daß man allein auf der nord.feite darzu kommen kunte. Der bekannte Jü« dische geschicht'schmdcr JosephuS hatte sie noch mehr befestigen lassen. Jedoch eroberte sie Vefpasianus nach einer beschwerlichen belagermig, und bekam Josephum darinnen gefangen. Indessen ist sich etwas zu verwunderen, da Josephus sowohl diese stakt selb» sten überaus wichtig gemachet, als auch deren belagermig nach dieses manns erzchlüng eine der schwersten und merckwürdigsten muß gewesen seyn, welche sich in dem Jüdischen kriege zugetragen, dannoch kein anderer icridmt weder des orts selbst, vielwemger der belagermig mit eurem wort gedacht habe, /che//,«, i. z lle y. riiesii . rsrr-e isnLtL p. 140. uoc. orb. snrigu. i.; c.i;. Jouare / lak. lovsra, welches ch viel als bedeuten soll, weil vor allers an diesem ork ein tempel des Jupiters gestan« den, ist ein sehr reiches Jungfrauen-kiostcr, Benekiciiiier» ordens, deren Aedlißm dem Römischen stuhl unmittelbarer weise »ntcr» worffen, in der Franyösische» landschafft Brie, an den gräntzen der iäls cie krsnce, nahe bey Meaup gelegen, "Iotrbert/ der siebende Großmeister des ordens 8. Johannis von Jerusalem, wurde an. 1169 nach Gasto oder Castio erwählet, und halff den Christen wider die Saracenen. Als aber selbige in Svrien viel verlohrcn, und der König von Jerusalem mit gedachten barbarn einen stillestand machen muste, gieng ihm solches der» Massen zu hertzcn, daß er darüber starb an. 1179. Roger äs Moulins succcdirte ihm. L,/" ll-k. äe I'oräre äe 8. ^eaii. "Joubertus / (Laurentiiis) Königlicher Fraiitzösischer und Riwarnscher Rath und Leib.lykecücui, auch Cantzler und Richter der academie Montpellier. Er war den ü dec. an. 1529 zu Valen» ce in Dauphin- gcbobren, und anfänglich des Syivii zuhbrer zu Paris, auch des Argenterii zu Turin, bey welchem er sich dergestalt fest sitzte, daß er hernach V,ot'eüt,r zu Montpellier wurde. König Heinrich 1 U bcricff ihn an seinen Hof, bediente sich seiner artzncyen, und mcynte dadurch kinder zu erlangen, welches ihm aber fehl schlug. Es starb Jouberlus den 29 oct. an. i s8r;» Lein, des. Er hat verschiedene schrifften hinrerlaisin, worunter seine' errorer populärer die vornehmste sind. sserllter f4«/>r«v« ./» bibl. ^rsnc. -IoA. llokr. üb, s, bitt. lle Osupkinb.r,»» 4 er bibl. rueci. /ks-'/e. "Jovianus / so von einigen auch Jovinianus genennet wir-d, Römischer Kayser in dem 4 l-culo." Er war des Varromanr söhn, gebohren zu Smgidon, einer stadt m Pannonien, stund umer der Kayserlichen ieib-garde, als der Officier, >0 den tilul Lome» 00- rriekkicoruiri primur oder priiruceriur llometticorum führte, UNS wurde nach des Kaysers JuUam des abtrünnigen tobe an. ;6; zum Kayser erwehlet, welche würbe er erstlich nicht annehmen wolle, mit vorgeben, daß er abgöttuche sotdaten zu regieren nicht verlangte« Jedoch da sie sich alle mit einander zur Christlichen reilgwn bekannten, nahm er endlich den Kayserlichen purpur an. Es stund damahls mit dem Römischen Reiche sehr schlimm, welches er wieder in einen guten stand zu bringe» suchte. Er machte aber mik den Persern einen sowohl schimpflichen als schädlichen frieden,indem iov ^DwvintzenderdisseitsTiger nebst einigen gräntz-festungen, "'OrUlirer Singara und Nistbis die vornehmsten waren/ abirat, so von den Römern noch nie geschehen. Der elende zustand der armee nach dem tod Juliani mochte wohl die fach in etwas entschuldigen; allein es ist doch dabey sehr glaublich / die forcht daß, wo man iaiiger in Asten bliebe / jemand anderer steh in Occident zum Kay' ser aufwerffen möchte / habe wohl das meiste dabey gethan; wie denn sonderlich die Heydnische scribenten dieser zeiteir deßwegen sehr ungehalten auf Iovianum sich erzeigen. Im übrigen sorgte dieser Kayser sehr für das aufnehmen der Christlichen reli» alvn- ließ die gotzcmtempel zufchliessen, und verbot/ daß man dense!» den nichts mehr opffern folte: Vor allen dingen rief er die ins elend versagte Blfcdöffe wieder zurück/ und versicherte die ketzer,baß er niemand leiden wvlte/welcher in der kirehe unruhe und zwietracht stifflen würde. Er besaß aber den Kayserlichen thron eine gar kur- tze zeit/ indem er den i7ftbr. an. ;ü4 zii Dadastunum zwischen Ga» lallen und Bithyiiie» dieses zeitliche gesegnete/ nachdem er 7 mona» te und rr tage regieret hatte. Man fand ihn tod in seinem bette / nachdem er durch den rauch der kohlen ersticket worden / welche man in feinem zimmer angezündet hatte, um felbiges zu erwärmen; wiewohl andere sagen, daß er in einem nemgetünchten zimmer ge» lege» / oder sich im essen überladen gehabt. Von feiner gemahlin Charitas, des Lucilljam tochter, hatte er cmen söhn, welchen er zum College» in dem Bürgermeistermmte inachle. Ammianus Mar» cellmus will / daß er dem wein und der unzucht sehr ergeben ge» Wesen. /VTir-'re///»«,- lik. 2;. lib. 10. ckoc-'sreL lib. z . >1^,4. lib. ü. !ik. 8> W«,r lil>. z. * IovinianuL,cin gewisser Münch unterdes Ambrosii infpection in der vorstadt von Mayland. Er fieng, wie man berichtet, an. ;8r an zu lehren, daß fasten und andere gute wercke der bnssc nichts nütze wären; daß der jungfräuliche stand nichts besser wäre, alS der eheliche; daß nur eine belohmmg der seligen im Himmel wäre; daß Christus kein warbafftiges fleisch an stch genommen; baß die getaufften von dem teuffel nicht köntcn versucht werden, und was dergleichen mehr .Zu Rom beredete er viele Nonnen, den geistli« chen stand zu verlassen, und stch zu verehlichen, vorgebend, daß sie nicht besser seyn könten - als «Lara, Sufanva, Anna. Darauf wurde er von dem Pabst Siricio, wie auch durch ein von Ambro» sto zu Mayland gehaltenes Loncilium verdammet. Als er aber hierdurch sich nicht auf andere gedancken bringen lassen wolle, wurde er von dem Kayser Theodosto aus Rom verwiesen. Weil er a» der dessen ungeachtet noch immerfort seine Versammlungen ausser« halb der statt hielte,so wurde er an. 412 von dem Kayser Honvno in eine lnsül verwiesen, allwo er starb. ep. 4.2. lle k«r. csp. 82. 7 /,. !>!,. i Lc 2 aomrL lovin. c. 17s.an. L. ;82, ;s>2,402. chr»,se-'«§ borest 87. t/s- Kitt. ecclett lib. -ch. Jovinus, ein berühmter und erfahrner cspikLw aus einem der edelsten stämmen unter den alten Galliern entsprossen. Er wurde an. 412 zu Mayntz zum Kayser erkläret, da der tyranne Constanti» nns zu Arles belagert wurde. Gvar König der Alanen und Gnu. dicarius, der Burqundicr Cavitaine, thaten das vornehmste zu sei» ner erdöhung. Er nahm seinen brudcr Sebasrianum zum College,, an. Allein sie genossen solcher würde nicht lange; - denn als in dem folgenden jähre Athaulphus, der Gothische König, welcher es ,on. sten mit Jovini parthey gehalten , eben durch diese erhebung Se- dastiani,"welche ohne sein vorwissen geschehen war / entrüstet, und durch Dardanum einen heffkigen ftind Jovini iwch mehr erbitteret, mit Kayser Honorio friede und bündmß schlösse, und jolchem zu» folg ein starckes volck aus Italien anführte, ward SebastianuS bald zu Narboiine erschlagen-"Jovinus hingegen lebendig zu Valentia gefangen, und als er Dardauo überliessen worden, von solchem als ein redest gelobtet an. 41LKr». 1 Lc //«tE m ckron. I. 7. I. 12. * Jovius, (Paulus) ein berühmter historien'schreiber, war an. '48; zu Evmo m Italien gebvhrcn, und wurde nach des vatcrs kv- dc von dem ältesten bruder Bcncdicto Jovio wohl erzogen. Von dcu kcnn er aufdie aca^emiezu Pavla/ studirte daselbst meaiemLw, meng aber nach Rom, that daselbst einige euren, und wurde von Leone X in den Päbstlichen pallast aufgenommen. Adrianus VI wachte ihn zum OanOnico zu Comv/ und Clemens VH , nm wel* chen er stets seyn muste, zum Bsschoffe von Nucerien. Inder ero» berung Rom, durch die Kayserlichen, hatte er viel auszustehen,und veriohre dabey verschiedene bücher seiner Historie, wovon er her» nach nur die kurtzen lummans ausaegeben , die andere muste er durch eine ziemliche summe gelds, welche ihme doch aus initlei» den dazu verehret wurde, von einem Spanischen Ossicrer, der jie erbeutet/wieder loß kauffen.KayserCarl der V, als er ihm sein buch von dem M'ipninae der Türcken dedictret/machte ihn zum Iutker und comlle und eben wegen dieses buchs soU er auch von dein Türckischen Kayser grosse geschencke bekomm haben. Seine marner zu erzehlen ist klar und angenehm genug; aber sein ttiluL gar nicht rein noch correct. Endlich da er das Bißlhum §omo,fo er suchte, nicht erhalten kunte, gieng er aus Verdruß nach ^lorentz- woselbst er den ii vct. an. i;;2 verstarb. Er führte stch eben nicht zum besten auf, lebte üppig, und machte wenig werck von der from» migkeit. Cardanus will ihn gar vor einen Hermaphroditen halten. In seinen schrifflen war er partheyisch, nachdem cs ihm bezahlet wurde. Denn man sagt von ihm, er habe eine stählerne und eine güldene fcder gehabt, wie er denn von Francnco l eine grosse pen» ston bekommenznachdem ihm hingegen solche von dem RcichsMar schall Montmorency unter Henrici H reg'erung/ingezoaen worden, ließ er gegen selbigen seine affecten ziemlich spure». Er war fon» iou ioy yoz IHrEEMd suchet, was mir im. 14M angehöret, über alles zu erheben.Seine schrtfften flnd- H,K°N2 lu, kempo>-- 5 ;commennrii lle rebm Tuocif;vi«Im^. ,0,^^ l uroc. vir« Xll Vicecomirurn inelliol. elossis virorum il luttr. eloZm virorum lloÄonum; lletcrip-o Lriianni«; 8con«^ IU.' beim«, llelcriplio Xlottovi«; lle KomLv. pittikur. lib l i. kliescr. merkoll Kilt' ^ rkeair. ^oura / so vor aikers Gyarus auch Gvaros biefl, ist eine klei. ne Mjul IN dem ^rcKipelsZc,, wohin die Römer Ihre meist'» Übel» thatcr, jo etwas begangen, zu verweisen pflegten, weil es ein wüster und unangenehmer ort war, und dahero gar woh zu ei em aZna. n ß gebraucht werden kunte. Hiervon ,st das ssnchwön Sän. ,D-e,e insul wird anitzo von niemand als etlichen armen sischern bewohnet, lull. in iHcc Lnnzl, z c. 69 lib, io. lsrvr. 1. /'LrL/i,' ,,ir /tpoll. lib. 7 c. i ü. 2- » Joyce / stehe Iosstus. Joyeufe/ lat. Laullioss, ein flecken in Vivarez, gegen die grantzen von Languedoc und Givauba» zu. Sie führet den titul eines Hertzogthums, und eine edle familie in Frankreich hat daher ihren titul. . ^s^euse / ein altes Adeliches geschlecht in Franckreich, wel« cheo von Gindmie, Herr» zu Joyeuse, der an. 125; gestorben/^ herslammet- Die vorfahren desselben sollen Gaudentii geheißen, und die,en namen von Aelii, Grafen von Aquitamen , söhn Gau» dentlo vekommen haben. Bernhard, Herr von Joyeusc, hinter» netz Randonem l-, von dem Ludwig!, der stch im krieg sonderlich hervor that. Er vermahlte sich an. 1; 79 mit Tiburge, Frau von 0., /Üwier, und brachte dadurch selbige Herrschafft an seinkiauß. ^ym lvlgte fern söhn Randon II, welcher bey dem Dauphin Caro» Io unh Ccimmerherr/ undnnch dic'jem Oonverneur ui D^u* phuie ivurde. Diesein folgte sein söhn Ludwig II, welcher au.142; von reu Engelandern i» der schlackt bey Crevanc gefangen wurde. Der König gab ihm hierauf eine jährliche pension, und machte an. i4?2 me Herrjchaßk Joyeuse zu einer Vicomre. Sem söhn Tan» negui folgle ihm. Dieser starb an. ,486, und verließ Wilhelmum, von dem 10 son; Caroium , Mt von Chambon, welcher an. 148; zum Buchoff von 8. Flour ernennet ivurde, und Ludwig von Io» yeuie, Herrn von Botheon, Bauzac, Rochefort, Grasen von Grandpre, rc. Er war König Ludwigs des Xi Caimuerherr, und Caroli VIl! Genera! > Lieutenant bey dem Avuvememem von Paris, 1-le lle krance, Beauvaisis, Champagne, Brie, Ga» l»w s und Vcrmandvis, Couvemeui- von Mouzon und Beaumvut in Argvnne, welcher den 4 wart. an. 1498 verstorben, und von idm stammen die Grafen von Grandpre her. Wilhelm der l aber fetzte das gefchlecht fort. Er war des H; rtzvqs von Bourbon Rath und CammerVerr, und starb aii. >49;. Seme söhne waren Caro» lus, von dem so fort; Ludwig, Bischoffvon 8. Fwur; Wilhelm, Bnchoffvon Alelh und Abt von Chambon; Jacob, Genera! Abt zu 8. Antoine in Viennois; Th-baldus, Rhodiser Ritter, und Johannes, von dem so fort; Carollis folgte dem vater, und starb an. ,;;2. Sein ältester söhn Ludwig kam in der schiachl bey Pa» via um, der andere Jacvbus folgte zwar dem vater, starb aber an. 154s ausser ehe, bahero folgte ihm sein netter, obiger Johannes, Vicornre von Joyeuse, Herr von 8. 8Luveur und Arqueü, Gouverneur von Narbonne und Ritter von dem Königlichen orden. Er starb an. i;??, hinterlassend Johann Paul, der ohne erben ver. starb, und Wilhelmum li, Marschall von Franckreich. Dessen söhne waren Annas, Hertzog, kmr und Admiral von Franccrckch; Franciscus, Cardinal von Franckreich; Heinrich, Gcafvon Bou. chage, nach diesem Hertzog vv» Joyeuse und Markchall von Franck» reich, von welchen allen hernach; Antonius Scivio, Mauheser. Ritter und Groß. Prior von Toulouse, und nach diesem Hertzog von Joyeuse, welcher den 20 oct. an 1592 in dem kleinen fluß Tarn umkam; Georgius, Vicomie von 8. Didier, starb an. i;8s am schlage; Honoratus starb gar jung, und Claudius, Herr von 8. 8'suveur, kam MI. r;87 in der schlacht bey Contras um. Der stamme ist mit Hertzog Heinrich an. -603 abgegangen. Seine hinterlassene tochter Henrielte Catharine hat an. i6n j» zweyter ehe den Hertzog Carl von Gnise gehcyrathet, und an. iSsü dieses zeitliche gesegnet- Darauf hat ihr dritter söhn LouiS den titul von Joyeuse'angenommen, dessen stamme an. 1675 mit feinem groß» söhn Frantz Joieph auch ausgeblühek. sllllir. sux rnem, lle t^Llleln. Orr/v rsbl. §sne»I. lle la maikou )o) Suke. Joyeuse/ ( Annas von ) Hertzog und ?s>r von Franckreich, Ritter von den Königlichen orden, Öbrister Canunerjuncker, und Louverneur der Normandie. Er war Wilhelms II > Mcomten von Joyeust und Marfchalls von Franckreich, söhn,von Maria von Batarnay. König Henrich III von Franckreich machte ihn an. ,;8i z»m Hertzoge und l'air diests Königreichs, und vermählte ihn 2 monat hernach mit Margaretha von Lothringen , ,einer ge» mahlin jüngsten fchwester. Nachgebends wachte er ihn zum Admiral von Franckreich und zum 6ouvemeu>- in der Normandie. An. 1587 gab ihm der König das cominsnllo üver die armee, fo er in Guienne wider die Hugonotten schickte, woselbst er nach einem langwierigen widerstände bey IVlom 8. Lloi 2 rcgimcnter niederhieb, ohne einem einigen davon quartier zu geben, erhielt,auch nach diesem einige Vortheile. Als er nach der zeit mit des Königs von Navarra armee zu fechten commandiret worden, wolle er den jtic«rs 984 ioy -ucciirs nicht annehmen, der ihm von dem Marschall cke Matianon gebracht wurde, weil er sich schon für starck genug hielt. Nach. vem er nun vernommen, baß der König von Navarra, nachgehends Henricus der grosse, mit seiner armee aufber andern feite des dorffs Eoutras tage, kam es den2y april an. i;87zu einer schlacht, wo« rinnen ferne armee gantz ruiniret, und er selbst des lebens beraubet wurde , ungeachtet er selbiges mit ivoooo cronen zu rantziomren sich erbot. Sern bruder/ Claudius von Ioyeuse, blieb gleicher werfe auf dem platze, weil die Hugenotten niemanden quartier ga« den, sondern immerfort ausrieffen: lVlonr 8. Lloi! um damit auf des Hertzogs Ioyeuse grausamkeit zu beulen, welcher an dem vemeldten orte r gantze regimenler, ohne einer einigen person zu verschonen, niedermetzeln lassen. Jedoch machte endlich der Kö» mg von Navarra des blutocrgressens ein ende. Er hinterließ keine «eibes.erben, und wurde Mit grosser macht bey den Augustinern zu Paris begraben. In vn. Lear. I V. 'Joyeust / ( Franciscus) Cardinal und Ertz-Bischoffvon Tou« lsust, war Wilbelmi II söhn, Ven24i»n. an. i;6r gebohren. Er wurde in den studien wohl erzogen, an. i;8r Ertz« Bischoff von Narbonne, und in dem folgenden jähre Cardinal. Ob er wol noch sehr jung war, so machte ihn doch König Heinrich III zu seinem Rath, und schickte ihn nach Rom, daß er das proreÄoi-ar der Französischen nation daselbst führen solle, da erden» auch des Ko> nigs imeeeile sehr wohl beobachtete. Bey seiner rückkuufft in Franckreich wurde er Ertz-Bsschoffvon Toulouse, kehrte aber an. 1591 wiederum zurücke nach Rom, und wohnte des Pabsts Clementis VIII wähl bey. An. i;sz that er nochmals eine reise dahin, um ' König Heinrichen den grossen mit dem Päbstlichen stuhl ausznsöh. neu. An. 1600 empficng er die Königin Maria von Medices zu Marseille, und hub indem folgenden jähre in des Pabsts «amen den Dauphin, so nachmals König Ludwig der XIII war, aus der tauffe. Er folgte an. 1604 Carolo III von Bourbon in dem Ertz« Bißthum Rouen, und fand sich zu Rom bey Pabsts Leonis Xi und Pauli V wähl, verglich auch die Venekianer mit diesem letzter». Er crönle an. 16,0 die Königin Mariam von Diedices zu 8. Dcnys, undKönULudwlgen den XIll zu Rheims. An. 1614 präsidirte er bey der general.versammlung der Fcantzösischen Stände. Er starb aber in dem folgenden jähre als llecsnuz des Cardinals-Lollegü zu Avignon. l?lib. I; Le 8^,kisll. Lkrick, vie cies (.'arclin. ci-rcce»««,. ^Ioyeuse / (Wilheimus von) V-comw von Ioyeuse, Herr von Dldicr, Landun, Puiverl, ArqueS und Caviffan, Ritter der Königlichen orde», Marfchall von Franckreich, und General. Lieutenant des Königs von deni gouveinemenr von Langucdoc. Er war des Johann von Joyeufe , Herrn von 8. 8auveur. 6ou- vcrnearr von Narbonne, iüngster fohn von Francifca von Voisin. Er war anfänglich zum geistlichen stände gewiedmet, und bey leb» zciten seines ältern bruders, Johann Pauls , Bischoff zu Aleth. Weil er aber die geistlichen orden noch nicht angenommen, verließ er sein Bißthum, und gieng in den krieg, folgte auch nachmals seinem bruder, und that König Carln dem lx m Langucdoc sehr gute dienste. König Heinrich UI machte ihn zum Marfchall von Franckreich, und Ritter des Heiligen Geistes. Er starb an. i;?2 in einem hohen alter. lab!. Aenesi. cle Is Mais. cle sio^euck. ^oveuse / ( Henricus von ) Graf von Bouchage, nachmals Hemog von Ioyeuse, Lsll und Marfchall vvn Zranckrelch, Rit» ter der Königlichen orden, Großmeister der gsMerobbe. Souver- neur und General. Lieutenant von Anjou , Tourame, Maine, Perche und Langnedoc, lctzlich Lawr Lngciur genannt. Er war des Wilbelmi söhn, wurde an. iz6r gebohren, und lag in feiner jugcnd in dem colleffo von Navarra zu Paris den studien ob, war» de aber von dem Könige Heinrich III an. i;8r an den Hof genommen , und mit obigen stelle» versehen, da er dann auch an. iz86 das castell zu Angers, welches der König von Navarra einbekom» wen, wieder eroberte. Er vermählte sich mit Catbarincn Noga« ret äe ls Val-ette, des Hertzogs von Espernon schwestcr, und hatte mit selbiger eine tochter, Henrietten Catharmen, und einen söhn, so bald nach der gebart gestorben. Als aber selbige seine gemahlin den y aug. an. 1187 verstorben war, trat er rs tage daraufmit grossem Widerwillen seiner brüdcr in den Capucincr. orden, und nahm den «amen ^nz-elur an, welches er, wie einige behaupten, seiner gemahlin auf dem tobt. bette versprechen müssen. Er lebte hicraufin demsclbigcn orden in Langucdoc, Gaiconien, Italien und Lothringen, und wurde letztlich eravincull,« in Franckreich. Als aber seine brüdcr meistens umgekommen und niemand mehr übrig war als er und der Cardinal Franciscus von Ioyeuse, bere. beten ihn die Stände von Langucdoc, als ihr General d,e Waffen Wider Konig Heinrichen den IV zu ergreiffen, und zwar die,es zu Vertheidigung der Catholischeu reliqivn, weshalben er auch von dein Padst Elemente VIII dispenfation erhielt. Er dirigirte hicraufdcn krieg in selbiger Provintz, und hielt der I,gue.parlhey eiftria. AIs sich aber einige städte König Heinrich dem IV ergaben, unddiefer die absolutton von dem Pabstc erhalte», sudmittirte er sich ihm an. icy6 gleicher gestalt, und brachte die städte Toulouse, Narbonne, Carcassonne, My, Gaillac, und andere unter Königliche dcvo« lion, dargegen er zum Marfchall von Franckreich und zum Konig. liehen General-Lieutenant in Languedoc ernennet wurde. Er dien. te hierauf dem Könige wider die Spanier, bis aufden an. ,sy8 zu VervlNs geschlossenen frieden, führte aber dabey ein dissolutes le. ven. Jedoch refolvirte er sich an.. 1599 plötzlich, und nachdem er des abends bey frölicher gcsellfchafft gewesen, gieng er des morgens darauf den 20 febr. wieder in den Capuciner.orbcn, nahm feinen vorigen namen ^r^eluL wieder gn, predigte mit grosser verwunde» r rung, würde auch zum andern mal Lrovwüal dieses ordens M Franckreich, sind lleLaiwicapiruliZeNerFir, verrichtete auch baar» füßig eine wallfahrt nach Rom, und an. 1608 eine andere zu dem üusgeschriedenen capikel seines ordens, erktancktc aber untecweqeä, und starb den 27 fept. an- isoZ zu Rivvli ohnfern Turin. Seine eintzige tochter, Henrietta Catharina, erbete von ihm, welche an 1599 MN ersten male mit Heinrichen von Boucdvn, Hertzoqevon Montpensier, und an. i zum andern male mit Hertzog Carln von Lothringen vermählt wurde. Sie starb an. iL?s. " JacobuS Brousse hat dieses kaier ^nZeli leben in einem eigenen buche ae. schrieben. I-eklrer cl'OÜsr. ^ Iperle/ ein fluß in Flandern, welcher bey der stadt Ppcrn ent» springt, und, nachdem er bey Dirmuyden vsrdeygelauffen, sich endlich bey Nieupoorc in bis Nordsee ergiesi. Ipcrn/ oder Zypern / lat.lprL, Ipr«, Iprcmm, eine wohl. befestigte stadt in Flandern, an dem kleinen flusse Jperlc, nebst einer Citadelle, und einem unter den Ertz. Bischoff zu Mecheln ge. hörigen Bißthum. Anfänglich war es nur ein schloß, weiches dir Normänner zerstörten, Graf Baiduinus II aber ließ es an. 880 wieder repariren. Der GrafArnolphuS legte daselbst an. 901 eint. ge festungs. wcrcke an, welche Graf Balduin UI etliche jähre her» nach vermehret hat, bis an. i;88 zu Philipp! des kühnen zeitcn die steinernen mauren herum gezogen worden. Sie ist anitzo eine sehr reiche stadt, und bat viel Archen, wovon die zu 8. Martini die haupt'kirche ist. Das allhiec von Paulo I V an. 1159 aufgerichtete Bißthum geboret unter den Ertz »Bischoff von Mecheln. Sie ist . die dritte in Flandern, und hat verschiedene dmffer unter sich. Das land umher ist über alle Massen fruchlbar. Sie ist sehr wohl ge. bauet, und hat viel prächtige gebäude und valläste. Der so genann» te Herren.pallast ist febr groß und schön, wie auch die tuchmacher» halle. Im übrigen ist diele stadt wegen ihrer manufacturen be» rühmt, und hat unterschiedliche messen, unter welchen die in der fasten die vornehmste ist. Die von Gent lagen an. >nebst den Engelänbern 9 Wochen davor- An. 1648 eroberten dieselbe die-Fran. tzostn, verlohren sie aber das folgende iahc wieder. An. 16^8 bc« kamen sie den ort wieder ein, gaben aber selbigen durch den Pyre. nälfchen fricdens.schlusse wieder. An. 1678 eroberten sie selbigen von neuen, und lraicn ihn erst im Utrecht»,eben Frieden, als ein stück der Holländischen Barriere, an das Hauff Oesterre ch ab. Sonst ist auch dieser ort wegen des Janfemi bekannt, der hiersclb» sten Bischoff war. rkesir. oibir 10m. 2. IlLnllr. illulA. clelci'. Leleü. kopoAr. öelZii, kick. ecclest lle5 ksi; - kss. eopograz-k. circ. Lurguncl. ^Iphianassa/ war Pröti, des Königs der Arglver in Pelopon« neso wchtcr. Als sie einstens mit ihrer schwester Lvstppe m einem kemvel der Juno war, ließ sie einige Verachtung gegen diese göllin von sich spüren , indem sie ihres valers pallasl und reichthnm diesem tempcl und dessen zicrrathcn , ober wie andere wollen, ihre schön» heil der beiaglen Göttin ihrer vorzog, welches Verbrechens auch ihre schwester sich lheilhaffug machte. Hierauf soll Juno, wie die poo. tcn berichten, ihre» verstand dermasten verwirret haben, daß sie nicht anders gedacht, als daß sie in kühe verwandelt wären. Weil es nun dem varer sehr wehe that, seine tochter in solchem elenden zustande zu sehen, ließ er alsvdald einen artzl mit »amen MelampuS holen, welchem er einen theil von stimm Königreiche, und dieje» nige von seinen löchter», welche ihm am besten gefiel, versprach, woferne er sie wieder cnrircn würde. Als nun selbiger den zorn der Juno durch opffcr gest,tlet hatte, verrichtete er die cur, und vcr» mahlte sich mit Jphianassa. ^phiclus oder Jphicles, war Phylaci söhn von der Clime» ne, und ein Fürst in Thessalien. Ais er >ml seiner gemahlin lange zeit in einer unftiichtbacen ehe geiebet hatte, wurde ihm von Me» tampo gereichen, daß er den rost von einem Messer, welches euie zeit lang in einer eiche gesteckt, in wein schütten, und davon i» tage lang tcmcken solle. Nachdem er dieses gethan, bekam er von seiner gemah'-in; söhne »ach einander, ncmiich Prokesilaum, Po» darcen und Philoctciem. Die,er Jphiclus war einer von den Lr^o- nauriä > welche mit Jazöne nach den» goldenen »liesse reistten. 'Jphiclus oder Jphrcles / war ein fohn der Mcmena, weicht ihn von ihrem gemahl, Amphitryon, zu gleicher zeit mit dem von dem Jupiter gezeugten Hercules gedahr. AIs Juno aus eifersucht und haß diesen letztem durch 2 ,chlangen umzubringen suchte, er- schrack der kleine Jphiclus dermalsten, daß er aus der wiege fiel und mit stmem weinen seine eitern erweckte; welche dadurch gelegen» heil bekamen, zu sthen, wie der junge Hercules die gedachte r schlangen mit seinen Händen erdrückte. in Reraclileo. Iphicrateo, war der Athenicnser General. Er bekam das coinm-milo ihrer armee an. 159 der stadt Rom, da er nur r° jähr alt war, und machte sich nicht sowohl durch sonderbare thaten als durch seine strenge krieges-zucht berühmt,i» welchem stücke er'alles so scharff hielt, daß er es hicrinnen nicht allein den vortreffüchstcn Ge» ncralcn seiner zeit gleich that, sondern auch deswegen eben so hoch gehalten wurde, als einer von stiueu vorfahren. Auch hat er in de» nen waffen, Helmen, spießen und bcgen eine ziemliche Veränderung eingeführt; daß Griechische fußvolck in gewisse» gefallen eine andere stellung machen gciehrct, und insonderheit daraufgesthcn, daß solches viel leichter und fertiger, aber Lannoch dem feinde zu fcha. den, nicht minder bequem, als es zuvor gewesen, wurde; zu weichem ende er auch die stählerne oder äherne pantzer abgeschafft, und an solcher statt andere gegeben, die aus dicht m einander gefloch» tenen und in essig und saltz wohl eingedaitzten und gehärten faden »dkv I rph ips verscniget waren. Ersirilte wider die Thracier, Seuthen, 'welcher mit denen Atbenicnstrn iw runde MNvc, wldcrum zu feinem Königreich. Den Lacedänwniern thäte ^'d^h verfchiedmen gelegenbeuen fchr grossen abbruch, fchiuge deren General Anaribnim zu lande, Anarippum hingegen naw.e er 2 oder mehr mann war, überfiel er' unversehens im marsch auf dem Corinthischcn gebiet, und hieb sie meist darnieder.. Nach der Leuctrischcn sei'lacht, als die Akhe- menjer sich demusslget fanden ber Lacedamonar varthev zu ergreif» ft», damit die Thedaner nicht gar zu mächtig wurden, rettete er durch leine ankunfft die stadt Sparta, welche die anwesende bur« gere zwar wohl gegen den ersten anlauff der Thebaneren beschützet vatten, ader^ielblgeil in die harre bey weitem nicht gewachst!! waren. Er liehe siel), da in Griechenland kein krieg war, von Ar» taxerxe dem Konig in Persien auf dessen Egvptischen fcldzug dingen, und trug auch da den rühm davon, daß er dessen ge. wordenes sußvouk unvergieichlich wohl eingerichtet. Sonst wird auch an ihme seine grosse und ansehnliche leibes-gestalt, die sich sehr wohl zu seinem stand und dem comrnansto der armecn schickte, gcruhinet. Plntarchus erzehlet untersthiedliche von stinen scbarff- finnigen reden. Als cr einstens an emem solche» orte, da nicht die geringste gefahr zu seyn schiene,sein lagcr sortificirte, nü sich ihrer viel darüber verwunderten, sprach cr: es ist eine ciarstige eMschuk- diguiigvor einen General/ ich hätte es nicht gedacht! Zu einer andern zeit begab fichs, daß ein gewisser spöttischer Edelmann ihm sein geringes herkommen voewarff, dagaber zur antwort: ich werde der erste meines geschiechts / und du wirst der stelzte von deinen! fe^n. in Lpoz-llill. 7«ssx- I. ü. liikk. läeseo. I. <; leglz. * 'Iphidainas/ oderIphidamus/ war ein söhn Antenors, Mb ward in dem Trvjamicyen kriege von Agamcw.nvne hingerich' tet. . kl. 11, "Iphigenia / war Agamemnonis und Clytemnesteä tochtcr« Die poeleii erzehlen, daß sie der Dianä geopffert werde» sollen, und zu solchem ende schon aufdw scheiter-hanffen gelegt worden ; allein die götttn habe sie aus mitleiden m den Himmel aufgenommen, und om reye an ihre start hingelegt. Nach der zeit war Iphigema eme priesterin, und erlösetc ihren brndcr besten. Es scheinet, daß diese fadel aus des Jcphtyä tochter.mord ihren Ursprung habe. 62-,- sst«, üb. iL meiÄmoe^h. "Iphis / war nach den Poetischen fabeln eine tochtcr Lugdi und Thrternsa, aus der stadt Phestos in Crcta. Weil aber ihr vaier bc- fohlen hatte, daß seine fran, wenn sie eine rechter gcbayrcn wür« de', dieselbe umbringen solle, so gab Tdeietusti gegen jederman vor, Ivb's wäre ein söhn. Da sie nun das 1; jähr erreich;, versprach sie chr vatcr mit einen! andern sehr schönen ftauenzimer, namensJan» kbc. Jpbis liebte diese seine braut bertzlich, und bejammerte nur bey sich selbst die glerchheit ihres gesthlechts. Httraufließ die göt. tin Isis durch ihr und ihrer matter gebet sich erweichen, daß sie die Iichis den raq vor der angesetzten Hochzeit m ein manns,bild verwandelte. siehe Ianthe. 'Iphis / war, nach dem vorgeben der poeten, ein liebhaber der Prjttsießm Auararete, fgnb sich aber dermaßen von ihr verschma» bet, daß er aus verzweiffelnlig sich selbst vor ihrer thüre erhcnckte. Zur straffe der erwiesenen grausämkett ward Auararete in einen pem verwandelt- üb. ulr. incnrmoi'jsti. ^phitlis / Praronidis söhn, auS Orvli geschlechte. Er war König zu Ests in Mvrea, welcher die Olyinpischen jp-ele wiederum in schwang brachte/ nachdem sie vor 442 ladren von dem Hercn- le zn erst waren gesliftcct worden. Andere machen diesen Jphitum zu NaubuIisoh», zu Hippasi enckel, und m einem von den ^§0- Niluris, weicher gleichfalls König von Ests war. D>e seeibenlen können sich wegen des jahrs dieser berühmten sp-ock-e nicht vertca- gen, vor welcher zeit, nach Vaeroms bericht, alle Griechische Historien bunckel und fabclhafft sind. 0^»^- M emencl. remo. Tk-ccrs/. cknon. retorrn. kreviLr. cbeonol. cle cloür. temp. l. z brev. re:n^. x- 2!. i c. 7. ^vhofttt / eine kleine in dem Stlffk Würtzburg gelegene stadt ittbst einem amte,welche an.740 von deinKönigePipino stll-eebaiiet, und an. i 292 mit manrcn umgeben worden >eyn. Sie gehörte vor diesen! den Grafen von Castell, von denen sie an das Stistt Würtzburg gelanget, welches daselbst an. 14?; daS .'ano-gc- richt angeleget hat. DaS nahe hierbei) auf einem hohen berge an dem Steigenvalde gelegene feste stlstvß Schwanberg, ist m dem bauren-krlege an. 152; zerstöret worden. branc. re- ä>v. "(vsa!a/ lat.cvpssl-i, eine stadt in Thracien an dem flusse Meta, war vorzeiten ein Bisthöfflieher fitz inner dem Ertz'Bischoffe von Trajanopcl, wurde aber nachgehends zu euwr lvleiopoi, ge- wacht. Sie ist ro meilen wenwärtS von ^raianopel, und 26 ostwärts von Drusipara entfernet. ^pswich / die'haupt'stadl in Suffolk, liegt ->; meilen usrd- wäris von London in der süd<öst!ichcn gegend der dem iffer des ßnffcsOrwell, obngefehr ro 'N"leu von der gegend , da er i» die see hinein fällt. Es ist c,n ,ebr altewit, so vorze en mit einem wall- von erde umgeben war. weicher aber an. ?Y durch me Dänen, so damals in derselben gegend crschröcküch hauseten. me- derqenssen wurde. EUiche -ahre hernach kamen sie w^er, und Liessen ihre graiisamkeit noch mehr sthen, gestalt sie vo ttv - ) fast nichts mehr überliessen, als etliche wenige mstem. oder einig Lrc ire 985 altes gemäure von den gebLuden, so daselbst gestanden hatte«, /wein zu den zeucn derNormänuer fieng dieser ort an sich wieder zu ervoien, ,o, vaß er anitzo eine von den besten und nahrhafftigste» «amen u, Engelrand .ü, und er ptaer-kirchen bar. Von der Sto» le.klrchc att, n)elchc ni der südlichen gegend liegt, biß zu h-r 8 . Margaeelen-kirche m der noedsjcheli gegend erstreckt sich die stadt ant eine gute mette; von der 8 . Helena-kirche an, so gegen inor» gen zu liegt, bis zu 8 . Matthai. Gegen abend ist es »och etwas weiter. Es sind icyone u d wohldewohnle gaffen darinnen. Ausser den kirnen gttbl es bierselbst noch einige andere öffenliiche gebäuve, die sehens-wurbig sind, worunter sonderlich zn zählen der gerichls» ort, die fteycschule, die bihliothec und das hosp-ta!- Der rem. lichkctt nach wird dieser ort mit Bristol verglichen. Der Handel, so man darinnen treibet, bestehet vornemii'ch in leinenen und wül« lenen manufacturcu. Die Normanner bauelen allhier ein castell auf, welches Hugo Bigot, Grafvon Nordsolk, wider den Kvuia Stephan»,,! defendirle, aber doch endlich übergeben musie. Hen- rrcus ki ruinirtc es, und zwar zur zelt, da das castell Widon de. molirt wurde. Allhier landeten die zooo Nordländer an, welche der Ade! ins Reich ruffre. Der Cardinal Wolscy, so in dieser stadt gebohren, fieng ein herrlich collegluw darinnen an zu bauen, welches noch biß dato nach seinem »amen genennet wird. Der letzte Hertzvg von Crafftoi! ward den i ü aug. an. 1672 zum Burggrafen oder Vucout von Jpswich gemacht. ttilrsniu Lri»nn. Ilril. Irchel/ ist ein berg im Zlirich.gLbieth, der gleich nuten am dor,s Nefftenbach sich erhebet, und auf der rechten stiren der Tvß eine weil wcgs lang biß an den Rhein hinunter ziehet. Ausser spitze, und zwar auf emem vorhügr! dieses berges, gegen Pfimgen über, ist vor altem das Freyherrliä-e stammhauß und schloßWarlk» gestanden, dahin auch das dvrst und Herrschafft Nefftenbach ge'. Hort hat. Ais aber Rudolph von Wart an. i ;--8 den Kaystr Ä» berlum i hat bey Wmbisch ermorden hclffen, auch darauf ergrff- tc'ii, zu Brück für gerichl gestellt, und an dew vrs, allivo die that geschehen, iebendig gerädert worden, wurde auch tiests schloß von den Oesterreichern emgenonnnen, zerstöhret und die barzu ge- hörigen guter, dem ncu-gestiffreten kloster zu Löß heruach zugelegt. üb. paß. 112. st. * "Freby/ein marckt-ffecken in der westlichen gegend vou Cmn- bceland, uegl ansder süd-stile des fiuffes EWe, welcher von dar in die Irrigndische see fallt. 8 IIrmäus, Bischoff zn Sirmien im 4 stculo, ward bey der Cbnsten veesoigimg unter dem Kaystr Dioeletiauo, auf dcstbl des Stadthallers von Pannomen eingezogen, und an. ;o4 enthauptel. Tue beschreib,mg von seinem märthrer-.tode ist beym BoUando zu befinden. 7 -LWem mem. r.viercler üunrs. ^renäus / Bischoff zu Lyon, war von Smyma aus Asien ae. buriig,nnd lebte nicht allzuiangc nach der Apostel zettcn.Er war öes Vosycarpi clisc.pul, welchem er auch fleißig folgte, und es ist glaublich , basier Mit dem Polycarpo nach Rom'gekommen, von bar aber in Feanckreich, da er zu Lvo» wurde. Au. 178 wurde cr nach Rom geschickt, aliwv er den ketzer Valemiunm an- traft, uedst zweyen seiner cllic^ul F.'onno und Biasw, ivider welche cr disputirie und schrieb, gtach seiner rückkchr wurde er Bi° schoffzu Lyon. Er regierre diese kirchc in währender verfflgüiig, die sie von den abgöttischen Fürsten aiiszusteheuchatte, mit geoffenr eyftr/ und Hiclt2 (.'oncillu, das eine Wider ennge ketzer, und das andeee-insöildrrbeit wider die sogenannten Ottiarrodeeimaner, j» welchen das llecret, daß Ostern allezeit auf den somitaq nach dem 14 mart. gefeyrct werden soite, bestätigt wurde. Die Bi- schösse in Wen hietten es in diesem stücke nicht um ihm, und waren deswegen von dem Pabste Victore, Eieuthem Nachfolger,. in den bann gethan. Allen, Irenaus ichrieb au ihn im «amen aller Bischoffe, sö anfdem besagten (.oncilio zugegen gewesen, mw ermähnte ihn ers'ttich, den bann aufzuheben. Mittlerweile fuhr Sc- verns fort, die gsäubigen zu Lyv» nebst diesem Irenäo zu verfoi» gen, welcher gefangen genommen wurde, und um das jähe 201 den märtyrer-tod ausstehen muste. Seine schrifften sind: -aciver- ickrbsciLleL librlweicheJohannes Erncstus Grabe auf das accurateste au. 1702 zu Orforo, und der l'.Mastüet aiiö der congre« gattvn 8. Manri zu PariS an. >711 herausgegeben, und des Irenen lebe» voran gesetzt hat. säv. Valenr. L-r/est/«-,llllt» I. s. 7 j,r/r/rr„' cke 8plr. 8. c. 29. ciial. 1. in carsl.. /'ste/M. . 6sDsck„,e/- /«^cle«e. Irensci. 6,2-e bitt, liner, konplor^ eccieüstt. ic» M LNtigui- tgtib. eccleli^lkic. 7 !«,/. /s/E ,/„ ck'/». 'Frenäus, ein vornehmer Kavstrlicher bedienter imd Bistboff zu Turo, war an des Kaystrs xbeodosu des jüngern Hofe, und wurde von demstlbigen an. 4)i nach Epdeso geschickt , um bey dem daselbst angestellten Hnollo zu prästdiren. Er hielt es hierbei) öffentlich mit dem Nestorio, und that den rechtgläubige» Bsschöf- fen viel überlast. Nach endigung des s^nocll begab er sich sofort nach Constantinopel, damit er den Kaystr einucbiuen möchte- Ais Ncstoeius an. 4; ? neue Händel aufieng, hielt er zu Antiechien abcr- ma! seine parthey , wurde aber deshalbe» von dem Hofe gcstossen, und ibm'die stadt Petra in Arabien zn seinem cxillo angewiesen , wiewohl es scheinet , das eruiemals dahm gekommen, indein er es entweder annvch depreciret, oder sich mit der flucht ialvirck. Er begab sich hicraufiii Svrien, allwo er an. 444 zum Bischoff von Tyro ernennet wurde, ohngeachtet er bereits 2 weiber gehabt. Allein der Kaystr nahm dieses gar imqiiädiq auf, und besah! ihn abzusetzen , wofeme er nicht die jrmqftau Mariam vor Gottes muttcr H theil. Iiiiri halten 986 ire iri irrn halten, und Nestor» lehre verfluchen würde. Weil er aber dieses nicht thun wolle , wurde es an. 448 abgesetzt. Er schrieb hierauf cvmmeruLrium cle rcbv5 in ss-nocio Lpüeiina sc in orieme rorc> ge- ttis, worinnen er die gantze Historie der Nestorianischen controvers aus den ergangcucnacten vorstellte/ worvon aber nichts mehr als nur ein theil in Lateinischer spräche übcr,etzet / übrig ist / welchen Christianus Lupus edirek hat. /ecsts conc. Lpbes. a,2,e./VÄts/r^ ^/„««»,/er. bild. äu dlelloriL- nistne, Lcc. Irenäus/ von Tyro, ein Chaldäifcher scribente/ welchem Ebed Jesu ; büchervvn der kirchen.historie zuschreibet, die Haupt« sächlich von des Nestor« Irrthümern handeln. LLeck/?/« cLkLi. Icripr. LbaicI. I8.Liq^R.LH/st, V0N pax > und , princep8» wäre« Hauptleme über die soldaten, welche in den städten der Römiichen Provintzen lagen, und haben diesen namcn daher, weil ste friede halten, und allerley Unruhen beylegen sollen. Die wurden von den Oecurionibuz erwehlet, von dem kr»'6cle oder Vice- Ks aber confirmiret. Indessen weilen diese Officiers eben wie die heut zu tag fast eben ihre stelle verwelkende schergemhauptlcute, ihren ge« wall offt sehr mißbrauchten, und wohl selbst raubercyen verübten, so wurden sie von den Kayscrn Honorio und Theodosio abgeschafft; «der nachmals durch Justmianum von neuem hergestellt. cle ms^istr. mauicip» c. >8. 11. 2, izj. üb. -72. * 'Irene/ eine Kayserin zu Cvnstantinopel, war LeontslV ge« mahim und Constanlini Vlll inulter, welcher bey seines vatcrs tobe nur >0 jähr alt war. Sie führte also die regierung gantze y jähr, und hielt au. 787 das andere Niceuische i-'oncilium, welches die bil« der-verehrung bestätigte, die sie anfalle wege wolle zu stände gebracht wissen, auch sich zu solchem ende allerhand nicht gar rühmlicher practicken bediente; worunter vorncmlich zu zehlen, baß sie den damaligen Patriarchen Paulum zu abtrettung seines sitzes vermocht, und an dessen platz Tarasium erhoben; der biß dahin ein Lay gewesen, aber lhro im übrigen völlig ergeben, und zu ausfüh« rung deren gefaßten Vorhabens durchaus bequem war. Als aber Constantmus sein völlig alter erreichet / wolle er seine mutier nicht länger an der regierung lassen theil haben, und regierte 7 iahr alleine. Dieser schimpft aber verdroß die Kavscrin dcrmaffen, daß sie sich ihres sohnes mit list bemächtigte, und ihm die äugen aus» siechen ließ, nachmals auch gar dessen tod beförderte. Sie regierte hierauf? iahr,r monalc und iü tage biß den letzten oct.a».8or,da Nicepdorus sich zum Kayser auswarft,und sie auf die msulMiivlene r erwnß allwo sie nach einigen monatc aus kumer starb-AIS Carolus Ivl sich im Occident sehr mächtig machte, suchte sie selbigen mit der Hoffnung einer heyrath, um dadurch das Morgenlänbische Kaystr» thum zu erlangen, zu speisen, und waren seine Abgesandten gleich zu der zeit,da Irene von Nicephoro abgesetzt wurde, zu Constanlino« pel, um bemeldte heyrath zu bewerckstclligen. in comp. rorn.;. Le Aeil. Lranc. üb. 4. cap. 41» Vienn. in ebron. Fe/r/^bist. Lon. üsnrinopolit. bistor. imaginurn. * Iris / Thavmä und Electrä tochter, lind Ver Harpyl'N fchwe« sier. Die wird von den poeten zu der göttin Juno boten gemacht, gleichwie Mercunus des Jovis böte ist, wodurch ohne zweifel dieses angedeutet wird, daß der regenbogeN (welche bedeutung das Wort lrii hat) ein böte der luffl, und Thavmä tochter, das ist, eine wunderbare würckung sey. in rbeogon. 1.2 ine- ramorpk. Iris / ein fluß in Klein-Asien, entspringt in Cappadocien an den gräntzen von Klem-Armenien , und gehet in die Provintz Pon- tum. Er nimt ohnfcrn der stadt Comana den Varo und Ceraunü zu sich, den Lycum aber ohnfern Amasia, und giesset sich endlich in das schwache meer. /cLs,/,«,. ^/er,«L Irmengard, flehe Hermengavd. Irmenfeul/ war eine zu dem götzendienste gewledmete stille bey den alten Sachsen. Es war selbige bey Ehrcsburq in Westvhalen an einem wäidgen unter dem freyen Himmel gesetzt, und pflegten die alten Sachsen ihren vornehmsten gottesdicnst dabey zu verrichten. Kranzius will, daß es ein bild von echt gewesen, ingestaltei- nes streitbaren mannes, in dessen rechter Hand man eine sahne mit einer rost, in der lincken eine wage, auf der brüst einen bär, auf dem schilde aber einen löwen gesehen. Dahero einige davor halten, es sey selbige dem Marti, andere dem Mercurio, Herculi oder Apol- lini zu ehren aufgerichtet worden. Und mag sonderlich für die erste weynung angeführet werden,daß MercuriuS imGriechischellei-mes gebeissen. Allein man kan aus dem Adamo Bremensi darthun, daß es nur bloß eine von holtz ausgerichtete seule gewesen, zumal die alten Teutschen ohne dem nur wenig götzcn-bilder zu haben pflegten. Auch scheinet der name so wol als die übrigen umstände an die Hand zu geben, daß tuest seule dem allen Teutschen Helden Arminio zu ehren aufgerichtet worden. Es wurde aber dieselbe an. 772 von Ca» rolo M. zerstöret, datier» heut zu laae fälstblich vorgegeben wird» daß man selbige noch in der klrche zu HilbeshetM an statt eines jeuchterS brauche, //-v,„en/7 üb. 1 c. 6. stier,-er. /tc/e. p. 2 c. z. /t>.r,,,rrr 8zxon. I, L c. 9. or>A. 8axon. üb. s. Iiinenstils. cle statua /ir» ra»in. * Irmentrud/ die erste qemahlin Kaystrs Caroli calvi^bem sie an.84; angetrauet wurde. An. 8H6 lnßer sie zu Soüions crö- neu. />) D'e war eine mutier Caroli, Königs in Aq»,tarnen, und Ludvvici La.bi, und starb an. 869. c ) -r) cle äisteol. LI. irm irn irs irr I>ucl. Lü instn. Serkr». sä-m. 866. Ooncä. >5«^'». ap. roirr. i. r) ^nnsl sä an. 869 Irmingex/ (Joh.Jac.) von Zürich, gebvhren an. i?88. Sem vater wäre Ulrich dieses namens, Prediger zu Frauenfelb. Nachdem er seine stuäis eine weile zu haust gewichen, reiste er ausser landes, um stlbige auf fremden acabemien fortzusetzen, da er denn sonderlich unter Goclcmo zu Marpnrg gute proZrelw! gc- macht.Nach einer ? lährigewabweseuheik kehrte er wiederum zurück in sein Vaterland, und wurde, liacbdcme er eine weile in der Lateinischen schule gcdienet, an. 1618 viaconuz zu 8. Peter in Zürich/ ferner an. 1620 Pfarrer daselbst, und endlich an- 1L4? Einrisses und Pfarrer zum groften Münster. Er starb den 2? sept. an. 1649. Er Ware ein guter IbeoloZur, lreflicher Redner, und gelehrter Pott, und gäbe viele beydes teutsch und lateinische carmms. ,m druck heraus, darunter l/rbii lÜLur. Ie4unimenrum Le IVlufsrum Tig. rno- nimenkum ; Livium Herculiz; Ein teutscher tractat von der büß, glauben und gedult; Homsn« kalipbaez MnorauruL; hat auch sich selbst ein schönes Christliches epsteclium gestellt. * Irmtraud/ eine alte Adliche famllie am Rheine, deren stam- schloß Irmtraud in der Grafschafft Nassau-Hadamar liegt.- Gode- brecht von Irmtraud Iebte an.iz z9. Von dessen nachkommen blieb Gildrecht m einer Dchweitzer-schlacht, und hinterließ Johamiem, welcher an. i?8; als Burggraf zu Mayiitz, und Naffauischer Hofmeister, verstorben. Llebmulh war die letzte Aebtißiu zum Gnaden- that in dem Naffauischcn, und hatte einen bruder, namens Philipp Wolff, welcher das obgedachte stamm-schioß Irmtraud verkauff. te, und zu anfange des iz-stcali, als Gmeral-Quattiermelster, zu Emden mit tode abgieng. Sein söhn wurde ihm etliche jähre vorher vor seinem gcsichte, als Rittmeister erschossen. Philipp Wolff hat an. 1708 gelebel, und seinen stamm mit; söhnen fortgepflan- tzek. vom Kl'.ein. /.cicl. rab. 4;. Irmtraut/ siehe Erntraut. Irnerius / ein berühmter Rechtsgelehrter von Bononien, war seiner geburt nach ein Teutscher, oder wie andere wollen, ein Mayländer, wurde aber lstcckessor z„ Bononien. Ob er nun wol anfangs bloß die Philosophie lehrte, so ficng er doch nach diestm auf der Mathildis bcfehl an, des Kaystrs Justiniani rechte, deren altes M8mm damals wieder gefunden wurde, zu lesen; wie er denn auch die solennitälen, so bey creirung der Ooüorum vorgehen, einführte. Er brachte die büchcr dcrJustimaneischen rechte in die ordnung, wie wir solche heut zu tage habe», zog die aukbemic^ aus den Novellen, und instrirte stlbige dem cocüci, lieg sich auch sehr angelegen sey», seine zuhörcr wohl zu unterrichten. Er starb endlich um das jähr 1190. cbrcm. csrrl.i.LF-. cle ce^no Icsi. /§, virse )Ltc>runc- in cstsl. vir. ill. cle ei. IeA. interprer. üb. 2. ii clonori boioAneli. cle moraii rbeol. cle c>ci^. Airiz kicrrn. Icneclur. tbestr. p. 781. l^lioge err. Irner. Irneciur non errsn5. Irnerim non VLpulanr. Fü^/e. cle orcu Lc prc>§c. juri; civ. Irnis/ Jornico, ist ein schöner flecke» des unten am 8. Gott- harbts-berg gelegenen Liviner.chals; Es haben an. 1478 um Martini, an diestm ort s°o Eydgnossen gegen izooo Meyiandcr geschlagen , sie in die flucht gejagt und deren 1400 niedergemacht. üb. 9. 27 z. clefcript. Helv. p>aZ. ;87. aonal. Helvek. ps§. 4Z8- * Iron/ oder Iran/ eine kleine stadt in der Spanischen Provintz Bijcaya, an den gräntzen von Franckreich, in dem Pyrenäischen gebürge, an dem fluß Bibassva, gelegen. Es ist nichts merckwüi!' diges darinnen, ausser einer schöne» kirche. 18.0(^1/018, gewisse völcker in Canada, in Nord-America, welche wild, und annoch im hcydenthum leben, wiewol die Frantzosen und Engelländcr immer einige zum Christlichen glauben zu bekehren, und sie durch die kricgs.exei-cmL abzurichten sich haben angelegen seyn lassen. Den Europäischen Nationen, unter deren bothmaßig- keil sie stehen, haben sie jederzeit viel Verdruß angethan. A». -709 tebellirten ste wider die Frantzostn, welche daraus einige kricgs. schiffe mit 2000 mann von 8. Malo dahin absegeln liessen. An. 1710 kamen 4 von ihren Kexuii; oder vornehmsten Regenten nach Engelland, und baten bey der Königin Anna, theils um schütz wider die Frantzosen, theils um Priester, zur ausbreitung des Christenthums , und wurde ihnen in beyden bcnstand versprochen. Linie». rur beut. bild. com. r, ,/e /.sei /IrnerjcL. bist. /(wer. Irrland / lat. llibernis, von den allen Juverna, Jerna oder Iris, von den einwohnern Irisch, Ivcland und Erm genannt. Man führt diesen namen her von dem Jrrländischen werte Hier, welches den abend bedeutet, weil diese insukEttgelland gegen abend gelegen; dahero es von den alten das westliche Britannien genen» net wurde, wovon sie eine besondere ste absondert, weiche der ca» Nal 8. Georg» ober das Jrriändlsche meer genennct wird. Wo selbiges am engsten ist, erstreckt es sich auf ;o Englische meist». Es ist diese insul auf der westlichen sttte von EngeUand gelegen, ;oo Englische meilen lang, 120 breit, und auf alle» stiren mit meer umgeben- Gegen abends und sonderlich gegen den westlichen ocernum zu, ist die luffl sehr dicke und feuchte, weil sie aber ossc durch die west-winde gereinigt wird, und über biß vom morgen biß gegen abend zu m dieser msul viel Hügel und berge sind,ist sie gar nicht ungesund , sondern allezeit sehr rcmperirt. Jedoch findet man, daß die fremden mit dem durchlauffe und der rothen rühr styr beschwert werden, dargcgen ste stch aber eines anten elinerS, weiches wieder austrocknet, gebrauchen. Der erbdoden ist lehr fruchwar, >edoch giebt es mehr graß und v>eh-weydc als ackerva». An ewige» orten. rrr «ls in der Grafschasst Armagh, ist die stuchtbarkeit st- groß/daß? Wenn man den ackcr dinget, solches sehr schädlich ist, auch barffvas Vieh nicht anders als bloß gewisse stunden des rages auf der weyde gehen, weil selbiges sonst zu fett würde. In andern gegenden rst die lnsttl entweder mit duschen oder wäldern bewachsen, denen es gleichfals an bequemlrchkett deS Icbens nicht mangelt, sder hat grosse fümpffe und moraste, welche den besten turffgeben, so viel besser ist als der Holländische. Ein sonderlich wunder aber ist es, daß keine gifflige thiere darinnen wohnen, und die, so von ander« Värts hieher gebracht werden, nicht lebendig bleiben. Desglei« chen sind auch in den wäldern weder würme noch spinnen zu finden. Dahero man sagt, es sey das holtz zu dem pallaste von Westmün« ster und zu dem rathhause m dem Graffenhaag aus Irrlaud gekom« mcn. Jedoch war dieses Königreich vor diesem sehr mit wvlffen geplagt, biß die regierung denjenigen grosse dclohnnngen versprach, welche solche ausrotten helsien würden. Dahero sind nun wenig darinnen anzutreffen. Die vornehmsten stüffe darinnen sind die Shanon, Sewer, Broadwatcr, Black.water, Boyne und Barrow, welche alle mit einander sehr fischreich, sonderlich an lachsen sind. Ihre seen find Lough.Erne, welcher weilen lang und is breit, und so fischreich ist, daß siel) die fischer über den Überfluß sehr osst beschweren, weil sie vfft darüber ihre netze zerreißen. Es sind viel insuln darauf, unter welchen sonderlich eine wegen vieler gespen« ster, so man daselbst sehen ioll, merckwürdig ist, und dahero von den gemeinen leisten 8. Patriks ftgeftncr gcnennet wird. Fast eben so groß ist der see Corbcs, welcher nicht weit von Galloway in die see fällt, iü meilen lang und 4 breit ist, unv ;c> kleine infuln haben soll. Ferner der see Lough,Forste, welcher vor Plolcmäi Lcgia ge» halten wird, «nd der vierte see, Lough.Neagh, aus welchem der lachs. reiche fluß Bonne entspringet. Ausser diesen und »och viel andern geringern sollen noch; seen in der Prsvintz Math sich finden , welche zwar nicht wett von einander liegen, aber von so un» terschledener natur sind , daß, wenn man die fische aus dem einen in den ander» bringet, sie darinnen nicht leben können. Dieses land wurde vor alters in; Provintzcn eingetheilet, deren jegliche ein besonder Königreich war. Nachdem aber die Provintz Math anitzv zu Lemster gerechnet wird, so wird gantz Instand heutiges tages in 4haupt.Provmtzen eingetheilet,Ulster, Lemster, Cvnnaught und Mounster, deren jede wieder in verschiedene Grafschaffrcn ein« gelheiiel ist, welche die Inländer Contvm nennen. Es giebt darinnen viel schöne Häfen, worunter Kingsale billig den vörzug behält, als wvrümen die Engelländischen und andere schiffe sich er« frischen , und victuaiien einnehmen, wenn sie entweder nach West» Indien und andern theilen der welk gehen, oder von dar wiederum zurücke kommen. Die Haupt, stadt von dem gantzcn Königreiche ist Dublin, woselbst auch eine Universität ist Nach dieser ist.Limerick, Lvndvndery und Armagh, welches letztere em Ertz-BischöflicherM M. Was die ersten Anwohner anlanget, so berichten die Jrrlän» dischen chronicken, daß Cäsarea eine von des Noah nachkömmlin. gen, vor der sündfluth hier gewöhnet, und ;oc> jähr nach derstl» bigen dieses land von Bartholano, einem Scythen, unter das joch gebracht worden, sodann, daß nachgehends Gaothel mit seinem weide Scotha, emer von des Pharao cöchtern, von welcher diese insul Scota gcnennet worden, hieher aekommen sey. Allein es ist glaublicher, daß sie zuerst von den Britannien, mit Anwohnern besetzt worden, somol, weil die alten scnbenten sie eine Britannische insul nennen, als auch, weil der einwvhner kleidnng und bumeur der Britannicr chrem nicht ungleich war. Wie dann auch zu dessen weitem bewAßthume dieses dienet, daß, als das Furstenthum WaUis von dem Könige Richard zur Erone Engelland gebracht worden, man angeinercket, daß viel von ihren gesehen und gewöhn« heilen mit den Inländischen gantz genau üderein gekommen; wor« aus erhellet, daß die Anwohner in beyden ländern gleiches ursprun» ges sey» müssen. Was ihre sitten anlanget, so meldet Solinus von ihnen, daß sie das blut erschlagener Personen zu trincken, und ihre angesichter damit zu schmieren pflegen, und dem kriege so sehr ergeben gewesen, daß, wenn die multer em knäblAn gedvhren, sie demstlbigen zu allererst auf der spitze von ihres mannes schwerdce zu essen gegeben, und nach ihrer beydnischen meynung gewünscht ha» den, daß es nicht anders als im kriege oder durch das schwerdt um« Zvmmen möchte. Wie sie denn vor diesem auch gar wild waren, auf rauben,stehlen und betteln abgerichtet. Anjetzv find der Jrrlan» der sitten weit besser als vor diesem; sie werden vor gute reurer und soldaten gehalten, und findet man deren viele unter der Kaystril« chen, Englischen und Frantzöstschen armee. Auster dem sind sie Ziemlich faul,und weder zu handthierungen noch zu kunsten oder >v>,« senschafften sonderlich geschickt. Einige von der wilden art m der Nördlichen aegend von Cvnnaught haben viel wunderliche gewöhn» Heiken und äberglauben. In theuren zeiten leben ge von Laie, wur« Lein, schwammen, schannegh, welches eine gewisse art von klee llt, Hafer-grütze, milch und anderer geringen kost. Die waaren dtestr insul find vieh, haute, laich, butter, käst, Honig, wachs, eauchwerck, salö, hanff, teinwand und wolle. Die see umher giebt viel l-ockftlch, Hchs, Heringe und andere fische mehr. Von ihrer beherrjchung kan Man keine sonderliche Nachricht geben, denn was von dein allen zu> stände angeführet wird, ist alles ungewiß. Zu der Römer jenen Anierworffen sie sich dem Römischen Generale Mattmo. ^n den folgenden zeiten hat man dieses land »15 kleine Kvn,cbe e nge« theilet, worunter der mächtigste lnsgemcm Konig in ^erlaub ober wohl gar R.SX resum gcnennet Ivurde. An. Ü44 fiel Egirteo, der NorthumberKönig in Irrlandein. Hiernachst thaten einige m em svrpur zusammen gelrelene Danen, Schweben und Norweger, Mn versuch auf Jrrland, liessen anfänglich sich uur an den lee tu sten sehen, da sie aber mercktcn, daß die kleincii Komge vlmmien -gantz schwach und unter einander unems waren/ suchten iie^r Land unser sich zubringen, bewerckstcülgten solches auch durch die irr tapfferkeit «nd klugheit ihres vornehmsten Kriegs. Obersten, Turas sii, welchen ne zu ihrem Könige erwählten. Da aber dieser Tür» gesius seine lyraiineu eine zeit lang verübt hatte, wurde er durch lck des Komgs von Meath nebst allen seinen dienern hingerichlet.Nach» gehends regierten wiederum die kleinen Könige darinnen wie ruvor» dtg an. 1172, da der Konig von Lemster, des Königs von Meath gemahnn schändete , und deshalden von dem Reiche vertrieben wurde» Dann hierauf nahm leidiger seine zuflucht zum Könige in Engel- tand , Henne» il, und erlangte von demstlbigen einige troupvm unter des Grafen von Pemörvke commsnclo. Daher kam es H weit, daß nach und nach alle kleine Jrriändische Könige dem von Engellanb sich unter,varffe», und ihn nebst versprechuna eines ge- wissen tributs vor,hr oberhaupt erkannten, welches burcy den Pabst Adrianum bestätigt wurde. An. ^41 nahm Heuricus VIII den Meines Komgs von Jrrland an, wurde auch an. 1542 von dem Parlament darzu erkläret, welchen tttul der Padst Paulus IV der Königin Maria an. is;; bestätiget. Es haben sich aber die Irr- iander zum offtern von der Engelländischen dotmäßigkeit loßzureiss sen gesuchet, als an. 1 z;? iuuer Thoma Fiz. Gerald, des Grassens von Küdare söhn; an. 156; unter Oneal, welcher nach Schott- land flöhe und daselbst getödtet wurde, worauf der kilu! Oneal, wes» cher dem Herren von Ulster sonst zukam, in dein Parlamente abgeschafft wurde. Fiz-Gerald, Graf von Desmond» rieffan. 1579 die Spanier in das Reich, und führte wider die Königin Elisabeth krieg, biß daß er an.i-;y? geschlagen wurde. An.izy; fieng Tiroen, welcher widcr den Grafen von Desmond grosse dienste gethan hatte, eine rcbelllvn an, welche die gefährlichste unter allen war. Denn weil er in der Königin diensten erzogen worden, so hatte ee von den Engeüaudern die kriegs. bisciplin gelernet. Daher schlug er der Königin ttouppcn an. i-;y8 bey Blackwater. An. i;sy brachte er den Grafen von Esser dahin, daß er mit ihm einen gewissen vertrag angehen mnste. An. 1601 rieff er die Spanier zu hülffe, welche Kingsale einnahmen und mit kriegs. volcke besetzten. Allein, da Charles Blunt, nachmaliger Lord Monlivy, selbigen ort wieder weggenommen, und die Spanier biß aufdas Haupt gesthlagen halte, submiktirte sicv Dwen, und wurde durch den Lord Lieutenant oder Königlichen Statthalter zu Jacobs I gebracht. Dieser richtete eine amnestje auf, und brachte es dahin, baß sie sich ivieber in ihre Häuser begaben, und das land daueren, wodurch das Königreich in groß aufnehmen kam. Selbiges wurde alsdann in gewisse Grasschassten eingetheilt, und dabey verordnet, baß jährlich gleich« wie in Engellanb durch gewisse herumreisende Richter recht und ge» rechtigkeit gehanthabt werben solle. Wie nun die Irrländer merck« ten, baß sie hiervon grossen nutzen hatten, und in guter ruhe leben kontcn, siengen sie an ihre kinder in die schule zu jchicken, und liessm sie Englisch lernen. Nachdem sie aber bis an. 1641 m friede gelebt hatten, machten sie einen allgemeinen aufstand, ergriffewanf ih. rer geistlichen anreihen die Waffen, und maffaerirten viel rooo Englische und Schottische Protestanten, welches durch OljvierCrom« lvrll gerochen wurde, als welcher derselben wohl ic-ooso uinbrin» gen, auch dem Könige von Spanien viel 1000 überließ, mit dem bedinge, daß keiner zurück kommen solle. Als König Curvlus H an. i Sücr wiederum auf den thron erhoben worden, erwieß er ihnen viel guadc, setzte viel wieder m ihre guter ein, unv regierte sie die gantze zeit über mit grosser gelmdigkeil. Bey dem anfange von König Williams regierung hiengen sie noch mcistentheils dem vertriebenen Könige Jacobs Han, gestalt sie ihre besten platze wohl besetzten , und von Frankreich mächtigen deystand an mannschaffs, waff fen und Munition nebst guten Officierern erhielten; jedoch sind sie binnen; jähren burchgehends zum gehorsimi gebracht und von dem gedachten Könige William gar gnädig unb großmüthig tractirt worden. Das Königliche regiment verwaltet heutiges tages der Vice-LS welcher vor zeiten Lord Lieutenant, und der Gouverneur, auch der Lord Oepur^ hieß. Dieser hält zu Dublin seine residcntz, und hat mehr gemalt als sonst ein Vice Ktz. In,nassen er das recht krieg und friede zu machen hat, und alle obrigkeitcn und befthlsha- der zu ordnen befugt ist. Er hat das recht Ritter zu ichlagen, und die Missethäter zu begnadigen. Er hat seinen Reichs-Canyler, ReiLs- Schatzmeister und andere vornehme Herren von Buch offen, Grafen, Vicomten und Baronen zu geheimen Räthen, die samt ihm von des landes nothdurfft rathschlagen. Gestalt denn Jrrland eben solche digiutüten wie Engellanb hat. Die regierung ist Monarchisch. Den» obgleich auch ein Parlament beruffen wird, hak es doch nicht viel zusagen, sondern oependirtwon des Königs gemalt. Ihre gesetze haben sie dem Engelländischen Parlamente zu dancken. Denn unter Königs Henrici VII regierung ließ Eduard Poymng, damaliger Lord Oepury von dem Jrrländischen Parlamente ,' eine »Äs stellen, krafft deren alle vor dieser zeit in Enge!» land gemachte gesetze und statuten auch in Irrland statt baden und angenommen werden sotten. Aus diesem gründ sind viel andere dinge, so zu der regierung gehören, durch die von dem Lvrd.Lieu» tenant auf deS Königs Verordnung zusammen beruffene Parlamen« te verordnet worden. Unter andern hat das volck krafft eines zu des besagten Poynings zeiten gemachten ttmmi macht bekommen, zu Verbesserung ihres regiments gewisse gesetze zu machen, jedoch mit dem bedinge, daß solche zuerst an den Engelländischen Hof geschickt werden, und daselbst von dem Könige bestätigt werden sollen. Malst» dergleichen gesetze, welche insgemein Poyumgs gesetze ge. nenner werden, unter ihnen noch immer im schwänge gehen. Die Hauptstadt des gantzen Königreichs ist Dublin, wovon an seinem orte. ES sind '4 Ertz-Bißlbümer darinnen, nemttch Armagh, Du« bIin,Tuam unb Cashel nebst 28 Bißlhümern. Es wird insgemein vorgegeben, das cvaiigelium sey zu erst durch den Apostel Jacobum m diesem lande gepredigt worden- Die Schottländcr aber geben vor, daß die insul ihre dekehrnng einer christlichen weids'perfon zu dancken habe, welche die Kömgin m dem wahren glauben unter« H theil. Jriiiis richtet / 988 irs irt iru isa richtet habe / von der so dann der König gleichwie von diesem seine Unterthanen bekehret worden. Prosper berichtet, daß Palladius dieses wem angefangen habe, die meisten aber schreiben es dem yeMgen Patricia zu, welcher 8. Martini von Tours schwester-sohn war. «Leine schuler nahmen in dem Christenthum dergestalt zu, baß ^manb dahero .lanüorum iniuia genennet wurde, und einen so grossen Überfluß an gelehrten hatte, daß deren verschiedene in an« vere Europäische länder gesandt wurden, we-Ichc viel klöster Äffte- ten, worunter Cälius Sednlius, Columbanus, Gallus, Kilianus und andere waren. Gedachter Irländische Apostel wurde damals rn so grossen ehren gehalten, daß man seines grabes wegen eben so viel disputtrens hatte, als Griechenland um Homeri grab. Die von Downe sagten, es wäre bey ihnen, weil auf einer grab>statte gewisse vcrse stunden, welche anzeigten, daß Patricius, Brigitta uno Columba altda begraben lägen. Die zu Armagh wollen diese ehre ihnen zugestanden haben, weil 8. Bernhardus meldet, daß 8. Patricius in seinem leben allda regiert hätte, und nach seinem tobe daselbst ruhete. Glassenbm y in Engeltand giebt vor, daß sein cor- per allda begraben liege. Hingegen sagen die Schottlander, daß er zu Glasgow gebohren, und zu Kirk-patric begraben sey. snn. cle expeä. Hiber. I. 2 Ler-«- snii. Lrirsnnis. ^/r- 7t,E^ttrr,e snLcepK.Lrit3na. Kitt. Kril. desclir. Lritsnnienr äe Hidernia. Leck---. F/-Lecff< Og/gia.. cleicr. Hibern. Irsingeil / lat.tssrümum, ein Benedictiner.kloster unterhalb Kaunoaurrn an dem fluß Wertach in Schwaben gelegen, dessen Abt unter die Reichs.Stände gehört, und aufden Neichswersam. iungen zugleich mit andern Schwäbischen Prälaten ein vomm cu, Iislam ha». Wie er denn auch an. 1520, izri, lsrch und Iszchbie ReichS-abschiede zu Augspurg,Worms, Ichrnberg und Regenspura unierzeichnet. Der Sriffter desselben ist Heinrich, ein Marggraf in Schwaben zu Ramsperg, und dessen Ander Gottfried, Bcrch» told und Irmengard gewefen. Der ansang dazu wurde an. i i8r in einem finstern Walde gemacht, nach ; jähren aber eine andere lustige läge dazu auf dem Jcsingifchen berge ersehen. Doch gefiel es dem ersten Abt Cunom mit genehmhaltunq des Stiffrers in die ebene herunter zu rücken. In den kriegS.troublen, sonderlich als Kayfer Lubewig und Friedrich von Oesterreich mit einander in um eiuigkeil lebten, hat das Stiffl viel ausgestanden, noch mehr aber hat es die Verschwendung deS Abt Peters aus dem Adelichcn ge» schlecht von BaiSweil ruiniret, so daß die Münche fast alle davon gel aussen. Seines Nachfolgers Conradi sparfamkeit hingegen hat Dem tloster solchergestalt wieder aufgeholffen, daß es die stadt Bais- weil um looooo ducatcn erkanffenckönncn. lle man. (»er. ^8«ce/r»«, üeem. 8.p.r. snnal. 8uev. x. 2 c. 12. lopoge öuevisevoce ickrssn. Irthing/ ein fluß in der Englischen Provintz Cumberland. Er entspringet auf den gräntzen von Cumberland und Northumberland, läupt südwärts, theilet diese Grafschafften auf einige weilen von ein« ander, und fällt endlich in die erde, nachdem er den fluß Cambeck zu sich genommen hat. Lrirannia. Irus/ ein gewisser bettlcr in Itbaca, so einer von der Penelope freyern >var, und von Ulysse bey dessen ziirückklinffl getodtel wurde. Seine armuth ist zum sprüchwort worden, da man zu sagen pfleget: Iro pau^crior. <9 r>, Isaac, ein Patriarch und söhn Abrahams von der Sara, wurden. avi. 2io8 gebohren, da seine mutter,so bißhero gautz unfrucht« dar gewesen, bereits 90 fahr, fein vatcr aber ioojahr alt war. Sie trugen eine ungemeiue grosse liebe gegen diesen ihren söhn, so wohl weil er der eintzige war', als auch, weil sie ihn in ihrem hohen aller gczeuget halten. Immittels wolle Gott den glauben Abra» Hains prüfen, daher befahl er ihm, diesen seinen söhn auf einem berge, den er ihm zeigen walte, ihm aufzuopffern. Der vater ge» horchte auch, nahm den Jfaac, und reifete 2tage lang , biß sie am dritten tage an den ort kamen, welchen ihm Gott benennet hatte, so der bcrg Moria war. So bald er allda angelanget war, ließ er seine knaben, die ihn begleitet hatten, unten an dem berge, und er nahm seinen söhn mit sich allein hinauf. Beyde nun trugen auch das holtz zum brand'vpffer zusammen, und da Isaac fragte: wo das schar zum brand» opsscr wäre? antwortete Abraham: Gott würde sich schon eines darzu auserfehen. Abraham dauere indessen auf diesem berge einen altar, legte Das holtz darauf, band seinen söhn , und legre ihn auf dem altare oben auf das holtz. Er reckte hierauf seine Hand auS, und faßte das Messer, daß er seinen sobn schlachtete. Aber Gott sandte einen enget vom Himmel, welcher den Abraham verhinderte, daß er seine Hand nicht an Isaac legte. Da hub Abraham seine äugen auf, und sahe einen Widder hinter ihm in der hecke mit seinen Hörnern hangen,nahm dahero denselben, und opsscrle ihn zum brand'vpffer an seines sohnes statt.Hieraufver» heyrawele sich Isaac mit der Rebecca, der tochter Bethuels, des soyns Rachor, und nachdem sie »y jähr unfruchtbar gewesen war, brachte sie Zwillinge, Jacob und Esau zur welt. Da aber eine theu« rung m vas taub kam über die vorige, so zu Abrahams zeiten gewe» sen war, zog Jfaac nevst seinem weibe zu Abunelech, der Philister Kömg, nach Gecar. Isaac warb auch daselbst ein grosser mann, uno nahm zu, baß er fast groß wurde. Daher dal-cn ihn die leute selbigen taubes, baß er sich von ihnen wieder weg begeben mochte. Indem er nun sehr alt war, wolle er seinen sobn Elan seegnen, es tam »hm aber Jacob , durch den rath seiner mittler, zuvor, und mangle den sergen. Endlich starb Isaac im 180 jähr seines alters, ilN tapr der well 2288- I ck>'. ^/.'2i-z;> » anr.cz. st all. isa srwal. V. D. stoürin. tesixor. Mir Kitt. pLlNLrckar. 'Isaac / aus dem geschlechte der Comnenorum, ein Griechi» scherKayser, und söhn Manuelis deS VrorosssrLtii. Erhalte sich grossen rühm im kriege erworben, und war Lonvemeur der Orientalischen provmtzen. Weil er den Patriarchen zu Cvustanti- nopet, Michaelem Cerularium, nebst deni kriegs-hcere auf seiner feite hatte,empörte er sich widerbenGriechischen Kayser,Michaelem VI, welcher der ältere, wie auch Galionen- zugenannt wurde, und setzte sich an. 1057 auf den Kaiserlichen thron. Er war ein geitzigcr und stocher Herr, und verjagte den gedachte» Patriarchen Michaelem. Im krieg glückte eS ihme gegen die Hungarn und Patzinacithen. Als ihn einstens, da er auf der jagd war, ein dvn» nerwetler mit starcken blitzen überfiel, oder wie andere melden, er dabey von einem hefftlgsn feiten-stechen war angegriffen worden, daß er sich nicht gekrauete länger zu leben, oder doch der regierung abzuwarten, geschahe es, daß er an. io;y ConstanLnw Ducä die Kayserllche würde übergab, welcher ihme vorher in eiunehmung des Reichs wäre beyqcstanden. Er brachte das übrige theil feines ieoenS in dem kioster der sogenannten Studiten zu, und solle allda alle demurh und den gehorsam der niederträchtigsten München erzeiget haben; so gar daß er sich auch zum thürhüter des klosters bestellen liesse. j Kittor, (.'ontt^ntin. * Isaac II, LnZeius zugenamt, Griechischer Kayser. Er wurde an. i>8; vondemvolcke zum Kayser erwählet, nachdem selbiges durchAndroniciComneni grausamkeil sehr erbittert worden,welchem Isaac einen erschrecklichen lod anthun, und dessen beyden söhnen, Johanni und Emanueli, die äugen aussrechen ließ. Dar- aufführte er krieg mit den Siciliern, die er zu wasser schlüge; gegen Cypern aber, so ihme ein tyrann auch des namens Isacius vorenthielte, konnte er nichts ausrichten. Auch litte er ziemlich im krieg wider die Bulgaren. Und alS er dem Teutschen Kayser Fridenco Barbarossa den weg nach dem gelobten land verwehren wollte, litte er auch von deine viel schaden. Er regierte 9 iahr bis auf den iv apr. an. >>ss, da ihm fein brndcr Alexis, welchen er miß der Türcken bänden errettet, die äugen ausstechen und ihn in «an liess gefaiigniß werffen ließ, woraus er an. 120; burch die Frantzvfen und Venclianer, als sie Constantmopel mit gemalt einnahmen , und eben dieses Isacii söhn Alcpio aus den thron halsten, erlöset wurde.Allein da dieser sein söhn bald hernach durch Alerium Murzuflum treuloser weiß uin leben und cron gebracht ward, kümmerte sich Isaac so sehr darüber, daß er im folgenden jähre zu aus. gang deS >a». dieses zeitliche gesegnete- - Isaac/ Voipkyen§enera zugenamet, aus dem gesthlechteder Coniuenomm, lebte in dem 1; seculo, und schrieb einen tractat von den dingen, so Homerns ausgelassen, welchen Janus Rntgersius mit anliierckungen heraus gegeben hat. 2". V. variar. legais zu, welcher ein VrerkMr gewesen, und dasselbe verftrligct habe, an./ttex. ltzäz. nibi- Orienc. ck- Dre» Vrcrti in 4 Lvangel, * isabella / eine gemahlin, Philippi August,, Komgs von »ckreich, eine tochter Balbuini IV Grafen von Hennegau , Margaretha von Flandern, und eine schwestcr Baldmm v. fers von Constantivopcl. Philippi Anqusti vater, Lubovicus > stiffbete diese hcyrath wegen der daraus z» hoffenden vorlbene, seine favorittli, die Herren von Coucy und von Mommoren- halffen gleichfalls, wegen ihrer vcrwandschafft mll' ckadtt a, u ralhen. Pbilivpns Augustus bekam die Erasschafft Anois alv zum heyraths-ant, und an i»80 ward die ehe qeichlosse", H, weil braut und bräntiqam nur 12 iahr all waren-nvcy l vollzogen. Indessen war Jsabella »och in eben demsewigen :;u8.Denys gekrönt. Der Cardmal und Ertz-Buchost ms, Wilhelmus von Champagne, ein velter Pbllwpi Augu» nach Ludovici VII tode die vonmmdschafft nicht ihm, sondern der jungen Königin Vetter, Philippo, Grafen von Flandern, anver» trauet ward. Indem nun zwischen diesem letzrern, und dem ge» Lachten Wilhelms grosse strcitigkeiten entstanden, und Jsabella sich ihres vettern,hingegen dleKömgllche frau niutter sich des oonCham» pagne annahm, so kam es endlich dahin, daß jene von ihren, ge» mahl sehr hart und verächtlich tractrrt, auch endlich gar genöthigt ward, an. i -8; sich von Hofe hinweg und nach Senlis zu begeben. In währenden diesem exlüc, ließ sie, ungeachtet ihrer jugenv, eine gar »«gemeine klugheit und dabey eine so grosse ftöm» migkeit spühren, daß auch einige sie deßwegen unter die Hejli« ge gezehlt haben. Dannenhero odschon ihre feinde es so weit zu bringen suchten, daß der König sich gäiitzlich von ihr schiede, so richtete dennoch ihres vatcrs und anderer verbitte, wie auch ihre ei» gene snbmissivn, so viel aus, daß sie an 1,84 oder i,8; völlig wie» der zu gnaden angenommen ward. Sie änderte hierauf ihre vori» erfolgten tobe machte zwar der König MphonsusV in Portugall? der sich mit vdbemeldter Printzeßin Johanna verlobet hatte, prä» tension auf die crone, allein nachdem selbiger an. 1476 bey Toro geschlagen war, wurde er gendthiget, an. 1480 friede zu machen, und Castilten an Jsabeüen zu überlassen. Sie regierte demnach mit ihrem gcmahl gemeinschassllich, wolte auch in alle» acten mit benennet seyn. Sie war eine sehr heroische äame, saß öffters zu Pferde, hatte einen grossen eyfer vor die Catholische reiigion, und beförderte dannenhero die Inquisition. Sie trug nicht wenig bey, daßGranaba von den Maurenerobert, und America durch Co» luwdum entdeckt wurde, zu welchem ende sie, weil die kammev durch den Granadischcn krieg gantz erschöpffet war, von dem 8 e- crekario 8. Angelo 17000 ducaten gegen eine schnür perlen cntleh. net; aus welcher ursach die neuerfundene länder so wohl von ihr, als ihrem eydam Philipps, gegen ihren gemahIFerdmandum, als eigen, behauptet wurden. Sie starb den 26 nov. an. 1504, und äe maümen, ließ daS mr-recks des Grafen von Flandern fahren, hinterließ ihrer tochter, Johanna, so mrt dem Ertz'Hertzvg Philip, kalff die von Cvucv und von Montmorcncy verfolgen, und verei» po von Oesterreich vermählet war, ein reiches erbe. Dann von an» ^ welche sie gebohren hatte, wäre Johanms des nigie sich hingegen mit denen von Champagne, wodurch sie ihres gemabls vollkommene liebe und Hochachtung sich erwarb. An. 1187 gcbahr sie demselben Ludovicum VIII. und an. 1190 brach« te sie zwiliingc aufdie wett, muste aber darüber ihr leben lassen, nachdem sie ungefehr 22 jähr alt worden, IM. äelrim- ce t.2 x.204,206. 'Jsabella/ Königin von Portugall, war eine tochter des Kö' nigs von CastiUen und Aragonien, Ferdinand! LscKolici > und ward von dessen gemahlin Jsabella , den 21 oct. an.,1470, zu Du» ennas, nicht weit von Valladolid, gebohreu. Den 18 apr. an« 1490 ward sie an Alphonstim, des Königs von Portugall, Joban» nis II- Cron-Printzen versprochen, und den 2S nov. desselben jahrs zu Estrcmoz nut ihm vermählt. Ungefähr ein halb jähr hernach, da dieser ihr gemahl in der gegend von Smitaren mit einem ge» wissen Cavallier, namens Juan äeMeneses um die wette reiten wolle, stnryke er von dem pserde und muste bald darauf daran sterben. Jsabella ließ sich hierauf wieder zu ihren eitern in CastiUen bringen. Nachdem aber Johannes II ohne erben an ,49c gestor» den,und seines vaters bruder sohwEmanuel, ihm in demKömgreich Portugall succediret,vcrmählte dieser sich mit ihr den letzten stpr.an. 1497 zu Valenzia lls Alcantara. Wenig tage nach dem beylager starb ihr eintziger bruder Johannes, wodurch sie, weil dessen hinterlassene schwangere gemahlin eine unglückliche niederkunffl hatte, die nächste anwartung zu den vielen Königreichen ihrer eitern be» kam. Auf dieser letzter» verlangen reistle sie auch an. 1498 mit ihrem gemahlin Casttiien und in AragSmen. In dem ersten von diesen beyden Königreichen ward sie den 29 apr. mit grossen solcn» nitäten, alskünffttge erd-Königin, gehuldigt. Bonden Ständen des andern Reichs verlangte ihr vatec, Ferdinanous Latt-oll- cur, den l4jun. zu Saragossa, eine gleichmäßige erkiärung. Allein sie machten grosse schwierigkeilen bargegen, und unterdessen gedahr daselbst Jsabella den 2; aug. einen Priutzen, welcher Michael ge» nennet ward. Eine stunde nach solcher entbrndung starb sie, und ward zu Toledo, in dem Nonnen-klosier von 8. Jsabella begraben« «" . . - - ' - - . ... - . deren Anderen, , . ^ ..— einige Printz schon an. 149? zu Salamanca verstorben, als ibme nur ein jähr zuvor Kaysers Maximiltam rochier Margaretha bey» gelegt worden- Die älteste tochter Jlabella, eben wie auch die dritte, namens Maria, welche beyde nach einander«», Emanucl, den König von Portugall verheyrathet gewesen, wäre auch schon tod, so wohl als der von der ersten gcbohrene Portugiesische Prmtz Michael. Johanna wäre die andere tochter, und also rechtmäßige erbjn. Die letzte endlich hieß Catharma, so zu erst an den Englischen Prwtzen Arthur»,,,, und nach dessen tobe an seinen bruder Heimcum Vil l-aber unglücklich genug, vermählet worden, tv/-- bitt. llsspsn. üb. 24. bild. rer. s keräinsnäcr Le Iksbella §etl. * 'Jsabella Clara Eugenia / Jnfantin aus Spanien und Gu» bernanliN der Niederianoe. Sie war Königs PHUippi II aus Epa» nien, tochter, gcbohren den 12 aug. an. 1 ;6S. Sie wurde an. > ,97 an Ertz'Hertzog Aidertum von Oesterreich vermählet, und bekam Die gesammten Niederlande nebst Burgundien zum heyraths gute, dedunge sich aber, daß nach absterben ihrer postecität d,e landschass» ten wieder an Spamen fallen sotten. Jedoch wird vorgegeben,daß sie durch gewisse medicamenten zuvor unfruchtbar gemacht worden« Nachdem ihr gemahl an. ,622 verstorben, nahm sie die regierung an, ließ unter Don Jnnigo äe Borg!« Sluys IN Flandern belagern , muste aber mit grossem Verluste wieder abziehen, und hatte ein gleicbes Unglück vor Bergen obAoom. AIs sie nach diesem bett Niederlanden etliche jähr mit grogem eyier vorgestanden, fiel sie in ein hitziges fieber, woran sie den r vec. an. röz; im 68 >adre ihres aiters verstarb. 6»ve»srmsles. vom dlieclerianclikcliM llnegs. ärmsten, bitt. rnersl!» scbau« bübae. 'Jsabella / Königin von Hungarn, siehe Johannes SigiS» Mundus Fürst ilt Siebenbürgen. 'Jsabella, von einigen auch Melisante genannt , die jüngste Ihrem hinterlassenen jungen Printzm leisteten hleraufden 22 seht. wchur Bawuim t V Königs von Jerusalem, hcyralhete erstlich die Aragonier den evenmal.hulbiguugS'eyv, dergleichen bald her» Mttednm, Herrn der vessung Thoron; nach dem tode aber ihres ' ' ' .".festen ichwester DiMa, einer gemahlin Gmbonis von Lusignan der durch dieselbe Kvnig zu Jerusalem worden, ließ sie sich an.r >9« den Marggrafen von Momftrrat, Conradum, bereden, daß sie sich von ihrem gemahl scheidete, und diesen Coiirgdlim hevraihe» le, der hierauf an das Königreich Jerusalem eine» anspruch mach» le, aber einen vergleich mit Gmdone von Lusignan eingehen muste, baß er erst nach demselben sliccediren solle. Ais er aber noch vor Gmdone an. 1192 starb, heyratbete Jsabella Henrlcnm Grasen von Champagne, welcher den anspruch wider Guiconem erneuerte, auch endlich erhielt, daß Guido mit Cypern sich begnüge» muste, bahrngegen er König zu Jerusalem wurde. Er starb aber a». - - 97, unb hieraufvermählre sich Jsabella zum vierdlen male mit Emeri» co von Lusignan, Kömg in Cypern, des offtgedachten Gmdonis bruder und Nachfolger, wordurch beyde Königreiche Cypern und Jerusalem vereiniget wurden, (stchevon allen diesem mehrere umstände in den arttculn: Guido von Lusignan; Lonradus von MvntserraG Henrrcus voit Champagne; Emericus von Lusignan.) Lie yiilterließ aus der andern ehe eine tochter, namens Maria, weiche sich an Johannen, von Brteuue verheyratbete, des deßwegen nach Einerlei von Lusignan tobe König zu Jerusalem wurve. (siehe Johannes von Bnenne.) nach auch von den Castilianern zu Ocanna geschahe. Doch nach» dem dieser Michael nur 2 jähr alt worden, gieng er gleichfalls mit rode ab. Welcher Prmtz sonst, wo er länger gelebt hätte, das Spanische undPortugestsche Reich zuerst in einerPersohn wurde vereiniget haven. Jsabcllä wittwer, Emanuel vermählte sich nachgehends an. r-zoo mit ihrer schwester Maria, und, da auch diese nach vielen jähren gestorben, mit der dritten schwester, Jo» hannä und Philipp, I von Oesterreich tochter, Eleonore», WM,.-».» Kill. rlc Lssisnns. bitt. gen. ci'Hss-sgne« 9- epic. äs lL5lnll. Aorruguctsr. "Jsabella oder Elisabeth von Franckreich, Königin von Spanien. Sie war Königs Hcnrici H tochter, von Catharma von Medices, gebohren den 2 apr. an. i;4r zu Fontainebleau. Sie war anfänglich dem Könige Eduards VI von Engellanv versprochen. Nach dessen tode ließ des Königs Philipp» II von Spanien Prmtz, Carolus , um sie werden. Weil aber sem vater eben wittwer wurde, nahm er sie vor sich selbst. Dieses war eine der vornehmsten Ursachen mit,daß Carolus mit seinem vater zerfiel. Die wurde also durch den Cambresischen frieden an den König Philip» pum versprochen, und mit selbigem den 22 jnn. an. n; 49 wer» mahlet. Es wollen aber einige vorgeben, daß sie den söhn mehr geliebet als den vater, und sey das heimliche Verständniß durch einen aufgefangenen brief entdeckt, auch Carolus deshalb«, hingerichtet worden. An. 146? kam sie an die Frantzösischen gräntzen» und besprach sich daselbst mit ihrer Mutter und mit ihrem brüver dem Könige Carolo ix. Sie starb endlich den ; oct. an. 1468 zu Madrid im kmd'bette, nicht ohne Vermuthung empfangenen giffts, und wurde von den Unterthanen sehr beklagt. Sie hinterließ 2 tochter, Jsabellam Claram Eugeniam, Ectz-Hectzog Albrechts gemahlin, von der hernach; und Catharinam, Hertzog Carl Ema« nuelis von Savvyen gemahlin. ///,EEs vi« äs- rnes illuttr« tilld. gen. Issabella/ Königin von Castilien, war Jshannis II, Königs von Casullen und Lion tochter, von Ellsabcth, Printzeßin aus Portugall, gebohren den 2; apr. an. 1441. Sie wurde von den Spanischen Ständen den 19 oct. an. 1469 an Ferdinand,»,, V, Kömg von Aragonien, vermählet, mil dem bedinge, daß nach ihres bruderS Henrici l V rode die Castllnmsche crone an sie falten solle. Ob nun gleich Henricus I V solches gerne verhindert hätte, well er seine emgcschvbene tochier Johannam auf dem thron haben wolle, so muste er es doch geschehe!, lassen. Nach dessen an. 1474 (borc wikb geneniiet 1) ein köre in dem Hollän» bey Hertzogenbusch, 2) ein anders m dem Flandern, deySiuys, hart an berste, welche bey» »amen von der an. rSz; gestorbenen Gubernantiw mcn^Elcben Sttederlanben, Jsabella Clara Eugenia, bekom» "Isäus , gebürtig von Cbalcis, und ein discipul des Lvsias, was gleichfalls ein redner,von welchem noch zehen reven vorbanden sind/ aus 54, die er würckllch ge>chrieben , va anne lonslen vor zelten in die 64 beygelegt wurden. Seme wohireoenheu, seuer uns nach» druck sind von denen besten kenneren in bei» allcrlbum sehr astnmrk worden. Aber noch wehr hat jemen rühm ausgebrellel >e.n lehr» jünger Demoscheiies, welcher wmc gar vieles zu e-auaen gepavt hat. Auch »oll dieieS zu Jsäi ruhn, dienen, oaß er t»e deeeviam» kett zu erst gebraucht, M-luche Handel und raipMagc wvvl vauat vorzustellen, da solche vorher tast nnr allein zaw zanck uno vvr ve» ne» gerichten gcdraucht worden. I. /- inr>r. z v. 7z. clc 10 oi ac, c. 64,26z / ver svvn Jikiki z Oved, und.Davids pMrstvttkde^ i i / 99O isa isb Lsc -855 gebohren, und starb an. 2974» Die Grifft gedruckt seiner änroffte. ?r^LcLNNLÜ V. 1 . jsaura/ (Clemenlia) eine gelehrte vrme zu Thoulvuse, lebte M> das jähr Cvristi i;r;.Man sagt, daß sie die ftühUngs-spiele oder «r )eux üo^Lux,welche alle jähr iin map zu Tboulouse gefeyert wer» ven< gestiffiet habe, wobey man ihr zu ehren eine oralion hält, und >yr marmorsteinern bild, soaufdem rathhause stehet, mit blumen rrvnel. Auch wird vorgegeben , daß sie ein gewisses cspi»I ver» ordnet, um von dessen Interesse, denjenigen, welche die beste Grifft verfertigen, jährlich einen gewissen preiß auszutheilen, welches durch die Schoppen zu Thoulouse geschieht. Nichts desto weniger aber geben etliche vor, daß gar mit einander keme wiche persv» m der Welt gewesen jey. inelos. tfilemenr. Is-mr. < 7 ,rre/. ine- moirez cie IxLNßueäoc. jsaurra / eine Prsvintz in klein.Asien, so anjetzo ein stück von Caramanien ist. Sie stösset an Pampbilien und Cilicien, erstrecket sich biß an das meer, und ist eine rauhe gebürgige gcgend, indem sie meistentheils auf dem gebürge Tauro gelegen. Die Hauptstadt dieser landschafft ist Jsaurasonsten auch Isauriopolis genannt. Ammianus nennet sie Claudiopolis, und berichtet Thcvenot, daß sie anjetzo Saura heisse. Die Isaurier waren vor zeiten ein sehr barbarisch, kriegerisch und aufrnhrisch volck, daher sie öffftrs in das Römische gebiete einfielen, auch viele raubercyen verübten, wurden aber von denRömischen Generalen zum gehorsam gebracht, zumalen von dem Servilio, welcher daher den namen Isauncus bekam,'wiewvl sieannoch unter den Röniischen Kapiern viel unru» he angefangen haben. I.; c. 4. 1. ir. ll- > c. 27. I. z c. L, !. ; c. 2;. üb. 6. c. z. I. 14. dc,//^tt nor. orb. svkig. I. c. ü, jsboftth, einer von des Sauls söhnen, regierte achtbalb jähr über die 10 stamme nach dem tobe seines valers. Er hatte die Crone dem Abner dem söhn Ncr zu dancken, welcher ihn nach deS Sauls tobe vor das Oberhaupt erkennen lassen, und wider die macht Da» vids vertheidiget hatte. Allein Abner setzte wieder von ihm ab, schlug sich zu David, und machte, daß die übrigen stämme ihm zu» sielen. Einige zeit hierauf wurde Jsboleth von Baena und Rechob, welche Rimmons, des Bcrvlhiters aus den Andern Benjamin, söh» ne waren, ermordet. Diese brachten sein Haupt zu dem Könige David, eine belohnung darvor erwartend, allein er ließ sie um« dringen, und Jsbosekhs Haupt in Abnrrs grab zu Hebron begraben. Welches geschahe im jähr der weit 2987» s ä'se». r,4. 1. 7 anrG c. 1 8c 2. jsburg/ist eine veste stadt an den Reußischen und Litthauischcn grantzen, welche an. 1569 durch die Polen von den Moscowitern erobert, aber bald darauf von den letzter» wieder hinweg genom» men worden. jscha, eine stadt in der Bulgarey, nicht weit von Nicovolls, wo der fluß Jscha in die Donau fällt. Sie wird sonst auch Blida .genannt. jschel / ein feiner LanLes»Fürstlicher marckffecken in Ober»Oe» sierreich, bey dem Ursprünge des flusscs Traun und dem Kalstädler» sce gelegen, ,st wegen des faltzes, so allda gesotten wird, gar be» kannt. jscher/ ein sinß in Elsaß, welcher in dem sogenannten Rietlan» -e entspringet, und sich bey Rhema» in den Rbein ergcust. jschta / lat. Lnsria, lnkulr, eine kleine insul auf dein Tossamschen meer, zu dem Königreich Neapolis gehörig, nicht weit von der stadt dieses namens. Sie ist reich an Mineralien, wem und fchwcftl, und hat auch eine gme vestung, welche an. 1707 an die Kaystrlichc» übergegangen. Zu Königs Caroli II von Sicilien zeiten entzündete sich an. i;oi der l»iter>irrdische schwefel, und ver» brannte einen grossen theil der insul, dadurch viel menschen und vich verdürben. Man stehet noch jetzo die Wahrzeichen darvo», indem bey Creinata anf2 meil weges kein graß noch bäume wachsen. Es gehöret diese insul den Marggrafm von Pescara. I.; c. 6. -teilt. dke?.p. p. 88- nor. orb. sirr. 1.1 c. 10. jschia/ eine bevcstigte stadt und cim-telle, auf einem erdreich, welclics ein dämm a» die insul Ischia hänget- Lie hat einen Bi» schoff, der unter das Ertz-BiGoffthum zu Neapolis gehöret; wie auch guten wemwachs, warme bäder, go>d«m>d alaumdergwercke. jsdegerdes oder Jsdigerdes / ei» König in Persien, Vara» Nis lV söhn, welchem er an. 400 folgere. Er war wegen seiner tu» gend dermaßen beliebt, daß, ungeachtet er ein Hcybe war, ihn dennoch der Kavser Arcadius bey seinem absterben an. 408 zu seines sobnes Theodolit des lungern Vormund bestellete. Weil er nun scin Königreich nicht verlassen, und also nicht in eigener person diesen jungen Printzen erziehen helffen kunte, sandte er einen hierzu ge» schickten mann, namens Antiochnü, dahin. Dieser Jsdegerdes schloß mit den Römern ein hundert» jähriges bündniß, welches zu ausbreitn«-, des Christlichen glaubens in Persien viel beytrug. Denn, nachdem der BiGoss von Mesopotamien, Waruthas, in gcsanbschafft z» diesem Könige gcschickek worden, dcfreyete er ihn von einer beschwerlichen kranckheu, und seinen söhn von einer teuf, feilschen desitzung. Weil es uun einige von den Pecsiamschen Prie» stern hefftig verdroß, daß sich der König so gnädig gegen die Christen erzeigtte, verbargen sie eine gewisse person in dem tempel, wo» rinnen der König die sonne anzubeten pflegte, welche unter wäh» rendem opffer schreyen musie, daher wegen seinergunstgegen die Christen soitc abgesetzt werden. Dieses vcrunrnhigte den Isdeger» Dem heffliq; allein nachdein Marutbas den betrug entdecket halte» ließ der König unlerschiedliche von den Priestern umbringen.Nichls desto weniger fieng er an, die Christen zu verfolgen, well sie eine» tempel, Wvrivnen die Persianer das stucr angebetet, niebergerM« hatten. Er starb an. 421. 8-^rs^ r. 7. l. 8. üb. 14. jsdcgerdes / ein König der Perser und des Cvsrhois enckch wurde den 16 jun. an. s,2 durch Ottmann, der Saracenen Für» sten, umgebracht. Dahero fangen die Perser von leidiger zeit ihre jabrzahl an, welche sie biß an. i°>79 brauchten, da Albu Arsalan, König der Perser, eine andere anfieng. ä^/^cle Men-j. remg. ckronol. cle äo-ffr. rewx. ja epüernsnäibus kerssrui«. jft/cin ßuß im Hertzogtbum Lüneburg,welcher bey Schweimb» ke im kirchspiel Hanckhensbiittel enkspriligt, und nimt so bald un» weit Wollersdorffdas aus den, Stöckmer. reiche bey der Stockemer« mühle lind Slöckum Verrinnende wasser ein, gehet ferner anfM. Jsenhagen, wird baraufunweit Wunberbüttel durch die Jögaen» bcck vermehret, fleußt hernach aus Warenholtz und Giffrhvrn vor. bey, nacher Weserholtz, durchkrümmet die kahle Brockcs-Heyde, durchläufst etliche wälder und die unfruchtbare ebne Avpelberg, streckt sich ferners in die schönen Käßdorffcr.wiestli, rinnt auf Käß« dorff, Gamsen, und nachdem sie unter der Hohelicks.drücke fort» gegangen, vertheilet sie sich in verschiedene kleine arme / welche sich mit eben dergleichen aus der Aller herkommenden wassern vcrmr» Gen. Der haupt-strohm aber gehn ferners, biß er endlich sei» crystaü-helles wasser auch in die Aller verstecket. * jstlin; Es sind zwey gcschlcchter dieses namens in Basel ge» Wesen, die aber nicht scheinen einen gemeinen Ursprung gehabt zu haben, wie bann auch ihre waapen gantz unterschieden sind. Das jögenaiinke ältere geschlecht hat hervorgebracht Heinrich, der schon an. 1294 Pfleger im svital gewesen. Hligen, des Raths, an.i,,?. Chuiio, desGerichts, a>i. i,8°. Heinrich, des Raths,an. 141.4. Peter des Augustiner-ordens und beGt>vater der closier»frauen iin Klmgeiilha!, an. 14,7, welcher neben andern seines ciosters in dem streit wider die Beginen grossen eyfer bezeugt hat. Heinrich ward Odrister.Zmjfstmeistcr, än. 1471, und als er von der stadt Basel zudem wichtigen peinlichen Proceß, welcher in Breysach wider Petern von Hageubach, HertzogS Caroii von Burgund ge» wesenen Land > vvigl im Etsaß, angestellt ward, lind der her» nach Hertzog Carlen zu einem der vornehmsten vonvänden seines kriegs wiLer'Oesterrcich und die Schwcitzer hat dienen müssen, ver» schickt worden, ward er von dem Oesterreichischm Land-voigt, der sich da als kläger anfführote, zum fürsprech erbelten. Jacob I» stlin war an. i?c-4 Land-voigt zu Farnspurg. Kurtz nach diesem ist diß geschlecht in Basel ausgestorben; doch so, daß ein äst davon sich in der IHancKe ksoirue gesctzct, und noch biß auf diese Pit den abelstand erhalten hat; Wie auch das Jselische geschlecht in dem Canton Glarus, welches ebenfals seil eniigen hundert jähren sich in denen meisten ehren.ämtern dasigen standes hervor gethan, auch viel ansehnliche Officicr. stellen in Frantzösischen kriegs-dien» sten erlanget hat, seinen Ursprung von diesem herleitet, lind des» wegen den alte» Jstlischen waapen beständig führet. Das andere oder jüngere geschlecht hat zum stamm» vater Heinrich Jftlin, der an. i;ü4 vp» Rvsenfeld aus dem Würtembergischen gen Basel ge« zogen. Dessen cnckel Johann Jstlin/ des Raths, starb an. 1497, und wird von ihme als envas rares angemcrckt, daß er mit Gier ehe.franen Agnes Mennlin in die 59 jähr im ehestand gelebt- Leon» hard Jseji» ward Land-voigt auf Homberg, an. 1472, und auf Mönchenstein an. 1482. Matthias, des Raths, au. 1491. Johann Lucas. des Ratbs, starb an.i;6o. Ulrich, O. und Lroteflor )uris, auch 87i,-j,cuL der stadt; Johann Lucas, des Raths, an. i;74. Lucas, Hauvtman» in Franckreich, und sonderlich unter dem Ouc ckAIencon in den Niederlanden, ari.i;8o,lind ill den folgenden jähren. Ludwig, O. GA;, kroteüor und ^nclicur; Johaim Lud» wig, Land.voigt auf Homberg, an. 1579, nachmals an. 160;. Rcichs.voigt; Johann Lucas, des Raths, Drcyerherr und Oe- pmsl, starb an. 16,2 im 80 jähr feines alters; ein anderer gleiches nameuS, des Raths, an. 1607. Emanuel, Pfarrherr zu Liechstal und desselbigen Capitnls OecLnu5, au. 1611. Hans Lucas, des NathS, an. iLzs.Gcrwauus Jftlin, Schultheiß, an. iü?i. Rein» hard, zu gleicher zeit LrotetLr Lrlüce!, Christoffves Ratbs. Drey» zehner und Dreyerherr, starb an. 1719. Hans Lur des Gerichts, verstorben an. 1707. Dessen söhn, Jacob Christopb Jstlin, vorma» lcn kroselloi- IÜU. Lc elocz. zu Marpurg, und dieser zeit kroketlor Dbeol. in Bafel, sss/sf/s Lssel- ctirön. §L evlis- püis Lafil. ,V 7 ö't 7 . * jftlin, (Ulrich) krosessor ßuris zu Basel 1 ward ill dieser stadt gebohren an. 1524. Sein vater war Hans L»x Jstlin, des Raths. Die miitter Elisabeth Bärin, eine Gwcstcr Ludovict Beri, Lmk. 'rüeoi. Probsts im stiffl zu 8. Peter, auch Tbum-Herren in der Hohen'Stifft Bafel, dcr Erafmi grosser freund, und auf dem rc. liaions»gesvräch zu Baden in dßr Schweiß Präsident gewesen. Ulrich Jstlin selbst legte den ersten gründ seiner studien zu Basel unter Johanne Opvrino und Simone Grynäo; folgte sonderlich denen damal noch neuen und raren exempeln, Älciati, Zasii, und Bonifacii Amerbachii, welche denen Römischen rechten aus einer vcrnünfftigcn sttten-lchr und Philosophie, so wohl als aus genauer Untersuchung deren alten biftoric» und gewohnhciten ein stecht anzuzünden suchten. Diese studien setzte er z» Paris, Valence und auf anderen Frantzösischen Universitäten fort, gienge hieraufnach einer kurtzcn verweilung in seinem Vaterland, ferners in Italien; da ihm sonderlich Alciatus wegen seines trefflichen geistcs und schöner wis- ftnGafft sehr währt hielte, auch nachdewe er selbigem an. 1;4? den Ookkor-krantz selbsten ertheilet, von jolcher zeit an in genauer freundschafft und beständigem brief-wechstl mit ihme gestanden. Als er hierauf gen Basel zurück kommen, hcyrathete er Faustinam Amer» ise ö/s furtreflichen Juristen und BaßliiMn ^vnnacil ckmerbachst tochtcr, erhielte auch eine Juridische pro» deren er si> wohl im steig und eyfer , als in der Methode unv gelchicriichxeit der jugend die Rechte nett und klar beyzubcin» gen, in die fußstavffen der vdgenaunren Zani, Alciati und A« merbachii gar rühmlich träte. Die grosse von ,hme gesckwpffre yoMing wurde durch,einen frühzeitigen tod unterbrochen; mästen er ichon an. 1564 im 40 jähr seines alters an der pest verstorben. Er hinterließ 2 söhne, Ludwig, von deine hernach , und Lucam, Hauptnzann in ^ranck reich, und unter dem Öuc st'Aüncon in den Niederlanden, jamt mehreren töchtern, welche in die besten ge» schlechter der stadt verheyrathct, seine nachkommenschafft biß auf viele zeit lehr zahlreich gemacht haben. E'L'. -««-ÜE. I'ro1oj,oA,. vilir )L. 6erm. Latel. ckron. P-L/e/,E üs in orar. tun. äi-tta Aast. Isslio. L«^r»r vit« kros Lalil. * ^seltit / ( Ludwig ) ein söhn des vorhergehenden, ward geboh« reu an. 1^9 den 2 n,l. Er verlohre zwar seinen valer gar frühzeitig, als er noch mcht gar das sünffte jähr erreichet, halte aber durch göttliche Vorsehung das glück, so wohl von ftiner Mutter, Fauslina Amerdachm , alS deren bruderBasilio Amcrdachen , so ohne km« der war, eine fumefliche aufferziehung zu empfangen, und wird thms von denen, so gleiches alrerS gewesen, das zeugnus ertheilet, daß sich die bey der jugend sonsten so gemeine fehlere niemahls an ihme verspüren lassen. Bey so guten Neigungen , gutein unterricht, und fähigem gehst, nähme er bald in denen wisseuschafften sehr zu, dergestalten, daß, als ihne sein mütterlicher Oncle Basil. Amer» bachius nachdeme gen Bourges zu Cujacio geschickt, dieser grosse Jurist ihm eine sonderbare liebe und achtung zeigte. Die geschick» lichtest, welche er sich da erworben, und der rühm, den ihm Cu» jacius beylegte, waren eine ursach, daß man selbigem zu Basel schon damahlen eine juridische Profession aufflruge, welche der be« rühmte Hippolytus L Lolliku-, aufgegeben hatte. Allein sein Vetter Amerbach, so wohl als er selbst , wünschten noch mehrere zeit für seine prival.smdien, und sonderlich zu einer neuen reise, die er in Italien thun wollte, zu erübrigen, als welche letstece ihme beydes für seine juridische ttustia, und zu Vermehrung der wiffenschafft in denen antiquitäten sehr ersprießlich erachtet wurve. Der erfolg de« stätigle solches vollkommen und langte er an. 1589 mit erhaltenen sehe rühmlichen zeügnuffen vieler Italiänischen gelehrten zu Hause au. Wornach lhme so wohl der tstul des UoÄorL« allda mitge» theilet, als auch die juridische Profession aufgetragen warb, wel» che letstere ihme sein vctker Amerbachiuü um dem 8/nä>cLc der stadt tu seidigen fürs gemeine Vaterland ziemlich wett aussehenden zelten desto besser abwarten zu können, mit gröstcr freude abträte. Alle, die selbiger zeit gelebt, geben Lubovico Jsclio das zeügnuß, daß sein fleiß und geschickilchkeik im docieren, mit ungemeiuer leutselig» keil gegen allen studirenden, zu dem stör, in welchem die Baßüsche Juristen Facultät, sonderlich gegen dem ende des 16 und im an» fang des 17 secuü gestanden , k!N grosses beygetragen habe., Er zeigte eine ungemeine scharsssiunigkeik und wiffenschasst t» erläutc» rung der dunckelen, schwären, oder sonst wider einander zu streiten scheinenden orten der Römischen gesätzen. Der gesamimen Bur» gerschafft wäre er sehr nützlich im raihgeden, und gütlicher ent» scheiduug oder vergleichung deren streitigkeiten, welches ohne zwei» sei der gröste nutze ist, so ein wahrer Rechtsgclehrlec der mcnlchll» chen gefellschaffl bringen kan. An i;98 ward er 8>nst,cu5 der stadt, und leistete auch in diesem amt bey sehr gefährlichen läusten sehr grosse dünste. Neben dem allem war seine frommtest, und grosse ftcygebigkeit gegen den armen jeberman erbaulich. Durch den tobe Bastln Amervachii ward er ein bcsttzer der berühmten Amerbachi» sehen Bibliochec, so wohl als deren surtrestlchen gemählben, alten müntzen, und anderen antiquitäten, weiche er so wohl durch eige» neu steiß und auffwenbung vielen koslens ansehnlich vermehrete, als durch willigste auslehnung deren raresten büchern, und vorweisung aller darinn befindlichen merckwürbigkeltcn dem gemeinen nutzen sehr rühmlich widmete. Alles zusammen ist eine ziemliche zeit nach feinem wd von der Obrigkeit erkaufst, und der hohen vchul zu Ba» sei zugeeignet worden, allwo diesclbige büchere anuoch den anjehn» iichsien theil der gemeinen Bibliothec ausmachen, und nicht min» der von dem steiß dieses Jsein und der 2 vorigen besitzeren und ver. mehreren derselben Bomt- und Basil. derer Amerbachen, als von vergüten fähigkeit, welche sie ssehadt, die besten büchete wohl zu kennen, ein klares zeugnuß ablegen, Ludwig Jselm starb an. 1612 im 54 jähr seines alterS an einer hefftigen chvlick, in deren schwer» tzen er eine sonderbare geduit, standhafftigkeit, Verachtung aller weltlichen dingen, und jehnung nach der ewlgkeil verjpüren lassen, daß niemand ihne in solchem zustand besuchet, welcher nicht gar sehr dadurch erbauet worden. 7 »/«^» >n Orm. tun. cliccL kuä. Ilelio , /. /. Ocla /tlcsica in.ejurst.inorrem » all ksnc Ostsrn noch. * 'Isenbard, soll ein Herr zu Aktors in Schwaben unweit der ReichS'stadr Ravensberg / wo nun das kloster Weingarten, gewe» scn seyn, Warim söhn, der bey Carolomanno, Königs Pipini druder, ö/lajar clcimu; gewesen. Er und sein bruder Warinus II hatten den hetl. Otlmarüm Abt zu S. Gallen im gefängmß sterben lassen, darüber sie in Caroli lvl. Ungnade gerathen. Es trug sich aber zu, daß Carolas aufder jagd wegen eines auer-wchsen in gefahr kam, wovon ihn unser Isenbard befreyet, und zur belohnung mcht allem pLräon, sondern auch der Kayserm schwester Jrmentrud zur geinahlin erlanget. Dieser Jrmentrud ward von euier armen stauen, berste schuld gegeben, sie tonte von emeni manne nicht ; kinder auf einmal bekommen haben, arigewunschet, baß sie jö viel kinder bekommen möchte, als monare un jähr waren. Die» seö geschahe, und Jrmentrud ließ aus schäm " vondenkindem . lse 99r Schertz tragen, daß sie sollen ersäufft werden. Ist.,, darb begegnete der bedientm, welche auf befragen, was sie trüge, zm antwort gab, es waren wolpe oder junge Hunde. Jsenbard cuiEux.und kam darüber hinter die gantze fache, machte anstalt, daß die r 1 Ander heimlich erzogen, und da sie in etwas erwachien, bey seinem gedurts-tag der mittler unversehens vorqe» stellet wurden; wovon sie damals so viel schrecken, als nach erlana» ter Verzeihung freude gehabt. Die «amen dieser kinder, davon der zu erst zurück behaltene Welp oder welph zum andrucken ge« nennet worden, sind folgende-. 1) Welp oder Wels,isstamm-vacer der folgendm Grafen zu Morff. 2) Cuno, der Hertzoge zu Fran» cke«- l) Thassi o, der Grafen zu Hohenzvllern. 4) Ebo, der Grafen von Hestigenberg : z) Werner, der Grafen zu Loggen» bürg. 6) Gebelhard, der Hertzoge in Allemannten. 7) Eber. hard, der Grafen von Eberstein. 8) Arnold, der Grafen von Oettmgen. 9) Bertholt» , der Grafen zu Wölpe. 10) Ade!» dert, der Grafen zu Kalw. n) Heinrich, der Grafen zu Ca» tzenelenbogen. ir) Rudolph ein Bischoff zu Würtzburg. Doch diese erzehlung dienet mehr zum lliverEmenr, als das jemand dieselbe vor Wahrheit halten solte. Nicht gewisser ist die andere, da man spricht, Jjenbard hätte bey einem feldzug urlaub von Ca« rolo gebeten, weil seine gemahlin niedergekommen wäre, darauf der Kayser gesagt: es verlohnete sich wohl der mühe, um eines jungen wolp oder Hundes willen , so nach Hause zu eilen. Jftn» bard habe geantwortet, das kind solte zum andencken diesen na» men behalten, und der Kayser tauf.zeuge seyn. Damit aller guten dinge drey seyn mögen, fehlet es auch nicht an der dritten fabel, da einige die gemahlin Jsenbards aus dem geschlecht der Römischen Cätiilorum oder Catilinarum herleiten wollen. Diese erzehlungen sind bey ü. Lucslinc, IN Kitt. HziloLnssica und andern dergleichen neuern scribenten, nicht aber bey den alten zu finden, aus denen wohl so viel bekannt, daß an dem Carolingischen Hof ein oder mehr Jsenbarbi gewesen, davon auch einer Carölum ^l. aufder jagt von einem auer>ochsen errettet, deren zeugniffe Fetter in der genealvgi» schen Historie des Braunschwcig«Lünedurgischen Hauses c. 1. p. c anführet. Isenburg/ siehe Ysenburg. ^senburg / stehe Eisenburg bey Ruffach. ^scndick / lat. issnLcum, eine kleine aber feste stadt in dem Holländischen Flandern an der seecküste gegen Bierfliet über. Die Holländer eroberten sie von den Spaniern, und haben sie schon viele jähre besessen. Sie ist drey niesten ostwärts von Sluys, eben so weit gegen abend zu von Sas van Gent, und 4 südwärts von Mit» teldurg entfernet- LeiZium. 'Isenguien/ lat. lüZenium, einschloß in Flandern, 2 weis len nordwärts von Courtray, so der familie von Vilnoa ben Gra» fen. tstul ziehet, welchen König Philipp H an. i;8r dem ort erst» mals gegeben hat. 'Istnhagen / ein Jmigfcaucn. Clostcr im Hcrtzogthmn Lüne« burq im Zeller«district gelegen. D>e Pfaltzqräsin Agnes ist dessen stiffterin. Den platz hat sie an. 124; dem Hertzog Orro, gegen und für ihr leibgeding am Gvßlanschcn BergwerckS zehnden abgetan» scher. Sie hat darauf an. 1246 erstlich ein Closier für Cistertzcr» Mönche zu allen Jsenhagen an der Jse gedauen, unter angedung Abt Arnolds des Closters Riddagshausen, welcher 12 Mönche aus seinem Closier dahin geschicket, und ihnen Dethmar zum ersten Abt fürgesetzet hat. Weilen aber die gelegenheit des orts wegen dem worast ungesund wäre, so wurde das Closier nach Hannigsbütkek und endlich wieder von dar weg an den heutigen orth zwischen der Ist und dem Hagen versetzet, daher es auch den nahmen bekom» men. Als nun an. 12,9 dieses Closter durch eine stuers-brunst eingeäschert worden, und BsschoffJohann l zu Hildesbeim denen armen Mönchen, das Closter Ueckhenrode (minmchro Marien» rode) unfern der stadt Hildesheim eingeräumet, ist Jsenhagen nach dessen wiebererbammg ein Jungfrauen»Closter worden. Die erste Aebtißm hat Gest geheißen und der erste Probst Helmcke, Massen es unter der aufsicht einer Acbtißin und eines Probsts gestan» den ist bis an. i4;o. Es ist aber an. i;88 , da die schlackn bey Winsen an der Aller geschehen, auch in gründ verheeret worden. Es ist in diesem Closter «»noch ein Marienbild den von, Creutz ge» nommcncn Jesum in der schoß haltend, vorhanden, so innwendig hob! ist, und vor diesem in der Capelle zu Steinbccke gestanden, welchem viel wunderwercke in den alten zelten zugeschrieben worden, also daß die dahin wallende Pilgrim in die geöffnete stiten des Je» sus-bildes gelt und gold geworffen, auch sonsten allerhand geopffert," welches dann dem Closter wohl zu statten kommen ist. I.L.L. Lrsstr-bekckr. 1 lkeil p. ; 6 i Lc ; 8 o. * ^seo/ eine kleine stadt in dem gebiete der Venetianlschen land^ schmfl Brestia. Von derselben wird ein gewisser see ä'Iseo qcnennet, welcher ungefähr isooo schritte lang, und nach dem unterschied der örter 2000, zooo oder 4000 breit ist. Die eme heiffte davon liegt in dem rei-rirono von Bergamo, die andere aber in dem Brescianischcn. Der fluß Ogllo gehet mitten htndurch. Bey den alten hat er l-scus Ssbmur gehclssen. 8cksuz-Isir cles in IlLÜer, p. ;4Ü, ^fer / lat. Mra, ein fluß in Bayern, welcher an den Tyrolst schen grantzen entspringet, von dar nach München, woselbst eine brücke darüber ist, ferner nach Freysingen, Landshut, rc.zulauffck die Amber und andere flüsse mehr zu sich nimmt, endlich aber m die Donau fället. 2 -^--» iriner. Lerin. "Xsere / lar.Mrs, ist ein fluß in Franckreich,welcher aufdem ge« bürae von Tarantaise in dem kirchsvlele Tlgnes entspringet, und bey Montmeiüan m Savoyen vorbey läufft, allwo fle die Aire em» Pfangt 9S2 ist isi "^ckigehends nach Grenobk zu in Dauphins fließt, bey 8. Marcellm und Romans dw Drac, dey der Priorev 8. Robert die ^>encc und nachgehends die Gie zu sich nimmt, und ohngcfehr eine mei e über Vaience m die Rhone sich ergeußt. Von Monmeiüan 6- kleine und zu Grenoble grosse schiff. Man hält davor, baß dieser fiuß des Plolemai Tisera und Pvlybii Scoras sey. Die ^weten ihn Isar, von dem Griechischen Worte,. , wel» ches krafft oder starrte heiffet, weil sein iauff sehr starck und schnell ist. i. !. ; c. 4. ckescr. tium. Lsll. äe I» t orce.rom. i.ct,. 1. * / ein schönes aufeiner höhe gelegenes Chur.Bayerisches schloß im Blßthmn Frevsing und dem pfleg'gericht Moivurg zwi» sehen Landshut und Freysingew, wo die Ammer in die Iser fälst, gelegen, ist, nachdem die Schweden das alte an. 1648 eüigeä» schert, ausgebauet worden. si, ;üc>. 'Iserlon/ eine stadt in der WesiphälisthenGrafschafftMarck- bey dem fiuß Lenne, nicht weit von Unua, gelegen. Sie treibt starcken Handel mit eisendrat, und hat vffcers durch feuersbrünste grossen schaden erlitten; wie denn von neuen an. 1712 über ;c>o hau» er verleibst im rauch aufgegangen. 'Iserma / eine stadt und ein Bischöflicher sitz in der Grafschafft Meust gelegen, gehört zu dein Königreich Napoli, liegt 27 weilen Nordwerts von Capua und 42 von Napoli. cleibckpr. Iralia:. elebii. blesp. ^Isidas/ ein Lacedäinvnicr, kam mit 100 Personen, die sich aus ienie anvrdnung mit öbl ialden und kräntze von olivenblätlern anflehen wüsten, nach Gvthium, woselbst die Lhebancr eme besä» tzung liegen hatten; weil nun diese sich keines feindlichen volcks m dergleichen Habit versahen , wurden sie unverimuhet überfallen und niedergemacht, indem die Lacedämonier unter ihren kicidern schmerdter mitgebracht hatten. äe ttramgem. ^sidorus / des ketzcrs Basilidis söhn, welcher seines vaters irr» thülner mit neuen z»>atzei! vermehrte. Man hat auS seinem buch cko si'ilna iiäniila, aus seinen erbiciL und andern schrlfften bey den kirchem scribemen einige übcrdleibsele. h«r. kak>, I., c. 4. tkrorn. l. 2, ; Le b.» neu briefschrieb,welcher sich unter denen epmolu. i'urciclL befindet, die L-euüreruL heraus gegeben. Hieraus verkleidete er sich in einen sclaven, und kam nach umerjchiebilchen ihm zügellos,enen degegms» stn nach Rom, allwo er zum Patriarchen von Eoimammopcl erneu» net wurde, m welcher stadt er auch au. 146z vieles zcilllche gelegne» te. in »ppencl. sei Luil. lliive. ^Isidorus, Blschoffvon Cordova, war eil! Spanier von geburt, und lebte nm das ;ahr 420 zu der Kay,er Hvnvrn und Lhevdosii des jüngeril zelten. Er hat libros 4 slio^-orisrum in übiOL roZeun gelchrieben. (,c,(.ÜDk. Pssldoruö , tvtercsror , oder wie andere wollen, ?eccalor zugc» nähmet, soll zu ende des 8ieceili geiebet habe». Es sind IN seinem uamcn einige zusammen getragene canoner vorbanden, von denen «1 Griechenland, Asnca, Franckreich und Spamcn, biß au. 68; ge> halteuen concili», wobey man auch die iogeuaimle epitkol^s aecro- kLlo8 der Päbstcu an der zahl über achtzig von Elemente Komsno an biß cmfden Pabst Oeui ckellu- findet- Wiewohl Bloiidellus stuc» sam dargelha», daß selbige nur suppomrel sind; weichem auch beut zu tag alle gelehrte Carholhche glauben bcymeste». Aus Hiiicuiarl Rheinensis schrlfften ist zu jchllesteu, daß diese coilectiou zu lemcr zeit dem Jsidoro Hispalensi zugeschrieben worden. Der Ertz-Biichoff von Mayiitz Riculfns brachte vieles buch mit aus Svameii, und ließ eS umerlcyiedliche mahl abschreiben, so er hernach um das jähr 790 oder 800 m Franckreich hm und wieder verihciiete. Nach der zeit aber ist des »uroiis name mit den Worten IsidoruS ?ecc«roe aus« gedruckt worden,welcher dcnci-nuug sich damahls vielBischöffe bey unterschrcibung ihrer namen bedieulen, wiewohl andere copeyeu ihm den «amen lAercsror beylegen. Einige haben obigen Kieui- kurn seibiicn, andere einen gewlisen Benedlccum Levirum für den Urheber dieses ärgerlichen bctrugs gehalten. cle red. liruig. I. i c.;. in nori; acl rnan/r. I. ;,L0ncoic>. c. 5 Le 7c. 20. /,'/,«./-//,» pidueio-liicloi o. sÜDe.Aeür- Kilt. jur. csnon. in k'rsestack cle emenclar. "Isidorus, ?eluliorszugcnahmet, weil ernähr bey der stadt Pelusium in einer ciiiöde sich aufhielt, war ein Priester und der qe. iehrteste, ingleichen der berühuiteste unter asten schillern des Cbryso» stomi. Er lebte um das jähr 4;' zur zeit des allgemeinen zu Ephc» so gehaltenen Loncilii. Er hatte sich von lügend auf zu einem Münchs'Ieden geiviedmel, und will Nicephorus, daß er Adt derjenigen Münche gewestn, die sich aufdcm berge Pelcasio aufgehalten. Er starb um das jähr 440. Suidas meldet, daß er;oos priese gc» schrieben habe; Nicephorus aber eignet ihm gar ,oooo zu, vh„e die andern wercke, die er verfertiget haben soll. Diejenigen, so Wir noch von ihm übrig haben, bestehen in erklarung unter,chiedli» ist cher stellen heftiger schrifft, und reantwortung etlicher theologischen fragen ; als da sind epiliol-e, libsr LäverssiL geruilei, 80c.wel» che ConrabliS Riltersbusius zulammen drucken lassen. L-r-,-. »L,. D« ^sidorus von Sevilien, oder , wurde von seincmBißthumc allo genennet.Er war einSpamer von geburt,und wird sonsten der jüngere zubenahmet, daru it er von dem Jsidoro von Cordova unter schieden werde. Sein Vater war Scvm mus, Louverseur von Cartbagena, des Fulgemii, welcher'Bstchoff daselbst war, bruder. Er folgte sturem andern bruber au. 59; in dem Blßtbum «Levilien. Er präsidirte an. 619 bey dem andern Loncilic, daselbst, an. 6;; bey dem zu Toledo, war auch sonst bey den Svaniern in sehr grossem ansthm, und starb dM4 apr.cw.6;s. Die Cathoilschen, und insonderheit die Spanier, verehren ihn aiS einen grossen Heiligen. Seine schriffkcn sind: ckronicc-n; bikLri» Lolboruin, Vanstslorum 8e8uLvorurn ; iibri ck)'moIo§!Lrum; ste tcripronbus ecclotiLtticis; cke virs, Le morre lLiultorurn; cie oK- cüs ecclelisckiciL; cie conrernlu munäi, Leo. Lcläie. sst l, sie vir. illuiir. 8. Isistori. c. ; s. ^,»4- »4 I» 6 bitt. c. s. D« "Isis, eine Egbptische gvttin. Einige halten davor, daß Isis cv ncriey mit der Gnechen Io und der Phrygen Cybcle sty, nrmlich daß die erde oder »alur dadurch versiauden werbe, weil beyderiey gollheiren fast auf einerley arl vorgesiestet wurden. Die Cybcle wurde imt emem lhurme auf bcm Haupte, mit Löwen umgeben,und mir einer cyinbel i» der band abgebildet, und ivimer , ober die allgemeine großmuiter gcnenncr. Fast eben so sahe auch der Isis diidniß aus, weiche gleichfalls ein sttkrum, so ein gewisses muß» calisches mtk, umene war, in der Hand sichrere, und öfflers rerrs oder die iiatur genennct, und dahero auch mit vielen brüsten abgebildet wurde. Man hielt sie vor des OyriS gemahim und schwcstcr, und gab vor, daß sie sich bereits im mutterleibe mit einander vermachet hätten. Avuicnis berichtet, baß diese gotlheit von der gavtzcn weit, ob wohl mit verschiedenen namen angebetet worden, jedoch bat sie kein voick mehr verehret, als die EgYPttcr. Man kau am u» chcrsten sagen, daß Isis eine Königm m EgYPtru gcivelcu, welche nebst ihrem gcmahi Osirl um das jähr der weit 2;oo, und also vor Christi geburt an. i;;; regieret habe. «Lie soll den schiffbar, zuerst erfunden, nud hierauf in weit entfernte und barbarische länder,wovor damahls Teulschiand und Franckreich gehalten wurden, gesegelt, auch daselbst das voick i» dem gottes-dienste und ,eld-bau un» lerrichlel haben, wodurch sie sich iö einen grossen namen erworben, daß man sie hernach vor die göltin der erde gehaücn. Bey ihrem gollesdienste gieng es gar geheim zn, und zu ihrem hciilgchum kam niemand als die Priester, und dieieingcu,deren vcrjchwiegen» heil man sonst versichert war. Die Egvptler setzten zu dem bild Jsidls auch das bstdniß Hori oder Harpvcratis (so dem vorgeben nach Apibis und IsidiS söhn war) nr der sigur, als irnckc er mit dem eime fiuger die lippcn aufeinander, eben um dann! anzudeuten,daß ihre Priester remen mund halten, das geheimniß ihres gotles-dienfls nicht verrathen, oder, wie Augnsimns cke c,v. I9oi 1.18. c. z. meldet, nicht offenbahren ldlten, daß Isis ein mensch gewesen leye. Aus deine, daß es bey diesem gottesdienst so geheim zugegaiigeii/wollen einige schlicssen, daß viel ärgerliche dinge darbev vorgclauffen ; weßhalbcr auch die Römer Vene scharfverboten, und als einige pri» val'persvnen derleibc» zu ehren m geheim einige caprllen erbaue» tcu, ließ der Rath selbige nicderrcisscu, biß der Kavstr Angustus ge» stallclc, daß man ihr zu Rom Archen erbauen burffle; auch findet man sie aus verschiedene» müntzcn abgebildet. Apulezus bezeuget, daß man sie auch vor die göltin des mcerS gehalten, weil sie die schlff'kimsi oder wrnigsiens doch den gebrauch kcr stegel erfunden habe. Als man vor einiger zeit den gründ zu einem gewissen Hanse zu Pariß legen wolle, sirnd ma» im graben ohngesthr 2 klafftcrn lief m der erde einen weibes-kopsi von crtzt, der ciwas grösser, als nach dem lebe» gemacht war, nur einem thurme oben darauf, wovon einige gelehrte männer aisvforr urlheUlcn, daß es das Haupt der Isis gewesen, als welche ehemahls zu Pariß angebetet worden. Daß auch die alte Hclvetier oder wenigst die dann» wohnpafft gewesene Römer dieser göttin verehret, erweiselcine alte im kirch>lhurm zu WMmgen befindliche lieiwschnsit, welche anfängt: klisti ä solo 1.. Fnnusiur tolugiLNUs kuo pokug : Gleichwie Isis von vielen völekeni verehret worden , also hat sie daher auch viele unterschiedliche »amen bekommen, dcrowcgen sie bey Plutar» chv d.i. die tai»end>nämige hcissct. Durch ihre »amen und bildnüffcn aber solle gemeiniglich der mond gcmcvnet und bedeutet worden seyn. -tugucko Le libeno- üb. r ann. D/s üb. 42./^/«,4' e/,«4 cle Isiele Le Okiricke. Lornrnocko. spol. c. 6. e7/e,«e-!4 Üb. I tirom. üb. 1. prseziÄr. evang. üb. 11 mctLin. cie ckiiz genr. Hur. 22. 67 ,e»/ cle !a reügion. lleor. mensti iüsca. cecüz>U5 ^Lgvpr. cle stmul. clcor. Libüvrkec. univ. rorn. ;. reckerckes curieukez. ö 7 e«vr» ff- nr. gnr. c. 1 p. 184. üelv. I^ircbeo gekcb. pr. 1.* 2 sts, ein fluß in Engclland an den gräntzen von Glvcester und Wiushires. Er entspringet zwischen Ojssord und Berckshires, läusst bey Dorcesier vorbey, vermischt sieb mit der Thame, iinb be» kommt sodann den »amen Thames oder die Temse. In Wilts» hire stösset er an Crekiabe; in Glocestershire an Letchlade; m Barkshire an Inglesham, und in Orfordshire an Oxford und Admgton. 2fiten/ eine geivisse stete unter den Türcken, so ihren namen von Jsa' Wamerdat bekommen, weicher behauptete-baß der alcoran geschaf» ren und nicht ewig wäre, wie die andern Türcken glauben, weiche Hwar mcht die copeyen oder abschrifften des alcorans, sondern nur das original im Himmel, welches Gott selbst geschrieben, vor ewig MuLN. äe ernpire Occonian. "Ißland, eine instil auf dem Eismeer gegen Norden zu, welche von einigen vor der alten Thule gehalten wird. Sie wurde zuerst von dem CapitainNadocco entdecket, welcher sie Schneeland neu» riete. Nach diesem entdeckte sie an. 874 ein Schwede, namens Gardarns, etwas genauer, welcher sie Gardashoim nennete, sonach Scluvedischer spräche,0 viel ist, als Gardaschisul. Hierauf kam ein Norwegischer see»räuber, namens Floccus, hinein, welcher sie Wand, das ist Eisland nennete. Als man sie erst entdeckte, war sie gantz wüste, wurde aber hernach von den Norwegern mit ein» wvhuern besetzt. Die beyden beste» städte in der insut sind Hola und Lchalhoit, welche zugleich Bischöfliche sitze sind. Ausser den« selbigen sind nicht 6 oder 7 andere städte in der msul. Die einwoh» ner halten sich insgemein in den holen der berge auf. Der Lou- verneur des Königs von Dänemarck resldtrt aufdem castel Bestode. Diese msul ist ungefehr 144 teutsche meilen lang und 6; breit. In den längsten tagen ist fast gar keine nacht; hingegen wenn die sonne in den steinbock tritt, so währet der lag auch mir eine kurtze zeit, die lufft ist über alle Massen kalt, und der boden insgemein bergicht und unfruchtbar. Jedoch an etlichen orten, wo der erdboden eben ist,siebtes so herrliche wiesen und vreh'tcifften, daß man dem Vieh, wenn man es darauftreibet, sein futter gleichsam abmessen muß, weil sie sonst bersten wüsten- Es ist auch da die butler in solcher menge, daß sie gleich dem kalck auf grosse Haussen zusammen ge» schlagen wird. Sie haben kein brod, brauchen auch kein ander vieh als Pferde und rind.viede, und die ochsen haben keine Hörner; daneben giebt es daselbst falcken und weisst bären. Ihre Hunde sind sehr klein, und werden den Malthesischen gleich gehalten; so wird- man schwerlich auch einige bäume darinnen finden, ausser wacho!» der-sträuche. Im übrigen giebt es allhier; sehr hohe berge, welche oben auf den spitzen immerfort mit schnee bedeckt sind, und gleich» wohl zuweilen feuer-flammen und steine ausstehen, der höchste dar» unter ist Hecla, die andern beyden heissen das creutz und Helga. Im Hecla giebt es reiche schwefei-adern, womit die kaufflesste einen grossen Handel treiben. Es giebt auch einen brunnen auf dieser m» sul, mit rauchendem wasser, durch dessen aufsteigende dünste alles in stein verwandelt wird. Ein anderer brunnen ist daselbst, von des» ftn wasser alles, was daraus trincket, sterben muß. Ein anderer nicht weit vom Hecla, der alles verbrennt, was man hinein wirfst, ohne flachs und hanff nicht. Eiü anderer der alles in eisen verwan» delt, wovon ein Frantzoß an. 16;; eine probe gemacht hat. Ein anderer färbet weisst wolle» schwach. Hingegen ein anderer schwache wollen weiß, und noch ein anderer schmecket als bier, und macht die lcute berauscht. Die einwvhner dieser msul gaben vor» zeitcn an Witz und verstand keiner nation in den nördlichen gegendm etwas nach , wie solches unter andern die Historie ihres lanves be» zeuget, welche sie in ihrer spräche vers-weise geschrieben haben. Hvrnius berichtet, daß diese instil zuerst von Haraldo dem schönen aus Norwegen an-874-mit volck besetztworden,unddaß an.y82Eri» cus Ruffus, ein grosser berühmter mann, von hier eine colovie in Grönland gebracht habe. Vor alten zeilen waren sie dem götzen» dienst sehr ergeben, und beteten den Jupiter unter des Thors, den Mercurium aber unter des Odins »amen an. Um an. 1000 aber wurde die Christliche religion eingeführet, wodurch ein innerlicher krieg entstund, welcher gantze 20 jähr währte. Unter dem König Christian» III von Dänemarck wurde m dem 17 ttculo die refor» mativn hiestlbst eingeführet. Was sonst von einigen und sonder» sich von Bleskenio den einwohneren dieser insul schuld gegeben wird, daß sie der zanberey sehr ergeben, winde verkauften, ihre junge töchtercn sich den fremden ohne schamhafftigkeit lassen anbie» ten, ist ohne gründ, und sonderlich von Arngnmo Jona so gründ» sich als schärft widerlegt worden. Man zehlel nun darinnen bey die;;o Evangelische Pfarreyen, deren Vattorei die gröste ehre von dem einfältigen volck gemessen. König Christian 1V hat die bibel in ihre spräche übersetzen lassen, welche von der Norwegischen so weil unterschieden ist als die Holländische von der Teutschen. Die Ißländer werden sehr alt, und findet man, die 100 auch biß i;o ;ahre haben. eclcia. cie Icksnciis. Ich-Ici«, cie IckAncli». /r»-r bitt. Ickancl. relsrion cklckancl. annal. prsess Ickancl. LuroxsriLker Rcrolä V. r p. 252. * I8I.L O'L880X4Nl0dl. siehe Antiscoti- I8I.L 6e kK.^LL lat. Inkul» Vranci«, eine kleine Provintz in Franckreich , welche sich zwischen den flüssen Marne und Oyse, längs an dem nördliche» ustr der Seine hinunter erstrecket. Das xouverneinemcls l'Icke c!s Vrance aber ist eines V0N den 12 Aenersl- xouvernemencs in Franckreich, welches gegen norden an die Pl» cardie, gegen Westen an die Normandie, gegen luden an das Zou. vememsnr von Orleanois, und gegen osten an das von Champagne gräntzet- Es wird eingetheilt in 10 kleine landschafflen, welche skyliss, die Icke cie Vrsnce an sich selbst, l-c ttrie Vrancoitt, ein theil von Gastmols, l'Hurepoix, le Manwls, le Vexin Francois, le Beauvaisis, le Valois, u- r^oiffonnois und le Livnnois. I8I.L VILO, oder Ile vieu, auf Teutsch die Gottes instil, liegt aufdem Aquitanischen mecr, ungefehr 2 meileu von der küste der Frantzösischen landschafft Poitou. Von einigen wird sie I'lle -l'oeutL, oder die Eyeränsul-genannt, weil die wilde gause da. selbst in grosser menge sich einzusinöen und ihre eyer zu legen Pflegen. I8UL VL 6LI.L, siehe Agulha. rsm 99z !8l.L , (Jourdain äel-) war, wie einige davor hasten, ein an» verwandter der Grafen vvnFlcmdern, hatte sich aber in Gasconieir niedergelassen, allwo er eine befreimdlin des Pabsts Johannis XXI! geheyrathet. Wrewvhi er nun sich zum hauvt einer räuberischen rotte aufgeworffcn, und mit derselben die umliegende gegendcn aus« geplündert, auch dabey mit entheiligung der kirchen, mit sthänduns des fraueuzimmers,M!t ermordung fast alles dessen, was ihm in die Hände fiel, und mit andern gar abscheulichen verbrechen, den grausam um tod offters verdient hatte, so war er Loch unter der rcgiernn« des Königs Philippi V, in ansehunq des oberwehnten Padsts, im» wer verschont geblieben. Allein sobald CaroluS I V die regmuna von Franckreich angetreten, und Jourdain sich unterstanken, einen Königlichen gerichts-bedienten, indem er sein amt exerckrcn wolle, zu todten, ließ ihn der Vrevott von Pariß bey dem kovffe nehmen, und zu dem galgen condemnirm, welches auch, ungeachtet der Päbstlichen vorbitte, sowohl durch das Parlament, als von dem Könige selbst bestätigt, und an. i1 würcklich vollzogen ward. kjtt. cle Ickcmce lvrn. 2 p, Z7«. Islenos, siehe Antiochier. Islip, oder Gislip/ vor alters Ghistlip genannt, ist ein feiner flecken in der Englischen Provintz Ortordshire, an dem zustimmen, -uß der Cherwell und der Rea, zwischen Oxford und West flock off. wärls gelegen. Der König Eduardus, welchen die Engelläuder den dekenner beynamen, ist daselbst gebohren worden. Ll-Wcke-,', Lrirannis. clelic cle V Lagl. p. ;yi. 'Jsmael, ein söhn Abrahams von der Hagar, welche eine magd dieses Patriarchen war, wurde L. Ivt.2124 gebohren, da sein vater schon 86 jähr alt war. Sara, des Abrahams weit», beredete ihn, daß er den Jsmae! mit seiner mutier solle von sich flössen, welches auch an. 2144 geschahe, da er ihnen demi brod und wasser mir auf den weg gab. AIs aber dieses aufgezehret war, warfsie den knabm unter einen bäum, und setzte sich gegen über von ferne. Da erschien ihr ein enget, zeigte ihr in der nähe einen brunnen, und versicherte sie, daß ihr söhn solle ein grosses volck werden. Als nun Jsmael in dem stände war, sich zu verheyrathen, gab ihm seine minier eins Egyptierin zum weibe, von welcher ihm 12 söhne gebohren wurden» Von diesen kommen die Araber, Jsmaeliter, Saracenen und andere völcker her. Mahomet rühmet sich in seinem alcoran, daß er von dem geschlechte Jsmaels herstamme. Es starb aber Jsmael im r;7 jähre seines alterS an. 2261. 16,17 logg I. r sniig, c. iL. Teo-rrs/kil,. snn. Kittor. Vacri. srck« park. 2 exercirat. 6. 'Jsmael, des Nathaniah söhn, aus dem stamme der Jüdl» schen Könige. Er erwürgte verrätherischer weise den Gedaiiah, welchen Nebucadnezar lvl. ,447 zum Louverneu, über das lau- Juda gesetzt hatte, und flöhe hierauf in Egypten, führte auch den Jeremtam und Baruch, die ihn hiervon abhalten wollen, gcsan» genmitsich hinweg, /e,. 40,41. l. iL c.n» an. rn. ;447- 'Jsmael I. der erste Sophl in Perficn, war eines kleinen Herme Siec-Aldar genannt, söhn, vonUsmicaffans tochler, lwd stifflete an. 14SS das Königreich Persien. Er fieng an den alcoran anders als bisher geschehen, zu erklären, führte sein geschlechc von Hall, Mavomets schwieger-schmund hielt alle diejenigen vor ketzer,welche nicht stmer erklärüng des alcorans beypflichten würden- Er starb an. 1522, nachdem er viel siege wider seine feinde erhalten, und dadurch sein Reich bestätiget hatte. Er ermähnte öfflers die Cbnst» lichen Potentaten, daß sie sich mit ihm wider die Türcken vcreinis gen möchten. Er hinterließ 4 söhne, siehe Tequeaydar. , Kill. Vers. I. 10. snt» Pure. lib. is, ,/s AckckEs/r«,. 'Jsmael ll > oder SchachJsmael/ Sovbi in Persien, folgte an. 1576 dem Tamas inber reglerung nach. Er kam aus dem ge» fänglllsse auf den thron, und ließ 80 stmer brüder hinrichten, um seine regierung dadurch in sicherheit zu fetzen. Allein er regierte nurajahc, indem er von einer seiner schwestern, Peria genannt, mit gisst vergeben wurde, weil er allzusehr zu der Türcklichen re» ligion geneigt schien, welche die Persianer vor unrecht halten. L.rsri Kitt. Vers Issny / lat. Ikni-c, eine Schwäbische Reichs.stadt im Algöw gelegen. Einige »vollen den «amen von eisen, weilen sie nach dem Algöwlschen clialectt Eisni gmennet wird, lind ein roßwisen im Wappen führet, andere von der EgYPtsschen gbttm Isis, welche selbiger enden ehemals verehret worden seyn solle, die meisten und verständigsten aber von dem nächst bey der stadt entspringenden und hart vorbey fließenden wasser, die Mmach genannt, herleiten.Das alterlhum belangend hat sie solches gemein mit andern benachbarten städten, welche ihren Ursprung von den Römern und derselben lagern haben, wie die dastlbst ehemals gefundene steme, mu»- tzcn, und andere Römische merckmablen beweisen. Um das ichs 1040 soll Manegoidus Grafvon Beringen das klostcr c>-ci. c>. Ke- necl. dastlbst gestifftet habe», Mit welchem aber bald daraus bis stabt in große zwistigketten und krieg gerathen. d,ß selbige an. 121s durch die Triichsessm von Waldburg und Kordorss, welche oa« mabls die herrchafft Grauchburg, worinnen Yßi» gelegen, ichns- weiß von den Grafen von Vmngen und Nellenburg ee,cpen, da« hin gelädiget worden, daß das gottshauß kein gut oder erde m dcv stadt gewinnen und haben, und wann Lemstwen eines durch Gor! gegeben wurde, ,ewiges rn jahrsftu't wiederunr zu ve» canssen ichut» dlg >eyn iblie. In welch und ander» rechten und sreydeittl. inehe dst stadrJtznl hrunach durch Kaystr Rubvlpyuia, A-ocemm unb Hemrich ausdruckiill, auf die stadt Lindau verreyri »voe.ea ut. Nachdem haben die Grasen von Beringen die stabt unv yemchassr U theil. Kkkkkk Trau«)» 994 lso Trauchburg samt der Castenvogtey über das kloster dem Tmch« Mn Johannes von Waldburg um 190 marck silbers, dessen en. ae! aber Otto Truckfeß von Waldburg an. 1 ;6s der stadt ihre frey» Veit um yaoo pfund guter Heller verkauffet; wiege dann auch in eben leidigem >ahr vom Kayfer Carole IV unter die freyen Reichs» Itadte/ und in des Heil. Röm. Reichs schütz und schirm dergestalren aufgenommen worden/ daß sie alljährlich auf Martini 100 pfund voller richten »nd bezahlen solle/ welche Reichs-ßeuren anfänglich vonKayferSigismundo an die vouHaimenhoffen,nachgehcnds aber von Kayfer Maximilian» I der stadt feibsten von neuem eingesetzt und verpfändet worden. Es soll dieses ehemals ein schöner orth gewesen / und deshalbenklein Augspurg genannt, durch die viele feuers.brüiistc aber sehr verderbet worden ieyn / weilen an. 1284 die gantze stadt, an. 1401 wiederum die helffte, an. cs;i drey viertel und erst an. 1721 in 2 mahl aufeinander em schöner theil der stadt verbrennen. Vor diesem hatte sie einen grossen leinwalb-handel / und starckc weherschaffl, welche sich öfflers wider den Magistrat empöret/ biß an. 1598 die fache aus dem gründ verglichen wurde. Svnsten ist der Rath/ welcher jaus 1 s persohnen, als 2 Bürgermei. ster / 2 Stadt.amman und 15 andern Rathsfreunden bestehet, und die gantze burgerschafft, von zeit der reformatwn an und noch pur Evangelisch gewesen; und bat das heilsame reformalions-werck all» da insbesondere befördern helffen/der berühmtePauIFagius,welcher dahin an. 1527 zum ?r«cepror der Lateinischen schul und an. 1^7 zuin Pfarrer beruffen worden, nebst dem Peter Büffler des Raths daselbst, einem grossen freund der gelehrten, welcher beshalben auch den Ambrosium Blaurermn von Eostany dahm beruffen, und auf seine kosten eine Hebräische buchdruckerey auszerichtet, darin» nen mit hi'ilffbcs Ellas k.ev,m emes teutschen und gelehrten Judens» den er von Venedig kommen lasten, viel Hebräische bücher gi. druckt worden, die sich sämtlichen noch auf der kirchen bibliolhec allda befinden. Jßni ist auch eine von den 4 mahlstelten des frey Kayserl. Land gerichts in Ober-und. Nicder«Schwabe», welches alle monat daselbst abgehalten wird- Diese Nachricht ist aus Lovl. stadt Jßni cantzley asto eingefchickelssvorden. Noch mehrerer und ausführlicherer bericht ist zu finden m k>»/.' snnsl. ckconlc. Luev. Lc/. /<»-/>/?/,. cle civil. Irnzi. I'. i p. 761. kssicil. cle,, Keick^-srckijvr. ele monstk kierm. (Icrm. 8scr. Lrskenkssl. Lcc. * ^Isocrates / ein berühmter Griechischer Redner. E« war im ; >8 jähre nach erbaunng der stadt Rom zu Athen gcbohren, da Lv» simachlis kririor dnjölbst war. Sein Vater handelte Mit mnsicali» scheu lnstrumentc», souderllch flöten > die er durch leine leibeigene in grosser anzahl verfertigen liesse, und haue damit viel erworben, daher er em ziemliches auf seinen söhn wandte. Leine lehrmeister waren Prodicus, Gorgias und andere, die er aber an gelehrsam» kell und bercdtsainkeil bald überlrast. Er war anfänglich gefon» nen einen öffentlichen Redner abzugeben; da es lhine aber hierzu an hertzhaffligkeit, so wohl als an einer starccen stimm mangelte, wendete er allen seinen fieiß darauf, daß ex andere unterrichtete- Er liesse fichs dabey sehr wohl bezahlen, wolle von keinem lehrjün» ger weniger als tausend äraclims; nehme», sonach unserer müntz fast Hundes! bajoirr oder fünfforrsthalcr ausmachen. Er pflegte dabey zu sagen: er fordere nur tausend clrschmsi; wo aber jemand ihme wolle die hertzhaffligkeit zu reden und eine starcke helle stimme, so wie er feine» lehrssingcrn die rede-kunst, beybringen, deine wä« re er bereit zehen tausend clcscstmsz zu geben. Indessen ward er durch dieje gute bezahliing, von welcher er nichts liesse abbrechen , was auch immer einige vorwcnden mochten, überaus reich; da« hero ihme.die Athenienser, wie sehr er sich auch darwidcr sperretc, die last aufflegten/ eine galeere in semem kosten anszurüsten; als wozu man in schweren kriegen die reicheste bürgere anzuhalten pflegte. Im übrigen halte er eine so groffe liebe vor sein Vaterland, daß er nach empfangenem bericht von der nieberlag, so die Athe» nicnscr bey Cbäronea von. dem Macedoiuschen König Philippo er» litten, aljöbalb den schluß gefaßt, fiel) zu tode zu hungeren; daher er auch am 4 tage hernach,eben als man die bey Ehäronca crschla» gene gemeinsamlich begrübe, vcrichiebcn ist- Doch wäre er kamahl schon yc> oder nach anderen gar ic>c> jähr alt. Er hatlvmciiie« dene Oiziloii« hinterlassen, von welchen aber nur noch wenige vorhanden find. virse orscor. <7rce>'i> lib. ; cle orsr. ^sola / lal. Lekulum, eine kleine stadt in Calabria olcrs jn Neapolis, nebst einem Bischoffchuin, unter den Bischoffzu t^>. Se» veriuo gehörig. / lat. äliemm, eine stadt m Jstrien, ain 6oit'o cll Trie» sie, ant euicr kleinen insul, welche durch eme brücke an das feste land gehangen wird- ^sola / eine kleine stadt in der Geschafft Anghiera in dem Herbvgtbum Mayland, welche der fluß Ovesca gantz umgiebet, und daher den namen einer insul bekommt. Etwas besser unten am -uß Anza liegt ein städtgen gleiches namens. "Hsola clella 8csls. ein artiges und wohlbewohnteS städtgen zwischen der Vc>llsc>>8. Andrea lind dem kleinen fluß Tejone,in dem gebiete der Venetianischen landschafft Verona. Die Scaligeri, öder die berühmten Herren -teils 8csla. haben es ehemals gedauet, und indem sommer sich allda aufzuhalten pflegen. 8cksux>>. äes t/ieZr in Iksl. P. zsz. ^sola cle! krencipe. siehe Antigonia. 'Isola/ (Franciscus clelb) hat sich durch seine Gesandschafften an verschiedenen Höfen in Europa bekannt gemacht. Er war von Lso BesaNho«, und begab sich in Kayserlickie Lienste um das jabr Von dieser zeit an suchte er mit dem grösten eiftr das Kayferliche inrerette zu befördern, und unterließ Nichts, was nur einiaer was» scn zu erreichung vieles entzwecks dienen konte. Er war nicht mehr als ;o jähr alt, als ihm von dem Kayfer Ferdinand» IH die stelle eines Residenten in Engellanb zu bekleiden aufgetragen wurde. Er wüste sich hierbei) mit solcher geschickltchkeit aufzuführen, daß ma« an dem Kayftrlichen Hof für nöthig befand, ihm noch 4 jähr diese bedienung zu überlassen. An. iSüs war er Lnvo^L cx-raorcHnsi-e an dem Hofe des Königs Philippi IV in Spanien. Gleichwie er aber mit dem munde das Oesterreichische inrerell'e beobachtete, al» so that er eö auch mit seiner geschickten jeder. Hiervon kau unter andern genügsames zeugniß geben sein tractat, welcher unter dem titul: bouclier ä'ersc Lc cle julkice, heraus gekommen, darinnen er alle diejenige xr-ksenttoneL, welche Franckreich meinem buche unter dem titul: clroirs cle Is kleine sur äiverr eksk; cle >s monsrck« cl'Lssggne sn. 1667, gegen Spanien gemacht, sehr gründlich wie» »erlegt, auch dabey die grosse gefahr zeiget, welche gantz Europa bevorstehe, wo man Franckreich also wurde lassen um sich greiffen, und einen Nachbarn nach dem andere» verschlingen. Er soll sich auch in mehrern schrissten wider Franckreich gar wohl signalisiret habe»; wiewohlen er davon Urheber zu seyn immer geläugnel; nur daß er sich zu dem vdgcmeldken bouclier ä'ecsc verstünde. Hier» durch nun machte er sich bey den Frantzvsen sehr verhaft, und such» ten sie alle gelegenbeit hervor, ihn in ihren schafften auf das Hess« llgste durchzuziehen. Unter alle» aber hat wohl am artigsten und auf eine gar empfindliche arc Vcrjus, so nachgehends unter den FcantzöKschen gcvollmächtigten bey den Ryßwickischen friedens» tractalm sich an 1697 befuiiben, wider ihn geschrieben, Haupt« sachlich aus der ursach, weil er den L- Jsola für den smorern der wider thue ausgegangenen schrissten hielte, die den titul hatte: tisu- ce LU Verjur. Wegen seiner Verdienste wurde ihm die würde ei» nes Barons gegeben , und würde er wohl wegen feiner staais-klug« bell den Niemägischen srlebcns'.tractatcn beygewohnt haben, wo» ferne er nicht noch vor angehung derselben gestorben wäre. Im übrigen giebt man von ihm vor, daß er viel besser damit umzugc» hen gcwust, eme kciegs flamme zu unterhaiien, als selbige zu lö« scheu. Hierzu trug nicht wenig bey, daß er, nach einiger bericht, allerhand verdächtige briefe an die Höfe geschickt, welche er aufgc» fangen haben wolle. Als er gejändter in Polen war, suchte er daselbst, gleichwie anderswo, das Oesterrecchische lmereike auf alle weise zu befördern, darüber er aber sowohl bey dem Könige als hauptsächlich bey der Königin , die einem Frantzösifchen Prin« tzen auf den thron verhelffen wolle, in groffe Ungnade verfiel. Man will ihn auch vor den vornehmsten Urheber angeben, daß der Prmtz Wilbelmus von Fürstenberg in Eöln währender fric» dens'iractaten den i4febr. an. 1674 in verhafft genommen worden- * 'Isolani / (Iacobus) ein Cardinal gebürtig von Bononjen e war anfangs ein berühmter Rechlsgelehcler, nachdem er aber fss» ne ft-u veriohlc'n, nahm er den geistlichen stand an. Johannes XX,machte ihn an. -41z zum Cardinal, ließ ihn auch als Statthalter zu Rom, woselbst er durch des Königs LadiSlai von Neapolis völckcr gefangen genommen wurde; jedoch kam er durch des Iacobi Sforliä Vermittelung wieder loß. Philippus Maria, Hertzog von Mayiand, machte ihn zum Louverneur von Genua, und er wurde in verschiedenen andern Verrichtungen gebraucht, bis er den 19 febr. an. 14; i zu Mayland verstarb, cle clsr. legum inwlp. bibi. ttcuion, 'Isolam/ (Johaun Ludwig, Graf) General derCroaten, war-aus einer samilie, so ihren Ursprung aus der stadt Nicosia m Cypern, und zwar vom gefchlechc Lusignan, so lange das König» reich Cypern beherrschet haben soll. Einer aus dieser samilie kam zu stlidiren nach Bvnonien, heyrathete auch daselbst, und ließ sich allda häußlich nieder, dessen kinder den namen Jfolani vo» der insul Cypern angenommen haben sollen, wie Pompejus Scipio Dolsi meldet. Den Grafen- titul erlangte er von der an sich gebrach« ten Grafschafft Minerbio, welche ihn, aber an. is?2 von dem Pabst Elemente VHI entzogen worden. Aus diesem geschlechte war Graf Johann Marcus Jfolani, Graf Hcrculis söhn, der sich in den Ungarischen krieg zum dienst Kayfers Rudolphi U wider die Türckcn begebe», i» Eroatien einige gükcr an sich gebracht, und an. is--8 im Türcklfchen gefängniß, darein er bey eroberung Sml« wcissei!burgc.geralhe» , zu Constantiiippel gestorben, dessen jvhn dieier GrafJohann Ludwig Jiölani gewesen, der die Herrschaft» ten Eych und Friedstein durch Kayfers FerdinanbiH gnade a» sich gebracht und besessen. Er war in feiner jugcnd in Kayfers Rndol« phi ll kriegs.diensten wider die Türcken, imd warb von denselben an. iüc>2 gefangen, entkam aber durch hülffe eines Welschen, und lalvirte sich in Siebenbürgen, continuirte hernach bey solchem Kayscr und dessen Nachfolgern Kavstr Malthia und Kayfer Ferbi« nanvo ll feine bimste, biß er über ein regimmt Croatcn Obrisier worden. Nachdem er den Böhmischen und Pfältzifchen krieges« expeclikiombus bcygewohnel, war er unter des Hertz,ogö zu Fried» land armce an. c säü, als von selbiger Graf Ernst zu Mumsfelb nach der Niederlage bey Dessau verfolget, und nach Ungarn gerne» ben worden , da er nebst dem Obristen Pechmann die Wagenburg bey Ungarisch Neustadt, die mit Mannsfelbifchm dragonern de« setzt gewesen, erobert. An. c6;o befand er sich unter dem Hertzog Savelli in Pommern, und an. cL;i in der Wacht bey Leipzig, nach welcher er in Eroatien einige Werbungen anzustellen gesendet, und den sämtlichen Croatcn mit einer höhern autoricat vorgesetzt worden. Er litte an. isza an seinem regimml durch Hertzog Recn. isr iss 99; platz finven sich auch Wahrsager / welche dem vvlck um ein geringes ihrkünfftiges glück.oder unglück vorhersagen. Bey demKönigl. iso r sp Bernhards zu Dachsen cinsak, bey Silbach schaden, und wohn« gch?chlem Hertzo^ marstall ist ein artiger thurm", der'vön unttn bifoben^Äer unter Qbristen Taube köpffen von wilden geissen oder andern wilden thkeren, welche dek und Dei ne acha^ entsatz wie. König Mamas in einer e.ntzigen jagd soll gefangen haben, .gebauet be'zEgeLLn.L Mß«d., .«.d-antzdckk-m« «berdm neralat über die Croaten, und zog unter König Mdmando irr zu selbe, nahm Hochstädt ein, wohnte der Macht bey Nordilngen, und belagerung Regenspurg bey, eroberte Saltzungen und Ätey» nungen, that an. i6;6 den einfaü mit in Franckreich, und war unter des Generals Graf GaüaS armer folgends in Burgund, an- i6;? aberm Hessen, an. i6;s in Pommern, undcvntinmrte lerne dienste biß auf leinen an., 640 im mark. zu Wien erfolgten tod- Isolle / ein kleiner iluß im Hertzvgthum Bretagne in Franck» reich, der bey der stadt Cuimperlai vorbey in das meer geht. ^sonzo / lat. Ilonnus, ein ffuß, welcher auf den Karndtifchen Alpen m L.eutichland entspringet, sodann durch Friaul nach Ita» tlen zu gehet, unterschiedliche siädte benetzet, und <; weilen süd.ost. Watts von Aquileia in den meer busen von Triefte fällt. Er ist son» derlich zu meicken, weil daselbst an. 48s der König in Italien, Ovoacer, von dem Gothischen Könige Theodorico geschlagen wur. de; ,v dann auch wegen des steges, weichen die Türcken daselbst an. 1^77 unter Azabenck, Mahomets des grossen Generale, wider Ieremmv Novells, Grafen von Verona, einen derühmren krieges» Helden in damaliger zeit, erhielten, als welcher nebst seinem söhne, den meisten Officicern und ;ooo Veneticmcm in der Macht blieb; woraufdie Türcken 102 dörsser in brand steckten. llewr. traliX. steter, Ic»Iise. Ispahan oder Hispahan/ auch Spahan/ Stahan, besser Isfahan nach PeciiMr aus sprach, lat-äpak». auch ^lpaba- mum, die Haupt«stadt in gantz Bersten, und Königliche res,denn, -liegt in der Provintz Erack oder Jerack auf einer ebene, an dem flusse Scnderut. Sie soll ehemals Sipahan seyn benennet worden, nach Tamerlane aber den namen Ispahan erhalten habrn. Einige halten dafür, baß sie auf den platz der stadt Hecatompolis erbauet sey. Niger hält sie vor das alte Ecbatana, andere vor die stadt A. spa, welche Ptvlemäus, Plmms und Slrado in das Parther. gebiet setzen. Ctzardm aber meynet, daß es wahrscheinlich die berühmte stadt Asvadana sey. Sie hat nebst den Vorstädten auf 8 Teutsche weilen im umfang, ist aber mit schlechten mauren und graben ver. sehen. Sie wird in r quartier eingetheilet, die als r widrige par» theyen immer an einander kommen. Der fluß Senderut verstehet die stadt mir wasser, und wirb er durch canäle m die Königliche gärten und andere vornehme Häuser geleitet. Die Häuser sind mei« stenlheilS von gebrannten steinen vicreckiqt gebauet/ und 2, ; auch 4 stocke hoch. Ihre fenster sind mehrentheils eben so groß als die thüren, und gehen mit denselben herunter aufvie straffen, haben aber keine gläsec, sondern nur höltzerne gitler mit öl gelräuckten pap» Pier verklebet. Die straffen sind sehr eng, krumm und nicht ge« pflastert. Der Meidan aber ist der schönste in gantz Perstcn. Er ist 700 schritt lang und breit. An der west.seite, da des Königs pallast dran stöst, sind zierliche gewölder, vor denselben aber finden sich schöne bäume, deren äste allemal verhauen und wohl zugeschickt, ten werden, welches denn einen schönen prosseöl und schatten gie. bet. Es ist auch daselbst em bächlem von spring.wasser, welches neben den bäumen in einen canal von gehauenen steinen läufst, dessen wasser sich zu beyden enden der bäume sainmlet, und von bannen durch unterirrdffche wege hinweg geleitet wird. Um den Meidan herum hat ein jeglich handwerck und kunsi ihre besondere gaffen, welches überaus lustig zu sthen ist. Über diesen gallerien ist ein gebäu, auf welchem die heerpaucker und fchallineyer täg» sich bey Untergang der sonnen, ingleichen beym aus--und einzug des Königs musiciren muffen. Diese music wird von einem Kan re. giert, ist in allen Persischen städten üblich, und soll von Tamerla« ne eingeführet seyn. Des Königs pallast gehet auf den Meidan heraus, und ist mit einer hohen mauer umgeben. Über dem thor stehen 110 grosse und kleine canonen auf ihren laveten, und sind sie von Ormus dahin gebracht worden, als die Persianer diese stadt von den Portugiesen eroberten. Des tages wachen an der äusser« sten pforte über; oder 4 mann nicht, des nachts aber i;, und vor dem Königlichen gemach, welches sie Deka nennen, zo. Die an. dein fürnehmsten gebäude im Königlichen Hofe sind D»b cksne, der grosse saal, m welchem der König mit seinen Kauen panguete hält, ferner vivan ckLne, in welchem er den Gesandten aubtentz giebt, und ÜLMM cliane, der frauenzimmer.saal, in welchem seine kebs. Weiber zusammen kommen unb für ihm tantzen müssen. Es sind auch etliche grosse gärten nebst schönen lust.häusern in diesem Hof zu sehen, in deren einem das grosse ahllum -zilacapi, d. i. Gottes. Pfort genannt, wohin die schuldner, todtschläger, rc-fliehen, die biebe aber wollen sie nicht lange darinnen leiden. Auf der andern feite des Meidans ist auch noch ein freyheits-platz, wohin sich viele ein. wohner reciriret hatten, als Tamerlanes die stadt wegen ihrer re. öellion züchtigte. Hinter des Königs Hofist das schatz.hauß Labe. rick kali, somit mauern und vielen hoch zugeipitzten rundelen, auch mit einer starcken wache versehen ist. Am suder.theil des Meidans ist die prächtige kirche des Schach Adas,die Schach Sefi noch wei. ter auSgezreret har. Sie ist dem Mehebi, dem letzten ihrer zwölff Iwans, gewidmet, der bey Kusa in eine grübe gegangen seyn, und dermaleinst amAlv vferd reitend wiederkommen,und die gantze weck zum »lcoiLn bekehren soll. Mitten anfdem Meidan stehet eine bo» he stange« aufweiche man melonen und äpffel, auch wol,zuweilen einen silbernen tellcr mrk gelb leget, nach weichen der Komg mck ftinen Kancn rn vollem curierzu Messen, und dabey grosse wet» ten, wer am besten treffen würde, zu setzen pfleget- Auf diesem andern, ordentlich in einer reihe angenagelt, daß sie alle einander berühren, die Hörner aber hervor stehen. Aus dem nvrder.theil des Meidans gehet man zum rechten Basar, woselbst eine grosse Lsilerie. barinnen die köstlichen Waaren anzutreffen, wie bann die» se stadt der Handlung wegen nicht allein von den Indianern, Tar» tarn, Türcken, Armenianern, Georgianern unb Iüden, sondern auch von den Engelländern, Holländern, Frantzvstn, Jtaliänern und Svaniern besuchet wird. Sie wird vor die gelehrteste stadt in gantz Orient gehalten, hat auf z rooo Häuser, isr mosquecn, 48 schulen, igoo caravanseras, bäder, ir kirchhöfe, und Chri- sten, Iüden, Mahometaner und Heyden zu einwohnern, die auf 1 ivvooo geschätzt werden. Es giebt auch in der stadt; Münchs» klöster, in deren einem Spanische Augustiner. Münche, indem andern Italiänische Carmeiiter, und im dritten Frantzösische Ca» puciner oder Franciscaner sich befinden , in den Vorstädten halten sich auch Jesuiten auf. Unter den Vorstädten sind vier merckwür» big, darunter Zulfa die fürnehmste. Sie hat ;oc>c> Häuser und 12 kirchen, und wirb von Armenischen kausieuten bewohnet, wel» che ihren tridut geben. Die andere vorsiadt jenseit des fluffes Sen» derut wird Tabris »bath auch Adas abatb genannt, well Schach» Adas selbige völcker von Tabris oder Tanns dahin gebracht. Hassen abath ist die dritte Vorstadt der Gcorgianischeu Christen, und Kebbrabath die vierte, der Kebbers oder ungläubigen. Sonst hat die stadt Ispahan auch verschiedene schickfale gehabt. Von Ta« Merlanes ist ste zweymal.verwüstet worden, erstlich als er sie cinge» nommen, und hernach als sie rebelliret hat. Gleiche Verwüstung bat sie von dem Cboza wegen rebellion empfunden. Unter Schach» Jstnael I hat sie sich etwas erholet, Schach-Abas aber hat sie ihren größten Wachsthum und zierde zu dancken, als welcher den König» tichM sitz VVN CaßwiN dahin verlegt. Ht- /-» reike-besckiei- bung k. 2. reise beLkreibunK lib. /«DeeL-L, k. 1 lib. 4» rom. 8. §«»/o» vv)'LZer äe ?erfe. 'Israel, ist der name, welchen der Engel des Herrn, oder viel» mehr versöhn Gottes selbst dem Jacob gab, als er mit ihm gerungen hatte. Nach dieser zeit wurden die nachkommen dieses Patriarchen Jsraeliten genenner, und in 12 stamme eingetheilet. 6--«--» ; 2 . »nrig. sei 6en?s. F/e«- r- rnoeurz äes Itrseliker. „ Issaschar, ein Patriarch und der fünfste söhn Jacobs von der Lea, wurde M. 2288 gebohreu. Er war das Haupt eines stam- mes in Israel, der sich auf den ackerwau legte. 6-»,/. 49. »im. kickor. kamarek. p»rt. 2 exercik. iF. Issedon/ eine stadt in Scythien, welche jenseit des berges I» Maus, ,0 ein stück von dem gebürqe Taurus ist, gelegen war. Ei« nige neue erd.beschreiber halten sie vor den ort, so heute zu tage Er» racvram gcnennet wird, und in der grossen Tartarey lieget. Die alten scridenten qedencken noch eines andern Issedon in Scythien, weiches vor einerley mit Sucbur oder Synchum gehalten wird,und «n der Provlntz Tanquet oder Taju gegen Calhay zu lieget. norir. orb. snrig. lib.c»p. 24» 'Isselstetn, eine uralte Niederländische Frevherrliche familie, von welcher Alhard an. 1179 dem thuriüer zu Cöln mit beygewoh» net. Jacob «st an. 147; Abt zu 8 . Pantalcon zu Cöln worden. Florian war an. isi9 Kavserlicher General wider Franckreich irr der Picardie, und an. i;;6 ward Florian Herr von Jsselstein übee 8020 Spanier zum General bestellet wider die Frantzvsen. Schotts Vmcentius Herr zu Linnegen, Pfand-Herr von Rurort, befand sich in dem comitat des Churfürsten zu Brandenburg, an. >6;8 auf dem Kayferlichen wahl.tage zu Fcanckfurt am Mayn. l^lSr. 'Isselt, (Michael von) von Amerssorr aus dem Mrechtrfcheck gebürtig, wurde von juqxnd auf zum studiren gehalten, und nach Lövcn geschickt. Nachdem er sich in der Philosophie wohl umgefe» hen, legte er sich auf die theologie, und als er auch darinnen daS feinrge gethan, predigte er znm öfftern vor die Pfarrherrc». Als Amersfort in der Güeufen gewalt gekommen war, begab er sich nach Cöln, und von dar nach Nimweqen. Ais aber die Gueufm auch selbigen ort erobert, gieng er nach Hamburg, woselbst erbe«? Italiänischen kaufleute Prediger wurde. Er starb daselbst den 17 vct. an. 1597. Seine schrifftcn sind: K'ttori» bell, Lolonienüs; kiüori» rerum memorsbillum in Lelßio; pLrscijsu; precum; äs sreczuenre communione, Lee. bibl. Lel§. ärtien» LeIZ. 'Issendorsip vorzeiten Edsielendorpe/ auch Etzelendorp? eine Adliche familie, welche vorzeiten das Erbschencken-aml in dem Ertz.Stlffte Bremen, und die Burgmannschafft zu Börde, nebst vielen freyheilen, besessen. Robertus lebte um das iahr 1197; dessen urenckel, namens Heinrich, war an. iz zs unter dem-üllmmj- ttrsrore Maurrtiv Obrister und Drost zu Börde. Meinrich, ein enckel des letzlern, hat an. i48r das ichloß Poggenmühlen erbauet-. Johannes war an. iSio Lanbrath in bem Ertz-Stifft Bremen, und ein qroßvaker Mlchioris, Schwedischen Obrist Lieutenants, dessen ältlster söhn, Johann Christoph, eben die/e cKarZe an. i?oK besessen. cbearr. nob. Lreiv. Isssodun/ lat. Lxeiollmmm, eine stadt in Verry, zu der biö» ces von Bourges gehörig, wovon ste 7 biß 8 weilen entfernet ist» Sie lieat an dem kleinen flusse Thiol, ist ein nach aller Manier be» M,gier ort, somit einem castel, mauren, khmmen und grabeck ' u theil. Kkkkkk» vrx» 9S6 iss ist Versehen ist. Hugo von Die, so Päbstlicher Legate war, hielt an. 1081 ein Lonciüum hierseldst. 2^-s 6Ä^»S,. epilk. ^s^e» ^Issoire, lat. INodorum, eine stadt in Nieder.Auvergne, an dem fiuffe Couze, 6 weilen südwärts von Clermont. 'Issus, eine stadt in dem östlichen theile von Cilicien, in Klein» Asten, Lajazzo,Ajazzo oder Jazzo genannt, nahe bey einem meer» busen gleiches namens, und nicht weit von dem berge Aman, unter Türckischer botmäßigkeit. Um diese gegend schlug Alexander dck. des Dar» krieges.heer, und an. 143s der Egyvtische Sultan den Türckischen Kayser, Baiareth H. Lajazzo ist jetzo ein Bischöflicher sitz unter dem Ertz»Bischoffvon Tarso. Die stadt, Nicopolis liegt 5 meilen davon, und ist nicht einerley mit diesem Issus, wie einige davor halten, stehe Lajazzo. 67^/s üb. 14. nor. orb. sm. "Istacher/war eine von den ältesten städten inPerstechso vorzeiten eine Königliche restdentz war, anitzo aber in ein dorffvmvandelt worden, aus deren ruin die stadt Ziaras entsprungen ist. Sie lag eine weile von dem fluffe Arares, anjetzo Bendamir genannt« Mein, ist ein Bischöflich»Baselisch dorff und Herrschafft an der rechten seilen deS Rheins, ; stund unter Basei gelegen, da die felstn ihren fuß in das wasser hinein setzen. Es ist allda auf dem fclsen 8. Bits capell- Vor altem stunde auch allda am gestad ein Frauen.closter,welches BischoffLnlhold zu Basel an. 120s gestifftet hat, darinnen etwan -6 Nonnen gewöhnet haben. ObderCa- pellen istein vestesberg.schloß gestanden, welches an.t;8;Immer von Ramstein ( welcher in zweyträchtiger wähl wider Wernher Schaler zum Bischofs;» Basel erwöhlt worden) für ;ooo fl.pfands» weiß einbekommen, daß er vom Bißthum abgestanden. Dieser gäbe sein Pfand Ertz-Hertzog Lüpolden von Oesterreich, und die» ser stellte es Burckhard Mönchen von Landskco» zu. Als nuN bis stadt Basel an. 1409 mit dem Ertz-Hauß Oesterreich in krieg gern» then, und der Innhaber dieses schlosses sich gegen die Baßler feind- sich erzeigte, giengen diese um Martini mit ;ooo mann für Istein/ beschossen , bestürmten, eroberten und besetzten das schloß/ welches auch der stadt indem an.i4n zuEnstsheim erfolgten frieden, über» lassen, hernach abgebrochen, die quaderstein nacher Basel geführt und am Riechemer.thor dastlbsten verbauen worden. Der qewese» ue pfands.innhaber BUrckhard Mönch von Landskron bekäme vom Hauß Oesterreich dafür die pfanvschafft auf die Herrschafft Lauser. Lang hernach hat Bischofs Caspar zu Rhein, Istein psandsmeiß übergeben an Hermann von Evtingcn , der wolle das schloß wieder aufbauen, allein die stadt legte stch darwider und verhinder» te es. Le 6,^ cbron. Lsstl, 8t»,»A) lib. 12 psg. 400 b. Le 402. * Isterle/ stehe Historie. , oder iSIHlVlicä, waren gewisse Griechisch^ schau.spiele, welche man alle drey jähr dem Neptuns, oder wie an» dere wollen, dem Melicerto zu ehren gehalten, welcher letztere stch, wie die fabeln melden, in die see gesturtzk, und hierauf in einen meer.gott verwandelt worden, Es war eine von den 4 grossen ver- sammlungeu in Griechenland, wobey die berühmtesten Ubiern ihre kiinst und fertigkcit im Muffen, ringen/ wringen, Wersten,auch wohl in dem faustgefecht, so csettuz und pancrarium genemiet worden, ferner indem Wettrennen, sowohl aufeinzelen Pferden,als mit zwey und vier bespannten wagen, und in den letzteren zeiten auch in ver» schiedenen stücken der mustc, beredsamkeit rc., sehen liessen. Die belohnung, welche den überwindern gegeben wurde, war anfäng» lich eine crone oder ein krantz von sichten; sovanN empfienqen sie auch einen palm- zweig, wurden durch das freudige zuruffen der gan» tzen Versammlung beehret, auch wohl bey ihrer rückkunfft in ihr Vaterland mit grossen ehrbezeugungen eingeholet. Viele Griechische städte hatten denen auch hernach lebens lang entweder ihre ernch» rung in dem sogenannten kr^-meo aus dem gemeinen seckel, oder auch gewisse qeld.summcn, verordNel; wie dann schon Solon diese jährliche penston für die stadt Athen auf einen überwinder der Istmischen kampf.spielen zu hundert drachMen, und der Olyim plschen zu fünffhundert gesetzet hat, da solche vorher noch mehr ge. Nossen, aber zuletzt durch ihre grosse anzahl dem gemeinen wcsen waren beschwärlich worden. Sssyphus, König von Corinth, soll sie ungefähr i;;ojahr vor Christi gebllrt einaesetzt haben. Den Namen hat man ihnen von dem lükmo oder der meer»enge zll Co» rinth gegeben, allwo sie ordentlich begangen wurden, 8s/-sl^sser aä itkNmionl«», AAonittics. Lrreci» keris- l», * isi'ülvlvs, bedeutet einen schmalen strich landes zwischen L Meeren, durchweichen 2veste länderzusammen gehencktwerden, oder eine halb. msvl mit dem vesten lande verknüpfst ist. Die Teutschen nennen es eine meer-enge. Das Griechische wort best! eigentlich so viel, als der nacken, oder dasjenige, was den kopff mit dem leibe zusammenfügt. Sofern die bedeutUNg einer erd» enge bey den Griechen hat, setzen dieselbe diesem wort entgegen eine meer-enge, oder einen schmalen strich mcers, zwischen zwey vesten ländern. Die berühmteste fünffikkini sind 1) der zwi» sehen Egvpten, Arabien und Palästina, durch welchen Africa und Asten aneinander beugen; 2) der von Corinth zwischen Morea und Livadien ; ;) der von Panama zwischen dem iwrdUcheN und lud» liehen America; 4) der zwischen Malacca und S>am in Ost-Jn- dien; ;) der von Cassa, zwischen dem Lkerkonelo Tsurics, und der Crimmlschen Larlarey. Den Ittkrnum von Cornilb hat man vor alterS, und insonderheit zu des Kaysers Neronis zeiten zu durchstechen und dadurch aus Morea eine vollkommene insul zu machen gesucht, welches «der niemals angegangen, auch zu der zeck, da ist ita man die ersindung der schleusten noch nie gehabt, schlechterdings unmöglich gewesen. Mhuanfius / (Nicolaus) Vlce - ksisnnu; des Königreichs Ungarn, war aus einem guten Adelichen Ungarischen geschlechte- und stubirte in seiner jagend zu Padua wie auch zu Boiioiüen in I- talieu. Hierauf begab er sich unter dem Grafen Nicolaö Serjni in krieges-dienste, wurde der Kayser Maxintiüani Ik imd Rndolphi II 8ecrelLriu5 beyder Ungarischencantzeley, folgendsUngarischer Land.Richter, endlich Kayserlicher Rath und Vics ssLlLkwus deß Königreichs Ungarn. An. 157s wurde er an den Türckischell Ue» zier nach Ofen geschickt, die schlöffer Divmiam und Svscrock, welche die Türcken eingenommen hatten, wieder zu fordern, so er aber nicht erlangen kunle. Er wvhnte hierauf vielen kriegs-erpedi» tionen in Ungarn bey, sottderlich an. 1594 der belagerung von Stuhlweissenburg, und vielen andern. Er ward nebst dem Bi» schaff Stephans von Weitzen, und Barlholomäv Petzen an. 1593 in Siebenbürgen gesendet, um dem mit Sigismundo Baihori ge» schlossenen vergleiche nach, die Huldigung in des Kaysers Rudol» phi ll nanien einzunehmen. In seiner anwesenhctt aber kam Si» gismulldus Bathori wiederum heimlich in Siebenbürgen, unweit ihn gedachter vergleich gereuet hatte, nahm er die regierung selbst wieder an- gestattete gleichwol ihm und seinenneben.com» Missarien, wieder zurück zu ziehen. Er wurde hieraufzu den fric» dens.tractaten mit den Türcken gebraucht. Als er an. 1603 eine reise zu Königs Matthiä in Ungarn Wahl und crönungs.tag nach Preßburg that, und an der Donau spatzieren ritte, rührte ihn der schlag, davon er auf der rechten feite gantz gelähmet ward. Er lebte zwar noch einige zeit bey gutem verstände, daß er sein ange» fangenes historisches werck continuiren konte; starb aber im 8°iah» re seines aliers ohne erben, als verletzte seines geschlechis. Seine gemahiin war Andreä Botts, Lanm jnDalmatien, Croatien und Sclavonieii wchter. Er hat 6e rebu§ KunZaricis übros von an. 1490 hjß Mof geschrieben, oder von des Matthiä Corvini tobe biß ausden Kayser Matihiam. Vüs operibus pr^lixa. Mrien, Histerreich/ Istrta/ eine Provintz von Italien, unter der Venetianer gebiete. Sie liegt zwischen dem meer.busen von Triefte, und dem von Quartier, stöffct an FriauI, die Alpen, X-Iorire de ia Venä genannt, und das Adriatische meer, und ist gleichsam eine halb- iiisuli Vor zeiten gehörte dieses land zu Illy» rico, welches eine Römische Provintz war; zu des Kaysers Auguste zeiten überkam selbige an Italien, und an. 1190 unter derRepu» blic Venedig botbmäßigkeit, Es soll 2---, weilen im umfange ha» den, Es ist ein uneben und ungesundes aber fruchtbares land, zu» mal an wein und öl. Nicht weit von Triefte liegt ein castel nebst einem berge, so die alten Pucinum genennet, so jetzo Proseck heisset, allda der edle Proseckcr Rheinfall wächset; auch giebt es einige marmot-brüche allda. Es gehöret aber nur das land gegen dem tneere zu seit an. nyoderRepublic Venedig, welche auch einest Louverneür daselbst hat, lind ziemliche einkünffte aus dem lande ziehet, Einwärts in dem lande hingegen hat das hauß Oesterreich die Grafschafft Mitterburg, Adelsberg oder Poskino, Triest und andere örter, welche zum Hertzogthum Crain gehören, und dest fünffken theil desselben ausmachen. Die besten städte darinnen sind c-ipo ck'Jstrta - vorzeiten Justinopolis genannt, so im meer auf einer kleinen insul liegt, Parcnzo, Pola, cmänuov3,rc. welche allesamt den Venettanern gehören. Zu Pola findet man noch ei» Römisches LrnpbirksLtrum. ^/r««„ üb. ;csp. 18. 8-sr>. c. 17. t'is/L,«, de numm. coion. not- orb. ant, 1.2 c, 1. * 'Italien - eines der schönsten theile von Europa, Vorzelteii wurde dieses land von dent Saturno, welcher dahin geflohen ley» soll - als ihn Jupiter vertrieben, Saturnia, von den alten einwoh- nern Oenotria oder Ausonia, und von den Griechen Hespcria, rve» es selbigen gegen abend gelegen, benennet. Woher es aber Italic» heiffe, sind verschiedene Meynungen, indem einige davor hallen, daß es eigentlich Vilalici zu nennen, von des Herculis kalbe, io darinnen verlobten, aver durch dieses gantze land vergebens gesuchek worden; oder von dem alten Griechischen Wort welche» einen ochsen bedeutet, weil es dergleichen sehr viel in dem lande gegeben, Sicherer ist es, solchen von einem, namciis Jtalus , oek von etlichen vor des Ulyssts eiickeh von andern vor einen Konig vo» Sicilien, oder auch vor einen andern ausgegeben wird, herzmuy- ren- Sonst wird es auch Argessa, Cbbne, Caniesene gencnncl, wiewol jeder dieser dunckelen namen nur bey einem cinzelen »rsm- mLlico anzutreffen, die solchen aus allen Griechischen scribente» wolle» bergelcitet haben; wobey doch leicht einige irrung mcig im- tergeloffen seyn; als da Ttetzes sd l.)'copbi-. vers. ,2;» die be»ie- mung Argessa anführet, HesycymS das wort Chvne aus einem ge- rta wissen Äntiocho Epiphäne- nnd Macrobius auf das zeugniß des Protarchi vön Tratles, den »amen Camesene. Was die situativ» anlanget - so präsenttret es sich wie ein stiefel, und erstrecket sich von dem thal Aosta an biß in die äusserste gräntze von Calabrien, an die roo Teutsche weilen und drüber- Die breite hingegen er» strecket sich in dem obersten weile auf anderthalb hundert, unten aber an etlichen orten kaum auf ;o weilen. Es stöffet oben an Teutschland, die Schweitz und Franckreich, sonsten ist es überall mit Wasser umflossen. Gegen morgen hat es das Adrmtische meer, gegen abend das Ligustlscde und Tvscamsche, gantz unten das S>» titanische. An gedürgen finden sich die Alpen, welche Italien von Franckreich, der Schweiß, Tcutschland und Illyrien scheiden; nachmals ist das Apenninische geburge, welches mitten durch Ira» lien der länge nach gehet, der bcrg Masso ohnferN SUessa, Bat» baro zwischen Bajä und Pozzuolo, Vesuvius zwischen Rapdli und Nola, welchen die einwohncr mome ch övlnwa nennen, In AM lien ist der berg Gargan, fönst 8. Angelt genannt. Die vornehm» sten flusse find der Po, welcher aus den Alpen entspringet- und ist das Adnatische meer messet, nachdem er eine unredliche meNge an» derer Misse;u fich genommen; die Etsch, so aus Tyrol kömmt, Und sich in das Adriatische meer ergeust; der Arno Messet durch das Florentmische in das Tbscanische Meer; die Tiber fließt fast MittM in Italien bey Rom in das Toscanische meer. Ferner der Gariglia» vo , Leßia, Oglio, Minciö, Tanaro, Taro, Netto, Silaro, dieDo» rea, Adva, Tredia rc. An seen hat es den ste von Perugia, von Bol» sena und von Braccianv iM Florentintschett; den see vön Como, Iseo, KsgMare und äi Garda in dem obern theile von Italiens den Fucinersser - nnd denvdn Fvndi in Lsmpagnä L ldows. W ist aber dieses Reich Nach unterschied der Heil eingetheilet worden. Der obere theil wurde anfänglich von seinen etnwvhnern Galliä genenmt, Um solches von dem älteren - und noch heutigen Gallien zu unterscheiden; 6Ma LiüäM?. uNd Lirerior nenilich in ansehung der Römern und Italiänern , sodann Tvgach, weil die einwohnet Nach erlangtem RömlscheN burgerrecht, gleich den Römern togar trugen, und dadurch von den Galliern renseirs der Alpen leicht zu erkennen waren, endlich auch wegen ihrer läge 8ubsipMs und c,r. cuwpLä-rna geheissen. Der untere theil aber, weit er von den Grie» chen bewohnet, wurde kriech msgns benennet- Nach der zeit, da sich verschiedene völcker in Italien vest gesetzet, wurde es in viel Provintzen eingetheilet, und eine jede von einem besondern volcke beherrschet; denn da findet man Ltguriam, Jnsubriam, Histriam, Ümbriam, Picenum,Latium, Campaniam, Samnium, ApuliaM, Calabriam, Messapiam, Lucaniam, welche von den Carnis, He» trllscis, LatiniS, Sadinis, Piccntidus, Vestinis, Marrucinis , Pe» lignis, Marfis, Aequis, Volscis, Hirpinis, Samnikibus, A» Pults, Campanis, Caladvis, Saienlmis- Bruttiis und andern bewohnet wurden. Der erste König in Italien soll Ianus gewe» sen seyn, vem Saturnus, Picus, FaunuS, Latinus und Aeneas gefolget, von welchem letztem die Römer hergeführet werden. Als aber selbige anfiengen, in Italien an macht zuzunehmen, wurffest sie ein volck nach dem andern über den Haussen, und machten sich Meister von gantz Italien- Diese beherrschten selbiges land biß zu ansang des 5 lscull, da die WefstGotheN einbrachen, und fich der stadt Rom Nebst dem grösten theil von Italien bemeistertcn- „ Ob fich nun gleich deren König Aistulphus durch seine gemahlt» Pla» ridiam des Kaysers Honorii schwester, bereden ließ, Italien zu vers lassen, so brachen doch die Hunnen unter ihrem anführet Attila ein, und bauseten darinnen gar übel, girngen aber um das jähr 4;; von dar wieder in Ungarn- Nach diesem demeistcrte fich O» doacer,der Herulorum König, Italiens, uuv legte seine residentz Hu Ravenna an; allein er wurde von der Ost-Gothe» Könige Theo. dvrico mit list hingerichtet, und Italien vott, demselbigen eroberst Diesen überwand der KayserJustmianus, und brachte gantz Jta» lien wieder unter sich, welches aber zu des Kaysers Justin» lk zenen unter der Longobarden bothmäßigkeit kam- Dicst richteten um das jähr unter Aldoino ihr Königreich daselbst an, dessen sitz jU Pavia war, und behielten die Griechischen Kayser nur erneu theil von Italien noch übrig, welchen ste durch die Exarchen von Räveii» na regieren liessen, jedoch verlohnn sie mich selbiges im 8 Wcuio- Als aber die Longobarden sich meistev von der stadt Rom zu Mas chen suchten, rufste der PM Zacharias den Franckischen Komg Pipinum zu hülffe, welcher auch in Italien kam-und den Longo» bardischen König AistulphuM zu paaren brachte- Nach Pwmr to» de mächte Defiderius eine unruhe, wurde aber von Carolo u« berwunden, und gefangen in Franckreich gebracht« Von der zeit an wurde Italien durch des Caroli Ick. Nachkommen beherrschet, iee itb Manluamsche/ Modenesijche und Parmesam sche gebim; mM- wen die Repudliquen Venedig, Genua und Lu cca. Nicht wttiiqeö giebt es verschiedene kleine Fürsten und Herren , als die von M» randvia, Castlglione, Guastaka, Monaco, Massa und anberc- Me aber nur ein kleines land haben. Die stävte find-in Italien grö» sten theils wohlgebauet, aber nach Proportion nicht gnugsain be» wohnet-, Die Archen und öffentlichen, ja auch die vornehmsten prwatchaMer sind Mit den köstlichsten schiidereycn sezieret. MaN nennet Rom die heilige, Napoli die edle, Florentz die schöne- Genua bre stbltze, Mahlünd die grosse, Ravenna die alte, VeNe» big die reiche, Padua die gelehrte, Bologna die fette, rc. Sonst ist Italien eines der schönsten länder in der gantzen Welt, dahero es msgemei» das paravieß der weit, oder dir garten vonEuropck genennet wird- Das land ist sehr fruchtbar an getreyde, wein - Sl, citronen, Mandeln-rostnen- Manna, qkanaten undben an» genehmsten früchten-Es giebt darinnen die schönsten bluwm,daherö die rakesten perfumen daselbstverftrkiget werden.Nicht weniger giebt es auch daselbst gantzeIüsmarin« walder, viel Vieh, fische, vögel- käse,saltz und andern Überfluß. Jedoch ist die butter ziemlich rar, att deren statt matt baumwi brauchet, davon aber das beste insgemein Verführer witv- Von getreyde wächset nicht aller orten, zumal itt dein untern theile von Italien, so viel als vor die einwohner vbnnö» then ist, welcher Mangel aus Afrika und Stellten ersetzet wird.Dis gebüvge und sonderlich das AvenUiNische giebt ritten grossen vor« rath von metallen und Mineralien, eisen, alaun, schwefel, agath , auch etwas von gold und Wer, dahero auch verschiedene warme däder darinnen zu finden- Auch bricht Man darinnen viel war» mor, alabastcv uNd andere schöne steine, sonderlich ist der weiss marmör von CarMä sehr schön, welcher häuffig Nach Franckreich verführet wird- So finden fich auch in dem gantzen lande viel re» liguien von den alten Römischen Monumenten- Ferner wird viel fette darinnen gemacht, und solche anderweit verführet. Die rufst ist zwar ziemlich temperiret, jedoch um Rom herum von dem jumo anz oder 4 Monat lang höchst schädlich, dahero sich jevermart wohl davor in acht nimmt- Im sommcr ist die Hitze ungcmein groß» jedoch wohnen grosse Herren zu selbiger zeit in den Untern zimmern, welche die sonne nicht recht treffen kam Zu dem sind sie auch mit Marmor gepflastert ussmit kühlen jpriNgbruüeu versehen, auch theils die senster nnd thüren also eingerichtet, daß nothwendig durch de» reu öffliung eine frische lufft in das zimmer bringen Muß- Ihre stliitten-rechtlung fangen sie gleich Nach versonnen untergärig an, daher von einem Untergänge derselben biß zum anvern die uhr -4 stunden schlüget. Die religlvn darinnen ist Catholisch, nur daß die Jüden an einigen orten ihren öffentlichen gvtttsdienst halten» In oem VenetiallischenLebiete werben die Armeniarier und Grie» chen geduldet- Die emwbhNer sind insgemein höfflich, und von gutem verstände, jedoch mehrencheils nicht allzu aufrichtig- Sie Neben äußerliche pracht und ceremvnieü, öb sie wohl zu hause sich gar genau und schlecht behelffem Sie mischen fich auch itt staatS» affairen, und reden gern davon, darneben find fie ziemlich beredt und starck - aber auch akgwöhnisch, rachgierig und grausam- Deck einwohnern der vornehitisten städte giebt man ein besonders präbi« cat« Die.RöMer nennet man mtimi, weil fie gar veränderlichett huMeurs find ; die von Ferrara hält man vor verschmitzt; die Bo» logneser vor wilde; die «spontaner vor arglistig; die.Perufianev vor kühn, und sofort- Ihre spräche belangend, so ist zwar die alte Lateinische das fundament dar;», welche aber durch die vie» len Barbarischen völcker, die m Italien eingefallen-gantz ver« dorben, und in den heutigen stand gesetzet worden- Der Losca« Nische dialect ist der zierlichste, dessen man sich auch an dem Romi» scheu Hose bedienet, wobey zu bemckcken, das in Töscanienbey denen zierlichsten Worten und redens«arten eine ziemliche schlechte aussprach sich findet, welche hingegen die Romaner sehr wohl M verbesseren wisse»- dahero das sprichwort entstanden: Amgua Ios- csna in bocca k^omsnL j die Toscanische sprach itt eiNem RvMt« schen mund- Solisten hat fast jede Provintz ihren besondern dia. leck- Ihren stUdien nnd wissenschafften nach kommen sie den altert Römern bey weitem nicht gleich- In der Historie sind sie zu leicht» gläubig, affettiren sehr, und find mchrentheils lob-redner. Zlt der Poesie und den aNliüuitäten find fie ziemlich dsspomrt. JNson» derheitexcellirenste inder arcMreÄur, mufie und Mahlerey. L,- vrtt-n Irs- liE. Italia äntiljuLs Itäiia LN" tlgua- ckelbr« Ivilkv- sspLr. ItaW- p» an wuroe Iraiien vurcy vcv Lu»v„ ___ . dergestalt, daß, weil Italien damals in das gebiete des Römischen ra,i, H » Reichs und die Lombardey eingetheilet war, derjenige, welcher die -L' 7...^ Kayser.würde führte, zugleich das Longobarbische Reich bekam- " Als aber der Carolingische stamm in Teucschland abgegangen, be» muheten sich zwar dieItaliäner. einen König ihres Mittels zu erwählen, „nd erregten zu dein ende viele unrnhen; allein als sie von Otto» Nea-l.gedämpffet wurden-und durch selbigen dieKayser.würde an die Teutschen knin,ist dasLongobardischeReich und die Herrschaffl über Italien beständig mit der Kayser.würde verknüpfst geblieben. Weil sich aber der Pabst ein ziemliches rernrorium vorbehalten - die Nor» rnänner den untern theil von Italien behauptet - welches sie von der haupt.stadt des Königreichs Neapolis geneneh und die von deNTeut» schenKaysern in dein obern theil gesetzten 6o»vLrneurr sich der ihnen anvertrauten lande bemeistert, und darinnen erblich gemacht, auch die Republic Venedig durch ihre kriege Milchiger worden,und ande« ke grosse städre ihre frcyheit durch geld erkaufst, so ist nunmehrö Italien in v,cle Staaten getheilet, jedoch dergestalt, daß der obere theil oder bre Lombardei) noch bis dato unter des Teutschen Reichs 6^7. „nun,, darinnen befindliche meistens Italiänische -K-E, irw- lesli«. tceipr. rar- kiss Lminm. IlLliL regnaritv- inüZn. irili- Ich!- IVL-Sr-idÄ, rer« Ich!» Nor- orb. rmt» ckt7«Drr Mtrock. all vor. ker» litchc- reise» VI- kch!!-ourp, Dü LL bitt. iles Lsrci- LsU- Llrritt.- ^chacck, eine insu! auföem Ionischen meer nahe bey Cephalö- -- --- ... ------ ;a>>!> -1-l ic»nn,arr oder »sl lli Eomparc ge» gebiete stehet und dtt darinnen befindliche meistens Italianifcve Nien', heut zu tage -lo!» ciel Compare .... ^ ^ Fürsten d,e iehen von den Teutschen Kaysern suchen müssen» Es nennet» Die Türcken nennen ste Piacchi ober Theacht, Dionysius 6y8 ith Lto jtr itt Africsnus nennet sie dlerirism.. Sie ist sonderlich wegen Mssisge» durt berühmt, (stehe Theaeo) rioi. orb. LMig. I. 2 c. 14. ^ ^thamar / des Hohenpriesters Aaronis söhn, in dessen linie das Hohepriesierthnm bis in das steglied dlirb. Elias war einer von seinen nachkommen. 28. Le^. c. io v. ü. 'Ithanchester/ war vorzeiten eine stadt in Engelland, wo jehv 6. Peters capelle stehet, bey dem ausstusse der Chelmer. All« hier hatten die Römer bey abnehmender gemalt des Römischen Reichs ihre wachten wider die Sächsischen räuber, um diese gegen» den in stcherheit zu halten. Lrirannia. HHOML/r, ein fest, welches die Messenier dem lovi lckorn»- rse zu ehren feyerten, und dabey ein cermmea muiicurn anstellten. Lrrecis serisca. I1.'lV?NLHI> von is«, welches so Viel als ereÄu5.S- , membruin virile, waren gewisse Priester des Bacchi, wel» che in weiblichen kleidern giengen ^ und in der processw« der Lac- cbanLüorum männliche glieder herum trugen, welche jederman se» hen kunte. cle Lttis Lrsecorum in Oion> 6a. >- 976. ^Iton/ ist ein kleiner fluß in der Normandie, der die stadt Evreur benetzet, und hernach Louviers vorbey, in die Seme lauf« fet. * 'Ztri/ lat. Itrium, eine kleine stadt, welche auf einem felstch' ten gründe, in der Neapolitanischen Provintz, lerrack Lavoro, zwischen Fondi und Mola gelegen ist. Zu der Römer zelten hat dieser ort Lamuranum geheiffen. ^ p. lerere 22. 'Ftter/ ist eine dem Landgrafen von Hessen«Darmstadt gehö« rige, und in Ober-Hesscn, an einem fluß gleiches namens, gele» gene Herrschafft, worein sich in dem 14 ieculo Cbur-Mayiitz und Hessen theilten, als die beyden letzten besttzer, Heinemann und Adolph, so umdasjahr izüi gelcber, aus Herrschsucht dermassen in einander geriethen, daß der eine den andern in dem bette erstach, und darauf indem kloster Haine, als ein gefangener, sein leben beschliesscn muste. Nachgehends hat Chur.Mayntz seine ihm m> gefallene belffte dem hauseHessen käuflich überlassen, iviewohl anbe« re melden, daß es dieselbe den Grafen von Walbeck, diese aber de« nen Herren Wolffen von Gultenbcrg, nut grosser comradiction des Landgrafen von Hessen, verpfändet hätten. Auf dem in dieser Herrschafft gelegenen schlösse Achten, hat Landgraf George der jüngere residirel, und dabey unterschiedliche gcbäude angeleget. belcbr. Ueiien I. 2 c. 7 p. r;L. kick. in- lign. I. ;c.2; §. 17- "Zttia/ (Thomas) ein Lutherischer IK-oloZuz. ward an. 164; den; i oct. zu Leipzig grbohrcn. Nachdem er i» seinem varerlan« de den gründ zu seinen ttuclü; geleget, gieng er nach Rostock, und hö« rete daselbst in der Philosophie Christian Korlholten, nachmaligen l'rof.ikeol. zu Kiel, in der thrologie aber Schumannen, Mauri« ttum, Ottonem, Cubabum und andere i'rokeüorez. An-1662 kam er wieder nach Leipzig, allwo er Schlittern, Rappolten, Franckensteinen und Thomastvm fleißig hörete. Nach die,ein rci« sete er nach Straßburg, um in KumsnionbuL der informatton des Boecklers, m der theologie aber Danhauers, Sebastian Schmidts und Bebels sich zu bedienen. Nachdem er sich allhter 2 jähr auf« gehalten, kehrete er wieder nach Hause, besuchte Schertzers coiie- xiLtKeologicL, und wurde alsdann unter die beysitzer der philosophischen facultät aufgenommen. An. ,670 ward er zum psitorsr bey dcr Johannis.kirche beruffen; an. 1674 aber erhielt er die mit« tags.und folgendes jähr die vesper-Prediger«stelle zu 8. Thomä. An. I68Ü ward er LrcKi-viLconuz zu 8 . Ntcolai , und im 1698 jähre bekam er proteKonein lkeoloAis-oräiliLriLm. An. 1Ü9S trug man ihm das ?sckorLkU. 8 uperimenäur auf, wobey er zugleich die alieliur im conüttorio erhielt- Er starb an. 1710 den 7 april. nachdem er § jähr vorher angefangen kräncklich zu werden. Seine vornehmsten schrifflen sind'.Oickerrsliocie bserelisrckck «vi^pottolici, ejvigue proxiini; ^ppenckix äe b«reüarckir; krolegornens sck ffosepki opc- r»; Libliorbecs?srrum Ttpolkolicorurn ör,cco-I-ziinL; blickoris L^noclorum NLkionalium in Lallis s retormaliL babirarum; T'rsdtL- ruL äe bibliorkecis Lc csrenis parrum; kittorise eccleliLttics- ieculi i, seieöt» cspikL. Der theologischen und philologischen differtalio« neu, auch vieler Teutschen, und sonderlich derer in der mehr alS zu bekannten conrrvverö cle rerrruno graii« von ihm edirkcn schr>m ten Nicht zu gedencken. LroxrslNML k'uaebre. V il« curricul. blÄIi- tckc neue bibliork. rom. 1. 'Ittingen/tst ein Carthäusercklöster in der Evdgenoßischen land« grafschaffl Thurgöw an der Thür nicht weit von Fraucnfeld gele«» gen. Es wäre vor altem allda ein schloß und stammhauß der edlen von Jtlingen, auf welchem Adelhard zur zeit KayserS Caroli LrE gelebt und einige güler an das ctoster 8. Gallen vergäbet hat. Hernach an. 1079 hat Abt Ulrich Hl die herrschafft und schloß Ilkin« gen mtt gemalt der Waffen eingenommen und das schloß zecstöhrt. An. n;c> wurde vom Abt Wernher von 8. Gallen, an dem orlh ctlic Probstey vo»X ll regutirlen Chorherren ober Augustinern gc« stifftet und nut verschiedenen gittere» und einkommen begäbet. Die« st nun sind alldorten gestanden bis auf die zecken Kavsers Rudoiphi von Habspurg, welcher an. 1274 das kloster eingenommen und zu seine» und desRcichs Handen gezogen, mit grossem Unwillen desAbts von8.Gallen.Es ist aber daffeibigc in folgend? zecken jv gar erarmet, daß zuletzt der eintzige Probst, ohne einigen andern convcnkualen,stch allda kümmerlich erhalten mögen, welches dann anlaß gegeben, daß an. 1461 das closrer denen Carlhäuser-Mönchen übergeben itt ity jtz iva worden ist, welche solches wiederum in aufnahm gebracht habe». Es hat der l'rior und convenr die niedere gerichte daselbsten. l?Llec Henricus Murer von Lucern gebürtig , welcher das buch üelve- klarn sscr-em an den tag gegeben, hat »I diesem closter gelebet. An- r?24hat sich der jogenannle Jttinger-sturm zuaeiragen, da die bauren aus eyfer und Widerwillen gegen die anveltung der dildern, in das kloster eingefallen, die bilber herunter geschmissen, viel muthwillen getrieben und endlich dasselbe in brand gestecket haben. Woraus dann ein grosser Unwillen und zerwürffniß zwischen der stadt Znrich und denen übrigen Cathol. im Thurgöw regierenden orlben erfolget ist, also daß Zürich veranlasset worden, eme be« schreibung Vieles Jttingerchandelö in den druck zu geben. Einige Personen sind zuBaden enthauptet,die fach felbsten aber lang hernach durch die von beyde partheyen niedergesetzte gleiche satzewnbObman auch mit zuthun der orthen, Bafel, Schaffhausen und AppenM, vertragen worden. 8t«»,/. lib.; pa§. 100. llescr. tlelv. PLg. 486. biltor.Helv.Mscr. lib. Iü csp. I. üelv. lcircb-gesck. * ^Zttre / ist (1) ein schloß nebst einer dazu gehörigen Herrschafft in Brabant, (2) ein anders in dem Henncgau. Hlevon hat sich vor diesem eine vornehme familie genennct, welche von dem Grafen von Ostrewanbl ihren Ursprung gehabt, und viel berühmte kuke hervorgebracht hat; wie denn Artus an. n8ozu Nantes, Thie« rtusan. iziozuPaderborn, Pctrusaber, ein Cardinal, anfangs zu Aix, und nachgehends an. izüüzu Albano Bischoff gewesen. Eben diese würde bekleidete Petrus an. 1417 zu Sarlat, Slevha« nus zu Orange, und Lucius an. 1 ?44 zu Cbur. Sie ist zu ausgang deö 16 Lcali abgestorben, woraufberen gütcr so woh! als der rckul, durch heyrath an das geschlecht von Rifflarl gekommen. An. 170; wurde Leopoldus Jgnatius von Rifflarl , Freyherr von Jlcre, Ober > Aufseher und Deputiricr von Brabant, in den M^guiLn- stand erhoben. F«ce/. liemm. r>. I/ereöt. cke rom. Ics rerr. ein Lrabanl. 'Ituräa/ war ein kleines land in Palästina jenseit des Jordans, zwnchen Syrien und Arabien gelegen. Wühelmus Tyrius nennet selbiges Bacar. Die Jturäer stammeten von des Jlniacis söhn dem Jtur her. Sie waren berühmte schützen, legten sich aber dar» bey aufben straffen-raub. Arisiobulus, als er sie bezwuiigm, be- mühete sich zwar, sie zu bessern sillcii zubringen, konte aber nicht viel ausrichten. Nach diesem stund dieses land unter des Phiiippl telrarchie. /.«c. c. z. 8,,«^,.nor. orb. snr. I. ; c. 1;. "Itys/ Teres, eines Königs in Tbracien söhn von Progne, Paudivius des Kömgs von Athen lochtet. Er wurde vo» feiner Müller, weil Tereus ihre fchwester Philomelam entführel und geschändet haste, und sie solche trculosigkcit nicht änderst zu racheu wußte, getödtcl, welche ihn so dann kochte, ein gerichle daraus machte, und es ihrem gemahl vorsetzte. AIs aber Tereus solchrs erfahren, fleug er an gantz rastnd zu werben, verfolgte Promai und Philomelam m>t einem blossen schwervte, und wurde in einen specht oder wrevehopff, gleichwie Progne in eine schwalbe, Phils» mela in eine Nachtigall und Jtys in einen phasan verwandelt. inersmorpb. I. 8 rab. 7. 1. 1.2. 'Itzehoc / lat« ktrekoa. eine kleine stadt in der Holsteinischen lanbschasst Stormarn < und zwar in dem amte Stcinburg, an dem fluffe Stör, mildem ein theil davon, die Neustadt gantz umgehen ist, 2metlen von der Elbe, sud-ostwärts von Glücksiadt indem Dänischen anthetl gelegen, sehr wohl erbauet, jedoch nicht sonderlich befestiget, und wegen der »ahbelegenen Marfch und des Stör« strohms ein sehr nahrhnfflcr ort, und gehöret mit unter die so genannte vier stable. In dem frauen« kloster allda,so an. 120; gestiff« tec, und noch jctzo vou einer Acbltßin regieret wird, liege» viele alte Grafen von Holstein begraben. ckeicr. Hals. cbron. Llolsak. besckreibunZ 8cb!eiviZ uncl üolliein p.; c. 1; p. 286, 287. "Ivanozero/ oder der Iohanms«see / ist eine grosse see in Mv »an, in dem Hertzogthume Rezan, aus welcher der fluß Don ober Tanais entspringet, und wo sich der neue canal anfängt, vermittelst dessen man aus der oft«see in das Caspffche und schwache mecr kommen kan. 8. "Ivanus/ war ein söhn Gestimuli, Königs in Dalmatien, der an. 84; meiner mit dem KayserLothariolgehallenc» schlackst sein leben verlohren. Er begab sich nach Böhmen, und lebte da» selbst 42 jähr in den unlenrrdtschen holen, als cin einsiedler, bts c» an. 910 in hohem aller das zeitliche gesegnete. Nachgehends ist er unter die Heiligen aufgenommen, und auf fein unweit Tettn befind» liches grab an. 1020 ein Benedictiner-kloster gebauet worden, wo» bey der Kavstr Leopoldus eine ktrche angeleget. Sein leben haben Pontanus, Salms, Chanovski und Bridelius beschrieben. F-/- ^1». »rilceU. 1.4 clec. i. //«Fee. cbr. kok. Hvan oder Johannes Basilowitz I. Groß.Fürst in Ruß» land, war ein söhn Bastln, dem feine vettern die äuge» ausstecven lassen. Er gieng widcr.die Tartarn zu selbe, und eroberte an.l47? die festung Novogrod, welche bis dahin ihren besonderen Fürsten gehabt hatte, wobey er eine so grosse deute erhalten, daß cr zos wagen Mit blossem goid und silder soll haben wegführen lassen. Hier» durch legte er eine» guten gründ zu der nachfolgenden absoluten ge» wall, ob gleich die Tartarn noch lange nicht aus dem lande waren. Er bat auch um selbige zeit angefangen sich zum ersten einen Fürsten aller Russen zu nennen. Die Könige von Castm hat er nach seinem gefallen eingesetzt, zuletzr aber ist er von demselben burch eine hart« Niederlage überwunden worden. Die residentz Wosean hat er mit maure» iva iub umgeben lassen. Auf selbiger wohneten dazumahl noch et» «cve Tartarn; es schrieb aber die Groß.Fürstin deswegen an die Lartarische Königin , und bar, daß man diese leute weg beruffcn mochte, weil sie ein gelübde gethan , an dem orte, woihrewoh» nungen wären, eine Arche zu bauen, worinncn ihr auch aewillfah» ret ward. Es starb dieser Groß-Fürst an. 1492. Von seiner ersten gemahlin Maria hatte er 5 söhne, von der andern aber nur einen, namens Gabriel, der hernach Basilius genennet wurde, und in der Xluscv^v.cstron. ^.Kan oder Johannes Alexiewiz / Groß. Fürst in Rußland, war der andere ,ohn Alexu Michaelowiz, gebohren an. iüS;. Als sem alieltcr bruder Fodor oder Theodorus Alexiewitz an. 1682 mit rode adgieng, war er zwar der nächste in der erbfolge; weil er aber blödes gegchts und Verstandes war, so wolte man ihn m ein kloster ltosien, und leinen stieff>bruder Petrum aufden thron setzen. Hin« gegen bemuhcte sich die Prmtzeßin Sophia durch den Feldherrn Galyczm, daß man Johanncm zum Grvß.Fürsien, sie aber an -emer stelle zur ivurMchcn Regentm bestellen ivlle. Endlich, weil absonderlich die Geistlichkeit Nicht gestatten wolte, daß der Printz Ivan Übergängen würd e, kam es bah»,, baß derselbe nebst seniem siiM'druder Pclro zugleich aufden thron gesetzt wurde. Es währe, te aber dieses brüderliche regimcnt nur ü jähr: denn als an. 1Ü89 die Printzeßin Sophia und der Feldherr Gallyzin eine neue conspira. Aon vorhalten, ,v machten die vornehmsten des Reichs den schlnß, das Petrus allein« regieren, Ivan ein privat leben M-rcn, Lrophia m em tlouer, Gallyzin aber nach Ebenen in das exilimn gehen solle. Es starb dieser abgesetzte Groß-Fürst an. >Syü , und hinter, ließ von seiner gemahlin Pro,covia, cmes Bojaren tochtcr, 5töch. ter, davon die 4teAnna, an. 1710 Hertzogs Friederici Wsthelmi m Curland gemahlin, jahres darauf aber witlwe worden. 1'stesrr. Lurop. t. l). ^uba l, König von Numidien. Er war seines vaters Hiemp. salis (soein enckel des berühmten Masimffä war) ReichS«erde, und nahm Pompeji parlhcy ander Juliuin Eäsarem an, erschlüge dieses letzter» General den Eurwnem mit allem vvlck, das er linder sich hatte, wurde aber hernach, da Cäsar seihst ankam, bey der siadt Tvapsus in einer grossen schlacht, in welcher Juda 04 elephamen liehen einer ziemliche» Römischen macht unter Sciptone und Pelrejo bey stch hatte,von ihnie überwunden. Weil nun keine Hoffnung war, bey selbigem gnade zu erlangen, beschlossen Juva und PetrejuS nach einer zusammengehaltene» Mahlzeit, einander selbst anfzucet. den. Da läge nun Juda, als jünger und srärcker, bald ob, und entleibte Pettujum. Hernach wollte er sich selbst durchstechen ; aber ohne daß er stärcke oder standhasstigkell genug barzu hatte. Daher befahl er einem semer knechten, ihne zu todten, so auch geschahe. Cäsar machte aus seinem Königreiche eine Römische Prvvnitz, und War EMustiuS der erste Gouverneur darinnen. 4 c. 2. in Lsetsre. in Uorup. Lc Lass. I. cenotazrlliunr Uikslium. * ^uba II, König von Mauritanien, Jukä I söhn. Er wurde von den Röyiern, da er noch ein kmd war, gefangen, und halff des Julis CäsariS ttuumph zieren. Angustus ließ ihn zu Rom erzie. Heu, worauf er sich durch seme gelehrsamkeit und gcschickstchkeit berühmt machte. Er föchte für Augustam in der Aclischen schlacht, erhielte darauff von ihme seines valers reich, so da nachmals mit beyden Maueuame», L-elsrieati und ImHrsns, welches reich dann weit besser war als das erste, vertauichet wurde; hernach schlüge Angustus noch ferner das land der Getuüer dazu. Angustus vermählte ihn mit Cleopatra, Antonu und Cleopatra tochtcr, aus welcher ehe PiolemauS gebohren wurde, weichen Castgulatödtete. Juda regierte ziemlich lang, Massen er erst unter Kayscr Tiberio im 6 oder 7 jähr dessen regierung verstorben. Seine «nlerthanm hauen ihne sehr lleb ; nur baß die Getuller aus einer besondere» ursach sich gegen ihne empöret, auch anfangs seme lriippen gcschla. gen, da aberAugustuö sie bald wieder zu paaren triebe. Nach Lactantio und Minucio Fester ist er von einigen gar nach seinem tode göttlich verehret worden. Er hat beschreibungen verschiedener iändern verfertiget, als von Arabien, dem C. Cäsari zu gefallen, darinnen er die natürliche Historie des landes, dessen gewachsen, thieren, rc. lindersuchte, aber doch dabey vieler lcichtgiaubigkeit angeklagt wurde; ferners von den Assyrischen und Römischen aim. quiläten, auch eine Historie derer 1 'stercrorum. wormuen auch von der Mustc gehandelt ward, endlich der Mahlerey und mahleren. Es werden noch einige Medicinische wercke, als vom gcwachie b.u- xllorbion, von den thieren VKviioloLis > und bann ein Critilches oder Grammatisches buch von der verderbten reinigkeit der Grie. chischen sprach angeführet. 1.5 e. 11. 2; c. » Lee. I. 6. in Lsligeiis c. 26. 6-r//. l. ; 1 Le mvoce IL-, /--«/'in /kce. I. l. be LIs Kellz;. m Occ. < 7 /-«. ^/e». ttrom. 1. >. 22. m in Le , 6/r/re» I. ««r« »«- oc> I),I. ; 1 I. 4 Lc 8. lle lull. 6rsec. mein. lle l'Lcsll. lle? bell. lenr. * "rubal/ ein söhn LamechS von der Ada, und ein bruder Jadals. Er war em erfinber der musicalischen instrumenlm, indem d,e hei. stge schrifft von ihm bezeuget,daß von ihm die geiger und Pfeiffer hergekommen sind. 4-21. ^ubel-jabr, dername eines festes, Ist, nach ablaufroo oder so jähren feyerlich begangen wird. Den Ursprung muß man von den Jsraelilcn herleiten, als welche auf Gottes befchl das 5° iahe allezeit scherten, welchen auch andere voicker sind. Wie denn die Römer alle hundert jähre nach erbauung der stadl Rom solenne fchauspiele hielten, welche sie luäos ssculsre? nennet«», und mit r ud 999 grosser Pracht feyreten. Mach diesem haben die Päbste zum beste» der Römisaien Arche'diesclbiae unter der Christenheit einaefübret- Bomfacius VM verordnete zu erst dieses iubcl.iahr an. i roo und zwar dergestalt, daß es alle 100 jähre gehalten werden söffe. Clemens VI schränckce es in ^ Urbanus VI in ;o, und Swtus V in 2; jähr ein, worbey es biß daher verblieben. Ausser dem habe« die Padsie auch offters, so bald sie aufden Römischen stuhl erhaben worden , wie auch bey andern aufferordentlichen qeieaenhel- teu jubetssahre gehalten. Ais an. 1542 schrieb Paulus u 1 deralei- chen, um glücklichen ausgang des Lonciin von Trident, aus. M. 1554 schrieb Paulus I V dergleichen aus/ um Enqelland wieder zum schooß der Cathollschen Arche zu bringen : dergleichen that PauluS V an.iüi?, um Gott zu bitten, daß er die Cathollschen Waffen ru ausrottung der Protestanten segnen wolle. An. -SrZ war um gleicher Ursache willen ein »ibestjahr promulgiret. Wenn nun em jubel.jahr gehalten werden soll, verkündiget solches der Padst durch eine bulle, iästes auch den oster. tag zuvor publiciren, und die bulle überall herum schicken. Wann nun der abend vor Weihnachten heran gekommen, so werden an einen, recht hohen iudel.jahre, wel» ches das heilige jähr genennet wird, folgende ceremomcn gebrauchet der Padst gehet nach der 8. Peters-Arche, die heilige pforte zu eröffnen, welche zugemauert ist, und allein bey dergleichen ge- Icgenheiten aufgethan wird. So bald er dahin gekommen, klopfst er mit dem goldenen Hammer, den er in der Hand hat, ; mahl an besagte pforte, und spricht diese Worte: sporne mist, pons; ki«:, Lee. thut mir auf die lhür der gerechtigkeit, daß ich Hii>-!N geben möge, den Herrn zu preisen, Psalm 1,8 v-19, worbey dann einige qebete und collecten mehr gesprochen werden. So bald aber der Pabst sich wieder auf seinen stuhl gesetzt, fangen die mäurer an die heilige pforte von der innivendtgen feite nieder zu reisten, und ist das volck indessen begierig die auügedrochene steine und kalck, als welche sie vor heilig halten, zusammen zu raffen, und die ehemahls eingemauerte mellslllen heraus zu klauben. Wann dieses geschehen, kniet der Padst davor nieder, und werden verschiedene gcbete gesprochen, die koenicemlarü 8. Peiri aber waschen ihn unterdessen mit weih-wasser, darauf nimmt er ein creutz, fängt das re Oeum Isullsinu? an zu singen, und gehet in die Arche hinein, die clcristy aber hinter ihm. Mittlerweile werden; Cardinäle als Legaten abgeschickt , die andern heiligen thore, welche in den Archen 8. Io» hannis Laterancnsis, 8. Paul» und 8. Maria lvisjo, i? sind, mit gleichen cerewonien zu eröffnen. Des nächsten morgens giebt der Padst dem volck den seegen, und wird alsdann reicher ablaß ertheilet. Wenn nun das heilige fahr verflossen ist, werden die heilige» thore gleichfalls an dem heiligen weihnacht'abend ausfolgende art wiederum zugeschlossen : der Padst. nachdem er die steine und kalck geweidet, legt den ersten stein, und darunter ir mit gold und silbernen Medaillen angefüllte büchsen. Vor zeiten kamen aus allen Europäischen gegenden zur zeit des jubel-jahrs eine unzähstche menge vvlcks nach Rom; allen, heut zu tage kommen ausser den Italiä- nein ihrer so viel nicht mehr dahin, zumahl da dir Päbste besagtes Privilegium auch andern iändern überlassen,lö daß man daheim eben so viel ablaß bekommen kan, als zu Rom. Der Pabst Bonifaclus IX hat bey vernünfftigen leuten sowohl seiner zeit, als der nachfolgenden schlechte ehre eingelegt,da er m seinem an.i ;yi ausgeschriebenen )ubileo unter andern die Mayländer ver vilger-fahn auf Rom befreyet, mit dem beding: Daß fle in Mayland zehen tag lang fünf gewisse Archen besuchen, und dann zween brittdei! dcS gelds, so sie aufdie reist hätten verwenden müssen, bezahlten, wovon er sodann einen detttheil vor sich, 2. andere dritte theile aber für die Arche 8. Pelri in Rom widmete; vornemlich aber dadurch,daß .r auf dezahlung der angedeuteten summ die vermittelst des Jubeljahrs zu gemessen habende gnade mit ausgedruckten Worten Vene» leuten versprach, obschon sie weder eine wahre reu über ihre fünde» trugen, noch auch gebeichtet hätten. 6-^ Aili. iviiisn.!.; skl.sch X. r;?l. llel giubileo. llicstisr. llel giubilev. lle )ubilec». llejubilco. lle tettir. >/i»^»lle juk>i!L0. snsleÄ. lle jubileir. lle jubilei? X.oms novs. * Isud/ Juda (Leo) eines Elsaßischen Priesters söhn, gebohren an. i48r. Er studiere erstlich zu Schleltstadt, hernach zu Basel, all- wo er Zivinqlli nullehrjüngcr ward,und mit ihme vertraute Freund» schafft hielte. Er ward erstlich Pfarrer zu 8. Piff im Elsaß, ferner Oisconu? zu 8. Theodor im Elsaß, und von dar begab er stch zu Zwinglio nach Eiusiedlen, an dessen stelle er auch an. 1519 daselbst Prediger wurde. An. 1,22 ward er Pfarrer zu 8. Peter m Zürich, half dem Zwingüo getreulich und eiferig reformiern, solle auch nach dessen tode sein 8uccetlor werden, welches er aber mit gutem glimpfvon sich ablehnte,äls es ihme von dem dasigen lvisgittrac angetragen ward. Er hat viele von Zwinglü schrifften ins teutsch und latein vertirt,bekam auch neben Butstngero in dem bekannten streit vom H. abendmahl vieles zu thun. Solisten wäre er ein guter 1'Keologu?, mit einem fertigen gcisi und trefflichen jullicio begäbet, auch kurtz gefast, wo es um eine predigt zuchun wäre. Unter andern schriffren; so er verfertiget, befindet sich; der grosse und kleine Züricher Catechismus; die H. bibel ins teutsch und latein wohl übersetzt rc. //e/r,. ck^>/Is/e^. vitÄk rkeol. ssESB ffitlor.crmc. V. 1 .!. 2 c. 21. * "Juda/ der Patriarch, war Jacobs 4ter lohn, von der Lea. Er heycathele des Suha eines Cananiters tochter von Odollam, und mcynet Torniellus, daß er damahls nur i; jähr all gewesen, wiewohl dieses nicht von allen angenommen wird. Als seine brüder den Joseph umbringen wollen, rietb er ihnen, solchen den vorbey ziehenden Jsmaelitcrn zu verkauffen. Nach diesem versprach er seinem vater Jacob den Benjamin aus Egypten wieder zu steifern, und erbot sich bey Joseph, vor denststugen knecht zu seyn. Als Jacob ioO0 irrd Jacob seine linder aufvem tod-dette segnet, verkündigte er, daß der Messias aus dem stamm Iuva kommen würbe, Er hatte; söhne, Ger, Onan und Sela, und von seiner schnür Thamar, welcher er unwissend bevqewobnet,Perczund Serab. i S. ;8 >K»/;4««/. //er^eeeL^LL bittor. ^skrisrck. 'Judäa/ siehe Judea. "Judah, sichernd. Judah/em gewisser Rabbi, welchen die Jüden Lssibenu MK- ^Läolcb, das ist, unsern heiligen Meister nennen. Er lebte unter dem KayserAnlontno, dessen freund und lehrmeister er, wie einige fürgeben, sott gewesen seyn. Seine lanbstteule geben ihm den Mut eines Fürsten, und erheben den rühm seiner geschicklichkeit, heilig, kett, wie auch dessen grosses ansehen über die Massen. Er >M wel» eher die alle unter den Juden herum gegangene riallitiones von allen leiten her zusammen gelesen, und daraus die sogenannte Jüdische Mijchna verfertiget hat. Die Juden börsten dieses scbmier.werck wohl der H. schrissr an die seile setzen, und die darum enthaltene rrs- chliones von Gott selbst durch Mosen und die Propheten herleiten. Aber neben deine, daß sich diese vorwendenbe r^ämon« oder saag, mähren durch ihre eigene abfurdität von selbsten widerlegen und also das zeugnus und beweiß von einem gantz andern Ursprung mit sich führen, >o kan auch jeder vernünfftiger leicht urtheilen, wie we« nig man einer solchen lehre sicher seyn könne, welche etliche tausend jähr ohne schrisslen nur von mund aus unter den leuten solle herum gegangen seyn,und nach so vielen vorgegangenen Zerstreuungen,und beschehenen abfallen und vcrderbnüffen des Jüdischen volcks in schrlfften verfallet worden. Er war ein sehr reicher mann, und sammlete der vor ihm gewesenen Rabbmen satzungen zusammen, woraus die Mischna entstanden. p. iüo. 8cbslckelec HsklesbLls p. ;r. bibl. ttsobia. msgns p. 78. Intiociutt. sct siittor, pttilosi Lbr. r>» 9; kegg. ä»»»s» bittor. crikic. V. 1 . * Juda Lhiug, von Fez, ein Rabbi, so vor den gelehrtesten xeLmmsricuin Uiilcr den Jüden gehalten wird, als welche ihn auch insgemein den Fürsten der tzesmmsricorum nennen. Weil er in dem 11 Lculo gelebet , so hat dieses ihrer viel , sonderlich auch den k. Morinum, welchen Vvßius darinnen folgte, auf die gedan. eken gebracht, daß die grammaticalische disciplin nicht eher unter den Jüden aufgekommen. Allein Morinus hat sich genöthigt be« funden, diese meynung in seinem letzte» buche zu andern, und Simon citlret viel gksmrnsncor, die noch vor diesem Rabbi gelebt haben. Er har alle seine wereke in Arabischer spräche geschrieben, und unter andern auch ein herrlich wörter»buch, welches von denen, die es wollen gesehen haben, gelobet wird. bibl. tt.sbk>. msgri. tt. ; p. 42. bitt. criric, V. 1 . 'Judas Jscharioth, Siinonis söhn, und ein Apostel Jesu Chri» stj. Sein gcitz erhellet sonderlich auch daraus, daß, als Maria den Herrn Jesum mit narben gesalbet hatte, er solches mißbilligte, weil man seinem vorgeben nach, aus diesem waffer viel geld lösen, und «§ den armen geben kdnnen; auf welchen fall er, der den fettet hatte, solche gehofft unter die Hände zu kriegen. Er wurde auch von dem lasier des geitzes angetrieben, daß er mtt den Jüden handelte, den söhn Gottes m ihre Hände zu bessern, und bekam zu dem ende von den Hohenpriestern ;o silberlinge. Er befand sich mit bey.dem letzten abendmahl des Herrn, welches er mit feinen jünger» hielte. Nach vielem verrieth er seinen Meister durch einen kuß, und mach» le, daß er von den Jüden gefangen wurde- Nachdem er aber feine grosse übelthat erkannte, brachte er den Hohenpriestern daü geld wieder, erhieng sich aus verzweiffelung selbst, und weil er, wie man dafür hält, von dem stritte, daran er sich gehenckt hatte, loßgerisscn war, fiel er aufdie erde,daß sein eingeweide aus dem leibe gicnggvie» wohl dieses letztere nur aus der ausschütlung des cingeweids, davon die schrissl auch meldet,von einigen gemuthmassct wird; 1 >>L. cle pernicie Lccsüi julls:. marke ssucl«. * 'Judas/ ein Apostel des Herrn, wird auch sonst Thaddälis und Lcbbäus gcnennet, und war ein bruder Jacobi des kleinern, daher er gleichfalls unter die anvcrwandten Christi gezchlct wird- Die Avostel und Evangelisten thun allezeit absonderliche unterfchei« dungs-zeichen hinzu, wenn fie von diesem Juda reden, damit man ihn mit Juda dem verräther nicht confundiren möge. Hierony. mus meldet von ihm, daß er von Tboma an Abgarum den König zu Edessa, geschickt worden. Er soll auch das evangelium in Ära. dien, Syrien und Mesopotamien verkündigt haben, und zu Edessa eines sanfftcn todes verstorben seyn. Wiewohl andere melden, daß er zu Berythus, andere aber, daß er in Persien gelödtet worden. Dieses ist gewiß, daß er einer von den Aposteln gewesen, die sich verheyrathet haben. Er hat auch eine epistel geschrieben, welche sich unter den canonifchen büchern mtt befindet, und soll solche nach dem tobe der meisten Apostel verfertigt haben. /V/.»«/,. ic>, i;. z. 6. /§/,, 14. commenk. in ibtlsrrb» L, 10. L«/ösr«/l. ; c. 2. tickte LNtiquik. spott, in vits jucl«. "Judas Maccabäus, der dritte söhn des Mathatiä,eines Prie« sters von Jerusalem, aus dem geichlechte der Asinonäer. Er suc» ccdirte im jähre der stadt Rom 587 seinem vater, welcher ihn wegen seiner tapsserkeil und eyffers vor das aesetze Gottes seinen andern kilidern vorgezogen hatte. Durch hülste seiner brüder vcriagte er die feinde, ließ die Jüden, welche ihrer vorfahren geselle unter dem Anttocho übertreten hallen, umbringen, und reinigte Jubäam von allen Heybnischen greueln. AIS Apollomus , der Hanptmann zu Samarien, den guten fortgang seiner waffen erfuhr, zog er mit sei» ner arme? ihm entgegen. Judas Maccabäus schlug »hn aber, und iud tödtete ihn nebst einer grossenfanzahl der seinigen. Er gewann auch den raub, und nahm des Apollonii schwerdr, welches er her» nach sein lebetaq führte. Seron, der Hauvtmaun in Eyria, der mtt einem grossen Haussen wider Judam Maccabäum zog, nnv sich an Israel rächen wolle, würde von ihm auch geschlagen. AIS dieses Anliochus hörte, ergrimmete er sehr, und schickte Lysiam mit einer grossen armee inJudäam , welches bey denen , so bey dem Juda waren, grosse furcht erweckte. Allein feine tapfferkeit mach» te den seinigen einen starcken muth, und nachdem sie sich durch eine fasten zur schleicht geschickt hatten, wurden die feinde von ihnen in die flucht geschlagen. Da aber Lysias sahe, daß die seinigen geflo» hen, und die Jüden unerschrocken waren, zoaee hinab nach An» tiochien, ein neues kriegs-volck wider die Aden aufzubringen; mittlerweile zog Judas hinauf nach Jerusalem, und reinigte das hciligthum wieder. Er hielt auch daselbst mtt den seinigen das fest des neuen altars 8 tage, und opfferte daraufdrand-und danck-vpsser. Sie baueten auch feste thürme und mauren an das hciligthum, daß eS die Heyben nicht mehr einnehmen konte». Hierauf überwand er die feinde feines Vaterlandes in unterschiedlichen schlachten, und that ihnen grossen adbruch. Als Anttochus vernahm, baß seine Generale durch die Jüden geschlagen worden, faste er den sthlliß, wider sie zu ziehen und sich an ihnen zu rächen. Aber er kam nicht zum zweck feines Vorhabens, sondern starb eines elenden lodeS. Ju» vas siegte auch wider den Bacchidem, Alcimum und Nicanorem, machte ein bündniß mit den Römern, und nachdem er bey unter» fchiedlichen gelegenheiten viel proben feiner tapfferkeit abgelegt bat» te, wurde er endlich in einer Wacht um das leben gebracht, welche er mit 8°o mann wieder ein mächtiges kriegs.hcer hielte. D>e>es gefchahe im iahr der wett 179; ober ;794, m>d im jähr der stadt Rom 59;. Simon und Jonathas, seine brüder, liessen seinen lcich» nam nach Modi» bringen, woselbst er mit grosser Pracht in fem väterliches begräbnüß beygesetzt wurde, das volck aber beweinte ÜM viel tagelang, iLrr t. 12 simg. /^«re//«,. /,««»,. snusl. V. 1 .encttiricl. bibl. P.401 "Judas von Gamala/ ersuchte durch bcystand des Pharisäers Zadock das volck, sich m Judäa zu empören, uuv wurde em Haupt unter einer gewissen stete bey den Jüden. Er nahm barzir gelegenheil von der schatzung, welche Cyremus, landpfleger m Syrien, auf des Kaystrs Augusti bcsehl eintrieb. Dann Judas sagte: diese schatzung wäre nichts anders als eine öffentliche ecklä» rung, daß man sie zur dicnstbarkeil bringe» wolle. Seine stcte, wie Joscphus meldet, kam in alle» stücken mit der stete der Pharisäer übereilt, ausser daß sie behaupte» wollen: Gott wäre es al« lein, den man vor seinen Herrn und König erkennen solle. Sie hatten eine, so grosse liebe zu der frcyhett, baß sie um selbiger willen auch die gröste marter ausstunden. l-b. 18 smiguir, Jall. c. i Le r. Judea/ oder Judaa, eine Asiatische landschafft in Syrien,wel» che auch unter dem namen Palästina bekannt ist. Vor zeiren wur» den sie genannt das land Canaan, und das gelobte land, aujetzo aber hcisset sie insgemein das heilige land. Zü alten zettcn wurde unter Judea entweder das gantze gelobte land verstanden , und da begriff es alle «2 stämme Israel unter sich, oder Judea ins besondere, da es nur den stamm Juda, Bemannn und Snneon nebst den städlen Jerusalem, Bethlehem, Äscalon, Azot, Joppe, rc. in sich hielt, als welche unter dein eigentlich sogenannten Königreich Ju» da begriffen waren. Zu unsers Heulcuides zeitcn wurde dieseslanv in 6 theile unterschieden; ; lagen disseit des Jordans, gegen das mittel-mcer zu, nemlich Galiläa, Samaria und daS eigentlich so» genannte Judea; und ; sagen ienstil dieses flusses, nenillch Tra» chonitis, Jluräaoder Pcräa und Jdnmäa. Nach Jostoln deschrei» bnngsind die grantzen gegen Mitternacht das borst Anuacb, sonst Borceos genannt, gegen mittag gehet es biß an das Arabische dorfJardan, und m der breite erstreckt es sich von dem Jordan biß an die stadt Joppe. Jerusalem liegt mitten darinnen. Dieses herrliche land ist über alle Massen fruchtbar, zumahl a» wein, öl / balsam und palmen, wiewohl es heur zu tage bey weitem nicht mehr i» dem vorigen stände; Es wird in r r theile unterschieden, wovon Jerusalem als die Königliche stadt mit ihrem bezirck das erste und vornehmste ist. Die andern 10 theile werden in eben so viel gou- vernernenkL lind ämter eingetheilet, als da sind Gophna, Acrabala» ne, Tamna, Lidda, Emaus, Peräa, Jduniäa, Engadi, Hcrodiott und Jericho; Jamnia und Jobba, deren gebiete biß an die be» nachbarlen länber reichen, »ferden in die,er emibeilung nicht mit begriffen. Es wurde dieses land anfänglich von den Jebusilertt und Cananilern besessen, aber zu Iowa zeitcn kamen die Jsraelilcn/ welche die Cananiter vertrieben, und das land nach und nach einnahmen. Nach des Josuä tobe wurde Judea eine zcillang durch Richter regieret, biß auf den Samuel, welcher ihnen auf ihr ver» langen aus Gottes beseht Saul, den söhn Kis, zum König gab/ welchem David, und diesem Salomon folgte. Dessen söhn Ro» boam hielt das volck sehr hart, weßhalben 10 stämme wider ihn re« volttrten, und Jerobeam zum König erwehtten, die s stämme aber' Juda mid Benjamin, blieben unter seinem gehorsam. Darauf entstunden m Jüdea 2 Königreiche, eines von Jstae!, das anders von Juda. Die Kömge von Israel reaicrten biß aufOstam, welchen Salmanasser von Äisyrien überwand, und nebst dem Israelitischen volcke mit sich gefangen hinweg führte. Gleiches unqluck betraffnach ciiilger zeit die kindcr Juoa, indem NabuchodouoföL ihren König Zedekiam gefangen nach Babel führte, und den tem» pel zu Jerufaieni zerstörte. Es müßen also die Jüden unter dicke gefangenschaffl 70 jahrdauren, biß ihnen Cyrus vergönne»', in ihr land wieder zurück zu kehren. Anfänglich zwar war Zorobadcl ihr Regen; Regent, nach diesem aber kam die reqicmns an die Hohenpriester. AlMochus Eviphanes verfolgte die Jüden aufdas äusserste,welches aber gclegmheit gab, daß sie sich wider ihn empörten, und die Hasmonäer zu ihren Fürsten annahmen, welche sie von der gewalt der Syrer befreyeten. Selbige regierten in Iudäa biß auf Juki Casaris zeiten, welcher Antipatrum in Iudea einsetzte, gleichwie Augustus Herodem. Nach dessen tode wurde Archelaus Herr von Iudäa, welcher aber wegen verübter grausamkeil aufanklag seiner Unterthanen im y jähr seiner regienmg nach Vienne in Franckreich relegiret, und Indem zu einer Römischen Provtntz gemacht wurde. Agrlppas lvl^or erhielt zwar von dem Kayser Callgula Judeam wieder und behielte es unter Claudio, biß er starb, worauf das land nach diejes Kaysers Verordnung wiederum zu einer Römischen Provintz wurde. Es suchten sich auch die Jüden gegen ende der Legierung Neronis von dem Römischenjvche loß zu machen, wur» den aber unter Vespasiano nach eroberung Jerusalems vollends unterdrücket, und will Josephus behaupten, daß in demselbigcn kriege i i ooooo Jüden umgekommen, und 87000 als sclaven ver» kausst worden. Zu Kaysers Adriani zeiten rcvollirten sie unter ih« rem anfuhrcr Barcochba abermahls, und meyntea sich wiederum Herren von Jerusalem zu machen, wurden aber geschlagen, und darauf m alle lande zerstreuet. Nach der zeit ist Iudäa unter der Römer bothinäßigkeit blieben, hiß es bey der lheiiung der Rinn» scheu mouarchie unter das Griechische Reich gekommen. Die Sa« racenen dcmeikerten sich dieses iandes rn dem 7 teculc», und ob gleich durch die angestellten creutzfahrlen leidiges von den Cbristen mehrenlheiis wieder war erobert worden, so vertrieben doch die Saracener die Christen indem i; teculo völlig daraus, und besitzen es noch, /s» c!e is^ubl. Hcbr-eorum. //e,,/- t'slscllins. äe rspukl. ktebr. äe jure re- ßio Hebn. Ock/>/>s.r kslsellins. nor. orh, am. äs rep, ktellrseorum. * 'Juden oder Jüden/ ein eigenes volck, fd ehemahls Gottes volck genennet wurde. Sie stammen von des Jacobs söhne,Juda, her, und lebten nebst den andern stämmen Israelis erstlich in dem lande Canaan, zogen aber nachgehends mit ihrem vaker Jacob in Egvvccn, und wohnten in dem lande Gosen. Als sie aber da» selbst mit schwerer dienstbarkeit geplagt wurden, führte sie Gott, nachdem sie auf dessen beschl das passah gehalten, durch Mosen mit starcker Hand aus Egyplcn durch das rothe meer, und bracyte sie in das land, welches er ihnen verhe>ssen hatte. Allein well sie sich an Gott versündigten, gab er sie m ihrer feinde bände, biß sie endlich durch die gantze wett zerstreuet wurden. Was nun die heutigen Juden amangcl, so theilen sie ihre gesetze nur ccremonien in ; gatliinqcn ein : die erste gattung begreifst m sich alle geböte des geschriebenen gesttzcS, so ui den z düchcrn Mosts enthalten; die andere hält in sich die geböte des mündlichen gc,etzes> welche die von ihren Radbinen zustimmen getragene satzungm si,>die sie die gedo« . teder weisen leute nenne»,und im Talmud zu si-en sind; die dritte gattung fasset ihre gebrauche m sich. Unter diesen werden die - ersten gatlunge» von allen Jüden durchgehenbs angenommen, sie seyn auch an welchem orce der Welt sie wollen; was aber die gewöhn, heilen betrifft, so sind sie darinnen nach den vrttrn, da sie wohnen, von einander unterschieden. Ihr ganyer gottesdieust bestehet heut zu tage allein in gewissen gebären, die sie in ihren schulen verrichten, gestalt sie nach der Zerstörung ihres tempels zu Jerusalem nicht rmvr opffern dürsten. Sie erkennen 7 grund-ariicul ihres glau» bens, welche folgende sind: 1) Vag Gott einig und ewig sey. r) Daß dieser Gott allein anzubeten ley. ;) Daß nicht nur allein Propheten gewesen seyn, sondern auch derer noch seyn können, 4) Daß Mo» ses der gröste unter allen von Gott unmittelbar erleuchteten und ge» triebenen Propheten gewesen, und daß sein gesetz nach allen gebo» ten von Gott gegeben worden, z) Daß ermelbtes gesetz umvan» delbar sey, und daß man weder etwas darzu setzen noch davon thun solle, auch nicht könne, ü) Daß ihr Meßias als noch zukunfftig zu erwarten sey, welcher der mächtigste unter allen Konigen auf erden seyn werde. 7) Daß Gott am ende der zeit die todten erwecken, und darauf sein allgemeines gericht erfolgen werde. Es waren vorzei» te» unterschiedliche fetten unter den Jüden, worunter die vornehm» sien die Samariter, Essäer, c^adducäer und Pharssaer waren. Heul zu tage sind die ansehnlichsten die Rabbanilen und Carallen. In der Türekcy giebt es zweyer.'ey Jüden,nemiich solche, die in dem lande gedohren sind, oder einheimische, und fremde, welche letztere also genennet werden, weil ihre vorfahren aus Spanien oder Por» tngall gekommen sind. Die ersten unter dielen tragen lurbans oder Hunde von unterschiedenen färben, wie die orientalischen Christen, und sind von seidigen an nichts anders unterichieden, als an ih» ren schuhen,welche schwach oder violet-draun sindda hingegen die Christen rothe oder gelbe schuh tragen. D>e ausländische» Juden tragen auf dem kopffe eine gewisse mutze, die wie ein Spanischer Hut ausstehet, aber keinen ranb hat. Sie sind von den andern m einigen religions-gebräuchen oder ceremonien unterschieden, und haben ihre sonderbaren begräbmsse. Diese werdeii bauffenwesse m den meisten Türckischen städte» gefunden, und sonbeeirch an den grossen handels.örtern, als zu Smyrna, Aleppo, Grandcairo, Theffaionich, rc. Sie sind mehrentheils Wechsler, Wucherer, zoll» ner oder gleits.leute, mäckler, apotheckcr, achte und oollmct,eher. Sie können einem von allen waarm, so in einer stadt anzutreffen, Nachricht geben, und deren güte und vreiß gantz eigentlich deine» men. Die andern morgenländischcn völcker, als die Griechen und Armenianer, können sich hierein nicht fo wol schicken /weswegen sie sich dann hierinnen der Jüden bedienen wusjen. Man findet «mige örter in der Türckey / da sie die emwvhner nicht leiden wol» ^ ^ wor der Groß. Sultan- ihnen i» allen gegenden seines wohnen erlaubet. Die Ursache dieses Haffes ist bis ^ iheen schuldnern und sclaven aus» ^"^en und morgenländischen Christen erzchien I datz sie alle char-frevtage, um ihieu «bscheu vor der Christlichen religion an den lag zu legen, einen Christlichen rclaven ermorden , ledoch so , daß sie dieses sehr gehe-m hielten, nachdem sie unterschiedliche mal wegen dergleichen abscheuiicher that nachdrücklich gestrafft worden. In Occident sind dergleichen Mordthaten beydes an sungen kindern und alten leuten verübt,mehr« malen denen Juden erwiesen worden z wie dann auch verschiedene ärgerliche lehren dahin gehen, weiche von etlichen ihrer iehrcrn gelneben werden; wiewohl darum weder geschlossen werden ka», noch sonsien glaublich ist, daß dergleichen alljährlich geschehen so,, te. Der ermordimg deren ihres eigenen volcks so wohl erwachse, ven als noch lungcn kindern, welche einige liebe zur Christlich n religion an sich mercken lassen, sind noch mehr erempel vorhanden, als von der vvrgemeidten gattung. In Spanien wurden die Zu« den zu Fcrdiuandi l-srllollci zelten vertrieben, welches unter Pht» lippl Urcgierung auch in Portugal! qeschahe.Aber inFranckreichJ» tasten,. Teutschland, Holland, Enacllcmd, und zumal in Polen und Bohmen werden sie gedultet, ihnen auch ihre synagogen ver» stattet. /»E,. jnä. c/,.Ääosh, üc /t-ii'oi,. ,V/,isteLn'S äs lurguie; stitt. critica. vec. reü. 6^/,. Ulrich wurde- In diestr stelle blieb er biß a». i;;y, in welchem jähre man ihn zum Uroteffore rsteoloxi-s nach Jena bcrtess. Er wohnte an«i ;üc> dem colioguio zu Weimar, zwischen Flacio und Strtgesto, bey. Indem er aber dem Singe» ito Nicht beypflichten wolle, wurde er nebst dem Flacio und Wi» gando zu ansang des ott. an. isüi abgesetzt, da er sich zwar »och ein halbes jähr zu Jena aufhielt, und von dar nach Magdeburg gieng; allein weil ihn der Magistrat baleldst auch nicht bullen wol» te, muste er mitten im wmtcr sich nach Wißmar wenden. Von bar gieng er nach Rostock, um einer Promotion beyzuwohnen, stark aber daselbst den 1; may an. rzsg. Er war in derastrologie wohl erfahren, hat auch verschiedene uativiräten gestellet. Insonderheit hat er an den 10 ersten Magdeburg,,chen cenlurien viel gehoiffcn, auch an der Übersetzung der z ersten cencurleu m die Teutsche ,prachs grossen antheil gehabt: wie er dann ein stbr fleißiger mann war» Rechst dem hat er verschiedene schriffien hmlerknien, worunter sind: en-t,raric>ne; epillolarum äommicslmrn ; coiVus cjoÄrjn»' ex novcr lellLmenro ; äe sillLpsioricir corrupreljL; äe Viüormi 8mAe!H cls- etsralione 6cc. kill:, eccl. psg. 770. nomenclaror Uiotell.jenens. vir. kroteff.)enel,f./.,e/,e,v ckescr. orslio äe vilalvlrmllsci juäicll. ä'sFrtts./Hnnoäuäi. sä kill. eccleff, snimsäverst pllll. Lc llillvr. p. ü p. 71. ^udia, die haupt.ßadt indem KönigreicheSiam, liegt an einem der schönsten flüsse in gantz Orienr, so, daß die grösten schiffe im Hafen daselbst ihre waaren ausladen können. Ungeachtet sie ; Teutsche Meilen in ihrem umfange hat, so ist sie doch rings herum mit vcsten mauren verwahret, und hat runde lhürme anstatt bee dasteyen nach alter manler; die straffen sind lang und geraume, und ver fluß, so um die stadt herum läufst, ist 2 mnsqueten-schüsse breit» Der Königliche pallast übertrifft an prachl alle andere m Indien, und ist starck bevcstiget- An. 1648 versähe diese stadt ihre» König mit,2000 mann wlder den König von Ava, und mit 2000 praus oder kädnen. äeic,-. tnäise. 'Judith , eine Jüdische wittwe von dem stamme Simeon, und eine chchler Merarr, des svhns Uz. Ihr mann hieß Manasses, starb aber in der gersten«erndle in der stadt Bethiilia, und Judith was noch sehr jung, als er ihr entrissen wurde. Sie war sehr schon und reich, dabey aber harte sie bey jederman ein gut gerächte, daß sie Gott fürchtete, und kunte niemand übel von ihr reden. Als nun Holoftrnes, der Felb.Hauplmann von Assyrien, die stadt Btthu» lia, darinnen sich Judith aufhielt, belagerte, merckle er, daß ausserhalb der stadt gegen mittag ein brunnen war, welcher durch röhren in die stadt geleitet wurde, da ließ er diese röhren abhauen, um dadurch die belagerten desto eher zur Übergabe zu bringen. Sie hatten sich auch schon re,olv>rl, solches zu ihn»; allein Judlly schmückte sich aufs herrlichste, gieng aus der stadt, ,un0 ramm das feindliche lager. Holossrnes ward wegen ihrer schonheit gegen sie entzündet, nahm sie mir sreuben auf, und befahl, baß man sie nach ihrem verlangen, ; tage aus und ein solle gehen lagen, ihr gebet zu Gott zu thun- Holoftrnes wurde minimelst noch mehr M ihre schonheit entzündet, und war ftöuch »ui ihr. Er blieb auch, nachdem er mehr als sonst gelruncken hatte, mit ihr allem m ver kammer. Als nun Hwvftrnes iruacken in seinem bette lag und Lt theil, 2 UM schllcss, I0O2 j U h fchüeff, nahm sie sein schwerst , und nachdem sie ihn damit 2 ma! ?rr den ha!ß gehauen, schnitte sie ihm das Haupt ab, und hieß es ih« re magd in einen sack stecken. Sie gierigen devde nach Bctkulia zu/ nnd verkündigten den sieg, den Gott seinem volck gegeben hätte. Da der tag anbrach, und in dem Assyrischen lager ruchbar wurde, was geicheben war, erschracken die feinde sehr, und gaben die flucht- Judith ward wegen ihrer tapffern that in dem gantzen lande Jsrae! sehr geebret, und nachdem sie ic>^ iahr alt worden , starb sie end» lieh zu Belhulia, und wurde daselbst bey ihrem manne begraben. Der tag aber dieses sieges, welchen sie davon trugen, wurde bey den Ebraern vor eingrosses fest gehalten und hoch geseyret. Wiewol von vielen darüber gestritten wird, ob es vor eine wahre Historie oder nur vor ein gedieht zu halten sey. Für die letztere meynung wird sonderlich angezogen, daß die in diesem buch erzehlte geschickte nickt allein von keinem anderen geschichtjehreiber berühret oder bekräff. tiget wird, sondern gar mit dem, was so wohl die unstreitige bü> cher der heil. schriffl, als andere gcschicht-büchcr crzehlen, aufkei« ne weise verglichen werden könne; baß auch sonst einige falschbei« tcn und widersprechunge» darin» anzutreffen, und insonderheit die that der Judith, (welche sich gleichwol mit lügen, meyneyd, miß« brauch des Göttlichen namens und des gebats, mit reizung zu stündlicher liebe und solchem todschlag, der unter dem schein der frcundschafft, das ist, meuchelmördcrischer weise begangen wor« den, schwärlich müste versündiget haben) in diesem buch, als> eine gar ungemem rühmliche that, und an deren nichts zu ta. dein , vorgestellet und erhoben wird. 7 kegg. in libe. ssnciirk. encbirill. bibl. la verilable tiiikoire cic )u- ckirk. s,r>/e. * Judith/ eine schöne, galante, gelehrte, verschmitzte und hecrschsüchtige Dame aus dem Wessischen Hause, ward Kayser Lud« wig dem frommen, nach absterben seiner ersten gemahliu Ermcn» gard,an. 819 verinählei,dem sie auch an. 82; zu Franckfurth einen söhn, Carl, dem man nachgcheuds den namen Lalvus beygelegt, gebahr. Sie sorgte bey zunehmenden jähren vor diesen ihren söhn, und erhielt vor ihn beym vater Alemannien und Rhetien, womit aber ihre stieff-söhne Lothartus, Ludcwig und PipinuS schleckt zu« frieden waren, welche sich daher mit den Größten des Reichs wi« der den Kaystr verbanden, und die Kaystrin noch dazu eines ver. Süchtigen Umgangs mit Bernhard Grafen von Barcellona, den aber der Kaystr wider die söhne zum Grafen von Toni-list und La- merzrio K.eßl,i gemacht halte, beschuldigten. Die rebellion brach an. szo aus, da der Kaystr, der leine» sühnen entgegen zog, seine gemahlin nach Laon versthicktc: aber Pipinus bemächtigte sich ih« rcr daselbst, hielt sie sehr übel, zwang sie, ihren gemäht zum Münchs. stände zu bereden, und that sie endlich selbst nachPoiticrs ins kloster der heil. Radegund, wo sie so lange als Nonne aushalten muste, biß ihres gemahls fachen das folgende jähr nach dem Reichs» tage zu Niemägen besser liessen, der sie daraus wieder zu sich foder« te, dennoch aber nicht eher in stm ehe.bette aufnahm, biß sie von Pabst Gregorio und andern Bischöffen ihres gelübdes entlassen worden, auch sich selbst wegen der harten bczüchtigungen vermit« telst eydes gcreiniget hatte. An. 8z z überfiel den Kaystr ein neues Unglück, indem er bey neuentstandencm aufruhr seiner söhne, im Elsaß in dem so genannten Lügenfelde zwischen Basel und Straß« bürg von seinem gantzen beer verlassen wurde; dazumal kam auch die Kaystrin Judith in die Hände ihres stief-sohns Lothar», der sie nach Tortona im Mayländischen ins gefangniß vcrwieß ; von dan« neu sie das folgende jähr nach gedämpfftem aufruhr von dem Bi« schoff zu Soissons Rathalt, und dem Grafen Bonifacio ihrem ge« mahl wieder zugeführet wurde. Das Reich ward unter die 4 söhne getheilet, und bekam Carl ihr söhn ein ansehnliches stück; sie ließ aber dennoch nicht ab, vor denselben beym vater zuarbeiten, so baß sie nach absterben des einen sticfssohns Pipini beynahe die eine helssle deö Reichs an Lotharmm,die andere an ihren söhn mit aus. schliessung Ludovici Germanin , dem sie nur Bayern lassen wolle, gebracht hätte. Allein der tob Ludovici t'>> unterbrach an. 84- die« fts grosse vorhaben, und den wider Ludovicum Germanicum be« reits angestellten feldzug; und hat sie nachmals etliche jähre als Kayserliche wiltwe ihrem söhn in seiner regierunq, sonderlich aber wider den schlauen Lotharmm mit rath und that beygestanden. Sie starb an. 84;, und ist zu Tours in der kirche des heil. Martini be« grabe» worden. pl'^'s. t. 2. clirvn. Icheganur. /issronomu;. ^nnal. ^.nnLl. Lnnsl. 6e^»ecin etog. fucliiü-k. "Judith , Caroli Lalvi, Königs in Franckreich, tochkcr. Sie wurde an den König von Engelland, Ethelwvlff, verheyrathcc, und als derselbe 8;8 gestorben, nahm sie dessen hinterlassenen söhn aus der ersten ehe, Elhelboldum zum gemahl, kam aber nach des« sei, tobe an. 862 wiederum in Franckreich, allwo Balduinus, Graf von Flandern, sich in dieselbe verliebte, und sie hernach mit bey» hülsse ihres bruders Ludovici L^lbi nach Lothringen entführte. Die» ses verdroß Carolum Lsivum dermassen, daß er durch ein Concilium der Bischöffe sowol Balduinum, als Judith ercommuniciren ließ, und dem Printz Ludovico L»>bo die Abtey 8. Martini zu Tours abnahm. Weil aber zu besorgen war, daß Baldiimus sich zu de» Normannern schlagen möchte, gab er endlich, sonderlich da sich der Pabst Nicolaus I ins mitte! schlug, diese heyrath zu, welche so dann an. 8ü; zu Auxerre vollzogen wurde. ^anai. all sn. 86r §e iecz. l. ; c. 12. Lpiii. kap. ro. Judoigne/ sonst auch Geldenacken,genannt, eine stadt in Brabant an dem flusse Gias, 12 meilen sud-ostwärts von Lövcn, 16 nordwärts von Namur und 22 ostwärts von Brüssel, dein bau« se Oesterreich gehörig. Es ist ein altes schloß daselbst befindlich, wormnen die alten Hertzoge von Brabant wegen der gesunden luffk, iue Lug so daselbst anzutreffen, ihre PrmtzLN erziehen lassen. An. 5 7V6 M dem Spanischen suceegions, kriege erhielten um diese gegend die Ai- liirien unter dem commanöo des Hertzogs von Marlborough eine herrliche vikkoric wider die Frantzosen. llestr. Iue! / eine voir den vornehmsten Freyherrlichen familien ck Danemarck- Peter war an. 1 ? 48 Cammerjunckcr bey der König» üchen Printzeßin Anna, und vermahlten Churfürst!» zu Sachse». Malte befand sich an. i6;4 als Dänischer Abgesandter inMostau, Peter aber vertrat eben diese stelle an. iü;o zu Stockholm. Owe war an. 16Ü6 Dänischer geheimder Rath, und Vice-Stadthalick in Norwegen. Hans hielt sich um diese zeit, als Dänischer Ab» gesandter, an dem Schwedischen Hofe auf. Jengst bekleidete an. 1671 die clisrZL eines geheimden Raths und Vice-Präßdenten zu Cvppenhagen. Nils hatte an. 1678 die ehre, Dänischer General» Admiral-Lieutenant zu sey». Janus, Dänischer geheimder Rath, starb an. 1696, nachdem er unterschiedliche Gesanbschastken adge» legt hatte. Seine wrttive, eine gebvhrne von Kragin, vermählte sich an. 1701 mit dem Statthalter m Norwegen, Christian Gül« denlöw; von seinen söhnen aber ließ sich einer an. 1714 als Däni» scher Generai'Major sehen. K48r. gene^i. s 8cNv. Lriegs- ßsscb. Iuellus oder Jewel/ (Johannes) einer der fürnehmstm Englischen Theologen des is leculi, war zu Buden in der Graf» schafft Devon an. 1522 gebohren. Den gründ seiner studien legte er in dem collegio ivlerronenü zu Orsurt , daseibsi er hernach an. i;;9 ein Mitglied Lollegü Lcirpor. Oniilki, an. Id44 iVlagiitcr LI'. kium , dann ÜLccLlLureur 8. Tkeol. und endlich an. iz;9 Bischoss zu Salisbury gemacht worden. Er starb den 2; sept. an. 157-, und ward in seiner LaMelli-al- kirchen begraben. Er war ein sehr gelahrter 1Keo!c>Aus, so daß er insgemein von den Engelländern neben R. Hooker und I. Reinold in die anzahl der allerfürtreflich» stm Theologen derselben zelten pflegt gerechnet zu werden : ein elfri» ger und weiser bekenner und deförderer der Evangelischen lehr; daher er auch bey entstandener blutigen Verfolgung linier Maria sein Vaterland verlassen mußte: er befand sich in seinem exllio svu» derlich wohl zu Zürich, da er in vertrauter fteundschaffl mit Bul» linger, Gualther, Simler, Lavater, Wolf, Gesner und andren ge» lähttm desseibigm orls lebte, die er hernach als er zu dem B'ß« thum gelanget, durch fleißigen drieswechstl immer fortsetzte. Er besitz dabey eine fliesseude wohlredeuhrit, und wußte seine fache» in einem saubern lateinischen ü;-!o vorzuiragen. Von ihm hat man in theils Lateinischer, theils Englischer sprach ziemlich viel schlaff« teil, als: HxlioriLnon. all Oxonien; Lpilkol. cur ^Nßliss tipikcopi aci conciliuin Hiclenr. venire recuienl. ^polvAisrn iicclefl ssnAlic. welches letztere auch in Griechisch und viel andere sprachen übersetzt worden, l^ornmenrar. HnZI. über die erste e,c>>K. sä HieMon. Predigten und andres mehr. Einige seiner brieffen sind von B>« schaff Burnet seinem ;rm theil der Historie der Englischen rc» formation einverleibt worden. Sei» leben ist von Luur. Hum» Ühred ausführlich in einem besonderen rractätlein, und von jemand anderen kürtzcr vor seinem wcrck wider Th-Hardingum beschrieben worden. * Ivenack/ eine kleine stadt indem Mecklenburgischen Fürsten« lhum Wenden, an den Pommeklschen grantzen nahe beyDlavci!« Hagen gelegen , hac em altes schloß, worauf vormals einige Fürsten von Wenden residirer. 1OM, (Mnrimis le) wie thue die Frantzdsischen scribenicu nennen, aber m ieinerJlaliämschen muiter.spcach LiuLce, Car« dinal und Ertz.Bischoff von Tarauto- Er war vonAmalphi, aus dem Königreiche Neapvli gebürtig, kam an dem Päbstiichen Hose sehr empör, und wurde einer von des Pavsts Urbam VI vornehm« sten Caminer-Herren. Dieser gab ihm das Ectz«Bißlhum von Taranro, und schickte ihn als^umium in Ungarn, um König Ludwigen zu bewegen, dre waffen wider die Königin Johannam von Napoli zu ergreiffen. Dieser Pabst erlhclilc ihm hieraus au. i;81 den Cardinals>hut. Nach diesem wurde er in verschiedenen wichtigen Verrichtungen gebraucht. Jedoch geben einige vor, daß er mit unter denen gewesen, welche der Pabst Urbanus Vl zu Luce« ria grcissen, und zu Genua hinrichten lassen. IO6L, (Petrus le) Cardinal, Ertz« Bischofs von Narbonne, und nach diesem von Rouan. Er war anfänglich ein Münch zu Cluny, und wurde nachmals Ertz-Bsschoffvon Sarragoffa in Spa« nlen, hernach aber. zu Narbonne. Der König Carolus V in Franck« reich, genannt der weise / schickte ihn an Urbanum V nach Avtg« nvn, um selbigen dahin zu dringen, daß er die streiligkeilen ^dic zwischen ihm und dein Könige von Navarra waren, beylegen möchte. Er bekam hierauf an. 1^74 das Ertz-Bißtbum von Rouan, und Gregorius xi machte ihn zum Cardinal. Er folgle diesem Padste in Italien, und starb den 21 nov. an. i;7ü zu Pisa. üiik. cles Larclin. 6s!I. LNriik. 6aII. kurz>. in tZrcgorio XI. IOM, (Wilhelmus le) ein Cardinal, war von geburt ein Frantzose, gebürtig aus der Provintz Limosin, und des Pabsis Cie« mcnlis VI schwester söhn. Dieser Pabst ertheilte ihm an. i;4r de« Cardinals'hut. Jnnocentius VI schickte ihn als Legaten in Spanien , um den König Pelrum von Castilien, welcher mit seiner ge» mahlin Bianca von Bourbon übel umgieng, auf bessere gedancken zubringen, wiewol er bey seiner legaiion keinen glückliche» effect erreichte. Er starb den 28 april an. 1 ?4? zu Avjgnon. in Innocenlio VI. Juglarrs / (Aloisius) war von Nizza gebürtig, und begab sich an. rSrr in die 80c. )elu, wo er ro jähr lang die rhekvnck lehrte. Hier- .. ^ Lug Hierauf ward ihm die erziehnng des Prrntzm Carl EmanuM vo« Er starb an. 16,9 zu Meßina. Man hat icnie lchrissten zu Lucca IN 12 zusammen drucken lassen. lournLl «rn. i^ro j). ^6^. lULv^l, war bey den Römern, wenn man 2 spieffe oder auch oaicten in die erde steckte, und oben einen quer drüber legte. Wann Die Romer und andere alle Italiänische völcker ihre feinde gezwun. gen ,ich zu ergeben, und solche mit schimpffwvlten nacher baust sehr. nn'" Wicbe nach abgelegten Waffen , auch wohl theils kktdern, unter dergleichen lugo durchgehen. Die Römer hatten anderen dergleichen schimpff zum vfftern angethan. Aber da es auch ihnen von den Dämmern bey denen lö genannten kurculis ^suciini5, auch in der nachfolgenden zeit »och einmal von Jugur» tha in Asrica begegnete, wäre es ihnen gantz unerträglich; wie sie es dann auch mit der grösten schärffe gerochen habe». l.Lr,. l. ; c. 28. öcc. ^ . . ^cigurlha/ ein König in Numidien, der Römer felnv, war des wiagugia enckel von dem Manastabal, welchen er mit einer eru^u der Er wurde an seines vettern Micipsä Hofe erzogen,der >h»e zivar anfangs lehr lieb hatte,aber auch bald,wegen Fähigkeit zu formten, unb stnderlich für feine lohne gesahckich zu achten anfieng. Aus diestr ursach Ichickleerlhne.mit denenhulffs-truppen, welche erben Römeren gab, in Hoffnung, fein muth wurde ihn allda bald aufreiben. AIs aber diese Hoffnung fehl schlug, und ^ugiirlha zwar vor Nnmautia grosse ehr einlegte, und von Scipio» ne, jo auoa commandirle, gar ungcmeine zeugnuß feiner tapffer» teil davon trüge, aber lrannoch frisch und unbefchädiget nacher haust käme; änderte Micipla fein vorhaben, und weil ers einmahl nicht uocr das Hertz bringen konnte, solchem wegen einer uuge» misten gefahr heimlich ober öffentlich das leben nehmen zu lassen; wolle er nun mchen dene durch gutthaten dergestalt zu gewinnen, das inn haust vielmehr eine stütze an ihme haben möchte. Er nähme thue deswegen an kmdüstalc an, fetzte dene auch im te« stamenl »leben feinen zweyen söhnen Adherbal und Hiemp» sal zum erbe ein,und befähle ihme diese bestermassen vor feinem ende. Allein, wie viel auch Jugurtha versprach, so wäre er doch finnes, das wenigste zu halten. Zwar ward ihme anfangs einiger anlast zur ftindlchastt von, Hicmpfa! gegeben, der sich auf alle weife miß» vergnügt wegen der vältcrlichen Verordnung, in kävor des Jugur« lyä erzeigte, und diesem solches bey allen gelegenheiteu nicht ohne vorwurff dessen unehrlicher geburt zu verstehen gäbe. Jener nun eben sowohl von ehrgeitz als rachgierd brennend , säumte sich nicht, und wüste feine fach so wohl anzustellen, daß Hiempstil, ehe er sich einiges auffatzes besorgte,überfallen und ermordet ward. Wie nun Adherbal hieraus bald fchlvste, was auch er zu gewarten hätte, käme es zum krieg zwischen ihm und Jugurtha, worinnen dieser letztere, als der sich schon vor langem heimlich dazu gerüstet, und sonderlich die besten kriegsleuthe des ianves an sich gehänget hakte, gleich tm ersten treffen einen völligen sieg erhielte. Adherbal flöhe nach Rom, und bäte um hütffe. Allein als Jugurtha gesandten drav geid.unter die Römische Rathsherren ausfliegenMffen, ward Mein der rod HiempiaiiS bald verziehen, und im übrigen 10 de» putirte iinNuimvien geschickt, das Reich zwischen ihme und dem Adherbal zu theile». Diese liessen sich ebenfalls grösten theils beste» chcn, und erkannten hleranfdem Jugurthä dasjenige stück von Nu« midien zu, welches an Mauritamen gräntzet, unb wegen kriegen» scher arl der emwohneren, ihne, wo er von neuem krieg wider Ad» herbalcin anzufangen, und dene gantz aus dem weg zu räumen im sinn hatte, am meisten bewaffnen unb vcrstärcken konte. In der that säumte sich derselbige nicht, und liesse seine kriegsleuthe m Ab» herbails land beute machen, der Hoffnung , seidiger wurde sogleich mit Heeres kraffl ausziehen, und also dein krieg selbst einen ansang machen. Da aber dieser sich still hielte, und sich entschloße, weilen er doch an kräfflen zu schwach, feine klägte» schlechter dingen an den Römischen Rath gelangen zu lassen, welcher beyden ernstlich befohlen halle, friede zu haltenzwolleJugurtha in verlaffmig auf leine in Rom erworbene freunde endlich es wagen, für den Urheber der Händeln angesehen zu werden, wo er mir seine» nachbarn übem Haussen werffen, unb sich allein meister von beyden reichen machen mochte. Er fiele also mit emer starcken armee dem Adherbal» ms land, daß dieser sich auch wider seinen willen, wo er nicht l» we» mg tagen all sein land und leuthe verliehren wolle, muste zur wehr steilen. Mein er ward bald geschlagen, und von seinem feind m der stadt Ctttha belageret- Da thaten zwar anfangs die sich da» sechsten meistens wegen der Handlung aufhaltende Römische bur» gere lapfferen widerstand; es kamen auch zum zweyten mahl Römische gesandte an, den Jugurtham von allen feind,eeM keilen abzumahnen. Doch wiese er diese bald zurück. Und, die Römische bürgere, weiche biß dahin C>rlha vornemllch be,chutzct hatten, als sie alle Hoffnung des entsatzes veriöhren sahen, vermoch» ten Adherdalem, daß er sich nur mit andingung eines sicheren av» zugs ergäbe- Jugurtha versprach zwar alles; aber erhielte nichts. Adherbal ward unter harter Peinigung gelobtet. Und was sonst m der stadt war, auch die Römer nicht ausgenommen, von dem Numidischen knegs-volck niedergemacht. Diese that war zu grob und wurde sonderlich das Römische vostk so sehr darüber entrüstet, daß der Rath fast gezwungen, ben krieg beschließen muste. Der Bürgermeister L- Eaipurmus Bestia, gieng schleunig mit cmcr ar» mee in Africa über, unv setzte anfangs dem Jugurtha scharffgenug zu. Bald aber liesse er sich neben Aenulio Dcauro, der als,em General.Lieutenant mitgezogen, aber jonsten zu Rom dw dahin in dem Rath grösten gewait gehabt, mit geid bestechen, und mach» ten einen bemiattchm vergleich, da sich Jugurtha zum schein er« gäbe, einige eiephanten, plerde an Eqipnrnium ausllefferte. LUg IOOZ Aber im übrigm in seinem so wohl als in des Adöerbaks land aste Herrschaffl , io, wie zuvor behielte. Es mangelte auch im Römi« jchen Rath nicht an solchen leuthcn, welche entweder von Jugur« Iva durch destechung gewonnen, oder sonsten an des Scauri un!) k.alpurnti parlhcy hangend, daS geschehene bestätigen wollen- Allein das Römische volck und insonderheit dessen Vorstände«, die 'Iribum pleb>8, stiessens endlich um; wie man dann selbigen 1 n- bums das lob geben muß, Laß ihnen zu dieser zeit, da die Raths» Herren sich durch geschencke und faccivnen gar zu sehr blenden liessen? die ehre und der nutzen des Vaterlandes immer am meisten ange» legen gewesen, und durch solchen ihren eyfer, oder nur, weil der Rath ste forchten muste, viele dem Stand sehr schimpffliche und schädliche beginnen sind gehindert und unterdrücket worden. Wie man nun die sachmil ernst treiben wolle,wmdeJugurtha unter vcr» sprochenem sicheren geleit nach Rvm geruffcn, da er vielleicht noch leidenttiche bedingnüssen vom Römischen volck hätte erhallen mö» gen, wo er seine mit gewissen Römischen Rathsherren gemachte practicken an den lag geben wollen. Mein dieser, an statt solches zu thun, suchte vielmehr seiue Parthey durch auStheilung grosses geld-summen noch mehr zu verstärken. Und als ihme inzwischen noch ein anderer Numidier, namens Maffiva, in ben weg käme? welcher als ein würcklicher enckel desMassinissä von dessen söhn dem Julussa, bey dem Röm. Ralh um das Reich Numidien anhielte; wäre Jugurtha noch so küdn, daß er ihne durch den Bomilcar einen seiner vornehmsten dieneren, in Rom umbringen liesse. Allein hierdurch, verderbte er seine fach beym volck vollends, baß er sich bald gemuffigct fand, unverrichteler fachen davon zu ziehen; wie» wohl er sich noch immer Hoffnung machte, durch sein geld endlich bey den Römern durchzudringen; solle auch bey seinem wcgge» he» aus Rom, da er sich offt wider gegen der stadt umsähe, gesprochen haben: die stadt seyc fcyl, und werde ihre herrschafft und frey» hell bald verlieren, wo nur einer käme, der reich genug wäre, nm ste zu kaussen. Es geriethe ihme auch in fernerer fortsetzung des krieges einige zeit ziemlich wohl; Massen der an statt Calpurnii wider thue gesandte Römische Feldherr Sv-PosthummS Albmus sich? wie gemeiniglich dafür gehalten ward, ausgleiche weist, wie seil! Vorfahr, bestechen ließ, und den krieg sehr schläfferig führte, dlß er wegen regiments-geschäfften zurück nach Rom muste; da bann sein bruder Äuius Posth. Aidinus, deme er indessen das coiriwsn- clo übertragen, die fach noch ärger machte, sich von dem Kö» rüg, so aus listvor ihme wiche, in unwegsame örtere ziehen liesse? an weichen seidiger bey ersehenem Vortheil, und nachbeme er vor» her viele Römische soldaten und bcfchlshabere durch geld heimlich gewonnen, die Römische truppen unversehens überfiele, und nach» deme er fie mit Verlust aus ihrem lag» gejagt, den rest gezwungen , sich.unters joch bringen, oder darunter durch führen zu lass sen ( siehe grad vorher lu^um ) unb sodann mit schliessungj eines frlebens auß Numidien ihren abzug zu nehmen. Hierdurch wüchse die Verbitterung des Römischen voicks nur mehr an; wie dann der geschlossene schimpffliche dund alsodaid verworffe», und der krieg wider JugurlhamQuinto Cäcillo Metello anbefohlen ward.Durch diesen mann name nun des Jugurthä Untergang seinen ersten ansang. Dann neben dem, daß er wider sein Vaterland und Pflicht auf keine weise zu gewinnen oder zu bestechen war; so verstünde es auch den krieg fürlreffiich wohl, und mangelte es ihme noch über bis nicht an Ilst und verstand, dem feinde durch dessen eigene kün» ste, abführung seiner dieneren und befthlshaberen, stifftung allerhand verrälhereye» rd. zuzusetzen. Nachveme er aljö zuforberst die vorheco sehr zerfallene kriegs-zucht unter der Römischen armee irr Africa hergestellet, gieuge er mit der armee in Numidien, besetzte die stadt Vacca; schlüge Jugurtham am fiuß Muthul, wo dieser gehoffet hatte, die Rvmerc an einem unbequemen ort durch Hinterhalt zu schlagen; verwüstete nachbeme das land, und zwange einen grossen theil von des Jugurthä Unterthanen, sich a» die Rö« mere zu ergeben. Zwar mochte er die stadt Zcuna, eine der bmm so Jugurtha hatte, nicht eroberen, da sich dreier hart neben ihne an sicheren orten postirct, und so offt die Römere stürmten, ihr lagee von der ander» stiren angriffe. Auch hatte noch Jugurtha das glück eine durch Metellum wider ihne angesponnene höchstgefahr» ltche verrätherey, als worinnen vornemllch auch Bomilcar, still vornehmster Kriegs-Obecster verwickelt war, zu entdecken, unb bell letzten zu tddten. Allein er halte sich schon zuvor zu leinem grossen Nachtheil eben von dem Bomilcar bereden lassen, unterm schein den Metellum zu einem frieden zu bewegen, leidigem alle seine cleHan» ten, auch eine gute anzahl pferde und wassen, belieben ben Römischen überiäuftern auszuiiefferen: da indessen, weilMecellus üben dieses ihne zu sich rüffle, um noch mehrere befehle zu empfange»? uno er hingegen nach allem vorgegangenen nicht wagen wolle zu er» scheinen, derkrieg nichts destoweniger fvrlglenge; zu welchem aber Jugurtha von dieser zeit an bey weitem nicht mehr, wie vorher gerüstet war. Es gieuge ihm auch von dem an alles zurück. Die stadt Vacca, somit erschlagung der Römischen bey stchgehablm besatzung wiederum Jugurthä parlhey nehmen wollen, wurde nach verflieffüng wenig tagen von Meteiiv wider eroberet, und die bürgere wegen ihrer treuloßigkell niedergemetzelt; Thal«, aufweichen ort er sich insonderheit verliesse, gierige auch über, unv kam allda ein theil seiner schätzen in des femdes gewait- Jugurtha muste endlich seine zufluchr zu den Geluiiern, und sonderlich zu Boc- cho dem König von Mauritanicn nehmen, welche er auch Mang» glücklich auf seine feite brachte. Jedoch auch dieses mochte ihm zuletzt wenig heiffen. Marius, weicher rüdesten Metello zum Nachfolger in der provintz war bestimmet worden, setzte ihme nicht minder zu < verwüste« das land, so es noch mit ihm hielte, schlüge Jugurtham stidst bey der stadt Cirtba, eroberte bald darauf des wichtigen platz Capsa durch plötzlichen Überfall, terner ein festes schloß am fluß Muiucha, so von ewigen selbst Miiucha genenuek U theil- Liiiii-r wird? ioo4 iug j„h iül wird, worimien fast aller übrige schätz des Jugurtha war, durch rrittigung des gaben berges, an einem ort, da die femde.eben weil sie dene für unzugänglich hielten, keine wacht hatten. Die beyden Könige wagten endlich eine sthlacht, und meyneten, erst gar den Marnnn unversehens zu überfallen. Aber die gute keiegs.zucht/wel« che dieser hielte, und seine geübte soldatcn, machten den anschlag zu wager; mas,en nicht nur die feinde, als sie wenige zeit vor an. brechender nacht einstelen, tapfer zurück getrieben wurden; sonderen auch mit ansang des tages,da sie sich dessen am wenigsten versahen, in ihrem eigenen lager, womit sie Marin,„ umzingelt zu baden vermeynte», überrumpelt, und mit einer sehr grossen Niederlage völlig auseinander gejagt wnrden-Nicht besser g-.enge es den beyden Königen in einem andern angriffbey Cirtha, da nicht nur de- ro übrige macht völlig dawider gelegt ward, sonderen auch Boc- chum eine solche forchl für den Röineren anzukommen begunte, daß er nun gebancken faßte, sich auch mit ruin des Jugurlhä aus dem so schädlichen krieg, worein er von diesem war gewickelt worden , loszumachen. Jugurtha halte zwar oermeynl, durch be- stechung verschiedener Räthen des Bocchi hierwieder genügsame vorsorg genommen zu haben. Allein da Bacchus heimlich von dem Römischen Rath sicherheit, und verzcyhung des veraangenen erhalten, fienge er an mit Sulla, sodamalenin des Marii armee, als Römischer Schatzmeister, dienst thäte, zu Handel», liesse aber auch zugleich Iiignrtham an, unter dem versprechen, daß er nur suchte, die Römer durch tractare» aufzuziehen und zu beiriegen; möchte es auch sowohl im sinn gehabt haben,wo nicht dieforchtvor denen Rvmeren allzugroß gewesen wäre. Aber da dieser letstlich überwöge, schlüge eben das zu Jugurlhä qröstem Unglücke aus, daß er urstich gehabt, sich mit dergleichen emdildniigeii zu schmeicheln, weilen er sich foiistcn wenigst durch die flucht in entfernte land noch wohl hätte retten können. Auf solche weise aber liesse er sich durch die Hoffnung, als ob ihm Bocchus Sullam gefangen üderliefferen wollte, selbst ins gärn bringen; Massen als er zu diesem ende mit wenig der seinigen zu Boccho came, Jugurtha unversehens „mein» gct, sein gcfvlg meist erschlagen, er sttvst aber Durch Sullam zu Mario gebracht ward. Dieser führte ihne nachmals samt seinen beyden söhnen im trinmvb zu Rom em, wornach er aus haß, den man wider seine thaten, sonderlich aber wegen der ermordnng der söhnen Micivsii seines gutthätcrs, und so vieler Römischen bürgeren m Cirtba gefastet hatte, in dem kercker verschiedene tage aus. gehungert und sodann gar erwürget wurde; da lönstcn dergleichen exempel rechtmassiger Königen, welche die Römer nach dein sieg und trinmph gelobtet, ziemlich rar sind. Diese gcschichten fielen ein von .V. tt.. -ö. Ü40 biß LN. 647. in Hüll. Lc Claris, d; c. 1. /.rD, I. Ü2, 64, üs, Ü6 Lc 67. ( 7 ^/? 1 - 7 »«- -r». * ^uhoroky oder Juhora / eine Provintz in der nördlichen ge. gend von Moscau, nebst einer stadt gleiches namens, worzu die snsul Kolgoi gehöret. reilö-beücttreibunj;. 'Ivica/ siehe Yvica. ^Jüdenburg / der alten 8LbrtKinea Dlorici, eine stadt in Ober» Slcycrmarck am flnsse Mucr, 9 meilcn westwärls von Grätz und 2 weilen von den Kärnthischen gräntzen, gehört dein Hanse Oesterreich. Sie ward an. 1709 den 2; oct. durch eine feners-brunst fast gäntzlich in die asche gelegt- ropoxr. provinc. Xuttr. 'Ivingo / ein marckkflecken von Colstow- Hundred in dem östlichen theil von Buckinghamshire. 'Jülich / lat. stuliscum, ist die haupt-stadt von einem Hertzog- tbnme gleiches namens, «sie lieal an dem flnsse Roer, und ist eine sehr alte stadt; wie denn einige vorgeben wollen , daß sie von Inlio Cäsare oder Druff erbauet worden. Sie ist wohl befestiget, und hat ein sehr festes schloß, welches mit dicken mauren und starckcn Wassergräben versehen ist. Der Printz Moritz von Oralsten erober- te diesen ort an. 1610 ; die Spanier oder an. 1622; jedoch wurde er, vermöge des Pyrenäischen friedens dem Pfaltz-Grafen von Neuburg wieder übergeben, dessen nachkommen ihn bis dato behalten. ttk-ttt'c/,,Lnr>. 8axon. Üb. 2. clalcr. ttülßii. Jülich / ein besonderes Hertzogtbum, so ebemals seine eigene Hertzoge hatte, nun aber dem Churfürsten von Pfaltz gehöret. Es ist selbiges zwischen der Maaß und dem Rbcinstroin, dem Hertzog- thum Eleve und Limburg, dem Vißthum Lülttch und dem Ertz. Stiffte Cöln gelegen. Es ist ohngcsebr 12 me,len lang und 7 breit. Die vornehmsten städte darinnen sind Jülich , Gladbach und Du- rcn; daneben begreifst es 84 Herrstliaffteü und 24 ämrer. Anfang-, lich wurde dieses land durch Grasen regieret, unter welchen Grat Gerhard bekannt, welcher um das iahe 9;; gelebct, und dem Kahler Henrico grosse dünste wider die Ungern gethan. Um das lahr il9?war GrafW»be>mIl, welcher es müdem Kaystr Philipps wider Oltoncm I V hielte. Dessen söhn, Graf Gerhard, folgte ihm, welcher Graf zu Jülich und Bergen war, an. >247 starb, und 2 söhne, Wilbclmum ill und Adolphum, hinterliess, welche die väterlichen lande dergestalt mit einander theilten , daß der jüngste, Adolph, Bergen bekam, der älteste aber, Wilhelm, behielt die Graffchafft Jülich. Dieser wurde an. 1277 nebst 2 lohnen und andern kriegslemen zu Aacke» niedergemacht, und folgte ihm Graf Walram.Sclbigcr halte mit dem Enj-Bstchoffvö Cöln viel zu schaffen, welcher sich auch der stadt Jültch bemächtigte, wiewol selbige von dem Grafen bald wieder erobert wurde. Er starb ohne er- den, und folgte ihm sem brudcr, GrafGcrhard III > welcher an. 1299 verstarb, und 2 söhne hinterließ, Walramnm und Gerhar» dum. Jener war Ertz-Bsschoss zu Cöln, dieser aber setzte das ge- iül schlechte fort, starb an. 1^2;, und hinterließ einen einigen söhn, Wilhelmum I V. Dieser hielt es mit dem Kaystr Ludwig aus Ba- yern, und wurde dannenhcro von seidigem zum Marggrafen, gleichwie an.!; - 6 aufdem Reichs - tage zu Metz von Kahler Carin dem IV znm Hertzog von Jülich gemacht. Er hinterließ2 söhne, deren der ältere, Wühelmus, au. 1402 ohne lewes-erben starb. Diesem folgte der jüngere, Reinholdus II - welcher aber a». 142; ebenfalls ohne erben abgieng. Ihm folgte sein nächster an verwand- ter, Hertzog Adolph von Bergen: und diesem, weil er keine erden hatte, seines bruderS Wilhelmi söhn, CKrbard , welcher einen cmtzlgen söhn, Wilhelmum, hinterließ. Selbiger ließ nach sich ei. ne eintzige tochter und erbm, Mariam, welche an Hertzog Johan- nem von Cleve vermählet wurde, und dahero die Hertzogwürncr Jülich , Cleve und Bergen zusammen brachte. Sie hatte von ih. rem gemäht ;töchter, Amaliam, welche an. 1;86 in beringend verstarb; Annain, so an den Kömg Henricum Vill von Engeland vermahlet, aber bald wieder verstössen wurde; und Sibyllam, so an Churfürst Johann Friedrichen von Sachsen vermählet war. Der eintzjge söhn Wilhelmus folgte in allen ; Hertzoglhümern, Jü. lich, Cleve und Berg ; aber als dessen emtzigcr söhn / Johann Wilhelm, ohne erben abgieng, funden sich zu den »erledigten Her. tzogrbümern verschiedene Prätendenten.^ lleici-. Lelxii.^»- ropo»r. ttelA. 67 r, 2 ,L--« cielcr tlei in. Mich. chron. t-ttivis, Julia, tVlor>üa,/.^.r küvilen-kasl. Iülichische succeüiom - streitigkeit. Als Hertzog Johann Wiwelm an. 1Ü09 ohne leides, erben avgieng, war seiner ältesten ichwestcr tochter uns die ; übrigen stinvestern selbst noch am leben, und folgender Massen vermählet. Der ältesten fchwester Mnriä Eleonora, die Hertzog Albrecht Friedrichen von Preussen gehabt, tochter, Anna, war Churfürst Johann Siegmundö zu Branden, bürg gemadlin; die andere, und unter denen noch lebenden älteste fchwester Magdalcna, war an Psiützgraf Philipp Ludwig zu Neu» bürg; die dritte Magdalena, an Johann Hertzog zu Zwcytcück, und die vierte Sibylla an Carln Marggrafen zu Bürgau vermählet. Die beyden erster,', maßten sich der gantzen erbfchasst an , die 2 übrigen wollen selbige in 4 gleiche theile getheilt wissen. Die Ednrsür» still, welche ihre mutier reprästnttren wolle, berief sich 1) auf das in die en landen eingeführte recht der ersrgeburt, nach weichem in adgang männ-lckier erben der ältesten tochter und deren befeeuden. ten die ga ,tze fuccession zukäme. Dieses wäre so wohl aus der be- ständigen maxi dieser Häuser, aisausKayserllchen betreten erwech- lich, söN'-erlich aus dem, so Marimilianns I an. 1509 den 4 may III tave a fran Marien , erdlii von Jüllch und Berg, Hertzog Johannes zu Cleve gemahlm, von sich gegeben, worumen ausdrück» lich alleaxm rlbl. abfinden sötte. Welche ehc.pactcn nm so viel mehr gelten müsten , well sie von dem Kaystr Marmiiliano II be- keassllgct worden : die schwesiern auch alle drey , jede bey ihrer vcr. iiiahlung, lnid zwar die ältere zu zweyen unterschiedenen malen, eidliche verzicht auf ihre forderung gethan. II. Die andere schwe- ster Anna, die an Pfaltz-Neuburg vermählt war, deriefflch gleich, falls auf das recht der ersten geburc, und zwar folgender weist: Die Julichtschen und damit vereinigken lande wären eigentlich mannS-lehrn, worauf die weiber ohne besöitdere Kavierüche ver- güiistignug kcliicn anfpruch hätten. Diese besondere von Carole- V an. 1^46 ertheilte Vergünstigung aber erstreckte sieh einig und allein aufdie nvch lebenden löehter, und nicht anfderstldcn defcendcnieu: weil nnn ihre ältere ichwestcr Maria Eleonora vor des brndcrs lod gestorben wäre, so wäre nunmchro sie als die erstgebobrne anznsthen, weicher die gantze crbfchaffl allem gebührte. III. Die 2 übrigen löchter wollen von dem recht der erstgebnrc nicht vie! statuiren, ünd die erbfchafft nr 4 gleiche theile getheilt wissen I V. Es fanden sich auch noch ; andere Prätendenten, der Hertzog von Revers, der von Bouillon und der Graf von Manderfchetd, tue aber, weil ihre anverwandfchafft und forderung gar zu weitlänffttg zu stv» schiene, bald von sich selbst abstunden : wie denn auch die Burgauisthe for- dcrung oee süngsten fchwester zusamddem stamin bald aufhörte. V. Wen diese» aber machte das hauß Sachstn so wol Aibcrtinischer als Ernestlmscher linie ihr recht disputirlich. 1) Beyde Häuser beriefen nch aus em expectanz-clecret, so Kaystr Friedrich III dem Hertzog Alberto ^nimoto »n. 148; den 26 jun. ertheilet, des inhalts, wenn die Hertzogthümer Jülich undBcrg dem Reich heimfalleinvürden, wolle man selbige dem haust Sachstn verleihen. Dieses ciecre: sey von Maximiliane -1 an. 1486 den >8 stvt- bestätiget, und auch auf die Ernestmische linie extendirt worden. Und als sich an. i;i> der fall ereignet, da Hertzog Wilhelm ohne männliche erben gestorben, hätte Sachstn zwar nicht znm besitz gelangen können ; doch wäre nach einem 10 jährigen st,cccssions-sireit Hertzog Johannes von Cle- ve wegen seiner gemabiin Maria, gedachten Wilhelmi tochter, von Caeoio V an.i;2i mit diesen landen nicht anders als mit ausdrück» licher vorbehalrnng der Sächsischen rechte belehnet worden. 2) Das Ernestmische hauß gründete sich über dem noch auf die ehe. paccen, so bey Hertzog Johann Friedrichs nachmals Churfürsten Vermählung mit Sidyllen,ersigedachten Jobannis tochter, an.- ;2ü emchtchworbe», wormnen enthalten, daß, wenn JoiMms fohn, Lül Sibyllä bruder, Wilhelmus obne erben sterben würde/ alsdenn die succeßion aller Jülich. und Clcvischcn lande an das hanß Sachsen kommen solle, worüber auch Carolus V an. 1^44 die beyörige consirmation ertheilt habe. Ob nun schon Wilhelmuö ohne oie4 töchtera söhne h.interlaffen,Carl Friedrichen und Johann Wilhelm, so sey doch/ nachdem diese beyde ohne erben verstorben/ der aast» tze crbschafft wider den andern behaupten. AIs aber Chur-Sachstn durch Kayserliche und Spanische hülste sein recht behaupten wolle- und Ertz'Lertzvg Leopold anfieng - die lande m sequesiracion zu nehmen / auch Jülich würeklich überrumpelt halte/ tralen durch Landgraf Moritzen von Hcsten vermittelnug der Churfürst nno Pfaltzgraf noch an. 1S09 zusammen / und verbanden sich zu Dortmund mit Vorbedeutung beyberieils gerechtsinnen - waS sie nun nmen hätten, gemeinschaffkiich zu besitzen / und wider alle andere aiisssrüche zu behaupten / eroberten auch durch der Frcwtzostn und Holländer hülste/ unter des Printzen Moritz von Nassau anführung Jülich wieder/ da unterdessen die so genannte union unter anführung des Marggrast» zu Anspach Joachim Ernst denen Hertzoglichen im Eisaß eine diver- sion -nachte/ und die allda von dem Ertz.Hertzog Leopold zustimmen gebrachte völckere zwange aus einander zu geizen. An. iün ,vard zwar auch ein vergleich mit Sachsen zu Jmerbockgemacht/ wel- chen aber weder der Pfaltzgraf noch die Churfürsiin Anna ratificlrcn wollen. Die Verbindung der beyden vvssidirenden Häuser solle auch durch eine Vermählung befestiget werben : aber an. iü>; den 6 tholifche lizue auf feine leite; als welcher cystr diesem Hause zu helf. feu durch den zutritt des Nenburg,scheu Erb. Printzen zur Catdoll- scheu rcligion insonderheit beförderet wurde- Die Spanier legten in Düsseldorfs/ Duisburg und Wesel lyregannfonen, das neuer- baute Mülheim aber wurde anfanhalcm der stadl Eöin gar von ihnen dew.olirt. Die Holländer hingegen besetzten Jülich/ Emmerich / Rees und andere festen örter- Hierauf hätte nian sich ge>ne verglichen : aber die zu Samen dessiiilivegen angestellli tracratm waren vergebens/ und die imerinv - vergleiche, so zn Lüffeldorff an- 1624dm II mal) / irem 1629 den 9 n art. und 1S47 bit- 8 apni gemacht worden - waren theiis unbest ndig, und gaben zu vielcki irrnngen anlaß » theils auch deffeniwegcn von schlechten mitzen-weil' in dem dreyßia.iährigen kriege diese lande sehr mitgenommen- und sonderlich dasBrandmbu gische anlheil von den Kaystriichen,Spaniern, Holländern, Schweden und Hessen styr verwüstet worden- Ben dem Westphalistche» frieden haben zwar alle Prätendenten zu dieser crbschafft sich gemeldet- und insonderheit Sachsen sich «steigst bemühet; sind aber alle an den oMi-i-ar proceü verwiest« worden. Churfürst Friedrich Wilhelm bat endlich an. iLüü den 9 fept. einen beständigen erb-verglerch mit Pfaltzgraf Philip» Wilhelm geschlossn - dessen vornehmste Puncte diese sind. Beyde Häuser heben dm bisher geführten nicccssions-,streit gantzlichmif- und bitten sich am Kauserlichen Hofe die cassauon des darüber geführten Processes aus Gegen die andern Prätendenten aber versvrache» sie vor gcricht- und im selbe vor einen mann m stehen. Diese lande sollen auch nn übrigen in ihrer allen vereinign ng bleiben, Chnr. Brandenburg so wol als Pfaltz den gantzen tilul führen, und an beydersellige Unterthanen sich der Worte- jrebc getreue/ bedienen- auch aller einem dieser lande zugefügte scharen zugieichen theilen getragen werben. Chnr- Brandenburg solle das Hertzogthmu Eleve und die bcydcnGrafschaff. leu Marck lind Ravensbcrg - Pfaltz Nendnrg aber d,e beyden Her- tzogwümer Jülich und Berg - nebst den Herrschafften Winnenlhal und Breskestmt bcbalten; doch weil Brestesanl an-1642 an Brandenburg vor 160000 rthl. versetzt worden war- so ist nach der zeit beliebt worden - daß dieses 60000 nd!. jalim lassen- anfbas übrige aber dem Fürsten von Schwai tzenderg eine anweisiing geben solle, welcher diese Herrschaffc bis zu guüzahiuüg gedachter summa besitzen solle. Die Hcrrschafft Raveustein blieb dißmal aufem compromisL ausgesetzt : wurde aber an. 1671 in mimi besondern vergleich dem Pfaltzgraftn überlassen - der hingegen die prätmsion auf Menrs dem Churfürsten abtrat - und,zooc:o rthl. auszahlte - auch die iüc> ccssion nach abgang seines männlichen staimnes versprach. Das religivns-wcsen betreffend- ward in dem erb,vergleich unter andern ausgemacht - daß in Vergebung der präbenden und bencficien beyde Häuser monat,weise alternireu sollen. Dergleichen alternativ« auch bey dem Westpballstlicii creyß stweetono beliebt worden- paß beyde bänser unrein vorum- und zwar eines einen rag um den andern führen sollen. Übrigens ist alle mügliche präcaution genommen- daß es nicht so leicht zu neuer unriche kommen könne- und fremden pnissancen die gelegenhell benommen werde - sieh ferner in die fache z» mehren. Znr zeit vieles Vergleiches war noch ein guter theil der Clevnchen landein der Holländer bänden denen aber FraNckreich selbige abgenommen- und an. 1674 vermöge des ftiedens zu Vos. sem an Churfürst Friedrich Wilhelmen restitinrt, und an. 167z mnsten sie auch die schiilb-forderung- so sie daranfharten- fahren lassen. In diestm jade den 14 dec. erfolgte eine Kayserliche confir- malion gedachten Vergleichs - wiewo! Sachsen darwider protestitt, und gebindert - daß aiif den Reichs-cagen keui vomm dieser länder wegen geführet werden kau. Wie denn auch die cron Schweden wegen der desccndentz aus dem Hause Zweybrück sich ihrer präten. sion noch nicht begeben. Die vornehmsten schrifflen darinnen die rechte der consideradk'sien Prätendenten ausgeführet worden - sind Sächsischer stüls /.LeÄ surs lllilonttgue luliE, Llivi/e , l9lc»it,um-in. 1646 toi. unä clcäuÄMn «es ksuli-s 8ackLn an äe» eckeäißcen büAiLiicllümern süiicll, Lleven, Lei sssn Lcc. er- lsn^ien reciirenr. Istsss an. i6;4 kol. iüt iul IOO^ PsÄb'scher scits xcrL Lc perkpicus ckeinoMrLnocsusie ) uürrcenilL e pnvlle sto (,/mo'iuo ciirimencl-e , sst jura clornus blsubucgLritw an. ioe 4 lo!. An seitea Pfaltz Zweybrück cavIÄLipomina -räts Ltt^ue ckeinon- ttrLiL S.N. ioi. Aufweiche alle geantwortet worden / in sy- novti univr-Ssü kuccelRom« eleclloris it/AncielibuiAici in clucsrus i..,—..— -- : uns cuni X-ixo- Llivi«, tvionnvrrr. KlLrkse. K.avcnckeig-. . .....1 0/1X0- nicsc; bleoburAic»!, kipontinse, ipl/mclerlclleist bc Louillon, diivertisr: osussrum conturarione. llerol. an. 16 ;z . Die Kayserstche cllplo- m.ar.1, so dem Hause Sachsen die expeÄLnr zusprechen . stehen auch j« I.ÜMASK.eic!i5-Arcliiv. pari. spec. c. 11 n. ü kegs. Die inrerirn?- vergleiche und der beständige erb-vergieich zwischen Brandenburg und Pfaltz stehen ibicl. pari. spec. c.; ss 4. wie auch in der kreuss. unc! ltranclenb. Kasti-zieoßiiipbie ?. 2 c. ; p. 227 ser;cj. Aclcl. pr«- rer tcriprores Lrsnäevdm-Aicos Le. ksliirmoL. irein koi um rempo- ruin Lr surir pubiici rzenersisL ./ü cis snccellio- ne ^uliac-i. ststsLikse. exvt. 10. «rr ckitcurkus äs vera PstiLeenlium Lc Llivenliuin luccellaove. bist. LN. lüls, 4iv. cle ich uz kriecierici v/ilbslrn, , inikio i. 4. Jüngrngen/ siehe Gremlich. 'Jüppenbund, also wurde derjenige blind- per anfänglich zwischen dem Kaystr Friedrich IN, und nach der Hand Maximilian 1 und denen fürnchmsten Reichs-gliedern-zumahlen aber mit denen ständen und cheichs-Ritterschasst m Schwaben, errichtet worden, von einige« spotts,weise gcneumt. * "'(ürerdock / schloß, statt und amt an der Ada- unfern Baruth und"Dame, auf den gräützen der Chur-Sachstn und der Mittel- marck Brandenburg. Sie gehören zum Fmstrnthum Querfurt, und also dem Hertzoge von Sachsen-Weiffcnfcsß. Ebedc>n ist Ist- tcrbock bey dem Ertz'Snfft Magdeburg qewestn- und soll Ertz-W. schcff Wichmanuns das land Jüterbock bezwungen, und dem Ertz- Siifft unrerwoeffen baden. Wie es dem Ertz-Stifft gehöret, hat Jüterbock mit Damm Luckewalde und Zinnä den Jüterbockischeii crevß ausgemachet. Jetzo ,mv nur noch die beyden letzter« orte« bey Magdeburg und der creyß heiß der LuMvalbische, weil Jn- terbock und Da ne nebst Querfurt eximirt, und vermöge des Pragischen stieden-schl isses dem Churfürsten von Wachsen gelassen -vor. den. An. l6n ist allhier eme zmammenk-uifft des Jülichischen anfaüs halber gehalten worden- dabey aas einmahl 24 Chur-und Fürstliche verson »aesveiftt; wie denn ehemahls fast die beste her» berg oder wu ths-ssuch in gantz TcutsÄland allhier gewesen seyn soll. Im iahr 1644 den 2; nov. ist bey dieser sradt cwe schlacht zwischen den Kaystriiepen und Schwebischen vorgegangen, in welcher die erster» einaebüffet- und nebst vielen Offic-rern auch der Ge. neral-Major Enckefsrt gefangen worden ist. ropvAr. Lsx. stup. P. 100. '^ütiand/ eine halb.insul, welches eines von den vornehmsten tdellen des KönigreichsDaneiNarck und der allen Liieelonelch i.'iii>. brica ist. Sie hat ihren »amen von den Jutten - deren cinwohner vor einerley volck mit den Golhis geachtet worden. Sie wird mit der ost.und uord.see umschlossen, und sivssel unten an das Hertzog. thum Schleßwich, welches vor diesem selbst nur ein theil davon qe. wescn- und Süder-Jülland gmennet worden, (siehe Schleßwich.) Nvrb-Jütlnnowirv m 4 districte eingctheiiel-nemüch m R-pen-Ar. hustn, Wibvrg und All'vrg, und jeder wird wiederum m gewisse Sysscl eingetheilet, welches eigentlich Umergcrichte stnb. (siehe Svssel.) Dtelenigen, welche sich au der jcecküste von Jütiano auf« halte», wohnen in kleinen hänstrii, weil verwind vfftecs so viel fand über sie her treibet, daß sie sich von bannen heraus machen müssen. In dem breyßig-jähngen kriege eroberte» die Kayserlichen diese halb.insul. In folgender zeit hat der König Carolus Gustav in Schweden selbiges land erobert, und ist von Pannen aufdem esse in die benachbarte msu! Fünen gegangen- nachgchenos aber hat er es restitiüret. cielcr. Daniseclekcr. Dsnii«. üe teb. (I/woli Luckavi. ^ütlaiid, /Süber-) ist eigentlich das Hertzogthum Schleßwich (siehe Gässeszwich.) Es wird aber auch insonderhell also, oder besser SüderIütlandSKW/gemuint- em gewisser bistrict, des amtes Nlpen, ,0 viel neiuiich von diesem in Schleßwich oder Südcr.Jü'ianv gelegen ist; worzu hernach auch einige Harden m,s dem Haderslebischen mute gezogen worden, (siehe Kipen und Haversleben.) "(uUa, Cäsirris tochter und Pompeji gcmahlin. Sie soll-nach Plütarchl bericht- in dein kind-bette- nachven, sie mit einer tochter nicher^ stvn- Gleichwie sie bey ihren lebzellm das band der freundschafft zwischen Cajace und Pompeio war; aI- so beförderte ihr rod diejenige Uneinigkeit zwücheii ttMii, wodurch die Römische Repudlique über den vauffe» geworffen wurde. Soii- sie« bat sie wegen ihres Verstandes, arfgkeit- keuschheit- sonderlich auch wegen der liebe und ehrerbietung, welche sie allezeit gegen ihrem ehe-herren getragen- sich gar einen sonberdarcn rühm erwor. den- Als Pompcinö sich cinsmahls gegen ihr beklagte,weil sie >bne nicht ennnert, daß er aus dem mund übel röche, und er also so ches zu erst von einem seiner feinden in einem gewissen gezaucke häür ? rnehmen müssen - antwortete Julia - S-e hatte ver-neynt - daß alle männer also rochen. Ihr tob ward hauptiachlich durch einen aroffen schrecken verursachet,dene ihr die anschammg des klevbsPom- vensso aus einer Versammlung des voicks, dämmen es zum hand- aemäna kommen war,blutig nacher Haus, gebracht worden-erwecket babodschou in der thaiPomvcjus keine wunden emptangen-svnderen nur in dem gcdränge durch anderer bsut wäre besudeli worden.?/^ in komp-Le L«s. C--/. I. 4 c- 8 L«-«». l. i. Dis 64/?. LUlU; Julia/ 1006 iul "Julia , des Kaysers Sevm gemahlin, und Getä mutter. Sie war Baßiani, eines Priesters der sonnen,tochter, in Syrien geboh» ren, und mit einem in diesem land ziemlich üblichen namen Domna genemiet, welcher ihr auch nachmahlen,da sie schon Kayserm war, auf denen in Asien und Syrien geprägten müntzen ist gegeben worden, da sie auf den Römischen allein Julia kia genennet wird. Sie war des Scptimii Severi andere stau, ehe er noch Kayser wurde, und nahm er sie darum, weil ihr zuvor warverkünbiget worden, daß sie einen Regenten zum gcmahl haben würde, daß er also dadurch hoffte aiifden thron zu kommen. Als er nun den Kay» serliche» thron bestiegen, hatte sie anfänglich grossen theil mit an der regierung; allein weil sie mit andern zuhielt, begunte er sie nachgchends nicht mehr zu achten, dannenhero sie ihren zeitvertreib forrhin bey den studien suchte, welche sie schon vorher in ihrer iu» gcnd fleißig getrieben, wie sie es bann in der Geometrie, Mrolo» gie, Philosophie, auch nicht minder in der redeckunst sehr welk solle gebracht haben. Nach ihres gemahls tobe bemuhete sie sich gar sehr, eine einiqkeit zwischen den beyden brubern Caracalla und Geka zu stifften, vermochte es aber nicht auszurichten, iondern es kam dahin, daß Caracalla Getam in ihrem schoog umbrachte; welches ihr dann um so viel schmerzlicher fallen muste, weilen sie damahlen selbsten in Hoffnung einen endlichen vergleich zu Uifften, den Getan» in den pallast geruffc» hatte. Es wollen einige vorge» den, als habe sie sich nach diesem mit ihrem eigenen lohn Caracalla vermählet, nachdem er sie zuvor nackend gesehen, so aber von Tri» stano ivcikiaufftig widerlegt wirß. Sie überlebte ihren lohn Ca» racallam, der zwar verschiedene mahl löste vorgehabt haben,sie ums leben zu bringen; aber solches doch aus forchl den schon vorher durch den todeGetä wider sich erregten haß noch mehr zu entzünden, nicht thun dörffen.Nach erhaltenem bericht von desselben tob wolle sie sich auch selbsten das leben nehmen. Doch wie ihr Macrinus Ca« racallä Nachfolger und der Urheber desselben ermordung alles gutes versprach, wäre sie froh genug länger zu lebe». Allein da sie das ihr» noch gelassene ansehen gebrauchen wolle, eine cmporung unter den soldatcn anzustifftcn, und wie einige versicheren wollen,für sich selbsten nach dem Reich strebte, liesse sie Macrinus aus Anliochia verweisen, und nabuie selbiger die dißher noch gehabte ausscrliche zeichen der hochheit, wodurch sie dann von neuem den schlich faßte zu sterben, und selbigen durch aushüngcrung bewerckstelligte,entwe« der aus verdruß und vcrzweifflnng, oder weil sie noch ein mchrerS von Macrino fürs künfftige besorgte, obschon der in der that sich mit der auSschaffung ans Autiochia vergnüget halte. I,b.; Macrino. Alex. 8evero. Kepkmsio 8eve,o. /öckksi»«, kill. der Lmpereurz rom. z. * Julia / des Kaysers Augusti eintzige tochter, so wegen ihres sie» derllchcn und ehebrecherischen lebeus bekannt. Ihre mutter war Scribonia. Nachdem sie Augustus mit grosser sorgfalt erziehen lassen, vcrhcyrathcie er sie erstlich an Marcellum, und hernach an Agrippam, von welchem sie z söhne und 2 lochter bekam , deren »amen folgende waren : Calus Cäsar, Lucius Cäsar; Agrippa zu« gcuahmet kottkumu;; Julia und Agrippina. Tiderius war ihr dritter genialst, welcher mit ihr ei» kmb zeugte, so sehr jung weg» starb. Weil sie sich gber allem liederlichen wesen ergab,so erzürnte sie ihre» vatcr dadurch dermassen, daß er sie in die insul Pandalari» am und hernach in die stadt Rhegium vcrwieß. Ob nun wohl Julia gedachter Massen an Tiberium verhcyralhet war, so hielt sie selbigen doch nicht vor gut, gleich als ob er ihrer nicht würdig wäre; allein da er Kayser worden, wüste er dieses an ihr dermal« se» zu rächen, daß er sie in bllngers'iioth und grossem elend um» kommen ließ. Sonsten hatte es ihr weder an schönheit noch ver» stand gefristet, und war sie sonderlich von guten und lustigen einfal» lcn. in /wgulko Lc ssiber. Ist). 1 snoal. * Julia/ Agrippä und Julia tochter, hiemit Ailgustl encke/ill.Sie war von einem eben so liederlichen gemüth als ihre mutier, und wurde an Aemilimn Lepidum verheyrathet, welchein sie 2 kindcr gcbahr. Augustus vcrwieß sie an. 9 wegen ihres ehebruchs auf die msul Trimelum eine der sogenannten Diomedrischen imuln auf der küfte von Apulicn, fo heut zu tag Tremitie heisset, allwo sie auch, nachdem sie 20 jähr im elende gelebet/ dieses zeitliche gelegne» le. Die Kayserin Livia «hielt sie binnen solcher zeit. l,; Lc 4 snnsl. * Julianus , der abtrünilige zugenamet, war Julii Constan« tii, so Constantini bst. bruder war, dritter söhn von ocr Basilma, gcbohren an. ;;i. Mardonius, ein verschnittener, „nterwleß ihn zu Constantinopel in der grammatic, und nach diesem Cäsiums Ece» doliiis, ein in der religio» unbeständiger man», in der rede-kunst zu Nicomedien; wohin ihn der Kayser zu dem ende geschickt hatte, daß der dasige Bischofs Eufbbius, welcher«», mittler!,eher feite sein Vetter war, ihn in aller gottcsfurcht auferziehen mochte. Allein er ließ sich von Marimo, einem weltweiten mann und zauberer, und dem berühmten redner Libanio, mit welchem er in geheim eine genaue frcundschafft pflog, qäntzlich verkehren , dergestalt, daß er die Heydnüche religio» zu lieben anfieng, ob er sich wohl äusserlich gantz Christlich anstellte; er wurde auch in den geistlichen stand aufgenommen, so,baß er das amt eines lesers in den kirchem verstimm Um» gen verrichtete. Einige zeit darauf erklärte >bn Constantuis, auf seiner gemaistm Euseblä anhalten, zum «.-ekare, und an. ver» mäblte er sich intt Helena, des Kaysers schwestev Ferner wurde er in Frauckreich geschickt, allwo er die Alcmannier m einer grossen schlackst bey Slraßbucg schlüge, da sieben ibrcr Königen ihre macht zusi,mmen gestossen hatten, aus welchen Cbonobomarms, der aller bauvt war, gefangen zu Constantio geschickt ward; und müßen diese vöickere sich endlich wieder zurück über den Rhein ziehen, und die iu! von Julians vorgeschlagene friedens'vuncten annehmen. Einige von denselben gierigen auch in die Römische kriegs-bieuste. Vorher hatte er sich bey Sens nur mit dreyzehenlauseub mann einer sehn grossen menge dieser völcker widersetzen muffen, auch sie zuletsi glück» lieh abgetrieben; In welchem allem sich nicht undeutlich merckm liesse,das Constantius aus eyffersucht Julianum gern wolle in dergleichen gefahr gerathen lassen, und die meiste Generalen und 60m Vdneurr,wei 1 sie den sinn des Kaysers wüsten, sich niemahl sonder» lich bemühet, Juliano in dergleichen noth deyzuspringen. Eben das nun spornte Julianum durch zvrn und Unwillen noch mehr an, nach dem höchsten gewalt im Reich zu streben, und sich Constantio durchaus gleich zu wachen. Er bediente sich daher» der ersten sich ereignenden gelegenheit, und als Constantius an. ;6o wegen dem Persischen krieg den kern deren unter Juliano stehenden legwnen zu sich in Asien forderte, wüste er beydes die kriegsleute, welche den weiten zug nicht gern vornahmen, als auch die Gallilche Provin» tzen selbst, die stch dadurch denen neuen einfallen der Barbaren bloß gestellet sahen, gar listiglich durch bestimmte lcule anzustifftcn, daß sie ihne in der stadt Pariß, allwo er sich damalen aufhielte, zum Augusto ausrufften.' Er suchte zwar Constantio diese Pillen zu ver» gülden, und gab immer vor,als ods wider seinen willen geschehen; zeigte aber dabey nicht minder, wie er fest beschlossen, die einmal angenommene würde nicht so leichtlich wieder abzulegen. Da» hcro, weil jener die such durchaus nicht billigen wolle, die bcydselll» ge Verbitterung mehr und mehr anwüchse, und letstlich zn einem öffentlichen krieg ausdrach, bey dessen ansang Julianus ohne grosse mühe sich mcistcr von Italien, Jllyrien und Griechenland machte, als er die bollschafft von seines gegners tod erhielte, welcher zu grossem glück sowol für Julianum, als das gantze Römische Reich (weilen fönst dessen wacht sich unter diesen 2 feindlichen bäuptercn in der aUergcfährlichsten zeit hätte aufreiben müssen) da.er eben im anziig wider Juiianum begriffen,durch krauckbeit verschieben war. Dieser erklärte sich bald hierauf öffentlich zur Heydnischen religio», liesse die götzen-tempei eröffnen, führte den abgöttischen gvllesdiciist nebst allen heydnischen ceremomen wieder ein, gab sich den titul ei» nes Priesters, rief alle ketzer von den orten, dabin sie verjaat wor» den, wiederum zurück, setzte die Dvnatisten in Africa wiederum m ihre ämter, und suchte also die Christen unter einander zu verhetzen- In Vergebung der ämlcr zog er die heydnischen götzen.diener den Christen vor, hielte auch denen Christen nicht leicht recht, absondcr» lich wo sie mit Heyden zu thun hatten, verbot ihnen öffentliche schulen zu halten, ließ hingegen Heydnifche schulen anrichten, und bemüheie stch auss äusserste, seine foldalcii, und msonder» heil seine leib-garde, zum abfall von dem Christenthum zu bringen ; allein die meisten unter ihnen erwehiten lieber ihre ämter und seine gunst zu verlieren, als vom glauben abtrünnig zu werden. Den Jüden erlaubte er Jerusalem wieder auszubauen, und da er ge» nöthiget wurde, mit den Persianern sich in einen krieg einzulassen, schwur er, daß er gleich nach seiner zurückkimfft die kirche Gottes gäntzlich austilgen wolle; allein da er sich verwegener weife ohne Harnisch unter die feinde wagte, bekam er eine wunde, woran er den 26jun.an. ;6; sterben muste. Theodoretus berichtet, es sey eine gemeine sage gewesen, daß, als er seine wunde gefühlet, er eine Hand voll blut genommen, damit gen Himmel gcsprützet, und dabey diele Worte gelvrochen : viclltt tanclem 6ali>«ee! du hast/ 0 Galiläer / doch noch überwundenin welcher gottcoiäste» rung er dahin gefahren sey. Die Heyden wollen es den Christen schuld geben, als hatte» sie den Kayser umgebracht, so aber nicht ist, sondern er ist von einem Perser getroffen worden. Sein aller hatte er allein auf zr jähr gebracht, und mehr nicht als ein jähr und 8 monathc nach Constantil tod allein reaicret- Seine gemahlt» wäre Helena eine schwestcr des Constautü. Der Pylhagorischen Philosophie wäre er sonderlich ergeben, und durch» aus ein gelehrter Herr, und hat unterschiedcne schrifften Hinterlassen, welche zuletzt noch von Ezechiele «Hpanhemio an. 1696 zu Leipzig herausgegeben sind. vpcraluliuni. obkorvat. Halenst rom. obst y. * Julianus, ein Gotbiichcr Gräfin Spanien. Dieser, nach» dem er vernommen, baß Roderieus, Kömg in Spanien, seine tochter Cava genvtbzüchtigtt, als er eben in Königlichen verrich» tungen in Africa gcwelen,verbarg er eine Zeitlang den deswegen ge» fasten zvrn- Weil nun die Saracenen gleich damals eine mächtige armee in Africa hatten, gebrauchte er dieses vorwands, und hielt bey dem Könige um erlaubniß an, in seine Provintz zu gehen, um daselbst ausgebuchte Saracenen ein wachsames äuge zu haben. AIs ihm nun auch hierinnen gewillfahrct worden,gieng er gleich hinübee nach Ccuta, und schrieb von dar an den König einen bricf, in wcl» chem er ihn ersuchte, daß er doch leine tochter hinüber kommen lass scn möchte, „m ihre mutter noch einmal zu sehen; als welche seinem vorgeben nach todukranck wäre. Da ihme nun dieses auch verwilliget worden, »nd er dergestalt seine familie in sicherheit ge» bracht, entdeckte er sein vorhaben demMuza/ einem General des Califs von Damasco, ivelckicr damals in der Barbarey war, und versprach ihm nicht nur alle unter seine Provintz gehörige platze iir seine Hände zu licssern, sondern ihn auch zum Herrn von gantz Sva» im'» zu machen,wofern er ihm einige von seinen lrouppcn überlassen würde. Darauf gab ihm Mma 12000 mann, mit weichen cr so dann einen theil von Spanien eroberte, und also den Saracenen platz machte, das gange Königreich unter des Califs bände zu drin» gen. Allein nachdem dieser mann seinen König verrathen hatte, gerieth er bey dem Muza m verdacht, als vflegte er mit den Cbri» stell coriespondenr, lind wurde dabero auf dessen beseht an, 7ir enthauptet. cliron. Llissisn. LickcZ. JuM' -v i Eul k,-^U'kanus / (Marcus Aurelius ) welchen andere Julium Sa» «nn bb" Tyrannen, nennen, warff sich nach erhaltenem bericht "An tobe Numeriani zum Kayser auf, zu gleicher zeit, da sich Mey Qiocletianus derselben würde angemaßt hatte. Er wurde an. m Italien ohnfern Verona von Cärino getödtet, als dieser letz» lere n, Pannonien marschtrcn wollen, Diocletiano den weg zu vertuen, welcher mir einer mächtigen armee aus Orient kam, Ju» «Lnus aber sich frech genug Carüw in den weg gestellt, und eine jchlacht angebotten hatte. Er käme aber im treffen um, nachdeme ^ven Kayserlichen tilul nur wenige mvnate geführt Desgleichen M auch bekannt ein anderer Iulianus, so zu eben dieser zeit gelebt, m einer muntz bey dem Graf Mezzabarba, wo die nur ächt ist, O.. Tredonius Iulianus genennet wird. Diestr soll in Africa samt ven ,o genannten tzmngueZemianir, deren rädelsführer er war, zu DwclcUant zelten rebellirt, und da er überwunden worden, sich ftlbsten entleibt haben. Einige wollen zwar diese 2 für eine einzele perion halten ; allein die gantz unterschiedene länder, in welchen diese beyde sollen den Kayserlichen titul angenommen haben, und ihre verschiedene tobesmrt zeigen das aegentheil. Iulianus/ des abtrünnigen Julian! Vetter, war ein Verfolger der Christen, und lebte in dem 4ten ttculo. Als er einstens in der haupt.kirche zu Antiochicn war, that er nicht allein den Priestern allen erdencklichen verdruß an, sondern verunreinigte auch den al. lar, und ge,eilte sich zu ihm Felir, des Kaysers Rentmeister, wel. ch-, als sie die kostbaren gefasst auf dem altar stehen sahen, in diese Worte ausbrachen: sehet doch, wie prächtig der söhn Mariä bedie. net ivird ! allein die Göttliche räche überfiel sie bald darauf, sintemal Iulianus eine solche erschreckliche kranckheit in seinem cinge« weide bekam, daß ihm sein koth zum halse heraus gieng ; Felix a» der erstickte in seinem eigenen blute. lst>.; c. z. l. 7 c. Z. lib.; c. 12. Iulianus/ einPelagianischerBischoffvon CelanoinItalien, in bcni lande der Hirpinorum, da die beste alte manuscripcen das Bißthum Ls>. Lclsnenkem nenen. Er war des Memoris/soBischoff von Capna war, söhn, von Juliana, lo aus einem vornehmen ge« schlechte entsprossen. Wiewol Marius Mercator anmercket, daß er von schlechten eitern gebühren, aber von der amme verwechselt und vor des Memoris söhn gehalten worden. Er war um das jähr ;86 gcbohren, und hatte anfänglich den Pelagium entweder zu Rom ober in Sicillen in der theologie zum lehrmcistcr, nach diesem aber den Theodorum von Mopsucsta. Sein vater machte ihn zum Oiscono, daraufwurve er l-ekkor, und vecheyrathete sich mit Ja, des Bischoffs Aemiiii von Benevento tochter, wie ihm denn Pau« linus Nolanus in einem besondern Hochzeit-gedichte, so noch übrig ist, darzu glück wünschet. Er wurde hierauf Bischoff, weil er aber die Pelagianischen lehrsätze an. 4>7 zu verfechten anfieng,wur» de er um das jähr 42° abgesetzt. Er begab sich hierauf in Orient, wurde aber an. 421 von Constantinopel verwiesen. Er hielt sich hierauf bey dem Theodors von Mopsucsta in Wicken auf, und fieng daselbst an,einige bücher zu schreiben; er wurde aber an.42? von ei» nem in Cilicien gehaltenen ffnoäo verdamesund Tbeodorus muste seldsten zum schein mit einwilligen. Er kam nach des Pabsts Boni» facii rode an. 424 wieder zurück in Italien, in Hoffnung, sein Biß« thum wieder zu erlangen, so ihm aber fehl schlug, dannenhero er sich wieder zurück nach Constantinopel verfügte. Er meynte daselbst durch Nestor» Vermittelung eS bey dem Kayserlichen Hof dahin zu bringen, daß er in sein Bißthum wieder eingesetzt würde; allein er wurde abermals aus der stadt vertrieben, und auf dem Loncillo zu Rom so wol als zu Epheso an. 4; 1 verdammt. Er gab zwar an. 4;y vor, als wolle er von seinen irrthümern ablassen, und bemü« hete sich dahcro, daß er von dem Padst Sixts sein Bißthum wie» der erlangen möchte, so aber vergebens war, indem er das jähr darauf starb; wiewol andere seinen tob noch weiter hinaus setzen. Er war von gutem verstände, und darbey sehr beredt, auch sehr milde gegen die armen. Er bat einige schrifften hinterlassen, als da sind: epittolse sä /kokmurn ttspsrn; epittols sä R,uikm Ikeff tslonicenlem; in csnrics csnricorum Z äs kono conttsmi»; libri L sä klornin; conrrs etuAuttinum äs nuprii;. stts Lnncil. Lpkettni. bild. kelsA. Kitt. eccies. Q«r,s. 8..Iu!ianus/ dererste Bischoffzu Mans, war von geburtein Römischer Ritter, und durch den heil. Clemens zum Christlichen glauben bekehret worden. Dieser sendete ihn auch in die Provintz Maine um daselbst die Christliche lehre vorzutragen, worinnen er so glücklich war,daß in kurtzer zeit fast die gantze Provintz die Christ, liche religion annahm. Iulianus starb zu ansang der regierung Antoninl ?ü in einem flecken heut zu tag 8. Marceau genannt, wohin er sich einige zeit vor seinem ende begeben hatte. Die Wahrheit dieses berichts wird wegen einiger umstände der zeit-rechnung von vielen in zweifel gezogen, und insgemein dafür gehalten, daß die» jenigen Bißlhümer in Franckreich, welche ihr alterthum biß zu den zeitcu der Aposteln hinauf treiben wollen, denen ungewissen tradl» tionen allzuviel glauben zumessen. vie§ äss lsmu. äes CvegusL äu lVlsns. * iulianus, Bischoff von Halicarnasso, lebte um das jähr z 10. Er war ein Eutychianer, und hielt es aufdes Kaysers Anastasi, Veranlassung mit Venen, welche Macedomum, Bischoff von Con. stantinopel, mit allerhand schmahungen angriffen. Unterdes Kav- fers Iustini regierung wurde er an.4>s dcshalder,we>l er das Chal- eedonensisehe Loncilium gebilliget, abgesttzt, dergestalt, daß er sich nebst dem Severo, Bischoff von Antiochicn, nach Alexandrien verfügen muste. Als daselbst zwischen ihm und Severo cm streit ent- stund, ob Christus einen verwcßlichen oder unverweßlichen leib ge. Habt, sieng'er an wider selbigen zu schreiben, und wurde das Haupt nri IQO^ deker äxKtLnoäocetLrum. Man hat VM ihW einen riui« über den Hwb. ieü. lib. 2. kcsviaria c. r y. äs ksÄ. schrieb einen commemsi-iam über den Propheten Nadum^'des» gleichen proZvottics 6ve äs origins Works kuinsn-e ; äs karuro se- culo Le äs sarnr« virsc comempisnone lib. und eine chronicke. C'' starb den 8 mark. an. üyo. (siehe pomerius.) ir, aää. sa lib. cie vir. illuttr. ssnÄ. 8. 'Iulianus von pereiro/ ist der name eines gewissen Ritter» ordens in Spanien , jo von einem, namens Pereiro gestifftet wvr» den. FerdiNandus ll erklärte sich vor dessen schütz,Herrn, und Pabß Alexander bestätigte ihm Ihr erstes wapen war ein blühendes grü» nes creutz mit einem schilde und birnbaume beladen. Nach bee zeit ist der orden mit dem von Mantara vereinbaret worden. äs reb. Kliff,. 'Iulianus äs ls Rvvere, Cardinal, siehe unter den Päbstm Julius ll. Julierberg, lat. luli« Lips-, lvlons luilur, jst em hohes ge^ bürg in Graupündten, dessen Coruel-Tacikus gedcnckek, zuoberst im Engadin und Berqell gelegen, ziehet sich von Malögien her, allwo der Jnn entspringt, biß zu dem eigentlich so genannten Ju» lier-berge. Von welchem Julio dieser berg seinen namcn habe, ist nicht so gar gewiß. Sexlus Rusus schreibt also: 8»K luüo Lc o- üsvisno Lsessnkus pe, ^Ipes iuliss iler tscrurn, Xlpims omnibuz victtiz bloricorum ttrovilicia: scsetlerunt. Daraus schließt Simle» rus äs -llpik. p. 108 der Ursprung viests namens stye vom Julis Cäsare herzuleiten. Acgid. Tichiidius aber in llelvens veestt LK8-. verstehet solches vom Kayser Augusto, der auch den namen Ju» lins geführet hat. Aufdcr spitze dieses bergs sind 2 aufdeyden sei« ten der landstraß stehende säulen zu sehen, welche rund, und ohne kopffnnd fußgestcki aus einem rohen felsen, gantz grob hingehauen und in die erden eingegraden sind. Ihre höhe ist 4 schuhe i; zoll, und der umkreiß schuhe, 2 zoll. Oben ist ein eingegraden loch etwas darein zu stecken, aber von einiger eingegradener schriffl sie» bet man kein merckmal, daher nichl abzusehen ist, woher einige ihre fur^bende aufschriffren hergenommen haben. Nicht weit von diesen faulen lieget der so genaimle Julicr.see, dessen auslauff gegen 8ylvs Plans äbfliesset. Im Winter ist die straß über diesen berg unwandelbar, aber im sommer wird ste gebraucht. Es wird auch in dem lrinersrio ^nwmni desdorffsStabululn heut zutage Staüa und Bwium, anitzo Bcvio gedacht, und sind die Römi» scheu krieges.vdlcker vffl über diesen berg in Rbätien und in das Nordgöw gezogen. Es haben aber die Römischen historicnschrei» der den namen Julii noch anderen gedürgen gegeben, als wie T. Livius lik. s csp. ;4 von den Galliern meldet, sie seyen unter an» führung Bellovesi durch der Tricasiiner (welche völcker um die J. ser in Savoven gewöhnet haben ) land über die Julischen alpen (wäre heut zu tag der ksonr Cenis) durch der Tauriner land (heut zu tag Piedmont und Montserrat) eingebrochen.Wiewohlen einige für Illlisr Klpes lestn luviss ^zipe;. Ferner wird der Name lulise ^lpss gegeben, demjenigen gebürge so in der Venediger land zwi» schen Trient und Crain, von Tarvlgio längst dem Piove-fluß (vor» zelten Anaxus) über Belluno und Fettn in Kärnthcn führet, des» sen Ammianus Marcellinus lik.; i gedencket. lik. 10 p. 299. k. /. /.8eLL«cLkref , tterßrs/k ror». 2. p. 8;. v'E/e,. äs Ll- pik. psg. 107. * Julin, oder Jultnuni, war ehedessen eine der grössesten und berühmtesten stäble in Europa, auf der Vor-Pommerischen insul Wollin. Den namen soll sie von einer statue haben, die Julio Cäsari von einigen Teutschen, die dessen tapfferkeit bewundert, ausgerichtet worden. Gewisser ist, daß sonderlich nach dem Untergang der stadt Wineta, indem derselben commercien sich meistens hiehec gezogen, die stadt in so grosse aufnähme gekommen, daß sie sich unterfangen dürsten, grosse kriege zu führen, und Suenottonem, König aus Dänemarck, wol; mal in ihre gewalt gebracht. Da BischoffOtto von Bamberg die stadt zum Christlichen glauben de» redet, haben sich bey 22000 menschen zur tauffe angegeben. Nach des Bisthoffs abzuge aber sollen sie sich wiederum zum heydenthum gewendet haben, va es denn geschehen seyn soll, daß als sie eben ein heydnisch fest mit grosser Üppigkeit begangen, feuer aus der lufft gefallen,und die gantze stadt rmmrct.Sie ist aber doch wieder einiges theils auferbauel worden, aber nicht z» den vorigen krafften gekom» men, biß ste an. n 70 von dem König Waldemaro aus Dänemarck gäntzlich zerstöret worden. Aufden öden platz ist das jetzige städtlei» Wollin qebauel worden, wiewol auch das alte Julin diesen namen iu den letzten zelten schon geführet haben soll. l. r wer. p. 144 lff. JuIiomagus Andegavorum/ siehe Angers. Juliobona Biducatium, siehe Bareux. ^uiis, eine stadt auf der insul Cea im Kksri L§eo. ist die va» ter-stadt gewesen vieler berühmter leute, als des Poeten SimoniM des Poeten Bachvlidis, des Sophisten Probic«, des lVleä.c, Era« sistrati , und eines ttkiiolopk, AristoniS. Sie ist drey weilen vom meer aufeiner höhe gelegen gewesen. "kulius, der monat, hat seine benennung von Julio Casare» «7»enn M derselbe den 2z jan.in dem 7°°iahre nach erbauung der stadlRom,aus Spanten zurückkam,und. seinentriumphrrenben em« rüg inRom hielt,wüste ihm der Rath keine grössere ehre zu erweisen, als dak er den monat Quintilis, darin Julius Cäsar gebohren wor. d n, nach stimm namÄ heissen ließ. Kayser Carl der grosse nennte ihn dev Heumvnat, weil man um drese zett mk dem heummchm ivc>8 iul . bk«cr>ässliget ist. Bey den Römern war er dem schütz des Jupiters übergeben, und bey den Juden, denen er der 4 monat indemjabre war; muste er von einem gewissen adgokt Tbamuz heissen. 7 L. snlig. 8.0m, I. 4 c. 11. in vir. ^ul. Lses. L-ecL. 8, » 4 . /Julius l - Pabst, war eines dauern söhn , wurde anfänglich v>Lconu5 der Römischen kirche, und succedlrte an. z;7dem Mar» eo. Er berief bald darauf ein Loncilium von 116 Bissböffen, um ßch init ihnen zu berathschlagen, wie denen Christen in Orient, die durch die Arianer verfolget wurden, zu heissen, wvrdey denn zu» gleich Athanastus vor unschuldig erkläret, und mit in die gemein» schafft der verfammleten Bischöffe aufgenom,nen wurde. Nächste» hcnds berlcff der Pabst Julius einen andern svaotturn, und schrieb an die Arianifchen Bsschöffe, welche zu Antlvchicn versammlet waren, einen brief, welcher von dem heil. Alhanasio angesi'ihret wird, worinnen er ihre Übereilung und rachgierigkett strafet. Mrtt» tcrweile fetzte er die verjagte» Bischöffe wieder ein , starb endlich an. ;sr, und bekam ;u,>! Nachfolger den Liberium. ck»- bihl. Lonr. LÄ-r-e. /Julius 11, sonst Iulianus tt-lsRovere genannt, war aus dem stecken Aibizola oynweit Savona gebürtig, »nd lvll von schlech» ten eitern gebvhren, auch anfänglich ei» fifcher gewesen seyn. Er ward aber Bnchoss zn Carpen'ras, und an. 147; von seines vaters bruder Dirto l V zum Cardinal gemacht. Nach vielem erhielt er das Bißthum von Albano und von Oma, und wurde Oecsnu; des Cardmals, collegü. Ferner erhielt er von leinem Vetter das Biß» thum Bologna und Avignon, welches zu einem Ertz-Bißrhum er. haben wurde. Er commanbirte die krouvpen wider die einwohner von Umbrien, welche einen aufstand erreget hatten, und kam an. 148-» als Päbstlicher k.«§aca; in Frauckreich. Als hernach Caro» kuS VIII von Frauckreich an.,494einenzug nach Neapelvornahm, hielte er seine varlhey wider den Pabst Alerandruin V i, dessen todt» feiud er war. Endlich nachdem er das Haupt einer gewissen parlbey in 4 conclave» gewesen, wüste er feine lache so wohl zu treiben, daß er an. r?os nach Pii III lode fast von allen Cardmälen, die er mei» stens bestochen hatte, zum Pabste erwählet wurde. Weil er grosse Inst zum kriege hatte, nahm er den namen Julius au, zum andeii» cken Jlilii Cälaris. Er trug wider seiner vorfahren gewohnhcit ei» neu lange» bart, um sich davurch in ein grösser ansehen zu fetzen. Gleichwie er es vor seiner wähl mit Frauckreich gehalten, also äu» derre er sich hernach, war König Lubovico dem XII gantz zuwider, hatte auch in ivittcus, den tttu/dcs aller-christlichsten bem Kömge von Ei'gelland zuzueignen. Diejenigen, welche sich feinem vorneh» »neu entgegen setzten, that er in den dann, unter welchen Alphon» svs voii Este, Hertzoq von Ferrara, war, den er an. r;rc> seines HeryogthUliis zu berauben sich ben-ühete. Navarra gab er dem Kömge in Svanien, welcher es Johamii von Albret mit gewalt nabni. Er war dem kriege febr ergeben, belagerte die stovt Miran» dola in verio», und coiiimanblrte seine armee felbste», richtete al» liantzen auf, reitzte verfchiedene Potentaten wider die Venetianer, Und wäre der vornebmste anstiffler des diesem Stande so gefährii« che» Cambraischen dundes, welchen buud aber er der Pabst, als sich die V neliaiier zu seinem willen bequeniten, mit eben so schlechter ebre ivlcderuui verließ, und an Kaystr Maximiliano I und Ludo» vico Xll Kviiig in Frauckreich treuloß ward, als er Vene anfänglich eingegangen. Seme stärckste hülffe waren die Schweitzer, welche er jönderlich vermittelst des Cardmals von Sitten gar sehr auf sei» nee selten hatte, da er hingegen selbige mit titul», sahne», schwerd» lern rc. bclohnetc. Kurtz, er slihrete sich mehr wie einen Regenten, als wie einen Padst aas. Weil ader weder der Kaystr noch der König in Frauckreich wohl aus ihn zu sprechen waren, verursachten sie, daß em Loncüium zu Pisa beruffen ward, welches von bar nach Mayland, und ferner nach Lyon verleget wurde. Auf selbigem solle Julius von seinem bisherigen verfahren rede und antwort gc» den. "Allein er kehrte sich hieran nicht, sondern berieffem anders in oem lüLle.'Lno zu Rom, formirie auch eine l->sue wider König Ludwig den Xll ,n Frauckreich, welcher wider ihn die Waffen er» griff, da denn die Paostüchen eben am ostcrttagc an. 1;, 2 bey Ra» venaa geschlagen wurden, wiewohl er sich bald wieder erhvhlele, und die Frantzose» nöthigte, Italien zn verlassen. Der erste lchre» cken, den er auferhallcne bollschalit von odiger niderlag empfnn» den , wakff ihne in ein langsames fieder, an welchem er den 22 febr. an- >? >4starb. So gar seine freunde gaben ibne vieler la« stcrn schuld, uuv soll er sonderlich der u»keuschhett, lrunckenheit, raachgiert, auch nicht minder dem ekrgejtz ergeben aeweftn seyn. Daß er vor feinem auszug wider die Frantzssischc und Fcrraristhe trouppen die schlöffetPettt gleichsam i» einer solennen Ceremonie in den Tiber stuß gemorsten, und an deren statt das schwerdt Pauii zur Hand genommen, ist-zwar eine alte sage, aber die gleichwole», so viel bekannt ist, von keinem scribenten, der grad zu seidiger zeit ge» lebet, berührt wird; und die erste, so davon melden, geben es allein für ein umgebendes gcrücht aus; daher cö eben nicht sogar leicht zu glauben ist. ttoplorliecs seÄ. 2. T« irsiuö äe; sckssme;. ttittoris. »-s»Lr Tuttov. XII. TouirXII. * /Julius Hl- sonst Johannes Maria Giocchi genannt, nahm aber den namen tte Monte an, weil seine familic von Monte Sän Satins lin Florcntluilchcn herstammcte. Er war von geringer ankiinfit und zu Rom gebvhren, brachte es aber so weit, baß er nach unterschiedenen andern bedienungcn Vsscyvff zu Palästrina und Ertz'Bischoff zu Sivonto ward. An dem Unglück Clemcntiü V>> muste er auch mit theil nehme», inmasiener bey ersolgtem ver» gleich mit den Kayftrlichen ihnen nebst andern von dem Padst zum iul misse! gegeben ward. Paulus M machte ihn an. izzä zum Cards. na> , in weicher würde er unterschiedene legaiwnen im kirchen» üaat verwaltet. Die wichtigste war wohl, daß ihn dieser Pabst auf das Concilium zu Trident als secnen vornehmsten Legaten bey dessen eröffnung schickle, da er auch diePabstlichen aiigelegenhei» ten mil besondern siech wabriiabm, und sich absonderlich in verle» aunq des concilll nach Bvnonien gebrauchen ließ, womit es heissen sötte, als ob sie nach der Legaten eigenen kopffe, ohne vorwissen des Padsts geschehen. In dieser fache führte er sich so eissrig aus, daß er auch den Kayftrlichen Gesandten, welche der lrennung des ccmiM vorzubauen, an die Bonoui,che Versammlung geschickt waren, harte begegnete. Den 8 febr an. i;;o warb er an des verstorbenen Paulilll stelle zum Pabst erwehit, und zwar durch hüls. fe der Farnesischen parlhey, welche gerne einen Pabst haben wolle, der dieser familie keinen Verdruß machte, da zugleich die Frantzvsen in diese mahl stimmten, weil sie wohl wüsten, wie sehr der Car. dinal tte Monte bißher dem willen des Kay fers zuwider gewesen,und die Kayftrlichen sick durch den Hertzog von Florentz hatten bereden lassen , er werde künfftig hin auf ihrer fette seyn. Als er Pabst worden war, fiel gleich die feyrung des Römischen judel-jahrs ein, da er denn den 2? febr. die güldene Pforte öffnete. Seine nächste Verrichtung war, daß er auf des Kayftrs inständiges anhalten, benr dlßher gehemmten tsonciiio seinen lauf wieder gab, und es von neuen nach Trident ausschrieb, das er aber hernach an. 1552 eben so gerne wieder aus einander gehen^ive, da es wegen des krieges, den der Churfürst Mauritius -von Dachsen mit dem Kaystr ange- fangen, auf eine zeitiang ausgehoden ward. Er zerfiel mit dem Könige in Frauckreich wegen Oktav« voiiFarneft, der zwar die stadt Parma von ihm wieder bekommen,selbige ader hernach MFrantzvsi» scheu schütz gegeben hatte, worüber der Pabst in Geftllschaffl des Kavftrs zun waffen griff. Es währete aber nicht lange, sintemal der Cardinal Tournon den Pabst, dem ohnedem der Kaystr, we» gen einiger dmge, die auf dem Lonciüo vorgegangen, verdächtig worden war, zum vergleich brachte, vermöge dessen er die waffen niederlegen und schiedsmann zwischen dem Kaystr und Franck» reich werden wolle. Er halle die freude, baß Engelland unter ihm wieder mit dem Römischen stuhle vereinigt ward, dahin er auch den Cardinal Polum schickte. Deinen cttsi-Lüei- betreffend, so kön» nen auch selbst die Päbstisthen scribenten nicht viel lodcns von «hm machen. Dem Pabst Pauio III gefiel seine offenhertzigkett, daß er redete was er dachte, und seine treue, daß er in beobachtung de» rer ihm anbefohlenen fachen eben nicht groß auf das gewissen sahe.. Sonst war er ein sehr wollüstiger Herr, und das äusserte sich noch mehr, da er Padst ward, Er brachte die meiste zettln seinen gär» Icn unter lauter lustbarkeiten zu, und war sroh, wenn man nichts ernfihaffles gedencke» durffte. Man giebt ihm gar schuld, daß er mit hem Cardinal Crestentio unterschiedene «Ereile» gemein» schaffcllch gehalten. Im schertzen vergicng er sich so weit, daß er auch seines standes darüber vergaß, und offt lächerlich wurde, wiewohl mav von ihm angemerett, daß er zwar gerne schcrtz ausgc» geben, aber mit grossem Verdruß wieder eingenommen. Einige wollen auch gar, wenn ihn der zorn übereilet, gottes. lästerliche re» den von ihm gehört haben. Bald nachdem er Pabst worden, that er etwas, welches ihm viel üble nachreden verursachte, denn er machte einen jungen menschen, JnnocerttiuS genannt, zum Cardi» nal, den er ungeachtet derselbe sehr häßlich und sonst nicht viel werch war, ungemcin liebte, so, baß viele darüber auf gar üble ge» danckcn gekommen. Zum wenigsten ist das gewiß, daß sich In» nocentiuS allenfalls mit nichts anders als damit bey ihm emgelicbt, daß er eine freye zunge hatte, und sehr wohl „ist äffen umgehen kon» le, und sonderlich der emige gcwestn, welcher mit einem gewissen äffen, den der Padst gar sehr tted halte, schertzen dorffte; wie dann diesem so wohl anal,sicirten geistlichen, auch da er schon Cardinal war, der schimpsiiche beyname des affens immer geblieben ist. Und dieser mensch muste bey seiner cu-ebung auch noch von des Pabsts bruder an kindeS statt angenommen werten- Da nun viele Cardmäle sich über seine unwürdigkett argetten,sragte sie der Pabst, was sie denn bey ihm würdiges gesunden, baß sie ihn aufden Päbst» lieben stuhl erhoben. Erstarb den 2; matt. an. mehr aus un» Mäßigkeit als vor alter. Einige sagen, er habe sich des anlauffs iir einer gewissen fache überhoben zu seyn, kranck grsleller, und da sey ihm d,e zum schein angenommene ungewohnte diät so übel bckom» men. lii). 6. 8> 10, 14, ls. bitt, Loac» T ritt. ttiti. (.'onc. T ritt. * /Julius / Hertzog zu Braunchweig und Lüneburg aus der milk» lern Braun,chweigischen lmie, em söhn Hertzog Heinrichs besjün» gern, und Mariä von Wüttemberg, war den 29 ,an. an. i;r8 gedohrcn. In der ersten kmdhett nahn, er durch nachläßigkett der amme schaden an dem rechten fuß, woran er nicht curitt werbe« können.Die jngend dieses Herrn war sehr unruhig, indem an. 154» und etliche folgende lahre jei» vater stni land mit dem rücken ansehen muste. DerPrwtz wurde zwar wunderlich aus der von den fein» drn eroberte» festung errettet,nachgehendS ader bald nachGanders» heun, bald nach Calenbcrg, Lauenburg, endlich auch nach Cvln gebracht. An dem letzlern orl hat er mit gutem succeß den studstn obgelegen. Darauf bat er sich auf seiner Frantzösischcn reist wohl qualifimet, auch eine zcitlang mit grossem nutzen,einer studien sich zu Löwen aufgehallcn, und ,onberllch der umerttchtung Adnani Amerolli von Dvissons, den er bey sich im haust gehabt, sich bedienet. HertzogHemrichS intention war, Diese» seinen Pttntzc» dein geistlichen staub zu wiedmcn, wie derselbe den» nicht allein ein ca- nvnicar ,m hohen Sliffc zu Cöin erlanget, sondern auch zum Bl» schaff zu Minden postulier, und zum <.oachmor zu Paberdorn erklärt worden. Dvch es gieng gantz anders. Denn erstlich dekanute sich HertzsgJulmS zurAuglpurgischen co»feff,v»,womit hjecanvnici gedaH» Lul ^Achter Stisster so wenig zu frieden gewesen , als es fein Vater er auch dessentwegen an r??8 aus den äugen gieng, und sich an den Hof seines schwagerS Marggraf Johannis zu Cü« skrm verfugte, von bannen er auch den CdurfürüUchen hvkzuBer» lin besuchte. So waren auch in der berühmten schlachl bey Sie» vershaufen an. 15s; Hertzogs Julii beyde brüder geblieben, und der vater hatte keine Hoffnung, von feiner andern qemahlm erben zu erhalten/ weswegen er sich desto leichter bewegen ließ, diesen sei. ncn noch emtzig vorhandenen Printzen wieder zu gnaden anzuneh» ^ m Vermahlung mir der Churfürstiich-Brandenburgi» ^en Prrntzetzln Hedwtg zu befördern. An. i>;68 gieng Hertzog Heinrich mit tode ab, und unser Hertzog Julius ließ nach ange» trettene» regierung und vergleich mit der stadt Brauvschweig seine erste Arge leyn, das rellgwns-wesen nach dem fuß der ander» Lu» theriichen kirchen einzurichten, worzu er unterschiedene pvimcos, und unter den tbeoioZis sonderlich Martin Chemnitzen und Jacob Andrea gebrauchet. An. r; 70 hat er dem flecken vor Wolffenbüd iul ium iun icxzy dus II, dessen Cammerherr er gewesen, nebst Hieronymo von Ei» vern, als Gesandten an den König Christianum IV in Dänemarck, und den Ober-und NiederSachstschen creyß. An. isrr ward er- als er etliche redellirenbe kriegS.knechte, wieder aufKaysecliche feite zu brmgen sich bemuheie, von des Pfältzischen Obristen Oben. trauts vettern gefangen / und in Hagenau gebracht. Nach seiner erledigung befand er sich in des Kaysers coumsr auf dem colleelLl- tage zu Regenspurg an. 1617. Mit Hertzog Albrechien zu Fried« land kam er an. iörz in den Nieberfächsischcn creyß, und als gedachter Hertzog GrafErnsten zu Mansftld nach der Niederlage bey Dessau an. 1626 in Schlesien und Ungarn verfolgte, ward er mir 7000 mann dem General Tylli wider den König von Dänemarck zu hulffe gesendet, da er unterschiedenen kriegs-sÜMwbu« beyge- wobnet, an. 1629 aber in Polen die Kayserlichen völcker zu cvms mandiren geschicket, an statt deS General-Wachtmeisters Johann Georg von Arnim, den man zurück gefordert; wiewohl man ihn - ., - , .. ..selbsten auch bald avocirte, und an seine stelle den Graf Philipp von ^ gegeben und Hemnchs.stadt seinem vater zu ehren Mansftld dahin sendete. An. r6;o befand er sich aufdem aber» genenner. An. 1571 den 19 mark. lieh er das von ihm angelegte - maligen Churfürstlichep collesial-tage zu Regenspurg, und an» zu Gandersheim rntrobuciren, welches er an. Is?4 ISZ2 ward er von dem Kayser an Churfürst Johann Georgen I zu nach Helmstädt verlegte, und das folgende jähr vermittelst Kayser sicher Privilegien zu einer Universität erhöhen lassen. Das jähr zu» vor war der Hertzog nebst seiner gemahiin in grosser gefahr wegen einer bände von alchymistcn und gifftmischern, die ihnen nach dem leben stunden, doch wurden dieselben zeillich entdecket und zur stra. ft gezogen. An. l; 76 kam auf des Hertzogs defthl das sogenann» ke corpur cloökrmL ^nliam heraus, welches nebst den ; haupl'h in- boi,8 derAugsplicgischen conftßion und deren apo!og>e,den Schmal« caldnchen arnckeln, beyden catechismis Lutheri, bericht von et» siehe» vornehmen articuln der lehre rc. auch Urbani Rhegii tractat cke torw.ul>8 came loguenlli in sich begreiffi,und der univeositärHelm» stadt sowohl als den übrigen lehrenden in kirchen und schulen zu treiben, und ihre lehre darnach einzurichten, anbefohlen worden. In diesem jähr 1576 den 15 oct. hat der Hertzog in seiner und feiner ; Printzen gcgenwart die von ihm benamle Julius-universität mit grossen solcnnitäten einweihen ; und seinen Printzen Heinrich In« lium zum ttettore dlsgmücenrittillio inaugnriren lasse». An.l;8r hatte Bifchoff Hermann zu Minden, gebohrner Graf zu Holstein und Schaucnburg, verdrüßlichkeil mit seinem eiero und untertha» nen, und war leicht zubewegen, daß er gegen zoooo lhaier, die ihm Hertzog Julius zahlte, dessen Printzen Heinrich Julio das Btßlhum überließ. An. i;8r den 26 ftbr. starb Graf Otto zu Hoia und Bruchhause», der letzte seines stammes, und also fiel der gröste theil von dessen landen an das hauß Braunschweig und Lüneburg, insonderheit kam aufHertzog Iulium Stoltzenau, Eren« bürg, Sirck, Steigerberg, Sidcndurg, Diepenau, Baren, bürg, rc. An» is8; erhielt Hertzog Julius von seinem söhn Hcin. rieh Julio Bischoss zu Halberstadl die amvartung und delehnung über die Grasschasst Remstei» und darzn gehörige stücke, worüber nachgehends zwischen den Häusern Brandenburg und Braunschweig streit entstanden. An. 1584 starb Hertzog Erich II oder der jün- gere, und damit siel das Fürstenthum Calenberg auch an Hertzog Iulium, welcher also allein regierender Herr von dem gantzen lande zu Braunschweig ward , und in diesem neu ererbten lande eben die religivns. Veränderung vornahm, die er in dem Wolffendütteiischen eingeführet hatte; auch wurden die neuen um terlhanen an die cantzley und Hofgericht zu Wolffenbüttel verwiesen. An. r;8y den; majl ist Hertzog Julius zu Wolffenbüttcl vcrstor. den, und hat bey den ftinigendas lob hinterlassen, daß er nicht nur in seiner 21 jährigen und ruhigen regierung vor die religion und stu- dien nachdrücklich geforgct , wie denn das gedachte corpus )ul,um und die Julius-universität in diesem stücke seinen namcn der verges. senheit entreißen; sondern auch das jlistitz'iind cammcr-wesen, in solchen stand gebracht, daß baS land dadurch in mercklichc auf« nähme gekommen , und sein h'mbolum -in- intervicnclocontt-mor bey ihm wohl eingetroffen. sirsrmsckv. uncl siüneburx. ckron. ex conli. //.k. 1 p. ^40 z;r. Oatte- liscb uncl Linbeckitckc ckron.l. z c. 80 90. K.. A. xsrr. ssrec. fett. 4 c. 4 n. 24 p. ;oa sgg. Julius Hriedertcus / Hertzog zu Würtemberg, ein söhn Hertzog Friedrichs zu Würtemberg, an. i;88 gcbohren, siehe wur- »emberg. 'Julius SigtsmundusHertzog zu WürtembergOelS, Julius, bürg. siehe würtemberg. Julius Henricus/ ein söhn Hertzogs Francisci H oher des jünger» zu Sachse». Lauenburg, und dessen zweyter gemahlt» Ma. riä , Hertzogs Julii zu Braunschweig-Lüneburg tochter, gedobren den 9 apr. an. i;86. Erwürbe in seiner jugenb von seinem vater aufdie Universität zu Tübingen gesendet, und in das Fursten-Lol- iesium daselbst gebracht. An. l6ir that er eine reift in Schwe. den, um sich in Königs Gustavi Adolphi kriegs-diensten gebrauchen zu lassen. Und ob er zwar des Königs contiiia wider den Czaar an. iLi; zu dessen mißfallen lautbar gemacht hatte, ward er doch sei» digen jabreS zu dem kriege wider Moskau gebrauchet, soll aber h-r. »ach mißvergnügt die «schwedische bleuste verlassen haben. Bey der angehenden Böhmischen unruhe war er einer der ersten, der an. rüi8 in Kaysers Matthiä und Ferdinand, H krtegs-dienste geiret- ren, und ein regimenk zu roß aufgerichtet, welches an. ,619 von Gabriel Bethlehems völckcrn zu Edersbvrssangegriffen wurde, baß es sich nach Wien resiriren müssen. Er erlangte auch hernach zu» .. sEri «anen zwey re. Sachsen, um eine reconciliation zu treffen, abgefertiget." Weil er mit abgedachtem Hertzog zu Friedianb in sonderbarer freund, schafft gclebet, warb ihm beygcmcssen, daß er sich dessen, wider den Kayser geführten covMr lheiihassiig gemacht, daher a!s sol» cher Hertzog im ftbr. an. 16; 4 zu Eger entleibet warb, ee aufKay» ftriichen beseht arrestiret und nach Wien gebracht worden; er wol» te sich aber nicht mit der deßwegen abgeordneten Kayserlichen com. Mission einlassen, sondern bericff sich auf seinen Reichs-Fürsten» stand, erlangte auch an. 16z; völlig Kayserlichen pardon, und ward nachdem selbigen jahres der friede zwischen besagtem Kayser Ferdinands II und ovgenannten Churfürsten zu Sachsen zu Präs geschlossen worden, von seinem arrest relaxiret, und hielt sich her» nach mehrentheils in seiner Herrschafft Schlackenwerda auf, wo« selbst er den berühmten garten angeleget. Er besuchte vielmahls den Kayserlichen Hof, und verrichtete einige tust. reisen in Italien , und befand sich eine zeitlang zu Nürnberg bey den an. 1649 und iü;o gepflogenen friebens.executioiis>tractaten,wie auch a.iü die vorhero «Übereil zweymahl, und zwar i) mit Churfürst Pftitz» gras Ludwigen, und ») mit Ernst Friedrichen, Marggcaftn jlk Baden vermählet gewesen, aus allen ; ehcn aber keine kinder ge» bohren, und an. i ür i mit tode abgegangen. Worauf er sich bm 27 ftbr. an. 1628 mit Elisabeth Sophia, Churfürst Johann Georgen zu Brandenburg tochler, und Janvjir RadziwMs Hertzogs zu Bierze und Dubincki Wittwe vermählet, die ihm den r; ftbr» an. 1629 seinen luccetlorsere Hertzog Frantz Erdmannen gebohrcw und solches jahres den 4 dec. abgelebet. Die dritte ehe war mit Anna Magdalena Popplin, Frey-Frauen von Lobkowitz Sden» conis, Herrn zu Colowart wiltwe, einer reichen bame, die ihm auch unter andern abgedachte Herrschafft Schlackenwerda zuge» bracht. Mit dieser zeugte er den ro jun. an. 16;; Iulium Henri» tüm, soan. 16)4 verschieden; den 19 jul. 16;; Mariam Benig» »am Franciscam, die er an. 1 s; 1 an Octavium PiccolvMini, Her« tzog zu Amalphi Kayserlichen General-Lieutenant vermählet. An. iü;6 Franciscam, d«e selbigen jahres wieder gestorben,und an.isz» Iulium Franciscum, nachmahls regierenden Hertzog zu Sachsen, Engern und Westphalen, der an. 1689, als der letzte dieses männlichen stammes gestorben. Jultrisburg / ist ein in dem Schlesifchen Fürstenthum Ocis gelegener orl, nebst einem neuen schloß, welches bcr jüngcrn linie der Hertzvge von Würtemberg-Oels, und zwar besonders dem Her« tzogc Julio Sigismundo, so an. 1684 gestorben, zur spxsnsge uiid restdentz gebienet- Jumala/ ist ein götzen-bild in Finn-und Lapland. Es hab die gtliait eines Mannes, der auf einem altake sitzet, und auf seinem Haupte eine mit ir edelgesteinen besetzte kröne, wie auch eine grosse goldene kette um den halß hat. Die Lapländer glaubten , daß diejer abgott über alle andere geringere gbtter zu gebieten, und die herrschafft über die elemente, wie auch über tod und leben häk» te. Auf seinen knien hielt er einen grossen goldenen decher, so nick goldener müntzc angefüllet war. Sein tempei war in einem w albe» tritt. "küncker/ (Christian) ward den 16 oct. an. i6sg zu Dreßdm aebovren, und von feinen eitern zeitig zum studieren angehalten, darinnen er es auch so weil brachte, daß er zu Leipzig der gelehrter? g m?ntern s^ Hertzog Rudolph Maximilian und ftul gunst und bekanntschafft erwarb. An. wss ward er als Lcua- Ltt wa 'erank A brechl zu SEn zu einer zeit Obr.st. rett-r, nach Schleust,igen, und.von daran. i7°7aufdus Ei!enachtt Llemenams Er trat an i6r9 m de von Hertzog Carolo zu Ne. sche xymnF.unr als deruffen, und ov er gleich iv wohl voö v ü u ^ «eu aufgerichteten ritterwrden dieser zeit,als nachdem untersch-cvcne andere ehren.steUcn,imd wene« W ^ re befirderungen a„süejchIagen,»Mnerdoch an r7.z pcft -lueüo^ Mmmmmm 1010 iun ral des §vmns6i zu Menbmg auf sich, allwo er den ly jun. an. 1714 meistens aus entsetzen über seiner stauen lode verstorben. Er war em sehr guter schulmann, der alles pedantische wescn zu mei» oen wüste. Er verstund viele sprachen, und sein hauptwerck war diellteratur nebst der müntz-wissenschasst. Das Fürstliche Säch- Mche hauß, Erneststcher linie, machte ihn zum gemeinichafftlichen ^iiwiio§rspko , und an. 1711 ward er auch ein mitqlied der Königliche» Preußischen societät der wisscnschafftcn.Ünter seinen schrtff- len jmd ausser vielen Übersetzungen nndsuwcibusclsüicii, die er ^-linellii heraus gegeben, baupsächlich zu mercken, «e eruclicorurn; vitA ex nurnnns; vira ^uaalpbi; anleikung zur geographie mittlerer zeiten; Reibcri le. k>crn; und der dritte rornu« von LuLolphi schaubühne. Er hat auch aufhöbe Verordnung eine Henuebergischc Historie verfertiget, die aber gewisser Ursachen wegen noch nicht gedruckt worden. Wl- lilcke WKIroMec k. 4s p. 528. leg. Lungen , (zum ) ein Freyheitliches geschlecht an dem Rkeine, weiches ausungarn entsprossen. Heinrich , der dem Kayser Fri>» gute bimste gethan, warb an. 117; zu Verona in den Adelstand erhoben. Sein söhn, Walther zum Jungen, Myrte den beynamen von Duiobercz von seiner in Mayntz habenden wohnung, darinnen ihm auch seine nachkommen, die sich an- tangs meistens in Mayntz aufgehalten, nachgefolget sind, wie sich denn ewige zum Frosch / zum Beerwolf/ und eine eigene linie Geuhans von dem Jungen Abend beygenamet, welche aber w dem 16 iecuio abgegangen. In dem 14 ieculo haben sich unterschiedliche aus Mauny nach Oppenheim begeben, von denen Hemtz zum Jungen, Ritter, an. i;;r des Reichs Schultheiß und an dem letztbesagten orte Amtmann gewesen. Er hinterließ; söhne: der mngste, namens Heintz, überkam die väterliche clisr^e und warb zugleich an.der Rheinischen Reichs-städte Obrister. Der älteste, Petermann, erhielt an. i;;6von dem Kayser die confir- malron des AdelS vor sein gantzes geschlechte. Der mitteilte, namens Gotz auf neuen Wölfstein, welches er an. N77 an Cbur- Pfaltz verkauffre, wurde ein groß.vaier Johannis, welcher sich von leiner wohnung zu Mayntz Gnttenberg zum Iungen genen- uel und die bnchdruckerey erfunden haben Joll. An. 14;» erhielt Peter eine nochmalige confirmation seines Adels. Otto zum Jungen ließ sich mit andern Adelichen familien zu Franckfurt am Mayn Bieder, und starb daselbst an. 148z. Hans Hector, beygenamt oer grolse, war ein berühmter Kriegs > Held, und gieng an. 1^94 initwde ab; dessen brnbers söhn, HieronymusAiignstiis, Kayser- «cher und Spaniicher Rath, wie auch obrister Stadthalter zu Bri» fach, gelegnere an. i6;o das zeitliche. Johann Gottfried, Kay' strlicher Obrister, Ertz-Hertzogs Leopold, Ober-Jägermeister und Eommenbant zu Passau, ward in den Frenberrenstand erhoben und lebte noch an. 16; 7. Sein brudcr aber, WolfFricbrich, Schwe- ducher Obrist » Wachtmeister, ist an. 16;; verstorben. Johann Maximilian, ein sehr gelehrter Cavallier, der mit den gelehrtesten innen m Europa corresponbirt, starb an. >649- Dessen cnckcl, Johannes Hieronymns, gebohren an. 1660, hat sich, als Kay- ftrlicher General-Felbmarschall, in Italien, bey währendem Spanischen luccessions-kriege, auch hernach an- 1719 bey ber belage- rung von Melazzo durch seine heldm-thatm vor andern disliugiiirel. vorn Kllem. -kllel ksb. 46 leg. 'Junctinus / ( Franciscus ) war einer der berühmtesten ma, tnemLticoruin und Litrolc>Aorum des 16 1'ecnli. Er war V0N Flv» renk gebürtig, allwo er auch in der Juntischeu bnchdruckerey cc>r- reüor war, brachte aber die meiste zeit stines Icdens zu Lyon zu, woselbst er verschiebe,ic bücher schrieb. Er wurde hierauf ei» Car. melit, auch Prediger in selbigem orde» und l'rovinciLlls > verließ aber deiilclbigeu ordcn nebst der Catholischeu rcligion. Jedoch lieg er sich bald,wieder zu selbiger bereden. Er war der astrologie und dem nativilal'stellen lehr ergeben , trieb starckewcchstl, und gewan damit ein grosss geld, wiewohl sich nach seinem kode gar wenig fand. Er ward an. izöounkcrdem fall feiner bischer erschlage», da er sich doch eine andere todes-art prophezcyet hatte. Er hak verschiedene fachen geschrieben, worunter fein rraök-rwr juckcrm» reick. lurioner NLkivirsrum ; kpeculum sitrologiL ; cie cilvinsrione per alkr», Lcc. ^ llelcienr, marhemLr. p. I? 4 . blol. sei. k. 2 p. 24 z. ^ungermann / ( Gottfried ) ein gclchrler mann, war zu Leipzig gebvhrcn, woselbst sem vatcr, Caspar Jnngermau», L>o- teltor, t-iocLncellsnur und Senior der rcchle, leine Mutter aber, Uriula, des berühmten Joachstni Camcrarii tvchter war. Er hat m der Griechischen spräche eine lrcfliche erfahrung gebabt, auch darinnen verschiedenes edirct. Er wurde correAor in der Wächc- lischen bnchdruckerey zu Hanau, und starb daselbst den lü aug. an. 1610. Seine schrissten sind : lulieu L-elsr cum nocis vanorum; nvl»in Hier. ,VlLAium cieeguulec»; epitkolw, See. cpiii, epitt. epittol», ^ungermann/ (Ludwig) ein dcrübmtcr lAe-licu-, wurde z» Leipzig gebohren , und war des obigen Gottofredi brudcr. Als ex sttie ikuclis ausschulen absolvirel, wurde er nach Jena auf die ^öemie gethan, von dannen begab er sich nach Altorff, allda er leibst einen korrum meclicuin austellete, sich in botsnicis vorlrcfllch hervor that, auch endlich den höchsten Arzgum in der Medicin crhiel- le, und sich einen solchen rühm zmvege brachte, daß er nach Aich- ltadt beruffcn wurde / den selbiger zeit fast in qantz Teutschland berühmten inedicinischcn garten recht zu beschreiben. An. 1616 solle er nach Engeland an des berühmten Matthiä Lobcls stelle kommen, iv er aber ausschlug. An. 1622 kam er nach Giessen, und darauf an. 162; nach Alrdorff, erhielt die prot'eLonem bomnicei. und hatte die herrlichst« gelegeuheit feinem amte genüge zu leisten, indem imr selbige gegend nicht allein sehr reich von nützlichen kräutcr» ist, sim° dern auch die raresten gewachst aus fremden ländcrn in den daselbst sich befindlichen bormM meclicam von ihni verschrieben wurden. In solchem zustande verwaltete er gcmtze 28 jähr sein amt mit unver» droßnem fleisse, und starb zuletzt in ceehbam in dem ->, jähre feines alters den 7 jun. an. Iü;;. Seme bibliothec, die er hinterließ, wurde vermöge des annoch bey lebzeiten gemachten leZLn in die aca- demifche bibliothec daselbst gebracht. Seine schrissien sind : csks- Io§u5 planksruiri, gu« circa ^IrclorKum öc in viciniz locir nsstun- iur ; corou copisc Korum Liellenüum. cle vitir meclico- rum p. is 7 _ Fcs^crlkeatrum. 'Junttferberg / lat. vin-i^gors, ein grosser und lustiger bcrg an dem ffusse Wolga, in dem Königreich Cafan, auf weichem, der Russen vorgeben nach, vor diesem ein zwerg und eine riefen- jmigfer gewöhnet. Er hat unterschiedene absähe, als bämke über einander, von rothen, gelben und blauen stnibsteinen,fo als mauern anzusehen; auf denselben stehen gleich als nach der ordmmg hinge- psiantzte tannen-bäume. reistb. p. ;;L stz. JUNgtus/ ( Joachimus ) ward zu Lübeck an. i;z 7 gebohren. Sein varer war tvt. Nikolaus Jungius, schnl'colleZe daselbst, die mutter aber Brigitta, eine gedohriie Holdmannin, aus geistlichem stände. In seiner jugend gieng er in die schule, und legte ziemliche tnnclsmcnrs in sprachen, zu haust aber habilttirte er sich vornemilch rn der cksicÄic, und begab sich hierauf nach Giessen, woselbst er annoch in sehr jungen fahren ansicng tragödien zuschreiben, und K,gmi loZicLm den ttvriioli; ppezulestn. Er studirte anfangs hauptsächlich die inekAph)ckic, doch wandte er sich nachmals mit allem siciß zu der wmneli, »nd ivurde iw. 22 jähr stines ailers da er denn kurtz darauf,als er sich eben auf das ttuckmm rheologicum legen weite, auf gedachter acabemie zum ^rotsssoremüt'aeHos vo- ciret wurde. Er siichte aber bald wieder seine dimission, gieng nach Augspurg, daselbst die Medicin zu excoliren, von dar nach Rostock, und endlich in Italien, da er zu Padua in diesem Kucko Ooökoc wurde. Auf seiner rückreist an. 162; machte er sich mit den,gelehrtesten lenken bekannt, und brachte m vorschlag, eine so- cielät m der Philosophie zu stifflen, und selbige besser zu excoliren, welches zwar bey allen approbalwn fand, allem auü Mangel der kosten nicht zvm stände kam. In Verbesserung der aristotelischen Philosophie war er sehr glücklich, und in der machest, phystc, theologie, Medicin und andern itullL enldeckete er viele lachen. Wckhalbm er denn das folgende jähr an. 1S24 zum vrokeckocs nach Rostock, und an. 162s zum krokeckore mecl:c,n« nach Helmstädt, auch endlich in das gymnLÜum nach Hamburg zum ldeüoce und 1'cofellors py)'liceL und loZice; befördert wurde. In welcher letztem stadt er denn zum öfftern die vornehmsten Baronen und Grafen aus Engelaut» in mathematischen wissenschafften zu infornnren hatte. Durch allzu eyfriges slndiren in seiner jugend hatte er das malum K^po- ckonllnscum sich zugezogen, an welchem er auch an. i6;7 bey einem sich hierzu ereignenden schlag-flusse den 2; stpt. sein leben be- sthloß. t cFc/ lütt. vn« Lc rnorrir koacb. lung». IIMIOLLS, heissen in den mittlern zelten alle die LIenci, welche l-iach den SubcliLcomr folgen, als I.eÄores> tkxorcitta:, Olor- cll Lc. )uniocsrn5 ist so viel als eine Vicarie, oder das benekcium eines Vicsril. /)« 11,2, lüo. IvdklvS, der monat, soll, wie einige vorgeben von dem In. nio Bruto, als er die Targnimcr aus Rom vertrieben, und zu die. ser zeit anfdem berge Cälio der göttm Carnä ein ovffer gebracht, den namen bekommen haben. Andere hingegen führen ihn von der gvtlin Juno und noch andere von den Iun-orik>u5 her , oder auch von der göttin der jugend Hebe, welche die Poeten gemeiniglich dem Herculi zum weib geben f oder auch von der zwischen Romulo und dem Sabiner Tito Tatto gemachten Vereinigung , »junZenllo, wie dann die ; letstcre mevnnngctt Ovidius beschrieben hat. (siehe Massis.) Joh- Goroplus Becanus will ihn von dem worke guttuen oder gönnen berleileii, weil uns die natlir um diese zeit allerhand ergötzllchkcitcn vergönnet. Er war bey den Nömerndem Mcr- curio gcwiedmet, und hatte anfangs von dem Nnma Pompilio nur 29 tage bekommen, zu welchen aber Julius Cäsar den ;c> hinzugefüget. Bey den Griechen hieß er , bey den Juden aber Thgniuz und Sivaii, und war ihr dritter monat. Carl der grosse nennte ihn den Lrachnionat / weil um diese zeit der acker, so geendet , auf das neue gebrächet, oder gebrochen wird. kack. l.6. * ^unius / ( Adrianus) ein brrühmter !Vleck,cur, gebohren den 1 iun. an. i;n zu Horn in Holland, allwo sein Vater Bürgermeister war. Er trieb seine ttuclia zu Harlem, Löven, Paris und zuletzt in Bononim, allwo er vogkor in der artzenev.knnst wurde. Nach seiner rückkehr gieng er in Engeland, und wurde an. 154; mocücuz bey dem Hertzoqe von Norfolck, und nachmals bey emer vornehmen dame. Er schrieb daselbst einige bücher, und unter andern ein Griechisch chAiünanum, welches er an- 1948 dem stm> gen Könige Eduards Vl dedicirte; weil er aber selbigen als König lituliret, hatte er beßhalben viel Verdruß von seyendes Päbstüchcn Hofs, als der aus dieser ursach jblchcs buch in den inäiccui hbi-omm prolvimorum setzte, und mußte sich Junllis, weilen er damahl unstreitig Römisch - Catholiich war, deswegen bey verschiedenen Niederländischen Bsschöffen cnlschuldigcn, bey welchen er dann auch inständig anhielte, baß man selbiges buch aus dem obgemeldten inckicc durchstreichen möchte. An. i; ;4 gab er ein poetisch gedichte unter dem titul Philipvis heraus, so aufd'ie zwischen dem Könige in Spanien Philipps und der Engcländischen Königin Maria getroffene Vermählung gemacht war. Nachgehend- kam er wieder zurück in Holland, und tieß sich zu Horn nieder, Allein der König von um Dännemarck berieff ihn bald darauf zu seinem leib.meäico. Weil ^ uver die iufft daselbst nicht vertragen kvnte , ihm es auch sonst «lchl gefallen wölke, gieng er um das jähr 1564 mit grossem un» gestumm von bannen weg, also daß er nicht einmahl von dem Kö» Mg ab schied »ahm. Er setzte sich hiermit zu Harlem, und practi» errke daselbst, eS wurde ihm auch von den Staaten von Holland »hre Historie zu schreiben aufgetragen, woraus sein Vatavia entstan. den. Als die Spanier die stadt Harlem belagerten, entkam er noch daraus, und begab sich zu dem Prmtzen von Oranien, welcher sich unter ,eine cur begeben wölke. Nachdem die stadt an. 157; er. oberr wurde, plünderten die Spanier auch seine bibliokbec, chorü« her er verschiedene rnimufcnpl». die er verfertiget, verlohr. Hie» rauf begab er sich nach Mibdeldurg und von dar nach Armuiden, allwo er den 16 jul. an. 1,75 dieses zeitliche gesegnete. Seme schriss. tcn ,md : cls av«o sc menübus; LMmsclversoruin I. 6 commema- riur cls cornL; ttacavia; poenosks, dlomencislor, Lec. Er hat auch einige tractale der alten heraus gegeben , als HeiFclllum U in der Pfaltz in grosses ansehen, so, baß er ihn auch zum kaitore bey der kirche zu Schonau beruffen ließ, bey welcher er sich zwar eine kurtze zeit aufhielte, indem er bey dem Prmtzen von Oramen in seinem lager einen Hofprediger abgeben muste, doch aber wieder eine cour nach Teutschland that, und seinem amte mit grossem fleiffe vorstund. Nach diesem muste er nebst Jmmanuele Lrcmeilio auf des Churfürsten eigenen beseht die vibel in bie Lateinische spräche übersetzen. Er lehrte nachmals zu Neustadt an der Hardt, bediente auch etwas zeit das Predig-amt zu Otlerdurg- In währender abinmistralion des Pfaltzgrafe» Ca» fimtrt s war er zu Heidelberg kssotetlor, wurde aber von dem Her. tzoge von Bouillon nach Franckreich beruffen, bie Neformirte kirche daselbst m eine ordnung zu dringen. Er kam daselbst zu König Heinrich dem >V . welcher ihn um einiger affairen willen zurück nach Teutschland schickte. AIs er wieder durch die Niederlande nach Franckreich reisete, wurde er indessen von der academie zu Lei» den gebeten, protS 5 tic>r>srn rbcologi« primarism auf selbiger UNI. verstläl anzunehmen, welche er denn auch accepttrte. Endlich, nachdemer diese stelle rc> jähr verwaltet, starb er nebst seiner trau Johanna, Simonis Li emir« tochter, an. iSor an der pest. Sei» ner röchter eine wurde an den berühmten Grrhardum Johannem Voßlum verehlichet. Unter seinen söhnen war Franciscus JunmS berühmt, von dem hernach. Seine schrifften sind : pr«ieÄ>onez m kris pi'ims csoirs (isneleo; z expoliüo Ornielstz snalviiL apoca- ; äs kkeolo^ia vera; äs poiiriL lVlolis; äs peccalo pnw.o -räairei; LnimLÜverliones Lcl Lellsrminum; libsr äs ecclelis , Lcc. welche man in 2 folianten zusammen gebracht hat, allwo sein leben, welches er selbst geschrieben, vorgesetzet M. n«-,- - ^E/vir. tkeol. (!e eloZes. ^uniua, (Franciscus) des obigen Francisci söhn, war zu Hey. delberg an. izsi gebohren. In seiner jugend wurde er zu Leyden m mscbet! und in den milikLir- wlffenschassccn lintecrichtei, doch als der krieg an. >609 in einen stillnand ausschlug, ccwehlte er das Kllckum rbeoiooi^, und brachte seines oalers schrifften »I gute ord» nung. Daraus begab er sich nach Franckreich, und von bar an. röro nach Engelland, allwo er bey dem Grasen von Arvndel sich run Ion jähr aufhielte, und das schöne buch cls pi-Lur» versrum verfertig» le. Hier correfpondirte er auch mir den vornehmsten ieuten semep zeit, Motiv, Salmas,0, Gerhards Johanne Voßio, Mrw und andern mehr. Nachdem er auch viel Angel-Sächsische svä-ces und manul«,pm unter Handen bekam, wurde er hierdurch anae- rechet, dieselbige iprache ex prosssso zu excoliren. Darauf kehrekö er wieder zurück nach Holland, allwo er in ^cM,i„ und Lnumri- bus keprsmr,ona!,l)U 5 Nichts nachließ, und sein erstes kvecimen die observMvnes über Willsrami psrspll,Llin b-rancicsm cankici can- ucmum zu Amsterdam an. iü;^ public-rte. Damit: er auch di- Frießlandlsche spräche, welche mit der Auge!,Sächsischen sehr nahe verwandt, erlernen mochte, begab er sich 2 gantze jähr in West» Fricßland, von bannen er auf seiner rückrelse zu güten, glück über den coclicem gmcthe, darinnen die evangelia IN Gothischer sorache mit silbernen duchstaben geschrieben waren, dieseldiqcn fieng er air mit seinem Zlocksno und einer Angel Sächsischen Version heraus m ^beu. An. 167; kurtz vor seinem tobe machte er sich, nicht ohne grosse dcschwernlß, wiederum »ach Engelaut, damit er die in vielm bibliothequen aunoch vorhandene Angel.Sächsüche coäicsc mit rechtem sieiß durchgehen könte. Hier starb er endlich bey seiuep schwester-sohn, Jsaaco Voßio, damahls Lanonico zu Windsor, im 86 jähre seines alters, welches er mir grosser diät und unverdrossenem fleiffe geführet hatte, an-1677. Seine hinterlassene schrifften, von welchen der berühmte Bischoff, Jobannes Fell, zu Oxford, das glotlsrium gumgue lmAuarum tu 14 voluminibus gar schön abschreiben ließ, hat er insgesammt der Oxfordilchen Universität ver. macht, wo,clvst auch sein bildniß, ingleichen ein ebren.qedächtni« mit einer schone» inscription verfertigt wurde. Die schrifften, so von ihm herausgekommen, sind ZlolLnumLoMicum ; äe xietura vererum; canrici canacoi-um ; Wüleram, pLraü; Lorkica evanxeliorum. GräviUs hat stilileven vechrie» ben, welches seinem buche, cls piüura vewrum , vorgesetzt ist. o^ulc. j>. HÜ. L'estr^ uursrrell. meuse 0Ä. an, r6s;. 'Junius, (Petrus) war in Schottland den 15 aug. an. 1544 gebohren. Die sorgfältige auftrziehung seiner jugend machte ih,l schon in dem -s jähre seines alters geschickt, seine reisen in fremde lande vorzunehmen. In denselben kam er nach Gens, da ihn denn Theodori Bcza gelehrsamkeit, und seines vettern Henrici Scrimgers auserieftne bidlivthec aufhieüek, daß er seine ttucks oa« selbst fortzusetzen sich gefallen ließ. Nach etlichen sahre» chat er em§ reise in Schottland, doch müdem gewissen Vorsätze, bald in Franck« reich sich wieder anzufinden. Allein der rühm, den ihm Bezä m Schottland gesendete bnefe gemacht hakten, bewog die Reaemen, die damahls dem Schottischen Reiche vorstanden, daß die mforma- tion des Königlichen Prmtzen,der unter dem name» Jacobi Vt sich hernach unter ben Schottischen Königen bekannt gemacht, diesem Pctro Junio in dem 25 jayre seines alters anvertrauet wurde.Geor« giiis Buchananus, der gleiche Verrichtung nebst Junio hatte, kvnte theils wegen seines hohen alters, theils wegen seiner sauertöppischel! conclaice bey Hofe nicht sowol fortkommen, dannenhcro Jumo die gantze sorge aussen halß fiel, seinen Prmtzen wohl anzuführen, Bu- chanano aber die ehre blieb, mit conL-,5 und der autorüät wegen seines alters dem wercke behülflich zu seyn. In diesem fielen iim« gange nun flöste Jiiniiis nicht allein seinem Prmtzen eine gute wis- senschafft in llrens ein, simdern er zog durch seine angenehme art das Königliche gemüthe also an sich, daß da Jacobus sich bee Reichsckorgen nunmchro mit annahm, er seinen ichrmeister zu seinem vertrautesten Rathe aussähe, und ihn zu der würde eines Groß.MmosenicrS erhöbe. Die Verrichtungen, welche ihm anvertrauet wurden, waren meistens aMbaLäen, weil er wegen jemess anständigen und freundlichen aufführnng sich treflich an den ftem» ben Höfen zu instnuiren wüste ; darin,ien er auch glücklich gewesen, wie bie durch ihn meistentheils gestijstele Vermählung des Jacob! mrt der Dänischen Printzeßin Anna, und die befestigte lncces» sion auf dem throne Engellanvs bestätigen können. Bey stmem herannahenden alter llverhob ihn zwar der König vieler reisen und Verrichtungen, bediente sich dock aber unaufhörlich seines Raths, biß er an. 'i6r8 den 7 jan. das zeitliche gesegnete. rÄ. /«»,- auÄ. Tb. 8rniüro. Primus / (Patricins) lintcr des Petri Junii 8 söhnen^deö fünM , war in Schottland gebohren an. >;84 den 29 aug. Seiir vater und andere gelehrte wendeten allen möglichsten sieiß an, daß er jvwol zu 8. Andrews als auch zu Orford von den geschickteren leu» tcn in der theologie und sonderlich m den lmmsmorilms imrerwieleir wurde. Er warb hierauf um das jähr »609 Jacobv Monkaculio dem berühmten Bischoff zu Bäthe und Weites bekannt, und weil dieser bey dem Könige Jacodo l viel galt, erlangte Patricins »ichk allein eine jährliche pension, sondern auch defehl, die neugestifftete biblivlhec in dem pallaste 8 James in ordnung zu bringen. In dieser station versäumle er nichts, was zu der Vermehrung besag, ter bibliothec dienlich seyn kvnte. Wie er dann an-1614 nicht ehev nachgelassen, als biß des in Engelland verstorbenen Js Castmbo- ni bibliothec nebst den lA88c>», (ausser was dessen söhne ME war ausgeinachl worden) der Königlichen biblioihec einverleibet wurde Nachdem nun bie bibliothec völlig in ordnung gebracht war, trug er sehr vieles zusammen was zur Englischen Historie dienlich war- Dieses werck führte ihn immer weiter imd weiten zurück l» die ältern zciten, so daß er willens war, eni grosses werck von Griechischen und Lateinischen scnde»ten zu sammien und heraus zuaebeu. Sem Vorsatz aber wurde durch allerhand hmder« msse unterbrochen, und ob er gleich durch eine reist- nach Francksurt, Holland und Franckreich gedachte einen Verleger zu bekommen, so halte er doch nur das glück, mir den gelehrtesten lenken M Franck. I! theil- Mmminmm s reich, IO!2 iUN reich, Petro Pnteanv, Johanne Hottomanno, Th. Gottoftcdo , Frontone Ducäo und Jacobs Sirmondo bekannt zu werden. Er wendete sich also wieder nach Landen, und durchsuchte fleißig seine bibliothec, die ihm anvertrauet worden. Unter den vielen ankommenden fremden, funden sich auch damahls sehr viel Griechen ein, die er denn nicht allein mit einer sehr grossen civilird annahm / son. Lern mit so viel wohlthaten obligirt von sich ließ, daß ihn Monta- cukius nur der Griechen ihren Patriarchen zu nennen pflegte: und Mecrophanes nach erlangtem Alerandrinischen Patriarchat sciuem Wohlthäter dem Iunio sehr offce schrifftlichen danck abstattete. Dieser rühm machte Iunio nicht allein unter dem gemeinen mann ein ansehen, sondern Jacobus I bediente sich seiner in Übersetzung der Englischen schrifften, st er in Lateinischer spräche seinem wer« che, welches dieser König verfertiget, einzuverleiben gedachtc.Nach- dem auch solches zum Vorschein gekommen, muste Junius den beyden Englischen Universitäten es überbringen. Nach diesem bediente sich Job. Seldenus der hülffe des Junii, in durchsuchung der bekannten öfl^morurn ^rumlellianorum, welche Thomas Graf von Arundell durch Wilhelmum Pettacum aus Orient hatte nach Engelland bringen lassen, und hierauf böte sich die längst, gewünsch- te gelegenheit mit eignen schrissten sich hervorzuthun, dem Iunio an. Thomas Rowäus hakte von feiner Constantiiivvolikanisthen reist den sogenannten collicem/ilexanärinum der Griechischen bi« bei mitgebracht,welchen Carolus I, als damahls regierender König in Engelland, der Königlichen bibliothec als eine sonderliche raricat zuwendete. Junius laa laa und nacht über diesem collice, an dessen ende er die erste epistel Clemcntis an die Corinlbcr antraf, die er denn fleißig durchsuchte, darüber mit Joh. Bois Llanonieo der kirchen zu Eli conferirtc, und solche an. i6;z heraus gab. Dieses reitzre Junmm an, daß er bedacht war, noch mehr dergleichen deuckmale der alten kirchen aufzurichten, darzu denn Wilhelm Land, der bekannte Bischofs, viel gelb vorschoß, die schrifften darzu giessen zu lassen. So kamen dann TkeopkvfaÄi cornirlerm.rius in episch- >L5: csrena ürrecorurn Karmin in loburn: Lilbern Galion Lpilco- pi I-onclincnliz expotirio in canlienm cancicorurn curn ^Icuini in iäem csnnculn cornpenllio, in einiger zeit nach einandern heraus. Dieser fleiß aber wurde unterbrochen durch die überhandnehmende flamme der innerlichen kricges-unruhe, in welcher Iunio die schlüss fel zur bibliothec abgefordert, und er seines amts entsetzet wurde. Er arbeitete zwar an herausgedung der Griechischen bibel nach ob- gedachtem collice ^lexancliino, allein weil die collsüones so gar wcitläuffkig, er auch die fehler in abgedachtem coäice nach seinem gutdi'mcke» emendiret, die gelehrten aber in Engelland die divel also wollen gedruckt haben, wie das marmlcripr sich befände, so wurde der Verleger, Cornelius Baeus, anders sinnes, sonderlich da Seldenus ihm unter das gesiebte sagte: wo er Iunio folgte, fo hoffte er, so lange zu leben, biß er ihn (den Baeum) mit seinem buche aufdem scheiter-haussen sehen würde. Junii gemüthe wurde also durch solche vcrdrüßliche stillen und das herannahende alter nicht wenig niedergeschlagen, dannenhero er sich zu erholen das- landleben bey feinem cydain, I. Alwodo, in der Provintz Esser er- wehlte- Nicht lange hernach aber wurde er von einer kranckhcit überfallen, die ihn zwang sein lebe» den 7 sept. an. 1652 zu beschliess fen. lk7,. in vir. I^Lkricii lunii, ^uno, eine Göttin des reichthums und der weiber. Sie wird vor des Saturni lochtcr von der Rhea Sylvia gehalten , und die Poeten sagen, daß ihr vater, seiner gcwobnheit nach, sie nebst ihren schwestern bereits verschlungen gehabt, aus furcht, daß sie ihn nicht dermaleinst von dem throne flössen möchten; allein man habe ihm einen lranck eingegeben, wodurch er genörbigel wordemssewe kinder wieder von sich zu geben. Sie wurde auf der insul 067 der erste Ab! von 8. Quintin zu Beauvais, s) und an. 1092 Bischofs zu Chartres. b) Er wldcrjctzte sich dem Könige in Frauckicich, Philirpo !. als selbiger a». 1092 feine gemahim Perlbam von Holland verließ, und sich mit Berlrada von Montfort, des Grafen von Anjou gemah» lin, vermählte, in welche eheschcidimg und andere vcrhcyralhung, weil sie den kirchen-gesetzen gantz zuwider liess, er durchaus nicht willigen wolle, bevor der Pabst selbst die versiossung seiner gemah- lin würde vor recht befunden baden. Er halte sich durch seine gvtteösurchl und gelchrfamkeit in ein solch aufeheu gesttzt, daß man ihn zu seiner zeit vor ein orsculum hielt, und sich bey ihm fast in allen dingen raihs erhohlte. Dannenhero der König auf alle weise suchte, seinen beyfall in dieser fache zu erhalten. Es war aber vergebens, und Ivo hetzte vielmehr den Pabst und alle Bsschöffe in Franckreich aissdaß sie dem König zuwider waren. Dieser lies ihn zwar durch den Grafen von Chärires ins gcsängniß setzen, und brachte es auch dahin, daß Ivo in einem Loncilio 'zu Rheims an. 1094, da sein tod-feind Nichcrius, Ertz-Blsckoff zu Sens, präsi» Lirle, angeklagt wurde, als hätte er die Königliche autorität verletzt. Er appellirte aber an den Pabst, und dieser nahm sich der fache so nachdrücklich an , daß Jvoui nichts Übels widerfuhr, c) Er starb den 22 oder 2z dec. an. n 17 oder 16 im 80 fahre seines al» ters. 6) Es sind von ihm die Lanones LcclefiLkkici unter dem lllul elecremin ziisaiiimcn getragen, und sonst noch unterschiedliche bischer geschrieben worden, welche an. 1647 Johannes BaptistaLou- chet in einem grossen volumine heraus gegeben. Das gantze ivcrck bestehet in 2 theilen, das erste begreifst in sich die clecre-L, das andere 287 senb-schrclbcn, 22 predigten und eine cbronick. e) s) K- ckron. »c! sn. 1067. K virs 8 . Kom-inse virA. 3p. D.-cöc,'. r. 11 spicil. d>) sniiLl. eccl. c. 1 l aä an. 1092 n. 2 kegg. Le in cririca r. 4 sä cl, L. n. Z.tegg. c) . - . I. 8 Lec. cl) crir. in Lsron. r.4sclsn. n ,^n. 1; lcgg. e) cl. I. n, is legg. conk. b'lAtt, cle buk. I.»r. I. 2 c. 47. (7^2-e. 'Ivois/ lar. Lpoilux, oder Ivocüuni, eine stadt in dem Her- tzoglbum Lurcmburg, a» dr» gräntzen von Champagne, zwischen Monlmedy und Sedan, bey dem fluß Cheza oder Chicrs, gelegen. Man stgt, daß der namc von Jove herkomme, welcher in den alten zeiten einen tcmpel daselbst gehabt- An. 1022 hat allhicr der Kayser Henricus II in gegcmvart des Königs von Franckreich, Robert!, ein Loncilium gehalten. In den folgenden zeiten ist dieser ort sshr befestigt worden. An. 1952 eroberten ihn die Frantzoscnz, und nahmen den darinnen commandirenden Grafen von Mans» seid, Petrum Erncstum, Louverneur des Hertzogthums Luren- bürg, gefangen. Durch den frieden, welcher an. 1999 zu Gra- resu en Cambresis geschlossen ward, kam Jvois wieder in der Spanier dotmäßigkeit; jedoch wüsten die mauren und festungs-wercke geschleifft werben. Zehen jähr hernach thaten die Frantzostn aufs neue grossen schaden darinnen. Die Spanier aber fortifictrten es nach der zeit wieder. A». is; 7 eroberten es die Frantzosen unter dem Marschall lle Chatillon, nach einer achttägigen belagerung. In eben demselben jähr machten sich die Spanier, durch einen un- versehenen Überfall , wieder meistcr davon. An. iü;8 thaten die Frantzosen einen neuen, aber vergeblichen, versuch darauf. Wein d«§ folgende jähr den 2 aug. muste es sich adermal an den Marschall ^Ehatll'on ergeben, welcher die t'orl'iücmiones rasircn ließ. An. ^Ss scheuchte der König von Franckreich dem Grafen vonSoiffons, «Lugemo Maurrtio, und dessen erben, Siestavtrind ttrevorenepst M^n öependentien von Ivois/ und zwar so, daß hinführo dieses stuck landes den tilul des Hcrtzogrhums von Carignan führen solle; wie denn solche schenckung den -r mart. des gedachten jabrs in dem Parlament zu Metz eingeschrieben worden. r/,«-». bitt. iw. 8- 10, ri. tiiK. cls chouiz Xttl eorn. 9. c?LE/r- Jupiter / ist von den Heyden vor den grössesten aller götter, ja gar vor einen vater der göccer und menschen gehalten worden. Er wird Saturni und Cybeles oder Rhea söhn genennet, welcher sich gegen seinen altern druder, den Titan/ verbunden, und versprochen / er wolte leine kiuder auffressen, auch solches so bald sie ge« bohren, würcklich gethan, zumal aber, al§ er von dem orsculc, per» nommen, er würde einsten durch seinen söhn des Reichs beraubet werden, habe die Rhea nachgehends an statt des Iovis und an» derer linder ihm einen stein hingelegt, welchen er verschlucket hat. Räch etlicher meynung soll der name Jupiter so viel seyn, als ju- vLNL pmer, ein helffender Vater; aber es ist wahrscheinlicher, daß das alte wort)ovizzu dem wort?Lwo gesetzt, und daraus xarer worden sey, welches denn hernach in das Wort Jupiter ver» wandelt ist- Wahrscheinlich ist es auch, baß das wart Jupiter hergenommen sey von dem bekannten Hebräischen work .ftllova. Und einige gelehrte, die hier ebenfalls auf die Hebräische alterthu» me seyen wollen, vermeynen ferner baß durch den Jupiter ange» zeige: werde, der Hebräer Japhet, ältester söhn Noachi. Scher» riet also insgemein durch den Jupiter die höchste gottheic angedeu» ttl zu werben, wie sonst im Orient durch den Bel oder Baal. Bald nach seiner geburt soll er in der msul Creta bey dem berge Dicte ober Jba (oder wie andere wollen, aufbcm berge Lyceo in- Arca» dien) auftrzogeu seyn, und zwar unter dem tu multe derCorvban» tum oder Curelen, gleich als wenn manovsserte, damit Satur» nus fti» geschrey nicht hören möchte. Zu seiner Nahrung muste die milch einer zrege, Amalthea genannt dienen, welche als sie in der sladt OlenuS in Aelolia erzogen worden, hernach auch mitunter die gerne gesetzt, und das Olemschc gcstirn genennet wurde. Auch wird vorgegeben, daß die tauben zugeflogen kommen, und ihm ambi-olia, ein adler aber neAar zugebracht hätten. Die bienen sollen ihm auch Honig zu essen gegeben, er aber vor solche wohlthat sie nachmahls mir einer golb-farbe begabt haben, da sie vorhero nur eisensarbig mögen gewesen seyn. Zu saugammen soll er die Jihome und Neda, ja auch Thisoa und Hagno gehabt haben: aber der brunn Clcpsydra m Mcssenien, und ver fluß Lusius in Arca» dien hätten zu «einer reinigung und waschen dienen müssen. Dre al» ken haben ihm sehr viel namen gegeben, worunter der gemeuieste lnit ist Lraliiriiius, von seinem varer Sarurno. Cicero sagt, daß drey dieses namens wären: allein andere, worunter auch Varro, gehen noch viel wetter, und benamen ihrer ;oo, deren thaten nach» gevends dem sogenannten Iovi Cretensi sind zugeeignet worden. Diese alle nun gehören mu unter die ;oooo gölter der Heyden, wel» che einige denen allen zuschreiben wollen, wiewohlcnbey dieser er» zeyiung ohne zweissel viel Unrichtigkeit mit unterlaufft, und noch viele andere fehler sind begangen worden, als nur daß man aus de» neu meyreren beumnuugen einer person, deren man göttliche ehre und eigenschaffl zuschreiben wollte , verschiedene goktere gema» chel hat. Indessen verstehe» die Heyvmschm TKeoiogl durch den Jupiter dasjenige wesen, so die well erschaffen, und ihn deswe» gen oder den leiter und führer der ttarcarum oder schick» sale nennen. Dahcro auch die Griechen dem Iovi eine ttsmam mit; äugen gesetzt, um damit anzuzeigen, daß er alles im Himmel aus erden und in der bvlle, oder auch die vergangen, gegenwärtige und zukünfflige dinge wisse. Dtt Nomer aber sielleten ihn auf einen heltteubemern thron, in der rechten einen dreyfachen blitz, in der iincken einen sccpter haltend, nebst einem adler an der fette. Sonst wirb ihm auch eine güldene peitsche, die er soll gesuhret haben, beygelegt, desgleichen auch em schild, welches von dem fell der ziegen Amaltheä soll zubereitet gewesen seyn. Mttdlas soll des» ftn bildniß gcschnitzet habe», welches hernach zu Elis »n Achaien aufgerichtet, un mit unter die? wunderwercke der weit gerechnet wor» den ist.Dassclbige wurde auch nachgehends mtt berg-zmober bestri. chen. Die Poeten berichten,daß Jupiter,naclwem cr jeiu iuannlich alter erreichet, seinen vater Saturnuni vom throne gestosseu,mid hn mit einer sichel der männlichkett beraubet; wie denn auch ^alur» nus selbst seinem vater dem Cölo eben dergleichen soll gethan haben, und sey solches bey Corcyra, die daher Dccpaue oder eine stchel ge» nennet worden, geschehen. Worauf er bas Reich der weit mtt sei» nen L brüdern in der msul Clarus gelheilet, so daß ^uplter ein Herr S-MWZLZLZZ te hervorgebracht haben. E ^^ZesichE)zu,c, D-a. und zeugte mtt der Themls dtt Horas ooer w ^sm. Ja er such» IQlz . rup Metis, welche dem Saturns eine -uach?. ?.K^^ wodurch er erstlich einen stein, her» ^ M b'c er ge'rcyrn gehabt, wieder ausgespien hat. kv «eh'vanger worden,Kabe er verschluckt, und 'A b'-e DÄlas hervor gekommen. Mit seiner koch» ^ gleichfaus ehebrack'getrieben. Die Leda, deS ^nnadlin, hat er, nachdem er sich che ' ^'wan verwandest gehabt, zum fall gebracht: wel» ssss oeun.r eyer gedoyre» , aus deren einem der Pollux und die He. 6im ' dem andern Castvr und Clylemncüra hervor gebracht '7 auch Mit der Europa , des Agenoriö tochter, den ^ Radamamus gczeugtt, welche er, als er sich in einen oA/u^uvaiidell hatte, aus Phönicier, entführet hak. Nicht zu andern, welchen er unter mancherley gestalt bey» haben,oll. Sonst hat er sich eines schönen jungen kna» Ganymedes, bedienet, welchen er, desto näher um sich zu haben, zum mundschencken der gotler machte. Von dessen tba» m, aber wird unter andern berichtet, daß er seinen vater den L-alurnus und die mutier Rhea oder Ops, welche von dem ^ltan in bände gelegt worden, erstlich befteyet, hernach aver den vater mir ewem wollenen bände gebunden, dem gott Pluto m der Hollen zu verwahren übergeben hätte, nur damit er alleine regieren möchte. Nachgehends als der Rieft Aeqäou nebst andern Riesen, unter welchen Tvphöus, Briareus rc. ihn von der regierung vertreiben wollen, hat sie Jupiter mit domierkculm ver» lagt. Aufdeu Typhon oder Typhöus < der vor andern den Jupj. ker heraus gcfodcrt, daß er mit ihm wegen des Reichs streiteisssotre, hat er donner-keule Wessen lassen, und, nachdem er zu brennen angefangen, hat er den berg Aetna über ihn hergeftbt, aus welchem er noch fenr sperren soll. Jedoch haben vorher die Riesen, Briareus, Cottus und Gvgcs dem Iovi, wider die andern gölter, die geh gegen ihn verschworen hatten, beyqestanden, daher sie auch vom Hesiooo Hüter und beschützer des Iovis genennet werden. Er seihst abcr, weil er viel Könige in verschiedenen ländern gesetzt und bestätiget, hat die ehre erhalten, daß ihm vor andern der' schütz und der gerechiigkeit < hat er hier und dar verordnet, daher es kommen, daß man ihm göttliche ebre zuerkannt dak. Zu dem ende ist ihm auch zu ehren das so genannte llecacomke, oder opffer von hundert stück viel) ftiner art, geschlachtet worden, und solches daher, weil inPclopsnncs ioc> städte waren, welche ihm ein solhancs opffer zuerst gebracht haben. Hierzu aber waren sonderlich ioo stück rind» Vieh, desgleichen auch ioo stück schaafe, und ic>o stück schweine gebraucht, und zu einer zeit gebracht, wiewohl ihm ju'edrm auch sonst Widder und schlangen pflegten geopffert zu werden. Der adler aber wird ihm um der Weissagung willen zugeeignet, daß er einsten würde ein König werden, oder, nach anderer meynung, weiter sich in einen adler verwandelt harte, als er den schönen Gauyme» denr in den Himmel hohlete. Und wie auch andern götkeru und göt» tinnen gewisse gliedmassen der menschen geiviedmet waren, also ist dem Jupiter das Haupt zuerkannt und gehetllget worden. AIs man auch noch zu Sattirni zelten menschen, fleisch zu essen pflegte, zeigte Jupiter, wie mau sich der cicheln bedienen solle, dahero auch die eiche lbm zugeeignet und geheiligcl wurde. In der laudschaffr E» Virus ist ihm ein gantzer wäld, der sonst der Dodoneische oder Cbao-> Nische Wald genennet wirb, gcwiedmct worden. Unter den bäu» wen aber bemerktet man sonderlich den mispelbanm,. der ihm zu« erkannt worden ist. So fehlt es auch nicht an festen, die ihm zu ehren gehalten sind- Die ft genannte fcst.kage Diatta (welche auch Oiipolia hiessen,) scherten die Athenienftr mll sonderbarer traurig, kell; hergeqen (Per wurde bas gastmahl des Jupiters zu Rom den i nov. und dessen feyertage den rz dec. mit grossem vergnügen gehalten. Deswegen auch der beste und vornehmste kcmpel, worin man den Jupiter zu verehren pflegte, zu Rom im Lapaollo zu sin» den war. Sonst stehen die meisten in den gedancken, daß des Jo» vis alter name unter den Griechen nicht As,, sondern Abgewesen, daß Zaum in der Phönicischen spräche so viel hcisse,als ein den wer» been ergebener mann. Ein gewisser Zan regierte in Thessalien,nahe bey dem berge Olympo, woraus die fabel von Jove kommen seyn soll. Aus dieser historische» crzehllmg erhellet nun insonderheit, daß Jupiter von alten zelten her , da Könige als götter pflegte» verehret zu werden, auch vor einen gott gehalten worden, sonderlich weil er vor einen Urheber des menschlichen lebens, und vor einen crfln. der vieler dinge gepriesen und angegeben wird. Ja, weil er auch zuerst darqethan und bezeugt haben soll, daß alles durch göttliche Vorsorge regieret werde, so wären deswegen die menschen auch zum gorresdimst angewiesen worden. Sehen wir nun hieraus den mancherley verstand au, den Jupiter unter diesen fabeln haben soll, so finden wir, daß er nach dem physicaiischen verstände bald die lufft bedeute, daher die namen Oium oder aer jm gebrauch sind; bald vor den Himmel selbst, bald'vor die sonne, bald vor die götterfthi- ckunq, bald vor die stele der Welt gehalten werbe, welche ftele, wenn sie die himmlischen cörper gleichsam belebt, fluplier Ol^mplur ge» nennet wird; wenn sie aber in das untcrirrdische würcket, Jupiter 8r>°u-i5, und in dem mecr Neptunus heisset. Nach dem Moral» verstände kdnnen die fabeln von Jove gleichfals aufmancherley bin« ge gedeutet werden, gestalt denn hiermit angezeiget wird , wie al» jer reichlbum gemeiniglich beneidet werde, und vielen hinterlistigen Nachstellungen uiitcrworssen sey, ja offtermals mir vieler list und betrug pflege erworben zu werden. Dann auch, wie auf eines Ko» niqs und Fürsten weißheit und unsträfliches leben, ein Überfluß an allerhand dingen und zeitlicher glück,ellgkeit erfolge. Ferner, wie derieniae, so der geilheit und bösen lösten ergeben, gleichsam in al» Mmmmmm; lerhanv 1014 iup lerl)and gestalte« der wilden thiere sich verwandeln, und in die schändlichste lasier verfallen könne. Woraus denn erhellet- daß «.'!»rechtschaffener und ehrlicher mensch an reichihum keine beste« dunst tragen müsse, sonder» dasjenige, was er besitze, klüglich und nützlich zu gebrauchen wissen solle; daß auch die weißheit der gründ aller memchrii glüekseligkeit sey - ja alles - was schändlich zu reden, zu hören und zu thun ist, von einem vernünfftigen menschen allen sieisss vermieden werben müsse. As/oLr. Qcer,. cgAl. <7/,i«cke /k-rcl-Lt Fs kur Ovicl. dbme». bibl. umv, rom. 6. ssr-^Ti-, t)>ntaZrn. snngmr. c. i. * iup daß beydeS er und alle die fcinlgen dadurch umkamen, Jupiter-kmrnon, welchen man in Africa, sonderlich in der ianoschaffl Libyen, anbetete, wurde also genennet von dem Worte ^mun, ivelches nach Plutarchi uud Iamblichi bericht, in der E» gyptischcn spräche so viel heisset, als verborgen oder dunckel. Andere aber leiten die benennung her aus der Griechischen spräche, worinnen so viel als fand heisset, daß also Jupiter Ammon nichts anders bedeute als Jupiter srenolstz oder -trensnur, weil der tempe!, der ihm zu ehren erbauet gewesen, in einer lehr sän« dichten gegend gestanden hat. Sonst wurde er in einem Widder« kopffe nut Hörnern vorgestellet,welches denn daher kommen seyn soll, daß als Bacchus, nach bezwungenem gaiitzen Asien aus Indien, wieder zurück gekchret, und durch das sündigte Libyen hingereiset, »hin lamt seinem krieges-heer ein grosser durst ankommen sey, wor» über er geuöthiget worden war, seinen Vater Jupiter demüthig zu bitte», daß er ibm in solcher noth hülffe leisten möchte. Worauf denn ihm von stund an ein Widder erschienen, welcher, so bald er mit dem fuß an die erde angeschlagen, einen brunnen klares Wassers hervor gebracht habe, wovon sie den durst hätten löschen können. Damit aber Lider oder Bacchus mcht undanckbar gegen seinen va« ter zu seyn scheinen möge, habe er ihm zu ehren einen tempel von wunderbarer grosse daselbst aufbaucn, und m dessen mitte das bild Jupiter in der gestalt eines Widders setzen lassen, darum daß er da» vor gehalten, es wäre ihm daselbst Jupiter in dessen gestalt erschie« ncn, und zu hülffe gekommen. Seme statue war mit smaragden und andern edelgestcinen besetzt, »nb in Egyvken hatte er ein be« rühmtes orscui. Einige wollen , daß dessen fabel von Most oder Chan, genommen sey, wie sich dann in der that zwischen denen wah» reu gechichreii, auch zum theil namen dieser 2 männern, und de« me, was die Poeten und andere alle scribenten von Jove Hammo« ne und dessen gvlleSdienst melden, eine sehr grosse gleichheit befindet. Lirum r>. be/.kk»«, cie O15 8 vrir. all Lurr. I, 4, c. 7. i) nrsAm. Lnrig. //«er Oernonttr. Lvsng. * Jupiter k-LpirolmuL, wurde also genennet, wegen des tempels, welchen ihm Tärguinius I'nlcuz auf dem berge Tarpejo oder Sa« turnio in dem so genannten Lsplrolio hat erbauen lassen, daher er auch zuweilen iLrpeju; genennet wird. Es soll aber Lspirolium Den namen bekommen haben von dem menschcn-kopf, welcher an Lein ort gefunden worden, woselbst der gründ zu diesem tempel sol« tt gelegt werden. Sonst aber war es ein sehr prächtiges gebaude, daß es auch Cicero ein schloß und bürg aller völcker zu nennen psteg» le. Von Servro Tullio wurde es erhöhet / und das gantze wem hernach von Largmnio 8uperbo zu ende gebracht, endlich aber von dem Horatio Pulvillo, einem Römischen Bürgermeister kt. V. 244 völlig gewiedinet und eingeweihet. Nach diesem ist es dreymal durch brand oder durch andere zufalle ruiniret, und also auch drey. mal wieder erbauet worden, nemlich einmal von dem Sulla, her« nach von dem Vespastano, und endlich auch von dessen söhne, dem Domltiano.Aufdessen übergüldung sind irooo talent oder 7200000 gülden verwendet worden. Darinnen präsentirete sich Jupiter, ei« ne donnersseule in der Hand hallend, daher er auch kuimmscor oder Opkimur kvlaximu; genennet ward. In diesem tempel pflegten die Römischen Bürgermeister an eben demselbigen tage, da sie ihr amt antraten, zu opffern, und ihre Bürgermeisterlichen kleider anzule» gen. Ebe die Römischen Heerführer und Kaystr in den krieg zo« gen, pflegten sie zuvor in diesem tempel zu beten, und gelübbe zu thun, und wenn sie den sieg erhalten hatten, zogen sie auch in stldi« gen triumphirend ein. Bisweilen, nemlich bey zustoßenden wich« tlgen fallen, pflegte auch der Rath allhier sich zu versammlet,. Es war ein heimlicher orr in diesem temvel, allwo die bücher der St« byllcn verwahret wurden, nebst 2 güldenen dem Jovi gewiedme« ten croucn, davon eine von den Galliern, die andere aber von den Carthagmenstrn den Römern gcschenckr worden, als sie ihnen we« gen des über die Samniter erhaltene» stcgS glück wünschen lassen. Desgleichen war auch in diesem tempel eine statue oder bildniß der Viktoria von massiv oder gediegenen golde. Auf beyden seilen stan« den andere tempel, nemllch zur rechten Hand der Minerva, und zur lincken der göttin Juno. Es wird unter andern auch der Ca« pitoliuischcn spiele gedacht, sonderlich derer, welche sgone» Lspi. rolmi genennet, und alle; jähr sind gehalten worden, als worin» ncn allerhand arten der künstlcr, pöetcn, musicanten, mehren« theils aber harffenschläger und comöbiemsptelcr ihre proben adleg» ten. In solbanem »gone wurden die sieger gccrönet: daher auch einige gar muthmassen wollen, man hätte poeten zu crönen hiervon gclegenhett genvinmen. -k.lv-«,. -küc-r«,. lle Lrpirslio. I-'-Aoe» Jupiter Kbcm5, ein zuname, welcher dem Jovi gegeben w»r« de, nachdem ihn Numa Pompilius, der andere Römische König, vom Himmel herab gezogen, um von ihm die wisscnsthafft aus dem douner und blitze zu weissage» zu erlernen-. Denn nachdem er diese erhalten, oder von ibm gleichsam ausgelocket- bauete er ihm zu ehre» unter diesem namen eine» alkar auf dem berge Aventmo, und opfferre ibm daselbst auf solche weise, wie er selbst angeordnet hatte. AlS nun becnach diese ceremonieu vom Tullo Hostilw nicht recht sccurat beobachtet wurden, schlug der donner jn sein yauß ein, so Jupiter kereenus, wurde also genennet von dem Lateinischen Worte terre, bringen, weil man meynte , daß durch dessen hülffe der friede wiederbracht und hergestellet wurde: oder von dem Wort tragen, weil Romulus, nachdem er den Acron, der Ceninenser König überwunden, die selbigem abgezogene Waffen im tmimph in das ÖajMoj'iurrr Slifelner böitzernen to man Metrum nens ncte, dringen ließ, und selbige dem Jovi wiedmete, dergestalt, daß er sie an einer eiche annageln ließ, die auf demselbigen platz stunde, woselbst er einen tempel aufbauen zu lassen gesonnen war, wobey er zugleich diese Verordnung machte, daß man inskünffrige die im kriege erhaltene beute allezeit dem Jovi keremo opffern solle; wie solches hernach von Corneliv Coffs, welcher Lartem Tolum» mum den König der Veicntanern in einem zweykampf erschlagen, und von Claudio Marcello, der einen dergleichen sieg über Viri» domarum, einen König und Heerführer der Galliern erhielte, ge» schehen ist. Daher halten auch einige davor, daß dieser zuname herkomme von dem wort terlre, schlagen, weil nur diejenige Heu» te, welche ein General von der armee, dem feindlichen Heerführer, so bald er todt geschlagen, abgenommen hatte, gevpffert wurde. /-V,«,. D-s». ck,«. I. 4. el. tl. F/,,«,. * Jupiter l-atiaiis, bekam diesen beynamen, als die Lateiner mit dem Römischen Könige, Tarquimo 8ux>eiko, sich in ein bünd» niß einliessen, da diese beyden völcker nebst den Volscis und Herni» cis, die sich gleichfals mit ihnen vereiniget, eine gewisse zeit bcS jahrs aussetzten, dem Jovi auf dem berge Albano in Lalio zu opf« fern, welcher anitzo lkgome Cavo genennet wird, und nahe bey der stabt Alba liegt, woselbst man die so genannten Lnas I.MNLL oderLaleinjschen feyertage hielt. DiesemJovi Lstiall soll zu zecken des Lactantü mit menschewdlut gevpffert worden styn-D-s». ÄNticz. Jupiter 8rator, wurde deswegen also genennet, weil er die flucht der Römer gehemmet hatte, als ihnen die Sabini nach; ag» ten, welche sich einst unter Tito Tatio bereits des Lapiroili bemäch» tiget ballen- Denn als Romulus sahe, daß seine trouppen zer» streuet, und in die flucht geschlagen worden, gelobte er dem Jovi einen tempel zu bauen, wofern er sein Heer wieder zusammen wür» de bringen. Als nun die Römer sich auf dieses wieder von ihrem ersten schrecken erholten, und denen feinden starcken widerstand tha» ten, biß letztlich beyde kriegs.Heere durch die dazwischen gelvffene Sabinerinncn auf die genug bekannte weise von einander gebracht, und zwischen den beyden völckern friede und dündniß ist geschlossen worden; jb wolle auch Romulus stin gethanes gelübde erstatten, und bauete unten am berge Palatins den versprochenen tempel,des» gleichen gelobte auch -r.L. 4Ü0 der damalige Römische Bürgermcj» ster, M. Anilins Regulus, als er mit den Samnitcrn in einen krieg verwickelt war, dem Jovi 8lmoi> einen tempel zu bauen, wel« chcs er auch nach erhaltenem siege bewerckstclligte , und solchen tempel in circo Ickaminio aufführen ließ. Der Römische Rath pfleg« te sich bißweilen in des Joviü ärscsrlr tempel zu versammle«. Sonst find ausser diesen bißher angemerekten, auch noch andere zunamen dem Jovi beygelegt worden, sintemal er unter andern hieß Oiekpi- ler, welches so viel seyn soll, als lliei Le lucis psrer, ein Vater des tags und des lichls, wie Macrobius es erkläret. Er heisset auch t.uccriur oder vssovis. weil er den menschen das licht verschaffe: ingleichen Jupiter tbikor, indem er den Römern gerathen - sie möchten viele brodte in dem lager der Gallier, die damals vor dem Lspieoüü lagen, werffen lassen, und als dieses geschehen, hätten die feinde an dessen eroberung gezweiffelt, und die belagerung auf« gehoben. Er hieß auch ferner Jupiter -bspl-, da man bey bündnis» sei; in dessen tempel einen stein in der Hand haltend,mit dieser form»! schwur: wenn ich mit wissen bekriege, so werffc mich viess-iler, je» doch ohne schaden der stadl Rom und deren derg, vyn sich, gleich« wie ich diesen stein von mir werffe. Jedoch wollen andere diese de» nahmung sey zu erst von demjenigen stein hergekommen, welchen die Ops dem Saknrno gereichet hat, daß er ihn an statt des Jo» vis verschlucken sollen. .Hicrncchst wurde er auch genennet Jupiter 1or>sn5, sintemal lhm Octapius Augnstus einen tempel im k-'api- toiio erbauet, als einsten in der Cantabrischen Heerfart bey »ächt« sicher zett der donner an seiner senffte wegstreiffte, und dessen öienee erschlug, er aber von solcher gefahr erreitet worden war. Wiewol ihm auch schon vorhero donner und blitz zugeeignet, und deswegen von den Weissagern JupiterTonsm und bulZen- genennet worden. Ferner hieß er auch Veiovi; oder Vejupirer (Vecklur) hergenommen von der pumculs privativs ve, welche so diel styn soll als ün-, und lupller, das ist, üne juvLncll ücullsre, als welchen die Römer nicht um lesstung einiger hülffe willen verehrten, jbndern nur aus der Ursache, daß er nicht einigen schaden zufügen möchte. Obschvn solchen Ve;up>ier. nach etlicher Meynung so viel bedeuten soll, als psrvus lussne!-. E Doch ist das erstere wahrscheinlicher; dann dessen bildniß präsenlirte sich in gestalt eines gottcs; der pfeüe in der Hand hielte, mit weichen er bereit war schaden zu thun: gestalt man denn ehcdessen etliche götter verehrte, darum daß sie nutzen kömcn; etliche aber versöhnte man, damit sie nicht schaden möch« - ten. Ändere ballen davor, daß dieser Veiupilsr dcr.goll Apollo, hinwieder andere, daß er Pluto gewesen sey. Zu geschweige,! an» dere namen, welche Jupiter gcführet, als da sind Jupiter 8pon- tor , Impsrseor, Vicio, , Likör , t-onlervsror, ksgurzlis . Vlin!» veus, Lrbirrsror, I'rsrclaror, und andere mehr, deren hin und wie» der Meldung geschiehet. /.-V-«,. Darrst- K.0MS. btt «. snriczulr. Jura/ oder Jurassus / ein grosses qcbürge, welches sich von dem Rhem Bajel bw an die Rhone erstreckt, und die Schwcitz von iur von devUrancKs-Lomts Mv der Grasschaffi Bugcy scheidet. Es wurde von dem daran liegendm kloster sonst auch der berg 8. Clau« dii/daö land da herum aber psgus lurenüs geuennetzwie man denn auch Burgundten von diesem gebürge in cis-jursnam Lc rrans-ju- rsnsm eingetheilt. Es wird dieser derg sonsten auch teutsch der Jurten / item der Leberderg geuermet. Er theilet sich unter» halb Solothurn/also daß ein arm sich gegen dem Rhein hinunter, der andere aber in das Suntgow und Elsaß erstrecket, und allda mit dem Lothringischen gebürg Vogejus fast zusammen hänget. Es gehen an verschiedenen orten päß ober weg darüber, welche ih» s^n, Ole Vchaffmatt/ darüber man aus dem Basel»aebietb Nacher Arau re,,ek. äloch weiter devm schloß Homburg, und dem borff r.ausselsingen, nennet man ihn den niedern oder «rossen ^au. wensrem , darüber von Basel die straß aufOllen, Zvffmgen und Lucern gehet/ und bey Wagenburg, den vder Üktnen Hauwenstern, darüber der weg aufSolothurn gehet. Werners SM>> Niedergang heisset er die Wasserfallen, darnach der Bein» tVeilercherI ee. ckron. ügliizr. ^ lik, 8 P.L^7 d. c.e/ä^. ^e^^ckrou. lib. s c. Z7. V.r/^/ 7 , nor. 6sII. e. s»i»e» U2nr, Orb. snlig, * Iarea/lat. LkoreälL sonst Lamporeggio genannt, ist dss haupt.stabi dcr landschafft Canavese in Piemont, amflusse Doriw nebst einem torc genannt Castiqlio, wie auch einer citadelle und ei« mm schloß. Der Bischoffdaselbst gehöret unter den Ertz.Bischvff von Turin. Dte>e stadt hat einige loo jghx vor Christi geburt schon gestanden, und ist von den Römern wider die an-und einfalle der allen Salassier, und zwar nach Pltnii bericht, auf einrathung der Sibyllischen düchern erbauet worden. Eheinals gehörte sie unter ihre eigene Marggraftn; nachdem aber selbige von dem Kayser Ottone tVl. bezwungen, wurde sie eine Reichs, stadt. Kayser Frie» drich I > aber und Wilhelm, Grafvon Holland, überliessen sie an. I24S und I2;r Thomä > I von Savoyen, Grasen von Maurienne, wie denn auch MarggrafJohannes von Moncstrrat Amadco VI. Grafen von Savoyen, sein recht, so er an diese stadt hatte, abtrat. An. izi; als die Eydgenossen nach gewmmener schlacht bey No- vara auffm Heimzug begriffen waren,haben sie bey dieser stadt 400 gefangene Frantzosen m derDoria ersäuffr und dieselbige an. isiz nochmahlen eingenommen. An. 15-9 ward sie von dem Frantzöst« fischen Marschali Brissac durch accorb erobert. An. 1641 wurde fie von dem Frantzvssschen Grafvon Harcourt ernstlich belagert und gewaltig bestürmet; allein die belagerec wurden capffer adgewie» sen und zurückgeschlagen, also daß sie an der eroberung veczweiffle» ten/dahero der Graf, weilen derPrintz Thomas von Savoyen zu gleicher zeit für Chivas gerucket, die belägecung aufgehebt und hinwiederumb dem bedrängten Chivas zu hüls geeilet. An. 1704 den-8 fept. aber muste sich dieser ort nach ausgestandener harten belagerung endlich an die Frantzosen ergeben, welche hernach die festungs.wercke völlig ruinirren. lcs>is.2lttSe,s lks>is.8cksu- plsrr äss Krieges irr traben, x. 17;. * Jvrea/ ein Marggraffthum. Es hat selbiges allezeit seine ei. genen Regenten gehabt, mieden» Ansgarius, Marggraf von Jvcea, ums jähr 8/0 bekannt ist. Sei» söhn war Aöelberrus, welcher mit Gisla, Berengarii t, Königs von Italien, tochter, erzeugte Berengarium U, und aus der andern ehe Ansgarium li, Maragrafen von Jvcea und Hertzog von spsleto, welcher durch den König Hugonem von Italien an. 94? vertrieben wurde. Be« rengarius 11, Marggraf von Jvrea, setzte sich wider Hugonem, Kö« nlg von Italien und Arelat, wurde aver von selbigem genöthigt, sich nach Teutschland zu retrriren, und bey dem Kayser Ottone s/l. hülffe zu suchen. Als aber die Jtaliäner Ottonem meistenlheils verlassen, kehrte er wieder zurück i» Italien, bemeisterte sich deS tandes, und nahm den Königlichen titul an. Wein weil er so grausam regierte, liessen die Jtaliäner den Kayser Ottonem zu hülffe, welcher ihn an. 9S4 gefangen iy Teulschland führte, wo» selbst er nach 2 jähren z» Bamberg verstarb. Sein söhn, Adel» bertus H - Marggraf von Jvrea, führte zwar den Königlichen titul, vermochte aber wenig. Dessen söhn, Wilhelm Otto, hat die linie der Grafen von Burgund gestifftet. Indessen ist dieses Marggrafthum an das Teutsche Reich gekommen, von welchem eS die Hertzvge von Savoyen als ein lcyn besitzen. äs regno Irslise. kill. gen. äe 8syo/e. lOlVivIOksb', war eiü Magistrat, der unter deistK-rysem die ju« risdiction über Italien exerciren muste, welches zuvor die Lorssu- lares gethan halten, lunäicus LlexAnäri« war so viel als Ouurn- vir oder Oekensizr in den colonien. D» I I. 2, 190. S97> 7V8.IL8, oder i» dem lmZulsr, rke jur)' , das ist auf Teutsch, geichwvrne. werden in Eiigelland gewisse manner genennet / auf derenausfpruch in peinlichen fachen es schlechterdings ankommt, ob der angeklagte vor schuldig oder vor unjchuloig ,zu halten sey. Es müssen nemlich die 8Kerils eines jeden orts 12 manner, welche in der nachbarschafft mitzinßfreyen gülern angesessen sind, erneu» neu, daß ste zu der zeit, wenn peinliche genchke gcyaltm werden, an gewöhnlicher gerichts.stelle erscheinen, daselbst nach adgeleg. tem eyde anhören, was wlver und vor einen jeden beklagten vor» gebracht wird, alsdenn, nach einer von den anwesenden Richtern Vorhergegangenen kurtzen instruction (m solchen Puncte», welche eine erläuterung aus den landes'gejetzen erfordern) sich unter ein» ander einmütbia veraleichen, ob das vrsluin. so der gefangene be» ittt lOl^ chen, welche ihnen nicht zweiffelhassr vorkommen, vereinigen sie sich an der öffentlichen gerichtS.stelle. In andern aber psscgt man sie in ein absonderlich zimmsr,ohne essen, trincken und ftürr, so lange zu verschliessen, biß sie alle zwölffe übereingekommen. Solle in wahrender solcher zeit einer von ihnen plötzlich sterben, so wird der gefangene absolvirt. Nachdem sie insgesammt wegen ei» ner veräiü (so heist ihr auSspruch auf Englisch) eins worden, sogt einer aus ihrem Mittel, auf befragen der Richter, und in gegen« wart des beklagten, mehr nicht als das wort gullr^, h. j. schuldig x oder vor ZWK7, v. i. unschuldig. In dem letztem fall muß noth« wendig der beklagte lvßgesprochen werden; in dem ersten, aber müssen nvlhwcnbig dieRichler be» gefangenen zu einer solchen straf verdammen, wie es die rechte mit sich bringen. Wenn ein auslän» der wegen eines Verbrechens vor gerichte gestellt wird, so pflegen 6 fremde nebst ü Engelländern zu Furier genommen zu werden. Auf» ser diesen geschwornen, von welchen wir ,etzo gehandelt haben, er» nennen die 8 Kents einer jeden Provmtz 24 angesessene und rcpu» tirliche männer, welche rke §rsuä)u>^ genannt werden. Den» seidigen kömmt zu, die anklagen, ehe sie noch recht anhängig ge» macht sind, zu untersuchen, und nach befinden bald anfangs zu verwerten, oder deren fernere fortfttzung vor billig zu erklären. In Schottland werden nicht 12 , sondern 1; Inries m cnminsi- mllen gebraucht. Camdemis hält davor, daß schon in dem io secu- lo. zu des Königs Ethelred zeiten, dergleichen luriesin Engeüanv üblich gewesen, allein es ist wahrscheinlicher, wie andere dehaup» tcn, daß die ,r gcschworne, deren in Ethelreds Historie nielbunq ge« schiebet, als wahrhaffcige Ger,chts.Beysitzer sowohl äs jurs als äs ksÄo zu urtheile» macht gehabt, und daß hingegen die gcschworne, welchen weiter nichts, als von der Wahrheit des tsÄi einen aus» spruch zu fällen, zukömmt, erst in dem n Lculo durch Wllhelmum den erobercr, nach der gewohnheit seines erblichen Hertzogthums Normanvie, eingeführt worden. >6^- erst nouvesu äs is 6r. Lreragne. Lrirsnnis, 0^ vol. i p. ,og. Ivry, oderZ7vry, lat. Irressmm. eine kleine stadt nebst ei nein festen schliche an dem Kusse Eure in der Normandie, so wegen eines sieges berühmt ist, welchen daselbst Henricus kä. an. ,590 wider die Ligisten unter dem vue äe Mayenne erhielte, darinnen dieser ihre große macht über» Haussen geworffen warb, so daß des Königs fachen erst von der zeit an auf einem recht guten fuß zn stehen begrünen, die LÜM hingegen sich niemahlen mehr hat er» holen können. Siehe Henricus l V. * 108. In Italien hatte man zu zeiten der Römischen Republic dreyerley recht,nemllch 1 lus iZuinrium, welches soviel warlalS das Römische buraer-recht. Die ivlebes lus halten, waren einer seits allen gesetzen des Römischen volcks unterwvrffeii, genossen aber da» gegen auch alle Vorrechte verRömtschen burgeren.2 lus Osni.Diests ward anfangs den Latcineren verstattet, und nachmahls auch vie» len anderen städten, durch alle Provintzen ertheilet. Vermög des» selben behlelren diese alle ihre vorigen gesttze, weylelen ihre eigene Obrigkeiten, dorffcen auch wohl i» denen versainmlungen des volcks, wo es dem, so darinn präsibirte, ste darein zu bmiffcn gefiel, ihre stimmen geben, nur die erwehlungen der ämteren ausgenommen, alö wozu die das blosseLateiner.rccht hatten,nie sind gelassen worden. Das allergröste Vorrecht dieser Latcineren, mid deren so das La» teinerwecht genossen haben, wäre, daß wann sie fich j,, die stadt Rom zu wohnen begeben wollen, sie das vollkommene burgerrecht allda erlangen konnten, und so gar um ehmi'stellen dorfften anhal» len. Mit der zeit aber habe», die Lateiner auch ohne das es nöthig war ,darum aus ihren wohnstätten gen Rom zu ziehe,1, den vvlll» gen burgerstand zu Rom erhallen, da hingegen das lus an« deren örteren durch alle Provintzen verstattet ward. z lus lr-u« war etwas geringer alö das vorige, weil fie sich mchrentheils an das Rö» mische vvlck ergeben mnffen.Eswäre daher» unterjchievlich, nachde» me ein vvlck bessere oder schlechterejbedingnussen erhalten hatte.JnZ. gemein hakten dieJlalläiUsche.Provintze etwas mehr ftcyhclt als au. . dere, allein sie waren deswegen mchtRomische burger, sondern mu» sten derRepudlic eine gewissen tribut geben,und ihre truppen wurden nicht mit unter die legwnen, sondern nur murr die copiss suxiils- res gezehlet. äe snr. jure civ. 8.0IN. Le äs snr. jure Irs- lis-. * 108 kLiöäEl^LOivl kkRLOöO siehe panißchriest. "Just / (Henricus) ckn Pfarherr und kroLllor zu Basel, ist geboyrenden irdec.i^Si vonLucaeinem Prediger bey 8. Martin, hernach IPfarrherr bey 8. Peter, welchen I. I. GrynauS pflegte den Barnabam zu nennen. An. l^r nahm er den §>-» - äum lvlstzUten, an , und ward bald darauf Prediger bey 8. Jacob. Nachdeme er eine zeitlang die kroleDonsm VngckLnsm m V-säs- eozäo bedienet, kam er an. i;8s bey der Universität zu der Profef» fion des O/Asni Liiliorelici. An. l s9; würd ihm noch dazu, das durch feines vaters tov erledigte ksttorse bey 8. Peter confmrt, bey welchen beyden stationen er biß an fein end verblicben.Zweymal wurde er durch sonderbare Vorsehung bey schweren fallen lebendig erhalten - Als an. 1796 ward er bey einfaü eines neugeivolbten kcl« lers in 8. Albans.vorstadt von dem mauerwerck gäntzlich zugedeckt, aber unverletzt erhalten, da ein anderer neben ihm stehenv gleich zu tod geschlagen wurde. An. 1606 fiel er bey 8. Peter von dem oste» rich, gemach hoch herab in den Hof: und da die seinen heffcig an» kcnaen zu weinen, gieng er so fort ohnbeschadigt die treppen hin» auf sie zu trösten. Als er also einmal schon begraben, das andere mal schon als tod beweint worden, starb er warhafftig an. iüio im oct. an der Pest, hat unterschiedliche bey seinen erben »och be» sindliche theolog. historische und philosophische Missten verfertiget, welche ioi6 ruft Lust weiche aber niemahl im druck heraus gekommen. Lx ejur Conc. ku- nebr. öakler ckeonic. öec. * Justellus/ (Chrisivphorus) Frantzösischer Ratb und 8ecre- r-r,u.. Er war den 5 mark. an. 158° zu Paris gebohren, und war ein mann von vortrefflichen gaben und ungemeiner aelchrsam» reit. Nachdem er sein studiren auf der Universität vollende! hatte, legte er sich auf die kirchen.historie und untersuchuiia der Concilien , und gab aus,einer freunde ersuchen den collicem eccleli« univers« nebst den Africanifchen Concil, K mit anmerckungen heraus, worzu er hernach noch viel andere rare tractate hinzu fügte, als unkerschie» vene aus mimulcripnr jufammen gelesene Griechische und Lateini. icye csnoa«. Er hielt mit den meisten berühnrten und gelehrten wüten zu seiner zeit correfpondentz, und insonderheit mit Usserio, Cchelmanno, Salmasio, Blonbello und viclm andern mehr. Er nard endlich an. >649 zu Paris, nachdem er 6? jähr all worden war, und hinterließ einen eintzigen söhn, Henricum Justellum, welcher zu dem grossen rühm seines valers und dessen meisten wissen« schafften eine fürtrcffliche erkänntnis guter büchercn hinzu gethan hat, und mit denen gelehrten leuthen in Europa in pr«ef,Wechsel ge« Itanden. Weilen er gleich seinem Vater der Reformtrten religion eyferig zugethan war, so begab er sich schon an. 168 r in EngeUand, sllwoer an. 169; den 2; sepk. mit tode abgieng. Des Christopho« rl Justelli schrjfflen sind : cocicx c»nonurn ecclclise univecl»-; coüex cs». ecclcka: Hiric-m« Z kibliorkec» juris csnonici , Kilt. geneslo- 8-gue «i'cluvergne Lec, 2-»8znm cr« sten Abt machte. Verschiedene klöster nahmen diese rcfocmation an, und geselleken sich zu dieser congregation. 1.4 Le 5. Kilt. ccenob. Justina/ des tyrannen Magnentü ehe.weib, welche sich her» naa,,mit Valentiniano dem ältern vermählte, und Valentiniani des.lungern, wie auch Gaüä, so an Theodosium vcrheyrathet wur» Le, multer war. Nachdem die Ananer selbige mit ihre» irrlhü» »lern eingenommen hatten, verfolgte sie Sie rechtgläubigen gar hefftig. Auf ihr aiireitzeii wolle ihr General Valentiiilanus den Marlinum von Tours durchaus nicht vor sich kommen lassen, und Valentinianus der jüngere war dem heiligen Ambrosia nicht allzu günstig. Als selbiger den Arianern in Mayland keine kirche ein» räumen wolle, erbitterte sich die Kayferin hierüber dermaßen, baß sie feste beschloß', seinen Untergang zu befördern. Nichts desto wc» mger aber wurde sie genörhiget, sich feiner bülffe in befriedigung des tyrannen Maximr zu bedienen. Eine zeitlang hernach begab sie sich mit ihrem söhne nach Thessalonich, und starb daselbst an. z 86. Spill. äst lrizrcell. I. 4. 1.7. 'Justingen / ein schloß und Herrfchafft nahe bev Neu.Steuß» lingcn und nicht weit von Schelcklingen gelegen. In alten zeiten hat es seine eigene Herren die Baronen von Justingen gehabt, da. von einerAnshelm an. 1215 indem briefKayserFriedrichs II, darin er dem kloster Lorch alle fteyheiten bestätiget, sich Marschall von Justingen unterschrieben hat. So trifft man auch im 14 und ,5 stculo die Freyherren von Justingen in der geseüfchafft 8. Georgen, schild inSchwabe an.Nachviefem ist es im 16 fcculo unterLutzen von Freyberg an dieFreyherren von FreybergOcpfingifchcr iinie gekoin« wen,welche fowol aufReichs.als creyß.tagcn dieser freyen Reichs» Herrfchafft halber sitz und sticke biß aufdie zeiten des brcyßlg.jähri. genkriegs geführt.Dennda hat derObristeAdamHeinrjchK«ller wc» gen feiner ftauenRosimstnde,einer qebohrnenGrastn vonOttenburg und wittib Johann Billwordsvon Freyberg, anfpruch darauf ge» macht, und sich in den besitz gedrungen. Ob nun wohl die .von Freyberg in dem zuNürnberq bey den sriedens»executions.tractacen an. 1649 öbergebenen verzeichnlß um wieder erstaktung ihrer Herr» schafft wider Kellern angesucht, auch in der lpsciücsrivn relkmen- clorum IN ti-ibus inenlikus solches wieder besonders getrieben; so haben sie doch nicht eher darzu gelangen können, biß Johann Chri» stvph, Bischoffzu Auqspurg aus dem geschlecht derer von Frey» Hera, I,energischer linie, die Herrfchafft durch.geld an sich ge» löset, und solche seinem druder Albrecht Ernsten übergeben, wes» halber auch derselbe den Reichs»abschied 6e »n. 1654 unter den Schwäbischen Grafen unterschrieben , dessen söhn Joseph AI» bert solchen fitz und stimme ungehindert behauptet, siehe Frey» Hera. dl. k. 1. 7 c. 2 § 5. 6. Lurop. il-rolcl. p. 688- Ooäm. reäiv. monsll. Vürkemberg p 729. 6 düchern beschrieben, bekannt gemacht. Vmcentius von Genua, war ein Dominicaner, und wurde von V>° V . welcher ihn sonderlich werid hielt, zum Cardi» nal gemacht. Ein anderer dieses namens war Bischoff zu Bresci» in Italien. Urfus war Admiral zu Venebig. Er war ein tapffe» rer mann , und vor die aufnähme der Republic sehr besorget. Als er um das jähr 146a die stadt Metelllno belagerte, aber mit Verlust zurück geschlagen wurde, grämte er sich darüber zu tobe. /»2E ir» elog. clells nokil. chtrsl. cie tsm. Ivtkn. Le Icrir. ciell» kigur. äe clay. lügur. IlL>. kich. Ven. Justin iani/ (Angelus) Bisthoff zu Geneve. Er war z« Cblv a». 1520 gebohren, nahm den geistlichen stand an, und wur» be em Franciscaner. Er lehrte hierauf >» der theo>ogie zu Padua, Genua und an andern orten, brachte auch die herrlichsten Griechischen iriLkiulcripiL Mit sich in Italien. Nach diesem begleitete ec den Cardinal von Ferrara in Franckreich, und wohnte an. 1561 dem coilogmo zu Poissy bey. Hierauf machte ihn der Hertzog Emanuel Philibert von Savoven zum Bischoff von Geneve. Er wohnte dem Concilic, zu Tnbent bev, begab sich aber an 1578 nach Genua/ woselbst er den 22 sedr. an. 1596 verstarb. Man bat von ihm einen commentZNum in guseüsm cszürs 8. ^okannir; lerir.oner Z versus. cie cl»r. I-igur. 6e»s aokil. ä'lrsl. ÜLlüs Lkrili. scrir. üeilL Kigur. Justiniant / ( Augustinus) Bischofs von Nebbio, auf der in» sul Corstca. Er war an. 1470 zu Gcnua gebohren, und begab sich den 2; apr. an. 1487 in den Dominicaner» orden, that sich auch durch seine dergestalt hervor - daß ihn Leo X, nachdem er einige jähr prosiliret, beniznov.an. 1514 zum Bischoffzu Nebbio machte. Der König FranciscuL I in Franckreich machte ihn zu seinem Almosenirer, bey welcher gelegenheit er auch die wiffenschafft der Orientalischen jprachen zu PariS in bessern stand brachte. Er that hieraufeme reife nach Engeland, und wurde daselbst von dem Könige Hennco VIII gar hoch gehalten. Er kam aber an. i;,L auf dem meere um, als er von Genua nach Corsica segeln wolle, und hinterließ eine sehr schöne dibliothec, darinn sich sonderlich viele rare Manuscripicn befanden, welches er zwar alles der Republic Genua vermachte, so aber mehrentheils in andere privat bibliothe» ckc» zertheilt worden. Er bat plsronicurn cie inimorrsHtsr«! snim«; viÄoriiim?orckeu LÜversui Leki-eor und andere schrifftelt heraus gegeben, arbeitete auch an einer Historie von Genua, welche erst nach seinem tode heraus kam, darinnen aber vieles geändert wurde. Er ließ den Psalter in 8 sprachen drucken, und schickte selbi» gen an alle Potentaten herum, in Hoffnung, grossen prosit damit zu machen , so ihm aber fehl schlug. Wannenhero er auch die bi« bcl, die er auf eben solche art zu ediren vorhatte, un V welche in der that eine sehr schöne art von Likiüs kol^lonir aus denen meisten Orientalischen sprachen hätte abgeben sollen, nicht kvnte drucken lassen. I-VE eloz. /«st-»,»«» serir. i.ißur. ste kill. ksr. I. z c. 2. * 'Justmiani / ( Benedictus) Bischoff von Porto. Er war an. 1554 zu Cbio gebohren, begab sich aber, als die Türckenselbige injul erobert, von dar weg, und studierte zu Padua, Genna und anderwärts. Von dar kam er nach Rom, und wurde an. 1586 von Slkto V zum Cardinal gemacht. Unter den folgenden Päbstcn bekleidete er allerhand stellen, wurde Legat der Ancomkanifchen Marck, nachmals zu Bolomia; ferner Bischofs zu Sabina, Pa» lästrina und Porto, auch Lroreüor verschiedener geistlicher orden« Er starb endlich den 27 mark. an. 1621. Lf^eLcs lisl. Iscr. /«sti. Icrir, stell» l-igur. 'Justiniant / ( Bernhardus ) von Venedig, war ein sehr gelehrter mann , und wurde an. 1471 von der Revudlic Venedig arl den Pabst Ssttum I V geschickt. Nach seiner zurückkunfft schrieb er des Laurentil Justmiani, seines vctters, leben; einen trackat von dem Ursprünge der stadt Venedig; die Historie von den Golhen 5 und das leben des Evangelisten 8. Marei nebst andern sthriffken» ^c,,z>e„r. ste lcripr. ecclel. in eloA. sto6l. ste Kill. l.»r« 'Justiniant / (Laurenüus) ein Venetianer und erster Patriarch zu Venedig. Er war des Bernhardi Jiistiniani söhn, und ließ von jugcnd auf eine inclination zum geistlichen stände von sich ipuhren« Ais er nun erwachsen war, nahm er den orden 8. Georg» in Alga an, und weil derselbe kurtz vorher erst aufgekommen war, bemu» hele er sich, selbigen recht in stand zu dringen. Wannenhero er ius» gemein unter die ersten stiffter gesetzt wird. Er machte sich durch seine geschickllchkeit dergestalt bekannt, daß ihn Euqemus IVzuin Bischoff von Castkllanerr, nachmals von Grado und letztlicb vou L>e- rüst Venedig machte , bis er an. 14? r den titul eines Patriarchen erhielt- unv der erste war , st, diese würde besessen, nachdcme selbige in v ie» se stabt war kransftrirt worden. Er starb den 8 jan. an. 14^, und wurde von Elemente VII an. 1 > 24 in die zM der ftelrgen, von Alcxandro VlH abec an. ,690 in die zahl der heiligen gcsetzet. Sein Vetter, Bernhardus Iustiniani, hat sein leben beschrieben. Seine schrlfften sind : li§num v,r« , äs ffiloplma Se lpinruali peileÄione; cle catto connubio ; Llciculas arrioris ; tte ri-iumpbsli zgons Okritti. cle lcripr. ecciest lral. stscra. tzri- rr»,. /,ic> 7^/,,/. mann. conzreZ. 8. üeoreu. LÄa lanÄorurn. * °° Iustm-anus oder Gmstimam / ( Marcus Antonius) Her. tzog von Venedig , zu welcher würde man ihn an. 1684 nach Ludo» vico Conrareno erhub. Unter seiner regierung war die Republic, nachdem sie mit bem Kayser und mit Sein Könige von Polen in eine Matttz getreten, überaus glücklich wider die Türcken. Denn in» nerhalh4iahren entzog sie denselben 8. Maura , Prevesa, Larta, Cocon, alt und neu.Navarmo, Modon, Napoli ll> Romania, Zeng, die kleinen Dardanellen, Patraffo, Lepanto, Cvrinth, Lacedamon, Athen, Castel.rmovo nebst andern örtern. Er starb an. 1688 und bekam zum Nachfolger Franciscum Morosini, unter dessen commLlWo die meisten oberwehnten Vortheile wider die Ol» tomannische pforte waren erhalten worden. lgtt. -!n Louvern. cls Venile p. 48S, ;or. ciella nobilicL chlralia. cls kannst tzuttinian. 'Iuftinianisch recht ist, welches der Kayser Iustinianusaus den conirimkmnibu; der Römischen Kayser von Hadnano an, bis anf seine zeilen, und den büchcrn der Röinischen Rcchts.gelchrten, wie nicht weniger aus seinen eigenen gesetzen m gewisse theile bringen lassen, yledurch die wiederemander lcmffmdc» meinnngen derer Procnlianec und Sabmianer, und mit einander streitenden contti- ruüoass zu verewigen, und die Ungewißheit der Römischen rechts» gclehrsamcett aufzuheben. Diese arbeit hatten sich zwar viele bor Ihm vorgenommen, indem Nicht nur Crassus, L. Scävola, Ju« lins Cäsar und Pompeius dergleichen im sinn gehabt, Cicero auch so gar ein buch cle jurs civill IN rsclii-eaUo geschrieben, sondern auch Hadrianus vurch das eaidruin perpemum, und Tbeodosius der jüngere durch den von ihm genannten coclicemIbeociokiLnui» hieraufabgezielet, es ist aber das vanvt werck, indem die erster» an ihrem guten Vorsatz gehindert, die letzteren aber nur emtzele thei» lc vor die Hand genommen, niemals recht zu staube kommen. Nachdem aber Iustlmanus nach absterben seiner mittler bcnder Justinl bie regierang an ^27 Mure »verkam , und sich durch seine siege wieder die Vandalos mir konverainere, deren sich keiner von seinen vorfahren zu rühmen gehabt, zuwege gebracht hatte, folg» lieh um so viel geschickter war eine völlige Veränderung der gesetze vorzunehmen, so machte er an. sr8 mit dem sogenannten Locllcs ^utt,n!sn.rc> den ansang, und promulgirte selbigen im monal april folgenden jahrs. <7,ce^» cle orarore I l c. 4;. tzttetsn, in lul- LM c. 44 i. 7 cls O. I. .^str,cs//r»u, >. ;c>. ek/moloZ. I.. ; c. 1. I. ; conlkirur. cls novo coclice tscienclo. siehe covLX. Hierauf gab er an. 5;oim msnat dec. 17 gelehrten Männern» unter denen Tribonianus daS Haupt war, beseht, daß sie die schriff« ten der Römischen RechtS.gelehrtcn, so zu einer ungeheure» menge angewachsen waren, unter gewisse waios in ordnung dringen, und Hiebey , so viel als möglich sich vor Aimnomii- hüten, und basieni» ge, was nicht mehr im gebrauch wäre, weglassen sollen. Solches geschahe auch, und wurde dieses werck an. ;;; zu stände gebracht, und den iL dec. gedachten jahres vublttiret. Justinianus nennete es?sncleÄs5, sonder zweissei, weil Salvius Iulianus die collec- kionem des eälüi perpecui, dessen ordnung Justinianus dem Tribo« nianv und seinen mitgebülffen zum Muster vorgestellet, also genannt hakte, und noch mit einem andern »amen vigeKs. Es bestehen solche aus so büchern, diese wiederum aus rirulis , so wiederum in jegs?, von andern in c-chlra und § § eingetheilet werden. Iustiniani ordnung bestehet aus 7 theilen, welches ihm nicht so wol die natur und beschaffcnhert der materie», als vielmehr eine abergläubische Hochachtung der siebenden zahl an die Hand gegeben. Die alten gioii-uore? theilen sie ein in-Oigettuin verus, so von dem I buch bis aufden; titel besag, buches, ininkomamm, so von gedachtem ri- tulo hjs auf das ; 9 buch, und in novum, so von dar an vollends bis zu ende gehet. Denn es ist zu wissen, daß Irnerms , welcher in Italien das Iustiniamsche recht zuerst wieder hcrvorgesucht, den mittleren theil allererst eine geraume zeit nach dem erstem und letz» tern gesunken ,' daher nachgehends die ZIo1lskc>re5 selbigen nach der damals verderbten mu,,d>art mkorciamm - welches eben so viel be» deutet, als intarcirarn genennet. Sonst wird bey ausarbeitung der pandecten überhaupt erinnert, daß deren ordnung sehr schlecht sey, und Tndomanus die stellen der Römischen Rechts.gelehcten, theils durch zusetzung, theils durch auslaffung einiger Worte sehr geändert, welches man IHbomanbmc» und ernblemara ariboniLNl zu nennen putzet / wegen deren cruch ver/chledene gelehrte Hunnen/ und voeneinlleh HotkoinnnuuA gar üde! auf Tvldontanum zu sprechen sind. Inaleichen, daß er viel einander entgegen gesetzte Meinungen mit einschleichen lassen. ^ IsÄ. Mbcest !. I c. 8. ernenllar. I. I c. 7 . embisrnara Triboniani. ae O. 4. t,. c. cls libr. zuc. clv. c. L. bibliotk. I. * Nach qecndiqten pandecten, jedoch noch vor deren Publication, hie, der Kayser vor nöthig a»S selbigen, und denen l-,tt,mno»,bu8 des Pauli, Ulpiani, Florentini, Callistrati, Marciam, und m. sonderbeir des Cajl, eiucn kurtzcn auSzug zu machen, den anjan» "gern einen vorschninck von der Römischen Rechts»gelährlheitzu ge» rüst iQiT' sie hernach in den andern stücken um so viel glücklicher Eilten, trug zu dem ende diese arbeit Tribvmalio und Dorotheo auf, so beyde, und zwar der erste zu Constantinove!., ^^"bere zu Berytus, die rechte lehreten, welche die lnttauüoves vermtlglen. Sie bestehen aus 4 buchern, deren jegliches seins riruloL, und diese wiederum ihre prmcipis und tz § haben. Sie wnr» ""s'vv.und also noch eher, als die pandecren publici» ret, jedoch bessrhl -gustiniaiius, baß sie mit diesen von einerley zeit an die Verbindlichkeit eines gcsttzes haben ,ölten. 7>. /»/r,««. /. ^ H.^eK. c/. ge net. Xgstt/,. Se rribus mlkiiur. n-evis tt cls iNccirarionciiri marsna Se vasrbOclO. 0-c' pea^svüniia c. A Mein nachdem dieses alles seine richtigkcic hatte, vermerckte In» stmianus, daß Tribomanus und seine Mitarbeiter eines und das an» dere von den abqeschasttm gcsttzen in die pandecten gebracht, wel» ches dem ersteren coclio wiedersprach; damit nun diesem fehle« bey zelten begegnet wurde, hielt er ndchig, einen andern Loclicem, ausarbeiten zu lassen, und damii^r dieses abstehen desto eher crrei» chen mochte, gab er die zc> clsciüoaer heraus, in welchen er die jwistigkeiten dec scclen vollends zu heben suchte, damit selbige eine richlschnut der vorzunehmenden arbeit seyn möchten. Auf diese wei» se kam der coclex reperi« prLledstioms im dec. an. 5Z4zU!N vor» schein, weichem nach der zeit die ^uckenüc« aus den Novellen, und denen conttlrmlombus der Fridericorum einverleibet worden, (sieheLll'l'MdlNicL. cOOLX, 0LLl8IOM8L. ) in pr-eieÄ. aci rirste O. H. 8« cle übrig Mrircomrnun. §. 14 steg. Diesen folgten die Novelle des Iustiniani, welche nichts anders als emtzele gcsetze sind , die selbiger in den folgende» jähren bis auf das jähr ;s7 nach bejchaffenheil der vorfallenden umstanden heraus gegeben. Es bestehet aber jede novell» aus ihrem pnncipio und capicivas, und werden sie beyden alten in y collsüoner abgetheilet/ weiche ordnung eüiche den Griechischen Rcchts.gelehrten ) andere aber mit besserem fug den ersteren Italiänischen MttsrvribuL beylegen. Antonius Coiitius hat nachgebends die zehenve soll», rionem hinzugesetzt. Sie werben von den ^ccuttiM ,n §!ost- stsrs; 8c »an eingetheilet, und zeblet mnn der erste» ren insgemein y8. Es ist aber diese eiittheilung um so vielmehr irr acht zu nehmen, weil die AlcMrMii dem Teutschen Reiche allem vim legir haben,, welches jonber zweiffel daher kommt, baß bie Teutschen die Römischen rechte von den Italiänischen Alotlsrori- M überkommen , diese aber nicht mehr, als die xiollMz gehabt, und die andern erst nachgehcnds aus den E8. hcrvorgesucht worden: müssen denn kein zweiffel, daß wir noch nicht alle dstoveiiss Juttimsnichaben, und bat Nicolaus Alemannus angemercket, daß dere» noch viel in der Vaticamichen bibliothec vorhanden, so biß clmo noch nicht durch den druck bekannt gemacht worden. Ma» hat 2 Lateinische Übersetzungen, dere» die eine nach dem buchst«» den von einem unbekannten Griechen, welcher der Lateinischm sprachen wenig mächtig gewesen, die andere von dem Iuliano snr teceüors mehr nach dem wahrhafften verstände, und Mit weglas» sung der unnölhigen vor und schluß-reden, gemacht worden. Die erstere gilt allein in entscheidung der rechts.händel, und weil sie noch vor findung des Griechischen textes in Teutschland bekannt, und angenommen worden, so ist ihr ansehen dermassen groß, daß wenn sie auch dem oriZina! wiedecspricht, dennoch diesem vorgezogen wird. Es ist »»gewiß, ob die colledtio dieser Novellen voir Justtniano Herstamme und ob zwar nicht zu läugnen, daß er sei» dige zusammen zu bringen willens gewesen, auch daß solches gesche» hen, Cujacius und Franciscus Hottomannus behaupten wollen, fs hat ihnenBaldmuus und andere hicrmnen wibersprvchen.Q»Ä»,ii» cbronolog. juiiicuLni. /./ in s,c^cf.,r. sci Xo v. obst I. 4 0» ?8 I. 7 c. YLct. 8 c. 40. c. 6. 8»,in notis scl Leooop, p. 78. c. 8. ir» luttinisno. 7 czcl kr. Xov. in Licilirn» inanip. 4 n. 16;. obst I. 4 c. 1. cl. I. §. »7- Ob nun zwar dieses recht in dem mokgcnlandischen Knysirthum eine geraume zeitlang bey seiner krafft verblieb, haben dennoch die folgenden Kayser durch ihre besondere gesetze seidigen nach und nach grossen abbruch gethan , zu welchen die Unwissenheit der Lateinischen spräche kommen, die gröstentheils verursachet, daß Bast» lins Macedo, und sei» söhn, Leo Lbilostopbur, im 9 steculo auS den Justlnianischen rechten ein neues corpue > so nach des erstem namen libri genennet worden, in Griechischer spräche machen lassen, weiches biß auf die zerstöhrung des Griechische» Reiches und der stadt Constantinovel,nemlich biß aufdas jähr 14;; als ein allgemeines gcsetze, beobachtet worden. , in nor» Iiitb. jur. c. y. ll. >. §. 18 leg. In den abendländiichen Provintzien, weil selbige dazumal dem Orientalischen Kavftrthum zum theil schon entzögen, oder doch durch die Bardarn beunruhiget waren, ist das Iuiiiiiianische recht entweder gar nicht oder doch lehr sparsam in schwang und Übung kommen. Denn was «Spanien und Franckreich anbetrifft, so m zwar in selbigen auch unter Herrschaft! der Wochen und Franckm etwas von den Römischen gesetzen übrig gebtteben, eS haben aber die gelehrten angemercket, daß dadurch nicht iowol die Iustima» Nischen gesetze, als vielmehr der Lollex Nbeo-jost^nui zu vernei,M seyn. In Italien aber, und vornehmlich indem LxL>-cbsu,tt.s. vennslenii bat es ohne zweiffel mehr ansehen gehabt,und findet matt davon biß aufdas >2 leculuin unterschiedene merckmale, wiewol mit diesem unterscheid, daß zwar der stiockex und die Novellen zum öfftern, die Lancieren aber Niemals angcmhrel werden. in pro!, acl st'ocl. Tneociost rer. ^guirsnic.l, I. z crp. 14. Se O. I. ü. c. 20. ci. I. §. ,8 leg. il theil. Nnnnnn I» ioi8 just 2- d-m«-i l»Wch wick/r», sMmkomme«, war nichts wie man etliche 100 jähr blindlings geglauvet,als wenn ^.orharius c>»xo solches durch ein besonderes gesetze in die schulen llerichtt von Italien und Teutschland wieder eingeführet habe, 6>b welche fabel von Conringio und andern sonnenklar wiederleget worden; sondern es fieng Icnerius, ein lLroteiloi- zu Bologne, auf emralhen der mächtigen GcäsinMathildisan,tue Römischen rechts« vucher um das jähr n i; wieder aufzusuchen, und öffentlich zu er« klaren, worinnen er denn so glücklich war, daß er mchtalicin viel iubvrer bekam, sondern es drang vieles recht mit gemalt in die ge« 'kichts.slellen, und wurde allenthalben mit solcher dcgierde anqe« nommcn, daß man in kurtzen der Longobarbischen und Salischen gesetze wenig mehr achtete. in l.otk>»rio, >n cnron. I. ir. cle rG;no Imli« I. 11. cleOodkor. Lononienk. c!e O. I. 0 . c, 21. Weil nun die Teutschen im i; und 14 leculo häuffig nach Jta» lien zogen, allda die rechts.gelehrsamkcit zu erlerne», und hiedurch die obern und niedern geeichte Tculschlandes mit lauter solchen per« fönen besetzt wurden, so des Iustinianischen rechts mehr als ihrer landes.gesetze und silten erfahren waren, so geschahe es, daß jenes nach und nach eingeführet, dieß aber je mehr und mehr unterdrü» cket wurden, und nahmen die ersten um soviel mehrüberhand, nachdem die Teutschen Universitäten anlegte», und die rechts-pro- tellione; bloß den Römischen und Päbstlichcn rechten wiedmetcn. Endlich kam die fache um das ende des i z kecaü dahin, daß es in den Rcichs-gesetzen angeführet und als ein iu; ttibliciizrium, jedoch den alten rechten, und gewobnheiten unbeschadet, angenomiiieli wurde, in cbron. d>f>irenk. ! 4 <7. 21. c!ü O. l . Lei-rn c. ;r z;. L,cle 6eemrn. k-l.. ver. 8.0m. rc juri; in rep. nokira orig. exsrc. 2. §. 12 l. 8 §. ro. //«,-- cle consulkmionibus Lc legibus §. 1;. Austinianopotis, in Cilicien; siebe Anazarbus. Justinianopolis oder Iustinianäa/ ist eine stadt in der Bnigarey, woselbst Kayser Instmianlis der ältere gebohren wurde. Sie hieß vorzeiten Berma , und nach diesem Acris- Gedach« ter Kayier legte ihr,einen »amen bey, und machte sie zur Haupt« stadt von beyden Dacicn, Triballien, Dardanicn, obcr-.Mösicn und Pannonien. Im übrigen wurde diese stadt Justinianaa die erste genannt. Sintemal; örter diesen «amen führten, unter welchen Justinianaa die andere in ober«Mösten, und die dritte m Chaice« donia lag. Justinmnusi- Griechischer Kayser, war des Sabaiii so!)» von Vigilantla, Kaystrs Iustini des ältern schwester. Er wurde von diesem Kayser erstlich zum blobilMmo und hernach am r apr. an. ?r7zum Laelsre und gemacht, und folgte selbigem nach einigen mvnaten. Er »ahm sich der rcgierung bald anfangs sehr eifrig an, ließ die zerfallene kirche wieder in guten staub brin« gen , pudlicirte scharffe gesttze wider die ketzcr, und that viel zum besten der Christlichen reljgjon. An. ;r? überwand er durch seine» .General Belisarmm die Perser und Vandaler, und brachte das Griechische Reich wiederum in guten stand. Nach diesem entspann sich eine gefährliche cmvvrung , welche Hypatius, ein pwncius, nebst dem Pompeio und Probo, so allerseits des Kaysers Anastastl vettern waren, mitten in der stadt Constanlinopel gcstifftet, die Hypalium aufden Kayserlichen stuhl fetzen wollen. Diese rcdellion war so wichtig, daß Justinianus schon alles vor vcrlohren schätzte, und im begriffe war, den Kayferlichen pallast, als worinn er von dem rasenden volck umringet war, zu verlassen, wofernc ihm nicht von der Kavstrin cm inuth eingesprochen worden. Endlich wur» den die rebcllen durch Belisarii und Narsttis tapsserkcit, welche mit wenig bewaffneten einen ausfall aus dem Pallast thaten, unv das unbehertzte und schlecht beivassnetc volck in die flucht jagten, mit ertödung wohl ;oooc> menschen, die doch meist in dem gedräng erdrücket worden, gedämpfet, die rädelsffchrer aber empficngen ihre verdiente strafe grad vordem pallast, darum sie sich unterstan« den halten ihren Fürsten anzugrciffen. Hieraus gieug der krieg mit den Vandalernan.;;; auf das neue an, welcher aber indem folgenden lahre, nachdem die hanptstadl Carthago eingenommen, und ihr König Gilimcr gefangen war, geendigt wurde. Doch machten nachdeme die More» in Africa^dlesem Kayser zu schassen, erschlugen auch zwey dessen Generalen Salomon und Areobindam, und wurden erst an. gäntzlich gestillet und unlcrsfoch gebracht. Er schickte alsdann Belisarinm wider die Gothen , welcher ihnen bald anfangs Sicilienund baraufeinen grossen theil von Italien abnahm,und der Gotben König Vitigcm zu Ravenna gefangen be- kam. AIs aber Bclisarnis aus Italien zurücke beruffen wurde, erwählten die Gotben Totilam zum König, welcher an. 547 Rom wieder eroberte, so aber Belisarms, als er aus dem Orient zurücke kam, in dein folgenden jähre wieder einnahm. Totllas erhielt zwar nach r jähren die stadt wieder, und thäte, so lang er lebte, den Römern nicht allein grossen widerstand, sondern auch manch« mal mercklichen schaden, so vffk andere Generalen, als Belisarius und Johannes ihme entgegen gesetzt wurde»; Endlich an. 552 ward auch Narses wider die Gothen gebraucht, und schlüge erst« iich Totilam in einem harten treffen. Hernach als dieser von den Gothen selbst gerodet worden, wurde bald auch dessen Nachfolger Tejas von dem Narsete geschlagen und umgebracht, und zugleich daS Gothische Reich in Italien geendigct. Mit den Persern halte dieser Kayser auch viel zu thun. Und zwar so waren die Gothischen kriege ursach, daß ma» selbigen lange zeit nicht mit genügsamem ernst widerstehen konnte, auch an.;; 1 bey schliessunq eines sünff« jährigen stMands selbigen einen gewissen lribut versprechen müsse. Die ser ward an. ?;5 gebrochen, weil die Lazier, deren König Gu« bates unrechtmäßiger weise wäre gelobet worden, sich aus vcrbit« terung an Persien hiengen. Doch hatte Justinianus das glück die Lust Perser in einer grossen Wacht mit verlurst zehen tausend Wann i» die flucht zu jagen, dcjänffligte auch die Lazier, nachdeme er die falsche anklägere Gubazis zur straff gezogen, und diesem volck eines neuen König, namens Tzakhius, gegeben. Endlich käme ein völ» iiger frieden mit den Persern zum stand auf 17 jähr, an. 5Ü2. Auch wurde unter dieses Kaysers rcgierung der noch übrige rest der Hu«, ncn vollends aufgerieben, als sie einige zeit in Thracien und Wie» chenland durch streiffereyen schaden gethan, so, daß hernach derea fast nirgend mehr gedacht wird. Insonderheit aber hat sich der Kayser durch zusammentragung der Römischen rechte berühmt gc» macht, worzu er von den gefchicktesten Männern in seinem Reiche io erwählte, durch welche der so genannte cociex luttmiMei» «n. zusammen getragen wurde. A».z;; ließ er die cligstts oder psv- cleüL; aus den büchern ver Rcchtsgelehrten zusammen tragen, und bald darauf die mttiruriones, weiche ein kurtzer begriff aller rechte seyn sollen. An. n 4 ließ er den coclicem verbessern, und pudlicir. te an. ;4i die Novellen. Für sich selbst war er von schlechten liuciü;. dar bey sehr ehrgeitzig, und ließ sich durch seine gemahlm Thevös» ram, welche ein ausdund aller lasier war, zu vielem bdstu derlei» ten. Zuletzt fiel er in die steten der Eutychianern und AvrharwLo» ceten, uud starb den 14 nvv. an. 5 6;. LMFE. M««- cle j uckiiii-mo, cleie»- llo ssulkiniLni. /«?. spol. pro ffulkinisno. lult. ortboäoxu;. 6« .»r,,»» äe orcu Le proZr. jurir civ, L««- cj« bitt. c!u blettoriLnikme. Leo. * 'Justinianus II, Lkmmmeml;, zubengmet, oder mit der ab' gefcynitlenen nase. Er folgte indem > L jähr seines alters an. S8; seiucin vater Constantino l?ogonLw. Bey antrittzstiner rcgierung bekam er einige Provrntzen wieder, welche die Saracene» bißhero beiepen, und nöthigteste, ihm einen jährlichen tribut zu gebe». Mein weil er solchen m fremder müntze nicht annehmen wolle, brachte er sie dadurch zum gäiitzlicben abfalle; thäte auch darin» sehr übel, daß er beym ftiedens.schlnß eingegangen, dre Msrnu» ten, ein sehr sircirdarcs volck vom bergeLibano, ailwo sie tißhew vornemlich ble Saracenen aufgehalten hallen, weg zu Mreu, und an cm ander ort z» sctztziizdaher dann bey erueuerimg des kriege:-,die» st ländere mehr als andere, denen ausälleu dieser Barbare bloß gefiel» lel morde; wobey auchIustinianus vvu selbigen eine ziemliche »rede» lag erliltcnzdech mehr durch schulde verSciavomschcn hülffs-voicke» reu ; auf deren lapfferkeit er zuviel vertraue?, und welche doch auf ihrer fette schändlich ausriffen, als wegen seiner eigenen stldatca zaghafftigkeic, die auf ihrer feiten den sieg schon in Händen halte». Indessen hatte» nach diesem schaden die Asiatische Provmtzen vos diesen feinden sehr viel zu leyden. Erhielt hieraufdm hvollna» guini-lexiLm zu Constanlinopel, welcher dem Padst Sergio nicht gefallen wolle, weshalben er ihn bey nahe gefangen nach Cousins» tinopel führen lassen. Seine gransamkeic, und die viele und harte grid-erpressungen machlen lhnebeyicderman verbaßkweshal» den Leontius an.ö94 ivider ibn rebeUirre,ihme die nast abschneiden ließ und ihn veriagce. Leontius maßte sich hieraufder Kayser-wür» de an, wurde aber von Tiber,» Absimaro vertticben, und icuier nast gleichfalls beraubet- Diesen fiicß Justinianus durch hülssc der Bilkgarcn um tas iahr7o; wieder vom throne, ließ dein Leoutto, der in einem kloster ttack, und Absimaro den kopffabichlagcn, dem Patriarchen Callmico die, äugen aussteche», und viele vomehme Herren hinrichten. Seine rachgierd wäre in dieser zelt fö groß, daß < als bey feinem emzug in Constanlinopel cm hcfftrges wetter enistandeu, und ihne bey solchem anlaß jemanden wärnete, er möchte ein gelübde thun, allen seinen.semden zu vergeben, er im gegenthett sich selbst den greulichsten tob aim mischte, wo er einem davon fchviim wurde. Er schickte auch würcklich Line Aotte in den sogenannten Ohei-lonesumlLuriciem, allwo die cinwohuerr der stadt Cherson, ihme aufbefehl Abstmar, sollen nachgestellt haben, wel. cbc alle erwachsene leuthe umbrachten, da der Kayser noch klage führe» dorffte, daß sie den jungen kindcren verschonet. Doch solle gleichsam durch eine göttliche strafdiest gantze siolte bey ihrer ruck» kehr durch ungewttter aufm schwachen mecr zu gründ gegangen, und über stebcutzig tausend mann dabey umkommen seyn. Nach diesem war er gegen diefVulgaren so undanckbarffdaß er wieder sie krieg führte, wurde aber von ihnen geschlagen. Jedoch well er nicht aufhörte, allerhand grausamketten zu verüben, wurde er an. 711 nebst seinem söhne Dbcrio von Phlllppcco Bardaue umgebracht, oder vielmehr, als Bardanes schon zum Kaystc aufge« worffcn war, vo» einem gewissen Hella, beme er zuvor stiue stau mit gemalt entrissen, um solche an seinen koch einen Indianer und sehr schändlichen kerl zu überliefferen, die kmder aber gar kodlschla» gen lassen, ebenfalls gelobtet. Lontianririopol. * Justinianus / Kaysers Jnstini des jünger» Vetter. Sophia, des letzter» gemahlin, hatte Tiberinm auf den thron erhoben, m hoffniing, ihn zu hcyrathen. Als sie aber sahe, daß er den titul äuZMKe seiner gemahlm zugelegt hatte, wurde sie darüber fö erbittert , daß sie wider Dbermm eine conspiration anfieng, unv In« stinianum 4lim Kayser zu machen nichte. Allein Tlberms, an statt an ihm sich zu rächen , gab ihn? allein einen freundlichen ver« weiß, pacdonirte ihn, und bediente sich seiner im kriege wider die Perser. Justinopolis / die Hauptstadt in Histrien; siehe Aegida. Iuftinus l> ein Morgenländischer Kavser. Er war von sehr geringer ankunfft aus Thrakien, und wurde aus einem sau-hirten ein solbat, und nachdem er alle stuffcn der kriegs-dienste dnrchge« gangen war, auch ein General, auch nach des KaystrS Anastasii jode den s jul. an.;i8 von der Kayserlichen leib«wache gar r»m Kayser , ^ . ruft «aystr erwählet; obschvn er für sich weder lesen noch schreiben lmo >m gegentherl aus Anastasii geschicchce viele ansehuliche Personen vorhanden waren, welche den Kayserlichen thron gerne ocmegen halten, So bald als er auf den thron erhaben worden, er die ins elend vertriebenen Bifchösse wieder zurücke, vertrieb vlL ketzer, welche jener stelle eingenommen, befahl, baß man über oas Chalcebonenstsche concil-um halten solte, ließ einige unruhige ropffe,hinrichte», und gab sehr scharffe eäicke wider die Arianer heraus, welche hieraufden König der Gothcn, Tbeodomum um hulffe anricffen, der so dann den Pabst Iohannem il an. er; nach Coiii.auilnvpe! zu gehen nöthigte, um diese fache zu vergleichen, woselbst er von Iustino mit grosser freude empfangen wurde. Nach» dem er aber vernommen , daß die stad-t Antivchia und viele andere morgcnlandilche statte durch em starckes erdbeden wären verderbt worden, legte er den Kayserlichen purpur und die kröne nieder, zog einen ,ack an, und brachte viel tage zu, ehe er mit jemand ein Wort redete, so sehr gieng es ihm zu hectzen. Ergab hieraus zu deren w>eder-erba!iung grosse gelb-summen her, und änderte die namen Auazarba und Edessa rn Jusnnvpolis.Er ward von der PerserKönig Cadade bekrieget, aus Verbitterung, weil damahl einer der Laznchen Königen zu Constantinopel die Christliche religivn angenommen, und sich mit Iustino sehr genau verbunden hatte. Doch trüge Ju» stinus den grölten Vortheil davon, und thäte dem feinde durch lenie Geucralm Sittimunb Beiisärium, mit Verwüstung seiner laudd grossen schaden. Nachdeme er alt und gantz abgemattet war, er» nennere er Iustimamim, seiner schwester-sohn, zu seinem üiccek- iore, und ikacb ohngesähr 4 monacc darnach den I aug. an. 527 un y jähr seiner regiernng und im 77 jähre seines alterS, durch das aufbrechen einer alten wunde, die nichl recht wäre geheylet worden. Seine regiernng wird blittg gerühinet, aiSdie so wohl dem gemei» neu wcsen als de rreligion nützlich gewesen,nur daß seine allzugrosse scharffe oder vielmehr grausaw.keu gegen die ketzer nicht wohl kau gebilliget werden. rom.; annal. 1.4. . Iustinus Ik, oder der jüngere / war Dulcissimi und Vigi» lamm, des Kaystrs Justimam schwesier, söhn. Er war anfänglich (.'uropaiarer. oder oberster Hosnicister, folgte über an. sei. nem vclter m der regiernng. Er hatte einen vetter gleiches namens, welcher eine acmee an der Donau commandirt, um der Barbaren elnsall zu verhindern. Mit diesem hatte sich Iustinus, ehe er zum Kayscr erklärt wurde, verglichen, daß derjenige, welcher Kayser werben würde, den andern zum vornehmsten bedienten des Reichs machen solte. Allein Iustinus hielt sein versprechen nicht, sondern ließ ibn vielmehr, nachdem er ihn nach Constammope! holen lassen, und von dar nach Alexandria gehen heissen, daselbst an. ?ü7 in seinem bette erwürgen. Gleichwie er auch die beyden Rathöherrcn Etherium undAdvaum,hinrichten heß.West sich die armen stets bey ihm beklagten,daß sie von den Grossen hefflig gedruckt würden, so bestellte er einen Richter, mit gegebener macht, einen jeden, er sey, wer er wolle, auch so gar an seiner tafel, wo er es verdiente, anzufallen , und m arrest zu nehmen. Bald darauf wurde das Reich durch d-e Avares, Longsdarden und Perser geplager, welches er dermasscn zu hertzen nahm, basier darüber im Haupte gantz per- rückt wurde. Von den Longodacdcn zwar kan man hier den nettem Narscs nachsehen. D-e Perstre thaten anfänglich nicht mm- der schaden, mtt welchen der Kayser m krieg verfallen war, weilen er die chgcnannrenPer,armemer gegen sie m schütz genommen,so daß die Kayserm Sophia mit ihnen friede zu machen genvlhigct, und Tidemis zum Kayser erwählet ward, um m währender kcanckheit des Justlm das Mich zu beschützen. Vo» dem ferneren erfolg des Persischen krieges, «b zuletzt noch ziemlich wohl ausschlug. siehe Tiderius. Iustinus H. starb endlich an. 577, oder 78, nachdem er iL oder 1; iahr regieret hatte. iustinus / ein Christlicher l'büofopku; und Märtyrer, lebte in dem L tecuio. und war zuSlchem, nachmahls Neapolis, jetzt Navoulousegenennet, qedohren. Sein vater hieß Priscus, und der groß-.valer Bacchius. Nachdem er eine zeit lang ein Platoni» scher?MIolophu5 gewesen, wurde er endlich wunderbahrer weise, durch den discurs und baS zurede» eines venerablen alten Manns, den er für etwas göttliches hielte, zum Christlichen glauben bekeh- ret, weiches er selbst m semcn ,chrifften erzehlei. Von derselbe« re>t an war er sehr eifrig in der Christlichen religivn, auch wegen »einer aelehrsamkeit bekannt, wiewohl er in der Hcdrastchen soracbe nicht viel gethan halle, auch es ihme an Historischer lind CrMscher wissemchafft ziemlich mangelte. Nachdem der Kavler AntonmuS eme Verfolgung erreget, verjertigre er eine schutz-schriffc vor die Christen wider die falschen aussagen dcrHeyden. Nach» qehends gab er noch eine andere fchntzsscyriffl heraus, vertheiölg. te wich die Christliche religio» w.oer den Cynuchen kkso,°?kum Creicentem, und einige andere mit großer tapsterb-ll, bmuchte aber dabm 1 keinem Unglück psrfolMl-inveetiven, und warne Cre,centt Lukeucheü uumaPg-s und durchaus IMserhaff-eS leben ftyr Le be vor Dann dttler ward hieburch dergestaltc» erbittert, bah erJusmmm dey.n Kayser verklagte, welcher dadurch M martyr. krsisi , e anmc indem er um das,ahr IÜ4 Mit dem schwerdle, oder, v e aL e wollen, nnt g'ffc hingerichtet worden, Aulser den gedacht n apologien haben wir auch von ihm seinen MaloZam m TrvvS e, einen gelehrten Juden , welchen ewige gelehrte nicht ubue arund für den unter den Il'ben so berühmten Rabbl Larpon da, en Äewol von anderen,ledoch ohne gründ, gezwe,stell wer- iust IOI9 ^V -»-«r. Qrne lsik.Iluer. scrlpr. eccleüatt. It.in snnauitrübuL eccis- .'Iustinus/ ein Heydnischer gefchicht-fchreiber. Er lebte, wie es am wahrlcheinlichsten ist, zur zeit des Ankonini im 2 feculo, und veriaßte des Trogt Pompeji Historie in einem kurtzen begriffe, welches denn die Ursache seyn soll, daß des Trogt bücher verlohren gegangen. Er wird von einigen zur ungedühr vor des Trogt söhn gehalten. Seine schreid-art ist noch ziemlich rein und nett, wie» wohlen er ohne zweiffel die meiste und beste redens.arten von Trogs Pompcjo entlehnet hat, sonst werben auch Justini wercke ins» gemein kurtze begriffe oder SurnmE der bücheren Trog, beygefügt, welche aber gar nicht des ersteren aufsatz zu seyn scheinen, äs bist. lbar. I, I c. ;r. !U hihi. ÜLf. p, 141 feczq. * ; war zu Rom, wenn man bey absterbe» eines vornehmen und hochverdienten Mannes, öffentlich die trauer an», legte, so daß alle qerichte, und so gar alle qewöldcr um den marckt herum geschlossen waren. Gleiches geschahe bey andern grossen Unfällen, so dem gemeinen westn begegnet waren, auch nicht min» der bey glücklichen bcgebenhciten und sonderbaren freuden. bezeu- giiligen, an fest,tagen rc. äs tun. 8.0M.4, n. äejure mrm. ;-ry. I. 100;. Justus von Tiberias- Er war einJüde, des Pisti söhn/ wuroe von seinem vateriande also benennet, und lebte im ersten ts- cwo. Er war bey den Jüden in sehr grossem ansehen, aber dem Josephs sehr zuwider < worüber dieser letztere in seinen schrifften leidsten klaget. Er hat eine chrvnic von den Königen in Juda geschrieben, und comlvenmno; von dem Jüdischen kriege, von welchen aber Josephus nicht zum besten urtheilet. bitt. I. 2 c. y. cLtal. Justus/ Ertz'Bischoff von Lvon, war aus einer alten familie in Franckrcich, aus dem lande !e Mvarais. Seine eitern, welche sich zu Tournon aufhielten, thaten ihn unter des Pasebam, Ertz- Blschoffs von Vienne in Dauphins ansührung, bey welchem er auch dergestalt zunahm, baß Claudius, dessen Nachfolger, ihn zum /trcbiälLcono seiner kirche machte. Endlich wurde er Ertz'Bi' schoffvon Lyon, wohnte auch in solcher qualität dem zu VMench an. ;?4 gehaltene» Loncllio dcy, und an. ;8r dem zu Aqmlciipwo» hin er von den andern Prälaten aus Franckrcich gesandt wurde, um deS Palladn und Lrecundiani, zweyer Ariauischen Bischöfe, irrthümer zu widerlegen. Nach seiner znrückkunfft trug sich ein wunderlicher fall zu. Denn ein elmvobner von Lvon wurde wahnwitzig, schlug und.verwundete alle lente, die ihn: aufvcr gaffe begegneten. Weil er aber einige gute stunden m,t unter balle, re» lirrrte er sich, als man ihn greissen wolle, in die kirche. Der ssckrrar daselbst batden Ertz'-Bischoff, ihn anszillieffern.es solle ihm kein leid wiederfahren , man wolle ihn nur ein wenig gefangen hal» ten, biß das volck wieder gestillct wäre, versprechend, ihn alsdenn dem Ertz'Bischoffwieder zu überlasse». Justus lieffcrte ihn aus, muste aber erfahren, daß das volck zufuhr, den unsinnigen aus des Magistrats Händen riß, und ihn jämmerlich hinrichtete. Dieses nahm sich Jnstns dergestalt an, daß er sich entschloß, allhjer sichwcgzubegebcn, gieng also mich Marseille, und stgelte von darin EgMeu. Als er daselbst angelangt war, begab er sich unter die cinsiedler, wurde aber von einem fremblingc aus Lyon erkannt, und lebte daselbst biß zu ende des 4 teculi. Als die Lyoneser seinen wv erfahren, liessen sie seinen leichnam aus Egnpten holen, und bcgrn» ben ihn in der kirche der Maccabäer, die nach ,hm benennet wurde. Die Herren von Tournon aus Franckrcich wollen von diesem Jnsto abstammen. Wannenheroihre erstgedohrnen mehrenkheils den namen Justus führen. Sie haben die kirche L. Justi zu Lvon gestlffcet , wormnen die ältesten von dem haute Touruvn die vornehmsten sind. In dem schlösse Tournon ist ein gewisses guartter, so man 8. Justi zu nennen pfleget, allwo er gedoh» ren seyn soll, wie denn auch der Cardinal von Touruvn in stibiger siadt dem 8. Justo zu ehren ein colleMum gestiffcet. ä-w,«,, L« snn. ecclss. 11 ) 81^8 vIL6Ll.chI'r^b;v8,wurde von seinem Bißthnme Ur» gel in Catalonien also genennet. Er wohnte an. 521 dem andern Ocmcillo zuToledo bey,und war zu seiner zeit in sehr grossem ansehen. Er hat verschiedene stbrissren hinterlassen, als da sind: cc-mme-us. r,u8 fm c-wucn canricorum; und einige brieffe,doch an der zahl kaum drey die ächt sind, sie scrlpr. ecclet. c.21. äs reb.üifp. I. s c. 7. tÄ2-s. * -Justus s.Iuft. -Juturna / eine Göttin oder Nvmphe, welche von den Rö. meni, und ttiMderheit von den weibS'persönen angebetet wurde; gestalt die weiber durch ihre hüiffe eine leichte nnd glückliche ge. burl, die jungfranen aber glückliche heyrathen zu erlangen hofften. Den namen selbst halte sie »juv-mäo von heissen. Es wurde gesagt, daß, weil sie eine über alle Massen schone jungfrau gewesen, Jupiter sich in sie verliebet, sie hernach, zur vergelttmg ihrer gegen» liebe, milder Unsterblichkeit begäbet, und sie in einen brunncn oder vielmehr ui desselben Nymphe oder wasser-Gottin verwandelt habe. Dieser brnnnen Juturna war in Laliv am fiuß Numieus, unweit Rom, dessen wasser man bey allen opffern, und insonderbeit bey denjenigen/ die man der Göttin Vesta that, gebrauchen muste, als wo es verboten war, sich eines.andern Wassers zu bedienen. Bcmeldter brnnnen läufft in den kleinen ström Numlcum Einige faaen, daß Juturna Danni tochter und Turm, des Königs der Ru. ttilorum, schwesier gewesen, welche, nachdem sie von dem Komge. Lalino geschändet worden, sich in dem flusse Numico er,auffet ya- de. ^eE«^n«ä. 12. o^E l-b.tattor ;. lLiVLbl>ik.lL. war zu Rom ein privatssest, welches man be. il theil. Nnnnnn-r gieng, iO2o Luv rux fz'i g>cng, wenn sich ein junger mensch zum ersten mal den bart scheren i!r». E» ward mehrentheils in den Häusern und gärten celebcirct, und wurden dabey allerhand lustdärkeiten geübet. Nerv wolle es das gantze vvlck geniessen lassen, da er sich fürs erstemal den bart ließ abschneide», gabc-allerhand stbamstsiele,gebrauchte auch diese gestgenhett zuerst öffentlich vordem vvlck zu singen und auf der ci« it-rrrtr zu schlügen, cle coma c. 2. scl ke- ikon. c. 29. iooz.^ Juvettaüo,(Decimus oder Decimus Iunius) ein Lateinischer pocie. Er war von Aquino, einer stadt in Italien gebünig, wie. wohl andere sagen, baß er aus Franckreicb gewesen, lebte im ersten leculo , und wurde insgemein vor eines freygelaffencn söhn gehal« ten, oder doch, daß er von einem freygelassenen erzogen worden, wiewoi seine; namen, Decimus Iunius JuvenaliS, ivcil sie alle» lammt Römisch sind, anzuzeigen scheinen, baß er aus einem vor» nehmen geschlcchtc müsse gewesen sey», Massen nicht leicht jemand, alS leule von contltivn dergleichen führen burfflen. Er war noch gantz mng/ als er nach Rom kam, und nachdem er fast die hclffle stiuerlebcns zeit mit declamalioneii zugebracht hatte, legte er sich endlich auf Verfertigung fatyrifcyer fchrifflen,wodurch er sich sehr be» rühmt machte; letztlich aber, als er den Pariß,oes Kaysers Neronis coinödlanreil, zu hart angestochen hatte, wurde er von bannen weg» geschickt, um einige trouppen in Penkapoli an den EgYPlifchcn und Lybischeii gräntzen zu commandireli, aliwo er i» kurtzem vor ver» druß ivlte gestorben seyn, wo wir bem leben Iuvenalis, so Suetvnio zugeschrieben wird, glauben, wiewoi andere mit mehrerer wahr« scheinlichkeit behaupten, daß er biß in das ir jähr des Kaystrthums Hadriam gelebt habe. cjus.it, 1.4 ep.ro. poer. l- 6 c, 6 thäi. Im übrige» ist sein Nxlur gar niedrig, auch die verse selbst geringe. Es werden ihm auch noch andere schcifftcii zugeeignet- tztnigc geben diesem scnbenlen den namen G. Aquilinus Veclius Iuveucus. //,, in ciwcm. OI) mp. 277 epckt. rcl lVIsA. Le in comment. in tvlrrch. sn. L. ;;8 n. 48. cle script. cccles td/r-s. Juventas, wurde vor die Göttin der jugend gehalten. Ser» Sius Tullms setzte sie in das e«pirolmm zu Rom. Als nun her« »ach Tarquinius kritcu; willens war, bem Jovi Lapitolino stlhj» gen gantze,1 platz zum tcmvel zu widmen, und zu solchem ende alle andere gvttbeilcn von dar wegschaffen ließ, so sollen, nach der Rö> mischen geschlcblschreibcr bericht , der Gott Terminus und die Göttin Juventus durch gewisse zeichen ihren Unwillen darüber zu verstehen gegeben haben, weßwegen man sie da bleiben ließ. Es koste aber ohne zweiffel ein staats-betrug damit unter,weil man.dcm vvlck walte glauben machen; weile» die Gottheit der gräntzen und der sugend zu Rom dem Jupiter selbst nicht hätte» weichen, noch platz machen wollen; so wurde auch der erstere die Römische grün» tzen immer gegen alle femde bewahren, und die andere ihre junge mannschafft me lassen ün kriege vor einigen feinden weichen oder unten liegen. Der Bürgermeister, bck. Livius, gelobte ihr an eben bemstldigeii tage, da er wider Hasdrubalem den sieg erhalten, einen andern tempcl zu bauen, wachte auch darauf, da er ceickor worden, darzu würckstche anstatt, und 16 jähr hernach ward von C. Licinio Lucullo Ouumviro solcher tempcl eingeweihet, /.in«- ^ (?«/- lrr». Lcc.* Juxon, William) von Chichester aus Sussex gebürtig. Er wuroe zu Oxford in dem 8. Iohamiis.colleßio erzogen,wojelbst er tt-cCLlsureu!. und endlich volckorjuriL, auch des ermcldten collcgii Präsident wurde. Der König Carolus 1 machte ihn zum Bischofs von Hcreforb und London , und endlich zum Lord Reichs-Schatz. meisier, in welcher bedienung er sich so aufzlislihren wüste, daß ihn jedem,an liebte. Gedachter König erwählte ihn auch darzu, daß er ihm bey seiner enthauptung beystehen, und das heilige sncrament reichen muste. An- - 660 machst ihn Carolus 1 1 zum Ertz-Blschoff von Canterbury, theils zur danckbarkeit wegen der an seinen, votier dewiestnen treu, theils auch weilen er der älteste unter denen noch vorn, innerlichen krieg gesessenen Bsschöffen ware, da im übrigen seine leibes.und gcmülhsckräfften damahlen schon sehr abnahmen. Es wäre auch seine geschicklichkeit nie gar zu groß gewesen. Er starb an. 166;, und wurde mit grosser Pracht in dem 8. Johaiimü. coileZio zu Oxford begraben, welches er, gleichwie auch 8. Paust, und Lambeth colleZiL, wohl begabt hatte. Er war bey jederman wegen seiner sanfftmuth, und andern lugenden beliebt. Alem. Kick. clels Lrancle Lrec. * Ixar/ stehe Hijar. Ixion/ ein König der Lapither. Er vermählet«! sich mit Dia, Deionei lochter, welchem er nach der dastgcn landcs.gcwohnheit an seinem Hochzeitstage grosse geschencke zu schicken versprach, aber nachgehends sein woxt nicht hielt, und dadurch verursachte,daß ihm sein schwieger.vater seine pscrde wegnahm. Jxion vcrstellete seinen darüber gefaßten zorn, und lud Dejoneum auf eine gasterey, mach. le aber, nachdem er in sein hauß gekommen, durch eine heimliche fall-thür/daß er in einen ofcn fallen muste, Ivoiititien ibndas stur alsvbalb verzehrte. Allein diese grausamkeit reucte ,hss hernach über alle Massen, woran film Jupiter, nach der poctc» bericht, um ihn zu trösten, zu sich zur tast! einladen ließ- Allein er verliebte sich daselbst in die Göttin Juno, und Jupiter, üls ihm Juno solches Ende des« anzeigte, bereitete eine wolcke in deren gestalt, und brachte sie vor Irionem, welcher damit seine stist büffete. Nachdem nun Jupi« ler seiner boßhcit würckiich versichert ward, schlug er ihn mir von. ner und blitzen in die Hölle, aüwo er an ein rad mit schlangen qe« bunden wurde, welches sich ohne unterlaß herum drchete. Die voeten berichten ferner - daß gedachte wolcke die cem»urv5, wei. chc Halde menschen und Halde Pferde waren, hervor gebracht habe. -Mrv.Ld. s. Iib. 4. Iib. 2. Izalttuier, (Anselmus) so aus dem edlen geschlechte deß Jzaigmers von Toulouse entsprossen. Er fieng bereits in seiner ju« genb an zu reist» , besähe die vornehmsten ötter von Europa unh Äsia,uiid giciig sodann in AsticaM, da er biß in das Königreich de» rer Negros kam, und sich lange in der haupt-siadt Gago aufhielt - allwo er sich in ein jung Negro-mägdlein, e^alucasais genannt,ver» lieble, welche lowohl reich als emes vornehmen geschlechls war - und solche nach ihrer eitern tobe heyrathete- Nachdem sie nun da» selbst ewige jähre gelebck, giengen sie nach Franckreich, und kamen a». 141; nach Toulouse, allwo sein weib nebst einer mit ihr ge» zeugten tochter und denen 6 mit hingebrachten sclaven gemusst ivur» be. Ermeldst seine tochter war gany schwartz, wie ihre mutter, biß auf eine weisst iinie, die sie an der liirne hatte, und r finger an der iincken hanv, jedoch dabey schön und sehr wohl gebildet. Im r 8 jähre ihres allers wurde sie an Euqenium, einen aus dem edle» geschlechte von Faudoas, verhcyrathet, aus welcher ehe ein söhn ge« bohren wurde, den man den Mohren von Faudoas zu nennen pfleg» te, weil er schwartz war, wie seine mutter. Anselmus aber zeuget! mit seinem weide nach seiner zurückkunffl zu Toulouse noch r an« dere tochter, unter welchen die eme schwartz und die andexe weiß war. Eine Zeitlang hernach starb er. Er bat seine reisen beschrie» den, gleichwie auch ein Arabisch und Türckisch wörter.duch nebst der Frantzöstschcn und Lateinischen auslegung verfertiget. Allein diese seine wercke haben niemahls das licht gesehen. L»- nsles cle louloute. Izates/ ein König der Adiabener, ein söhn Monobazi, Bazäi zubeuamer, von der Helena, seiner eigenen schivcster,welche dieser König nach landes-gewohnheit geheyralhet halte. Selbiger solle vor dessen gebmt eine stimm gehöret haben, welche diesem söhn gar sonderbares glück versprochen. Weil solchen deßwegen die eitern vor dem anderen drüber Monobazo lieb hatten, erzeigte sich biestr so erbittert darüber, daß der vakcr zu Vermeidung eines Unglücks den jungen Jzatem zu Abemerigo einem benachbarten Printzeir verschickte. Der machte sich bey selbigem so angenehm, daß er ihm seine tochter vermählte, und ein stück lanbes zum heyrath-gul habe. Der vater verlangte ihne in ftinem hoben alter z» sehen; und nach dessen lob ward er durch Vorschub seiner mutter über das gantze Adiademsche reich gesttzct, da er dann seine brüdere theils dem Rö» mischen Kayser Clanbio,theils Artabano dem König der Paridcr zu verwahren gäbe. Er hatte schon beym Abemerigo mit einem Jü« bischen kaiissmann, namens Ananias bekandtschafft gemacht und sich von solchem in derselbigen reliqion unterrichten lassen, welches auch seiner mutter Helena sehr wohl gefiele- Nach angenommene! regierung bekannte er sich öffentlich zu derselben um das jähr Ehrt» sti4?, liesse sich deschneiden, und erwieß sich zur zeit einer grosse» hungers.noth gegen die Jüden sehr milde und gutthätig. Orostus meldet, daß er den Christlichen glauben, nicht aber die Jüdische religion, wie Jvsephus will, angenommen habe- Den durch sein vvlck verl riebenen Pers. König Artabanum setzte er wieder ein; Vardaiiem aber dessen söhn und Nachfolger,als er sich durch ftindli« chcn angriffaegen Jzatem Uiidanckbar erwiest, vertrieben seine ei« gene unlerihäncii, ehe er ihme noch schaden konte. Aber auch diesem widersetzte sich hernach sein vvlck aus haß gegen die Jüdische religion, rcitzie auch den Arabischen König Abiam zum krieg an, dessen armee aber solle aus plötzlichem schrecken vor ihme geflohen , und Adias ihme zu entgehen, sich selbst gelödtet baben. Voloqest dem Parthischei, König; den die Adiabener hernach Wider ihne verhetzet, konte er kaum üooc> reuter entgegen setzen ; und als ihm dieser durch einen befthls-haber lrctziglich enlhicten liesse; sei» Gott tönte ihn nimmermehr wider seine macht schützen, flehest er z» Gott, und diestldige nacht kam Vologesi bericht, baß ,hme die Dahä und Saca ins land gefallen, deßwegen er ausbrache und Jzatem m ruh liesse^ Dststr starb seines alters ;; jähr,wovon ee -4 regiert hatte. Seinen ältern druder Monabazum ordnest er mit Übergebung seiner 4 söhnen zum Nachfolger. Und so hat Jose» phus diese geschieht zuerst erzehlel. Indessen machet die aleichheit zwischen dem ansang des lebens Jzaüs und der geschichst Jacobs, sodann zwischen dem ende derselbigen, und deren zwischen Sanhe» r>b und Hiskia, fast glaublich, in dem ältern Monobazo wäre da vorgestellt Jsaac, in Jzate Jacob, im jüngern Monobazo Esmi.i» Vologest Sanherid, in jciies gesandten am Jzastni Rabsake,endlich abermal m Jzate Hiskiaszob wäre ferner in Vologcfis so verursach» tem abzug nachgeahmet, die Versicherung Esaiä gegen Hiskia; daß Sanherid ein gerücht hören und darauf wieder in sein land ziehe» wurde; und die so gleich erfolgst bottschaffc von des Manschen Königs Thlrhakä anzug mit einer starckeu armee wider Sanherid. * Izquierdcv (Sebastialius) war an. iüc>i zu Alcaraz in Sva« nie» gebohren, und begab sich an.iür; in die 80c. Jesu. Nach« dem er zu Mnrcia und Alcala lle Hcnares die stelle eines Keüorir vertreten, ward er bey dem Cardinal von Sandvval, Ertz>Blstboff zu Toledo, Beichtvater,und bey der heiligen inquistlion Ratb, wor» aufer um das jähr 1680 mit tode abgegangen. Seine schriffst» sind pliLru; kciemiLi-um ; opuz rkeolo^icum Lc pkllosapkicum; pcsxis exerciriorum spirituslium ; cle yumuor novistimiL; cle mc- cl,i5 necetisrür sä sslurem recernam. bibl. 8. «llsr. biOKr. > >